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-The Project Gutenberg EBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu
-gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens
- Schriften zur angewandten Seelenkunde. Vierzehntes Heft
-
-Author: Ernest Jones
-
-Translator: E. H. Sachs
-
-Release Date: November 21, 2015 [EBook #50522]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER ***
-
-
-
-
-Produced by Sandra Eder, Jens Sadowski, and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This
-file was produced from images generously made available
-by The Internet Archive.
-
-
-
-
-
-
- SCHRIFTEN ZUR ANGEWANDTEN SEELENKUNDE
- herausgegeben von Prof. Dr. SIGM. FREUD
- VIERZEHNTES HEFT
-
-
-
-
- DER ALPTRAUM
- IN SEINER BEZIEHUNG ZU GEWISSEN
- FORMEN DES MITTELALTERLICHEN
- ABERGLAUBENS
-
-
- VON
- PROF. Dr. ERNEST JONES.
-
- DEUTSCH VON
- Dr. E. H. SACHS.
-
- LEIPZIG UND WIEN
- FRANZ DEUTICKE
- 1912
-
- Verlags-Nr. 2001.
-
- K. u. K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen.
-
-
-
-
- Inhaltsübersicht.
-
-
- Seite
- Einleitung 1
- I. Kapitel. Traum und Glauben 2
- II. Kapitel. Der Alptraum 13
- III. Kapitel. Inkubus und Inkubation 21
- IV. Kapitel. Der Vampir 34
- V. Kapitel. Der Wehrwolf 53
- VI. Kapitel. Der Teufelsglaube 69
- VII. Kapitel. Die Hexenepidemie 104
- VIII. Kapitel. Schluß 145
-
-
-
-
- Einleitung.
-
-
-In der folgenden Veröffentlichung wurde der Versuch gemacht, den
-Eindruck, den die Erfahrungen des Alpdrucks auf die Bildung gewisser
-falscher Vorstellungen hervorriefen, festzustellen. Diese Vorstellungen
-haben viel Gemeinsames, sie erreichten alle ihren Höhepunkt zur selben
-Zeit, ungefähr zwischen 1450 und 1750; ihre ursprüngliche Gestalt wird
-von Vielen, ihre wesentlichen Elemente werden von einer noch größeren
-Anzahl festgehalten. Die tiefste Quelle ist bei allen die gleiche und
-sie alle haben eine unberechenbare Summe von menschlichen Leiden
-verursacht.
-
-Um einen klaren Ausblick zu erlangen, war ich manches Mal gezwungen, das
-Hauptthema zu verlassen, obwohl ich dies, so weit als möglich, vermieden
-habe. Lange sagt (Geschichte des Materialismus, 1866, S. 282): »im
-geschichtlichen Zusammenhange der Dinge schlägt ein Tritt tausend Fäden,
-und wir können nur einen gleichzeitig verfolgen. Ja, wir können selbst
-dies nicht immer, weil der gröbere sichtbare Faden sich in zahllose
-Fädchen verzweigt, die sich stellenweise unserem Blicke entziehen.«
-
-Ich habe meine Aufmerksamkeit nicht so sehr auf die historischen Seiten
-der betreffenden Vorstellung gelenkt, als auf ihre tiefste
-psychologische Bedeutung. Selbst auf diesem eingeschränkten Feld konnte
-ich nur einen sehr kleinen Teil des außerordentlich großen brauchbaren
-Materials behandeln; daher kann ich kaum annehmen, daß die
-ausgesprochenen Schlüsse als bewiesen angesehen werden, doch hoffe ich,
-sie genügend wahrscheinlich gemacht zu haben, um zu zeigen, daß der
-Gegenstand einer eingehenderen Untersuchung vom überlegenen Standpunkt
-der modernen psychoanalytischen Kenntnis aus wert ist. Angst und Zwang
-waren immer die beiden größten Geißeln der Menschheit und die hier
-untersuchten Vorstellungen gehören zu ihren verhängnisvollsten Folgen.
-Wenn man sich erinnert, daß diese Kräfte heute ebenso wirksam sind als
-im Mittelalter, wenn auch ihre Äußerungen nicht so sichtbar zu Tage
-treten, wird man zugeben, daß der Gegenstand des aktuellen Interesses
-nicht entbehrt.
-
-
-
-
- I.
- Traum und Glauben.
-
-
-Das Interesse, das die Menschen zu allen Zeiten an den Träumen nahmen,
-und die weitreichende Bedeutung, die ihnen zugeschrieben wurde, machen
-es sehr wahrscheinlich, daß die dabei erlebten Phänomene einen
-bedeutsamen Einfluß bei der Gestaltung der Meinung des Wachlebens
-ausübten. Wenn dies, wie ich gezeigt habe,[1] heute unter Gebildeten der
-Fall ist, so muß es in vergangenen Zeiten, wo die allgemeine, den
-Träumen zugeschriebene Bedeutung weit größer war als heute, viel
-wirksamer gewesen sein. Die Lebhaftigkeit der Träume ist zu Zeiten so
-groß, daß auch Gebildete es schwer oder unmöglich finden können, sie von
-wirklichen Erlebnissen zu unterscheiden.[2]
-
-Ich habe einen Fall erwähnt[3], in dem ein Arzt fälschlich einen Traum
-für eine wirkliche Erinnerung ansah und dies zu peinlichen Folgen
-führte. Tatsächlich ist diese Vermengung mit der Wirklichkeit
-charakteristisch für alle intensiven Gemütserlebnisse, und zwar nicht
-nur für Träume, sondern auch für andere, seltenere Äußerungen der
-Phantasie, wie z. B. ekstatische Trancen, Visionen und dergleichen.
-Johannes Müller[4] bemerkt in diesem Zusammenhang: »Eigentümlich diesen
-krankhaften Zuständen ist es, daß die Objektivität der Erscheinungen
-zuverlässig anerkannt wird. In dem Glauben eines sichtbaren Umganges mit
-dem Teufel besteigt der Angeklagte den Scheiterhaufen, ein Opfer seiner
-eigenen Phantasie. Je nachdem die Vision die Gestalt eines guten oder
-bösen Geistes annahm, wurde der Dämonische als heilig verehrt oder als
-Zauberer verbrannt. Was bei dem Unbefangenen das Eigenleben der
-Sinnlichkeit, das Spiel einer dichtenden Phantasie, was allen Menschen
-im Traume nicht mehr wunderbar erscheint, wird in der Geschichte
-verflucht und verehrt nach der Natur seiner Objekte. Das Gespenst und
-die Dämonen aller Zeiten, die göttliche Vision des Asketen, die
-Geistererscheinung des Magikers, das Traumobjekt und das Phantasiebild
-des Fiebernden und Irren sind eine und dieselbe Erscheinung. Nur der
-Gegenstand ist verschieden nach der Richtung einer exzentrischen
-Phantasie, eine göttliche Vision dem religiösen Schwärmer, dem
-furchtsamen ein furchtbares Phantasma, dem abergläubisch buhlerischen
-Weib der Teufelsspuk, dem träumenden Egmont die Erscheinung der
-Freiheit, dem Künstler ein himmlisches Idol, nach dem er längst
-gerungen. Der Zeitgeist leiht diesem plastischen Einbilden andere
-Objekte.«
-
-[Fußnote 1: »Some Instances of the Influence of Dreams on Waking life,«
-Journ. of Abnormal Psychol., April 1911, P. II.]
-
-[Fußnote 2: Ennemoser. Geschichte der Magie, 1844, S. 113. Fischer.
-Geschichte des Somnambulismus, 1839, Bd. I, S. 12. Rau. Die Verirrungen
-in der Religion, 1904, S. 237.]
-
-[Fußnote 3: Op. cit., P. 15.]
-
-[Fußnote 4: Johannes Müller. Über die phantastischen
-Gesichtserscheinungen, 1826, S. 68, 69.]
-
-Diese Schwierigkeit, den Traum von den Erfahrungen des Wachlebens zu
-unterscheiden, ist bei wehrlosen Geistern, wie bei Kindern und Wilden,
-natürlich größer. Die außerordentliche Schärfe, mit der die Erfahrungen
-des Traumlebens sich dem Geiste der Wilden als zweifellose Wirklichkeit
-aufdrängen, wurde von einer Menge Beobachtern vermerkt. Herbert
-Spencer[5] legt besonderen Nachdruck auf diesen Punkt und führt zum
-Beweis eine Menge Material an. Im Thurn[6] gibt zahlreiche schlagende
-Beispiele von heute dafür: Ein Indianer drohte, den Reisenden, den er
-führte, zu verlassen, weil dieser, wie er sagte, ihn rücksichtslos die
-ganze Nacht ein Kanoe über zahlreiche schwierige Katarakte hinaufziehen
-ließ. Ein anderer war nahe daran, seinen Kameraden zu töten, weil sein
-Herr ihm befohlen hatte, eine empfindliche Züchtigung an jenem zu
-vollziehen. [Es stellte sich heraus, daß er das geträumt hatte.]
-
-[Fußnote 5: Herbert Spencer. The Principles of Sociology, Third Edition,
-1890, Vol. I, Ch. X, Pp. 132-142.]
-
-[Fußnote 6: Im Thurn. Among the Indians of Guiana, Pp. 344-346.]
-
-Es wurde nie daran gezweifelt und bedarf heute keines besonderen
-Beweises, daß die Phänomene des Traumlebens von großer Bedeutung waren,
-nicht nur bei der Gestaltung der metaphysischen Vorstellungen des
-Menschen -- religiöser und abergläubischer[7], -- sondern auch für die
-Formen, die die künstlerischen Phantasien[8] annehmen. Ebenso besteht
-praktisch eine Übereinstimmung in der Frage, welche Anschauungen den
-stärksten _Einfluß durch Träume erfahren haben_, und wir wollen zunächst
-die hauptsächlichsten von diesen besprechen. Die erste und in mancher
-Beziehung wichtigste Bedeutsamkeit des Traumes ist diejenige, die sich
-auf den Seelenglauben bezieht. Die primitiven Vorstellungen von der
-Seele kann man in zwei Gruppen teilen, diejenigen von der _gebundenen
-Seele_, die das lebenspendende Prinzip verschiedener innerer Organe und
-äußerer Objekte ist, und diejenigen von der _freien Seele_ (Psyche). Die
-Vorstellung von der letzteren hat zwei Quellen, denen entsprechend wir
-die _Hauchseele_ und die _Schattenseele_ unterscheiden können. Der
-Begriff der ersteren, der vor allem aus dem Phänomen des Atmens sich
-ergab, war geeigneter für höhere religiöse Anschauungen, aber der der
-letzteren war in der Vergangenheit zweifellos von größerem Einfluß. Alle
-Autoritäten[9] stimmen darin überein, daß die Vorstellung von der
-Schattenseele ihren Ursprung fast ausschließlich Traumerfahrungen
-verdankt. Wundt[10] sagt z. B.: »Das ursprünglichste und häufigste Motiv
-dieser primären Vorstellung der Schattenseele ist unzweifelhaft das
-Traumbild .... (Sie) hat allem Anscheine nach in Traum und Vision ihre
-einzige Quelle.«
-
-[Fußnote 7: Lehmann. Aberglaube und Zauberei. Zweite Deutsche Auflage,
-1908, S. 492.]
-
-[Fußnote 8: Freud. Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, 1907.]
-
-[Fußnote 9: Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 170. Fiske. Myths and
-Myth-Makers, 1872, P. 220. Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 32.
-Herbert Spencer. Op. cit., Pp. 135, 136; and »Recent Discussions in
-Science«, P. 36. Tyler. Primitive Culture, 1891, Third Edition, Vol. I,
-P. 430. Lehmann. Op. cit., S. 494.]
-
-[Fußnote 10: Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band. »Mythus und
-Religion«. Zweiter Teil, 1906, S. 85, 87.]
-
-Die Vorstellung hat ihre charakteristischen Eigenschaften [Sichtbarkeit,
-Flüchtigkeit und phantastische Veränderlichkeit] von den wahrnehmbaren
-Elementen des Traumes erhalten. Es ist für uns nicht notwendig, auf die
-viel erörterte Frage einzugehen, welche Form des Seelenglaubens die
-ursprünglichste ist.[11] Von grundlegender Bedeutung ist für uns die
-zweifellose Tatsache, daß die Erfahrungen des Traumlebens in bedeutsamer
-Weise zur Entwicklung der Vorstellung von der Seele beigetragen haben.
-Dies gilt sowohl für die Seele des Individuums selbst als für die
-höherer Wesen und besonders für ihre charakteristische Eigenschaft,
-getrennt vom Körper zu existieren. [Räumliche Entfernung,
-Verwandlungsfähigkeit u. s. w.]
-
-Träume von Verstorbenen haben eine wichtige Rolle bei der Gestaltung
-verschiedener religiöser Vorstellungen gespielt und ihr Einfluß war um
-so größer, weil solche Visionen gewöhnlich geliebte Anverwandte,
-vorzugsweise die Eltern erscheinen lassen. Zunächst unterstützen sie,
-wie Wundt[12] darlegt, die schon durch die Träume im allgemeinen
-begründete Anschauung von dem »anderen Selbst«, von der Seele, die
-getrennt vom Körper leben und sich bewegen kann; ferner bilden sie, wie
-Spencer[13] im einzelnen ausgeführt hat, eine wichtige Quelle des
-Glaubens an Unsterblichkeit und an das Bestehen eines anderen Reiches,
-in das die Seele nach dem Tode ihres Besitzers gelangt. Auch sind sie
-eine Hauptquelle für den Glauben, daß die Verstorbenen die Schauplätze
-ihres früheren Lebens wieder besuchen können, also für die verbreitete
-Anschauung von den rückkehrenden Seelen oder revenants[14], einer
-Vorstellung, die einen Hauptzug des mittelalterlichen Aberglaubens
-ausmachte, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. Es ist selten
-bedeutungslos, wenn die Geister Abgeschiedener die Lebenden im Traume
-besuchen; für den Wilden ist es manches Mal von guter, häufiger aber von
-böser Vorbedeutung und in letzterem Fall müssen die Geister auf
-verschiedene Weise entsühnt werden.[15] Das ehrfürchtige Verhalten
-gegenüber den im Traum erscheinenden Geistern der Abgeschiedenen ist
-eine der Hauptquellen für die Ahnen-Verehrung. Wenn auch Spencers[16]
-Behauptung, daß diese die Grundlage aller Religionen bildet, in ihrer
-ursprünglichen Form[17] nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, so hat
-sich doch zweifellos ein großer Teil der späteren Religionen nach ihr
-geformt.
-
-[Fußnote 11: Siehe z. B.: Irving King, The Development of Religion,
-1910, Ch. 6, und Marett, »Pre-animistic Religion«, Folklore, 1900, Vol.
-XI, P. 198, über den Streit zwischen den älteren animistischen und den
-jüngeren animatistischen Hypothesen.]
-
-[Fußnote 12: Wundt. Op. cit., S. 90.]
-
-[Fußnote 13: Spencer. Principles of Sociology, Pp. 182, 201, u. s. w.]
-
-Ein anderer Glauben, bei dessen Gestaltung der Traum eine hervorragende
-Rolle gespielt hat, ist der an die Transformation oder Veränderlichkeit,
-d. h. die Vorstellung, daß der Geist eines Menschen in den Körper eines
-anderen oder in den eines Tieres übergehen kann und umgekehrt. Das war
-und ist noch einer der verbreitetsten Aberglauben der Welt; bei
-unzivilisierten Völkern steht er noch in voller Blüte[18] und selbst in
-Europa findet er sich nicht allein in der vornehmen Maske der
-Metempsychose, Wiedergeburt und dergleichen, sondern auch in seinen
-roheren Urformen. Im Mittelalter hatte er, da er von der
-römisch-katholischen Kirche akzeptiert wurde, wesentlichen Anteil an der
-Bildung der von uns zu betrachtenden abergläubischen Vorstellungen.
-
-In Folklore[19] und Mythologie war die Metamorphose immer ein
-Lieblingsthema, woran der Leser kaum erinnert zu werden braucht. Auch in
-gebildeten Kreisen finden wir noch heute interessante Spuren
-totemistischer Anschauungen, ich meine damit Tiere, die als nationale
-Abzeichen, als Wappenschilder, zu Verkleidungen beim Karneval und auf
-der Bühne (Chanteclair), als Spitznamen u. s. w. dienen. Von besonderem
-Interesse in Verbindung mit unserem Thema ist die Tatsache, daß die
-Metamorphose in so ausgedehntem Maße und so innig mit Verehrung von
-Tieren[20] verknüpft wurde, daß wir zu der Vermutung gezwungen werden,
-es liege ein innerer Zusammenhang zwischen den beiden vor. Spencer[21]
-ist der Ansicht, daß die drei Arten, durch die die primitiven Menschen
-dazu geführt wurden, Tiere mit ihren Vorfahren zu identifizieren,
-folgende sind: Erstens die verstohlene Weise, in der beide Nachts zur
-Schlafenszeit in die Häuser eindringen, zweitens das Vorkommen von
-Tieren in der Nähe von Leichen und Gräbern, drittens die Vermengung, die
-durch die primitive Sprache entstand. Wir werden sogleich sehen, daß es
-noch mehr bedeutsame Assoziationen zwischen den beiden Vorstellungen
-gibt. Jedenfalls kann man nicht daran zweifeln, daß die Idee der
-Metamorphose wichtige Quellen in den Traumerfahrungen hat, bei denen die
-tatsächliche Verwandlung einer Person in die andere und das Vorkommen
-zusammengesetzter Wesen -- halb Tier, halb Mensch -- sich so häufig
-direkt vor den Augen des Träumenden ereignete.
-
-[Fußnote 14: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 110, III.]
-
-[Fußnote 15: Howitt. Native Tribes of South-East Australia, 1904, P.
-434. Ling Roth. Natives of Sarawa and British North-Borneo, 1896, Vol.
-I, P. 232.]
-
-[Fußnote 16: H. Spencer. Op. cit., P. 281 et sequ.]
-
-[Fußnote 17: Wundt. Op. cit., S. 346, 347.]
-
-[Fußnote 18: Hartland. Primitive Paternity, 1909, Vol. I, Ch. III, Pp.
-156-252. Wallace. The Malay Archipelago, Vol. I, P. 251. Fiske. Op.
-cit., P. 164 u. s. w.]
-
-[Fußnote 19: H. Spencer. Op. cit., Ch. XXII, Pp. 322-346.]
-
-Wenn der wehrlose Geist die Traumerfahrungen, in denen er sich selbst zu
-fernen Schauplätzen versetzt sieht oder mit jemandem spricht, den er im
-Wachen weit entfernt weiß, als wirklich ansieht, so ist sein
-naheliegender Schluß der, daß die Fahrt tatsächlich stattgefunden hat,
-und zwar in einem unglaublich kurzen Zeitraum.[22] Die Ähnlichkeit
-zwischen dem schnellen Flug der Vögel und seinen eigenen Flugträumen,
-die, wie Wundt[23] gezeigt hat, wichtige Beiträge zu der Vorstellung von
-beschwingten Wesen lieferten (Engel u. s. w.), dienten dazu, den Glauben
-an die Nachtflüge hervorzurufen, der von großem Einfluß auf verschiedene
-mittelalterliche Ideen war.
-
-[Fußnote 20: Marion Cox. An Introduction to Folklore. Second Edition,
-1904. Ch. II, Pp. 85-129.]
-
-[Fußnote 21: Spencer. Op. cit., Pp. 345, 346.]
-
-[Fußnote 22: Spencer. Op. cit., P. 136.]
-
-Die Schlüsse, zu denen ich bis jetzt gelangt bin, sind also: Erstens,
-Träume haben eine wichtige Rolle gespielt beim Entstehen des Glaubens an
-eine freie Seele, die sich getrennt vom Körper bewegen kann, an
-fabelhafte und übernatürliche Wesen, an die Fortdauer der Seele nach dem
-Tode mit ihrer Macht, vom Grabe zurückzukehren und die Lebenden,
-besonders bei Nacht, zu besuchen, an die Verbindung mit den Geistern der
-abgeschiedenen Vorfahren, woraus sich deren Verehrung ergab, an die
-Möglichkeit, daß sich Menschen einerseits und Menschen und Tiere
-anderseits in einander verwandeln können, an die Identität der Geister
-von Tieren mit denen der Vorfahren und an die nächtlichen Fahrten durch
-die Luft. Zweitens, die verschiedenen hier aufgezählten Anschauungen
-sind untereinander enge verknüpft. Die Erklärung dieser bemerkenswerten
-Verbindung zwischen offensichtlich so weit auseinander liegenden Ideen
-war immer unmöglich, bis Freuds Entdeckung der Psychoanalyse ein
-entsprechendes Instrument zur Erforschung der tieferliegenden
-Charakteristica des menschlichen Geistes schuf. Im Verlaufe unserer
-Abhandlung wird die Bedeutung dieser merkwürdigen Verbindung klarer
-werden.
-
-Frühere Forschungen, das Problem betreffend, welche Rolle der Traum bei
-der Entstehung der verschiedenen Arten von Aberglauben und Mythus
-gespielt hat, beschränkten sich auf die Betrachtung des oberflächlichen
-Trauminhalts. Freuds[24] epochemachende Aufklärung des »latenten«
-Inhalts, der hinter dem »manifesten« Inhalt, d. h. dem Traum, wie er
-direkt wahrgenommen wird, liegt, ermöglicht es uns, wichtige
-Fortschritte in dieser Forschung zu machen und wirft ein helles Licht
-auf viele Probleme, die früher ganz im Dunkeln lagen. Eine sehr bald
-darauf folgende Entdeckung, die nach Winken Freuds von Abraham[25],
-Rank[26] und Riklin[27] ausgearbeitet wurde, war die, daß der Mythus und
-verwandte Schöpfungen der Phantasie nach fast demselben Plan gebaut sind
-wie der Traum und daß der latente Inhalt oder die Bedeutung, die beiden
-zu Grunde liegt, weitreichende Ähnlichkeiten zeigt. Wir werden sehen,
-daß sich dies auch bei gewissen abergläubischen Vorstellungen bestätigt.
-Die Entdeckung dieser Ähnlichkeit in der Struktur aber erschwert das
-Problem, wie groß der Einfluß des Traumes bei der Entstehung dieser
-anderen Schöpfungen der Einbildungskraft war. Dabei hilft uns folgende
-Überlegung: wenn auch die verschiedenen Äußerungen unbewußter Kräfte
-danach streben, sich in symbolischen Sprachen von sehr ähnlicher Art
-auszudrücken, so gibt es doch entsprechend den besonderen
-psychologischen Umständen, unter denen man träumt, bestimmte Züge, die
-für die Symbolik des Traumes höchst charakteristisch sind. Ich brauche
-bloß an seine ausgesprochen visuelle Natur zu erinnern. Wenn sich also
-der latente Inhalt einer bestimmten Gruppe von Mythen oder Aberglauben
-als identisch mit dem eines verbreiteten Traumtypus erweist, so ist man
-noch nicht berechtigt, daraus zu schließen, daß wirkliche
-Traumerfahrungen bei ihrer Schöpfung im Spiele waren, sondern sie müssen
-sich außerdem noch in einem der verschiedenen für die Traumsprache
-charakteristischen Symbole äußern. Die andere Unterlassung allerdings,
-die von allen Forschern vor Freud begangen wurde, ist viel radikaler,
-nämlich, das Problem für gelöst zu halten, wenn man einfach die
-Ähnlichkeit zwischen gewissen Arten von Aberglauben und gewissen Träumen
-aufweist. Bei den abergläubischen Vorstellungen[28] und
-psychoneurotischen Symptomen[29], bei denen dieselben Überlegungen am
-Platze sind, habe ich auf die Tatsache Nachdruck gelegt, daß an diesem
-Punkte die wichtigsten Probleme erst _beginnen_. Die Hauptfrage ist, ob
-die einem Glauben oder einem Symptom zu Grunde liegende Bedeutung
-identisch mit der eines bestimmten Traumes ist und worin sie besteht.
-Bei dem Versuche also, festzustellen, ob Träume als Quelle eines
-bestimmten Glaubens anzusehen sind, müssen wir uns streng an zwei
-verschiedene Kriterien halten, erstens an die Identität des latenten
-Inhaltes der beiden und zweitens an die Identität der Symbolik.
-
-[Fußnote 23: Wundt. Op. cit., S. 113.]
-
-[Fußnote 24: Freud. Die Traumdeutung, 1900. Dritte Auflage, 1911.]
-
-[Fußnote 25: Abraham. Traum und Mythus, 1909.]
-
-[Fußnote 26: Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.]
-
-[Fußnote 27: Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908.]
-
-[Fußnote 28: Op. cit., P. 18.]
-
-[Fußnote 29: The Relationship between Dreams and Psychoneurotic
-Symptoms, Amer. Journ. of Insanity, Oct. 1911.]
-
-Wir wollen nun von diesem Gesichtspunkt aus kurz einige Träume
-betrachten, von denen man annahm, daß sie Einfluß auf die oben erwähnten
-abergläubischen Vorstellungen hatten. Dazu müssen natürlich die
-betreffenden Träume von einer Art sein, die einer großen Anzahl von
-Menschen, wenn nicht der Mehrzahl, gemeinsam ist. Nun ist ein Traum, je
-»typischer« er ist, d. h. einer je größeren Anzahl Menschen er gemeinsam
-ist, desto sicherer seinem latenten Inhalt nach sexueller Art.[30] Wir
-müssen also darauf vorbereitet sein, zu finden, daß jeder durch Träume
-hervorgerufene Glauben seiner Natur, d. h. seinem latenten Inhalt nach,
-ebenfalls sexuell ist.
-
-Träume von Menschen, die in Wirklichkeit tot sind, finden sich am
-häufigsten und am meisten mit Affekt besetzt, wenn der Tote Vater oder
-Mutter vertritt. Sie sind häufig von Liebe oder Haß durchsetzt und
-verdanken ihren letzten Ursprung Inzestmotiven, die in der Kindheit
-verdrängt und seitdem vergessen wurden. Diese Tatsache ist von
-besonderer Wichtigkeit in Verbindung mit solchen Themen wie
-Ahnenverehrung und dem Besuch von Geistern aus dem Grab bei Lebenden.
-Die Schlüsse wurden in weitem Umfange durch tatsächliche Psychoanalyse
-neurotischer Patienten bestätigt.
-
-In betreff der Träume, bei denen Tierfiguren eine vorherrschende Rolle
-spielen, soll der Leser zuerst an die Tatsache erinnert werden, daß für
-den ungebildeten Geist, z. B. für Kinder und Wilde, die weite Kluft, die
-die Gebildeten zwischen Tieren und menschlichen Wesen sehen, viel
-weniger deutlich ist. Fiske[31] sagt: »Nichts ist charakteristischer für
-das primitive Denken als die enge natürliche Verbindung, die es zwischen
-Mensch und Tier annimmt. Die Lehre von der Metempsychose, die sich in
-der einen oder anderen Gestalt in der ganzen Welt findet, schließt eine
-ursprüngliche Identität zwischen den beiden in sich.« Hartland[32] sagt
-ähnlich: »Die Grenzlinien, die wir zwischen den niedrigeren Tieren, dem
-Pflanzen- und Tierreich auf der einen Seite und den menschlichen Wesen
-auf der anderen Seite ziehen, gibt es auf einer tieferen Kulturstufe
-nicht.« Diese Verwandtschaft wird selbst von den gebildeten Klassen noch
-mit verschiedener Deutlichkeit gefühlt, eine Tatsache, die in der
-Literatur[33] häufig ausgenutzt wurde. Wie jung unser gegenwärtiges
-Verhalten gegenüber den Tieren ist, kann man daraus beurteilen, daß
-ihnen in nicht fernen Zeiten menschliche Verantwortlichkeit
-zugeschrieben wurde; es wurde feierlich über sie Gericht gehalten und
-sie wurden als Mörder[34] zum Galgen verurteilt. In einer
-Gerichtsverhandlung vom Jahre 1516 ermahnte der Gerichtshof von Trojes
-die Raupen, die einige Distrikte verheert hatten, bei Strafe des Fluches
-und der Exkommunikation[35] sich innerhalb einer bestimmten Anzahl von
-Tagen zu entfernen. Erst im Jahre 1846 wurde das englische Gesetz
-»deodand« aufgehoben, demzufolge ein Tier, das jemanden verletzt hatte,
-als dem Gesetze verfallen erklärt und zu Gunsten der Armen verkauft
-wurde.
-
-[Fußnote 30: Freud. Op. cit., S. 174-221.]
-
-Natürlich ist in Sphären, wo die herrschenden Interessen für Menschen
-und Tiere gemeinsamer Art sind, der Unterschied zwischen den beiden
-weniger scharf als anderswo und zweifellos ist der Zug der Tiere, der
-das höchste Interesse erregt, ihre Freiheit, Bedürfnisse, die die
-Menschen häufig zurückhalten müssen, besonders Bedürfnisse sexueller und
-exkrementeller Natur, offen zu befriedigen; in der Tat wird der Ausdruck
-»tierische Leidenschaften« allgemein verwendet, um sexuelle Gefühle
-anzuzeigen. Das Kind erlangt seine erste Erfahrung von sexueller
-Betätigung häufig dadurch, daß es ihr Zeuge bei Tieren wird und jeder
-Psychoanalytiker weiß, wie bedeutsam dieser Einfluß sein kann. Tiere
-eignen sich deshalb ausgezeichnet zur symbolischen Darstellung von rohen
-und ungezügelten Wünschen. Die analytische Erfahrung hat gezeigt, daß
-das Vorkommen von Tieren im Traum regelmäßig ein sexuelles Thema
-andeutet, wofür das Mädchen, das von einem wilden Tiere verfolgt oder
-angegriffen wird, ein typisches Beispiel ist.
-
-[Fußnote 31: Fiske. Op. cit., P. 74.]
-
-[Fußnote 32: Hartland. Op. cit., P. 250.]
-
-[Fußnote 33: E. g. bei H. G. Wells in seinem Schauerroman »The Island of
-Doctor Moreau«.]
-
-[Fußnote 34: Lawrence. The Magic of the Horse-Shoe, 1899, Pp. 308-311.]
-
-[Fußnote 35: Cesaresco. Essays in the Study of Folk-Songs, P. 183.]
-
-In zahlreichen Mythen ist die sexuelle Bedeutung der Verwandlung vom
-Mensch zum Tier vollkommen klar. _Riklin_[36] hat deutlich gezeigt, wie
-die stufenweise Überwindung des jungfräulichen Abscheus und Widerstandes
-gegen sexuelle Beziehungen in der bekannten Gruppe der Märchen
-symbolisiert wird, in denen der wunderbare Prinz zuerst in der Gestalt
-eines abstoßenden Tieres auftritt, um seine wahre Person im geeigneten
-Moment zu zeigen. In vielen Varianten ist der Prinz bei Tag ein Tier und
-nimmt seine wahre Gestalt bei Nacht an, wie es bei dem Sohne Indras[37],
-dem Prototyp dieser Gruppe, der Fall war. In der griechischen Mythologie
-nahmen die Götter bei ihren Liebesabenteuern häufig Tiergestalt an; man
-denkt sofort daran, wie Zeus die Persephone in Gestalt einer Schlange
-verführte, die Leda als Schwan, die Europa als Stier. Die zuerst
-genannte Gestalt nahm auch Apollo bei Atys an, während er bei anderen
-Gelegenheiten als Schildkröte auftrat. Die Götter in dieser Hinsicht
-nachzuahmen, wurde zu Zeiten direkt ein religiöser Ritus, so wenn die
-Frauen in Mendes »sich nackt und öffentlich den Umarmungen der heiligen
-Ziege, die die Inkarnation der schöpferischen Gottheit darstellte,
-hingaben.«[38]
-
-[Fußnote 36: Riklin. Op. cit., Seite 41-46.]
-
-[Fußnote 37: R. Burton. Adaptation of »Vikram and the Vampire«, 1893,
-Preface P. 15.]
-
-[Fußnote 38: Moses. Pathological Aspects of Religions, 1906. P. 25.]
-
-Andere Typen von Träumen, die Einfluß auf die von uns beobachteten
-Anschauungen genommen haben, werden in der geeigneten Verbindung
-besprochen und die Beziehung zwischen den verschiedenen behandelten
-Themen aufgezeigt werden.
-
-
-
-
- II.
- Der Alptraum.
-
-
-Es ist allgemein bekannt, daß der Alptraum einen größeren Einfluß auf
-die Phantasie des Wachlebens der Menschen gehabt hat als irgend eine
-andere Traumart.[39] Dies trifft besonders bei der Entstehung des
-Glaubens an böse Geister und Ungeheuer zu. Clodd[40] z. B. bespricht die
-»besonders intensive Art des Träumens«, die »Alpträume« heißt, wenn
-scheußliche Gespenster auf der Brust sitzen, den Atem zum Stocken
-bringen und die Bewegung hemmen, denen die ungeheuern Mengen nächtlicher
-Dämonen, die das Folklore der ganzen Welt erfüllen und die in unendlich
-vielen abstoßenden Gestalten ihren Platz in der Hierarchie der
-Religionen gehabt haben, ihren Ursprung verdanken. Einige Mythologen
-führen sogar den Glauben an Geister überhaupt auf die Erfahrungen der
-Alpträume zurück. So bemerkt Golther[41]: »Der Seelenglauben beruht zum
-großen Teil auf der Vorstellung von quälenden Druckgeistern. Erst
-allmählich entstand weiterhin der Glaube an Geister, die den Menschen
-nicht nur quälten und drückten. Zunächst aber ging der Gespensterglaube
-aus dem Alptraum hervor.«
-
-Dies ist nicht verwunderlich im Hinblick auf den Umstand, daß die
-Lebhaftigkeit der Alpträume die der gewöhnlichen bei weitem übersteigt.
-Waller[42] sagt aus eigener Erfahrung: »Der Grad der Bewußtheit während
-eines Alptraums ist so viel größer als sonst bei einem Traum, daß
-derjenige, der eine solche Vision hatte, sich schwer entschließen kann,
-die Täuschung anzuerkennen ....«
-
-[Fußnote 39: E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 10, 61,
-76-79. Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band, »Mythus und Religion,«
-Zweiter Teil, 1906, S. 118-122.]
-
-[Fußnote 40: Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 171.]
-
-[Fußnote 41: Golther. Handbuch der germanischen Mythologie, 1895, S.
-75.]
-
-[Fußnote 42: Waller. A Treatise on the Incubus or Nightmare, 1816, Pp.
-28-29.]
-
-Ich weiß in der Tat nicht, wie man sich davon überzeugen könnte, daß der
-Erscheinung, die man während eines Anfalls von Alpdruck hatte, keine
-Wirklichkeit zukommt, wenn nicht das Zeugnis anderer Personen, die zu
-der Zeit gegenwärtig und wach waren, dagegen spräche.
-
-Bevor wir die Rolle besprechen, die den Alpträumen bei der Entstehung
-abergläubischer Vorstellungen zukam, müssen wir zuerst einiges über sie
-selbst sagen. Die drei wichtigsten Züge des _typischen_ Alptraumes sind:
-erstens quälende Angst, zweitens ein erstickendes Beklemmungsgefühl auf
-der Brust, drittens die Überzeugung, hilflos gelähmt zu sein. Regelmäßig
-wiederkehrende, aber weniger auffällige Züge sind: der Ausbruch von
-kaltem Schweiß und konvulsivisches Herzklopfen; gelegentlich kommt es zu
-einem Samenfluß oder zu einer Ausscheidung aus der vagina oder sogar zu
-einer Lähmung der Schließmuskeln. Die Erklärungen des Zustandes, die
-noch jetzt in medizinischen Kreisen in Umlauf sind und die ihn auf
-Störungen der Verdauung oder der Blutzirkulation schieben, sind
-wahrscheinlich weiter entfernt von der Wahrheit als irgend welche andere
-medizinische Ansichten und mit den wirklichen Tatsachen vollkommen
-unvereinbar. In einer früheren Abhandlung über diesen Gegenstand[43]
-habe ich gegen die Erklärungen eingewendet, a) daß sie ihrer Natur nach
-nicht imstande sind, die wichtigsten Symptome des Zustandes zu erklären
-und b) daß die ungerecht beschuldigten Faktoren nicht damit in
-Zusammenhang gebracht werden können, insofern sie häufig bei Leuten
-vorkommen, die nicht an Alpträumen leiden, und gewöhnlich denen fremd
-sind, bei denen sie sich finden.
-
-Diese Faktoren können also höchstens als Veranlassung, nicht aber als
-Ursache wirken; letztere findet man, wenn man dem Hauptsymptom nachgeht,
-nämlich der tödlichen Angst, über welches Thema ich an anderer Stelle
-des längeren gesprochen habe.[44] Nachdem ich dargelegt hatte, wie Freud
-im wesentlichen ihre Abhängigkeit von verdrängter Libido bewiesen, habe
-ich die Schlüsse aus dieser Abhandlung in folgenden Behauptungen
-zusammengefaßt. »Der Alptraum ist eine Art von Angstanfall, der im
-wesentlichen auf einem heftigen, seelischen Konflikt beruht, dessen
-Mittelpunkt eine verdrängte Komponente des psychosexuellen Trieblebens
-bildet; er kann durch irgend welche periphere Reize hervorgerufen
-werden, die dazu dienen, diesen Komplex verdrängter Gefühle zu erwecken;
-die Wichtigkeit aber, die in dieser Verbindung solchen peripheren Reizen
-als Faktoren bei der Entstehung des Affektes zukommt, wurde in der
-Vergangenheit stark überschätzt.« Ich habe hinzugefügt, daß die
-Verdrängung der weiblichen masochistischen Sexualtriebe zur Schaffung
-des typischen Alptraums geeigneter ist als die der männlichen, eine
-Ansicht, der auch Adler[45] beistimmt. Der latente Inhalt des Alptraums
-besteht in einer Darstellung des normalen Geschlechtsverkehrs, und zwar
-in einer Art, die typisch für die Frau ist: der Druck auf der Brust, die
-äußerste Hingabe des eigenen Selbst, die durch das Lähmungsgefühl
-dargestellt wird, ferner die eventuelle Genitalsekretion zeigen dies
-direkt an und die anderen Symptome, das Herzklopfen, der Schweiß, das
-Erstickungsgefühl u. s. w. sind bloße Übertreibungen der Vorgänge, die
-man normalerweise während des Aktes erlebt.
-
-[Fußnote 43: »On the Nightmare«, Amer. Journal of Insanity, Jan. 1910,
-Pp. 383-417.]
-
-Besonderer Nachdruck muß auf die Tatsache gelegt werden, daß Wünsche,
-die auf diese Weise erfüllt werden, immer zu den gewaltsam verdrängten
-gehören. Diese Bemerkung erklärt zwei wichtige Tatsachen, vor allem, wie
-es kommt, daß dieselbe Person das eine Mal einen Alptraum, das andere
-Mal einen Wollusttraum haben kann. Dies hängt hauptsächlich von dem
-Objekt des Wunsches ab; wenn das Objekt eine zufällige Bekanntschaft,
-besonders wenn es verhältnismäßig leicht erreichbar ist, ist die
-Verdrängung natürlich leichter, so daß ihr Effekt praktisch zu nichte
-gemacht wird. Unter diesen Umständen kann durch die normalerweise im
-Traum eintretende Herabsetzung der endopsychischen Zensur ein erotischer
-Wunsch, der im Wachzustand vielleicht unterdrückt wurde, im Traum seine
-eingebildete Erfüllung finden. Im Fall des Alptraums, wo die Verdrängung
-ihren Höhepunkt erreicht, ist das Objekt des Wunsches immer eine Person,
-an die in solchem Zusammenhang zu denken die hemmenden Motive der Moral
-und Gesellschaft verbieten. Es ist deshalb verständlich, daß die
-Psychoanalyse solcher Träume als Gegenstand des Wunsches einen nahen
-Anverwandten zeigt. Dies ist am häufigsten der entsprechende Elternteil
-und gewöhnlich ist der Wunsch die Verstärkung einer ursprünglichen
-Inzestneigung. Zweitens ist es, wie ich anderswo gezeigt habe[46], eine
-von den Ärzten bei ihrer Diskussion über die Pathogenese der Alpträume
-übersehene wichtige Tatsache, daß alle Stufen zwischen den extremsten
-Typen dieser und der normalen erotischen Träume vorkommen. Wenn die
-Verdrängung nicht zu stark ist, so enthält der Traum eine Mischung
-angenehmer und peinlicher Sensationen, d. h. er stellt eine sexuelle
-Szene dar, die nicht durchaus angenehm ist. Wenn die Verdrängung noch
-größer ist, so kann die Angst das Wollustgefühl überwiegen und in dem
-extremen Fall des typischen Alptraums ersetzt sie letzteres ganz. Alle
-Stufen dieser Mischung von ängstlichen und erotischen Gefühlen können
-vorkommen, eine Tatsache, die durch die verschiedenen auf unser Thema
-bezüglichen Arten von Mythus und Aberglauben vielfach illustriert wird.
-
-[Fußnote 44: »The Pathology of Morbid Anxiety«, Journ. of Abnormal
-Psychol., June 1911, Vol. VI, Pp. 81-106.]
-
-[Fußnote 45: Alf. Adler. »Der psychische Hermaphroditismus im Leben und
-in der Neurose«, Fortschr. d. Med., 21. April 1910, S. 492.]
-
-Wir haben oben von der Lebhaftigkeit und dem Eindruck der Wirklichkeit
-bei den Alpträumen gesprochen; es ist deshalb nicht verwunderlich, daß
-sie zu allen Zeiten und in allen Ländern der Gegenwart wirklicher
-fremder Wesen zugeschrieben wurden. Ich brauche bloß an den griechischen
-Ephialtes zu erinnern, den germanischen Alp, die altdeutsche mara, den
-schweizerischen schratteli, den mittelalterlichen Inkubus, den
-schottischen Leamain Sith, den russischen Kikimara, den arkadischen
-Kiel-uddakarra, den assyrischen Ardat[47], den tasmanischen bösen
-Geist[48], den australischen Mrart[49], den Autu[50] aus Borneo. Eine
-starke Bestätigung der oben ausgesprochenen Ansichten bildete der
-Umstand, daß alle diese Druckgeister in charakteristischer Weise
-Buhlgeister sind. Selbst die in der Wissenschaft gebrauchten Ausdrücke
-zur Bezeichnung des Alptraums, nämlich Inkubus und Ephialtes, bedeuten
-ursprünglich einen Buhldämon. In anderen Worten, mit alleiniger Ausnahme
-der modernen Ärzte hat man den Alptraum stets als _sexuellen_ Angriff
-von Seite eines lüsternen Dämons aufgefaßt. Wir haben gesehen, daß
-dieser Volksglaube in gewissem Sinn seine Berechtigung hat. Die Ansicht,
-daß der Vorgang im wesentlichen sexuell ist, war durchaus richtig; aber
-die unbewußten Wünsche, denen er entsprang, wurden von dem Subjekt auf
-die Außenwelt projiziert, wie es Freud[51] bezüglich des Aberglaubens
-überhaupt gezeigt hat. Die Wissenschaft also, die den Volksglauben bei
-Seite schob, verwarf damit die Wahrheit ebensowohl wie den Irrtum; die
-Beobachtungen des Volkes waren wie gewöhnlich richtig, aber ihre
-Erklärungen wie gewöhnlich falsch.
-
-[Fußnote 46: I. Op. cit. Pp. 411-413.]
-
-Daß das im Traum gesehene Objekt furchtbar oder abscheulich ist, hat
-seinen Grund einfach darin, daß die Verdrängung die Darstellung des zu
-Grunde liegenden Wunsches in seiner nackten Gestalt nicht erlaubt und
-die Erscheinung daher ein Kompromiß des Wunsches einerseits und der
-heftigen aus der Hemmung entstandenen Furcht andrerseits ist.
-_Maury_[52] bemerkt ganz richtig: »Le dormeur s'imaginait être lutiné
-par un esprit, oppressé par les impurs embrassements d'un démon incube
-ou succube .... L'origine de cette croyance s'explique par le fait
-qu'une sensation voluptueuse en rêve est presque toujours accompagnée
-d'un sentiment désagréable.« Nashe[53], der vor mehr als 300 Jahren über
-die »Schrecken der Nacht« schreibt, scheint ebenfalls eine Vorahnung
-derselben Erklärung gehabt zu haben. »Wenn die Nacht unseren Blick in
-ihrem schmutzigen Gefängnis eingekerkert hat und wir jeder für uns in
-unserem Zimmer eingeschlossen sind, dann hält der Teufel in unserem
-schuldvollen Bewußtsein eine Untersuchung ab. Jeder Sinn legt
-unserem Gedächtnis eine treue Rechnung seiner verschiedenen,
-verabscheuungswürdigen Ruchlosigkeiten vor. Die Tafel unseres Herzens
-ist zu einer Liste von Unbilligkeiten verwandelt und alle unsere
-Gedanken sind nur Sätze, die uns verdammen ...... Deshalb sind die
-Schrecken der Nacht größer als die des Tages, weil die Sünden der Nacht
-die des Tages übersteigen.«
-
-[Fußnote 47: Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38.]
-
-[Fußnote 48: West. The History of Tasmania, 1852, Vol. II. P. 90.]
-
-[Fußnote 49: Howitt. The Native Tribes of South-East Australia, 1904, P.
-439.]
-
-[Fußnote 50: Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo,
-1896.]
-
-[Fußnote 51: Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte
-Auflage, 1910, S. 133.]
-
-[Fußnote 52: Maury. La Magie et l'astrologie, 1860, p. 254.]
-
-Gegen Leistners interessanten Versuch, die Spuren der Alptraummotive
-durch eine große Gruppe von Mythen zu verfolgen, hat Wundt[54] eine
-Einwendung erhoben, die zwar logisch, aber nicht so wichtig ist, als sie
-im ersten Moment erscheint, daß er nämlich nicht genügend zwischen dem
-Alptraum und anderen Formen der Angstträume unterscheide; es ist daher
-notwendig, einige Worte über diese zu sagen. Der Alptraum unterscheidet
-sich von anderen Arten des Angsttraumes (Fratzentraum, Prüfungstraum,
-Verfolgungstraum etc.) darin, daß sein latenter Inhalt in höherem Grade
-speziell und stereotyp ist. In allen Fällen stellt der latente Inhalt
-die Erfüllung eines verdrängten sexuellen Wunsches dar, aber während
-diese im Alptraum immer nach dem normalen Sexualakt gebildet ist, kommen
-in den anderen Formen des Angsttraumes verschiedene sexuelle Wünsche
-(Perversionen) zum Ausdruck. Ein Beispiel dafür wird durch den Traum von
-dem angriffslüsternen, schrecklichen Tier geliefert, das gewöhnlich die
-Verbindung von Lust mit Brutalität oder Grausamkeit (Algolagnie)
-symbolisiert. Zu den Mythen, die auf derselben Basis stehen, schreibt
-Leistner[55]: »Hier kommt es uns darauf an, ein für allemal anzudeuten,
-daß auch dieser Zug der Alpsagen durchaus den Erfahrungen des Alptraums
-entspricht und daß es guten physiologischen Grund hat, wenn die Sage die
-bekannte Verbindung der Grausamkeit mit der Wollust den Mittagsgeistern
-zuschreibt.«
-
-[Fußnote 53: The Works of Thomas Nashe. Edited by Mc Kerson, 1904, Vol.
-I, Pp. 345, 386.]
-
-[Fußnote 54: Wundt. Op. cit., S. 122.]
-
-Die Vermutung des Ursprungs aus Träumen legen die verschiedenen
-Vorstellungen von unmöglichen Ungeheuern sehr nahe, besonders
-derjenigen, die aus einer Mischung von zwei oder mehreren Tieren
-zusammengesetzt sind (Verdichtungsmechanismus des Traumes).
-
-Diese Gruppe von Vorstellungen ist, wie man wohl weiß, sehr
-ausgedehnt.[56] Der Glaube an die wirkliche Existenz solcher Ungeheuer
-hat sich bis auf unsere Zeiten gut erhalten und ist auch jetzt unter den
-Gebildeten[57] noch nicht ausgestorben.
-
-Der Fratzentraum ist mehr als alle anderen eine ergiebige Quelle für die
-Schöpfung der phantastischen menschlichen Karikaturen und der halb
-menschlichen, halb tierischen Figuren, die in der Mythologie
-hervortreten. Wundt[58] schreibt: »Wer kann in dem Zwerg das Abbild der
-vielen Traumfratzen mit gewaltigem Kopf und Angesicht, wer in den
-grinsenden Tiermasken vieler Völker und schließlich noch in dem
-Gorgonenangesicht der ältesten griechischen Kunst die Ähnlichkeit mit
-den Gesichtsverzerrungen der Reizträume verkennen? Daß diese Gattung der
-Träume eine Quelle neben anderen, und daß sie in Anbetracht der durch
-alle Einflüsse der Traumvision bezeugten intensiven psychischen Wirkung
-der Träume nicht die unbedeutendste ist, kann daher als im höchsten
-Grade wahrscheinlich gelten.«
-
-Wir wollen nun die Züge der Vorstellungen zusammenfassen, die zu Gunsten
-eines Ursprungs aus Angstträumen sprechen. Vor allem muß das Vorkommen
-der Angst selbst in einer mythischen Vorstellung zumindest immer an die
-Möglichkeit eines solchen Ursprungs denken lassen, denn wenn die Angst
-natürlich auch unter anderen Umständen als im Traume auftritt, so
-erreicht sie doch anderswo -- wenn überhaupt -- jedenfalls sehr selten
-den Grad von Intensität, der hier ganz gewöhnlich ist; ferner, wenn
-jemand fortwährender Angst unterworfen ist, so kann man sicher sein, daß
-er an schweren Angstträumen leidet; weiterhin macht die Möglichkeit der
-Verwandlung, besonders menschlicher Wesen in tierische, den Ursprung aus
-Angstträumen sehr wahrscheinlich. Das ist besonders der Fall, wenn die
-Verwandlung von einem sehr anziehenden in einen höchst abstoßenden
-Gegenstand stattfindet, ein sehr häufiger Fall sowohl bei Mythen als bei
-Träumen. Diese Verbindung der zwei Extreme von Anziehung und Abstoßung,
-von Schönheit und Scheußlichkeit stellt natürlich die beiden kämpfenden
-Kräfte von Wunsch und Hemmung dar. Wie wenig entsprechend die Ansichten
-sind, die solche Traumerfahrungen auf Schwankungen der gastrischen
-Tätigkeit zurückführen, wird hier peinlich klar: So bemerkt auch
-Fiske[59] »Verdauungsstörungen erklären nicht das Erscheinen schöner
-Frauen durch die Schlüssellöcher.«
-
-[Fußnote 55: Leistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889. Bd. 1, S. 45.]
-
-[Fußnote 56: Meyer. Op. cit., S. 97.]
-
-[Fußnote 57: Gould. Mythical Monsters, 1886, Ch. IX, »The Sea-Serpent«.]
-
-[Fußnote 58: Wundt. Op. cit., S. 116.]
-
-Schließlich, und dies ist von größter Wichtigkeit, macht die Verbindung
-von Angst mit Inzestmotiven den Ursprung aus Alptraum-Erfahrungen sehr
-verdächtig, denn diese enthalten wenig anderes. Die sadistische
-Auffassung der Sexualbetätigung, die sich so viele Kinder bilden,
-erklärt es, daß eines der Eltern im Traum in der symbolischen Gestalt
-eines zum Angriff geneigten Tieres oder Ungeheuers auftritt, wie dies
-sehr häufig geschieht. Die oben erwähnte, bemerkenswert enge Verbindung
-zwischen Totemismus und Ahnenverehrung, zwischen den Ideen der
-Abstammung von einem Tier und der Verwandlung menschlicher und
-tierischer Seelen wird nun im Lichte psychoanalytischer Kenntnis der
-Symbolik unbewußter verdrängter Wünsche verständlicher.
-
-[Fußnote 59: Fiske. Myths and Myth-Makers, 1872, P. 95.]
-
-
-
-
- III.
- Inkubus und Inkubation.
-
-
-Im Mittelalter war der Glaube allgemein, daß es böse Geister gäbe, deren
-einzige Funktion es sei, mit schlafenden Menschen sexuell zu verkehren.
-Die Besucher der Männer hießen sukubi (französisch souleves), die der
-Frauen inkubi (französisch follets, spanisch duendes, italienisch
-folletti). Die genaue Gestalt, die der Aberglauben im Mittelalter
-annahm, beruht größtenteils auf theologischem Einfluß, während das
-Material von ursprünglichen, im Volke lebenden Vorstellungen herstammte.
-Ein sehr großer Teil der Literatur dieser Zeit wird von eingehenden
-Erörterungen über Natur und Art der Tätigkeit dieser Geister
-eingenommen. Die allgemeine Vorstellung war eng verknüpft mit der vom
-Teufel und seinem Gefolge, so daß der Gegenstand tatsächlich ein Kapitel
-des Teufelsglaubens bildet. Die Kirche in Befolgung des heiligen
-Augustin[60] sah die Inkubi im wesentlichen als höllische Feinde an,
-deren Funktion es sei, die schwachen Menschen in Versuchung zu führen.
-In der Ausbildung dieser Auffassung spielte der heilige Thomas
-Aquinus[61] eine wichtige Rolle. Eine interessante, nicht orthodoxe
-Abweichung bildet im siebzehnten Jahrhundert Peter Sinistrari[62], der
-behauptete, die Inkubi seien keine Dämonen, sondern höhere Wesen in der
-Mitte zwischen Menschen und Engeln. Nach ihm ließen sie sich selbst
-herab, ehrten aber die Menschheit durch ihren Umgang. Anders als bei den
-bösen Geistern hätte der Exorzismus keinen Einfluß auf sie. Diese
-Ansichten vereinigte er wieder in naiver Weise mit den Aussprüchen der
-Kirche über die Sünde solcher Beziehungen, indem er darauf hinwies, daß
-diejenigen, die die wahre Natur der Inkubi nicht kannten, sondern sie
-für Teufel hielten, ebenso schwer sündigten, als wenn diese Geister
-wirklich Teufel gewesen wären. Er wollte offenbar auseinandersetzen, daß
-ein wesentlicher Bestandteil der Sünde der Glauben an die Sündhaftigkeit
-der begangenen Tat sei.
-
-[Fußnote 60: Augustin. De Civ. Dei., Lib. XV., Kap. 23. Die berühmte
-Stelle ist allzugut bekannt, als daß man sie übersetzen dürfte.]
-
-[Fußnote 61: Thomas Aquino. Summa theologica, Pt. I. Quest. 51, Art.
-3-6.]
-
-[Fußnote 62: Sinistrari. Demoniality or Incubi and Succubi, Engl. Trans,
-1879. Pp. 129, 225 u. s. w.]
-
-Frauen scheinen von diesen nächtlichen Besuchern mehr geplagt worden zu
-sein als Männer und Witwen und Jungfrauen, besonders Nonnen[63] mehr als
-verheiratete Frauen. Klöster waren ein sehr geeigneter Nährboden für die
-Verseuchung durch Inkubi und es werden zahlreiche Epidemien solcher
-Besuche berichtet.[64] Die theologischen Lehren von der Wirklichkeit der
-Inkubi gestatteten offenbar Vorkommnisse, die sich sonst nicht so
-deutlich hätten äußern dürfen.[65] Eine Lieblingsgestalt, die die Inkubi
-annahmen, war die geistliche; so berichtet Hieronymus die Geschichte
-einer jungen Dame, die gegen einen Inkubus um Hilfe rief, den ihre
-Freunde in der Gestalt des Bischofs Sylvanus unter ihrem Bette fanden.
-Der Ruf des Bischofs hätte gelitten, wäre er nicht imstande gewesen, sie
-zu überzeugen, daß der Inkubus sich seine Gestalt angeeignet habe. Dazu
-bemerkt Reginald Scot[66] skeptisch: »Oh ausgezeichnetes Beispiel für
-die Zauberkraft des Sylvanus.« Chaucer in »The wife of Baths Tale«
-deutet verstohlen auf die Gleichheit von Mönch und Inkubus hin, indem er
-zeigt, daß die Inkubi seit der Einführung des bekannten Ordens der
-Bettelbrüder (limitous) selten geworden seien.
-
- Denn wo die Elfen sonst gewandelt waren,
- Sieht man den Bettelmönch des Weges fahren.
- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --
- Die Frauen gehen sicher her und hin,
- Im Busch und Wald, am schattenreichen Ort,
- Kein andrer Inkubus als er ist dort.
-
-[Fußnote 63: Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 519. Freimark.
-Okkultismus und Sexualität. S. 349.]
-
-[Fußnote 64: Murisier. Les maladies du sentiment religieux, 1909, P. 49.
-Pezet. Contribution á l'étude de la démonomanie, 1909, P. 18.]
-
-[Fußnote 65: Vgl. Freud. Zentralblatt f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 7.]
-
-[Fußnote 66: Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft. (1584). 1886
-Edition, P. 62.]
-
-In den Berichten über die wirklichen Beispiele von Inkubus-Besuch[67]
-tritt eine Tatsache, die für unsere gegenwärtige Erörterung von
-besonderer Bedeutung ist, mit größter Klarheit hervor, nämlich, daß die
-Natur und Art des Inkubus _jeden möglichen Grad zwischen der Erregung
-angenehmer Wollust einerseits und äußerstem Schrecken und Widerwillen
-anderseits zeigt_. Diese Verschiedenheit und die Unmöglichkeit der
-Abgrenzung innerhalb der äußersten Grade zeigt die enge Verknüpfung
-zwischen Angst und Libido; es erinnert uns lebhaft an die völlig gleiche
-Abstufung, die wir zwischen erotischen und Alpträumen beobachten können.
-Simon[68] zeigt bei der Erörterung erotischer Halluzinationen, daß sich
-auch hier derselbe Wechsel zwischen abstoßenden und angenehmen Visionen
-findet: »Tantôt le spectre hallucinatoire est de forme agréable; c'est
-un mari, un amant, une femme aimée et, dans ces cas, la sensation
-éprouvée par l'halluciné est voluptueuse. Plus souvent, peutêtre,
-l'hallucination visuelle est repoussante: il s'agit du démon, de quelque
-être difforme, d'une vieille femme à l'aspect hideux dont les
-embrassements sont pour l'aliené un objet d'horreur; d'images
-dégoûtantes, qui poursuivent le malade et qui l'obsèdent. Dans ces cas,
-l'hallucination génitale consiste en une impression douleureuse, àtout
-le moins, pénible ou désagréable.«
-
-Höflers[69] Schluß, daß der Dämonenglaube seinen Ursprung im Alptraum,
-der Inkubusglaube im Wollusttraum habe, mag daher als richtig angesehen
-werden, aber man muß dazu bemerken, daß sie beide im Grunde ein und
-dasselbe sind, denn ebenso, wie die beiden Traumarten ineinander
-übergehen, so sind auch Teufels- und Inkubusglaube unentwirrbar
-verschlungen.
-
-Diese verschiedenen Arten des Inkubusbesuches werden von Goerres[70]
-deutlich gezeigt: »tantôt ce sont les angoisses de l'étouffement, de la
-paralysie, tantôt, au contraire, c'est une surexcitation violente des
-organes sexuels avec la sensation du dégagement du système musculaire,
-quelque chose comme le vertige de la vitesse.« Die Ähnlichkeit der
-peinlichen Abart mit einem Alptraum oder, besser gesagt, die Identität
-der beiden mag durch ein einziges Beispiel illustriert werden. De
-Nogent[71] sagt, daß seine Mutter wegen ihrer großen Schönheit die
-Angriffe von Inkuben auszuhalten gehabt hätte. Während einer schlaflosen
-Nacht erschien ihr plötzlich »der Dämon, dessen Gewohnheit es war, die
-von Traurigkeit zerrissenen Herzen zu überfallen,« von Angesicht und
-erdrückte sie, deren Augen der Schlummer nicht geschlossen hatte, fast
-durch sein erstickendes Gewicht. Die arme Frau konnte sich weder
-bewegen, noch klagen, noch atmen; ... Die Dienstboten fanden ihre Herrin
-bleich und zitternd, die ihnen die Gefahr schilderte, von der sie
-bedroht gewesen und deren deutliche Zeichen sie trug. Die Beschreibungen
-der entgegengesetzten, lusterregenden Art sind häufig und brauchen nicht
-einzeln angeführt zu werden; wie zu erwarten, nahm der verliebte Inkubus
-häufig die Gestalt des Liebhabers, des verlorenen Gatten u. s. w.
-an.[72] In den meisten Berichten finden sich lustvolle und abstoßende
-Züge nebeneinander. Ein ausgezeichnetes Beispiel der verborgenen
-Anziehung, die ein böser Inkubus ausübte, wird von Goerres[73] mit
-feiner psychologischer Einsicht berichtet; es erinnert uns an den
-Widerstand, dem man noch heute bei der Bemühung begegnet, neurotische
-Patienten dazu zu bewegen, ihre Symptome fahren zu lassen: »En 1643, je
-fus chargé par mes supérieurs d'aller exorciser une jeune fille de vingt
-ans qui était poursuivi par un Incube. Elle m'avoua sans détour tout ce
-que l'esprit impur faisait avec elle. Je jugeai, d'après ce qu'elle me
-dit, que malgré ses dénégations, elle prêtait au démon un consentement
-indirect. En effet, elle était toujours avertie de ses approches par une
-surexcitation violente des organes sexuels; et alors, au lieu d'avoir
-recours à la prière, elle courait à sa chambre et se mettait sur son
-lit. J'essayai d'éveiller en elle des sentiments de confiance envers
-Dieu; mais je n'y pus réussir, et elle semblait plutôt craindre d'être
-delivrée.« Denselben Wechsel zwischen ängstlichen und wollüstigen
-Gefühlen bei den Inkubusbesuchen zeigen die Lehren der Kirche, die sich
-mit dem verschiedenen Verhalten der betroffenen Personen dagegen
-beschäftigen, besonders bezüglich der Stärke des geleisteten
-Widerstandes. Die Erörterungen über diesen Punkt ähneln nämlich sehr
-einer modernen Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus
-Maleficarum[74] z. B. scheiden die Teilnehmer in drei Klassen: »1.
-diejenigen, welche sich freiwillig den Inkubi unterwerfen, wie es die
-Hexen tun, 2. diejenigen, welche von den Hexen mit den Inkubi oder
-Sukkubi gegen ihren Willen zusammengebracht werden, 3. und die dritte
-Art ist die, zu welcher besonders gewisse Jungfrauen gehören, die
-durchaus gegen ihren Willen von Inkubi-Dämonen belästigt werden.«
-
-[Fußnote 67: Siehe z. B. Zitate bei Jacob. Curiosités Infernales, Pp.
-85-97.]
-
-[Fußnote 68: Simon. Le monde des rêves, 1882, P. 183.]
-
-[Fußnote 69: Höfler. Zentralbl. f. Anthropologie, 1900, Band 5, S. 1.]
-
-[Fußnote 70: Goerres. Zitiert bei Delassus, Les incubes et les succubes,
-1897.]
-
-[Fußnote 71: Zitiert bei Laurent und Nagour. Okkultismus und Liebe,
-Deutsche Übersetzung, 1903, S. 109.]
-
-[Fußnote 72: Michelet. La Sorcière, 1869, 3. édition, P. 108. Delassus,
-Op. cit., P. 20 u. s. w.]
-
-[Fußnote 73: Goerres. Zitiert bei Delassus, Op. cit., P. 21.]
-
-Augenscheinlich ging die Entdeckung, daß erotische Träume natürliche
-Ursachen haben und nicht durch den Besuch eines fremden Wesens
-entstanden sind, der entsprechenden bezüglich der Angstträume voran.
-Träume, in denen beide Gefühle gemischt waren, wurden deshalb noch
-weiterhin dem Angriff von Seite eines lüsternen Dämons zugeschrieben. Im
-Mittelalter glaubte man, daß bis zum Jahre 1400 der Verkehr mit den
-Inkubi nur gegen den Willen des betreffenden Menschen stattfand, daß
-aber nach dieser Zeit das Aufkommen eines Geschlechts von geilen Hexen
-dazu führte, daß die Leute sich freiwillig den Inkubi hingaben.[75] Die
-Erklärung dafür kann nur darin gesucht werden, daß man begann, sich von
-dem Glauben an die Wirklichkeit der halluzinatorischen Objekte in
-erotischen Träumen freizumachen und ihn nur bezüglich der Angstträume
-zurückbehielt, daß aber die theologische Ausbildung der
-Inkubusvorstellung ein Wiederaufleben des ursprünglichen Glaubens
-bewirkte, daß der Partner in einem sexuellen Traum ein wirkliches Wesen
-sei.
-
-[Fußnote 74: Der Hexenhammer. Deutsche Ausgabe, 1906. Zweiter Teil, S.
-197-198.]
-
-[Fußnote 75: Reginald Scot. Op. cit., P. 58.]
-
-Selbst im Mittelalter[76] aber und mehr noch in den folgenden
-Jahrhunderten wurden die natürlichen Quellen der Erscheinung aufgedeckt,
-vor allem von den Ärzten. Der sexuelle Ursprung des ganzen Phänomens war
-also in weitem Umkreis anerkannt, insbesondere von Seite der Ärzte, aber
-als die Zeit fortschritt, wurde diese Ansicht mehr und mehr in den
-Hintergrund geschoben. Wenn aber sowohl angenehme Träume vom Verkehr mit
-einem Liebhaber als auch unangenehme von dem mit einem bösen Geist ihren
-Ursprung einer erotischen Erregung verdanken, so folgt daraus, daß beide
-Traumtypen miteinander verwandt sein müssen.
-
-Bei einer der Versammlungen des Bureau d'adresse[77] wurde von
-verschiedenen Ärzten die Ansicht ausgesprochen, daß der Inkubusglaube
-ausschließlich das Produkt der »Macht einer lüsternen Einbildungskraft«
-sei. Nach der Ansicht eines dieser Ärzte seien solche Vorstellungen
-»produites par l'abondance ou la qualité de la semence, laquelle,
-envoyant son espèce dans la phantaisie, elle se forme un objet agréable,
-remue la puissance metrice, et celle-ci la faculté expulstrice des
-vaisseaux spermatiques.« De Saint André[78], der Arzt Ludwig XV. meinte,
-daß »L'incube est le plus souvent une chimère, qui n'a pour fondement
-que le rêve, l'imagination blessée, et très souvent l'imagination des
-femmes ...... L'artifice n'a pas moins de part à l'histoire des incubes.
-Une femme, une fille, une dévote de nom, etc., débauchée, qui affecte de
-parâitre virtueuse, pour cacher son crime fait passer son amant pour un
-esprit incube qui l'obsède.« Dalyell[79] bemerkt ebenfalls, daß »die
-Gegenwart der Inkubi und Sukkubi nur verliebte Phantasien anzeige.«
-Delassus[80], der auf dem sexuellen Charakter des ganzen Gegenstandes
-besteht, sagt, daß die krankhafte Erscheinung des Inkubus anzeige: »la
-victoire de Lilith et de Nahemah, les reines des Stryges, sur les
-imprudents qui ont voulu rester chastes, qui ont voulu mépriser les
-vérités éternelles du lingam.«
-
-[Fußnote 76: Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im
-Mittelalter, 1900, S. 138-139.]
-
-[Fußnote 77: Recueil général des questions traités et conférence du
-Bureau d'adresse, 1656.]
-
-[Fußnote 78: De Saint-André. Lettres au sujet de la magie, des maléfices
-et des sorciers, 1725.]
-
-[Fußnote 79: Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P.
-599.]
-
-Spätere Autoren haben auf die krankhafte Natur der Erscheinung Nachdruck
-gelegt. Macario[81] sagt: »les succubes et les incubes sont des malades
-atteints d'hallucinations de la sensibilité génitale.« Leuret[82]
-erkannte bereits vor achtzig Jahren deutlich die Analogie zwischen
-diesen Glaubensformen des Mittelalters und den Halluzinationen
-Wahnsinniger. Er illustriert dies durch einen detaillierten Vergleich
-einer seiner Patientinnen mit einer Frau, der der heilige Bernhard die
-bösen Geister austrieb. »Les hallucinations ont entre elles une si
-grande analogie, que les êtres crées par elles différent seulement dans
-les accessoires; les descriptions qu'en donnent actuellement nos alienés
-ressemblent aux descriptions que donnaient autrefois les saints et les
-possédés; les noms seuls différent. Ainsi, pour savoir tout ce qui
-concerne les incubes, il suffit d'écouter un de ces malades qui se
-plaignent de les recevoir pendant la nuit. Les incubes sont et font
-encore tout ce qu'ils étaient et faisent jadis.«
-
-Man wird bemerken, daß im Gegensatz zu den anderen abergläubischen
-Vorstellungen dieser Gruppe die Idee der Transformation keinen
-Bestandteil der Inkubusanschauung bildet. Die Ursache dafür ist sehr
-einfach und zeigt sehr wohl die künstliche Natur der ganzen Anschauung.
-Die Idee dieser Transformation fand sich im Mittelalter immer sowohl in
-der theologischen Vorstellung vom Teufel als auch in der vom Volk
-verbreiteten vom Alp, aber die Kirche _definiert auf künstliche Weise_
-den Inkubus als Dämon in _menschlicher_ Gestalt. Wenn er als Tier kam,
-so war er eine andere Art des Teufels und nicht länger ein Inkubus.
-
-[Fußnote 80: Delassus. Op. cit., Pp. 39, 41, 51.]
-
-[Fußnote 81: Macario. »Etudes cliniques sur la démonomanie«, Annales
-méd.-psychol. 1843, t. I, P. 441.]
-
-[Fußnote 82: Leuret. Fragments psychologiques sur la folie, 1834, Pp.
-258, 261-264.]
-
-Wie ich im letzten Kapitel erwähnte, war und ist der Glaube an das
-Vorkommen eines geschlechtlichen Verkehrs zwischen menschlichen und
-übermenschlichen Wesen einer der verbreitetsten Aberglauben der ganzen
-Welt.[83] Im Mittelalter fand er sich tatsächlich überall. Verschiedene
-berühmte Leute, darunter Alexander der Große, Cäsar, Martin Luther,
-Plato, außerdem die ganze Rasse der Hunnen wurden für Sprößlinge solcher
-Vereinigungen gehalten und die Insel Zypern war nach dem allgemeinen
-Glauben von den Nachkommen der Inkubi bevölkert. Erotische und
-Angstträume wurden immer auf diese Weise erklärt. Gener[84] z. B. sagt:
-»presque tous les peuples de l'Orient ont recouru aux incubes et aux
-succubes dans l'explication qu'ils ont données des rêves d'amour et des
-pollutions nocturnes.« Bei den heutigen europäischen Nationen findet
-sich der Glaube noch hie und da im Volk; anderseits scheint er in
-gewissen mystischen[85] und spiritistischen[86] Kreisen besonders in
-Frankreich und Amerika neue Lebensfrist erhalten zu haben. Hier glaubt
-man an die Möglichkeit einer Empfängnis aus der vierten Dimension.
-
-Wie oben erwähnt, meinte man, daß der Verkehr während des Schlafes nicht
-nur mit bösen Geistern, sondern auch mit göttlichen vorkam. In diesem
-Zusammenhange mögen ein paar Worte über die wohlbekannte _Incubation_
-gesprochen werden, denn wenn dies auch keine speziell mittelalterliche
-Vorstellung ist, so hielt man doch im Mittelalter daran fest und sie
-bildet einen lehrreichen Gegensatz zu dem Inkubusglauben. In der Tat
-weist, wie Wundt[87] bemerkt, schon allein die Ähnlichkeit der
-Ausdrücke, Inkubus und Inkubation, auf eine innere Beziehung zwischen
-den beiden Vorstellungen hin. Der Gegenstand hat eine erhöhte Bedeutung
-für unseren gegenwärtigen Zweck durch seine enge Verbindung mit
-Ahnenverehrung und Verwandlung in Tiergestalt.
-
-[Fußnote 83: Zahlreiche Beispiele zitiert Freimark, Op. cit., S.
-342-348, und Gener, Op. cit., P. 340, u. s. w.]
-
-[Fußnote 84: Gener. Op. cit., P. 520.]
-
-[Fußnote 85: Vgl. Bücher wie De Guaita, Temple de Satan; Des Mousseaux,
-Les hauts phénomènes de la magie; Jules Bois, La Satanisme et la Magie;
-Huysmans, Là-bas, und En Route, u. s. w.]
-
-[Fußnote 86: Freimark. Op. cit., S. 355, 364, 368-9, 376, 385. Peixoto,
-Archivos Brasileires de Psychiatria, 1909, Pp. 74-94.]
-
-[Fußnote 87: Wundt. Völkerpsychologie, Band II, Teil II, S. 110.]
-
-Der Vorgang der Inkubation wurde vor allem in bezug auf Griechenland und
-Rom untersucht, aber er ist über die ganze Welt verbreitet und man fand
-ihn in Zentralamerika[88], Nordafrika[89], Australien[90], Borneo[91],
-China[92], Indien[93], Persien[94] u. s. w. Mehrere verschiedene
-Verfahren sind unter diesem Ausdruck inbegriffen; besonders typisch ist
-die Vereinigung eines Menschen mit dem Gott oder der Göttin im Heiligtum
-des Tempels während des Schlafes, ein Brauch, dessen Hauptquelle, wie es
-scheint, in Ägypten lag. Ferner findet sich die Vereinigung mit einem
-Abgeschiedenen auf dessen Grab (Gräberschlaf) oder mit verschiedenen
-Geistern in der Nähe heiliger Quellen, eine Sitte, die sich
-hauptsächlich in Griechenland entwickelte. Durch dieses Verfahren wurden
-mehrere Zeremonien begünstigt, die zweifellos erst später aufkamen; aus
-der ursprünglichen Idee der engen Verbindung mit der Gottheit
-entwickelte sich der Brauch, sich ihre Gunst durch die Vereinigung der
-Männer mit Göttinnen zu sichern, z. B. mit der Isis in Ägypten und
-Rom[95], mit Serapis in Ägypten, Rom und Canopaea[96], mit der Diana in
-Ephesus[97] und der Ino in Lakedaemon[98] oder durch die geheiligte
-Prostitution der Frauen den Göttern gegenüber, z. B. dem Wishnu in
-Indien[99], dem Bel[100] und Shamash[101] in Babylon, dem Ammon in dem
-ägyptischen Theben[100] u. s. w. Das bekannteste Beispiel ist der Kultus
-des Asklepios in Epidauros und später an zahlreichen anderen Orten;
-zuletzt gab es 320 solcher Stätten. Die Schwangerschaft war eine häufige
-Folge dieser Vereinigung, wovon ich hier nur zwei Beispiele gebe. Als
-Andromache von Epirus im Traumzustand in Epidauros weilte, da hob der
-Gott ihr Kleid und berührte ihren Körper und dieses Erlebnis war von der
-Geburt eines Sohnes gefolgt.[102] Andromeda von Cheos wurde unter
-denselben Umständen von dem Gott besucht, und zwar in Gestalt einer
-Schlange, die auf ihrem Körper lag; sie gebar fünf Söhne.[103]
-
-[Fußnote 88: Herrara. Historia general de los hechos de los Castellanos
-en las islas y terra firme del Mar Oceane, 1730, Vol. IV, Kap. 4.]
-
-[Fußnote 89: Nachtigal. Sahara und Sudan. 1889, Band 3. S. 477.]
-
-[Fußnote 90: Grey. Journals of Two Expeditions of Discovery in
-North-west and Western Australia, 1841, Vol. II, P. 336.]
-
-[Fußnote 91: Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo,
-1896, Vol. I, P. 185.]
-
-[Fußnote 92: Stoll. Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie.
-Zweite Auflage, 1904, S. 51, 52.]
-
-[Fußnote 93: Dulaure. (Krauss Ausgabe.) Die Zeugung in Glaube, Sitte und
-Brauch der Völker, 1908, S. 45, 50, 80.]
-
-[Fußnote 94: Voyages d'Ibn Batoutah. Trad. franc., 1873, t. I., P. 418.]
-
-[Fußnote 95: Alice Walton. The Cult of Asklepios, 1894, Pp. 63, 74.]
-
-[Fußnote 96: Preller. Berichte ü. d. Verhandl. d. Königl. Sächs. Gesell.
-d. Wissenschaften zu Leipzig, 1854, S. 196.]
-
-Die Verbindung zwischen Asklepios und der Schlange war überhaupt sehr
-eng, da Schlangen in seinem Tempel nicht nur heilige Verehrung genossen,
-sondern direkt den Gott[104] bedeuteten; eine riesige Schlange wurde im
-Jahre 293 vor Christus nach Rom gebracht, um anzuzeigen, daß er seine
-Schutzherrschaft auf diese Stadt ausgedehnt habe. Zahlreiche berühmte
-Männer wurden von dem Schlangengott erzeugt, z. B. Aratus von Sikoun,
-Aristomenes, Alexander der Große, der ältere Scipio, Augustus (in diesem
-Fall bedeutet die Schlange den Apoll, den Vater des Asklepius) u. s.
-w.[105] Es ist wohl bekannt, daß der Schlangengott auf der ganzen
-Erde[106] zu den häufigsten Objekten der Anbetung gehört. Selbst die
-Götter kultivierterer Verbände erscheinen häufig in dieser Gestalt,
-besonders wenn sie in Liebesabenteuer verwickelt sind; so verführte
-Apollo als Schlange die Atys (wobei er als Andenken an seinen Besuch ein
-entsprechendes Zeichen auf ihrem Körper zurückließ), ebenso Zeus die
-Persephone und Odin die Gunnlodh. Die Umstände, unter denen sie diese
-Gestalt annahmen, bieten uns einen Schlüssel zur Bedeutung der
-Schlangensymbolik, und daß diese eine phallische ist, ist so wohl
-bezeugt, daß es unnötig wäre, dabei zu verweilen.[107]
-
-[Fußnote 97: Puschmann. Geschichte der Medizin. 1902, Bd. 1, S. 504.]
-
-[Fußnote 98: Pausanias. Attika, Kap. 21.]
-
-[Fußnote 99: Dulaure. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 100: Cullimore. Oriental Cylinders, Nr. 71, 76, 109. Frazer.
-Lectures on the Early History of the Kingship, P. 170.]
-
-[Fußnote 101: Johns. »Notes on the Code of the Hammurabi«. Amer. Journ.
-of Semitic Languages, 1903, Vol. XIX, P. 98.]
-
-[Fußnote 102: Mary Hamilton. Incubation, or the cure of disease in Pagan
-Temples and Christian Churches, 1906, P. 25.]
-
-[Fußnote 103: Hamilton. Op. cit., P. 27.]
-
-[Fußnote 104: Siehe besonders Walton, Op. cit., Op. 13-16, 65, 94.
-Puschmann, Op. cit., S. 169.]
-
-[Fußnote 105: Deubner. De incubatione, 1900, S. 33.]
-
-Besonderes Interesse bietet es, daß die Schlange nicht allein das
-männliche Glied symbolisiert, sondern speziell das männliche Glied des
-_Vaters_. Einer der am weitesten über die ganze Welt verbreiteten
-Aberglauben ist es, daß Schlangen die Inkarnation toter Vorfahren[108]
-sind, eine Tatsache, die Schlangen- und Ahnenverehrung in enge Beziehung
-bringt; eine Ausbildung davon ist der Glaube an individuelle
-Hausschlangen, die das Haus verlassen, wenn die männlichen Mitglieder
-des Hauses, besonders der Vater, sterben.[109] Diese Vorstellung ist eng
-verbunden mit dem Glauben, daß die Seele (der Lebensgeist) den
-Schlafenden in Gestalt einer Schlange verläßt, die durch den Mund
-entschlüpft.[110] Diese Symbolik und der chthonische Ursprung solcher
-Götter wie Asklepios[111] überhaupt bilden das Verbindungsglied zwischen
-den Vorstellungen von Schlangen und Gräbern, Schlangen- und
-Ahnenverehrung, Tempelschlaf und Gräberschlaf.
-
-[Fußnote 106: Cp. Deane. The Worship of the Serpent, 1833; Du Bosc. The
-Dragon, Image and Demon, 1886; Ferguson. Tree and Serpent Worship.
-Second Edition, 1872; Howard. Sex Worship, 1902, Ch. VIII, »The Serpent
-and The Cross«; Staniland Wake. Serpent Worship, 1888.]
-
-[Fußnote 107: Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S.
-40-44.]
-
-[Fußnote 108: Frazer. The Golden Bough. Third Edition. Part IV. (Adonis,
-Attis, Osiris. Second Edition.) 1907, P. 76, 77. Hartland. Primitive
-Paternity, 1909, Vol. I, P. 169, et seq. Wundt. Op. cit., S. 61-64.]
-
-[Fußnote 109: Lang. Myth, Ritual and Religion. Vol. I. P. 57; E. H.
-Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 63, 64, 73; Rochholtz. Deutscher
-Glaube und Brauch, 1867, Band 1 (Deutscher Unsterblichkeitsglaube), S.
-146, 147; Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 1900, S.
-51.]
-
-[Fußnote 110: Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876. Nachtrag
-S. 247, 312. Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 289.]
-
-So wurde die Inkubation ein wichtiges Heilmittel gegen die
-Unfruchtbarkeit und die Gabe des Asklepius, diese zu heilen, erbten
-später eine Reihe christlicher Heiliger, unter denen besonders der
-Erzengel Michael, der heilige Damien und der heilige Hubert in dieser
-Richtung wirksam waren[112] und zwar der Letztgenannte noch im 17.
-Jahrh. in den Ardennen. Die Inkubation wurde in Schottland[113] und
-Irland[114] sogar noch bis zu einem späteren Zeitpunkt ausgeübt und es
-ist interessant zu bemerken, daß die betreffende Person hier in der Haut
-eines geheiligten Schafes schlief, genau ebenso wie die Anbeter des Amon
-in Theben[115] oder die des Amphiarus in Attika.[116] In einer
-wallisischen Kirche in Monmouthshire nahm man noch im 19.
-Jahrhundert[117] dazu seine Zuflucht.
-
-Im Mittelalter wurden nach und nach drei Veränderungen in dieses
-Verfahren eingeführt. Der Schlaf verschwand und an seine Stelle trat die
-Wallfahrt mit Gebeten zu dem Gott oder der Göttin; mehr Gewicht wurde
-auf heilige Quellen und Brunnen gelegt als auf einfach geheiligte
-Stätten und die Heilung von Unfruchtbarkeit wurde verallgemeinert zu der
-schwerer Defekte überhaupt, besonders solcher, die im Unbewußten mit der
-Idee der Impotenz oder Sterilität verknüpft sind (Lahmheit, Blindheit
-etc.). Der Wechsel des Schauplatzes wurde zweifellos durch die enge
-Verbindung von Wasser und Kindesgeburt[118] bestimmt. Bis heute werden
-in ganz Schottland[119] und manchen anderen Teilen von Europa heilige
-Quellen verehrt. Die heutigen Pilger von Lourdes wissen wenig davon, daß
-ihr Zug dorthin durch alte griechische, von Inzestwünschen stammende
-Vorstellungen bestimmt wird.
-
-[Fußnote 111: Puschmann. Op. cit., Bd. 1, S. 170.]
-
-[Fußnote 112: Maury. La magie et l'astrologie, 1860, Pp. 247, 248, 251.]
-
-[Fußnote 113: Pennant. Tour, 1772, Vol. I. P. 311. Martin. Western
-Islands, P. III.]
-
-[Fußnote 114: Richardson. The Folly of Pilgrimages, P. 70.]
-
-[Fußnote 115: Herodotus. Lib. II, Par. 42.]
-
-[Fußnote 116: Pausanias. Lib. I, Kap. 34.]
-
-[Fußnote 117: Rees. British Medical Journal, Oct. 30, 1909, P. 1317.]
-
-[Fußnote 118: Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden,
-1909, S. 69, 70.]
-
-[Fußnote 119: Sir Arthur Mitchell. The Past and The Present.]
-
-Schließlich wurde die Inkubation ausgeübt als Mittel, die Zukunft zu
-erraten oder eine Inspiration herbeizuführen. Ein wohlbekanntes Beispiel
-für letzteres ist die Inspiration zu einer Tragödie, die Aeschylos im
-Traum von Bacchos erhielt; in Irland hing die Wahl der Könige von den
-Eingebungen ab, die man durch die Inkubation[120] erhielt.
-
-Die Beziehung zwischen der Inkubation besonders in ihrer ursprünglichen
-Form und dem Alptraum ist zu klar, um einer längeren Ausführung zu
-bedürfen. Wundt[121] schreibt: »In der Tat lassen sich alle diese, der
-Inkubation im weitesten Sinne zugehörigen Tatsachen auf zwei einander in
-mancher Beziehung verwandte Ausgangspunkte zurückverfolgen: auf den
-_Angsttraum_ und auf den _Krankheitsanfall_.« Es ist aber klar, daß die
-Träume, die in dieser Richtung den größten Einfluß nahmen, in der Mitte
-zwischen reinem Alptraum und reinem erotischen Traum gestanden haben
-müssen, es waren nämlich solche, in denen sich ängstliche und
-Lustgefühle mischten.
-
-Die hervorragende Rolle, die die Schlange bei der ursprünglichen
-Inkubation spielte, kann zu Gunsten dieses Schlusses angeführt werden,
-denn die Schlangensymbolik ist ein ausgezeichnetes Beispiel des für den
-Traum charakteristischen Typus. Artemidorus hatte offenbar eine dunkle
-Ahnung davon, wie sein Ausspruch zeigt: »Wenn eine Schlange jemanden im
-Schlaf verfolgt, so möge er gegen böse Frauen auf der Hut sein.«[122]
-Damit möge das brandenburgische Sprichwort verglichen werden: »Wenn man
-eine Schlange mit ins Bett nimmt, hat man viel Glück« -- oder die
-oldenburgische Redensart[123]: »Wenn Schlangen in den Leib eines
-Menschen hineingehext werden, so drücken sie das Herz.« Die Inkubation
-ist keineswegs das einzige Beispiel für einen Glauben, der von der
-Schlangenerscheinung des Angsttraums herstammt. Laistner[124] z. B. hat
-in einem der »Alpschlange« gewidmeten Kapitel genau die Rolle erklärt,
-die die Schlange in germanischen Mythen und abergläubischen
-Vorstellungen spielt, deren Ursprung im Alpdruck liegt.
-
-[Fußnote 120: O'Curry. On the Manners and Customs of the Ancient Irish,
-1873, Vol. II., P. 199.]
-
-[Fußnote 121: Wundt. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 122: Wuttke. Op. cit., S. 115.]
-
-[Fußnote 123: Wuttke. Op. cit., S. 116.]
-
-Zum Schluß können wir wohl sagen, daß wir in der
-Inkubus-Inkubationsvorstellung ein ausgezeichnetes Beispiel für einen
-Glauben haben, der nicht allein seine äußere Gestalt von den Erfahrungen
-des Alptraums empfangen hat, sondern dessen latenter Inhalt ebenfalls
-identisch ist mit dem des Alptraumes; er besteht nämlich in einer
-eingebildeten Erfüllung gewisser zurückgedrängter Wünsche nach sexuellem
-Verkehr, besonders mit den Eltern.
-
-
-
-
- IV.
- Der Vampir.
-
-
-Der Vampirglaube ist keineswegs so scharf abgegrenzt wie der an den
-Inkubus und ist mehr mit anderen Arten von Aberglauben verschlungen,
-doch sollen hier nur die typischen Formen in Betracht gezogen werden.
-Ferner ist auch die zu Grunde liegende psychologische Bedeutung hier
-verwickelter als beim Inkubusglauben und wir werden unsere Analyse nur
-auf die Hauptzüge zu beschränken haben. Soviel möge gesagt werden, daß
-der latente Inhalt deutliche Anzeichen für die meisten Arten von
-sexuellen Perversionen enthält und daß die Vorstellung verschiedene
-Formen annimmt, je nachdem, ob diese oder jene Perversion mehr
-hervortritt.
-
-Die zwei wesentlichen Charakteristika eines richtigen Vampirs sind:
-Erstens sein Ursprung aus einem Toten und zweitens seine Gewohnheit, aus
-einem Lebenden Blut zu saugen, gewöhnlich mit tödlichem Effekt. Es wird
-praktischer sein, diese beiden Charakteristika zuerst getrennt
-voneinander zu betrachten.
-
-[Fußnote 124: Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 1, Kap. 17, S.
-83-108.]
-
-Das Interesse des Lebenden an dem Toten, sei es an seinem Körper oder an
-seinem Geist, ist ein unerschöpfliches Thema; nur ein Teil davon kann
-hier behandelt werden und auch dieser nur in möglichst kurzer Fassung.
-Die Vereinigung der beiden kann entweder dadurch zu stande kommen, daß
-der Tote zu dem Lebenden zurückkehrt, oder dadurch, daß der Lebende sich
-jenem im Tode vereinigt. In dem Ghulglauben besucht eine lebende Person
-den Toten, und zwar nur den Körper des Toten; weiter ausgebildet ist der
-Vampirglaube, denn hier besucht zuerst der Tote den Lebenden und dann
-wird infolgedessen der Lebende in den Tod gezogen. Der Wunsch nach oder
-die Furcht vor Wiedervereinigung, die selbstverständlich ihren Ursprung
-im Lebenden hat, wird hier teilweise auf den Toten projiziert.
-
-Eine fortgesetzte Beziehung zwischen einem Lebenden und einem Toten kann
-entweder gewünscht oder gefürchtet werden und jedes dieser Gefühle kann
-die Wirkung haben, den Lebenden in den Tod zu ziehen oder den Toten zum
-Leben zu erwecken. Wir haben infolgedessen vier Arten von Aberglauben zu
-unterscheiden. Wie zu erwarten, sind die Wirkungen von Angst und Liebe
-hier wie anderswo nicht scharf zu trennen.
-
-Das verständlichste Motiv für den Wunsch nach der Rückkehr des Toten
-tritt ein, wenn die Beziehungen zwischen Liebenden (Mann und Frau, Kind
-und Eltern) unterbrochen wurden. Häufig wird dies auf den Toten
-projiziert, von dem man glaubt, daß er den übermächtigen Impuls hat, zu
-dem geliebten Wesen, das er verließ, zurückzukehren. Der Mechanismus
-dieser Projektion findet sich zweifellos in dem Wunsch, daß die Person,
-die »davongegangen« ist, uns nicht vergessen soll, ein Wunsch, der in
-letzter Linie aus Kindheitserinnerungen stammt, wenn wir von den
-geliebten Eltern allein gelassen wurden. Der Glaube, daß der Tote den
-Lebenden besuchen kann, besonders bei Nacht, findet sich auf der ganzen
-Welt.[125] Er war immer ein fruchtbares Thema für Mythologie und
-Literatur; man denkt sogleich an die verschiedenen Versionen
-der Lenorensage oder an Goethes Braut von Korinth (von der
-Hock[126] interessanterweise angenommen hat, daß sie durch eine
-Kindheitserinnerung hervorgerufen wurde) und an manche andere
-Beispiele.[127]
-
-Dies ist offenbar die Ursache dafür, daß Vampire immer zuerst Verwandte
-heimsuchen, insbesondere ihre Ehegenossen, ein Zug, bei dem alle
-Beschreibungen verweilen.[128] Witwen können auf diese Weise schwanger
-werden.[129] Dies geschah in der wohlbekannten Meduegya Epidemie[130]
-und man glaubt immer noch an diese Möglichkeit, z. B. in Albanien.
-Tatsächlich wird gewöhnlich bei einer Vampirepidemie[131] die Witwe
-dessen, den man für den Vampir hält, zuerst befragt. Krauß[132]
-schreibt: »Es hat sich der Fall schon sehr oft ereignet, daß bei einem
-größeren Sterben im Dorf das Weib eines kürzlich verstorbenen Mannes von
-den Dorfbewohnern mißhandelt wurde, bis sie eingestand, daß ihr Mann sie
-besuche und sie das Versprechen gab, sie werde ihn bestimmen, die Leute
-nicht zu morden.« Die Ähnlichkeit mit dem Inkubusglauben ist schlagend
-und ebenso die Auffassung, daß das Geschehnis von der Frau abhing.
-
-In anderen Fällen wird der Wunsch nach der Rückkehr des Toten nicht wie
-oben nach außen projiziert, sondern direkt dem Lebenden zugeschrieben.
-Dies zeigt sich in den zahlreichen Totenbeschwörungen, die wir in den
-meisten Ländern der Welt finden, und in Sagen, wie der von Orpheus, der
-die Eurydike aus der Unterwelt holte; in späteren Zeiten nahm der Glaube
-oder Wunsch eine abstraktere Form an, wie z. B. telepathische oder durch
-ein Medium hergestellte Verbindung mit dem Abgeschiedenen. Es ist
-interessant, in diesem Zusammenhang sich ins Gedächtnis zurückzurufen,
-daß Goerres in einem besonderen Kapitel seiner christlichen Mystik[133]
-den Vampirismus der Exteriorisation und Telepathie zurechnete.
-
-[Fußnote 125: Zahlreiche Beispiele zitiert Hock. Die Vampirsagen und
-ihre Verwertung in der deutschen Literatur, 1900, S. 10; und Jacob,
-Curiosités infernales, Pp. 312-331.]
-
-[Fußnote 126: Hock. Op. cit., S. 69, 81.]
-
-[Fußnote 127: Vgl. Werner: »Liebe bannt des Todes Not«, und Hebbel:
-»Jeder Tote ist ein Vampir, die ungeliebten ausgenommen.«]
-
-[Fußnote 128: Viele Beispiele bei Hock. Op. cit., S. 24, 37, 43. Siehe
-auch Sepp, Orient und Occident, 1903, S. 268.]
-
-[Fußnote 129: Hanush. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S.
-200.]
-
-[Fußnote 130: Horst. Zauberbibliothek, 1821, Erster Teil, S. 277.]
-
-[Fußnote 131: Stern. Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der
-Türkei, 1903 Band 1, S. 364, 365.]
-
-[Fußnote 132: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 130.]
-
-Das Gegenteil geschieht noch häufiger, daß nämlich der Lebende durch
-seine Liebe in den Tod getrieben wird, wo die beiden Liebenden für immer
-vereint sind.[134] Dies findet sich in den meisten Erzählungen, Dramen
-und Gedichten über diesen Gegenstand.
-
-Der Kummer über den Verlust einer geliebten Person erklärt aber nur
-einen Teil der sonderbaren Anziehungskraft, die die Vorstellung des
-Todes ausübt, was man schon daraus sieht, daß viele sie lebhaft
-empfinden, die niemals selbst den Verlust eines teuren Anverwandten
-erlitten. Bei einigen ist diese Vorstellung verknüpft mit der von einem
-Jenseits, dem mysteriösen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo alle
-Phantasien verwirklicht und alle verborgenen Dinge enthüllt werden und
-neben dessen wunderbaren Schätzen selbst die höchste erreichbare
-irdische Seligkeit wertlos erscheint. Shelley in seinem Adonais drückt
-dieses Gefühl folgendermaßen aus:
-
- Das Leben, wie des Domes buntes Glas,
- Befleckt das weiße Licht der Ewigkeit,
- Bis es der Tod in Trümmer tritt.
-
-Wie viel anziehender diese Möglichkeiten der Zukunft für die werden
-können, denen das Leben wenig anderes als Elend bietet, zeigt sich in
-dem hohen Maß, in dem religiöse Körperschaften aller Zeiten sie
-auszunutzen vermochten. Ferner muß bemerkt werden, daß der Begriff des
-Sterbens selbst eine Anziehungskraft dadurch ausübt, daß er sich leicht
-mit intensiven masochistischen Wünschen verknüpft. Stekel schreibt über
-Traumsymbolik: »Sterben bedeutet im Traum ebensoviel als Leben und
-gerade die höchste Lebenslust drückt sich oft in einem Todeswunsch aus«.
-Das ist die Hauptursache, warum die Verbindung der beiden Motive Liebe
-und Tod solche Dichter, wie Heine, Shelley, Swinburne, Werner u. a., die
-sich so tief in das Leiden versenken, intensiv beschäftigte.
-
-[Fußnote 133: Görres. Zitiert bei Laurent und Nagour, Okkultismus und
-Liebe. Deutsche Übersetzung, 1903, S. 147.]
-
-[Fußnote 134: Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er
-nach«; und Gryphius: »Wer liebt, wird durch den Tod von Liebe nicht
-getrennet.«]
-
-Der Wunsch nach der Vereinigung mit geliebten Personen im Tod, wenn
-diese selbst noch am Leben sind, hat nicht so einfache Ursachen und wir
-können hier nur ungenügend darüber sprechen.[135] Die klarste davon ist
-das sichere Gefühl von der Bestimmtheit und Dauer, die der Tod gewährt;
-was man tot hat, hat man für immer. Dieses heiß erstrebte Sehnsuchtsziel
-aller Liebenden ist nirgends herrlicher ausgedrückt als in den
-zahlreichen Stellen über den Liebestod in Wagners Tristan und Isolde:
-»So stürben wir, um ungetrennt, ewig einig, ohne End', ohn' Erwachen,
-ohn' Erbangen, namenlos in Lieb' umfangen, ganz uns selbst gegeben, der
-Liebe nur zu leben.«
-
-Die Psychoanalyse[136] hat gezeigt, daß diese Unersättlichkeit und der
-Wunsch nach dem _ausschließlichen_ Besitz dort besonders stark werden
-kann, wo in der Kindheit ausgebildete, später verdrängte Wünsche, die
-sich auf Inzest und Rivalität beziehen, vorhanden waren. Der Tod, der
-für das Kind, wie Freud[137] nachdrücklich betont hat, nichts anderes
-bedeutet als fortgehen, kann dann mit den Phantasien verknüpft werden,
-in Begleitung der Mutter von dem störenden Vater wegzugehen.
-
-[Fußnote 135: Siehe Ernest Jones. »Zum Problem des gemeinsamen
-Sterbens.« Zentralbl. f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 563 ff.]
-
-[Fußnote 136: Siehe z. B. Sadger. Heinrich von Kleist: Eine
-pathographisch-psychologische Studie, 1910, S. 60 u. s. w.]
-
-[Fußnote 137: Freud. Die Traumdeutung, Dritte Auflage, 1911, S. 184.]
-
-Die Vorstellung vom Tode, vielmehr von einem Toten kann sich aber auch
-an aktivere Impulse, besonders an sadistische wenden. Ein Toter, der
-liebt, liebt für immer und wird niemals müde, Zärtlichkeiten zu geben
-und zu empfangen. Diese Unersättlichkeit des Toten stellt Heine gut dar,
-wenn er in seiner Widmung zu »Der Dr. Faust« die zurückgekehrte Helena
-sagen läßt:
-
- »Du hast mich beschworen aus dem Grab
- Durch deinen Zauberwillen,
- Belebtest mich mit Wollustglut --
- Jetzt kannst du die Glut nicht stillen.
-
- Preß deinen Mund an meinen Mund,
- Der Menschen Odem ist göttlich!
- Ich trinke deine Seele aus,
- Die Toten sind unersättlich.«
-
-Außerdem gestattet ein Toter alles, kann keinerlei Widerstand leisten
-und Beziehungen zu ihm haben keine unangenehmen Folgen. Dies ist
-offenbar eine wichtige Quelle für die seltsame Perversion, die man als
-Nekrophilie kennt. Eine andere bilden die analerotischen Interessen,
-ferner die unbewußte Verknüpfung zwischen Zersetzung und Faeces und die
-infantile Vorstellung, daß Kinder aus letzteren entstehen. Die
-Nekrophilie war den Alten aus Wirklichkeit und Dichtung wohlbekannt.
-Herodot berichtet mehrere Fälle, darunter den des Tyrannen Periander,
-der nach dem Tode seiner Gattin Melissa weiter sexuelle Beziehungen zu
-ihr unterhielt. Vom König Herodes heißt es, er habe mit dem Leichnam
-seiner Gattin Mariamne noch sieben Jahre nach ihrem Tode geschlafen, und
-ähnliches wird von König Waldemar IV.[138] und Karl dem Großen[139]
-erzählt. Das Thema wurde in der neueren Literatur vielfach behandelt, z.
-B. in Kleists »Marquise von O.«, Otto Ludwigs »Maria«, Heines
-»Beschwörung«, Zacharias Werners »Kreuzesbruder«, Brentanos »Romanzen
-vom Rosenkranz« u. s. w. Es ist interessant, daß bei den beiden
-bekanntesten wirklichen Beispielen dieser Perversion der Ausdruck
-Vampirismus gebraucht wurde, nämlich für Bertrand »Le vampyre de
-Paris«[140] und für Ardisson »Le vampyre de Nuit«[141]; richtiger gesagt
-sind derartige Kranke Vertreter der arabischen Ghuls: die beiden
-Vorstellungen von Ghuls und Vampiren, ganz untereinander vermischt,
-zeigt eine orientalische Erzählung[142], wo das betreffende Wesen ein
-revenant ist, Leichen zerfleischt und das Blut ihres Gatten saugt.
-
-[Fußnote 138: Singer. Bibliothek des literarischen Vereines, CLXXXV,
-Sect. XVI.]
-
-[Fußnote 139: Steffens. Novellen, 1837, Band 1, S. 19. Conway.
-Demonology and Devil-Lore, 1879, Vol. II, P. 396.]
-
-Wenn wir uns nun zu der Kehrseite des Bildes wenden, nämlich zu der
-_Angst_, daß der Tote zurückkehren könne, so finden wir, daß diese
-ebenso weit verbreitet ist, wie der _Wunsch_; so sagt Hock[143]: »Allen
-Menschenrassen gemeinsam ist die Furcht vor ihren Toten.« Infolgedessen
-entwickelte sich bei den Leichenbegängnissen eine ganz außerordentlich
-große Reihe von Riten, um ein solches Vorkommen zu verhindern, und viele
-davon sind noch heutigen Tages in Kraft.[144] Es gibt auch eine Menge
-prophylaktischer Riten mit dem besonderen Zweck, einen Toten daran zu
-verhindern, als Vampir zu erscheinen; letztere bestehen meistens darin,
-dem Toten Bequemlichkeit oder Beschäftigung zu geben.[145] Sonderbar ist
-die Art der Verhinderung, die darin besteht, daß man das Blut[146] des
-Vampirs trinkt und sein Fleisch[147] ißt. Nachdem die Verwandlung in
-einen Vampir sich vollzogen hat, kann sie dadurch entdeckt werden, daß
-man den Körper unbestattet findet, mit roten Wangen, gespannter Haut,
-gefüllten Blutgefäßen, warmem Blut, gewachsenem Haar und Nägeln und
-offenem linken Auge.[148] Ein Ende kann dieser Tätigkeit gesetzt werden,
-wenn man den Kopf abschneidet und zwischen die Füße legt, das Herz in
-Stücke schneidet, einen Pfahl durch die Brust treibt und schließlich den
-Körper verbrennt.
-
-[Fußnote 140: Lunier. Annales médico-psychologiques, 1849, P. 153.]
-
-[Fußnote 141: Belletrud et Mercier. L'affaire Ardisson, 1903.]
-
-[Fußnote 142: Gholes. Histoire des Vampires, 1820, P. 106.]
-
-[Fußnote 143: Hock. Op. cit., S. 1.]
-
-[Fußnote 144: Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900,
-S. 480. Hock. Op. cit., S. 1. Conway. Op. cit., Vol. I. Pp. 52, 53.]
-
-[Fußnote 145: Hock. Op. cit., S. 27, 28. Stern. Op. cit., S. 351-369.]
-
-[Fußnote 146: Mannhardt. Die praktischen Folgen des Aberglaubens, 1878,
-S. 13.]
-
-[Fußnote 147: Von Tettau und Temme. Volkssagen Ostpreußens, 1837, S.
-275.]
-
-[Fußnote 148: Wuttke. Op. cit., S. 479.]
-
-Das Volk kennt zwei verschiedene Ursachen, um zu erklären, weshalb ein
-abgeschiedener Geist das Grab verläßt und zu den Lebenden zurückkehrt,
-je nachdem, ob er dies freiwillig oder unfreiwillig tut. Seine Motive im
-ersten Fall sind Liebe, Haß (um ein altes Unrecht zu rächen) oder sein
-Gewissen (eine unvollendete Aufgabe zu beenden, eine Schuld zu
-begleichen u. s. w.) Die Ursache, warum ein Geist an der Grabesruhe
-verhindert und gezwungen wird, gegen seinen Willen umherzuwandern, kann
-im Schicksal liegen, in seinen eigenen Fehlern oder in den störenden
-Handlungen der Hinterbliebenen. Der zuletzt erwähnte Glaube wurde von
-der römisch-katholischen Kirche zu einem förmlichen Dogma ausgebildet
-(Messen, die für die im Fegefeuer Befindlichen gelesen werden). Die
-unfreiwillige Betätigung des Toten gewinnt häufig das Mitgefühl der
-Lebenden, die dann alles unterlassen, was seine Unrast[149] etwa
-steigern könnte. Dieselben Züge treffen auch für den Vampirglauben zu,
-denn wenn jemand auch auf zahlreiche Arten[150] nach seinem Tod ein
-Vampir werden kann, so lassen sich doch leicht zwei Gruppen
-unterscheiden, je nachdem, ob die Verantwortung bei ihm liegt oder
-nicht. Bisweilen erhalten diese beiden Typen verschiedene Namen; so sagt
-Stern[151]: »Die Vampire der Dalmatiner sind in zwei Arten eingeteilt,
-in schuldlose und schuldbeladene. Die eine Art heißt Denac, die andere
-Orko.« Bei dem Vampir aus eigener Schuld liegt die Ursache in
-verschiedenen Sünden, die er bei seinen Lebzeiten begangen hat, darunter
-werden Rauchen an Feiertagen, Arbeiten an Sonntagen und geschlechtlicher
-Verkehr mit der Großmutter erwähnt.[152]
-
-[Fußnote 149: Siehe Wuttke. Op. cit., S. 481, wo eine Menge von
-Beispielen gegeben wird.]
-
-[Fußnote 150: Hock. Op. cit., S. 21-23. Stern. Op. cit., S. 351-369.]
-
-[Fußnote 151: Stern. Op. cit., S. 360.]
-
-[Fußnote 152: Hock. Op. cit., S. 22.]
-
-Bei dem unschuldigen Vampir gibt es mehrfache Ursachen; er kann von
-Geburt aus dazu bestimmt sein, dadurch, daß er an einem Unglückstag zur
-Welt kam oder aus einer Familie stammt, in der diese Veranlagung erblich
-ist. Nach seinem Tode kann dieses Schicksal durch einen unreinen Vogel
-oder ein Tier (Hund oder Katze) hervorgerufen werden, die über sein Grab
-setzen oder unter seinem Sarg durchschlüpfen, Vorstellungen, die mit der
-Idee ungenügender Sorgfalt oder Achtung gegenüber dem Toten verknüpft
-sind.
-
-Die Furcht vor den Toten hat zumindest zwei tiefe Quellen, die beide der
-Kindheit entstammen und beide eng mit dem Traum verbunden sind; erstens
-kommt sie daher, daß die Vorstellung vom Tod und von abgeschiedenen
-Geistern mit der eines sexuellen Angriffs assoziiert wurde; der Tod
-selbst wird häufig einem Überfall von Seite eines persönlichen Wesens
-zugeschrieben, das den Menschen gegen seinen Willen überwältigt. Der
-abgeschiedene Geist, der den Lebenden im Traum besucht, überfällt auf
-ähnliche Weise den hilflosen Schläfer gegen dessen Willen und daß dies
-so häufig geschieht, kommt einerseits zweifellos daher, daß es sich
-dabei meist um den Geist eines der toten Eltern handelt, anderseits von
-der infantilen sadistischen Auffassung von der sexuellen Betätigung der
-Eltern. Die Vorstellung erklärt sich also in letzter Linie aus
-verdrängten Inzestwünschen. Die sexuelle Basis der Angst wird gewöhnlich
-verhüllt durch eine Umwandlung in eine allgemeine Furcht davor, daß der
-Geist uns Unheil zufügen und ersticken könnte, oder in die allgemeine
-Angst vor Verblödung; ebenso wie ein Mädchen Angst vor Räubern hat »weil
-sie ihr irgend etwas Entsetzliches antun könnten.« Wir werden so
-einerseits zu einer großen Gruppe von Mythen und abergläubischen
-Vorstellungen geführt, in denen der revenant verschiedenes Unheil
-anrichtet, anderseits zu einer noch größeren, in der der Überfall nicht
-notwendigerweise durch einen revenant geschieht, sondern durch einen
-Geist überhaupt. (Alp- und Lurensagen.)
-
-Häufig ist es schwierig, das sexuelle Element vom agressiven zu trennen,
-wie in der wohlbekannten Apollonius-Menippus Geschichte, die Keats so
-schön in seiner Lamiadichtung ausgebildet hat. Ein weiterer Komplex wird
-in unsere Reihe von Aberglauben eingeführt, wonach der vampirartige
-Geist nicht einem Toten, sondern einem Lebenden angehört; ein Beispiel
-dafür ist die portugiesische Bruxa, die auf folgende Weise von
-Andrée[153] beschrieben wird: »Nachts erhebt sie sich von ihrem Lager
-und fliegt dann in der Gestalt irgend eines riesigen Nachtvogels weit
-von der Heimat weg. Die Bruxen halten Zusammenkünfte mit ihren
-teuflischen Liebhabern, entführen, ängstigen und peinigen die einsamen
-Wanderer; wenn sie von ihrer nächtlichen Lustfahrt heimkehren, saugen
-sie dem eigenen Kind das Blut aus.«
-
-Die zweite Quelle für die Angst vor den Toten ist die unbewußte
-Erinnerung an Todeswünsche der Kindheit, daß nämlich der störende Teil
-der Eltern oder Geschwister »weggehen«, d. h. sterben möge. Das
-schuldbewußte Gewissen, das aus solchen Wünschen entsteht, bringt
-natürlich den Gedanken mit sich, daß die in unserer Einbildung getötete
-Person, wenn sie wirklich stirbt, uns nach ihrem Tode strafen wird,
-indem sie uns heimsucht und Unheil zufügt. Derartige Todeswünsche kommen
-häufig genug vor, um es ganz verständlich zu machen, daß die Furcht vor
-Geistern so allgemein ist, wie sie sich tatsächlich erweist.
-
-Diese Verbindung zwischen Inzest- und Revenantglauben macht es
-begreiflich, daß der Vampir in irgend einer beliebigen Tiergestalt[154]
-erscheinen kann; von diesen sind manche in verschiedenen Ländern
-besonders häufig, z. B. die weibliche Katze[155] in Japan, das
-Schwein[156] in Serbien. Von besonderer Bedeutung ist der allgemeine
-Glaube, daß der Vampir in Gestalt einer Schlange, eines
-Schmetterlings[157] oder einer Nachteule[158] erscheinen kann, denn dies
-sind ursprüngliche Symbole abgeschiedener Seelen, besonders der Eltern.
-Die bei Nacht fliegenden Geschöpfe wird ein späteres Kapitel behandeln,
-das aber mancherlei Beziehungen zum Vampirglauben hat. Wenn man sich mit
-dem Körper des Vampirs beschäftigt, hat man sorgfältig darauf zu achten,
-ob ihm ein Schmetterling entfliegt; dieser muß gefangen und verbrannt
-werden. Was die Nachteule betrifft, ist es interessant, den Glauben zu
-finden, daß sie an dem Euter der Kühe und der Brust der Kinder saugen
-kann, genau wie ein wirklicher Vampir.[159] Laistner[160] sucht eine
-Beziehung zwischen Schmetterling und Eule einerseits und der
-gespenstischen Habergeiß anderseits auf. Henne am Rhyn[161] sieht als
-Stammeltern der europäischen Vampire die römischen Strigen an.
-
-[Fußnote 153: Andrée. Ethnographische Parallelen und Vergleiche, 1878,
-S. 87. Siehe auch Schindler, Aberglauben des Mittelalters, S. 30.]
-
-[Fußnote 154: Andrée. Op. cit., S. 80, 89.]
-
-[Fußnote 155: Brauns. Japanische Märchen und Sagen, 1885, S. 397.]
-
-[Fußnote 156: Krauß. Op. cit, S. 128.]
-
-[Fußnote 157: Kanitz. Donaubulgarien und der Balkan, 1875, Band 1, S.
-80.]
-
-Wir wollen nun das _zweite_ wesentliche Charakteristikum des Vampirs
-betrachten, nämlich das _Blutsaugen_. Hier finden wir eine ganze Menge
-von Vorgängern des eigentlichen Vampirs. Im allgemeinen kann man sagen,
-daß diese Gewohnheit überall verknüpft ist mit den Motiven von dem
-Zerfleischen menschlicher Wesen und vom Inkubus, Sukkubus. Diese
-Tatsachen zeigen deutlich die sexuelle Natur der Vorstellung; die
-assyrischen und babylonischen Silats[162], der böhmische Mara[163], der
-östliche Palukan[164], der finnische Herrscher der Unterwelt[165], der
-deutsche Alp[166], sie alle saugen menschliches Blut. Nach
-Davenport[167] besuchen sowohl der malayische Molong als auch der
-Penangelam in Indo China Frauen und leben davon, daß sie menschliches
-Blut saugen. Der Sudak der Lappländer erscheint in der Gestalt eines
-Käfers und saugt Blut durch eine eiserne Röhre.[168]
-
-[Fußnote 158: Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 326.]
-
-[Fußnote 159: Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 258.]
-
-[Fußnote 160: Laistner. Op. cit., S. 257.]
-
-[Fußnote 161: Henne am Rhyn. Der Teufel- und Hexenglaube, 1892, S. 20.]
-
-[Fußnote 162: Binet-Sanglé. La Folie de Jésus, T. 2, 1910, P. 91.]
-
-[Fußnote 163: Grohmann. Sagen aus Böhmen und Mähren, 1863, Bd. 1, S.
-208. Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen und Mähren, 1864, Bd. 1, S.
-24.]
-
-[Fußnote 164: Stern. Op. cit., S. 359.]
-
-[Fußnote 165: Castren. Vorlesungen über die finnische Mythologie, 1853,
-S. 131.]
-
-[Fußnote 166: Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61.]
-
-[Fußnote 167: Davenport. Sketches of Imposture, Deception and Credulity,
-1861, Pp. 73, 75.]
-
-Die sexuellen Seiten der Tätigkeit zeigen sich deutlich in folgenden
-Beispielen: bei der Beschäftigung mit rumänischem Aberglauben berichtet
-Stern[169] vom Nosferat, »der nicht nur schlafender Menschen Blut saugt,
-sondern auch als Inkubus-Sukkuba Unheil stiftet ... Als schwarze Katze,
-als schwarzer Hund, als Käfer, Schmetterling oder auch bloß als
-Strohhalm besucht es nachts die Menschen; wenn es männlichen Geschlechts
-ist: die Frauen; wenn es weiblichen Geschlechts ist: die Männer. Mit
-jungen Leuten treibt es geschlechtliche Vermischung, bis sie krank
-werden und an Auszehrung sterben. In diesem Fall kommt es auch als
-schöner Jüngling oder als schönes Mädchen, während die Opfer halb wach
-liegen und widerstandslos sich ihm fügen. Oft geschieht es, daß Weiber
-von ihnen geschwängert werden.« Die Chaldäer glaubten an die Existenz
-von Geistern, die im Traum Umgang mit Menschen pflegen, ihr Fleisch
-zerfressen und das Blut[170] trinken. Die vedischen Gandharven sind
-blutgierige Buhlgeister, die die Frauen im Schlaf heimsuchen.[171] Ihnen
-ähnlich sind die indischen Pisashas, die nach Fleisch und Blut gierig
-sind und ihre grausame Lust an Weibern im Zustand des Schlafs, der
-Trunkenheit und des Wahnsinns büßen.[172] Andere Wesen derselben Art
-widmen ihre Aufmerksamkeit vor allem Männern; so sucht die ruthenische
-Upierzyca in Vollmondnächten[173] die Schlafplätze junger Männer auf,
-die sie langsam mit ihren Umarmungen[174] zu Grunde richtet.
-Freimark[175] erzählt: »die griechisch-römischen Lamien sind zugleich
-Buhlteufelinnen und Vampire. Sie suchen schöne kräftige Jünglinge in
-sich verliebt zu machen und zur Verehelichung mit sich zu bringen. Haben
-sie sie so weit, so töten sie den Jüngling, indem sie ihm das Blut
-aussaugen.«
-
-[Fußnote 168: Poestion. Lappländische Märchen, 1886, S. 132.]
-
-[Fußnote 169: Stern. Op. cit., S. 357, 358.]
-
-[Fußnote 170: Menant. Ninive et Babylone, P. 271.]
-
-[Fußnote 171: Kuhn. Zeitschr. für vergleichende Sprachforschung, Jahrg.
-XIII, S. 118.]
-
-[Fußnote 172: Schlegel. Indische Bibliothek, 1823, Band 1, S. 87.]
-
-[Fußnote 173: Genau wie die montenegrinischen Vampire. (Stern S. 361.)]
-
-[Fußnote 174: Hellwald. Die Welt der Slaven, 2. Aufl., 1890, S. 367.]
-
-[Fußnote 175: Freimark. Op. cit., S. 278, 279.]
-
-Blut ist nicht die einzige zum Leben nötige Flüssigkeit, die dem Opfer
-entzogen wird, wenn sich auch der wirkliche Vampir in der Regel darauf
-beschränkt. Der Alp saugt an den Brustwarzen der Männer[176] und
-Kinder[177] und zieht häufiger Milch aus Frauen[178] und Kühen[179] als
-Blut. Die Drud saugt ebenfalls an der Brust der Kinder[180], während die
-südslawische Mora[181] Blut und Milch trinkt. Die indische Churel saugt,
-nachdem sie die Nacht mit einem schönen Jüngling zugebracht, direkt sein
-Leben aus.[182]
-
-Die Erklärung all dieser Phantasien ist sicher nicht schwer; ein
-nächtlicher Besuch von Seite eines anziehenden oder schrecklichen
-Wesens, das den Schläfer zuerst durch leidenschaftliche Umarmungen
-erschöpft und ihm dann eine vitale Flüssigkeit entzieht, kann sich nur
-auf einen natürlichen und häufigen Vorgang beziehen, nämlich auf die
-nächtliche Pollution in Begleitung mehr oder minder erotischer Träume.
-Blut ist im Unbewußten ein sehr häufiges Äquivalent für den Samen und es
-ist nicht notwendig, sich, wie Hock[183], auf die Möglichkeit von
-»selbst zugefügten Kratzwunden während eines wollüstigen Traumes« zu
-berufen. Mehrere Mythen liefern ein interessantes Beispiel zur
-Bestätigung der Wahrheit dieses Schlusses. Nach Quelenfeldt[184]
-herrscht im Süden des Atlasgebirges der Aberglaube, daß es hier alte
-Negerinnen gäbe, die nachts aus den _Zehen_ der Schläfer das Blut
-trinken. Der akkadische Gelal und Kiel Gelal, die assyrischen Sil und
-Sileth, die gleichbedeutend mit dem europäischen Inkubus und Sukkubus
-sind, waren Dämonen mit der speziellen Funktion, durch die Umarmung der
-Schläfer[185] nächtliche Pollutionen herbeizuführen. Der armenische
-Daschnavar trinkt auf ähnliche Weise das Blut aus den _Füßen_ der
-Wanderer[186], während Meyer[187] gespensterhafte Mütter erwähnt, die
-die Augen ihrer Kinder aussaugen. Es ist wohlbekannt, daß Zehen, Füße
-und Augen in Folklore und Mythologie[188] häufig wiederkehrende
-phallische Symbole sind. Ein weiterer Faktor, der zweifellos eine
-bedeutsame Rolle in der Ausbildung der oben erwähnten Vorstellungen
-gespielt hat, ist die häufige Assoziation zwischen Sexualität und der
-Tätigkeit des Saugens sowohl in der wirklichen Erfahrung als auch
-besonders in unbewußten Phantasien.
-
-[Fußnote 176: Grohmann. Sagen. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 177: Ploß. Das Kind in Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band
-1, S. 298.]
-
-[Fußnote 178: Laistner. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 179: Laistner. Op. cit., Bd. 2. S. 82.]
-
-[Fußnote 180: Schönwerth. Aus der Oberpfalz -- Sitten und Sagen, 1858,
-Band 1, S. 201, 211.]
-
-[Fußnote 181: Krauß. Op. cit., S. 147, 148.]
-
-[Fußnote 182: Vgl. Laurence Hope's poem »Lalla Radha and the Churel« in
-»Stars of the Desert«, 1909.]
-
-[Fußnote 183: Hock. Op. cit., S. 5.]
-
-[Fußnote 184: Quelenfeldt. Zitiert bei Stern, Op. cit., S. 359.]
-
-Das Nervensystem und vor allem das Rückenmark hat häufig ähnliche
-symbolische Bedeutung wie Blut (vitale Substanz) und diese Tatsache
-wirft ein Licht auf die folgenden Stellen, in denen der Vampir vorkommt.
-In Zschokkes »Die Zauberin Sidonia«, geschrieben im Jahre 1798 begegnet
-auf der ersten Seite folgender Satz: »Die Faulheit saugt uns mit ihrem
-Vampirenrüssel Mark und Blut aus.« Dies kann man mit Jaromirs Rede in
-Grillparzers »Ahnfrau« vergleichen:
-
- Und die Angst mit Vampirrüssel
- Saugt das Blut aus meinen Adern,
- Aus dem Kopfe das Gehirn.
-
-In ganz Europa gab es seit den frühesten Zeiten Mythen und Märchen über
-den Vampir; ein typisches Beispiel dafür ist die wallachische Sage, nach
-der tote rothaarige Männer in Gestalt von Fröschen, Käfern usw.
-erscheinen und das Blut schöner Mädchen[189] trinken. Ferner kamen aus
-dem frühen Mittelalter Berichte auf uns über den Brauch, der in den
-meisten europäischen Ländern bestand, die Leichen jener, deren Geist die
-Lebenden plagte und ihr Blut aussaugte, auszugraben, zu verbrennen oder
-mit einem Pfahl[190] zu durchbohren. Wie oben angedeutet wurde, ist
-dieser Glaube über die ganze Welt verbreitet, z. B. pflegen die modernen
-Pontianaks auf Java, die von Leichen stammen, nachts menschliches
-Blut[191] zu saugen. Der assyrische Vampir, Akakharu mit Namen, stammt
-aus sehr alter Zeit.[192] Die genaue Kenntnis der Vorstellung in Europa
-aber danken wir der Balkanhalbinsel, wo sie offenbar vom türkischen
-Aberglauben[193] stark beeinflußt wurde. Weiter kam als lokaler Faktor
-wahrscheinlich das Dogma der griechischen Kirche in Betracht, die im
-Gegensatz zu den Lehren der römisch-katholischen Kirche, nach denen die
-Körper der Heiligen der Zersetzung nicht unterliegen, daran festhielt,
-daß die Leichen der von der Kirche Exkommunizierten nicht verwesen.
-Ebenso wie die römisch-katholische Kirche lehrte, daß jemand durch
-Ketzerei in einen Werwolf verwandelt werden könne, verkündete die
-griechische, daß ein Ketzer nach seinem Tode zum Vampir werde. Die
-Epidemien, die auch früher häufig genug vorgekommen waren, erreichten
-ihren Höhepunkt im achtzehnten[194] und dauerten selbst noch im
-neunzehnten[195] Jahrhundert an. Die heftigsten ereigneten sich in Chios
-1708[196], in Ungarn 1726[197], in Meduegna und Belgrad 1725 und
-1732[198], in Serbien 1825[199] und in Ungarn 1832.[200]
-
-[Fußnote 185: Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38.]
-
-[Fußnote 186: Haxthausen. Transkaukasien, 1856, Band 1, S. 170.]
-
-[Fußnote 187: E. H. Meyer. Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S.
-528.]
-
-[Fußnote 188: Siehe Aigremont. Fuß- und Schuh-Symbolik und -Erotik,
-1909; und Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910.]
-
-[Fußnote 189: Andrée. Op. cit., S. 87.]
-
-[Fußnote 190: Hock. Op. cit., S. 30-34.]
-
-[Fußnote 191: Davenport. Op. cit., P. 72.]
-
-[Fußnote 192: Conwoy. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 193: Krauß. Op. cit. S. 124.]
-
-[Fußnote 194: Siehe besonders Calmet. Dissertation sur les apparitions
-des anges, des démons et des esprits, et sur les revenants et vampires.
-1746.]
-
-[Fußnote 195: Vgl. Gartenlaube. 1873, Nr. 34. »Der Vampir-Schrecken im
-neunzehnten Jahrhundert.«]
-
-[Fußnote 196: Sepp. Op. cit., S. 269.]
-
-Im Jahre 1732 erschienen in Deutschland allein vierzehn Bücher über
-diesen Gegenstand[201], der allgemeinen Schrecken hervorrief und überall
-besprochen wurde. Er entging nicht der Satire Voltaires, der bei
-Erörterung der Frage in seinem philosophischen Dictionaire sagt: »La
-difficulté était de savoir si c'était l'âme ou le corps du mort qui
-mangeait: il fut décidé que c'était l'un et l'autre; les mets dêlicats
-et peu substantiels, comme les meringues, la crême fouettée et les
-fruits fondans, étaient pour l'âme; les ros-bif étaient pour le corps.«
-Wir brauchen über die wahren Todesursachen bei diesen Epidemien nicht zu
-sprechen, da dieses eine rein medizinische Frage ist. Hock[202] bemerkt,
-daß sie vorwiegend bei Pestzeiten auftraten, besonders bei Ausbruch von
-Rinderpest. Es ist möglich, daß es sich dabei um Fälle von Scheintod
-handelt, eine Erklärung, die besonders von Weitenkampf[203] und
-Mayo[204] aufrecht erhalten wurde.
-
-Der Aberglauben ist in vielen Teilen Europas keineswegs ausgestorben; in
-Norwegen, Schweden, Finnland bestand er noch vor ganz kurzer Zeit.[205]
-Krauß[206] berichtet, daß noch heute die Bauern in Bosnien an die
-Existenz des Vampirs ebenso fest glauben wie an Gott. In Bulgarien wurde
-im Jahre 1837 ein Fremder verdächtigt, daß er ein Vampir sei, und er
-wurde gemartert und lebendig verbrannt.[207] Im Jahre 1874 grub in Rhode
-Island U. S. A. ein Mann den Leichnam seiner eigenen Tochter aus und
-verbrannte ihr Herz, im Glauben, daß sie das Leben der anderen
-Familienmitglieder zu Grunde richte. Ungefähr zur selben Zeit wurde in
-Chikago die Leiche einer Frau, die an Schwindsucht gestorben war,
-ausgegraben und die Lungen verbrannt, da man meinte, sie ziehe einige
-ihrer lebenden Anverwandten zu sich ins Grab.[208] Im Jahre 1889 wurde
-in Rußland die Leiche eines alten Mannes, den man für einen Vampir
-hielt, ausgegraben, wobei viele der Anwesenden behaupteten, einen
-Schweif aus seinem Rücken ragen zu sehen. Im Jahre 1899 gruben
-rumänische Bauern in Krassowa dreißig Leichen aus und rissen sie in
-Stücke, um eine Diphtherieepidemie zum Erlöschen zu bringen.[209] Zwei
-Beispiele finden wir noch im Jahre 1902, eines in Ungarn,[210] eines in
-Bukarest.[211]
-
-[Fußnote 197: Sepp. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 198: Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 251. Fünfter Teil, S.
-381. Dies ist die am meisten beschriebene Epidemie.]
-
-[Fußnote 199: Sepp. Op. cit., S. 270.]
-
-[Fußnote 200: Sepp. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 201: Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 265, 266. Fünfter Teil,
-S. 383.]
-
-[Fußnote 202: Hock. Op. cit., S. 31, 49.]
-
-[Fußnote 203: Weitenkampf. Gedanken über wichtige Wahrheiten aus der
-Vernunft und Religion, 1735. 1. Teil, S. 108.]
-
-[Fußnote 204: Mayo. On the Truths contained in Popular Superstitions,
-1851, P. 30.]
-
-[Fußnote 205: Hovorka und Kronfeld. Vergleichende Volksmedizin, 1908, 2.
-Bd., S. 425.]
-
-[Fußnote 206: Krauß. Op. cit., S. 124.]
-
-[Fußnote 207: Stern. Op. cit., S. 362.]
-
-Das Wort Vampir selbst ist serbischen Ursprungs und man hält es für eine
-Ableitung des nordtürkischen »Uber« (Hexe)[212]. Allgemein in Europa
-verwendet wird es seit ungefähr 1730. In späteren Jahren hat es
-Nebenbedeutungen angenommen, die nicht uninteressant sind, da sie die
-Anschauung des Volkes über den Gegenstand zeigen. Wohlbekannt ist seine
-Verwendung -- sie findet sich zuerst bei Buffon[213] -- zur Bezeichnung
-gewisser Arten von Fledermäusen, die, wie man sagte, Tiere und
-menschliche Wesen im Schlaf überfielen. Die alte Vorstellung von der
-verderblichen Nachtfahrt ist hier deutlich. Die wichtigsten
-metaphorischen Bedeutungen des Wortes sind: Erstens ein sozialer oder
-politischer Tyrann[214], der seine Leute bis aufs Blut aussaugt,
-zweitens ein unwiderstehlicher Liebender, der Energie, Ehrgeiz und
-selbst das Leben des anderen aufzehrt; dieser kann entweder ein Mann
-sein wie Torresanis faszinierender Rittmeister[215] oder ein Weib wie in
-Kiplings Vampirdichtung.
-
-[Fußnote 208: Conway. Op. cit., P. 52.]
-
-[Fußnote 209: Löwenstimm. Aberglaube und Strafrecht, Deutsche Übers.,
-1897, S. 101.]
-
-[Fußnote 210: Stern. Op. cit., S. 370.]
-
-[Fußnote 211: Neue Freie Presse. 8. Nov. 1899.]
-
-[Fußnote 212: Miklosich. Etymologisches Wörterbuch der slavischen
-Sprachen, 1886, S. 374.]
-
-[Fußnote 213: Buffon. Hist. Natur. gén. et part., 1762, T. X, P. 55.]
-
-[Fußnote 214: Siehe Hock. Op. cit., S. 56, 57, 61.]
-
-Der Vampirglaube ist offenbar eng verknüpft mit dem an den Inkubus,
-Sukkubus. Freimark[216] sagt: »Denn man kann, wenn auch nicht als Regel,
-so doch in den meisten überlieferten Fällen konstatieren, daß Frauen
-stets von einem männlichen, Männer hingegen von einem weiblichen Vampir
-heimgesucht werden ... Das sexuelle Moment charakterisiert den
-Vampirglauben als eine andere, allerdings gefährlichere Form des
-Inkubus- und Sukkubusglaubens.« Zimmermann[217] und Laurent und
-Nagour[218] sind derselben Ansicht und diese findet ihre überzeugende
-Bestätigung durch unsere neue Kenntnis der Symbolik solcher Vorgänge.
-Die Ähnlichkeit mit dem Alpglauben, der beim Volk die Stelle des Inkubus
-vertritt, ist noch schlagender; ebenso wie der Vampir kann der Alp die
-Seele eines Toten[219] sein und den Leuten während des Schlafes[220] das
-Blut aussaugen, häufig mit demselben verhängnisvollen Ausgang. Die am
-weitesten gehende Beziehung aber liegt in den Einzelheiten des
-Aberglaubens über die Ursachen und über die Mittel zur Befreiung von dem
-bösartigen Trieb, der diese Wesen dazu bringt, ihre ruchlosen Taten zu
-verüben. Da dieser Gegenstand mit dem mythologischen »Erlösungsthema«
-verbunden ist, das einen wichtigen Komplex bildet, muß er hier
-übergangen werden. Das Nachtfahrtelement ist ebenfalls ein
-Verbindungsglied zwischen dem Vampirglauben und den zahlreichen Alp- und
-Mahrmythen, in denen es vorkommt, z. B. dem der montenegrinischen
-Wjeschtitza[221] »ein weiblicher Geist mit feurigen Flügeln, der den
-Schlafenden auf die Brust steigt, sie mit ihren Umarmungen erstickt oder
-wahnsinnig macht.«
-
-[Fußnote 215: Torresani. Aus der schönen, wilden Leutnantszeit, 1894,
-Bd. 2, S. 141.]
-
-[Fußnote 216: Freimark. Op. cit., S. 331, 332.]
-
-[Fußnote 217: Zimmermann. Die Wonne des Leids, 1885, S. 113.]
-
-[Fußnote 218: Laurent und Nagour. Op. cit., S. 146.]
-
-[Fußnote 219: Laistner. Op. cit., Bd. 1, S. 63.]
-
-[Fußnote 220: Laistner. Op. cit., S. 61.]
-
-[Fußnote 221: Stern. Op. cit., S. 356.]
-
-Der Inzestkomplex, der dem Inkubusglauben zu Grunde liegt, zeigt sich
-auch in dem Vampirglauben; von besonderer Bedeutung ist hier die
-Tatsache, daß der Vampir ein revenant ist, da wir ja diese Vorstellung
-oben auf unbewußte Inzestgedanken zurückgeführt haben. Die Erscheinung
-des Vampirs in Tiergestalt, besonders als Schmetterling oder Schlange,
-kann gleichfalls als Beweis in dieser Richtung angesehen werden; auf
-alle Fälle stimmt sie durchaus mit diesem Schluß überein.
-
-Zum Schluß haben wir die Beziehungen des Vampirglaubens mit den
-Erfahrungen der Angstträume zusammenzufassen. Wundt[222] sagt: »Als
-nächtliche Spukgestalt, die den Schläfer umklammert, um ihm das Blut
-auszusaugen, ist er sichtlich ein Produkt des Alptraumes.« Doch fügt er
-hinzu, daß die Vorstellung von einem Geist, der sich durch das Trinken
-von Blut am Leben hält, anderen allgemeineren Quellen entstammt.
-Hock[223] unterscheidet zwischen dem wirklichen blutsaugenden Vampir und
-dem Nachzehrer, der sein Leichenkleid zerreißt und so seine Familie bloß
-durch die Wirkung der Sympathie nachzieht: »Hat jene Tradition in der
-Traumvorstellung ihre sichere Grundlage, so sind die Sagen von den
-»schmatzenden und käuenden« Toten offenbar im Hinblick auf tatsächlich
-erlebte Ereignisse nach dem entsetzlichen Vorbilde eines im Grabe zu
-spät erwachten Scheintoten gebildet.« Wahrscheinlich legt Hock hier zu
-viel Nachdruck auf den Scheintod, der außerdem zu selten vorkommt, um
-einen so weit verbreiteten Aberglauben erklären zu können; eine weitere
-Einwendung gegen Hocks Einsicht bildet die Überlegung, daß äußerliche
-Vorgänge dieser Art nie von grundlegender Wichtigkeit bei der Schöpfung
-eines Aberglaubens sein können, der solche Charakteristika zeigt, wie
-der vom Vampir. Seine wahre Ursache muß in bedeutsamen inneren
-seelischen Prozessen gesucht werden; das höchste, was äußere
-Geschehnisse leisten können, ist, zu der äußeren Gestalt, die ein
-gewisser Aberglaube annimmt, etwas beizutragen. In unserem Fall z. B.
-können wir mit Recht einen verhältnismäßig bedeutungslosen Zug, nämlich
-die Beschreibung der Auffindung des Vampirs nach dem Tod, wirklichen
-Erfahrungen über die verschiedenen Umstände zuschreiben, die die
-Zersetzung eines Leichnams verzögern. Mit dem Aberglauben an sich aber
-steht es anders. Die Erscheinung des Vampirs in Tiergestalt, seine
-leichte Verwandlungsfähigkeit, seine Nachtfahrt, sein Besuch bei
-Schläfern, die erschöpfende Wirkung und pollutionähnliche Art seiner
-Betätigung, die deutlichen Anzeichen für deren sexuellen Charakter und
-schließlich der Glauben an die Rückkehr toter Verwandter -- alles weist
-übereinstimmend darauf hin, daß der Angsttraum weitaus die wichtigste
-Quelle der ganzen Vorstellung ist. Sie ist tatsächlich nur eine
-Ausbildung des Inkubusglaubens und die wichtigen Elemente beider sind
-zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzestcharakter an
-sich tragen. In der Vampirvorstellung treten, wie oben gezeigt wurde,
-noch andere Perversionen als akzessorische Faktoren hinzu, vor allem
-sadistische, masochistische und nekrophile Tendenzen, ferner die
-Betätigung der Mund- und Analerotik.
-
-[Fußnote 222: Wundt. Völkerpsychologie, Bd. 2, T. II, 1906, S. 120.]
-
-[Fußnote 223: Hock. Op. cit., S. 23.]
-
-
-
-
- V.
- Der Werwolf.
-
-
-Eine der am stärksten entwickelten Vorstellungen, die Verwandlung
-menschlicher Wesen in Tiere betreffend, ist die vom Werwolf. Die
-wichtigsten anderen Elemente in diesem Aberglauben sind Nachtfahrt und
-Menschenfresserei.
-
-Der Wolf gehört zu der Gruppe wilder Tiere, die in Mythologie und
-Folklore vielfach zur Darstellung grausamer und sadistischer Phantasien
-verwendet wurden. Zur selben Klasse wie die Werwölfe gehören die
-Mannhyänen in Abessynien[224], die Mannleoparden in Südafrika[225], die
-Manntiger in Indien[226] und die Mannbären in Skandinavien[227], an
-deren Existenz nach Mogk[228] die norwegischen Bauern noch immer
-glauben.
-
-[Fußnote 224: The Life and Adventures of Nathaniel Pierce, edited by
-Halls, 1831, Vol. I, P. 287.]
-
-[Fußnote 225: Marion Cox. An Introduction to Folklore, 1904, P. 127.]
-
-[Fußnote 226: M. Cox. Loc. cit., und Clodd. Myths and Dreams, 1891, P.
-85.]
-
-Die symbolische Bedeutung des Wolfes zu erkennen, ist nicht schwierig.
-Hertz[229] schreibt darüber: »Betrachten wir nun speziell den Wolf, so
-erscheint er, -- das unersättlich mordgierige, bei Nacht und zur
-Winterszeit besonders gefährliche Raubtier, -- als das natürliche Symbol
-der _Nacht_, des _Winters_ und des _Todes_ ....... Der Wolf ist aber
-nicht allein das raubgierigste, er ist auch das _schnellste_,
-_rüstigste_ unserer größeren vierfüßigen Tiere. Diese seine Rüstigkeit,
-seine wilde Kühnheit, seine grausame Kampf- und Blutgier verbunden mit
-seinem Hunger nach Leichenfleisch und seinen dadurch angeregten
-nächtlichen Besuchen der Totenfelder und Walstätten macht den Wolf zum
-Begleiter und Gefolgmann des Schlachtengottes.«
-
-Die Eigenschaften, die am allermeisten hervortreten und deren
-symbolische Verwendung wir erwarten können, sind also Schnelligkeit der
-Bewegung, unersättliche Blutgier, Grausamkeit und eine Angriffsart, die
-durch die Mischung von Kühnheit und schlauer Hinterlist charakterisiert
-wird, ferner Verbindungen mit Nacht, Tod und Leichen; wie man leicht
-einsehen wird, macht das Wilde und Unheimliche, das für den Wolf
-bezeichnend ist, ihn besonders geeignet, die gefährlichen und niedrigen
-Seiten der Natur im allgemeinen und der menschlichen im besonderen zu
-charakterisieren. Diese Eigenschaften des Wolfes erklären es, daß er
-eine wichtige Rolle in den Theologien spielte. In Ägypten war der Wolf
-ein heiliges Tier und Osiris selbst erschien bei seinem Überfall auf
-Typhon[230] in Wolfsgestalt. In der deutschen Mythologie waren zwei
-Wölfe, Geri und Freki, Odins[231] Begleiter, wenn auch Grimms Ansicht,
-daß sie den Gott selbst darstellen, unrichtig[232] ist. Der Wolf Fenrir,
-einer von Lokis Nachkommen, ist der Mittelpunkt zahlreicher Mythen.[233]
-Noch besser bekannt ist das Leben als Werwolf von Sigmund und Sinfjötli,
-wie es die Wölsungensage berichtet; auch in Amerika ist der Wolf ein
-heiliges Tier, wie die religiösen Wolfstänze der Texas-Indianer[234]
-zeigen. Der Nez-Percezstamm führt den Ursprung der ganzen Menschenrasse
-auf einen Wolf[235] zurück.
-
-[Fußnote 227: M. Cox and Clodd. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 228: Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 34.]
-
-[Fußnote 229: Hertz. Der Werwolf. Beitrag zur Sagengeschichte, 1862, S.
-14, 15.]
-
-[Fußnote 230: Hertz. Op. cit., S. 29.]
-
-[Fußnote 231: Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. Dritte
-Ausgabe, 1900, S. 279.]
-
-In Griechenland war der Wolf dem Sonnengott heilig, der in Wolfsgestalt
-erschien, als er die Telshinen auf Rhodus[236] niedermetzelte. Seine
-Verbindung mit Apoll hielt man für zufällig und für eine Folge des
-Wortspiels zwischen [Griechisch: lukos] Wolf und [Griechisch: lukê]
-Licht. Einige Schriftsteller[237] haben den ganzen späteren
-Werwolfsaberglauben darauf zurückgeführt. Fiske[238] bemerkt in bezug
-auf letztere Ansicht sehr milde: »Anzunehmen, daß Jean Grenier sich für
-einen Wolf hielt, weil das griechische Wort für Wolf dem für Licht
-ähnlich war und so Anlaß zu der Geschichte von einer Lichtgottheit gab,
-die zu einem Wolf wurde, scheint mir durchaus unzulässig.« Man könnte
-hinzufügen, daß es typisch für die Schlüsse ist, zu denen man gelangt,
-wenn man die Psychologie bei den mythologischen Studien vernachlässigt.
-Wie anderswo in seelischen Prozessen, so verdeckt auch hier
-wahrscheinlich eine oberflächliche Assoziation eine innere Verbindung
-der Ideen. Zwei solche Beziehungen zwischen den Ideen von Wolf und Licht
-oder Sonne mögen hier kurz erwähnt werden; sie gehören beide zu starken,
-bei der Zeugung tätigen Kräften. Schnelligkeit der Bewegung -- eine
-hervorstechende Eigenschaft des Wolfes -- wird in der Mythologie
-vielfach mit Fruchtbarkeit einerseits, mit Wind und Sonne anderseits in
-Verbindung gebracht. Die Vorstellung von der unaufhörlichen Bewegung der
-Sonne ist eine der Ursachen für ihre häufige Assoziation mit dem Pferd
-in der indischen, griechischen und germanischen Mythologie. Die
-Verknüpfung der Fruchtbarkeit mit dem schnellen Wind ist ebenso
-verbreitet; man braucht bloß auf den griechischen und römischen Glauben
-hinzuweisen, daß der Westwind Pferde[239] und Frauen schwanger machen
-kann, ein Glaube, der bis vor kurzer Zeit in Portugal[240] bestand,
-ferner auf den deutschen Brauch, zu säen, während der Westwind[241]
-bläst. Dies ist vielleicht die Ursache dafür, weshalb gerade über der
-_westlichen Tür_ von Gladheim, der germanischen Welt der Freude, ein
-Wolf[242] hing. Die andere Verbindung stammt von der durch den Kontrast
-herbeigeführten Assoziation zwischen Zeugung und Zerstörung, zwischen
-der fruchtbringenden Macht[243] der Sonne und ihrer verderblichen,
-ferner zwischen ihrer wirksamen (phallischen) Wärme bei Tag und im
-Sommer einerseits und ihrer Kraftlosigkeit und ihrem Untergang bei Nacht
-und im Winter anderseits.[244] Es ist bezeichnend, daß Apoll, bevor er
-mit Helios identifiziert wurde, vor allem der Gott des Todes war; seine
-Beziehung zum Wolf ist noch älter, denn seine Mutter Leto verwandelte
-sich, bevor sie ihn gebar, in eine Wölfin, um sich vor dem Zorne der
-Hera zu schützen. Demselben Wortspiel ist auch die wohlbekannte
-Werwolfsage von Lykaon zuzuschreiben, die in verschiedenen Versionen von
-Ovid, Pausanias, Apollodorus und anderen[245] berichtet wird und deren
-Analyse hier zu geben nicht notwendig ist.
-
-[Fußnote 232: Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 50.]
-
-[Fußnote 233: Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 49-52.]
-
-[Fußnote 234: Clodd. Op. cit., P. 92.]
-
-[Fußnote 235: Conway. Demonology and Devil-Lore, 1879, Vol. I, Pag.
-141.]
-
-[Fußnote 236: Hertz. Op. cit., Pag. 31-33.]
-
-[Fußnote 237: Z. B. G. W. Cox. The Mythology of Aryan Nations, 1870,
-Vol. I, Pag. 459.]
-
-[Fußnote 238: Fiske. Myths and Mythmakers, 1872, Pag. 88.]
-
-[Fußnote 239: Jähns. Roß und Reiter in Leben und Sprache, Glauben und
-Geschichte der Deutschen, 1872, Band 1, S. 265. Hartland. Primitive
-Paternity, 1909. Vol. I, Pp. 22, 35, 149, 150.]
-
-[Fußnote 240: De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, 1911, T.
-I, P. 161.]
-
-[Fußnote 241: E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 256.]
-
-[Fußnote 242: Mogk. Op. cit., S. 48.]
-
-[Fußnote 243: Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 53.]
-
-[Fußnote 244: Schwartz. »Der rote Sonnenphallos der Urzeit«, Zeitschr.
-f. Ethnol., 1874, S. 167, 409.]
-
-[Fußnote 245: Siehe Hertz. Op. cit., S. 35-40.]
-
-Eine noch bedeutsamere Rolle spielte der Wolf in Rom, wie ja die
-Romulus-Remus Geschichte zeigt. Man hat Ursache, anzunehmen, daß die
-Gründer von Rom nach dem ursprünglichen Glauben von einer Wölfin nicht
-nur gesäugt, sondern sogar geboren wurden, mit anderen Worten, daß die
-Sage einer totemistischen Anschauung entsprang. Die Priester des
-Soranus, des sabinischen Todesgottes, der später mit Apoll identifiziert
-wurde, hießen Hirpi (Wölfe) und eine Art Räuberei bildete einen Teil
-ihres Kultes. Der Wolf war das dem Mars heilige Tier und dieser war ja
-ursprünglich ein Todesgott. Der Gott Lupercus stellt wahrscheinlich eine
-Gruppe von Eigenschaften des Mars dar, die sich abgespalten haben und
-eine neue Gottheit bilden; seine Frau Luperca bedeutet die Wölfin, die
-Romulus und Remus säugte. Die Priester hießen Crepi, eine ältere Form
-von Capri (Böcke). Lupercus war ein Beiname des Gottes Faunus, Februus
-oder Innus (von inire, Verkehr pflegen). Schwelger[246] sagt, der Name
-Lupercus sei von lupus und hircus abgeleitet und bedeute so Wolfbock:
-»Eine Bezeichnung, welche die beiden Seiten der in Faunus sich
-darstellenden chthonischen Macht, die zerstörende lebenvernichtende und
-die hervorbringende, lebenerzeugende als wesentliche Konnexe zumal
-ausspricht.« Das Fest der Lupercalien (15. Februar) scheint eine
-Reinigung durch Heirat symbolisiert zu haben. Von dem Worte februare
-(inire), nach dem der Monat genannt ist, stammt der Beiname Februata
-oder Februalis der Göttin Juno, der die Ehe heilig war. Man glaubte, daß
-Werwölfe ihre unheilvolle Tätigkeit im Februar[247] ausübten, und nach
-Andrée[248] ereigneten sich tatsächlich die meisten Epidemien von
-Lykanthropie in diesem Monat. Wir können in betreff der sexuellen
-Bedeutung des Gegenstands eine Stelle von Hermann[249] hinzufügen: »Auch
-im Italienischen bedeutete lupa sowohl Wölfin als auch Buhlerin (vulva)
-und aus den Tempeln der Luperca wurden die späteren Bordelle oder
-Lupanare.«
-
-[Fußnote 246: Schwelger. Römische Geschichte, Band 1, S. 361.]
-
-[Fußnote 247: Donat de Hautemer. Zitiert von Goulart, Thrésor des
-histoires admirables et mémorables de nostre temps, 1600, T. I, P. 336.]
-
-[Fußnote 248: Andrée. Revue de l'Orient, 1888.]
-
-[Fußnote 249: Hermann. Genesis. Bd. 3, Bakchanalien und Eleusinien, 2.
-Aufl., S. 67.]
-
-Zahlreiche Versuche, die zum Teil sehr amüsant sind, wurden zur
-Etymologie des Wortes Werwolf[250] gemacht. Die richtige wurde zuerst im
-Jahre 1211 von Gervasius von Tilbury gegeben. »Wer« bedeutet Mann
-(lateinisch vir, sanskrit viras, vergleiche Wergeld) »Wolf« bedeutet
-ursprünglich Räuber[251] (sanskrit wrikas). Die Römer kannten den
-Geschlechtsnamen versipellis = Hautwechsler; das französische Wort
-loup-garou (von Bodin[252] loup-varou und von älteren Schriftstellern
-loup-warou[253] geschrieben) kommt wahrscheinlich von dem normannischen
-Garwolf[254] = werwolf und ist infolgedessen tautologisch.
-
-Der Werwolfaberglaube ist sehr weit verbreitet gewesen; Hertz[255] hat
-Beispiele dafür aus den verschiedensten Ländern gesammelt. Die
-betroffene Person wurde nach der allgemeinen Anschauung von einem
-unwiderstehlichen Impuls -- Heißhunger -- ergriffen, änderte ihre
-Erscheinung, streifte des Nachts durch die Felder und zerfleischte dabei
-Tiere und Menschen, besonders Kinder. Der Impuls war nur zeitweise
-wirksam und konnte dazwischen ziemlich lang schlummern. Wenn die
-Verwandlung in einen Wolf plötzlich erfolgte, so geschah sie meistens
-dadurch, daß der Betreffende entweder eine Wolfshaut[256] anlegte oder
-auch einfach das Innere seiner eigenen Haut nach außen[257] wendete; er
-trug nämlich eine Wolfshaut unter seiner eigenen und dieser Glaube
-verursachte im Mittelalter schreckliche Marterungen, da man verdächtige
-Leute zerstückelte[258], um die haarige Haut zu finden. Haar und Werwolf
-wurden eng miteinander assoziiert, was sich darin zeigt, daß der
-russische Namen für letzteren »volkudlak« ist, von volk = Wolf, dlak =
-Haar[259]. Werwölfe konnte man in ihrer menschlichen Gestalt an ihren
-starken zusammengewachsenen Augenbrauen[260] erkennen. Auf die sexuelle
-Bedeutung des Haares braucht hier kaum hingewiesen zu werden. Die
-Wolfshaut konnte abgelegt werden und wenn man sie verbrannte, konnte
-sich der Betreffende nicht mehr verwandeln[261]; wenn man aber
-andrerseits die menschlichen Kleider wegnahm, während er in Wolfsgestalt
-war, mußte er für immer ein Wolf bleiben.[262] Dies ist ein
-verbreitetes Motiv in der Mythologie und besonders wichtig für die
-Schwanjungfraumärchen. Das Anlegen der Wolfshaut war nur möglich, wenn
-der Mensch nackt[263] war, die Umwandlung war vollständig bis auf die
-Augen, wofür Hertz[264] folgende Erklärung gibt: »Da die Seele
-unverändert bleibt, so erfährt auch das Auge, der Seele Spiegel, keine
-Veränderung; am Auge werden die Verwandelten erkannt.« In der Mythologie
-aber kann das Auge ebensogut einen wichtigen Teil des Körpers als der
-Seele symbolisieren und diese Tatsache stimmt besser zu der folgenden
-Variante, die Grimm[265] erzählt: »ein Mann wurde durch eine Hexe
-verwandelt, er heulte vor ihrer Tür, um erlöst zu werden, und nach drei
-Jahren gab sie nach und schenkte ihm eine menschliche Haut, um ihn damit
-zu befreien; er zog sie über sich, aber sie bedeckte seinen Schweif
-nicht, so daß er zwar wieder Menschengestalt erlangte, aber den
-Wolfsschwanz behielt.« Die Vorstellung ist dieselbe wie in den
-Geschichten vom Teufel, der an seinem gespaltenen Huf, den er nicht
-verbergen kann, zu erkennen ist. In beiden Fällen bildet das phallische
-Symbol der Tiernatur einen unveränderlichen Bestandteil ihres Wesens.
-
-[Fußnote 250: Hertz. Op. cit., S. 3, 4.]
-
-[Fußnote 251: Hertz. Op. cit., S. 56. Im Rig-Veda wird der Wolf Räuber
-genannt. (Conway. Op. cit., P. 140). Hertz (Op. cit., S. 57) zeigt, daß
-es Sitte war, neben jeden Dieb einen Wolf an den Galgen zu hängen.]
-
-[Fußnote 252: Bodin. Démonomanie, 1593, P. 195.]
-
-[Fußnote 253: Siehe Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S.
-916.]
-
-[Fußnote 254: Hertz. Op, cit., S. 91. Im späteren Französischen wurde es
-waroul geschrieben und daher kommt das schottische wroul und worlin.
-(Dasent. Popular Tales from the Norse. 2. Edition, 1903, P. CXLI).]
-
-[Fußnote 255: Siehe auch Hansen, Zauberwahn etc. im Mittelalter. 1900,
-S. 19, und Schoolcraft, The Myth of Hiawatha, 1856, Pp. 136, 339.]
-
-[Fußnote 256: Meyer. Op. cit., S. 69.]
-
-[Fußnote 257: Fiske. Op. cit., P. 89.]
-
-[Fußnote 258: Clodd. Op. cit., P. 84.]
-
-[Fußnote 259: Conway. Op. cit., P. 158.]
-
-[Fußnote 260: Grimm. Op. cit., S. 918.]
-
-[Fußnote 261: M. Cox. Op. cit., P. 124. Grimm. Op. cit., S. 917.]
-
-[Fußnote 262: Grimm. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 263: Grimm. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 264: Hertz. Op. cit., S. 49.]
-
-[Fußnote 265: Grimm. Loc. cit.]
-
-Die Vorstellungen des Volkes über die Ursachen, durch die jemand ein
-Werwolf wird, ähneln den andere mythologische Wesen betreffenden in
-bemerkenswerter Weise und ihre Erklärung würde uns zu weit von unserem
-Thema abführen, als daß sie hier gegeben werden könnte. Der
-hervorstechendste Zug ist der Glaube, daß eine solche Verwandlung auf
-zwei ganz verschiedene Arten entstehen kann, je nachdem, ob der
-Betreffende sie freiwillig durchführte oder gezwungen, gegen seinen
-Willen; für letzteres gab es drei Ursachen: »Schicksal, Zauberei und
-Sünde«. In den ersten beiden Fällen ist es sein Unglück, im dritten sein
-Fehler. So werden sündige Frauen in Wölfinnen verwandelt, meistens für
-sieben Jahre. Um jemanden in einen Werwolf zu verhexen, war eine Haut
-oder ein Gürtel nötig, bisweilen genügte auch ein einfacher Ring. Wenn
-das Schicksal Schuld an der Verwandlung war, so konnte der Werwolf auf
-verschiedene Art erlöst werden. Die gewöhnlichen Mittel, die man
-anwendete, waren: Jemanden bei seinen Taufnamen[266] zu rufen, ihm zu
-erzählen, daß er ein Werwolf[267] sei, oder auch bloß ihn
-wiederzuerkennen.[268]
-
-Wenn die mittelalterlichen Kirchen-Scholastiker die Frage aufgriffen, so
-akzeptierten sie diese Dinge zwar als Glauben des Volkes, aber während
-einige meinten, daß die Tierverwandlung wirklich geschähe, behaupteten
-andere, daß es eine bloße Vorspiegelung des Teufels[269] sei. Alle aber
-stimmten darin überein, daß die richtige Behandlung in der Vernichtung,
-am liebsten Verbrennung des Verwandelten bestehe. Bodin[270] verteidigt
-die Richtigkeit dieser Vorstellung folgendermaßen: »Plusieurs medecins
-voyant une chose si estrange, et ne sachant point la raison, pour ne
-sembler rien ignorer, ont dict et laissé par escript, que la
-Lycanthropie est une maladie d'hommes malades qui pensent estre loups,
-et vont courans parmy les bois: Et de cet advis est Paul Aeginet: mais
-il faudroit beaucoup de raisons, et de tesmoings, pour dementir tous les
-peuples de la terre, et toutes les histoires, et mesurement l'histoire
-sacrée, que Paracelse, et Pomponace, et mesurement Fernel les premiers
-Medecins et Philosophes qui ont esté de leur aage, et de plusieurs
-siecles, ont tenu la Lycanthropie pour chose tres-certaine, veritable et
-indubitable. Aussi est ce chose bien fort ridicule de mesurer les choses
-naturelles aux choses supernaturelles, et les actions des animaux aux
-actions des esprits et Daemons. Encore est plus absurde d'alleguer la
-maladie, qui ne seroit sinon en la personne du Lycanthrope, et non pas
-de ceux qui voyent l'homme changer en beste, et puis retourner en sa
-figure.« Die wichtigsten Änderungen, die die Kirche in dieser
-Vorstellung hervorrief, betrafen die Ursache des Ereignisses. Die
-unschuldigen Werwölfe wurden entweder von dem Teufel selbst oder von den
-Hexen auf sein Gebot hin verzaubert. Die Schuldigen wurden davon infolge
-ihrer Sünden betroffen, die gewöhnlich in Ketzerei oder in Beziehungen
-zum Teufel bestanden. Eine besondere Abart des Werwolfs ist der
-Büxenwolf (Büxen plattdeutsch für Hosen), der dieses Privileg dafür
-besaß, daß er einen Pakt mit dem Teufel[271] abgeschlossen hatte. Die
-heidnische Vorstellung davon, daß die Verwandlung durch Schicksalsschluß
-verursacht sei, erhielt keine Verstärkung durch die Kirche, doch gibt es
-ein Beispiel von christlichem Einfluß in dieser Richtung, nämlich den
-Glauben, daß ein am Weihnachtstag geborenes Kind bestimmt sei, ein
-Werwolf zu werden. Als Ursache dafür wird angegeben, daß seine Mutter es
-gewagt habe, am selben Tag wie die Jungfrau Maria[272] zu empfangen.
-
-[Fußnote 266: Grimm. Loc. cit., Hertz. Op. cit., S. 84.]
-
-[Fußnote 267: Grimm. Op. cit., S. 918. Thorpe. Op. cit., Vol. II, P.
-169.]
-
-[Fußnote 268: Fiske. Op. cit., P. 92. Hertz. Op. cit., S. 85.]
-
-[Fußnote 269: Hertz. Op. cit., S. 7, 8.]
-
-[Fußnote 270: Bodin. Op. cit., Pp. 201, 202.]
-
-Es ist ganz verständlich, daß während der Zeit der Hexenverfolgungen der
-Glaube an Werwölfe eine große Rolle spielte. Hertz[273] schreibt: » ...
-entstand mit dem Hexenglauben die Vorstellung von Menschen, die sich mit
-Hilfe des Satans aus reiner Mordlust zu Wölfen verwandeln. So wurde der
-Werwolf in düster poetischer Symbolik das Bild des tierisch Dämonischen
-in der Menschennatur, der unersättlichen gesamtfeindlichen Selbstsucht,
-welche alten und modernen Pessimisten den harten Spruch in den Mund
-legte: Homo homini lupus.« Man meinte, daß die Werwölfe sich ebenso wie
-die Hexen versammelten, durch die Luft fuhren, einen Sabbat abhielten,
-ihrem Herren, der ihnen sein Zeichen (Stigma) aufdrückte, Ehrfurcht
-erwiesen und untereinander sexuellen Verkehr pflegten.[274] Viele dieser
-Einzelheiten wurden bei einer der früheren Gerichtsverhandlungen
-bekannt, so in der von Verdun und Burgot im Jahre 1521, über die mehrere
-Schriftsteller berichten.[275] Nach de Lancre[276] gaben diese Leute zu
-»qu'ils prenoyent autant de plaisir lors qu'ils s'accouploient
-brutalement auec les louues, que lors qu'ils s'acointoyent humainement
-auec des femmes.« Ferner beschrieben sie, wie der Teufel sie in Wölfe
-verwandelt hätte, indem er sie mit einer Salbe eingerieben. Dasselbe
-Geständnis legten auch die Angeklagten in einer Gerichtsverhandlung in
-Salzburg im Jahre 1717 ab. Die »Einreibung« war offenbar die
-wohlbekannte Hexensalbe. Beide wurden in Besançon verbrannt.
-
-[Fußnote 271: Hertz. Op. cit., S. 87.]
-
-[Fußnote 272: Stern. Op. cit., S. 363.]
-
-Wie die Hexen so stehen auch die Werwölfe in Beziehungen zu den Katzen
-und bilden in vieler Hinsicht das Gegenstück zu ihnen. Wie der Wolf
-Wotan heilig war, so die Katze der Freya.[277] Zauberer verwandeln sich
-in Wölfe, Zauberinnen in Katzen[278] und die Einzelheiten dieses
-Vorgangs waren in beiden Fällen[279] die gleichen. Beide Motive sind in
-einer alten tartarischen Heldensage[280] vereinigt. »Bürüh-Chan, ein
-Herrscher über 600 Wölfe, lebte bald als ein goldglänzender Wolf,[281]
-bald als Mensch. Der Knabe Altenkök fängt ihn in einer Schlinge und
-fordert von ihm auf den Rat eines Greises die Katze, welche er in seinem
-Zelte hege. Als sie der Knabe nach Hause gebracht, verwandelt sie sich
-in ein schönes Weib; denn sie ist die Tochter des Wolfsfürsten, der nun
-seinem Eidam reiche Mitgift schenkt.«
-
-[Fußnote 273: Hertz. Op. cit., S. 134.]
-
-[Fußnote 274: Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 319.]
-
-[Fußnote 275: Bosquet. Discours de Sorcières, 1608, P. 370. Calmeil. De
-la folie, 1845, T. I, P. 234. Remigius. Daemonolatria, 1698, Bd. 2, S.
-183. Wolfeshusius. De Lycanthropia, 1591, P. 31.]
-
-[Fußnote 276: De Lancre. Tableau de l'inconstance des mauvais anges et
-demons, 1612, P. 321.]
-
-[Fußnote 277: Grimm. Op. cit., S. 873.]
-
-[Fußnote 278: Grimm. Op. cit., S. 915.]
-
-[Fußnote 279: Hertz. Op. cit., S. 71-74.]
-
-Infolge der Aufmerksamkeit, die die Kirche der Angelegenheit schenkte,
-wurden Werwolfverhandlungen zu Ende des Jahrhunderts außerordentlich
-häufig und nahmen in einigen Gegenden, z. B. im Jura, epidemische
-Form[282] an. Die meisten gaben ihre Schuld zu, beschrieben bis ins
-einzelne ihre Verwandlung und ihre nächtlichen Taten, wie sie Menschen
-und Tiere zerfleischten. Die bekanntesten Verhandlungen waren die über
-Gilles Garnier 1573[283] und über Jean Grenier 1603[284]; ersterer wurde
-lebendig verbrannt. Ein Werwolf wurde noch 1720[285] in Salzburg
-hingerichtet. In Frankreich bekam der Glaube im Anfang des 18.
-Jahrhunderts den Todesstoß durch eine anonyme Satire, deren Verfasser
-der Abbé Bordelon war: »Les aventures de Monsieur Oufle«, (Anagramm für
-Foule).
-
-Der Glaube an die wirkliche Existenz von Werwölfen ist keineswegs
-ausgestorben; Krauß[286] erzählt vom Jahre 1888 ein gutes Beispiel dafür
-und, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen kann, glauben die
-französischen Canader[287] noch jetzt fest daran.
-
-[Fußnote 280: Castren. Ethnologische Vorlesungen über die Altaïschen
-Völker, 1857, S. 233.]
-
-[Fußnote 281: Vergl. oben die Beziehungen zwischen Wolf und Glanz oder
-Licht.]
-
-[Fußnote 282: Clodd. Op. cit., P. 83.]
-
-[Fußnote 283: Bodin. Op. cit., P. 192.]
-
-[Fußnote 284: De Lancre. Op. cit., P. 314.]
-
-[Fußnote 285: Riezler. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 286: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 139.]
-
-[Fußnote 287: Beaugrand. La Chasse galerie. Légendes canadiennes, 1900.
-P. 36-54.]
-
-Die Verwandtschaft zwischen dem Werwolf- und dem Inkubusglauben ist nur
-eine indirekte, wie sogleich gezeigt werden soll, doch besteht eine sehr
-enge Verbindung mit dem Aequivalent des Volkes für den Inkubus- nämlich
-dem Alp- und Mahrglauben. Der siebente Sohn ist dazu bestimmt, ein
-Werwolf[288] zu werden, die siebente Tochter eine Mahr.[289] Nach einer
-dänischen Überlieferung wird eine Frau, die das Geburtshäutchen eines
-Füllens über vier Pflöcke spannt und um Mitternacht nackt unten
-durchkriecht, ihre künftigen Kinder ohne Schmerzen gebären, aber alle
-Knaben müssen Werwölfe werden und jedes Mädchen eine Mahr.[290] Dies
-kann man mit folgendem skandinavischen Aberglauben vergleichen: »wenn
-eine Frau sich eine leichte Geburt dadurch verschafft, daß sie unter
-einem Pferdegeschirr durchkriecht, so wird das Kind ein Alp[291]
-werden.« Meyer[292] sagt: »Die Katzen, die unter einen Sarg und von da
-unter das Bett eines Neugeborenen springen, können dasselbe in einen
-Werwolf oder eine Mahr verwandeln.« Hexen haben in dieser Hinsicht
-dieselbe Macht wie Katzen und Kinder, die nicht gegen sie geschützt
-sind, nennt man Heidenwölfe.[293] Der Werwolf gelangt durch
-den Abzugskanal in das Haus, ebenso wie die Mahr durch das
-Schlüsselloch.[294] Man kann einen Werwolf, ebenso wie den Alp[295] und
-die Mahr[296] an den zusammengewachsenen Augenbrauen erkennen. Die
-Kinder der Roggenfrau werden Roggenwölfe.[297] Schließlich geht die
-Befreiung des Werwolfs auf dieselbe Weise vor sich, wie die der Mahr,
-der Schwanenjungfrau u. s. w.
-
-[Fußnote 288: Strackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt.
-Oldenburg., 1867, Band 1, S. 377.]
-
-[Fußnote 289: Kuhn und Schwarz. Norddeutsche Sagen, Märchen und
-Gebräuche, 1848, S. 420.]
-
-[Fußnote 290: Meyer. Op. cit., S. 67. Thorpe. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 291: Von Düringsfeld. Zitiert von Freimark, Op. cit., S. 409.]
-
-[Fußnote 292: Meyer. Op. cit., S. 68.]
-
-[Fußnote 293: Meyer. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 294: Meyer. Op. cit., S. 69.]
-
-[Fußnote 295: Wuttke. Op. cit., S. 275.]
-
-[Fußnote 296: Wolf. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. I, S. 198.]
-
-[Fußnote 297: Mannhardt. Op. cit., S. 31.]
-
-Die Beziehungen zwischen Werwolf- und Vampirvorstellungen sind noch
-enger; vor allem ist im Südosten von Europa der Glaube allgemein, daß
-Werwölfe nach ihrem Tod Vampire[298] werden. Natürlich sind in dieser
-Gegend, wo der Vampirglaube am festesten wurzelt, die beiden
-Vorstellungen aufs engste miteinander verknüpft[299], obwohl zwei der
-besten Autoritäten, Andrée[300] und Krauß[301], behaupten, daß man sie
-immer auseinanderhalten könne. Aber die bloße Tatsache, daß das
-russische Wort volkudlak, ursprünglich Werwolf, in Bulgarien und Serbien
-allgemein (mit lokalen Varianten) zur Bezeichnung des Vampirs[302]
-aufgenommen wurde, spricht unzweifelhaft dafür, daß das Volk eine enge
-Beziehung zwischen den beiden Vorstellungen sieht.
-
-Der Werwolf wird, wenn auch nicht so regelmäßig wie der Vampir, mit der
-Vorstellung vom Tode assoziiert. Die enge Verbindung zwischen dem Wolf
-und den Todesgottheiten des Altertums wurde oben erwähnt. Der
-gespensterhafte Wolf spielt ebenso wie der gespensterhafte wilde Hund
-eine wichtige Rolle als Psychopomp[303] und in späteren Zeiten galt das
-Heulen eines Wolfes oder eines Hundes für ein Todesomen. Er wird mit den
-Vorstellungen von Nachtfahren und Nachtreiten überhaupt in Verbindung
-gebracht. Die feindlichen Nachtfrauen des nordischen Volksglaubens --
-sie gehören zu den Ahnen der mittelalterlichen Hexen -- ritten auf
-Wölfen.[304] Viele Märchen von Werwölfen entstammen offenbar der
-verwandten Vorstellung vom wütenden Heer und der wilden Jagd.
-Peucets[305] Beschreibung von dem nächtlichen Marsch von tausenden von
-Werwölfen, die ein großer Mann mit einer Peitsche aus Eisenringen führt,
--- offenbar der Teufel -- erinnert lebhaft an die zahlreichen
-Erzählungen dieser Art[306]. Nach Mannhardt[307] wäre auch der
-Roggenwolf gleich dem Hunde der wilden Jagd als Seelenbegleiter --
- Psychopomp -- gedacht.
-
-[Fußnote 298: Mannhardt. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S.
-263. Ralston. Russian Folk-tales, 1873, P. 309.]
-
-[Fußnote 299: Hertz. Op. cit., S. 113. Wuttke. Op. cit., S. 278.]
-
-[Fußnote 300: Andrée. Ethnologische Parallelen und Vergleiche, 1878.]
-
-[Fußnote 301: Krauß. Op. cit., S. 137.]
-
-[Fußnote 302: Grimm. Op. cit., S. 916.]
-
-[Fußnote 303: Sikes. British Goblins, 1880, Pp. 233-236.]
-
-[Fußnote 304: Grimm. Op. cit., S. 880-881.]
-
-[Fußnote 305: Peucet. Les Devins, P. 198.]
-
-In dieser Verbindung ist es von Wichtigkeit, daß der Werwolf nicht
-allein ein verwandelter lebender Mensch sein kann, sondern auch ein
-Leichnam, der sich in Gestalt eines Wolfes aus dem Grab erhoben hat.
-Hertz[308] erzählt folgenden Fall: »Ein merkwürdiges Beispiel ist der
-gefährliche und grausame Wolf von Ansbach im Jahre 1685, welcher für das
-Gespenst des verstorbenen Bürgermeisters gehalten wurde.« Der Wolf wurde
-schließlich getötet. »Darauf zog man ihm die Haut ab für die fürstliche
-Kunstkammer, machte ihm von Pappe ein Menschengesicht mit einem
-Schönbart lang und weißgraulich, ein Kleid von gewichster
-fleischfarbrötlicher Leinwand und eine kastanienbraune Perrücke; so
-wurde er auf dem »Nürnberger Berg vor Onolzbach« an einem eigens dazu
-errichteten Schnellgalgen aufgehängt.« Den verwandelten Leichnam hielt
-man gewöhnlich für den eines Verdammten, der in seinem Grab[309] keine
-Ruhe finden konnte. Ein historisches Beispiel dafür ist König Johann
-»ohne Land« von England, dessen Leichnam sich, wie man glaubte, infolge
-einer päpstlichen Exkommunikation in einen Werwolf verwandelt hätte.
-Bosquet[310] schreibt diesbezüglich: »Ainsi se trouva complètement
-réalisé le funeste présage attaché à son surnom de Sans-Terre, puisqu'il
-perdit de son vivant presque tous les domaines soumis à sa suzeraineté,
-et que, même après sa mort, il ne put conserver la paisible possession
-de son tombeau.«
-
-Das Gehaben des Werwolfs erinnert häufig an das des Vampirs; in Armenien
-werden sündige Frauen dadurch bestraft, daß sie sieben Jahre als
-Werwölfe leben müssen; wenn die schreckliche Wolfslust sie überfällt, so
-zerreißen sie zuerst ihre eigenen Kinder, dann die ihrer Verwandten und
-schließlich fremde, ganz ebenso wie die Vampire.[311] Ein anderes
-armenisches Ungeheuer, der Dashnavar, der zwischen Werwolf und Vampir
-steht, saugt das Blut aus den Sohlen der Vorübergehenden, bis sie
-sterben.[312] Nach Hertz[313] ist: »am auffallendsten die Vermischung
-der Vorstellungen von Werwolf und Vampir in Danziger Sagen, wo es heißt,
-man müsse den Werwolf verbrennen, nicht begraben; denn er habe in der
-Erde keine Ruhe und erwache wenige Tage nach der Bestattung; im
-Heißhunger fresse er sich dann das Fleisch von den eigenen Händen und
-Füßen ab, und wenn er nichts mehr an seinem Körper zu verzehren habe,
-wühle er sich um Mitternacht aus dem Grabe hervor, falle in die Herden
-und raube das Vieh oder steige gar in die Häuser, um sich zu den
-Schlafenden zu legen und ihnen das warme Herzblut auszusaugen; nachdem
-er sich daran gesättigt habe, kehre er wieder in sein Grab zurück. Die
-Leichen der Getöteten findet man aber des anderen Tages in den Betten
-und nur eine kleine Bißwunde auf der linken Seite der Brust zeigt die
-Ursache ihres Todes an.« Werwölfe wurden sogar mit den Ghuls vermengt;
-in Frankreich gab es eine besondere Art von Werwölfen, loubins genannt,
-die Nachts herdenweise die Kirchhöfe besuchten, um die Leichen zu
-zerfleischen.[314]
-
-[Fußnote 306: Grimm. Op. cit., Kap. XXXI.]
-
-[Fußnote 307: Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 31.]
-
-[Fußnote 308: Hertz. Op. cit., S. 88.]
-
-[Fußnote 309: Hertz. Op. cit., S. 109.]
-
-[Fußnote 310: Bosquet. La Normandie romanesque et merveilleuse, 1845, P.
-238.]
-
-Wir sehen also, daß das Motiv vom revenant und das der Leichen dem
-Werwolf- und Vampirglauben gemeinsam sind, während von dem Blutsaugen
-des letzteren zu des ersteren Gier nach Zerfleischen nur ein kleiner
-Schritt ist; die beiden Vorstellungen sind also überall ineinander
-verschlungen.
-
-Was die Bedeutung und den Ursprung des Werwolfglaubens betrifft, so muß
-bemerkt werden, daß die wichtigsten Elemente die Verwandlung in Tiere,
-die Gier nach Zerfleischen und das nächtliche Wandern sind. In manchem
-anderen Aberglauben können die beiden letzteren Elemente ohne das erste
-miteinander verbunden werden. So glauben die Thessaler, Epiroten und
-Wallachen an Somnambulisten, die bei Nacht umherwandern und die Menschen
-mit ihren Zähnen zerreißen.[315] Von dieser Vorstellung, nämlich sich
-wie ein Wolf benehmen, ist es zur tatsächlichen Verwandlung nur mehr
-eine Stufe. Daß die Lust am Zerreißen und Zerfleischen eine sadistische
-Tendenz darstellt, ist so offenbar, daß es keiner Besprechung bedarf,
-und viele Autoren[316] haben es bezeugt. Die beiden Ausdrücke können in
-der Tat fast immer miteinander vertauscht werden; die Wolfssymbolik
-eignet sich besonders dazu, dies darzustellen, und die Wirkung wird noch
-dadurch erhöht, daß die Werwölfe für wilder gelten als andere Wölfe. Aus
-der Tatsache, daß eine so intensive Grausamkeit und Wildheit, außer in
-Angstträumen, nur sehr selten zum Bewußtsein kommt, wenigstens nicht in
-demselben Grade, kann man mit Recht mutmaßen, daß eben die Erfahrungen
-der Angstträume eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres
-Aberglaubens spielten. Sadistische Tendenzen erweisen sich bei der
-Analyse in der Regel als eng verknüpft mit Inzestgedanken und stehen in
-Verbindung mit der Vorstellung des Kindes vom Koitus der Eltern, von der
-Feindseligkeit gegen den Vater u. s. w. Es ist vielleicht kein bloßer
-Zufall, daß der Haß gegen den Vater ein besonders auffälliges
-Charakteristikon bei den wirklichen Fällen von Lykanthropie[317] war, d.
-h. dort, wo die Leute sich einbildeten, Nachts in Gestalt von Wölfen
-umherzuwandern.
-
-[Fußnote 311: Hertz. Op. cit., S. 28.]
-
-[Fußnote 312: Stern. Op. cit., S. 359.]
-
-[Fußnote 313: Hertz. Op. cit., S. 89.]
-
-[Fußnote 314: Pluquet. Contes populaires, 1834, P. 14; Donat de
-Hautemer, Loc. cit.]
-
-Der Glaube an das Nachtwandern, d. h. daran, daß eine bestimmte Person
-gleichzeitig an zwei Orten sein kann, stammt wie das wirkliche
-Schlafwandeln sicherlich aus Traumerfahrungen, denn seine Entwicklung
-kann man noch heute bei wilden Völkern beobachten. Man glaubte, daß der
-wirkliche Leib des Werwolfs schlafend im Bett läge, während sein Geist
-in Wolfsgestalt[318] die Wälder durchstreife; ferner fanden sich, wenn
-der Wolf verletzt wurde, die entsprechenden Wunden an dem menschlichen
-Körper, der daheim[319] geblieben war. Die Ähnlichkeit mit den
-Traumvorstellungen der Wilden, auf die im ersten Kapitel hingewiesen
-wurde, ist wohl deutlich; für diese Reiseträume gibt es verschiedene
-Quellen, denn sie können eine beträchtliche Anzahl verdrängter Wünsche
-symbolisieren, so den Wunsch nach Freiheit von Zwang, den der Wolf sehr
-gut darstellt[320], und besonders nach Unabhängigkeit vom Vater, nach
-erhöhter Potenz, die durch schnelle Bewegung symbolisiert wird, u. s. w.
-Die letzte Quelle des Interesses an der Bewegung muß man in der
-sexuellen Färbung angenehmer Empfindungen dieser Art suchen, die das
-Kind[321] hatte.
-
-[Fußnote 315: Stern. Op. cit., S. 360. Siehe auch Schmidt. Volksleben
-der Neugriechen, Band 1, S. 166.]
-
-[Fußnote 316: E. g. bei Clodd. Op. cit., P. 84.]
-
-[Fußnote 317: De Lancre. Op. cit., P. 317.]
-
-Werwolf- und Inkubusglauben können als die beiden entgegengesetzten
-Seiten desselben Motivs angesehen werden; bei letzterem ist die
-Aufmerksamkeit auf die Person konzentriert, die im Schlaf durch ein
-Ungeheuer überfallen wird, bei ersterem auf das Ungeheuer, das den
-Schläfer angreift. Die masochistische Komponente des Motivs ist bei dem
-einen, die sadistische bei dem anderen vorherrschend. Der Werwolfglaube
-besteht also im wesentlichen in der Ausbildung und Modifizierung der
-einfacheren Inkubusvorstellung.
-
-
-
-
- VI.
- Der Teufelsglaube.
-
-
-Bei der Zusammensetzung der Idee des Teufels hat eine fast unzählbare
-Menge verschiedener Faktoren mitgewirkt. Das analytische Studium
-ähnlicher Bildungen der menschlichen Phantasie, beispielsweise der
-psychoneurotischen Symptome, zeigt, daß die meisten dieser Faktoren nur
-Nebenbeiträge darstellen, da jede Phantasie um _einen_ nucleus herum
-gruppiert ist. Es kann unsere Aufgabe nicht sein, die Enträtselung
-dieser beitragenden Faktoren zu versuchen, und wir wollen von den
-zahlreichen Problemen, die der Gegenstand enthält, die folgenden drei
-für unsere Erörterung auswählen; 1. Was ist die eigentliche und
-wesentliche Bedeutung des Teufelsglaubens? 2. Wieso wurde er in einer
-bestimmten Epoche so bedeutungsvoll und scharf umrissen? 3. In welcher
-Verbindung steht er mit der Erfahrung des Angsttraumes?
-
-[Fußnote 318: Ein gutes Beispiel dafür ist ausführlich beschrieben bei
-Lerchheimer. Ein christliches Bedenken und Erinnerung von Zauberei,
-Dritte Auflage, 1597, Kap. XII.]
-
-[Fußnote 319: Wolf. Niederländische Sagen, Nr. 242, 243, 501.]
-
-[Fußnote 320: Conway. Op. cit., P. 141.]
-
-[Fußnote 321: Freud. Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, 2. Aufl.,
-1910, S. 53, 54.]
-
-Daß der Teufel nicht vom Himmel erzeugt wurde, wie die Theologen noch
-heute lehren, sondern vom Menschengeist, kann als erwiesen gelten; so
-sagt Graf[322]: »Er wurde nicht vom Himmel herabgestürzt, sondern erhob
-sich aus den Abgründen der menschlichen Seele«. Und daß diese
-»Abgründe«, wenn man ihre Entstehung untersucht, eine durchaus bestimmte
-Bedeutung erhalten, daran läßt sich wohl kaum zweifeln. Freud[323]
-schreibt: »Der Teufel ist doch gewiß nichts anderes als die
-Personifikation des verdrängten unbewußten Trieblebens« und
-Silberer[324] sagt: »Der Teufel und die finsteren dämonischen Gestalten
-der Mythen sind, psychologisch genommen, funktionale Symbole,
-Personifikationen des unterdrückten, nicht sublimierten elementaren
-Trieblebens.« Unser Problem ist es also, herauszufinden, _welche_
-Komponenten dieses Trieblebens die Quelle des Teufelsglaubens bilden.
-
-Unzweifelhaft gehört die Frage des Teufelsglaubens in die Reihe jener
-Probleme, die mit dem Angstgefühl zusammenhängen; seine ganze Geschichte
-ist eine Geschichte der ununterbrochenen Angst und mit diesem Gefühle
-war er so unlösbar verbunden, daß die Gegenwart eines verkleideten
-Dämons durch die Angst und den heftigen Schrecken, den sie zurückließ,
-entdeckt werden konnte; denn ihre Wirkung auf die Anwesenden war so
-stark, daß diese am ganzen Körper gelähmt, stumm oder eisig kalt
-wurden.[325] Zum Ausgangspunkt für unsere Untersuchungen wollen wir eine
-Bemerkung Pfisters[326] nehmen, in der er den Teufelsglauben auf
-»infantile Angsterlebnisse« zurückführt. Da die Entstehungsursache der
-infantilen Angst jetzt bekannt ist[327], liegt es nahe, die
-Beschreibungen des Teufelsglaubens im Lichte dieser Kenntnis zu
-betrachten. Dieses Verfahren hat mich zur Formulierung der folgenden
-Schlüsse gelangen lassen, deren Beweis sogleich mitgeteilt werden soll:
-_Der Teufelsglaube ist hauptsächlich eine Projektion zweier Kategorien
-von verdrängten Wünschen, die beide im letzten Grunde auf die infantile
-Ödipus-Situation zurückgehen;_ a) _der Wunsch, gewisse Eigenschaften des
-Vaters nachzuahmen_; b) _der Wunsch, dem Vater Trotz zu bieten; mit
-anderen Worten, abwechselnd Wettstreit mit dem Vater und Feindseligkeit
-gegen ihn_. Aus beiden Quellen fließt verdrängtes Material; auch die
-erste unterscheidet sich von jener Frömmigkeit, die sich später durch
-den Glauben an Gott äußert, dadurch, daß sie enger mit der Bewunderung
-für die dunklere »böse« Seite in dem Charakter des Vaters zusammenhängt.
-Im ersten Falle personifiziert der Teufel den Vater, im zweiten den
-Sohn; er stellt also die unbewußte Stellungnahme zum Sohn-Vater-Komplex
-dar, wobei bald die eine, bald die andere Seite besonders hervortritt.
-Dem ist hinzuzufügen, daß die entsprechende weibliche Ödipus-Situation
-ebenfalls Material beigestellt hat, das jedoch minder wichtig ist; darum
-soll der Vereinfachung halber das Problem hauptsächlich mit den
-Ausdrücken für den männlichen Komplex erörtert werden, von dem der
-andere in vieler Hinsicht nur ein Duplikat ist.
-
-[Fußnote 322: Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, 2. Aufl. Übersetzt
-von Teuscher, 1893, Seite 2.]
-
-[Fußnote 323: Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre,
-Zweite Folge, 1909, S. 136.]
-
-[Fußnote 324: Silberer. »Phantasie und Mythos«. Psychoanalytisches
-Jahrbuch, 1910, Band 2, S. 592.]
-
-Wenn wir nun zunächst das zweite der oben erwähnten Probleme aufnehmen,
-müssen wir sogleich auf die rein historische Betrachtungsweise
-verzichten; für diese sei der Leser auf Bücher wie die von Conway,
-Grimm, Roskoff, Gener verwiesen, unter denen insbesondere das
-letzterwähnte durch seine Reichhaltigkeit und gründliche philosophische
-Fundierung hervorragt. Ein kurzer Auszug aus einigen der wichtigsten
-historischen Angaben ist jedoch für unsere Orientierung unerläßlich. Der
-erste Punkt, auf den hier Gewicht gelegt werden muß, ist die Tatsache,
-daß die Teufelsidee in der genauen Bedeutung des Wortes ausschließlich
-dem Christentum angehört, da die früheren Angaben nur das bloße Material
-bilden, aus welchem die eigentliche Vorstellung geformt wurde; für unser
-Problem müssen wir also kurz die Art dieses früheren Materials erörtern.
-
-[Fußnote 325: Graf. Op. cit., S. 67-68.]
-
-[Fußnote 326: Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf,
-1910, S. 94.]
-
-[Fußnote 327: Freud. Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben,
-Psychoanalytisches Jahrbuch, 1909, Band 1, S. 1.]
-
-Die Vorstellung von bösen, übernatürlichen Kräften ist, obwohl nicht
-überall verbreitet, doch unter den wilden Völkern[328] sehr häufig und
-war es auch unter den Kulturvölkern des Altertums; überprüft man aber
-die einzelnen Zeugnisse genauer, so fällt es auf, daß die betreffenden
-Kräfte nur äußerst selten als rein böse vorgestellt wurden. Fast die
-einzige Ausnahme ist der persische Ahriman, wie er in der Zend-Avesta
-(Vedida-Abschnitt) geschildert wird. Man kann deshalb behaupten, daß vor
-dem Christentum keine scharfumrissene Vorstellung von einem
-übernatürlichen Wesen, dessen Beruf das Böse war, existierte. Der
-brahmanische Vritra, der buddhistische Siva, der ägyptische Set (oder
-Typhon), der griechische Pan, der germanische Loki waren alle zweifellos
-Götter, die nicht nur versöhnt, sondern auch verehrt werden mußten, und
-sie alle waren grundsätzlich verschieden von dem Teufel des
-Mittelalters. Griechenland war, wie nach seinen anderen herrlichen
-Eigenschaften zu erwarten stand, ausgezeichnet durch die geringe Rolle,
-welche die Angstgefühle in seiner Theologie spielten. Auf den ersten
-Blick scheint das Judentum dem Hellenismus in bezug auf die geringe
-Entwicklung der bösen Wesen in seiner Theologie zu gleichen, aber die
-Gründe waren in beiden Fällen ganz verschieden. Es ist dabei die
-bezeichnende Tatsache festzuhalten, daß gleichzeitig mit der Entwicklung
-der Satanvorstellung, welche dem babylonischen Exile folgte und entweder
-durch den persischen Ahriman oder, was Robertson[329] für
-wahrscheinlicher hält, durch den babylonischen Ziegengott beeinflußt
-war, der Charakter der Yahweh-Idee wechselte und sich der modernen
-Vorstellung einer wohltätigen Gottheit weit mehr näherte. In der
-früheren Geschichte der Juden waren in Yahweh die Eigenschaften sowohl
-von Gott wie vom Teufel miteinander verbunden und alles, Böses wie Gutes
-stammte ohne Zwischenglied von ihm. M. Graf[330] sagt darüber: »Man
-braucht nur einigermaßen auf das Wesen Jehovas zu achten, um sogleich
-gewahr zu werden, daß neben einem solchen Gotte für einen Teufel wenig
-Platz übrig ist.« Conway[331] bemerkt im selben Sinne: »Die Juden hatten
-ursprünglich keinen Teufel, ebensowenig wie irgend ein anderes Volk und
-dies aus dem offensichtlichen Grunde, weil ihr sogenannter Gott zu jedem
-moralischen Übel für fähig galt, für das ein Urheber gefunden werden
-sollte« und Gener[332] sagt von dem jüdischen Gotte: »Il est dieu et
-diable à la fois; mais plus fréquemment il est diable.«
-
-[Fußnote 328: Siehe Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 1, S.
-17-23.]
-
-Das Beispiel des Judentums ist besonders lehrreich, weil es zur Lösung
-der Streitfrage beiträgt, ob die Vorstellung des Teufels eine
-selbständige Entstehungsgeschichte besitzt, wie es die Theologie
-behauptet, oder das Resultat jenes mythologischen Prozesses ist, den wir
-als Auseinanderlegung kennen, wobei verschiedene Eigenschaften einer
-ursprünglich einheitlichen Persönlichkeit mit einer selbständigen
-Existenz begabt werden, so daß mehrere verschiedene Persönlichkeiten in
-Erscheinung treten. Die Tatsache allein, daß die Scheidung der
-Vorstellung von Gott und Teufel ein späteres Stadium der
-Kulturentwicklung bezeichnet und der ursprünglichen Auffassung, daß
-übernatürliche Wesen zu gleicher Zeit gut und böse sind, nachfolgt,
-spricht nachdrücklich zu Gunsten der letzteren Hypothese und dies wird
-durch das Beispiel des Judentums erheblich verstärkt. Nach einer
-detaillierten Darstellung dieses Sachverhaltes erörtert Gener[333] die
-Frage, ob Satan 1. einen der degradierten Götter der benachbarten Stämme
-nach der Besiegung durch Yahweh, 2. den Hazazel des Levitikus oder 3.
-einfach eine abgetrennte Emanation Yahwehs selbst, nach seinen eigenen
-Worten ein »dédoublement« darstellt. Er entscheidet sich zu Gunsten der
-letzten Anschauung, welche offenbar die richtige ist, was nicht nur
-durch die ganze Entwicklungsgeschichte Yahwehs, sondern auch durch
-Satans eigenes Benehmen bewiesen wird; im Buche Hiob erscheint er als
-der treue Diener Yahwehs, als eine Art intelligenter Detektiv, der die
-Leute erprobt und ihre Schwächen ausfindig macht. Conway[334] ist
-derselben Meinung, sogar bezüglich des erheblich anders gearteten
-Teufels des Neuen Testaments: »Die Schilderungen des Teufels in der
-Bibel sind in der Hauptsache von den alten Schilderungen der Elohim und
-Jehovas in seinem elohistischen Charakter geborgt.«
-
-[Fußnote 329: Robertson. Pagan Christ, 1903, P. 84.]
-
-[Fußnote 330: Graf. Op. cit., S. 18.]
-
-[Fußnote 331: Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. 56.]
-
-[Fußnote 332: Gener. La Mort et le Diable.]
-
-Dieser Schluß wird durch die Betrachtung der Etymologie des Wortes
-Teufel (altdeutsch Tuivel, englisch devil, französisch diable)
-unterstützt. Wie das verwandte griechische »diabolos«, geht es im
-letzten Grunde auf die Ur-Wurzel D Y V zurück, die wir im Sanskrit in
-zwei Formen antreffen, div und dyu, deren anfängliche Bedeutung »zünden«
-war. Von der ersten kommt außer Teufel der germanische Tius, Tiwas oder
-Zio, der griechische theos, lateinisch deus oder divus, französisch
-dieu, cymrisch diw, lithauisch diewas, Zigeunersprache dewel, die alle
-»Gott« bedeuten; dasselbe Wort dewa bedeutet dem Brahmanen Gott und dem
-Perser und Parsen Teufel. Von der zweiten Form kommt das indische Djaos
-(der brahmanische Himmelsgott), das griechische Zeus (Z = Dj),
-lateinisch Jupiter, (altlateinisch Diovis). Dieselbe merkwürdige
-Polarität ist bei den unpersönlichen Worten zu konstatieren, die aus
-dieser Wurzel stammen: einerseits das lateinische »dies«, das keltische
-dis = Taggestirn, Sanskrit dyaos = Tag und anderseits das arische dhvan
-(wovon das griechische thanatos) = Tod, germanisch devan = sterben,
-arisch dvi = fürchten, griechisch deos = Schrecken. Ja sogar die
-eigentlichen Polaritätsausdrücke haben einen ähnlichen Ursprung. Das
-Sanskrit dva, lateinisch duo, englisch two, cymrisch deu bedeuten alle
-»zwei« (vgl. englisch double = zweifach mit althochdeutsch deudel =
-Teufel). Auch das Wort »Zeugen« soll aus derselben Quelle stammen,
-während das griechische dys ebenso sehr entzwei wie böse bedeutet.[335]
-
-[Fußnote 333: Gener. Op. cit., S. 389-391.]
-
-[Fußnote 334: Conway. Loc. cit.]
-
-Die Zunahme des Christentums brachte der Teufelsidee neue Nahrung, da
-sie die einzig mögliche Erklärung für das noch immer in der Welt
-verbreitete Böse war. Dies war auch als Folge des vom Christentum
-geforderten Verzichtes auf die sündige Weltlust unvermeidlich. Ein
-solcher Verzicht wurde von manchen Sekten viel weiter getrieben als von
-der Mutterkirche und diese entwickelten die Teufelsidee auch in einem
-entsprechend höheren Grade. Viele der alten Gnostiker hatten an ein
-Wesen geglaubt, in dem die guten und bösen Eigenschaften gemischt waren,
-nämlich an den Demiurgos, den Weltschöpfer und Feind Christi, und unter
-dem Einflusse der degenerierten Form von Zoroasters Lehre, wie sie von
-dem Perser Mani im 3. Jahrhundert gelehrt wurde, hatten die Manichäer
-diese Idee zu einem vollständigen System ausgebaut. Darin galt die ganze
-Natur, alle Tiere, alle weltlichen Gelüste als des Teufels Reich. Um das
-11. Jahrhundert ging diese Sekte und andere in dem Konglomerat auf, das
-unter dem Namen »Katharer« bekannt ist, nach dem Kater, in dessen
-Gestalt sie Luzifer anzubeten pflegten; auch die Albigenser legten
-großes Gewicht auf die Sündigkeit der Natur. Diese Umstände hatten auf
-die katholische Kirche doppelten Einfluß. Einmal drangen diese Lehren in
-ihren Körper ein und verstärkten den ursprünglichen Glauben an die
-notwendige Sündhaftigkeit weltlicher Wünsche ungemein, so daß die
-Auffassung des Begriffes Sünde ein nie vorher oder nachher gekanntes Maß
-erreichte. Auf der anderen Seite benutzte sie planmäßig die Teufelsidee
-als kräftige Waffe im Kampf gegen alle Ketzereien, welche sie als vom
-Teufel stammend erklärte.
-
-[Fußnote 335: Von besonderem psychologischen Interesse ist die folgende
-Tatsache:
-
-Der gebräuchliche englische Euphemismus für Teufel lautet deuce
-(altenglisch dewes), was auf den ersten Blick direkt von der
-obengenannten Quelle zu kommen scheint. (Cf. Zeus und bei St. Augustinus
-Dusius = inkubus.) Nach der Ansicht Skeats entstand es jedoch auf
-folgende Weise: Sein ursprünglicher Sinn, in welchem es noch heute
-allgemein gebraucht wird, war die Bezeichnung der zwei bei den Würfel-
-und Kartenspielen, für welche es in den Zeiten der Plantagenet vom
-französischen »deux« in Gebrauch kam. Die Verlust-Zwei bei diesen
-Spielen bedeutete natürlich Unglück und wurde deshalb mit dem Teufel in
-Verbindung gebracht, anfänglich als Ausruf »Oh the deuce«; der Glaube,
-daß diese Spiele vom Teufel erfunden seien und ihm gehören, hat diese
-Verbindung wahrscheinlich fester geknüpft. Als Erfolg dieser auf Umwegen
-erfolgten Vereinigung hat das Wort zwei Bedeutungen, die fast ganz
-identisch sind mit jenen des griechischen dys, welches ihm in der
-Aussprache ähnelt und etymologisch verwandt ist.]
-
-Diese Waffe brauchte die Kirche schon in ihrem Kampfe gegen die
-nichtchristlichen Religionen. St. Paul selbst (1 Kor. X. 20) hatte
-erklärt, die heidnischen Götter seien nichts als Dämonen, und die Kirche
-wandte diese Lehre mit gewissenhaften Details auf einen Gott nach dem
-anderen aus den klassischen und heidnischen Theologien an. Bald stellte
-es sich jedoch heraus, daß es unmöglich sei, auf diesem einfachen Wege
-zu beharren, und man entschloß sich -- offiziell der erste war
-Papst Gregor I. im Jahre 601 -- auf der Basis der berühmten
-»_Verschmelzungstheorie_« zu einer gründlichen Verschmelzung und
-Durchdringung des Christentums mit anderen Religionen. Die Feste, Kulte
-und persönlichen Attribute der fremden Gottheiten wurden unter die
-christlichen verteilt, wobei einige an Christus, Gott, Maria und die
-zahlreichen Heiligen fielen, andere an den Teufel und sein Gefolge.[336]
-
-Infolgedessen stammen die physischen und geistigen Eigenschaften des
-mittelalterlichen Teufels aus den allerverschiedensten außerchristlichen
-Quellen. Es seien nur einige Beispiele genannt[337]: Wie Pan, die
-Personifikation der Natur, vereinigte er menschliche und tierische
-Eigenschaften, lebte an einsamen Orten oder in Höhlen und erschreckte
-die Menschen plötzlich (Panik, panischer Schrecken); seinen
-ziegenähnlichen Körper, die gespaltenen Hufe und den Schweif erbte er
-von Pan und den anderen Satyren, von den germanischen Waldgeistern und
-dem Thor geweihten Bocke. Von Thor kam auch sein roter Bart, seine
-Gewohnheit, Brücken zu bauen, und sein übler Geruch; die letztgenannte
-Eigenschaft hängt sowohl mit der Vorstellung als Ziege wie mit dem
-Schwefelgeruch, den ein Donnerwetter hinterläßt, zusammen, so wie auch
-einer von seinen Beinamen »Hammer«[338] von Thors Blitzhammer her
-genommen war. Wie Zeus und Wotan hatte er besondere Herrschaft über das
-Wetter und dem letzteren schuldet er seinen Pferdefuß und den Raben als
-geweihtes Tier. Wie Wotan eilte er in einer Nachtfahrt dahin und
-entführte die Leute als wilder Jäger; bei solchen Anlässen trug er meist
-Wotans Gewand, entweder einen grauen Mantel und einen breitkrempigen Hut
-tief in die Stirne gedrückt oder einen grünen Rock mit einer Feder auf
-dem Hut. Beide, der Teufel und Wotan, galten als Erfinder des
-Würfelspiels, das später durch die Karten ersetzt wurde, und bis heute
-sind im puritanischen England die Karten unter dem Namen: »Das Spiel des
-Teufels« bekannt. Wie Wotan war er auch ein kunstvoller Schmied und
-Baumeister und sein altdeutscher Name war der des Schmiedes Voland oder
-Wieland (Englisch Weyland, unser modernes St. Valentin), der von Wotan
-abstammte. Der Teufel wird oft hinkend abgebildet, eine Eigenschaft, die
-mit der letztgenannten in einem merkwürdigen Zusammenhang steht. Nicht
-nur der deutsche Schmied Wieland (= Wotan) hinkte, sondern ebenso der
-griechische Hephaistos (Vulkan), der von Zeus aus dem Himmel geworfen
-wurde, wie der persische Teufel Aeshma (der biblische Asmodeus); einer
-der beiden Böcke, die Thors Wagen zogen, hinkte ebenfalls, ebenso wie
-das Pferd, das Baldur trug. Wie Loki, der böse Feuergott, wurde der
-Teufel von den Göttern gefesselt und mußte den Tag der Befreiung
-erwarten. Seine schwarze Farbe stammt von Saturn, der wie Simrock[339]
-sagt, mit Loki identifiziert wurde und vom indischen Vritra, dem Gott
-der Finsternis. Die Fackel unter seinem Schwanz ist den römischen
-Bacchanalien entnommen.[340] In früheren Zeiten erschien der Teufel den
-Christen tatsächlich in der Gestalt klassischer Götter: so erschien er
-im 4. Jahrhundert St. Martin manchmal in Jupiters Gestalt, manchmal als
-Venus oder Minerva; diese Formen finden sich sogar noch im 12.
-Jahrhundert.
-
-[Fußnote 336: Es ist selbstverständlich unnötig, hier Einzelheiten
-dieses interessanten Vorganges wiederzugeben. In bezug auf die
-germanischen Religionen wurde er von Grimm auf das gründlichste
-erforscht.]
-
-[Fußnote 337: Siehe Grimm, Deutsche Mythologie, 4. Ausgabe, 1876, Kap.
-XXXIII. Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S.
-35-37. Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. 1 und 2 u. s. w.]
-
-[Fußnote 338: Auf die phallische Bedeutung dieses Hammers wurde von Cox,
-I. Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, P. 115, und Meyer,
-Germanische Mythologie, 1891, S. 212, hingewiesen.]
-
-Wenn wir uns nun fragen, warum der Teufelsglaube im Mittelalter so um
-sich griff, so ist die Antwort offenbar in den besonderen sozialen und
-religiösen Bedingungen jener Periode zu suchen; doch sind alle hier
-maßgebenden Faktoren so untereinander verwickelt, daß nur die ganz
-allgemein wirkenden hier erwähnt werden können. Als Beispiele dieser
-Verwicklung sei der in letzter Zeit geführte Nachweis erwähnt, daß so
-weit entfernt liegende Tatsachen wie das neueingeführte Banksystem[341]
-und die Verbesserung der Städte-Architektur[342] indirekt einen
-erheblichen Einfluß ausübten. Doch kann kein Zweifel bestehen, daß der
-Hauptantrieb von der Kirche selbst kam. Durch das Ausbleiben der von ihr
-prophezeiten Ereignisse (Weltende im Jahre 1000 und mehreres dieser Art)
-und durch Skandale[343] im Innern in ihrer Existenz diskreditiert, durch
-mächtige Ketzersekten[344] bedroht, von politischen und religiösen
-Spaltungen zerrissen, war sie im 12. Jahrhundert in einer Lage, die sie
-zu den verzweifeltsten Mitteln zwang. Es war ein bequemer Ausweg, alle
-ihre Schwierigkeiten durch die Tätigkeit des Teufels zu erklären und so
-dem Volke Furcht einzujagen. Dieses befand sich damals im Zustand des
-entsetzlichsten Elends; die Verheerung durch Krieg[345] und Seuchen[346]
-und das drückende Gefühl der Sündhaftigkeit, von dem jeder einzelne
-erfüllt war, ließen alle zur leichten Beute für die Lehren der Kirche
-werden. Ja diese wirkten über ihren Zweck hinaus, denn das Volk, welches
-durch die offensichtliche Unfähigkeit Gottes und der Kirche, dem Elend
-Abhilfe zu schaffen, in Verzweiflung gestürzt worden war, nahm die Lehre
-von den wunderbaren Kräften des Teufels gierig auf und flüchtete sich zu
-ihm; wahrscheinlich war es die Bestimmtheit der Abmachungen in den
-bekannten Teufelspakten, die eine größere Anziehungskraft ausübte als
-die endlosen und unwirksamen Gebete zu Gott. Die Ausdehnung des Glaubens
-an den Einfluß des Teufels, selbst bei den trivialsten Ereignissen war
-so groß, daß man Berichte aus jener Zeit nicht lesen kann, ohne zu
-denken, daß Europa von einer Massenzwangsneurose heimgesucht wurde; die
-Arten seiner Einwirkung waren so zahlreich, daß sie nach Wier[347] unter
-44.435.556 Unterteufel aufgeteilt werden mußten, und ein einziges Weib,
-Johanna Seiler, wurde gar von nicht weniger als 100 Millionen Teufel
-durch Exorzismus befreit[348].
-
-[Fußnote 339: Simrock. Handbuch der deutschen Mythologie, S. 346.]
-
-[Fußnote 340: Hedelin. Des satyres, brutes, monstres et démons. (1627)
-1888 Edition, p. 129.]
-
-[Fußnote 341: Gener. Op. cit., P. 582.]
-
-[Fußnote 342: Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im
-Mittelalter. 1900. S. 329.]
-
-[Fußnote 343: Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. VI.]
-
-[Fußnote 344: Gener. Op. cit., P. 566. -- Hansen. Op. cit., P. 214.]
-
-Der bedeutendste Faktor war jedenfalls die nachdrückliche Verdrängung
-weltlicher Wünsche und Begierden, die von der Kirche gefordert wurde und
-die den Ausbruch nach anderen Richtungen zur Folge haben mußte. Ein
-gutes Beispiel hiefür liefert das Verhalten der Kirche gegen die
-Wißbegierde, welche sie, wie wohlbekannt vom Gipfel bis zur Wurzel
-verwarf und beinahe als Quelle alles Bösen auffaßte. Der unterdrückte
-Wissenstrieb nahm infolgedessen niemals so bizarre Formen an wie im
-Mittelalter, mit seiner leidenschaftlichen Suche nach dem Stein der
-Weisen, dem elixir vitae und dem absoluten Lösungsmittel, mit seiner
-Hingabe an Astrologie und Alchemie und seinem Interesse an magischen
-Prozeduren aller Art; wir finden hier den für die Zwangsneurose
-charakteristischen Glauben an die »Allmacht der Gedanken«[349] seinen
-höchsten Punkt erreichen. Diese Wißbegierde wurde mit der Vorstellung
-vom Teufel aufs innigste verknüpft, was ja auch von der Kirche förmlich
-gelehrt wurde, und der Anfang der Hexenepidemie war die Verfolgung von
-Zauberern. Ungewöhnliches Wissen wurde ohne weiteres als Folge eines
-Teufelspaktes betrachtet und war z. B. der Grund, der den Papst
-Sylvester II. im 10. Jahrhundert dessen verdächtig machte.
-
-[Fußnote 345: Unter diesen scheinen der Einbruch der Mongolen, der
-Kreuz- und der 100jährige Krieg zwischen England und Frankreich den
-meisten Einfluß ausgeübt zu haben.]
-
-[Fußnote 346: Roskoff. Op. cit., Bd. 2, S. 113-117 gibt eine ergreifende
-Schilderung davon.]
-
-[Fußnote 347: Louandre. Sorcellerie, P. 37. Collin de Planey.
-Dictionnaire infernal, 1818, T. I, P. 166.]
-
-[Fußnote 348: Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 11.]
-
-Diese Unterdrückungstendenz der Kirche traf natürlich vor allem die
-sexuellen Impulse. Die Sexualverdrängung hat zu verschiedenen Zeiten
-_verschiedene Formen angenommen_, das ist eine kulturhistorisch höchst
-bedeutsame Tatsache. In dem vergangenen Jahrhundert z. B. scheint sie
-vor allem gegen exhibitionistische Tendenzen gerichtet gewesen zu sein,
-mit einer deutlichen Ausdehnung auf die exkrementellen Funktionen; die
-Sexualität wird daher heute eher »schamlos« oder »abstoßend« als
-»sündhaft« gefunden. Im frühen Mittelalter war die Verdrängung gegen die
-Sexualbetätigung im allgemeinen, die an und für sich als sündhaft galt,
-und im besonderen mit ganzer Kraft gegen den Inzest gerichtet[350]; dies
-ist um so verständlicher, weil christliche Theologie im weiten Maße die
-Glorifizierung einer Inzestmythe[351] ist. Hand in Hand damit scheint
-aber infolge der Schwierigkeiten der Ehe, welche die besonderen sozialen
-und ökonomischen Verhältnisse mit sich brachten[352], infolge der
-geringen Bevölkerungsdichte und der Häufigkeit des Zölibats aus
-religiösen Motiven, der Inzest in dieser Epoche ungewöhnlich häufig
-vorgekommen zu sein.[353] Wenn daher, wie hier behauptet wird, die
-Teufelsidee vor allem ein Inzestsymbol darstellt, so war sie für die
-Bedürfnisse des Zeitalters sehr geeignet und die Tatsache, daß die
-Teufelsanbetung eine Karikatur des christlichen Gottesdienstes war,
-erhält vermehrte Bedeutung. Es ist besonders bemerkenswert, daß das
-Hauptverbrechen, das beim Hexensabbat verübt wurde, der Inzest war.
-Michelet[354] schreibt darüber: »Selon ces auteurs (De Lancre etc.) ....
-le but principal du sabbat, la leçon, la doctrine expresse de Satan,
-c'est l'inceste.«
-
-[Fußnote 349: Freud. Psychoanalytisches Jahrbuch 1909, Band I, S. 411.]
-
-[Fußnote 350: Westermarck (The History of Human Marriage, 1891, P. 155)
-spricht die interessante Ansicht aus, daß alle Sexualverdrängung aus der
-Reaktion gegen den Inzest entstanden ist.]
-
-[Fußnote 351: Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden,
-1909, S. 46-51.]
-
-Nach dieser äußerst unvollständigen Erörterung des zweiten Problems
-können wir zu dem ersten zurückkehren. Der Beweis zu Gunsten der oben
-gegebenen Lösung kann am besten unter verschiedenen Gesichtspunkten
-geführt werden. Da der Teufel die »bösen« Seiten sowohl des Vaters wie
-die des Sohnes personifizieren kann und da die Beziehung zwischen Vater
-und Sohn in der Ödipus-Situation sowohl die Nachahmung als auch die
-Feindseligkeit zum Inhalt haben kann, finden wir ihn im Sinne vier
-verschiedener Auffassungen vorgestellt, die allerdings nie streng
-voneinander gesondert sind. Der Teufel kann also darstellen:
-
- 1. den Vater, gegen den Bewunderung empfunden wird,
-
- 2. den Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden wird,
-
- 3. den Sohn, der den Vater nachahmt und
-
- 4. den Sohn, der dem Vater Trotz bietet.
-
-In dieser Reihenfolge sollen die Auffassungen erläutert werden; es wird
-sich zeigen, daß jede derselben mehr als eine der ursprünglichen
-Tendenzen darstellen kann.
-
-[Fußnote 352: Gener. Op. cit., P. 617.]
-
-[Fußnote 353: Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 156-159.]
-
-[Fußnote 354: Michelet. Op. cit., P. 155.]
-
-
- 1. Der Vater, gegen den Bewunderung empfunden wird.
-
-Diese Auffassung ist weitaus die häufigste. Ein wichtiger Grund hiefür
-ist ihre bisexuelle Entstehung; sie dient nämlich nicht nur zur
-Darstellung der Bewunderung des Sohnes für den Vater, sondern auch für
-die verdrängte (libidinöse) Liebe der Tochter.
-
-In erster Linie sind die wunderbaren Kräfte des Teufels zu beachten, die
-jene gewöhnlicher Wesen weit übersteigen. Nach dem Glauben der
-Manichäer, der das Christentum stark beeinflußte, war er direkt der
-Schöpfer der Körperwelt und vereinigte in sich alle übernatürlichen
-Kräfte. Er lenkte Donner und Blitz, Wind und Regen, obgleich diese
-vorher mehreren Göttern als Attribut zugeteilt worden waren. Auf die
-infantilsexuelle Symbolik in diesem Glauben kann hier nicht eingegangen
-werden; Abraham[355] hat einen Teil davon (den Blitz) behandelt und die
-mythologische Bedeutung des Regens (= semen) ist wohlbekannt. Ich will
-nur die Flatus-Symbolik des Donners erwähnen[356]; wir haben oben
-gesehen, daß der Gestank des Teufels hauptsächlich von seiner Fähigkeit
-zu »Donnern« abgeleitet wurde. Es ist beachtenswert, daß die Macht des
-Teufels sich hauptsächlich auf _geheime_ und _Zauberdinge_ bezog. Er war
-der Meister aller verbotenen Künste, der sogenannten »schwarzen Kunst«,
-darum war er die wichtigste Stütze für Zauberer und andere Leute, die
-entweder nach verbotenem Wissen oder nach Kräften verlangten, die über
-ihre natürlichen Anlagen hinausgingen.
-
-Diese Kräfte wurden Menschen in verzweifelter Lage zur Verfügung
-gestellt, meist auf gewisse Bedingungen hin, -- daß sie fortan dem
-Teufel angehören wollen und seine Gebote befolgen; das erinnert an die
-Eltern, die irgend eine Sache für ihre Kinder tun wollen unter der
-Bedingung, daß sie gut, d. h. folgsam sein wollen. In vielen Legenden
-tritt der Teufel als freundlicher Helfer der Menschen auf, der sie in
-schweren Lagen unterstützt und vor Ungemach schützt, insbesondere die
-Witwen und Waisen (!); eine Anzahl dieser Geschichten erzählen
-Conway[357] und Wünsche.[358] Wir sehen den Teufel die Rolle des gütigen
-Vaters übernehmen.
-
-[Fußnote 355: Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 29, 30 u. s. w.]
-
-[Fußnote 356: Le Tonerre ce n'est qu'un pet; c'est Aristophane qui le
-dit. (Bibliotheca Scatalogica, Art. »Oratio pro Guano Humano«)
-Harrington (The Metamorphosis of Ajax. 1596, P. 94) erinnert an das
-Abenteuer des guten Sokrates, der, als ihn Xantippe mit einem Nachttopf
-gekrönt hatte, ihn auf seinem Kopf und Schultern forttrug und zu denen,
-die über ihn lachten, sprach:
-
- »Niemals ward dies als Wunder geacht',
- Daß Regen folgt, hat der Donner gekracht.«]
-
-Sehr auffällig ist die Tatsache, daß der Teufel des Mittelalters in alle
-Legenden, die früher von _Riesen_ erzählt worden waren, aufgenommen
-wurde, da die Riesen die mythologische Umbildung der Auffassung des
-Kindes von seinen Eltern sind.[359] Die drei Hauptvorstellungen, die
-vereinigt werden, sind Alter, Kraft und Größe. Eine der
-hervorstechendsten Eigenschaften des Teufels war sein hohes Alter[360]
-und viele seiner Beinamen z. B. die englischen: _Old_ Nick (Hnikar),
-_Old_ Davy scheinen darauf hinzudeuten. Alle die besonderen Kennzeichen
-und Merkmale der Riesen wurden en masse auf den Teufel übertragen; eine
-Anzahl davon wird bei Grimm[361] berichtet, so daß hier weitere Details
-überflüssig sind. Wünsche[362] schreibt: »Bei näherer Betrachtung
-erweisen sich ferner alle die Sagen, nach denen der Teufel mächtige
-Dämme, die quer durch den See gehen, Mauern nach Art der Zyklopen und
-Brücken, die hoch in den Himmel hineinragen und über Abgründe,
-Schluchten und Täler führen, errichtet, als christianisierte örtliche
-Riesensagen. Auch Hünen- und Brunhildebetten berühren sich mit
-Teufelsbetten.« Das wichtigste unter den Riesenattributen des Teufels
-war seine Vorliebe für das Bauen[363]; dies stammt zweifellos von der
-infantilen Auffassung, daß die Eltern die Kinder aus Exkrementen formen,
-die später mit Mörtel, Sand u. s. w. assoziiert wird.[364] Der Teufel
-begnügte sich übrigens nicht damit, die Taten der Riesen nachzuahmen,
-sondern nahm bei verschiedenen Gelegenheiten direkt ihre Gestalt an; so
-sah ihn St. Anton als einen »schrecklichen Riesen, dessen Haupt die
-Wolken berührte«, dasselbe widerfuhr St. Brigitten und auch bei Dante
-wird Luzifer als riesengroß geschildert.
-
-[Fußnote 357: Conway. Op. cit., Ch. XXVII. »Le bon diable.«]
-
-[Fußnote 358: Wünsche. Der Sagenkreis vom geprellten Teufel, 1905, Kap.
-VII. »Der geprellte Teufel als Helfer der Menschen in allerlei Notlagen
-und Anliegen.«]
-
-[Fußnote 359: Siehe Meyer. Op. cit., S. 193 bezw. der eingehenden
-Schilderung der Attribute der Riesen in der Mythologie.]
-
-[Fußnote 360: Grimm. Op. cit., S. 826.]
-
-[Fußnote 361: Grimm. Op. cit., S. 852-856 und Nachtrag S. 301.]
-
-[Fußnote 362: Wünsche. Op. cit., S. 14.]
-
-[Fußnote 363: Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. II. »Der geprellte Teufel
-als Baumeister.«]
-
-Die Bedeutung der »revenant« Auffassung wurde oben erörtert und auf ihre
-Beziehung zum Inzest hingewiesen. Es ist deshalb nicht ohne Interesse,
-daß es eine Lieblingsgewohnheit des Teufels war, die Menschen bei Nacht
-in der Gestalt eines kürzlich Verstorbenen[365], besonders Frauen als
-ihr Vater zu besuchen. Die Erklärung dafür wurde vor mehr als
-dreihundert Jahren von Thomas Nashe[366] gegeben, wie folgt: »Man wird
-fragen, warum er sich oft in des Vaters oder der Mutter oder eines
-anderen Anverwandten Körpergestalt zeigt? Kein anderer Grund kann hiefür
-angezeigt werden, als daß wir ihm in jenen Gestalten, die, wie er
-annimmt, uns die vertrautesten sind und denen wir mit natürlicher Liebe
-anhängen, am ehesten ein geneigtes Ohr leihen.«
-
-Wie sogleich ausgeführt werden soll, waren die Besuche und Versuchungen
-durch den Teufel vor allem libidinöser Natur, was mit der hier
-ausgesprochenen Anschauung gut übereinstimmt. In weiterer
-Übereinstimmung damit steht die enge Beziehung zwischen Teufel und
-_Schlange_. Der Versucher des Alten Testaments wurde in der Kabbalah
-»Leviathan« (= verführende Schlange) genannt und seine Ersatzpersonen in
-anderen Ländern wie Apep (Ägypten), Ahriman (Persien), Midgard
-(Norwegen), Set (Ägypten) und Vritra (Indien) wurden ebenfalls
-gewöhnlich als Schlangen abgebildet; wir können auch auf die böse
-Schlange oder den Drachen verweisen, die Apollo, Bellerophon, Herakles,
-Krishna, St. Georg, Wotan und viele andere besiegten. In dieser Hinsicht
-befand sich der Teufel übrigens auch in weit besserer Gesellschaft, denn
-die Verwandtschaft der Schlange mit verschiedenen Göttern war, wie im
-vorhergehenden Kapitel bemerkt wurde, außerordentlich nahe. Die
-phallische Bedeutung dieses Glaubens muß hier nicht noch einmal erklärt
-werden. Die ältesten Glaubenslehrer des Judentums und die ersten
-katholischen Kirchenväter waren der Ansicht, daß die Schlange im Garten
-Eden die böse Fleischeslust bedeute[367], was ja mit der modernen
-Auffassung vollkommen übereinstimmt. Der christliche Teufel erschien
-sehr häufig in der Form einer Schlange oder eines Feuerdrachen.[368] St.
-Anton und St. Coleta bestätigten die erstgenannte Form aus eigener
-Erfahrung. Die sexuelle Natur des Symbols zeigt sich beim Teufel in viel
-aufdringlicherer Form als bei den klassischen Göttern, denn sein Schweif
-war durch eine Schlange gebildet oder endete in einen Schlangenkopf und
-ebenso auch seine Arme, außerdem aber ahmte sein Penis in Gestalt und
-Bewegungen eine Schlange nach.[369] Vielleicht ist dies der Grund, warum
-wir zu anderen Zeiten Beschreibungen finden, wie die folgende,[370] »il
-a une virilité gigantesque, couverte d'ecailles, hérissée de piquants.«
-
-[Fußnote 364: Die primitive Kinderfreude am Häuserbauen und
-Figurenzusammensetzen wurde in weitem Ausmaße von E. A. Acher studiert.
-Amer. Journ. of Psychol., Jan. 1910, P. 116.]
-
-[Fußnote 365: Jakob. Curiosités Infernales, Pr. 35-37. Graf. Op. cit.,
-S. 57, 58, 65-67.]
-
-[Fußnote 366: The Works of Thomas Nashe, 1904 Edition. Vol. I. »The
-Terrors of the Night« (1594), P. 348.]
-
-In dem gegenwärtigen Zusammenhange ist es jedoch von besonderer
-Bedeutung, daß, wie im vorigen Kapitel nachgewiesen wurde, die Schlange
-besonders das männliche Glied des _Vaters_ symbolisiert. Die Schlange
-mit ihrem schleichenden und geheimnisvollen Gehaben ist vortrefflich
-dazu geeignet, die heimlichen Betätigungen des Vaters darzustellen, die
-der Knabe beneidet.
-
-[Fußnote 367: Roskoff. Op. cit., Bd. I. S. 195.]
-
-[Fußnote 368: Grimm. Op. cit., S. 833, 851.]
-
-[Fußnote 369: Graf. Op. cit., S. 51, 59.]
-
-[Fußnote 370: Brévannes. L'orgie satanique à travers les siècles, 1904,
-P. 115.]
-
-Der direkt libidinöse Charakter des Teufels und seiner Versuchungen wird
-von jedem Schriftsteller, der dieses Subjekt behandelt, hervorgehoben
-und kommt in zahllosen Erzählungen zum Ausdruck.[371] Es genügt eine
-Stelle aus der unendlichen Anzahl ähnlicher herauszugreifen.
-Freimark[372] sagt: »Den ersten Anstoß zum Teufelsbund geben fast
-ausschließlich sexuelle Motive .... In allen Berichten über die
-Verführung zur Hexerei und zum Teufelsbund nimmt unverhüllt die sexuelle
-Verführung die erste Stelle ein.« Dies war die Sünde, vor der die Kirche
-mehr als vor jeder anderen warnte. So sagt zum Beispiel Sinistrari[373]:
-»ratione tantae enormitatis contra Religionem, quae praesuppositur coitu
-cum Diabolo, profecto Daemonialitas maximum est criminum carnalium.« Ein
-Mittel, das der Teufel mit Vorliebe zur Erreichung dieses Zweckes
-anwandte, war, ein Weib dadurch zu täuschen, daß er die Gestalt ihres
-Geliebten oder Ehemannes annahm.[374] Bodin[375] erzählt Fälle, wo er
-kleine Mädchen beunruhigte und verführte, die erst sechs Jahre alt
-waren, »qui est l'aage de cognoissance aux filles.« Die sexuellen
-Versuchungen, denen Buddha, Zoroaster und andere göttliche Wesen
-unterworfen waren, wurden in christlicher Zeit auf verschiedene Heilige
-übertragen, von denen die meisten, wie St. Anton, St. Benedict, St.
-Elisabeth und St. Martin ihnen erfolgreich widerstanden, während andere,
-wie z. B. St. Victorinus, unterlagen.
-
-Wie bekannt, verwandelte sich der Teufel am liebsten in einen Bock, das
-klassische Symbol der Ausschweifung; dies war nahezu regelmäßig seine
-Gestalt beim Hexensabbat. Da sie in der Mythologie nicht bewandert
-waren, verwunderten sich viele christliche Autoren darüber;
-Scaliger[376] z. B. betrachtet es ohne weitere Hintergedanken als ein
-Wunder. Bodin[377] hingegen ahnte den Sinn, denn er schrieb: »Mais c'est
-bien chose estrange, que Satan ... prend la figure d'un Bouc, si ce
-n'est pour estre une beste puante et salace ... Or la proprieté des
-Daemons est d'avoir puissance sur la cupidite lascive et brutale.« Die
-libidinöse Natur des Bocksymbols braucht hier nicht ausgeführt zu
-werden, da sie wohlbekannt ist. Ein weiterer Beweis der ursprünglichen
-Identität der Vorstellungen von Gott und Teufel ist die Tatsache, daß
-einerseits der Bock das Symbol zahlreicher Götter des Altertums war, daß
-aber auch Pan, der Ziegengott par excellence, von dem der Teufel so
-viele seiner Attribute übernahm, mit dem höchsten Gott der Babylonier,
-Mithra[378], mit dem ägyptischen Gotte Min[379] (dem Repräsentanten des
-männlichen Prinzips) und mit Zeus[380] selbst identifiziert wurde.
-
-[Fußnote 371: Siehe z. B. Jacob. Op. cit., Pp. 85-96.]
-
-[Fußnote 372: Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 297.]
-
-[Fußnote 373: Sinistrari. Demoniality (17. Jahrhundert), 1879 Edition,
-P. 218.]
-
-[Fußnote 374: Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P.
-554. Hinkmar, zitiert bei Hansen, Op. cit., S. 73.]
-
-[Fußnote 375: Bodin. De la Demonomanie des Sorciers, 1593, P. 212.]
-
-[Fußnote 376: Smith. Scaligerana, 1669, Part. II, Article: Azazael.]
-
-Im Mittelalter wurde den sexuellen Attributen des Teufels die
-eingehendste Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere dem Sexualakt selbst
-und dem dabei tätigen Organe.[381] Dieses war manchmal krumm, zugespitzt
-und schlangenförmig, bestand manchmal halb aus Eisen, halb aus Fleisch,
-zu anderen Zeiten ganz aus Horn und war gewöhnlich gespalten wie eine
-Schlangenzunge; er war so im Stande, Koitus und Päderastie gleichzeitig
-auszuführen, während eine dritte Gabelung manchmal in den Mund reichte.
-
-Der Teufel des Mittelalters war keineswegs als erster durch seine
-ausschweifende Geschlechtlichkeit berühmt. Von den Göttern des
-klassischen Altertums ganz zu geschweigen, finden wir denselben Zug bei
-den meisten bösen Vorläufern des christlichen Teufels. Der Ruf Pans war
-derart, daß er den Theologen des Mittelalters als der Prinz der
-Inkubi[382] bekannt war.
-
-[Fußnote 377: Bodin. Op. cit., P. 190.]
-
-[Fußnote 378: Robertson. Op. cit., P. 315.]
-
-[Fußnote 379: Petrie. The religion of ancient Egypt, 1908, P. 59.]
-
-[Fußnote 380: Knight. The Symbolical Language of Ancient Art and
-Mythology, 1876 Edition, P. 137.]
-
-[Fußnote 381: Siehe z. B. Pierre de Lancre. Tableau de l'inconstance des
-mauvais anges et démons, 1612, Pp. 224, 225.]
-
-[Fußnote 382: De Plancy. Op. cit., T. II, P. 135.]
-
-Im Koran ist der Teufel nur als Verführer bekannt.[383] Die Anbetung des
-brahmanischen Shiva, des bösen Schöpfers und Zerstörers der Welt, ist
-rein phallisch.[384] Der beduinische ghul, der buddhistische Mara, der
-persische Aeschma, der syrische djinn, alle haben denselben
-ausschweifenden Charakter; selbst im fernen Australien lieben es die
-Iruntarivia, die bösen Geister, Weiber im Dunkeln fortzuschleppen.[385]
-Aber der Teufel übertraf sie alle so weit, daß Milton eine seiner
-Gestalten nennen konnte:
-
- Belial, der gefallenen Geister sinnlichster,
- Der Lasterhafte, und, nach Asmodai,
- Der fleischlichste der Inkubi.
-
-Im Zusammenhang mit dieser Anschauung vom Vater, die der Teufel hier
-darstellt, muß seiner engen Verknüpfung mit der Natur, der
-Personifikation der Mutter, und insbesondere mit den verborgenen Teilen
-der Natur gedacht werden; es ist charakteristisch für die Inzestnatur
-der Teufelsvorstellung, daß infolge dieser Verknüpfung die Natur selbst
-als die böse Seite des Weltalls aufgefaßt zu werden begann. Er wohnt an
-entlegenen Orten, liebt besonders dunkle Wälder[386] und Orte, an denen
-Schätze liegen, wie Goldminen und dringt in Höhlen und in das Innerste
-der Mutter Erde ein, d. h. in Örtlichkeiten, die gewöhnlichen Wesen
-völlig unerreichbar sind. Andere Beziehungen zur Mutter Erde werden in
-einem späteren Teile erwähnt werden.
-
-
- 2. Der Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden wird.
-
-Hier zeigt sich der Teufel nicht als Versucher und Verführer, sondern
-als Verfolger, als böser Feind. All die Grausamkeit, kleinliche Tyrannei
-und allgemeine Unvernunft, die den Yahweh des Alten Testaments[387]
-entstellen, wurden voll und ganz von dem christlichen Teufel übernommen.
-Die Ähnlichkeit dieses Bildes mit dem, das viele Kinder als das genaue
-Spiegelbild ihres Vaters empfinden, ist nur zu auffallend. Der Teufel
-spottet der Mühen und Anstrengungen der Menschen, verletzt ihren Ehrgeiz
-und verfolgt ihre Schwächen. Er quält und schädigt sie aus bloßer Freude
-an seinem Tun, vernichtet ihre Arbeit und läßt alle ihre Bemühungen
-vergebens gewesen sein. Das Menschengeschlecht lebt im ewigen Kampf mit
-ihm, bald seinen lockenden Versuchungen widerstehend, bald seine
-boshaften Angriffe abwehrend. Die Ödipus-Situation, und zwar sowohl die
-männliche wie die weibliche, wird so in Gänze wieder hergestellt.
-
-[Fußnote 383: Eickmann. Die Angelologie und Dämonologie des Korans,
-1908, S. 44.]
-
-[Fußnote 384: Sellen. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus,
-1902, P. 9.]
-
-[Fußnote 385: Spencer u. Gillen. The Native Tribes of Central Australia,
-1899, P. 517.]
-
-[Fußnote 386: Le Loyer. Op. cit., P. 340.]
-
-[Fußnote 387: Siehe Gener. Op. cit., Pp. 368-377.]
-
-Die Feindseligkeit des Teufels gegen den Menschen ist
-charakteristischerweise besonders ausgeprägt in jenen Legenden, die er
-von den Riesen (= Erwachsenen) geerbt hat. In diesen versucht er alles
-Denkbare, um sie zu schädigen und zu behindern[388]; er schleudert
-ungeheure Felsblöcke nach Kirchen und Klöstern, dämmt Flüsse ab, um
-Überschwemmungen herbeizuführen, baut Mauern, um menschliche Wesen von
-seinem Reiche abzuhalten, u. s. w. Die Menschheit muß gegen ihn in
-seiner Riesengestalt kämpfen, wie die jungen Götter einst gegen die
-Titanen kämpften.
-
-In diesem Kampfe wurden die Menschen keineswegs regelmäßig besiegt. Die
-Geschichten, in denen der Teufel übers Ohr gehauen und betrogen wird,
-sind zahlreich und es ist zu beachten, daß diese Erzählungen meist von
-heidnischen Vorbildern genommen sind, in denen die Bekämpften Riesen
-waren.[389] Zum Beispiel nach Wünsche[390]: »Hinter dem Schmiede von
-Bielefeld, Apolda u. s. w. in den bekannten Märchen, der den Teufel im
-Sacke auf dem Amboß ganz windelweich hämmert, so daß er ein
-Zetergeschrei erhebt und um seine Freilassung bittet, verbirgt sich, wie
-wir unten zeigen werden, sicherlich der seinen Hammer auf das Haupt des
-Riesen schwingende Thor. Ist doch »Meister Hammerlein« auch ein
-gebräuchlicher Beiname des Teufels«. Ein beliebter Anschlag war es, mit
-dem Teufel einen Vertrag zu schließen, nach welchem ihm eine Seele
-gehören sollte, unter der Bedingung, daß er irgend ein Werk vor
-Hahnenschrei ausführe, und dann im letzten Moment einen Hahn zu kneifen
-und dadurch zum Rufen zu bringen oder den Ruf nachzuahmen, so daß die
-Hähne in der Nachbarschaft erwachten und wirklich krähten. Selbst ein
-Pferd konnte den Teufel überlisten.[391] Es ist hier für die
-gegenwärtige Beweisführung von Wesenheit, daß der Teufel in allen diesen
-Geschichten durch Betrug überlistet wird, niemals durch Gewalt
-überwunden; Schlauheit und Betrug sind bekanntermaßen die einzigen
-Waffen des schwachen Kindes gegen den feindlichen Vater.
-
-[Fußnote 388: Siehe Grimm. Op. cit., 852-855a und Nachtrag S. 301.
-Wünsche. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 389: Siehe besonders Wünsches Buch in Vergleich mit dem Kapitel
-46 »Der geblendete Riese« in Leistners »Das Rätsel der Sphinx«, 1889,
-Bd. 2, S. 109-151.]
-
-[Fußnote 390: Wünsches Buch. Op. cit., S. 13, 14.]
-
-Eine mächtige Person, die durch Schwächen leicht betrogen wird, muß
-notwendigerweise als dumm oder wenigstens naiv geschildert werden. Diese
-geringschätzige Meinung haben Kinder oft von ihren Eltern, teils aus dem
-genannten Grunde, teils als Überkompensation für ihr Gefühl der
-Unwissenheit im Verhältnis zur Weisheit der Eltern. Die Geschichten, in
-denen der Teufel eine unglaubliche Naivität an den Tag legt und leicht
-übers Ohr gehauen wird, bilden ein ausgedehntes Kapitel in der
-Geschichte der Dämonologie[392] und liefern einen wichtigen Beitrag für
-die spätere Auffassung der Clowns, Buffons und Narren auf der
-Bühne.[393] Eine Psycho-Analyse der einzelnen Erzählungen, auf die wir
-hier verzichten müssen, zeigt deutlich die infantilen Quellen der Motive
-und bestätigt endgültig die hier in Kürze dargelegten Schlüsse.
-
-Diese kinderhafte Verachtung des Teufels zeigt sich auf verschiedene
-Weise, insbesondere durch Verneinung seiner Macht. Keines von den
-Gebäuden, die er aufführt, kann vollständig sein, seine Pläne und
-Anschläge werden stets im letzten Moment vereitelt und in einem Punkte
-insbesondere stimmen alle Autoren überein, nämlich in seinem Mangel an
-Samen und der daraus folgenden Unfruchtbarkeit. Wie wir später sehen
-werden, hat dieser letztere Glaube eine tiefere Quelle. Ihm mag auch der
-Abscheu des Teufels vor dem Salz zugeschrieben werden, denn dies kann
-als altes mythologisches Symbol für Samen erwiesen werden.[394]
-Bodin[395] ist also im gewissen Sinne im Recht, wenn er für die
-Abneigung des Teufels davor den Grund anführt, daß es ein Symbol der
-Ewigkeit sei.
-
-[Fußnote 391: Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 87.]
-
-[Fußnote 392: Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. VIII. Der dumme, geprellte
-Teufel und die Abteilung »Der dumme Teufel« in Roskoff. Op. cit., Band
-1, S. 394-399.]
-
-[Fußnote 393: Siehe die Abteilung »Der Teufel als Lustigmacher« in
-Roskoff. Op. cit., S. 309-404.]
-
-Selbst manche Mittel, die angewandt wurden, um die Angriffe des Teufels
-abzuwehren, haben ihre Wurzel in der infantil-sexuellen Symbolik. Das
-bewährteste, oft wirksam wenn alle anderen versagt hatten, war, ihm das
-Gesäß zu weisen und einen Flatus zu lassen; kein geringerer als Martin
-Luther half sich auf diese Weise.[396] Die Psycho-Analyse hat dargetan,
-daß eine der tiefsten Quellen des Trotzes gegen die Eltern die Weigerung
-des Kindes ist, die Funktionen seines Sphincters nach ihren Wünschen
-einzurichten. Ein anderes, allgemeines Mittel, dem Teufel zu trotzen,
-bestand darin, ihm ins Gesicht das heilige Kreuz zu schwingen oder das
-Zeichen des Kreuzes zu machen, d. h. das Zeichen des Sohnes (Christus).
-Die phallische Bedeutung dieses Symbols ist längst bekannt[397], so daß,
-es dem Teufel entgegenstrecken, nichts anderes bedeutet als die
-exhibitionistische Verachtung der väterlichen Autorität.
-
-Die sicherste Zuflucht für den Verfolgten war es jedoch, die Jungfrau
-Maria zu Hilfe zu rufen. Dies war so allgemein, daß die ganze
-Angelegenheit oft als ein ständiger Kampf zwischen dem Teufel und der
-heiligen Mutter gedacht wurde. Roskoff[398], der mehrere Beispiele
-hiefür anführt, sagt: »Die Tätigkeit des Teufels wird überdies
-vornehmlich entwickelt und hervorgerufen durch dessen Haß gegen die
-heilige Jungfrau, der um so mehr gesteigert wird, als diese, nach
-Frauenart, sich in alle Angelegenheiten hineinmengt und ihr, wie im
-gewöhnlichen Leben, in allem willfahren wird, so daß sie ihren Willen
-immer durchsetzt und ihre Schützlinge, die nun einmal ihre Gunst durch
-eifrigen Marienkultus erlangt haben, auch nie fallen läßt, wenn sie
-übrigens auch die ärgsten Lumpen sein sollten.« Es ist schwer, die
-Analogie dieser Situation zu derjenigen des Kindes, das bei der Mutter
-Schutz vor dem übelgelaunten Vater sucht und damit einen ähnlichen Zwist
-herbeiführt, nicht zu bemerken.
-
-[Fußnote 394: Siehe Ernest Jones. »Die symbolische Bedeutung des Salzes
-in Folklore und Aberglaube«, Imago, 1912, Band 1.]
-
-[Fußnote 395: Bodin. Op. cit., P. 278.]
-
-[Fußnote 396: Freimark. Op. cit., S. 84. Die Originalstellen bei Bourke,
-Scatalogic Rites of all Nations, 1891, Pp. 163, 444.]
-
-[Fußnote 397: Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism.,
-1874. Rocco. Sex Mythology, including an Account of the Masculine Cross
-1898, u. s. w.]
-
-
- 3. Der Sohn, der den Vater nachahmt.
-
-Der Teufel war nicht völlig Gottes Feind; in mancher Hinsicht kann man
-ihn sogar seinen Repräsentanten nennen oder wenigstens seinen
-Vermittler. Er verhöhnte und quälte nicht bloß die Menschen, die sich
-von ihm zur Sünde hatten verführen lassen[399], sondern ging auch
-offenbar darauf aus, die Bösen zu bestrafen.[400] Gegen sexuelle
-Betätigung war er besonders streng; so war eine seiner Verfolgungen nach
-Graf[401], »einen Mann und ein Weib bei fleischlicher Sünde in flagranti
-zu ertappen und beide unauflöslich aneinander zu fesseln, more canino.«
-Es ist bezeichnend, daß im Alten Testament, zu einer Zeit also, wo die
-Vorstellungen von Gott und Teufel eben begannen, sich voneinander
-abzulösen, die Verbindung der beiden weit enger war als später und der
-Teufel als Gottes gehorsamer Knecht auftritt, der sich von den guten
-Engeln nur durch die unangenehme Art seiner Pflichten unterscheidet.
-
-Diese »Identifikation« mit Gott ist zu Zeiten sehr enge und es ist
-interessant, daß der Teufel sich ehrliche Mühe gab, sie zu erreichen,
-indem er Gott in merkwürdiger Weise nachahmte und imitierte. Da bis vor
-einem halben Jahrhundert die Anbetung Christi im ganzen mehr in den
-Vordergrund trat als die von Gott-Vater, ist es nicht überraschend, daß
-die Ähnlichkeit des Teufels mit dem Sohne größer war als die mit dem
-Vater. Zunächst wurde seine körperliche Erscheinung als schön und
-majestätisch geschildert[402], oft ganz ähnlich der Gestalt Christi;
-manchmal erschien er sogar wirklich in dessen Gestalt.[403] Erst im
-Mittelalter wurden ihm häßliche und groteske Züge angedichtet.[404] Wie
-Christus hatte der Teufel zwölf Schüler[405], stieg in die Hölle hinab
-und wurde wiedergeboren[406], schlug seine Wohnung in bestimmten Kirchen
-auf, wurde zu regelmäßig wiederkehrenden Zeiten angebetet, ließ seine
-Anhänger taufen und die Details des Teufels-Sabbat karikierten die
-heilige Messe auf das genaueste und innigste, zum Ärger der Theologen,
-die natürlich keine Ahnung von der psychologischen Ähnlichkeit der
-beiden Vorgänge hatten.
-
-[Fußnote 398: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 198-205.]
-
-[Fußnote 399: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 270.]
-
-[Fußnote 400: Jacob. Op. cit., Pp. 22-33.]
-
-[Fußnote 401: Graf. Op. cit., S. 136.]
-
-Der Teufel besaß sogar seine eigene Bibel, die in Böhmen
-niedergeschrieben wurde und sich jetzt in der königlichen Bibliothek in
-Stockholm[407] befindet.
-
-So wie Christus besaß der Teufel eine irdische Mutter und keinen Vater;
-charakteristischerweise war sie eine Riesin, noch größer als ihr
-Sohn[408]; in manchen Versionen erscheint sie als seine Großmutter. Die
-Mutter scheint durch Verschmelzung von mindestens drei Figuren
-entstanden zu sein: Sowohl Hel[409] als auch die Mutter des Riesen
-Grendel[410] trugen zu ihrer Vorstellung bei; einer der späteren
-Beinamen des Teufels war Grendel (Englisch Grant). Ferner meint
-Wünsche[411]: »Wahrscheinlich bildet auch die Sage von der Ellermutter,
-der neunhundertköpfigen Mutter Hymirs, die die beiden Götter Thor und
-Tyr beim Besuch in ihrer Wohnung durch Verstecken vor ihrem grimmigen
-Sohn rettet, die Grundlage zu der volkstümlichen Figur von des Teufels
-Großmutter. Im Märchen vom Glückskinde bei Grimm Nr. 29 heißt des
-Teufels Großmutter geradezu noch Ellermutter.« In den meisten dieser
-Geschichten, wie in der letzterwähnten, ist der Teufel wieder nichts
-anderes als eine mythologische Darstellung des gehaßten Vaters; deshalb
-der Ersatz der Mutter durch die Großmutter. Dasselbe gilt von der alten
-Redensart, daß Donner oder Blitz bei Sonnenschein davon kommen, daß der
-Teufel sein Weib prügelt.[412]
-
-[Fußnote 402: Graf. Op. cit., S. 52-54.]
-
-[Fußnote 403: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 194. Graf. Op. cit., S. 64.]
-
-[Fußnote 404: In den seltsamen Bildern von Wiertz sehen wir die Rückkehr
-zur älteren Auffassung, die Giotto als letzter festhielt.]
-
-[Fußnote 405: Grimm, Op. cit., Nachtrag S. 292, 302.]
-
-[Fußnote 406: Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Deutsche Übersetzung, 2.
-Aufl. 1908, S. 114.]
-
-[Fußnote 407: Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 161.]
-
-[Fußnote 408: Grimm. Op. cit., S. 841.]
-
-[Fußnote 409: Wuttke. Op. cit., S. 37.]
-
-[Fußnote 410: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 164.]
-
-Die Auffassung des Teufels als Sohn ist ein zweiter, sehr natürlicher
-Grund für den Glauben, daß er keinen Samen besitze und die bisexuelle
-Natur des ganzen Glaubens beweist die Idee, daß er ein Weib nur
-schwängern kann, nachdem er sich dadurch Samen verschafft hat, daß er
-einem Manne als sukkubus diente[413], weshalb er auch immer
-kalt war.[414] Diese sonderbare Prozedur gab Anlaß zu den
-haarspalterischesten Kontroversen darüber, ob der ursprüngliche Besitzer
-des Samens oder der Teufel[415] das größere Anrecht auf den Sprößling
-habe, und ob dieselbe Regel auf den von einer nächtlichen Pollution
-herstammenden Samen anwendbar sei oder nicht.[416] Auf denselben
-Gedanken von der Geschlechtsuntüchtigkeit des Kindes möchte ich den
-Glauben an einen hinkenden Gott oder Teufel zurückführen, der, wie
-Tylor[417] nachwies, in den verschiedensten Stadien der
-Kulturentwicklung vorkommt; Gehunfähigkeit ist auch bei Neurotikern ein
-häufiges Symbol für sexuelle Unfähigkeit. Ferner mag der Umstand, daß
-die Lähmung meistens die Folge des Wurfes aus dem Himmel hinaus war,
-wohl mit der Furcht des Kindes, daß der Vater seinem Zeugungsglied etwas
-antun könnte (Kastrations-Komplex) in Verbindung gebracht werden.
-
-[Fußnote 411: Wünsche. Op. cit., S. 15.]
-
-[Fußnote 412: Grimm. Op. cit., S. 842.]
-
-[Fußnote 413: Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von
-Heppe, 1880, Band 1, S. 181.]
-
-[Fußnote 414: Jacob. Op. cit., P. 86.]
-
-[Fußnote 415: Sprenger und Institoris. Der Hexenhammer, 1588. Deutsche
-Übersetzung, 1906, Erster Teil, S. 51.]
-
-[Fußnote 416: Sprenger und Institoris. Op. cit., Zweiter Teil, S. 64.]
-
-[Fußnote 417: Tylor. Researches into the Early History of Mankind, Third
-Edition, 1878, Pp. 365-371.]
-
-Als ein Teil der hier erörterten Seite des Teufels sei auch sein starkes
-Dankbarkeitsgefühl erwähnt, das sich besonders in jenen seltenen Fällen
-zeigt, wo er gerecht behandelt wurde; er beweist dann stets, daß er
-diese Art ihm zu begegnen ganz besonders zu schätzen versteht.[418]
-
-
- 4. Der Sohn, der dem Vater Trotz bietet.
-
-Dies ist die ursprüngliche Auffassung vom Teufel als Erzrebellen; sein
-Ungehorsam und seine Empörung gegen Gott-Vater ist geradezu das
-Paradigma der Revolution. Nach Origenes[419] waren Hoffahrt und
-Auflehnung der Grund des Himmelssturzes, während nach Irenäus,
-Tertullian und anderen[420] das Hauptmotiv sein Neid gegen Gott war. Die
-zweitgenannte Idee scheint die ältere zu sein. Roskoff[421] sagt: »Das
-Motiv zur Feindschaft des Bösen gegen die Gottheit, der Ursprung des
-Bösen in der Welt ist sowohl nach der hebräischen Vorstellung vom
-nachexilischen Satan als auch in den Mythen anderer Völker, namentlich
-der Parsen, auf den Neid zurückgeführt, der in der Ich- und Selbstsucht
-wurzelt.« Stolz war nach der »Sklavenmoral« des Christentums, wie sie
-von Nietzsche genannt wird, stets eine Todsünde.
-
-Die Auflehnung des Knaben gegen seinen Vater ist bekanntlich nicht nur
-eine Folge der feindseligen Einstellung, sondern gewöhnlich von Neid
-begleitet, was mit anderen Worten Bewunderung und den Wunsch nach
-Nachahmung bedeutet. Durch seine Rebellion befreit er sich auch
-regelmäßig nicht von dem Einflusse seines Vaters. Ob er ihn geradezu
-kopiert oder in das entgegengesetzte Extrem gerät und ihm so ungleich
-als nur möglich zu sein sucht, ist von diesem Gesichtspunkte aus
-betrachtet völlig irrelevant; beide Reaktionen gehen in gleicher Weise
-auf den Nachahmungswunsch zurück. Diese Mischung läßt sich genau auf den
-Teufel anwenden. Er bemüht sich, entweder Gott in allem nachzuahmen,
-oder tut, wie wir sehen werden, alles genau in der entgegengesetzten
-Weise. Von dieser Gewohnheit, Gott zu karikieren, stammt sein Titel »Der
-Affe Gottes«. Sein Benehmen wird also in letzter Linie durch das
-Verhalten Gottes bestimmt, ein weiterer Beweis für die ursprüngliche
-Identität beider, während die genaue Übereinstimmung mit den
-Bestrebungen der Menschensöhne die hier vorgebrachte These unterstützt.
-
-[Fußnote 418: Conway. Op. cit., Pp. 389, 395.]
-
-[Fußnote 419: Conway. Op. cit., Pp. 389, 395.]
-
-[Fußnote 420: Zitiert bei Roskoff. Op. cit., S. 231.]
-
-[Fußnote 421: Roskoff. Op. cit., S. 194.]
-
-Das Band, das ihn gegen seinen Willen an Gott knüpft, zeigt sich auch in
-seiner Eifersucht auf jeden, dem Gott besondere Gunst schenkt, was ja
-gleichfalls ein typischer Zug des Kindes ist. In der Legende von St.
-Coleta heißt es[422], der alte Feind habe die Eigentümlichkeit, je mehr
-er sehe, daß sich jemand Gott nähere, desto mehr suche er ihn zu
-verfolgen, zu beunruhigen und abzuhalten, größere Übel über ihn zu
-verhängen und sie zu vermehren. Hiezu tritt noch als weiteres Motiv sein
-Haß, der von Gott auf jene übergeht, die mit ihm in näherer Verbindung
-stehen.
-
-Dasselbe Motiv der Eifersucht ist wahrscheinlich auch die Erklärung für
-das Verhalten des Teufels gegen Christus, obgleich dieses natürlich zum
-Teil durch die Identifikation von Christus und Gott-Vater bestimmt
-wird. Christus wurde dadurch, daß Gott ihn aussandte, um das
-Menschengeschlecht zu erlösen, im Kampfe um die Herrschaft über die
-Menschheit zur Hauptperson; aus diesem Kampfe entstand die
-Erlösungslehre[423], was Graf[424] mit den ironischen Worten hervorhebt:
-»Seltsam genug! Unter den Menschen war niemals die Rede soviel von
-Satanas, niemals wurde er so sehr gefürchtet wie nach dem Siege Christi,
-nach dem Vollzug der Erlösung.« Der Teufel, auch darin Gott nachahmend,
-machte verzweifelte Anstrengungen, sich den Sieg durch Erzeugung eines
-Sohnes zu sichern, der im Stande sein sollte, Christus zu überwältigen.
-Merlin und Robert der Teufel stellen zwei derartige Versuche[425] dar,
-aber der eine wurde durch die Reue seiner Mutter zu Gott hinüber
-gerettet und der andere durch seine eigene Reue; Nero, Mohammed und
-Luther, nicht minder auch mehrere Päpste galten ebenfalls als Söhne des
-Teufels, die er zu diesem Zweck gezeugt haben soll. Im Mittelalter war
-die Furcht vor dem angedrohten Antichrist aufs höchste gestiegen und die
-Spannung der ängstlichen Erwartung seiner Geburt wurde durch umlaufende
-Gerüchte und Prophezeiungen zum unbeschreiblichen Schrecken
-gesteigert.[426]
-
-[Fußnote 422: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 160.]
-
-[Fußnote 423: Roskoff. Op. cit., Bd. 1, S. 224-229, 273.]
-
-[Fußnote 424: Graf. Op. cit., S. 22.]
-
-Mit der hier behandelten Auffassung des Teufels als Darstellung des sich
-auflehnenden Sohnes stimmt schließlich sein leidenschaftlicher Haß gegen
-die Ungerechtigkeit und seine Neigung, die unschuldig Verfolgten zu
-verteidigen, insbesondere die Armen und Schwachen gegen ihre
-Unterdrücker.[427]
-
-Nun können wir uns dem dritten Problem zuwenden, nämlich dem Verhältnis
-des Teufelsglaubens zum Angsttraum. Die in den vorhergehenden Kapiteln
-vorgebrachten Erwägungen werden uns zu der Entdeckung führen, daß an der
-Entstehung einer solchen Angstvorstellung par excellence, wie es der
-Teufelsglaube ist, die intensivste Angsterfahrung, die die Menschen
-kennen gelernt haben, also der Alpdruck, einen beträchtlichen Anteil
-haben mußte. Dieser Schluß wurde von manchen früheren Autoren gezogen.
-Die Anschauungen Clodds und Höflers z. B. wurden bereits erwähnt. Es
-stimmt gut damit überein, daß der Teufel ganz besonders als Nacht-Dämon
-gilt; er erscheint meist bei Nacht und bei Nacht erreichte seine Macht
-ihren Zenit.[428]
-
-[Fußnote 425: Graf. Op. cit., S. 198-203.]
-
-[Fußnote 426: Conway. Op. cit., S. 240-259, 397, 398. Graf. Op. cit., S.
-205-209.]
-
-[Fußnote 427: Conway. Op. cit., Pp. 389, 390.]
-
-[Fußnote 428: Graf. Op. cit., S. 108.]
-
-Es wäre ganz verständlich, wenn dieser Glaube nur im _manifesten Inhalt_
-der Nachtmahr mit seinen schreckenerregenden Visionen wurzeln würde, und
-dies ist auch offenbar die Anschauung der früheren Autoren, aber eine
-sorgfältige Vergleichung mit ihrem _latenten Inhalt_ zeigt eine so
-außerordentliche Ähnlichkeit der beiden, daß dadurch endgültig ihre
-innere Verwandtschaft erwiesen wird.
-
-Es wurde oben ausgeführt, daß das wesentliche Merkmal des latenten
-Inhalts der Nachtmahr seine sexuelle und vorherrschend inzestuöse Natur
-ist. Über die sexuelle Betätigung des Teufels muß nicht mehr viel gesagt
-werden, sie wird hinreichend illustriert durch das Sprichwort: »Wenn
-eine Frau allein schläft, beschläft sie der Teufel.« Es ist besonders
-bemerkenswert, daß die Vorläufer des mittelalterlichen Teufels in aller
-Form Inkubi waren. Pan, von dem der Teufel so viele Attribute übernahm,
-war das Äquivalent für Ephialtes[429], den Geist, der uns den
-wissenschaftlichen Namen für die Nachtmahr lieferte; auch die
-griechischen Faune waren als Inkubi tätig.[430] Weiter zurückgehend
-finden wir, daß die Sturm-Dämonen Babyloniens und Indiens, die alu[431]
-resp. die maruts[432], die Vorläufer des Ares und Ephialtes, »die
-Zermalmer« genannt wurden, von ihrer Gewohnheit, während des Schlafs
-sich auf die Brust der Menschen zu legen, und der germanische Riese
-Grendel benahm sich ebenso.[433]
-
-Die oben angeführten Tatsachen zeigen, daß der Teufelsglaube mit dem
-Ahnenkult in enger Beziehung steht; vor mehr als dreihundert Jahren
-meinte Burton[434], daß die Teufel die Seelen der Gestorbenen, d. h. der
-Ahnen seien. Wenn die hier aufgestellte These richtig ist, nämlich, daß
-der Teufel die Projektion verdrängter Wünsche, die sich auf den Vater
-beziehen, verkörpert, so folgt daraus, daß der Verkehr mit ihm den
-Inzest mit dem Vater symbolisiert. Die Tatsache, daß die Schlange, das
-phallische Symbol des Vaters, eine ebenso hervorragende Rolle bei der
-Teufelsidee wie bei der Nachtmahr-Mythologie spielt, kennzeichnet den
-Ursprung beider aus dem Inzest.
-
-[Fußnote 429: Roscher, Ephialtes. Eine pathologisch-mythologische
-Abhandlung über die Alpträume und Alpdämonen des klassischen Altertums,
-1900, S. 57-62.]
-
-[Fußnote 430: Roskoff. Op. cit., S. 146.]
-
-[Fußnote 431: Pinches. The Religion of Babylonia and Assyria, 1906, P.
-108.]
-
-[Fußnote 432: Cox. Op. cit., Pp. 222, 253.]
-
-[Fußnote 433: Grimm. Op. cit., S. 849.]
-
-[Fußnote 434: Burton. The Anatomy of Melancholy, 1826. Vol. I, P. 5]
-
-In den verschiedenen Geschichten vom Teufel finden wir Details, die
-deutlich auf die Entstehung aus psychischen Vorgängen, die für den Traum
-charakteristisch sind, hinweisen, und von denen zwei hier kurz erwähnt
-werden sollen. Eines der allertypischesten ist das Vorkommen von
-Verwandlungen. Wir haben eben die Fähigkeit des Teufels, jede
-menschliche Form, die er wünschte, anzunehmen,[435] erwähnt und
-hervorgehoben, daß er am häufigsten als Schlange oder Ziegenbock
-erschien. Aber es gab keine Tierart, deren Form er nicht manchmal
-annahm[436], und er besaß sogar die Macht, Menschen in Tiere zu
-verwandeln.[437] Ein anderes Beispiel ist der psychologische Prozeß, den
-wir als »Umkehrung« kennen, wobei die Dinge von hinten nach vorn
-gestellt oder getan werden; dieser Vorgang ist, wie Freud[438] gezeigt
-hat, außerordentlich charakteristisch für die Traumarbeit. Die meisten
-Schriften über den Teufel haben eben dies als seine Eigentümlichkeit
-betont, insbesondere in Hinsicht auf den Sabbat. So tanzen die
-Anwesenden in einem Kreise nach _rückwärts_[439], die Gesichter vom
-Mittelpunkt _weggekehrt_[440], sie tauchen ihre _linke_ Hand in das
-heilige Wasser[441] (Teufels-Urin)[442], machen das Zeichen des Kreuzes
-in der _verkehrten_ Richtung[441], genießen bei der Messe _schwarzes_
-_Brot_[443] und bei dieser werden _schwarze Kerzen_ benutzt[444] u. s.
-w. Der Teufel selbst hatte _ein zweites Gesicht_ am Hinterteil, das oft
-dem _eines schönen Weibes_[445] glich (eine doppelte Umkehrung), er saß
-_verkehrt_ auf seinem Sitz[446], sein Penis war oft _am Rücken_[447]
-statt vorn, von seinem Körper ging ein höllischer Gestank aus, der mit
-dem himmlischen Wohlgeruch des Erlösers[448] kontrastierte u. s. w.
-
-[Fußnote 435: Siehe Jacob. Op. cit., Pp. 33-43].
-
-[Fußnote 436: Graf. Op. cit., S. 59, 138.]
-
-[Fußnote 437: Roskoff. Op. cit., S. 305.]
-
-[Fußnote 438: Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 257.]
-
-[Fußnote 439: Grimm. Op. cit., S. 895.]
-
-[Fußnote 440: Lehmann. Op. cit., S. 114.]
-
-[Fußnote 441: Brévannes. Op. cit., S. 123.]
-
-[Fußnote 442: Picart. Coutûmes et Cérémonies Religieuses, 1729, Vol.
-VIII, P. 69. Thiers. Traité des Superstitions, 1741, Vol. II, P. 367.]
-
-Auf die Entstehung aus dem Traum kann auch die Tatsache zurückgeführt
-werden, daß der Koitus mit dem Teufel in der Regel äußerst schmerzhaft
-und unangenehm[449] war, denn dies ist in Angstträumen, in denen ein
-Koitus vorkommt, auch sehr häufig der Fall.
-
-Einiges kann noch über den Zusammenhang zwischen dem Teufelsglauben und
-den im vorhergehenden Kapitel erörterten hinzugefügt werden. Der erste
-derselben, der Glaube an den Inkubus war ein wesentliches Stück des
-Teufelsglaubens, denn nach orthodoxer Anschauung waren die Inkubi
-einfach Teufel; selbst mit dem unmittelbaren Äquivalent des Inkubus, dem
-Alp, steht der Teufel in enger Verbindung[450], die jedoch hier nicht
-verfolgt werden kann, da das Thema ein rein mythologisches ist.
-
-Die Verwandtschaft zwischen dem Teufelsglauben und dem Glauben an
-Vampire und Werwölfe ist mehr in ihrem gemeinsamen latenten Inhalt als
-in äußerlichen Ähnlichkeiten gelegen, aber auch in letzterer Hinsicht
-ist manches dahin Zielende auffindbar. Der Teufel wurde von den
-Kirchenvätern gemeiniglich »seelenraubender Wolf« genannt[451] und in
-Knuts Gesetzen wird er direkt als »vôdfreca _verewulf_[452]« bezeichnet.
-Im Mittelalter hieß der Teufel Erzwolf, Archilupus und er erschien
-häufig in Wolfsgestalt.[453] Grimm[454] führt die slavischen Namen für
-den Teufel (Polnisch wrog, Serbisch vrag u. s. w.) auf das
-althochdeutsche warg (= Wolf) zurück und der slavische böse Feind
-Czernobog erschien gewöhnlich als Wolf.[455] Des mittelalterlichen
-Teufels Abstammung vom Wolfe scheint jedoch in erster Linie germanisch
-gewesen zu sein, insbesondere von den beiden Wölfen Wotans. Wünsche[456]
-schreibt: »Neben Loki wird aber auch dem Fenrirwolf nach mehreren
-mißglückten Versuchen mit einem von den Zwergen verfertigten
-unzerreißbaren Bande von den Göttern eine Fessel angelegt. In der
-Redensart: »Der Teufel ist los«, haben wir sicher noch eine Erinnerung
-an Fenrirs wiederholtes Sichfreimachen von den starken Banden und
-Stricken, die ihm von den Göttern um den Hals geschlungen wurden«. Der
-Teufel wurde auch der Höllenwolf genannt und Grimm[457] bemerkt: »Der
-Teufel hat seinen ungeheuren Rachen mit Wolf und Hölle gemein«.
-Ungewöhnlich starke oder wilde Wölfe wurden entweder für verkappte
-Teufel oder für Werwölfe gehalten[458] und auch die letzteren gelten als
-vom Teufel erschaffen.[459] Historisch interessant ist der Fall der
-Angela de Sabarethe, die als das erste Weib genannt wird, das -- in
-Toulouse, im Jahre 1275 -- wegen sexueller Beziehungen zum Teufel
-verbrannt wurde; als Resultat dieser Verbindung gebar sie ein Monstrum
-mit dem Kopf eines Wolfes und einem Schlangenschweif.[460]
-
-[Fußnote 443: De Lancre. Op. cit., P. 460.]
-
-[Fußnote 444: De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, T. I, P.
-240.]
-
-[Fußnote 445: Brévannes. Op. cit., P. 115.]
-
-[Fußnote 446: Grimm. Op. cit., S. 895.]
-
-[Fußnote 447: De Lancre. Op. cit., P. 217.]
-
-[Fußnote 448: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 156.]
-
-[Fußnote 449: Delrio. Les controverses et recherches magiques, 1611, P.
-187. Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68.]
-
-[Fußnote 450: Grimm. Op. cit., S. 847 und Nachtrag S. 298.]
-
-[Fußnote 451: Daß die Verbindung zwischen Satan und einem Wolf noch
-heute als natürlich empfunden wird, läßt sich aus Brownings Gedicht,
-Ivan Ivanowitsch ersehen.]
-
-[Fußnote 452: Grimm. Op. cit., S. 32.]
-
-[Fußnote 453: Ennemoser. Geschichte der Magie, 2. Aufl., 1844, S. 791.
-Hertz. Der Werwolf, 1862, S. 17.]
-
-[Fußnote 454: Grimm. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 455: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 174.]
-
-[Fußnote 456: Wünsche. Op. cit., S. 13.]
-
-[Fußnote 457: Grimm. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 458: Hertz. Op. cit., S. 18.]
-
-[Fußnote 459: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 155-159.]
-
-[Fußnote 460: Lamothe-Langon. Histoire de l'inquisition en France, 1829,
-T. 2, S. 614.]
-
-Von den zwei Kardinalpunkten des Vampirglaubens, nämlich, daß der Vampir
-ein revenant sei und daß er den Schlafenden Blut auszusaugen pflege, ist
-der erste im Teufelsglauben viel stärker ausgeprägt, wie oben besprochen
-wurde. Die einzige Erwähnung des zweiten Punktes, die ich finden konnte,
-betrifft den altdeutschen Teufel Grendel. Grimm[461] schreibt von ihm:
-»Er trinkt das Blut aus den Adern und gleicht Vampiren, deren Lippen von
-frischem Blut benetzt sind. In einer altnordischen saga findet sich ein
-ähnlicher Dämon, Grûnzaegir genannt ..., er trinkt das Blut aus Menschen
-und Tieren«.
-
-Wir können dieses Kapitel mit einigen allgemeinen Bemerkungen über den
-Teufelsglauben beschließen. Wir haben gesehen, daß die infantilen
-Konflikte, die durch das Verhältnis zu den Eltern bedingt waren, ihren
-frühesten Ausdruck dadurch fanden, daß das Universum mit übernatürlichen
-Wesen bevölkert wurde, die manchmal freundlich, oft gehässig waren,
-stets jedoch versöhnt werden mußten. Bei der Entwicklung dieses Glaubens
-haben Traumerfahrungen wahrscheinlich eine große Rolle gespielt.
-Hauptsächlich infolge der Betonung des Stammes- oder Nationalstolzes
-verschmolzen einige Völker, vor allem die Juden, nach und nach diese
-Gestalten und entwickelten so eine Art Monotheismus. Dies führte jedoch
-zu der Notwendigkeit, die guten und bösen Eigenschaften der höheren
-Mächte auf zwei verschiedene Persönlichkeiten zu verteilen, so daß das,
-was dem Guten nahestand, der einen, und das, was dem Bösen zugehörte,
-der anderen zugeschrieben wurde. Das übertriebene Gefühl der
-Sündhaftigkeit, das für das Christentum charakteristisch ist, und der
-schärfere Kontrast zwischen Gut und Böse, der dadurch erzielt wurde,
-brachten zwar eine erhabenere Auffassung Gottes hervor, aber auch bei
-der Erzeugung des Teufels ein Entsetzen, neben dem alle früheren
-Erfindungen verblassen. In den letzten hundertundfünfzig Jahren und
-insbesondere während des letzten halben Jahrhunderts hat die Intensität
-des Teufelsglaubens stark abgenommen, der Gottesglaube erwies sich als
-der wurzelfestere der beiden; die psychologische Erklärung dieses
-Faktums ist ein interessantes Problem, dessen Erörterung uns jedoch zu
-weit von dem gegenwärtigen Thema abführen würde. Dies geschah nicht ohne
-heftigen Theologenzwist, da es offensichtlich die Schwierigkeit, über
-die Existenz des Bösen in der Welt Rechenschaft zu geben, vergrößerte.
-Dennoch war es notwendig geworden, teilweise wohl wegen der höheren
-Auffassung der Allmacht Gottes und seiner schließlichen
-Verantwortlichkeit für das ganze Weltall, denn diese Erwägungen machten
-den Teufelsglauben in seinem inneren Wesen überflüssig. Das Problem des
-Bösen, das den Theologen stets im Wege gewesen ist, da es sich von
-theologischen Voraussetzungen aus nicht auflösen ließ, wurde als Ganzes
-umgangen, indem man zu dem im 5. Jahrhundert entwickelten Glauben
-Zuflucht nahm, daß die Übel der Welt als Strafe oder als unbegreifliches
-Besserungsmittel zum heilsamen Fortschreiten in der Erkenntnis, zur
-Übung in der Geduld im Hinblick auf eine bessere Zukunft zu betrachten
-seien.[462] Wie lang sich die Menschheit mit diesen Sophismen begnügen
-wird, ist ungewiß; der Erfolg der Lehre Mrs. Eddys, daß das Böse nicht
-objektiv, sondern nur subjektiv existiert[463], kann als Zeichen einer
-wachsenden Unzufriedenheit des Volkes mit diesen orthodoxen Erklärungen
-aufgefaßt werden.
-
-[Fußnote 461: Grimm. Op. cit., S. 849-850.]
-
-Doch der Teufel stirbt nicht leicht. Werwolf und Vampir hatten für den
-Kulturmenschen längst ihre Schrecken verloren, nicht einmal mehr die
-Kinder mochten sie fürchten und auch das Alpdrücken des Hexenwahns hatte
-Europa von sich abgeschüttelt, nur Satan wich nicht.[464] Von Zeit zu
-Zeit lesen wir bis zum heutigen Tage in den Zeitungen von einem
-geistlichen Exorzismus einer hysterischen Person als vom Teufel
-besessen[465] und der Glaube an einen buchstäblichen Teufel wird noch
-von der katholischen Kirche offiziell festgehalten und von einem großen
-Teil der Geistlichkeit anderer Kirchen. Eine der Szenen der letzten
-Jahre des erleuchteten 19. Jahrhunderts, die es verdient, in der
-Geschichte weiter zu leben, war der berühmte Miß Vaughan-Schwindel[466],
-bei welchem der Papst Leo XIII. und mehrere Bischöfe eine Dame offiziell
-segneten, die, obgleich aus der Vereinigung ihrer Mutter mit dem Teufel
-stammend, die Kirche triumphierend gerettet hatte; im nächsten Jahre
-(1897) gestand Taxil, daß nicht nur alles eine Lügengeschichte sei --
-der Teufelsbund mit eingeschlossen --, sondern auch daß die Dame selbst
-ein Produkt seiner Einbildungskraft war.
-
-[Fußnote 462: Roskoff. Op. cit., S. 267.]
-
-[Fußnote 463: Vgl. Hamlets Behauptung: »There is nothing either good or
-bad, but thinking makes it.«]
-
-[Fußnote 464: Freimark. Op. cit., S. 334.]
-
-[Fußnote 465: Man wird es kaum glauben, daß ich während meiner Praxis in
-Kanada (1911) erhebliche Schwierigkeiten mit einem Arzte (!) hatte, der
-einen Fall von Dementia praecox mit Vorlesungen aus der Bibel behandeln
-wollte, um den Teufel, von dem er fest überzeugt war, daß er sich in dem
-Kranken befände, damit auszutreiben.]
-
-
-
-
- VII.
- Die Hexenepidemie.
-
-
-Die Probleme des Hexenaberglaubens sind komplizierter als die des
-Teufelsglaubens, obgleich sie mit ihnen nahe verwandt sind; denn
-einerseits wirkten beim Aufbau des Hexenglaubens noch zahlreichere
-Faktoren mit und anderseits haftete er nicht an Phantasiewesen, sondern
-an wirklichen Menschen. Infolge dieser Tatsache ist es anzunehmen, daß
-einige Bestandteile von den Betroffenen selbst geliefert wurden, wenn
-auch das meiste aus äußeren Quellen stammt. Wie viele von den Verfolgten
-wirklich von der Realität der angeblichen Vorfälle überzeugt waren, wird
-sich nie ermitteln lassen. Sicher ist, daß viele nicht daran glaubten,
-denn nachdem sie unter grausamen Torturen ein Geständnis abgelegt
-hatten, beichteten sie ihre Unschuld dem Beichtvater, unter der
-Bedingung, daß er nichts davon verlauten lasse, damit sie ohne
-neuerliche Tortur hingerichtet würden. In manchen Fällen war allerdings
-die Natur jener erdichteten Ereignisse und der Geisteszustand der Opfer
-derartig, daß diese an die Wirklichkeit der Verbrechen, wegen deren sie
-angeklagt waren, nicht im mindesten zweifelten.
-
-[Fußnote 466: Kemmerich. Kultur Kuriosa, S. 229-234.]
-
-Wie im vorhergehenden Kapitel können wir mehrere verschiedene Probleme
-unterscheiden, insbesondere:
-
- 1. Die Erklärung der Fundamente der Hexenvorstellung,
-
- 2. Den Grund für den Ausbruch der Epidemie an einem bestimmten
- Zeitpunkte und
-
- 3. Ihr Verhältnis zum Alptraum.
-
-Die hier aufgestellte These lautet, daß _der Hexenglauben im
-wesentlichen eine Projektion verdrängter sexueller Wünsche des Weibes
-darstellt, insbesondere jener, die sich auf das weibliche Gegenstück zum
-Ödipus-Komplex beziehen, nämlich die Liebe zum Vater und den Neid und
-die Feindseligkeit gegen die Mutter_. Ebenso wie das Kind das Bild des
-Vaters in seine wohltätigen und böswilligen Züge auseinanderlegt und
-damit den Glauben an Gott und Teufel ermöglicht, so teilt es auch die
-Mutter in die beiden Hälften, woraus sich der Glaube an Göttinnen (Mater
-Dei) und weibliche Teufel entwickelt. Die Bemerkung Riklins[467], daß
-die Erfindung von Riesinnen und Hexen u. s. w. die Stellungnahme des
-Mädchens gegen die Mutter als sexuelle Rivalin ausdrückt, fällt mit dem
-Kern der gegenwärtigen These zusammen. Ferner werden wir sehen, daß
-beide Geschlechter ebenso zur Erfindung der Hexen wie zu jener des
-Teufels beigetragen haben.
-
-Vor Behandlung der historischen Seite des Hexenglaubens wird es sich
-empfehlen, seine Hauptmerkmale zur Zeit der vollsten Blüte zu erörtern.
-Diese lassen sich kurz in zwei Gruppen zusammenfassen, und zwar
-diejenigen, welche
-
- I. sich auf den Umgang der Hexe mit dem Teufel beziehen,
-
- II. sich auf das Verhältnis zu den Mitmenschen beziehen.
-
-Diese Gruppen waren ursprünglich voneinander unabhängig und wurden erst
-im 13. Jahrhundert vermengt; um dieselbe Zeit wurde eine dritte
-hinzugefügt, nämlich die Ketzerei, d. h. Tatsachen, die sich auf ihr
-Verhältnis zu Gott bezogen.
-
-[Fußnote 467: Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S.
-74.]
-
-Für die eigentliche Hexenepidemie war die dritte Vorstellungsgruppe am
-wenigsten charakteristisch, so daß wir sie zuerst erledigen können.
-Obgleich sie das Element ist, das am wenigsten die eigentliche Hexe von
-dem alten Zauberer und Wahrsager scharf unterschied, da sie eher als
-eine direkte Fortsetzung der Attribute jener gelten darf, kam ihr doch
-für die Hexenverfolgung die allerhöchste Bedeutung zu. Wie bekannt, ging
-die Initiative zu jener Verfolgung von der Kirche aus, deren Streben auf
-die Ausrottung der Ketzerei und Vernichtung der Macht des Teufels
-gerichtet war. Die Laienschaft, deren ursprüngliches Interesse an dem
-Unternehmen nicht sehr stark war, wurde zur Unterstützung der Kirche
-durch die geschickte Kombinierung der Objekte dieser Verfolgung mit der
-alten Auffassung von schädlicher Zauberei (Maleficium) bewogen. Durch
-die Furcht vor der letzteren aus ihrer Ruhe aufgeschreckt, verband sie
-sich mit der Kirche, um die verhaßten Quellen des Maleficium zu
-zerstören, die nach der Erklärung der Kirche mit denen der Ketzerei und
-des Teufelspaktes identisch waren.
-
-Die schädlichen Einwirkungen der Hexen erstreckten sich von kleinen
-Bosheiten bis zu den schwersten Verletzungen, selbst den Tod
-miteingeschlossen. Ihre genaue Überprüfung zeigt meiner Meinung nach,
-daß die Angst, die sich hinter dem Glauben an dieses Maleficium verbarg,
-die im tiefsten Grunde der Menschenseele ruhende Angst vor Unfähigkeit
-oder Versagen der sexuellen Funktionen war. (Beim Manne:
-»Kastrations-Komplex«, beim Weibe: »Angst vor der Kinderlosigkeit.«) Der
-Grund hiefür ist, daß fast alle Fälle von Verhexen sich entweder direkt
-auf die Erzeugung von Impotenz (oder Sterilität) beziehen, oder
-symbolische Darstellungen dafür sind.
-
-In erster Linie ist zu beachten, daß die häufigste Spezialität der
-Hexenkunst in der Einmischung in die sexuellen Funktionen, besonders bei
-der Erzeugung der Impotenz bestand. Hansen[468] bemerkt: »Die Behexung
-trifft weitaus am häufigsten die geschlechtlichen Beziehungen zwischen
-Mann und Weib.« In der berühmten Hexen-Bulle[469] wird das Maleficium in
-sieben Punkten behandelt, von denen sechs die sexuellen Funktionen
-betreffen und einer die Verwandlung in Tiere. Der bekannte Malleus
-Maleficarum[470] widmet vier Kapitel einer eingehenden Erörterung der
-Frage, auf welche Weise diese Impotenz zu Stande gebracht wurde, und
-betont, daß im Gegensatz hiezu die Hexerei andere natürliche Funktionen
-nicht beirren kann, wie z. B. Essen, Gehen u. s. w.[471]; die
-verschiedenen Methoden, durch die der Penis weggehext werden kann, sei
-es in Wirklichkeit oder durch Augentäuschung, werden ebenso gründlich
-besprochen. Ein Lieblingsmittel war die Benützung der ligature de
-l'aiguillette, mit der, wie Brévannes[472] konstatiert, nicht weniger
-als 50 verschiedene Prozeduren vorgenommen werden konnten. Im 15. und
-16. Jahrhundert war diese so häufig im Gebrauch und so allgemein
-gefürchtet, daß es Sitte wurde, die Hochzeiten im geheimen abzuhalten,
-um Bezauberungen zu entgehen. Das Hexenmaleficium vermochte in derselben
-Richtung noch weitere Wirkungen zu entfalten. Durch seine Anwendung
-konnte die Liebe zwischen einem bestimmten Manne und einem Weibe
-vernichtet, Unfruchtbarkeit der Frauen und Zeugungsunfähigkeit der
-Männer herbeigeführt, die intrauterine Frucht zerstört und Mißgeburten
-hervorgebracht werden.[473] Selbst wenn alle diese Gefahren vermieden
-waren, war das Neugeborene noch nicht in Sicherheit, denn Hexen fraßen
-mit Leidenschaft kleine Kinder, welcher Gefahr ungetaufte ganz besonders
-ausgesetzt waren.
-
-[Fußnote 468: Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozesse im
-Mittelalter, 1900, S. 479.]
-
-[Fußnote 469: Zitiert im Hexenhammer. Deutsche Übersetzung von Schmidt,
-1906, Erster Teil, S. 107.]
-
-[Fußnote 470: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil. Kap. 8, 9 und
-zweiter Teil Kap. 6, 7. Siehe Pg. 131, 143-145 bezüglich der
-Differential-Diagnose zwischen Impotenz aus natürlicher Kälte und
-Impotenz infolge Behexung, und Hansen. Op. cit., S. 88-92, 166 über die
-Bedeutung dieser Unterscheidung für die Ehetrennung.]
-
-[Fußnote 471: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 127.]
-
-[Fußnote 472: Brévannes. L'orgie satanique à travers les siècles, 1904,
-P. 71.]
-
-[Fußnote 473: Diese und viele andere in diesem Kapitel erwähnten
-Einzelheiten sind Hansen entnommen.]
-
-Die meisten anderen Fälle des Maleficium symbolisieren dieselbe Furcht.
-Die nächst häufige war die Vernichtung der Ernte durch Regen oder
-Hagelwetter oder die Kunst, ein Feld, das einer bestimmten Person
-gehörte, unfruchtbar zu machen; in allen Epochen bestanden innige
-Assoziationen zwischen der Fruchtbarkeit der Menschen und der Natur, was
-nebst vielen anderen die Tatsache beweist, daß dieselben Götter beide
-beschützten. Auch die geringeren Fälle von Hexerei gestatten dieselbe
-Auslegung. Unter diesen waren die gewöhnlichsten, die Milch sauer zu
-machen (d. h. den Samen zu beschädigen), das Buttermachen zu hindern
-(auf dessen symbolische Bedeutung Abraham[474] hingewiesen hat), und die
-Bewegungen der Spindel (d. h. die Tätigkeit der _Maschine_),[475] zu
-beeinflussen.
-
-Die einzige Körperfunktion, außer den sexuellen, welche die Hexen
-beeinträchtigen konnten, war das Urinieren, das bekanntlich mit der
-Sexualbetätigung im engen, besonders symbolischen Zusammenhang
-steht[476]; diese Verletzung wurde in Frankreich »cheviller«[477]
-genannt.
-
-Der Glaube, daß durch Hexerei Krankheit[478] und Tod verursacht werden
-könne, hat auch auf denselben Komplex Bezug, denn man findet in der
-Psychoanalyse oft, daß eine außergewöhnlich starke Furcht in dieser
-Richtung durch eine tieferliegende Angst vor Impotenz bedingt wird, mit
-der die anderen Vorstellungen sich leicht assoziieren. Eine weitere
-Quelle für diesen Glauben bildet ihre Assoziation zur Vorstellung eines
-sadistischen Überfalles; das Volksdenken sieht in Krankheit und Tod
-meist die Folgen des Angriffes eines übelwollenden Dämons, der den
-Menschen überwältigt. Diese Behexung wurde mit Gift, und zwar entweder
-mit materiellem oder mit unkörperlichem, ausgeführt; Gift, d. h. eine
-Flüssigkeit, die, in den Körper aufgenommen, ernste Folgen nach sich
-zieht, ist ein gewöhnliches unbewußtes Symbol für Samen (vergleiche die
-Wahnideen der Verrückten, daß jemand sie vergiften wolle).
-
-[Fußnote 474: Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 66.]
-
-[Fußnote 475: Siehe Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 211.]
-
-[Fußnote 476: Siehe Sadger »Über Urethralerotik«. Psychoanalytisches
-Jahrbuch, 1910, Band 2, S. 409.]
-
-[Fußnote 477: Collin de Plancy. Dictionnaire infernal, 1818, Z. I, P.
-7.]
-
-[Fußnote 478: Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. 965.]
-
-Es ist bemerkenswert, daß fast alle Zaubermittel, die das Maleficium
-verhinderten, sexuelle Symbole waren. Die am häufigsten gebrauchten
-scheinen Salz[479] und Hufeisen gewesen zu sein. Wie bereits erwähnt
-wurde, ist Salz in der Sitte der Völker ein weit verbreitetes Symbol für
-Samen und Fruchtbarkeit. Salz und Brot (Symbol der Faeces, infantiles
-Sexualmaterial)[480] wurden auch gegen die Hexerei häufig
-angewendet[481], da die Mischung der beiden die Fruchtbarkeit
-symbolisiert.[482] Das Hufeisen, dieser allgemein bekannte
-Glückstalisman, wurde auch häufig zur Abwehr der Hexen[483] benützt;
-Lawrence[484], der den Volksglauben hinsichtlich des Hufeisens
-ausführlich behandelt, nennt es »das Gegenmittel par excellence gegen
-Hexerei«. Daß hier ein Stück Vulva-Symbolik vorliegt, wurde
-gerechterweise allgemein anerkannt. Andere Dinge von ähnlicher Gestalt
-und Bedeutung wurden für denselben Zweck in Gebrauch genommen; so nannte
-man infolge dieses Zusammenhanges Steine, durch die ein Loch gebohrt
-war, »Hexensteine«.[485] In Butlers Hudibras (II. 3. 291) werden mehrere
-Symbole zusammengebracht; es heißt dort, ein Geisterbeschwörer könne mit
-Sicheln, Hufeisen und ausgehöhlten Feuersteinen böse Geister verjagen.
-An anderen Gegenmitteln wären zu erwähnen: ein aufgerichtetes
-Messer[486], ein Besenstiel[487], ein Pferdeschädel[488] und ein
-Drudenfuß[489]; die beiden ersten sind männliche Symbole, die anderen
-bisexuelle.
-
-[Fußnote 479: Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910, Band 2, S.
-34. Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 95,
-258, 283.]
-
-[Fußnote 480: Siehe Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre,
-Zweite Folge, 1909, S. 168.]
-
-[Fußnote 481: Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 454. Seligmann. Op. cit., S.
-37.]
-
-[Fußnote 482: Aigremont. Fuß- und Schuhsymbolik und Erotik, 1909, S.
-55.]
-
-[Fußnote 483: Brand. Popular Antiquities of Great Britain, 1849, Vol.
-III, Pp. 16, 17.]
-
-[Fußnote 484: Lawrence. The Magic of the Horse-shoe, 1899, P. 88.]
-
-[Fußnote 485: E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 119, 137.
-Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 140.]
-
-[Fußnote 486: Wuttke. Op. cit., S. 259.]
-
-Die Erklärung dieses Massenglaubens an das Hexenmaleficium ist nicht
-einfach, obgleich er eine sehr allgemeine Grundlage haben muß, da etwas
-ähnliches in allen Epochen der Menschheit zu finden ist. Im allgemeinen
-besteht die engste Beziehung zwischen Zauberei und Sexualität, wie
-Bloch, Hansen und andere nachgewiesen haben[490], so daß der Verdacht
-wohlberechtigt ist, daß die Quelle des Hexenmaleficium, das sich in
-starkem Ausmaße auf die Frage der Impotenz bezog, gleichfalls sexueller
-Natur sein müsse. Hansen[491] hat folgende Erklärung beigebracht, die
-wenigstens auf den Fall, daß geradezu Impotenz herbeigeführt wird,
-anwendbar ist: Er führt ihren Ursprung in den Orient zurück und sagt,
-»sie dürfte in der Vielweiberei, und zwar gleichmäßig in der natürlichen
-Eifersucht der Frauen eines Mannes und der psychischen Entnervung dieses
-Mannes ihren Ursprung haben. Diese Art von Maleficium hat einen
-ausgesprochen weiblichen Charakter; sie hat viel dazu beigetragen,
-ältere, auf die Liebeserfolge der jüngeren eifersüchtige Frauen in den
-Verdacht der Hexerei zu bringen.« Zwei Erwägungen bestätigen diese
-Meinung Hansens. 1. Die Tatsache, daß im Mittelalter der Verlust an
-Männern in den zahlreichen Kriegen so groß war, daß die sozialen
-Bedingungen denen des Orients angenähert waren; in Deutschland war aus
-diesem Grunde die Polygamie durch Sondergesetze, die zu diesem Ende
-erlassen wurden, wirklich erlaubt worden. Auf die Bedeutung der
-Kreuzzüge in dieser Richtung hat Buckle hingewiesen.[492] 2. Die neuere
-psychiatrische Erkenntnis der engen Verbindung zwischen Impotenzgedanken
-und Eifersucht. Hansens Auffassung läßt jedoch den panikartigen
-Schrecken der _Männer_, die schließlich doch wissen mußten, daß sie
-potent seien, noch immer völlig unerklärt. Die Vorstellung muß an einer
-in ihrem Innern bereits vorhandenen Furcht Widerhall gefunden haben. Wir
-können annehmen, daß zu einer solchen Zeit die ungenügende Gelegenheit
-für die Frauen, hinreichende Befriedigung zu finden, der Frage der
-männlichen Potenz eine besonders stark empfundene Bedeutung gab. Auch
-ist es bekannt, daß diese Angst bei Männern ebenso häufig als
-tiefgewurzelt ist. Die psychoanalytische Untersuchung hat gezeigt, daß
-sie ihre Wurzeln in der frühesten Kindheit hat, in der Furcht des
-Knaben, daß ihm die Eltern den Penis, wie irgend ein anderes Spielzeug
-wegnehmen werden, wenn er schlimm ist, d. h., wenn er für ihn zu viel
-Interesse zeigt oder mit ihm spielt. Es ist im Wesen eine Furcht vor dem
-Vater. Ich möchte den Ausbruch, der diese Angst in Verbindung mit den
-Hexen bringt, als Verschiebungs-Mechanismus ansprechen. Man darf nicht
-vergessen, daß der Teufel die wesentliche Quelle und das gebietende
-Oberhaupt der Hexenkunst war; diesen haben wir aber bereits als
-Personifikation des feindlichen Vaters kennen gelernt. Ferner wurde bis
-zum dreizehnten Jahrhundert das Maleficium meist durch _Männer_,
-Zauberer ausgeübt; erst nach diesem Zeitpunkte übertrug die Kirche im
-Dienste ihrer eigenen Zwecke die ursprünglichen Attribute der älteren
-(männlichen) Zauberer auf die neue Gattung der Hexen. Zweifellos hat
-Hansen ebenfalls recht mit seiner Vermutung, daß die weitverbreitete
-Eifersucht der alten Weiber, durch die sozialen Einrichtungen
-begünstigt, die Furcht unterstützte und zur Lokalisierung bei den alten
-Hexen beitrug. Eine ähnliche Angst auf Seite der Frauen, die sich
-hauptsächlich, aber nicht ausschließlich auf Schwängerung und Geburt
-bezog, war unzweifelhaft ein weiterer Faktor; die Hexe personifizierte
-dann die gehaßte Mutter, welche die geheimen Genüsse des Mädchens
-störte. Schließlich sei daran erinnert, daß das Menschenherz stets
-bereit ist, infolge der eigenen feindlichen oder verbrecherischen
-Wünsche Schmerz, Unglück u. s. w. zu ahnen und zu fürchten. Freud[493]
-hat darauf hingewiesen, daß der Aberglaube nichts anderes ist, als die
-Projektion unbewußter Gedanken.
-
-[Fußnote 487: Wuttke. Op. cit., S. 130.]
-
-[Fußnote 488: Lawrence. Op. cit., P. 87.]
-
-[Fußnote 489: Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 456, 459.]
-
-[Fußnote 490: Bloch. Das Sexualleben unserer Zeit, 2. Aufl. 1907, S.
-128. Hansen, Op. cit., S. 25.]
-
-[Fußnote 491: Hansen. Op. cit., S. 12.]
-
-[Fußnote 492: Buckle. History of Civilization in England, 1857, Worlds
-Classics Edition, Vol. 1, P. 129.]
-
-Die Ansicht, daß die Hexen (und Zauberer) mit Attributen ausgestattet
-waren, die von der Vorstellung des Kindes von seinen Eltern hergenommen
-wurden, wird durch die Tatsache gestützt, daß ihre Handlungen nicht
-immer feindselig gegen gewöhnliche Menschen waren, sondern oft
-freundlich. Durch mannigfache Versöhnungsmittel konnten sie, gradeso wie
-Gott und der Teufel, dazu veranlaßt werden, ihre übernatürlichen Kräfte
-in den Dienst Hilfsbedürftiger zu stellen. So wurde ihre Fähigkeit,
-Dinge, die sich in der Ferne ereigneten, zu sehen und zukünftige
-Ereignisse vorherzusagen, oft in Anspruch genommen. Am häufigsten wurde
-jedoch ihr Beistand erbeten, um Liebe zu erwecken (Liebes-Philter,
-Liebes-Amulette u. s. w.) oder zu vernichten, wenn ein gehaßter Rivale
-vorhanden war; die Hexen gingen gelegentlich so weit, den Liebhaber
-durch die Luft auf ihrer Ziege zur Geliebten zu tragen.[494] Sie konnten
-sogar veranlaßt werden, die angezauberte Impotenz zu heilen; im Hinblick
-darauf sagt Seligmann[495]: »eine Hexe heilte die Männer, indem sie mit
-ihnen während einer Nacht im Ehebett schlief«.
-
-Wir kommen nun zur zweiten Gruppe, welche den Umgang der Hexe mit dem
-Teufel behandelt, und die das Kardinalmerkmal der Hexenepidemie bildet.
-Das Teufelsbündnis war die Hauptanklage bei den Hexenprozessen,
-vielleicht, weil es nach der Natur der Umstände leichter »bewiesen«
-werden konnte als das Maleficium oder die Ketzerei; vielleicht auch,
-weil die Richter dieses Thema weit anziehender fanden als die anderen.
-Wuttke[496] konstatiert: »Hauptgegenstände der Anklage waren der, meist
-auch geschlechtliche, Verkehr mit dem Teufel, die Hexenfahrt durch die
-Luft und der dort mit Tanz, Schmaus und oft auch mit Unzucht gefeierte
-Hexensabbat, wo dem Teufel gehuldigt und manchmal geopfert wurde; die
-Schädigung von Menschen und Vieh erscheint dagegen als Nebensache.«
-Soldan[497] nennt ebenfalls den Teufelsbund den »Kern« der
-Hexenprozesse. Ennemoser[498] schreibt: »Dem späteren Begriff der Hexen
-ist unzüchtige Buhlschaft wesentlich, sie besiegelt das geschlossene
-Bündnis und verleiht dem Teufel freie Macht über die Zauberinnen, ohne
-diesen Greuel kommt überhaupt keine Hexe vor.« Roskoff[499] sagt: »Das
-spezifische Hexenwesen der eigentlichen Periode der Hexenprozesse beruht
-nicht mehr bloß auf der Abweichung von Glaubens- und Lehrsätzen der
-Kirche, sondern, wie aus der Bulle Innozenz VIII. und dem Hexenhammer
-ersichtlich ist, lautet die Anklage vornehmlich auf: »_Bündnis mit dem
-Teufel und vertrautesten Umgang_ mit demselben.«
-
-[Fußnote 493: Freud. Zur Psychopathologie den Alltagslebens, 3. Aufl.,
-1910, S. 134.]
-
-[Fußnote 494: Burton, The Anatomy of Melancholy, 1826 Edition. Vol. I,
-P. 79, und Vol. II, P. 289.]
-
-[Fußnote 495: Seligmann. Op. cit., Band 1, S. 335.]
-
-[Fußnote 496: Wuttke. Op. cit., S. 153.]
-
-Es kann nicht der leiseste Zweifel darüber bestehen, daß der eigentliche
-Wesenszug dieses Bündnisses die sexuelle Beziehung war. Die älteren
-Autoren, wie Bodin[500], De Lancre,[501] die Verfasser des Malleus[502]
-und die anderen sind in diesem Punkte völlig einig. So sagt, um nur
-einige der letztgenannten zu zitieren, Hansen[503]: »Jede Hexe steht in
-geschlechtlichem Verkehr mit dem Teufel ....... Gerade durch diesen
-Verkehr wird das dauernde Verhältnis zwischen Hexe und Teufel
-unterhalten.« Bloch[504]: »Der Begriff des Weibes als Hexe drehte sich
-fast nur um das Geschlechtliche, das meist als »Teufelsbuhlschaft«
-vorgestellt wurde.« Quanter[505]: »Die sexuellen Exzesse mit dem Teufel
-waren das einzige, was mit breitem Behagen den Hexen nachgesagt wurde.«
-Nyström[506]: »Das spezifische der Hexenprozesse in ihrer eigentlichen
-Periode bestand in der Beschuldigung der Teufelsbündelei und des
-Geschlechtsverkehrs mit dem Teufel.« Es wurde geradezu geglaubt, daß die
-Hexe ihre Zaubermacht erst nach dem Geschlechtsverkehr mit dem Teufel
-erhielt.[507]
-
-[Fußnote 497: Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von
-Hoppe, 1880, Band 2, S. 397.]
-
-[Fußnote 498: Ennemoser. Geschichte der Magie. Zweite Auflage, 1844, S.
-844.]
-
-[Fußnote 499: Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 2, S. 213.]
-
-[Fußnote 500: Bodin. De le démonomanie des sorciers, 1593, P. 208 u. s.
-w.]
-
-[Fußnote 501: De Lancre. Tableau de l'inconstance des mauvais anges et
-démons, 1612, Livre III, Disc. V.]
-
-[Fußnote 502: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 108 u. s. w.]
-
-[Fußnote 503: Hansen. Op. cit., S. 481.]
-
-[Fußnote 504: Bloch. Op. cit., S. 129.]
-
-[Fußnote 505: Quanter. »Der Hexenglaube des Mittelalters.« Geschlecht
-und Gesellschaft, 1910, Band 5, S. 367.]
-
-Der Glaube an die Buhlschaft mit dem Teufel gründet sich offenbar auf
-jenen an die Unbefriedigung und geschlechtliche Bedürftigkeit, die
-allgemein und vielleicht mit Recht als Charakteristikum der Frauen
-mittleren Alters angesehen wird. Da der Teufel die symbolische
-Personifikation des Vaters ist, sind in letzter Linie unbewußte
-inzestuöse Wünsche die Quelle des Glaubens. Dieser Umstand gewann, wie
-bereits ausgeführt wurde, im Mittelalter eine ganz besondere Bedeutung;
-weitere Beweise für diese Auffassung des Problems sollen sogleich
-hinzugefügt werden. Geradeso wie manche Frauen, die Mystikerinnen und
-Heiligen, ihr Begehren dadurch befriedigten, daß sie es an die
-Gottesidee hefteten, so fanden andere auf einem weniger durchgeistigten
-Wege ihre Befriedigung an den fast synonymen Vorstellungen des Inkubus,
-Dämon oder Teufel. Der Unterschied zwischen den beiden Vorgängen ist,
-wie Maury[508] sehr richtig bemerkt hat, weit geringer, als dies auf den
-ersten Blick erscheint.
-
-Wenn wir nun die Beziehung zwischen Hexe und Teufel mehr im Detail
-betrachten, können wir den Gegenstand am bequemsten in drei Teile
-zerlegen, nämlich das Verhalten der Hexen
-
- 1. auf dem Sabbat,
-
- 2. auf dem Wege zum Sabbat,
-
- 3. zu Hause.
-
-Der Sabbat selbst ist von zahlreichen Autoren so lebendig beschrieben
-worden, daß hier keine vollständige Darstellung gegeben werden muß. Für
-unseren Zweck genügt es, die beiden wichtigsten Züge zu betonen, seine
-im wesentlichen sexuelle Natur und die Parodie der religiösen
-Zeremonien. Der Sabbat war kein ordnungsloses Durcheinander, sondern
-bestand in einer Reihe mit mehr oder weniger Genauigkeit ausgeführter
-Zeremonien.[509] Diese waren der Reihenfolge nach: Der Einzug und die
-Prozession, die Huldigung vor Satan, die schwarze Messe, der Sabbat-Tanz
-und schließlich die sexuelle Orgie, bei der inzestuöse Akte zwischen den
-nächsten Verwandten ausgeführt wurden.[510] Das Inzest-Element tritt
-also sowohl durch diese Tatsache als durch die Vereinigung mit dem
-Teufel an die Spitze. Die Parodie der christlichen Riten ging bis ins
-feinste Detail und wird von den meisten der alten Autoren mit unwilligen
-Kommentaren versehen.[511] Grimm[512] führt dies auf den vom Neid
-eingegebenen Wunsch des Teufels, Gott nachzuäffen, zurück, aber eine
-tiefere Erklärung liegt darin, daß die symbolische Bedeutung der beiden
-Gruppen von Zeremonien fast identisch ist; der Hauptunterschied ist der,
-daß die zu Grunde liegenden Komplexe im Fall der Vereinigung mit dem
-Teufel weit unmittelbarer dargestellt werden.
-
-[Fußnote 506: Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 294.]
-
-[Fußnote 507: Alpenburg. Mythen und Sagen Tirols, 1857, S. 256.]
-
-[Fußnote 508: Maury. La magie et l'astrologie, 1860, 2. Partie, Ch. III.
-»Les mystiques rapproches des sorciers.« Siehe insbesond. Pp. 405, 406,
-410, 411. Ebenso Steingießer, »Das Geschlechtsleben der Heiligen«,
-1908.]
-
-Die im Mittelpunkte stehende Zeremonie der schwarzen Messe[513] kann als
-im höchsten Grade symbolisch für diese Vereinigung angesehen werden, und
-deshalb auch der Sabbat selbst. Bei dieser diente die jüngste und
-schönste Hexe, die Königin des Sabbat, als Altar[514], nachdem sie mit
-dem Urin des Teufels getauft worden war, wobei das Zeichen des Kreuzes
-verkehrt und mit der linken Hand geschlagen wurde. Wenn sie sich dann
-der Länge nach hingelegt hatte, wurde die heilige Hostie so bereitet,
-daß auf ihrem Hintern ein Gemenge des ekelhaftesten Materials -- Faeces,
-Menstrualblut, Urin und verschiedener Unrat -- durcheinander geknetet
-wurde; dies stellte die berühmte _Confarreatio_ vor, die Nahrung der
-schmachvollsten Liebe. Es ist nicht notwendig, in die Symbolik der
-Einzelheiten dieses Vorganges einzugehen, denn dies würde uns zu einer
-Erörterung der Bedeutung der Nekrophilie, Theophagie und anderer
-Gegenstände, die mit unserem gegenwärtigen Thema nichts zu tun haben,
-zwingen. Es möge genügen, daß diese Symbolik, die Pfister[515] in
-Verbindung mit zwei Mystikern nachgewiesen hat, durchgängig sexuell ist.
-
-[Fußnote 509: Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 147-167.]
-
-[Fußnote 510: Kiesewetter. Geschichte des Okkultismus, Band 2, S. 461.
-De Lancre. Op. cit., P. 223.]
-
-[Fußnote 511: Z. B. De Lancre. Op. cit., P. 460.]
-
-[Fußnote 512: Grimm. Op. cit., S. 895.]
-
-[Fußnote 513: Laurent und Nagous, Okkultismus und Liebe, Deutsche
-Ausgabe, 1903, S. 135, 139, 246. Brévannes. Op. cit., Pp. 120-135.]
-
-[Fußnote 514: Cox. The Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II,
-Pp. 113 bis 121. Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism,
-Second Edition, 1874, P. 74, und andere haben auf die weibliche Symbolik
-des Altars im allgemeinen hingewiesen. Der weibliche Körper hat zu
-verschiedenen Zeiten als Altar gedient, sogar, wie festgestellt wurde,
-bei den ersten Christen (Brévannes. Op. cit., P. 38).]
-
-Die Art der Hinreise zum Sabbat (Hexenfahrt) war eine Frage, welche die
-Theologen des Mittelalters sehr beschäftigte. Es wurde allgemein
-angenommen, daß sie als Flug durch die Luft ginge, doch die Meinungen
-gingen darüber auseinander, ob der Leib selbst von einem Ort an den
-anderen versetzt wurde oder nur die Seele. Schließlich entschied man
-sich für die erste Annahme und schloß, daß der schlafende Leib, der
-zurückblieb, nur ein Erzeugnis des Teufels zur Täuschung des Gatten der
-abwesenden Hexe sei. Die Quellen des Glaubens an eine solche Nachtfahrt
-sind mannigfaltig, doch sie stehen alle im engsten Zusammenhang mit den
-Träumen und der Sexualität. Regius vom Prüm[516] sprach es sogar schon
-im 10. Jahrhundert aus und Johann von Salisbury[517] im 12., daß der
-Glaube eine durch die Traumerfahrung hervorgerufene Täuschung sei, und
-dies war auch die Meinung Weiers und vieler anderer; sie wird auch
-allein durch die Tatsache, daß die Nachtfahrt fast immer nur dann
-vorkam, wenn die Person in tiefem Schlafe lag[518], sehr nahegelegt. Die
-Übereinstimmung zwischen zahlreichen Beschreibungen der Hexenfahrt und
-gewissen typischen Träumen ist so vollkommen, daß an der Richtigkeit
-dieser Erklärung nicht der leiseste Zweifel bestehen kann.[519] Es ist
-ebenso gewiß, daß der Sinn der fraglichen Träume sexueller Natur ist,
-wie sogleich im Detail nachgewiesen werden soll.
-
-[Fußnote 515: Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf,
-1910, S. 76, 77, 113.]
-
-[Fußnote 516: Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 80.]
-
-[Fußnote 517: Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 139.]
-
-[Fußnote 518: Bodin. Op. cit., Pp. 184, 185.]
-
-In dem in Rede stehenden Glauben sind drei verschiedene Vorstellungen
-enthalten, jene des Reisens, Fliegens und Reitens. Die Psychoanalyse hat
-gezeigt, daß _Reiseträume fast stets_ mit sexuellen Motiven assoziiert
-sind. Als Beispiele dienen die Erkundung unzugänglicher Örtlichkeiten,
-Todeswünsche gegen gehaßte Nebenbuhler, Flucht mit dem geliebten
-Elternteil fort von dem rivalisierenden u. s. w.; der Gegenstand wurde
-in den vorhergehenden Kapiteln bereits teilweise besprochen. Die
-_Flugträume_ sind gleichfalls individuell determiniert und symbolisieren
-verschiedene Wünsche, doch die letzte Quelle ist stets die sexuelle
-Erregung durch gewisse Bewegungen (wiegen, hetzen u. s. w.) in der
-frühen Kindheit.[520] Die Vorstellung, die am deutlichsten ihre sexuelle
-Natur offenbart, ist das Reiten, das im Traum regelmäßig den
-Beischlafsakt symbolisiert.[521] Manchmal kommt dies ganz offen zum
-Ausdruck. So zitiert Delassus[522] folgendes Beispiel: »Martin d'Arles
-raconte, dans son livre des superstitions, qu'une dame très pieux se
-voyait souvent, en songe, chevauchant à travers la campagne avec un
-homme, qui abusait d'elle, ce qui lui causait une très grande volupté.«
-Ähnlich schreibt Jähns[523]: »So kam es vor, daß ehrbare Matronen ihren
-Beichtvätern vertrauten: >sie fühlten, daß sie unwillkürlich Nachts über
-Feld und Aue ritten; ja, wenn sie mit dem Roß über ein Wasser setzten,
-so wohne irgend jemand ihnen mit dem vollen Lustgefühl des Aktes bei.<
-Da war denn der offenbare Hexenritt und die offenbare Vermischung mit
-dem Satan eingestanden.«
-
-[Fußnote 519: Siehe Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 310. Brand.
-Op. cit., P. 9. Die Ähnlichkeit wurde von Oldham im 17. Jahrhundert klar
-ausgesprochen. (Werke, 6. Ausgabe, P. 254.)
-
- »Wie Menschen, die bewegungslos im Schlafe liegen,
- Im Traum zu steigen meinen und zu fliegen,
- So glaubt die Hexe durch des Luftraums Weiten
- Auf ihrem Zauberstab dahin zu reiten.«]
-
-[Fußnote 520: Freud. Die Traumdeutung, 1911, S. 201-203.]
-
-[Fußnote 521: Vergl. den Ausdruck für nächtliche Pollutionen: »es reiten
-ihn die Hexen.« Auf die Ähnlichkeit zwischen dem Hexenreiten und dem
-Alpdruck hat vor vielen Jahren Burton (Op. cit., P. 134) aufmerksam
-gemacht, »auch bei solchen, die durch einen Inkubus belästigt oder von
-den Hexen geritten sind (wie wir dies nennen); wenn sie auf ihren Rücken
-liegen, meinen sie, ein altes Weib reite sie und sitze so schwer auf
-ihnen, daß sie vor Atemnot fast ersticken.«]
-
-[Fußnote 522: Delassus. Les Incubes et les Succubes, 1897, P. 35.]
-
-Manchmal verwandelten Hexen einen Mann in ein Pferd, um darauf zum
-Sabbat zu reiten[524] (Traum-Umkehrung der natürlichen Stellung),
-manchmal reisten sie in Gesellschaft des Teufels -- der vorn auf dem
-Stab ritt, während die Hexe hintenauf saß[525] --, doch am häufigsten
-war der Teufel selbst das Reittier, entweder in Gestalt eines Pferdes
-oder eines Bockes.[526] Das letztgenannte Tier war am beliebtesten und
-ist auch mit Hinblick auf seine wohlbekannten Eigenschaften zum Ausdruck
-sexueller Vorstellungen ausgezeichnet geeignet. Bei gewissen Anlässen
-schob die Hexe einen Pflock in den Hinterteil des Bockes, von dem dann
-entweder ihre Genossen[527] oder die Kinder[528], die sie zum Sabbat
-mitbringen wollte, getragen wurden. Oft genügte auch der Pflock allein,
-gewöhnlich in der Form eines Besenstiels, zur Reise. Jähns[529] hat
-gezeigt, daß dieser ein Repräsentant des Pferdes oder eines anderen
-Reittieres war; die phallische Bedeutung ist hier ebenso evident wie bei
-den zahlreichen anderen Formen des Zauberstabes. Die Vorstellung der
-Verwandlung menschlicher Wesen oder des Teufels in Tiere ist, wie
-bereits mehreremal bemerkt wurde, besonders charakteristisch für den
-Traum und im Jahre 1230 hat Wilhelm von Paris[530] bei Besprechung der
-Hexenfrage sich ausdrücklich für diese Entstehungsweise erklärt.
-
-[Fußnote 523: Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 412.]
-
-[Fußnote 524: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1906, S. 49.]
-
-[Fußnote 525: Grimm. Op. cit., S. 895.]
-
-[Fußnote 526: Der Hexenhammer. Op. cit., Zweiter Teil, S. 44.]
-
-[Fußnote 527: Jähns. Op. cit., S. 415.]
-
-[Fußnote 528: Horst. Zauber-Bibliothek, 1821, Erster Teil, S. 216.]
-
-[Fußnote 529: Jähns. Op. cit., S. 415, 416.]
-
-Ein interessanter Nebenumstand bei der Fahrt durch die Luft war die
-bekannte Hexensalbe, die dazu benötigt wurde. Sie mußte in den Körper
-hineingerieben werden, insbesondere oberhalb des Abdomen, in den höheren
-Teil der Oberschenkel und in die Füße, bis ein Gefühl der Erwärmung
-verspürt wurde.[531] Auch der Besenstiel[532], der die Hexe zum Sabbat
-trug, wurde damit eingerieben und Grimm[533] erzählt einen Fall, wo ein
-Kalb zu diesem Zweck bestrichen wurde. Die Materialien, die bei der
-Zusammensetzung der Salbe am liebsten verwendet wurden, scheinen die
-Eingeweide und das Fett kleiner Kinder[534] gewesen zu sein, doch viele
-andere Substanzen wurden gleichfalls benützt. Die Erklärung dieses
-sonderbaren Vorganges ist keineswegs einfach. De Lancre[535] sagt: »Le
-Diable use d'ongaens graisses et onctions, pour imiter nostre Seigneur,
-qui nous a donné le sainct sacrement de Babtesme et celuy de la Saincte
-onction.« Dies läßt außer manchem anderen offenbar auch die besondere
-Verbindung zwischen Salbe und Luftreise unerklärt.
-
-Der Akt des Salbens hat zu allen Zeiten eine besondere Bedeutung
-besessen und war meist mit der Vorstellung der Übertragung einer
-besonderen Macht auf gewisse Personen, Priester oder Könige, verknüpft;
-bei mehreren religiösen Zeremonien spielt es eine ähnlich wichtige
-Rolle. Ein vergleichendes Studium der Gelegenheiten, bei welchen die
-Ölung vorgenommen wird, macht es höchst wahrscheinlich, daß der Akt eine
-sexuelle Symbolik enthält und sein inniger Zusammenhang mit der
-Hexenfahrt und dem Sabbat unterstützt diese Auffassung. Freimark[536]
-bringt Beweise dafür bei, daß zu verschiedenen Zeiten die Ölungen
-wirklich zur Hervorbringung wollüstiger Träume benutzt wurden, und
-erwähnt eine Anzahl von Substanzen, von denen man annahm, daß sie im
-stande seien, aphrodisische oder anästhesierende Wirkungen oder
-Intoxikation hervorzurufen, die zu diesem Zweck gebraucht wurden.
-Kiesewetter[537] machte an sich selbst Versuche, um den Tatbestand zu
-erforschen, und konstatierte als Resultat verschiedene Reise- und
-Flugträume; es ist seither bekannt geworden, daß kein Arzneimittel dies
-direkt bewirken kann, es muß also die Einstellung der Erwartung dabei
-mittätig gewesen sein (wobei noch eine toxische Wirkung in Rechnung
-gezogen werden muß). Es ist auffallend, daß zwischen den Vorstellungen
-der Einsalbung und der leichten Bewegung stets ein Zusammenhang
-existiert hat, der zweifellos durch die physischen Qualitäten der
-ersteren unterstützt wurde. Das englische Wort »grease« (Salbe) kommt
-von den Gratiae (griechisch Charites), welche Aphrodite mit Öl zu
-waschen pflegten, und das vedische Äquivalent der Charitinnen waren die
-leuchtenden Rosse, die den Wagen Indras, der Sonne (= Phallos[538]),
-zogen. Die am Tage liegende Beziehung von mucus und semen zu den
-Koitusbewegungen ist zweifellos die Quelle der tieferliegenden
-Sexualsymbolik und ich habe gezeigt[539], daß in der frühen Kindheit
-sich eine ähnliche Assoziation zwischen den Vorstellungen der Bewegung
-und exkretorischen Akten (die als Sexualbetätigung aufgefaßt werden)
-bildet. Es ist daher begreiflich, daß der phallische Besenstiel, auf dem
-die Hexe »ritt«, mit Salbe eingeschmiert werden mußte.
-
-[Fußnote 530: Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 138.]
-
-[Fußnote 531: Weier. Histoires, disputes et discours des illusions et
-impostures des diables, Trad. Franc., 1577, P. 165. Grimm. Loc. cit.,
-Laurent und Nagour, Op. cit., S. 122.]
-
-[Fußnote 532: Hansen. Op. cit., S. 449. Weier. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 533: Grimm. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 534: Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft, 1589, Book
-III. P. 40. De Lancre. Op. cit., Pp. 112, 119. Weier. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 535: De Lancre. Op. cit., P. 212.]
-
-Diese Ansicht wird weiterhin durch die enge Verbindung zwischen dem Akt
-des Salbens und dem des Genusses von Zaubertränken bestätigt. Die Hexe
-trank nach geschehener Einsalbung eine derartige Flüssigkeit, um zur
-Reise fähig zu sein.[540] Nun symbolisieren Zaubertränke, die wunderbare
-Kräfte einflößen, regelmäßig den Samen[541], so das vedische Soma, das
-griechische Ambrosia und der Nektar, das germanische odrörir. In der
-Ilias wird geschildert, wie die _Göttin Hera ihren ganzen Leib mit
-Ambrosia salbt_, so daß der Geruch Himmel und Erde erfüllt.
-
-[Fußnote 536: Freimark. Op. cit., S. 306-316.]
-
-[Fußnote 537: Kiesewetter. Op. cit., Band 2, S. 579.]
-
-[Fußnote 538: Cox. Op. cit., Vol. I, P. 426. Vol. II, Pp. 2, 35.]
-
-[Fußnote 539: Psychoanalytisches Jahrbuch, 1912, Band 4. Zentralblatt
-für Psychoanalyse, Jahrgang 1.]
-
-Abgesehen vom Sabbat und der Nachtfahrt hielt die _Hexe bei sich zu
-Hause_ ihre Beziehungen zum Teufel auf verschiedene Weise aufrecht. In
-erster Linie begleitete er oder einer der ihm untergeordneten Dämonen
-sie stets als ihr »familiaris«, welche Vorstellung an den totemistischen
-Glauben erinnert, der so allgemein, z. B. im norwegischen Folklore[542],
-verbreitet ist. Der Familiaris nahm gewöhnlich die Gestalt eines
-Katers[543] an. Bei den Zusammenkünften der ketzerischen Katharersekte
-im 13. Jahrhundert erschien der Teufel als Kater und man nahm an, daß
-der Name der Sekte von dieser Tatsache genommen sei. Katzen haben eine
-besonders große Rolle in der Mythologie weiblicher übernatürlicher Wesen
-gespielt. Die alten germanischen Zauberinnen verwandelten sich
-gelegentlich in Katzen.[544] Katzen sind besonders mit der Vorstellung
-des Reitens assoziiert und wurden bei der Hexenfahrt wirklich zu diesem
-Zwecke benützt.[545] Dieser Glaube scheint vor allem aus der
-germanischen Mythologie zu stammen. Roskoff[546] schreibt: »Freyja fährt
-auf einem mit zwei Katzen bespannten Wagen, den Symbolen des starken
-Zeugungstriebes .... Die der Freyja geheiligte Katze macht das
-Mittelalter zum Tiere der Hexen und Nachtfrauen.« Dasselbe galt von dem
-Gefolge der Holda[547], dem Prototyp der Nachtdämonenseite der Hexen. Im
-Süden wurden die Katzen von ihren Verwandten, den Löwen, ersetzt; der
-Wagen des Heraklos wurde z. B. von zwei Löwen gezogen. Außer dieser
-symbolischen Begleitung der Hexen erschien ihnen der Teufel noch häufig
-als Inkubus (siehe später).
-
-[Fußnote 540: Freimark. Op. cit., S. 306, 308. Laurent und Nagour, Loc.
-cit.]
-
-[Fußnote 541: Siehe Abraham. Op. cit., S. 63.]
-
-[Fußnote 542: Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I, P. 115.]
-
-[Fußnote 543: Grimm, Op. cit., S. 891. Hansen. Op. cit., S. 229.]
-
-[Fußnote 544: Grimm. Op. cit., S. 915.]
-
-[Fußnote 545: Jähns. Op. cit., S. 415.]
-
-[Fußnote 546: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 159.]
-
-Der Gegenstand aber, der in dieser Beziehung die meiste Aufmerksamkeit
-auf sich zog, war die Besessenheit durch den Teufel. Diese definiert
-Graf[548] wie folgt: »Der Teufel konnte sich damit begnügen, den
-Menschen nur äußerlich zu quälen, indem er die Angriffe und Bedrängungen
-vervielfachte, oder auch innerlich peinigen, indem er in ihn einfuhr. Im
-ersten Fall hatte man die eigentliche sogenannte Obsessio, im zweiten
-die Possessio«. In der Sprache unserer Tage würde der Unterschied
-zwischen den beiden Fällen wohl durch die Ausdrücke Zwangsneurose und
-Hysterie gekennzeichnet werden; wie zu erwarten stand, waren dem
-zweitgenannten Zustand hauptsächlich Frauen unterworfen. Die Merkmale
-der Besessenheit durch einen Dämon sind zu gut bekannt, um hier
-wiederholt zu werden.[549] Da das Vorkommnis noch immer keineswegs
-selten ist, war Gelegenheit vorhanden, sie vom klinischen Standpunkt aus
-zu untersuchen und nachzuweisen[550], daß sie als Symptom verschiedener
-Geistesstörungen vorkommen kann. Müller[551] schreibt: »Was sich in den
-Hexenprozessen durchgängig wiederholt, sind Entwicklungskrankheiten der
-Jugend oder des Alters bei Weibern, die über die klimakterischen Jahre
-hinaus sind, halb irre Zustände, Nervenkrankheiten, die so oft
-Gegenstand einer abergläubigen, dem Zeitalter angemessenen Auslegung
-waren, und endlich wirklich Buhlerei, und zwar, wie es scheint, oft mit
-verkappten Personen oder mit bekannten Personen, in deren Gestalt gerade
-jetzt einmal der Teufel erscheint.« Die Bedingung hat sich mit
-besonderer Häufigkeit bei der Hysterie erfüllt gefunden und mit
-Rücksicht auf unsere neuerworbene Kenntnis von der sexuellen Ätiologie
-der Hysterie[552] -- die hysterischen Attacken mitinbegriffen, die den
-Akt des Koitus[553] symbolisieren -- ist es wohl der Mühe wert, kurz den
-Nachweis der Hysterie bei der Besessenheit der Hexen zu führen. Unter
-die hysterischen Symptome, die dabei beobachtet wurden, gehören:
-Bulimia, pica, anorexia nervosa, vomiren (häufig von Fremdkörpern, wie
-Nadeln u. s. w.), globus hystericus, pseudocyesis, Zittern, koitusartige
-Bewegungen, Mediumismus, Narcolepsie (Ohnmachtsanfälle), Somnambulismus,
-Katalepsie, Amnesien, »Lügen«, Lebensüberdruß, feindselige Einstellung,
-Zerspaltung in zwei oder mehrere Personen: kurz, alle jene Symptome, von
-denen man neuerdings erklärt hat, daß sie niemals vorkommen, außer wo
-sie durch die Suggestion der Ärzte aus der Schule der Salpetrière
-künstlich erzeugt wurden. Die Beschreibung der konvulsiven Anfälle, wie
-sie die besessenen Nonnen von Louviers[554] zeigten, stimmt mit allen
-Einzelzügen genau mit der Beschreibung der hysterischen Anfälle überein,
-wie sie unsere modernen medizinischen Lehrbücher geben; selbst der
-Ausdruck _arc en cercle_ wird benützt. Von besonderem Interesse ist der
-Umstand, daß der Exorzismus von dem Besessenen mit einer Flut von
-»abscheulichen und schamlosen« Reden begleitet wurde, mit anderen
-Worten, daß er durch den Prozeß des Abreagierens seine Wirkung übte.
-
-[Fußnote 547: Jähns. Op. cit., S. 384.]
-
-[Fußnote 548: Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, Deutsche Ausg.,
-1893, S. 137.]
-
-[Fußnote 549: Maury. Op. cit., Seconde Partie. Ch. II., Pp. 256-338.
-»Origine démoniaque attribuée aux Maladies nerveuses et mentales«.
-Murisier. Les maladies du sentiment religieux, 1903, P. 148-151.]
-
-[Fußnote 550: Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. Demon
-Possession and allied Themes, 1894. Pezet. Contribution à l'étude de la
-Démonomanie, 1909.]
-
-[Fußnote 551: Johannes Müller. Über die phantastischen
-Gesichtserscheinungen. 1826, S. 67.]
-
-[Fußnote 552: Freud. Sammlung kl. Schr. z. Neurosenlehre, 1906, Kap. X,
-XI, XIV.]
-
-[Fußnote 553: Freud. Samml. Op. cit., Zweite Folge, 1909, Kap. VI.]
-
-[Fußnote 554: Jean le Breton. De la défense de la vérité touchante la
-possession des religieuses de Louviers, 1643, Esc. Traictè des marques
-des possédés et la preuve de la véritable possession des religieuses de
-Louvein, 1644.]
-
-Aber nicht nur die Symptome der Hysterie waren bei den Hexen vorhanden,
-sondern auch die Stigmata so häufig, daß auf das Vertrauen, welches man
-in sie setzte, die bequemste und sicherste Methode, eine Hexe zu
-erkennen, aufgebaut wurde. Scot[555] schreibt darüber: »Wenn sie ein
-geheimes Zeichen unter der Schulter, unter dem Haar, unter der Lippe
-oder an heimlichen Stellen trägt, so ist dies eine hinreichende
-Vermutung für den Richter, um gegen sie vorzugehen und auf die
-Todesstrafe zu erkennen.« Die Hauptprobe, die von den professionellen
-»Hexensuchern« angewandt wurde, war die sogenannte épreuve du stylet.
-Bezüglich der Verteilung und Natur dieser anästhetischen Stellen erzählt
-uns Sinistrari[556]: »Sie ist auf den verborgensten Körperteilen
-eingedrückt ...; bei Weibern ist sie meistens auf den Brüsten oder den
-heimlichen Orten. Nun ist der Stempel, der diese Zeichen aufdrückt, kein
-anderer als des Satans Klaue.« Wie es bei hysterischen stigmata
-gewöhnlich der Fall ist, geben diese anästhetischen Stellen auf Stiche
-kein Blut.[557] Freimark[558] hat darauf hingewiesen, daß diese Zeichen
-auch als Merkmale verschiedener ketzerischer Sekten, welche der vollen
-Entwicklung des Hexenglaubens vorhergingen, galten.
-
-Die psychologische Erklärung der Phänomene der Besessenheit ist nicht
-schwierig. Freimark[559] hat sie mit den folgenden Worten beschrieben:
-»Tragen die Phänomene des Somnambulismus und Mediumismus in der Regel
-nur ihren Entstehungsursachen nach sexuellen Charakter, so sind
-diejenigen der Besessenheit durch und durch sexueller Natur ... Das
-urteilende Ich, das alle nach der bestehenden Gesellschaftsordnung, nach
-Religion, Moral und dem Milieu, in dem es sich entwickelt, als ungehörig
-betrachteten Gefühle und Vorstellungen unterdrückte, in das
-Unterbewußtsein zurückschob, wo sie sozusagen ein eigenes Leben führten,
-wird von dem dort im Laufe der Zeit sich ausbildenden Gefühls- und
-Vorstellungskomplex überrumpelt und die Bewußtseinsspaltung ist
-vollzogen ... Einen ähnlichen Vorgang können wir im Traumleben
-beobachten; und der Somnambulismus und auch der Mediumismus zeigen das,
-was uns der Traum lehrt, in verstärktem Maße.«
-
-[Fußnote 555: Reginald Scot. Op. cit., P. 15.]
-
-[Fußnote 556: Sinistrari. Demoniality. (17. century.) Englische
-Übersetzung, 1879, P. 27.]
-
-[Fußnote 557: Santerre. Histoire des diables de Loudun, 1694, P. 318.]
-
-[Fußnote 558: Freimark. Op. cit., S. 280.]
-
-[Fußnote 559: Freimark. Op. cit., S. 54, 57. Siehe auch S. 62-69, 353
-und Maury. Op. cit., P. 258.]
-
-Wir gelangen nun zu dem _zweiten Problem_, nämlich, warum die
-Hexenepidemie gerade zu jener Zeit ausbrechen mußte. Die Untersuchungen,
-die über dieses Problem um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von
-Ennemoser[560], Michelet[561], Roskoff[562], Soldan[563] und
-Wächter[564] angestellt worden waren, wurden in den letzten Jahren
-verbessert und vertieft von Hansen[565], von Hoensbroech[566],
-Längin[567], Lea[568], Lempens[569], Riezler[570] und anderen, und viele
-Punkte sind nun völlig aufgeklärt. Die drei wichtigsten Schlüsse, die
-aus diesen Forschungen gezogen werden können, sind:
-
-1. Daß die Idee der Hexerei in ihrem strikten Sinne im Mittelalter
-vollkommen neu war und daß die Hexenepidemie aus der Mitte des 15.
-Jahrhunderts stammt;
-
-2. daß die dazu beitragenden Faktoren außerordentlich ineinander
-verschlungen sind und
-
-3. daß die volle Verantwortlichkeit dafür ohne jede Einschränkung der
-römisch-katholischen Kirche zur Last fällt.
-
-Der Hexenglaube, so wie jener an den Teufel, wurde von der Kirche
-sorgfältig aus disparatem, längst schon im Folklore vorhanden gewesenem
-Material zusammengesetzt. Hansen[571] spricht das unzweideutig mit den
-folgenden Worten aus: »Der Begriff vom Hexenwesen ... ist keineswegs aus
-dem Spiel der Volksphantasie frei erwachsen, sondern wissenschaftlich,
-wenn auch in teilweiser Anlehnung an Volksvorstellungen, konstruiert und
-fest umschrieben worden; er ist in seinen Elementen durch die
-systematische Theologie der mittelalterlichen Kirche entwickelt,
-strafrechtlich in der Gesetzgebung von Kirche und Staat fixiert,
-schließlich auf dem Wege des kirchlichen und weltlichen Strafprozesses,
-und zwar zuerst durch die Ketzerinquisiton, zusammengefaßt worden.« Die
-meisten dieser aus dem Volk stammenden Elemente sind durch Jahrhunderte
-von der Kirche abgelehnt worden, die sich nur Schritt für Schritt zu
-ihrer Annahme entschloß. Dabei wurden die Elemente immer mehr und mehr
-zusammengepreßt, bis dann zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine ganz neue
-Auffassung entstanden war und offiziell proklamiert wurde. Hansen[572]
-sagt: »Wie bereits angedeutet wurde, erweisen sich die Verfasser der
-literarischen Quellen des 15. Jahrhunderts, welche uns jenen
-Kollektivbegriff der Hexe definieren, sämtlich als von der Überzeugung
-durchdrungen, daß es sich bei der von ihnen geschilderten Art des
-Hexenwesens um eine _neue_ Erscheinung ... handelt. Die beteiligten
-Inquisitoren zeigen sich geradezu überrascht von der Existenz dieser
-neuen Sekte.« Jühling[573] konstatiert ebenso emphatisch: »Es gab
-freilich schon im Altertum den Begriff der Zauberinnen, aber die Hexe an
-und für sich ist eine Ausgeburt spezifisch christlichen Aberglaubens.«
-
-[Fußnote 560: Ennemoser. Op. cit., Vierter Abschnitt, Zweite Abteilung.]
-
-[Fußnote 561: Michelet. Op. cit.]
-
-[Fußnote 562: Roskoff. Op. cit., Band 2, Dritter Abschnitt.]
-
-[Fußnote 563: Soldan. Op. cit.]
-
-[Fußnote 564: Wächter. Die Hexenprozesse. Ein kulturhistorischer
-Versuch, 1865.]
-
-[Fußnote 565: Hansen. Op. cit., und: Quellen und Untersuchungen zur
-Geschichte des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter, 1901.]
-
-[Fußnote 566: Von Hoensbroech. Das Papsttum in seiner sozialkulturellen
-Wirksamkeit, Dritte Auflage, 1901, Band 1, S. 380-600.]
-
-[Fußnote 567: Längin. Religion und Hexenprozeß, 1888.]
-
-[Fußnote 568: Lea. History of the Inquisition in the Middle Ages, 1887.
-History of the Inquisition in Spain, 1907.]
-
-[Fußnote 569: Lempens. Geschichte der Hexen und Hexenprozesse, 1880.]
-
-[Fußnote 570: Riezler. Geschichte der Hexenprozesse in Bayern, 1896.]
-
-Es ist unmöglich, hier den Versuch zu machen, daß »vielverschlungene
-Gewebe aus mannigfaltigen Fäden«, wie Roskoff den Hexenglauben sehr gut
-genannt hat, zu entwirren, doch müssen einige Worte über die Geschichte
-seiner hervorstechendsten Züge gesagt werden. Die Vorstellungen von
-Ketzerei, Teufelsbündnissen und Sabbat sind hauptsächlich, wenn auch
-keineswegs ausschließlich, religiöser Natur; der Glaube an das
-Maleficium, an die Verwandlung in Tiere und an den Flug der Nachtdämonen
-durch die Luft, die uns hier beschäftigen, haben in der Volks-Mythologie
-ihre Quelle. Das Maleficium war immer ein strafbares Delikt gewesen, bei
-den alten Römern sowohl wie bei den Germanen, nicht aber jene
-Handlungen, die im Inkubus- und Striga-Glauben enthalten waren. Die
-Geschichte der Entstehung der Hexerei ist die Geschichte, wie die Kirche
-vorsichtig und geschickt im Laufe zweier Jahrhunderte eine neue
-Vorstellung entwickelte und sie der ganzen zivilisierten Welt
-aufnötigte. Die Haltung der ältesten Kirche war den rudimentären Formen,
-in denen die Vorstellung damals vorkam, durchaus feindlich. Lehmann[574]
-weist darauf hin, wie folgt: »Auf der Synode zu Paderborn 785 stellte
-man folgenden Satz auf: _Derjenige, welcher_, durch den Teufel
-verblendet, _nach Art der Heiden glaubt, daß jemand eine Hexe sein kann
-und deshalb dieselbe verbrennt, wird mit dem Tode bestraft_.« Zu dieser
-Zeit wird also nicht die Hexe, sondern der Glaube an dieselbe verfolgt
-und bestraft. Diese Bestimmung wurde von Karl dem Großen bestätigt und
-war in den folgenden Jahrhunderten die Richtschnur für die Stellung der
-Kirche gegenüber allen Anklagen wegen Hexerei. Noch deutlicher tritt die
-Auffassung der Kirche von Hexerei im sogenannten _Ancyranischen Kanon
-Episcopi_ hervor, welche um das Jahr 900 entstand. Hier wird den
-Bischöfen befohlen, »in ihren Gemeinden den Glauben an die Möglichkeit
-dämonischer Zauberei und nächtlicher Fahrten zu und mit Dämonen als
-reine Illusion energisch zu bekämpfen und alle diejenigen, welche einem
-solchen Glauben huldigen, aus der kirchlichen Gemeinschaft auszustoßen.«
-
-[Fußnote 571: Hansen. Op. cit., Vorwort, S. 6.]
-
-[Fußnote 572: Hansen. Op. cit., S. 145.]
-
-[Fußnote 573: Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 299. Siehe auch
-Ennemoser. Op. cit., S. 780, 781, und Roskoff. Op. cit., Band 2, S.
-214-225.]
-
-Im dreizehnten Jahrhundert aber veranlaßte die beunruhigende Zunahme und
-die Macht der Ketzersekten[575] (Templer, Katharer und ihre Nachfolger,
-die Waldenser) die Kirche zu den entschiedensten Maßregeln zu ihrer
-Unterdrückung und sie verstand es, auf einfache Weise die Hilfe der
-Laien zu gewinnen, indem sie die Vorstellungen von Hexerei und Ketzerei
-miteinander vermengte. Das päpstliche Gericht, das Gregor IX. im Jahre
-1227 errichtete, wurde der Nukleus der künftigen Inquisition und später
-im selben Jahrhundert erklärte Alexander IV. in aller Form, daß Hexerei
-und Ketzertum eines seien. Der große Einfluß des Thomas von Aquino zu
-jener Zeit wurde ebenfalls in die Wagschale geworfen und war ein
-wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Idee.[576] Von da an bis zum
-15. Jahrhundert waren die Fortschritte verhältnismäßig gering.
-
-[Fußnote 574: Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Zweite deutsche Ausg.,
-1908, S. 105. Siehe auch Sepp, Orient und Okzident, 1903, S. 140, 150.]
-
-[Fußnote 575: Siehe Hansen. Op. cit., S. 212-216, 232.]
-
-An dieser Stelle können wir die einzelnen Elemente des Hexenglaubens
-mehr im Detail betrachten und erkennen, wie sie miteinander vermischt
-wurden. Das erste, das von diesem Schicksal betroffen wurde, war das
-Maleficium[577] und dies gab für das Volk den Ausschlag zur Verteidigung
-der Kirche gegen die Ketzerei. Der volkstümliche Glaube an das
-Maleficium, der die Kirche stets vom Standpunkt der Götzendienerei aus
-interessierte, kam in Zusammenhang mit dem Teufelsglauben[578] und
-dadurch auch mit der Ketzerei.[579] Dies erste Element erwies sich auch
-als das ausdauerndste. Hansen[580] sagt: »Das Maleficium, mit Ausnahme
-des Wettermachens, ist ohne alle Unterbrechung von der kirchlichen und
-bis in das 17. Jahrhundert auch von der staatlichen Autorität als
-Realität angenommen, seine Kraft ist nie ernstlich in Abrede gestellt
-worden; es zieht sich wie ein roter Faden auch durch die Geschichte der
-strafrechtlichen Verfolgung.«
-
-Es ist unmöglich, hier jene zahlreichen Legendentypen zu verfolgen, die
-sich auf Frauen, _die bei Nacht_ _fliegen_,[581] beziehen, wie Ahnfrauen
-u. s. w., da dies uns zu weit in das Gebiet der Mythologie führen würde,
-obgleich von hier aus manches unterstützende Beweisstück für unsere
-Hauptthese gefunden werden könnte; denn solche Geschichten hängen eng
-mit den Erfahrungen des Alpdruckes zusammen und mit dem späteren
-Sukkubus. Es möge genügen zu sagen, daß sie bei der Entwicklung des
-Hexenglaubens eine bedeutende Rolle spielten. Beiträge kamen von der
-griechischen Persephone (Würgerin)[582], der römischen Striga
-(italienisch strega, schweizerisch Sträggeli)[583], den germanischen
-Elfen[584] und den deutschen Waldfrauen und weißen Frauen (Bertha,
-Holda)[585] -- den Abkömmlingen der nordischen Frigg. Es wurde
-beispielsweise geglaubt, daß eine Hexe mit 40 Jahren eine Drude
-wird[586], während es anderseits hieß: »aus jungen Druden pflegen alte
-Hexen zu werden«[587]; nach Grimm[588] ist eine Drude eins mit einer
-Mahre (Nachtmahr). Die Kirche war einige Jahrhunderte hindurch
-entschieden abgeneigt, die Möglichkeit von Nachtflügen anzunehmen. Die
-Idee wurde im 5. Jahrhundert durch den berühmten Caere episcopi[589]
-zurückgewiesen, im Jahre 906 durch Regino von Prüm, im Jahre 1020 durch
-Burkard von Worms, im 12. Jahrhundert von Johann von Salisburg und im
-Jahre 1230 durch Wilhelm von Paris.[590] In dieser Frage wurde im 13.
-Jahrhundert ausführlich und mit größtem Eifer hin und wider
-gestritten[591] und erst um 1450 wurde der Glaube von der Kirche
-allgemein angenommen.[592] Es erwies sich dann, daß gerade dieser Frage
-für die endgültige Festsetzung des Hexenaberglaubens die entscheidende
-Bedeutung zukam, vor allem durch den Zusammenhang mit dem Sabbat; es war
-in der Tat der Fund der Inquisition, daß die Opfer so häufig Geschichten
-von Luftflügen erzählten, durch den die Frage für die Kirche erledigt
-und die Identität der ketzerischen Zusammenkünfte und des Hexensabbats
-nachgewiesen wurde.[593]
-
-[Fußnote 576: Soldan. Op. cit., Band 1, S. 180.]
-
-[Fußnote 577: Siehe Hansen. Op. cit., S. 9-14.]
-
-[Fußnote 578: Wundt. Völkerpsychologie. Zweiter Band, »Mythus und
-Religion«, Zweiter Teil, 1906, S. 400. Hansen. Op. cit., S. 451.]
-
-[Fußnote 579: Hansen. Op. cit., S. 23, 39, 239.]
-
-[Fußnote 580: Hansen. Op. cit., S. 13.]
-
-[Fußnote 581: Grimm. Op. cit., S. 907. Hansen. Op. cit., S. 15-18.]
-
-[Fußnote 582: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 136.]
-
-[Fußnote 583: Hansen. Op. cit., S. 14. Sepp. Op. cit., S. 120, 231.]
-
-[Fußnote 584: Meyer. Op. cit., S. 135.]
-
-[Fußnote 585: Graf. Op. cit., S. 266, 267. Grimm. Op. cit., S. 803-810.
-Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 157-159. Wuttke. Op. cit., S. 29-31, 47.]
-
-[Fußnote 586: Sepp. Op. cit., S. 122.]
-
-[Fußnote 587: Grohmann. Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen, 1864, Band
-1, S. 23.]
-
-[Fußnote 588: Grimm. Op. cit., S. 1042.]
-
-[Fußnote 589: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 271.]
-
-[Fußnote 590: Hansen. Op. cit., S. 80, 83-85, 134, 136.]
-
-[Fußnote 591: Hansen. Op. cit., S. 191-209.]
-
-Das verwandte Thema der Verwandlung von Menschen in Tiere, ebenfalls
-eine alte Volks-Phantasie, verlief parallel mit jenem der Nachtfahrt.
-Anfänglich von der Kirche entschieden geleugnet[594], die jene, welche
-daran festhielten, ebenso streng bestrafte, wie im vorigen Fall, wurde
-der Glaube zuerst hitzig bekämpft[595] und schließlich angenommen,
-allerdings erst im Jahre 1525[596] mit allgemeiner Geltung.
-
-Die Vorstellung des Sabbats wurde von der Kirche im Zusammenhang mit den
-selbstverständlich geheimen Zusammenkünften der Ketzer eingeführt, bei
-denen sie, wie man ihnen vorwarf, alle Arten von Orgien und Missetaten
-verübten; denselben Vorwurf hatte sich bekanntlich in den Zeiten der
-Römer die Kirche selbst gefallen lassen müssen.[597] Die erste
-vollständige Darstellung erscheint in einem Hexen-Ketzer-Prozeß, der im
-Jahre 1335 in Toulouse stattfand.[598] Die Idee wurde vermutlich durch
-die germanischen Sagen von der wilden Jagd und dem wilden Heer
-verstärkt. Die Erinnerung an die römischen Bacchanalia[599] und
-Cotyttia[600] spielte zweifellos auch eine Rolle; sogar der Gebrauch des
-Wortes Sabbat im Zusammenhang mit den Hexen wurde durch die Annahme
-erklärt, daß eine von jüdischen Manichäern veränderte Form des Sabos
-vorliege; unter diesem Namen, der von [Griechisch: sabazein] tanzen[601]
-kommt, wurde nämlich der Kultus des Bacchos verrichtet. Die Erinnerung
-daran wurde im Mittelalter durch das berühmte Narrenfest[602] frisch
-erhalten, dessen wahrer Ursprung vorchristlich war.[603]
-
-[Fußnote 592: Hansen. Op. cit., S. 303-306, 409, 455-458.]
-
-[Fußnote 593: Hansen. Op. cit., S. 235, 238.]
-
-[Fußnote 594: Hansen. Op. cit., S. 18, 83-87.]
-
-[Fußnote 595: Hansen. Op. cit., S. 189, 190.]
-
-[Fußnote 596: Hansen. Op. cit., S. 455.]
-
-[Fußnote 597: Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68.
-Hansen. Op. cit., S. 21, 226, 227.]
-
-[Fußnote 598: Lamothe-Langon. Histoire de l'inquisition en France, 1829,
-T. III, P. 233.]
-
-[Fußnote 599: Freimark. Op. cit., S. 279.]
-
-[Fußnote 600: Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627,
-1888 Edition, P. 124.]
-
-Die schwarze Messe, der Mittelpunkt des Sabbats, ist sehr alter
-Herkunft. Sexuelle Vereinigung in der Öffentlichkeit wurde sowohl in
-alten[604] wie modernen[605] Religionen, bei kultivierten[606] wie bei
-wilden[607] Völkern als geheiligte Zeremonie ausgeübt. Wir können die
-Geschichte und die Bedeutung dieser Tatsache unbesprochen lassen und
-verweisen nur darauf, daß die schwarze Messe als Perversion oder
-Aberglaube noch fortgedauert hat, längst nachdem die Hexenepidemie zu
-Ende war,[608] und bis zum heutigen Tage nicht ganz verschwunden
-ist.[609]
-
-Der Glaube an die _Buhlschaft_ zwischen Hexe und Teufel ist ebenfalls
-ein verhältnismäßig später Bestandteil des Hexenglaubens. Die
-Vorstellung eines solchen Verkehres zwischen menschlichen und
-übernatürlichen Wesen war natürlich stets im Volke lebendig, wurde
-jedoch von der Kirche heftig abgelehnt, e. g. von Burkard (900).[610]
-Bis zum 12. Jahrhundert war sie von der Zauberei völlig geschieden[611]
-und wurde nur durch die Zwischenglieder des Hexensabbats und der
-Ketzerei damit in Verbindung gebracht (um 1250).[612] Sie wurde von
-Gervasius von Tilbury im Jahre 1214[613] angenommen und im selben
-Jahrhundert auch von Thomas Aquin[614]; der erste Fall, in dem die
-Anklage in einem Hexenprozeß darauf basiert war, ereignete sich im Jahre
-1275; damals wurde ein Weib wegen Verkehres mit dem Teufel
-verbrannt.[615] Bis dahin behandelte man den Akt nicht als Sünde, da man
-annahm, daß er, wenn überhaupt, nur gegen den Willen des Opfers
-vorkomme.[616] Es war jedoch schwer, die letztere Ansicht aufrecht zu
-erhalten, da die Anhänglichkeit der Verfolgten an ihren Inkubus-Teufel
-klar zu Tage lag, sogar dort, wo es sich um Nonnen handelte.[617] Nach
-der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte der Glaube, wie
-Hansen[618] es ausdrückt, zum festen Bestand theologischer Wissenschaft.
-
-[Fußnote 601: Hermann. Genesis, Band 3, Bacchanalien und Eleusinien. 2.
-Auflage, S. 103. Hedelin. Op. cit., P. 131.]
-
-[Fußnote 602: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 363.]
-
-[Fußnote 603: Bourke. Scatalogic Rites of all Nations, 1891, Cap. III,
-Pp. 11-23.]
-
-[Fußnote 604: Rocco. Sex Mythology, 1898, P. 46.]
-
-[Fußnote 605: Dixon. Seelenbräute, Deutsche Übersetz., 1868, Band 1, S.
-273-278.]
-
-[Fußnote 606: Sellon. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus,
-1902 Edition, Pp. 26, 27.]
-
-[Fußnote 607: Cook. An Account of a Voyage round the World, Vol. II, P.
-127.]
-
-[Fußnote 608: Legué. Médecins et Empoissonneurs, P. 185. Brévannes. Op.
-cit., Pp. 180-233. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 137, 142.]
-
-[Fußnote 609: Bois. Le Satanisme et la Magie. Vergleiche Huysman, Là bas
-und Schwalbé, Chez Satan.]
-
-[Fußnote 610: Hansen. Op. cit., S. 83.]
-
-Obwohl die verschiedenen Elemente des Hexenglaubens um das Jahr 1250
-sich bereits zum größten Teil entwickelt hatten, kamen die Hexenprozesse
-in einem Zeitraum von etwa zweihundert Jahren nur wenig in Aufnahme.
-Dies war jedoch nur die Ruhe vor dem Sturm, der als eine wahre
-Hexenepidemie gegen das Ende des 15. Jahrhunderts ausbrach. Es waren
-hinreichende Gründe sowohl für den Aufschub wie später für den Ausbruch
-vorhanden. Inzwischen waren die Theologen eifrig damit beschäftigt, die
-allgemeine Grundidee zu erörtern und auszuarbeiten, die, wie wir gesehen
-haben, erst nach 1450 zu einem harmonischen Ganzen vereinigt worden war.
-Die Methode des gerichtlichen Verfahrens mußte auch erst ausgestaltet
-werden und der Versuch, die Gewalt von der Laienschaft auf den Klerus zu
-übertragen, stieß auf ernsten Widerstand. Die Laien-Gerichte hatten sich
-nur mit dem Maleficium zu befassen und erst im Jahre 1400 ließen sie die
-Teufelsbuhlschaft als Anklage gelten.[619] Soldan[620] meint, daß die
-Erfahrungen der Kreuzzüge einen erheblichen Einfluß in dieser Richtung
-übten, da sie das Volk mit der orientalischen Vorstellung vom Verkehre
-zwischen menschlichen und übernatürlichen Wesen vertraut machten.
-
-[Fußnote 611: Hansen. Op. cit., S. 19.]
-
-[Fußnote 612: Ennemoser. Op. cit., S. 791, 845. Roskoff. Op. cit., Band
-2, S. 216.]
-
-[Fußnote 613: Hansen. Op. cit., S. 142.]
-
-[Fußnote 614: Soldan. Op. cit., Band 2, S. 181.]
-
-[Fußnote 615: Lamothe-Langon. Op. cit., T. II, P. 614.]
-
-[Fußnote 616: Hansen. Op. cit., S. 180.]
-
-[Fußnote 617: Steingießer. Op. cit., S. 44.]
-
-[Fußnote 618: Hansen. Op. cit., S. 187.]
-
-Von entscheidender Bedeutung war die Konzentration des allgemeinen
-Hexenglaubens auf die Frauen. Die zwei Hauptfaktoren waren dabei der
-soziale Zustand jenes Zeitalters, der Mangel an männlicher Bevölkerung
-infolge der Kriege, der allerwärts Eifersucht und Unbefriedigtheit unter
-den Weibern hervorrief, und die barbarische Haltung des Christentums
-gegen die Frauen. Diese Haltung, die von modernen Autoren[621] oft
-kommentiert wurde, läßt sich kaum voll erfassen, wenn man nicht die
-betreffenden Erörterungen bei De Lancre[622], Bodin[623] und vor allem
-im Hexenhammer[624] im Original gelesen hat. Das Benehmen der Kirche,
-die den Frauen unwürdige Züge aller Art andichtete und sogar darüber
-debattierte, ob das Weib eine Seele habe oder nur ein Tier sei, war ohne
-Frage eine Folge ihrer entarteten Haltung gegen die Sexualität im
-allgemeinen; es war ein Ausfluß der morbiden, misogynen Einstellung,
-welche durch die aufs höchste getriebene Verdrängung erzeugt worden war.
-Die ungewöhnlichen oder hysterischen Weiber früherer Epochen waren
-Magierinnen, Wahrsagerinnen, Prophetinnen; im Mittelalter waren sie
-Hexen. Wie Michelet[625] es epigrammatisch ausdrückt: »La Sibylle
-prédisait le sort et la Sorcière le fait. C'est la grande, la vraie
-différence.«
-
-Gegen das Ende des 15. Jahrhunderts traten zwei Ereignisse ein, welche
-die Sache zur Reife brachten und die eigentliche Epidemie förmlich
-inaugurierten; diese waren die Erlassung der berüchtigten päpstlichen
-Bulle durch Innozenz VIII. im Jahre 1484 und die Veröffentlichung des
-Hexenhammers im Jahre 1487. In der Bulle, einem Dokument, das »ein
-Erzeugnis der Hölle« genannt wurde, wird der Teufelsbuhlschaft und der
-Erzeugung von Impotenz mittels Maleficium besonderes Gewicht
-beigelegt.[626] Im Hexenhammer wurden diese Fragen ebenso wie jene der
-Nachtfahrt und des Sabbats bis in die feinsten Verzweigungen ausgeführt.
-Ohne die heftige Sprache zu führen, in welcher Autoren wie
-Ennemoser[627], Henne am Rhyn[628], Mannhardt[629] und Nyström[630] ihre
-Anklagen vorbringen, kann man dies Buch billigerweise nur als ein Unikum
-in den Annalen sophistischer Bigotterie und blinder Grausamkeit
-beschreiben; wir müssen es hier nur als Grenzstein im Vorüberschreiten
-kennen lernen, weil damit der Ausbruch der Epidemie gegeben ist. Es
-folgte ihm in den nächsten hundert und fünfzig Jahren eine ganze Anzahl
-ähnlicher Bücher, von denen jene von Bodin[631], Delrio[632],
-Remigius[633], König James[634], Torreblanca[635], Carpzov[636] und
-Glanvil[637] die bedeutendsten waren, und sogar eine Zeitschrift, die
-bekannte Hexen- oder Druden-Zeitung[638] (im Jahre 1627).
-
-[Fußnote 619: Hansen. Op. cit., S. 396.]
-
-[Fußnote 620: Soldan. Op. cit., Band 1, S. 179.]
-
-[Fußnote 621: Siehe z. B. Jühling. Op. cit., S. 319, 320.]
-
-[Fußnote 622: De Lancre. Op. cit., Pp. 57, 58.]
-
-[Fußnote 623: Bodin. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 624: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 92-106.]
-
-[Fußnote 625: Michelet. Op. cit., Introduction, P. IX.]
-
-Die Epidemie raste nun regellos drei Jahrhunderte lang über Europa. Die
-Gesamtsumme aller Opfer wird nie bekannt sein. Voigts bekannte Schätzung
-auf neun und eine halbe Million schießt gewiß über das Ziel, obgleich
-auch Soldan[639] denkt, daß die Ziffer bis hoch in die Millionen stieg.
-Nyström[640] berechnet, daß die Anzahl höher ist als die aller Getöteten
-in allen europäischen Kriegen vom Beginn unserer Ära. Hauptsächlich
-infolge der Tätigkeit der Inquisition -- die dort mehr gegen Ketzer als
-gegen Hexen gerichtet war -- fiel die Bevölkerung Spaniens in zwei
-Jahrhunderten von zwanzig Millionen auf sechs, wobei die tatsächlichen
-Opfer 340.000 zählten. Torquemada allein soll 10.220 in achtzehn Jahren
-verbrannt und 97.371 zur Galeerenstrafe verurteilt haben u. s. w.[641].
-Fast jedes Land Europas litt. Am leichtesten kamen die Länder der
-griechischen Kirche davon, dann Holland und -- mit Ausnahme der
-schrecklichen Mora-Explosion im Jahre 1670[642] -- Schweden. Selbst das
-entfernte Amerika hatte seine Epidemie.[643] Und obgleich die Ausdehnung
-der Epidemie übertrieben sein mag, kann nichts den Schrecken der kalten
-Grausamkeit überbieten, die wohl kaum in irgend einem Teile der Welt
-ihre Parallele findet. Sepp[644] sagt richtig: »Nie haben die Menschen
-blinder gegen einander gewütet, nie hat die Christenheit sich Angesichts
-aller Welt mehr blamiert als in den Hexenprozessen.«
-
-[Fußnote 626: Den vollständigen Text der Bulle gibt Roskoff. Op. cit.,
-Band 2, S. 222-225.]
-
-[Fußnote 627: Ennemoser. Op. cit., S. 812.]
-
-[Fußnote 628: Henne am Rhyn. Op. cit., S. 87.]
-
-[Fußnote 629: Mannhardt. Zauberglaube und Geheimwissen. Vierte Aufl.
-1900, S. 240.]
-
-[Fußnote 630: Nyström. Op. cit., S. 251.]
-
-[Fußnote 631: Bodin. Op. cit.]
-
-[Fußnote 632: Delrio. Inquisitiones magicae, 1599.]
-
-[Fußnote 633: Remigius. Daemonolatria, 1595.]
-
-[Fußnote 634: King James I. Daemonologia, 1616.]
-
-[Fußnote 635: Torreblanca. Daemonologia, 1615.]
-
-[Fußnote 636: Carpzov. Practica nova rerum criminalium, 1635.]
-
-[Fußnote 637: Glanvil. Sadducismus Triumphatus, 1681.]
-
-[Fußnote 638: Horst. Op. cit., Sechster Teil, S. 310. Mannhardt. Op.
-cit., S. 243.]
-
-Wenn wir für diesen außerordentlichen Zustand eine Erklärung suchen,
-müssen wir stets im Auge behalten, daß er nicht auf eine unerklärliche
-Verirrung des Menschengeistes zurückzuführen ist, wie es wohl den
-Anschein haben möchte, sondern mit der geistigen Verfassung jener
-Periode völlig übereinstimmte. Der Hexen-Aberglaube wurde in solchem
-Ausmaße rationalisiert, daß er mit der landläufigen Vorstellung vom
-Universum durchaus harmonierte.[645] In der Tat, vielleicht der
-auffälligste Zug, z. B. im Hexenhammer und insbesondere in Glanvils
-Sadducismus, ist nicht so sehr die Grausamkeit oder Dummheit, als
-vielmehr die hervorragende geistige Subtilität, mit der die unsinnigsten
-Thesen verteidigt werden. Die Faktoren, die den geistigen Zustand
-verschuldeten, durch den der Aberglaube ausgebrütet wurde, sind
-außerordentlich kompliziert[646]; die wichtigsten waren die sozialen
-Bedingungen jener Zeit und die abnorme Haltung der Kirche gegen sexuelle
-Dinge. Die kritische Periode war besonders das 14. Jahrhundert. Von
-diesem sagt Gener[647] sehr gut: »Ce n'est pas un siècle normal, c'est
-un siècle malade ..... Son histoire est tout entière contenue dans celle
-de la pathologie. Il semble qu'il subisse les approches de l'agonie du
-monde féodal et l'aurore d'une ère nouvelle. Dans ses souffrances il y a
-quelque chose du râle de la mort et des douleurs de l'enfantement.
-L'égarement de sa raison est celui de la sibylle avant la prophétie.«
-Einige Züge der Zeit wurden im vorhergehenden Kapitel erwähnt, so daß
-wir unsere Aufmerksamkeit hier den Kardinalfaktoren bei der Entwicklung
-der Hexenepidemie schenken können. Der bedeutsamste war ohne Frage die
-Machination der Kirche. Die drei Grund-Komponenten des Hexenglaubens
-waren Maleficium, Teufelspakt und Ketzerei, die man die Haltung der Hexe
-gegen Menschen, Teufel und Gott nennen kann. Das Vorgehen der Kirche
-bestand darin, die erste zur Bestrafung der zweiten auszunützen, um
-damit die dritte zu zerstören. Der schon vorhandene Glaube an das
-Maleficium wurde dazu benützt, den Geist der Verfolgung zu entflammen,
-der Beweis des Teufelspaktes, den Hysterie und Tortur lieferten, war das
-bequemste Mittel, des Opfers habhaft zu werden, während das eigentliche
-Motiv die Ausrottung der Ketzerei war. Der einmal so beschrittene Weg
-nährte und entflammte zweifellos die menschlichen Urtriebe in ihrer
-rohesten und niedrigsten Form. Sadismus und sexuelle Neugierde waren
-unter diesen die sichtbarsten. Bezüglich der theoretischen Diskussionen
-über die Hexerei sagt Bloch[648]: »Es gibt keine sexuelle Frage, die
-nicht von den theologischen Kasuisten in subtilster Weise erörtert
-worden ist, so daß ihre Schriften uns zugleich ein lehrreiches Bild der
-Phantasietätigkeit auf geschlechtlichem Gebiete geben,« und Jühling[649]
-hebt sogar noch schärfer die Lust des ehelosen Inquisitors am
-Entkleiden, Untersuchen und Verhören seiner Opfer hervor. Kinder von
-sieben[650] und Greisinnen von 85 Jahren[651] wurden zum Geständnis der
-Teufelsbuhlschaft mit allen begleitenden Details gezwungen. Das ganze
-Verfahren wurde, wie Roskoff[652] deutlich gezeigt hat, von den
-Zeitgenossen in ausgedehntem Maße dazu benützt, Bosheit, Haß und Neid
-durch falsche Anklagen der Feinde und Nebenbuhler zu befriedigen.
-
-[Fußnote 639: Soldan. Op. cit., Band 1, S. 452, 453.]
-
-[Fußnote 640: Nyström. Op. cit., S. 273.]
-
-[Fußnote 641: Nyström. Op. cit., S. 230, 232.]
-
-[Fußnote 642: Ennemoser. Op. cit., S. 814. Nyström. Op. cit., S.
-279-281.]
-
-[Fußnote 643: Siehe Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P.
-314 bis 317, und Williams, The Superstitions of Witchcraft, 1865, P.
-264.]
-
-[Fußnote 644: Sepp. Op. cit., S. 130. Siehe auch im selben Zusammenhange
-Stoll, Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie, 2. Aufl.,
-1904, S. 397, 398. Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 59, und Hansen. Op.
-cit., S. 3, 5.]
-
-[Fußnote 645: Eine vorzügliche Darstellung hievon gibt Walter Scott,
-Letters on Demonology and Witchcraft (1829) Fourth Edition, 1898, P.
-153.]
-
-[Fußnote 646: Siehe Hansen. Op. cit., S. 328-331, und Roskoff. Op. cit.,
-Band 2, S. 315-359.]
-
-[Fußnote 647: Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 595.]
-
-Das Ende der Hexenepidemie bedarf fast ebensosehr einer Erklärung wie
-der Anfang, obgleich ihm bisher weit weniger Aufmerksamkeit geschenkt
-wurde. Die ausführlichste Schilderung davon gibt Soldan.[653] Die letzte
-offizielle Exekution fand in England im Jahre 1682, in Schottland 1697,
-in Frankreich 1726, in Sachsen 1746, im übrigen Deutschland 1749, in
-Bayern 1775, in Spanien 1781, in der Schweiz 1782, in Polen 1793 statt.
-Hexen wurden in England 1751 und 1863 (!) gelyncht, in Frankreich 1850,
-in Deutschland 1836 und eine wurde in Mailand im Jahre 1891 vom Pöbel
-fast getötet. Die Inquisition dauerte in Spanien bis 1834, in Italien
-bis 1859. In Rußland waren Hexenprozesse, Verfolgungen und Pöbelunruhen
-zu Ende des vorigen Jahrhunderts keineswegs selten und der Hexenglaube
-ist heute noch im Schwunge[654]. In Südamerika war zwischen 1860 und
-1877 eine förmliche Epidemie, bei welcher eine erhebliche Anzahl von
-Hexen _offiziell verbrannt wurde_; eine wurde in Peru noch im Jahre 1888
-öffentlich hingerichtet. Es ist sehr lehrreich, zu sehen, wie sich gegen
-das Ende der Hexen-Epidemie der Aberglaube wieder in seine Bestandteile
-auflöste und nicht als Einheit verblaßt. Zuerst verschwand der Glaube an
-die Teufelsbuhlschaft und den Sabbat, von denen schon 1650
-verhältnismäßig wenig zu hören ist. Der Glaube an die Nachtfahrt hielt
-sich zähe und besteht sogar heute noch bei einigen Leuten.[655] Das
-widerstandsfähigste Element war das älteste, nämlich das Maleficium und
-in dem abgelaufenen Jahrhundert kam kaum ein anderer Punkt der Hexerei
-zur Sprache.[656] Offiziell hält jedoch die römisch-katholische Kirche
-an jedem einzelnen Elemente, von der Zauberkunst der Wettermacherei bis
-zum Teufelspakt noch heute fest.[657]
-
-[Fußnote 648: Bloch. Op. cit., S. 132.]
-
-[Fußnote 649: Jühling. Op. cit., 321. Siehe auch Henne am Rhyn. Op.
-cit., S. 97, und Williams. Op. cit., P. 215.]
-
-[Fußnote 650: Nyström. Op. cit., S. 245.]
-
-[Fußnote 651: Jühling. Op. cit., S. 323.]
-
-[Fußnote 652: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 331-343.]
-
-[Fußnote 653: Soldan. Op. cit., Band 2, S. 263-339. Siehe auch Henne am
-Rhyn. Op. cit., S. 115-156.]
-
-Das Verschwinden der Hexen-Epidemie wird gewöhnlich mit Berufung auf den
-Wechsel der Weltanschauung erklärt, den der Aufstieg der Wissenschaft
-verursachte, doch mehrere Erwägungen lassen es unwahrscheinlich
-erscheinen, daß dieser Faktor, so wichtig er sein mag, der einzige war.
-Vor allem kann er für die verhältnismäßig schnelle Abnahme des
-Hexenglaubens in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts[658]
-nicht ausreichen, denn die wissenschaftlichen Entdeckungen, die dabei so
-entscheidenden Einfluß geübt haben sollen, waren um diese Zeit erst in
-einen kleinen Kreis gedrungen. Außerdem hingen diese Entdeckungen z. B.
-Harveys, Keplers, Newtons mit dem Thema der Hexerei nur _sehr_ indirekt
-zusammen und waren mit diesem Aberglauben ebenso vereinbar wie mit
-anderen, ebenso absurden, mit denen sie sich sehr wohl vertrugen; auch
-kann nicht behauptet werden, daß die allgemeine wissenschaftliche
-Haltung damals besonders hoch entwickelt war oder es heute ist. Die
-ganze Erklärung scheint mir zu intellektualistisch zu sein, denn sowohl
-die Entstehung wie der Ablauf eines solchen Aberglaubens sind vorwiegend
-Gefühlssache, während die Wissenschaft im allgemeinen eher die Tendenz
-zeigt, dem Umschwung in der Laienwelt zu folgen, als ihn einzuleiten;
-die »Wissenschaften« der Nationalökonomie und Ethik, und im gewissen
-Ausmaße auch die Psychologie sind bis zum heutigen Tage auffällige
-Beweise dieses Satzes. Einen wichtigen Anhaltspunkt finden wir in dem
-Umstande, daß der Hexenglaube abklang, weil das charakteristischeste
-Element, der Glaube an die Teufelsbuhlschaft eliminiert wurde, und ich
-möchte die folgende Erklärung dafür vorschlagen. Im siebzehnten
-Jahrhundert, besonders um seine Mitte, fand eine bedeutende Zunahme des
-Puritanismus statt und teils als Folge dessen, teils als Reaktion darauf
-ging im allgemeinen Verhalten der Öffentlichkeit zur Sexualität ein
-radikaler Umschwung vor.[659] Statt daß laut gegen sie gepredigt oder
-ihre Sündhaftigkeit betont worden wäre, wurde sie mehr und mehr den
-Augen der Öffentlichkeit entzogen. Ein heuchlerisches Kompromiß wurde
-durchgesetzt, das noch jetzt aufrecht erhalten wird und dahin geht, daß
-man ihre Existenz duldet, solange nicht allzu offen davon gesprochen
-wird. Dies war aber mit der Fortdauer der Hexenepidemie völlig
-unvereinbar, denn die Prozesse bestanden größtenteils in der
-Ventilierung aller möglicher sexueller Angelegenheiten. Kurz und gut,
-das Gefühl, daß die Taten der Hexen ein allzu unanständiges und
-abstoßendes Thema für die öffentliche Besprechung seien, nahm allmählich
-zu. Mit dieser Eliminierung der sexuellen Note (und den begleitenden
-Ideen von Teufelspakt, Sabbat und Nachtfahrt) wurden die Hexenprozesse
-mehr und mehr unmöglich. Der Hexenglaube löste sich deshalb in seine
-Elemente auf und konnte nur in der alten Form des Maleficium weiter
-bestehen. Dieses aber reichte für offizielle Verfolgungen trotz der
-verzweifeltesten Anstrengungen[660] nicht aus und der Glaube wurde vom
-Gebiete der Jurisprudenz auf jenes des Folklore übertragen, wo er mit
-stets abnehmender Kraft bis zum heutigen Tage sich fortfristete.
-Derselbe Faktor also, nämlich die übertriebene Sexual-Verdrängung, der
-die Hexenepidemie einst möglich gemacht hatte, war vermutlich, nachdem
-seine Entwicklung einen höheren Grad erreicht hatte, bei der Vernichtung
-der eigenen Frucht mit größtem Erfolg tätig. Ein außenstehender
-Beobachter hätte im 15. Jahrhundert voraussagen können, daß die Epidemie
-aus inneren Gründen sich selbst ein Ende bereiten werde wie ein Fieber,
-weil sie wie dieses, die Keime zu ihrer Heilung in sich trug.
-
-[Fußnote 654: Stern. Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in
-Rußland, 1908, Band 1, S. 56, 81-92. Band 2, S. 288-290.]
-
-[Fußnote 655: Siehe z. B. Sikes, British Goblins, 1880, Pp. 163, 164.]
-
-[Fußnote 656: Wuttke. Op. cit., S. 155.]
-
-[Fußnote 657: Göpfert. Moraltheologie, 1897, Band 1, S. 470; Hagen. Der
-Teufel im Lichte der Glaubensquellen, 1899, S. 8; Lehmkuhl. Theologia
-moralis, Band 1, Nr. 335, 879. Marc. Institutiones morales Alphonsianae,
-1893, Band 1, S. 543. Pruner. Lehrbuch der katholischen Moraltheologie.
-1875, S. 263. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 153-157. Soldan. Op. cit., S.
-340-346.]
-
-[Fußnote 658: In England, wo ich die geläufigen Meinungen am
-eingehendsten studiert habe, erfolgte der Umschwung am stärksten in den
-letzten zwanzig Jahren.]
-
-[Fußnote 659: Der Wechsel im Verhalten zur Sexualität, der im 17. und
-18. Jahrhundert vorsichging, wurde von Fuchs sorgfältig studiert in
-seinen wertvollen Werken: Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter
-bis zur Gegenwart; Renaissance (mit Ergänzungsband) 1909, und Die
-galante Zeit (mit Ergänzungsband) 1910.]
-
-Wir gelangen nun zum _dritten Problem_, den Beziehungen des
-Hexenglaubens zum Alptraum. Es besteht kein unmittelbarer Zusammenhang
-zwischen dem Alptraum auf der einen Seite und dem Hauptantrieb bei der
-Hexenverfolgung -- der Absicht, die Ketzerei auszurotten -- oder dem
-Volksglauben an die Zauberei, der von der Kirche zu diesem Zwecke
-ausgenützt wurde, auf der anderen, obgleich beide Themen indirekt mit
-der Sexualität und insbesondere mit Inzestvorstellungen verwandt sind.
-Ganz anders verhält es sich mit dem dritten Bestandteil, dem Glauben an
-den Teufelsbund, der das ganze zu einer Einheit zusammenfügte und ohne
-den die Epidemie nicht gedacht werden kann; dieser ist an jeder Stelle
-mit den Erfahrungen der Alp- und anderer Angstträume im Innersten
-verbunden. Dies wurde nie deutlicher bewiesen als durch den Geistlichen
-Jehan de Meung in seinem merkwürdigen Roman de la Rose, anonym
-publiziert im Jahre 1280 (!) und ist heute vollends unleugbar. Daß die
-Vorstellungen, die sich um die Nachtfahrt gruppierten, im wesentlichen
-aus dem Traum hervorgingen, wurde oben eingehend geschildert. Die
-Teufelsbuhlschaft selbst ist unzweifelhaft eine Form des Inkubus und der
-Glaube daran muß stark durch die Erfahrungen des Alptraums, die bei der
-Hysterie[661] so häufig sind, mitbestimmt worden sein. Die
-vorherrschende theologische Anschauung jener Tage half ihnen dann,
-objektive Gestalt anzunehmen. Müller[662] sagt: »Ihren sinnlichen
-Versuchungen und ihrer Furcht vor dem Versucher, vor dem sinnlichen
-Teufel kann sie nicht entgehen. In den phantasiereichen Zuständen des
-Halbwachens und Traums unterliegt sie der sinnlichen Erscheinung dessen,
-was ihre Sinne wünschen und was die religiöse Vorstellung fürchtet. Das
-Phantasiebild hat für sie Objektivität, sie kann die Anklage des
-Teufelsumganges nicht von sich ablehnen.«
-
-[Fußnote 660: Soldan (Op. cit., Band 2, S. 263) hat darauf hingewiesen,
-daß in dem für den Hexenglauben so kritischen Zeitabschnitte von
-1690-1718 nicht weniger als sechsundzwanzig Bücher veröffentlicht
-wurden, die ihn verteidigten, seinen Verfall beklagten und zu
-energischen Maßregeln gegen die Hexen aufforderten.]
-
-Der Hexenglaube ist eine Projektion der unbewußten Gedanken des Mädchens
-über sich und seine Mutter; dies ist einer der Gründe, warum die Hexen
-meist entweder sehr alt und häßlich oder sehr jung und schön waren. Die
-Teufelsbuhlschaft stellt also, wie im Zusammenhang mit dem Sabbat
-bereits betont wurde, eine unbewußte Inzestphantasie dar.
-
-Die Gemeinsamkeiten zwischen Inkubus, Teufel und Hexenglauben gehen so
-weit, daß alle drei nur die verschiedenen Seiten desselben Themas
-darstellen. Selbst in seinen Einzelheiten ist die Übereinstimmung sehr
-auffällig, besonders zwischen der Hexe und dem populären Äquivalent von
-Inkubus und Sukkubus, nämlich dem Alp und der Mahre. Zum Beispiel
-glaubte man von den Hexen, ebenso wie vom Teufel, Alp und Mahre, daß sie
-gespaltene Hufe (Drudenfuß)[663] und einen hohlen Rücken[664] hätten;
-dieselben Amulette (Messer, Hufeisen, Salz u. s. w.) wurden zur Abwehr
-der Hexen, des Teufels und des Alpdrucks benützt. Der Koitus mit ihnen
-allen war unangenehm und genußlos[665]; der Alp, wie die Hexe, ritt auf
-Pferden und flog wie ein Vogel[666] u. s. w.
-
-[Fußnote 661: Über die Alpdruck-Erfahrungen der Hexen siehe Ennemoser,
-Op. cit., S. 869, und Wuttke. Op. cit., S. 151.]
-
-[Fußnote 662: Johannes Müller. Über die phantastischen
-Gesichtserscheinungen, 1826, S. 66.]
-
-[Fußnote 663: Wuttke. Op. cit., S. 155.]
-
-Die Beziehungen zwischen dem Hexenglauben und dem an Werwölfe und
-Vampire waren nicht so innig, obgleich sie in beiden Fällen vorhanden
-sind. Die Verfolgung und Hinrichtung angeblicher Werwölfe im 16. und 17.
-Jahrhundert gründete sich hauptsächlich auf den Glauben, daß die Hexen
-sich in Tiere verwandeln können. Hexen konnten sich selbst sowohl als
-auch andere in Werwölfe verwandeln.[667] Von Interesse mit Hinblick auf
-die Verbindung zwischen Hexensalbe, Nachtfahrt und Tierverwandlung
-(siehe oben) ist der Umstand, daß die Verwandlung in Werwölfe durch
-Salbung erfolgte. So wurde 1521 in Besançon ein Mann namens Michel
-Verdon verbrannt, weil er sich selbst und einen Gefährten mittels
-Einreibung mit einer Salbe in Werwölfe verwandelt hatte[668], und 1717
-wurden die Angeklagten in einem Hexenprozesse genau derselben Tat
-beschuldigt.[669] Die enge Assoziation zwischen Hexen und Katzen wurde
-oben erwähnt und Grimm[670] zieht den alten Zauberglauben heran, daß
-Männer in Wölfe und Weiber in Katzen verwandelt werden. Ein ähnlicher
-Zusammenhang bestand zwischen der Mahre, der deutschen Vorläuferin der
-Hexen, und dem Werwolf; ein siebentes Kind wurde, war es ein Knabe, ein
-Werwolf, war es ein Mädchen, eine Mahre.[671]
-
-[Fußnote 664: Grimm. Op. cit., S. 903. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 38,
-68.]
-
-[Fußnote 665: Gener. Op. cit., P. 524. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 68.]
-
-[Fußnote 666: Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 82,
-275.]
-
-[Fußnote 667: Nynauld. De la Lycanthropie, 1615, Pp. 50, 52. Der
-Hexenhammer, Op. cit., Erster Teil, S. 155-157.]
-
-[Fußnote 668: Bosquet. Discours de Sorciers, 1608, P. 370. Leubuscher.
-Der Wahnsinn, 1848, S. 68.]
-
-[Fußnote 669: Riezler. Op. cit., S. 293.]
-
-[Fußnote 670: Grimm. Op. cit., S. 915.]
-
-[Fußnote 671: Siehe Kapitel V.]
-
-Hexen hatten den Vampirendurst nach Menschenblut. Sie liebten es
-leidenschaftlich, Blut zu trinken[672], insbesondere das von jungen
-Menschen. Zweifellos liegt hier die Idee des Somnambulismus zu
-Grunde.[673] Milton in seinem »Paradise Lost« (II, 662) bezieht sich auf
-diesen Glauben:
-
- »Kein häßlicheres Wesen denn die Nachtfrau,
- Wenn sie, geheim gerufen, durch die Luft
- Geritten kommt, von Kinderblut gelockt,
- Zum Tanz mit Lapplands Hexenzunft.«
-
-Fünf Hexen wurden 1604 in Lausanne verbrannt, weil sie in _Wolfsgestalt_
-ein Kind geraubt haben sollten. Sie trugen es zum Teufel, der _aus der
-großen Zehe_ das ganze Blut aussaugte und kochten dann den Leib, um
-daraus Salbe zu gewinnen.[674] Ebenso waren die Hexen der harmloseren
-Gewohnheit, Kühe zu melken, zugetan und sie waren im stande, aus einer
-Spindel, einem Handtuch oder einem Beilgriff Milch herauszupressen.[675]
-Der Sinn davon wird verständlich, wenn man sich gegenwärtig hält, daß
-Milch ein unbewußtes Äquivalent für Samen ist. Der Alp saugte sowohl
-Blut wie Milch aus[676] und Stoll[677] sagt, daß in Deutschland noch der
-Aberglaube besteht, daß _Schlangen_ bei Nacht den Kühen die Milch
-aussaugen; in Wales glaubte man, daß die Schlangen Milch aus den
-weiblichen Brüsten saugen.[678] In Schottland und Wales war bis vor
-kurzem der Glaube verbreitet, daß die Hexen sich in Hasen verwandeln, um
-den Kühen durch Saugen an den Eutern die Milch zu entziehen[679]; in
-Dänemark und Schweden gewinnen sie die Milch, indem sie Hasen zum
-Vieh schicken.[680] In der Mythologie sind Hasen und Katzen
-gleichbedeutend[681]; es ist daher verständlich, daß manchmal Hasen die
-»Familiares« der Hexen waren[682], statt der gewöhnlichen Katzen. Selbst
-die Revenant-Natur der Vampire ist in dem dänischen Glauben, daß Tote
-sich in Hasen[683] verwandeln, angedeutet. Andere sonderbare
-Zusammenhänge sind der russische Glaube, daß künftige Vampire bei
-Lebzeiten an einer Hasenscharte kenntlich seien, und der osteuropäische,
-daß ein Gestorbener ein Vampir wird, wenn eine Katze über sein Grab
-läuft.[684] Ein anderer Vampirzug ist in den Ghul-Geschichten zu finden,
-die bei mehreren Prozessen erzählt wurden[685], von Hexen, die die
-Leichen von Zauberern aufgruben und fraßen. So wie die Hexen kann der
-dalmatinische Koslak, der tatsächlich ein Vampir ist, das Wetter
-vorhersagen und schneller reisen als andere Leute.[686] Der Hexenglaube
-verschmilzt, so angesehen, an allen Punkten mit den bereits erörterten
-Erscheinungen.
-
-[Fußnote 672: Goerres. Christliche Mystik, 1842, Band 4, S. 2, 216.
-Meyer. Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. 528. Krauß. Op. cit., S.
-79.]
-
-[Fußnote 673: S. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 208-227.]
-
-[Fußnote 674: Nynauld. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 675: Grimm. Op. cit., S. 896, 897.]
-
-[Fußnote 676: Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61, Band 2, S. 82.]
-
-[Fußnote 677: Stoll. Op. cit., S. 215.]
-
-[Fußnote 678: Rhys. Celtic Folklore, 1901, P. 690.]
-
-[Fußnote 679: Hertz. Der Werwolf, 1862, S. 113. (An versch. Orten.)]
-
-[Fußnote 680: Thorpe. Op. cit., Vol. 2, P. 192.]
-
-Wir können das gegenwärtige Kapitel mit einem Zitat aus _Hansen_[687],
-der ersten Autorität für unser Thema, schließen: »Die Hexenverfolgung
-ist ein kulturgeschichtliches Problem, das, wenn es auch als tatsächlich
-abgeschlossen gelten darf, doch mit unserer Zeit noch enger
-zusammenhängt, als man auf den ersten Blick zuzugeben geneigt sein
-dürfte. Die Elemente des Wahns, auf denen sie sich aufgebaut hat, werden
-noch heute fast ausnahmslos in den Lehren der geltenden religiösen
-Systeme weitergeführt ..... Von der Verantwortung für seine Entstehung
-wird die Menschheit sich aber doch erst dann ganz entlastet fühlen
-können, wenn sie auch den kläglichen, noch nicht überwundenen Rest der
-ihm zu Grunde liegenden Wahnvorstellungen ausgeschieden haben wird, der
-trotz aller inneren Haltlosigkeit in den herrschenden religiösen
-Systemen noch heute sein Dasein fristet.«
-
-[Fußnote 681: Im Englischen bedeutet »puss« entweder Katze oder Hase.]
-
-[Fußnote 682: Elton. Origins of English History, P. 297.]
-
-[Fußnote 683: Thorpe. Loc. cit.]
-
-[Fußnote 684: Mannhardt. Zeitschr. f. Deutsche Mythologie, Jahrg. 4, S.
-260.]
-
-[Fußnote 685: De Lancre. Op. cit., Pp. 199, 402.]
-
-[Fußnote 686: Krauß. Op. cit., S. 125.]
-
-[Fußnote 687: Hansen. Op. cit., Vorwort 7 und S. 538.]
-
-
-
-
- VIII.
- Schluß.
-
-
-Es wird vielleicht von Nutzen sein, hier einen Rückblick auf die
-charakteristischen Eigenschaften, die den fünf eben untersuchten
-Erscheinungen gemeinsam sind, zu versuchen. In erster Linie stellen sie
-alle Konstruktionen aus zahlreichen Elementen dar, die nicht nur vorher
-im Glauben der europäischen Völker selbständig existierten, sondern auch
-bis zum heutigen Tage in weit auseinander liegenden Teilen der Erde zu
-finden sind. Für die Zusammensetzung der Bestandteile war jedesmal
-die Kirche ursprünglich verantwortlich, in vier Fällen die
-römisch-katholische Kirche und im fünften die griechische. Der Glaube an
-diese Erscheinungen stand, nach ungefährer Annahme, drei Jahrhunderte
-lang allgemein fest; nach Ablauf dieser Zeit verschwand er nicht,
-sondern löste sich in seine ursprünglichen Elemente auf. Auch der voll
-entwickelte Glaube fristet sich noch im ungebildeten Teile der
-Volksgemeinschaft fort und, daß dies keineswegs selten der Fall ist,
-wird dadurch bewiesen, daß der Schreiber dieser Zeilen selbst mit Leuten
-zusammentraf, welche von der Wahrheit des Glaubens, wie er im
-Mittelalter verbreitet gewesen ist, überzeugt waren. Der Glaube an die
-einzelnen Elemente ist viel weiter verbreitet und kann in gewissen
-Fällen auch bei gebildeten Leuten gefunden werden. Während des
-Mittelalters hatte der Glaube an jene Erscheinungen die Neigung,
-epidemische Formen anzunehmen, und gab dann meistens Anlaß zu
-furchtbaren Leiden und einem fast ohne Parallele dastehenden Ausbruch
-gemeinsamen Verfolgungsgeistes.
-
-Die fünf Glaubensphänomene waren stark untereinander verschlungen und in
-mehr als einer Hinsicht geht eines fast unmerkbar in das andere über.
-Ihre psychologische Bedeutung hängt noch inniger zusammen als ihre
-äußere Gestalt. Die tatsächliche Formulierung nach Erreichung der
-vollständigen Entwicklung wurde durch eine Mehrheit von Faktoren
-beeinflußt, die hauptsächlich sozialer und religiöser Natur waren,
-weshalb ihre Analyse zunächst ein historisches Problem ist. Die
-bedeutsamsten waren der Haß der Kirche gegen jede Art der
-außerkirchlichen Anbetung, die ihr mit Ungehorsam gegen Gott
-gleichbedeutend schien, ihre abnorm übertriebenen Anstrengungen im
-Dienst der Sexualverdrängung und ihr besonderer Abscheu vor dem Inzest.
-Die Elemente, aus denen sich die Erscheinungen zusammensetzten, waren
-alle Projektionen des unbewußten verdrängten sexuellen Materials nach
-außen. An diesem Material sind zwei Eigenschaften vor allem
-bemerkenswert, das Hervortreten inzestuöser Wünsche und infantiler Züge.
-Die Phänomene können psychologisch als Phobien bezeichnet werden, deren
-latenter Inhalt verdrängte inzestuöse Wünsche bilden.
-
-Ihre Beziehungen zum Alptraum sind besonders nahe. In der Intensität
-ihres Angstaffektes werden sie von keiner anderen Erfahrung erreicht,
-außer von jener der Alp- und verwandten Angstträume. In manchen ihrer
-Züge enthalten sie eine für Angstträume höchst charakteristische
-Symbolik; von diesen sei besonders erwähnt: die plötzliche Verwandlung
-einer Person in eine andere oder in irgend ein Tier, das Vorkommen
-phantastischer und unmöglicher Tierformen, die Schwankungen des
-betreffenden Objekts zwischen höchstem Anreiz und stärkstem Abscheu, die
-scheinbar gleichzeitige Existenz derselben Person an zwei verschiedenen
-Orten, das Fliegen oder Reiten durch die Luft und die Wiedergabe
-sexueller Akte als peinliche Angriffe. Der eigentliche Mittelpunkt des
-latenten Inhaltes sowohl beim Alptraum als bei den fünf von uns
-untersuchten Phänomenen wird durch die verdrängten inzestuösen Wünsche
-gebildet. Bei vier der letzteren sind auch andere sexuelle Wünsche,
-verschiedene Perversionen im latenten Inhalt vorhanden, ebenso im Falle
-der Angstträume, die nicht zum Alpdruck-Typus gehören. Ferner trat auch
-beim Alptraum manchmal die Neigung auf, wie jene epidemische Form
-anzunehmen.[688] Die ausgedehnte Übereinstimmung, die zwischen dem
-Alptraum und diesen Formen des Aberglaubens nicht bloß hinsichtlich
-ihrer wesentlichen psychologischen Bedeutung, sondern auch an vielen
-Punkten ihrer Oberfläche bestand, macht es sehr wahrscheinlich, daß die
-wirkliche Traumerfahrung bei der Ermöglichung ihrer Konstruktion, für
-welche sie ja die unerläßliche Basis abgab, von erheblichem Einfluß war.
-
-[Fußnote 688: Siehe z. B. Laurent, zitiert bei Parent, Grand
-Dictionnaire de Médecine, T. XXXIV, Art. Incubi.]
-
-Eine enge Analogie kann zwischen unseren Erscheinungen und den
-psycho-neurotischen Symptomen nachgewiesen, ja ihre Identität in weitem
-Ausmaße konstatiert werden. Wie diese entstammen sie verdrängten
-sexuellen Wünschen der frühen Kindheit, die verhältnismäßig unsichtbar
-blieben, bis äußere Umstände die Annahme gewisser scharf umrissener
-Äußerungsformen herbeiführten. Das allmähliche Verschwinden ging auch
-auf dieselbe Art und Weise vor sich, wie bei neurotischen Symptomen eine
-spontane Heilung eintritt; diese hängt nämlich teils von einer Erhöhung
-der Verdrängung ab, teils davon, daß die zu Grunde liegenden Strebungen
-einen neuen Abflußkanal ausfindig machen. Beide Vorgänge spielten bei
-dem Verschwinden jener fünf Bildungen des Aberglaubens eine Rolle, wie
-im vorigen Kapitel gezeigt wurde: erhöhte Schärfe des wissenschaftlichen
-Denkens in Verbindung mit den intensiven Sexual-Verdrängungen lassen sie
-als ungeeignete Ausdrucksform der begrabenen Wünsche erscheinen. Diese
-Erwägungen lassen uns die künftige Entwicklung der hier behandelten
-Vorgänge erraten. Die bei den Neurosen gesammelte Erfahrung zeigt, daß,
-solange nicht die begründenden Faktoren gründlich beseitigt wurden --
-was hier nicht der Fall gewesen ist --, das bloße Verschwinden der
-Symptome keineswegs vor jeder künftigen Störung sichert; die Tendenz der
-zu Grunde liegenden Strebungen, entweder durch Wiederaufnahme der alten
-Symptome oder in anderen Ausdrucksformen Befriedigung zu suchen, bleibt
-bestehen. Aus mannigfachen historischen Gründen muß die Annahme, daß ein
-Rückfall in den alten Aberglauben möglich sei, zurückgewiesen werden und
-dies wäre in unserer modernen Zivilisation auch kaum denkbar; eine
-andere Gruppe von Auswegen muß deshalb gefunden werden. Welcher Art
-diese sein werden, ist unschwer einzusehen; auf der einen Seite
-religiöse und soziale Bigotterie und Intoleranz, auf der anderen die
-Erzeugung von Psycho-Neurosen im engeren Sinne. Unsere gegenwärtigen
-neurotischen und geistesgestörten Patienten sind in ausgebreitetem Maße
-die Nachkommen der alten Hexen, Lykanthropen u. s. w. und ihre Symptome
-sind, wie in den vorhergehenden Kapiteln gezeigt wurde, in vieler
-Beziehung gleich. Eine weitere wichtige Erwägung, die meist übersehen
-wird, ist die, daß das so entstandene Leiden ebenso drückend und nicht
-minder weit verbreitet ist wie die Schmerzen, welche die analogen
-Vorgänge im Mittelalter verschuldeten. Man kann sich sehr ernstlich
-fragen, ob ein Patient mit einer krankhaften Phobie, z. B. in bezug auf
-Katzen, weniger leidet als ein Mensch, der sich vor dem Teufel fürchtet.
-Dieser ist sogar in mancher Hinsicht in der besseren Lage, denn seine
-Furcht wird von Freunden verstanden und als berechtigt anerkannt. Er ist
-nicht gezwungen, sie geheim zu halten, um der Beschämung und dem
-Schandmal zu entgehen, welches ihm durch das Bekanntwerden der Tatsache,
-daß er Feigling und Weichling genug sei, seiner »eingebildeten Angst«
-nachzugeben, aufgedrückt würde. Eine Furcht, die der von ihr Befallene
-und seine Umgebung für vernünftig und richtig ansehen, ist leichter zu
-ertragen, als eine völlig sinnlose und unvernünftige Angst vor harmlosen
-Objekten, die mit den übrigen bewußten Gedanken nicht übereinstimmt und
-sich sogar gegen die Überwachung durch das Bewußtsein auflehnt.
-
-Daraus lassen sich hauptsächlich zwei Lehren ziehen, die sich auf die
-Probleme der Verdrängung und der Urteilsfähigkeit beziehen. Die soziale
-Seite der ersteren darf uns hier nicht beschäftigen; es wurde nur
-versucht, an einem Beispiel zu zeigen, welch schreckliche Folgen die
-übermäßig und unverständige Verdrängung menschlicher Triebregungen nach
-sich zieht. Wir haben auch gesehen, daß es schwierig und Jahrhunderte
-lang unmöglich ist, diese Konsequenzen auszurotten, wenn ihr wahrer Sinn
-nicht aufgedeckt wird.
-
-Die Beziehung unseres Themas zu dem Problem der Urteilsfähigkeit ist
-ebenso bedeutsam. Für jemanden, der davon überzeugt ist, daß seine
-Anschauung über einen gefühlsmäßig gefärbten, d. h. sozialen oder
-religiösen Gegenstand unzweifelhaft die einzig richtige ist, läßt sich
-keine gesündere Übung denken, als darüber nachzusinnen, daß die
-fähigsten und schärfsten Denker des Mittelalters, Menschen, die ihm an
-geistiger Begabung wahrscheinlich nicht nachstanden, ohne Zögern die
-Wahrheit von Sätzen, die uns heute lächerlich vorkommen, anerkannten.
-Bei der Besprechung einer Gruppe geringerer Irrtümer, die durch
-unbewußte Einflüsse herbeigeführt wurden, bemerkte Freud[689] mit
-Nachdruck: »Ich gebe aber zu bedenken, ob man nicht Grund hat, die
-gleichen Gesichtspunkte auch auf die Beurteilung der ungleich
-wichtigeren _Urteilsirrtümer_ der Menschen im Leben und in der
-Wissenschaft auszudehnen. Nur den auserlesensten und ausgeglichensten
-Geistern scheint es möglich zu sein, das Bild der wahrgenommenen äußeren
-Realität vor der Verzerrung zu bewahren, die es sonst beim Durchgang
-durch die psychische Individualität des Wahrnehmenden erfährt.« Eines
-der Hauptziele der Wissenschaft und Kultur ist es, eine objektive
-Anschauung von Kultur und Leben zu erringen. Die Hindernisse, die aus
-bewußten Hemmungen kommend, sich der Erreichung dieses Zieles
-entgegenstellen, wurden bis zu einem gewissen Grade überwältigt; wir
-beginnen nun die schwierigere, aber wichtigere Arbeit, die aus dem
-Unbewußten stammenden Hindernisse wegzuräumen. Der erste Schritt in
-dieser Richtung ist die Bemühung, die Natur und Betätigungsform dieser
-unbewußten Einflüsse, die das bewußte Urteil schädigen und verdrehen,
-genau zu durchleuchten. Freud hat in vorbildlicher Weise einen Weg
-gebahnt, den zu wandeln jetzt möglich ist; und wenn dies geschieht, wird
-die Menschheit in Hinkunft weniger Entschuldigung haben für die
-schwarzen Seiten, die das Buch ihrer Geschichte schänden, wie es die
-hier untersuchten Formen des Aberglaubens tun.
-
-[Fußnote 689: Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte
-Auflage, 1910, S. 121.]
-
-
-
-
- VERLAG VON FRANZ DEUTICKE IN LEIPZIG UND WIEN.
-
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- Entwicklungsgang und Inhalt der Freudschen Lehren anzusehen sind,
- werden, wenn auf einmal bezogen, zum Vorzugspreise von M 32.-- =
- K 38.40 (statt M 40.50 = K 48.60) abgegeben:
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- Von Dr. Jos. Breuer und Prof. Dr. Sigm. Freud.
- Zweite Auflage. Preis M 7.-- = K 8.40.
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- der Clark University in Worcester Mass.
- Von Prof. Dr. Sigm. Freud.
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- Dritte, vermehrte Auflage. Preis M 10.-- = K 12.--.
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- (Schriften zur angewandten Seelenkunde. I. Heft.)
- Von Prof. Dr. Sigm. Freud.
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- Von Prof. Dr. Sigm. Freud.
- Preis M 2.50 = K 3.--.
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- VII. Heft: Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci. Von
- Prof. Dr. Sigm. Freud in Wien. Preis M 2.50 = K
- 3.--.
- VIII. Heft: Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf. Von
- Dr. Oskar Pfister, Pfarrer in Zürich. Preis M 4.50
- = K 5.40.
- IX. Heft: Richard Wagner im »Fliegenden Holländer«. Ein Beitrag
- zur Psychologie künstlerischen Schaffens. Von Dr.
- Max Graf. Preis M 1.80 = K 2.--.
- X. Heft: Das Problem des Hamlet und der Ödipus-Komplex. Von Dr.
- Ernest Jones, Toronto (Kanada). Übersetzt von Paul
- Tausig, Wien. Preis M 2.-- = K 2.40.
- XI. Heft: Giovanni Segantini. Ein psychoanalytischer Versuch. Von
- Dr. Karl Abraham, Arzt in Berlin. Mit zwei
- Beilagen. Preis M 2.-- = K 2.40.
- XII. Heft: Zur Sonderstellung des Vatermordes. Eine
- rechtsgeschichtliche und völkerpsychologische
- Studie. Von A. J. Storfer, Zürich. Preis M 1.50 = K
- 1.80.
- XIII. Heft: Die Lohengrinsage. Ein Beitrag zu ihrer Motivgestaltung
- und Deutung. Von Otto Rank. Preis M 5.-- = K 6.--.
-
-
-
-
- VERLAG VON J. F. BERGMANN IN WIESBADEN.
-
-
- Im II. Jahrgang erscheint:
-
-
- Zentralblatt für Psychoanalyse.
-
- Medizinische Monatsschrift für Seelenkunde.
- Organ der internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.
- Herausgeber: Prof. Dr. Sigm. Freud.
- Schriftleiter: Dr. Wilhelm Stekel, Wien, Gonzagagasse 21.
-
- Jahrgang I enthielt u. a. neben den reichhaltigen Abteilungen:
- Mitteilungen -- Referate und Kritiken -- Varia -- Literatur
- folgende Originalarbeiten:
-
- Adler: Die psychische Behandlung der Trigeminusneuralgie 10
- " Beitrag zur Lehre vom Widerstand 214
- " Syphilidophobie 400
- Brill: Ein Fall periodischer Depression psychogenen 158
- Ursprungs
- Ferenczi: Über obszöne Worte 390
- " Anatole France als Analytiker 461
- Freud: Die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen 1
- Therapie
- " Über wilde Psychoanalyse 91
- " Nachträge zur Traumdeutung 187
- Friedmann: Eduard Mörike 486
- Juliusburger: Über einen Fall von akuter autopsychischer 308
- Bewußtseinsstörung, ein Beitrag zur Lehre von
- Kriminalität und Psychose
- Jung: Ein Beitrag zur Psychologie des Gerüchtes 81
- Luzenberger: Psychoanalyse in einem Falle von Errötungsangst 304
- als Beitrag zur Psychologie des Schamgefühls
- Maday: Der Begriff des Triebes 295
- Maeder: Zur Entstehung der Symbolik im Traum, in der 383
- Dementia praecox etc.
- Nepalleck: Analyse einer scheinbar sinnlosen infantilen 155
- Obsession
- Pfister: Zur Psychologie des hysterischen Madonnenkultus 70
- " Hysterie und Mystik bei Margaretha Ebner 468
- (1291-1351)
- Putnam: Über Ätiologie und Behandlung von Psychoneurosen 137
- " Persönliche Erfahrungen mit Freud's 533
- psycho-analytischer Methode
- Rank: Das Verlieren als Symptomhandlung 450
- Riklin: Eine Lüge 193
- " Über einige Probleme der Sagendeutung 433
- Rosenstein: Julius Piklers »dynamische Psychologie« und ihre 316
- Beziehungen zur Psychoanalyse
- Rosenthal: Karin Michaelis: »Das gefährliche Alter« im 277
- Lichte der Psychoanalyse
- Sadger: Ist das Asthma eine Sexualneurose 200
- Silberer: Vorläufer Freud'scher Gedanken 441
- Stegmann: Ergebnisse der psychischen Behandlung einiger 377
- Fälle von Asthma
- Stekel: Die psychische Behandlung der Epilepsie 220
-
- Jährlich erscheinen 12 Hefte im Gesamt-Umfang von 36 bis 40
- Druckbogen zum Jahrespreis von M 18.--.
-
-
-
-
-
-
-
- K. u. K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
-
-Hervorhebungen wurden mit _Unterstrichen_ gekennzeichnet.
-
-Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt
-(vorher/nachher):
-
- [S. 25]:
- ... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus
- Malificiarum ...
- ... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus
- Maleficarum ...
-
- [S. 28]:
- ... incubes et aus sucubes dans l'explication qu'ils ont données ...
- ... incubes et aux succubes dans l'explication qu'ils ont données ...
-
- [S. 33]:
- ... Pausanias. Lip. I, Kap. 34. ...
- ... Pausanias. Lib. I, Kap. 34. ...
-
- [S. 38]:
- ... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«;
- and ...
- ... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«;
- und ...
-
- [S. 46]:
- ... Polution in Begleitung mehr oder minder erotischer ...
- ... Pollution in Begleitung mehr oder minder erotischer ...
-
- [S. 47]:
- ... Ploß. Das Kind im Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ...
- ... Ploß. Das Kind in Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ...
-
- [S. 53]:
- ... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die
- Inzestckarakter ...
- ... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die
- Inzestcharakter ...
-
- [S. 56]:
- ... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der Fruchtbarbarkeit ...
- ... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der Fruchtbarkeit ...
-
- [S. 56]:
- ... Thorpe. Northern Mythologie, 1851, Vol. I. P. 49-52. ...
- ... Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 49-52. ...
-
- [S. 56]:
- ... Conway. Demonology and Devilore, 1879, Vol. I, Pag. 141. ...
- ... Conway. Demonology and Devil-Lore, 1879, Vol. I, Pag. 141. ...
-
- [S. 59]:
- ... »volkvdlak« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ...
- ... »volkudlak« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ...
-
- [S. 64]:
- ... Stackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg.,
- 1867, ...
- ... Strackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt.
- Oldenburg., 1867, ...
-
- [S. 66]:
- ... lang und weißgraulich, ein Kleid von gewichter
- fleischfarbrötlicher ...
- ... lang und weißgraulich, ein Kleid von gewichster
- fleischfarbrötlicher ...
-
- [S. 73]:
- ... durch den persischen Arhiman oder, was Robertson für ...
- ... durch den persischen Ahriman oder, was Robertson für ...
-
- [S. 74]:
- ... Yawehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ...
- ... Yahwehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ...
-
- [S. 85]:
- ... couverte d'ecailles, herissée de piquants.« ...
- ... couverte d'ecailles, hérissée de piquants.« ...
-
- [S. 85]:
- ... Brévannes. L'orgie satanique à travers les siécles, 1904, P.
- 115. ...
- ... Brévannes. L'orgie satanique à travers les siècles, 1904, P.
- 115. ...
-
- [S. 105]:
- ... verschiedene Probleme unterscheiden, inbesondere: ...
- ... verschiedene Probleme unterscheiden, insbesondere: ...
-
- [S. 107]:
- ... Tiere. Der bekannte Malleus Malificarum widmet vier Kapitel ...
- ... Tiere. Der bekannte Malleus Maleficarum widmet vier Kapitel ...
-
- [S. 115]:
- ... den meisten der alten Autoren mit unwilligen Komentaren ...
- ... den meisten der alten Autoren mit unwilligen Kommentaren ...
-
- [S. 118]:
- ... ce qui lui causait une très grande volopté.« Ähnlich schreibt ...
- ... ce qui lui causait une très grande volupté.« Ähnlich schreibt ...
-
- [S. 120]:
- ... begreiflich, daß der phallische Besenstil, auf dem die Hexe ...
- ... begreiflich, daß der phallische Besenstiel, auf dem die Hexe ...
-
- [S. 123]:
- ... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. Démon ...
- ... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. Demon ...
-
- [S. 123]:
- ... Jean le Breton. De la défense de la vèrité touchante la
- possession ...
- ... Jean le Breton. De la défense de la vérité touchante la
- possession ...
-
- [S. 123]:
- ... et la preuve de la vèritable possession des religieuses de
- Louvein, 1644. ...
- ... et la preuve de la véritable possession des religieuses de
- Louvein, 1644. ...
-
- [S. 131]:
- ... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888
- Editon, ...
- ... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888
- Edition, ...
-
- [S. 134]:
- ... Michelet. Op. cit., Introduktion, P. IX. ...
- ... Michelet. Op. cit., Introduction, P. IX. ...
-
- [S. 136]:
- ... de l'agonie du monde feodal et l'aurore d'une ère nouvelle. ...
- ... de l'agonie du monde féodal et l'aurore d'une ère nouvelle. ...
-
- [S. 141]:
- ... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse Vortellung ...
- ... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse Vorstellung ...
-
- [S. 147]:
- ... Medicine, T. XXXIV, Art. Incubi. ...
- ... Médecine, T. XXXIV, Art. Incubi. ...
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu
-gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER ***
-
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-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
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-<title>The Project Gutenberg eBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones</title>
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- <!-- TITLE="Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens" -->
- <!-- AUTHOR="Ernest Jones" -->
- <!-- TRANSLATOR="E. H. Sachs" -->
- <!-- LANGUAGE="de" -->
- <!-- PUBLISHER="Franz Deuticke, Leipzig und Wien" -->
- <!-- DATE="1912" -->
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-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu
-gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
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-
-Title: Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens
- Schriften zur angewandten Seelenkunde. Vierzehntes Heft
-
-Author: Ernest Jones
-
-Translator: E. H. Sachs
-
-Release Date: November 21, 2015 [EBook #50522]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER ***
-
-
-
-
-Produced by Sandra Eder, Jens Sadowski, and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This
-file was produced from images generously made available
-by The Internet Archive.
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="titlematter">
-<p class="ser">
-<span class="line1">SCHRIFTEN ZUR ANGEWANDTEN SEELENKUNDE</span><br />
-<span class="line2">herausgegeben von Prof. Dr. SIGM. FREUD</span><br />
-<span class="line3">VIERZEHNTES HEFT</span>
-</p>
-
-<h1 class="title">
-<span class="line1">DER ALPTRAUM</span><br />
-<span class="line2">IN SEINER BEZIEHUNG ZU GEWISSEN</span><br />
-<span class="line3">FORMEN DES MITTELALTERLICHEN</span><br />
-<span class="line4">ABERGLAUBENS</span>
-</h1>
-
-<p class="aut">
-<span class="line1">VON</span><br />
-<span class="line2">PROF. Dr. ERNEST JONES.</span>
-</p>
-
-<p class="trn">
-<span class="line1">DEUTSCH VON</span><br />
-<span class="line2">Dr. E. H. SACHS.</span>
-</p>
-
-<p class="pub">
-<span class="line1">LEIPZIG UND WIEN</span><br />
-<span class="line2">FRANZ DEUTICKE</span><br />
-<span class="line3">1912</span>
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="titlematter">
-<p class="pubnr">
-Verlags-Nr. 2001.
-</p>
-
-<p class="printer">
-K. u. K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen.
-</p>
-
-</div>
-
-<h2 class="toc chapter" id="chapter-0-1">
-Inhaltsübersicht.
-</h2>
-
-<div class="centered">
-<table class="toc" summary="TOC">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">&nbsp;</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- <td class="col_page">Seite</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&nbsp;</td>
- <td class="col2">Einleitung</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-1">1</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">I.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Traum und Glauben</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-2">2</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">II.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Der Alptraum</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-13">13</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">III.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Inkubus und Inkubation</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-21">21</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">IV.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Der Vampir</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-34">34</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">V.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Der Wehrwolf</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-53">53</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VI.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Der Teufelsglaube</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-69">69</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VII.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Die Hexenepidemie</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-104">104</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VIII.</td>
- <td class="col2">Kapitel. Schluß</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-145">145</a></td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-<h2 class="intro chapter" id="chapter-0-2">
-<a id="page-1" class="pagenum" title="1"></a>
-Einleitung.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-In der folgenden Veröffentlichung wurde der Versuch
-gemacht, den Eindruck, den die Erfahrungen des Alpdrucks
-auf die Bildung gewisser falscher Vorstellungen
-hervorriefen, festzustellen. Diese Vorstellungen haben viel
-Gemeinsames, sie erreichten alle ihren Höhepunkt zur selben
-Zeit, ungefähr zwischen 1450 und 1750; ihre ursprüngliche
-Gestalt wird von Vielen, ihre wesentlichen Elemente werden
-von einer noch größeren Anzahl festgehalten. Die tiefste
-Quelle ist bei allen die gleiche und sie alle haben eine
-unberechenbare Summe von menschlichen Leiden verursacht.
-</p>
-
-<p>
-Um einen klaren Ausblick zu erlangen, war ich manches
-Mal gezwungen, das Hauptthema zu verlassen, obwohl ich dies,
-so weit als möglich, vermieden habe. Lange sagt (Geschichte
-des Materialismus, 1866, S. 282): »im geschichtlichen Zusammenhange
-der Dinge schlägt ein Tritt tausend Fäden, und wir
-können nur einen gleichzeitig verfolgen. Ja, wir können selbst
-dies nicht immer, weil der gröbere sichtbare Faden sich in
-zahllose Fädchen verzweigt, die sich stellenweise unserem
-Blicke entziehen.«
-</p>
-
-<p>
-Ich habe meine Aufmerksamkeit nicht so sehr auf die
-historischen Seiten der betreffenden Vorstellung gelenkt, als
-auf ihre tiefste psychologische Bedeutung. Selbst auf diesem
-eingeschränkten Feld konnte ich nur einen sehr kleinen Teil
-des außerordentlich großen brauchbaren Materials behandeln;
-daher kann ich kaum annehmen, daß die ausgesprochenen
-Schlüsse als bewiesen angesehen werden, doch hoffe ich, sie
-genügend wahrscheinlich gemacht zu haben, um zu zeigen,
-daß der Gegenstand einer eingehenderen Untersuchung vom
-überlegenen Standpunkt der modernen psychoanalytischen
-Kenntnis aus wert ist. Angst und Zwang waren immer die
-beiden größten Geißeln der Menschheit und die hier untersuchten
-<a id="page-2" class="pagenum" title="2"></a>
-Vorstellungen gehören zu ihren verhängnisvollsten
-Folgen. Wenn man sich erinnert, daß diese Kräfte heute
-ebenso wirksam sind als im Mittelalter, wenn auch ihre
-Äußerungen nicht so sichtbar zu Tage treten, wird man
-zugeben, daß der Gegenstand des aktuellen Interesses nicht
-entbehrt.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-3">
-I.<br />
-Traum und Glauben.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Das Interesse, das die Menschen zu allen Zeiten an den
-Träumen nahmen, und die weitreichende Bedeutung, die ihnen
-zugeschrieben wurde, machen es sehr wahrscheinlich, daß die
-dabei erlebten Phänomene einen bedeutsamen Einfluß bei
-der Gestaltung der Meinung des Wachlebens ausübten. Wenn
-dies, wie ich gezeigt habe,<a class="fnote" href="#footnote-1" id="fnote-1">[1]</a> heute unter Gebildeten der Fall
-ist, so muß es in vergangenen Zeiten, wo die allgemeine,
-den Träumen zugeschriebene Bedeutung weit größer war
-als heute, viel wirksamer gewesen sein. Die Lebhaftigkeit
-der Träume ist zu Zeiten so groß, daß auch Gebildete es
-schwer oder unmöglich finden können, sie von wirklichen
-Erlebnissen zu unterscheiden.<a class="fnote" href="#footnote-2" id="fnote-2">[2]</a>
-</p>
-
-<p>
-Ich habe einen Fall erwähnt<a class="fnote" href="#footnote-3" id="fnote-3">[3]</a>, in dem ein Arzt fälschlich
-einen Traum für eine wirkliche Erinnerung ansah und
-dies zu peinlichen Folgen führte. Tatsächlich ist diese
-Vermengung mit der Wirklichkeit charakteristisch für alle
-intensiven Gemütserlebnisse, und zwar nicht nur für Träume,
-sondern auch für andere, seltenere Äußerungen der Phantasie,
-wie z. B. ekstatische Trancen, Visionen und dergleichen.
-Johannes Müller<a class="fnote" href="#footnote-4" id="fnote-4">[4]</a> bemerkt in diesem Zusammenhang:
-<a id="page-3" class="pagenum" title="3"></a>
-»Eigentümlich diesen krankhaften Zuständen ist es, daß
-die Objektivität der Erscheinungen zuverlässig anerkannt
-wird. In dem Glauben eines sichtbaren Umganges mit dem
-Teufel besteigt der Angeklagte den Scheiterhaufen, ein Opfer
-seiner eigenen Phantasie. Je nachdem die Vision die Gestalt
-eines guten oder bösen Geistes annahm, wurde der Dämonische
-als heilig verehrt oder als Zauberer verbrannt. Was bei dem
-Unbefangenen das Eigenleben der Sinnlichkeit, das Spiel einer
-dichtenden Phantasie, was allen Menschen im Traume nicht
-mehr wunderbar erscheint, wird in der Geschichte verflucht
-und verehrt nach der Natur seiner Objekte. Das Gespenst
-und die Dämonen aller Zeiten, die göttliche Vision des
-Asketen, die Geistererscheinung des Magikers, das Traumobjekt
-und das Phantasiebild des Fiebernden und Irren sind
-eine und dieselbe Erscheinung. Nur der Gegenstand ist verschieden
-nach der Richtung einer exzentrischen Phantasie,
-eine göttliche Vision dem religiösen Schwärmer, dem furchtsamen
-ein furchtbares Phantasma, dem abergläubisch
-buhlerischen Weib der Teufelsspuk, dem träumenden Egmont
-die Erscheinung der Freiheit, dem Künstler ein himmlisches
-Idol, nach dem er längst gerungen. Der Zeitgeist leiht diesem
-plastischen Einbilden andere Objekte.«
-</p>
-
-<p>
-Diese Schwierigkeit, den Traum von den Erfahrungen
-des Wachlebens zu unterscheiden, ist bei wehrlosen Geistern,
-wie bei Kindern und Wilden, natürlich größer. Die außerordentliche
-Schärfe, mit der die Erfahrungen des Traumlebens
-sich dem Geiste der Wilden als zweifellose Wirklichkeit aufdrängen,
-wurde von einer Menge Beobachtern vermerkt.
-Herbert Spencer<a class="fnote" href="#footnote-5" id="fnote-5">[5]</a> legt besonderen Nachdruck auf diesen Punkt
-und führt zum Beweis eine Menge Material an. Im Thurn<a class="fnote" href="#footnote-6" id="fnote-6">[6]</a> gibt
-zahlreiche schlagende Beispiele von heute dafür: Ein Indianer
-drohte, den Reisenden, den er führte, zu verlassen, weil
-dieser, wie er sagte, ihn rücksichtslos die ganze Nacht ein
-Kanoe über zahlreiche schwierige Katarakte hinaufziehen
-<a id="page-4" class="pagenum" title="4"></a>
-ließ. Ein anderer war nahe daran, seinen Kameraden zu
-töten, weil sein Herr ihm befohlen hatte, eine empfindliche
-Züchtigung an jenem zu vollziehen. [Es stellte sich heraus,
-daß er das geträumt hatte.]
-</p>
-
-<p>
-Es wurde nie daran gezweifelt und bedarf heute keines
-besonderen Beweises, daß die Phänomene des Traumlebens
-von großer Bedeutung waren, nicht nur bei der Gestaltung der
-metaphysischen Vorstellungen des Menschen &mdash; religiöser und
-abergläubischer<a class="fnote" href="#footnote-7" id="fnote-7">[7]</a>, &mdash; sondern auch für die Formen, die die
-künstlerischen Phantasien<a class="fnote" href="#footnote-8" id="fnote-8">[8]</a> annehmen. Ebenso besteht praktisch
-eine Übereinstimmung in der Frage, welche Anschauungen
-den stärksten <em>Einfluß durch Träume erfahren
-haben</em>, und wir wollen zunächst die hauptsächlichsten von
-diesen besprechen. Die erste und in mancher Beziehung
-wichtigste Bedeutsamkeit des Traumes ist diejenige, die sich
-auf den Seelenglauben bezieht. Die primitiven Vorstellungen
-von der Seele kann man in zwei Gruppen teilen, diejenigen
-von der <em>gebundenen Seele</em>, die das lebenspendende
-Prinzip verschiedener innerer Organe und äußerer Objekte
-ist, und diejenigen von der <em>freien Seele</em> (Psyche). Die Vorstellung
-von der letzteren hat zwei Quellen, denen entsprechend
-wir die <em>Hauchseele</em> und die <em>Schattenseele</em> unterscheiden
-können. Der Begriff der ersteren, der vor allem aus dem
-Phänomen des Atmens sich ergab, war geeigneter für höhere
-religiöse Anschauungen, aber der der letzteren war in der
-Vergangenheit zweifellos von größerem Einfluß. Alle Autoritäten<a class="fnote" href="#footnote-9" id="fnote-9">[9]</a>
-stimmen darin überein, daß die Vorstellung von der
-Schattenseele ihren Ursprung fast ausschließlich Traumerfahrungen
-verdankt. Wundt<a class="fnote" href="#footnote-10" id="fnote-10">[10]</a> sagt z. B.: »Das ursprünglichste
-<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a>
-und häufigste Motiv dieser primären Vorstellung der Schattenseele
-ist unzweifelhaft das Traumbild .... (Sie) hat allem
-Anscheine nach in Traum und Vision ihre einzige Quelle.«
-</p>
-
-<p>
-Die Vorstellung hat ihre charakteristischen Eigenschaften
-[Sichtbarkeit, Flüchtigkeit und phantastische Veränderlichkeit]
-von den wahrnehmbaren Elementen des Traumes erhalten.
-Es ist für uns nicht notwendig, auf die viel erörterte
-Frage einzugehen, welche Form des Seelenglaubens
-die ursprünglichste ist.<a class="fnote" href="#footnote-11" id="fnote-11">[11]</a> Von grundlegender Bedeutung ist
-für uns die zweifellose Tatsache, daß die Erfahrungen des
-Traumlebens in bedeutsamer Weise zur Entwicklung der Vorstellung
-von der Seele beigetragen haben. Dies gilt sowohl
-für die Seele des Individuums selbst als für die höherer
-Wesen und besonders für ihre charakteristische Eigenschaft,
-getrennt vom Körper zu existieren. [Räumliche Entfernung,
-Verwandlungsfähigkeit u. s. w.]
-</p>
-
-<p>
-Träume von Verstorbenen haben eine wichtige Rolle bei
-der Gestaltung verschiedener religiöser Vorstellungen gespielt
-und ihr Einfluß war um so größer, weil solche Visionen gewöhnlich
-geliebte Anverwandte, vorzugsweise die Eltern erscheinen
-lassen. Zunächst unterstützen sie, wie Wundt<a class="fnote" href="#footnote-12" id="fnote-12">[12]</a> darlegt,
-die schon durch die Träume im allgemeinen begründete
-Anschauung von dem »anderen Selbst«, von der Seele, die
-getrennt vom Körper leben und sich bewegen kann; ferner
-bilden sie, wie Spencer<a class="fnote" href="#footnote-13" id="fnote-13">[13]</a> im einzelnen ausgeführt hat, eine
-wichtige Quelle des Glaubens an Unsterblichkeit und an das
-Bestehen eines anderen Reiches, in das die Seele nach dem
-Tode ihres Besitzers gelangt. Auch sind sie eine Hauptquelle
-für den Glauben, daß die Verstorbenen die Schauplätze ihres
-früheren Lebens wieder besuchen können, also für die verbreitete
-Anschauung von den rückkehrenden Seelen oder
-<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a>
-revenants<a class="fnote" href="#footnote-14" id="fnote-14">[14]</a>, einer Vorstellung, die einen Hauptzug des mittelalterlichen
-Aberglaubens ausmachte, mit dem wir uns hier zu
-beschäftigen haben. Es ist selten bedeutungslos, wenn die
-Geister Abgeschiedener die Lebenden im Traume besuchen;
-für den Wilden ist es manches Mal von guter, häufiger aber
-von böser Vorbedeutung und in letzterem Fall müssen die
-Geister auf verschiedene Weise entsühnt werden.<a class="fnote" href="#footnote-15" id="fnote-15">[15]</a> Das ehrfürchtige
-Verhalten gegenüber den im Traum erscheinenden
-Geistern der Abgeschiedenen ist eine der Hauptquellen für
-die Ahnen-Verehrung. Wenn auch Spencers<a class="fnote" href="#footnote-16" id="fnote-16">[16]</a> Behauptung,
-daß diese die Grundlage aller Religionen bildet, in ihrer
-ursprünglichen Form<a class="fnote" href="#footnote-17" id="fnote-17">[17]</a> nicht mehr aufrecht erhalten werden
-kann, so hat sich doch zweifellos ein großer Teil der späteren
-Religionen nach ihr geformt.
-</p>
-
-<p>
-Ein anderer Glauben, bei dessen Gestaltung der Traum
-eine hervorragende Rolle gespielt hat, ist der an die Transformation
-oder Veränderlichkeit, d. h. die Vorstellung, daß
-der Geist eines Menschen in den Körper eines anderen oder
-in den eines Tieres übergehen kann und umgekehrt. Das
-war und ist noch einer der verbreitetsten Aberglauben der
-Welt; bei unzivilisierten Völkern steht er noch in voller
-Blüte<a class="fnote" href="#footnote-18" id="fnote-18">[18]</a> und selbst in Europa findet er sich nicht allein in
-der vornehmen Maske der Metempsychose, Wiedergeburt und
-dergleichen, sondern auch in seinen roheren Urformen. Im
-Mittelalter hatte er, da er von der römisch-katholischen
-Kirche akzeptiert wurde, wesentlichen Anteil an der Bildung
-der von uns zu betrachtenden abergläubischen Vorstellungen.
-</p>
-
-<p>
-In Folklore<a class="fnote" href="#footnote-19" id="fnote-19">[19]</a> und Mythologie war die Metamorphose
-immer ein Lieblingsthema, woran der Leser kaum erinnert
-<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a>
-zu werden braucht. Auch in gebildeten Kreisen finden wir
-noch heute interessante Spuren totemistischer Anschauungen,
-ich meine damit Tiere, die als nationale Abzeichen, als
-Wappenschilder, zu Verkleidungen beim Karneval und auf
-der Bühne (Chanteclair), als Spitznamen u. s. w. dienen. Von
-besonderem Interesse in Verbindung mit unserem Thema ist
-die Tatsache, daß die Metamorphose in so ausgedehntem
-Maße und so innig mit Verehrung von Tieren<a class="fnote" href="#footnote-20" id="fnote-20">[20]</a> verknüpft
-wurde, daß wir zu der Vermutung gezwungen werden, es
-liege ein innerer Zusammenhang zwischen den beiden vor.
-Spencer<a class="fnote" href="#footnote-21" id="fnote-21">[21]</a> ist der Ansicht, daß die drei Arten, durch die die
-primitiven Menschen dazu geführt wurden, Tiere mit ihren
-Vorfahren zu identifizieren, folgende sind: Erstens die verstohlene
-Weise, in der beide Nachts zur Schlafenszeit in die
-Häuser eindringen, zweitens das Vorkommen von Tieren in
-der Nähe von Leichen und Gräbern, drittens die Vermengung,
-die durch die primitive Sprache entstand. Wir werden sogleich
-sehen, daß es noch mehr bedeutsame Assoziationen zwischen
-den beiden Vorstellungen gibt. Jedenfalls kann man nicht
-daran zweifeln, daß die Idee der Metamorphose wichtige
-Quellen in den Traumerfahrungen hat, bei denen die tatsächliche
-Verwandlung einer Person in die andere und das
-Vorkommen zusammengesetzter Wesen &mdash; halb Tier, halb
-Mensch &mdash; sich so häufig direkt vor den Augen des Träumenden
-ereignete.
-</p>
-
-<p>
-Wenn der wehrlose Geist die Traumerfahrungen, in denen
-er sich selbst zu fernen Schauplätzen versetzt sieht oder mit
-jemandem spricht, den er im Wachen weit entfernt weiß, als
-wirklich ansieht, so ist sein naheliegender Schluß der, daß
-die Fahrt tatsächlich stattgefunden hat, und zwar in einem
-unglaublich kurzen Zeitraum.<a class="fnote" href="#footnote-22" id="fnote-22">[22]</a> Die Ähnlichkeit zwischen
-dem schnellen Flug der Vögel und seinen eigenen Flugträumen,
-<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a>
-die, wie Wundt<a class="fnote" href="#footnote-23" id="fnote-23">[23]</a> gezeigt hat, wichtige Beiträge zu der Vorstellung
-von beschwingten Wesen lieferten (Engel u. s. w.),
-dienten dazu, den Glauben an die Nachtflüge hervorzurufen,
-der von großem Einfluß auf verschiedene mittelalterliche
-Ideen war.
-</p>
-
-<p>
-Die Schlüsse, zu denen ich bis jetzt gelangt bin, sind
-also: Erstens, Träume haben eine wichtige Rolle gespielt
-beim Entstehen des Glaubens an eine freie Seele, die sich
-getrennt vom Körper bewegen kann, an fabelhafte und übernatürliche
-Wesen, an die Fortdauer der Seele nach dem Tode
-mit ihrer Macht, vom Grabe zurückzukehren und die Lebenden,
-besonders bei Nacht, zu besuchen, an die Verbindung mit
-den Geistern der abgeschiedenen Vorfahren, woraus sich
-deren Verehrung ergab, an die Möglichkeit, daß sich Menschen
-einerseits und Menschen und Tiere anderseits in einander
-verwandeln können, an die Identität der Geister von Tieren
-mit denen der Vorfahren und an die nächtlichen Fahrten durch
-die Luft. Zweitens, die verschiedenen hier aufgezählten Anschauungen
-sind untereinander enge verknüpft. Die Erklärung
-dieser bemerkenswerten Verbindung zwischen offensichtlich so
-weit auseinander liegenden Ideen war immer unmöglich, bis
-Freuds Entdeckung der Psychoanalyse ein entsprechendes
-Instrument zur Erforschung der tieferliegenden Charakteristica
-des menschlichen Geistes schuf. Im Verlaufe unserer Abhandlung
-wird die Bedeutung dieser merkwürdigen Verbindung
-klarer werden.
-</p>
-
-<p>
-Frühere Forschungen, das Problem betreffend, welche
-Rolle der Traum bei der Entstehung der verschiedenen Arten
-von Aberglauben und Mythus gespielt hat, beschränkten sich
-auf die Betrachtung des oberflächlichen Trauminhalts.
-Freuds<a class="fnote" href="#footnote-24" id="fnote-24">[24]</a> epochemachende Aufklärung des »latenten« Inhalts,
-der hinter dem »manifesten« Inhalt, d. h. dem Traum, wie
-er direkt wahrgenommen wird, liegt, ermöglicht es uns,
-wichtige Fortschritte in dieser Forschung zu machen und
-wirft ein helles Licht auf viele Probleme, die früher ganz
-<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a>
-im Dunkeln lagen. Eine sehr bald darauf folgende Entdeckung,
-die nach Winken Freuds von Abraham<a class="fnote" href="#footnote-25" id="fnote-25">[25]</a>, Rank<a class="fnote" href="#footnote-26" id="fnote-26">[26]</a> und Riklin<a class="fnote" href="#footnote-27" id="fnote-27">[27]</a>
-ausgearbeitet wurde, war die, daß der Mythus und verwandte
-Schöpfungen der Phantasie nach fast demselben Plan gebaut
-sind wie der Traum und daß der latente Inhalt oder die Bedeutung,
-die beiden zu Grunde liegt, weitreichende Ähnlichkeiten
-zeigt. Wir werden sehen, daß sich dies auch bei gewissen
-abergläubischen Vorstellungen bestätigt. Die Entdeckung
-dieser Ähnlichkeit in der Struktur aber erschwert
-das Problem, wie groß der Einfluß des Traumes bei der Entstehung
-dieser anderen Schöpfungen der Einbildungskraft
-war. Dabei hilft uns folgende Überlegung: wenn auch die
-verschiedenen Äußerungen unbewußter Kräfte danach streben,
-sich in symbolischen Sprachen von sehr ähnlicher Art auszudrücken,
-so gibt es doch entsprechend den besonderen psychologischen
-Umständen, unter denen man träumt, bestimmte
-Züge, die für die Symbolik des Traumes höchst charakteristisch
-sind. Ich brauche bloß an seine ausgesprochen visuelle Natur
-zu erinnern. Wenn sich also der latente Inhalt einer bestimmten
-Gruppe von Mythen oder Aberglauben als identisch
-mit dem eines verbreiteten Traumtypus erweist, so ist man
-noch nicht berechtigt, daraus zu schließen, daß wirkliche
-Traumerfahrungen bei ihrer Schöpfung im Spiele waren,
-sondern sie müssen sich außerdem noch in einem der verschiedenen
-für die Traumsprache charakteristischen Symbole
-äußern. Die andere Unterlassung allerdings, die von allen
-Forschern vor Freud begangen wurde, ist viel radikaler,
-nämlich, das Problem für gelöst zu halten, wenn man einfach
-die Ähnlichkeit zwischen gewissen Arten von Aberglauben
-und gewissen Träumen aufweist. Bei den abergläubischen
-Vorstellungen<a class="fnote" href="#footnote-28" id="fnote-28">[28]</a> und psychoneurotischen Symptomen<a class="fnote" href="#footnote-29" id="fnote-29">[29]</a>, bei
-<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a>
-denen dieselben Überlegungen am Platze sind, habe ich auf
-die Tatsache Nachdruck gelegt, daß an diesem Punkte die
-wichtigsten Probleme erst <em>beginnen</em>. Die Hauptfrage ist,
-ob die einem Glauben oder einem Symptom zu Grunde
-liegende Bedeutung identisch mit der eines bestimmten
-Traumes ist und worin sie besteht. Bei dem Versuche also,
-festzustellen, ob Träume als Quelle eines bestimmten Glaubens
-anzusehen sind, müssen wir uns streng an zwei verschiedene
-Kriterien halten, erstens an die Identität des latenten Inhaltes
-der beiden und zweitens an die Identität der Symbolik.
-</p>
-
-<p>
-Wir wollen nun von diesem Gesichtspunkt aus kurz
-einige Träume betrachten, von denen man annahm, daß sie
-Einfluß auf die oben erwähnten abergläubischen Vorstellungen
-hatten. Dazu müssen natürlich die betreffenden Träume von
-einer Art sein, die einer großen Anzahl von Menschen, wenn
-nicht der Mehrzahl, gemeinsam ist. Nun ist ein Traum, je
-»typischer« er ist, d. h. einer je größeren Anzahl Menschen er
-gemeinsam ist, desto sicherer seinem latenten Inhalt nach
-sexueller Art.<a class="fnote" href="#footnote-30" id="fnote-30">[30]</a> Wir müssen also darauf vorbereitet sein, zu
-finden, daß jeder durch Träume hervorgerufene Glauben
-seiner Natur, d. h. seinem latenten Inhalt nach, ebenfalls
-sexuell ist.
-</p>
-
-<p>
-Träume von Menschen, die in Wirklichkeit tot sind,
-finden sich am häufigsten und am meisten mit Affekt besetzt,
-wenn der Tote Vater oder Mutter vertritt. Sie sind häufig
-von Liebe oder Haß durchsetzt und verdanken ihren letzten
-Ursprung Inzestmotiven, die in der Kindheit verdrängt und
-seitdem vergessen wurden. Diese Tatsache ist von besonderer
-Wichtigkeit in Verbindung mit solchen Themen wie Ahnenverehrung
-und dem Besuch von Geistern aus dem Grab bei
-Lebenden. Die Schlüsse wurden in weitem Umfange durch
-tatsächliche Psychoanalyse neurotischer Patienten bestätigt.
-</p>
-
-<p>
-In betreff der Träume, bei denen Tierfiguren eine vorherrschende
-Rolle spielen, soll der Leser zuerst an die Tatsache
-erinnert werden, daß für den ungebildeten Geist, z. B.
-für Kinder und Wilde, die weite Kluft, die die Gebildeten
-<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a>
-zwischen Tieren und menschlichen Wesen sehen, viel weniger
-deutlich ist. Fiske<a class="fnote" href="#footnote-31" id="fnote-31">[31]</a> sagt: »Nichts ist charakteristischer für
-das primitive Denken als die enge natürliche Verbindung,
-die es zwischen Mensch und Tier annimmt. Die Lehre von
-der Metempsychose, die sich in der einen oder anderen
-Gestalt in der ganzen Welt findet, schließt eine ursprüngliche
-Identität zwischen den beiden in sich.« Hartland<a class="fnote" href="#footnote-32" id="fnote-32">[32]</a> sagt
-ähnlich: »Die Grenzlinien, die wir zwischen den niedrigeren
-Tieren, dem Pflanzen- und Tierreich auf der einen Seite und
-den menschlichen Wesen auf der anderen Seite ziehen, gibt
-es auf einer tieferen Kulturstufe nicht.« Diese Verwandtschaft
-wird selbst von den gebildeten Klassen noch mit verschiedener
-Deutlichkeit gefühlt, eine Tatsache, die in der Literatur<a class="fnote" href="#footnote-33" id="fnote-33">[33]</a> häufig
-ausgenutzt wurde. Wie jung unser gegenwärtiges Verhalten
-gegenüber den Tieren ist, kann man daraus beurteilen, daß
-ihnen in nicht fernen Zeiten menschliche Verantwortlichkeit
-zugeschrieben wurde; es wurde feierlich über sie Gericht gehalten
-und sie wurden als Mörder<a class="fnote" href="#footnote-34" id="fnote-34">[34]</a> zum Galgen verurteilt.
-In einer Gerichtsverhandlung vom Jahre 1516 ermahnte der
-Gerichtshof von Trojes die Raupen, die einige Distrikte verheert
-hatten, bei Strafe des Fluches und der Exkommunikation<a class="fnote" href="#footnote-35" id="fnote-35">[35]</a>
-sich innerhalb einer bestimmten Anzahl von Tagen zu entfernen.
-Erst im Jahre 1846 wurde das englische Gesetz
-»deodand« aufgehoben, demzufolge ein Tier, das jemanden
-verletzt hatte, als dem Gesetze verfallen erklärt und zu
-Gunsten der Armen verkauft wurde.
-</p>
-
-<p>
-Natürlich ist in Sphären, wo die herrschenden Interessen
-für Menschen und Tiere gemeinsamer Art sind, der Unterschied
-zwischen den beiden weniger scharf als anderswo und
-zweifellos ist der Zug der Tiere, der das höchste Interesse
-erregt, ihre Freiheit, Bedürfnisse, die die Menschen häufig
-zurückhalten müssen, besonders Bedürfnisse sexueller und
-<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a>
-exkrementeller Natur, offen zu befriedigen; in der Tat wird
-der Ausdruck »tierische Leidenschaften« allgemein verwendet,
-um sexuelle Gefühle anzuzeigen. Das Kind erlangt seine
-erste Erfahrung von sexueller Betätigung häufig dadurch, daß
-es ihr Zeuge bei Tieren wird und jeder Psychoanalytiker
-weiß, wie bedeutsam dieser Einfluß sein kann. Tiere eignen
-sich deshalb ausgezeichnet zur symbolischen Darstellung von
-rohen und ungezügelten Wünschen. Die analytische Erfahrung
-hat gezeigt, daß das Vorkommen von Tieren im Traum regelmäßig
-ein sexuelles Thema andeutet, wofür das Mädchen, das
-von einem wilden Tiere verfolgt oder angegriffen wird, ein
-typisches Beispiel ist.
-</p>
-
-<p>
-In zahlreichen Mythen ist die sexuelle Bedeutung der
-Verwandlung vom Mensch zum Tier vollkommen klar.
-<em>Riklin</em><a class="fnote" href="#footnote-36" id="fnote-36">[36]</a> hat deutlich gezeigt, wie die stufenweise Überwindung
-des jungfräulichen Abscheus und Widerstandes gegen
-sexuelle Beziehungen in der bekannten Gruppe der Märchen
-symbolisiert wird, in denen der wunderbare Prinz zuerst
-in der Gestalt eines abstoßenden Tieres auftritt, um seine
-wahre Person im geeigneten Moment zu zeigen. In vielen
-Varianten ist der Prinz bei Tag ein Tier und nimmt seine
-wahre Gestalt bei Nacht an, wie es bei dem Sohne Indras<a class="fnote" href="#footnote-37" id="fnote-37">[37]</a>,
-dem Prototyp dieser Gruppe, der Fall war. In der griechischen
-Mythologie nahmen die Götter bei ihren Liebesabenteuern
-häufig Tiergestalt an; man denkt sofort daran, wie Zeus
-die Persephone in Gestalt einer Schlange verführte, die Leda
-als Schwan, die Europa als Stier. Die zuerst genannte Gestalt
-nahm auch Apollo bei Atys an, während er bei anderen Gelegenheiten
-als Schildkröte auftrat. Die Götter in dieser
-Hinsicht nachzuahmen, wurde zu Zeiten direkt ein religiöser
-Ritus, so wenn die Frauen in Mendes »sich nackt und öffentlich
-den Umarmungen der heiligen Ziege, die die Inkarnation
-der schöpferischen Gottheit darstellte, hingaben.«<a class="fnote" href="#footnote-38" id="fnote-38">[38]</a>
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a>
-Andere Typen von Träumen, die Einfluß auf die von
-uns beobachteten Anschauungen genommen haben, werden in
-der geeigneten Verbindung besprochen und die Beziehung
-zwischen den verschiedenen behandelten Themen aufgezeigt
-werden.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-4">
-II.<br />
-Der Alptraum.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Es ist allgemein bekannt, daß der Alptraum einen
-größeren Einfluß auf die Phantasie des Wachlebens der
-Menschen gehabt hat als irgend eine andere Traumart.<a class="fnote" href="#footnote-39" id="fnote-39">[39]</a> Dies
-trifft besonders bei der Entstehung des Glaubens an böse
-Geister und Ungeheuer zu. Clodd<a class="fnote" href="#footnote-40" id="fnote-40">[40]</a> z. B. bespricht die »besonders
-intensive Art des Träumens«, die »Alpträume« heißt,
-wenn scheußliche Gespenster auf der Brust sitzen, den Atem
-zum Stocken bringen und die Bewegung hemmen, denen die
-ungeheuern Mengen nächtlicher Dämonen, die das Folklore
-der ganzen Welt erfüllen und die in unendlich vielen abstoßenden
-Gestalten ihren Platz in der Hierarchie der Religionen
-gehabt haben, ihren Ursprung verdanken. Einige Mythologen
-führen sogar den Glauben an Geister überhaupt auf
-die Erfahrungen der Alpträume zurück. So bemerkt Golther<a class="fnote" href="#footnote-41" id="fnote-41">[41]</a>:
-»Der Seelenglauben beruht zum großen Teil auf der Vorstellung
-von quälenden Druckgeistern. Erst allmählich entstand
-weiterhin der Glaube an Geister, die den Menschen nicht nur
-quälten und drückten. Zunächst aber ging der Gespensterglaube
-aus dem Alptraum hervor.«
-</p>
-
-<p>
-Dies ist nicht verwunderlich im Hinblick auf den Umstand,
-daß die Lebhaftigkeit der Alpträume die der gewöhnlichen
-bei weitem übersteigt. Waller<a class="fnote" href="#footnote-42" id="fnote-42">[42]</a> sagt aus eigener Erfahrung:
-»Der Grad der Bewußtheit während eines Alptraums
-ist so viel größer als sonst bei einem Traum, daß
-<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a>
-derjenige, der eine solche Vision hatte, sich schwer entschließen
-kann, die Täuschung anzuerkennen ....«
-</p>
-
-<p>
-Ich weiß in der Tat nicht, wie man sich davon überzeugen
-könnte, daß der Erscheinung, die man während eines
-Anfalls von Alpdruck hatte, keine Wirklichkeit zukommt,
-wenn nicht das Zeugnis anderer Personen, die zu der Zeit
-gegenwärtig und wach waren, dagegen spräche.
-</p>
-
-<p>
-Bevor wir die Rolle besprechen, die den Alpträumen bei
-der Entstehung abergläubischer Vorstellungen zukam, müssen
-wir zuerst einiges über sie selbst sagen. Die drei wichtigsten
-Züge des <em>typischen</em> Alptraumes sind: erstens quälende
-Angst, zweitens ein erstickendes Beklemmungsgefühl auf der
-Brust, drittens die Überzeugung, hilflos gelähmt zu sein.
-Regelmäßig wiederkehrende, aber weniger auffällige Züge
-sind: der Ausbruch von kaltem Schweiß und konvulsivisches
-Herzklopfen; gelegentlich kommt es zu einem Samenfluß
-oder zu einer Ausscheidung aus der vagina oder sogar zu
-einer Lähmung der Schließmuskeln. Die Erklärungen des
-Zustandes, die noch jetzt in medizinischen Kreisen in Umlauf
-sind und die ihn auf Störungen der Verdauung oder der
-Blutzirkulation schieben, sind wahrscheinlich weiter entfernt
-von der Wahrheit als irgend welche andere medizinische Ansichten
-und mit den wirklichen Tatsachen vollkommen unvereinbar.
-In einer früheren Abhandlung über diesen Gegenstand<a class="fnote" href="#footnote-43" id="fnote-43">[43]</a>
-habe ich gegen die Erklärungen eingewendet, <i>a</i>) daß
-sie ihrer Natur nach nicht imstande sind, die wichtigsten
-Symptome des Zustandes zu erklären und <i>b</i>) daß die ungerecht
-beschuldigten Faktoren nicht damit in Zusammenhang gebracht
-werden können, insofern sie häufig bei Leuten vorkommen,
-die nicht an Alpträumen leiden, und gewöhnlich denen fremd
-sind, bei denen sie sich finden.
-</p>
-
-<p>
-Diese Faktoren können also höchstens als Veranlassung,
-nicht aber als Ursache wirken; letztere findet man, wenn
-man dem Hauptsymptom nachgeht, nämlich der tödlichen
-Angst, über welches Thema ich an anderer Stelle des
-<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a>
-längeren gesprochen habe.<a class="fnote" href="#footnote-44" id="fnote-44">[44]</a> Nachdem ich dargelegt hatte,
-wie Freud im wesentlichen ihre Abhängigkeit von verdrängter
-Libido bewiesen, habe ich die Schlüsse aus dieser Abhandlung
-in folgenden Behauptungen zusammengefaßt. »Der Alptraum
-ist eine Art von Angstanfall, der im wesentlichen auf
-einem heftigen, seelischen Konflikt beruht, dessen Mittelpunkt
-eine verdrängte Komponente des psychosexuellen Trieblebens
-bildet; er kann durch irgend welche periphere Reize hervorgerufen
-werden, die dazu dienen, diesen Komplex verdrängter
-Gefühle zu erwecken; die Wichtigkeit aber, die in dieser
-Verbindung solchen peripheren Reizen als Faktoren bei der
-Entstehung des Affektes zukommt, wurde in der Vergangenheit
-stark überschätzt.« Ich habe hinzugefügt, daß die Verdrängung
-der weiblichen masochistischen Sexualtriebe zur
-Schaffung des typischen Alptraums geeigneter ist als die
-der männlichen, eine Ansicht, der auch Adler<a class="fnote" href="#footnote-45" id="fnote-45">[45]</a> beistimmt.
-Der latente Inhalt des Alptraums besteht in einer Darstellung
-des normalen Geschlechtsverkehrs, und zwar in einer Art,
-die typisch für die Frau ist: der Druck auf der Brust, die
-äußerste Hingabe des eigenen Selbst, die durch das Lähmungsgefühl
-dargestellt wird, ferner die eventuelle Genitalsekretion
-zeigen dies direkt an und die anderen Symptome, das Herzklopfen,
-der Schweiß, das Erstickungsgefühl u. s. w. sind bloße
-Übertreibungen der Vorgänge, die man normalerweise
-während des Aktes erlebt.
-</p>
-
-<p>
-Besonderer Nachdruck muß auf die Tatsache gelegt werden,
-daß Wünsche, die auf diese Weise erfüllt werden, immer zu
-den gewaltsam verdrängten gehören. Diese Bemerkung erklärt
-zwei wichtige Tatsachen, vor allem, wie es kommt, daß dieselbe
-Person das eine Mal einen Alptraum, das andere Mal
-einen Wollusttraum haben kann. Dies hängt hauptsächlich
-von dem Objekt des Wunsches ab; wenn das Objekt eine
-zufällige Bekanntschaft, besonders wenn es verhältnismäßig
-<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a>
-leicht erreichbar ist, ist die Verdrängung natürlich leichter,
-so daß ihr Effekt praktisch zu nichte gemacht wird. Unter
-diesen Umständen kann durch die normalerweise im Traum
-eintretende Herabsetzung der endopsychischen Zensur ein
-erotischer Wunsch, der im Wachzustand vielleicht unterdrückt
-wurde, im Traum seine eingebildete Erfüllung finden. Im
-Fall des Alptraums, wo die Verdrängung ihren Höhepunkt
-erreicht, ist das Objekt des Wunsches immer eine Person,
-an die in solchem Zusammenhang zu denken die hemmenden
-Motive der Moral und Gesellschaft verbieten. Es ist deshalb
-verständlich, daß die Psychoanalyse solcher Träume als
-Gegenstand des Wunsches einen nahen Anverwandten zeigt.
-Dies ist am häufigsten der entsprechende Elternteil und
-gewöhnlich ist der Wunsch die Verstärkung einer ursprünglichen
-Inzestneigung. Zweitens ist es, wie ich anderswo
-gezeigt habe<a class="fnote" href="#footnote-46" id="fnote-46">[46]</a>, eine von den Ärzten bei ihrer Diskussion
-über die Pathogenese der Alpträume übersehene wichtige
-Tatsache, daß alle Stufen zwischen den extremsten Typen
-dieser und der normalen erotischen Träume vorkommen. Wenn
-die Verdrängung nicht zu stark ist, so enthält der Traum
-eine Mischung angenehmer und peinlicher Sensationen, d. h.
-er stellt eine sexuelle Szene dar, die nicht durchaus angenehm
-ist. Wenn die Verdrängung noch größer ist, so kann die
-Angst das Wollustgefühl überwiegen und in dem extremen
-Fall des typischen Alptraums ersetzt sie letzteres ganz. Alle
-Stufen dieser Mischung von ängstlichen und erotischen Gefühlen
-können vorkommen, eine Tatsache, die durch die verschiedenen
-auf unser Thema bezüglichen Arten von Mythus
-und Aberglauben vielfach illustriert wird.
-</p>
-
-<p>
-Wir haben oben von der Lebhaftigkeit und dem Eindruck
-der Wirklichkeit bei den Alpträumen gesprochen; es ist deshalb
-nicht verwunderlich, daß sie zu allen Zeiten und in allen Ländern
-der Gegenwart wirklicher fremder Wesen zugeschrieben
-wurden. Ich brauche bloß an den griechischen Ephialtes zu
-erinnern, den germanischen Alp, die altdeutsche mara, den
-<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a>
-schweizerischen schratteli, den mittelalterlichen Inkubus, den
-schottischen Leamain Sith, den russischen Kikimara, den arkadischen
-Kiel-uddakarra, den assyrischen Ardat<a class="fnote" href="#footnote-47" id="fnote-47">[47]</a>, den tasmanischen
-bösen Geist<a class="fnote" href="#footnote-48" id="fnote-48">[48]</a>, den australischen Mrart<a class="fnote" href="#footnote-49" id="fnote-49">[49]</a>, den Autu<a class="fnote" href="#footnote-50" id="fnote-50">[50]</a>
-aus Borneo. Eine starke Bestätigung der oben ausgesprochenen
-Ansichten bildete der Umstand, daß alle diese Druckgeister
-in charakteristischer Weise Buhlgeister sind. Selbst die in
-der Wissenschaft gebrauchten Ausdrücke zur Bezeichnung
-des Alptraums, nämlich Inkubus und Ephialtes, bedeuten
-ursprünglich einen Buhldämon. In anderen Worten, mit
-alleiniger Ausnahme der modernen Ärzte hat man den Alptraum
-stets als <em>sexuellen</em> Angriff von Seite eines lüsternen
-Dämons aufgefaßt. Wir haben gesehen, daß dieser Volksglaube
-in gewissem Sinn seine Berechtigung hat. Die Ansicht,
-daß der Vorgang im wesentlichen sexuell ist, war durchaus
-richtig; aber die unbewußten Wünsche, denen er entsprang,
-wurden von dem Subjekt auf die Außenwelt projiziert, wie
-es Freud<a class="fnote" href="#footnote-51" id="fnote-51">[51]</a> bezüglich des Aberglaubens überhaupt gezeigt
-hat. Die Wissenschaft also, die den Volksglauben bei Seite
-schob, verwarf damit die Wahrheit ebensowohl wie den Irrtum;
-die Beobachtungen des Volkes waren wie gewöhnlich richtig,
-aber ihre Erklärungen wie gewöhnlich falsch.
-</p>
-
-<p>
-Daß das im Traum gesehene Objekt furchtbar oder abscheulich
-ist, hat seinen Grund einfach darin, daß die Verdrängung
-die Darstellung des zu Grunde liegenden Wunsches
-in seiner nackten Gestalt nicht erlaubt und die Erscheinung
-daher ein Kompromiß des Wunsches einerseits und der heftigen
-aus der Hemmung entstandenen Furcht andrerseits ist.
-<em>Maury</em><a class="fnote" href="#footnote-52" id="fnote-52">[52]</a> bemerkt ganz richtig: »Le dormeur s&rsquo;imaginait
-être lutiné par un esprit, oppressé par les impurs embrassements
-d&rsquo;un démon incube ou succube .... L&rsquo;origine de cette
-<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a>
-croyance s&rsquo;explique par le fait qu&rsquo;une sensation voluptueuse
-en rêve est presque toujours accompagnée d&rsquo;un sentiment
-désagréable.« Nashe<a class="fnote" href="#footnote-53" id="fnote-53">[53]</a>, der vor mehr als 300 Jahren über die
-»Schrecken der Nacht« schreibt, scheint ebenfalls eine Vorahnung
-derselben Erklärung gehabt zu haben. »Wenn die
-Nacht unseren Blick in ihrem schmutzigen Gefängnis eingekerkert
-hat und wir jeder für uns in unserem Zimmer eingeschlossen
-sind, dann hält der Teufel in unserem schuldvollen
-Bewußtsein eine Untersuchung ab. Jeder Sinn legt unserem
-Gedächtnis eine treue Rechnung seiner verschiedenen, verabscheuungswürdigen
-Ruchlosigkeiten vor. Die Tafel unseres
-Herzens ist zu einer Liste von Unbilligkeiten verwandelt
-und alle unsere Gedanken sind nur Sätze, die uns verdammen ......
-Deshalb sind die Schrecken der Nacht größer
-als die des Tages, weil die Sünden der Nacht die des Tages
-übersteigen.«
-</p>
-
-<p>
-Gegen Leistners interessanten Versuch, die Spuren der
-Alptraummotive durch eine große Gruppe von Mythen zu
-verfolgen, hat Wundt<a class="fnote" href="#footnote-54" id="fnote-54">[54]</a> eine Einwendung erhoben, die zwar
-logisch, aber nicht so wichtig ist, als sie im ersten Moment
-erscheint, daß er nämlich nicht genügend zwischen dem
-Alptraum und anderen Formen der Angstträume unterscheide;
-es ist daher notwendig, einige Worte über diese zu sagen.
-Der Alptraum unterscheidet sich von anderen Arten des Angsttraumes
-(Fratzentraum, Prüfungstraum, Verfolgungstraum etc.)
-darin, daß sein latenter Inhalt in höherem Grade speziell
-und stereotyp ist. In allen Fällen stellt der latente Inhalt die
-Erfüllung eines verdrängten sexuellen Wunsches dar, aber
-während diese im Alptraum immer nach dem normalen
-Sexualakt gebildet ist, kommen in den anderen Formen des
-Angsttraumes verschiedene sexuelle Wünsche (Perversionen)
-zum Ausdruck. Ein Beispiel dafür wird durch den Traum
-von dem angriffslüsternen, schrecklichen Tier geliefert, das
-gewöhnlich die Verbindung von Lust mit Brutalität oder
-<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a>
-Grausamkeit (Algolagnie) symbolisiert. Zu den Mythen,
-die auf derselben Basis stehen, schreibt Leistner<a class="fnote" href="#footnote-55" id="fnote-55">[55]</a>: »Hier
-kommt es uns darauf an, ein für allemal anzudeuten, daß
-auch dieser Zug der Alpsagen durchaus den Erfahrungen des
-Alptraums entspricht und daß es guten physiologischen
-Grund hat, wenn die Sage die bekannte Verbindung der
-Grausamkeit mit der Wollust den Mittagsgeistern zuschreibt.«
-</p>
-
-<p>
-Die Vermutung des Ursprungs aus Träumen legen die
-verschiedenen Vorstellungen von unmöglichen Ungeheuern
-sehr nahe, besonders derjenigen, die aus einer Mischung von
-zwei oder mehreren Tieren zusammengesetzt sind (Verdichtungsmechanismus
-des Traumes).
-</p>
-
-<p>
-Diese Gruppe von Vorstellungen ist, wie man wohl weiß,
-sehr ausgedehnt.<a class="fnote" href="#footnote-56" id="fnote-56">[56]</a> Der Glaube an die wirkliche Existenz
-solcher Ungeheuer hat sich bis auf unsere Zeiten gut erhalten
-und ist auch jetzt unter den Gebildeten<a class="fnote" href="#footnote-57" id="fnote-57">[57]</a> noch nicht ausgestorben.
-</p>
-
-<p>
-Der Fratzentraum ist mehr als alle anderen eine ergiebige
-Quelle für die Schöpfung der phantastischen menschlichen
-Karikaturen und der halb menschlichen, halb tierischen
-Figuren, die in der Mythologie hervortreten. Wundt<a class="fnote" href="#footnote-58" id="fnote-58">[58]</a> schreibt:
-»Wer kann in dem Zwerg das Abbild der vielen Traumfratzen
-mit gewaltigem Kopf und Angesicht, wer in den grinsenden
-Tiermasken vieler Völker und schließlich noch in dem Gorgonenangesicht
-der ältesten griechischen Kunst die Ähnlichkeit
-mit den Gesichtsverzerrungen der Reizträume verkennen?
-Daß diese Gattung der Träume eine Quelle neben anderen, und
-daß sie in Anbetracht der durch alle Einflüsse der Traumvision
-bezeugten intensiven psychischen Wirkung der Träume
-nicht die unbedeutendste ist, kann daher als im höchsten
-Grade wahrscheinlich gelten.«
-</p>
-
-<p>
-Wir wollen nun die Züge der Vorstellungen zusammenfassen,
-die zu Gunsten eines Ursprungs aus Angstträumen
-sprechen. Vor allem muß das Vorkommen der Angst selbst
-<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a>
-in einer mythischen Vorstellung zumindest immer an die
-Möglichkeit eines solchen Ursprungs denken lassen, denn wenn
-die Angst natürlich auch unter anderen Umständen als im
-Traume auftritt, so erreicht sie doch anderswo &mdash; wenn überhaupt
-&mdash; jedenfalls sehr selten den Grad von Intensität, der
-hier ganz gewöhnlich ist; ferner, wenn jemand fortwährender
-Angst unterworfen ist, so kann man sicher sein, daß er an
-schweren Angstträumen leidet; weiterhin macht die Möglichkeit
-der Verwandlung, besonders menschlicher Wesen in
-tierische, den Ursprung aus Angstträumen sehr wahrscheinlich.
-Das ist besonders der Fall, wenn die Verwandlung von
-einem sehr anziehenden in einen höchst abstoßenden Gegenstand
-stattfindet, ein sehr häufiger Fall sowohl bei Mythen
-als bei Träumen. Diese Verbindung der zwei Extreme von
-Anziehung und Abstoßung, von Schönheit und Scheußlichkeit
-stellt natürlich die beiden kämpfenden Kräfte von Wunsch
-und Hemmung dar. Wie wenig entsprechend die Ansichten
-sind, die solche Traumerfahrungen auf Schwankungen der
-gastrischen Tätigkeit zurückführen, wird hier peinlich klar:
-So bemerkt auch Fiske<a class="fnote" href="#footnote-59" id="fnote-59">[59]</a> »Verdauungsstörungen erklären nicht
-das Erscheinen schöner Frauen durch die Schlüssellöcher.«
-</p>
-
-<p>
-Schließlich, und dies ist von größter Wichtigkeit, macht
-die Verbindung von Angst mit Inzestmotiven den Ursprung
-aus Alptraum-Erfahrungen sehr verdächtig, denn diese enthalten
-wenig anderes. Die sadistische Auffassung der Sexualbetätigung,
-die sich so viele Kinder bilden, erklärt es, daß
-eines der Eltern im Traum in der symbolischen Gestalt eines
-zum Angriff geneigten Tieres oder Ungeheuers auftritt, wie
-dies sehr häufig geschieht. Die oben erwähnte, bemerkenswert
-enge Verbindung zwischen Totemismus und Ahnenverehrung,
-zwischen den Ideen der Abstammung von einem Tier und
-der Verwandlung menschlicher und tierischer Seelen wird nun
-im Lichte psychoanalytischer Kenntnis der Symbolik unbewußter
-verdrängter Wünsche verständlicher.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-5">
-<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a>
-III.<br />
-Inkubus und Inkubation.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Im Mittelalter war der Glaube allgemein, daß es böse
-Geister gäbe, deren einzige Funktion es sei, mit schlafenden
-Menschen sexuell zu verkehren. Die Besucher der Männer
-hießen sukubi (französisch souleves), die der Frauen inkubi
-(französisch follets, spanisch duendes, italienisch folletti). Die
-genaue Gestalt, die der Aberglauben im Mittelalter annahm,
-beruht größtenteils auf theologischem Einfluß, während das
-Material von ursprünglichen, im Volke lebenden Vorstellungen
-herstammte. Ein sehr großer Teil der Literatur dieser Zeit
-wird von eingehenden Erörterungen über Natur und Art der
-Tätigkeit dieser Geister eingenommen. Die allgemeine Vorstellung
-war eng verknüpft mit der vom Teufel und seinem
-Gefolge, so daß der Gegenstand tatsächlich ein Kapitel des
-Teufelsglaubens bildet. Die Kirche in Befolgung des heiligen
-Augustin<a class="fnote" href="#footnote-60" id="fnote-60">[60]</a> sah die Inkubi im wesentlichen als höllische Feinde
-an, deren Funktion es sei, die schwachen Menschen in Versuchung
-zu führen. In der Ausbildung dieser Auffassung
-spielte der heilige Thomas Aquinus<a class="fnote" href="#footnote-61" id="fnote-61">[61]</a> eine wichtige Rolle.
-Eine interessante, nicht orthodoxe Abweichung bildet im
-siebzehnten Jahrhundert Peter Sinistrari<a class="fnote" href="#footnote-62" id="fnote-62">[62]</a>, der behauptete,
-die Inkubi seien keine Dämonen, sondern höhere Wesen in
-der Mitte zwischen Menschen und Engeln. Nach ihm ließen
-sie sich selbst herab, ehrten aber die Menschheit durch
-ihren Umgang. Anders als bei den bösen Geistern hätte
-der Exorzismus keinen Einfluß auf sie. Diese Ansichten
-vereinigte er wieder in naiver Weise mit den Aussprüchen
-der Kirche über die Sünde solcher Beziehungen, indem er
-darauf hinwies, daß diejenigen, die die wahre Natur der
-Inkubi nicht kannten, sondern sie für Teufel hielten, ebenso
-schwer sündigten, als wenn diese Geister wirklich Teufel gewesen
-<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a>
-wären. Er wollte offenbar auseinandersetzen, daß ein
-wesentlicher Bestandteil der Sünde der Glauben an die Sündhaftigkeit
-der begangenen Tat sei.
-</p>
-
-<p>
-Frauen scheinen von diesen nächtlichen Besuchern mehr
-geplagt worden zu sein als Männer und Witwen und Jungfrauen,
-besonders Nonnen<a class="fnote" href="#footnote-63" id="fnote-63">[63]</a> mehr als verheiratete Frauen.
-Klöster waren ein sehr geeigneter Nährboden für die Verseuchung
-durch Inkubi und es werden zahlreiche Epidemien
-solcher Besuche berichtet.<a class="fnote" href="#footnote-64" id="fnote-64">[64]</a> Die theologischen Lehren von der
-Wirklichkeit der Inkubi gestatteten offenbar Vorkommnisse,
-die sich sonst nicht so deutlich hätten äußern dürfen.<a class="fnote" href="#footnote-65" id="fnote-65">[65]</a>
-Eine Lieblingsgestalt, die die Inkubi annahmen, war die
-geistliche; so berichtet Hieronymus die Geschichte einer
-jungen Dame, die gegen einen Inkubus um Hilfe rief, den ihre
-Freunde in der Gestalt des Bischofs Sylvanus unter ihrem
-Bette fanden. Der Ruf des Bischofs hätte gelitten, wäre er
-nicht imstande gewesen, sie zu überzeugen, daß der Inkubus
-sich seine Gestalt angeeignet habe. Dazu bemerkt Reginald
-Scot<a class="fnote" href="#footnote-66" id="fnote-66">[66]</a> skeptisch: »Oh ausgezeichnetes Beispiel für die
-Zauberkraft des Sylvanus.« Chaucer in »The wife of Baths
-Tale« deutet verstohlen auf die Gleichheit von Mönch und
-Inkubus hin, indem er zeigt, daß die Inkubi seit der Einführung
-des bekannten Ordens der Bettelbrüder (limitous)
-selten geworden seien.
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">Denn wo die Elfen sonst gewandelt waren,</p>
- <p class="verse">Sieht man den Bettelmönch des Weges fahren.</p>
- <p class="verse">&mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash; &mdash;</p>
- <p class="verse">Die Frauen gehen sicher her und hin,</p>
- <p class="verse">Im Busch und Wald, am schattenreichen Ort,</p>
- <p class="verse">Kein andrer Inkubus als er ist dort.</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a>
-In den Berichten über die wirklichen Beispiele von Inkubus-Besuch<a class="fnote" href="#footnote-67" id="fnote-67">[67]</a>
-tritt eine Tatsache, die für unsere gegenwärtige
-Erörterung von besonderer Bedeutung ist, mit größter
-Klarheit hervor, nämlich, daß die Natur und Art des Inkubus
-<em>jeden möglichen Grad zwischen der Erregung
-angenehmer Wollust einerseits und äußerstem
-Schrecken und Widerwillen anderseits zeigt</em>.
-Diese Verschiedenheit und die Unmöglichkeit der Abgrenzung
-innerhalb der äußersten Grade zeigt die enge Verknüpfung
-zwischen Angst und Libido; es erinnert uns lebhaft an die
-völlig gleiche Abstufung, die wir zwischen erotischen und Alpträumen
-beobachten können. Simon<a class="fnote" href="#footnote-68" id="fnote-68">[68]</a> zeigt bei der Erörterung
-erotischer Halluzinationen, daß sich auch hier derselbe
-Wechsel zwischen abstoßenden und angenehmen Visionen
-findet: »Tantôt le spectre hallucinatoire est de forme agréable;
-c&rsquo;est un mari, un amant, une femme aimée et, dans ces cas,
-la sensation éprouvée par l&rsquo;halluciné est voluptueuse. Plus
-souvent, peutêtre, l&rsquo;hallucination visuelle est repoussante: il
-s&rsquo;agit du démon, de quelque être difforme, d&rsquo;une vieille femme
-à l&rsquo;aspect hideux dont les embrassements sont pour l&rsquo;aliené
-un objet d&rsquo;horreur; d&rsquo;images dégoûtantes, qui poursuivent le
-malade et qui l&rsquo;obsèdent. Dans ces cas, l&rsquo;hallucination génitale
-consiste en une impression douleureuse, àtout le moins,
-pénible ou désagréable.«
-</p>
-
-<p>
-Höflers<a class="fnote" href="#footnote-69" id="fnote-69">[69]</a> Schluß, daß der Dämonenglaube seinen Ursprung
-im Alptraum, der Inkubusglaube im Wollusttraum
-habe, mag daher als richtig angesehen werden, aber man muß
-dazu bemerken, daß sie beide im Grunde ein und dasselbe
-sind, denn ebenso, wie die beiden Traumarten ineinander
-übergehen, so sind auch Teufels- und Inkubusglaube unentwirrbar
-verschlungen.
-</p>
-
-<p>
-Diese verschiedenen Arten des Inkubusbesuches werden
-von Goerres<a class="fnote" href="#footnote-70" id="fnote-70">[70]</a> deutlich gezeigt: »tantôt ce sont les angoisses
-<a id="page-24" class="pagenum" title="24"></a>
-de l&rsquo;étouffement, de la paralysie, tantôt, au contraire, c&rsquo;est
-une surexcitation violente des organes sexuels avec la sensation
-du dégagement du système musculaire, quelque chose
-comme le vertige de la vitesse.« Die Ähnlichkeit der peinlichen
-Abart mit einem Alptraum oder, besser gesagt, die
-Identität der beiden mag durch ein einziges Beispiel illustriert
-werden. De Nogent<a class="fnote" href="#footnote-71" id="fnote-71">[71]</a> sagt, daß seine Mutter wegen ihrer
-großen Schönheit die Angriffe von Inkuben auszuhalten gehabt
-hätte. Während einer schlaflosen Nacht erschien ihr plötzlich
-»der Dämon, dessen Gewohnheit es war, die von Traurigkeit
-zerrissenen Herzen zu überfallen,« von Angesicht und
-erdrückte sie, deren Augen der Schlummer nicht geschlossen
-hatte, fast durch sein erstickendes Gewicht. Die arme Frau
-konnte sich weder bewegen, noch klagen, noch atmen; ...
-Die Dienstboten fanden ihre Herrin bleich und zitternd, die
-ihnen die Gefahr schilderte, von der sie bedroht gewesen und
-deren deutliche Zeichen sie trug. Die Beschreibungen der
-entgegengesetzten, lusterregenden Art sind häufig und
-brauchen nicht einzeln angeführt zu werden; wie zu erwarten,
-nahm der verliebte Inkubus häufig die Gestalt des Liebhabers,
-des verlorenen Gatten u. s. w. an.<a class="fnote" href="#footnote-72" id="fnote-72">[72]</a> In den meisten
-Berichten finden sich lustvolle und abstoßende Züge nebeneinander.
-Ein ausgezeichnetes Beispiel der verborgenen Anziehung,
-die ein böser Inkubus ausübte, wird von Goerres<a class="fnote" href="#footnote-73" id="fnote-73">[73]</a>
-mit feiner psychologischer Einsicht berichtet; es erinnert uns
-an den Widerstand, dem man noch heute bei der Bemühung
-begegnet, neurotische Patienten dazu zu bewegen, ihre
-Symptome fahren zu lassen: »En 1643, je fus chargé par
-mes supérieurs d&rsquo;aller exorciser une jeune fille de vingt ans
-qui était poursuivi par un Incube. Elle m&rsquo;avoua sans détour
-tout ce que l&rsquo;esprit impur faisait avec elle. Je jugeai, d&rsquo;après
-ce qu&rsquo;elle me dit, que malgré ses dénégations, elle prêtait au
-<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a>
-démon un consentement indirect. En effet, elle était toujours
-avertie de ses approches par une surexcitation violente des
-organes sexuels; et alors, au lieu d&rsquo;avoir recours à la prière,
-elle courait à sa chambre et se mettait sur son lit. J&rsquo;essayai
-d&rsquo;éveiller en elle des sentiments de confiance envers Dieu;
-mais je n&rsquo;y pus réussir, et elle semblait plutôt craindre d&rsquo;être
-delivrée.« Denselben Wechsel zwischen ängstlichen und wollüstigen
-Gefühlen bei den Inkubusbesuchen zeigen die Lehren
-der Kirche, die sich mit dem verschiedenen Verhalten der betroffenen
-Personen dagegen beschäftigen, besonders bezüglich
-der Stärke des geleisteten Widerstandes. Die Erörterungen
-über diesen Punkt ähneln nämlich sehr einer modernen
-Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus <a id="corr-7"></a>Maleficarum<a class="fnote" href="#footnote-74" id="fnote-74">[74]</a>
-z. B. scheiden die Teilnehmer in drei Klassen:
-»1. diejenigen, welche sich freiwillig den Inkubi unterwerfen,
-wie es die Hexen tun, 2. diejenigen, welche von den Hexen
-mit den Inkubi oder Sukkubi gegen ihren Willen zusammengebracht
-werden, 3. und die dritte Art ist die, zu welcher
-besonders gewisse Jungfrauen gehören, die durchaus gegen
-ihren Willen von Inkubi-Dämonen belästigt werden.«
-</p>
-
-<p>
-Augenscheinlich ging die Entdeckung, daß erotische
-Träume natürliche Ursachen haben und nicht durch den Besuch
-eines fremden Wesens entstanden sind, der entsprechenden
-bezüglich der Angstträume voran. Träume, in denen beide
-Gefühle gemischt waren, wurden deshalb noch weiterhin dem
-Angriff von Seite eines lüsternen Dämons zugeschrieben.
-Im Mittelalter glaubte man, daß bis zum Jahre 1400 der Verkehr
-mit den Inkubi nur gegen den Willen des betreffenden
-Menschen stattfand, daß aber nach dieser Zeit das Aufkommen
-eines Geschlechts von geilen Hexen dazu führte,
-daß die Leute sich freiwillig den Inkubi hingaben.<a class="fnote" href="#footnote-75" id="fnote-75">[75]</a> Die
-Erklärung dafür kann nur darin gesucht werden, daß man
-begann, sich von dem Glauben an die Wirklichkeit der halluzinatorischen
-Objekte in erotischen Träumen freizumachen und
-ihn nur bezüglich der Angstträume zurückbehielt, daß aber
-<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a>
-die theologische Ausbildung der Inkubusvorstellung ein Wiederaufleben
-des ursprünglichen Glaubens bewirkte, daß der
-Partner in einem sexuellen Traum ein wirkliches Wesen sei.
-</p>
-
-<p>
-Selbst im Mittelalter<a class="fnote" href="#footnote-76" id="fnote-76">[76]</a> aber und mehr noch in den
-folgenden Jahrhunderten wurden die natürlichen Quellen der
-Erscheinung aufgedeckt, vor allem von den Ärzten. Der
-sexuelle Ursprung des ganzen Phänomens war also in weitem
-Umkreis anerkannt, insbesondere von Seite der Ärzte, aber
-als die Zeit fortschritt, wurde diese Ansicht mehr und mehr in
-den Hintergrund geschoben. Wenn aber sowohl angenehme
-Träume vom Verkehr mit einem Liebhaber als auch unangenehme
-von dem mit einem bösen Geist ihren Ursprung einer
-erotischen Erregung verdanken, so folgt daraus, daß beide
-Traumtypen miteinander verwandt sein müssen.
-</p>
-
-<p>
-Bei einer der Versammlungen des Bureau d&rsquo;adresse<a class="fnote" href="#footnote-77" id="fnote-77">[77]</a>
-wurde von verschiedenen Ärzten die Ansicht ausgesprochen,
-daß der Inkubusglaube ausschließlich das Produkt der »Macht
-einer lüsternen Einbildungskraft« sei. Nach der Ansicht
-eines dieser Ärzte seien solche Vorstellungen »produites par
-l&rsquo;abondance ou la qualité de la semence, laquelle, envoyant
-son espèce dans la phantaisie, elle se forme un objet agréable,
-remue la puissance metrice, et celle-ci la faculté expulstrice
-des vaisseaux spermatiques.« De Saint André<a class="fnote" href="#footnote-78" id="fnote-78">[78]</a>, der Arzt
-Ludwig XV. meinte, daß »L&rsquo;incube est le plus souvent une
-chimère, qui n&rsquo;a pour fondement que le rêve, l&rsquo;imagination
-blessée, et très souvent l&rsquo;imagination des femmes ......
-L&rsquo;artifice n&rsquo;a pas moins de part à l&rsquo;histoire des incubes.
-Une femme, une fille, une dévote de nom, etc., débauchée,
-qui affecte de parâitre virtueuse, pour cacher son crime fait
-passer son amant pour un esprit incube qui l&rsquo;obsède.«
-Dalyell<a class="fnote" href="#footnote-79" id="fnote-79">[79]</a> bemerkt ebenfalls, daß »die Gegenwart der Inkubi
-<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a>
-und Sukkubi nur verliebte Phantasien anzeige.« Delassus<a class="fnote" href="#footnote-80" id="fnote-80">[80]</a>,
-der auf dem sexuellen Charakter des ganzen Gegenstandes
-besteht, sagt, daß die krankhafte Erscheinung des Inkubus
-anzeige: »la victoire de Lilith et de Nahemah, les reines des
-Stryges, sur les imprudents qui ont voulu rester chastes, qui
-ont voulu mépriser les vérités éternelles du lingam.«
-</p>
-
-<p>
-Spätere Autoren haben auf die krankhafte Natur der
-Erscheinung Nachdruck gelegt. Macario<a class="fnote" href="#footnote-81" id="fnote-81">[81]</a> sagt: »les succubes
-et les incubes sont des malades atteints d&rsquo;hallucinations de
-la sensibilité génitale.« Leuret<a class="fnote" href="#footnote-82" id="fnote-82">[82]</a> erkannte bereits vor achtzig
-Jahren deutlich die Analogie zwischen diesen Glaubensformen
-des Mittelalters und den Halluzinationen Wahnsinniger. Er
-illustriert dies durch einen detaillierten Vergleich einer seiner
-Patientinnen mit einer Frau, der der heilige Bernhard die
-bösen Geister austrieb. »Les hallucinations ont entre elles
-une si grande analogie, que les êtres crées par elles
-différent seulement dans les accessoires; les descriptions
-qu&rsquo;en donnent actuellement nos alienés ressemblent aux
-descriptions que donnaient autrefois les saints et les possédés;
-les noms seuls différent. Ainsi, pour savoir tout ce qui
-concerne les incubes, il suffit d&rsquo;écouter un de ces malades
-qui se plaignent de les recevoir pendant la nuit. Les incubes
-sont et font encore tout ce qu&rsquo;ils étaient et faisent jadis.«
-</p>
-
-<p>
-Man wird bemerken, daß im Gegensatz zu den anderen
-abergläubischen Vorstellungen dieser Gruppe die Idee der
-Transformation keinen Bestandteil der Inkubusanschauung
-bildet. Die Ursache dafür ist sehr einfach und zeigt sehr
-wohl die künstliche Natur der ganzen Anschauung. Die Idee
-dieser Transformation fand sich im Mittelalter immer sowohl
-in der theologischen Vorstellung vom Teufel als auch in
-der vom Volk verbreiteten vom Alp, aber die Kirche <em>definiert
-auf künstliche Weise</em> den Inkubus als Dämon in
-<em>menschlicher</em> Gestalt. Wenn er als Tier kam, so war er
-eine andere Art des Teufels und nicht länger ein Inkubus.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a>
-Wie ich im letzten Kapitel erwähnte, war und ist der
-Glaube an das Vorkommen eines geschlechtlichen Verkehrs
-zwischen menschlichen und übermenschlichen Wesen einer
-der verbreitetsten Aberglauben der ganzen Welt.<a class="fnote" href="#footnote-83" id="fnote-83">[83]</a> Im
-Mittelalter fand er sich tatsächlich überall. Verschiedene
-berühmte Leute, darunter Alexander der Große, Cäsar,
-Martin Luther, Plato, außerdem die ganze Rasse der Hunnen
-wurden für Sprößlinge solcher Vereinigungen gehalten und
-die Insel Zypern war nach dem allgemeinen Glauben von
-den Nachkommen der Inkubi bevölkert. Erotische und Angstträume
-wurden immer auf diese Weise erklärt. Gener<a class="fnote" href="#footnote-84" id="fnote-84">[84]</a> z. B.
-sagt: »presque tous les peuples de l&rsquo;Orient ont recouru aux
-incubes et <a id="corr-8"></a>aux <a id="corr-9"></a>succubes dans l&rsquo;explication qu&rsquo;ils ont données
-des rêves d&rsquo;amour et des pollutions nocturnes.« Bei den
-heutigen europäischen Nationen findet sich der Glaube noch
-hie und da im Volk; anderseits scheint er in gewissen
-mystischen<a class="fnote" href="#footnote-85" id="fnote-85">[85]</a> und spiritistischen<a class="fnote" href="#footnote-86" id="fnote-86">[86]</a> Kreisen besonders
-in Frankreich und Amerika neue Lebensfrist erhalten zu
-haben. Hier glaubt man an die Möglichkeit einer Empfängnis
-aus der vierten Dimension.
-</p>
-
-<p>
-Wie oben erwähnt, meinte man, daß der Verkehr
-während des Schlafes nicht nur mit bösen Geistern, sondern
-auch mit göttlichen vorkam. In diesem Zusammenhange
-mögen ein paar Worte über die wohlbekannte <em>Incubation</em>
-gesprochen werden, denn wenn dies auch keine speziell
-mittelalterliche Vorstellung ist, so hielt man doch im Mittelalter
-daran fest und sie bildet einen lehrreichen Gegensatz
-zu dem Inkubusglauben. In der Tat weist, wie Wundt<a class="fnote" href="#footnote-87" id="fnote-87">[87]</a>
-bemerkt, schon allein die Ähnlichkeit der Ausdrücke,
-<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a>
-Inkubus und Inkubation, auf eine innere Beziehung zwischen
-den beiden Vorstellungen hin. Der Gegenstand hat eine erhöhte
-Bedeutung für unseren gegenwärtigen Zweck durch seine
-enge Verbindung mit Ahnenverehrung und Verwandlung in
-Tiergestalt.
-</p>
-
-<p>
-Der Vorgang der Inkubation wurde vor allem in bezug
-auf Griechenland und Rom untersucht, aber er ist über die
-ganze Welt verbreitet und man fand ihn in Zentralamerika<a class="fnote" href="#footnote-88" id="fnote-88">[88]</a>,
-Nordafrika<a class="fnote" href="#footnote-89" id="fnote-89">[89]</a>, Australien<a class="fnote" href="#footnote-90" id="fnote-90">[90]</a>, Borneo<a class="fnote" href="#footnote-91" id="fnote-91">[91]</a>, China<a class="fnote" href="#footnote-92" id="fnote-92">[92]</a>, Indien<a class="fnote" href="#footnote-93" id="fnote-93">[93]</a>,
-Persien<a class="fnote" href="#footnote-94" id="fnote-94">[94]</a> u. s. w. Mehrere verschiedene Verfahren sind unter
-diesem Ausdruck inbegriffen; besonders typisch ist die
-Vereinigung eines Menschen mit dem Gott oder der Göttin
-im Heiligtum des Tempels während des Schlafes, ein Brauch,
-dessen Hauptquelle, wie es scheint, in Ägypten lag. Ferner
-findet sich die Vereinigung mit einem Abgeschiedenen
-auf dessen Grab (Gräberschlaf) oder mit verschiedenen
-Geistern in der Nähe heiliger Quellen, eine Sitte, die
-sich hauptsächlich in Griechenland entwickelte. Durch
-dieses Verfahren wurden mehrere Zeremonien begünstigt,
-die zweifellos erst später aufkamen; aus der ursprünglichen
-Idee der engen Verbindung mit der Gottheit entwickelte sich
-der Brauch, sich ihre Gunst durch die Vereinigung der Männer
-mit Göttinnen zu sichern, z. B. mit der Isis in Ägypten und
-Rom<a class="fnote" href="#footnote-95" id="fnote-95">[95]</a>, mit Serapis in Ägypten, Rom und Canopaea<a class="fnote" href="#footnote-96" id="fnote-96">[96]</a>, mit der
-<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a>
-Diana in Ephesus<a class="fnote" href="#footnote-97" id="fnote-97">[97]</a> und der Ino in Lakedaemon<a class="fnote" href="#footnote-98" id="fnote-98">[98]</a> oder durch
-die geheiligte Prostitution der Frauen den Göttern gegenüber,
-z. B. dem Wishnu in Indien<a class="fnote" href="#footnote-99" id="fnote-99">[99]</a>, dem Bel<a class="fnote" href="#footnote-100" id="fnote-100">[100]</a> und Shamash<a class="fnote" href="#footnote-101" id="fnote-101">[101]</a> in
-Babylon, dem Ammon in dem ägyptischen Theben<a class="fnote" href="#footnote-100">[100]</a> u. s. w.
-Das bekannteste Beispiel ist der Kultus des Asklepios in
-Epidauros und später an zahlreichen anderen Orten; zuletzt
-gab es 320 solcher Stätten. Die Schwangerschaft war eine
-häufige Folge dieser Vereinigung, wovon ich hier nur zwei
-Beispiele gebe. Als Andromache von Epirus im Traumzustand
-in Epidauros weilte, da hob der Gott ihr Kleid und berührte
-ihren Körper und dieses Erlebnis war von der Geburt eines
-Sohnes gefolgt.<a class="fnote" href="#footnote-102" id="fnote-102">[102]</a> Andromeda von Cheos wurde unter denselben
-Umständen von dem Gott besucht, und zwar in Gestalt einer
-Schlange, die auf ihrem Körper lag; sie gebar fünf Söhne.<a class="fnote" href="#footnote-103" id="fnote-103">[103]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die Verbindung zwischen Asklepios und der Schlange
-war überhaupt sehr eng, da Schlangen in seinem Tempel
-nicht nur heilige Verehrung genossen, sondern direkt den
-Gott<a class="fnote" href="#footnote-104" id="fnote-104">[104]</a> bedeuteten; eine riesige Schlange wurde im Jahre 293
-vor Christus nach Rom gebracht, um anzuzeigen, daß er seine
-Schutzherrschaft auf diese Stadt ausgedehnt habe. Zahlreiche
-berühmte Männer wurden von dem Schlangengott erzeugt,
-z. B. Aratus von Sikoun, Aristomenes, Alexander der Große,
-der ältere Scipio, Augustus (in diesem Fall bedeutet die
-Schlange den Apoll, den Vater des Asklepius) u. s. w.<a class="fnote" href="#footnote-105" id="fnote-105">[105]</a>
-Es ist wohl bekannt, daß der Schlangengott auf der ganzen
-<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a>
-Erde<a class="fnote" href="#footnote-106" id="fnote-106">[106]</a> zu den häufigsten Objekten der Anbetung gehört.
-Selbst die Götter kultivierterer Verbände erscheinen häufig
-in dieser Gestalt, besonders wenn sie in Liebesabenteuer
-verwickelt sind; so verführte Apollo als Schlange die
-Atys (wobei er als Andenken an seinen Besuch ein entsprechendes
-Zeichen auf ihrem Körper zurückließ), ebenso
-Zeus die Persephone und Odin die Gunnlodh. Die Umstände,
-unter denen sie diese Gestalt annahmen, bieten uns einen
-Schlüssel zur Bedeutung der Schlangensymbolik, und daß diese
-eine phallische ist, ist so wohl bezeugt, daß es unnötig wäre,
-dabei zu verweilen.<a class="fnote" href="#footnote-107" id="fnote-107">[107]</a>
-</p>
-
-<p>
-Besonderes Interesse bietet es, daß die Schlange nicht
-allein das männliche Glied symbolisiert, sondern speziell das
-männliche Glied des <em>Vaters</em>. Einer der am weitesten
-über die ganze Welt verbreiteten Aberglauben ist es, daß
-Schlangen die Inkarnation toter Vorfahren<a class="fnote" href="#footnote-108" id="fnote-108">[108]</a> sind, eine Tatsache,
-die Schlangen- und Ahnenverehrung in enge Beziehung
-bringt; eine Ausbildung davon ist der Glaube an individuelle
-Hausschlangen, die das Haus verlassen, wenn die männlichen
-Mitglieder des Hauses, besonders der Vater, sterben.<a class="fnote" href="#footnote-109" id="fnote-109">[109]</a> Diese
-Vorstellung ist eng verbunden mit dem Glauben, daß die
-Seele (der Lebensgeist) den Schlafenden in Gestalt einer
-Schlange verläßt, die durch den Mund entschlüpft.<a class="fnote" href="#footnote-110" id="fnote-110">[110]</a> Diese
-Symbolik und der chthonische Ursprung solcher Götter wie
-<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a>
-Asklepios<a class="fnote" href="#footnote-111" id="fnote-111">[111]</a> überhaupt bilden das Verbindungsglied zwischen
-den Vorstellungen von Schlangen und Gräbern, Schlangen-
-und Ahnenverehrung, Tempelschlaf und Gräberschlaf.
-</p>
-
-<p>
-So wurde die Inkubation ein wichtiges Heilmittel gegen
-die Unfruchtbarkeit und die Gabe des Asklepius, diese zu
-heilen, erbten später eine Reihe christlicher Heiliger, unter
-denen besonders der Erzengel Michael, der heilige Damien und
-der heilige Hubert in dieser Richtung wirksam waren<a class="fnote" href="#footnote-112" id="fnote-112">[112]</a> und
-zwar der Letztgenannte noch im 17. Jahrh. in den Ardennen.
-Die Inkubation wurde in Schottland<a class="fnote" href="#footnote-113" id="fnote-113">[113]</a> und Irland<a class="fnote" href="#footnote-114" id="fnote-114">[114]</a> sogar
-noch bis zu einem späteren Zeitpunkt ausgeübt und es ist
-interessant zu bemerken, daß die betreffende Person hier in
-der Haut eines geheiligten Schafes schlief, genau ebenso wie
-die Anbeter des Amon in Theben<a class="fnote" href="#footnote-115" id="fnote-115">[115]</a> oder die des Amphiarus
-in Attika.<a class="fnote" href="#footnote-116" id="fnote-116">[116]</a> In einer wallisischen Kirche in Monmouthshire
-nahm man noch im 19. Jahrhundert<a class="fnote" href="#footnote-117" id="fnote-117">[117]</a> dazu seine Zuflucht.
-</p>
-
-<p>
-Im Mittelalter wurden nach und nach drei Veränderungen
-in dieses Verfahren eingeführt. Der Schlaf verschwand und
-an seine Stelle trat die Wallfahrt mit Gebeten zu dem Gott
-oder der Göttin; mehr Gewicht wurde auf heilige Quellen
-und Brunnen gelegt als auf einfach geheiligte Stätten und
-die Heilung von Unfruchtbarkeit wurde verallgemeinert zu
-der schwerer Defekte überhaupt, besonders solcher, die im
-Unbewußten mit der Idee der Impotenz oder Sterilität verknüpft
-sind (Lahmheit, Blindheit etc.). Der Wechsel des Schauplatzes
-wurde zweifellos durch die enge Verbindung von
-Wasser und Kindesgeburt<a class="fnote" href="#footnote-118" id="fnote-118">[118]</a> bestimmt. Bis heute werden in
-ganz Schottland<a class="fnote" href="#footnote-119" id="fnote-119">[119]</a> und manchen anderen Teilen von Europa
-<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a>
-heilige Quellen verehrt. Die heutigen Pilger von Lourdes
-wissen wenig davon, daß ihr Zug dorthin durch alte griechische,
-von Inzestwünschen stammende Vorstellungen bestimmt wird.
-</p>
-
-<p>
-Schließlich wurde die Inkubation ausgeübt als Mittel,
-die Zukunft zu erraten oder eine Inspiration herbeizuführen.
-Ein wohlbekanntes Beispiel für letzteres ist die Inspiration
-zu einer Tragödie, die Aeschylos im Traum von Bacchos erhielt;
-in Irland hing die Wahl der Könige von den Eingebungen
-ab, die man durch die Inkubation<a class="fnote" href="#footnote-120" id="fnote-120">[120]</a> erhielt.
-</p>
-
-<p>
-Die Beziehung zwischen der Inkubation besonders in
-ihrer ursprünglichen Form und dem Alptraum ist zu klar,
-um einer längeren Ausführung zu bedürfen. Wundt<a class="fnote" href="#footnote-121" id="fnote-121">[121]</a> schreibt:
-»In der Tat lassen sich alle diese, der Inkubation im weitesten
-Sinne zugehörigen Tatsachen auf zwei einander in mancher
-Beziehung verwandte Ausgangspunkte zurückverfolgen: auf
-den <em>Angsttraum</em> und auf den <em>Krankheitsanfall</em>.« Es
-ist aber klar, daß die Träume, die in dieser Richtung den
-größten Einfluß nahmen, in der Mitte zwischen reinem Alptraum
-und reinem erotischen Traum gestanden haben müssen,
-es waren nämlich solche, in denen sich ängstliche und Lustgefühle
-mischten.
-</p>
-
-<p>
-Die hervorragende Rolle, die die Schlange bei der ursprünglichen
-Inkubation spielte, kann zu Gunsten dieses
-Schlusses angeführt werden, denn die Schlangensymbolik ist
-ein ausgezeichnetes Beispiel des für den Traum charakteristischen
-Typus. Artemidorus hatte offenbar eine dunkle
-Ahnung davon, wie sein Ausspruch zeigt: »Wenn eine Schlange
-jemanden im Schlaf verfolgt, so möge er gegen böse Frauen
-auf der Hut sein.«<a class="fnote" href="#footnote-122" id="fnote-122">[122]</a> Damit möge das brandenburgische
-Sprichwort verglichen werden: »Wenn man eine Schlange mit
-ins Bett nimmt, hat man viel Glück« &mdash; oder die oldenburgische
-Redensart<a class="fnote" href="#footnote-123" id="fnote-123">[123]</a>: »Wenn Schlangen in den Leib eines Menschen
-<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a>
-hineingehext werden, so drücken sie das Herz.« Die Inkubation
-ist keineswegs das einzige Beispiel für einen Glauben,
-der von der Schlangenerscheinung des Angsttraums herstammt.
-Laistner<a class="fnote" href="#footnote-124" id="fnote-124">[124]</a> z. B. hat in einem der »Alpschlange«
-gewidmeten Kapitel genau die Rolle erklärt, die die Schlange
-in germanischen Mythen und abergläubischen Vorstellungen
-spielt, deren Ursprung im Alpdruck liegt.
-</p>
-
-<p>
-Zum Schluß können wir wohl sagen, daß wir in der
-Inkubus-Inkubationsvorstellung ein ausgezeichnetes Beispiel
-für einen Glauben haben, der nicht allein seine äußere Gestalt
-von den Erfahrungen des Alptraums empfangen hat, sondern
-dessen latenter Inhalt ebenfalls identisch ist mit dem des Alptraumes;
-er besteht nämlich in einer eingebildeten Erfüllung
-gewisser zurückgedrängter Wünsche nach sexuellem Verkehr,
-besonders mit den Eltern.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-6">
-IV.<br />
-Der Vampir.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Der Vampirglaube ist keineswegs so scharf abgegrenzt
-wie der an den Inkubus und ist mehr mit anderen
-Arten von Aberglauben verschlungen, doch sollen hier nur
-die typischen Formen in Betracht gezogen werden. Ferner
-ist auch die zu Grunde liegende psychologische Bedeutung
-hier verwickelter als beim Inkubusglauben und wir werden
-unsere Analyse nur auf die Hauptzüge zu beschränken haben.
-Soviel möge gesagt werden, daß der latente Inhalt deutliche
-Anzeichen für die meisten Arten von sexuellen Perversionen
-enthält und daß die Vorstellung verschiedene Formen annimmt,
-je nachdem, ob diese oder jene Perversion mehr
-hervortritt.
-</p>
-
-<p>
-Die zwei wesentlichen Charakteristika eines richtigen
-Vampirs sind: Erstens sein Ursprung aus einem Toten und
-zweitens seine Gewohnheit, aus einem Lebenden Blut zu
-saugen, gewöhnlich mit tödlichem Effekt. Es wird praktischer
-<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a>
-sein, diese beiden Charakteristika zuerst getrennt voneinander
-zu betrachten.
-</p>
-
-<p>
-Das Interesse des Lebenden an dem Toten, sei es an
-seinem Körper oder an seinem Geist, ist ein unerschöpfliches
-Thema; nur ein Teil davon kann hier behandelt werden und
-auch dieser nur in möglichst kurzer Fassung. Die Vereinigung
-der beiden kann entweder dadurch zu stande kommen, daß
-der Tote zu dem Lebenden zurückkehrt, oder dadurch, daß
-der Lebende sich jenem im Tode vereinigt. In dem Ghulglauben
-besucht eine lebende Person den Toten, und zwar
-nur den Körper des Toten; weiter ausgebildet ist der Vampirglaube,
-denn hier besucht zuerst der Tote den Lebenden und
-dann wird infolgedessen der Lebende in den Tod gezogen.
-Der Wunsch nach oder die Furcht vor Wiedervereinigung,
-die selbstverständlich ihren Ursprung im Lebenden hat, wird
-hier teilweise auf den Toten projiziert.
-</p>
-
-<p>
-Eine fortgesetzte Beziehung zwischen einem Lebenden
-und einem Toten kann entweder gewünscht oder gefürchtet
-werden und jedes dieser Gefühle kann die Wirkung haben,
-den Lebenden in den Tod zu ziehen oder den Toten zum
-Leben zu erwecken. Wir haben infolgedessen vier Arten von
-Aberglauben zu unterscheiden. Wie zu erwarten, sind die
-Wirkungen von Angst und Liebe hier wie anderswo nicht
-scharf zu trennen.
-</p>
-
-<p>
-Das verständlichste Motiv für den Wunsch nach der Rückkehr
-des Toten tritt ein, wenn die Beziehungen zwischen
-Liebenden (Mann und Frau, Kind und Eltern) unterbrochen
-wurden. Häufig wird dies auf den Toten projiziert, von
-dem man glaubt, daß er den übermächtigen Impuls hat, zu
-dem geliebten Wesen, das er verließ, zurückzukehren. Der
-Mechanismus dieser Projektion findet sich zweifellos in dem
-Wunsch, daß die Person, die »davongegangen« ist, uns nicht
-vergessen soll, ein Wunsch, der in letzter Linie aus Kindheitserinnerungen
-stammt, wenn wir von den geliebten Eltern
-allein gelassen wurden. Der Glaube, daß der Tote den Lebenden
-besuchen kann, besonders bei Nacht, findet sich auf der
-<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a>
-ganzen Welt.<a class="fnote" href="#footnote-125" id="fnote-125">[125]</a> Er war immer ein fruchtbares Thema für
-Mythologie und Literatur; man denkt sogleich an die
-verschiedenen Versionen der Lenorensage oder an Goethes
-Braut von Korinth (von der Hock<a class="fnote" href="#footnote-126" id="fnote-126">[126]</a> interessanterweise angenommen
-hat, daß sie durch eine Kindheitserinnerung hervorgerufen
-wurde) und an manche andere Beispiele.<a class="fnote" href="#footnote-127" id="fnote-127">[127]</a>
-</p>
-
-<p>
-Dies ist offenbar die Ursache dafür, daß Vampire immer
-zuerst Verwandte heimsuchen, insbesondere ihre Ehegenossen,
-ein Zug, bei dem alle Beschreibungen verweilen.<a class="fnote" href="#footnote-128" id="fnote-128">[128]</a> Witwen
-können auf diese Weise schwanger werden.<a class="fnote" href="#footnote-129" id="fnote-129">[129]</a> Dies geschah
-in der wohlbekannten Meduegya Epidemie<a class="fnote" href="#footnote-130" id="fnote-130">[130]</a> und man glaubt
-immer noch an diese Möglichkeit, z. B. in Albanien. Tatsächlich
-wird gewöhnlich bei einer Vampirepidemie<a class="fnote" href="#footnote-131" id="fnote-131">[131]</a> die Witwe
-dessen, den man für den Vampir hält, zuerst befragt. Krauß<a class="fnote" href="#footnote-132" id="fnote-132">[132]</a>
-schreibt: »Es hat sich der Fall schon sehr oft ereignet, daß
-bei einem größeren Sterben im Dorf das Weib eines kürzlich
-verstorbenen Mannes von den Dorfbewohnern mißhandelt
-wurde, bis sie eingestand, daß ihr Mann sie besuche und sie
-das Versprechen gab, sie werde ihn bestimmen, die Leute
-nicht zu morden.« Die Ähnlichkeit mit dem Inkubusglauben
-ist schlagend und ebenso die Auffassung, daß das Geschehnis
-von der Frau abhing.
-</p>
-
-<p>
-In anderen Fällen wird der Wunsch nach der Rückkehr
-des Toten nicht wie oben nach außen projiziert, sondern
-direkt dem Lebenden zugeschrieben. Dies zeigt sich in den
-zahlreichen Totenbeschwörungen, die wir in den meisten
-<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a>
-Ländern der Welt finden, und in Sagen, wie der von Orpheus,
-der die Eurydike aus der Unterwelt holte; in späteren Zeiten
-nahm der Glaube oder Wunsch eine abstraktere Form an,
-wie z. B. telepathische oder durch ein Medium hergestellte
-Verbindung mit dem Abgeschiedenen. Es ist interessant, in
-diesem Zusammenhang sich ins Gedächtnis zurückzurufen,
-daß Goerres in einem besonderen Kapitel seiner christlichen
-Mystik<a class="fnote" href="#footnote-133" id="fnote-133">[133]</a> den Vampirismus der Exteriorisation und Telepathie
-zurechnete.
-</p>
-
-<p>
-Das Gegenteil geschieht noch häufiger, daß nämlich der
-Lebende durch seine Liebe in den Tod getrieben wird, wo die
-beiden Liebenden für immer vereint sind.<a class="fnote" href="#footnote-134" id="fnote-134">[134]</a> Dies findet sich
-in den meisten Erzählungen, Dramen und Gedichten über
-diesen Gegenstand.
-</p>
-
-<p>
-Der Kummer über den Verlust einer geliebten Person
-erklärt aber nur einen Teil der sonderbaren Anziehungskraft,
-die die Vorstellung des Todes ausübt, was man schon daraus
-sieht, daß viele sie lebhaft empfinden, die niemals selbst
-den Verlust eines teuren Anverwandten erlitten. Bei einigen
-ist diese Vorstellung verknüpft mit der von einem Jenseits,
-dem mysteriösen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo
-alle Phantasien verwirklicht und alle verborgenen Dinge enthüllt
-werden und neben dessen wunderbaren Schätzen selbst
-die höchste erreichbare irdische Seligkeit wertlos erscheint.
-Shelley in seinem Adonais drückt dieses Gefühl folgendermaßen
-aus:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">Das Leben, wie des Domes buntes Glas,</p>
- <p class="verse">Befleckt das weiße Licht der Ewigkeit,</p>
- <p class="verse">Bis es der Tod in Trümmer tritt.</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Wie viel anziehender diese Möglichkeiten der Zukunft für
-die werden können, denen das Leben wenig anderes als Elend
-bietet, zeigt sich in dem hohen Maß, in dem religiöse Körperschaften
-<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a>
-aller Zeiten sie auszunutzen vermochten. Ferner muß
-bemerkt werden, daß der Begriff des Sterbens selbst eine Anziehungskraft
-dadurch ausübt, daß er sich leicht mit intensiven
-masochistischen Wünschen verknüpft. Stekel schreibt
-über Traumsymbolik: »Sterben bedeutet im Traum ebensoviel
-als Leben und gerade die höchste Lebenslust drückt sich oft
-in einem Todeswunsch aus«. Das ist die Hauptursache,
-warum die Verbindung der beiden Motive Liebe und Tod
-solche Dichter, wie Heine, Shelley, Swinburne, Werner u. a.,
-die sich so tief in das Leiden versenken, intensiv beschäftigte.
-</p>
-
-<p>
-Der Wunsch nach der Vereinigung mit geliebten Personen
-im Tod, wenn diese selbst noch am Leben sind, hat
-nicht so einfache Ursachen und wir können hier nur ungenügend
-darüber sprechen.<a class="fnote" href="#footnote-135" id="fnote-135">[135]</a> Die klarste davon ist das sichere
-Gefühl von der Bestimmtheit und Dauer, die der Tod gewährt;
-was man tot hat, hat man für immer. Dieses heiß erstrebte
-Sehnsuchtsziel aller Liebenden ist nirgends herrlicher ausgedrückt
-als in den zahlreichen Stellen über den Liebestod in
-Wagners Tristan und Isolde: »So stürben wir, um ungetrennt,
-ewig einig, ohne End&rsquo;, ohn&rsquo; Erwachen, ohn&rsquo; Erbangen,
-namenlos in Lieb&rsquo; umfangen, ganz uns selbst gegeben, der
-Liebe nur zu leben.«
-</p>
-
-<p>
-Die Psychoanalyse<a class="fnote" href="#footnote-136" id="fnote-136">[136]</a> hat gezeigt, daß diese Unersättlichkeit
-und der Wunsch nach dem <em>ausschließlichen</em> Besitz
-dort besonders stark werden kann, wo in der Kindheit ausgebildete,
-später verdrängte Wünsche, die sich auf Inzest und
-Rivalität beziehen, vorhanden waren. Der Tod, der für das
-Kind, wie Freud<a class="fnote" href="#footnote-137" id="fnote-137">[137]</a> nachdrücklich betont hat, nichts anderes
-bedeutet als fortgehen, kann dann mit den Phantasien verknüpft
-werden, in Begleitung der Mutter von dem störenden
-Vater wegzugehen.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a>
-Die Vorstellung vom Tode, vielmehr von einem Toten
-kann sich aber auch an aktivere Impulse, besonders an
-sadistische wenden. Ein Toter, der liebt, liebt für immer
-und wird niemals müde, Zärtlichkeiten zu geben und zu
-empfangen. Diese Unersättlichkeit des Toten stellt Heine
-gut dar, wenn er in seiner Widmung zu »Der Dr. Faust«
-die zurückgekehrte Helena sagen läßt:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">»Du hast mich beschworen aus dem Grab</p>
- <p class="verse">Durch deinen Zauberwillen,</p>
- <p class="verse">Belebtest mich mit Wollustglut &mdash;</p>
- <p class="verse">Jetzt kannst du die Glut nicht stillen.</p>
- </div>
- <div class="stanza">
- <p class="verse">Preß deinen Mund an meinen Mund,</p>
- <p class="verse">Der Menschen Odem ist göttlich!</p>
- <p class="verse">Ich trinke deine Seele aus,</p>
- <p class="verse">Die Toten sind unersättlich.«</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Außerdem gestattet ein Toter alles, kann keinerlei Widerstand
-leisten und Beziehungen zu ihm haben keine unangenehmen
-Folgen. Dies ist offenbar eine wichtige Quelle für
-die seltsame Perversion, die man als Nekrophilie kennt.
-Eine andere bilden die analerotischen Interessen, ferner die
-unbewußte Verknüpfung zwischen Zersetzung und Faeces und
-die infantile Vorstellung, daß Kinder aus letzteren entstehen.
-Die Nekrophilie war den Alten aus Wirklichkeit und Dichtung
-wohlbekannt. Herodot berichtet mehrere Fälle, darunter
-den des Tyrannen Periander, der nach dem Tode
-seiner Gattin Melissa weiter sexuelle Beziehungen zu ihr
-unterhielt. Vom König Herodes heißt es, er habe mit dem
-Leichnam seiner Gattin Mariamne noch sieben Jahre nach
-ihrem Tode geschlafen, und ähnliches wird von König Waldemar
-IV.<a class="fnote" href="#footnote-138" id="fnote-138">[138]</a> und Karl dem Großen<a class="fnote" href="#footnote-139" id="fnote-139">[139]</a> erzählt. Das Thema
-wurde in der neueren Literatur vielfach behandelt, z. B. in
-Kleists »Marquise von O.«, Otto Ludwigs »Maria«, Heines
-»Beschwörung«, Zacharias Werners »Kreuzesbruder«, Brentanos
-<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a>
-»Romanzen vom Rosenkranz« u. s. w. Es ist
-interessant, daß bei den beiden bekanntesten wirklichen Beispielen
-dieser Perversion der Ausdruck Vampirismus gebraucht
-wurde, nämlich für Bertrand »Le vampyre de Paris«<a class="fnote" href="#footnote-140" id="fnote-140">[140]</a>
-und für Ardisson »Le vampyre de Nuit«<a class="fnote" href="#footnote-141" id="fnote-141">[141]</a>; richtiger gesagt
-sind derartige Kranke Vertreter der arabischen Ghuls: die
-beiden Vorstellungen von Ghuls und Vampiren, ganz untereinander
-vermischt, zeigt eine orientalische Erzählung<a class="fnote" href="#footnote-142" id="fnote-142">[142]</a>, wo
-das betreffende Wesen ein revenant ist, Leichen zerfleischt
-und das Blut ihres Gatten saugt.
-</p>
-
-<p>
-Wenn wir uns nun zu der Kehrseite des Bildes wenden,
-nämlich zu der <em>Angst</em>, daß der Tote zurückkehren könne,
-so finden wir, daß diese ebenso weit verbreitet ist, wie der
-<em>Wunsch</em>; so sagt Hock<a class="fnote" href="#footnote-143" id="fnote-143">[143]</a>: »Allen Menschenrassen gemeinsam
-ist die Furcht vor ihren Toten.« Infolgedessen entwickelte
-sich bei den Leichenbegängnissen eine ganz außerordentlich
-große Reihe von Riten, um ein solches Vorkommen
-zu verhindern, und viele davon sind noch heutigen Tages in
-Kraft.<a class="fnote" href="#footnote-144" id="fnote-144">[144]</a> Es gibt auch eine Menge prophylaktischer Riten mit
-dem besonderen Zweck, einen Toten daran zu verhindern,
-als Vampir zu erscheinen; letztere bestehen meistens darin,
-dem Toten Bequemlichkeit oder Beschäftigung zu geben.<a class="fnote" href="#footnote-145" id="fnote-145">[145]</a>
-Sonderbar ist die Art der Verhinderung, die darin besteht,
-daß man das Blut<a class="fnote" href="#footnote-146" id="fnote-146">[146]</a> des Vampirs trinkt und sein Fleisch<a class="fnote" href="#footnote-147" id="fnote-147">[147]</a>
-ißt. Nachdem die Verwandlung in einen Vampir sich vollzogen
-hat, kann sie dadurch entdeckt werden, daß man den
-Körper unbestattet findet, mit roten Wangen, gespannter
-Haut, gefüllten Blutgefäßen, warmem Blut, gewachsenem
-Haar und Nägeln und offenem linken Auge.<a class="fnote" href="#footnote-148" id="fnote-148">[148]</a> Ein Ende
-<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a>
-kann dieser Tätigkeit gesetzt werden, wenn man den Kopf
-abschneidet und zwischen die Füße legt, das Herz in Stücke
-schneidet, einen Pfahl durch die Brust treibt und schließlich
-den Körper verbrennt.
-</p>
-
-<p>
-Das Volk kennt zwei verschiedene Ursachen, um zu
-erklären, weshalb ein abgeschiedener Geist das Grab verläßt
-und zu den Lebenden zurückkehrt, je nachdem, ob er
-dies freiwillig oder unfreiwillig tut. Seine Motive im ersten
-Fall sind Liebe, Haß (um ein altes Unrecht zu rächen)
-oder sein Gewissen (eine unvollendete Aufgabe zu beenden,
-eine Schuld zu begleichen u. s. w.) Die Ursache, warum ein
-Geist an der Grabesruhe verhindert und gezwungen wird,
-gegen seinen Willen umherzuwandern, kann im Schicksal
-liegen, in seinen eigenen Fehlern oder in den störenden
-Handlungen der Hinterbliebenen. Der zuletzt erwähnte
-Glaube wurde von der römisch-katholischen Kirche zu einem
-förmlichen Dogma ausgebildet (Messen, die für die im Fegefeuer
-Befindlichen gelesen werden). Die unfreiwillige Betätigung
-des Toten gewinnt häufig das Mitgefühl der Lebenden,
-die dann alles unterlassen, was seine Unrast<a class="fnote" href="#footnote-149" id="fnote-149">[149]</a> etwa steigern
-könnte. Dieselben Züge treffen auch für den Vampirglauben
-zu, denn wenn jemand auch auf zahlreiche Arten<a class="fnote" href="#footnote-150" id="fnote-150">[150]</a> nach
-seinem Tod ein Vampir werden kann, so lassen sich doch
-leicht zwei Gruppen unterscheiden, je nachdem, ob die Verantwortung
-bei ihm liegt oder nicht. Bisweilen erhalten
-diese beiden Typen verschiedene Namen; so sagt Stern<a class="fnote" href="#footnote-151" id="fnote-151">[151]</a>:
-»Die Vampire der Dalmatiner sind in zwei Arten eingeteilt,
-in schuldlose und schuldbeladene. Die eine Art heißt Denac,
-die andere Orko.« Bei dem Vampir aus eigener Schuld
-liegt die Ursache in verschiedenen Sünden, die er bei seinen
-Lebzeiten begangen hat, darunter werden Rauchen an Feiertagen,
-Arbeiten an Sonntagen und geschlechtlicher Verkehr
-mit der Großmutter erwähnt.<a class="fnote" href="#footnote-152" id="fnote-152">[152]</a>
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a>
-Bei dem unschuldigen Vampir gibt es mehrfache Ursachen;
-er kann von Geburt aus dazu bestimmt sein, dadurch,
-daß er an einem Unglückstag zur Welt kam oder
-aus einer Familie stammt, in der diese Veranlagung erblich
-ist. Nach seinem Tode kann dieses Schicksal durch einen
-unreinen Vogel oder ein Tier (Hund oder Katze) hervorgerufen
-werden, die über sein Grab setzen oder unter seinem
-Sarg durchschlüpfen, Vorstellungen, die mit der Idee ungenügender
-Sorgfalt oder Achtung gegenüber dem Toten verknüpft
-sind.
-</p>
-
-<p>
-Die Furcht vor den Toten hat zumindest zwei tiefe
-Quellen, die beide der Kindheit entstammen und beide eng
-mit dem Traum verbunden sind; erstens kommt sie daher,
-daß die Vorstellung vom Tod und von abgeschiedenen Geistern
-mit der eines sexuellen Angriffs assoziiert wurde; der Tod
-selbst wird häufig einem Überfall von Seite eines persönlichen
-Wesens zugeschrieben, das den Menschen gegen seinen
-Willen überwältigt. Der abgeschiedene Geist, der den Lebenden
-im Traum besucht, überfällt auf ähnliche Weise den hilflosen
-Schläfer gegen dessen Willen und daß dies so häufig
-geschieht, kommt einerseits zweifellos daher, daß es sich
-dabei meist um den Geist eines der toten Eltern handelt,
-anderseits von der infantilen sadistischen Auffassung von
-der sexuellen Betätigung der Eltern. Die Vorstellung erklärt
-sich also in letzter Linie aus verdrängten Inzestwünschen.
-Die sexuelle Basis der Angst wird gewöhnlich
-verhüllt durch eine Umwandlung in eine allgemeine Furcht
-davor, daß der Geist uns Unheil zufügen und ersticken könnte,
-oder in die allgemeine Angst vor Verblödung; ebenso wie
-ein Mädchen Angst vor Räubern hat »weil sie ihr irgend
-etwas Entsetzliches antun könnten.« Wir werden so einerseits
-zu einer großen Gruppe von Mythen und abergläubischen
-Vorstellungen geführt, in denen der revenant verschiedenes
-Unheil anrichtet, anderseits zu einer noch größeren, in der der
-Überfall nicht notwendigerweise durch einen revenant geschieht,
-sondern durch einen Geist überhaupt. (Alp- und Lurensagen.)
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a>
-Häufig ist es schwierig, das sexuelle Element vom
-agressiven zu trennen, wie in der wohlbekannten Apollonius-Menippus
-Geschichte, die Keats so schön in seiner Lamiadichtung
-ausgebildet hat. Ein weiterer Komplex wird in
-unsere Reihe von Aberglauben eingeführt, wonach der vampirartige
-Geist nicht einem Toten, sondern einem Lebenden angehört;
-ein Beispiel dafür ist die portugiesische Bruxa, die
-auf folgende Weise von Andrée<a class="fnote" href="#footnote-153" id="fnote-153">[153]</a> beschrieben wird: »Nachts
-erhebt sie sich von ihrem Lager und fliegt dann in der Gestalt
-irgend eines riesigen Nachtvogels weit von der Heimat
-weg. Die Bruxen halten Zusammenkünfte mit ihren teuflischen
-Liebhabern, entführen, ängstigen und peinigen die
-einsamen Wanderer; wenn sie von ihrer nächtlichen Lustfahrt
-heimkehren, saugen sie dem eigenen Kind das Blut aus.«
-</p>
-
-<p>
-Die zweite Quelle für die Angst vor den Toten ist die
-unbewußte Erinnerung an Todeswünsche der Kindheit, daß
-nämlich der störende Teil der Eltern oder Geschwister »weggehen«,
-d. h. sterben möge. Das schuldbewußte Gewissen,
-das aus solchen Wünschen entsteht, bringt natürlich den Gedanken
-mit sich, daß die in unserer Einbildung getötete
-Person, wenn sie wirklich stirbt, uns nach ihrem Tode strafen
-wird, indem sie uns heimsucht und Unheil zufügt. Derartige
-Todeswünsche kommen häufig genug vor, um es ganz verständlich
-zu machen, daß die Furcht vor Geistern so allgemein
-ist, wie sie sich tatsächlich erweist.
-</p>
-
-<p>
-Diese Verbindung zwischen Inzest- und Revenantglauben
-macht es begreiflich, daß der Vampir in irgend einer beliebigen
-Tiergestalt<a class="fnote" href="#footnote-154" id="fnote-154">[154]</a> erscheinen kann; von diesen sind
-manche in verschiedenen Ländern besonders häufig, z. B.
-die weibliche Katze<a class="fnote" href="#footnote-155" id="fnote-155">[155]</a> in Japan, das Schwein<a class="fnote" href="#footnote-156" id="fnote-156">[156]</a> in Serbien.
-Von besonderer Bedeutung ist der allgemeine Glaube, daß
-der Vampir in Gestalt einer Schlange, eines Schmetterlings<a class="fnote" href="#footnote-157" id="fnote-157">[157]</a>
-<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a>
-oder einer Nachteule<a class="fnote" href="#footnote-158" id="fnote-158">[158]</a> erscheinen kann, denn dies sind ursprüngliche
-Symbole abgeschiedener Seelen, besonders der
-Eltern. Die bei Nacht fliegenden Geschöpfe wird ein späteres
-Kapitel behandeln, das aber mancherlei Beziehungen zum
-Vampirglauben hat. Wenn man sich mit dem Körper des
-Vampirs beschäftigt, hat man sorgfältig darauf zu achten,
-ob ihm ein Schmetterling entfliegt; dieser muß gefangen und
-verbrannt werden. Was die Nachteule betrifft, ist es interessant,
-den Glauben zu finden, daß sie an dem Euter der Kühe und
-der Brust der Kinder saugen kann, genau wie ein wirklicher
-Vampir.<a class="fnote" href="#footnote-159" id="fnote-159">[159]</a> Laistner<a class="fnote" href="#footnote-160" id="fnote-160">[160]</a> sucht eine Beziehung zwischen Schmetterling
-und Eule einerseits und der gespenstischen Habergeiß
-anderseits auf. Henne am Rhyn<a class="fnote" href="#footnote-161" id="fnote-161">[161]</a> sieht als Stammeltern
-der europäischen Vampire die römischen Strigen an.
-</p>
-
-<p>
-Wir wollen nun das <em>zweite</em> wesentliche Charakteristikum
-des Vampirs betrachten, nämlich das <em>Blutsaugen</em>.
-Hier finden wir eine ganze Menge von Vorgängern des eigentlichen
-Vampirs. Im allgemeinen kann man sagen, daß diese
-Gewohnheit überall verknüpft ist mit den Motiven von dem
-Zerfleischen menschlicher Wesen und vom Inkubus, Sukkubus.
-Diese Tatsachen zeigen deutlich die sexuelle Natur der Vorstellung;
-die assyrischen und babylonischen Silats<a class="fnote" href="#footnote-162" id="fnote-162">[162]</a>, der
-böhmische Mara<a class="fnote" href="#footnote-163" id="fnote-163">[163]</a>, der östliche Palukan<a class="fnote" href="#footnote-164" id="fnote-164">[164]</a>, der finnische
-Herrscher der Unterwelt<a class="fnote" href="#footnote-165" id="fnote-165">[165]</a>, der deutsche Alp<a class="fnote" href="#footnote-166" id="fnote-166">[166]</a>, sie alle saugen
-menschliches Blut. Nach Davenport<a class="fnote" href="#footnote-167" id="fnote-167">[167]</a> besuchen sowohl der
-malayische Molong als auch der Penangelam in Indo China
-Frauen und leben davon, daß sie menschliches Blut
-<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a>
-saugen. Der Sudak der Lappländer erscheint in der
-Gestalt eines Käfers und saugt Blut durch eine eiserne
-Röhre.<a class="fnote" href="#footnote-168" id="fnote-168">[168]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die sexuellen Seiten der Tätigkeit zeigen sich deutlich
-in folgenden Beispielen: bei der Beschäftigung mit rumänischem
-Aberglauben berichtet Stern<a class="fnote" href="#footnote-169" id="fnote-169">[169]</a> vom Nosferat, »der
-nicht nur schlafender Menschen Blut saugt, sondern auch
-als Inkubus-Sukkuba Unheil stiftet ... Als schwarze Katze,
-als schwarzer Hund, als Käfer, Schmetterling oder auch bloß
-als Strohhalm besucht es nachts die Menschen; wenn es
-männlichen Geschlechts ist: die Frauen; wenn es weiblichen
-Geschlechts ist: die Männer. Mit jungen Leuten treibt es
-geschlechtliche Vermischung, bis sie krank werden und an
-Auszehrung sterben. In diesem Fall kommt es auch als
-schöner Jüngling oder als schönes Mädchen, während die
-Opfer halb wach liegen und widerstandslos sich ihm fügen.
-Oft geschieht es, daß Weiber von ihnen geschwängert werden.«
-Die Chaldäer glaubten an die Existenz von Geistern, die im
-Traum Umgang mit Menschen pflegen, ihr Fleisch zerfressen
-und das Blut<a class="fnote" href="#footnote-170" id="fnote-170">[170]</a> trinken. Die vedischen Gandharven sind
-blutgierige Buhlgeister, die die Frauen im Schlaf heimsuchen.<a class="fnote" href="#footnote-171" id="fnote-171">[171]</a>
-Ihnen ähnlich sind die indischen Pisashas, die
-nach Fleisch und Blut gierig sind und ihre grausame Lust
-an Weibern im Zustand des Schlafs, der Trunkenheit und
-des Wahnsinns büßen.<a class="fnote" href="#footnote-172" id="fnote-172">[172]</a> Andere Wesen derselben Art
-widmen ihre Aufmerksamkeit vor allem Männern; so sucht
-die ruthenische Upierzyca in Vollmondnächten<a class="fnote" href="#footnote-173" id="fnote-173">[173]</a> die Schlafplätze
-junger Männer auf, die sie langsam mit ihren Umarmungen<a class="fnote" href="#footnote-174" id="fnote-174">[174]</a>
-zu Grunde richtet. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-175" id="fnote-175">[175]</a> erzählt: »die
-<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a>
-griechisch-römischen Lamien sind zugleich Buhlteufelinnen
-und Vampire. Sie suchen schöne kräftige Jünglinge in sich
-verliebt zu machen und zur Verehelichung mit sich zu
-bringen. Haben sie sie so weit, so töten sie den Jüngling,
-indem sie ihm das Blut aussaugen.«
-</p>
-
-<p>
-Blut ist nicht die einzige zum Leben nötige Flüssigkeit,
-die dem Opfer entzogen wird, wenn sich auch der wirkliche
-Vampir in der Regel darauf beschränkt. Der Alp saugt an
-den Brustwarzen der Männer<a class="fnote" href="#footnote-176" id="fnote-176">[176]</a> und Kinder<a class="fnote" href="#footnote-177" id="fnote-177">[177]</a> und zieht
-häufiger Milch aus Frauen<a class="fnote" href="#footnote-178" id="fnote-178">[178]</a> und Kühen<a class="fnote" href="#footnote-179" id="fnote-179">[179]</a> als Blut. Die
-Drud saugt ebenfalls an der Brust der Kinder<a class="fnote" href="#footnote-180" id="fnote-180">[180]</a>, während
-die südslawische Mora<a class="fnote" href="#footnote-181" id="fnote-181">[181]</a> Blut und Milch trinkt. Die indische
-Churel saugt, nachdem sie die Nacht mit einem schönen
-Jüngling zugebracht, direkt sein Leben aus.<a class="fnote" href="#footnote-182" id="fnote-182">[182]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die Erklärung all dieser Phantasien ist sicher nicht
-schwer; ein nächtlicher Besuch von Seite eines anziehenden
-oder schrecklichen Wesens, das den Schläfer zuerst durch
-leidenschaftliche Umarmungen erschöpft und ihm dann eine
-vitale Flüssigkeit entzieht, kann sich nur auf einen natürlichen
-und häufigen Vorgang beziehen, nämlich auf die nächtliche
-<a id="corr-17"></a>Pollution in Begleitung mehr oder minder erotischer
-Träume. Blut ist im Unbewußten ein sehr häufiges Äquivalent
-für den Samen und es ist nicht notwendig, sich, wie
-Hock<a class="fnote" href="#footnote-183" id="fnote-183">[183]</a>, auf die Möglichkeit von »selbst zugefügten Kratzwunden
-während eines wollüstigen Traumes« zu berufen.
-Mehrere Mythen liefern ein interessantes Beispiel zur Bestätigung
-der Wahrheit dieses Schlusses. Nach Quelenfeldt<a class="fnote" href="#footnote-184" id="fnote-184">[184]</a>
-<a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a>
-herrscht im Süden des Atlasgebirges der Aberglaube, daß es
-hier alte Negerinnen gäbe, die nachts aus den <em>Zehen</em> der
-Schläfer das Blut trinken. Der akkadische Gelal und Kiel
-Gelal, die assyrischen Sil und Sileth, die gleichbedeutend mit
-dem europäischen Inkubus und Sukkubus sind, waren Dämonen
-mit der speziellen Funktion, durch die Umarmung der
-Schläfer<a class="fnote" href="#footnote-185" id="fnote-185">[185]</a> nächtliche Pollutionen herbeizuführen. Der
-armenische Daschnavar trinkt auf ähnliche Weise das Blut
-aus den <em>Füßen</em> der Wanderer<a class="fnote" href="#footnote-186" id="fnote-186">[186]</a>, während Meyer<a class="fnote" href="#footnote-187" id="fnote-187">[187]</a> gespensterhafte
-Mütter erwähnt, die die Augen ihrer Kinder
-aussaugen. Es ist wohlbekannt, daß Zehen, Füße und Augen
-in Folklore und Mythologie<a class="fnote" href="#footnote-188" id="fnote-188">[188]</a> häufig wiederkehrende
-phallische Symbole sind. Ein weiterer Faktor, der zweifellos
-eine bedeutsame Rolle in der Ausbildung der oben
-erwähnten Vorstellungen gespielt hat, ist die häufige Assoziation
-zwischen Sexualität und der Tätigkeit des Saugens sowohl
-in der wirklichen Erfahrung als auch besonders in unbewußten
-Phantasien.
-</p>
-
-<p>
-Das Nervensystem und vor allem das Rückenmark hat
-häufig ähnliche symbolische Bedeutung wie Blut (vitale Substanz)
-und diese Tatsache wirft ein Licht auf die folgenden
-Stellen, in denen der Vampir vorkommt. In Zschokkes »Die
-Zauberin Sidonia«, geschrieben im Jahre 1798 begegnet auf
-der ersten Seite folgender Satz: »Die Faulheit saugt uns mit
-ihrem Vampirenrüssel Mark und Blut aus.« Dies kann man
-mit Jaromirs Rede in Grillparzers »Ahnfrau« vergleichen:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">Und die Angst mit Vampirrüssel</p>
- <p class="verse">Saugt das Blut aus meinen Adern,</p>
- <p class="verse">Aus dem Kopfe das Gehirn.</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-In ganz Europa gab es seit den frühesten Zeiten Mythen
-und Märchen über den Vampir; ein typisches Beispiel dafür
-<a id="page-48" class="pagenum" title="48"></a>
-ist die wallachische Sage, nach der tote rothaarige Männer
-in Gestalt von Fröschen, Käfern usw. erscheinen und das Blut
-schöner Mädchen<a class="fnote" href="#footnote-189" id="fnote-189">[189]</a> trinken. Ferner kamen aus dem frühen
-Mittelalter Berichte auf uns über den Brauch, der in den
-meisten europäischen Ländern bestand, die Leichen jener,
-deren Geist die Lebenden plagte und ihr Blut aussaugte, auszugraben,
-zu verbrennen oder mit einem Pfahl<a class="fnote" href="#footnote-190" id="fnote-190">[190]</a> zu durchbohren.
-Wie oben angedeutet wurde, ist dieser Glaube über
-die ganze Welt verbreitet, z. B. pflegen die modernen Pontianaks
-auf Java, die von Leichen stammen, nachts menschliches
-Blut<a class="fnote" href="#footnote-191" id="fnote-191">[191]</a> zu saugen. Der assyrische Vampir, Akakharu
-mit Namen, stammt aus sehr alter Zeit.<a class="fnote" href="#footnote-192" id="fnote-192">[192]</a> Die genaue Kenntnis
-der Vorstellung in Europa aber danken wir der Balkanhalbinsel,
-wo sie offenbar vom türkischen Aberglauben<a class="fnote" href="#footnote-193" id="fnote-193">[193]</a> stark
-beeinflußt wurde. Weiter kam als lokaler Faktor wahrscheinlich
-das Dogma der griechischen Kirche in Betracht, die
-im Gegensatz zu den Lehren der römisch-katholischen
-Kirche, nach denen die Körper der Heiligen der Zersetzung
-nicht unterliegen, daran festhielt, daß die Leichen der von der
-Kirche Exkommunizierten nicht verwesen. Ebenso wie die
-römisch-katholische Kirche lehrte, daß jemand durch Ketzerei
-in einen Werwolf verwandelt werden könne, verkündete die
-griechische, daß ein Ketzer nach seinem Tode zum Vampir
-werde. Die Epidemien, die auch früher häufig genug vorgekommen
-waren, erreichten ihren Höhepunkt im achtzehnten<a class="fnote" href="#footnote-194" id="fnote-194">[194]</a>
-und dauerten selbst noch im neunzehnten<a class="fnote" href="#footnote-195" id="fnote-195">[195]</a> Jahrhundert
-an. Die heftigsten ereigneten sich in Chios 1708<a class="fnote" href="#footnote-196" id="fnote-196">[196]</a>,
-<a id="page-49" class="pagenum" title="49"></a>
-in Ungarn 1726<a class="fnote" href="#footnote-197" id="fnote-197">[197]</a>, in Meduegna und Belgrad 1725 und 1732<a class="fnote" href="#footnote-198" id="fnote-198">[198]</a>,
-in Serbien 1825<a class="fnote" href="#footnote-199" id="fnote-199">[199]</a> und in Ungarn 1832.<a class="fnote" href="#footnote-200" id="fnote-200">[200]</a>
-</p>
-
-<p>
-Im Jahre 1732 erschienen in Deutschland allein vierzehn
-Bücher über diesen Gegenstand<a class="fnote" href="#footnote-201" id="fnote-201">[201]</a>, der allgemeinen Schrecken
-hervorrief und überall besprochen wurde. Er entging nicht
-der Satire Voltaires, der bei Erörterung der Frage in seinem
-philosophischen Dictionaire sagt: »La difficulté était de savoir
-si c&rsquo;était l&rsquo;âme ou le corps du mort qui mangeait: il fut
-décidé que c&rsquo;était l&rsquo;un et l&rsquo;autre; les mets dêlicats et peu
-substantiels, comme les meringues, la crême fouettée et les
-fruits fondans, étaient pour l&rsquo;âme; les ros-bif étaient pour
-le corps.« Wir brauchen über die wahren Todesursachen bei
-diesen Epidemien nicht zu sprechen, da dieses eine rein
-medizinische Frage ist. Hock<a class="fnote" href="#footnote-202" id="fnote-202">[202]</a> bemerkt, daß sie vorwiegend
-bei Pestzeiten auftraten, besonders bei Ausbruch von Rinderpest.
-Es ist möglich, daß es sich dabei um Fälle von Scheintod
-handelt, eine Erklärung, die besonders von Weitenkampf<a class="fnote" href="#footnote-203" id="fnote-203">[203]</a>
-und Mayo<a class="fnote" href="#footnote-204" id="fnote-204">[204]</a> aufrecht erhalten wurde.
-</p>
-
-<p>
-Der Aberglauben ist in vielen Teilen Europas keineswegs
-ausgestorben; in Norwegen, Schweden, Finnland bestand
-er noch vor ganz kurzer Zeit.<a class="fnote" href="#footnote-205" id="fnote-205">[205]</a> Krauß<a class="fnote" href="#footnote-206" id="fnote-206">[206]</a> berichtet, daß
-noch heute die Bauern in Bosnien an die Existenz des Vampirs
-ebenso fest glauben wie an Gott. In Bulgarien wurde
-im Jahre 1837 ein Fremder verdächtigt, daß er ein Vampir
-sei, und er wurde gemartert und lebendig verbrannt.<a class="fnote" href="#footnote-207" id="fnote-207">[207]</a> Im
-<a id="page-50" class="pagenum" title="50"></a>
-Jahre 1874 grub in Rhode Island U. S. A. ein Mann den
-Leichnam seiner eigenen Tochter aus und verbrannte ihr Herz,
-im Glauben, daß sie das Leben der anderen Familienmitglieder
-zu Grunde richte. Ungefähr zur selben Zeit wurde in Chikago
-die Leiche einer Frau, die an Schwindsucht gestorben war,
-ausgegraben und die Lungen verbrannt, da man meinte, sie
-ziehe einige ihrer lebenden Anverwandten zu sich ins Grab.<a class="fnote" href="#footnote-208" id="fnote-208">[208]</a>
-Im Jahre 1889 wurde in Rußland die Leiche eines alten
-Mannes, den man für einen Vampir hielt, ausgegraben, wobei
-viele der Anwesenden behaupteten, einen Schweif aus seinem
-Rücken ragen zu sehen. Im Jahre 1899 gruben rumänische
-Bauern in Krassowa dreißig Leichen aus und rissen sie in
-Stücke, um eine Diphtherieepidemie zum Erlöschen zu
-bringen.<a class="fnote" href="#footnote-209" id="fnote-209">[209]</a> Zwei Beispiele finden wir noch im Jahre 1902,
-eines in Ungarn,<a class="fnote" href="#footnote-210" id="fnote-210">[210]</a> eines in Bukarest.<a class="fnote" href="#footnote-211" id="fnote-211">[211]</a>
-</p>
-
-<p>
-Das Wort Vampir selbst ist serbischen Ursprungs und
-man hält es für eine Ableitung des nordtürkischen »Uber«
-(Hexe)<a class="fnote" href="#footnote-212" id="fnote-212">[212]</a>. Allgemein in Europa verwendet wird es seit ungefähr
-1730. In späteren Jahren hat es Nebenbedeutungen
-angenommen, die nicht uninteressant sind, da sie die Anschauung
-des Volkes über den Gegenstand zeigen. Wohlbekannt
-ist seine Verwendung &mdash; sie findet sich zuerst bei
-Buffon<a class="fnote" href="#footnote-213" id="fnote-213">[213]</a> &mdash; zur Bezeichnung gewisser Arten von Fledermäusen,
-die, wie man sagte, Tiere und menschliche Wesen im Schlaf
-überfielen. Die alte Vorstellung von der verderblichen Nachtfahrt
-ist hier deutlich. Die wichtigsten metaphorischen Bedeutungen
-des Wortes sind: Erstens ein sozialer oder politischer
-Tyrann<a class="fnote" href="#footnote-214" id="fnote-214">[214]</a>, der seine Leute bis aufs Blut aussaugt,
-zweitens ein unwiderstehlicher Liebender, der Energie, Ehrgeiz
-und selbst das Leben des anderen aufzehrt; dieser kann
-<a id="page-51" class="pagenum" title="51"></a>
-entweder ein Mann sein wie Torresanis faszinierender Rittmeister<a class="fnote" href="#footnote-215" id="fnote-215">[215]</a>
-oder ein Weib wie in Kiplings Vampirdichtung.
-</p>
-
-<p>
-Der Vampirglaube ist offenbar eng verknüpft mit dem
-an den Inkubus, Sukkubus. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-216" id="fnote-216">[216]</a> sagt: »Denn man
-kann, wenn auch nicht als Regel, so doch in den meisten
-überlieferten Fällen konstatieren, daß Frauen stets von einem
-männlichen, Männer hingegen von einem weiblichen Vampir
-heimgesucht werden ... Das sexuelle Moment charakterisiert
-den Vampirglauben als eine andere, allerdings gefährlichere
-Form des Inkubus- und Sukkubusglaubens.« Zimmermann<a class="fnote" href="#footnote-217" id="fnote-217">[217]</a>
-und Laurent und Nagour<a class="fnote" href="#footnote-218" id="fnote-218">[218]</a> sind derselben Ansicht und diese
-findet ihre überzeugende Bestätigung durch unsere neue
-Kenntnis der Symbolik solcher Vorgänge. Die Ähnlichkeit
-mit dem Alpglauben, der beim Volk die Stelle des Inkubus
-vertritt, ist noch schlagender; ebenso wie der Vampir kann
-der Alp die Seele eines Toten<a class="fnote" href="#footnote-219" id="fnote-219">[219]</a> sein und den Leuten während
-des Schlafes<a class="fnote" href="#footnote-220" id="fnote-220">[220]</a> das Blut aussaugen, häufig mit demselben verhängnisvollen
-Ausgang. Die am weitesten gehende Beziehung
-aber liegt in den Einzelheiten des Aberglaubens über die
-Ursachen und über die Mittel zur Befreiung von dem bösartigen
-Trieb, der diese Wesen dazu bringt, ihre ruchlosen
-Taten zu verüben. Da dieser Gegenstand mit dem mythologischen
-»Erlösungsthema« verbunden ist, das einen wichtigen
-Komplex bildet, muß er hier übergangen werden. Das Nachtfahrtelement
-ist ebenfalls ein Verbindungsglied zwischen dem
-Vampirglauben und den zahlreichen Alp- und Mahrmythen,
-in denen es vorkommt, z. B. dem der montenegrinischen
-Wjeschtitza<a class="fnote" href="#footnote-221" id="fnote-221">[221]</a> »ein weiblicher Geist mit feurigen Flügeln, der
-den Schlafenden auf die Brust steigt, sie mit ihren Umarmungen
-erstickt oder wahnsinnig macht.«
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-52" class="pagenum" title="52"></a>
-Der Inzestkomplex, der dem Inkubusglauben zu Grunde
-liegt, zeigt sich auch in dem Vampirglauben; von besonderer
-Bedeutung ist hier die Tatsache, daß der Vampir ein revenant
-ist, da wir ja diese Vorstellung oben auf unbewußte
-Inzestgedanken zurückgeführt haben. Die Erscheinung des
-Vampirs in Tiergestalt, besonders als Schmetterling oder
-Schlange, kann gleichfalls als Beweis in dieser Richtung angesehen
-werden; auf alle Fälle stimmt sie durchaus mit
-diesem Schluß überein.
-</p>
-
-<p>
-Zum Schluß haben wir die Beziehungen des Vampirglaubens
-mit den Erfahrungen der Angstträume zusammenzufassen.
-Wundt<a class="fnote" href="#footnote-222" id="fnote-222">[222]</a> sagt: »Als nächtliche Spukgestalt, die den
-Schläfer umklammert, um ihm das Blut auszusaugen, ist er
-sichtlich ein Produkt des Alptraumes.« Doch fügt er hinzu,
-daß die Vorstellung von einem Geist, der sich durch das
-Trinken von Blut am Leben hält, anderen allgemeineren Quellen
-entstammt. Hock<a class="fnote" href="#footnote-223" id="fnote-223">[223]</a> unterscheidet zwischen dem wirklichen
-blutsaugenden Vampir und dem Nachzehrer, der sein Leichenkleid
-zerreißt und so seine Familie bloß durch die Wirkung
-der Sympathie nachzieht: »Hat jene Tradition in der Traumvorstellung
-ihre sichere Grundlage, so sind die Sagen von
-den »schmatzenden und käuenden« Toten offenbar im Hinblick
-auf tatsächlich erlebte Ereignisse nach dem entsetzlichen
-Vorbilde eines im Grabe zu spät erwachten Scheintoten gebildet.«
-Wahrscheinlich legt Hock hier zu viel Nachdruck
-auf den Scheintod, der außerdem zu selten vorkommt, um
-einen so weit verbreiteten Aberglauben erklären zu können;
-eine weitere Einwendung gegen Hocks Einsicht bildet die
-Überlegung, daß äußerliche Vorgänge dieser Art nie von
-grundlegender Wichtigkeit bei der Schöpfung eines Aberglaubens
-sein können, der solche Charakteristika zeigt, wie
-der vom Vampir. Seine wahre Ursache muß in bedeutsamen
-inneren seelischen Prozessen gesucht werden; das
-höchste, was äußere Geschehnisse leisten können, ist, zu der
-äußeren Gestalt, die ein gewisser Aberglaube annimmt, etwas
-<a id="page-53" class="pagenum" title="53"></a>
-beizutragen. In unserem Fall z. B. können wir mit Recht
-einen verhältnismäßig bedeutungslosen Zug, nämlich die Beschreibung
-der Auffindung des Vampirs nach dem Tod, wirklichen
-Erfahrungen über die verschiedenen Umstände zuschreiben,
-die die Zersetzung eines Leichnams verzögern. Mit
-dem Aberglauben an sich aber steht es anders. Die Erscheinung
-des Vampirs in Tiergestalt, seine leichte Verwandlungsfähigkeit,
-seine Nachtfahrt, sein Besuch bei Schläfern, die
-erschöpfende Wirkung und pollutionähnliche Art seiner Betätigung,
-die deutlichen Anzeichen für deren sexuellen
-Charakter und schließlich der Glauben an die Rückkehr toter
-Verwandter &mdash; alles weist übereinstimmend darauf hin, daß
-der Angsttraum weitaus die wichtigste Quelle der ganzen Vorstellung
-ist. Sie ist tatsächlich nur eine Ausbildung des
-Inkubusglaubens und die wichtigen Elemente beider sind
-zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzest<a id="corr-21"></a>charakter
-an sich tragen. In der Vampirvorstellung treten,
-wie oben gezeigt wurde, noch andere Perversionen als akzessorische
-Faktoren hinzu, vor allem sadistische, masochistische
-und nekrophile Tendenzen, ferner die Betätigung der Mund-
-und Analerotik.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-7">
-V.<br />
-Der Werwolf.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Eine der am stärksten entwickelten Vorstellungen, die
-Verwandlung menschlicher Wesen in Tiere betreffend, ist die
-vom Werwolf. Die wichtigsten anderen Elemente in diesem
-Aberglauben sind Nachtfahrt und Menschenfresserei.
-</p>
-
-<p>
-Der Wolf gehört zu der Gruppe wilder Tiere, die in
-Mythologie und Folklore vielfach zur Darstellung grausamer
-und sadistischer Phantasien verwendet wurden. Zur selben Klasse
-wie die Werwölfe gehören die Mannhyänen in Abessynien<a class="fnote" href="#footnote-224" id="fnote-224">[224]</a>,
-die Mannleoparden in Südafrika<a class="fnote" href="#footnote-225" id="fnote-225">[225]</a>, die Manntiger in Indien<a class="fnote" href="#footnote-226" id="fnote-226">[226]</a>
-<a id="page-54" class="pagenum" title="54"></a>
-und die Mannbären in Skandinavien<a class="fnote" href="#footnote-227" id="fnote-227">[227]</a>, an deren Existenz
-nach Mogk<a class="fnote" href="#footnote-228" id="fnote-228">[228]</a> die norwegischen Bauern noch immer glauben.
-</p>
-
-<p>
-Die symbolische Bedeutung des Wolfes zu erkennen, ist
-nicht schwierig. Hertz<a class="fnote" href="#footnote-229" id="fnote-229">[229]</a> schreibt darüber: »Betrachten wir
-nun speziell den Wolf, so erscheint er, &mdash; das unersättlich
-mordgierige, bei Nacht und zur Winterszeit besonders gefährliche
-Raubtier, &mdash; als das natürliche Symbol der <em>Nacht</em>, des
-<em>Winters</em> und des <em>Todes</em> ....... Der Wolf ist aber nicht
-allein das raubgierigste, er ist auch das <em>schnellste</em>,
-<em>rüstigste</em> unserer größeren vierfüßigen Tiere. Diese seine
-Rüstigkeit, seine wilde Kühnheit, seine grausame Kampf- und
-Blutgier verbunden mit seinem Hunger nach Leichenfleisch
-und seinen dadurch angeregten nächtlichen Besuchen der
-Totenfelder und Walstätten macht den Wolf zum Begleiter
-und Gefolgmann des Schlachtengottes.«
-</p>
-
-<p>
-Die Eigenschaften, die am allermeisten hervortreten
-und deren symbolische Verwendung wir erwarten können,
-sind also Schnelligkeit der Bewegung, unersättliche Blutgier,
-Grausamkeit und eine Angriffsart, die durch die Mischung
-von Kühnheit und schlauer Hinterlist charakterisiert wird,
-ferner Verbindungen mit Nacht, Tod und Leichen; wie man
-leicht einsehen wird, macht das Wilde und Unheimliche, das
-für den Wolf bezeichnend ist, ihn besonders geeignet, die
-gefährlichen und niedrigen Seiten der Natur im allgemeinen
-und der menschlichen im besonderen zu charakterisieren.
-Diese Eigenschaften des Wolfes erklären es, daß er eine wichtige
-Rolle in den Theologien spielte. In Ägypten war der
-Wolf ein heiliges Tier und Osiris selbst erschien bei seinem
-Überfall auf Typhon<a class="fnote" href="#footnote-230" id="fnote-230">[230]</a> in Wolfsgestalt. In der deutschen
-Mythologie waren zwei Wölfe, Geri und Freki, Odins<a class="fnote" href="#footnote-231" id="fnote-231">[231]</a> Begleiter,
-wenn auch Grimms Ansicht, daß sie den Gott selbst
-<a id="page-55" class="pagenum" title="55"></a>
-darstellen, unrichtig<a class="fnote" href="#footnote-232" id="fnote-232">[232]</a> ist. Der Wolf Fenrir, einer von Lokis
-Nachkommen, ist der Mittelpunkt zahlreicher Mythen.<a class="fnote" href="#footnote-233" id="fnote-233">[233]</a> Noch
-besser bekannt ist das Leben als Werwolf von Sigmund
-und Sinfjötli, wie es die Wölsungensage berichtet; auch in
-Amerika ist der Wolf ein heiliges Tier, wie die religiösen
-Wolfstänze der Texas-Indianer<a class="fnote" href="#footnote-234" id="fnote-234">[234]</a> zeigen. Der Nez-Percezstamm
-führt den Ursprung der ganzen Menschenrasse auf einen
-Wolf<a class="fnote" href="#footnote-235" id="fnote-235">[235]</a> zurück.
-</p>
-
-<p>
-In Griechenland war der Wolf dem Sonnengott heilig,
-der in Wolfsgestalt erschien, als er die Telshinen auf Rhodus<a class="fnote" href="#footnote-236" id="fnote-236">[236]</a>
-niedermetzelte. Seine Verbindung mit Apoll hielt man für
-zufällig und für eine Folge des Wortspiels zwischen <span class="greek">&lambda;&#8016;&kappa;&omicron;&sigmaf;</span> Wolf
-und <span class="greek">&lambda;&#973;&kappa;&eta;</span> Licht. Einige Schriftsteller<a class="fnote" href="#footnote-237" id="fnote-237">[237]</a> haben den ganzen
-späteren Werwolfsaberglauben darauf zurückgeführt. Fiske<a class="fnote" href="#footnote-238" id="fnote-238">[238]</a>
-bemerkt in bezug auf letztere Ansicht sehr milde: »Anzunehmen,
-daß Jean Grenier sich für einen Wolf hielt, weil das
-griechische Wort für Wolf dem für Licht ähnlich war und
-so Anlaß zu der Geschichte von einer Lichtgottheit gab, die
-zu einem Wolf wurde, scheint mir durchaus unzulässig.«
-Man könnte hinzufügen, daß es typisch für die Schlüsse ist,
-zu denen man gelangt, wenn man die Psychologie bei den
-mythologischen Studien vernachlässigt. Wie anderswo in
-seelischen Prozessen, so verdeckt auch hier wahrscheinlich
-eine oberflächliche Assoziation eine innere Verbindung der
-Ideen. Zwei solche Beziehungen zwischen den Ideen von Wolf
-und Licht oder Sonne mögen hier kurz erwähnt werden;
-sie gehören beide zu starken, bei der Zeugung tätigen Kräften.
-Schnelligkeit der Bewegung &mdash; eine hervorstechende Eigenschaft
-des Wolfes &mdash; wird in der Mythologie vielfach mit Fruchtbarkeit
-einerseits, mit Wind und Sonne anderseits in Verbindung
-<a id="page-56" class="pagenum" title="56"></a>
-gebracht. Die Vorstellung von der unaufhörlichen
-Bewegung der Sonne ist eine der Ursachen für ihre häufige
-Assoziation mit dem Pferd in der indischen, griechischen und
-germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der <a id="corr-23"></a>Fruchtbarkeit
-mit dem schnellen Wind ist ebenso verbreitet; man
-braucht bloß auf den griechischen und römischen Glauben
-hinzuweisen, daß der Westwind Pferde<a class="fnote" href="#footnote-239" id="fnote-239">[239]</a> und Frauen schwanger
-machen kann, ein Glaube, der bis vor kurzer Zeit in
-Portugal<a class="fnote" href="#footnote-240" id="fnote-240">[240]</a> bestand, ferner auf den deutschen Brauch, zu
-säen, während der Westwind<a class="fnote" href="#footnote-241" id="fnote-241">[241]</a> bläst. Dies ist vielleicht die
-Ursache dafür, weshalb gerade über der <em>westlichen Tür</em>
-von Gladheim, der germanischen Welt der Freude, ein Wolf<a class="fnote" href="#footnote-242" id="fnote-242">[242]</a>
-hing. Die andere Verbindung stammt von der durch den
-Kontrast herbeigeführten Assoziation zwischen Zeugung und
-Zerstörung, zwischen der fruchtbringenden Macht<a class="fnote" href="#footnote-243" id="fnote-243">[243]</a> der Sonne
-und ihrer verderblichen, ferner zwischen ihrer wirksamen
-(phallischen) Wärme bei Tag und im Sommer einerseits und
-ihrer Kraftlosigkeit und ihrem Untergang bei Nacht und im Winter
-anderseits.<a class="fnote" href="#footnote-244" id="fnote-244">[244]</a> Es ist bezeichnend, daß Apoll, bevor er mit
-Helios identifiziert wurde, vor allem der Gott des Todes war;
-seine Beziehung zum Wolf ist noch älter, denn seine Mutter
-Leto verwandelte sich, bevor sie ihn gebar, in eine Wölfin,
-um sich vor dem Zorne der Hera zu schützen. Demselben
-Wortspiel ist auch die wohlbekannte Werwolfsage von Lykaon
-zuzuschreiben, die in verschiedenen Versionen von Ovid,
-Pausanias, Apollodorus und anderen<a class="fnote" href="#footnote-245" id="fnote-245">[245]</a> berichtet wird und
-deren Analyse hier zu geben nicht notwendig ist.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-57" class="pagenum" title="57"></a>
-Eine noch bedeutsamere Rolle spielte der Wolf in Rom,
-wie ja die Romulus-Remus Geschichte zeigt. Man hat Ursache,
-anzunehmen, daß die Gründer von Rom nach dem ursprünglichen
-Glauben von einer Wölfin nicht nur gesäugt, sondern
-sogar geboren wurden, mit anderen Worten, daß die Sage
-einer totemistischen Anschauung entsprang. Die Priester des
-Soranus, des sabinischen Todesgottes, der später mit Apoll
-identifiziert wurde, hießen Hirpi (Wölfe) und eine Art Räuberei
-bildete einen Teil ihres Kultes. Der Wolf war das dem Mars
-heilige Tier und dieser war ja ursprünglich ein Todesgott.
-Der Gott Lupercus stellt wahrscheinlich eine Gruppe von
-Eigenschaften des Mars dar, die sich abgespalten haben und
-eine neue Gottheit bilden; seine Frau Luperca bedeutet die
-Wölfin, die Romulus und Remus säugte. Die Priester hießen
-Crepi, eine ältere Form von Capri (Böcke). Lupercus war
-ein Beiname des Gottes Faunus, Februus oder Innus (von
-inire, Verkehr pflegen). Schwelger<a class="fnote" href="#footnote-246" id="fnote-246">[246]</a> sagt, der Name Lupercus
-sei von lupus und hircus abgeleitet und bedeute so Wolfbock:
-»Eine Bezeichnung, welche die beiden Seiten der in Faunus
-sich darstellenden chthonischen Macht, die zerstörende lebenvernichtende
-und die hervorbringende, lebenerzeugende als
-wesentliche Konnexe zumal ausspricht.« Das Fest der Lupercalien
-(15. Februar) scheint eine Reinigung durch Heirat
-symbolisiert zu haben. Von dem Worte februare (inire),
-nach dem der Monat genannt ist, stammt der Beiname Februata
-oder Februalis der Göttin Juno, der die Ehe heilig war.
-Man glaubte, daß Werwölfe ihre unheilvolle Tätigkeit im
-Februar<a class="fnote" href="#footnote-247" id="fnote-247">[247]</a> ausübten, und nach Andrée<a class="fnote" href="#footnote-248" id="fnote-248">[248]</a> ereigneten sich tatsächlich
-die meisten Epidemien von Lykanthropie in diesem
-Monat. Wir können in betreff der sexuellen Bedeutung des
-Gegenstands eine Stelle von Hermann<a class="fnote" href="#footnote-249" id="fnote-249">[249]</a> hinzufügen: »Auch
-im Italienischen bedeutete lupa sowohl Wölfin als auch
-<a id="page-58" class="pagenum" title="58"></a>
-Buhlerin (vulva) und aus den Tempeln der Luperca wurden
-die späteren Bordelle oder Lupanare.«
-</p>
-
-<p>
-Zahlreiche Versuche, die zum Teil sehr amüsant sind,
-wurden zur Etymologie des Wortes Werwolf<a class="fnote" href="#footnote-250" id="fnote-250">[250]</a> gemacht. Die
-richtige wurde zuerst im Jahre 1211 von Gervasius von Tilbury
-gegeben. »Wer« bedeutet Mann (lateinisch vir, sanskrit viras,
-vergleiche Wergeld) »Wolf« bedeutet ursprünglich Räuber<a class="fnote" href="#footnote-251" id="fnote-251">[251]</a>
-(sanskrit wrikas). Die Römer kannten den Geschlechtsnamen
-versipellis = Hautwechsler; das französische Wort loup-garou
-(von Bodin<a class="fnote" href="#footnote-252" id="fnote-252">[252]</a> loup-varou und von älteren Schriftstellern
-loup-warou<a class="fnote" href="#footnote-253" id="fnote-253">[253]</a> geschrieben) kommt wahrscheinlich von dem
-normannischen Garwolf<a class="fnote" href="#footnote-254" id="fnote-254">[254]</a> = werwolf und ist infolgedessen
-tautologisch.
-</p>
-
-<p>
-Der Werwolfaberglaube ist sehr weit verbreitet gewesen;
-Hertz<a class="fnote" href="#footnote-255" id="fnote-255">[255]</a> hat Beispiele dafür aus den verschiedensten Ländern
-gesammelt. Die betroffene Person wurde nach der allgemeinen
-Anschauung von einem unwiderstehlichen Impuls &mdash; Heißhunger
-&mdash; ergriffen, änderte ihre Erscheinung, streifte des
-Nachts durch die Felder und zerfleischte dabei Tiere und
-Menschen, besonders Kinder. Der Impuls war nur zeitweise
-wirksam und konnte dazwischen ziemlich lang schlummern.
-Wenn die Verwandlung in einen Wolf plötzlich erfolgte, so
-geschah sie meistens dadurch, daß der Betreffende entweder
-eine Wolfshaut<a class="fnote" href="#footnote-256" id="fnote-256">[256]</a> anlegte oder auch einfach das Innere seiner
-eigenen Haut nach außen<a class="fnote" href="#footnote-257" id="fnote-257">[257]</a> wendete; er trug nämlich eine
-Wolfshaut unter seiner eigenen und dieser Glaube verursachte
-<a id="page-59" class="pagenum" title="59"></a>
-im Mittelalter schreckliche Marterungen, da man verdächtige
-Leute zerstückelte<a class="fnote" href="#footnote-258" id="fnote-258">[258]</a>, um die haarige Haut zu finden.
-Haar und Werwolf wurden eng miteinander assoziiert, was
-sich darin zeigt, daß der russische Namen für letzteren
-»<a id="corr-26"></a>volkudlak« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar<a class="fnote" href="#footnote-259" id="fnote-259">[259]</a>. Werwölfe
-konnte man in ihrer menschlichen Gestalt an ihren
-starken zusammengewachsenen Augenbrauen<a class="fnote" href="#footnote-260" id="fnote-260">[260]</a> erkennen.
-Auf die sexuelle Bedeutung des Haares braucht hier kaum
-hingewiesen zu werden. Die Wolfshaut konnte abgelegt
-werden und wenn man sie verbrannte, konnte sich der Betreffende
-nicht mehr verwandeln<a class="fnote" href="#footnote-261" id="fnote-261">[261]</a>; wenn man aber andrerseits
-die menschlichen Kleider wegnahm, während er in
-Wolfsgestalt war, mußte er für immer ein Wolf bleiben.<a class="fnote" href="#footnote-262" id="fnote-262">[262]</a>
-Dies ist ein verbreitetes Motiv in der Mythologie und besonders
-wichtig für die Schwanjungfraumärchen. Das Anlegen
-der Wolfshaut war nur möglich, wenn der Mensch nackt<a class="fnote" href="#footnote-263" id="fnote-263">[263]</a>
-war, die Umwandlung war vollständig bis auf die Augen,
-wofür Hertz<a class="fnote" href="#footnote-264" id="fnote-264">[264]</a> folgende Erklärung gibt: »Da die Seele unverändert
-bleibt, so erfährt auch das Auge, der Seele Spiegel,
-keine Veränderung; am Auge werden die Verwandelten erkannt.«
-In der Mythologie aber kann das Auge ebensogut
-einen wichtigen Teil des Körpers als der Seele symbolisieren
-und diese Tatsache stimmt besser zu der folgenden Variante,
-die Grimm<a class="fnote" href="#footnote-265" id="fnote-265">[265]</a> erzählt: »ein Mann wurde durch eine Hexe verwandelt,
-er heulte vor ihrer Tür, um erlöst zu werden, und
-nach drei Jahren gab sie nach und schenkte ihm eine menschliche
-Haut, um ihn damit zu befreien; er zog sie über sich,
-aber sie bedeckte seinen Schweif nicht, so daß er zwar wieder
-Menschengestalt erlangte, aber den Wolfsschwanz behielt.«
-Die Vorstellung ist dieselbe wie in den Geschichten vom Teufel,
-<a id="page-60" class="pagenum" title="60"></a>
-der an seinem gespaltenen Huf, den er nicht verbergen kann, zu
-erkennen ist. In beiden Fällen bildet das phallische Symbol
-der Tiernatur einen unveränderlichen Bestandteil ihres Wesens.
-</p>
-
-<p>
-Die Vorstellungen des Volkes über die Ursachen, durch
-die jemand ein Werwolf wird, ähneln den andere mythologische
-Wesen betreffenden in bemerkenswerter Weise und
-ihre Erklärung würde uns zu weit von unserem Thema abführen,
-als daß sie hier gegeben werden könnte. Der hervorstechendste
-Zug ist der Glaube, daß eine solche Verwandlung
-auf zwei ganz verschiedene Arten entstehen kann, je nachdem,
-ob der Betreffende sie freiwillig durchführte oder gezwungen,
-gegen seinen Willen; für letzteres gab es drei Ursachen:
-»Schicksal, Zauberei und Sünde«. In den ersten beiden Fällen
-ist es sein Unglück, im dritten sein Fehler. So werden sündige
-Frauen in Wölfinnen verwandelt, meistens für sieben Jahre.
-Um jemanden in einen Werwolf zu verhexen, war eine Haut
-oder ein Gürtel nötig, bisweilen genügte auch ein einfacher
-Ring. Wenn das Schicksal Schuld an der Verwandlung war,
-so konnte der Werwolf auf verschiedene Art erlöst werden.
-Die gewöhnlichen Mittel, die man anwendete, waren: Jemanden
-bei seinen Taufnamen<a class="fnote" href="#footnote-266" id="fnote-266">[266]</a> zu rufen, ihm zu erzählen, daß er
-ein Werwolf<a class="fnote" href="#footnote-267" id="fnote-267">[267]</a> sei, oder auch bloß ihn wiederzuerkennen.<a class="fnote" href="#footnote-268" id="fnote-268">[268]</a>
-</p>
-
-<p>
-Wenn die mittelalterlichen Kirchen-Scholastiker die
-Frage aufgriffen, so akzeptierten sie diese Dinge zwar als
-Glauben des Volkes, aber während einige meinten, daß die
-Tierverwandlung wirklich geschähe, behaupteten andere, daß
-es eine bloße Vorspiegelung des Teufels<a class="fnote" href="#footnote-269" id="fnote-269">[269]</a> sei. Alle aber
-stimmten darin überein, daß die richtige Behandlung in der
-Vernichtung, am liebsten Verbrennung des Verwandelten
-bestehe. Bodin<a class="fnote" href="#footnote-270" id="fnote-270">[270]</a> verteidigt die Richtigkeit dieser Vorstellung
-folgendermaßen: »Plusieurs medecins voyant une
-chose si estrange, et ne sachant point la raison, pour ne
-<a id="page-61" class="pagenum" title="61"></a>
-sembler rien ignorer, ont dict et laissé par escript, que la
-Lycanthropie est une maladie d&rsquo;hommes malades qui pensent
-estre loups, et vont courans parmy les bois: Et de cet advis
-est Paul Aeginet: mais il faudroit beaucoup de raisons, et
-de tesmoings, pour dementir tous les peuples de la terre, et
-toutes les histoires, et mesurement l&rsquo;histoire sacrée, que
-Paracelse, et Pomponace, et mesurement Fernel les premiers
-Medecins et Philosophes qui ont esté de leur aage, et de
-plusieurs siecles, ont tenu la Lycanthropie pour chose tres-certaine,
-veritable et indubitable. Aussi est ce chose bien
-fort ridicule de mesurer les choses naturelles aux choses
-supernaturelles, et les actions des animaux aux actions des
-esprits et Daemons. Encore est plus absurde d&rsquo;alleguer la
-maladie, qui ne seroit sinon en la personne du Lycanthrope,
-et non pas de ceux qui voyent l&rsquo;homme changer en beste, et
-puis retourner en sa figure.« Die wichtigsten Änderungen,
-die die Kirche in dieser Vorstellung hervorrief, betrafen die
-Ursache des Ereignisses. Die unschuldigen Werwölfe wurden
-entweder von dem Teufel selbst oder von den Hexen auf
-sein Gebot hin verzaubert. Die Schuldigen wurden davon
-infolge ihrer Sünden betroffen, die gewöhnlich in Ketzerei
-oder in Beziehungen zum Teufel bestanden. Eine besondere
-Abart des Werwolfs ist der Büxenwolf (Büxen plattdeutsch
-für Hosen), der dieses Privileg dafür besaß, daß er einen
-Pakt mit dem Teufel<a class="fnote" href="#footnote-271" id="fnote-271">[271]</a> abgeschlossen hatte. Die heidnische
-Vorstellung davon, daß die Verwandlung durch Schicksalsschluß
-verursacht sei, erhielt keine Verstärkung durch die
-Kirche, doch gibt es ein Beispiel von christlichem Einfluß
-in dieser Richtung, nämlich den Glauben, daß ein am Weihnachtstag
-geborenes Kind bestimmt sei, ein Werwolf zu
-werden. Als Ursache dafür wird angegeben, daß seine
-Mutter es gewagt habe, am selben Tag wie die Jungfrau
-Maria<a class="fnote" href="#footnote-272" id="fnote-272">[272]</a> zu empfangen.
-</p>
-
-<p>
-Es ist ganz verständlich, daß während der Zeit der
-Hexenverfolgungen der Glaube an Werwölfe eine große Rolle
-<a id="page-62" class="pagenum" title="62"></a>
-spielte. Hertz<a class="fnote" href="#footnote-273" id="fnote-273">[273]</a> schreibt: » ... entstand mit dem Hexenglauben
-die Vorstellung von Menschen, die sich mit Hilfe
-des Satans aus reiner Mordlust zu Wölfen verwandeln. So
-wurde der Werwolf in düster poetischer Symbolik das Bild
-des tierisch Dämonischen in der Menschennatur, der unersättlichen
-gesamtfeindlichen Selbstsucht, welche alten und
-modernen Pessimisten den harten Spruch in den Mund legte:
-Homo homini lupus.« Man meinte, daß die Werwölfe sich
-ebenso wie die Hexen versammelten, durch die Luft fuhren,
-einen Sabbat abhielten, ihrem Herren, der ihnen sein Zeichen
-(Stigma) aufdrückte, Ehrfurcht erwiesen und untereinander
-sexuellen Verkehr pflegten.<a class="fnote" href="#footnote-274" id="fnote-274">[274]</a> Viele dieser Einzelheiten
-wurden bei einer der früheren Gerichtsverhandlungen bekannt,
-so in der von Verdun und Burgot im Jahre 1521,
-über die mehrere Schriftsteller berichten.<a class="fnote" href="#footnote-275" id="fnote-275">[275]</a> Nach de Lancre<a class="fnote" href="#footnote-276" id="fnote-276">[276]</a>
-gaben diese Leute zu »qu&rsquo;ils prenoyent autant de plaisir
-lors qu&rsquo;ils s&rsquo;accouploient brutalement auec les louues, que lors
-qu&rsquo;ils s&rsquo;acointoyent humainement auec des femmes.« Ferner
-beschrieben sie, wie der Teufel sie in Wölfe verwandelt hätte,
-indem er sie mit einer Salbe eingerieben. Dasselbe Geständnis
-legten auch die Angeklagten in einer Gerichtsverhandlung
-in Salzburg im Jahre 1717 ab. Die »Einreibung« war offenbar
-die wohlbekannte Hexensalbe. Beide wurden in Besançon
-verbrannt.
-</p>
-
-<p>
-Wie die Hexen so stehen auch die Werwölfe in Beziehungen
-zu den Katzen und bilden in vieler Hinsicht das Gegenstück zu
-ihnen. Wie der Wolf Wotan heilig war, so die Katze der Freya.<a class="fnote" href="#footnote-277" id="fnote-277">[277]</a>
-Zauberer verwandeln sich in Wölfe, Zauberinnen in Katzen<a class="fnote" href="#footnote-278" id="fnote-278">[278]</a>
-und die Einzelheiten dieses Vorgangs waren in beiden Fällen<a class="fnote" href="#footnote-279" id="fnote-279">[279]</a>
-<a id="page-63" class="pagenum" title="63"></a>
-die gleichen. Beide Motive sind in einer alten tartarischen
-Heldensage<a class="fnote" href="#footnote-280" id="fnote-280">[280]</a> vereinigt. »Bürüh-Chan, ein Herrscher über
-600 Wölfe, lebte bald als ein goldglänzender Wolf,<a class="fnote" href="#footnote-281" id="fnote-281">[281]</a> bald als
-Mensch. Der Knabe Altenkök fängt ihn in einer Schlinge
-und fordert von ihm auf den Rat eines Greises die Katze,
-welche er in seinem Zelte hege. Als sie der Knabe nach
-Hause gebracht, verwandelt sie sich in ein schönes Weib;
-denn sie ist die Tochter des Wolfsfürsten, der nun seinem
-Eidam reiche Mitgift schenkt.«
-</p>
-
-<p>
-Infolge der Aufmerksamkeit, die die Kirche der Angelegenheit
-schenkte, wurden Werwolfverhandlungen zu Ende
-des Jahrhunderts außerordentlich häufig und nahmen in
-einigen Gegenden, z. B. im Jura, epidemische Form<a class="fnote" href="#footnote-282" id="fnote-282">[282]</a> an.
-Die meisten gaben ihre Schuld zu, beschrieben bis ins einzelne
-ihre Verwandlung und ihre nächtlichen Taten, wie sie Menschen
-und Tiere zerfleischten. Die bekanntesten Verhandlungen
-waren die über Gilles Garnier 1573<a class="fnote" href="#footnote-283" id="fnote-283">[283]</a> und über Jean Grenier
-1603<a class="fnote" href="#footnote-284" id="fnote-284">[284]</a>; ersterer wurde lebendig verbrannt. Ein Werwolf
-wurde noch 1720<a class="fnote" href="#footnote-285" id="fnote-285">[285]</a> in Salzburg hingerichtet. In Frankreich
-bekam der Glaube im Anfang des 18. Jahrhunderts den
-Todesstoß durch eine anonyme Satire, deren Verfasser der
-Abbé Bordelon war: »Les aventures de Monsieur Oufle«,
-(Anagramm für Foule).
-</p>
-
-<p>
-Der Glaube an die wirkliche Existenz von Werwölfen
-ist keineswegs ausgestorben; Krauß<a class="fnote" href="#footnote-286" id="fnote-286">[286]</a> erzählt vom Jahre 1888
-ein gutes Beispiel dafür und, wie ich aus eigener Erfahrung
-bezeugen kann, glauben die französischen Canader<a class="fnote" href="#footnote-287" id="fnote-287">[287]</a> noch
-jetzt fest daran.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-64" class="pagenum" title="64"></a>
-Die Verwandtschaft zwischen dem Werwolf- und dem
-Inkubusglauben ist nur eine indirekte, wie sogleich gezeigt
-werden soll, doch besteht eine sehr enge Verbindung mit
-dem Aequivalent des Volkes für den Inkubus- nämlich dem
-Alp- und Mahrglauben. Der siebente Sohn ist dazu bestimmt,
-ein Werwolf<a class="fnote" href="#footnote-288" id="fnote-288">[288]</a> zu werden, die siebente Tochter eine Mahr.<a class="fnote" href="#footnote-289" id="fnote-289">[289]</a>
-Nach einer dänischen Überlieferung wird eine Frau, die das
-Geburtshäutchen eines Füllens über vier Pflöcke spannt und
-um Mitternacht nackt unten durchkriecht, ihre künftigen
-Kinder ohne Schmerzen gebären, aber alle Knaben müssen
-Werwölfe werden und jedes Mädchen eine Mahr.<a class="fnote" href="#footnote-290" id="fnote-290">[290]</a> Dies
-kann man mit folgendem skandinavischen Aberglauben vergleichen:
-»wenn eine Frau sich eine leichte Geburt dadurch
-verschafft, daß sie unter einem Pferdegeschirr durchkriecht,
-so wird das Kind ein Alp<a class="fnote" href="#footnote-291" id="fnote-291">[291]</a> werden.« Meyer<a class="fnote" href="#footnote-292" id="fnote-292">[292]</a> sagt: »Die
-Katzen, die unter einen Sarg und von da unter das Bett
-eines Neugeborenen springen, können dasselbe in einen
-Werwolf oder eine Mahr verwandeln.« Hexen haben in
-dieser Hinsicht dieselbe Macht wie Katzen und Kinder,
-die nicht gegen sie geschützt sind, nennt man Heidenwölfe.<a class="fnote" href="#footnote-293" id="fnote-293">[293]</a>
-Der Werwolf gelangt durch den Abzugskanal in das Haus,
-ebenso wie die Mahr durch das Schlüsselloch.<a class="fnote" href="#footnote-294" id="fnote-294">[294]</a> Man kann
-einen Werwolf, ebenso wie den Alp<a class="fnote" href="#footnote-295" id="fnote-295">[295]</a> und die Mahr<a class="fnote" href="#footnote-296" id="fnote-296">[296]</a> an
-den zusammengewachsenen Augenbrauen erkennen. Die Kinder
-der Roggenfrau werden Roggenwölfe.<a class="fnote" href="#footnote-297" id="fnote-297">[297]</a> Schließlich geht die
-Befreiung des Werwolfs auf dieselbe Weise vor sich, wie die
-der Mahr, der Schwanenjungfrau u. s. w.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-65" class="pagenum" title="65"></a>
-Die Beziehungen zwischen Werwolf- und Vampirvorstellungen
-sind noch enger; vor allem ist im Südosten von
-Europa der Glaube allgemein, daß Werwölfe nach ihrem Tod
-Vampire<a class="fnote" href="#footnote-298" id="fnote-298">[298]</a> werden. Natürlich sind in dieser Gegend, wo
-der Vampirglaube am festesten wurzelt, die beiden Vorstellungen
-aufs engste miteinander verknüpft<a class="fnote" href="#footnote-299" id="fnote-299">[299]</a>, obwohl
-zwei der besten Autoritäten, Andrée<a class="fnote" href="#footnote-300" id="fnote-300">[300]</a> und Krauß<a class="fnote" href="#footnote-301" id="fnote-301">[301]</a>, behaupten,
-daß man sie immer auseinanderhalten könne. Aber
-die bloße Tatsache, daß das russische Wort volkudlak, ursprünglich
-Werwolf, in Bulgarien und Serbien allgemein (mit
-lokalen Varianten) zur Bezeichnung des Vampirs<a class="fnote" href="#footnote-302" id="fnote-302">[302]</a> aufgenommen
-wurde, spricht unzweifelhaft dafür, daß das Volk
-eine enge Beziehung zwischen den beiden Vorstellungen sieht.
-</p>
-
-<p>
-Der Werwolf wird, wenn auch nicht so regelmäßig wie
-der Vampir, mit der Vorstellung vom Tode assoziiert. Die
-enge Verbindung zwischen dem Wolf und den Todesgottheiten
-des Altertums wurde oben erwähnt. Der gespensterhafte Wolf
-spielt ebenso wie der gespensterhafte wilde Hund eine wichtige
-Rolle als Psychopomp<a class="fnote" href="#footnote-303" id="fnote-303">[303]</a> und in späteren Zeiten galt das
-Heulen eines Wolfes oder eines Hundes für ein Todesomen.
-Er wird mit den Vorstellungen von Nachtfahren und Nachtreiten
-überhaupt in Verbindung gebracht. Die feindlichen Nachtfrauen
-des nordischen Volksglaubens &mdash; sie gehören zu den
-Ahnen der mittelalterlichen Hexen &mdash; ritten auf Wölfen.<a class="fnote" href="#footnote-304" id="fnote-304">[304]</a>
-Viele Märchen von Werwölfen entstammen offenbar der verwandten
-Vorstellung vom wütenden Heer und der wilden
-Jagd. Peucets<a class="fnote" href="#footnote-305" id="fnote-305">[305]</a> Beschreibung von dem nächtlichen Marsch
-von tausenden von Werwölfen, die ein großer Mann mit
-einer Peitsche aus Eisenringen führt, &mdash; offenbar der Teufel
-<a id="page-66" class="pagenum" title="66"></a>
-&mdash; erinnert lebhaft an die zahlreichen Erzählungen dieser
-Art<a class="fnote" href="#footnote-306" id="fnote-306">[306]</a>. Nach Mannhardt<a class="fnote" href="#footnote-307" id="fnote-307">[307]</a> wäre auch der Roggenwolf gleich
-dem Hunde der wilden Jagd als Seelenbegleiter &mdash; Psychopomp
-&mdash; gedacht.
-</p>
-
-<p>
-In dieser Verbindung ist es von Wichtigkeit, daß der
-Werwolf nicht allein ein verwandelter lebender Mensch sein
-kann, sondern auch ein Leichnam, der sich in Gestalt eines
-Wolfes aus dem Grab erhoben hat. Hertz<a class="fnote" href="#footnote-308" id="fnote-308">[308]</a> erzählt folgenden
-Fall: »Ein merkwürdiges Beispiel ist der gefährliche und
-grausame Wolf von Ansbach im Jahre 1685, welcher für
-das Gespenst des verstorbenen Bürgermeisters gehalten
-wurde.« Der Wolf wurde schließlich getötet. »Darauf
-zog man ihm die Haut ab für die fürstliche Kunstkammer,
-machte ihm von Pappe ein Menschengesicht mit einem Schönbart
-lang und weißgraulich, ein Kleid von <a id="corr-32"></a>gewichster fleischfarbrötlicher
-Leinwand und eine kastanienbraune Perrücke;
-so wurde er auf dem »Nürnberger Berg vor Onolzbach« an
-einem eigens dazu errichteten Schnellgalgen aufgehängt.«
-Den verwandelten Leichnam hielt man gewöhnlich für den
-eines Verdammten, der in seinem Grab<a class="fnote" href="#footnote-309" id="fnote-309">[309]</a> keine Ruhe finden
-konnte. Ein historisches Beispiel dafür ist König Johann
-»ohne Land« von England, dessen Leichnam sich, wie man
-glaubte, infolge einer päpstlichen Exkommunikation in einen
-Werwolf verwandelt hätte. Bosquet<a class="fnote" href="#footnote-310" id="fnote-310">[310]</a> schreibt diesbezüglich:
-»Ainsi se trouva complètement réalisé le funeste présage
-attaché à son surnom de Sans-Terre, puisqu&rsquo;il perdit de son
-vivant presque tous les domaines soumis à sa suzeraineté, et
-que, même après sa mort, il ne put conserver la paisible
-possession de son tombeau.«
-</p>
-
-<p>
-Das Gehaben des Werwolfs erinnert häufig an das des
-Vampirs; in Armenien werden sündige Frauen dadurch bestraft,
-daß sie sieben Jahre als Werwölfe leben müssen;
-<a id="page-67" class="pagenum" title="67"></a>
-wenn die schreckliche Wolfslust sie überfällt, so zerreißen
-sie zuerst ihre eigenen Kinder, dann die ihrer Verwandten
-und schließlich fremde, ganz ebenso wie die Vampire.<a class="fnote" href="#footnote-311" id="fnote-311">[311]</a> Ein
-anderes armenisches Ungeheuer, der Dashnavar, der zwischen
-Werwolf und Vampir steht, saugt das Blut aus den Sohlen
-der Vorübergehenden, bis sie sterben.<a class="fnote" href="#footnote-312" id="fnote-312">[312]</a> Nach Hertz<a class="fnote" href="#footnote-313" id="fnote-313">[313]</a> ist:
-»am auffallendsten die Vermischung der Vorstellungen von
-Werwolf und Vampir in Danziger Sagen, wo es heißt, man
-müsse den Werwolf verbrennen, nicht begraben; denn er
-habe in der Erde keine Ruhe und erwache wenige Tage nach
-der Bestattung; im Heißhunger fresse er sich dann das Fleisch
-von den eigenen Händen und Füßen ab, und wenn er nichts
-mehr an seinem Körper zu verzehren habe, wühle er sich
-um Mitternacht aus dem Grabe hervor, falle in die Herden
-und raube das Vieh oder steige gar in die Häuser, um sich
-zu den Schlafenden zu legen und ihnen das warme Herzblut
-auszusaugen; nachdem er sich daran gesättigt habe, kehre
-er wieder in sein Grab zurück. Die Leichen der Getöteten
-findet man aber des anderen Tages in den Betten und nur
-eine kleine Bißwunde auf der linken Seite der Brust zeigt die
-Ursache ihres Todes an.« Werwölfe wurden sogar mit den
-Ghuls vermengt; in Frankreich gab es eine besondere Art
-von Werwölfen, loubins genannt, die Nachts herdenweise die
-Kirchhöfe besuchten, um die Leichen zu zerfleischen.<a class="fnote" href="#footnote-314" id="fnote-314">[314]</a>
-</p>
-
-<p>
-Wir sehen also, daß das Motiv vom revenant und das
-der Leichen dem Werwolf- und Vampirglauben gemeinsam
-sind, während von dem Blutsaugen des letzteren zu des
-ersteren Gier nach Zerfleischen nur ein kleiner Schritt ist;
-die beiden Vorstellungen sind also überall ineinander verschlungen.
-</p>
-
-<p>
-Was die Bedeutung und den Ursprung des Werwolfglaubens
-betrifft, so muß bemerkt werden, daß die wichtigsten
-Elemente die Verwandlung in Tiere, die Gier nach Zerfleischen
-<a id="page-68" class="pagenum" title="68"></a>
-und das nächtliche Wandern sind. In manchem
-anderen Aberglauben können die beiden letzteren Elemente
-ohne das erste miteinander verbunden werden. So glauben
-die Thessaler, Epiroten und Wallachen an Somnambulisten,
-die bei Nacht umherwandern und die Menschen mit ihren
-Zähnen zerreißen.<a class="fnote" href="#footnote-315" id="fnote-315">[315]</a> Von dieser Vorstellung, nämlich sich wie ein
-Wolf benehmen, ist es zur tatsächlichen Verwandlung nur
-mehr eine Stufe. Daß die Lust am Zerreißen und Zerfleischen
-eine sadistische Tendenz darstellt, ist so offenbar, daß es
-keiner Besprechung bedarf, und viele Autoren<a class="fnote" href="#footnote-316" id="fnote-316">[316]</a> haben es bezeugt.
-Die beiden Ausdrücke können in der Tat fast immer
-miteinander vertauscht werden; die Wolfssymbolik eignet
-sich besonders dazu, dies darzustellen, und die Wirkung wird
-noch dadurch erhöht, daß die Werwölfe für wilder gelten
-als andere Wölfe. Aus der Tatsache, daß eine so intensive
-Grausamkeit und Wildheit, außer in Angstträumen, nur sehr
-selten zum Bewußtsein kommt, wenigstens nicht in demselben
-Grade, kann man mit Recht mutmaßen, daß eben die
-Erfahrungen der Angstträume eine wichtige Rolle bei
-der Entwicklung unseres Aberglaubens spielten. Sadistische
-Tendenzen erweisen sich bei der Analyse in der Regel als eng
-verknüpft mit Inzestgedanken und stehen in Verbindung mit
-der Vorstellung des Kindes vom Koitus der Eltern, von der
-Feindseligkeit gegen den Vater u. s. w. Es ist vielleicht kein
-bloßer Zufall, daß der Haß gegen den Vater ein besonders
-auffälliges Charakteristikon bei den wirklichen Fällen von
-Lykanthropie<a class="fnote" href="#footnote-317" id="fnote-317">[317]</a> war, d. h. dort, wo die Leute sich einbildeten,
-Nachts in Gestalt von Wölfen umherzuwandern.
-</p>
-
-<p>
-Der Glaube an das Nachtwandern, d. h. daran, daß eine
-bestimmte Person gleichzeitig an zwei Orten sein kann, stammt
-wie das wirkliche Schlafwandeln sicherlich aus Traumerfahrungen,
-denn seine Entwicklung kann man noch heute bei
-wilden Völkern beobachten. Man glaubte, daß der wirkliche
-<a id="page-69" class="pagenum" title="69"></a>
-Leib des Werwolfs schlafend im Bett läge, während sein
-Geist in Wolfsgestalt<a class="fnote" href="#footnote-318" id="fnote-318">[318]</a> die Wälder durchstreife; ferner fanden
-sich, wenn der Wolf verletzt wurde, die entsprechenden
-Wunden an dem menschlichen Körper, der daheim<a class="fnote" href="#footnote-319" id="fnote-319">[319]</a> geblieben
-war. Die Ähnlichkeit mit den Traumvorstellungen der Wilden,
-auf die im ersten Kapitel hingewiesen wurde, ist wohl deutlich;
-für diese Reiseträume gibt es verschiedene Quellen, denn
-sie können eine beträchtliche Anzahl verdrängter Wünsche
-symbolisieren, so den Wunsch nach Freiheit von Zwang, den
-der Wolf sehr gut darstellt<a class="fnote" href="#footnote-320" id="fnote-320">[320]</a>, und besonders nach Unabhängigkeit
-vom Vater, nach erhöhter Potenz, die durch schnelle
-Bewegung symbolisiert wird, u. s. w. Die letzte Quelle des
-Interesses an der Bewegung muß man in der sexuellen Färbung
-angenehmer Empfindungen dieser Art suchen, die das
-Kind<a class="fnote" href="#footnote-321" id="fnote-321">[321]</a> hatte.
-</p>
-
-<p>
-Werwolf- und Inkubusglauben können als die beiden
-entgegengesetzten Seiten desselben Motivs angesehen werden;
-bei letzterem ist die Aufmerksamkeit auf die Person konzentriert,
-die im Schlaf durch ein Ungeheuer überfallen wird,
-bei ersterem auf das Ungeheuer, das den Schläfer angreift.
-Die masochistische Komponente des Motivs ist bei dem einen,
-die sadistische bei dem anderen vorherrschend. Der Werwolfglaube
-besteht also im wesentlichen in der Ausbildung und
-Modifizierung der einfacheren Inkubusvorstellung.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-8">
-VI.<br />
-Der Teufelsglaube.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Bei der Zusammensetzung der Idee des Teufels hat eine
-fast unzählbare Menge verschiedener Faktoren mitgewirkt.
-Das analytische Studium ähnlicher Bildungen der menschlichen
-Phantasie, beispielsweise der psychoneurotischen Symptome,
-<a id="page-70" class="pagenum" title="70"></a>
-zeigt, daß die meisten dieser Faktoren nur Nebenbeiträge darstellen,
-da jede Phantasie um <em>einen</em> nucleus herum gruppiert
-ist. Es kann unsere Aufgabe nicht sein, die Enträtselung
-dieser beitragenden Faktoren zu versuchen, und wir wollen
-von den zahlreichen Problemen, die der Gegenstand enthält,
-die folgenden drei für unsere Erörterung auswählen; 1. Was
-ist die eigentliche und wesentliche Bedeutung des Teufelsglaubens?
-2. Wieso wurde er in einer bestimmten Epoche
-so bedeutungsvoll und scharf umrissen? 3. In welcher Verbindung
-steht er mit der Erfahrung des Angsttraumes?
-</p>
-
-<p>
-Daß der Teufel nicht vom Himmel erzeugt wurde, wie
-die Theologen noch heute lehren, sondern vom Menschengeist,
-kann als erwiesen gelten; so sagt Graf<a class="fnote" href="#footnote-322" id="fnote-322">[322]</a>: »Er wurde nicht
-vom Himmel herabgestürzt, sondern erhob sich aus den Abgründen
-der menschlichen Seele«. Und daß diese »Abgründe«,
-wenn man ihre Entstehung untersucht, eine durchaus bestimmte
-Bedeutung erhalten, daran läßt sich wohl kaum zweifeln.
-Freud<a class="fnote" href="#footnote-323" id="fnote-323">[323]</a> schreibt: »Der Teufel ist doch gewiß nichts anderes
-als die Personifikation des verdrängten unbewußten Trieblebens«
-und Silberer<a class="fnote" href="#footnote-324" id="fnote-324">[324]</a> sagt: »Der Teufel und die finsteren
-dämonischen Gestalten der Mythen sind, psychologisch genommen,
-funktionale Symbole, Personifikationen des unterdrückten,
-nicht sublimierten elementaren Trieblebens.« Unser
-Problem ist es also, herauszufinden, <em>welche</em> Komponenten
-dieses Trieblebens die Quelle des Teufelsglaubens bilden.
-</p>
-
-<p>
-Unzweifelhaft gehört die Frage des Teufelsglaubens in
-die Reihe jener Probleme, die mit dem Angstgefühl zusammenhängen;
-seine ganze Geschichte ist eine Geschichte der ununterbrochenen
-Angst und mit diesem Gefühle war er so unlösbar
-verbunden, daß die Gegenwart eines verkleideten Dämons
-durch die Angst und den heftigen Schrecken, den sie zurückließ,
-entdeckt werden konnte; denn ihre Wirkung auf die
-<a id="page-71" class="pagenum" title="71"></a>
-Anwesenden war so stark, daß diese am ganzen Körper gelähmt,
-stumm oder eisig kalt wurden.<a class="fnote" href="#footnote-325" id="fnote-325">[325]</a> Zum Ausgangspunkt
-für unsere Untersuchungen wollen wir eine Bemerkung
-Pfisters<a class="fnote" href="#footnote-326" id="fnote-326">[326]</a> nehmen, in der er den Teufelsglauben auf »infantile
-Angsterlebnisse« zurückführt. Da die Entstehungsursache der
-infantilen Angst jetzt bekannt ist<a class="fnote" href="#footnote-327" id="fnote-327">[327]</a>, liegt es nahe, die Beschreibungen
-des Teufelsglaubens im Lichte dieser Kenntnis zu
-betrachten. Dieses Verfahren hat mich zur Formulierung der
-folgenden Schlüsse gelangen lassen, deren Beweis sogleich
-mitgeteilt werden soll: <em>Der Teufelsglaube ist hauptsächlich
-eine Projektion zweier Kategorien von
-verdrängten Wünschen, die beide im letzten
-Grunde auf die infantile Ödipus-Situation zurückgehen;</em>
-<i>a</i>) <em>der Wunsch, gewisse Eigenschaften
-des Vaters nachzuahmen</em>; <i>b</i>) <em>der Wunsch,
-dem Vater Trotz zu bieten; mit anderen Worten,
-abwechselnd Wettstreit mit dem Vater und Feindseligkeit
-gegen ihn</em>. Aus beiden Quellen fließt verdrängtes
-Material; auch die erste unterscheidet sich von jener Frömmigkeit,
-die sich später durch den Glauben an Gott äußert, dadurch,
-daß sie enger mit der Bewunderung für die dunklere
-»böse« Seite in dem Charakter des Vaters zusammenhängt.
-Im ersten Falle personifiziert der Teufel den Vater, im zweiten
-den Sohn; er stellt also die unbewußte Stellungnahme zum
-Sohn-Vater-Komplex dar, wobei bald die eine, bald die
-andere Seite besonders hervortritt. Dem ist hinzuzufügen,
-daß die entsprechende weibliche Ödipus-Situation ebenfalls
-Material beigestellt hat, das jedoch minder wichtig ist; darum
-soll der Vereinfachung halber das Problem hauptsächlich mit
-den Ausdrücken für den männlichen Komplex erörtert werden,
-von dem der andere in vieler Hinsicht nur ein Duplikat ist.
-</p>
-
-<p>
-Wenn wir nun zunächst das zweite der oben erwähnten
-Probleme aufnehmen, müssen wir sogleich auf die rein
-<a id="page-72" class="pagenum" title="72"></a>
-historische Betrachtungsweise verzichten; für diese sei der
-Leser auf Bücher wie die von Conway, Grimm, Roskoff, Gener
-verwiesen, unter denen insbesondere das letzterwähnte durch
-seine Reichhaltigkeit und gründliche philosophische Fundierung
-hervorragt. Ein kurzer Auszug aus einigen der wichtigsten
-historischen Angaben ist jedoch für unsere Orientierung unerläßlich.
-Der erste Punkt, auf den hier Gewicht gelegt werden
-muß, ist die Tatsache, daß die Teufelsidee in der genauen
-Bedeutung des Wortes ausschließlich dem Christentum angehört,
-da die früheren Angaben nur das bloße Material bilden, aus
-welchem die eigentliche Vorstellung geformt wurde; für unser
-Problem müssen wir also kurz die Art dieses früheren
-Materials erörtern.
-</p>
-
-<p>
-Die Vorstellung von bösen, übernatürlichen Kräften ist,
-obwohl nicht überall verbreitet, doch unter den wilden
-Völkern<a class="fnote" href="#footnote-328" id="fnote-328">[328]</a> sehr häufig und war es auch unter den Kulturvölkern
-des Altertums; überprüft man aber die einzelnen
-Zeugnisse genauer, so fällt es auf, daß die betreffenden Kräfte
-nur äußerst selten als rein böse vorgestellt wurden. Fast die
-einzige Ausnahme ist der persische Ahriman, wie er in der
-Zend-Avesta (Vedida-Abschnitt) geschildert wird. Man kann
-deshalb behaupten, daß vor dem Christentum keine scharfumrissene
-Vorstellung von einem übernatürlichen Wesen,
-dessen Beruf das Böse war, existierte. Der brahmanische
-Vritra, der buddhistische Siva, der ägyptische Set (oder
-Typhon), der griechische Pan, der germanische Loki waren
-alle zweifellos Götter, die nicht nur versöhnt, sondern auch
-verehrt werden mußten, und sie alle waren grundsätzlich verschieden
-von dem Teufel des Mittelalters. Griechenland war,
-wie nach seinen anderen herrlichen Eigenschaften zu erwarten
-stand, ausgezeichnet durch die geringe Rolle, welche die
-Angstgefühle in seiner Theologie spielten. Auf den ersten
-Blick scheint das Judentum dem Hellenismus in bezug auf
-die geringe Entwicklung der bösen Wesen in seiner Theologie
-zu gleichen, aber die Gründe waren in beiden Fällen ganz
-verschieden. Es ist dabei die bezeichnende Tatsache festzuhalten,
-<a id="page-73" class="pagenum" title="73"></a>
-daß gleichzeitig mit der Entwicklung der Satanvorstellung,
-welche dem babylonischen Exile folgte und entweder
-durch den persischen <a id="corr-33"></a>Ahriman oder, was Robertson<a class="fnote" href="#footnote-329" id="fnote-329">[329]</a> für
-wahrscheinlicher hält, durch den babylonischen Ziegengott
-beeinflußt war, der Charakter der Yahweh-Idee wechselte
-und sich der modernen Vorstellung einer wohltätigen Gottheit
-weit mehr näherte. In der früheren Geschichte der Juden
-waren in Yahweh die Eigenschaften sowohl von Gott wie
-vom Teufel miteinander verbunden und alles, Böses
-wie Gutes stammte ohne Zwischenglied von ihm. M. Graf<a class="fnote" href="#footnote-330" id="fnote-330">[330]</a>
-sagt darüber: »Man braucht nur einigermaßen auf das Wesen
-Jehovas zu achten, um sogleich gewahr zu werden, daß neben
-einem solchen Gotte für einen Teufel wenig Platz übrig ist.«
-Conway<a class="fnote" href="#footnote-331" id="fnote-331">[331]</a> bemerkt im selben Sinne: »Die Juden hatten ursprünglich
-keinen Teufel, ebensowenig wie irgend ein anderes
-Volk und dies aus dem offensichtlichen Grunde, weil ihr
-sogenannter Gott zu jedem moralischen Übel für fähig galt,
-für das ein Urheber gefunden werden sollte« und Gener<a class="fnote" href="#footnote-332" id="fnote-332">[332]</a>
-sagt von dem jüdischen Gotte: »Il est dieu et diable à la
-fois; mais plus fréquemment il est diable.«
-</p>
-
-<p>
-Das Beispiel des Judentums ist besonders lehrreich,
-weil es zur Lösung der Streitfrage beiträgt, ob die Vorstellung
-des Teufels eine selbständige Entstehungsgeschichte besitzt,
-wie es die Theologie behauptet, oder das Resultat jenes mythologischen
-Prozesses ist, den wir als Auseinanderlegung
-kennen, wobei verschiedene Eigenschaften einer ursprünglich
-einheitlichen Persönlichkeit mit einer selbständigen Existenz
-begabt werden, so daß mehrere verschiedene Persönlichkeiten
-in Erscheinung treten. Die Tatsache allein, daß die Scheidung
-der Vorstellung von Gott und Teufel ein späteres Stadium
-der Kulturentwicklung bezeichnet und der ursprünglichen
-Auffassung, daß übernatürliche Wesen zu gleicher Zeit gut
-und böse sind, nachfolgt, spricht nachdrücklich zu Gunsten
-<a id="page-74" class="pagenum" title="74"></a>
-der letzteren Hypothese und dies wird durch das Beispiel des
-Judentums erheblich verstärkt. Nach einer detaillierten Darstellung
-dieses Sachverhaltes erörtert Gener<a class="fnote" href="#footnote-333" id="fnote-333">[333]</a> die Frage, ob
-Satan 1. einen der degradierten Götter der benachbarten
-Stämme nach der Besiegung durch Yahweh, 2. den Hazazel
-des Levitikus oder 3. einfach eine abgetrennte Emanation
-<a id="corr-34"></a>Yahwehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement«
-darstellt. Er entscheidet sich zu Gunsten der letzten Anschauung,
-welche offenbar die richtige ist, was nicht nur
-durch die ganze Entwicklungsgeschichte Yahwehs, sondern
-auch durch Satans eigenes Benehmen bewiesen wird; im
-Buche Hiob erscheint er als der treue Diener Yahwehs, als
-eine Art intelligenter Detektiv, der die Leute erprobt und
-ihre Schwächen ausfindig macht. Conway<a class="fnote" href="#footnote-334" id="fnote-334">[334]</a> ist derselben
-Meinung, sogar bezüglich des erheblich anders gearteten
-Teufels des Neuen Testaments: »Die Schilderungen des Teufels
-in der Bibel sind in der Hauptsache von den alten Schilderungen
-der Elohim und Jehovas in seinem elohistischen
-Charakter geborgt.«
-</p>
-
-<p>
-Dieser Schluß wird durch die Betrachtung der Etymologie
-des Wortes Teufel (altdeutsch Tuivel, englisch devil, französisch
-diable) unterstützt. Wie das verwandte griechische
-»diabolos«, geht es im letzten Grunde auf die Ur-Wurzel D Y V
-zurück, die wir im Sanskrit in zwei Formen antreffen, div
-und dyu, deren anfängliche Bedeutung »zünden« war. Von
-der ersten kommt außer Teufel der germanische Tius, Tiwas
-oder Zio, der griechische theos, lateinisch deus oder divus,
-französisch dieu, cymrisch diw, lithauisch diewas, Zigeunersprache
-dewel, die alle »Gott« bedeuten; dasselbe Wort dewa
-bedeutet dem Brahmanen Gott und dem Perser und Parsen
-Teufel. Von der zweiten Form kommt das indische Djaos
-(der brahmanische Himmelsgott), das griechische Zeus (Z = Dj),
-lateinisch Jupiter, (altlateinisch Diovis). Dieselbe merkwürdige
-Polarität ist bei den unpersönlichen Worten zu konstatieren,
-die aus dieser Wurzel stammen: einerseits das
-<a id="page-75" class="pagenum" title="75"></a>
-lateinische »dies«, das keltische dis = Taggestirn, Sanskrit
-dyaos = Tag und anderseits das arische dhvan (wovon das
-griechische thanatos) = Tod, germanisch devan = sterben,
-arisch dvi = fürchten, griechisch deos = Schrecken. Ja sogar
-die eigentlichen Polaritätsausdrücke haben einen ähnlichen
-Ursprung. Das Sanskrit dva, lateinisch duo, englisch two,
-cymrisch deu bedeuten alle »zwei« (vgl. englisch double =
-zweifach mit althochdeutsch deudel = Teufel). Auch das
-Wort »Zeugen« soll aus derselben Quelle stammen, während
-das griechische dys ebenso sehr entzwei wie böse bedeutet.<a class="fnote" href="#footnote-335" id="fnote-335">[335]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die Zunahme des Christentums brachte der Teufelsidee
-neue Nahrung, da sie die einzig mögliche Erklärung für das
-noch immer in der Welt verbreitete Böse war. Dies war
-auch als Folge des vom Christentum geforderten Verzichtes
-auf die sündige Weltlust unvermeidlich. Ein solcher Verzicht
-wurde von manchen Sekten viel weiter getrieben als von
-der Mutterkirche und diese entwickelten die Teufelsidee auch in
-einem entsprechend höheren Grade. Viele der alten Gnostiker
-hatten an ein Wesen geglaubt, in dem die guten und bösen
-Eigenschaften gemischt waren, nämlich an den Demiurgos,
-den Weltschöpfer und Feind Christi, und unter dem Einflusse
-der degenerierten Form von Zoroasters Lehre, wie sie von
-dem Perser Mani im 3. Jahrhundert gelehrt wurde, hatten
-die Manichäer diese Idee zu einem vollständigen System ausgebaut.
-<a id="page-76" class="pagenum" title="76"></a>
-Darin galt die ganze Natur, alle Tiere, alle weltlichen
-Gelüste als des Teufels Reich. Um das 11. Jahrhundert
-ging diese Sekte und andere in dem Konglomerat auf,
-das unter dem Namen »Katharer« bekannt ist, nach dem
-Kater, in dessen Gestalt sie Luzifer anzubeten pflegten; auch
-die Albigenser legten großes Gewicht auf die Sündigkeit der
-Natur. Diese Umstände hatten auf die katholische Kirche
-doppelten Einfluß. Einmal drangen diese Lehren in ihren
-Körper ein und verstärkten den ursprünglichen Glauben
-an die notwendige Sündhaftigkeit weltlicher Wünsche ungemein,
-so daß die Auffassung des Begriffes Sünde ein nie vorher
-oder nachher gekanntes Maß erreichte. Auf der anderen
-Seite benutzte sie planmäßig die Teufelsidee als kräftige
-Waffe im Kampf gegen alle Ketzereien, welche sie als vom
-Teufel stammend erklärte.
-</p>
-
-<p>
-Diese Waffe brauchte die Kirche schon in ihrem Kampfe
-gegen die nichtchristlichen Religionen. St. Paul selbst (1 Kor.
-X. 20) hatte erklärt, die heidnischen Götter seien nichts als
-Dämonen, und die Kirche wandte diese Lehre mit gewissenhaften
-Details auf einen Gott nach dem anderen aus den
-klassischen und heidnischen Theologien an. Bald stellte es
-sich jedoch heraus, daß es unmöglich sei, auf diesem einfachen
-Wege zu beharren, und man entschloß sich &mdash; offiziell
-der erste war Papst Gregor I. im Jahre 601 &mdash; auf der Basis
-der berühmten »<em>Verschmelzungstheorie</em>« zu einer gründlichen
-Verschmelzung und Durchdringung des Christentums
-mit anderen Religionen. Die Feste, Kulte und persönlichen
-Attribute der fremden Gottheiten wurden unter die christlichen
-verteilt, wobei einige an Christus, Gott, Maria und
-die zahlreichen Heiligen fielen, andere an den Teufel und
-sein Gefolge.<a class="fnote" href="#footnote-336" id="fnote-336">[336]</a>
-</p>
-
-<p>
-Infolgedessen stammen die physischen und geistigen
-Eigenschaften des mittelalterlichen Teufels aus den allerverschiedensten
-außerchristlichen Quellen. Es seien nur einige
-<a id="page-77" class="pagenum" title="77"></a>
-Beispiele genannt<a class="fnote" href="#footnote-337" id="fnote-337">[337]</a>: Wie Pan, die Personifikation der
-Natur, vereinigte er menschliche und tierische Eigenschaften,
-lebte an einsamen Orten oder in Höhlen und erschreckte die
-Menschen plötzlich (Panik, panischer Schrecken); seinen
-ziegenähnlichen Körper, die gespaltenen Hufe und den
-Schweif erbte er von Pan und den anderen Satyren,
-von den germanischen Waldgeistern und dem Thor geweihten
-Bocke. Von Thor kam auch sein roter Bart, seine Gewohnheit,
-Brücken zu bauen, und sein übler Geruch; die letztgenannte
-Eigenschaft hängt sowohl mit der Vorstellung als
-Ziege wie mit dem Schwefelgeruch, den ein Donnerwetter
-hinterläßt, zusammen, so wie auch einer von seinen Beinamen
-»Hammer«<a class="fnote" href="#footnote-338" id="fnote-338">[338]</a> von Thors Blitzhammer her genommen war.
-Wie Zeus und Wotan hatte er besondere Herrschaft über das
-Wetter und dem letzteren schuldet er seinen Pferdefuß und
-den Raben als geweihtes Tier. Wie Wotan eilte er in einer
-Nachtfahrt dahin und entführte die Leute als wilder Jäger;
-bei solchen Anlässen trug er meist Wotans Gewand, entweder
-einen grauen Mantel und einen breitkrempigen Hut tief in
-die Stirne gedrückt oder einen grünen Rock mit einer Feder
-auf dem Hut. Beide, der Teufel und Wotan, galten als Erfinder
-des Würfelspiels, das später durch die Karten ersetzt
-wurde, und bis heute sind im puritanischen England die Karten
-unter dem Namen: »Das Spiel des Teufels« bekannt. Wie
-Wotan war er auch ein kunstvoller Schmied und Baumeister
-und sein altdeutscher Name war der des Schmiedes Voland
-oder Wieland (Englisch Weyland, unser modernes St. Valentin),
-der von Wotan abstammte. Der Teufel wird oft
-hinkend abgebildet, eine Eigenschaft, die mit der letztgenannten
-in einem merkwürdigen Zusammenhang steht. Nicht nur der
-deutsche Schmied Wieland (= Wotan) hinkte, sondern ebenso
-der griechische Hephaistos (Vulkan), der von Zeus aus dem
-<a id="page-78" class="pagenum" title="78"></a>
-Himmel geworfen wurde, wie der persische Teufel Aeshma (der
-biblische Asmodeus); einer der beiden Böcke, die Thors Wagen
-zogen, hinkte ebenfalls, ebenso wie das Pferd, das Baldur trug.
-Wie Loki, der böse Feuergott, wurde der Teufel von den Göttern
-gefesselt und mußte den Tag der Befreiung erwarten. Seine
-schwarze Farbe stammt von Saturn, der wie Simrock<a class="fnote" href="#footnote-339" id="fnote-339">[339]</a> sagt,
-mit Loki identifiziert wurde und vom indischen Vritra, dem
-Gott der Finsternis. Die Fackel unter seinem Schwanz ist den
-römischen Bacchanalien entnommen.<a class="fnote" href="#footnote-340" id="fnote-340">[340]</a> In früheren Zeiten erschien
-der Teufel den Christen tatsächlich in der Gestalt klassischer
-Götter: so erschien er im 4. Jahrhundert St. Martin manchmal
-in Jupiters Gestalt, manchmal als Venus oder Minerva;
-diese Formen finden sich sogar noch im 12. Jahrhundert.
-</p>
-
-<p>
-Wenn wir uns nun fragen, warum der Teufelsglaube im
-Mittelalter so um sich griff, so ist die Antwort offenbar in
-den besonderen sozialen und religiösen Bedingungen jener
-Periode zu suchen; doch sind alle hier maßgebenden Faktoren
-so untereinander verwickelt, daß nur die ganz allgemein
-wirkenden hier erwähnt werden können. Als Beispiele
-dieser Verwicklung sei der in letzter Zeit geführte
-Nachweis erwähnt, daß so weit entfernt liegende Tatsachen
-wie das neueingeführte Banksystem<a class="fnote" href="#footnote-341" id="fnote-341">[341]</a> und die Verbesserung
-der Städte-Architektur<a class="fnote" href="#footnote-342" id="fnote-342">[342]</a> indirekt einen erheblichen Einfluß
-ausübten. Doch kann kein Zweifel bestehen, daß der Hauptantrieb
-von der Kirche selbst kam. Durch das Ausbleiben
-der von ihr prophezeiten Ereignisse (Weltende im Jahre 1000
-und mehreres dieser Art) und durch Skandale<a class="fnote" href="#footnote-343" id="fnote-343">[343]</a> im Innern
-in ihrer Existenz diskreditiert, durch mächtige Ketzersekten<a class="fnote" href="#footnote-344" id="fnote-344">[344]</a>
-bedroht, von politischen und religiösen Spaltungen zerrissen,
-war sie im 12. Jahrhundert in einer Lage, die sie zu den
-<a id="page-79" class="pagenum" title="79"></a>
-verzweifeltsten Mitteln zwang. Es war ein bequemer Ausweg,
-alle ihre Schwierigkeiten durch die Tätigkeit des Teufels zu
-erklären und so dem Volke Furcht einzujagen. Dieses befand
-sich damals im Zustand des entsetzlichsten Elends; die
-Verheerung durch Krieg<a class="fnote" href="#footnote-345" id="fnote-345">[345]</a> und Seuchen<a class="fnote" href="#footnote-346" id="fnote-346">[346]</a> und das drückende
-Gefühl der Sündhaftigkeit, von dem jeder einzelne erfüllt war,
-ließen alle zur leichten Beute für die Lehren der Kirche
-werden. Ja diese wirkten über ihren Zweck hinaus, denn
-das Volk, welches durch die offensichtliche Unfähigkeit Gottes
-und der Kirche, dem Elend Abhilfe zu schaffen, in Verzweiflung
-gestürzt worden war, nahm die Lehre von den wunderbaren
-Kräften des Teufels gierig auf und flüchtete sich zu ihm;
-wahrscheinlich war es die Bestimmtheit der Abmachungen
-in den bekannten Teufelspakten, die eine größere Anziehungskraft
-ausübte als die endlosen und unwirksamen Gebete zu
-Gott. Die Ausdehnung des Glaubens an den Einfluß des
-Teufels, selbst bei den trivialsten Ereignissen war so groß,
-daß man Berichte aus jener Zeit nicht lesen kann, ohne zu
-denken, daß Europa von einer Massenzwangsneurose heimgesucht
-wurde; die Arten seiner Einwirkung waren so zahlreich,
-daß sie nach Wier<a class="fnote" href="#footnote-347" id="fnote-347">[347]</a> unter 44.435.556 Unterteufel aufgeteilt
-werden mußten, und ein einziges Weib, Johanna Seiler,
-wurde gar von nicht weniger als 100 Millionen Teufel durch
-Exorzismus befreit<a class="fnote" href="#footnote-348" id="fnote-348">[348]</a>.
-</p>
-
-<p>
-Der bedeutendste Faktor war jedenfalls die nachdrückliche
-Verdrängung weltlicher Wünsche und Begierden, die
-von der Kirche gefordert wurde und die den Ausbruch nach
-anderen Richtungen zur Folge haben mußte. Ein gutes Beispiel
-hiefür liefert das Verhalten der Kirche gegen die Wißbegierde,
-welche sie, wie wohlbekannt vom Gipfel bis zur
-<a id="page-80" class="pagenum" title="80"></a>
-Wurzel verwarf und beinahe als Quelle alles Bösen auffaßte.
-Der unterdrückte Wissenstrieb nahm infolgedessen niemals
-so bizarre Formen an wie im Mittelalter, mit seiner leidenschaftlichen
-Suche nach dem Stein der Weisen, dem elixir
-vitae und dem absoluten Lösungsmittel, mit seiner Hingabe
-an Astrologie und Alchemie und seinem Interesse an magischen
-Prozeduren aller Art; wir finden hier den für die Zwangsneurose
-charakteristischen Glauben an die »Allmacht der
-Gedanken«<a class="fnote" href="#footnote-349" id="fnote-349">[349]</a> seinen höchsten Punkt erreichen. Diese Wißbegierde
-wurde mit der Vorstellung vom Teufel aufs innigste
-verknüpft, was ja auch von der Kirche förmlich gelehrt
-wurde, und der Anfang der Hexenepidemie war die Verfolgung
-von Zauberern. Ungewöhnliches Wissen wurde ohne
-weiteres als Folge eines Teufelspaktes betrachtet und war
-z. B. der Grund, der den Papst Sylvester II. im 10. Jahrhundert
-dessen verdächtig machte.
-</p>
-
-<p>
-Diese Unterdrückungstendenz der Kirche traf natürlich
-vor allem die sexuellen Impulse. Die Sexualverdrängung
-hat zu verschiedenen Zeiten <em>verschiedene Formen angenommen</em>,
-das ist eine kulturhistorisch höchst bedeutsame
-Tatsache. In dem vergangenen Jahrhundert z. B. scheint
-sie vor allem gegen exhibitionistische Tendenzen gerichtet
-gewesen zu sein, mit einer deutlichen Ausdehnung auf die
-exkrementellen Funktionen; die Sexualität wird daher
-heute eher »schamlos« oder »abstoßend« als »sündhaft«
-gefunden. Im frühen Mittelalter war die Verdrängung gegen
-die Sexualbetätigung im allgemeinen, die an und für sich als
-sündhaft galt, und im besonderen mit ganzer Kraft gegen
-den Inzest gerichtet<a class="fnote" href="#footnote-350" id="fnote-350">[350]</a>; dies ist um so verständlicher, weil
-christliche Theologie im weiten Maße die Glorifizierung einer
-Inzestmythe<a class="fnote" href="#footnote-351" id="fnote-351">[351]</a> ist. Hand in Hand damit scheint aber infolge
-der Schwierigkeiten der Ehe, welche die besonderen sozialen
-<a id="page-81" class="pagenum" title="81"></a>
-und ökonomischen Verhältnisse mit sich brachten<a class="fnote" href="#footnote-352" id="fnote-352">[352]</a>, infolge
-der geringen Bevölkerungsdichte und der Häufigkeit des
-Zölibats aus religiösen Motiven, der Inzest in dieser Epoche
-ungewöhnlich häufig vorgekommen zu sein.<a class="fnote" href="#footnote-353" id="fnote-353">[353]</a> Wenn daher,
-wie hier behauptet wird, die Teufelsidee vor allem ein Inzestsymbol
-darstellt, so war sie für die Bedürfnisse des Zeitalters
-sehr geeignet und die Tatsache, daß die Teufelsanbetung eine
-Karikatur des christlichen Gottesdienstes war, erhält vermehrte
-Bedeutung. Es ist besonders bemerkenswert, daß das
-Hauptverbrechen, das beim Hexensabbat verübt wurde, der
-Inzest war. Michelet<a class="fnote" href="#footnote-354" id="fnote-354">[354]</a> schreibt darüber: »Selon ces auteurs
-(De Lancre etc.) .... le but principal du sabbat, la leçon,
-la doctrine expresse de Satan, c&rsquo;est l&rsquo;inceste.«
-</p>
-
-<p>
-Nach dieser äußerst unvollständigen Erörterung des
-zweiten Problems können wir zu dem ersten zurückkehren.
-Der Beweis zu Gunsten der oben gegebenen Lösung kann am
-besten unter verschiedenen Gesichtspunkten geführt werden.
-Da der Teufel die »bösen« Seiten sowohl des Vaters wie die
-des Sohnes personifizieren kann und da die Beziehung zwischen
-Vater und Sohn in der Ödipus-Situation sowohl die Nachahmung
-als auch die Feindseligkeit zum Inhalt haben kann,
-finden wir ihn im Sinne vier verschiedener Auffassungen
-vorgestellt, die allerdings nie streng voneinander gesondert
-sind. Der Teufel kann also darstellen:
-</p>
-
-<div class="list">
-<p class="noindent">
-1. den Vater, gegen den Bewunderung empfunden wird,
-</p>
-
-<p>
-2. den Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden wird,
-</p>
-
-<p>
-3. den Sohn, der den Vater nachahmt und
-</p>
-
-<p>
-4. den Sohn, der dem Vater Trotz bietet.
-</p>
-
-</div>
-
-<p class="noindent">
-In dieser Reihenfolge sollen die Auffassungen erläutert
-werden; es wird sich zeigen, daß jede derselben mehr als
-eine der ursprünglichen Tendenzen darstellen kann.
-</p>
-
-<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-1">
-1. Der Vater, gegen den Bewunderung empfunden
-wird.
-</h3>
-
-<p class="noindent">
-<a id="page-82" class="pagenum" title="82"></a>
-Diese Auffassung ist weitaus die häufigste. Ein wichtiger
-Grund hiefür ist ihre bisexuelle Entstehung; sie dient
-nämlich nicht nur zur Darstellung der Bewunderung des
-Sohnes für den Vater, sondern auch für die verdrängte
-(libidinöse) Liebe der Tochter.
-</p>
-
-<p>
-In erster Linie sind die wunderbaren Kräfte des Teufels
-zu beachten, die jene gewöhnlicher Wesen weit übersteigen.
-Nach dem Glauben der Manichäer, der das Christentum stark
-beeinflußte, war er direkt der Schöpfer der Körperwelt und
-vereinigte in sich alle übernatürlichen Kräfte. Er lenkte
-Donner und Blitz, Wind und Regen, obgleich diese vorher
-mehreren Göttern als Attribut zugeteilt worden waren. Auf
-die infantilsexuelle Symbolik in diesem Glauben kann hier
-nicht eingegangen werden; Abraham<a class="fnote" href="#footnote-355" id="fnote-355">[355]</a> hat einen Teil davon
-(den Blitz) behandelt und die mythologische Bedeutung des
-Regens (= semen) ist wohlbekannt. Ich will nur die Flatus-Symbolik
-des Donners erwähnen<a class="fnote" href="#footnote-356" id="fnote-356">[356]</a>; wir haben oben gesehen,
-daß der Gestank des Teufels hauptsächlich von seiner Fähigkeit
-zu »Donnern« abgeleitet wurde. Es ist beachtenswert,
-daß die Macht des Teufels sich hauptsächlich auf <em>geheime</em>
-und <em>Zauberdinge</em> bezog. Er war der Meister aller verbotenen
-Künste, der sogenannten »schwarzen Kunst«, darum
-war er die wichtigste Stütze für Zauberer und andere Leute,
-die entweder nach verbotenem Wissen oder nach Kräften
-verlangten, die über ihre natürlichen Anlagen hinausgingen.
-</p>
-
-<p>
-Diese Kräfte wurden Menschen in verzweifelter Lage
-zur Verfügung gestellt, meist auf gewisse Bedingungen hin,
-&mdash; daß sie fortan dem Teufel angehören wollen und seine
-Gebote befolgen; das erinnert an die Eltern, die irgend eine
-Sache für ihre Kinder tun wollen unter der Bedingung, daß
-<a id="page-83" class="pagenum" title="83"></a>
-sie gut, d. h. folgsam sein wollen. In vielen Legenden tritt
-der Teufel als freundlicher Helfer der Menschen auf, der sie
-in schweren Lagen unterstützt und vor Ungemach schützt,
-insbesondere die Witwen und Waisen (!); eine Anzahl dieser
-Geschichten erzählen Conway<a class="fnote" href="#footnote-357" id="fnote-357">[357]</a> und Wünsche.<a class="fnote" href="#footnote-358" id="fnote-358">[358]</a> Wir sehen
-den Teufel die Rolle des gütigen Vaters übernehmen.
-</p>
-
-<p>
-Sehr auffällig ist die Tatsache, daß der Teufel des Mittelalters
-in alle Legenden, die früher von <em>Riesen</em> erzählt
-worden waren, aufgenommen wurde, da die Riesen die mythologische
-Umbildung der Auffassung des Kindes von seinen
-Eltern sind.<a class="fnote" href="#footnote-359" id="fnote-359">[359]</a> Die drei Hauptvorstellungen, die vereinigt
-werden, sind Alter, Kraft und Größe. Eine der hervorstechendsten
-Eigenschaften des Teufels war sein hohes Alter<a class="fnote" href="#footnote-360" id="fnote-360">[360]</a>
-und viele seiner Beinamen z. B. die englischen: <em>Old</em> Nick
-(Hnikar), <em>Old</em> Davy scheinen darauf hinzudeuten. Alle die
-besonderen Kennzeichen und Merkmale der Riesen wurden
-en masse auf den Teufel übertragen; eine Anzahl davon wird
-bei Grimm<a class="fnote" href="#footnote-361" id="fnote-361">[361]</a> berichtet, so daß hier weitere Details überflüssig
-sind. Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-362" id="fnote-362">[362]</a> schreibt: »Bei näherer Betrachtung erweisen
-sich ferner alle die Sagen, nach denen der Teufel mächtige
-Dämme, die quer durch den See gehen, Mauern nach Art
-der Zyklopen und Brücken, die hoch in den Himmel hineinragen
-und über Abgründe, Schluchten und Täler führen, errichtet,
-als christianisierte örtliche Riesensagen. Auch Hünen- und Brunhildebetten
-berühren sich mit Teufelsbetten.« Das wichtigste
-unter den Riesenattributen des Teufels war seine Vorliebe
-für das Bauen<a class="fnote" href="#footnote-363" id="fnote-363">[363]</a>; dies stammt zweifellos von der infantilen
-Auffassung, daß die Eltern die Kinder aus Exkrementen
-<a id="page-84" class="pagenum" title="84"></a>
-formen, die später mit Mörtel, Sand u. s. w. assoziiert wird.<a class="fnote" href="#footnote-364" id="fnote-364">[364]</a>
-Der Teufel begnügte sich übrigens nicht damit, die Taten der
-Riesen nachzuahmen, sondern nahm bei verschiedenen Gelegenheiten
-direkt ihre Gestalt an; so sah ihn St. Anton als
-einen »schrecklichen Riesen, dessen Haupt die Wolken berührte«,
-dasselbe widerfuhr St. Brigitten und auch bei Dante wird
-Luzifer als riesengroß geschildert.
-</p>
-
-<p>
-Die Bedeutung der »revenant« Auffassung wurde oben
-erörtert und auf ihre Beziehung zum Inzest hingewiesen.
-Es ist deshalb nicht ohne Interesse, daß es eine Lieblingsgewohnheit
-des Teufels war, die Menschen bei Nacht in der
-Gestalt eines kürzlich Verstorbenen<a class="fnote" href="#footnote-365" id="fnote-365">[365]</a>, besonders Frauen als
-ihr Vater zu besuchen. Die Erklärung dafür wurde vor
-mehr als dreihundert Jahren von Thomas Nashe<a class="fnote" href="#footnote-366" id="fnote-366">[366]</a> gegeben,
-wie folgt: »Man wird fragen, warum er sich oft in des Vaters
-oder der Mutter oder eines anderen Anverwandten Körpergestalt
-zeigt? Kein anderer Grund kann hiefür angezeigt
-werden, als daß wir ihm in jenen Gestalten, die, wie
-er annimmt, uns die vertrautesten sind und denen wir mit
-natürlicher Liebe anhängen, am ehesten ein geneigtes Ohr
-leihen.«
-</p>
-
-<p>
-Wie sogleich ausgeführt werden soll, waren die Besuche
-und Versuchungen durch den Teufel vor allem libidinöser
-Natur, was mit der hier ausgesprochenen Anschauung gut
-übereinstimmt. In weiterer Übereinstimmung damit steht
-die enge Beziehung zwischen Teufel und <em>Schlange</em>. Der
-Versucher des Alten Testaments wurde in der Kabbalah
-»Leviathan« (= verführende Schlange) genannt und seine
-Ersatzpersonen in anderen Ländern wie Apep (Ägypten),
-Ahriman (Persien), Midgard (Norwegen), Set (Ägypten) und
-<a id="page-85" class="pagenum" title="85"></a>
-Vritra (Indien) wurden ebenfalls gewöhnlich als Schlangen
-abgebildet; wir können auch auf die böse Schlange oder
-den Drachen verweisen, die Apollo, Bellerophon, Herakles,
-Krishna, St. Georg, Wotan und viele andere besiegten. In
-dieser Hinsicht befand sich der Teufel übrigens auch in
-weit besserer Gesellschaft, denn die Verwandtschaft der
-Schlange mit verschiedenen Göttern war, wie im vorhergehenden
-Kapitel bemerkt wurde, außerordentlich nahe. Die
-phallische Bedeutung dieses Glaubens muß hier nicht noch
-einmal erklärt werden. Die ältesten Glaubenslehrer des
-Judentums und die ersten katholischen Kirchenväter waren
-der Ansicht, daß die Schlange im Garten Eden die böse Fleischeslust
-bedeute<a class="fnote" href="#footnote-367" id="fnote-367">[367]</a>, was ja mit der modernen Auffassung vollkommen
-übereinstimmt. Der christliche Teufel erschien sehr
-häufig in der Form einer Schlange oder eines Feuerdrachen.<a class="fnote" href="#footnote-368" id="fnote-368">[368]</a>
-St. Anton und St. Coleta bestätigten die erstgenannte Form
-aus eigener Erfahrung. Die sexuelle Natur des Symbols
-zeigt sich beim Teufel in viel aufdringlicherer Form als bei
-den klassischen Göttern, denn sein Schweif war durch eine
-Schlange gebildet oder endete in einen Schlangenkopf und
-ebenso auch seine Arme, außerdem aber ahmte sein Penis
-in Gestalt und Bewegungen eine Schlange nach.<a class="fnote" href="#footnote-369" id="fnote-369">[369]</a> Vielleicht
-ist dies der Grund, warum wir zu anderen Zeiten Beschreibungen
-finden, wie die folgende,<a class="fnote" href="#footnote-370" id="fnote-370">[370]</a> »il a une virilité gigantesque,
-couverte d&rsquo;ecailles, <a id="corr-38"></a>hérissée de piquants.«
-</p>
-
-<p>
-In dem gegenwärtigen Zusammenhange ist es jedoch
-von besonderer Bedeutung, daß, wie im vorigen Kapitel
-nachgewiesen wurde, die Schlange besonders das männliche
-Glied des <em>Vaters</em> symbolisiert. Die Schlange mit ihrem
-schleichenden und geheimnisvollen Gehaben ist vortrefflich
-dazu geeignet, die heimlichen Betätigungen des Vaters darzustellen,
-die der Knabe beneidet.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-86" class="pagenum" title="86"></a>
-Der direkt libidinöse Charakter des Teufels und seiner
-Versuchungen wird von jedem Schriftsteller, der dieses
-Subjekt behandelt, hervorgehoben und kommt in zahllosen
-Erzählungen zum Ausdruck.<a class="fnote" href="#footnote-371" id="fnote-371">[371]</a> Es genügt eine Stelle aus der
-unendlichen Anzahl ähnlicher herauszugreifen. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-372" id="fnote-372">[372]</a>
-sagt: »Den ersten Anstoß zum Teufelsbund geben fast ausschließlich
-sexuelle Motive .... In allen Berichten über die
-Verführung zur Hexerei und zum Teufelsbund nimmt unverhüllt
-die sexuelle Verführung die erste Stelle ein.« Dies
-war die Sünde, vor der die Kirche mehr als vor jeder
-anderen warnte. So sagt zum Beispiel Sinistrari<a class="fnote" href="#footnote-373" id="fnote-373">[373]</a>: »ratione
-tantae enormitatis contra Religionem, quae praesuppositur
-coitu cum Diabolo, profecto Daemonialitas maximum est
-criminum carnalium.« Ein Mittel, das der Teufel mit Vorliebe
-zur Erreichung dieses Zweckes anwandte, war, ein
-Weib dadurch zu täuschen, daß er die Gestalt ihres Geliebten
-oder Ehemannes annahm.<a class="fnote" href="#footnote-374" id="fnote-374">[374]</a> Bodin<a class="fnote" href="#footnote-375" id="fnote-375">[375]</a> erzählt Fälle, wo er kleine
-Mädchen beunruhigte und verführte, die erst sechs Jahre
-alt waren, »qui est l&rsquo;aage de cognoissance aux filles.« Die
-sexuellen Versuchungen, denen Buddha, Zoroaster und andere
-göttliche Wesen unterworfen waren, wurden in christlicher
-Zeit auf verschiedene Heilige übertragen, von denen die
-meisten, wie St. Anton, St. Benedict, St. Elisabeth und
-St. Martin ihnen erfolgreich widerstanden, während andere,
-wie z. B. St. Victorinus, unterlagen.
-</p>
-
-<p>
-Wie bekannt, verwandelte sich der Teufel am liebsten
-in einen Bock, das klassische Symbol der Ausschweifung;
-dies war nahezu regelmäßig seine Gestalt beim Hexensabbat.
-Da sie in der Mythologie nicht bewandert waren, verwunderten
-sich viele christliche Autoren darüber; Scaliger<a class="fnote" href="#footnote-376" id="fnote-376">[376]</a> z. B.
-betrachtet es ohne weitere Hintergedanken als ein Wunder.
-<a id="page-87" class="pagenum" title="87"></a>
-Bodin<a class="fnote" href="#footnote-377" id="fnote-377">[377]</a> hingegen ahnte den Sinn, denn er schrieb: »Mais
-c&rsquo;est bien chose estrange, que Satan ... prend la figure
-d&rsquo;un Bouc, si ce n&rsquo;est pour estre une beste puante et
-salace ... Or la proprieté des Daemons est d&rsquo;avoir puissance
-sur la cupidite lascive et brutale.« Die libidinöse Natur des
-Bocksymbols braucht hier nicht ausgeführt zu werden, da
-sie wohlbekannt ist. Ein weiterer Beweis der ursprünglichen
-Identität der Vorstellungen von Gott und Teufel ist die Tatsache,
-daß einerseits der Bock das Symbol zahlreicher Götter des
-Altertums war, daß aber auch Pan, der Ziegengott par
-excellence, von dem der Teufel so viele seiner Attribute übernahm,
-mit dem höchsten Gott der Babylonier, Mithra<a class="fnote" href="#footnote-378" id="fnote-378">[378]</a>, mit
-dem ägyptischen Gotte Min<a class="fnote" href="#footnote-379" id="fnote-379">[379]</a> (dem Repräsentanten des
-männlichen Prinzips) und mit Zeus<a class="fnote" href="#footnote-380" id="fnote-380">[380]</a> selbst identifiziert
-wurde.
-</p>
-
-<p>
-Im Mittelalter wurde den sexuellen Attributen des
-Teufels die eingehendste Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere
-dem Sexualakt selbst und dem dabei tätigen Organe.<a class="fnote" href="#footnote-381" id="fnote-381">[381]</a>
-Dieses war manchmal krumm, zugespitzt und schlangenförmig,
-bestand manchmal halb aus Eisen, halb aus Fleisch, zu
-anderen Zeiten ganz aus Horn und war gewöhnlich gespalten
-wie eine Schlangenzunge; er war so im Stande, Koitus und
-Päderastie gleichzeitig auszuführen, während eine dritte Gabelung
-manchmal in den Mund reichte.
-</p>
-
-<p>
-Der Teufel des Mittelalters war keineswegs als erster durch
-seine ausschweifende Geschlechtlichkeit berühmt. Von den Göttern
-des klassischen Altertums ganz zu geschweigen, finden wir
-denselben Zug bei den meisten bösen Vorläufern des christlichen
-Teufels. Der Ruf Pans war derart, daß er den Theologen des
-Mittelalters als der Prinz der Inkubi<a class="fnote" href="#footnote-382" id="fnote-382">[382]</a> bekannt war.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-88" class="pagenum" title="88"></a>
-Im Koran ist der Teufel nur als Verführer bekannt.<a class="fnote" href="#footnote-383" id="fnote-383">[383]</a>
-Die Anbetung des brahmanischen Shiva, des bösen Schöpfers
-und Zerstörers der Welt, ist rein phallisch.<a class="fnote" href="#footnote-384" id="fnote-384">[384]</a> Der beduinische
-ghul, der buddhistische Mara, der persische Aeschma, der
-syrische djinn, alle haben denselben ausschweifenden Charakter;
-selbst im fernen Australien lieben es die Iruntarivia, die
-bösen Geister, Weiber im Dunkeln fortzuschleppen.<a class="fnote" href="#footnote-385" id="fnote-385">[385]</a> Aber
-der Teufel übertraf sie alle so weit, daß Milton eine seiner
-Gestalten nennen konnte:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">Belial, der gefallenen Geister sinnlichster,</p>
- <p class="verse">Der Lasterhafte, und, nach Asmodai,</p>
- <p class="verse">Der fleischlichste der Inkubi.</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Im Zusammenhang mit dieser Anschauung vom Vater,
-die der Teufel hier darstellt, muß seiner engen Verknüpfung
-mit der Natur, der Personifikation der Mutter, und insbesondere
-mit den verborgenen Teilen der Natur gedacht werden;
-es ist charakteristisch für die Inzestnatur der Teufelsvorstellung,
-daß infolge dieser Verknüpfung die Natur selbst als
-die böse Seite des Weltalls aufgefaßt zu werden begann. Er
-wohnt an entlegenen Orten, liebt besonders dunkle Wälder<a class="fnote" href="#footnote-386" id="fnote-386">[386]</a>
-und Orte, an denen Schätze liegen, wie Goldminen und
-dringt in Höhlen und in das Innerste der Mutter Erde ein,
-d. h. in Örtlichkeiten, die gewöhnlichen Wesen völlig unerreichbar
-sind. Andere Beziehungen zur Mutter Erde werden
-in einem späteren Teile erwähnt werden.
-</p>
-
-<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-2">
-2. Der Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden
-wird.
-</h3>
-
-<p class="noindent">
-Hier zeigt sich der Teufel nicht als Versucher und Verführer,
-sondern als Verfolger, als böser Feind. All die
-Grausamkeit, kleinliche Tyrannei und allgemeine Unvernunft,
-die den Yahweh des Alten Testaments<a class="fnote" href="#footnote-387" id="fnote-387">[387]</a> entstellen, wurden
-<a id="page-89" class="pagenum" title="89"></a>
-voll und ganz von dem christlichen Teufel übernommen.
-Die Ähnlichkeit dieses Bildes mit dem, das viele Kinder als
-das genaue Spiegelbild ihres Vaters empfinden, ist nur zu
-auffallend. Der Teufel spottet der Mühen und Anstrengungen
-der Menschen, verletzt ihren Ehrgeiz und verfolgt ihre
-Schwächen. Er quält und schädigt sie aus bloßer Freude an
-seinem Tun, vernichtet ihre Arbeit und läßt alle ihre Bemühungen
-vergebens gewesen sein. Das Menschengeschlecht
-lebt im ewigen Kampf mit ihm, bald seinen lockenden Versuchungen
-widerstehend, bald seine boshaften Angriffe abwehrend.
-Die Ödipus-Situation, und zwar sowohl die männliche
-wie die weibliche, wird so in Gänze wieder hergestellt.
-</p>
-
-<p>
-Die Feindseligkeit des Teufels gegen den Menschen ist
-charakteristischerweise besonders ausgeprägt in jenen
-Legenden, die er von den Riesen (= Erwachsenen) geerbt
-hat. In diesen versucht er alles Denkbare, um sie zu schädigen
-und zu behindern<a class="fnote" href="#footnote-388" id="fnote-388">[388]</a>; er schleudert ungeheure Felsblöcke
-nach Kirchen und Klöstern, dämmt Flüsse ab, um
-Überschwemmungen herbeizuführen, baut Mauern, um menschliche
-Wesen von seinem Reiche abzuhalten, u. s. w. Die Menschheit
-muß gegen ihn in seiner Riesengestalt kämpfen, wie die
-jungen Götter einst gegen die Titanen kämpften.
-</p>
-
-<p>
-In diesem Kampfe wurden die Menschen keineswegs
-regelmäßig besiegt. Die Geschichten, in denen der Teufel
-übers Ohr gehauen und betrogen wird, sind zahlreich und
-es ist zu beachten, daß diese Erzählungen meist von heidnischen
-Vorbildern genommen sind, in denen die Bekämpften
-Riesen waren.<a class="fnote" href="#footnote-389" id="fnote-389">[389]</a> Zum Beispiel nach Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-390" id="fnote-390">[390]</a>: »Hinter dem
-Schmiede von Bielefeld, Apolda u. s. w. in den bekannten
-Märchen, der den Teufel im Sacke auf dem Amboß ganz windelweich
-hämmert, so daß er ein Zetergeschrei erhebt und um
-seine Freilassung bittet, verbirgt sich, wie wir unten zeigen
-<a id="page-90" class="pagenum" title="90"></a>
-werden, sicherlich der seinen Hammer auf das Haupt des
-Riesen schwingende Thor. Ist doch »Meister Hammerlein«
-auch ein gebräuchlicher Beiname des Teufels«. Ein beliebter
-Anschlag war es, mit dem Teufel einen Vertrag zu schließen,
-nach welchem ihm eine Seele gehören sollte, unter der Bedingung,
-daß er irgend ein Werk vor Hahnenschrei ausführe,
-und dann im letzten Moment einen Hahn zu kneifen und
-dadurch zum Rufen zu bringen oder den Ruf nachzuahmen,
-so daß die Hähne in der Nachbarschaft erwachten und wirklich
-krähten. Selbst ein Pferd konnte den Teufel überlisten.<a class="fnote" href="#footnote-391" id="fnote-391">[391]</a>
-Es ist hier für die gegenwärtige Beweisführung von Wesenheit,
-daß der Teufel in allen diesen Geschichten durch Betrug
-überlistet wird, niemals durch Gewalt überwunden; Schlauheit
-und Betrug sind bekanntermaßen die einzigen Waffen
-des schwachen Kindes gegen den feindlichen Vater.
-</p>
-
-<p>
-Eine mächtige Person, die durch Schwächen leicht betrogen
-wird, muß notwendigerweise als dumm oder wenigstens
-naiv geschildert werden. Diese geringschätzige Meinung haben
-Kinder oft von ihren Eltern, teils aus dem genannten Grunde,
-teils als Überkompensation für ihr Gefühl der Unwissenheit
-im Verhältnis zur Weisheit der Eltern. Die Geschichten, in
-denen der Teufel eine unglaubliche Naivität an den Tag legt
-und leicht übers Ohr gehauen wird, bilden ein ausgedehntes
-Kapitel in der Geschichte der Dämonologie<a class="fnote" href="#footnote-392" id="fnote-392">[392]</a> und liefern einen
-wichtigen Beitrag für die spätere Auffassung der Clowns,
-Buffons und Narren auf der Bühne.<a class="fnote" href="#footnote-393" id="fnote-393">[393]</a> Eine Psycho-Analyse
-der einzelnen Erzählungen, auf die wir hier verzichten
-müssen, zeigt deutlich die infantilen Quellen der Motive und
-bestätigt endgültig die hier in Kürze dargelegten Schlüsse.
-</p>
-
-<p>
-Diese kinderhafte Verachtung des Teufels zeigt sich
-auf verschiedene Weise, insbesondere durch Verneinung seiner
-Macht. Keines von den Gebäuden, die er aufführt, kann
-<a id="page-91" class="pagenum" title="91"></a>
-vollständig sein, seine Pläne und Anschläge werden stets
-im letzten Moment vereitelt und in einem Punkte insbesondere
-stimmen alle Autoren überein, nämlich in seinem Mangel an
-Samen und der daraus folgenden Unfruchtbarkeit. Wie wir
-später sehen werden, hat dieser letztere Glaube eine tiefere
-Quelle. Ihm mag auch der Abscheu des Teufels vor dem
-Salz zugeschrieben werden, denn dies kann als altes mythologisches
-Symbol für Samen erwiesen werden.<a class="fnote" href="#footnote-394" id="fnote-394">[394]</a> Bodin<a class="fnote" href="#footnote-395" id="fnote-395">[395]</a> ist
-also im gewissen Sinne im Recht, wenn er für die Abneigung
-des Teufels davor den Grund anführt, daß es ein Symbol der
-Ewigkeit sei.
-</p>
-
-<p>
-Selbst manche Mittel, die angewandt wurden, um die
-Angriffe des Teufels abzuwehren, haben ihre Wurzel in der
-infantil-sexuellen Symbolik. Das bewährteste, oft wirksam
-wenn alle anderen versagt hatten, war, ihm das Gesäß zu
-weisen und einen Flatus zu lassen; kein geringerer als Martin
-Luther half sich auf diese Weise.<a class="fnote" href="#footnote-396" id="fnote-396">[396]</a> Die Psycho-Analyse hat
-dargetan, daß eine der tiefsten Quellen des Trotzes gegen
-die Eltern die Weigerung des Kindes ist, die Funktionen
-seines Sphincters nach ihren Wünschen einzurichten. Ein
-anderes, allgemeines Mittel, dem Teufel zu trotzen, bestand
-darin, ihm ins Gesicht das heilige Kreuz zu schwingen oder
-das Zeichen des Kreuzes zu machen, d. h. das Zeichen des
-Sohnes (Christus). Die phallische Bedeutung dieses Symbols
-ist längst bekannt<a class="fnote" href="#footnote-397" id="fnote-397">[397]</a>, so daß, es dem Teufel entgegenstrecken,
-nichts anderes bedeutet als die exhibitionistische Verachtung
-der väterlichen Autorität.
-</p>
-
-<p>
-Die sicherste Zuflucht für den Verfolgten war es jedoch,
-die Jungfrau Maria zu Hilfe zu rufen. Dies war so allgemein,
-daß die ganze Angelegenheit oft als ein ständiger Kampf
-zwischen dem Teufel und der heiligen Mutter gedacht wurde.
-<a id="page-92" class="pagenum" title="92"></a>
-Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-398" id="fnote-398">[398]</a>, der mehrere Beispiele hiefür anführt, sagt: »Die
-Tätigkeit des Teufels wird überdies vornehmlich entwickelt
-und hervorgerufen durch dessen Haß gegen die heilige Jungfrau,
-der um so mehr gesteigert wird, als diese, nach Frauenart,
-sich in alle Angelegenheiten hineinmengt und ihr, wie
-im gewöhnlichen Leben, in allem willfahren wird, so daß sie
-ihren Willen immer durchsetzt und ihre Schützlinge, die nun
-einmal ihre Gunst durch eifrigen Marienkultus erlangt haben,
-auch nie fallen läßt, wenn sie übrigens auch die ärgsten
-Lumpen sein sollten.« Es ist schwer, die Analogie dieser
-Situation zu derjenigen des Kindes, das bei der Mutter Schutz
-vor dem übelgelaunten Vater sucht und damit einen ähnlichen
-Zwist herbeiführt, nicht zu bemerken.
-</p>
-
-<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-3">
-3. Der Sohn, der den Vater nachahmt.
-</h3>
-
-<p class="noindent">
-Der Teufel war nicht völlig Gottes Feind; in mancher
-Hinsicht kann man ihn sogar seinen Repräsentanten nennen
-oder wenigstens seinen Vermittler. Er verhöhnte und quälte
-nicht bloß die Menschen, die sich von ihm zur Sünde hatten
-verführen lassen<a class="fnote" href="#footnote-399" id="fnote-399">[399]</a>, sondern ging auch offenbar darauf aus,
-die Bösen zu bestrafen.<a class="fnote" href="#footnote-400" id="fnote-400">[400]</a> Gegen sexuelle Betätigung war er
-besonders streng; so war eine seiner Verfolgungen nach
-Graf<a class="fnote" href="#footnote-401" id="fnote-401">[401]</a>, »einen Mann und ein Weib bei fleischlicher Sünde in
-flagranti zu ertappen und beide unauflöslich aneinander zu
-fesseln, more canino.« Es ist bezeichnend, daß im Alten
-Testament, zu einer Zeit also, wo die Vorstellungen von Gott
-und Teufel eben begannen, sich voneinander abzulösen, die
-Verbindung der beiden weit enger war als später und der
-Teufel als Gottes gehorsamer Knecht auftritt, der sich von
-den guten Engeln nur durch die unangenehme Art seiner
-Pflichten unterscheidet.
-</p>
-
-<p>
-Diese »Identifikation« mit Gott ist zu Zeiten sehr enge
-und es ist interessant, daß der Teufel sich ehrliche Mühe gab,
-<a id="page-93" class="pagenum" title="93"></a>
-sie zu erreichen, indem er Gott in merkwürdiger Weise nachahmte
-und imitierte. Da bis vor einem halben Jahrhundert
-die Anbetung Christi im ganzen mehr in den Vordergrund
-trat als die von Gott-Vater, ist es nicht überraschend, daß
-die Ähnlichkeit des Teufels mit dem Sohne größer war als
-die mit dem Vater. Zunächst wurde seine körperliche Erscheinung
-als schön und majestätisch geschildert<a class="fnote" href="#footnote-402" id="fnote-402">[402]</a>, oft ganz
-ähnlich der Gestalt Christi; manchmal erschien er sogar
-wirklich in dessen Gestalt.<a class="fnote" href="#footnote-403" id="fnote-403">[403]</a> Erst im Mittelalter wurden ihm
-häßliche und groteske Züge angedichtet.<a class="fnote" href="#footnote-404" id="fnote-404">[404]</a> Wie Christus hatte
-der Teufel zwölf Schüler<a class="fnote" href="#footnote-405" id="fnote-405">[405]</a>, stieg in die Hölle hinab und
-wurde wiedergeboren<a class="fnote" href="#footnote-406" id="fnote-406">[406]</a>, schlug seine Wohnung in bestimmten
-Kirchen auf, wurde zu regelmäßig wiederkehrenden Zeiten
-angebetet, ließ seine Anhänger taufen und die Details des
-Teufels-Sabbat karikierten die heilige Messe auf das genaueste
-und innigste, zum Ärger der Theologen, die natürlich
-keine Ahnung von der psychologischen Ähnlichkeit der beiden
-Vorgänge hatten.
-</p>
-
-<p>
-Der Teufel besaß sogar seine eigene Bibel, die in Böhmen
-niedergeschrieben wurde und sich jetzt in der königlichen
-Bibliothek in Stockholm<a class="fnote" href="#footnote-407" id="fnote-407">[407]</a> befindet.
-</p>
-
-<p>
-So wie Christus besaß der Teufel eine irdische Mutter
-und keinen Vater; charakteristischerweise war sie eine Riesin,
-noch größer als ihr Sohn<a class="fnote" href="#footnote-408" id="fnote-408">[408]</a>; in manchen Versionen erscheint
-sie als seine Großmutter. Die Mutter scheint durch Verschmelzung
-von mindestens drei Figuren entstanden zu sein:
-Sowohl Hel<a class="fnote" href="#footnote-409" id="fnote-409">[409]</a> als auch die Mutter des Riesen Grendel<a class="fnote" href="#footnote-410" id="fnote-410">[410]</a> trugen
-<a id="page-94" class="pagenum" title="94"></a>
-zu ihrer Vorstellung bei; einer der späteren Beinamen des
-Teufels war Grendel (Englisch Grant). Ferner meint
-Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-411" id="fnote-411">[411]</a>: »Wahrscheinlich bildet auch die Sage von der
-Ellermutter, der neunhundertköpfigen Mutter Hymirs, die
-die beiden Götter Thor und Tyr beim Besuch in ihrer
-Wohnung durch Verstecken vor ihrem grimmigen Sohn rettet,
-die Grundlage zu der volkstümlichen Figur von des Teufels
-Großmutter. Im Märchen vom Glückskinde bei Grimm Nr. 29
-heißt des Teufels Großmutter geradezu noch Ellermutter.«
-In den meisten dieser Geschichten, wie in der letzterwähnten,
-ist der Teufel wieder nichts anderes als eine mythologische
-Darstellung des gehaßten Vaters; deshalb der Ersatz der
-Mutter durch die Großmutter. Dasselbe gilt von der alten
-Redensart, daß Donner oder Blitz bei Sonnenschein davon
-kommen, daß der Teufel sein Weib prügelt.<a class="fnote" href="#footnote-412" id="fnote-412">[412]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die Auffassung des Teufels als Sohn ist ein zweiter, sehr
-natürlicher Grund für den Glauben, daß er keinen Samen
-besitze und die bisexuelle Natur des ganzen Glaubens beweist
-die Idee, daß er ein Weib nur schwängern kann, nachdem
-er sich dadurch Samen verschafft hat, daß er einem Manne
-als sukkubus diente<a class="fnote" href="#footnote-413" id="fnote-413">[413]</a>, weshalb er auch immer kalt war.<a class="fnote" href="#footnote-414" id="fnote-414">[414]</a>
-Diese sonderbare Prozedur gab Anlaß zu den haarspalterischesten
-Kontroversen darüber, ob der ursprüngliche Besitzer des
-Samens oder der Teufel<a class="fnote" href="#footnote-415" id="fnote-415">[415]</a> das größere Anrecht auf den Sprößling
-habe, und ob dieselbe Regel auf den von einer nächtlichen
-Pollution herstammenden Samen anwendbar sei oder
-nicht.<a class="fnote" href="#footnote-416" id="fnote-416">[416]</a> Auf denselben Gedanken von der Geschlechtsuntüchtigkeit
-des Kindes möchte ich den Glauben an einen hinkenden
-Gott oder Teufel zurückführen, der, wie Tylor<a class="fnote" href="#footnote-417" id="fnote-417">[417]</a> nachwies,
-<a id="page-95" class="pagenum" title="95"></a>
-in den verschiedensten Stadien der Kulturentwicklung vorkommt;
-Gehunfähigkeit ist auch bei Neurotikern ein häufiges
-Symbol für sexuelle Unfähigkeit. Ferner mag der Umstand,
-daß die Lähmung meistens die Folge des Wurfes aus dem
-Himmel hinaus war, wohl mit der Furcht des Kindes, daß der
-Vater seinem Zeugungsglied etwas antun könnte (Kastrations-Komplex)
-in Verbindung gebracht werden.
-</p>
-
-<p>
-Als ein Teil der hier erörterten Seite des Teufels sei
-auch sein starkes Dankbarkeitsgefühl erwähnt, das sich besonders
-in jenen seltenen Fällen zeigt, wo er gerecht behandelt
-wurde; er beweist dann stets, daß er diese Art ihm zu
-begegnen ganz besonders zu schätzen versteht.<a class="fnote" href="#footnote-418" id="fnote-418">[418]</a>
-</p>
-
-<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-4">
-4. Der Sohn, der dem Vater Trotz bietet.
-</h3>
-
-<p class="noindent">
-Dies ist die ursprüngliche Auffassung vom Teufel als
-Erzrebellen; sein Ungehorsam und seine Empörung gegen
-Gott-Vater ist geradezu das Paradigma der Revolution. Nach
-Origenes<a class="fnote" href="#footnote-419" id="fnote-419">[419]</a> waren Hoffahrt und Auflehnung der Grund des
-Himmelssturzes, während nach Irenäus, Tertullian und
-anderen<a class="fnote" href="#footnote-420" id="fnote-420">[420]</a> das Hauptmotiv sein Neid gegen Gott war. Die
-zweitgenannte Idee scheint die ältere zu sein. Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-421" id="fnote-421">[421]</a>
-sagt: »Das Motiv zur Feindschaft des Bösen gegen die Gottheit,
-der Ursprung des Bösen in der Welt ist sowohl nach
-der hebräischen Vorstellung vom nachexilischen Satan als
-auch in den Mythen anderer Völker, namentlich der Parsen,
-auf den Neid zurückgeführt, der in der Ich- und Selbstsucht
-wurzelt.« Stolz war nach der »Sklavenmoral« des Christentums,
-wie sie von Nietzsche genannt wird, stets eine Todsünde.
-</p>
-
-<p>
-Die Auflehnung des Knaben gegen seinen Vater ist bekanntlich
-nicht nur eine Folge der feindseligen Einstellung,
-sondern gewöhnlich von Neid begleitet, was mit anderen
-Worten Bewunderung und den Wunsch nach Nachahmung
-bedeutet. Durch seine Rebellion befreit er sich auch regelmäßig
-<a id="page-96" class="pagenum" title="96"></a>
-nicht von dem Einflusse seines Vaters. Ob er ihn
-geradezu kopiert oder in das entgegengesetzte Extrem gerät
-und ihm so ungleich als nur möglich zu sein sucht, ist von
-diesem Gesichtspunkte aus betrachtet völlig irrelevant; beide
-Reaktionen gehen in gleicher Weise auf den Nachahmungswunsch
-zurück. Diese Mischung läßt sich genau auf den
-Teufel anwenden. Er bemüht sich, entweder Gott in allem
-nachzuahmen, oder tut, wie wir sehen werden, alles genau in
-der entgegengesetzten Weise. Von dieser Gewohnheit, Gott
-zu karikieren, stammt sein Titel »Der Affe Gottes«. Sein
-Benehmen wird also in letzter Linie durch das Verhalten
-Gottes bestimmt, ein weiterer Beweis für die ursprüngliche
-Identität beider, während die genaue Übereinstimmung mit
-den Bestrebungen der Menschensöhne die hier vorgebrachte
-These unterstützt.
-</p>
-
-<p>
-Das Band, das ihn gegen seinen Willen an Gott knüpft,
-zeigt sich auch in seiner Eifersucht auf jeden, dem Gott besondere
-Gunst schenkt, was ja gleichfalls ein typischer Zug
-des Kindes ist. In der Legende von St. Coleta heißt es<a class="fnote" href="#footnote-422" id="fnote-422">[422]</a>,
-der alte Feind habe die Eigentümlichkeit, je mehr er sehe,
-daß sich jemand Gott nähere, desto mehr suche er ihn zu
-verfolgen, zu beunruhigen und abzuhalten, größere Übel über
-ihn zu verhängen und sie zu vermehren. Hiezu tritt noch
-als weiteres Motiv sein Haß, der von Gott auf jene übergeht,
-die mit ihm in näherer Verbindung stehen.
-</p>
-
-<p>
-Dasselbe Motiv der Eifersucht ist wahrscheinlich auch
-die Erklärung für das Verhalten des Teufels gegen Christus,
-obgleich dieses natürlich zum Teil durch die Identifikation
-von Christus und Gott-Vater bestimmt wird. Christus wurde
-dadurch, daß Gott ihn aussandte, um das Menschengeschlecht
-zu erlösen, im Kampfe um die Herrschaft über die Menschheit
-zur Hauptperson; aus diesem Kampfe entstand die Erlösungslehre<a class="fnote" href="#footnote-423" id="fnote-423">[423]</a>,
-was Graf<a class="fnote" href="#footnote-424" id="fnote-424">[424]</a> mit den ironischen Worten hervorhebt:
-»Seltsam genug! Unter den Menschen war niemals die Rede
-<a id="page-97" class="pagenum" title="97"></a>
-soviel von Satanas, niemals wurde er so sehr gefürchtet wie
-nach dem Siege Christi, nach dem Vollzug der Erlösung.«
-Der Teufel, auch darin Gott nachahmend, machte verzweifelte
-Anstrengungen, sich den Sieg durch Erzeugung eines Sohnes
-zu sichern, der im Stande sein sollte, Christus zu überwältigen.
-Merlin und Robert der Teufel stellen zwei derartige Versuche<a class="fnote" href="#footnote-425" id="fnote-425">[425]</a>
-dar, aber der eine wurde durch die Reue seiner Mutter zu
-Gott hinüber gerettet und der andere durch seine eigene
-Reue; Nero, Mohammed und Luther, nicht minder auch
-mehrere Päpste galten ebenfalls als Söhne des Teufels, die er zu
-diesem Zweck gezeugt haben soll. Im Mittelalter war die Furcht
-vor dem angedrohten Antichrist aufs höchste gestiegen und
-die Spannung der ängstlichen Erwartung seiner Geburt wurde
-durch umlaufende Gerüchte und Prophezeiungen zum unbeschreiblichen
-Schrecken gesteigert.<a class="fnote" href="#footnote-426" id="fnote-426">[426]</a>
-</p>
-
-<p>
-Mit der hier behandelten Auffassung des Teufels als
-Darstellung des sich auflehnenden Sohnes stimmt schließlich sein
-leidenschaftlicher Haß gegen die Ungerechtigkeit und seine
-Neigung, die unschuldig Verfolgten zu verteidigen, insbesondere
-die Armen und Schwachen gegen ihre Unterdrücker.<a class="fnote" href="#footnote-427" id="fnote-427">[427]</a>
-</p>
-
-<p>
-Nun können wir uns dem dritten Problem zuwenden,
-nämlich dem Verhältnis des Teufelsglaubens zum Angsttraum.
-Die in den vorhergehenden Kapiteln vorgebrachten Erwägungen
-werden uns zu der Entdeckung führen, daß an der Entstehung
-einer solchen Angstvorstellung par excellence, wie es der Teufelsglaube
-ist, die intensivste Angsterfahrung, die die Menschen
-kennen gelernt haben, also der Alpdruck, einen beträchtlichen
-Anteil haben mußte. Dieser Schluß wurde von manchen
-früheren Autoren gezogen. Die Anschauungen Clodds und
-Höflers z. B. wurden bereits erwähnt. Es stimmt gut damit
-überein, daß der Teufel ganz besonders als Nacht-Dämon gilt;
-er erscheint meist bei Nacht und bei Nacht erreichte seine
-Macht ihren Zenit.<a class="fnote" href="#footnote-428" id="fnote-428">[428]</a>
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-98" class="pagenum" title="98"></a>
-Es wäre ganz verständlich, wenn dieser Glaube nur im
-<em>manifesten Inhalt</em> der Nachtmahr mit seinen schreckenerregenden
-Visionen wurzeln würde, und dies ist auch offenbar
-die Anschauung der früheren Autoren, aber eine sorgfältige
-Vergleichung mit ihrem <em>latenten Inhalt</em> zeigt eine
-so außerordentliche Ähnlichkeit der beiden, daß dadurch
-endgültig ihre innere Verwandtschaft erwiesen wird.
-</p>
-
-<p>
-Es wurde oben ausgeführt, daß das wesentliche Merkmal
-des latenten Inhalts der Nachtmahr seine sexuelle und
-vorherrschend inzestuöse Natur ist. Über die sexuelle Betätigung
-des Teufels muß nicht mehr viel gesagt werden,
-sie wird hinreichend illustriert durch das Sprichwort: »Wenn
-eine Frau allein schläft, beschläft sie der Teufel.« Es ist besonders
-bemerkenswert, daß die Vorläufer des mittelalterlichen
-Teufels in aller Form Inkubi waren. Pan, von dem
-der Teufel so viele Attribute übernahm, war das Äquivalent
-für Ephialtes<a class="fnote" href="#footnote-429" id="fnote-429">[429]</a>, den Geist, der uns den wissenschaftlichen
-Namen für die Nachtmahr lieferte; auch die griechischen
-Faune waren als Inkubi tätig.<a class="fnote" href="#footnote-430" id="fnote-430">[430]</a> Weiter zurückgehend finden
-wir, daß die Sturm-Dämonen Babyloniens und Indiens, die
-alu<a class="fnote" href="#footnote-431" id="fnote-431">[431]</a> resp. die maruts<a class="fnote" href="#footnote-432" id="fnote-432">[432]</a>, die Vorläufer des Ares und Ephialtes,
-»die Zermalmer« genannt wurden, von ihrer Gewohnheit,
-während des Schlafs sich auf die Brust der Menschen zu
-legen, und der germanische Riese Grendel benahm sich ebenso.<a class="fnote" href="#footnote-433" id="fnote-433">[433]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die oben angeführten Tatsachen zeigen, daß der Teufelsglaube
-mit dem Ahnenkult in enger Beziehung steht; vor
-mehr als dreihundert Jahren meinte Burton<a class="fnote" href="#footnote-434" id="fnote-434">[434]</a>, daß die Teufel
-die Seelen der Gestorbenen, d. h. der Ahnen seien. Wenn
-die hier aufgestellte These richtig ist, nämlich, daß der Teufel
-die Projektion verdrängter Wünsche, die sich auf den Vater
-<a id="page-99" class="pagenum" title="99"></a>
-beziehen, verkörpert, so folgt daraus, daß der Verkehr mit
-ihm den Inzest mit dem Vater symbolisiert. Die Tatsache,
-daß die Schlange, das phallische Symbol des Vaters, eine
-ebenso hervorragende Rolle bei der Teufelsidee wie bei der
-Nachtmahr-Mythologie spielt, kennzeichnet den Ursprung
-beider aus dem Inzest.
-</p>
-
-<p>
-In den verschiedenen Geschichten vom Teufel finden
-wir Details, die deutlich auf die Entstehung aus psychischen
-Vorgängen, die für den Traum charakteristisch sind, hinweisen,
-und von denen zwei hier kurz erwähnt werden sollen. Eines der
-allertypischesten ist das Vorkommen von Verwandlungen.
-Wir haben eben die Fähigkeit des Teufels, jede menschliche
-Form, die er wünschte, anzunehmen,<a class="fnote" href="#footnote-435" id="fnote-435">[435]</a> erwähnt und hervorgehoben,
-daß er am häufigsten als Schlange oder Ziegenbock
-erschien. Aber es gab keine Tierart, deren Form er nicht
-manchmal annahm<a class="fnote" href="#footnote-436" id="fnote-436">[436]</a>, und er besaß sogar die Macht, Menschen
-in Tiere zu verwandeln.<a class="fnote" href="#footnote-437" id="fnote-437">[437]</a> Ein anderes Beispiel ist der
-psychologische Prozeß, den wir als »Umkehrung« kennen,
-wobei die Dinge von hinten nach vorn gestellt oder getan
-werden; dieser Vorgang ist, wie Freud<a class="fnote" href="#footnote-438" id="fnote-438">[438]</a> gezeigt hat, außerordentlich
-charakteristisch für die Traumarbeit. Die meisten
-Schriften über den Teufel haben eben dies als seine Eigentümlichkeit
-betont, insbesondere in Hinsicht auf den Sabbat.
-So tanzen die Anwesenden in einem Kreise nach <em>rückwärts</em><a class="fnote" href="#footnote-439" id="fnote-439">[439]</a>,
-die Gesichter vom Mittelpunkt <em>weggekehrt</em><a class="fnote" href="#footnote-440" id="fnote-440">[440]</a>,
-sie tauchen ihre <em>linke</em> Hand in das heilige Wasser<a class="fnote" href="#footnote-441" id="fnote-441">[441]</a> (Teufels-Urin)<a class="fnote" href="#footnote-442" id="fnote-442">[442]</a>,
-machen das Zeichen des Kreuzes in der <em>verkehrten</em>
-Richtung<a class="fnote" href="#footnote-441">[441]</a>, genießen bei der Messe <em>schwarzes</em>
-<a id="page-100" class="pagenum" title="100"></a>
-<em>Brot</em><a class="fnote" href="#footnote-443" id="fnote-443">[443]</a> und bei dieser werden <em>schwarze Kerzen</em> benutzt<a class="fnote" href="#footnote-444" id="fnote-444">[444]</a>
-u. s. w. Der Teufel selbst hatte <em>ein zweites Gesicht</em>
-am Hinterteil, das oft dem <em>eines schönen Weibes</em><a class="fnote" href="#footnote-445" id="fnote-445">[445]</a>
-glich (eine doppelte Umkehrung), er saß <em>verkehrt</em> auf
-seinem Sitz<a class="fnote" href="#footnote-446" id="fnote-446">[446]</a>, sein Penis war oft <em>am Rücken</em><a class="fnote" href="#footnote-447" id="fnote-447">[447]</a> statt
-vorn, von seinem Körper ging ein höllischer Gestank aus,
-der mit dem himmlischen Wohlgeruch des Erlösers<a class="fnote" href="#footnote-448" id="fnote-448">[448]</a> kontrastierte
-u. s. w.
-</p>
-
-<p>
-Auf die Entstehung aus dem Traum kann auch die Tatsache
-zurückgeführt werden, daß der Koitus mit dem Teufel
-in der Regel äußerst schmerzhaft und unangenehm<a class="fnote" href="#footnote-449" id="fnote-449">[449]</a> war,
-denn dies ist in Angstträumen, in denen ein Koitus vorkommt,
-auch sehr häufig der Fall.
-</p>
-
-<p>
-Einiges kann noch über den Zusammenhang zwischen
-dem Teufelsglauben und den im vorhergehenden Kapitel erörterten
-hinzugefügt werden. Der erste derselben, der Glaube
-an den Inkubus war ein wesentliches Stück des Teufelsglaubens,
-denn nach orthodoxer Anschauung waren die Inkubi einfach
-Teufel; selbst mit dem unmittelbaren Äquivalent des Inkubus,
-dem Alp, steht der Teufel in enger Verbindung<a class="fnote" href="#footnote-450" id="fnote-450">[450]</a>, die jedoch
-hier nicht verfolgt werden kann, da das Thema ein rein
-mythologisches ist.
-</p>
-
-<p>
-Die Verwandtschaft zwischen dem Teufelsglauben und
-dem Glauben an Vampire und Werwölfe ist mehr in ihrem
-gemeinsamen latenten Inhalt als in äußerlichen Ähnlichkeiten
-gelegen, aber auch in letzterer Hinsicht ist manches dahin
-Zielende auffindbar. Der Teufel wurde von den Kirchenvätern
-gemeiniglich »seelenraubender Wolf« genannt<a class="fnote" href="#footnote-451" id="fnote-451">[451]</a> und
-<a id="page-101" class="pagenum" title="101"></a>
-in Knuts Gesetzen wird er direkt als »vôdfreca <em>verewulf</em><a class="fnote" href="#footnote-452" id="fnote-452">[452]</a>«
-bezeichnet. Im Mittelalter hieß der Teufel Erzwolf, Archilupus
-und er erschien häufig in Wolfsgestalt.<a class="fnote" href="#footnote-453" id="fnote-453">[453]</a> Grimm<a class="fnote" href="#footnote-454" id="fnote-454">[454]</a> führt die
-slavischen Namen für den Teufel (Polnisch wrog, Serbisch
-vrag u. s. w.) auf das althochdeutsche warg (= Wolf) zurück
-und der slavische böse Feind Czernobog erschien gewöhnlich
-als Wolf.<a class="fnote" href="#footnote-455" id="fnote-455">[455]</a> Des mittelalterlichen Teufels Abstammung vom
-Wolfe scheint jedoch in erster Linie germanisch gewesen zu
-sein, insbesondere von den beiden Wölfen Wotans. Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-456" id="fnote-456">[456]</a>
-schreibt: »Neben Loki wird aber auch dem Fenrirwolf nach
-mehreren mißglückten Versuchen mit einem von den Zwergen
-verfertigten unzerreißbaren Bande von den Göttern eine Fessel
-angelegt. In der Redensart: »Der Teufel ist los«, haben wir
-sicher noch eine Erinnerung an Fenrirs wiederholtes Sichfreimachen
-von den starken Banden und Stricken, die ihm
-von den Göttern um den Hals geschlungen wurden«. Der
-Teufel wurde auch der Höllenwolf genannt und Grimm<a class="fnote" href="#footnote-457" id="fnote-457">[457]</a> bemerkt:
-»Der Teufel hat seinen ungeheuren Rachen mit Wolf
-und Hölle gemein«. Ungewöhnlich starke oder wilde Wölfe
-wurden entweder für verkappte Teufel oder für Werwölfe
-gehalten<a class="fnote" href="#footnote-458" id="fnote-458">[458]</a> und auch die letzteren gelten als vom Teufel erschaffen.<a class="fnote" href="#footnote-459" id="fnote-459">[459]</a>
-Historisch interessant ist der Fall der Angela
-de Sabarethe, die als das erste Weib genannt wird, das &mdash; in
-Toulouse, im Jahre 1275 &mdash; wegen sexueller Beziehungen
-zum Teufel verbrannt wurde; als Resultat dieser Verbindung
-gebar sie ein Monstrum mit dem Kopf eines Wolfes und
-einem Schlangenschweif.<a class="fnote" href="#footnote-460" id="fnote-460">[460]</a>
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-102" class="pagenum" title="102"></a>
-Von den zwei Kardinalpunkten des Vampirglaubens,
-nämlich, daß der Vampir ein revenant sei und daß er den Schlafenden
-Blut auszusaugen pflege, ist der erste im Teufelsglauben
-viel stärker ausgeprägt, wie oben besprochen wurde. Die einzige
-Erwähnung des zweiten Punktes, die ich finden konnte, betrifft
-den altdeutschen Teufel Grendel. Grimm<a class="fnote" href="#footnote-461" id="fnote-461">[461]</a> schreibt von ihm:
-»Er trinkt das Blut aus den Adern und gleicht Vampiren,
-deren Lippen von frischem Blut benetzt sind. In einer altnordischen
-saga findet sich ein ähnlicher Dämon, Grûnzaegir
-genannt ..., er trinkt das Blut aus Menschen und Tieren«.
-</p>
-
-<p>
-Wir können dieses Kapitel mit einigen allgemeinen Bemerkungen
-über den Teufelsglauben beschließen. Wir haben
-gesehen, daß die infantilen Konflikte, die durch das Verhältnis
-zu den Eltern bedingt waren, ihren frühesten Ausdruck dadurch
-fanden, daß das Universum mit übernatürlichen Wesen
-bevölkert wurde, die manchmal freundlich, oft gehässig waren,
-stets jedoch versöhnt werden mußten. Bei der Entwicklung
-dieses Glaubens haben Traumerfahrungen wahrscheinlich eine
-große Rolle gespielt. Hauptsächlich infolge der Betonung des
-Stammes- oder Nationalstolzes verschmolzen einige Völker,
-vor allem die Juden, nach und nach diese Gestalten und entwickelten
-so eine Art Monotheismus. Dies führte jedoch zu
-der Notwendigkeit, die guten und bösen Eigenschaften der
-höheren Mächte auf zwei verschiedene Persönlichkeiten zu
-verteilen, so daß das, was dem Guten nahestand, der einen,
-und das, was dem Bösen zugehörte, der anderen zugeschrieben
-wurde. Das übertriebene Gefühl der Sündhaftigkeit, das für
-das Christentum charakteristisch ist, und der schärfere Kontrast
-zwischen Gut und Böse, der dadurch erzielt wurde,
-brachten zwar eine erhabenere Auffassung Gottes hervor, aber
-auch bei der Erzeugung des Teufels ein Entsetzen, neben dem
-alle früheren Erfindungen verblassen. In den letzten hundertundfünfzig
-Jahren und insbesondere während des letzten
-halben Jahrhunderts hat die Intensität des Teufelsglaubens
-stark abgenommen, der Gottesglaube erwies sich als der
-wurzelfestere der beiden; die psychologische Erklärung dieses
-<a id="page-103" class="pagenum" title="103"></a>
-Faktums ist ein interessantes Problem, dessen Erörterung
-uns jedoch zu weit von dem gegenwärtigen Thema abführen
-würde. Dies geschah nicht ohne heftigen Theologenzwist, da
-es offensichtlich die Schwierigkeit, über die Existenz des
-Bösen in der Welt Rechenschaft zu geben, vergrößerte.
-Dennoch war es notwendig geworden, teilweise wohl wegen der
-höheren Auffassung der Allmacht Gottes und seiner schließlichen
-Verantwortlichkeit für das ganze Weltall, denn diese Erwägungen
-machten den Teufelsglauben in seinem inneren Wesen
-überflüssig. Das Problem des Bösen, das den Theologen stets
-im Wege gewesen ist, da es sich von theologischen Voraussetzungen
-aus nicht auflösen ließ, wurde als Ganzes umgangen,
-indem man zu dem im 5. Jahrhundert entwickelten Glauben
-Zuflucht nahm, daß die Übel der Welt als Strafe oder als
-unbegreifliches Besserungsmittel zum heilsamen Fortschreiten
-in der Erkenntnis, zur Übung in der Geduld im Hinblick
-auf eine bessere Zukunft zu betrachten seien.<a class="fnote" href="#footnote-462" id="fnote-462">[462]</a> Wie lang
-sich die Menschheit mit diesen Sophismen begnügen wird, ist
-ungewiß; der Erfolg der Lehre Mrs. Eddys, daß das Böse
-nicht objektiv, sondern nur subjektiv existiert<a class="fnote" href="#footnote-463" id="fnote-463">[463]</a>, kann als
-Zeichen einer wachsenden Unzufriedenheit des Volkes mit
-diesen orthodoxen Erklärungen aufgefaßt werden.
-</p>
-
-<p>
-Doch der Teufel stirbt nicht leicht. Werwolf und Vampir
-hatten für den Kulturmenschen längst ihre Schrecken verloren,
-nicht einmal mehr die Kinder mochten sie fürchten und
-auch das Alpdrücken des Hexenwahns hatte Europa von
-sich abgeschüttelt, nur Satan wich nicht.<a class="fnote" href="#footnote-464" id="fnote-464">[464]</a> Von Zeit zu Zeit
-lesen wir bis zum heutigen Tage in den Zeitungen von einem
-geistlichen Exorzismus einer hysterischen Person als vom
-Teufel besessen<a class="fnote" href="#footnote-465" id="fnote-465">[465]</a> und der Glaube an einen buchstäblichen
-<a id="page-104" class="pagenum" title="104"></a>
-Teufel wird noch von der katholischen Kirche offiziell festgehalten
-und von einem großen Teil der Geistlichkeit anderer
-Kirchen. Eine der Szenen der letzten Jahre des erleuchteten
-19. Jahrhunderts, die es verdient, in der Geschichte weiter
-zu leben, war der berühmte Miß Vaughan-Schwindel<a class="fnote" href="#footnote-466" id="fnote-466">[466]</a>, bei
-welchem der Papst Leo XIII. und mehrere Bischöfe eine Dame
-offiziell segneten, die, obgleich aus der Vereinigung ihrer
-Mutter mit dem Teufel stammend, die Kirche triumphierend
-gerettet hatte; im nächsten Jahre (1897) gestand Taxil, daß
-nicht nur alles eine Lügengeschichte sei &mdash; der Teufelsbund
-mit eingeschlossen &mdash;, sondern auch daß die Dame selbst ein
-Produkt seiner Einbildungskraft war.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-9">
-VII.<br />
-Die Hexenepidemie.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Die Probleme des Hexenaberglaubens sind komplizierter
-als die des Teufelsglaubens, obgleich sie mit ihnen nahe verwandt
-sind; denn einerseits wirkten beim Aufbau des Hexenglaubens
-noch zahlreichere Faktoren mit und anderseits haftete
-er nicht an Phantasiewesen, sondern an wirklichen Menschen.
-Infolge dieser Tatsache ist es anzunehmen, daß einige Bestandteile
-von den Betroffenen selbst geliefert wurden, wenn auch
-das meiste aus äußeren Quellen stammt. Wie viele von den
-Verfolgten wirklich von der Realität der angeblichen Vorfälle
-überzeugt waren, wird sich nie ermitteln lassen. Sicher ist,
-daß viele nicht daran glaubten, denn nachdem sie unter grausamen
-Torturen ein Geständnis abgelegt hatten, beichteten
-sie ihre Unschuld dem Beichtvater, unter der Bedingung, daß
-er nichts davon verlauten lasse, damit sie ohne neuerliche
-Tortur hingerichtet würden. In manchen Fällen war allerdings
-die Natur jener erdichteten Ereignisse und der Geisteszustand
-der Opfer derartig, daß diese an die Wirklichkeit der Verbrechen,
-wegen deren sie angeklagt waren, nicht im mindesten
-zweifelten.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-105" class="pagenum" title="105"></a>
-Wie im vorhergehenden Kapitel können wir mehrere
-verschiedene Probleme unterscheiden, <a id="corr-44"></a>insbesondere:
-</p>
-
-<div class="list">
-<p class="noindent">
-1. Die Erklärung der Fundamente der Hexenvorstellung,
-</p>
-
-<p>
-2. Den Grund für den Ausbruch der Epidemie an einem bestimmten Zeitpunkte und
-</p>
-
-<p>
-3. Ihr Verhältnis zum Alptraum.
-</p>
-
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Die hier aufgestellte These lautet, daß <em>der Hexenglauben
-im wesentlichen eine Projektion verdrängter
-sexueller Wünsche des Weibes darstellt,
-insbesondere jener, die sich auf das weibliche
-Gegenstück zum Ödipus-Komplex beziehen,
-nämlich die Liebe zum Vater und den Neid und
-die Feindseligkeit gegen die Mutter</em>. Ebenso wie das
-Kind das Bild des Vaters in seine wohltätigen und böswilligen
-Züge auseinanderlegt und damit den Glauben an Gott und Teufel
-ermöglicht, so teilt es auch die Mutter in die beiden Hälften,
-woraus sich der Glaube an Göttinnen (Mater Dei) und weibliche
-Teufel entwickelt. Die Bemerkung Riklins<a class="fnote" href="#footnote-467" id="fnote-467">[467]</a>, daß die
-Erfindung von Riesinnen und Hexen u. s. w. die Stellungnahme
-des Mädchens gegen die Mutter als sexuelle Rivalin
-ausdrückt, fällt mit dem Kern der gegenwärtigen These zusammen.
-Ferner werden wir sehen, daß beide Geschlechter
-ebenso zur Erfindung der Hexen wie zu jener des Teufels
-beigetragen haben.
-</p>
-
-<p>
-Vor Behandlung der historischen Seite des Hexenglaubens
-wird es sich empfehlen, seine Hauptmerkmale zur
-Zeit der vollsten Blüte zu erörtern. Diese lassen sich kurz
-in zwei Gruppen zusammenfassen, und zwar diejenigen, welche
-</p>
-
-<div class="list">
-<p class="noindent">
-I. sich auf den Umgang der Hexe mit dem Teufel beziehen,
-</p>
-
-<p>
-II. sich auf das Verhältnis zu den Mitmenschen beziehen.
-</p>
-
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Diese Gruppen waren ursprünglich voneinander unabhängig
-und wurden erst im 13. Jahrhundert vermengt; um
-dieselbe Zeit wurde eine dritte hinzugefügt, nämlich die
-Ketzerei, d. h. Tatsachen, die sich auf ihr Verhältnis zu
-Gott bezogen.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-106" class="pagenum" title="106"></a>
-Für die eigentliche Hexenepidemie war die dritte Vorstellungsgruppe
-am wenigsten charakteristisch, so daß wir sie
-zuerst erledigen können. Obgleich sie das Element ist, das
-am wenigsten die eigentliche Hexe von dem alten Zauberer
-und Wahrsager scharf unterschied, da sie eher als eine direkte
-Fortsetzung der Attribute jener gelten darf, kam ihr doch für
-die Hexenverfolgung die allerhöchste Bedeutung zu. Wie
-bekannt, ging die Initiative zu jener Verfolgung von der
-Kirche aus, deren Streben auf die Ausrottung der Ketzerei
-und Vernichtung der Macht des Teufels gerichtet war. Die
-Laienschaft, deren ursprüngliches Interesse an dem Unternehmen
-nicht sehr stark war, wurde zur Unterstützung der Kirche durch
-die geschickte Kombinierung der Objekte dieser Verfolgung mit
-der alten Auffassung von schädlicher Zauberei (Maleficium)
-bewogen. Durch die Furcht vor der letzteren aus ihrer Ruhe aufgeschreckt,
-verband sie sich mit der Kirche, um die verhaßten
-Quellen des Maleficium zu zerstören, die nach der Erklärung
-der Kirche mit denen der Ketzerei und des Teufelspaktes
-identisch waren.
-</p>
-
-<p>
-Die schädlichen Einwirkungen der Hexen erstreckten
-sich von kleinen Bosheiten bis zu den schwersten Verletzungen,
-selbst den Tod miteingeschlossen. Ihre genaue Überprüfung
-zeigt meiner Meinung nach, daß die Angst, die sich hinter dem
-Glauben an dieses Maleficium verbarg, die im tiefsten Grunde
-der Menschenseele ruhende Angst vor Unfähigkeit oder Versagen
-der sexuellen Funktionen war. (Beim Manne: »Kastrations-Komplex«,
-beim Weibe: »Angst vor der Kinderlosigkeit.«)
-Der Grund hiefür ist, daß fast alle Fälle von Verhexen sich
-entweder direkt auf die Erzeugung von Impotenz (oder Sterilität)
-beziehen, oder symbolische Darstellungen dafür sind.
-</p>
-
-<p>
-In erster Linie ist zu beachten, daß die häufigste Spezialität
-der Hexenkunst in der Einmischung in die sexuellen
-Funktionen, besonders bei der Erzeugung der Impotenz bestand.
-Hansen<a class="fnote" href="#footnote-468" id="fnote-468">[468]</a> bemerkt: »Die Behexung trifft weitaus am
-häufigsten die geschlechtlichen Beziehungen zwischen Mann
-<a id="page-107" class="pagenum" title="107"></a>
-und Weib.« In der berühmten Hexen-Bulle<a class="fnote" href="#footnote-469" id="fnote-469">[469]</a> wird das Maleficium
-in sieben Punkten behandelt, von denen sechs die
-sexuellen Funktionen betreffen und einer die Verwandlung in
-Tiere. Der bekannte Malleus <a id="corr-45"></a>Maleficarum<a class="fnote" href="#footnote-470" id="fnote-470">[470]</a> widmet vier Kapitel
-einer eingehenden Erörterung der Frage, auf welche Weise
-diese Impotenz zu Stande gebracht wurde, und betont, daß im
-Gegensatz hiezu die Hexerei andere natürliche Funktionen
-nicht beirren kann, wie z. B. Essen, Gehen u. s. w.<a class="fnote" href="#footnote-471" id="fnote-471">[471]</a>; die
-verschiedenen Methoden, durch die der Penis weggehext
-werden kann, sei es in Wirklichkeit oder durch Augentäuschung,
-werden ebenso gründlich besprochen. Ein Lieblingsmittel
-war die Benützung der ligature de l&rsquo;aiguillette, mit der, wie
-Brévannes<a class="fnote" href="#footnote-472" id="fnote-472">[472]</a> konstatiert, nicht weniger als 50 verschiedene
-Prozeduren vorgenommen werden konnten. Im 15. und
-16. Jahrhundert war diese so häufig im Gebrauch und
-so allgemein gefürchtet, daß es Sitte wurde, die Hochzeiten
-im geheimen abzuhalten, um Bezauberungen zu entgehen.
-Das Hexenmaleficium vermochte in derselben Richtung
-noch weitere Wirkungen zu entfalten. Durch seine Anwendung
-konnte die Liebe zwischen einem bestimmten Manne und
-einem Weibe vernichtet, Unfruchtbarkeit der Frauen und
-Zeugungsunfähigkeit der Männer herbeigeführt, die intrauterine
-Frucht zerstört und Mißgeburten hervorgebracht werden.<a class="fnote" href="#footnote-473" id="fnote-473">[473]</a>
-Selbst wenn alle diese Gefahren vermieden waren, war das
-Neugeborene noch nicht in Sicherheit, denn Hexen fraßen mit
-Leidenschaft kleine Kinder, welcher Gefahr ungetaufte ganz
-besonders ausgesetzt waren.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-108" class="pagenum" title="108"></a>
-Die meisten anderen Fälle des Maleficium symbolisieren
-dieselbe Furcht. Die nächst häufige war die Vernichtung der
-Ernte durch Regen oder Hagelwetter oder die Kunst, ein
-Feld, das einer bestimmten Person gehörte, unfruchtbar zu
-machen; in allen Epochen bestanden innige Assoziationen
-zwischen der Fruchtbarkeit der Menschen und der Natur,
-was nebst vielen anderen die Tatsache beweist, daß dieselben
-Götter beide beschützten. Auch die geringeren Fälle
-von Hexerei gestatten dieselbe Auslegung. Unter diesen waren
-die gewöhnlichsten, die Milch sauer zu machen (d. h. den
-Samen zu beschädigen), das Buttermachen zu hindern (auf
-dessen symbolische Bedeutung Abraham<a class="fnote" href="#footnote-474" id="fnote-474">[474]</a> hingewiesen hat),
-und die Bewegungen der Spindel (d. h. die Tätigkeit der
-<em>Maschine</em>),<a class="fnote" href="#footnote-475" id="fnote-475">[475]</a> zu beeinflussen.
-</p>
-
-<p>
-Die einzige Körperfunktion, außer den sexuellen, welche
-die Hexen beeinträchtigen konnten, war das Urinieren, das
-bekanntlich mit der Sexualbetätigung im engen, besonders
-symbolischen Zusammenhang steht<a class="fnote" href="#footnote-476" id="fnote-476">[476]</a>; diese Verletzung wurde
-in Frankreich »cheviller«<a class="fnote" href="#footnote-477" id="fnote-477">[477]</a> genannt.
-</p>
-
-<p>
-Der Glaube, daß durch Hexerei Krankheit<a class="fnote" href="#footnote-478" id="fnote-478">[478]</a> und Tod
-verursacht werden könne, hat auch auf denselben Komplex
-Bezug, denn man findet in der Psychoanalyse oft, daß eine
-außergewöhnlich starke Furcht in dieser Richtung durch eine
-tieferliegende Angst vor Impotenz bedingt wird, mit der die
-anderen Vorstellungen sich leicht assoziieren. Eine weitere
-Quelle für diesen Glauben bildet ihre Assoziation zur Vorstellung
-eines sadistischen Überfalles; das Volksdenken sieht
-in Krankheit und Tod meist die Folgen des Angriffes eines
-übelwollenden Dämons, der den Menschen überwältigt. Diese
-Behexung wurde mit Gift, und zwar entweder mit materiellem
-oder mit unkörperlichem, ausgeführt; Gift, d. h. eine Flüssigkeit,
-<a id="page-109" class="pagenum" title="109"></a>
-die, in den Körper aufgenommen, ernste Folgen nach
-sich zieht, ist ein gewöhnliches unbewußtes Symbol für Samen
-(vergleiche die Wahnideen der Verrückten, daß jemand sie
-vergiften wolle).
-</p>
-
-<p>
-Es ist bemerkenswert, daß fast alle Zaubermittel, die
-das Maleficium verhinderten, sexuelle Symbole waren. Die
-am häufigsten gebrauchten scheinen Salz<a class="fnote" href="#footnote-479" id="fnote-479">[479]</a> und Hufeisen gewesen
-zu sein. Wie bereits erwähnt wurde, ist Salz in der
-Sitte der Völker ein weit verbreitetes Symbol für Samen und
-Fruchtbarkeit. Salz und Brot (Symbol der Faeces, infantiles
-Sexualmaterial)<a class="fnote" href="#footnote-480" id="fnote-480">[480]</a> wurden auch gegen die Hexerei häufig
-angewendet<a class="fnote" href="#footnote-481" id="fnote-481">[481]</a>, da die Mischung der beiden die Fruchtbarkeit
-symbolisiert.<a class="fnote" href="#footnote-482" id="fnote-482">[482]</a> Das Hufeisen, dieser allgemein bekannte Glückstalisman,
-wurde auch häufig zur Abwehr der Hexen<a class="fnote" href="#footnote-483" id="fnote-483">[483]</a> benützt;
-Lawrence<a class="fnote" href="#footnote-484" id="fnote-484">[484]</a>, der den Volksglauben hinsichtlich des
-Hufeisens ausführlich behandelt, nennt es »das Gegenmittel
-par excellence gegen Hexerei«. Daß hier ein Stück Vulva-Symbolik
-vorliegt, wurde gerechterweise allgemein anerkannt.
-Andere Dinge von ähnlicher Gestalt und Bedeutung wurden
-für denselben Zweck in Gebrauch genommen; so nannte man
-infolge dieses Zusammenhanges Steine, durch die ein Loch
-gebohrt war, »Hexensteine«.<a class="fnote" href="#footnote-485" id="fnote-485">[485]</a> In Butlers Hudibras (II. 3. 291)
-werden mehrere Symbole zusammengebracht; es heißt dort,
-ein Geisterbeschwörer könne mit Sicheln, Hufeisen und ausgehöhlten
-Feuersteinen böse Geister verjagen. An anderen
-Gegenmitteln wären zu erwähnen: ein aufgerichtetes Messer<a class="fnote" href="#footnote-486" id="fnote-486">[486]</a>,
-<a id="page-110" class="pagenum" title="110"></a>
-ein Besenstiel<a class="fnote" href="#footnote-487" id="fnote-487">[487]</a>, ein Pferdeschädel<a class="fnote" href="#footnote-488" id="fnote-488">[488]</a> und ein Drudenfuß<a class="fnote" href="#footnote-489" id="fnote-489">[489]</a>;
-die beiden ersten sind männliche Symbole, die anderen
-bisexuelle.
-</p>
-
-<p>
-Die Erklärung dieses Massenglaubens an das Hexenmaleficium
-ist nicht einfach, obgleich er eine sehr allgemeine
-Grundlage haben muß, da etwas ähnliches in allen Epochen
-der Menschheit zu finden ist. Im allgemeinen besteht die
-engste Beziehung zwischen Zauberei und Sexualität, wie
-Bloch, Hansen und andere nachgewiesen haben<a class="fnote" href="#footnote-490" id="fnote-490">[490]</a>, so daß der
-Verdacht wohlberechtigt ist, daß die Quelle des Hexenmaleficium,
-das sich in starkem Ausmaße auf die Frage der
-Impotenz bezog, gleichfalls sexueller Natur sein müsse.
-Hansen<a class="fnote" href="#footnote-491" id="fnote-491">[491]</a> hat folgende Erklärung beigebracht, die wenigstens
-auf den Fall, daß geradezu Impotenz herbeigeführt wird,
-anwendbar ist: Er führt ihren Ursprung in den Orient
-zurück und sagt, »sie dürfte in der Vielweiberei, und zwar
-gleichmäßig in der natürlichen Eifersucht der Frauen eines
-Mannes und der psychischen Entnervung dieses Mannes ihren
-Ursprung haben. Diese Art von Maleficium hat einen ausgesprochen
-weiblichen Charakter; sie hat viel dazu beigetragen,
-ältere, auf die Liebeserfolge der jüngeren eifersüchtige
-Frauen in den Verdacht der Hexerei zu bringen.« Zwei
-Erwägungen bestätigen diese Meinung Hansens. 1. Die Tatsache,
-daß im Mittelalter der Verlust an Männern in den
-zahlreichen Kriegen so groß war, daß die sozialen Bedingungen
-denen des Orients angenähert waren; in Deutschland war
-aus diesem Grunde die Polygamie durch Sondergesetze, die
-zu diesem Ende erlassen wurden, wirklich erlaubt worden.
-Auf die Bedeutung der Kreuzzüge in dieser Richtung hat
-Buckle hingewiesen.<a class="fnote" href="#footnote-492" id="fnote-492">[492]</a> 2. Die neuere psychiatrische Erkenntnis
-<a id="page-111" class="pagenum" title="111"></a>
-der engen Verbindung zwischen Impotenzgedanken und Eifersucht.
-Hansens Auffassung läßt jedoch den panikartigen
-Schrecken der <em>Männer</em>, die schließlich doch wissen mußten, daß
-sie potent seien, noch immer völlig unerklärt. Die Vorstellung
-muß an einer in ihrem Innern bereits vorhandenen Furcht
-Widerhall gefunden haben. Wir können annehmen, daß zu
-einer solchen Zeit die ungenügende Gelegenheit für die Frauen,
-hinreichende Befriedigung zu finden, der Frage der männlichen
-Potenz eine besonders stark empfundene Bedeutung gab. Auch
-ist es bekannt, daß diese Angst bei Männern ebenso häufig
-als tiefgewurzelt ist. Die psychoanalytische Untersuchung hat
-gezeigt, daß sie ihre Wurzeln in der frühesten Kindheit hat,
-in der Furcht des Knaben, daß ihm die Eltern den Penis,
-wie irgend ein anderes Spielzeug wegnehmen werden, wenn
-er schlimm ist, d. h., wenn er für ihn zu viel Interesse zeigt
-oder mit ihm spielt. Es ist im Wesen eine Furcht vor dem
-Vater. Ich möchte den Ausbruch, der diese Angst in Verbindung
-mit den Hexen bringt, als Verschiebungs-Mechanismus
-ansprechen. Man darf nicht vergessen, daß der Teufel die
-wesentliche Quelle und das gebietende Oberhaupt der Hexenkunst
-war; diesen haben wir aber bereits als Personifikation
-des feindlichen Vaters kennen gelernt. Ferner wurde bis
-zum dreizehnten Jahrhundert das Maleficium meist durch
-<em>Männer</em>, Zauberer ausgeübt; erst nach diesem Zeitpunkte
-übertrug die Kirche im Dienste ihrer eigenen Zwecke die
-ursprünglichen Attribute der älteren (männlichen) Zauberer
-auf die neue Gattung der Hexen. Zweifellos hat Hansen
-ebenfalls recht mit seiner Vermutung, daß die weitverbreitete
-Eifersucht der alten Weiber, durch die sozialen Einrichtungen
-begünstigt, die Furcht unterstützte und zur Lokalisierung
-bei den alten Hexen beitrug. Eine ähnliche Angst auf Seite
-der Frauen, die sich hauptsächlich, aber nicht ausschließlich
-auf Schwängerung und Geburt bezog, war unzweifelhaft ein
-weiterer Faktor; die Hexe personifizierte dann die gehaßte
-Mutter, welche die geheimen Genüsse des Mädchens störte.
-Schließlich sei daran erinnert, daß das Menschenherz stets
-bereit ist, infolge der eigenen feindlichen oder verbrecherischen
-<a id="page-112" class="pagenum" title="112"></a>
-Wünsche Schmerz, Unglück u. s. w. zu ahnen und zu fürchten.
-Freud<a class="fnote" href="#footnote-493" id="fnote-493">[493]</a> hat darauf hingewiesen, daß der Aberglaube nichts
-anderes ist, als die Projektion unbewußter Gedanken.
-</p>
-
-<p>
-Die Ansicht, daß die Hexen (und Zauberer) mit Attributen
-ausgestattet waren, die von der Vorstellung des Kindes
-von seinen Eltern hergenommen wurden, wird durch die Tatsache
-gestützt, daß ihre Handlungen nicht immer feindselig
-gegen gewöhnliche Menschen waren, sondern oft freundlich.
-Durch mannigfache Versöhnungsmittel konnten sie, gradeso
-wie Gott und der Teufel, dazu veranlaßt werden, ihre übernatürlichen
-Kräfte in den Dienst Hilfsbedürftiger zu stellen.
-So wurde ihre Fähigkeit, Dinge, die sich in der Ferne ereigneten,
-zu sehen und zukünftige Ereignisse vorherzusagen,
-oft in Anspruch genommen. Am häufigsten wurde jedoch
-ihr Beistand erbeten, um Liebe zu erwecken (Liebes-Philter,
-Liebes-Amulette u. s. w.) oder zu vernichten, wenn ein
-gehaßter Rivale vorhanden war; die Hexen gingen gelegentlich
-so weit, den Liebhaber durch die Luft auf ihrer
-Ziege zur Geliebten zu tragen.<a class="fnote" href="#footnote-494" id="fnote-494">[494]</a> Sie konnten sogar veranlaßt
-werden, die angezauberte Impotenz zu heilen; im Hinblick
-darauf sagt Seligmann<a class="fnote" href="#footnote-495" id="fnote-495">[495]</a>: »eine Hexe heilte die Männer, indem
-sie mit ihnen während einer Nacht im Ehebett schlief«.
-</p>
-
-<p>
-Wir kommen nun zur zweiten Gruppe, welche den Umgang
-der Hexe mit dem Teufel behandelt, und die das
-Kardinalmerkmal der Hexenepidemie bildet. Das Teufelsbündnis
-war die Hauptanklage bei den Hexenprozessen, vielleicht,
-weil es nach der Natur der Umstände leichter »bewiesen«
-werden konnte als das Maleficium oder die Ketzerei; vielleicht
-auch, weil die Richter dieses Thema weit anziehender fanden
-als die anderen. Wuttke<a class="fnote" href="#footnote-496" id="fnote-496">[496]</a> konstatiert: »Hauptgegenstände
-der Anklage waren der, meist auch geschlechtliche, Verkehr
-mit dem Teufel, die Hexenfahrt durch die Luft und der dort
-<a id="page-113" class="pagenum" title="113"></a>
-mit Tanz, Schmaus und oft auch mit Unzucht gefeierte Hexensabbat,
-wo dem Teufel gehuldigt und manchmal geopfert
-wurde; die Schädigung von Menschen und Vieh erscheint dagegen
-als Nebensache.« Soldan<a class="fnote" href="#footnote-497" id="fnote-497">[497]</a> nennt ebenfalls den Teufelsbund
-den »Kern« der Hexenprozesse. Ennemoser<a class="fnote" href="#footnote-498" id="fnote-498">[498]</a> schreibt:
-»Dem späteren Begriff der Hexen ist unzüchtige Buhlschaft
-wesentlich, sie besiegelt das geschlossene Bündnis und verleiht
-dem Teufel freie Macht über die Zauberinnen, ohne diesen
-Greuel kommt überhaupt keine Hexe vor.« Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-499" id="fnote-499">[499]</a> sagt:
-»Das spezifische Hexenwesen der eigentlichen Periode der
-Hexenprozesse beruht nicht mehr bloß auf der Abweichung
-von Glaubens- und Lehrsätzen der Kirche, sondern, wie aus
-der Bulle Innozenz VIII. und dem Hexenhammer ersichtlich
-ist, lautet die Anklage vornehmlich auf: »<em>Bündnis mit
-dem Teufel und vertrautesten Umgang</em> mit demselben.«
-</p>
-
-<p>
-Es kann nicht der leiseste Zweifel darüber bestehen, daß
-der eigentliche Wesenszug dieses Bündnisses die sexuelle Beziehung
-war. Die älteren Autoren, wie Bodin<a class="fnote" href="#footnote-500" id="fnote-500">[500]</a>, De Lancre,<a class="fnote" href="#footnote-501" id="fnote-501">[501]</a>
-die Verfasser des Malleus<a class="fnote" href="#footnote-502" id="fnote-502">[502]</a> und die anderen sind in
-diesem Punkte völlig einig. So sagt, um nur einige der
-letztgenannten zu zitieren, Hansen<a class="fnote" href="#footnote-503" id="fnote-503">[503]</a>: »Jede Hexe steht in
-geschlechtlichem Verkehr mit dem Teufel ....... Gerade
-durch diesen Verkehr wird das dauernde Verhältnis zwischen
-Hexe und Teufel unterhalten.« Bloch<a class="fnote" href="#footnote-504" id="fnote-504">[504]</a>: »Der Begriff des
-Weibes als Hexe drehte sich fast nur um das Geschlechtliche,
-das meist als »Teufelsbuhlschaft« vorgestellt wurde.«
-Quanter<a class="fnote" href="#footnote-505" id="fnote-505">[505]</a>: »Die sexuellen Exzesse mit dem Teufel waren
-<a id="page-114" class="pagenum" title="114"></a>
-das einzige, was mit breitem Behagen den Hexen nachgesagt
-wurde.« Nyström<a class="fnote" href="#footnote-506" id="fnote-506">[506]</a>: »Das spezifische der Hexenprozesse in
-ihrer eigentlichen Periode bestand in der Beschuldigung der
-Teufelsbündelei und des Geschlechtsverkehrs mit dem Teufel.«
-Es wurde geradezu geglaubt, daß die Hexe ihre Zaubermacht
-erst nach dem Geschlechtsverkehr mit dem Teufel erhielt.<a class="fnote" href="#footnote-507" id="fnote-507">[507]</a>
-</p>
-
-<p>
-Der Glaube an die Buhlschaft mit dem Teufel gründet
-sich offenbar auf jenen an die Unbefriedigung und geschlechtliche
-Bedürftigkeit, die allgemein und vielleicht mit Recht als
-Charakteristikum der Frauen mittleren Alters angesehen
-wird. Da der Teufel die symbolische Personifikation des
-Vaters ist, sind in letzter Linie unbewußte inzestuöse Wünsche
-die Quelle des Glaubens. Dieser Umstand gewann, wie bereits
-ausgeführt wurde, im Mittelalter eine ganz besondere Bedeutung;
-weitere Beweise für diese Auffassung des Problems
-sollen sogleich hinzugefügt werden. Geradeso wie manche
-Frauen, die Mystikerinnen und Heiligen, ihr Begehren dadurch
-befriedigten, daß sie es an die Gottesidee hefteten, so
-fanden andere auf einem weniger durchgeistigten Wege ihre
-Befriedigung an den fast synonymen Vorstellungen des Inkubus,
-Dämon oder Teufel. Der Unterschied zwischen den
-beiden Vorgängen ist, wie Maury<a class="fnote" href="#footnote-508" id="fnote-508">[508]</a> sehr richtig bemerkt hat,
-weit geringer, als dies auf den ersten Blick erscheint.
-</p>
-
-<p>
-Wenn wir nun die Beziehung zwischen Hexe und Teufel
-mehr im Detail betrachten, können wir den Gegenstand am
-bequemsten in drei Teile zerlegen, nämlich das Verhalten
-der Hexen
-</p>
-
-<div class="list">
-<p class="noindent">
-1. auf dem Sabbat,
-</p>
-
-<p>
-2. auf dem Wege zum Sabbat,
-</p>
-
-<p>
-3. zu Hause.
-</p>
-
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Der Sabbat selbst ist von zahlreichen Autoren so lebendig
-beschrieben worden, daß hier keine vollständige Darstellung
-<a id="page-115" class="pagenum" title="115"></a>
-gegeben werden muß. Für unseren Zweck genügt es, die
-beiden wichtigsten Züge zu betonen, seine im wesentlichen
-sexuelle Natur und die Parodie der religiösen Zeremonien.
-Der Sabbat war kein ordnungsloses Durcheinander, sondern
-bestand in einer Reihe mit mehr oder weniger Genauigkeit
-ausgeführter Zeremonien.<a class="fnote" href="#footnote-509" id="fnote-509">[509]</a> Diese waren der Reihenfolge
-nach: Der Einzug und die Prozession, die Huldigung vor
-Satan, die schwarze Messe, der Sabbat-Tanz und schließlich
-die sexuelle Orgie, bei der inzestuöse Akte zwischen den
-nächsten Verwandten ausgeführt wurden.<a class="fnote" href="#footnote-510" id="fnote-510">[510]</a> Das Inzest-Element
-tritt also sowohl durch diese Tatsache als durch die Vereinigung
-mit dem Teufel an die Spitze. Die Parodie der
-christlichen Riten ging bis ins feinste Detail und wird von
-den meisten der alten Autoren mit unwilligen <a id="corr-48"></a>Kommentaren
-versehen.<a class="fnote" href="#footnote-511" id="fnote-511">[511]</a> Grimm<a class="fnote" href="#footnote-512" id="fnote-512">[512]</a> führt dies auf den vom Neid eingegebenen
-Wunsch des Teufels, Gott nachzuäffen, zurück, aber
-eine tiefere Erklärung liegt darin, daß die symbolische Bedeutung
-der beiden Gruppen von Zeremonien fast identisch
-ist; der Hauptunterschied ist der, daß die zu Grunde liegenden
-Komplexe im Fall der Vereinigung mit dem Teufel weit unmittelbarer
-dargestellt werden.
-</p>
-
-<p>
-Die im Mittelpunkte stehende Zeremonie der schwarzen
-Messe<a class="fnote" href="#footnote-513" id="fnote-513">[513]</a> kann als im höchsten Grade symbolisch für diese
-Vereinigung angesehen werden, und deshalb auch der Sabbat
-selbst. Bei dieser diente die jüngste und schönste Hexe, die
-Königin des Sabbat, als Altar<a class="fnote" href="#footnote-514" id="fnote-514">[514]</a>, nachdem sie mit dem Urin
-<a id="page-116" class="pagenum" title="116"></a>
-des Teufels getauft worden war, wobei das Zeichen des
-Kreuzes verkehrt und mit der linken Hand geschlagen wurde.
-Wenn sie sich dann der Länge nach hingelegt hatte, wurde
-die heilige Hostie so bereitet, daß auf ihrem Hintern ein
-Gemenge des ekelhaftesten Materials &mdash; Faeces, Menstrualblut,
-Urin und verschiedener Unrat &mdash; durcheinander geknetet
-wurde; dies stellte die berühmte <em>Confarreatio</em> vor,
-die Nahrung der schmachvollsten Liebe. Es ist nicht notwendig,
-in die Symbolik der Einzelheiten dieses Vorganges
-einzugehen, denn dies würde uns zu einer Erörterung der
-Bedeutung der Nekrophilie, Theophagie und anderer Gegenstände,
-die mit unserem gegenwärtigen Thema nichts zu tun
-haben, zwingen. Es möge genügen, daß diese Symbolik, die
-Pfister<a class="fnote" href="#footnote-515" id="fnote-515">[515]</a> in Verbindung mit zwei Mystikern nachgewiesen hat,
-durchgängig sexuell ist.
-</p>
-
-<p>
-Die Art der Hinreise zum Sabbat (Hexenfahrt) war eine
-Frage, welche die Theologen des Mittelalters sehr beschäftigte.
-Es wurde allgemein angenommen, daß sie als Flug durch
-die Luft ginge, doch die Meinungen gingen darüber auseinander,
-ob der Leib selbst von einem Ort an den anderen
-versetzt wurde oder nur die Seele. Schließlich entschied
-man sich für die erste Annahme und schloß, daß der schlafende
-Leib, der zurückblieb, nur ein Erzeugnis des Teufels zur Täuschung
-des Gatten der abwesenden Hexe sei. Die Quellen
-des Glaubens an eine solche Nachtfahrt sind mannigfaltig,
-doch sie stehen alle im engsten Zusammenhang mit den
-Träumen und der Sexualität. Regius vom Prüm<a class="fnote" href="#footnote-516" id="fnote-516">[516]</a> sprach es
-sogar schon im 10. Jahrhundert aus und Johann von Salisbury<a class="fnote" href="#footnote-517" id="fnote-517">[517]</a>
-im 12., daß der Glaube eine durch die Traumerfahrung hervorgerufene
-Täuschung sei, und dies war auch die Meinung Weiers
-und vieler anderer; sie wird auch allein durch die Tatsache,
-daß die Nachtfahrt fast immer nur dann vorkam, wenn die
-Person in tiefem Schlafe lag<a class="fnote" href="#footnote-518" id="fnote-518">[518]</a>, sehr nahegelegt. Die Übereinstimmung
-<a id="page-117" class="pagenum" title="117"></a>
-zwischen zahlreichen Beschreibungen der Hexenfahrt
-und gewissen typischen Träumen ist so vollkommen,
-daß an der Richtigkeit dieser Erklärung nicht der leiseste
-Zweifel bestehen kann.<a class="fnote" href="#footnote-519" id="fnote-519">[519]</a> Es ist ebenso gewiß, daß der Sinn
-der fraglichen Träume sexueller Natur ist, wie sogleich im
-Detail nachgewiesen werden soll.
-</p>
-
-<p>
-In dem in Rede stehenden Glauben sind drei verschiedene
-Vorstellungen enthalten, jene des Reisens, Fliegens und Reitens.
-Die Psychoanalyse hat gezeigt, daß <em>Reiseträume fast
-stets</em> mit sexuellen Motiven assoziiert sind. Als Beispiele
-dienen die Erkundung unzugänglicher Örtlichkeiten, Todeswünsche
-gegen gehaßte Nebenbuhler, Flucht mit dem geliebten
-Elternteil fort von dem rivalisierenden u. s. w.; der Gegenstand
-wurde in den vorhergehenden Kapiteln bereits teilweise besprochen.
-Die <em>Flugträume</em> sind gleichfalls individuell
-determiniert und symbolisieren verschiedene Wünsche, doch die
-letzte Quelle ist stets die sexuelle Erregung durch gewisse Bewegungen
-(wiegen, hetzen u. s. w.) in der frühen Kindheit.<a class="fnote" href="#footnote-520" id="fnote-520">[520]</a> Die
-Vorstellung, die am deutlichsten ihre sexuelle Natur offenbart,
-ist das Reiten, das im Traum regelmäßig den Beischlafsakt
-symbolisiert.<a class="fnote" href="#footnote-521" id="fnote-521">[521]</a> Manchmal kommt dies ganz offen zum
-Ausdruck. So zitiert Delassus<a class="fnote" href="#footnote-522" id="fnote-522">[522]</a> folgendes Beispiel: »Martin
-d&rsquo;Arles raconte, dans son livre des superstitions, qu&rsquo;une
-<a id="page-118" class="pagenum" title="118"></a>
-dame très pieux se voyait souvent, en songe, chevauchant
-à travers la campagne avec un homme, qui abusait d&rsquo;elle,
-ce qui lui causait une très grande <a id="corr-49"></a>volupté.« Ähnlich schreibt
-Jähns<a class="fnote" href="#footnote-523" id="fnote-523">[523]</a>: »So kam es vor, daß ehrbare Matronen ihren Beichtvätern
-vertrauten: &sbquo;sie fühlten, daß sie unwillkürlich Nachts
-über Feld und Aue ritten; ja, wenn sie mit dem Roß über
-ein Wasser setzten, so wohne irgend jemand ihnen mit dem
-vollen Lustgefühl des Aktes bei.&lsquo; Da war denn der offenbare
-Hexenritt und die offenbare Vermischung mit dem Satan
-eingestanden.«
-</p>
-
-<p>
-Manchmal verwandelten Hexen einen Mann in ein Pferd,
-um darauf zum Sabbat zu reiten<a class="fnote" href="#footnote-524" id="fnote-524">[524]</a> (Traum-Umkehrung der
-natürlichen Stellung), manchmal reisten sie in Gesellschaft
-des Teufels &mdash; der vorn auf dem Stab ritt, während die Hexe
-hintenauf saß<a class="fnote" href="#footnote-525" id="fnote-525">[525]</a> &mdash;, doch am häufigsten war der Teufel selbst
-das Reittier, entweder in Gestalt eines Pferdes oder eines
-Bockes.<a class="fnote" href="#footnote-526" id="fnote-526">[526]</a> Das letztgenannte Tier war am beliebtesten und ist
-auch mit Hinblick auf seine wohlbekannten Eigenschaften
-zum Ausdruck sexueller Vorstellungen ausgezeichnet geeignet.
-Bei gewissen Anlässen schob die Hexe einen Pflock in
-den Hinterteil des Bockes, von dem dann entweder ihre
-Genossen<a class="fnote" href="#footnote-527" id="fnote-527">[527]</a> oder die Kinder<a class="fnote" href="#footnote-528" id="fnote-528">[528]</a>, die sie zum Sabbat mitbringen
-wollte, getragen wurden. Oft genügte auch der Pflock allein,
-gewöhnlich in der Form eines Besenstiels, zur Reise. Jähns<a class="fnote" href="#footnote-529" id="fnote-529">[529]</a>
-hat gezeigt, daß dieser ein Repräsentant des Pferdes oder
-eines anderen Reittieres war; die phallische Bedeutung ist
-hier ebenso evident wie bei den zahlreichen anderen Formen
-des Zauberstabes. Die Vorstellung der Verwandlung menschlicher
-Wesen oder des Teufels in Tiere ist, wie bereits
-mehreremal bemerkt wurde, besonders charakteristisch für
-<a id="page-119" class="pagenum" title="119"></a>
-den Traum und im Jahre 1230 hat Wilhelm von Paris<a class="fnote" href="#footnote-530" id="fnote-530">[530]</a> bei
-Besprechung der Hexenfrage sich ausdrücklich für diese
-Entstehungsweise erklärt.
-</p>
-
-<p>
-Ein interessanter Nebenumstand bei der Fahrt durch
-die Luft war die bekannte Hexensalbe, die dazu benötigt
-wurde. Sie mußte in den Körper hineingerieben werden, insbesondere
-oberhalb des Abdomen, in den höheren Teil der
-Oberschenkel und in die Füße, bis ein Gefühl der Erwärmung
-verspürt wurde.<a class="fnote" href="#footnote-531" id="fnote-531">[531]</a> Auch der Besenstiel<a class="fnote" href="#footnote-532" id="fnote-532">[532]</a>, der die Hexe zum
-Sabbat trug, wurde damit eingerieben und Grimm<a class="fnote" href="#footnote-533" id="fnote-533">[533]</a> erzählt
-einen Fall, wo ein Kalb zu diesem Zweck bestrichen wurde.
-Die Materialien, die bei der Zusammensetzung der Salbe am
-liebsten verwendet wurden, scheinen die Eingeweide und das
-Fett kleiner Kinder<a class="fnote" href="#footnote-534" id="fnote-534">[534]</a> gewesen zu sein, doch viele andere
-Substanzen wurden gleichfalls benützt. Die Erklärung dieses
-sonderbaren Vorganges ist keineswegs einfach. De Lancre<a class="fnote" href="#footnote-535" id="fnote-535">[535]</a>
-sagt: »Le Diable use d&rsquo;ongaens graisses et onctions, pour
-imiter nostre Seigneur, qui nous a donné le sainct sacrement
-de Babtesme et celuy de la Saincte onction.« Dies läßt
-außer manchem anderen offenbar auch die besondere Verbindung
-zwischen Salbe und Luftreise unerklärt.
-</p>
-
-<p>
-Der Akt des Salbens hat zu allen Zeiten eine besondere
-Bedeutung besessen und war meist mit der Vorstellung der
-Übertragung einer besonderen Macht auf gewisse Personen,
-Priester oder Könige, verknüpft; bei mehreren religiösen
-Zeremonien spielt es eine ähnlich wichtige Rolle. Ein vergleichendes
-Studium der Gelegenheiten, bei welchen die
-Ölung vorgenommen wird, macht es höchst wahrscheinlich,
-daß der Akt eine sexuelle Symbolik enthält und sein inniger
-<a id="page-120" class="pagenum" title="120"></a>
-Zusammenhang mit der Hexenfahrt und dem Sabbat unterstützt
-diese Auffassung. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-536" id="fnote-536">[536]</a> bringt Beweise dafür
-bei, daß zu verschiedenen Zeiten die Ölungen wirklich zur
-Hervorbringung wollüstiger Träume benutzt wurden, und
-erwähnt eine Anzahl von Substanzen, von denen man annahm,
-daß sie im stande seien, aphrodisische oder anästhesierende
-Wirkungen oder Intoxikation hervorzurufen, die zu
-diesem Zweck gebraucht wurden. Kiesewetter<a class="fnote" href="#footnote-537" id="fnote-537">[537]</a> machte an
-sich selbst Versuche, um den Tatbestand zu erforschen, und
-konstatierte als Resultat verschiedene Reise- und Flugträume;
-es ist seither bekannt geworden, daß kein Arzneimittel dies
-direkt bewirken kann, es muß also die Einstellung der Erwartung
-dabei mittätig gewesen sein (wobei noch eine toxische
-Wirkung in Rechnung gezogen werden muß). Es ist auffallend,
-daß zwischen den Vorstellungen der Einsalbung und
-der leichten Bewegung stets ein Zusammenhang existiert hat,
-der zweifellos durch die physischen Qualitäten der ersteren
-unterstützt wurde. Das englische Wort »grease« (Salbe) kommt
-von den Gratiae (griechisch Charites), welche Aphrodite mit
-Öl zu waschen pflegten, und das vedische Äquivalent der
-Charitinnen waren die leuchtenden Rosse, die den Wagen
-Indras, der Sonne (= Phallos<a class="fnote" href="#footnote-538" id="fnote-538">[538]</a>), zogen. Die am Tage
-liegende Beziehung von mucus und semen zu den Koitusbewegungen
-ist zweifellos die Quelle der tieferliegenden
-Sexualsymbolik und ich habe gezeigt<a class="fnote" href="#footnote-539" id="fnote-539">[539]</a>, daß in der frühen
-Kindheit sich eine ähnliche Assoziation zwischen den Vorstellungen
-der Bewegung und exkretorischen Akten (die als
-Sexualbetätigung aufgefaßt werden) bildet. Es ist daher
-begreiflich, daß der phallische <a id="corr-50"></a>Besenstiel, auf dem die Hexe
-»ritt«, mit Salbe eingeschmiert werden mußte.
-</p>
-
-<p>
-Diese Ansicht wird weiterhin durch die enge Verbindung
-zwischen dem Akt des Salbens und dem des Genusses
-<a id="page-121" class="pagenum" title="121"></a>
-von Zaubertränken bestätigt. Die Hexe trank nach geschehener
-Einsalbung eine derartige Flüssigkeit, um zur Reise
-fähig zu sein.<a class="fnote" href="#footnote-540" id="fnote-540">[540]</a> Nun symbolisieren Zaubertränke, die
-wunderbare Kräfte einflößen, regelmäßig den Samen<a class="fnote" href="#footnote-541" id="fnote-541">[541]</a>, so
-das vedische Soma, das griechische Ambrosia und der
-Nektar, das germanische odrörir. In der Ilias wird geschildert,
-wie die <em>Göttin Hera ihren ganzen Leib mit
-Ambrosia salbt</em>, so daß der Geruch Himmel und Erde
-erfüllt.
-</p>
-
-<p>
-Abgesehen vom Sabbat und der Nachtfahrt hielt die
-<em>Hexe bei sich zu Hause</em> ihre Beziehungen zum Teufel
-auf verschiedene Weise aufrecht. In erster Linie begleitete
-er oder einer der ihm untergeordneten Dämonen sie stets
-als ihr »familiaris«, welche Vorstellung an den totemistischen
-Glauben erinnert, der so allgemein, z. B. im norwegischen
-Folklore<a class="fnote" href="#footnote-542" id="fnote-542">[542]</a>, verbreitet ist. Der Familiaris nahm gewöhnlich
-die Gestalt eines Katers<a class="fnote" href="#footnote-543" id="fnote-543">[543]</a> an. Bei den Zusammenkünften
-der ketzerischen Katharersekte im 13. Jahrhundert erschien
-der Teufel als Kater und man nahm an, daß der
-Name der Sekte von dieser Tatsache genommen sei. Katzen
-haben eine besonders große Rolle in der Mythologie weiblicher
-übernatürlicher Wesen gespielt. Die alten germanischen
-Zauberinnen verwandelten sich gelegentlich in Katzen.<a class="fnote" href="#footnote-544" id="fnote-544">[544]</a>
-Katzen sind besonders mit der Vorstellung des Reitens
-assoziiert und wurden bei der Hexenfahrt wirklich zu diesem
-Zwecke benützt.<a class="fnote" href="#footnote-545" id="fnote-545">[545]</a> Dieser Glaube scheint vor allem aus
-der germanischen Mythologie zu stammen. Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-546" id="fnote-546">[546]</a>
-schreibt: »Freyja fährt auf einem mit zwei Katzen bespannten
-Wagen, den Symbolen des starken Zeugungstriebes ....
-Die der Freyja geheiligte Katze macht das Mittelalter zum
-<a id="page-122" class="pagenum" title="122"></a>
-Tiere der Hexen und Nachtfrauen.« Dasselbe galt von dem
-Gefolge der Holda<a class="fnote" href="#footnote-547" id="fnote-547">[547]</a>, dem Prototyp der Nachtdämonenseite der
-Hexen. Im Süden wurden die Katzen von ihren Verwandten, den
-Löwen, ersetzt; der Wagen des Heraklos wurde z. B. von
-zwei Löwen gezogen. Außer dieser symbolischen Begleitung
-der Hexen erschien ihnen der Teufel noch häufig als
-Inkubus (siehe später).
-</p>
-
-<p>
-Der Gegenstand aber, der in dieser Beziehung die
-meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, war die Besessenheit
-durch den Teufel. Diese definiert Graf<a class="fnote" href="#footnote-548" id="fnote-548">[548]</a> wie folgt:
-»Der Teufel konnte sich damit begnügen, den Menschen
-nur äußerlich zu quälen, indem er die Angriffe und Bedrängungen
-vervielfachte, oder auch innerlich peinigen, indem
-er in ihn einfuhr. Im ersten Fall hatte man die eigentliche
-sogenannte Obsessio, im zweiten die Possessio«. In
-der Sprache unserer Tage würde der Unterschied zwischen
-den beiden Fällen wohl durch die Ausdrücke Zwangsneurose
-und Hysterie gekennzeichnet werden; wie zu erwarten
-stand, waren dem zweitgenannten Zustand hauptsächlich
-Frauen unterworfen. Die Merkmale der Besessenheit durch
-einen Dämon sind zu gut bekannt, um hier wiederholt zu
-werden.<a class="fnote" href="#footnote-549" id="fnote-549">[549]</a> Da das Vorkommnis noch immer keineswegs
-selten ist, war Gelegenheit vorhanden, sie vom klinischen
-Standpunkt aus zu untersuchen und nachzuweisen<a class="fnote" href="#footnote-550" id="fnote-550">[550]</a>, daß sie
-als Symptom verschiedener Geistesstörungen vorkommen
-kann. Müller<a class="fnote" href="#footnote-551" id="fnote-551">[551]</a> schreibt: »Was sich in den Hexenprozessen
-durchgängig wiederholt, sind Entwicklungskrankheiten der
-Jugend oder des Alters bei Weibern, die über die klimakterischen
-<a id="page-123" class="pagenum" title="123"></a>
-Jahre hinaus sind, halb irre Zustände, Nervenkrankheiten,
-die so oft Gegenstand einer abergläubigen, dem Zeitalter
-angemessenen Auslegung waren, und endlich wirklich
-Buhlerei, und zwar, wie es scheint, oft mit verkappten Personen
-oder mit bekannten Personen, in deren Gestalt gerade
-jetzt einmal der Teufel erscheint.« Die Bedingung hat sich
-mit besonderer Häufigkeit bei der Hysterie erfüllt gefunden
-und mit Rücksicht auf unsere neuerworbene Kenntnis von
-der sexuellen Ätiologie der Hysterie<a class="fnote" href="#footnote-552" id="fnote-552">[552]</a> &mdash; die hysterischen
-Attacken mitinbegriffen, die den Akt des Koitus<a class="fnote" href="#footnote-553" id="fnote-553">[553]</a> symbolisieren
-&mdash; ist es wohl der Mühe wert, kurz den Nachweis
-der Hysterie bei der Besessenheit der Hexen zu führen. Unter die
-hysterischen Symptome, die dabei beobachtet wurden, gehören:
-Bulimia, pica, anorexia nervosa, vomiren (häufig von Fremdkörpern,
-wie Nadeln u. s. w.), globus hystericus, pseudocyesis,
-Zittern, koitusartige Bewegungen, Mediumismus, Narcolepsie
-(Ohnmachtsanfälle), Somnambulismus, Katalepsie, Amnesien,
-»Lügen«, Lebensüberdruß, feindselige Einstellung, Zerspaltung
-in zwei oder mehrere Personen: kurz, alle jene
-Symptome, von denen man neuerdings erklärt hat, daß sie
-niemals vorkommen, außer wo sie durch die Suggestion der
-Ärzte aus der Schule der Salpetrière künstlich erzeugt
-wurden. Die Beschreibung der konvulsiven Anfälle, wie sie
-die besessenen Nonnen von Louviers<a class="fnote" href="#footnote-554" id="fnote-554">[554]</a> zeigten, stimmt mit
-allen Einzelzügen genau mit der Beschreibung der hysterischen
-Anfälle überein, wie sie unsere modernen medizinischen
-Lehrbücher geben; selbst der Ausdruck <em>arc en cercle</em>
-wird benützt. Von besonderem Interesse ist der Umstand,
-daß der Exorzismus von dem Besessenen mit einer Flut von
-»abscheulichen und schamlosen« Reden begleitet wurde, mit
-anderen Worten, daß er durch den Prozeß des Abreagierens
-seine Wirkung übte.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-124" class="pagenum" title="124"></a>
-Aber nicht nur die Symptome der Hysterie waren bei
-den Hexen vorhanden, sondern auch die Stigmata so
-häufig, daß auf das Vertrauen, welches man in sie setzte,
-die bequemste und sicherste Methode, eine Hexe zu erkennen,
-aufgebaut wurde. Scot<a class="fnote" href="#footnote-555" id="fnote-555">[555]</a> schreibt darüber: »Wenn sie ein geheimes
-Zeichen unter der Schulter, unter dem Haar, unter
-der Lippe oder an heimlichen Stellen trägt, so ist dies eine
-hinreichende Vermutung für den Richter, um gegen sie vorzugehen
-und auf die Todesstrafe zu erkennen.« Die Hauptprobe,
-die von den professionellen »Hexensuchern« angewandt
-wurde, war die sogenannte épreuve du stylet. Bezüglich der
-Verteilung und Natur dieser anästhetischen Stellen erzählt
-uns Sinistrari<a class="fnote" href="#footnote-556" id="fnote-556">[556]</a>: »Sie ist auf den verborgensten Körperteilen
-eingedrückt ...; bei Weibern ist sie meistens auf den Brüsten
-oder den heimlichen Orten. Nun ist der Stempel, der diese
-Zeichen aufdrückt, kein anderer als des Satans Klaue.« Wie
-es bei hysterischen stigmata gewöhnlich der Fall ist, geben
-diese anästhetischen Stellen auf Stiche kein Blut.<a class="fnote" href="#footnote-557" id="fnote-557">[557]</a> Freimark<a class="fnote" href="#footnote-558" id="fnote-558">[558]</a>
-hat darauf hingewiesen, daß diese Zeichen auch als Merkmale
-verschiedener ketzerischer Sekten, welche der vollen
-Entwicklung des Hexenglaubens vorhergingen, galten.
-</p>
-
-<p>
-Die psychologische Erklärung der Phänomene der Besessenheit
-ist nicht schwierig. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-559" id="fnote-559">[559]</a> hat sie mit den
-folgenden Worten beschrieben: »Tragen die Phänomene des
-Somnambulismus und Mediumismus in der Regel nur ihren
-Entstehungsursachen nach sexuellen Charakter, so sind diejenigen
-der Besessenheit durch und durch sexueller Natur ...
-Das urteilende Ich, das alle nach der bestehenden Gesellschaftsordnung,
-nach Religion, Moral und dem Milieu, in dem es
-sich entwickelt, als ungehörig betrachteten Gefühle und Vorstellungen
-unterdrückte, in das Unterbewußtsein zurückschob,
-wo sie sozusagen ein eigenes Leben führten, wird von dem
-<a id="page-125" class="pagenum" title="125"></a>
-dort im Laufe der Zeit sich ausbildenden Gefühls- und Vorstellungskomplex
-überrumpelt und die Bewußtseinsspaltung
-ist vollzogen ... Einen ähnlichen Vorgang können wir im
-Traumleben beobachten; und der Somnambulismus und auch
-der Mediumismus zeigen das, was uns der Traum lehrt, in
-verstärktem Maße.«
-</p>
-
-<p>
-Wir gelangen nun zu dem <em>zweiten Problem</em>, nämlich,
-warum die Hexenepidemie gerade zu jener Zeit ausbrechen
-mußte. Die Untersuchungen, die über dieses Problem um
-die Mitte des vorigen Jahrhunderts von Ennemoser<a class="fnote" href="#footnote-560" id="fnote-560">[560]</a>, Michelet<a class="fnote" href="#footnote-561" id="fnote-561">[561]</a>,
-Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-562" id="fnote-562">[562]</a>, Soldan<a class="fnote" href="#footnote-563" id="fnote-563">[563]</a> und Wächter<a class="fnote" href="#footnote-564" id="fnote-564">[564]</a> angestellt worden waren,
-wurden in den letzten Jahren verbessert und vertieft von
-Hansen<a class="fnote" href="#footnote-565" id="fnote-565">[565]</a>, von Hoensbroech<a class="fnote" href="#footnote-566" id="fnote-566">[566]</a>, Längin<a class="fnote" href="#footnote-567" id="fnote-567">[567]</a>, Lea<a class="fnote" href="#footnote-568" id="fnote-568">[568]</a>, Lempens<a class="fnote" href="#footnote-569" id="fnote-569">[569]</a>,
-Riezler<a class="fnote" href="#footnote-570" id="fnote-570">[570]</a> und anderen, und viele Punkte sind nun völlig
-aufgeklärt. Die drei wichtigsten Schlüsse, die aus diesen
-Forschungen gezogen werden können, sind:
-</p>
-
-<p>
-1. Daß die Idee der Hexerei in ihrem strikten Sinne
-im Mittelalter vollkommen neu war und daß die Hexenepidemie
-aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt;
-</p>
-
-<p>
-2. daß die dazu beitragenden Faktoren außerordentlich
-ineinander verschlungen sind und
-</p>
-
-<p>
-3. daß die volle Verantwortlichkeit dafür ohne jede
-Einschränkung der römisch-katholischen Kirche zur Last fällt.
-</p>
-
-<p>
-Der Hexenglaube, so wie jener an den Teufel, wurde von
-der Kirche sorgfältig aus disparatem, längst schon im Folklore
-<a id="page-126" class="pagenum" title="126"></a>
-vorhanden gewesenem Material zusammengesetzt. Hansen<a class="fnote" href="#footnote-571" id="fnote-571">[571]</a>
-spricht das unzweideutig mit den folgenden Worten aus:
-»Der Begriff vom Hexenwesen ... ist keineswegs aus dem
-Spiel der Volksphantasie frei erwachsen, sondern wissenschaftlich,
-wenn auch in teilweiser Anlehnung an Volksvorstellungen,
-konstruiert und fest umschrieben worden; er ist
-in seinen Elementen durch die systematische Theologie der
-mittelalterlichen Kirche entwickelt, strafrechtlich in der Gesetzgebung
-von Kirche und Staat fixiert, schließlich auf dem
-Wege des kirchlichen und weltlichen Strafprozesses, und zwar
-zuerst durch die Ketzerinquisiton, zusammengefaßt worden.«
-Die meisten dieser aus dem Volk stammenden Elemente sind
-durch Jahrhunderte von der Kirche abgelehnt worden, die
-sich nur Schritt für Schritt zu ihrer Annahme entschloß.
-Dabei wurden die Elemente immer mehr und mehr zusammengepreßt,
-bis dann zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine ganz
-neue Auffassung entstanden war und offiziell proklamiert
-wurde. Hansen<a class="fnote" href="#footnote-572" id="fnote-572">[572]</a> sagt: »Wie bereits angedeutet wurde, erweisen
-sich die Verfasser der literarischen Quellen des
-15. Jahrhunderts, welche uns jenen Kollektivbegriff der
-Hexe definieren, sämtlich als von der Überzeugung durchdrungen,
-daß es sich bei der von ihnen geschilderten Art
-des Hexenwesens um eine <em>neue</em> Erscheinung ... handelt.
-Die beteiligten Inquisitoren zeigen sich geradezu überrascht
-von der Existenz dieser neuen Sekte.« Jühling<a class="fnote" href="#footnote-573" id="fnote-573">[573]</a> konstatiert
-ebenso emphatisch: »Es gab freilich schon im Altertum den
-Begriff der Zauberinnen, aber die Hexe an und für sich ist
-eine Ausgeburt spezifisch christlichen Aberglaubens.«
-</p>
-
-<p>
-Es ist unmöglich, hier den Versuch zu machen, daß
-»vielverschlungene Gewebe aus mannigfaltigen Fäden«, wie
-Roskoff den Hexenglauben sehr gut genannt hat, zu entwirren,
-doch müssen einige Worte über die Geschichte seiner
-hervorstechendsten Züge gesagt werden. Die Vorstellungen
-<a id="page-127" class="pagenum" title="127"></a>
-von Ketzerei, Teufelsbündnissen und Sabbat sind hauptsächlich,
-wenn auch keineswegs ausschließlich, religiöser Natur; der
-Glaube an das Maleficium, an die Verwandlung in Tiere und
-an den Flug der Nachtdämonen durch die Luft, die uns hier
-beschäftigen, haben in der Volks-Mythologie ihre Quelle.
-Das Maleficium war immer ein strafbares Delikt gewesen,
-bei den alten Römern sowohl wie bei den Germanen, nicht
-aber jene Handlungen, die im Inkubus- und Striga-Glauben
-enthalten waren. Die Geschichte der Entstehung der Hexerei
-ist die Geschichte, wie die Kirche vorsichtig und geschickt
-im Laufe zweier Jahrhunderte eine neue Vorstellung entwickelte
-und sie der ganzen zivilisierten Welt aufnötigte.
-Die Haltung der ältesten Kirche war den rudimentären Formen,
-in denen die Vorstellung damals vorkam, durchaus feindlich.
-Lehmann<a class="fnote" href="#footnote-574" id="fnote-574">[574]</a> weist darauf hin, wie folgt: »Auf der Synode zu
-Paderborn 785 stellte man folgenden Satz auf: <em>Derjenige,
-welcher</em>, durch den Teufel verblendet, <em>nach Art der
-Heiden glaubt, daß jemand eine Hexe sein kann
-und deshalb dieselbe verbrennt, wird mit dem
-Tode bestraft</em>.« Zu dieser Zeit wird also nicht die Hexe,
-sondern der Glaube an dieselbe verfolgt und bestraft. Diese
-Bestimmung wurde von Karl dem Großen bestätigt und war
-in den folgenden Jahrhunderten die Richtschnur für die
-Stellung der Kirche gegenüber allen Anklagen wegen Hexerei.
-Noch deutlicher tritt die Auffassung der Kirche von Hexerei
-im sogenannten <em>Ancyranischen Kanon Episcopi</em> hervor,
-welche um das Jahr 900 entstand. Hier wird den
-Bischöfen befohlen, »in ihren Gemeinden den Glauben an die
-Möglichkeit dämonischer Zauberei und nächtlicher Fahrten
-zu und mit Dämonen als reine Illusion energisch zu bekämpfen
-und alle diejenigen, welche einem solchen Glauben huldigen,
-aus der kirchlichen Gemeinschaft auszustoßen.«
-</p>
-
-<p>
-Im dreizehnten Jahrhundert aber veranlaßte die beunruhigende
-Zunahme und die Macht der Ketzersekten<a class="fnote" href="#footnote-575" id="fnote-575">[575]</a>
-<a id="page-128" class="pagenum" title="128"></a>
-(Templer, Katharer und ihre Nachfolger, die Waldenser) die
-Kirche zu den entschiedensten Maßregeln zu ihrer Unterdrückung
-und sie verstand es, auf einfache Weise die Hilfe der
-Laien zu gewinnen, indem sie die Vorstellungen von Hexerei
-und Ketzerei miteinander vermengte. Das päpstliche Gericht,
-das Gregor IX. im Jahre 1227 errichtete, wurde der Nukleus
-der künftigen Inquisition und später im selben Jahrhundert
-erklärte Alexander IV. in aller Form, daß Hexerei und
-Ketzertum eines seien. Der große Einfluß des Thomas von
-Aquino zu jener Zeit wurde ebenfalls in die Wagschale
-geworfen und war ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung
-der Idee.<a class="fnote" href="#footnote-576" id="fnote-576">[576]</a> Von da an bis zum 15. Jahrhundert waren
-die Fortschritte verhältnismäßig gering.
-</p>
-
-<p>
-An dieser Stelle können wir die einzelnen Elemente
-des Hexenglaubens mehr im Detail betrachten und erkennen,
-wie sie miteinander vermischt wurden. Das erste, das von
-diesem Schicksal betroffen wurde, war das Maleficium<a class="fnote" href="#footnote-577" id="fnote-577">[577]</a>
-und dies gab für das Volk den Ausschlag zur Verteidigung
-der Kirche gegen die Ketzerei. Der volkstümliche
-Glaube an das Maleficium, der die Kirche stets vom
-Standpunkt der Götzendienerei aus interessierte, kam in
-Zusammenhang mit dem Teufelsglauben<a class="fnote" href="#footnote-578" id="fnote-578">[578]</a> und dadurch auch
-mit der Ketzerei.<a class="fnote" href="#footnote-579" id="fnote-579">[579]</a> Dies erste Element erwies sich auch
-als das ausdauerndste. Hansen<a class="fnote" href="#footnote-580" id="fnote-580">[580]</a> sagt: »Das Maleficium,
-mit Ausnahme des Wettermachens, ist ohne alle Unterbrechung
-von der kirchlichen und bis in das 17. Jahrhundert
-auch von der staatlichen Autorität als Realität angenommen,
-seine Kraft ist nie ernstlich in Abrede gestellt
-worden; es zieht sich wie ein roter Faden auch durch die
-Geschichte der strafrechtlichen Verfolgung.«
-</p>
-
-<p>
-Es ist unmöglich, hier jene zahlreichen Legendentypen
-zu verfolgen, die sich auf Frauen, <em>die bei Nacht</em>
-<a id="page-129" class="pagenum" title="129"></a>
-<em>fliegen</em>,<a class="fnote" href="#footnote-581" id="fnote-581">[581]</a> beziehen, wie Ahnfrauen u. s. w., da dies uns zu
-weit in das Gebiet der Mythologie führen würde, obgleich
-von hier aus manches unterstützende Beweisstück für unsere
-Hauptthese gefunden werden könnte; denn solche Geschichten
-hängen eng mit den Erfahrungen des Alpdruckes zusammen
-und mit dem späteren Sukkubus. Es möge genügen zu sagen,
-daß sie bei der Entwicklung des Hexenglaubens eine bedeutende
-Rolle spielten. Beiträge kamen von der griechischen
-Persephone (Würgerin)<a class="fnote" href="#footnote-582" id="fnote-582">[582]</a>, der römischen Striga (italienisch
-strega, schweizerisch Sträggeli)<a class="fnote" href="#footnote-583" id="fnote-583">[583]</a>, den germanischen Elfen<a class="fnote" href="#footnote-584" id="fnote-584">[584]</a>
-und den deutschen Waldfrauen und weißen Frauen (Bertha,
-Holda)<a class="fnote" href="#footnote-585" id="fnote-585">[585]</a> &mdash; den Abkömmlingen der nordischen Frigg. Es
-wurde beispielsweise geglaubt, daß eine Hexe mit 40 Jahren
-eine Drude wird<a class="fnote" href="#footnote-586" id="fnote-586">[586]</a>, während es anderseits hieß: »aus jungen
-Druden pflegen alte Hexen zu werden«<a class="fnote" href="#footnote-587" id="fnote-587">[587]</a>; nach Grimm<a class="fnote" href="#footnote-588" id="fnote-588">[588]</a> ist
-eine Drude eins mit einer Mahre (Nachtmahr). Die Kirche
-war einige Jahrhunderte hindurch entschieden abgeneigt, die
-Möglichkeit von Nachtflügen anzunehmen. Die Idee wurde
-im 5. Jahrhundert durch den berühmten Caere episcopi<a class="fnote" href="#footnote-589" id="fnote-589">[589]</a>
-zurückgewiesen, im Jahre 906 durch Regino von Prüm, im
-Jahre 1020 durch Burkard von Worms, im 12. Jahrhundert von
-Johann von Salisburg und im Jahre 1230 durch Wilhelm von
-Paris.<a class="fnote" href="#footnote-590" id="fnote-590">[590]</a> In dieser Frage wurde im 13. Jahrhundert ausführlich
-und mit größtem Eifer hin und wider gestritten<a class="fnote" href="#footnote-591" id="fnote-591">[591]</a>
-und erst um 1450 wurde der Glaube von der Kirche allgemein
-<a id="page-130" class="pagenum" title="130"></a>
-angenommen.<a class="fnote" href="#footnote-592" id="fnote-592">[592]</a> Es erwies sich dann, daß gerade dieser Frage
-für die endgültige Festsetzung des Hexenaberglaubens die
-entscheidende Bedeutung zukam, vor allem durch den Zusammenhang
-mit dem Sabbat; es war in der Tat der Fund
-der Inquisition, daß die Opfer so häufig Geschichten von
-Luftflügen erzählten, durch den die Frage für die Kirche
-erledigt und die Identität der ketzerischen Zusammenkünfte
-und des Hexensabbats nachgewiesen wurde.<a class="fnote" href="#footnote-593" id="fnote-593">[593]</a>
-</p>
-
-<p>
-Das verwandte Thema der Verwandlung von Menschen
-in Tiere, ebenfalls eine alte Volks-Phantasie, verlief parallel
-mit jenem der Nachtfahrt. Anfänglich von der Kirche entschieden
-geleugnet<a class="fnote" href="#footnote-594" id="fnote-594">[594]</a>, die jene, welche daran festhielten, ebenso
-streng bestrafte, wie im vorigen Fall, wurde der Glaube
-zuerst hitzig bekämpft<a class="fnote" href="#footnote-595" id="fnote-595">[595]</a> und schließlich angenommen, allerdings
-erst im Jahre 1525<a class="fnote" href="#footnote-596" id="fnote-596">[596]</a> mit allgemeiner Geltung.
-</p>
-
-<p>
-Die Vorstellung des Sabbats wurde von der Kirche im
-Zusammenhang mit den selbstverständlich geheimen Zusammenkünften
-der Ketzer eingeführt, bei denen sie, wie man
-ihnen vorwarf, alle Arten von Orgien und Missetaten verübten;
-denselben Vorwurf hatte sich bekanntlich in den Zeiten der
-Römer die Kirche selbst gefallen lassen müssen.<a class="fnote" href="#footnote-597" id="fnote-597">[597]</a> Die erste
-vollständige Darstellung erscheint in einem Hexen-Ketzer-Prozeß,
-der im Jahre 1335 in Toulouse stattfand.<a class="fnote" href="#footnote-598" id="fnote-598">[598]</a> Die Idee
-wurde vermutlich durch die germanischen Sagen von der
-wilden Jagd und dem wilden Heer verstärkt. Die Erinnerung
-an die römischen Bacchanalia<a class="fnote" href="#footnote-599" id="fnote-599">[599]</a> und Cotyttia<a class="fnote" href="#footnote-600" id="fnote-600">[600]</a> spielte zweifellos
-<a id="page-131" class="pagenum" title="131"></a>
-auch eine Rolle; sogar der Gebrauch des Wortes Sabbat im
-Zusammenhang mit den Hexen wurde durch die Annahme
-erklärt, daß eine von jüdischen Manichäern veränderte Form
-des Sabos vorliege; unter diesem Namen, der von <span class="greek">&sigma;&alpha;&beta;&#940;&zeta;&epsilon;&iota;&nu;</span>
-tanzen<a class="fnote" href="#footnote-601" id="fnote-601">[601]</a> kommt, wurde nämlich der Kultus des Bacchos verrichtet.
-Die Erinnerung daran wurde im Mittelalter durch
-das berühmte Narrenfest<a class="fnote" href="#footnote-602" id="fnote-602">[602]</a> frisch erhalten, dessen wahrer
-Ursprung vorchristlich war.<a class="fnote" href="#footnote-603" id="fnote-603">[603]</a>
-</p>
-
-<p>
-Die schwarze Messe, der Mittelpunkt des Sabbats, ist sehr
-alter Herkunft. Sexuelle Vereinigung in der Öffentlichkeit
-wurde sowohl in alten<a class="fnote" href="#footnote-604" id="fnote-604">[604]</a> wie modernen<a class="fnote" href="#footnote-605" id="fnote-605">[605]</a> Religionen, bei kultivierten<a class="fnote" href="#footnote-606" id="fnote-606">[606]</a>
-wie bei wilden<a class="fnote" href="#footnote-607" id="fnote-607">[607]</a> Völkern als geheiligte Zeremonie
-ausgeübt. Wir können die Geschichte und die Bedeutung
-dieser Tatsache unbesprochen lassen und verweisen nur darauf,
-daß die schwarze Messe als Perversion oder Aberglaube noch
-fortgedauert hat, längst nachdem die Hexenepidemie zu Ende
-war,<a class="fnote" href="#footnote-608" id="fnote-608">[608]</a> und bis zum heutigen Tage nicht ganz verschwunden
-ist.<a class="fnote" href="#footnote-609" id="fnote-609">[609]</a>
-</p>
-
-<p>
-Der Glaube an die <em>Buhlschaft</em> zwischen Hexe und
-Teufel ist ebenfalls ein verhältnismäßig später Bestandteil des
-Hexenglaubens. Die Vorstellung eines solchen Verkehres
-zwischen menschlichen und übernatürlichen Wesen war
-natürlich stets im Volke lebendig, wurde jedoch von der
-Kirche heftig abgelehnt, e. g. von Burkard (900).<a class="fnote" href="#footnote-610" id="fnote-610">[610]</a> Bis zum
-<a id="page-132" class="pagenum" title="132"></a>
-12. Jahrhundert war sie von der Zauberei völlig geschieden<a class="fnote" href="#footnote-611" id="fnote-611">[611]</a>
-und wurde nur durch die Zwischenglieder des Hexensabbats
-und der Ketzerei damit in Verbindung gebracht (um 1250).<a class="fnote" href="#footnote-612" id="fnote-612">[612]</a>
-Sie wurde von Gervasius von Tilbury im Jahre 1214<a class="fnote" href="#footnote-613" id="fnote-613">[613]</a> angenommen
-und im selben Jahrhundert auch von Thomas Aquin<a class="fnote" href="#footnote-614" id="fnote-614">[614]</a>;
-der erste Fall, in dem die Anklage in einem Hexenprozeß
-darauf basiert war, ereignete sich im Jahre 1275; damals
-wurde ein Weib wegen Verkehres mit dem Teufel verbrannt.<a class="fnote" href="#footnote-615" id="fnote-615">[615]</a>
-Bis dahin behandelte man den Akt nicht als Sünde, da man
-annahm, daß er, wenn überhaupt, nur gegen den Willen des
-Opfers vorkomme.<a class="fnote" href="#footnote-616" id="fnote-616">[616]</a> Es war jedoch schwer, die letztere Ansicht
-aufrecht zu erhalten, da die Anhänglichkeit der Verfolgten
-an ihren Inkubus-Teufel klar zu Tage lag, sogar dort, wo es
-sich um Nonnen handelte.<a class="fnote" href="#footnote-617" id="fnote-617">[617]</a> Nach der zweiten Hälfte des
-13. Jahrhunderts gehörte der Glaube, wie Hansen<a class="fnote" href="#footnote-618" id="fnote-618">[618]</a> es
-ausdrückt, zum festen Bestand theologischer Wissenschaft.
-</p>
-
-<p>
-Obwohl die verschiedenen Elemente des Hexenglaubens
-um das Jahr 1250 sich bereits zum größten Teil entwickelt
-hatten, kamen die Hexenprozesse in einem Zeitraum von etwa
-zweihundert Jahren nur wenig in Aufnahme. Dies war jedoch
-nur die Ruhe vor dem Sturm, der als eine wahre Hexenepidemie
-gegen das Ende des 15. Jahrhunderts ausbrach.
-Es waren hinreichende Gründe sowohl für den Aufschub wie
-später für den Ausbruch vorhanden. Inzwischen waren die
-Theologen eifrig damit beschäftigt, die allgemeine Grundidee
-zu erörtern und auszuarbeiten, die, wie wir gesehen haben,
-erst nach 1450 zu einem harmonischen Ganzen vereinigt
-worden war. Die Methode des gerichtlichen Verfahrens mußte
-auch erst ausgestaltet werden und der Versuch, die Gewalt
-von der Laienschaft auf den Klerus zu übertragen, stieß auf
-<a id="page-133" class="pagenum" title="133"></a>
-ernsten Widerstand. Die Laien-Gerichte hatten sich nur mit
-dem Maleficium zu befassen und erst im Jahre 1400 ließen
-sie die Teufelsbuhlschaft als Anklage gelten.<a class="fnote" href="#footnote-619" id="fnote-619">[619]</a> Soldan<a class="fnote" href="#footnote-620" id="fnote-620">[620]</a>
-meint, daß die Erfahrungen der Kreuzzüge einen erheblichen
-Einfluß in dieser Richtung übten, da sie das Volk mit der
-orientalischen Vorstellung vom Verkehre zwischen menschlichen
-und übernatürlichen Wesen vertraut machten.
-</p>
-
-<p>
-Von entscheidender Bedeutung war die Konzentration des
-allgemeinen Hexenglaubens auf die Frauen. Die zwei Hauptfaktoren
-waren dabei der soziale Zustand jenes Zeitalters,
-der Mangel an männlicher Bevölkerung infolge der Kriege,
-der allerwärts Eifersucht und Unbefriedigtheit unter den
-Weibern hervorrief, und die barbarische Haltung des Christentums
-gegen die Frauen. Diese Haltung, die von modernen
-Autoren<a class="fnote" href="#footnote-621" id="fnote-621">[621]</a> oft kommentiert wurde, läßt sich kaum voll erfassen,
-wenn man nicht die betreffenden Erörterungen bei
-De Lancre<a class="fnote" href="#footnote-622" id="fnote-622">[622]</a>, Bodin<a class="fnote" href="#footnote-623" id="fnote-623">[623]</a> und vor allem im Hexenhammer<a class="fnote" href="#footnote-624" id="fnote-624">[624]</a> im
-Original gelesen hat. Das Benehmen der Kirche, die den
-Frauen unwürdige Züge aller Art andichtete und sogar darüber
-debattierte, ob das Weib eine Seele habe oder nur ein Tier
-sei, war ohne Frage eine Folge ihrer entarteten Haltung
-gegen die Sexualität im allgemeinen; es war ein Ausfluß
-der morbiden, misogynen Einstellung, welche durch die aufs
-höchste getriebene Verdrängung erzeugt worden war. Die
-ungewöhnlichen oder hysterischen Weiber früherer Epochen
-waren Magierinnen, Wahrsagerinnen, Prophetinnen; im Mittelalter
-waren sie Hexen. Wie Michelet<a class="fnote" href="#footnote-625" id="fnote-625">[625]</a> es epigrammatisch
-ausdrückt: »La Sibylle prédisait le sort et la Sorcière le
-fait. C&rsquo;est la grande, la vraie différence.«
-</p>
-
-<p>
-Gegen das Ende des 15. Jahrhunderts traten zwei Ereignisse
-ein, welche die Sache zur Reife brachten und die
-<a id="page-134" class="pagenum" title="134"></a>
-eigentliche Epidemie förmlich inaugurierten; diese waren
-die Erlassung der berüchtigten päpstlichen Bulle durch
-Innozenz VIII. im Jahre 1484 und die Veröffentlichung des
-Hexenhammers im Jahre 1487. In der Bulle, einem Dokument,
-das »ein Erzeugnis der Hölle« genannt wurde, wird der
-Teufelsbuhlschaft und der Erzeugung von Impotenz mittels
-Maleficium besonderes Gewicht beigelegt.<a class="fnote" href="#footnote-626" id="fnote-626">[626]</a> Im Hexenhammer
-wurden diese Fragen ebenso wie jene der Nachtfahrt und
-des Sabbats bis in die feinsten Verzweigungen ausgeführt.
-Ohne die heftige Sprache zu führen, in welcher Autoren wie
-Ennemoser<a class="fnote" href="#footnote-627" id="fnote-627">[627]</a>, Henne am Rhyn<a class="fnote" href="#footnote-628" id="fnote-628">[628]</a>, Mannhardt<a class="fnote" href="#footnote-629" id="fnote-629">[629]</a> und Nyström<a class="fnote" href="#footnote-630" id="fnote-630">[630]</a>
-ihre Anklagen vorbringen, kann man dies Buch billigerweise
-nur als ein Unikum in den Annalen sophistischer Bigotterie
-und blinder Grausamkeit beschreiben; wir müssen es hier
-nur als Grenzstein im Vorüberschreiten kennen lernen, weil
-damit der Ausbruch der Epidemie gegeben ist. Es folgte
-ihm in den nächsten hundert und fünfzig Jahren eine ganze
-Anzahl ähnlicher Bücher, von denen jene von Bodin<a class="fnote" href="#footnote-631" id="fnote-631">[631]</a>, Delrio<a class="fnote" href="#footnote-632" id="fnote-632">[632]</a>,
-Remigius<a class="fnote" href="#footnote-633" id="fnote-633">[633]</a>, König James<a class="fnote" href="#footnote-634" id="fnote-634">[634]</a>, Torreblanca<a class="fnote" href="#footnote-635" id="fnote-635">[635]</a>, Carpzov<a class="fnote" href="#footnote-636" id="fnote-636">[636]</a> und
-Glanvil<a class="fnote" href="#footnote-637" id="fnote-637">[637]</a> die bedeutendsten waren, und sogar eine Zeitschrift,
-die bekannte Hexen- oder Druden-Zeitung<a class="fnote" href="#footnote-638" id="fnote-638">[638]</a> (im Jahre 1627).
-</p>
-
-<p>
-Die Epidemie raste nun regellos drei Jahrhunderte lang
-über Europa. Die Gesamtsumme aller Opfer wird nie bekannt
-sein. Voigts bekannte Schätzung auf neun und eine
-halbe Million schießt gewiß über das Ziel, obgleich auch
-<a id="page-135" class="pagenum" title="135"></a>
-Soldan<a class="fnote" href="#footnote-639" id="fnote-639">[639]</a> denkt, daß die Ziffer bis hoch in die Millionen stieg.
-Nyström<a class="fnote" href="#footnote-640" id="fnote-640">[640]</a> berechnet, daß die Anzahl höher ist als die aller
-Getöteten in allen europäischen Kriegen vom Beginn unserer
-Ära. Hauptsächlich infolge der Tätigkeit der Inquisition &mdash;
-die dort mehr gegen Ketzer als gegen Hexen gerichtet war &mdash;
-fiel die Bevölkerung Spaniens in zwei Jahrhunderten von
-zwanzig Millionen auf sechs, wobei die tatsächlichen Opfer
-340.000 zählten. Torquemada allein soll 10.220 in achtzehn
-Jahren verbrannt und 97.371 zur Galeerenstrafe verurteilt
-haben u. s. w.<a class="fnote" href="#footnote-641" id="fnote-641">[641]</a>. Fast jedes Land Europas litt. Am leichtesten
-kamen die Länder der griechischen Kirche davon,
-dann Holland und &mdash; mit Ausnahme der schrecklichen Mora-Explosion
-im Jahre 1670<a class="fnote" href="#footnote-642" id="fnote-642">[642]</a> &mdash; Schweden. Selbst das entfernte
-Amerika hatte seine Epidemie.<a class="fnote" href="#footnote-643" id="fnote-643">[643]</a> Und obgleich die
-Ausdehnung der Epidemie übertrieben sein mag, kann nichts
-den Schrecken der kalten Grausamkeit überbieten, die wohl
-kaum in irgend einem Teile der Welt ihre Parallele findet.
-Sepp<a class="fnote" href="#footnote-644" id="fnote-644">[644]</a> sagt richtig: »Nie haben die Menschen blinder gegen
-einander gewütet, nie hat die Christenheit sich Angesichts
-aller Welt mehr blamiert als in den Hexenprozessen.«
-</p>
-
-<p>
-Wenn wir für diesen außerordentlichen Zustand eine
-Erklärung suchen, müssen wir stets im Auge behalten, daß
-er nicht auf eine unerklärliche Verirrung des Menschengeistes
-zurückzuführen ist, wie es wohl den Anschein haben möchte,
-sondern mit der geistigen Verfassung jener Periode völlig
-übereinstimmte. Der Hexen-Aberglaube wurde in solchem
-Ausmaße rationalisiert, daß er mit der landläufigen Vorstellung
-vom Universum durchaus harmonierte.<a class="fnote" href="#footnote-645" id="fnote-645">[645]</a> In der
-<a id="page-136" class="pagenum" title="136"></a>
-Tat, vielleicht der auffälligste Zug, z. B. im Hexenhammer
-und insbesondere in Glanvils Sadducismus, ist nicht so sehr
-die Grausamkeit oder Dummheit, als vielmehr die hervorragende
-geistige Subtilität, mit der die unsinnigsten Thesen
-verteidigt werden. Die Faktoren, die den geistigen Zustand
-verschuldeten, durch den der Aberglaube ausgebrütet wurde,
-sind außerordentlich kompliziert<a class="fnote" href="#footnote-646" id="fnote-646">[646]</a>; die wichtigsten waren
-die sozialen Bedingungen jener Zeit und die abnorme Haltung
-der Kirche gegen sexuelle Dinge. Die kritische Periode war
-besonders das 14. Jahrhundert. Von diesem sagt Gener<a class="fnote" href="#footnote-647" id="fnote-647">[647]</a>
-sehr gut: »Ce n&rsquo;est pas un siècle normal, c&rsquo;est un siècle
-malade ..... Son histoire est tout entière contenue dans
-celle de la pathologie. Il semble qu&rsquo;il subisse les approches
-de l&rsquo;agonie du monde <a id="corr-60"></a>féodal et l&rsquo;aurore d&rsquo;une ère nouvelle.
-Dans ses souffrances il y a quelque chose du râle de la mort
-et des douleurs de l&rsquo;enfantement. L&rsquo;égarement de sa raison
-est celui de la sibylle avant la prophétie.« Einige Züge der
-Zeit wurden im vorhergehenden Kapitel erwähnt, so daß
-wir unsere Aufmerksamkeit hier den Kardinalfaktoren bei
-der Entwicklung der Hexenepidemie schenken können. Der
-bedeutsamste war ohne Frage die Machination der Kirche.
-Die drei Grund-Komponenten des Hexenglaubens waren
-Maleficium, Teufelspakt und Ketzerei, die man die Haltung
-der Hexe gegen Menschen, Teufel und Gott nennen kann.
-Das Vorgehen der Kirche bestand darin, die erste zur Bestrafung
-der zweiten auszunützen, um damit die dritte zu
-zerstören. Der schon vorhandene Glaube an das Maleficium
-wurde dazu benützt, den Geist der Verfolgung zu entflammen,
-der Beweis des Teufelspaktes, den Hysterie und Tortur
-lieferten, war das bequemste Mittel, des Opfers habhaft zu
-werden, während das eigentliche Motiv die Ausrottung der
-Ketzerei war. Der einmal so beschrittene Weg nährte und
-entflammte zweifellos die menschlichen Urtriebe in ihrer
-rohesten und niedrigsten Form. Sadismus und sexuelle
-<a id="page-137" class="pagenum" title="137"></a>
-Neugierde waren unter diesen die sichtbarsten. Bezüglich
-der theoretischen Diskussionen über die Hexerei sagt Bloch<a class="fnote" href="#footnote-648" id="fnote-648">[648]</a>:
-»Es gibt keine sexuelle Frage, die nicht von den theologischen
-Kasuisten in subtilster Weise erörtert worden ist, so daß ihre
-Schriften uns zugleich ein lehrreiches Bild der Phantasietätigkeit
-auf geschlechtlichem Gebiete geben,« und Jühling<a class="fnote" href="#footnote-649" id="fnote-649">[649]</a>
-hebt sogar noch schärfer die Lust des ehelosen Inquisitors
-am Entkleiden, Untersuchen und Verhören seiner Opfer hervor.
-Kinder von sieben<a class="fnote" href="#footnote-650" id="fnote-650">[650]</a> und Greisinnen von 85 Jahren<a class="fnote" href="#footnote-651" id="fnote-651">[651]</a>
-wurden zum Geständnis der Teufelsbuhlschaft mit allen begleitenden
-Details gezwungen. Das ganze Verfahren wurde,
-wie Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-652" id="fnote-652">[652]</a> deutlich gezeigt hat, von den Zeitgenossen
-in ausgedehntem Maße dazu benützt, Bosheit, Haß und Neid
-durch falsche Anklagen der Feinde und Nebenbuhler zu
-befriedigen.
-</p>
-
-<p>
-Das Ende der Hexenepidemie bedarf fast ebensosehr
-einer Erklärung wie der Anfang, obgleich ihm bisher weit
-weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die ausführlichste
-Schilderung davon gibt Soldan.<a class="fnote" href="#footnote-653" id="fnote-653">[653]</a> Die letzte offizielle Exekution
-fand in England im Jahre 1682, in Schottland 1697,
-in Frankreich 1726, in Sachsen 1746, im übrigen Deutschland
-1749, in Bayern 1775, in Spanien 1781, in der Schweiz 1782,
-in Polen 1793 statt. Hexen wurden in England 1751 und
-1863 (!) gelyncht, in Frankreich 1850, in Deutschland 1836
-und eine wurde in Mailand im Jahre 1891 vom Pöbel fast
-getötet. Die Inquisition dauerte in Spanien bis 1834, in
-Italien bis 1859. In Rußland waren Hexenprozesse, Verfolgungen
-und Pöbelunruhen zu Ende des vorigen Jahrhunderts
-keineswegs selten und der Hexenglaube ist heute
-<a id="page-138" class="pagenum" title="138"></a>
-noch im Schwunge<a class="fnote" href="#footnote-654" id="fnote-654">[654]</a>. In Südamerika war zwischen 1860
-und 1877 eine förmliche Epidemie, bei welcher eine erhebliche
-Anzahl von Hexen <em>offiziell verbrannt wurde</em>; eine
-wurde in Peru noch im Jahre 1888 öffentlich hingerichtet. Es
-ist sehr lehrreich, zu sehen, wie sich gegen das Ende der
-Hexen-Epidemie der Aberglaube wieder in seine Bestandteile
-auflöste und nicht als Einheit verblaßt. Zuerst verschwand
-der Glaube an die Teufelsbuhlschaft und den Sabbat, von
-denen schon 1650 verhältnismäßig wenig zu hören ist. Der
-Glaube an die Nachtfahrt hielt sich zähe und besteht sogar
-heute noch bei einigen Leuten.<a class="fnote" href="#footnote-655" id="fnote-655">[655]</a> Das widerstandsfähigste
-Element war das älteste, nämlich das Maleficium und in dem
-abgelaufenen Jahrhundert kam kaum ein anderer Punkt der
-Hexerei zur Sprache.<a class="fnote" href="#footnote-656" id="fnote-656">[656]</a> Offiziell hält jedoch die römisch-katholische
-Kirche an jedem einzelnen Elemente, von der
-Zauberkunst der Wettermacherei bis zum Teufelspakt noch
-heute fest.<a class="fnote" href="#footnote-657" id="fnote-657">[657]</a>
-</p>
-
-<p>
-Das Verschwinden der Hexen-Epidemie wird gewöhnlich
-mit Berufung auf den Wechsel der Weltanschauung erklärt,
-den der Aufstieg der Wissenschaft verursachte, doch mehrere
-Erwägungen lassen es unwahrscheinlich erscheinen, daß dieser
-Faktor, so wichtig er sein mag, der einzige war. Vor allem
-kann er für die verhältnismäßig schnelle Abnahme des Hexenglaubens
-in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts<a class="fnote" href="#footnote-658" id="fnote-658">[658]</a>
-nicht ausreichen, denn die wissenschaftlichen Entdeckungen,
-die dabei so entscheidenden Einfluß geübt haben sollen,
-waren um diese Zeit erst in einen kleinen Kreis gedrungen.
-<a id="page-139" class="pagenum" title="139"></a>
-Außerdem hingen diese Entdeckungen z. B. Harveys, Keplers,
-Newtons mit dem Thema der Hexerei nur <em>sehr</em> indirekt zusammen
-und waren mit diesem Aberglauben ebenso vereinbar
-wie mit anderen, ebenso absurden, mit denen sie sich sehr
-wohl vertrugen; auch kann nicht behauptet werden, daß die
-allgemeine wissenschaftliche Haltung damals besonders hoch
-entwickelt war oder es heute ist. Die ganze Erklärung
-scheint mir zu intellektualistisch zu sein, denn sowohl die
-Entstehung wie der Ablauf eines solchen Aberglaubens sind
-vorwiegend Gefühlssache, während die Wissenschaft im allgemeinen
-eher die Tendenz zeigt, dem Umschwung in der
-Laienwelt zu folgen, als ihn einzuleiten; die »Wissenschaften«
-der Nationalökonomie und Ethik, und im gewissen Ausmaße
-auch die Psychologie sind bis zum heutigen Tage auffällige
-Beweise dieses Satzes. Einen wichtigen Anhaltspunkt finden
-wir in dem Umstande, daß der Hexenglaube abklang, weil
-das charakteristischeste Element, der Glaube an die Teufelsbuhlschaft
-eliminiert wurde, und ich möchte die folgende
-Erklärung dafür vorschlagen. Im siebzehnten Jahrhundert,
-besonders um seine Mitte, fand eine bedeutende Zunahme des
-Puritanismus statt und teils als Folge dessen, teils als Reaktion
-darauf ging im allgemeinen Verhalten der Öffentlichkeit zur
-Sexualität ein radikaler Umschwung vor.<a class="fnote" href="#footnote-659" id="fnote-659">[659]</a> Statt daß laut gegen
-sie gepredigt oder ihre Sündhaftigkeit betont worden wäre,
-wurde sie mehr und mehr den Augen der Öffentlichkeit entzogen.
-Ein heuchlerisches Kompromiß wurde durchgesetzt,
-das noch jetzt aufrecht erhalten wird und dahin geht, daß
-man ihre Existenz duldet, solange nicht allzu offen davon
-gesprochen wird. Dies war aber mit der Fortdauer der
-Hexenepidemie völlig unvereinbar, denn die Prozesse bestanden
-größtenteils in der Ventilierung aller möglicher
-sexueller Angelegenheiten. Kurz und gut, das Gefühl, daß
-<a id="page-140" class="pagenum" title="140"></a>
-die Taten der Hexen ein allzu unanständiges und abstoßendes
-Thema für die öffentliche Besprechung seien, nahm allmählich
-zu. Mit dieser Eliminierung der sexuellen Note (und den
-begleitenden Ideen von Teufelspakt, Sabbat und Nachtfahrt)
-wurden die Hexenprozesse mehr und mehr unmöglich. Der
-Hexenglaube löste sich deshalb in seine Elemente auf und
-konnte nur in der alten Form des Maleficium weiter bestehen.
-Dieses aber reichte für offizielle Verfolgungen trotz der verzweifeltesten
-Anstrengungen<a class="fnote" href="#footnote-660" id="fnote-660">[660]</a> nicht aus und der Glaube wurde
-vom Gebiete der Jurisprudenz auf jenes des Folklore übertragen,
-wo er mit stets abnehmender Kraft bis zum heutigen
-Tage sich fortfristete. Derselbe Faktor also, nämlich die
-übertriebene Sexual-Verdrängung, der die Hexenepidemie
-einst möglich gemacht hatte, war vermutlich, nachdem seine
-Entwicklung einen höheren Grad erreicht hatte, bei der Vernichtung
-der eigenen Frucht mit größtem Erfolg tätig. Ein
-außenstehender Beobachter hätte im 15. Jahrhundert voraussagen
-können, daß die Epidemie aus inneren Gründen sich
-selbst ein Ende bereiten werde wie ein Fieber, weil sie wie
-dieses, die Keime zu ihrer Heilung in sich trug.
-</p>
-
-<p>
-Wir gelangen nun zum <em>dritten Problem</em>, den Beziehungen
-des Hexenglaubens zum Alptraum. Es besteht
-kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Alptraum
-auf der einen Seite und dem Hauptantrieb bei der Hexenverfolgung
-&mdash; der Absicht, die Ketzerei auszurotten &mdash; oder
-dem Volksglauben an die Zauberei, der von der Kirche zu
-diesem Zwecke ausgenützt wurde, auf der anderen, obgleich
-beide Themen indirekt mit der Sexualität und insbesondere
-mit Inzestvorstellungen verwandt sind. Ganz anders verhält
-es sich mit dem dritten Bestandteil, dem Glauben an den
-Teufelsbund, der das ganze zu einer Einheit zusammenfügte
-und ohne den die Epidemie nicht gedacht werden kann;
-<a id="page-141" class="pagenum" title="141"></a>
-dieser ist an jeder Stelle mit den Erfahrungen der Alp- und
-anderer Angstträume im Innersten verbunden. Dies wurde
-nie deutlicher bewiesen als durch den Geistlichen Jehan de
-Meung in seinem merkwürdigen Roman de la Rose, anonym
-publiziert im Jahre 1280 (!) und ist heute vollends unleugbar.
-Daß die Vorstellungen, die sich um die Nachtfahrt gruppierten,
-im wesentlichen aus dem Traum hervorgingen, wurde oben
-eingehend geschildert. Die Teufelsbuhlschaft selbst ist unzweifelhaft
-eine Form des Inkubus und der Glaube daran
-muß stark durch die Erfahrungen des Alptraums, die bei
-der Hysterie<a class="fnote" href="#footnote-661" id="fnote-661">[661]</a> so häufig sind, mitbestimmt worden sein. Die
-vorherrschende theologische Anschauung jener Tage half
-ihnen dann, objektive Gestalt anzunehmen. Müller<a class="fnote" href="#footnote-662" id="fnote-662">[662]</a> sagt:
-»Ihren sinnlichen Versuchungen und ihrer Furcht vor dem
-Versucher, vor dem sinnlichen Teufel kann sie nicht entgehen.
-In den phantasiereichen Zuständen des Halbwachens
-und Traums unterliegt sie der sinnlichen Erscheinung dessen,
-was ihre Sinne wünschen und was die religiöse <a id="corr-62"></a>Vorstellung
-fürchtet. Das Phantasiebild hat für sie Objektivität, sie kann
-die Anklage des Teufelsumganges nicht von sich ablehnen.«
-</p>
-
-<p>
-Der Hexenglaube ist eine Projektion der unbewußten
-Gedanken des Mädchens über sich und seine Mutter; dies ist
-einer der Gründe, warum die Hexen meist entweder sehr alt
-und häßlich oder sehr jung und schön waren. Die Teufelsbuhlschaft
-stellt also, wie im Zusammenhang mit dem Sabbat
-bereits betont wurde, eine unbewußte Inzestphantasie dar.
-</p>
-
-<p>
-Die Gemeinsamkeiten zwischen Inkubus, Teufel und
-Hexenglauben gehen so weit, daß alle drei nur die verschiedenen
-Seiten desselben Themas darstellen. Selbst in
-seinen Einzelheiten ist die Übereinstimmung sehr auffällig,
-besonders zwischen der Hexe und dem populären Äquivalent
-von Inkubus und Sukkubus, nämlich dem Alp und der Mahre.
-Zum Beispiel glaubte man von den Hexen, ebenso wie vom
-Teufel, Alp und Mahre, daß sie gespaltene Hufe (Drudenfuß)<a class="fnote" href="#footnote-663" id="fnote-663">[663]</a>
-<a id="page-142" class="pagenum" title="142"></a>
-und einen hohlen Rücken<a class="fnote" href="#footnote-664" id="fnote-664">[664]</a> hätten; dieselben Amulette (Messer,
-Hufeisen, Salz u. s. w.) wurden zur Abwehr der Hexen, des
-Teufels und des Alpdrucks benützt. Der Koitus mit ihnen
-allen war unangenehm und genußlos<a class="fnote" href="#footnote-665" id="fnote-665">[665]</a>; der Alp, wie die
-Hexe, ritt auf Pferden und flog wie ein Vogel<a class="fnote" href="#footnote-666" id="fnote-666">[666]</a> u. s. w.
-</p>
-
-<p>
-Die Beziehungen zwischen dem Hexenglauben und dem
-an Werwölfe und Vampire waren nicht so innig, obgleich
-sie in beiden Fällen vorhanden sind. Die Verfolgung und
-Hinrichtung angeblicher Werwölfe im 16. und 17. Jahrhundert
-gründete sich hauptsächlich auf den Glauben, daß die Hexen
-sich in Tiere verwandeln können. Hexen konnten sich selbst
-sowohl als auch andere in Werwölfe verwandeln.<a class="fnote" href="#footnote-667" id="fnote-667">[667]</a> Von
-Interesse mit Hinblick auf die Verbindung zwischen Hexensalbe,
-Nachtfahrt und Tierverwandlung (siehe oben) ist der
-Umstand, daß die Verwandlung in Werwölfe durch Salbung
-erfolgte. So wurde 1521 in Besançon ein Mann namens
-Michel Verdon verbrannt, weil er sich selbst und einen Gefährten
-mittels Einreibung mit einer Salbe in Werwölfe verwandelt
-hatte<a class="fnote" href="#footnote-668" id="fnote-668">[668]</a>, und 1717 wurden die Angeklagten in einem
-Hexenprozesse genau derselben Tat beschuldigt.<a class="fnote" href="#footnote-669" id="fnote-669">[669]</a> Die enge
-Assoziation zwischen Hexen und Katzen wurde oben erwähnt
-und Grimm<a class="fnote" href="#footnote-670" id="fnote-670">[670]</a> zieht den alten Zauberglauben heran, daß
-Männer in Wölfe und Weiber in Katzen verwandelt werden.
-Ein ähnlicher Zusammenhang bestand zwischen der Mahre,
-der deutschen Vorläuferin der Hexen, und dem Werwolf;
-ein siebentes Kind wurde, war es ein Knabe, ein Werwolf,
-war es ein Mädchen, eine Mahre.<a class="fnote" href="#footnote-671" id="fnote-671">[671]</a>
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-143" class="pagenum" title="143"></a>
-Hexen hatten den Vampirendurst nach Menschenblut.
-Sie liebten es leidenschaftlich, Blut zu trinken<a class="fnote" href="#footnote-672" id="fnote-672">[672]</a>, insbesondere
-das von jungen Menschen. Zweifellos liegt hier die Idee des
-Somnambulismus zu Grunde.<a class="fnote" href="#footnote-673" id="fnote-673">[673]</a> Milton in seinem »Paradise
-Lost« (II, 662) bezieht sich auf diesen Glauben:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">»Kein häßlicheres Wesen denn die Nachtfrau,</p>
- <p class="verse">Wenn sie, geheim gerufen, durch die Luft</p>
- <p class="verse">Geritten kommt, von Kinderblut gelockt,</p>
- <p class="verse">Zum Tanz mit Lapplands Hexenzunft.«</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Fünf Hexen wurden 1604 in Lausanne verbrannt, weil
-sie in <em>Wolfsgestalt</em> ein Kind geraubt haben sollten. Sie
-trugen es zum Teufel, der <em>aus der großen Zehe</em> das ganze
-Blut aussaugte und kochten dann den Leib, um daraus Salbe
-zu gewinnen.<a class="fnote" href="#footnote-674" id="fnote-674">[674]</a> Ebenso waren die Hexen der harmloseren
-Gewohnheit, Kühe zu melken, zugetan und sie waren im
-stande, aus einer Spindel, einem Handtuch oder einem Beilgriff
-Milch herauszupressen.<a class="fnote" href="#footnote-675" id="fnote-675">[675]</a> Der Sinn davon wird verständlich,
-wenn man sich gegenwärtig hält, daß Milch ein
-unbewußtes Äquivalent für Samen ist. Der Alp saugte sowohl
-Blut wie Milch aus<a class="fnote" href="#footnote-676" id="fnote-676">[676]</a> und Stoll<a class="fnote" href="#footnote-677" id="fnote-677">[677]</a> sagt, daß in Deutschland
-noch der Aberglaube besteht, daß <em>Schlangen</em> bei Nacht
-den Kühen die Milch aussaugen; in Wales glaubte man, daß
-die Schlangen Milch aus den weiblichen Brüsten saugen.<a class="fnote" href="#footnote-678" id="fnote-678">[678]</a>
-In Schottland und Wales war bis vor kurzem der Glaube
-verbreitet, daß die Hexen sich in Hasen verwandeln, um den
-Kühen durch Saugen an den Eutern die Milch zu entziehen<a class="fnote" href="#footnote-679" id="fnote-679">[679]</a>;
-in Dänemark und Schweden gewinnen sie die Milch, indem sie
-Hasen zum Vieh schicken.<a class="fnote" href="#footnote-680" id="fnote-680">[680]</a> In der Mythologie sind Hasen
-<a id="page-144" class="pagenum" title="144"></a>
-und Katzen gleichbedeutend<a class="fnote" href="#footnote-681" id="fnote-681">[681]</a>; es ist daher verständlich, daß
-manchmal Hasen die »Familiares« der Hexen waren<a class="fnote" href="#footnote-682" id="fnote-682">[682]</a>, statt
-der gewöhnlichen Katzen. Selbst die Revenant-Natur der
-Vampire ist in dem dänischen Glauben, daß Tote sich in
-Hasen<a class="fnote" href="#footnote-683" id="fnote-683">[683]</a> verwandeln, angedeutet. Andere sonderbare Zusammenhänge
-sind der russische Glaube, daß künftige Vampire
-bei Lebzeiten an einer Hasenscharte kenntlich seien, und der
-osteuropäische, daß ein Gestorbener ein Vampir wird, wenn
-eine Katze über sein Grab läuft.<a class="fnote" href="#footnote-684" id="fnote-684">[684]</a> Ein anderer Vampirzug
-ist in den Ghul-Geschichten zu finden, die bei mehreren
-Prozessen erzählt wurden<a class="fnote" href="#footnote-685" id="fnote-685">[685]</a>, von Hexen, die die Leichen
-von Zauberern aufgruben und fraßen. So wie die Hexen
-kann der dalmatinische Koslak, der tatsächlich ein Vampir
-ist, das Wetter vorhersagen und schneller reisen als andere
-Leute.<a class="fnote" href="#footnote-686" id="fnote-686">[686]</a> Der Hexenglaube verschmilzt, so angesehen, an
-allen Punkten mit den bereits erörterten Erscheinungen.
-</p>
-
-<p>
-Wir können das gegenwärtige Kapitel mit einem Zitat
-aus <em>Hansen</em><a class="fnote" href="#footnote-687" id="fnote-687">[687]</a>, der ersten Autorität für unser Thema,
-schließen: »Die Hexenverfolgung ist ein kulturgeschichtliches
-Problem, das, wenn es auch als tatsächlich abgeschlossen
-gelten darf, doch mit unserer Zeit noch enger zusammenhängt,
-als man auf den ersten Blick zuzugeben geneigt sein dürfte.
-Die Elemente des Wahns, auf denen sie sich aufgebaut hat,
-werden noch heute fast ausnahmslos in den Lehren der
-geltenden religiösen Systeme weitergeführt ..... Von der
-Verantwortung für seine Entstehung wird die Menschheit
-sich aber doch erst dann ganz entlastet fühlen können, wenn
-sie auch den kläglichen, noch nicht überwundenen Rest der ihm
-zu Grunde liegenden Wahnvorstellungen ausgeschieden haben
-wird, der trotz aller inneren Haltlosigkeit in den herrschenden
-religiösen Systemen noch heute sein Dasein fristet.«
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-10">
-<a id="page-145" class="pagenum" title="145"></a>
-VIII.<br />
-Schluß.
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Es wird vielleicht von Nutzen sein, hier einen Rückblick
-auf die charakteristischen Eigenschaften, die den fünf
-eben untersuchten Erscheinungen gemeinsam sind, zu versuchen.
-In erster Linie stellen sie alle Konstruktionen aus
-zahlreichen Elementen dar, die nicht nur vorher im Glauben
-der europäischen Völker selbständig existierten, sondern auch
-bis zum heutigen Tage in weit auseinander liegenden Teilen
-der Erde zu finden sind. Für die Zusammensetzung der
-Bestandteile war jedesmal die Kirche ursprünglich verantwortlich,
-in vier Fällen die römisch-katholische Kirche und im
-fünften die griechische. Der Glaube an diese Erscheinungen
-stand, nach ungefährer Annahme, drei Jahrhunderte lang
-allgemein fest; nach Ablauf dieser Zeit verschwand er nicht,
-sondern löste sich in seine ursprünglichen Elemente auf.
-Auch der voll entwickelte Glaube fristet sich noch im ungebildeten
-Teile der Volksgemeinschaft fort und, daß dies keineswegs
-selten der Fall ist, wird dadurch bewiesen, daß der
-Schreiber dieser Zeilen selbst mit Leuten zusammentraf,
-welche von der Wahrheit des Glaubens, wie er im Mittelalter
-verbreitet gewesen ist, überzeugt waren. Der Glaube
-an die einzelnen Elemente ist viel weiter verbreitet und kann
-in gewissen Fällen auch bei gebildeten Leuten gefunden werden.
-Während des Mittelalters hatte der Glaube an jene Erscheinungen
-die Neigung, epidemische Formen anzunehmen, und
-gab dann meistens Anlaß zu furchtbaren Leiden und einem
-fast ohne Parallele dastehenden Ausbruch gemeinsamen Verfolgungsgeistes.
-</p>
-
-<p>
-Die fünf Glaubensphänomene waren stark untereinander
-verschlungen und in mehr als einer Hinsicht geht eines fast
-unmerkbar in das andere über. Ihre psychologische Bedeutung
-hängt noch inniger zusammen als ihre äußere Gestalt.
-Die tatsächliche Formulierung nach Erreichung der vollständigen
-Entwicklung wurde durch eine Mehrheit von Faktoren
-beeinflußt, die hauptsächlich sozialer und religiöser Natur
-<a id="page-146" class="pagenum" title="146"></a>
-waren, weshalb ihre Analyse zunächst ein historisches Problem
-ist. Die bedeutsamsten waren der Haß der Kirche gegen jede
-Art der außerkirchlichen Anbetung, die ihr mit Ungehorsam
-gegen Gott gleichbedeutend schien, ihre abnorm übertriebenen
-Anstrengungen im Dienst der Sexualverdrängung und ihr
-besonderer Abscheu vor dem Inzest. Die Elemente, aus denen
-sich die Erscheinungen zusammensetzten, waren alle Projektionen
-des unbewußten verdrängten sexuellen Materials
-nach außen. An diesem Material sind zwei Eigenschaften
-vor allem bemerkenswert, das Hervortreten inzestuöser
-Wünsche und infantiler Züge. Die Phänomene können
-psychologisch als Phobien bezeichnet werden, deren latenter
-Inhalt verdrängte inzestuöse Wünsche bilden.
-</p>
-
-<p>
-Ihre Beziehungen zum Alptraum sind besonders nahe.
-In der Intensität ihres Angstaffektes werden sie von keiner
-anderen Erfahrung erreicht, außer von jener der Alp- und
-verwandten Angstträume. In manchen ihrer Züge enthalten
-sie eine für Angstträume höchst charakteristische Symbolik;
-von diesen sei besonders erwähnt: die plötzliche Verwandlung
-einer Person in eine andere oder in irgend ein Tier, das Vorkommen
-phantastischer und unmöglicher Tierformen, die
-Schwankungen des betreffenden Objekts zwischen höchstem
-Anreiz und stärkstem Abscheu, die scheinbar gleichzeitige Existenz
-derselben Person an zwei verschiedenen Orten, das
-Fliegen oder Reiten durch die Luft und die Wiedergabe sexueller
-Akte als peinliche Angriffe. Der eigentliche Mittelpunkt
-des latenten Inhaltes sowohl beim Alptraum als bei
-den fünf von uns untersuchten Phänomenen wird durch die
-verdrängten inzestuösen Wünsche gebildet. Bei vier der
-letzteren sind auch andere sexuelle Wünsche, verschiedene
-Perversionen im latenten Inhalt vorhanden, ebenso im Falle
-der Angstträume, die nicht zum Alpdruck-Typus gehören.
-Ferner trat auch beim Alptraum manchmal die Neigung auf,
-wie jene epidemische Form anzunehmen.<a class="fnote" href="#footnote-688" id="fnote-688">[688]</a> Die ausgedehnte
-Übereinstimmung, die zwischen dem Alptraum und diesen
-<a id="page-147" class="pagenum" title="147"></a>
-Formen des Aberglaubens nicht bloß hinsichtlich ihrer wesentlichen
-psychologischen Bedeutung, sondern auch an vielen
-Punkten ihrer Oberfläche bestand, macht es sehr wahrscheinlich,
-daß die wirkliche Traumerfahrung bei der Ermöglichung ihrer
-Konstruktion, für welche sie ja die unerläßliche Basis abgab,
-von erheblichem Einfluß war.
-</p>
-
-<p>
-Eine enge Analogie kann zwischen unseren Erscheinungen
-und den psycho-neurotischen Symptomen nachgewiesen, ja ihre
-Identität in weitem Ausmaße konstatiert werden. Wie diese
-entstammen sie verdrängten sexuellen Wünschen der frühen
-Kindheit, die verhältnismäßig unsichtbar blieben, bis äußere
-Umstände die Annahme gewisser scharf umrissener Äußerungsformen
-herbeiführten. Das allmähliche Verschwinden ging auch
-auf dieselbe Art und Weise vor sich, wie bei neurotischen Symptomen
-eine spontane Heilung eintritt; diese hängt nämlich teils
-von einer Erhöhung der Verdrängung ab, teils davon, daß die
-zu Grunde liegenden Strebungen einen neuen Abflußkanal ausfindig
-machen. Beide Vorgänge spielten bei dem Verschwinden
-jener fünf Bildungen des Aberglaubens eine Rolle, wie im
-vorigen Kapitel gezeigt wurde: erhöhte Schärfe des
-wissenschaftlichen Denkens in Verbindung mit den intensiven
-Sexual-Verdrängungen lassen sie als ungeeignete Ausdrucksform
-der begrabenen Wünsche erscheinen. Diese Erwägungen
-lassen uns die künftige Entwicklung der hier behandelten Vorgänge
-erraten. Die bei den Neurosen gesammelte Erfahrung
-zeigt, daß, solange nicht die begründenden Faktoren gründlich
-beseitigt wurden &mdash; was hier nicht der Fall gewesen ist &mdash;,
-das bloße Verschwinden der Symptome keineswegs vor jeder
-künftigen Störung sichert; die Tendenz der zu Grunde liegenden
-Strebungen, entweder durch Wiederaufnahme der alten Symptome
-oder in anderen Ausdrucksformen Befriedigung zu suchen,
-bleibt bestehen. Aus mannigfachen historischen Gründen
-muß die Annahme, daß ein Rückfall in den alten Aberglauben
-möglich sei, zurückgewiesen werden und dies wäre in unserer
-modernen Zivilisation auch kaum denkbar; eine andere Gruppe
-von Auswegen muß deshalb gefunden werden. Welcher Art
-diese sein werden, ist unschwer einzusehen; auf der einen
-<a id="page-148" class="pagenum" title="148"></a>
-Seite religiöse und soziale Bigotterie und Intoleranz, auf der
-anderen die Erzeugung von Psycho-Neurosen im engeren
-Sinne. Unsere gegenwärtigen neurotischen und geistesgestörten
-Patienten sind in ausgebreitetem Maße die Nachkommen der
-alten Hexen, Lykanthropen u. s. w. und ihre Symptome sind,
-wie in den vorhergehenden Kapiteln gezeigt wurde, in vieler
-Beziehung gleich. Eine weitere wichtige Erwägung, die meist
-übersehen wird, ist die, daß das so entstandene Leiden ebenso
-drückend und nicht minder weit verbreitet ist wie die Schmerzen,
-welche die analogen Vorgänge im Mittelalter verschuldeten.
-Man kann sich sehr ernstlich fragen, ob ein Patient mit einer
-krankhaften Phobie, z. B. in bezug auf Katzen, weniger leidet
-als ein Mensch, der sich vor dem Teufel fürchtet. Dieser ist
-sogar in mancher Hinsicht in der besseren Lage, denn seine
-Furcht wird von Freunden verstanden und als berechtigt
-anerkannt. Er ist nicht gezwungen, sie geheim zu
-halten, um der Beschämung und dem Schandmal zu entgehen,
-welches ihm durch das Bekanntwerden der Tatsache, daß er
-Feigling und Weichling genug sei, seiner »eingebildeten Angst«
-nachzugeben, aufgedrückt würde. Eine Furcht, die der von
-ihr Befallene und seine Umgebung für vernünftig und richtig
-ansehen, ist leichter zu ertragen, als eine völlig sinnlose und
-unvernünftige Angst vor harmlosen Objekten, die mit den
-übrigen bewußten Gedanken nicht übereinstimmt und sich
-sogar gegen die Überwachung durch das Bewußtsein auflehnt.
-</p>
-
-<p>
-Daraus lassen sich hauptsächlich zwei Lehren ziehen, die
-sich auf die Probleme der Verdrängung und der Urteilsfähigkeit
-beziehen. Die soziale Seite der ersteren darf uns hier nicht
-beschäftigen; es wurde nur versucht, an einem Beispiel zu
-zeigen, welch schreckliche Folgen die übermäßig und unverständige
-Verdrängung menschlicher Triebregungen nach sich
-zieht. Wir haben auch gesehen, daß es schwierig und Jahrhunderte
-lang unmöglich ist, diese Konsequenzen auszurotten,
-wenn ihr wahrer Sinn nicht aufgedeckt wird.
-</p>
-
-<p>
-Die Beziehung unseres Themas zu dem Problem der Urteilsfähigkeit
-ist ebenso bedeutsam. Für jemanden, der davon
-überzeugt ist, daß seine Anschauung über einen gefühlsmäßig
-<a id="page-149" class="pagenum" title="149"></a>
-gefärbten, d. h. sozialen oder religiösen Gegenstand unzweifelhaft
-die einzig richtige ist, läßt sich keine gesündere Übung
-denken, als darüber nachzusinnen, daß die fähigsten und
-schärfsten Denker des Mittelalters, Menschen, die ihm an
-geistiger Begabung wahrscheinlich nicht nachstanden, ohne
-Zögern die Wahrheit von Sätzen, die uns heute lächerlich
-vorkommen, anerkannten. Bei der Besprechung einer Gruppe
-geringerer Irrtümer, die durch unbewußte Einflüsse herbeigeführt
-wurden, bemerkte Freud<a class="fnote" href="#footnote-689" id="fnote-689">[689]</a> mit Nachdruck: »Ich gebe
-aber zu bedenken, ob man nicht Grund hat, die gleichen
-Gesichtspunkte auch auf die Beurteilung der ungleich wichtigeren
-<em>Urteilsirrtümer</em> der Menschen im Leben und in
-der Wissenschaft auszudehnen. Nur den auserlesensten und
-ausgeglichensten Geistern scheint es möglich zu sein, das Bild
-der wahrgenommenen äußeren Realität vor der Verzerrung
-zu bewahren, die es sonst beim Durchgang durch die psychische
-Individualität des Wahrnehmenden erfährt.« Eines der Hauptziele
-der Wissenschaft und Kultur ist es, eine objektive Anschauung
-von Kultur und Leben zu erringen. Die Hindernisse,
-die aus bewußten Hemmungen kommend, sich der Erreichung
-dieses Zieles entgegenstellen, wurden bis zu einem gewissen
-Grade überwältigt; wir beginnen nun die schwierigere, aber
-wichtigere Arbeit, die aus dem Unbewußten stammenden Hindernisse
-wegzuräumen. Der erste Schritt in dieser Richtung
-ist die Bemühung, die Natur und Betätigungsform dieser unbewußten
-Einflüsse, die das bewußte Urteil schädigen und
-verdrehen, genau zu durchleuchten. Freud hat in vorbildlicher
-Weise einen Weg gebahnt, den zu wandeln jetzt möglich
-ist; und wenn dies geschieht, wird die Menschheit in Hinkunft
-weniger Entschuldigung haben für die schwarzen Seiten, die
-das Buch ihrer Geschichte schänden, wie es die hier untersuchten
-Formen des Aberglaubens tun.
-</p>
-
-
-<h2 class="chapter footnotes">Fußnoten</h2>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-1" id="footnote-1">[1]</a> »Some Instances of the Influence of Dreams on Waking life,« Journ.
-of Abnormal Psychol., April 1911, P. II.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-2" id="footnote-2">[2]</a> Ennemoser. Geschichte der Magie, 1844, S. 113. Fischer. Geschichte
-des Somnambulismus, 1839, Bd. I, S. 12. Rau. Die Verirrungen in der
-Religion, 1904, S. 237.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-3" id="footnote-3">[3]</a> Op. cit., P. 15.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-4" id="footnote-4">[4]</a> Johannes Müller. Über die phantastischen Gesichtserscheinungen, 1826,
-S. 68, 69.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-5" id="footnote-5">[5]</a> Herbert Spencer. The Principles of Sociology, Third Edition, 1890,
-Vol. I, Ch. X, Pp. 132-142.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-6" id="footnote-6">[6]</a> Im Thurn. Among the Indians of Guiana, Pp. 344-346.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-7" id="footnote-7">[7]</a> Lehmann. Aberglaube und Zauberei. Zweite Deutsche Auflage,
-1908, S. 492.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-8" id="footnote-8">[8]</a> Freud. Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, 1907.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-9" id="footnote-9">[9]</a> Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 170. Fiske. Myths and Myth-Makers,
-1872, P. 220. Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 32. Herbert
-Spencer. Op. cit., Pp. 135, 136; and »Recent Discussions in Science«, P. 36.
-Tyler. Primitive Culture, 1891, Third Edition, Vol. I, P. 430. Lehmann. Op.
-cit., S. 494.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-10" id="footnote-10">[10]</a> Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band. »Mythus und Religion«.
-Zweiter Teil, 1906, S. 85, 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-11" id="footnote-11">[11]</a> Siehe z. B.: Irving King, The Development of Religion, 1910, Ch. 6,
-und Marett, »Pre-animistic Religion«, Folklore, 1900, Vol. XI, P. 198, über
-den Streit zwischen den älteren animistischen und den jüngeren animatistischen
-Hypothesen.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-12" id="footnote-12">[12]</a> Wundt. Op. cit., S. 90.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-13" id="footnote-13">[13]</a> Spencer. Principles of Sociology, Pp. 182, 201, u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-14" id="footnote-14">[14]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 110, III.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-15" id="footnote-15">[15]</a> Howitt. Native Tribes of South-East Australia, 1904, P. 434. Ling
-Roth. Natives of Sarawa and British North-Borneo, 1896, Vol. I, P. 232.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-16" id="footnote-16">[16]</a> H. Spencer. Op. cit., P. 281 et sequ.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-17" id="footnote-17">[17]</a> Wundt. Op. cit., S. 346, 347.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-18" id="footnote-18">[18]</a> Hartland. Primitive Paternity, 1909, Vol. I, Ch. III, Pp. 156-252.
-Wallace. The Malay Archipelago, Vol. I, P. 251. Fiske. Op. cit., P. 164 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-19" id="footnote-19">[19]</a> H. Spencer. Op. cit., Ch. XXII, Pp. 322-346.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-20" id="footnote-20">[20]</a> Marion Cox. An Introduction to Folklore. Second Edition, 1904.
-Ch. II, Pp. 85-129.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-21" id="footnote-21">[21]</a> Spencer. Op. cit., Pp. 345, 346.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-22" id="footnote-22">[22]</a> Spencer. Op. cit., P. 136.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-23" id="footnote-23">[23]</a> Wundt. Op. cit., S. 113.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-24" id="footnote-24">[24]</a> Freud. Die Traumdeutung, 1900. Dritte Auflage, 1911.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-25" id="footnote-25">[25]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-26" id="footnote-26">[26]</a> Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-27" id="footnote-27">[27]</a> Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-28" id="footnote-28">[28]</a> Op. cit., P. 18.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-29" id="footnote-29">[29]</a> The Relationship between Dreams and Psychoneurotic Symptoms,
-Amer. Journ. of Insanity, Oct. 1911.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-30" id="footnote-30">[30]</a> Freud. Op. cit., S. 174-221.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-31" id="footnote-31">[31]</a> Fiske. Op. cit., P. 74.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-32" id="footnote-32">[32]</a> Hartland. Op. cit., P. 250.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-33" id="footnote-33">[33]</a> E. g. bei H. G. Wells in seinem Schauerroman »The Island of
-Doctor Moreau«.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-34" id="footnote-34">[34]</a> Lawrence. The Magic of the Horse-Shoe, 1899, Pp. 308-311.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-35" id="footnote-35">[35]</a> Cesaresco. Essays in the Study of Folk-Songs, P. 183.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-36" id="footnote-36">[36]</a> Riklin. Op. cit., Seite 41-46.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-37" id="footnote-37">[37]</a> R. Burton. Adaptation of »Vikram and the Vampire«, 1893, Preface P. 15.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-38" id="footnote-38">[38]</a> Moses. Pathological Aspects of Religions, 1906. P. 25.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-39" id="footnote-39">[39]</a> E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 10, 61, 76-79.
-Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band, »Mythus und Religion,« Zweiter
-Teil, 1906, S. 118-122.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-40" id="footnote-40">[40]</a> Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 171.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-41" id="footnote-41">[41]</a> Golther. Handbuch der germanischen Mythologie, 1895, S. 75.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-42" id="footnote-42">[42]</a> Waller. A Treatise on the Incubus or Nightmare, 1816, Pp. 28-29.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-43" id="footnote-43">[43]</a> »On the Nightmare«, Amer. Journal of Insanity, Jan. 1910, Pp. 383-417.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-44" id="footnote-44">[44]</a> »The Pathology of Morbid Anxiety«, Journ. of Abnormal Psychol.,
-June 1911, Vol. VI, Pp. 81-106.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-45" id="footnote-45">[45]</a> Alf. Adler. »Der psychische Hermaphroditismus im Leben und in der
-Neurose«, Fortschr. d. Med., 21. April 1910, S. 492.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-46" id="footnote-46">[46]</a> I. Op. cit. Pp. 411-413.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-47" id="footnote-47">[47]</a> Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-48" id="footnote-48">[48]</a> West. The History of Tasmania, 1852, Vol. II. P. 90.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-49" id="footnote-49">[49]</a> Howitt. The Native Tribes of South-East Australia, 1904, P. 439.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-50" id="footnote-50">[50]</a> Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo, 1896.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-51" id="footnote-51">[51]</a> Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte Auflage, 1910,
-S. 133.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-52" id="footnote-52">[52]</a> Maury. La Magie et l&rsquo;astrologie, 1860, p. 254.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-53" id="footnote-53">[53]</a> The Works of Thomas Nashe. Edited by Mc Kerson, 1904, Vol. I,
-Pp. 345, 386.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-54" id="footnote-54">[54]</a> Wundt. Op. cit., S. 122.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-55" id="footnote-55">[55]</a> Leistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889. Bd. 1, S. 45.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-56" id="footnote-56">[56]</a> Meyer. Op. cit., S. 97.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-57" id="footnote-57">[57]</a> Gould. Mythical Monsters, 1886, Ch. IX, »The Sea-Serpent«.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-58" id="footnote-58">[58]</a> Wundt. Op. cit., S. 116.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-59" id="footnote-59">[59]</a> Fiske. Myths and Myth-Makers, 1872, P. 95.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-60" id="footnote-60">[60]</a> Augustin. De Civ. Dei., Lib. XV., Kap. 23. Die berühmte Stelle
-ist allzugut bekannt, als daß man sie übersetzen dürfte.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-61" id="footnote-61">[61]</a> Thomas Aquino. Summa theologica, Pt. I. Quest. 51, Art. 3-6.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-62" id="footnote-62">[62]</a> Sinistrari. Demoniality or Incubi and Succubi, Engl. Trans, 1879.
-Pp. 129, 225 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-63" id="footnote-63">[63]</a> Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 519. Freimark. Okkultismus
-und Sexualität. S. 349.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-64" id="footnote-64">[64]</a> Murisier. Les maladies du sentiment religieux, 1909, P. 49. Pezet.
-Contribution á l&rsquo;étude de la démonomanie, 1909, P. 18.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-65" id="footnote-65">[65]</a> Vgl. Freud. Zentralblatt f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 7.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-66" id="footnote-66">[66]</a> Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft. (1584). 1886 Edition, P. 62.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-67" id="footnote-67">[67]</a> Siehe z. B. Zitate bei Jacob. Curiosités Infernales, Pp. 85-97.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-68" id="footnote-68">[68]</a> Simon. Le monde des rêves, 1882, P. 183.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-69" id="footnote-69">[69]</a> Höfler. Zentralbl. f. Anthropologie, 1900, Band 5, S. 1.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-70" id="footnote-70">[70]</a> Goerres. Zitiert bei Delassus, Les incubes et les succubes, 1897.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-71" id="footnote-71">[71]</a> Zitiert bei Laurent und Nagour. Okkultismus und Liebe, Deutsche
-Übersetzung, 1903, S. 109.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-72" id="footnote-72">[72]</a> Michelet. La Sorcière, 1869, 3. édition, P. 108. Delassus, Op. cit.,
-P. 20 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-73" id="footnote-73">[73]</a> Goerres. Zitiert bei Delassus, Op. cit., P. 21.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-74" id="footnote-74">[74]</a> Der Hexenhammer. Deutsche Ausgabe, 1906. Zweiter Teil, S. 197-198.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-75" id="footnote-75">[75]</a> Reginald Scot. Op. cit., P. 58.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-76" id="footnote-76">[76]</a> Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im Mittelalter,
-1900, S. 138-139.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-77" id="footnote-77">[77]</a> Recueil général des questions traités et conférence du Bureau
-d&rsquo;adresse, 1656.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-78" id="footnote-78">[78]</a> De Saint-André. Lettres au sujet de la magie, des maléfices et des
-sorciers, 1725.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-79" id="footnote-79">[79]</a> Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 599.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-80" id="footnote-80">[80]</a> Delassus. Op. cit., Pp. 39, 41, 51.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-81" id="footnote-81">[81]</a> Macario. »Etudes cliniques sur la démonomanie«, Annales méd.-psychol.
-1843, t. I, P. 441.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-82" id="footnote-82">[82]</a> Leuret. Fragments psychologiques sur la folie, 1834, Pp. 258, 261-264.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-83" id="footnote-83">[83]</a> Zahlreiche Beispiele zitiert Freimark, Op. cit., S. 342-348, und
-Gener, Op. cit., P. 340, u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-84" id="footnote-84">[84]</a> Gener. Op. cit., P. 520.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-85" id="footnote-85">[85]</a> Vgl. Bücher wie De Guaita, Temple de Satan; Des Mousseaux, Les
-hauts phénomènes de la magie; Jules Bois, La Satanisme et la Magie;
-Huysmans, Là-bas, und En Route, u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-86" id="footnote-86">[86]</a> Freimark. Op. cit., S. 355, 364, 368-9, 376, 385. Peixoto, Archivos
-Brasileires de Psychiatria, 1909, Pp. 74-94.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-87" id="footnote-87">[87]</a> Wundt. Völkerpsychologie, Band II, Teil II, S. 110.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-88" id="footnote-88">[88]</a> Herrara. Historia general de los hechos de los Castellanos en las
-islas y terra firme del Mar Oceane, 1730, Vol. IV, Kap. 4.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-89" id="footnote-89">[89]</a> Nachtigal. Sahara und Sudan. 1889, Band 3. S. 477.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-90" id="footnote-90">[90]</a> Grey. Journals of Two Expeditions of Discovery in North-west
-and Western Australia, 1841, Vol. II, P. 336.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-91" id="footnote-91">[91]</a> Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo,
-1896, Vol. I, P. 185.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-92" id="footnote-92">[92]</a> Stoll. Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie.
-Zweite Auflage, 1904, S. 51, 52.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-93" id="footnote-93">[93]</a> Dulaure. (Krauss Ausgabe.) Die Zeugung in Glaube, Sitte und
-Brauch der Völker, 1908, S. 45, 50, 80.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-94" id="footnote-94">[94]</a> Voyages d&rsquo;Ibn Batoutah. Trad. franc., 1873, t. I., P. 418.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-95" id="footnote-95">[95]</a> Alice Walton. The Cult of Asklepios, 1894, Pp. 63, 74.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-96" id="footnote-96">[96]</a> Preller. Berichte ü. d. Verhandl. d. Königl. Sächs. Gesell. d. Wissenschaften
-zu Leipzig, 1854, S. 196.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-97" id="footnote-97">[97]</a> Puschmann. Geschichte der Medizin. 1902, Bd. 1, S. 504.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-98" id="footnote-98">[98]</a> Pausanias. Attika, Kap. 21.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-99" id="footnote-99">[99]</a> Dulaure. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-100" id="footnote-100">[100]</a> Cullimore. Oriental Cylinders, Nr. 71, 76, 109. Frazer. Lectures on
-the Early History of the Kingship, P. 170.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-101" id="footnote-101">[101]</a> Johns. »Notes on the Code of the Hammurabi«. Amer. Journ. of
-Semitic Languages, 1903, Vol. XIX, P. 98.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-102" id="footnote-102">[102]</a> Mary Hamilton. Incubation, or the cure of disease in Pagan Temples
-and Christian Churches, 1906, P. 25.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-103" id="footnote-103">[103]</a> Hamilton. Op. cit., P. 27.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-104" id="footnote-104">[104]</a> Siehe besonders Walton, Op. cit., Op. 13-16, 65, 94. Puschmann,
-Op. cit., S. 169.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-105" id="footnote-105">[105]</a> Deubner. De incubatione, 1900, S. 33.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-106" id="footnote-106">[106]</a> Cp. Deane. The Worship of the Serpent, 1833; Du Bosc. The Dragon,
-Image and Demon, 1886; Ferguson. Tree and Serpent Worship. Second
-Edition, 1872; Howard. Sex Worship, 1902, Ch. VIII, »The Serpent and The
-Cross«; Staniland Wake. Serpent Worship, 1888.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-107" id="footnote-107">[107]</a> Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S. 40-44.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-108" id="footnote-108">[108]</a> Frazer. The Golden Bough. Third Edition. Part IV. (Adonis, Attis,
-Osiris. Second Edition.) 1907, P. 76, 77. Hartland. Primitive Paternity,
-1909, Vol. I, P. 169, et seq. Wundt. Op. cit., S. 61-64.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-109" id="footnote-109">[109]</a> Lang. Myth, Ritual and Religion. Vol. I. P. 57; E. H. Meyer. Germanische
-Mythologie, 1891, S. 63, 64, 73; Rochholtz. Deutscher Glaube und
-Brauch, 1867, Band 1 (Deutscher Unsterblichkeitsglaube), S. 146, 147;
-Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 1900, S. 51.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-110" id="footnote-110">[110]</a> Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876. Nachtrag
-S. 247, 312. Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 289.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-111" id="footnote-111">[111]</a> Puschmann. Op. cit., Bd. 1, S. 170.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-112" id="footnote-112">[112]</a> Maury. La magie et l&rsquo;astrologie, 1860, Pp. 247, 248, 251.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-113" id="footnote-113">[113]</a> Pennant. Tour, 1772, Vol. I. P. 311. Martin. Western Islands, P. III.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-114" id="footnote-114">[114]</a> Richardson. The Folly of Pilgrimages, P. 70.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-115" id="footnote-115">[115]</a> Herodotus. Lib. II, Par. 42.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-116" id="footnote-116">[116]</a> Pausanias. <a id="corr-11"></a>Lib. I, Kap. 34.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-117" id="footnote-117">[117]</a> Rees. British Medical Journal, Oct. 30, 1909, P. 1317.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-118" id="footnote-118">[118]</a> Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909,
-S. 69, 70.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-119" id="footnote-119">[119]</a> Sir Arthur Mitchell. The Past and The Present.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-120" id="footnote-120">[120]</a> O&rsquo;Curry. On the Manners and Customs of the Ancient Irish, 1873,
-Vol. II., P. 199.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-121" id="footnote-121">[121]</a> Wundt. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-122" id="footnote-122">[122]</a> Wuttke. Op. cit., S. 115.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-123" id="footnote-123">[123]</a> Wuttke. Op. cit., S. 116.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-124" id="footnote-124">[124]</a> Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 1, Kap. 17, S. 83-108.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-125" id="footnote-125">[125]</a> Zahlreiche Beispiele zitiert Hock. Die Vampirsagen und ihre Verwertung
-in der deutschen Literatur, 1900, S. 10; und Jacob, Curiosités infernales,
-Pp. 312-331.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-126" id="footnote-126">[126]</a> Hock. Op. cit., S. 69, 81.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-127" id="footnote-127">[127]</a> Vgl. Werner: »Liebe bannt des Todes Not«, und Hebbel: »Jeder
-Tote ist ein Vampir, die ungeliebten ausgenommen.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-128" id="footnote-128">[128]</a> Viele Beispiele bei Hock. Op. cit., S. 24, 37, 43. Siehe auch Sepp,
-Orient und Occident, 1903, S. 268.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-129" id="footnote-129">[129]</a> Hanush. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S. 200.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-130" id="footnote-130">[130]</a> Horst. Zauberbibliothek, 1821, Erster Teil, S. 277.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-131" id="footnote-131">[131]</a> Stern. Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der Türkei, 1903
-Band 1, S. 364, 365.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-132" id="footnote-132">[132]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 130.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-133" id="footnote-133">[133]</a> Görres. Zitiert bei Laurent und Nagour, Okkultismus und Liebe.
-Deutsche Übersetzung, 1903, S. 147.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-134" id="footnote-134">[134]</a> Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; <a id="corr-12"></a>und
-Gryphius: »Wer liebt, wird durch den Tod von Liebe nicht getrennet.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-135" id="footnote-135">[135]</a> Siehe Ernest Jones. »Zum Problem des gemeinsamen Sterbens.« Zentralbl.
-f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 563 ff.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-136" id="footnote-136">[136]</a> Siehe z. B. Sadger. Heinrich von Kleist: Eine pathographisch-psychologische
-Studie, 1910, S. 60 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-137" id="footnote-137">[137]</a> Freud. Die Traumdeutung, Dritte Auflage, 1911, S. 184.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-138" id="footnote-138">[138]</a> Singer. Bibliothek des literarischen Vereines, CLXXXV, Sect. XVI.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-139" id="footnote-139">[139]</a> Steffens. Novellen, 1837, Band 1, S. 19. Conway. Demonology
-and Devil-Lore, 1879, Vol. II, P. 396.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-140" id="footnote-140">[140]</a> Lunier. Annales médico-psychologiques, 1849, P. 153.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-141" id="footnote-141">[141]</a> Belletrud et Mercier. L&rsquo;affaire Ardisson, 1903.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-142" id="footnote-142">[142]</a> Gholes. Histoire des Vampires, 1820, P. 106.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-143" id="footnote-143">[143]</a> Hock. Op. cit., S. 1.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-144" id="footnote-144">[144]</a> Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 480.
-Hock. Op. cit., S. 1. Conway. Op. cit., Vol. I. Pp. 52, 53.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-145" id="footnote-145">[145]</a> Hock. Op. cit., S. 27, 28. Stern. Op. cit., S. 351-369.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-146" id="footnote-146">[146]</a> Mannhardt. Die praktischen Folgen des Aberglaubens, 1878, S. 13.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-147" id="footnote-147">[147]</a> Von Tettau und Temme. Volkssagen Ostpreußens, 1837, S. 275.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-148" id="footnote-148">[148]</a> Wuttke. Op. cit., S. 479.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-149" id="footnote-149">[149]</a> Siehe Wuttke. Op. cit., S. 481, wo eine Menge von Beispielen gegeben
-wird.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-150" id="footnote-150">[150]</a> Hock. Op. cit., S. 21-23. Stern. Op. cit., S. 351-369.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-151" id="footnote-151">[151]</a> Stern. Op. cit., S. 360.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-152" id="footnote-152">[152]</a> Hock. Op. cit., S. 22.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-153" id="footnote-153">[153]</a> Andrée. Ethnographische Parallelen und Vergleiche, 1878, S. 87.
-Siehe auch Schindler, Aberglauben des Mittelalters, S. 30.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-154" id="footnote-154">[154]</a> Andrée. Op. cit., S. 80, 89.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-155" id="footnote-155">[155]</a> Brauns. Japanische Märchen und Sagen, 1885, S. 397.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-156" id="footnote-156">[156]</a> Krauß. Op. cit, S. 128.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-157" id="footnote-157">[157]</a> Kanitz. Donaubulgarien und der Balkan, 1875, Band 1, S. 80.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-158" id="footnote-158">[158]</a> Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 326.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-159" id="footnote-159">[159]</a> Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 258.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-160" id="footnote-160">[160]</a> Laistner. Op. cit., S. 257.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-161" id="footnote-161">[161]</a> Henne am Rhyn. Der Teufel- und Hexenglaube, 1892, S. 20.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-162" id="footnote-162">[162]</a> Binet-Sanglé. La Folie de Jésus, T. 2, 1910, P. 91.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-163" id="footnote-163">[163]</a> Grohmann. Sagen aus Böhmen und Mähren, 1863, Bd. 1, S. 208.
-Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen und Mähren, 1864, Bd. 1, S. 24.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-164" id="footnote-164">[164]</a> Stern. Op. cit., S. 359.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-165" id="footnote-165">[165]</a> Castren. Vorlesungen über die finnische Mythologie, 1853, S. 131.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-166" id="footnote-166">[166]</a> Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-167" id="footnote-167">[167]</a> Davenport. Sketches of Imposture, Deception and Credulity, 1861,
-Pp. 73, 75.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-168" id="footnote-168">[168]</a> Poestion. Lappländische Märchen, 1886, S. 132.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-169" id="footnote-169">[169]</a> Stern. Op. cit., S. 357, 358.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-170" id="footnote-170">[170]</a> Menant. Ninive et Babylone, P. 271.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-171" id="footnote-171">[171]</a> Kuhn. Zeitschr. für vergleichende Sprachforschung, Jahrg. XIII,
-S. 118.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-172" id="footnote-172">[172]</a> Schlegel. Indische Bibliothek, 1823, Band 1, S. 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-173" id="footnote-173">[173]</a> Genau wie die montenegrinischen Vampire. (Stern S. 361.)
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-174" id="footnote-174">[174]</a> Hellwald. Die Welt der Slaven, 2. Aufl., 1890, S. 367.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-175" id="footnote-175">[175]</a> Freimark. Op. cit., S. 278, 279.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-176" id="footnote-176">[176]</a> Grohmann. Sagen. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-177" id="footnote-177">[177]</a> Ploß. Das Kind <a id="corr-18"></a>in Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1,
-S. 298.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-178" id="footnote-178">[178]</a> Laistner. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-179" id="footnote-179">[179]</a> Laistner. Op. cit., Bd. 2. S. 82.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-180" id="footnote-180">[180]</a> Schönwerth. Aus der Oberpfalz &mdash; Sitten und Sagen, 1858, Band 1,
-S. 201, 211.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-181" id="footnote-181">[181]</a> Krauß. Op. cit., S. 147, 148.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-182" id="footnote-182">[182]</a> Vgl. Laurence Hope&rsquo;s poem »Lalla Radha and the Churel« in
-»Stars of the Desert«, 1909.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-183" id="footnote-183">[183]</a> Hock. Op. cit., S. 5.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-184" id="footnote-184">[184]</a> Quelenfeldt. Zitiert bei Stern, Op. cit., S. 359.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-185" id="footnote-185">[185]</a> Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-186" id="footnote-186">[186]</a> Haxthausen. Transkaukasien, 1856, Band 1, S. 170.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-187" id="footnote-187">[187]</a> E. H. Meyer. Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. 528.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-188" id="footnote-188">[188]</a> Siehe Aigremont. Fuß- und Schuh-Symbolik und -Erotik, 1909;
-und Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-189" id="footnote-189">[189]</a> Andrée. Op. cit., S. 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-190" id="footnote-190">[190]</a> Hock. Op. cit., S. 30-34.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-191" id="footnote-191">[191]</a> Davenport. Op. cit., P. 72.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-192" id="footnote-192">[192]</a> Conwoy. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-193" id="footnote-193">[193]</a> Krauß. Op. cit. S. 124.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-194" id="footnote-194">[194]</a> Siehe besonders Calmet. Dissertation sur les apparitions des anges,
-des démons et des esprits, et sur les revenants et vampires. 1746.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-195" id="footnote-195">[195]</a> Vgl. Gartenlaube. 1873, Nr. 34. »Der Vampir-Schrecken im neunzehnten
-Jahrhundert.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-196" id="footnote-196">[196]</a> Sepp. Op. cit., S. 269.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-197" id="footnote-197">[197]</a> Sepp. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-198" id="footnote-198">[198]</a> Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 251. Fünfter Teil, S. 381. Dies ist
-die am meisten beschriebene Epidemie.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-199" id="footnote-199">[199]</a> Sepp. Op. cit., S. 270.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-200" id="footnote-200">[200]</a> Sepp. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-201" id="footnote-201">[201]</a> Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 265, 266. Fünfter Teil, S. 383.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-202" id="footnote-202">[202]</a> Hock. Op. cit., S. 31, 49.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-203" id="footnote-203">[203]</a> Weitenkampf. Gedanken über wichtige Wahrheiten aus der Vernunft
-und Religion, 1735. 1. Teil, S. 108.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-204" id="footnote-204">[204]</a> Mayo. On the Truths contained in Popular Superstitions, 1851, P. 30.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-205" id="footnote-205">[205]</a> Hovorka und Kronfeld. Vergleichende Volksmedizin, 1908, 2. Bd.,
-S. 425.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-206" id="footnote-206">[206]</a> Krauß. Op. cit., S. 124.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-207" id="footnote-207">[207]</a> Stern. Op. cit., S. 362.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-208" id="footnote-208">[208]</a> Conway. Op. cit., P. 52.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-209" id="footnote-209">[209]</a> Löwenstimm. Aberglaube und Strafrecht, Deutsche Übers., 1897, S. 101.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-210" id="footnote-210">[210]</a> Stern. Op. cit., S. 370.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-211" id="footnote-211">[211]</a> Neue Freie Presse. 8. Nov. 1899.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-212" id="footnote-212">[212]</a> Miklosich. Etymologisches Wörterbuch der slavischen Sprachen,
-1886, S. 374.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-213" id="footnote-213">[213]</a> Buffon. Hist. Natur. gén. et part., 1762, T. X, P. 55.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-214" id="footnote-214">[214]</a> Siehe Hock. Op. cit., S. 56, 57, 61.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-215" id="footnote-215">[215]</a> Torresani. Aus der schönen, wilden Leutnantszeit, 1894, Bd. 2, S. 141.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-216" id="footnote-216">[216]</a> Freimark. Op. cit., S. 331, 332.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-217" id="footnote-217">[217]</a> Zimmermann. Die Wonne des Leids, 1885, S. 113.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-218" id="footnote-218">[218]</a> Laurent und Nagour. Op. cit., S. 146.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-219" id="footnote-219">[219]</a> Laistner. Op. cit., Bd. 1, S. 63.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-220" id="footnote-220">[220]</a> Laistner. Op. cit., S. 61.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-221" id="footnote-221">[221]</a> Stern. Op. cit., S. 356.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-222" id="footnote-222">[222]</a> Wundt. Völkerpsychologie, Bd. 2, T. II, 1906, S. 120.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-223" id="footnote-223">[223]</a> Hock. Op. cit., S. 23.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-224" id="footnote-224">[224]</a> The Life and Adventures of Nathaniel Pierce, edited by Halls, 1831,
-Vol. I, P. 287.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-225" id="footnote-225">[225]</a> Marion Cox. An Introduction to Folklore, 1904, P. 127.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-226" id="footnote-226">[226]</a> M. Cox. Loc. cit., und Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 85.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-227" id="footnote-227">[227]</a> M. Cox and Clodd. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-228" id="footnote-228">[228]</a> Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 34.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-229" id="footnote-229">[229]</a> Hertz. Der Werwolf. Beitrag zur Sagengeschichte, 1862, S. 14, 15.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-230" id="footnote-230">[230]</a> Hertz. Op. cit., S. 29.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-231" id="footnote-231">[231]</a> Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. Dritte Ausgabe,
-1900, S. 279.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-232" id="footnote-232">[232]</a> Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 50.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-233" id="footnote-233">[233]</a> Thorpe. Northern <a id="corr-24"></a>Mythology, 1851, Vol. I. P. 49-52.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-234" id="footnote-234">[234]</a> Clodd. Op. cit., P. 92.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-235" id="footnote-235">[235]</a> Conway. Demonology and <a id="corr-25"></a>Devil-Lore, 1879, Vol. I, Pag. 141.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-236" id="footnote-236">[236]</a> Hertz. Op. cit., Pag. 31-33.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-237" id="footnote-237">[237]</a> Z. B. G. W. Cox. The Mythology of Aryan Nations, 1870, Vol. I,
-Pag. 459.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-238" id="footnote-238">[238]</a> Fiske. Myths and Mythmakers, 1872, Pag. 88.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-239" id="footnote-239">[239]</a> Jähns. Roß und Reiter in Leben und Sprache, Glauben und Geschichte
-der Deutschen, 1872, Band 1, S. 265. Hartland. Primitive Paternity,
-1909. Vol. I, Pp. 22, 35, 149, 150.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-240" id="footnote-240">[240]</a> De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, 1911, T. I, P. 161.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-241" id="footnote-241">[241]</a> E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 256.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-242" id="footnote-242">[242]</a> Mogk. Op. cit., S. 48.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-243" id="footnote-243">[243]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 53.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-244" id="footnote-244">[244]</a> Schwartz. »Der rote Sonnenphallos der Urzeit«, Zeitschr. f. Ethnol.,
-1874, S. 167, 409.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-245" id="footnote-245">[245]</a> Siehe Hertz. Op. cit., S. 35-40.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-246" id="footnote-246">[246]</a> Schwelger. Römische Geschichte, Band 1, S. 361.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-247" id="footnote-247">[247]</a> Donat de Hautemer. Zitiert von Goulart, Thrésor des histoires
-admirables et mémorables de nostre temps, 1600, T. I, P. 336.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-248" id="footnote-248">[248]</a> Andrée. Revue de l&rsquo;Orient, 1888.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-249" id="footnote-249">[249]</a> Hermann. Genesis. Bd. 3, Bakchanalien und Eleusinien, 2. Aufl., S. 67.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-250" id="footnote-250">[250]</a> Hertz. Op. cit., S. 3, 4.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-251" id="footnote-251">[251]</a> Hertz. Op. cit., S. 56. Im Rig-Veda wird der Wolf Räuber genannt.
-(Conway. Op. cit., P. 140). Hertz (Op. cit., S. 57) zeigt, daß es Sitte war, neben
-jeden Dieb einen Wolf an den Galgen zu hängen.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-252" id="footnote-252">[252]</a> Bodin. Démonomanie, 1593, P. 195.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-253" id="footnote-253">[253]</a> Siehe Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. 916.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-254" id="footnote-254">[254]</a> Hertz. Op, cit., S. 91. Im späteren Französischen wurde es waroul
-geschrieben und daher kommt das schottische wroul und worlin. (Dasent.
-Popular Tales from the Norse. 2. Edition, 1903, P. CXLI).
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-255" id="footnote-255">[255]</a> Siehe auch Hansen, Zauberwahn etc. im Mittelalter. 1900, S. 19, und
-Schoolcraft, The Myth of Hiawatha, 1856, Pp. 136, 339.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-256" id="footnote-256">[256]</a> Meyer. Op. cit., S. 69.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-257" id="footnote-257">[257]</a> Fiske. Op. cit., P. 89.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-258" id="footnote-258">[258]</a> Clodd. Op. cit., P. 84.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-259" id="footnote-259">[259]</a> Conway. Op. cit., P. 158.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-260" id="footnote-260">[260]</a> Grimm. Op. cit., S. 918.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-261" id="footnote-261">[261]</a> M. Cox. Op. cit., P. 124. Grimm. Op. cit., S. 917.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-262" id="footnote-262">[262]</a> Grimm. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-263" id="footnote-263">[263]</a> Grimm. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-264" id="footnote-264">[264]</a> Hertz. Op. cit., S. 49.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-265" id="footnote-265">[265]</a> Grimm. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-266" id="footnote-266">[266]</a> Grimm. Loc. cit., Hertz. Op. cit., S. 84.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-267" id="footnote-267">[267]</a> Grimm. Op. cit., S. 918. Thorpe. Op. cit., Vol. II, P. 169.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-268" id="footnote-268">[268]</a> Fiske. Op. cit., P. 92. Hertz. Op. cit., S. 85.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-269" id="footnote-269">[269]</a> Hertz. Op. cit., S. 7, 8.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-270" id="footnote-270">[270]</a> Bodin. Op. cit., Pp. 201, 202.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-271" id="footnote-271">[271]</a> Hertz. Op. cit., S. 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-272" id="footnote-272">[272]</a> Stern. Op. cit., S. 363.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-273" id="footnote-273">[273]</a> Hertz. Op. cit., S. 134.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-274" id="footnote-274">[274]</a> Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 319.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-275" id="footnote-275">[275]</a> Bosquet. Discours de Sorcières, 1608, P. 370. Calmeil. De la folie,
-1845, T. I, P. 234. Remigius. Daemonolatria, 1698, Bd. 2, S. 183. Wolfeshusius.
-De Lycanthropia, 1591, P. 31.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-276" id="footnote-276">[276]</a> De Lancre. Tableau de l&rsquo;inconstance des mauvais anges et demons,
-1612, P. 321.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-277" id="footnote-277">[277]</a> Grimm. Op. cit., S. 873.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-278" id="footnote-278">[278]</a> Grimm. Op. cit., S. 915.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-279" id="footnote-279">[279]</a> Hertz. Op. cit., S. 71-74.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-280" id="footnote-280">[280]</a> Castren. Ethnologische Vorlesungen über die Altaïschen Völker,
-1857, S. 233.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-281" id="footnote-281">[281]</a> Vergl. oben die Beziehungen zwischen Wolf und Glanz oder Licht.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-282" id="footnote-282">[282]</a> Clodd. Op. cit., P. 83.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-283" id="footnote-283">[283]</a> Bodin. Op. cit., P. 192.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-284" id="footnote-284">[284]</a> De Lancre. Op. cit., P. 314.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-285" id="footnote-285">[285]</a> Riezler. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-286" id="footnote-286">[286]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 139.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-287" id="footnote-287">[287]</a> Beaugrand. La Chasse galerie. Légendes canadiennes, 1900. P. 36-54.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-288" id="footnote-288">[288]</a> <a id="corr-31"></a>Strackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., 1867,
-Band 1, S. 377.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-289" id="footnote-289">[289]</a> Kuhn und Schwarz. Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche,
-1848, S. 420.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-290" id="footnote-290">[290]</a> Meyer. Op. cit., S. 67. Thorpe. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-291" id="footnote-291">[291]</a> Von Düringsfeld. Zitiert von Freimark, Op. cit., S. 409.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-292" id="footnote-292">[292]</a> Meyer. Op. cit., S. 68.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-293" id="footnote-293">[293]</a> Meyer. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-294" id="footnote-294">[294]</a> Meyer. Op. cit., S. 69.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-295" id="footnote-295">[295]</a> Wuttke. Op. cit., S. 275.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-296" id="footnote-296">[296]</a> Wolf. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. I, S. 198.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-297" id="footnote-297">[297]</a> Mannhardt. Op. cit., S. 31.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-298" id="footnote-298">[298]</a> Mannhardt. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S. 263.
-Ralston. Russian Folk-tales, 1873, P. 309.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-299" id="footnote-299">[299]</a> Hertz. Op. cit., S. 113. Wuttke. Op. cit., S. 278.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-300" id="footnote-300">[300]</a> Andrée. Ethnologische Parallelen und Vergleiche, 1878.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-301" id="footnote-301">[301]</a> Krauß. Op. cit., S. 137.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-302" id="footnote-302">[302]</a> Grimm. Op. cit., S. 916.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-303" id="footnote-303">[303]</a> Sikes. British Goblins, 1880, Pp. 233-236.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-304" id="footnote-304">[304]</a> Grimm. Op. cit., S. 880-881.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-305" id="footnote-305">[305]</a> Peucet. Les Devins, P. 198.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-306" id="footnote-306">[306]</a> Grimm. Op. cit., Kap. XXXI.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-307" id="footnote-307">[307]</a> Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 31.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-308" id="footnote-308">[308]</a> Hertz. Op. cit., S. 88.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-309" id="footnote-309">[309]</a> Hertz. Op. cit., S. 109.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-310" id="footnote-310">[310]</a> Bosquet. La Normandie romanesque et merveilleuse, 1845, P. 238.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-311" id="footnote-311">[311]</a> Hertz. Op. cit., S. 28.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-312" id="footnote-312">[312]</a> Stern. Op. cit., S. 359.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-313" id="footnote-313">[313]</a> Hertz. Op. cit., S. 89.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-314" id="footnote-314">[314]</a> Pluquet. Contes populaires, 1834, P. 14; Donat de Hautemer, Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-315" id="footnote-315">[315]</a> Stern. Op. cit., S. 360. Siehe auch Schmidt. Volksleben der Neugriechen,
-Band 1, S. 166.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-316" id="footnote-316">[316]</a> E. g. bei Clodd. Op. cit., P. 84.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-317" id="footnote-317">[317]</a> De Lancre. Op. cit., P. 317.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-318" id="footnote-318">[318]</a> Ein gutes Beispiel dafür ist ausführlich beschrieben bei Lerchheimer.
-Ein christliches Bedenken und Erinnerung von Zauberei, Dritte Auflage,
-1597, Kap. XII.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-319" id="footnote-319">[319]</a> Wolf. Niederländische Sagen, Nr. 242, 243, 501.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-320" id="footnote-320">[320]</a> Conway. Op. cit., P. 141.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-321" id="footnote-321">[321]</a> Freud. Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, 2. Aufl., 1910, S. 53, 54.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-322" id="footnote-322">[322]</a> Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, 2. Aufl. Übersetzt von Teuscher,
-1893, Seite 2.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-323" id="footnote-323">[323]</a> Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, Zweite Folge,
-1909, S. 136.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-324" id="footnote-324">[324]</a> Silberer. »Phantasie und Mythos«. Psychoanalytisches Jahrbuch, 1910,
-Band 2, S. 592.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-325" id="footnote-325">[325]</a> Graf. Op. cit., S. 67-68.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-326" id="footnote-326">[326]</a> Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf, 1910, S. 94.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-327" id="footnote-327">[327]</a> Freud. Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben, Psychoanalytisches
-Jahrbuch, 1909, Band 1, S. 1.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-328" id="footnote-328">[328]</a> Siehe Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 1, S. 17-23.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-329" id="footnote-329">[329]</a> Robertson. Pagan Christ, 1903, P. 84.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-330" id="footnote-330">[330]</a> Graf. Op. cit., S. 18.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-331" id="footnote-331">[331]</a> Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. 56.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-332" id="footnote-332">[332]</a> Gener. La Mort et le Diable.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-333" id="footnote-333">[333]</a> Gener. Op. cit., S. 389-391.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-334" id="footnote-334">[334]</a> Conway. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-335" id="footnote-335">[335]</a> Von besonderem psychologischen Interesse ist die folgende Tatsache:
-</p>
-
-<p class="footnote2">
-Der gebräuchliche englische Euphemismus für Teufel lautet deuce
-(altenglisch dewes), was auf den ersten Blick direkt von der obengenannten
-Quelle zu kommen scheint. (Cf. Zeus und bei St. Augustinus Dusius = inkubus.)
-Nach der Ansicht Skeats entstand es jedoch auf folgende Weise: Sein ursprünglicher
-Sinn, in welchem es noch heute allgemein gebraucht wird, war die
-Bezeichnung der zwei bei den Würfel- und Kartenspielen, für welche es in
-den Zeiten der Plantagenet vom französischen »deux« in Gebrauch kam.
-Die Verlust-Zwei bei diesen Spielen bedeutete natürlich Unglück und wurde
-deshalb mit dem Teufel in Verbindung gebracht, anfänglich als Ausruf »Oh
-the deuce«; der Glaube, daß diese Spiele vom Teufel erfunden seien und
-ihm gehören, hat diese Verbindung wahrscheinlich fester geknüpft. Als
-Erfolg dieser auf Umwegen erfolgten Vereinigung hat das Wort zwei Bedeutungen,
-die fast ganz identisch sind mit jenen des griechischen dys, welches
-ihm in der Aussprache ähnelt und etymologisch verwandt ist.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-336" id="footnote-336">[336]</a> Es ist selbstverständlich unnötig, hier Einzelheiten dieses interessanten
-Vorganges wiederzugeben. In bezug auf die germanischen Religionen
-wurde er von Grimm auf das gründlichste erforscht.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-337" id="footnote-337">[337]</a> Siehe Grimm, Deutsche Mythologie, 4. Ausgabe, 1876, Kap. XXXIII.
-Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 35-37.
-Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. 1 und 2 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-338" id="footnote-338">[338]</a> Auf die phallische Bedeutung dieses Hammers wurde von Cox, I.
-Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, P. 115, und Meyer, Germanische
-Mythologie, 1891, S. 212, hingewiesen.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-339" id="footnote-339">[339]</a> Simrock. Handbuch der deutschen Mythologie, S. 346.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-340" id="footnote-340">[340]</a> Hedelin. Des satyres, brutes, monstres et démons. (1627) 1888 Edition,
-p. 129.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-341" id="footnote-341">[341]</a> Gener. Op. cit., P. 582.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-342" id="footnote-342">[342]</a> Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im Mittelalter.
-1900. S. 329.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-343" id="footnote-343">[343]</a> Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. VI.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-344" id="footnote-344">[344]</a> Gener. Op. cit., P. 566. &mdash; Hansen. Op. cit., P. 214.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-345" id="footnote-345">[345]</a> Unter diesen scheinen der Einbruch der Mongolen, der Kreuz-
-und der 100jährige Krieg zwischen England und Frankreich den meisten
-Einfluß ausgeübt zu haben.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-346" id="footnote-346">[346]</a> Roskoff. Op. cit., Bd. 2, S. 113-117 gibt eine ergreifende Schilderung
-davon.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-347" id="footnote-347">[347]</a> Louandre. Sorcellerie, P. 37. Collin de Planey. Dictionnaire infernal,
-1818, T. I, P. 166.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-348" id="footnote-348">[348]</a> Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 11.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-349" id="footnote-349">[349]</a> Freud. Psychoanalytisches Jahrbuch 1909, Band I, S. 411.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-350" id="footnote-350">[350]</a> Westermarck (The History of Human Marriage, 1891, P. 155) spricht
-die interessante Ansicht aus, daß alle Sexualverdrängung aus der Reaktion
-gegen den Inzest entstanden ist.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-351" id="footnote-351">[351]</a> Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909, S. 46-51.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-352" id="footnote-352">[352]</a> Gener. Op. cit., P. 617.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-353" id="footnote-353">[353]</a> Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 156-159.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-354" id="footnote-354">[354]</a> Michelet. Op. cit., P. 155.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-355" id="footnote-355">[355]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 29, 30 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-356" id="footnote-356">[356]</a> Le Tonerre ce n&rsquo;est qu&rsquo;un pet; c&rsquo;est Aristophane qui le dit. (Bibliotheca
-Scatalogica, Art. »Oratio pro Guano Humano«) Harrington (The Metamorphosis
-of Ajax. 1596, P. 94) erinnert an das Abenteuer des guten Sokrates,
-der, als ihn Xantippe mit einem Nachttopf gekrönt hatte, ihn auf seinem Kopf
-und Schultern forttrug und zu denen, die über ihn lachten, sprach:
-</p>
-
-<div class="stanza footnote2">
- <p class="verse">»Niemals ward dies als Wunder geacht&rsquo;,</p>
- <p class="verse">Daß Regen folgt, hat der Donner gekracht.«</p>
-</div>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-357" id="footnote-357">[357]</a> Conway. Op. cit., Ch. XXVII. »Le bon diable.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-358" id="footnote-358">[358]</a> Wünsche. Der Sagenkreis vom geprellten Teufel, 1905, Kap. VII.
-»Der geprellte Teufel als Helfer der Menschen in allerlei Notlagen und Anliegen.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-359" id="footnote-359">[359]</a> Siehe Meyer. Op. cit., S. 193 bezw. der eingehenden Schilderung
-der Attribute der Riesen in der Mythologie.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-360" id="footnote-360">[360]</a> Grimm. Op. cit., S. 826.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-361" id="footnote-361">[361]</a> Grimm. Op. cit., S. 852-856 und Nachtrag S. 301.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-362" id="footnote-362">[362]</a> Wünsche. Op. cit., S. 14.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-363" id="footnote-363">[363]</a> Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. II. »Der geprellte Teufel als Baumeister.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-364" id="footnote-364">[364]</a> Die primitive Kinderfreude am Häuserbauen und Figurenzusammensetzen
-wurde in weitem Ausmaße von E. A. Acher studiert. Amer. Journ. of
-Psychol., Jan. 1910, P. 116.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-365" id="footnote-365">[365]</a> Jakob. Curiosités Infernales, Pr. 35-37. Graf. Op. cit., S. 57,
-58, 65-67.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-366" id="footnote-366">[366]</a> The Works of Thomas Nashe, 1904 Edition. Vol. I. »The Terrors of
-the Night« (1594), P. 348.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-367" id="footnote-367">[367]</a> Roskoff. Op. cit., Bd. I. S. 195.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-368" id="footnote-368">[368]</a> Grimm. Op. cit., S. 833, 851.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-369" id="footnote-369">[369]</a> Graf. Op. cit., S. 51, 59.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-370" id="footnote-370">[370]</a> Brévannes. L&rsquo;orgie satanique à travers les <a id="corr-40"></a>siècles, 1904, P. 115.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-371" id="footnote-371">[371]</a> Siehe z. B. Jacob. Op. cit., Pp. 85-96.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-372" id="footnote-372">[372]</a> Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 297.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-373" id="footnote-373">[373]</a> Sinistrari. Demoniality (17. Jahrhundert), 1879 Edition, P. 218.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-374" id="footnote-374">[374]</a> Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 554.
-Hinkmar, zitiert bei Hansen, Op. cit., S. 73.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-375" id="footnote-375">[375]</a> Bodin. De la Demonomanie des Sorciers, 1593, P. 212.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-376" id="footnote-376">[376]</a> Smith. Scaligerana, 1669, Part. II, Article: Azazael.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-377" id="footnote-377">[377]</a> Bodin. Op. cit., P. 190.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-378" id="footnote-378">[378]</a> Robertson. Op. cit., P. 315.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-379" id="footnote-379">[379]</a> Petrie. The religion of ancient Egypt, 1908, P. 59.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-380" id="footnote-380">[380]</a> Knight. The Symbolical Language of Ancient Art and Mythology,
-1876 Edition, P. 137.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-381" id="footnote-381">[381]</a> Siehe z. B. Pierre de Lancre. Tableau de l&rsquo;inconstance des mauvais
-anges et démons, 1612, Pp. 224, 225.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-382" id="footnote-382">[382]</a> De Plancy. Op. cit., T. II, P. 135.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-383" id="footnote-383">[383]</a> Eickmann. Die Angelologie und Dämonologie des Korans, 1908, S. 44.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-384" id="footnote-384">[384]</a> Sellen. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus, 1902, P. 9.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-385" id="footnote-385">[385]</a> Spencer u. Gillen. The Native Tribes of Central Australia, 1899, P. 517.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-386" id="footnote-386">[386]</a> Le Loyer. Op. cit., P. 340.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-387" id="footnote-387">[387]</a> Siehe Gener. Op. cit., Pp. 368-377.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-388" id="footnote-388">[388]</a> Siehe Grimm. Op. cit., 852-855a und Nachtrag S. 301. Wünsche.
-Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-389" id="footnote-389">[389]</a> Siehe besonders Wünsches Buch in Vergleich mit dem Kapitel 46
-»Der geblendete Riese« in Leistners »Das Rätsel der Sphinx«, 1889, Bd. 2,
-S. 109-151.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-390" id="footnote-390">[390]</a> Wünsches Buch. Op. cit., S. 13, 14.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-391" id="footnote-391">[391]</a> Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-392" id="footnote-392">[392]</a> Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. VIII. Der dumme, geprellte Teufel
-und die Abteilung »Der dumme Teufel« in Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 394-399.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-393" id="footnote-393">[393]</a> Siehe die Abteilung »Der Teufel als Lustigmacher« in Roskoff. Op.
-cit., S. 309-404.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-394" id="footnote-394">[394]</a> Siehe Ernest Jones. »Die symbolische Bedeutung des Salzes in Folklore
-und Aberglaube«, Imago, 1912, Band 1.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-395" id="footnote-395">[395]</a> Bodin. Op. cit., P. 278.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-396" id="footnote-396">[396]</a> Freimark. Op. cit., S. 84. Die Originalstellen bei Bourke, Scatalogic
-Rites of all Nations, 1891, Pp. 163, 444.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-397" id="footnote-397">[397]</a> Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism., 1874. Rocco.
-Sex Mythology, including an Account of the Masculine Cross 1898, u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-398" id="footnote-398">[398]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 198-205.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-399" id="footnote-399">[399]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 270.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-400" id="footnote-400">[400]</a> Jacob. Op. cit., Pp. 22-33.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-401" id="footnote-401">[401]</a> Graf. Op. cit., S. 136.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-402" id="footnote-402">[402]</a> Graf. Op. cit., S. 52-54.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-403" id="footnote-403">[403]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 194. Graf. Op. cit., S. 64.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-404" id="footnote-404">[404]</a> In den seltsamen Bildern von Wiertz sehen wir die Rückkehr zur
-älteren Auffassung, die Giotto als letzter festhielt.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-405" id="footnote-405">[405]</a> Grimm, Op. cit., Nachtrag S. 292, 302.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-406" id="footnote-406">[406]</a> Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Deutsche Übersetzung, 2. Aufl.
-1908, S. 114.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-407" id="footnote-407">[407]</a> Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 161.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-408" id="footnote-408">[408]</a> Grimm. Op. cit., S. 841.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-409" id="footnote-409">[409]</a> Wuttke. Op. cit., S. 37.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-410" id="footnote-410">[410]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 164.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-411" id="footnote-411">[411]</a> Wünsche. Op. cit., S. 15.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-412" id="footnote-412">[412]</a> Grimm. Op. cit., S. 842.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-413" id="footnote-413">[413]</a> Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von Heppe, 1880,
-Band 1, S. 181.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-414" id="footnote-414">[414]</a> Jacob. Op. cit., P. 86.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-415" id="footnote-415">[415]</a> Sprenger und Institoris. Der Hexenhammer, 1588. Deutsche Übersetzung,
-1906, Erster Teil, S. 51.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-416" id="footnote-416">[416]</a> Sprenger und Institoris. Op. cit., Zweiter Teil, S. 64.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-417" id="footnote-417">[417]</a> Tylor. Researches into the Early History of Mankind, Third Edition,
-1878, Pp. 365-371.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-418" id="footnote-418">[418]</a> Conway. Op. cit., Pp. 389, 395.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-419" id="footnote-419">[419]</a> Conway. Op. cit., Pp. 389, 395.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-420" id="footnote-420">[420]</a> Zitiert bei Roskoff. Op. cit., S. 231.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-421" id="footnote-421">[421]</a> Roskoff. Op. cit., S. 194.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-422" id="footnote-422">[422]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 160.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-423" id="footnote-423">[423]</a> Roskoff. Op. cit., Bd. 1, S. 224-229, 273.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-424" id="footnote-424">[424]</a> Graf. Op. cit., S. 22.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-425" id="footnote-425">[425]</a> Graf. Op. cit., S. 198-203.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-426" id="footnote-426">[426]</a> Conway. Op. cit., S. 240-259, 397, 398. Graf. Op. cit., S. 205-209.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-427" id="footnote-427">[427]</a> Conway. Op. cit., Pp. 389, 390.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-428" id="footnote-428">[428]</a> Graf. Op. cit., S. 108.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-429" id="footnote-429">[429]</a> Roscher, Ephialtes. Eine pathologisch-mythologische Abhandlung
-über die Alpträume und Alpdämonen des klassischen Altertums, 1900, S. 57-62.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-430" id="footnote-430">[430]</a> Roskoff. Op. cit., S. 146.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-431" id="footnote-431">[431]</a> Pinches. The Religion of Babylonia and Assyria, 1906, P. 108.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-432" id="footnote-432">[432]</a> Cox. Op. cit., Pp. 222, 253.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-433" id="footnote-433">[433]</a> Grimm. Op. cit., S. 849.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-434" id="footnote-434">[434]</a> Burton. The Anatomy of Melancholy, 1826. Vol. I, P. 5
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-435" id="footnote-435">[435]</a> Siehe Jacob. Op. cit., Pp. 33-43].
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-436" id="footnote-436">[436]</a> Graf. Op. cit., S. 59, 138.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-437" id="footnote-437">[437]</a> Roskoff. Op. cit., S. 305.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-438" id="footnote-438">[438]</a> Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 257.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-439" id="footnote-439">[439]</a> Grimm. Op. cit., S. 895.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-440" id="footnote-440">[440]</a> Lehmann. Op. cit., S. 114.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-441" id="footnote-441">[441]</a> Brévannes. Op. cit., S. 123.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-442" id="footnote-442">[442]</a> Picart. Coutûmes et Cérémonies Religieuses, 1729, Vol. VIII, P. 69.
-Thiers. Traité des Superstitions, 1741, Vol. II, P. 367.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-443" id="footnote-443">[443]</a> De Lancre. Op. cit., P. 460.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-444" id="footnote-444">[444]</a> De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, T. I, P. 240.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-445" id="footnote-445">[445]</a> Brévannes. Op. cit., P. 115.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-446" id="footnote-446">[446]</a> Grimm. Op. cit., S. 895.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-447" id="footnote-447">[447]</a> De Lancre. Op. cit., P. 217.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-448" id="footnote-448">[448]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 156.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-449" id="footnote-449">[449]</a> Delrio. Les controverses et recherches magiques, 1611, P. 187.
-Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-450" id="footnote-450">[450]</a> Grimm. Op. cit., S. 847 und Nachtrag S. 298.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-451" id="footnote-451">[451]</a> Daß die Verbindung zwischen Satan und einem Wolf noch heute als natürlich
-empfunden wird, läßt sich aus Brownings Gedicht, Ivan Ivanowitsch ersehen.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-452" id="footnote-452">[452]</a> Grimm. Op. cit., S. 32.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-453" id="footnote-453">[453]</a> Ennemoser. Geschichte der Magie, 2. Aufl., 1844, S. 791. Hertz.
-Der Werwolf, 1862, S. 17.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-454" id="footnote-454">[454]</a> Grimm. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-455" id="footnote-455">[455]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 174.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-456" id="footnote-456">[456]</a> Wünsche. Op. cit., S. 13.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-457" id="footnote-457">[457]</a> Grimm. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-458" id="footnote-458">[458]</a> Hertz. Op. cit., S. 18.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-459" id="footnote-459">[459]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 155-159.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-460" id="footnote-460">[460]</a> Lamothe-Langon. Histoire de l&rsquo;inquisition en France, 1829, T. 2,
-S. 614.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-461" id="footnote-461">[461]</a> Grimm. Op. cit., S. 849-850.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-462" id="footnote-462">[462]</a> Roskoff. Op. cit., S. 267.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-463" id="footnote-463">[463]</a> Vgl. Hamlets Behauptung: »There is nothing either good or bad, but
-thinking makes it.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-464" id="footnote-464">[464]</a> Freimark. Op. cit., S. 334.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-465" id="footnote-465">[465]</a> Man wird es kaum glauben, daß ich während meiner Praxis in Kanada
-(1911) erhebliche Schwierigkeiten mit einem Arzte (!) hatte, der einen Fall
-von Dementia praecox mit Vorlesungen aus der Bibel behandeln wollte, um
-den Teufel, von dem er fest überzeugt war, daß er sich in dem Kranken befände,
-damit auszutreiben.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-466" id="footnote-466">[466]</a> Kemmerich. Kultur Kuriosa, S. 229-234.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-467" id="footnote-467">[467]</a> Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S. 74.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-468" id="footnote-468">[468]</a> Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozesse im Mittelalter,
-1900, S. 479.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-469" id="footnote-469">[469]</a> Zitiert im Hexenhammer. Deutsche Übersetzung von Schmidt, 1906,
-Erster Teil, S. 107.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-470" id="footnote-470">[470]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil. Kap. 8, 9 und zweiter Teil
-Kap. 6, 7. Siehe Pg. 131, 143-145 bezüglich der Differential-Diagnose zwischen
-Impotenz aus natürlicher Kälte und Impotenz infolge Behexung, und Hansen.
-Op. cit., S. 88-92, 166 über die Bedeutung dieser Unterscheidung für die
-Ehetrennung.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-471" id="footnote-471">[471]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 127.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-472" id="footnote-472">[472]</a> Brévannes. L&rsquo;orgie satanique à travers les siècles, 1904, P. 71.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-473" id="footnote-473">[473]</a> Diese und viele andere in diesem Kapitel erwähnten Einzelheiten
-sind Hansen entnommen.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-474" id="footnote-474">[474]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 66.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-475" id="footnote-475">[475]</a> Siehe Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 211.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-476" id="footnote-476">[476]</a> Siehe Sadger »Über Urethralerotik«. Psychoanalytisches Jahrbuch,
-1910, Band 2, S. 409.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-477" id="footnote-477">[477]</a> Collin de Plancy. Dictionnaire infernal, 1818, Z. I, P. 7.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-478" id="footnote-478">[478]</a> Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. 965.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-479" id="footnote-479">[479]</a> Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910, Band 2, S. 34.
-Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 95, 258, 283.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-480" id="footnote-480">[480]</a> Siehe Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, Zweite
-Folge, 1909, S. 168.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-481" id="footnote-481">[481]</a> Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 454. Seligmann. Op. cit., S. 37.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-482" id="footnote-482">[482]</a> Aigremont. Fuß- und Schuhsymbolik und Erotik, 1909, S. 55.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-483" id="footnote-483">[483]</a> Brand. Popular Antiquities of Great Britain, 1849, Vol. III, Pp. 16, 17.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-484" id="footnote-484">[484]</a> Lawrence. The Magic of the Horse-shoe, 1899, P. 88.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-485" id="footnote-485">[485]</a> E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 119, 137. Dalyell.
-The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 140.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-486" id="footnote-486">[486]</a> Wuttke. Op. cit., S. 259.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-487" id="footnote-487">[487]</a> Wuttke. Op. cit., S. 130.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-488" id="footnote-488">[488]</a> Lawrence. Op. cit., P. 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-489" id="footnote-489">[489]</a> Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 456, 459.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-490" id="footnote-490">[490]</a> Bloch. Das Sexualleben unserer Zeit, 2. Aufl. 1907, S. 128. Hansen,
-Op. cit., S. 25.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-491" id="footnote-491">[491]</a> Hansen. Op. cit., S. 12.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-492" id="footnote-492">[492]</a> Buckle. History of Civilization in England, 1857, Worlds Classics
-Edition, Vol. 1, P. 129.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-493" id="footnote-493">[493]</a> Freud. Zur Psychopathologie den Alltagslebens, 3. Aufl., 1910, S. 134.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-494" id="footnote-494">[494]</a> Burton, The Anatomy of Melancholy, 1826 Edition. Vol. I, P. 79,
-und Vol. II, P. 289.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-495" id="footnote-495">[495]</a> Seligmann. Op. cit., Band 1, S. 335.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-496" id="footnote-496">[496]</a> Wuttke. Op. cit., S. 153.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-497" id="footnote-497">[497]</a> Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von Hoppe, 1880,
-Band 2, S. 397.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-498" id="footnote-498">[498]</a> Ennemoser. Geschichte der Magie. Zweite Auflage, 1844, S. 844.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-499" id="footnote-499">[499]</a> Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 2, S. 213.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-500" id="footnote-500">[500]</a> Bodin. De le démonomanie des sorciers, 1593, P. 208 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-501" id="footnote-501">[501]</a> De Lancre. Tableau de l&rsquo;inconstance des mauvais anges et démons,
-1612, Livre III, Disc. V.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-502" id="footnote-502">[502]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 108 u. s. w.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-503" id="footnote-503">[503]</a> Hansen. Op. cit., S. 481.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-504" id="footnote-504">[504]</a> Bloch. Op. cit., S. 129.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-505" id="footnote-505">[505]</a> Quanter. »Der Hexenglaube des Mittelalters.« Geschlecht und Gesellschaft,
-1910, Band 5, S. 367.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-506" id="footnote-506">[506]</a> Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 294.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-507" id="footnote-507">[507]</a> Alpenburg. Mythen und Sagen Tirols, 1857, S. 256.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-508" id="footnote-508">[508]</a> Maury. La magie et l&rsquo;astrologie, 1860, 2. Partie, Ch. III. »Les
-mystiques rapproches des sorciers.« Siehe insbesond. Pp. 405, 406, 410, 411.
-Ebenso Steingießer, »Das Geschlechtsleben der Heiligen«, 1908.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-509" id="footnote-509">[509]</a> Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 147-167.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-510" id="footnote-510">[510]</a> Kiesewetter. Geschichte des Okkultismus, Band 2, S. 461. De
-Lancre. Op. cit., P. 223.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-511" id="footnote-511">[511]</a> Z. B. De Lancre. Op. cit., P. 460.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-512" id="footnote-512">[512]</a> Grimm. Op. cit., S. 895.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-513" id="footnote-513">[513]</a> Laurent und Nagous, Okkultismus und Liebe, Deutsche Ausgabe,
-1903, S. 135, 139, 246. Brévannes. Op. cit., Pp. 120-135.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-514" id="footnote-514">[514]</a> Cox. The Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, Pp. 113 bis
-121. Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism, Second
-Edition, 1874, P. 74, und andere haben auf die weibliche Symbolik des Altars
-im allgemeinen hingewiesen. Der weibliche Körper hat zu verschiedenen
-Zeiten als Altar gedient, sogar, wie festgestellt wurde, bei den ersten Christen
-(Brévannes. Op. cit., P. 38).
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-515" id="footnote-515">[515]</a> Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf, 1910,
-S. 76, 77, 113.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-516" id="footnote-516">[516]</a> Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 80.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-517" id="footnote-517">[517]</a> Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 139.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-518" id="footnote-518">[518]</a> Bodin. Op. cit., Pp. 184, 185.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-519" id="footnote-519">[519]</a> Siehe Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 310. Brand. Op.
-cit., P. 9. Die Ähnlichkeit wurde von Oldham im 17. Jahrhundert klar ausgesprochen.
-(Werke, 6. Ausgabe, P. 254.)
-</p>
-
-<div class="stanza footnote2">
- <p class="verse">»Wie Menschen, die bewegungslos im Schlafe liegen,</p>
- <p class="verse">Im Traum zu steigen meinen und zu fliegen,</p>
- <p class="verse">So glaubt die Hexe durch des Luftraums Weiten</p>
- <p class="verse">Auf ihrem Zauberstab dahin zu reiten.«</p>
-</div>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-520" id="footnote-520">[520]</a> Freud. Die Traumdeutung, 1911, S. 201-203.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-521" id="footnote-521">[521]</a> Vergl. den Ausdruck für nächtliche Pollutionen: »es reiten ihn die
-Hexen.« Auf die Ähnlichkeit zwischen dem Hexenreiten und dem Alpdruck
-hat vor vielen Jahren Burton (Op. cit., P. 134) aufmerksam gemacht, »auch
-bei solchen, die durch einen Inkubus belästigt oder von den Hexen geritten
-sind (wie wir dies nennen); wenn sie auf ihren Rücken liegen, meinen sie,
-ein altes Weib reite sie und sitze so schwer auf ihnen, daß sie vor Atemnot
-fast ersticken.«
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-522" id="footnote-522">[522]</a> Delassus. Les Incubes et les Succubes, 1897, P. 35.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-523" id="footnote-523">[523]</a> Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 412.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-524" id="footnote-524">[524]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1906, S. 49.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-525" id="footnote-525">[525]</a> Grimm. Op. cit., S. 895.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-526" id="footnote-526">[526]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Zweiter Teil, S. 44.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-527" id="footnote-527">[527]</a> Jähns. Op. cit., S. 415.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-528" id="footnote-528">[528]</a> Horst. Zauber-Bibliothek, 1821, Erster Teil, S. 216.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-529" id="footnote-529">[529]</a> Jähns. Op. cit., S. 415, 416.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-530" id="footnote-530">[530]</a> Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 138.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-531" id="footnote-531">[531]</a> Weier. Histoires, disputes et discours des illusions et impostures des
-diables, Trad. Franc., 1577, P. 165. Grimm. Loc. cit., Laurent und Nagour,
-Op. cit., S. 122.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-532" id="footnote-532">[532]</a> Hansen. Op. cit., S. 449. Weier. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-533" id="footnote-533">[533]</a> Grimm. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-534" id="footnote-534">[534]</a> Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft, 1589, Book III.
-P. 40. De Lancre. Op. cit., Pp. 112, 119. Weier. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-535" id="footnote-535">[535]</a> De Lancre. Op. cit., P. 212.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-536" id="footnote-536">[536]</a> Freimark. Op. cit., S. 306-316.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-537" id="footnote-537">[537]</a> Kiesewetter. Op. cit., Band 2, S. 579.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-538" id="footnote-538">[538]</a> Cox. Op. cit., Vol. I, P. 426. Vol. II, Pp. 2, 35.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-539" id="footnote-539">[539]</a> Psychoanalytisches Jahrbuch, 1912, Band 4. Zentralblatt für
-Psychoanalyse, Jahrgang 1.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-540" id="footnote-540">[540]</a> Freimark. Op. cit., S. 306, 308. Laurent und Nagour, Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-541" id="footnote-541">[541]</a> Siehe Abraham. Op. cit., S. 63.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-542" id="footnote-542">[542]</a> Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I, P. 115.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-543" id="footnote-543">[543]</a> Grimm, Op. cit., S. 891. Hansen. Op. cit., S. 229.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-544" id="footnote-544">[544]</a> Grimm. Op. cit., S. 915.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-545" id="footnote-545">[545]</a> Jähns. Op. cit., S. 415.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-546" id="footnote-546">[546]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 159.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-547" id="footnote-547">[547]</a> Jähns. Op. cit., S. 384.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-548" id="footnote-548">[548]</a> Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, Deutsche Ausg., 1893, S. 137.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-549" id="footnote-549">[549]</a> Maury. Op. cit., Seconde Partie. Ch. II., Pp. 256-338. »Origine
-démoniaque attribuée aux Maladies nerveuses et mentales«. Murisier. Les
-maladies du sentiment religieux, 1903, P. 148-151.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-550" id="footnote-550">[550]</a> Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. <a id="corr-51"></a>Demon
-Possession and allied Themes, 1894. Pezet. Contribution à l&rsquo;étude de la
-Démonomanie, 1909.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-551" id="footnote-551">[551]</a> Johannes Müller. Über die phantastischen Gesichtserscheinungen.
-1826, S. 67.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-552" id="footnote-552">[552]</a> Freud. Sammlung kl. Schr. z. Neurosenlehre, 1906, Kap. X, XI, XIV.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-553" id="footnote-553">[553]</a> Freud. Samml. Op. cit., Zweite Folge, 1909, Kap. VI.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-554" id="footnote-554">[554]</a> Jean le Breton. De la défense de la <a id="corr-52"></a>vérité touchante la possession
-des religieuses de Louviers, 1643, Esc. Traictè des marques des possédés
-et la preuve de la <a id="corr-53"></a>véritable possession des religieuses de Louvein, 1644.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-555" id="footnote-555">[555]</a> Reginald Scot. Op. cit., P. 15.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-556" id="footnote-556">[556]</a> Sinistrari. Demoniality. (17. century.) Englische Übersetzung, 1879, P. 27.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-557" id="footnote-557">[557]</a> Santerre. Histoire des diables de Loudun, 1694, P. 318.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-558" id="footnote-558">[558]</a> Freimark. Op. cit., S. 280.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-559" id="footnote-559">[559]</a> Freimark. Op. cit., S. 54, 57. Siehe auch S. 62-69, 353 und Maury.
-Op. cit., P. 258.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-560" id="footnote-560">[560]</a> Ennemoser. Op. cit., Vierter Abschnitt, Zweite Abteilung.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-561" id="footnote-561">[561]</a> Michelet. Op. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-562" id="footnote-562">[562]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, Dritter Abschnitt.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-563" id="footnote-563">[563]</a> Soldan. Op. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-564" id="footnote-564">[564]</a> Wächter. Die Hexenprozesse. Ein kulturhistorischer Versuch, 1865.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-565" id="footnote-565">[565]</a> Hansen. Op. cit., und: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte
-des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter, 1901.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-566" id="footnote-566">[566]</a> Von Hoensbroech. Das Papsttum in seiner sozialkulturellen Wirksamkeit,
-Dritte Auflage, 1901, Band 1, S. 380-600.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-567" id="footnote-567">[567]</a> Längin. Religion und Hexenprozeß, 1888.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-568" id="footnote-568">[568]</a> Lea. History of the Inquisition in the Middle Ages, 1887. History
-of the Inquisition in Spain, 1907.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-569" id="footnote-569">[569]</a> Lempens. Geschichte der Hexen und Hexenprozesse, 1880.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-570" id="footnote-570">[570]</a> Riezler. Geschichte der Hexenprozesse in Bayern, 1896.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-571" id="footnote-571">[571]</a> Hansen. Op. cit., Vorwort, S. 6.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-572" id="footnote-572">[572]</a> Hansen. Op. cit., S. 145.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-573" id="footnote-573">[573]</a> Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 299. Siehe auch Ennemoser. Op.
-cit., S. 780, 781, und Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 214-225.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-574" id="footnote-574">[574]</a> Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Zweite deutsche Ausg., 1908,
-S. 105. Siehe auch Sepp, Orient und Okzident, 1903, S. 140, 150.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-575" id="footnote-575">[575]</a> Siehe Hansen. Op. cit., S. 212-216, 232.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-576" id="footnote-576">[576]</a> Soldan. Op. cit., Band 1, S. 180.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-577" id="footnote-577">[577]</a> Siehe Hansen. Op. cit., S. 9-14.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-578" id="footnote-578">[578]</a> Wundt. Völkerpsychologie. Zweiter Band, »Mythus und Religion«,
-Zweiter Teil, 1906, S. 400. Hansen. Op. cit., S. 451.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-579" id="footnote-579">[579]</a> Hansen. Op. cit., S. 23, 39, 239.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-580" id="footnote-580">[580]</a> Hansen. Op. cit., S. 13.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-581" id="footnote-581">[581]</a> Grimm. Op. cit., S. 907. Hansen. Op. cit., S. 15-18.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-582" id="footnote-582">[582]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 136.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-583" id="footnote-583">[583]</a> Hansen. Op. cit., S. 14. Sepp. Op. cit., S. 120, 231.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-584" id="footnote-584">[584]</a> Meyer. Op. cit., S. 135.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-585" id="footnote-585">[585]</a> Graf. Op. cit., S. 266, 267. Grimm. Op. cit., S. 803-810. Roskoff.
-Op. cit., Band 1, S. 157-159. Wuttke. Op. cit., S. 29-31, 47.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-586" id="footnote-586">[586]</a> Sepp. Op. cit., S. 122.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-587" id="footnote-587">[587]</a> Grohmann. Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen, 1864, Band 1,
-S. 23.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-588" id="footnote-588">[588]</a> Grimm. Op. cit., S. 1042.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-589" id="footnote-589">[589]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 271.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-590" id="footnote-590">[590]</a> Hansen. Op. cit., S. 80, 83-85, 134, 136.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-591" id="footnote-591">[591]</a> Hansen. Op. cit., S. 191-209.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-592" id="footnote-592">[592]</a> Hansen. Op. cit., S. 303-306, 409, 455-458.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-593" id="footnote-593">[593]</a> Hansen. Op. cit., S. 235, 238.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-594" id="footnote-594">[594]</a> Hansen. Op. cit., S. 18, 83-87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-595" id="footnote-595">[595]</a> Hansen. Op. cit., S. 189, 190.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-596" id="footnote-596">[596]</a> Hansen. Op. cit., S. 455.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-597" id="footnote-597">[597]</a> Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68. Hansen.
-Op. cit., S. 21, 226, 227.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-598" id="footnote-598">[598]</a> Lamothe-Langon. Histoire de l&rsquo;inquisition en France, 1829, T. III,
-P. 233.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-599" id="footnote-599">[599]</a> Freimark. Op. cit., S. 279.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-600" id="footnote-600">[600]</a> Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 <a id="corr-56"></a>Edition,
-P. 124.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-601" id="footnote-601">[601]</a> Hermann. Genesis, Band 3, Bacchanalien und Eleusinien. 2. Auflage,
-S. 103. Hedelin. Op. cit., P. 131.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-602" id="footnote-602">[602]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 363.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-603" id="footnote-603">[603]</a> Bourke. Scatalogic Rites of all Nations, 1891, Cap. III, Pp. 11-23.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-604" id="footnote-604">[604]</a> Rocco. Sex Mythology, 1898, P. 46.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-605" id="footnote-605">[605]</a> Dixon. Seelenbräute, Deutsche Übersetz., 1868, Band 1, S. 273-278.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-606" id="footnote-606">[606]</a> Sellon. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus, 1902
-Edition, Pp. 26, 27.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-607" id="footnote-607">[607]</a> Cook. An Account of a Voyage round the World, Vol. II, P. 127.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-608" id="footnote-608">[608]</a> Legué. Médecins et Empoissonneurs, P. 185. Brévannes. Op. cit.,
-Pp. 180-233. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 137, 142.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-609" id="footnote-609">[609]</a> Bois. Le Satanisme et la Magie. Vergleiche Huysman, Là bas und
-Schwalbé, Chez Satan.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-610" id="footnote-610">[610]</a> Hansen. Op. cit., S. 83.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-611" id="footnote-611">[611]</a> Hansen. Op. cit., S. 19.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-612" id="footnote-612">[612]</a> Ennemoser. Op. cit., S. 791, 845. Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 216.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-613" id="footnote-613">[613]</a> Hansen. Op. cit., S. 142.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-614" id="footnote-614">[614]</a> Soldan. Op. cit., Band 2, S. 181.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-615" id="footnote-615">[615]</a> Lamothe-Langon. Op. cit., T. II, P. 614.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-616" id="footnote-616">[616]</a> Hansen. Op. cit., S. 180.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-617" id="footnote-617">[617]</a> Steingießer. Op. cit., S. 44.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-618" id="footnote-618">[618]</a> Hansen. Op. cit., S. 187.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-619" id="footnote-619">[619]</a> Hansen. Op. cit., S. 396.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-620" id="footnote-620">[620]</a> Soldan. Op. cit., Band 1, S. 179.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-621" id="footnote-621">[621]</a> Siehe z. B. Jühling. Op. cit., S. 319, 320.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-622" id="footnote-622">[622]</a> De Lancre. Op. cit., Pp. 57, 58.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-623" id="footnote-623">[623]</a> Bodin. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-624" id="footnote-624">[624]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 92-106.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-625" id="footnote-625">[625]</a> Michelet. Op. cit., <a id="corr-59"></a>Introduction, P. IX.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-626" id="footnote-626">[626]</a> Den vollständigen Text der Bulle gibt Roskoff. Op. cit., Band 2,
-S. 222-225.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-627" id="footnote-627">[627]</a> Ennemoser. Op. cit., S. 812.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-628" id="footnote-628">[628]</a> Henne am Rhyn. Op. cit., S. 87.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-629" id="footnote-629">[629]</a> Mannhardt. Zauberglaube und Geheimwissen. Vierte Aufl. 1900, S. 240.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-630" id="footnote-630">[630]</a> Nyström. Op. cit., S. 251.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-631" id="footnote-631">[631]</a> Bodin. Op. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-632" id="footnote-632">[632]</a> Delrio. Inquisitiones magicae, 1599.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-633" id="footnote-633">[633]</a> Remigius. Daemonolatria, 1595.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-634" id="footnote-634">[634]</a> King James I. Daemonologia, 1616.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-635" id="footnote-635">[635]</a> Torreblanca. Daemonologia, 1615.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-636" id="footnote-636">[636]</a> Carpzov. Practica nova rerum criminalium, 1635.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-637" id="footnote-637">[637]</a> Glanvil. Sadducismus Triumphatus, 1681.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-638" id="footnote-638">[638]</a> Horst. Op. cit., Sechster Teil, S. 310. Mannhardt. Op. cit., S. 243.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-639" id="footnote-639">[639]</a> Soldan. Op. cit., Band 1, S. 452, 453.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-640" id="footnote-640">[640]</a> Nyström. Op. cit., S. 273.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-641" id="footnote-641">[641]</a> Nyström. Op. cit., S. 230, 232.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-642" id="footnote-642">[642]</a> Ennemoser. Op. cit., S. 814. Nyström. Op. cit., S. 279-281.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-643" id="footnote-643">[643]</a> Siehe Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. 314
-bis 317, und Williams, The Superstitions of Witchcraft, 1865, P. 264.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-644" id="footnote-644">[644]</a> Sepp. Op. cit., S. 130. Siehe auch im selben Zusammenhange Stoll,
-Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie, 2. Aufl., 1904, S. 397,
-398. Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 59, und Hansen. Op. cit., S. 3, 5.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-645" id="footnote-645">[645]</a> Eine vorzügliche Darstellung hievon gibt Walter Scott, Letters on
-Demonology and Witchcraft (1829) Fourth Edition, 1898, P. 153.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-646" id="footnote-646">[646]</a> Siehe Hansen. Op. cit., S. 328-331, und Roskoff. Op. cit., Band 2,
-S. 315-359.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-647" id="footnote-647">[647]</a> Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 595.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-648" id="footnote-648">[648]</a> Bloch. Op. cit., S. 132.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-649" id="footnote-649">[649]</a> Jühling. Op. cit., 321. Siehe auch Henne am Rhyn. Op. cit., S. 97,
-und Williams. Op. cit., P. 215.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-650" id="footnote-650">[650]</a> Nyström. Op. cit., S. 245.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-651" id="footnote-651">[651]</a> Jühling. Op. cit., S. 323.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-652" id="footnote-652">[652]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 331-343.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-653" id="footnote-653">[653]</a> Soldan. Op. cit., Band 2, S. 263-339. Siehe auch Henne am Rhyn.
-Op. cit., S. 115-156.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-654" id="footnote-654">[654]</a> Stern. Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in Rußland, 1908,
-Band 1, S. 56, 81-92. Band 2, S. 288-290.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-655" id="footnote-655">[655]</a> Siehe z. B. Sikes, British Goblins, 1880, Pp. 163, 164.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-656" id="footnote-656">[656]</a> Wuttke. Op. cit., S. 155.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-657" id="footnote-657">[657]</a> Göpfert. Moraltheologie, 1897, Band 1, S. 470; Hagen. Der Teufel
-im Lichte der Glaubensquellen, 1899, S. 8; Lehmkuhl. Theologia moralis,
-Band 1, Nr. 335, 879. Marc. Institutiones morales Alphonsianae, 1893, Band 1,
-S. 543. Pruner. Lehrbuch der katholischen Moraltheologie. 1875, S. 263.
-Henne am Rhyn. Op. cit., S. 153-157. Soldan. Op. cit., S. 340-346.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-658" id="footnote-658">[658]</a> In England, wo ich die geläufigen Meinungen am eingehendsten
-studiert habe, erfolgte der Umschwung am stärksten in den letzten zwanzig
-Jahren.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-659" id="footnote-659">[659]</a> Der Wechsel im Verhalten zur Sexualität, der im 17. und 18. Jahrhundert
-vorsichging, wurde von Fuchs sorgfältig studiert in seinen wertvollen
-Werken: Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart;
-Renaissance (mit Ergänzungsband) 1909, und Die galante Zeit (mit Ergänzungsband)
-1910.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-660" id="footnote-660">[660]</a> Soldan (Op. cit., Band 2, S. 263) hat darauf hingewiesen, daß in
-dem für den Hexenglauben so kritischen Zeitabschnitte von 1690-1718 nicht
-weniger als sechsundzwanzig Bücher veröffentlicht wurden, die ihn verteidigten,
-seinen Verfall beklagten und zu energischen Maßregeln gegen die
-Hexen aufforderten.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-661" id="footnote-661">[661]</a> Über die Alpdruck-Erfahrungen der Hexen siehe Ennemoser, Op. cit.,
-S. 869, und Wuttke. Op. cit., S. 151.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-662" id="footnote-662">[662]</a> Johannes Müller. Über die phantastischen Gesichtserscheinungen,
-1826, S. 66.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-663" id="footnote-663">[663]</a> Wuttke. Op. cit., S. 155.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-664" id="footnote-664">[664]</a> Grimm. Op. cit., S. 903. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 38, 68.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-665" id="footnote-665">[665]</a> Gener. Op. cit., P. 524. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 68.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-666" id="footnote-666">[666]</a> Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 82, 275.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-667" id="footnote-667">[667]</a> Nynauld. De la Lycanthropie, 1615, Pp. 50, 52. Der Hexenhammer,
-Op. cit., Erster Teil, S. 155-157.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-668" id="footnote-668">[668]</a> Bosquet. Discours de Sorciers, 1608, P. 370. Leubuscher. Der Wahnsinn,
-1848, S. 68.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-669" id="footnote-669">[669]</a> Riezler. Op. cit., S. 293.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-670" id="footnote-670">[670]</a> Grimm. Op. cit., S. 915.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-671" id="footnote-671">[671]</a> Siehe Kapitel V.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-672" id="footnote-672">[672]</a> Goerres. Christliche Mystik, 1842, Band 4, S. 2, 216. Meyer.
-Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. 528. Krauß. Op. cit., S. 79.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-673" id="footnote-673">[673]</a> S. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 208-227.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-674" id="footnote-674">[674]</a> Nynauld. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-675" id="footnote-675">[675]</a> Grimm. Op. cit., S. 896, 897.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-676" id="footnote-676">[676]</a> Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61, Band 2, S. 82.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-677" id="footnote-677">[677]</a> Stoll. Op. cit., S. 215.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-678" id="footnote-678">[678]</a> Rhys. Celtic Folklore, 1901, P. 690.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-679" id="footnote-679">[679]</a> Hertz. Der Werwolf, 1862, S. 113. (An versch. Orten.)
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-680" id="footnote-680">[680]</a> Thorpe. Op. cit., Vol. 2, P. 192.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-681" id="footnote-681">[681]</a> Im Englischen bedeutet »puss« entweder Katze oder Hase.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-682" id="footnote-682">[682]</a> Elton. Origins of English History, P. 297.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-683" id="footnote-683">[683]</a> Thorpe. Loc. cit.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-684" id="footnote-684">[684]</a> Mannhardt. Zeitschr. f. Deutsche Mythologie, Jahrg. 4, S. 260.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-685" id="footnote-685">[685]</a> De Lancre. Op. cit., Pp. 199, 402.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-686" id="footnote-686">[686]</a> Krauß. Op. cit., S. 125.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-687" id="footnote-687">[687]</a> Hansen. Op. cit., Vorwort 7 und S. 538.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-688" id="footnote-688">[688]</a> Siehe z. B. Laurent, zitiert bei Parent, Grand Dictionnaire de
-<a id="corr-64"></a>Médecine, T. XXXIV, Art. Incubi.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-689" id="footnote-689">[689]</a> Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte Auflage, 1910,
-S. 121.
-</p>
-
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-<p class="publ">
-VERLAG VON FRANZ DEUTICKE IN LEIPZIG UND WIEN.
-</p>
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-den Entwicklungsgang und Inhalt der <span class="bigger">Freudschen Lehren</span> anzusehen
-sind, werden, <span class="underline">wenn auf einmal bezogen</span>, zum Vorzugspreise
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-Der Wahn und die Träume
-in W. Jensens »Gradiva«.
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-und seine Beziehung zum Unbewußten.
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-<p class="publ">
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-und psychopathologische Forschungen.
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-Herausgegeben von Prof. <span class="bigger">Dr. Sigm. Freud</span> in Wien.
-</p>
-
- <div class="centered">
-<table class="schriften" summary="Table-1">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">I.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva«.</span> Von Prof. <span class="bigger">Dr. Sigm. Freud</span> in Wien. 2. Aufl. Preis M 2.50 = K 3.&mdash;.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">II.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen.</span> Eine Studie von <span class="bigger">Dr. Franz Riklin</span>, Sekundararzt in Rheinau (Schweiz). Preis M 3.&mdash; = K 3.60.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">III.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Der Inhalt der Psychose.</span> Von <span class="bigger">Dr. C. G. Jung</span>, Privatdozent der Psychiatrie in Zürich. Preis M 1.25 = K 1.50.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">IV.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Traum und Mythus.</span> Eine Studie zur Völkerpsychologie. Von <span class="bigger">Dr. Karl Abraham</span>, Arzt in Berlin. Preis M 2.50 = K 3.&mdash;.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">V.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Der Mythus von der Geburt des Helden.</span> Versuch einer psychologischen Mythendeutung. Von <span class="bigger">Otto Rank</span>. Preis M 3.&mdash; = K 3.60.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VI.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Aus dem Liebesleben Nikolaus Lenaus.</span> Von <span class="bigger">Dr. J. Sadger</span>, Nervenarzt in Wien. Preis M 3.&mdash; = K 3.60.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VII.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci.</span> Von Prof. <span class="bigger">Dr. Sigm. Freud</span> in Wien. Preis M 2.50 = K 3.&mdash;.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VIII.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf.</span> Von <span class="bigger">Dr. Oskar Pfister</span>, Pfarrer in Zürich. Preis M 4.50 = K 5.40.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">IX.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Richard Wagner im »Fliegenden Holländer«.</span> Ein Beitrag zur Psychologie künstlerischen Schaffens. Von <span class="bigger">Dr. Max Graf</span>. Preis M 1.80 = K 2.&mdash;.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">X.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Das Problem des Hamlet und der Ödipus-Komplex.</span> Von <span class="bigger">Dr. Ernest Jones</span>, Toronto (Kanada). Übersetzt von <span class="bigger">Paul Tausig</span>, Wien. Preis M 2.&mdash; = K 2.40.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">XI.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Giovanni Segantini.</span> Ein psychoanalytischer Versuch. Von <span class="bigger">Dr. Karl Abraham</span>, Arzt in Berlin. Mit zwei Beilagen. Preis M 2.&mdash; = K 2.40.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">XII.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Zur Sonderstellung des Vatermordes.</span> Eine rechtsgeschichtliche und völkerpsychologische Studie. Von <span class="bigger">A. J. Storfer</span>, Zürich. Preis M 1.50 = K 1.80.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">XIII.</td>
- <td class="col2">Heft:</td>
- <td class="col3"><span class="bigger">Die Lohengrinsage.</span> Ein Beitrag zu ihrer Motivgestaltung und Deutung. Von <span class="bigger">Otto Rank</span>. Preis M 5.&mdash; = K 6.&mdash;.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
- </div>
-<p class="publ">
-VERLAG VON J. F. BERGMANN IN WIESBADEN.
-</p>
-
-<p class="center">
-Im II. Jahrgang erscheint:
-</p>
-
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-Zentralblatt für Psychoanalyse.
-</p>
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-<span class="bigger">Medizinische Monatsschrift für Seelenkunde.</span><br />
-Organ der internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.<br />
-Herausgeber: Prof. Dr. <span class="bigger">Sigm. Freud</span>.<br />
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-</p>
-
-<p>
-Jahrgang I enthielt u. a. neben den reichhaltigen Abteilungen: <span class="bigger">Mitteilungen</span>
-&mdash; <span class="bigger">Referate und Kritiken</span> &mdash; <span class="bigger">Varia</span> &mdash; <span class="bigger">Literatur</span> folgende Originalarbeiten:
-</p>
-
- <div class="centered">
-<table class="zentralblatt" summary="Table-2">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">Adler:</td>
- <td class="col2">Die psychische Behandlung der Trigeminusneuralgie</td>
- <td class="col3">10</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Beitrag zur Lehre vom Widerstand</td>
- <td class="col3">214</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Syphilidophobie</td>
- <td class="col3">400</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brill:</td>
- <td class="col2">Ein Fall periodischer Depression psychogenen Ursprungs</td>
- <td class="col3">158</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ferenczi:</td>
- <td class="col2">Über obszöne Worte</td>
- <td class="col3">390</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Anatole France als Analytiker</td>
- <td class="col3">461</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Freud:</td>
- <td class="col2">Die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen Therapie</td>
- <td class="col3">1</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Über wilde Psychoanalyse</td>
- <td class="col3">91</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Nachträge zur Traumdeutung</td>
- <td class="col3">187</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Friedmann:</td>
- <td class="col2">Eduard Mörike</td>
- <td class="col3">486</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Juliusburger:</td>
- <td class="col2">Über einen Fall von akuter autopsychischer Bewußtseinsstörung, ein Beitrag zur Lehre von Kriminalität und Psychose</td>
- <td class="col3">308</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jung:</td>
- <td class="col2">Ein Beitrag zur Psychologie des Gerüchtes</td>
- <td class="col3">81</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Luzenberger:</td>
- <td class="col2">Psychoanalyse in einem Falle von Errötungsangst als Beitrag zur Psychologie des Schamgefühls</td>
- <td class="col3">304</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Maday:</td>
- <td class="col2">Der Begriff des Triebes</td>
- <td class="col3">295</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Maeder:</td>
- <td class="col2">Zur Entstehung der Symbolik im Traum, in der Dementia praecox etc.</td>
- <td class="col3">383</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nepalleck:</td>
- <td class="col2">Analyse einer scheinbar sinnlosen infantilen Obsession</td>
- <td class="col3">155</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pfister:</td>
- <td class="col2">Zur Psychologie des hysterischen Madonnenkultus</td>
- <td class="col3">70</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Hysterie und Mystik bei Margaretha Ebner (1291-1351)</td>
- <td class="col3">468</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Putnam:</td>
- <td class="col2">Über Ätiologie und Behandlung von Psychoneurosen</td>
- <td class="col3">137</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Persönliche Erfahrungen mit Freud&rsquo;s psycho-analytischer Methode</td>
- <td class="col3">533</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rank:</td>
- <td class="col2">Das Verlieren als Symptomhandlung</td>
- <td class="col3">450</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Riklin:</td>
- <td class="col2">Eine Lüge</td>
- <td class="col3">193</td>
- </tr>
- <tr class="i">
- <td class="col1">&bdquo;</td>
- <td class="col2">Über einige Probleme der Sagendeutung</td>
- <td class="col3">433</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rosenstein:</td>
- <td class="col2">Julius Piklers »dynamische Psychologie« und ihre Beziehungen zur Psychoanalyse</td>
- <td class="col3">316</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rosenthal:</td>
- <td class="col2">Karin Michaelis: »Das gefährliche Alter« im Lichte der Psychoanalyse</td>
- <td class="col3">277</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sadger:</td>
- <td class="col2">Ist das Asthma eine Sexualneurose</td>
- <td class="col3">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Silberer:</td>
- <td class="col2">Vorläufer Freud&rsquo;scher Gedanken</td>
- <td class="col3">441</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stegmann:</td>
- <td class="col2">Ergebnisse der psychischen Behandlung einiger Fälle von Asthma</td>
- <td class="col3">377</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stekel:</td>
- <td class="col2">Die psychische Behandlung der Epilepsie</td>
- <td class="col3">220</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
- </div>
-<hr class="hr2" />
-
-<p>
-Jährlich erscheinen 12 Hefte im Gesamt-Umfang von 36 bis
-40 Druckbogen zum Jahrespreis von M 18.&mdash;.
-</p>
-
-<hr />
-
-</div>
-
-<p class="printer">
-K. u. K. Hofbuchdruckerei <span class="bigger">Karl Prochaska in Teschen</span>
-</p>
-
-
-<div class="trnote">
-<p id="trnote" class="chapter"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
-
-<p>
-Fußnoten wurde am Ende des Buches gesammelt.
-</p>
-
-<p class="handheld-only">Hervorhebungen, die im Original
-g&nbsp;e&nbsp;s&nbsp;p&nbsp;e&nbsp;r&nbsp;r&nbsp;t
-sind, wurden mit <em>einem anderen Schriftstil</em> gekennzeichnet.
-</p>
-
-<p>
-Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt
-(vorher/nachher):
-</p>
-
-
-<ul>
-
-<li>
-... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus <span class="underline">Malificiarum</span> ...<br />
-... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus <a href="#corr-7"><span class="underline">Maleficarum</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... incubes et <span class="underline">aus</span> <span class="underline">sucubes</span> dans l&rsquo;explication qu&rsquo;ils ont données ...<br />
-... incubes et <a href="#corr-8"><span class="underline">aux</span></a> <a href="#corr-9"><span class="underline">succubes</span></a> dans l&rsquo;explication qu&rsquo;ils ont données ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Pausanias. <span class="underline">Lip.</span> I, Kap. 34. ...<br />
-... Pausanias. <a href="#corr-11"><span class="underline">Lib.</span></a> I, Kap. 34. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; <span class="underline">and</span> ...<br />
-... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; <a href="#corr-12"><span class="underline">und</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... <span class="underline">Polution</span> in Begleitung mehr oder minder erotischer ...<br />
-... <a href="#corr-17"><span class="underline">Pollution</span></a> in Begleitung mehr oder minder erotischer ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Ploß. Das Kind <span class="underline">im</span> Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ...<br />
-... Ploß. Das Kind <a href="#corr-18"><span class="underline">in</span></a> Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzest<span class="underline">ckarakter</span> ...<br />
-... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzest<a href="#corr-21"><span class="underline">charakter</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der <span class="underline">Fruchtbarbarkeit</span> ...<br />
-... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der <a href="#corr-23"><span class="underline">Fruchtbarkeit</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Thorpe. Northern <span class="underline">Mythologie</span>, 1851, Vol. I. P. 49-52. ...<br />
-... Thorpe. Northern <a href="#corr-24"><span class="underline">Mythology</span></a>, 1851, Vol. I. P. 49-52. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Conway. Demonology and <span class="underline">Devilore</span>, 1879, Vol. I, Pag. 141. ...<br />
-... Conway. Demonology and <a href="#corr-25"><span class="underline">Devil-Lore</span></a>, 1879, Vol. I, Pag. 141. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... »<span class="underline">volkvdlak</span>« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ...<br />
-... »<a href="#corr-26"><span class="underline">volkudlak</span></a>« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... <span class="underline">Stackerjan</span>. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., 1867, ...<br />
-... <a href="#corr-31"><span class="underline">Strackerjan</span></a>. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., 1867, ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... lang und weißgraulich, ein Kleid von <span class="underline">gewichter</span> fleischfarbrötlicher ...<br />
-... lang und weißgraulich, ein Kleid von <a href="#corr-32"><span class="underline">gewichster</span></a> fleischfarbrötlicher ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... durch den persischen <span class="underline">Arhiman</span> oder, was Robertson für ...<br />
-... durch den persischen <a href="#corr-33"><span class="underline">Ahriman</span></a> oder, was Robertson für ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... <span class="underline">Yawehs</span> selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ...<br />
-... <a href="#corr-34"><span class="underline">Yahwehs</span></a> selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... couverte d&rsquo;ecailles, <span class="underline">herissée</span> de piquants.« ...<br />
-... couverte d&rsquo;ecailles, <a href="#corr-38"><span class="underline">hérissée</span></a> de piquants.« ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Brévannes. L&rsquo;orgie satanique à travers les <span class="underline">siécles</span>, 1904, P. 115. ...<br />
-... Brévannes. L&rsquo;orgie satanique à travers les <a href="#corr-40"><span class="underline">siècles</span></a>, 1904, P. 115. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... verschiedene Probleme unterscheiden, <span class="underline">inbesondere</span>: ...<br />
-... verschiedene Probleme unterscheiden, <a href="#corr-44"><span class="underline">insbesondere</span></a>: ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Tiere. Der bekannte Malleus <span class="underline">Malificarum</span> widmet vier Kapitel ...<br />
-... Tiere. Der bekannte Malleus <a href="#corr-45"><span class="underline">Maleficarum</span></a> widmet vier Kapitel ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... den meisten der alten Autoren mit unwilligen <span class="underline">Komentaren</span> ...<br />
-... den meisten der alten Autoren mit unwilligen <a href="#corr-48"><span class="underline">Kommentaren</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... ce qui lui causait une très grande <span class="underline">volopté</span>.« Ähnlich schreibt ...<br />
-... ce qui lui causait une très grande <a href="#corr-49"><span class="underline">volupté</span></a>.« Ähnlich schreibt ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... begreiflich, daß der phallische <span class="underline">Besenstil</span>, auf dem die Hexe ...<br />
-... begreiflich, daß der phallische <a href="#corr-50"><span class="underline">Besenstiel</span></a>, auf dem die Hexe ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. <span class="underline">Démon</span> ...<br />
-... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. <a href="#corr-51"><span class="underline">Demon</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Jean le Breton. De la défense de la <span class="underline">vèrité</span> touchante la possession ...<br />
-... Jean le Breton. De la défense de la <a href="#corr-52"><span class="underline">vérité</span></a> touchante la possession ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... et la preuve de la <span class="underline">vèritable</span> possession des religieuses de Louvein, 1644. ...<br />
-... et la preuve de la <a href="#corr-53"><span class="underline">véritable</span></a> possession des religieuses de Louvein, 1644. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 <span class="underline">Editon</span>, ...<br />
-... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 <a href="#corr-56"><span class="underline">Edition</span></a>, ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Michelet. Op. cit., <span class="underline">Introduktion</span>, P. IX. ...<br />
-... Michelet. Op. cit., <a href="#corr-59"><span class="underline">Introduction</span></a>, P. IX. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... de l&rsquo;agonie du monde <span class="underline">feodal</span> et l&rsquo;aurore d&rsquo;une ère nouvelle. ...<br />
-... de l&rsquo;agonie du monde <a href="#corr-60"><span class="underline">féodal</span></a> et l&rsquo;aurore d&rsquo;une ère nouvelle. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse <span class="underline">Vortellung</span> ...<br />
-... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse <a href="#corr-62"><span class="underline">Vorstellung</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... <span class="underline">Medicine</span>, T. XXXIV, Art. Incubi. ...<br />
-... <a href="#corr-64"><span class="underline">Médecine</span></a>, T. XXXIV, Art. Incubi. ...<br />
-</li>
-</ul>
-</div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu
-gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER ***
-
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-
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-
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-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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