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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens - Schriften zur angewandten Seelenkunde. Vierzehntes Heft - -Author: Ernest Jones - -Translator: E. H. Sachs - -Release Date: November 21, 2015 [EBook #50522] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER *** - - - - -Produced by Sandra Eder, Jens Sadowski, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive. - - - - - - - SCHRIFTEN ZUR ANGEWANDTEN SEELENKUNDE - herausgegeben von Prof. Dr. SIGM. FREUD - VIERZEHNTES HEFT - - - - - DER ALPTRAUM - IN SEINER BEZIEHUNG ZU GEWISSEN - FORMEN DES MITTELALTERLICHEN - ABERGLAUBENS - - - VON - PROF. Dr. ERNEST JONES. - - DEUTSCH VON - Dr. E. H. SACHS. - - LEIPZIG UND WIEN - FRANZ DEUTICKE - 1912 - - Verlags-Nr. 2001. - - K. u. K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen. - - - - - Inhaltsübersicht. - - - Seite - Einleitung 1 - I. Kapitel. Traum und Glauben 2 - II. Kapitel. Der Alptraum 13 - III. Kapitel. Inkubus und Inkubation 21 - IV. Kapitel. Der Vampir 34 - V. Kapitel. Der Wehrwolf 53 - VI. Kapitel. Der Teufelsglaube 69 - VII. Kapitel. Die Hexenepidemie 104 - VIII. Kapitel. Schluß 145 - - - - - Einleitung. - - -In der folgenden Veröffentlichung wurde der Versuch gemacht, den -Eindruck, den die Erfahrungen des Alpdrucks auf die Bildung gewisser -falscher Vorstellungen hervorriefen, festzustellen. Diese Vorstellungen -haben viel Gemeinsames, sie erreichten alle ihren Höhepunkt zur selben -Zeit, ungefähr zwischen 1450 und 1750; ihre ursprüngliche Gestalt wird -von Vielen, ihre wesentlichen Elemente werden von einer noch größeren -Anzahl festgehalten. Die tiefste Quelle ist bei allen die gleiche und -sie alle haben eine unberechenbare Summe von menschlichen Leiden -verursacht. - -Um einen klaren Ausblick zu erlangen, war ich manches Mal gezwungen, das -Hauptthema zu verlassen, obwohl ich dies, so weit als möglich, vermieden -habe. Lange sagt (Geschichte des Materialismus, 1866, S. 282): »im -geschichtlichen Zusammenhange der Dinge schlägt ein Tritt tausend Fäden, -und wir können nur einen gleichzeitig verfolgen. Ja, wir können selbst -dies nicht immer, weil der gröbere sichtbare Faden sich in zahllose -Fädchen verzweigt, die sich stellenweise unserem Blicke entziehen.« - -Ich habe meine Aufmerksamkeit nicht so sehr auf die historischen Seiten -der betreffenden Vorstellung gelenkt, als auf ihre tiefste -psychologische Bedeutung. Selbst auf diesem eingeschränkten Feld konnte -ich nur einen sehr kleinen Teil des außerordentlich großen brauchbaren -Materials behandeln; daher kann ich kaum annehmen, daß die -ausgesprochenen Schlüsse als bewiesen angesehen werden, doch hoffe ich, -sie genügend wahrscheinlich gemacht zu haben, um zu zeigen, daß der -Gegenstand einer eingehenderen Untersuchung vom überlegenen Standpunkt -der modernen psychoanalytischen Kenntnis aus wert ist. Angst und Zwang -waren immer die beiden größten Geißeln der Menschheit und die hier -untersuchten Vorstellungen gehören zu ihren verhängnisvollsten Folgen. -Wenn man sich erinnert, daß diese Kräfte heute ebenso wirksam sind als -im Mittelalter, wenn auch ihre Äußerungen nicht so sichtbar zu Tage -treten, wird man zugeben, daß der Gegenstand des aktuellen Interesses -nicht entbehrt. - - - - - I. - Traum und Glauben. - - -Das Interesse, das die Menschen zu allen Zeiten an den Träumen nahmen, -und die weitreichende Bedeutung, die ihnen zugeschrieben wurde, machen -es sehr wahrscheinlich, daß die dabei erlebten Phänomene einen -bedeutsamen Einfluß bei der Gestaltung der Meinung des Wachlebens -ausübten. Wenn dies, wie ich gezeigt habe,[1] heute unter Gebildeten der -Fall ist, so muß es in vergangenen Zeiten, wo die allgemeine, den -Träumen zugeschriebene Bedeutung weit größer war als heute, viel -wirksamer gewesen sein. Die Lebhaftigkeit der Träume ist zu Zeiten so -groß, daß auch Gebildete es schwer oder unmöglich finden können, sie von -wirklichen Erlebnissen zu unterscheiden.[2] - -Ich habe einen Fall erwähnt[3], in dem ein Arzt fälschlich einen Traum -für eine wirkliche Erinnerung ansah und dies zu peinlichen Folgen -führte. Tatsächlich ist diese Vermengung mit der Wirklichkeit -charakteristisch für alle intensiven Gemütserlebnisse, und zwar nicht -nur für Träume, sondern auch für andere, seltenere Äußerungen der -Phantasie, wie z. B. ekstatische Trancen, Visionen und dergleichen. -Johannes Müller[4] bemerkt in diesem Zusammenhang: »Eigentümlich diesen -krankhaften Zuständen ist es, daß die Objektivität der Erscheinungen -zuverlässig anerkannt wird. In dem Glauben eines sichtbaren Umganges mit -dem Teufel besteigt der Angeklagte den Scheiterhaufen, ein Opfer seiner -eigenen Phantasie. Je nachdem die Vision die Gestalt eines guten oder -bösen Geistes annahm, wurde der Dämonische als heilig verehrt oder als -Zauberer verbrannt. Was bei dem Unbefangenen das Eigenleben der -Sinnlichkeit, das Spiel einer dichtenden Phantasie, was allen Menschen -im Traume nicht mehr wunderbar erscheint, wird in der Geschichte -verflucht und verehrt nach der Natur seiner Objekte. Das Gespenst und -die Dämonen aller Zeiten, die göttliche Vision des Asketen, die -Geistererscheinung des Magikers, das Traumobjekt und das Phantasiebild -des Fiebernden und Irren sind eine und dieselbe Erscheinung. Nur der -Gegenstand ist verschieden nach der Richtung einer exzentrischen -Phantasie, eine göttliche Vision dem religiösen Schwärmer, dem -furchtsamen ein furchtbares Phantasma, dem abergläubisch buhlerischen -Weib der Teufelsspuk, dem träumenden Egmont die Erscheinung der -Freiheit, dem Künstler ein himmlisches Idol, nach dem er längst -gerungen. Der Zeitgeist leiht diesem plastischen Einbilden andere -Objekte.« - -[Fußnote 1: »Some Instances of the Influence of Dreams on Waking life,« -Journ. of Abnormal Psychol., April 1911, P. II.] - -[Fußnote 2: Ennemoser. Geschichte der Magie, 1844, S. 113. Fischer. -Geschichte des Somnambulismus, 1839, Bd. I, S. 12. Rau. Die Verirrungen -in der Religion, 1904, S. 237.] - -[Fußnote 3: Op. cit., P. 15.] - -[Fußnote 4: Johannes Müller. Über die phantastischen -Gesichtserscheinungen, 1826, S. 68, 69.] - -Diese Schwierigkeit, den Traum von den Erfahrungen des Wachlebens zu -unterscheiden, ist bei wehrlosen Geistern, wie bei Kindern und Wilden, -natürlich größer. Die außerordentliche Schärfe, mit der die Erfahrungen -des Traumlebens sich dem Geiste der Wilden als zweifellose Wirklichkeit -aufdrängen, wurde von einer Menge Beobachtern vermerkt. Herbert -Spencer[5] legt besonderen Nachdruck auf diesen Punkt und führt zum -Beweis eine Menge Material an. Im Thurn[6] gibt zahlreiche schlagende -Beispiele von heute dafür: Ein Indianer drohte, den Reisenden, den er -führte, zu verlassen, weil dieser, wie er sagte, ihn rücksichtslos die -ganze Nacht ein Kanoe über zahlreiche schwierige Katarakte hinaufziehen -ließ. Ein anderer war nahe daran, seinen Kameraden zu töten, weil sein -Herr ihm befohlen hatte, eine empfindliche Züchtigung an jenem zu -vollziehen. [Es stellte sich heraus, daß er das geträumt hatte.] - -[Fußnote 5: Herbert Spencer. The Principles of Sociology, Third Edition, -1890, Vol. I, Ch. X, Pp. 132-142.] - -[Fußnote 6: Im Thurn. Among the Indians of Guiana, Pp. 344-346.] - -Es wurde nie daran gezweifelt und bedarf heute keines besonderen -Beweises, daß die Phänomene des Traumlebens von großer Bedeutung waren, -nicht nur bei der Gestaltung der metaphysischen Vorstellungen des -Menschen -- religiöser und abergläubischer[7], -- sondern auch für die -Formen, die die künstlerischen Phantasien[8] annehmen. Ebenso besteht -praktisch eine Übereinstimmung in der Frage, welche Anschauungen den -stärksten _Einfluß durch Träume erfahren haben_, und wir wollen zunächst -die hauptsächlichsten von diesen besprechen. Die erste und in mancher -Beziehung wichtigste Bedeutsamkeit des Traumes ist diejenige, die sich -auf den Seelenglauben bezieht. Die primitiven Vorstellungen von der -Seele kann man in zwei Gruppen teilen, diejenigen von der _gebundenen -Seele_, die das lebenspendende Prinzip verschiedener innerer Organe und -äußerer Objekte ist, und diejenigen von der _freien Seele_ (Psyche). Die -Vorstellung von der letzteren hat zwei Quellen, denen entsprechend wir -die _Hauchseele_ und die _Schattenseele_ unterscheiden können. Der -Begriff der ersteren, der vor allem aus dem Phänomen des Atmens sich -ergab, war geeigneter für höhere religiöse Anschauungen, aber der der -letzteren war in der Vergangenheit zweifellos von größerem Einfluß. Alle -Autoritäten[9] stimmen darin überein, daß die Vorstellung von der -Schattenseele ihren Ursprung fast ausschließlich Traumerfahrungen -verdankt. Wundt[10] sagt z. B.: »Das ursprünglichste und häufigste Motiv -dieser primären Vorstellung der Schattenseele ist unzweifelhaft das -Traumbild .... (Sie) hat allem Anscheine nach in Traum und Vision ihre -einzige Quelle.« - -[Fußnote 7: Lehmann. Aberglaube und Zauberei. Zweite Deutsche Auflage, -1908, S. 492.] - -[Fußnote 8: Freud. Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, 1907.] - -[Fußnote 9: Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 170. Fiske. Myths and -Myth-Makers, 1872, P. 220. Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 32. -Herbert Spencer. Op. cit., Pp. 135, 136; and »Recent Discussions in -Science«, P. 36. Tyler. Primitive Culture, 1891, Third Edition, Vol. I, -P. 430. Lehmann. Op. cit., S. 494.] - -[Fußnote 10: Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band. »Mythus und -Religion«. Zweiter Teil, 1906, S. 85, 87.] - -Die Vorstellung hat ihre charakteristischen Eigenschaften [Sichtbarkeit, -Flüchtigkeit und phantastische Veränderlichkeit] von den wahrnehmbaren -Elementen des Traumes erhalten. Es ist für uns nicht notwendig, auf die -viel erörterte Frage einzugehen, welche Form des Seelenglaubens die -ursprünglichste ist.[11] Von grundlegender Bedeutung ist für uns die -zweifellose Tatsache, daß die Erfahrungen des Traumlebens in bedeutsamer -Weise zur Entwicklung der Vorstellung von der Seele beigetragen haben. -Dies gilt sowohl für die Seele des Individuums selbst als für die -höherer Wesen und besonders für ihre charakteristische Eigenschaft, -getrennt vom Körper zu existieren. [Räumliche Entfernung, -Verwandlungsfähigkeit u. s. w.] - -Träume von Verstorbenen haben eine wichtige Rolle bei der Gestaltung -verschiedener religiöser Vorstellungen gespielt und ihr Einfluß war um -so größer, weil solche Visionen gewöhnlich geliebte Anverwandte, -vorzugsweise die Eltern erscheinen lassen. Zunächst unterstützen sie, -wie Wundt[12] darlegt, die schon durch die Träume im allgemeinen -begründete Anschauung von dem »anderen Selbst«, von der Seele, die -getrennt vom Körper leben und sich bewegen kann; ferner bilden sie, wie -Spencer[13] im einzelnen ausgeführt hat, eine wichtige Quelle des -Glaubens an Unsterblichkeit und an das Bestehen eines anderen Reiches, -in das die Seele nach dem Tode ihres Besitzers gelangt. Auch sind sie -eine Hauptquelle für den Glauben, daß die Verstorbenen die Schauplätze -ihres früheren Lebens wieder besuchen können, also für die verbreitete -Anschauung von den rückkehrenden Seelen oder revenants[14], einer -Vorstellung, die einen Hauptzug des mittelalterlichen Aberglaubens -ausmachte, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. Es ist selten -bedeutungslos, wenn die Geister Abgeschiedener die Lebenden im Traume -besuchen; für den Wilden ist es manches Mal von guter, häufiger aber von -böser Vorbedeutung und in letzterem Fall müssen die Geister auf -verschiedene Weise entsühnt werden.[15] Das ehrfürchtige Verhalten -gegenüber den im Traum erscheinenden Geistern der Abgeschiedenen ist -eine der Hauptquellen für die Ahnen-Verehrung. Wenn auch Spencers[16] -Behauptung, daß diese die Grundlage aller Religionen bildet, in ihrer -ursprünglichen Form[17] nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, so hat -sich doch zweifellos ein großer Teil der späteren Religionen nach ihr -geformt. - -[Fußnote 11: Siehe z. B.: Irving King, The Development of Religion, -1910, Ch. 6, und Marett, »Pre-animistic Religion«, Folklore, 1900, Vol. -XI, P. 198, über den Streit zwischen den älteren animistischen und den -jüngeren animatistischen Hypothesen.] - -[Fußnote 12: Wundt. Op. cit., S. 90.] - -[Fußnote 13: Spencer. Principles of Sociology, Pp. 182, 201, u. s. w.] - -Ein anderer Glauben, bei dessen Gestaltung der Traum eine hervorragende -Rolle gespielt hat, ist der an die Transformation oder Veränderlichkeit, -d. h. die Vorstellung, daß der Geist eines Menschen in den Körper eines -anderen oder in den eines Tieres übergehen kann und umgekehrt. Das war -und ist noch einer der verbreitetsten Aberglauben der Welt; bei -unzivilisierten Völkern steht er noch in voller Blüte[18] und selbst in -Europa findet er sich nicht allein in der vornehmen Maske der -Metempsychose, Wiedergeburt und dergleichen, sondern auch in seinen -roheren Urformen. Im Mittelalter hatte er, da er von der -römisch-katholischen Kirche akzeptiert wurde, wesentlichen Anteil an der -Bildung der von uns zu betrachtenden abergläubischen Vorstellungen. - -In Folklore[19] und Mythologie war die Metamorphose immer ein -Lieblingsthema, woran der Leser kaum erinnert zu werden braucht. Auch in -gebildeten Kreisen finden wir noch heute interessante Spuren -totemistischer Anschauungen, ich meine damit Tiere, die als nationale -Abzeichen, als Wappenschilder, zu Verkleidungen beim Karneval und auf -der Bühne (Chanteclair), als Spitznamen u. s. w. dienen. Von besonderem -Interesse in Verbindung mit unserem Thema ist die Tatsache, daß die -Metamorphose in so ausgedehntem Maße und so innig mit Verehrung von -Tieren[20] verknüpft wurde, daß wir zu der Vermutung gezwungen werden, -es liege ein innerer Zusammenhang zwischen den beiden vor. Spencer[21] -ist der Ansicht, daß die drei Arten, durch die die primitiven Menschen -dazu geführt wurden, Tiere mit ihren Vorfahren zu identifizieren, -folgende sind: Erstens die verstohlene Weise, in der beide Nachts zur -Schlafenszeit in die Häuser eindringen, zweitens das Vorkommen von -Tieren in der Nähe von Leichen und Gräbern, drittens die Vermengung, die -durch die primitive Sprache entstand. Wir werden sogleich sehen, daß es -noch mehr bedeutsame Assoziationen zwischen den beiden Vorstellungen -gibt. Jedenfalls kann man nicht daran zweifeln, daß die Idee der -Metamorphose wichtige Quellen in den Traumerfahrungen hat, bei denen die -tatsächliche Verwandlung einer Person in die andere und das Vorkommen -zusammengesetzter Wesen -- halb Tier, halb Mensch -- sich so häufig -direkt vor den Augen des Träumenden ereignete. - -[Fußnote 14: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 110, III.] - -[Fußnote 15: Howitt. Native Tribes of South-East Australia, 1904, P. -434. Ling Roth. Natives of Sarawa and British North-Borneo, 1896, Vol. -I, P. 232.] - -[Fußnote 16: H. Spencer. Op. cit., P. 281 et sequ.] - -[Fußnote 17: Wundt. Op. cit., S. 346, 347.] - -[Fußnote 18: Hartland. Primitive Paternity, 1909, Vol. I, Ch. III, Pp. -156-252. Wallace. The Malay Archipelago, Vol. I, P. 251. Fiske. Op. -cit., P. 164 u. s. w.] - -[Fußnote 19: H. Spencer. Op. cit., Ch. XXII, Pp. 322-346.] - -Wenn der wehrlose Geist die Traumerfahrungen, in denen er sich selbst zu -fernen Schauplätzen versetzt sieht oder mit jemandem spricht, den er im -Wachen weit entfernt weiß, als wirklich ansieht, so ist sein -naheliegender Schluß der, daß die Fahrt tatsächlich stattgefunden hat, -und zwar in einem unglaublich kurzen Zeitraum.[22] Die Ähnlichkeit -zwischen dem schnellen Flug der Vögel und seinen eigenen Flugträumen, -die, wie Wundt[23] gezeigt hat, wichtige Beiträge zu der Vorstellung von -beschwingten Wesen lieferten (Engel u. s. w.), dienten dazu, den Glauben -an die Nachtflüge hervorzurufen, der von großem Einfluß auf verschiedene -mittelalterliche Ideen war. - -[Fußnote 20: Marion Cox. An Introduction to Folklore. Second Edition, -1904. Ch. II, Pp. 85-129.] - -[Fußnote 21: Spencer. Op. cit., Pp. 345, 346.] - -[Fußnote 22: Spencer. Op. cit., P. 136.] - -Die Schlüsse, zu denen ich bis jetzt gelangt bin, sind also: Erstens, -Träume haben eine wichtige Rolle gespielt beim Entstehen des Glaubens an -eine freie Seele, die sich getrennt vom Körper bewegen kann, an -fabelhafte und übernatürliche Wesen, an die Fortdauer der Seele nach dem -Tode mit ihrer Macht, vom Grabe zurückzukehren und die Lebenden, -besonders bei Nacht, zu besuchen, an die Verbindung mit den Geistern der -abgeschiedenen Vorfahren, woraus sich deren Verehrung ergab, an die -Möglichkeit, daß sich Menschen einerseits und Menschen und Tiere -anderseits in einander verwandeln können, an die Identität der Geister -von Tieren mit denen der Vorfahren und an die nächtlichen Fahrten durch -die Luft. Zweitens, die verschiedenen hier aufgezählten Anschauungen -sind untereinander enge verknüpft. Die Erklärung dieser bemerkenswerten -Verbindung zwischen offensichtlich so weit auseinander liegenden Ideen -war immer unmöglich, bis Freuds Entdeckung der Psychoanalyse ein -entsprechendes Instrument zur Erforschung der tieferliegenden -Charakteristica des menschlichen Geistes schuf. Im Verlaufe unserer -Abhandlung wird die Bedeutung dieser merkwürdigen Verbindung klarer -werden. - -Frühere Forschungen, das Problem betreffend, welche Rolle der Traum bei -der Entstehung der verschiedenen Arten von Aberglauben und Mythus -gespielt hat, beschränkten sich auf die Betrachtung des oberflächlichen -Trauminhalts. Freuds[24] epochemachende Aufklärung des »latenten« -Inhalts, der hinter dem »manifesten« Inhalt, d. h. dem Traum, wie er -direkt wahrgenommen wird, liegt, ermöglicht es uns, wichtige -Fortschritte in dieser Forschung zu machen und wirft ein helles Licht -auf viele Probleme, die früher ganz im Dunkeln lagen. Eine sehr bald -darauf folgende Entdeckung, die nach Winken Freuds von Abraham[25], -Rank[26] und Riklin[27] ausgearbeitet wurde, war die, daß der Mythus und -verwandte Schöpfungen der Phantasie nach fast demselben Plan gebaut sind -wie der Traum und daß der latente Inhalt oder die Bedeutung, die beiden -zu Grunde liegt, weitreichende Ähnlichkeiten zeigt. Wir werden sehen, -daß sich dies auch bei gewissen abergläubischen Vorstellungen bestätigt. -Die Entdeckung dieser Ähnlichkeit in der Struktur aber erschwert das -Problem, wie groß der Einfluß des Traumes bei der Entstehung dieser -anderen Schöpfungen der Einbildungskraft war. Dabei hilft uns folgende -Überlegung: wenn auch die verschiedenen Äußerungen unbewußter Kräfte -danach streben, sich in symbolischen Sprachen von sehr ähnlicher Art -auszudrücken, so gibt es doch entsprechend den besonderen -psychologischen Umständen, unter denen man träumt, bestimmte Züge, die -für die Symbolik des Traumes höchst charakteristisch sind. Ich brauche -bloß an seine ausgesprochen visuelle Natur zu erinnern. Wenn sich also -der latente Inhalt einer bestimmten Gruppe von Mythen oder Aberglauben -als identisch mit dem eines verbreiteten Traumtypus erweist, so ist man -noch nicht berechtigt, daraus zu schließen, daß wirkliche -Traumerfahrungen bei ihrer Schöpfung im Spiele waren, sondern sie müssen -sich außerdem noch in einem der verschiedenen für die Traumsprache -charakteristischen Symbole äußern. Die andere Unterlassung allerdings, -die von allen Forschern vor Freud begangen wurde, ist viel radikaler, -nämlich, das Problem für gelöst zu halten, wenn man einfach die -Ähnlichkeit zwischen gewissen Arten von Aberglauben und gewissen Träumen -aufweist. Bei den abergläubischen Vorstellungen[28] und -psychoneurotischen Symptomen[29], bei denen dieselben Überlegungen am -Platze sind, habe ich auf die Tatsache Nachdruck gelegt, daß an diesem -Punkte die wichtigsten Probleme erst _beginnen_. Die Hauptfrage ist, ob -die einem Glauben oder einem Symptom zu Grunde liegende Bedeutung -identisch mit der eines bestimmten Traumes ist und worin sie besteht. -Bei dem Versuche also, festzustellen, ob Träume als Quelle eines -bestimmten Glaubens anzusehen sind, müssen wir uns streng an zwei -verschiedene Kriterien halten, erstens an die Identität des latenten -Inhaltes der beiden und zweitens an die Identität der Symbolik. - -[Fußnote 23: Wundt. Op. cit., S. 113.] - -[Fußnote 24: Freud. Die Traumdeutung, 1900. Dritte Auflage, 1911.] - -[Fußnote 25: Abraham. Traum und Mythus, 1909.] - -[Fußnote 26: Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.] - -[Fußnote 27: Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908.] - -[Fußnote 28: Op. cit., P. 18.] - -[Fußnote 29: The Relationship between Dreams and Psychoneurotic -Symptoms, Amer. Journ. of Insanity, Oct. 1911.] - -Wir wollen nun von diesem Gesichtspunkt aus kurz einige Träume -betrachten, von denen man annahm, daß sie Einfluß auf die oben erwähnten -abergläubischen Vorstellungen hatten. Dazu müssen natürlich die -betreffenden Träume von einer Art sein, die einer großen Anzahl von -Menschen, wenn nicht der Mehrzahl, gemeinsam ist. Nun ist ein Traum, je -»typischer« er ist, d. h. einer je größeren Anzahl Menschen er gemeinsam -ist, desto sicherer seinem latenten Inhalt nach sexueller Art.[30] Wir -müssen also darauf vorbereitet sein, zu finden, daß jeder durch Träume -hervorgerufene Glauben seiner Natur, d. h. seinem latenten Inhalt nach, -ebenfalls sexuell ist. - -Träume von Menschen, die in Wirklichkeit tot sind, finden sich am -häufigsten und am meisten mit Affekt besetzt, wenn der Tote Vater oder -Mutter vertritt. Sie sind häufig von Liebe oder Haß durchsetzt und -verdanken ihren letzten Ursprung Inzestmotiven, die in der Kindheit -verdrängt und seitdem vergessen wurden. Diese Tatsache ist von -besonderer Wichtigkeit in Verbindung mit solchen Themen wie -Ahnenverehrung und dem Besuch von Geistern aus dem Grab bei Lebenden. -Die Schlüsse wurden in weitem Umfange durch tatsächliche Psychoanalyse -neurotischer Patienten bestätigt. - -In betreff der Träume, bei denen Tierfiguren eine vorherrschende Rolle -spielen, soll der Leser zuerst an die Tatsache erinnert werden, daß für -den ungebildeten Geist, z. B. für Kinder und Wilde, die weite Kluft, die -die Gebildeten zwischen Tieren und menschlichen Wesen sehen, viel -weniger deutlich ist. Fiske[31] sagt: »Nichts ist charakteristischer für -das primitive Denken als die enge natürliche Verbindung, die es zwischen -Mensch und Tier annimmt. Die Lehre von der Metempsychose, die sich in -der einen oder anderen Gestalt in der ganzen Welt findet, schließt eine -ursprüngliche Identität zwischen den beiden in sich.« Hartland[32] sagt -ähnlich: »Die Grenzlinien, die wir zwischen den niedrigeren Tieren, dem -Pflanzen- und Tierreich auf der einen Seite und den menschlichen Wesen -auf der anderen Seite ziehen, gibt es auf einer tieferen Kulturstufe -nicht.« Diese Verwandtschaft wird selbst von den gebildeten Klassen noch -mit verschiedener Deutlichkeit gefühlt, eine Tatsache, die in der -Literatur[33] häufig ausgenutzt wurde. Wie jung unser gegenwärtiges -Verhalten gegenüber den Tieren ist, kann man daraus beurteilen, daß -ihnen in nicht fernen Zeiten menschliche Verantwortlichkeit -zugeschrieben wurde; es wurde feierlich über sie Gericht gehalten und -sie wurden als Mörder[34] zum Galgen verurteilt. In einer -Gerichtsverhandlung vom Jahre 1516 ermahnte der Gerichtshof von Trojes -die Raupen, die einige Distrikte verheert hatten, bei Strafe des Fluches -und der Exkommunikation[35] sich innerhalb einer bestimmten Anzahl von -Tagen zu entfernen. Erst im Jahre 1846 wurde das englische Gesetz -»deodand« aufgehoben, demzufolge ein Tier, das jemanden verletzt hatte, -als dem Gesetze verfallen erklärt und zu Gunsten der Armen verkauft -wurde. - -[Fußnote 30: Freud. Op. cit., S. 174-221.] - -Natürlich ist in Sphären, wo die herrschenden Interessen für Menschen -und Tiere gemeinsamer Art sind, der Unterschied zwischen den beiden -weniger scharf als anderswo und zweifellos ist der Zug der Tiere, der -das höchste Interesse erregt, ihre Freiheit, Bedürfnisse, die die -Menschen häufig zurückhalten müssen, besonders Bedürfnisse sexueller und -exkrementeller Natur, offen zu befriedigen; in der Tat wird der Ausdruck -»tierische Leidenschaften« allgemein verwendet, um sexuelle Gefühle -anzuzeigen. Das Kind erlangt seine erste Erfahrung von sexueller -Betätigung häufig dadurch, daß es ihr Zeuge bei Tieren wird und jeder -Psychoanalytiker weiß, wie bedeutsam dieser Einfluß sein kann. Tiere -eignen sich deshalb ausgezeichnet zur symbolischen Darstellung von rohen -und ungezügelten Wünschen. Die analytische Erfahrung hat gezeigt, daß -das Vorkommen von Tieren im Traum regelmäßig ein sexuelles Thema -andeutet, wofür das Mädchen, das von einem wilden Tiere verfolgt oder -angegriffen wird, ein typisches Beispiel ist. - -[Fußnote 31: Fiske. Op. cit., P. 74.] - -[Fußnote 32: Hartland. Op. cit., P. 250.] - -[Fußnote 33: E. g. bei H. G. Wells in seinem Schauerroman »The Island of -Doctor Moreau«.] - -[Fußnote 34: Lawrence. The Magic of the Horse-Shoe, 1899, Pp. 308-311.] - -[Fußnote 35: Cesaresco. Essays in the Study of Folk-Songs, P. 183.] - -In zahlreichen Mythen ist die sexuelle Bedeutung der Verwandlung vom -Mensch zum Tier vollkommen klar. _Riklin_[36] hat deutlich gezeigt, wie -die stufenweise Überwindung des jungfräulichen Abscheus und Widerstandes -gegen sexuelle Beziehungen in der bekannten Gruppe der Märchen -symbolisiert wird, in denen der wunderbare Prinz zuerst in der Gestalt -eines abstoßenden Tieres auftritt, um seine wahre Person im geeigneten -Moment zu zeigen. In vielen Varianten ist der Prinz bei Tag ein Tier und -nimmt seine wahre Gestalt bei Nacht an, wie es bei dem Sohne Indras[37], -dem Prototyp dieser Gruppe, der Fall war. In der griechischen Mythologie -nahmen die Götter bei ihren Liebesabenteuern häufig Tiergestalt an; man -denkt sofort daran, wie Zeus die Persephone in Gestalt einer Schlange -verführte, die Leda als Schwan, die Europa als Stier. Die zuerst -genannte Gestalt nahm auch Apollo bei Atys an, während er bei anderen -Gelegenheiten als Schildkröte auftrat. Die Götter in dieser Hinsicht -nachzuahmen, wurde zu Zeiten direkt ein religiöser Ritus, so wenn die -Frauen in Mendes »sich nackt und öffentlich den Umarmungen der heiligen -Ziege, die die Inkarnation der schöpferischen Gottheit darstellte, -hingaben.«[38] - -[Fußnote 36: Riklin. Op. cit., Seite 41-46.] - -[Fußnote 37: R. Burton. Adaptation of »Vikram and the Vampire«, 1893, -Preface P. 15.] - -[Fußnote 38: Moses. Pathological Aspects of Religions, 1906. P. 25.] - -Andere Typen von Träumen, die Einfluß auf die von uns beobachteten -Anschauungen genommen haben, werden in der geeigneten Verbindung -besprochen und die Beziehung zwischen den verschiedenen behandelten -Themen aufgezeigt werden. - - - - - II. - Der Alptraum. - - -Es ist allgemein bekannt, daß der Alptraum einen größeren Einfluß auf -die Phantasie des Wachlebens der Menschen gehabt hat als irgend eine -andere Traumart.[39] Dies trifft besonders bei der Entstehung des -Glaubens an böse Geister und Ungeheuer zu. Clodd[40] z. B. bespricht die -»besonders intensive Art des Träumens«, die »Alpträume« heißt, wenn -scheußliche Gespenster auf der Brust sitzen, den Atem zum Stocken -bringen und die Bewegung hemmen, denen die ungeheuern Mengen nächtlicher -Dämonen, die das Folklore der ganzen Welt erfüllen und die in unendlich -vielen abstoßenden Gestalten ihren Platz in der Hierarchie der -Religionen gehabt haben, ihren Ursprung verdanken. Einige Mythologen -führen sogar den Glauben an Geister überhaupt auf die Erfahrungen der -Alpträume zurück. So bemerkt Golther[41]: »Der Seelenglauben beruht zum -großen Teil auf der Vorstellung von quälenden Druckgeistern. Erst -allmählich entstand weiterhin der Glaube an Geister, die den Menschen -nicht nur quälten und drückten. Zunächst aber ging der Gespensterglaube -aus dem Alptraum hervor.« - -Dies ist nicht verwunderlich im Hinblick auf den Umstand, daß die -Lebhaftigkeit der Alpträume die der gewöhnlichen bei weitem übersteigt. -Waller[42] sagt aus eigener Erfahrung: »Der Grad der Bewußtheit während -eines Alptraums ist so viel größer als sonst bei einem Traum, daß -derjenige, der eine solche Vision hatte, sich schwer entschließen kann, -die Täuschung anzuerkennen ....« - -[Fußnote 39: E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 10, 61, -76-79. Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band, »Mythus und Religion,« -Zweiter Teil, 1906, S. 118-122.] - -[Fußnote 40: Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 171.] - -[Fußnote 41: Golther. Handbuch der germanischen Mythologie, 1895, S. -75.] - -[Fußnote 42: Waller. A Treatise on the Incubus or Nightmare, 1816, Pp. -28-29.] - -Ich weiß in der Tat nicht, wie man sich davon überzeugen könnte, daß der -Erscheinung, die man während eines Anfalls von Alpdruck hatte, keine -Wirklichkeit zukommt, wenn nicht das Zeugnis anderer Personen, die zu -der Zeit gegenwärtig und wach waren, dagegen spräche. - -Bevor wir die Rolle besprechen, die den Alpträumen bei der Entstehung -abergläubischer Vorstellungen zukam, müssen wir zuerst einiges über sie -selbst sagen. Die drei wichtigsten Züge des _typischen_ Alptraumes sind: -erstens quälende Angst, zweitens ein erstickendes Beklemmungsgefühl auf -der Brust, drittens die Überzeugung, hilflos gelähmt zu sein. Regelmäßig -wiederkehrende, aber weniger auffällige Züge sind: der Ausbruch von -kaltem Schweiß und konvulsivisches Herzklopfen; gelegentlich kommt es zu -einem Samenfluß oder zu einer Ausscheidung aus der vagina oder sogar zu -einer Lähmung der Schließmuskeln. Die Erklärungen des Zustandes, die -noch jetzt in medizinischen Kreisen in Umlauf sind und die ihn auf -Störungen der Verdauung oder der Blutzirkulation schieben, sind -wahrscheinlich weiter entfernt von der Wahrheit als irgend welche andere -medizinische Ansichten und mit den wirklichen Tatsachen vollkommen -unvereinbar. In einer früheren Abhandlung über diesen Gegenstand[43] -habe ich gegen die Erklärungen eingewendet, a) daß sie ihrer Natur nach -nicht imstande sind, die wichtigsten Symptome des Zustandes zu erklären -und b) daß die ungerecht beschuldigten Faktoren nicht damit in -Zusammenhang gebracht werden können, insofern sie häufig bei Leuten -vorkommen, die nicht an Alpträumen leiden, und gewöhnlich denen fremd -sind, bei denen sie sich finden. - -Diese Faktoren können also höchstens als Veranlassung, nicht aber als -Ursache wirken; letztere findet man, wenn man dem Hauptsymptom nachgeht, -nämlich der tödlichen Angst, über welches Thema ich an anderer Stelle -des längeren gesprochen habe.[44] Nachdem ich dargelegt hatte, wie Freud -im wesentlichen ihre Abhängigkeit von verdrängter Libido bewiesen, habe -ich die Schlüsse aus dieser Abhandlung in folgenden Behauptungen -zusammengefaßt. »Der Alptraum ist eine Art von Angstanfall, der im -wesentlichen auf einem heftigen, seelischen Konflikt beruht, dessen -Mittelpunkt eine verdrängte Komponente des psychosexuellen Trieblebens -bildet; er kann durch irgend welche periphere Reize hervorgerufen -werden, die dazu dienen, diesen Komplex verdrängter Gefühle zu erwecken; -die Wichtigkeit aber, die in dieser Verbindung solchen peripheren Reizen -als Faktoren bei der Entstehung des Affektes zukommt, wurde in der -Vergangenheit stark überschätzt.« Ich habe hinzugefügt, daß die -Verdrängung der weiblichen masochistischen Sexualtriebe zur Schaffung -des typischen Alptraums geeigneter ist als die der männlichen, eine -Ansicht, der auch Adler[45] beistimmt. Der latente Inhalt des Alptraums -besteht in einer Darstellung des normalen Geschlechtsverkehrs, und zwar -in einer Art, die typisch für die Frau ist: der Druck auf der Brust, die -äußerste Hingabe des eigenen Selbst, die durch das Lähmungsgefühl -dargestellt wird, ferner die eventuelle Genitalsekretion zeigen dies -direkt an und die anderen Symptome, das Herzklopfen, der Schweiß, das -Erstickungsgefühl u. s. w. sind bloße Übertreibungen der Vorgänge, die -man normalerweise während des Aktes erlebt. - -[Fußnote 43: »On the Nightmare«, Amer. Journal of Insanity, Jan. 1910, -Pp. 383-417.] - -Besonderer Nachdruck muß auf die Tatsache gelegt werden, daß Wünsche, -die auf diese Weise erfüllt werden, immer zu den gewaltsam verdrängten -gehören. Diese Bemerkung erklärt zwei wichtige Tatsachen, vor allem, wie -es kommt, daß dieselbe Person das eine Mal einen Alptraum, das andere -Mal einen Wollusttraum haben kann. Dies hängt hauptsächlich von dem -Objekt des Wunsches ab; wenn das Objekt eine zufällige Bekanntschaft, -besonders wenn es verhältnismäßig leicht erreichbar ist, ist die -Verdrängung natürlich leichter, so daß ihr Effekt praktisch zu nichte -gemacht wird. Unter diesen Umständen kann durch die normalerweise im -Traum eintretende Herabsetzung der endopsychischen Zensur ein erotischer -Wunsch, der im Wachzustand vielleicht unterdrückt wurde, im Traum seine -eingebildete Erfüllung finden. Im Fall des Alptraums, wo die Verdrängung -ihren Höhepunkt erreicht, ist das Objekt des Wunsches immer eine Person, -an die in solchem Zusammenhang zu denken die hemmenden Motive der Moral -und Gesellschaft verbieten. Es ist deshalb verständlich, daß die -Psychoanalyse solcher Träume als Gegenstand des Wunsches einen nahen -Anverwandten zeigt. Dies ist am häufigsten der entsprechende Elternteil -und gewöhnlich ist der Wunsch die Verstärkung einer ursprünglichen -Inzestneigung. Zweitens ist es, wie ich anderswo gezeigt habe[46], eine -von den Ärzten bei ihrer Diskussion über die Pathogenese der Alpträume -übersehene wichtige Tatsache, daß alle Stufen zwischen den extremsten -Typen dieser und der normalen erotischen Träume vorkommen. Wenn die -Verdrängung nicht zu stark ist, so enthält der Traum eine Mischung -angenehmer und peinlicher Sensationen, d. h. er stellt eine sexuelle -Szene dar, die nicht durchaus angenehm ist. Wenn die Verdrängung noch -größer ist, so kann die Angst das Wollustgefühl überwiegen und in dem -extremen Fall des typischen Alptraums ersetzt sie letzteres ganz. Alle -Stufen dieser Mischung von ängstlichen und erotischen Gefühlen können -vorkommen, eine Tatsache, die durch die verschiedenen auf unser Thema -bezüglichen Arten von Mythus und Aberglauben vielfach illustriert wird. - -[Fußnote 44: »The Pathology of Morbid Anxiety«, Journ. of Abnormal -Psychol., June 1911, Vol. VI, Pp. 81-106.] - -[Fußnote 45: Alf. Adler. »Der psychische Hermaphroditismus im Leben und -in der Neurose«, Fortschr. d. Med., 21. April 1910, S. 492.] - -Wir haben oben von der Lebhaftigkeit und dem Eindruck der Wirklichkeit -bei den Alpträumen gesprochen; es ist deshalb nicht verwunderlich, daß -sie zu allen Zeiten und in allen Ländern der Gegenwart wirklicher -fremder Wesen zugeschrieben wurden. Ich brauche bloß an den griechischen -Ephialtes zu erinnern, den germanischen Alp, die altdeutsche mara, den -schweizerischen schratteli, den mittelalterlichen Inkubus, den -schottischen Leamain Sith, den russischen Kikimara, den arkadischen -Kiel-uddakarra, den assyrischen Ardat[47], den tasmanischen bösen -Geist[48], den australischen Mrart[49], den Autu[50] aus Borneo. Eine -starke Bestätigung der oben ausgesprochenen Ansichten bildete der -Umstand, daß alle diese Druckgeister in charakteristischer Weise -Buhlgeister sind. Selbst die in der Wissenschaft gebrauchten Ausdrücke -zur Bezeichnung des Alptraums, nämlich Inkubus und Ephialtes, bedeuten -ursprünglich einen Buhldämon. In anderen Worten, mit alleiniger Ausnahme -der modernen Ärzte hat man den Alptraum stets als _sexuellen_ Angriff -von Seite eines lüsternen Dämons aufgefaßt. Wir haben gesehen, daß -dieser Volksglaube in gewissem Sinn seine Berechtigung hat. Die Ansicht, -daß der Vorgang im wesentlichen sexuell ist, war durchaus richtig; aber -die unbewußten Wünsche, denen er entsprang, wurden von dem Subjekt auf -die Außenwelt projiziert, wie es Freud[51] bezüglich des Aberglaubens -überhaupt gezeigt hat. Die Wissenschaft also, die den Volksglauben bei -Seite schob, verwarf damit die Wahrheit ebensowohl wie den Irrtum; die -Beobachtungen des Volkes waren wie gewöhnlich richtig, aber ihre -Erklärungen wie gewöhnlich falsch. - -[Fußnote 46: I. Op. cit. Pp. 411-413.] - -Daß das im Traum gesehene Objekt furchtbar oder abscheulich ist, hat -seinen Grund einfach darin, daß die Verdrängung die Darstellung des zu -Grunde liegenden Wunsches in seiner nackten Gestalt nicht erlaubt und -die Erscheinung daher ein Kompromiß des Wunsches einerseits und der -heftigen aus der Hemmung entstandenen Furcht andrerseits ist. -_Maury_[52] bemerkt ganz richtig: »Le dormeur s'imaginait être lutiné -par un esprit, oppressé par les impurs embrassements d'un démon incube -ou succube .... L'origine de cette croyance s'explique par le fait -qu'une sensation voluptueuse en rêve est presque toujours accompagnée -d'un sentiment désagréable.« Nashe[53], der vor mehr als 300 Jahren über -die »Schrecken der Nacht« schreibt, scheint ebenfalls eine Vorahnung -derselben Erklärung gehabt zu haben. »Wenn die Nacht unseren Blick in -ihrem schmutzigen Gefängnis eingekerkert hat und wir jeder für uns in -unserem Zimmer eingeschlossen sind, dann hält der Teufel in unserem -schuldvollen Bewußtsein eine Untersuchung ab. Jeder Sinn legt -unserem Gedächtnis eine treue Rechnung seiner verschiedenen, -verabscheuungswürdigen Ruchlosigkeiten vor. Die Tafel unseres Herzens -ist zu einer Liste von Unbilligkeiten verwandelt und alle unsere -Gedanken sind nur Sätze, die uns verdammen ...... Deshalb sind die -Schrecken der Nacht größer als die des Tages, weil die Sünden der Nacht -die des Tages übersteigen.« - -[Fußnote 47: Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38.] - -[Fußnote 48: West. The History of Tasmania, 1852, Vol. II. P. 90.] - -[Fußnote 49: Howitt. The Native Tribes of South-East Australia, 1904, P. -439.] - -[Fußnote 50: Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo, -1896.] - -[Fußnote 51: Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte -Auflage, 1910, S. 133.] - -[Fußnote 52: Maury. La Magie et l'astrologie, 1860, p. 254.] - -Gegen Leistners interessanten Versuch, die Spuren der Alptraummotive -durch eine große Gruppe von Mythen zu verfolgen, hat Wundt[54] eine -Einwendung erhoben, die zwar logisch, aber nicht so wichtig ist, als sie -im ersten Moment erscheint, daß er nämlich nicht genügend zwischen dem -Alptraum und anderen Formen der Angstträume unterscheide; es ist daher -notwendig, einige Worte über diese zu sagen. Der Alptraum unterscheidet -sich von anderen Arten des Angsttraumes (Fratzentraum, Prüfungstraum, -Verfolgungstraum etc.) darin, daß sein latenter Inhalt in höherem Grade -speziell und stereotyp ist. In allen Fällen stellt der latente Inhalt -die Erfüllung eines verdrängten sexuellen Wunsches dar, aber während -diese im Alptraum immer nach dem normalen Sexualakt gebildet ist, kommen -in den anderen Formen des Angsttraumes verschiedene sexuelle Wünsche -(Perversionen) zum Ausdruck. Ein Beispiel dafür wird durch den Traum von -dem angriffslüsternen, schrecklichen Tier geliefert, das gewöhnlich die -Verbindung von Lust mit Brutalität oder Grausamkeit (Algolagnie) -symbolisiert. Zu den Mythen, die auf derselben Basis stehen, schreibt -Leistner[55]: »Hier kommt es uns darauf an, ein für allemal anzudeuten, -daß auch dieser Zug der Alpsagen durchaus den Erfahrungen des Alptraums -entspricht und daß es guten physiologischen Grund hat, wenn die Sage die -bekannte Verbindung der Grausamkeit mit der Wollust den Mittagsgeistern -zuschreibt.« - -[Fußnote 53: The Works of Thomas Nashe. Edited by Mc Kerson, 1904, Vol. -I, Pp. 345, 386.] - -[Fußnote 54: Wundt. Op. cit., S. 122.] - -Die Vermutung des Ursprungs aus Träumen legen die verschiedenen -Vorstellungen von unmöglichen Ungeheuern sehr nahe, besonders -derjenigen, die aus einer Mischung von zwei oder mehreren Tieren -zusammengesetzt sind (Verdichtungsmechanismus des Traumes). - -Diese Gruppe von Vorstellungen ist, wie man wohl weiß, sehr -ausgedehnt.[56] Der Glaube an die wirkliche Existenz solcher Ungeheuer -hat sich bis auf unsere Zeiten gut erhalten und ist auch jetzt unter den -Gebildeten[57] noch nicht ausgestorben. - -Der Fratzentraum ist mehr als alle anderen eine ergiebige Quelle für die -Schöpfung der phantastischen menschlichen Karikaturen und der halb -menschlichen, halb tierischen Figuren, die in der Mythologie -hervortreten. Wundt[58] schreibt: »Wer kann in dem Zwerg das Abbild der -vielen Traumfratzen mit gewaltigem Kopf und Angesicht, wer in den -grinsenden Tiermasken vieler Völker und schließlich noch in dem -Gorgonenangesicht der ältesten griechischen Kunst die Ähnlichkeit mit -den Gesichtsverzerrungen der Reizträume verkennen? Daß diese Gattung der -Träume eine Quelle neben anderen, und daß sie in Anbetracht der durch -alle Einflüsse der Traumvision bezeugten intensiven psychischen Wirkung -der Träume nicht die unbedeutendste ist, kann daher als im höchsten -Grade wahrscheinlich gelten.« - -Wir wollen nun die Züge der Vorstellungen zusammenfassen, die zu Gunsten -eines Ursprungs aus Angstträumen sprechen. Vor allem muß das Vorkommen -der Angst selbst in einer mythischen Vorstellung zumindest immer an die -Möglichkeit eines solchen Ursprungs denken lassen, denn wenn die Angst -natürlich auch unter anderen Umständen als im Traume auftritt, so -erreicht sie doch anderswo -- wenn überhaupt -- jedenfalls sehr selten -den Grad von Intensität, der hier ganz gewöhnlich ist; ferner, wenn -jemand fortwährender Angst unterworfen ist, so kann man sicher sein, daß -er an schweren Angstträumen leidet; weiterhin macht die Möglichkeit der -Verwandlung, besonders menschlicher Wesen in tierische, den Ursprung aus -Angstträumen sehr wahrscheinlich. Das ist besonders der Fall, wenn die -Verwandlung von einem sehr anziehenden in einen höchst abstoßenden -Gegenstand stattfindet, ein sehr häufiger Fall sowohl bei Mythen als bei -Träumen. Diese Verbindung der zwei Extreme von Anziehung und Abstoßung, -von Schönheit und Scheußlichkeit stellt natürlich die beiden kämpfenden -Kräfte von Wunsch und Hemmung dar. Wie wenig entsprechend die Ansichten -sind, die solche Traumerfahrungen auf Schwankungen der gastrischen -Tätigkeit zurückführen, wird hier peinlich klar: So bemerkt auch -Fiske[59] »Verdauungsstörungen erklären nicht das Erscheinen schöner -Frauen durch die Schlüssellöcher.« - -[Fußnote 55: Leistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889. Bd. 1, S. 45.] - -[Fußnote 56: Meyer. Op. cit., S. 97.] - -[Fußnote 57: Gould. Mythical Monsters, 1886, Ch. IX, »The Sea-Serpent«.] - -[Fußnote 58: Wundt. Op. cit., S. 116.] - -Schließlich, und dies ist von größter Wichtigkeit, macht die Verbindung -von Angst mit Inzestmotiven den Ursprung aus Alptraum-Erfahrungen sehr -verdächtig, denn diese enthalten wenig anderes. Die sadistische -Auffassung der Sexualbetätigung, die sich so viele Kinder bilden, -erklärt es, daß eines der Eltern im Traum in der symbolischen Gestalt -eines zum Angriff geneigten Tieres oder Ungeheuers auftritt, wie dies -sehr häufig geschieht. Die oben erwähnte, bemerkenswert enge Verbindung -zwischen Totemismus und Ahnenverehrung, zwischen den Ideen der -Abstammung von einem Tier und der Verwandlung menschlicher und -tierischer Seelen wird nun im Lichte psychoanalytischer Kenntnis der -Symbolik unbewußter verdrängter Wünsche verständlicher. - -[Fußnote 59: Fiske. Myths and Myth-Makers, 1872, P. 95.] - - - - - III. - Inkubus und Inkubation. - - -Im Mittelalter war der Glaube allgemein, daß es böse Geister gäbe, deren -einzige Funktion es sei, mit schlafenden Menschen sexuell zu verkehren. -Die Besucher der Männer hießen sukubi (französisch souleves), die der -Frauen inkubi (französisch follets, spanisch duendes, italienisch -folletti). Die genaue Gestalt, die der Aberglauben im Mittelalter -annahm, beruht größtenteils auf theologischem Einfluß, während das -Material von ursprünglichen, im Volke lebenden Vorstellungen herstammte. -Ein sehr großer Teil der Literatur dieser Zeit wird von eingehenden -Erörterungen über Natur und Art der Tätigkeit dieser Geister -eingenommen. Die allgemeine Vorstellung war eng verknüpft mit der vom -Teufel und seinem Gefolge, so daß der Gegenstand tatsächlich ein Kapitel -des Teufelsglaubens bildet. Die Kirche in Befolgung des heiligen -Augustin[60] sah die Inkubi im wesentlichen als höllische Feinde an, -deren Funktion es sei, die schwachen Menschen in Versuchung zu führen. -In der Ausbildung dieser Auffassung spielte der heilige Thomas -Aquinus[61] eine wichtige Rolle. Eine interessante, nicht orthodoxe -Abweichung bildet im siebzehnten Jahrhundert Peter Sinistrari[62], der -behauptete, die Inkubi seien keine Dämonen, sondern höhere Wesen in der -Mitte zwischen Menschen und Engeln. Nach ihm ließen sie sich selbst -herab, ehrten aber die Menschheit durch ihren Umgang. Anders als bei den -bösen Geistern hätte der Exorzismus keinen Einfluß auf sie. Diese -Ansichten vereinigte er wieder in naiver Weise mit den Aussprüchen der -Kirche über die Sünde solcher Beziehungen, indem er darauf hinwies, daß -diejenigen, die die wahre Natur der Inkubi nicht kannten, sondern sie -für Teufel hielten, ebenso schwer sündigten, als wenn diese Geister -wirklich Teufel gewesen wären. Er wollte offenbar auseinandersetzen, daß -ein wesentlicher Bestandteil der Sünde der Glauben an die Sündhaftigkeit -der begangenen Tat sei. - -[Fußnote 60: Augustin. De Civ. Dei., Lib. XV., Kap. 23. Die berühmte -Stelle ist allzugut bekannt, als daß man sie übersetzen dürfte.] - -[Fußnote 61: Thomas Aquino. Summa theologica, Pt. I. Quest. 51, Art. -3-6.] - -[Fußnote 62: Sinistrari. Demoniality or Incubi and Succubi, Engl. Trans, -1879. Pp. 129, 225 u. s. w.] - -Frauen scheinen von diesen nächtlichen Besuchern mehr geplagt worden zu -sein als Männer und Witwen und Jungfrauen, besonders Nonnen[63] mehr als -verheiratete Frauen. Klöster waren ein sehr geeigneter Nährboden für die -Verseuchung durch Inkubi und es werden zahlreiche Epidemien solcher -Besuche berichtet.[64] Die theologischen Lehren von der Wirklichkeit der -Inkubi gestatteten offenbar Vorkommnisse, die sich sonst nicht so -deutlich hätten äußern dürfen.[65] Eine Lieblingsgestalt, die die Inkubi -annahmen, war die geistliche; so berichtet Hieronymus die Geschichte -einer jungen Dame, die gegen einen Inkubus um Hilfe rief, den ihre -Freunde in der Gestalt des Bischofs Sylvanus unter ihrem Bette fanden. -Der Ruf des Bischofs hätte gelitten, wäre er nicht imstande gewesen, sie -zu überzeugen, daß der Inkubus sich seine Gestalt angeeignet habe. Dazu -bemerkt Reginald Scot[66] skeptisch: »Oh ausgezeichnetes Beispiel für -die Zauberkraft des Sylvanus.« Chaucer in »The wife of Baths Tale« -deutet verstohlen auf die Gleichheit von Mönch und Inkubus hin, indem er -zeigt, daß die Inkubi seit der Einführung des bekannten Ordens der -Bettelbrüder (limitous) selten geworden seien. - - Denn wo die Elfen sonst gewandelt waren, - Sieht man den Bettelmönch des Weges fahren. - -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- - Die Frauen gehen sicher her und hin, - Im Busch und Wald, am schattenreichen Ort, - Kein andrer Inkubus als er ist dort. - -[Fußnote 63: Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 519. Freimark. -Okkultismus und Sexualität. S. 349.] - -[Fußnote 64: Murisier. Les maladies du sentiment religieux, 1909, P. 49. -Pezet. Contribution á l'étude de la démonomanie, 1909, P. 18.] - -[Fußnote 65: Vgl. Freud. Zentralblatt f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 7.] - -[Fußnote 66: Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft. (1584). 1886 -Edition, P. 62.] - -In den Berichten über die wirklichen Beispiele von Inkubus-Besuch[67] -tritt eine Tatsache, die für unsere gegenwärtige Erörterung von -besonderer Bedeutung ist, mit größter Klarheit hervor, nämlich, daß die -Natur und Art des Inkubus _jeden möglichen Grad zwischen der Erregung -angenehmer Wollust einerseits und äußerstem Schrecken und Widerwillen -anderseits zeigt_. Diese Verschiedenheit und die Unmöglichkeit der -Abgrenzung innerhalb der äußersten Grade zeigt die enge Verknüpfung -zwischen Angst und Libido; es erinnert uns lebhaft an die völlig gleiche -Abstufung, die wir zwischen erotischen und Alpträumen beobachten können. -Simon[68] zeigt bei der Erörterung erotischer Halluzinationen, daß sich -auch hier derselbe Wechsel zwischen abstoßenden und angenehmen Visionen -findet: »Tantôt le spectre hallucinatoire est de forme agréable; c'est -un mari, un amant, une femme aimée et, dans ces cas, la sensation -éprouvée par l'halluciné est voluptueuse. Plus souvent, peutêtre, -l'hallucination visuelle est repoussante: il s'agit du démon, de quelque -être difforme, d'une vieille femme à l'aspect hideux dont les -embrassements sont pour l'aliené un objet d'horreur; d'images -dégoûtantes, qui poursuivent le malade et qui l'obsèdent. Dans ces cas, -l'hallucination génitale consiste en une impression douleureuse, àtout -le moins, pénible ou désagréable.« - -Höflers[69] Schluß, daß der Dämonenglaube seinen Ursprung im Alptraum, -der Inkubusglaube im Wollusttraum habe, mag daher als richtig angesehen -werden, aber man muß dazu bemerken, daß sie beide im Grunde ein und -dasselbe sind, denn ebenso, wie die beiden Traumarten ineinander -übergehen, so sind auch Teufels- und Inkubusglaube unentwirrbar -verschlungen. - -Diese verschiedenen Arten des Inkubusbesuches werden von Goerres[70] -deutlich gezeigt: »tantôt ce sont les angoisses de l'étouffement, de la -paralysie, tantôt, au contraire, c'est une surexcitation violente des -organes sexuels avec la sensation du dégagement du système musculaire, -quelque chose comme le vertige de la vitesse.« Die Ähnlichkeit der -peinlichen Abart mit einem Alptraum oder, besser gesagt, die Identität -der beiden mag durch ein einziges Beispiel illustriert werden. De -Nogent[71] sagt, daß seine Mutter wegen ihrer großen Schönheit die -Angriffe von Inkuben auszuhalten gehabt hätte. Während einer schlaflosen -Nacht erschien ihr plötzlich »der Dämon, dessen Gewohnheit es war, die -von Traurigkeit zerrissenen Herzen zu überfallen,« von Angesicht und -erdrückte sie, deren Augen der Schlummer nicht geschlossen hatte, fast -durch sein erstickendes Gewicht. Die arme Frau konnte sich weder -bewegen, noch klagen, noch atmen; ... Die Dienstboten fanden ihre Herrin -bleich und zitternd, die ihnen die Gefahr schilderte, von der sie -bedroht gewesen und deren deutliche Zeichen sie trug. Die Beschreibungen -der entgegengesetzten, lusterregenden Art sind häufig und brauchen nicht -einzeln angeführt zu werden; wie zu erwarten, nahm der verliebte Inkubus -häufig die Gestalt des Liebhabers, des verlorenen Gatten u. s. w. -an.[72] In den meisten Berichten finden sich lustvolle und abstoßende -Züge nebeneinander. Ein ausgezeichnetes Beispiel der verborgenen -Anziehung, die ein böser Inkubus ausübte, wird von Goerres[73] mit -feiner psychologischer Einsicht berichtet; es erinnert uns an den -Widerstand, dem man noch heute bei der Bemühung begegnet, neurotische -Patienten dazu zu bewegen, ihre Symptome fahren zu lassen: »En 1643, je -fus chargé par mes supérieurs d'aller exorciser une jeune fille de vingt -ans qui était poursuivi par un Incube. Elle m'avoua sans détour tout ce -que l'esprit impur faisait avec elle. Je jugeai, d'après ce qu'elle me -dit, que malgré ses dénégations, elle prêtait au démon un consentement -indirect. En effet, elle était toujours avertie de ses approches par une -surexcitation violente des organes sexuels; et alors, au lieu d'avoir -recours à la prière, elle courait à sa chambre et se mettait sur son -lit. J'essayai d'éveiller en elle des sentiments de confiance envers -Dieu; mais je n'y pus réussir, et elle semblait plutôt craindre d'être -delivrée.« Denselben Wechsel zwischen ängstlichen und wollüstigen -Gefühlen bei den Inkubusbesuchen zeigen die Lehren der Kirche, die sich -mit dem verschiedenen Verhalten der betroffenen Personen dagegen -beschäftigen, besonders bezüglich der Stärke des geleisteten -Widerstandes. Die Erörterungen über diesen Punkt ähneln nämlich sehr -einer modernen Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus -Maleficarum[74] z. B. scheiden die Teilnehmer in drei Klassen: »1. -diejenigen, welche sich freiwillig den Inkubi unterwerfen, wie es die -Hexen tun, 2. diejenigen, welche von den Hexen mit den Inkubi oder -Sukkubi gegen ihren Willen zusammengebracht werden, 3. und die dritte -Art ist die, zu welcher besonders gewisse Jungfrauen gehören, die -durchaus gegen ihren Willen von Inkubi-Dämonen belästigt werden.« - -[Fußnote 67: Siehe z. B. Zitate bei Jacob. Curiosités Infernales, Pp. -85-97.] - -[Fußnote 68: Simon. Le monde des rêves, 1882, P. 183.] - -[Fußnote 69: Höfler. Zentralbl. f. Anthropologie, 1900, Band 5, S. 1.] - -[Fußnote 70: Goerres. Zitiert bei Delassus, Les incubes et les succubes, -1897.] - -[Fußnote 71: Zitiert bei Laurent und Nagour. Okkultismus und Liebe, -Deutsche Übersetzung, 1903, S. 109.] - -[Fußnote 72: Michelet. La Sorcière, 1869, 3. édition, P. 108. Delassus, -Op. cit., P. 20 u. s. w.] - -[Fußnote 73: Goerres. Zitiert bei Delassus, Op. cit., P. 21.] - -Augenscheinlich ging die Entdeckung, daß erotische Träume natürliche -Ursachen haben und nicht durch den Besuch eines fremden Wesens -entstanden sind, der entsprechenden bezüglich der Angstträume voran. -Träume, in denen beide Gefühle gemischt waren, wurden deshalb noch -weiterhin dem Angriff von Seite eines lüsternen Dämons zugeschrieben. Im -Mittelalter glaubte man, daß bis zum Jahre 1400 der Verkehr mit den -Inkubi nur gegen den Willen des betreffenden Menschen stattfand, daß -aber nach dieser Zeit das Aufkommen eines Geschlechts von geilen Hexen -dazu führte, daß die Leute sich freiwillig den Inkubi hingaben.[75] Die -Erklärung dafür kann nur darin gesucht werden, daß man begann, sich von -dem Glauben an die Wirklichkeit der halluzinatorischen Objekte in -erotischen Träumen freizumachen und ihn nur bezüglich der Angstträume -zurückbehielt, daß aber die theologische Ausbildung der -Inkubusvorstellung ein Wiederaufleben des ursprünglichen Glaubens -bewirkte, daß der Partner in einem sexuellen Traum ein wirkliches Wesen -sei. - -[Fußnote 74: Der Hexenhammer. Deutsche Ausgabe, 1906. Zweiter Teil, S. -197-198.] - -[Fußnote 75: Reginald Scot. Op. cit., P. 58.] - -Selbst im Mittelalter[76] aber und mehr noch in den folgenden -Jahrhunderten wurden die natürlichen Quellen der Erscheinung aufgedeckt, -vor allem von den Ärzten. Der sexuelle Ursprung des ganzen Phänomens war -also in weitem Umkreis anerkannt, insbesondere von Seite der Ärzte, aber -als die Zeit fortschritt, wurde diese Ansicht mehr und mehr in den -Hintergrund geschoben. Wenn aber sowohl angenehme Träume vom Verkehr mit -einem Liebhaber als auch unangenehme von dem mit einem bösen Geist ihren -Ursprung einer erotischen Erregung verdanken, so folgt daraus, daß beide -Traumtypen miteinander verwandt sein müssen. - -Bei einer der Versammlungen des Bureau d'adresse[77] wurde von -verschiedenen Ärzten die Ansicht ausgesprochen, daß der Inkubusglaube -ausschließlich das Produkt der »Macht einer lüsternen Einbildungskraft« -sei. Nach der Ansicht eines dieser Ärzte seien solche Vorstellungen -»produites par l'abondance ou la qualité de la semence, laquelle, -envoyant son espèce dans la phantaisie, elle se forme un objet agréable, -remue la puissance metrice, et celle-ci la faculté expulstrice des -vaisseaux spermatiques.« De Saint André[78], der Arzt Ludwig XV. meinte, -daß »L'incube est le plus souvent une chimère, qui n'a pour fondement -que le rêve, l'imagination blessée, et très souvent l'imagination des -femmes ...... L'artifice n'a pas moins de part à l'histoire des incubes. -Une femme, une fille, une dévote de nom, etc., débauchée, qui affecte de -parâitre virtueuse, pour cacher son crime fait passer son amant pour un -esprit incube qui l'obsède.« Dalyell[79] bemerkt ebenfalls, daß »die -Gegenwart der Inkubi und Sukkubi nur verliebte Phantasien anzeige.« -Delassus[80], der auf dem sexuellen Charakter des ganzen Gegenstandes -besteht, sagt, daß die krankhafte Erscheinung des Inkubus anzeige: »la -victoire de Lilith et de Nahemah, les reines des Stryges, sur les -imprudents qui ont voulu rester chastes, qui ont voulu mépriser les -vérités éternelles du lingam.« - -[Fußnote 76: Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im -Mittelalter, 1900, S. 138-139.] - -[Fußnote 77: Recueil général des questions traités et conférence du -Bureau d'adresse, 1656.] - -[Fußnote 78: De Saint-André. Lettres au sujet de la magie, des maléfices -et des sorciers, 1725.] - -[Fußnote 79: Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. -599.] - -Spätere Autoren haben auf die krankhafte Natur der Erscheinung Nachdruck -gelegt. Macario[81] sagt: »les succubes et les incubes sont des malades -atteints d'hallucinations de la sensibilité génitale.« Leuret[82] -erkannte bereits vor achtzig Jahren deutlich die Analogie zwischen -diesen Glaubensformen des Mittelalters und den Halluzinationen -Wahnsinniger. Er illustriert dies durch einen detaillierten Vergleich -einer seiner Patientinnen mit einer Frau, der der heilige Bernhard die -bösen Geister austrieb. »Les hallucinations ont entre elles une si -grande analogie, que les êtres crées par elles différent seulement dans -les accessoires; les descriptions qu'en donnent actuellement nos alienés -ressemblent aux descriptions que donnaient autrefois les saints et les -possédés; les noms seuls différent. Ainsi, pour savoir tout ce qui -concerne les incubes, il suffit d'écouter un de ces malades qui se -plaignent de les recevoir pendant la nuit. Les incubes sont et font -encore tout ce qu'ils étaient et faisent jadis.« - -Man wird bemerken, daß im Gegensatz zu den anderen abergläubischen -Vorstellungen dieser Gruppe die Idee der Transformation keinen -Bestandteil der Inkubusanschauung bildet. Die Ursache dafür ist sehr -einfach und zeigt sehr wohl die künstliche Natur der ganzen Anschauung. -Die Idee dieser Transformation fand sich im Mittelalter immer sowohl in -der theologischen Vorstellung vom Teufel als auch in der vom Volk -verbreiteten vom Alp, aber die Kirche _definiert auf künstliche Weise_ -den Inkubus als Dämon in _menschlicher_ Gestalt. Wenn er als Tier kam, -so war er eine andere Art des Teufels und nicht länger ein Inkubus. - -[Fußnote 80: Delassus. Op. cit., Pp. 39, 41, 51.] - -[Fußnote 81: Macario. »Etudes cliniques sur la démonomanie«, Annales -méd.-psychol. 1843, t. I, P. 441.] - -[Fußnote 82: Leuret. Fragments psychologiques sur la folie, 1834, Pp. -258, 261-264.] - -Wie ich im letzten Kapitel erwähnte, war und ist der Glaube an das -Vorkommen eines geschlechtlichen Verkehrs zwischen menschlichen und -übermenschlichen Wesen einer der verbreitetsten Aberglauben der ganzen -Welt.[83] Im Mittelalter fand er sich tatsächlich überall. Verschiedene -berühmte Leute, darunter Alexander der Große, Cäsar, Martin Luther, -Plato, außerdem die ganze Rasse der Hunnen wurden für Sprößlinge solcher -Vereinigungen gehalten und die Insel Zypern war nach dem allgemeinen -Glauben von den Nachkommen der Inkubi bevölkert. Erotische und -Angstträume wurden immer auf diese Weise erklärt. Gener[84] z. B. sagt: -»presque tous les peuples de l'Orient ont recouru aux incubes et aux -succubes dans l'explication qu'ils ont données des rêves d'amour et des -pollutions nocturnes.« Bei den heutigen europäischen Nationen findet -sich der Glaube noch hie und da im Volk; anderseits scheint er in -gewissen mystischen[85] und spiritistischen[86] Kreisen besonders in -Frankreich und Amerika neue Lebensfrist erhalten zu haben. Hier glaubt -man an die Möglichkeit einer Empfängnis aus der vierten Dimension. - -Wie oben erwähnt, meinte man, daß der Verkehr während des Schlafes nicht -nur mit bösen Geistern, sondern auch mit göttlichen vorkam. In diesem -Zusammenhange mögen ein paar Worte über die wohlbekannte _Incubation_ -gesprochen werden, denn wenn dies auch keine speziell mittelalterliche -Vorstellung ist, so hielt man doch im Mittelalter daran fest und sie -bildet einen lehrreichen Gegensatz zu dem Inkubusglauben. In der Tat -weist, wie Wundt[87] bemerkt, schon allein die Ähnlichkeit der -Ausdrücke, Inkubus und Inkubation, auf eine innere Beziehung zwischen -den beiden Vorstellungen hin. Der Gegenstand hat eine erhöhte Bedeutung -für unseren gegenwärtigen Zweck durch seine enge Verbindung mit -Ahnenverehrung und Verwandlung in Tiergestalt. - -[Fußnote 83: Zahlreiche Beispiele zitiert Freimark, Op. cit., S. -342-348, und Gener, Op. cit., P. 340, u. s. w.] - -[Fußnote 84: Gener. Op. cit., P. 520.] - -[Fußnote 85: Vgl. Bücher wie De Guaita, Temple de Satan; Des Mousseaux, -Les hauts phénomènes de la magie; Jules Bois, La Satanisme et la Magie; -Huysmans, Là-bas, und En Route, u. s. w.] - -[Fußnote 86: Freimark. Op. cit., S. 355, 364, 368-9, 376, 385. Peixoto, -Archivos Brasileires de Psychiatria, 1909, Pp. 74-94.] - -[Fußnote 87: Wundt. Völkerpsychologie, Band II, Teil II, S. 110.] - -Der Vorgang der Inkubation wurde vor allem in bezug auf Griechenland und -Rom untersucht, aber er ist über die ganze Welt verbreitet und man fand -ihn in Zentralamerika[88], Nordafrika[89], Australien[90], Borneo[91], -China[92], Indien[93], Persien[94] u. s. w. Mehrere verschiedene -Verfahren sind unter diesem Ausdruck inbegriffen; besonders typisch ist -die Vereinigung eines Menschen mit dem Gott oder der Göttin im Heiligtum -des Tempels während des Schlafes, ein Brauch, dessen Hauptquelle, wie es -scheint, in Ägypten lag. Ferner findet sich die Vereinigung mit einem -Abgeschiedenen auf dessen Grab (Gräberschlaf) oder mit verschiedenen -Geistern in der Nähe heiliger Quellen, eine Sitte, die sich -hauptsächlich in Griechenland entwickelte. Durch dieses Verfahren wurden -mehrere Zeremonien begünstigt, die zweifellos erst später aufkamen; aus -der ursprünglichen Idee der engen Verbindung mit der Gottheit -entwickelte sich der Brauch, sich ihre Gunst durch die Vereinigung der -Männer mit Göttinnen zu sichern, z. B. mit der Isis in Ägypten und -Rom[95], mit Serapis in Ägypten, Rom und Canopaea[96], mit der Diana in -Ephesus[97] und der Ino in Lakedaemon[98] oder durch die geheiligte -Prostitution der Frauen den Göttern gegenüber, z. B. dem Wishnu in -Indien[99], dem Bel[100] und Shamash[101] in Babylon, dem Ammon in dem -ägyptischen Theben[100] u. s. w. Das bekannteste Beispiel ist der Kultus -des Asklepios in Epidauros und später an zahlreichen anderen Orten; -zuletzt gab es 320 solcher Stätten. Die Schwangerschaft war eine häufige -Folge dieser Vereinigung, wovon ich hier nur zwei Beispiele gebe. Als -Andromache von Epirus im Traumzustand in Epidauros weilte, da hob der -Gott ihr Kleid und berührte ihren Körper und dieses Erlebnis war von der -Geburt eines Sohnes gefolgt.[102] Andromeda von Cheos wurde unter -denselben Umständen von dem Gott besucht, und zwar in Gestalt einer -Schlange, die auf ihrem Körper lag; sie gebar fünf Söhne.[103] - -[Fußnote 88: Herrara. Historia general de los hechos de los Castellanos -en las islas y terra firme del Mar Oceane, 1730, Vol. IV, Kap. 4.] - -[Fußnote 89: Nachtigal. Sahara und Sudan. 1889, Band 3. S. 477.] - -[Fußnote 90: Grey. Journals of Two Expeditions of Discovery in -North-west and Western Australia, 1841, Vol. II, P. 336.] - -[Fußnote 91: Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo, -1896, Vol. I, P. 185.] - -[Fußnote 92: Stoll. Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie. -Zweite Auflage, 1904, S. 51, 52.] - -[Fußnote 93: Dulaure. (Krauss Ausgabe.) Die Zeugung in Glaube, Sitte und -Brauch der Völker, 1908, S. 45, 50, 80.] - -[Fußnote 94: Voyages d'Ibn Batoutah. Trad. franc., 1873, t. I., P. 418.] - -[Fußnote 95: Alice Walton. The Cult of Asklepios, 1894, Pp. 63, 74.] - -[Fußnote 96: Preller. Berichte ü. d. Verhandl. d. Königl. Sächs. Gesell. -d. Wissenschaften zu Leipzig, 1854, S. 196.] - -Die Verbindung zwischen Asklepios und der Schlange war überhaupt sehr -eng, da Schlangen in seinem Tempel nicht nur heilige Verehrung genossen, -sondern direkt den Gott[104] bedeuteten; eine riesige Schlange wurde im -Jahre 293 vor Christus nach Rom gebracht, um anzuzeigen, daß er seine -Schutzherrschaft auf diese Stadt ausgedehnt habe. Zahlreiche berühmte -Männer wurden von dem Schlangengott erzeugt, z. B. Aratus von Sikoun, -Aristomenes, Alexander der Große, der ältere Scipio, Augustus (in diesem -Fall bedeutet die Schlange den Apoll, den Vater des Asklepius) u. s. -w.[105] Es ist wohl bekannt, daß der Schlangengott auf der ganzen -Erde[106] zu den häufigsten Objekten der Anbetung gehört. Selbst die -Götter kultivierterer Verbände erscheinen häufig in dieser Gestalt, -besonders wenn sie in Liebesabenteuer verwickelt sind; so verführte -Apollo als Schlange die Atys (wobei er als Andenken an seinen Besuch ein -entsprechendes Zeichen auf ihrem Körper zurückließ), ebenso Zeus die -Persephone und Odin die Gunnlodh. Die Umstände, unter denen sie diese -Gestalt annahmen, bieten uns einen Schlüssel zur Bedeutung der -Schlangensymbolik, und daß diese eine phallische ist, ist so wohl -bezeugt, daß es unnötig wäre, dabei zu verweilen.[107] - -[Fußnote 97: Puschmann. Geschichte der Medizin. 1902, Bd. 1, S. 504.] - -[Fußnote 98: Pausanias. Attika, Kap. 21.] - -[Fußnote 99: Dulaure. Loc. cit.] - -[Fußnote 100: Cullimore. Oriental Cylinders, Nr. 71, 76, 109. Frazer. -Lectures on the Early History of the Kingship, P. 170.] - -[Fußnote 101: Johns. »Notes on the Code of the Hammurabi«. Amer. Journ. -of Semitic Languages, 1903, Vol. XIX, P. 98.] - -[Fußnote 102: Mary Hamilton. Incubation, or the cure of disease in Pagan -Temples and Christian Churches, 1906, P. 25.] - -[Fußnote 103: Hamilton. Op. cit., P. 27.] - -[Fußnote 104: Siehe besonders Walton, Op. cit., Op. 13-16, 65, 94. -Puschmann, Op. cit., S. 169.] - -[Fußnote 105: Deubner. De incubatione, 1900, S. 33.] - -Besonderes Interesse bietet es, daß die Schlange nicht allein das -männliche Glied symbolisiert, sondern speziell das männliche Glied des -_Vaters_. Einer der am weitesten über die ganze Welt verbreiteten -Aberglauben ist es, daß Schlangen die Inkarnation toter Vorfahren[108] -sind, eine Tatsache, die Schlangen- und Ahnenverehrung in enge Beziehung -bringt; eine Ausbildung davon ist der Glaube an individuelle -Hausschlangen, die das Haus verlassen, wenn die männlichen Mitglieder -des Hauses, besonders der Vater, sterben.[109] Diese Vorstellung ist eng -verbunden mit dem Glauben, daß die Seele (der Lebensgeist) den -Schlafenden in Gestalt einer Schlange verläßt, die durch den Mund -entschlüpft.[110] Diese Symbolik und der chthonische Ursprung solcher -Götter wie Asklepios[111] überhaupt bilden das Verbindungsglied zwischen -den Vorstellungen von Schlangen und Gräbern, Schlangen- und -Ahnenverehrung, Tempelschlaf und Gräberschlaf. - -[Fußnote 106: Cp. Deane. The Worship of the Serpent, 1833; Du Bosc. The -Dragon, Image and Demon, 1886; Ferguson. Tree and Serpent Worship. -Second Edition, 1872; Howard. Sex Worship, 1902, Ch. VIII, »The Serpent -and The Cross«; Staniland Wake. Serpent Worship, 1888.] - -[Fußnote 107: Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S. -40-44.] - -[Fußnote 108: Frazer. The Golden Bough. Third Edition. Part IV. (Adonis, -Attis, Osiris. Second Edition.) 1907, P. 76, 77. Hartland. Primitive -Paternity, 1909, Vol. I, P. 169, et seq. Wundt. Op. cit., S. 61-64.] - -[Fußnote 109: Lang. Myth, Ritual and Religion. Vol. I. P. 57; E. H. -Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 63, 64, 73; Rochholtz. Deutscher -Glaube und Brauch, 1867, Band 1 (Deutscher Unsterblichkeitsglaube), S. -146, 147; Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 1900, S. -51.] - -[Fußnote 110: Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876. Nachtrag -S. 247, 312. Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 289.] - -So wurde die Inkubation ein wichtiges Heilmittel gegen die -Unfruchtbarkeit und die Gabe des Asklepius, diese zu heilen, erbten -später eine Reihe christlicher Heiliger, unter denen besonders der -Erzengel Michael, der heilige Damien und der heilige Hubert in dieser -Richtung wirksam waren[112] und zwar der Letztgenannte noch im 17. -Jahrh. in den Ardennen. Die Inkubation wurde in Schottland[113] und -Irland[114] sogar noch bis zu einem späteren Zeitpunkt ausgeübt und es -ist interessant zu bemerken, daß die betreffende Person hier in der Haut -eines geheiligten Schafes schlief, genau ebenso wie die Anbeter des Amon -in Theben[115] oder die des Amphiarus in Attika.[116] In einer -wallisischen Kirche in Monmouthshire nahm man noch im 19. -Jahrhundert[117] dazu seine Zuflucht. - -Im Mittelalter wurden nach und nach drei Veränderungen in dieses -Verfahren eingeführt. Der Schlaf verschwand und an seine Stelle trat die -Wallfahrt mit Gebeten zu dem Gott oder der Göttin; mehr Gewicht wurde -auf heilige Quellen und Brunnen gelegt als auf einfach geheiligte -Stätten und die Heilung von Unfruchtbarkeit wurde verallgemeinert zu der -schwerer Defekte überhaupt, besonders solcher, die im Unbewußten mit der -Idee der Impotenz oder Sterilität verknüpft sind (Lahmheit, Blindheit -etc.). Der Wechsel des Schauplatzes wurde zweifellos durch die enge -Verbindung von Wasser und Kindesgeburt[118] bestimmt. Bis heute werden -in ganz Schottland[119] und manchen anderen Teilen von Europa heilige -Quellen verehrt. Die heutigen Pilger von Lourdes wissen wenig davon, daß -ihr Zug dorthin durch alte griechische, von Inzestwünschen stammende -Vorstellungen bestimmt wird. - -[Fußnote 111: Puschmann. Op. cit., Bd. 1, S. 170.] - -[Fußnote 112: Maury. La magie et l'astrologie, 1860, Pp. 247, 248, 251.] - -[Fußnote 113: Pennant. Tour, 1772, Vol. I. P. 311. Martin. Western -Islands, P. III.] - -[Fußnote 114: Richardson. The Folly of Pilgrimages, P. 70.] - -[Fußnote 115: Herodotus. Lib. II, Par. 42.] - -[Fußnote 116: Pausanias. Lib. I, Kap. 34.] - -[Fußnote 117: Rees. British Medical Journal, Oct. 30, 1909, P. 1317.] - -[Fußnote 118: Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, -1909, S. 69, 70.] - -[Fußnote 119: Sir Arthur Mitchell. The Past and The Present.] - -Schließlich wurde die Inkubation ausgeübt als Mittel, die Zukunft zu -erraten oder eine Inspiration herbeizuführen. Ein wohlbekanntes Beispiel -für letzteres ist die Inspiration zu einer Tragödie, die Aeschylos im -Traum von Bacchos erhielt; in Irland hing die Wahl der Könige von den -Eingebungen ab, die man durch die Inkubation[120] erhielt. - -Die Beziehung zwischen der Inkubation besonders in ihrer ursprünglichen -Form und dem Alptraum ist zu klar, um einer längeren Ausführung zu -bedürfen. Wundt[121] schreibt: »In der Tat lassen sich alle diese, der -Inkubation im weitesten Sinne zugehörigen Tatsachen auf zwei einander in -mancher Beziehung verwandte Ausgangspunkte zurückverfolgen: auf den -_Angsttraum_ und auf den _Krankheitsanfall_.« Es ist aber klar, daß die -Träume, die in dieser Richtung den größten Einfluß nahmen, in der Mitte -zwischen reinem Alptraum und reinem erotischen Traum gestanden haben -müssen, es waren nämlich solche, in denen sich ängstliche und -Lustgefühle mischten. - -Die hervorragende Rolle, die die Schlange bei der ursprünglichen -Inkubation spielte, kann zu Gunsten dieses Schlusses angeführt werden, -denn die Schlangensymbolik ist ein ausgezeichnetes Beispiel des für den -Traum charakteristischen Typus. Artemidorus hatte offenbar eine dunkle -Ahnung davon, wie sein Ausspruch zeigt: »Wenn eine Schlange jemanden im -Schlaf verfolgt, so möge er gegen böse Frauen auf der Hut sein.«[122] -Damit möge das brandenburgische Sprichwort verglichen werden: »Wenn man -eine Schlange mit ins Bett nimmt, hat man viel Glück« -- oder die -oldenburgische Redensart[123]: »Wenn Schlangen in den Leib eines -Menschen hineingehext werden, so drücken sie das Herz.« Die Inkubation -ist keineswegs das einzige Beispiel für einen Glauben, der von der -Schlangenerscheinung des Angsttraums herstammt. Laistner[124] z. B. hat -in einem der »Alpschlange« gewidmeten Kapitel genau die Rolle erklärt, -die die Schlange in germanischen Mythen und abergläubischen -Vorstellungen spielt, deren Ursprung im Alpdruck liegt. - -[Fußnote 120: O'Curry. On the Manners and Customs of the Ancient Irish, -1873, Vol. II., P. 199.] - -[Fußnote 121: Wundt. Loc. cit.] - -[Fußnote 122: Wuttke. Op. cit., S. 115.] - -[Fußnote 123: Wuttke. Op. cit., S. 116.] - -Zum Schluß können wir wohl sagen, daß wir in der -Inkubus-Inkubationsvorstellung ein ausgezeichnetes Beispiel für einen -Glauben haben, der nicht allein seine äußere Gestalt von den Erfahrungen -des Alptraums empfangen hat, sondern dessen latenter Inhalt ebenfalls -identisch ist mit dem des Alptraumes; er besteht nämlich in einer -eingebildeten Erfüllung gewisser zurückgedrängter Wünsche nach sexuellem -Verkehr, besonders mit den Eltern. - - - - - IV. - Der Vampir. - - -Der Vampirglaube ist keineswegs so scharf abgegrenzt wie der an den -Inkubus und ist mehr mit anderen Arten von Aberglauben verschlungen, -doch sollen hier nur die typischen Formen in Betracht gezogen werden. -Ferner ist auch die zu Grunde liegende psychologische Bedeutung hier -verwickelter als beim Inkubusglauben und wir werden unsere Analyse nur -auf die Hauptzüge zu beschränken haben. Soviel möge gesagt werden, daß -der latente Inhalt deutliche Anzeichen für die meisten Arten von -sexuellen Perversionen enthält und daß die Vorstellung verschiedene -Formen annimmt, je nachdem, ob diese oder jene Perversion mehr -hervortritt. - -Die zwei wesentlichen Charakteristika eines richtigen Vampirs sind: -Erstens sein Ursprung aus einem Toten und zweitens seine Gewohnheit, aus -einem Lebenden Blut zu saugen, gewöhnlich mit tödlichem Effekt. Es wird -praktischer sein, diese beiden Charakteristika zuerst getrennt -voneinander zu betrachten. - -[Fußnote 124: Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 1, Kap. 17, S. -83-108.] - -Das Interesse des Lebenden an dem Toten, sei es an seinem Körper oder an -seinem Geist, ist ein unerschöpfliches Thema; nur ein Teil davon kann -hier behandelt werden und auch dieser nur in möglichst kurzer Fassung. -Die Vereinigung der beiden kann entweder dadurch zu stande kommen, daß -der Tote zu dem Lebenden zurückkehrt, oder dadurch, daß der Lebende sich -jenem im Tode vereinigt. In dem Ghulglauben besucht eine lebende Person -den Toten, und zwar nur den Körper des Toten; weiter ausgebildet ist der -Vampirglaube, denn hier besucht zuerst der Tote den Lebenden und dann -wird infolgedessen der Lebende in den Tod gezogen. Der Wunsch nach oder -die Furcht vor Wiedervereinigung, die selbstverständlich ihren Ursprung -im Lebenden hat, wird hier teilweise auf den Toten projiziert. - -Eine fortgesetzte Beziehung zwischen einem Lebenden und einem Toten kann -entweder gewünscht oder gefürchtet werden und jedes dieser Gefühle kann -die Wirkung haben, den Lebenden in den Tod zu ziehen oder den Toten zum -Leben zu erwecken. Wir haben infolgedessen vier Arten von Aberglauben zu -unterscheiden. Wie zu erwarten, sind die Wirkungen von Angst und Liebe -hier wie anderswo nicht scharf zu trennen. - -Das verständlichste Motiv für den Wunsch nach der Rückkehr des Toten -tritt ein, wenn die Beziehungen zwischen Liebenden (Mann und Frau, Kind -und Eltern) unterbrochen wurden. Häufig wird dies auf den Toten -projiziert, von dem man glaubt, daß er den übermächtigen Impuls hat, zu -dem geliebten Wesen, das er verließ, zurückzukehren. Der Mechanismus -dieser Projektion findet sich zweifellos in dem Wunsch, daß die Person, -die »davongegangen« ist, uns nicht vergessen soll, ein Wunsch, der in -letzter Linie aus Kindheitserinnerungen stammt, wenn wir von den -geliebten Eltern allein gelassen wurden. Der Glaube, daß der Tote den -Lebenden besuchen kann, besonders bei Nacht, findet sich auf der ganzen -Welt.[125] Er war immer ein fruchtbares Thema für Mythologie und -Literatur; man denkt sogleich an die verschiedenen Versionen -der Lenorensage oder an Goethes Braut von Korinth (von der -Hock[126] interessanterweise angenommen hat, daß sie durch eine -Kindheitserinnerung hervorgerufen wurde) und an manche andere -Beispiele.[127] - -Dies ist offenbar die Ursache dafür, daß Vampire immer zuerst Verwandte -heimsuchen, insbesondere ihre Ehegenossen, ein Zug, bei dem alle -Beschreibungen verweilen.[128] Witwen können auf diese Weise schwanger -werden.[129] Dies geschah in der wohlbekannten Meduegya Epidemie[130] -und man glaubt immer noch an diese Möglichkeit, z. B. in Albanien. -Tatsächlich wird gewöhnlich bei einer Vampirepidemie[131] die Witwe -dessen, den man für den Vampir hält, zuerst befragt. Krauß[132] -schreibt: »Es hat sich der Fall schon sehr oft ereignet, daß bei einem -größeren Sterben im Dorf das Weib eines kürzlich verstorbenen Mannes von -den Dorfbewohnern mißhandelt wurde, bis sie eingestand, daß ihr Mann sie -besuche und sie das Versprechen gab, sie werde ihn bestimmen, die Leute -nicht zu morden.« Die Ähnlichkeit mit dem Inkubusglauben ist schlagend -und ebenso die Auffassung, daß das Geschehnis von der Frau abhing. - -In anderen Fällen wird der Wunsch nach der Rückkehr des Toten nicht wie -oben nach außen projiziert, sondern direkt dem Lebenden zugeschrieben. -Dies zeigt sich in den zahlreichen Totenbeschwörungen, die wir in den -meisten Ländern der Welt finden, und in Sagen, wie der von Orpheus, der -die Eurydike aus der Unterwelt holte; in späteren Zeiten nahm der Glaube -oder Wunsch eine abstraktere Form an, wie z. B. telepathische oder durch -ein Medium hergestellte Verbindung mit dem Abgeschiedenen. Es ist -interessant, in diesem Zusammenhang sich ins Gedächtnis zurückzurufen, -daß Goerres in einem besonderen Kapitel seiner christlichen Mystik[133] -den Vampirismus der Exteriorisation und Telepathie zurechnete. - -[Fußnote 125: Zahlreiche Beispiele zitiert Hock. Die Vampirsagen und -ihre Verwertung in der deutschen Literatur, 1900, S. 10; und Jacob, -Curiosités infernales, Pp. 312-331.] - -[Fußnote 126: Hock. Op. cit., S. 69, 81.] - -[Fußnote 127: Vgl. Werner: »Liebe bannt des Todes Not«, und Hebbel: -»Jeder Tote ist ein Vampir, die ungeliebten ausgenommen.«] - -[Fußnote 128: Viele Beispiele bei Hock. Op. cit., S. 24, 37, 43. Siehe -auch Sepp, Orient und Occident, 1903, S. 268.] - -[Fußnote 129: Hanush. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S. -200.] - -[Fußnote 130: Horst. Zauberbibliothek, 1821, Erster Teil, S. 277.] - -[Fußnote 131: Stern. Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der -Türkei, 1903 Band 1, S. 364, 365.] - -[Fußnote 132: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 130.] - -Das Gegenteil geschieht noch häufiger, daß nämlich der Lebende durch -seine Liebe in den Tod getrieben wird, wo die beiden Liebenden für immer -vereint sind.[134] Dies findet sich in den meisten Erzählungen, Dramen -und Gedichten über diesen Gegenstand. - -Der Kummer über den Verlust einer geliebten Person erklärt aber nur -einen Teil der sonderbaren Anziehungskraft, die die Vorstellung des -Todes ausübt, was man schon daraus sieht, daß viele sie lebhaft -empfinden, die niemals selbst den Verlust eines teuren Anverwandten -erlitten. Bei einigen ist diese Vorstellung verknüpft mit der von einem -Jenseits, dem mysteriösen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo alle -Phantasien verwirklicht und alle verborgenen Dinge enthüllt werden und -neben dessen wunderbaren Schätzen selbst die höchste erreichbare -irdische Seligkeit wertlos erscheint. Shelley in seinem Adonais drückt -dieses Gefühl folgendermaßen aus: - - Das Leben, wie des Domes buntes Glas, - Befleckt das weiße Licht der Ewigkeit, - Bis es der Tod in Trümmer tritt. - -Wie viel anziehender diese Möglichkeiten der Zukunft für die werden -können, denen das Leben wenig anderes als Elend bietet, zeigt sich in -dem hohen Maß, in dem religiöse Körperschaften aller Zeiten sie -auszunutzen vermochten. Ferner muß bemerkt werden, daß der Begriff des -Sterbens selbst eine Anziehungskraft dadurch ausübt, daß er sich leicht -mit intensiven masochistischen Wünschen verknüpft. Stekel schreibt über -Traumsymbolik: »Sterben bedeutet im Traum ebensoviel als Leben und -gerade die höchste Lebenslust drückt sich oft in einem Todeswunsch aus«. -Das ist die Hauptursache, warum die Verbindung der beiden Motive Liebe -und Tod solche Dichter, wie Heine, Shelley, Swinburne, Werner u. a., die -sich so tief in das Leiden versenken, intensiv beschäftigte. - -[Fußnote 133: Görres. Zitiert bei Laurent und Nagour, Okkultismus und -Liebe. Deutsche Übersetzung, 1903, S. 147.] - -[Fußnote 134: Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er -nach«; und Gryphius: »Wer liebt, wird durch den Tod von Liebe nicht -getrennet.«] - -Der Wunsch nach der Vereinigung mit geliebten Personen im Tod, wenn -diese selbst noch am Leben sind, hat nicht so einfache Ursachen und wir -können hier nur ungenügend darüber sprechen.[135] Die klarste davon ist -das sichere Gefühl von der Bestimmtheit und Dauer, die der Tod gewährt; -was man tot hat, hat man für immer. Dieses heiß erstrebte Sehnsuchtsziel -aller Liebenden ist nirgends herrlicher ausgedrückt als in den -zahlreichen Stellen über den Liebestod in Wagners Tristan und Isolde: -»So stürben wir, um ungetrennt, ewig einig, ohne End', ohn' Erwachen, -ohn' Erbangen, namenlos in Lieb' umfangen, ganz uns selbst gegeben, der -Liebe nur zu leben.« - -Die Psychoanalyse[136] hat gezeigt, daß diese Unersättlichkeit und der -Wunsch nach dem _ausschließlichen_ Besitz dort besonders stark werden -kann, wo in der Kindheit ausgebildete, später verdrängte Wünsche, die -sich auf Inzest und Rivalität beziehen, vorhanden waren. Der Tod, der -für das Kind, wie Freud[137] nachdrücklich betont hat, nichts anderes -bedeutet als fortgehen, kann dann mit den Phantasien verknüpft werden, -in Begleitung der Mutter von dem störenden Vater wegzugehen. - -[Fußnote 135: Siehe Ernest Jones. »Zum Problem des gemeinsamen -Sterbens.« Zentralbl. f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 563 ff.] - -[Fußnote 136: Siehe z. B. Sadger. Heinrich von Kleist: Eine -pathographisch-psychologische Studie, 1910, S. 60 u. s. w.] - -[Fußnote 137: Freud. Die Traumdeutung, Dritte Auflage, 1911, S. 184.] - -Die Vorstellung vom Tode, vielmehr von einem Toten kann sich aber auch -an aktivere Impulse, besonders an sadistische wenden. Ein Toter, der -liebt, liebt für immer und wird niemals müde, Zärtlichkeiten zu geben -und zu empfangen. Diese Unersättlichkeit des Toten stellt Heine gut dar, -wenn er in seiner Widmung zu »Der Dr. Faust« die zurückgekehrte Helena -sagen läßt: - - »Du hast mich beschworen aus dem Grab - Durch deinen Zauberwillen, - Belebtest mich mit Wollustglut -- - Jetzt kannst du die Glut nicht stillen. - - Preß deinen Mund an meinen Mund, - Der Menschen Odem ist göttlich! - Ich trinke deine Seele aus, - Die Toten sind unersättlich.« - -Außerdem gestattet ein Toter alles, kann keinerlei Widerstand leisten -und Beziehungen zu ihm haben keine unangenehmen Folgen. Dies ist -offenbar eine wichtige Quelle für die seltsame Perversion, die man als -Nekrophilie kennt. Eine andere bilden die analerotischen Interessen, -ferner die unbewußte Verknüpfung zwischen Zersetzung und Faeces und die -infantile Vorstellung, daß Kinder aus letzteren entstehen. Die -Nekrophilie war den Alten aus Wirklichkeit und Dichtung wohlbekannt. -Herodot berichtet mehrere Fälle, darunter den des Tyrannen Periander, -der nach dem Tode seiner Gattin Melissa weiter sexuelle Beziehungen zu -ihr unterhielt. Vom König Herodes heißt es, er habe mit dem Leichnam -seiner Gattin Mariamne noch sieben Jahre nach ihrem Tode geschlafen, und -ähnliches wird von König Waldemar IV.[138] und Karl dem Großen[139] -erzählt. Das Thema wurde in der neueren Literatur vielfach behandelt, z. -B. in Kleists »Marquise von O.«, Otto Ludwigs »Maria«, Heines -»Beschwörung«, Zacharias Werners »Kreuzesbruder«, Brentanos »Romanzen -vom Rosenkranz« u. s. w. Es ist interessant, daß bei den beiden -bekanntesten wirklichen Beispielen dieser Perversion der Ausdruck -Vampirismus gebraucht wurde, nämlich für Bertrand »Le vampyre de -Paris«[140] und für Ardisson »Le vampyre de Nuit«[141]; richtiger gesagt -sind derartige Kranke Vertreter der arabischen Ghuls: die beiden -Vorstellungen von Ghuls und Vampiren, ganz untereinander vermischt, -zeigt eine orientalische Erzählung[142], wo das betreffende Wesen ein -revenant ist, Leichen zerfleischt und das Blut ihres Gatten saugt. - -[Fußnote 138: Singer. Bibliothek des literarischen Vereines, CLXXXV, -Sect. XVI.] - -[Fußnote 139: Steffens. Novellen, 1837, Band 1, S. 19. Conway. -Demonology and Devil-Lore, 1879, Vol. II, P. 396.] - -Wenn wir uns nun zu der Kehrseite des Bildes wenden, nämlich zu der -_Angst_, daß der Tote zurückkehren könne, so finden wir, daß diese -ebenso weit verbreitet ist, wie der _Wunsch_; so sagt Hock[143]: »Allen -Menschenrassen gemeinsam ist die Furcht vor ihren Toten.« Infolgedessen -entwickelte sich bei den Leichenbegängnissen eine ganz außerordentlich -große Reihe von Riten, um ein solches Vorkommen zu verhindern, und viele -davon sind noch heutigen Tages in Kraft.[144] Es gibt auch eine Menge -prophylaktischer Riten mit dem besonderen Zweck, einen Toten daran zu -verhindern, als Vampir zu erscheinen; letztere bestehen meistens darin, -dem Toten Bequemlichkeit oder Beschäftigung zu geben.[145] Sonderbar ist -die Art der Verhinderung, die darin besteht, daß man das Blut[146] des -Vampirs trinkt und sein Fleisch[147] ißt. Nachdem die Verwandlung in -einen Vampir sich vollzogen hat, kann sie dadurch entdeckt werden, daß -man den Körper unbestattet findet, mit roten Wangen, gespannter Haut, -gefüllten Blutgefäßen, warmem Blut, gewachsenem Haar und Nägeln und -offenem linken Auge.[148] Ein Ende kann dieser Tätigkeit gesetzt werden, -wenn man den Kopf abschneidet und zwischen die Füße legt, das Herz in -Stücke schneidet, einen Pfahl durch die Brust treibt und schließlich den -Körper verbrennt. - -[Fußnote 140: Lunier. Annales médico-psychologiques, 1849, P. 153.] - -[Fußnote 141: Belletrud et Mercier. L'affaire Ardisson, 1903.] - -[Fußnote 142: Gholes. Histoire des Vampires, 1820, P. 106.] - -[Fußnote 143: Hock. Op. cit., S. 1.] - -[Fußnote 144: Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, -S. 480. Hock. Op. cit., S. 1. Conway. Op. cit., Vol. I. Pp. 52, 53.] - -[Fußnote 145: Hock. Op. cit., S. 27, 28. Stern. Op. cit., S. 351-369.] - -[Fußnote 146: Mannhardt. Die praktischen Folgen des Aberglaubens, 1878, -S. 13.] - -[Fußnote 147: Von Tettau und Temme. Volkssagen Ostpreußens, 1837, S. -275.] - -[Fußnote 148: Wuttke. Op. cit., S. 479.] - -Das Volk kennt zwei verschiedene Ursachen, um zu erklären, weshalb ein -abgeschiedener Geist das Grab verläßt und zu den Lebenden zurückkehrt, -je nachdem, ob er dies freiwillig oder unfreiwillig tut. Seine Motive im -ersten Fall sind Liebe, Haß (um ein altes Unrecht zu rächen) oder sein -Gewissen (eine unvollendete Aufgabe zu beenden, eine Schuld zu -begleichen u. s. w.) Die Ursache, warum ein Geist an der Grabesruhe -verhindert und gezwungen wird, gegen seinen Willen umherzuwandern, kann -im Schicksal liegen, in seinen eigenen Fehlern oder in den störenden -Handlungen der Hinterbliebenen. Der zuletzt erwähnte Glaube wurde von -der römisch-katholischen Kirche zu einem förmlichen Dogma ausgebildet -(Messen, die für die im Fegefeuer Befindlichen gelesen werden). Die -unfreiwillige Betätigung des Toten gewinnt häufig das Mitgefühl der -Lebenden, die dann alles unterlassen, was seine Unrast[149] etwa -steigern könnte. Dieselben Züge treffen auch für den Vampirglauben zu, -denn wenn jemand auch auf zahlreiche Arten[150] nach seinem Tod ein -Vampir werden kann, so lassen sich doch leicht zwei Gruppen -unterscheiden, je nachdem, ob die Verantwortung bei ihm liegt oder -nicht. Bisweilen erhalten diese beiden Typen verschiedene Namen; so sagt -Stern[151]: »Die Vampire der Dalmatiner sind in zwei Arten eingeteilt, -in schuldlose und schuldbeladene. Die eine Art heißt Denac, die andere -Orko.« Bei dem Vampir aus eigener Schuld liegt die Ursache in -verschiedenen Sünden, die er bei seinen Lebzeiten begangen hat, darunter -werden Rauchen an Feiertagen, Arbeiten an Sonntagen und geschlechtlicher -Verkehr mit der Großmutter erwähnt.[152] - -[Fußnote 149: Siehe Wuttke. Op. cit., S. 481, wo eine Menge von -Beispielen gegeben wird.] - -[Fußnote 150: Hock. Op. cit., S. 21-23. Stern. Op. cit., S. 351-369.] - -[Fußnote 151: Stern. Op. cit., S. 360.] - -[Fußnote 152: Hock. Op. cit., S. 22.] - -Bei dem unschuldigen Vampir gibt es mehrfache Ursachen; er kann von -Geburt aus dazu bestimmt sein, dadurch, daß er an einem Unglückstag zur -Welt kam oder aus einer Familie stammt, in der diese Veranlagung erblich -ist. Nach seinem Tode kann dieses Schicksal durch einen unreinen Vogel -oder ein Tier (Hund oder Katze) hervorgerufen werden, die über sein Grab -setzen oder unter seinem Sarg durchschlüpfen, Vorstellungen, die mit der -Idee ungenügender Sorgfalt oder Achtung gegenüber dem Toten verknüpft -sind. - -Die Furcht vor den Toten hat zumindest zwei tiefe Quellen, die beide der -Kindheit entstammen und beide eng mit dem Traum verbunden sind; erstens -kommt sie daher, daß die Vorstellung vom Tod und von abgeschiedenen -Geistern mit der eines sexuellen Angriffs assoziiert wurde; der Tod -selbst wird häufig einem Überfall von Seite eines persönlichen Wesens -zugeschrieben, das den Menschen gegen seinen Willen überwältigt. Der -abgeschiedene Geist, der den Lebenden im Traum besucht, überfällt auf -ähnliche Weise den hilflosen Schläfer gegen dessen Willen und daß dies -so häufig geschieht, kommt einerseits zweifellos daher, daß es sich -dabei meist um den Geist eines der toten Eltern handelt, anderseits von -der infantilen sadistischen Auffassung von der sexuellen Betätigung der -Eltern. Die Vorstellung erklärt sich also in letzter Linie aus -verdrängten Inzestwünschen. Die sexuelle Basis der Angst wird gewöhnlich -verhüllt durch eine Umwandlung in eine allgemeine Furcht davor, daß der -Geist uns Unheil zufügen und ersticken könnte, oder in die allgemeine -Angst vor Verblödung; ebenso wie ein Mädchen Angst vor Räubern hat »weil -sie ihr irgend etwas Entsetzliches antun könnten.« Wir werden so -einerseits zu einer großen Gruppe von Mythen und abergläubischen -Vorstellungen geführt, in denen der revenant verschiedenes Unheil -anrichtet, anderseits zu einer noch größeren, in der der Überfall nicht -notwendigerweise durch einen revenant geschieht, sondern durch einen -Geist überhaupt. (Alp- und Lurensagen.) - -Häufig ist es schwierig, das sexuelle Element vom agressiven zu trennen, -wie in der wohlbekannten Apollonius-Menippus Geschichte, die Keats so -schön in seiner Lamiadichtung ausgebildet hat. Ein weiterer Komplex wird -in unsere Reihe von Aberglauben eingeführt, wonach der vampirartige -Geist nicht einem Toten, sondern einem Lebenden angehört; ein Beispiel -dafür ist die portugiesische Bruxa, die auf folgende Weise von -Andrée[153] beschrieben wird: »Nachts erhebt sie sich von ihrem Lager -und fliegt dann in der Gestalt irgend eines riesigen Nachtvogels weit -von der Heimat weg. Die Bruxen halten Zusammenkünfte mit ihren -teuflischen Liebhabern, entführen, ängstigen und peinigen die einsamen -Wanderer; wenn sie von ihrer nächtlichen Lustfahrt heimkehren, saugen -sie dem eigenen Kind das Blut aus.« - -Die zweite Quelle für die Angst vor den Toten ist die unbewußte -Erinnerung an Todeswünsche der Kindheit, daß nämlich der störende Teil -der Eltern oder Geschwister »weggehen«, d. h. sterben möge. Das -schuldbewußte Gewissen, das aus solchen Wünschen entsteht, bringt -natürlich den Gedanken mit sich, daß die in unserer Einbildung getötete -Person, wenn sie wirklich stirbt, uns nach ihrem Tode strafen wird, -indem sie uns heimsucht und Unheil zufügt. Derartige Todeswünsche kommen -häufig genug vor, um es ganz verständlich zu machen, daß die Furcht vor -Geistern so allgemein ist, wie sie sich tatsächlich erweist. - -Diese Verbindung zwischen Inzest- und Revenantglauben macht es -begreiflich, daß der Vampir in irgend einer beliebigen Tiergestalt[154] -erscheinen kann; von diesen sind manche in verschiedenen Ländern -besonders häufig, z. B. die weibliche Katze[155] in Japan, das -Schwein[156] in Serbien. Von besonderer Bedeutung ist der allgemeine -Glaube, daß der Vampir in Gestalt einer Schlange, eines -Schmetterlings[157] oder einer Nachteule[158] erscheinen kann, denn dies -sind ursprüngliche Symbole abgeschiedener Seelen, besonders der Eltern. -Die bei Nacht fliegenden Geschöpfe wird ein späteres Kapitel behandeln, -das aber mancherlei Beziehungen zum Vampirglauben hat. Wenn man sich mit -dem Körper des Vampirs beschäftigt, hat man sorgfältig darauf zu achten, -ob ihm ein Schmetterling entfliegt; dieser muß gefangen und verbrannt -werden. Was die Nachteule betrifft, ist es interessant, den Glauben zu -finden, daß sie an dem Euter der Kühe und der Brust der Kinder saugen -kann, genau wie ein wirklicher Vampir.[159] Laistner[160] sucht eine -Beziehung zwischen Schmetterling und Eule einerseits und der -gespenstischen Habergeiß anderseits auf. Henne am Rhyn[161] sieht als -Stammeltern der europäischen Vampire die römischen Strigen an. - -[Fußnote 153: Andrée. Ethnographische Parallelen und Vergleiche, 1878, -S. 87. Siehe auch Schindler, Aberglauben des Mittelalters, S. 30.] - -[Fußnote 154: Andrée. Op. cit., S. 80, 89.] - -[Fußnote 155: Brauns. Japanische Märchen und Sagen, 1885, S. 397.] - -[Fußnote 156: Krauß. Op. cit, S. 128.] - -[Fußnote 157: Kanitz. Donaubulgarien und der Balkan, 1875, Band 1, S. -80.] - -Wir wollen nun das _zweite_ wesentliche Charakteristikum des Vampirs -betrachten, nämlich das _Blutsaugen_. Hier finden wir eine ganze Menge -von Vorgängern des eigentlichen Vampirs. Im allgemeinen kann man sagen, -daß diese Gewohnheit überall verknüpft ist mit den Motiven von dem -Zerfleischen menschlicher Wesen und vom Inkubus, Sukkubus. Diese -Tatsachen zeigen deutlich die sexuelle Natur der Vorstellung; die -assyrischen und babylonischen Silats[162], der böhmische Mara[163], der -östliche Palukan[164], der finnische Herrscher der Unterwelt[165], der -deutsche Alp[166], sie alle saugen menschliches Blut. Nach -Davenport[167] besuchen sowohl der malayische Molong als auch der -Penangelam in Indo China Frauen und leben davon, daß sie menschliches -Blut saugen. Der Sudak der Lappländer erscheint in der Gestalt eines -Käfers und saugt Blut durch eine eiserne Röhre.[168] - -[Fußnote 158: Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 326.] - -[Fußnote 159: Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 258.] - -[Fußnote 160: Laistner. Op. cit., S. 257.] - -[Fußnote 161: Henne am Rhyn. Der Teufel- und Hexenglaube, 1892, S. 20.] - -[Fußnote 162: Binet-Sanglé. La Folie de Jésus, T. 2, 1910, P. 91.] - -[Fußnote 163: Grohmann. Sagen aus Böhmen und Mähren, 1863, Bd. 1, S. -208. Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen und Mähren, 1864, Bd. 1, S. -24.] - -[Fußnote 164: Stern. Op. cit., S. 359.] - -[Fußnote 165: Castren. Vorlesungen über die finnische Mythologie, 1853, -S. 131.] - -[Fußnote 166: Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61.] - -[Fußnote 167: Davenport. Sketches of Imposture, Deception and Credulity, -1861, Pp. 73, 75.] - -Die sexuellen Seiten der Tätigkeit zeigen sich deutlich in folgenden -Beispielen: bei der Beschäftigung mit rumänischem Aberglauben berichtet -Stern[169] vom Nosferat, »der nicht nur schlafender Menschen Blut saugt, -sondern auch als Inkubus-Sukkuba Unheil stiftet ... Als schwarze Katze, -als schwarzer Hund, als Käfer, Schmetterling oder auch bloß als -Strohhalm besucht es nachts die Menschen; wenn es männlichen Geschlechts -ist: die Frauen; wenn es weiblichen Geschlechts ist: die Männer. Mit -jungen Leuten treibt es geschlechtliche Vermischung, bis sie krank -werden und an Auszehrung sterben. In diesem Fall kommt es auch als -schöner Jüngling oder als schönes Mädchen, während die Opfer halb wach -liegen und widerstandslos sich ihm fügen. Oft geschieht es, daß Weiber -von ihnen geschwängert werden.« Die Chaldäer glaubten an die Existenz -von Geistern, die im Traum Umgang mit Menschen pflegen, ihr Fleisch -zerfressen und das Blut[170] trinken. Die vedischen Gandharven sind -blutgierige Buhlgeister, die die Frauen im Schlaf heimsuchen.[171] Ihnen -ähnlich sind die indischen Pisashas, die nach Fleisch und Blut gierig -sind und ihre grausame Lust an Weibern im Zustand des Schlafs, der -Trunkenheit und des Wahnsinns büßen.[172] Andere Wesen derselben Art -widmen ihre Aufmerksamkeit vor allem Männern; so sucht die ruthenische -Upierzyca in Vollmondnächten[173] die Schlafplätze junger Männer auf, -die sie langsam mit ihren Umarmungen[174] zu Grunde richtet. -Freimark[175] erzählt: »die griechisch-römischen Lamien sind zugleich -Buhlteufelinnen und Vampire. Sie suchen schöne kräftige Jünglinge in -sich verliebt zu machen und zur Verehelichung mit sich zu bringen. Haben -sie sie so weit, so töten sie den Jüngling, indem sie ihm das Blut -aussaugen.« - -[Fußnote 168: Poestion. Lappländische Märchen, 1886, S. 132.] - -[Fußnote 169: Stern. Op. cit., S. 357, 358.] - -[Fußnote 170: Menant. Ninive et Babylone, P. 271.] - -[Fußnote 171: Kuhn. Zeitschr. für vergleichende Sprachforschung, Jahrg. -XIII, S. 118.] - -[Fußnote 172: Schlegel. Indische Bibliothek, 1823, Band 1, S. 87.] - -[Fußnote 173: Genau wie die montenegrinischen Vampire. (Stern S. 361.)] - -[Fußnote 174: Hellwald. Die Welt der Slaven, 2. Aufl., 1890, S. 367.] - -[Fußnote 175: Freimark. Op. cit., S. 278, 279.] - -Blut ist nicht die einzige zum Leben nötige Flüssigkeit, die dem Opfer -entzogen wird, wenn sich auch der wirkliche Vampir in der Regel darauf -beschränkt. Der Alp saugt an den Brustwarzen der Männer[176] und -Kinder[177] und zieht häufiger Milch aus Frauen[178] und Kühen[179] als -Blut. Die Drud saugt ebenfalls an der Brust der Kinder[180], während die -südslawische Mora[181] Blut und Milch trinkt. Die indische Churel saugt, -nachdem sie die Nacht mit einem schönen Jüngling zugebracht, direkt sein -Leben aus.[182] - -Die Erklärung all dieser Phantasien ist sicher nicht schwer; ein -nächtlicher Besuch von Seite eines anziehenden oder schrecklichen -Wesens, das den Schläfer zuerst durch leidenschaftliche Umarmungen -erschöpft und ihm dann eine vitale Flüssigkeit entzieht, kann sich nur -auf einen natürlichen und häufigen Vorgang beziehen, nämlich auf die -nächtliche Pollution in Begleitung mehr oder minder erotischer Träume. -Blut ist im Unbewußten ein sehr häufiges Äquivalent für den Samen und es -ist nicht notwendig, sich, wie Hock[183], auf die Möglichkeit von -»selbst zugefügten Kratzwunden während eines wollüstigen Traumes« zu -berufen. Mehrere Mythen liefern ein interessantes Beispiel zur -Bestätigung der Wahrheit dieses Schlusses. Nach Quelenfeldt[184] -herrscht im Süden des Atlasgebirges der Aberglaube, daß es hier alte -Negerinnen gäbe, die nachts aus den _Zehen_ der Schläfer das Blut -trinken. Der akkadische Gelal und Kiel Gelal, die assyrischen Sil und -Sileth, die gleichbedeutend mit dem europäischen Inkubus und Sukkubus -sind, waren Dämonen mit der speziellen Funktion, durch die Umarmung der -Schläfer[185] nächtliche Pollutionen herbeizuführen. Der armenische -Daschnavar trinkt auf ähnliche Weise das Blut aus den _Füßen_ der -Wanderer[186], während Meyer[187] gespensterhafte Mütter erwähnt, die -die Augen ihrer Kinder aussaugen. Es ist wohlbekannt, daß Zehen, Füße -und Augen in Folklore und Mythologie[188] häufig wiederkehrende -phallische Symbole sind. Ein weiterer Faktor, der zweifellos eine -bedeutsame Rolle in der Ausbildung der oben erwähnten Vorstellungen -gespielt hat, ist die häufige Assoziation zwischen Sexualität und der -Tätigkeit des Saugens sowohl in der wirklichen Erfahrung als auch -besonders in unbewußten Phantasien. - -[Fußnote 176: Grohmann. Sagen. Loc. cit.] - -[Fußnote 177: Ploß. Das Kind in Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band -1, S. 298.] - -[Fußnote 178: Laistner. Loc. cit.] - -[Fußnote 179: Laistner. Op. cit., Bd. 2. S. 82.] - -[Fußnote 180: Schönwerth. Aus der Oberpfalz -- Sitten und Sagen, 1858, -Band 1, S. 201, 211.] - -[Fußnote 181: Krauß. Op. cit., S. 147, 148.] - -[Fußnote 182: Vgl. Laurence Hope's poem »Lalla Radha and the Churel« in -»Stars of the Desert«, 1909.] - -[Fußnote 183: Hock. Op. cit., S. 5.] - -[Fußnote 184: Quelenfeldt. Zitiert bei Stern, Op. cit., S. 359.] - -Das Nervensystem und vor allem das Rückenmark hat häufig ähnliche -symbolische Bedeutung wie Blut (vitale Substanz) und diese Tatsache -wirft ein Licht auf die folgenden Stellen, in denen der Vampir vorkommt. -In Zschokkes »Die Zauberin Sidonia«, geschrieben im Jahre 1798 begegnet -auf der ersten Seite folgender Satz: »Die Faulheit saugt uns mit ihrem -Vampirenrüssel Mark und Blut aus.« Dies kann man mit Jaromirs Rede in -Grillparzers »Ahnfrau« vergleichen: - - Und die Angst mit Vampirrüssel - Saugt das Blut aus meinen Adern, - Aus dem Kopfe das Gehirn. - -In ganz Europa gab es seit den frühesten Zeiten Mythen und Märchen über -den Vampir; ein typisches Beispiel dafür ist die wallachische Sage, nach -der tote rothaarige Männer in Gestalt von Fröschen, Käfern usw. -erscheinen und das Blut schöner Mädchen[189] trinken. Ferner kamen aus -dem frühen Mittelalter Berichte auf uns über den Brauch, der in den -meisten europäischen Ländern bestand, die Leichen jener, deren Geist die -Lebenden plagte und ihr Blut aussaugte, auszugraben, zu verbrennen oder -mit einem Pfahl[190] zu durchbohren. Wie oben angedeutet wurde, ist -dieser Glaube über die ganze Welt verbreitet, z. B. pflegen die modernen -Pontianaks auf Java, die von Leichen stammen, nachts menschliches -Blut[191] zu saugen. Der assyrische Vampir, Akakharu mit Namen, stammt -aus sehr alter Zeit.[192] Die genaue Kenntnis der Vorstellung in Europa -aber danken wir der Balkanhalbinsel, wo sie offenbar vom türkischen -Aberglauben[193] stark beeinflußt wurde. Weiter kam als lokaler Faktor -wahrscheinlich das Dogma der griechischen Kirche in Betracht, die im -Gegensatz zu den Lehren der römisch-katholischen Kirche, nach denen die -Körper der Heiligen der Zersetzung nicht unterliegen, daran festhielt, -daß die Leichen der von der Kirche Exkommunizierten nicht verwesen. -Ebenso wie die römisch-katholische Kirche lehrte, daß jemand durch -Ketzerei in einen Werwolf verwandelt werden könne, verkündete die -griechische, daß ein Ketzer nach seinem Tode zum Vampir werde. Die -Epidemien, die auch früher häufig genug vorgekommen waren, erreichten -ihren Höhepunkt im achtzehnten[194] und dauerten selbst noch im -neunzehnten[195] Jahrhundert an. Die heftigsten ereigneten sich in Chios -1708[196], in Ungarn 1726[197], in Meduegna und Belgrad 1725 und -1732[198], in Serbien 1825[199] und in Ungarn 1832.[200] - -[Fußnote 185: Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38.] - -[Fußnote 186: Haxthausen. Transkaukasien, 1856, Band 1, S. 170.] - -[Fußnote 187: E. H. Meyer. Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. -528.] - -[Fußnote 188: Siehe Aigremont. Fuß- und Schuh-Symbolik und -Erotik, -1909; und Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910.] - -[Fußnote 189: Andrée. Op. cit., S. 87.] - -[Fußnote 190: Hock. Op. cit., S. 30-34.] - -[Fußnote 191: Davenport. Op. cit., P. 72.] - -[Fußnote 192: Conwoy. Loc. cit.] - -[Fußnote 193: Krauß. Op. cit. S. 124.] - -[Fußnote 194: Siehe besonders Calmet. Dissertation sur les apparitions -des anges, des démons et des esprits, et sur les revenants et vampires. -1746.] - -[Fußnote 195: Vgl. Gartenlaube. 1873, Nr. 34. »Der Vampir-Schrecken im -neunzehnten Jahrhundert.«] - -[Fußnote 196: Sepp. Op. cit., S. 269.] - -Im Jahre 1732 erschienen in Deutschland allein vierzehn Bücher über -diesen Gegenstand[201], der allgemeinen Schrecken hervorrief und überall -besprochen wurde. Er entging nicht der Satire Voltaires, der bei -Erörterung der Frage in seinem philosophischen Dictionaire sagt: »La -difficulté était de savoir si c'était l'âme ou le corps du mort qui -mangeait: il fut décidé que c'était l'un et l'autre; les mets dêlicats -et peu substantiels, comme les meringues, la crême fouettée et les -fruits fondans, étaient pour l'âme; les ros-bif étaient pour le corps.« -Wir brauchen über die wahren Todesursachen bei diesen Epidemien nicht zu -sprechen, da dieses eine rein medizinische Frage ist. Hock[202] bemerkt, -daß sie vorwiegend bei Pestzeiten auftraten, besonders bei Ausbruch von -Rinderpest. Es ist möglich, daß es sich dabei um Fälle von Scheintod -handelt, eine Erklärung, die besonders von Weitenkampf[203] und -Mayo[204] aufrecht erhalten wurde. - -Der Aberglauben ist in vielen Teilen Europas keineswegs ausgestorben; in -Norwegen, Schweden, Finnland bestand er noch vor ganz kurzer Zeit.[205] -Krauß[206] berichtet, daß noch heute die Bauern in Bosnien an die -Existenz des Vampirs ebenso fest glauben wie an Gott. In Bulgarien wurde -im Jahre 1837 ein Fremder verdächtigt, daß er ein Vampir sei, und er -wurde gemartert und lebendig verbrannt.[207] Im Jahre 1874 grub in Rhode -Island U. S. A. ein Mann den Leichnam seiner eigenen Tochter aus und -verbrannte ihr Herz, im Glauben, daß sie das Leben der anderen -Familienmitglieder zu Grunde richte. Ungefähr zur selben Zeit wurde in -Chikago die Leiche einer Frau, die an Schwindsucht gestorben war, -ausgegraben und die Lungen verbrannt, da man meinte, sie ziehe einige -ihrer lebenden Anverwandten zu sich ins Grab.[208] Im Jahre 1889 wurde -in Rußland die Leiche eines alten Mannes, den man für einen Vampir -hielt, ausgegraben, wobei viele der Anwesenden behaupteten, einen -Schweif aus seinem Rücken ragen zu sehen. Im Jahre 1899 gruben -rumänische Bauern in Krassowa dreißig Leichen aus und rissen sie in -Stücke, um eine Diphtherieepidemie zum Erlöschen zu bringen.[209] Zwei -Beispiele finden wir noch im Jahre 1902, eines in Ungarn,[210] eines in -Bukarest.[211] - -[Fußnote 197: Sepp. Loc. cit.] - -[Fußnote 198: Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 251. Fünfter Teil, S. -381. Dies ist die am meisten beschriebene Epidemie.] - -[Fußnote 199: Sepp. Op. cit., S. 270.] - -[Fußnote 200: Sepp. Loc. cit.] - -[Fußnote 201: Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 265, 266. Fünfter Teil, -S. 383.] - -[Fußnote 202: Hock. Op. cit., S. 31, 49.] - -[Fußnote 203: Weitenkampf. Gedanken über wichtige Wahrheiten aus der -Vernunft und Religion, 1735. 1. Teil, S. 108.] - -[Fußnote 204: Mayo. On the Truths contained in Popular Superstitions, -1851, P. 30.] - -[Fußnote 205: Hovorka und Kronfeld. Vergleichende Volksmedizin, 1908, 2. -Bd., S. 425.] - -[Fußnote 206: Krauß. Op. cit., S. 124.] - -[Fußnote 207: Stern. Op. cit., S. 362.] - -Das Wort Vampir selbst ist serbischen Ursprungs und man hält es für eine -Ableitung des nordtürkischen »Uber« (Hexe)[212]. Allgemein in Europa -verwendet wird es seit ungefähr 1730. In späteren Jahren hat es -Nebenbedeutungen angenommen, die nicht uninteressant sind, da sie die -Anschauung des Volkes über den Gegenstand zeigen. Wohlbekannt ist seine -Verwendung -- sie findet sich zuerst bei Buffon[213] -- zur Bezeichnung -gewisser Arten von Fledermäusen, die, wie man sagte, Tiere und -menschliche Wesen im Schlaf überfielen. Die alte Vorstellung von der -verderblichen Nachtfahrt ist hier deutlich. Die wichtigsten -metaphorischen Bedeutungen des Wortes sind: Erstens ein sozialer oder -politischer Tyrann[214], der seine Leute bis aufs Blut aussaugt, -zweitens ein unwiderstehlicher Liebender, der Energie, Ehrgeiz und -selbst das Leben des anderen aufzehrt; dieser kann entweder ein Mann -sein wie Torresanis faszinierender Rittmeister[215] oder ein Weib wie in -Kiplings Vampirdichtung. - -[Fußnote 208: Conway. Op. cit., P. 52.] - -[Fußnote 209: Löwenstimm. Aberglaube und Strafrecht, Deutsche Übers., -1897, S. 101.] - -[Fußnote 210: Stern. Op. cit., S. 370.] - -[Fußnote 211: Neue Freie Presse. 8. Nov. 1899.] - -[Fußnote 212: Miklosich. Etymologisches Wörterbuch der slavischen -Sprachen, 1886, S. 374.] - -[Fußnote 213: Buffon. Hist. Natur. gén. et part., 1762, T. X, P. 55.] - -[Fußnote 214: Siehe Hock. Op. cit., S. 56, 57, 61.] - -Der Vampirglaube ist offenbar eng verknüpft mit dem an den Inkubus, -Sukkubus. Freimark[216] sagt: »Denn man kann, wenn auch nicht als Regel, -so doch in den meisten überlieferten Fällen konstatieren, daß Frauen -stets von einem männlichen, Männer hingegen von einem weiblichen Vampir -heimgesucht werden ... Das sexuelle Moment charakterisiert den -Vampirglauben als eine andere, allerdings gefährlichere Form des -Inkubus- und Sukkubusglaubens.« Zimmermann[217] und Laurent und -Nagour[218] sind derselben Ansicht und diese findet ihre überzeugende -Bestätigung durch unsere neue Kenntnis der Symbolik solcher Vorgänge. -Die Ähnlichkeit mit dem Alpglauben, der beim Volk die Stelle des Inkubus -vertritt, ist noch schlagender; ebenso wie der Vampir kann der Alp die -Seele eines Toten[219] sein und den Leuten während des Schlafes[220] das -Blut aussaugen, häufig mit demselben verhängnisvollen Ausgang. Die am -weitesten gehende Beziehung aber liegt in den Einzelheiten des -Aberglaubens über die Ursachen und über die Mittel zur Befreiung von dem -bösartigen Trieb, der diese Wesen dazu bringt, ihre ruchlosen Taten zu -verüben. Da dieser Gegenstand mit dem mythologischen »Erlösungsthema« -verbunden ist, das einen wichtigen Komplex bildet, muß er hier -übergangen werden. Das Nachtfahrtelement ist ebenfalls ein -Verbindungsglied zwischen dem Vampirglauben und den zahlreichen Alp- und -Mahrmythen, in denen es vorkommt, z. B. dem der montenegrinischen -Wjeschtitza[221] »ein weiblicher Geist mit feurigen Flügeln, der den -Schlafenden auf die Brust steigt, sie mit ihren Umarmungen erstickt oder -wahnsinnig macht.« - -[Fußnote 215: Torresani. Aus der schönen, wilden Leutnantszeit, 1894, -Bd. 2, S. 141.] - -[Fußnote 216: Freimark. Op. cit., S. 331, 332.] - -[Fußnote 217: Zimmermann. Die Wonne des Leids, 1885, S. 113.] - -[Fußnote 218: Laurent und Nagour. Op. cit., S. 146.] - -[Fußnote 219: Laistner. Op. cit., Bd. 1, S. 63.] - -[Fußnote 220: Laistner. Op. cit., S. 61.] - -[Fußnote 221: Stern. Op. cit., S. 356.] - -Der Inzestkomplex, der dem Inkubusglauben zu Grunde liegt, zeigt sich -auch in dem Vampirglauben; von besonderer Bedeutung ist hier die -Tatsache, daß der Vampir ein revenant ist, da wir ja diese Vorstellung -oben auf unbewußte Inzestgedanken zurückgeführt haben. Die Erscheinung -des Vampirs in Tiergestalt, besonders als Schmetterling oder Schlange, -kann gleichfalls als Beweis in dieser Richtung angesehen werden; auf -alle Fälle stimmt sie durchaus mit diesem Schluß überein. - -Zum Schluß haben wir die Beziehungen des Vampirglaubens mit den -Erfahrungen der Angstträume zusammenzufassen. Wundt[222] sagt: »Als -nächtliche Spukgestalt, die den Schläfer umklammert, um ihm das Blut -auszusaugen, ist er sichtlich ein Produkt des Alptraumes.« Doch fügt er -hinzu, daß die Vorstellung von einem Geist, der sich durch das Trinken -von Blut am Leben hält, anderen allgemeineren Quellen entstammt. -Hock[223] unterscheidet zwischen dem wirklichen blutsaugenden Vampir und -dem Nachzehrer, der sein Leichenkleid zerreißt und so seine Familie bloß -durch die Wirkung der Sympathie nachzieht: »Hat jene Tradition in der -Traumvorstellung ihre sichere Grundlage, so sind die Sagen von den -»schmatzenden und käuenden« Toten offenbar im Hinblick auf tatsächlich -erlebte Ereignisse nach dem entsetzlichen Vorbilde eines im Grabe zu -spät erwachten Scheintoten gebildet.« Wahrscheinlich legt Hock hier zu -viel Nachdruck auf den Scheintod, der außerdem zu selten vorkommt, um -einen so weit verbreiteten Aberglauben erklären zu können; eine weitere -Einwendung gegen Hocks Einsicht bildet die Überlegung, daß äußerliche -Vorgänge dieser Art nie von grundlegender Wichtigkeit bei der Schöpfung -eines Aberglaubens sein können, der solche Charakteristika zeigt, wie -der vom Vampir. Seine wahre Ursache muß in bedeutsamen inneren -seelischen Prozessen gesucht werden; das höchste, was äußere -Geschehnisse leisten können, ist, zu der äußeren Gestalt, die ein -gewisser Aberglaube annimmt, etwas beizutragen. In unserem Fall z. B. -können wir mit Recht einen verhältnismäßig bedeutungslosen Zug, nämlich -die Beschreibung der Auffindung des Vampirs nach dem Tod, wirklichen -Erfahrungen über die verschiedenen Umstände zuschreiben, die die -Zersetzung eines Leichnams verzögern. Mit dem Aberglauben an sich aber -steht es anders. Die Erscheinung des Vampirs in Tiergestalt, seine -leichte Verwandlungsfähigkeit, seine Nachtfahrt, sein Besuch bei -Schläfern, die erschöpfende Wirkung und pollutionähnliche Art seiner -Betätigung, die deutlichen Anzeichen für deren sexuellen Charakter und -schließlich der Glauben an die Rückkehr toter Verwandter -- alles weist -übereinstimmend darauf hin, daß der Angsttraum weitaus die wichtigste -Quelle der ganzen Vorstellung ist. Sie ist tatsächlich nur eine -Ausbildung des Inkubusglaubens und die wichtigen Elemente beider sind -zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzestcharakter an -sich tragen. In der Vampirvorstellung treten, wie oben gezeigt wurde, -noch andere Perversionen als akzessorische Faktoren hinzu, vor allem -sadistische, masochistische und nekrophile Tendenzen, ferner die -Betätigung der Mund- und Analerotik. - -[Fußnote 222: Wundt. Völkerpsychologie, Bd. 2, T. II, 1906, S. 120.] - -[Fußnote 223: Hock. Op. cit., S. 23.] - - - - - V. - Der Werwolf. - - -Eine der am stärksten entwickelten Vorstellungen, die Verwandlung -menschlicher Wesen in Tiere betreffend, ist die vom Werwolf. Die -wichtigsten anderen Elemente in diesem Aberglauben sind Nachtfahrt und -Menschenfresserei. - -Der Wolf gehört zu der Gruppe wilder Tiere, die in Mythologie und -Folklore vielfach zur Darstellung grausamer und sadistischer Phantasien -verwendet wurden. Zur selben Klasse wie die Werwölfe gehören die -Mannhyänen in Abessynien[224], die Mannleoparden in Südafrika[225], die -Manntiger in Indien[226] und die Mannbären in Skandinavien[227], an -deren Existenz nach Mogk[228] die norwegischen Bauern noch immer -glauben. - -[Fußnote 224: The Life and Adventures of Nathaniel Pierce, edited by -Halls, 1831, Vol. I, P. 287.] - -[Fußnote 225: Marion Cox. An Introduction to Folklore, 1904, P. 127.] - -[Fußnote 226: M. Cox. Loc. cit., und Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. -85.] - -Die symbolische Bedeutung des Wolfes zu erkennen, ist nicht schwierig. -Hertz[229] schreibt darüber: »Betrachten wir nun speziell den Wolf, so -erscheint er, -- das unersättlich mordgierige, bei Nacht und zur -Winterszeit besonders gefährliche Raubtier, -- als das natürliche Symbol -der _Nacht_, des _Winters_ und des _Todes_ ....... Der Wolf ist aber -nicht allein das raubgierigste, er ist auch das _schnellste_, -_rüstigste_ unserer größeren vierfüßigen Tiere. Diese seine Rüstigkeit, -seine wilde Kühnheit, seine grausame Kampf- und Blutgier verbunden mit -seinem Hunger nach Leichenfleisch und seinen dadurch angeregten -nächtlichen Besuchen der Totenfelder und Walstätten macht den Wolf zum -Begleiter und Gefolgmann des Schlachtengottes.« - -Die Eigenschaften, die am allermeisten hervortreten und deren -symbolische Verwendung wir erwarten können, sind also Schnelligkeit der -Bewegung, unersättliche Blutgier, Grausamkeit und eine Angriffsart, die -durch die Mischung von Kühnheit und schlauer Hinterlist charakterisiert -wird, ferner Verbindungen mit Nacht, Tod und Leichen; wie man leicht -einsehen wird, macht das Wilde und Unheimliche, das für den Wolf -bezeichnend ist, ihn besonders geeignet, die gefährlichen und niedrigen -Seiten der Natur im allgemeinen und der menschlichen im besonderen zu -charakterisieren. Diese Eigenschaften des Wolfes erklären es, daß er -eine wichtige Rolle in den Theologien spielte. In Ägypten war der Wolf -ein heiliges Tier und Osiris selbst erschien bei seinem Überfall auf -Typhon[230] in Wolfsgestalt. In der deutschen Mythologie waren zwei -Wölfe, Geri und Freki, Odins[231] Begleiter, wenn auch Grimms Ansicht, -daß sie den Gott selbst darstellen, unrichtig[232] ist. Der Wolf Fenrir, -einer von Lokis Nachkommen, ist der Mittelpunkt zahlreicher Mythen.[233] -Noch besser bekannt ist das Leben als Werwolf von Sigmund und Sinfjötli, -wie es die Wölsungensage berichtet; auch in Amerika ist der Wolf ein -heiliges Tier, wie die religiösen Wolfstänze der Texas-Indianer[234] -zeigen. Der Nez-Percezstamm führt den Ursprung der ganzen Menschenrasse -auf einen Wolf[235] zurück. - -[Fußnote 227: M. Cox and Clodd. Loc. cit.] - -[Fußnote 228: Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 34.] - -[Fußnote 229: Hertz. Der Werwolf. Beitrag zur Sagengeschichte, 1862, S. -14, 15.] - -[Fußnote 230: Hertz. Op. cit., S. 29.] - -[Fußnote 231: Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. Dritte -Ausgabe, 1900, S. 279.] - -In Griechenland war der Wolf dem Sonnengott heilig, der in Wolfsgestalt -erschien, als er die Telshinen auf Rhodus[236] niedermetzelte. Seine -Verbindung mit Apoll hielt man für zufällig und für eine Folge des -Wortspiels zwischen [Griechisch: lukos] Wolf und [Griechisch: lukê] -Licht. Einige Schriftsteller[237] haben den ganzen späteren -Werwolfsaberglauben darauf zurückgeführt. Fiske[238] bemerkt in bezug -auf letztere Ansicht sehr milde: »Anzunehmen, daß Jean Grenier sich für -einen Wolf hielt, weil das griechische Wort für Wolf dem für Licht -ähnlich war und so Anlaß zu der Geschichte von einer Lichtgottheit gab, -die zu einem Wolf wurde, scheint mir durchaus unzulässig.« Man könnte -hinzufügen, daß es typisch für die Schlüsse ist, zu denen man gelangt, -wenn man die Psychologie bei den mythologischen Studien vernachlässigt. -Wie anderswo in seelischen Prozessen, so verdeckt auch hier -wahrscheinlich eine oberflächliche Assoziation eine innere Verbindung -der Ideen. Zwei solche Beziehungen zwischen den Ideen von Wolf und Licht -oder Sonne mögen hier kurz erwähnt werden; sie gehören beide zu starken, -bei der Zeugung tätigen Kräften. Schnelligkeit der Bewegung -- eine -hervorstechende Eigenschaft des Wolfes -- wird in der Mythologie -vielfach mit Fruchtbarkeit einerseits, mit Wind und Sonne anderseits in -Verbindung gebracht. Die Vorstellung von der unaufhörlichen Bewegung der -Sonne ist eine der Ursachen für ihre häufige Assoziation mit dem Pferd -in der indischen, griechischen und germanischen Mythologie. Die -Verknüpfung der Fruchtbarkeit mit dem schnellen Wind ist ebenso -verbreitet; man braucht bloß auf den griechischen und römischen Glauben -hinzuweisen, daß der Westwind Pferde[239] und Frauen schwanger machen -kann, ein Glaube, der bis vor kurzer Zeit in Portugal[240] bestand, -ferner auf den deutschen Brauch, zu säen, während der Westwind[241] -bläst. Dies ist vielleicht die Ursache dafür, weshalb gerade über der -_westlichen Tür_ von Gladheim, der germanischen Welt der Freude, ein -Wolf[242] hing. Die andere Verbindung stammt von der durch den Kontrast -herbeigeführten Assoziation zwischen Zeugung und Zerstörung, zwischen -der fruchtbringenden Macht[243] der Sonne und ihrer verderblichen, -ferner zwischen ihrer wirksamen (phallischen) Wärme bei Tag und im -Sommer einerseits und ihrer Kraftlosigkeit und ihrem Untergang bei Nacht -und im Winter anderseits.[244] Es ist bezeichnend, daß Apoll, bevor er -mit Helios identifiziert wurde, vor allem der Gott des Todes war; seine -Beziehung zum Wolf ist noch älter, denn seine Mutter Leto verwandelte -sich, bevor sie ihn gebar, in eine Wölfin, um sich vor dem Zorne der -Hera zu schützen. Demselben Wortspiel ist auch die wohlbekannte -Werwolfsage von Lykaon zuzuschreiben, die in verschiedenen Versionen von -Ovid, Pausanias, Apollodorus und anderen[245] berichtet wird und deren -Analyse hier zu geben nicht notwendig ist. - -[Fußnote 232: Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 50.] - -[Fußnote 233: Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 49-52.] - -[Fußnote 234: Clodd. Op. cit., P. 92.] - -[Fußnote 235: Conway. Demonology and Devil-Lore, 1879, Vol. I, Pag. -141.] - -[Fußnote 236: Hertz. Op. cit., Pag. 31-33.] - -[Fußnote 237: Z. B. G. W. Cox. The Mythology of Aryan Nations, 1870, -Vol. I, Pag. 459.] - -[Fußnote 238: Fiske. Myths and Mythmakers, 1872, Pag. 88.] - -[Fußnote 239: Jähns. Roß und Reiter in Leben und Sprache, Glauben und -Geschichte der Deutschen, 1872, Band 1, S. 265. Hartland. Primitive -Paternity, 1909. Vol. I, Pp. 22, 35, 149, 150.] - -[Fußnote 240: De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, 1911, T. -I, P. 161.] - -[Fußnote 241: E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 256.] - -[Fußnote 242: Mogk. Op. cit., S. 48.] - -[Fußnote 243: Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 53.] - -[Fußnote 244: Schwartz. »Der rote Sonnenphallos der Urzeit«, Zeitschr. -f. Ethnol., 1874, S. 167, 409.] - -[Fußnote 245: Siehe Hertz. Op. cit., S. 35-40.] - -Eine noch bedeutsamere Rolle spielte der Wolf in Rom, wie ja die -Romulus-Remus Geschichte zeigt. Man hat Ursache, anzunehmen, daß die -Gründer von Rom nach dem ursprünglichen Glauben von einer Wölfin nicht -nur gesäugt, sondern sogar geboren wurden, mit anderen Worten, daß die -Sage einer totemistischen Anschauung entsprang. Die Priester des -Soranus, des sabinischen Todesgottes, der später mit Apoll identifiziert -wurde, hießen Hirpi (Wölfe) und eine Art Räuberei bildete einen Teil -ihres Kultes. Der Wolf war das dem Mars heilige Tier und dieser war ja -ursprünglich ein Todesgott. Der Gott Lupercus stellt wahrscheinlich eine -Gruppe von Eigenschaften des Mars dar, die sich abgespalten haben und -eine neue Gottheit bilden; seine Frau Luperca bedeutet die Wölfin, die -Romulus und Remus säugte. Die Priester hießen Crepi, eine ältere Form -von Capri (Böcke). Lupercus war ein Beiname des Gottes Faunus, Februus -oder Innus (von inire, Verkehr pflegen). Schwelger[246] sagt, der Name -Lupercus sei von lupus und hircus abgeleitet und bedeute so Wolfbock: -»Eine Bezeichnung, welche die beiden Seiten der in Faunus sich -darstellenden chthonischen Macht, die zerstörende lebenvernichtende und -die hervorbringende, lebenerzeugende als wesentliche Konnexe zumal -ausspricht.« Das Fest der Lupercalien (15. Februar) scheint eine -Reinigung durch Heirat symbolisiert zu haben. Von dem Worte februare -(inire), nach dem der Monat genannt ist, stammt der Beiname Februata -oder Februalis der Göttin Juno, der die Ehe heilig war. Man glaubte, daß -Werwölfe ihre unheilvolle Tätigkeit im Februar[247] ausübten, und nach -Andrée[248] ereigneten sich tatsächlich die meisten Epidemien von -Lykanthropie in diesem Monat. Wir können in betreff der sexuellen -Bedeutung des Gegenstands eine Stelle von Hermann[249] hinzufügen: »Auch -im Italienischen bedeutete lupa sowohl Wölfin als auch Buhlerin (vulva) -und aus den Tempeln der Luperca wurden die späteren Bordelle oder -Lupanare.« - -[Fußnote 246: Schwelger. Römische Geschichte, Band 1, S. 361.] - -[Fußnote 247: Donat de Hautemer. Zitiert von Goulart, Thrésor des -histoires admirables et mémorables de nostre temps, 1600, T. I, P. 336.] - -[Fußnote 248: Andrée. Revue de l'Orient, 1888.] - -[Fußnote 249: Hermann. Genesis. Bd. 3, Bakchanalien und Eleusinien, 2. -Aufl., S. 67.] - -Zahlreiche Versuche, die zum Teil sehr amüsant sind, wurden zur -Etymologie des Wortes Werwolf[250] gemacht. Die richtige wurde zuerst im -Jahre 1211 von Gervasius von Tilbury gegeben. »Wer« bedeutet Mann -(lateinisch vir, sanskrit viras, vergleiche Wergeld) »Wolf« bedeutet -ursprünglich Räuber[251] (sanskrit wrikas). Die Römer kannten den -Geschlechtsnamen versipellis = Hautwechsler; das französische Wort -loup-garou (von Bodin[252] loup-varou und von älteren Schriftstellern -loup-warou[253] geschrieben) kommt wahrscheinlich von dem normannischen -Garwolf[254] = werwolf und ist infolgedessen tautologisch. - -Der Werwolfaberglaube ist sehr weit verbreitet gewesen; Hertz[255] hat -Beispiele dafür aus den verschiedensten Ländern gesammelt. Die -betroffene Person wurde nach der allgemeinen Anschauung von einem -unwiderstehlichen Impuls -- Heißhunger -- ergriffen, änderte ihre -Erscheinung, streifte des Nachts durch die Felder und zerfleischte dabei -Tiere und Menschen, besonders Kinder. Der Impuls war nur zeitweise -wirksam und konnte dazwischen ziemlich lang schlummern. Wenn die -Verwandlung in einen Wolf plötzlich erfolgte, so geschah sie meistens -dadurch, daß der Betreffende entweder eine Wolfshaut[256] anlegte oder -auch einfach das Innere seiner eigenen Haut nach außen[257] wendete; er -trug nämlich eine Wolfshaut unter seiner eigenen und dieser Glaube -verursachte im Mittelalter schreckliche Marterungen, da man verdächtige -Leute zerstückelte[258], um die haarige Haut zu finden. Haar und Werwolf -wurden eng miteinander assoziiert, was sich darin zeigt, daß der -russische Namen für letzteren »volkudlak« ist, von volk = Wolf, dlak = -Haar[259]. Werwölfe konnte man in ihrer menschlichen Gestalt an ihren -starken zusammengewachsenen Augenbrauen[260] erkennen. Auf die sexuelle -Bedeutung des Haares braucht hier kaum hingewiesen zu werden. Die -Wolfshaut konnte abgelegt werden und wenn man sie verbrannte, konnte -sich der Betreffende nicht mehr verwandeln[261]; wenn man aber -andrerseits die menschlichen Kleider wegnahm, während er in Wolfsgestalt -war, mußte er für immer ein Wolf bleiben.[262] Dies ist ein -verbreitetes Motiv in der Mythologie und besonders wichtig für die -Schwanjungfraumärchen. Das Anlegen der Wolfshaut war nur möglich, wenn -der Mensch nackt[263] war, die Umwandlung war vollständig bis auf die -Augen, wofür Hertz[264] folgende Erklärung gibt: »Da die Seele -unverändert bleibt, so erfährt auch das Auge, der Seele Spiegel, keine -Veränderung; am Auge werden die Verwandelten erkannt.« In der Mythologie -aber kann das Auge ebensogut einen wichtigen Teil des Körpers als der -Seele symbolisieren und diese Tatsache stimmt besser zu der folgenden -Variante, die Grimm[265] erzählt: »ein Mann wurde durch eine Hexe -verwandelt, er heulte vor ihrer Tür, um erlöst zu werden, und nach drei -Jahren gab sie nach und schenkte ihm eine menschliche Haut, um ihn damit -zu befreien; er zog sie über sich, aber sie bedeckte seinen Schweif -nicht, so daß er zwar wieder Menschengestalt erlangte, aber den -Wolfsschwanz behielt.« Die Vorstellung ist dieselbe wie in den -Geschichten vom Teufel, der an seinem gespaltenen Huf, den er nicht -verbergen kann, zu erkennen ist. In beiden Fällen bildet das phallische -Symbol der Tiernatur einen unveränderlichen Bestandteil ihres Wesens. - -[Fußnote 250: Hertz. Op. cit., S. 3, 4.] - -[Fußnote 251: Hertz. Op. cit., S. 56. Im Rig-Veda wird der Wolf Räuber -genannt. (Conway. Op. cit., P. 140). Hertz (Op. cit., S. 57) zeigt, daß -es Sitte war, neben jeden Dieb einen Wolf an den Galgen zu hängen.] - -[Fußnote 252: Bodin. Démonomanie, 1593, P. 195.] - -[Fußnote 253: Siehe Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. -916.] - -[Fußnote 254: Hertz. Op, cit., S. 91. Im späteren Französischen wurde es -waroul geschrieben und daher kommt das schottische wroul und worlin. -(Dasent. Popular Tales from the Norse. 2. Edition, 1903, P. CXLI).] - -[Fußnote 255: Siehe auch Hansen, Zauberwahn etc. im Mittelalter. 1900, -S. 19, und Schoolcraft, The Myth of Hiawatha, 1856, Pp. 136, 339.] - -[Fußnote 256: Meyer. Op. cit., S. 69.] - -[Fußnote 257: Fiske. Op. cit., P. 89.] - -[Fußnote 258: Clodd. Op. cit., P. 84.] - -[Fußnote 259: Conway. Op. cit., P. 158.] - -[Fußnote 260: Grimm. Op. cit., S. 918.] - -[Fußnote 261: M. Cox. Op. cit., P. 124. Grimm. Op. cit., S. 917.] - -[Fußnote 262: Grimm. Loc. cit.] - -[Fußnote 263: Grimm. Loc. cit.] - -[Fußnote 264: Hertz. Op. cit., S. 49.] - -[Fußnote 265: Grimm. Loc. cit.] - -Die Vorstellungen des Volkes über die Ursachen, durch die jemand ein -Werwolf wird, ähneln den andere mythologische Wesen betreffenden in -bemerkenswerter Weise und ihre Erklärung würde uns zu weit von unserem -Thema abführen, als daß sie hier gegeben werden könnte. Der -hervorstechendste Zug ist der Glaube, daß eine solche Verwandlung auf -zwei ganz verschiedene Arten entstehen kann, je nachdem, ob der -Betreffende sie freiwillig durchführte oder gezwungen, gegen seinen -Willen; für letzteres gab es drei Ursachen: »Schicksal, Zauberei und -Sünde«. In den ersten beiden Fällen ist es sein Unglück, im dritten sein -Fehler. So werden sündige Frauen in Wölfinnen verwandelt, meistens für -sieben Jahre. Um jemanden in einen Werwolf zu verhexen, war eine Haut -oder ein Gürtel nötig, bisweilen genügte auch ein einfacher Ring. Wenn -das Schicksal Schuld an der Verwandlung war, so konnte der Werwolf auf -verschiedene Art erlöst werden. Die gewöhnlichen Mittel, die man -anwendete, waren: Jemanden bei seinen Taufnamen[266] zu rufen, ihm zu -erzählen, daß er ein Werwolf[267] sei, oder auch bloß ihn -wiederzuerkennen.[268] - -Wenn die mittelalterlichen Kirchen-Scholastiker die Frage aufgriffen, so -akzeptierten sie diese Dinge zwar als Glauben des Volkes, aber während -einige meinten, daß die Tierverwandlung wirklich geschähe, behaupteten -andere, daß es eine bloße Vorspiegelung des Teufels[269] sei. Alle aber -stimmten darin überein, daß die richtige Behandlung in der Vernichtung, -am liebsten Verbrennung des Verwandelten bestehe. Bodin[270] verteidigt -die Richtigkeit dieser Vorstellung folgendermaßen: »Plusieurs medecins -voyant une chose si estrange, et ne sachant point la raison, pour ne -sembler rien ignorer, ont dict et laissé par escript, que la -Lycanthropie est une maladie d'hommes malades qui pensent estre loups, -et vont courans parmy les bois: Et de cet advis est Paul Aeginet: mais -il faudroit beaucoup de raisons, et de tesmoings, pour dementir tous les -peuples de la terre, et toutes les histoires, et mesurement l'histoire -sacrée, que Paracelse, et Pomponace, et mesurement Fernel les premiers -Medecins et Philosophes qui ont esté de leur aage, et de plusieurs -siecles, ont tenu la Lycanthropie pour chose tres-certaine, veritable et -indubitable. Aussi est ce chose bien fort ridicule de mesurer les choses -naturelles aux choses supernaturelles, et les actions des animaux aux -actions des esprits et Daemons. Encore est plus absurde d'alleguer la -maladie, qui ne seroit sinon en la personne du Lycanthrope, et non pas -de ceux qui voyent l'homme changer en beste, et puis retourner en sa -figure.« Die wichtigsten Änderungen, die die Kirche in dieser -Vorstellung hervorrief, betrafen die Ursache des Ereignisses. Die -unschuldigen Werwölfe wurden entweder von dem Teufel selbst oder von den -Hexen auf sein Gebot hin verzaubert. Die Schuldigen wurden davon infolge -ihrer Sünden betroffen, die gewöhnlich in Ketzerei oder in Beziehungen -zum Teufel bestanden. Eine besondere Abart des Werwolfs ist der -Büxenwolf (Büxen plattdeutsch für Hosen), der dieses Privileg dafür -besaß, daß er einen Pakt mit dem Teufel[271] abgeschlossen hatte. Die -heidnische Vorstellung davon, daß die Verwandlung durch Schicksalsschluß -verursacht sei, erhielt keine Verstärkung durch die Kirche, doch gibt es -ein Beispiel von christlichem Einfluß in dieser Richtung, nämlich den -Glauben, daß ein am Weihnachtstag geborenes Kind bestimmt sei, ein -Werwolf zu werden. Als Ursache dafür wird angegeben, daß seine Mutter es -gewagt habe, am selben Tag wie die Jungfrau Maria[272] zu empfangen. - -[Fußnote 266: Grimm. Loc. cit., Hertz. Op. cit., S. 84.] - -[Fußnote 267: Grimm. Op. cit., S. 918. Thorpe. Op. cit., Vol. II, P. -169.] - -[Fußnote 268: Fiske. Op. cit., P. 92. Hertz. Op. cit., S. 85.] - -[Fußnote 269: Hertz. Op. cit., S. 7, 8.] - -[Fußnote 270: Bodin. Op. cit., Pp. 201, 202.] - -Es ist ganz verständlich, daß während der Zeit der Hexenverfolgungen der -Glaube an Werwölfe eine große Rolle spielte. Hertz[273] schreibt: » ... -entstand mit dem Hexenglauben die Vorstellung von Menschen, die sich mit -Hilfe des Satans aus reiner Mordlust zu Wölfen verwandeln. So wurde der -Werwolf in düster poetischer Symbolik das Bild des tierisch Dämonischen -in der Menschennatur, der unersättlichen gesamtfeindlichen Selbstsucht, -welche alten und modernen Pessimisten den harten Spruch in den Mund -legte: Homo homini lupus.« Man meinte, daß die Werwölfe sich ebenso wie -die Hexen versammelten, durch die Luft fuhren, einen Sabbat abhielten, -ihrem Herren, der ihnen sein Zeichen (Stigma) aufdrückte, Ehrfurcht -erwiesen und untereinander sexuellen Verkehr pflegten.[274] Viele dieser -Einzelheiten wurden bei einer der früheren Gerichtsverhandlungen -bekannt, so in der von Verdun und Burgot im Jahre 1521, über die mehrere -Schriftsteller berichten.[275] Nach de Lancre[276] gaben diese Leute zu -»qu'ils prenoyent autant de plaisir lors qu'ils s'accouploient -brutalement auec les louues, que lors qu'ils s'acointoyent humainement -auec des femmes.« Ferner beschrieben sie, wie der Teufel sie in Wölfe -verwandelt hätte, indem er sie mit einer Salbe eingerieben. Dasselbe -Geständnis legten auch die Angeklagten in einer Gerichtsverhandlung in -Salzburg im Jahre 1717 ab. Die »Einreibung« war offenbar die -wohlbekannte Hexensalbe. Beide wurden in Besançon verbrannt. - -[Fußnote 271: Hertz. Op. cit., S. 87.] - -[Fußnote 272: Stern. Op. cit., S. 363.] - -Wie die Hexen so stehen auch die Werwölfe in Beziehungen zu den Katzen -und bilden in vieler Hinsicht das Gegenstück zu ihnen. Wie der Wolf -Wotan heilig war, so die Katze der Freya.[277] Zauberer verwandeln sich -in Wölfe, Zauberinnen in Katzen[278] und die Einzelheiten dieses -Vorgangs waren in beiden Fällen[279] die gleichen. Beide Motive sind in -einer alten tartarischen Heldensage[280] vereinigt. »Bürüh-Chan, ein -Herrscher über 600 Wölfe, lebte bald als ein goldglänzender Wolf,[281] -bald als Mensch. Der Knabe Altenkök fängt ihn in einer Schlinge und -fordert von ihm auf den Rat eines Greises die Katze, welche er in seinem -Zelte hege. Als sie der Knabe nach Hause gebracht, verwandelt sie sich -in ein schönes Weib; denn sie ist die Tochter des Wolfsfürsten, der nun -seinem Eidam reiche Mitgift schenkt.« - -[Fußnote 273: Hertz. Op. cit., S. 134.] - -[Fußnote 274: Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 319.] - -[Fußnote 275: Bosquet. Discours de Sorcières, 1608, P. 370. Calmeil. De -la folie, 1845, T. I, P. 234. Remigius. Daemonolatria, 1698, Bd. 2, S. -183. Wolfeshusius. De Lycanthropia, 1591, P. 31.] - -[Fußnote 276: De Lancre. Tableau de l'inconstance des mauvais anges et -demons, 1612, P. 321.] - -[Fußnote 277: Grimm. Op. cit., S. 873.] - -[Fußnote 278: Grimm. Op. cit., S. 915.] - -[Fußnote 279: Hertz. Op. cit., S. 71-74.] - -Infolge der Aufmerksamkeit, die die Kirche der Angelegenheit schenkte, -wurden Werwolfverhandlungen zu Ende des Jahrhunderts außerordentlich -häufig und nahmen in einigen Gegenden, z. B. im Jura, epidemische -Form[282] an. Die meisten gaben ihre Schuld zu, beschrieben bis ins -einzelne ihre Verwandlung und ihre nächtlichen Taten, wie sie Menschen -und Tiere zerfleischten. Die bekanntesten Verhandlungen waren die über -Gilles Garnier 1573[283] und über Jean Grenier 1603[284]; ersterer wurde -lebendig verbrannt. Ein Werwolf wurde noch 1720[285] in Salzburg -hingerichtet. In Frankreich bekam der Glaube im Anfang des 18. -Jahrhunderts den Todesstoß durch eine anonyme Satire, deren Verfasser -der Abbé Bordelon war: »Les aventures de Monsieur Oufle«, (Anagramm für -Foule). - -Der Glaube an die wirkliche Existenz von Werwölfen ist keineswegs -ausgestorben; Krauß[286] erzählt vom Jahre 1888 ein gutes Beispiel dafür -und, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen kann, glauben die -französischen Canader[287] noch jetzt fest daran. - -[Fußnote 280: Castren. Ethnologische Vorlesungen über die Altaïschen -Völker, 1857, S. 233.] - -[Fußnote 281: Vergl. oben die Beziehungen zwischen Wolf und Glanz oder -Licht.] - -[Fußnote 282: Clodd. Op. cit., P. 83.] - -[Fußnote 283: Bodin. Op. cit., P. 192.] - -[Fußnote 284: De Lancre. Op. cit., P. 314.] - -[Fußnote 285: Riezler. Loc. cit.] - -[Fußnote 286: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 139.] - -[Fußnote 287: Beaugrand. La Chasse galerie. Légendes canadiennes, 1900. -P. 36-54.] - -Die Verwandtschaft zwischen dem Werwolf- und dem Inkubusglauben ist nur -eine indirekte, wie sogleich gezeigt werden soll, doch besteht eine sehr -enge Verbindung mit dem Aequivalent des Volkes für den Inkubus- nämlich -dem Alp- und Mahrglauben. Der siebente Sohn ist dazu bestimmt, ein -Werwolf[288] zu werden, die siebente Tochter eine Mahr.[289] Nach einer -dänischen Überlieferung wird eine Frau, die das Geburtshäutchen eines -Füllens über vier Pflöcke spannt und um Mitternacht nackt unten -durchkriecht, ihre künftigen Kinder ohne Schmerzen gebären, aber alle -Knaben müssen Werwölfe werden und jedes Mädchen eine Mahr.[290] Dies -kann man mit folgendem skandinavischen Aberglauben vergleichen: »wenn -eine Frau sich eine leichte Geburt dadurch verschafft, daß sie unter -einem Pferdegeschirr durchkriecht, so wird das Kind ein Alp[291] -werden.« Meyer[292] sagt: »Die Katzen, die unter einen Sarg und von da -unter das Bett eines Neugeborenen springen, können dasselbe in einen -Werwolf oder eine Mahr verwandeln.« Hexen haben in dieser Hinsicht -dieselbe Macht wie Katzen und Kinder, die nicht gegen sie geschützt -sind, nennt man Heidenwölfe.[293] Der Werwolf gelangt durch -den Abzugskanal in das Haus, ebenso wie die Mahr durch das -Schlüsselloch.[294] Man kann einen Werwolf, ebenso wie den Alp[295] und -die Mahr[296] an den zusammengewachsenen Augenbrauen erkennen. Die -Kinder der Roggenfrau werden Roggenwölfe.[297] Schließlich geht die -Befreiung des Werwolfs auf dieselbe Weise vor sich, wie die der Mahr, -der Schwanenjungfrau u. s. w. - -[Fußnote 288: Strackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. -Oldenburg., 1867, Band 1, S. 377.] - -[Fußnote 289: Kuhn und Schwarz. Norddeutsche Sagen, Märchen und -Gebräuche, 1848, S. 420.] - -[Fußnote 290: Meyer. Op. cit., S. 67. Thorpe. Loc. cit.] - -[Fußnote 291: Von Düringsfeld. Zitiert von Freimark, Op. cit., S. 409.] - -[Fußnote 292: Meyer. Op. cit., S. 68.] - -[Fußnote 293: Meyer. Loc. cit.] - -[Fußnote 294: Meyer. Op. cit., S. 69.] - -[Fußnote 295: Wuttke. Op. cit., S. 275.] - -[Fußnote 296: Wolf. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. I, S. 198.] - -[Fußnote 297: Mannhardt. Op. cit., S. 31.] - -Die Beziehungen zwischen Werwolf- und Vampirvorstellungen sind noch -enger; vor allem ist im Südosten von Europa der Glaube allgemein, daß -Werwölfe nach ihrem Tod Vampire[298] werden. Natürlich sind in dieser -Gegend, wo der Vampirglaube am festesten wurzelt, die beiden -Vorstellungen aufs engste miteinander verknüpft[299], obwohl zwei der -besten Autoritäten, Andrée[300] und Krauß[301], behaupten, daß man sie -immer auseinanderhalten könne. Aber die bloße Tatsache, daß das -russische Wort volkudlak, ursprünglich Werwolf, in Bulgarien und Serbien -allgemein (mit lokalen Varianten) zur Bezeichnung des Vampirs[302] -aufgenommen wurde, spricht unzweifelhaft dafür, daß das Volk eine enge -Beziehung zwischen den beiden Vorstellungen sieht. - -Der Werwolf wird, wenn auch nicht so regelmäßig wie der Vampir, mit der -Vorstellung vom Tode assoziiert. Die enge Verbindung zwischen dem Wolf -und den Todesgottheiten des Altertums wurde oben erwähnt. Der -gespensterhafte Wolf spielt ebenso wie der gespensterhafte wilde Hund -eine wichtige Rolle als Psychopomp[303] und in späteren Zeiten galt das -Heulen eines Wolfes oder eines Hundes für ein Todesomen. Er wird mit den -Vorstellungen von Nachtfahren und Nachtreiten überhaupt in Verbindung -gebracht. Die feindlichen Nachtfrauen des nordischen Volksglaubens -- -sie gehören zu den Ahnen der mittelalterlichen Hexen -- ritten auf -Wölfen.[304] Viele Märchen von Werwölfen entstammen offenbar der -verwandten Vorstellung vom wütenden Heer und der wilden Jagd. -Peucets[305] Beschreibung von dem nächtlichen Marsch von tausenden von -Werwölfen, die ein großer Mann mit einer Peitsche aus Eisenringen führt, --- offenbar der Teufel -- erinnert lebhaft an die zahlreichen -Erzählungen dieser Art[306]. Nach Mannhardt[307] wäre auch der -Roggenwolf gleich dem Hunde der wilden Jagd als Seelenbegleiter -- - Psychopomp -- gedacht. - -[Fußnote 298: Mannhardt. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S. -263. Ralston. Russian Folk-tales, 1873, P. 309.] - -[Fußnote 299: Hertz. Op. cit., S. 113. Wuttke. Op. cit., S. 278.] - -[Fußnote 300: Andrée. Ethnologische Parallelen und Vergleiche, 1878.] - -[Fußnote 301: Krauß. Op. cit., S. 137.] - -[Fußnote 302: Grimm. Op. cit., S. 916.] - -[Fußnote 303: Sikes. British Goblins, 1880, Pp. 233-236.] - -[Fußnote 304: Grimm. Op. cit., S. 880-881.] - -[Fußnote 305: Peucet. Les Devins, P. 198.] - -In dieser Verbindung ist es von Wichtigkeit, daß der Werwolf nicht -allein ein verwandelter lebender Mensch sein kann, sondern auch ein -Leichnam, der sich in Gestalt eines Wolfes aus dem Grab erhoben hat. -Hertz[308] erzählt folgenden Fall: »Ein merkwürdiges Beispiel ist der -gefährliche und grausame Wolf von Ansbach im Jahre 1685, welcher für das -Gespenst des verstorbenen Bürgermeisters gehalten wurde.« Der Wolf wurde -schließlich getötet. »Darauf zog man ihm die Haut ab für die fürstliche -Kunstkammer, machte ihm von Pappe ein Menschengesicht mit einem -Schönbart lang und weißgraulich, ein Kleid von gewichster -fleischfarbrötlicher Leinwand und eine kastanienbraune Perrücke; so -wurde er auf dem »Nürnberger Berg vor Onolzbach« an einem eigens dazu -errichteten Schnellgalgen aufgehängt.« Den verwandelten Leichnam hielt -man gewöhnlich für den eines Verdammten, der in seinem Grab[309] keine -Ruhe finden konnte. Ein historisches Beispiel dafür ist König Johann -»ohne Land« von England, dessen Leichnam sich, wie man glaubte, infolge -einer päpstlichen Exkommunikation in einen Werwolf verwandelt hätte. -Bosquet[310] schreibt diesbezüglich: »Ainsi se trouva complètement -réalisé le funeste présage attaché à son surnom de Sans-Terre, puisqu'il -perdit de son vivant presque tous les domaines soumis à sa suzeraineté, -et que, même après sa mort, il ne put conserver la paisible possession -de son tombeau.« - -Das Gehaben des Werwolfs erinnert häufig an das des Vampirs; in Armenien -werden sündige Frauen dadurch bestraft, daß sie sieben Jahre als -Werwölfe leben müssen; wenn die schreckliche Wolfslust sie überfällt, so -zerreißen sie zuerst ihre eigenen Kinder, dann die ihrer Verwandten und -schließlich fremde, ganz ebenso wie die Vampire.[311] Ein anderes -armenisches Ungeheuer, der Dashnavar, der zwischen Werwolf und Vampir -steht, saugt das Blut aus den Sohlen der Vorübergehenden, bis sie -sterben.[312] Nach Hertz[313] ist: »am auffallendsten die Vermischung -der Vorstellungen von Werwolf und Vampir in Danziger Sagen, wo es heißt, -man müsse den Werwolf verbrennen, nicht begraben; denn er habe in der -Erde keine Ruhe und erwache wenige Tage nach der Bestattung; im -Heißhunger fresse er sich dann das Fleisch von den eigenen Händen und -Füßen ab, und wenn er nichts mehr an seinem Körper zu verzehren habe, -wühle er sich um Mitternacht aus dem Grabe hervor, falle in die Herden -und raube das Vieh oder steige gar in die Häuser, um sich zu den -Schlafenden zu legen und ihnen das warme Herzblut auszusaugen; nachdem -er sich daran gesättigt habe, kehre er wieder in sein Grab zurück. Die -Leichen der Getöteten findet man aber des anderen Tages in den Betten -und nur eine kleine Bißwunde auf der linken Seite der Brust zeigt die -Ursache ihres Todes an.« Werwölfe wurden sogar mit den Ghuls vermengt; -in Frankreich gab es eine besondere Art von Werwölfen, loubins genannt, -die Nachts herdenweise die Kirchhöfe besuchten, um die Leichen zu -zerfleischen.[314] - -[Fußnote 306: Grimm. Op. cit., Kap. XXXI.] - -[Fußnote 307: Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 31.] - -[Fußnote 308: Hertz. Op. cit., S. 88.] - -[Fußnote 309: Hertz. Op. cit., S. 109.] - -[Fußnote 310: Bosquet. La Normandie romanesque et merveilleuse, 1845, P. -238.] - -Wir sehen also, daß das Motiv vom revenant und das der Leichen dem -Werwolf- und Vampirglauben gemeinsam sind, während von dem Blutsaugen -des letzteren zu des ersteren Gier nach Zerfleischen nur ein kleiner -Schritt ist; die beiden Vorstellungen sind also überall ineinander -verschlungen. - -Was die Bedeutung und den Ursprung des Werwolfglaubens betrifft, so muß -bemerkt werden, daß die wichtigsten Elemente die Verwandlung in Tiere, -die Gier nach Zerfleischen und das nächtliche Wandern sind. In manchem -anderen Aberglauben können die beiden letzteren Elemente ohne das erste -miteinander verbunden werden. So glauben die Thessaler, Epiroten und -Wallachen an Somnambulisten, die bei Nacht umherwandern und die Menschen -mit ihren Zähnen zerreißen.[315] Von dieser Vorstellung, nämlich sich -wie ein Wolf benehmen, ist es zur tatsächlichen Verwandlung nur mehr -eine Stufe. Daß die Lust am Zerreißen und Zerfleischen eine sadistische -Tendenz darstellt, ist so offenbar, daß es keiner Besprechung bedarf, -und viele Autoren[316] haben es bezeugt. Die beiden Ausdrücke können in -der Tat fast immer miteinander vertauscht werden; die Wolfssymbolik -eignet sich besonders dazu, dies darzustellen, und die Wirkung wird noch -dadurch erhöht, daß die Werwölfe für wilder gelten als andere Wölfe. Aus -der Tatsache, daß eine so intensive Grausamkeit und Wildheit, außer in -Angstträumen, nur sehr selten zum Bewußtsein kommt, wenigstens nicht in -demselben Grade, kann man mit Recht mutmaßen, daß eben die Erfahrungen -der Angstträume eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres -Aberglaubens spielten. Sadistische Tendenzen erweisen sich bei der -Analyse in der Regel als eng verknüpft mit Inzestgedanken und stehen in -Verbindung mit der Vorstellung des Kindes vom Koitus der Eltern, von der -Feindseligkeit gegen den Vater u. s. w. Es ist vielleicht kein bloßer -Zufall, daß der Haß gegen den Vater ein besonders auffälliges -Charakteristikon bei den wirklichen Fällen von Lykanthropie[317] war, d. -h. dort, wo die Leute sich einbildeten, Nachts in Gestalt von Wölfen -umherzuwandern. - -[Fußnote 311: Hertz. Op. cit., S. 28.] - -[Fußnote 312: Stern. Op. cit., S. 359.] - -[Fußnote 313: Hertz. Op. cit., S. 89.] - -[Fußnote 314: Pluquet. Contes populaires, 1834, P. 14; Donat de -Hautemer, Loc. cit.] - -Der Glaube an das Nachtwandern, d. h. daran, daß eine bestimmte Person -gleichzeitig an zwei Orten sein kann, stammt wie das wirkliche -Schlafwandeln sicherlich aus Traumerfahrungen, denn seine Entwicklung -kann man noch heute bei wilden Völkern beobachten. Man glaubte, daß der -wirkliche Leib des Werwolfs schlafend im Bett läge, während sein Geist -in Wolfsgestalt[318] die Wälder durchstreife; ferner fanden sich, wenn -der Wolf verletzt wurde, die entsprechenden Wunden an dem menschlichen -Körper, der daheim[319] geblieben war. Die Ähnlichkeit mit den -Traumvorstellungen der Wilden, auf die im ersten Kapitel hingewiesen -wurde, ist wohl deutlich; für diese Reiseträume gibt es verschiedene -Quellen, denn sie können eine beträchtliche Anzahl verdrängter Wünsche -symbolisieren, so den Wunsch nach Freiheit von Zwang, den der Wolf sehr -gut darstellt[320], und besonders nach Unabhängigkeit vom Vater, nach -erhöhter Potenz, die durch schnelle Bewegung symbolisiert wird, u. s. w. -Die letzte Quelle des Interesses an der Bewegung muß man in der -sexuellen Färbung angenehmer Empfindungen dieser Art suchen, die das -Kind[321] hatte. - -[Fußnote 315: Stern. Op. cit., S. 360. Siehe auch Schmidt. Volksleben -der Neugriechen, Band 1, S. 166.] - -[Fußnote 316: E. g. bei Clodd. Op. cit., P. 84.] - -[Fußnote 317: De Lancre. Op. cit., P. 317.] - -Werwolf- und Inkubusglauben können als die beiden entgegengesetzten -Seiten desselben Motivs angesehen werden; bei letzterem ist die -Aufmerksamkeit auf die Person konzentriert, die im Schlaf durch ein -Ungeheuer überfallen wird, bei ersterem auf das Ungeheuer, das den -Schläfer angreift. Die masochistische Komponente des Motivs ist bei dem -einen, die sadistische bei dem anderen vorherrschend. Der Werwolfglaube -besteht also im wesentlichen in der Ausbildung und Modifizierung der -einfacheren Inkubusvorstellung. - - - - - VI. - Der Teufelsglaube. - - -Bei der Zusammensetzung der Idee des Teufels hat eine fast unzählbare -Menge verschiedener Faktoren mitgewirkt. Das analytische Studium -ähnlicher Bildungen der menschlichen Phantasie, beispielsweise der -psychoneurotischen Symptome, zeigt, daß die meisten dieser Faktoren nur -Nebenbeiträge darstellen, da jede Phantasie um _einen_ nucleus herum -gruppiert ist. Es kann unsere Aufgabe nicht sein, die Enträtselung -dieser beitragenden Faktoren zu versuchen, und wir wollen von den -zahlreichen Problemen, die der Gegenstand enthält, die folgenden drei -für unsere Erörterung auswählen; 1. Was ist die eigentliche und -wesentliche Bedeutung des Teufelsglaubens? 2. Wieso wurde er in einer -bestimmten Epoche so bedeutungsvoll und scharf umrissen? 3. In welcher -Verbindung steht er mit der Erfahrung des Angsttraumes? - -[Fußnote 318: Ein gutes Beispiel dafür ist ausführlich beschrieben bei -Lerchheimer. Ein christliches Bedenken und Erinnerung von Zauberei, -Dritte Auflage, 1597, Kap. XII.] - -[Fußnote 319: Wolf. Niederländische Sagen, Nr. 242, 243, 501.] - -[Fußnote 320: Conway. Op. cit., P. 141.] - -[Fußnote 321: Freud. Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, 2. Aufl., -1910, S. 53, 54.] - -Daß der Teufel nicht vom Himmel erzeugt wurde, wie die Theologen noch -heute lehren, sondern vom Menschengeist, kann als erwiesen gelten; so -sagt Graf[322]: »Er wurde nicht vom Himmel herabgestürzt, sondern erhob -sich aus den Abgründen der menschlichen Seele«. Und daß diese -»Abgründe«, wenn man ihre Entstehung untersucht, eine durchaus bestimmte -Bedeutung erhalten, daran läßt sich wohl kaum zweifeln. Freud[323] -schreibt: »Der Teufel ist doch gewiß nichts anderes als die -Personifikation des verdrängten unbewußten Trieblebens« und -Silberer[324] sagt: »Der Teufel und die finsteren dämonischen Gestalten -der Mythen sind, psychologisch genommen, funktionale Symbole, -Personifikationen des unterdrückten, nicht sublimierten elementaren -Trieblebens.« Unser Problem ist es also, herauszufinden, _welche_ -Komponenten dieses Trieblebens die Quelle des Teufelsglaubens bilden. - -Unzweifelhaft gehört die Frage des Teufelsglaubens in die Reihe jener -Probleme, die mit dem Angstgefühl zusammenhängen; seine ganze Geschichte -ist eine Geschichte der ununterbrochenen Angst und mit diesem Gefühle -war er so unlösbar verbunden, daß die Gegenwart eines verkleideten -Dämons durch die Angst und den heftigen Schrecken, den sie zurückließ, -entdeckt werden konnte; denn ihre Wirkung auf die Anwesenden war so -stark, daß diese am ganzen Körper gelähmt, stumm oder eisig kalt -wurden.[325] Zum Ausgangspunkt für unsere Untersuchungen wollen wir eine -Bemerkung Pfisters[326] nehmen, in der er den Teufelsglauben auf -»infantile Angsterlebnisse« zurückführt. Da die Entstehungsursache der -infantilen Angst jetzt bekannt ist[327], liegt es nahe, die -Beschreibungen des Teufelsglaubens im Lichte dieser Kenntnis zu -betrachten. Dieses Verfahren hat mich zur Formulierung der folgenden -Schlüsse gelangen lassen, deren Beweis sogleich mitgeteilt werden soll: -_Der Teufelsglaube ist hauptsächlich eine Projektion zweier Kategorien -von verdrängten Wünschen, die beide im letzten Grunde auf die infantile -Ödipus-Situation zurückgehen;_ a) _der Wunsch, gewisse Eigenschaften des -Vaters nachzuahmen_; b) _der Wunsch, dem Vater Trotz zu bieten; mit -anderen Worten, abwechselnd Wettstreit mit dem Vater und Feindseligkeit -gegen ihn_. Aus beiden Quellen fließt verdrängtes Material; auch die -erste unterscheidet sich von jener Frömmigkeit, die sich später durch -den Glauben an Gott äußert, dadurch, daß sie enger mit der Bewunderung -für die dunklere »böse« Seite in dem Charakter des Vaters zusammenhängt. -Im ersten Falle personifiziert der Teufel den Vater, im zweiten den -Sohn; er stellt also die unbewußte Stellungnahme zum Sohn-Vater-Komplex -dar, wobei bald die eine, bald die andere Seite besonders hervortritt. -Dem ist hinzuzufügen, daß die entsprechende weibliche Ödipus-Situation -ebenfalls Material beigestellt hat, das jedoch minder wichtig ist; darum -soll der Vereinfachung halber das Problem hauptsächlich mit den -Ausdrücken für den männlichen Komplex erörtert werden, von dem der -andere in vieler Hinsicht nur ein Duplikat ist. - -[Fußnote 322: Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, 2. Aufl. Übersetzt -von Teuscher, 1893, Seite 2.] - -[Fußnote 323: Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, -Zweite Folge, 1909, S. 136.] - -[Fußnote 324: Silberer. »Phantasie und Mythos«. Psychoanalytisches -Jahrbuch, 1910, Band 2, S. 592.] - -Wenn wir nun zunächst das zweite der oben erwähnten Probleme aufnehmen, -müssen wir sogleich auf die rein historische Betrachtungsweise -verzichten; für diese sei der Leser auf Bücher wie die von Conway, -Grimm, Roskoff, Gener verwiesen, unter denen insbesondere das -letzterwähnte durch seine Reichhaltigkeit und gründliche philosophische -Fundierung hervorragt. Ein kurzer Auszug aus einigen der wichtigsten -historischen Angaben ist jedoch für unsere Orientierung unerläßlich. Der -erste Punkt, auf den hier Gewicht gelegt werden muß, ist die Tatsache, -daß die Teufelsidee in der genauen Bedeutung des Wortes ausschließlich -dem Christentum angehört, da die früheren Angaben nur das bloße Material -bilden, aus welchem die eigentliche Vorstellung geformt wurde; für unser -Problem müssen wir also kurz die Art dieses früheren Materials erörtern. - -[Fußnote 325: Graf. Op. cit., S. 67-68.] - -[Fußnote 326: Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf, -1910, S. 94.] - -[Fußnote 327: Freud. Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben, -Psychoanalytisches Jahrbuch, 1909, Band 1, S. 1.] - -Die Vorstellung von bösen, übernatürlichen Kräften ist, obwohl nicht -überall verbreitet, doch unter den wilden Völkern[328] sehr häufig und -war es auch unter den Kulturvölkern des Altertums; überprüft man aber -die einzelnen Zeugnisse genauer, so fällt es auf, daß die betreffenden -Kräfte nur äußerst selten als rein böse vorgestellt wurden. Fast die -einzige Ausnahme ist der persische Ahriman, wie er in der Zend-Avesta -(Vedida-Abschnitt) geschildert wird. Man kann deshalb behaupten, daß vor -dem Christentum keine scharfumrissene Vorstellung von einem -übernatürlichen Wesen, dessen Beruf das Böse war, existierte. Der -brahmanische Vritra, der buddhistische Siva, der ägyptische Set (oder -Typhon), der griechische Pan, der germanische Loki waren alle zweifellos -Götter, die nicht nur versöhnt, sondern auch verehrt werden mußten, und -sie alle waren grundsätzlich verschieden von dem Teufel des -Mittelalters. Griechenland war, wie nach seinen anderen herrlichen -Eigenschaften zu erwarten stand, ausgezeichnet durch die geringe Rolle, -welche die Angstgefühle in seiner Theologie spielten. Auf den ersten -Blick scheint das Judentum dem Hellenismus in bezug auf die geringe -Entwicklung der bösen Wesen in seiner Theologie zu gleichen, aber die -Gründe waren in beiden Fällen ganz verschieden. Es ist dabei die -bezeichnende Tatsache festzuhalten, daß gleichzeitig mit der Entwicklung -der Satanvorstellung, welche dem babylonischen Exile folgte und entweder -durch den persischen Ahriman oder, was Robertson[329] für -wahrscheinlicher hält, durch den babylonischen Ziegengott beeinflußt -war, der Charakter der Yahweh-Idee wechselte und sich der modernen -Vorstellung einer wohltätigen Gottheit weit mehr näherte. In der -früheren Geschichte der Juden waren in Yahweh die Eigenschaften sowohl -von Gott wie vom Teufel miteinander verbunden und alles, Böses wie Gutes -stammte ohne Zwischenglied von ihm. M. Graf[330] sagt darüber: »Man -braucht nur einigermaßen auf das Wesen Jehovas zu achten, um sogleich -gewahr zu werden, daß neben einem solchen Gotte für einen Teufel wenig -Platz übrig ist.« Conway[331] bemerkt im selben Sinne: »Die Juden hatten -ursprünglich keinen Teufel, ebensowenig wie irgend ein anderes Volk und -dies aus dem offensichtlichen Grunde, weil ihr sogenannter Gott zu jedem -moralischen Übel für fähig galt, für das ein Urheber gefunden werden -sollte« und Gener[332] sagt von dem jüdischen Gotte: »Il est dieu et -diable à la fois; mais plus fréquemment il est diable.« - -[Fußnote 328: Siehe Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 1, S. -17-23.] - -Das Beispiel des Judentums ist besonders lehrreich, weil es zur Lösung -der Streitfrage beiträgt, ob die Vorstellung des Teufels eine -selbständige Entstehungsgeschichte besitzt, wie es die Theologie -behauptet, oder das Resultat jenes mythologischen Prozesses ist, den wir -als Auseinanderlegung kennen, wobei verschiedene Eigenschaften einer -ursprünglich einheitlichen Persönlichkeit mit einer selbständigen -Existenz begabt werden, so daß mehrere verschiedene Persönlichkeiten in -Erscheinung treten. Die Tatsache allein, daß die Scheidung der -Vorstellung von Gott und Teufel ein späteres Stadium der -Kulturentwicklung bezeichnet und der ursprünglichen Auffassung, daß -übernatürliche Wesen zu gleicher Zeit gut und böse sind, nachfolgt, -spricht nachdrücklich zu Gunsten der letzteren Hypothese und dies wird -durch das Beispiel des Judentums erheblich verstärkt. Nach einer -detaillierten Darstellung dieses Sachverhaltes erörtert Gener[333] die -Frage, ob Satan 1. einen der degradierten Götter der benachbarten Stämme -nach der Besiegung durch Yahweh, 2. den Hazazel des Levitikus oder 3. -einfach eine abgetrennte Emanation Yahwehs selbst, nach seinen eigenen -Worten ein »dédoublement« darstellt. Er entscheidet sich zu Gunsten der -letzten Anschauung, welche offenbar die richtige ist, was nicht nur -durch die ganze Entwicklungsgeschichte Yahwehs, sondern auch durch -Satans eigenes Benehmen bewiesen wird; im Buche Hiob erscheint er als -der treue Diener Yahwehs, als eine Art intelligenter Detektiv, der die -Leute erprobt und ihre Schwächen ausfindig macht. Conway[334] ist -derselben Meinung, sogar bezüglich des erheblich anders gearteten -Teufels des Neuen Testaments: »Die Schilderungen des Teufels in der -Bibel sind in der Hauptsache von den alten Schilderungen der Elohim und -Jehovas in seinem elohistischen Charakter geborgt.« - -[Fußnote 329: Robertson. Pagan Christ, 1903, P. 84.] - -[Fußnote 330: Graf. Op. cit., S. 18.] - -[Fußnote 331: Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. 56.] - -[Fußnote 332: Gener. La Mort et le Diable.] - -Dieser Schluß wird durch die Betrachtung der Etymologie des Wortes -Teufel (altdeutsch Tuivel, englisch devil, französisch diable) -unterstützt. Wie das verwandte griechische »diabolos«, geht es im -letzten Grunde auf die Ur-Wurzel D Y V zurück, die wir im Sanskrit in -zwei Formen antreffen, div und dyu, deren anfängliche Bedeutung »zünden« -war. Von der ersten kommt außer Teufel der germanische Tius, Tiwas oder -Zio, der griechische theos, lateinisch deus oder divus, französisch -dieu, cymrisch diw, lithauisch diewas, Zigeunersprache dewel, die alle -»Gott« bedeuten; dasselbe Wort dewa bedeutet dem Brahmanen Gott und dem -Perser und Parsen Teufel. Von der zweiten Form kommt das indische Djaos -(der brahmanische Himmelsgott), das griechische Zeus (Z = Dj), -lateinisch Jupiter, (altlateinisch Diovis). Dieselbe merkwürdige -Polarität ist bei den unpersönlichen Worten zu konstatieren, die aus -dieser Wurzel stammen: einerseits das lateinische »dies«, das keltische -dis = Taggestirn, Sanskrit dyaos = Tag und anderseits das arische dhvan -(wovon das griechische thanatos) = Tod, germanisch devan = sterben, -arisch dvi = fürchten, griechisch deos = Schrecken. Ja sogar die -eigentlichen Polaritätsausdrücke haben einen ähnlichen Ursprung. Das -Sanskrit dva, lateinisch duo, englisch two, cymrisch deu bedeuten alle -»zwei« (vgl. englisch double = zweifach mit althochdeutsch deudel = -Teufel). Auch das Wort »Zeugen« soll aus derselben Quelle stammen, -während das griechische dys ebenso sehr entzwei wie böse bedeutet.[335] - -[Fußnote 333: Gener. Op. cit., S. 389-391.] - -[Fußnote 334: Conway. Loc. cit.] - -Die Zunahme des Christentums brachte der Teufelsidee neue Nahrung, da -sie die einzig mögliche Erklärung für das noch immer in der Welt -verbreitete Böse war. Dies war auch als Folge des vom Christentum -geforderten Verzichtes auf die sündige Weltlust unvermeidlich. Ein -solcher Verzicht wurde von manchen Sekten viel weiter getrieben als von -der Mutterkirche und diese entwickelten die Teufelsidee auch in einem -entsprechend höheren Grade. Viele der alten Gnostiker hatten an ein -Wesen geglaubt, in dem die guten und bösen Eigenschaften gemischt waren, -nämlich an den Demiurgos, den Weltschöpfer und Feind Christi, und unter -dem Einflusse der degenerierten Form von Zoroasters Lehre, wie sie von -dem Perser Mani im 3. Jahrhundert gelehrt wurde, hatten die Manichäer -diese Idee zu einem vollständigen System ausgebaut. Darin galt die ganze -Natur, alle Tiere, alle weltlichen Gelüste als des Teufels Reich. Um das -11. Jahrhundert ging diese Sekte und andere in dem Konglomerat auf, das -unter dem Namen »Katharer« bekannt ist, nach dem Kater, in dessen -Gestalt sie Luzifer anzubeten pflegten; auch die Albigenser legten -großes Gewicht auf die Sündigkeit der Natur. Diese Umstände hatten auf -die katholische Kirche doppelten Einfluß. Einmal drangen diese Lehren in -ihren Körper ein und verstärkten den ursprünglichen Glauben an die -notwendige Sündhaftigkeit weltlicher Wünsche ungemein, so daß die -Auffassung des Begriffes Sünde ein nie vorher oder nachher gekanntes Maß -erreichte. Auf der anderen Seite benutzte sie planmäßig die Teufelsidee -als kräftige Waffe im Kampf gegen alle Ketzereien, welche sie als vom -Teufel stammend erklärte. - -[Fußnote 335: Von besonderem psychologischen Interesse ist die folgende -Tatsache: - -Der gebräuchliche englische Euphemismus für Teufel lautet deuce -(altenglisch dewes), was auf den ersten Blick direkt von der -obengenannten Quelle zu kommen scheint. (Cf. Zeus und bei St. Augustinus -Dusius = inkubus.) Nach der Ansicht Skeats entstand es jedoch auf -folgende Weise: Sein ursprünglicher Sinn, in welchem es noch heute -allgemein gebraucht wird, war die Bezeichnung der zwei bei den Würfel- -und Kartenspielen, für welche es in den Zeiten der Plantagenet vom -französischen »deux« in Gebrauch kam. Die Verlust-Zwei bei diesen -Spielen bedeutete natürlich Unglück und wurde deshalb mit dem Teufel in -Verbindung gebracht, anfänglich als Ausruf »Oh the deuce«; der Glaube, -daß diese Spiele vom Teufel erfunden seien und ihm gehören, hat diese -Verbindung wahrscheinlich fester geknüpft. Als Erfolg dieser auf Umwegen -erfolgten Vereinigung hat das Wort zwei Bedeutungen, die fast ganz -identisch sind mit jenen des griechischen dys, welches ihm in der -Aussprache ähnelt und etymologisch verwandt ist.] - -Diese Waffe brauchte die Kirche schon in ihrem Kampfe gegen die -nichtchristlichen Religionen. St. Paul selbst (1 Kor. X. 20) hatte -erklärt, die heidnischen Götter seien nichts als Dämonen, und die Kirche -wandte diese Lehre mit gewissenhaften Details auf einen Gott nach dem -anderen aus den klassischen und heidnischen Theologien an. Bald stellte -es sich jedoch heraus, daß es unmöglich sei, auf diesem einfachen Wege -zu beharren, und man entschloß sich -- offiziell der erste war -Papst Gregor I. im Jahre 601 -- auf der Basis der berühmten -»_Verschmelzungstheorie_« zu einer gründlichen Verschmelzung und -Durchdringung des Christentums mit anderen Religionen. Die Feste, Kulte -und persönlichen Attribute der fremden Gottheiten wurden unter die -christlichen verteilt, wobei einige an Christus, Gott, Maria und die -zahlreichen Heiligen fielen, andere an den Teufel und sein Gefolge.[336] - -Infolgedessen stammen die physischen und geistigen Eigenschaften des -mittelalterlichen Teufels aus den allerverschiedensten außerchristlichen -Quellen. Es seien nur einige Beispiele genannt[337]: Wie Pan, die -Personifikation der Natur, vereinigte er menschliche und tierische -Eigenschaften, lebte an einsamen Orten oder in Höhlen und erschreckte -die Menschen plötzlich (Panik, panischer Schrecken); seinen -ziegenähnlichen Körper, die gespaltenen Hufe und den Schweif erbte er -von Pan und den anderen Satyren, von den germanischen Waldgeistern und -dem Thor geweihten Bocke. Von Thor kam auch sein roter Bart, seine -Gewohnheit, Brücken zu bauen, und sein übler Geruch; die letztgenannte -Eigenschaft hängt sowohl mit der Vorstellung als Ziege wie mit dem -Schwefelgeruch, den ein Donnerwetter hinterläßt, zusammen, so wie auch -einer von seinen Beinamen »Hammer«[338] von Thors Blitzhammer her -genommen war. Wie Zeus und Wotan hatte er besondere Herrschaft über das -Wetter und dem letzteren schuldet er seinen Pferdefuß und den Raben als -geweihtes Tier. Wie Wotan eilte er in einer Nachtfahrt dahin und -entführte die Leute als wilder Jäger; bei solchen Anlässen trug er meist -Wotans Gewand, entweder einen grauen Mantel und einen breitkrempigen Hut -tief in die Stirne gedrückt oder einen grünen Rock mit einer Feder auf -dem Hut. Beide, der Teufel und Wotan, galten als Erfinder des -Würfelspiels, das später durch die Karten ersetzt wurde, und bis heute -sind im puritanischen England die Karten unter dem Namen: »Das Spiel des -Teufels« bekannt. Wie Wotan war er auch ein kunstvoller Schmied und -Baumeister und sein altdeutscher Name war der des Schmiedes Voland oder -Wieland (Englisch Weyland, unser modernes St. Valentin), der von Wotan -abstammte. Der Teufel wird oft hinkend abgebildet, eine Eigenschaft, die -mit der letztgenannten in einem merkwürdigen Zusammenhang steht. Nicht -nur der deutsche Schmied Wieland (= Wotan) hinkte, sondern ebenso der -griechische Hephaistos (Vulkan), der von Zeus aus dem Himmel geworfen -wurde, wie der persische Teufel Aeshma (der biblische Asmodeus); einer -der beiden Böcke, die Thors Wagen zogen, hinkte ebenfalls, ebenso wie -das Pferd, das Baldur trug. Wie Loki, der böse Feuergott, wurde der -Teufel von den Göttern gefesselt und mußte den Tag der Befreiung -erwarten. Seine schwarze Farbe stammt von Saturn, der wie Simrock[339] -sagt, mit Loki identifiziert wurde und vom indischen Vritra, dem Gott -der Finsternis. Die Fackel unter seinem Schwanz ist den römischen -Bacchanalien entnommen.[340] In früheren Zeiten erschien der Teufel den -Christen tatsächlich in der Gestalt klassischer Götter: so erschien er -im 4. Jahrhundert St. Martin manchmal in Jupiters Gestalt, manchmal als -Venus oder Minerva; diese Formen finden sich sogar noch im 12. -Jahrhundert. - -[Fußnote 336: Es ist selbstverständlich unnötig, hier Einzelheiten -dieses interessanten Vorganges wiederzugeben. In bezug auf die -germanischen Religionen wurde er von Grimm auf das gründlichste -erforscht.] - -[Fußnote 337: Siehe Grimm, Deutsche Mythologie, 4. Ausgabe, 1876, Kap. -XXXIII. Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. -35-37. Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. 1 und 2 u. s. w.] - -[Fußnote 338: Auf die phallische Bedeutung dieses Hammers wurde von Cox, -I. Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, P. 115, und Meyer, -Germanische Mythologie, 1891, S. 212, hingewiesen.] - -Wenn wir uns nun fragen, warum der Teufelsglaube im Mittelalter so um -sich griff, so ist die Antwort offenbar in den besonderen sozialen und -religiösen Bedingungen jener Periode zu suchen; doch sind alle hier -maßgebenden Faktoren so untereinander verwickelt, daß nur die ganz -allgemein wirkenden hier erwähnt werden können. Als Beispiele dieser -Verwicklung sei der in letzter Zeit geführte Nachweis erwähnt, daß so -weit entfernt liegende Tatsachen wie das neueingeführte Banksystem[341] -und die Verbesserung der Städte-Architektur[342] indirekt einen -erheblichen Einfluß ausübten. Doch kann kein Zweifel bestehen, daß der -Hauptantrieb von der Kirche selbst kam. Durch das Ausbleiben der von ihr -prophezeiten Ereignisse (Weltende im Jahre 1000 und mehreres dieser Art) -und durch Skandale[343] im Innern in ihrer Existenz diskreditiert, durch -mächtige Ketzersekten[344] bedroht, von politischen und religiösen -Spaltungen zerrissen, war sie im 12. Jahrhundert in einer Lage, die sie -zu den verzweifeltsten Mitteln zwang. Es war ein bequemer Ausweg, alle -ihre Schwierigkeiten durch die Tätigkeit des Teufels zu erklären und so -dem Volke Furcht einzujagen. Dieses befand sich damals im Zustand des -entsetzlichsten Elends; die Verheerung durch Krieg[345] und Seuchen[346] -und das drückende Gefühl der Sündhaftigkeit, von dem jeder einzelne -erfüllt war, ließen alle zur leichten Beute für die Lehren der Kirche -werden. Ja diese wirkten über ihren Zweck hinaus, denn das Volk, welches -durch die offensichtliche Unfähigkeit Gottes und der Kirche, dem Elend -Abhilfe zu schaffen, in Verzweiflung gestürzt worden war, nahm die Lehre -von den wunderbaren Kräften des Teufels gierig auf und flüchtete sich zu -ihm; wahrscheinlich war es die Bestimmtheit der Abmachungen in den -bekannten Teufelspakten, die eine größere Anziehungskraft ausübte als -die endlosen und unwirksamen Gebete zu Gott. Die Ausdehnung des Glaubens -an den Einfluß des Teufels, selbst bei den trivialsten Ereignissen war -so groß, daß man Berichte aus jener Zeit nicht lesen kann, ohne zu -denken, daß Europa von einer Massenzwangsneurose heimgesucht wurde; die -Arten seiner Einwirkung waren so zahlreich, daß sie nach Wier[347] unter -44.435.556 Unterteufel aufgeteilt werden mußten, und ein einziges Weib, -Johanna Seiler, wurde gar von nicht weniger als 100 Millionen Teufel -durch Exorzismus befreit[348]. - -[Fußnote 339: Simrock. Handbuch der deutschen Mythologie, S. 346.] - -[Fußnote 340: Hedelin. Des satyres, brutes, monstres et démons. (1627) -1888 Edition, p. 129.] - -[Fußnote 341: Gener. Op. cit., P. 582.] - -[Fußnote 342: Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im -Mittelalter. 1900. S. 329.] - -[Fußnote 343: Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. VI.] - -[Fußnote 344: Gener. Op. cit., P. 566. -- Hansen. Op. cit., P. 214.] - -Der bedeutendste Faktor war jedenfalls die nachdrückliche Verdrängung -weltlicher Wünsche und Begierden, die von der Kirche gefordert wurde und -die den Ausbruch nach anderen Richtungen zur Folge haben mußte. Ein -gutes Beispiel hiefür liefert das Verhalten der Kirche gegen die -Wißbegierde, welche sie, wie wohlbekannt vom Gipfel bis zur Wurzel -verwarf und beinahe als Quelle alles Bösen auffaßte. Der unterdrückte -Wissenstrieb nahm infolgedessen niemals so bizarre Formen an wie im -Mittelalter, mit seiner leidenschaftlichen Suche nach dem Stein der -Weisen, dem elixir vitae und dem absoluten Lösungsmittel, mit seiner -Hingabe an Astrologie und Alchemie und seinem Interesse an magischen -Prozeduren aller Art; wir finden hier den für die Zwangsneurose -charakteristischen Glauben an die »Allmacht der Gedanken«[349] seinen -höchsten Punkt erreichen. Diese Wißbegierde wurde mit der Vorstellung -vom Teufel aufs innigste verknüpft, was ja auch von der Kirche förmlich -gelehrt wurde, und der Anfang der Hexenepidemie war die Verfolgung von -Zauberern. Ungewöhnliches Wissen wurde ohne weiteres als Folge eines -Teufelspaktes betrachtet und war z. B. der Grund, der den Papst -Sylvester II. im 10. Jahrhundert dessen verdächtig machte. - -[Fußnote 345: Unter diesen scheinen der Einbruch der Mongolen, der -Kreuz- und der 100jährige Krieg zwischen England und Frankreich den -meisten Einfluß ausgeübt zu haben.] - -[Fußnote 346: Roskoff. Op. cit., Bd. 2, S. 113-117 gibt eine ergreifende -Schilderung davon.] - -[Fußnote 347: Louandre. Sorcellerie, P. 37. Collin de Planey. -Dictionnaire infernal, 1818, T. I, P. 166.] - -[Fußnote 348: Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 11.] - -Diese Unterdrückungstendenz der Kirche traf natürlich vor allem die -sexuellen Impulse. Die Sexualverdrängung hat zu verschiedenen Zeiten -_verschiedene Formen angenommen_, das ist eine kulturhistorisch höchst -bedeutsame Tatsache. In dem vergangenen Jahrhundert z. B. scheint sie -vor allem gegen exhibitionistische Tendenzen gerichtet gewesen zu sein, -mit einer deutlichen Ausdehnung auf die exkrementellen Funktionen; die -Sexualität wird daher heute eher »schamlos« oder »abstoßend« als -»sündhaft« gefunden. Im frühen Mittelalter war die Verdrängung gegen die -Sexualbetätigung im allgemeinen, die an und für sich als sündhaft galt, -und im besonderen mit ganzer Kraft gegen den Inzest gerichtet[350]; dies -ist um so verständlicher, weil christliche Theologie im weiten Maße die -Glorifizierung einer Inzestmythe[351] ist. Hand in Hand damit scheint -aber infolge der Schwierigkeiten der Ehe, welche die besonderen sozialen -und ökonomischen Verhältnisse mit sich brachten[352], infolge der -geringen Bevölkerungsdichte und der Häufigkeit des Zölibats aus -religiösen Motiven, der Inzest in dieser Epoche ungewöhnlich häufig -vorgekommen zu sein.[353] Wenn daher, wie hier behauptet wird, die -Teufelsidee vor allem ein Inzestsymbol darstellt, so war sie für die -Bedürfnisse des Zeitalters sehr geeignet und die Tatsache, daß die -Teufelsanbetung eine Karikatur des christlichen Gottesdienstes war, -erhält vermehrte Bedeutung. Es ist besonders bemerkenswert, daß das -Hauptverbrechen, das beim Hexensabbat verübt wurde, der Inzest war. -Michelet[354] schreibt darüber: »Selon ces auteurs (De Lancre etc.) .... -le but principal du sabbat, la leçon, la doctrine expresse de Satan, -c'est l'inceste.« - -[Fußnote 349: Freud. Psychoanalytisches Jahrbuch 1909, Band I, S. 411.] - -[Fußnote 350: Westermarck (The History of Human Marriage, 1891, P. 155) -spricht die interessante Ansicht aus, daß alle Sexualverdrängung aus der -Reaktion gegen den Inzest entstanden ist.] - -[Fußnote 351: Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, -1909, S. 46-51.] - -Nach dieser äußerst unvollständigen Erörterung des zweiten Problems -können wir zu dem ersten zurückkehren. Der Beweis zu Gunsten der oben -gegebenen Lösung kann am besten unter verschiedenen Gesichtspunkten -geführt werden. Da der Teufel die »bösen« Seiten sowohl des Vaters wie -die des Sohnes personifizieren kann und da die Beziehung zwischen Vater -und Sohn in der Ödipus-Situation sowohl die Nachahmung als auch die -Feindseligkeit zum Inhalt haben kann, finden wir ihn im Sinne vier -verschiedener Auffassungen vorgestellt, die allerdings nie streng -voneinander gesondert sind. Der Teufel kann also darstellen: - - 1. den Vater, gegen den Bewunderung empfunden wird, - - 2. den Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden wird, - - 3. den Sohn, der den Vater nachahmt und - - 4. den Sohn, der dem Vater Trotz bietet. - -In dieser Reihenfolge sollen die Auffassungen erläutert werden; es wird -sich zeigen, daß jede derselben mehr als eine der ursprünglichen -Tendenzen darstellen kann. - -[Fußnote 352: Gener. Op. cit., P. 617.] - -[Fußnote 353: Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 156-159.] - -[Fußnote 354: Michelet. Op. cit., P. 155.] - - - 1. Der Vater, gegen den Bewunderung empfunden wird. - -Diese Auffassung ist weitaus die häufigste. Ein wichtiger Grund hiefür -ist ihre bisexuelle Entstehung; sie dient nämlich nicht nur zur -Darstellung der Bewunderung des Sohnes für den Vater, sondern auch für -die verdrängte (libidinöse) Liebe der Tochter. - -In erster Linie sind die wunderbaren Kräfte des Teufels zu beachten, die -jene gewöhnlicher Wesen weit übersteigen. Nach dem Glauben der -Manichäer, der das Christentum stark beeinflußte, war er direkt der -Schöpfer der Körperwelt und vereinigte in sich alle übernatürlichen -Kräfte. Er lenkte Donner und Blitz, Wind und Regen, obgleich diese -vorher mehreren Göttern als Attribut zugeteilt worden waren. Auf die -infantilsexuelle Symbolik in diesem Glauben kann hier nicht eingegangen -werden; Abraham[355] hat einen Teil davon (den Blitz) behandelt und die -mythologische Bedeutung des Regens (= semen) ist wohlbekannt. Ich will -nur die Flatus-Symbolik des Donners erwähnen[356]; wir haben oben -gesehen, daß der Gestank des Teufels hauptsächlich von seiner Fähigkeit -zu »Donnern« abgeleitet wurde. Es ist beachtenswert, daß die Macht des -Teufels sich hauptsächlich auf _geheime_ und _Zauberdinge_ bezog. Er war -der Meister aller verbotenen Künste, der sogenannten »schwarzen Kunst«, -darum war er die wichtigste Stütze für Zauberer und andere Leute, die -entweder nach verbotenem Wissen oder nach Kräften verlangten, die über -ihre natürlichen Anlagen hinausgingen. - -Diese Kräfte wurden Menschen in verzweifelter Lage zur Verfügung -gestellt, meist auf gewisse Bedingungen hin, -- daß sie fortan dem -Teufel angehören wollen und seine Gebote befolgen; das erinnert an die -Eltern, die irgend eine Sache für ihre Kinder tun wollen unter der -Bedingung, daß sie gut, d. h. folgsam sein wollen. In vielen Legenden -tritt der Teufel als freundlicher Helfer der Menschen auf, der sie in -schweren Lagen unterstützt und vor Ungemach schützt, insbesondere die -Witwen und Waisen (!); eine Anzahl dieser Geschichten erzählen -Conway[357] und Wünsche.[358] Wir sehen den Teufel die Rolle des gütigen -Vaters übernehmen. - -[Fußnote 355: Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 29, 30 u. s. w.] - -[Fußnote 356: Le Tonerre ce n'est qu'un pet; c'est Aristophane qui le -dit. (Bibliotheca Scatalogica, Art. »Oratio pro Guano Humano«) -Harrington (The Metamorphosis of Ajax. 1596, P. 94) erinnert an das -Abenteuer des guten Sokrates, der, als ihn Xantippe mit einem Nachttopf -gekrönt hatte, ihn auf seinem Kopf und Schultern forttrug und zu denen, -die über ihn lachten, sprach: - - »Niemals ward dies als Wunder geacht', - Daß Regen folgt, hat der Donner gekracht.«] - -Sehr auffällig ist die Tatsache, daß der Teufel des Mittelalters in alle -Legenden, die früher von _Riesen_ erzählt worden waren, aufgenommen -wurde, da die Riesen die mythologische Umbildung der Auffassung des -Kindes von seinen Eltern sind.[359] Die drei Hauptvorstellungen, die -vereinigt werden, sind Alter, Kraft und Größe. Eine der -hervorstechendsten Eigenschaften des Teufels war sein hohes Alter[360] -und viele seiner Beinamen z. B. die englischen: _Old_ Nick (Hnikar), -_Old_ Davy scheinen darauf hinzudeuten. Alle die besonderen Kennzeichen -und Merkmale der Riesen wurden en masse auf den Teufel übertragen; eine -Anzahl davon wird bei Grimm[361] berichtet, so daß hier weitere Details -überflüssig sind. Wünsche[362] schreibt: »Bei näherer Betrachtung -erweisen sich ferner alle die Sagen, nach denen der Teufel mächtige -Dämme, die quer durch den See gehen, Mauern nach Art der Zyklopen und -Brücken, die hoch in den Himmel hineinragen und über Abgründe, -Schluchten und Täler führen, errichtet, als christianisierte örtliche -Riesensagen. Auch Hünen- und Brunhildebetten berühren sich mit -Teufelsbetten.« Das wichtigste unter den Riesenattributen des Teufels -war seine Vorliebe für das Bauen[363]; dies stammt zweifellos von der -infantilen Auffassung, daß die Eltern die Kinder aus Exkrementen formen, -die später mit Mörtel, Sand u. s. w. assoziiert wird.[364] Der Teufel -begnügte sich übrigens nicht damit, die Taten der Riesen nachzuahmen, -sondern nahm bei verschiedenen Gelegenheiten direkt ihre Gestalt an; so -sah ihn St. Anton als einen »schrecklichen Riesen, dessen Haupt die -Wolken berührte«, dasselbe widerfuhr St. Brigitten und auch bei Dante -wird Luzifer als riesengroß geschildert. - -[Fußnote 357: Conway. Op. cit., Ch. XXVII. »Le bon diable.«] - -[Fußnote 358: Wünsche. Der Sagenkreis vom geprellten Teufel, 1905, Kap. -VII. »Der geprellte Teufel als Helfer der Menschen in allerlei Notlagen -und Anliegen.«] - -[Fußnote 359: Siehe Meyer. Op. cit., S. 193 bezw. der eingehenden -Schilderung der Attribute der Riesen in der Mythologie.] - -[Fußnote 360: Grimm. Op. cit., S. 826.] - -[Fußnote 361: Grimm. Op. cit., S. 852-856 und Nachtrag S. 301.] - -[Fußnote 362: Wünsche. Op. cit., S. 14.] - -[Fußnote 363: Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. II. »Der geprellte Teufel -als Baumeister.«] - -Die Bedeutung der »revenant« Auffassung wurde oben erörtert und auf ihre -Beziehung zum Inzest hingewiesen. Es ist deshalb nicht ohne Interesse, -daß es eine Lieblingsgewohnheit des Teufels war, die Menschen bei Nacht -in der Gestalt eines kürzlich Verstorbenen[365], besonders Frauen als -ihr Vater zu besuchen. Die Erklärung dafür wurde vor mehr als -dreihundert Jahren von Thomas Nashe[366] gegeben, wie folgt: »Man wird -fragen, warum er sich oft in des Vaters oder der Mutter oder eines -anderen Anverwandten Körpergestalt zeigt? Kein anderer Grund kann hiefür -angezeigt werden, als daß wir ihm in jenen Gestalten, die, wie er -annimmt, uns die vertrautesten sind und denen wir mit natürlicher Liebe -anhängen, am ehesten ein geneigtes Ohr leihen.« - -Wie sogleich ausgeführt werden soll, waren die Besuche und Versuchungen -durch den Teufel vor allem libidinöser Natur, was mit der hier -ausgesprochenen Anschauung gut übereinstimmt. In weiterer -Übereinstimmung damit steht die enge Beziehung zwischen Teufel und -_Schlange_. Der Versucher des Alten Testaments wurde in der Kabbalah -»Leviathan« (= verführende Schlange) genannt und seine Ersatzpersonen in -anderen Ländern wie Apep (Ägypten), Ahriman (Persien), Midgard -(Norwegen), Set (Ägypten) und Vritra (Indien) wurden ebenfalls -gewöhnlich als Schlangen abgebildet; wir können auch auf die böse -Schlange oder den Drachen verweisen, die Apollo, Bellerophon, Herakles, -Krishna, St. Georg, Wotan und viele andere besiegten. In dieser Hinsicht -befand sich der Teufel übrigens auch in weit besserer Gesellschaft, denn -die Verwandtschaft der Schlange mit verschiedenen Göttern war, wie im -vorhergehenden Kapitel bemerkt wurde, außerordentlich nahe. Die -phallische Bedeutung dieses Glaubens muß hier nicht noch einmal erklärt -werden. Die ältesten Glaubenslehrer des Judentums und die ersten -katholischen Kirchenväter waren der Ansicht, daß die Schlange im Garten -Eden die böse Fleischeslust bedeute[367], was ja mit der modernen -Auffassung vollkommen übereinstimmt. Der christliche Teufel erschien -sehr häufig in der Form einer Schlange oder eines Feuerdrachen.[368] St. -Anton und St. Coleta bestätigten die erstgenannte Form aus eigener -Erfahrung. Die sexuelle Natur des Symbols zeigt sich beim Teufel in viel -aufdringlicherer Form als bei den klassischen Göttern, denn sein Schweif -war durch eine Schlange gebildet oder endete in einen Schlangenkopf und -ebenso auch seine Arme, außerdem aber ahmte sein Penis in Gestalt und -Bewegungen eine Schlange nach.[369] Vielleicht ist dies der Grund, warum -wir zu anderen Zeiten Beschreibungen finden, wie die folgende,[370] »il -a une virilité gigantesque, couverte d'ecailles, hérissée de piquants.« - -[Fußnote 364: Die primitive Kinderfreude am Häuserbauen und -Figurenzusammensetzen wurde in weitem Ausmaße von E. A. Acher studiert. -Amer. Journ. of Psychol., Jan. 1910, P. 116.] - -[Fußnote 365: Jakob. Curiosités Infernales, Pr. 35-37. Graf. Op. cit., -S. 57, 58, 65-67.] - -[Fußnote 366: The Works of Thomas Nashe, 1904 Edition. Vol. I. »The -Terrors of the Night« (1594), P. 348.] - -In dem gegenwärtigen Zusammenhange ist es jedoch von besonderer -Bedeutung, daß, wie im vorigen Kapitel nachgewiesen wurde, die Schlange -besonders das männliche Glied des _Vaters_ symbolisiert. Die Schlange -mit ihrem schleichenden und geheimnisvollen Gehaben ist vortrefflich -dazu geeignet, die heimlichen Betätigungen des Vaters darzustellen, die -der Knabe beneidet. - -[Fußnote 367: Roskoff. Op. cit., Bd. I. S. 195.] - -[Fußnote 368: Grimm. Op. cit., S. 833, 851.] - -[Fußnote 369: Graf. Op. cit., S. 51, 59.] - -[Fußnote 370: Brévannes. L'orgie satanique à travers les siècles, 1904, -P. 115.] - -Der direkt libidinöse Charakter des Teufels und seiner Versuchungen wird -von jedem Schriftsteller, der dieses Subjekt behandelt, hervorgehoben -und kommt in zahllosen Erzählungen zum Ausdruck.[371] Es genügt eine -Stelle aus der unendlichen Anzahl ähnlicher herauszugreifen. -Freimark[372] sagt: »Den ersten Anstoß zum Teufelsbund geben fast -ausschließlich sexuelle Motive .... In allen Berichten über die -Verführung zur Hexerei und zum Teufelsbund nimmt unverhüllt die sexuelle -Verführung die erste Stelle ein.« Dies war die Sünde, vor der die Kirche -mehr als vor jeder anderen warnte. So sagt zum Beispiel Sinistrari[373]: -»ratione tantae enormitatis contra Religionem, quae praesuppositur coitu -cum Diabolo, profecto Daemonialitas maximum est criminum carnalium.« Ein -Mittel, das der Teufel mit Vorliebe zur Erreichung dieses Zweckes -anwandte, war, ein Weib dadurch zu täuschen, daß er die Gestalt ihres -Geliebten oder Ehemannes annahm.[374] Bodin[375] erzählt Fälle, wo er -kleine Mädchen beunruhigte und verführte, die erst sechs Jahre alt -waren, »qui est l'aage de cognoissance aux filles.« Die sexuellen -Versuchungen, denen Buddha, Zoroaster und andere göttliche Wesen -unterworfen waren, wurden in christlicher Zeit auf verschiedene Heilige -übertragen, von denen die meisten, wie St. Anton, St. Benedict, St. -Elisabeth und St. Martin ihnen erfolgreich widerstanden, während andere, -wie z. B. St. Victorinus, unterlagen. - -Wie bekannt, verwandelte sich der Teufel am liebsten in einen Bock, das -klassische Symbol der Ausschweifung; dies war nahezu regelmäßig seine -Gestalt beim Hexensabbat. Da sie in der Mythologie nicht bewandert -waren, verwunderten sich viele christliche Autoren darüber; -Scaliger[376] z. B. betrachtet es ohne weitere Hintergedanken als ein -Wunder. Bodin[377] hingegen ahnte den Sinn, denn er schrieb: »Mais c'est -bien chose estrange, que Satan ... prend la figure d'un Bouc, si ce -n'est pour estre une beste puante et salace ... Or la proprieté des -Daemons est d'avoir puissance sur la cupidite lascive et brutale.« Die -libidinöse Natur des Bocksymbols braucht hier nicht ausgeführt zu -werden, da sie wohlbekannt ist. Ein weiterer Beweis der ursprünglichen -Identität der Vorstellungen von Gott und Teufel ist die Tatsache, daß -einerseits der Bock das Symbol zahlreicher Götter des Altertums war, daß -aber auch Pan, der Ziegengott par excellence, von dem der Teufel so -viele seiner Attribute übernahm, mit dem höchsten Gott der Babylonier, -Mithra[378], mit dem ägyptischen Gotte Min[379] (dem Repräsentanten des -männlichen Prinzips) und mit Zeus[380] selbst identifiziert wurde. - -[Fußnote 371: Siehe z. B. Jacob. Op. cit., Pp. 85-96.] - -[Fußnote 372: Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 297.] - -[Fußnote 373: Sinistrari. Demoniality (17. Jahrhundert), 1879 Edition, -P. 218.] - -[Fußnote 374: Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. -554. Hinkmar, zitiert bei Hansen, Op. cit., S. 73.] - -[Fußnote 375: Bodin. De la Demonomanie des Sorciers, 1593, P. 212.] - -[Fußnote 376: Smith. Scaligerana, 1669, Part. II, Article: Azazael.] - -Im Mittelalter wurde den sexuellen Attributen des Teufels die -eingehendste Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere dem Sexualakt selbst -und dem dabei tätigen Organe.[381] Dieses war manchmal krumm, zugespitzt -und schlangenförmig, bestand manchmal halb aus Eisen, halb aus Fleisch, -zu anderen Zeiten ganz aus Horn und war gewöhnlich gespalten wie eine -Schlangenzunge; er war so im Stande, Koitus und Päderastie gleichzeitig -auszuführen, während eine dritte Gabelung manchmal in den Mund reichte. - -Der Teufel des Mittelalters war keineswegs als erster durch seine -ausschweifende Geschlechtlichkeit berühmt. Von den Göttern des -klassischen Altertums ganz zu geschweigen, finden wir denselben Zug bei -den meisten bösen Vorläufern des christlichen Teufels. Der Ruf Pans war -derart, daß er den Theologen des Mittelalters als der Prinz der -Inkubi[382] bekannt war. - -[Fußnote 377: Bodin. Op. cit., P. 190.] - -[Fußnote 378: Robertson. Op. cit., P. 315.] - -[Fußnote 379: Petrie. The religion of ancient Egypt, 1908, P. 59.] - -[Fußnote 380: Knight. The Symbolical Language of Ancient Art and -Mythology, 1876 Edition, P. 137.] - -[Fußnote 381: Siehe z. B. Pierre de Lancre. Tableau de l'inconstance des -mauvais anges et démons, 1612, Pp. 224, 225.] - -[Fußnote 382: De Plancy. Op. cit., T. II, P. 135.] - -Im Koran ist der Teufel nur als Verführer bekannt.[383] Die Anbetung des -brahmanischen Shiva, des bösen Schöpfers und Zerstörers der Welt, ist -rein phallisch.[384] Der beduinische ghul, der buddhistische Mara, der -persische Aeschma, der syrische djinn, alle haben denselben -ausschweifenden Charakter; selbst im fernen Australien lieben es die -Iruntarivia, die bösen Geister, Weiber im Dunkeln fortzuschleppen.[385] -Aber der Teufel übertraf sie alle so weit, daß Milton eine seiner -Gestalten nennen konnte: - - Belial, der gefallenen Geister sinnlichster, - Der Lasterhafte, und, nach Asmodai, - Der fleischlichste der Inkubi. - -Im Zusammenhang mit dieser Anschauung vom Vater, die der Teufel hier -darstellt, muß seiner engen Verknüpfung mit der Natur, der -Personifikation der Mutter, und insbesondere mit den verborgenen Teilen -der Natur gedacht werden; es ist charakteristisch für die Inzestnatur -der Teufelsvorstellung, daß infolge dieser Verknüpfung die Natur selbst -als die böse Seite des Weltalls aufgefaßt zu werden begann. Er wohnt an -entlegenen Orten, liebt besonders dunkle Wälder[386] und Orte, an denen -Schätze liegen, wie Goldminen und dringt in Höhlen und in das Innerste -der Mutter Erde ein, d. h. in Örtlichkeiten, die gewöhnlichen Wesen -völlig unerreichbar sind. Andere Beziehungen zur Mutter Erde werden in -einem späteren Teile erwähnt werden. - - - 2. Der Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden wird. - -Hier zeigt sich der Teufel nicht als Versucher und Verführer, sondern -als Verfolger, als böser Feind. All die Grausamkeit, kleinliche Tyrannei -und allgemeine Unvernunft, die den Yahweh des Alten Testaments[387] -entstellen, wurden voll und ganz von dem christlichen Teufel übernommen. -Die Ähnlichkeit dieses Bildes mit dem, das viele Kinder als das genaue -Spiegelbild ihres Vaters empfinden, ist nur zu auffallend. Der Teufel -spottet der Mühen und Anstrengungen der Menschen, verletzt ihren Ehrgeiz -und verfolgt ihre Schwächen. Er quält und schädigt sie aus bloßer Freude -an seinem Tun, vernichtet ihre Arbeit und läßt alle ihre Bemühungen -vergebens gewesen sein. Das Menschengeschlecht lebt im ewigen Kampf mit -ihm, bald seinen lockenden Versuchungen widerstehend, bald seine -boshaften Angriffe abwehrend. Die Ödipus-Situation, und zwar sowohl die -männliche wie die weibliche, wird so in Gänze wieder hergestellt. - -[Fußnote 383: Eickmann. Die Angelologie und Dämonologie des Korans, -1908, S. 44.] - -[Fußnote 384: Sellen. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus, -1902, P. 9.] - -[Fußnote 385: Spencer u. Gillen. The Native Tribes of Central Australia, -1899, P. 517.] - -[Fußnote 386: Le Loyer. Op. cit., P. 340.] - -[Fußnote 387: Siehe Gener. Op. cit., Pp. 368-377.] - -Die Feindseligkeit des Teufels gegen den Menschen ist -charakteristischerweise besonders ausgeprägt in jenen Legenden, die er -von den Riesen (= Erwachsenen) geerbt hat. In diesen versucht er alles -Denkbare, um sie zu schädigen und zu behindern[388]; er schleudert -ungeheure Felsblöcke nach Kirchen und Klöstern, dämmt Flüsse ab, um -Überschwemmungen herbeizuführen, baut Mauern, um menschliche Wesen von -seinem Reiche abzuhalten, u. s. w. Die Menschheit muß gegen ihn in -seiner Riesengestalt kämpfen, wie die jungen Götter einst gegen die -Titanen kämpften. - -In diesem Kampfe wurden die Menschen keineswegs regelmäßig besiegt. Die -Geschichten, in denen der Teufel übers Ohr gehauen und betrogen wird, -sind zahlreich und es ist zu beachten, daß diese Erzählungen meist von -heidnischen Vorbildern genommen sind, in denen die Bekämpften Riesen -waren.[389] Zum Beispiel nach Wünsche[390]: »Hinter dem Schmiede von -Bielefeld, Apolda u. s. w. in den bekannten Märchen, der den Teufel im -Sacke auf dem Amboß ganz windelweich hämmert, so daß er ein -Zetergeschrei erhebt und um seine Freilassung bittet, verbirgt sich, wie -wir unten zeigen werden, sicherlich der seinen Hammer auf das Haupt des -Riesen schwingende Thor. Ist doch »Meister Hammerlein« auch ein -gebräuchlicher Beiname des Teufels«. Ein beliebter Anschlag war es, mit -dem Teufel einen Vertrag zu schließen, nach welchem ihm eine Seele -gehören sollte, unter der Bedingung, daß er irgend ein Werk vor -Hahnenschrei ausführe, und dann im letzten Moment einen Hahn zu kneifen -und dadurch zum Rufen zu bringen oder den Ruf nachzuahmen, so daß die -Hähne in der Nachbarschaft erwachten und wirklich krähten. Selbst ein -Pferd konnte den Teufel überlisten.[391] Es ist hier für die -gegenwärtige Beweisführung von Wesenheit, daß der Teufel in allen diesen -Geschichten durch Betrug überlistet wird, niemals durch Gewalt -überwunden; Schlauheit und Betrug sind bekanntermaßen die einzigen -Waffen des schwachen Kindes gegen den feindlichen Vater. - -[Fußnote 388: Siehe Grimm. Op. cit., 852-855a und Nachtrag S. 301. -Wünsche. Loc. cit.] - -[Fußnote 389: Siehe besonders Wünsches Buch in Vergleich mit dem Kapitel -46 »Der geblendete Riese« in Leistners »Das Rätsel der Sphinx«, 1889, -Bd. 2, S. 109-151.] - -[Fußnote 390: Wünsches Buch. Op. cit., S. 13, 14.] - -Eine mächtige Person, die durch Schwächen leicht betrogen wird, muß -notwendigerweise als dumm oder wenigstens naiv geschildert werden. Diese -geringschätzige Meinung haben Kinder oft von ihren Eltern, teils aus dem -genannten Grunde, teils als Überkompensation für ihr Gefühl der -Unwissenheit im Verhältnis zur Weisheit der Eltern. Die Geschichten, in -denen der Teufel eine unglaubliche Naivität an den Tag legt und leicht -übers Ohr gehauen wird, bilden ein ausgedehntes Kapitel in der -Geschichte der Dämonologie[392] und liefern einen wichtigen Beitrag für -die spätere Auffassung der Clowns, Buffons und Narren auf der -Bühne.[393] Eine Psycho-Analyse der einzelnen Erzählungen, auf die wir -hier verzichten müssen, zeigt deutlich die infantilen Quellen der Motive -und bestätigt endgültig die hier in Kürze dargelegten Schlüsse. - -Diese kinderhafte Verachtung des Teufels zeigt sich auf verschiedene -Weise, insbesondere durch Verneinung seiner Macht. Keines von den -Gebäuden, die er aufführt, kann vollständig sein, seine Pläne und -Anschläge werden stets im letzten Moment vereitelt und in einem Punkte -insbesondere stimmen alle Autoren überein, nämlich in seinem Mangel an -Samen und der daraus folgenden Unfruchtbarkeit. Wie wir später sehen -werden, hat dieser letztere Glaube eine tiefere Quelle. Ihm mag auch der -Abscheu des Teufels vor dem Salz zugeschrieben werden, denn dies kann -als altes mythologisches Symbol für Samen erwiesen werden.[394] -Bodin[395] ist also im gewissen Sinne im Recht, wenn er für die -Abneigung des Teufels davor den Grund anführt, daß es ein Symbol der -Ewigkeit sei. - -[Fußnote 391: Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 87.] - -[Fußnote 392: Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. VIII. Der dumme, geprellte -Teufel und die Abteilung »Der dumme Teufel« in Roskoff. Op. cit., Band -1, S. 394-399.] - -[Fußnote 393: Siehe die Abteilung »Der Teufel als Lustigmacher« in -Roskoff. Op. cit., S. 309-404.] - -Selbst manche Mittel, die angewandt wurden, um die Angriffe des Teufels -abzuwehren, haben ihre Wurzel in der infantil-sexuellen Symbolik. Das -bewährteste, oft wirksam wenn alle anderen versagt hatten, war, ihm das -Gesäß zu weisen und einen Flatus zu lassen; kein geringerer als Martin -Luther half sich auf diese Weise.[396] Die Psycho-Analyse hat dargetan, -daß eine der tiefsten Quellen des Trotzes gegen die Eltern die Weigerung -des Kindes ist, die Funktionen seines Sphincters nach ihren Wünschen -einzurichten. Ein anderes, allgemeines Mittel, dem Teufel zu trotzen, -bestand darin, ihm ins Gesicht das heilige Kreuz zu schwingen oder das -Zeichen des Kreuzes zu machen, d. h. das Zeichen des Sohnes (Christus). -Die phallische Bedeutung dieses Symbols ist längst bekannt[397], so daß, -es dem Teufel entgegenstrecken, nichts anderes bedeutet als die -exhibitionistische Verachtung der väterlichen Autorität. - -Die sicherste Zuflucht für den Verfolgten war es jedoch, die Jungfrau -Maria zu Hilfe zu rufen. Dies war so allgemein, daß die ganze -Angelegenheit oft als ein ständiger Kampf zwischen dem Teufel und der -heiligen Mutter gedacht wurde. Roskoff[398], der mehrere Beispiele -hiefür anführt, sagt: »Die Tätigkeit des Teufels wird überdies -vornehmlich entwickelt und hervorgerufen durch dessen Haß gegen die -heilige Jungfrau, der um so mehr gesteigert wird, als diese, nach -Frauenart, sich in alle Angelegenheiten hineinmengt und ihr, wie im -gewöhnlichen Leben, in allem willfahren wird, so daß sie ihren Willen -immer durchsetzt und ihre Schützlinge, die nun einmal ihre Gunst durch -eifrigen Marienkultus erlangt haben, auch nie fallen läßt, wenn sie -übrigens auch die ärgsten Lumpen sein sollten.« Es ist schwer, die -Analogie dieser Situation zu derjenigen des Kindes, das bei der Mutter -Schutz vor dem übelgelaunten Vater sucht und damit einen ähnlichen Zwist -herbeiführt, nicht zu bemerken. - -[Fußnote 394: Siehe Ernest Jones. »Die symbolische Bedeutung des Salzes -in Folklore und Aberglaube«, Imago, 1912, Band 1.] - -[Fußnote 395: Bodin. Op. cit., P. 278.] - -[Fußnote 396: Freimark. Op. cit., S. 84. Die Originalstellen bei Bourke, -Scatalogic Rites of all Nations, 1891, Pp. 163, 444.] - -[Fußnote 397: Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism., -1874. Rocco. Sex Mythology, including an Account of the Masculine Cross -1898, u. s. w.] - - - 3. Der Sohn, der den Vater nachahmt. - -Der Teufel war nicht völlig Gottes Feind; in mancher Hinsicht kann man -ihn sogar seinen Repräsentanten nennen oder wenigstens seinen -Vermittler. Er verhöhnte und quälte nicht bloß die Menschen, die sich -von ihm zur Sünde hatten verführen lassen[399], sondern ging auch -offenbar darauf aus, die Bösen zu bestrafen.[400] Gegen sexuelle -Betätigung war er besonders streng; so war eine seiner Verfolgungen nach -Graf[401], »einen Mann und ein Weib bei fleischlicher Sünde in flagranti -zu ertappen und beide unauflöslich aneinander zu fesseln, more canino.« -Es ist bezeichnend, daß im Alten Testament, zu einer Zeit also, wo die -Vorstellungen von Gott und Teufel eben begannen, sich voneinander -abzulösen, die Verbindung der beiden weit enger war als später und der -Teufel als Gottes gehorsamer Knecht auftritt, der sich von den guten -Engeln nur durch die unangenehme Art seiner Pflichten unterscheidet. - -Diese »Identifikation« mit Gott ist zu Zeiten sehr enge und es ist -interessant, daß der Teufel sich ehrliche Mühe gab, sie zu erreichen, -indem er Gott in merkwürdiger Weise nachahmte und imitierte. Da bis vor -einem halben Jahrhundert die Anbetung Christi im ganzen mehr in den -Vordergrund trat als die von Gott-Vater, ist es nicht überraschend, daß -die Ähnlichkeit des Teufels mit dem Sohne größer war als die mit dem -Vater. Zunächst wurde seine körperliche Erscheinung als schön und -majestätisch geschildert[402], oft ganz ähnlich der Gestalt Christi; -manchmal erschien er sogar wirklich in dessen Gestalt.[403] Erst im -Mittelalter wurden ihm häßliche und groteske Züge angedichtet.[404] Wie -Christus hatte der Teufel zwölf Schüler[405], stieg in die Hölle hinab -und wurde wiedergeboren[406], schlug seine Wohnung in bestimmten Kirchen -auf, wurde zu regelmäßig wiederkehrenden Zeiten angebetet, ließ seine -Anhänger taufen und die Details des Teufels-Sabbat karikierten die -heilige Messe auf das genaueste und innigste, zum Ärger der Theologen, -die natürlich keine Ahnung von der psychologischen Ähnlichkeit der -beiden Vorgänge hatten. - -[Fußnote 398: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 198-205.] - -[Fußnote 399: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 270.] - -[Fußnote 400: Jacob. Op. cit., Pp. 22-33.] - -[Fußnote 401: Graf. Op. cit., S. 136.] - -Der Teufel besaß sogar seine eigene Bibel, die in Böhmen -niedergeschrieben wurde und sich jetzt in der königlichen Bibliothek in -Stockholm[407] befindet. - -So wie Christus besaß der Teufel eine irdische Mutter und keinen Vater; -charakteristischerweise war sie eine Riesin, noch größer als ihr -Sohn[408]; in manchen Versionen erscheint sie als seine Großmutter. Die -Mutter scheint durch Verschmelzung von mindestens drei Figuren -entstanden zu sein: Sowohl Hel[409] als auch die Mutter des Riesen -Grendel[410] trugen zu ihrer Vorstellung bei; einer der späteren -Beinamen des Teufels war Grendel (Englisch Grant). Ferner meint -Wünsche[411]: »Wahrscheinlich bildet auch die Sage von der Ellermutter, -der neunhundertköpfigen Mutter Hymirs, die die beiden Götter Thor und -Tyr beim Besuch in ihrer Wohnung durch Verstecken vor ihrem grimmigen -Sohn rettet, die Grundlage zu der volkstümlichen Figur von des Teufels -Großmutter. Im Märchen vom Glückskinde bei Grimm Nr. 29 heißt des -Teufels Großmutter geradezu noch Ellermutter.« In den meisten dieser -Geschichten, wie in der letzterwähnten, ist der Teufel wieder nichts -anderes als eine mythologische Darstellung des gehaßten Vaters; deshalb -der Ersatz der Mutter durch die Großmutter. Dasselbe gilt von der alten -Redensart, daß Donner oder Blitz bei Sonnenschein davon kommen, daß der -Teufel sein Weib prügelt.[412] - -[Fußnote 402: Graf. Op. cit., S. 52-54.] - -[Fußnote 403: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 194. Graf. Op. cit., S. 64.] - -[Fußnote 404: In den seltsamen Bildern von Wiertz sehen wir die Rückkehr -zur älteren Auffassung, die Giotto als letzter festhielt.] - -[Fußnote 405: Grimm, Op. cit., Nachtrag S. 292, 302.] - -[Fußnote 406: Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Deutsche Übersetzung, 2. -Aufl. 1908, S. 114.] - -[Fußnote 407: Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 161.] - -[Fußnote 408: Grimm. Op. cit., S. 841.] - -[Fußnote 409: Wuttke. Op. cit., S. 37.] - -[Fußnote 410: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 164.] - -Die Auffassung des Teufels als Sohn ist ein zweiter, sehr natürlicher -Grund für den Glauben, daß er keinen Samen besitze und die bisexuelle -Natur des ganzen Glaubens beweist die Idee, daß er ein Weib nur -schwängern kann, nachdem er sich dadurch Samen verschafft hat, daß er -einem Manne als sukkubus diente[413], weshalb er auch immer -kalt war.[414] Diese sonderbare Prozedur gab Anlaß zu den -haarspalterischesten Kontroversen darüber, ob der ursprüngliche Besitzer -des Samens oder der Teufel[415] das größere Anrecht auf den Sprößling -habe, und ob dieselbe Regel auf den von einer nächtlichen Pollution -herstammenden Samen anwendbar sei oder nicht.[416] Auf denselben -Gedanken von der Geschlechtsuntüchtigkeit des Kindes möchte ich den -Glauben an einen hinkenden Gott oder Teufel zurückführen, der, wie -Tylor[417] nachwies, in den verschiedensten Stadien der -Kulturentwicklung vorkommt; Gehunfähigkeit ist auch bei Neurotikern ein -häufiges Symbol für sexuelle Unfähigkeit. Ferner mag der Umstand, daß -die Lähmung meistens die Folge des Wurfes aus dem Himmel hinaus war, -wohl mit der Furcht des Kindes, daß der Vater seinem Zeugungsglied etwas -antun könnte (Kastrations-Komplex) in Verbindung gebracht werden. - -[Fußnote 411: Wünsche. Op. cit., S. 15.] - -[Fußnote 412: Grimm. Op. cit., S. 842.] - -[Fußnote 413: Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von -Heppe, 1880, Band 1, S. 181.] - -[Fußnote 414: Jacob. Op. cit., P. 86.] - -[Fußnote 415: Sprenger und Institoris. Der Hexenhammer, 1588. Deutsche -Übersetzung, 1906, Erster Teil, S. 51.] - -[Fußnote 416: Sprenger und Institoris. Op. cit., Zweiter Teil, S. 64.] - -[Fußnote 417: Tylor. Researches into the Early History of Mankind, Third -Edition, 1878, Pp. 365-371.] - -Als ein Teil der hier erörterten Seite des Teufels sei auch sein starkes -Dankbarkeitsgefühl erwähnt, das sich besonders in jenen seltenen Fällen -zeigt, wo er gerecht behandelt wurde; er beweist dann stets, daß er -diese Art ihm zu begegnen ganz besonders zu schätzen versteht.[418] - - - 4. Der Sohn, der dem Vater Trotz bietet. - -Dies ist die ursprüngliche Auffassung vom Teufel als Erzrebellen; sein -Ungehorsam und seine Empörung gegen Gott-Vater ist geradezu das -Paradigma der Revolution. Nach Origenes[419] waren Hoffahrt und -Auflehnung der Grund des Himmelssturzes, während nach Irenäus, -Tertullian und anderen[420] das Hauptmotiv sein Neid gegen Gott war. Die -zweitgenannte Idee scheint die ältere zu sein. Roskoff[421] sagt: »Das -Motiv zur Feindschaft des Bösen gegen die Gottheit, der Ursprung des -Bösen in der Welt ist sowohl nach der hebräischen Vorstellung vom -nachexilischen Satan als auch in den Mythen anderer Völker, namentlich -der Parsen, auf den Neid zurückgeführt, der in der Ich- und Selbstsucht -wurzelt.« Stolz war nach der »Sklavenmoral« des Christentums, wie sie -von Nietzsche genannt wird, stets eine Todsünde. - -Die Auflehnung des Knaben gegen seinen Vater ist bekanntlich nicht nur -eine Folge der feindseligen Einstellung, sondern gewöhnlich von Neid -begleitet, was mit anderen Worten Bewunderung und den Wunsch nach -Nachahmung bedeutet. Durch seine Rebellion befreit er sich auch -regelmäßig nicht von dem Einflusse seines Vaters. Ob er ihn geradezu -kopiert oder in das entgegengesetzte Extrem gerät und ihm so ungleich -als nur möglich zu sein sucht, ist von diesem Gesichtspunkte aus -betrachtet völlig irrelevant; beide Reaktionen gehen in gleicher Weise -auf den Nachahmungswunsch zurück. Diese Mischung läßt sich genau auf den -Teufel anwenden. Er bemüht sich, entweder Gott in allem nachzuahmen, -oder tut, wie wir sehen werden, alles genau in der entgegengesetzten -Weise. Von dieser Gewohnheit, Gott zu karikieren, stammt sein Titel »Der -Affe Gottes«. Sein Benehmen wird also in letzter Linie durch das -Verhalten Gottes bestimmt, ein weiterer Beweis für die ursprüngliche -Identität beider, während die genaue Übereinstimmung mit den -Bestrebungen der Menschensöhne die hier vorgebrachte These unterstützt. - -[Fußnote 418: Conway. Op. cit., Pp. 389, 395.] - -[Fußnote 419: Conway. Op. cit., Pp. 389, 395.] - -[Fußnote 420: Zitiert bei Roskoff. Op. cit., S. 231.] - -[Fußnote 421: Roskoff. Op. cit., S. 194.] - -Das Band, das ihn gegen seinen Willen an Gott knüpft, zeigt sich auch in -seiner Eifersucht auf jeden, dem Gott besondere Gunst schenkt, was ja -gleichfalls ein typischer Zug des Kindes ist. In der Legende von St. -Coleta heißt es[422], der alte Feind habe die Eigentümlichkeit, je mehr -er sehe, daß sich jemand Gott nähere, desto mehr suche er ihn zu -verfolgen, zu beunruhigen und abzuhalten, größere Übel über ihn zu -verhängen und sie zu vermehren. Hiezu tritt noch als weiteres Motiv sein -Haß, der von Gott auf jene übergeht, die mit ihm in näherer Verbindung -stehen. - -Dasselbe Motiv der Eifersucht ist wahrscheinlich auch die Erklärung für -das Verhalten des Teufels gegen Christus, obgleich dieses natürlich zum -Teil durch die Identifikation von Christus und Gott-Vater bestimmt -wird. Christus wurde dadurch, daß Gott ihn aussandte, um das -Menschengeschlecht zu erlösen, im Kampfe um die Herrschaft über die -Menschheit zur Hauptperson; aus diesem Kampfe entstand die -Erlösungslehre[423], was Graf[424] mit den ironischen Worten hervorhebt: -»Seltsam genug! Unter den Menschen war niemals die Rede soviel von -Satanas, niemals wurde er so sehr gefürchtet wie nach dem Siege Christi, -nach dem Vollzug der Erlösung.« Der Teufel, auch darin Gott nachahmend, -machte verzweifelte Anstrengungen, sich den Sieg durch Erzeugung eines -Sohnes zu sichern, der im Stande sein sollte, Christus zu überwältigen. -Merlin und Robert der Teufel stellen zwei derartige Versuche[425] dar, -aber der eine wurde durch die Reue seiner Mutter zu Gott hinüber -gerettet und der andere durch seine eigene Reue; Nero, Mohammed und -Luther, nicht minder auch mehrere Päpste galten ebenfalls als Söhne des -Teufels, die er zu diesem Zweck gezeugt haben soll. Im Mittelalter war -die Furcht vor dem angedrohten Antichrist aufs höchste gestiegen und die -Spannung der ängstlichen Erwartung seiner Geburt wurde durch umlaufende -Gerüchte und Prophezeiungen zum unbeschreiblichen Schrecken -gesteigert.[426] - -[Fußnote 422: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 160.] - -[Fußnote 423: Roskoff. Op. cit., Bd. 1, S. 224-229, 273.] - -[Fußnote 424: Graf. Op. cit., S. 22.] - -Mit der hier behandelten Auffassung des Teufels als Darstellung des sich -auflehnenden Sohnes stimmt schließlich sein leidenschaftlicher Haß gegen -die Ungerechtigkeit und seine Neigung, die unschuldig Verfolgten zu -verteidigen, insbesondere die Armen und Schwachen gegen ihre -Unterdrücker.[427] - -Nun können wir uns dem dritten Problem zuwenden, nämlich dem Verhältnis -des Teufelsglaubens zum Angsttraum. Die in den vorhergehenden Kapiteln -vorgebrachten Erwägungen werden uns zu der Entdeckung führen, daß an der -Entstehung einer solchen Angstvorstellung par excellence, wie es der -Teufelsglaube ist, die intensivste Angsterfahrung, die die Menschen -kennen gelernt haben, also der Alpdruck, einen beträchtlichen Anteil -haben mußte. Dieser Schluß wurde von manchen früheren Autoren gezogen. -Die Anschauungen Clodds und Höflers z. B. wurden bereits erwähnt. Es -stimmt gut damit überein, daß der Teufel ganz besonders als Nacht-Dämon -gilt; er erscheint meist bei Nacht und bei Nacht erreichte seine Macht -ihren Zenit.[428] - -[Fußnote 425: Graf. Op. cit., S. 198-203.] - -[Fußnote 426: Conway. Op. cit., S. 240-259, 397, 398. Graf. Op. cit., S. -205-209.] - -[Fußnote 427: Conway. Op. cit., Pp. 389, 390.] - -[Fußnote 428: Graf. Op. cit., S. 108.] - -Es wäre ganz verständlich, wenn dieser Glaube nur im _manifesten Inhalt_ -der Nachtmahr mit seinen schreckenerregenden Visionen wurzeln würde, und -dies ist auch offenbar die Anschauung der früheren Autoren, aber eine -sorgfältige Vergleichung mit ihrem _latenten Inhalt_ zeigt eine so -außerordentliche Ähnlichkeit der beiden, daß dadurch endgültig ihre -innere Verwandtschaft erwiesen wird. - -Es wurde oben ausgeführt, daß das wesentliche Merkmal des latenten -Inhalts der Nachtmahr seine sexuelle und vorherrschend inzestuöse Natur -ist. Über die sexuelle Betätigung des Teufels muß nicht mehr viel gesagt -werden, sie wird hinreichend illustriert durch das Sprichwort: »Wenn -eine Frau allein schläft, beschläft sie der Teufel.« Es ist besonders -bemerkenswert, daß die Vorläufer des mittelalterlichen Teufels in aller -Form Inkubi waren. Pan, von dem der Teufel so viele Attribute übernahm, -war das Äquivalent für Ephialtes[429], den Geist, der uns den -wissenschaftlichen Namen für die Nachtmahr lieferte; auch die -griechischen Faune waren als Inkubi tätig.[430] Weiter zurückgehend -finden wir, daß die Sturm-Dämonen Babyloniens und Indiens, die alu[431] -resp. die maruts[432], die Vorläufer des Ares und Ephialtes, »die -Zermalmer« genannt wurden, von ihrer Gewohnheit, während des Schlafs -sich auf die Brust der Menschen zu legen, und der germanische Riese -Grendel benahm sich ebenso.[433] - -Die oben angeführten Tatsachen zeigen, daß der Teufelsglaube mit dem -Ahnenkult in enger Beziehung steht; vor mehr als dreihundert Jahren -meinte Burton[434], daß die Teufel die Seelen der Gestorbenen, d. h. der -Ahnen seien. Wenn die hier aufgestellte These richtig ist, nämlich, daß -der Teufel die Projektion verdrängter Wünsche, die sich auf den Vater -beziehen, verkörpert, so folgt daraus, daß der Verkehr mit ihm den -Inzest mit dem Vater symbolisiert. Die Tatsache, daß die Schlange, das -phallische Symbol des Vaters, eine ebenso hervorragende Rolle bei der -Teufelsidee wie bei der Nachtmahr-Mythologie spielt, kennzeichnet den -Ursprung beider aus dem Inzest. - -[Fußnote 429: Roscher, Ephialtes. Eine pathologisch-mythologische -Abhandlung über die Alpträume und Alpdämonen des klassischen Altertums, -1900, S. 57-62.] - -[Fußnote 430: Roskoff. Op. cit., S. 146.] - -[Fußnote 431: Pinches. The Religion of Babylonia and Assyria, 1906, P. -108.] - -[Fußnote 432: Cox. Op. cit., Pp. 222, 253.] - -[Fußnote 433: Grimm. Op. cit., S. 849.] - -[Fußnote 434: Burton. The Anatomy of Melancholy, 1826. Vol. I, P. 5] - -In den verschiedenen Geschichten vom Teufel finden wir Details, die -deutlich auf die Entstehung aus psychischen Vorgängen, die für den Traum -charakteristisch sind, hinweisen, und von denen zwei hier kurz erwähnt -werden sollen. Eines der allertypischesten ist das Vorkommen von -Verwandlungen. Wir haben eben die Fähigkeit des Teufels, jede -menschliche Form, die er wünschte, anzunehmen,[435] erwähnt und -hervorgehoben, daß er am häufigsten als Schlange oder Ziegenbock -erschien. Aber es gab keine Tierart, deren Form er nicht manchmal -annahm[436], und er besaß sogar die Macht, Menschen in Tiere zu -verwandeln.[437] Ein anderes Beispiel ist der psychologische Prozeß, den -wir als »Umkehrung« kennen, wobei die Dinge von hinten nach vorn -gestellt oder getan werden; dieser Vorgang ist, wie Freud[438] gezeigt -hat, außerordentlich charakteristisch für die Traumarbeit. Die meisten -Schriften über den Teufel haben eben dies als seine Eigentümlichkeit -betont, insbesondere in Hinsicht auf den Sabbat. So tanzen die -Anwesenden in einem Kreise nach _rückwärts_[439], die Gesichter vom -Mittelpunkt _weggekehrt_[440], sie tauchen ihre _linke_ Hand in das -heilige Wasser[441] (Teufels-Urin)[442], machen das Zeichen des Kreuzes -in der _verkehrten_ Richtung[441], genießen bei der Messe _schwarzes_ -_Brot_[443] und bei dieser werden _schwarze Kerzen_ benutzt[444] u. s. -w. Der Teufel selbst hatte _ein zweites Gesicht_ am Hinterteil, das oft -dem _eines schönen Weibes_[445] glich (eine doppelte Umkehrung), er saß -_verkehrt_ auf seinem Sitz[446], sein Penis war oft _am Rücken_[447] -statt vorn, von seinem Körper ging ein höllischer Gestank aus, der mit -dem himmlischen Wohlgeruch des Erlösers[448] kontrastierte u. s. w. - -[Fußnote 435: Siehe Jacob. Op. cit., Pp. 33-43]. - -[Fußnote 436: Graf. Op. cit., S. 59, 138.] - -[Fußnote 437: Roskoff. Op. cit., S. 305.] - -[Fußnote 438: Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 257.] - -[Fußnote 439: Grimm. Op. cit., S. 895.] - -[Fußnote 440: Lehmann. Op. cit., S. 114.] - -[Fußnote 441: Brévannes. Op. cit., S. 123.] - -[Fußnote 442: Picart. Coutûmes et Cérémonies Religieuses, 1729, Vol. -VIII, P. 69. Thiers. Traité des Superstitions, 1741, Vol. II, P. 367.] - -Auf die Entstehung aus dem Traum kann auch die Tatsache zurückgeführt -werden, daß der Koitus mit dem Teufel in der Regel äußerst schmerzhaft -und unangenehm[449] war, denn dies ist in Angstträumen, in denen ein -Koitus vorkommt, auch sehr häufig der Fall. - -Einiges kann noch über den Zusammenhang zwischen dem Teufelsglauben und -den im vorhergehenden Kapitel erörterten hinzugefügt werden. Der erste -derselben, der Glaube an den Inkubus war ein wesentliches Stück des -Teufelsglaubens, denn nach orthodoxer Anschauung waren die Inkubi -einfach Teufel; selbst mit dem unmittelbaren Äquivalent des Inkubus, dem -Alp, steht der Teufel in enger Verbindung[450], die jedoch hier nicht -verfolgt werden kann, da das Thema ein rein mythologisches ist. - -Die Verwandtschaft zwischen dem Teufelsglauben und dem Glauben an -Vampire und Werwölfe ist mehr in ihrem gemeinsamen latenten Inhalt als -in äußerlichen Ähnlichkeiten gelegen, aber auch in letzterer Hinsicht -ist manches dahin Zielende auffindbar. Der Teufel wurde von den -Kirchenvätern gemeiniglich »seelenraubender Wolf« genannt[451] und in -Knuts Gesetzen wird er direkt als »vôdfreca _verewulf_[452]« bezeichnet. -Im Mittelalter hieß der Teufel Erzwolf, Archilupus und er erschien -häufig in Wolfsgestalt.[453] Grimm[454] führt die slavischen Namen für -den Teufel (Polnisch wrog, Serbisch vrag u. s. w.) auf das -althochdeutsche warg (= Wolf) zurück und der slavische böse Feind -Czernobog erschien gewöhnlich als Wolf.[455] Des mittelalterlichen -Teufels Abstammung vom Wolfe scheint jedoch in erster Linie germanisch -gewesen zu sein, insbesondere von den beiden Wölfen Wotans. Wünsche[456] -schreibt: »Neben Loki wird aber auch dem Fenrirwolf nach mehreren -mißglückten Versuchen mit einem von den Zwergen verfertigten -unzerreißbaren Bande von den Göttern eine Fessel angelegt. In der -Redensart: »Der Teufel ist los«, haben wir sicher noch eine Erinnerung -an Fenrirs wiederholtes Sichfreimachen von den starken Banden und -Stricken, die ihm von den Göttern um den Hals geschlungen wurden«. Der -Teufel wurde auch der Höllenwolf genannt und Grimm[457] bemerkt: »Der -Teufel hat seinen ungeheuren Rachen mit Wolf und Hölle gemein«. -Ungewöhnlich starke oder wilde Wölfe wurden entweder für verkappte -Teufel oder für Werwölfe gehalten[458] und auch die letzteren gelten als -vom Teufel erschaffen.[459] Historisch interessant ist der Fall der -Angela de Sabarethe, die als das erste Weib genannt wird, das -- in -Toulouse, im Jahre 1275 -- wegen sexueller Beziehungen zum Teufel -verbrannt wurde; als Resultat dieser Verbindung gebar sie ein Monstrum -mit dem Kopf eines Wolfes und einem Schlangenschweif.[460] - -[Fußnote 443: De Lancre. Op. cit., P. 460.] - -[Fußnote 444: De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, T. I, P. -240.] - -[Fußnote 445: Brévannes. Op. cit., P. 115.] - -[Fußnote 446: Grimm. Op. cit., S. 895.] - -[Fußnote 447: De Lancre. Op. cit., P. 217.] - -[Fußnote 448: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 156.] - -[Fußnote 449: Delrio. Les controverses et recherches magiques, 1611, P. -187. Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68.] - -[Fußnote 450: Grimm. Op. cit., S. 847 und Nachtrag S. 298.] - -[Fußnote 451: Daß die Verbindung zwischen Satan und einem Wolf noch -heute als natürlich empfunden wird, läßt sich aus Brownings Gedicht, -Ivan Ivanowitsch ersehen.] - -[Fußnote 452: Grimm. Op. cit., S. 32.] - -[Fußnote 453: Ennemoser. Geschichte der Magie, 2. Aufl., 1844, S. 791. -Hertz. Der Werwolf, 1862, S. 17.] - -[Fußnote 454: Grimm. Loc. cit.] - -[Fußnote 455: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 174.] - -[Fußnote 456: Wünsche. Op. cit., S. 13.] - -[Fußnote 457: Grimm. Loc. cit.] - -[Fußnote 458: Hertz. Op. cit., S. 18.] - -[Fußnote 459: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 155-159.] - -[Fußnote 460: Lamothe-Langon. Histoire de l'inquisition en France, 1829, -T. 2, S. 614.] - -Von den zwei Kardinalpunkten des Vampirglaubens, nämlich, daß der Vampir -ein revenant sei und daß er den Schlafenden Blut auszusaugen pflege, ist -der erste im Teufelsglauben viel stärker ausgeprägt, wie oben besprochen -wurde. Die einzige Erwähnung des zweiten Punktes, die ich finden konnte, -betrifft den altdeutschen Teufel Grendel. Grimm[461] schreibt von ihm: -»Er trinkt das Blut aus den Adern und gleicht Vampiren, deren Lippen von -frischem Blut benetzt sind. In einer altnordischen saga findet sich ein -ähnlicher Dämon, Grûnzaegir genannt ..., er trinkt das Blut aus Menschen -und Tieren«. - -Wir können dieses Kapitel mit einigen allgemeinen Bemerkungen über den -Teufelsglauben beschließen. Wir haben gesehen, daß die infantilen -Konflikte, die durch das Verhältnis zu den Eltern bedingt waren, ihren -frühesten Ausdruck dadurch fanden, daß das Universum mit übernatürlichen -Wesen bevölkert wurde, die manchmal freundlich, oft gehässig waren, -stets jedoch versöhnt werden mußten. Bei der Entwicklung dieses Glaubens -haben Traumerfahrungen wahrscheinlich eine große Rolle gespielt. -Hauptsächlich infolge der Betonung des Stammes- oder Nationalstolzes -verschmolzen einige Völker, vor allem die Juden, nach und nach diese -Gestalten und entwickelten so eine Art Monotheismus. Dies führte jedoch -zu der Notwendigkeit, die guten und bösen Eigenschaften der höheren -Mächte auf zwei verschiedene Persönlichkeiten zu verteilen, so daß das, -was dem Guten nahestand, der einen, und das, was dem Bösen zugehörte, -der anderen zugeschrieben wurde. Das übertriebene Gefühl der -Sündhaftigkeit, das für das Christentum charakteristisch ist, und der -schärfere Kontrast zwischen Gut und Böse, der dadurch erzielt wurde, -brachten zwar eine erhabenere Auffassung Gottes hervor, aber auch bei -der Erzeugung des Teufels ein Entsetzen, neben dem alle früheren -Erfindungen verblassen. In den letzten hundertundfünfzig Jahren und -insbesondere während des letzten halben Jahrhunderts hat die Intensität -des Teufelsglaubens stark abgenommen, der Gottesglaube erwies sich als -der wurzelfestere der beiden; die psychologische Erklärung dieses -Faktums ist ein interessantes Problem, dessen Erörterung uns jedoch zu -weit von dem gegenwärtigen Thema abführen würde. Dies geschah nicht ohne -heftigen Theologenzwist, da es offensichtlich die Schwierigkeit, über -die Existenz des Bösen in der Welt Rechenschaft zu geben, vergrößerte. -Dennoch war es notwendig geworden, teilweise wohl wegen der höheren -Auffassung der Allmacht Gottes und seiner schließlichen -Verantwortlichkeit für das ganze Weltall, denn diese Erwägungen machten -den Teufelsglauben in seinem inneren Wesen überflüssig. Das Problem des -Bösen, das den Theologen stets im Wege gewesen ist, da es sich von -theologischen Voraussetzungen aus nicht auflösen ließ, wurde als Ganzes -umgangen, indem man zu dem im 5. Jahrhundert entwickelten Glauben -Zuflucht nahm, daß die Übel der Welt als Strafe oder als unbegreifliches -Besserungsmittel zum heilsamen Fortschreiten in der Erkenntnis, zur -Übung in der Geduld im Hinblick auf eine bessere Zukunft zu betrachten -seien.[462] Wie lang sich die Menschheit mit diesen Sophismen begnügen -wird, ist ungewiß; der Erfolg der Lehre Mrs. Eddys, daß das Böse nicht -objektiv, sondern nur subjektiv existiert[463], kann als Zeichen einer -wachsenden Unzufriedenheit des Volkes mit diesen orthodoxen Erklärungen -aufgefaßt werden. - -[Fußnote 461: Grimm. Op. cit., S. 849-850.] - -Doch der Teufel stirbt nicht leicht. Werwolf und Vampir hatten für den -Kulturmenschen längst ihre Schrecken verloren, nicht einmal mehr die -Kinder mochten sie fürchten und auch das Alpdrücken des Hexenwahns hatte -Europa von sich abgeschüttelt, nur Satan wich nicht.[464] Von Zeit zu -Zeit lesen wir bis zum heutigen Tage in den Zeitungen von einem -geistlichen Exorzismus einer hysterischen Person als vom Teufel -besessen[465] und der Glaube an einen buchstäblichen Teufel wird noch -von der katholischen Kirche offiziell festgehalten und von einem großen -Teil der Geistlichkeit anderer Kirchen. Eine der Szenen der letzten -Jahre des erleuchteten 19. Jahrhunderts, die es verdient, in der -Geschichte weiter zu leben, war der berühmte Miß Vaughan-Schwindel[466], -bei welchem der Papst Leo XIII. und mehrere Bischöfe eine Dame offiziell -segneten, die, obgleich aus der Vereinigung ihrer Mutter mit dem Teufel -stammend, die Kirche triumphierend gerettet hatte; im nächsten Jahre -(1897) gestand Taxil, daß nicht nur alles eine Lügengeschichte sei -- -der Teufelsbund mit eingeschlossen --, sondern auch daß die Dame selbst -ein Produkt seiner Einbildungskraft war. - -[Fußnote 462: Roskoff. Op. cit., S. 267.] - -[Fußnote 463: Vgl. Hamlets Behauptung: »There is nothing either good or -bad, but thinking makes it.«] - -[Fußnote 464: Freimark. Op. cit., S. 334.] - -[Fußnote 465: Man wird es kaum glauben, daß ich während meiner Praxis in -Kanada (1911) erhebliche Schwierigkeiten mit einem Arzte (!) hatte, der -einen Fall von Dementia praecox mit Vorlesungen aus der Bibel behandeln -wollte, um den Teufel, von dem er fest überzeugt war, daß er sich in dem -Kranken befände, damit auszutreiben.] - - - - - VII. - Die Hexenepidemie. - - -Die Probleme des Hexenaberglaubens sind komplizierter als die des -Teufelsglaubens, obgleich sie mit ihnen nahe verwandt sind; denn -einerseits wirkten beim Aufbau des Hexenglaubens noch zahlreichere -Faktoren mit und anderseits haftete er nicht an Phantasiewesen, sondern -an wirklichen Menschen. Infolge dieser Tatsache ist es anzunehmen, daß -einige Bestandteile von den Betroffenen selbst geliefert wurden, wenn -auch das meiste aus äußeren Quellen stammt. Wie viele von den Verfolgten -wirklich von der Realität der angeblichen Vorfälle überzeugt waren, wird -sich nie ermitteln lassen. Sicher ist, daß viele nicht daran glaubten, -denn nachdem sie unter grausamen Torturen ein Geständnis abgelegt -hatten, beichteten sie ihre Unschuld dem Beichtvater, unter der -Bedingung, daß er nichts davon verlauten lasse, damit sie ohne -neuerliche Tortur hingerichtet würden. In manchen Fällen war allerdings -die Natur jener erdichteten Ereignisse und der Geisteszustand der Opfer -derartig, daß diese an die Wirklichkeit der Verbrechen, wegen deren sie -angeklagt waren, nicht im mindesten zweifelten. - -[Fußnote 466: Kemmerich. Kultur Kuriosa, S. 229-234.] - -Wie im vorhergehenden Kapitel können wir mehrere verschiedene Probleme -unterscheiden, insbesondere: - - 1. Die Erklärung der Fundamente der Hexenvorstellung, - - 2. Den Grund für den Ausbruch der Epidemie an einem bestimmten - Zeitpunkte und - - 3. Ihr Verhältnis zum Alptraum. - -Die hier aufgestellte These lautet, daß _der Hexenglauben im -wesentlichen eine Projektion verdrängter sexueller Wünsche des Weibes -darstellt, insbesondere jener, die sich auf das weibliche Gegenstück zum -Ödipus-Komplex beziehen, nämlich die Liebe zum Vater und den Neid und -die Feindseligkeit gegen die Mutter_. Ebenso wie das Kind das Bild des -Vaters in seine wohltätigen und böswilligen Züge auseinanderlegt und -damit den Glauben an Gott und Teufel ermöglicht, so teilt es auch die -Mutter in die beiden Hälften, woraus sich der Glaube an Göttinnen (Mater -Dei) und weibliche Teufel entwickelt. Die Bemerkung Riklins[467], daß -die Erfindung von Riesinnen und Hexen u. s. w. die Stellungnahme des -Mädchens gegen die Mutter als sexuelle Rivalin ausdrückt, fällt mit dem -Kern der gegenwärtigen These zusammen. Ferner werden wir sehen, daß -beide Geschlechter ebenso zur Erfindung der Hexen wie zu jener des -Teufels beigetragen haben. - -Vor Behandlung der historischen Seite des Hexenglaubens wird es sich -empfehlen, seine Hauptmerkmale zur Zeit der vollsten Blüte zu erörtern. -Diese lassen sich kurz in zwei Gruppen zusammenfassen, und zwar -diejenigen, welche - - I. sich auf den Umgang der Hexe mit dem Teufel beziehen, - - II. sich auf das Verhältnis zu den Mitmenschen beziehen. - -Diese Gruppen waren ursprünglich voneinander unabhängig und wurden erst -im 13. Jahrhundert vermengt; um dieselbe Zeit wurde eine dritte -hinzugefügt, nämlich die Ketzerei, d. h. Tatsachen, die sich auf ihr -Verhältnis zu Gott bezogen. - -[Fußnote 467: Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S. -74.] - -Für die eigentliche Hexenepidemie war die dritte Vorstellungsgruppe am -wenigsten charakteristisch, so daß wir sie zuerst erledigen können. -Obgleich sie das Element ist, das am wenigsten die eigentliche Hexe von -dem alten Zauberer und Wahrsager scharf unterschied, da sie eher als -eine direkte Fortsetzung der Attribute jener gelten darf, kam ihr doch -für die Hexenverfolgung die allerhöchste Bedeutung zu. Wie bekannt, ging -die Initiative zu jener Verfolgung von der Kirche aus, deren Streben auf -die Ausrottung der Ketzerei und Vernichtung der Macht des Teufels -gerichtet war. Die Laienschaft, deren ursprüngliches Interesse an dem -Unternehmen nicht sehr stark war, wurde zur Unterstützung der Kirche -durch die geschickte Kombinierung der Objekte dieser Verfolgung mit der -alten Auffassung von schädlicher Zauberei (Maleficium) bewogen. Durch -die Furcht vor der letzteren aus ihrer Ruhe aufgeschreckt, verband sie -sich mit der Kirche, um die verhaßten Quellen des Maleficium zu -zerstören, die nach der Erklärung der Kirche mit denen der Ketzerei und -des Teufelspaktes identisch waren. - -Die schädlichen Einwirkungen der Hexen erstreckten sich von kleinen -Bosheiten bis zu den schwersten Verletzungen, selbst den Tod -miteingeschlossen. Ihre genaue Überprüfung zeigt meiner Meinung nach, -daß die Angst, die sich hinter dem Glauben an dieses Maleficium verbarg, -die im tiefsten Grunde der Menschenseele ruhende Angst vor Unfähigkeit -oder Versagen der sexuellen Funktionen war. (Beim Manne: -»Kastrations-Komplex«, beim Weibe: »Angst vor der Kinderlosigkeit.«) Der -Grund hiefür ist, daß fast alle Fälle von Verhexen sich entweder direkt -auf die Erzeugung von Impotenz (oder Sterilität) beziehen, oder -symbolische Darstellungen dafür sind. - -In erster Linie ist zu beachten, daß die häufigste Spezialität der -Hexenkunst in der Einmischung in die sexuellen Funktionen, besonders bei -der Erzeugung der Impotenz bestand. Hansen[468] bemerkt: »Die Behexung -trifft weitaus am häufigsten die geschlechtlichen Beziehungen zwischen -Mann und Weib.« In der berühmten Hexen-Bulle[469] wird das Maleficium in -sieben Punkten behandelt, von denen sechs die sexuellen Funktionen -betreffen und einer die Verwandlung in Tiere. Der bekannte Malleus -Maleficarum[470] widmet vier Kapitel einer eingehenden Erörterung der -Frage, auf welche Weise diese Impotenz zu Stande gebracht wurde, und -betont, daß im Gegensatz hiezu die Hexerei andere natürliche Funktionen -nicht beirren kann, wie z. B. Essen, Gehen u. s. w.[471]; die -verschiedenen Methoden, durch die der Penis weggehext werden kann, sei -es in Wirklichkeit oder durch Augentäuschung, werden ebenso gründlich -besprochen. Ein Lieblingsmittel war die Benützung der ligature de -l'aiguillette, mit der, wie Brévannes[472] konstatiert, nicht weniger -als 50 verschiedene Prozeduren vorgenommen werden konnten. Im 15. und -16. Jahrhundert war diese so häufig im Gebrauch und so allgemein -gefürchtet, daß es Sitte wurde, die Hochzeiten im geheimen abzuhalten, -um Bezauberungen zu entgehen. Das Hexenmaleficium vermochte in derselben -Richtung noch weitere Wirkungen zu entfalten. Durch seine Anwendung -konnte die Liebe zwischen einem bestimmten Manne und einem Weibe -vernichtet, Unfruchtbarkeit der Frauen und Zeugungsunfähigkeit der -Männer herbeigeführt, die intrauterine Frucht zerstört und Mißgeburten -hervorgebracht werden.[473] Selbst wenn alle diese Gefahren vermieden -waren, war das Neugeborene noch nicht in Sicherheit, denn Hexen fraßen -mit Leidenschaft kleine Kinder, welcher Gefahr ungetaufte ganz besonders -ausgesetzt waren. - -[Fußnote 468: Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozesse im -Mittelalter, 1900, S. 479.] - -[Fußnote 469: Zitiert im Hexenhammer. Deutsche Übersetzung von Schmidt, -1906, Erster Teil, S. 107.] - -[Fußnote 470: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil. Kap. 8, 9 und -zweiter Teil Kap. 6, 7. Siehe Pg. 131, 143-145 bezüglich der -Differential-Diagnose zwischen Impotenz aus natürlicher Kälte und -Impotenz infolge Behexung, und Hansen. Op. cit., S. 88-92, 166 über die -Bedeutung dieser Unterscheidung für die Ehetrennung.] - -[Fußnote 471: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 127.] - -[Fußnote 472: Brévannes. L'orgie satanique à travers les siècles, 1904, -P. 71.] - -[Fußnote 473: Diese und viele andere in diesem Kapitel erwähnten -Einzelheiten sind Hansen entnommen.] - -Die meisten anderen Fälle des Maleficium symbolisieren dieselbe Furcht. -Die nächst häufige war die Vernichtung der Ernte durch Regen oder -Hagelwetter oder die Kunst, ein Feld, das einer bestimmten Person -gehörte, unfruchtbar zu machen; in allen Epochen bestanden innige -Assoziationen zwischen der Fruchtbarkeit der Menschen und der Natur, was -nebst vielen anderen die Tatsache beweist, daß dieselben Götter beide -beschützten. Auch die geringeren Fälle von Hexerei gestatten dieselbe -Auslegung. Unter diesen waren die gewöhnlichsten, die Milch sauer zu -machen (d. h. den Samen zu beschädigen), das Buttermachen zu hindern -(auf dessen symbolische Bedeutung Abraham[474] hingewiesen hat), und die -Bewegungen der Spindel (d. h. die Tätigkeit der _Maschine_),[475] zu -beeinflussen. - -Die einzige Körperfunktion, außer den sexuellen, welche die Hexen -beeinträchtigen konnten, war das Urinieren, das bekanntlich mit der -Sexualbetätigung im engen, besonders symbolischen Zusammenhang -steht[476]; diese Verletzung wurde in Frankreich »cheviller«[477] -genannt. - -Der Glaube, daß durch Hexerei Krankheit[478] und Tod verursacht werden -könne, hat auch auf denselben Komplex Bezug, denn man findet in der -Psychoanalyse oft, daß eine außergewöhnlich starke Furcht in dieser -Richtung durch eine tieferliegende Angst vor Impotenz bedingt wird, mit -der die anderen Vorstellungen sich leicht assoziieren. Eine weitere -Quelle für diesen Glauben bildet ihre Assoziation zur Vorstellung eines -sadistischen Überfalles; das Volksdenken sieht in Krankheit und Tod -meist die Folgen des Angriffes eines übelwollenden Dämons, der den -Menschen überwältigt. Diese Behexung wurde mit Gift, und zwar entweder -mit materiellem oder mit unkörperlichem, ausgeführt; Gift, d. h. eine -Flüssigkeit, die, in den Körper aufgenommen, ernste Folgen nach sich -zieht, ist ein gewöhnliches unbewußtes Symbol für Samen (vergleiche die -Wahnideen der Verrückten, daß jemand sie vergiften wolle). - -[Fußnote 474: Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 66.] - -[Fußnote 475: Siehe Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 211.] - -[Fußnote 476: Siehe Sadger »Über Urethralerotik«. Psychoanalytisches -Jahrbuch, 1910, Band 2, S. 409.] - -[Fußnote 477: Collin de Plancy. Dictionnaire infernal, 1818, Z. I, P. -7.] - -[Fußnote 478: Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. 965.] - -Es ist bemerkenswert, daß fast alle Zaubermittel, die das Maleficium -verhinderten, sexuelle Symbole waren. Die am häufigsten gebrauchten -scheinen Salz[479] und Hufeisen gewesen zu sein. Wie bereits erwähnt -wurde, ist Salz in der Sitte der Völker ein weit verbreitetes Symbol für -Samen und Fruchtbarkeit. Salz und Brot (Symbol der Faeces, infantiles -Sexualmaterial)[480] wurden auch gegen die Hexerei häufig -angewendet[481], da die Mischung der beiden die Fruchtbarkeit -symbolisiert.[482] Das Hufeisen, dieser allgemein bekannte -Glückstalisman, wurde auch häufig zur Abwehr der Hexen[483] benützt; -Lawrence[484], der den Volksglauben hinsichtlich des Hufeisens -ausführlich behandelt, nennt es »das Gegenmittel par excellence gegen -Hexerei«. Daß hier ein Stück Vulva-Symbolik vorliegt, wurde -gerechterweise allgemein anerkannt. Andere Dinge von ähnlicher Gestalt -und Bedeutung wurden für denselben Zweck in Gebrauch genommen; so nannte -man infolge dieses Zusammenhanges Steine, durch die ein Loch gebohrt -war, »Hexensteine«.[485] In Butlers Hudibras (II. 3. 291) werden mehrere -Symbole zusammengebracht; es heißt dort, ein Geisterbeschwörer könne mit -Sicheln, Hufeisen und ausgehöhlten Feuersteinen böse Geister verjagen. -An anderen Gegenmitteln wären zu erwähnen: ein aufgerichtetes -Messer[486], ein Besenstiel[487], ein Pferdeschädel[488] und ein -Drudenfuß[489]; die beiden ersten sind männliche Symbole, die anderen -bisexuelle. - -[Fußnote 479: Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910, Band 2, S. -34. Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 95, -258, 283.] - -[Fußnote 480: Siehe Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, -Zweite Folge, 1909, S. 168.] - -[Fußnote 481: Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 454. Seligmann. Op. cit., S. -37.] - -[Fußnote 482: Aigremont. Fuß- und Schuhsymbolik und Erotik, 1909, S. -55.] - -[Fußnote 483: Brand. Popular Antiquities of Great Britain, 1849, Vol. -III, Pp. 16, 17.] - -[Fußnote 484: Lawrence. The Magic of the Horse-shoe, 1899, P. 88.] - -[Fußnote 485: E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 119, 137. -Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 140.] - -[Fußnote 486: Wuttke. Op. cit., S. 259.] - -Die Erklärung dieses Massenglaubens an das Hexenmaleficium ist nicht -einfach, obgleich er eine sehr allgemeine Grundlage haben muß, da etwas -ähnliches in allen Epochen der Menschheit zu finden ist. Im allgemeinen -besteht die engste Beziehung zwischen Zauberei und Sexualität, wie -Bloch, Hansen und andere nachgewiesen haben[490], so daß der Verdacht -wohlberechtigt ist, daß die Quelle des Hexenmaleficium, das sich in -starkem Ausmaße auf die Frage der Impotenz bezog, gleichfalls sexueller -Natur sein müsse. Hansen[491] hat folgende Erklärung beigebracht, die -wenigstens auf den Fall, daß geradezu Impotenz herbeigeführt wird, -anwendbar ist: Er führt ihren Ursprung in den Orient zurück und sagt, -»sie dürfte in der Vielweiberei, und zwar gleichmäßig in der natürlichen -Eifersucht der Frauen eines Mannes und der psychischen Entnervung dieses -Mannes ihren Ursprung haben. Diese Art von Maleficium hat einen -ausgesprochen weiblichen Charakter; sie hat viel dazu beigetragen, -ältere, auf die Liebeserfolge der jüngeren eifersüchtige Frauen in den -Verdacht der Hexerei zu bringen.« Zwei Erwägungen bestätigen diese -Meinung Hansens. 1. Die Tatsache, daß im Mittelalter der Verlust an -Männern in den zahlreichen Kriegen so groß war, daß die sozialen -Bedingungen denen des Orients angenähert waren; in Deutschland war aus -diesem Grunde die Polygamie durch Sondergesetze, die zu diesem Ende -erlassen wurden, wirklich erlaubt worden. Auf die Bedeutung der -Kreuzzüge in dieser Richtung hat Buckle hingewiesen.[492] 2. Die neuere -psychiatrische Erkenntnis der engen Verbindung zwischen Impotenzgedanken -und Eifersucht. Hansens Auffassung läßt jedoch den panikartigen -Schrecken der _Männer_, die schließlich doch wissen mußten, daß sie -potent seien, noch immer völlig unerklärt. Die Vorstellung muß an einer -in ihrem Innern bereits vorhandenen Furcht Widerhall gefunden haben. Wir -können annehmen, daß zu einer solchen Zeit die ungenügende Gelegenheit -für die Frauen, hinreichende Befriedigung zu finden, der Frage der -männlichen Potenz eine besonders stark empfundene Bedeutung gab. Auch -ist es bekannt, daß diese Angst bei Männern ebenso häufig als -tiefgewurzelt ist. Die psychoanalytische Untersuchung hat gezeigt, daß -sie ihre Wurzeln in der frühesten Kindheit hat, in der Furcht des -Knaben, daß ihm die Eltern den Penis, wie irgend ein anderes Spielzeug -wegnehmen werden, wenn er schlimm ist, d. h., wenn er für ihn zu viel -Interesse zeigt oder mit ihm spielt. Es ist im Wesen eine Furcht vor dem -Vater. Ich möchte den Ausbruch, der diese Angst in Verbindung mit den -Hexen bringt, als Verschiebungs-Mechanismus ansprechen. Man darf nicht -vergessen, daß der Teufel die wesentliche Quelle und das gebietende -Oberhaupt der Hexenkunst war; diesen haben wir aber bereits als -Personifikation des feindlichen Vaters kennen gelernt. Ferner wurde bis -zum dreizehnten Jahrhundert das Maleficium meist durch _Männer_, -Zauberer ausgeübt; erst nach diesem Zeitpunkte übertrug die Kirche im -Dienste ihrer eigenen Zwecke die ursprünglichen Attribute der älteren -(männlichen) Zauberer auf die neue Gattung der Hexen. Zweifellos hat -Hansen ebenfalls recht mit seiner Vermutung, daß die weitverbreitete -Eifersucht der alten Weiber, durch die sozialen Einrichtungen -begünstigt, die Furcht unterstützte und zur Lokalisierung bei den alten -Hexen beitrug. Eine ähnliche Angst auf Seite der Frauen, die sich -hauptsächlich, aber nicht ausschließlich auf Schwängerung und Geburt -bezog, war unzweifelhaft ein weiterer Faktor; die Hexe personifizierte -dann die gehaßte Mutter, welche die geheimen Genüsse des Mädchens -störte. Schließlich sei daran erinnert, daß das Menschenherz stets -bereit ist, infolge der eigenen feindlichen oder verbrecherischen -Wünsche Schmerz, Unglück u. s. w. zu ahnen und zu fürchten. Freud[493] -hat darauf hingewiesen, daß der Aberglaube nichts anderes ist, als die -Projektion unbewußter Gedanken. - -[Fußnote 487: Wuttke. Op. cit., S. 130.] - -[Fußnote 488: Lawrence. Op. cit., P. 87.] - -[Fußnote 489: Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 456, 459.] - -[Fußnote 490: Bloch. Das Sexualleben unserer Zeit, 2. Aufl. 1907, S. -128. Hansen, Op. cit., S. 25.] - -[Fußnote 491: Hansen. Op. cit., S. 12.] - -[Fußnote 492: Buckle. History of Civilization in England, 1857, Worlds -Classics Edition, Vol. 1, P. 129.] - -Die Ansicht, daß die Hexen (und Zauberer) mit Attributen ausgestattet -waren, die von der Vorstellung des Kindes von seinen Eltern hergenommen -wurden, wird durch die Tatsache gestützt, daß ihre Handlungen nicht -immer feindselig gegen gewöhnliche Menschen waren, sondern oft -freundlich. Durch mannigfache Versöhnungsmittel konnten sie, gradeso wie -Gott und der Teufel, dazu veranlaßt werden, ihre übernatürlichen Kräfte -in den Dienst Hilfsbedürftiger zu stellen. So wurde ihre Fähigkeit, -Dinge, die sich in der Ferne ereigneten, zu sehen und zukünftige -Ereignisse vorherzusagen, oft in Anspruch genommen. Am häufigsten wurde -jedoch ihr Beistand erbeten, um Liebe zu erwecken (Liebes-Philter, -Liebes-Amulette u. s. w.) oder zu vernichten, wenn ein gehaßter Rivale -vorhanden war; die Hexen gingen gelegentlich so weit, den Liebhaber -durch die Luft auf ihrer Ziege zur Geliebten zu tragen.[494] Sie konnten -sogar veranlaßt werden, die angezauberte Impotenz zu heilen; im Hinblick -darauf sagt Seligmann[495]: »eine Hexe heilte die Männer, indem sie mit -ihnen während einer Nacht im Ehebett schlief«. - -Wir kommen nun zur zweiten Gruppe, welche den Umgang der Hexe mit dem -Teufel behandelt, und die das Kardinalmerkmal der Hexenepidemie bildet. -Das Teufelsbündnis war die Hauptanklage bei den Hexenprozessen, -vielleicht, weil es nach der Natur der Umstände leichter »bewiesen« -werden konnte als das Maleficium oder die Ketzerei; vielleicht auch, -weil die Richter dieses Thema weit anziehender fanden als die anderen. -Wuttke[496] konstatiert: »Hauptgegenstände der Anklage waren der, meist -auch geschlechtliche, Verkehr mit dem Teufel, die Hexenfahrt durch die -Luft und der dort mit Tanz, Schmaus und oft auch mit Unzucht gefeierte -Hexensabbat, wo dem Teufel gehuldigt und manchmal geopfert wurde; die -Schädigung von Menschen und Vieh erscheint dagegen als Nebensache.« -Soldan[497] nennt ebenfalls den Teufelsbund den »Kern« der -Hexenprozesse. Ennemoser[498] schreibt: »Dem späteren Begriff der Hexen -ist unzüchtige Buhlschaft wesentlich, sie besiegelt das geschlossene -Bündnis und verleiht dem Teufel freie Macht über die Zauberinnen, ohne -diesen Greuel kommt überhaupt keine Hexe vor.« Roskoff[499] sagt: »Das -spezifische Hexenwesen der eigentlichen Periode der Hexenprozesse beruht -nicht mehr bloß auf der Abweichung von Glaubens- und Lehrsätzen der -Kirche, sondern, wie aus der Bulle Innozenz VIII. und dem Hexenhammer -ersichtlich ist, lautet die Anklage vornehmlich auf: »_Bündnis mit dem -Teufel und vertrautesten Umgang_ mit demselben.« - -[Fußnote 493: Freud. Zur Psychopathologie den Alltagslebens, 3. Aufl., -1910, S. 134.] - -[Fußnote 494: Burton, The Anatomy of Melancholy, 1826 Edition. Vol. I, -P. 79, und Vol. II, P. 289.] - -[Fußnote 495: Seligmann. Op. cit., Band 1, S. 335.] - -[Fußnote 496: Wuttke. Op. cit., S. 153.] - -Es kann nicht der leiseste Zweifel darüber bestehen, daß der eigentliche -Wesenszug dieses Bündnisses die sexuelle Beziehung war. Die älteren -Autoren, wie Bodin[500], De Lancre,[501] die Verfasser des Malleus[502] -und die anderen sind in diesem Punkte völlig einig. So sagt, um nur -einige der letztgenannten zu zitieren, Hansen[503]: »Jede Hexe steht in -geschlechtlichem Verkehr mit dem Teufel ....... Gerade durch diesen -Verkehr wird das dauernde Verhältnis zwischen Hexe und Teufel -unterhalten.« Bloch[504]: »Der Begriff des Weibes als Hexe drehte sich -fast nur um das Geschlechtliche, das meist als »Teufelsbuhlschaft« -vorgestellt wurde.« Quanter[505]: »Die sexuellen Exzesse mit dem Teufel -waren das einzige, was mit breitem Behagen den Hexen nachgesagt wurde.« -Nyström[506]: »Das spezifische der Hexenprozesse in ihrer eigentlichen -Periode bestand in der Beschuldigung der Teufelsbündelei und des -Geschlechtsverkehrs mit dem Teufel.« Es wurde geradezu geglaubt, daß die -Hexe ihre Zaubermacht erst nach dem Geschlechtsverkehr mit dem Teufel -erhielt.[507] - -[Fußnote 497: Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von -Hoppe, 1880, Band 2, S. 397.] - -[Fußnote 498: Ennemoser. Geschichte der Magie. Zweite Auflage, 1844, S. -844.] - -[Fußnote 499: Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 2, S. 213.] - -[Fußnote 500: Bodin. De le démonomanie des sorciers, 1593, P. 208 u. s. -w.] - -[Fußnote 501: De Lancre. Tableau de l'inconstance des mauvais anges et -démons, 1612, Livre III, Disc. V.] - -[Fußnote 502: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 108 u. s. w.] - -[Fußnote 503: Hansen. Op. cit., S. 481.] - -[Fußnote 504: Bloch. Op. cit., S. 129.] - -[Fußnote 505: Quanter. »Der Hexenglaube des Mittelalters.« Geschlecht -und Gesellschaft, 1910, Band 5, S. 367.] - -Der Glaube an die Buhlschaft mit dem Teufel gründet sich offenbar auf -jenen an die Unbefriedigung und geschlechtliche Bedürftigkeit, die -allgemein und vielleicht mit Recht als Charakteristikum der Frauen -mittleren Alters angesehen wird. Da der Teufel die symbolische -Personifikation des Vaters ist, sind in letzter Linie unbewußte -inzestuöse Wünsche die Quelle des Glaubens. Dieser Umstand gewann, wie -bereits ausgeführt wurde, im Mittelalter eine ganz besondere Bedeutung; -weitere Beweise für diese Auffassung des Problems sollen sogleich -hinzugefügt werden. Geradeso wie manche Frauen, die Mystikerinnen und -Heiligen, ihr Begehren dadurch befriedigten, daß sie es an die -Gottesidee hefteten, so fanden andere auf einem weniger durchgeistigten -Wege ihre Befriedigung an den fast synonymen Vorstellungen des Inkubus, -Dämon oder Teufel. Der Unterschied zwischen den beiden Vorgängen ist, -wie Maury[508] sehr richtig bemerkt hat, weit geringer, als dies auf den -ersten Blick erscheint. - -Wenn wir nun die Beziehung zwischen Hexe und Teufel mehr im Detail -betrachten, können wir den Gegenstand am bequemsten in drei Teile -zerlegen, nämlich das Verhalten der Hexen - - 1. auf dem Sabbat, - - 2. auf dem Wege zum Sabbat, - - 3. zu Hause. - -Der Sabbat selbst ist von zahlreichen Autoren so lebendig beschrieben -worden, daß hier keine vollständige Darstellung gegeben werden muß. Für -unseren Zweck genügt es, die beiden wichtigsten Züge zu betonen, seine -im wesentlichen sexuelle Natur und die Parodie der religiösen -Zeremonien. Der Sabbat war kein ordnungsloses Durcheinander, sondern -bestand in einer Reihe mit mehr oder weniger Genauigkeit ausgeführter -Zeremonien.[509] Diese waren der Reihenfolge nach: Der Einzug und die -Prozession, die Huldigung vor Satan, die schwarze Messe, der Sabbat-Tanz -und schließlich die sexuelle Orgie, bei der inzestuöse Akte zwischen den -nächsten Verwandten ausgeführt wurden.[510] Das Inzest-Element tritt -also sowohl durch diese Tatsache als durch die Vereinigung mit dem -Teufel an die Spitze. Die Parodie der christlichen Riten ging bis ins -feinste Detail und wird von den meisten der alten Autoren mit unwilligen -Kommentaren versehen.[511] Grimm[512] führt dies auf den vom Neid -eingegebenen Wunsch des Teufels, Gott nachzuäffen, zurück, aber eine -tiefere Erklärung liegt darin, daß die symbolische Bedeutung der beiden -Gruppen von Zeremonien fast identisch ist; der Hauptunterschied ist der, -daß die zu Grunde liegenden Komplexe im Fall der Vereinigung mit dem -Teufel weit unmittelbarer dargestellt werden. - -[Fußnote 506: Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 294.] - -[Fußnote 507: Alpenburg. Mythen und Sagen Tirols, 1857, S. 256.] - -[Fußnote 508: Maury. La magie et l'astrologie, 1860, 2. Partie, Ch. III. -»Les mystiques rapproches des sorciers.« Siehe insbesond. Pp. 405, 406, -410, 411. Ebenso Steingießer, »Das Geschlechtsleben der Heiligen«, -1908.] - -Die im Mittelpunkte stehende Zeremonie der schwarzen Messe[513] kann als -im höchsten Grade symbolisch für diese Vereinigung angesehen werden, und -deshalb auch der Sabbat selbst. Bei dieser diente die jüngste und -schönste Hexe, die Königin des Sabbat, als Altar[514], nachdem sie mit -dem Urin des Teufels getauft worden war, wobei das Zeichen des Kreuzes -verkehrt und mit der linken Hand geschlagen wurde. Wenn sie sich dann -der Länge nach hingelegt hatte, wurde die heilige Hostie so bereitet, -daß auf ihrem Hintern ein Gemenge des ekelhaftesten Materials -- Faeces, -Menstrualblut, Urin und verschiedener Unrat -- durcheinander geknetet -wurde; dies stellte die berühmte _Confarreatio_ vor, die Nahrung der -schmachvollsten Liebe. Es ist nicht notwendig, in die Symbolik der -Einzelheiten dieses Vorganges einzugehen, denn dies würde uns zu einer -Erörterung der Bedeutung der Nekrophilie, Theophagie und anderer -Gegenstände, die mit unserem gegenwärtigen Thema nichts zu tun haben, -zwingen. Es möge genügen, daß diese Symbolik, die Pfister[515] in -Verbindung mit zwei Mystikern nachgewiesen hat, durchgängig sexuell ist. - -[Fußnote 509: Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 147-167.] - -[Fußnote 510: Kiesewetter. Geschichte des Okkultismus, Band 2, S. 461. -De Lancre. Op. cit., P. 223.] - -[Fußnote 511: Z. B. De Lancre. Op. cit., P. 460.] - -[Fußnote 512: Grimm. Op. cit., S. 895.] - -[Fußnote 513: Laurent und Nagous, Okkultismus und Liebe, Deutsche -Ausgabe, 1903, S. 135, 139, 246. Brévannes. Op. cit., Pp. 120-135.] - -[Fußnote 514: Cox. The Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, -Pp. 113 bis 121. Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism, -Second Edition, 1874, P. 74, und andere haben auf die weibliche Symbolik -des Altars im allgemeinen hingewiesen. Der weibliche Körper hat zu -verschiedenen Zeiten als Altar gedient, sogar, wie festgestellt wurde, -bei den ersten Christen (Brévannes. Op. cit., P. 38).] - -Die Art der Hinreise zum Sabbat (Hexenfahrt) war eine Frage, welche die -Theologen des Mittelalters sehr beschäftigte. Es wurde allgemein -angenommen, daß sie als Flug durch die Luft ginge, doch die Meinungen -gingen darüber auseinander, ob der Leib selbst von einem Ort an den -anderen versetzt wurde oder nur die Seele. Schließlich entschied man -sich für die erste Annahme und schloß, daß der schlafende Leib, der -zurückblieb, nur ein Erzeugnis des Teufels zur Täuschung des Gatten der -abwesenden Hexe sei. Die Quellen des Glaubens an eine solche Nachtfahrt -sind mannigfaltig, doch sie stehen alle im engsten Zusammenhang mit den -Träumen und der Sexualität. Regius vom Prüm[516] sprach es sogar schon -im 10. Jahrhundert aus und Johann von Salisbury[517] im 12., daß der -Glaube eine durch die Traumerfahrung hervorgerufene Täuschung sei, und -dies war auch die Meinung Weiers und vieler anderer; sie wird auch -allein durch die Tatsache, daß die Nachtfahrt fast immer nur dann -vorkam, wenn die Person in tiefem Schlafe lag[518], sehr nahegelegt. Die -Übereinstimmung zwischen zahlreichen Beschreibungen der Hexenfahrt und -gewissen typischen Träumen ist so vollkommen, daß an der Richtigkeit -dieser Erklärung nicht der leiseste Zweifel bestehen kann.[519] Es ist -ebenso gewiß, daß der Sinn der fraglichen Träume sexueller Natur ist, -wie sogleich im Detail nachgewiesen werden soll. - -[Fußnote 515: Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf, -1910, S. 76, 77, 113.] - -[Fußnote 516: Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 80.] - -[Fußnote 517: Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 139.] - -[Fußnote 518: Bodin. Op. cit., Pp. 184, 185.] - -In dem in Rede stehenden Glauben sind drei verschiedene Vorstellungen -enthalten, jene des Reisens, Fliegens und Reitens. Die Psychoanalyse hat -gezeigt, daß _Reiseträume fast stets_ mit sexuellen Motiven assoziiert -sind. Als Beispiele dienen die Erkundung unzugänglicher Örtlichkeiten, -Todeswünsche gegen gehaßte Nebenbuhler, Flucht mit dem geliebten -Elternteil fort von dem rivalisierenden u. s. w.; der Gegenstand wurde -in den vorhergehenden Kapiteln bereits teilweise besprochen. Die -_Flugträume_ sind gleichfalls individuell determiniert und symbolisieren -verschiedene Wünsche, doch die letzte Quelle ist stets die sexuelle -Erregung durch gewisse Bewegungen (wiegen, hetzen u. s. w.) in der -frühen Kindheit.[520] Die Vorstellung, die am deutlichsten ihre sexuelle -Natur offenbart, ist das Reiten, das im Traum regelmäßig den -Beischlafsakt symbolisiert.[521] Manchmal kommt dies ganz offen zum -Ausdruck. So zitiert Delassus[522] folgendes Beispiel: »Martin d'Arles -raconte, dans son livre des superstitions, qu'une dame très pieux se -voyait souvent, en songe, chevauchant à travers la campagne avec un -homme, qui abusait d'elle, ce qui lui causait une très grande volupté.« -Ähnlich schreibt Jähns[523]: »So kam es vor, daß ehrbare Matronen ihren -Beichtvätern vertrauten: >sie fühlten, daß sie unwillkürlich Nachts über -Feld und Aue ritten; ja, wenn sie mit dem Roß über ein Wasser setzten, -so wohne irgend jemand ihnen mit dem vollen Lustgefühl des Aktes bei.< -Da war denn der offenbare Hexenritt und die offenbare Vermischung mit -dem Satan eingestanden.« - -[Fußnote 519: Siehe Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 310. Brand. -Op. cit., P. 9. Die Ähnlichkeit wurde von Oldham im 17. Jahrhundert klar -ausgesprochen. (Werke, 6. Ausgabe, P. 254.) - - »Wie Menschen, die bewegungslos im Schlafe liegen, - Im Traum zu steigen meinen und zu fliegen, - So glaubt die Hexe durch des Luftraums Weiten - Auf ihrem Zauberstab dahin zu reiten.«] - -[Fußnote 520: Freud. Die Traumdeutung, 1911, S. 201-203.] - -[Fußnote 521: Vergl. den Ausdruck für nächtliche Pollutionen: »es reiten -ihn die Hexen.« Auf die Ähnlichkeit zwischen dem Hexenreiten und dem -Alpdruck hat vor vielen Jahren Burton (Op. cit., P. 134) aufmerksam -gemacht, »auch bei solchen, die durch einen Inkubus belästigt oder von -den Hexen geritten sind (wie wir dies nennen); wenn sie auf ihren Rücken -liegen, meinen sie, ein altes Weib reite sie und sitze so schwer auf -ihnen, daß sie vor Atemnot fast ersticken.«] - -[Fußnote 522: Delassus. Les Incubes et les Succubes, 1897, P. 35.] - -Manchmal verwandelten Hexen einen Mann in ein Pferd, um darauf zum -Sabbat zu reiten[524] (Traum-Umkehrung der natürlichen Stellung), -manchmal reisten sie in Gesellschaft des Teufels -- der vorn auf dem -Stab ritt, während die Hexe hintenauf saß[525] --, doch am häufigsten -war der Teufel selbst das Reittier, entweder in Gestalt eines Pferdes -oder eines Bockes.[526] Das letztgenannte Tier war am beliebtesten und -ist auch mit Hinblick auf seine wohlbekannten Eigenschaften zum Ausdruck -sexueller Vorstellungen ausgezeichnet geeignet. Bei gewissen Anlässen -schob die Hexe einen Pflock in den Hinterteil des Bockes, von dem dann -entweder ihre Genossen[527] oder die Kinder[528], die sie zum Sabbat -mitbringen wollte, getragen wurden. Oft genügte auch der Pflock allein, -gewöhnlich in der Form eines Besenstiels, zur Reise. Jähns[529] hat -gezeigt, daß dieser ein Repräsentant des Pferdes oder eines anderen -Reittieres war; die phallische Bedeutung ist hier ebenso evident wie bei -den zahlreichen anderen Formen des Zauberstabes. Die Vorstellung der -Verwandlung menschlicher Wesen oder des Teufels in Tiere ist, wie -bereits mehreremal bemerkt wurde, besonders charakteristisch für den -Traum und im Jahre 1230 hat Wilhelm von Paris[530] bei Besprechung der -Hexenfrage sich ausdrücklich für diese Entstehungsweise erklärt. - -[Fußnote 523: Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 412.] - -[Fußnote 524: Krauß. Slavische Volksforschungen, 1906, S. 49.] - -[Fußnote 525: Grimm. Op. cit., S. 895.] - -[Fußnote 526: Der Hexenhammer. Op. cit., Zweiter Teil, S. 44.] - -[Fußnote 527: Jähns. Op. cit., S. 415.] - -[Fußnote 528: Horst. Zauber-Bibliothek, 1821, Erster Teil, S. 216.] - -[Fußnote 529: Jähns. Op. cit., S. 415, 416.] - -Ein interessanter Nebenumstand bei der Fahrt durch die Luft war die -bekannte Hexensalbe, die dazu benötigt wurde. Sie mußte in den Körper -hineingerieben werden, insbesondere oberhalb des Abdomen, in den höheren -Teil der Oberschenkel und in die Füße, bis ein Gefühl der Erwärmung -verspürt wurde.[531] Auch der Besenstiel[532], der die Hexe zum Sabbat -trug, wurde damit eingerieben und Grimm[533] erzählt einen Fall, wo ein -Kalb zu diesem Zweck bestrichen wurde. Die Materialien, die bei der -Zusammensetzung der Salbe am liebsten verwendet wurden, scheinen die -Eingeweide und das Fett kleiner Kinder[534] gewesen zu sein, doch viele -andere Substanzen wurden gleichfalls benützt. Die Erklärung dieses -sonderbaren Vorganges ist keineswegs einfach. De Lancre[535] sagt: »Le -Diable use d'ongaens graisses et onctions, pour imiter nostre Seigneur, -qui nous a donné le sainct sacrement de Babtesme et celuy de la Saincte -onction.« Dies läßt außer manchem anderen offenbar auch die besondere -Verbindung zwischen Salbe und Luftreise unerklärt. - -Der Akt des Salbens hat zu allen Zeiten eine besondere Bedeutung -besessen und war meist mit der Vorstellung der Übertragung einer -besonderen Macht auf gewisse Personen, Priester oder Könige, verknüpft; -bei mehreren religiösen Zeremonien spielt es eine ähnlich wichtige -Rolle. Ein vergleichendes Studium der Gelegenheiten, bei welchen die -Ölung vorgenommen wird, macht es höchst wahrscheinlich, daß der Akt eine -sexuelle Symbolik enthält und sein inniger Zusammenhang mit der -Hexenfahrt und dem Sabbat unterstützt diese Auffassung. Freimark[536] -bringt Beweise dafür bei, daß zu verschiedenen Zeiten die Ölungen -wirklich zur Hervorbringung wollüstiger Träume benutzt wurden, und -erwähnt eine Anzahl von Substanzen, von denen man annahm, daß sie im -stande seien, aphrodisische oder anästhesierende Wirkungen oder -Intoxikation hervorzurufen, die zu diesem Zweck gebraucht wurden. -Kiesewetter[537] machte an sich selbst Versuche, um den Tatbestand zu -erforschen, und konstatierte als Resultat verschiedene Reise- und -Flugträume; es ist seither bekannt geworden, daß kein Arzneimittel dies -direkt bewirken kann, es muß also die Einstellung der Erwartung dabei -mittätig gewesen sein (wobei noch eine toxische Wirkung in Rechnung -gezogen werden muß). Es ist auffallend, daß zwischen den Vorstellungen -der Einsalbung und der leichten Bewegung stets ein Zusammenhang -existiert hat, der zweifellos durch die physischen Qualitäten der -ersteren unterstützt wurde. Das englische Wort »grease« (Salbe) kommt -von den Gratiae (griechisch Charites), welche Aphrodite mit Öl zu -waschen pflegten, und das vedische Äquivalent der Charitinnen waren die -leuchtenden Rosse, die den Wagen Indras, der Sonne (= Phallos[538]), -zogen. Die am Tage liegende Beziehung von mucus und semen zu den -Koitusbewegungen ist zweifellos die Quelle der tieferliegenden -Sexualsymbolik und ich habe gezeigt[539], daß in der frühen Kindheit -sich eine ähnliche Assoziation zwischen den Vorstellungen der Bewegung -und exkretorischen Akten (die als Sexualbetätigung aufgefaßt werden) -bildet. Es ist daher begreiflich, daß der phallische Besenstiel, auf dem -die Hexe »ritt«, mit Salbe eingeschmiert werden mußte. - -[Fußnote 530: Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 138.] - -[Fußnote 531: Weier. Histoires, disputes et discours des illusions et -impostures des diables, Trad. Franc., 1577, P. 165. Grimm. Loc. cit., -Laurent und Nagour, Op. cit., S. 122.] - -[Fußnote 532: Hansen. Op. cit., S. 449. Weier. Loc. cit.] - -[Fußnote 533: Grimm. Loc. cit.] - -[Fußnote 534: Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft, 1589, Book -III. P. 40. De Lancre. Op. cit., Pp. 112, 119. Weier. Loc. cit.] - -[Fußnote 535: De Lancre. Op. cit., P. 212.] - -Diese Ansicht wird weiterhin durch die enge Verbindung zwischen dem Akt -des Salbens und dem des Genusses von Zaubertränken bestätigt. Die Hexe -trank nach geschehener Einsalbung eine derartige Flüssigkeit, um zur -Reise fähig zu sein.[540] Nun symbolisieren Zaubertränke, die wunderbare -Kräfte einflößen, regelmäßig den Samen[541], so das vedische Soma, das -griechische Ambrosia und der Nektar, das germanische odrörir. In der -Ilias wird geschildert, wie die _Göttin Hera ihren ganzen Leib mit -Ambrosia salbt_, so daß der Geruch Himmel und Erde erfüllt. - -[Fußnote 536: Freimark. Op. cit., S. 306-316.] - -[Fußnote 537: Kiesewetter. Op. cit., Band 2, S. 579.] - -[Fußnote 538: Cox. Op. cit., Vol. I, P. 426. Vol. II, Pp. 2, 35.] - -[Fußnote 539: Psychoanalytisches Jahrbuch, 1912, Band 4. Zentralblatt -für Psychoanalyse, Jahrgang 1.] - -Abgesehen vom Sabbat und der Nachtfahrt hielt die _Hexe bei sich zu -Hause_ ihre Beziehungen zum Teufel auf verschiedene Weise aufrecht. In -erster Linie begleitete er oder einer der ihm untergeordneten Dämonen -sie stets als ihr »familiaris«, welche Vorstellung an den totemistischen -Glauben erinnert, der so allgemein, z. B. im norwegischen Folklore[542], -verbreitet ist. Der Familiaris nahm gewöhnlich die Gestalt eines -Katers[543] an. Bei den Zusammenkünften der ketzerischen Katharersekte -im 13. Jahrhundert erschien der Teufel als Kater und man nahm an, daß -der Name der Sekte von dieser Tatsache genommen sei. Katzen haben eine -besonders große Rolle in der Mythologie weiblicher übernatürlicher Wesen -gespielt. Die alten germanischen Zauberinnen verwandelten sich -gelegentlich in Katzen.[544] Katzen sind besonders mit der Vorstellung -des Reitens assoziiert und wurden bei der Hexenfahrt wirklich zu diesem -Zwecke benützt.[545] Dieser Glaube scheint vor allem aus der -germanischen Mythologie zu stammen. Roskoff[546] schreibt: »Freyja fährt -auf einem mit zwei Katzen bespannten Wagen, den Symbolen des starken -Zeugungstriebes .... Die der Freyja geheiligte Katze macht das -Mittelalter zum Tiere der Hexen und Nachtfrauen.« Dasselbe galt von dem -Gefolge der Holda[547], dem Prototyp der Nachtdämonenseite der Hexen. Im -Süden wurden die Katzen von ihren Verwandten, den Löwen, ersetzt; der -Wagen des Heraklos wurde z. B. von zwei Löwen gezogen. Außer dieser -symbolischen Begleitung der Hexen erschien ihnen der Teufel noch häufig -als Inkubus (siehe später). - -[Fußnote 540: Freimark. Op. cit., S. 306, 308. Laurent und Nagour, Loc. -cit.] - -[Fußnote 541: Siehe Abraham. Op. cit., S. 63.] - -[Fußnote 542: Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I, P. 115.] - -[Fußnote 543: Grimm, Op. cit., S. 891. Hansen. Op. cit., S. 229.] - -[Fußnote 544: Grimm. Op. cit., S. 915.] - -[Fußnote 545: Jähns. Op. cit., S. 415.] - -[Fußnote 546: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 159.] - -Der Gegenstand aber, der in dieser Beziehung die meiste Aufmerksamkeit -auf sich zog, war die Besessenheit durch den Teufel. Diese definiert -Graf[548] wie folgt: »Der Teufel konnte sich damit begnügen, den -Menschen nur äußerlich zu quälen, indem er die Angriffe und Bedrängungen -vervielfachte, oder auch innerlich peinigen, indem er in ihn einfuhr. Im -ersten Fall hatte man die eigentliche sogenannte Obsessio, im zweiten -die Possessio«. In der Sprache unserer Tage würde der Unterschied -zwischen den beiden Fällen wohl durch die Ausdrücke Zwangsneurose und -Hysterie gekennzeichnet werden; wie zu erwarten stand, waren dem -zweitgenannten Zustand hauptsächlich Frauen unterworfen. Die Merkmale -der Besessenheit durch einen Dämon sind zu gut bekannt, um hier -wiederholt zu werden.[549] Da das Vorkommnis noch immer keineswegs -selten ist, war Gelegenheit vorhanden, sie vom klinischen Standpunkt aus -zu untersuchen und nachzuweisen[550], daß sie als Symptom verschiedener -Geistesstörungen vorkommen kann. Müller[551] schreibt: »Was sich in den -Hexenprozessen durchgängig wiederholt, sind Entwicklungskrankheiten der -Jugend oder des Alters bei Weibern, die über die klimakterischen Jahre -hinaus sind, halb irre Zustände, Nervenkrankheiten, die so oft -Gegenstand einer abergläubigen, dem Zeitalter angemessenen Auslegung -waren, und endlich wirklich Buhlerei, und zwar, wie es scheint, oft mit -verkappten Personen oder mit bekannten Personen, in deren Gestalt gerade -jetzt einmal der Teufel erscheint.« Die Bedingung hat sich mit -besonderer Häufigkeit bei der Hysterie erfüllt gefunden und mit -Rücksicht auf unsere neuerworbene Kenntnis von der sexuellen Ätiologie -der Hysterie[552] -- die hysterischen Attacken mitinbegriffen, die den -Akt des Koitus[553] symbolisieren -- ist es wohl der Mühe wert, kurz den -Nachweis der Hysterie bei der Besessenheit der Hexen zu führen. Unter -die hysterischen Symptome, die dabei beobachtet wurden, gehören: -Bulimia, pica, anorexia nervosa, vomiren (häufig von Fremdkörpern, wie -Nadeln u. s. w.), globus hystericus, pseudocyesis, Zittern, koitusartige -Bewegungen, Mediumismus, Narcolepsie (Ohnmachtsanfälle), Somnambulismus, -Katalepsie, Amnesien, »Lügen«, Lebensüberdruß, feindselige Einstellung, -Zerspaltung in zwei oder mehrere Personen: kurz, alle jene Symptome, von -denen man neuerdings erklärt hat, daß sie niemals vorkommen, außer wo -sie durch die Suggestion der Ärzte aus der Schule der Salpetrière -künstlich erzeugt wurden. Die Beschreibung der konvulsiven Anfälle, wie -sie die besessenen Nonnen von Louviers[554] zeigten, stimmt mit allen -Einzelzügen genau mit der Beschreibung der hysterischen Anfälle überein, -wie sie unsere modernen medizinischen Lehrbücher geben; selbst der -Ausdruck _arc en cercle_ wird benützt. Von besonderem Interesse ist der -Umstand, daß der Exorzismus von dem Besessenen mit einer Flut von -»abscheulichen und schamlosen« Reden begleitet wurde, mit anderen -Worten, daß er durch den Prozeß des Abreagierens seine Wirkung übte. - -[Fußnote 547: Jähns. Op. cit., S. 384.] - -[Fußnote 548: Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, Deutsche Ausg., -1893, S. 137.] - -[Fußnote 549: Maury. Op. cit., Seconde Partie. Ch. II., Pp. 256-338. -»Origine démoniaque attribuée aux Maladies nerveuses et mentales«. -Murisier. Les maladies du sentiment religieux, 1903, P. 148-151.] - -[Fußnote 550: Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. Demon -Possession and allied Themes, 1894. Pezet. Contribution à l'étude de la -Démonomanie, 1909.] - -[Fußnote 551: Johannes Müller. Über die phantastischen -Gesichtserscheinungen. 1826, S. 67.] - -[Fußnote 552: Freud. Sammlung kl. Schr. z. Neurosenlehre, 1906, Kap. X, -XI, XIV.] - -[Fußnote 553: Freud. Samml. Op. cit., Zweite Folge, 1909, Kap. VI.] - -[Fußnote 554: Jean le Breton. De la défense de la vérité touchante la -possession des religieuses de Louviers, 1643, Esc. Traictè des marques -des possédés et la preuve de la véritable possession des religieuses de -Louvein, 1644.] - -Aber nicht nur die Symptome der Hysterie waren bei den Hexen vorhanden, -sondern auch die Stigmata so häufig, daß auf das Vertrauen, welches man -in sie setzte, die bequemste und sicherste Methode, eine Hexe zu -erkennen, aufgebaut wurde. Scot[555] schreibt darüber: »Wenn sie ein -geheimes Zeichen unter der Schulter, unter dem Haar, unter der Lippe -oder an heimlichen Stellen trägt, so ist dies eine hinreichende -Vermutung für den Richter, um gegen sie vorzugehen und auf die -Todesstrafe zu erkennen.« Die Hauptprobe, die von den professionellen -»Hexensuchern« angewandt wurde, war die sogenannte épreuve du stylet. -Bezüglich der Verteilung und Natur dieser anästhetischen Stellen erzählt -uns Sinistrari[556]: »Sie ist auf den verborgensten Körperteilen -eingedrückt ...; bei Weibern ist sie meistens auf den Brüsten oder den -heimlichen Orten. Nun ist der Stempel, der diese Zeichen aufdrückt, kein -anderer als des Satans Klaue.« Wie es bei hysterischen stigmata -gewöhnlich der Fall ist, geben diese anästhetischen Stellen auf Stiche -kein Blut.[557] Freimark[558] hat darauf hingewiesen, daß diese Zeichen -auch als Merkmale verschiedener ketzerischer Sekten, welche der vollen -Entwicklung des Hexenglaubens vorhergingen, galten. - -Die psychologische Erklärung der Phänomene der Besessenheit ist nicht -schwierig. Freimark[559] hat sie mit den folgenden Worten beschrieben: -»Tragen die Phänomene des Somnambulismus und Mediumismus in der Regel -nur ihren Entstehungsursachen nach sexuellen Charakter, so sind -diejenigen der Besessenheit durch und durch sexueller Natur ... Das -urteilende Ich, das alle nach der bestehenden Gesellschaftsordnung, nach -Religion, Moral und dem Milieu, in dem es sich entwickelt, als ungehörig -betrachteten Gefühle und Vorstellungen unterdrückte, in das -Unterbewußtsein zurückschob, wo sie sozusagen ein eigenes Leben führten, -wird von dem dort im Laufe der Zeit sich ausbildenden Gefühls- und -Vorstellungskomplex überrumpelt und die Bewußtseinsspaltung ist -vollzogen ... Einen ähnlichen Vorgang können wir im Traumleben -beobachten; und der Somnambulismus und auch der Mediumismus zeigen das, -was uns der Traum lehrt, in verstärktem Maße.« - -[Fußnote 555: Reginald Scot. Op. cit., P. 15.] - -[Fußnote 556: Sinistrari. Demoniality. (17. century.) Englische -Übersetzung, 1879, P. 27.] - -[Fußnote 557: Santerre. Histoire des diables de Loudun, 1694, P. 318.] - -[Fußnote 558: Freimark. Op. cit., S. 280.] - -[Fußnote 559: Freimark. Op. cit., S. 54, 57. Siehe auch S. 62-69, 353 -und Maury. Op. cit., P. 258.] - -Wir gelangen nun zu dem _zweiten Problem_, nämlich, warum die -Hexenepidemie gerade zu jener Zeit ausbrechen mußte. Die Untersuchungen, -die über dieses Problem um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von -Ennemoser[560], Michelet[561], Roskoff[562], Soldan[563] und -Wächter[564] angestellt worden waren, wurden in den letzten Jahren -verbessert und vertieft von Hansen[565], von Hoensbroech[566], -Längin[567], Lea[568], Lempens[569], Riezler[570] und anderen, und viele -Punkte sind nun völlig aufgeklärt. Die drei wichtigsten Schlüsse, die -aus diesen Forschungen gezogen werden können, sind: - -1. Daß die Idee der Hexerei in ihrem strikten Sinne im Mittelalter -vollkommen neu war und daß die Hexenepidemie aus der Mitte des 15. -Jahrhunderts stammt; - -2. daß die dazu beitragenden Faktoren außerordentlich ineinander -verschlungen sind und - -3. daß die volle Verantwortlichkeit dafür ohne jede Einschränkung der -römisch-katholischen Kirche zur Last fällt. - -Der Hexenglaube, so wie jener an den Teufel, wurde von der Kirche -sorgfältig aus disparatem, längst schon im Folklore vorhanden gewesenem -Material zusammengesetzt. Hansen[571] spricht das unzweideutig mit den -folgenden Worten aus: »Der Begriff vom Hexenwesen ... ist keineswegs aus -dem Spiel der Volksphantasie frei erwachsen, sondern wissenschaftlich, -wenn auch in teilweiser Anlehnung an Volksvorstellungen, konstruiert und -fest umschrieben worden; er ist in seinen Elementen durch die -systematische Theologie der mittelalterlichen Kirche entwickelt, -strafrechtlich in der Gesetzgebung von Kirche und Staat fixiert, -schließlich auf dem Wege des kirchlichen und weltlichen Strafprozesses, -und zwar zuerst durch die Ketzerinquisiton, zusammengefaßt worden.« Die -meisten dieser aus dem Volk stammenden Elemente sind durch Jahrhunderte -von der Kirche abgelehnt worden, die sich nur Schritt für Schritt zu -ihrer Annahme entschloß. Dabei wurden die Elemente immer mehr und mehr -zusammengepreßt, bis dann zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine ganz neue -Auffassung entstanden war und offiziell proklamiert wurde. Hansen[572] -sagt: »Wie bereits angedeutet wurde, erweisen sich die Verfasser der -literarischen Quellen des 15. Jahrhunderts, welche uns jenen -Kollektivbegriff der Hexe definieren, sämtlich als von der Überzeugung -durchdrungen, daß es sich bei der von ihnen geschilderten Art des -Hexenwesens um eine _neue_ Erscheinung ... handelt. Die beteiligten -Inquisitoren zeigen sich geradezu überrascht von der Existenz dieser -neuen Sekte.« Jühling[573] konstatiert ebenso emphatisch: »Es gab -freilich schon im Altertum den Begriff der Zauberinnen, aber die Hexe an -und für sich ist eine Ausgeburt spezifisch christlichen Aberglaubens.« - -[Fußnote 560: Ennemoser. Op. cit., Vierter Abschnitt, Zweite Abteilung.] - -[Fußnote 561: Michelet. Op. cit.] - -[Fußnote 562: Roskoff. Op. cit., Band 2, Dritter Abschnitt.] - -[Fußnote 563: Soldan. Op. cit.] - -[Fußnote 564: Wächter. Die Hexenprozesse. Ein kulturhistorischer -Versuch, 1865.] - -[Fußnote 565: Hansen. Op. cit., und: Quellen und Untersuchungen zur -Geschichte des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter, 1901.] - -[Fußnote 566: Von Hoensbroech. Das Papsttum in seiner sozialkulturellen -Wirksamkeit, Dritte Auflage, 1901, Band 1, S. 380-600.] - -[Fußnote 567: Längin. Religion und Hexenprozeß, 1888.] - -[Fußnote 568: Lea. History of the Inquisition in the Middle Ages, 1887. -History of the Inquisition in Spain, 1907.] - -[Fußnote 569: Lempens. Geschichte der Hexen und Hexenprozesse, 1880.] - -[Fußnote 570: Riezler. Geschichte der Hexenprozesse in Bayern, 1896.] - -Es ist unmöglich, hier den Versuch zu machen, daß »vielverschlungene -Gewebe aus mannigfaltigen Fäden«, wie Roskoff den Hexenglauben sehr gut -genannt hat, zu entwirren, doch müssen einige Worte über die Geschichte -seiner hervorstechendsten Züge gesagt werden. Die Vorstellungen von -Ketzerei, Teufelsbündnissen und Sabbat sind hauptsächlich, wenn auch -keineswegs ausschließlich, religiöser Natur; der Glaube an das -Maleficium, an die Verwandlung in Tiere und an den Flug der Nachtdämonen -durch die Luft, die uns hier beschäftigen, haben in der Volks-Mythologie -ihre Quelle. Das Maleficium war immer ein strafbares Delikt gewesen, bei -den alten Römern sowohl wie bei den Germanen, nicht aber jene -Handlungen, die im Inkubus- und Striga-Glauben enthalten waren. Die -Geschichte der Entstehung der Hexerei ist die Geschichte, wie die Kirche -vorsichtig und geschickt im Laufe zweier Jahrhunderte eine neue -Vorstellung entwickelte und sie der ganzen zivilisierten Welt -aufnötigte. Die Haltung der ältesten Kirche war den rudimentären Formen, -in denen die Vorstellung damals vorkam, durchaus feindlich. Lehmann[574] -weist darauf hin, wie folgt: »Auf der Synode zu Paderborn 785 stellte -man folgenden Satz auf: _Derjenige, welcher_, durch den Teufel -verblendet, _nach Art der Heiden glaubt, daß jemand eine Hexe sein kann -und deshalb dieselbe verbrennt, wird mit dem Tode bestraft_.« Zu dieser -Zeit wird also nicht die Hexe, sondern der Glaube an dieselbe verfolgt -und bestraft. Diese Bestimmung wurde von Karl dem Großen bestätigt und -war in den folgenden Jahrhunderten die Richtschnur für die Stellung der -Kirche gegenüber allen Anklagen wegen Hexerei. Noch deutlicher tritt die -Auffassung der Kirche von Hexerei im sogenannten _Ancyranischen Kanon -Episcopi_ hervor, welche um das Jahr 900 entstand. Hier wird den -Bischöfen befohlen, »in ihren Gemeinden den Glauben an die Möglichkeit -dämonischer Zauberei und nächtlicher Fahrten zu und mit Dämonen als -reine Illusion energisch zu bekämpfen und alle diejenigen, welche einem -solchen Glauben huldigen, aus der kirchlichen Gemeinschaft auszustoßen.« - -[Fußnote 571: Hansen. Op. cit., Vorwort, S. 6.] - -[Fußnote 572: Hansen. Op. cit., S. 145.] - -[Fußnote 573: Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 299. Siehe auch -Ennemoser. Op. cit., S. 780, 781, und Roskoff. Op. cit., Band 2, S. -214-225.] - -Im dreizehnten Jahrhundert aber veranlaßte die beunruhigende Zunahme und -die Macht der Ketzersekten[575] (Templer, Katharer und ihre Nachfolger, -die Waldenser) die Kirche zu den entschiedensten Maßregeln zu ihrer -Unterdrückung und sie verstand es, auf einfache Weise die Hilfe der -Laien zu gewinnen, indem sie die Vorstellungen von Hexerei und Ketzerei -miteinander vermengte. Das päpstliche Gericht, das Gregor IX. im Jahre -1227 errichtete, wurde der Nukleus der künftigen Inquisition und später -im selben Jahrhundert erklärte Alexander IV. in aller Form, daß Hexerei -und Ketzertum eines seien. Der große Einfluß des Thomas von Aquino zu -jener Zeit wurde ebenfalls in die Wagschale geworfen und war ein -wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Idee.[576] Von da an bis zum -15. Jahrhundert waren die Fortschritte verhältnismäßig gering. - -[Fußnote 574: Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Zweite deutsche Ausg., -1908, S. 105. Siehe auch Sepp, Orient und Okzident, 1903, S. 140, 150.] - -[Fußnote 575: Siehe Hansen. Op. cit., S. 212-216, 232.] - -An dieser Stelle können wir die einzelnen Elemente des Hexenglaubens -mehr im Detail betrachten und erkennen, wie sie miteinander vermischt -wurden. Das erste, das von diesem Schicksal betroffen wurde, war das -Maleficium[577] und dies gab für das Volk den Ausschlag zur Verteidigung -der Kirche gegen die Ketzerei. Der volkstümliche Glaube an das -Maleficium, der die Kirche stets vom Standpunkt der Götzendienerei aus -interessierte, kam in Zusammenhang mit dem Teufelsglauben[578] und -dadurch auch mit der Ketzerei.[579] Dies erste Element erwies sich auch -als das ausdauerndste. Hansen[580] sagt: »Das Maleficium, mit Ausnahme -des Wettermachens, ist ohne alle Unterbrechung von der kirchlichen und -bis in das 17. Jahrhundert auch von der staatlichen Autorität als -Realität angenommen, seine Kraft ist nie ernstlich in Abrede gestellt -worden; es zieht sich wie ein roter Faden auch durch die Geschichte der -strafrechtlichen Verfolgung.« - -Es ist unmöglich, hier jene zahlreichen Legendentypen zu verfolgen, die -sich auf Frauen, _die bei Nacht_ _fliegen_,[581] beziehen, wie Ahnfrauen -u. s. w., da dies uns zu weit in das Gebiet der Mythologie führen würde, -obgleich von hier aus manches unterstützende Beweisstück für unsere -Hauptthese gefunden werden könnte; denn solche Geschichten hängen eng -mit den Erfahrungen des Alpdruckes zusammen und mit dem späteren -Sukkubus. Es möge genügen zu sagen, daß sie bei der Entwicklung des -Hexenglaubens eine bedeutende Rolle spielten. Beiträge kamen von der -griechischen Persephone (Würgerin)[582], der römischen Striga -(italienisch strega, schweizerisch Sträggeli)[583], den germanischen -Elfen[584] und den deutschen Waldfrauen und weißen Frauen (Bertha, -Holda)[585] -- den Abkömmlingen der nordischen Frigg. Es wurde -beispielsweise geglaubt, daß eine Hexe mit 40 Jahren eine Drude -wird[586], während es anderseits hieß: »aus jungen Druden pflegen alte -Hexen zu werden«[587]; nach Grimm[588] ist eine Drude eins mit einer -Mahre (Nachtmahr). Die Kirche war einige Jahrhunderte hindurch -entschieden abgeneigt, die Möglichkeit von Nachtflügen anzunehmen. Die -Idee wurde im 5. Jahrhundert durch den berühmten Caere episcopi[589] -zurückgewiesen, im Jahre 906 durch Regino von Prüm, im Jahre 1020 durch -Burkard von Worms, im 12. Jahrhundert von Johann von Salisburg und im -Jahre 1230 durch Wilhelm von Paris.[590] In dieser Frage wurde im 13. -Jahrhundert ausführlich und mit größtem Eifer hin und wider -gestritten[591] und erst um 1450 wurde der Glaube von der Kirche -allgemein angenommen.[592] Es erwies sich dann, daß gerade dieser Frage -für die endgültige Festsetzung des Hexenaberglaubens die entscheidende -Bedeutung zukam, vor allem durch den Zusammenhang mit dem Sabbat; es war -in der Tat der Fund der Inquisition, daß die Opfer so häufig Geschichten -von Luftflügen erzählten, durch den die Frage für die Kirche erledigt -und die Identität der ketzerischen Zusammenkünfte und des Hexensabbats -nachgewiesen wurde.[593] - -[Fußnote 576: Soldan. Op. cit., Band 1, S. 180.] - -[Fußnote 577: Siehe Hansen. Op. cit., S. 9-14.] - -[Fußnote 578: Wundt. Völkerpsychologie. Zweiter Band, »Mythus und -Religion«, Zweiter Teil, 1906, S. 400. Hansen. Op. cit., S. 451.] - -[Fußnote 579: Hansen. Op. cit., S. 23, 39, 239.] - -[Fußnote 580: Hansen. Op. cit., S. 13.] - -[Fußnote 581: Grimm. Op. cit., S. 907. Hansen. Op. cit., S. 15-18.] - -[Fußnote 582: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 136.] - -[Fußnote 583: Hansen. Op. cit., S. 14. Sepp. Op. cit., S. 120, 231.] - -[Fußnote 584: Meyer. Op. cit., S. 135.] - -[Fußnote 585: Graf. Op. cit., S. 266, 267. Grimm. Op. cit., S. 803-810. -Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 157-159. Wuttke. Op. cit., S. 29-31, 47.] - -[Fußnote 586: Sepp. Op. cit., S. 122.] - -[Fußnote 587: Grohmann. Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen, 1864, Band -1, S. 23.] - -[Fußnote 588: Grimm. Op. cit., S. 1042.] - -[Fußnote 589: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 271.] - -[Fußnote 590: Hansen. Op. cit., S. 80, 83-85, 134, 136.] - -[Fußnote 591: Hansen. Op. cit., S. 191-209.] - -Das verwandte Thema der Verwandlung von Menschen in Tiere, ebenfalls -eine alte Volks-Phantasie, verlief parallel mit jenem der Nachtfahrt. -Anfänglich von der Kirche entschieden geleugnet[594], die jene, welche -daran festhielten, ebenso streng bestrafte, wie im vorigen Fall, wurde -der Glaube zuerst hitzig bekämpft[595] und schließlich angenommen, -allerdings erst im Jahre 1525[596] mit allgemeiner Geltung. - -Die Vorstellung des Sabbats wurde von der Kirche im Zusammenhang mit den -selbstverständlich geheimen Zusammenkünften der Ketzer eingeführt, bei -denen sie, wie man ihnen vorwarf, alle Arten von Orgien und Missetaten -verübten; denselben Vorwurf hatte sich bekanntlich in den Zeiten der -Römer die Kirche selbst gefallen lassen müssen.[597] Die erste -vollständige Darstellung erscheint in einem Hexen-Ketzer-Prozeß, der im -Jahre 1335 in Toulouse stattfand.[598] Die Idee wurde vermutlich durch -die germanischen Sagen von der wilden Jagd und dem wilden Heer -verstärkt. Die Erinnerung an die römischen Bacchanalia[599] und -Cotyttia[600] spielte zweifellos auch eine Rolle; sogar der Gebrauch des -Wortes Sabbat im Zusammenhang mit den Hexen wurde durch die Annahme -erklärt, daß eine von jüdischen Manichäern veränderte Form des Sabos -vorliege; unter diesem Namen, der von [Griechisch: sabazein] tanzen[601] -kommt, wurde nämlich der Kultus des Bacchos verrichtet. Die Erinnerung -daran wurde im Mittelalter durch das berühmte Narrenfest[602] frisch -erhalten, dessen wahrer Ursprung vorchristlich war.[603] - -[Fußnote 592: Hansen. Op. cit., S. 303-306, 409, 455-458.] - -[Fußnote 593: Hansen. Op. cit., S. 235, 238.] - -[Fußnote 594: Hansen. Op. cit., S. 18, 83-87.] - -[Fußnote 595: Hansen. Op. cit., S. 189, 190.] - -[Fußnote 596: Hansen. Op. cit., S. 455.] - -[Fußnote 597: Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68. -Hansen. Op. cit., S. 21, 226, 227.] - -[Fußnote 598: Lamothe-Langon. Histoire de l'inquisition en France, 1829, -T. III, P. 233.] - -[Fußnote 599: Freimark. Op. cit., S. 279.] - -[Fußnote 600: Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, -1888 Edition, P. 124.] - -Die schwarze Messe, der Mittelpunkt des Sabbats, ist sehr alter -Herkunft. Sexuelle Vereinigung in der Öffentlichkeit wurde sowohl in -alten[604] wie modernen[605] Religionen, bei kultivierten[606] wie bei -wilden[607] Völkern als geheiligte Zeremonie ausgeübt. Wir können die -Geschichte und die Bedeutung dieser Tatsache unbesprochen lassen und -verweisen nur darauf, daß die schwarze Messe als Perversion oder -Aberglaube noch fortgedauert hat, längst nachdem die Hexenepidemie zu -Ende war,[608] und bis zum heutigen Tage nicht ganz verschwunden -ist.[609] - -Der Glaube an die _Buhlschaft_ zwischen Hexe und Teufel ist ebenfalls -ein verhältnismäßig später Bestandteil des Hexenglaubens. Die -Vorstellung eines solchen Verkehres zwischen menschlichen und -übernatürlichen Wesen war natürlich stets im Volke lebendig, wurde -jedoch von der Kirche heftig abgelehnt, e. g. von Burkard (900).[610] -Bis zum 12. Jahrhundert war sie von der Zauberei völlig geschieden[611] -und wurde nur durch die Zwischenglieder des Hexensabbats und der -Ketzerei damit in Verbindung gebracht (um 1250).[612] Sie wurde von -Gervasius von Tilbury im Jahre 1214[613] angenommen und im selben -Jahrhundert auch von Thomas Aquin[614]; der erste Fall, in dem die -Anklage in einem Hexenprozeß darauf basiert war, ereignete sich im Jahre -1275; damals wurde ein Weib wegen Verkehres mit dem Teufel -verbrannt.[615] Bis dahin behandelte man den Akt nicht als Sünde, da man -annahm, daß er, wenn überhaupt, nur gegen den Willen des Opfers -vorkomme.[616] Es war jedoch schwer, die letztere Ansicht aufrecht zu -erhalten, da die Anhänglichkeit der Verfolgten an ihren Inkubus-Teufel -klar zu Tage lag, sogar dort, wo es sich um Nonnen handelte.[617] Nach -der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte der Glaube, wie -Hansen[618] es ausdrückt, zum festen Bestand theologischer Wissenschaft. - -[Fußnote 601: Hermann. Genesis, Band 3, Bacchanalien und Eleusinien. 2. -Auflage, S. 103. Hedelin. Op. cit., P. 131.] - -[Fußnote 602: Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 363.] - -[Fußnote 603: Bourke. Scatalogic Rites of all Nations, 1891, Cap. III, -Pp. 11-23.] - -[Fußnote 604: Rocco. Sex Mythology, 1898, P. 46.] - -[Fußnote 605: Dixon. Seelenbräute, Deutsche Übersetz., 1868, Band 1, S. -273-278.] - -[Fußnote 606: Sellon. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus, -1902 Edition, Pp. 26, 27.] - -[Fußnote 607: Cook. An Account of a Voyage round the World, Vol. II, P. -127.] - -[Fußnote 608: Legué. Médecins et Empoissonneurs, P. 185. Brévannes. Op. -cit., Pp. 180-233. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 137, 142.] - -[Fußnote 609: Bois. Le Satanisme et la Magie. Vergleiche Huysman, Là bas -und Schwalbé, Chez Satan.] - -[Fußnote 610: Hansen. Op. cit., S. 83.] - -Obwohl die verschiedenen Elemente des Hexenglaubens um das Jahr 1250 -sich bereits zum größten Teil entwickelt hatten, kamen die Hexenprozesse -in einem Zeitraum von etwa zweihundert Jahren nur wenig in Aufnahme. -Dies war jedoch nur die Ruhe vor dem Sturm, der als eine wahre -Hexenepidemie gegen das Ende des 15. Jahrhunderts ausbrach. Es waren -hinreichende Gründe sowohl für den Aufschub wie später für den Ausbruch -vorhanden. Inzwischen waren die Theologen eifrig damit beschäftigt, die -allgemeine Grundidee zu erörtern und auszuarbeiten, die, wie wir gesehen -haben, erst nach 1450 zu einem harmonischen Ganzen vereinigt worden war. -Die Methode des gerichtlichen Verfahrens mußte auch erst ausgestaltet -werden und der Versuch, die Gewalt von der Laienschaft auf den Klerus zu -übertragen, stieß auf ernsten Widerstand. Die Laien-Gerichte hatten sich -nur mit dem Maleficium zu befassen und erst im Jahre 1400 ließen sie die -Teufelsbuhlschaft als Anklage gelten.[619] Soldan[620] meint, daß die -Erfahrungen der Kreuzzüge einen erheblichen Einfluß in dieser Richtung -übten, da sie das Volk mit der orientalischen Vorstellung vom Verkehre -zwischen menschlichen und übernatürlichen Wesen vertraut machten. - -[Fußnote 611: Hansen. Op. cit., S. 19.] - -[Fußnote 612: Ennemoser. Op. cit., S. 791, 845. Roskoff. Op. cit., Band -2, S. 216.] - -[Fußnote 613: Hansen. Op. cit., S. 142.] - -[Fußnote 614: Soldan. Op. cit., Band 2, S. 181.] - -[Fußnote 615: Lamothe-Langon. Op. cit., T. II, P. 614.] - -[Fußnote 616: Hansen. Op. cit., S. 180.] - -[Fußnote 617: Steingießer. Op. cit., S. 44.] - -[Fußnote 618: Hansen. Op. cit., S. 187.] - -Von entscheidender Bedeutung war die Konzentration des allgemeinen -Hexenglaubens auf die Frauen. Die zwei Hauptfaktoren waren dabei der -soziale Zustand jenes Zeitalters, der Mangel an männlicher Bevölkerung -infolge der Kriege, der allerwärts Eifersucht und Unbefriedigtheit unter -den Weibern hervorrief, und die barbarische Haltung des Christentums -gegen die Frauen. Diese Haltung, die von modernen Autoren[621] oft -kommentiert wurde, läßt sich kaum voll erfassen, wenn man nicht die -betreffenden Erörterungen bei De Lancre[622], Bodin[623] und vor allem -im Hexenhammer[624] im Original gelesen hat. Das Benehmen der Kirche, -die den Frauen unwürdige Züge aller Art andichtete und sogar darüber -debattierte, ob das Weib eine Seele habe oder nur ein Tier sei, war ohne -Frage eine Folge ihrer entarteten Haltung gegen die Sexualität im -allgemeinen; es war ein Ausfluß der morbiden, misogynen Einstellung, -welche durch die aufs höchste getriebene Verdrängung erzeugt worden war. -Die ungewöhnlichen oder hysterischen Weiber früherer Epochen waren -Magierinnen, Wahrsagerinnen, Prophetinnen; im Mittelalter waren sie -Hexen. Wie Michelet[625] es epigrammatisch ausdrückt: »La Sibylle -prédisait le sort et la Sorcière le fait. C'est la grande, la vraie -différence.« - -Gegen das Ende des 15. Jahrhunderts traten zwei Ereignisse ein, welche -die Sache zur Reife brachten und die eigentliche Epidemie förmlich -inaugurierten; diese waren die Erlassung der berüchtigten päpstlichen -Bulle durch Innozenz VIII. im Jahre 1484 und die Veröffentlichung des -Hexenhammers im Jahre 1487. In der Bulle, einem Dokument, das »ein -Erzeugnis der Hölle« genannt wurde, wird der Teufelsbuhlschaft und der -Erzeugung von Impotenz mittels Maleficium besonderes Gewicht -beigelegt.[626] Im Hexenhammer wurden diese Fragen ebenso wie jene der -Nachtfahrt und des Sabbats bis in die feinsten Verzweigungen ausgeführt. -Ohne die heftige Sprache zu führen, in welcher Autoren wie -Ennemoser[627], Henne am Rhyn[628], Mannhardt[629] und Nyström[630] ihre -Anklagen vorbringen, kann man dies Buch billigerweise nur als ein Unikum -in den Annalen sophistischer Bigotterie und blinder Grausamkeit -beschreiben; wir müssen es hier nur als Grenzstein im Vorüberschreiten -kennen lernen, weil damit der Ausbruch der Epidemie gegeben ist. Es -folgte ihm in den nächsten hundert und fünfzig Jahren eine ganze Anzahl -ähnlicher Bücher, von denen jene von Bodin[631], Delrio[632], -Remigius[633], König James[634], Torreblanca[635], Carpzov[636] und -Glanvil[637] die bedeutendsten waren, und sogar eine Zeitschrift, die -bekannte Hexen- oder Druden-Zeitung[638] (im Jahre 1627). - -[Fußnote 619: Hansen. Op. cit., S. 396.] - -[Fußnote 620: Soldan. Op. cit., Band 1, S. 179.] - -[Fußnote 621: Siehe z. B. Jühling. Op. cit., S. 319, 320.] - -[Fußnote 622: De Lancre. Op. cit., Pp. 57, 58.] - -[Fußnote 623: Bodin. Loc. cit.] - -[Fußnote 624: Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 92-106.] - -[Fußnote 625: Michelet. Op. cit., Introduction, P. IX.] - -Die Epidemie raste nun regellos drei Jahrhunderte lang über Europa. Die -Gesamtsumme aller Opfer wird nie bekannt sein. Voigts bekannte Schätzung -auf neun und eine halbe Million schießt gewiß über das Ziel, obgleich -auch Soldan[639] denkt, daß die Ziffer bis hoch in die Millionen stieg. -Nyström[640] berechnet, daß die Anzahl höher ist als die aller Getöteten -in allen europäischen Kriegen vom Beginn unserer Ära. Hauptsächlich -infolge der Tätigkeit der Inquisition -- die dort mehr gegen Ketzer als -gegen Hexen gerichtet war -- fiel die Bevölkerung Spaniens in zwei -Jahrhunderten von zwanzig Millionen auf sechs, wobei die tatsächlichen -Opfer 340.000 zählten. Torquemada allein soll 10.220 in achtzehn Jahren -verbrannt und 97.371 zur Galeerenstrafe verurteilt haben u. s. w.[641]. -Fast jedes Land Europas litt. Am leichtesten kamen die Länder der -griechischen Kirche davon, dann Holland und -- mit Ausnahme der -schrecklichen Mora-Explosion im Jahre 1670[642] -- Schweden. Selbst das -entfernte Amerika hatte seine Epidemie.[643] Und obgleich die Ausdehnung -der Epidemie übertrieben sein mag, kann nichts den Schrecken der kalten -Grausamkeit überbieten, die wohl kaum in irgend einem Teile der Welt -ihre Parallele findet. Sepp[644] sagt richtig: »Nie haben die Menschen -blinder gegen einander gewütet, nie hat die Christenheit sich Angesichts -aller Welt mehr blamiert als in den Hexenprozessen.« - -[Fußnote 626: Den vollständigen Text der Bulle gibt Roskoff. Op. cit., -Band 2, S. 222-225.] - -[Fußnote 627: Ennemoser. Op. cit., S. 812.] - -[Fußnote 628: Henne am Rhyn. Op. cit., S. 87.] - -[Fußnote 629: Mannhardt. Zauberglaube und Geheimwissen. Vierte Aufl. -1900, S. 240.] - -[Fußnote 630: Nyström. Op. cit., S. 251.] - -[Fußnote 631: Bodin. Op. cit.] - -[Fußnote 632: Delrio. Inquisitiones magicae, 1599.] - -[Fußnote 633: Remigius. Daemonolatria, 1595.] - -[Fußnote 634: King James I. Daemonologia, 1616.] - -[Fußnote 635: Torreblanca. Daemonologia, 1615.] - -[Fußnote 636: Carpzov. Practica nova rerum criminalium, 1635.] - -[Fußnote 637: Glanvil. Sadducismus Triumphatus, 1681.] - -[Fußnote 638: Horst. Op. cit., Sechster Teil, S. 310. Mannhardt. Op. -cit., S. 243.] - -Wenn wir für diesen außerordentlichen Zustand eine Erklärung suchen, -müssen wir stets im Auge behalten, daß er nicht auf eine unerklärliche -Verirrung des Menschengeistes zurückzuführen ist, wie es wohl den -Anschein haben möchte, sondern mit der geistigen Verfassung jener -Periode völlig übereinstimmte. Der Hexen-Aberglaube wurde in solchem -Ausmaße rationalisiert, daß er mit der landläufigen Vorstellung vom -Universum durchaus harmonierte.[645] In der Tat, vielleicht der -auffälligste Zug, z. B. im Hexenhammer und insbesondere in Glanvils -Sadducismus, ist nicht so sehr die Grausamkeit oder Dummheit, als -vielmehr die hervorragende geistige Subtilität, mit der die unsinnigsten -Thesen verteidigt werden. Die Faktoren, die den geistigen Zustand -verschuldeten, durch den der Aberglaube ausgebrütet wurde, sind -außerordentlich kompliziert[646]; die wichtigsten waren die sozialen -Bedingungen jener Zeit und die abnorme Haltung der Kirche gegen sexuelle -Dinge. Die kritische Periode war besonders das 14. Jahrhundert. Von -diesem sagt Gener[647] sehr gut: »Ce n'est pas un siècle normal, c'est -un siècle malade ..... Son histoire est tout entière contenue dans celle -de la pathologie. Il semble qu'il subisse les approches de l'agonie du -monde féodal et l'aurore d'une ère nouvelle. Dans ses souffrances il y a -quelque chose du râle de la mort et des douleurs de l'enfantement. -L'égarement de sa raison est celui de la sibylle avant la prophétie.« -Einige Züge der Zeit wurden im vorhergehenden Kapitel erwähnt, so daß -wir unsere Aufmerksamkeit hier den Kardinalfaktoren bei der Entwicklung -der Hexenepidemie schenken können. Der bedeutsamste war ohne Frage die -Machination der Kirche. Die drei Grund-Komponenten des Hexenglaubens -waren Maleficium, Teufelspakt und Ketzerei, die man die Haltung der Hexe -gegen Menschen, Teufel und Gott nennen kann. Das Vorgehen der Kirche -bestand darin, die erste zur Bestrafung der zweiten auszunützen, um -damit die dritte zu zerstören. Der schon vorhandene Glaube an das -Maleficium wurde dazu benützt, den Geist der Verfolgung zu entflammen, -der Beweis des Teufelspaktes, den Hysterie und Tortur lieferten, war das -bequemste Mittel, des Opfers habhaft zu werden, während das eigentliche -Motiv die Ausrottung der Ketzerei war. Der einmal so beschrittene Weg -nährte und entflammte zweifellos die menschlichen Urtriebe in ihrer -rohesten und niedrigsten Form. Sadismus und sexuelle Neugierde waren -unter diesen die sichtbarsten. Bezüglich der theoretischen Diskussionen -über die Hexerei sagt Bloch[648]: »Es gibt keine sexuelle Frage, die -nicht von den theologischen Kasuisten in subtilster Weise erörtert -worden ist, so daß ihre Schriften uns zugleich ein lehrreiches Bild der -Phantasietätigkeit auf geschlechtlichem Gebiete geben,« und Jühling[649] -hebt sogar noch schärfer die Lust des ehelosen Inquisitors am -Entkleiden, Untersuchen und Verhören seiner Opfer hervor. Kinder von -sieben[650] und Greisinnen von 85 Jahren[651] wurden zum Geständnis der -Teufelsbuhlschaft mit allen begleitenden Details gezwungen. Das ganze -Verfahren wurde, wie Roskoff[652] deutlich gezeigt hat, von den -Zeitgenossen in ausgedehntem Maße dazu benützt, Bosheit, Haß und Neid -durch falsche Anklagen der Feinde und Nebenbuhler zu befriedigen. - -[Fußnote 639: Soldan. Op. cit., Band 1, S. 452, 453.] - -[Fußnote 640: Nyström. Op. cit., S. 273.] - -[Fußnote 641: Nyström. Op. cit., S. 230, 232.] - -[Fußnote 642: Ennemoser. Op. cit., S. 814. Nyström. Op. cit., S. -279-281.] - -[Fußnote 643: Siehe Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. -314 bis 317, und Williams, The Superstitions of Witchcraft, 1865, P. -264.] - -[Fußnote 644: Sepp. Op. cit., S. 130. Siehe auch im selben Zusammenhange -Stoll, Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie, 2. Aufl., -1904, S. 397, 398. Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 59, und Hansen. Op. -cit., S. 3, 5.] - -[Fußnote 645: Eine vorzügliche Darstellung hievon gibt Walter Scott, -Letters on Demonology and Witchcraft (1829) Fourth Edition, 1898, P. -153.] - -[Fußnote 646: Siehe Hansen. Op. cit., S. 328-331, und Roskoff. Op. cit., -Band 2, S. 315-359.] - -[Fußnote 647: Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 595.] - -Das Ende der Hexenepidemie bedarf fast ebensosehr einer Erklärung wie -der Anfang, obgleich ihm bisher weit weniger Aufmerksamkeit geschenkt -wurde. Die ausführlichste Schilderung davon gibt Soldan.[653] Die letzte -offizielle Exekution fand in England im Jahre 1682, in Schottland 1697, -in Frankreich 1726, in Sachsen 1746, im übrigen Deutschland 1749, in -Bayern 1775, in Spanien 1781, in der Schweiz 1782, in Polen 1793 statt. -Hexen wurden in England 1751 und 1863 (!) gelyncht, in Frankreich 1850, -in Deutschland 1836 und eine wurde in Mailand im Jahre 1891 vom Pöbel -fast getötet. Die Inquisition dauerte in Spanien bis 1834, in Italien -bis 1859. In Rußland waren Hexenprozesse, Verfolgungen und Pöbelunruhen -zu Ende des vorigen Jahrhunderts keineswegs selten und der Hexenglaube -ist heute noch im Schwunge[654]. In Südamerika war zwischen 1860 und -1877 eine förmliche Epidemie, bei welcher eine erhebliche Anzahl von -Hexen _offiziell verbrannt wurde_; eine wurde in Peru noch im Jahre 1888 -öffentlich hingerichtet. Es ist sehr lehrreich, zu sehen, wie sich gegen -das Ende der Hexen-Epidemie der Aberglaube wieder in seine Bestandteile -auflöste und nicht als Einheit verblaßt. Zuerst verschwand der Glaube an -die Teufelsbuhlschaft und den Sabbat, von denen schon 1650 -verhältnismäßig wenig zu hören ist. Der Glaube an die Nachtfahrt hielt -sich zähe und besteht sogar heute noch bei einigen Leuten.[655] Das -widerstandsfähigste Element war das älteste, nämlich das Maleficium und -in dem abgelaufenen Jahrhundert kam kaum ein anderer Punkt der Hexerei -zur Sprache.[656] Offiziell hält jedoch die römisch-katholische Kirche -an jedem einzelnen Elemente, von der Zauberkunst der Wettermacherei bis -zum Teufelspakt noch heute fest.[657] - -[Fußnote 648: Bloch. Op. cit., S. 132.] - -[Fußnote 649: Jühling. Op. cit., 321. Siehe auch Henne am Rhyn. Op. -cit., S. 97, und Williams. Op. cit., P. 215.] - -[Fußnote 650: Nyström. Op. cit., S. 245.] - -[Fußnote 651: Jühling. Op. cit., S. 323.] - -[Fußnote 652: Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 331-343.] - -[Fußnote 653: Soldan. Op. cit., Band 2, S. 263-339. Siehe auch Henne am -Rhyn. Op. cit., S. 115-156.] - -Das Verschwinden der Hexen-Epidemie wird gewöhnlich mit Berufung auf den -Wechsel der Weltanschauung erklärt, den der Aufstieg der Wissenschaft -verursachte, doch mehrere Erwägungen lassen es unwahrscheinlich -erscheinen, daß dieser Faktor, so wichtig er sein mag, der einzige war. -Vor allem kann er für die verhältnismäßig schnelle Abnahme des -Hexenglaubens in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts[658] -nicht ausreichen, denn die wissenschaftlichen Entdeckungen, die dabei so -entscheidenden Einfluß geübt haben sollen, waren um diese Zeit erst in -einen kleinen Kreis gedrungen. Außerdem hingen diese Entdeckungen z. B. -Harveys, Keplers, Newtons mit dem Thema der Hexerei nur _sehr_ indirekt -zusammen und waren mit diesem Aberglauben ebenso vereinbar wie mit -anderen, ebenso absurden, mit denen sie sich sehr wohl vertrugen; auch -kann nicht behauptet werden, daß die allgemeine wissenschaftliche -Haltung damals besonders hoch entwickelt war oder es heute ist. Die -ganze Erklärung scheint mir zu intellektualistisch zu sein, denn sowohl -die Entstehung wie der Ablauf eines solchen Aberglaubens sind vorwiegend -Gefühlssache, während die Wissenschaft im allgemeinen eher die Tendenz -zeigt, dem Umschwung in der Laienwelt zu folgen, als ihn einzuleiten; -die »Wissenschaften« der Nationalökonomie und Ethik, und im gewissen -Ausmaße auch die Psychologie sind bis zum heutigen Tage auffällige -Beweise dieses Satzes. Einen wichtigen Anhaltspunkt finden wir in dem -Umstande, daß der Hexenglaube abklang, weil das charakteristischeste -Element, der Glaube an die Teufelsbuhlschaft eliminiert wurde, und ich -möchte die folgende Erklärung dafür vorschlagen. Im siebzehnten -Jahrhundert, besonders um seine Mitte, fand eine bedeutende Zunahme des -Puritanismus statt und teils als Folge dessen, teils als Reaktion darauf -ging im allgemeinen Verhalten der Öffentlichkeit zur Sexualität ein -radikaler Umschwung vor.[659] Statt daß laut gegen sie gepredigt oder -ihre Sündhaftigkeit betont worden wäre, wurde sie mehr und mehr den -Augen der Öffentlichkeit entzogen. Ein heuchlerisches Kompromiß wurde -durchgesetzt, das noch jetzt aufrecht erhalten wird und dahin geht, daß -man ihre Existenz duldet, solange nicht allzu offen davon gesprochen -wird. Dies war aber mit der Fortdauer der Hexenepidemie völlig -unvereinbar, denn die Prozesse bestanden größtenteils in der -Ventilierung aller möglicher sexueller Angelegenheiten. Kurz und gut, -das Gefühl, daß die Taten der Hexen ein allzu unanständiges und -abstoßendes Thema für die öffentliche Besprechung seien, nahm allmählich -zu. Mit dieser Eliminierung der sexuellen Note (und den begleitenden -Ideen von Teufelspakt, Sabbat und Nachtfahrt) wurden die Hexenprozesse -mehr und mehr unmöglich. Der Hexenglaube löste sich deshalb in seine -Elemente auf und konnte nur in der alten Form des Maleficium weiter -bestehen. Dieses aber reichte für offizielle Verfolgungen trotz der -verzweifeltesten Anstrengungen[660] nicht aus und der Glaube wurde vom -Gebiete der Jurisprudenz auf jenes des Folklore übertragen, wo er mit -stets abnehmender Kraft bis zum heutigen Tage sich fortfristete. -Derselbe Faktor also, nämlich die übertriebene Sexual-Verdrängung, der -die Hexenepidemie einst möglich gemacht hatte, war vermutlich, nachdem -seine Entwicklung einen höheren Grad erreicht hatte, bei der Vernichtung -der eigenen Frucht mit größtem Erfolg tätig. Ein außenstehender -Beobachter hätte im 15. Jahrhundert voraussagen können, daß die Epidemie -aus inneren Gründen sich selbst ein Ende bereiten werde wie ein Fieber, -weil sie wie dieses, die Keime zu ihrer Heilung in sich trug. - -[Fußnote 654: Stern. Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in -Rußland, 1908, Band 1, S. 56, 81-92. Band 2, S. 288-290.] - -[Fußnote 655: Siehe z. B. Sikes, British Goblins, 1880, Pp. 163, 164.] - -[Fußnote 656: Wuttke. Op. cit., S. 155.] - -[Fußnote 657: Göpfert. Moraltheologie, 1897, Band 1, S. 470; Hagen. Der -Teufel im Lichte der Glaubensquellen, 1899, S. 8; Lehmkuhl. Theologia -moralis, Band 1, Nr. 335, 879. Marc. Institutiones morales Alphonsianae, -1893, Band 1, S. 543. Pruner. Lehrbuch der katholischen Moraltheologie. -1875, S. 263. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 153-157. Soldan. Op. cit., S. -340-346.] - -[Fußnote 658: In England, wo ich die geläufigen Meinungen am -eingehendsten studiert habe, erfolgte der Umschwung am stärksten in den -letzten zwanzig Jahren.] - -[Fußnote 659: Der Wechsel im Verhalten zur Sexualität, der im 17. und -18. Jahrhundert vorsichging, wurde von Fuchs sorgfältig studiert in -seinen wertvollen Werken: Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter -bis zur Gegenwart; Renaissance (mit Ergänzungsband) 1909, und Die -galante Zeit (mit Ergänzungsband) 1910.] - -Wir gelangen nun zum _dritten Problem_, den Beziehungen des -Hexenglaubens zum Alptraum. Es besteht kein unmittelbarer Zusammenhang -zwischen dem Alptraum auf der einen Seite und dem Hauptantrieb bei der -Hexenverfolgung -- der Absicht, die Ketzerei auszurotten -- oder dem -Volksglauben an die Zauberei, der von der Kirche zu diesem Zwecke -ausgenützt wurde, auf der anderen, obgleich beide Themen indirekt mit -der Sexualität und insbesondere mit Inzestvorstellungen verwandt sind. -Ganz anders verhält es sich mit dem dritten Bestandteil, dem Glauben an -den Teufelsbund, der das ganze zu einer Einheit zusammenfügte und ohne -den die Epidemie nicht gedacht werden kann; dieser ist an jeder Stelle -mit den Erfahrungen der Alp- und anderer Angstträume im Innersten -verbunden. Dies wurde nie deutlicher bewiesen als durch den Geistlichen -Jehan de Meung in seinem merkwürdigen Roman de la Rose, anonym -publiziert im Jahre 1280 (!) und ist heute vollends unleugbar. Daß die -Vorstellungen, die sich um die Nachtfahrt gruppierten, im wesentlichen -aus dem Traum hervorgingen, wurde oben eingehend geschildert. Die -Teufelsbuhlschaft selbst ist unzweifelhaft eine Form des Inkubus und der -Glaube daran muß stark durch die Erfahrungen des Alptraums, die bei der -Hysterie[661] so häufig sind, mitbestimmt worden sein. Die -vorherrschende theologische Anschauung jener Tage half ihnen dann, -objektive Gestalt anzunehmen. Müller[662] sagt: »Ihren sinnlichen -Versuchungen und ihrer Furcht vor dem Versucher, vor dem sinnlichen -Teufel kann sie nicht entgehen. In den phantasiereichen Zuständen des -Halbwachens und Traums unterliegt sie der sinnlichen Erscheinung dessen, -was ihre Sinne wünschen und was die religiöse Vorstellung fürchtet. Das -Phantasiebild hat für sie Objektivität, sie kann die Anklage des -Teufelsumganges nicht von sich ablehnen.« - -[Fußnote 660: Soldan (Op. cit., Band 2, S. 263) hat darauf hingewiesen, -daß in dem für den Hexenglauben so kritischen Zeitabschnitte von -1690-1718 nicht weniger als sechsundzwanzig Bücher veröffentlicht -wurden, die ihn verteidigten, seinen Verfall beklagten und zu -energischen Maßregeln gegen die Hexen aufforderten.] - -Der Hexenglaube ist eine Projektion der unbewußten Gedanken des Mädchens -über sich und seine Mutter; dies ist einer der Gründe, warum die Hexen -meist entweder sehr alt und häßlich oder sehr jung und schön waren. Die -Teufelsbuhlschaft stellt also, wie im Zusammenhang mit dem Sabbat -bereits betont wurde, eine unbewußte Inzestphantasie dar. - -Die Gemeinsamkeiten zwischen Inkubus, Teufel und Hexenglauben gehen so -weit, daß alle drei nur die verschiedenen Seiten desselben Themas -darstellen. Selbst in seinen Einzelheiten ist die Übereinstimmung sehr -auffällig, besonders zwischen der Hexe und dem populären Äquivalent von -Inkubus und Sukkubus, nämlich dem Alp und der Mahre. Zum Beispiel -glaubte man von den Hexen, ebenso wie vom Teufel, Alp und Mahre, daß sie -gespaltene Hufe (Drudenfuß)[663] und einen hohlen Rücken[664] hätten; -dieselben Amulette (Messer, Hufeisen, Salz u. s. w.) wurden zur Abwehr -der Hexen, des Teufels und des Alpdrucks benützt. Der Koitus mit ihnen -allen war unangenehm und genußlos[665]; der Alp, wie die Hexe, ritt auf -Pferden und flog wie ein Vogel[666] u. s. w. - -[Fußnote 661: Über die Alpdruck-Erfahrungen der Hexen siehe Ennemoser, -Op. cit., S. 869, und Wuttke. Op. cit., S. 151.] - -[Fußnote 662: Johannes Müller. Über die phantastischen -Gesichtserscheinungen, 1826, S. 66.] - -[Fußnote 663: Wuttke. Op. cit., S. 155.] - -Die Beziehungen zwischen dem Hexenglauben und dem an Werwölfe und -Vampire waren nicht so innig, obgleich sie in beiden Fällen vorhanden -sind. Die Verfolgung und Hinrichtung angeblicher Werwölfe im 16. und 17. -Jahrhundert gründete sich hauptsächlich auf den Glauben, daß die Hexen -sich in Tiere verwandeln können. Hexen konnten sich selbst sowohl als -auch andere in Werwölfe verwandeln.[667] Von Interesse mit Hinblick auf -die Verbindung zwischen Hexensalbe, Nachtfahrt und Tierverwandlung -(siehe oben) ist der Umstand, daß die Verwandlung in Werwölfe durch -Salbung erfolgte. So wurde 1521 in Besançon ein Mann namens Michel -Verdon verbrannt, weil er sich selbst und einen Gefährten mittels -Einreibung mit einer Salbe in Werwölfe verwandelt hatte[668], und 1717 -wurden die Angeklagten in einem Hexenprozesse genau derselben Tat -beschuldigt.[669] Die enge Assoziation zwischen Hexen und Katzen wurde -oben erwähnt und Grimm[670] zieht den alten Zauberglauben heran, daß -Männer in Wölfe und Weiber in Katzen verwandelt werden. Ein ähnlicher -Zusammenhang bestand zwischen der Mahre, der deutschen Vorläuferin der -Hexen, und dem Werwolf; ein siebentes Kind wurde, war es ein Knabe, ein -Werwolf, war es ein Mädchen, eine Mahre.[671] - -[Fußnote 664: Grimm. Op. cit., S. 903. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 38, -68.] - -[Fußnote 665: Gener. Op. cit., P. 524. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 68.] - -[Fußnote 666: Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 82, -275.] - -[Fußnote 667: Nynauld. De la Lycanthropie, 1615, Pp. 50, 52. Der -Hexenhammer, Op. cit., Erster Teil, S. 155-157.] - -[Fußnote 668: Bosquet. Discours de Sorciers, 1608, P. 370. Leubuscher. -Der Wahnsinn, 1848, S. 68.] - -[Fußnote 669: Riezler. Op. cit., S. 293.] - -[Fußnote 670: Grimm. Op. cit., S. 915.] - -[Fußnote 671: Siehe Kapitel V.] - -Hexen hatten den Vampirendurst nach Menschenblut. Sie liebten es -leidenschaftlich, Blut zu trinken[672], insbesondere das von jungen -Menschen. Zweifellos liegt hier die Idee des Somnambulismus zu -Grunde.[673] Milton in seinem »Paradise Lost« (II, 662) bezieht sich auf -diesen Glauben: - - »Kein häßlicheres Wesen denn die Nachtfrau, - Wenn sie, geheim gerufen, durch die Luft - Geritten kommt, von Kinderblut gelockt, - Zum Tanz mit Lapplands Hexenzunft.« - -Fünf Hexen wurden 1604 in Lausanne verbrannt, weil sie in _Wolfsgestalt_ -ein Kind geraubt haben sollten. Sie trugen es zum Teufel, der _aus der -großen Zehe_ das ganze Blut aussaugte und kochten dann den Leib, um -daraus Salbe zu gewinnen.[674] Ebenso waren die Hexen der harmloseren -Gewohnheit, Kühe zu melken, zugetan und sie waren im stande, aus einer -Spindel, einem Handtuch oder einem Beilgriff Milch herauszupressen.[675] -Der Sinn davon wird verständlich, wenn man sich gegenwärtig hält, daß -Milch ein unbewußtes Äquivalent für Samen ist. Der Alp saugte sowohl -Blut wie Milch aus[676] und Stoll[677] sagt, daß in Deutschland noch der -Aberglaube besteht, daß _Schlangen_ bei Nacht den Kühen die Milch -aussaugen; in Wales glaubte man, daß die Schlangen Milch aus den -weiblichen Brüsten saugen.[678] In Schottland und Wales war bis vor -kurzem der Glaube verbreitet, daß die Hexen sich in Hasen verwandeln, um -den Kühen durch Saugen an den Eutern die Milch zu entziehen[679]; in -Dänemark und Schweden gewinnen sie die Milch, indem sie Hasen zum -Vieh schicken.[680] In der Mythologie sind Hasen und Katzen -gleichbedeutend[681]; es ist daher verständlich, daß manchmal Hasen die -»Familiares« der Hexen waren[682], statt der gewöhnlichen Katzen. Selbst -die Revenant-Natur der Vampire ist in dem dänischen Glauben, daß Tote -sich in Hasen[683] verwandeln, angedeutet. Andere sonderbare -Zusammenhänge sind der russische Glaube, daß künftige Vampire bei -Lebzeiten an einer Hasenscharte kenntlich seien, und der osteuropäische, -daß ein Gestorbener ein Vampir wird, wenn eine Katze über sein Grab -läuft.[684] Ein anderer Vampirzug ist in den Ghul-Geschichten zu finden, -die bei mehreren Prozessen erzählt wurden[685], von Hexen, die die -Leichen von Zauberern aufgruben und fraßen. So wie die Hexen kann der -dalmatinische Koslak, der tatsächlich ein Vampir ist, das Wetter -vorhersagen und schneller reisen als andere Leute.[686] Der Hexenglaube -verschmilzt, so angesehen, an allen Punkten mit den bereits erörterten -Erscheinungen. - -[Fußnote 672: Goerres. Christliche Mystik, 1842, Band 4, S. 2, 216. -Meyer. Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. 528. Krauß. Op. cit., S. -79.] - -[Fußnote 673: S. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 208-227.] - -[Fußnote 674: Nynauld. Loc. cit.] - -[Fußnote 675: Grimm. Op. cit., S. 896, 897.] - -[Fußnote 676: Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61, Band 2, S. 82.] - -[Fußnote 677: Stoll. Op. cit., S. 215.] - -[Fußnote 678: Rhys. Celtic Folklore, 1901, P. 690.] - -[Fußnote 679: Hertz. Der Werwolf, 1862, S. 113. (An versch. Orten.)] - -[Fußnote 680: Thorpe. Op. cit., Vol. 2, P. 192.] - -Wir können das gegenwärtige Kapitel mit einem Zitat aus _Hansen_[687], -der ersten Autorität für unser Thema, schließen: »Die Hexenverfolgung -ist ein kulturgeschichtliches Problem, das, wenn es auch als tatsächlich -abgeschlossen gelten darf, doch mit unserer Zeit noch enger -zusammenhängt, als man auf den ersten Blick zuzugeben geneigt sein -dürfte. Die Elemente des Wahns, auf denen sie sich aufgebaut hat, werden -noch heute fast ausnahmslos in den Lehren der geltenden religiösen -Systeme weitergeführt ..... Von der Verantwortung für seine Entstehung -wird die Menschheit sich aber doch erst dann ganz entlastet fühlen -können, wenn sie auch den kläglichen, noch nicht überwundenen Rest der -ihm zu Grunde liegenden Wahnvorstellungen ausgeschieden haben wird, der -trotz aller inneren Haltlosigkeit in den herrschenden religiösen -Systemen noch heute sein Dasein fristet.« - -[Fußnote 681: Im Englischen bedeutet »puss« entweder Katze oder Hase.] - -[Fußnote 682: Elton. Origins of English History, P. 297.] - -[Fußnote 683: Thorpe. Loc. cit.] - -[Fußnote 684: Mannhardt. Zeitschr. f. Deutsche Mythologie, Jahrg. 4, S. -260.] - -[Fußnote 685: De Lancre. Op. cit., Pp. 199, 402.] - -[Fußnote 686: Krauß. Op. cit., S. 125.] - -[Fußnote 687: Hansen. Op. cit., Vorwort 7 und S. 538.] - - - - - VIII. - Schluß. - - -Es wird vielleicht von Nutzen sein, hier einen Rückblick auf die -charakteristischen Eigenschaften, die den fünf eben untersuchten -Erscheinungen gemeinsam sind, zu versuchen. In erster Linie stellen sie -alle Konstruktionen aus zahlreichen Elementen dar, die nicht nur vorher -im Glauben der europäischen Völker selbständig existierten, sondern auch -bis zum heutigen Tage in weit auseinander liegenden Teilen der Erde zu -finden sind. Für die Zusammensetzung der Bestandteile war jedesmal -die Kirche ursprünglich verantwortlich, in vier Fällen die -römisch-katholische Kirche und im fünften die griechische. Der Glaube an -diese Erscheinungen stand, nach ungefährer Annahme, drei Jahrhunderte -lang allgemein fest; nach Ablauf dieser Zeit verschwand er nicht, -sondern löste sich in seine ursprünglichen Elemente auf. Auch der voll -entwickelte Glaube fristet sich noch im ungebildeten Teile der -Volksgemeinschaft fort und, daß dies keineswegs selten der Fall ist, -wird dadurch bewiesen, daß der Schreiber dieser Zeilen selbst mit Leuten -zusammentraf, welche von der Wahrheit des Glaubens, wie er im -Mittelalter verbreitet gewesen ist, überzeugt waren. Der Glaube an die -einzelnen Elemente ist viel weiter verbreitet und kann in gewissen -Fällen auch bei gebildeten Leuten gefunden werden. Während des -Mittelalters hatte der Glaube an jene Erscheinungen die Neigung, -epidemische Formen anzunehmen, und gab dann meistens Anlaß zu -furchtbaren Leiden und einem fast ohne Parallele dastehenden Ausbruch -gemeinsamen Verfolgungsgeistes. - -Die fünf Glaubensphänomene waren stark untereinander verschlungen und in -mehr als einer Hinsicht geht eines fast unmerkbar in das andere über. -Ihre psychologische Bedeutung hängt noch inniger zusammen als ihre -äußere Gestalt. Die tatsächliche Formulierung nach Erreichung der -vollständigen Entwicklung wurde durch eine Mehrheit von Faktoren -beeinflußt, die hauptsächlich sozialer und religiöser Natur waren, -weshalb ihre Analyse zunächst ein historisches Problem ist. Die -bedeutsamsten waren der Haß der Kirche gegen jede Art der -außerkirchlichen Anbetung, die ihr mit Ungehorsam gegen Gott -gleichbedeutend schien, ihre abnorm übertriebenen Anstrengungen im -Dienst der Sexualverdrängung und ihr besonderer Abscheu vor dem Inzest. -Die Elemente, aus denen sich die Erscheinungen zusammensetzten, waren -alle Projektionen des unbewußten verdrängten sexuellen Materials nach -außen. An diesem Material sind zwei Eigenschaften vor allem -bemerkenswert, das Hervortreten inzestuöser Wünsche und infantiler Züge. -Die Phänomene können psychologisch als Phobien bezeichnet werden, deren -latenter Inhalt verdrängte inzestuöse Wünsche bilden. - -Ihre Beziehungen zum Alptraum sind besonders nahe. In der Intensität -ihres Angstaffektes werden sie von keiner anderen Erfahrung erreicht, -außer von jener der Alp- und verwandten Angstträume. In manchen ihrer -Züge enthalten sie eine für Angstträume höchst charakteristische -Symbolik; von diesen sei besonders erwähnt: die plötzliche Verwandlung -einer Person in eine andere oder in irgend ein Tier, das Vorkommen -phantastischer und unmöglicher Tierformen, die Schwankungen des -betreffenden Objekts zwischen höchstem Anreiz und stärkstem Abscheu, die -scheinbar gleichzeitige Existenz derselben Person an zwei verschiedenen -Orten, das Fliegen oder Reiten durch die Luft und die Wiedergabe -sexueller Akte als peinliche Angriffe. Der eigentliche Mittelpunkt des -latenten Inhaltes sowohl beim Alptraum als bei den fünf von uns -untersuchten Phänomenen wird durch die verdrängten inzestuösen Wünsche -gebildet. Bei vier der letzteren sind auch andere sexuelle Wünsche, -verschiedene Perversionen im latenten Inhalt vorhanden, ebenso im Falle -der Angstträume, die nicht zum Alpdruck-Typus gehören. Ferner trat auch -beim Alptraum manchmal die Neigung auf, wie jene epidemische Form -anzunehmen.[688] Die ausgedehnte Übereinstimmung, die zwischen dem -Alptraum und diesen Formen des Aberglaubens nicht bloß hinsichtlich -ihrer wesentlichen psychologischen Bedeutung, sondern auch an vielen -Punkten ihrer Oberfläche bestand, macht es sehr wahrscheinlich, daß die -wirkliche Traumerfahrung bei der Ermöglichung ihrer Konstruktion, für -welche sie ja die unerläßliche Basis abgab, von erheblichem Einfluß war. - -[Fußnote 688: Siehe z. B. Laurent, zitiert bei Parent, Grand -Dictionnaire de Médecine, T. XXXIV, Art. Incubi.] - -Eine enge Analogie kann zwischen unseren Erscheinungen und den -psycho-neurotischen Symptomen nachgewiesen, ja ihre Identität in weitem -Ausmaße konstatiert werden. Wie diese entstammen sie verdrängten -sexuellen Wünschen der frühen Kindheit, die verhältnismäßig unsichtbar -blieben, bis äußere Umstände die Annahme gewisser scharf umrissener -Äußerungsformen herbeiführten. Das allmähliche Verschwinden ging auch -auf dieselbe Art und Weise vor sich, wie bei neurotischen Symptomen eine -spontane Heilung eintritt; diese hängt nämlich teils von einer Erhöhung -der Verdrängung ab, teils davon, daß die zu Grunde liegenden Strebungen -einen neuen Abflußkanal ausfindig machen. Beide Vorgänge spielten bei -dem Verschwinden jener fünf Bildungen des Aberglaubens eine Rolle, wie -im vorigen Kapitel gezeigt wurde: erhöhte Schärfe des wissenschaftlichen -Denkens in Verbindung mit den intensiven Sexual-Verdrängungen lassen sie -als ungeeignete Ausdrucksform der begrabenen Wünsche erscheinen. Diese -Erwägungen lassen uns die künftige Entwicklung der hier behandelten -Vorgänge erraten. Die bei den Neurosen gesammelte Erfahrung zeigt, daß, -solange nicht die begründenden Faktoren gründlich beseitigt wurden -- -was hier nicht der Fall gewesen ist --, das bloße Verschwinden der -Symptome keineswegs vor jeder künftigen Störung sichert; die Tendenz der -zu Grunde liegenden Strebungen, entweder durch Wiederaufnahme der alten -Symptome oder in anderen Ausdrucksformen Befriedigung zu suchen, bleibt -bestehen. Aus mannigfachen historischen Gründen muß die Annahme, daß ein -Rückfall in den alten Aberglauben möglich sei, zurückgewiesen werden und -dies wäre in unserer modernen Zivilisation auch kaum denkbar; eine -andere Gruppe von Auswegen muß deshalb gefunden werden. Welcher Art -diese sein werden, ist unschwer einzusehen; auf der einen Seite -religiöse und soziale Bigotterie und Intoleranz, auf der anderen die -Erzeugung von Psycho-Neurosen im engeren Sinne. Unsere gegenwärtigen -neurotischen und geistesgestörten Patienten sind in ausgebreitetem Maße -die Nachkommen der alten Hexen, Lykanthropen u. s. w. und ihre Symptome -sind, wie in den vorhergehenden Kapiteln gezeigt wurde, in vieler -Beziehung gleich. Eine weitere wichtige Erwägung, die meist übersehen -wird, ist die, daß das so entstandene Leiden ebenso drückend und nicht -minder weit verbreitet ist wie die Schmerzen, welche die analogen -Vorgänge im Mittelalter verschuldeten. Man kann sich sehr ernstlich -fragen, ob ein Patient mit einer krankhaften Phobie, z. B. in bezug auf -Katzen, weniger leidet als ein Mensch, der sich vor dem Teufel fürchtet. -Dieser ist sogar in mancher Hinsicht in der besseren Lage, denn seine -Furcht wird von Freunden verstanden und als berechtigt anerkannt. Er ist -nicht gezwungen, sie geheim zu halten, um der Beschämung und dem -Schandmal zu entgehen, welches ihm durch das Bekanntwerden der Tatsache, -daß er Feigling und Weichling genug sei, seiner »eingebildeten Angst« -nachzugeben, aufgedrückt würde. Eine Furcht, die der von ihr Befallene -und seine Umgebung für vernünftig und richtig ansehen, ist leichter zu -ertragen, als eine völlig sinnlose und unvernünftige Angst vor harmlosen -Objekten, die mit den übrigen bewußten Gedanken nicht übereinstimmt und -sich sogar gegen die Überwachung durch das Bewußtsein auflehnt. - -Daraus lassen sich hauptsächlich zwei Lehren ziehen, die sich auf die -Probleme der Verdrängung und der Urteilsfähigkeit beziehen. Die soziale -Seite der ersteren darf uns hier nicht beschäftigen; es wurde nur -versucht, an einem Beispiel zu zeigen, welch schreckliche Folgen die -übermäßig und unverständige Verdrängung menschlicher Triebregungen nach -sich zieht. Wir haben auch gesehen, daß es schwierig und Jahrhunderte -lang unmöglich ist, diese Konsequenzen auszurotten, wenn ihr wahrer Sinn -nicht aufgedeckt wird. - -Die Beziehung unseres Themas zu dem Problem der Urteilsfähigkeit ist -ebenso bedeutsam. Für jemanden, der davon überzeugt ist, daß seine -Anschauung über einen gefühlsmäßig gefärbten, d. h. sozialen oder -religiösen Gegenstand unzweifelhaft die einzig richtige ist, läßt sich -keine gesündere Übung denken, als darüber nachzusinnen, daß die -fähigsten und schärfsten Denker des Mittelalters, Menschen, die ihm an -geistiger Begabung wahrscheinlich nicht nachstanden, ohne Zögern die -Wahrheit von Sätzen, die uns heute lächerlich vorkommen, anerkannten. -Bei der Besprechung einer Gruppe geringerer Irrtümer, die durch -unbewußte Einflüsse herbeigeführt wurden, bemerkte Freud[689] mit -Nachdruck: »Ich gebe aber zu bedenken, ob man nicht Grund hat, die -gleichen Gesichtspunkte auch auf die Beurteilung der ungleich -wichtigeren _Urteilsirrtümer_ der Menschen im Leben und in der -Wissenschaft auszudehnen. Nur den auserlesensten und ausgeglichensten -Geistern scheint es möglich zu sein, das Bild der wahrgenommenen äußeren -Realität vor der Verzerrung zu bewahren, die es sonst beim Durchgang -durch die psychische Individualität des Wahrnehmenden erfährt.« Eines -der Hauptziele der Wissenschaft und Kultur ist es, eine objektive -Anschauung von Kultur und Leben zu erringen. Die Hindernisse, die aus -bewußten Hemmungen kommend, sich der Erreichung dieses Zieles -entgegenstellen, wurden bis zu einem gewissen Grade überwältigt; wir -beginnen nun die schwierigere, aber wichtigere Arbeit, die aus dem -Unbewußten stammenden Hindernisse wegzuräumen. Der erste Schritt in -dieser Richtung ist die Bemühung, die Natur und Betätigungsform dieser -unbewußten Einflüsse, die das bewußte Urteil schädigen und verdrehen, -genau zu durchleuchten. Freud hat in vorbildlicher Weise einen Weg -gebahnt, den zu wandeln jetzt möglich ist; und wenn dies geschieht, wird -die Menschheit in Hinkunft weniger Entschuldigung haben für die -schwarzen Seiten, die das Buch ihrer Geschichte schänden, wie es die -hier untersuchten Formen des Aberglaubens tun. - -[Fußnote 689: Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte -Auflage, 1910, S. 121.] - - - - - VERLAG VON FRANZ DEUTICKE IN LEIPZIG UND WIEN. - - - Nachstehende neun Werke, welche als die Dokumente für den - Entwicklungsgang und Inhalt der Freudschen Lehren anzusehen sind, - werden, wenn auf einmal bezogen, zum Vorzugspreise von M 32.-- = - K 38.40 (statt M 40.50 = K 48.60) abgegeben: - - - Studien über Hysterie. - - Von Dr. Jos. Breuer und Prof. Dr. Sigm. Freud. - Zweite Auflage. Preis M 7.-- = K 8.40. - - - Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. - - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - I. und II. Reihe. Zweite Auflage. Preis à M 5.-- = K 6.--. - - - Über Psychoanalyse. - - Fünf Vorlesungen, gehalten zur 20jährigen Gründungsfeier - der Clark University in Worcester Mass. - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - Zweite Auflage. Preis M 1.50 = K 1.80. - - - Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. - - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - Zweite Auflage. Preis M 2.-- = K 2.40. - - - Die Traumdeutung. - - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - Dritte, vermehrte Auflage. Preis M 10.-- = K 12.--. - - - Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva«. - - (Schriften zur angewandten Seelenkunde. I. Heft.) - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - Zweite Auflage. Preis M 2.50 = K 3.--. - - - Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci. - - (Schriften zur angewandten Seelenkunde. VII. Heft.) - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - Preis M 2.50 = K 3.--. - - - Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. - - Von Prof. Dr. Sigm. Freud. - Zweite Auflage. Preis M 5.-- = K 6.--. - - - - - VERLAG VON FRANZ DEUTICKE IN LEIPZIG UND WIEN. - - - Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische - Forschungen. - - Herausgegeben von Prof. Dr. E. Bleuler in Zürich u. Prof. Dr. S. - Freud in Wien. - Redigiert von Dr. C. G. Jung, - Privatdozenten der Psychiatrie in Zürich. - I. Band: 1. und 2. Hälfte. Preis à M 7.-- = K 8.40. - II. Band: 1. und 2. Hälfte. Preis à M 8.-- = K 9.60. - III. Band: 1. Hälfte. Preis M 10.-- = K 12.--, 2. Hälfte. - Preis M 8.-- = K 9.60. - - - Einführung in das Studium der Nervenkrankheiten - - für Studierende und Ärzte. - Von Priv.-Doz. Dr. Alfred Fuchs, - Assistent der k. k. Klinik für Psychiatrie und - Nervenkrankheiten in Wien. - Mit 69 Abbildungen im Text und 9 Tafeln in Lichtdruck. - Preis M 9.-- = K 10.80. - - - Schriften zur angewandten Seelenkunde. - - Herausgegeben von Prof. Dr. Sigm. Freud in Wien. - - I. Heft: Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva«. Von - Prof. Dr. Sigm. Freud in Wien. 2. Aufl. Preis M - 2.50 = K 3.--. - II. Heft: Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen. Eine Studie - von Dr. Franz Riklin, Sekundararzt in Rheinau - (Schweiz). Preis M 3.-- = K 3.60. - III. Heft: Der Inhalt der Psychose. Von Dr. C. G. Jung, - Privatdozent der Psychiatrie in Zürich. Preis M - 1.25 = K 1.50. - IV. Heft: Traum und Mythus. Eine Studie zur Völkerpsychologie. - Von Dr. Karl Abraham, Arzt in Berlin. Preis M 2.50 - = K 3.--. - V. Heft: Der Mythus von der Geburt des Helden. Versuch einer - psychologischen Mythendeutung. Von Otto Rank. Preis - M 3.-- = K 3.60. - VI. Heft: Aus dem Liebesleben Nikolaus Lenaus. Von Dr. J. Sadger, - Nervenarzt in Wien. Preis M 3.-- = K 3.60. - VII. Heft: Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci. Von - Prof. Dr. Sigm. Freud in Wien. Preis M 2.50 = K - 3.--. - VIII. Heft: Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf. Von - Dr. Oskar Pfister, Pfarrer in Zürich. Preis M 4.50 - = K 5.40. - IX. Heft: Richard Wagner im »Fliegenden Holländer«. Ein Beitrag - zur Psychologie künstlerischen Schaffens. Von Dr. - Max Graf. Preis M 1.80 = K 2.--. - X. Heft: Das Problem des Hamlet und der Ödipus-Komplex. Von Dr. - Ernest Jones, Toronto (Kanada). Übersetzt von Paul - Tausig, Wien. Preis M 2.-- = K 2.40. - XI. Heft: Giovanni Segantini. Ein psychoanalytischer Versuch. Von - Dr. Karl Abraham, Arzt in Berlin. Mit zwei - Beilagen. Preis M 2.-- = K 2.40. - XII. Heft: Zur Sonderstellung des Vatermordes. Eine - rechtsgeschichtliche und völkerpsychologische - Studie. Von A. J. Storfer, Zürich. Preis M 1.50 = K - 1.80. - XIII. Heft: Die Lohengrinsage. Ein Beitrag zu ihrer Motivgestaltung - und Deutung. Von Otto Rank. Preis M 5.-- = K 6.--. - - - - - VERLAG VON J. F. BERGMANN IN WIESBADEN. - - - Im II. Jahrgang erscheint: - - - Zentralblatt für Psychoanalyse. - - Medizinische Monatsschrift für Seelenkunde. - Organ der internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. - Herausgeber: Prof. Dr. Sigm. Freud. - Schriftleiter: Dr. Wilhelm Stekel, Wien, Gonzagagasse 21. - - Jahrgang I enthielt u. a. neben den reichhaltigen Abteilungen: - Mitteilungen -- Referate und Kritiken -- Varia -- Literatur - folgende Originalarbeiten: - - Adler: Die psychische Behandlung der Trigeminusneuralgie 10 - " Beitrag zur Lehre vom Widerstand 214 - " Syphilidophobie 400 - Brill: Ein Fall periodischer Depression psychogenen 158 - Ursprungs - Ferenczi: Über obszöne Worte 390 - " Anatole France als Analytiker 461 - Freud: Die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen 1 - Therapie - " Über wilde Psychoanalyse 91 - " Nachträge zur Traumdeutung 187 - Friedmann: Eduard Mörike 486 - Juliusburger: Über einen Fall von akuter autopsychischer 308 - Bewußtseinsstörung, ein Beitrag zur Lehre von - Kriminalität und Psychose - Jung: Ein Beitrag zur Psychologie des Gerüchtes 81 - Luzenberger: Psychoanalyse in einem Falle von Errötungsangst 304 - als Beitrag zur Psychologie des Schamgefühls - Maday: Der Begriff des Triebes 295 - Maeder: Zur Entstehung der Symbolik im Traum, in der 383 - Dementia praecox etc. - Nepalleck: Analyse einer scheinbar sinnlosen infantilen 155 - Obsession - Pfister: Zur Psychologie des hysterischen Madonnenkultus 70 - " Hysterie und Mystik bei Margaretha Ebner 468 - (1291-1351) - Putnam: Über Ätiologie und Behandlung von Psychoneurosen 137 - " Persönliche Erfahrungen mit Freud's 533 - psycho-analytischer Methode - Rank: Das Verlieren als Symptomhandlung 450 - Riklin: Eine Lüge 193 - " Über einige Probleme der Sagendeutung 433 - Rosenstein: Julius Piklers »dynamische Psychologie« und ihre 316 - Beziehungen zur Psychoanalyse - Rosenthal: Karin Michaelis: »Das gefährliche Alter« im 277 - Lichte der Psychoanalyse - Sadger: Ist das Asthma eine Sexualneurose 200 - Silberer: Vorläufer Freud'scher Gedanken 441 - Stegmann: Ergebnisse der psychischen Behandlung einiger 377 - Fälle von Asthma - Stekel: Die psychische Behandlung der Epilepsie 220 - - Jährlich erscheinen 12 Hefte im Gesamt-Umfang von 36 bis 40 - Druckbogen zum Jahrespreis von M 18.--. - - - - - - - - K. u. K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen - - - - -Anmerkungen zur Transkription - - -Hervorhebungen wurden mit _Unterstrichen_ gekennzeichnet. - -Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt -(vorher/nachher): - - [S. 25]: - ... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus - Malificiarum ... - ... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus - Maleficarum ... - - [S. 28]: - ... incubes et aus sucubes dans l'explication qu'ils ont données ... - ... incubes et aux succubes dans l'explication qu'ils ont données ... - - [S. 33]: - ... Pausanias. Lip. I, Kap. 34. ... - ... Pausanias. Lib. I, Kap. 34. ... - - [S. 38]: - ... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; - and ... - ... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; - und ... - - [S. 46]: - ... Polution in Begleitung mehr oder minder erotischer ... - ... Pollution in Begleitung mehr oder minder erotischer ... - - [S. 47]: - ... Ploß. Das Kind im Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ... - ... Ploß. Das Kind in Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ... - - [S. 53]: - ... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die - Inzestckarakter ... - ... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die - Inzestcharakter ... - - [S. 56]: - ... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der Fruchtbarbarkeit ... - ... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der Fruchtbarkeit ... - - [S. 56]: - ... Thorpe. Northern Mythologie, 1851, Vol. I. P. 49-52. ... - ... Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 49-52. ... - - [S. 56]: - ... Conway. Demonology and Devilore, 1879, Vol. I, Pag. 141. ... - ... Conway. Demonology and Devil-Lore, 1879, Vol. I, Pag. 141. ... - - [S. 59]: - ... »volkvdlak« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ... - ... »volkudlak« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ... - - [S. 64]: - ... Stackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., - 1867, ... - ... Strackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. - Oldenburg., 1867, ... - - [S. 66]: - ... lang und weißgraulich, ein Kleid von gewichter - fleischfarbrötlicher ... - ... lang und weißgraulich, ein Kleid von gewichster - fleischfarbrötlicher ... - - [S. 73]: - ... durch den persischen Arhiman oder, was Robertson für ... - ... durch den persischen Ahriman oder, was Robertson für ... - - [S. 74]: - ... Yawehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ... - ... Yahwehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ... - - [S. 85]: - ... couverte d'ecailles, herissée de piquants.« ... - ... couverte d'ecailles, hérissée de piquants.« ... - - [S. 85]: - ... Brévannes. L'orgie satanique à travers les siécles, 1904, P. - 115. ... - ... Brévannes. L'orgie satanique à travers les siècles, 1904, P. - 115. ... - - [S. 105]: - ... verschiedene Probleme unterscheiden, inbesondere: ... - ... verschiedene Probleme unterscheiden, insbesondere: ... - - [S. 107]: - ... Tiere. Der bekannte Malleus Malificarum widmet vier Kapitel ... - ... Tiere. Der bekannte Malleus Maleficarum widmet vier Kapitel ... - - [S. 115]: - ... den meisten der alten Autoren mit unwilligen Komentaren ... - ... den meisten der alten Autoren mit unwilligen Kommentaren ... - - [S. 118]: - ... ce qui lui causait une très grande volopté.« Ähnlich schreibt ... - ... ce qui lui causait une très grande volupté.« Ähnlich schreibt ... - - [S. 120]: - ... begreiflich, daß der phallische Besenstil, auf dem die Hexe ... - ... begreiflich, daß der phallische Besenstiel, auf dem die Hexe ... - - [S. 123]: - ... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. Démon ... - ... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. Demon ... - - [S. 123]: - ... Jean le Breton. De la défense de la vèrité touchante la - possession ... - ... Jean le Breton. De la défense de la vérité touchante la - possession ... - - [S. 123]: - ... et la preuve de la vèritable possession des religieuses de - Louvein, 1644. ... - ... et la preuve de la véritable possession des religieuses de - Louvein, 1644. ... - - [S. 131]: - ... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 - Editon, ... - ... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 - Edition, ... - - [S. 134]: - ... Michelet. Op. cit., Introduktion, P. IX. ... - ... Michelet. Op. cit., Introduction, P. IX. ... - - [S. 136]: - ... de l'agonie du monde feodal et l'aurore d'une ère nouvelle. ... - ... de l'agonie du monde féodal et l'aurore d'une ère nouvelle. ... - - [S. 141]: - ... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse Vortellung ... - ... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse Vorstellung ... - - [S. 147]: - ... Medicine, T. XXXIV, Art. Incubi. ... - ... Médecine, T. XXXIV, Art. Incubi. ... - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu -gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER *** - -***** This file should be named 50522-8.txt or 50522-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/5/2/50522/ - -Produced by Sandra Eder, Jens Sadowski, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive. - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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H. Sachs" --> - <!-- LANGUAGE="de" --> - <!-- PUBLISHER="Franz Deuticke, Leipzig und Wien" --> - <!-- DATE="1912" --> - <!-- COVER="images/cover-page.jpg" --> - -<style type='text/css'> - -body { margin-left:15%; margin-right:15%; } - -h1 { text-indent:0; text-align:center; } -h2 { text-indent:0; text-align:center; } -h3 { text-indent:0; text-align:center; } - -div.titlematter { page-break-before:always; } - -h1.title { margin-top:0.5em; margin-bottom:0.5em; line-height:0.8em; font-weight:normal; } -h1.title .line2 { font-size:0.7em; } -h1.title .line3 { font-size:0.7em; } -h1.title .line4 { font-size:0.7em; } -p.ser { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:2em; line-height:1em; } -p.ser .line1 { font-size:1.2em; border-bottom:4px double black; padding-bottom:2em; } -p.ser .line2 { font-variant:small-caps; } -p.ser .line3 { font-size:0.8em; } -p.aut { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:1em; line-height:1.5em; } -p.aut .line1 { font-size:0.8em; } -p.trn { text-indent:0; 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You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens - Schriften zur angewandten Seelenkunde. Vierzehntes Heft - -Author: Ernest Jones - -Translator: E. H. Sachs - -Release Date: November 21, 2015 [EBook #50522] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER *** - - - - -Produced by Sandra Eder, Jens Sadowski, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive. - - - - - - -</pre> - - -<div class="titlematter"> -<p class="ser"> -<span class="line1">SCHRIFTEN ZUR ANGEWANDTEN SEELENKUNDE</span><br /> -<span class="line2">herausgegeben von Prof. Dr. SIGM. FREUD</span><br /> -<span class="line3">VIERZEHNTES HEFT</span> -</p> - -<h1 class="title"> -<span class="line1">DER ALPTRAUM</span><br /> -<span class="line2">IN SEINER BEZIEHUNG ZU GEWISSEN</span><br /> -<span class="line3">FORMEN DES MITTELALTERLICHEN</span><br /> -<span class="line4">ABERGLAUBENS</span> -</h1> - -<p class="aut"> -<span class="line1">VON</span><br /> -<span class="line2">PROF. Dr. ERNEST JONES.</span> -</p> - -<p class="trn"> -<span class="line1">DEUTSCH VON</span><br /> -<span class="line2">Dr. E. H. SACHS.</span> -</p> - -<p class="pub"> -<span class="line1">LEIPZIG UND WIEN</span><br /> -<span class="line2">FRANZ DEUTICKE</span><br /> -<span class="line3">1912</span> -</p> - -</div> - -<div class="titlematter"> -<p class="pubnr"> -Verlags-Nr. 2001. -</p> - -<p class="printer"> -K. u. K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen. -</p> - -</div> - -<h2 class="toc chapter" id="chapter-0-1"> -Inhaltsübersicht. -</h2> - -<div class="centered"> -<table class="toc" summary="TOC"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1"> </td> - <td class="col2"> </td> - <td class="col_page">Seite</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"> </td> - <td class="col2">Einleitung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-1">1</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">I.</td> - <td class="col2">Kapitel. Traum und Glauben</td> - <td class="col_page"><a href="#page-2">2</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">II.</td> - <td class="col2">Kapitel. Der Alptraum</td> - <td class="col_page"><a href="#page-13">13</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">III.</td> - <td class="col2">Kapitel. Inkubus und Inkubation</td> - <td class="col_page"><a href="#page-21">21</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">IV.</td> - <td class="col2">Kapitel. Der Vampir</td> - <td class="col_page"><a href="#page-34">34</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">V.</td> - <td class="col2">Kapitel. Der Wehrwolf</td> - <td class="col_page"><a href="#page-53">53</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VI.</td> - <td class="col2">Kapitel. Der Teufelsglaube</td> - <td class="col_page"><a href="#page-69">69</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VII.</td> - <td class="col2">Kapitel. Die Hexenepidemie</td> - <td class="col_page"><a href="#page-104">104</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VIII.</td> - <td class="col2">Kapitel. Schluß</td> - <td class="col_page"><a href="#page-145">145</a></td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - -<h2 class="intro chapter" id="chapter-0-2"> -<a id="page-1" class="pagenum" title="1"></a> -Einleitung. -</h2> - -<p class="noindent"> -In der folgenden Veröffentlichung wurde der Versuch -gemacht, den Eindruck, den die Erfahrungen des Alpdrucks -auf die Bildung gewisser falscher Vorstellungen -hervorriefen, festzustellen. Diese Vorstellungen haben viel -Gemeinsames, sie erreichten alle ihren Höhepunkt zur selben -Zeit, ungefähr zwischen 1450 und 1750; ihre ursprüngliche -Gestalt wird von Vielen, ihre wesentlichen Elemente werden -von einer noch größeren Anzahl festgehalten. Die tiefste -Quelle ist bei allen die gleiche und sie alle haben eine -unberechenbare Summe von menschlichen Leiden verursacht. -</p> - -<p> -Um einen klaren Ausblick zu erlangen, war ich manches -Mal gezwungen, das Hauptthema zu verlassen, obwohl ich dies, -so weit als möglich, vermieden habe. Lange sagt (Geschichte -des Materialismus, 1866, S. 282): »im geschichtlichen Zusammenhange -der Dinge schlägt ein Tritt tausend Fäden, und wir -können nur einen gleichzeitig verfolgen. Ja, wir können selbst -dies nicht immer, weil der gröbere sichtbare Faden sich in -zahllose Fädchen verzweigt, die sich stellenweise unserem -Blicke entziehen.« -</p> - -<p> -Ich habe meine Aufmerksamkeit nicht so sehr auf die -historischen Seiten der betreffenden Vorstellung gelenkt, als -auf ihre tiefste psychologische Bedeutung. Selbst auf diesem -eingeschränkten Feld konnte ich nur einen sehr kleinen Teil -des außerordentlich großen brauchbaren Materials behandeln; -daher kann ich kaum annehmen, daß die ausgesprochenen -Schlüsse als bewiesen angesehen werden, doch hoffe ich, sie -genügend wahrscheinlich gemacht zu haben, um zu zeigen, -daß der Gegenstand einer eingehenderen Untersuchung vom -überlegenen Standpunkt der modernen psychoanalytischen -Kenntnis aus wert ist. Angst und Zwang waren immer die -beiden größten Geißeln der Menschheit und die hier untersuchten -<a id="page-2" class="pagenum" title="2"></a> -Vorstellungen gehören zu ihren verhängnisvollsten -Folgen. Wenn man sich erinnert, daß diese Kräfte heute -ebenso wirksam sind als im Mittelalter, wenn auch ihre -Äußerungen nicht so sichtbar zu Tage treten, wird man -zugeben, daß der Gegenstand des aktuellen Interesses nicht -entbehrt. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-3"> -I.<br /> -Traum und Glauben. -</h2> - -<p class="noindent"> -Das Interesse, das die Menschen zu allen Zeiten an den -Träumen nahmen, und die weitreichende Bedeutung, die ihnen -zugeschrieben wurde, machen es sehr wahrscheinlich, daß die -dabei erlebten Phänomene einen bedeutsamen Einfluß bei -der Gestaltung der Meinung des Wachlebens ausübten. Wenn -dies, wie ich gezeigt habe,<a class="fnote" href="#footnote-1" id="fnote-1">[1]</a> heute unter Gebildeten der Fall -ist, so muß es in vergangenen Zeiten, wo die allgemeine, -den Träumen zugeschriebene Bedeutung weit größer war -als heute, viel wirksamer gewesen sein. Die Lebhaftigkeit -der Träume ist zu Zeiten so groß, daß auch Gebildete es -schwer oder unmöglich finden können, sie von wirklichen -Erlebnissen zu unterscheiden.<a class="fnote" href="#footnote-2" id="fnote-2">[2]</a> -</p> - -<p> -Ich habe einen Fall erwähnt<a class="fnote" href="#footnote-3" id="fnote-3">[3]</a>, in dem ein Arzt fälschlich -einen Traum für eine wirkliche Erinnerung ansah und -dies zu peinlichen Folgen führte. Tatsächlich ist diese -Vermengung mit der Wirklichkeit charakteristisch für alle -intensiven Gemütserlebnisse, und zwar nicht nur für Träume, -sondern auch für andere, seltenere Äußerungen der Phantasie, -wie z. B. ekstatische Trancen, Visionen und dergleichen. -Johannes Müller<a class="fnote" href="#footnote-4" id="fnote-4">[4]</a> bemerkt in diesem Zusammenhang: -<a id="page-3" class="pagenum" title="3"></a> -»Eigentümlich diesen krankhaften Zuständen ist es, daß -die Objektivität der Erscheinungen zuverlässig anerkannt -wird. In dem Glauben eines sichtbaren Umganges mit dem -Teufel besteigt der Angeklagte den Scheiterhaufen, ein Opfer -seiner eigenen Phantasie. Je nachdem die Vision die Gestalt -eines guten oder bösen Geistes annahm, wurde der Dämonische -als heilig verehrt oder als Zauberer verbrannt. Was bei dem -Unbefangenen das Eigenleben der Sinnlichkeit, das Spiel einer -dichtenden Phantasie, was allen Menschen im Traume nicht -mehr wunderbar erscheint, wird in der Geschichte verflucht -und verehrt nach der Natur seiner Objekte. Das Gespenst -und die Dämonen aller Zeiten, die göttliche Vision des -Asketen, die Geistererscheinung des Magikers, das Traumobjekt -und das Phantasiebild des Fiebernden und Irren sind -eine und dieselbe Erscheinung. Nur der Gegenstand ist verschieden -nach der Richtung einer exzentrischen Phantasie, -eine göttliche Vision dem religiösen Schwärmer, dem furchtsamen -ein furchtbares Phantasma, dem abergläubisch -buhlerischen Weib der Teufelsspuk, dem träumenden Egmont -die Erscheinung der Freiheit, dem Künstler ein himmlisches -Idol, nach dem er längst gerungen. Der Zeitgeist leiht diesem -plastischen Einbilden andere Objekte.« -</p> - -<p> -Diese Schwierigkeit, den Traum von den Erfahrungen -des Wachlebens zu unterscheiden, ist bei wehrlosen Geistern, -wie bei Kindern und Wilden, natürlich größer. Die außerordentliche -Schärfe, mit der die Erfahrungen des Traumlebens -sich dem Geiste der Wilden als zweifellose Wirklichkeit aufdrängen, -wurde von einer Menge Beobachtern vermerkt. -Herbert Spencer<a class="fnote" href="#footnote-5" id="fnote-5">[5]</a> legt besonderen Nachdruck auf diesen Punkt -und führt zum Beweis eine Menge Material an. Im Thurn<a class="fnote" href="#footnote-6" id="fnote-6">[6]</a> gibt -zahlreiche schlagende Beispiele von heute dafür: Ein Indianer -drohte, den Reisenden, den er führte, zu verlassen, weil -dieser, wie er sagte, ihn rücksichtslos die ganze Nacht ein -Kanoe über zahlreiche schwierige Katarakte hinaufziehen -<a id="page-4" class="pagenum" title="4"></a> -ließ. Ein anderer war nahe daran, seinen Kameraden zu -töten, weil sein Herr ihm befohlen hatte, eine empfindliche -Züchtigung an jenem zu vollziehen. [Es stellte sich heraus, -daß er das geträumt hatte.] -</p> - -<p> -Es wurde nie daran gezweifelt und bedarf heute keines -besonderen Beweises, daß die Phänomene des Traumlebens -von großer Bedeutung waren, nicht nur bei der Gestaltung der -metaphysischen Vorstellungen des Menschen — religiöser und -abergläubischer<a class="fnote" href="#footnote-7" id="fnote-7">[7]</a>, — sondern auch für die Formen, die die -künstlerischen Phantasien<a class="fnote" href="#footnote-8" id="fnote-8">[8]</a> annehmen. Ebenso besteht praktisch -eine Übereinstimmung in der Frage, welche Anschauungen -den stärksten <em>Einfluß durch Träume erfahren -haben</em>, und wir wollen zunächst die hauptsächlichsten von -diesen besprechen. Die erste und in mancher Beziehung -wichtigste Bedeutsamkeit des Traumes ist diejenige, die sich -auf den Seelenglauben bezieht. Die primitiven Vorstellungen -von der Seele kann man in zwei Gruppen teilen, diejenigen -von der <em>gebundenen Seele</em>, die das lebenspendende -Prinzip verschiedener innerer Organe und äußerer Objekte -ist, und diejenigen von der <em>freien Seele</em> (Psyche). Die Vorstellung -von der letzteren hat zwei Quellen, denen entsprechend -wir die <em>Hauchseele</em> und die <em>Schattenseele</em> unterscheiden -können. Der Begriff der ersteren, der vor allem aus dem -Phänomen des Atmens sich ergab, war geeigneter für höhere -religiöse Anschauungen, aber der der letzteren war in der -Vergangenheit zweifellos von größerem Einfluß. Alle Autoritäten<a class="fnote" href="#footnote-9" id="fnote-9">[9]</a> -stimmen darin überein, daß die Vorstellung von der -Schattenseele ihren Ursprung fast ausschließlich Traumerfahrungen -verdankt. Wundt<a class="fnote" href="#footnote-10" id="fnote-10">[10]</a> sagt z. B.: »Das ursprünglichste -<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a> -und häufigste Motiv dieser primären Vorstellung der Schattenseele -ist unzweifelhaft das Traumbild .... (Sie) hat allem -Anscheine nach in Traum und Vision ihre einzige Quelle.« -</p> - -<p> -Die Vorstellung hat ihre charakteristischen Eigenschaften -[Sichtbarkeit, Flüchtigkeit und phantastische Veränderlichkeit] -von den wahrnehmbaren Elementen des Traumes erhalten. -Es ist für uns nicht notwendig, auf die viel erörterte -Frage einzugehen, welche Form des Seelenglaubens -die ursprünglichste ist.<a class="fnote" href="#footnote-11" id="fnote-11">[11]</a> Von grundlegender Bedeutung ist -für uns die zweifellose Tatsache, daß die Erfahrungen des -Traumlebens in bedeutsamer Weise zur Entwicklung der Vorstellung -von der Seele beigetragen haben. Dies gilt sowohl -für die Seele des Individuums selbst als für die höherer -Wesen und besonders für ihre charakteristische Eigenschaft, -getrennt vom Körper zu existieren. [Räumliche Entfernung, -Verwandlungsfähigkeit u. s. w.] -</p> - -<p> -Träume von Verstorbenen haben eine wichtige Rolle bei -der Gestaltung verschiedener religiöser Vorstellungen gespielt -und ihr Einfluß war um so größer, weil solche Visionen gewöhnlich -geliebte Anverwandte, vorzugsweise die Eltern erscheinen -lassen. Zunächst unterstützen sie, wie Wundt<a class="fnote" href="#footnote-12" id="fnote-12">[12]</a> darlegt, -die schon durch die Träume im allgemeinen begründete -Anschauung von dem »anderen Selbst«, von der Seele, die -getrennt vom Körper leben und sich bewegen kann; ferner -bilden sie, wie Spencer<a class="fnote" href="#footnote-13" id="fnote-13">[13]</a> im einzelnen ausgeführt hat, eine -wichtige Quelle des Glaubens an Unsterblichkeit und an das -Bestehen eines anderen Reiches, in das die Seele nach dem -Tode ihres Besitzers gelangt. Auch sind sie eine Hauptquelle -für den Glauben, daß die Verstorbenen die Schauplätze ihres -früheren Lebens wieder besuchen können, also für die verbreitete -Anschauung von den rückkehrenden Seelen oder -<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a> -revenants<a class="fnote" href="#footnote-14" id="fnote-14">[14]</a>, einer Vorstellung, die einen Hauptzug des mittelalterlichen -Aberglaubens ausmachte, mit dem wir uns hier zu -beschäftigen haben. Es ist selten bedeutungslos, wenn die -Geister Abgeschiedener die Lebenden im Traume besuchen; -für den Wilden ist es manches Mal von guter, häufiger aber -von böser Vorbedeutung und in letzterem Fall müssen die -Geister auf verschiedene Weise entsühnt werden.<a class="fnote" href="#footnote-15" id="fnote-15">[15]</a> Das ehrfürchtige -Verhalten gegenüber den im Traum erscheinenden -Geistern der Abgeschiedenen ist eine der Hauptquellen für -die Ahnen-Verehrung. Wenn auch Spencers<a class="fnote" href="#footnote-16" id="fnote-16">[16]</a> Behauptung, -daß diese die Grundlage aller Religionen bildet, in ihrer -ursprünglichen Form<a class="fnote" href="#footnote-17" id="fnote-17">[17]</a> nicht mehr aufrecht erhalten werden -kann, so hat sich doch zweifellos ein großer Teil der späteren -Religionen nach ihr geformt. -</p> - -<p> -Ein anderer Glauben, bei dessen Gestaltung der Traum -eine hervorragende Rolle gespielt hat, ist der an die Transformation -oder Veränderlichkeit, d. h. die Vorstellung, daß -der Geist eines Menschen in den Körper eines anderen oder -in den eines Tieres übergehen kann und umgekehrt. Das -war und ist noch einer der verbreitetsten Aberglauben der -Welt; bei unzivilisierten Völkern steht er noch in voller -Blüte<a class="fnote" href="#footnote-18" id="fnote-18">[18]</a> und selbst in Europa findet er sich nicht allein in -der vornehmen Maske der Metempsychose, Wiedergeburt und -dergleichen, sondern auch in seinen roheren Urformen. Im -Mittelalter hatte er, da er von der römisch-katholischen -Kirche akzeptiert wurde, wesentlichen Anteil an der Bildung -der von uns zu betrachtenden abergläubischen Vorstellungen. -</p> - -<p> -In Folklore<a class="fnote" href="#footnote-19" id="fnote-19">[19]</a> und Mythologie war die Metamorphose -immer ein Lieblingsthema, woran der Leser kaum erinnert -<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a> -zu werden braucht. Auch in gebildeten Kreisen finden wir -noch heute interessante Spuren totemistischer Anschauungen, -ich meine damit Tiere, die als nationale Abzeichen, als -Wappenschilder, zu Verkleidungen beim Karneval und auf -der Bühne (Chanteclair), als Spitznamen u. s. w. dienen. Von -besonderem Interesse in Verbindung mit unserem Thema ist -die Tatsache, daß die Metamorphose in so ausgedehntem -Maße und so innig mit Verehrung von Tieren<a class="fnote" href="#footnote-20" id="fnote-20">[20]</a> verknüpft -wurde, daß wir zu der Vermutung gezwungen werden, es -liege ein innerer Zusammenhang zwischen den beiden vor. -Spencer<a class="fnote" href="#footnote-21" id="fnote-21">[21]</a> ist der Ansicht, daß die drei Arten, durch die die -primitiven Menschen dazu geführt wurden, Tiere mit ihren -Vorfahren zu identifizieren, folgende sind: Erstens die verstohlene -Weise, in der beide Nachts zur Schlafenszeit in die -Häuser eindringen, zweitens das Vorkommen von Tieren in -der Nähe von Leichen und Gräbern, drittens die Vermengung, -die durch die primitive Sprache entstand. Wir werden sogleich -sehen, daß es noch mehr bedeutsame Assoziationen zwischen -den beiden Vorstellungen gibt. Jedenfalls kann man nicht -daran zweifeln, daß die Idee der Metamorphose wichtige -Quellen in den Traumerfahrungen hat, bei denen die tatsächliche -Verwandlung einer Person in die andere und das -Vorkommen zusammengesetzter Wesen — halb Tier, halb -Mensch — sich so häufig direkt vor den Augen des Träumenden -ereignete. -</p> - -<p> -Wenn der wehrlose Geist die Traumerfahrungen, in denen -er sich selbst zu fernen Schauplätzen versetzt sieht oder mit -jemandem spricht, den er im Wachen weit entfernt weiß, als -wirklich ansieht, so ist sein naheliegender Schluß der, daß -die Fahrt tatsächlich stattgefunden hat, und zwar in einem -unglaublich kurzen Zeitraum.<a class="fnote" href="#footnote-22" id="fnote-22">[22]</a> Die Ähnlichkeit zwischen -dem schnellen Flug der Vögel und seinen eigenen Flugträumen, -<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a> -die, wie Wundt<a class="fnote" href="#footnote-23" id="fnote-23">[23]</a> gezeigt hat, wichtige Beiträge zu der Vorstellung -von beschwingten Wesen lieferten (Engel u. s. w.), -dienten dazu, den Glauben an die Nachtflüge hervorzurufen, -der von großem Einfluß auf verschiedene mittelalterliche -Ideen war. -</p> - -<p> -Die Schlüsse, zu denen ich bis jetzt gelangt bin, sind -also: Erstens, Träume haben eine wichtige Rolle gespielt -beim Entstehen des Glaubens an eine freie Seele, die sich -getrennt vom Körper bewegen kann, an fabelhafte und übernatürliche -Wesen, an die Fortdauer der Seele nach dem Tode -mit ihrer Macht, vom Grabe zurückzukehren und die Lebenden, -besonders bei Nacht, zu besuchen, an die Verbindung mit -den Geistern der abgeschiedenen Vorfahren, woraus sich -deren Verehrung ergab, an die Möglichkeit, daß sich Menschen -einerseits und Menschen und Tiere anderseits in einander -verwandeln können, an die Identität der Geister von Tieren -mit denen der Vorfahren und an die nächtlichen Fahrten durch -die Luft. Zweitens, die verschiedenen hier aufgezählten Anschauungen -sind untereinander enge verknüpft. Die Erklärung -dieser bemerkenswerten Verbindung zwischen offensichtlich so -weit auseinander liegenden Ideen war immer unmöglich, bis -Freuds Entdeckung der Psychoanalyse ein entsprechendes -Instrument zur Erforschung der tieferliegenden Charakteristica -des menschlichen Geistes schuf. Im Verlaufe unserer Abhandlung -wird die Bedeutung dieser merkwürdigen Verbindung -klarer werden. -</p> - -<p> -Frühere Forschungen, das Problem betreffend, welche -Rolle der Traum bei der Entstehung der verschiedenen Arten -von Aberglauben und Mythus gespielt hat, beschränkten sich -auf die Betrachtung des oberflächlichen Trauminhalts. -Freuds<a class="fnote" href="#footnote-24" id="fnote-24">[24]</a> epochemachende Aufklärung des »latenten« Inhalts, -der hinter dem »manifesten« Inhalt, d. h. dem Traum, wie -er direkt wahrgenommen wird, liegt, ermöglicht es uns, -wichtige Fortschritte in dieser Forschung zu machen und -wirft ein helles Licht auf viele Probleme, die früher ganz -<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a> -im Dunkeln lagen. Eine sehr bald darauf folgende Entdeckung, -die nach Winken Freuds von Abraham<a class="fnote" href="#footnote-25" id="fnote-25">[25]</a>, Rank<a class="fnote" href="#footnote-26" id="fnote-26">[26]</a> und Riklin<a class="fnote" href="#footnote-27" id="fnote-27">[27]</a> -ausgearbeitet wurde, war die, daß der Mythus und verwandte -Schöpfungen der Phantasie nach fast demselben Plan gebaut -sind wie der Traum und daß der latente Inhalt oder die Bedeutung, -die beiden zu Grunde liegt, weitreichende Ähnlichkeiten -zeigt. Wir werden sehen, daß sich dies auch bei gewissen -abergläubischen Vorstellungen bestätigt. Die Entdeckung -dieser Ähnlichkeit in der Struktur aber erschwert -das Problem, wie groß der Einfluß des Traumes bei der Entstehung -dieser anderen Schöpfungen der Einbildungskraft -war. Dabei hilft uns folgende Überlegung: wenn auch die -verschiedenen Äußerungen unbewußter Kräfte danach streben, -sich in symbolischen Sprachen von sehr ähnlicher Art auszudrücken, -so gibt es doch entsprechend den besonderen psychologischen -Umständen, unter denen man träumt, bestimmte -Züge, die für die Symbolik des Traumes höchst charakteristisch -sind. Ich brauche bloß an seine ausgesprochen visuelle Natur -zu erinnern. Wenn sich also der latente Inhalt einer bestimmten -Gruppe von Mythen oder Aberglauben als identisch -mit dem eines verbreiteten Traumtypus erweist, so ist man -noch nicht berechtigt, daraus zu schließen, daß wirkliche -Traumerfahrungen bei ihrer Schöpfung im Spiele waren, -sondern sie müssen sich außerdem noch in einem der verschiedenen -für die Traumsprache charakteristischen Symbole -äußern. Die andere Unterlassung allerdings, die von allen -Forschern vor Freud begangen wurde, ist viel radikaler, -nämlich, das Problem für gelöst zu halten, wenn man einfach -die Ähnlichkeit zwischen gewissen Arten von Aberglauben -und gewissen Träumen aufweist. Bei den abergläubischen -Vorstellungen<a class="fnote" href="#footnote-28" id="fnote-28">[28]</a> und psychoneurotischen Symptomen<a class="fnote" href="#footnote-29" id="fnote-29">[29]</a>, bei -<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a> -denen dieselben Überlegungen am Platze sind, habe ich auf -die Tatsache Nachdruck gelegt, daß an diesem Punkte die -wichtigsten Probleme erst <em>beginnen</em>. Die Hauptfrage ist, -ob die einem Glauben oder einem Symptom zu Grunde -liegende Bedeutung identisch mit der eines bestimmten -Traumes ist und worin sie besteht. Bei dem Versuche also, -festzustellen, ob Träume als Quelle eines bestimmten Glaubens -anzusehen sind, müssen wir uns streng an zwei verschiedene -Kriterien halten, erstens an die Identität des latenten Inhaltes -der beiden und zweitens an die Identität der Symbolik. -</p> - -<p> -Wir wollen nun von diesem Gesichtspunkt aus kurz -einige Träume betrachten, von denen man annahm, daß sie -Einfluß auf die oben erwähnten abergläubischen Vorstellungen -hatten. Dazu müssen natürlich die betreffenden Träume von -einer Art sein, die einer großen Anzahl von Menschen, wenn -nicht der Mehrzahl, gemeinsam ist. Nun ist ein Traum, je -»typischer« er ist, d. h. einer je größeren Anzahl Menschen er -gemeinsam ist, desto sicherer seinem latenten Inhalt nach -sexueller Art.<a class="fnote" href="#footnote-30" id="fnote-30">[30]</a> Wir müssen also darauf vorbereitet sein, zu -finden, daß jeder durch Träume hervorgerufene Glauben -seiner Natur, d. h. seinem latenten Inhalt nach, ebenfalls -sexuell ist. -</p> - -<p> -Träume von Menschen, die in Wirklichkeit tot sind, -finden sich am häufigsten und am meisten mit Affekt besetzt, -wenn der Tote Vater oder Mutter vertritt. Sie sind häufig -von Liebe oder Haß durchsetzt und verdanken ihren letzten -Ursprung Inzestmotiven, die in der Kindheit verdrängt und -seitdem vergessen wurden. Diese Tatsache ist von besonderer -Wichtigkeit in Verbindung mit solchen Themen wie Ahnenverehrung -und dem Besuch von Geistern aus dem Grab bei -Lebenden. Die Schlüsse wurden in weitem Umfange durch -tatsächliche Psychoanalyse neurotischer Patienten bestätigt. -</p> - -<p> -In betreff der Träume, bei denen Tierfiguren eine vorherrschende -Rolle spielen, soll der Leser zuerst an die Tatsache -erinnert werden, daß für den ungebildeten Geist, z. B. -für Kinder und Wilde, die weite Kluft, die die Gebildeten -<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a> -zwischen Tieren und menschlichen Wesen sehen, viel weniger -deutlich ist. Fiske<a class="fnote" href="#footnote-31" id="fnote-31">[31]</a> sagt: »Nichts ist charakteristischer für -das primitive Denken als die enge natürliche Verbindung, -die es zwischen Mensch und Tier annimmt. Die Lehre von -der Metempsychose, die sich in der einen oder anderen -Gestalt in der ganzen Welt findet, schließt eine ursprüngliche -Identität zwischen den beiden in sich.« Hartland<a class="fnote" href="#footnote-32" id="fnote-32">[32]</a> sagt -ähnlich: »Die Grenzlinien, die wir zwischen den niedrigeren -Tieren, dem Pflanzen- und Tierreich auf der einen Seite und -den menschlichen Wesen auf der anderen Seite ziehen, gibt -es auf einer tieferen Kulturstufe nicht.« Diese Verwandtschaft -wird selbst von den gebildeten Klassen noch mit verschiedener -Deutlichkeit gefühlt, eine Tatsache, die in der Literatur<a class="fnote" href="#footnote-33" id="fnote-33">[33]</a> häufig -ausgenutzt wurde. Wie jung unser gegenwärtiges Verhalten -gegenüber den Tieren ist, kann man daraus beurteilen, daß -ihnen in nicht fernen Zeiten menschliche Verantwortlichkeit -zugeschrieben wurde; es wurde feierlich über sie Gericht gehalten -und sie wurden als Mörder<a class="fnote" href="#footnote-34" id="fnote-34">[34]</a> zum Galgen verurteilt. -In einer Gerichtsverhandlung vom Jahre 1516 ermahnte der -Gerichtshof von Trojes die Raupen, die einige Distrikte verheert -hatten, bei Strafe des Fluches und der Exkommunikation<a class="fnote" href="#footnote-35" id="fnote-35">[35]</a> -sich innerhalb einer bestimmten Anzahl von Tagen zu entfernen. -Erst im Jahre 1846 wurde das englische Gesetz -»deodand« aufgehoben, demzufolge ein Tier, das jemanden -verletzt hatte, als dem Gesetze verfallen erklärt und zu -Gunsten der Armen verkauft wurde. -</p> - -<p> -Natürlich ist in Sphären, wo die herrschenden Interessen -für Menschen und Tiere gemeinsamer Art sind, der Unterschied -zwischen den beiden weniger scharf als anderswo und -zweifellos ist der Zug der Tiere, der das höchste Interesse -erregt, ihre Freiheit, Bedürfnisse, die die Menschen häufig -zurückhalten müssen, besonders Bedürfnisse sexueller und -<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a> -exkrementeller Natur, offen zu befriedigen; in der Tat wird -der Ausdruck »tierische Leidenschaften« allgemein verwendet, -um sexuelle Gefühle anzuzeigen. Das Kind erlangt seine -erste Erfahrung von sexueller Betätigung häufig dadurch, daß -es ihr Zeuge bei Tieren wird und jeder Psychoanalytiker -weiß, wie bedeutsam dieser Einfluß sein kann. Tiere eignen -sich deshalb ausgezeichnet zur symbolischen Darstellung von -rohen und ungezügelten Wünschen. Die analytische Erfahrung -hat gezeigt, daß das Vorkommen von Tieren im Traum regelmäßig -ein sexuelles Thema andeutet, wofür das Mädchen, das -von einem wilden Tiere verfolgt oder angegriffen wird, ein -typisches Beispiel ist. -</p> - -<p> -In zahlreichen Mythen ist die sexuelle Bedeutung der -Verwandlung vom Mensch zum Tier vollkommen klar. -<em>Riklin</em><a class="fnote" href="#footnote-36" id="fnote-36">[36]</a> hat deutlich gezeigt, wie die stufenweise Überwindung -des jungfräulichen Abscheus und Widerstandes gegen -sexuelle Beziehungen in der bekannten Gruppe der Märchen -symbolisiert wird, in denen der wunderbare Prinz zuerst -in der Gestalt eines abstoßenden Tieres auftritt, um seine -wahre Person im geeigneten Moment zu zeigen. In vielen -Varianten ist der Prinz bei Tag ein Tier und nimmt seine -wahre Gestalt bei Nacht an, wie es bei dem Sohne Indras<a class="fnote" href="#footnote-37" id="fnote-37">[37]</a>, -dem Prototyp dieser Gruppe, der Fall war. In der griechischen -Mythologie nahmen die Götter bei ihren Liebesabenteuern -häufig Tiergestalt an; man denkt sofort daran, wie Zeus -die Persephone in Gestalt einer Schlange verführte, die Leda -als Schwan, die Europa als Stier. Die zuerst genannte Gestalt -nahm auch Apollo bei Atys an, während er bei anderen Gelegenheiten -als Schildkröte auftrat. Die Götter in dieser -Hinsicht nachzuahmen, wurde zu Zeiten direkt ein religiöser -Ritus, so wenn die Frauen in Mendes »sich nackt und öffentlich -den Umarmungen der heiligen Ziege, die die Inkarnation -der schöpferischen Gottheit darstellte, hingaben.«<a class="fnote" href="#footnote-38" id="fnote-38">[38]</a> -</p> - -<p> -<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a> -Andere Typen von Träumen, die Einfluß auf die von -uns beobachteten Anschauungen genommen haben, werden in -der geeigneten Verbindung besprochen und die Beziehung -zwischen den verschiedenen behandelten Themen aufgezeigt -werden. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-4"> -II.<br /> -Der Alptraum. -</h2> - -<p class="noindent"> -Es ist allgemein bekannt, daß der Alptraum einen -größeren Einfluß auf die Phantasie des Wachlebens der -Menschen gehabt hat als irgend eine andere Traumart.<a class="fnote" href="#footnote-39" id="fnote-39">[39]</a> Dies -trifft besonders bei der Entstehung des Glaubens an böse -Geister und Ungeheuer zu. Clodd<a class="fnote" href="#footnote-40" id="fnote-40">[40]</a> z. B. bespricht die »besonders -intensive Art des Träumens«, die »Alpträume« heißt, -wenn scheußliche Gespenster auf der Brust sitzen, den Atem -zum Stocken bringen und die Bewegung hemmen, denen die -ungeheuern Mengen nächtlicher Dämonen, die das Folklore -der ganzen Welt erfüllen und die in unendlich vielen abstoßenden -Gestalten ihren Platz in der Hierarchie der Religionen -gehabt haben, ihren Ursprung verdanken. Einige Mythologen -führen sogar den Glauben an Geister überhaupt auf -die Erfahrungen der Alpträume zurück. So bemerkt Golther<a class="fnote" href="#footnote-41" id="fnote-41">[41]</a>: -»Der Seelenglauben beruht zum großen Teil auf der Vorstellung -von quälenden Druckgeistern. Erst allmählich entstand -weiterhin der Glaube an Geister, die den Menschen nicht nur -quälten und drückten. Zunächst aber ging der Gespensterglaube -aus dem Alptraum hervor.« -</p> - -<p> -Dies ist nicht verwunderlich im Hinblick auf den Umstand, -daß die Lebhaftigkeit der Alpträume die der gewöhnlichen -bei weitem übersteigt. Waller<a class="fnote" href="#footnote-42" id="fnote-42">[42]</a> sagt aus eigener Erfahrung: -»Der Grad der Bewußtheit während eines Alptraums -ist so viel größer als sonst bei einem Traum, daß -<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a> -derjenige, der eine solche Vision hatte, sich schwer entschließen -kann, die Täuschung anzuerkennen ....« -</p> - -<p> -Ich weiß in der Tat nicht, wie man sich davon überzeugen -könnte, daß der Erscheinung, die man während eines -Anfalls von Alpdruck hatte, keine Wirklichkeit zukommt, -wenn nicht das Zeugnis anderer Personen, die zu der Zeit -gegenwärtig und wach waren, dagegen spräche. -</p> - -<p> -Bevor wir die Rolle besprechen, die den Alpträumen bei -der Entstehung abergläubischer Vorstellungen zukam, müssen -wir zuerst einiges über sie selbst sagen. Die drei wichtigsten -Züge des <em>typischen</em> Alptraumes sind: erstens quälende -Angst, zweitens ein erstickendes Beklemmungsgefühl auf der -Brust, drittens die Überzeugung, hilflos gelähmt zu sein. -Regelmäßig wiederkehrende, aber weniger auffällige Züge -sind: der Ausbruch von kaltem Schweiß und konvulsivisches -Herzklopfen; gelegentlich kommt es zu einem Samenfluß -oder zu einer Ausscheidung aus der vagina oder sogar zu -einer Lähmung der Schließmuskeln. Die Erklärungen des -Zustandes, die noch jetzt in medizinischen Kreisen in Umlauf -sind und die ihn auf Störungen der Verdauung oder der -Blutzirkulation schieben, sind wahrscheinlich weiter entfernt -von der Wahrheit als irgend welche andere medizinische Ansichten -und mit den wirklichen Tatsachen vollkommen unvereinbar. -In einer früheren Abhandlung über diesen Gegenstand<a class="fnote" href="#footnote-43" id="fnote-43">[43]</a> -habe ich gegen die Erklärungen eingewendet, <i>a</i>) daß -sie ihrer Natur nach nicht imstande sind, die wichtigsten -Symptome des Zustandes zu erklären und <i>b</i>) daß die ungerecht -beschuldigten Faktoren nicht damit in Zusammenhang gebracht -werden können, insofern sie häufig bei Leuten vorkommen, -die nicht an Alpträumen leiden, und gewöhnlich denen fremd -sind, bei denen sie sich finden. -</p> - -<p> -Diese Faktoren können also höchstens als Veranlassung, -nicht aber als Ursache wirken; letztere findet man, wenn -man dem Hauptsymptom nachgeht, nämlich der tödlichen -Angst, über welches Thema ich an anderer Stelle des -<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a> -längeren gesprochen habe.<a class="fnote" href="#footnote-44" id="fnote-44">[44]</a> Nachdem ich dargelegt hatte, -wie Freud im wesentlichen ihre Abhängigkeit von verdrängter -Libido bewiesen, habe ich die Schlüsse aus dieser Abhandlung -in folgenden Behauptungen zusammengefaßt. »Der Alptraum -ist eine Art von Angstanfall, der im wesentlichen auf -einem heftigen, seelischen Konflikt beruht, dessen Mittelpunkt -eine verdrängte Komponente des psychosexuellen Trieblebens -bildet; er kann durch irgend welche periphere Reize hervorgerufen -werden, die dazu dienen, diesen Komplex verdrängter -Gefühle zu erwecken; die Wichtigkeit aber, die in dieser -Verbindung solchen peripheren Reizen als Faktoren bei der -Entstehung des Affektes zukommt, wurde in der Vergangenheit -stark überschätzt.« Ich habe hinzugefügt, daß die Verdrängung -der weiblichen masochistischen Sexualtriebe zur -Schaffung des typischen Alptraums geeigneter ist als die -der männlichen, eine Ansicht, der auch Adler<a class="fnote" href="#footnote-45" id="fnote-45">[45]</a> beistimmt. -Der latente Inhalt des Alptraums besteht in einer Darstellung -des normalen Geschlechtsverkehrs, und zwar in einer Art, -die typisch für die Frau ist: der Druck auf der Brust, die -äußerste Hingabe des eigenen Selbst, die durch das Lähmungsgefühl -dargestellt wird, ferner die eventuelle Genitalsekretion -zeigen dies direkt an und die anderen Symptome, das Herzklopfen, -der Schweiß, das Erstickungsgefühl u. s. w. sind bloße -Übertreibungen der Vorgänge, die man normalerweise -während des Aktes erlebt. -</p> - -<p> -Besonderer Nachdruck muß auf die Tatsache gelegt werden, -daß Wünsche, die auf diese Weise erfüllt werden, immer zu -den gewaltsam verdrängten gehören. Diese Bemerkung erklärt -zwei wichtige Tatsachen, vor allem, wie es kommt, daß dieselbe -Person das eine Mal einen Alptraum, das andere Mal -einen Wollusttraum haben kann. Dies hängt hauptsächlich -von dem Objekt des Wunsches ab; wenn das Objekt eine -zufällige Bekanntschaft, besonders wenn es verhältnismäßig -<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a> -leicht erreichbar ist, ist die Verdrängung natürlich leichter, -so daß ihr Effekt praktisch zu nichte gemacht wird. Unter -diesen Umständen kann durch die normalerweise im Traum -eintretende Herabsetzung der endopsychischen Zensur ein -erotischer Wunsch, der im Wachzustand vielleicht unterdrückt -wurde, im Traum seine eingebildete Erfüllung finden. Im -Fall des Alptraums, wo die Verdrängung ihren Höhepunkt -erreicht, ist das Objekt des Wunsches immer eine Person, -an die in solchem Zusammenhang zu denken die hemmenden -Motive der Moral und Gesellschaft verbieten. Es ist deshalb -verständlich, daß die Psychoanalyse solcher Träume als -Gegenstand des Wunsches einen nahen Anverwandten zeigt. -Dies ist am häufigsten der entsprechende Elternteil und -gewöhnlich ist der Wunsch die Verstärkung einer ursprünglichen -Inzestneigung. Zweitens ist es, wie ich anderswo -gezeigt habe<a class="fnote" href="#footnote-46" id="fnote-46">[46]</a>, eine von den Ärzten bei ihrer Diskussion -über die Pathogenese der Alpträume übersehene wichtige -Tatsache, daß alle Stufen zwischen den extremsten Typen -dieser und der normalen erotischen Träume vorkommen. Wenn -die Verdrängung nicht zu stark ist, so enthält der Traum -eine Mischung angenehmer und peinlicher Sensationen, d. h. -er stellt eine sexuelle Szene dar, die nicht durchaus angenehm -ist. Wenn die Verdrängung noch größer ist, so kann die -Angst das Wollustgefühl überwiegen und in dem extremen -Fall des typischen Alptraums ersetzt sie letzteres ganz. Alle -Stufen dieser Mischung von ängstlichen und erotischen Gefühlen -können vorkommen, eine Tatsache, die durch die verschiedenen -auf unser Thema bezüglichen Arten von Mythus -und Aberglauben vielfach illustriert wird. -</p> - -<p> -Wir haben oben von der Lebhaftigkeit und dem Eindruck -der Wirklichkeit bei den Alpträumen gesprochen; es ist deshalb -nicht verwunderlich, daß sie zu allen Zeiten und in allen Ländern -der Gegenwart wirklicher fremder Wesen zugeschrieben -wurden. Ich brauche bloß an den griechischen Ephialtes zu -erinnern, den germanischen Alp, die altdeutsche mara, den -<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a> -schweizerischen schratteli, den mittelalterlichen Inkubus, den -schottischen Leamain Sith, den russischen Kikimara, den arkadischen -Kiel-uddakarra, den assyrischen Ardat<a class="fnote" href="#footnote-47" id="fnote-47">[47]</a>, den tasmanischen -bösen Geist<a class="fnote" href="#footnote-48" id="fnote-48">[48]</a>, den australischen Mrart<a class="fnote" href="#footnote-49" id="fnote-49">[49]</a>, den Autu<a class="fnote" href="#footnote-50" id="fnote-50">[50]</a> -aus Borneo. Eine starke Bestätigung der oben ausgesprochenen -Ansichten bildete der Umstand, daß alle diese Druckgeister -in charakteristischer Weise Buhlgeister sind. Selbst die in -der Wissenschaft gebrauchten Ausdrücke zur Bezeichnung -des Alptraums, nämlich Inkubus und Ephialtes, bedeuten -ursprünglich einen Buhldämon. In anderen Worten, mit -alleiniger Ausnahme der modernen Ärzte hat man den Alptraum -stets als <em>sexuellen</em> Angriff von Seite eines lüsternen -Dämons aufgefaßt. Wir haben gesehen, daß dieser Volksglaube -in gewissem Sinn seine Berechtigung hat. Die Ansicht, -daß der Vorgang im wesentlichen sexuell ist, war durchaus -richtig; aber die unbewußten Wünsche, denen er entsprang, -wurden von dem Subjekt auf die Außenwelt projiziert, wie -es Freud<a class="fnote" href="#footnote-51" id="fnote-51">[51]</a> bezüglich des Aberglaubens überhaupt gezeigt -hat. Die Wissenschaft also, die den Volksglauben bei Seite -schob, verwarf damit die Wahrheit ebensowohl wie den Irrtum; -die Beobachtungen des Volkes waren wie gewöhnlich richtig, -aber ihre Erklärungen wie gewöhnlich falsch. -</p> - -<p> -Daß das im Traum gesehene Objekt furchtbar oder abscheulich -ist, hat seinen Grund einfach darin, daß die Verdrängung -die Darstellung des zu Grunde liegenden Wunsches -in seiner nackten Gestalt nicht erlaubt und die Erscheinung -daher ein Kompromiß des Wunsches einerseits und der heftigen -aus der Hemmung entstandenen Furcht andrerseits ist. -<em>Maury</em><a class="fnote" href="#footnote-52" id="fnote-52">[52]</a> bemerkt ganz richtig: »Le dormeur s’imaginait -être lutiné par un esprit, oppressé par les impurs embrassements -d’un démon incube ou succube .... L’origine de cette -<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a> -croyance s’explique par le fait qu’une sensation voluptueuse -en rêve est presque toujours accompagnée d’un sentiment -désagréable.« Nashe<a class="fnote" href="#footnote-53" id="fnote-53">[53]</a>, der vor mehr als 300 Jahren über die -»Schrecken der Nacht« schreibt, scheint ebenfalls eine Vorahnung -derselben Erklärung gehabt zu haben. »Wenn die -Nacht unseren Blick in ihrem schmutzigen Gefängnis eingekerkert -hat und wir jeder für uns in unserem Zimmer eingeschlossen -sind, dann hält der Teufel in unserem schuldvollen -Bewußtsein eine Untersuchung ab. Jeder Sinn legt unserem -Gedächtnis eine treue Rechnung seiner verschiedenen, verabscheuungswürdigen -Ruchlosigkeiten vor. Die Tafel unseres -Herzens ist zu einer Liste von Unbilligkeiten verwandelt -und alle unsere Gedanken sind nur Sätze, die uns verdammen ...... -Deshalb sind die Schrecken der Nacht größer -als die des Tages, weil die Sünden der Nacht die des Tages -übersteigen.« -</p> - -<p> -Gegen Leistners interessanten Versuch, die Spuren der -Alptraummotive durch eine große Gruppe von Mythen zu -verfolgen, hat Wundt<a class="fnote" href="#footnote-54" id="fnote-54">[54]</a> eine Einwendung erhoben, die zwar -logisch, aber nicht so wichtig ist, als sie im ersten Moment -erscheint, daß er nämlich nicht genügend zwischen dem -Alptraum und anderen Formen der Angstträume unterscheide; -es ist daher notwendig, einige Worte über diese zu sagen. -Der Alptraum unterscheidet sich von anderen Arten des Angsttraumes -(Fratzentraum, Prüfungstraum, Verfolgungstraum etc.) -darin, daß sein latenter Inhalt in höherem Grade speziell -und stereotyp ist. In allen Fällen stellt der latente Inhalt die -Erfüllung eines verdrängten sexuellen Wunsches dar, aber -während diese im Alptraum immer nach dem normalen -Sexualakt gebildet ist, kommen in den anderen Formen des -Angsttraumes verschiedene sexuelle Wünsche (Perversionen) -zum Ausdruck. Ein Beispiel dafür wird durch den Traum -von dem angriffslüsternen, schrecklichen Tier geliefert, das -gewöhnlich die Verbindung von Lust mit Brutalität oder -<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a> -Grausamkeit (Algolagnie) symbolisiert. Zu den Mythen, -die auf derselben Basis stehen, schreibt Leistner<a class="fnote" href="#footnote-55" id="fnote-55">[55]</a>: »Hier -kommt es uns darauf an, ein für allemal anzudeuten, daß -auch dieser Zug der Alpsagen durchaus den Erfahrungen des -Alptraums entspricht und daß es guten physiologischen -Grund hat, wenn die Sage die bekannte Verbindung der -Grausamkeit mit der Wollust den Mittagsgeistern zuschreibt.« -</p> - -<p> -Die Vermutung des Ursprungs aus Träumen legen die -verschiedenen Vorstellungen von unmöglichen Ungeheuern -sehr nahe, besonders derjenigen, die aus einer Mischung von -zwei oder mehreren Tieren zusammengesetzt sind (Verdichtungsmechanismus -des Traumes). -</p> - -<p> -Diese Gruppe von Vorstellungen ist, wie man wohl weiß, -sehr ausgedehnt.<a class="fnote" href="#footnote-56" id="fnote-56">[56]</a> Der Glaube an die wirkliche Existenz -solcher Ungeheuer hat sich bis auf unsere Zeiten gut erhalten -und ist auch jetzt unter den Gebildeten<a class="fnote" href="#footnote-57" id="fnote-57">[57]</a> noch nicht ausgestorben. -</p> - -<p> -Der Fratzentraum ist mehr als alle anderen eine ergiebige -Quelle für die Schöpfung der phantastischen menschlichen -Karikaturen und der halb menschlichen, halb tierischen -Figuren, die in der Mythologie hervortreten. Wundt<a class="fnote" href="#footnote-58" id="fnote-58">[58]</a> schreibt: -»Wer kann in dem Zwerg das Abbild der vielen Traumfratzen -mit gewaltigem Kopf und Angesicht, wer in den grinsenden -Tiermasken vieler Völker und schließlich noch in dem Gorgonenangesicht -der ältesten griechischen Kunst die Ähnlichkeit -mit den Gesichtsverzerrungen der Reizträume verkennen? -Daß diese Gattung der Träume eine Quelle neben anderen, und -daß sie in Anbetracht der durch alle Einflüsse der Traumvision -bezeugten intensiven psychischen Wirkung der Träume -nicht die unbedeutendste ist, kann daher als im höchsten -Grade wahrscheinlich gelten.« -</p> - -<p> -Wir wollen nun die Züge der Vorstellungen zusammenfassen, -die zu Gunsten eines Ursprungs aus Angstträumen -sprechen. Vor allem muß das Vorkommen der Angst selbst -<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a> -in einer mythischen Vorstellung zumindest immer an die -Möglichkeit eines solchen Ursprungs denken lassen, denn wenn -die Angst natürlich auch unter anderen Umständen als im -Traume auftritt, so erreicht sie doch anderswo — wenn überhaupt -— jedenfalls sehr selten den Grad von Intensität, der -hier ganz gewöhnlich ist; ferner, wenn jemand fortwährender -Angst unterworfen ist, so kann man sicher sein, daß er an -schweren Angstträumen leidet; weiterhin macht die Möglichkeit -der Verwandlung, besonders menschlicher Wesen in -tierische, den Ursprung aus Angstträumen sehr wahrscheinlich. -Das ist besonders der Fall, wenn die Verwandlung von -einem sehr anziehenden in einen höchst abstoßenden Gegenstand -stattfindet, ein sehr häufiger Fall sowohl bei Mythen -als bei Träumen. Diese Verbindung der zwei Extreme von -Anziehung und Abstoßung, von Schönheit und Scheußlichkeit -stellt natürlich die beiden kämpfenden Kräfte von Wunsch -und Hemmung dar. Wie wenig entsprechend die Ansichten -sind, die solche Traumerfahrungen auf Schwankungen der -gastrischen Tätigkeit zurückführen, wird hier peinlich klar: -So bemerkt auch Fiske<a class="fnote" href="#footnote-59" id="fnote-59">[59]</a> »Verdauungsstörungen erklären nicht -das Erscheinen schöner Frauen durch die Schlüssellöcher.« -</p> - -<p> -Schließlich, und dies ist von größter Wichtigkeit, macht -die Verbindung von Angst mit Inzestmotiven den Ursprung -aus Alptraum-Erfahrungen sehr verdächtig, denn diese enthalten -wenig anderes. Die sadistische Auffassung der Sexualbetätigung, -die sich so viele Kinder bilden, erklärt es, daß -eines der Eltern im Traum in der symbolischen Gestalt eines -zum Angriff geneigten Tieres oder Ungeheuers auftritt, wie -dies sehr häufig geschieht. Die oben erwähnte, bemerkenswert -enge Verbindung zwischen Totemismus und Ahnenverehrung, -zwischen den Ideen der Abstammung von einem Tier und -der Verwandlung menschlicher und tierischer Seelen wird nun -im Lichte psychoanalytischer Kenntnis der Symbolik unbewußter -verdrängter Wünsche verständlicher. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-5"> -<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a> -III.<br /> -Inkubus und Inkubation. -</h2> - -<p class="noindent"> -Im Mittelalter war der Glaube allgemein, daß es böse -Geister gäbe, deren einzige Funktion es sei, mit schlafenden -Menschen sexuell zu verkehren. Die Besucher der Männer -hießen sukubi (französisch souleves), die der Frauen inkubi -(französisch follets, spanisch duendes, italienisch folletti). Die -genaue Gestalt, die der Aberglauben im Mittelalter annahm, -beruht größtenteils auf theologischem Einfluß, während das -Material von ursprünglichen, im Volke lebenden Vorstellungen -herstammte. Ein sehr großer Teil der Literatur dieser Zeit -wird von eingehenden Erörterungen über Natur und Art der -Tätigkeit dieser Geister eingenommen. Die allgemeine Vorstellung -war eng verknüpft mit der vom Teufel und seinem -Gefolge, so daß der Gegenstand tatsächlich ein Kapitel des -Teufelsglaubens bildet. Die Kirche in Befolgung des heiligen -Augustin<a class="fnote" href="#footnote-60" id="fnote-60">[60]</a> sah die Inkubi im wesentlichen als höllische Feinde -an, deren Funktion es sei, die schwachen Menschen in Versuchung -zu führen. In der Ausbildung dieser Auffassung -spielte der heilige Thomas Aquinus<a class="fnote" href="#footnote-61" id="fnote-61">[61]</a> eine wichtige Rolle. -Eine interessante, nicht orthodoxe Abweichung bildet im -siebzehnten Jahrhundert Peter Sinistrari<a class="fnote" href="#footnote-62" id="fnote-62">[62]</a>, der behauptete, -die Inkubi seien keine Dämonen, sondern höhere Wesen in -der Mitte zwischen Menschen und Engeln. Nach ihm ließen -sie sich selbst herab, ehrten aber die Menschheit durch -ihren Umgang. Anders als bei den bösen Geistern hätte -der Exorzismus keinen Einfluß auf sie. Diese Ansichten -vereinigte er wieder in naiver Weise mit den Aussprüchen -der Kirche über die Sünde solcher Beziehungen, indem er -darauf hinwies, daß diejenigen, die die wahre Natur der -Inkubi nicht kannten, sondern sie für Teufel hielten, ebenso -schwer sündigten, als wenn diese Geister wirklich Teufel gewesen -<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a> -wären. Er wollte offenbar auseinandersetzen, daß ein -wesentlicher Bestandteil der Sünde der Glauben an die Sündhaftigkeit -der begangenen Tat sei. -</p> - -<p> -Frauen scheinen von diesen nächtlichen Besuchern mehr -geplagt worden zu sein als Männer und Witwen und Jungfrauen, -besonders Nonnen<a class="fnote" href="#footnote-63" id="fnote-63">[63]</a> mehr als verheiratete Frauen. -Klöster waren ein sehr geeigneter Nährboden für die Verseuchung -durch Inkubi und es werden zahlreiche Epidemien -solcher Besuche berichtet.<a class="fnote" href="#footnote-64" id="fnote-64">[64]</a> Die theologischen Lehren von der -Wirklichkeit der Inkubi gestatteten offenbar Vorkommnisse, -die sich sonst nicht so deutlich hätten äußern dürfen.<a class="fnote" href="#footnote-65" id="fnote-65">[65]</a> -Eine Lieblingsgestalt, die die Inkubi annahmen, war die -geistliche; so berichtet Hieronymus die Geschichte einer -jungen Dame, die gegen einen Inkubus um Hilfe rief, den ihre -Freunde in der Gestalt des Bischofs Sylvanus unter ihrem -Bette fanden. Der Ruf des Bischofs hätte gelitten, wäre er -nicht imstande gewesen, sie zu überzeugen, daß der Inkubus -sich seine Gestalt angeeignet habe. Dazu bemerkt Reginald -Scot<a class="fnote" href="#footnote-66" id="fnote-66">[66]</a> skeptisch: »Oh ausgezeichnetes Beispiel für die -Zauberkraft des Sylvanus.« Chaucer in »The wife of Baths -Tale« deutet verstohlen auf die Gleichheit von Mönch und -Inkubus hin, indem er zeigt, daß die Inkubi seit der Einführung -des bekannten Ordens der Bettelbrüder (limitous) -selten geworden seien. -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Denn wo die Elfen sonst gewandelt waren,</p> - <p class="verse">Sieht man den Bettelmönch des Weges fahren.</p> - <p class="verse">— — — — — — — — — — — —</p> - <p class="verse">Die Frauen gehen sicher her und hin,</p> - <p class="verse">Im Busch und Wald, am schattenreichen Ort,</p> - <p class="verse">Kein andrer Inkubus als er ist dort.</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a> -In den Berichten über die wirklichen Beispiele von Inkubus-Besuch<a class="fnote" href="#footnote-67" id="fnote-67">[67]</a> -tritt eine Tatsache, die für unsere gegenwärtige -Erörterung von besonderer Bedeutung ist, mit größter -Klarheit hervor, nämlich, daß die Natur und Art des Inkubus -<em>jeden möglichen Grad zwischen der Erregung -angenehmer Wollust einerseits und äußerstem -Schrecken und Widerwillen anderseits zeigt</em>. -Diese Verschiedenheit und die Unmöglichkeit der Abgrenzung -innerhalb der äußersten Grade zeigt die enge Verknüpfung -zwischen Angst und Libido; es erinnert uns lebhaft an die -völlig gleiche Abstufung, die wir zwischen erotischen und Alpträumen -beobachten können. Simon<a class="fnote" href="#footnote-68" id="fnote-68">[68]</a> zeigt bei der Erörterung -erotischer Halluzinationen, daß sich auch hier derselbe -Wechsel zwischen abstoßenden und angenehmen Visionen -findet: »Tantôt le spectre hallucinatoire est de forme agréable; -c’est un mari, un amant, une femme aimée et, dans ces cas, -la sensation éprouvée par l’halluciné est voluptueuse. Plus -souvent, peutêtre, l’hallucination visuelle est repoussante: il -s’agit du démon, de quelque être difforme, d’une vieille femme -à l’aspect hideux dont les embrassements sont pour l’aliené -un objet d’horreur; d’images dégoûtantes, qui poursuivent le -malade et qui l’obsèdent. Dans ces cas, l’hallucination génitale -consiste en une impression douleureuse, àtout le moins, -pénible ou désagréable.« -</p> - -<p> -Höflers<a class="fnote" href="#footnote-69" id="fnote-69">[69]</a> Schluß, daß der Dämonenglaube seinen Ursprung -im Alptraum, der Inkubusglaube im Wollusttraum -habe, mag daher als richtig angesehen werden, aber man muß -dazu bemerken, daß sie beide im Grunde ein und dasselbe -sind, denn ebenso, wie die beiden Traumarten ineinander -übergehen, so sind auch Teufels- und Inkubusglaube unentwirrbar -verschlungen. -</p> - -<p> -Diese verschiedenen Arten des Inkubusbesuches werden -von Goerres<a class="fnote" href="#footnote-70" id="fnote-70">[70]</a> deutlich gezeigt: »tantôt ce sont les angoisses -<a id="page-24" class="pagenum" title="24"></a> -de l’étouffement, de la paralysie, tantôt, au contraire, c’est -une surexcitation violente des organes sexuels avec la sensation -du dégagement du système musculaire, quelque chose -comme le vertige de la vitesse.« Die Ähnlichkeit der peinlichen -Abart mit einem Alptraum oder, besser gesagt, die -Identität der beiden mag durch ein einziges Beispiel illustriert -werden. De Nogent<a class="fnote" href="#footnote-71" id="fnote-71">[71]</a> sagt, daß seine Mutter wegen ihrer -großen Schönheit die Angriffe von Inkuben auszuhalten gehabt -hätte. Während einer schlaflosen Nacht erschien ihr plötzlich -»der Dämon, dessen Gewohnheit es war, die von Traurigkeit -zerrissenen Herzen zu überfallen,« von Angesicht und -erdrückte sie, deren Augen der Schlummer nicht geschlossen -hatte, fast durch sein erstickendes Gewicht. Die arme Frau -konnte sich weder bewegen, noch klagen, noch atmen; ... -Die Dienstboten fanden ihre Herrin bleich und zitternd, die -ihnen die Gefahr schilderte, von der sie bedroht gewesen und -deren deutliche Zeichen sie trug. Die Beschreibungen der -entgegengesetzten, lusterregenden Art sind häufig und -brauchen nicht einzeln angeführt zu werden; wie zu erwarten, -nahm der verliebte Inkubus häufig die Gestalt des Liebhabers, -des verlorenen Gatten u. s. w. an.<a class="fnote" href="#footnote-72" id="fnote-72">[72]</a> In den meisten -Berichten finden sich lustvolle und abstoßende Züge nebeneinander. -Ein ausgezeichnetes Beispiel der verborgenen Anziehung, -die ein böser Inkubus ausübte, wird von Goerres<a class="fnote" href="#footnote-73" id="fnote-73">[73]</a> -mit feiner psychologischer Einsicht berichtet; es erinnert uns -an den Widerstand, dem man noch heute bei der Bemühung -begegnet, neurotische Patienten dazu zu bewegen, ihre -Symptome fahren zu lassen: »En 1643, je fus chargé par -mes supérieurs d’aller exorciser une jeune fille de vingt ans -qui était poursuivi par un Incube. Elle m’avoua sans détour -tout ce que l’esprit impur faisait avec elle. Je jugeai, d’après -ce qu’elle me dit, que malgré ses dénégations, elle prêtait au -<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a> -démon un consentement indirect. En effet, elle était toujours -avertie de ses approches par une surexcitation violente des -organes sexuels; et alors, au lieu d’avoir recours à la prière, -elle courait à sa chambre et se mettait sur son lit. J’essayai -d’éveiller en elle des sentiments de confiance envers Dieu; -mais je n’y pus réussir, et elle semblait plutôt craindre d’être -delivrée.« Denselben Wechsel zwischen ängstlichen und wollüstigen -Gefühlen bei den Inkubusbesuchen zeigen die Lehren -der Kirche, die sich mit dem verschiedenen Verhalten der betroffenen -Personen dagegen beschäftigen, besonders bezüglich -der Stärke des geleisteten Widerstandes. Die Erörterungen -über diesen Punkt ähneln nämlich sehr einer modernen -Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus <a id="corr-7"></a>Maleficarum<a class="fnote" href="#footnote-74" id="fnote-74">[74]</a> -z. B. scheiden die Teilnehmer in drei Klassen: -»1. diejenigen, welche sich freiwillig den Inkubi unterwerfen, -wie es die Hexen tun, 2. diejenigen, welche von den Hexen -mit den Inkubi oder Sukkubi gegen ihren Willen zusammengebracht -werden, 3. und die dritte Art ist die, zu welcher -besonders gewisse Jungfrauen gehören, die durchaus gegen -ihren Willen von Inkubi-Dämonen belästigt werden.« -</p> - -<p> -Augenscheinlich ging die Entdeckung, daß erotische -Träume natürliche Ursachen haben und nicht durch den Besuch -eines fremden Wesens entstanden sind, der entsprechenden -bezüglich der Angstträume voran. Träume, in denen beide -Gefühle gemischt waren, wurden deshalb noch weiterhin dem -Angriff von Seite eines lüsternen Dämons zugeschrieben. -Im Mittelalter glaubte man, daß bis zum Jahre 1400 der Verkehr -mit den Inkubi nur gegen den Willen des betreffenden -Menschen stattfand, daß aber nach dieser Zeit das Aufkommen -eines Geschlechts von geilen Hexen dazu führte, -daß die Leute sich freiwillig den Inkubi hingaben.<a class="fnote" href="#footnote-75" id="fnote-75">[75]</a> Die -Erklärung dafür kann nur darin gesucht werden, daß man -begann, sich von dem Glauben an die Wirklichkeit der halluzinatorischen -Objekte in erotischen Träumen freizumachen und -ihn nur bezüglich der Angstträume zurückbehielt, daß aber -<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a> -die theologische Ausbildung der Inkubusvorstellung ein Wiederaufleben -des ursprünglichen Glaubens bewirkte, daß der -Partner in einem sexuellen Traum ein wirkliches Wesen sei. -</p> - -<p> -Selbst im Mittelalter<a class="fnote" href="#footnote-76" id="fnote-76">[76]</a> aber und mehr noch in den -folgenden Jahrhunderten wurden die natürlichen Quellen der -Erscheinung aufgedeckt, vor allem von den Ärzten. Der -sexuelle Ursprung des ganzen Phänomens war also in weitem -Umkreis anerkannt, insbesondere von Seite der Ärzte, aber -als die Zeit fortschritt, wurde diese Ansicht mehr und mehr in -den Hintergrund geschoben. Wenn aber sowohl angenehme -Träume vom Verkehr mit einem Liebhaber als auch unangenehme -von dem mit einem bösen Geist ihren Ursprung einer -erotischen Erregung verdanken, so folgt daraus, daß beide -Traumtypen miteinander verwandt sein müssen. -</p> - -<p> -Bei einer der Versammlungen des Bureau d’adresse<a class="fnote" href="#footnote-77" id="fnote-77">[77]</a> -wurde von verschiedenen Ärzten die Ansicht ausgesprochen, -daß der Inkubusglaube ausschließlich das Produkt der »Macht -einer lüsternen Einbildungskraft« sei. Nach der Ansicht -eines dieser Ärzte seien solche Vorstellungen »produites par -l’abondance ou la qualité de la semence, laquelle, envoyant -son espèce dans la phantaisie, elle se forme un objet agréable, -remue la puissance metrice, et celle-ci la faculté expulstrice -des vaisseaux spermatiques.« De Saint André<a class="fnote" href="#footnote-78" id="fnote-78">[78]</a>, der Arzt -Ludwig XV. meinte, daß »L’incube est le plus souvent une -chimère, qui n’a pour fondement que le rêve, l’imagination -blessée, et très souvent l’imagination des femmes ...... -L’artifice n’a pas moins de part à l’histoire des incubes. -Une femme, une fille, une dévote de nom, etc., débauchée, -qui affecte de parâitre virtueuse, pour cacher son crime fait -passer son amant pour un esprit incube qui l’obsède.« -Dalyell<a class="fnote" href="#footnote-79" id="fnote-79">[79]</a> bemerkt ebenfalls, daß »die Gegenwart der Inkubi -<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a> -und Sukkubi nur verliebte Phantasien anzeige.« Delassus<a class="fnote" href="#footnote-80" id="fnote-80">[80]</a>, -der auf dem sexuellen Charakter des ganzen Gegenstandes -besteht, sagt, daß die krankhafte Erscheinung des Inkubus -anzeige: »la victoire de Lilith et de Nahemah, les reines des -Stryges, sur les imprudents qui ont voulu rester chastes, qui -ont voulu mépriser les vérités éternelles du lingam.« -</p> - -<p> -Spätere Autoren haben auf die krankhafte Natur der -Erscheinung Nachdruck gelegt. Macario<a class="fnote" href="#footnote-81" id="fnote-81">[81]</a> sagt: »les succubes -et les incubes sont des malades atteints d’hallucinations de -la sensibilité génitale.« Leuret<a class="fnote" href="#footnote-82" id="fnote-82">[82]</a> erkannte bereits vor achtzig -Jahren deutlich die Analogie zwischen diesen Glaubensformen -des Mittelalters und den Halluzinationen Wahnsinniger. Er -illustriert dies durch einen detaillierten Vergleich einer seiner -Patientinnen mit einer Frau, der der heilige Bernhard die -bösen Geister austrieb. »Les hallucinations ont entre elles -une si grande analogie, que les êtres crées par elles -différent seulement dans les accessoires; les descriptions -qu’en donnent actuellement nos alienés ressemblent aux -descriptions que donnaient autrefois les saints et les possédés; -les noms seuls différent. Ainsi, pour savoir tout ce qui -concerne les incubes, il suffit d’écouter un de ces malades -qui se plaignent de les recevoir pendant la nuit. Les incubes -sont et font encore tout ce qu’ils étaient et faisent jadis.« -</p> - -<p> -Man wird bemerken, daß im Gegensatz zu den anderen -abergläubischen Vorstellungen dieser Gruppe die Idee der -Transformation keinen Bestandteil der Inkubusanschauung -bildet. Die Ursache dafür ist sehr einfach und zeigt sehr -wohl die künstliche Natur der ganzen Anschauung. Die Idee -dieser Transformation fand sich im Mittelalter immer sowohl -in der theologischen Vorstellung vom Teufel als auch in -der vom Volk verbreiteten vom Alp, aber die Kirche <em>definiert -auf künstliche Weise</em> den Inkubus als Dämon in -<em>menschlicher</em> Gestalt. Wenn er als Tier kam, so war er -eine andere Art des Teufels und nicht länger ein Inkubus. -</p> - -<p> -<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a> -Wie ich im letzten Kapitel erwähnte, war und ist der -Glaube an das Vorkommen eines geschlechtlichen Verkehrs -zwischen menschlichen und übermenschlichen Wesen einer -der verbreitetsten Aberglauben der ganzen Welt.<a class="fnote" href="#footnote-83" id="fnote-83">[83]</a> Im -Mittelalter fand er sich tatsächlich überall. Verschiedene -berühmte Leute, darunter Alexander der Große, Cäsar, -Martin Luther, Plato, außerdem die ganze Rasse der Hunnen -wurden für Sprößlinge solcher Vereinigungen gehalten und -die Insel Zypern war nach dem allgemeinen Glauben von -den Nachkommen der Inkubi bevölkert. Erotische und Angstträume -wurden immer auf diese Weise erklärt. Gener<a class="fnote" href="#footnote-84" id="fnote-84">[84]</a> z. B. -sagt: »presque tous les peuples de l’Orient ont recouru aux -incubes et <a id="corr-8"></a>aux <a id="corr-9"></a>succubes dans l’explication qu’ils ont données -des rêves d’amour et des pollutions nocturnes.« Bei den -heutigen europäischen Nationen findet sich der Glaube noch -hie und da im Volk; anderseits scheint er in gewissen -mystischen<a class="fnote" href="#footnote-85" id="fnote-85">[85]</a> und spiritistischen<a class="fnote" href="#footnote-86" id="fnote-86">[86]</a> Kreisen besonders -in Frankreich und Amerika neue Lebensfrist erhalten zu -haben. Hier glaubt man an die Möglichkeit einer Empfängnis -aus der vierten Dimension. -</p> - -<p> -Wie oben erwähnt, meinte man, daß der Verkehr -während des Schlafes nicht nur mit bösen Geistern, sondern -auch mit göttlichen vorkam. In diesem Zusammenhange -mögen ein paar Worte über die wohlbekannte <em>Incubation</em> -gesprochen werden, denn wenn dies auch keine speziell -mittelalterliche Vorstellung ist, so hielt man doch im Mittelalter -daran fest und sie bildet einen lehrreichen Gegensatz -zu dem Inkubusglauben. In der Tat weist, wie Wundt<a class="fnote" href="#footnote-87" id="fnote-87">[87]</a> -bemerkt, schon allein die Ähnlichkeit der Ausdrücke, -<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a> -Inkubus und Inkubation, auf eine innere Beziehung zwischen -den beiden Vorstellungen hin. Der Gegenstand hat eine erhöhte -Bedeutung für unseren gegenwärtigen Zweck durch seine -enge Verbindung mit Ahnenverehrung und Verwandlung in -Tiergestalt. -</p> - -<p> -Der Vorgang der Inkubation wurde vor allem in bezug -auf Griechenland und Rom untersucht, aber er ist über die -ganze Welt verbreitet und man fand ihn in Zentralamerika<a class="fnote" href="#footnote-88" id="fnote-88">[88]</a>, -Nordafrika<a class="fnote" href="#footnote-89" id="fnote-89">[89]</a>, Australien<a class="fnote" href="#footnote-90" id="fnote-90">[90]</a>, Borneo<a class="fnote" href="#footnote-91" id="fnote-91">[91]</a>, China<a class="fnote" href="#footnote-92" id="fnote-92">[92]</a>, Indien<a class="fnote" href="#footnote-93" id="fnote-93">[93]</a>, -Persien<a class="fnote" href="#footnote-94" id="fnote-94">[94]</a> u. s. w. Mehrere verschiedene Verfahren sind unter -diesem Ausdruck inbegriffen; besonders typisch ist die -Vereinigung eines Menschen mit dem Gott oder der Göttin -im Heiligtum des Tempels während des Schlafes, ein Brauch, -dessen Hauptquelle, wie es scheint, in Ägypten lag. Ferner -findet sich die Vereinigung mit einem Abgeschiedenen -auf dessen Grab (Gräberschlaf) oder mit verschiedenen -Geistern in der Nähe heiliger Quellen, eine Sitte, die -sich hauptsächlich in Griechenland entwickelte. Durch -dieses Verfahren wurden mehrere Zeremonien begünstigt, -die zweifellos erst später aufkamen; aus der ursprünglichen -Idee der engen Verbindung mit der Gottheit entwickelte sich -der Brauch, sich ihre Gunst durch die Vereinigung der Männer -mit Göttinnen zu sichern, z. B. mit der Isis in Ägypten und -Rom<a class="fnote" href="#footnote-95" id="fnote-95">[95]</a>, mit Serapis in Ägypten, Rom und Canopaea<a class="fnote" href="#footnote-96" id="fnote-96">[96]</a>, mit der -<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a> -Diana in Ephesus<a class="fnote" href="#footnote-97" id="fnote-97">[97]</a> und der Ino in Lakedaemon<a class="fnote" href="#footnote-98" id="fnote-98">[98]</a> oder durch -die geheiligte Prostitution der Frauen den Göttern gegenüber, -z. B. dem Wishnu in Indien<a class="fnote" href="#footnote-99" id="fnote-99">[99]</a>, dem Bel<a class="fnote" href="#footnote-100" id="fnote-100">[100]</a> und Shamash<a class="fnote" href="#footnote-101" id="fnote-101">[101]</a> in -Babylon, dem Ammon in dem ägyptischen Theben<a class="fnote" href="#footnote-100">[100]</a> u. s. w. -Das bekannteste Beispiel ist der Kultus des Asklepios in -Epidauros und später an zahlreichen anderen Orten; zuletzt -gab es 320 solcher Stätten. Die Schwangerschaft war eine -häufige Folge dieser Vereinigung, wovon ich hier nur zwei -Beispiele gebe. Als Andromache von Epirus im Traumzustand -in Epidauros weilte, da hob der Gott ihr Kleid und berührte -ihren Körper und dieses Erlebnis war von der Geburt eines -Sohnes gefolgt.<a class="fnote" href="#footnote-102" id="fnote-102">[102]</a> Andromeda von Cheos wurde unter denselben -Umständen von dem Gott besucht, und zwar in Gestalt einer -Schlange, die auf ihrem Körper lag; sie gebar fünf Söhne.<a class="fnote" href="#footnote-103" id="fnote-103">[103]</a> -</p> - -<p> -Die Verbindung zwischen Asklepios und der Schlange -war überhaupt sehr eng, da Schlangen in seinem Tempel -nicht nur heilige Verehrung genossen, sondern direkt den -Gott<a class="fnote" href="#footnote-104" id="fnote-104">[104]</a> bedeuteten; eine riesige Schlange wurde im Jahre 293 -vor Christus nach Rom gebracht, um anzuzeigen, daß er seine -Schutzherrschaft auf diese Stadt ausgedehnt habe. Zahlreiche -berühmte Männer wurden von dem Schlangengott erzeugt, -z. B. Aratus von Sikoun, Aristomenes, Alexander der Große, -der ältere Scipio, Augustus (in diesem Fall bedeutet die -Schlange den Apoll, den Vater des Asklepius) u. s. w.<a class="fnote" href="#footnote-105" id="fnote-105">[105]</a> -Es ist wohl bekannt, daß der Schlangengott auf der ganzen -<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a> -Erde<a class="fnote" href="#footnote-106" id="fnote-106">[106]</a> zu den häufigsten Objekten der Anbetung gehört. -Selbst die Götter kultivierterer Verbände erscheinen häufig -in dieser Gestalt, besonders wenn sie in Liebesabenteuer -verwickelt sind; so verführte Apollo als Schlange die -Atys (wobei er als Andenken an seinen Besuch ein entsprechendes -Zeichen auf ihrem Körper zurückließ), ebenso -Zeus die Persephone und Odin die Gunnlodh. Die Umstände, -unter denen sie diese Gestalt annahmen, bieten uns einen -Schlüssel zur Bedeutung der Schlangensymbolik, und daß diese -eine phallische ist, ist so wohl bezeugt, daß es unnötig wäre, -dabei zu verweilen.<a class="fnote" href="#footnote-107" id="fnote-107">[107]</a> -</p> - -<p> -Besonderes Interesse bietet es, daß die Schlange nicht -allein das männliche Glied symbolisiert, sondern speziell das -männliche Glied des <em>Vaters</em>. Einer der am weitesten -über die ganze Welt verbreiteten Aberglauben ist es, daß -Schlangen die Inkarnation toter Vorfahren<a class="fnote" href="#footnote-108" id="fnote-108">[108]</a> sind, eine Tatsache, -die Schlangen- und Ahnenverehrung in enge Beziehung -bringt; eine Ausbildung davon ist der Glaube an individuelle -Hausschlangen, die das Haus verlassen, wenn die männlichen -Mitglieder des Hauses, besonders der Vater, sterben.<a class="fnote" href="#footnote-109" id="fnote-109">[109]</a> Diese -Vorstellung ist eng verbunden mit dem Glauben, daß die -Seele (der Lebensgeist) den Schlafenden in Gestalt einer -Schlange verläßt, die durch den Mund entschlüpft.<a class="fnote" href="#footnote-110" id="fnote-110">[110]</a> Diese -Symbolik und der chthonische Ursprung solcher Götter wie -<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a> -Asklepios<a class="fnote" href="#footnote-111" id="fnote-111">[111]</a> überhaupt bilden das Verbindungsglied zwischen -den Vorstellungen von Schlangen und Gräbern, Schlangen- -und Ahnenverehrung, Tempelschlaf und Gräberschlaf. -</p> - -<p> -So wurde die Inkubation ein wichtiges Heilmittel gegen -die Unfruchtbarkeit und die Gabe des Asklepius, diese zu -heilen, erbten später eine Reihe christlicher Heiliger, unter -denen besonders der Erzengel Michael, der heilige Damien und -der heilige Hubert in dieser Richtung wirksam waren<a class="fnote" href="#footnote-112" id="fnote-112">[112]</a> und -zwar der Letztgenannte noch im 17. Jahrh. in den Ardennen. -Die Inkubation wurde in Schottland<a class="fnote" href="#footnote-113" id="fnote-113">[113]</a> und Irland<a class="fnote" href="#footnote-114" id="fnote-114">[114]</a> sogar -noch bis zu einem späteren Zeitpunkt ausgeübt und es ist -interessant zu bemerken, daß die betreffende Person hier in -der Haut eines geheiligten Schafes schlief, genau ebenso wie -die Anbeter des Amon in Theben<a class="fnote" href="#footnote-115" id="fnote-115">[115]</a> oder die des Amphiarus -in Attika.<a class="fnote" href="#footnote-116" id="fnote-116">[116]</a> In einer wallisischen Kirche in Monmouthshire -nahm man noch im 19. Jahrhundert<a class="fnote" href="#footnote-117" id="fnote-117">[117]</a> dazu seine Zuflucht. -</p> - -<p> -Im Mittelalter wurden nach und nach drei Veränderungen -in dieses Verfahren eingeführt. Der Schlaf verschwand und -an seine Stelle trat die Wallfahrt mit Gebeten zu dem Gott -oder der Göttin; mehr Gewicht wurde auf heilige Quellen -und Brunnen gelegt als auf einfach geheiligte Stätten und -die Heilung von Unfruchtbarkeit wurde verallgemeinert zu -der schwerer Defekte überhaupt, besonders solcher, die im -Unbewußten mit der Idee der Impotenz oder Sterilität verknüpft -sind (Lahmheit, Blindheit etc.). Der Wechsel des Schauplatzes -wurde zweifellos durch die enge Verbindung von -Wasser und Kindesgeburt<a class="fnote" href="#footnote-118" id="fnote-118">[118]</a> bestimmt. Bis heute werden in -ganz Schottland<a class="fnote" href="#footnote-119" id="fnote-119">[119]</a> und manchen anderen Teilen von Europa -<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a> -heilige Quellen verehrt. Die heutigen Pilger von Lourdes -wissen wenig davon, daß ihr Zug dorthin durch alte griechische, -von Inzestwünschen stammende Vorstellungen bestimmt wird. -</p> - -<p> -Schließlich wurde die Inkubation ausgeübt als Mittel, -die Zukunft zu erraten oder eine Inspiration herbeizuführen. -Ein wohlbekanntes Beispiel für letzteres ist die Inspiration -zu einer Tragödie, die Aeschylos im Traum von Bacchos erhielt; -in Irland hing die Wahl der Könige von den Eingebungen -ab, die man durch die Inkubation<a class="fnote" href="#footnote-120" id="fnote-120">[120]</a> erhielt. -</p> - -<p> -Die Beziehung zwischen der Inkubation besonders in -ihrer ursprünglichen Form und dem Alptraum ist zu klar, -um einer längeren Ausführung zu bedürfen. Wundt<a class="fnote" href="#footnote-121" id="fnote-121">[121]</a> schreibt: -»In der Tat lassen sich alle diese, der Inkubation im weitesten -Sinne zugehörigen Tatsachen auf zwei einander in mancher -Beziehung verwandte Ausgangspunkte zurückverfolgen: auf -den <em>Angsttraum</em> und auf den <em>Krankheitsanfall</em>.« Es -ist aber klar, daß die Träume, die in dieser Richtung den -größten Einfluß nahmen, in der Mitte zwischen reinem Alptraum -und reinem erotischen Traum gestanden haben müssen, -es waren nämlich solche, in denen sich ängstliche und Lustgefühle -mischten. -</p> - -<p> -Die hervorragende Rolle, die die Schlange bei der ursprünglichen -Inkubation spielte, kann zu Gunsten dieses -Schlusses angeführt werden, denn die Schlangensymbolik ist -ein ausgezeichnetes Beispiel des für den Traum charakteristischen -Typus. Artemidorus hatte offenbar eine dunkle -Ahnung davon, wie sein Ausspruch zeigt: »Wenn eine Schlange -jemanden im Schlaf verfolgt, so möge er gegen böse Frauen -auf der Hut sein.«<a class="fnote" href="#footnote-122" id="fnote-122">[122]</a> Damit möge das brandenburgische -Sprichwort verglichen werden: »Wenn man eine Schlange mit -ins Bett nimmt, hat man viel Glück« — oder die oldenburgische -Redensart<a class="fnote" href="#footnote-123" id="fnote-123">[123]</a>: »Wenn Schlangen in den Leib eines Menschen -<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a> -hineingehext werden, so drücken sie das Herz.« Die Inkubation -ist keineswegs das einzige Beispiel für einen Glauben, -der von der Schlangenerscheinung des Angsttraums herstammt. -Laistner<a class="fnote" href="#footnote-124" id="fnote-124">[124]</a> z. B. hat in einem der »Alpschlange« -gewidmeten Kapitel genau die Rolle erklärt, die die Schlange -in germanischen Mythen und abergläubischen Vorstellungen -spielt, deren Ursprung im Alpdruck liegt. -</p> - -<p> -Zum Schluß können wir wohl sagen, daß wir in der -Inkubus-Inkubationsvorstellung ein ausgezeichnetes Beispiel -für einen Glauben haben, der nicht allein seine äußere Gestalt -von den Erfahrungen des Alptraums empfangen hat, sondern -dessen latenter Inhalt ebenfalls identisch ist mit dem des Alptraumes; -er besteht nämlich in einer eingebildeten Erfüllung -gewisser zurückgedrängter Wünsche nach sexuellem Verkehr, -besonders mit den Eltern. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-6"> -IV.<br /> -Der Vampir. -</h2> - -<p class="noindent"> -Der Vampirglaube ist keineswegs so scharf abgegrenzt -wie der an den Inkubus und ist mehr mit anderen -Arten von Aberglauben verschlungen, doch sollen hier nur -die typischen Formen in Betracht gezogen werden. Ferner -ist auch die zu Grunde liegende psychologische Bedeutung -hier verwickelter als beim Inkubusglauben und wir werden -unsere Analyse nur auf die Hauptzüge zu beschränken haben. -Soviel möge gesagt werden, daß der latente Inhalt deutliche -Anzeichen für die meisten Arten von sexuellen Perversionen -enthält und daß die Vorstellung verschiedene Formen annimmt, -je nachdem, ob diese oder jene Perversion mehr -hervortritt. -</p> - -<p> -Die zwei wesentlichen Charakteristika eines richtigen -Vampirs sind: Erstens sein Ursprung aus einem Toten und -zweitens seine Gewohnheit, aus einem Lebenden Blut zu -saugen, gewöhnlich mit tödlichem Effekt. Es wird praktischer -<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a> -sein, diese beiden Charakteristika zuerst getrennt voneinander -zu betrachten. -</p> - -<p> -Das Interesse des Lebenden an dem Toten, sei es an -seinem Körper oder an seinem Geist, ist ein unerschöpfliches -Thema; nur ein Teil davon kann hier behandelt werden und -auch dieser nur in möglichst kurzer Fassung. Die Vereinigung -der beiden kann entweder dadurch zu stande kommen, daß -der Tote zu dem Lebenden zurückkehrt, oder dadurch, daß -der Lebende sich jenem im Tode vereinigt. In dem Ghulglauben -besucht eine lebende Person den Toten, und zwar -nur den Körper des Toten; weiter ausgebildet ist der Vampirglaube, -denn hier besucht zuerst der Tote den Lebenden und -dann wird infolgedessen der Lebende in den Tod gezogen. -Der Wunsch nach oder die Furcht vor Wiedervereinigung, -die selbstverständlich ihren Ursprung im Lebenden hat, wird -hier teilweise auf den Toten projiziert. -</p> - -<p> -Eine fortgesetzte Beziehung zwischen einem Lebenden -und einem Toten kann entweder gewünscht oder gefürchtet -werden und jedes dieser Gefühle kann die Wirkung haben, -den Lebenden in den Tod zu ziehen oder den Toten zum -Leben zu erwecken. Wir haben infolgedessen vier Arten von -Aberglauben zu unterscheiden. Wie zu erwarten, sind die -Wirkungen von Angst und Liebe hier wie anderswo nicht -scharf zu trennen. -</p> - -<p> -Das verständlichste Motiv für den Wunsch nach der Rückkehr -des Toten tritt ein, wenn die Beziehungen zwischen -Liebenden (Mann und Frau, Kind und Eltern) unterbrochen -wurden. Häufig wird dies auf den Toten projiziert, von -dem man glaubt, daß er den übermächtigen Impuls hat, zu -dem geliebten Wesen, das er verließ, zurückzukehren. Der -Mechanismus dieser Projektion findet sich zweifellos in dem -Wunsch, daß die Person, die »davongegangen« ist, uns nicht -vergessen soll, ein Wunsch, der in letzter Linie aus Kindheitserinnerungen -stammt, wenn wir von den geliebten Eltern -allein gelassen wurden. Der Glaube, daß der Tote den Lebenden -besuchen kann, besonders bei Nacht, findet sich auf der -<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a> -ganzen Welt.<a class="fnote" href="#footnote-125" id="fnote-125">[125]</a> Er war immer ein fruchtbares Thema für -Mythologie und Literatur; man denkt sogleich an die -verschiedenen Versionen der Lenorensage oder an Goethes -Braut von Korinth (von der Hock<a class="fnote" href="#footnote-126" id="fnote-126">[126]</a> interessanterweise angenommen -hat, daß sie durch eine Kindheitserinnerung hervorgerufen -wurde) und an manche andere Beispiele.<a class="fnote" href="#footnote-127" id="fnote-127">[127]</a> -</p> - -<p> -Dies ist offenbar die Ursache dafür, daß Vampire immer -zuerst Verwandte heimsuchen, insbesondere ihre Ehegenossen, -ein Zug, bei dem alle Beschreibungen verweilen.<a class="fnote" href="#footnote-128" id="fnote-128">[128]</a> Witwen -können auf diese Weise schwanger werden.<a class="fnote" href="#footnote-129" id="fnote-129">[129]</a> Dies geschah -in der wohlbekannten Meduegya Epidemie<a class="fnote" href="#footnote-130" id="fnote-130">[130]</a> und man glaubt -immer noch an diese Möglichkeit, z. B. in Albanien. Tatsächlich -wird gewöhnlich bei einer Vampirepidemie<a class="fnote" href="#footnote-131" id="fnote-131">[131]</a> die Witwe -dessen, den man für den Vampir hält, zuerst befragt. Krauß<a class="fnote" href="#footnote-132" id="fnote-132">[132]</a> -schreibt: »Es hat sich der Fall schon sehr oft ereignet, daß -bei einem größeren Sterben im Dorf das Weib eines kürzlich -verstorbenen Mannes von den Dorfbewohnern mißhandelt -wurde, bis sie eingestand, daß ihr Mann sie besuche und sie -das Versprechen gab, sie werde ihn bestimmen, die Leute -nicht zu morden.« Die Ähnlichkeit mit dem Inkubusglauben -ist schlagend und ebenso die Auffassung, daß das Geschehnis -von der Frau abhing. -</p> - -<p> -In anderen Fällen wird der Wunsch nach der Rückkehr -des Toten nicht wie oben nach außen projiziert, sondern -direkt dem Lebenden zugeschrieben. Dies zeigt sich in den -zahlreichen Totenbeschwörungen, die wir in den meisten -<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a> -Ländern der Welt finden, und in Sagen, wie der von Orpheus, -der die Eurydike aus der Unterwelt holte; in späteren Zeiten -nahm der Glaube oder Wunsch eine abstraktere Form an, -wie z. B. telepathische oder durch ein Medium hergestellte -Verbindung mit dem Abgeschiedenen. Es ist interessant, in -diesem Zusammenhang sich ins Gedächtnis zurückzurufen, -daß Goerres in einem besonderen Kapitel seiner christlichen -Mystik<a class="fnote" href="#footnote-133" id="fnote-133">[133]</a> den Vampirismus der Exteriorisation und Telepathie -zurechnete. -</p> - -<p> -Das Gegenteil geschieht noch häufiger, daß nämlich der -Lebende durch seine Liebe in den Tod getrieben wird, wo die -beiden Liebenden für immer vereint sind.<a class="fnote" href="#footnote-134" id="fnote-134">[134]</a> Dies findet sich -in den meisten Erzählungen, Dramen und Gedichten über -diesen Gegenstand. -</p> - -<p> -Der Kummer über den Verlust einer geliebten Person -erklärt aber nur einen Teil der sonderbaren Anziehungskraft, -die die Vorstellung des Todes ausübt, was man schon daraus -sieht, daß viele sie lebhaft empfinden, die niemals selbst -den Verlust eines teuren Anverwandten erlitten. Bei einigen -ist diese Vorstellung verknüpft mit der von einem Jenseits, -dem mysteriösen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo -alle Phantasien verwirklicht und alle verborgenen Dinge enthüllt -werden und neben dessen wunderbaren Schätzen selbst -die höchste erreichbare irdische Seligkeit wertlos erscheint. -Shelley in seinem Adonais drückt dieses Gefühl folgendermaßen -aus: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Das Leben, wie des Domes buntes Glas,</p> - <p class="verse">Befleckt das weiße Licht der Ewigkeit,</p> - <p class="verse">Bis es der Tod in Trümmer tritt.</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -Wie viel anziehender diese Möglichkeiten der Zukunft für -die werden können, denen das Leben wenig anderes als Elend -bietet, zeigt sich in dem hohen Maß, in dem religiöse Körperschaften -<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a> -aller Zeiten sie auszunutzen vermochten. Ferner muß -bemerkt werden, daß der Begriff des Sterbens selbst eine Anziehungskraft -dadurch ausübt, daß er sich leicht mit intensiven -masochistischen Wünschen verknüpft. Stekel schreibt -über Traumsymbolik: »Sterben bedeutet im Traum ebensoviel -als Leben und gerade die höchste Lebenslust drückt sich oft -in einem Todeswunsch aus«. Das ist die Hauptursache, -warum die Verbindung der beiden Motive Liebe und Tod -solche Dichter, wie Heine, Shelley, Swinburne, Werner u. a., -die sich so tief in das Leiden versenken, intensiv beschäftigte. -</p> - -<p> -Der Wunsch nach der Vereinigung mit geliebten Personen -im Tod, wenn diese selbst noch am Leben sind, hat -nicht so einfache Ursachen und wir können hier nur ungenügend -darüber sprechen.<a class="fnote" href="#footnote-135" id="fnote-135">[135]</a> Die klarste davon ist das sichere -Gefühl von der Bestimmtheit und Dauer, die der Tod gewährt; -was man tot hat, hat man für immer. Dieses heiß erstrebte -Sehnsuchtsziel aller Liebenden ist nirgends herrlicher ausgedrückt -als in den zahlreichen Stellen über den Liebestod in -Wagners Tristan und Isolde: »So stürben wir, um ungetrennt, -ewig einig, ohne End’, ohn’ Erwachen, ohn’ Erbangen, -namenlos in Lieb’ umfangen, ganz uns selbst gegeben, der -Liebe nur zu leben.« -</p> - -<p> -Die Psychoanalyse<a class="fnote" href="#footnote-136" id="fnote-136">[136]</a> hat gezeigt, daß diese Unersättlichkeit -und der Wunsch nach dem <em>ausschließlichen</em> Besitz -dort besonders stark werden kann, wo in der Kindheit ausgebildete, -später verdrängte Wünsche, die sich auf Inzest und -Rivalität beziehen, vorhanden waren. Der Tod, der für das -Kind, wie Freud<a class="fnote" href="#footnote-137" id="fnote-137">[137]</a> nachdrücklich betont hat, nichts anderes -bedeutet als fortgehen, kann dann mit den Phantasien verknüpft -werden, in Begleitung der Mutter von dem störenden -Vater wegzugehen. -</p> - -<p> -<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a> -Die Vorstellung vom Tode, vielmehr von einem Toten -kann sich aber auch an aktivere Impulse, besonders an -sadistische wenden. Ein Toter, der liebt, liebt für immer -und wird niemals müde, Zärtlichkeiten zu geben und zu -empfangen. Diese Unersättlichkeit des Toten stellt Heine -gut dar, wenn er in seiner Widmung zu »Der Dr. Faust« -die zurückgekehrte Helena sagen läßt: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">»Du hast mich beschworen aus dem Grab</p> - <p class="verse">Durch deinen Zauberwillen,</p> - <p class="verse">Belebtest mich mit Wollustglut —</p> - <p class="verse">Jetzt kannst du die Glut nicht stillen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Preß deinen Mund an meinen Mund,</p> - <p class="verse">Der Menschen Odem ist göttlich!</p> - <p class="verse">Ich trinke deine Seele aus,</p> - <p class="verse">Die Toten sind unersättlich.«</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -Außerdem gestattet ein Toter alles, kann keinerlei Widerstand -leisten und Beziehungen zu ihm haben keine unangenehmen -Folgen. Dies ist offenbar eine wichtige Quelle für -die seltsame Perversion, die man als Nekrophilie kennt. -Eine andere bilden die analerotischen Interessen, ferner die -unbewußte Verknüpfung zwischen Zersetzung und Faeces und -die infantile Vorstellung, daß Kinder aus letzteren entstehen. -Die Nekrophilie war den Alten aus Wirklichkeit und Dichtung -wohlbekannt. Herodot berichtet mehrere Fälle, darunter -den des Tyrannen Periander, der nach dem Tode -seiner Gattin Melissa weiter sexuelle Beziehungen zu ihr -unterhielt. Vom König Herodes heißt es, er habe mit dem -Leichnam seiner Gattin Mariamne noch sieben Jahre nach -ihrem Tode geschlafen, und ähnliches wird von König Waldemar -IV.<a class="fnote" href="#footnote-138" id="fnote-138">[138]</a> und Karl dem Großen<a class="fnote" href="#footnote-139" id="fnote-139">[139]</a> erzählt. Das Thema -wurde in der neueren Literatur vielfach behandelt, z. B. in -Kleists »Marquise von O.«, Otto Ludwigs »Maria«, Heines -»Beschwörung«, Zacharias Werners »Kreuzesbruder«, Brentanos -<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a> -»Romanzen vom Rosenkranz« u. s. w. Es ist -interessant, daß bei den beiden bekanntesten wirklichen Beispielen -dieser Perversion der Ausdruck Vampirismus gebraucht -wurde, nämlich für Bertrand »Le vampyre de Paris«<a class="fnote" href="#footnote-140" id="fnote-140">[140]</a> -und für Ardisson »Le vampyre de Nuit«<a class="fnote" href="#footnote-141" id="fnote-141">[141]</a>; richtiger gesagt -sind derartige Kranke Vertreter der arabischen Ghuls: die -beiden Vorstellungen von Ghuls und Vampiren, ganz untereinander -vermischt, zeigt eine orientalische Erzählung<a class="fnote" href="#footnote-142" id="fnote-142">[142]</a>, wo -das betreffende Wesen ein revenant ist, Leichen zerfleischt -und das Blut ihres Gatten saugt. -</p> - -<p> -Wenn wir uns nun zu der Kehrseite des Bildes wenden, -nämlich zu der <em>Angst</em>, daß der Tote zurückkehren könne, -so finden wir, daß diese ebenso weit verbreitet ist, wie der -<em>Wunsch</em>; so sagt Hock<a class="fnote" href="#footnote-143" id="fnote-143">[143]</a>: »Allen Menschenrassen gemeinsam -ist die Furcht vor ihren Toten.« Infolgedessen entwickelte -sich bei den Leichenbegängnissen eine ganz außerordentlich -große Reihe von Riten, um ein solches Vorkommen -zu verhindern, und viele davon sind noch heutigen Tages in -Kraft.<a class="fnote" href="#footnote-144" id="fnote-144">[144]</a> Es gibt auch eine Menge prophylaktischer Riten mit -dem besonderen Zweck, einen Toten daran zu verhindern, -als Vampir zu erscheinen; letztere bestehen meistens darin, -dem Toten Bequemlichkeit oder Beschäftigung zu geben.<a class="fnote" href="#footnote-145" id="fnote-145">[145]</a> -Sonderbar ist die Art der Verhinderung, die darin besteht, -daß man das Blut<a class="fnote" href="#footnote-146" id="fnote-146">[146]</a> des Vampirs trinkt und sein Fleisch<a class="fnote" href="#footnote-147" id="fnote-147">[147]</a> -ißt. Nachdem die Verwandlung in einen Vampir sich vollzogen -hat, kann sie dadurch entdeckt werden, daß man den -Körper unbestattet findet, mit roten Wangen, gespannter -Haut, gefüllten Blutgefäßen, warmem Blut, gewachsenem -Haar und Nägeln und offenem linken Auge.<a class="fnote" href="#footnote-148" id="fnote-148">[148]</a> Ein Ende -<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a> -kann dieser Tätigkeit gesetzt werden, wenn man den Kopf -abschneidet und zwischen die Füße legt, das Herz in Stücke -schneidet, einen Pfahl durch die Brust treibt und schließlich -den Körper verbrennt. -</p> - -<p> -Das Volk kennt zwei verschiedene Ursachen, um zu -erklären, weshalb ein abgeschiedener Geist das Grab verläßt -und zu den Lebenden zurückkehrt, je nachdem, ob er -dies freiwillig oder unfreiwillig tut. Seine Motive im ersten -Fall sind Liebe, Haß (um ein altes Unrecht zu rächen) -oder sein Gewissen (eine unvollendete Aufgabe zu beenden, -eine Schuld zu begleichen u. s. w.) Die Ursache, warum ein -Geist an der Grabesruhe verhindert und gezwungen wird, -gegen seinen Willen umherzuwandern, kann im Schicksal -liegen, in seinen eigenen Fehlern oder in den störenden -Handlungen der Hinterbliebenen. Der zuletzt erwähnte -Glaube wurde von der römisch-katholischen Kirche zu einem -förmlichen Dogma ausgebildet (Messen, die für die im Fegefeuer -Befindlichen gelesen werden). Die unfreiwillige Betätigung -des Toten gewinnt häufig das Mitgefühl der Lebenden, -die dann alles unterlassen, was seine Unrast<a class="fnote" href="#footnote-149" id="fnote-149">[149]</a> etwa steigern -könnte. Dieselben Züge treffen auch für den Vampirglauben -zu, denn wenn jemand auch auf zahlreiche Arten<a class="fnote" href="#footnote-150" id="fnote-150">[150]</a> nach -seinem Tod ein Vampir werden kann, so lassen sich doch -leicht zwei Gruppen unterscheiden, je nachdem, ob die Verantwortung -bei ihm liegt oder nicht. Bisweilen erhalten -diese beiden Typen verschiedene Namen; so sagt Stern<a class="fnote" href="#footnote-151" id="fnote-151">[151]</a>: -»Die Vampire der Dalmatiner sind in zwei Arten eingeteilt, -in schuldlose und schuldbeladene. Die eine Art heißt Denac, -die andere Orko.« Bei dem Vampir aus eigener Schuld -liegt die Ursache in verschiedenen Sünden, die er bei seinen -Lebzeiten begangen hat, darunter werden Rauchen an Feiertagen, -Arbeiten an Sonntagen und geschlechtlicher Verkehr -mit der Großmutter erwähnt.<a class="fnote" href="#footnote-152" id="fnote-152">[152]</a> -</p> - -<p> -<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a> -Bei dem unschuldigen Vampir gibt es mehrfache Ursachen; -er kann von Geburt aus dazu bestimmt sein, dadurch, -daß er an einem Unglückstag zur Welt kam oder -aus einer Familie stammt, in der diese Veranlagung erblich -ist. Nach seinem Tode kann dieses Schicksal durch einen -unreinen Vogel oder ein Tier (Hund oder Katze) hervorgerufen -werden, die über sein Grab setzen oder unter seinem -Sarg durchschlüpfen, Vorstellungen, die mit der Idee ungenügender -Sorgfalt oder Achtung gegenüber dem Toten verknüpft -sind. -</p> - -<p> -Die Furcht vor den Toten hat zumindest zwei tiefe -Quellen, die beide der Kindheit entstammen und beide eng -mit dem Traum verbunden sind; erstens kommt sie daher, -daß die Vorstellung vom Tod und von abgeschiedenen Geistern -mit der eines sexuellen Angriffs assoziiert wurde; der Tod -selbst wird häufig einem Überfall von Seite eines persönlichen -Wesens zugeschrieben, das den Menschen gegen seinen -Willen überwältigt. Der abgeschiedene Geist, der den Lebenden -im Traum besucht, überfällt auf ähnliche Weise den hilflosen -Schläfer gegen dessen Willen und daß dies so häufig -geschieht, kommt einerseits zweifellos daher, daß es sich -dabei meist um den Geist eines der toten Eltern handelt, -anderseits von der infantilen sadistischen Auffassung von -der sexuellen Betätigung der Eltern. Die Vorstellung erklärt -sich also in letzter Linie aus verdrängten Inzestwünschen. -Die sexuelle Basis der Angst wird gewöhnlich -verhüllt durch eine Umwandlung in eine allgemeine Furcht -davor, daß der Geist uns Unheil zufügen und ersticken könnte, -oder in die allgemeine Angst vor Verblödung; ebenso wie -ein Mädchen Angst vor Räubern hat »weil sie ihr irgend -etwas Entsetzliches antun könnten.« Wir werden so einerseits -zu einer großen Gruppe von Mythen und abergläubischen -Vorstellungen geführt, in denen der revenant verschiedenes -Unheil anrichtet, anderseits zu einer noch größeren, in der der -Überfall nicht notwendigerweise durch einen revenant geschieht, -sondern durch einen Geist überhaupt. (Alp- und Lurensagen.) -</p> - -<p> -<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a> -Häufig ist es schwierig, das sexuelle Element vom -agressiven zu trennen, wie in der wohlbekannten Apollonius-Menippus -Geschichte, die Keats so schön in seiner Lamiadichtung -ausgebildet hat. Ein weiterer Komplex wird in -unsere Reihe von Aberglauben eingeführt, wonach der vampirartige -Geist nicht einem Toten, sondern einem Lebenden angehört; -ein Beispiel dafür ist die portugiesische Bruxa, die -auf folgende Weise von Andrée<a class="fnote" href="#footnote-153" id="fnote-153">[153]</a> beschrieben wird: »Nachts -erhebt sie sich von ihrem Lager und fliegt dann in der Gestalt -irgend eines riesigen Nachtvogels weit von der Heimat -weg. Die Bruxen halten Zusammenkünfte mit ihren teuflischen -Liebhabern, entführen, ängstigen und peinigen die -einsamen Wanderer; wenn sie von ihrer nächtlichen Lustfahrt -heimkehren, saugen sie dem eigenen Kind das Blut aus.« -</p> - -<p> -Die zweite Quelle für die Angst vor den Toten ist die -unbewußte Erinnerung an Todeswünsche der Kindheit, daß -nämlich der störende Teil der Eltern oder Geschwister »weggehen«, -d. h. sterben möge. Das schuldbewußte Gewissen, -das aus solchen Wünschen entsteht, bringt natürlich den Gedanken -mit sich, daß die in unserer Einbildung getötete -Person, wenn sie wirklich stirbt, uns nach ihrem Tode strafen -wird, indem sie uns heimsucht und Unheil zufügt. Derartige -Todeswünsche kommen häufig genug vor, um es ganz verständlich -zu machen, daß die Furcht vor Geistern so allgemein -ist, wie sie sich tatsächlich erweist. -</p> - -<p> -Diese Verbindung zwischen Inzest- und Revenantglauben -macht es begreiflich, daß der Vampir in irgend einer beliebigen -Tiergestalt<a class="fnote" href="#footnote-154" id="fnote-154">[154]</a> erscheinen kann; von diesen sind -manche in verschiedenen Ländern besonders häufig, z. B. -die weibliche Katze<a class="fnote" href="#footnote-155" id="fnote-155">[155]</a> in Japan, das Schwein<a class="fnote" href="#footnote-156" id="fnote-156">[156]</a> in Serbien. -Von besonderer Bedeutung ist der allgemeine Glaube, daß -der Vampir in Gestalt einer Schlange, eines Schmetterlings<a class="fnote" href="#footnote-157" id="fnote-157">[157]</a> -<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a> -oder einer Nachteule<a class="fnote" href="#footnote-158" id="fnote-158">[158]</a> erscheinen kann, denn dies sind ursprüngliche -Symbole abgeschiedener Seelen, besonders der -Eltern. Die bei Nacht fliegenden Geschöpfe wird ein späteres -Kapitel behandeln, das aber mancherlei Beziehungen zum -Vampirglauben hat. Wenn man sich mit dem Körper des -Vampirs beschäftigt, hat man sorgfältig darauf zu achten, -ob ihm ein Schmetterling entfliegt; dieser muß gefangen und -verbrannt werden. Was die Nachteule betrifft, ist es interessant, -den Glauben zu finden, daß sie an dem Euter der Kühe und -der Brust der Kinder saugen kann, genau wie ein wirklicher -Vampir.<a class="fnote" href="#footnote-159" id="fnote-159">[159]</a> Laistner<a class="fnote" href="#footnote-160" id="fnote-160">[160]</a> sucht eine Beziehung zwischen Schmetterling -und Eule einerseits und der gespenstischen Habergeiß -anderseits auf. Henne am Rhyn<a class="fnote" href="#footnote-161" id="fnote-161">[161]</a> sieht als Stammeltern -der europäischen Vampire die römischen Strigen an. -</p> - -<p> -Wir wollen nun das <em>zweite</em> wesentliche Charakteristikum -des Vampirs betrachten, nämlich das <em>Blutsaugen</em>. -Hier finden wir eine ganze Menge von Vorgängern des eigentlichen -Vampirs. Im allgemeinen kann man sagen, daß diese -Gewohnheit überall verknüpft ist mit den Motiven von dem -Zerfleischen menschlicher Wesen und vom Inkubus, Sukkubus. -Diese Tatsachen zeigen deutlich die sexuelle Natur der Vorstellung; -die assyrischen und babylonischen Silats<a class="fnote" href="#footnote-162" id="fnote-162">[162]</a>, der -böhmische Mara<a class="fnote" href="#footnote-163" id="fnote-163">[163]</a>, der östliche Palukan<a class="fnote" href="#footnote-164" id="fnote-164">[164]</a>, der finnische -Herrscher der Unterwelt<a class="fnote" href="#footnote-165" id="fnote-165">[165]</a>, der deutsche Alp<a class="fnote" href="#footnote-166" id="fnote-166">[166]</a>, sie alle saugen -menschliches Blut. Nach Davenport<a class="fnote" href="#footnote-167" id="fnote-167">[167]</a> besuchen sowohl der -malayische Molong als auch der Penangelam in Indo China -Frauen und leben davon, daß sie menschliches Blut -<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a> -saugen. Der Sudak der Lappländer erscheint in der -Gestalt eines Käfers und saugt Blut durch eine eiserne -Röhre.<a class="fnote" href="#footnote-168" id="fnote-168">[168]</a> -</p> - -<p> -Die sexuellen Seiten der Tätigkeit zeigen sich deutlich -in folgenden Beispielen: bei der Beschäftigung mit rumänischem -Aberglauben berichtet Stern<a class="fnote" href="#footnote-169" id="fnote-169">[169]</a> vom Nosferat, »der -nicht nur schlafender Menschen Blut saugt, sondern auch -als Inkubus-Sukkuba Unheil stiftet ... Als schwarze Katze, -als schwarzer Hund, als Käfer, Schmetterling oder auch bloß -als Strohhalm besucht es nachts die Menschen; wenn es -männlichen Geschlechts ist: die Frauen; wenn es weiblichen -Geschlechts ist: die Männer. Mit jungen Leuten treibt es -geschlechtliche Vermischung, bis sie krank werden und an -Auszehrung sterben. In diesem Fall kommt es auch als -schöner Jüngling oder als schönes Mädchen, während die -Opfer halb wach liegen und widerstandslos sich ihm fügen. -Oft geschieht es, daß Weiber von ihnen geschwängert werden.« -Die Chaldäer glaubten an die Existenz von Geistern, die im -Traum Umgang mit Menschen pflegen, ihr Fleisch zerfressen -und das Blut<a class="fnote" href="#footnote-170" id="fnote-170">[170]</a> trinken. Die vedischen Gandharven sind -blutgierige Buhlgeister, die die Frauen im Schlaf heimsuchen.<a class="fnote" href="#footnote-171" id="fnote-171">[171]</a> -Ihnen ähnlich sind die indischen Pisashas, die -nach Fleisch und Blut gierig sind und ihre grausame Lust -an Weibern im Zustand des Schlafs, der Trunkenheit und -des Wahnsinns büßen.<a class="fnote" href="#footnote-172" id="fnote-172">[172]</a> Andere Wesen derselben Art -widmen ihre Aufmerksamkeit vor allem Männern; so sucht -die ruthenische Upierzyca in Vollmondnächten<a class="fnote" href="#footnote-173" id="fnote-173">[173]</a> die Schlafplätze -junger Männer auf, die sie langsam mit ihren Umarmungen<a class="fnote" href="#footnote-174" id="fnote-174">[174]</a> -zu Grunde richtet. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-175" id="fnote-175">[175]</a> erzählt: »die -<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a> -griechisch-römischen Lamien sind zugleich Buhlteufelinnen -und Vampire. Sie suchen schöne kräftige Jünglinge in sich -verliebt zu machen und zur Verehelichung mit sich zu -bringen. Haben sie sie so weit, so töten sie den Jüngling, -indem sie ihm das Blut aussaugen.« -</p> - -<p> -Blut ist nicht die einzige zum Leben nötige Flüssigkeit, -die dem Opfer entzogen wird, wenn sich auch der wirkliche -Vampir in der Regel darauf beschränkt. Der Alp saugt an -den Brustwarzen der Männer<a class="fnote" href="#footnote-176" id="fnote-176">[176]</a> und Kinder<a class="fnote" href="#footnote-177" id="fnote-177">[177]</a> und zieht -häufiger Milch aus Frauen<a class="fnote" href="#footnote-178" id="fnote-178">[178]</a> und Kühen<a class="fnote" href="#footnote-179" id="fnote-179">[179]</a> als Blut. Die -Drud saugt ebenfalls an der Brust der Kinder<a class="fnote" href="#footnote-180" id="fnote-180">[180]</a>, während -die südslawische Mora<a class="fnote" href="#footnote-181" id="fnote-181">[181]</a> Blut und Milch trinkt. Die indische -Churel saugt, nachdem sie die Nacht mit einem schönen -Jüngling zugebracht, direkt sein Leben aus.<a class="fnote" href="#footnote-182" id="fnote-182">[182]</a> -</p> - -<p> -Die Erklärung all dieser Phantasien ist sicher nicht -schwer; ein nächtlicher Besuch von Seite eines anziehenden -oder schrecklichen Wesens, das den Schläfer zuerst durch -leidenschaftliche Umarmungen erschöpft und ihm dann eine -vitale Flüssigkeit entzieht, kann sich nur auf einen natürlichen -und häufigen Vorgang beziehen, nämlich auf die nächtliche -<a id="corr-17"></a>Pollution in Begleitung mehr oder minder erotischer -Träume. Blut ist im Unbewußten ein sehr häufiges Äquivalent -für den Samen und es ist nicht notwendig, sich, wie -Hock<a class="fnote" href="#footnote-183" id="fnote-183">[183]</a>, auf die Möglichkeit von »selbst zugefügten Kratzwunden -während eines wollüstigen Traumes« zu berufen. -Mehrere Mythen liefern ein interessantes Beispiel zur Bestätigung -der Wahrheit dieses Schlusses. Nach Quelenfeldt<a class="fnote" href="#footnote-184" id="fnote-184">[184]</a> -<a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a> -herrscht im Süden des Atlasgebirges der Aberglaube, daß es -hier alte Negerinnen gäbe, die nachts aus den <em>Zehen</em> der -Schläfer das Blut trinken. Der akkadische Gelal und Kiel -Gelal, die assyrischen Sil und Sileth, die gleichbedeutend mit -dem europäischen Inkubus und Sukkubus sind, waren Dämonen -mit der speziellen Funktion, durch die Umarmung der -Schläfer<a class="fnote" href="#footnote-185" id="fnote-185">[185]</a> nächtliche Pollutionen herbeizuführen. Der -armenische Daschnavar trinkt auf ähnliche Weise das Blut -aus den <em>Füßen</em> der Wanderer<a class="fnote" href="#footnote-186" id="fnote-186">[186]</a>, während Meyer<a class="fnote" href="#footnote-187" id="fnote-187">[187]</a> gespensterhafte -Mütter erwähnt, die die Augen ihrer Kinder -aussaugen. Es ist wohlbekannt, daß Zehen, Füße und Augen -in Folklore und Mythologie<a class="fnote" href="#footnote-188" id="fnote-188">[188]</a> häufig wiederkehrende -phallische Symbole sind. Ein weiterer Faktor, der zweifellos -eine bedeutsame Rolle in der Ausbildung der oben -erwähnten Vorstellungen gespielt hat, ist die häufige Assoziation -zwischen Sexualität und der Tätigkeit des Saugens sowohl -in der wirklichen Erfahrung als auch besonders in unbewußten -Phantasien. -</p> - -<p> -Das Nervensystem und vor allem das Rückenmark hat -häufig ähnliche symbolische Bedeutung wie Blut (vitale Substanz) -und diese Tatsache wirft ein Licht auf die folgenden -Stellen, in denen der Vampir vorkommt. In Zschokkes »Die -Zauberin Sidonia«, geschrieben im Jahre 1798 begegnet auf -der ersten Seite folgender Satz: »Die Faulheit saugt uns mit -ihrem Vampirenrüssel Mark und Blut aus.« Dies kann man -mit Jaromirs Rede in Grillparzers »Ahnfrau« vergleichen: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und die Angst mit Vampirrüssel</p> - <p class="verse">Saugt das Blut aus meinen Adern,</p> - <p class="verse">Aus dem Kopfe das Gehirn.</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -In ganz Europa gab es seit den frühesten Zeiten Mythen -und Märchen über den Vampir; ein typisches Beispiel dafür -<a id="page-48" class="pagenum" title="48"></a> -ist die wallachische Sage, nach der tote rothaarige Männer -in Gestalt von Fröschen, Käfern usw. erscheinen und das Blut -schöner Mädchen<a class="fnote" href="#footnote-189" id="fnote-189">[189]</a> trinken. Ferner kamen aus dem frühen -Mittelalter Berichte auf uns über den Brauch, der in den -meisten europäischen Ländern bestand, die Leichen jener, -deren Geist die Lebenden plagte und ihr Blut aussaugte, auszugraben, -zu verbrennen oder mit einem Pfahl<a class="fnote" href="#footnote-190" id="fnote-190">[190]</a> zu durchbohren. -Wie oben angedeutet wurde, ist dieser Glaube über -die ganze Welt verbreitet, z. B. pflegen die modernen Pontianaks -auf Java, die von Leichen stammen, nachts menschliches -Blut<a class="fnote" href="#footnote-191" id="fnote-191">[191]</a> zu saugen. Der assyrische Vampir, Akakharu -mit Namen, stammt aus sehr alter Zeit.<a class="fnote" href="#footnote-192" id="fnote-192">[192]</a> Die genaue Kenntnis -der Vorstellung in Europa aber danken wir der Balkanhalbinsel, -wo sie offenbar vom türkischen Aberglauben<a class="fnote" href="#footnote-193" id="fnote-193">[193]</a> stark -beeinflußt wurde. Weiter kam als lokaler Faktor wahrscheinlich -das Dogma der griechischen Kirche in Betracht, die -im Gegensatz zu den Lehren der römisch-katholischen -Kirche, nach denen die Körper der Heiligen der Zersetzung -nicht unterliegen, daran festhielt, daß die Leichen der von der -Kirche Exkommunizierten nicht verwesen. Ebenso wie die -römisch-katholische Kirche lehrte, daß jemand durch Ketzerei -in einen Werwolf verwandelt werden könne, verkündete die -griechische, daß ein Ketzer nach seinem Tode zum Vampir -werde. Die Epidemien, die auch früher häufig genug vorgekommen -waren, erreichten ihren Höhepunkt im achtzehnten<a class="fnote" href="#footnote-194" id="fnote-194">[194]</a> -und dauerten selbst noch im neunzehnten<a class="fnote" href="#footnote-195" id="fnote-195">[195]</a> Jahrhundert -an. Die heftigsten ereigneten sich in Chios 1708<a class="fnote" href="#footnote-196" id="fnote-196">[196]</a>, -<a id="page-49" class="pagenum" title="49"></a> -in Ungarn 1726<a class="fnote" href="#footnote-197" id="fnote-197">[197]</a>, in Meduegna und Belgrad 1725 und 1732<a class="fnote" href="#footnote-198" id="fnote-198">[198]</a>, -in Serbien 1825<a class="fnote" href="#footnote-199" id="fnote-199">[199]</a> und in Ungarn 1832.<a class="fnote" href="#footnote-200" id="fnote-200">[200]</a> -</p> - -<p> -Im Jahre 1732 erschienen in Deutschland allein vierzehn -Bücher über diesen Gegenstand<a class="fnote" href="#footnote-201" id="fnote-201">[201]</a>, der allgemeinen Schrecken -hervorrief und überall besprochen wurde. Er entging nicht -der Satire Voltaires, der bei Erörterung der Frage in seinem -philosophischen Dictionaire sagt: »La difficulté était de savoir -si c’était l’âme ou le corps du mort qui mangeait: il fut -décidé que c’était l’un et l’autre; les mets dêlicats et peu -substantiels, comme les meringues, la crême fouettée et les -fruits fondans, étaient pour l’âme; les ros-bif étaient pour -le corps.« Wir brauchen über die wahren Todesursachen bei -diesen Epidemien nicht zu sprechen, da dieses eine rein -medizinische Frage ist. Hock<a class="fnote" href="#footnote-202" id="fnote-202">[202]</a> bemerkt, daß sie vorwiegend -bei Pestzeiten auftraten, besonders bei Ausbruch von Rinderpest. -Es ist möglich, daß es sich dabei um Fälle von Scheintod -handelt, eine Erklärung, die besonders von Weitenkampf<a class="fnote" href="#footnote-203" id="fnote-203">[203]</a> -und Mayo<a class="fnote" href="#footnote-204" id="fnote-204">[204]</a> aufrecht erhalten wurde. -</p> - -<p> -Der Aberglauben ist in vielen Teilen Europas keineswegs -ausgestorben; in Norwegen, Schweden, Finnland bestand -er noch vor ganz kurzer Zeit.<a class="fnote" href="#footnote-205" id="fnote-205">[205]</a> Krauß<a class="fnote" href="#footnote-206" id="fnote-206">[206]</a> berichtet, daß -noch heute die Bauern in Bosnien an die Existenz des Vampirs -ebenso fest glauben wie an Gott. In Bulgarien wurde -im Jahre 1837 ein Fremder verdächtigt, daß er ein Vampir -sei, und er wurde gemartert und lebendig verbrannt.<a class="fnote" href="#footnote-207" id="fnote-207">[207]</a> Im -<a id="page-50" class="pagenum" title="50"></a> -Jahre 1874 grub in Rhode Island U. S. A. ein Mann den -Leichnam seiner eigenen Tochter aus und verbrannte ihr Herz, -im Glauben, daß sie das Leben der anderen Familienmitglieder -zu Grunde richte. Ungefähr zur selben Zeit wurde in Chikago -die Leiche einer Frau, die an Schwindsucht gestorben war, -ausgegraben und die Lungen verbrannt, da man meinte, sie -ziehe einige ihrer lebenden Anverwandten zu sich ins Grab.<a class="fnote" href="#footnote-208" id="fnote-208">[208]</a> -Im Jahre 1889 wurde in Rußland die Leiche eines alten -Mannes, den man für einen Vampir hielt, ausgegraben, wobei -viele der Anwesenden behaupteten, einen Schweif aus seinem -Rücken ragen zu sehen. Im Jahre 1899 gruben rumänische -Bauern in Krassowa dreißig Leichen aus und rissen sie in -Stücke, um eine Diphtherieepidemie zum Erlöschen zu -bringen.<a class="fnote" href="#footnote-209" id="fnote-209">[209]</a> Zwei Beispiele finden wir noch im Jahre 1902, -eines in Ungarn,<a class="fnote" href="#footnote-210" id="fnote-210">[210]</a> eines in Bukarest.<a class="fnote" href="#footnote-211" id="fnote-211">[211]</a> -</p> - -<p> -Das Wort Vampir selbst ist serbischen Ursprungs und -man hält es für eine Ableitung des nordtürkischen »Uber« -(Hexe)<a class="fnote" href="#footnote-212" id="fnote-212">[212]</a>. Allgemein in Europa verwendet wird es seit ungefähr -1730. In späteren Jahren hat es Nebenbedeutungen -angenommen, die nicht uninteressant sind, da sie die Anschauung -des Volkes über den Gegenstand zeigen. Wohlbekannt -ist seine Verwendung — sie findet sich zuerst bei -Buffon<a class="fnote" href="#footnote-213" id="fnote-213">[213]</a> — zur Bezeichnung gewisser Arten von Fledermäusen, -die, wie man sagte, Tiere und menschliche Wesen im Schlaf -überfielen. Die alte Vorstellung von der verderblichen Nachtfahrt -ist hier deutlich. Die wichtigsten metaphorischen Bedeutungen -des Wortes sind: Erstens ein sozialer oder politischer -Tyrann<a class="fnote" href="#footnote-214" id="fnote-214">[214]</a>, der seine Leute bis aufs Blut aussaugt, -zweitens ein unwiderstehlicher Liebender, der Energie, Ehrgeiz -und selbst das Leben des anderen aufzehrt; dieser kann -<a id="page-51" class="pagenum" title="51"></a> -entweder ein Mann sein wie Torresanis faszinierender Rittmeister<a class="fnote" href="#footnote-215" id="fnote-215">[215]</a> -oder ein Weib wie in Kiplings Vampirdichtung. -</p> - -<p> -Der Vampirglaube ist offenbar eng verknüpft mit dem -an den Inkubus, Sukkubus. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-216" id="fnote-216">[216]</a> sagt: »Denn man -kann, wenn auch nicht als Regel, so doch in den meisten -überlieferten Fällen konstatieren, daß Frauen stets von einem -männlichen, Männer hingegen von einem weiblichen Vampir -heimgesucht werden ... Das sexuelle Moment charakterisiert -den Vampirglauben als eine andere, allerdings gefährlichere -Form des Inkubus- und Sukkubusglaubens.« Zimmermann<a class="fnote" href="#footnote-217" id="fnote-217">[217]</a> -und Laurent und Nagour<a class="fnote" href="#footnote-218" id="fnote-218">[218]</a> sind derselben Ansicht und diese -findet ihre überzeugende Bestätigung durch unsere neue -Kenntnis der Symbolik solcher Vorgänge. Die Ähnlichkeit -mit dem Alpglauben, der beim Volk die Stelle des Inkubus -vertritt, ist noch schlagender; ebenso wie der Vampir kann -der Alp die Seele eines Toten<a class="fnote" href="#footnote-219" id="fnote-219">[219]</a> sein und den Leuten während -des Schlafes<a class="fnote" href="#footnote-220" id="fnote-220">[220]</a> das Blut aussaugen, häufig mit demselben verhängnisvollen -Ausgang. Die am weitesten gehende Beziehung -aber liegt in den Einzelheiten des Aberglaubens über die -Ursachen und über die Mittel zur Befreiung von dem bösartigen -Trieb, der diese Wesen dazu bringt, ihre ruchlosen -Taten zu verüben. Da dieser Gegenstand mit dem mythologischen -»Erlösungsthema« verbunden ist, das einen wichtigen -Komplex bildet, muß er hier übergangen werden. Das Nachtfahrtelement -ist ebenfalls ein Verbindungsglied zwischen dem -Vampirglauben und den zahlreichen Alp- und Mahrmythen, -in denen es vorkommt, z. B. dem der montenegrinischen -Wjeschtitza<a class="fnote" href="#footnote-221" id="fnote-221">[221]</a> »ein weiblicher Geist mit feurigen Flügeln, der -den Schlafenden auf die Brust steigt, sie mit ihren Umarmungen -erstickt oder wahnsinnig macht.« -</p> - -<p> -<a id="page-52" class="pagenum" title="52"></a> -Der Inzestkomplex, der dem Inkubusglauben zu Grunde -liegt, zeigt sich auch in dem Vampirglauben; von besonderer -Bedeutung ist hier die Tatsache, daß der Vampir ein revenant -ist, da wir ja diese Vorstellung oben auf unbewußte -Inzestgedanken zurückgeführt haben. Die Erscheinung des -Vampirs in Tiergestalt, besonders als Schmetterling oder -Schlange, kann gleichfalls als Beweis in dieser Richtung angesehen -werden; auf alle Fälle stimmt sie durchaus mit -diesem Schluß überein. -</p> - -<p> -Zum Schluß haben wir die Beziehungen des Vampirglaubens -mit den Erfahrungen der Angstträume zusammenzufassen. -Wundt<a class="fnote" href="#footnote-222" id="fnote-222">[222]</a> sagt: »Als nächtliche Spukgestalt, die den -Schläfer umklammert, um ihm das Blut auszusaugen, ist er -sichtlich ein Produkt des Alptraumes.« Doch fügt er hinzu, -daß die Vorstellung von einem Geist, der sich durch das -Trinken von Blut am Leben hält, anderen allgemeineren Quellen -entstammt. Hock<a class="fnote" href="#footnote-223" id="fnote-223">[223]</a> unterscheidet zwischen dem wirklichen -blutsaugenden Vampir und dem Nachzehrer, der sein Leichenkleid -zerreißt und so seine Familie bloß durch die Wirkung -der Sympathie nachzieht: »Hat jene Tradition in der Traumvorstellung -ihre sichere Grundlage, so sind die Sagen von -den »schmatzenden und käuenden« Toten offenbar im Hinblick -auf tatsächlich erlebte Ereignisse nach dem entsetzlichen -Vorbilde eines im Grabe zu spät erwachten Scheintoten gebildet.« -Wahrscheinlich legt Hock hier zu viel Nachdruck -auf den Scheintod, der außerdem zu selten vorkommt, um -einen so weit verbreiteten Aberglauben erklären zu können; -eine weitere Einwendung gegen Hocks Einsicht bildet die -Überlegung, daß äußerliche Vorgänge dieser Art nie von -grundlegender Wichtigkeit bei der Schöpfung eines Aberglaubens -sein können, der solche Charakteristika zeigt, wie -der vom Vampir. Seine wahre Ursache muß in bedeutsamen -inneren seelischen Prozessen gesucht werden; das -höchste, was äußere Geschehnisse leisten können, ist, zu der -äußeren Gestalt, die ein gewisser Aberglaube annimmt, etwas -<a id="page-53" class="pagenum" title="53"></a> -beizutragen. In unserem Fall z. B. können wir mit Recht -einen verhältnismäßig bedeutungslosen Zug, nämlich die Beschreibung -der Auffindung des Vampirs nach dem Tod, wirklichen -Erfahrungen über die verschiedenen Umstände zuschreiben, -die die Zersetzung eines Leichnams verzögern. Mit -dem Aberglauben an sich aber steht es anders. Die Erscheinung -des Vampirs in Tiergestalt, seine leichte Verwandlungsfähigkeit, -seine Nachtfahrt, sein Besuch bei Schläfern, die -erschöpfende Wirkung und pollutionähnliche Art seiner Betätigung, -die deutlichen Anzeichen für deren sexuellen -Charakter und schließlich der Glauben an die Rückkehr toter -Verwandter — alles weist übereinstimmend darauf hin, daß -der Angsttraum weitaus die wichtigste Quelle der ganzen Vorstellung -ist. Sie ist tatsächlich nur eine Ausbildung des -Inkubusglaubens und die wichtigen Elemente beider sind -zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzest<a id="corr-21"></a>charakter -an sich tragen. In der Vampirvorstellung treten, -wie oben gezeigt wurde, noch andere Perversionen als akzessorische -Faktoren hinzu, vor allem sadistische, masochistische -und nekrophile Tendenzen, ferner die Betätigung der Mund- -und Analerotik. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-7"> -V.<br /> -Der Werwolf. -</h2> - -<p class="noindent"> -Eine der am stärksten entwickelten Vorstellungen, die -Verwandlung menschlicher Wesen in Tiere betreffend, ist die -vom Werwolf. Die wichtigsten anderen Elemente in diesem -Aberglauben sind Nachtfahrt und Menschenfresserei. -</p> - -<p> -Der Wolf gehört zu der Gruppe wilder Tiere, die in -Mythologie und Folklore vielfach zur Darstellung grausamer -und sadistischer Phantasien verwendet wurden. Zur selben Klasse -wie die Werwölfe gehören die Mannhyänen in Abessynien<a class="fnote" href="#footnote-224" id="fnote-224">[224]</a>, -die Mannleoparden in Südafrika<a class="fnote" href="#footnote-225" id="fnote-225">[225]</a>, die Manntiger in Indien<a class="fnote" href="#footnote-226" id="fnote-226">[226]</a> -<a id="page-54" class="pagenum" title="54"></a> -und die Mannbären in Skandinavien<a class="fnote" href="#footnote-227" id="fnote-227">[227]</a>, an deren Existenz -nach Mogk<a class="fnote" href="#footnote-228" id="fnote-228">[228]</a> die norwegischen Bauern noch immer glauben. -</p> - -<p> -Die symbolische Bedeutung des Wolfes zu erkennen, ist -nicht schwierig. Hertz<a class="fnote" href="#footnote-229" id="fnote-229">[229]</a> schreibt darüber: »Betrachten wir -nun speziell den Wolf, so erscheint er, — das unersättlich -mordgierige, bei Nacht und zur Winterszeit besonders gefährliche -Raubtier, — als das natürliche Symbol der <em>Nacht</em>, des -<em>Winters</em> und des <em>Todes</em> ....... Der Wolf ist aber nicht -allein das raubgierigste, er ist auch das <em>schnellste</em>, -<em>rüstigste</em> unserer größeren vierfüßigen Tiere. Diese seine -Rüstigkeit, seine wilde Kühnheit, seine grausame Kampf- und -Blutgier verbunden mit seinem Hunger nach Leichenfleisch -und seinen dadurch angeregten nächtlichen Besuchen der -Totenfelder und Walstätten macht den Wolf zum Begleiter -und Gefolgmann des Schlachtengottes.« -</p> - -<p> -Die Eigenschaften, die am allermeisten hervortreten -und deren symbolische Verwendung wir erwarten können, -sind also Schnelligkeit der Bewegung, unersättliche Blutgier, -Grausamkeit und eine Angriffsart, die durch die Mischung -von Kühnheit und schlauer Hinterlist charakterisiert wird, -ferner Verbindungen mit Nacht, Tod und Leichen; wie man -leicht einsehen wird, macht das Wilde und Unheimliche, das -für den Wolf bezeichnend ist, ihn besonders geeignet, die -gefährlichen und niedrigen Seiten der Natur im allgemeinen -und der menschlichen im besonderen zu charakterisieren. -Diese Eigenschaften des Wolfes erklären es, daß er eine wichtige -Rolle in den Theologien spielte. In Ägypten war der -Wolf ein heiliges Tier und Osiris selbst erschien bei seinem -Überfall auf Typhon<a class="fnote" href="#footnote-230" id="fnote-230">[230]</a> in Wolfsgestalt. In der deutschen -Mythologie waren zwei Wölfe, Geri und Freki, Odins<a class="fnote" href="#footnote-231" id="fnote-231">[231]</a> Begleiter, -wenn auch Grimms Ansicht, daß sie den Gott selbst -<a id="page-55" class="pagenum" title="55"></a> -darstellen, unrichtig<a class="fnote" href="#footnote-232" id="fnote-232">[232]</a> ist. Der Wolf Fenrir, einer von Lokis -Nachkommen, ist der Mittelpunkt zahlreicher Mythen.<a class="fnote" href="#footnote-233" id="fnote-233">[233]</a> Noch -besser bekannt ist das Leben als Werwolf von Sigmund -und Sinfjötli, wie es die Wölsungensage berichtet; auch in -Amerika ist der Wolf ein heiliges Tier, wie die religiösen -Wolfstänze der Texas-Indianer<a class="fnote" href="#footnote-234" id="fnote-234">[234]</a> zeigen. Der Nez-Percezstamm -führt den Ursprung der ganzen Menschenrasse auf einen -Wolf<a class="fnote" href="#footnote-235" id="fnote-235">[235]</a> zurück. -</p> - -<p> -In Griechenland war der Wolf dem Sonnengott heilig, -der in Wolfsgestalt erschien, als er die Telshinen auf Rhodus<a class="fnote" href="#footnote-236" id="fnote-236">[236]</a> -niedermetzelte. Seine Verbindung mit Apoll hielt man für -zufällig und für eine Folge des Wortspiels zwischen <span class="greek">λὐκος</span> Wolf -und <span class="greek">λύκη</span> Licht. Einige Schriftsteller<a class="fnote" href="#footnote-237" id="fnote-237">[237]</a> haben den ganzen -späteren Werwolfsaberglauben darauf zurückgeführt. Fiske<a class="fnote" href="#footnote-238" id="fnote-238">[238]</a> -bemerkt in bezug auf letztere Ansicht sehr milde: »Anzunehmen, -daß Jean Grenier sich für einen Wolf hielt, weil das -griechische Wort für Wolf dem für Licht ähnlich war und -so Anlaß zu der Geschichte von einer Lichtgottheit gab, die -zu einem Wolf wurde, scheint mir durchaus unzulässig.« -Man könnte hinzufügen, daß es typisch für die Schlüsse ist, -zu denen man gelangt, wenn man die Psychologie bei den -mythologischen Studien vernachlässigt. Wie anderswo in -seelischen Prozessen, so verdeckt auch hier wahrscheinlich -eine oberflächliche Assoziation eine innere Verbindung der -Ideen. Zwei solche Beziehungen zwischen den Ideen von Wolf -und Licht oder Sonne mögen hier kurz erwähnt werden; -sie gehören beide zu starken, bei der Zeugung tätigen Kräften. -Schnelligkeit der Bewegung — eine hervorstechende Eigenschaft -des Wolfes — wird in der Mythologie vielfach mit Fruchtbarkeit -einerseits, mit Wind und Sonne anderseits in Verbindung -<a id="page-56" class="pagenum" title="56"></a> -gebracht. Die Vorstellung von der unaufhörlichen -Bewegung der Sonne ist eine der Ursachen für ihre häufige -Assoziation mit dem Pferd in der indischen, griechischen und -germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der <a id="corr-23"></a>Fruchtbarkeit -mit dem schnellen Wind ist ebenso verbreitet; man -braucht bloß auf den griechischen und römischen Glauben -hinzuweisen, daß der Westwind Pferde<a class="fnote" href="#footnote-239" id="fnote-239">[239]</a> und Frauen schwanger -machen kann, ein Glaube, der bis vor kurzer Zeit in -Portugal<a class="fnote" href="#footnote-240" id="fnote-240">[240]</a> bestand, ferner auf den deutschen Brauch, zu -säen, während der Westwind<a class="fnote" href="#footnote-241" id="fnote-241">[241]</a> bläst. Dies ist vielleicht die -Ursache dafür, weshalb gerade über der <em>westlichen Tür</em> -von Gladheim, der germanischen Welt der Freude, ein Wolf<a class="fnote" href="#footnote-242" id="fnote-242">[242]</a> -hing. Die andere Verbindung stammt von der durch den -Kontrast herbeigeführten Assoziation zwischen Zeugung und -Zerstörung, zwischen der fruchtbringenden Macht<a class="fnote" href="#footnote-243" id="fnote-243">[243]</a> der Sonne -und ihrer verderblichen, ferner zwischen ihrer wirksamen -(phallischen) Wärme bei Tag und im Sommer einerseits und -ihrer Kraftlosigkeit und ihrem Untergang bei Nacht und im Winter -anderseits.<a class="fnote" href="#footnote-244" id="fnote-244">[244]</a> Es ist bezeichnend, daß Apoll, bevor er mit -Helios identifiziert wurde, vor allem der Gott des Todes war; -seine Beziehung zum Wolf ist noch älter, denn seine Mutter -Leto verwandelte sich, bevor sie ihn gebar, in eine Wölfin, -um sich vor dem Zorne der Hera zu schützen. Demselben -Wortspiel ist auch die wohlbekannte Werwolfsage von Lykaon -zuzuschreiben, die in verschiedenen Versionen von Ovid, -Pausanias, Apollodorus und anderen<a class="fnote" href="#footnote-245" id="fnote-245">[245]</a> berichtet wird und -deren Analyse hier zu geben nicht notwendig ist. -</p> - -<p> -<a id="page-57" class="pagenum" title="57"></a> -Eine noch bedeutsamere Rolle spielte der Wolf in Rom, -wie ja die Romulus-Remus Geschichte zeigt. Man hat Ursache, -anzunehmen, daß die Gründer von Rom nach dem ursprünglichen -Glauben von einer Wölfin nicht nur gesäugt, sondern -sogar geboren wurden, mit anderen Worten, daß die Sage -einer totemistischen Anschauung entsprang. Die Priester des -Soranus, des sabinischen Todesgottes, der später mit Apoll -identifiziert wurde, hießen Hirpi (Wölfe) und eine Art Räuberei -bildete einen Teil ihres Kultes. Der Wolf war das dem Mars -heilige Tier und dieser war ja ursprünglich ein Todesgott. -Der Gott Lupercus stellt wahrscheinlich eine Gruppe von -Eigenschaften des Mars dar, die sich abgespalten haben und -eine neue Gottheit bilden; seine Frau Luperca bedeutet die -Wölfin, die Romulus und Remus säugte. Die Priester hießen -Crepi, eine ältere Form von Capri (Böcke). Lupercus war -ein Beiname des Gottes Faunus, Februus oder Innus (von -inire, Verkehr pflegen). Schwelger<a class="fnote" href="#footnote-246" id="fnote-246">[246]</a> sagt, der Name Lupercus -sei von lupus und hircus abgeleitet und bedeute so Wolfbock: -»Eine Bezeichnung, welche die beiden Seiten der in Faunus -sich darstellenden chthonischen Macht, die zerstörende lebenvernichtende -und die hervorbringende, lebenerzeugende als -wesentliche Konnexe zumal ausspricht.« Das Fest der Lupercalien -(15. Februar) scheint eine Reinigung durch Heirat -symbolisiert zu haben. Von dem Worte februare (inire), -nach dem der Monat genannt ist, stammt der Beiname Februata -oder Februalis der Göttin Juno, der die Ehe heilig war. -Man glaubte, daß Werwölfe ihre unheilvolle Tätigkeit im -Februar<a class="fnote" href="#footnote-247" id="fnote-247">[247]</a> ausübten, und nach Andrée<a class="fnote" href="#footnote-248" id="fnote-248">[248]</a> ereigneten sich tatsächlich -die meisten Epidemien von Lykanthropie in diesem -Monat. Wir können in betreff der sexuellen Bedeutung des -Gegenstands eine Stelle von Hermann<a class="fnote" href="#footnote-249" id="fnote-249">[249]</a> hinzufügen: »Auch -im Italienischen bedeutete lupa sowohl Wölfin als auch -<a id="page-58" class="pagenum" title="58"></a> -Buhlerin (vulva) und aus den Tempeln der Luperca wurden -die späteren Bordelle oder Lupanare.« -</p> - -<p> -Zahlreiche Versuche, die zum Teil sehr amüsant sind, -wurden zur Etymologie des Wortes Werwolf<a class="fnote" href="#footnote-250" id="fnote-250">[250]</a> gemacht. Die -richtige wurde zuerst im Jahre 1211 von Gervasius von Tilbury -gegeben. »Wer« bedeutet Mann (lateinisch vir, sanskrit viras, -vergleiche Wergeld) »Wolf« bedeutet ursprünglich Räuber<a class="fnote" href="#footnote-251" id="fnote-251">[251]</a> -(sanskrit wrikas). Die Römer kannten den Geschlechtsnamen -versipellis = Hautwechsler; das französische Wort loup-garou -(von Bodin<a class="fnote" href="#footnote-252" id="fnote-252">[252]</a> loup-varou und von älteren Schriftstellern -loup-warou<a class="fnote" href="#footnote-253" id="fnote-253">[253]</a> geschrieben) kommt wahrscheinlich von dem -normannischen Garwolf<a class="fnote" href="#footnote-254" id="fnote-254">[254]</a> = werwolf und ist infolgedessen -tautologisch. -</p> - -<p> -Der Werwolfaberglaube ist sehr weit verbreitet gewesen; -Hertz<a class="fnote" href="#footnote-255" id="fnote-255">[255]</a> hat Beispiele dafür aus den verschiedensten Ländern -gesammelt. Die betroffene Person wurde nach der allgemeinen -Anschauung von einem unwiderstehlichen Impuls — Heißhunger -— ergriffen, änderte ihre Erscheinung, streifte des -Nachts durch die Felder und zerfleischte dabei Tiere und -Menschen, besonders Kinder. Der Impuls war nur zeitweise -wirksam und konnte dazwischen ziemlich lang schlummern. -Wenn die Verwandlung in einen Wolf plötzlich erfolgte, so -geschah sie meistens dadurch, daß der Betreffende entweder -eine Wolfshaut<a class="fnote" href="#footnote-256" id="fnote-256">[256]</a> anlegte oder auch einfach das Innere seiner -eigenen Haut nach außen<a class="fnote" href="#footnote-257" id="fnote-257">[257]</a> wendete; er trug nämlich eine -Wolfshaut unter seiner eigenen und dieser Glaube verursachte -<a id="page-59" class="pagenum" title="59"></a> -im Mittelalter schreckliche Marterungen, da man verdächtige -Leute zerstückelte<a class="fnote" href="#footnote-258" id="fnote-258">[258]</a>, um die haarige Haut zu finden. -Haar und Werwolf wurden eng miteinander assoziiert, was -sich darin zeigt, daß der russische Namen für letzteren -»<a id="corr-26"></a>volkudlak« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar<a class="fnote" href="#footnote-259" id="fnote-259">[259]</a>. Werwölfe -konnte man in ihrer menschlichen Gestalt an ihren -starken zusammengewachsenen Augenbrauen<a class="fnote" href="#footnote-260" id="fnote-260">[260]</a> erkennen. -Auf die sexuelle Bedeutung des Haares braucht hier kaum -hingewiesen zu werden. Die Wolfshaut konnte abgelegt -werden und wenn man sie verbrannte, konnte sich der Betreffende -nicht mehr verwandeln<a class="fnote" href="#footnote-261" id="fnote-261">[261]</a>; wenn man aber andrerseits -die menschlichen Kleider wegnahm, während er in -Wolfsgestalt war, mußte er für immer ein Wolf bleiben.<a class="fnote" href="#footnote-262" id="fnote-262">[262]</a> -Dies ist ein verbreitetes Motiv in der Mythologie und besonders -wichtig für die Schwanjungfraumärchen. Das Anlegen -der Wolfshaut war nur möglich, wenn der Mensch nackt<a class="fnote" href="#footnote-263" id="fnote-263">[263]</a> -war, die Umwandlung war vollständig bis auf die Augen, -wofür Hertz<a class="fnote" href="#footnote-264" id="fnote-264">[264]</a> folgende Erklärung gibt: »Da die Seele unverändert -bleibt, so erfährt auch das Auge, der Seele Spiegel, -keine Veränderung; am Auge werden die Verwandelten erkannt.« -In der Mythologie aber kann das Auge ebensogut -einen wichtigen Teil des Körpers als der Seele symbolisieren -und diese Tatsache stimmt besser zu der folgenden Variante, -die Grimm<a class="fnote" href="#footnote-265" id="fnote-265">[265]</a> erzählt: »ein Mann wurde durch eine Hexe verwandelt, -er heulte vor ihrer Tür, um erlöst zu werden, und -nach drei Jahren gab sie nach und schenkte ihm eine menschliche -Haut, um ihn damit zu befreien; er zog sie über sich, -aber sie bedeckte seinen Schweif nicht, so daß er zwar wieder -Menschengestalt erlangte, aber den Wolfsschwanz behielt.« -Die Vorstellung ist dieselbe wie in den Geschichten vom Teufel, -<a id="page-60" class="pagenum" title="60"></a> -der an seinem gespaltenen Huf, den er nicht verbergen kann, zu -erkennen ist. In beiden Fällen bildet das phallische Symbol -der Tiernatur einen unveränderlichen Bestandteil ihres Wesens. -</p> - -<p> -Die Vorstellungen des Volkes über die Ursachen, durch -die jemand ein Werwolf wird, ähneln den andere mythologische -Wesen betreffenden in bemerkenswerter Weise und -ihre Erklärung würde uns zu weit von unserem Thema abführen, -als daß sie hier gegeben werden könnte. Der hervorstechendste -Zug ist der Glaube, daß eine solche Verwandlung -auf zwei ganz verschiedene Arten entstehen kann, je nachdem, -ob der Betreffende sie freiwillig durchführte oder gezwungen, -gegen seinen Willen; für letzteres gab es drei Ursachen: -»Schicksal, Zauberei und Sünde«. In den ersten beiden Fällen -ist es sein Unglück, im dritten sein Fehler. So werden sündige -Frauen in Wölfinnen verwandelt, meistens für sieben Jahre. -Um jemanden in einen Werwolf zu verhexen, war eine Haut -oder ein Gürtel nötig, bisweilen genügte auch ein einfacher -Ring. Wenn das Schicksal Schuld an der Verwandlung war, -so konnte der Werwolf auf verschiedene Art erlöst werden. -Die gewöhnlichen Mittel, die man anwendete, waren: Jemanden -bei seinen Taufnamen<a class="fnote" href="#footnote-266" id="fnote-266">[266]</a> zu rufen, ihm zu erzählen, daß er -ein Werwolf<a class="fnote" href="#footnote-267" id="fnote-267">[267]</a> sei, oder auch bloß ihn wiederzuerkennen.<a class="fnote" href="#footnote-268" id="fnote-268">[268]</a> -</p> - -<p> -Wenn die mittelalterlichen Kirchen-Scholastiker die -Frage aufgriffen, so akzeptierten sie diese Dinge zwar als -Glauben des Volkes, aber während einige meinten, daß die -Tierverwandlung wirklich geschähe, behaupteten andere, daß -es eine bloße Vorspiegelung des Teufels<a class="fnote" href="#footnote-269" id="fnote-269">[269]</a> sei. Alle aber -stimmten darin überein, daß die richtige Behandlung in der -Vernichtung, am liebsten Verbrennung des Verwandelten -bestehe. Bodin<a class="fnote" href="#footnote-270" id="fnote-270">[270]</a> verteidigt die Richtigkeit dieser Vorstellung -folgendermaßen: »Plusieurs medecins voyant une -chose si estrange, et ne sachant point la raison, pour ne -<a id="page-61" class="pagenum" title="61"></a> -sembler rien ignorer, ont dict et laissé par escript, que la -Lycanthropie est une maladie d’hommes malades qui pensent -estre loups, et vont courans parmy les bois: Et de cet advis -est Paul Aeginet: mais il faudroit beaucoup de raisons, et -de tesmoings, pour dementir tous les peuples de la terre, et -toutes les histoires, et mesurement l’histoire sacrée, que -Paracelse, et Pomponace, et mesurement Fernel les premiers -Medecins et Philosophes qui ont esté de leur aage, et de -plusieurs siecles, ont tenu la Lycanthropie pour chose tres-certaine, -veritable et indubitable. Aussi est ce chose bien -fort ridicule de mesurer les choses naturelles aux choses -supernaturelles, et les actions des animaux aux actions des -esprits et Daemons. Encore est plus absurde d’alleguer la -maladie, qui ne seroit sinon en la personne du Lycanthrope, -et non pas de ceux qui voyent l’homme changer en beste, et -puis retourner en sa figure.« Die wichtigsten Änderungen, -die die Kirche in dieser Vorstellung hervorrief, betrafen die -Ursache des Ereignisses. Die unschuldigen Werwölfe wurden -entweder von dem Teufel selbst oder von den Hexen auf -sein Gebot hin verzaubert. Die Schuldigen wurden davon -infolge ihrer Sünden betroffen, die gewöhnlich in Ketzerei -oder in Beziehungen zum Teufel bestanden. Eine besondere -Abart des Werwolfs ist der Büxenwolf (Büxen plattdeutsch -für Hosen), der dieses Privileg dafür besaß, daß er einen -Pakt mit dem Teufel<a class="fnote" href="#footnote-271" id="fnote-271">[271]</a> abgeschlossen hatte. Die heidnische -Vorstellung davon, daß die Verwandlung durch Schicksalsschluß -verursacht sei, erhielt keine Verstärkung durch die -Kirche, doch gibt es ein Beispiel von christlichem Einfluß -in dieser Richtung, nämlich den Glauben, daß ein am Weihnachtstag -geborenes Kind bestimmt sei, ein Werwolf zu -werden. Als Ursache dafür wird angegeben, daß seine -Mutter es gewagt habe, am selben Tag wie die Jungfrau -Maria<a class="fnote" href="#footnote-272" id="fnote-272">[272]</a> zu empfangen. -</p> - -<p> -Es ist ganz verständlich, daß während der Zeit der -Hexenverfolgungen der Glaube an Werwölfe eine große Rolle -<a id="page-62" class="pagenum" title="62"></a> -spielte. Hertz<a class="fnote" href="#footnote-273" id="fnote-273">[273]</a> schreibt: » ... entstand mit dem Hexenglauben -die Vorstellung von Menschen, die sich mit Hilfe -des Satans aus reiner Mordlust zu Wölfen verwandeln. So -wurde der Werwolf in düster poetischer Symbolik das Bild -des tierisch Dämonischen in der Menschennatur, der unersättlichen -gesamtfeindlichen Selbstsucht, welche alten und -modernen Pessimisten den harten Spruch in den Mund legte: -Homo homini lupus.« Man meinte, daß die Werwölfe sich -ebenso wie die Hexen versammelten, durch die Luft fuhren, -einen Sabbat abhielten, ihrem Herren, der ihnen sein Zeichen -(Stigma) aufdrückte, Ehrfurcht erwiesen und untereinander -sexuellen Verkehr pflegten.<a class="fnote" href="#footnote-274" id="fnote-274">[274]</a> Viele dieser Einzelheiten -wurden bei einer der früheren Gerichtsverhandlungen bekannt, -so in der von Verdun und Burgot im Jahre 1521, -über die mehrere Schriftsteller berichten.<a class="fnote" href="#footnote-275" id="fnote-275">[275]</a> Nach de Lancre<a class="fnote" href="#footnote-276" id="fnote-276">[276]</a> -gaben diese Leute zu »qu’ils prenoyent autant de plaisir -lors qu’ils s’accouploient brutalement auec les louues, que lors -qu’ils s’acointoyent humainement auec des femmes.« Ferner -beschrieben sie, wie der Teufel sie in Wölfe verwandelt hätte, -indem er sie mit einer Salbe eingerieben. Dasselbe Geständnis -legten auch die Angeklagten in einer Gerichtsverhandlung -in Salzburg im Jahre 1717 ab. Die »Einreibung« war offenbar -die wohlbekannte Hexensalbe. Beide wurden in Besançon -verbrannt. -</p> - -<p> -Wie die Hexen so stehen auch die Werwölfe in Beziehungen -zu den Katzen und bilden in vieler Hinsicht das Gegenstück zu -ihnen. Wie der Wolf Wotan heilig war, so die Katze der Freya.<a class="fnote" href="#footnote-277" id="fnote-277">[277]</a> -Zauberer verwandeln sich in Wölfe, Zauberinnen in Katzen<a class="fnote" href="#footnote-278" id="fnote-278">[278]</a> -und die Einzelheiten dieses Vorgangs waren in beiden Fällen<a class="fnote" href="#footnote-279" id="fnote-279">[279]</a> -<a id="page-63" class="pagenum" title="63"></a> -die gleichen. Beide Motive sind in einer alten tartarischen -Heldensage<a class="fnote" href="#footnote-280" id="fnote-280">[280]</a> vereinigt. »Bürüh-Chan, ein Herrscher über -600 Wölfe, lebte bald als ein goldglänzender Wolf,<a class="fnote" href="#footnote-281" id="fnote-281">[281]</a> bald als -Mensch. Der Knabe Altenkök fängt ihn in einer Schlinge -und fordert von ihm auf den Rat eines Greises die Katze, -welche er in seinem Zelte hege. Als sie der Knabe nach -Hause gebracht, verwandelt sie sich in ein schönes Weib; -denn sie ist die Tochter des Wolfsfürsten, der nun seinem -Eidam reiche Mitgift schenkt.« -</p> - -<p> -Infolge der Aufmerksamkeit, die die Kirche der Angelegenheit -schenkte, wurden Werwolfverhandlungen zu Ende -des Jahrhunderts außerordentlich häufig und nahmen in -einigen Gegenden, z. B. im Jura, epidemische Form<a class="fnote" href="#footnote-282" id="fnote-282">[282]</a> an. -Die meisten gaben ihre Schuld zu, beschrieben bis ins einzelne -ihre Verwandlung und ihre nächtlichen Taten, wie sie Menschen -und Tiere zerfleischten. Die bekanntesten Verhandlungen -waren die über Gilles Garnier 1573<a class="fnote" href="#footnote-283" id="fnote-283">[283]</a> und über Jean Grenier -1603<a class="fnote" href="#footnote-284" id="fnote-284">[284]</a>; ersterer wurde lebendig verbrannt. Ein Werwolf -wurde noch 1720<a class="fnote" href="#footnote-285" id="fnote-285">[285]</a> in Salzburg hingerichtet. In Frankreich -bekam der Glaube im Anfang des 18. Jahrhunderts den -Todesstoß durch eine anonyme Satire, deren Verfasser der -Abbé Bordelon war: »Les aventures de Monsieur Oufle«, -(Anagramm für Foule). -</p> - -<p> -Der Glaube an die wirkliche Existenz von Werwölfen -ist keineswegs ausgestorben; Krauß<a class="fnote" href="#footnote-286" id="fnote-286">[286]</a> erzählt vom Jahre 1888 -ein gutes Beispiel dafür und, wie ich aus eigener Erfahrung -bezeugen kann, glauben die französischen Canader<a class="fnote" href="#footnote-287" id="fnote-287">[287]</a> noch -jetzt fest daran. -</p> - -<p> -<a id="page-64" class="pagenum" title="64"></a> -Die Verwandtschaft zwischen dem Werwolf- und dem -Inkubusglauben ist nur eine indirekte, wie sogleich gezeigt -werden soll, doch besteht eine sehr enge Verbindung mit -dem Aequivalent des Volkes für den Inkubus- nämlich dem -Alp- und Mahrglauben. Der siebente Sohn ist dazu bestimmt, -ein Werwolf<a class="fnote" href="#footnote-288" id="fnote-288">[288]</a> zu werden, die siebente Tochter eine Mahr.<a class="fnote" href="#footnote-289" id="fnote-289">[289]</a> -Nach einer dänischen Überlieferung wird eine Frau, die das -Geburtshäutchen eines Füllens über vier Pflöcke spannt und -um Mitternacht nackt unten durchkriecht, ihre künftigen -Kinder ohne Schmerzen gebären, aber alle Knaben müssen -Werwölfe werden und jedes Mädchen eine Mahr.<a class="fnote" href="#footnote-290" id="fnote-290">[290]</a> Dies -kann man mit folgendem skandinavischen Aberglauben vergleichen: -»wenn eine Frau sich eine leichte Geburt dadurch -verschafft, daß sie unter einem Pferdegeschirr durchkriecht, -so wird das Kind ein Alp<a class="fnote" href="#footnote-291" id="fnote-291">[291]</a> werden.« Meyer<a class="fnote" href="#footnote-292" id="fnote-292">[292]</a> sagt: »Die -Katzen, die unter einen Sarg und von da unter das Bett -eines Neugeborenen springen, können dasselbe in einen -Werwolf oder eine Mahr verwandeln.« Hexen haben in -dieser Hinsicht dieselbe Macht wie Katzen und Kinder, -die nicht gegen sie geschützt sind, nennt man Heidenwölfe.<a class="fnote" href="#footnote-293" id="fnote-293">[293]</a> -Der Werwolf gelangt durch den Abzugskanal in das Haus, -ebenso wie die Mahr durch das Schlüsselloch.<a class="fnote" href="#footnote-294" id="fnote-294">[294]</a> Man kann -einen Werwolf, ebenso wie den Alp<a class="fnote" href="#footnote-295" id="fnote-295">[295]</a> und die Mahr<a class="fnote" href="#footnote-296" id="fnote-296">[296]</a> an -den zusammengewachsenen Augenbrauen erkennen. Die Kinder -der Roggenfrau werden Roggenwölfe.<a class="fnote" href="#footnote-297" id="fnote-297">[297]</a> Schließlich geht die -Befreiung des Werwolfs auf dieselbe Weise vor sich, wie die -der Mahr, der Schwanenjungfrau u. s. w. -</p> - -<p> -<a id="page-65" class="pagenum" title="65"></a> -Die Beziehungen zwischen Werwolf- und Vampirvorstellungen -sind noch enger; vor allem ist im Südosten von -Europa der Glaube allgemein, daß Werwölfe nach ihrem Tod -Vampire<a class="fnote" href="#footnote-298" id="fnote-298">[298]</a> werden. Natürlich sind in dieser Gegend, wo -der Vampirglaube am festesten wurzelt, die beiden Vorstellungen -aufs engste miteinander verknüpft<a class="fnote" href="#footnote-299" id="fnote-299">[299]</a>, obwohl -zwei der besten Autoritäten, Andrée<a class="fnote" href="#footnote-300" id="fnote-300">[300]</a> und Krauß<a class="fnote" href="#footnote-301" id="fnote-301">[301]</a>, behaupten, -daß man sie immer auseinanderhalten könne. Aber -die bloße Tatsache, daß das russische Wort volkudlak, ursprünglich -Werwolf, in Bulgarien und Serbien allgemein (mit -lokalen Varianten) zur Bezeichnung des Vampirs<a class="fnote" href="#footnote-302" id="fnote-302">[302]</a> aufgenommen -wurde, spricht unzweifelhaft dafür, daß das Volk -eine enge Beziehung zwischen den beiden Vorstellungen sieht. -</p> - -<p> -Der Werwolf wird, wenn auch nicht so regelmäßig wie -der Vampir, mit der Vorstellung vom Tode assoziiert. Die -enge Verbindung zwischen dem Wolf und den Todesgottheiten -des Altertums wurde oben erwähnt. Der gespensterhafte Wolf -spielt ebenso wie der gespensterhafte wilde Hund eine wichtige -Rolle als Psychopomp<a class="fnote" href="#footnote-303" id="fnote-303">[303]</a> und in späteren Zeiten galt das -Heulen eines Wolfes oder eines Hundes für ein Todesomen. -Er wird mit den Vorstellungen von Nachtfahren und Nachtreiten -überhaupt in Verbindung gebracht. Die feindlichen Nachtfrauen -des nordischen Volksglaubens — sie gehören zu den -Ahnen der mittelalterlichen Hexen — ritten auf Wölfen.<a class="fnote" href="#footnote-304" id="fnote-304">[304]</a> -Viele Märchen von Werwölfen entstammen offenbar der verwandten -Vorstellung vom wütenden Heer und der wilden -Jagd. Peucets<a class="fnote" href="#footnote-305" id="fnote-305">[305]</a> Beschreibung von dem nächtlichen Marsch -von tausenden von Werwölfen, die ein großer Mann mit -einer Peitsche aus Eisenringen führt, — offenbar der Teufel -<a id="page-66" class="pagenum" title="66"></a> -— erinnert lebhaft an die zahlreichen Erzählungen dieser -Art<a class="fnote" href="#footnote-306" id="fnote-306">[306]</a>. Nach Mannhardt<a class="fnote" href="#footnote-307" id="fnote-307">[307]</a> wäre auch der Roggenwolf gleich -dem Hunde der wilden Jagd als Seelenbegleiter — Psychopomp -— gedacht. -</p> - -<p> -In dieser Verbindung ist es von Wichtigkeit, daß der -Werwolf nicht allein ein verwandelter lebender Mensch sein -kann, sondern auch ein Leichnam, der sich in Gestalt eines -Wolfes aus dem Grab erhoben hat. Hertz<a class="fnote" href="#footnote-308" id="fnote-308">[308]</a> erzählt folgenden -Fall: »Ein merkwürdiges Beispiel ist der gefährliche und -grausame Wolf von Ansbach im Jahre 1685, welcher für -das Gespenst des verstorbenen Bürgermeisters gehalten -wurde.« Der Wolf wurde schließlich getötet. »Darauf -zog man ihm die Haut ab für die fürstliche Kunstkammer, -machte ihm von Pappe ein Menschengesicht mit einem Schönbart -lang und weißgraulich, ein Kleid von <a id="corr-32"></a>gewichster fleischfarbrötlicher -Leinwand und eine kastanienbraune Perrücke; -so wurde er auf dem »Nürnberger Berg vor Onolzbach« an -einem eigens dazu errichteten Schnellgalgen aufgehängt.« -Den verwandelten Leichnam hielt man gewöhnlich für den -eines Verdammten, der in seinem Grab<a class="fnote" href="#footnote-309" id="fnote-309">[309]</a> keine Ruhe finden -konnte. Ein historisches Beispiel dafür ist König Johann -»ohne Land« von England, dessen Leichnam sich, wie man -glaubte, infolge einer päpstlichen Exkommunikation in einen -Werwolf verwandelt hätte. Bosquet<a class="fnote" href="#footnote-310" id="fnote-310">[310]</a> schreibt diesbezüglich: -»Ainsi se trouva complètement réalisé le funeste présage -attaché à son surnom de Sans-Terre, puisqu’il perdit de son -vivant presque tous les domaines soumis à sa suzeraineté, et -que, même après sa mort, il ne put conserver la paisible -possession de son tombeau.« -</p> - -<p> -Das Gehaben des Werwolfs erinnert häufig an das des -Vampirs; in Armenien werden sündige Frauen dadurch bestraft, -daß sie sieben Jahre als Werwölfe leben müssen; -<a id="page-67" class="pagenum" title="67"></a> -wenn die schreckliche Wolfslust sie überfällt, so zerreißen -sie zuerst ihre eigenen Kinder, dann die ihrer Verwandten -und schließlich fremde, ganz ebenso wie die Vampire.<a class="fnote" href="#footnote-311" id="fnote-311">[311]</a> Ein -anderes armenisches Ungeheuer, der Dashnavar, der zwischen -Werwolf und Vampir steht, saugt das Blut aus den Sohlen -der Vorübergehenden, bis sie sterben.<a class="fnote" href="#footnote-312" id="fnote-312">[312]</a> Nach Hertz<a class="fnote" href="#footnote-313" id="fnote-313">[313]</a> ist: -»am auffallendsten die Vermischung der Vorstellungen von -Werwolf und Vampir in Danziger Sagen, wo es heißt, man -müsse den Werwolf verbrennen, nicht begraben; denn er -habe in der Erde keine Ruhe und erwache wenige Tage nach -der Bestattung; im Heißhunger fresse er sich dann das Fleisch -von den eigenen Händen und Füßen ab, und wenn er nichts -mehr an seinem Körper zu verzehren habe, wühle er sich -um Mitternacht aus dem Grabe hervor, falle in die Herden -und raube das Vieh oder steige gar in die Häuser, um sich -zu den Schlafenden zu legen und ihnen das warme Herzblut -auszusaugen; nachdem er sich daran gesättigt habe, kehre -er wieder in sein Grab zurück. Die Leichen der Getöteten -findet man aber des anderen Tages in den Betten und nur -eine kleine Bißwunde auf der linken Seite der Brust zeigt die -Ursache ihres Todes an.« Werwölfe wurden sogar mit den -Ghuls vermengt; in Frankreich gab es eine besondere Art -von Werwölfen, loubins genannt, die Nachts herdenweise die -Kirchhöfe besuchten, um die Leichen zu zerfleischen.<a class="fnote" href="#footnote-314" id="fnote-314">[314]</a> -</p> - -<p> -Wir sehen also, daß das Motiv vom revenant und das -der Leichen dem Werwolf- und Vampirglauben gemeinsam -sind, während von dem Blutsaugen des letzteren zu des -ersteren Gier nach Zerfleischen nur ein kleiner Schritt ist; -die beiden Vorstellungen sind also überall ineinander verschlungen. -</p> - -<p> -Was die Bedeutung und den Ursprung des Werwolfglaubens -betrifft, so muß bemerkt werden, daß die wichtigsten -Elemente die Verwandlung in Tiere, die Gier nach Zerfleischen -<a id="page-68" class="pagenum" title="68"></a> -und das nächtliche Wandern sind. In manchem -anderen Aberglauben können die beiden letzteren Elemente -ohne das erste miteinander verbunden werden. So glauben -die Thessaler, Epiroten und Wallachen an Somnambulisten, -die bei Nacht umherwandern und die Menschen mit ihren -Zähnen zerreißen.<a class="fnote" href="#footnote-315" id="fnote-315">[315]</a> Von dieser Vorstellung, nämlich sich wie ein -Wolf benehmen, ist es zur tatsächlichen Verwandlung nur -mehr eine Stufe. Daß die Lust am Zerreißen und Zerfleischen -eine sadistische Tendenz darstellt, ist so offenbar, daß es -keiner Besprechung bedarf, und viele Autoren<a class="fnote" href="#footnote-316" id="fnote-316">[316]</a> haben es bezeugt. -Die beiden Ausdrücke können in der Tat fast immer -miteinander vertauscht werden; die Wolfssymbolik eignet -sich besonders dazu, dies darzustellen, und die Wirkung wird -noch dadurch erhöht, daß die Werwölfe für wilder gelten -als andere Wölfe. Aus der Tatsache, daß eine so intensive -Grausamkeit und Wildheit, außer in Angstträumen, nur sehr -selten zum Bewußtsein kommt, wenigstens nicht in demselben -Grade, kann man mit Recht mutmaßen, daß eben die -Erfahrungen der Angstträume eine wichtige Rolle bei -der Entwicklung unseres Aberglaubens spielten. Sadistische -Tendenzen erweisen sich bei der Analyse in der Regel als eng -verknüpft mit Inzestgedanken und stehen in Verbindung mit -der Vorstellung des Kindes vom Koitus der Eltern, von der -Feindseligkeit gegen den Vater u. s. w. Es ist vielleicht kein -bloßer Zufall, daß der Haß gegen den Vater ein besonders -auffälliges Charakteristikon bei den wirklichen Fällen von -Lykanthropie<a class="fnote" href="#footnote-317" id="fnote-317">[317]</a> war, d. h. dort, wo die Leute sich einbildeten, -Nachts in Gestalt von Wölfen umherzuwandern. -</p> - -<p> -Der Glaube an das Nachtwandern, d. h. daran, daß eine -bestimmte Person gleichzeitig an zwei Orten sein kann, stammt -wie das wirkliche Schlafwandeln sicherlich aus Traumerfahrungen, -denn seine Entwicklung kann man noch heute bei -wilden Völkern beobachten. Man glaubte, daß der wirkliche -<a id="page-69" class="pagenum" title="69"></a> -Leib des Werwolfs schlafend im Bett läge, während sein -Geist in Wolfsgestalt<a class="fnote" href="#footnote-318" id="fnote-318">[318]</a> die Wälder durchstreife; ferner fanden -sich, wenn der Wolf verletzt wurde, die entsprechenden -Wunden an dem menschlichen Körper, der daheim<a class="fnote" href="#footnote-319" id="fnote-319">[319]</a> geblieben -war. Die Ähnlichkeit mit den Traumvorstellungen der Wilden, -auf die im ersten Kapitel hingewiesen wurde, ist wohl deutlich; -für diese Reiseträume gibt es verschiedene Quellen, denn -sie können eine beträchtliche Anzahl verdrängter Wünsche -symbolisieren, so den Wunsch nach Freiheit von Zwang, den -der Wolf sehr gut darstellt<a class="fnote" href="#footnote-320" id="fnote-320">[320]</a>, und besonders nach Unabhängigkeit -vom Vater, nach erhöhter Potenz, die durch schnelle -Bewegung symbolisiert wird, u. s. w. Die letzte Quelle des -Interesses an der Bewegung muß man in der sexuellen Färbung -angenehmer Empfindungen dieser Art suchen, die das -Kind<a class="fnote" href="#footnote-321" id="fnote-321">[321]</a> hatte. -</p> - -<p> -Werwolf- und Inkubusglauben können als die beiden -entgegengesetzten Seiten desselben Motivs angesehen werden; -bei letzterem ist die Aufmerksamkeit auf die Person konzentriert, -die im Schlaf durch ein Ungeheuer überfallen wird, -bei ersterem auf das Ungeheuer, das den Schläfer angreift. -Die masochistische Komponente des Motivs ist bei dem einen, -die sadistische bei dem anderen vorherrschend. Der Werwolfglaube -besteht also im wesentlichen in der Ausbildung und -Modifizierung der einfacheren Inkubusvorstellung. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-8"> -VI.<br /> -Der Teufelsglaube. -</h2> - -<p class="noindent"> -Bei der Zusammensetzung der Idee des Teufels hat eine -fast unzählbare Menge verschiedener Faktoren mitgewirkt. -Das analytische Studium ähnlicher Bildungen der menschlichen -Phantasie, beispielsweise der psychoneurotischen Symptome, -<a id="page-70" class="pagenum" title="70"></a> -zeigt, daß die meisten dieser Faktoren nur Nebenbeiträge darstellen, -da jede Phantasie um <em>einen</em> nucleus herum gruppiert -ist. Es kann unsere Aufgabe nicht sein, die Enträtselung -dieser beitragenden Faktoren zu versuchen, und wir wollen -von den zahlreichen Problemen, die der Gegenstand enthält, -die folgenden drei für unsere Erörterung auswählen; 1. Was -ist die eigentliche und wesentliche Bedeutung des Teufelsglaubens? -2. Wieso wurde er in einer bestimmten Epoche -so bedeutungsvoll und scharf umrissen? 3. In welcher Verbindung -steht er mit der Erfahrung des Angsttraumes? -</p> - -<p> -Daß der Teufel nicht vom Himmel erzeugt wurde, wie -die Theologen noch heute lehren, sondern vom Menschengeist, -kann als erwiesen gelten; so sagt Graf<a class="fnote" href="#footnote-322" id="fnote-322">[322]</a>: »Er wurde nicht -vom Himmel herabgestürzt, sondern erhob sich aus den Abgründen -der menschlichen Seele«. Und daß diese »Abgründe«, -wenn man ihre Entstehung untersucht, eine durchaus bestimmte -Bedeutung erhalten, daran läßt sich wohl kaum zweifeln. -Freud<a class="fnote" href="#footnote-323" id="fnote-323">[323]</a> schreibt: »Der Teufel ist doch gewiß nichts anderes -als die Personifikation des verdrängten unbewußten Trieblebens« -und Silberer<a class="fnote" href="#footnote-324" id="fnote-324">[324]</a> sagt: »Der Teufel und die finsteren -dämonischen Gestalten der Mythen sind, psychologisch genommen, -funktionale Symbole, Personifikationen des unterdrückten, -nicht sublimierten elementaren Trieblebens.« Unser -Problem ist es also, herauszufinden, <em>welche</em> Komponenten -dieses Trieblebens die Quelle des Teufelsglaubens bilden. -</p> - -<p> -Unzweifelhaft gehört die Frage des Teufelsglaubens in -die Reihe jener Probleme, die mit dem Angstgefühl zusammenhängen; -seine ganze Geschichte ist eine Geschichte der ununterbrochenen -Angst und mit diesem Gefühle war er so unlösbar -verbunden, daß die Gegenwart eines verkleideten Dämons -durch die Angst und den heftigen Schrecken, den sie zurückließ, -entdeckt werden konnte; denn ihre Wirkung auf die -<a id="page-71" class="pagenum" title="71"></a> -Anwesenden war so stark, daß diese am ganzen Körper gelähmt, -stumm oder eisig kalt wurden.<a class="fnote" href="#footnote-325" id="fnote-325">[325]</a> Zum Ausgangspunkt -für unsere Untersuchungen wollen wir eine Bemerkung -Pfisters<a class="fnote" href="#footnote-326" id="fnote-326">[326]</a> nehmen, in der er den Teufelsglauben auf »infantile -Angsterlebnisse« zurückführt. Da die Entstehungsursache der -infantilen Angst jetzt bekannt ist<a class="fnote" href="#footnote-327" id="fnote-327">[327]</a>, liegt es nahe, die Beschreibungen -des Teufelsglaubens im Lichte dieser Kenntnis zu -betrachten. Dieses Verfahren hat mich zur Formulierung der -folgenden Schlüsse gelangen lassen, deren Beweis sogleich -mitgeteilt werden soll: <em>Der Teufelsglaube ist hauptsächlich -eine Projektion zweier Kategorien von -verdrängten Wünschen, die beide im letzten -Grunde auf die infantile Ödipus-Situation zurückgehen;</em> -<i>a</i>) <em>der Wunsch, gewisse Eigenschaften -des Vaters nachzuahmen</em>; <i>b</i>) <em>der Wunsch, -dem Vater Trotz zu bieten; mit anderen Worten, -abwechselnd Wettstreit mit dem Vater und Feindseligkeit -gegen ihn</em>. Aus beiden Quellen fließt verdrängtes -Material; auch die erste unterscheidet sich von jener Frömmigkeit, -die sich später durch den Glauben an Gott äußert, dadurch, -daß sie enger mit der Bewunderung für die dunklere -»böse« Seite in dem Charakter des Vaters zusammenhängt. -Im ersten Falle personifiziert der Teufel den Vater, im zweiten -den Sohn; er stellt also die unbewußte Stellungnahme zum -Sohn-Vater-Komplex dar, wobei bald die eine, bald die -andere Seite besonders hervortritt. Dem ist hinzuzufügen, -daß die entsprechende weibliche Ödipus-Situation ebenfalls -Material beigestellt hat, das jedoch minder wichtig ist; darum -soll der Vereinfachung halber das Problem hauptsächlich mit -den Ausdrücken für den männlichen Komplex erörtert werden, -von dem der andere in vieler Hinsicht nur ein Duplikat ist. -</p> - -<p> -Wenn wir nun zunächst das zweite der oben erwähnten -Probleme aufnehmen, müssen wir sogleich auf die rein -<a id="page-72" class="pagenum" title="72"></a> -historische Betrachtungsweise verzichten; für diese sei der -Leser auf Bücher wie die von Conway, Grimm, Roskoff, Gener -verwiesen, unter denen insbesondere das letzterwähnte durch -seine Reichhaltigkeit und gründliche philosophische Fundierung -hervorragt. Ein kurzer Auszug aus einigen der wichtigsten -historischen Angaben ist jedoch für unsere Orientierung unerläßlich. -Der erste Punkt, auf den hier Gewicht gelegt werden -muß, ist die Tatsache, daß die Teufelsidee in der genauen -Bedeutung des Wortes ausschließlich dem Christentum angehört, -da die früheren Angaben nur das bloße Material bilden, aus -welchem die eigentliche Vorstellung geformt wurde; für unser -Problem müssen wir also kurz die Art dieses früheren -Materials erörtern. -</p> - -<p> -Die Vorstellung von bösen, übernatürlichen Kräften ist, -obwohl nicht überall verbreitet, doch unter den wilden -Völkern<a class="fnote" href="#footnote-328" id="fnote-328">[328]</a> sehr häufig und war es auch unter den Kulturvölkern -des Altertums; überprüft man aber die einzelnen -Zeugnisse genauer, so fällt es auf, daß die betreffenden Kräfte -nur äußerst selten als rein böse vorgestellt wurden. Fast die -einzige Ausnahme ist der persische Ahriman, wie er in der -Zend-Avesta (Vedida-Abschnitt) geschildert wird. Man kann -deshalb behaupten, daß vor dem Christentum keine scharfumrissene -Vorstellung von einem übernatürlichen Wesen, -dessen Beruf das Böse war, existierte. Der brahmanische -Vritra, der buddhistische Siva, der ägyptische Set (oder -Typhon), der griechische Pan, der germanische Loki waren -alle zweifellos Götter, die nicht nur versöhnt, sondern auch -verehrt werden mußten, und sie alle waren grundsätzlich verschieden -von dem Teufel des Mittelalters. Griechenland war, -wie nach seinen anderen herrlichen Eigenschaften zu erwarten -stand, ausgezeichnet durch die geringe Rolle, welche die -Angstgefühle in seiner Theologie spielten. Auf den ersten -Blick scheint das Judentum dem Hellenismus in bezug auf -die geringe Entwicklung der bösen Wesen in seiner Theologie -zu gleichen, aber die Gründe waren in beiden Fällen ganz -verschieden. Es ist dabei die bezeichnende Tatsache festzuhalten, -<a id="page-73" class="pagenum" title="73"></a> -daß gleichzeitig mit der Entwicklung der Satanvorstellung, -welche dem babylonischen Exile folgte und entweder -durch den persischen <a id="corr-33"></a>Ahriman oder, was Robertson<a class="fnote" href="#footnote-329" id="fnote-329">[329]</a> für -wahrscheinlicher hält, durch den babylonischen Ziegengott -beeinflußt war, der Charakter der Yahweh-Idee wechselte -und sich der modernen Vorstellung einer wohltätigen Gottheit -weit mehr näherte. In der früheren Geschichte der Juden -waren in Yahweh die Eigenschaften sowohl von Gott wie -vom Teufel miteinander verbunden und alles, Böses -wie Gutes stammte ohne Zwischenglied von ihm. M. Graf<a class="fnote" href="#footnote-330" id="fnote-330">[330]</a> -sagt darüber: »Man braucht nur einigermaßen auf das Wesen -Jehovas zu achten, um sogleich gewahr zu werden, daß neben -einem solchen Gotte für einen Teufel wenig Platz übrig ist.« -Conway<a class="fnote" href="#footnote-331" id="fnote-331">[331]</a> bemerkt im selben Sinne: »Die Juden hatten ursprünglich -keinen Teufel, ebensowenig wie irgend ein anderes -Volk und dies aus dem offensichtlichen Grunde, weil ihr -sogenannter Gott zu jedem moralischen Übel für fähig galt, -für das ein Urheber gefunden werden sollte« und Gener<a class="fnote" href="#footnote-332" id="fnote-332">[332]</a> -sagt von dem jüdischen Gotte: »Il est dieu et diable à la -fois; mais plus fréquemment il est diable.« -</p> - -<p> -Das Beispiel des Judentums ist besonders lehrreich, -weil es zur Lösung der Streitfrage beiträgt, ob die Vorstellung -des Teufels eine selbständige Entstehungsgeschichte besitzt, -wie es die Theologie behauptet, oder das Resultat jenes mythologischen -Prozesses ist, den wir als Auseinanderlegung -kennen, wobei verschiedene Eigenschaften einer ursprünglich -einheitlichen Persönlichkeit mit einer selbständigen Existenz -begabt werden, so daß mehrere verschiedene Persönlichkeiten -in Erscheinung treten. Die Tatsache allein, daß die Scheidung -der Vorstellung von Gott und Teufel ein späteres Stadium -der Kulturentwicklung bezeichnet und der ursprünglichen -Auffassung, daß übernatürliche Wesen zu gleicher Zeit gut -und böse sind, nachfolgt, spricht nachdrücklich zu Gunsten -<a id="page-74" class="pagenum" title="74"></a> -der letzteren Hypothese und dies wird durch das Beispiel des -Judentums erheblich verstärkt. Nach einer detaillierten Darstellung -dieses Sachverhaltes erörtert Gener<a class="fnote" href="#footnote-333" id="fnote-333">[333]</a> die Frage, ob -Satan 1. einen der degradierten Götter der benachbarten -Stämme nach der Besiegung durch Yahweh, 2. den Hazazel -des Levitikus oder 3. einfach eine abgetrennte Emanation -<a id="corr-34"></a>Yahwehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« -darstellt. Er entscheidet sich zu Gunsten der letzten Anschauung, -welche offenbar die richtige ist, was nicht nur -durch die ganze Entwicklungsgeschichte Yahwehs, sondern -auch durch Satans eigenes Benehmen bewiesen wird; im -Buche Hiob erscheint er als der treue Diener Yahwehs, als -eine Art intelligenter Detektiv, der die Leute erprobt und -ihre Schwächen ausfindig macht. Conway<a class="fnote" href="#footnote-334" id="fnote-334">[334]</a> ist derselben -Meinung, sogar bezüglich des erheblich anders gearteten -Teufels des Neuen Testaments: »Die Schilderungen des Teufels -in der Bibel sind in der Hauptsache von den alten Schilderungen -der Elohim und Jehovas in seinem elohistischen -Charakter geborgt.« -</p> - -<p> -Dieser Schluß wird durch die Betrachtung der Etymologie -des Wortes Teufel (altdeutsch Tuivel, englisch devil, französisch -diable) unterstützt. Wie das verwandte griechische -»diabolos«, geht es im letzten Grunde auf die Ur-Wurzel D Y V -zurück, die wir im Sanskrit in zwei Formen antreffen, div -und dyu, deren anfängliche Bedeutung »zünden« war. Von -der ersten kommt außer Teufel der germanische Tius, Tiwas -oder Zio, der griechische theos, lateinisch deus oder divus, -französisch dieu, cymrisch diw, lithauisch diewas, Zigeunersprache -dewel, die alle »Gott« bedeuten; dasselbe Wort dewa -bedeutet dem Brahmanen Gott und dem Perser und Parsen -Teufel. Von der zweiten Form kommt das indische Djaos -(der brahmanische Himmelsgott), das griechische Zeus (Z = Dj), -lateinisch Jupiter, (altlateinisch Diovis). Dieselbe merkwürdige -Polarität ist bei den unpersönlichen Worten zu konstatieren, -die aus dieser Wurzel stammen: einerseits das -<a id="page-75" class="pagenum" title="75"></a> -lateinische »dies«, das keltische dis = Taggestirn, Sanskrit -dyaos = Tag und anderseits das arische dhvan (wovon das -griechische thanatos) = Tod, germanisch devan = sterben, -arisch dvi = fürchten, griechisch deos = Schrecken. Ja sogar -die eigentlichen Polaritätsausdrücke haben einen ähnlichen -Ursprung. Das Sanskrit dva, lateinisch duo, englisch two, -cymrisch deu bedeuten alle »zwei« (vgl. englisch double = -zweifach mit althochdeutsch deudel = Teufel). Auch das -Wort »Zeugen« soll aus derselben Quelle stammen, während -das griechische dys ebenso sehr entzwei wie böse bedeutet.<a class="fnote" href="#footnote-335" id="fnote-335">[335]</a> -</p> - -<p> -Die Zunahme des Christentums brachte der Teufelsidee -neue Nahrung, da sie die einzig mögliche Erklärung für das -noch immer in der Welt verbreitete Böse war. Dies war -auch als Folge des vom Christentum geforderten Verzichtes -auf die sündige Weltlust unvermeidlich. Ein solcher Verzicht -wurde von manchen Sekten viel weiter getrieben als von -der Mutterkirche und diese entwickelten die Teufelsidee auch in -einem entsprechend höheren Grade. Viele der alten Gnostiker -hatten an ein Wesen geglaubt, in dem die guten und bösen -Eigenschaften gemischt waren, nämlich an den Demiurgos, -den Weltschöpfer und Feind Christi, und unter dem Einflusse -der degenerierten Form von Zoroasters Lehre, wie sie von -dem Perser Mani im 3. Jahrhundert gelehrt wurde, hatten -die Manichäer diese Idee zu einem vollständigen System ausgebaut. -<a id="page-76" class="pagenum" title="76"></a> -Darin galt die ganze Natur, alle Tiere, alle weltlichen -Gelüste als des Teufels Reich. Um das 11. Jahrhundert -ging diese Sekte und andere in dem Konglomerat auf, -das unter dem Namen »Katharer« bekannt ist, nach dem -Kater, in dessen Gestalt sie Luzifer anzubeten pflegten; auch -die Albigenser legten großes Gewicht auf die Sündigkeit der -Natur. Diese Umstände hatten auf die katholische Kirche -doppelten Einfluß. Einmal drangen diese Lehren in ihren -Körper ein und verstärkten den ursprünglichen Glauben -an die notwendige Sündhaftigkeit weltlicher Wünsche ungemein, -so daß die Auffassung des Begriffes Sünde ein nie vorher -oder nachher gekanntes Maß erreichte. Auf der anderen -Seite benutzte sie planmäßig die Teufelsidee als kräftige -Waffe im Kampf gegen alle Ketzereien, welche sie als vom -Teufel stammend erklärte. -</p> - -<p> -Diese Waffe brauchte die Kirche schon in ihrem Kampfe -gegen die nichtchristlichen Religionen. St. Paul selbst (1 Kor. -X. 20) hatte erklärt, die heidnischen Götter seien nichts als -Dämonen, und die Kirche wandte diese Lehre mit gewissenhaften -Details auf einen Gott nach dem anderen aus den -klassischen und heidnischen Theologien an. Bald stellte es -sich jedoch heraus, daß es unmöglich sei, auf diesem einfachen -Wege zu beharren, und man entschloß sich — offiziell -der erste war Papst Gregor I. im Jahre 601 — auf der Basis -der berühmten »<em>Verschmelzungstheorie</em>« zu einer gründlichen -Verschmelzung und Durchdringung des Christentums -mit anderen Religionen. Die Feste, Kulte und persönlichen -Attribute der fremden Gottheiten wurden unter die christlichen -verteilt, wobei einige an Christus, Gott, Maria und -die zahlreichen Heiligen fielen, andere an den Teufel und -sein Gefolge.<a class="fnote" href="#footnote-336" id="fnote-336">[336]</a> -</p> - -<p> -Infolgedessen stammen die physischen und geistigen -Eigenschaften des mittelalterlichen Teufels aus den allerverschiedensten -außerchristlichen Quellen. Es seien nur einige -<a id="page-77" class="pagenum" title="77"></a> -Beispiele genannt<a class="fnote" href="#footnote-337" id="fnote-337">[337]</a>: Wie Pan, die Personifikation der -Natur, vereinigte er menschliche und tierische Eigenschaften, -lebte an einsamen Orten oder in Höhlen und erschreckte die -Menschen plötzlich (Panik, panischer Schrecken); seinen -ziegenähnlichen Körper, die gespaltenen Hufe und den -Schweif erbte er von Pan und den anderen Satyren, -von den germanischen Waldgeistern und dem Thor geweihten -Bocke. Von Thor kam auch sein roter Bart, seine Gewohnheit, -Brücken zu bauen, und sein übler Geruch; die letztgenannte -Eigenschaft hängt sowohl mit der Vorstellung als -Ziege wie mit dem Schwefelgeruch, den ein Donnerwetter -hinterläßt, zusammen, so wie auch einer von seinen Beinamen -»Hammer«<a class="fnote" href="#footnote-338" id="fnote-338">[338]</a> von Thors Blitzhammer her genommen war. -Wie Zeus und Wotan hatte er besondere Herrschaft über das -Wetter und dem letzteren schuldet er seinen Pferdefuß und -den Raben als geweihtes Tier. Wie Wotan eilte er in einer -Nachtfahrt dahin und entführte die Leute als wilder Jäger; -bei solchen Anlässen trug er meist Wotans Gewand, entweder -einen grauen Mantel und einen breitkrempigen Hut tief in -die Stirne gedrückt oder einen grünen Rock mit einer Feder -auf dem Hut. Beide, der Teufel und Wotan, galten als Erfinder -des Würfelspiels, das später durch die Karten ersetzt -wurde, und bis heute sind im puritanischen England die Karten -unter dem Namen: »Das Spiel des Teufels« bekannt. Wie -Wotan war er auch ein kunstvoller Schmied und Baumeister -und sein altdeutscher Name war der des Schmiedes Voland -oder Wieland (Englisch Weyland, unser modernes St. Valentin), -der von Wotan abstammte. Der Teufel wird oft -hinkend abgebildet, eine Eigenschaft, die mit der letztgenannten -in einem merkwürdigen Zusammenhang steht. Nicht nur der -deutsche Schmied Wieland (= Wotan) hinkte, sondern ebenso -der griechische Hephaistos (Vulkan), der von Zeus aus dem -<a id="page-78" class="pagenum" title="78"></a> -Himmel geworfen wurde, wie der persische Teufel Aeshma (der -biblische Asmodeus); einer der beiden Böcke, die Thors Wagen -zogen, hinkte ebenfalls, ebenso wie das Pferd, das Baldur trug. -Wie Loki, der böse Feuergott, wurde der Teufel von den Göttern -gefesselt und mußte den Tag der Befreiung erwarten. Seine -schwarze Farbe stammt von Saturn, der wie Simrock<a class="fnote" href="#footnote-339" id="fnote-339">[339]</a> sagt, -mit Loki identifiziert wurde und vom indischen Vritra, dem -Gott der Finsternis. Die Fackel unter seinem Schwanz ist den -römischen Bacchanalien entnommen.<a class="fnote" href="#footnote-340" id="fnote-340">[340]</a> In früheren Zeiten erschien -der Teufel den Christen tatsächlich in der Gestalt klassischer -Götter: so erschien er im 4. Jahrhundert St. Martin manchmal -in Jupiters Gestalt, manchmal als Venus oder Minerva; -diese Formen finden sich sogar noch im 12. Jahrhundert. -</p> - -<p> -Wenn wir uns nun fragen, warum der Teufelsglaube im -Mittelalter so um sich griff, so ist die Antwort offenbar in -den besonderen sozialen und religiösen Bedingungen jener -Periode zu suchen; doch sind alle hier maßgebenden Faktoren -so untereinander verwickelt, daß nur die ganz allgemein -wirkenden hier erwähnt werden können. Als Beispiele -dieser Verwicklung sei der in letzter Zeit geführte -Nachweis erwähnt, daß so weit entfernt liegende Tatsachen -wie das neueingeführte Banksystem<a class="fnote" href="#footnote-341" id="fnote-341">[341]</a> und die Verbesserung -der Städte-Architektur<a class="fnote" href="#footnote-342" id="fnote-342">[342]</a> indirekt einen erheblichen Einfluß -ausübten. Doch kann kein Zweifel bestehen, daß der Hauptantrieb -von der Kirche selbst kam. Durch das Ausbleiben -der von ihr prophezeiten Ereignisse (Weltende im Jahre 1000 -und mehreres dieser Art) und durch Skandale<a class="fnote" href="#footnote-343" id="fnote-343">[343]</a> im Innern -in ihrer Existenz diskreditiert, durch mächtige Ketzersekten<a class="fnote" href="#footnote-344" id="fnote-344">[344]</a> -bedroht, von politischen und religiösen Spaltungen zerrissen, -war sie im 12. Jahrhundert in einer Lage, die sie zu den -<a id="page-79" class="pagenum" title="79"></a> -verzweifeltsten Mitteln zwang. Es war ein bequemer Ausweg, -alle ihre Schwierigkeiten durch die Tätigkeit des Teufels zu -erklären und so dem Volke Furcht einzujagen. Dieses befand -sich damals im Zustand des entsetzlichsten Elends; die -Verheerung durch Krieg<a class="fnote" href="#footnote-345" id="fnote-345">[345]</a> und Seuchen<a class="fnote" href="#footnote-346" id="fnote-346">[346]</a> und das drückende -Gefühl der Sündhaftigkeit, von dem jeder einzelne erfüllt war, -ließen alle zur leichten Beute für die Lehren der Kirche -werden. Ja diese wirkten über ihren Zweck hinaus, denn -das Volk, welches durch die offensichtliche Unfähigkeit Gottes -und der Kirche, dem Elend Abhilfe zu schaffen, in Verzweiflung -gestürzt worden war, nahm die Lehre von den wunderbaren -Kräften des Teufels gierig auf und flüchtete sich zu ihm; -wahrscheinlich war es die Bestimmtheit der Abmachungen -in den bekannten Teufelspakten, die eine größere Anziehungskraft -ausübte als die endlosen und unwirksamen Gebete zu -Gott. Die Ausdehnung des Glaubens an den Einfluß des -Teufels, selbst bei den trivialsten Ereignissen war so groß, -daß man Berichte aus jener Zeit nicht lesen kann, ohne zu -denken, daß Europa von einer Massenzwangsneurose heimgesucht -wurde; die Arten seiner Einwirkung waren so zahlreich, -daß sie nach Wier<a class="fnote" href="#footnote-347" id="fnote-347">[347]</a> unter 44.435.556 Unterteufel aufgeteilt -werden mußten, und ein einziges Weib, Johanna Seiler, -wurde gar von nicht weniger als 100 Millionen Teufel durch -Exorzismus befreit<a class="fnote" href="#footnote-348" id="fnote-348">[348]</a>. -</p> - -<p> -Der bedeutendste Faktor war jedenfalls die nachdrückliche -Verdrängung weltlicher Wünsche und Begierden, die -von der Kirche gefordert wurde und die den Ausbruch nach -anderen Richtungen zur Folge haben mußte. Ein gutes Beispiel -hiefür liefert das Verhalten der Kirche gegen die Wißbegierde, -welche sie, wie wohlbekannt vom Gipfel bis zur -<a id="page-80" class="pagenum" title="80"></a> -Wurzel verwarf und beinahe als Quelle alles Bösen auffaßte. -Der unterdrückte Wissenstrieb nahm infolgedessen niemals -so bizarre Formen an wie im Mittelalter, mit seiner leidenschaftlichen -Suche nach dem Stein der Weisen, dem elixir -vitae und dem absoluten Lösungsmittel, mit seiner Hingabe -an Astrologie und Alchemie und seinem Interesse an magischen -Prozeduren aller Art; wir finden hier den für die Zwangsneurose -charakteristischen Glauben an die »Allmacht der -Gedanken«<a class="fnote" href="#footnote-349" id="fnote-349">[349]</a> seinen höchsten Punkt erreichen. Diese Wißbegierde -wurde mit der Vorstellung vom Teufel aufs innigste -verknüpft, was ja auch von der Kirche förmlich gelehrt -wurde, und der Anfang der Hexenepidemie war die Verfolgung -von Zauberern. Ungewöhnliches Wissen wurde ohne -weiteres als Folge eines Teufelspaktes betrachtet und war -z. B. der Grund, der den Papst Sylvester II. im 10. Jahrhundert -dessen verdächtig machte. -</p> - -<p> -Diese Unterdrückungstendenz der Kirche traf natürlich -vor allem die sexuellen Impulse. Die Sexualverdrängung -hat zu verschiedenen Zeiten <em>verschiedene Formen angenommen</em>, -das ist eine kulturhistorisch höchst bedeutsame -Tatsache. In dem vergangenen Jahrhundert z. B. scheint -sie vor allem gegen exhibitionistische Tendenzen gerichtet -gewesen zu sein, mit einer deutlichen Ausdehnung auf die -exkrementellen Funktionen; die Sexualität wird daher -heute eher »schamlos« oder »abstoßend« als »sündhaft« -gefunden. Im frühen Mittelalter war die Verdrängung gegen -die Sexualbetätigung im allgemeinen, die an und für sich als -sündhaft galt, und im besonderen mit ganzer Kraft gegen -den Inzest gerichtet<a class="fnote" href="#footnote-350" id="fnote-350">[350]</a>; dies ist um so verständlicher, weil -christliche Theologie im weiten Maße die Glorifizierung einer -Inzestmythe<a class="fnote" href="#footnote-351" id="fnote-351">[351]</a> ist. Hand in Hand damit scheint aber infolge -der Schwierigkeiten der Ehe, welche die besonderen sozialen -<a id="page-81" class="pagenum" title="81"></a> -und ökonomischen Verhältnisse mit sich brachten<a class="fnote" href="#footnote-352" id="fnote-352">[352]</a>, infolge -der geringen Bevölkerungsdichte und der Häufigkeit des -Zölibats aus religiösen Motiven, der Inzest in dieser Epoche -ungewöhnlich häufig vorgekommen zu sein.<a class="fnote" href="#footnote-353" id="fnote-353">[353]</a> Wenn daher, -wie hier behauptet wird, die Teufelsidee vor allem ein Inzestsymbol -darstellt, so war sie für die Bedürfnisse des Zeitalters -sehr geeignet und die Tatsache, daß die Teufelsanbetung eine -Karikatur des christlichen Gottesdienstes war, erhält vermehrte -Bedeutung. Es ist besonders bemerkenswert, daß das -Hauptverbrechen, das beim Hexensabbat verübt wurde, der -Inzest war. Michelet<a class="fnote" href="#footnote-354" id="fnote-354">[354]</a> schreibt darüber: »Selon ces auteurs -(De Lancre etc.) .... le but principal du sabbat, la leçon, -la doctrine expresse de Satan, c’est l’inceste.« -</p> - -<p> -Nach dieser äußerst unvollständigen Erörterung des -zweiten Problems können wir zu dem ersten zurückkehren. -Der Beweis zu Gunsten der oben gegebenen Lösung kann am -besten unter verschiedenen Gesichtspunkten geführt werden. -Da der Teufel die »bösen« Seiten sowohl des Vaters wie die -des Sohnes personifizieren kann und da die Beziehung zwischen -Vater und Sohn in der Ödipus-Situation sowohl die Nachahmung -als auch die Feindseligkeit zum Inhalt haben kann, -finden wir ihn im Sinne vier verschiedener Auffassungen -vorgestellt, die allerdings nie streng voneinander gesondert -sind. Der Teufel kann also darstellen: -</p> - -<div class="list"> -<p class="noindent"> -1. den Vater, gegen den Bewunderung empfunden wird, -</p> - -<p> -2. den Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden wird, -</p> - -<p> -3. den Sohn, der den Vater nachahmt und -</p> - -<p> -4. den Sohn, der dem Vater Trotz bietet. -</p> - -</div> - -<p class="noindent"> -In dieser Reihenfolge sollen die Auffassungen erläutert -werden; es wird sich zeigen, daß jede derselben mehr als -eine der ursprünglichen Tendenzen darstellen kann. -</p> - -<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-1"> -1. Der Vater, gegen den Bewunderung empfunden -wird. -</h3> - -<p class="noindent"> -<a id="page-82" class="pagenum" title="82"></a> -Diese Auffassung ist weitaus die häufigste. Ein wichtiger -Grund hiefür ist ihre bisexuelle Entstehung; sie dient -nämlich nicht nur zur Darstellung der Bewunderung des -Sohnes für den Vater, sondern auch für die verdrängte -(libidinöse) Liebe der Tochter. -</p> - -<p> -In erster Linie sind die wunderbaren Kräfte des Teufels -zu beachten, die jene gewöhnlicher Wesen weit übersteigen. -Nach dem Glauben der Manichäer, der das Christentum stark -beeinflußte, war er direkt der Schöpfer der Körperwelt und -vereinigte in sich alle übernatürlichen Kräfte. Er lenkte -Donner und Blitz, Wind und Regen, obgleich diese vorher -mehreren Göttern als Attribut zugeteilt worden waren. Auf -die infantilsexuelle Symbolik in diesem Glauben kann hier -nicht eingegangen werden; Abraham<a class="fnote" href="#footnote-355" id="fnote-355">[355]</a> hat einen Teil davon -(den Blitz) behandelt und die mythologische Bedeutung des -Regens (= semen) ist wohlbekannt. Ich will nur die Flatus-Symbolik -des Donners erwähnen<a class="fnote" href="#footnote-356" id="fnote-356">[356]</a>; wir haben oben gesehen, -daß der Gestank des Teufels hauptsächlich von seiner Fähigkeit -zu »Donnern« abgeleitet wurde. Es ist beachtenswert, -daß die Macht des Teufels sich hauptsächlich auf <em>geheime</em> -und <em>Zauberdinge</em> bezog. Er war der Meister aller verbotenen -Künste, der sogenannten »schwarzen Kunst«, darum -war er die wichtigste Stütze für Zauberer und andere Leute, -die entweder nach verbotenem Wissen oder nach Kräften -verlangten, die über ihre natürlichen Anlagen hinausgingen. -</p> - -<p> -Diese Kräfte wurden Menschen in verzweifelter Lage -zur Verfügung gestellt, meist auf gewisse Bedingungen hin, -— daß sie fortan dem Teufel angehören wollen und seine -Gebote befolgen; das erinnert an die Eltern, die irgend eine -Sache für ihre Kinder tun wollen unter der Bedingung, daß -<a id="page-83" class="pagenum" title="83"></a> -sie gut, d. h. folgsam sein wollen. In vielen Legenden tritt -der Teufel als freundlicher Helfer der Menschen auf, der sie -in schweren Lagen unterstützt und vor Ungemach schützt, -insbesondere die Witwen und Waisen (!); eine Anzahl dieser -Geschichten erzählen Conway<a class="fnote" href="#footnote-357" id="fnote-357">[357]</a> und Wünsche.<a class="fnote" href="#footnote-358" id="fnote-358">[358]</a> Wir sehen -den Teufel die Rolle des gütigen Vaters übernehmen. -</p> - -<p> -Sehr auffällig ist die Tatsache, daß der Teufel des Mittelalters -in alle Legenden, die früher von <em>Riesen</em> erzählt -worden waren, aufgenommen wurde, da die Riesen die mythologische -Umbildung der Auffassung des Kindes von seinen -Eltern sind.<a class="fnote" href="#footnote-359" id="fnote-359">[359]</a> Die drei Hauptvorstellungen, die vereinigt -werden, sind Alter, Kraft und Größe. Eine der hervorstechendsten -Eigenschaften des Teufels war sein hohes Alter<a class="fnote" href="#footnote-360" id="fnote-360">[360]</a> -und viele seiner Beinamen z. B. die englischen: <em>Old</em> Nick -(Hnikar), <em>Old</em> Davy scheinen darauf hinzudeuten. Alle die -besonderen Kennzeichen und Merkmale der Riesen wurden -en masse auf den Teufel übertragen; eine Anzahl davon wird -bei Grimm<a class="fnote" href="#footnote-361" id="fnote-361">[361]</a> berichtet, so daß hier weitere Details überflüssig -sind. Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-362" id="fnote-362">[362]</a> schreibt: »Bei näherer Betrachtung erweisen -sich ferner alle die Sagen, nach denen der Teufel mächtige -Dämme, die quer durch den See gehen, Mauern nach Art -der Zyklopen und Brücken, die hoch in den Himmel hineinragen -und über Abgründe, Schluchten und Täler führen, errichtet, -als christianisierte örtliche Riesensagen. Auch Hünen- und Brunhildebetten -berühren sich mit Teufelsbetten.« Das wichtigste -unter den Riesenattributen des Teufels war seine Vorliebe -für das Bauen<a class="fnote" href="#footnote-363" id="fnote-363">[363]</a>; dies stammt zweifellos von der infantilen -Auffassung, daß die Eltern die Kinder aus Exkrementen -<a id="page-84" class="pagenum" title="84"></a> -formen, die später mit Mörtel, Sand u. s. w. assoziiert wird.<a class="fnote" href="#footnote-364" id="fnote-364">[364]</a> -Der Teufel begnügte sich übrigens nicht damit, die Taten der -Riesen nachzuahmen, sondern nahm bei verschiedenen Gelegenheiten -direkt ihre Gestalt an; so sah ihn St. Anton als -einen »schrecklichen Riesen, dessen Haupt die Wolken berührte«, -dasselbe widerfuhr St. Brigitten und auch bei Dante wird -Luzifer als riesengroß geschildert. -</p> - -<p> -Die Bedeutung der »revenant« Auffassung wurde oben -erörtert und auf ihre Beziehung zum Inzest hingewiesen. -Es ist deshalb nicht ohne Interesse, daß es eine Lieblingsgewohnheit -des Teufels war, die Menschen bei Nacht in der -Gestalt eines kürzlich Verstorbenen<a class="fnote" href="#footnote-365" id="fnote-365">[365]</a>, besonders Frauen als -ihr Vater zu besuchen. Die Erklärung dafür wurde vor -mehr als dreihundert Jahren von Thomas Nashe<a class="fnote" href="#footnote-366" id="fnote-366">[366]</a> gegeben, -wie folgt: »Man wird fragen, warum er sich oft in des Vaters -oder der Mutter oder eines anderen Anverwandten Körpergestalt -zeigt? Kein anderer Grund kann hiefür angezeigt -werden, als daß wir ihm in jenen Gestalten, die, wie -er annimmt, uns die vertrautesten sind und denen wir mit -natürlicher Liebe anhängen, am ehesten ein geneigtes Ohr -leihen.« -</p> - -<p> -Wie sogleich ausgeführt werden soll, waren die Besuche -und Versuchungen durch den Teufel vor allem libidinöser -Natur, was mit der hier ausgesprochenen Anschauung gut -übereinstimmt. In weiterer Übereinstimmung damit steht -die enge Beziehung zwischen Teufel und <em>Schlange</em>. Der -Versucher des Alten Testaments wurde in der Kabbalah -»Leviathan« (= verführende Schlange) genannt und seine -Ersatzpersonen in anderen Ländern wie Apep (Ägypten), -Ahriman (Persien), Midgard (Norwegen), Set (Ägypten) und -<a id="page-85" class="pagenum" title="85"></a> -Vritra (Indien) wurden ebenfalls gewöhnlich als Schlangen -abgebildet; wir können auch auf die böse Schlange oder -den Drachen verweisen, die Apollo, Bellerophon, Herakles, -Krishna, St. Georg, Wotan und viele andere besiegten. In -dieser Hinsicht befand sich der Teufel übrigens auch in -weit besserer Gesellschaft, denn die Verwandtschaft der -Schlange mit verschiedenen Göttern war, wie im vorhergehenden -Kapitel bemerkt wurde, außerordentlich nahe. Die -phallische Bedeutung dieses Glaubens muß hier nicht noch -einmal erklärt werden. Die ältesten Glaubenslehrer des -Judentums und die ersten katholischen Kirchenväter waren -der Ansicht, daß die Schlange im Garten Eden die böse Fleischeslust -bedeute<a class="fnote" href="#footnote-367" id="fnote-367">[367]</a>, was ja mit der modernen Auffassung vollkommen -übereinstimmt. Der christliche Teufel erschien sehr -häufig in der Form einer Schlange oder eines Feuerdrachen.<a class="fnote" href="#footnote-368" id="fnote-368">[368]</a> -St. Anton und St. Coleta bestätigten die erstgenannte Form -aus eigener Erfahrung. Die sexuelle Natur des Symbols -zeigt sich beim Teufel in viel aufdringlicherer Form als bei -den klassischen Göttern, denn sein Schweif war durch eine -Schlange gebildet oder endete in einen Schlangenkopf und -ebenso auch seine Arme, außerdem aber ahmte sein Penis -in Gestalt und Bewegungen eine Schlange nach.<a class="fnote" href="#footnote-369" id="fnote-369">[369]</a> Vielleicht -ist dies der Grund, warum wir zu anderen Zeiten Beschreibungen -finden, wie die folgende,<a class="fnote" href="#footnote-370" id="fnote-370">[370]</a> »il a une virilité gigantesque, -couverte d’ecailles, <a id="corr-38"></a>hérissée de piquants.« -</p> - -<p> -In dem gegenwärtigen Zusammenhange ist es jedoch -von besonderer Bedeutung, daß, wie im vorigen Kapitel -nachgewiesen wurde, die Schlange besonders das männliche -Glied des <em>Vaters</em> symbolisiert. Die Schlange mit ihrem -schleichenden und geheimnisvollen Gehaben ist vortrefflich -dazu geeignet, die heimlichen Betätigungen des Vaters darzustellen, -die der Knabe beneidet. -</p> - -<p> -<a id="page-86" class="pagenum" title="86"></a> -Der direkt libidinöse Charakter des Teufels und seiner -Versuchungen wird von jedem Schriftsteller, der dieses -Subjekt behandelt, hervorgehoben und kommt in zahllosen -Erzählungen zum Ausdruck.<a class="fnote" href="#footnote-371" id="fnote-371">[371]</a> Es genügt eine Stelle aus der -unendlichen Anzahl ähnlicher herauszugreifen. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-372" id="fnote-372">[372]</a> -sagt: »Den ersten Anstoß zum Teufelsbund geben fast ausschließlich -sexuelle Motive .... In allen Berichten über die -Verführung zur Hexerei und zum Teufelsbund nimmt unverhüllt -die sexuelle Verführung die erste Stelle ein.« Dies -war die Sünde, vor der die Kirche mehr als vor jeder -anderen warnte. So sagt zum Beispiel Sinistrari<a class="fnote" href="#footnote-373" id="fnote-373">[373]</a>: »ratione -tantae enormitatis contra Religionem, quae praesuppositur -coitu cum Diabolo, profecto Daemonialitas maximum est -criminum carnalium.« Ein Mittel, das der Teufel mit Vorliebe -zur Erreichung dieses Zweckes anwandte, war, ein -Weib dadurch zu täuschen, daß er die Gestalt ihres Geliebten -oder Ehemannes annahm.<a class="fnote" href="#footnote-374" id="fnote-374">[374]</a> Bodin<a class="fnote" href="#footnote-375" id="fnote-375">[375]</a> erzählt Fälle, wo er kleine -Mädchen beunruhigte und verführte, die erst sechs Jahre -alt waren, »qui est l’aage de cognoissance aux filles.« Die -sexuellen Versuchungen, denen Buddha, Zoroaster und andere -göttliche Wesen unterworfen waren, wurden in christlicher -Zeit auf verschiedene Heilige übertragen, von denen die -meisten, wie St. Anton, St. Benedict, St. Elisabeth und -St. Martin ihnen erfolgreich widerstanden, während andere, -wie z. B. St. Victorinus, unterlagen. -</p> - -<p> -Wie bekannt, verwandelte sich der Teufel am liebsten -in einen Bock, das klassische Symbol der Ausschweifung; -dies war nahezu regelmäßig seine Gestalt beim Hexensabbat. -Da sie in der Mythologie nicht bewandert waren, verwunderten -sich viele christliche Autoren darüber; Scaliger<a class="fnote" href="#footnote-376" id="fnote-376">[376]</a> z. B. -betrachtet es ohne weitere Hintergedanken als ein Wunder. -<a id="page-87" class="pagenum" title="87"></a> -Bodin<a class="fnote" href="#footnote-377" id="fnote-377">[377]</a> hingegen ahnte den Sinn, denn er schrieb: »Mais -c’est bien chose estrange, que Satan ... prend la figure -d’un Bouc, si ce n’est pour estre une beste puante et -salace ... Or la proprieté des Daemons est d’avoir puissance -sur la cupidite lascive et brutale.« Die libidinöse Natur des -Bocksymbols braucht hier nicht ausgeführt zu werden, da -sie wohlbekannt ist. Ein weiterer Beweis der ursprünglichen -Identität der Vorstellungen von Gott und Teufel ist die Tatsache, -daß einerseits der Bock das Symbol zahlreicher Götter des -Altertums war, daß aber auch Pan, der Ziegengott par -excellence, von dem der Teufel so viele seiner Attribute übernahm, -mit dem höchsten Gott der Babylonier, Mithra<a class="fnote" href="#footnote-378" id="fnote-378">[378]</a>, mit -dem ägyptischen Gotte Min<a class="fnote" href="#footnote-379" id="fnote-379">[379]</a> (dem Repräsentanten des -männlichen Prinzips) und mit Zeus<a class="fnote" href="#footnote-380" id="fnote-380">[380]</a> selbst identifiziert -wurde. -</p> - -<p> -Im Mittelalter wurde den sexuellen Attributen des -Teufels die eingehendste Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere -dem Sexualakt selbst und dem dabei tätigen Organe.<a class="fnote" href="#footnote-381" id="fnote-381">[381]</a> -Dieses war manchmal krumm, zugespitzt und schlangenförmig, -bestand manchmal halb aus Eisen, halb aus Fleisch, zu -anderen Zeiten ganz aus Horn und war gewöhnlich gespalten -wie eine Schlangenzunge; er war so im Stande, Koitus und -Päderastie gleichzeitig auszuführen, während eine dritte Gabelung -manchmal in den Mund reichte. -</p> - -<p> -Der Teufel des Mittelalters war keineswegs als erster durch -seine ausschweifende Geschlechtlichkeit berühmt. Von den Göttern -des klassischen Altertums ganz zu geschweigen, finden wir -denselben Zug bei den meisten bösen Vorläufern des christlichen -Teufels. Der Ruf Pans war derart, daß er den Theologen des -Mittelalters als der Prinz der Inkubi<a class="fnote" href="#footnote-382" id="fnote-382">[382]</a> bekannt war. -</p> - -<p> -<a id="page-88" class="pagenum" title="88"></a> -Im Koran ist der Teufel nur als Verführer bekannt.<a class="fnote" href="#footnote-383" id="fnote-383">[383]</a> -Die Anbetung des brahmanischen Shiva, des bösen Schöpfers -und Zerstörers der Welt, ist rein phallisch.<a class="fnote" href="#footnote-384" id="fnote-384">[384]</a> Der beduinische -ghul, der buddhistische Mara, der persische Aeschma, der -syrische djinn, alle haben denselben ausschweifenden Charakter; -selbst im fernen Australien lieben es die Iruntarivia, die -bösen Geister, Weiber im Dunkeln fortzuschleppen.<a class="fnote" href="#footnote-385" id="fnote-385">[385]</a> Aber -der Teufel übertraf sie alle so weit, daß Milton eine seiner -Gestalten nennen konnte: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Belial, der gefallenen Geister sinnlichster,</p> - <p class="verse">Der Lasterhafte, und, nach Asmodai,</p> - <p class="verse">Der fleischlichste der Inkubi.</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -Im Zusammenhang mit dieser Anschauung vom Vater, -die der Teufel hier darstellt, muß seiner engen Verknüpfung -mit der Natur, der Personifikation der Mutter, und insbesondere -mit den verborgenen Teilen der Natur gedacht werden; -es ist charakteristisch für die Inzestnatur der Teufelsvorstellung, -daß infolge dieser Verknüpfung die Natur selbst als -die böse Seite des Weltalls aufgefaßt zu werden begann. Er -wohnt an entlegenen Orten, liebt besonders dunkle Wälder<a class="fnote" href="#footnote-386" id="fnote-386">[386]</a> -und Orte, an denen Schätze liegen, wie Goldminen und -dringt in Höhlen und in das Innerste der Mutter Erde ein, -d. h. in Örtlichkeiten, die gewöhnlichen Wesen völlig unerreichbar -sind. Andere Beziehungen zur Mutter Erde werden -in einem späteren Teile erwähnt werden. -</p> - -<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-2"> -2. Der Vater, gegen den Feindseligkeit empfunden -wird. -</h3> - -<p class="noindent"> -Hier zeigt sich der Teufel nicht als Versucher und Verführer, -sondern als Verfolger, als böser Feind. All die -Grausamkeit, kleinliche Tyrannei und allgemeine Unvernunft, -die den Yahweh des Alten Testaments<a class="fnote" href="#footnote-387" id="fnote-387">[387]</a> entstellen, wurden -<a id="page-89" class="pagenum" title="89"></a> -voll und ganz von dem christlichen Teufel übernommen. -Die Ähnlichkeit dieses Bildes mit dem, das viele Kinder als -das genaue Spiegelbild ihres Vaters empfinden, ist nur zu -auffallend. Der Teufel spottet der Mühen und Anstrengungen -der Menschen, verletzt ihren Ehrgeiz und verfolgt ihre -Schwächen. Er quält und schädigt sie aus bloßer Freude an -seinem Tun, vernichtet ihre Arbeit und läßt alle ihre Bemühungen -vergebens gewesen sein. Das Menschengeschlecht -lebt im ewigen Kampf mit ihm, bald seinen lockenden Versuchungen -widerstehend, bald seine boshaften Angriffe abwehrend. -Die Ödipus-Situation, und zwar sowohl die männliche -wie die weibliche, wird so in Gänze wieder hergestellt. -</p> - -<p> -Die Feindseligkeit des Teufels gegen den Menschen ist -charakteristischerweise besonders ausgeprägt in jenen -Legenden, die er von den Riesen (= Erwachsenen) geerbt -hat. In diesen versucht er alles Denkbare, um sie zu schädigen -und zu behindern<a class="fnote" href="#footnote-388" id="fnote-388">[388]</a>; er schleudert ungeheure Felsblöcke -nach Kirchen und Klöstern, dämmt Flüsse ab, um -Überschwemmungen herbeizuführen, baut Mauern, um menschliche -Wesen von seinem Reiche abzuhalten, u. s. w. Die Menschheit -muß gegen ihn in seiner Riesengestalt kämpfen, wie die -jungen Götter einst gegen die Titanen kämpften. -</p> - -<p> -In diesem Kampfe wurden die Menschen keineswegs -regelmäßig besiegt. Die Geschichten, in denen der Teufel -übers Ohr gehauen und betrogen wird, sind zahlreich und -es ist zu beachten, daß diese Erzählungen meist von heidnischen -Vorbildern genommen sind, in denen die Bekämpften -Riesen waren.<a class="fnote" href="#footnote-389" id="fnote-389">[389]</a> Zum Beispiel nach Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-390" id="fnote-390">[390]</a>: »Hinter dem -Schmiede von Bielefeld, Apolda u. s. w. in den bekannten -Märchen, der den Teufel im Sacke auf dem Amboß ganz windelweich -hämmert, so daß er ein Zetergeschrei erhebt und um -seine Freilassung bittet, verbirgt sich, wie wir unten zeigen -<a id="page-90" class="pagenum" title="90"></a> -werden, sicherlich der seinen Hammer auf das Haupt des -Riesen schwingende Thor. Ist doch »Meister Hammerlein« -auch ein gebräuchlicher Beiname des Teufels«. Ein beliebter -Anschlag war es, mit dem Teufel einen Vertrag zu schließen, -nach welchem ihm eine Seele gehören sollte, unter der Bedingung, -daß er irgend ein Werk vor Hahnenschrei ausführe, -und dann im letzten Moment einen Hahn zu kneifen und -dadurch zum Rufen zu bringen oder den Ruf nachzuahmen, -so daß die Hähne in der Nachbarschaft erwachten und wirklich -krähten. Selbst ein Pferd konnte den Teufel überlisten.<a class="fnote" href="#footnote-391" id="fnote-391">[391]</a> -Es ist hier für die gegenwärtige Beweisführung von Wesenheit, -daß der Teufel in allen diesen Geschichten durch Betrug -überlistet wird, niemals durch Gewalt überwunden; Schlauheit -und Betrug sind bekanntermaßen die einzigen Waffen -des schwachen Kindes gegen den feindlichen Vater. -</p> - -<p> -Eine mächtige Person, die durch Schwächen leicht betrogen -wird, muß notwendigerweise als dumm oder wenigstens -naiv geschildert werden. Diese geringschätzige Meinung haben -Kinder oft von ihren Eltern, teils aus dem genannten Grunde, -teils als Überkompensation für ihr Gefühl der Unwissenheit -im Verhältnis zur Weisheit der Eltern. Die Geschichten, in -denen der Teufel eine unglaubliche Naivität an den Tag legt -und leicht übers Ohr gehauen wird, bilden ein ausgedehntes -Kapitel in der Geschichte der Dämonologie<a class="fnote" href="#footnote-392" id="fnote-392">[392]</a> und liefern einen -wichtigen Beitrag für die spätere Auffassung der Clowns, -Buffons und Narren auf der Bühne.<a class="fnote" href="#footnote-393" id="fnote-393">[393]</a> Eine Psycho-Analyse -der einzelnen Erzählungen, auf die wir hier verzichten -müssen, zeigt deutlich die infantilen Quellen der Motive und -bestätigt endgültig die hier in Kürze dargelegten Schlüsse. -</p> - -<p> -Diese kinderhafte Verachtung des Teufels zeigt sich -auf verschiedene Weise, insbesondere durch Verneinung seiner -Macht. Keines von den Gebäuden, die er aufführt, kann -<a id="page-91" class="pagenum" title="91"></a> -vollständig sein, seine Pläne und Anschläge werden stets -im letzten Moment vereitelt und in einem Punkte insbesondere -stimmen alle Autoren überein, nämlich in seinem Mangel an -Samen und der daraus folgenden Unfruchtbarkeit. Wie wir -später sehen werden, hat dieser letztere Glaube eine tiefere -Quelle. Ihm mag auch der Abscheu des Teufels vor dem -Salz zugeschrieben werden, denn dies kann als altes mythologisches -Symbol für Samen erwiesen werden.<a class="fnote" href="#footnote-394" id="fnote-394">[394]</a> Bodin<a class="fnote" href="#footnote-395" id="fnote-395">[395]</a> ist -also im gewissen Sinne im Recht, wenn er für die Abneigung -des Teufels davor den Grund anführt, daß es ein Symbol der -Ewigkeit sei. -</p> - -<p> -Selbst manche Mittel, die angewandt wurden, um die -Angriffe des Teufels abzuwehren, haben ihre Wurzel in der -infantil-sexuellen Symbolik. Das bewährteste, oft wirksam -wenn alle anderen versagt hatten, war, ihm das Gesäß zu -weisen und einen Flatus zu lassen; kein geringerer als Martin -Luther half sich auf diese Weise.<a class="fnote" href="#footnote-396" id="fnote-396">[396]</a> Die Psycho-Analyse hat -dargetan, daß eine der tiefsten Quellen des Trotzes gegen -die Eltern die Weigerung des Kindes ist, die Funktionen -seines Sphincters nach ihren Wünschen einzurichten. Ein -anderes, allgemeines Mittel, dem Teufel zu trotzen, bestand -darin, ihm ins Gesicht das heilige Kreuz zu schwingen oder -das Zeichen des Kreuzes zu machen, d. h. das Zeichen des -Sohnes (Christus). Die phallische Bedeutung dieses Symbols -ist längst bekannt<a class="fnote" href="#footnote-397" id="fnote-397">[397]</a>, so daß, es dem Teufel entgegenstrecken, -nichts anderes bedeutet als die exhibitionistische Verachtung -der väterlichen Autorität. -</p> - -<p> -Die sicherste Zuflucht für den Verfolgten war es jedoch, -die Jungfrau Maria zu Hilfe zu rufen. Dies war so allgemein, -daß die ganze Angelegenheit oft als ein ständiger Kampf -zwischen dem Teufel und der heiligen Mutter gedacht wurde. -<a id="page-92" class="pagenum" title="92"></a> -Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-398" id="fnote-398">[398]</a>, der mehrere Beispiele hiefür anführt, sagt: »Die -Tätigkeit des Teufels wird überdies vornehmlich entwickelt -und hervorgerufen durch dessen Haß gegen die heilige Jungfrau, -der um so mehr gesteigert wird, als diese, nach Frauenart, -sich in alle Angelegenheiten hineinmengt und ihr, wie -im gewöhnlichen Leben, in allem willfahren wird, so daß sie -ihren Willen immer durchsetzt und ihre Schützlinge, die nun -einmal ihre Gunst durch eifrigen Marienkultus erlangt haben, -auch nie fallen läßt, wenn sie übrigens auch die ärgsten -Lumpen sein sollten.« Es ist schwer, die Analogie dieser -Situation zu derjenigen des Kindes, das bei der Mutter Schutz -vor dem übelgelaunten Vater sucht und damit einen ähnlichen -Zwist herbeiführt, nicht zu bemerken. -</p> - -<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-3"> -3. Der Sohn, der den Vater nachahmt. -</h3> - -<p class="noindent"> -Der Teufel war nicht völlig Gottes Feind; in mancher -Hinsicht kann man ihn sogar seinen Repräsentanten nennen -oder wenigstens seinen Vermittler. Er verhöhnte und quälte -nicht bloß die Menschen, die sich von ihm zur Sünde hatten -verführen lassen<a class="fnote" href="#footnote-399" id="fnote-399">[399]</a>, sondern ging auch offenbar darauf aus, -die Bösen zu bestrafen.<a class="fnote" href="#footnote-400" id="fnote-400">[400]</a> Gegen sexuelle Betätigung war er -besonders streng; so war eine seiner Verfolgungen nach -Graf<a class="fnote" href="#footnote-401" id="fnote-401">[401]</a>, »einen Mann und ein Weib bei fleischlicher Sünde in -flagranti zu ertappen und beide unauflöslich aneinander zu -fesseln, more canino.« Es ist bezeichnend, daß im Alten -Testament, zu einer Zeit also, wo die Vorstellungen von Gott -und Teufel eben begannen, sich voneinander abzulösen, die -Verbindung der beiden weit enger war als später und der -Teufel als Gottes gehorsamer Knecht auftritt, der sich von -den guten Engeln nur durch die unangenehme Art seiner -Pflichten unterscheidet. -</p> - -<p> -Diese »Identifikation« mit Gott ist zu Zeiten sehr enge -und es ist interessant, daß der Teufel sich ehrliche Mühe gab, -<a id="page-93" class="pagenum" title="93"></a> -sie zu erreichen, indem er Gott in merkwürdiger Weise nachahmte -und imitierte. Da bis vor einem halben Jahrhundert -die Anbetung Christi im ganzen mehr in den Vordergrund -trat als die von Gott-Vater, ist es nicht überraschend, daß -die Ähnlichkeit des Teufels mit dem Sohne größer war als -die mit dem Vater. Zunächst wurde seine körperliche Erscheinung -als schön und majestätisch geschildert<a class="fnote" href="#footnote-402" id="fnote-402">[402]</a>, oft ganz -ähnlich der Gestalt Christi; manchmal erschien er sogar -wirklich in dessen Gestalt.<a class="fnote" href="#footnote-403" id="fnote-403">[403]</a> Erst im Mittelalter wurden ihm -häßliche und groteske Züge angedichtet.<a class="fnote" href="#footnote-404" id="fnote-404">[404]</a> Wie Christus hatte -der Teufel zwölf Schüler<a class="fnote" href="#footnote-405" id="fnote-405">[405]</a>, stieg in die Hölle hinab und -wurde wiedergeboren<a class="fnote" href="#footnote-406" id="fnote-406">[406]</a>, schlug seine Wohnung in bestimmten -Kirchen auf, wurde zu regelmäßig wiederkehrenden Zeiten -angebetet, ließ seine Anhänger taufen und die Details des -Teufels-Sabbat karikierten die heilige Messe auf das genaueste -und innigste, zum Ärger der Theologen, die natürlich -keine Ahnung von der psychologischen Ähnlichkeit der beiden -Vorgänge hatten. -</p> - -<p> -Der Teufel besaß sogar seine eigene Bibel, die in Böhmen -niedergeschrieben wurde und sich jetzt in der königlichen -Bibliothek in Stockholm<a class="fnote" href="#footnote-407" id="fnote-407">[407]</a> befindet. -</p> - -<p> -So wie Christus besaß der Teufel eine irdische Mutter -und keinen Vater; charakteristischerweise war sie eine Riesin, -noch größer als ihr Sohn<a class="fnote" href="#footnote-408" id="fnote-408">[408]</a>; in manchen Versionen erscheint -sie als seine Großmutter. Die Mutter scheint durch Verschmelzung -von mindestens drei Figuren entstanden zu sein: -Sowohl Hel<a class="fnote" href="#footnote-409" id="fnote-409">[409]</a> als auch die Mutter des Riesen Grendel<a class="fnote" href="#footnote-410" id="fnote-410">[410]</a> trugen -<a id="page-94" class="pagenum" title="94"></a> -zu ihrer Vorstellung bei; einer der späteren Beinamen des -Teufels war Grendel (Englisch Grant). Ferner meint -Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-411" id="fnote-411">[411]</a>: »Wahrscheinlich bildet auch die Sage von der -Ellermutter, der neunhundertköpfigen Mutter Hymirs, die -die beiden Götter Thor und Tyr beim Besuch in ihrer -Wohnung durch Verstecken vor ihrem grimmigen Sohn rettet, -die Grundlage zu der volkstümlichen Figur von des Teufels -Großmutter. Im Märchen vom Glückskinde bei Grimm Nr. 29 -heißt des Teufels Großmutter geradezu noch Ellermutter.« -In den meisten dieser Geschichten, wie in der letzterwähnten, -ist der Teufel wieder nichts anderes als eine mythologische -Darstellung des gehaßten Vaters; deshalb der Ersatz der -Mutter durch die Großmutter. Dasselbe gilt von der alten -Redensart, daß Donner oder Blitz bei Sonnenschein davon -kommen, daß der Teufel sein Weib prügelt.<a class="fnote" href="#footnote-412" id="fnote-412">[412]</a> -</p> - -<p> -Die Auffassung des Teufels als Sohn ist ein zweiter, sehr -natürlicher Grund für den Glauben, daß er keinen Samen -besitze und die bisexuelle Natur des ganzen Glaubens beweist -die Idee, daß er ein Weib nur schwängern kann, nachdem -er sich dadurch Samen verschafft hat, daß er einem Manne -als sukkubus diente<a class="fnote" href="#footnote-413" id="fnote-413">[413]</a>, weshalb er auch immer kalt war.<a class="fnote" href="#footnote-414" id="fnote-414">[414]</a> -Diese sonderbare Prozedur gab Anlaß zu den haarspalterischesten -Kontroversen darüber, ob der ursprüngliche Besitzer des -Samens oder der Teufel<a class="fnote" href="#footnote-415" id="fnote-415">[415]</a> das größere Anrecht auf den Sprößling -habe, und ob dieselbe Regel auf den von einer nächtlichen -Pollution herstammenden Samen anwendbar sei oder -nicht.<a class="fnote" href="#footnote-416" id="fnote-416">[416]</a> Auf denselben Gedanken von der Geschlechtsuntüchtigkeit -des Kindes möchte ich den Glauben an einen hinkenden -Gott oder Teufel zurückführen, der, wie Tylor<a class="fnote" href="#footnote-417" id="fnote-417">[417]</a> nachwies, -<a id="page-95" class="pagenum" title="95"></a> -in den verschiedensten Stadien der Kulturentwicklung vorkommt; -Gehunfähigkeit ist auch bei Neurotikern ein häufiges -Symbol für sexuelle Unfähigkeit. Ferner mag der Umstand, -daß die Lähmung meistens die Folge des Wurfes aus dem -Himmel hinaus war, wohl mit der Furcht des Kindes, daß der -Vater seinem Zeugungsglied etwas antun könnte (Kastrations-Komplex) -in Verbindung gebracht werden. -</p> - -<p> -Als ein Teil der hier erörterten Seite des Teufels sei -auch sein starkes Dankbarkeitsgefühl erwähnt, das sich besonders -in jenen seltenen Fällen zeigt, wo er gerecht behandelt -wurde; er beweist dann stets, daß er diese Art ihm zu -begegnen ganz besonders zu schätzen versteht.<a class="fnote" href="#footnote-418" id="fnote-418">[418]</a> -</p> - -<h3 class="subchap" id="subchap-0-8-4"> -4. Der Sohn, der dem Vater Trotz bietet. -</h3> - -<p class="noindent"> -Dies ist die ursprüngliche Auffassung vom Teufel als -Erzrebellen; sein Ungehorsam und seine Empörung gegen -Gott-Vater ist geradezu das Paradigma der Revolution. Nach -Origenes<a class="fnote" href="#footnote-419" id="fnote-419">[419]</a> waren Hoffahrt und Auflehnung der Grund des -Himmelssturzes, während nach Irenäus, Tertullian und -anderen<a class="fnote" href="#footnote-420" id="fnote-420">[420]</a> das Hauptmotiv sein Neid gegen Gott war. Die -zweitgenannte Idee scheint die ältere zu sein. Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-421" id="fnote-421">[421]</a> -sagt: »Das Motiv zur Feindschaft des Bösen gegen die Gottheit, -der Ursprung des Bösen in der Welt ist sowohl nach -der hebräischen Vorstellung vom nachexilischen Satan als -auch in den Mythen anderer Völker, namentlich der Parsen, -auf den Neid zurückgeführt, der in der Ich- und Selbstsucht -wurzelt.« Stolz war nach der »Sklavenmoral« des Christentums, -wie sie von Nietzsche genannt wird, stets eine Todsünde. -</p> - -<p> -Die Auflehnung des Knaben gegen seinen Vater ist bekanntlich -nicht nur eine Folge der feindseligen Einstellung, -sondern gewöhnlich von Neid begleitet, was mit anderen -Worten Bewunderung und den Wunsch nach Nachahmung -bedeutet. Durch seine Rebellion befreit er sich auch regelmäßig -<a id="page-96" class="pagenum" title="96"></a> -nicht von dem Einflusse seines Vaters. Ob er ihn -geradezu kopiert oder in das entgegengesetzte Extrem gerät -und ihm so ungleich als nur möglich zu sein sucht, ist von -diesem Gesichtspunkte aus betrachtet völlig irrelevant; beide -Reaktionen gehen in gleicher Weise auf den Nachahmungswunsch -zurück. Diese Mischung läßt sich genau auf den -Teufel anwenden. Er bemüht sich, entweder Gott in allem -nachzuahmen, oder tut, wie wir sehen werden, alles genau in -der entgegengesetzten Weise. Von dieser Gewohnheit, Gott -zu karikieren, stammt sein Titel »Der Affe Gottes«. Sein -Benehmen wird also in letzter Linie durch das Verhalten -Gottes bestimmt, ein weiterer Beweis für die ursprüngliche -Identität beider, während die genaue Übereinstimmung mit -den Bestrebungen der Menschensöhne die hier vorgebrachte -These unterstützt. -</p> - -<p> -Das Band, das ihn gegen seinen Willen an Gott knüpft, -zeigt sich auch in seiner Eifersucht auf jeden, dem Gott besondere -Gunst schenkt, was ja gleichfalls ein typischer Zug -des Kindes ist. In der Legende von St. Coleta heißt es<a class="fnote" href="#footnote-422" id="fnote-422">[422]</a>, -der alte Feind habe die Eigentümlichkeit, je mehr er sehe, -daß sich jemand Gott nähere, desto mehr suche er ihn zu -verfolgen, zu beunruhigen und abzuhalten, größere Übel über -ihn zu verhängen und sie zu vermehren. Hiezu tritt noch -als weiteres Motiv sein Haß, der von Gott auf jene übergeht, -die mit ihm in näherer Verbindung stehen. -</p> - -<p> -Dasselbe Motiv der Eifersucht ist wahrscheinlich auch -die Erklärung für das Verhalten des Teufels gegen Christus, -obgleich dieses natürlich zum Teil durch die Identifikation -von Christus und Gott-Vater bestimmt wird. Christus wurde -dadurch, daß Gott ihn aussandte, um das Menschengeschlecht -zu erlösen, im Kampfe um die Herrschaft über die Menschheit -zur Hauptperson; aus diesem Kampfe entstand die Erlösungslehre<a class="fnote" href="#footnote-423" id="fnote-423">[423]</a>, -was Graf<a class="fnote" href="#footnote-424" id="fnote-424">[424]</a> mit den ironischen Worten hervorhebt: -»Seltsam genug! Unter den Menschen war niemals die Rede -<a id="page-97" class="pagenum" title="97"></a> -soviel von Satanas, niemals wurde er so sehr gefürchtet wie -nach dem Siege Christi, nach dem Vollzug der Erlösung.« -Der Teufel, auch darin Gott nachahmend, machte verzweifelte -Anstrengungen, sich den Sieg durch Erzeugung eines Sohnes -zu sichern, der im Stande sein sollte, Christus zu überwältigen. -Merlin und Robert der Teufel stellen zwei derartige Versuche<a class="fnote" href="#footnote-425" id="fnote-425">[425]</a> -dar, aber der eine wurde durch die Reue seiner Mutter zu -Gott hinüber gerettet und der andere durch seine eigene -Reue; Nero, Mohammed und Luther, nicht minder auch -mehrere Päpste galten ebenfalls als Söhne des Teufels, die er zu -diesem Zweck gezeugt haben soll. Im Mittelalter war die Furcht -vor dem angedrohten Antichrist aufs höchste gestiegen und -die Spannung der ängstlichen Erwartung seiner Geburt wurde -durch umlaufende Gerüchte und Prophezeiungen zum unbeschreiblichen -Schrecken gesteigert.<a class="fnote" href="#footnote-426" id="fnote-426">[426]</a> -</p> - -<p> -Mit der hier behandelten Auffassung des Teufels als -Darstellung des sich auflehnenden Sohnes stimmt schließlich sein -leidenschaftlicher Haß gegen die Ungerechtigkeit und seine -Neigung, die unschuldig Verfolgten zu verteidigen, insbesondere -die Armen und Schwachen gegen ihre Unterdrücker.<a class="fnote" href="#footnote-427" id="fnote-427">[427]</a> -</p> - -<p> -Nun können wir uns dem dritten Problem zuwenden, -nämlich dem Verhältnis des Teufelsglaubens zum Angsttraum. -Die in den vorhergehenden Kapiteln vorgebrachten Erwägungen -werden uns zu der Entdeckung führen, daß an der Entstehung -einer solchen Angstvorstellung par excellence, wie es der Teufelsglaube -ist, die intensivste Angsterfahrung, die die Menschen -kennen gelernt haben, also der Alpdruck, einen beträchtlichen -Anteil haben mußte. Dieser Schluß wurde von manchen -früheren Autoren gezogen. Die Anschauungen Clodds und -Höflers z. B. wurden bereits erwähnt. Es stimmt gut damit -überein, daß der Teufel ganz besonders als Nacht-Dämon gilt; -er erscheint meist bei Nacht und bei Nacht erreichte seine -Macht ihren Zenit.<a class="fnote" href="#footnote-428" id="fnote-428">[428]</a> -</p> - -<p> -<a id="page-98" class="pagenum" title="98"></a> -Es wäre ganz verständlich, wenn dieser Glaube nur im -<em>manifesten Inhalt</em> der Nachtmahr mit seinen schreckenerregenden -Visionen wurzeln würde, und dies ist auch offenbar -die Anschauung der früheren Autoren, aber eine sorgfältige -Vergleichung mit ihrem <em>latenten Inhalt</em> zeigt eine -so außerordentliche Ähnlichkeit der beiden, daß dadurch -endgültig ihre innere Verwandtschaft erwiesen wird. -</p> - -<p> -Es wurde oben ausgeführt, daß das wesentliche Merkmal -des latenten Inhalts der Nachtmahr seine sexuelle und -vorherrschend inzestuöse Natur ist. Über die sexuelle Betätigung -des Teufels muß nicht mehr viel gesagt werden, -sie wird hinreichend illustriert durch das Sprichwort: »Wenn -eine Frau allein schläft, beschläft sie der Teufel.« Es ist besonders -bemerkenswert, daß die Vorläufer des mittelalterlichen -Teufels in aller Form Inkubi waren. Pan, von dem -der Teufel so viele Attribute übernahm, war das Äquivalent -für Ephialtes<a class="fnote" href="#footnote-429" id="fnote-429">[429]</a>, den Geist, der uns den wissenschaftlichen -Namen für die Nachtmahr lieferte; auch die griechischen -Faune waren als Inkubi tätig.<a class="fnote" href="#footnote-430" id="fnote-430">[430]</a> Weiter zurückgehend finden -wir, daß die Sturm-Dämonen Babyloniens und Indiens, die -alu<a class="fnote" href="#footnote-431" id="fnote-431">[431]</a> resp. die maruts<a class="fnote" href="#footnote-432" id="fnote-432">[432]</a>, die Vorläufer des Ares und Ephialtes, -»die Zermalmer« genannt wurden, von ihrer Gewohnheit, -während des Schlafs sich auf die Brust der Menschen zu -legen, und der germanische Riese Grendel benahm sich ebenso.<a class="fnote" href="#footnote-433" id="fnote-433">[433]</a> -</p> - -<p> -Die oben angeführten Tatsachen zeigen, daß der Teufelsglaube -mit dem Ahnenkult in enger Beziehung steht; vor -mehr als dreihundert Jahren meinte Burton<a class="fnote" href="#footnote-434" id="fnote-434">[434]</a>, daß die Teufel -die Seelen der Gestorbenen, d. h. der Ahnen seien. Wenn -die hier aufgestellte These richtig ist, nämlich, daß der Teufel -die Projektion verdrängter Wünsche, die sich auf den Vater -<a id="page-99" class="pagenum" title="99"></a> -beziehen, verkörpert, so folgt daraus, daß der Verkehr mit -ihm den Inzest mit dem Vater symbolisiert. Die Tatsache, -daß die Schlange, das phallische Symbol des Vaters, eine -ebenso hervorragende Rolle bei der Teufelsidee wie bei der -Nachtmahr-Mythologie spielt, kennzeichnet den Ursprung -beider aus dem Inzest. -</p> - -<p> -In den verschiedenen Geschichten vom Teufel finden -wir Details, die deutlich auf die Entstehung aus psychischen -Vorgängen, die für den Traum charakteristisch sind, hinweisen, -und von denen zwei hier kurz erwähnt werden sollen. Eines der -allertypischesten ist das Vorkommen von Verwandlungen. -Wir haben eben die Fähigkeit des Teufels, jede menschliche -Form, die er wünschte, anzunehmen,<a class="fnote" href="#footnote-435" id="fnote-435">[435]</a> erwähnt und hervorgehoben, -daß er am häufigsten als Schlange oder Ziegenbock -erschien. Aber es gab keine Tierart, deren Form er nicht -manchmal annahm<a class="fnote" href="#footnote-436" id="fnote-436">[436]</a>, und er besaß sogar die Macht, Menschen -in Tiere zu verwandeln.<a class="fnote" href="#footnote-437" id="fnote-437">[437]</a> Ein anderes Beispiel ist der -psychologische Prozeß, den wir als »Umkehrung« kennen, -wobei die Dinge von hinten nach vorn gestellt oder getan -werden; dieser Vorgang ist, wie Freud<a class="fnote" href="#footnote-438" id="fnote-438">[438]</a> gezeigt hat, außerordentlich -charakteristisch für die Traumarbeit. Die meisten -Schriften über den Teufel haben eben dies als seine Eigentümlichkeit -betont, insbesondere in Hinsicht auf den Sabbat. -So tanzen die Anwesenden in einem Kreise nach <em>rückwärts</em><a class="fnote" href="#footnote-439" id="fnote-439">[439]</a>, -die Gesichter vom Mittelpunkt <em>weggekehrt</em><a class="fnote" href="#footnote-440" id="fnote-440">[440]</a>, -sie tauchen ihre <em>linke</em> Hand in das heilige Wasser<a class="fnote" href="#footnote-441" id="fnote-441">[441]</a> (Teufels-Urin)<a class="fnote" href="#footnote-442" id="fnote-442">[442]</a>, -machen das Zeichen des Kreuzes in der <em>verkehrten</em> -Richtung<a class="fnote" href="#footnote-441">[441]</a>, genießen bei der Messe <em>schwarzes</em> -<a id="page-100" class="pagenum" title="100"></a> -<em>Brot</em><a class="fnote" href="#footnote-443" id="fnote-443">[443]</a> und bei dieser werden <em>schwarze Kerzen</em> benutzt<a class="fnote" href="#footnote-444" id="fnote-444">[444]</a> -u. s. w. Der Teufel selbst hatte <em>ein zweites Gesicht</em> -am Hinterteil, das oft dem <em>eines schönen Weibes</em><a class="fnote" href="#footnote-445" id="fnote-445">[445]</a> -glich (eine doppelte Umkehrung), er saß <em>verkehrt</em> auf -seinem Sitz<a class="fnote" href="#footnote-446" id="fnote-446">[446]</a>, sein Penis war oft <em>am Rücken</em><a class="fnote" href="#footnote-447" id="fnote-447">[447]</a> statt -vorn, von seinem Körper ging ein höllischer Gestank aus, -der mit dem himmlischen Wohlgeruch des Erlösers<a class="fnote" href="#footnote-448" id="fnote-448">[448]</a> kontrastierte -u. s. w. -</p> - -<p> -Auf die Entstehung aus dem Traum kann auch die Tatsache -zurückgeführt werden, daß der Koitus mit dem Teufel -in der Regel äußerst schmerzhaft und unangenehm<a class="fnote" href="#footnote-449" id="fnote-449">[449]</a> war, -denn dies ist in Angstträumen, in denen ein Koitus vorkommt, -auch sehr häufig der Fall. -</p> - -<p> -Einiges kann noch über den Zusammenhang zwischen -dem Teufelsglauben und den im vorhergehenden Kapitel erörterten -hinzugefügt werden. Der erste derselben, der Glaube -an den Inkubus war ein wesentliches Stück des Teufelsglaubens, -denn nach orthodoxer Anschauung waren die Inkubi einfach -Teufel; selbst mit dem unmittelbaren Äquivalent des Inkubus, -dem Alp, steht der Teufel in enger Verbindung<a class="fnote" href="#footnote-450" id="fnote-450">[450]</a>, die jedoch -hier nicht verfolgt werden kann, da das Thema ein rein -mythologisches ist. -</p> - -<p> -Die Verwandtschaft zwischen dem Teufelsglauben und -dem Glauben an Vampire und Werwölfe ist mehr in ihrem -gemeinsamen latenten Inhalt als in äußerlichen Ähnlichkeiten -gelegen, aber auch in letzterer Hinsicht ist manches dahin -Zielende auffindbar. Der Teufel wurde von den Kirchenvätern -gemeiniglich »seelenraubender Wolf« genannt<a class="fnote" href="#footnote-451" id="fnote-451">[451]</a> und -<a id="page-101" class="pagenum" title="101"></a> -in Knuts Gesetzen wird er direkt als »vôdfreca <em>verewulf</em><a class="fnote" href="#footnote-452" id="fnote-452">[452]</a>« -bezeichnet. Im Mittelalter hieß der Teufel Erzwolf, Archilupus -und er erschien häufig in Wolfsgestalt.<a class="fnote" href="#footnote-453" id="fnote-453">[453]</a> Grimm<a class="fnote" href="#footnote-454" id="fnote-454">[454]</a> führt die -slavischen Namen für den Teufel (Polnisch wrog, Serbisch -vrag u. s. w.) auf das althochdeutsche warg (= Wolf) zurück -und der slavische böse Feind Czernobog erschien gewöhnlich -als Wolf.<a class="fnote" href="#footnote-455" id="fnote-455">[455]</a> Des mittelalterlichen Teufels Abstammung vom -Wolfe scheint jedoch in erster Linie germanisch gewesen zu -sein, insbesondere von den beiden Wölfen Wotans. Wünsche<a class="fnote" href="#footnote-456" id="fnote-456">[456]</a> -schreibt: »Neben Loki wird aber auch dem Fenrirwolf nach -mehreren mißglückten Versuchen mit einem von den Zwergen -verfertigten unzerreißbaren Bande von den Göttern eine Fessel -angelegt. In der Redensart: »Der Teufel ist los«, haben wir -sicher noch eine Erinnerung an Fenrirs wiederholtes Sichfreimachen -von den starken Banden und Stricken, die ihm -von den Göttern um den Hals geschlungen wurden«. Der -Teufel wurde auch der Höllenwolf genannt und Grimm<a class="fnote" href="#footnote-457" id="fnote-457">[457]</a> bemerkt: -»Der Teufel hat seinen ungeheuren Rachen mit Wolf -und Hölle gemein«. Ungewöhnlich starke oder wilde Wölfe -wurden entweder für verkappte Teufel oder für Werwölfe -gehalten<a class="fnote" href="#footnote-458" id="fnote-458">[458]</a> und auch die letzteren gelten als vom Teufel erschaffen.<a class="fnote" href="#footnote-459" id="fnote-459">[459]</a> -Historisch interessant ist der Fall der Angela -de Sabarethe, die als das erste Weib genannt wird, das — in -Toulouse, im Jahre 1275 — wegen sexueller Beziehungen -zum Teufel verbrannt wurde; als Resultat dieser Verbindung -gebar sie ein Monstrum mit dem Kopf eines Wolfes und -einem Schlangenschweif.<a class="fnote" href="#footnote-460" id="fnote-460">[460]</a> -</p> - -<p> -<a id="page-102" class="pagenum" title="102"></a> -Von den zwei Kardinalpunkten des Vampirglaubens, -nämlich, daß der Vampir ein revenant sei und daß er den Schlafenden -Blut auszusaugen pflege, ist der erste im Teufelsglauben -viel stärker ausgeprägt, wie oben besprochen wurde. Die einzige -Erwähnung des zweiten Punktes, die ich finden konnte, betrifft -den altdeutschen Teufel Grendel. Grimm<a class="fnote" href="#footnote-461" id="fnote-461">[461]</a> schreibt von ihm: -»Er trinkt das Blut aus den Adern und gleicht Vampiren, -deren Lippen von frischem Blut benetzt sind. In einer altnordischen -saga findet sich ein ähnlicher Dämon, Grûnzaegir -genannt ..., er trinkt das Blut aus Menschen und Tieren«. -</p> - -<p> -Wir können dieses Kapitel mit einigen allgemeinen Bemerkungen -über den Teufelsglauben beschließen. Wir haben -gesehen, daß die infantilen Konflikte, die durch das Verhältnis -zu den Eltern bedingt waren, ihren frühesten Ausdruck dadurch -fanden, daß das Universum mit übernatürlichen Wesen -bevölkert wurde, die manchmal freundlich, oft gehässig waren, -stets jedoch versöhnt werden mußten. Bei der Entwicklung -dieses Glaubens haben Traumerfahrungen wahrscheinlich eine -große Rolle gespielt. Hauptsächlich infolge der Betonung des -Stammes- oder Nationalstolzes verschmolzen einige Völker, -vor allem die Juden, nach und nach diese Gestalten und entwickelten -so eine Art Monotheismus. Dies führte jedoch zu -der Notwendigkeit, die guten und bösen Eigenschaften der -höheren Mächte auf zwei verschiedene Persönlichkeiten zu -verteilen, so daß das, was dem Guten nahestand, der einen, -und das, was dem Bösen zugehörte, der anderen zugeschrieben -wurde. Das übertriebene Gefühl der Sündhaftigkeit, das für -das Christentum charakteristisch ist, und der schärfere Kontrast -zwischen Gut und Böse, der dadurch erzielt wurde, -brachten zwar eine erhabenere Auffassung Gottes hervor, aber -auch bei der Erzeugung des Teufels ein Entsetzen, neben dem -alle früheren Erfindungen verblassen. In den letzten hundertundfünfzig -Jahren und insbesondere während des letzten -halben Jahrhunderts hat die Intensität des Teufelsglaubens -stark abgenommen, der Gottesglaube erwies sich als der -wurzelfestere der beiden; die psychologische Erklärung dieses -<a id="page-103" class="pagenum" title="103"></a> -Faktums ist ein interessantes Problem, dessen Erörterung -uns jedoch zu weit von dem gegenwärtigen Thema abführen -würde. Dies geschah nicht ohne heftigen Theologenzwist, da -es offensichtlich die Schwierigkeit, über die Existenz des -Bösen in der Welt Rechenschaft zu geben, vergrößerte. -Dennoch war es notwendig geworden, teilweise wohl wegen der -höheren Auffassung der Allmacht Gottes und seiner schließlichen -Verantwortlichkeit für das ganze Weltall, denn diese Erwägungen -machten den Teufelsglauben in seinem inneren Wesen -überflüssig. Das Problem des Bösen, das den Theologen stets -im Wege gewesen ist, da es sich von theologischen Voraussetzungen -aus nicht auflösen ließ, wurde als Ganzes umgangen, -indem man zu dem im 5. Jahrhundert entwickelten Glauben -Zuflucht nahm, daß die Übel der Welt als Strafe oder als -unbegreifliches Besserungsmittel zum heilsamen Fortschreiten -in der Erkenntnis, zur Übung in der Geduld im Hinblick -auf eine bessere Zukunft zu betrachten seien.<a class="fnote" href="#footnote-462" id="fnote-462">[462]</a> Wie lang -sich die Menschheit mit diesen Sophismen begnügen wird, ist -ungewiß; der Erfolg der Lehre Mrs. Eddys, daß das Böse -nicht objektiv, sondern nur subjektiv existiert<a class="fnote" href="#footnote-463" id="fnote-463">[463]</a>, kann als -Zeichen einer wachsenden Unzufriedenheit des Volkes mit -diesen orthodoxen Erklärungen aufgefaßt werden. -</p> - -<p> -Doch der Teufel stirbt nicht leicht. Werwolf und Vampir -hatten für den Kulturmenschen längst ihre Schrecken verloren, -nicht einmal mehr die Kinder mochten sie fürchten und -auch das Alpdrücken des Hexenwahns hatte Europa von -sich abgeschüttelt, nur Satan wich nicht.<a class="fnote" href="#footnote-464" id="fnote-464">[464]</a> Von Zeit zu Zeit -lesen wir bis zum heutigen Tage in den Zeitungen von einem -geistlichen Exorzismus einer hysterischen Person als vom -Teufel besessen<a class="fnote" href="#footnote-465" id="fnote-465">[465]</a> und der Glaube an einen buchstäblichen -<a id="page-104" class="pagenum" title="104"></a> -Teufel wird noch von der katholischen Kirche offiziell festgehalten -und von einem großen Teil der Geistlichkeit anderer -Kirchen. Eine der Szenen der letzten Jahre des erleuchteten -19. Jahrhunderts, die es verdient, in der Geschichte weiter -zu leben, war der berühmte Miß Vaughan-Schwindel<a class="fnote" href="#footnote-466" id="fnote-466">[466]</a>, bei -welchem der Papst Leo XIII. und mehrere Bischöfe eine Dame -offiziell segneten, die, obgleich aus der Vereinigung ihrer -Mutter mit dem Teufel stammend, die Kirche triumphierend -gerettet hatte; im nächsten Jahre (1897) gestand Taxil, daß -nicht nur alles eine Lügengeschichte sei — der Teufelsbund -mit eingeschlossen —, sondern auch daß die Dame selbst ein -Produkt seiner Einbildungskraft war. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-9"> -VII.<br /> -Die Hexenepidemie. -</h2> - -<p class="noindent"> -Die Probleme des Hexenaberglaubens sind komplizierter -als die des Teufelsglaubens, obgleich sie mit ihnen nahe verwandt -sind; denn einerseits wirkten beim Aufbau des Hexenglaubens -noch zahlreichere Faktoren mit und anderseits haftete -er nicht an Phantasiewesen, sondern an wirklichen Menschen. -Infolge dieser Tatsache ist es anzunehmen, daß einige Bestandteile -von den Betroffenen selbst geliefert wurden, wenn auch -das meiste aus äußeren Quellen stammt. Wie viele von den -Verfolgten wirklich von der Realität der angeblichen Vorfälle -überzeugt waren, wird sich nie ermitteln lassen. Sicher ist, -daß viele nicht daran glaubten, denn nachdem sie unter grausamen -Torturen ein Geständnis abgelegt hatten, beichteten -sie ihre Unschuld dem Beichtvater, unter der Bedingung, daß -er nichts davon verlauten lasse, damit sie ohne neuerliche -Tortur hingerichtet würden. In manchen Fällen war allerdings -die Natur jener erdichteten Ereignisse und der Geisteszustand -der Opfer derartig, daß diese an die Wirklichkeit der Verbrechen, -wegen deren sie angeklagt waren, nicht im mindesten -zweifelten. -</p> - -<p> -<a id="page-105" class="pagenum" title="105"></a> -Wie im vorhergehenden Kapitel können wir mehrere -verschiedene Probleme unterscheiden, <a id="corr-44"></a>insbesondere: -</p> - -<div class="list"> -<p class="noindent"> -1. Die Erklärung der Fundamente der Hexenvorstellung, -</p> - -<p> -2. Den Grund für den Ausbruch der Epidemie an einem bestimmten Zeitpunkte und -</p> - -<p> -3. Ihr Verhältnis zum Alptraum. -</p> - -</div> - -<p class="noindent"> -Die hier aufgestellte These lautet, daß <em>der Hexenglauben -im wesentlichen eine Projektion verdrängter -sexueller Wünsche des Weibes darstellt, -insbesondere jener, die sich auf das weibliche -Gegenstück zum Ödipus-Komplex beziehen, -nämlich die Liebe zum Vater und den Neid und -die Feindseligkeit gegen die Mutter</em>. Ebenso wie das -Kind das Bild des Vaters in seine wohltätigen und böswilligen -Züge auseinanderlegt und damit den Glauben an Gott und Teufel -ermöglicht, so teilt es auch die Mutter in die beiden Hälften, -woraus sich der Glaube an Göttinnen (Mater Dei) und weibliche -Teufel entwickelt. Die Bemerkung Riklins<a class="fnote" href="#footnote-467" id="fnote-467">[467]</a>, daß die -Erfindung von Riesinnen und Hexen u. s. w. die Stellungnahme -des Mädchens gegen die Mutter als sexuelle Rivalin -ausdrückt, fällt mit dem Kern der gegenwärtigen These zusammen. -Ferner werden wir sehen, daß beide Geschlechter -ebenso zur Erfindung der Hexen wie zu jener des Teufels -beigetragen haben. -</p> - -<p> -Vor Behandlung der historischen Seite des Hexenglaubens -wird es sich empfehlen, seine Hauptmerkmale zur -Zeit der vollsten Blüte zu erörtern. Diese lassen sich kurz -in zwei Gruppen zusammenfassen, und zwar diejenigen, welche -</p> - -<div class="list"> -<p class="noindent"> -I. sich auf den Umgang der Hexe mit dem Teufel beziehen, -</p> - -<p> -II. sich auf das Verhältnis zu den Mitmenschen beziehen. -</p> - -</div> - -<p class="noindent"> -Diese Gruppen waren ursprünglich voneinander unabhängig -und wurden erst im 13. Jahrhundert vermengt; um -dieselbe Zeit wurde eine dritte hinzugefügt, nämlich die -Ketzerei, d. h. Tatsachen, die sich auf ihr Verhältnis zu -Gott bezogen. -</p> - -<p> -<a id="page-106" class="pagenum" title="106"></a> -Für die eigentliche Hexenepidemie war die dritte Vorstellungsgruppe -am wenigsten charakteristisch, so daß wir sie -zuerst erledigen können. Obgleich sie das Element ist, das -am wenigsten die eigentliche Hexe von dem alten Zauberer -und Wahrsager scharf unterschied, da sie eher als eine direkte -Fortsetzung der Attribute jener gelten darf, kam ihr doch für -die Hexenverfolgung die allerhöchste Bedeutung zu. Wie -bekannt, ging die Initiative zu jener Verfolgung von der -Kirche aus, deren Streben auf die Ausrottung der Ketzerei -und Vernichtung der Macht des Teufels gerichtet war. Die -Laienschaft, deren ursprüngliches Interesse an dem Unternehmen -nicht sehr stark war, wurde zur Unterstützung der Kirche durch -die geschickte Kombinierung der Objekte dieser Verfolgung mit -der alten Auffassung von schädlicher Zauberei (Maleficium) -bewogen. Durch die Furcht vor der letzteren aus ihrer Ruhe aufgeschreckt, -verband sie sich mit der Kirche, um die verhaßten -Quellen des Maleficium zu zerstören, die nach der Erklärung -der Kirche mit denen der Ketzerei und des Teufelspaktes -identisch waren. -</p> - -<p> -Die schädlichen Einwirkungen der Hexen erstreckten -sich von kleinen Bosheiten bis zu den schwersten Verletzungen, -selbst den Tod miteingeschlossen. Ihre genaue Überprüfung -zeigt meiner Meinung nach, daß die Angst, die sich hinter dem -Glauben an dieses Maleficium verbarg, die im tiefsten Grunde -der Menschenseele ruhende Angst vor Unfähigkeit oder Versagen -der sexuellen Funktionen war. (Beim Manne: »Kastrations-Komplex«, -beim Weibe: »Angst vor der Kinderlosigkeit.«) -Der Grund hiefür ist, daß fast alle Fälle von Verhexen sich -entweder direkt auf die Erzeugung von Impotenz (oder Sterilität) -beziehen, oder symbolische Darstellungen dafür sind. -</p> - -<p> -In erster Linie ist zu beachten, daß die häufigste Spezialität -der Hexenkunst in der Einmischung in die sexuellen -Funktionen, besonders bei der Erzeugung der Impotenz bestand. -Hansen<a class="fnote" href="#footnote-468" id="fnote-468">[468]</a> bemerkt: »Die Behexung trifft weitaus am -häufigsten die geschlechtlichen Beziehungen zwischen Mann -<a id="page-107" class="pagenum" title="107"></a> -und Weib.« In der berühmten Hexen-Bulle<a class="fnote" href="#footnote-469" id="fnote-469">[469]</a> wird das Maleficium -in sieben Punkten behandelt, von denen sechs die -sexuellen Funktionen betreffen und einer die Verwandlung in -Tiere. Der bekannte Malleus <a id="corr-45"></a>Maleficarum<a class="fnote" href="#footnote-470" id="fnote-470">[470]</a> widmet vier Kapitel -einer eingehenden Erörterung der Frage, auf welche Weise -diese Impotenz zu Stande gebracht wurde, und betont, daß im -Gegensatz hiezu die Hexerei andere natürliche Funktionen -nicht beirren kann, wie z. B. Essen, Gehen u. s. w.<a class="fnote" href="#footnote-471" id="fnote-471">[471]</a>; die -verschiedenen Methoden, durch die der Penis weggehext -werden kann, sei es in Wirklichkeit oder durch Augentäuschung, -werden ebenso gründlich besprochen. Ein Lieblingsmittel -war die Benützung der ligature de l’aiguillette, mit der, wie -Brévannes<a class="fnote" href="#footnote-472" id="fnote-472">[472]</a> konstatiert, nicht weniger als 50 verschiedene -Prozeduren vorgenommen werden konnten. Im 15. und -16. Jahrhundert war diese so häufig im Gebrauch und -so allgemein gefürchtet, daß es Sitte wurde, die Hochzeiten -im geheimen abzuhalten, um Bezauberungen zu entgehen. -Das Hexenmaleficium vermochte in derselben Richtung -noch weitere Wirkungen zu entfalten. Durch seine Anwendung -konnte die Liebe zwischen einem bestimmten Manne und -einem Weibe vernichtet, Unfruchtbarkeit der Frauen und -Zeugungsunfähigkeit der Männer herbeigeführt, die intrauterine -Frucht zerstört und Mißgeburten hervorgebracht werden.<a class="fnote" href="#footnote-473" id="fnote-473">[473]</a> -Selbst wenn alle diese Gefahren vermieden waren, war das -Neugeborene noch nicht in Sicherheit, denn Hexen fraßen mit -Leidenschaft kleine Kinder, welcher Gefahr ungetaufte ganz -besonders ausgesetzt waren. -</p> - -<p> -<a id="page-108" class="pagenum" title="108"></a> -Die meisten anderen Fälle des Maleficium symbolisieren -dieselbe Furcht. Die nächst häufige war die Vernichtung der -Ernte durch Regen oder Hagelwetter oder die Kunst, ein -Feld, das einer bestimmten Person gehörte, unfruchtbar zu -machen; in allen Epochen bestanden innige Assoziationen -zwischen der Fruchtbarkeit der Menschen und der Natur, -was nebst vielen anderen die Tatsache beweist, daß dieselben -Götter beide beschützten. Auch die geringeren Fälle -von Hexerei gestatten dieselbe Auslegung. Unter diesen waren -die gewöhnlichsten, die Milch sauer zu machen (d. h. den -Samen zu beschädigen), das Buttermachen zu hindern (auf -dessen symbolische Bedeutung Abraham<a class="fnote" href="#footnote-474" id="fnote-474">[474]</a> hingewiesen hat), -und die Bewegungen der Spindel (d. h. die Tätigkeit der -<em>Maschine</em>),<a class="fnote" href="#footnote-475" id="fnote-475">[475]</a> zu beeinflussen. -</p> - -<p> -Die einzige Körperfunktion, außer den sexuellen, welche -die Hexen beeinträchtigen konnten, war das Urinieren, das -bekanntlich mit der Sexualbetätigung im engen, besonders -symbolischen Zusammenhang steht<a class="fnote" href="#footnote-476" id="fnote-476">[476]</a>; diese Verletzung wurde -in Frankreich »cheviller«<a class="fnote" href="#footnote-477" id="fnote-477">[477]</a> genannt. -</p> - -<p> -Der Glaube, daß durch Hexerei Krankheit<a class="fnote" href="#footnote-478" id="fnote-478">[478]</a> und Tod -verursacht werden könne, hat auch auf denselben Komplex -Bezug, denn man findet in der Psychoanalyse oft, daß eine -außergewöhnlich starke Furcht in dieser Richtung durch eine -tieferliegende Angst vor Impotenz bedingt wird, mit der die -anderen Vorstellungen sich leicht assoziieren. Eine weitere -Quelle für diesen Glauben bildet ihre Assoziation zur Vorstellung -eines sadistischen Überfalles; das Volksdenken sieht -in Krankheit und Tod meist die Folgen des Angriffes eines -übelwollenden Dämons, der den Menschen überwältigt. Diese -Behexung wurde mit Gift, und zwar entweder mit materiellem -oder mit unkörperlichem, ausgeführt; Gift, d. h. eine Flüssigkeit, -<a id="page-109" class="pagenum" title="109"></a> -die, in den Körper aufgenommen, ernste Folgen nach -sich zieht, ist ein gewöhnliches unbewußtes Symbol für Samen -(vergleiche die Wahnideen der Verrückten, daß jemand sie -vergiften wolle). -</p> - -<p> -Es ist bemerkenswert, daß fast alle Zaubermittel, die -das Maleficium verhinderten, sexuelle Symbole waren. Die -am häufigsten gebrauchten scheinen Salz<a class="fnote" href="#footnote-479" id="fnote-479">[479]</a> und Hufeisen gewesen -zu sein. Wie bereits erwähnt wurde, ist Salz in der -Sitte der Völker ein weit verbreitetes Symbol für Samen und -Fruchtbarkeit. Salz und Brot (Symbol der Faeces, infantiles -Sexualmaterial)<a class="fnote" href="#footnote-480" id="fnote-480">[480]</a> wurden auch gegen die Hexerei häufig -angewendet<a class="fnote" href="#footnote-481" id="fnote-481">[481]</a>, da die Mischung der beiden die Fruchtbarkeit -symbolisiert.<a class="fnote" href="#footnote-482" id="fnote-482">[482]</a> Das Hufeisen, dieser allgemein bekannte Glückstalisman, -wurde auch häufig zur Abwehr der Hexen<a class="fnote" href="#footnote-483" id="fnote-483">[483]</a> benützt; -Lawrence<a class="fnote" href="#footnote-484" id="fnote-484">[484]</a>, der den Volksglauben hinsichtlich des -Hufeisens ausführlich behandelt, nennt es »das Gegenmittel -par excellence gegen Hexerei«. Daß hier ein Stück Vulva-Symbolik -vorliegt, wurde gerechterweise allgemein anerkannt. -Andere Dinge von ähnlicher Gestalt und Bedeutung wurden -für denselben Zweck in Gebrauch genommen; so nannte man -infolge dieses Zusammenhanges Steine, durch die ein Loch -gebohrt war, »Hexensteine«.<a class="fnote" href="#footnote-485" id="fnote-485">[485]</a> In Butlers Hudibras (II. 3. 291) -werden mehrere Symbole zusammengebracht; es heißt dort, -ein Geisterbeschwörer könne mit Sicheln, Hufeisen und ausgehöhlten -Feuersteinen böse Geister verjagen. An anderen -Gegenmitteln wären zu erwähnen: ein aufgerichtetes Messer<a class="fnote" href="#footnote-486" id="fnote-486">[486]</a>, -<a id="page-110" class="pagenum" title="110"></a> -ein Besenstiel<a class="fnote" href="#footnote-487" id="fnote-487">[487]</a>, ein Pferdeschädel<a class="fnote" href="#footnote-488" id="fnote-488">[488]</a> und ein Drudenfuß<a class="fnote" href="#footnote-489" id="fnote-489">[489]</a>; -die beiden ersten sind männliche Symbole, die anderen -bisexuelle. -</p> - -<p> -Die Erklärung dieses Massenglaubens an das Hexenmaleficium -ist nicht einfach, obgleich er eine sehr allgemeine -Grundlage haben muß, da etwas ähnliches in allen Epochen -der Menschheit zu finden ist. Im allgemeinen besteht die -engste Beziehung zwischen Zauberei und Sexualität, wie -Bloch, Hansen und andere nachgewiesen haben<a class="fnote" href="#footnote-490" id="fnote-490">[490]</a>, so daß der -Verdacht wohlberechtigt ist, daß die Quelle des Hexenmaleficium, -das sich in starkem Ausmaße auf die Frage der -Impotenz bezog, gleichfalls sexueller Natur sein müsse. -Hansen<a class="fnote" href="#footnote-491" id="fnote-491">[491]</a> hat folgende Erklärung beigebracht, die wenigstens -auf den Fall, daß geradezu Impotenz herbeigeführt wird, -anwendbar ist: Er führt ihren Ursprung in den Orient -zurück und sagt, »sie dürfte in der Vielweiberei, und zwar -gleichmäßig in der natürlichen Eifersucht der Frauen eines -Mannes und der psychischen Entnervung dieses Mannes ihren -Ursprung haben. Diese Art von Maleficium hat einen ausgesprochen -weiblichen Charakter; sie hat viel dazu beigetragen, -ältere, auf die Liebeserfolge der jüngeren eifersüchtige -Frauen in den Verdacht der Hexerei zu bringen.« Zwei -Erwägungen bestätigen diese Meinung Hansens. 1. Die Tatsache, -daß im Mittelalter der Verlust an Männern in den -zahlreichen Kriegen so groß war, daß die sozialen Bedingungen -denen des Orients angenähert waren; in Deutschland war -aus diesem Grunde die Polygamie durch Sondergesetze, die -zu diesem Ende erlassen wurden, wirklich erlaubt worden. -Auf die Bedeutung der Kreuzzüge in dieser Richtung hat -Buckle hingewiesen.<a class="fnote" href="#footnote-492" id="fnote-492">[492]</a> 2. Die neuere psychiatrische Erkenntnis -<a id="page-111" class="pagenum" title="111"></a> -der engen Verbindung zwischen Impotenzgedanken und Eifersucht. -Hansens Auffassung läßt jedoch den panikartigen -Schrecken der <em>Männer</em>, die schließlich doch wissen mußten, daß -sie potent seien, noch immer völlig unerklärt. Die Vorstellung -muß an einer in ihrem Innern bereits vorhandenen Furcht -Widerhall gefunden haben. Wir können annehmen, daß zu -einer solchen Zeit die ungenügende Gelegenheit für die Frauen, -hinreichende Befriedigung zu finden, der Frage der männlichen -Potenz eine besonders stark empfundene Bedeutung gab. Auch -ist es bekannt, daß diese Angst bei Männern ebenso häufig -als tiefgewurzelt ist. Die psychoanalytische Untersuchung hat -gezeigt, daß sie ihre Wurzeln in der frühesten Kindheit hat, -in der Furcht des Knaben, daß ihm die Eltern den Penis, -wie irgend ein anderes Spielzeug wegnehmen werden, wenn -er schlimm ist, d. h., wenn er für ihn zu viel Interesse zeigt -oder mit ihm spielt. Es ist im Wesen eine Furcht vor dem -Vater. Ich möchte den Ausbruch, der diese Angst in Verbindung -mit den Hexen bringt, als Verschiebungs-Mechanismus -ansprechen. Man darf nicht vergessen, daß der Teufel die -wesentliche Quelle und das gebietende Oberhaupt der Hexenkunst -war; diesen haben wir aber bereits als Personifikation -des feindlichen Vaters kennen gelernt. Ferner wurde bis -zum dreizehnten Jahrhundert das Maleficium meist durch -<em>Männer</em>, Zauberer ausgeübt; erst nach diesem Zeitpunkte -übertrug die Kirche im Dienste ihrer eigenen Zwecke die -ursprünglichen Attribute der älteren (männlichen) Zauberer -auf die neue Gattung der Hexen. Zweifellos hat Hansen -ebenfalls recht mit seiner Vermutung, daß die weitverbreitete -Eifersucht der alten Weiber, durch die sozialen Einrichtungen -begünstigt, die Furcht unterstützte und zur Lokalisierung -bei den alten Hexen beitrug. Eine ähnliche Angst auf Seite -der Frauen, die sich hauptsächlich, aber nicht ausschließlich -auf Schwängerung und Geburt bezog, war unzweifelhaft ein -weiterer Faktor; die Hexe personifizierte dann die gehaßte -Mutter, welche die geheimen Genüsse des Mädchens störte. -Schließlich sei daran erinnert, daß das Menschenherz stets -bereit ist, infolge der eigenen feindlichen oder verbrecherischen -<a id="page-112" class="pagenum" title="112"></a> -Wünsche Schmerz, Unglück u. s. w. zu ahnen und zu fürchten. -Freud<a class="fnote" href="#footnote-493" id="fnote-493">[493]</a> hat darauf hingewiesen, daß der Aberglaube nichts -anderes ist, als die Projektion unbewußter Gedanken. -</p> - -<p> -Die Ansicht, daß die Hexen (und Zauberer) mit Attributen -ausgestattet waren, die von der Vorstellung des Kindes -von seinen Eltern hergenommen wurden, wird durch die Tatsache -gestützt, daß ihre Handlungen nicht immer feindselig -gegen gewöhnliche Menschen waren, sondern oft freundlich. -Durch mannigfache Versöhnungsmittel konnten sie, gradeso -wie Gott und der Teufel, dazu veranlaßt werden, ihre übernatürlichen -Kräfte in den Dienst Hilfsbedürftiger zu stellen. -So wurde ihre Fähigkeit, Dinge, die sich in der Ferne ereigneten, -zu sehen und zukünftige Ereignisse vorherzusagen, -oft in Anspruch genommen. Am häufigsten wurde jedoch -ihr Beistand erbeten, um Liebe zu erwecken (Liebes-Philter, -Liebes-Amulette u. s. w.) oder zu vernichten, wenn ein -gehaßter Rivale vorhanden war; die Hexen gingen gelegentlich -so weit, den Liebhaber durch die Luft auf ihrer -Ziege zur Geliebten zu tragen.<a class="fnote" href="#footnote-494" id="fnote-494">[494]</a> Sie konnten sogar veranlaßt -werden, die angezauberte Impotenz zu heilen; im Hinblick -darauf sagt Seligmann<a class="fnote" href="#footnote-495" id="fnote-495">[495]</a>: »eine Hexe heilte die Männer, indem -sie mit ihnen während einer Nacht im Ehebett schlief«. -</p> - -<p> -Wir kommen nun zur zweiten Gruppe, welche den Umgang -der Hexe mit dem Teufel behandelt, und die das -Kardinalmerkmal der Hexenepidemie bildet. Das Teufelsbündnis -war die Hauptanklage bei den Hexenprozessen, vielleicht, -weil es nach der Natur der Umstände leichter »bewiesen« -werden konnte als das Maleficium oder die Ketzerei; vielleicht -auch, weil die Richter dieses Thema weit anziehender fanden -als die anderen. Wuttke<a class="fnote" href="#footnote-496" id="fnote-496">[496]</a> konstatiert: »Hauptgegenstände -der Anklage waren der, meist auch geschlechtliche, Verkehr -mit dem Teufel, die Hexenfahrt durch die Luft und der dort -<a id="page-113" class="pagenum" title="113"></a> -mit Tanz, Schmaus und oft auch mit Unzucht gefeierte Hexensabbat, -wo dem Teufel gehuldigt und manchmal geopfert -wurde; die Schädigung von Menschen und Vieh erscheint dagegen -als Nebensache.« Soldan<a class="fnote" href="#footnote-497" id="fnote-497">[497]</a> nennt ebenfalls den Teufelsbund -den »Kern« der Hexenprozesse. Ennemoser<a class="fnote" href="#footnote-498" id="fnote-498">[498]</a> schreibt: -»Dem späteren Begriff der Hexen ist unzüchtige Buhlschaft -wesentlich, sie besiegelt das geschlossene Bündnis und verleiht -dem Teufel freie Macht über die Zauberinnen, ohne diesen -Greuel kommt überhaupt keine Hexe vor.« Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-499" id="fnote-499">[499]</a> sagt: -»Das spezifische Hexenwesen der eigentlichen Periode der -Hexenprozesse beruht nicht mehr bloß auf der Abweichung -von Glaubens- und Lehrsätzen der Kirche, sondern, wie aus -der Bulle Innozenz VIII. und dem Hexenhammer ersichtlich -ist, lautet die Anklage vornehmlich auf: »<em>Bündnis mit -dem Teufel und vertrautesten Umgang</em> mit demselben.« -</p> - -<p> -Es kann nicht der leiseste Zweifel darüber bestehen, daß -der eigentliche Wesenszug dieses Bündnisses die sexuelle Beziehung -war. Die älteren Autoren, wie Bodin<a class="fnote" href="#footnote-500" id="fnote-500">[500]</a>, De Lancre,<a class="fnote" href="#footnote-501" id="fnote-501">[501]</a> -die Verfasser des Malleus<a class="fnote" href="#footnote-502" id="fnote-502">[502]</a> und die anderen sind in -diesem Punkte völlig einig. So sagt, um nur einige der -letztgenannten zu zitieren, Hansen<a class="fnote" href="#footnote-503" id="fnote-503">[503]</a>: »Jede Hexe steht in -geschlechtlichem Verkehr mit dem Teufel ....... Gerade -durch diesen Verkehr wird das dauernde Verhältnis zwischen -Hexe und Teufel unterhalten.« Bloch<a class="fnote" href="#footnote-504" id="fnote-504">[504]</a>: »Der Begriff des -Weibes als Hexe drehte sich fast nur um das Geschlechtliche, -das meist als »Teufelsbuhlschaft« vorgestellt wurde.« -Quanter<a class="fnote" href="#footnote-505" id="fnote-505">[505]</a>: »Die sexuellen Exzesse mit dem Teufel waren -<a id="page-114" class="pagenum" title="114"></a> -das einzige, was mit breitem Behagen den Hexen nachgesagt -wurde.« Nyström<a class="fnote" href="#footnote-506" id="fnote-506">[506]</a>: »Das spezifische der Hexenprozesse in -ihrer eigentlichen Periode bestand in der Beschuldigung der -Teufelsbündelei und des Geschlechtsverkehrs mit dem Teufel.« -Es wurde geradezu geglaubt, daß die Hexe ihre Zaubermacht -erst nach dem Geschlechtsverkehr mit dem Teufel erhielt.<a class="fnote" href="#footnote-507" id="fnote-507">[507]</a> -</p> - -<p> -Der Glaube an die Buhlschaft mit dem Teufel gründet -sich offenbar auf jenen an die Unbefriedigung und geschlechtliche -Bedürftigkeit, die allgemein und vielleicht mit Recht als -Charakteristikum der Frauen mittleren Alters angesehen -wird. Da der Teufel die symbolische Personifikation des -Vaters ist, sind in letzter Linie unbewußte inzestuöse Wünsche -die Quelle des Glaubens. Dieser Umstand gewann, wie bereits -ausgeführt wurde, im Mittelalter eine ganz besondere Bedeutung; -weitere Beweise für diese Auffassung des Problems -sollen sogleich hinzugefügt werden. Geradeso wie manche -Frauen, die Mystikerinnen und Heiligen, ihr Begehren dadurch -befriedigten, daß sie es an die Gottesidee hefteten, so -fanden andere auf einem weniger durchgeistigten Wege ihre -Befriedigung an den fast synonymen Vorstellungen des Inkubus, -Dämon oder Teufel. Der Unterschied zwischen den -beiden Vorgängen ist, wie Maury<a class="fnote" href="#footnote-508" id="fnote-508">[508]</a> sehr richtig bemerkt hat, -weit geringer, als dies auf den ersten Blick erscheint. -</p> - -<p> -Wenn wir nun die Beziehung zwischen Hexe und Teufel -mehr im Detail betrachten, können wir den Gegenstand am -bequemsten in drei Teile zerlegen, nämlich das Verhalten -der Hexen -</p> - -<div class="list"> -<p class="noindent"> -1. auf dem Sabbat, -</p> - -<p> -2. auf dem Wege zum Sabbat, -</p> - -<p> -3. zu Hause. -</p> - -</div> - -<p class="noindent"> -Der Sabbat selbst ist von zahlreichen Autoren so lebendig -beschrieben worden, daß hier keine vollständige Darstellung -<a id="page-115" class="pagenum" title="115"></a> -gegeben werden muß. Für unseren Zweck genügt es, die -beiden wichtigsten Züge zu betonen, seine im wesentlichen -sexuelle Natur und die Parodie der religiösen Zeremonien. -Der Sabbat war kein ordnungsloses Durcheinander, sondern -bestand in einer Reihe mit mehr oder weniger Genauigkeit -ausgeführter Zeremonien.<a class="fnote" href="#footnote-509" id="fnote-509">[509]</a> Diese waren der Reihenfolge -nach: Der Einzug und die Prozession, die Huldigung vor -Satan, die schwarze Messe, der Sabbat-Tanz und schließlich -die sexuelle Orgie, bei der inzestuöse Akte zwischen den -nächsten Verwandten ausgeführt wurden.<a class="fnote" href="#footnote-510" id="fnote-510">[510]</a> Das Inzest-Element -tritt also sowohl durch diese Tatsache als durch die Vereinigung -mit dem Teufel an die Spitze. Die Parodie der -christlichen Riten ging bis ins feinste Detail und wird von -den meisten der alten Autoren mit unwilligen <a id="corr-48"></a>Kommentaren -versehen.<a class="fnote" href="#footnote-511" id="fnote-511">[511]</a> Grimm<a class="fnote" href="#footnote-512" id="fnote-512">[512]</a> führt dies auf den vom Neid eingegebenen -Wunsch des Teufels, Gott nachzuäffen, zurück, aber -eine tiefere Erklärung liegt darin, daß die symbolische Bedeutung -der beiden Gruppen von Zeremonien fast identisch -ist; der Hauptunterschied ist der, daß die zu Grunde liegenden -Komplexe im Fall der Vereinigung mit dem Teufel weit unmittelbarer -dargestellt werden. -</p> - -<p> -Die im Mittelpunkte stehende Zeremonie der schwarzen -Messe<a class="fnote" href="#footnote-513" id="fnote-513">[513]</a> kann als im höchsten Grade symbolisch für diese -Vereinigung angesehen werden, und deshalb auch der Sabbat -selbst. Bei dieser diente die jüngste und schönste Hexe, die -Königin des Sabbat, als Altar<a class="fnote" href="#footnote-514" id="fnote-514">[514]</a>, nachdem sie mit dem Urin -<a id="page-116" class="pagenum" title="116"></a> -des Teufels getauft worden war, wobei das Zeichen des -Kreuzes verkehrt und mit der linken Hand geschlagen wurde. -Wenn sie sich dann der Länge nach hingelegt hatte, wurde -die heilige Hostie so bereitet, daß auf ihrem Hintern ein -Gemenge des ekelhaftesten Materials — Faeces, Menstrualblut, -Urin und verschiedener Unrat — durcheinander geknetet -wurde; dies stellte die berühmte <em>Confarreatio</em> vor, -die Nahrung der schmachvollsten Liebe. Es ist nicht notwendig, -in die Symbolik der Einzelheiten dieses Vorganges -einzugehen, denn dies würde uns zu einer Erörterung der -Bedeutung der Nekrophilie, Theophagie und anderer Gegenstände, -die mit unserem gegenwärtigen Thema nichts zu tun -haben, zwingen. Es möge genügen, daß diese Symbolik, die -Pfister<a class="fnote" href="#footnote-515" id="fnote-515">[515]</a> in Verbindung mit zwei Mystikern nachgewiesen hat, -durchgängig sexuell ist. -</p> - -<p> -Die Art der Hinreise zum Sabbat (Hexenfahrt) war eine -Frage, welche die Theologen des Mittelalters sehr beschäftigte. -Es wurde allgemein angenommen, daß sie als Flug durch -die Luft ginge, doch die Meinungen gingen darüber auseinander, -ob der Leib selbst von einem Ort an den anderen -versetzt wurde oder nur die Seele. Schließlich entschied -man sich für die erste Annahme und schloß, daß der schlafende -Leib, der zurückblieb, nur ein Erzeugnis des Teufels zur Täuschung -des Gatten der abwesenden Hexe sei. Die Quellen -des Glaubens an eine solche Nachtfahrt sind mannigfaltig, -doch sie stehen alle im engsten Zusammenhang mit den -Träumen und der Sexualität. Regius vom Prüm<a class="fnote" href="#footnote-516" id="fnote-516">[516]</a> sprach es -sogar schon im 10. Jahrhundert aus und Johann von Salisbury<a class="fnote" href="#footnote-517" id="fnote-517">[517]</a> -im 12., daß der Glaube eine durch die Traumerfahrung hervorgerufene -Täuschung sei, und dies war auch die Meinung Weiers -und vieler anderer; sie wird auch allein durch die Tatsache, -daß die Nachtfahrt fast immer nur dann vorkam, wenn die -Person in tiefem Schlafe lag<a class="fnote" href="#footnote-518" id="fnote-518">[518]</a>, sehr nahegelegt. Die Übereinstimmung -<a id="page-117" class="pagenum" title="117"></a> -zwischen zahlreichen Beschreibungen der Hexenfahrt -und gewissen typischen Träumen ist so vollkommen, -daß an der Richtigkeit dieser Erklärung nicht der leiseste -Zweifel bestehen kann.<a class="fnote" href="#footnote-519" id="fnote-519">[519]</a> Es ist ebenso gewiß, daß der Sinn -der fraglichen Träume sexueller Natur ist, wie sogleich im -Detail nachgewiesen werden soll. -</p> - -<p> -In dem in Rede stehenden Glauben sind drei verschiedene -Vorstellungen enthalten, jene des Reisens, Fliegens und Reitens. -Die Psychoanalyse hat gezeigt, daß <em>Reiseträume fast -stets</em> mit sexuellen Motiven assoziiert sind. Als Beispiele -dienen die Erkundung unzugänglicher Örtlichkeiten, Todeswünsche -gegen gehaßte Nebenbuhler, Flucht mit dem geliebten -Elternteil fort von dem rivalisierenden u. s. w.; der Gegenstand -wurde in den vorhergehenden Kapiteln bereits teilweise besprochen. -Die <em>Flugträume</em> sind gleichfalls individuell -determiniert und symbolisieren verschiedene Wünsche, doch die -letzte Quelle ist stets die sexuelle Erregung durch gewisse Bewegungen -(wiegen, hetzen u. s. w.) in der frühen Kindheit.<a class="fnote" href="#footnote-520" id="fnote-520">[520]</a> Die -Vorstellung, die am deutlichsten ihre sexuelle Natur offenbart, -ist das Reiten, das im Traum regelmäßig den Beischlafsakt -symbolisiert.<a class="fnote" href="#footnote-521" id="fnote-521">[521]</a> Manchmal kommt dies ganz offen zum -Ausdruck. So zitiert Delassus<a class="fnote" href="#footnote-522" id="fnote-522">[522]</a> folgendes Beispiel: »Martin -d’Arles raconte, dans son livre des superstitions, qu’une -<a id="page-118" class="pagenum" title="118"></a> -dame très pieux se voyait souvent, en songe, chevauchant -à travers la campagne avec un homme, qui abusait d’elle, -ce qui lui causait une très grande <a id="corr-49"></a>volupté.« Ähnlich schreibt -Jähns<a class="fnote" href="#footnote-523" id="fnote-523">[523]</a>: »So kam es vor, daß ehrbare Matronen ihren Beichtvätern -vertrauten: ‚sie fühlten, daß sie unwillkürlich Nachts -über Feld und Aue ritten; ja, wenn sie mit dem Roß über -ein Wasser setzten, so wohne irgend jemand ihnen mit dem -vollen Lustgefühl des Aktes bei.‘ Da war denn der offenbare -Hexenritt und die offenbare Vermischung mit dem Satan -eingestanden.« -</p> - -<p> -Manchmal verwandelten Hexen einen Mann in ein Pferd, -um darauf zum Sabbat zu reiten<a class="fnote" href="#footnote-524" id="fnote-524">[524]</a> (Traum-Umkehrung der -natürlichen Stellung), manchmal reisten sie in Gesellschaft -des Teufels — der vorn auf dem Stab ritt, während die Hexe -hintenauf saß<a class="fnote" href="#footnote-525" id="fnote-525">[525]</a> —, doch am häufigsten war der Teufel selbst -das Reittier, entweder in Gestalt eines Pferdes oder eines -Bockes.<a class="fnote" href="#footnote-526" id="fnote-526">[526]</a> Das letztgenannte Tier war am beliebtesten und ist -auch mit Hinblick auf seine wohlbekannten Eigenschaften -zum Ausdruck sexueller Vorstellungen ausgezeichnet geeignet. -Bei gewissen Anlässen schob die Hexe einen Pflock in -den Hinterteil des Bockes, von dem dann entweder ihre -Genossen<a class="fnote" href="#footnote-527" id="fnote-527">[527]</a> oder die Kinder<a class="fnote" href="#footnote-528" id="fnote-528">[528]</a>, die sie zum Sabbat mitbringen -wollte, getragen wurden. Oft genügte auch der Pflock allein, -gewöhnlich in der Form eines Besenstiels, zur Reise. Jähns<a class="fnote" href="#footnote-529" id="fnote-529">[529]</a> -hat gezeigt, daß dieser ein Repräsentant des Pferdes oder -eines anderen Reittieres war; die phallische Bedeutung ist -hier ebenso evident wie bei den zahlreichen anderen Formen -des Zauberstabes. Die Vorstellung der Verwandlung menschlicher -Wesen oder des Teufels in Tiere ist, wie bereits -mehreremal bemerkt wurde, besonders charakteristisch für -<a id="page-119" class="pagenum" title="119"></a> -den Traum und im Jahre 1230 hat Wilhelm von Paris<a class="fnote" href="#footnote-530" id="fnote-530">[530]</a> bei -Besprechung der Hexenfrage sich ausdrücklich für diese -Entstehungsweise erklärt. -</p> - -<p> -Ein interessanter Nebenumstand bei der Fahrt durch -die Luft war die bekannte Hexensalbe, die dazu benötigt -wurde. Sie mußte in den Körper hineingerieben werden, insbesondere -oberhalb des Abdomen, in den höheren Teil der -Oberschenkel und in die Füße, bis ein Gefühl der Erwärmung -verspürt wurde.<a class="fnote" href="#footnote-531" id="fnote-531">[531]</a> Auch der Besenstiel<a class="fnote" href="#footnote-532" id="fnote-532">[532]</a>, der die Hexe zum -Sabbat trug, wurde damit eingerieben und Grimm<a class="fnote" href="#footnote-533" id="fnote-533">[533]</a> erzählt -einen Fall, wo ein Kalb zu diesem Zweck bestrichen wurde. -Die Materialien, die bei der Zusammensetzung der Salbe am -liebsten verwendet wurden, scheinen die Eingeweide und das -Fett kleiner Kinder<a class="fnote" href="#footnote-534" id="fnote-534">[534]</a> gewesen zu sein, doch viele andere -Substanzen wurden gleichfalls benützt. Die Erklärung dieses -sonderbaren Vorganges ist keineswegs einfach. De Lancre<a class="fnote" href="#footnote-535" id="fnote-535">[535]</a> -sagt: »Le Diable use d’ongaens graisses et onctions, pour -imiter nostre Seigneur, qui nous a donné le sainct sacrement -de Babtesme et celuy de la Saincte onction.« Dies läßt -außer manchem anderen offenbar auch die besondere Verbindung -zwischen Salbe und Luftreise unerklärt. -</p> - -<p> -Der Akt des Salbens hat zu allen Zeiten eine besondere -Bedeutung besessen und war meist mit der Vorstellung der -Übertragung einer besonderen Macht auf gewisse Personen, -Priester oder Könige, verknüpft; bei mehreren religiösen -Zeremonien spielt es eine ähnlich wichtige Rolle. Ein vergleichendes -Studium der Gelegenheiten, bei welchen die -Ölung vorgenommen wird, macht es höchst wahrscheinlich, -daß der Akt eine sexuelle Symbolik enthält und sein inniger -<a id="page-120" class="pagenum" title="120"></a> -Zusammenhang mit der Hexenfahrt und dem Sabbat unterstützt -diese Auffassung. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-536" id="fnote-536">[536]</a> bringt Beweise dafür -bei, daß zu verschiedenen Zeiten die Ölungen wirklich zur -Hervorbringung wollüstiger Träume benutzt wurden, und -erwähnt eine Anzahl von Substanzen, von denen man annahm, -daß sie im stande seien, aphrodisische oder anästhesierende -Wirkungen oder Intoxikation hervorzurufen, die zu -diesem Zweck gebraucht wurden. Kiesewetter<a class="fnote" href="#footnote-537" id="fnote-537">[537]</a> machte an -sich selbst Versuche, um den Tatbestand zu erforschen, und -konstatierte als Resultat verschiedene Reise- und Flugträume; -es ist seither bekannt geworden, daß kein Arzneimittel dies -direkt bewirken kann, es muß also die Einstellung der Erwartung -dabei mittätig gewesen sein (wobei noch eine toxische -Wirkung in Rechnung gezogen werden muß). Es ist auffallend, -daß zwischen den Vorstellungen der Einsalbung und -der leichten Bewegung stets ein Zusammenhang existiert hat, -der zweifellos durch die physischen Qualitäten der ersteren -unterstützt wurde. Das englische Wort »grease« (Salbe) kommt -von den Gratiae (griechisch Charites), welche Aphrodite mit -Öl zu waschen pflegten, und das vedische Äquivalent der -Charitinnen waren die leuchtenden Rosse, die den Wagen -Indras, der Sonne (= Phallos<a class="fnote" href="#footnote-538" id="fnote-538">[538]</a>), zogen. Die am Tage -liegende Beziehung von mucus und semen zu den Koitusbewegungen -ist zweifellos die Quelle der tieferliegenden -Sexualsymbolik und ich habe gezeigt<a class="fnote" href="#footnote-539" id="fnote-539">[539]</a>, daß in der frühen -Kindheit sich eine ähnliche Assoziation zwischen den Vorstellungen -der Bewegung und exkretorischen Akten (die als -Sexualbetätigung aufgefaßt werden) bildet. Es ist daher -begreiflich, daß der phallische <a id="corr-50"></a>Besenstiel, auf dem die Hexe -»ritt«, mit Salbe eingeschmiert werden mußte. -</p> - -<p> -Diese Ansicht wird weiterhin durch die enge Verbindung -zwischen dem Akt des Salbens und dem des Genusses -<a id="page-121" class="pagenum" title="121"></a> -von Zaubertränken bestätigt. Die Hexe trank nach geschehener -Einsalbung eine derartige Flüssigkeit, um zur Reise -fähig zu sein.<a class="fnote" href="#footnote-540" id="fnote-540">[540]</a> Nun symbolisieren Zaubertränke, die -wunderbare Kräfte einflößen, regelmäßig den Samen<a class="fnote" href="#footnote-541" id="fnote-541">[541]</a>, so -das vedische Soma, das griechische Ambrosia und der -Nektar, das germanische odrörir. In der Ilias wird geschildert, -wie die <em>Göttin Hera ihren ganzen Leib mit -Ambrosia salbt</em>, so daß der Geruch Himmel und Erde -erfüllt. -</p> - -<p> -Abgesehen vom Sabbat und der Nachtfahrt hielt die -<em>Hexe bei sich zu Hause</em> ihre Beziehungen zum Teufel -auf verschiedene Weise aufrecht. In erster Linie begleitete -er oder einer der ihm untergeordneten Dämonen sie stets -als ihr »familiaris«, welche Vorstellung an den totemistischen -Glauben erinnert, der so allgemein, z. B. im norwegischen -Folklore<a class="fnote" href="#footnote-542" id="fnote-542">[542]</a>, verbreitet ist. Der Familiaris nahm gewöhnlich -die Gestalt eines Katers<a class="fnote" href="#footnote-543" id="fnote-543">[543]</a> an. Bei den Zusammenkünften -der ketzerischen Katharersekte im 13. Jahrhundert erschien -der Teufel als Kater und man nahm an, daß der -Name der Sekte von dieser Tatsache genommen sei. Katzen -haben eine besonders große Rolle in der Mythologie weiblicher -übernatürlicher Wesen gespielt. Die alten germanischen -Zauberinnen verwandelten sich gelegentlich in Katzen.<a class="fnote" href="#footnote-544" id="fnote-544">[544]</a> -Katzen sind besonders mit der Vorstellung des Reitens -assoziiert und wurden bei der Hexenfahrt wirklich zu diesem -Zwecke benützt.<a class="fnote" href="#footnote-545" id="fnote-545">[545]</a> Dieser Glaube scheint vor allem aus -der germanischen Mythologie zu stammen. Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-546" id="fnote-546">[546]</a> -schreibt: »Freyja fährt auf einem mit zwei Katzen bespannten -Wagen, den Symbolen des starken Zeugungstriebes .... -Die der Freyja geheiligte Katze macht das Mittelalter zum -<a id="page-122" class="pagenum" title="122"></a> -Tiere der Hexen und Nachtfrauen.« Dasselbe galt von dem -Gefolge der Holda<a class="fnote" href="#footnote-547" id="fnote-547">[547]</a>, dem Prototyp der Nachtdämonenseite der -Hexen. Im Süden wurden die Katzen von ihren Verwandten, den -Löwen, ersetzt; der Wagen des Heraklos wurde z. B. von -zwei Löwen gezogen. Außer dieser symbolischen Begleitung -der Hexen erschien ihnen der Teufel noch häufig als -Inkubus (siehe später). -</p> - -<p> -Der Gegenstand aber, der in dieser Beziehung die -meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, war die Besessenheit -durch den Teufel. Diese definiert Graf<a class="fnote" href="#footnote-548" id="fnote-548">[548]</a> wie folgt: -»Der Teufel konnte sich damit begnügen, den Menschen -nur äußerlich zu quälen, indem er die Angriffe und Bedrängungen -vervielfachte, oder auch innerlich peinigen, indem -er in ihn einfuhr. Im ersten Fall hatte man die eigentliche -sogenannte Obsessio, im zweiten die Possessio«. In -der Sprache unserer Tage würde der Unterschied zwischen -den beiden Fällen wohl durch die Ausdrücke Zwangsneurose -und Hysterie gekennzeichnet werden; wie zu erwarten -stand, waren dem zweitgenannten Zustand hauptsächlich -Frauen unterworfen. Die Merkmale der Besessenheit durch -einen Dämon sind zu gut bekannt, um hier wiederholt zu -werden.<a class="fnote" href="#footnote-549" id="fnote-549">[549]</a> Da das Vorkommnis noch immer keineswegs -selten ist, war Gelegenheit vorhanden, sie vom klinischen -Standpunkt aus zu untersuchen und nachzuweisen<a class="fnote" href="#footnote-550" id="fnote-550">[550]</a>, daß sie -als Symptom verschiedener Geistesstörungen vorkommen -kann. Müller<a class="fnote" href="#footnote-551" id="fnote-551">[551]</a> schreibt: »Was sich in den Hexenprozessen -durchgängig wiederholt, sind Entwicklungskrankheiten der -Jugend oder des Alters bei Weibern, die über die klimakterischen -<a id="page-123" class="pagenum" title="123"></a> -Jahre hinaus sind, halb irre Zustände, Nervenkrankheiten, -die so oft Gegenstand einer abergläubigen, dem Zeitalter -angemessenen Auslegung waren, und endlich wirklich -Buhlerei, und zwar, wie es scheint, oft mit verkappten Personen -oder mit bekannten Personen, in deren Gestalt gerade -jetzt einmal der Teufel erscheint.« Die Bedingung hat sich -mit besonderer Häufigkeit bei der Hysterie erfüllt gefunden -und mit Rücksicht auf unsere neuerworbene Kenntnis von -der sexuellen Ätiologie der Hysterie<a class="fnote" href="#footnote-552" id="fnote-552">[552]</a> — die hysterischen -Attacken mitinbegriffen, die den Akt des Koitus<a class="fnote" href="#footnote-553" id="fnote-553">[553]</a> symbolisieren -— ist es wohl der Mühe wert, kurz den Nachweis -der Hysterie bei der Besessenheit der Hexen zu führen. Unter die -hysterischen Symptome, die dabei beobachtet wurden, gehören: -Bulimia, pica, anorexia nervosa, vomiren (häufig von Fremdkörpern, -wie Nadeln u. s. w.), globus hystericus, pseudocyesis, -Zittern, koitusartige Bewegungen, Mediumismus, Narcolepsie -(Ohnmachtsanfälle), Somnambulismus, Katalepsie, Amnesien, -»Lügen«, Lebensüberdruß, feindselige Einstellung, Zerspaltung -in zwei oder mehrere Personen: kurz, alle jene -Symptome, von denen man neuerdings erklärt hat, daß sie -niemals vorkommen, außer wo sie durch die Suggestion der -Ärzte aus der Schule der Salpetrière künstlich erzeugt -wurden. Die Beschreibung der konvulsiven Anfälle, wie sie -die besessenen Nonnen von Louviers<a class="fnote" href="#footnote-554" id="fnote-554">[554]</a> zeigten, stimmt mit -allen Einzelzügen genau mit der Beschreibung der hysterischen -Anfälle überein, wie sie unsere modernen medizinischen -Lehrbücher geben; selbst der Ausdruck <em>arc en cercle</em> -wird benützt. Von besonderem Interesse ist der Umstand, -daß der Exorzismus von dem Besessenen mit einer Flut von -»abscheulichen und schamlosen« Reden begleitet wurde, mit -anderen Worten, daß er durch den Prozeß des Abreagierens -seine Wirkung übte. -</p> - -<p> -<a id="page-124" class="pagenum" title="124"></a> -Aber nicht nur die Symptome der Hysterie waren bei -den Hexen vorhanden, sondern auch die Stigmata so -häufig, daß auf das Vertrauen, welches man in sie setzte, -die bequemste und sicherste Methode, eine Hexe zu erkennen, -aufgebaut wurde. Scot<a class="fnote" href="#footnote-555" id="fnote-555">[555]</a> schreibt darüber: »Wenn sie ein geheimes -Zeichen unter der Schulter, unter dem Haar, unter -der Lippe oder an heimlichen Stellen trägt, so ist dies eine -hinreichende Vermutung für den Richter, um gegen sie vorzugehen -und auf die Todesstrafe zu erkennen.« Die Hauptprobe, -die von den professionellen »Hexensuchern« angewandt -wurde, war die sogenannte épreuve du stylet. Bezüglich der -Verteilung und Natur dieser anästhetischen Stellen erzählt -uns Sinistrari<a class="fnote" href="#footnote-556" id="fnote-556">[556]</a>: »Sie ist auf den verborgensten Körperteilen -eingedrückt ...; bei Weibern ist sie meistens auf den Brüsten -oder den heimlichen Orten. Nun ist der Stempel, der diese -Zeichen aufdrückt, kein anderer als des Satans Klaue.« Wie -es bei hysterischen stigmata gewöhnlich der Fall ist, geben -diese anästhetischen Stellen auf Stiche kein Blut.<a class="fnote" href="#footnote-557" id="fnote-557">[557]</a> Freimark<a class="fnote" href="#footnote-558" id="fnote-558">[558]</a> -hat darauf hingewiesen, daß diese Zeichen auch als Merkmale -verschiedener ketzerischer Sekten, welche der vollen -Entwicklung des Hexenglaubens vorhergingen, galten. -</p> - -<p> -Die psychologische Erklärung der Phänomene der Besessenheit -ist nicht schwierig. Freimark<a class="fnote" href="#footnote-559" id="fnote-559">[559]</a> hat sie mit den -folgenden Worten beschrieben: »Tragen die Phänomene des -Somnambulismus und Mediumismus in der Regel nur ihren -Entstehungsursachen nach sexuellen Charakter, so sind diejenigen -der Besessenheit durch und durch sexueller Natur ... -Das urteilende Ich, das alle nach der bestehenden Gesellschaftsordnung, -nach Religion, Moral und dem Milieu, in dem es -sich entwickelt, als ungehörig betrachteten Gefühle und Vorstellungen -unterdrückte, in das Unterbewußtsein zurückschob, -wo sie sozusagen ein eigenes Leben führten, wird von dem -<a id="page-125" class="pagenum" title="125"></a> -dort im Laufe der Zeit sich ausbildenden Gefühls- und Vorstellungskomplex -überrumpelt und die Bewußtseinsspaltung -ist vollzogen ... Einen ähnlichen Vorgang können wir im -Traumleben beobachten; und der Somnambulismus und auch -der Mediumismus zeigen das, was uns der Traum lehrt, in -verstärktem Maße.« -</p> - -<p> -Wir gelangen nun zu dem <em>zweiten Problem</em>, nämlich, -warum die Hexenepidemie gerade zu jener Zeit ausbrechen -mußte. Die Untersuchungen, die über dieses Problem um -die Mitte des vorigen Jahrhunderts von Ennemoser<a class="fnote" href="#footnote-560" id="fnote-560">[560]</a>, Michelet<a class="fnote" href="#footnote-561" id="fnote-561">[561]</a>, -Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-562" id="fnote-562">[562]</a>, Soldan<a class="fnote" href="#footnote-563" id="fnote-563">[563]</a> und Wächter<a class="fnote" href="#footnote-564" id="fnote-564">[564]</a> angestellt worden waren, -wurden in den letzten Jahren verbessert und vertieft von -Hansen<a class="fnote" href="#footnote-565" id="fnote-565">[565]</a>, von Hoensbroech<a class="fnote" href="#footnote-566" id="fnote-566">[566]</a>, Längin<a class="fnote" href="#footnote-567" id="fnote-567">[567]</a>, Lea<a class="fnote" href="#footnote-568" id="fnote-568">[568]</a>, Lempens<a class="fnote" href="#footnote-569" id="fnote-569">[569]</a>, -Riezler<a class="fnote" href="#footnote-570" id="fnote-570">[570]</a> und anderen, und viele Punkte sind nun völlig -aufgeklärt. Die drei wichtigsten Schlüsse, die aus diesen -Forschungen gezogen werden können, sind: -</p> - -<p> -1. Daß die Idee der Hexerei in ihrem strikten Sinne -im Mittelalter vollkommen neu war und daß die Hexenepidemie -aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt; -</p> - -<p> -2. daß die dazu beitragenden Faktoren außerordentlich -ineinander verschlungen sind und -</p> - -<p> -3. daß die volle Verantwortlichkeit dafür ohne jede -Einschränkung der römisch-katholischen Kirche zur Last fällt. -</p> - -<p> -Der Hexenglaube, so wie jener an den Teufel, wurde von -der Kirche sorgfältig aus disparatem, längst schon im Folklore -<a id="page-126" class="pagenum" title="126"></a> -vorhanden gewesenem Material zusammengesetzt. Hansen<a class="fnote" href="#footnote-571" id="fnote-571">[571]</a> -spricht das unzweideutig mit den folgenden Worten aus: -»Der Begriff vom Hexenwesen ... ist keineswegs aus dem -Spiel der Volksphantasie frei erwachsen, sondern wissenschaftlich, -wenn auch in teilweiser Anlehnung an Volksvorstellungen, -konstruiert und fest umschrieben worden; er ist -in seinen Elementen durch die systematische Theologie der -mittelalterlichen Kirche entwickelt, strafrechtlich in der Gesetzgebung -von Kirche und Staat fixiert, schließlich auf dem -Wege des kirchlichen und weltlichen Strafprozesses, und zwar -zuerst durch die Ketzerinquisiton, zusammengefaßt worden.« -Die meisten dieser aus dem Volk stammenden Elemente sind -durch Jahrhunderte von der Kirche abgelehnt worden, die -sich nur Schritt für Schritt zu ihrer Annahme entschloß. -Dabei wurden die Elemente immer mehr und mehr zusammengepreßt, -bis dann zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine ganz -neue Auffassung entstanden war und offiziell proklamiert -wurde. Hansen<a class="fnote" href="#footnote-572" id="fnote-572">[572]</a> sagt: »Wie bereits angedeutet wurde, erweisen -sich die Verfasser der literarischen Quellen des -15. Jahrhunderts, welche uns jenen Kollektivbegriff der -Hexe definieren, sämtlich als von der Überzeugung durchdrungen, -daß es sich bei der von ihnen geschilderten Art -des Hexenwesens um eine <em>neue</em> Erscheinung ... handelt. -Die beteiligten Inquisitoren zeigen sich geradezu überrascht -von der Existenz dieser neuen Sekte.« Jühling<a class="fnote" href="#footnote-573" id="fnote-573">[573]</a> konstatiert -ebenso emphatisch: »Es gab freilich schon im Altertum den -Begriff der Zauberinnen, aber die Hexe an und für sich ist -eine Ausgeburt spezifisch christlichen Aberglaubens.« -</p> - -<p> -Es ist unmöglich, hier den Versuch zu machen, daß -»vielverschlungene Gewebe aus mannigfaltigen Fäden«, wie -Roskoff den Hexenglauben sehr gut genannt hat, zu entwirren, -doch müssen einige Worte über die Geschichte seiner -hervorstechendsten Züge gesagt werden. Die Vorstellungen -<a id="page-127" class="pagenum" title="127"></a> -von Ketzerei, Teufelsbündnissen und Sabbat sind hauptsächlich, -wenn auch keineswegs ausschließlich, religiöser Natur; der -Glaube an das Maleficium, an die Verwandlung in Tiere und -an den Flug der Nachtdämonen durch die Luft, die uns hier -beschäftigen, haben in der Volks-Mythologie ihre Quelle. -Das Maleficium war immer ein strafbares Delikt gewesen, -bei den alten Römern sowohl wie bei den Germanen, nicht -aber jene Handlungen, die im Inkubus- und Striga-Glauben -enthalten waren. Die Geschichte der Entstehung der Hexerei -ist die Geschichte, wie die Kirche vorsichtig und geschickt -im Laufe zweier Jahrhunderte eine neue Vorstellung entwickelte -und sie der ganzen zivilisierten Welt aufnötigte. -Die Haltung der ältesten Kirche war den rudimentären Formen, -in denen die Vorstellung damals vorkam, durchaus feindlich. -Lehmann<a class="fnote" href="#footnote-574" id="fnote-574">[574]</a> weist darauf hin, wie folgt: »Auf der Synode zu -Paderborn 785 stellte man folgenden Satz auf: <em>Derjenige, -welcher</em>, durch den Teufel verblendet, <em>nach Art der -Heiden glaubt, daß jemand eine Hexe sein kann -und deshalb dieselbe verbrennt, wird mit dem -Tode bestraft</em>.« Zu dieser Zeit wird also nicht die Hexe, -sondern der Glaube an dieselbe verfolgt und bestraft. Diese -Bestimmung wurde von Karl dem Großen bestätigt und war -in den folgenden Jahrhunderten die Richtschnur für die -Stellung der Kirche gegenüber allen Anklagen wegen Hexerei. -Noch deutlicher tritt die Auffassung der Kirche von Hexerei -im sogenannten <em>Ancyranischen Kanon Episcopi</em> hervor, -welche um das Jahr 900 entstand. Hier wird den -Bischöfen befohlen, »in ihren Gemeinden den Glauben an die -Möglichkeit dämonischer Zauberei und nächtlicher Fahrten -zu und mit Dämonen als reine Illusion energisch zu bekämpfen -und alle diejenigen, welche einem solchen Glauben huldigen, -aus der kirchlichen Gemeinschaft auszustoßen.« -</p> - -<p> -Im dreizehnten Jahrhundert aber veranlaßte die beunruhigende -Zunahme und die Macht der Ketzersekten<a class="fnote" href="#footnote-575" id="fnote-575">[575]</a> -<a id="page-128" class="pagenum" title="128"></a> -(Templer, Katharer und ihre Nachfolger, die Waldenser) die -Kirche zu den entschiedensten Maßregeln zu ihrer Unterdrückung -und sie verstand es, auf einfache Weise die Hilfe der -Laien zu gewinnen, indem sie die Vorstellungen von Hexerei -und Ketzerei miteinander vermengte. Das päpstliche Gericht, -das Gregor IX. im Jahre 1227 errichtete, wurde der Nukleus -der künftigen Inquisition und später im selben Jahrhundert -erklärte Alexander IV. in aller Form, daß Hexerei und -Ketzertum eines seien. Der große Einfluß des Thomas von -Aquino zu jener Zeit wurde ebenfalls in die Wagschale -geworfen und war ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung -der Idee.<a class="fnote" href="#footnote-576" id="fnote-576">[576]</a> Von da an bis zum 15. Jahrhundert waren -die Fortschritte verhältnismäßig gering. -</p> - -<p> -An dieser Stelle können wir die einzelnen Elemente -des Hexenglaubens mehr im Detail betrachten und erkennen, -wie sie miteinander vermischt wurden. Das erste, das von -diesem Schicksal betroffen wurde, war das Maleficium<a class="fnote" href="#footnote-577" id="fnote-577">[577]</a> -und dies gab für das Volk den Ausschlag zur Verteidigung -der Kirche gegen die Ketzerei. Der volkstümliche -Glaube an das Maleficium, der die Kirche stets vom -Standpunkt der Götzendienerei aus interessierte, kam in -Zusammenhang mit dem Teufelsglauben<a class="fnote" href="#footnote-578" id="fnote-578">[578]</a> und dadurch auch -mit der Ketzerei.<a class="fnote" href="#footnote-579" id="fnote-579">[579]</a> Dies erste Element erwies sich auch -als das ausdauerndste. Hansen<a class="fnote" href="#footnote-580" id="fnote-580">[580]</a> sagt: »Das Maleficium, -mit Ausnahme des Wettermachens, ist ohne alle Unterbrechung -von der kirchlichen und bis in das 17. Jahrhundert -auch von der staatlichen Autorität als Realität angenommen, -seine Kraft ist nie ernstlich in Abrede gestellt -worden; es zieht sich wie ein roter Faden auch durch die -Geschichte der strafrechtlichen Verfolgung.« -</p> - -<p> -Es ist unmöglich, hier jene zahlreichen Legendentypen -zu verfolgen, die sich auf Frauen, <em>die bei Nacht</em> -<a id="page-129" class="pagenum" title="129"></a> -<em>fliegen</em>,<a class="fnote" href="#footnote-581" id="fnote-581">[581]</a> beziehen, wie Ahnfrauen u. s. w., da dies uns zu -weit in das Gebiet der Mythologie führen würde, obgleich -von hier aus manches unterstützende Beweisstück für unsere -Hauptthese gefunden werden könnte; denn solche Geschichten -hängen eng mit den Erfahrungen des Alpdruckes zusammen -und mit dem späteren Sukkubus. Es möge genügen zu sagen, -daß sie bei der Entwicklung des Hexenglaubens eine bedeutende -Rolle spielten. Beiträge kamen von der griechischen -Persephone (Würgerin)<a class="fnote" href="#footnote-582" id="fnote-582">[582]</a>, der römischen Striga (italienisch -strega, schweizerisch Sträggeli)<a class="fnote" href="#footnote-583" id="fnote-583">[583]</a>, den germanischen Elfen<a class="fnote" href="#footnote-584" id="fnote-584">[584]</a> -und den deutschen Waldfrauen und weißen Frauen (Bertha, -Holda)<a class="fnote" href="#footnote-585" id="fnote-585">[585]</a> — den Abkömmlingen der nordischen Frigg. Es -wurde beispielsweise geglaubt, daß eine Hexe mit 40 Jahren -eine Drude wird<a class="fnote" href="#footnote-586" id="fnote-586">[586]</a>, während es anderseits hieß: »aus jungen -Druden pflegen alte Hexen zu werden«<a class="fnote" href="#footnote-587" id="fnote-587">[587]</a>; nach Grimm<a class="fnote" href="#footnote-588" id="fnote-588">[588]</a> ist -eine Drude eins mit einer Mahre (Nachtmahr). Die Kirche -war einige Jahrhunderte hindurch entschieden abgeneigt, die -Möglichkeit von Nachtflügen anzunehmen. Die Idee wurde -im 5. Jahrhundert durch den berühmten Caere episcopi<a class="fnote" href="#footnote-589" id="fnote-589">[589]</a> -zurückgewiesen, im Jahre 906 durch Regino von Prüm, im -Jahre 1020 durch Burkard von Worms, im 12. Jahrhundert von -Johann von Salisburg und im Jahre 1230 durch Wilhelm von -Paris.<a class="fnote" href="#footnote-590" id="fnote-590">[590]</a> In dieser Frage wurde im 13. Jahrhundert ausführlich -und mit größtem Eifer hin und wider gestritten<a class="fnote" href="#footnote-591" id="fnote-591">[591]</a> -und erst um 1450 wurde der Glaube von der Kirche allgemein -<a id="page-130" class="pagenum" title="130"></a> -angenommen.<a class="fnote" href="#footnote-592" id="fnote-592">[592]</a> Es erwies sich dann, daß gerade dieser Frage -für die endgültige Festsetzung des Hexenaberglaubens die -entscheidende Bedeutung zukam, vor allem durch den Zusammenhang -mit dem Sabbat; es war in der Tat der Fund -der Inquisition, daß die Opfer so häufig Geschichten von -Luftflügen erzählten, durch den die Frage für die Kirche -erledigt und die Identität der ketzerischen Zusammenkünfte -und des Hexensabbats nachgewiesen wurde.<a class="fnote" href="#footnote-593" id="fnote-593">[593]</a> -</p> - -<p> -Das verwandte Thema der Verwandlung von Menschen -in Tiere, ebenfalls eine alte Volks-Phantasie, verlief parallel -mit jenem der Nachtfahrt. Anfänglich von der Kirche entschieden -geleugnet<a class="fnote" href="#footnote-594" id="fnote-594">[594]</a>, die jene, welche daran festhielten, ebenso -streng bestrafte, wie im vorigen Fall, wurde der Glaube -zuerst hitzig bekämpft<a class="fnote" href="#footnote-595" id="fnote-595">[595]</a> und schließlich angenommen, allerdings -erst im Jahre 1525<a class="fnote" href="#footnote-596" id="fnote-596">[596]</a> mit allgemeiner Geltung. -</p> - -<p> -Die Vorstellung des Sabbats wurde von der Kirche im -Zusammenhang mit den selbstverständlich geheimen Zusammenkünften -der Ketzer eingeführt, bei denen sie, wie man -ihnen vorwarf, alle Arten von Orgien und Missetaten verübten; -denselben Vorwurf hatte sich bekanntlich in den Zeiten der -Römer die Kirche selbst gefallen lassen müssen.<a class="fnote" href="#footnote-597" id="fnote-597">[597]</a> Die erste -vollständige Darstellung erscheint in einem Hexen-Ketzer-Prozeß, -der im Jahre 1335 in Toulouse stattfand.<a class="fnote" href="#footnote-598" id="fnote-598">[598]</a> Die Idee -wurde vermutlich durch die germanischen Sagen von der -wilden Jagd und dem wilden Heer verstärkt. Die Erinnerung -an die römischen Bacchanalia<a class="fnote" href="#footnote-599" id="fnote-599">[599]</a> und Cotyttia<a class="fnote" href="#footnote-600" id="fnote-600">[600]</a> spielte zweifellos -<a id="page-131" class="pagenum" title="131"></a> -auch eine Rolle; sogar der Gebrauch des Wortes Sabbat im -Zusammenhang mit den Hexen wurde durch die Annahme -erklärt, daß eine von jüdischen Manichäern veränderte Form -des Sabos vorliege; unter diesem Namen, der von <span class="greek">σαβάζειν</span> -tanzen<a class="fnote" href="#footnote-601" id="fnote-601">[601]</a> kommt, wurde nämlich der Kultus des Bacchos verrichtet. -Die Erinnerung daran wurde im Mittelalter durch -das berühmte Narrenfest<a class="fnote" href="#footnote-602" id="fnote-602">[602]</a> frisch erhalten, dessen wahrer -Ursprung vorchristlich war.<a class="fnote" href="#footnote-603" id="fnote-603">[603]</a> -</p> - -<p> -Die schwarze Messe, der Mittelpunkt des Sabbats, ist sehr -alter Herkunft. Sexuelle Vereinigung in der Öffentlichkeit -wurde sowohl in alten<a class="fnote" href="#footnote-604" id="fnote-604">[604]</a> wie modernen<a class="fnote" href="#footnote-605" id="fnote-605">[605]</a> Religionen, bei kultivierten<a class="fnote" href="#footnote-606" id="fnote-606">[606]</a> -wie bei wilden<a class="fnote" href="#footnote-607" id="fnote-607">[607]</a> Völkern als geheiligte Zeremonie -ausgeübt. Wir können die Geschichte und die Bedeutung -dieser Tatsache unbesprochen lassen und verweisen nur darauf, -daß die schwarze Messe als Perversion oder Aberglaube noch -fortgedauert hat, längst nachdem die Hexenepidemie zu Ende -war,<a class="fnote" href="#footnote-608" id="fnote-608">[608]</a> und bis zum heutigen Tage nicht ganz verschwunden -ist.<a class="fnote" href="#footnote-609" id="fnote-609">[609]</a> -</p> - -<p> -Der Glaube an die <em>Buhlschaft</em> zwischen Hexe und -Teufel ist ebenfalls ein verhältnismäßig später Bestandteil des -Hexenglaubens. Die Vorstellung eines solchen Verkehres -zwischen menschlichen und übernatürlichen Wesen war -natürlich stets im Volke lebendig, wurde jedoch von der -Kirche heftig abgelehnt, e. g. von Burkard (900).<a class="fnote" href="#footnote-610" id="fnote-610">[610]</a> Bis zum -<a id="page-132" class="pagenum" title="132"></a> -12. Jahrhundert war sie von der Zauberei völlig geschieden<a class="fnote" href="#footnote-611" id="fnote-611">[611]</a> -und wurde nur durch die Zwischenglieder des Hexensabbats -und der Ketzerei damit in Verbindung gebracht (um 1250).<a class="fnote" href="#footnote-612" id="fnote-612">[612]</a> -Sie wurde von Gervasius von Tilbury im Jahre 1214<a class="fnote" href="#footnote-613" id="fnote-613">[613]</a> angenommen -und im selben Jahrhundert auch von Thomas Aquin<a class="fnote" href="#footnote-614" id="fnote-614">[614]</a>; -der erste Fall, in dem die Anklage in einem Hexenprozeß -darauf basiert war, ereignete sich im Jahre 1275; damals -wurde ein Weib wegen Verkehres mit dem Teufel verbrannt.<a class="fnote" href="#footnote-615" id="fnote-615">[615]</a> -Bis dahin behandelte man den Akt nicht als Sünde, da man -annahm, daß er, wenn überhaupt, nur gegen den Willen des -Opfers vorkomme.<a class="fnote" href="#footnote-616" id="fnote-616">[616]</a> Es war jedoch schwer, die letztere Ansicht -aufrecht zu erhalten, da die Anhänglichkeit der Verfolgten -an ihren Inkubus-Teufel klar zu Tage lag, sogar dort, wo es -sich um Nonnen handelte.<a class="fnote" href="#footnote-617" id="fnote-617">[617]</a> Nach der zweiten Hälfte des -13. Jahrhunderts gehörte der Glaube, wie Hansen<a class="fnote" href="#footnote-618" id="fnote-618">[618]</a> es -ausdrückt, zum festen Bestand theologischer Wissenschaft. -</p> - -<p> -Obwohl die verschiedenen Elemente des Hexenglaubens -um das Jahr 1250 sich bereits zum größten Teil entwickelt -hatten, kamen die Hexenprozesse in einem Zeitraum von etwa -zweihundert Jahren nur wenig in Aufnahme. Dies war jedoch -nur die Ruhe vor dem Sturm, der als eine wahre Hexenepidemie -gegen das Ende des 15. Jahrhunderts ausbrach. -Es waren hinreichende Gründe sowohl für den Aufschub wie -später für den Ausbruch vorhanden. Inzwischen waren die -Theologen eifrig damit beschäftigt, die allgemeine Grundidee -zu erörtern und auszuarbeiten, die, wie wir gesehen haben, -erst nach 1450 zu einem harmonischen Ganzen vereinigt -worden war. Die Methode des gerichtlichen Verfahrens mußte -auch erst ausgestaltet werden und der Versuch, die Gewalt -von der Laienschaft auf den Klerus zu übertragen, stieß auf -<a id="page-133" class="pagenum" title="133"></a> -ernsten Widerstand. Die Laien-Gerichte hatten sich nur mit -dem Maleficium zu befassen und erst im Jahre 1400 ließen -sie die Teufelsbuhlschaft als Anklage gelten.<a class="fnote" href="#footnote-619" id="fnote-619">[619]</a> Soldan<a class="fnote" href="#footnote-620" id="fnote-620">[620]</a> -meint, daß die Erfahrungen der Kreuzzüge einen erheblichen -Einfluß in dieser Richtung übten, da sie das Volk mit der -orientalischen Vorstellung vom Verkehre zwischen menschlichen -und übernatürlichen Wesen vertraut machten. -</p> - -<p> -Von entscheidender Bedeutung war die Konzentration des -allgemeinen Hexenglaubens auf die Frauen. Die zwei Hauptfaktoren -waren dabei der soziale Zustand jenes Zeitalters, -der Mangel an männlicher Bevölkerung infolge der Kriege, -der allerwärts Eifersucht und Unbefriedigtheit unter den -Weibern hervorrief, und die barbarische Haltung des Christentums -gegen die Frauen. Diese Haltung, die von modernen -Autoren<a class="fnote" href="#footnote-621" id="fnote-621">[621]</a> oft kommentiert wurde, läßt sich kaum voll erfassen, -wenn man nicht die betreffenden Erörterungen bei -De Lancre<a class="fnote" href="#footnote-622" id="fnote-622">[622]</a>, Bodin<a class="fnote" href="#footnote-623" id="fnote-623">[623]</a> und vor allem im Hexenhammer<a class="fnote" href="#footnote-624" id="fnote-624">[624]</a> im -Original gelesen hat. Das Benehmen der Kirche, die den -Frauen unwürdige Züge aller Art andichtete und sogar darüber -debattierte, ob das Weib eine Seele habe oder nur ein Tier -sei, war ohne Frage eine Folge ihrer entarteten Haltung -gegen die Sexualität im allgemeinen; es war ein Ausfluß -der morbiden, misogynen Einstellung, welche durch die aufs -höchste getriebene Verdrängung erzeugt worden war. Die -ungewöhnlichen oder hysterischen Weiber früherer Epochen -waren Magierinnen, Wahrsagerinnen, Prophetinnen; im Mittelalter -waren sie Hexen. Wie Michelet<a class="fnote" href="#footnote-625" id="fnote-625">[625]</a> es epigrammatisch -ausdrückt: »La Sibylle prédisait le sort et la Sorcière le -fait. C’est la grande, la vraie différence.« -</p> - -<p> -Gegen das Ende des 15. Jahrhunderts traten zwei Ereignisse -ein, welche die Sache zur Reife brachten und die -<a id="page-134" class="pagenum" title="134"></a> -eigentliche Epidemie förmlich inaugurierten; diese waren -die Erlassung der berüchtigten päpstlichen Bulle durch -Innozenz VIII. im Jahre 1484 und die Veröffentlichung des -Hexenhammers im Jahre 1487. In der Bulle, einem Dokument, -das »ein Erzeugnis der Hölle« genannt wurde, wird der -Teufelsbuhlschaft und der Erzeugung von Impotenz mittels -Maleficium besonderes Gewicht beigelegt.<a class="fnote" href="#footnote-626" id="fnote-626">[626]</a> Im Hexenhammer -wurden diese Fragen ebenso wie jene der Nachtfahrt und -des Sabbats bis in die feinsten Verzweigungen ausgeführt. -Ohne die heftige Sprache zu führen, in welcher Autoren wie -Ennemoser<a class="fnote" href="#footnote-627" id="fnote-627">[627]</a>, Henne am Rhyn<a class="fnote" href="#footnote-628" id="fnote-628">[628]</a>, Mannhardt<a class="fnote" href="#footnote-629" id="fnote-629">[629]</a> und Nyström<a class="fnote" href="#footnote-630" id="fnote-630">[630]</a> -ihre Anklagen vorbringen, kann man dies Buch billigerweise -nur als ein Unikum in den Annalen sophistischer Bigotterie -und blinder Grausamkeit beschreiben; wir müssen es hier -nur als Grenzstein im Vorüberschreiten kennen lernen, weil -damit der Ausbruch der Epidemie gegeben ist. Es folgte -ihm in den nächsten hundert und fünfzig Jahren eine ganze -Anzahl ähnlicher Bücher, von denen jene von Bodin<a class="fnote" href="#footnote-631" id="fnote-631">[631]</a>, Delrio<a class="fnote" href="#footnote-632" id="fnote-632">[632]</a>, -Remigius<a class="fnote" href="#footnote-633" id="fnote-633">[633]</a>, König James<a class="fnote" href="#footnote-634" id="fnote-634">[634]</a>, Torreblanca<a class="fnote" href="#footnote-635" id="fnote-635">[635]</a>, Carpzov<a class="fnote" href="#footnote-636" id="fnote-636">[636]</a> und -Glanvil<a class="fnote" href="#footnote-637" id="fnote-637">[637]</a> die bedeutendsten waren, und sogar eine Zeitschrift, -die bekannte Hexen- oder Druden-Zeitung<a class="fnote" href="#footnote-638" id="fnote-638">[638]</a> (im Jahre 1627). -</p> - -<p> -Die Epidemie raste nun regellos drei Jahrhunderte lang -über Europa. Die Gesamtsumme aller Opfer wird nie bekannt -sein. Voigts bekannte Schätzung auf neun und eine -halbe Million schießt gewiß über das Ziel, obgleich auch -<a id="page-135" class="pagenum" title="135"></a> -Soldan<a class="fnote" href="#footnote-639" id="fnote-639">[639]</a> denkt, daß die Ziffer bis hoch in die Millionen stieg. -Nyström<a class="fnote" href="#footnote-640" id="fnote-640">[640]</a> berechnet, daß die Anzahl höher ist als die aller -Getöteten in allen europäischen Kriegen vom Beginn unserer -Ära. Hauptsächlich infolge der Tätigkeit der Inquisition — -die dort mehr gegen Ketzer als gegen Hexen gerichtet war — -fiel die Bevölkerung Spaniens in zwei Jahrhunderten von -zwanzig Millionen auf sechs, wobei die tatsächlichen Opfer -340.000 zählten. Torquemada allein soll 10.220 in achtzehn -Jahren verbrannt und 97.371 zur Galeerenstrafe verurteilt -haben u. s. w.<a class="fnote" href="#footnote-641" id="fnote-641">[641]</a>. Fast jedes Land Europas litt. Am leichtesten -kamen die Länder der griechischen Kirche davon, -dann Holland und — mit Ausnahme der schrecklichen Mora-Explosion -im Jahre 1670<a class="fnote" href="#footnote-642" id="fnote-642">[642]</a> — Schweden. Selbst das entfernte -Amerika hatte seine Epidemie.<a class="fnote" href="#footnote-643" id="fnote-643">[643]</a> Und obgleich die -Ausdehnung der Epidemie übertrieben sein mag, kann nichts -den Schrecken der kalten Grausamkeit überbieten, die wohl -kaum in irgend einem Teile der Welt ihre Parallele findet. -Sepp<a class="fnote" href="#footnote-644" id="fnote-644">[644]</a> sagt richtig: »Nie haben die Menschen blinder gegen -einander gewütet, nie hat die Christenheit sich Angesichts -aller Welt mehr blamiert als in den Hexenprozessen.« -</p> - -<p> -Wenn wir für diesen außerordentlichen Zustand eine -Erklärung suchen, müssen wir stets im Auge behalten, daß -er nicht auf eine unerklärliche Verirrung des Menschengeistes -zurückzuführen ist, wie es wohl den Anschein haben möchte, -sondern mit der geistigen Verfassung jener Periode völlig -übereinstimmte. Der Hexen-Aberglaube wurde in solchem -Ausmaße rationalisiert, daß er mit der landläufigen Vorstellung -vom Universum durchaus harmonierte.<a class="fnote" href="#footnote-645" id="fnote-645">[645]</a> In der -<a id="page-136" class="pagenum" title="136"></a> -Tat, vielleicht der auffälligste Zug, z. B. im Hexenhammer -und insbesondere in Glanvils Sadducismus, ist nicht so sehr -die Grausamkeit oder Dummheit, als vielmehr die hervorragende -geistige Subtilität, mit der die unsinnigsten Thesen -verteidigt werden. Die Faktoren, die den geistigen Zustand -verschuldeten, durch den der Aberglaube ausgebrütet wurde, -sind außerordentlich kompliziert<a class="fnote" href="#footnote-646" id="fnote-646">[646]</a>; die wichtigsten waren -die sozialen Bedingungen jener Zeit und die abnorme Haltung -der Kirche gegen sexuelle Dinge. Die kritische Periode war -besonders das 14. Jahrhundert. Von diesem sagt Gener<a class="fnote" href="#footnote-647" id="fnote-647">[647]</a> -sehr gut: »Ce n’est pas un siècle normal, c’est un siècle -malade ..... Son histoire est tout entière contenue dans -celle de la pathologie. Il semble qu’il subisse les approches -de l’agonie du monde <a id="corr-60"></a>féodal et l’aurore d’une ère nouvelle. -Dans ses souffrances il y a quelque chose du râle de la mort -et des douleurs de l’enfantement. L’égarement de sa raison -est celui de la sibylle avant la prophétie.« Einige Züge der -Zeit wurden im vorhergehenden Kapitel erwähnt, so daß -wir unsere Aufmerksamkeit hier den Kardinalfaktoren bei -der Entwicklung der Hexenepidemie schenken können. Der -bedeutsamste war ohne Frage die Machination der Kirche. -Die drei Grund-Komponenten des Hexenglaubens waren -Maleficium, Teufelspakt und Ketzerei, die man die Haltung -der Hexe gegen Menschen, Teufel und Gott nennen kann. -Das Vorgehen der Kirche bestand darin, die erste zur Bestrafung -der zweiten auszunützen, um damit die dritte zu -zerstören. Der schon vorhandene Glaube an das Maleficium -wurde dazu benützt, den Geist der Verfolgung zu entflammen, -der Beweis des Teufelspaktes, den Hysterie und Tortur -lieferten, war das bequemste Mittel, des Opfers habhaft zu -werden, während das eigentliche Motiv die Ausrottung der -Ketzerei war. Der einmal so beschrittene Weg nährte und -entflammte zweifellos die menschlichen Urtriebe in ihrer -rohesten und niedrigsten Form. Sadismus und sexuelle -<a id="page-137" class="pagenum" title="137"></a> -Neugierde waren unter diesen die sichtbarsten. Bezüglich -der theoretischen Diskussionen über die Hexerei sagt Bloch<a class="fnote" href="#footnote-648" id="fnote-648">[648]</a>: -»Es gibt keine sexuelle Frage, die nicht von den theologischen -Kasuisten in subtilster Weise erörtert worden ist, so daß ihre -Schriften uns zugleich ein lehrreiches Bild der Phantasietätigkeit -auf geschlechtlichem Gebiete geben,« und Jühling<a class="fnote" href="#footnote-649" id="fnote-649">[649]</a> -hebt sogar noch schärfer die Lust des ehelosen Inquisitors -am Entkleiden, Untersuchen und Verhören seiner Opfer hervor. -Kinder von sieben<a class="fnote" href="#footnote-650" id="fnote-650">[650]</a> und Greisinnen von 85 Jahren<a class="fnote" href="#footnote-651" id="fnote-651">[651]</a> -wurden zum Geständnis der Teufelsbuhlschaft mit allen begleitenden -Details gezwungen. Das ganze Verfahren wurde, -wie Roskoff<a class="fnote" href="#footnote-652" id="fnote-652">[652]</a> deutlich gezeigt hat, von den Zeitgenossen -in ausgedehntem Maße dazu benützt, Bosheit, Haß und Neid -durch falsche Anklagen der Feinde und Nebenbuhler zu -befriedigen. -</p> - -<p> -Das Ende der Hexenepidemie bedarf fast ebensosehr -einer Erklärung wie der Anfang, obgleich ihm bisher weit -weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die ausführlichste -Schilderung davon gibt Soldan.<a class="fnote" href="#footnote-653" id="fnote-653">[653]</a> Die letzte offizielle Exekution -fand in England im Jahre 1682, in Schottland 1697, -in Frankreich 1726, in Sachsen 1746, im übrigen Deutschland -1749, in Bayern 1775, in Spanien 1781, in der Schweiz 1782, -in Polen 1793 statt. Hexen wurden in England 1751 und -1863 (!) gelyncht, in Frankreich 1850, in Deutschland 1836 -und eine wurde in Mailand im Jahre 1891 vom Pöbel fast -getötet. Die Inquisition dauerte in Spanien bis 1834, in -Italien bis 1859. In Rußland waren Hexenprozesse, Verfolgungen -und Pöbelunruhen zu Ende des vorigen Jahrhunderts -keineswegs selten und der Hexenglaube ist heute -<a id="page-138" class="pagenum" title="138"></a> -noch im Schwunge<a class="fnote" href="#footnote-654" id="fnote-654">[654]</a>. In Südamerika war zwischen 1860 -und 1877 eine förmliche Epidemie, bei welcher eine erhebliche -Anzahl von Hexen <em>offiziell verbrannt wurde</em>; eine -wurde in Peru noch im Jahre 1888 öffentlich hingerichtet. Es -ist sehr lehrreich, zu sehen, wie sich gegen das Ende der -Hexen-Epidemie der Aberglaube wieder in seine Bestandteile -auflöste und nicht als Einheit verblaßt. Zuerst verschwand -der Glaube an die Teufelsbuhlschaft und den Sabbat, von -denen schon 1650 verhältnismäßig wenig zu hören ist. Der -Glaube an die Nachtfahrt hielt sich zähe und besteht sogar -heute noch bei einigen Leuten.<a class="fnote" href="#footnote-655" id="fnote-655">[655]</a> Das widerstandsfähigste -Element war das älteste, nämlich das Maleficium und in dem -abgelaufenen Jahrhundert kam kaum ein anderer Punkt der -Hexerei zur Sprache.<a class="fnote" href="#footnote-656" id="fnote-656">[656]</a> Offiziell hält jedoch die römisch-katholische -Kirche an jedem einzelnen Elemente, von der -Zauberkunst der Wettermacherei bis zum Teufelspakt noch -heute fest.<a class="fnote" href="#footnote-657" id="fnote-657">[657]</a> -</p> - -<p> -Das Verschwinden der Hexen-Epidemie wird gewöhnlich -mit Berufung auf den Wechsel der Weltanschauung erklärt, -den der Aufstieg der Wissenschaft verursachte, doch mehrere -Erwägungen lassen es unwahrscheinlich erscheinen, daß dieser -Faktor, so wichtig er sein mag, der einzige war. Vor allem -kann er für die verhältnismäßig schnelle Abnahme des Hexenglaubens -in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts<a class="fnote" href="#footnote-658" id="fnote-658">[658]</a> -nicht ausreichen, denn die wissenschaftlichen Entdeckungen, -die dabei so entscheidenden Einfluß geübt haben sollen, -waren um diese Zeit erst in einen kleinen Kreis gedrungen. -<a id="page-139" class="pagenum" title="139"></a> -Außerdem hingen diese Entdeckungen z. B. Harveys, Keplers, -Newtons mit dem Thema der Hexerei nur <em>sehr</em> indirekt zusammen -und waren mit diesem Aberglauben ebenso vereinbar -wie mit anderen, ebenso absurden, mit denen sie sich sehr -wohl vertrugen; auch kann nicht behauptet werden, daß die -allgemeine wissenschaftliche Haltung damals besonders hoch -entwickelt war oder es heute ist. Die ganze Erklärung -scheint mir zu intellektualistisch zu sein, denn sowohl die -Entstehung wie der Ablauf eines solchen Aberglaubens sind -vorwiegend Gefühlssache, während die Wissenschaft im allgemeinen -eher die Tendenz zeigt, dem Umschwung in der -Laienwelt zu folgen, als ihn einzuleiten; die »Wissenschaften« -der Nationalökonomie und Ethik, und im gewissen Ausmaße -auch die Psychologie sind bis zum heutigen Tage auffällige -Beweise dieses Satzes. Einen wichtigen Anhaltspunkt finden -wir in dem Umstande, daß der Hexenglaube abklang, weil -das charakteristischeste Element, der Glaube an die Teufelsbuhlschaft -eliminiert wurde, und ich möchte die folgende -Erklärung dafür vorschlagen. Im siebzehnten Jahrhundert, -besonders um seine Mitte, fand eine bedeutende Zunahme des -Puritanismus statt und teils als Folge dessen, teils als Reaktion -darauf ging im allgemeinen Verhalten der Öffentlichkeit zur -Sexualität ein radikaler Umschwung vor.<a class="fnote" href="#footnote-659" id="fnote-659">[659]</a> Statt daß laut gegen -sie gepredigt oder ihre Sündhaftigkeit betont worden wäre, -wurde sie mehr und mehr den Augen der Öffentlichkeit entzogen. -Ein heuchlerisches Kompromiß wurde durchgesetzt, -das noch jetzt aufrecht erhalten wird und dahin geht, daß -man ihre Existenz duldet, solange nicht allzu offen davon -gesprochen wird. Dies war aber mit der Fortdauer der -Hexenepidemie völlig unvereinbar, denn die Prozesse bestanden -größtenteils in der Ventilierung aller möglicher -sexueller Angelegenheiten. Kurz und gut, das Gefühl, daß -<a id="page-140" class="pagenum" title="140"></a> -die Taten der Hexen ein allzu unanständiges und abstoßendes -Thema für die öffentliche Besprechung seien, nahm allmählich -zu. Mit dieser Eliminierung der sexuellen Note (und den -begleitenden Ideen von Teufelspakt, Sabbat und Nachtfahrt) -wurden die Hexenprozesse mehr und mehr unmöglich. Der -Hexenglaube löste sich deshalb in seine Elemente auf und -konnte nur in der alten Form des Maleficium weiter bestehen. -Dieses aber reichte für offizielle Verfolgungen trotz der verzweifeltesten -Anstrengungen<a class="fnote" href="#footnote-660" id="fnote-660">[660]</a> nicht aus und der Glaube wurde -vom Gebiete der Jurisprudenz auf jenes des Folklore übertragen, -wo er mit stets abnehmender Kraft bis zum heutigen -Tage sich fortfristete. Derselbe Faktor also, nämlich die -übertriebene Sexual-Verdrängung, der die Hexenepidemie -einst möglich gemacht hatte, war vermutlich, nachdem seine -Entwicklung einen höheren Grad erreicht hatte, bei der Vernichtung -der eigenen Frucht mit größtem Erfolg tätig. Ein -außenstehender Beobachter hätte im 15. Jahrhundert voraussagen -können, daß die Epidemie aus inneren Gründen sich -selbst ein Ende bereiten werde wie ein Fieber, weil sie wie -dieses, die Keime zu ihrer Heilung in sich trug. -</p> - -<p> -Wir gelangen nun zum <em>dritten Problem</em>, den Beziehungen -des Hexenglaubens zum Alptraum. Es besteht -kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Alptraum -auf der einen Seite und dem Hauptantrieb bei der Hexenverfolgung -— der Absicht, die Ketzerei auszurotten — oder -dem Volksglauben an die Zauberei, der von der Kirche zu -diesem Zwecke ausgenützt wurde, auf der anderen, obgleich -beide Themen indirekt mit der Sexualität und insbesondere -mit Inzestvorstellungen verwandt sind. Ganz anders verhält -es sich mit dem dritten Bestandteil, dem Glauben an den -Teufelsbund, der das ganze zu einer Einheit zusammenfügte -und ohne den die Epidemie nicht gedacht werden kann; -<a id="page-141" class="pagenum" title="141"></a> -dieser ist an jeder Stelle mit den Erfahrungen der Alp- und -anderer Angstträume im Innersten verbunden. Dies wurde -nie deutlicher bewiesen als durch den Geistlichen Jehan de -Meung in seinem merkwürdigen Roman de la Rose, anonym -publiziert im Jahre 1280 (!) und ist heute vollends unleugbar. -Daß die Vorstellungen, die sich um die Nachtfahrt gruppierten, -im wesentlichen aus dem Traum hervorgingen, wurde oben -eingehend geschildert. Die Teufelsbuhlschaft selbst ist unzweifelhaft -eine Form des Inkubus und der Glaube daran -muß stark durch die Erfahrungen des Alptraums, die bei -der Hysterie<a class="fnote" href="#footnote-661" id="fnote-661">[661]</a> so häufig sind, mitbestimmt worden sein. Die -vorherrschende theologische Anschauung jener Tage half -ihnen dann, objektive Gestalt anzunehmen. Müller<a class="fnote" href="#footnote-662" id="fnote-662">[662]</a> sagt: -»Ihren sinnlichen Versuchungen und ihrer Furcht vor dem -Versucher, vor dem sinnlichen Teufel kann sie nicht entgehen. -In den phantasiereichen Zuständen des Halbwachens -und Traums unterliegt sie der sinnlichen Erscheinung dessen, -was ihre Sinne wünschen und was die religiöse <a id="corr-62"></a>Vorstellung -fürchtet. Das Phantasiebild hat für sie Objektivität, sie kann -die Anklage des Teufelsumganges nicht von sich ablehnen.« -</p> - -<p> -Der Hexenglaube ist eine Projektion der unbewußten -Gedanken des Mädchens über sich und seine Mutter; dies ist -einer der Gründe, warum die Hexen meist entweder sehr alt -und häßlich oder sehr jung und schön waren. Die Teufelsbuhlschaft -stellt also, wie im Zusammenhang mit dem Sabbat -bereits betont wurde, eine unbewußte Inzestphantasie dar. -</p> - -<p> -Die Gemeinsamkeiten zwischen Inkubus, Teufel und -Hexenglauben gehen so weit, daß alle drei nur die verschiedenen -Seiten desselben Themas darstellen. Selbst in -seinen Einzelheiten ist die Übereinstimmung sehr auffällig, -besonders zwischen der Hexe und dem populären Äquivalent -von Inkubus und Sukkubus, nämlich dem Alp und der Mahre. -Zum Beispiel glaubte man von den Hexen, ebenso wie vom -Teufel, Alp und Mahre, daß sie gespaltene Hufe (Drudenfuß)<a class="fnote" href="#footnote-663" id="fnote-663">[663]</a> -<a id="page-142" class="pagenum" title="142"></a> -und einen hohlen Rücken<a class="fnote" href="#footnote-664" id="fnote-664">[664]</a> hätten; dieselben Amulette (Messer, -Hufeisen, Salz u. s. w.) wurden zur Abwehr der Hexen, des -Teufels und des Alpdrucks benützt. Der Koitus mit ihnen -allen war unangenehm und genußlos<a class="fnote" href="#footnote-665" id="fnote-665">[665]</a>; der Alp, wie die -Hexe, ritt auf Pferden und flog wie ein Vogel<a class="fnote" href="#footnote-666" id="fnote-666">[666]</a> u. s. w. -</p> - -<p> -Die Beziehungen zwischen dem Hexenglauben und dem -an Werwölfe und Vampire waren nicht so innig, obgleich -sie in beiden Fällen vorhanden sind. Die Verfolgung und -Hinrichtung angeblicher Werwölfe im 16. und 17. Jahrhundert -gründete sich hauptsächlich auf den Glauben, daß die Hexen -sich in Tiere verwandeln können. Hexen konnten sich selbst -sowohl als auch andere in Werwölfe verwandeln.<a class="fnote" href="#footnote-667" id="fnote-667">[667]</a> Von -Interesse mit Hinblick auf die Verbindung zwischen Hexensalbe, -Nachtfahrt und Tierverwandlung (siehe oben) ist der -Umstand, daß die Verwandlung in Werwölfe durch Salbung -erfolgte. So wurde 1521 in Besançon ein Mann namens -Michel Verdon verbrannt, weil er sich selbst und einen Gefährten -mittels Einreibung mit einer Salbe in Werwölfe verwandelt -hatte<a class="fnote" href="#footnote-668" id="fnote-668">[668]</a>, und 1717 wurden die Angeklagten in einem -Hexenprozesse genau derselben Tat beschuldigt.<a class="fnote" href="#footnote-669" id="fnote-669">[669]</a> Die enge -Assoziation zwischen Hexen und Katzen wurde oben erwähnt -und Grimm<a class="fnote" href="#footnote-670" id="fnote-670">[670]</a> zieht den alten Zauberglauben heran, daß -Männer in Wölfe und Weiber in Katzen verwandelt werden. -Ein ähnlicher Zusammenhang bestand zwischen der Mahre, -der deutschen Vorläuferin der Hexen, und dem Werwolf; -ein siebentes Kind wurde, war es ein Knabe, ein Werwolf, -war es ein Mädchen, eine Mahre.<a class="fnote" href="#footnote-671" id="fnote-671">[671]</a> -</p> - -<p> -<a id="page-143" class="pagenum" title="143"></a> -Hexen hatten den Vampirendurst nach Menschenblut. -Sie liebten es leidenschaftlich, Blut zu trinken<a class="fnote" href="#footnote-672" id="fnote-672">[672]</a>, insbesondere -das von jungen Menschen. Zweifellos liegt hier die Idee des -Somnambulismus zu Grunde.<a class="fnote" href="#footnote-673" id="fnote-673">[673]</a> Milton in seinem »Paradise -Lost« (II, 662) bezieht sich auf diesen Glauben: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">»Kein häßlicheres Wesen denn die Nachtfrau,</p> - <p class="verse">Wenn sie, geheim gerufen, durch die Luft</p> - <p class="verse">Geritten kommt, von Kinderblut gelockt,</p> - <p class="verse">Zum Tanz mit Lapplands Hexenzunft.«</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -Fünf Hexen wurden 1604 in Lausanne verbrannt, weil -sie in <em>Wolfsgestalt</em> ein Kind geraubt haben sollten. Sie -trugen es zum Teufel, der <em>aus der großen Zehe</em> das ganze -Blut aussaugte und kochten dann den Leib, um daraus Salbe -zu gewinnen.<a class="fnote" href="#footnote-674" id="fnote-674">[674]</a> Ebenso waren die Hexen der harmloseren -Gewohnheit, Kühe zu melken, zugetan und sie waren im -stande, aus einer Spindel, einem Handtuch oder einem Beilgriff -Milch herauszupressen.<a class="fnote" href="#footnote-675" id="fnote-675">[675]</a> Der Sinn davon wird verständlich, -wenn man sich gegenwärtig hält, daß Milch ein -unbewußtes Äquivalent für Samen ist. Der Alp saugte sowohl -Blut wie Milch aus<a class="fnote" href="#footnote-676" id="fnote-676">[676]</a> und Stoll<a class="fnote" href="#footnote-677" id="fnote-677">[677]</a> sagt, daß in Deutschland -noch der Aberglaube besteht, daß <em>Schlangen</em> bei Nacht -den Kühen die Milch aussaugen; in Wales glaubte man, daß -die Schlangen Milch aus den weiblichen Brüsten saugen.<a class="fnote" href="#footnote-678" id="fnote-678">[678]</a> -In Schottland und Wales war bis vor kurzem der Glaube -verbreitet, daß die Hexen sich in Hasen verwandeln, um den -Kühen durch Saugen an den Eutern die Milch zu entziehen<a class="fnote" href="#footnote-679" id="fnote-679">[679]</a>; -in Dänemark und Schweden gewinnen sie die Milch, indem sie -Hasen zum Vieh schicken.<a class="fnote" href="#footnote-680" id="fnote-680">[680]</a> In der Mythologie sind Hasen -<a id="page-144" class="pagenum" title="144"></a> -und Katzen gleichbedeutend<a class="fnote" href="#footnote-681" id="fnote-681">[681]</a>; es ist daher verständlich, daß -manchmal Hasen die »Familiares« der Hexen waren<a class="fnote" href="#footnote-682" id="fnote-682">[682]</a>, statt -der gewöhnlichen Katzen. Selbst die Revenant-Natur der -Vampire ist in dem dänischen Glauben, daß Tote sich in -Hasen<a class="fnote" href="#footnote-683" id="fnote-683">[683]</a> verwandeln, angedeutet. Andere sonderbare Zusammenhänge -sind der russische Glaube, daß künftige Vampire -bei Lebzeiten an einer Hasenscharte kenntlich seien, und der -osteuropäische, daß ein Gestorbener ein Vampir wird, wenn -eine Katze über sein Grab läuft.<a class="fnote" href="#footnote-684" id="fnote-684">[684]</a> Ein anderer Vampirzug -ist in den Ghul-Geschichten zu finden, die bei mehreren -Prozessen erzählt wurden<a class="fnote" href="#footnote-685" id="fnote-685">[685]</a>, von Hexen, die die Leichen -von Zauberern aufgruben und fraßen. So wie die Hexen -kann der dalmatinische Koslak, der tatsächlich ein Vampir -ist, das Wetter vorhersagen und schneller reisen als andere -Leute.<a class="fnote" href="#footnote-686" id="fnote-686">[686]</a> Der Hexenglaube verschmilzt, so angesehen, an -allen Punkten mit den bereits erörterten Erscheinungen. -</p> - -<p> -Wir können das gegenwärtige Kapitel mit einem Zitat -aus <em>Hansen</em><a class="fnote" href="#footnote-687" id="fnote-687">[687]</a>, der ersten Autorität für unser Thema, -schließen: »Die Hexenverfolgung ist ein kulturgeschichtliches -Problem, das, wenn es auch als tatsächlich abgeschlossen -gelten darf, doch mit unserer Zeit noch enger zusammenhängt, -als man auf den ersten Blick zuzugeben geneigt sein dürfte. -Die Elemente des Wahns, auf denen sie sich aufgebaut hat, -werden noch heute fast ausnahmslos in den Lehren der -geltenden religiösen Systeme weitergeführt ..... Von der -Verantwortung für seine Entstehung wird die Menschheit -sich aber doch erst dann ganz entlastet fühlen können, wenn -sie auch den kläglichen, noch nicht überwundenen Rest der ihm -zu Grunde liegenden Wahnvorstellungen ausgeschieden haben -wird, der trotz aller inneren Haltlosigkeit in den herrschenden -religiösen Systemen noch heute sein Dasein fristet.« -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-10"> -<a id="page-145" class="pagenum" title="145"></a> -VIII.<br /> -Schluß. -</h2> - -<p class="noindent"> -Es wird vielleicht von Nutzen sein, hier einen Rückblick -auf die charakteristischen Eigenschaften, die den fünf -eben untersuchten Erscheinungen gemeinsam sind, zu versuchen. -In erster Linie stellen sie alle Konstruktionen aus -zahlreichen Elementen dar, die nicht nur vorher im Glauben -der europäischen Völker selbständig existierten, sondern auch -bis zum heutigen Tage in weit auseinander liegenden Teilen -der Erde zu finden sind. Für die Zusammensetzung der -Bestandteile war jedesmal die Kirche ursprünglich verantwortlich, -in vier Fällen die römisch-katholische Kirche und im -fünften die griechische. Der Glaube an diese Erscheinungen -stand, nach ungefährer Annahme, drei Jahrhunderte lang -allgemein fest; nach Ablauf dieser Zeit verschwand er nicht, -sondern löste sich in seine ursprünglichen Elemente auf. -Auch der voll entwickelte Glaube fristet sich noch im ungebildeten -Teile der Volksgemeinschaft fort und, daß dies keineswegs -selten der Fall ist, wird dadurch bewiesen, daß der -Schreiber dieser Zeilen selbst mit Leuten zusammentraf, -welche von der Wahrheit des Glaubens, wie er im Mittelalter -verbreitet gewesen ist, überzeugt waren. Der Glaube -an die einzelnen Elemente ist viel weiter verbreitet und kann -in gewissen Fällen auch bei gebildeten Leuten gefunden werden. -Während des Mittelalters hatte der Glaube an jene Erscheinungen -die Neigung, epidemische Formen anzunehmen, und -gab dann meistens Anlaß zu furchtbaren Leiden und einem -fast ohne Parallele dastehenden Ausbruch gemeinsamen Verfolgungsgeistes. -</p> - -<p> -Die fünf Glaubensphänomene waren stark untereinander -verschlungen und in mehr als einer Hinsicht geht eines fast -unmerkbar in das andere über. Ihre psychologische Bedeutung -hängt noch inniger zusammen als ihre äußere Gestalt. -Die tatsächliche Formulierung nach Erreichung der vollständigen -Entwicklung wurde durch eine Mehrheit von Faktoren -beeinflußt, die hauptsächlich sozialer und religiöser Natur -<a id="page-146" class="pagenum" title="146"></a> -waren, weshalb ihre Analyse zunächst ein historisches Problem -ist. Die bedeutsamsten waren der Haß der Kirche gegen jede -Art der außerkirchlichen Anbetung, die ihr mit Ungehorsam -gegen Gott gleichbedeutend schien, ihre abnorm übertriebenen -Anstrengungen im Dienst der Sexualverdrängung und ihr -besonderer Abscheu vor dem Inzest. Die Elemente, aus denen -sich die Erscheinungen zusammensetzten, waren alle Projektionen -des unbewußten verdrängten sexuellen Materials -nach außen. An diesem Material sind zwei Eigenschaften -vor allem bemerkenswert, das Hervortreten inzestuöser -Wünsche und infantiler Züge. Die Phänomene können -psychologisch als Phobien bezeichnet werden, deren latenter -Inhalt verdrängte inzestuöse Wünsche bilden. -</p> - -<p> -Ihre Beziehungen zum Alptraum sind besonders nahe. -In der Intensität ihres Angstaffektes werden sie von keiner -anderen Erfahrung erreicht, außer von jener der Alp- und -verwandten Angstträume. In manchen ihrer Züge enthalten -sie eine für Angstträume höchst charakteristische Symbolik; -von diesen sei besonders erwähnt: die plötzliche Verwandlung -einer Person in eine andere oder in irgend ein Tier, das Vorkommen -phantastischer und unmöglicher Tierformen, die -Schwankungen des betreffenden Objekts zwischen höchstem -Anreiz und stärkstem Abscheu, die scheinbar gleichzeitige Existenz -derselben Person an zwei verschiedenen Orten, das -Fliegen oder Reiten durch die Luft und die Wiedergabe sexueller -Akte als peinliche Angriffe. Der eigentliche Mittelpunkt -des latenten Inhaltes sowohl beim Alptraum als bei -den fünf von uns untersuchten Phänomenen wird durch die -verdrängten inzestuösen Wünsche gebildet. Bei vier der -letzteren sind auch andere sexuelle Wünsche, verschiedene -Perversionen im latenten Inhalt vorhanden, ebenso im Falle -der Angstträume, die nicht zum Alpdruck-Typus gehören. -Ferner trat auch beim Alptraum manchmal die Neigung auf, -wie jene epidemische Form anzunehmen.<a class="fnote" href="#footnote-688" id="fnote-688">[688]</a> Die ausgedehnte -Übereinstimmung, die zwischen dem Alptraum und diesen -<a id="page-147" class="pagenum" title="147"></a> -Formen des Aberglaubens nicht bloß hinsichtlich ihrer wesentlichen -psychologischen Bedeutung, sondern auch an vielen -Punkten ihrer Oberfläche bestand, macht es sehr wahrscheinlich, -daß die wirkliche Traumerfahrung bei der Ermöglichung ihrer -Konstruktion, für welche sie ja die unerläßliche Basis abgab, -von erheblichem Einfluß war. -</p> - -<p> -Eine enge Analogie kann zwischen unseren Erscheinungen -und den psycho-neurotischen Symptomen nachgewiesen, ja ihre -Identität in weitem Ausmaße konstatiert werden. Wie diese -entstammen sie verdrängten sexuellen Wünschen der frühen -Kindheit, die verhältnismäßig unsichtbar blieben, bis äußere -Umstände die Annahme gewisser scharf umrissener Äußerungsformen -herbeiführten. Das allmähliche Verschwinden ging auch -auf dieselbe Art und Weise vor sich, wie bei neurotischen Symptomen -eine spontane Heilung eintritt; diese hängt nämlich teils -von einer Erhöhung der Verdrängung ab, teils davon, daß die -zu Grunde liegenden Strebungen einen neuen Abflußkanal ausfindig -machen. Beide Vorgänge spielten bei dem Verschwinden -jener fünf Bildungen des Aberglaubens eine Rolle, wie im -vorigen Kapitel gezeigt wurde: erhöhte Schärfe des -wissenschaftlichen Denkens in Verbindung mit den intensiven -Sexual-Verdrängungen lassen sie als ungeeignete Ausdrucksform -der begrabenen Wünsche erscheinen. Diese Erwägungen -lassen uns die künftige Entwicklung der hier behandelten Vorgänge -erraten. Die bei den Neurosen gesammelte Erfahrung -zeigt, daß, solange nicht die begründenden Faktoren gründlich -beseitigt wurden — was hier nicht der Fall gewesen ist —, -das bloße Verschwinden der Symptome keineswegs vor jeder -künftigen Störung sichert; die Tendenz der zu Grunde liegenden -Strebungen, entweder durch Wiederaufnahme der alten Symptome -oder in anderen Ausdrucksformen Befriedigung zu suchen, -bleibt bestehen. Aus mannigfachen historischen Gründen -muß die Annahme, daß ein Rückfall in den alten Aberglauben -möglich sei, zurückgewiesen werden und dies wäre in unserer -modernen Zivilisation auch kaum denkbar; eine andere Gruppe -von Auswegen muß deshalb gefunden werden. Welcher Art -diese sein werden, ist unschwer einzusehen; auf der einen -<a id="page-148" class="pagenum" title="148"></a> -Seite religiöse und soziale Bigotterie und Intoleranz, auf der -anderen die Erzeugung von Psycho-Neurosen im engeren -Sinne. Unsere gegenwärtigen neurotischen und geistesgestörten -Patienten sind in ausgebreitetem Maße die Nachkommen der -alten Hexen, Lykanthropen u. s. w. und ihre Symptome sind, -wie in den vorhergehenden Kapiteln gezeigt wurde, in vieler -Beziehung gleich. Eine weitere wichtige Erwägung, die meist -übersehen wird, ist die, daß das so entstandene Leiden ebenso -drückend und nicht minder weit verbreitet ist wie die Schmerzen, -welche die analogen Vorgänge im Mittelalter verschuldeten. -Man kann sich sehr ernstlich fragen, ob ein Patient mit einer -krankhaften Phobie, z. B. in bezug auf Katzen, weniger leidet -als ein Mensch, der sich vor dem Teufel fürchtet. Dieser ist -sogar in mancher Hinsicht in der besseren Lage, denn seine -Furcht wird von Freunden verstanden und als berechtigt -anerkannt. Er ist nicht gezwungen, sie geheim zu -halten, um der Beschämung und dem Schandmal zu entgehen, -welches ihm durch das Bekanntwerden der Tatsache, daß er -Feigling und Weichling genug sei, seiner »eingebildeten Angst« -nachzugeben, aufgedrückt würde. Eine Furcht, die der von -ihr Befallene und seine Umgebung für vernünftig und richtig -ansehen, ist leichter zu ertragen, als eine völlig sinnlose und -unvernünftige Angst vor harmlosen Objekten, die mit den -übrigen bewußten Gedanken nicht übereinstimmt und sich -sogar gegen die Überwachung durch das Bewußtsein auflehnt. -</p> - -<p> -Daraus lassen sich hauptsächlich zwei Lehren ziehen, die -sich auf die Probleme der Verdrängung und der Urteilsfähigkeit -beziehen. Die soziale Seite der ersteren darf uns hier nicht -beschäftigen; es wurde nur versucht, an einem Beispiel zu -zeigen, welch schreckliche Folgen die übermäßig und unverständige -Verdrängung menschlicher Triebregungen nach sich -zieht. Wir haben auch gesehen, daß es schwierig und Jahrhunderte -lang unmöglich ist, diese Konsequenzen auszurotten, -wenn ihr wahrer Sinn nicht aufgedeckt wird. -</p> - -<p> -Die Beziehung unseres Themas zu dem Problem der Urteilsfähigkeit -ist ebenso bedeutsam. Für jemanden, der davon -überzeugt ist, daß seine Anschauung über einen gefühlsmäßig -<a id="page-149" class="pagenum" title="149"></a> -gefärbten, d. h. sozialen oder religiösen Gegenstand unzweifelhaft -die einzig richtige ist, läßt sich keine gesündere Übung -denken, als darüber nachzusinnen, daß die fähigsten und -schärfsten Denker des Mittelalters, Menschen, die ihm an -geistiger Begabung wahrscheinlich nicht nachstanden, ohne -Zögern die Wahrheit von Sätzen, die uns heute lächerlich -vorkommen, anerkannten. Bei der Besprechung einer Gruppe -geringerer Irrtümer, die durch unbewußte Einflüsse herbeigeführt -wurden, bemerkte Freud<a class="fnote" href="#footnote-689" id="fnote-689">[689]</a> mit Nachdruck: »Ich gebe -aber zu bedenken, ob man nicht Grund hat, die gleichen -Gesichtspunkte auch auf die Beurteilung der ungleich wichtigeren -<em>Urteilsirrtümer</em> der Menschen im Leben und in -der Wissenschaft auszudehnen. Nur den auserlesensten und -ausgeglichensten Geistern scheint es möglich zu sein, das Bild -der wahrgenommenen äußeren Realität vor der Verzerrung -zu bewahren, die es sonst beim Durchgang durch die psychische -Individualität des Wahrnehmenden erfährt.« Eines der Hauptziele -der Wissenschaft und Kultur ist es, eine objektive Anschauung -von Kultur und Leben zu erringen. Die Hindernisse, -die aus bewußten Hemmungen kommend, sich der Erreichung -dieses Zieles entgegenstellen, wurden bis zu einem gewissen -Grade überwältigt; wir beginnen nun die schwierigere, aber -wichtigere Arbeit, die aus dem Unbewußten stammenden Hindernisse -wegzuräumen. Der erste Schritt in dieser Richtung -ist die Bemühung, die Natur und Betätigungsform dieser unbewußten -Einflüsse, die das bewußte Urteil schädigen und -verdrehen, genau zu durchleuchten. Freud hat in vorbildlicher -Weise einen Weg gebahnt, den zu wandeln jetzt möglich -ist; und wenn dies geschieht, wird die Menschheit in Hinkunft -weniger Entschuldigung haben für die schwarzen Seiten, die -das Buch ihrer Geschichte schänden, wie es die hier untersuchten -Formen des Aberglaubens tun. -</p> - - -<h2 class="chapter footnotes">Fußnoten</h2> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-1" id="footnote-1">[1]</a> »Some Instances of the Influence of Dreams on Waking life,« Journ. -of Abnormal Psychol., April 1911, P. II. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-2" id="footnote-2">[2]</a> Ennemoser. Geschichte der Magie, 1844, S. 113. Fischer. Geschichte -des Somnambulismus, 1839, Bd. I, S. 12. Rau. Die Verirrungen in der -Religion, 1904, S. 237. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-3" id="footnote-3">[3]</a> Op. cit., P. 15. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-4" id="footnote-4">[4]</a> Johannes Müller. Über die phantastischen Gesichtserscheinungen, 1826, -S. 68, 69. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-5" id="footnote-5">[5]</a> Herbert Spencer. The Principles of Sociology, Third Edition, 1890, -Vol. I, Ch. X, Pp. 132-142. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-6" id="footnote-6">[6]</a> Im Thurn. Among the Indians of Guiana, Pp. 344-346. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-7" id="footnote-7">[7]</a> Lehmann. Aberglaube und Zauberei. Zweite Deutsche Auflage, -1908, S. 492. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-8" id="footnote-8">[8]</a> Freud. Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, 1907. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-9" id="footnote-9">[9]</a> Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 170. Fiske. Myths and Myth-Makers, -1872, P. 220. Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 32. Herbert -Spencer. Op. cit., Pp. 135, 136; and »Recent Discussions in Science«, P. 36. -Tyler. Primitive Culture, 1891, Third Edition, Vol. I, P. 430. Lehmann. Op. -cit., S. 494. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-10" id="footnote-10">[10]</a> Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band. »Mythus und Religion«. -Zweiter Teil, 1906, S. 85, 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-11" id="footnote-11">[11]</a> Siehe z. B.: Irving King, The Development of Religion, 1910, Ch. 6, -und Marett, »Pre-animistic Religion«, Folklore, 1900, Vol. XI, P. 198, über -den Streit zwischen den älteren animistischen und den jüngeren animatistischen -Hypothesen. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-12" id="footnote-12">[12]</a> Wundt. Op. cit., S. 90. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-13" id="footnote-13">[13]</a> Spencer. Principles of Sociology, Pp. 182, 201, u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-14" id="footnote-14">[14]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 110, III. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-15" id="footnote-15">[15]</a> Howitt. Native Tribes of South-East Australia, 1904, P. 434. Ling -Roth. Natives of Sarawa and British North-Borneo, 1896, Vol. I, P. 232. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-16" id="footnote-16">[16]</a> H. Spencer. Op. cit., P. 281 et sequ. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-17" id="footnote-17">[17]</a> Wundt. Op. cit., S. 346, 347. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-18" id="footnote-18">[18]</a> Hartland. Primitive Paternity, 1909, Vol. I, Ch. III, Pp. 156-252. -Wallace. The Malay Archipelago, Vol. I, P. 251. Fiske. Op. cit., P. 164 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-19" id="footnote-19">[19]</a> H. Spencer. Op. cit., Ch. XXII, Pp. 322-346. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-20" id="footnote-20">[20]</a> Marion Cox. An Introduction to Folklore. Second Edition, 1904. -Ch. II, Pp. 85-129. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-21" id="footnote-21">[21]</a> Spencer. Op. cit., Pp. 345, 346. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-22" id="footnote-22">[22]</a> Spencer. Op. cit., P. 136. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-23" id="footnote-23">[23]</a> Wundt. Op. cit., S. 113. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-24" id="footnote-24">[24]</a> Freud. Die Traumdeutung, 1900. Dritte Auflage, 1911. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-25" id="footnote-25">[25]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-26" id="footnote-26">[26]</a> Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-27" id="footnote-27">[27]</a> Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-28" id="footnote-28">[28]</a> Op. cit., P. 18. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-29" id="footnote-29">[29]</a> The Relationship between Dreams and Psychoneurotic Symptoms, -Amer. Journ. of Insanity, Oct. 1911. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-30" id="footnote-30">[30]</a> Freud. Op. cit., S. 174-221. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-31" id="footnote-31">[31]</a> Fiske. Op. cit., P. 74. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-32" id="footnote-32">[32]</a> Hartland. Op. cit., P. 250. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-33" id="footnote-33">[33]</a> E. g. bei H. G. Wells in seinem Schauerroman »The Island of -Doctor Moreau«. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-34" id="footnote-34">[34]</a> Lawrence. The Magic of the Horse-Shoe, 1899, Pp. 308-311. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-35" id="footnote-35">[35]</a> Cesaresco. Essays in the Study of Folk-Songs, P. 183. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-36" id="footnote-36">[36]</a> Riklin. Op. cit., Seite 41-46. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-37" id="footnote-37">[37]</a> R. Burton. Adaptation of »Vikram and the Vampire«, 1893, Preface P. 15. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-38" id="footnote-38">[38]</a> Moses. Pathological Aspects of Religions, 1906. P. 25. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-39" id="footnote-39">[39]</a> E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 10, 61, 76-79. -Wundt. Völkerpsychologie, Zweiter Band, »Mythus und Religion,« Zweiter -Teil, 1906, S. 118-122. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-40" id="footnote-40">[40]</a> Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 171. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-41" id="footnote-41">[41]</a> Golther. Handbuch der germanischen Mythologie, 1895, S. 75. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-42" id="footnote-42">[42]</a> Waller. A Treatise on the Incubus or Nightmare, 1816, Pp. 28-29. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-43" id="footnote-43">[43]</a> »On the Nightmare«, Amer. Journal of Insanity, Jan. 1910, Pp. 383-417. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-44" id="footnote-44">[44]</a> »The Pathology of Morbid Anxiety«, Journ. of Abnormal Psychol., -June 1911, Vol. VI, Pp. 81-106. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-45" id="footnote-45">[45]</a> Alf. Adler. »Der psychische Hermaphroditismus im Leben und in der -Neurose«, Fortschr. d. Med., 21. April 1910, S. 492. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-46" id="footnote-46">[46]</a> I. Op. cit. Pp. 411-413. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-47" id="footnote-47">[47]</a> Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-48" id="footnote-48">[48]</a> West. The History of Tasmania, 1852, Vol. II. P. 90. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-49" id="footnote-49">[49]</a> Howitt. The Native Tribes of South-East Australia, 1904, P. 439. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-50" id="footnote-50">[50]</a> Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo, 1896. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-51" id="footnote-51">[51]</a> Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte Auflage, 1910, -S. 133. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-52" id="footnote-52">[52]</a> Maury. La Magie et l’astrologie, 1860, p. 254. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-53" id="footnote-53">[53]</a> The Works of Thomas Nashe. Edited by Mc Kerson, 1904, Vol. I, -Pp. 345, 386. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-54" id="footnote-54">[54]</a> Wundt. Op. cit., S. 122. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-55" id="footnote-55">[55]</a> Leistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889. Bd. 1, S. 45. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-56" id="footnote-56">[56]</a> Meyer. Op. cit., S. 97. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-57" id="footnote-57">[57]</a> Gould. Mythical Monsters, 1886, Ch. IX, »The Sea-Serpent«. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-58" id="footnote-58">[58]</a> Wundt. Op. cit., S. 116. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-59" id="footnote-59">[59]</a> Fiske. Myths and Myth-Makers, 1872, P. 95. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-60" id="footnote-60">[60]</a> Augustin. De Civ. Dei., Lib. XV., Kap. 23. Die berühmte Stelle -ist allzugut bekannt, als daß man sie übersetzen dürfte. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-61" id="footnote-61">[61]</a> Thomas Aquino. Summa theologica, Pt. I. Quest. 51, Art. 3-6. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-62" id="footnote-62">[62]</a> Sinistrari. Demoniality or Incubi and Succubi, Engl. Trans, 1879. -Pp. 129, 225 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-63" id="footnote-63">[63]</a> Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 519. Freimark. Okkultismus -und Sexualität. S. 349. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-64" id="footnote-64">[64]</a> Murisier. Les maladies du sentiment religieux, 1909, P. 49. Pezet. -Contribution á l’étude de la démonomanie, 1909, P. 18. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-65" id="footnote-65">[65]</a> Vgl. Freud. Zentralblatt f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 7. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-66" id="footnote-66">[66]</a> Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft. (1584). 1886 Edition, P. 62. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-67" id="footnote-67">[67]</a> Siehe z. B. Zitate bei Jacob. Curiosités Infernales, Pp. 85-97. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-68" id="footnote-68">[68]</a> Simon. Le monde des rêves, 1882, P. 183. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-69" id="footnote-69">[69]</a> Höfler. Zentralbl. f. Anthropologie, 1900, Band 5, S. 1. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-70" id="footnote-70">[70]</a> Goerres. Zitiert bei Delassus, Les incubes et les succubes, 1897. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-71" id="footnote-71">[71]</a> Zitiert bei Laurent und Nagour. Okkultismus und Liebe, Deutsche -Übersetzung, 1903, S. 109. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-72" id="footnote-72">[72]</a> Michelet. La Sorcière, 1869, 3. édition, P. 108. Delassus, Op. cit., -P. 20 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-73" id="footnote-73">[73]</a> Goerres. Zitiert bei Delassus, Op. cit., P. 21. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-74" id="footnote-74">[74]</a> Der Hexenhammer. Deutsche Ausgabe, 1906. Zweiter Teil, S. 197-198. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-75" id="footnote-75">[75]</a> Reginald Scot. Op. cit., P. 58. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-76" id="footnote-76">[76]</a> Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im Mittelalter, -1900, S. 138-139. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-77" id="footnote-77">[77]</a> Recueil général des questions traités et conférence du Bureau -d’adresse, 1656. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-78" id="footnote-78">[78]</a> De Saint-André. Lettres au sujet de la magie, des maléfices et des -sorciers, 1725. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-79" id="footnote-79">[79]</a> Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 599. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-80" id="footnote-80">[80]</a> Delassus. Op. cit., Pp. 39, 41, 51. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-81" id="footnote-81">[81]</a> Macario. »Etudes cliniques sur la démonomanie«, Annales méd.-psychol. -1843, t. I, P. 441. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-82" id="footnote-82">[82]</a> Leuret. Fragments psychologiques sur la folie, 1834, Pp. 258, 261-264. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-83" id="footnote-83">[83]</a> Zahlreiche Beispiele zitiert Freimark, Op. cit., S. 342-348, und -Gener, Op. cit., P. 340, u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-84" id="footnote-84">[84]</a> Gener. Op. cit., P. 520. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-85" id="footnote-85">[85]</a> Vgl. Bücher wie De Guaita, Temple de Satan; Des Mousseaux, Les -hauts phénomènes de la magie; Jules Bois, La Satanisme et la Magie; -Huysmans, Là-bas, und En Route, u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-86" id="footnote-86">[86]</a> Freimark. Op. cit., S. 355, 364, 368-9, 376, 385. Peixoto, Archivos -Brasileires de Psychiatria, 1909, Pp. 74-94. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-87" id="footnote-87">[87]</a> Wundt. Völkerpsychologie, Band II, Teil II, S. 110. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-88" id="footnote-88">[88]</a> Herrara. Historia general de los hechos de los Castellanos en las -islas y terra firme del Mar Oceane, 1730, Vol. IV, Kap. 4. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-89" id="footnote-89">[89]</a> Nachtigal. Sahara und Sudan. 1889, Band 3. S. 477. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-90" id="footnote-90">[90]</a> Grey. Journals of Two Expeditions of Discovery in North-west -and Western Australia, 1841, Vol. II, P. 336. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-91" id="footnote-91">[91]</a> Ling Roth. The Natives of Sarawak and British North Borneo, -1896, Vol. I, P. 185. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-92" id="footnote-92">[92]</a> Stoll. Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie. -Zweite Auflage, 1904, S. 51, 52. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-93" id="footnote-93">[93]</a> Dulaure. (Krauss Ausgabe.) Die Zeugung in Glaube, Sitte und -Brauch der Völker, 1908, S. 45, 50, 80. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-94" id="footnote-94">[94]</a> Voyages d’Ibn Batoutah. Trad. franc., 1873, t. I., P. 418. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-95" id="footnote-95">[95]</a> Alice Walton. The Cult of Asklepios, 1894, Pp. 63, 74. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-96" id="footnote-96">[96]</a> Preller. Berichte ü. d. Verhandl. d. Königl. Sächs. Gesell. d. Wissenschaften -zu Leipzig, 1854, S. 196. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-97" id="footnote-97">[97]</a> Puschmann. Geschichte der Medizin. 1902, Bd. 1, S. 504. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-98" id="footnote-98">[98]</a> Pausanias. Attika, Kap. 21. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-99" id="footnote-99">[99]</a> Dulaure. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-100" id="footnote-100">[100]</a> Cullimore. Oriental Cylinders, Nr. 71, 76, 109. Frazer. Lectures on -the Early History of the Kingship, P. 170. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-101" id="footnote-101">[101]</a> Johns. »Notes on the Code of the Hammurabi«. Amer. Journ. of -Semitic Languages, 1903, Vol. XIX, P. 98. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-102" id="footnote-102">[102]</a> Mary Hamilton. Incubation, or the cure of disease in Pagan Temples -and Christian Churches, 1906, P. 25. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-103" id="footnote-103">[103]</a> Hamilton. Op. cit., P. 27. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-104" id="footnote-104">[104]</a> Siehe besonders Walton, Op. cit., Op. 13-16, 65, 94. Puschmann, -Op. cit., S. 169. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-105" id="footnote-105">[105]</a> Deubner. De incubatione, 1900, S. 33. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-106" id="footnote-106">[106]</a> Cp. Deane. The Worship of the Serpent, 1833; Du Bosc. The Dragon, -Image and Demon, 1886; Ferguson. Tree and Serpent Worship. Second -Edition, 1872; Howard. Sex Worship, 1902, Ch. VIII, »The Serpent and The -Cross«; Staniland Wake. Serpent Worship, 1888. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-107" id="footnote-107">[107]</a> Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S. 40-44. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-108" id="footnote-108">[108]</a> Frazer. The Golden Bough. Third Edition. Part IV. (Adonis, Attis, -Osiris. Second Edition.) 1907, P. 76, 77. Hartland. Primitive Paternity, -1909, Vol. I, P. 169, et seq. Wundt. Op. cit., S. 61-64. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-109" id="footnote-109">[109]</a> Lang. Myth, Ritual and Religion. Vol. I. P. 57; E. H. Meyer. Germanische -Mythologie, 1891, S. 63, 64, 73; Rochholtz. Deutscher Glaube und -Brauch, 1867, Band 1 (Deutscher Unsterblichkeitsglaube), S. 146, 147; -Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 1900, S. 51. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-110" id="footnote-110">[110]</a> Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876. Nachtrag -S. 247, 312. Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I. P. 289. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-111" id="footnote-111">[111]</a> Puschmann. Op. cit., Bd. 1, S. 170. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-112" id="footnote-112">[112]</a> Maury. La magie et l’astrologie, 1860, Pp. 247, 248, 251. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-113" id="footnote-113">[113]</a> Pennant. Tour, 1772, Vol. I. P. 311. Martin. Western Islands, P. III. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-114" id="footnote-114">[114]</a> Richardson. The Folly of Pilgrimages, P. 70. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-115" id="footnote-115">[115]</a> Herodotus. Lib. II, Par. 42. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-116" id="footnote-116">[116]</a> Pausanias. <a id="corr-11"></a>Lib. I, Kap. 34. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-117" id="footnote-117">[117]</a> Rees. British Medical Journal, Oct. 30, 1909, P. 1317. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-118" id="footnote-118">[118]</a> Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909, -S. 69, 70. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-119" id="footnote-119">[119]</a> Sir Arthur Mitchell. The Past and The Present. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-120" id="footnote-120">[120]</a> O’Curry. On the Manners and Customs of the Ancient Irish, 1873, -Vol. II., P. 199. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-121" id="footnote-121">[121]</a> Wundt. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-122" id="footnote-122">[122]</a> Wuttke. Op. cit., S. 115. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-123" id="footnote-123">[123]</a> Wuttke. Op. cit., S. 116. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-124" id="footnote-124">[124]</a> Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 1, Kap. 17, S. 83-108. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-125" id="footnote-125">[125]</a> Zahlreiche Beispiele zitiert Hock. Die Vampirsagen und ihre Verwertung -in der deutschen Literatur, 1900, S. 10; und Jacob, Curiosités infernales, -Pp. 312-331. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-126" id="footnote-126">[126]</a> Hock. Op. cit., S. 69, 81. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-127" id="footnote-127">[127]</a> Vgl. Werner: »Liebe bannt des Todes Not«, und Hebbel: »Jeder -Tote ist ein Vampir, die ungeliebten ausgenommen.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-128" id="footnote-128">[128]</a> Viele Beispiele bei Hock. Op. cit., S. 24, 37, 43. Siehe auch Sepp, -Orient und Occident, 1903, S. 268. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-129" id="footnote-129">[129]</a> Hanush. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S. 200. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-130" id="footnote-130">[130]</a> Horst. Zauberbibliothek, 1821, Erster Teil, S. 277. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-131" id="footnote-131">[131]</a> Stern. Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der Türkei, 1903 -Band 1, S. 364, 365. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-132" id="footnote-132">[132]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 130. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-133" id="footnote-133">[133]</a> Görres. Zitiert bei Laurent und Nagour, Okkultismus und Liebe. -Deutsche Übersetzung, 1903, S. 147. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-134" id="footnote-134">[134]</a> Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; <a id="corr-12"></a>und -Gryphius: »Wer liebt, wird durch den Tod von Liebe nicht getrennet.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-135" id="footnote-135">[135]</a> Siehe Ernest Jones. »Zum Problem des gemeinsamen Sterbens.« Zentralbl. -f. Psychoanalyse, Jahrg. I, S. 563 ff. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-136" id="footnote-136">[136]</a> Siehe z. B. Sadger. Heinrich von Kleist: Eine pathographisch-psychologische -Studie, 1910, S. 60 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-137" id="footnote-137">[137]</a> Freud. Die Traumdeutung, Dritte Auflage, 1911, S. 184. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-138" id="footnote-138">[138]</a> Singer. Bibliothek des literarischen Vereines, CLXXXV, Sect. XVI. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-139" id="footnote-139">[139]</a> Steffens. Novellen, 1837, Band 1, S. 19. Conway. Demonology -and Devil-Lore, 1879, Vol. II, P. 396. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-140" id="footnote-140">[140]</a> Lunier. Annales médico-psychologiques, 1849, P. 153. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-141" id="footnote-141">[141]</a> Belletrud et Mercier. L’affaire Ardisson, 1903. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-142" id="footnote-142">[142]</a> Gholes. Histoire des Vampires, 1820, P. 106. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-143" id="footnote-143">[143]</a> Hock. Op. cit., S. 1. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-144" id="footnote-144">[144]</a> Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 480. -Hock. Op. cit., S. 1. Conway. Op. cit., Vol. I. Pp. 52, 53. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-145" id="footnote-145">[145]</a> Hock. Op. cit., S. 27, 28. Stern. Op. cit., S. 351-369. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-146" id="footnote-146">[146]</a> Mannhardt. Die praktischen Folgen des Aberglaubens, 1878, S. 13. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-147" id="footnote-147">[147]</a> Von Tettau und Temme. Volkssagen Ostpreußens, 1837, S. 275. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-148" id="footnote-148">[148]</a> Wuttke. Op. cit., S. 479. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-149" id="footnote-149">[149]</a> Siehe Wuttke. Op. cit., S. 481, wo eine Menge von Beispielen gegeben -wird. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-150" id="footnote-150">[150]</a> Hock. Op. cit., S. 21-23. Stern. Op. cit., S. 351-369. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-151" id="footnote-151">[151]</a> Stern. Op. cit., S. 360. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-152" id="footnote-152">[152]</a> Hock. Op. cit., S. 22. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-153" id="footnote-153">[153]</a> Andrée. Ethnographische Parallelen und Vergleiche, 1878, S. 87. -Siehe auch Schindler, Aberglauben des Mittelalters, S. 30. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-154" id="footnote-154">[154]</a> Andrée. Op. cit., S. 80, 89. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-155" id="footnote-155">[155]</a> Brauns. Japanische Märchen und Sagen, 1885, S. 397. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-156" id="footnote-156">[156]</a> Krauß. Op. cit, S. 128. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-157" id="footnote-157">[157]</a> Kanitz. Donaubulgarien und der Balkan, 1875, Band 1, S. 80. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-158" id="footnote-158">[158]</a> Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 326. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-159" id="footnote-159">[159]</a> Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 258. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-160" id="footnote-160">[160]</a> Laistner. Op. cit., S. 257. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-161" id="footnote-161">[161]</a> Henne am Rhyn. Der Teufel- und Hexenglaube, 1892, S. 20. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-162" id="footnote-162">[162]</a> Binet-Sanglé. La Folie de Jésus, T. 2, 1910, P. 91. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-163" id="footnote-163">[163]</a> Grohmann. Sagen aus Böhmen und Mähren, 1863, Bd. 1, S. 208. -Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen und Mähren, 1864, Bd. 1, S. 24. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-164" id="footnote-164">[164]</a> Stern. Op. cit., S. 359. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-165" id="footnote-165">[165]</a> Castren. Vorlesungen über die finnische Mythologie, 1853, S. 131. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-166" id="footnote-166">[166]</a> Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-167" id="footnote-167">[167]</a> Davenport. Sketches of Imposture, Deception and Credulity, 1861, -Pp. 73, 75. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-168" id="footnote-168">[168]</a> Poestion. Lappländische Märchen, 1886, S. 132. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-169" id="footnote-169">[169]</a> Stern. Op. cit., S. 357, 358. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-170" id="footnote-170">[170]</a> Menant. Ninive et Babylone, P. 271. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-171" id="footnote-171">[171]</a> Kuhn. Zeitschr. für vergleichende Sprachforschung, Jahrg. XIII, -S. 118. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-172" id="footnote-172">[172]</a> Schlegel. Indische Bibliothek, 1823, Band 1, S. 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-173" id="footnote-173">[173]</a> Genau wie die montenegrinischen Vampire. (Stern S. 361.) -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-174" id="footnote-174">[174]</a> Hellwald. Die Welt der Slaven, 2. Aufl., 1890, S. 367. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-175" id="footnote-175">[175]</a> Freimark. Op. cit., S. 278, 279. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-176" id="footnote-176">[176]</a> Grohmann. Sagen. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-177" id="footnote-177">[177]</a> Ploß. Das Kind <a id="corr-18"></a>in Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, -S. 298. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-178" id="footnote-178">[178]</a> Laistner. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-179" id="footnote-179">[179]</a> Laistner. Op. cit., Bd. 2. S. 82. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-180" id="footnote-180">[180]</a> Schönwerth. Aus der Oberpfalz — Sitten und Sagen, 1858, Band 1, -S. 201, 211. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-181" id="footnote-181">[181]</a> Krauß. Op. cit., S. 147, 148. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-182" id="footnote-182">[182]</a> Vgl. Laurence Hope’s poem »Lalla Radha and the Churel« in -»Stars of the Desert«, 1909. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-183" id="footnote-183">[183]</a> Hock. Op. cit., S. 5. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-184" id="footnote-184">[184]</a> Quelenfeldt. Zitiert bei Stern, Op. cit., S. 359. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-185" id="footnote-185">[185]</a> Lenormant. Chaldean Magic, English Trans., 1877, P. 38. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-186" id="footnote-186">[186]</a> Haxthausen. Transkaukasien, 1856, Band 1, S. 170. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-187" id="footnote-187">[187]</a> E. H. Meyer. Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. 528. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-188" id="footnote-188">[188]</a> Siehe Aigremont. Fuß- und Schuh-Symbolik und -Erotik, 1909; -und Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-189" id="footnote-189">[189]</a> Andrée. Op. cit., S. 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-190" id="footnote-190">[190]</a> Hock. Op. cit., S. 30-34. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-191" id="footnote-191">[191]</a> Davenport. Op. cit., P. 72. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-192" id="footnote-192">[192]</a> Conwoy. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-193" id="footnote-193">[193]</a> Krauß. Op. cit. S. 124. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-194" id="footnote-194">[194]</a> Siehe besonders Calmet. Dissertation sur les apparitions des anges, -des démons et des esprits, et sur les revenants et vampires. 1746. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-195" id="footnote-195">[195]</a> Vgl. Gartenlaube. 1873, Nr. 34. »Der Vampir-Schrecken im neunzehnten -Jahrhundert.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-196" id="footnote-196">[196]</a> Sepp. Op. cit., S. 269. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-197" id="footnote-197">[197]</a> Sepp. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-198" id="footnote-198">[198]</a> Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 251. Fünfter Teil, S. 381. Dies ist -die am meisten beschriebene Epidemie. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-199" id="footnote-199">[199]</a> Sepp. Op. cit., S. 270. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-200" id="footnote-200">[200]</a> Sepp. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-201" id="footnote-201">[201]</a> Horst. Op. cit., Erster Teil, S. 265, 266. Fünfter Teil, S. 383. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-202" id="footnote-202">[202]</a> Hock. Op. cit., S. 31, 49. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-203" id="footnote-203">[203]</a> Weitenkampf. Gedanken über wichtige Wahrheiten aus der Vernunft -und Religion, 1735. 1. Teil, S. 108. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-204" id="footnote-204">[204]</a> Mayo. On the Truths contained in Popular Superstitions, 1851, P. 30. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-205" id="footnote-205">[205]</a> Hovorka und Kronfeld. Vergleichende Volksmedizin, 1908, 2. Bd., -S. 425. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-206" id="footnote-206">[206]</a> Krauß. Op. cit., S. 124. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-207" id="footnote-207">[207]</a> Stern. Op. cit., S. 362. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-208" id="footnote-208">[208]</a> Conway. Op. cit., P. 52. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-209" id="footnote-209">[209]</a> Löwenstimm. Aberglaube und Strafrecht, Deutsche Übers., 1897, S. 101. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-210" id="footnote-210">[210]</a> Stern. Op. cit., S. 370. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-211" id="footnote-211">[211]</a> Neue Freie Presse. 8. Nov. 1899. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-212" id="footnote-212">[212]</a> Miklosich. Etymologisches Wörterbuch der slavischen Sprachen, -1886, S. 374. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-213" id="footnote-213">[213]</a> Buffon. Hist. Natur. gén. et part., 1762, T. X, P. 55. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-214" id="footnote-214">[214]</a> Siehe Hock. Op. cit., S. 56, 57, 61. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-215" id="footnote-215">[215]</a> Torresani. Aus der schönen, wilden Leutnantszeit, 1894, Bd. 2, S. 141. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-216" id="footnote-216">[216]</a> Freimark. Op. cit., S. 331, 332. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-217" id="footnote-217">[217]</a> Zimmermann. Die Wonne des Leids, 1885, S. 113. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-218" id="footnote-218">[218]</a> Laurent und Nagour. Op. cit., S. 146. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-219" id="footnote-219">[219]</a> Laistner. Op. cit., Bd. 1, S. 63. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-220" id="footnote-220">[220]</a> Laistner. Op. cit., S. 61. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-221" id="footnote-221">[221]</a> Stern. Op. cit., S. 356. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-222" id="footnote-222">[222]</a> Wundt. Völkerpsychologie, Bd. 2, T. II, 1906, S. 120. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-223" id="footnote-223">[223]</a> Hock. Op. cit., S. 23. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-224" id="footnote-224">[224]</a> The Life and Adventures of Nathaniel Pierce, edited by Halls, 1831, -Vol. I, P. 287. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-225" id="footnote-225">[225]</a> Marion Cox. An Introduction to Folklore, 1904, P. 127. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-226" id="footnote-226">[226]</a> M. Cox. Loc. cit., und Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 85. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-227" id="footnote-227">[227]</a> M. Cox and Clodd. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-228" id="footnote-228">[228]</a> Mogk. Germanische Mythologie, 1906, S. 34. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-229" id="footnote-229">[229]</a> Hertz. Der Werwolf. Beitrag zur Sagengeschichte, 1862, S. 14, 15. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-230" id="footnote-230">[230]</a> Hertz. Op. cit., S. 29. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-231" id="footnote-231">[231]</a> Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. Dritte Ausgabe, -1900, S. 279. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-232" id="footnote-232">[232]</a> Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 50. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-233" id="footnote-233">[233]</a> Thorpe. Northern <a id="corr-24"></a>Mythology, 1851, Vol. I. P. 49-52. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-234" id="footnote-234">[234]</a> Clodd. Op. cit., P. 92. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-235" id="footnote-235">[235]</a> Conway. Demonology and <a id="corr-25"></a>Devil-Lore, 1879, Vol. I, Pag. 141. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-236" id="footnote-236">[236]</a> Hertz. Op. cit., Pag. 31-33. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-237" id="footnote-237">[237]</a> Z. B. G. W. Cox. The Mythology of Aryan Nations, 1870, Vol. I, -Pag. 459. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-238" id="footnote-238">[238]</a> Fiske. Myths and Mythmakers, 1872, Pag. 88. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-239" id="footnote-239">[239]</a> Jähns. Roß und Reiter in Leben und Sprache, Glauben und Geschichte -der Deutschen, 1872, Band 1, S. 265. Hartland. Primitive Paternity, -1909. Vol. I, Pp. 22, 35, 149, 150. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-240" id="footnote-240">[240]</a> De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, 1911, T. I, P. 161. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-241" id="footnote-241">[241]</a> E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 256. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-242" id="footnote-242">[242]</a> Mogk. Op. cit., S. 48. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-243" id="footnote-243">[243]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 53. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-244" id="footnote-244">[244]</a> Schwartz. »Der rote Sonnenphallos der Urzeit«, Zeitschr. f. Ethnol., -1874, S. 167, 409. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-245" id="footnote-245">[245]</a> Siehe Hertz. Op. cit., S. 35-40. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-246" id="footnote-246">[246]</a> Schwelger. Römische Geschichte, Band 1, S. 361. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-247" id="footnote-247">[247]</a> Donat de Hautemer. Zitiert von Goulart, Thrésor des histoires -admirables et mémorables de nostre temps, 1600, T. I, P. 336. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-248" id="footnote-248">[248]</a> Andrée. Revue de l’Orient, 1888. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-249" id="footnote-249">[249]</a> Hermann. Genesis. Bd. 3, Bakchanalien und Eleusinien, 2. Aufl., S. 67. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-250" id="footnote-250">[250]</a> Hertz. Op. cit., S. 3, 4. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-251" id="footnote-251">[251]</a> Hertz. Op. cit., S. 56. Im Rig-Veda wird der Wolf Räuber genannt. -(Conway. Op. cit., P. 140). Hertz (Op. cit., S. 57) zeigt, daß es Sitte war, neben -jeden Dieb einen Wolf an den Galgen zu hängen. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-252" id="footnote-252">[252]</a> Bodin. Démonomanie, 1593, P. 195. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-253" id="footnote-253">[253]</a> Siehe Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. 916. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-254" id="footnote-254">[254]</a> Hertz. Op, cit., S. 91. Im späteren Französischen wurde es waroul -geschrieben und daher kommt das schottische wroul und worlin. (Dasent. -Popular Tales from the Norse. 2. Edition, 1903, P. CXLI). -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-255" id="footnote-255">[255]</a> Siehe auch Hansen, Zauberwahn etc. im Mittelalter. 1900, S. 19, und -Schoolcraft, The Myth of Hiawatha, 1856, Pp. 136, 339. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-256" id="footnote-256">[256]</a> Meyer. Op. cit., S. 69. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-257" id="footnote-257">[257]</a> Fiske. Op. cit., P. 89. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-258" id="footnote-258">[258]</a> Clodd. Op. cit., P. 84. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-259" id="footnote-259">[259]</a> Conway. Op. cit., P. 158. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-260" id="footnote-260">[260]</a> Grimm. Op. cit., S. 918. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-261" id="footnote-261">[261]</a> M. Cox. Op. cit., P. 124. Grimm. Op. cit., S. 917. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-262" id="footnote-262">[262]</a> Grimm. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-263" id="footnote-263">[263]</a> Grimm. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-264" id="footnote-264">[264]</a> Hertz. Op. cit., S. 49. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-265" id="footnote-265">[265]</a> Grimm. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-266" id="footnote-266">[266]</a> Grimm. Loc. cit., Hertz. Op. cit., S. 84. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-267" id="footnote-267">[267]</a> Grimm. Op. cit., S. 918. Thorpe. Op. cit., Vol. II, P. 169. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-268" id="footnote-268">[268]</a> Fiske. Op. cit., P. 92. Hertz. Op. cit., S. 85. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-269" id="footnote-269">[269]</a> Hertz. Op. cit., S. 7, 8. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-270" id="footnote-270">[270]</a> Bodin. Op. cit., Pp. 201, 202. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-271" id="footnote-271">[271]</a> Hertz. Op. cit., S. 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-272" id="footnote-272">[272]</a> Stern. Op. cit., S. 363. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-273" id="footnote-273">[273]</a> Hertz. Op. cit., S. 134. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-274" id="footnote-274">[274]</a> Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 319. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-275" id="footnote-275">[275]</a> Bosquet. Discours de Sorcières, 1608, P. 370. Calmeil. De la folie, -1845, T. I, P. 234. Remigius. Daemonolatria, 1698, Bd. 2, S. 183. Wolfeshusius. -De Lycanthropia, 1591, P. 31. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-276" id="footnote-276">[276]</a> De Lancre. Tableau de l’inconstance des mauvais anges et demons, -1612, P. 321. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-277" id="footnote-277">[277]</a> Grimm. Op. cit., S. 873. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-278" id="footnote-278">[278]</a> Grimm. Op. cit., S. 915. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-279" id="footnote-279">[279]</a> Hertz. Op. cit., S. 71-74. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-280" id="footnote-280">[280]</a> Castren. Ethnologische Vorlesungen über die Altaïschen Völker, -1857, S. 233. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-281" id="footnote-281">[281]</a> Vergl. oben die Beziehungen zwischen Wolf und Glanz oder Licht. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-282" id="footnote-282">[282]</a> Clodd. Op. cit., P. 83. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-283" id="footnote-283">[283]</a> Bodin. Op. cit., P. 192. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-284" id="footnote-284">[284]</a> De Lancre. Op. cit., P. 314. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-285" id="footnote-285">[285]</a> Riezler. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-286" id="footnote-286">[286]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1908, S. 139. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-287" id="footnote-287">[287]</a> Beaugrand. La Chasse galerie. Légendes canadiennes, 1900. P. 36-54. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-288" id="footnote-288">[288]</a> <a id="corr-31"></a>Strackerjan. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., 1867, -Band 1, S. 377. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-289" id="footnote-289">[289]</a> Kuhn und Schwarz. Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche, -1848, S. 420. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-290" id="footnote-290">[290]</a> Meyer. Op. cit., S. 67. Thorpe. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-291" id="footnote-291">[291]</a> Von Düringsfeld. Zitiert von Freimark, Op. cit., S. 409. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-292" id="footnote-292">[292]</a> Meyer. Op. cit., S. 68. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-293" id="footnote-293">[293]</a> Meyer. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-294" id="footnote-294">[294]</a> Meyer. Op. cit., S. 69. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-295" id="footnote-295">[295]</a> Wuttke. Op. cit., S. 275. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-296" id="footnote-296">[296]</a> Wolf. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. I, S. 198. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-297" id="footnote-297">[297]</a> Mannhardt. Op. cit., S. 31. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-298" id="footnote-298">[298]</a> Mannhardt. Zeitschr. f. deutsche Mythologie, Jahrg. IV, S. 263. -Ralston. Russian Folk-tales, 1873, P. 309. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-299" id="footnote-299">[299]</a> Hertz. Op. cit., S. 113. Wuttke. Op. cit., S. 278. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-300" id="footnote-300">[300]</a> Andrée. Ethnologische Parallelen und Vergleiche, 1878. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-301" id="footnote-301">[301]</a> Krauß. Op. cit., S. 137. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-302" id="footnote-302">[302]</a> Grimm. Op. cit., S. 916. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-303" id="footnote-303">[303]</a> Sikes. British Goblins, 1880, Pp. 233-236. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-304" id="footnote-304">[304]</a> Grimm. Op. cit., S. 880-881. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-305" id="footnote-305">[305]</a> Peucet. Les Devins, P. 198. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-306" id="footnote-306">[306]</a> Grimm. Op. cit., Kap. XXXI. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-307" id="footnote-307">[307]</a> Mannhardt. Roggenwolf und Roggenhund, 1865, S. 31. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-308" id="footnote-308">[308]</a> Hertz. Op. cit., S. 88. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-309" id="footnote-309">[309]</a> Hertz. Op. cit., S. 109. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-310" id="footnote-310">[310]</a> Bosquet. La Normandie romanesque et merveilleuse, 1845, P. 238. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-311" id="footnote-311">[311]</a> Hertz. Op. cit., S. 28. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-312" id="footnote-312">[312]</a> Stern. Op. cit., S. 359. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-313" id="footnote-313">[313]</a> Hertz. Op. cit., S. 89. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-314" id="footnote-314">[314]</a> Pluquet. Contes populaires, 1834, P. 14; Donat de Hautemer, Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-315" id="footnote-315">[315]</a> Stern. Op. cit., S. 360. Siehe auch Schmidt. Volksleben der Neugriechen, -Band 1, S. 166. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-316" id="footnote-316">[316]</a> E. g. bei Clodd. Op. cit., P. 84. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-317" id="footnote-317">[317]</a> De Lancre. Op. cit., P. 317. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-318" id="footnote-318">[318]</a> Ein gutes Beispiel dafür ist ausführlich beschrieben bei Lerchheimer. -Ein christliches Bedenken und Erinnerung von Zauberei, Dritte Auflage, -1597, Kap. XII. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-319" id="footnote-319">[319]</a> Wolf. Niederländische Sagen, Nr. 242, 243, 501. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-320" id="footnote-320">[320]</a> Conway. Op. cit., P. 141. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-321" id="footnote-321">[321]</a> Freud. Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, 2. Aufl., 1910, S. 53, 54. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-322" id="footnote-322">[322]</a> Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, 2. Aufl. Übersetzt von Teuscher, -1893, Seite 2. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-323" id="footnote-323">[323]</a> Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, Zweite Folge, -1909, S. 136. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-324" id="footnote-324">[324]</a> Silberer. »Phantasie und Mythos«. Psychoanalytisches Jahrbuch, 1910, -Band 2, S. 592. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-325" id="footnote-325">[325]</a> Graf. Op. cit., S. 67-68. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-326" id="footnote-326">[326]</a> Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf, 1910, S. 94. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-327" id="footnote-327">[327]</a> Freud. Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben, Psychoanalytisches -Jahrbuch, 1909, Band 1, S. 1. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-328" id="footnote-328">[328]</a> Siehe Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 1, S. 17-23. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-329" id="footnote-329">[329]</a> Robertson. Pagan Christ, 1903, P. 84. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-330" id="footnote-330">[330]</a> Graf. Op. cit., S. 18. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-331" id="footnote-331">[331]</a> Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. 56. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-332" id="footnote-332">[332]</a> Gener. La Mort et le Diable. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-333" id="footnote-333">[333]</a> Gener. Op. cit., S. 389-391. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-334" id="footnote-334">[334]</a> Conway. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-335" id="footnote-335">[335]</a> Von besonderem psychologischen Interesse ist die folgende Tatsache: -</p> - -<p class="footnote2"> -Der gebräuchliche englische Euphemismus für Teufel lautet deuce -(altenglisch dewes), was auf den ersten Blick direkt von der obengenannten -Quelle zu kommen scheint. (Cf. Zeus und bei St. Augustinus Dusius = inkubus.) -Nach der Ansicht Skeats entstand es jedoch auf folgende Weise: Sein ursprünglicher -Sinn, in welchem es noch heute allgemein gebraucht wird, war die -Bezeichnung der zwei bei den Würfel- und Kartenspielen, für welche es in -den Zeiten der Plantagenet vom französischen »deux« in Gebrauch kam. -Die Verlust-Zwei bei diesen Spielen bedeutete natürlich Unglück und wurde -deshalb mit dem Teufel in Verbindung gebracht, anfänglich als Ausruf »Oh -the deuce«; der Glaube, daß diese Spiele vom Teufel erfunden seien und -ihm gehören, hat diese Verbindung wahrscheinlich fester geknüpft. Als -Erfolg dieser auf Umwegen erfolgten Vereinigung hat das Wort zwei Bedeutungen, -die fast ganz identisch sind mit jenen des griechischen dys, welches -ihm in der Aussprache ähnelt und etymologisch verwandt ist. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-336" id="footnote-336">[336]</a> Es ist selbstverständlich unnötig, hier Einzelheiten dieses interessanten -Vorganges wiederzugeben. In bezug auf die germanischen Religionen -wurde er von Grimm auf das gründlichste erforscht. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-337" id="footnote-337">[337]</a> Siehe Grimm, Deutsche Mythologie, 4. Ausgabe, 1876, Kap. XXXIII. -Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 35-37. -Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. 1 und 2 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-338" id="footnote-338">[338]</a> Auf die phallische Bedeutung dieses Hammers wurde von Cox, I. -Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, P. 115, und Meyer, Germanische -Mythologie, 1891, S. 212, hingewiesen. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-339" id="footnote-339">[339]</a> Simrock. Handbuch der deutschen Mythologie, S. 346. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-340" id="footnote-340">[340]</a> Hedelin. Des satyres, brutes, monstres et démons. (1627) 1888 Edition, -p. 129. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-341" id="footnote-341">[341]</a> Gener. Op. cit., P. 582. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-342" id="footnote-342">[342]</a> Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im Mittelalter. -1900. S. 329. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-343" id="footnote-343">[343]</a> Roskoff. Op. cit., Zweiter Abschnitt, Kap. VI. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-344" id="footnote-344">[344]</a> Gener. Op. cit., P. 566. — Hansen. Op. cit., P. 214. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-345" id="footnote-345">[345]</a> Unter diesen scheinen der Einbruch der Mongolen, der Kreuz- -und der 100jährige Krieg zwischen England und Frankreich den meisten -Einfluß ausgeübt zu haben. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-346" id="footnote-346">[346]</a> Roskoff. Op. cit., Bd. 2, S. 113-117 gibt eine ergreifende Schilderung -davon. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-347" id="footnote-347">[347]</a> Louandre. Sorcellerie, P. 37. Collin de Planey. Dictionnaire infernal, -1818, T. I, P. 166. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-348" id="footnote-348">[348]</a> Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 11. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-349" id="footnote-349">[349]</a> Freud. Psychoanalytisches Jahrbuch 1909, Band I, S. 411. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-350" id="footnote-350">[350]</a> Westermarck (The History of Human Marriage, 1891, P. 155) spricht -die interessante Ansicht aus, daß alle Sexualverdrängung aus der Reaktion -gegen den Inzest entstanden ist. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-351" id="footnote-351">[351]</a> Siehe Otto Rank. Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909, S. 46-51. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-352" id="footnote-352">[352]</a> Gener. Op. cit., P. 617. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-353" id="footnote-353">[353]</a> Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 156-159. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-354" id="footnote-354">[354]</a> Michelet. Op. cit., P. 155. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-355" id="footnote-355">[355]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 29, 30 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-356" id="footnote-356">[356]</a> Le Tonerre ce n’est qu’un pet; c’est Aristophane qui le dit. (Bibliotheca -Scatalogica, Art. »Oratio pro Guano Humano«) Harrington (The Metamorphosis -of Ajax. 1596, P. 94) erinnert an das Abenteuer des guten Sokrates, -der, als ihn Xantippe mit einem Nachttopf gekrönt hatte, ihn auf seinem Kopf -und Schultern forttrug und zu denen, die über ihn lachten, sprach: -</p> - -<div class="stanza footnote2"> - <p class="verse">»Niemals ward dies als Wunder geacht’,</p> - <p class="verse">Daß Regen folgt, hat der Donner gekracht.«</p> -</div> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-357" id="footnote-357">[357]</a> Conway. Op. cit., Ch. XXVII. »Le bon diable.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-358" id="footnote-358">[358]</a> Wünsche. Der Sagenkreis vom geprellten Teufel, 1905, Kap. VII. -»Der geprellte Teufel als Helfer der Menschen in allerlei Notlagen und Anliegen.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-359" id="footnote-359">[359]</a> Siehe Meyer. Op. cit., S. 193 bezw. der eingehenden Schilderung -der Attribute der Riesen in der Mythologie. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-360" id="footnote-360">[360]</a> Grimm. Op. cit., S. 826. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-361" id="footnote-361">[361]</a> Grimm. Op. cit., S. 852-856 und Nachtrag S. 301. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-362" id="footnote-362">[362]</a> Wünsche. Op. cit., S. 14. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-363" id="footnote-363">[363]</a> Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. II. »Der geprellte Teufel als Baumeister.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-364" id="footnote-364">[364]</a> Die primitive Kinderfreude am Häuserbauen und Figurenzusammensetzen -wurde in weitem Ausmaße von E. A. Acher studiert. Amer. Journ. of -Psychol., Jan. 1910, P. 116. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-365" id="footnote-365">[365]</a> Jakob. Curiosités Infernales, Pr. 35-37. Graf. Op. cit., S. 57, -58, 65-67. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-366" id="footnote-366">[366]</a> The Works of Thomas Nashe, 1904 Edition. Vol. I. »The Terrors of -the Night« (1594), P. 348. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-367" id="footnote-367">[367]</a> Roskoff. Op. cit., Bd. I. S. 195. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-368" id="footnote-368">[368]</a> Grimm. Op. cit., S. 833, 851. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-369" id="footnote-369">[369]</a> Graf. Op. cit., S. 51, 59. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-370" id="footnote-370">[370]</a> Brévannes. L’orgie satanique à travers les <a id="corr-40"></a>siècles, 1904, P. 115. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-371" id="footnote-371">[371]</a> Siehe z. B. Jacob. Op. cit., Pp. 85-96. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-372" id="footnote-372">[372]</a> Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 297. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-373" id="footnote-373">[373]</a> Sinistrari. Demoniality (17. Jahrhundert), 1879 Edition, P. 218. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-374" id="footnote-374">[374]</a> Dalyell. The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 554. -Hinkmar, zitiert bei Hansen, Op. cit., S. 73. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-375" id="footnote-375">[375]</a> Bodin. De la Demonomanie des Sorciers, 1593, P. 212. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-376" id="footnote-376">[376]</a> Smith. Scaligerana, 1669, Part. II, Article: Azazael. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-377" id="footnote-377">[377]</a> Bodin. Op. cit., P. 190. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-378" id="footnote-378">[378]</a> Robertson. Op. cit., P. 315. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-379" id="footnote-379">[379]</a> Petrie. The religion of ancient Egypt, 1908, P. 59. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-380" id="footnote-380">[380]</a> Knight. The Symbolical Language of Ancient Art and Mythology, -1876 Edition, P. 137. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-381" id="footnote-381">[381]</a> Siehe z. B. Pierre de Lancre. Tableau de l’inconstance des mauvais -anges et démons, 1612, Pp. 224, 225. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-382" id="footnote-382">[382]</a> De Plancy. Op. cit., T. II, P. 135. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-383" id="footnote-383">[383]</a> Eickmann. Die Angelologie und Dämonologie des Korans, 1908, S. 44. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-384" id="footnote-384">[384]</a> Sellen. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus, 1902, P. 9. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-385" id="footnote-385">[385]</a> Spencer u. Gillen. The Native Tribes of Central Australia, 1899, P. 517. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-386" id="footnote-386">[386]</a> Le Loyer. Op. cit., P. 340. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-387" id="footnote-387">[387]</a> Siehe Gener. Op. cit., Pp. 368-377. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-388" id="footnote-388">[388]</a> Siehe Grimm. Op. cit., 852-855a und Nachtrag S. 301. Wünsche. -Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-389" id="footnote-389">[389]</a> Siehe besonders Wünsches Buch in Vergleich mit dem Kapitel 46 -»Der geblendete Riese« in Leistners »Das Rätsel der Sphinx«, 1889, Bd. 2, -S. 109-151. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-390" id="footnote-390">[390]</a> Wünsches Buch. Op. cit., S. 13, 14. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-391" id="footnote-391">[391]</a> Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-392" id="footnote-392">[392]</a> Siehe Wünsche. Op. cit., Kap. VIII. Der dumme, geprellte Teufel -und die Abteilung »Der dumme Teufel« in Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 394-399. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-393" id="footnote-393">[393]</a> Siehe die Abteilung »Der Teufel als Lustigmacher« in Roskoff. Op. -cit., S. 309-404. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-394" id="footnote-394">[394]</a> Siehe Ernest Jones. »Die symbolische Bedeutung des Salzes in Folklore -und Aberglaube«, Imago, 1912, Band 1. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-395" id="footnote-395">[395]</a> Bodin. Op. cit., P. 278. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-396" id="footnote-396">[396]</a> Freimark. Op. cit., S. 84. Die Originalstellen bei Bourke, Scatalogic -Rites of all Nations, 1891, Pp. 163, 444. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-397" id="footnote-397">[397]</a> Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism., 1874. Rocco. -Sex Mythology, including an Account of the Masculine Cross 1898, u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-398" id="footnote-398">[398]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 198-205. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-399" id="footnote-399">[399]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 270. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-400" id="footnote-400">[400]</a> Jacob. Op. cit., Pp. 22-33. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-401" id="footnote-401">[401]</a> Graf. Op. cit., S. 136. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-402" id="footnote-402">[402]</a> Graf. Op. cit., S. 52-54. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-403" id="footnote-403">[403]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 194. Graf. Op. cit., S. 64. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-404" id="footnote-404">[404]</a> In den seltsamen Bildern von Wiertz sehen wir die Rückkehr zur -älteren Auffassung, die Giotto als letzter festhielt. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-405" id="footnote-405">[405]</a> Grimm, Op. cit., Nachtrag S. 292, 302. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-406" id="footnote-406">[406]</a> Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Deutsche Übersetzung, 2. Aufl. -1908, S. 114. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-407" id="footnote-407">[407]</a> Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 161. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-408" id="footnote-408">[408]</a> Grimm. Op. cit., S. 841. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-409" id="footnote-409">[409]</a> Wuttke. Op. cit., S. 37. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-410" id="footnote-410">[410]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 164. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-411" id="footnote-411">[411]</a> Wünsche. Op. cit., S. 15. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-412" id="footnote-412">[412]</a> Grimm. Op. cit., S. 842. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-413" id="footnote-413">[413]</a> Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von Heppe, 1880, -Band 1, S. 181. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-414" id="footnote-414">[414]</a> Jacob. Op. cit., P. 86. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-415" id="footnote-415">[415]</a> Sprenger und Institoris. Der Hexenhammer, 1588. Deutsche Übersetzung, -1906, Erster Teil, S. 51. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-416" id="footnote-416">[416]</a> Sprenger und Institoris. Op. cit., Zweiter Teil, S. 64. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-417" id="footnote-417">[417]</a> Tylor. Researches into the Early History of Mankind, Third Edition, -1878, Pp. 365-371. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-418" id="footnote-418">[418]</a> Conway. Op. cit., Pp. 389, 395. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-419" id="footnote-419">[419]</a> Conway. Op. cit., Pp. 389, 395. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-420" id="footnote-420">[420]</a> Zitiert bei Roskoff. Op. cit., S. 231. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-421" id="footnote-421">[421]</a> Roskoff. Op. cit., S. 194. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-422" id="footnote-422">[422]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 160. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-423" id="footnote-423">[423]</a> Roskoff. Op. cit., Bd. 1, S. 224-229, 273. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-424" id="footnote-424">[424]</a> Graf. Op. cit., S. 22. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-425" id="footnote-425">[425]</a> Graf. Op. cit., S. 198-203. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-426" id="footnote-426">[426]</a> Conway. Op. cit., S. 240-259, 397, 398. Graf. Op. cit., S. 205-209. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-427" id="footnote-427">[427]</a> Conway. Op. cit., Pp. 389, 390. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-428" id="footnote-428">[428]</a> Graf. Op. cit., S. 108. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-429" id="footnote-429">[429]</a> Roscher, Ephialtes. Eine pathologisch-mythologische Abhandlung -über die Alpträume und Alpdämonen des klassischen Altertums, 1900, S. 57-62. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-430" id="footnote-430">[430]</a> Roskoff. Op. cit., S. 146. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-431" id="footnote-431">[431]</a> Pinches. The Religion of Babylonia and Assyria, 1906, P. 108. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-432" id="footnote-432">[432]</a> Cox. Op. cit., Pp. 222, 253. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-433" id="footnote-433">[433]</a> Grimm. Op. cit., S. 849. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-434" id="footnote-434">[434]</a> Burton. The Anatomy of Melancholy, 1826. Vol. I, P. 5 -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-435" id="footnote-435">[435]</a> Siehe Jacob. Op. cit., Pp. 33-43]. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-436" id="footnote-436">[436]</a> Graf. Op. cit., S. 59, 138. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-437" id="footnote-437">[437]</a> Roskoff. Op. cit., S. 305. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-438" id="footnote-438">[438]</a> Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 257. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-439" id="footnote-439">[439]</a> Grimm. Op. cit., S. 895. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-440" id="footnote-440">[440]</a> Lehmann. Op. cit., S. 114. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-441" id="footnote-441">[441]</a> Brévannes. Op. cit., S. 123. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-442" id="footnote-442">[442]</a> Picart. Coutûmes et Cérémonies Religieuses, 1729, Vol. VIII, P. 69. -Thiers. Traité des Superstitions, 1741, Vol. II, P. 367. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-443" id="footnote-443">[443]</a> De Lancre. Op. cit., P. 460. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-444" id="footnote-444">[444]</a> De Cauzons. La magie et la sorcellerie en France, T. I, P. 240. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-445" id="footnote-445">[445]</a> Brévannes. Op. cit., P. 115. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-446" id="footnote-446">[446]</a> Grimm. Op. cit., S. 895. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-447" id="footnote-447">[447]</a> De Lancre. Op. cit., P. 217. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-448" id="footnote-448">[448]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 156. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-449" id="footnote-449">[449]</a> Delrio. Les controverses et recherches magiques, 1611, P. 187. -Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-450" id="footnote-450">[450]</a> Grimm. Op. cit., S. 847 und Nachtrag S. 298. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-451" id="footnote-451">[451]</a> Daß die Verbindung zwischen Satan und einem Wolf noch heute als natürlich -empfunden wird, läßt sich aus Brownings Gedicht, Ivan Ivanowitsch ersehen. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-452" id="footnote-452">[452]</a> Grimm. Op. cit., S. 32. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-453" id="footnote-453">[453]</a> Ennemoser. Geschichte der Magie, 2. Aufl., 1844, S. 791. Hertz. -Der Werwolf, 1862, S. 17. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-454" id="footnote-454">[454]</a> Grimm. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-455" id="footnote-455">[455]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 174. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-456" id="footnote-456">[456]</a> Wünsche. Op. cit., S. 13. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-457" id="footnote-457">[457]</a> Grimm. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-458" id="footnote-458">[458]</a> Hertz. Op. cit., S. 18. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-459" id="footnote-459">[459]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 155-159. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-460" id="footnote-460">[460]</a> Lamothe-Langon. Histoire de l’inquisition en France, 1829, T. 2, -S. 614. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-461" id="footnote-461">[461]</a> Grimm. Op. cit., S. 849-850. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-462" id="footnote-462">[462]</a> Roskoff. Op. cit., S. 267. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-463" id="footnote-463">[463]</a> Vgl. Hamlets Behauptung: »There is nothing either good or bad, but -thinking makes it.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-464" id="footnote-464">[464]</a> Freimark. Op. cit., S. 334. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-465" id="footnote-465">[465]</a> Man wird es kaum glauben, daß ich während meiner Praxis in Kanada -(1911) erhebliche Schwierigkeiten mit einem Arzte (!) hatte, der einen Fall -von Dementia praecox mit Vorlesungen aus der Bibel behandeln wollte, um -den Teufel, von dem er fest überzeugt war, daß er sich in dem Kranken befände, -damit auszutreiben. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-466" id="footnote-466">[466]</a> Kemmerich. Kultur Kuriosa, S. 229-234. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-467" id="footnote-467">[467]</a> Riklin. Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen, 1908, S. 74. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-468" id="footnote-468">[468]</a> Hansen. Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozesse im Mittelalter, -1900, S. 479. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-469" id="footnote-469">[469]</a> Zitiert im Hexenhammer. Deutsche Übersetzung von Schmidt, 1906, -Erster Teil, S. 107. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-470" id="footnote-470">[470]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil. Kap. 8, 9 und zweiter Teil -Kap. 6, 7. Siehe Pg. 131, 143-145 bezüglich der Differential-Diagnose zwischen -Impotenz aus natürlicher Kälte und Impotenz infolge Behexung, und Hansen. -Op. cit., S. 88-92, 166 über die Bedeutung dieser Unterscheidung für die -Ehetrennung. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-471" id="footnote-471">[471]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 127. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-472" id="footnote-472">[472]</a> Brévannes. L’orgie satanique à travers les siècles, 1904, P. 71. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-473" id="footnote-473">[473]</a> Diese und viele andere in diesem Kapitel erwähnten Einzelheiten -sind Hansen entnommen. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-474" id="footnote-474">[474]</a> Abraham. Traum und Mythus, 1909, S. 66. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-475" id="footnote-475">[475]</a> Siehe Freud. Die Traumdeutung, 3. Auflage, 1911, S. 211. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-476" id="footnote-476">[476]</a> Siehe Sadger »Über Urethralerotik«. Psychoanalytisches Jahrbuch, -1910, Band 2, S. 409. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-477" id="footnote-477">[477]</a> Collin de Plancy. Dictionnaire infernal, 1818, Z. I, P. 7. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-478" id="footnote-478">[478]</a> Grimm. Deutsche Mythologie, Vierte Ausgabe, 1876, S. 965. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-479" id="footnote-479">[479]</a> Seligmann. Der böse Blick und Verwandtes, 1910, Band 2, S. 34. -Wuttke. Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, 1900, S. 95, 258, 283. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-480" id="footnote-480">[480]</a> Siehe Freud. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, Zweite -Folge, 1909, S. 168. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-481" id="footnote-481">[481]</a> Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 454. Seligmann. Op. cit., S. 37. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-482" id="footnote-482">[482]</a> Aigremont. Fuß- und Schuhsymbolik und Erotik, 1909, S. 55. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-483" id="footnote-483">[483]</a> Brand. Popular Antiquities of Great Britain, 1849, Vol. III, Pp. 16, 17. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-484" id="footnote-484">[484]</a> Lawrence. The Magic of the Horse-shoe, 1899, P. 88. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-485" id="footnote-485">[485]</a> E. H. Meyer. Germanische Mythologie, 1891, S. 119, 137. Dalyell. -The Darker Superstitions of Scotland, 1835, P. 140. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-486" id="footnote-486">[486]</a> Wuttke. Op. cit., S. 259. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-487" id="footnote-487">[487]</a> Wuttke. Op. cit., S. 130. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-488" id="footnote-488">[488]</a> Lawrence. Op. cit., P. 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-489" id="footnote-489">[489]</a> Grimm. Op. cit., Nachtrag, S. 456, 459. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-490" id="footnote-490">[490]</a> Bloch. Das Sexualleben unserer Zeit, 2. Aufl. 1907, S. 128. Hansen, -Op. cit., S. 25. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-491" id="footnote-491">[491]</a> Hansen. Op. cit., S. 12. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-492" id="footnote-492">[492]</a> Buckle. History of Civilization in England, 1857, Worlds Classics -Edition, Vol. 1, P. 129. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-493" id="footnote-493">[493]</a> Freud. Zur Psychopathologie den Alltagslebens, 3. Aufl., 1910, S. 134. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-494" id="footnote-494">[494]</a> Burton, The Anatomy of Melancholy, 1826 Edition. Vol. I, P. 79, -und Vol. II, P. 289. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-495" id="footnote-495">[495]</a> Seligmann. Op. cit., Band 1, S. 335. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-496" id="footnote-496">[496]</a> Wuttke. Op. cit., S. 153. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-497" id="footnote-497">[497]</a> Soldan. Geschichte der Hexenprozesse. Bearbeitet von Hoppe, 1880, -Band 2, S. 397. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-498" id="footnote-498">[498]</a> Ennemoser. Geschichte der Magie. Zweite Auflage, 1844, S. 844. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-499" id="footnote-499">[499]</a> Roskoff. Geschichte des Teufels, 1869, Band 2, S. 213. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-500" id="footnote-500">[500]</a> Bodin. De le démonomanie des sorciers, 1593, P. 208 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-501" id="footnote-501">[501]</a> De Lancre. Tableau de l’inconstance des mauvais anges et démons, -1612, Livre III, Disc. V. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-502" id="footnote-502">[502]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 108 u. s. w. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-503" id="footnote-503">[503]</a> Hansen. Op. cit., S. 481. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-504" id="footnote-504">[504]</a> Bloch. Op. cit., S. 129. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-505" id="footnote-505">[505]</a> Quanter. »Der Hexenglaube des Mittelalters.« Geschlecht und Gesellschaft, -1910, Band 5, S. 367. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-506" id="footnote-506">[506]</a> Nyström. Christentum und freies Denken, 1909, S. 294. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-507" id="footnote-507">[507]</a> Alpenburg. Mythen und Sagen Tirols, 1857, S. 256. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-508" id="footnote-508">[508]</a> Maury. La magie et l’astrologie, 1860, 2. Partie, Ch. III. »Les -mystiques rapproches des sorciers.« Siehe insbesond. Pp. 405, 406, 410, 411. -Ebenso Steingießer, »Das Geschlechtsleben der Heiligen«, 1908. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-509" id="footnote-509">[509]</a> Michelet. La Sorcière, 3. Edition, 1863, Pp. 147-167. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-510" id="footnote-510">[510]</a> Kiesewetter. Geschichte des Okkultismus, Band 2, S. 461. De -Lancre. Op. cit., P. 223. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-511" id="footnote-511">[511]</a> Z. B. De Lancre. Op. cit., P. 460. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-512" id="footnote-512">[512]</a> Grimm. Op. cit., S. 895. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-513" id="footnote-513">[513]</a> Laurent und Nagous, Okkultismus und Liebe, Deutsche Ausgabe, -1903, S. 135, 139, 246. Brévannes. Op. cit., Pp. 120-135. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-514" id="footnote-514">[514]</a> Cox. The Mythology of the Aryan Nations, 1870, Vol. II, Pp. 113 bis -121. Inman. Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism, Second -Edition, 1874, P. 74, und andere haben auf die weibliche Symbolik des Altars -im allgemeinen hingewiesen. Der weibliche Körper hat zu verschiedenen -Zeiten als Altar gedient, sogar, wie festgestellt wurde, bei den ersten Christen -(Brévannes. Op. cit., P. 38). -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-515" id="footnote-515">[515]</a> Pfister. Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf, 1910, -S. 76, 77, 113. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-516" id="footnote-516">[516]</a> Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 80. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-517" id="footnote-517">[517]</a> Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 139. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-518" id="footnote-518">[518]</a> Bodin. Op. cit., Pp. 184, 185. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-519" id="footnote-519">[519]</a> Siehe Freimark. Okkultismus und Sexualität, S. 310. Brand. Op. -cit., P. 9. Die Ähnlichkeit wurde von Oldham im 17. Jahrhundert klar ausgesprochen. -(Werke, 6. Ausgabe, P. 254.) -</p> - -<div class="stanza footnote2"> - <p class="verse">»Wie Menschen, die bewegungslos im Schlafe liegen,</p> - <p class="verse">Im Traum zu steigen meinen und zu fliegen,</p> - <p class="verse">So glaubt die Hexe durch des Luftraums Weiten</p> - <p class="verse">Auf ihrem Zauberstab dahin zu reiten.«</p> -</div> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-520" id="footnote-520">[520]</a> Freud. Die Traumdeutung, 1911, S. 201-203. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-521" id="footnote-521">[521]</a> Vergl. den Ausdruck für nächtliche Pollutionen: »es reiten ihn die -Hexen.« Auf die Ähnlichkeit zwischen dem Hexenreiten und dem Alpdruck -hat vor vielen Jahren Burton (Op. cit., P. 134) aufmerksam gemacht, »auch -bei solchen, die durch einen Inkubus belästigt oder von den Hexen geritten -sind (wie wir dies nennen); wenn sie auf ihren Rücken liegen, meinen sie, -ein altes Weib reite sie und sitze so schwer auf ihnen, daß sie vor Atemnot -fast ersticken.« -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-522" id="footnote-522">[522]</a> Delassus. Les Incubes et les Succubes, 1897, P. 35. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-523" id="footnote-523">[523]</a> Jähns. Roß und Reiter, 1872, Band 1, S. 412. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-524" id="footnote-524">[524]</a> Krauß. Slavische Volksforschungen, 1906, S. 49. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-525" id="footnote-525">[525]</a> Grimm. Op. cit., S. 895. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-526" id="footnote-526">[526]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Zweiter Teil, S. 44. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-527" id="footnote-527">[527]</a> Jähns. Op. cit., S. 415. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-528" id="footnote-528">[528]</a> Horst. Zauber-Bibliothek, 1821, Erster Teil, S. 216. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-529" id="footnote-529">[529]</a> Jähns. Op. cit., S. 415, 416. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-530" id="footnote-530">[530]</a> Zitiert bei Hansen. Op. cit., S. 138. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-531" id="footnote-531">[531]</a> Weier. Histoires, disputes et discours des illusions et impostures des -diables, Trad. Franc., 1577, P. 165. Grimm. Loc. cit., Laurent und Nagour, -Op. cit., S. 122. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-532" id="footnote-532">[532]</a> Hansen. Op. cit., S. 449. Weier. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-533" id="footnote-533">[533]</a> Grimm. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-534" id="footnote-534">[534]</a> Reginald Scot. The Discoverie of Witchcraft, 1589, Book III. -P. 40. De Lancre. Op. cit., Pp. 112, 119. Weier. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-535" id="footnote-535">[535]</a> De Lancre. Op. cit., P. 212. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-536" id="footnote-536">[536]</a> Freimark. Op. cit., S. 306-316. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-537" id="footnote-537">[537]</a> Kiesewetter. Op. cit., Band 2, S. 579. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-538" id="footnote-538">[538]</a> Cox. Op. cit., Vol. I, P. 426. Vol. II, Pp. 2, 35. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-539" id="footnote-539">[539]</a> Psychoanalytisches Jahrbuch, 1912, Band 4. Zentralblatt für -Psychoanalyse, Jahrgang 1. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-540" id="footnote-540">[540]</a> Freimark. Op. cit., S. 306, 308. Laurent und Nagour, Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-541" id="footnote-541">[541]</a> Siehe Abraham. Op. cit., S. 63. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-542" id="footnote-542">[542]</a> Thorpe. Northern Mythology, 1851, Vol. I, P. 115. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-543" id="footnote-543">[543]</a> Grimm, Op. cit., S. 891. Hansen. Op. cit., S. 229. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-544" id="footnote-544">[544]</a> Grimm. Op. cit., S. 915. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-545" id="footnote-545">[545]</a> Jähns. Op. cit., S. 415. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-546" id="footnote-546">[546]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 159. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-547" id="footnote-547">[547]</a> Jähns. Op. cit., S. 384. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-548" id="footnote-548">[548]</a> Graf. Geschichte des Teufelsglaubens, Deutsche Ausg., 1893, S. 137. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-549" id="footnote-549">[549]</a> Maury. Op. cit., Seconde Partie. Ch. II., Pp. 256-338. »Origine -démoniaque attribuée aux Maladies nerveuses et mentales«. Murisier. Les -maladies du sentiment religieux, 1903, P. 148-151. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-550" id="footnote-550">[550]</a> Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. <a id="corr-51"></a>Demon -Possession and allied Themes, 1894. Pezet. Contribution à l’étude de la -Démonomanie, 1909. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-551" id="footnote-551">[551]</a> Johannes Müller. Über die phantastischen Gesichtserscheinungen. -1826, S. 67. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-552" id="footnote-552">[552]</a> Freud. Sammlung kl. Schr. z. Neurosenlehre, 1906, Kap. X, XI, XIV. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-553" id="footnote-553">[553]</a> Freud. Samml. Op. cit., Zweite Folge, 1909, Kap. VI. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-554" id="footnote-554">[554]</a> Jean le Breton. De la défense de la <a id="corr-52"></a>vérité touchante la possession -des religieuses de Louviers, 1643, Esc. Traictè des marques des possédés -et la preuve de la <a id="corr-53"></a>véritable possession des religieuses de Louvein, 1644. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-555" id="footnote-555">[555]</a> Reginald Scot. Op. cit., P. 15. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-556" id="footnote-556">[556]</a> Sinistrari. Demoniality. (17. century.) Englische Übersetzung, 1879, P. 27. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-557" id="footnote-557">[557]</a> Santerre. Histoire des diables de Loudun, 1694, P. 318. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-558" id="footnote-558">[558]</a> Freimark. Op. cit., S. 280. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-559" id="footnote-559">[559]</a> Freimark. Op. cit., S. 54, 57. Siehe auch S. 62-69, 353 und Maury. -Op. cit., P. 258. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-560" id="footnote-560">[560]</a> Ennemoser. Op. cit., Vierter Abschnitt, Zweite Abteilung. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-561" id="footnote-561">[561]</a> Michelet. Op. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-562" id="footnote-562">[562]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, Dritter Abschnitt. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-563" id="footnote-563">[563]</a> Soldan. Op. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-564" id="footnote-564">[564]</a> Wächter. Die Hexenprozesse. Ein kulturhistorischer Versuch, 1865. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-565" id="footnote-565">[565]</a> Hansen. Op. cit., und: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte -des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter, 1901. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-566" id="footnote-566">[566]</a> Von Hoensbroech. Das Papsttum in seiner sozialkulturellen Wirksamkeit, -Dritte Auflage, 1901, Band 1, S. 380-600. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-567" id="footnote-567">[567]</a> Längin. Religion und Hexenprozeß, 1888. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-568" id="footnote-568">[568]</a> Lea. History of the Inquisition in the Middle Ages, 1887. History -of the Inquisition in Spain, 1907. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-569" id="footnote-569">[569]</a> Lempens. Geschichte der Hexen und Hexenprozesse, 1880. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-570" id="footnote-570">[570]</a> Riezler. Geschichte der Hexenprozesse in Bayern, 1896. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-571" id="footnote-571">[571]</a> Hansen. Op. cit., Vorwort, S. 6. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-572" id="footnote-572">[572]</a> Hansen. Op. cit., S. 145. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-573" id="footnote-573">[573]</a> Jühling. Die Inquisition, 1903, S. 299. Siehe auch Ennemoser. Op. -cit., S. 780, 781, und Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 214-225. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-574" id="footnote-574">[574]</a> Lehmann. Aberglaube und Zauberei, Zweite deutsche Ausg., 1908, -S. 105. Siehe auch Sepp, Orient und Okzident, 1903, S. 140, 150. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-575" id="footnote-575">[575]</a> Siehe Hansen. Op. cit., S. 212-216, 232. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-576" id="footnote-576">[576]</a> Soldan. Op. cit., Band 1, S. 180. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-577" id="footnote-577">[577]</a> Siehe Hansen. Op. cit., S. 9-14. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-578" id="footnote-578">[578]</a> Wundt. Völkerpsychologie. Zweiter Band, »Mythus und Religion«, -Zweiter Teil, 1906, S. 400. Hansen. Op. cit., S. 451. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-579" id="footnote-579">[579]</a> Hansen. Op. cit., S. 23, 39, 239. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-580" id="footnote-580">[580]</a> Hansen. Op. cit., S. 13. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-581" id="footnote-581">[581]</a> Grimm. Op. cit., S. 907. Hansen. Op. cit., S. 15-18. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-582" id="footnote-582">[582]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 136. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-583" id="footnote-583">[583]</a> Hansen. Op. cit., S. 14. Sepp. Op. cit., S. 120, 231. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-584" id="footnote-584">[584]</a> Meyer. Op. cit., S. 135. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-585" id="footnote-585">[585]</a> Graf. Op. cit., S. 266, 267. Grimm. Op. cit., S. 803-810. Roskoff. -Op. cit., Band 1, S. 157-159. Wuttke. Op. cit., S. 29-31, 47. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-586" id="footnote-586">[586]</a> Sepp. Op. cit., S. 122. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-587" id="footnote-587">[587]</a> Grohmann. Aberglaube und Gebräuche aus Böhmen, 1864, Band 1, -S. 23. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-588" id="footnote-588">[588]</a> Grimm. Op. cit., S. 1042. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-589" id="footnote-589">[589]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 271. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-590" id="footnote-590">[590]</a> Hansen. Op. cit., S. 80, 83-85, 134, 136. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-591" id="footnote-591">[591]</a> Hansen. Op. cit., S. 191-209. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-592" id="footnote-592">[592]</a> Hansen. Op. cit., S. 303-306, 409, 455-458. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-593" id="footnote-593">[593]</a> Hansen. Op. cit., S. 235, 238. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-594" id="footnote-594">[594]</a> Hansen. Op. cit., S. 18, 83-87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-595" id="footnote-595">[595]</a> Hansen. Op. cit., S. 189, 190. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-596" id="footnote-596">[596]</a> Hansen. Op. cit., S. 455. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-597" id="footnote-597">[597]</a> Henne am Rhyn. Der Teufels- und Hexenglaube, 1892, S. 68. Hansen. -Op. cit., S. 21, 226, 227. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-598" id="footnote-598">[598]</a> Lamothe-Langon. Histoire de l’inquisition en France, 1829, T. III, -P. 233. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-599" id="footnote-599">[599]</a> Freimark. Op. cit., S. 279. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-600" id="footnote-600">[600]</a> Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 <a id="corr-56"></a>Edition, -P. 124. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-601" id="footnote-601">[601]</a> Hermann. Genesis, Band 3, Bacchanalien und Eleusinien. 2. Auflage, -S. 103. Hedelin. Op. cit., P. 131. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-602" id="footnote-602">[602]</a> Roskoff. Op. cit., Band 1, S. 363. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-603" id="footnote-603">[603]</a> Bourke. Scatalogic Rites of all Nations, 1891, Cap. III, Pp. 11-23. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-604" id="footnote-604">[604]</a> Rocco. Sex Mythology, 1898, P. 46. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-605" id="footnote-605">[605]</a> Dixon. Seelenbräute, Deutsche Übersetz., 1868, Band 1, S. 273-278. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-606" id="footnote-606">[606]</a> Sellon. Annotations on the Sacred Writings of the Hindus, 1902 -Edition, Pp. 26, 27. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-607" id="footnote-607">[607]</a> Cook. An Account of a Voyage round the World, Vol. II, P. 127. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-608" id="footnote-608">[608]</a> Legué. Médecins et Empoissonneurs, P. 185. Brévannes. Op. cit., -Pp. 180-233. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 137, 142. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-609" id="footnote-609">[609]</a> Bois. Le Satanisme et la Magie. Vergleiche Huysman, Là bas und -Schwalbé, Chez Satan. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-610" id="footnote-610">[610]</a> Hansen. Op. cit., S. 83. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-611" id="footnote-611">[611]</a> Hansen. Op. cit., S. 19. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-612" id="footnote-612">[612]</a> Ennemoser. Op. cit., S. 791, 845. Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 216. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-613" id="footnote-613">[613]</a> Hansen. Op. cit., S. 142. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-614" id="footnote-614">[614]</a> Soldan. Op. cit., Band 2, S. 181. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-615" id="footnote-615">[615]</a> Lamothe-Langon. Op. cit., T. II, P. 614. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-616" id="footnote-616">[616]</a> Hansen. Op. cit., S. 180. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-617" id="footnote-617">[617]</a> Steingießer. Op. cit., S. 44. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-618" id="footnote-618">[618]</a> Hansen. Op. cit., S. 187. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-619" id="footnote-619">[619]</a> Hansen. Op. cit., S. 396. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-620" id="footnote-620">[620]</a> Soldan. Op. cit., Band 1, S. 179. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-621" id="footnote-621">[621]</a> Siehe z. B. Jühling. Op. cit., S. 319, 320. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-622" id="footnote-622">[622]</a> De Lancre. Op. cit., Pp. 57, 58. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-623" id="footnote-623">[623]</a> Bodin. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-624" id="footnote-624">[624]</a> Der Hexenhammer. Op. cit., Erster Teil, S. 92-106. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-625" id="footnote-625">[625]</a> Michelet. Op. cit., <a id="corr-59"></a>Introduction, P. IX. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-626" id="footnote-626">[626]</a> Den vollständigen Text der Bulle gibt Roskoff. Op. cit., Band 2, -S. 222-225. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-627" id="footnote-627">[627]</a> Ennemoser. Op. cit., S. 812. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-628" id="footnote-628">[628]</a> Henne am Rhyn. Op. cit., S. 87. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-629" id="footnote-629">[629]</a> Mannhardt. Zauberglaube und Geheimwissen. Vierte Aufl. 1900, S. 240. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-630" id="footnote-630">[630]</a> Nyström. Op. cit., S. 251. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-631" id="footnote-631">[631]</a> Bodin. Op. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-632" id="footnote-632">[632]</a> Delrio. Inquisitiones magicae, 1599. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-633" id="footnote-633">[633]</a> Remigius. Daemonolatria, 1595. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-634" id="footnote-634">[634]</a> King James I. Daemonologia, 1616. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-635" id="footnote-635">[635]</a> Torreblanca. Daemonologia, 1615. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-636" id="footnote-636">[636]</a> Carpzov. Practica nova rerum criminalium, 1635. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-637" id="footnote-637">[637]</a> Glanvil. Sadducismus Triumphatus, 1681. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-638" id="footnote-638">[638]</a> Horst. Op. cit., Sechster Teil, S. 310. Mannhardt. Op. cit., S. 243. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-639" id="footnote-639">[639]</a> Soldan. Op. cit., Band 1, S. 452, 453. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-640" id="footnote-640">[640]</a> Nyström. Op. cit., S. 273. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-641" id="footnote-641">[641]</a> Nyström. Op. cit., S. 230, 232. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-642" id="footnote-642">[642]</a> Ennemoser. Op. cit., S. 814. Nyström. Op. cit., S. 279-281. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-643" id="footnote-643">[643]</a> Siehe Conway. Demonology and Devil-lore, 1879, Vol. II, P. 314 -bis 317, und Williams, The Superstitions of Witchcraft, 1865, P. 264. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-644" id="footnote-644">[644]</a> Sepp. Op. cit., S. 130. Siehe auch im selben Zusammenhange Stoll, -Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie, 2. Aufl., 1904, S. 397, -398. Clodd. Myths and Dreams, 1891, P. 59, und Hansen. Op. cit., S. 3, 5. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-645" id="footnote-645">[645]</a> Eine vorzügliche Darstellung hievon gibt Walter Scott, Letters on -Demonology and Witchcraft (1829) Fourth Edition, 1898, P. 153. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-646" id="footnote-646">[646]</a> Siehe Hansen. Op. cit., S. 328-331, und Roskoff. Op. cit., Band 2, -S. 315-359. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-647" id="footnote-647">[647]</a> Gener. La Mort et le Diable, 1880, P. 595. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-648" id="footnote-648">[648]</a> Bloch. Op. cit., S. 132. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-649" id="footnote-649">[649]</a> Jühling. Op. cit., 321. Siehe auch Henne am Rhyn. Op. cit., S. 97, -und Williams. Op. cit., P. 215. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-650" id="footnote-650">[650]</a> Nyström. Op. cit., S. 245. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-651" id="footnote-651">[651]</a> Jühling. Op. cit., S. 323. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-652" id="footnote-652">[652]</a> Roskoff. Op. cit., Band 2, S. 331-343. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-653" id="footnote-653">[653]</a> Soldan. Op. cit., Band 2, S. 263-339. Siehe auch Henne am Rhyn. -Op. cit., S. 115-156. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-654" id="footnote-654">[654]</a> Stern. Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in Rußland, 1908, -Band 1, S. 56, 81-92. Band 2, S. 288-290. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-655" id="footnote-655">[655]</a> Siehe z. B. Sikes, British Goblins, 1880, Pp. 163, 164. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-656" id="footnote-656">[656]</a> Wuttke. Op. cit., S. 155. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-657" id="footnote-657">[657]</a> Göpfert. Moraltheologie, 1897, Band 1, S. 470; Hagen. Der Teufel -im Lichte der Glaubensquellen, 1899, S. 8; Lehmkuhl. Theologia moralis, -Band 1, Nr. 335, 879. Marc. Institutiones morales Alphonsianae, 1893, Band 1, -S. 543. Pruner. Lehrbuch der katholischen Moraltheologie. 1875, S. 263. -Henne am Rhyn. Op. cit., S. 153-157. Soldan. Op. cit., S. 340-346. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-658" id="footnote-658">[658]</a> In England, wo ich die geläufigen Meinungen am eingehendsten -studiert habe, erfolgte der Umschwung am stärksten in den letzten zwanzig -Jahren. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-659" id="footnote-659">[659]</a> Der Wechsel im Verhalten zur Sexualität, der im 17. und 18. Jahrhundert -vorsichging, wurde von Fuchs sorgfältig studiert in seinen wertvollen -Werken: Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart; -Renaissance (mit Ergänzungsband) 1909, und Die galante Zeit (mit Ergänzungsband) -1910. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-660" id="footnote-660">[660]</a> Soldan (Op. cit., Band 2, S. 263) hat darauf hingewiesen, daß in -dem für den Hexenglauben so kritischen Zeitabschnitte von 1690-1718 nicht -weniger als sechsundzwanzig Bücher veröffentlicht wurden, die ihn verteidigten, -seinen Verfall beklagten und zu energischen Maßregeln gegen die -Hexen aufforderten. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-661" id="footnote-661">[661]</a> Über die Alpdruck-Erfahrungen der Hexen siehe Ennemoser, Op. cit., -S. 869, und Wuttke. Op. cit., S. 151. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-662" id="footnote-662">[662]</a> Johannes Müller. Über die phantastischen Gesichtserscheinungen, -1826, S. 66. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-663" id="footnote-663">[663]</a> Wuttke. Op. cit., S. 155. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-664" id="footnote-664">[664]</a> Grimm. Op. cit., S. 903. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 38, 68. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-665" id="footnote-665">[665]</a> Gener. Op. cit., P. 524. Henne am Rhyn. Op. cit., S. 68. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-666" id="footnote-666">[666]</a> Laistner. Das Rätsel der Sphinx, 1889, Band 2, S. 82, 275. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-667" id="footnote-667">[667]</a> Nynauld. De la Lycanthropie, 1615, Pp. 50, 52. Der Hexenhammer, -Op. cit., Erster Teil, S. 155-157. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-668" id="footnote-668">[668]</a> Bosquet. Discours de Sorciers, 1608, P. 370. Leubuscher. Der Wahnsinn, -1848, S. 68. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-669" id="footnote-669">[669]</a> Riezler. Op. cit., S. 293. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-670" id="footnote-670">[670]</a> Grimm. Op. cit., S. 915. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-671" id="footnote-671">[671]</a> Siehe Kapitel V. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-672" id="footnote-672">[672]</a> Goerres. Christliche Mystik, 1842, Band 4, S. 2, 216. Meyer. -Indogermanische Mythen, 1883, Band 2, S. 528. Krauß. Op. cit., S. 79. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-673" id="footnote-673">[673]</a> S. Laurent und Nagour. Op. cit., S. 208-227. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-674" id="footnote-674">[674]</a> Nynauld. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-675" id="footnote-675">[675]</a> Grimm. Op. cit., S. 896, 897. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-676" id="footnote-676">[676]</a> Laistner. Op. cit., Band 1, S. 61, Band 2, S. 82. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-677" id="footnote-677">[677]</a> Stoll. Op. cit., S. 215. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-678" id="footnote-678">[678]</a> Rhys. Celtic Folklore, 1901, P. 690. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-679" id="footnote-679">[679]</a> Hertz. Der Werwolf, 1862, S. 113. (An versch. Orten.) -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-680" id="footnote-680">[680]</a> Thorpe. Op. cit., Vol. 2, P. 192. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-681" id="footnote-681">[681]</a> Im Englischen bedeutet »puss« entweder Katze oder Hase. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-682" id="footnote-682">[682]</a> Elton. Origins of English History, P. 297. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-683" id="footnote-683">[683]</a> Thorpe. Loc. cit. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-684" id="footnote-684">[684]</a> Mannhardt. Zeitschr. f. Deutsche Mythologie, Jahrg. 4, S. 260. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-685" id="footnote-685">[685]</a> De Lancre. Op. cit., Pp. 199, 402. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-686" id="footnote-686">[686]</a> Krauß. Op. cit., S. 125. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-687" id="footnote-687">[687]</a> Hansen. Op. cit., Vorwort 7 und S. 538. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-688" id="footnote-688">[688]</a> Siehe z. B. Laurent, zitiert bei Parent, Grand Dictionnaire de -<a id="corr-64"></a>Médecine, T. XXXIV, Art. Incubi. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-689" id="footnote-689">[689]</a> Freud. Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Dritte Auflage, 1910, -S. 121. -</p> - -<div class="ads"> -<p class="publ"> -VERLAG VON FRANZ DEUTICKE IN LEIPZIG UND WIEN. -</p> - -<p> -Nachstehende neun Werke, welche als die Dokumente für -den Entwicklungsgang und Inhalt der <span class="bigger">Freudschen Lehren</span> anzusehen -sind, werden, <span class="underline">wenn auf einmal bezogen</span>, zum Vorzugspreise -von M 32.— = K 38.40 (statt M 40.50 = K 48.60) abgegeben: -</p> - -<p class="t"> -Studien über Hysterie. -</p> - -<p class="bi"> -Von <span class="bigger">Dr. Jos. Breuer</span> und <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -Zweite Auflage. Preis M 7.— = K 8.40. -</p> - -<p class="t"> -Sammlung kleiner Schriften -zur Neurosenlehre. -</p> - -<p class="bi"> -Von <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -I. und II. Reihe. Zweite Auflage. Preis à M 5.— = K 6.—. -</p> - -<p class="t"> -Über Psychoanalyse. -</p> - -<p class="bi"> -Fünf Vorlesungen, gehalten zur 20jährigen Gründungsfeier<br /> -<span class="bigger">der Clark University in Worcester Mass.</span><br /> -Von Prof. Dr. Sigm. Freud.<br /> -Zweite Auflage. Preis M 1.50 = K 1.80. -</p> - -<p class="t"> -Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. -</p> - -<p class="bi"> -Von <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -Zweite Auflage. Preis M 2.— = K 2.40. -</p> - -<p class="t"> -Die Traumdeutung. -</p> - -<p class="bi"> -Von <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -Dritte, vermehrte Auflage. Preis M 10.— = K 12.—. -</p> - -<p class="t"> -Der Wahn und die Träume -in W. Jensens »Gradiva«. -</p> - -<p class="bi"> -(Schriften zur angewandten Seelenkunde. I. Heft.)<br /> -Von <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -Zweite Auflage. Preis M 2.50 = K 3.—. -</p> - -<p class="t"> -Eine Kindheitserinnerung -des Leonardo da Vinci. -</p> - -<p class="bi"> -(Schriften zur angewandten Seelenkunde. VII. Heft.)<br /> -Von <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -Preis M 2.50 = K 3.—. -</p> - -<p class="t"> -Der Witz -und seine Beziehung zum Unbewußten. -</p> - -<p class="bi2"> -Von <span class="bigger">Prof. Dr. Sigm. Freud</span>.<br /> -Zweite Auflage. Preis M 5.— = K 6.—. -</p> - -<p class="publ"> -VERLAG VON FRANZ DEUTICKE IN LEIPZIG UND WIEN. -</p> - -<p class="t"> -Jahrbuch für psychoanalytische -und psychopathologische Forschungen. -</p> - -<p class="bi"> -Herausgegeben von Prof. <span class="bigger">Dr. E. Bleuler</span> in Zürich u. Prof. <span class="bigger">Dr. S. Freud</span> in Wien.<br /> -Redigiert von <span class="bigger">Dr. C. G. Jung</span>,<br /> -Privatdozenten der Psychiatrie in Zürich.<br /> -I. Band: 1. und 2. Hälfte. Preis à M 7.— = K 8.40.<br /> -II. Band: 1. und 2. Hälfte. Preis à M 8.— = K 9.60.<br /> -III. Band: 1. Hälfte. Preis M 10.— = K 12.—, 2. Hälfte. Preis M 8.— = K 9.60. -</p> - -<p class="t"> -Einführung in das Studium der -Nervenkrankheiten -</p> - -<p class="bi"> -für Studierende und Ärzte.<br /> -Von Priv.-Doz. <span class="bigger">Dr. Alfred Fuchs</span>,<br /> -Assistent der k. k. Klinik für Psychiatrie und Nervenkrankheiten in Wien.<br /> -Mit 69 Abbildungen im Text und 9 Tafeln in Lichtdruck.<br /> -Preis M 9.— = K 10.80. -</p> - -<p class="t"> -Schriften zur angewandten Seelenkunde. -</p> - -<p class="bi2"> -Herausgegeben von Prof. <span class="bigger">Dr. Sigm. Freud</span> in Wien. -</p> - - <div class="centered"> -<table class="schriften" summary="Table-1"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">I.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva«.</span> Von Prof. <span class="bigger">Dr. Sigm. Freud</span> in Wien. 2. Aufl. Preis M 2.50 = K 3.—.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">II.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen.</span> Eine Studie von <span class="bigger">Dr. Franz Riklin</span>, Sekundararzt in Rheinau (Schweiz). Preis M 3.— = K 3.60.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">III.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Der Inhalt der Psychose.</span> Von <span class="bigger">Dr. C. G. Jung</span>, Privatdozent der Psychiatrie in Zürich. Preis M 1.25 = K 1.50.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">IV.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Traum und Mythus.</span> Eine Studie zur Völkerpsychologie. Von <span class="bigger">Dr. Karl Abraham</span>, Arzt in Berlin. Preis M 2.50 = K 3.—.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">V.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Der Mythus von der Geburt des Helden.</span> Versuch einer psychologischen Mythendeutung. Von <span class="bigger">Otto Rank</span>. Preis M 3.— = K 3.60.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VI.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Aus dem Liebesleben Nikolaus Lenaus.</span> Von <span class="bigger">Dr. J. Sadger</span>, Nervenarzt in Wien. Preis M 3.— = K 3.60.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VII.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci.</span> Von Prof. <span class="bigger">Dr. Sigm. Freud</span> in Wien. Preis M 2.50 = K 3.—.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VIII.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig von Zinzendorf.</span> Von <span class="bigger">Dr. Oskar Pfister</span>, Pfarrer in Zürich. Preis M 4.50 = K 5.40.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">IX.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Richard Wagner im »Fliegenden Holländer«.</span> Ein Beitrag zur Psychologie künstlerischen Schaffens. Von <span class="bigger">Dr. Max Graf</span>. Preis M 1.80 = K 2.—.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">X.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Das Problem des Hamlet und der Ödipus-Komplex.</span> Von <span class="bigger">Dr. Ernest Jones</span>, Toronto (Kanada). Übersetzt von <span class="bigger">Paul Tausig</span>, Wien. Preis M 2.— = K 2.40.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">XI.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Giovanni Segantini.</span> Ein psychoanalytischer Versuch. Von <span class="bigger">Dr. Karl Abraham</span>, Arzt in Berlin. Mit zwei Beilagen. Preis M 2.— = K 2.40.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">XII.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Zur Sonderstellung des Vatermordes.</span> Eine rechtsgeschichtliche und völkerpsychologische Studie. Von <span class="bigger">A. J. Storfer</span>, Zürich. Preis M 1.50 = K 1.80.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">XIII.</td> - <td class="col2">Heft:</td> - <td class="col3"><span class="bigger">Die Lohengrinsage.</span> Ein Beitrag zu ihrer Motivgestaltung und Deutung. Von <span class="bigger">Otto Rank</span>. Preis M 5.— = K 6.—.</td> - </tr> -</tbody> -</table> - </div> -<p class="publ"> -VERLAG VON J. F. BERGMANN IN WIESBADEN. -</p> - -<p class="center"> -Im II. Jahrgang erscheint: -</p> - -<p class="t"> -Zentralblatt für Psychoanalyse. -</p> - -<p class="bi2"> -<span class="bigger">Medizinische Monatsschrift für Seelenkunde.</span><br /> -Organ der internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.<br /> -Herausgeber: Prof. Dr. <span class="bigger">Sigm. Freud</span>.<br /> -Schriftleiter: Dr. <span class="bigger">Wilhelm Stekel</span>, Wien, Gonzagagasse 21. -</p> - -<p> -Jahrgang I enthielt u. a. neben den reichhaltigen Abteilungen: <span class="bigger">Mitteilungen</span> -— <span class="bigger">Referate und Kritiken</span> — <span class="bigger">Varia</span> — <span class="bigger">Literatur</span> folgende Originalarbeiten: -</p> - - <div class="centered"> -<table class="zentralblatt" summary="Table-2"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">Adler:</td> - <td class="col2">Die psychische Behandlung der Trigeminusneuralgie</td> - <td class="col3">10</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Beitrag zur Lehre vom Widerstand</td> - <td class="col3">214</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Syphilidophobie</td> - <td class="col3">400</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brill:</td> - <td class="col2">Ein Fall periodischer Depression psychogenen Ursprungs</td> - <td class="col3">158</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ferenczi:</td> - <td class="col2">Über obszöne Worte</td> - <td class="col3">390</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Anatole France als Analytiker</td> - <td class="col3">461</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Freud:</td> - <td class="col2">Die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen Therapie</td> - <td class="col3">1</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Über wilde Psychoanalyse</td> - <td class="col3">91</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Nachträge zur Traumdeutung</td> - <td class="col3">187</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Friedmann:</td> - <td class="col2">Eduard Mörike</td> - <td class="col3">486</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Juliusburger:</td> - <td class="col2">Über einen Fall von akuter autopsychischer Bewußtseinsstörung, ein Beitrag zur Lehre von Kriminalität und Psychose</td> - <td class="col3">308</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jung:</td> - <td class="col2">Ein Beitrag zur Psychologie des Gerüchtes</td> - <td class="col3">81</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Luzenberger:</td> - <td class="col2">Psychoanalyse in einem Falle von Errötungsangst als Beitrag zur Psychologie des Schamgefühls</td> - <td class="col3">304</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Maday:</td> - <td class="col2">Der Begriff des Triebes</td> - <td class="col3">295</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Maeder:</td> - <td class="col2">Zur Entstehung der Symbolik im Traum, in der Dementia praecox etc.</td> - <td class="col3">383</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nepalleck:</td> - <td class="col2">Analyse einer scheinbar sinnlosen infantilen Obsession</td> - <td class="col3">155</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pfister:</td> - <td class="col2">Zur Psychologie des hysterischen Madonnenkultus</td> - <td class="col3">70</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Hysterie und Mystik bei Margaretha Ebner (1291-1351)</td> - <td class="col3">468</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Putnam:</td> - <td class="col2">Über Ätiologie und Behandlung von Psychoneurosen</td> - <td class="col3">137</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Persönliche Erfahrungen mit Freud’s psycho-analytischer Methode</td> - <td class="col3">533</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rank:</td> - <td class="col2">Das Verlieren als Symptomhandlung</td> - <td class="col3">450</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Riklin:</td> - <td class="col2">Eine Lüge</td> - <td class="col3">193</td> - </tr> - <tr class="i"> - <td class="col1">„</td> - <td class="col2">Über einige Probleme der Sagendeutung</td> - <td class="col3">433</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rosenstein:</td> - <td class="col2">Julius Piklers »dynamische Psychologie« und ihre Beziehungen zur Psychoanalyse</td> - <td class="col3">316</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rosenthal:</td> - <td class="col2">Karin Michaelis: »Das gefährliche Alter« im Lichte der Psychoanalyse</td> - <td class="col3">277</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sadger:</td> - <td class="col2">Ist das Asthma eine Sexualneurose</td> - <td class="col3">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Silberer:</td> - <td class="col2">Vorläufer Freud’scher Gedanken</td> - <td class="col3">441</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stegmann:</td> - <td class="col2">Ergebnisse der psychischen Behandlung einiger Fälle von Asthma</td> - <td class="col3">377</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stekel:</td> - <td class="col2">Die psychische Behandlung der Epilepsie</td> - <td class="col3">220</td> - </tr> -</tbody> -</table> - </div> -<hr class="hr2" /> - -<p> -Jährlich erscheinen 12 Hefte im Gesamt-Umfang von 36 bis -40 Druckbogen zum Jahrespreis von M 18.—. -</p> - -<hr /> - -</div> - -<p class="printer"> -K. u. K. Hofbuchdruckerei <span class="bigger">Karl Prochaska in Teschen</span> -</p> - - -<div class="trnote"> -<p id="trnote" class="chapter"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p> - -<p> -Fußnoten wurde am Ende des Buches gesammelt. -</p> - -<p class="handheld-only">Hervorhebungen, die im Original -g e s p e r r t -sind, wurden mit <em>einem anderen Schriftstil</em> gekennzeichnet. -</p> - -<p> -Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt -(vorher/nachher): -</p> - - -<ul> - -<li> -... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus <span class="underline">Malificiarum</span> ...<br /> -... Untersuchung über Notzucht. Die Autoren des Malleus <a href="#corr-7"><span class="underline">Maleficarum</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... incubes et <span class="underline">aus</span> <span class="underline">sucubes</span> dans l’explication qu’ils ont données ...<br /> -... incubes et <a href="#corr-8"><span class="underline">aux</span></a> <a href="#corr-9"><span class="underline">succubes</span></a> dans l’explication qu’ils ont données ...<br /> -</li> - -<li> -... Pausanias. <span class="underline">Lip.</span> I, Kap. 34. ...<br /> -... Pausanias. <a href="#corr-11"><span class="underline">Lib.</span></a> I, Kap. 34. ...<br /> -</li> - -<li> -... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; <span class="underline">and</span> ...<br /> -... Vgl. Herder: »Alles trennt der Tod; Liebende ziehet er nach«; <a href="#corr-12"><span class="underline">und</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... <span class="underline">Polution</span> in Begleitung mehr oder minder erotischer ...<br /> -... <a href="#corr-17"><span class="underline">Pollution</span></a> in Begleitung mehr oder minder erotischer ...<br /> -</li> - -<li> -... Ploß. Das Kind <span class="underline">im</span> Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ...<br /> -... Ploß. Das Kind <a href="#corr-18"><span class="underline">in</span></a> Brauch und Sitte der Völker, 1884, Band 1, ...<br /> -</li> - -<li> -... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzest<span class="underline">ckarakter</span> ...<br /> -... zurückgedrängte Sexualwünsche, besonders solche, die Inzest<a href="#corr-21"><span class="underline">charakter</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der <span class="underline">Fruchtbarbarkeit</span> ...<br /> -... germanischen Mythologie. Die Verknüpfung der <a href="#corr-23"><span class="underline">Fruchtbarkeit</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... Thorpe. Northern <span class="underline">Mythologie</span>, 1851, Vol. I. P. 49-52. ...<br /> -... Thorpe. Northern <a href="#corr-24"><span class="underline">Mythology</span></a>, 1851, Vol. I. P. 49-52. ...<br /> -</li> - -<li> -... Conway. Demonology and <span class="underline">Devilore</span>, 1879, Vol. I, Pag. 141. ...<br /> -... Conway. Demonology and <a href="#corr-25"><span class="underline">Devil-Lore</span></a>, 1879, Vol. I, Pag. 141. ...<br /> -</li> - -<li> -... »<span class="underline">volkvdlak</span>« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ...<br /> -... »<a href="#corr-26"><span class="underline">volkudlak</span></a>« ist, von volk = Wolf, dlak = Haar. Werwölfe ...<br /> -</li> - -<li> -... <span class="underline">Stackerjan</span>. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., 1867, ...<br /> -... <a href="#corr-31"><span class="underline">Strackerjan</span></a>. Aberglaube und Sagen aus dem Herzogt. Oldenburg., 1867, ...<br /> -</li> - -<li> -... lang und weißgraulich, ein Kleid von <span class="underline">gewichter</span> fleischfarbrötlicher ...<br /> -... lang und weißgraulich, ein Kleid von <a href="#corr-32"><span class="underline">gewichster</span></a> fleischfarbrötlicher ...<br /> -</li> - -<li> -... durch den persischen <span class="underline">Arhiman</span> oder, was Robertson für ...<br /> -... durch den persischen <a href="#corr-33"><span class="underline">Ahriman</span></a> oder, was Robertson für ...<br /> -</li> - -<li> -... <span class="underline">Yawehs</span> selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ...<br /> -... <a href="#corr-34"><span class="underline">Yahwehs</span></a> selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« ...<br /> -</li> - -<li> -... couverte d’ecailles, <span class="underline">herissée</span> de piquants.« ...<br /> -... couverte d’ecailles, <a href="#corr-38"><span class="underline">hérissée</span></a> de piquants.« ...<br /> -</li> - -<li> -... Brévannes. L’orgie satanique à travers les <span class="underline">siécles</span>, 1904, P. 115. ...<br /> -... Brévannes. L’orgie satanique à travers les <a href="#corr-40"><span class="underline">siècles</span></a>, 1904, P. 115. ...<br /> -</li> - -<li> -... verschiedene Probleme unterscheiden, <span class="underline">inbesondere</span>: ...<br /> -... verschiedene Probleme unterscheiden, <a href="#corr-44"><span class="underline">insbesondere</span></a>: ...<br /> -</li> - -<li> -... Tiere. Der bekannte Malleus <span class="underline">Malificarum</span> widmet vier Kapitel ...<br /> -... Tiere. Der bekannte Malleus <a href="#corr-45"><span class="underline">Maleficarum</span></a> widmet vier Kapitel ...<br /> -</li> - -<li> -... den meisten der alten Autoren mit unwilligen <span class="underline">Komentaren</span> ...<br /> -... den meisten der alten Autoren mit unwilligen <a href="#corr-48"><span class="underline">Kommentaren</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... ce qui lui causait une très grande <span class="underline">volopté</span>.« Ähnlich schreibt ...<br /> -... ce qui lui causait une très grande <a href="#corr-49"><span class="underline">volupté</span></a>.« Ähnlich schreibt ...<br /> -</li> - -<li> -... begreiflich, daß der phallische <span class="underline">Besenstil</span>, auf dem die Hexe ...<br /> -... begreiflich, daß der phallische <a href="#corr-50"><span class="underline">Besenstiel</span></a>, auf dem die Hexe ...<br /> -</li> - -<li> -... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. <span class="underline">Démon</span> ...<br /> -... Kerner. Geschichten Besessener neuerer Zeit. Nevius. <a href="#corr-51"><span class="underline">Demon</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... Jean le Breton. De la défense de la <span class="underline">vèrité</span> touchante la possession ...<br /> -... Jean le Breton. De la défense de la <a href="#corr-52"><span class="underline">vérité</span></a> touchante la possession ...<br /> -</li> - -<li> -... et la preuve de la <span class="underline">vèritable</span> possession des religieuses de Louvein, 1644. ...<br /> -... et la preuve de la <a href="#corr-53"><span class="underline">véritable</span></a> possession des religieuses de Louvein, 1644. ...<br /> -</li> - -<li> -... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 <span class="underline">Editon</span>, ...<br /> -... Hedelin. Des Satyres, brutes, monstres et démons, 1627, 1888 <a href="#corr-56"><span class="underline">Edition</span></a>, ...<br /> -</li> - -<li> -... Michelet. Op. cit., <span class="underline">Introduktion</span>, P. IX. ...<br /> -... Michelet. Op. cit., <a href="#corr-59"><span class="underline">Introduction</span></a>, P. IX. ...<br /> -</li> - -<li> -... de l’agonie du monde <span class="underline">feodal</span> et l’aurore d’une ère nouvelle. ...<br /> -... de l’agonie du monde <a href="#corr-60"><span class="underline">féodal</span></a> et l’aurore d’une ère nouvelle. ...<br /> -</li> - -<li> -... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse <span class="underline">Vortellung</span> ...<br /> -... was ihre Sinne wünschen und was die religiöse <a href="#corr-62"><span class="underline">Vorstellung</span></a> ...<br /> -</li> - -<li> -... <span class="underline">Medicine</span>, T. XXXIV, Art. Incubi. ...<br /> -... <a href="#corr-64"><span class="underline">Médecine</span></a>, T. XXXIV, Art. Incubi. ...<br /> -</li> -</ul> -</div> - - - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Der Alptraum in seiner Beziehung zu -gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens, by Ernest Jones - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER ALPTRAUM IN SEINER *** - -***** This file should be named 50522-h.htm or 50522-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/5/2/50522/ - -Produced by Sandra Eder, Jens Sadowski, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive. - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, -and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive -specific permission. If you do not charge anything for copies of this -eBook, complying with the rules is very easy. 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By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the -person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph -1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. 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