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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - -Title: Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen - nebst einer Beschreibung des zu dessen Erinnerung - errichteten Denkmals und des zu seinem Schutz erbauten - Köhlerhauses am Fürstenberge bei Grünhain - -Author: Anonymous - -Release Date: November 22, 2015 [EBook #50529] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB *** - - - - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net (This file was produced from images -generously made available by SLUB: Sächsische -Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek -Dresden at http://www.slub-dresden.de ) - - - - - - - - - - Anmerkungen zur Transkription - - - Das gedruckte Buch ist in Frakturschrift gesetzt. - - Im Original gesperrter Text ist +so ausgezeichnet+. - - Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so ausgezeichnet~. - - Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des - Buches. - - - - - Der sächsische - - PRINZENRAUB - - nach älteren und neueren Quellen - - nebst - - einer Beschreibung - - DES ZU DESSEN ERINNERUNG - - errichteten - - Denkmals - - _und des zu seinem Schutze erbauten_ - - Köhlerhauses - - am Fürstenberge bei Grünhain. - - Motto: _Wer seinem Fürstenhaus mit wahrer Treue zugethan, - Der ist, -- sei er ein schlichter Köhler - auch, -- doch stets ein edler, braver Mann._ - - Mit 3 Abbildungen. - - Annaberg, 1840. - - In Commission bei Rudolph & Dieterici. - - - - -Inhaltsverzeichniß. - - - I. Der +Prinzenraub+. S. 1. - - II. Das +Denkmal+ am Fürstenberge. (Nebst Abbild.) " 59. - - III. Das +Köhlerhaus+ dazu. (Nebst Abbildung.) " 68. - - - - -I. Der Prinzenraub. - - -+Friedrich der Streitbare+, welcher den 5. Januar 1428 starb, -hinterließ vier Söhne. Namens: +Sigismund+, +Heinrich+, +Friedrich -d. Sanftmüthige+ und +Wilhelm+ III., die das vom Vater geerbte -sächs. meißnische Land gemeinschaftlich verwalteten. Nachdem aber -+Sigismund+ den geistlichen Stand erwählte, Bischof zu Würzburg wurde; -+Heinrich+ 1436 und ihr Vetter, Landgraf +Friedrich v. Thüringen+, der -+Friedfertige+ genannt, 1440 ohne Erben starb, und Thüringen daher an -Meißen kam, unternahmen +Friedrich+ und +Wilhelm+ den 10. Septbr. eine -Theilung, so daß +Wilhelm+, Thüringen und die Hälfte des +Osterlandes+, -+Friedrich+, die +Markgrafschaft+ nebst den zur +Kurwürde gehörigen -Ländern+ allein, Freiberg aber und die Bergwerke gemeinschaftlich, -durch das Loos erhielten. Allein +Wilhelm+ III. auf Anstiften seiner -vertrauten Räthe: +Busse+ zu +Dornburg+, +Bernhardt von Kochberg+ zu -+Wachsenburg+, +Friedrich von Witzleben+ zum +Wendelsteine+, +Busse+, -+Apel+ und +Bernhardt v. Vitzthum+ zu +Roßla+ und +Thanrode+, war mit -der Theilung nicht zufrieden. Ein Vergleich, welchen +Friedrich+ -mit ihm im Kloster +Neumark+ bei Halle den 10. Decbr. 1445 abschloß -(der +Hallische Machtspruch+ genannt) beruhigte ihn noch nicht und -+Friedrichs+ Verlangen seine feindseligen Räthe zu entlassen, ließ -er nicht allein unerfüllt, sondern unternahm auch einen Streifzug -gegen Roßla, einer Vitzthumischen Besitzung und verursachte so -den sogenannten +sächsischen Bruderkrieg+. Dieser Krieg hatte die -traurigsten Folgen, namentlich die Verwüstung des thüringschen Landes, -welche +Apel von Vitzthum+ verübte, weil er vom Herzoge +Wilhelm+ -III. verabschiedet und einiger Güter beraubt worden war; dann den -+sächsischen Prinzenraub+, dessen Geschichte diese wenigen Blätter -füllen soll. - -+Kunz von Kauffungen+, kurfürstlicher Schloßhauptmann und -Regimentsoberster hatte in den Diensten des Kurfürsten, +Friedrich d. -Sanftmüthigen+, in dem Streite zwischen seinem Bruder +Wilhelm+ III. -mit gefochten. Er war einer der tapfersten Ritter seiner Zeit, was -er schon im Hussitenkriege, vorzüglich durch seinen unerschrockenen -Muth bewiesen hatte.[1] -- Nun traf es sich aber, daß er, als er -zum Entsatze der Stadt +Gera+ eilen wollte, mit seinen Genossen -gefangen genommen wurde und nicht anders als gegen ein Lösegeld von -4000 Goldgülden, wieder freigegeben werden sollte. Kunz forderte -diese Summe vom Kurfürsten zurück und um so eher als dieser auch für -andere Ritter, wie für +Niklas von Pflugk+,[2] die seine Lehnsleute -waren, Lösegeld bezahlt hatte. Der Kurfürst, da Kunz v. Kauffungen -blos ein Söldner war, weigerte sich, ihm diese Summe zu ersetzen. -Hierzu kam: Kunzs Besitzungen in Thüringen waren im Laufe des -Bruderkrieges verwüstet, und der Kurfürst hatte ihm dafür einstweilen -einige Güter +Apel v. Vitzthums+ wie +Schwickershain+ (-- das heutige -Schweickershain --), +Kriebenstein+, +Ehrenburg+ u. Andere zur -Entschädigung angewiesen, doch mit der Bedingung, nach dem Kriege sie -wieder auszutauschen. +Kunz+ stellte dagegen zu +Meißen+ am Sonnabend -in der Osterwoche 1449 eine handschriftliche Versicherung aus: Den -Augenblick solche wieder ihrem rechtmäßigen Besitzer zu überlassen, -sobald ihm der Kurfürst zu den seinigen Besitzungen verholfen haben -würde.[3] -- Nachdem nun den 27. Jan. 1451 zu Kloster +Pforte+ -die Zwistigkeiten der beiden Brüder wieder ausgeglichen waren und -im Friedensvertrage ein Artikel so lautete, daß alles wie vorher -bleiben sollte, jeder das Gewonnene herausgebe, erhielt +Kunz von -Kauffungen+ +seine+ Besitzungen in Thüringen wieder, indem er nun -auch die Vitzthumschen Besitzungen wieder herausgeben sollte. Allein -zu diesem wollte er sich durchaus nicht verstehen; vorzüglich da er -+Schwickershain+ ganz ausgebaut und bewohnbar gemacht hatte, auch für -seine geleisteten Dienste Belohnung und Ersatz des Lösegeldes unbedingt -zu verlangen glaubte. +Friedrich der Sanftmüthige+ erinnerte sich -sowohl der treuen Dienste, die Kunz ihm geleistet hatte, doch konnte -er sich zu einer solchen Forderung nicht verstehen, die dem mit seinem -Bruder geschlossenen Frieden geradezu entgegen war, zumal auch Kunz, -wie bereits oben erwähnt wurde, handschriftlich Verzicht geleistet -hatte. Allein alle Vorstellungen, die ihm der Kurfürst deshalb machte, -um ihn mit Güte zur Ruhe zu bringen, konnten +Kunzen+ zur Rückgabe der -Güter nicht bewegen. - -+Apel von Vitzthum+, wie schon oben gesagt worden ist, war mit dem -Herzoge +Wilhelm+ III. ebenfalls in Feindschaft gerathen, weil seine -boshaften Anschläge gegen den Kurfürst +Friedrich+ durch den Frieden -zu Nichte gemacht worden waren. Außer der Gnade seines Herrn verlor -er auch seine schönen Schlösser.[4] Er suchte nun seinen Herzog auf -alle mögliche Art zu necken, so daß Herzog +Wilhelm+ mit Hilfe der -+Erfurter+, +Mühlhäuser+ und +Nordhäuser+ gegen +v. Vitzthum+ zu Felde -zog, schleifte das Schloß +Gleißberg+, das sich, von Vitzthum nach -dem Bruderkriege nur erst wieder aufgebaut hatte, erklärte ihn und -seine Brüder als +Landesverräther+. Vitzthum flüchtete nun nach Böhmen; -suchte dort Anhang zu gewinnen, sowohl gegen den Herzog +Wilhelm+ -III., als auch gegen den Kurfürst +Friedrich+. Gegen letzteren war -er deswegen erbittert, indem er einst so nachdrücklich auf seine -Entfernung von Herzog +Wilhelms+ Hofe gedrungen hatte.[5] -- - -An diesem glaubte +Kunz von Kauffungen+ seinen Mann zu finden, der mit -ihm gemeinschaftliche Sache machen würde. Kunz trat deshalb mit ihm in -Briefwechsel; nichts war Vitzthumen willkommner. Sogar trat Vitzthum -seine +Ansprüche auf seine meißnischen Güter ihm+ ab, um Kunzens -Forderungen mehr Nachdruck zu geben. -- Kunz drang nun heftiger auf die -Anerkennung seiner Besitznahme der Vitzthumschen Güter, die ihm der -Kurfürst aber, Kraft der schriftlichen Versicherung, die er von ihm in -den Händen hatte, standhaft verweigerte, und ihn deshalb förmlich vor -Gericht belangte, Friedrich setzte nämlich deshalb +auf den Donnerstag -nach Galle 1454 auf dem Schlosse zu Altenburg, einen Termin fest+, bei -welchem +George von Haugewitz+, Dechant zu Meißen, der Kanzler +George -von Bibenberg+ und die Ritter +Hans von Schleinitz+ und +Hans von -Miltitz+ die ganze Sache nochmals untersuchten und dahin beschieden. -Der Kurfürst sollte seine Forderungen an Kunzen und Kunz die seinigen -an den Kurfürsten aufsetzen. Der Münzmeister zu Freiberg +Nikol -Monhaupt+, der zugleich Statthalter und Landshauptmann der Provinz war, -sollte dann beide Forderungen der kurfürstlichen Kanzlei übergeben, -und was diese endlich entscheiden würde, dabei möchten beide Theile -sich beruhigen. Doch Kunz wollte sich dabei nicht beruhigen und blieb -daher bei seinem Entschlusse, und so sollte auf Befehl des Kurfürsten -ein Rechtsgutachten bei den Leipziger, Magdeburger und Freibergischen -Rechtsgelehrten eingeholt werden. Zur damaligen Zeit etwas Unerhörtes; -viele von des Ritters von Kauffungs Anhang, betrachteten daher -solches als eine Kränkung[6], die deshalb einen Fehdebrief an den -Kurfürsten schickten. Kunz, welcher den Ausgang dieses Rechtsschrittes -nicht zu seinen Gunsten auslegte, wollte sich nun durch Selbsthilfe -seine Forderungen verschaffen, kaufte durch Vermittelung +Apels von -Vitzthums+, das Schloß +Isenburg+ oder +Eisenberg+ unweit Brix[7] in -Böhmen, nicht weit von der sächsischen Grenze, um es zu dem nachherigen -Prinzenraube zu benutzen. - -Rache an dem Kurfürsten zu nehmen war nun +Kunzens+ und +Apels+ -einziger Gedanke. -- - -Theils durch Verpfändung, theils durch Gewalt und friedliche Verträge, -waren verschiedene böhmische Städte an die Markgrafen von Meißen -gekommen. Je mächtiger nun die Markgrafen von Meißen dadurch wurden, -desto scheeler sahen dazu die Könige v. Böhmen und forderten, den -deshalb geschlossenen Verträgen ohngeachtet zu verschiedenen Malen -alles wieder zurück. +Kunz v. Kauffungen+ und +Apel v. Vitzthum+ -hatten daher nichts eiligeres zu thuen, als den damaligen König -+Ladislaus+ gegen den Kurfürsten zu erbittern, so daß +Ladislaus+ 1453 -eine Forderung von 64 Städten an den Kurfürst schickte. Natürlich -wurde diese als ungegründet abgewiesen. +Ladislaus+ brach jedoch aus -Böhmen in Sachsen ein und überfiel das Städtchen +Pirna+; doch wurde er -sehr bald wieder zurückgeschlagen, so daß ihm ein dergleichen Ausfall -nicht wieder gelüstete. Indeß hatte sich doch +Kunz+ und +Apel+ an den -Kurfürsten gerächt. Sie hatten auch dadurch den König von Böhmen auf -ihre Seite, und Kunz würde seine Forderungen vielleicht +nie+ so weit -getrieben haben, wenn er in Böhmen nicht einen so mächtigen Rückenhalt -gewußt hätte. -- - -Als nun der Ausspruch der Leipziger, Magdeburger und Freibergischen[8] -Rechtsgelehrten ankam, der darauf drang: daß Kunz die Vitzthumschen -Güter herausgeben sollte, wurde der Rechtsspruch Kunzen bekannt -gemacht, allein Kunz wollte ihn durchaus nicht gelten lassen. Endlich -beschied man ihn den +Dienstag nach dem Johannistage des Abends auf -das Schloß Altenburg+, um Mittewochs darauf, den 25. Juni (7. Juli)[9] -1455 den letzten Termin mit ihm abzuhalten. Kunz kam, aber um die Güte -zu pflegen nicht, sondern, nachdem er sich die Höhe des Schlosses und -vorzüglich das Schlafgemach noch einmal[10] ordentlich besehen hatte, -ritt er ohne Abschied vom Kurfürsten zu nehmen fort, in Gedanken, wie -er dem Kurfürsten auch selbst gesagt hatte: +Er wolle sich für seinen -Schaden nicht an Land und Leuten, sondern an des Kurfürsten eignem -Fleisch und Blut rächen und erholen+, worauf der Kurfürst erwiedert -haben soll: +Mein Kunz siehe zu, daß Du mir die Fische in den Teichen -nicht verbrennest.+[11] +Kunz von Kauffungen+ ritt nun sofort auf sein -Schloß +Isenburg+, (welches er befestigt hatte lassen,) um sich mit -+Apel von Vitzthum+ über die Ausführbarkeit eines Prinzenraubes zu -besprechen. - -+Friedrich der Sanftmüthige+ mit +Margaretha von Oesterreich+ vermählt, -hatte zu dieser Zeit zwei Söhne +Ernst+ und +Albert+. Ersterer -geboren den 25. März 1441, Letzterer aber den 27. Juli 1443.[12] --- Sein ältester Sohn +Friedrich+ war schon 1421 und sein jüngster -Sohn +Alexander+ 1446 gestorben. -- Er residirte auf dem Schlosse -+Altenburg+, welches ein hohes, schönes Felsenschloß, unweit der Stadt -+Altenburg+, ist. - -Auf +Ernst+ und +Albert+ hatte Kunz sein Augenmerk gerichtet. Dieses -theuere Kleinod der kurfürstlichen Familien meinte er, als er zum -Kurfürsten gesagt hatte: +an des Kurfürsten eignem Fleisch und Blut -wollte er sich rächen+. Entführen wollte er sie und auf seinem Schlosse -+Isenburg+ so lange fest halten, bis der Kurfürst seine Forderungen -genügen würde. Zu diesem gewagten Unternehmen brauchte er natürlich -mehrere um es auszuführen. Diese fanden sich denn auch bald, denn -schon lange vorher war er von Burg zu Burg geritten, Mithelfer zu -seinem Unternehmen zu finden und fand auch durch seine gewandten Reden -Theilnehmer für sich und Haß gegen den Kurfürsten zu erwecken. - -Nur fehlte es ihm nur noch an einem Kundschafter am kurfürstlichen -Hofe, der ihm Nachricht ertheilen könnte, wenn der Raub am sichersten -auszuführen wäre. Da lernte er denn in Böhmen einen böhmischen -Küchenjungen kennen, Namens: +Hans Schwalbe+. Ein verschmizter Bube. -Dieser, glaubte Kunz, würde in seine Plane eingehen, entdeckte ihm -alles und schickte denselben mit Empfehlungsschreiben an seine guten -Freunde am altenburger Hofe, wo man ihn auch sogleich als Küchenjunge, -ohne Verdacht zu hegen, anstellte. Bald fand sich Gelegenheit, daß -+Schwalbe+ Kunzen treue Dienste leisten konnte. Folgenden Brief, wie er -sich in den +Wittenberger Originalacten+ befindet, schrieb Schwalbe an -Kunzen:[13] - - »+Mein willigen Dienst sampt alles lybs und gutes tzuvor.+ - - »+Ehebarer strenger lyber Junker!+ - - »+Als der Kurfürst vestiglich beschlossen hat vf morgen Sundages - nach der frumeß gein Lyptgk tzu wegfarten mitt den meresten - Hofelüten, och Muntag vfe Abendt der Cantzler yn engelebete in - synen Huse vsrichdten wirdet, samer mögen deheby mannichveltige - Höfelinge wesen, vndt vffs Schloß pflege daczumalen allye der - oldte Eßmus Drabandten Dynst, wellicher ast yngeschleffert wagk - werden, der Pforthyner ist lagerigkrank, kan ich Uch nicht pregin, - gelubener truwe Uch selbir gegewertiglich tzu dynen vndt Uwer - Anstaltungk gewartin. Datum Aldenburg, am Samstag nach Vnser - Frawentage. A. lv.+ - - +Hans Schwalbe.+« - - »+Dem Ehrbaren strengen Jungker Cunradt von Kawfungen vf Kalenberg. - Meinen gynstiglichen lyben Jungker tzutzustellen tzu ainegen - Handen.+« --[14] - -Dieser Brief war 9 Tage nach dem Termine, den Kunz mit dem Kurfürsten -in Altenburg gehabt hatte, geschrieben. - -Eine bessere Gelegenheit zur Ausführung seiner Plane konnte wohl -nicht kommen und Kunz hatte nichts eiligeres zu thun, als solches -seinen Verschworenen zu benachrichtigen. Die Strickleitern[15], die zu -diesem Behufe nöthig waren, wurden nicht weit von +Kahlenberg+ oder -+Callenberg+, (bei Waldenburg, gehörte seinem Bruder +Dietrich+) in -einer Scheune, die ebenfalls seinem Bruder +Dietrich von Kauffungen+ -gehörte, gefertiget. -- +Kunz+ selbst hielt sich[16] zu der Zeit im -Geheimen auf dem Schlosse +Kohren+ auf +und ging von hier aus des -Nachts vor Altenburg+[17], wo er den Prinzenraub vollführte. Das Schloß -+Kohren+ gehörte damals der Familie +von Meckau+. - -Geschichtlich merkwürdig ist noch, daß die Kurfürstin +Margaretha+ -die Nacht vorher, ehe ihr Gemahl nach Leipzig reiste, folgenden Traum -hatte: Sie sah ein großes Schwein in einem schönen Garten alles umwülen -und besonders neben den Reben die schöne junge Raute. Endlich stürzte -ein Bär darauf los und jagt das Schwein mit seiner Tatze fort. Die -Kurfürstin erzählte diesen Traum, der ihr auf eine entsetzliche Art -die ganze Nacht ängstigte, sogleich ihrem Gemahl, der jedoch, weil er -Träumen nicht glaubte, seine Reise deswegen nicht aufschob und mit -großem Gefolge den 7. Juli (d. 19. Juli) nach +Leipzig+ reiste. - -So war denn Niemand zur Aufsicht der Prinzen da, als ihr Hofmeister, -+Graf von Barby+. - -Der 8. Juli (20. Juli) war von +Kunz von Kauffungen+ dazu bestimmt -den Prinzenraub auszuführen. Die Hauptverschwornen waren mit ihren -Knechten folgende:[18] +Kunz von Kauffungen+, sein Reißiger: +Johann -Schweinitz+, sein Knecht: +Albrecht Adolph+; +Wilhelm von Schönfels+, -sein Knecht: +Geveller+; +Hans Wilhelm von Mosen+, sein Knecht: +Hensel -Herdin+; +Hans von Rußwurm+; +Dietrich von Kauffungen+; +Nikol vom -Forst+; +Bernhardt von Trebin+; +Dix von Trebin+; +Barthol von Trebin+, -beide letztere: Söhne von +Wenzel von Trebin+. Der ganze Zug bestand -aus 37 Reitern, dessen Pferden die Hufeisen verkehrt aufgeschlagen -worden waren, und 10 Fußknechte, welche also den 7. Juli (19. Juli) -+Montags vor Kiliani+ 1455 +Nachts zwischen 11 und 12 Uhr+ aus einem -dichten Walde bei Altenburg, die +Leine+ genannt, hervorbrachen. Nur -+Johann Schweinitz+, Kunzens Reißiger, wurde vorausgeschickt, um mit -Hilfe des Küchenjungen +Schwalbe+ die Strickleitern an einem hohen -Fenster, neben der Küche zu befestigen. -- +Kunz+, bekannt im Schlosse, -stieg zuerst hinauf, dann folgte +Wilhelm von Mosen+. Niemand störte -dieselben, denn in dem Schlafgemache der Prinzen schlief niemand, als -eine alte Kammerfrau und der Sohn des Hofmeisters des Prinzen, +Graf -von Barby+. Kunz entführte den ältern Prinz +Ernst+ und +Wilhelm -von Mosen+ sollte Prinz +Albrecht+ entführen, doch in der Eile fand -eine Verwechselung statt, indem er den jungen +Graf Barby+, welcher -in denselben Alter war als die Prinzen, entführte. +Kunz+, der den -Irrthum erkannte, übergab +Wilhelm von Mosen+ den Prinz +Ernst+ mit -dem Befehl immer fort zu reiten, indem er durch das Schloßthor, -welches +Schwalbe+ vorher geöffnet hatte, den jungen +Graf Barby+ -wieder zurückbrachte und dafür Prinz +Albrecht+, welcher aus Angst -sich unter das Bette versteckt hatte, nahm. So wie Kunz diesen Prinzen -über dem Schloßhofe brachte, öffnete die Kurfürstin das Fenster und -rufte: »+Lieber Kunz, thue nicht so übel an mir und meinen lieben -Herrn, verschone meine Kinder, es sollen alle Deine Sachen noch gut -werden.+« Allein +Kunz+ achtete die Stimme einer liebenden Mutter -nicht, sondern setzte den Prinzen +Albrecht+ auf ein Pferd, das er -führte und sprengte, begleitet von seinem Reißiger +Johann Schweinitz+ -und seinen Knecht +Albrecht Adolph+ mit verhängten Zügeln davon. Seinen -Weg nahm er durch die +Leine+[19], wo er schon hergekommen war, und -gelangte dann durch die +Rabensteiner+[20] und nachher die damals -noch anstoßenden +Thalheimischen+ Waldungen und zwar in letzteren auf -einem von Leukersdorf aus bis Elterlein führenden +Fußsteig+, wodurch -weder die Stadt +Stollberg+, noch die Stadt +Zwönitz+ berührt wird. -Dieser Fußsteig und jetzt +Holz-+ und +Kalkfuhrweg+ kommt auf der Höhe -des +Glasberges+ bei +Elterlein+ über die +Grünhainer+ Straße[21] -nicht weit von +Elterlein+ schon in die Gegend[22] des +Grünhainer -Klosters+.[23] Dieser Weg war für sein Vorhaben der passendste, -indem die Gegend um +Grünhain+ namentlich bei +Schwarzenberg+ -und +Waschleute+ nichts als Wald war und durch den verheerenden -Hussitenkrieg, der 1427 das Kloster zu Grünhain zerstörte,[24] ganz -von Einwohnern entblößt sein mußte, indem bis 1455 die Volksmenge zur -damaligen Zeit noch nicht so gewachsen sein konnte, wie es vielleicht -in den jetzigen Zeiten geschehen dürfte. Auch war Kunz von einem -Grünhainer Mönch unterrichtet[25], so daß er schnell aus der Gegend -von +Waschleute+ nach Schwarzenberg kommen konnte, welches damals ein -böhmisches Städtchen war[26], mithin durfte ihm Niemand mehr etwas -anhaben, indem er den König von Böhmen auf seiner Seite hatte; und dann -schaffte er die Prinzen auf sein Schloß +Isenburg+, und wollte sie so -lange in Verwahrung behalten, bis er vom Kurfürsten die Versicherung -erhalten hätte, die Vitzthumschen Güter rechtmäßig behalten zu können -und vielleicht ein ansehnliches Lösegeld für ihn und seine Mitgenossen -erhalten hätte. Allein seine Plane waren wohl gut ausgedacht, aber -noch nicht vollführt. Denn der anstrengende Marsch, den er ohne -auszuruhen zurückgelegt hatte, indem er von Mitternacht bis gegen -Mittag geritten war, mußte vorzüglich den 12jährigen Prinzen bedeutend -anstrengen und so kam es denn auch, daß der Prinz vor Hunger und Durst -in der Gegend von Grünhain[27] Kunzen bat es zu erlauben vom Pferde -abzusteigen und auszuruhen.[28] Da nun die Gegend durchaus nicht -bewohnt war, so glaubte er ohne seine Sicherheit zu gefährten, es -erlauben zu dürfen. -- - -Auf dem Schlosse zu +Altenburg+ war durch die Entführung der beiden -Prinzen alles aufgeboten und dem große Belohnung versprochen worden, -welcher zur Entdeckung des Prinzenraubes behilflich sein könnte. Der -Kurfürst bekam auch sogleich einen Eilboten zugeschickt und ließ -deshalb folgendes Schreiben und Aufforderung in alle Gegenden des -Landes durch reitende Boten austheilen: - - »+Friedrich, Hertzog zu Sachsen, Churfürst! liebe getreuen, uns - ist Cuntz und seine Helffers uff hind in unser Schloß Altenburgk - gestiegen, und haben unser beyden Söhne, das Gott geklaget sey, - weggebracht -- ist es versicherlich, Sie werden mit Ihnen aus - unsere Landen nicht eylen, sondern sie etliche Tage uff den Wäldern - und Höltzern enthalten, und sie zu Fuß fueder schicken. Begehren - wir von Euch -- daß ihr mit reisiger Gezeug und Fuhren, so stark - ihr immer werden möget, uff den Walden, Höltzern und sonst, wo ihr - für das Beste erkennet, suchen und suchen lassen, und fleißiges - Aufsehen haben, uff dieselben unsre Feinde und unsre Söhne, daß - ihnen die wieder abgedrungen, und aus ihren Händen wieder zu uns - bracht werden. In dem Euch so beweisen, als wir uns alles guten zu - Euch versehen, das wollen wir in allen guten umb Euch erkennen. - Geben Altenburg, ~tertia Kyliani Anno L. quinta~.+«[29] - -In allen Orten wurden die Glocken geläutet, und so wurde es denn bald -in allen Gegenden des Landes verbreitet. In der erzgebirgischen Stadt -+Geier+, 3 Stunden von +Grünhain+ zersprang die große Glocke.[30] -- - -+Kunz+, der durch das Stürmen wohl wußte, daß es ihm galt, glaubte -dennoch sicher zu sein, da er bereits selbst bei +Waschleute+ glücklich -vorbei geritten, also dem ersten Ziele ganz nahe, nur etwa ¾ Stunde -noch von Schwarzenberg entfernt war, ließ also den jungen Prinz -+Albrecht+ absteigen, um Waldbeere pflücken zu dürfen.[31] Auch Kunz -stieg ab und suchte dem Prinzen +Albrecht+ Waldbeere, indem er sein -Pferd am Zügel hielt. Indessen Kunz immer tiefer in dem Walde Waldbeere -suchte, nährten sie sich einem Köhler, Namens +Georg Schmidt+, der mit -seinem Hunde sein Mittagsbrod theilte. - -Dieser Köhler hatte früh seinen Lehrburschen, +Urban Schmidt+, seines -Bruders Sohn, nach +Geier+[32] geschickt, um Lebensmittel zu holen, -welcher denn daselbst gehört hatte, daß auf dem +Altenburger+ Schlosse -ein großer Raub statt gefunden hätte. Köhler +Schmidt+, der nun in -jenem Walde, wo damals blos eine Köhlerstraße hindurch führte, diesen -Ritter erblickte, vermuthete deshalb, daß das der Räuber mit dem Raube -wäre, er fragte ihn daher: »Woher und wohin mit diesem Knaben?« +Kunz+ -entgegnete: »Ein böser Bube, der seinem Herrn entlaufen ist, den ich -ihm wieder zuführen muß.« -- Doch in diesem Augenblicke verwickelte -+Kunz+ sich mit seinen Sporen im dicken Dorngestrüppe und stürzte -nieder. Schnell wollte er wieder aufspringen, allein sein Panzerhemde -hinderte ihn dazu. Diese Gelegenheit benutzte der Prinz und raunte dem -Köhler ins Ohr: »+Ich bin ein Fürst von Sachsen und bin gefangen, mache -mich los, mein Vater soll dirs wohl vergelten!+« - -Dieses hörte Kunzens Reißiger, sein treuer +Schweinitz+,[33] erhob -sein Schwerdt, und wollte den Prinzen, weil dadurch alles verrathen -war, tödten. Allein der Köhler +Schmidt+ fing den Hieb durch seinen -Schürbaum auf. Seinen Hund nun hetzte er sogleich auf Schweinitzen und -er selbst lief zu Kunzen, der immer noch dalag und schlug ihn mit dem -Schürbaum, daß er ihn todtgeschlagen hätte, wenn nicht Prinz +Albrecht+ -für ihn gebeten hätte. Durch das Hundegebell und übrigen Lärm war des -Köhlers Frau, geborne +Marie Wälderin+, herzugekommen. Als sie aber -sah, daß ihr Mann sich mit Räubern herumschlug, gab sie das gewöhnliche -Waldzeichen, was bei Gefahren alle Köhler zusammenruft.[34] Dadurch -waren in einem kurzen Zeitraume viele Köhler versammelt,[35] so daß -sich bald +Kunz+ mit seinem treuen Diener +Schweinitz+ gefangen geben -mußte. - -Sein Knecht +Albrecht Adolph+ war entflohen, wurde jedoch noch -eingeholt. - -Kunz, der sich nun für verloren sah, bot dem Köhler +Schmidt+, eine -ansehnliche Belohnung, allein dem Köhler war Kunzens Gold nicht so lieb -als seine eigne Person und er mußte sein Gefangner bleiben. - -Prinz +Albrechten+ führte er in seine nahe gelegene Köhlerhütte, -stärkte ihn durch ein einfaches Mahl und gab ihm aus der Quelle, die -jetzt durch das Denkmal eingefaßt ist, zu trinken. -- - -+Kunz von Kauffungen+ mit seinem Genossen führten sie aber zu ihrer -Obrigkeit, in das ¾ Stunden davon entfernte +Cistercienser-Kloster -Grünhain+, zum damaligen Abt +Liborius+,[36] noch an dem nämlichen -Dienstage. Kunz, im Kloster angekommen, wurde in dem Gefängnisse -daselbst festgehalten, was jetzt noch steht, und den Namen +Fuchsthurm+ -führt. Es befindet sich mitten im Klostergarten, wird aber bald, -weil es nicht im baulichen Stande erhalten wird, einer Ruine ähnlich -sehen. Hier blieb Kunz nur einige Stunden,[37] indem er vom Abte -+Liborius+ unter hinreichender Bedeckung, nach +Zwickau+ zum damaligen -Amtshauptmann oder Voigt +Veit von Schönburg+, abgeliefert wurde.[38] -Dieser +Veit von Schönburg+ erstattete wahrscheinlich schon am -folgenden Tage, den 9. Juli, Bericht an den Kurfürsten, um sich -Verhaltungsbefehle zu erbitten. Der Kurfürst ließ Kunzen nicht nach -Altenburg bringen, sondern nach +Freiberg+, welches wahrscheinlich den -12. Juli geschah, wo er dem dortigen Rathe zu sicherer Verwahrung -übergeben wurde. -- Prinz +Albrecht+ wurde aber in Begleitung des -Köhlers +Schmidt+, nachdem er beim Abt +Liborius+ in der sogenannten -+Schösserwohnung+[39] im Kloster zu +Grünhain+ übernachtet hatte, mit -einer sicheren Bedeckung nach +Altenburg+ gebracht. Der Einzug ähnelte -einem Triumphzuge in Altenburg. Eine große Anzahl Bewohner Altenburgs -kam dem Zuge entgegen und begegneten dem Hauptanführer des Zugs, den -Köhler +Georg Schmidt+, mit wahrer Achtung, so daß sie sich nicht -scheuten zum Zeugen der Dankbarkeit seine schwarzen Hände zu küssen. - -Um nun auch das Schicksal des Prinzen +Ernst+ von seiner Entführung -an zu wissen, müssen wir wieder aufs Schloß +Altenburg+ zurück gehen, -wo +Kunz von Kauffungen+ den Prinzen Ernst seinen treusten Genossen -+Wilhelm von Mosen+ und +Wilhelm von Schönfels+ übergab, um mit ihm -immer die Flucht zu ergreifen, indem er selbst für den jungen Graf -Barby, den jüngern Prinzen +Albrecht+ holte. Nach einer Verabredung -mit +Mosen von Schönfels+ hatte es Kunz so bestimmt, daß sie mit -+einem+ von den beiden Prinzen einen andern Weg einschlagen sollten -und zwar gegen Franken zu nach Böhmen, wo sie ihn dann auf sein Schloß -+Isenburg+ bringen sollten; damit, wenn im Fall die eine oder die -andere Partei gefangen genommen werden sollte, die andere Partei ihren -Raub nicht eher hergeben sollte, als bis Kunzens Forderungen erfüllt -oder die Strafe für die Entführung der Prinzen erlassen wäre. Beides -wurde durch einen gegenseitigen Schwur bekräftiget. - -Allein beide Ritter kamen mit ihrem Gefolge nicht weiter, als bis in -die Gegend von Hartenstein, indem in allen Dörfern die Sturmglocke -ertönte und die Unterthanen ebenfalls ihre Untersuchungen nicht -allein auf den Fahrstraßen anstellten, sondern auch die Wälder -durchsuchten. Vierzehn gesattelte Pferde und sechs Reiter waren ihnen -schon abgenommen worden und die Gefahr sogleich ergriffen zu werden, -zwang sie daher eine Höhle, die am rechten Ufer der Mulde liegt, nicht -weit vom Schlosse +Stein+ der Burg +Eisenburg+[40] gegenüber zum -Zufluchtsort zu nehmen[41]. Allein da sie durchaus keine Lebensmittel -hatten, die dem jungen, zarten Fürstensohn behagen konnten, sie -glauben mußten, daß er sterben könnte und ihr Aufenthaltsort immer -unsicherer wurde, indem einer von ihren Knechten von einem Holzmacher -gehört hatte: »+den einen Schelm+ (Kunz von Kauffungen) +haben sie -erwischt und nach Grünhain gebracht, den andern Dieb werden sie schon -noch bekommen und beide andere ihren verdienten Lohn erhalten+,« so -fertigten sie den 11. Juli einen Boten an den Bruder des Amtshauptmanns -Veit von Schönburg in Zwickau, an +Friedrich von Schönburg+ ab, -welcher das Schloß Hartenstein besaß und dort residirte. Dem Boten -gaben sie einen Brief mit, der folgenden Inhalt hatte:[42] - - »+Es reue sie, daß sie Kunz von Kauffungen zu Willen gewesen wären, - ihrem lieben Kurfürsten und seinen Söhnen zu thun. Weil aber Herzog - Friedrich ein sanftmüthiger Kurfürst sei, so hofften sie Gnade und - thäten in diesem Vertrauen, dem Herrn von Schönburg zu wissen, - daß sie den jungen Fürsten Ernst lebendig und gesund im sichren - Gewahrsam hätten. Wolle er ihnen nur bei dem Kurfürsten Gnade und - Befreiung von aller Strafe an Leben, Ehre, Gut auswirken und ihnen - schriftlich dafür haften, so wollten sie den jungen Fürstensohn - unverletzt wieder bringen. Käme man aber, sie zu fangen, so würden - sie den Korfürstlichen Sun erstechen, sich bis aufs Aeußerste - wehren; sich endlich selbst tödten und gewiß nicht ohne großes - Blutvergießen in die Hände ihrer Feinde fallen. Die Antwort - möchte ihnen der Amtshauptmann+ (Friedrich v. Schönburgs Bruder) - +schriftlich geben+.« -- - -+Friedrich von Schönburg+[43] erkannte sogleich, nach Durchlesung -dieses Briefes, die Gefahr in welcher der Prinz schwebte, und versprach -ohne erst Genehmigung von seinem Bruder zu erholen schriftlich und bei -seiner Ehre Verzeihung, wenn sie den Prinzen lebendig und unversehrt -ausliefern würden. Hierauf eilte noch an demselben Tage v. +Mosen+ und -+v. Schönfels+ mit dem Prinzen +Ernst+ auf das Schloß +Hartenstein+, wo -der Herr +von Schönburg+ den Prinzen in Empfang nahm und die Ritter, -seinem Versprechen gemäß, wieder frei erließ. +Prinz Ernst+ aus Freude, -daß er gerettet war, schenkte +Wilhelm von Mosen+ und +Wilhelm von -Schönfels+ jedem ein Roß[44] mit den Worten: »+Nun reitet hin und kommt -in meines Vaters Land nicht wieder.+«[45] - -Denselben Tag, +Freitags den 11. Juli 1455+ wurde der Prinz +Ernst+ -nach +Chemnitz+ gebracht, wo sich sein Vater, der Kurfürst, von -+Leipzig+ und seine Mutter, die Kurfürstin, mit dem schon geretteten -Prinz +Albrecht+ von +Altenburg+ begeben hatte. Der Kurfürst bestätigte -mit Freuden des +Herrn von Schönburgs+ Verfahren, daß er +Mosen+ und -+Schönfels+ begnadigt hatte.[46] - -Die guten Eltern an der Seite ihrer geretteten Söhne hatten nun nichts -Nothwendigeres zu thun, als ihrem Gott für deren Errettung inbrünstig -zu danken. Sie reisten daher, +den 15. Juli+, nach +Ebersdorf+[47] -1½ Stunde von Chemnitz, weil sich dort ein Marienbild befand, das -im besonderen Ansehen stand, und zu welchem man häufige Wallfahrten -anstellte. Nach vollbrachter Andacht ließen sie die Kleider der -Prinzen,[48] die sie auf ihrer Flucht angehabt hatten, wie auch -den Kittel des ehrlichen Kohlenbrenners der seine Andacht auch mit -verrichtete, zum immerwährenden Andenken in der +Kirche+ zu +Ebersdorf+ -aufbewahren.[49] -- Daneben hängt ein Täfelchen mit folgenden -Reimen:[50] - - - »Kunz von Kauffungen der viel wilde Mann - In Meißner Land ist kommen an - Wohl auf das Schloß jen Altenburg - Sehr froh und kühn ohne alle Sorg - Dem Fürsten allda seine Kind - Entführet hat listig und geschwind - Des Kleider noch hier hängen seht - Ein jeder der fürüber geht - Die dazumahl bald nach der That - Der Vater hergehänget hat.« - -Der Zahn der Zeit hatte diese Andenken des Prinzenraubes nach und nach -ziemlich zerfressen und und sie würden bald ganz eingegangen sein, wenn -nicht Kurfürst +Christian+ II. 1607 aufs neue für ihre Fortdauer Sorge -getragen hätte. Er befahl nämlich, sie in weißes Wachs einzutauchen -und so vor die Verwesung etwas zu sichern. Allein es geschah nicht. -Deswegen schickte er 1608 seinen Baumeister +Maria Nosseni+ nach -+Ebersdorf+[51] der sie denn reinigen und durch Gummiwasser ziehen ließ. - -Die Kurfürstin stiftete außerdem noch auf alle +Dienstage+, -+Marienfeste+ und den nächsten Tag +nach Kiliani+ in der Kirche zu -+Ebersdorf+ Messen und Almosen für +zwei arme Leute+, besonders -Köhler.[52] - -Nun waren also beide Prinzen befreit, doch +Kunz von Kauffungen+, -welchen die beiden Ritter +Mosen+ u. +Schönfels+ in ihrem -Begnadigungsschreiben an +Friedrich von Schönburg+ ausgeschlossen -hatten, ohne dem heiligen Schwur eingedenk zu sein, welchen sie -gegenseitig geleistet hatten, war, wie oben schon gesagt worden ist, -nach +Freiberg+ gebracht worden. Hier saß nun Kunz glaubend, daß die -andere Partei mit dem älteren Prinz +Ernst+ auf sein Schloß +Isenburg+ -in Böhmen wohlbehalten angekommen wäre und ihrem Versprechen eingedenk -sein würde. Allein als er die Glocken in Freiberg läuten hörte und -nach der Ursache frug und vernahm, daß es aus Dankbarkeit für die -glückliche Errettung beider Prinzen geschehe, entfuhren ihm die Worte: -»+Das walt der Teufel, das gilt mir mein Leben.+«[53] Daraus war -natürlich zu schließen, daß er befürchtete, sein Leben einbüßen zu -müssen. Darum wandt er nun alles an, um durch seine vornehmen Freunde, -Begnadigung zu erhalten, besonders durch den Marschall +Hildebrand -von Einsiedel+ und die Ritter +Niklas von Schönberg+ und +Hugold von -Schleinitz+, die am kurfürstlichen Hofe sehr bedeutende Stimmen hatten, -doch wie man aus folgendem sehen wird, war es zu spät. - -Mehrere Schriftsteller behaupten auch Kurfürst +Friedrich+ hätte in -+Magdeburg+, +Leipzig+ und +Freiberg+ rechtliche Erkenntnisse geholt, -allein dies war der kurzen Zeit wegen unmöglich und der damaligen Zeit -nicht anpassend, daher ist es glaubwürdiger, daß der Kurfürst das -Urtheil darüber dem +Freiberger+ Rathe überlassen, indem der Rath zu -+Freiberg+ die Gerechtsame dazu hatte.[54] - -Das Urtheil entschied für die Todesstrafe.[55] +Kunz von Kauffungen -wurde daher den 14. Juli+ (26. Juli) +Montags nach Magaretha, -Nachmittags um 4 Uhr zu Freiberg auf dem Obermarkte+ öffentlich -enthauptet. Als Zeugen waren da der Köhler, +Georg Schmidt+, und einige -andere Köhler. -- Der Ort, wo die Hinrichtung geschah, ist noch durch -einen Stein bezeichnet.[56] Noch auf dem Schaffote sagte er, +daß er -seinen schimpflichen Tod an den Nürnbergern verschuldet habe+.[57] - -Seine obengenannten Freunde brachten es nach mehrfachen Bitten bei dem -Kurfürsten endlich doch so weit, daß er begnadigt wurde; allein der -reitende Bote, der die Begnadigung dem Freiberger Rathe verkündigen -sollte, kam zu spät; indem die Thore der Hinrichtung wegen schon -geschlossen waren. - -Manche Schriftsteller zweifeln an Kunzens Begnadigung, weil sein Bruder -+Dietrich von Kauffungen+, der die Strickleitern zu dem Prinzenraube in -seiner Scheuer fertigen ließ und einst gesagt haben soll: »+Das Nest -würden sie wohl finden, aber die Vögel wären ausgenommen+,« ebenfalls -zu +Altenburg+, zwischen den +20. und 26. Juli+ enthauptet wurde, der -bei weitem nicht die Schuld dabei hatte, als sein Bruder. -- - -Allgemeine Erbitterung bewirkte die schnelle Verurtheilung des -+Kunz von Kauffungen+, besonders unter der Ritterschaft, in der -er so hohe Verwandte und Freunde hatte. Sein Oheim der damalige -Bischof von Meißen, +Casper v. Schönberg+ veranstaltete sogar ein -feierliches Begräbniß desselben, ließ ihn in der +St. Petrikirche+ zu -+Freiberg+ beisetzen und sein Grab erhielt einen Leichenstein. Allein -das erregte unter den Regenten großes Mißfallen, besonders Herzog -+Wilhelm+ war dagegen; daher durfte sein Leichnam in der Kirche nicht -bleiben, sondern erhielt seine Ruhestätte dafür auf dem Kirchhofe zu -+Neukirchen+ bei Freiberg. Der Leichenstein aber blieb in einem Winkel -der St. Petrikirche stehen.[58] - -Seine übrigen Mitgenossen verloren meistentheils ihr Leben durch das -Schwerdt; ausgenommen der böhmische Küchenjunge, +Hans Schwalbe+, -der den +28. Juli zu Zwickau+ mit glühenden Zangen gezwickt und dann -geviertheilt wurde, und Kunz v. Kauffungens treuer Reißiger, +Johann -Schweinitz+, der gehangen wurde. -- - -Nach diesen harten Bestrafungen erfolgten aber auch Belohnungen, die -der Kurfürst dem Köhler, +Georg Schmidt+, zu Theil werden ließ.[59] Er -erhielt von ihm die Erlaubniß sich eine Gnade auszubitten -- und die -bescheidene Bitte des Köhlers bestand darin, die Erlaubniß zu erhalten -in dem Walde, wo er den Prinz +Albrecht+ gerettet hätte, frei Kohlen -zu brennen. Nicht allein diese Bitte erhielt er erfüllt, sondern der -Kurfürst schenkte ihm auch sogleich nach der That für sich und seine -Nachkommen ein +Gnadenkorn+, welches aus 4 Scheffel +Zwickauer+ Maaß -oder 5 Scheffel 2 Viertel und 3 Metzen +Dresdner+ Maaß besteht. Noch -+jetzt+ erhält das älteste Mitglied dieses Geschlechts in männlicher -Linie dieses Gnadenkorn aus dem +Rentamte+ zu +Zwickau+.[60] Später -erhielt er auch ein Freigut im Dorfe +Eckartsbach+[61] bei Zwickau. Die -Besitzung ist aber durch +verderbliche+ und +langwierige+ Kriege von -der Familie wieder abgekommen. - -Als +Georg Schmidt+ alt und schwach ward, nahm ihn sogar der Kurfürst -an den Hof nach +Altenburg+ und dadurch, daß er bei seiner Erzählung -des Prinzenraubes sich immer der Worte bediente: »+Herr, ich habe -den Kunzen mit meinem Schürbaum weidlich getrillert+,«[62] die er -oft wiederholen mußte, erhielt er und seine Nachkommen den Namen -+Triller+. -- - -Die übrigen Köhler, welche bei dem Rettungsacte durch den Lärm von -+Georg Schmidts+ Frau herbeigekommen waren, erhielten ebenfalls -Belohnungen, die wahrscheinlich in Gelde bestanden, doch aus Mangel an -sicheren Nachrichten hier nicht aufgeführt werden können. - -Nur so viel ist gewiß, daß als Herzog +Albrecht+ im Jahre 1480 die -Gegend des Befreiungsactes bereiste, in +Elterlein+[63] noch drei -Köhler traf, welche bei seiner Befreiung aus Kunzens Händen thätig -gewesen waren. Sie hießen +Wyland+, +Fischer+ und +Urban Schmidt+, -letzterer damals der Köhlerbursche +Georg Schmidts+, und erhielten, -nachdem sie dem Herzog +Albrecht+ den Ort seiner Errettung gewiesen -hatten, eine gute +Ritterzehrung+.[64] - -Zum ewigen Andenken der Begebenheit des Prinzenraubes ließ Kurfürst -+Friedrich+ eine Münze schlagen, die aber äußerst selten ist.[65] Auch -schreibt ~+Vulpius+ l. c.~ §. 35., wie sich in +Schreiter+ a. a. O. -~pag.~ 109. befindet: - - »Zum Andenken hat der Höchstlöbliche sanftmüthige Kurfürst, der - geraubten Prinzen Herr Vater, diese Geschichte auff vier Tafeln - künstlich abmalen lassen, so in dem Zimmer, aus welchem die - Entführung geschehen, befindlich sind. Deren die erste fürstellt, - wie Cuntz und seine Gesellen die Prinzen aus dem Schlosse zu - +Altenburg+ rauben: die andere, wie er im Walde von den Köhlern - gefangen wird.« - -Die +Gemälde+ sind noch auf dem Schlosse zu +Altenburg+ befindlich -und ~Dr.~ +Triller+ erhielt Copien davon, die er in Kupfer stechen -ließ. Diese Kupfer findet man in seinem sächs. Prinzenraube. (In -der Zueignungsschrift an den Herzog schreibt er: »die Kupfertafeln -selbst, die meine Reime zieren, sind mir von Deinem Hof gezeichnet -zugeschickt.« +Ranisch+ a. a. O. ~pag.~ 8. gedenkt dieses Umstandes -auch: »Auf der Seite der jetzt veränderten Burg sieht man in -einem Zimmer der höhern Gegend die vier vornehmsten Veränderungen -dieses Trauerspiels von +den noch vorhandenen+ vier Tafeln sauber -abgezeichnet.«) - -Diese vier Hauptgemälde stellen folgendes vor: - - 1.) Die Entführung der Prinzen +Ernst+ und +Albrecht+ aus dem - Schlosse zu +Altenburg+. - - 2.) Die Befreiung des Prinzen +Albrecht+ durch den Köhler +Georg - Schmidt+. - - 3.) Die Rückkehr des Prinzen +Albrecht+ in Begleitung des Abtes - +Liborius+ nebst Gefolge, zu seinen fürstlichen Eltern. - - 4.) Die Enthauptung des +Kunz von Kauffungen+ auf dem Marktplatze - zu +Freiberg+. - -Nach dem Urtheile Sachverständiger sind diese Bilder weit späteren -Ursprungs und ohne künstlerischen Werth. Letzteres gilt auch von einer -Tafel mit 30. Portraits der bei dem Prinzenraube betheiligt gewesenen -Personen, die ebenfalls sich im Schlosse zu Altenburg befinden.[66] - -Dagegen befinden sich in Altenburg zwei Portraits der Prinzen +Ernst+ -und +Albrecht+ in rothen Kleidern, welche weit authentischer zu sein -scheinen. Von diesen beiden letztern Gemälden befinden sich jetzt -+Copien+ im +Köhlerhause+ am +Fürstenberge+, welche +Se. Durchlaucht+ -der jetzt regierende +Herzog von Altenburg+, +Joseph+, demselben -huldreichst verehrt hat. Gemalt sind sie vom +Professor+ Friedrich -Ludwig Theodor +Döll+ zu +Altenburg+ im Jahre 1839. -- - -Nachstehendes +Gedicht+ wurde zur damaligen Zeit als beliebtes -Volkslied vorzüglich von den Bergleuten oft gesungen: - - Wir wollen ein Liedel heben an - Was sich hat angespunnen - Wies in dem Pleisnerlande gar schlecht war bestallt - Als sein Jungen Fürsten geschah groß Gewalt - Durch den Cunzen von Kauffungen, ja Kauffungen. - - Der Adler hat uf den Felß gebawt - Ein schönes Nest mit Jungen - Und wie er einst warn geflogen aus - Holete ein Geyer die jungen Vogel raus - Drauf wards Nest leer gefungen, ja gefungen. - - Wo der Geier uff dem Dache sitzt - Da trugen die Küchlein selten - Es wären mein weele ein seltsam Narrenspiel - Welcher Fürst sein Rathen getrawt soviel - Muß offt der Herrschaft entgelten, ja entgelten. - - Altenburg, du bist zwar eine feine Stadt - Dich thät er mit Untreu meinen - Da ie die waren all Hoflüt rauschend voll - Qvam Cunze mit Leytern und Buben toll - Und holte die Fürsten so kleine, ja so kleine. - - Was bloß Dich Cunz für Unlust an - Da Du yns Schloß mir steigest - Und stylst die zarten Herren raus - Als der Curförst aber war nicht zu Hauß - Die zarten Försten-Zweige, ja Försten-Zweige. - - Es war wohl als ein Wunder Ding - Wie sich das Land beweget - Was uff allen Straßen warn för Leut - Die der Reubern nachfolgeten in Zeit, - Alles wibbelt, kribbelt, sich bereget, ja bereget. - - Im Walde dort ward Cuntz ertapt - Da wollt he Beeren naschen - Were he in der Hast sacken fortgeretten - Das öhm die Köhler nit geleppischt hetten - Hett he sie kunt verpaschen, ja verpaschen. - - Aber sie wurden ihm wieder abgejagt - Und Cunz mit synen Gesellen - Uff +Grünhayn+ in unsers Herrn Abts Gewalt - Gebracht und darnoch auch uf +Zwickau+ gestalt - Und musten sich lan prellen, ja lan prellen. - - Davon fiel ab gar mancher Kopf - Und keiner der gefangen - Kam aus der Haft ganzbeinicht davon - Schwerd, Rad, Zangen und Strick, die waren ihr Lohn - Man sah die rümper hangen, ja hangen. - - So gehts, wer wider die öberkeit - Sich unbesonnen empöret - Wer es nicht meynt der schaw an Cunzen - Syn Kop thu zu +Freyberg+ noch herußen schmunzen - Und jedermann davon lehret, ja lehret.[67] - - Gott thu der frommen Curförsten alls guts - Und laß die Jungen Herren - In keines Feindes Hand mehe also komm - Geb auch der Fraw Curförstinn vel fromm - Das sie sich, in Ruhe vermehren, ja vermehren.[68] - - -Nachtrag. - -Einige Notizen über die Familien der drei Hauptpersonen des -Prinzenraubes: - - ~a.~) des Kurfürsten +Friedrich des Sanftmüthigen+. - - ~b.~) des Ritters +Kunz von Kauffungen+. - - ~c.~) des Köhlers +Georg Schmidt+, +vorzüglich nach dem - Prinzenraube+. - - -~a.~) Des Kurfürsten Friedrich des Sanftmüthigen Familie. - -+Kurfürst, Friedrich der Sanftmüthige+, Vater der beiden geraubten -Prinzen +Ernst+ und +Albrecht+ lebte nach dem Prinzenraube -noch 9. Jahre, starb den 7. Septbr. 1464 zu +Altenburg+ im 54. -Lebensjahre und wurde im Dome zu +Meißen+ beigesetzt. -- +Ernst+ und -+Albrecht+ regierten nach dem Willen des entschlafenen Vaters nun -+gemeinschaftlich+; außer, daß +Ernst+ nach dem Rechte der Erstgeburt -die Kurwürde und das mit verbundene Herzogthum +Sachsen allein+ -erhielt. Zwanzig Jahre regierten sie gemeinschaftlich und vermehrten -ihre Macht durch verschiedene neue Besitzungen, besonders aber durch -die Entdeckung der Silbergruben zu +Schneeberg+ 1471. und die Erbschaft -ihres Oheims, des Herzogs +Wilhelm+ III. von Thüringen (Bruder ihres -Vaters), welcher den 17. Septbr. 1482 ohne männliche Nachkommen starb, -indem sie dadurch Besitzer seines ganzen Landes wurden. - -Zwistigkeiten, die dadurch geschahen, daß Herzog +Albrecht+ mit einigen -Beamten[69] unzufrieden war, denen Kurfürst +Ernst+ sein ganzes -Vertrauen schenkte, traten ein; so kam denn eine gänzliche Theilung -der Länder den 26. August 1485 zu Leipzig zu Stande. Dem sächsischen -Rechte gemäß vollführte die Theilung der ältere Bruder; der jüngere -Bruder dagegen hatte die Wahl. Zum Verdruß des älteren Bruders wählte -+Albrecht+ die meißnischen Länder und +Ernsten+ blieb Thüringen. Doch -die Oberhoheit über den Bergbau blieb gemeinsam. - -So wurde das Haus Sachsen in die +ernestinische+ und +albertinische+ -Linie getheilt, wodurch sie nun die Stammväter der beiden noch jetzt -bestehenden Linien wurden. - -Allein die Kurwürde kam 62 Jahre später durch die Gefangennehmung des -unglücklichen Kurfürsten +Johann Friedrich d. Großmüthigen+ den 24. -April 1547 in der Schlacht bei +Mühlberg+ von Kaiser +Karl+ V. an die -jüngere, +albertinische+ Linie, indem er seiner Würden und Länder -gänzlich entsetzt wurde, und sein Vetter, Herzog +Moritz+, der jüngern -Linie angehörig, vom Kaiser solche erhielt. - -Bei dieser Linie blieb die Kurwürde bis zum 11. Decbr. 1806, wo der -damalige Kurfürst +Friedrich August+ III. sie mit einer Königswürde -vertauschte. - -+Kurfürst Ernst+ starb den 26. August 1486 in +Kolditz+ und wurde im -Dome zu +Meißen+ begraben. -- Vermählt war er mit der Tochter des -Herzogs +Albrecht+ II. v. Baiern und zeugte mit dieser sechs Kinder, -als vier Prinzen Namens: +Friedrich der Weise+, +Albrecht+, +Ernst+ und -+Johann der Beständige+ und zwei Prinzessinnen Namens: +Christiane+ und -+Margarethe+. - -Sein Sohn +Albrecht+ ward im Jahre 1482 zum +Erzbischof+ v. +Mainz+ -gewählt, starb zwei Jahre darauf in einem Alter von 20 Jahren; +Ernst+ -ward +Erzbischof+ von +Magdeburg+ und Bischof von +Halberstadt+; -+Friedrich+ erhielt nach dem Tode seines Vaters die Kurwürde, als -ältester Sohn; und +Johann+ folgte Friedrichen nach dessen Tode auf dem -Throne. Von den beiden Prinzessinnen wurde die älteste an den +König -Johann von Dänemark+, die jüngste an den +Herzog von Braunschweig+ -vermählt. -- +Herzog Albrecht+ indessen, der den Beinamen, der -+Beherzte+, erhielt, starb den 12. Septbr. 1500 im 58. Jahre seines -Alters zu +Emden+ und wurde ebenfalls im Dome zu +Meißen+ beigesetzt. --- Vermählt war er mit der böhmischen Prinzessin +Sidonia+, Tochter -+Georg Podiebrads+, König von Böhmen. Mit dieser zeugte er vier -Kinder, eine Prinzessin und drei Prinzen Namens: +Georg der Bärtige+, -+Heinrich der Fromme+ und +Friedrich+; von denen die beiden ersten -ihrem Vater hintereinander in der Regierung folgten; +Friedrich+ aber -zum +Hochmeister+ des deutschen Ordens gewählt, starb im Jahr 1510 zu -+Rochlitz+. - - -~b.~) des Ritters Kunz von Kauffungen Familie, - -vor und nach dem Prinzenraube. - -Das adeliche Geschlecht derer +von Kaufungen+ findet man in der -sächsischen Geschichte seit 1283[70], wo +Heinrich von Coufungen+ als -ein +Dominus+ vorkommt, dessen Söhne: +Tunzold+ und +Heinrich+, sehr -das Kloster +Buchau+ bei Leisnig plagten. - -Ihr Stammschloß war +Kauffungen+, ein Rittergut im Königreich Sachsen, -im Leipziger Kreisdirectionsbezirke im Amte +Borna+, entfernt vom -Amtsbezirke, mitten im Schönburgischen, auf der rechten Seite der -Mulde, +Wolkenburg+ gegenüber, 1½ Stunde südlich von +Penig+ entfernt -gelegen. - -+Tunzold von Coufungen+ (der Obige) ein Ritter, aber doch nur des -+Unarc von Waldenburg Castrensis+, verkaufte 1298 an jenes Kloster -+Nauenhain+ bei Geithain. - -1357 schrieben sich +Kunz+ und +Heinrich von Kauffungen+ auch Herren zu -+Waldenburg+ und mögen diese Herrschaften wohl unterpfändlich besessen -haben. -- +Dietrich von Kauffungen+ auf +Brane+ (Mittelfrohna?) war -1357 einer der vornehmsten Zeugen bei dem vom Chemnitzer Kloster -geschlossenen Kauf der Herrschaft Rabenstein; auch erscheint 1411 -+Jost von Kauffungen+ als Schiedsrichter zwischen dem Kloster +Remsa+ -und den Dynasten von Schönburg. In +Remsa+ ruhen auch noch mehrere -Kauffungen z. E. obiger +Tunzold+, der es mit 400 Fl. dotirte, wofür -es 9 Scheffel Zins vom Glauchauer Stadtrath erkaufte. 1444 stiftete, -+Erich+, +Dietrich+ und +Hanns v. Kauffungen+ eine +Vicarie+ beim -Remser Magdalene-Altar, welche der Abt +von Bürgel+ zu conferiren -bekam, die aber 1469 vom Naumburger Bischof zur +Georgenkirche+ im -Dorfe +Remse+ geschlagen wurde. 1493 verkaufte +Jobst von Kauffungen+ -einige Güter an die +Anna von Schönburg+. Das Geschlecht besaß auch -+Kirschbaum+ (ohne Zweifel im bair. Voigtl.) und starb nicht schon mit -dem Prinzenräuber in Sachsen aus, sondern erst 1585 mit +Haubold von -Kauffungen+ zu +Chemnitz+. Des Prinzenräubers Verwandte galten alle -für Ritter von ächtem Schrot und Korne. +Kunzens+ Gemahlin war eine -geborne +Anna von Einsiedel+, Schwester +Hildebrands von Einsiedel+, -der Hofmarschall des Kurfürsten +Friedrich d. Sanftmüthigen+ war. -Sein Bruder +Dietrich von Kauffungen+, war ein angesehener Ritter im -Osterlande, seiner Mutter Bruder war +Caspar von Schönberg+, Bischof -von Meißen. +Kunzens+ Schwester heirathete einen aus dem Geschlechte -derer +von Schleinitz+, dessen Sohn hieß +Hugold+ oder +Haubold von -Schleinitz+,[71] und die Herrn +von Schönberg+ auf +Sachsenburg -Frankenberg+ waren seine nächsten Vettern. - -Uebrigens, daß der Prinzenräuber das Rittergut +Kauffungen+ -wirklich besessen, zeigt sein Schein über den Interimsbesitz -vor +Schweikartshain+. Außerdem besaß er +Kahlenberg+, -+Kohren+, +Eisenberg+ oder Isenburg in Böhmen, und nach einigen -Geschichtsforschern die kleine Burg +Streitwald+ bei Kohren. - -Kurz vor dem Prinzenraube war er bei +Friedrich+ V. +von Schönburg+ -zu Gaste; denn unter den Zeugen von dessen Contracte mit +Elisabeth+, -Herrin +von Gitschin+ kommt auch +Kunz von Kauffungen+ auf -+~Eysemberczie~+ vor.[72] - -+Kunzens+ Söhne waren kurz vor dem Prinzenraube nach Böhmen gebracht -worden, wo sie später in den Besitz des vom Vater erkauften Schlosses -+Isenburg+ kamen.[73] - -+Kunzens+ Vetter, +Hans von Kauffungen+ und dessen Söhne: +Haubold+ -und +Jost+, wendeten sich kurze Zeit nach dem Prinzenraube ebenfalls -aus den sächsischen Landen, und es bekannte +Hans von Kauffungen+, daß -er seine Besitzungen, +Wolkenburg+ und andere sich von dem Kurfürsten -»geurlaubt« zugleich auch versprochen habe, für sich und seine Söhne -nie wider den Kurfürsten zu handeln; eben so sagte er sich von aller -Geldschuld los, die er etwa noch an den Kurfürsten zu fordern haben -könnte. Dieß Versprechen bekräftigten Vater und Söhne +Kauffungen+ -durch einen Eid, und stellten darüber eine Urkunde den 7. Novbr. 1455 -zu +Grimma+ aus, im Beisein mehrerer hohen Beamten z. +B. Hildebrands -von Einsiedel+ und anderer Räthe. Ob ein Zusammenhang hinsichtlich der -in der Urkunde berührten Thaten +Kunzens+ auch mit diesem +Kauffung+ -stattgefunden, ist zweifelhaft und eher zu verneinen; daß der Kurfürst -auch hierbei den Namen des +Sanftmüthigen+ gerechtfertigt, und ob die -Urkunde, und was sie bezeugt, so ganz das Ergebniß des freien Willens -der Aussteller war, darüber ist ein Bedenken nicht zu entfernen.[74] - -In +Schlesien+ hat die Familie +von Kauffungen+, wie ein Denkmal an der -Außenseite der Hauptkirche zu +Goldberg+[75] ausweist, noch im 17. -Jahrhundert geblüht; doch dürfte dieß ein anderes Geschlecht sein, als -das sächsische, da auch bei +Hirschberg+[76] ein (2 Stunden langes) -Dorf +Kauffungen+[77] (mit 9 Rittergütern) liegt, so wie ein Flecken -+Kaufungen+ in Kurhessen[78], woher einige Geschichtsforscher das -sächsische Geschlecht leiten wollen. - - -c.) des Köhlers Georg Schmidt Familie nach dem Prinzenraube. - -Die Nachkommenschaft des Köhlers +Georg Schmidt+ führte, was schon im -Laufe der Geschichte des Prinzenraubes auseinander gesetzt worden ist, -den Namen +Triller+. Mancher von dieser Familie gelangte zu großen -Ehren, vorzüglich +Caspar Triller+, welcher eine mühsame Genealogie -des Trillerischen Geschlechts schriftlich hinterließ, die er 1539 -angefangen und bis 1612 fortgeführt hatte. Diese Schrift führt +Triller -in seinem sächsischen Prinzenraube+ an, indem er sie selbst aus den -hinterlassenen Schriften +Caspar Trillers+ hat. Er sagt: daß er -in +Sangerhausen+, wo er in der St. Ullrichskirche begraben liegt, -ansehnliche Vermächtnisse gestiftet habe, unter andern hätte er den -+Trillerschen+ Tisch im Convict auf der Universität zu +Leipzig+ -gestiftet, auch wäre er mit seinem Bruder +Michael+ am 28. Jan. 1592 -vom Kaiser +Rudolph+ in den +Adelstand+, mit Schild und Helm versehen, -erhoben worden. - -Das +von Trillersche+ Wappen ist noch bekannt und ist mit folgenden -Insignien geschmückt: - -Ueber dem Helm zeigt sich der halbe Leib eines Köhlers, welcher mit -beiden Händen einen Schürbaum[79] hält, als wolle er mit selbigem -zuschlagen. Im Wappenschilde selbst sieht man im linken Felde einen -gelben Löwen, der in seinen Branken einen Zschörper, oder großes -Kohlenmesser hält. Im rechten Felde aber erscheint ein goldfarbner -Löwe, welcher einen doppelt gekrümmten Schürhaken[80] in seinen Branken -hat und in einem untern Felde ist ein schwarzer Bär, der auf den Traum -deutet, welchen die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte.[81] - -Die Familie ist jetzt sehr ausgebreitet, sie schreiben sich sowohl -+von Triller+, als auch blos +Triller+. -- +Schreiter+ a. a. O. -erwähnt einen +Johann Samuel Triller+, Tuchmachermeister und Bürger in -+Saalfeld+, welcher im Jahre 1803, als ältestes Mitglied der Familie, -männlicher Linie, das +Gnadenkorn+ aus dem Rentamte +Zwickau+ zu -erheben hatte. Dieses Gnadenkorn bezieht gegenwärtig, wie schon oben -einmal gedacht worden ist, der Herr Pastor +Triller+ zu Nägelstädt bei -Langensalza in Thüringen. - -[Illustration: - - Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg - R. Böhme lith - W. Bischert gedr. - -Das Denkmal am Fürstenberge.] - - - - -II. Das Denkmal am Fürstenberge. - -(Dazu Abbildung ~No.~ 2.) - - -Jahrhunderte sind vergangen und nicht ein Stein, geschweige denn ein -Monument zeigte oder zierte die Stelle, wo der Stammvater unsers -allgeliebten Regentenhauses aus den Händen eines habsüchtigen Ritters -befreit wurde. Nur durch Tradition wußte man, daß an diesem Orte, -wo jetzt das Denkmal steht, Herzog +Albrecht+ seine Rettung einem -schlichten Köhler zu verdanken hatte, doch noch sehr ungewiß, ob bei -+Wiesenthal+[82] oder +Grünhain+ oder anderswo die Stelle wäre. Als -ein Geschichtsforscher, Namens +Schreiter+, Pfarrer zu Elterlein, in -seinem mit dem aufopfernsten Fleiße und sorgfältiger Mühe gearbeiteten -Werke: »die Geschichte des Prinzenraubes kritisch bearbeitet. Leipzig, -1804« uns jeden Zweifel benahm. - -Die geschichtlichen Nachforschungen +Schreiters+; indem die Herrschaft -+Crottendorf+ mit +Wiesenthal+ allererst im Jahre 1559 von dem -Kurfürsten +August+ zu Sachsen erkauft wurde,[83] also zur Zeit des -Prinzenraubes gar nicht dem Kloster in +Grünhain+ gehörte, dessen Abt -doch der nächste Beschützer des Prinzen +Albrecht+ nach dem Köhler -war und vorzüglich auch die hier bloß vorhandene +nie+ versiegende -Quelle[84] gaben Aufschluß über Alles und letzterer gebührte daher die -Ehre, daß ein Monument sie bedeckte, zierte und durch eine Einfassung -dem müden Wanderer zu seinen stillen Betrachtungen ein Ruhepunct wurde. - -Das goldne Zeitalter der Monumente war gekommen, der verheerende Krieg -war vorübergegangen und das Jahr 1822 wurde das Jahr, was nächst -dem Jahre 1455 in der Geschichte des Prinzenraubes dem Andenken nie -entzogen werden wird. - -Das Jahr 1822 war nämlich das Gründungsjahr des Monumentes am -Fürstenbrunn. - -Wir folgen nun ganz in Ermangelung anderer vielleicht ausführlicheren -Quellen, der glaubhaften Beschreibung der Gründung und Einweihung des -Monuments, wie es ~Dr.~ +Hering+ in seinem Werke: »Geschichte des -sächsischen Hochlands«, Leipzig, 1828. im 2. Theil ~pag.~ 167 u. ff. -mittheilt: - -»Am 8. Juli fand auf dem +Fürstenberge+ zwischen +Grünhain+ und -+Raschau+ eine merkwürdige Feier der hier am 8. Juli 1455 erfolgten -Rettung des von +Kunz von Kauffungen+ entführten Prinzen +Albrecht+ -statt. Es hatte nämlich bis dahin kein Denkmal den Ort ausgezeichnet, -wo dies so wichtige Ereigniß statt fand. Im Jahre 1818 hatte der Herr -Finanzprocurator +Lindner+ zu Schwarzenberg schon mehrere Freunde der -vaterländischen Geschichte für den Plan gewonnen, durch freiwillige -Beiträge den hier befindlichen +Fürstenbrunnen+ in einen steinernen -Bassin einzufassen und sein Wasser für jeden Durstigen genießbar -zu machen, daneben ein steinernes Denkmal aufzurichten und es am -Regierungsjubelfeste des Königs feierlich zu weihen. Er trug diesen -Plan dem Herrn Kreishauptmann +Freiherrn von Fischer+[85] vor, welcher -ihm die vollste Beistimmung ertheilte; nur war für die Ausführung bis -zum Jubelfeste die Zeit zu kurz. Im Jahre 1822 aber kam durch die -mächtige Unterstützung des Herrn Kreishauptmanns +Frhr. von Fischer+ -und die +lebhafteste+ Mitwirkung des Herrn Justizbeamten +Philippi+ der -schöne Plan zur Reife. Es wurden im Kreisamte +Schwarzenberg+ und Amte -+Grünhain+ über 200 Thlr. unterzeichnet. Den ansehnlichsten Geldbetrag -gab der Herr Kreishauptmann selbst, und der Herr Bergcommissionsrath -+Nitzsche+[86], Hammerherr zu Erla, ließ die, das errichtende Denkmal -zierende, eiserne Tafel mit der gelungenen Inschrift[87] unentgeldlich -auf seinem Werke gießen und vergolden, und leistete auch alle -Steinfuhren. Die Verfertigung einer am Fürstenbrunnen zu errichtenden -+Pyramide+ wurde dem Baumeister +Lohß+ in Schlettau übertragen und -diese mit Einschluß des Fußgestelles 13 Ellen hohe Pyramide[88] am +7. -Juli+ glücklich aufgerichtet. - -An der Feierlichkeit der Weihe nahm die weite Umgegend den freudigsten -Antheil. Die +Schwarzenberger Bürgergarde+ marschirte schon Vormittags -10 Uhr auf den Platz, wo sie die Wachen versah und die Piquets -ausstellte, um die Ankunft der hohen Beamten bei Zeiten zu erfahren. -Mehr als 10,000 Menschen drängten sich um die Pyramide herum, -erkletterten die Bäume, erstiegen die Dächer der erbauten Buden und -erduldeten bei drückender Hitze unerschüttert Hunger und Durst. Nun -marschirten die Schützencompagnien von +Crottendorf+ vor dem Plateau -des Brunnens auf; diesen folgten 230 Bergleute mit ihren Fahnen und -Hautboisten und bildeten einen Halbkreis um die Pyramide. Um 1 Uhr -donnerten Kanonen durchs +Oswaldsthal+, um die Ankunft hoher und -niedrer Beamten aus verschiedenen Orten zu verkündigen. Die +Offiziers+ -von +Zwickau+ und +Schneeberg+ waren mit 36 Hautboisten schon zuvor -angelangt, und wie am 8. Juli des Jahres 1455 in der Umgegend die -Sturmglocken ertönten, um alles zur Rettung des geraubten +Prinzen+ -aufzufordern, so ertönten jetzt die Glocken auf den benachbarten -Kirchen und riefen zu Dank und Freude über die glückliche Rettung des -Geraubten und Erhaltung des hohen Fürstenhauses alle Herzen auf. - -Die Feier begann mit dem Gesange eines Weiheliedes, welches der Herr -Rektor +Lange+[89] zu Schwarzenberg dazu gedichtet hatte: - - Seid uns gegrüßt der grauen Vorzeit Tage! - Euch suchet unser Blick! - Gesang ertöne! -- Zu der Vorwelt trage - Begeisternd uns zurück! - - Hier ist es, wo dem Vaterschloß entrissen - Auf +Kunzens+ Räuberflucht - Der Fürstensohn, gequält von Hungerbissen, - Des Waldes Beere sucht; - - Prinz +Albert+ hier umringt von Todesschrecken - Dem wackern Schmidt sich naht, - Und leise Worte schüchtern ihm entdecken - Die grause Frevelthat. - - Hier ists, wo dem Geraubten ach! so bange - Der Stahl des Mordes blitzt, - Und ihn mit hochgeschwungner, rußger Stange - Des Köhlers Arm beschützt. - - Die Glockenstürme -- und das Köhlerzeichen - Ruft Hilfe laut umher, - Und es erliegen unter +Trillers+ Streichen - Die Räuber bandenschwer. - - Gerettet ist der Fürstensohn -- die Quelle - Erlabt den Durstgen hier, - Sie quillt uns heut' noch unversiegt und helle, -- - Sie segnen heute wir! - - Ein Denkmal soll die große That erneuen - Den Söhnen künftger Zeit, - Und Alberts Enkel, dem +Gerechten+[90], weihen - Es wir aus Dankbarkeit. - -Der Herr Superintendent ~Dr.~ +Lommatzsch+[91] trat jetzt auf die mit -Blumen bestreuten Stufen des Brunnens und sprach Worte der Weihe.[92] -Ihm zur Rechten war die mit einem Eichenlaubkranze gezierte Büste des -Königs +Friedrich August+ aufgestellt und über ihr hingen Blumengewinde -von der Pyramide herab. Nach Beendigung der Rede folgte wieder ein -Gesang, gedichtet vom Herrn Postmeister und Gerichtsdirector +Reiche+ -zu Annaberg.[93] - - +Einer.+ - - Ein ~Gaudeamus~ soll uns heut' vereinen - In Gottes heiliger Natur; - Denn hier in dieses Waldes düstern Hainen - Fand +Albert+ einst der Gottheit Spur. - - +Chor.+ - - Als Denkmal von Sachsens Vergangenheit - Sei dieser Stein -- dem Leben geweiht! - - +Einer.+ - - Der treue Sachse blickt noch mit Entzücken - Zurück in jene graue Zeit, - Wo +Trillers+ Arm von Seines Räubers Tücken - Den hohen Sprösling hat befreit. - - +Chor.+ - - Als Denkmal der Rührung und Dankbarkeit - Sei unser Herz, o +Fürst+! +Dir+ geweiht. - - +Einer.+ - Wie heißt Dein Zweig in Seinen Silberhaaren, - Der Sachsen Vater und ihr Glück? - Ists nicht +August+, den +Seines Hauses+ Laren - Beschirmten einst ein Mißgeschick? - - +Chor.+ - - Wie heißt der König, der Glückliche schafft, - Redlichkeit übet mit Jugendkraft? - - +Einer.+ - - Nennt Ihn ja Vater unsers Vaterlandes, - Der Seinen Gott im Busen trägt! - Der, eingedenk des hohen Völker-Bandes, - Das Recht auf ächter Wage wägt! - - +Chor.+ - - Ja Treu' und Ehrfurcht dem +einzigen Mann+, - Der allen Sachsen Treue gewann! - -In dem Augenblicke, wo der Chor diese letzten Worte sang, trat der Herr -Kreishauptmann an die Stufen des Brunnens und sprach diese Worte noch -einmal feierlich allein, und wie er geendet, sprach mit entblößtem -Haupte die große Versammlung, unter dem Donner der Kanonen diese Worte -nach. Es folgte ein tiefes ehrfurchtsvolles Schweigen, welches dann in -den tausendstimmigen, von den Musikchören kräftig begleiteten Gesang -überging: - - Den König segne Gott! etc. - - - - -III. Das Köhlerhaus am Fürstenberge. - - -Schon im Jahre 1822 bei Errichtung des Monuments am Fürstenbrunn wurde -von vielen Geschichts- und Vaterlandsfreunden der Wunsch ausgesprochen, -daß unweit des Denkmals eine bewohnbare Köhlerhütte erbaut werden möge, -dessen Bewohner, einer armen Köhler- oder sonst rechtschaffnen Familie, -die Aufsicht über das Monument und der nahe gelegenen Waldpflanzungen -obliegen sollte, denn schon damals sah man es voraus, daß ein so -unbewachtes Denkmal vielen Verunstaltungen ausgesetzt sein würde. - -Allein ohngeachtet der mancherlei Gaben, die damals zur Errichtung des -Denkmals von Vaterlandsfreunden gespendet wurden, reichten sie doch -nicht hin, um die Erbauung einer Köhlerhütte möglich zu machen. So -vergingen denn volle 16 Jahre, ohne daß jemand sich der Sache unterzog, -um durch abermalige milde Beiträge es möglich zu machen; als im Anfange -des Jahres 1838 der Herr Finanzprocurator +Lindner+ zu Schwarzenberg, -der sich schon bei Errichtung des Denkmals der Sammlungen milder -Beiträge unterzogen und sehr thätig sich gezeigt hatte, eine -unterthänige Bitte an ein hohes königl. +Finanzministerium+, zu -Gewährung des nöthigen Platzes und Holzes der Köhlerhütte wagte. Diese -hohe Behörde, patriotischen Unternehmungen nicht hinderlich, genehmigte -es auch, und so wurde von dem Herrn Finanzprocurator +Lindner+ und dem -Herrn Rentamtmann +von Schleinitz+ zu Grünhain[94] eine Sammlung milder -Beiträge von Nah und Fern unternommen. - -[Illustration: - - Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg - R. Böhme. lith. - W. Bischert gedr. - -Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause am Fürstenberge bei Grünhain] - -Trotz der größten Bemühungen der beiden vorgenannten Herren ging die -Einsammlung sehr spärlich von statten, so daß an der völligen Erbauung -einer Köhlerhütte so leicht nicht gedacht werden konnte, als unser -allverehrtes Fürstenhaus, welches +nie+ seine milde Hand sinken läßt, -zu dem Unternehmen wahrhaft königl. beisteuerte[95], wodurch erst das -begonnene Werk lebhaft von Statten gehen konnte, und schon sollte -nun die Hütte gehoben werden, als den hiesigen Gebirgsbewohnern, -so wie allen treuen Sachsen die große Freude zu Theil wurde, ihren -allgeliebten König[96], nebst dessen hochverehrter Frau Gemahlin der -Königin[97] in ihrer Mitte sehen zu dürfen. - -Nachdem beide Majestäten den 10. Septbr. 1838 in Annaberg übernachtet -hatten, kam Se. Majestät der König am 11. Septbr. über +Schlettau+, -+Scheibenberg+, +Elterlein+, +Zwönitz+ nach +Grünhain+ mit Gefolge -geritten, geruhte daselbst den dasigen Klostergarten in Augenschein zu -nehmen, wo noch das Gefängniß, +Fuchsthurm+ genannt, zu sehen ist, in -welchem +Kunz v. Kauffungen+ vom Abt +Liborius+ festgehalten wurde, -und ritt sodann nach +Gottesgeschick+[98], um daselbst höchstdero -Frau Gemahlin, welche von +Scheibenberg+ kommend, hier das daselbst -befindliche Bergwerk in Augenschein zu nehmen, geruht hatte, abzuholen, -um gemeinschaftlich von da auf den Fürstenbrunnen zu fahren. - -Hier hatte sich schon unter Leitung des Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ und -der beiden Lehrer der Bürgerschule zu +Grünhain+, Herr Rektor +Hecker+ -und Herr Cantor +Günther+ die Grünhainer Schuljugend versammelt, als -auch der dasige Frauenverein, unter Leitung der damaligen Vorsteherin -desselben, der Frau Rentamtmann +von Schleinitz+ so wie viele tausend -Menschen, um das edele Regentenpaar zu empfangen. Sobald die hohen -Herrschaften, geleitet von dem Amtshauptmann des Bezirks, den Domherrn -+Freiherrn von Biedermann+ auf +Niederforchheim+, angekommen waren und -geruht hatten aus dem Wagen zu steigen, gingen 12 Grünhainer Mädchen -weiß gekleidet dem hohen Herrscherpaare voran, indem sie demselben -Blumen auf den Weg streuten und zugleich brachten die Bergleute von -den Werken +Gottesgeschick+ und +Graul+[99], welche eine ~Haie~ bis -in die Nähe des Brunnens bildeten, ein freudiges: »Glück auf!« aus. -Hierauf nahte sich Einer[100] von den +sieben Köhlern+, die sich dort -versammelt hatten, um dem hohen Regentenpaare folgendes Gedicht[101] -vorzutragen: - - Muß ich, mein König, mich nicht heute freuen, - Daß dieser Tag mir aufgegangen ist? - Ich, Einer von den Tausenden Getreuen, - Der Dich als Wächter ehrerbietig grüßt. -- - Sah' an der Quelle Jahre geh'n und kommen; - Doch meinen König hieß ich nicht willkommen. - - Laß es gescheh'n, daß ich Dir hier verkünde, - Was vor Jahrhunderten mein Auge sah' -- - Wenn ich vor Dir das rechte Wort nicht finde, - So ist wohl Deine Gnad' und Huld mir nah -- - Drum hell Dich auf, Du Dunkel grauer Zeiten, - Zu Dir will mich Erinn'rung jetzt geleiten. - - Hier an der Quell mußt ich mit seinen Händen - Prinz Albert durstig Labung suchen seh'n, - Es mußte mich, ich glaub's, in seine Nähe senden - Der fernen Mutter still vernommnes Flehn. - O, rette mich! -- sprach er -- und voll Vertrauen - Sah ich den Prinzen mir ins Auge schauen. - - Den Schürbaum hier, das war nur meine Waffe, - Vor welcher Kunz, der Räuber, furchtsam floh. - Bleib weilend hier mein Prinz, daß ich Dir Hilfe schaffe! - Sprach ich -- bald war er seiner Rettung froh; - Denn sieh'! geschlagen schon in festen Banden - Die Meinen bald den Prinzenräuber fanden. - - Seit dieser Zeit bewach' ich diese Quelle, - Die Deinen Ahnherrn Rettungshafen ward, - Des Waldes Saum ist meines Hauses Schwelle, - Das Moos, das Lager, welches meiner harrt, - Und drüber hat mein Gott ein Dach gebauet, - In das mit Lust mein Aug' am Abend schauet. - - Doch sieh! dort soll dem Greis ein Obdach werden - Und heiter schaut sein Giebel heut mich an, - Noch wärmen soll ich mich am Heerd auf Erden, - Nachdem die Blöcke längst verlangend sahn; - Dein Volk baut mir -- mein König -- diese Hütte, - Laß' es gescheh'n! -- gewähr mir diese Bitte. - - Ein guter König mußt Du sein auf Erden, - Denn es bewachet solch' Erinnerung, - Ja, glücklich soll'n wir durch Dich nur werden - Und uns're Freude bleibe immer jung. - Drum, guter König, langes, langes Leben - Mag dieser Trunk, den ich Dir biete, geben. - - Ließ jüngst, mein König, mir so reichen Hausrath senden, - Mag Gott dafür Dir reichen Seegen spenden. - -Nachdem beide Majestäten geruht hatten, dieses Gedicht anzuhören, -überreichten drei kleine Mädchen, ebenfalls grün und weiß gekleidet, -zweie[102] Sr. Majestät dem König, einen Teller mit Waldbeeren, die -dritte[103] Ihro Majestät der Königin, einen Becher mit Wasser, mit den -Worten: - - »Dir gute Königin, mög' langes, langes Leben - Der frische Trunk, den ich Dir biete geben!« - -Sodann vereinigten sich die Mitglieder des obenerwähnten Frauenvereins, -um durch die dermalige Vorsteherin die Frau Rentamtmann +von -Schleinitz+ Ihro Majestät der Königin vorgestellt zu werden, indem ein -Mädchen aus der vom Frauenverein zu +Grünhain+ errichteten Nähschule, -Ihro Majestät ein Gedicht auf einem mit Blumen bekränzten Körbchen -zu überreichen die Ehre hatte. Ihro Majestät geruhten huldvollst und -herablassend mit mehreren Mitgliedern des Frauenvereins zu sprechen. -Nachdem beide Majestäten das mit Blumen bekränzte Monument betrachtet -und auf das wohlwollendste über die Ausführung der Sache als die -Feier dieses Tages sich ausgesprochen hatten, geruhten sie in der zu -dieser Feierlichkeit erbauten mit Blumen umwundenen Bude, ein von dem -Stadtrathe von Grünhain veranstaltetes frugales Frühstück einzunehmen, -bei welchem die Beamten von Nah und Fern die Ehre hatten hinzugezogen -zu werden. - -Unter lautem Vivatruf setzte sodann das allgeliebte Regentenpaar die -weitere Reise über +Schwarzenberg+ nach +Schneeberg+ fort. - -Durch mehrere milde Beiträge[104], kam es bald hierauf soweit, daß -die Hütte gehoben werden konnte. Die Feierlichkeit dabei war in den -Leipziger Zeitungen No. 236. Dienstags den 2. Octbr. 1838 ~pag.~ 3452 -auf folgende Weise beschrieben: - - »+Vom Fürstenbrunn+, im königl. sächs. Erzgebirge, d. 27. Septbr. - (Privatmittheilung.) - - Der heutige Tag war für Viele, welche diesem Brunnen zunächst - wohnen, ein heiterer Festtag. Der Bau der Köhlerwohnung daselbst - war so weit gediehen, daß sie gehoben werden konnte, und nun - ihrer baldigen Vollendung entgegen sieht. Nicht jedes Volk ist - so glücklich, Stätten nachweisen zu können, an welche es, wie - es hier geschehen darf, der Anfang eines Jahrhunderte hindurch - fortdauernden Glückes anknüpfen kann. Sinnbildlich erinnert - uns auch die Quelle, welche seit Jahrhunderten ununterbrochen - hervorsprudelt, und deren Wächter dieses Haus erbauet wurde, - an jene Quelle, die seit dieser Zeit unserm Vaterlande Glück - und Segen strömt. Hierdurch empfing der +27. September d. J.+ - eine eigenthümliche Weihe. Das Musikcorps, aus Bergleuten von - der benachbarten Grube »Gottesgeschick« bestehend, hatte sich - freiwillig zu dieser Festlichkeit eingefunden. Es stimmte zuerst - einen feierlichen Chorgesang an, dann sprach der Baumeister zu - den zahlreich Versammelten die Empfindungen aus, mit welchen er - -- auf Geheiß des treuen Sachsenvolkes -- dieses Wächterhaus - soweit aufgerichtet habe, und nachdem er die heißen Wünsche für - das fortdauernde Wohlergehen unsrer allverehrten Königsfamilie - ausgesprochen hatte, gedachte er dankend derer, welche ihn durch - ihre Beiträge in den Stand gesetzt hatten, diese Wohnung aufführen - zu können -- er vergaß auch dessen nicht, welcher aus dem königl. - preuß. Herzogthum Sachsen, ohne Nennung seines Namens, einen - mit herzlichen Worten begleiteten Beitrag eingesendet hatte. -- - Unwillkührlich stimmten hierauf die Versammelten aus vollem Herzen - ihr »+den König segne Gott!+« an. Erst, als der Sonne letzte - Strahlen auf das in alterthümlicher Einfachheit sich erhebende - Köhlerhaus fielen, trennten sich die Anwesenden von einander, - herzliche Grüße der Liebe und Verehrung von den Bergen der - erhabenen königlichen Familie aus der Ferne zusendend. -- - - +Nachschrift.+ Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen Bitten - der thätigen Leitern dieses Baues, so dürfte das Wohnzimmer des - Köhlers mit Copien von Gemälden[105] geschmückt werden, welche - einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht mit den - Copien von den Portraits des Köhlers +Schmidt+, des +Kunz von - Kauffungen+ und a. welche sich in dem Besitze eines erlauchten - Fürstenhauses befinden.« -- - -Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ zu -Grünhain) wurde am 27. Septbr. 1838 bei der Hebung des Köhlerhauses -gesprochen: - - »Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als Baumeister dieses - Wächterhauses, Ihnen allen geehrte Anwesende, die gewiß meine - Freude theilen, den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest - zusammengefügtes Gebälk, über welches bald das schützende Dach - sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen wir doch jetzt - schon im Geiste den treuen Wächter der Quellen, den Köhler, hier, - als aus seiner Wohnung aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit - taucht vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen schauen - freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, dessen heilige Erinnerung - hier bewacht werden soll, eine gesegnete Zeit für uns begann, den - Wohlstand unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter - aller derer, welche in +Albrecht+ ihren Ahnherrn verehren, immer - herrlicher und herrlicher erblüthe. Ja, gewiß! wie diese Quelle - hier, seit Menschen sie sahen, +nie+ versiegt ist, so fließet auch - heute noch die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da unser - hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes ist -- und - trägt Glück und Friede in Hütten und Palläste. Ich muß es Ihnen - gestehen, wenn ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im - geschäftigen Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen sah, da nahm - der Gedanke mein ganzes Herz ein; eine große Familie will eine - schöne Erinnerung nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen - der dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt - erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu schätzen wußte, sie - sammelt sich, freudig dankend, um diejenigen, welche jetzt Vater - und Mutter dieser großen Familie sind und rufen Ihnen von den - Bergen zu: lebet hoch! -- - - Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters und dieser Mutter: - sie leben hoch! - - Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter glücklich wohnend - auch mit bauen wollte die Hütte, weil sein dankbares Herz es ihm - gebot, der aus weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch![106] - - Die als die Bauherren den Grundstein legten, sie leben hoch! - - Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke Gott glückliche Tage - und nehme sie, wie diese Hütte, in seinen besondern gnädigen - Schutz!« -- - - * * * * * - -Sobald nun das Haus gehoben war, schritt der Bau bald vorwärts, durch -die Bauunternehmer,[107] so daß es noch vor dem Winter bewohnbar -hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 wurde der Tag des -Einzuges einer zwar armen aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie[108] -aus +Raschau+, die also noch vor dem strengen anhaltenden Winter ein -sicheres Obdach erhielt. Den 9. November 1838 wurde von der hohen -Kreisdirection die +Schankconzession+, doch mit der Beschränkung nur -+anständige+ Gesellschaft dort zu dulden, ertheilt. - -So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man nur +gerne+ weilt und -dabei sich als ein Punkt auszeichnet, der schon von der Natur durch -das grüne +Oswaldsthal+ in dem der Oswaldsbach von Waschleute nach -Wildenau fließt, geschmückt ist, was man von dem Köhlerhause herab -sehen kann, und dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich -majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht der Berggebäude -+Gottesgeschick+ und +Graul+ so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles -malerische erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird hiervon -angezogen und danket noch immer der Vorsehung für die Erhaltung des -sächsischen Regentenhauses! -- - - * * * * * - -Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 □ Rth. ein und ist ungefähr -60 Ellen seitwärts vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern -desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden zugewiesen worden, -wovon 189 □ Rth. als Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden kann. -Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, das Wiesenstück -aber unmittelbar unter dem Hause. - -Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus vollends aufgebaut, daher -erfreute sich solches schon im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines -ungetheilten Beifalls und zahlreichem Besuche, was das dort -befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget. - -Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung des Prinzen +Albrecht+, -wurde diesmal als der Tag der Einweihung des Köhlerhauses feierlich -begangen, was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen -Kreisblattes vom 16. Juli 1839 ~pag.~ 216. befindlichen Aufsatze -schließen kann. Dessen Inhalt war folgender: - - »+Fürstenberg+ bei Grünhain, am 8. Juli 1839. -- Das durch - Beschädigungen sonst vielfach verunstaltete aber immer wieder - hergestellte hiesige Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des - Prinzen +Albrechts+ von Sachsen am 8. Juli 1455 hat endlich nun - nebst der dasselbe umgebenden Waldung einen bleibenden Schutz durch - das hier neu erbaute Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt, - gefunden. -- - - Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch gegenwärtig das - Unternehmen, hier eine bewohnbare an den entschlossenen Befreier, - den Köhler +Schmidt+, nachher Triller genannt, erinnernde - Köhlerhütte herzustellen freiwillig unterstützen. So hat Herr - Buchbinder +Buchner+ in Schneeberg zum gestrigen Tage ein recht - geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem Orte unentgeldlich - gewidmet und vorzüglich Herr Kaufmann +Gottschald+ in Scheibenberg - den neuen Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen - wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch seine Mittel - übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt. Auch gestern, - wo ein heiterer Sommertag der ganzen, jedem Sachsen heilige - Stätte ein recht freundliches Aeußere verlieh, sind wieder - freiwillige Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden. - Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den öffentlichen - Blättern besonders durch den für alle gemeinnützige Gegenstände mit - vielem und beharrlichem Eifer erfüllten Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ - in Grünhain[109] erfolgt sind, lassen daher wohl noch manche - weitere Unterstützung erwarten. Sollte es hierdurch mit der Zeit - gelingen, daß die im Innern des Köhlerhauses angebrachten Räume - zur geselligen Aufnahme die jetzt noch entbehrenden +Oefen+[110] - erhielten, -- eine in der hiesigen ziemlich rauhen Gegend ganz - nothwendige Zimmerausschmückung, -- so läßt es sich wohl erwarten, - daß dieser historisch reich und von der Natur sehr freundlich - ausgeschmückte Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von Fremden wie - Einheimischen zahlreich besucht werden wird. - - Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten sich vorzüglich - die in dichterischer Form recht gelungen angebrachten Toaste des - Herrn Oberzollinspectors +Frege+ in Annaberg, Herrn Kammerath - +Reiche-Eisenstuck+ von dort und des Herrn Pastors +Behr+ zu - Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des Tages war ein Concert im - Freien gewidmet und gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine - Opferflamme, auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten Denkmales - angebracht, die +allgemeine Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes - Regentenhaus verkündete+.« -- - - -Nähere Beschreibung des Köhlerhauses. - -(Dazu Abbildung ~No.~ 3.) - -Zuerst gelangt man (s. Abbildung ~B.~) auf 3 steinernen Stufen (~a~) -in die 13½° lange und 3½° breite mit Steinplatten gepflasterte -+Hausflur+ (~b~). Von der Hausflur rechts kommt man hiernächst in -das +große Gesellschaftszimmer+ (~c~), welches 13½° lang und 9° -breit ist. Auch befindet sich in selbigem an der Hausflurseite ein -gußeiserner Etagenofen (~d~). Verläßt man dieses Zimmer und wendet -sich in der Hausflur links, so gelangt man in die 6° lange und 5½° -breite +Wohnstube+ des Wächters (~e~) in der sich ein Plattenofen -(~f~) befindet. Von hieraus führt eine Thüre in die 6° lange und 3½° -breite +Stubenkammer+ (~g~) worin sich auf der hinteren Seite eine -+Erhöhung+ (~h~) durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu -der eine 3 Stufen hohe Treppe führt (~i~). Geht man sodann in die -Hausflur zurück, so kommt man auf der linken Seite, in die 3¾° lange -und 2½° breite +Küche+ (~k~). In derselben steht ein gemauerter Heerd -(~l~) mit eingesetzter Bratröhre (~m~). Ferner führt von der Hausflur -aus links durch eine Doppelthüre auf einer Treppe (~n~) (s. Abbildung -~A. a.~) von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4° breite einfach -gewölbten (s. Abbildung ~A. b.~) +Keller+ (~Ac.~) (~o~). Kommt man -wieder hinauf aus dem Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren -in die Privets (~p~). In die Etage (~C.~) gelangt man durch eine mit -Geländern versehene 13 Stufen hohe hölzerne Treppe (~q~). Durch die -Treppe (s. Abbild. ~C.~) (~a~) kommt man auf einen kleinen Vorboden -(~b~). Auf diesem befindet sich ein Dachfenster (~c~). Dem gegenüber -in das 8¾° lange und 5½° breite +kleine Gesellschaftszimmer+ (~d~), -in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter Kanonenofen (~e~) -sich befindet. Verläßt man dieses Zimmer so kommt man rechts von -obengenannten Vorboden in die +Schlafkammer+ des Wächters (~f~), sie -ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die Esse (~g~) zum Dache -hinaus. Dieser Kammer gegenüber, mithin links des Vorbodens ist eine -+zweite+ ebenfalls so lange und breite +Kammer+ (~i~) als die Vorige. -Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne 9 Stufen hohe Treppe (~k~) -auf den +Oberboden+.[111] - -Der +Stall+ (s. Abbild. ~A. d.~) befindet sich im Erdgeschoß und ist -12° lang und 9° breit. Uebrigens ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen -(~e. f. g.~) und einer Krippe (~i~) versehen. Am östlichen Ende -befindet sich ein Kuhstand. (~h~) -- - - * * * * * - -Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet, über 1000 Thlr. -Baumeister waren der Zimmermeister +Friedrich Rau+ in Schwarzenberg und -der Mauermeister +Karl Hübschmann+ in +Grünstädtel+. --[112] - -So wurde ein Werk, welches im Anfang so schwierig zu gedeihen schien, -doch durch den unermüdeten Eifer des Herrn Rentamtmann +von Schleinitz+ -und des Herrn Finanzprocurator +Lindner+ zur Zufriedenheit Aller -vollendet. -- - - - - -Anhang. - - -Als Anhang möge eine +Charade+ noch Platz finden, die durch ihren -Inhalt zum 1. Theile passend ist:[113] - - Heller Himmel, blau und golden, - Lerchenschlag, Pirolensang, - Lockten mich mit meiner Holden - Nach umbuschten Bergeshang. - - Wie berauscht vom Wonnemorgen, - Plaudernd bald, und singend bald, - Streiften wir ganz ohne Sorgen - Immer tiefer in den Wald. - - Und schon trieb die muntere Heerde - Blasend ein der ferne Hirt, - Da -- macht' Etwas uns Beschwerde; - Denkt! wir hatten uns verirrt. - - Alles war so lau und luftig, - Gleich dem Sammte schien das Gras, - Maien wehten, ach! so duftig -- - Doch, zu hungern, ist kein Spaß! - - »Laß an +Drei+ und +Vier+ uns halten;« - Sprach ich -- »der steht Felsenfest - An ein unbekanntes Walten, - Schützend selbst des Sperlings Nest.« - - »»Magst mir's, wenn ich satt bin, sagen;« -- - Meinte, schlecht erbaut, mein Kind! -- - »Doch, sieh' dort den Meiler ragen; - Laß zu ihm uns gehn geschwind.«« - - Ob wir gleich den Lauf begannen, - Eifrig suchten kreuz und quer, - Sah'n wir, ob der hohen Tanne, - Doch nun selbst den Rauch nicht mehr. - - Bald -- wie einst der schwarz Rabe - Fütternd zum Propheten kam, - Bot von +Eins+ und +Zwei+ ein Knabe; - +Erdbeer'+ uns und Brod und Rahm. - - Von der treuen +Ersten+ Hütte - Wählten wir den Speisesaal; - Milch und Brod in ihrer Mitte - Mahnt' uns an ein fröhlich Mahl.[114] - - Doppelt schien der Wald nun luftig, - Noch einmal so grün der Grund, - Auch die Tanne weht' uns duftig, - Glas an Glas und Mund an Mund! - - »Siehst Du, Kind!« -- so rief ich fröhlich -- - »Daß der +Letzte+ nicht verläßt; - Woll'n an ihm, -- dann sind wir seelig -- - Gleich, der +Ersten+, halten fest!« -- - - F. K. - - -Auflösung. - - Den Schlüssel hier zur Schraube - Giebt zwar -- der +Köhlerglaube+, -- - Doch nimm ihn nicht sogleich als baare Münze hin, - Prüf' lieber erst genau, bis Du erspähst den Sinn! - Dann schlage +hier+ noch nach, triffts +hier+ auch glücklich ein? - So war die Freude groß und -- nirgends leerer Schein! -- - - - - - So prüf' gefälligst auch die Prosa dieser Schrift - Und sprich nicht gleich zuvor die schrieb gewiß kein Swift! -- - Ist dir dann manches neu, doch der Geschichte treu gewesen, - Dann bitte, nimm es an, als Deiner Nachsicht werth zum Lesen. -- - - - Annaberg, - gedruckt bei +Eduard Hasper+. - - - - -Berichtigungen. - - - Seite 2 Zeile 22 v. o. nach: traf ist einzuschalten: +es+. - - " 3 " 3 " " statt: Plugk lies: +Pflugk+. - - " 3 " 10 " " nach: Schwickershain fehlt: (-- +das - heutige Schweickershain+ --). - - " 4 " 3 " u. statt: Türingen lies: +Thüringen+. - - " 5 " 2 " o. statt: ihm lies: +ihn+. - - " 5 " 8 " " statt: vom lies: +von+. - - " 5 " 13 " " " im lies: +in+. - - " 5 " 15 " " " meißnische lies: +meißnischen+. - - " 5 " 9 " u. " dem lies: +den+. - - " 6 " 2 " o. " dem lies: +den+. - - " 7 " 12 " " " wären lies: +waren+. - - " 7 " 17 " " " Verträge lies: +Verträgen+. - - " 8 " 12 " u. " ihm lies: +ihn+. - - " 8 " 10 " " fällt nach Dienstag das +Komma+ - hinweg. - - " 10 " 5 " o. fällt nach Isenburg das +Komma+ - hinweg. - - " 10 " 6 " " statt: seine lies: +seinen+. - - " 10 " 5 " u. " folgender lies: +folgenden+. - - " 11 " 1 " " " Hanse lies: +Hause+. - - " 12 " 6 " o. nach: als ist einzuschalten: +solches+. - - " 15 " 10 " " statt: seinen lies: +seinem+. - - " 16 " 15 " " " Monument lies: +Monumente+. - - " 16 " 5 " u. " auch lies: +auf+. - - " 18 " 13 " " " solte lies: +sollte+. - - " 23 " 2 " o. " Prinz lies: +Prinze+. - - " 28 " 4 " u. " exestirte lies: +existirte+. - - " 30 " 1 " o. nach: zunehmen ist einzuschalten: [40] - - " 30 " 2 " " statt: den lies: +dem+. - - " 30 " 19 " " " wär lies: +wäre+. - - " 33 " 3 " u. laß die erste 1 weg. - - " 40 " 2 " o. statt: mehrfaches lies: +mehrfachen+. - - " 40 " 4 v. o. statt: den lies: +dem+. - - " 40 " 9 " " " Prinzenraub lies: +Prinzenraube+. - - " 40 " 14 " " " weiten lies: +weitem+. - - " 42 " 14 " u. " Pachter lies: +Pastor+. - - " 44 " 1 " o. " Hände lies: +Händen+. - - " 44 " 10 " " " Vulpius lies: +~Vulpius~+. - - " 47 " 19 " " " mit lies: +nit+. - - " 48 " 11 " " " der Familie lies: +die Familien+. - - " 48 " 3 " u. " deusche lies: +deutsche+. - - " 51 " 11 " " nach: vier Kinder schalte ein: +eine - Prinzessin und+. - - " 52 " 2 " o. statt: Turzold lies: +Tunzold+. - - " 54 " 5 " " fällt das Wort: +der+ hinweg. - - " 57 " 11 " " statt: den lies: +dem+. - - " 58 " 1 " " " welcher lies: +welchen+. - - " 58 " 3 " u. " Pachter lies: +Pastor+. - - " 60 " 5 " " " Pachter lies: +Pastor+. - - " 69 " 6 " o. " hinterlich lies: +hinderlich+. - - " 70 " 6 " " " ihre lies: +ihrer+. - - " 71 " 7 " " " den beiden Lehrern lies: +der - beiden Lehrer+. - - " 75 " 5 " o. " welchen lies: +welche+. - - " 75 " 8 " " " konnten lies: +konnte+. - - " 75 " 16 " " " jener lies: +jene+. - - " 76 " 1 " u. " ~p.~ 64 lies: ~p.~ 46. - - " 81 " 4 " " " Abgemeinen lies: +Allgemeinen+. - - " 82 " 9 " " setze: (~d~) unmittelbar hinter dem - Worte: +Etagenofen+. - - " 82 " 1 " " setze: (~i~) unmittelbar hinter dem - Worte: +führt+. - - " 83 " 3 " o. setze: (~k~) unmittelbar hinter dem - Worte: +Küche+. - - " 83 " 4 " " setze: (~m~) unmittelbar hinter dem - Worte: +Bratröhre+. - - " 83 " 11 " " setze: (~p~) unmittelbar hinter dem - Worte: +Privets+. - - " 83 " 11 " u. statt: Kanonofen lies: +Kanonenofen+. - - " 83 " 10 " " nach: kommt schalte ein: +man+. - - " 83 " 5 " " statt: lang lies: +lange+. - - " 84 " 3 " " " speciel lies: +speciell+. - -[Illustration: Die innere Ansicht des Köhlerhauses am Fürstenberge.] - - - - -Fußnoten - - -[1] s. ~Aen. Sylvius de statu Europae c. 24. ap. Frkhr. T. II. pag. -221. (edit. Struv. Argentor 1717.) »Conradus Rauses (de Kauffungen) -nobili loco apud Saxones natus, bellicae rei peritus, manu promptus, et -animo imperterritus etc.«~ -- - -[2] ~Albinus~ Landchronik der Meißn. Lande. ~pag.~ 265. - -[3] s. Kunzens Revers wegen des ~ad interim~ ihm eingeräumten Gutes -+Schwickershain+ und Zugehörungen unter den Beilagen zu den gleich -anzuführenden +Churfürstl. Manifeste+ in +Wecks+ Dresdner Chronik, -~pag.~ 170. -- - -[4] sowohl die Koburgsche Pflege, als auch alle Schlösser und Güter in -Thüringen. ~+Kammermeisteri+ Annal. Erfurt, ap. Menken. T. III, pag. -1180--1215.~ - -[5] +Müllers+ sächs. ~Annal. pag. 29, Chron. terrae Misn. pag. 360. -Kammermeisteri, l. c. T. III. p. 1210~. - -[6] Der +Landfriede+ wurde zuerst durch eine Verordnung der geistlichen -Synode zu +Elne+ in Rousilon den 16. Mai 1027. als eine Zeit, wo keine -Fehden bei Vermeidung des Bannes eintreten sollten, ausgesprochen. Es -durfte hierdurch namentl. kein Krieg statt finden, wenn Gottesdienst -gehalten wurde. In Deutschland trat dieser Landfrieden später jedoch -allgemeiner ein im Jahre 1495. und das Reichskammergericht entstand nun -zugleich als Behörde, welche darüber zu richten hatte und bei welcher -alle deutschen Fürsten verklagt werden konnten. Mithin fehlte es zur -Zeit des Prinzenraubes noch an einer Gerichtsbehörde, sogar in Sachsen -selbst wurden das Oberhofgericht zu Leipzig und die Landesregierung zu -Dresden erst im Jahre 1483 u. 1486 errichtet, s. v. +Römers+ sächs. -Staatsrecht Th. 2. ~pag.~ 104. §. 12. -- +Kretschmanns+ Geschichte -des Oberhofgerichts zu Leipzig, seit seiner Entstehung. Leipzig 1804. -8. -- Früher wurde der Landfrieden in Thüringen als im Meißnischen -und überhaupt in Deutschland eingeführt durch das auf dem Landtage -zu Weisensee beschlossene Gericht vom J. 1446. s. +Weißens+ sächs. -Geschichte Band 2. ~pag.~ 377. - -[7] Daß +Kunz Eisenberg vor+ dem Prinzenraube besessen hat, ersieht -man aus einer Montags nach Ostern 1455. ausgestellten Urkunde. -(~Schoettgenii opuscula minora per Godofr. Imman. Grandig.~ 337) worin -+Kunz+ sich als Zeuge auf folgende Weise unterschrieben hat: +Kunyz -Kauffungka snd in ein na Eysenberczia.+ - -d. i. Kunz von Kauffungen gesessen zu Eisenberg. -- +Eisenberg+ ist -noch +jetzt+ der Name des Schlosses. - -[8] +Schreiters+ Geschichte des Prinzenraubes ~pag.~ 1 da 167 u. f. - -[9] Nach dem julianischen Kalender der 25. Juni, nach unserm -verbesserten Kalender der 7. Juli. - -[10] Indem Kunz von Kauffungen als früherer Schloßhauptmann im ganzen -Altenburger Schlosse bekannt war. - -[11] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 266. -- - -[12] s. +Müller+ a. a. O. ~Tab.~ 2 u. ~Tab.~ 16. - -[13] Dieser Brief befindet sich auch in ~Vulpii Plagio Kauffung~. -Weißenfeld 1704. 4. ~pag.~ 8. -- - -[14] +Im verständlicheren Deutsch+: - -Meinen willigen Dienst, samt alles Liebes und Gutes zuvor. - -Ehrbarer, strenger lieber Junker! - -Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags nach der -Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit den meisten Hofleuten, auch auf -den Montag Abend der Kanzler ein Gastmahl in seinem Hause ausrichten -wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da nun auch auf dem -Schlosse um diese Zeit der alte Asmus allein den Trabantendienst hat, -der zuerst eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner -bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht bergen, und meiner -angelobten Treue gemäß Euch zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen -gewärtig zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum Altenburg am -Sonnabend nach Mariä Heimsuchung. Anno 1455. - -+Hans Schwalbe.+ - - -[15] s. +Brauns+ monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen. Th. IV. ~pag.~ -486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget, doch waren es nicht -eigentliche Strickleitern, wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen -Stücke davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei +Weck+ a. a. O. - -[16] Nach einer Handschrift, welche ~M.~ +Joh. Tauchnitz+ 1633, der als -Pfarrer in +Morstab+ bei Altenburg starb, hinterlassen hat. - -[17] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267 und die +sächs. -Provinzialblätter+ 1801, im Januar Stück 82. - -[18] Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage zu dem -Manifest. Bei +Weck+ a. a. O. ~pag.~ 172. - -[19] +Dieser Wald+ ist jetzt noch 2 Stunden lang und 1 Stunde breit. - -[20] Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren, allenfalls bei -einem Furt durch die Mulde setzen, welches bei mittelmäßigem Wasser -angeht, wäre aber dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er -die +Wolkenburger+ Brücke passiren. Nun besaß er aber das nahe bei -Wolkenburg über der Mulde gelegene Schloß und Rittergut +Kauffung+, -sein Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner Streitigkeiten -mit dem Kurfürsten muß aufgehalten haben, weil er seinen Revers an den -Kurfürsten mit folgenden Worten anfängt: - -+Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen gesessen.+ - -[21] s. +Schreiter+, a. a. O. ~pag.~ 256. ff. - -[22] Nämlich am +Fürstenberg+, ein Berg im Zwickauer -Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde von +Grünhain+ und -¾ Stunde von +Raschau+, im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen. -Diesen Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem er früher -»+Schmiedewald+« hieß. Man findet hier sehr viele alte Meilerstätten, -vorzügl. rechts bei dem jetzt errichteten +Monumente hin+, auch -oberhalb des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche, die mit Moos -und Erde schon überzogen sind, wozu Jahrhunderte gehören. -- Nach -+Schumanns+ Staats-, Post- und Zeitungslexikon. Band 15. ~pag.~ 976. -käme der Name Fürstenberg, nicht von der Befreiung des Prinzen her, -sondern von +First+ (+Hochberg+) allein blos der untere Theil des -Berges heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze desselben -oben in der Nähe bei Grünhain, die +Spiegelwald+ genannt wird. Er -verwechselt daher offenbar diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es -ist +erwiesen+, daß dieser erstere früher +Schmiedewald+ hieß. (s. -Anmerkg. 32.) - -Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben, so rechts von -der Quelle die +Fürstenberger Fundgrube+, welche auf Eisenstein baut. -Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe +Haide+ zu +Himmlisch Heer+ -und dann der +Frischglückstolln+. Nach +Gottesgeschick+ zu auf der -Wiese liegt der +Mohrenstolln+. Der schon oben erwähnte +Marmorbruch+ -befindet sich über dem Denkmale, auf der Spitze des Fürstenberges. -Besitzer ist dermalen der Herr Erbrichter +Stölzel+ zu +Oberscheibe+. -Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich wegen seiner Festigkeit und -Weiße aus. Da man aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon -gemacht hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen, und wird zu Kalk -verbrannt. Nicht weit davon ist +Kieselshoffnung+, wo man Kupferkies -gewinnt. - -[23] s. +Spangenbergs+ Mansfelder Chronik 559. - -+Albinus+ a. a. O. 269. - -~Fabric. Origg. Saxon. liber.~ 7. - -[24] s. +Oesfelds+ Landchronik. 2. Th. 65. - -[25] In Adam Daniel +Richters+ Annaberger Chronik. 1746. 1. Th. 1. -St. ~pag.~ 6. steht folgendes geschrieben: »+Es ist ein geschickter, -kunstreicher Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz, in das -Kloster Grünhain gehörig, welcher noch am Leben gewesen, als der -Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser Rosenkrantz und Kuntz von -Kauffungen sind stets beisammen gewesen, und als Kuntz von Kauffungen -die jungen Fürsten von dem Schlosse Altenburg wollen wegstehlen, hat -ihn Rosenkrantz sehr gewehret, er sollte es nicht thun, es würde ihm -Leib und Leben kosten. Welches auch hernach geschehen ist.+« -- - -[26] Kam erst 1459 zu Sachsen, indem +Georg Podiebrad+, König von -Böhmen, seiner Tochter +Sidonia+ die Herrschaft +Schwarzenberg+ als -+Morgengabe+ bei ihrer Vermählung mit dem Herzog +Albrecht+ (derselbe, -den Kunz von Kauffungen geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde -damals Schwarzenburg genannt. s. +Lunigs+ deutsches Reichsarchiv. -~Part. spec. cont. I.~ B. 6. Der ersten ~Contin.~ 1. Forsetz. ~pag.~ -232. s. a. +Richter+ a. a. O. ~pag.~ 28. -- - -[27] +Grünhain+ ist eine kleine Bergstadt im Königreich Sachsen im -Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte Grünhain, an der Chaussée nach -Chemnitz gelegen. Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes -Grünhain. 153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend. Die Stadt -liegt untern 30° 28′ der Länge und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛ -St. NNOlich von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St. von -Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg, 2 St. von Schlettau und -3 St. von Geier; 1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von Lößnitz; -1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg OSOlich, gegen 2000 par. Fuß -über dem Meere. -- Wo dermalen das Amthaus mit seinem sogenannten -+Klostergarten+ steht, stand früher ein Cistercienser Kloster, welches -1142 (nach +Weinarts+ weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr -1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser Mönchen, aus dem -Kloster +Sittichenbach+, und dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden -besetzet worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536 wieder -aufgehoben wurde. Von den Aebten des Grünhainer Klosters sind nur -noch folgende bekannt: Abt +Nicolaus+ 1443, +Liborius+ 1456, +Johann -Funk+ (+Johannes+) 1475, +Paul Morgenstern+ von Zwickau, +Gregorius -Küttner+ 1517, +Johannes+ (+Göpfert+) der letzte Abt 1533, wurde dann -1536 lutherisch, heirathete und zog nach +Schlettau+. s. +Oesfeld+ -historische Beschreibung von Lößnitz (1777) II. ~pag.~ 65--76. -- -+Erb-+ und +Lehnbrief Ottocari+, Königs von Böhmen, an das Kloster -Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen Nachrichten, 1725, ~pag.~ -529.) -- +Summarischer Extract+ eines diplomatischen Manuscripts vom -Kloster Grünhain (s. +Horn's+ Handbibliothek II. ~pag.~ 304--19.) -- -+Beschreibung+ von +Grünhain+ vom Pastor +Schreiter+ in Elterlein (s. -Erzgebirg. Boten. 1808. ~pag.~ 218--24.) -- ~M.~ +Freibergs+ gelehrte -Grünhain. Dresden 1737. 4. 2. Bogen. -- Altes aus allen Theilen der -Geschichte ~C. I.~ ~pag.~ 415. -- ~+Schoettgen+ et +Kreyssig+ diplomat. -II.~ ~No.~ 17. -- Tobias +Schmied+ in ~Chron. Cygnea Part. I.~ ~Cap.~ -4. ~pag.~ 18 u. 19. -- ~+Ecksterm.+ in Chron. Walkenred.~ ~pag.~ 48. --- ~+Schmied+ dict. Chron. Part. poster. in Annal.~ 1429. ~pag.~ 189. -+Weinarts+ Rechte u. Gewohnheiten der beiden Markgrafthümer Ober- und -Niederlausitz. Leipzig; 1793. 1. Th. ~pag.~ 512. -- +Richter+ a. a. O. -1. Th. 1. Stück 1746. ~pag.~ 6. u. dessen 2. Th. 1. Stück. 1748. ~pag.~ -33. -- +Schumann+ a. a. O. 3. Band. ~pag.~ 602--610. u. 16. Band, -~pag.~ 561--575. -- - -[28] Nach +Albinus+ a. a. O.; +Groschupf+ (~Oratio degentis -Trillerianae ortu, progressu et insignibus~) und nach ~Dr.~ Daniel -Wilhelm +Trillers+, sächsischer Prinzenraub, hat Prinz +Albrecht sich -gestellt+ als habe er einen so heftigen Hunger und Durst, daß er erst -selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten könne. - -[29] s. +Tenzels+ curieuse Bibliothek. 2. ~Repositor.~ 744. -- -+Richters+, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück ~pag.~ 34. -- - -[30] Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und die ganze -Darstellung des Prinzenraubes nebst des Köhlers Bildniß darauf -prägen. Allein sie sprang 1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher -eingeschmolzen. -- - -[31] Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand, indem der Prinz -schon die Köhler von weiten gesehen hätte. -- - -[32] Wahrscheinlich sagt +Schreiter+ a. a. O.: brannten sie die Kohlen -für die Schmiede in Geier und wurden von ihnen mit Brod ausgelohnt. -Auf diese Vermuthung bringt mich +Oesfeld+, welcher im Schömburgischen -Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur Auflösung dieses Zweifels -verhilft mir ein Kaufbrief über den der hiesigen Kirche und Hospital -zu Lößnitz gehörenden +Grünwald+, daß derselbe an den +Schmiedewald+ -grenze. Der Name des Schmiedewaldes rührt von den Geierschen Schmieden -her, welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben brennen -lassen. Da Geier eine alte Bergstadt ist, (erbaut im Jahre 1395. -Richters Annaberger Chronik. Th. 1. ~pag.~ 8.) welche eher als die -umliegenden Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk der Schmiede -dort zahlreich und wohlhabend gewesen sein, dazu die Bergschmiede -anbei viel müssen beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde -in einer Entfernung von 3 Stunden haben kohlen lassen; so ist es -wahrscheinlich, daß sie auch solches auf dem Fürstenberge haben thun -lassen können. (Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.) Nimmt man -nun an, daß dieses geschehen sei, so läßet es sich erklären, daß sie -auch die Köhler mit Brod versorgt haben, folglich der +Bruderssohn+ des -+Georg Schmidts+ in +Geier+ und nicht in Grünhain das Brod hat holen -lassen.« -- - -Wenn nun die Herrn +von Schönburg+ den Schmieden zu Geier Erlaubniß -ertheilten, im Schmiedewald Kohlen zu brennen, so ist +Oesfelds+ -Vermuthung ganz richtig, daß sie ihnen auch am Fürstenberge auf -demjenigen Hartensteinischen Theil, der ihnen damals noch gehörte, -diese Erlaubniß ertheilen konnten. -- s. ~Vulpius l. c. §.~ 24. -- - -Die Hartensteiner und des Grünhainer Klosters Besitzungen lagen nämlich -damals sehr untermengt untereinander. - -[33] +Schweinitz+ soll wirklich nach Albrecht einen +Schwerdtstreich+ -geführt haben. s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 270. -- - -[34] Man schlägt nämlich mit einem Messer, das bei den Bergleuten und -Köhlern +Zschörper+ heißt, auf das Eisen einer Holzaxt und der Schall -davon ist sogleich allen Köhlern ein Zeichen, daß Gefahr vorhanden -sei. -- - -[35] ~D.~ +Triller+ a. a. O. 77. ~sub lit. R.~ und ~Fabricius in Origg. -Sax. lib. VII~. - -[36] Daß +Liborius+, Abt zu Grünhain im Jahre 1455 gewesen ist, sieht -man daraus, indem +Horn+ in seiner Handbibliothek ~pag.~ 316 einen -Auszug aus einer Urkunde, die Abt +Liborius+ in demselben Jahre -ausgestellt hat, liefert. -- Die ganze Urkunde aber findet man in -~Historia diplomatica Abbatiae Grunhaynensis~. §. 55., welches Werk in -~Schoetgenii et Kreysigii scriptoribus Hist. Germ. med. aevi. Tom. II.~ -526.--569. eingerückt ist. -- Eine andere Urkunde dieses Abtes von 1456 -enthält +Wellers+ Altes aus allen Theilen der Geschichte. 4tes Stück -417. -- - -[37] Mehrere Geschichtsforscher wollen behaupten, daß er in +Grünhain+ -übernachtet hätte. -- - -[38] In +Schmiedts Zwickauer Chronik+, ~pag.~ 444 wird deswegen -die Ablieferung nach Zwickau behauptet, weil er als Hauptmann -(Amtshauptmann) zugleich Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof -zu Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen zu -Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen, hätten durch ihre Hauptleute zu -Zwickau immer die Voigteigerechtigkeit verwalten lassen. - -[39] Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das jetzige -+Amthaus+ dafür erbaut. Bis dahin existirte aber noch die -+Fürstenstube+ oder der +Fürstensaal+ in dieser Schösserwohnung, in -welcher, der Sage nach, Prinz +Albrecht+ geschlafen hat. - -[40] +Eisenburg+ ist eine ehemalige Burg im Zwickauer -Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft +Stein+, im -Amte Lößnitz, ½ Stunde südl. von Hartenstein auf dem linken Ufer der -Mulde, im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben nur einige -Ruinen übrig, und unter dem Namen des +Raubschlosses+ bekannt. Der -Eisenburg gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt -und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke, beide von den -Eisenfuhren so genannt, die sonst häufig zwischen Lößnitz und -Schneeberg verkehrten. Man vergleiche +C. G. Grundigs+ Nachrichten von -dem in der Herrschaft Stein ehemals gelegenen Schlosse Eisenburg. (in -Kreißigs Beitr. II. ~pag.~ 378--391.) In +Schumann+ a. a. O. Band 15. -~pag.~ 569. steht geschrieben: »Es unterliegt wohl keinem Zweifel, -daß +Mosen+ den Kurprinzen +Ernst+ hierherbringen wollte, vielleicht -gar aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr nach +Eisenberg+ in -Böhmen geschafft wissen wollte; denn wie sollte Mosen außerdem in die -Gegend der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach der Volkssage -war damals die Mulde so angelaufen, daß Mosen sich nicht hinüber -wagte, und sich lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. -- -Nach Grundigs Meinung wäre die Eisenburg ums Jahr 1060 erbaut, und von -jeher ein Zubehör oder eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse +Stein+ -gewesen.« -- - -[41] Die +Höhle+ hieß früher die sogenannte +Teufelskluft+, die aber -seitdem +Prinzenhöhle+ genannt wird. - -Nach +Engelhardts+ Denkwürdigkeiten der sächs. Geschichte, Theil 1. -~pag.~ 83. befindet sie sich: »am rechten Ufer der Mulde, der auf -dem jenseitigen Berge liegenden +Eisenburg+ gegenüber (jetzt sieht -man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben zusammen gewachsenen -Felsen gebildet, hat eine dreieckige Oeffnung und ist 36 Ellen lang -und 4 Ellen breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische und -Nürnberger Straße vorbei. Man sieht noch in der Mulde Ueberbleibsel -von steinernen Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser -und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit Bäumen und Sträuchern -verwachsen und ihrer erhabenen Lage wegen besonders bequem, den -geraubten Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die Landstraße sehen, -unbemerkt jeden Angriff beobachten und sich dann auch mit leichter -Mühe vertheidigen, weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.« --- In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch: »Man hatte -sie längst vergessen und Niemand wußte sie zu zeigen. Im Jahre 1779. -aber wurde sie bei der Vermählung einer +Gräfin von Hochberg+ mit dem -+Grafen von Schönburg+ den 19. August wieder aufgesucht, gesäubert, -mit einer Inschrift versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten -gebraucht.« - -+Schreiter+ a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die Höhle war ganz -verwachsen bis 1779. bei der Vermählung der Comtesse in Hartenstein, -+Sophie Friederike Erden+ mit dem Herrn +Grafen v. Hochberg+ in -Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk befreit und zugänglich gemacht, -auch inwendig auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines -dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde. Seit 1796 aber -hat der damalige Eigenthumsherr der Herrschaft +Hartenstein+ mit -+Stein+, +Fürst von Schönburg+, einen geräumigen Weg im Zickzack mit -Ruhebänken anlegen und oben an dem schauerlichen Absturz ein Geländer -machen lassen. -- - -[42] s. +Engelhardt.+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 84. -- - -[43] Daß +v. Mosen+ und +v. Schönfels+ den Prinzen an +Friedrich+ und -+nicht+ an +Veit von Schönburg+ ablieferten. s. +Schreiter+ a. a. O. -~pag.~ 246. ff. -- - -[44] +Triller+ a. a. O. ~pag.~ 100. - -[45] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 86. Die deshalb -gewechselten Schreiben s. beim ~Vulpius l. c. pag.~ 26. Auch findet man -eine spätere Urkunde ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die -ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten, von dem Kurfürst -+Ernst+ und seinem Bruder völlig begnadigt wurden, beim +Tentzel+ a. a. -O. ~pag.~ 787. - -[46] Dieses versichert +Richter+, in seiner Chronik von Chemnitz, 2. -Theil. 1 Stück 39., der es aus einem Fragmente einer Urkunde beweisen -will. -- - -[47] +Ebersdorf+ liegt im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, im Amte -Augustusburg, 1½ Stunde nordöstlich von Chemnitz bei Lichtewalde am -Angerbache. -- - -[48] +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 88. beschreibt die Kleider -so: »das eine Röckchen ist von rothem, grünen u. aschfarbigem, das -andere von rothem, schwarzen u. weißem Landtuche. Sie sind mit Eisen -ausgehackt und überall durchschnitten, wie man sie damals über -Harnische zu tragen pflegte. Jedes ist 1⁹/₁₆ Elle lang, u. am Halse -sehr weit ausgeschnitten. Die beiden schwäbischen Westerhemdchen haben -um und um Falten und bunt genähte Borten. Des Köhlers Anzug besteht -aus: einer grünen Tuchmütze, einem Rocke, Hemde und Kappe. -- - -[49] s. ~Vulp. Plag. Kauff.~ §. 27. +Ranisch+, verhinderten Raub der -sächsischen Prinzen ~pag.~ 8. Ueber die Aechtheit der prinzlichen -Kleider lese man die Schrift: ~Progr. de vestibus nunquam mutatis sed -adhuc antiquis Princ. Ernesti atque Alberti Ebersdorf conservatis; ed. -I. G. Hager, 4. Chemn. 1746~. - -[50] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 89. - -[51] ~Hageri programma de vestibus nunquam mutatis, sed adhuc antiquis -1749.~ +Haschers+ Magazin 1784. 67. Mehrere Nachrichten von diesem -+Nosseni+ findet man im 1. Band von +Grundigs+ Nachrichten zu der -Geschichte von Obersachsen. -- Die Kosten der Reinigung der Kleider -durch +Nosseni+ betrugen: 31. fl. 15 gr. 11 pf. - -[52] Die Messe wurde vom Pabst +Calixt+ III. 1456 bestätigt siehe die -Urkunde beim +Teetzel+ a. a. O. ~pag.~ III. -- - -[53] ~Schoettgenius l. c.~ ~pag.~ 338. -- - -[54] +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 183. sagt: - -Schon Markgraf +Friedrich der Gebissene+ von Meißen ertheilte im J. -1294 dem Rathe zu Freiberg ein solches Privilegium, welches folgenden -merkwürdigen Inhalt hat: - -»Wir Marcgreve Friedrich von Meisen, pfalicggreve von sachsen etc. -bekenne an diesem brive, daß wir uns mit unsern liben burgeren von -Vriberc underredet haben, alshi nach geschriben stet. Unser gesworen -sullen gewaldic sin unser recht czu rungnen unde czusecren alliz daz -+uns unsir stat+ und +unsern bercwerke+ nuzce ist, unde was wir mit -im +überkumen+, daz sal nimand wider reden. Wenn sie uns dazc gelobt -haben, so gelobe wir in daz wider, daz sie irs liebes, irs gutes nummer -ane varn sule vor uns sin +Vorwirket sich ymand yen uns, das wollen -wir eugen unde teidiegen nach irme rate+. Daz wir diz gancz und stete -halden. Das geb mir in diesen Brief besigelt mit unserem Insigeln. -Unde der ist gegeben nach Gotes geburt, Tusend jar, zweihundert jar, -in dem vir unde neucegistene jare, an denen tage der ufart unsers -herrengotes.« -- - -(Dieses Privilegium befindet sich im ~Theatr. Freiberg.~ 169.; in -+Klotzschens+ Ursprung der Bergwerke in Sachsen 283. -- - -Eigentlich war dies nur ein Bestätigungsbrief eines Privilegiums, das -schon +Heinrich der Erlauchte+ dem Rathe zu Freiberg gegeben hatte, -welches auch +Klotzsch+ in der jetzt genannten Schrift. ~pag.~ 281. hat -abdrucken lassen, wo es unter andern heißt: - -~volumus, ut siquid in Vriberc vel inmontibus judicandum sit vel -tractandum, quod hoc fiat coram Advocato et illis viginti quatuor -burgensibus nostris de Vriberc.~ -- - -Friedrich erweiterte aber nachher dies Privilegium und verstattete dem -Rath zu Freiberg zu richten, nicht blos was dem Bergwerk, sondern auch -+Ihm+ und der +Stadt+ zum Nutzen gereichen würde.) - -[55] Nach der damaligen Strafe für den Menschenraub. s. +Freiberger+ -Stadtrecht, ~Cap.~ 5 und 22. - -+Sachsenspiegel.+ Band 2. ~Art.~ 13. - -+Sächs. Weichbildrecht.+ ~Art.~ 112. - -jedoch wahrscheinlich ohne Haltung von Acten hierüber, mithin auch ohne -eine vorher stattgefundene Defension. - -s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 176. ~ff.~ - -[56] Die Hauptquelle dieser Begebenheit ist das Kurfürstliche, -schon angeführte +Manifest+. -- Zu den ältern von +Häberlein+ in -seiner Reichshistorie. Th. 6. ~pag.~ 333. ~not. f.~ angeführten -Geschichtsschreiber sind: - -~Kammermeister l. c. Adpend. ad Annales Vet. Cell. ap. Mencken. Th. 2. -pag. 428.~ und ~Ursinus in Chron. Thuring. pag. 1332.~ - -(der aber verschiedene Irrthümer enthält) beizufügen. Manches Einzelne -der Erzählung findet man erst in spätern Geschichtsschreibern, -besonders beim +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267. ~ff.~ - -[57] +Engelhardt+ a. a. O. 1 Bd. ~pag.~ 31. schreibt davon folgendes: -Als +Kunz von Kauffungen+ Oberster bei den Nürnbergern war, waren -dieselben 1449 mit dem Markgrafen von Brandenburg +Albrecht+ III., -in offene Fehde gerathen. Kunz erwarb sich dabei viel Ruhm, und es -war Schade, daß er ihn durch eine unedle Handlung herabwürdigte. Am -St. Gregorius Abend in der Fasten kam es zwischen den Nürnbergern und -dem Markgrafen in einem Walde zu einem hitzigen Gefecht. Kunz von -Kauffungen kämpfte mit fünfzig reißigen Schützen, die er anführte, so -wacker, daß er den Markgrafen selbst gefangen bekam. Behielt er ihn, -wie es seine Pflicht als Kriegsoberster der Nürnberger forderte, so -hatte die Fehde gleich ein Ende und dem Blutvergießen war auf beiden -Seiten gesteuert. Allein der gewinnsüchtige Kunz ließ ihn gegen ein -tüchtiges Lösegeld +heimlich+ wieder los und so wurde denn die Fehde -mit Erbitterung fortgesetzt. -- - -+Diese That+ meinte er in seiner letzten Stunde auf dem Schaffote. -- -s. auch ~Christ. Schoett.~ -- ~gen. l. c. pag. 334.~ -- - -[58] +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 373. - -Wegen des Dorfes findet sich Verschiedenheit der Angabe. s. ~Schoettgen -praetermissa pag. 14~. - -[59] s. ~Vulpius l. c.~, welcher die Belohnungen und Wohlthaten -ausführlich beschreibt. - -[60] Gegenwärtig beziehet dieses Gnadenkorn der Herr Pastor +Triller+ -in +Negelstädt+, 1. Stunde von Langensalza an der Unstrut und mithin -im thüringer Kreise des königlich preußisch gewordenen Antheiles von -Sachsen gelegen. Früher bezog dieses Deputat der Tuchmacher +Johann -Samuel Triller+ in +Saalfeld+. s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 95. - -[61] +Eckardsbach+, +Eckersbach+ ist ein unmittelbares Amtsdorf im Amte -Zwickau, ¼ Stunde nordöstlich von Zwickau. Es besteht aus 15. Häusern -und über 100 Einwohnern, welche nach Zwickau in die St. Moritzkirche -eingepfarrt sind. Das Freigut in Eckardtsbach haben viele mit dem -Kretzscham zu Rothensehma verwechselt, allein +Schreiter+ a. a. O. -~pag.~ 74 ff. hat solches sehr gründlich widerlegt. - -[62] +Triller+ ist ein altdeutsches Wort und heißt so viel als: plagen, -ängstigen, zerschlagen. s. übrigens +Triller+ a. a. Orte. ~pag.~ 123. -- - -[63] +Elterlein+ ist eine kleine Bergstadt, 1 Stunde von Grünhain -und 1¼ Stunde vom Fürstenberge, 1909 Einwohner und über 180 Häuser -enthaltend. s. übrigens mehr davon in ~M.~ +Freibergs+ Abhandlung von -gelehrten Elterleinern. 4. Dresd. 1739. Natürliche Seltenheiten um die -Gegend Elterleins, s. in +Grundigs+ Natur- und Kunstgeschichte II., -~pag.~ 97. u. 108. -- +Richters+ Annaberger Chronik 2. Th. 1 Stück -~pag.~ 30. -- +Schumann+ a. a. O. 2. Band ~pag.~ 432--35. u. 15. Band. -~pag.~ 628--33. -- +Ziehnerts+ kleine Kirchen- und Schulchronik der -Ephorie Annaberg u. Grünstädtel. Annaberg 1839. ~pag.~ 173 ff. -- -+Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 49. -- - -[64] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 66. u. +Gast+, Geschichte des -sächs. Prinzenraubes, Zwickau 1823 4. ~pag.~ 29. (es enthält diese -Schrift zugleich eine Zusammenstellung der Schriften über jene -Begebenheiten und die Portraits der bei ihr betheiligten Personen.) -- - -[65] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 90. -- - -[66] Diese 1--4 genannten Gemälde in größerem Formate, ingleichen -die letzterwähnten 30 Portraits in kleinerm Formate befinden sich in -einem Werke, welches beim Buchhändler +Weber+ in Ronneburg erschienen -ist. -- Nachbildungen dieser Gemälde giebt +Gast+ a. a. O. -- Im -+Staatsarchive+ zu +Dresden+ befinden sich ebenfalls Handzeichnungen, -welche mit jenen Bildern übereinstimmen; ob sie die ersten Entwürfe -sind, kann man nicht behaupten. -- - -[67] Am Erker des Rathhauses zu +Freiberg+ ist ein steinerner Kopf -mit einem gräßlichen Gesichte, großen Knebelbarte und Sturmhaube -ausgehauen, den man immer, wie wohl +fälschlich+, für Kunzens Kopf -hielt. -- - -[68] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 101. ff. Dieser Gesang u. -andere s. in +Herders+ Stimmen der Völker, auch in +Wagners+ deutsche -Geschichte aus dem Munde deutscher Dichter, Darmstadt 1831. 1. Band -~pag.~ 205. -- - -[69] vorzüglich mit dem Obermarschall +Hugold von Schleinitz+. s. ~Dr.~ -+von Langenns+ Werk über Herzog Albrecht d. Beherzten. 1838. ~pag.~ -141. 146. ff. u. 176. - -[70] s. ~Christ. Schoettgen. Praetermissa quaedam de Conrado (Kunz) -Cauffungo ejusque familia in ejusdem Opusc. cura Grundiii pag. 325~. - -[71] +Haubold von Schleinitz+ nachmals Kurfürst +Ernsts+ und Herzog -+Albrechts+ Gebrüdern von Sachsen, Oberhofmarschall (s. Anmerkung 69), -welcher +Skassa+ bei Großenhain in Gnadenlehn erhielt, war von der -+rothen+ Linie derer +von Schleinitz+, vermählt mit einer +Edlen von -Plato+. - -[72] +Schumann+ a. a. O. unter +Kauffungen+. +Engelhardt+ a. a. O. Band -1. ~pag.~ 29. -- - -[73] Später nahm +Podiebrad+, König von Böhmen den Besitz von dem -Schlosse Isenburg, wovon ~+Fabricius+ in origg. Saxon. liber VII. p. m. -773~ die Ursache davon angiebt. - -[74] so schreibt ~Dr.~ +von Lagenn+ a. a. O. ~pag.~ 29. Die Urkunde -befindet sich ebenfalls in diesem Werke ~pag.~ 513. - -[75] Ist im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk -Liegnitz, an der +Katzbach+ gelegen. - -[76] ebendaselbst gelegen, doch nicht an der Katzbach sondern am -+Zacken+ und Bober. - -[77] +Kauffung+ berühmt durch seine Marmorbrüche. - -[78] Daselbst führt auch ein sehr bedeutender Wald den Namen: -+Kauffunger+-Wald. - -[79] Der +Schürbaum+, der die Gestalt einer Keule hatte, wird jetzt bei -dem Köhler selten mehr gebräuchlich sein. Statt dessen bedienen sie -sich des sogenannten +Garschlägels+, welcher eine Aehnlichkeit mit dem -Stockschlägel der Holzmacher hat. - -[80] Dieser +Schürhaken+ wird jetzt +Spreißhaken+ genannt und ist -gemeiniglich nicht mehr doppelt, sondern nur einfach gekrümmt. -- - -[81] Dieses Wappen findet man in ~Vulpius l. c.~ - -[82] Diesen Namen führen 4 verschiedene Orte, nämlich das -Bergstädtchen +Böhmisch-Wiesenthal+, am rechten Ufer der Pöhla, am -linken herunter hingegen +Oberwiesenthal+, +Unterwiesenthal+ und -+Hammerunterwiesenthal+ liegen, alle 4 Orte haben Stadtgerechtigkeit, -nur daß die beiden letztern keinen Rath haben, sondern nach Art der -Amtsdörfer dem Justiziariate +Oberwiesenthal+ unterliegen. -- Hier ist -das Städtchen +Oberwiesenthal+ gemeint, welches damals zur Grafschaft -+Hartenstein+ gehörte. - -[83] +Lünig+ a. a. O. ~Tom. XI. pag.~ 271. ff. - -[84] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 103, daselbst er angiebt, daß er -sie den 18. Octbr. 1797 und am 8. Septbr. 1800 wo wegen großer Dürre -alle Brunnen in hiesiger Gegend vertrocknet waren, besucht und doch -wasserreich gefunden habe. - -[85] dermalen Obersteuerdirector und seit 1833 +Comthur+ des königl. -sächs. Civilverdienstordens. - -[86] gestorben 1833. - -[87] Die +Inschrift+, mit lateinischen Lettern geschrieben, lautet: - -+Fürstenbrunn. Hier wurde Prinz Albrecht, Anherr des königl. -sächsischen Fürstenhauses, am 8. Juli 1455 durch den Köhler Georg -Schmidt, hernach Triller genannt, aus Kunzens von Kauffungen Räuberhand -gerettet.+ - -[88] s. die +Abbildung+ ~No.~ 2. Die +Pyramide+, das Denkmal bildend, -steht auf einem Piedestal von in Jaspis übergehenden braunrothen -Thoneisenstein, an 5 Ellen hoch, hat an der Basis 4½ Ellen ins Gevierte -und wurde 8 Ellen hoch aus Granit bei Schwarzenberg gehauen, welche -13 Stufen bilden. Dasselbe ist mit einer steinernen Mauer, an der -Ruhebänke sich befinden und die in der Mitte das Denkmal mit dem in -dessen Piedestal entspringenden +Fürstenbrunnen+ einfaßt, umgeben. -- -Die Kosten dieses Baues betrugen: 509 Thlr. 10 gr. 11 pf. - -[89] gestorben 1835. - -[90] +~Friedrich August~ der ~Gerechte~+, König von Sachsen, geb. d. -23. Decbr. 1750, regierte vom 16. Septbr. 1768 an bis d. 5. Mai 1827, -wo er sein Erdenleben vollendete. - -[91] geb. zu +Kindelbrück+ 1772. - -gest. zu +Annaberg+ 1834. - -[92] Die +Rede+ ist in Druck erschienen, betitelt: Rede zur Einweihung -des am +Fürstenberge+ bei Grünhain errichteten patriot. Denkmales, -gehalten am 8. Juli 1822. Annaberg bei Ed. Hasper. 8. - -[93] der jetzige Kammerrath +Reiche-Eisenstuck+ auf Schönfeld. - -[94] Dieser hatte sich schon früher für das Denkmal interessirt -und bereits am 28. März 1836 nach erfolgtem Einverständniß mit dem -Justizamte zu Grünhain dort eine Verbotstafel aufrichten lassen, allein -leider! die Erfahrung machen müssen, daß auch eine solche Warnung den -Verunstaltungen nicht Einhalt zu thun vermochte. - -[95] - - 100 Thlr. von Sr. Majestät dem +Könige+ und Ihro Majestät der - +Königin+. - 25 " Se. königl. Hoheit dem Prinzen +Johann+. - 20 " Ihro königl. Hoheit dessen +Frau Gemahlin+. - 20 " Ihro königl. Hoheit der Prinzessin +Auguste+. - 20 " Ihro königl. Hoheit der Prinzessin +Marie Amalie+. - -Diese Beiträge wurden durch den Herrn Minister des königl. Hauses und -Generalleutnant +von Watzdorf+, Excellenz, dem Herrn Rentamtmann von -Schleinitz, der die gütige Verwendung desselben angegangen hatte, -übersendet. - -[96] +Friedrich August+ II., König von Sachsen geb. d. Mai 1797, folgte -den 6. Juni 1836 seinem Oheim, dem König Anton, in der Regierung. - -[97] +Marie+, Prinzessin von Baiern, Tochter König Maximilian's, geb. -d. 27. Januar 1805, vermählt mit Sr. Majestät, den König von Sachsen -den 24. April 1833. - -[98] +Gottesgeschick+ heißt eine gegenüberliegende Bergwerksgrube mit -einem sehr stattlichen Berggebäude, unweit des Giftwerks »+Graul+«. -Gebaut wird auf Silber. - -[99] Ein +Vitriol-+ und +Arsenikwerk+ zwischen dem Schwarzbache und -dem Oswaldsbache, nächst bei Langenberg und Heide, dem Fürstenberge -SOwärts gegenüber, ½ Stunde nördlich von Raschau. -- Dieses Werk gehört -dermalen Herrn +Friedrich Fröhlich Köhler+ zu Beierfeld. s. mehr davon -+Schumann+ a. a. O. Band 16. ~pag.~ 330. ff. - -[100] Der Herr Kreisamtscopist +Karl Süß+ zu Schwarzenberg, welcher -sich als Köhler verkleidet hatte. - -[101] Der Verfasser des Gedichtes ist Herr Pastor ~M.~ +Richter+ zu -Grünhain. - -[102] +Pauline Stiehler+ aus Grünhain, Tochter des Herrn Apotheker -daselbst, und +Rosalie Grimm+, Tochter des Herrn Kaufmann +Grimm+ -daselbst. - -[103] +Melanie Philippi+ aus Grünhain, Tochter des Herrn Justizbeamten -daselbst. - -[104] vorzüglich ist da zu bemerken: 20 Thlr. von Sr. Durchlaucht +Otto -Victor von Schönburg-Waldenburg+ und 10 Thlr. von Sr. Durchlaucht Fürst -+Alfred Friedrich von Schönburg-Hartenstein+. - -[105] s. ~pag.~ 46. -- - -[106] ~C. C.~ aus +Herzberg+, im königl. preuß. Herzogthume Sachsen. - -[107] Herr Rentamtmann von +Schleinitz+ und Herr Finanzprocurator -+Lindner+. - -[108] Es wohnt darin +Franz Anton Richter+ aus Raschau geb. d. 7. Juli -1808 mit seiner Frau und seinen Kindern. Er ist zugleich Bergarbeiter -in der gegenüberliegenden Grube »+Gottesgeschick+«. -- - -[109] s. No. 164. der Leipziger Allgemeinen Zeitung, Donnerstags d. 13. -Juni 1839. ~pag.~ 1912. -- - -[110] sind bereits im Jahre 1839 im Monat December angeschafft worden. - -[111] s. in Abbild. ~C.~ bedeutet das Dach. - -[112] Die Geldbeiträge, welche zum Aufbaue des Köhlerhauses von edlen -Gebern gespendet wurden, findet man speciell verzeichnet in der ersten -Beilage der Leipziger Zeitungen No. 101. 1839 ~pag.~ 1491 ff. unter dem -Artikel: »Dank und Bitte.« -- - -[113] s. +Hebe+. Eine poetisch-musicalische Toilettenausgabe mit -novellistischen und dramatischen Beiträgen, Gedichten, Räthseln etc. -von Fr. Kind etc. Dresden und Pirna 1833 ~pag.~ 155. -- - -[114] Den 8. Juli 1455. - - - - - Weitere Anmerkungen zur Transkription - - - Die Längeneinheit ° auf S. 82 ff. bezeichnet vermutlich Klafter - (ca. 1,7 Meter). - - Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend - korrigiert. - - Unterschiedliche Schreibweisen wurden, sofern nicht unten - dokumentiert, beibehalten. - - Die Korrekturen von S. 89/90 wurden eingearbeitet und sind unten - ebenfalls aufgelistet. - - Korrekturen (das korrigierte Wort ist in {} eingeschlossen): - - S. 2: Plugk → Pflugk - Niklas von {Pflugk} - - S. 2: es eingefügt - Nun traf {es} sich aber - - S. 3: ergänzt: - {(-- das heutige Schweickershain --)} - - S. 3: handschriftche → handschriftliche - eine {handschriftliche} Versicherung aus - - S. 5: ihm → ihn - erklärte {ihn} und seine Brüder als +Landesverräther+ - - S. 5: vom → von - nachdrücklich auf seine Entfernung {von} Herzog - - S. 5: im → in - Kunz trat deshalb mit ihm {in} Briefwechsel - - S. 5: meißnische → meißnischen - auf seine {meißnischen} Güter - - S. 5: dem → dem - auf {den} Donnerstag nach Galle - - S. 7: nehmrn → nehmen - Rache an dem Kurfürsten zu {nehmen} - - S. 7: wären → waren - {waren} verschiedene böhmische Städte - - S. 7: Verträge → Verträgen - den deshalb geschlossenen {Verträgen} - - S. 8: ihm → ihn - Kunz wollte {ihn} durchaus nicht gelten lassen - - S. 9: Augenwerk → Augenmerk - hatte Kunz sein {Augenmerk} gerichtet - - S. 10: Folgender → Folgenden - {Folgenden} Brief, wie er sich in den - - S. 12: solches ergänzt - als {solches} seinen Verschworenen - - S. 15: seinen → seinem - begleitet von {seinem} Reißiger - - S. 21: Entfühung → Entführung - die {Entführung} der beiden Prinzen alles aufgeboten - - S. 23: Prinz → Prinzen - und suchte dem {Prinzen} +Albrecht+ Waldbeere - - S. 23: Fußnotenanker korrigiert - - S. 30: zunehmen → zu nehmen, Fußnotenanker [41] ergänzt. - gegenüber zum Zufluchtsort {zu nehmen[41]} - - S. 30: den → dem - die {dem} jungen, zarten Fürstensohn - - S. 40: mehrfaches → mehrfachen - brachten es nach {mehrfachen} Bitten - - S. 40: den → dem - die Begnadigung {dem} Freiberger Rathe - - S. 40: Prinzenraub → Prinzenraube - die Strickleitern zu dem {Prinzenraube} - - S. 40: weiten → weitem - der bei {weitem} nicht die Schuld dabei hatte - - S. 41: Kauffungs → Kauffungens - und Kunz v. {Kauffungens} treuer Reißiger - - S. 43: Hände → Händen - Befreiung aus Kunzens {Händen} - - S. 45: des → der - Die Entführung {der} Prinzen - - S. 47: mit → nit - Das öhm die Köhler {nit} geleppischt hetten - - S. 48: der Familie → die Familien - Einige Notizen über {die Familien} - - S. 51: Sepbt. → Septbr. - starb den 12. {Septbr.} 1500 - - S. 51: ergänzt: - {eine Prinzessin und} - - S. 52: Turzold → Tunzold - dessen Söhne: +{Tunzold}+ und +Heinrich+ - - S. 54: der den → den - zeigt sein Schein über {den} Interimsbesitz - - S. 55: uud → und - {und} es bekannte +Hans von Kauffungen+ - - S. 55: Sanfmüthigen → Sanftmüthigen - den Namen des +{Sanftmüthigen}+ gerechtfertigt - - S. 55: Aussenseite → Außenseite - wie ein Denkmal an der {Außenseite} der - - S. 57: den → dem - Ueber {dem} Helm zeigt sich - - S. 58: welcher → welchen - {welchen} die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte - - S. 58: Pachter → Pastor - der Herr {Pastor} +Triller+ zu Nägelstädt - - S. 65: Superinteudent → Superintendent - Der Herr {Superintendent} ~Dr.~ +Lommatzsch+ - - S. 69: hinterlich → hinderlich - patriotischen Unternehmungen nicht {hinderlich} - - S. 70: ihre → ihrer - in {ihrer} Mitte sehen zu dürfen - - S. 71: den beiden Lehrern → der beiden Lehrer - und {der beiden Lehrer} der Bürgerschule - - S. 74: einen → einem - auf {einem} mit Blumen bekränzten Körbchen - - S. 75: welchen → welche - {welche} diesem Brunnen zunächst wohnen - - S. 75: konnten → konnte - daß sie gehoben werden {konnte} - - S. 75: jener → jene - Haus erbauet wurde, an {jene} Quelle - - S. 77: Anherrn → Ahnherrn - ihren {Ahnherrn} verehren - - S. 79: Oswaldtsthal → Oswaldsthal - durch das grüne +{Oswaldsthal}+ - - S. 81: nach → noch, Untestützung → Unterstützung - {noch} manche weitere {Unterstützung} erwarten - - S. 82: Vor → Von - {Von} der Hausflur rechts kommt - - S. 83 Kanonofen → Kanonenofen - kleiner gußeiserner sogenannter {Kanonenofen} - - S. 83: man ergänzt - so kommt {man} rechts von - - S. 83: lang → lange - ebenfalls so {lange} und breite +Kammer+ - - S. 84: k → h - befindet sich ein Kuhstand. (~{h}~) - - S. 85: uus → uns - und +Vier+ {uns} halten - - Fußnote 4: Türingen → Thüringen - auch alle Schlösser und Güter in {Thüringen} - - Fußnote 6: deutsche → deutschen - bei welcher alle {deutschen} Fürsten - - Fußnote 8: da unklar (nicht korrigiert) - ~pag.~ 1 {da} 167 - - Fußnote 14: Hanse → Hause - Gastmahl in seinem {Hause} ausrichten - - Fußnote 22: Monument → Monumente - dem jetzt errichteten +{Monumente} hin+ - - Fußnote 22: Zeitungslexion → Zeitungslexikon - Post- und {Zeitungslexikon} - - Fußnote 22: auch → auf - welche {auf} Eisenstein baut - - Fußnote 25: solte → sollte - er {sollte} es nicht thun - - Fußnote 39: exestirte → existirte - Bis dahin {existirte} aber noch die +Fürstenstube+ - - Fußnote 39: Schlösserwohnung → Schösserwohnung - in dieser {Schösserwohnung}, in welcher - - Fußnote 40: wär → wäre - Nach Grundigs Meinung {wäre} die Eisenburg - - Fußnote 41: nnd → und - vom Buschwerk befreit {und} zugänglich gemacht - - Fußnote 45: 1. → s. - {s.} +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. - - Fußnote 53: Schaettgenius → Schoettgenius - ~{Schoettgenius} l. c.~ - - Fußnote 60: Pachter → Pastor - Gnadenkorn der Herr {Pastor} +Triller+ - - Fußnote 66: im → in - Gemälde {in} größerem Formate - - Fußnote 68: deusche → deutsche - +Wagners+ {deutsche} Geschichte - - Fußnote 88: Elle → Ellen - an der Basis 4½ {Ellen} ins Gevierte - - Fußnote 95: Exellenz → Excellenz - {Excellenz}, dem Herrn Rentamtmann von - - Fußnote 104: Alferd → Alfred - +{Alfred} Friedrich von Schönburg-Hartenstein+ - - Fußnote 105: 64 → 46 - s. ~pag.~ {46} - - Fußnote 109: Abgemeinen → Allgemeinen - No. 164. der Leipziger {Allgemeinen} Zeitung - - Fußnote 112: speciel → speciell - findet man {speciell} verzeichnet - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Der sächsische Prinzenraub nac - älteren und neueren Quellen, by Anonymous - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB *** - -***** This file should be named 50529-0.txt or 50529-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/5/2/50529/ - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net (This file was produced from images -generously made available by SLUB: Sächsische -Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek -Dresden at http://www.slub-dresden.de ) - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - -Title: Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen - nebst einer Beschreibung des zu dessen Erinnerung - errichteten Denkmals und des zu seinem Schutz erbauten - Köhlerhauses am Fürstenberge bei Grünhain - -Author: Anonymous - -Release Date: November 22, 2015 [EBook #50529] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB *** - - - - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net (This file was produced from images -generously made available by SLUB: Sächsische -Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek -Dresden at http://www.slub-dresden.de ) - - - - - - -</pre> - - -<div class="transnote"> -<p class="h2">Anmerkungen zur Transkription</p> - -<p>Das gedruckte Buch ist in Frakturschrift gesetzt.</p> - -<p>Im Original gesperrter Text ist <em class="gesperrt">so ausgezeichnet</em>.</p> - -<p>Im Original in Antiqua gesetzter Text ist <em class="antiqua">so ausgezeichnet</em>.</p> - -<p>Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am <a href="#tnextra">Ende -des Buches</a>.</p> -</div> - -<div class="coverbox"> -<img src="images/cover.jpg" alt="" /> -</div> - -<div class="chapter"></div> -<h1> -Der sächsische<br /> -PRINZENRAUB<br /> -<span class="smaller">nach älteren und neueren Quellen</span></h1> -<p class="center"> -nebst</p> -<p class="center larger"> -einer Beschreibung</p> -<p class="center larger"> -DES ZU DESSEN ERINNERUNG</p> -<p class="center"> -errichteten</p> -<p class="center larger"> -Denkmals</p> -<p class="center"> -<i>und des zu seinem Schutze erbauten</i></p> -<p class="center larger"> -Köhlerhauses</p> -<p class="center"> -am Fürstenberge bei Grünhain.</p> -<table summary="Motto"> -<tr> -<td>Motto:</td><td><i>Wer seinem Fürstenhaus mit wahrer Treue zugethan,</i></td> -</tr> -<tr> -<td></td><td><i>Der ist, – sei er ein schlichter Köhler</i></td> -</tr> -<tr> -<td></td><td><i>auch, – doch stets ein edler, braver Mann.</i></td> -</tr> -</table> -<hr class="r5" /> -<p class="center"> -Mit 3 Abbildungen.</p> -<hr class="r5" /> -<p class="center"> -Annaberg, 1840.<br /> -In Commission bei Rudolph & Dieterici. -</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h2 id="Inhaltsverzeichniss">Inhaltsverzeichniß.</h2> -</div> -<table summary="Inhalt"> -<tr> -<td>I. Der <em class="gesperrt">Prinzenraub</em>.</td> - <td class="tdcb">S.</td><td class="tdrb"><a href="#I_Der_Prinzenraub">1.</a></td> -</tr> -<tr> -<td>II. Das <em class="gesperrt">Denkmal</em> am Fürstenberge. (Nebst Abbild.)</td> - <td class="tdcb">"</td><td class="tdrb"><a href="#II_Das_Denkmal_am_Fuerstenberge">59.</a></td> -</tr> -<tr> -<td>III. Das <em class="gesperrt">Köhlerhaus</em> dazu. (Nebst Abbildung.)</td> - <td class="tdcb">"</td><td class="tdrb"><a href="#III_Das_Koehlerhaus_am">68.</a></td> -</tr> -</table> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_1">[1]</a></span></p> - -<h2 id="I_Der_Prinzenraub">I. Der Prinzenraub.</h2> -</div> - -<p class="drop"><em class="gesperrt">Friedrich der Streitbare</em>, welcher den 5. Januar -1428 starb, hinterließ vier Söhne. Namens: -<em class="gesperrt">Sigismund</em>, <em class="gesperrt">Heinrich</em>, <em class="gesperrt">Friedrich d. Sanftmüthige</em> -und <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III., die das vom Vater -geerbte sächs. meißnische Land gemeinschaftlich verwalteten. -Nachdem aber <em class="gesperrt">Sigismund</em> den geistlichen -Stand erwählte, Bischof zu Würzburg wurde; -<em class="gesperrt">Heinrich</em> 1436 und ihr Vetter, Landgraf <em class="gesperrt">Friedrich -v. Thüringen</em>, der <em class="gesperrt">Friedfertige</em> genannt, -1440 ohne Erben starb, und Thüringen daher an -Meißen kam, unternahmen <em class="gesperrt">Friedrich</em> und <em class="gesperrt">Wilhelm</em> -den 10. Septbr. eine Theilung, so daß <em class="gesperrt">Wilhelm</em>, -Thüringen und die Hälfte des <em class="gesperrt">Osterlandes</em>, -<em class="gesperrt">Friedrich</em>, die <em class="gesperrt">Markgrafschaft</em> nebst den zur -<em class="gesperrt">Kurwürde gehörigen Ländern</em> allein, Freiberg -aber und die Bergwerke gemeinschaftlich, durch das -Loos erhielten. Allein <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. auf Anstiften -seiner vertrauten Räthe: <em class="gesperrt">Busse</em> zu <em class="gesperrt">Dornburg</em>, -<em class="gesperrt">Bernhardt von Kochberg</em> zu <em class="gesperrt">Wachsenburg</em>, -<em class="gesperrt">Friedrich von Witzleben</em> zum <em class="gesperrt">Wendelsteine</em>, -<em class="gesperrt">Busse</em>, <em class="gesperrt">Apel</em> und <em class="gesperrt">Bernhardt v. Vitzthum</em> zu -<em class="gesperrt">Roßla</em> und <em class="gesperrt">Thanrode</em>, war mit der Theilung -nicht zufrieden. Ein Vergleich, welchen <em class="gesperrt">Friedrich</em><span class="pagenum"><a id="Seite_2">[2]</a></span> -mit ihm im Kloster <em class="gesperrt">Neumark</em> bei Halle den 10. -Decbr. 1445 abschloß (der <em class="gesperrt">Hallische Machtspruch</em> -genannt) beruhigte ihn noch nicht und <em class="gesperrt">Friedrichs</em> -Verlangen seine feindseligen Räthe zu entlassen, ließ -er nicht allein unerfüllt, sondern unternahm auch -einen Streifzug gegen Roßla, einer Vitzthumischen -Besitzung und verursachte so den sogenannten <em class="gesperrt">sächsischen -Bruderkrieg</em>. Dieser Krieg hatte die traurigsten -Folgen, namentlich die Verwüstung des thüringschen -Landes, welche <em class="gesperrt">Apel von Vitzthum</em> verübte, -weil er vom Herzoge <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. verabschiedet -und einiger Güter beraubt worden war; dann -den <em class="gesperrt">sächsischen Prinzenraub</em>, dessen Geschichte -diese wenigen Blätter füllen soll.</p> - -<p><em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, kurfürstlicher -Schloßhauptmann und Regimentsoberster hatte in -den Diensten des Kurfürsten, <em class="gesperrt">Friedrich d. Sanftmüthigen</em>, -in dem Streite zwischen seinem Bruder -<em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. mit gefochten. Er war einer der -tapfersten Ritter seiner Zeit, was er schon im Hussitenkriege, -vorzüglich durch seinen unerschrockenen Muth -bewiesen hatte.<a id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a> – Nun traf -<span id="corr002a">es</span> sich aber, daß er, -als er zum Entsatze der Stadt <em class="gesperrt">Gera</em> eilen wollte, -mit seinen Genossen gefangen genommen wurde und -nicht anders als gegen ein Lösegeld von 4000 Goldgülden, -wieder freigegeben werden sollte. Kunz forderte<span class="pagenum"><a id="Seite_3">[3]</a></span> -diese Summe vom Kurfürsten zurück und um -so eher als dieser auch für andere Ritter, wie für -<em class="gesperrt">Niklas von <span id="corr002b">Pflugk</span></em>,<a id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a> die seine Lehnsleute waren, -Lösegeld bezahlt hatte. Der Kurfürst, da Kunz v. -Kauffungen blos ein Söldner war, weigerte sich, ihm -diese Summe zu ersetzen. Hierzu kam: Kunzs Besitzungen -in Thüringen waren im Laufe des Bruderkrieges -verwüstet, und der Kurfürst hatte ihm dafür -einstweilen einige Güter <em class="gesperrt">Apel v. Vitzthums</em> wie -<em class="gesperrt">Schwickershain</em> <span id="corr003a">(– das heutige Schweickershain –)</span>, -<em class="gesperrt">Kriebenstein</em>, <em class="gesperrt">Ehrenburg</em> -u. Andere zur Entschädigung angewiesen, doch mit -der Bedingung, nach dem Kriege sie wieder auszutauschen. -<em class="gesperrt">Kunz</em> stellte dagegen zu <em class="gesperrt">Meißen</em> am -Sonnabend in der Osterwoche 1449 eine <span id="corr003b">handschriftliche</span> -Versicherung aus: Den Augenblick solche wieder -ihrem rechtmäßigen Besitzer zu überlassen, sobald ihm -der Kurfürst zu den seinigen Besitzungen verholfen -haben würde.<a id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a> – Nachdem nun den 27. Jan. -1451 zu Kloster <em class="gesperrt">Pforte</em> die Zwistigkeiten der beiden -Brüder wieder ausgeglichen waren und im Friedensvertrage -ein Artikel so lautete, daß alles wie vorher -bleiben sollte, jeder das Gewonnene herausgebe, erhielt -<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> <em class="gesperrt">seine</em> Besitzungen -in Thüringen wieder, indem er nun auch die -Vitzthumschen Besitzungen wieder herausgeben sollte.<span class="pagenum"><a id="Seite_4">[4]</a></span> -Allein zu diesem wollte er sich durchaus nicht verstehen; -vorzüglich da er <em class="gesperrt">Schwickershain</em> ganz ausgebaut -und bewohnbar gemacht hatte, auch für seine -geleisteten Dienste Belohnung und Ersatz des Lösegeldes -unbedingt zu verlangen glaubte. <em class="gesperrt">Friedrich -der Sanftmüthige</em> erinnerte sich sowohl der treuen -Dienste, die Kunz ihm geleistet hatte, doch konnte -er sich zu einer solchen Forderung nicht verstehen, -die dem mit seinem Bruder geschlossenen Frieden geradezu -entgegen war, zumal auch Kunz, wie bereits -oben erwähnt wurde, handschriftlich Verzicht geleistet -hatte. Allein alle Vorstellungen, die ihm der Kurfürst -deshalb machte, um ihn mit Güte zur Ruhe -zu bringen, konnten <em class="gesperrt">Kunzen</em> zur Rückgabe der Güter -nicht bewegen.</p> - -<p><em class="gesperrt">Apel von Vitzthum</em>, wie schon oben gesagt -worden ist, war mit dem Herzoge <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. -ebenfalls in Feindschaft gerathen, weil seine boshaften -Anschläge gegen den Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich</em> durch -den Frieden zu Nichte gemacht worden waren. Außer -der Gnade seines Herrn verlor er auch seine -schönen Schlösser.<a id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a> Er suchte nun seinen Herzog -auf alle mögliche Art zu necken, so daß Herzog <em class="gesperrt">Wilhelm</em> -mit Hilfe der <em class="gesperrt">Erfurter</em>, <em class="gesperrt">Mühlhäuser</em> -und <em class="gesperrt">Nordhäuser</em> gegen <em class="gesperrt">v. Vitzthum</em> zu Felde -zog, schleifte das Schloß <em class="gesperrt">Gleißberg</em>, das sich, von<span class="pagenum"><a id="Seite_5">[5]</a></span> -Vitzthum nach dem Bruderkriege nur erst wieder -aufgebaut hatte, erklärte <span id="corr005a">ihn</span> und seine Brüder als -<em class="gesperrt">Landesverräther</em>. Vitzthum flüchtete nun nach -Böhmen; suchte dort Anhang zu gewinnen, sowohl -gegen den Herzog <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III., als auch gegen -den Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich</em>. Gegen letzteren war er -deswegen erbittert, indem er einst so nachdrücklich -auf seine Entfernung <span id="corr005b">von</span> Herzog <em class="gesperrt">Wilhelms</em> Hofe -gedrungen hatte.<a id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a> –</p> - -<p>An diesem glaubte <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> -seinen Mann zu finden, der mit ihm gemeinschaftliche -Sache machen würde. Kunz trat deshalb mit -ihm <span id="corr005c">in</span> Briefwechsel; nichts war Vitzthumen willkommner. -Sogar trat Vitzthum seine <em class="gesperrt">Ansprüche -auf seine <span id="corr005d">meißnischen</span> Güter ihm</em> ab, um Kunzens -Forderungen mehr Nachdruck zu geben. – Kunz -drang nun heftiger auf die Anerkennung seiner Besitznahme -der Vitzthumschen Güter, die ihm der Kurfürst -aber, Kraft der schriftlichen Versicherung, die er -von ihm in den Händen hatte, standhaft verweigerte, -und ihn deshalb förmlich vor Gericht belangte, Friedrich -setzte nämlich deshalb <em class="gesperrt">auf <span id="corr005e">den</span> Donnerstag -nach Galle 1454 auf dem Schlosse zu Altenburg, -einen Termin fest</em>, bei welchem <em class="gesperrt">George -von Haugewitz</em>, Dechant zu Meißen, der -Kanzler <em class="gesperrt">George von Bibenberg</em> und die Ritter -<em class="gesperrt">Hans von Schleinitz</em> und <em class="gesperrt">Hans von Miltitz</em><span class="pagenum"><a id="Seite_6">[6]</a></span> -die ganze Sache nochmals untersuchten und dahin -beschieden. Der Kurfürst sollte seine Forderungen an -Kunzen und Kunz die seinigen an den Kurfürsten -aufsetzen. Der Münzmeister zu Freiberg <em class="gesperrt">Nikol -Monhaupt</em>, der zugleich Statthalter und Landshauptmann -der Provinz war, sollte dann beide Forderungen -der kurfürstlichen Kanzlei übergeben, und -was diese endlich entscheiden würde, dabei möchten -beide Theile sich beruhigen. Doch Kunz wollte sich -dabei nicht beruhigen und blieb daher bei seinem -Entschlusse, und so sollte auf Befehl des Kurfürsten -ein Rechtsgutachten bei den Leipziger, Magdeburger -und Freibergischen Rechtsgelehrten eingeholt werden. -Zur damaligen Zeit etwas Unerhörtes; viele von des -Ritters von Kauffungs Anhang, betrachteten daher -solches als eine Kränkung<a id="FNAnker_6_6"></a><a href="#Fussnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a>, die deshalb einen Fehdebrief<span class="pagenum"><a id="Seite_7">[7]</a></span> -an den Kurfürsten schickten. Kunz, welcher -den Ausgang dieses Rechtsschrittes nicht zu seinen -Gunsten auslegte, wollte sich nun durch Selbsthilfe -seine Forderungen verschaffen, kaufte durch Vermittelung -<em class="gesperrt">Apels von Vitzthums</em>, das Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em> -oder <em class="gesperrt">Eisenberg</em> unweit Brix<a id="FNAnker_7_7"></a><a href="#Fussnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a> in Böhmen, -nicht weit von der sächsischen Grenze, um es -zu dem nachherigen Prinzenraube zu benutzen.</p> - -<p>Rache an dem Kurfürsten zu <span id="corr007a">nehmen</span> war nun -<em class="gesperrt">Kunzens</em> und <em class="gesperrt">Apels</em> einziger Gedanke. –</p> - -<p>Theils durch Verpfändung, theils durch Gewalt -und friedliche Verträge, <span id="corr007b">waren</span> verschiedene -böhmische Städte an die Markgrafen von Meißen -gekommen. Je mächtiger nun die Markgrafen von -Meißen dadurch wurden, desto scheeler sahen dazu -die Könige v. Böhmen und forderten, den deshalb -geschlossenen <span id="corr007c">Verträgen</span> ohngeachtet zu verschiedenen -Malen alles wieder zurück. <em class="gesperrt">Kunz v. Kauffungen</em><span class="pagenum"><a id="Seite_8">[8]</a></span> -und <em class="gesperrt">Apel v. Vitzthum</em> hatten daher nichts eiligeres -zu thuen, als den damaligen König <em class="gesperrt">Ladislaus</em> gegen -den Kurfürsten zu erbittern, so daß <em class="gesperrt">Ladislaus</em> -1453 eine Forderung von 64 Städten an den Kurfürst -schickte. Natürlich wurde diese als ungegründet -abgewiesen. <em class="gesperrt">Ladislaus</em> brach jedoch aus Böhmen -in Sachsen ein und überfiel das Städtchen -<em class="gesperrt">Pirna</em>; doch wurde er sehr bald wieder zurückgeschlagen, -so daß ihm ein dergleichen Ausfall nicht -wieder gelüstete. Indeß hatte sich doch <em class="gesperrt">Kunz</em> und -<em class="gesperrt">Apel</em> an den Kurfürsten gerächt. Sie hatten auch -dadurch den König von Böhmen auf ihre Seite, -und Kunz würde seine Forderungen vielleicht <em class="gesperrt">nie</em> -so weit getrieben haben, wenn er in Böhmen nicht -einen so mächtigen Rückenhalt gewußt hätte. –</p> - -<p>Als nun der Ausspruch der Leipziger, Magdeburger -und Freibergischen<a id="FNAnker_8_8"></a><a href="#Fussnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a> Rechtsgelehrten ankam, -der darauf drang: daß Kunz die Vitzthumschen Güter -herausgeben sollte, wurde der Rechtsspruch Kunzen -bekannt gemacht, allein Kunz wollte <span id="corr008">ihn</span> durchaus -nicht gelten lassen. Endlich beschied man ihn -den <em class="gesperrt">Dienstag nach dem Johannistage des -Abends auf das Schloß Altenburg</em>, um -Mittewochs darauf, den 25. Juni (7. Juli)<a id="FNAnker_9_9"></a><a href="#Fussnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a> 1455 -den letzten Termin mit ihm abzuhalten. Kunz kam,<span class="pagenum"><a id="Seite_9">[9]</a></span> -aber um die Güte zu pflegen nicht, sondern, nachdem -er sich die Höhe des Schlosses und vorzüglich das -Schlafgemach noch einmal<a id="FNAnker_10_10"></a><a href="#Fussnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a> ordentlich besehen hatte, -ritt er ohne Abschied vom Kurfürsten zu nehmen fort, -in Gedanken, wie er dem Kurfürsten auch selbst gesagt -hatte: <em class="gesperrt">Er wolle sich für seinen Schaden nicht -an Land und Leuten, sondern an des Kurfürsten -eignem Fleisch und Blut rächen und -erholen</em>, worauf der Kurfürst erwiedert haben soll: -<em class="gesperrt">Mein Kunz siehe zu, daß Du mir die Fische -in den Teichen nicht verbrennest.</em><a id="FNAnker_11_11"></a><a href="#Fussnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a> -<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> ritt nun sofort auf sein -Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em>, (welches er befestigt hatte lassen,) -um sich mit <em class="gesperrt">Apel von Vitzthum</em> über die Ausführbarkeit -eines Prinzenraubes zu besprechen.</p> - -<p><em class="gesperrt">Friedrich der Sanftmüthige</em> mit <em class="gesperrt">Margaretha -von Oesterreich</em> vermählt, hatte zu dieser -Zeit zwei Söhne <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albert</em>. Ersterer -geboren den 25. März 1441, Letzterer aber den 27. -Juli 1443.<a id="FNAnker_12_12"></a><a href="#Fussnote_12_12" class="fnanchor">[12]</a> – Sein ältester Sohn <em class="gesperrt">Friedrich</em> -war schon 1421 und sein jüngster Sohn <em class="gesperrt">Alexander</em> -1446 gestorben. – Er residirte auf dem Schlosse -<em class="gesperrt">Altenburg</em>, welches ein hohes, schönes Felsenschloß, -unweit der Stadt <em class="gesperrt">Altenburg</em>, ist.</p> - -<p>Auf <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albert</em> hatte Kunz sein <span id="corr009">Augenmerk</span><span class="pagenum"><a id="Seite_10">[10]</a></span> -gerichtet. Dieses theuere Kleinod der kurfürstlichen -Familien meinte er, als er zum Kurfürsten -gesagt hatte: <em class="gesperrt">an des Kurfürsten eignem Fleisch -und Blut wollte er sich rächen</em>. Entführen -wollte er sie und auf seinem Schlosse <em class="gesperrt">Isenburg</em> -so lange fest halten, bis der Kurfürst seine Forderungen -genügen würde. Zu diesem gewagten Unternehmen -brauchte er natürlich mehrere um es auszuführen. -Diese fanden sich denn auch bald, denn -schon lange vorher war er von Burg zu Burg geritten, -Mithelfer zu seinem Unternehmen zu finden -und fand auch durch seine gewandten Reden Theilnehmer -für sich und Haß gegen den Kurfürsten zu erwecken.</p> - -<p>Nur fehlte es ihm nur noch an einem Kundschafter -am kurfürstlichen Hofe, der ihm Nachricht -ertheilen könnte, wenn der Raub am sichersten auszuführen -wäre. Da lernte er denn in Böhmen einen -böhmischen Küchenjungen kennen, Namens: <em class="gesperrt">Hans -Schwalbe</em>. Ein verschmizter Bube. Dieser, glaubte -Kunz, würde in seine Plane eingehen, entdeckte ihm -alles und schickte denselben mit Empfehlungsschreiben -an seine guten Freunde am altenburger Hofe, wo -man ihn auch sogleich als Küchenjunge, ohne Verdacht -zu hegen, anstellte. Bald fand sich Gelegenheit, -daß <em class="gesperrt">Schwalbe</em> Kunzen treue Dienste leisten -konnte. <span id="corr010">Folgenden</span> Brief, wie er sich in den <em class="gesperrt">Wittenberger -Originalacten</em> befindet, schrieb Schwalbe -an Kunzen:<a id="FNAnker_13_13"></a><a href="#Fussnote_13_13" class="fnanchor">[13]</a></p> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_11">[11]</a></span></p> -<div class="blockquot"> - -<p class="noind">»<em class="gesperrt">Mein willigen Dienst sampt alles lybs -und gutes tzuvor.</em></p> - -<p>»<em class="gesperrt">Ehebarer strenger lyber Junker!</em></p> - -<p>»<em class="gesperrt">Als der Kurfürst vestiglich beschlossen -hat vf morgen Sundages nach der frumeß -gein Lyptgk tzu wegfarten mitt den -meresten Hofelüten, och Muntag vfe Abendt -der Cantzler yn engelebete in synen Huse -vsrichdten wirdet, samer mögen deheby -mannichveltige Höfelinge wesen, vndt -vffs Schloß pflege daczumalen allye der -oldte Eßmus Drabandten Dynst, wellicher -ast yngeschleffert wagk werden, der Pforthyner -ist lagerigkrank, kan ich Uch nicht -pregin, gelubener truwe Uch selbir gegewertiglich -tzu dynen vndt Uwer Anstaltungk -gewartin. Datum Aldenburg, am -Samstag nach Vnser Frawentage. A. lv.</em></p> - -<p class="right"> -<em class="gesperrt">Hans Schwalbe.</em>« -</p> - -<p class="noind">»<em class="gesperrt">Dem Ehrbaren strengen Jungker Cunradt -von Kawfungen vf Kalenberg. Meinen -gynstiglichen lyben Jungker tzutzustellen -tzu ainegen Handen.</em>« –<a id="FNAnker_14_14"></a><a href="#Fussnote_14_14" class="fnanchor">[14]</a></p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_12">[12]</a></span></p> - -<p>Dieser Brief war 9 Tage nach dem Termine, -den Kunz mit dem Kurfürsten in Altenburg gehabt -hatte, geschrieben.</p> - -<p>Eine bessere Gelegenheit zur Ausführung seiner -Plane konnte wohl nicht kommen und Kunz hatte -nichts eiligeres zu thun, als <span id="corr012">solches</span> seinen Verschworenen -zu benachrichtigen. Die Strickleitern<a id="FNAnker_15_15"></a><a href="#Fussnote_15_15" class="fnanchor">[15]</a>, die zu -diesem Behufe nöthig waren, wurden nicht weit von -<em class="gesperrt">Kahlenberg</em> oder <em class="gesperrt">Callenberg</em>, (bei Waldenburg, -gehörte seinem Bruder <em class="gesperrt">Dietrich</em>) in einer Scheune, -die ebenfalls seinem Bruder <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em> -gehörte, gefertiget. – <em class="gesperrt">Kunz</em> selbst hielt -sich<a id="FNAnker_16_16"></a><a href="#Fussnote_16_16" class="fnanchor">[16]</a> zu der Zeit im Geheimen auf dem Schlosse -<em class="gesperrt">Kohren</em> auf <em class="gesperrt">und ging von hier aus des<span class="pagenum"><a id="Seite_13">[13]</a></span> -Nachts vor Altenburg</em><a id="FNAnker_17_17"></a><a href="#Fussnote_17_17" class="fnanchor">[17]</a>, wo er den Prinzenraub -vollführte. Das Schloß <em class="gesperrt">Kohren</em> gehörte damals -der Familie <em class="gesperrt">von Meckau</em>.</p> - -<p>Geschichtlich merkwürdig ist noch, daß die Kurfürstin -<em class="gesperrt">Margaretha</em> die Nacht vorher, ehe ihr Gemahl -nach Leipzig reiste, folgenden Traum hatte: -Sie sah ein großes Schwein in einem schönen Garten -alles umwülen und besonders neben den Reben -die schöne junge Raute. Endlich stürzte ein Bär -darauf los und jagt das Schwein mit seiner Tatze -fort. Die Kurfürstin erzählte diesen Traum, der -ihr auf eine entsetzliche Art die ganze Nacht ängstigte, -sogleich ihrem Gemahl, der jedoch, weil er Träumen -nicht glaubte, seine Reise deswegen nicht aufschob -und mit großem Gefolge den 7. Juli (d. 19. Juli) -nach <em class="gesperrt">Leipzig</em> reiste.</p> - -<p>So war denn Niemand zur Aufsicht der Prinzen -da, als ihr Hofmeister, <em class="gesperrt">Graf von Barby</em>.</p> - -<p>Der 8. Juli (20. Juli) war von <em class="gesperrt">Kunz von -Kauffungen</em> dazu bestimmt den Prinzenraub auszuführen. -Die Hauptverschwornen waren mit ihren -Knechten folgende:<a id="FNAnker_18_18"></a><a href="#Fussnote_18_18" class="fnanchor">[18]</a> <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, -sein Reißiger: <em class="gesperrt">Johann Schweinitz</em>, sein Knecht: -<em class="gesperrt">Albrecht Adolph</em>; <em class="gesperrt">Wilhelm von Schönfels</em>, -sein Knecht: <em class="gesperrt">Geveller</em>; <em class="gesperrt">Hans Wilhelm von -Mosen</em>, sein Knecht: <em class="gesperrt">Hensel Herdin</em>; <em class="gesperrt">Hans<span class="pagenum"><a id="Seite_14">[14]</a></span> -von Rußwurm</em>; <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>; -<em class="gesperrt">Nikol vom Forst</em>; <em class="gesperrt">Bernhardt von Trebin</em>; -<em class="gesperrt">Dix von Trebin</em>; <em class="gesperrt">Barthol von Trebin</em>, -beide letztere: Söhne von <em class="gesperrt">Wenzel von Trebin</em>. -Der ganze Zug bestand aus 37 Reitern, dessen -Pferden die Hufeisen verkehrt aufgeschlagen worden -waren, und 10 Fußknechte, welche also den 7. Juli -(19. Juli) <em class="gesperrt">Montags vor Kiliani</em> 1455 <em class="gesperrt">Nachts -zwischen 11 und 12 Uhr</em> aus einem dichten -Walde bei Altenburg, die <em class="gesperrt">Leine</em> genannt, hervorbrachen. -Nur <em class="gesperrt">Johann Schweinitz</em>, Kunzens -Reißiger, wurde vorausgeschickt, um mit Hilfe des -Küchenjungen <em class="gesperrt">Schwalbe</em> die Strickleitern an einem -hohen Fenster, neben der Küche zu befestigen. – -<em class="gesperrt">Kunz</em>, bekannt im Schlosse, stieg zuerst hinauf, -dann folgte <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em>. Niemand -störte dieselben, denn in dem Schlafgemache der -Prinzen schlief niemand, als eine alte Kammerfrau -und der Sohn des Hofmeisters des Prinzen, <em class="gesperrt">Graf -von Barby</em>. Kunz entführte den ältern Prinz -<em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> sollte Prinz -<em class="gesperrt">Albrecht</em> entführen, doch in der Eile fand eine -Verwechselung statt, indem er den jungen <em class="gesperrt">Graf -Barby</em>, welcher in denselben Alter war als die -Prinzen, entführte. <em class="gesperrt">Kunz</em>, der den Irrthum erkannte, -übergab <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> den Prinz -<em class="gesperrt">Ernst</em> mit dem Befehl immer fort zu reiten, indem -er durch das Schloßthor, welches <em class="gesperrt">Schwalbe</em> vorher -geöffnet hatte, den jungen <em class="gesperrt">Graf Barby</em> wieder -zurückbrachte und dafür Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em>, welcher<span class="pagenum"><a id="Seite_15">[15]</a></span> -aus Angst sich unter das Bette versteckt hatte, nahm. -So wie Kunz diesen Prinzen über dem Schloßhofe -brachte, öffnete die Kurfürstin das Fenster und rufte: -»<em class="gesperrt">Lieber Kunz, thue nicht so übel an mir -und meinen lieben Herrn, verschone meine -Kinder, es sollen alle Deine Sachen noch -gut werden.</em>« Allein <em class="gesperrt">Kunz</em> achtete die Stimme -einer liebenden Mutter nicht, sondern setzte den -Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> auf ein Pferd, das er führte und -sprengte, begleitet von <span id="corr015">seinem</span> Reißiger <em class="gesperrt">Johann -Schweinitz</em> und seinen Knecht <em class="gesperrt">Albrecht Adolph</em> -mit verhängten Zügeln davon. Seinen Weg nahm -er durch die <em class="gesperrt">Leine</em><a id="FNAnker_19_19"></a><a href="#Fussnote_19_19" class="fnanchor">[19]</a>, wo er schon hergekommen -war, und gelangte dann durch die <em class="gesperrt">Rabensteiner</em><a id="FNAnker_20_20"></a><a href="#Fussnote_20_20" class="fnanchor">[20]</a> -und nachher die damals noch anstoßenden <em class="gesperrt">Thalheimischen</em> -Waldungen und zwar in letzteren auf -einem von Leukersdorf aus bis Elterlein führenden<span class="pagenum"><a id="Seite_16">[16]</a></span> -<em class="gesperrt">Fußsteig</em>, wodurch weder die Stadt <em class="gesperrt">Stollberg</em>, -noch die Stadt <em class="gesperrt">Zwönitz</em> berührt wird. Dieser -Fußsteig und jetzt <em class="gesperrt">Holz-</em> und <em class="gesperrt">Kalkfuhrweg</em> -kommt auf der Höhe des <em class="gesperrt">Glasberges</em> bei <em class="gesperrt">Elterlein</em> -über die <em class="gesperrt">Grünhainer</em> Straße<a id="FNAnker_21_21"></a><a href="#Fussnote_21_21" class="fnanchor">[21]</a> nicht -weit von <em class="gesperrt">Elterlein</em> schon in die Gegend<a id="FNAnker_22_22"></a><a href="#Fussnote_22_22" class="fnanchor">[22]</a> des<span class="pagenum"><a id="Seite_17">[17]</a></span> -<em class="gesperrt">Grünhainer Klosters</em>.<a id="FNAnker_23_23"></a><a href="#Fussnote_23_23" class="fnanchor">[23]</a> Dieser Weg war für -sein Vorhaben der passendste, indem die Gegend um -<em class="gesperrt">Grünhain</em> namentlich bei <em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> und -<em class="gesperrt">Waschleute</em> nichts als Wald war und durch den -verheerenden Hussitenkrieg, der 1427 das Kloster zu -Grünhain zerstörte,<a id="FNAnker_24_24"></a><a href="#Fussnote_24_24" class="fnanchor">[24]</a> ganz von Einwohnern entblößt -sein mußte, indem bis 1455 die Volksmenge -zur damaligen Zeit noch nicht so gewachsen sein -konnte, wie es vielleicht in den jetzigen Zeiten geschehen -dürfte. Auch war Kunz von einem Grünhainer -Mönch unterrichtet<a id="FNAnker_25_25"></a><a href="#Fussnote_25_25" class="fnanchor">[25]</a>, so daß er schnell aus<span class="pagenum"><a id="Seite_18">[18]</a></span> -der Gegend von <em class="gesperrt">Waschleute</em> nach Schwarzenberg -kommen konnte, welches damals ein böhmisches -Städtchen war<a id="FNAnker_26_26"></a><a href="#Fussnote_26_26" class="fnanchor">[26]</a>, mithin durfte ihm Niemand -mehr etwas anhaben, indem er den König von Böhmen -auf seiner Seite hatte; und dann schaffte er -die Prinzen auf sein Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em>, und wollte -sie so lange in Verwahrung behalten, bis er vom -Kurfürsten die Versicherung erhalten hätte, die Vitzthumschen -Güter rechtmäßig behalten zu können und -vielleicht ein ansehnliches Lösegeld für ihn und seine -Mitgenossen erhalten hätte. Allein seine Plane waren<span class="pagenum"><a id="Seite_19">[19]</a></span> -wohl gut ausgedacht, aber noch nicht vollführt. -Denn der anstrengende Marsch, den er ohne auszuruhen -zurückgelegt hatte, indem er von Mitternacht -bis gegen Mittag geritten war, mußte vorzüglich den -12jährigen Prinzen bedeutend anstrengen und so kam -es denn auch, daß der Prinz vor Hunger und Durst -in der Gegend von Grünhain<a id="FNAnker_27_27"></a><a href="#Fussnote_27_27" class="fnanchor">[27]</a> Kunzen bat es<span class="pagenum"><a id="Seite_20">[20]</a></span> -zu erlauben vom Pferde abzusteigen und auszuruhen.<a id="FNAnker_28_28"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a> -Da nun die Gegend durchaus nicht bewohnt<span class="pagenum"><a id="Seite_21">[21]</a></span> -war, so glaubte er ohne seine Sicherheit zu -gefährten, es erlauben zu dürfen. –</p> - -<p>Auf dem Schlosse zu <em class="gesperrt">Altenburg</em> war durch -die <span id="corr021">Entführung</span> der beiden Prinzen alles aufgeboten -und dem große Belohnung versprochen worden, welcher -zur Entdeckung des Prinzenraubes behilflich sein -könnte. Der Kurfürst bekam auch sogleich einen -Eilboten zugeschickt und ließ deshalb folgendes Schreiben -und Aufforderung in alle Gegenden des Landes -durch reitende Boten austheilen:</p> - -<div class="blockquot"> -<p>»<em class="gesperrt">Friedrich, Hertzog zu Sachsen, Churfürst! -liebe getreuen, uns ist Cuntz und seine -Helffers uff hind in unser Schloß Altenburgk -gestiegen, und haben unser beyden -Söhne, das Gott geklaget sey, weggebracht -– ist es versicherlich, Sie werden -mit Ihnen aus unsere Landen nicht eylen, -sondern sie etliche Tage uff den Wäldern -und Höltzern enthalten, und sie zu -Fuß fueder schicken. Begehren wir von -Euch – daß ihr mit reisiger Gezeug und -Fuhren, so stark ihr immer werden möget, -uff den Walden, Höltzern und sonst,<span class="pagenum"><a id="Seite_22">[22]</a></span> -wo ihr für das Beste erkennet, suchen und -suchen lassen, und fleißiges Aufsehen haben, -uff dieselben unsre Feinde und unsre -Söhne, daß ihnen die wieder abgedrungen, -und aus ihren Händen wieder zu -uns bracht werden. In dem Euch so beweisen, -als wir uns alles guten zu Euch -versehen, das wollen wir in allen guten -umb Euch erkennen. Geben Altenburg, -<em class="antiqua">tertia Kyliani Anno L. quinta</em>.</em>«<a id="FNAnker_29_29"></a><a href="#Fussnote_29_29" class="fnanchor">[29]</a></p></div> - -<p>In allen Orten wurden die Glocken geläutet, -und so wurde es denn bald in allen Gegenden des -Landes verbreitet. In der erzgebirgischen Stadt -<em class="gesperrt">Geier</em>, 3 Stunden von <em class="gesperrt">Grünhain</em> zersprang die -große Glocke.<a id="FNAnker_30_30"></a><a href="#Fussnote_30_30" class="fnanchor">[30]</a> –</p> - -<p><em class="gesperrt">Kunz</em>, der durch das Stürmen wohl wußte, -daß es ihm galt, glaubte dennoch sicher zu sein, da -er bereits selbst bei <em class="gesperrt">Waschleute</em> glücklich vorbei -geritten, also dem ersten Ziele ganz nahe, nur etwa -¾ Stunde noch von Schwarzenberg entfernt war, -ließ also den jungen Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> absteigen, um<span class="pagenum"><a id="Seite_23">[23]</a></span> -Waldbeere pflücken zu dürfen.<a id="FNAnker_31_31"></a><a href="#Fussnote_31_31" class="fnanchor">[31]</a> Auch Kunz -stieg ab und suchte dem <span id="corr023a">Prinzen</span> <em class="gesperrt">Albrecht</em> Waldbeere, -indem er sein Pferd am Zügel hielt. Indessen -Kunz immer tiefer in dem Walde Waldbeere suchte, -nährten sie sich einem Köhler, Namens <em class="gesperrt">Georg -Schmidt</em>, der mit seinem Hunde sein Mittagsbrod -theilte.</p> - -<p>Dieser Köhler hatte früh seinen Lehrburschen, -<em class="gesperrt">Urban Schmidt</em>, seines Bruders Sohn, nach <em class="gesperrt">Geier</em><a id="FNAnker_32_32"></a><a href="#Fussnote_32_32" class="fnanchor">[32]</a> -geschickt, um Lebensmittel zu holen, welcher<span class="pagenum"><a id="Seite_24">[24]</a></span> -denn daselbst gehört hatte, daß auf dem <em class="gesperrt">Altenburger</em> -Schlosse ein großer Raub statt gefunden hätte. -Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em>, der nun in jenem Walde, wo -damals blos eine Köhlerstraße hindurch führte, diesen -Ritter erblickte, vermuthete deshalb, daß das der -Räuber mit dem Raube wäre, er fragte ihn daher: -»Woher und wohin mit diesem Knaben?« <em class="gesperrt">Kunz</em> -entgegnete: »Ein böser Bube, der seinem Herrn -entlaufen ist, den ich ihm wieder zuführen muß.« – -Doch in diesem Augenblicke verwickelte <em class="gesperrt">Kunz</em> sich -mit seinen Sporen im dicken Dorngestrüppe und stürzte<span class="pagenum"><a id="Seite_25">[25]</a></span> -nieder. Schnell wollte er wieder aufspringen, allein -sein Panzerhemde hinderte ihn dazu. Diese -Gelegenheit benutzte der Prinz und raunte dem Köhler -ins Ohr: »<em class="gesperrt">Ich bin ein Fürst von Sachsen -und bin gefangen, mache mich los, mein -Vater soll dirs wohl vergelten!</em>«</p> - -<p>Dieses hörte Kunzens Reißiger, sein treuer -<em class="gesperrt">Schweinitz</em>,<a id="FNAnker_33_33"></a><a href="#Fussnote_33_33" class="fnanchor">[33]</a> erhob sein Schwerdt, und wollte -den Prinzen, weil dadurch alles verrathen war, tödten. -Allein der Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em> fing den Hieb -durch seinen Schürbaum auf. Seinen Hund nun -hetzte er sogleich auf Schweinitzen und er selbst lief -zu Kunzen, der immer noch dalag und schlug ihn -mit dem Schürbaum, daß er ihn todtgeschlagen hätte, -wenn nicht Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> für ihn gebeten -hätte. Durch das Hundegebell und übrigen Lärm -war des Köhlers Frau, geborne <em class="gesperrt">Marie Wälderin</em>, -herzugekommen. Als sie aber sah, daß ihr Mann -sich mit Räubern herumschlug, gab sie das gewöhnliche -Waldzeichen, was bei Gefahren alle Köhler -zusammenruft.<a id="FNAnker_34_34"></a><a href="#Fussnote_34_34" class="fnanchor">[34]</a> Dadurch waren in einem kurzen<span class="pagenum"><a id="Seite_26">[26]</a></span> -Zeitraume viele Köhler versammelt,<a id="FNAnker_35_35"></a><a href="#Fussnote_35_35" class="fnanchor">[35]</a> so daß -sich bald <em class="gesperrt">Kunz</em> mit seinem treuen Diener <em class="gesperrt">Schweinitz</em> -gefangen geben mußte.</p> - -<p>Sein Knecht <em class="gesperrt">Albrecht Adolph</em> war entflohen, -wurde jedoch noch eingeholt.</p> - -<p>Kunz, der sich nun für verloren sah, bot dem -Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em>, eine ansehnliche Belohnung, allein -dem Köhler war Kunzens Gold nicht so lieb als -seine eigne Person und er mußte sein Gefangner -bleiben.</p> - -<p>Prinz <em class="gesperrt">Albrechten</em> führte er in seine nahe gelegene -Köhlerhütte, stärkte ihn durch ein einfaches -Mahl und gab ihm aus der Quelle, die jetzt durch -das Denkmal eingefaßt ist, zu trinken. –</p> - -<p><em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> mit seinem Genossen -führten sie aber zu ihrer Obrigkeit, in das -¾ Stunden davon entfernte <em class="gesperrt">Cistercienser-Kloster -Grünhain</em>, zum damaligen Abt <em class="gesperrt">Liborius</em>,<a id="FNAnker_36_36"></a><a href="#Fussnote_36_36" class="fnanchor">[36]</a> -noch an dem nämlichen Dienstage. Kunz, im<span class="pagenum"><a id="Seite_27">[27]</a></span> -Kloster angekommen, wurde in dem Gefängnisse daselbst -festgehalten, was jetzt noch steht, und den Namen -<em class="gesperrt">Fuchsthurm</em> führt. Es befindet sich mitten -im Klostergarten, wird aber bald, weil es nicht im -baulichen Stande erhalten wird, einer Ruine ähnlich -sehen. Hier blieb Kunz nur einige Stunden,<a id="FNAnker_37_37"></a><a href="#Fussnote_37_37" class="fnanchor">[37]</a> -indem er vom Abte <em class="gesperrt">Liborius</em> unter hinreichender -Bedeckung, nach <em class="gesperrt">Zwickau</em> zum damaligen Amtshauptmann -oder Voigt <em class="gesperrt">Veit von Schönburg</em>, -abgeliefert wurde.<a id="FNAnker_38_38"></a><a href="#Fussnote_38_38" class="fnanchor">[38]</a> Dieser <em class="gesperrt">Veit von Schönburg</em> -erstattete wahrscheinlich schon am folgenden -Tage, den 9. Juli, Bericht an den Kurfürsten, um -sich Verhaltungsbefehle zu erbitten. Der Kurfürst -ließ Kunzen nicht nach Altenburg bringen, sondern -nach <em class="gesperrt">Freiberg</em>, welches wahrscheinlich den 12. Juli -geschah, wo er dem dortigen Rathe zu sicherer Verwahrung<span class="pagenum"><a id="Seite_28">[28]</a></span> -übergeben wurde. – Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> -wurde aber in Begleitung des Köhlers <em class="gesperrt">Schmidt</em>, -nachdem er beim Abt <em class="gesperrt">Liborius</em> in der sogenannten -<em class="gesperrt">Schösserwohnung</em><a id="FNAnker_39_39"></a><a href="#Fussnote_39_39" class="fnanchor">[39]</a> im Kloster zu <em class="gesperrt">Grünhain</em> -übernachtet hatte, mit einer sicheren Bedeckung nach -<em class="gesperrt">Altenburg</em> gebracht. Der Einzug ähnelte einem -Triumphzuge in Altenburg. Eine große Anzahl -Bewohner Altenburgs kam dem Zuge entgegen und -begegneten dem Hauptanführer des Zugs, den Köhler -<em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>, mit wahrer Achtung, so daß -sie sich nicht scheuten zum Zeugen der Dankbarkeit -seine schwarzen Hände zu küssen.</p> - -<p>Um nun auch das Schicksal des Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em> -von seiner Entführung an zu wissen, müssen wir -wieder aufs Schloß <em class="gesperrt">Altenburg</em> zurück gehen, wo -<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> den Prinzen Ernst seinen -treusten Genossen <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> und <em class="gesperrt">Wilhelm -von Schönfels</em> übergab, um mit ihm immer -die Flucht zu ergreifen, indem er selbst für den jungen -Graf Barby, den jüngern Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> holte. -Nach einer Verabredung mit <em class="gesperrt">Mosen von Schönfels</em> -hatte es Kunz so bestimmt, daß sie mit <em class="gesperrt">einem</em> -von den beiden Prinzen einen andern Weg einschlagen<span class="pagenum"><a id="Seite_29">[29]</a></span> -sollten und zwar gegen Franken zu nach Böhmen, -wo sie ihn dann auf sein Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em> bringen -sollten; damit, wenn im Fall die eine oder die -andere Partei gefangen genommen werden sollte, die -andere Partei ihren Raub nicht eher hergeben sollte, -als bis Kunzens Forderungen erfüllt oder die Strafe -für die Entführung der Prinzen erlassen wäre. Beides -wurde durch einen gegenseitigen Schwur bekräftiget.</p> - -<p>Allein beide Ritter kamen mit ihrem Gefolge -nicht weiter, als bis in die Gegend von Hartenstein, -indem in allen Dörfern die Sturmglocke ertönte und -die Unterthanen ebenfalls ihre Untersuchungen nicht -allein auf den Fahrstraßen anstellten, sondern auch -die Wälder durchsuchten. Vierzehn gesattelte Pferde -und sechs Reiter waren ihnen schon abgenommen -worden und die Gefahr sogleich ergriffen zu werden, -zwang sie daher eine Höhle, die am rechten Ufer -der Mulde liegt, nicht weit vom Schlosse <em class="gesperrt">Stein</em> -der Burg <em class="gesperrt">Eisenburg</em><a id="FNAnker_40_40"></a><a href="#Fussnote_40_40" class="fnanchor">[40]</a> gegenüber zum Zufluchtsort<span class="pagenum"><a id="Seite_30">[30]</a></span> -<span id="corr030a">zu nehmen</span><a id="FNAnker_41_41"></a><a href="#Fussnote_41_41" class="fnanchor">[41]</a>. Allein da sie durchaus keine -Lebensmittel hatten, die <span id="corr030b">dem</span> jungen, zarten Fürstensohn<span class="pagenum"><a id="Seite_31">[31]</a></span> -behagen konnten, sie glauben mußten, daß er -sterben könnte und ihr Aufenthaltsort immer unsicherer -wurde, indem einer von ihren Knechten von -einem Holzmacher gehört hatte: »<em class="gesperrt">den einen Schelm</em> -(Kunz von Kauffungen) <em class="gesperrt">haben sie erwischt und -nach Grünhain gebracht, den andern Dieb -werden sie schon noch bekommen und beide -andere ihren verdienten Lohn erhalten</em>,« -so fertigten sie den 11. Juli einen Boten an den -Bruder des Amtshauptmanns Veit von Schönburg<span class="pagenum"><a id="Seite_32">[32]</a></span> -in Zwickau, an <em class="gesperrt">Friedrich von Schönburg</em> ab, -welcher das Schloß Hartenstein besaß und dort residirte. -Dem Boten gaben sie einen Brief mit, der -folgenden Inhalt hatte:<a id="FNAnker_42_42"></a><a href="#Fussnote_42_42" class="fnanchor">[42]</a></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>»<em class="gesperrt">Es reue sie, daß sie Kunz von Kauffungen -zu Willen gewesen wären, ihrem -lieben Kurfürsten und seinen Söhnen -zu thun. Weil aber Herzog Friedrich ein -sanftmüthiger Kurfürst sei, so hofften sie -Gnade und thäten in diesem Vertrauen, -dem Herrn von Schönburg zu wissen, daß -sie den jungen Fürsten Ernst lebendig und -gesund im sichren Gewahrsam hätten. -Wolle er ihnen nur bei dem Kurfürsten -Gnade und Befreiung von aller Strafe -an Leben, Ehre, Gut auswirken und ihnen -schriftlich dafür haften, so wollten sie -den jungen Fürstensohn unverletzt wieder -bringen. Käme man aber, sie zu fangen, -so würden sie den Korfürstlichen Sun erstechen, -sich bis aufs Aeußerste wehren;<span class="pagenum"><a id="Seite_33">[33]</a></span> -sich endlich selbst tödten und gewiß nicht -ohne großes Blutvergießen in die Hände -ihrer Feinde fallen. Die Antwort möchte -ihnen der Amtshauptmann</em> (Friedrich v. -Schönburgs Bruder) <em class="gesperrt">schriftlich geben</em>.« –</p></div> - -<p><em class="gesperrt">Friedrich von Schönburg</em><a id="FNAnker_43_43"></a><a href="#Fussnote_43_43" class="fnanchor">[43]</a> erkannte -sogleich, nach Durchlesung dieses Briefes, die Gefahr -in welcher der Prinz schwebte, und versprach ohne -erst Genehmigung von seinem Bruder zu erholen -schriftlich und bei seiner Ehre Verzeihung, wenn sie -den Prinzen lebendig und unversehrt ausliefern -würden. Hierauf eilte noch an demselben Tage v. -<em class="gesperrt">Mosen</em> und <em class="gesperrt">v. Schönfels</em> mit dem Prinzen -<em class="gesperrt">Ernst</em> auf das Schloß <em class="gesperrt">Hartenstein</em>, wo der Herr -<em class="gesperrt">von Schönburg</em> den Prinzen in Empfang nahm -und die Ritter, seinem Versprechen gemäß, wieder -frei erließ. <em class="gesperrt">Prinz Ernst</em> aus Freude, daß er gerettet -war, schenkte <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> und -<em class="gesperrt">Wilhelm von Schönfels</em> jedem ein Roß<a id="FNAnker_44_44"></a><a href="#Fussnote_44_44" class="fnanchor">[44]</a> -mit den Worten: »<em class="gesperrt">Nun reitet hin und kommt -in meines Vaters Land nicht wieder.</em>«<a id="FNAnker_45_45"></a><a href="#Fussnote_45_45" class="fnanchor">[45]</a></p> - -<p>Denselben Tag, <em class="gesperrt">Freitags den 11. Juli -1455</em> wurde der Prinz <em class="gesperrt">Ernst</em> nach <em class="gesperrt">Chemnitz</em><span class="pagenum"><a id="Seite_34">[34]</a></span> -gebracht, wo sich sein Vater, der Kurfürst, von <em class="gesperrt">Leipzig</em> -und seine Mutter, die Kurfürstin, mit dem schon -geretteten Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> von <em class="gesperrt">Altenburg</em> begeben -hatte. Der Kurfürst bestätigte mit Freuden des -<em class="gesperrt">Herrn von Schönburgs</em> Verfahren, daß er <em class="gesperrt">Mosen</em> -und <em class="gesperrt">Schönfels</em> begnadigt hatte.<a id="FNAnker_46_46"></a><a href="#Fussnote_46_46" class="fnanchor">[46]</a></p> - -<p>Die guten Eltern an der Seite ihrer geretteten -Söhne hatten nun nichts Nothwendigeres zu thun, -als ihrem Gott für deren Errettung inbrünstig zu -danken. Sie reisten daher, <em class="gesperrt">den 15. Juli</em>, nach -<em class="gesperrt">Ebersdorf</em><a id="FNAnker_47_47"></a><a href="#Fussnote_47_47" class="fnanchor">[47]</a> 1½ Stunde von Chemnitz, weil -sich dort ein Marienbild befand, das im besonderen -Ansehen stand, und zu welchem man häufige Wallfahrten -anstellte. Nach vollbrachter Andacht ließen -sie die Kleider der Prinzen,<a id="FNAnker_48_48"></a><a href="#Fussnote_48_48" class="fnanchor">[48]</a> die sie auf ihrer<span class="pagenum"><a id="Seite_35">[35]</a></span> -Flucht angehabt hatten, wie auch den Kittel des -ehrlichen Kohlenbrenners der seine Andacht auch -mit verrichtete, zum immerwährenden Andenken -in der <em class="gesperrt">Kirche</em> zu <em class="gesperrt">Ebersdorf</em> aufbewahren.<a id="FNAnker_49_49"></a><a href="#Fussnote_49_49" class="fnanchor">[49]</a> -– Daneben hängt ein Täfelchen mit folgenden -Reimen:<a id="FNAnker_50_50"></a><a href="#Fussnote_50_50" class="fnanchor">[50]</a></p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»Kunz von Kauffungen der viel wilde Mann<br /></span> -<span class="i0">In Meißner Land ist kommen an<br /></span> -<span class="i0">Wohl auf das Schloß jen Altenburg<br /></span> -<span class="i0">Sehr froh und kühn ohne alle Sorg<br /></span> -<span class="i0">Dem Fürsten allda seine Kind<br /></span> -<span class="i0">Entführet hat listig und geschwind<br /></span> -<span class="i0">Des Kleider noch hier hängen seht<br /></span> -<span class="i0">Ein jeder der fürüber geht<br /></span> -<span class="i0">Die dazumahl bald nach der That<br /></span> -<span class="i0">Der Vater hergehänget hat.«<br /></span> -</div></div> - -<p>Der Zahn der Zeit hatte diese Andenken des -Prinzenraubes nach und nach ziemlich zerfressen und -und sie würden bald ganz eingegangen sein, wenn -nicht Kurfürst <em class="gesperrt">Christian</em> II. 1607 aufs neue für -ihre Fortdauer Sorge getragen hätte. Er befahl<span class="pagenum"><a id="Seite_36">[36]</a></span> -nämlich, sie in weißes Wachs einzutauchen und so -vor die Verwesung etwas zu sichern. Allein es geschah -nicht. Deswegen schickte er 1608 seinen Baumeister -<em class="gesperrt">Maria Nosseni</em> nach <em class="gesperrt">Ebersdorf</em><a id="FNAnker_51_51"></a><a href="#Fussnote_51_51" class="fnanchor">[51]</a> der -sie denn reinigen und durch Gummiwasser ziehen ließ.</p> - -<p>Die Kurfürstin stiftete außerdem noch auf alle -<em class="gesperrt">Dienstage</em>, <em class="gesperrt">Marienfeste</em> und den nächsten Tag -<em class="gesperrt">nach Kiliani</em> in der Kirche zu <em class="gesperrt">Ebersdorf</em> Messen -und Almosen für <em class="gesperrt">zwei arme Leute</em>, besonders -Köhler.<a id="FNAnker_52_52"></a><a href="#Fussnote_52_52" class="fnanchor">[52]</a></p> - -<p>Nun waren also beide Prinzen befreit, doch -<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, welchen die beiden Ritter -<em class="gesperrt">Mosen</em> u. <em class="gesperrt">Schönfels</em> in ihrem Begnadigungsschreiben -an <em class="gesperrt">Friedrich von Schönburg</em> ausgeschlossen -hatten, ohne dem heiligen Schwur eingedenk -zu sein, welchen sie gegenseitig geleistet hatten, war, -wie oben schon gesagt worden ist, nach <em class="gesperrt">Freiberg</em> gebracht -worden. Hier saß nun Kunz glaubend, daß die -andere Partei mit dem älteren Prinz <em class="gesperrt">Ernst</em> auf sein -Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em> in Böhmen wohlbehalten angekommen -wäre und ihrem Versprechen eingedenk sein<span class="pagenum"><a id="Seite_37">[37]</a></span> -würde. Allein als er die Glocken in Freiberg läuten -hörte und nach der Ursache frug und vernahm, -daß es aus Dankbarkeit für die glückliche Errettung -beider Prinzen geschehe, entfuhren ihm die Worte: -»<em class="gesperrt">Das walt der Teufel, das gilt mir mein -Leben.</em>«<a id="FNAnker_53_53"></a><a href="#Fussnote_53_53" class="fnanchor">[53]</a> Daraus war natürlich zu schließen, -daß er befürchtete, sein Leben einbüßen zu müssen. -Darum wandt er nun alles an, um durch seine vornehmen -Freunde, Begnadigung zu erhalten, besonders -durch den Marschall <em class="gesperrt">Hildebrand von Einsiedel</em> -und die Ritter <em class="gesperrt">Niklas von Schönberg</em> und -<em class="gesperrt">Hugold von Schleinitz</em>, die am kurfürstlichen -Hofe sehr bedeutende Stimmen hatten, doch wie -man aus folgendem sehen wird, war es zu spät.</p> - -<p>Mehrere Schriftsteller behaupten auch Kurfürst -<em class="gesperrt">Friedrich</em> hätte in <em class="gesperrt">Magdeburg</em>, <em class="gesperrt">Leipzig</em> und -<em class="gesperrt">Freiberg</em> rechtliche Erkenntnisse geholt, allein dies -war der kurzen Zeit wegen unmöglich und der damaligen -Zeit nicht anpassend, daher ist es glaubwürdiger, -daß der Kurfürst das Urtheil darüber dem -<em class="gesperrt">Freiberger</em> Rathe überlassen, indem der Rath zu -<em class="gesperrt">Freiberg</em> die Gerechtsame dazu hatte.<a id="FNAnker_54_54"></a><a href="#Fussnote_54_54" class="fnanchor">[54]</a></p> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_38">[38]</a></span></p> -<p>Das Urtheil entschied für die Todesstrafe.<a id="FNAnker_55_55"></a><a href="#Fussnote_55_55" class="fnanchor">[55]</a> -<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen wurde daher den<span class="pagenum"><a id="Seite_39">[39]</a></span> -14. Juli</em> (26. Juli) <em class="gesperrt">Montags nach Magaretha, -Nachmittags um 4 Uhr zu Freiberg -auf dem Obermarkte</em> öffentlich enthauptet. Als -Zeugen waren da der Köhler, <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>, -und einige andere Köhler. – Der Ort, wo die -Hinrichtung geschah, ist noch durch einen Stein bezeichnet.<a id="FNAnker_56_56"></a><a href="#Fussnote_56_56" class="fnanchor">[56]</a> -Noch auf dem Schaffote sagte er, <em class="gesperrt">daß -er seinen schimpflichen Tod an den Nürnbergern -verschuldet habe</em>.<a id="FNAnker_57_57"></a><a href="#Fussnote_57_57" class="fnanchor">[57]</a></p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_40">[40]</a></span></p> - -<p>Seine obengenannten Freunde brachten es nach -<span id="corr040a">mehrfachen</span> Bitten bei dem Kurfürsten endlich doch -so weit, daß er begnadigt wurde; allein der reitende -Bote, der die Begnadigung <span id="corr040b">dem</span> Freiberger Rathe -verkündigen sollte, kam zu spät; indem die Thore -der Hinrichtung wegen schon geschlossen waren.</p> - -<p>Manche Schriftsteller zweifeln an Kunzens Begnadigung, -weil sein Bruder <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>, -der die Strickleitern zu dem <span id="corr040c">Prinzenraube</span> -in seiner Scheuer fertigen ließ und einst gesagt haben -soll: »<em class="gesperrt">Das Nest würden sie wohl finden, -aber die Vögel wären ausgenommen</em>,« -ebenfalls zu <em class="gesperrt">Altenburg</em>, zwischen den <em class="gesperrt">20. -und 26. Juli</em> enthauptet wurde, der bei <span id="corr040d">weitem</span> -nicht die Schuld dabei hatte, als sein Bruder. –</p> - -<p>Allgemeine Erbitterung bewirkte die schnelle -Verurtheilung des <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, besonders -unter der Ritterschaft, in der er so hohe<span class="pagenum"><a id="Seite_41">[41]</a></span> -Verwandte und Freunde hatte. Sein Oheim der -damalige Bischof von Meißen, <em class="gesperrt">Casper v. Schönberg</em> -veranstaltete sogar ein feierliches Begräbniß -desselben, ließ ihn in der <em class="gesperrt">St. Petrikirche</em> zu -<em class="gesperrt">Freiberg</em> beisetzen und sein Grab erhielt einen Leichenstein. -Allein das erregte unter den Regenten -großes Mißfallen, besonders Herzog <em class="gesperrt">Wilhelm</em> war -dagegen; daher durfte sein Leichnam in der Kirche -nicht bleiben, sondern erhielt seine Ruhestätte dafür -auf dem Kirchhofe zu <em class="gesperrt">Neukirchen</em> bei Freiberg. -Der Leichenstein aber blieb in einem Winkel der St. -Petrikirche stehen.<a id="FNAnker_58_58"></a><a href="#Fussnote_58_58" class="fnanchor">[58]</a></p> - -<p>Seine übrigen Mitgenossen verloren meistentheils -ihr Leben durch das Schwerdt; ausgenommen -der böhmische Küchenjunge, <em class="gesperrt">Hans Schwalbe</em>, der -den <em class="gesperrt">28. Juli zu Zwickau</em> mit glühenden Zangen -gezwickt und dann geviertheilt wurde, und Kunz v. -<span id="corr041">Kauffungens</span> treuer Reißiger, <em class="gesperrt">Johann Schweinitz</em>, -der gehangen wurde. –</p> - -<p>Nach diesen harten Bestrafungen erfolgten aber -auch Belohnungen, die der Kurfürst dem Köhler, -<em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>, zu Theil werden ließ.<a id="FNAnker_59_59"></a><a href="#Fussnote_59_59" class="fnanchor">[59]</a> Er -erhielt von ihm die Erlaubniß sich eine Gnade auszubitten -– und die bescheidene Bitte des Köhlers<span class="pagenum"><a id="Seite_42">[42]</a></span> -bestand darin, die Erlaubniß zu erhalten in dem -Walde, wo er den Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> gerettet hätte, -frei Kohlen zu brennen. Nicht allein diese Bitte -erhielt er erfüllt, sondern der Kurfürst schenkte ihm -auch sogleich nach der That für sich und seine Nachkommen -ein <em class="gesperrt">Gnadenkorn</em>, welches aus 4 Scheffel -<em class="gesperrt">Zwickauer</em> Maaß oder 5 Scheffel 2 Viertel -und 3 Metzen <em class="gesperrt">Dresdner</em> Maaß besteht. Noch -<em class="gesperrt">jetzt</em> erhält das älteste Mitglied dieses Geschlechts -in männlicher Linie dieses Gnadenkorn aus dem -<em class="gesperrt">Rentamte</em> zu <em class="gesperrt">Zwickau</em>.<a id="FNAnker_60_60"></a><a href="#Fussnote_60_60" class="fnanchor">[60]</a> Später erhielt er auch -ein Freigut im Dorfe <em class="gesperrt">Eckartsbach</em><a id="FNAnker_61_61"></a><a href="#Fussnote_61_61" class="fnanchor">[61]</a> bei Zwickau. -Die Besitzung ist aber durch <em class="gesperrt">verderbliche</em> -und <em class="gesperrt">langwierige</em> Kriege von der Familie wieder -abgekommen.</p> - -<p>Als <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em> alt und schwach ward, -nahm ihn sogar der Kurfürst an den Hof nach <em class="gesperrt">Altenburg</em><span class="pagenum"><a id="Seite_43">[43]</a></span> -und dadurch, daß er bei seiner Erzählung -des Prinzenraubes sich immer der Worte bediente: -»<em class="gesperrt">Herr, ich habe den Kunzen mit meinem -Schürbaum weidlich getrillert</em>,«<a id="FNAnker_62_62"></a><a href="#Fussnote_62_62" class="fnanchor">[62]</a> die er -oft wiederholen mußte, erhielt er und seine Nachkommen -den Namen <em class="gesperrt">Triller</em>. –</p> - -<p>Die übrigen Köhler, welche bei dem Rettungsacte -durch den Lärm von <em class="gesperrt">Georg Schmidts</em> Frau -herbeigekommen waren, erhielten ebenfalls Belohnungen, -die wahrscheinlich in Gelde bestanden, doch aus -Mangel an sicheren Nachrichten hier nicht aufgeführt -werden können.</p> - -<p>Nur so viel ist gewiß, daß als Herzog <em class="gesperrt">Albrecht</em> -im Jahre 1480 die Gegend des Befreiungsactes -bereiste, in <em class="gesperrt">Elterlein</em><a id="FNAnker_63_63"></a><a href="#Fussnote_63_63" class="fnanchor">[63]</a> noch drei Köhler -traf, welche bei seiner Befreiung aus Kunzens <span id="corr043">Händen</span><span class="pagenum"><a id="Seite_44">[44]</a></span> -thätig gewesen waren. Sie hießen <em class="gesperrt">Wyland</em>, -<em class="gesperrt">Fischer</em> und <em class="gesperrt">Urban Schmidt</em>, letzterer damals -der Köhlerbursche <em class="gesperrt">Georg Schmidts</em>, und erhielten, -nachdem sie dem Herzog <em class="gesperrt">Albrecht</em> den Ort seiner -Errettung gewiesen hatten, eine gute <em class="gesperrt">Ritterzehrung</em>.<a id="FNAnker_64_64"></a><a href="#Fussnote_64_64" class="fnanchor">[64]</a></p> - -<p>Zum ewigen Andenken der Begebenheit des -Prinzenraubes ließ Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich</em> eine Münze -schlagen, die aber äußerst selten ist.<a id="FNAnker_65_65"></a><a href="#Fussnote_65_65" class="fnanchor">[65]</a> Auch schreibt -<em class="antiqua"><em class="gesperrt">Vulpius</em> l. c.</em> §. 35., wie sich in <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. -a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 109. befindet:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>»Zum Andenken hat der Höchstlöbliche sanftmüthige -Kurfürst, der geraubten Prinzen Herr Vater, -diese Geschichte auff vier Tafeln künstlich abmalen -lassen, so in dem Zimmer, aus welchem die -Entführung geschehen, befindlich sind. Deren die -erste fürstellt, wie Cuntz und seine Gesellen die -Prinzen aus dem Schlosse zu <em class="gesperrt">Altenburg</em> rauben: -die andere, wie er im Walde von den Köhlern -gefangen wird.«</p></div> - -<p>Die <em class="gesperrt">Gemälde</em> sind noch auf dem Schlosse zu -<em class="gesperrt">Altenburg</em> befindlich und <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Triller</em> erhielt -Copien davon, die er in Kupfer stechen ließ. Diese -Kupfer findet man in seinem sächs. Prinzenraube.<span class="pagenum"><a id="Seite_45">[45]</a></span> -(In der Zueignungsschrift an den Herzog schreibt -er: »die Kupfertafeln selbst, die meine Reime zieren, -sind mir von Deinem Hof gezeichnet zugeschickt.« -<em class="gesperrt">Ranisch</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 8. gedenkt dieses Umstandes -auch: »Auf der Seite der jetzt veränderten Burg -sieht man in einem Zimmer der höhern Gegend die -vier vornehmsten Veränderungen dieses Trauerspiels -von <em class="gesperrt">den noch vorhandenen</em> vier Tafeln sauber -abgezeichnet.«)</p> - -<p>Diese vier Hauptgemälde stellen folgendes vor:</p> - -<div class="hang"> - -<p>1.) Die Entführung <span id="corr045">der</span> Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albrecht</em> -aus dem Schlosse zu <em class="gesperrt">Altenburg</em>.</p> - -<p>2.) Die Befreiung des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> durch -den Köhler <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>.</p> - -<p>3.) Die Rückkehr des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> in Begleitung -des Abtes <em class="gesperrt">Liborius</em> nebst Gefolge, -zu seinen fürstlichen Eltern.</p> - -<p>4.) Die Enthauptung des <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> -auf dem Marktplatze zu <em class="gesperrt">Freiberg</em>.</p></div> - -<p>Nach dem Urtheile Sachverständiger sind diese -Bilder weit späteren Ursprungs und ohne künstlerischen -Werth. Letzteres gilt auch von einer Tafel -mit 30. Portraits der bei dem Prinzenraube betheiligt -gewesenen Personen, die ebenfalls sich im Schlosse -zu Altenburg befinden.<a id="FNAnker_66_66"></a><a href="#Fussnote_66_66" class="fnanchor">[66]</a></p> -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_46">[46]</a></span></p> -<p>Dagegen befinden sich in Altenburg zwei Portraits -der Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albrecht</em> in rothen -Kleidern, welche weit authentischer zu sein scheinen. -Von diesen beiden letztern Gemälden befinden sich -jetzt <em class="gesperrt">Copien</em> im <em class="gesperrt">Köhlerhause</em> am <em class="gesperrt">Fürstenberge</em>, -welche <em class="gesperrt">Se. Durchlaucht</em> der jetzt regierende -<em class="gesperrt">Herzog von Altenburg</em>, <em class="gesperrt">Joseph</em>, demselben -huldreichst verehrt hat. Gemalt sind sie vom <em class="gesperrt">Professor</em> -Friedrich Ludwig Theodor <em class="gesperrt">Döll</em> zu <em class="gesperrt">Altenburg</em> -im Jahre 1839. –</p> - -<p>Nachstehendes <em class="gesperrt">Gedicht</em> wurde zur damaligen -Zeit als beliebtes Volkslied vorzüglich von den Bergleuten -oft gesungen:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Wir wollen ein Liedel heben an<br /></span> -<span class="i0">Was sich hat angespunnen<br /></span> -<span class="i0">Wies in dem Pleisnerlande gar schlecht war bestallt<br /></span> -<span class="i0">Als sein Jungen Fürsten geschah groß Gewalt<br /></span> -<span class="i0">Durch den Cunzen von Kauffungen, ja Kauffungen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Der Adler hat uf den Felß gebawt<br /></span> -<span class="i0">Ein schönes Nest mit Jungen<br /></span> -<span class="i0">Und wie er einst warn geflogen aus<br /></span> -<span class="i0">Holete ein Geyer die jungen Vogel raus<br /></span> -<span class="i0">Drauf wards Nest leer gefungen, ja gefungen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wo der Geier uff dem Dache sitzt<br /></span> -<span class="i0">Da trugen die Küchlein selten<br /></span> -<span class="i0">Es wären mein weele ein seltsam Narrenspiel<br /></span> -<span class="i0">Welcher Fürst sein Rathen getrawt soviel<br /></span> -<span class="i0">Muß offt der Herrschaft entgelten, ja entgelten.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_47">[47]</a></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Altenburg, du bist zwar eine feine Stadt<br /></span> -<span class="i0">Dich thät er mit Untreu meinen<br /></span> -<span class="i0">Da ie die waren all Hoflüt rauschend voll<br /></span> -<span class="i0">Qvam Cunze mit Leytern und Buben toll<br /></span> -<span class="i0">Und holte die Fürsten so kleine, ja so kleine.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Was bloß Dich Cunz für Unlust an<br /></span> -<span class="i0">Da Du yns Schloß mir steigest<br /></span> -<span class="i0">Und stylst die zarten Herren raus<br /></span> -<span class="i0">Als der Curförst aber war nicht zu Hauß<br /></span> -<span class="i0">Die zarten Försten-Zweige, ja Försten-Zweige.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Es war wohl als ein Wunder Ding<br /></span> -<span class="i0">Wie sich das Land beweget<br /></span> -<span class="i0">Was uff allen Straßen warn för Leut<br /></span> -<span class="i0">Die der Reubern nachfolgeten in Zeit,<br /></span> -<span class="i0">Alles wibbelt, kribbelt, sich bereget, ja bereget.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Im Walde dort ward Cuntz ertapt<br /></span> -<span class="i0">Da wollt he Beeren naschen<br /></span> -<span class="i0">Were he in der Hast sacken fortgeretten<br /></span> -<span class="i0">Das öhm die Köhler <span id="corr047">nit</span> geleppischt hetten<br /></span> -<span class="i0">Hett he sie kunt verpaschen, ja verpaschen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Aber sie wurden ihm wieder abgejagt<br /></span> -<span class="i0">Und Cunz mit synen Gesellen<br /></span> -<span class="i0">Uff <em class="gesperrt">Grünhayn</em> in unsers Herrn Abts Gewalt<br /></span> -<span class="i0">Gebracht und darnoch auch uf <em class="gesperrt">Zwickau</em> gestalt<br /></span> -<span class="i0">Und musten sich lan prellen, ja lan prellen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Davon fiel ab gar mancher Kopf<br /></span> -<span class="i0">Und keiner der gefangen<br /></span> -<span class="i0">Kam aus der Haft ganzbeinicht davon<br /></span> -<span class="i0">Schwerd, Rad, Zangen und Strick, die waren ihr Lohn<br /></span> -<span class="i0">Man sah die rümper hangen, ja hangen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">So gehts, wer wider die öberkeit<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_48">[48]</a></span> -<span class="i0">Sich unbesonnen empöret<br /></span> -<span class="i0">Wer es nicht meynt der schaw an Cunzen<br /></span> -<span class="i0">Syn Kop thu zu <em class="gesperrt">Freyberg</em> noch herußen schmunzen<br /></span> -<span class="i0">Und jedermann davon lehret, ja lehret.<a id="FNAnker_67_67"></a><a href="#Fussnote_67_67" class="fnanchor">[67]</a><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gott thu der frommen Curförsten alls guts<br /></span> -<span class="i0">Und laß die Jungen Herren<br /></span> -<span class="i0">In keines Feindes Hand mehe also komm<br /></span> -<span class="i0">Geb auch der Fraw Curförstinn vel fromm<br /></span> -<span class="i0">Das sie sich, in Ruhe vermehren, ja vermehren.<a id="FNAnker_68_68"></a><a href="#Fussnote_68_68" class="fnanchor">[68]</a><br /></span> -</div></div> - -<h3 id="Nachtrag">Nachtrag.</h3> - -<p class="center larger">Einige Notizen über <span id="corr048">die Familien</span> der -drei Hauptpersonen des Prinzenraubes:</p> - -<div class="hang"> - -<p><em class="antiqua">a.</em>) des Kurfürsten <em class="gesperrt">Friedrich des Sanftmüthigen</em>.</p> - -<p><em class="antiqua">b.</em>) des Ritters <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>.</p> - -<p><em class="antiqua">c.</em>) des Köhlers <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>, -<em class="gesperrt">vorzüglich nach dem Prinzenraube</em>.</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_49">[49]</a></span></p> - -<h4><em class="antiqua">a.</em>) Des Kurfürsten Friedrich des Sanftmüthigen -Familie.</h4> - -<p><em class="gesperrt">Kurfürst, Friedrich der Sanftmüthige</em>, -Vater der beiden geraubten Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em> -und <em class="gesperrt">Albrecht</em> lebte nach dem Prinzenraube noch -9. Jahre, starb den 7. Septbr. 1464 zu <em class="gesperrt">Altenburg</em> -im 54. Lebensjahre und wurde im Dome zu -<em class="gesperrt">Meißen</em> beigesetzt. – <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albrecht</em> regierten -nach dem Willen des entschlafenen Vaters -nun <em class="gesperrt">gemeinschaftlich</em>; außer, daß <em class="gesperrt">Ernst</em> nach -dem Rechte der Erstgeburt die Kurwürde und das -mit verbundene Herzogthum <em class="gesperrt">Sachsen allein</em> erhielt. -Zwanzig Jahre regierten sie gemeinschaftlich -und vermehrten ihre Macht durch verschiedene neue -Besitzungen, besonders aber durch die Entdeckung -der Silbergruben zu <em class="gesperrt">Schneeberg</em> 1471. und die -Erbschaft ihres Oheims, des Herzogs <em class="gesperrt">Wilhelm</em> -III. von Thüringen (Bruder ihres Vaters), welcher -den 17. Septbr. 1482 ohne männliche Nachkommen -starb, indem sie dadurch Besitzer seines ganzen Landes -wurden.</p> - -<p>Zwistigkeiten, die dadurch geschahen, daß Herzog -<em class="gesperrt">Albrecht</em> mit einigen Beamten<a id="FNAnker_69_69"></a><a href="#Fussnote_69_69" class="fnanchor">[69]</a> unzufrieden -war, denen Kurfürst <em class="gesperrt">Ernst</em> sein ganzes Vertrauen -schenkte, traten ein; so kam denn eine gänzliche -Theilung der Länder den 26. August 1485 zu Leipzig<span class="pagenum"><a id="Seite_50">[50]</a></span> -zu Stande. Dem sächsischen Rechte gemäß vollführte -die Theilung der ältere Bruder; der jüngere -Bruder dagegen hatte die Wahl. Zum Verdruß des -älteren Bruders wählte <em class="gesperrt">Albrecht</em> die meißnischen -Länder und <em class="gesperrt">Ernsten</em> blieb Thüringen. Doch die -Oberhoheit über den Bergbau blieb gemeinsam.</p> - -<p>So wurde das Haus Sachsen in die <em class="gesperrt">ernestinische</em> -und <em class="gesperrt">albertinische</em> Linie getheilt, wodurch -sie nun die Stammväter der beiden noch jetzt bestehenden -Linien wurden.</p> - -<p>Allein die Kurwürde kam 62 Jahre später durch -die Gefangennehmung des unglücklichen Kurfürsten -<em class="gesperrt">Johann Friedrich d. Großmüthigen</em> den 24. -April 1547 in der Schlacht bei <em class="gesperrt">Mühlberg</em> von -Kaiser <em class="gesperrt">Karl</em> V. an die jüngere, <em class="gesperrt">albertinische</em> -Linie, indem er seiner Würden und Länder gänzlich -entsetzt wurde, und sein Vetter, Herzog <em class="gesperrt">Moritz</em>, -der jüngern Linie angehörig, vom Kaiser solche erhielt.</p> - -<p>Bei dieser Linie blieb die Kurwürde bis zum -11. Decbr. 1806, wo der damalige Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich -August</em> III. sie mit einer Königswürde vertauschte.</p> - -<p><em class="gesperrt">Kurfürst Ernst</em> starb den 26. August 1486 -in <em class="gesperrt">Kolditz</em> und wurde im Dome zu <em class="gesperrt">Meißen</em> begraben. -– Vermählt war er mit der Tochter des -Herzogs <em class="gesperrt">Albrecht</em> II. v. Baiern und zeugte mit -dieser sechs Kinder, als vier Prinzen Namens: <em class="gesperrt">Friedrich -der Weise</em>, <em class="gesperrt">Albrecht</em>, <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Johann -der Beständige</em> und zwei Prinzessinnen Namens: -<em class="gesperrt">Christiane</em> und <em class="gesperrt">Margarethe</em>.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_51">[51]</a></span></p> - -<p>Sein Sohn <em class="gesperrt">Albrecht</em> ward im Jahre 1482 -zum <em class="gesperrt">Erzbischof</em> v. <em class="gesperrt">Mainz</em> gewählt, starb zwei -Jahre darauf in einem Alter von 20 Jahren; <em class="gesperrt">Ernst</em> -ward <em class="gesperrt">Erzbischof</em> von <em class="gesperrt">Magdeburg</em> und Bischof -von <em class="gesperrt">Halberstadt</em>; <em class="gesperrt">Friedrich</em> erhielt nach dem -Tode seines Vaters die Kurwürde, als ältester Sohn; -und <em class="gesperrt">Johann</em> folgte Friedrichen nach dessen Tode -auf dem Throne. Von den beiden Prinzessinnen -wurde die älteste an den <em class="gesperrt">König Johann von Dänemark</em>, -die jüngste an den <em class="gesperrt">Herzog von Braunschweig</em> -vermählt. – <em class="gesperrt">Herzog Albrecht</em> indessen, -der den Beinamen, der <em class="gesperrt">Beherzte</em>, erhielt, starb den -12. <span id="corr051a">Septbr.</span> 1500 im 58. Jahre seines Alters zu -<em class="gesperrt">Emden</em> und wurde ebenfalls im Dome zu <em class="gesperrt">Meißen</em> -beigesetzt. – Vermählt war er mit der böhmischen -Prinzessin <em class="gesperrt">Sidonia</em>, Tochter <em class="gesperrt">Georg Podiebrads</em>, -König von Böhmen. Mit dieser zeugte er -vier Kinder, <span id="corr051b">eine Prinzessin und</span> drei Prinzen Namens: <em class="gesperrt">Georg der -Bärtige</em>, <em class="gesperrt">Heinrich der Fromme</em> und <em class="gesperrt">Friedrich</em>; -von denen die beiden ersten ihrem Vater hintereinander -in der Regierung folgten; <em class="gesperrt">Friedrich</em> -aber zum <em class="gesperrt">Hochmeister</em> des deutschen Ordens gewählt, -starb im Jahr 1510 zu <em class="gesperrt">Rochlitz</em>.</p> - -<h4><em class="antiqua">b.</em>) des Ritters Kunz von Kauffungen -Familie,<br /> -vor und nach dem Prinzenraube.</h4> - -<p>Das adeliche Geschlecht derer <em class="gesperrt">von Kaufungen</em> -findet man in der sächsischen Geschichte seit<span class="pagenum"><a id="Seite_52">[52]</a></span> -1283<a id="FNAnker_70_70"></a><a href="#Fussnote_70_70" class="fnanchor">[70]</a>, wo <em class="gesperrt">Heinrich von Coufungen</em> als -ein <em class="gesperrt">Dominus</em> vorkommt, dessen Söhne: <em class="gesperrt"><span id="corr052">Tunzold</span></em> -und <em class="gesperrt">Heinrich</em>, sehr das Kloster <em class="gesperrt">Buchau</em> bei Leisnig -plagten.</p> - -<p>Ihr Stammschloß war <em class="gesperrt">Kauffungen</em>, ein Rittergut -im Königreich Sachsen, im Leipziger Kreisdirectionsbezirke -im Amte <em class="gesperrt">Borna</em>, entfernt vom -Amtsbezirke, mitten im Schönburgischen, auf der -rechten Seite der Mulde, <em class="gesperrt">Wolkenburg</em> gegenüber, -1½ Stunde südlich von <em class="gesperrt">Penig</em> entfernt gelegen.</p> - -<p><em class="gesperrt">Tunzold von Coufungen</em> (der Obige) ein -Ritter, aber doch nur des <em class="gesperrt">Unarc von Waldenburg -Castrensis</em>, verkaufte 1298 an jenes Kloster -<em class="gesperrt">Nauenhain</em> bei Geithain.</p> - -<p>1357 schrieben sich <em class="gesperrt">Kunz</em> und <em class="gesperrt">Heinrich von -Kauffungen</em> auch Herren zu <em class="gesperrt">Waldenburg</em> und -mögen diese Herrschaften wohl unterpfändlich besessen -haben. – <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em> auf -<em class="gesperrt">Brane</em> (Mittelfrohna?) war 1357 einer der vornehmsten -Zeugen bei dem vom Chemnitzer Kloster -geschlossenen Kauf der Herrschaft Rabenstein; auch -erscheint 1411 <em class="gesperrt">Jost von Kauffungen</em> als Schiedsrichter -zwischen dem Kloster <em class="gesperrt">Remsa</em> und den Dynasten -von Schönburg. In <em class="gesperrt">Remsa</em> ruhen auch -noch mehrere Kauffungen z. E. obiger <em class="gesperrt">Tunzold</em>,<span class="pagenum"><a id="Seite_53">[53]</a></span> -der es mit 400 Fl. dotirte, wofür es 9 Scheffel -Zins vom Glauchauer Stadtrath erkaufte. 1444 -stiftete, <em class="gesperrt">Erich</em>, <em class="gesperrt">Dietrich</em> und <em class="gesperrt">Hanns v. Kauffungen</em> -eine <em class="gesperrt">Vicarie</em> beim Remser Magdalene-Altar, -welche der Abt <em class="gesperrt">von Bürgel</em> zu conferiren -bekam, die aber 1469 vom Naumburger Bischof zur -<em class="gesperrt">Georgenkirche</em> im Dorfe <em class="gesperrt">Remse</em> geschlagen wurde. -1493 verkaufte <em class="gesperrt">Jobst von Kauffungen</em> einige -Güter an die <em class="gesperrt">Anna von Schönburg</em>. Das Geschlecht -besaß auch <em class="gesperrt">Kirschbaum</em> (ohne Zweifel im -bair. Voigtl.) und starb nicht schon mit dem Prinzenräuber -in Sachsen aus, sondern erst 1585 mit -<em class="gesperrt">Haubold von Kauffungen</em> zu <em class="gesperrt">Chemnitz</em>. Des -Prinzenräubers Verwandte galten alle für Ritter von -ächtem Schrot und Korne. <em class="gesperrt">Kunzens</em> Gemahlin -war eine geborne <em class="gesperrt">Anna von Einsiedel</em>, Schwester -<em class="gesperrt">Hildebrands von Einsiedel</em>, der Hofmarschall -des Kurfürsten <em class="gesperrt">Friedrich d. Sanftmüthigen</em> -war. Sein Bruder <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>, -war ein angesehener Ritter im Osterlande, -seiner Mutter Bruder war <em class="gesperrt">Caspar von Schönberg</em>, -Bischof von Meißen. <em class="gesperrt">Kunzens</em> Schwester -heirathete einen aus dem Geschlechte derer <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>, -dessen Sohn hieß <em class="gesperrt">Hugold</em> oder <em class="gesperrt">Haubold -von Schleinitz</em>,<a id="FNAnker_71_71"></a><a href="#Fussnote_71_71" class="fnanchor">[71]</a> und die Herrn <em class="gesperrt">von Schönberg</em><span class="pagenum"><a id="Seite_54">[54]</a></span> -auf <em class="gesperrt">Sachsenburg Frankenberg</em> waren -seine nächsten Vettern.</p> - -<p>Uebrigens, daß der Prinzenräuber das Rittergut -<em class="gesperrt">Kauffungen</em> wirklich besessen, zeigt sein Schein -über <span id="corr054">den</span> Interimsbesitz vor <em class="gesperrt">Schweikartshain</em>. -Außerdem besaß er <em class="gesperrt">Kahlenberg</em>, <em class="gesperrt">Kohren</em>, -<em class="gesperrt">Eisenberg</em> oder Isenburg in Böhmen, und nach -einigen Geschichtsforschern die kleine Burg <em class="gesperrt">Streitwald</em> -bei Kohren.</p> - -<p>Kurz vor dem Prinzenraube war er bei <em class="gesperrt">Friedrich</em> -V. <em class="gesperrt">von Schönburg</em> zu Gaste; denn unter -den Zeugen von dessen Contracte mit <em class="gesperrt">Elisabeth</em>, -Herrin <em class="gesperrt">von Gitschin</em> kommt auch <em class="gesperrt">Kunz von -Kauffungen</em> auf <em class="gesperrt"><em class="antiqua">Eysemberczie</em></em> vor.<a id="FNAnker_72_72"></a><a href="#Fussnote_72_72" class="fnanchor">[72]</a></p> - -<p><em class="gesperrt">Kunzens</em> Söhne waren kurz vor dem Prinzenraube -nach Böhmen gebracht worden, wo sie -später in den Besitz des vom Vater erkauften Schlosses -<em class="gesperrt">Isenburg</em> kamen.<a id="FNAnker_73_73"></a><a href="#Fussnote_73_73" class="fnanchor">[73]</a></p> - -<p><em class="gesperrt">Kunzens</em> Vetter, <em class="gesperrt">Hans von Kauffungen</em><span class="pagenum"><a id="Seite_55">[55]</a></span> -und dessen Söhne: <em class="gesperrt">Haubold</em> und <em class="gesperrt">Jost</em>, wendeten -sich kurze Zeit nach dem Prinzenraube ebenfalls aus -den sächsischen Landen, <span id="corr055a">und</span> es bekannte <em class="gesperrt">Hans von -Kauffungen</em>, daß er seine Besitzungen, <em class="gesperrt">Wolkenburg</em> -und andere sich von dem Kurfürsten »geurlaubt« -zugleich auch versprochen habe, für sich und seine -Söhne nie wider den Kurfürsten zu handeln; eben -so sagte er sich von aller Geldschuld los, die er etwa -noch an den Kurfürsten zu fordern haben könnte. -Dieß Versprechen bekräftigten Vater und Söhne -<em class="gesperrt">Kauffungen</em> durch einen Eid, und stellten darüber -eine Urkunde den 7. Novbr. 1455 zu <em class="gesperrt">Grimma</em> -aus, im Beisein mehrerer hohen Beamten z. -<em class="gesperrt">B. Hildebrands von Einsiedel</em> und anderer -Räthe. Ob ein Zusammenhang hinsichtlich der in -der Urkunde berührten Thaten <em class="gesperrt">Kunzens</em> auch mit -diesem <em class="gesperrt">Kauffung</em> stattgefunden, ist zweifelhaft und -eher zu verneinen; daß der Kurfürst auch hierbei -den Namen des <em class="gesperrt"><span id="corr055b">Sanftmüthigen</span></em> gerechtfertigt, und -ob die Urkunde, und was sie bezeugt, so ganz das -Ergebniß des freien Willens der Aussteller war, darüber -ist ein Bedenken nicht zu entfernen.<a id="FNAnker_74_74"></a><a href="#Fussnote_74_74" class="fnanchor">[74]</a></p> - -<p>In <em class="gesperrt">Schlesien</em> hat die Familie <em class="gesperrt">von Kauffungen</em>, -wie ein Denkmal an der <span id="corr055c">Außenseite</span> der<span class="pagenum"><a id="Seite_56">[56]</a></span> -Hauptkirche zu <em class="gesperrt">Goldberg</em><a id="FNAnker_75_75"></a><a href="#Fussnote_75_75" class="fnanchor">[75]</a> ausweist, noch im -17. Jahrhundert geblüht; doch dürfte dieß ein anderes -Geschlecht sein, als das sächsische, da auch bei -<em class="gesperrt">Hirschberg</em><a id="FNAnker_76_76"></a><a href="#Fussnote_76_76" class="fnanchor">[76]</a> ein (2 Stunden langes) Dorf -<em class="gesperrt">Kauffungen</em><a id="FNAnker_77_77"></a><a href="#Fussnote_77_77" class="fnanchor">[77]</a> (mit 9 Rittergütern) liegt, so wie -ein Flecken <em class="gesperrt">Kaufungen</em> in Kurhessen<a id="FNAnker_78_78"></a><a href="#Fussnote_78_78" class="fnanchor">[78]</a>, woher -einige Geschichtsforscher das sächsische Geschlecht leiten -wollen.</p> - -<h4>c.) des Köhlers Georg Schmidt Familie -nach dem Prinzenraube.</h4> - -<p>Die Nachkommenschaft des Köhlers <em class="gesperrt">Georg -Schmidt</em> führte, was schon im Laufe der Geschichte -des Prinzenraubes auseinander gesetzt worden ist, -den Namen <em class="gesperrt">Triller</em>. Mancher von dieser Familie -gelangte zu großen Ehren, vorzüglich <em class="gesperrt">Caspar Triller</em>, -welcher eine mühsame Genealogie des Trillerischen -Geschlechts schriftlich hinterließ, die er 1539 -angefangen und bis 1612 fortgeführt hatte. Diese -Schrift führt <em class="gesperrt">Triller in seinem sächsischen -Prinzenraube</em> an, indem er sie selbst aus den -hinterlassenen Schriften <em class="gesperrt">Caspar Trillers</em> hat.<span class="pagenum"><a id="Seite_57">[57]</a></span> -Er sagt: daß er in <em class="gesperrt">Sangerhausen</em>, wo er in -der St. Ullrichskirche begraben liegt, ansehnliche Vermächtnisse -gestiftet habe, unter andern hätte er den -<em class="gesperrt">Trillerschen</em> Tisch im Convict auf der Universität -zu <em class="gesperrt">Leipzig</em> gestiftet, auch wäre er mit seinem -Bruder <em class="gesperrt">Michael</em> am 28. Jan. 1592 vom Kaiser -<em class="gesperrt">Rudolph</em> in den <em class="gesperrt">Adelstand</em>, mit Schild und -Helm versehen, erhoben worden.</p> - -<p>Das <em class="gesperrt">von Trillersche</em> Wappen ist noch bekannt -und ist mit folgenden Insignien geschmückt:</p> - -<p>Ueber <span id="corr057">dem</span> Helm zeigt sich der halbe Leib eines -Köhlers, welcher mit beiden Händen einen Schürbaum<a id="FNAnker_79_79"></a><a href="#Fussnote_79_79" class="fnanchor">[79]</a> -hält, als wolle er mit selbigem zuschlagen. -Im Wappenschilde selbst sieht man im linken -Felde einen gelben Löwen, der in seinen Branken -einen Zschörper, oder großes Kohlenmesser hält. Im -rechten Felde aber erscheint ein goldfarbner Löwe, -welcher einen doppelt gekrümmten Schürhaken<a id="FNAnker_80_80"></a><a href="#Fussnote_80_80" class="fnanchor">[80]</a> -in seinen Branken hat und in einem untern Felde -ist ein schwarzer Bär, der auf den Traum deutet,<span class="pagenum"><a id="Seite_58">[58]</a></span> -<span id="corr058a">welchen</span> die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte.<a id="FNAnker_81_81"></a><a href="#Fussnote_81_81" class="fnanchor">[81]</a></p> - -<p>Die Familie ist jetzt sehr ausgebreitet, sie schreiben -sich sowohl <em class="gesperrt">von Triller</em>, als auch blos <em class="gesperrt">Triller</em>. -– <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. erwähnt einen <em class="gesperrt">Johann -Samuel Triller</em>, Tuchmachermeister und -Bürger in <em class="gesperrt">Saalfeld</em>, welcher im Jahre 1803, als -ältestes Mitglied der Familie, männlicher Linie, das -<em class="gesperrt">Gnadenkorn</em> aus dem Rentamte <em class="gesperrt">Zwickau</em> zu -erheben hatte. Dieses Gnadenkorn bezieht gegenwärtig, -wie schon oben einmal gedacht worden ist, -der Herr <span id="corr058b">Pastor</span> <em class="gesperrt">Triller</em> zu Nägelstädt bei Langensalza -in Thüringen.</p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-064.png" alt="Das Denkmal am Fürstenberge" /> -<div class="caption"><span class="smaller">Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg <span class="spaced">R. Böhme lith</span> W. Bischert gedr.</span><br /> -Das Denkmal am Fürstenberge.</div> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_59">[59]</a></span></p> - -<h2 id="II_Das_Denkmal_am_Fuerstenberge">II. Das Denkmal am Fürstenberge.</h2> -</div> - -<p class="center">(Dazu Abbildung <em class="antiqua">No.</em> 2.)</p> - -<p class="drop">Jahrhunderte sind vergangen und nicht ein Stein, -geschweige denn ein Monument zeigte oder zierte die -Stelle, wo der Stammvater unsers allgeliebten Regentenhauses -aus den Händen eines habsüchtigen -Ritters befreit wurde. Nur durch Tradition wußte -man, daß an diesem Orte, wo jetzt das Denkmal -steht, Herzog <em class="gesperrt">Albrecht</em> seine Rettung einem schlichten -Köhler zu verdanken hatte, doch noch sehr ungewiß, -ob bei <em class="gesperrt">Wiesenthal</em><a id="FNAnker_82_82"></a><a href="#Fussnote_82_82" class="fnanchor">[82]</a> oder <em class="gesperrt">Grünhain</em><span class="pagenum"><a id="Seite_60">[60]</a></span> -oder anderswo die Stelle wäre. Als ein Geschichtsforscher, -Namens <em class="gesperrt">Schreiter</em>, Pfarrer zu Elterlein, -in seinem mit dem aufopfernsten Fleiße und sorgfältiger -Mühe gearbeiteten Werke: »die Geschichte -des Prinzenraubes kritisch bearbeitet. Leipzig, 1804« -uns jeden Zweifel benahm.</p> - -<p>Die geschichtlichen Nachforschungen <em class="gesperrt">Schreiters</em>; -indem die Herrschaft <em class="gesperrt">Crottendorf</em> mit <em class="gesperrt">Wiesenthal</em> -allererst im Jahre 1559 von dem Kurfürsten -<em class="gesperrt">August</em> zu Sachsen erkauft wurde,<a id="FNAnker_83_83"></a><a href="#Fussnote_83_83" class="fnanchor">[83]</a> also -zur Zeit des Prinzenraubes gar nicht dem Kloster -in <em class="gesperrt">Grünhain</em> gehörte, dessen Abt doch der nächste -Beschützer des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> nach dem Köhler -war und vorzüglich auch die hier bloß vorhandene -<em class="gesperrt">nie</em> versiegende Quelle<a id="FNAnker_84_84"></a><a href="#Fussnote_84_84" class="fnanchor">[84]</a> gaben Aufschluß über -Alles und letzterer gebührte daher die Ehre, daß ein -Monument sie bedeckte, zierte und durch eine Einfassung -dem müden Wanderer zu seinen stillen Betrachtungen -ein Ruhepunct wurde.</p> - -<p>Das goldne Zeitalter der Monumente war gekommen, -der verheerende Krieg war vorübergegangen -und das Jahr 1822 wurde das Jahr, was<span class="pagenum"><a id="Seite_61">[61]</a></span> -nächst dem Jahre 1455 in der Geschichte des Prinzenraubes -dem Andenken nie entzogen werden wird.</p> - -<p>Das Jahr 1822 war nämlich das Gründungsjahr -des Monumentes am Fürstenbrunn.</p> - -<p>Wir folgen nun ganz in Ermangelung anderer -vielleicht ausführlicheren Quellen, der glaubhaften -Beschreibung der Gründung und Einweihung des -Monuments, wie es <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Hering</em> in seinem Werke: -»Geschichte des sächsischen Hochlands«, Leipzig, -1828. im 2. Theil <em class="antiqua">pag.</em> 167 u. ff. mittheilt:</p> - -<p>»Am 8. Juli fand auf dem <em class="gesperrt">Fürstenberge</em> -zwischen <em class="gesperrt">Grünhain</em> und <em class="gesperrt">Raschau</em> eine merkwürdige -Feier der hier am 8. Juli 1455 erfolgten Rettung -des von <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> entführten -Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> statt. Es hatte nämlich bis -dahin kein Denkmal den Ort ausgezeichnet, wo dies -so wichtige Ereigniß statt fand. Im Jahre 1818 -hatte der Herr Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> zu -Schwarzenberg schon mehrere Freunde der vaterländischen -Geschichte für den Plan gewonnen, durch -freiwillige Beiträge den hier befindlichen <em class="gesperrt">Fürstenbrunnen</em> -in einen steinernen Bassin einzufassen -und sein Wasser für jeden Durstigen genießbar zu -machen, daneben ein steinernes Denkmal aufzurichten -und es am Regierungsjubelfeste des Königs feierlich -zu weihen. Er trug diesen Plan dem Herrn -Kreishauptmann <em class="gesperrt">Freiherrn von Fischer</em><span class="pagenum"><a id="Seite_62">[62]</a></span><a id="FNAnker_85_85"></a><a href="#Fussnote_85_85" class="fnanchor">[85]</a> -vor, welcher ihm die vollste Beistimmung ertheilte; -nur war für die Ausführung bis zum Jubelfeste -die Zeit zu kurz. Im Jahre 1822 aber kam durch -die mächtige Unterstützung des Herrn Kreishauptmanns -<em class="gesperrt">Frhr. von Fischer</em> und die <em class="gesperrt">lebhafteste</em> -Mitwirkung des Herrn Justizbeamten <em class="gesperrt">Philippi</em> -der schöne Plan zur Reife. Es wurden im Kreisamte -<em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> und Amte <em class="gesperrt">Grünhain</em> -über 200 Thlr. unterzeichnet. Den ansehnlichsten -Geldbetrag gab der Herr Kreishauptmann selbst, und -der Herr Bergcommissionsrath <em class="gesperrt">Nitzsche</em><a id="FNAnker_86_86"></a><a href="#Fussnote_86_86" class="fnanchor">[86]</a>, Hammerherr -zu Erla, ließ die, das errichtende Denkmal -zierende, eiserne Tafel mit der gelungenen Inschrift<a id="FNAnker_87_87"></a><a href="#Fussnote_87_87" class="fnanchor">[87]</a> -unentgeldlich auf seinem Werke gießen und vergolden, -und leistete auch alle Steinfuhren. Die -Verfertigung einer am Fürstenbrunnen zu errichtenden -<em class="gesperrt">Pyramide</em> wurde dem Baumeister <em class="gesperrt">Lohß</em> in -Schlettau übertragen und diese mit Einschluß des -Fußgestelles 13 Ellen hohe Pyramide<a id="FNAnker_88_88"></a><a href="#Fussnote_88_88" class="fnanchor">[88]</a> am <em class="gesperrt">7. -Juli</em> glücklich aufgerichtet.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_63">[63]</a></span></p> - -<p>An der Feierlichkeit der Weihe nahm die weite -Umgegend den freudigsten Antheil. Die <em class="gesperrt">Schwarzenberger -Bürgergarde</em> marschirte schon Vormittags -10 Uhr auf den Platz, wo sie die Wachen -versah und die Piquets ausstellte, um die Ankunft -der hohen Beamten bei Zeiten zu erfahren. Mehr -als 10,000 Menschen drängten sich um die Pyramide -herum, erkletterten die Bäume, erstiegen die -Dächer der erbauten Buden und erduldeten bei -drückender Hitze unerschüttert Hunger und Durst. -Nun marschirten die Schützencompagnien von <em class="gesperrt">Crottendorf</em> -vor dem Plateau des Brunnens auf; diesen -folgten 230 Bergleute mit ihren Fahnen und -Hautboisten und bildeten einen Halbkreis um die -Pyramide. Um 1 Uhr donnerten Kanonen durchs -<em class="gesperrt">Oswaldsthal</em>, um die Ankunft hoher und niedrer -Beamten aus verschiedenen Orten zu verkündigen. -Die <em class="gesperrt">Offiziers</em> von <em class="gesperrt">Zwickau</em> und <em class="gesperrt">Schneeberg</em> -waren mit 36 Hautboisten schon zuvor angelangt,<span class="pagenum"><a id="Seite_64">[64]</a></span> -und wie am 8. Juli des Jahres 1455 in -der Umgegend die Sturmglocken ertönten, um alles -zur Rettung des geraubten <em class="gesperrt">Prinzen</em> aufzufordern, -so ertönten jetzt die Glocken auf den benachbarten -Kirchen und riefen zu Dank und Freude über die -glückliche Rettung des Geraubten und Erhaltung des -hohen Fürstenhauses alle Herzen auf.</p> - -<p>Die Feier begann mit dem Gesange eines Weiheliedes, -welches der Herr Rektor <em class="gesperrt">Lange</em><a id="FNAnker_89_89"></a><a href="#Fussnote_89_89" class="fnanchor">[89]</a> zu -Schwarzenberg dazu gedichtet hatte:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Seid uns gegrüßt der grauen Vorzeit Tage!<br /></span> -<span class="i2">Euch suchet unser Blick!<br /></span> -<span class="i0">Gesang ertöne! – Zu der Vorwelt trage<br /></span> -<span class="i2">Begeisternd uns zurück!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Hier ist es, wo dem Vaterschloß entrissen<br /></span> -<span class="i2">Auf <em class="gesperrt">Kunzens</em> Räuberflucht<br /></span> -<span class="i0">Der Fürstensohn, gequält von Hungerbissen,<br /></span> -<span class="i2">Des Waldes Beere sucht;<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Prinz <em class="gesperrt">Albert</em> hier umringt von Todesschrecken<br /></span> -<span class="i2">Dem wackern Schmidt sich naht,<br /></span> -<span class="i0">Und leise Worte schüchtern ihm entdecken<br /></span> -<span class="i2">Die grause Frevelthat.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Hier ists, wo dem Geraubten ach! so bange<br /></span> -<span class="i2">Der Stahl des Mordes blitzt,<br /></span> -<span class="i0">Und ihn mit hochgeschwungner, rußger Stange<br /></span> -<span class="i2">Des Köhlers Arm beschützt.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Glockenstürme – und das Köhlerzeichen<br /></span> -<span class="i2">Ruft Hilfe laut umher,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_65">[65]</a></span> -<span class="i0">Und es erliegen unter <em class="gesperrt">Trillers</em> Streichen<br /></span> -<span class="i2">Die Räuber bandenschwer.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gerettet ist der Fürstensohn – die Quelle<br /></span> -<span class="i2">Erlabt den Durstgen hier,<br /></span> -<span class="i0">Sie quillt uns heut' noch unversiegt und helle, –<br /></span> -<span class="i2">Sie segnen heute wir!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ein Denkmal soll die große That erneuen<br /></span> -<span class="i2">Den Söhnen künftger Zeit,<br /></span> -<span class="i0">Und Alberts Enkel, dem <em class="gesperrt">Gerechten</em><a id="FNAnker_90_90"></a><a href="#Fussnote_90_90" class="fnanchor">[90]</a>, weihen<br /></span> -<span class="i2">Es wir aus Dankbarkeit.<br /></span> -</div></div> - -<p>Der Herr <span id="corr065">Superintendent</span> <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Lommatzsch</em><a id="FNAnker_91_91"></a><a href="#Fussnote_91_91" class="fnanchor">[91]</a> -trat jetzt auf die mit Blumen bestreuten Stufen -des Brunnens und sprach Worte der Weihe.<a id="FNAnker_92_92"></a><a href="#Fussnote_92_92" class="fnanchor">[92]</a> -Ihm zur Rechten war die mit einem Eichenlaubkranze -gezierte Büste des Königs <em class="gesperrt">Friedrich August</em> -aufgestellt und über ihr hingen Blumengewinde -von der Pyramide herab. Nach Beendigung der -Rede folgte wieder ein Gesang, gedichtet vom Herrn -Postmeister und Gerichtsdirector <em class="gesperrt">Reiche</em> zu Annaberg.<a id="FNAnker_93_93"></a><a href="#Fussnote_93_93" class="fnanchor">[93]</a></p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_66">[66]</a></span></p><div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ein <em class="antiqua">Gaudeamus</em> soll uns heut' vereinen<br /></span> -<span class="i2">In Gottes heiliger Natur;<br /></span> -<span class="i0">Denn hier in dieses Waldes düstern Hainen<br /></span> -<span class="i2">Fand <em class="gesperrt">Albert</em> einst der Gottheit Spur.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Als Denkmal von Sachsens Vergangenheit<br /></span> -<span class="i0">Sei dieser Stein – dem Leben geweiht!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Der treue Sachse blickt noch mit Entzücken<br /></span> -<span class="i2">Zurück in jene graue Zeit,<br /></span> -<span class="i0">Wo <em class="gesperrt">Trillers</em> Arm von Seines Räubers Tücken<br /></span> -<span class="i2">Den hohen Sprösling hat befreit.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Als Denkmal der Rührung und Dankbarkeit<br /></span> -<span class="i0">Sei unser Herz, o <em class="gesperrt">Fürst</em>! <em class="gesperrt">Dir</em> geweiht.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span> -<span class="i0">Wie heißt Dein Zweig in Seinen Silberhaaren,<br /></span> -<span class="i2">Der Sachsen Vater und ihr Glück?<br /></span> -<span class="i0">Ists nicht <em class="gesperrt">August</em>, den <em class="gesperrt">Seines Hauses</em> Laren<br /></span> -<span class="i2">Beschirmten einst ein Mißgeschick?<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wie heißt der König, der Glückliche schafft,<br /></span> -<span class="i0">Redlichkeit übet mit Jugendkraft?<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Nennt Ihn ja Vater unsers Vaterlandes,<br /></span> -<span class="i2">Der Seinen Gott im Busen trägt!<br /></span> -<span class="i0">Der, eingedenk des hohen Völker-Bandes,<br /></span> -<span class="i2">Das Recht auf ächter Wage wägt!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ja Treu' und Ehrfurcht dem <em class="gesperrt">einzigen Mann</em>,<br /></span> -<span class="i0">Der allen Sachsen Treue gewann!<br /></span> -</div></div> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_67">[67]</a></span></p> -<p>In dem Augenblicke, wo der Chor diese letzten -Worte sang, trat der Herr Kreishauptmann an die -Stufen des Brunnens und sprach diese Worte noch -einmal feierlich allein, und wie er geendet, sprach -mit entblößtem Haupte die große Versammlung, unter -dem Donner der Kanonen diese Worte nach. -Es folgte ein tiefes ehrfurchtsvolles Schweigen, welches -dann in den tausendstimmigen, von den Musikchören -kräftig begleiteten Gesang überging:</p> - -<p class="center"> -Den König segne Gott! etc. -</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_68">[68]</a></span></p> - -<h2 id="III_Das_Koehlerhaus_am">III. Das Köhlerhaus am -Fürstenberge.</h2> -</div> - -<p class="drop">Schon im Jahre 1822 bei Errichtung des Monuments -am Fürstenbrunn wurde von vielen Geschichts- -und Vaterlandsfreunden der Wunsch ausgesprochen, -daß unweit des Denkmals eine bewohnbare Köhlerhütte -erbaut werden möge, dessen Bewohner, einer -armen Köhler- oder sonst rechtschaffnen Familie, die -Aufsicht über das Monument und der nahe gelegenen -Waldpflanzungen obliegen sollte, denn schon damals -sah man es voraus, daß ein so unbewachtes -Denkmal vielen Verunstaltungen ausgesetzt sein würde.</p> - -<p>Allein ohngeachtet der mancherlei Gaben, die -damals zur Errichtung des Denkmals von Vaterlandsfreunden -gespendet wurden, reichten sie doch -nicht hin, um die Erbauung einer Köhlerhütte möglich -zu machen. So vergingen denn volle 16 Jahre, -ohne daß jemand sich der Sache unterzog, um -durch abermalige milde Beiträge es möglich zu machen; -als im Anfange des Jahres 1838 der Herr -Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> zu Schwarzenberg, der -sich schon bei Errichtung des Denkmals der Sammlungen -<span class="pagenum"><a id="Seite_69">[69]</a></span>milder Beiträge unterzogen und sehr thätig -sich gezeigt hatte, eine unterthänige Bitte an ein -hohes königl. <em class="gesperrt">Finanzministerium</em>, zu Gewährung -des nöthigen Platzes und Holzes der Köhlerhütte -wagte. Diese hohe Behörde, patriotischen Unternehmungen -nicht <span id="corr069">hinderlich</span>, genehmigte es auch, und -so wurde von dem Herrn Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> -und dem Herrn Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em> -zu Grünhain<a id="FNAnker_94_94"></a><a href="#Fussnote_94_94" class="fnanchor">[94]</a> eine Sammlung milder Beiträge -von Nah und Fern unternommen.</p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-075.png" alt="Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause" /> -<div class="caption"><span class="smaller">Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg <span class="spaced">R. Böhme. lith.</span> W. Bischert gedr.</span><br /> -Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause am Fürstenberge bei Grünhain</div> -</div> - -<p>Trotz der größten Bemühungen der beiden vorgenannten -Herren ging die Einsammlung sehr spärlich -von statten, so daß an der völligen Erbauung -einer Köhlerhütte so leicht nicht gedacht werden konnte, -als unser allverehrtes Fürstenhaus, welches <em class="gesperrt">nie</em> -seine milde Hand sinken läßt, zu dem Unternehmen -wahrhaft königl. beisteuerte<a id="FNAnker_95_95"></a><a href="#Fussnote_95_95" class="fnanchor">[95]</a>, wodurch erst das<span class="pagenum"><a id="Seite_70">[70]</a></span> -begonnene Werk lebhaft von Statten gehen konnte, -und schon sollte nun die Hütte gehoben werden, als -den hiesigen Gebirgsbewohnern, so wie allen treuen -Sachsen die große Freude zu Theil wurde, ihren -allgeliebten König<a id="FNAnker_96_96"></a><a href="#Fussnote_96_96" class="fnanchor">[96]</a>, nebst dessen hochverehrter -Frau Gemahlin der Königin<a id="FNAnker_97_97"></a><a href="#Fussnote_97_97" class="fnanchor">[97]</a> in <span id="corr070">ihrer</span> Mitte sehen -zu dürfen.</p> - -<p>Nachdem beide Majestäten den 10. Septbr. -1838 in Annaberg übernachtet hatten, kam Se. -Majestät der König am 11. Septbr. über <em class="gesperrt">Schlettau</em>, -<em class="gesperrt">Scheibenberg</em>, <em class="gesperrt">Elterlein</em>, <em class="gesperrt">Zwönitz</em> nach -<em class="gesperrt">Grünhain</em> mit Gefolge geritten, geruhte daselbst -den dasigen Klostergarten in Augenschein zu nehmen, -wo noch das Gefängniß, <em class="gesperrt">Fuchsthurm</em> genannt, -zu sehen ist, in welchem <em class="gesperrt">Kunz v. Kauffungen</em> -vom Abt <em class="gesperrt">Liborius</em> festgehalten wurde, -und ritt sodann nach <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em><a id="FNAnker_98_98"></a><a href="#Fussnote_98_98" class="fnanchor">[98]</a>, um daselbst<span class="pagenum"><a id="Seite_71">[71]</a></span> -höchstdero Frau Gemahlin, welche von <em class="gesperrt">Scheibenberg</em> -kommend, hier das daselbst befindliche Bergwerk -in Augenschein zu nehmen, geruht hatte, abzuholen, -um gemeinschaftlich von da auf den Fürstenbrunnen -zu fahren.</p> - -<p>Hier hatte sich schon unter Leitung des Herrn -Pastor <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Richter</em> und <span id="corr071">der beiden Lehrer</span> der -Bürgerschule zu <em class="gesperrt">Grünhain</em>, Herr Rektor <em class="gesperrt">Hecker</em> -und Herr Cantor <em class="gesperrt">Günther</em> die Grünhainer Schuljugend -versammelt, als auch der dasige Frauenverein, -unter Leitung der damaligen Vorsteherin desselben, -der Frau Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em> -so wie viele tausend Menschen, um das edele Regentenpaar -zu empfangen. Sobald die hohen Herrschaften, -geleitet von dem Amtshauptmann des -Bezirks, den Domherrn <em class="gesperrt">Freiherrn von Biedermann</em> -auf <em class="gesperrt">Niederforchheim</em>, angekommen -waren und geruht hatten aus dem Wagen zu steigen, -gingen 12 Grünhainer Mädchen weiß gekleidet -dem hohen Herrscherpaare voran, indem sie demselben -Blumen auf den Weg streuten und zugleich -brachten die Bergleute von den Werken <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> -und <em class="gesperrt">Graul</em><a id="FNAnker_99_99"></a><a href="#Fussnote_99_99" class="fnanchor">[99]</a>, welche eine <em class="antiqua">Haie</em> bis in -die Nähe des Brunnens bildeten, ein freudiges:<span class="pagenum"><a id="Seite_72">[72]</a></span> -»Glück auf!« aus. Hierauf nahte sich Einer<a id="FNAnker_100_100"></a><a href="#Fussnote_100_100" class="fnanchor">[100]</a> -von den <em class="gesperrt">sieben Köhlern</em>, die sich dort versammelt -hatten, um dem hohen Regentenpaare folgendes -Gedicht<a id="FNAnker_101_101"></a><a href="#Fussnote_101_101" class="fnanchor">[101]</a> vorzutragen:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Muß ich, mein König, mich nicht heute freuen,<br /></span> -<span class="i4">Daß dieser Tag mir aufgegangen ist?<br /></span> -<span class="i0">Ich, Einer von den Tausenden Getreuen,<br /></span> -<span class="i4">Der Dich als Wächter ehrerbietig grüßt. –<br /></span> -<span class="i0">Sah' an der Quelle Jahre geh'n und kommen;<br /></span> -<span class="i0">Doch meinen König hieß ich nicht willkommen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Laß es gescheh'n, daß ich Dir hier verkünde,<br /></span> -<span class="i4">Was vor Jahrhunderten mein Auge sah' –<br /></span> -<span class="i0">Wenn ich vor Dir das rechte Wort nicht finde,<br /></span> -<span class="i4">So ist wohl Deine Gnad' und Huld mir nah –<br /></span> -<span class="i0">Drum hell Dich auf, Du Dunkel grauer Zeiten,<br /></span> -<span class="i0">Zu Dir will mich Erinn'rung jetzt geleiten.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Hier an der Quell mußt ich mit seinen Händen<br /></span> -<span class="i4">Prinz Albert durstig Labung suchen seh'n,<br /></span> -<span class="i0">Es mußte mich, ich glaub's, in seine Nähe senden<br /></span> -<span class="i4">Der fernen Mutter still vernommnes Flehn.<br /></span> -<span class="i0">O, rette mich! – sprach er – und voll Vertrauen<br /></span> -<span class="i0">Sah ich den Prinzen mir ins Auge schauen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Den Schürbaum hier, das war nur meine Waffe,<br /></span> -<span class="i4">Vor welcher Kunz, der Räuber, furchtsam floh.<br /></span> -<span class="i0">Bleib weilend hier mein Prinz, daß ich Dir Hilfe schaffe!<br /></span> -<span class="i4">Sprach ich – bald war er seiner Rettung froh;<br /></span> -<span class="i0">Denn sieh'! geschlagen schon in festen Banden<br /></span> -<span class="i0">Die Meinen bald den Prinzenräuber fanden.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_73">[73]</a></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Seit dieser Zeit bewach' ich diese Quelle,<br /></span> -<span class="i4">Die Deinen Ahnherrn Rettungshafen ward,<br /></span> -<span class="i0">Des Waldes Saum ist meines Hauses Schwelle,<br /></span> -<span class="i4">Das Moos, das Lager, welches meiner harrt,<br /></span> -<span class="i0">Und drüber hat mein Gott ein Dach gebauet,<br /></span> -<span class="i0">In das mit Lust mein Aug' am Abend schauet.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Doch sieh! dort soll dem Greis ein Obdach werden<br /></span> -<span class="i4">Und heiter schaut sein Giebel heut mich an,<br /></span> -<span class="i0">Noch wärmen soll ich mich am Heerd auf Erden,<br /></span> -<span class="i4">Nachdem die Blöcke längst verlangend sahn;<br /></span> -<span class="i0">Dein Volk baut mir – mein König – diese Hütte,<br /></span> -<span class="i0">Laß' es gescheh'n! – gewähr mir diese Bitte.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ein guter König mußt Du sein auf Erden,<br /></span> -<span class="i4">Denn es bewachet solch' Erinnerung,<br /></span> -<span class="i0">Ja, glücklich soll'n wir durch Dich nur werden<br /></span> -<span class="i4">Und uns're Freude bleibe immer jung.<br /></span> -<span class="i0">Drum, guter König, langes, langes Leben<br /></span> -<span class="i0">Mag dieser Trunk, den ich Dir biete, geben.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ließ jüngst, mein König, mir so reichen Hausrath senden,<br /></span> -<span class="i0">Mag Gott dafür Dir reichen Seegen spenden.<br /></span> -</div></div> - -<p>Nachdem beide Majestäten geruht hatten, dieses -Gedicht anzuhören, überreichten drei kleine Mädchen, -ebenfalls grün und weiß gekleidet, zweie<a id="FNAnker_102_102"></a><a href="#Fussnote_102_102" class="fnanchor">[102]</a> -Sr. Majestät dem König, einen Teller mit Waldbeeren, -die dritte<a id="FNAnker_103_103"></a><a href="#Fussnote_103_103" class="fnanchor">[103]</a> Ihro Majestät der Königin, -einen Becher mit Wasser, mit den Worten:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»Dir gute Königin, mög' langes, langes Leben<br /></span> -<span class="i0">Der frische Trunk, den ich Dir biete geben!«<br /></span> -</div></div> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_74">[74]</a></span></p> -<p>Sodann vereinigten sich die Mitglieder des obenerwähnten -Frauenvereins, um durch die dermalige -Vorsteherin die Frau Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em> -Ihro Majestät der Königin vorgestellt zu werden, -indem ein Mädchen aus der vom Frauenverein -zu <em class="gesperrt">Grünhain</em> errichteten Nähschule, Ihro -Majestät ein Gedicht auf <span id="corr074">einem</span> mit Blumen bekränzten -Körbchen zu überreichen die Ehre hatte. -Ihro Majestät geruhten huldvollst und herablassend -mit mehreren Mitgliedern des Frauenvereins zu sprechen. -Nachdem beide Majestäten das mit Blumen -bekränzte Monument betrachtet und auf das wohlwollendste -über die Ausführung der Sache als die -Feier dieses Tages sich ausgesprochen hatten, geruhten -sie in der zu dieser Feierlichkeit erbauten mit -Blumen umwundenen Bude, ein von dem Stadtrathe -von Grünhain veranstaltetes frugales Frühstück -einzunehmen, bei welchem die Beamten von Nah -und Fern die Ehre hatten hinzugezogen zu werden.</p> - -<p>Unter lautem Vivatruf setzte sodann das allgeliebte -Regentenpaar die weitere Reise über <em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> -nach <em class="gesperrt">Schneeberg</em> fort.</p> - -<p>Durch mehrere milde Beiträge<a id="FNAnker_104_104"></a><a href="#Fussnote_104_104" class="fnanchor">[104]</a>, kam es -bald hierauf soweit, daß die Hütte gehoben werden -konnte. Die Feierlichkeit dabei war in den Leipziger<span class="pagenum"><a id="Seite_75">[75]</a></span> -Zeitungen No. 236. Dienstags den 2. Octbr. 1838 -<em class="antiqua">pag.</em> 3452 auf folgende Weise beschrieben:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>»<em class="gesperrt">Vom Fürstenbrunn</em>, im königl. sächs. -Erzgebirge, d. 27. Septbr. (Privatmittheilung.)</p> - -<p>Der heutige Tag war für Viele, <span id="corr075a">welche</span> diesem -Brunnen zunächst wohnen, ein heiterer Festtag. -Der Bau der Köhlerwohnung daselbst war so weit -gediehen, daß sie gehoben werden <span id="corr075b">konnte</span>, und nun -ihrer baldigen Vollendung entgegen sieht. Nicht -jedes Volk ist so glücklich, Stätten nachweisen zu -können, an welche es, wie es hier geschehen darf, der -Anfang eines Jahrhunderte hindurch fortdauernden -Glückes anknüpfen kann. Sinnbildlich erinnert uns -auch die Quelle, welche seit Jahrhunderten ununterbrochen -hervorsprudelt, und deren Wächter dieses -Haus erbauet wurde, an <span id="corr075c">jene</span> Quelle, die seit dieser -Zeit unserm Vaterlande Glück und Segen strömt. -Hierdurch empfing der <em class="gesperrt">27. September d. J.</em> eine -eigenthümliche Weihe. Das Musikcorps, aus Bergleuten -von der benachbarten Grube »Gottesgeschick« -bestehend, hatte sich freiwillig zu dieser Festlichkeit -eingefunden. Es stimmte zuerst einen feierlichen Chorgesang -an, dann sprach der Baumeister zu den -zahlreich Versammelten die Empfindungen aus, mit -welchen er – auf Geheiß des treuen Sachsenvolkes -– dieses Wächterhaus soweit aufgerichtet habe, und -nachdem er die heißen Wünsche für das fortdauernde -Wohlergehen unsrer allverehrten Königsfamilie ausgesprochen -hatte, gedachte er dankend derer, welche -ihn durch ihre Beiträge in den Stand gesetzt hatten,<span class="pagenum"><a id="Seite_76">[76]</a></span> -diese Wohnung aufführen zu können – er vergaß -auch dessen nicht, welcher aus dem königl. preuß. -Herzogthum Sachsen, ohne Nennung seines Namens, -einen mit herzlichen Worten begleiteten Beitrag eingesendet -hatte. – Unwillkührlich stimmten hierauf -die Versammelten aus vollem Herzen ihr »<em class="gesperrt">den -König segne Gott!</em>« an. Erst, als der Sonne -letzte Strahlen auf das in alterthümlicher Einfachheit -sich erhebende Köhlerhaus fielen, trennten sich -die Anwesenden von einander, herzliche Grüße der -Liebe und Verehrung von den Bergen der erhabenen -königlichen Familie aus der Ferne zusendend. –</p> - -<p><em class="gesperrt">Nachschrift.</em> Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen -Bitten der thätigen Leitern dieses Baues, -so dürfte das Wohnzimmer des Köhlers mit -Copien von Gemälden<a id="FNAnker_105_105"></a><a href="#Fussnote_105_105" class="fnanchor">[105]</a> geschmückt werden, welche -einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht -mit den Copien von den Portraits des Köhlers -<em class="gesperrt">Schmidt</em>, des <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> und a. -welche sich in dem Besitze eines erlauchten Fürstenhauses -befinden.« –</p></div> - -<p>Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor -<em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Richter</em> zu Grünhain) wurde am 27. Septbr. -1838 bei der Hebung des Köhlerhauses gesprochen:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>»Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als -Baumeister dieses Wächterhauses, Ihnen allen geehrte -Anwesende, die gewiß meine Freude theilen, -den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest zusammengefügtes -Gebälk, über welches bald das schützende<span class="pagenum"><a id="Seite_77">[77]</a></span> -Dach sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen -wir doch jetzt schon im Geiste den treuen Wächter -der Quellen, den Köhler, hier, als aus seiner Wohnung -aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit taucht -vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen -schauen freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, -dessen heilige Erinnerung hier bewacht werden soll, -eine gesegnete Zeit für uns begann, den Wohlstand -unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter -aller derer, welche in <em class="gesperrt">Albrecht</em> ihren <span id="corr077">Ahnherrn</span> -verehren, immer herrlicher und herrlicher erblüthe. -Ja, gewiß! wie diese Quelle hier, seit Menschen sie -sahen, <em class="gesperrt">nie</em> versiegt ist, so fließet auch heute noch -die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da -unser hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes -ist – und trägt Glück und Friede in Hütten -und Palläste. Ich muß es Ihnen gestehen, wenn -ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im geschäftigen -Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen -sah, da nahm der Gedanke mein ganzes Herz ein; -eine große Familie will eine schöne Erinnerung -nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen der -dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt -erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu -schätzen wußte, sie sammelt sich, freudig dankend, um -diejenigen, welche jetzt Vater und Mutter dieser großen -Familie sind und rufen Ihnen von den Bergen zu: -lebet hoch! –</p> - -<p>Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters -und dieser Mutter: sie leben hoch!</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_78">[78]</a></span></p> - -<p>Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter -glücklich wohnend auch mit bauen wollte die Hütte, -weil sein dankbares Herz es ihm gebot, der aus -weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch!<a id="FNAnker_106_106"></a><a href="#Fussnote_106_106" class="fnanchor">[106]</a></p> - -<p>Die als die Bauherren den Grundstein legten, -sie leben hoch!</p> - -<p>Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke -Gott glückliche Tage und nehme sie, wie diese Hütte, -in seinen besondern gnädigen Schutz!« –</p></div> - -<hr class="tb" /> - -<p>Sobald nun das Haus gehoben war, schritt -der Bau bald vorwärts, durch die Bauunternehmer,<a id="FNAnker_107_107"></a><a href="#Fussnote_107_107" class="fnanchor">[107]</a> -so daß es noch vor dem Winter bewohnbar -hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 -wurde der Tag des Einzuges einer zwar armen -aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie<a id="FNAnker_108_108"></a><a href="#Fussnote_108_108" class="fnanchor">[108]</a> aus -<em class="gesperrt">Raschau</em>, die also noch vor dem strengen anhaltenden -Winter ein sicheres Obdach erhielt. Den 9. -November 1838 wurde von der hohen Kreisdirection -die <em class="gesperrt">Schankconzession</em>, doch mit der Beschränkung<span class="pagenum"><a id="Seite_79">[79]</a></span> -nur <em class="gesperrt">anständige</em> Gesellschaft dort zu dulden, -ertheilt.</p> - -<p>So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man -nur <em class="gesperrt">gerne</em> weilt und dabei sich als ein Punkt auszeichnet, -der schon von der Natur durch das grüne -<em class="gesperrt"><span id="corr079">Oswaldsthal</span></em> in dem der Oswaldsbach von -Waschleute nach Wildenau fließt, geschmückt ist, was -man von dem Köhlerhause herab sehen kann, und -dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich -majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht -der Berggebäude <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> und <em class="gesperrt">Graul</em> -so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles malerische -erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird -hiervon angezogen und danket noch immer der Vorsehung -für die Erhaltung des sächsischen Regentenhauses! –</p> - -<hr class="tb" /> - -<p>Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 -□ Rth. ein und ist ungefähr 60 Ellen seitwärts -vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern -desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden -zugewiesen worden, wovon 189 □ Rth. als -Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden -kann. Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, -das Wiesenstück aber unmittelbar unter dem -Hause.</p> - -<p>Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus -vollends aufgebaut, daher erfreute sich solches schon -im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines ungetheilten<span class="pagenum"><a id="Seite_80">[80]</a></span> -Beifalls und zahlreichem Besuche, was das -dort befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.</p> - -<p>Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung -des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em>, wurde diesmal als der Tag -der Einweihung des Köhlerhauses feierlich begangen, -was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen -Kreisblattes vom 16. Juli 1839 <em class="antiqua">pag.</em> -216. befindlichen Aufsatze schließen kann. Dessen -Inhalt war folgender:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>»<em class="gesperrt">Fürstenberg</em> bei Grünhain, am 8. Juli -1839. – Das durch Beschädigungen sonst vielfach -verunstaltete aber immer wieder hergestellte hiesige -Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des -Prinzen <em class="gesperrt">Albrechts</em> von Sachsen am 8. Juli 1455 -hat endlich nun nebst der dasselbe umgebenden Waldung -einen bleibenden Schutz durch das hier neu erbaute -Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt, -gefunden. –</p> - -<p>Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch -gegenwärtig das Unternehmen, hier eine bewohnbare -an den entschlossenen Befreier, den Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em>, -nachher Triller genannt, erinnernde Köhlerhütte herzustellen -freiwillig unterstützen. So hat Herr Buchbinder -<em class="gesperrt">Buchner</em> in Schneeberg zum gestrigen Tage -ein recht geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem -Orte unentgeldlich gewidmet und vorzüglich Herr -Kaufmann <em class="gesperrt">Gottschald</em> in Scheibenberg den neuen -Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen -wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch -seine Mittel übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt.<span class="pagenum"><a id="Seite_81">[81]</a></span> -Auch gestern, wo ein heiterer Sommertag -der ganzen, jedem Sachsen heilige Stätte ein recht -freundliches Aeußere verlieh, sind wieder freiwillige -Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden. -Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den -öffentlichen Blättern besonders durch den für alle -gemeinnützige Gegenstände mit vielem und beharrlichem -Eifer erfüllten Herrn Pastor <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Richter</em> -in Grünhain<a id="FNAnker_109_109"></a><a href="#Fussnote_109_109" class="fnanchor">[109]</a> erfolgt sind, lassen daher wohl -<span id="corr081a">noch</span> manche weitere <span id="corr081b">Unterstützung</span> erwarten. Sollte -es hierdurch mit der Zeit gelingen, daß die im Innern -des Köhlerhauses angebrachten Räume zur geselligen -Aufnahme die jetzt noch entbehrenden <em class="gesperrt">Oefen</em><a id="FNAnker_110_110"></a><a href="#Fussnote_110_110" class="fnanchor">[110]</a> -erhielten, – eine in der hiesigen ziemlich rauhen -Gegend ganz nothwendige Zimmerausschmückung, – -so läßt es sich wohl erwarten, daß dieser historisch -reich und von der Natur sehr freundlich ausgeschmückte -Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von -Fremden wie Einheimischen zahlreich besucht werden -wird.</p> - -<p>Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten -sich vorzüglich die in dichterischer Form recht gelungen -angebrachten Toaste des Herrn Oberzollinspectors -<em class="gesperrt">Frege</em> in Annaberg, Herrn Kammerath -<em class="gesperrt">Reiche-Eisenstuck</em> von dort und des Herrn Pastors -<em class="gesperrt">Behr</em> zu Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des<span class="pagenum"><a id="Seite_82">[82]</a></span> -Tages war ein Concert im Freien gewidmet und -gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine Opferflamme, -auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten -Denkmales angebracht, die <em class="gesperrt">allgemeine -Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes -Regentenhaus verkündete</em>.« –</p></div> - -<hr class="chap" /> -<h3 id="Naehere_Beschreibung_des_Koehlerhauses">Nähere Beschreibung des Köhlerhauses.</h3> - -<p class="center">(Dazu Abbildung <em class="antiqua">No.</em> 3.)</p> - -<p>Zuerst gelangt man (s. Abbildung <em class="antiqua">B.</em>) auf 3 -steinernen Stufen (<em class="antiqua">a</em>) in die 13½° lange und 3½° -breite mit Steinplatten gepflasterte <em class="gesperrt">Hausflur</em> -(<em class="antiqua">b</em>). <span id="corr082">Von</span> der Hausflur rechts kommt man hiernächst -in das <em class="gesperrt">große Gesellschaftszimmer</em> (<em class="antiqua">c</em>), -welches 13½° lang und 9° breit ist. Auch befindet -sich in selbigem an der Hausflurseite ein gußeiserner -Etagenofen (<em class="antiqua">d</em>). Verläßt man dieses Zimmer und -wendet sich in der Hausflur links, so gelangt man -in die 6° lange und 5½° breite <em class="gesperrt">Wohnstube</em> des -Wächters (<em class="antiqua">e</em>) in der sich ein Plattenofen (<em class="antiqua">f</em>) befindet. -Von hieraus führt eine Thüre in die 6° -lange und 3½° breite <em class="gesperrt">Stubenkammer</em> (<em class="antiqua">g</em>) worin -sich auf der hinteren Seite eine <em class="gesperrt">Erhöhung</em> (<em class="antiqua">h</em>) -durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu der -eine 3 Stufen hohe Treppe führt (<em class="antiqua">i</em>). Geht man<span class="pagenum"><a id="Seite_83">[83]</a></span> -sodann in die Hausflur zurück, so kommt man auf -der linken Seite, in die 3¾° lange und 2½° breite -<em class="gesperrt">Küche</em> (<em class="antiqua">k</em>). In derselben steht ein gemauerter -Heerd (<em class="antiqua">l</em>) mit eingesetzter Bratröhre (<em class="antiqua">m</em>). Ferner -führt von der Hausflur aus links durch eine Doppelthüre -auf einer Treppe (<em class="antiqua">n</em>) (s. Abbildung <em class="antiqua">A. a.</em>) -von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4° -breite einfach gewölbten (s. Abbildung <em class="antiqua">A. b.</em>) <em class="gesperrt">Keller</em> -(<em class="antiqua">Ac.</em>) (<em class="antiqua">o</em>). Kommt man wieder hinauf aus dem -Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren -in die Privets (<em class="antiqua">p</em>). In die Etage (<em class="antiqua">C.</em>) gelangt -man durch eine mit Geländern versehene -13 Stufen hohe hölzerne Treppe (<em class="antiqua">q</em>). Durch die -Treppe (s. Abbild. <em class="antiqua">C.</em>) (<em class="antiqua">a</em>) kommt man auf einen -kleinen Vorboden. (<em class="antiqua">b</em>) Auf diesem befindet sich ein -Dachfenster. (<em class="antiqua">c</em>) Dem gegenüber in das 8¾° lange -und 5½° breite <em class="gesperrt">kleine Gesellschaftszimmer</em> -(<em class="antiqua">d</em>), in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter -<span id="corr083a">Kanonenofen</span> (<em class="antiqua">e</em>) sich befindet. Verläßt man dieses -Zimmer so kommt <span id="corr083b">man</span> rechts von obengenannten Vorboden -in die <em class="gesperrt">Schlafkammer</em> des Wächters (<em class="antiqua">f</em>), -sie ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die -Esse (<em class="antiqua">g</em>) zum Dache hinaus. Dieser Kammer gegenüber, -mithin links des Vorbodens ist eine <em class="gesperrt">zweite</em> -ebenfalls so <span id="corr083c">lange</span> und breite <em class="gesperrt">Kammer</em> (<em class="antiqua">i</em>) als die -Vorige. Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne -9 Stufen hohe Treppe (<em class="antiqua">k</em>) auf den <em class="gesperrt">Oberboden</em>.<a id="FNAnker_111_111"></a><a href="#Fussnote_111_111" class="fnanchor">[111]</a></p> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_84">[84]</a></span></p> -<p>Der <em class="gesperrt">Stall</em> (s. Abbild. <em class="antiqua">A. d.</em>) befindet sich im -Erdgeschoß und ist 12° lang und 9° breit. Uebrigens -ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen (<em class="antiqua">e. f. g.</em>) -und einer Krippe (<em class="antiqua">i</em>) versehen. Am östlichen Ende -befindet sich ein Kuhstand. (<em class="antiqua"><span id="corr084">h</span></em>) –</p> - -<hr class="tb" /> - -<p>Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet, -über 1000 Thlr. Baumeister waren der Zimmermeister -<em class="gesperrt">Friedrich Rau</em> in Schwarzenberg und der -Mauermeister <em class="gesperrt">Karl Hübschmann</em> in <em class="gesperrt">Grünstädtel</em>. –<a id="FNAnker_112_112"></a><a href="#Fussnote_112_112" class="fnanchor">[112]</a></p> - -<p>So wurde ein Werk, welches im Anfang so -schwierig zu gedeihen schien, doch durch den unermüdeten -Eifer des Herrn Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em> -und des Herrn Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> zur -Zufriedenheit Aller vollendet. –</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_85">[85]</a></span></p> - -<h2 id="Anhang">Anhang.</h2> -</div> - -<p class="center">Als Anhang möge eine <em class="gesperrt">Charade</em> noch Platz finden, -die durch ihren Inhalt zum 1. Theile -passend ist:<a id="FNAnker_113_113"></a><a href="#Fussnote_113_113" class="fnanchor">[113]</a></p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Heller Himmel, blau und golden,<br /></span> -<span class="i2">Lerchenschlag, Pirolensang,<br /></span> -<span class="i0">Lockten mich mit meiner Holden<br /></span> -<span class="i2">Nach umbuschten Bergeshang.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wie berauscht vom Wonnemorgen,<br /></span> -<span class="i2">Plaudernd bald, und singend bald,<br /></span> -<span class="i0">Streiften wir ganz ohne Sorgen<br /></span> -<span class="i2">Immer tiefer in den Wald.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und schon trieb die muntere Heerde<br /></span> -<span class="i2">Blasend ein der ferne Hirt,<br /></span> -<span class="i0">Da – macht' Etwas uns Beschwerde;<br /></span> -<span class="i2">Denkt! wir hatten uns verirrt.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Alles war so lau und luftig,<br /></span> -<span class="i2">Gleich dem Sammte schien das Gras,<br /></span> -<span class="i0">Maien wehten, ach! so duftig –<br /></span> -<span class="i2">Doch, zu hungern, ist kein Spaß!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">»Laß an <em class="gesperrt">Drei</em> und <em class="gesperrt">Vier</em> <span id="corr085">uns</span> halten;«<br /></span> -<span class="i2">Sprach ich – »der steht Felsenfest<br /></span> -<span class="i0">An ein unbekanntes Walten,<br /></span> -<span class="i2">Schützend selbst des Sperlings Nest.«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_86">[86]</a></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">»»Magst mir's, wenn ich satt bin, sagen;« –<br /></span> -<span class="i2">Meinte, schlecht erbaut, mein Kind! –<br /></span> -<span class="i0">»Doch, sieh' dort den Meiler ragen;<br /></span> -<span class="i2">Laß zu ihm uns gehn geschwind.««<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ob wir gleich den Lauf begannen,<br /></span> -<span class="i2">Eifrig suchten kreuz und quer,<br /></span> -<span class="i0">Sah'n wir, ob der hohen Tanne,<br /></span> -<span class="i2">Doch nun selbst den Rauch nicht mehr.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Bald – wie einst der schwarz Rabe<br /></span> -<span class="i2">Fütternd zum Propheten kam,<br /></span> -<span class="i0">Bot von <em class="gesperrt">Eins</em> und <em class="gesperrt">Zwei</em> ein Knabe;<br /></span> -<span class="i2"><em class="gesperrt">Erdbeer'</em> uns und Brod und Rahm.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Von der treuen <em class="gesperrt">Ersten</em> Hütte<br /></span> -<span class="i2">Wählten wir den Speisesaal;<br /></span> -<span class="i0">Milch und Brod in ihrer Mitte<br /></span> -<span class="i2">Mahnt' uns an ein fröhlich Mahl.<a id="FNAnker_114_114"></a><a href="#Fussnote_114_114" class="fnanchor">[114]</a><br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Doppelt schien der Wald nun luftig,<br /></span> -<span class="i2">Noch einmal so grün der Grund,<br /></span> -<span class="i0">Auch die Tanne weht' uns duftig,<br /></span> -<span class="i2">Glas an Glas und Mund an Mund!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">»Siehst Du, Kind!« – so rief ich fröhlich –<br /></span> -<span class="i2">»Daß der <em class="gesperrt">Letzte</em> nicht verläßt;<br /></span> -<span class="i0">Woll'n an ihm, – dann sind wir seelig –<br /></span> -<span class="i2">Gleich, der <em class="gesperrt">Ersten</em>, halten fest!« –<br /></span> -</div> -</div> -<p class="center">F. K.</p> - -<hr class="chap" /> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_87">[87]</a></span></p> - -<h3>Auflösung.</h3> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Den Schlüssel hier zur Schraube<br /></span> -<span class="i0">Giebt zwar – der <em class="gesperrt">Köhlerglaube</em>, –<br /></span> -<span class="i0">Doch nimm ihn nicht sogleich als baare Münze hin,<br /></span> -<span class="i0">Prüf' lieber erst genau, bis Du erspähst den Sinn!<br /></span> -<span class="i0">Dann schlage <em class="gesperrt">hier</em> noch nach, triffts <em class="gesperrt">hier</em> auch glücklich ein?<br /></span> -<span class="i0">So war die Freude groß und – nirgends leerer Schein! –<br /></span> -</div></div> -<hr class="chap" /> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_88">[88]</a></span></p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0 drop">So prüf' gefälligst auch die Prosa dieser Schrift<br /></span> -<span class="i0">Und sprich nicht gleich zuvor die schrieb gewiß kein Swift! –<br /></span> -<span class="i0">Ist dir dann manches neu, doch der Geschichte treu gewesen,<br /></span> -<span class="i0">Dann bitte, nimm es an, als Deiner Nachsicht werth zum Lesen. –<br /></span> -</div></div> - -<hr class="tb" /> - -<p class="center"> -Annaberg,<br /> -gedruckt bei <em class="gesperrt">Eduard Hasper</em>. -</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_89">[89]</a></span></p> - -<h2 id="Berichtigungen">Berichtigungen.</h2> -</div> - -<table summary="Berichtigungen"> -<tr> -<td class="center">Seite</td><td class="tdr">2</td> - <td>Zeile</td> - <td class="tdr">22</td> - <td>v.</td> - <td>o.</td> - <td>nach:</td> - <td>traf ist einzuschalten: <em class="gesperrt">es</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>Plugk lies: <em class="gesperrt">Pflugk</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>nach:</td> - <td>Schwickershain fehlt: (– <em class="gesperrt">das - heutige Schweickershain</em> –).</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">4</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td>statt:</td> - <td>Türingen lies: <em class="gesperrt">Thüringen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">2</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>statt:</td> - <td>ihm lies: <em class="gesperrt">ihn</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">8</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>vom lies: <em class="gesperrt">von</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">13</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>im lies: <em class="gesperrt">in</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">15</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>meißnische lies: <em class="gesperrt">meißnischen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">9</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>dem lies: <em class="gesperrt">den</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">6</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">2</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>dem lies: <em class="gesperrt">den</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">7</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">12</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>wären lies: <em class="gesperrt">waren</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">7</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">17</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Verträge lies: <em class="gesperrt">Verträgen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">8</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">12</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>ihm lies: <em class="gesperrt">ihn</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">8</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td colspan="2">fällt nach Dienstag das <em class="gesperrt">Komma</em> - hinweg.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td colspan="2">fällt nach Isenburg das <em class="gesperrt">Komma</em> - hinweg.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">6</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>seine lies: <em class="gesperrt">seinen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>folgender lies: <em class="gesperrt">folgenden</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">11</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">1</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Hanse lies: <em class="gesperrt">Hause</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">12</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">6</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>nach:</td> - <td>als ist einzuschalten: <em class="gesperrt">solches</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">15</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>seinen lies: <em class="gesperrt">seinem</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">16</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">15</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Monument lies: <em class="gesperrt">Monumente</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">16</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>auch lies: <em class="gesperrt">auf</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">18</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">13</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>solte lies: <em class="gesperrt">sollte</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">23</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">2</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Prinz lies: <em class="gesperrt">Prinze</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">28</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">4</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>exestirte lies: <em class="gesperrt">existirte</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">30</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">1</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>nach:</td> - <td>zunehmen ist einzuschalten: <span class="fnanchor">[40]</span></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">30</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">2</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>den lies: <em class="gesperrt">dem</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">30</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">19</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>wär lies: <em class="gesperrt">wäre</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">33</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td colspan="2">laß die erste 1 weg.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">40</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">2</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>statt:</td> - <td>mehrfaches lies: <em class="gesperrt">mehrfachen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">40</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">4</td> - <td class="tdc">v.</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>statt:</td> - <td>den lies: <em class="gesperrt">dem</em>.<span class="pagenum"><a id="Seite_90">[90]</a></span></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">40</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">9</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Prinzenraub lies: <em class="gesperrt">Prinzenraube</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">40</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">14</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>weiten lies: <em class="gesperrt">weitem</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">42</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">14</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Pachter lies: <em class="gesperrt">Pastor</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">44</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">1</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Hände lies: <em class="gesperrt">Händen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">44</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Vulpius lies: <em class="gesperrt antiqua">Vulpius</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">47</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">19</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>mit lies: <em class="gesperrt">nit</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">48</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">11</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>der Familie lies: <em class="gesperrt">die Familien</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">48</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>deusche lies: <em class="gesperrt">deutsche</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">51</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">11</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>nach:</td> - <td>vier Kinder schalte ein: <em class="gesperrt">eine - Prinzessin und</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">52</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">2</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>statt:</td> - <td>Turzold lies: <em class="gesperrt">Tunzold</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">54</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td colspan="2">fällt das Wort: <em class="gesperrt">der</em> hinweg.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">57</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">11</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>den lies: <em class="gesperrt">dem</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">58</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">1</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>welcher lies: <em class="gesperrt">welchen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">58</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Pachter lies: <em class="gesperrt">Pastor</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">60</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Pachter lies: <em class="gesperrt">Pastor</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">69</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">6</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>hinterlich lies: <em class="gesperrt">hinderlich</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">70</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">6</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>ihre lies: <em class="gesperrt">ihrer</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">71</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">7</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>den beiden Lehrern lies: <em class="gesperrt">der - beiden Lehrer</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">75</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>welchen lies: <em class="gesperrt">welche</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">75</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">8</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>konnten lies: <em class="gesperrt">konnte</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">75</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">16</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>jener lies: <em class="gesperrt">jene</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">76</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">1</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td class="tdc">"</td> - <td><em class="antiqua">p.</em> 64 lies: <em class="antiqua">p.</em> 46.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">81</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">4</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>Abgemeinen lies: <em class="gesperrt">Allgemeinen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">82</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">9</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>setze:</td> - <td>(<em class="antiqua">d</em>) unmittelbar hinter dem - Worte: <em class="gesperrt">Etagenofen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">82</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">1</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>setze:</td> - <td>(<em class="antiqua">i</em>) unmittelbar hinter dem - Worte: <em class="gesperrt">führt</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">83</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">o.</td> - <td>setze:</td> - <td>(<em class="antiqua">k</em>) unmittelbar hinter dem - Worte: <em class="gesperrt">Küche</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">83</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">4</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>setze:</td> - <td>(<em class="antiqua">m</em>) unmittelbar hinter dem - Worte: <em class="gesperrt">Bratröhre</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">83</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">11</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>setze:</td> - <td>(<em class="antiqua">p</em>) unmittelbar hinter dem - Worte: <em class="gesperrt">Privets</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">83</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">11</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">u.</td> - <td>statt:</td> - <td>Kanonofen lies: <em class="gesperrt">Kanonenofen</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">83</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">10</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>nach:</td> - <td>kommt schalte ein: <em class="gesperrt">man</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">83</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">5</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>statt:</td> - <td>lang lies: <em class="gesperrt">lange</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">84</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdr">3</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td class="tdc">"</td> - <td>speciel lies: <em class="gesperrt">speciell</em>.</td> -</tr> -</table> -<hr class="chap" /> - -<div class="figcenter bbox"> -<a href="images/illu-099-l.png"><img src="images/illu-099-s.png" title="click für größere Anssicht" - alt="Die innere Ansicht des Köhlerhauses" /></a> -<div class="caption">Die innere Ansicht des Köhlerhauses am Fürstenberge.</div> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h2 id="FOOTNOTES">Fußnoten</h2> -</div> - -<div class="footnotes"> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> s. <em class="antiqua">Aen. Sylvius de statu Europae c. 24. ap. Frkhr. -T. II. pag. 221. (edit. Struv. Argentor 1717.) -»Conradus Rauses (de Kauffungen) nobili loco -apud Saxones natus, bellicae rei peritus, manu -promptus, et animo imperterritus etc.«</em> –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> <em class="antiqua">Albinus</em> Landchronik der Meißn. Lande. <em class="antiqua">pag.</em> 265.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> s. Kunzens Revers wegen des <em class="antiqua">ad interim</em> ihm eingeräumten -Gutes <em class="gesperrt">Schwickershain</em> und Zugehörungen -unter den Beilagen zu den gleich anzuführenden -<em class="gesperrt">Churfürstl. Manifeste</em> in <em class="gesperrt">Wecks</em> Dresdner -Chronik, <em class="antiqua">pag.</em> 170. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> sowohl die Koburgsche Pflege, als auch alle Schlösser -und Güter in <span id="cf004">Thüringen</span>. <em class="antiqua"><em class="gesperrt">Kammermeisteri</em> -Annal. Erfurt, ap. Menken. T. III, pag. 1180–1215.</em></p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> <em class="gesperrt">Müllers</em> sächs. <em class="antiqua">Annal. pag. 29, Chron. terrae -Misn. pag. 360. Kammermeisteri, l. c. T. III. p. -1210</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_6_6"></a><a href="#FNAnker_6_6"><span class="label">[6]</span></a> Der <em class="gesperrt">Landfriede</em> wurde zuerst durch eine Verordnung -der geistlichen Synode zu <em class="gesperrt">Elne</em> in Rousilon -den 16. Mai 1027. als eine Zeit, wo keine Fehden -bei Vermeidung des Bannes eintreten sollten, ausgesprochen. -Es durfte hierdurch namentl. kein Krieg -statt finden, wenn Gottesdienst gehalten wurde. In -Deutschland trat dieser Landfrieden später jedoch allgemeiner -ein im Jahre 1495. und das Reichskammergericht -entstand nun zugleich als Behörde, welche -darüber zu richten hatte und bei welcher alle <span id="cf006">deutschen</span> -Fürsten verklagt werden konnten. Mithin fehlte -es zur Zeit des Prinzenraubes noch an einer Gerichtsbehörde, -sogar in Sachsen selbst wurden das -Oberhofgericht zu Leipzig und die Landesregierung zu -Dresden erst im Jahre 1483 u. 1486 errichtet, s. v. -<em class="gesperrt">Römers</em> sächs. Staatsrecht Th. 2. <em class="antiqua">pag.</em> 104. §. -12. – <em class="gesperrt">Kretschmanns</em> Geschichte des Oberhofgerichts -zu Leipzig, seit seiner Entstehung. Leipzig -1804. 8. – Früher wurde der Landfrieden in Thüringen -als im Meißnischen und überhaupt in Deutschland -eingeführt durch das auf dem Landtage zu Weisensee -beschlossene Gericht vom J. 1446. s. <em class="gesperrt">Weißens</em> -sächs. Geschichte Band 2. <em class="antiqua">pag.</em> 377.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_7_7"></a><a href="#FNAnker_7_7"><span class="label">[7]</span></a> Daß <em class="gesperrt">Kunz Eisenberg vor</em> dem Prinzenraube besessen -hat, ersieht man aus einer Montags nach -Ostern 1455. ausgestellten Urkunde. (<em class="antiqua">Schoettgenii -opuscula minora per Godofr. Imman. Grandig.</em> -337) worin <em class="gesperrt">Kunz</em> sich als Zeuge auf folgende Weise -unterschrieben hat: <em class="gesperrt">Kunyz Kauffungka snd -in ein na Eysenberczia.</em> -</p> -<p> -d. i. Kunz von Kauffungen gesessen zu Eisenberg. – -<em class="gesperrt">Eisenberg</em> ist noch <em class="gesperrt">jetzt</em> der Name des Schlosses.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_8_8"></a><a href="#FNAnker_8_8"><span class="label">[8]</span></a> <em class="gesperrt">Schreiters</em> Geschichte -des Prinzenraubes <em class="antiqua">pag.</em> 1 <span id="cf008">da</span> -167 u. f.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_9_9"></a><a href="#FNAnker_9_9"><span class="label">[9]</span></a> Nach dem julianischen Kalender der 25. Juni, nach -unserm verbesserten Kalender der 7. Juli.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_10_10"></a><a href="#FNAnker_10_10"><span class="label">[10]</span></a> Indem Kunz von Kauffungen als früherer Schloßhauptmann -im ganzen Altenburger Schlosse bekannt -war.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_11_11"></a><a href="#FNAnker_11_11"><span class="label">[11]</span></a> s. <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 266. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_12_12"></a><a href="#FNAnker_12_12"><span class="label">[12]</span></a> s. <em class="gesperrt">Müller</em> a. a. O. <em class="antiqua">Tab.</em> 2 u. <em class="antiqua">Tab.</em> 16.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_13_13"></a><a href="#FNAnker_13_13"><span class="label">[13]</span></a> Dieser Brief befindet sich auch in <em class="antiqua">Vulpii Plagio -Kauffung</em>. Weißenfeld 1704. 4. <em class="antiqua">pag.</em> 8. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_14_14"></a><a href="#FNAnker_14_14"><span class="label">[14]</span></a> <em class="gesperrt">Im verständlicheren Deutsch</em>: -</p> -<p> -Meinen willigen Dienst, samt alles Liebes und Gutes -zuvor. -</p> -<p> -Ehrbarer, strenger lieber Junker! -</p> -<p> -Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags -nach der Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit -den meisten Hofleuten, auch auf den Montag Abend -der Kanzler ein Gastmahl in seinem <span id="cf014">Hause</span> ausrichten -wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da -nun auch auf dem Schlosse um diese Zeit der alte -Asmus allein den Trabantendienst hat, der zuerst -eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner -bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht -bergen, und meiner angelobten Treue gemäß Euch -zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen gewärtig -zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum -Altenburg am Sonnabend nach Mariä Heimsuchung. -Anno 1455. -</p> -<p class="right"> -<em class="gesperrt">Hans Schwalbe.</em> -</p> -</div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_15_15"></a><a href="#FNAnker_15_15"><span class="label">[15]</span></a> s. <em class="gesperrt">Brauns</em> monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen. -Th. IV. <em class="antiqua">pag.</em> 486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget, -doch waren es nicht eigentliche Strickleitern, -wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen Stücke -davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei -<em class="gesperrt">Weck</em> a. a. O.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_16_16"></a><a href="#FNAnker_16_16"><span class="label">[16]</span></a> Nach einer Handschrift, welche <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Joh. Tauchnitz</em> -1633, der als Pfarrer in <em class="gesperrt">Morstab</em> bei Altenburg -starb, hinterlassen hat.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_17_17"></a><a href="#FNAnker_17_17"><span class="label">[17]</span></a> s. <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 267 und die <em class="gesperrt">sächs. Provinzialblätter</em> -1801, im Januar Stück 82.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_18_18"></a><a href="#FNAnker_18_18"><span class="label">[18]</span></a> Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage -zu dem Manifest. Bei <em class="gesperrt">Weck</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 172.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_19_19"></a><a href="#FNAnker_19_19"><span class="label">[19]</span></a> <em class="gesperrt">Dieser Wald</em> ist jetzt noch 2 Stunden lang und -1 Stunde breit.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_20_20"></a><a href="#FNAnker_20_20"><span class="label">[20]</span></a> Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren, -allenfalls bei einem Furt durch die Mulde setzen, -welches bei mittelmäßigem Wasser angeht, wäre aber -dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er die -<em class="gesperrt">Wolkenburger</em> Brücke passiren. Nun besaß er -aber das nahe bei Wolkenburg über der Mulde gelegene -Schloß und Rittergut <em class="gesperrt">Kauffung</em>, sein -Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner -Streitigkeiten mit dem Kurfürsten muß aufgehalten -haben, weil er seinen Revers an den Kurfürsten -mit folgenden Worten anfängt: -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen -gesessen.</em></p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_21_21"></a><a href="#FNAnker_21_21"><span class="label">[21]</span></a> s. <em class="gesperrt">Schreiter</em>, a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 256. ff.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_22_22"></a><a href="#FNAnker_22_22"><span class="label">[22]</span></a> Nämlich am <em class="gesperrt">Fürstenberg</em>, ein Berg im Zwickauer -Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde -von <em class="gesperrt">Grünhain</em> und ¾ Stunde von <em class="gesperrt">Raschau</em>, -im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen. Diesen -Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem -er früher »<em class="gesperrt">Schmiedewald</em>« hieß. Man findet -hier sehr viele alte Meilerstätten, vorzügl. rechts bei -dem jetzt errichteten <em class="gesperrt"><span id="cf022a">Monumente</span> hin</em>, auch oberhalb -des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche, -die mit Moos und Erde schon überzogen -sind, wozu Jahrhunderte gehören. – Nach <em class="gesperrt">Schumanns</em> -Staats-, Post- und <span id="cf022b">Zeitungslexikon</span>. Band -15. <em class="antiqua">pag.</em> 976. käme der Name Fürstenberg, nicht von -der Befreiung des Prinzen her, sondern von <em class="gesperrt">First</em> -(<em class="gesperrt">Hochberg</em>) allein blos der untere Theil des Berges -heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze -desselben oben in der Nähe bei Grünhain, die <em class="gesperrt">Spiegelwald</em> -genannt wird. Er verwechselt daher offenbar -diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es ist -<em class="gesperrt">erwiesen</em>, daß dieser erstere früher <em class="gesperrt">Schmiedewald</em> -hieß. (s. Anmerkg. 32.) -</p> -<p> -Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben, -so rechts von der Quelle die <em class="gesperrt">Fürstenberger -Fundgrube</em>, welche <span id="cf022c">auf</span> Eisenstein baut. -Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe <em class="gesperrt">Haide</em> -zu <em class="gesperrt">Himmlisch Heer</em> und dann der <em class="gesperrt">Frischglückstolln</em>. -Nach <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> zu auf der Wiese -liegt der <em class="gesperrt">Mohrenstolln</em>. Der schon oben erwähnte -<em class="gesperrt">Marmorbruch</em> befindet sich über dem Denkmale, -auf der Spitze des Fürstenberges. Besitzer ist -dermalen der Herr Erbrichter <em class="gesperrt">Stölzel</em> zu <em class="gesperrt">Oberscheibe</em>. -Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich -wegen seiner Festigkeit und Weiße aus. Da man -aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon gemacht -hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen, -und wird zu Kalk verbrannt. Nicht weit davon ist -<em class="gesperrt">Kieselshoffnung</em>, wo man Kupferkies gewinnt.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_23_23"></a><a href="#FNAnker_23_23"><span class="label">[23]</span></a> s. <em class="gesperrt">Spangenbergs</em> Mansfelder Chronik 559. -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. 269. -</p> -<p> -<em class="antiqua">Fabric. Origg. Saxon. liber.</em> 7.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_24_24"></a><a href="#FNAnker_24_24"><span class="label">[24]</span></a> s. <em class="gesperrt">Oesfelds</em> Landchronik. 2. Th. 65.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_25_25"></a><a href="#FNAnker_25_25"><span class="label">[25]</span></a> In Adam Daniel <em class="gesperrt">Richters</em> Annaberger Chronik. -1746. 1. Th. 1. St. <em class="antiqua">pag.</em> 6. steht folgendes geschrieben: -»<em class="gesperrt">Es ist ein geschickter, kunstreicher -Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz, -in das Kloster Grünhain gehörig, -welcher noch am Leben gewesen, als -der Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser -Rosenkrantz und Kuntz von Kauffungen -sind stets beisammen gewesen, und -als Kuntz von Kauffungen die jungen Fürsten -von dem Schlosse Altenburg wollen -wegstehlen, hat ihn Rosenkrantz sehr gewehret, -er <span id="cf025">sollte</span> es nicht thun, es würde -ihm Leib und Leben kosten. Welches auch -hernach geschehen ist.</em>« –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_26_26"></a><a href="#FNAnker_26_26"><span class="label">[26]</span></a> Kam erst 1459 zu Sachsen, indem <em class="gesperrt">Georg Podiebrad</em>, -König von Böhmen, seiner Tochter <em class="gesperrt">Sidonia</em> -die Herrschaft <em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> als <em class="gesperrt">Morgengabe</em> -bei ihrer Vermählung mit dem Herzog -<em class="gesperrt">Albrecht</em> (derselbe, den Kunz von Kauffungen -geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde damals -Schwarzenburg genannt. s. <em class="gesperrt">Lunigs</em> deutsches -Reichsarchiv. <em class="antiqua">Part. spec. cont. I.</em> B. 6. Der ersten -<em class="antiqua">Contin.</em> 1. Forsetz. <em class="antiqua">pag.</em> 232. s. a. <em class="gesperrt">Richter</em> a. a. -O. <em class="antiqua">pag.</em> 28. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_27_27"></a><a href="#FNAnker_27_27"><span class="label">[27]</span></a> <em class="gesperrt">Grünhain</em> ist eine kleine Bergstadt im Königreich -Sachsen im Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte -Grünhain, an der Chaussée nach Chemnitz gelegen. -Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes Grünhain. -153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend. -Die Stadt liegt untern 30° 28′ der Länge -und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛ St. NNOlich -von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St. -von Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg, -2 St. von Schlettau und 3 St. von Geier; -1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von -Lößnitz; 1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg -OSOlich, gegen 2000 par. Fuß über dem -Meere. – Wo dermalen das Amthaus mit seinem -sogenannten <em class="gesperrt">Klostergarten</em> steht, stand früher -ein Cistercienser Kloster, welches 1142 (nach <em class="gesperrt">Weinarts</em> -weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr -1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser -Mönchen, aus dem Kloster <em class="gesperrt">Sittichenbach</em>, und -dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden besetzet -worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536 -wieder aufgehoben wurde. Von den Aebten des -Grünhainer Klosters sind nur noch folgende bekannt: -Abt <em class="gesperrt">Nicolaus</em> 1443, <em class="gesperrt">Liborius</em> 1456, <em class="gesperrt">Johann -Funk</em> (<em class="gesperrt">Johannes</em>) 1475, <em class="gesperrt">Paul Morgenstern</em> -von Zwickau, <em class="gesperrt">Gregorius Küttner</em> 1517, <em class="gesperrt">Johannes</em> -(<em class="gesperrt">Göpfert</em>) der letzte Abt 1533, wurde -dann 1536 lutherisch, heirathete und zog nach <em class="gesperrt">Schlettau</em>. -s. <em class="gesperrt">Oesfeld</em> historische Beschreibung von Lößnitz -(1777) II. <em class="antiqua">pag.</em> 65–76. – <em class="gesperrt">Erb-</em> und <em class="gesperrt">Lehnbrief -Ottocari</em>, Königs von Böhmen, an das -Kloster Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen -Nachrichten, 1725, <em class="antiqua">pag.</em> 529.) – <em class="gesperrt">Summarischer -Extract</em> eines diplomatischen Manuscripts vom -Kloster Grünhain (s. <em class="gesperrt">Horn's</em> Handbibliothek II. -<em class="antiqua">pag.</em> 304–19.) – <em class="gesperrt">Beschreibung</em> von <em class="gesperrt">Grünhain</em> -vom Pastor <em class="gesperrt">Schreiter</em> in Elterlein (s. Erzgebirg. -Boten. 1808. <em class="antiqua">pag.</em> 218–24.) – <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Freibergs</em> -gelehrte Grünhain. Dresden 1737. 4. 2. -Bogen. – Altes aus allen Theilen der Geschichte -<em class="antiqua">C. I.</em> <em class="antiqua">pag.</em> 415. – <em class="antiqua"><em class="gesperrt">Schoettgen</em> et <em class="gesperrt">Kreyssig</em> -diplomat. II.</em> <em class="antiqua">No.</em> 17. – Tobias <em class="gesperrt">Schmied</em> in -<em class="antiqua">Chron. Cygnea Part. I.</em> <em class="antiqua">Cap.</em> 4. <em class="antiqua">pag.</em> 18 u. 19. – -<em class="antiqua"><em class="gesperrt">Ecksterm.</em> in Chron. Walkenred.</em> <em class="antiqua">pag.</em> 48. – -<em class="antiqua"><em class="gesperrt">Schmied</em> dict. Chron. Part. poster. in Annal.</em> -1429. <em class="antiqua">pag.</em> 189. <em class="gesperrt">Weinarts</em> Rechte u. Gewohnheiten -der beiden Markgrafthümer Ober- und Niederlausitz. -Leipzig; 1793. 1. Th. <em class="antiqua">pag.</em> 512. – <em class="gesperrt">Richter</em> -a. a. O. 1. Th. 1. Stück 1746. <em class="antiqua">pag.</em> 6. u. dessen -2. Th. 1. Stück. 1748. <em class="antiqua">pag.</em> 33. – <em class="gesperrt">Schumann</em> -a. a. O. 3. Band. <em class="antiqua">pag.</em> 602–610. u. 16. -Band, <em class="antiqua">pag.</em> 561–575. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_28_28"></a><a href="#FNAnker_28_28"><span class="label">[28]</span></a> Nach <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O.; <em class="gesperrt">Groschupf</em> (<em class="antiqua">Oratio degentis -Trillerianae ortu, progressu et insignibus</em>) -und nach <em class="antiqua">Dr.</em> Daniel Wilhelm <em class="gesperrt">Trillers</em>, sächsischer -Prinzenraub, hat Prinz <em class="gesperrt">Albrecht sich gestellt</em> -als habe er einen so heftigen Hunger und Durst, -daß er erst selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten -könne.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_29_29"></a><a href="#FNAnker_29_29"><span class="label">[29]</span></a> s. <em class="gesperrt">Tenzels</em> curieuse Bibliothek. 2. <em class="antiqua">Repositor.</em> 744. -– <em class="gesperrt">Richters</em>, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück -<em class="antiqua">pag.</em> 34. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_30_30"></a><a href="#FNAnker_30_30"><span class="label">[30]</span></a> Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und -die ganze Darstellung des Prinzenraubes nebst des -Köhlers Bildniß darauf prägen. Allein sie sprang -1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher eingeschmolzen. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_31_31"></a><a href="#FNAnker_31_31"><span class="label">[31]</span></a> Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand, -indem der Prinz schon die Köhler von weiten gesehen -hätte. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_32_32"></a><a href="#FNAnker_32_32"><span class="label">[32]</span></a> Wahrscheinlich sagt <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O.: brannten -sie die Kohlen für die Schmiede in Geier und wurden -von ihnen mit Brod ausgelohnt. Auf diese Vermuthung -bringt mich <em class="gesperrt">Oesfeld</em>, welcher im Schömburgischen -Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur -Auflösung dieses Zweifels verhilft mir ein Kaufbrief -über den der hiesigen Kirche und Hospital zu Lößnitz -gehörenden <em class="gesperrt">Grünwald</em>, daß derselbe an den -<em class="gesperrt">Schmiedewald</em> grenze. Der Name des Schmiedewaldes -rührt von den Geierschen Schmieden her, -welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben -brennen lassen. Da Geier eine alte Bergstadt -ist, (erbaut im Jahre 1395. Richters Annaberger -Chronik. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 8.) welche eher als die umliegenden -Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk -der Schmiede dort zahlreich und wohlhabend -gewesen sein, dazu die Bergschmiede anbei viel müssen -beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde -in einer Entfernung von 3 Stunden haben -kohlen lassen; so ist es wahrscheinlich, daß sie auch -solches auf dem Fürstenberge haben thun lassen können. -(Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.) -Nimmt man nun an, daß dieses geschehen sei, so -läßet es sich erklären, daß sie auch die Köhler mit -Brod versorgt haben, folglich der <em class="gesperrt">Bruderssohn</em> -des <em class="gesperrt">Georg Schmidts</em> in <em class="gesperrt">Geier</em> und nicht in -Grünhain das Brod hat holen lassen.« – -</p> -<p> -Wenn nun die Herrn <em class="gesperrt">von Schönburg</em> den -Schmieden zu Geier Erlaubniß ertheilten, im Schmiedewald -Kohlen zu brennen, so ist <em class="gesperrt">Oesfelds</em> Vermuthung -ganz richtig, daß sie ihnen auch am Fürstenberge -auf demjenigen Hartensteinischen Theil, der -ihnen damals noch gehörte, diese Erlaubniß ertheilen -konnten. – s. <em class="antiqua">Vulpius l. c. §.</em> 24. – -</p> -<p> -Die Hartensteiner und des Grünhainer Klosters -Besitzungen lagen nämlich damals sehr untermengt -untereinander.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_33_33"></a><a href="#FNAnker_33_33"><span class="label">[33]</span></a> <em class="gesperrt">Schweinitz</em> soll wirklich nach Albrecht einen -<em class="gesperrt">Schwerdtstreich</em> geführt haben. s. <em class="gesperrt">Albinus</em> a. -a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 270. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_34_34"></a><a href="#FNAnker_34_34"><span class="label">[34]</span></a> Man schlägt nämlich mit einem Messer, das bei den -Bergleuten und Köhlern <em class="gesperrt">Zschörper</em> heißt, auf das -Eisen einer Holzaxt und der Schall davon ist sogleich -allen Köhlern ein Zeichen, daß Gefahr vorhanden -sei. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_35_35"></a><a href="#FNAnker_35_35"><span class="label">[35]</span></a> <em class="antiqua">D.</em> <em class="gesperrt">Triller</em> a. a. O. 77. <em class="antiqua">sub lit. R.</em> und <em class="antiqua">Fabricius -in Origg. Sax. lib. VII</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_36_36"></a><a href="#FNAnker_36_36"><span class="label">[36]</span></a> Daß <em class="gesperrt">Liborius</em>, Abt zu Grünhain im Jahre 1455 -gewesen ist, sieht man daraus, indem <em class="gesperrt">Horn</em> in seiner -Handbibliothek <em class="antiqua">pag.</em> 316 einen Auszug aus einer -Urkunde, die Abt <em class="gesperrt">Liborius</em> in demselben Jahre -ausgestellt hat, liefert. – Die ganze Urkunde aber -findet man in <em class="antiqua">Historia diplomatica Abbatiae -Grunhaynensis</em>. §. 55., welches Werk in -<em class="antiqua">Schoetgenii et Kreysigii scriptoribus Hist. Germ. -med. aevi. Tom. II.</em> 526.–569. eingerückt ist. – -Eine andere Urkunde dieses Abtes von 1456 enthält -<em class="gesperrt">Wellers</em> Altes aus allen Theilen der Geschichte. -4tes Stück 417. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_37_37"></a><a href="#FNAnker_37_37"><span class="label">[37]</span></a> Mehrere Geschichtsforscher wollen behaupten, daß er -in <em class="gesperrt">Grünhain</em> übernachtet hätte. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_38_38"></a><a href="#FNAnker_38_38"><span class="label">[38]</span></a> In <em class="gesperrt">Schmiedts Zwickauer Chronik</em>, <em class="antiqua">pag.</em> 444 -wird deswegen die Ablieferung nach Zwickau behauptet, -weil er als Hauptmann (Amtshauptmann) zugleich -Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof zu -Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen -zu Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen, -hätten durch ihre Hauptleute zu Zwickau immer die -Voigteigerechtigkeit verwalten lassen.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_39_39"></a><a href="#FNAnker_39_39"><span class="label">[39]</span></a> Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das -jetzige <em class="gesperrt">Amthaus</em> dafür erbaut. Bis dahin <span id="cf039a">existirte</span> -aber noch die <em class="gesperrt">Fürstenstube</em> oder der <em class="gesperrt">Fürstensaal</em> -in dieser <span id="cf039b">Schösserwohnung</span>, in welcher, der -Sage nach, Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> geschlafen hat.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_40_40"></a><a href="#FNAnker_40_40"><span class="label">[40]</span></a> <em class="gesperrt">Eisenburg</em> ist eine ehemalige Burg im Zwickauer -Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft -<em class="gesperrt">Stein</em>, im Amte Lößnitz, ½ Stunde südl. -von Hartenstein auf dem linken Ufer der Mulde, -im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben -nur einige Ruinen übrig, und unter dem Namen -des <em class="gesperrt">Raubschlosses</em> bekannt. Der Eisenburg -gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt -und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke, -beide von den Eisenfuhren so genannt, die -sonst häufig zwischen Lößnitz und Schneeberg verkehrten. -Man vergleiche <em class="gesperrt">C. G. Grundigs</em> Nachrichten -von dem in der Herrschaft Stein ehemals -gelegenen Schlosse Eisenburg. (in Kreißigs Beitr. -II. <em class="antiqua">pag.</em> 378–391.) In <em class="gesperrt">Schumann</em> a. a. O. -Band 15. <em class="antiqua">pag.</em> 569. steht geschrieben: »Es unterliegt -wohl keinem Zweifel, daß <em class="gesperrt">Mosen</em> den Kurprinzen -<em class="gesperrt">Ernst</em> hierherbringen wollte, vielleicht gar -aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr -nach <em class="gesperrt">Eisenberg</em> in Böhmen geschafft wissen wollte; -denn wie sollte Mosen außerdem in die Gegend -der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach -der Volkssage war damals die Mulde so angelaufen, -daß Mosen sich nicht hinüber wagte, und sich -lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. – -Nach Grundigs Meinung <span id="cf040">wäre</span> die Eisenburg ums -Jahr 1060 erbaut, und von jeher ein Zubehör oder -eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse <em class="gesperrt">Stein</em> -gewesen.« –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_41_41"></a><a href="#FNAnker_41_41"><span class="label">[41]</span></a> Die <em class="gesperrt">Höhle</em> hieß früher die sogenannte <em class="gesperrt">Teufelskluft</em>, -die aber seitdem <em class="gesperrt">Prinzenhöhle</em> genannt -wird. -</p> -<p> -Nach <em class="gesperrt">Engelhardts</em> Denkwürdigkeiten der sächs. -Geschichte, Theil 1. <em class="antiqua">pag.</em> 83. befindet sie sich: »am -rechten Ufer der Mulde, der auf dem jenseitigen -Berge liegenden <em class="gesperrt">Eisenburg</em> gegenüber (jetzt sieht -man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben -zusammen gewachsenen Felsen gebildet, hat eine dreieckige -Oeffnung und ist 36 Ellen lang und 4 Ellen -breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische -und Nürnberger Straße vorbei. Man sieht -noch in der Mulde Ueberbleibsel von steinernen -Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser -und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit -Bäumen und Sträuchern verwachsen und ihrer erhabenen -Lage wegen besonders bequem, den geraubten -Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die -Landstraße sehen, unbemerkt jeden Angriff beobachten -und sich dann auch mit leichter Mühe vertheidigen, -weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.« – -In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch: -»Man hatte sie längst vergessen und Niemand wußte -sie zu zeigen. Im Jahre 1779. aber wurde sie -bei der Vermählung einer <em class="gesperrt">Gräfin von Hochberg</em> -mit dem <em class="gesperrt">Grafen von Schönburg</em> den 19. August -wieder aufgesucht, gesäubert, mit einer Inschrift -versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten gebraucht.« -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die -Höhle war ganz verwachsen bis 1779. bei der Vermählung -der Comtesse in Hartenstein, <em class="gesperrt">Sophie -Friederike Erden</em> mit dem Herrn <em class="gesperrt">Grafen v. -Hochberg</em> in Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk -befreit <span id="cf041">und</span> zugänglich gemacht, auch inwendig -auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines -dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde. -Seit 1796 aber hat der damalige Eigenthumsherr -der Herrschaft <em class="gesperrt">Hartenstein</em> mit <em class="gesperrt">Stein</em>, -<em class="gesperrt">Fürst von Schönburg</em>, einen geräumigen Weg -im Zickzack mit Ruhebänken anlegen und oben an -dem schauerlichen Absturz ein Geländer machen lassen. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_42_42"></a><a href="#FNAnker_42_42"><span class="label">[42]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt.</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 84. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_43_43"></a><a href="#FNAnker_43_43"><span class="label">[43]</span></a> Daß <em class="gesperrt">v. Mosen</em> und <em class="gesperrt">v. Schönfels</em> den Prinzen -an <em class="gesperrt">Friedrich</em> und <em class="gesperrt">nicht</em> an <em class="gesperrt">Veit von Schönburg</em> -ablieferten. s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 246. -ff. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_44_44"></a><a href="#FNAnker_44_44"><span class="label">[44]</span></a> <em class="gesperrt">Triller</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 100.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_45_45"></a><a href="#FNAnker_45_45"><span class="label">[45]</span></a> <span id="cf045">s.</span> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 86. Die -deshalb gewechselten Schreiben s. beim <em class="antiqua">Vulpius -l. c. pag.</em> 26. Auch findet man eine spätere Urkunde -ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die -ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten, -von dem Kurfürst <em class="gesperrt">Ernst</em> und seinem Bruder -völlig begnadigt wurden, beim <em class="gesperrt">Tentzel</em> a. a. O. -<em class="antiqua">pag.</em> 787.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_46_46"></a><a href="#FNAnker_46_46"><span class="label">[46]</span></a> Dieses versichert <em class="gesperrt">Richter</em>, in seiner Chronik von -Chemnitz, 2. Theil. 1 Stück 39., der es aus einem -Fragmente einer Urkunde beweisen will. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_47_47"></a><a href="#FNAnker_47_47"><span class="label">[47]</span></a> <em class="gesperrt">Ebersdorf</em> liegt im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, -im Amte Augustusburg, 1½ Stunde nordöstlich von -Chemnitz bei Lichtewalde am Angerbache. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_48_48"></a><a href="#FNAnker_48_48"><span class="label">[48]</span></a> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 88. beschreibt die -Kleider so: »das eine Röckchen ist von rothem, grünen -u. aschfarbigem, das andere von rothem, schwarzen -u. weißem Landtuche. Sie sind mit Eisen ausgehackt -und überall durchschnitten, wie man sie damals -über Harnische zu tragen pflegte. Jedes ist -1⁹/₁₆ Elle lang, u. am Halse sehr weit ausgeschnitten. -Die beiden schwäbischen Westerhemdchen haben um -und um Falten und bunt genähte Borten. Des Köhlers -Anzug besteht aus: einer grünen Tuchmütze, -einem Rocke, Hemde und Kappe. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_49_49"></a><a href="#FNAnker_49_49"><span class="label">[49]</span></a> s. <em class="antiqua">Vulp. Plag. Kauff.</em> §. 27. <em class="gesperrt">Ranisch</em>, verhinderten -Raub der sächsischen Prinzen <em class="antiqua">pag.</em> 8. Ueber die -Aechtheit der prinzlichen Kleider lese man die Schrift: -<em class="antiqua">Progr. de vestibus nunquam mutatis sed adhuc -antiquis Princ. Ernesti atque Alberti Ebersdorf -conservatis; ed. I. G. Hager, 4. Chemn. 1746</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_50_50"></a><a href="#FNAnker_50_50"><span class="label">[50]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 89.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_51_51"></a><a href="#FNAnker_51_51"><span class="label">[51]</span></a> <em class="antiqua">Hageri programma de vestibus nunquam mutatis, -sed adhuc antiquis 1749.</em> <em class="gesperrt">Haschers</em> Magazin -1784. 67. Mehrere Nachrichten von diesem <em class="gesperrt">Nosseni</em> -findet man im 1. Band von <em class="gesperrt">Grundigs</em> Nachrichten -zu der Geschichte von Obersachsen. – Die -Kosten der Reinigung der Kleider durch <em class="gesperrt">Nosseni</em> betrugen: -31. fl. 15 gr. 11 pf.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_52_52"></a><a href="#FNAnker_52_52"><span class="label">[52]</span></a> Die Messe wurde vom Pabst <em class="gesperrt">Calixt</em> III. 1456 bestätigt -siehe die Urkunde beim <em class="gesperrt">Teetzel</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> -III. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_53_53"></a><a href="#FNAnker_53_53"><span class="label">[53]</span></a> <em class="antiqua"><span id="cf053">Schoettgenius</span> l. c.</em> <em class="antiqua">pag.</em> 338. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_54_54"></a><a href="#FNAnker_54_54"><span class="label">[54]</span></a> <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 183. sagt: -</p> -<p> -Schon Markgraf <em class="gesperrt">Friedrich der Gebissene</em> von -Meißen ertheilte im J. 1294 dem Rathe zu Freiberg -ein solches Privilegium, welches folgenden merkwürdigen -Inhalt hat: -</p> -<p> -»Wir Marcgreve Friedrich von Meisen, pfalicggreve -von sachsen etc. bekenne an diesem brive, daß -wir uns mit unsern liben burgeren von Vriberc -underredet haben, alshi nach geschriben stet. Unser -gesworen sullen gewaldic sin unser recht czu rungnen -unde czusecren alliz daz <em class="gesperrt">uns unsir stat</em> und -<em class="gesperrt">unsern bercwerke</em> nuzce ist, unde was wir mit -im <em class="gesperrt">überkumen</em>, daz sal nimand wider reden. -Wenn sie uns dazc gelobt haben, so gelobe wir in -daz wider, daz sie irs liebes, irs gutes nummer -ane varn sule vor uns sin <em class="gesperrt">Vorwirket sich ymand -yen uns, das wollen wir eugen -unde teidiegen nach irme rate</em>. Daz wir -diz gancz und stete halden. Das geb mir in diesen -Brief besigelt mit unserem Insigeln. Unde der -ist gegeben nach Gotes geburt, Tusend jar, zweihundert -jar, in dem vir unde neucegistene jare, an -denen tage der ufart unsers herrengotes.« – -</p> -<p> -(Dieses Privilegium befindet sich im <em class="antiqua">Theatr. Freiberg.</em> -169.; in <em class="gesperrt">Klotzschens</em> Ursprung der Bergwerke -in Sachsen 283. – -</p> -<p> -Eigentlich war dies nur ein Bestätigungsbrief eines -Privilegiums, das schon <em class="gesperrt">Heinrich der Erlauchte</em> -dem Rathe zu Freiberg gegeben hatte, welches -auch <em class="gesperrt">Klotzsch</em> in der jetzt genannten Schrift. -<em class="antiqua">pag.</em> 281. hat abdrucken lassen, wo es unter andern -heißt: -</p> -<p> -<em class="antiqua">volumus, ut siquid in Vriberc vel inmontibus -judicandum sit vel tractandum, quod hoc fiat coram -Advocato et illis viginti quatuor burgensibus -nostris de Vriberc.</em> – -</p> -<p> -Friedrich erweiterte aber nachher dies Privilegium -und verstattete dem Rath zu Freiberg zu richten, -nicht blos was dem Bergwerk, sondern auch <em class="gesperrt">Ihm</em> -und der <em class="gesperrt">Stadt</em> zum Nutzen gereichen würde.)</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_55_55"></a><a href="#FNAnker_55_55"><span class="label">[55]</span></a> Nach der damaligen Strafe für den Menschenraub. -s. <em class="gesperrt">Freiberger</em> Stadtrecht, <em class="antiqua">Cap.</em> 5 und 22. -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Sachsenspiegel.</em> Band 2. <em class="antiqua">Art.</em> 13. -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Sächs. Weichbildrecht.</em> <em class="antiqua">Art.</em> 112. -</p> -<p> -jedoch wahrscheinlich ohne Haltung von Acten hierüber, -mithin auch ohne eine vorher stattgefundene -Defension. -</p> -<p> -s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 176. <em class="antiqua">ff.</em></p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_56_56"></a><a href="#FNAnker_56_56"><span class="label">[56]</span></a> Die Hauptquelle dieser Begebenheit ist das Kurfürstliche, -schon angeführte <em class="gesperrt">Manifest</em>. – Zu den ältern -von <em class="gesperrt">Häberlein</em> in seiner Reichshistorie. Th. -6. <em class="antiqua">pag.</em> 333. <em class="antiqua">not. f.</em> angeführten Geschichtsschreiber -sind: -</p> -<p> -<em class="antiqua">Kammermeister l. c. Adpend. ad Annales -Vet. Cell. ap. Mencken. Th. 2. pag. 428.</em> und -<em class="antiqua">Ursinus in Chron. Thuring. pag. 1332.</em> -</p> -<p> -(der aber verschiedene Irrthümer enthält) beizufügen. -Manches Einzelne der Erzählung findet man -erst in spätern Geschichtsschreibern, besonders beim -<em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 267. <em class="antiqua">ff.</em></p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_57_57"></a><a href="#FNAnker_57_57"><span class="label">[57]</span></a> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. 1 Bd. <em class="antiqua">pag.</em> 31. schreibt davon -folgendes: Als <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> Oberster -bei den Nürnbergern war, waren dieselben -1449 mit dem Markgrafen von Brandenburg <em class="gesperrt">Albrecht</em> -III., in offene Fehde gerathen. Kunz erwarb -sich dabei viel Ruhm, und es war Schade, daß er -ihn durch eine unedle Handlung herabwürdigte. Am -St. Gregorius Abend in der Fasten kam es zwischen -den Nürnbergern und dem Markgrafen in einem -Walde zu einem hitzigen Gefecht. Kunz von Kauffungen -kämpfte mit fünfzig reißigen Schützen, die er -anführte, so wacker, daß er den Markgrafen selbst -gefangen bekam. Behielt er ihn, wie es seine Pflicht -als Kriegsoberster der Nürnberger forderte, so hatte -die Fehde gleich ein Ende und dem Blutvergießen -war auf beiden Seiten gesteuert. Allein der gewinnsüchtige -Kunz ließ ihn gegen ein tüchtiges Lösegeld -<em class="gesperrt">heimlich</em> wieder los und so wurde denn die -Fehde mit Erbitterung fortgesetzt. – -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Diese That</em> meinte er in seiner letzten Stunde -auf dem Schaffote. – s. auch <em class="antiqua">Christ. Schoett.</em> – -<em class="antiqua">gen. l. c. pag. 334.</em> –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_58_58"></a><a href="#FNAnker_58_58"><span class="label">[58]</span></a> <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 373. -</p> -<p> -Wegen des Dorfes findet sich Verschiedenheit der -Angabe. s. <em class="antiqua">Schoettgen praetermissa pag. 14</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_59_59"></a><a href="#FNAnker_59_59"><span class="label">[59]</span></a> s. <em class="antiqua">Vulpius l. c.</em>, welcher die Belohnungen und -Wohlthaten ausführlich beschreibt.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_60_60"></a><a href="#FNAnker_60_60"><span class="label">[60]</span></a> Gegenwärtig beziehet dieses Gnadenkorn der Herr -<span id="cf060">Pastor</span> <em class="gesperrt">Triller</em> in <em class="gesperrt">Negelstädt</em>, 1. Stunde von -Langensalza an der Unstrut und mithin im thüringer -Kreise des königlich preußisch gewordenen Antheiles -von Sachsen gelegen. Früher bezog dieses Deputat -der Tuchmacher <em class="gesperrt">Johann Samuel Triller</em> in -<em class="gesperrt">Saalfeld</em>. s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 95.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_61_61"></a><a href="#FNAnker_61_61"><span class="label">[61]</span></a> <em class="gesperrt">Eckardsbach</em>, <em class="gesperrt">Eckersbach</em> ist ein unmittelbares -Amtsdorf im Amte Zwickau, ¼ Stunde nordöstlich -von Zwickau. Es besteht aus 15. Häusern und über -100 Einwohnern, welche nach Zwickau in die St. -Moritzkirche eingepfarrt sind. Das Freigut in Eckardtsbach -haben viele mit dem Kretzscham zu Rothensehma -verwechselt, allein <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. -<em class="antiqua">pag.</em> 74 ff. hat solches sehr gründlich widerlegt.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_62_62"></a><a href="#FNAnker_62_62"><span class="label">[62]</span></a> <em class="gesperrt">Triller</em> ist ein altdeutsches Wort und heißt so viel -als: plagen, ängstigen, zerschlagen. s. übrigens -<em class="gesperrt">Triller</em> a. a. Orte. <em class="antiqua">pag.</em> 123. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_63_63"></a><a href="#FNAnker_63_63"><span class="label">[63]</span></a> <em class="gesperrt">Elterlein</em> ist eine kleine Bergstadt, 1 Stunde von -Grünhain und 1¼ Stunde vom Fürstenberge, 1909 -Einwohner und über 180 Häuser enthaltend. s. übrigens -mehr davon in <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Freibergs</em> Abhandlung -von gelehrten Elterleinern. 4. Dresd. 1739. Natürliche -Seltenheiten um die Gegend Elterleins, s. in -<em class="gesperrt">Grundigs</em> Natur- und Kunstgeschichte II., <em class="antiqua">pag.</em> 97. -u. 108. – <em class="gesperrt">Richters</em> Annaberger Chronik 2. Th. 1 -Stück <em class="antiqua">pag.</em> 30. – <em class="gesperrt">Schumann</em> a. a. O. 2. Band -<em class="antiqua">pag.</em> 432–35. u. 15. Band. <em class="antiqua">pag.</em> 628–33. – -<em class="gesperrt">Ziehnerts</em> kleine Kirchen- und Schulchronik der -Ephorie Annaberg u. Grünstädtel. Annaberg 1839. -<em class="antiqua">pag.</em> 173 ff. – <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 49. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_64_64"></a><a href="#FNAnker_64_64"><span class="label">[64]</span></a> s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 66. u. <em class="gesperrt">Gast</em>, Geschichte -des sächs. Prinzenraubes, Zwickau 1823 4. <em class="antiqua">pag.</em> -29. (es enthält diese Schrift zugleich eine Zusammenstellung -der Schriften über jene Begebenheiten -und die Portraits der bei ihr betheiligten Personen.) –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_65_65"></a><a href="#FNAnker_65_65"><span class="label">[65]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Band 1. <em class="antiqua">pag.</em> 90. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_66_66"></a><a href="#FNAnker_66_66"><span class="label">[66]</span></a> Diese 1–4 genannten Gemälde <span id="cf066">in</span> größerem Formate, -ingleichen die letzterwähnten 30 Portraits in -kleinerm Formate befinden sich in einem Werke, welches -beim Buchhändler <em class="gesperrt">Weber</em> in Ronneburg erschienen -ist. – Nachbildungen dieser Gemälde giebt <em class="gesperrt">Gast</em> -a. a. O. – Im <em class="gesperrt">Staatsarchive</em> zu <em class="gesperrt">Dresden</em> -befinden sich ebenfalls Handzeichnungen, welche mit -jenen Bildern übereinstimmen; ob sie die ersten Entwürfe -sind, kann man nicht behaupten. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_67_67"></a><a href="#FNAnker_67_67"><span class="label">[67]</span></a> Am Erker des Rathhauses zu <em class="gesperrt">Freiberg</em> ist ein steinerner -Kopf mit einem gräßlichen Gesichte, großen -Knebelbarte und Sturmhaube ausgehauen, den man -immer, wie wohl <em class="gesperrt">fälschlich</em>, für Kunzens Kopf -hielt. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_68_68"></a><a href="#FNAnker_68_68"><span class="label">[68]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Band 1. <em class="antiqua">pag.</em> 101. ff. -Dieser Gesang u. andere s. in <em class="gesperrt">Herders</em> Stimmen -der Völker, auch in <em class="gesperrt">Wagners</em> <span id="cf068">deutsche</span> Geschichte aus -dem Munde deutscher Dichter, Darmstadt 1831. 1. -Band <em class="antiqua">pag.</em> 205. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_69_69"></a><a href="#FNAnker_69_69"><span class="label">[69]</span></a> vorzüglich mit dem Obermarschall <em class="gesperrt">Hugold von -Schleinitz</em>. s. <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">von Langenns</em> Werk über -Herzog Albrecht d. Beherzten. 1838. <em class="antiqua">pag.</em> 141. 146. -ff. u. 176.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_70_70"></a><a href="#FNAnker_70_70"><span class="label">[70]</span></a> s. <em class="antiqua">Christ. Schoettgen. Praetermissa quaedam de -Conrado (Kunz) Cauffungo ejusque familia in -ejusdem Opusc. cura Grundiii pag. 325</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_71_71"></a><a href="#FNAnker_71_71"><span class="label">[71]</span></a> <em class="gesperrt">Haubold von Schleinitz</em> nachmals Kurfürst -<em class="gesperrt">Ernsts</em> und Herzog <em class="gesperrt">Albrechts</em> Gebrüdern von -Sachsen, Oberhofmarschall (s. Anmerkung 69), welcher -<em class="gesperrt">Skassa</em> bei Großenhain in Gnadenlehn erhielt, -war von der <em class="gesperrt">rothen</em> Linie derer <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>, -vermählt mit einer <em class="gesperrt">Edlen von Plato</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_72_72"></a><a href="#FNAnker_72_72"><span class="label">[72]</span></a> <em class="gesperrt">Schumann</em> a. a. O. unter <em class="gesperrt">Kauffungen</em>. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> -a. a. O. Band 1. <em class="antiqua">pag.</em> 29. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_73_73"></a><a href="#FNAnker_73_73"><span class="label">[73]</span></a> Später nahm <em class="gesperrt">Podiebrad</em>, König von Böhmen den -Besitz von dem Schlosse Isenburg, wovon <em class="antiqua"><em class="gesperrt">Fabricius</em> -in origg. Saxon. liber VII. p. m. 773</em> -die Ursache davon angiebt.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_74_74"></a><a href="#FNAnker_74_74"><span class="label">[74]</span></a> so schreibt <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">von Lagenn</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 29. -Die Urkunde befindet sich ebenfalls in diesem Werke -<em class="antiqua">pag.</em> 513.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_75_75"></a><a href="#FNAnker_75_75"><span class="label">[75]</span></a> Ist im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk -Liegnitz, an der <em class="gesperrt">Katzbach</em> gelegen.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_76_76"></a><a href="#FNAnker_76_76"><span class="label">[76]</span></a> ebendaselbst gelegen, doch nicht an der Katzbach sondern -am <em class="gesperrt">Zacken</em> und Bober.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_77_77"></a><a href="#FNAnker_77_77"><span class="label">[77]</span></a> <em class="gesperrt">Kauffung</em> berühmt durch seine Marmorbrüche.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_78_78"></a><a href="#FNAnker_78_78"><span class="label">[78]</span></a> Daselbst führt auch ein sehr bedeutender Wald den -Namen: <em class="gesperrt">Kauffunger</em>-Wald.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_79_79"></a><a href="#FNAnker_79_79"><span class="label">[79]</span></a> Der <em class="gesperrt">Schürbaum</em>, der die Gestalt einer Keule hatte, -wird jetzt bei dem Köhler selten mehr gebräuchlich -sein. Statt dessen bedienen sie sich des sogenannten -<em class="gesperrt">Garschlägels</em>, welcher eine Aehnlichkeit -mit dem Stockschlägel der Holzmacher hat.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_80_80"></a><a href="#FNAnker_80_80"><span class="label">[80]</span></a> Dieser <em class="gesperrt">Schürhaken</em> wird jetzt <em class="gesperrt">Spreißhaken</em> genannt -und ist gemeiniglich nicht mehr doppelt, sondern -nur einfach gekrümmt. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_81_81"></a><a href="#FNAnker_81_81"><span class="label">[81]</span></a> Dieses Wappen findet man in <em class="antiqua">Vulpius l. c.</em></p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_82_82"></a><a href="#FNAnker_82_82"><span class="label">[82]</span></a> Diesen Namen führen 4 verschiedene Orte, nämlich -das Bergstädtchen <em class="gesperrt">Böhmisch-Wiesenthal</em>, am -rechten Ufer der Pöhla, am linken herunter hingegen -<em class="gesperrt">Oberwiesenthal</em>, <em class="gesperrt">Unterwiesenthal</em> und -<em class="gesperrt">Hammerunterwiesenthal</em> liegen, alle 4 Orte -haben Stadtgerechtigkeit, nur daß die beiden letztern -keinen Rath haben, sondern nach Art der Amtsdörfer -dem Justiziariate <em class="gesperrt">Oberwiesenthal</em> unterliegen. -– Hier ist das Städtchen <em class="gesperrt">Oberwiesenthal</em> -gemeint, welches damals zur Grafschaft <em class="gesperrt">Hartenstein</em> -gehörte.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_83_83"></a><a href="#FNAnker_83_83"><span class="label">[83]</span></a> <em class="gesperrt">Lünig</em> a. a. O. <em class="antiqua">Tom. XI. pag.</em> 271. ff.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_84_84"></a><a href="#FNAnker_84_84"><span class="label">[84]</span></a> s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 103, daselbst er angiebt, -daß er sie den 18. Octbr. 1797 und am 8. Septbr. -1800 wo wegen großer Dürre alle Brunnen in hiesiger -Gegend vertrocknet waren, besucht und doch -wasserreich gefunden habe.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_85_85"></a><a href="#FNAnker_85_85"><span class="label">[85]</span></a> dermalen Obersteuerdirector und seit 1833 <em class="gesperrt">Comthur</em> -des königl. sächs. Civilverdienstordens.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_86_86"></a><a href="#FNAnker_86_86"><span class="label">[86]</span></a> gestorben 1833.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_87_87"></a><a href="#FNAnker_87_87"><span class="label">[87]</span></a> Die <em class="gesperrt">Inschrift</em>, mit lateinischen Lettern geschrieben, -lautet: -</p> -<p> -<em class="gesperrt">Fürstenbrunn. Hier wurde Prinz Albrecht, -Anherr des königl. sächsischen Fürstenhauses, -am 8. Juli 1455 durch den Köhler -Georg Schmidt, hernach Triller genannt, -aus Kunzens von Kauffungen Räuberhand -gerettet.</em></p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_88_88"></a><a href="#FNAnker_88_88"><span class="label">[88]</span></a> s. die <em class="gesperrt">Abbildung</em> <em class="antiqua">No.</em> 2. Die <em class="gesperrt">Pyramide</em>, das -Denkmal bildend, steht auf einem Piedestal von in -Jaspis übergehenden braunrothen Thoneisenstein, -an 5 Ellen hoch, hat an der Basis 4½ <span id="cf088">Ellen</span> ins Gevierte -und wurde 8 Ellen hoch aus Granit bei Schwarzenberg -gehauen, welche 13 Stufen bilden. Dasselbe -ist mit einer steinernen Mauer, an der Ruhebänke -sich befinden und die in der Mitte das Denkmal mit -dem in dessen Piedestal entspringenden <em class="gesperrt">Fürstenbrunnen</em> -einfaßt, umgeben. – Die Kosten dieses -Baues betrugen: 509 Thlr. 10 gr. 11 pf.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_89_89"></a><a href="#FNAnker_89_89"><span class="label">[89]</span></a> gestorben 1835.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_90_90"></a><a href="#FNAnker_90_90"><span class="label">[90]</span></a> <em class="gesperrt"><em class="antiqua">Friedrich August</em> der <em class="antiqua">Gerechte</em></em>, König von -Sachsen, geb. d. 23. Decbr. 1750, regierte vom 16. -Septbr. 1768 an bis d. 5. Mai 1827, wo er sein -Erdenleben vollendete.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_91_91"></a><a href="#FNAnker_91_91"><span class="label">[91]</span></a> geb. zu <em class="gesperrt">Kindelbrück</em> 1772. -</p> -<p> -gest. zu <em class="gesperrt">Annaberg</em> 1834.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_92_92"></a><a href="#FNAnker_92_92"><span class="label">[92]</span></a> Die <em class="gesperrt">Rede</em> ist in Druck erschienen, betitelt: Rede zur -Einweihung des am <em class="gesperrt">Fürstenberge</em> bei Grünhain -errichteten patriot. Denkmales, gehalten am 8. Juli -1822. Annaberg bei Ed. Hasper. 8.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_93_93"></a><a href="#FNAnker_93_93"><span class="label">[93]</span></a> der jetzige Kammerrath <em class="gesperrt">Reiche-Eisenstuck</em> auf -Schönfeld.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_94_94"></a><a href="#FNAnker_94_94"><span class="label">[94]</span></a> Dieser hatte sich schon früher für das Denkmal interessirt -und bereits am 28. März 1836 nach erfolgtem -Einverständniß mit dem Justizamte zu Grünhain -dort eine Verbotstafel aufrichten lassen, allein -leider! die Erfahrung machen müssen, daß auch eine -solche Warnung den Verunstaltungen nicht Einhalt -zu thun vermochte.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_95_95"></a><a href="#FNAnker_95_95"><span class="label">[95]</span></a> -</p> -<p></p> -<table summary="Donationen"> -<tr> -<td class="tdr">100</td><td class="tdc">Thlr.</td> - <td>von Sr. Majestät dem <em class="gesperrt">Könige</em> und Ihro - Majestät der <em class="gesperrt">Königin</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdr">25</td><td class="tdc">"</td> - <td>Se. königl. Hoheit dem Prinzen <em class="gesperrt">Johann</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdr">20</td><td class="tdc">"</td> - <td>Ihro königl. Hoheit dessen <em class="gesperrt">Frau Gemahlin</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdr">20</td><td class="tdc">"</td> - <td>Ihro königl. Hoheit der Prinzessin <em class="gesperrt">Auguste</em>.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdr">20</td><td class="tdc">"</td> - <td>Ihro königl. Hoheit der Prinzessin <em class="gesperrt">Marie Amalie</em>.</td> -</tr> -</table> -<p> -Diese Beiträge wurden durch den Herrn Minister -des königl. Hauses und Generalleutnant <em class="gesperrt">von Watzdorf</em>, -<span id="cf095">Excellenz</span>, dem Herrn Rentamtmann von -Schleinitz, der die gütige Verwendung desselben angegangen -hatte, übersendet.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_96_96"></a><a href="#FNAnker_96_96"><span class="label">[96]</span></a> <em class="gesperrt">Friedrich August</em> II., König von Sachsen geb. d. -Mai 1797, folgte den 6. Juni 1836 seinem Oheim, -dem König Anton, in der Regierung.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_97_97"></a><a href="#FNAnker_97_97"><span class="label">[97]</span></a> <em class="gesperrt">Marie</em>, Prinzessin von Baiern, Tochter König Maximilian's, -geb. d. 27. Januar 1805, vermählt mit -Sr. Majestät, den König von Sachsen den 24. -April 1833.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_98_98"></a><a href="#FNAnker_98_98"><span class="label">[98]</span></a> <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> heißt eine gegenüberliegende Bergwerksgrube -mit einem sehr stattlichen Berggebäude, -unweit des Giftwerks »<em class="gesperrt">Graul</em>«. Gebaut wird -auf Silber.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_99_99"></a><a href="#FNAnker_99_99"><span class="label">[99]</span></a> Ein <em class="gesperrt">Vitriol-</em> und <em class="gesperrt">Arsenikwerk</em> zwischen dem -Schwarzbache und dem Oswaldsbache, nächst bei Langenberg -und Heide, dem Fürstenberge SOwärts gegenüber, -½ Stunde nördlich von Raschau. – Dieses -Werk gehört dermalen Herrn <em class="gesperrt">Friedrich Fröhlich -Köhler</em> zu Beierfeld. s. mehr davon <em class="gesperrt">Schumann</em> -a. a. O. Band 16. <em class="antiqua">pag.</em> 330. ff.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_100_100"></a><a href="#FNAnker_100_100"><span class="label">[100]</span></a> Der Herr Kreisamtscopist <em class="gesperrt">Karl Süß</em> zu Schwarzenberg, -welcher sich als Köhler verkleidet hatte.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_101_101"></a><a href="#FNAnker_101_101"><span class="label">[101]</span></a> Der Verfasser des Gedichtes ist Herr Pastor <em class="antiqua">M.</em> -<em class="gesperrt">Richter</em> zu Grünhain.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_102_102"></a><a href="#FNAnker_102_102"><span class="label">[102]</span></a> <em class="gesperrt">Pauline Stiehler</em> aus Grünhain, Tochter des -Herrn Apotheker daselbst, und <em class="gesperrt">Rosalie Grimm</em>, -Tochter des Herrn Kaufmann <em class="gesperrt">Grimm</em> daselbst.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_103_103"></a><a href="#FNAnker_103_103"><span class="label">[103]</span></a> <em class="gesperrt">Melanie Philippi</em> aus Grünhain, Tochter des -Herrn Justizbeamten daselbst.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_104_104"></a><a href="#FNAnker_104_104"><span class="label">[104]</span></a> vorzüglich ist da zu bemerken: 20 Thlr. von Sr. -Durchlaucht <em class="gesperrt">Otto Victor von Schönburg-Waldenburg</em> -und 10 Thlr. von Sr. Durchlaucht -Fürst <em class="gesperrt"><span id="cf104">Alfred</span> Friedrich von Schönburg-Hartenstein</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_105_105"></a><a href="#FNAnker_105_105"><span class="label">[105]</span></a> s. <em class="antiqua">pag.</em> <span id="cf105">46</span>. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_106_106"></a><a href="#FNAnker_106_106"><span class="label">[106]</span></a> <em class="antiqua">C. C.</em> aus <em class="gesperrt">Herzberg</em>, im königl. preuß. Herzogthume -Sachsen.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_107_107"></a><a href="#FNAnker_107_107"><span class="label">[107]</span></a> Herr Rentamtmann von <em class="gesperrt">Schleinitz</em> und Herr Finanzprocurator -<em class="gesperrt">Lindner</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_108_108"></a><a href="#FNAnker_108_108"><span class="label">[108]</span></a> Es wohnt darin <em class="gesperrt">Franz Anton Richter</em> aus -Raschau geb. d. 7. Juli 1808 mit seiner Frau und -seinen Kindern. Er ist zugleich Bergarbeiter in der -gegenüberliegenden Grube »<em class="gesperrt">Gottesgeschick</em>«. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_109_109"></a><a href="#FNAnker_109_109"><span class="label">[109]</span></a> s. No. 164. der Leipziger <span id="cf109">Allgemeinen</span> Zeitung, -Donnerstags d. 13. Juni 1839. <em class="antiqua">pag.</em> 1912. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_110_110"></a><a href="#FNAnker_110_110"><span class="label">[110]</span></a> sind bereits im Jahre 1839 im Monat December -angeschafft worden.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_111_111"></a><a href="#FNAnker_111_111"><span class="label">[111]</span></a> s. in Abbild. <em class="antiqua">C.</em> bedeutet das Dach.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_112_112"></a><a href="#FNAnker_112_112"><span class="label">[112]</span></a> Die Geldbeiträge, welche zum Aufbaue des Köhlerhauses -von edlen Gebern gespendet wurden, findet -man <span id="cf112">speciell</span> verzeichnet in der ersten Beilage der -Leipziger Zeitungen No. 101. 1839 <em class="antiqua">pag.</em> 1491 ff. -unter dem Artikel: »Dank und Bitte.« –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_113_113"></a><a href="#FNAnker_113_113"><span class="label">[113]</span></a> s. <em class="gesperrt">Hebe</em>. Eine poetisch-musicalische Toilettenausgabe -mit novellistischen und dramatischen Beiträgen, -Gedichten, Räthseln etc. von Fr. Kind etc. -Dresden und Pirna 1833 <em class="antiqua">pag.</em> 155. –</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_114_114"></a><a href="#FNAnker_114_114"><span class="label">[114]</span></a> Den 8. Juli 1455.</p></div> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"></div> - -<div id="tnextra" class="transnote"> -<p class="h2">Weitere Anmerkungen zur Transkription</p> - -<p>Die Längeneinheit ° auf S. 82 ff. bezeichnet vermutlich Klafter -(ca. 1,7 Meter).</p> - -<p>Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend -korrigiert.</p> - -<p>Unterschiedliche Schreibweisen wurden, sofern nicht unten dokumentiert, -beibehalten.</p> - -<p>Die Korrekturen von S. 89/90 wurden eingearbeitet -und sind unten ebenfalls aufgelistet.</p> - -<p>Korrekturen:</p> - -<div class="corr"> -<p> -S. 2: Plugk → Pflugk<br /> -Niklas von <a href="#corr002a">Pflugk</a></p> -<p> -S. 2: es eingefügt<br /> -Nun traf <a href="#corr002b">es</a> sich aber</p> -<p> -S. 3: ergänzt:<br /> -<a href="#corr003a">(– das heutige Schweickershain –)</a></p> -<p> -S. 3: handschriftche → handschriftliche<br /> -eine <a href="#corr003b">handschriftliche</a> Versicherung aus</p> -<p> -S. 5: ihm → ihn<br /> -erklärte <a href="#corr005a">ihn</a> und seine Brüder als <em class="gesperrt">Landesverräther</em></p> -<p> -S. 5: vom → von<br /> -nachdrücklich auf seine Entfernung <a href="#corr005b">von</a> Herzog</p> -<p> -S. 5: im → in<br /> -Kunz trat deshalb mit ihm <a href="#corr005c">in</a> Briefwechsel</p> -<p> -S. 5: meißnische → meißnischen<br /> -auf seine <a href="#corr005d">meißnischen</a> Güter</p> -<p> -S. 5: dem → dem<br /> -auf <a href="#corr005e">den</a> Donnerstag nach Galle</p> -<p> -S. 7: nehmrn → nehmen<br /> -Rache an dem Kurfürsten zu <a href="#corr007a">nehmen</a></p> -<p> -S. 7: wären → waren<br /> -<a href="#corr007b">waren</a> verschiedene böhmische Städte</p> -<p> -S. 7: Verträge → Verträgen<br /> -den deshalb geschlossenen <a href="#corr007c">Verträgen</a></p> -<p> -S. 8: ihm → ihn<br /> -Kunz wollte <a href="#corr008">ihn</a> durchaus nicht gelten lassen</p> -<p> -S. 9: Augenwerk → Augenmerk<br /> -hatte Kunz sein <a href="#corr009">Augenmerk</a> gerichtet</p> -<p> -S. 10: Folgender → Folgenden<br /> -<a href="#corr010">Folgenden</a> Brief, wie er sich in den</p> -<p> -S. 12: solches ergänzt<br /> -als <a href="#corr012">solches</a> seinen Verschworenen</p> -<p> -S. 15: seinen → seinem<br /> -begleitet von <a href="#corr015">seinem</a> Reißiger</p> -<p> -S. 21: Entfühung → Entführung<br /> -die <a href="#corr021">Entführung</a> der beiden Prinzen alles aufgeboten</p> -<p> -S. 23: Prinz → Prinzen<br /> -und suchte dem <a href="#corr023a">Prinzen</a> <em class="gesperrt">Albrecht</em> Waldbeere</p> -<p> -S. 23: Fußnotenanker korrigiert</p> -<p> -S. 30: zunehmen → zu nehmen, Fußnotenanker [41] ergänzt.<br /> -gegenüber zum Zufluchtsort <a href="#corr030a">zu nehmen<span id="fnanchor">[41]</span></a></p> -<p> -S. 30: den → dem<br /> -die <a href="#corr030b">dem</a> jungen, zarten Fürstensohn</p> -<p> -S. 40: mehrfaches → mehrfachen<br /> -brachten es nach <a href="#corr040a">mehrfachen</a> Bitten</p> -<p> -S. 40: den → dem<br /> -die Begnadigung <a href="#corr040b">dem</a> Freiberger Rathe</p> -<p> -S. 40: Prinzenraub → Prinzenraube<br /> -die Strickleitern zu dem <a href="#corr040c">Prinzenraube</a></p> -<p> -S. 40: weiten → weitem<br /> -der bei <a href="#corr040d">weitem</a> nicht die Schuld dabei hatte</p> -<p> -S. 41: Kauffungs → Kauffungens<br /> -und Kunz v. <a href="#corr041">Kauffungens</a> treuer Reißiger</p> -<p> -S. 43: Hände → Händen<br /> -Befreiung aus Kunzens <a href="#corr043">Händen</a></p> -<p> -S. 45: des → der<br /> -Die Entführung <a href="#corr045">der</a> Prinzen</p> -<p> -S. 47: mit → nit<br /> -Das öhm die Köhler <a href="#corr047">nit</a> geleppischt hetten</p> -<p> -S. 48: der Familie → die Familien<br /> -Einige Notizen über <a href="#corr048">die Familien</a></p> -<p> -S. 51: Sepbt. → Septbr.<br /> -starb den 12. <a href="#corr051a">Septbr.</a> 1500</p> -<p> -S. 51: ergänzt:<br /> -<a href="#corr051b">eine Prinzessin und</a></p> -<p> -S. 52: Turzold → Tunzold<br /> -dessen Söhne: <em class="gesperrt"><a href="#corr052">Tunzold</a></em> und <em class="gesperrt">Heinrich</em></p> -<p> -S. 54: der den → den<br /> -zeigt sein Schein über <a href="#corr054">den</a> Interimsbesitz</p> -<p> -S. 55: uud → und<br /> -<a href="#corr055a">und</a> es bekannte <em class="gesperrt">Hans von Kauffungen</em></p> -<p> -S. 55: Sanfmüthigen → Sanftmüthigen<br /> -den Namen des <em class="gesperrt"><a href="#corr055a">Sanftmüthigen</a></em> gerechtfertigt</p> -<p> -S. 55: Aussenseite → Außenseite<br /> -wie ein Denkmal an der <a href="#corr055b">Außenseite</a> der</p> -<p> -S. 57: den → dem<br /> -Ueber <a href="#corr057">dem</a> Helm zeigt sich</p> -<p> -S. 58: welcher → welchen<br /> -<a href="#corr058a">welchen</a> die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte</p> -<p> -S. 58: Pachter → Pastor<br /> -der Herr <a href="#corr058b">Pastor</a> <em class="gesperrt">Triller</em> zu Nägelstädt</p> -<p> -S. 65: Superinteudent → Superintendent<br /> -Der Herr <a href="#corr065">Superintendent</a> <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Lommatzsch</em></p> -<p> -S. 69: hinterlich → hinderlich<br /> -patriotischen Unternehmungen nicht <a href="#corr069">hinderlich</a></p> -<p> -S. 70: ihre → ihrer<br /> -in <a href="#corr070">ihrer</a> Mitte sehen zu dürfen</p> -<p> -S. 71: den beiden Lehrern → der beiden Lehrer<br /> -und <a href="#corr071">der beiden Lehrer</a> der Bürgerschule</p> -<p> -S. 74: einen → einem<br /> -auf <a href="#corr074">einem</a> mit Blumen bekränzten Körbchen</p> -<p> -S. 75: welchen → welche<br /> -<a href="#corr075a">welche</a> diesem Brunnen zunächst wohnen</p> -<p> -S. 75: konnten → konnte<br /> -daß sie gehoben werden <a href="#corr075b">konnte</a></p> -<p> -S. 75: jener → jene<br /> -Haus erbauet wurde, an <a href="#corr075c">jene</a> Quelle</p> -<p> -S. 77: Anherrn → Ahnherrn<br /> -ihren <a href="#corr077">Ahnherrn</a> verehren</p> -<p> -S. 79: Oswaldtsthal → Oswaldsthal<br /> -durch das grüne <em class="gesperrt"><a href="#corr079">Oswaldsthal</a></em></p> -<p> -S. 81: nach → noch, Untestützung → Unterstützung<br /> -<a href="#corr081a">noch</a> manche weitere <a href="#corr081b">Unterstützung</a> erwarten</p> -<p> -S. 82: Vor → Von<br /> -<a href="#corr082">Von</a> der Hausflur rechts kommt</p> -<p> -S. 83 Kanonofen → Kanonenofen<br /> -kleiner gußeiserner sogenannter <a href="#corr083a">Kanonenofen</a></p> -<p> -S. 83: man ergänzt<br /> -so kommt <a href="#corr083b">man</a> rechts von</p> -<p> -S. 83: lang → lange<br /> -ebenfalls so <a href="#corr083c">lange</a> und breite <em class="gesperrt">Kammer</em></p> -<p> -S. 84: k → h<br /> -befindet sich ein Kuhstand. (<em class="antiqua"><a href="#corr084">h</a></em>)</p> -<p> -S. 85: uus → uns<br /> -und <em class="gesperrt">Vier</em> <a href="#corr085">uns</a> halten</p> -<p> -Fußnote 4: Türingen → Thüringen<br /> -auch alle Schlösser und Güter in <a href="#cf004">Thüringen</a></p> -<p> -Fußnote 6: deutsche → deutschen<br /> -bei welcher alle <a href="#cf006">deutschen</a> Fürsten</p> -<p> -Fußnote 8: da unklar (nicht korrigiert)<br /> -<em class="antiqua">pag.</em> 1 <a href="#cf008">da</a> 167</p> -<p> -Fußnote 14: Hanse → Hause<br /> -Gastmahl in seinem <a href="#cf014">Hause</a> ausrichten</p> -<p> -Fußnote 22: Monument → Monumente<br /> -dem jetzt errichteten <em class="gesperrt"><a href="#cf022a">Monumente</a> hin</em></p> -<p> -Fußnote 22: Zeitungslexion → Zeitungslexikon<br /> -Post- und <a href="#cf022b">Zeitungslexikon</a></p> -<p> -Fußnote 22: auch → auf<br /> -welche <a href="#cf022c">auf</a> Eisenstein baut</p> -<p> -Fußnote 25: solte → sollte<br /> -er <a href="#cf025">sollte</a> es nicht thun</p> -<p> -Fußnote 39: exestirte → existirte<br /> -Bis dahin <a href="#cf039a">existirte</a> aber noch die <em class="gesperrt">Fürstenstube</em></p> -<p> -Fußnote 39: Schlösserwohnung → Schösserwohnung<br /> -in dieser <a href="#cf039b">Schösserwohnung</a>, in welcher</p> -<p> -Fußnote 40: wär → wäre<br /> -Nach Grundigs Meinung <a href="#cf040">wäre</a> die Eisenburg</p> -<p> -Fußnote 41: nnd → und<br /> -vom Buschwerk befreit <a href="#cf041">und</a> zugänglich gemacht</p> -<p> -Fußnote 45: 1. → s.<br /> -<a href="#cf045">s.</a> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1.</p> -<p> -Fußnote 53: Schaettgenius → Schoettgenius<br /> -<em class="antiqua"><a href="#cf053">Schoettgenius</a> l. c.</em></p> -<p> -Fußnote 60: Pachter → Pastor<br /> -Gnadenkorn der Herr <a href="#cf060">Pastor</a> <em class="gesperrt">Triller</em></p> -<p> -Fußnote 66: im → in<br /> -Gemälde <a href="#cf066">in</a> größerem Formate</p> -<p> -Fußnote 68: deusche → deutsche<br /> -<em class="gesperrt">Wagners</em> <a href="#cf068">deutsche</a> Geschichte</p> -<p> -Fußnote 88: Elle → Ellen<br /> -an der Basis 4½ <a href="#cf088">Ellen</a> ins Gevierte</p> -<p> -Fußnote 95: Exellenz → Excellenz<br /> -<a href="#cf095">Excellenz</a>, dem Herrn Rentamtmann von</p> -<p> -Fußnote 104: Alferd → Alfred<br /> -<em class="gesperrt"><a href="#cf104">Alfred</a> Friedrich von Schönburg-Hartenstein</em></p> -<p> -Fußnote 105: 64 → 46<br /> -s. <em class="antiqua">pag.</em> <a href="#cf105">46</a></p> -<p> -Fußnote 109: Abgemeinen → Allgemeinen<br /> -No. 164. der Leipziger <a href="#cf109">Allgemeinen</a> Zeitung</p> -<p> -Fußnote 112: speciel → speciell<br /> -findet man <a href="#cf112">speciell</a> verzeichnet</p> -</div> -</div> - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Der sächsische Prinzenraub nac - älteren und neueren Quellen, by Anonymous - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB *** - -***** This file should be named 50529-h.htm or 50529-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/5/2/50529/ - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net (This file was produced from images -generously made available by SLUB: Sächsische -Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek -Dresden at http://www.slub-dresden.de ) - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. 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