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-The Project Gutenberg EBook of Der sächsische Prinzenraub nach älteren
-und neueren Quellen, by Anonymous
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-
-
-Title: Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen
- nebst einer Beschreibung des zu dessen Erinnerung
- errichteten Denkmals und des zu seinem Schutz erbauten
- Köhlerhauses am Fürstenberge bei Grünhain
-
-Author: Anonymous
-
-Release Date: November 22, 2015 [EBook #50529]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net (This file was produced from images
-generously made available by SLUB: Sächsische
-Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek
-Dresden at http://www.slub-dresden.de )
-
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- Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Das gedruckte Buch ist in Frakturschrift gesetzt.
-
- Im Original gesperrter Text ist +so ausgezeichnet+.
-
- Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so ausgezeichnet~.
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des
- Buches.
-
-
-
-
- Der sächsische
-
- PRINZENRAUB
-
- nach älteren und neueren Quellen
-
- nebst
-
- einer Beschreibung
-
- DES ZU DESSEN ERINNERUNG
-
- errichteten
-
- Denkmals
-
- _und des zu seinem Schutze erbauten_
-
- Köhlerhauses
-
- am Fürstenberge bei Grünhain.
-
- Motto: _Wer seinem Fürstenhaus mit wahrer Treue zugethan,
- Der ist, -- sei er ein schlichter Köhler
- auch, -- doch stets ein edler, braver Mann._
-
- Mit 3 Abbildungen.
-
- Annaberg, 1840.
-
- In Commission bei Rudolph & Dieterici.
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-
-Inhaltsverzeichniß.
-
-
- I. Der +Prinzenraub+. S. 1.
-
- II. Das +Denkmal+ am Fürstenberge. (Nebst Abbild.) " 59.
-
- III. Das +Köhlerhaus+ dazu. (Nebst Abbildung.) " 68.
-
-
-
-
-I. Der Prinzenraub.
-
-
-+Friedrich der Streitbare+, welcher den 5. Januar 1428 starb,
-hinterließ vier Söhne. Namens: +Sigismund+, +Heinrich+, +Friedrich
-d. Sanftmüthige+ und +Wilhelm+ III., die das vom Vater geerbte
-sächs. meißnische Land gemeinschaftlich verwalteten. Nachdem aber
-+Sigismund+ den geistlichen Stand erwählte, Bischof zu Würzburg wurde;
-+Heinrich+ 1436 und ihr Vetter, Landgraf +Friedrich v. Thüringen+, der
-+Friedfertige+ genannt, 1440 ohne Erben starb, und Thüringen daher an
-Meißen kam, unternahmen +Friedrich+ und +Wilhelm+ den 10. Septbr. eine
-Theilung, so daß +Wilhelm+, Thüringen und die Hälfte des +Osterlandes+,
-+Friedrich+, die +Markgrafschaft+ nebst den zur +Kurwürde gehörigen
-Ländern+ allein, Freiberg aber und die Bergwerke gemeinschaftlich,
-durch das Loos erhielten. Allein +Wilhelm+ III. auf Anstiften seiner
-vertrauten Räthe: +Busse+ zu +Dornburg+, +Bernhardt von Kochberg+ zu
-+Wachsenburg+, +Friedrich von Witzleben+ zum +Wendelsteine+, +Busse+,
-+Apel+ und +Bernhardt v. Vitzthum+ zu +Roßla+ und +Thanrode+, war mit
-der Theilung nicht zufrieden. Ein Vergleich, welchen +Friedrich+
-mit ihm im Kloster +Neumark+ bei Halle den 10. Decbr. 1445 abschloß
-(der +Hallische Machtspruch+ genannt) beruhigte ihn noch nicht und
-+Friedrichs+ Verlangen seine feindseligen Räthe zu entlassen, ließ
-er nicht allein unerfüllt, sondern unternahm auch einen Streifzug
-gegen Roßla, einer Vitzthumischen Besitzung und verursachte so
-den sogenannten +sächsischen Bruderkrieg+. Dieser Krieg hatte die
-traurigsten Folgen, namentlich die Verwüstung des thüringschen Landes,
-welche +Apel von Vitzthum+ verübte, weil er vom Herzoge +Wilhelm+
-III. verabschiedet und einiger Güter beraubt worden war; dann den
-+sächsischen Prinzenraub+, dessen Geschichte diese wenigen Blätter
-füllen soll.
-
-+Kunz von Kauffungen+, kurfürstlicher Schloßhauptmann und
-Regimentsoberster hatte in den Diensten des Kurfürsten, +Friedrich d.
-Sanftmüthigen+, in dem Streite zwischen seinem Bruder +Wilhelm+ III.
-mit gefochten. Er war einer der tapfersten Ritter seiner Zeit, was
-er schon im Hussitenkriege, vorzüglich durch seinen unerschrockenen
-Muth bewiesen hatte.[1] -- Nun traf es sich aber, daß er, als er
-zum Entsatze der Stadt +Gera+ eilen wollte, mit seinen Genossen
-gefangen genommen wurde und nicht anders als gegen ein Lösegeld von
-4000 Goldgülden, wieder freigegeben werden sollte. Kunz forderte
-diese Summe vom Kurfürsten zurück und um so eher als dieser auch für
-andere Ritter, wie für +Niklas von Pflugk+,[2] die seine Lehnsleute
-waren, Lösegeld bezahlt hatte. Der Kurfürst, da Kunz v. Kauffungen
-blos ein Söldner war, weigerte sich, ihm diese Summe zu ersetzen.
-Hierzu kam: Kunzs Besitzungen in Thüringen waren im Laufe des
-Bruderkrieges verwüstet, und der Kurfürst hatte ihm dafür einstweilen
-einige Güter +Apel v. Vitzthums+ wie +Schwickershain+ (-- das heutige
-Schweickershain --), +Kriebenstein+, +Ehrenburg+ u. Andere zur
-Entschädigung angewiesen, doch mit der Bedingung, nach dem Kriege sie
-wieder auszutauschen. +Kunz+ stellte dagegen zu +Meißen+ am Sonnabend
-in der Osterwoche 1449 eine handschriftliche Versicherung aus: Den
-Augenblick solche wieder ihrem rechtmäßigen Besitzer zu überlassen,
-sobald ihm der Kurfürst zu den seinigen Besitzungen verholfen haben
-würde.[3] -- Nachdem nun den 27. Jan. 1451 zu Kloster +Pforte+
-die Zwistigkeiten der beiden Brüder wieder ausgeglichen waren und
-im Friedensvertrage ein Artikel so lautete, daß alles wie vorher
-bleiben sollte, jeder das Gewonnene herausgebe, erhielt +Kunz von
-Kauffungen+ +seine+ Besitzungen in Thüringen wieder, indem er nun
-auch die Vitzthumschen Besitzungen wieder herausgeben sollte. Allein
-zu diesem wollte er sich durchaus nicht verstehen; vorzüglich da er
-+Schwickershain+ ganz ausgebaut und bewohnbar gemacht hatte, auch für
-seine geleisteten Dienste Belohnung und Ersatz des Lösegeldes unbedingt
-zu verlangen glaubte. +Friedrich der Sanftmüthige+ erinnerte sich
-sowohl der treuen Dienste, die Kunz ihm geleistet hatte, doch konnte
-er sich zu einer solchen Forderung nicht verstehen, die dem mit seinem
-Bruder geschlossenen Frieden geradezu entgegen war, zumal auch Kunz,
-wie bereits oben erwähnt wurde, handschriftlich Verzicht geleistet
-hatte. Allein alle Vorstellungen, die ihm der Kurfürst deshalb machte,
-um ihn mit Güte zur Ruhe zu bringen, konnten +Kunzen+ zur Rückgabe der
-Güter nicht bewegen.
-
-+Apel von Vitzthum+, wie schon oben gesagt worden ist, war mit dem
-Herzoge +Wilhelm+ III. ebenfalls in Feindschaft gerathen, weil seine
-boshaften Anschläge gegen den Kurfürst +Friedrich+ durch den Frieden
-zu Nichte gemacht worden waren. Außer der Gnade seines Herrn verlor
-er auch seine schönen Schlösser.[4] Er suchte nun seinen Herzog auf
-alle mögliche Art zu necken, so daß Herzog +Wilhelm+ mit Hilfe der
-+Erfurter+, +Mühlhäuser+ und +Nordhäuser+ gegen +v. Vitzthum+ zu Felde
-zog, schleifte das Schloß +Gleißberg+, das sich, von Vitzthum nach
-dem Bruderkriege nur erst wieder aufgebaut hatte, erklärte ihn und
-seine Brüder als +Landesverräther+. Vitzthum flüchtete nun nach Böhmen;
-suchte dort Anhang zu gewinnen, sowohl gegen den Herzog +Wilhelm+
-III., als auch gegen den Kurfürst +Friedrich+. Gegen letzteren war
-er deswegen erbittert, indem er einst so nachdrücklich auf seine
-Entfernung von Herzog +Wilhelms+ Hofe gedrungen hatte.[5] --
-
-An diesem glaubte +Kunz von Kauffungen+ seinen Mann zu finden, der mit
-ihm gemeinschaftliche Sache machen würde. Kunz trat deshalb mit ihm in
-Briefwechsel; nichts war Vitzthumen willkommner. Sogar trat Vitzthum
-seine +Ansprüche auf seine meißnischen Güter ihm+ ab, um Kunzens
-Forderungen mehr Nachdruck zu geben. -- Kunz drang nun heftiger auf die
-Anerkennung seiner Besitznahme der Vitzthumschen Güter, die ihm der
-Kurfürst aber, Kraft der schriftlichen Versicherung, die er von ihm in
-den Händen hatte, standhaft verweigerte, und ihn deshalb förmlich vor
-Gericht belangte, Friedrich setzte nämlich deshalb +auf den Donnerstag
-nach Galle 1454 auf dem Schlosse zu Altenburg, einen Termin fest+, bei
-welchem +George von Haugewitz+, Dechant zu Meißen, der Kanzler +George
-von Bibenberg+ und die Ritter +Hans von Schleinitz+ und +Hans von
-Miltitz+ die ganze Sache nochmals untersuchten und dahin beschieden.
-Der Kurfürst sollte seine Forderungen an Kunzen und Kunz die seinigen
-an den Kurfürsten aufsetzen. Der Münzmeister zu Freiberg +Nikol
-Monhaupt+, der zugleich Statthalter und Landshauptmann der Provinz war,
-sollte dann beide Forderungen der kurfürstlichen Kanzlei übergeben,
-und was diese endlich entscheiden würde, dabei möchten beide Theile
-sich beruhigen. Doch Kunz wollte sich dabei nicht beruhigen und blieb
-daher bei seinem Entschlusse, und so sollte auf Befehl des Kurfürsten
-ein Rechtsgutachten bei den Leipziger, Magdeburger und Freibergischen
-Rechtsgelehrten eingeholt werden. Zur damaligen Zeit etwas Unerhörtes;
-viele von des Ritters von Kauffungs Anhang, betrachteten daher
-solches als eine Kränkung[6], die deshalb einen Fehdebrief an den
-Kurfürsten schickten. Kunz, welcher den Ausgang dieses Rechtsschrittes
-nicht zu seinen Gunsten auslegte, wollte sich nun durch Selbsthilfe
-seine Forderungen verschaffen, kaufte durch Vermittelung +Apels von
-Vitzthums+, das Schloß +Isenburg+ oder +Eisenberg+ unweit Brix[7] in
-Böhmen, nicht weit von der sächsischen Grenze, um es zu dem nachherigen
-Prinzenraube zu benutzen.
-
-Rache an dem Kurfürsten zu nehmen war nun +Kunzens+ und +Apels+
-einziger Gedanke. --
-
-Theils durch Verpfändung, theils durch Gewalt und friedliche Verträge,
-waren verschiedene böhmische Städte an die Markgrafen von Meißen
-gekommen. Je mächtiger nun die Markgrafen von Meißen dadurch wurden,
-desto scheeler sahen dazu die Könige v. Böhmen und forderten, den
-deshalb geschlossenen Verträgen ohngeachtet zu verschiedenen Malen
-alles wieder zurück. +Kunz v. Kauffungen+ und +Apel v. Vitzthum+
-hatten daher nichts eiligeres zu thuen, als den damaligen König
-+Ladislaus+ gegen den Kurfürsten zu erbittern, so daß +Ladislaus+ 1453
-eine Forderung von 64 Städten an den Kurfürst schickte. Natürlich
-wurde diese als ungegründet abgewiesen. +Ladislaus+ brach jedoch aus
-Böhmen in Sachsen ein und überfiel das Städtchen +Pirna+; doch wurde er
-sehr bald wieder zurückgeschlagen, so daß ihm ein dergleichen Ausfall
-nicht wieder gelüstete. Indeß hatte sich doch +Kunz+ und +Apel+ an den
-Kurfürsten gerächt. Sie hatten auch dadurch den König von Böhmen auf
-ihre Seite, und Kunz würde seine Forderungen vielleicht +nie+ so weit
-getrieben haben, wenn er in Böhmen nicht einen so mächtigen Rückenhalt
-gewußt hätte. --
-
-Als nun der Ausspruch der Leipziger, Magdeburger und Freibergischen[8]
-Rechtsgelehrten ankam, der darauf drang: daß Kunz die Vitzthumschen
-Güter herausgeben sollte, wurde der Rechtsspruch Kunzen bekannt
-gemacht, allein Kunz wollte ihn durchaus nicht gelten lassen. Endlich
-beschied man ihn den +Dienstag nach dem Johannistage des Abends auf
-das Schloß Altenburg+, um Mittewochs darauf, den 25. Juni (7. Juli)[9]
-1455 den letzten Termin mit ihm abzuhalten. Kunz kam, aber um die Güte
-zu pflegen nicht, sondern, nachdem er sich die Höhe des Schlosses und
-vorzüglich das Schlafgemach noch einmal[10] ordentlich besehen hatte,
-ritt er ohne Abschied vom Kurfürsten zu nehmen fort, in Gedanken, wie
-er dem Kurfürsten auch selbst gesagt hatte: +Er wolle sich für seinen
-Schaden nicht an Land und Leuten, sondern an des Kurfürsten eignem
-Fleisch und Blut rächen und erholen+, worauf der Kurfürst erwiedert
-haben soll: +Mein Kunz siehe zu, daß Du mir die Fische in den Teichen
-nicht verbrennest.+[11] +Kunz von Kauffungen+ ritt nun sofort auf sein
-Schloß +Isenburg+, (welches er befestigt hatte lassen,) um sich mit
-+Apel von Vitzthum+ über die Ausführbarkeit eines Prinzenraubes zu
-besprechen.
-
-+Friedrich der Sanftmüthige+ mit +Margaretha von Oesterreich+ vermählt,
-hatte zu dieser Zeit zwei Söhne +Ernst+ und +Albert+. Ersterer
-geboren den 25. März 1441, Letzterer aber den 27. Juli 1443.[12]
--- Sein ältester Sohn +Friedrich+ war schon 1421 und sein jüngster
-Sohn +Alexander+ 1446 gestorben. -- Er residirte auf dem Schlosse
-+Altenburg+, welches ein hohes, schönes Felsenschloß, unweit der Stadt
-+Altenburg+, ist.
-
-Auf +Ernst+ und +Albert+ hatte Kunz sein Augenmerk gerichtet. Dieses
-theuere Kleinod der kurfürstlichen Familien meinte er, als er zum
-Kurfürsten gesagt hatte: +an des Kurfürsten eignem Fleisch und Blut
-wollte er sich rächen+. Entführen wollte er sie und auf seinem Schlosse
-+Isenburg+ so lange fest halten, bis der Kurfürst seine Forderungen
-genügen würde. Zu diesem gewagten Unternehmen brauchte er natürlich
-mehrere um es auszuführen. Diese fanden sich denn auch bald, denn
-schon lange vorher war er von Burg zu Burg geritten, Mithelfer zu
-seinem Unternehmen zu finden und fand auch durch seine gewandten Reden
-Theilnehmer für sich und Haß gegen den Kurfürsten zu erwecken.
-
-Nur fehlte es ihm nur noch an einem Kundschafter am kurfürstlichen
-Hofe, der ihm Nachricht ertheilen könnte, wenn der Raub am sichersten
-auszuführen wäre. Da lernte er denn in Böhmen einen böhmischen
-Küchenjungen kennen, Namens: +Hans Schwalbe+. Ein verschmizter Bube.
-Dieser, glaubte Kunz, würde in seine Plane eingehen, entdeckte ihm
-alles und schickte denselben mit Empfehlungsschreiben an seine guten
-Freunde am altenburger Hofe, wo man ihn auch sogleich als Küchenjunge,
-ohne Verdacht zu hegen, anstellte. Bald fand sich Gelegenheit, daß
-+Schwalbe+ Kunzen treue Dienste leisten konnte. Folgenden Brief, wie er
-sich in den +Wittenberger Originalacten+ befindet, schrieb Schwalbe an
-Kunzen:[13]
-
- »+Mein willigen Dienst sampt alles lybs und gutes tzuvor.+
-
- »+Ehebarer strenger lyber Junker!+
-
- »+Als der Kurfürst vestiglich beschlossen hat vf morgen Sundages
- nach der frumeß gein Lyptgk tzu wegfarten mitt den meresten
- Hofelüten, och Muntag vfe Abendt der Cantzler yn engelebete in
- synen Huse vsrichdten wirdet, samer mögen deheby mannichveltige
- Höfelinge wesen, vndt vffs Schloß pflege daczumalen allye der
- oldte Eßmus Drabandten Dynst, wellicher ast yngeschleffert wagk
- werden, der Pforthyner ist lagerigkrank, kan ich Uch nicht pregin,
- gelubener truwe Uch selbir gegewertiglich tzu dynen vndt Uwer
- Anstaltungk gewartin. Datum Aldenburg, am Samstag nach Vnser
- Frawentage. A. lv.+
-
- +Hans Schwalbe.+«
-
- »+Dem Ehrbaren strengen Jungker Cunradt von Kawfungen vf Kalenberg.
- Meinen gynstiglichen lyben Jungker tzutzustellen tzu ainegen
- Handen.+« --[14]
-
-Dieser Brief war 9 Tage nach dem Termine, den Kunz mit dem Kurfürsten
-in Altenburg gehabt hatte, geschrieben.
-
-Eine bessere Gelegenheit zur Ausführung seiner Plane konnte wohl
-nicht kommen und Kunz hatte nichts eiligeres zu thun, als solches
-seinen Verschworenen zu benachrichtigen. Die Strickleitern[15], die zu
-diesem Behufe nöthig waren, wurden nicht weit von +Kahlenberg+ oder
-+Callenberg+, (bei Waldenburg, gehörte seinem Bruder +Dietrich+) in
-einer Scheune, die ebenfalls seinem Bruder +Dietrich von Kauffungen+
-gehörte, gefertiget. -- +Kunz+ selbst hielt sich[16] zu der Zeit im
-Geheimen auf dem Schlosse +Kohren+ auf +und ging von hier aus des
-Nachts vor Altenburg+[17], wo er den Prinzenraub vollführte. Das Schloß
-+Kohren+ gehörte damals der Familie +von Meckau+.
-
-Geschichtlich merkwürdig ist noch, daß die Kurfürstin +Margaretha+
-die Nacht vorher, ehe ihr Gemahl nach Leipzig reiste, folgenden Traum
-hatte: Sie sah ein großes Schwein in einem schönen Garten alles umwülen
-und besonders neben den Reben die schöne junge Raute. Endlich stürzte
-ein Bär darauf los und jagt das Schwein mit seiner Tatze fort. Die
-Kurfürstin erzählte diesen Traum, der ihr auf eine entsetzliche Art
-die ganze Nacht ängstigte, sogleich ihrem Gemahl, der jedoch, weil er
-Träumen nicht glaubte, seine Reise deswegen nicht aufschob und mit
-großem Gefolge den 7. Juli (d. 19. Juli) nach +Leipzig+ reiste.
-
-So war denn Niemand zur Aufsicht der Prinzen da, als ihr Hofmeister,
-+Graf von Barby+.
-
-Der 8. Juli (20. Juli) war von +Kunz von Kauffungen+ dazu bestimmt
-den Prinzenraub auszuführen. Die Hauptverschwornen waren mit ihren
-Knechten folgende:[18] +Kunz von Kauffungen+, sein Reißiger: +Johann
-Schweinitz+, sein Knecht: +Albrecht Adolph+; +Wilhelm von Schönfels+,
-sein Knecht: +Geveller+; +Hans Wilhelm von Mosen+, sein Knecht: +Hensel
-Herdin+; +Hans von Rußwurm+; +Dietrich von Kauffungen+; +Nikol vom
-Forst+; +Bernhardt von Trebin+; +Dix von Trebin+; +Barthol von Trebin+,
-beide letztere: Söhne von +Wenzel von Trebin+. Der ganze Zug bestand
-aus 37 Reitern, dessen Pferden die Hufeisen verkehrt aufgeschlagen
-worden waren, und 10 Fußknechte, welche also den 7. Juli (19. Juli)
-+Montags vor Kiliani+ 1455 +Nachts zwischen 11 und 12 Uhr+ aus einem
-dichten Walde bei Altenburg, die +Leine+ genannt, hervorbrachen. Nur
-+Johann Schweinitz+, Kunzens Reißiger, wurde vorausgeschickt, um mit
-Hilfe des Küchenjungen +Schwalbe+ die Strickleitern an einem hohen
-Fenster, neben der Küche zu befestigen. -- +Kunz+, bekannt im Schlosse,
-stieg zuerst hinauf, dann folgte +Wilhelm von Mosen+. Niemand störte
-dieselben, denn in dem Schlafgemache der Prinzen schlief niemand, als
-eine alte Kammerfrau und der Sohn des Hofmeisters des Prinzen, +Graf
-von Barby+. Kunz entführte den ältern Prinz +Ernst+ und +Wilhelm
-von Mosen+ sollte Prinz +Albrecht+ entführen, doch in der Eile fand
-eine Verwechselung statt, indem er den jungen +Graf Barby+, welcher
-in denselben Alter war als die Prinzen, entführte. +Kunz+, der den
-Irrthum erkannte, übergab +Wilhelm von Mosen+ den Prinz +Ernst+ mit
-dem Befehl immer fort zu reiten, indem er durch das Schloßthor,
-welches +Schwalbe+ vorher geöffnet hatte, den jungen +Graf Barby+
-wieder zurückbrachte und dafür Prinz +Albrecht+, welcher aus Angst
-sich unter das Bette versteckt hatte, nahm. So wie Kunz diesen Prinzen
-über dem Schloßhofe brachte, öffnete die Kurfürstin das Fenster und
-rufte: »+Lieber Kunz, thue nicht so übel an mir und meinen lieben
-Herrn, verschone meine Kinder, es sollen alle Deine Sachen noch gut
-werden.+« Allein +Kunz+ achtete die Stimme einer liebenden Mutter
-nicht, sondern setzte den Prinzen +Albrecht+ auf ein Pferd, das er
-führte und sprengte, begleitet von seinem Reißiger +Johann Schweinitz+
-und seinen Knecht +Albrecht Adolph+ mit verhängten Zügeln davon. Seinen
-Weg nahm er durch die +Leine+[19], wo er schon hergekommen war, und
-gelangte dann durch die +Rabensteiner+[20] und nachher die damals
-noch anstoßenden +Thalheimischen+ Waldungen und zwar in letzteren auf
-einem von Leukersdorf aus bis Elterlein führenden +Fußsteig+, wodurch
-weder die Stadt +Stollberg+, noch die Stadt +Zwönitz+ berührt wird.
-Dieser Fußsteig und jetzt +Holz-+ und +Kalkfuhrweg+ kommt auf der Höhe
-des +Glasberges+ bei +Elterlein+ über die +Grünhainer+ Straße[21]
-nicht weit von +Elterlein+ schon in die Gegend[22] des +Grünhainer
-Klosters+.[23] Dieser Weg war für sein Vorhaben der passendste,
-indem die Gegend um +Grünhain+ namentlich bei +Schwarzenberg+
-und +Waschleute+ nichts als Wald war und durch den verheerenden
-Hussitenkrieg, der 1427 das Kloster zu Grünhain zerstörte,[24] ganz
-von Einwohnern entblößt sein mußte, indem bis 1455 die Volksmenge zur
-damaligen Zeit noch nicht so gewachsen sein konnte, wie es vielleicht
-in den jetzigen Zeiten geschehen dürfte. Auch war Kunz von einem
-Grünhainer Mönch unterrichtet[25], so daß er schnell aus der Gegend
-von +Waschleute+ nach Schwarzenberg kommen konnte, welches damals ein
-böhmisches Städtchen war[26], mithin durfte ihm Niemand mehr etwas
-anhaben, indem er den König von Böhmen auf seiner Seite hatte; und dann
-schaffte er die Prinzen auf sein Schloß +Isenburg+, und wollte sie so
-lange in Verwahrung behalten, bis er vom Kurfürsten die Versicherung
-erhalten hätte, die Vitzthumschen Güter rechtmäßig behalten zu können
-und vielleicht ein ansehnliches Lösegeld für ihn und seine Mitgenossen
-erhalten hätte. Allein seine Plane waren wohl gut ausgedacht, aber
-noch nicht vollführt. Denn der anstrengende Marsch, den er ohne
-auszuruhen zurückgelegt hatte, indem er von Mitternacht bis gegen
-Mittag geritten war, mußte vorzüglich den 12jährigen Prinzen bedeutend
-anstrengen und so kam es denn auch, daß der Prinz vor Hunger und Durst
-in der Gegend von Grünhain[27] Kunzen bat es zu erlauben vom Pferde
-abzusteigen und auszuruhen.[28] Da nun die Gegend durchaus nicht
-bewohnt war, so glaubte er ohne seine Sicherheit zu gefährten, es
-erlauben zu dürfen. --
-
-Auf dem Schlosse zu +Altenburg+ war durch die Entführung der beiden
-Prinzen alles aufgeboten und dem große Belohnung versprochen worden,
-welcher zur Entdeckung des Prinzenraubes behilflich sein könnte. Der
-Kurfürst bekam auch sogleich einen Eilboten zugeschickt und ließ
-deshalb folgendes Schreiben und Aufforderung in alle Gegenden des
-Landes durch reitende Boten austheilen:
-
- »+Friedrich, Hertzog zu Sachsen, Churfürst! liebe getreuen, uns
- ist Cuntz und seine Helffers uff hind in unser Schloß Altenburgk
- gestiegen, und haben unser beyden Söhne, das Gott geklaget sey,
- weggebracht -- ist es versicherlich, Sie werden mit Ihnen aus
- unsere Landen nicht eylen, sondern sie etliche Tage uff den Wäldern
- und Höltzern enthalten, und sie zu Fuß fueder schicken. Begehren
- wir von Euch -- daß ihr mit reisiger Gezeug und Fuhren, so stark
- ihr immer werden möget, uff den Walden, Höltzern und sonst, wo ihr
- für das Beste erkennet, suchen und suchen lassen, und fleißiges
- Aufsehen haben, uff dieselben unsre Feinde und unsre Söhne, daß
- ihnen die wieder abgedrungen, und aus ihren Händen wieder zu uns
- bracht werden. In dem Euch so beweisen, als wir uns alles guten zu
- Euch versehen, das wollen wir in allen guten umb Euch erkennen.
- Geben Altenburg, ~tertia Kyliani Anno L. quinta~.+«[29]
-
-In allen Orten wurden die Glocken geläutet, und so wurde es denn bald
-in allen Gegenden des Landes verbreitet. In der erzgebirgischen Stadt
-+Geier+, 3 Stunden von +Grünhain+ zersprang die große Glocke.[30] --
-
-+Kunz+, der durch das Stürmen wohl wußte, daß es ihm galt, glaubte
-dennoch sicher zu sein, da er bereits selbst bei +Waschleute+ glücklich
-vorbei geritten, also dem ersten Ziele ganz nahe, nur etwa ¾ Stunde
-noch von Schwarzenberg entfernt war, ließ also den jungen Prinz
-+Albrecht+ absteigen, um Waldbeere pflücken zu dürfen.[31] Auch Kunz
-stieg ab und suchte dem Prinzen +Albrecht+ Waldbeere, indem er sein
-Pferd am Zügel hielt. Indessen Kunz immer tiefer in dem Walde Waldbeere
-suchte, nährten sie sich einem Köhler, Namens +Georg Schmidt+, der mit
-seinem Hunde sein Mittagsbrod theilte.
-
-Dieser Köhler hatte früh seinen Lehrburschen, +Urban Schmidt+, seines
-Bruders Sohn, nach +Geier+[32] geschickt, um Lebensmittel zu holen,
-welcher denn daselbst gehört hatte, daß auf dem +Altenburger+ Schlosse
-ein großer Raub statt gefunden hätte. Köhler +Schmidt+, der nun in
-jenem Walde, wo damals blos eine Köhlerstraße hindurch führte, diesen
-Ritter erblickte, vermuthete deshalb, daß das der Räuber mit dem Raube
-wäre, er fragte ihn daher: »Woher und wohin mit diesem Knaben?« +Kunz+
-entgegnete: »Ein böser Bube, der seinem Herrn entlaufen ist, den ich
-ihm wieder zuführen muß.« -- Doch in diesem Augenblicke verwickelte
-+Kunz+ sich mit seinen Sporen im dicken Dorngestrüppe und stürzte
-nieder. Schnell wollte er wieder aufspringen, allein sein Panzerhemde
-hinderte ihn dazu. Diese Gelegenheit benutzte der Prinz und raunte dem
-Köhler ins Ohr: »+Ich bin ein Fürst von Sachsen und bin gefangen, mache
-mich los, mein Vater soll dirs wohl vergelten!+«
-
-Dieses hörte Kunzens Reißiger, sein treuer +Schweinitz+,[33] erhob
-sein Schwerdt, und wollte den Prinzen, weil dadurch alles verrathen
-war, tödten. Allein der Köhler +Schmidt+ fing den Hieb durch seinen
-Schürbaum auf. Seinen Hund nun hetzte er sogleich auf Schweinitzen und
-er selbst lief zu Kunzen, der immer noch dalag und schlug ihn mit dem
-Schürbaum, daß er ihn todtgeschlagen hätte, wenn nicht Prinz +Albrecht+
-für ihn gebeten hätte. Durch das Hundegebell und übrigen Lärm war des
-Köhlers Frau, geborne +Marie Wälderin+, herzugekommen. Als sie aber
-sah, daß ihr Mann sich mit Räubern herumschlug, gab sie das gewöhnliche
-Waldzeichen, was bei Gefahren alle Köhler zusammenruft.[34] Dadurch
-waren in einem kurzen Zeitraume viele Köhler versammelt,[35] so daß
-sich bald +Kunz+ mit seinem treuen Diener +Schweinitz+ gefangen geben
-mußte.
-
-Sein Knecht +Albrecht Adolph+ war entflohen, wurde jedoch noch
-eingeholt.
-
-Kunz, der sich nun für verloren sah, bot dem Köhler +Schmidt+, eine
-ansehnliche Belohnung, allein dem Köhler war Kunzens Gold nicht so lieb
-als seine eigne Person und er mußte sein Gefangner bleiben.
-
-Prinz +Albrechten+ führte er in seine nahe gelegene Köhlerhütte,
-stärkte ihn durch ein einfaches Mahl und gab ihm aus der Quelle, die
-jetzt durch das Denkmal eingefaßt ist, zu trinken. --
-
-+Kunz von Kauffungen+ mit seinem Genossen führten sie aber zu ihrer
-Obrigkeit, in das ¾ Stunden davon entfernte +Cistercienser-Kloster
-Grünhain+, zum damaligen Abt +Liborius+,[36] noch an dem nämlichen
-Dienstage. Kunz, im Kloster angekommen, wurde in dem Gefängnisse
-daselbst festgehalten, was jetzt noch steht, und den Namen +Fuchsthurm+
-führt. Es befindet sich mitten im Klostergarten, wird aber bald,
-weil es nicht im baulichen Stande erhalten wird, einer Ruine ähnlich
-sehen. Hier blieb Kunz nur einige Stunden,[37] indem er vom Abte
-+Liborius+ unter hinreichender Bedeckung, nach +Zwickau+ zum damaligen
-Amtshauptmann oder Voigt +Veit von Schönburg+, abgeliefert wurde.[38]
-Dieser +Veit von Schönburg+ erstattete wahrscheinlich schon am
-folgenden Tage, den 9. Juli, Bericht an den Kurfürsten, um sich
-Verhaltungsbefehle zu erbitten. Der Kurfürst ließ Kunzen nicht nach
-Altenburg bringen, sondern nach +Freiberg+, welches wahrscheinlich den
-12. Juli geschah, wo er dem dortigen Rathe zu sicherer Verwahrung
-übergeben wurde. -- Prinz +Albrecht+ wurde aber in Begleitung des
-Köhlers +Schmidt+, nachdem er beim Abt +Liborius+ in der sogenannten
-+Schösserwohnung+[39] im Kloster zu +Grünhain+ übernachtet hatte, mit
-einer sicheren Bedeckung nach +Altenburg+ gebracht. Der Einzug ähnelte
-einem Triumphzuge in Altenburg. Eine große Anzahl Bewohner Altenburgs
-kam dem Zuge entgegen und begegneten dem Hauptanführer des Zugs, den
-Köhler +Georg Schmidt+, mit wahrer Achtung, so daß sie sich nicht
-scheuten zum Zeugen der Dankbarkeit seine schwarzen Hände zu küssen.
-
-Um nun auch das Schicksal des Prinzen +Ernst+ von seiner Entführung
-an zu wissen, müssen wir wieder aufs Schloß +Altenburg+ zurück gehen,
-wo +Kunz von Kauffungen+ den Prinzen Ernst seinen treusten Genossen
-+Wilhelm von Mosen+ und +Wilhelm von Schönfels+ übergab, um mit ihm
-immer die Flucht zu ergreifen, indem er selbst für den jungen Graf
-Barby, den jüngern Prinzen +Albrecht+ holte. Nach einer Verabredung
-mit +Mosen von Schönfels+ hatte es Kunz so bestimmt, daß sie mit
-+einem+ von den beiden Prinzen einen andern Weg einschlagen sollten
-und zwar gegen Franken zu nach Böhmen, wo sie ihn dann auf sein Schloß
-+Isenburg+ bringen sollten; damit, wenn im Fall die eine oder die
-andere Partei gefangen genommen werden sollte, die andere Partei ihren
-Raub nicht eher hergeben sollte, als bis Kunzens Forderungen erfüllt
-oder die Strafe für die Entführung der Prinzen erlassen wäre. Beides
-wurde durch einen gegenseitigen Schwur bekräftiget.
-
-Allein beide Ritter kamen mit ihrem Gefolge nicht weiter, als bis in
-die Gegend von Hartenstein, indem in allen Dörfern die Sturmglocke
-ertönte und die Unterthanen ebenfalls ihre Untersuchungen nicht
-allein auf den Fahrstraßen anstellten, sondern auch die Wälder
-durchsuchten. Vierzehn gesattelte Pferde und sechs Reiter waren ihnen
-schon abgenommen worden und die Gefahr sogleich ergriffen zu werden,
-zwang sie daher eine Höhle, die am rechten Ufer der Mulde liegt, nicht
-weit vom Schlosse +Stein+ der Burg +Eisenburg+[40] gegenüber zum
-Zufluchtsort zu nehmen[41]. Allein da sie durchaus keine Lebensmittel
-hatten, die dem jungen, zarten Fürstensohn behagen konnten, sie
-glauben mußten, daß er sterben könnte und ihr Aufenthaltsort immer
-unsicherer wurde, indem einer von ihren Knechten von einem Holzmacher
-gehört hatte: »+den einen Schelm+ (Kunz von Kauffungen) +haben sie
-erwischt und nach Grünhain gebracht, den andern Dieb werden sie schon
-noch bekommen und beide andere ihren verdienten Lohn erhalten+,« so
-fertigten sie den 11. Juli einen Boten an den Bruder des Amtshauptmanns
-Veit von Schönburg in Zwickau, an +Friedrich von Schönburg+ ab,
-welcher das Schloß Hartenstein besaß und dort residirte. Dem Boten
-gaben sie einen Brief mit, der folgenden Inhalt hatte:[42]
-
- »+Es reue sie, daß sie Kunz von Kauffungen zu Willen gewesen wären,
- ihrem lieben Kurfürsten und seinen Söhnen zu thun. Weil aber Herzog
- Friedrich ein sanftmüthiger Kurfürst sei, so hofften sie Gnade und
- thäten in diesem Vertrauen, dem Herrn von Schönburg zu wissen,
- daß sie den jungen Fürsten Ernst lebendig und gesund im sichren
- Gewahrsam hätten. Wolle er ihnen nur bei dem Kurfürsten Gnade und
- Befreiung von aller Strafe an Leben, Ehre, Gut auswirken und ihnen
- schriftlich dafür haften, so wollten sie den jungen Fürstensohn
- unverletzt wieder bringen. Käme man aber, sie zu fangen, so würden
- sie den Korfürstlichen Sun erstechen, sich bis aufs Aeußerste
- wehren; sich endlich selbst tödten und gewiß nicht ohne großes
- Blutvergießen in die Hände ihrer Feinde fallen. Die Antwort
- möchte ihnen der Amtshauptmann+ (Friedrich v. Schönburgs Bruder)
- +schriftlich geben+.« --
-
-+Friedrich von Schönburg+[43] erkannte sogleich, nach Durchlesung
-dieses Briefes, die Gefahr in welcher der Prinz schwebte, und versprach
-ohne erst Genehmigung von seinem Bruder zu erholen schriftlich und bei
-seiner Ehre Verzeihung, wenn sie den Prinzen lebendig und unversehrt
-ausliefern würden. Hierauf eilte noch an demselben Tage v. +Mosen+ und
-+v. Schönfels+ mit dem Prinzen +Ernst+ auf das Schloß +Hartenstein+, wo
-der Herr +von Schönburg+ den Prinzen in Empfang nahm und die Ritter,
-seinem Versprechen gemäß, wieder frei erließ. +Prinz Ernst+ aus Freude,
-daß er gerettet war, schenkte +Wilhelm von Mosen+ und +Wilhelm von
-Schönfels+ jedem ein Roß[44] mit den Worten: »+Nun reitet hin und kommt
-in meines Vaters Land nicht wieder.+«[45]
-
-Denselben Tag, +Freitags den 11. Juli 1455+ wurde der Prinz +Ernst+
-nach +Chemnitz+ gebracht, wo sich sein Vater, der Kurfürst, von
-+Leipzig+ und seine Mutter, die Kurfürstin, mit dem schon geretteten
-Prinz +Albrecht+ von +Altenburg+ begeben hatte. Der Kurfürst bestätigte
-mit Freuden des +Herrn von Schönburgs+ Verfahren, daß er +Mosen+ und
-+Schönfels+ begnadigt hatte.[46]
-
-Die guten Eltern an der Seite ihrer geretteten Söhne hatten nun nichts
-Nothwendigeres zu thun, als ihrem Gott für deren Errettung inbrünstig
-zu danken. Sie reisten daher, +den 15. Juli+, nach +Ebersdorf+[47]
-1½ Stunde von Chemnitz, weil sich dort ein Marienbild befand, das
-im besonderen Ansehen stand, und zu welchem man häufige Wallfahrten
-anstellte. Nach vollbrachter Andacht ließen sie die Kleider der
-Prinzen,[48] die sie auf ihrer Flucht angehabt hatten, wie auch
-den Kittel des ehrlichen Kohlenbrenners der seine Andacht auch mit
-verrichtete, zum immerwährenden Andenken in der +Kirche+ zu +Ebersdorf+
-aufbewahren.[49] -- Daneben hängt ein Täfelchen mit folgenden
-Reimen:[50]
-
-
- »Kunz von Kauffungen der viel wilde Mann
- In Meißner Land ist kommen an
- Wohl auf das Schloß jen Altenburg
- Sehr froh und kühn ohne alle Sorg
- Dem Fürsten allda seine Kind
- Entführet hat listig und geschwind
- Des Kleider noch hier hängen seht
- Ein jeder der fürüber geht
- Die dazumahl bald nach der That
- Der Vater hergehänget hat.«
-
-Der Zahn der Zeit hatte diese Andenken des Prinzenraubes nach und nach
-ziemlich zerfressen und und sie würden bald ganz eingegangen sein, wenn
-nicht Kurfürst +Christian+ II. 1607 aufs neue für ihre Fortdauer Sorge
-getragen hätte. Er befahl nämlich, sie in weißes Wachs einzutauchen
-und so vor die Verwesung etwas zu sichern. Allein es geschah nicht.
-Deswegen schickte er 1608 seinen Baumeister +Maria Nosseni+ nach
-+Ebersdorf+[51] der sie denn reinigen und durch Gummiwasser ziehen ließ.
-
-Die Kurfürstin stiftete außerdem noch auf alle +Dienstage+,
-+Marienfeste+ und den nächsten Tag +nach Kiliani+ in der Kirche zu
-+Ebersdorf+ Messen und Almosen für +zwei arme Leute+, besonders
-Köhler.[52]
-
-Nun waren also beide Prinzen befreit, doch +Kunz von Kauffungen+,
-welchen die beiden Ritter +Mosen+ u. +Schönfels+ in ihrem
-Begnadigungsschreiben an +Friedrich von Schönburg+ ausgeschlossen
-hatten, ohne dem heiligen Schwur eingedenk zu sein, welchen sie
-gegenseitig geleistet hatten, war, wie oben schon gesagt worden ist,
-nach +Freiberg+ gebracht worden. Hier saß nun Kunz glaubend, daß die
-andere Partei mit dem älteren Prinz +Ernst+ auf sein Schloß +Isenburg+
-in Böhmen wohlbehalten angekommen wäre und ihrem Versprechen eingedenk
-sein würde. Allein als er die Glocken in Freiberg läuten hörte und
-nach der Ursache frug und vernahm, daß es aus Dankbarkeit für die
-glückliche Errettung beider Prinzen geschehe, entfuhren ihm die Worte:
-»+Das walt der Teufel, das gilt mir mein Leben.+«[53] Daraus war
-natürlich zu schließen, daß er befürchtete, sein Leben einbüßen zu
-müssen. Darum wandt er nun alles an, um durch seine vornehmen Freunde,
-Begnadigung zu erhalten, besonders durch den Marschall +Hildebrand
-von Einsiedel+ und die Ritter +Niklas von Schönberg+ und +Hugold von
-Schleinitz+, die am kurfürstlichen Hofe sehr bedeutende Stimmen hatten,
-doch wie man aus folgendem sehen wird, war es zu spät.
-
-Mehrere Schriftsteller behaupten auch Kurfürst +Friedrich+ hätte in
-+Magdeburg+, +Leipzig+ und +Freiberg+ rechtliche Erkenntnisse geholt,
-allein dies war der kurzen Zeit wegen unmöglich und der damaligen Zeit
-nicht anpassend, daher ist es glaubwürdiger, daß der Kurfürst das
-Urtheil darüber dem +Freiberger+ Rathe überlassen, indem der Rath zu
-+Freiberg+ die Gerechtsame dazu hatte.[54]
-
-Das Urtheil entschied für die Todesstrafe.[55] +Kunz von Kauffungen
-wurde daher den 14. Juli+ (26. Juli) +Montags nach Magaretha,
-Nachmittags um 4 Uhr zu Freiberg auf dem Obermarkte+ öffentlich
-enthauptet. Als Zeugen waren da der Köhler, +Georg Schmidt+, und einige
-andere Köhler. -- Der Ort, wo die Hinrichtung geschah, ist noch durch
-einen Stein bezeichnet.[56] Noch auf dem Schaffote sagte er, +daß er
-seinen schimpflichen Tod an den Nürnbergern verschuldet habe+.[57]
-
-Seine obengenannten Freunde brachten es nach mehrfachen Bitten bei dem
-Kurfürsten endlich doch so weit, daß er begnadigt wurde; allein der
-reitende Bote, der die Begnadigung dem Freiberger Rathe verkündigen
-sollte, kam zu spät; indem die Thore der Hinrichtung wegen schon
-geschlossen waren.
-
-Manche Schriftsteller zweifeln an Kunzens Begnadigung, weil sein Bruder
-+Dietrich von Kauffungen+, der die Strickleitern zu dem Prinzenraube in
-seiner Scheuer fertigen ließ und einst gesagt haben soll: »+Das Nest
-würden sie wohl finden, aber die Vögel wären ausgenommen+,« ebenfalls
-zu +Altenburg+, zwischen den +20. und 26. Juli+ enthauptet wurde, der
-bei weitem nicht die Schuld dabei hatte, als sein Bruder. --
-
-Allgemeine Erbitterung bewirkte die schnelle Verurtheilung des
-+Kunz von Kauffungen+, besonders unter der Ritterschaft, in der
-er so hohe Verwandte und Freunde hatte. Sein Oheim der damalige
-Bischof von Meißen, +Casper v. Schönberg+ veranstaltete sogar ein
-feierliches Begräbniß desselben, ließ ihn in der +St. Petrikirche+ zu
-+Freiberg+ beisetzen und sein Grab erhielt einen Leichenstein. Allein
-das erregte unter den Regenten großes Mißfallen, besonders Herzog
-+Wilhelm+ war dagegen; daher durfte sein Leichnam in der Kirche nicht
-bleiben, sondern erhielt seine Ruhestätte dafür auf dem Kirchhofe zu
-+Neukirchen+ bei Freiberg. Der Leichenstein aber blieb in einem Winkel
-der St. Petrikirche stehen.[58]
-
-Seine übrigen Mitgenossen verloren meistentheils ihr Leben durch das
-Schwerdt; ausgenommen der böhmische Küchenjunge, +Hans Schwalbe+,
-der den +28. Juli zu Zwickau+ mit glühenden Zangen gezwickt und dann
-geviertheilt wurde, und Kunz v. Kauffungens treuer Reißiger, +Johann
-Schweinitz+, der gehangen wurde. --
-
-Nach diesen harten Bestrafungen erfolgten aber auch Belohnungen, die
-der Kurfürst dem Köhler, +Georg Schmidt+, zu Theil werden ließ.[59] Er
-erhielt von ihm die Erlaubniß sich eine Gnade auszubitten -- und die
-bescheidene Bitte des Köhlers bestand darin, die Erlaubniß zu erhalten
-in dem Walde, wo er den Prinz +Albrecht+ gerettet hätte, frei Kohlen
-zu brennen. Nicht allein diese Bitte erhielt er erfüllt, sondern der
-Kurfürst schenkte ihm auch sogleich nach der That für sich und seine
-Nachkommen ein +Gnadenkorn+, welches aus 4 Scheffel +Zwickauer+ Maaß
-oder 5 Scheffel 2 Viertel und 3 Metzen +Dresdner+ Maaß besteht. Noch
-+jetzt+ erhält das älteste Mitglied dieses Geschlechts in männlicher
-Linie dieses Gnadenkorn aus dem +Rentamte+ zu +Zwickau+.[60] Später
-erhielt er auch ein Freigut im Dorfe +Eckartsbach+[61] bei Zwickau. Die
-Besitzung ist aber durch +verderbliche+ und +langwierige+ Kriege von
-der Familie wieder abgekommen.
-
-Als +Georg Schmidt+ alt und schwach ward, nahm ihn sogar der Kurfürst
-an den Hof nach +Altenburg+ und dadurch, daß er bei seiner Erzählung
-des Prinzenraubes sich immer der Worte bediente: »+Herr, ich habe
-den Kunzen mit meinem Schürbaum weidlich getrillert+,«[62] die er
-oft wiederholen mußte, erhielt er und seine Nachkommen den Namen
-+Triller+. --
-
-Die übrigen Köhler, welche bei dem Rettungsacte durch den Lärm von
-+Georg Schmidts+ Frau herbeigekommen waren, erhielten ebenfalls
-Belohnungen, die wahrscheinlich in Gelde bestanden, doch aus Mangel an
-sicheren Nachrichten hier nicht aufgeführt werden können.
-
-Nur so viel ist gewiß, daß als Herzog +Albrecht+ im Jahre 1480 die
-Gegend des Befreiungsactes bereiste, in +Elterlein+[63] noch drei
-Köhler traf, welche bei seiner Befreiung aus Kunzens Händen thätig
-gewesen waren. Sie hießen +Wyland+, +Fischer+ und +Urban Schmidt+,
-letzterer damals der Köhlerbursche +Georg Schmidts+, und erhielten,
-nachdem sie dem Herzog +Albrecht+ den Ort seiner Errettung gewiesen
-hatten, eine gute +Ritterzehrung+.[64]
-
-Zum ewigen Andenken der Begebenheit des Prinzenraubes ließ Kurfürst
-+Friedrich+ eine Münze schlagen, die aber äußerst selten ist.[65] Auch
-schreibt ~+Vulpius+ l. c.~ §. 35., wie sich in +Schreiter+ a. a. O.
-~pag.~ 109. befindet:
-
- »Zum Andenken hat der Höchstlöbliche sanftmüthige Kurfürst, der
- geraubten Prinzen Herr Vater, diese Geschichte auff vier Tafeln
- künstlich abmalen lassen, so in dem Zimmer, aus welchem die
- Entführung geschehen, befindlich sind. Deren die erste fürstellt,
- wie Cuntz und seine Gesellen die Prinzen aus dem Schlosse zu
- +Altenburg+ rauben: die andere, wie er im Walde von den Köhlern
- gefangen wird.«
-
-Die +Gemälde+ sind noch auf dem Schlosse zu +Altenburg+ befindlich
-und ~Dr.~ +Triller+ erhielt Copien davon, die er in Kupfer stechen
-ließ. Diese Kupfer findet man in seinem sächs. Prinzenraube. (In
-der Zueignungsschrift an den Herzog schreibt er: »die Kupfertafeln
-selbst, die meine Reime zieren, sind mir von Deinem Hof gezeichnet
-zugeschickt.« +Ranisch+ a. a. O. ~pag.~ 8. gedenkt dieses Umstandes
-auch: »Auf der Seite der jetzt veränderten Burg sieht man in
-einem Zimmer der höhern Gegend die vier vornehmsten Veränderungen
-dieses Trauerspiels von +den noch vorhandenen+ vier Tafeln sauber
-abgezeichnet.«)
-
-Diese vier Hauptgemälde stellen folgendes vor:
-
- 1.) Die Entführung der Prinzen +Ernst+ und +Albrecht+ aus dem
- Schlosse zu +Altenburg+.
-
- 2.) Die Befreiung des Prinzen +Albrecht+ durch den Köhler +Georg
- Schmidt+.
-
- 3.) Die Rückkehr des Prinzen +Albrecht+ in Begleitung des Abtes
- +Liborius+ nebst Gefolge, zu seinen fürstlichen Eltern.
-
- 4.) Die Enthauptung des +Kunz von Kauffungen+ auf dem Marktplatze
- zu +Freiberg+.
-
-Nach dem Urtheile Sachverständiger sind diese Bilder weit späteren
-Ursprungs und ohne künstlerischen Werth. Letzteres gilt auch von einer
-Tafel mit 30. Portraits der bei dem Prinzenraube betheiligt gewesenen
-Personen, die ebenfalls sich im Schlosse zu Altenburg befinden.[66]
-
-Dagegen befinden sich in Altenburg zwei Portraits der Prinzen +Ernst+
-und +Albrecht+ in rothen Kleidern, welche weit authentischer zu sein
-scheinen. Von diesen beiden letztern Gemälden befinden sich jetzt
-+Copien+ im +Köhlerhause+ am +Fürstenberge+, welche +Se. Durchlaucht+
-der jetzt regierende +Herzog von Altenburg+, +Joseph+, demselben
-huldreichst verehrt hat. Gemalt sind sie vom +Professor+ Friedrich
-Ludwig Theodor +Döll+ zu +Altenburg+ im Jahre 1839. --
-
-Nachstehendes +Gedicht+ wurde zur damaligen Zeit als beliebtes
-Volkslied vorzüglich von den Bergleuten oft gesungen:
-
- Wir wollen ein Liedel heben an
- Was sich hat angespunnen
- Wies in dem Pleisnerlande gar schlecht war bestallt
- Als sein Jungen Fürsten geschah groß Gewalt
- Durch den Cunzen von Kauffungen, ja Kauffungen.
-
- Der Adler hat uf den Felß gebawt
- Ein schönes Nest mit Jungen
- Und wie er einst warn geflogen aus
- Holete ein Geyer die jungen Vogel raus
- Drauf wards Nest leer gefungen, ja gefungen.
-
- Wo der Geier uff dem Dache sitzt
- Da trugen die Küchlein selten
- Es wären mein weele ein seltsam Narrenspiel
- Welcher Fürst sein Rathen getrawt soviel
- Muß offt der Herrschaft entgelten, ja entgelten.
-
- Altenburg, du bist zwar eine feine Stadt
- Dich thät er mit Untreu meinen
- Da ie die waren all Hoflüt rauschend voll
- Qvam Cunze mit Leytern und Buben toll
- Und holte die Fürsten so kleine, ja so kleine.
-
- Was bloß Dich Cunz für Unlust an
- Da Du yns Schloß mir steigest
- Und stylst die zarten Herren raus
- Als der Curförst aber war nicht zu Hauß
- Die zarten Försten-Zweige, ja Försten-Zweige.
-
- Es war wohl als ein Wunder Ding
- Wie sich das Land beweget
- Was uff allen Straßen warn för Leut
- Die der Reubern nachfolgeten in Zeit,
- Alles wibbelt, kribbelt, sich bereget, ja bereget.
-
- Im Walde dort ward Cuntz ertapt
- Da wollt he Beeren naschen
- Were he in der Hast sacken fortgeretten
- Das öhm die Köhler nit geleppischt hetten
- Hett he sie kunt verpaschen, ja verpaschen.
-
- Aber sie wurden ihm wieder abgejagt
- Und Cunz mit synen Gesellen
- Uff +Grünhayn+ in unsers Herrn Abts Gewalt
- Gebracht und darnoch auch uf +Zwickau+ gestalt
- Und musten sich lan prellen, ja lan prellen.
-
- Davon fiel ab gar mancher Kopf
- Und keiner der gefangen
- Kam aus der Haft ganzbeinicht davon
- Schwerd, Rad, Zangen und Strick, die waren ihr Lohn
- Man sah die rümper hangen, ja hangen.
-
- So gehts, wer wider die öberkeit
- Sich unbesonnen empöret
- Wer es nicht meynt der schaw an Cunzen
- Syn Kop thu zu +Freyberg+ noch herußen schmunzen
- Und jedermann davon lehret, ja lehret.[67]
-
- Gott thu der frommen Curförsten alls guts
- Und laß die Jungen Herren
- In keines Feindes Hand mehe also komm
- Geb auch der Fraw Curförstinn vel fromm
- Das sie sich, in Ruhe vermehren, ja vermehren.[68]
-
-
-Nachtrag.
-
-Einige Notizen über die Familien der drei Hauptpersonen des
-Prinzenraubes:
-
- ~a.~) des Kurfürsten +Friedrich des Sanftmüthigen+.
-
- ~b.~) des Ritters +Kunz von Kauffungen+.
-
- ~c.~) des Köhlers +Georg Schmidt+, +vorzüglich nach dem
- Prinzenraube+.
-
-
-~a.~) Des Kurfürsten Friedrich des Sanftmüthigen Familie.
-
-+Kurfürst, Friedrich der Sanftmüthige+, Vater der beiden geraubten
-Prinzen +Ernst+ und +Albrecht+ lebte nach dem Prinzenraube
-noch 9. Jahre, starb den 7. Septbr. 1464 zu +Altenburg+ im 54.
-Lebensjahre und wurde im Dome zu +Meißen+ beigesetzt. -- +Ernst+ und
-+Albrecht+ regierten nach dem Willen des entschlafenen Vaters nun
-+gemeinschaftlich+; außer, daß +Ernst+ nach dem Rechte der Erstgeburt
-die Kurwürde und das mit verbundene Herzogthum +Sachsen allein+
-erhielt. Zwanzig Jahre regierten sie gemeinschaftlich und vermehrten
-ihre Macht durch verschiedene neue Besitzungen, besonders aber durch
-die Entdeckung der Silbergruben zu +Schneeberg+ 1471. und die Erbschaft
-ihres Oheims, des Herzogs +Wilhelm+ III. von Thüringen (Bruder ihres
-Vaters), welcher den 17. Septbr. 1482 ohne männliche Nachkommen starb,
-indem sie dadurch Besitzer seines ganzen Landes wurden.
-
-Zwistigkeiten, die dadurch geschahen, daß Herzog +Albrecht+ mit einigen
-Beamten[69] unzufrieden war, denen Kurfürst +Ernst+ sein ganzes
-Vertrauen schenkte, traten ein; so kam denn eine gänzliche Theilung
-der Länder den 26. August 1485 zu Leipzig zu Stande. Dem sächsischen
-Rechte gemäß vollführte die Theilung der ältere Bruder; der jüngere
-Bruder dagegen hatte die Wahl. Zum Verdruß des älteren Bruders wählte
-+Albrecht+ die meißnischen Länder und +Ernsten+ blieb Thüringen. Doch
-die Oberhoheit über den Bergbau blieb gemeinsam.
-
-So wurde das Haus Sachsen in die +ernestinische+ und +albertinische+
-Linie getheilt, wodurch sie nun die Stammväter der beiden noch jetzt
-bestehenden Linien wurden.
-
-Allein die Kurwürde kam 62 Jahre später durch die Gefangennehmung des
-unglücklichen Kurfürsten +Johann Friedrich d. Großmüthigen+ den 24.
-April 1547 in der Schlacht bei +Mühlberg+ von Kaiser +Karl+ V. an die
-jüngere, +albertinische+ Linie, indem er seiner Würden und Länder
-gänzlich entsetzt wurde, und sein Vetter, Herzog +Moritz+, der jüngern
-Linie angehörig, vom Kaiser solche erhielt.
-
-Bei dieser Linie blieb die Kurwürde bis zum 11. Decbr. 1806, wo der
-damalige Kurfürst +Friedrich August+ III. sie mit einer Königswürde
-vertauschte.
-
-+Kurfürst Ernst+ starb den 26. August 1486 in +Kolditz+ und wurde im
-Dome zu +Meißen+ begraben. -- Vermählt war er mit der Tochter des
-Herzogs +Albrecht+ II. v. Baiern und zeugte mit dieser sechs Kinder,
-als vier Prinzen Namens: +Friedrich der Weise+, +Albrecht+, +Ernst+ und
-+Johann der Beständige+ und zwei Prinzessinnen Namens: +Christiane+ und
-+Margarethe+.
-
-Sein Sohn +Albrecht+ ward im Jahre 1482 zum +Erzbischof+ v. +Mainz+
-gewählt, starb zwei Jahre darauf in einem Alter von 20 Jahren; +Ernst+
-ward +Erzbischof+ von +Magdeburg+ und Bischof von +Halberstadt+;
-+Friedrich+ erhielt nach dem Tode seines Vaters die Kurwürde, als
-ältester Sohn; und +Johann+ folgte Friedrichen nach dessen Tode auf dem
-Throne. Von den beiden Prinzessinnen wurde die älteste an den +König
-Johann von Dänemark+, die jüngste an den +Herzog von Braunschweig+
-vermählt. -- +Herzog Albrecht+ indessen, der den Beinamen, der
-+Beherzte+, erhielt, starb den 12. Septbr. 1500 im 58. Jahre seines
-Alters zu +Emden+ und wurde ebenfalls im Dome zu +Meißen+ beigesetzt.
--- Vermählt war er mit der böhmischen Prinzessin +Sidonia+, Tochter
-+Georg Podiebrads+, König von Böhmen. Mit dieser zeugte er vier
-Kinder, eine Prinzessin und drei Prinzen Namens: +Georg der Bärtige+,
-+Heinrich der Fromme+ und +Friedrich+; von denen die beiden ersten
-ihrem Vater hintereinander in der Regierung folgten; +Friedrich+ aber
-zum +Hochmeister+ des deutschen Ordens gewählt, starb im Jahr 1510 zu
-+Rochlitz+.
-
-
-~b.~) des Ritters Kunz von Kauffungen Familie,
-
-vor und nach dem Prinzenraube.
-
-Das adeliche Geschlecht derer +von Kaufungen+ findet man in der
-sächsischen Geschichte seit 1283[70], wo +Heinrich von Coufungen+ als
-ein +Dominus+ vorkommt, dessen Söhne: +Tunzold+ und +Heinrich+, sehr
-das Kloster +Buchau+ bei Leisnig plagten.
-
-Ihr Stammschloß war +Kauffungen+, ein Rittergut im Königreich Sachsen,
-im Leipziger Kreisdirectionsbezirke im Amte +Borna+, entfernt vom
-Amtsbezirke, mitten im Schönburgischen, auf der rechten Seite der
-Mulde, +Wolkenburg+ gegenüber, 1½ Stunde südlich von +Penig+ entfernt
-gelegen.
-
-+Tunzold von Coufungen+ (der Obige) ein Ritter, aber doch nur des
-+Unarc von Waldenburg Castrensis+, verkaufte 1298 an jenes Kloster
-+Nauenhain+ bei Geithain.
-
-1357 schrieben sich +Kunz+ und +Heinrich von Kauffungen+ auch Herren zu
-+Waldenburg+ und mögen diese Herrschaften wohl unterpfändlich besessen
-haben. -- +Dietrich von Kauffungen+ auf +Brane+ (Mittelfrohna?) war
-1357 einer der vornehmsten Zeugen bei dem vom Chemnitzer Kloster
-geschlossenen Kauf der Herrschaft Rabenstein; auch erscheint 1411
-+Jost von Kauffungen+ als Schiedsrichter zwischen dem Kloster +Remsa+
-und den Dynasten von Schönburg. In +Remsa+ ruhen auch noch mehrere
-Kauffungen z. E. obiger +Tunzold+, der es mit 400 Fl. dotirte, wofür
-es 9 Scheffel Zins vom Glauchauer Stadtrath erkaufte. 1444 stiftete,
-+Erich+, +Dietrich+ und +Hanns v. Kauffungen+ eine +Vicarie+ beim
-Remser Magdalene-Altar, welche der Abt +von Bürgel+ zu conferiren
-bekam, die aber 1469 vom Naumburger Bischof zur +Georgenkirche+ im
-Dorfe +Remse+ geschlagen wurde. 1493 verkaufte +Jobst von Kauffungen+
-einige Güter an die +Anna von Schönburg+. Das Geschlecht besaß auch
-+Kirschbaum+ (ohne Zweifel im bair. Voigtl.) und starb nicht schon mit
-dem Prinzenräuber in Sachsen aus, sondern erst 1585 mit +Haubold von
-Kauffungen+ zu +Chemnitz+. Des Prinzenräubers Verwandte galten alle
-für Ritter von ächtem Schrot und Korne. +Kunzens+ Gemahlin war eine
-geborne +Anna von Einsiedel+, Schwester +Hildebrands von Einsiedel+,
-der Hofmarschall des Kurfürsten +Friedrich d. Sanftmüthigen+ war.
-Sein Bruder +Dietrich von Kauffungen+, war ein angesehener Ritter im
-Osterlande, seiner Mutter Bruder war +Caspar von Schönberg+, Bischof
-von Meißen. +Kunzens+ Schwester heirathete einen aus dem Geschlechte
-derer +von Schleinitz+, dessen Sohn hieß +Hugold+ oder +Haubold von
-Schleinitz+,[71] und die Herrn +von Schönberg+ auf +Sachsenburg
-Frankenberg+ waren seine nächsten Vettern.
-
-Uebrigens, daß der Prinzenräuber das Rittergut +Kauffungen+
-wirklich besessen, zeigt sein Schein über den Interimsbesitz
-vor +Schweikartshain+. Außerdem besaß er +Kahlenberg+,
-+Kohren+, +Eisenberg+ oder Isenburg in Böhmen, und nach einigen
-Geschichtsforschern die kleine Burg +Streitwald+ bei Kohren.
-
-Kurz vor dem Prinzenraube war er bei +Friedrich+ V. +von Schönburg+
-zu Gaste; denn unter den Zeugen von dessen Contracte mit +Elisabeth+,
-Herrin +von Gitschin+ kommt auch +Kunz von Kauffungen+ auf
-+~Eysemberczie~+ vor.[72]
-
-+Kunzens+ Söhne waren kurz vor dem Prinzenraube nach Böhmen gebracht
-worden, wo sie später in den Besitz des vom Vater erkauften Schlosses
-+Isenburg+ kamen.[73]
-
-+Kunzens+ Vetter, +Hans von Kauffungen+ und dessen Söhne: +Haubold+
-und +Jost+, wendeten sich kurze Zeit nach dem Prinzenraube ebenfalls
-aus den sächsischen Landen, und es bekannte +Hans von Kauffungen+, daß
-er seine Besitzungen, +Wolkenburg+ und andere sich von dem Kurfürsten
-»geurlaubt« zugleich auch versprochen habe, für sich und seine Söhne
-nie wider den Kurfürsten zu handeln; eben so sagte er sich von aller
-Geldschuld los, die er etwa noch an den Kurfürsten zu fordern haben
-könnte. Dieß Versprechen bekräftigten Vater und Söhne +Kauffungen+
-durch einen Eid, und stellten darüber eine Urkunde den 7. Novbr. 1455
-zu +Grimma+ aus, im Beisein mehrerer hohen Beamten z. +B. Hildebrands
-von Einsiedel+ und anderer Räthe. Ob ein Zusammenhang hinsichtlich der
-in der Urkunde berührten Thaten +Kunzens+ auch mit diesem +Kauffung+
-stattgefunden, ist zweifelhaft und eher zu verneinen; daß der Kurfürst
-auch hierbei den Namen des +Sanftmüthigen+ gerechtfertigt, und ob die
-Urkunde, und was sie bezeugt, so ganz das Ergebniß des freien Willens
-der Aussteller war, darüber ist ein Bedenken nicht zu entfernen.[74]
-
-In +Schlesien+ hat die Familie +von Kauffungen+, wie ein Denkmal an der
-Außenseite der Hauptkirche zu +Goldberg+[75] ausweist, noch im 17.
-Jahrhundert geblüht; doch dürfte dieß ein anderes Geschlecht sein, als
-das sächsische, da auch bei +Hirschberg+[76] ein (2 Stunden langes)
-Dorf +Kauffungen+[77] (mit 9 Rittergütern) liegt, so wie ein Flecken
-+Kaufungen+ in Kurhessen[78], woher einige Geschichtsforscher das
-sächsische Geschlecht leiten wollen.
-
-
-c.) des Köhlers Georg Schmidt Familie nach dem Prinzenraube.
-
-Die Nachkommenschaft des Köhlers +Georg Schmidt+ führte, was schon im
-Laufe der Geschichte des Prinzenraubes auseinander gesetzt worden ist,
-den Namen +Triller+. Mancher von dieser Familie gelangte zu großen
-Ehren, vorzüglich +Caspar Triller+, welcher eine mühsame Genealogie
-des Trillerischen Geschlechts schriftlich hinterließ, die er 1539
-angefangen und bis 1612 fortgeführt hatte. Diese Schrift führt +Triller
-in seinem sächsischen Prinzenraube+ an, indem er sie selbst aus den
-hinterlassenen Schriften +Caspar Trillers+ hat. Er sagt: daß er
-in +Sangerhausen+, wo er in der St. Ullrichskirche begraben liegt,
-ansehnliche Vermächtnisse gestiftet habe, unter andern hätte er den
-+Trillerschen+ Tisch im Convict auf der Universität zu +Leipzig+
-gestiftet, auch wäre er mit seinem Bruder +Michael+ am 28. Jan. 1592
-vom Kaiser +Rudolph+ in den +Adelstand+, mit Schild und Helm versehen,
-erhoben worden.
-
-Das +von Trillersche+ Wappen ist noch bekannt und ist mit folgenden
-Insignien geschmückt:
-
-Ueber dem Helm zeigt sich der halbe Leib eines Köhlers, welcher mit
-beiden Händen einen Schürbaum[79] hält, als wolle er mit selbigem
-zuschlagen. Im Wappenschilde selbst sieht man im linken Felde einen
-gelben Löwen, der in seinen Branken einen Zschörper, oder großes
-Kohlenmesser hält. Im rechten Felde aber erscheint ein goldfarbner
-Löwe, welcher einen doppelt gekrümmten Schürhaken[80] in seinen Branken
-hat und in einem untern Felde ist ein schwarzer Bär, der auf den Traum
-deutet, welchen die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte.[81]
-
-Die Familie ist jetzt sehr ausgebreitet, sie schreiben sich sowohl
-+von Triller+, als auch blos +Triller+. -- +Schreiter+ a. a. O.
-erwähnt einen +Johann Samuel Triller+, Tuchmachermeister und Bürger in
-+Saalfeld+, welcher im Jahre 1803, als ältestes Mitglied der Familie,
-männlicher Linie, das +Gnadenkorn+ aus dem Rentamte +Zwickau+ zu
-erheben hatte. Dieses Gnadenkorn bezieht gegenwärtig, wie schon oben
-einmal gedacht worden ist, der Herr Pastor +Triller+ zu Nägelstädt bei
-Langensalza in Thüringen.
-
-[Illustration:
-
- Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg
- R. Böhme lith
- W. Bischert gedr.
-
-Das Denkmal am Fürstenberge.]
-
-
-
-
-II. Das Denkmal am Fürstenberge.
-
-(Dazu Abbildung ~No.~ 2.)
-
-
-Jahrhunderte sind vergangen und nicht ein Stein, geschweige denn ein
-Monument zeigte oder zierte die Stelle, wo der Stammvater unsers
-allgeliebten Regentenhauses aus den Händen eines habsüchtigen Ritters
-befreit wurde. Nur durch Tradition wußte man, daß an diesem Orte,
-wo jetzt das Denkmal steht, Herzog +Albrecht+ seine Rettung einem
-schlichten Köhler zu verdanken hatte, doch noch sehr ungewiß, ob bei
-+Wiesenthal+[82] oder +Grünhain+ oder anderswo die Stelle wäre. Als
-ein Geschichtsforscher, Namens +Schreiter+, Pfarrer zu Elterlein, in
-seinem mit dem aufopfernsten Fleiße und sorgfältiger Mühe gearbeiteten
-Werke: »die Geschichte des Prinzenraubes kritisch bearbeitet. Leipzig,
-1804« uns jeden Zweifel benahm.
-
-Die geschichtlichen Nachforschungen +Schreiters+; indem die Herrschaft
-+Crottendorf+ mit +Wiesenthal+ allererst im Jahre 1559 von dem
-Kurfürsten +August+ zu Sachsen erkauft wurde,[83] also zur Zeit des
-Prinzenraubes gar nicht dem Kloster in +Grünhain+ gehörte, dessen Abt
-doch der nächste Beschützer des Prinzen +Albrecht+ nach dem Köhler
-war und vorzüglich auch die hier bloß vorhandene +nie+ versiegende
-Quelle[84] gaben Aufschluß über Alles und letzterer gebührte daher die
-Ehre, daß ein Monument sie bedeckte, zierte und durch eine Einfassung
-dem müden Wanderer zu seinen stillen Betrachtungen ein Ruhepunct wurde.
-
-Das goldne Zeitalter der Monumente war gekommen, der verheerende Krieg
-war vorübergegangen und das Jahr 1822 wurde das Jahr, was nächst
-dem Jahre 1455 in der Geschichte des Prinzenraubes dem Andenken nie
-entzogen werden wird.
-
-Das Jahr 1822 war nämlich das Gründungsjahr des Monumentes am
-Fürstenbrunn.
-
-Wir folgen nun ganz in Ermangelung anderer vielleicht ausführlicheren
-Quellen, der glaubhaften Beschreibung der Gründung und Einweihung des
-Monuments, wie es ~Dr.~ +Hering+ in seinem Werke: »Geschichte des
-sächsischen Hochlands«, Leipzig, 1828. im 2. Theil ~pag.~ 167 u. ff.
-mittheilt:
-
-»Am 8. Juli fand auf dem +Fürstenberge+ zwischen +Grünhain+ und
-+Raschau+ eine merkwürdige Feier der hier am 8. Juli 1455 erfolgten
-Rettung des von +Kunz von Kauffungen+ entführten Prinzen +Albrecht+
-statt. Es hatte nämlich bis dahin kein Denkmal den Ort ausgezeichnet,
-wo dies so wichtige Ereigniß statt fand. Im Jahre 1818 hatte der Herr
-Finanzprocurator +Lindner+ zu Schwarzenberg schon mehrere Freunde der
-vaterländischen Geschichte für den Plan gewonnen, durch freiwillige
-Beiträge den hier befindlichen +Fürstenbrunnen+ in einen steinernen
-Bassin einzufassen und sein Wasser für jeden Durstigen genießbar
-zu machen, daneben ein steinernes Denkmal aufzurichten und es am
-Regierungsjubelfeste des Königs feierlich zu weihen. Er trug diesen
-Plan dem Herrn Kreishauptmann +Freiherrn von Fischer+[85] vor, welcher
-ihm die vollste Beistimmung ertheilte; nur war für die Ausführung bis
-zum Jubelfeste die Zeit zu kurz. Im Jahre 1822 aber kam durch die
-mächtige Unterstützung des Herrn Kreishauptmanns +Frhr. von Fischer+
-und die +lebhafteste+ Mitwirkung des Herrn Justizbeamten +Philippi+ der
-schöne Plan zur Reife. Es wurden im Kreisamte +Schwarzenberg+ und Amte
-+Grünhain+ über 200 Thlr. unterzeichnet. Den ansehnlichsten Geldbetrag
-gab der Herr Kreishauptmann selbst, und der Herr Bergcommissionsrath
-+Nitzsche+[86], Hammerherr zu Erla, ließ die, das errichtende Denkmal
-zierende, eiserne Tafel mit der gelungenen Inschrift[87] unentgeldlich
-auf seinem Werke gießen und vergolden, und leistete auch alle
-Steinfuhren. Die Verfertigung einer am Fürstenbrunnen zu errichtenden
-+Pyramide+ wurde dem Baumeister +Lohß+ in Schlettau übertragen und
-diese mit Einschluß des Fußgestelles 13 Ellen hohe Pyramide[88] am +7.
-Juli+ glücklich aufgerichtet.
-
-An der Feierlichkeit der Weihe nahm die weite Umgegend den freudigsten
-Antheil. Die +Schwarzenberger Bürgergarde+ marschirte schon Vormittags
-10 Uhr auf den Platz, wo sie die Wachen versah und die Piquets
-ausstellte, um die Ankunft der hohen Beamten bei Zeiten zu erfahren.
-Mehr als 10,000 Menschen drängten sich um die Pyramide herum,
-erkletterten die Bäume, erstiegen die Dächer der erbauten Buden und
-erduldeten bei drückender Hitze unerschüttert Hunger und Durst. Nun
-marschirten die Schützencompagnien von +Crottendorf+ vor dem Plateau
-des Brunnens auf; diesen folgten 230 Bergleute mit ihren Fahnen und
-Hautboisten und bildeten einen Halbkreis um die Pyramide. Um 1 Uhr
-donnerten Kanonen durchs +Oswaldsthal+, um die Ankunft hoher und
-niedrer Beamten aus verschiedenen Orten zu verkündigen. Die +Offiziers+
-von +Zwickau+ und +Schneeberg+ waren mit 36 Hautboisten schon zuvor
-angelangt, und wie am 8. Juli des Jahres 1455 in der Umgegend die
-Sturmglocken ertönten, um alles zur Rettung des geraubten +Prinzen+
-aufzufordern, so ertönten jetzt die Glocken auf den benachbarten
-Kirchen und riefen zu Dank und Freude über die glückliche Rettung des
-Geraubten und Erhaltung des hohen Fürstenhauses alle Herzen auf.
-
-Die Feier begann mit dem Gesange eines Weiheliedes, welches der Herr
-Rektor +Lange+[89] zu Schwarzenberg dazu gedichtet hatte:
-
- Seid uns gegrüßt der grauen Vorzeit Tage!
- Euch suchet unser Blick!
- Gesang ertöne! -- Zu der Vorwelt trage
- Begeisternd uns zurück!
-
- Hier ist es, wo dem Vaterschloß entrissen
- Auf +Kunzens+ Räuberflucht
- Der Fürstensohn, gequält von Hungerbissen,
- Des Waldes Beere sucht;
-
- Prinz +Albert+ hier umringt von Todesschrecken
- Dem wackern Schmidt sich naht,
- Und leise Worte schüchtern ihm entdecken
- Die grause Frevelthat.
-
- Hier ists, wo dem Geraubten ach! so bange
- Der Stahl des Mordes blitzt,
- Und ihn mit hochgeschwungner, rußger Stange
- Des Köhlers Arm beschützt.
-
- Die Glockenstürme -- und das Köhlerzeichen
- Ruft Hilfe laut umher,
- Und es erliegen unter +Trillers+ Streichen
- Die Räuber bandenschwer.
-
- Gerettet ist der Fürstensohn -- die Quelle
- Erlabt den Durstgen hier,
- Sie quillt uns heut' noch unversiegt und helle, --
- Sie segnen heute wir!
-
- Ein Denkmal soll die große That erneuen
- Den Söhnen künftger Zeit,
- Und Alberts Enkel, dem +Gerechten+[90], weihen
- Es wir aus Dankbarkeit.
-
-Der Herr Superintendent ~Dr.~ +Lommatzsch+[91] trat jetzt auf die mit
-Blumen bestreuten Stufen des Brunnens und sprach Worte der Weihe.[92]
-Ihm zur Rechten war die mit einem Eichenlaubkranze gezierte Büste des
-Königs +Friedrich August+ aufgestellt und über ihr hingen Blumengewinde
-von der Pyramide herab. Nach Beendigung der Rede folgte wieder ein
-Gesang, gedichtet vom Herrn Postmeister und Gerichtsdirector +Reiche+
-zu Annaberg.[93]
-
- +Einer.+
-
- Ein ~Gaudeamus~ soll uns heut' vereinen
- In Gottes heiliger Natur;
- Denn hier in dieses Waldes düstern Hainen
- Fand +Albert+ einst der Gottheit Spur.
-
- +Chor.+
-
- Als Denkmal von Sachsens Vergangenheit
- Sei dieser Stein -- dem Leben geweiht!
-
- +Einer.+
-
- Der treue Sachse blickt noch mit Entzücken
- Zurück in jene graue Zeit,
- Wo +Trillers+ Arm von Seines Räubers Tücken
- Den hohen Sprösling hat befreit.
-
- +Chor.+
-
- Als Denkmal der Rührung und Dankbarkeit
- Sei unser Herz, o +Fürst+! +Dir+ geweiht.
-
- +Einer.+
- Wie heißt Dein Zweig in Seinen Silberhaaren,
- Der Sachsen Vater und ihr Glück?
- Ists nicht +August+, den +Seines Hauses+ Laren
- Beschirmten einst ein Mißgeschick?
-
- +Chor.+
-
- Wie heißt der König, der Glückliche schafft,
- Redlichkeit übet mit Jugendkraft?
-
- +Einer.+
-
- Nennt Ihn ja Vater unsers Vaterlandes,
- Der Seinen Gott im Busen trägt!
- Der, eingedenk des hohen Völker-Bandes,
- Das Recht auf ächter Wage wägt!
-
- +Chor.+
-
- Ja Treu' und Ehrfurcht dem +einzigen Mann+,
- Der allen Sachsen Treue gewann!
-
-In dem Augenblicke, wo der Chor diese letzten Worte sang, trat der Herr
-Kreishauptmann an die Stufen des Brunnens und sprach diese Worte noch
-einmal feierlich allein, und wie er geendet, sprach mit entblößtem
-Haupte die große Versammlung, unter dem Donner der Kanonen diese Worte
-nach. Es folgte ein tiefes ehrfurchtsvolles Schweigen, welches dann in
-den tausendstimmigen, von den Musikchören kräftig begleiteten Gesang
-überging:
-
- Den König segne Gott! etc.
-
-
-
-
-III. Das Köhlerhaus am Fürstenberge.
-
-
-Schon im Jahre 1822 bei Errichtung des Monuments am Fürstenbrunn wurde
-von vielen Geschichts- und Vaterlandsfreunden der Wunsch ausgesprochen,
-daß unweit des Denkmals eine bewohnbare Köhlerhütte erbaut werden möge,
-dessen Bewohner, einer armen Köhler- oder sonst rechtschaffnen Familie,
-die Aufsicht über das Monument und der nahe gelegenen Waldpflanzungen
-obliegen sollte, denn schon damals sah man es voraus, daß ein so
-unbewachtes Denkmal vielen Verunstaltungen ausgesetzt sein würde.
-
-Allein ohngeachtet der mancherlei Gaben, die damals zur Errichtung des
-Denkmals von Vaterlandsfreunden gespendet wurden, reichten sie doch
-nicht hin, um die Erbauung einer Köhlerhütte möglich zu machen. So
-vergingen denn volle 16 Jahre, ohne daß jemand sich der Sache unterzog,
-um durch abermalige milde Beiträge es möglich zu machen; als im Anfange
-des Jahres 1838 der Herr Finanzprocurator +Lindner+ zu Schwarzenberg,
-der sich schon bei Errichtung des Denkmals der Sammlungen milder
-Beiträge unterzogen und sehr thätig sich gezeigt hatte, eine
-unterthänige Bitte an ein hohes königl. +Finanzministerium+, zu
-Gewährung des nöthigen Platzes und Holzes der Köhlerhütte wagte. Diese
-hohe Behörde, patriotischen Unternehmungen nicht hinderlich, genehmigte
-es auch, und so wurde von dem Herrn Finanzprocurator +Lindner+ und dem
-Herrn Rentamtmann +von Schleinitz+ zu Grünhain[94] eine Sammlung milder
-Beiträge von Nah und Fern unternommen.
-
-[Illustration:
-
- Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg
- R. Böhme. lith.
- W. Bischert gedr.
-
-Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause am Fürstenberge bei Grünhain]
-
-Trotz der größten Bemühungen der beiden vorgenannten Herren ging die
-Einsammlung sehr spärlich von statten, so daß an der völligen Erbauung
-einer Köhlerhütte so leicht nicht gedacht werden konnte, als unser
-allverehrtes Fürstenhaus, welches +nie+ seine milde Hand sinken läßt,
-zu dem Unternehmen wahrhaft königl. beisteuerte[95], wodurch erst das
-begonnene Werk lebhaft von Statten gehen konnte, und schon sollte
-nun die Hütte gehoben werden, als den hiesigen Gebirgsbewohnern,
-so wie allen treuen Sachsen die große Freude zu Theil wurde, ihren
-allgeliebten König[96], nebst dessen hochverehrter Frau Gemahlin der
-Königin[97] in ihrer Mitte sehen zu dürfen.
-
-Nachdem beide Majestäten den 10. Septbr. 1838 in Annaberg übernachtet
-hatten, kam Se. Majestät der König am 11. Septbr. über +Schlettau+,
-+Scheibenberg+, +Elterlein+, +Zwönitz+ nach +Grünhain+ mit Gefolge
-geritten, geruhte daselbst den dasigen Klostergarten in Augenschein zu
-nehmen, wo noch das Gefängniß, +Fuchsthurm+ genannt, zu sehen ist, in
-welchem +Kunz v. Kauffungen+ vom Abt +Liborius+ festgehalten wurde,
-und ritt sodann nach +Gottesgeschick+[98], um daselbst höchstdero
-Frau Gemahlin, welche von +Scheibenberg+ kommend, hier das daselbst
-befindliche Bergwerk in Augenschein zu nehmen, geruht hatte, abzuholen,
-um gemeinschaftlich von da auf den Fürstenbrunnen zu fahren.
-
-Hier hatte sich schon unter Leitung des Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ und
-der beiden Lehrer der Bürgerschule zu +Grünhain+, Herr Rektor +Hecker+
-und Herr Cantor +Günther+ die Grünhainer Schuljugend versammelt, als
-auch der dasige Frauenverein, unter Leitung der damaligen Vorsteherin
-desselben, der Frau Rentamtmann +von Schleinitz+ so wie viele tausend
-Menschen, um das edele Regentenpaar zu empfangen. Sobald die hohen
-Herrschaften, geleitet von dem Amtshauptmann des Bezirks, den Domherrn
-+Freiherrn von Biedermann+ auf +Niederforchheim+, angekommen waren und
-geruht hatten aus dem Wagen zu steigen, gingen 12 Grünhainer Mädchen
-weiß gekleidet dem hohen Herrscherpaare voran, indem sie demselben
-Blumen auf den Weg streuten und zugleich brachten die Bergleute von
-den Werken +Gottesgeschick+ und +Graul+[99], welche eine ~Haie~ bis
-in die Nähe des Brunnens bildeten, ein freudiges: »Glück auf!« aus.
-Hierauf nahte sich Einer[100] von den +sieben Köhlern+, die sich dort
-versammelt hatten, um dem hohen Regentenpaare folgendes Gedicht[101]
-vorzutragen:
-
- Muß ich, mein König, mich nicht heute freuen,
- Daß dieser Tag mir aufgegangen ist?
- Ich, Einer von den Tausenden Getreuen,
- Der Dich als Wächter ehrerbietig grüßt. --
- Sah' an der Quelle Jahre geh'n und kommen;
- Doch meinen König hieß ich nicht willkommen.
-
- Laß es gescheh'n, daß ich Dir hier verkünde,
- Was vor Jahrhunderten mein Auge sah' --
- Wenn ich vor Dir das rechte Wort nicht finde,
- So ist wohl Deine Gnad' und Huld mir nah --
- Drum hell Dich auf, Du Dunkel grauer Zeiten,
- Zu Dir will mich Erinn'rung jetzt geleiten.
-
- Hier an der Quell mußt ich mit seinen Händen
- Prinz Albert durstig Labung suchen seh'n,
- Es mußte mich, ich glaub's, in seine Nähe senden
- Der fernen Mutter still vernommnes Flehn.
- O, rette mich! -- sprach er -- und voll Vertrauen
- Sah ich den Prinzen mir ins Auge schauen.
-
- Den Schürbaum hier, das war nur meine Waffe,
- Vor welcher Kunz, der Räuber, furchtsam floh.
- Bleib weilend hier mein Prinz, daß ich Dir Hilfe schaffe!
- Sprach ich -- bald war er seiner Rettung froh;
- Denn sieh'! geschlagen schon in festen Banden
- Die Meinen bald den Prinzenräuber fanden.
-
- Seit dieser Zeit bewach' ich diese Quelle,
- Die Deinen Ahnherrn Rettungshafen ward,
- Des Waldes Saum ist meines Hauses Schwelle,
- Das Moos, das Lager, welches meiner harrt,
- Und drüber hat mein Gott ein Dach gebauet,
- In das mit Lust mein Aug' am Abend schauet.
-
- Doch sieh! dort soll dem Greis ein Obdach werden
- Und heiter schaut sein Giebel heut mich an,
- Noch wärmen soll ich mich am Heerd auf Erden,
- Nachdem die Blöcke längst verlangend sahn;
- Dein Volk baut mir -- mein König -- diese Hütte,
- Laß' es gescheh'n! -- gewähr mir diese Bitte.
-
- Ein guter König mußt Du sein auf Erden,
- Denn es bewachet solch' Erinnerung,
- Ja, glücklich soll'n wir durch Dich nur werden
- Und uns're Freude bleibe immer jung.
- Drum, guter König, langes, langes Leben
- Mag dieser Trunk, den ich Dir biete, geben.
-
- Ließ jüngst, mein König, mir so reichen Hausrath senden,
- Mag Gott dafür Dir reichen Seegen spenden.
-
-Nachdem beide Majestäten geruht hatten, dieses Gedicht anzuhören,
-überreichten drei kleine Mädchen, ebenfalls grün und weiß gekleidet,
-zweie[102] Sr. Majestät dem König, einen Teller mit Waldbeeren, die
-dritte[103] Ihro Majestät der Königin, einen Becher mit Wasser, mit den
-Worten:
-
- »Dir gute Königin, mög' langes, langes Leben
- Der frische Trunk, den ich Dir biete geben!«
-
-Sodann vereinigten sich die Mitglieder des obenerwähnten Frauenvereins,
-um durch die dermalige Vorsteherin die Frau Rentamtmann +von
-Schleinitz+ Ihro Majestät der Königin vorgestellt zu werden, indem ein
-Mädchen aus der vom Frauenverein zu +Grünhain+ errichteten Nähschule,
-Ihro Majestät ein Gedicht auf einem mit Blumen bekränzten Körbchen
-zu überreichen die Ehre hatte. Ihro Majestät geruhten huldvollst und
-herablassend mit mehreren Mitgliedern des Frauenvereins zu sprechen.
-Nachdem beide Majestäten das mit Blumen bekränzte Monument betrachtet
-und auf das wohlwollendste über die Ausführung der Sache als die
-Feier dieses Tages sich ausgesprochen hatten, geruhten sie in der zu
-dieser Feierlichkeit erbauten mit Blumen umwundenen Bude, ein von dem
-Stadtrathe von Grünhain veranstaltetes frugales Frühstück einzunehmen,
-bei welchem die Beamten von Nah und Fern die Ehre hatten hinzugezogen
-zu werden.
-
-Unter lautem Vivatruf setzte sodann das allgeliebte Regentenpaar die
-weitere Reise über +Schwarzenberg+ nach +Schneeberg+ fort.
-
-Durch mehrere milde Beiträge[104], kam es bald hierauf soweit, daß
-die Hütte gehoben werden konnte. Die Feierlichkeit dabei war in den
-Leipziger Zeitungen No. 236. Dienstags den 2. Octbr. 1838 ~pag.~ 3452
-auf folgende Weise beschrieben:
-
- »+Vom Fürstenbrunn+, im königl. sächs. Erzgebirge, d. 27. Septbr.
- (Privatmittheilung.)
-
- Der heutige Tag war für Viele, welche diesem Brunnen zunächst
- wohnen, ein heiterer Festtag. Der Bau der Köhlerwohnung daselbst
- war so weit gediehen, daß sie gehoben werden konnte, und nun
- ihrer baldigen Vollendung entgegen sieht. Nicht jedes Volk ist
- so glücklich, Stätten nachweisen zu können, an welche es, wie
- es hier geschehen darf, der Anfang eines Jahrhunderte hindurch
- fortdauernden Glückes anknüpfen kann. Sinnbildlich erinnert
- uns auch die Quelle, welche seit Jahrhunderten ununterbrochen
- hervorsprudelt, und deren Wächter dieses Haus erbauet wurde,
- an jene Quelle, die seit dieser Zeit unserm Vaterlande Glück
- und Segen strömt. Hierdurch empfing der +27. September d. J.+
- eine eigenthümliche Weihe. Das Musikcorps, aus Bergleuten von
- der benachbarten Grube »Gottesgeschick« bestehend, hatte sich
- freiwillig zu dieser Festlichkeit eingefunden. Es stimmte zuerst
- einen feierlichen Chorgesang an, dann sprach der Baumeister zu
- den zahlreich Versammelten die Empfindungen aus, mit welchen er
- -- auf Geheiß des treuen Sachsenvolkes -- dieses Wächterhaus
- soweit aufgerichtet habe, und nachdem er die heißen Wünsche für
- das fortdauernde Wohlergehen unsrer allverehrten Königsfamilie
- ausgesprochen hatte, gedachte er dankend derer, welche ihn durch
- ihre Beiträge in den Stand gesetzt hatten, diese Wohnung aufführen
- zu können -- er vergaß auch dessen nicht, welcher aus dem königl.
- preuß. Herzogthum Sachsen, ohne Nennung seines Namens, einen
- mit herzlichen Worten begleiteten Beitrag eingesendet hatte. --
- Unwillkührlich stimmten hierauf die Versammelten aus vollem Herzen
- ihr »+den König segne Gott!+« an. Erst, als der Sonne letzte
- Strahlen auf das in alterthümlicher Einfachheit sich erhebende
- Köhlerhaus fielen, trennten sich die Anwesenden von einander,
- herzliche Grüße der Liebe und Verehrung von den Bergen der
- erhabenen königlichen Familie aus der Ferne zusendend. --
-
- +Nachschrift.+ Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen Bitten
- der thätigen Leitern dieses Baues, so dürfte das Wohnzimmer des
- Köhlers mit Copien von Gemälden[105] geschmückt werden, welche
- einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht mit den
- Copien von den Portraits des Köhlers +Schmidt+, des +Kunz von
- Kauffungen+ und a. welche sich in dem Besitze eines erlauchten
- Fürstenhauses befinden.« --
-
-Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ zu
-Grünhain) wurde am 27. Septbr. 1838 bei der Hebung des Köhlerhauses
-gesprochen:
-
- »Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als Baumeister dieses
- Wächterhauses, Ihnen allen geehrte Anwesende, die gewiß meine
- Freude theilen, den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest
- zusammengefügtes Gebälk, über welches bald das schützende Dach
- sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen wir doch jetzt
- schon im Geiste den treuen Wächter der Quellen, den Köhler, hier,
- als aus seiner Wohnung aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit
- taucht vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen schauen
- freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, dessen heilige Erinnerung
- hier bewacht werden soll, eine gesegnete Zeit für uns begann, den
- Wohlstand unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter
- aller derer, welche in +Albrecht+ ihren Ahnherrn verehren, immer
- herrlicher und herrlicher erblüthe. Ja, gewiß! wie diese Quelle
- hier, seit Menschen sie sahen, +nie+ versiegt ist, so fließet auch
- heute noch die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da unser
- hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes ist -- und
- trägt Glück und Friede in Hütten und Palläste. Ich muß es Ihnen
- gestehen, wenn ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im
- geschäftigen Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen sah, da nahm
- der Gedanke mein ganzes Herz ein; eine große Familie will eine
- schöne Erinnerung nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen
- der dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt
- erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu schätzen wußte, sie
- sammelt sich, freudig dankend, um diejenigen, welche jetzt Vater
- und Mutter dieser großen Familie sind und rufen Ihnen von den
- Bergen zu: lebet hoch! --
-
- Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters und dieser Mutter:
- sie leben hoch!
-
- Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter glücklich wohnend
- auch mit bauen wollte die Hütte, weil sein dankbares Herz es ihm
- gebot, der aus weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch![106]
-
- Die als die Bauherren den Grundstein legten, sie leben hoch!
-
- Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke Gott glückliche Tage
- und nehme sie, wie diese Hütte, in seinen besondern gnädigen
- Schutz!« --
-
- * * * * *
-
-Sobald nun das Haus gehoben war, schritt der Bau bald vorwärts, durch
-die Bauunternehmer,[107] so daß es noch vor dem Winter bewohnbar
-hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 wurde der Tag des
-Einzuges einer zwar armen aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie[108]
-aus +Raschau+, die also noch vor dem strengen anhaltenden Winter ein
-sicheres Obdach erhielt. Den 9. November 1838 wurde von der hohen
-Kreisdirection die +Schankconzession+, doch mit der Beschränkung nur
-+anständige+ Gesellschaft dort zu dulden, ertheilt.
-
-So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man nur +gerne+ weilt und
-dabei sich als ein Punkt auszeichnet, der schon von der Natur durch
-das grüne +Oswaldsthal+ in dem der Oswaldsbach von Waschleute nach
-Wildenau fließt, geschmückt ist, was man von dem Köhlerhause herab
-sehen kann, und dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich
-majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht der Berggebäude
-+Gottesgeschick+ und +Graul+ so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles
-malerische erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird hiervon
-angezogen und danket noch immer der Vorsehung für die Erhaltung des
-sächsischen Regentenhauses! --
-
- * * * * *
-
-Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 □ Rth. ein und ist ungefähr
-60 Ellen seitwärts vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern
-desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden zugewiesen worden,
-wovon 189 □ Rth. als Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden kann.
-Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, das Wiesenstück
-aber unmittelbar unter dem Hause.
-
-Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus vollends aufgebaut, daher
-erfreute sich solches schon im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines
-ungetheilten Beifalls und zahlreichem Besuche, was das dort
-befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.
-
-Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung des Prinzen +Albrecht+,
-wurde diesmal als der Tag der Einweihung des Köhlerhauses feierlich
-begangen, was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen
-Kreisblattes vom 16. Juli 1839 ~pag.~ 216. befindlichen Aufsatze
-schließen kann. Dessen Inhalt war folgender:
-
- »+Fürstenberg+ bei Grünhain, am 8. Juli 1839. -- Das durch
- Beschädigungen sonst vielfach verunstaltete aber immer wieder
- hergestellte hiesige Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des
- Prinzen +Albrechts+ von Sachsen am 8. Juli 1455 hat endlich nun
- nebst der dasselbe umgebenden Waldung einen bleibenden Schutz durch
- das hier neu erbaute Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt,
- gefunden. --
-
- Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch gegenwärtig das
- Unternehmen, hier eine bewohnbare an den entschlossenen Befreier,
- den Köhler +Schmidt+, nachher Triller genannt, erinnernde
- Köhlerhütte herzustellen freiwillig unterstützen. So hat Herr
- Buchbinder +Buchner+ in Schneeberg zum gestrigen Tage ein recht
- geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem Orte unentgeldlich
- gewidmet und vorzüglich Herr Kaufmann +Gottschald+ in Scheibenberg
- den neuen Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen
- wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch seine Mittel
- übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt. Auch gestern,
- wo ein heiterer Sommertag der ganzen, jedem Sachsen heilige
- Stätte ein recht freundliches Aeußere verlieh, sind wieder
- freiwillige Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden.
- Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den öffentlichen
- Blättern besonders durch den für alle gemeinnützige Gegenstände mit
- vielem und beharrlichem Eifer erfüllten Herrn Pastor ~M.~ +Richter+
- in Grünhain[109] erfolgt sind, lassen daher wohl noch manche
- weitere Unterstützung erwarten. Sollte es hierdurch mit der Zeit
- gelingen, daß die im Innern des Köhlerhauses angebrachten Räume
- zur geselligen Aufnahme die jetzt noch entbehrenden +Oefen+[110]
- erhielten, -- eine in der hiesigen ziemlich rauhen Gegend ganz
- nothwendige Zimmerausschmückung, -- so läßt es sich wohl erwarten,
- daß dieser historisch reich und von der Natur sehr freundlich
- ausgeschmückte Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von Fremden wie
- Einheimischen zahlreich besucht werden wird.
-
- Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten sich vorzüglich
- die in dichterischer Form recht gelungen angebrachten Toaste des
- Herrn Oberzollinspectors +Frege+ in Annaberg, Herrn Kammerath
- +Reiche-Eisenstuck+ von dort und des Herrn Pastors +Behr+ zu
- Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des Tages war ein Concert im
- Freien gewidmet und gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine
- Opferflamme, auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten Denkmales
- angebracht, die +allgemeine Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes
- Regentenhaus verkündete+.« --
-
-
-Nähere Beschreibung des Köhlerhauses.
-
-(Dazu Abbildung ~No.~ 3.)
-
-Zuerst gelangt man (s. Abbildung ~B.~) auf 3 steinernen Stufen (~a~)
-in die 13½° lange und 3½° breite mit Steinplatten gepflasterte
-+Hausflur+ (~b~). Von der Hausflur rechts kommt man hiernächst in
-das +große Gesellschaftszimmer+ (~c~), welches 13½° lang und 9°
-breit ist. Auch befindet sich in selbigem an der Hausflurseite ein
-gußeiserner Etagenofen (~d~). Verläßt man dieses Zimmer und wendet
-sich in der Hausflur links, so gelangt man in die 6° lange und 5½°
-breite +Wohnstube+ des Wächters (~e~) in der sich ein Plattenofen
-(~f~) befindet. Von hieraus führt eine Thüre in die 6° lange und 3½°
-breite +Stubenkammer+ (~g~) worin sich auf der hinteren Seite eine
-+Erhöhung+ (~h~) durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu
-der eine 3 Stufen hohe Treppe führt (~i~). Geht man sodann in die
-Hausflur zurück, so kommt man auf der linken Seite, in die 3¾° lange
-und 2½° breite +Küche+ (~k~). In derselben steht ein gemauerter Heerd
-(~l~) mit eingesetzter Bratröhre (~m~). Ferner führt von der Hausflur
-aus links durch eine Doppelthüre auf einer Treppe (~n~) (s. Abbildung
-~A. a.~) von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4° breite einfach
-gewölbten (s. Abbildung ~A. b.~) +Keller+ (~Ac.~) (~o~). Kommt man
-wieder hinauf aus dem Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren
-in die Privets (~p~). In die Etage (~C.~) gelangt man durch eine mit
-Geländern versehene 13 Stufen hohe hölzerne Treppe (~q~). Durch die
-Treppe (s. Abbild. ~C.~) (~a~) kommt man auf einen kleinen Vorboden
-(~b~). Auf diesem befindet sich ein Dachfenster (~c~). Dem gegenüber
-in das 8¾° lange und 5½° breite +kleine Gesellschaftszimmer+ (~d~),
-in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter Kanonenofen (~e~)
-sich befindet. Verläßt man dieses Zimmer so kommt man rechts von
-obengenannten Vorboden in die +Schlafkammer+ des Wächters (~f~), sie
-ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die Esse (~g~) zum Dache
-hinaus. Dieser Kammer gegenüber, mithin links des Vorbodens ist eine
-+zweite+ ebenfalls so lange und breite +Kammer+ (~i~) als die Vorige.
-Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne 9 Stufen hohe Treppe (~k~)
-auf den +Oberboden+.[111]
-
-Der +Stall+ (s. Abbild. ~A. d.~) befindet sich im Erdgeschoß und ist
-12° lang und 9° breit. Uebrigens ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen
-(~e. f. g.~) und einer Krippe (~i~) versehen. Am östlichen Ende
-befindet sich ein Kuhstand. (~h~) --
-
- * * * * *
-
-Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet, über 1000 Thlr.
-Baumeister waren der Zimmermeister +Friedrich Rau+ in Schwarzenberg und
-der Mauermeister +Karl Hübschmann+ in +Grünstädtel+. --[112]
-
-So wurde ein Werk, welches im Anfang so schwierig zu gedeihen schien,
-doch durch den unermüdeten Eifer des Herrn Rentamtmann +von Schleinitz+
-und des Herrn Finanzprocurator +Lindner+ zur Zufriedenheit Aller
-vollendet. --
-
-
-
-
-Anhang.
-
-
-Als Anhang möge eine +Charade+ noch Platz finden, die durch ihren
-Inhalt zum 1. Theile passend ist:[113]
-
- Heller Himmel, blau und golden,
- Lerchenschlag, Pirolensang,
- Lockten mich mit meiner Holden
- Nach umbuschten Bergeshang.
-
- Wie berauscht vom Wonnemorgen,
- Plaudernd bald, und singend bald,
- Streiften wir ganz ohne Sorgen
- Immer tiefer in den Wald.
-
- Und schon trieb die muntere Heerde
- Blasend ein der ferne Hirt,
- Da -- macht' Etwas uns Beschwerde;
- Denkt! wir hatten uns verirrt.
-
- Alles war so lau und luftig,
- Gleich dem Sammte schien das Gras,
- Maien wehten, ach! so duftig --
- Doch, zu hungern, ist kein Spaß!
-
- »Laß an +Drei+ und +Vier+ uns halten;«
- Sprach ich -- »der steht Felsenfest
- An ein unbekanntes Walten,
- Schützend selbst des Sperlings Nest.«
-
- »»Magst mir's, wenn ich satt bin, sagen;« --
- Meinte, schlecht erbaut, mein Kind! --
- »Doch, sieh' dort den Meiler ragen;
- Laß zu ihm uns gehn geschwind.««
-
- Ob wir gleich den Lauf begannen,
- Eifrig suchten kreuz und quer,
- Sah'n wir, ob der hohen Tanne,
- Doch nun selbst den Rauch nicht mehr.
-
- Bald -- wie einst der schwarz Rabe
- Fütternd zum Propheten kam,
- Bot von +Eins+ und +Zwei+ ein Knabe;
- +Erdbeer'+ uns und Brod und Rahm.
-
- Von der treuen +Ersten+ Hütte
- Wählten wir den Speisesaal;
- Milch und Brod in ihrer Mitte
- Mahnt' uns an ein fröhlich Mahl.[114]
-
- Doppelt schien der Wald nun luftig,
- Noch einmal so grün der Grund,
- Auch die Tanne weht' uns duftig,
- Glas an Glas und Mund an Mund!
-
- »Siehst Du, Kind!« -- so rief ich fröhlich --
- »Daß der +Letzte+ nicht verläßt;
- Woll'n an ihm, -- dann sind wir seelig --
- Gleich, der +Ersten+, halten fest!« --
-
- F. K.
-
-
-Auflösung.
-
- Den Schlüssel hier zur Schraube
- Giebt zwar -- der +Köhlerglaube+, --
- Doch nimm ihn nicht sogleich als baare Münze hin,
- Prüf' lieber erst genau, bis Du erspähst den Sinn!
- Dann schlage +hier+ noch nach, triffts +hier+ auch glücklich ein?
- So war die Freude groß und -- nirgends leerer Schein! --
-
-
-
-
- So prüf' gefälligst auch die Prosa dieser Schrift
- Und sprich nicht gleich zuvor die schrieb gewiß kein Swift! --
- Ist dir dann manches neu, doch der Geschichte treu gewesen,
- Dann bitte, nimm es an, als Deiner Nachsicht werth zum Lesen. --
-
-
- Annaberg,
- gedruckt bei +Eduard Hasper+.
-
-
-
-
-Berichtigungen.
-
-
- Seite 2 Zeile 22 v. o. nach: traf ist einzuschalten: +es+.
-
- " 3 " 3 " " statt: Plugk lies: +Pflugk+.
-
- " 3 " 10 " " nach: Schwickershain fehlt: (-- +das
- heutige Schweickershain+ --).
-
- " 4 " 3 " u. statt: Türingen lies: +Thüringen+.
-
- " 5 " 2 " o. statt: ihm lies: +ihn+.
-
- " 5 " 8 " " statt: vom lies: +von+.
-
- " 5 " 13 " " " im lies: +in+.
-
- " 5 " 15 " " " meißnische lies: +meißnischen+.
-
- " 5 " 9 " u. " dem lies: +den+.
-
- " 6 " 2 " o. " dem lies: +den+.
-
- " 7 " 12 " " " wären lies: +waren+.
-
- " 7 " 17 " " " Verträge lies: +Verträgen+.
-
- " 8 " 12 " u. " ihm lies: +ihn+.
-
- " 8 " 10 " " fällt nach Dienstag das +Komma+
- hinweg.
-
- " 10 " 5 " o. fällt nach Isenburg das +Komma+
- hinweg.
-
- " 10 " 6 " " statt: seine lies: +seinen+.
-
- " 10 " 5 " u. " folgender lies: +folgenden+.
-
- " 11 " 1 " " " Hanse lies: +Hause+.
-
- " 12 " 6 " o. nach: als ist einzuschalten: +solches+.
-
- " 15 " 10 " " statt: seinen lies: +seinem+.
-
- " 16 " 15 " " " Monument lies: +Monumente+.
-
- " 16 " 5 " u. " auch lies: +auf+.
-
- " 18 " 13 " " " solte lies: +sollte+.
-
- " 23 " 2 " o. " Prinz lies: +Prinze+.
-
- " 28 " 4 " u. " exestirte lies: +existirte+.
-
- " 30 " 1 " o. nach: zunehmen ist einzuschalten: [40]
-
- " 30 " 2 " " statt: den lies: +dem+.
-
- " 30 " 19 " " " wär lies: +wäre+.
-
- " 33 " 3 " u. laß die erste 1 weg.
-
- " 40 " 2 " o. statt: mehrfaches lies: +mehrfachen+.
-
- " 40 " 4 v. o. statt: den lies: +dem+.
-
- " 40 " 9 " " " Prinzenraub lies: +Prinzenraube+.
-
- " 40 " 14 " " " weiten lies: +weitem+.
-
- " 42 " 14 " u. " Pachter lies: +Pastor+.
-
- " 44 " 1 " o. " Hände lies: +Händen+.
-
- " 44 " 10 " " " Vulpius lies: +~Vulpius~+.
-
- " 47 " 19 " " " mit lies: +nit+.
-
- " 48 " 11 " " " der Familie lies: +die Familien+.
-
- " 48 " 3 " u. " deusche lies: +deutsche+.
-
- " 51 " 11 " " nach: vier Kinder schalte ein: +eine
- Prinzessin und+.
-
- " 52 " 2 " o. statt: Turzold lies: +Tunzold+.
-
- " 54 " 5 " " fällt das Wort: +der+ hinweg.
-
- " 57 " 11 " " statt: den lies: +dem+.
-
- " 58 " 1 " " " welcher lies: +welchen+.
-
- " 58 " 3 " u. " Pachter lies: +Pastor+.
-
- " 60 " 5 " " " Pachter lies: +Pastor+.
-
- " 69 " 6 " o. " hinterlich lies: +hinderlich+.
-
- " 70 " 6 " " " ihre lies: +ihrer+.
-
- " 71 " 7 " " " den beiden Lehrern lies: +der
- beiden Lehrer+.
-
- " 75 " 5 " o. " welchen lies: +welche+.
-
- " 75 " 8 " " " konnten lies: +konnte+.
-
- " 75 " 16 " " " jener lies: +jene+.
-
- " 76 " 1 " u. " ~p.~ 64 lies: ~p.~ 46.
-
- " 81 " 4 " " " Abgemeinen lies: +Allgemeinen+.
-
- " 82 " 9 " " setze: (~d~) unmittelbar hinter dem
- Worte: +Etagenofen+.
-
- " 82 " 1 " " setze: (~i~) unmittelbar hinter dem
- Worte: +führt+.
-
- " 83 " 3 " o. setze: (~k~) unmittelbar hinter dem
- Worte: +Küche+.
-
- " 83 " 4 " " setze: (~m~) unmittelbar hinter dem
- Worte: +Bratröhre+.
-
- " 83 " 11 " " setze: (~p~) unmittelbar hinter dem
- Worte: +Privets+.
-
- " 83 " 11 " u. statt: Kanonofen lies: +Kanonenofen+.
-
- " 83 " 10 " " nach: kommt schalte ein: +man+.
-
- " 83 " 5 " " statt: lang lies: +lange+.
-
- " 84 " 3 " " " speciel lies: +speciell+.
-
-[Illustration: Die innere Ansicht des Köhlerhauses am Fürstenberge.]
-
-
-
-
-Fußnoten
-
-
-[1] s. ~Aen. Sylvius de statu Europae c. 24. ap. Frkhr. T. II. pag.
-221. (edit. Struv. Argentor 1717.) »Conradus Rauses (de Kauffungen)
-nobili loco apud Saxones natus, bellicae rei peritus, manu promptus, et
-animo imperterritus etc.«~ --
-
-[2] ~Albinus~ Landchronik der Meißn. Lande. ~pag.~ 265.
-
-[3] s. Kunzens Revers wegen des ~ad interim~ ihm eingeräumten Gutes
-+Schwickershain+ und Zugehörungen unter den Beilagen zu den gleich
-anzuführenden +Churfürstl. Manifeste+ in +Wecks+ Dresdner Chronik,
-~pag.~ 170. --
-
-[4] sowohl die Koburgsche Pflege, als auch alle Schlösser und Güter in
-Thüringen. ~+Kammermeisteri+ Annal. Erfurt, ap. Menken. T. III, pag.
-1180--1215.~
-
-[5] +Müllers+ sächs. ~Annal. pag. 29, Chron. terrae Misn. pag. 360.
-Kammermeisteri, l. c. T. III. p. 1210~.
-
-[6] Der +Landfriede+ wurde zuerst durch eine Verordnung der geistlichen
-Synode zu +Elne+ in Rousilon den 16. Mai 1027. als eine Zeit, wo keine
-Fehden bei Vermeidung des Bannes eintreten sollten, ausgesprochen. Es
-durfte hierdurch namentl. kein Krieg statt finden, wenn Gottesdienst
-gehalten wurde. In Deutschland trat dieser Landfrieden später jedoch
-allgemeiner ein im Jahre 1495. und das Reichskammergericht entstand nun
-zugleich als Behörde, welche darüber zu richten hatte und bei welcher
-alle deutschen Fürsten verklagt werden konnten. Mithin fehlte es zur
-Zeit des Prinzenraubes noch an einer Gerichtsbehörde, sogar in Sachsen
-selbst wurden das Oberhofgericht zu Leipzig und die Landesregierung zu
-Dresden erst im Jahre 1483 u. 1486 errichtet, s. v. +Römers+ sächs.
-Staatsrecht Th. 2. ~pag.~ 104. §. 12. -- +Kretschmanns+ Geschichte
-des Oberhofgerichts zu Leipzig, seit seiner Entstehung. Leipzig 1804.
-8. -- Früher wurde der Landfrieden in Thüringen als im Meißnischen
-und überhaupt in Deutschland eingeführt durch das auf dem Landtage
-zu Weisensee beschlossene Gericht vom J. 1446. s. +Weißens+ sächs.
-Geschichte Band 2. ~pag.~ 377.
-
-[7] Daß +Kunz Eisenberg vor+ dem Prinzenraube besessen hat, ersieht
-man aus einer Montags nach Ostern 1455. ausgestellten Urkunde.
-(~Schoettgenii opuscula minora per Godofr. Imman. Grandig.~ 337) worin
-+Kunz+ sich als Zeuge auf folgende Weise unterschrieben hat: +Kunyz
-Kauffungka snd in ein na Eysenberczia.+
-
-d. i. Kunz von Kauffungen gesessen zu Eisenberg. -- +Eisenberg+ ist
-noch +jetzt+ der Name des Schlosses.
-
-[8] +Schreiters+ Geschichte des Prinzenraubes ~pag.~ 1 da 167 u. f.
-
-[9] Nach dem julianischen Kalender der 25. Juni, nach unserm
-verbesserten Kalender der 7. Juli.
-
-[10] Indem Kunz von Kauffungen als früherer Schloßhauptmann im ganzen
-Altenburger Schlosse bekannt war.
-
-[11] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 266. --
-
-[12] s. +Müller+ a. a. O. ~Tab.~ 2 u. ~Tab.~ 16.
-
-[13] Dieser Brief befindet sich auch in ~Vulpii Plagio Kauffung~.
-Weißenfeld 1704. 4. ~pag.~ 8. --
-
-[14] +Im verständlicheren Deutsch+:
-
-Meinen willigen Dienst, samt alles Liebes und Gutes zuvor.
-
-Ehrbarer, strenger lieber Junker!
-
-Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags nach der
-Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit den meisten Hofleuten, auch auf
-den Montag Abend der Kanzler ein Gastmahl in seinem Hause ausrichten
-wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da nun auch auf dem
-Schlosse um diese Zeit der alte Asmus allein den Trabantendienst hat,
-der zuerst eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner
-bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht bergen, und meiner
-angelobten Treue gemäß Euch zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen
-gewärtig zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum Altenburg am
-Sonnabend nach Mariä Heimsuchung. Anno 1455.
-
-+Hans Schwalbe.+
-
-
-[15] s. +Brauns+ monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen. Th. IV. ~pag.~
-486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget, doch waren es nicht
-eigentliche Strickleitern, wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen
-Stücke davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei +Weck+ a. a. O.
-
-[16] Nach einer Handschrift, welche ~M.~ +Joh. Tauchnitz+ 1633, der als
-Pfarrer in +Morstab+ bei Altenburg starb, hinterlassen hat.
-
-[17] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267 und die +sächs.
-Provinzialblätter+ 1801, im Januar Stück 82.
-
-[18] Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage zu dem
-Manifest. Bei +Weck+ a. a. O. ~pag.~ 172.
-
-[19] +Dieser Wald+ ist jetzt noch 2 Stunden lang und 1 Stunde breit.
-
-[20] Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren, allenfalls bei
-einem Furt durch die Mulde setzen, welches bei mittelmäßigem Wasser
-angeht, wäre aber dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er
-die +Wolkenburger+ Brücke passiren. Nun besaß er aber das nahe bei
-Wolkenburg über der Mulde gelegene Schloß und Rittergut +Kauffung+,
-sein Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner Streitigkeiten
-mit dem Kurfürsten muß aufgehalten haben, weil er seinen Revers an den
-Kurfürsten mit folgenden Worten anfängt:
-
-+Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen gesessen.+
-
-[21] s. +Schreiter+, a. a. O. ~pag.~ 256. ff.
-
-[22] Nämlich am +Fürstenberg+, ein Berg im Zwickauer
-Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde von +Grünhain+ und
-¾ Stunde von +Raschau+, im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen.
-Diesen Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem er früher
-»+Schmiedewald+« hieß. Man findet hier sehr viele alte Meilerstätten,
-vorzügl. rechts bei dem jetzt errichteten +Monumente hin+, auch
-oberhalb des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche, die mit Moos
-und Erde schon überzogen sind, wozu Jahrhunderte gehören. -- Nach
-+Schumanns+ Staats-, Post- und Zeitungslexikon. Band 15. ~pag.~ 976.
-käme der Name Fürstenberg, nicht von der Befreiung des Prinzen her,
-sondern von +First+ (+Hochberg+) allein blos der untere Theil des
-Berges heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze desselben
-oben in der Nähe bei Grünhain, die +Spiegelwald+ genannt wird. Er
-verwechselt daher offenbar diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es
-ist +erwiesen+, daß dieser erstere früher +Schmiedewald+ hieß. (s.
-Anmerkg. 32.)
-
-Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben, so rechts von
-der Quelle die +Fürstenberger Fundgrube+, welche auf Eisenstein baut.
-Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe +Haide+ zu +Himmlisch Heer+
-und dann der +Frischglückstolln+. Nach +Gottesgeschick+ zu auf der
-Wiese liegt der +Mohrenstolln+. Der schon oben erwähnte +Marmorbruch+
-befindet sich über dem Denkmale, auf der Spitze des Fürstenberges.
-Besitzer ist dermalen der Herr Erbrichter +Stölzel+ zu +Oberscheibe+.
-Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich wegen seiner Festigkeit und
-Weiße aus. Da man aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon
-gemacht hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen, und wird zu Kalk
-verbrannt. Nicht weit davon ist +Kieselshoffnung+, wo man Kupferkies
-gewinnt.
-
-[23] s. +Spangenbergs+ Mansfelder Chronik 559.
-
-+Albinus+ a. a. O. 269.
-
-~Fabric. Origg. Saxon. liber.~ 7.
-
-[24] s. +Oesfelds+ Landchronik. 2. Th. 65.
-
-[25] In Adam Daniel +Richters+ Annaberger Chronik. 1746. 1. Th. 1.
-St. ~pag.~ 6. steht folgendes geschrieben: »+Es ist ein geschickter,
-kunstreicher Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz, in das
-Kloster Grünhain gehörig, welcher noch am Leben gewesen, als der
-Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser Rosenkrantz und Kuntz von
-Kauffungen sind stets beisammen gewesen, und als Kuntz von Kauffungen
-die jungen Fürsten von dem Schlosse Altenburg wollen wegstehlen, hat
-ihn Rosenkrantz sehr gewehret, er sollte es nicht thun, es würde ihm
-Leib und Leben kosten. Welches auch hernach geschehen ist.+« --
-
-[26] Kam erst 1459 zu Sachsen, indem +Georg Podiebrad+, König von
-Böhmen, seiner Tochter +Sidonia+ die Herrschaft +Schwarzenberg+ als
-+Morgengabe+ bei ihrer Vermählung mit dem Herzog +Albrecht+ (derselbe,
-den Kunz von Kauffungen geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde
-damals Schwarzenburg genannt. s. +Lunigs+ deutsches Reichsarchiv.
-~Part. spec. cont. I.~ B. 6. Der ersten ~Contin.~ 1. Forsetz. ~pag.~
-232. s. a. +Richter+ a. a. O. ~pag.~ 28. --
-
-[27] +Grünhain+ ist eine kleine Bergstadt im Königreich Sachsen im
-Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte Grünhain, an der Chaussée nach
-Chemnitz gelegen. Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes
-Grünhain. 153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend. Die Stadt
-liegt untern 30° 28′ der Länge und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛
-St. NNOlich von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St. von
-Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg, 2 St. von Schlettau und
-3 St. von Geier; 1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von Lößnitz;
-1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg OSOlich, gegen 2000 par. Fuß
-über dem Meere. -- Wo dermalen das Amthaus mit seinem sogenannten
-+Klostergarten+ steht, stand früher ein Cistercienser Kloster, welches
-1142 (nach +Weinarts+ weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr
-1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser Mönchen, aus dem
-Kloster +Sittichenbach+, und dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden
-besetzet worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536 wieder
-aufgehoben wurde. Von den Aebten des Grünhainer Klosters sind nur
-noch folgende bekannt: Abt +Nicolaus+ 1443, +Liborius+ 1456, +Johann
-Funk+ (+Johannes+) 1475, +Paul Morgenstern+ von Zwickau, +Gregorius
-Küttner+ 1517, +Johannes+ (+Göpfert+) der letzte Abt 1533, wurde dann
-1536 lutherisch, heirathete und zog nach +Schlettau+. s. +Oesfeld+
-historische Beschreibung von Lößnitz (1777) II. ~pag.~ 65--76. --
-+Erb-+ und +Lehnbrief Ottocari+, Königs von Böhmen, an das Kloster
-Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen Nachrichten, 1725, ~pag.~
-529.) -- +Summarischer Extract+ eines diplomatischen Manuscripts vom
-Kloster Grünhain (s. +Horn's+ Handbibliothek II. ~pag.~ 304--19.) --
-+Beschreibung+ von +Grünhain+ vom Pastor +Schreiter+ in Elterlein (s.
-Erzgebirg. Boten. 1808. ~pag.~ 218--24.) -- ~M.~ +Freibergs+ gelehrte
-Grünhain. Dresden 1737. 4. 2. Bogen. -- Altes aus allen Theilen der
-Geschichte ~C. I.~ ~pag.~ 415. -- ~+Schoettgen+ et +Kreyssig+ diplomat.
-II.~ ~No.~ 17. -- Tobias +Schmied+ in ~Chron. Cygnea Part. I.~ ~Cap.~
-4. ~pag.~ 18 u. 19. -- ~+Ecksterm.+ in Chron. Walkenred.~ ~pag.~ 48.
--- ~+Schmied+ dict. Chron. Part. poster. in Annal.~ 1429. ~pag.~ 189.
-+Weinarts+ Rechte u. Gewohnheiten der beiden Markgrafthümer Ober- und
-Niederlausitz. Leipzig; 1793. 1. Th. ~pag.~ 512. -- +Richter+ a. a. O.
-1. Th. 1. Stück 1746. ~pag.~ 6. u. dessen 2. Th. 1. Stück. 1748. ~pag.~
-33. -- +Schumann+ a. a. O. 3. Band. ~pag.~ 602--610. u. 16. Band,
-~pag.~ 561--575. --
-
-[28] Nach +Albinus+ a. a. O.; +Groschupf+ (~Oratio degentis
-Trillerianae ortu, progressu et insignibus~) und nach ~Dr.~ Daniel
-Wilhelm +Trillers+, sächsischer Prinzenraub, hat Prinz +Albrecht sich
-gestellt+ als habe er einen so heftigen Hunger und Durst, daß er erst
-selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten könne.
-
-[29] s. +Tenzels+ curieuse Bibliothek. 2. ~Repositor.~ 744. --
-+Richters+, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück ~pag.~ 34. --
-
-[30] Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und die ganze
-Darstellung des Prinzenraubes nebst des Köhlers Bildniß darauf
-prägen. Allein sie sprang 1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher
-eingeschmolzen. --
-
-[31] Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand, indem der Prinz
-schon die Köhler von weiten gesehen hätte. --
-
-[32] Wahrscheinlich sagt +Schreiter+ a. a. O.: brannten sie die Kohlen
-für die Schmiede in Geier und wurden von ihnen mit Brod ausgelohnt.
-Auf diese Vermuthung bringt mich +Oesfeld+, welcher im Schömburgischen
-Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur Auflösung dieses Zweifels
-verhilft mir ein Kaufbrief über den der hiesigen Kirche und Hospital
-zu Lößnitz gehörenden +Grünwald+, daß derselbe an den +Schmiedewald+
-grenze. Der Name des Schmiedewaldes rührt von den Geierschen Schmieden
-her, welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben brennen
-lassen. Da Geier eine alte Bergstadt ist, (erbaut im Jahre 1395.
-Richters Annaberger Chronik. Th. 1. ~pag.~ 8.) welche eher als die
-umliegenden Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk der Schmiede
-dort zahlreich und wohlhabend gewesen sein, dazu die Bergschmiede
-anbei viel müssen beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde
-in einer Entfernung von 3 Stunden haben kohlen lassen; so ist es
-wahrscheinlich, daß sie auch solches auf dem Fürstenberge haben thun
-lassen können. (Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.) Nimmt man
-nun an, daß dieses geschehen sei, so läßet es sich erklären, daß sie
-auch die Köhler mit Brod versorgt haben, folglich der +Bruderssohn+ des
-+Georg Schmidts+ in +Geier+ und nicht in Grünhain das Brod hat holen
-lassen.« --
-
-Wenn nun die Herrn +von Schönburg+ den Schmieden zu Geier Erlaubniß
-ertheilten, im Schmiedewald Kohlen zu brennen, so ist +Oesfelds+
-Vermuthung ganz richtig, daß sie ihnen auch am Fürstenberge auf
-demjenigen Hartensteinischen Theil, der ihnen damals noch gehörte,
-diese Erlaubniß ertheilen konnten. -- s. ~Vulpius l. c. §.~ 24. --
-
-Die Hartensteiner und des Grünhainer Klosters Besitzungen lagen nämlich
-damals sehr untermengt untereinander.
-
-[33] +Schweinitz+ soll wirklich nach Albrecht einen +Schwerdtstreich+
-geführt haben. s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 270. --
-
-[34] Man schlägt nämlich mit einem Messer, das bei den Bergleuten und
-Köhlern +Zschörper+ heißt, auf das Eisen einer Holzaxt und der Schall
-davon ist sogleich allen Köhlern ein Zeichen, daß Gefahr vorhanden
-sei. --
-
-[35] ~D.~ +Triller+ a. a. O. 77. ~sub lit. R.~ und ~Fabricius in Origg.
-Sax. lib. VII~.
-
-[36] Daß +Liborius+, Abt zu Grünhain im Jahre 1455 gewesen ist, sieht
-man daraus, indem +Horn+ in seiner Handbibliothek ~pag.~ 316 einen
-Auszug aus einer Urkunde, die Abt +Liborius+ in demselben Jahre
-ausgestellt hat, liefert. -- Die ganze Urkunde aber findet man in
-~Historia diplomatica Abbatiae Grunhaynensis~. §. 55., welches Werk in
-~Schoetgenii et Kreysigii scriptoribus Hist. Germ. med. aevi. Tom. II.~
-526.--569. eingerückt ist. -- Eine andere Urkunde dieses Abtes von 1456
-enthält +Wellers+ Altes aus allen Theilen der Geschichte. 4tes Stück
-417. --
-
-[37] Mehrere Geschichtsforscher wollen behaupten, daß er in +Grünhain+
-übernachtet hätte. --
-
-[38] In +Schmiedts Zwickauer Chronik+, ~pag.~ 444 wird deswegen
-die Ablieferung nach Zwickau behauptet, weil er als Hauptmann
-(Amtshauptmann) zugleich Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof
-zu Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen zu
-Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen, hätten durch ihre Hauptleute zu
-Zwickau immer die Voigteigerechtigkeit verwalten lassen.
-
-[39] Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das jetzige
-+Amthaus+ dafür erbaut. Bis dahin existirte aber noch die
-+Fürstenstube+ oder der +Fürstensaal+ in dieser Schösserwohnung, in
-welcher, der Sage nach, Prinz +Albrecht+ geschlafen hat.
-
-[40] +Eisenburg+ ist eine ehemalige Burg im Zwickauer
-Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft +Stein+, im
-Amte Lößnitz, ½ Stunde südl. von Hartenstein auf dem linken Ufer der
-Mulde, im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben nur einige
-Ruinen übrig, und unter dem Namen des +Raubschlosses+ bekannt. Der
-Eisenburg gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt
-und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke, beide von den
-Eisenfuhren so genannt, die sonst häufig zwischen Lößnitz und
-Schneeberg verkehrten. Man vergleiche +C. G. Grundigs+ Nachrichten von
-dem in der Herrschaft Stein ehemals gelegenen Schlosse Eisenburg. (in
-Kreißigs Beitr. II. ~pag.~ 378--391.) In +Schumann+ a. a. O. Band 15.
-~pag.~ 569. steht geschrieben: »Es unterliegt wohl keinem Zweifel,
-daß +Mosen+ den Kurprinzen +Ernst+ hierherbringen wollte, vielleicht
-gar aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr nach +Eisenberg+ in
-Böhmen geschafft wissen wollte; denn wie sollte Mosen außerdem in die
-Gegend der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach der Volkssage
-war damals die Mulde so angelaufen, daß Mosen sich nicht hinüber
-wagte, und sich lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. --
-Nach Grundigs Meinung wäre die Eisenburg ums Jahr 1060 erbaut, und von
-jeher ein Zubehör oder eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse +Stein+
-gewesen.« --
-
-[41] Die +Höhle+ hieß früher die sogenannte +Teufelskluft+, die aber
-seitdem +Prinzenhöhle+ genannt wird.
-
-Nach +Engelhardts+ Denkwürdigkeiten der sächs. Geschichte, Theil 1.
-~pag.~ 83. befindet sie sich: »am rechten Ufer der Mulde, der auf
-dem jenseitigen Berge liegenden +Eisenburg+ gegenüber (jetzt sieht
-man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben zusammen gewachsenen
-Felsen gebildet, hat eine dreieckige Oeffnung und ist 36 Ellen lang
-und 4 Ellen breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische und
-Nürnberger Straße vorbei. Man sieht noch in der Mulde Ueberbleibsel
-von steinernen Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser
-und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit Bäumen und Sträuchern
-verwachsen und ihrer erhabenen Lage wegen besonders bequem, den
-geraubten Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die Landstraße sehen,
-unbemerkt jeden Angriff beobachten und sich dann auch mit leichter
-Mühe vertheidigen, weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.«
--- In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch: »Man hatte
-sie längst vergessen und Niemand wußte sie zu zeigen. Im Jahre 1779.
-aber wurde sie bei der Vermählung einer +Gräfin von Hochberg+ mit dem
-+Grafen von Schönburg+ den 19. August wieder aufgesucht, gesäubert,
-mit einer Inschrift versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten
-gebraucht.«
-
-+Schreiter+ a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die Höhle war ganz
-verwachsen bis 1779. bei der Vermählung der Comtesse in Hartenstein,
-+Sophie Friederike Erden+ mit dem Herrn +Grafen v. Hochberg+ in
-Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk befreit und zugänglich gemacht,
-auch inwendig auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines
-dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde. Seit 1796 aber
-hat der damalige Eigenthumsherr der Herrschaft +Hartenstein+ mit
-+Stein+, +Fürst von Schönburg+, einen geräumigen Weg im Zickzack mit
-Ruhebänken anlegen und oben an dem schauerlichen Absturz ein Geländer
-machen lassen. --
-
-[42] s. +Engelhardt.+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 84. --
-
-[43] Daß +v. Mosen+ und +v. Schönfels+ den Prinzen an +Friedrich+ und
-+nicht+ an +Veit von Schönburg+ ablieferten. s. +Schreiter+ a. a. O.
-~pag.~ 246. ff. --
-
-[44] +Triller+ a. a. O. ~pag.~ 100.
-
-[45] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 86. Die deshalb
-gewechselten Schreiben s. beim ~Vulpius l. c. pag.~ 26. Auch findet man
-eine spätere Urkunde ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die
-ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten, von dem Kurfürst
-+Ernst+ und seinem Bruder völlig begnadigt wurden, beim +Tentzel+ a. a.
-O. ~pag.~ 787.
-
-[46] Dieses versichert +Richter+, in seiner Chronik von Chemnitz, 2.
-Theil. 1 Stück 39., der es aus einem Fragmente einer Urkunde beweisen
-will. --
-
-[47] +Ebersdorf+ liegt im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, im Amte
-Augustusburg, 1½ Stunde nordöstlich von Chemnitz bei Lichtewalde am
-Angerbache. --
-
-[48] +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 88. beschreibt die Kleider
-so: »das eine Röckchen ist von rothem, grünen u. aschfarbigem, das
-andere von rothem, schwarzen u. weißem Landtuche. Sie sind mit Eisen
-ausgehackt und überall durchschnitten, wie man sie damals über
-Harnische zu tragen pflegte. Jedes ist 1⁹/₁₆ Elle lang, u. am Halse
-sehr weit ausgeschnitten. Die beiden schwäbischen Westerhemdchen haben
-um und um Falten und bunt genähte Borten. Des Köhlers Anzug besteht
-aus: einer grünen Tuchmütze, einem Rocke, Hemde und Kappe. --
-
-[49] s. ~Vulp. Plag. Kauff.~ §. 27. +Ranisch+, verhinderten Raub der
-sächsischen Prinzen ~pag.~ 8. Ueber die Aechtheit der prinzlichen
-Kleider lese man die Schrift: ~Progr. de vestibus nunquam mutatis sed
-adhuc antiquis Princ. Ernesti atque Alberti Ebersdorf conservatis; ed.
-I. G. Hager, 4. Chemn. 1746~.
-
-[50] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 89.
-
-[51] ~Hageri programma de vestibus nunquam mutatis, sed adhuc antiquis
-1749.~ +Haschers+ Magazin 1784. 67. Mehrere Nachrichten von diesem
-+Nosseni+ findet man im 1. Band von +Grundigs+ Nachrichten zu der
-Geschichte von Obersachsen. -- Die Kosten der Reinigung der Kleider
-durch +Nosseni+ betrugen: 31. fl. 15 gr. 11 pf.
-
-[52] Die Messe wurde vom Pabst +Calixt+ III. 1456 bestätigt siehe die
-Urkunde beim +Teetzel+ a. a. O. ~pag.~ III. --
-
-[53] ~Schoettgenius l. c.~ ~pag.~ 338. --
-
-[54] +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 183. sagt:
-
-Schon Markgraf +Friedrich der Gebissene+ von Meißen ertheilte im J.
-1294 dem Rathe zu Freiberg ein solches Privilegium, welches folgenden
-merkwürdigen Inhalt hat:
-
-»Wir Marcgreve Friedrich von Meisen, pfalicggreve von sachsen etc.
-bekenne an diesem brive, daß wir uns mit unsern liben burgeren von
-Vriberc underredet haben, alshi nach geschriben stet. Unser gesworen
-sullen gewaldic sin unser recht czu rungnen unde czusecren alliz daz
-+uns unsir stat+ und +unsern bercwerke+ nuzce ist, unde was wir mit
-im +überkumen+, daz sal nimand wider reden. Wenn sie uns dazc gelobt
-haben, so gelobe wir in daz wider, daz sie irs liebes, irs gutes nummer
-ane varn sule vor uns sin +Vorwirket sich ymand yen uns, das wollen
-wir eugen unde teidiegen nach irme rate+. Daz wir diz gancz und stete
-halden. Das geb mir in diesen Brief besigelt mit unserem Insigeln.
-Unde der ist gegeben nach Gotes geburt, Tusend jar, zweihundert jar,
-in dem vir unde neucegistene jare, an denen tage der ufart unsers
-herrengotes.« --
-
-(Dieses Privilegium befindet sich im ~Theatr. Freiberg.~ 169.; in
-+Klotzschens+ Ursprung der Bergwerke in Sachsen 283. --
-
-Eigentlich war dies nur ein Bestätigungsbrief eines Privilegiums, das
-schon +Heinrich der Erlauchte+ dem Rathe zu Freiberg gegeben hatte,
-welches auch +Klotzsch+ in der jetzt genannten Schrift. ~pag.~ 281. hat
-abdrucken lassen, wo es unter andern heißt:
-
-~volumus, ut siquid in Vriberc vel inmontibus judicandum sit vel
-tractandum, quod hoc fiat coram Advocato et illis viginti quatuor
-burgensibus nostris de Vriberc.~ --
-
-Friedrich erweiterte aber nachher dies Privilegium und verstattete dem
-Rath zu Freiberg zu richten, nicht blos was dem Bergwerk, sondern auch
-+Ihm+ und der +Stadt+ zum Nutzen gereichen würde.)
-
-[55] Nach der damaligen Strafe für den Menschenraub. s. +Freiberger+
-Stadtrecht, ~Cap.~ 5 und 22.
-
-+Sachsenspiegel.+ Band 2. ~Art.~ 13.
-
-+Sächs. Weichbildrecht.+ ~Art.~ 112.
-
-jedoch wahrscheinlich ohne Haltung von Acten hierüber, mithin auch ohne
-eine vorher stattgefundene Defension.
-
-s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 176. ~ff.~
-
-[56] Die Hauptquelle dieser Begebenheit ist das Kurfürstliche,
-schon angeführte +Manifest+. -- Zu den ältern von +Häberlein+ in
-seiner Reichshistorie. Th. 6. ~pag.~ 333. ~not. f.~ angeführten
-Geschichtsschreiber sind:
-
-~Kammermeister l. c. Adpend. ad Annales Vet. Cell. ap. Mencken. Th. 2.
-pag. 428.~ und ~Ursinus in Chron. Thuring. pag. 1332.~
-
-(der aber verschiedene Irrthümer enthält) beizufügen. Manches Einzelne
-der Erzählung findet man erst in spätern Geschichtsschreibern,
-besonders beim +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267. ~ff.~
-
-[57] +Engelhardt+ a. a. O. 1 Bd. ~pag.~ 31. schreibt davon folgendes:
-Als +Kunz von Kauffungen+ Oberster bei den Nürnbergern war, waren
-dieselben 1449 mit dem Markgrafen von Brandenburg +Albrecht+ III.,
-in offene Fehde gerathen. Kunz erwarb sich dabei viel Ruhm, und es
-war Schade, daß er ihn durch eine unedle Handlung herabwürdigte. Am
-St. Gregorius Abend in der Fasten kam es zwischen den Nürnbergern und
-dem Markgrafen in einem Walde zu einem hitzigen Gefecht. Kunz von
-Kauffungen kämpfte mit fünfzig reißigen Schützen, die er anführte, so
-wacker, daß er den Markgrafen selbst gefangen bekam. Behielt er ihn,
-wie es seine Pflicht als Kriegsoberster der Nürnberger forderte, so
-hatte die Fehde gleich ein Ende und dem Blutvergießen war auf beiden
-Seiten gesteuert. Allein der gewinnsüchtige Kunz ließ ihn gegen ein
-tüchtiges Lösegeld +heimlich+ wieder los und so wurde denn die Fehde
-mit Erbitterung fortgesetzt. --
-
-+Diese That+ meinte er in seiner letzten Stunde auf dem Schaffote. --
-s. auch ~Christ. Schoett.~ -- ~gen. l. c. pag. 334.~ --
-
-[58] +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 373.
-
-Wegen des Dorfes findet sich Verschiedenheit der Angabe. s. ~Schoettgen
-praetermissa pag. 14~.
-
-[59] s. ~Vulpius l. c.~, welcher die Belohnungen und Wohlthaten
-ausführlich beschreibt.
-
-[60] Gegenwärtig beziehet dieses Gnadenkorn der Herr Pastor +Triller+
-in +Negelstädt+, 1. Stunde von Langensalza an der Unstrut und mithin
-im thüringer Kreise des königlich preußisch gewordenen Antheiles von
-Sachsen gelegen. Früher bezog dieses Deputat der Tuchmacher +Johann
-Samuel Triller+ in +Saalfeld+. s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 95.
-
-[61] +Eckardsbach+, +Eckersbach+ ist ein unmittelbares Amtsdorf im Amte
-Zwickau, ¼ Stunde nordöstlich von Zwickau. Es besteht aus 15. Häusern
-und über 100 Einwohnern, welche nach Zwickau in die St. Moritzkirche
-eingepfarrt sind. Das Freigut in Eckardtsbach haben viele mit dem
-Kretzscham zu Rothensehma verwechselt, allein +Schreiter+ a. a. O.
-~pag.~ 74 ff. hat solches sehr gründlich widerlegt.
-
-[62] +Triller+ ist ein altdeutsches Wort und heißt so viel als: plagen,
-ängstigen, zerschlagen. s. übrigens +Triller+ a. a. Orte. ~pag.~ 123. --
-
-[63] +Elterlein+ ist eine kleine Bergstadt, 1 Stunde von Grünhain
-und 1¼ Stunde vom Fürstenberge, 1909 Einwohner und über 180 Häuser
-enthaltend. s. übrigens mehr davon in ~M.~ +Freibergs+ Abhandlung von
-gelehrten Elterleinern. 4. Dresd. 1739. Natürliche Seltenheiten um die
-Gegend Elterleins, s. in +Grundigs+ Natur- und Kunstgeschichte II.,
-~pag.~ 97. u. 108. -- +Richters+ Annaberger Chronik 2. Th. 1 Stück
-~pag.~ 30. -- +Schumann+ a. a. O. 2. Band ~pag.~ 432--35. u. 15. Band.
-~pag.~ 628--33. -- +Ziehnerts+ kleine Kirchen- und Schulchronik der
-Ephorie Annaberg u. Grünstädtel. Annaberg 1839. ~pag.~ 173 ff. --
-+Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 49. --
-
-[64] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 66. u. +Gast+, Geschichte des
-sächs. Prinzenraubes, Zwickau 1823 4. ~pag.~ 29. (es enthält diese
-Schrift zugleich eine Zusammenstellung der Schriften über jene
-Begebenheiten und die Portraits der bei ihr betheiligten Personen.) --
-
-[65] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 90. --
-
-[66] Diese 1--4 genannten Gemälde in größerem Formate, ingleichen
-die letzterwähnten 30 Portraits in kleinerm Formate befinden sich in
-einem Werke, welches beim Buchhändler +Weber+ in Ronneburg erschienen
-ist. -- Nachbildungen dieser Gemälde giebt +Gast+ a. a. O. -- Im
-+Staatsarchive+ zu +Dresden+ befinden sich ebenfalls Handzeichnungen,
-welche mit jenen Bildern übereinstimmen; ob sie die ersten Entwürfe
-sind, kann man nicht behaupten. --
-
-[67] Am Erker des Rathhauses zu +Freiberg+ ist ein steinerner Kopf
-mit einem gräßlichen Gesichte, großen Knebelbarte und Sturmhaube
-ausgehauen, den man immer, wie wohl +fälschlich+, für Kunzens Kopf
-hielt. --
-
-[68] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 101. ff. Dieser Gesang u.
-andere s. in +Herders+ Stimmen der Völker, auch in +Wagners+ deutsche
-Geschichte aus dem Munde deutscher Dichter, Darmstadt 1831. 1. Band
-~pag.~ 205. --
-
-[69] vorzüglich mit dem Obermarschall +Hugold von Schleinitz+. s. ~Dr.~
-+von Langenns+ Werk über Herzog Albrecht d. Beherzten. 1838. ~pag.~
-141. 146. ff. u. 176.
-
-[70] s. ~Christ. Schoettgen. Praetermissa quaedam de Conrado (Kunz)
-Cauffungo ejusque familia in ejusdem Opusc. cura Grundiii pag. 325~.
-
-[71] +Haubold von Schleinitz+ nachmals Kurfürst +Ernsts+ und Herzog
-+Albrechts+ Gebrüdern von Sachsen, Oberhofmarschall (s. Anmerkung 69),
-welcher +Skassa+ bei Großenhain in Gnadenlehn erhielt, war von der
-+rothen+ Linie derer +von Schleinitz+, vermählt mit einer +Edlen von
-Plato+.
-
-[72] +Schumann+ a. a. O. unter +Kauffungen+. +Engelhardt+ a. a. O. Band
-1. ~pag.~ 29. --
-
-[73] Später nahm +Podiebrad+, König von Böhmen den Besitz von dem
-Schlosse Isenburg, wovon ~+Fabricius+ in origg. Saxon. liber VII. p. m.
-773~ die Ursache davon angiebt.
-
-[74] so schreibt ~Dr.~ +von Lagenn+ a. a. O. ~pag.~ 29. Die Urkunde
-befindet sich ebenfalls in diesem Werke ~pag.~ 513.
-
-[75] Ist im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk
-Liegnitz, an der +Katzbach+ gelegen.
-
-[76] ebendaselbst gelegen, doch nicht an der Katzbach sondern am
-+Zacken+ und Bober.
-
-[77] +Kauffung+ berühmt durch seine Marmorbrüche.
-
-[78] Daselbst führt auch ein sehr bedeutender Wald den Namen:
-+Kauffunger+-Wald.
-
-[79] Der +Schürbaum+, der die Gestalt einer Keule hatte, wird jetzt bei
-dem Köhler selten mehr gebräuchlich sein. Statt dessen bedienen sie
-sich des sogenannten +Garschlägels+, welcher eine Aehnlichkeit mit dem
-Stockschlägel der Holzmacher hat.
-
-[80] Dieser +Schürhaken+ wird jetzt +Spreißhaken+ genannt und ist
-gemeiniglich nicht mehr doppelt, sondern nur einfach gekrümmt. --
-
-[81] Dieses Wappen findet man in ~Vulpius l. c.~
-
-[82] Diesen Namen führen 4 verschiedene Orte, nämlich das
-Bergstädtchen +Böhmisch-Wiesenthal+, am rechten Ufer der Pöhla, am
-linken herunter hingegen +Oberwiesenthal+, +Unterwiesenthal+ und
-+Hammerunterwiesenthal+ liegen, alle 4 Orte haben Stadtgerechtigkeit,
-nur daß die beiden letztern keinen Rath haben, sondern nach Art der
-Amtsdörfer dem Justiziariate +Oberwiesenthal+ unterliegen. -- Hier ist
-das Städtchen +Oberwiesenthal+ gemeint, welches damals zur Grafschaft
-+Hartenstein+ gehörte.
-
-[83] +Lünig+ a. a. O. ~Tom. XI. pag.~ 271. ff.
-
-[84] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 103, daselbst er angiebt, daß er
-sie den 18. Octbr. 1797 und am 8. Septbr. 1800 wo wegen großer Dürre
-alle Brunnen in hiesiger Gegend vertrocknet waren, besucht und doch
-wasserreich gefunden habe.
-
-[85] dermalen Obersteuerdirector und seit 1833 +Comthur+ des königl.
-sächs. Civilverdienstordens.
-
-[86] gestorben 1833.
-
-[87] Die +Inschrift+, mit lateinischen Lettern geschrieben, lautet:
-
-+Fürstenbrunn. Hier wurde Prinz Albrecht, Anherr des königl.
-sächsischen Fürstenhauses, am 8. Juli 1455 durch den Köhler Georg
-Schmidt, hernach Triller genannt, aus Kunzens von Kauffungen Räuberhand
-gerettet.+
-
-[88] s. die +Abbildung+ ~No.~ 2. Die +Pyramide+, das Denkmal bildend,
-steht auf einem Piedestal von in Jaspis übergehenden braunrothen
-Thoneisenstein, an 5 Ellen hoch, hat an der Basis 4½ Ellen ins Gevierte
-und wurde 8 Ellen hoch aus Granit bei Schwarzenberg gehauen, welche
-13 Stufen bilden. Dasselbe ist mit einer steinernen Mauer, an der
-Ruhebänke sich befinden und die in der Mitte das Denkmal mit dem in
-dessen Piedestal entspringenden +Fürstenbrunnen+ einfaßt, umgeben. --
-Die Kosten dieses Baues betrugen: 509 Thlr. 10 gr. 11 pf.
-
-[89] gestorben 1835.
-
-[90] +~Friedrich August~ der ~Gerechte~+, König von Sachsen, geb. d.
-23. Decbr. 1750, regierte vom 16. Septbr. 1768 an bis d. 5. Mai 1827,
-wo er sein Erdenleben vollendete.
-
-[91] geb. zu +Kindelbrück+ 1772.
-
-gest. zu +Annaberg+ 1834.
-
-[92] Die +Rede+ ist in Druck erschienen, betitelt: Rede zur Einweihung
-des am +Fürstenberge+ bei Grünhain errichteten patriot. Denkmales,
-gehalten am 8. Juli 1822. Annaberg bei Ed. Hasper. 8.
-
-[93] der jetzige Kammerrath +Reiche-Eisenstuck+ auf Schönfeld.
-
-[94] Dieser hatte sich schon früher für das Denkmal interessirt
-und bereits am 28. März 1836 nach erfolgtem Einverständniß mit dem
-Justizamte zu Grünhain dort eine Verbotstafel aufrichten lassen, allein
-leider! die Erfahrung machen müssen, daß auch eine solche Warnung den
-Verunstaltungen nicht Einhalt zu thun vermochte.
-
-[95]
-
- 100 Thlr. von Sr. Majestät dem +Könige+ und Ihro Majestät der
- +Königin+.
- 25 " Se. königl. Hoheit dem Prinzen +Johann+.
- 20 " Ihro königl. Hoheit dessen +Frau Gemahlin+.
- 20 " Ihro königl. Hoheit der Prinzessin +Auguste+.
- 20 " Ihro königl. Hoheit der Prinzessin +Marie Amalie+.
-
-Diese Beiträge wurden durch den Herrn Minister des königl. Hauses und
-Generalleutnant +von Watzdorf+, Excellenz, dem Herrn Rentamtmann von
-Schleinitz, der die gütige Verwendung desselben angegangen hatte,
-übersendet.
-
-[96] +Friedrich August+ II., König von Sachsen geb. d. Mai 1797, folgte
-den 6. Juni 1836 seinem Oheim, dem König Anton, in der Regierung.
-
-[97] +Marie+, Prinzessin von Baiern, Tochter König Maximilian's, geb.
-d. 27. Januar 1805, vermählt mit Sr. Majestät, den König von Sachsen
-den 24. April 1833.
-
-[98] +Gottesgeschick+ heißt eine gegenüberliegende Bergwerksgrube mit
-einem sehr stattlichen Berggebäude, unweit des Giftwerks »+Graul+«.
-Gebaut wird auf Silber.
-
-[99] Ein +Vitriol-+ und +Arsenikwerk+ zwischen dem Schwarzbache und
-dem Oswaldsbache, nächst bei Langenberg und Heide, dem Fürstenberge
-SOwärts gegenüber, ½ Stunde nördlich von Raschau. -- Dieses Werk gehört
-dermalen Herrn +Friedrich Fröhlich Köhler+ zu Beierfeld. s. mehr davon
-+Schumann+ a. a. O. Band 16. ~pag.~ 330. ff.
-
-[100] Der Herr Kreisamtscopist +Karl Süß+ zu Schwarzenberg, welcher
-sich als Köhler verkleidet hatte.
-
-[101] Der Verfasser des Gedichtes ist Herr Pastor ~M.~ +Richter+ zu
-Grünhain.
-
-[102] +Pauline Stiehler+ aus Grünhain, Tochter des Herrn Apotheker
-daselbst, und +Rosalie Grimm+, Tochter des Herrn Kaufmann +Grimm+
-daselbst.
-
-[103] +Melanie Philippi+ aus Grünhain, Tochter des Herrn Justizbeamten
-daselbst.
-
-[104] vorzüglich ist da zu bemerken: 20 Thlr. von Sr. Durchlaucht +Otto
-Victor von Schönburg-Waldenburg+ und 10 Thlr. von Sr. Durchlaucht Fürst
-+Alfred Friedrich von Schönburg-Hartenstein+.
-
-[105] s. ~pag.~ 46. --
-
-[106] ~C. C.~ aus +Herzberg+, im königl. preuß. Herzogthume Sachsen.
-
-[107] Herr Rentamtmann von +Schleinitz+ und Herr Finanzprocurator
-+Lindner+.
-
-[108] Es wohnt darin +Franz Anton Richter+ aus Raschau geb. d. 7. Juli
-1808 mit seiner Frau und seinen Kindern. Er ist zugleich Bergarbeiter
-in der gegenüberliegenden Grube »+Gottesgeschick+«. --
-
-[109] s. No. 164. der Leipziger Allgemeinen Zeitung, Donnerstags d. 13.
-Juni 1839. ~pag.~ 1912. --
-
-[110] sind bereits im Jahre 1839 im Monat December angeschafft worden.
-
-[111] s. in Abbild. ~C.~ bedeutet das Dach.
-
-[112] Die Geldbeiträge, welche zum Aufbaue des Köhlerhauses von edlen
-Gebern gespendet wurden, findet man speciell verzeichnet in der ersten
-Beilage der Leipziger Zeitungen No. 101. 1839 ~pag.~ 1491 ff. unter dem
-Artikel: »Dank und Bitte.« --
-
-[113] s. +Hebe+. Eine poetisch-musicalische Toilettenausgabe mit
-novellistischen und dramatischen Beiträgen, Gedichten, Räthseln etc.
-von Fr. Kind etc. Dresden und Pirna 1833 ~pag.~ 155. --
-
-[114] Den 8. Juli 1455.
-
-
-
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Die Längeneinheit ° auf S. 82 ff. bezeichnet vermutlich Klafter
- (ca. 1,7 Meter).
-
- Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend
- korrigiert.
-
- Unterschiedliche Schreibweisen wurden, sofern nicht unten
- dokumentiert, beibehalten.
-
- Die Korrekturen von S. 89/90 wurden eingearbeitet und sind unten
- ebenfalls aufgelistet.
-
- Korrekturen (das korrigierte Wort ist in {} eingeschlossen):
-
- S. 2: Plugk → Pflugk
- Niklas von {Pflugk}
-
- S. 2: es eingefügt
- Nun traf {es} sich aber
-
- S. 3: ergänzt:
- {(-- das heutige Schweickershain --)}
-
- S. 3: handschriftche → handschriftliche
- eine {handschriftliche} Versicherung aus
-
- S. 5: ihm → ihn
- erklärte {ihn} und seine Brüder als +Landesverräther+
-
- S. 5: vom → von
- nachdrücklich auf seine Entfernung {von} Herzog
-
- S. 5: im → in
- Kunz trat deshalb mit ihm {in} Briefwechsel
-
- S. 5: meißnische → meißnischen
- auf seine {meißnischen} Güter
-
- S. 5: dem → dem
- auf {den} Donnerstag nach Galle
-
- S. 7: nehmrn → nehmen
- Rache an dem Kurfürsten zu {nehmen}
-
- S. 7: wären → waren
- {waren} verschiedene böhmische Städte
-
- S. 7: Verträge → Verträgen
- den deshalb geschlossenen {Verträgen}
-
- S. 8: ihm → ihn
- Kunz wollte {ihn} durchaus nicht gelten lassen
-
- S. 9: Augenwerk → Augenmerk
- hatte Kunz sein {Augenmerk} gerichtet
-
- S. 10: Folgender → Folgenden
- {Folgenden} Brief, wie er sich in den
-
- S. 12: solches ergänzt
- als {solches} seinen Verschworenen
-
- S. 15: seinen → seinem
- begleitet von {seinem} Reißiger
-
- S. 21: Entfühung → Entführung
- die {Entführung} der beiden Prinzen alles aufgeboten
-
- S. 23: Prinz → Prinzen
- und suchte dem {Prinzen} +Albrecht+ Waldbeere
-
- S. 23: Fußnotenanker korrigiert
-
- S. 30: zunehmen → zu nehmen, Fußnotenanker [41] ergänzt.
- gegenüber zum Zufluchtsort {zu nehmen[41]}
-
- S. 30: den → dem
- die {dem} jungen, zarten Fürstensohn
-
- S. 40: mehrfaches → mehrfachen
- brachten es nach {mehrfachen} Bitten
-
- S. 40: den → dem
- die Begnadigung {dem} Freiberger Rathe
-
- S. 40: Prinzenraub → Prinzenraube
- die Strickleitern zu dem {Prinzenraube}
-
- S. 40: weiten → weitem
- der bei {weitem} nicht die Schuld dabei hatte
-
- S. 41: Kauffungs → Kauffungens
- und Kunz v. {Kauffungens} treuer Reißiger
-
- S. 43: Hände → Händen
- Befreiung aus Kunzens {Händen}
-
- S. 45: des → der
- Die Entführung {der} Prinzen
-
- S. 47: mit → nit
- Das öhm die Köhler {nit} geleppischt hetten
-
- S. 48: der Familie → die Familien
- Einige Notizen über {die Familien}
-
- S. 51: Sepbt. → Septbr.
- starb den 12. {Septbr.} 1500
-
- S. 51: ergänzt:
- {eine Prinzessin und}
-
- S. 52: Turzold → Tunzold
- dessen Söhne: +{Tunzold}+ und +Heinrich+
-
- S. 54: der den → den
- zeigt sein Schein über {den} Interimsbesitz
-
- S. 55: uud → und
- {und} es bekannte +Hans von Kauffungen+
-
- S. 55: Sanfmüthigen → Sanftmüthigen
- den Namen des +{Sanftmüthigen}+ gerechtfertigt
-
- S. 55: Aussenseite → Außenseite
- wie ein Denkmal an der {Außenseite} der
-
- S. 57: den → dem
- Ueber {dem} Helm zeigt sich
-
- S. 58: welcher → welchen
- {welchen} die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte
-
- S. 58: Pachter → Pastor
- der Herr {Pastor} +Triller+ zu Nägelstädt
-
- S. 65: Superinteudent → Superintendent
- Der Herr {Superintendent} ~Dr.~ +Lommatzsch+
-
- S. 69: hinterlich → hinderlich
- patriotischen Unternehmungen nicht {hinderlich}
-
- S. 70: ihre → ihrer
- in {ihrer} Mitte sehen zu dürfen
-
- S. 71: den beiden Lehrern → der beiden Lehrer
- und {der beiden Lehrer} der Bürgerschule
-
- S. 74: einen → einem
- auf {einem} mit Blumen bekränzten Körbchen
-
- S. 75: welchen → welche
- {welche} diesem Brunnen zunächst wohnen
-
- S. 75: konnten → konnte
- daß sie gehoben werden {konnte}
-
- S. 75: jener → jene
- Haus erbauet wurde, an {jene} Quelle
-
- S. 77: Anherrn → Ahnherrn
- ihren {Ahnherrn} verehren
-
- S. 79: Oswaldtsthal → Oswaldsthal
- durch das grüne +{Oswaldsthal}+
-
- S. 81: nach → noch, Untestützung → Unterstützung
- {noch} manche weitere {Unterstützung} erwarten
-
- S. 82: Vor → Von
- {Von} der Hausflur rechts kommt
-
- S. 83 Kanonofen → Kanonenofen
- kleiner gußeiserner sogenannter {Kanonenofen}
-
- S. 83: man ergänzt
- so kommt {man} rechts von
-
- S. 83: lang → lange
- ebenfalls so {lange} und breite +Kammer+
-
- S. 84: k → h
- befindet sich ein Kuhstand. (~{h}~)
-
- S. 85: uus → uns
- und +Vier+ {uns} halten
-
- Fußnote 4: Türingen → Thüringen
- auch alle Schlösser und Güter in {Thüringen}
-
- Fußnote 6: deutsche → deutschen
- bei welcher alle {deutschen} Fürsten
-
- Fußnote 8: da unklar (nicht korrigiert)
- ~pag.~ 1 {da} 167
-
- Fußnote 14: Hanse → Hause
- Gastmahl in seinem {Hause} ausrichten
-
- Fußnote 22: Monument → Monumente
- dem jetzt errichteten +{Monumente} hin+
-
- Fußnote 22: Zeitungslexion → Zeitungslexikon
- Post- und {Zeitungslexikon}
-
- Fußnote 22: auch → auf
- welche {auf} Eisenstein baut
-
- Fußnote 25: solte → sollte
- er {sollte} es nicht thun
-
- Fußnote 39: exestirte → existirte
- Bis dahin {existirte} aber noch die +Fürstenstube+
-
- Fußnote 39: Schlösserwohnung → Schösserwohnung
- in dieser {Schösserwohnung}, in welcher
-
- Fußnote 40: wär → wäre
- Nach Grundigs Meinung {wäre} die Eisenburg
-
- Fußnote 41: nnd → und
- vom Buschwerk befreit {und} zugänglich gemacht
-
- Fußnote 45: 1. → s.
- {s.} +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1.
-
- Fußnote 53: Schaettgenius → Schoettgenius
- ~{Schoettgenius} l. c.~
-
- Fußnote 60: Pachter → Pastor
- Gnadenkorn der Herr {Pastor} +Triller+
-
- Fußnote 66: im → in
- Gemälde {in} größerem Formate
-
- Fußnote 68: deusche → deutsche
- +Wagners+ {deutsche} Geschichte
-
- Fußnote 88: Elle → Ellen
- an der Basis 4½ {Ellen} ins Gevierte
-
- Fußnote 95: Exellenz → Excellenz
- {Excellenz}, dem Herrn Rentamtmann von
-
- Fußnote 104: Alferd → Alfred
- +{Alfred} Friedrich von Schönburg-Hartenstein+
-
- Fußnote 105: 64 → 46
- s. ~pag.~ {46}
-
- Fußnote 109: Abgemeinen → Allgemeinen
- No. 164. der Leipziger {Allgemeinen} Zeitung
-
- Fußnote 112: speciel → speciell
- findet man {speciell} verzeichnet
-
-
-
-
-
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- The Project Gutenberg eBook of Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen, by AUTHOR.
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-
-<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Der sächsische Prinzenraub nach älteren
-und neueren Quellen, by Anonymous
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
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-
-
-
-Title: Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen
- nebst einer Beschreibung des zu dessen Erinnerung
- errichteten Denkmals und des zu seinem Schutz erbauten
- Köhlerhauses am Fürstenberge bei Grünhain
-
-Author: Anonymous
-
-Release Date: November 22, 2015 [EBook #50529]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net (This file was produced from images
-generously made available by SLUB: Sächsische
-Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek
-Dresden at http://www.slub-dresden.de )
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="transnote">
-<p class="h2">Anmerkungen zur Transkription</p>
-
-<p>Das gedruckte Buch ist in Frakturschrift gesetzt.</p>
-
-<p>Im Original gesperrter Text ist <em class="gesperrt">so ausgezeichnet</em>.</p>
-
-<p>Im Original in Antiqua gesetzter Text ist <em class="antiqua">so ausgezeichnet</em>.</p>
-
-<p>Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am <a href="#tnextra">Ende
-des Buches</a>.</p>
-</div>
-
-<div class="coverbox">
-<img src="images/cover.jpg" alt="" />
-</div>
-
-<div class="chapter"></div>
-<h1>
-Der sächsische<br />
-PRINZENRAUB<br />
-<span class="smaller">nach älteren und neueren Quellen</span></h1>
-<p class="center">
-nebst</p>
-<p class="center larger">
-einer Beschreibung</p>
-<p class="center larger">
-DES ZU DESSEN ERINNERUNG</p>
-<p class="center">
-errichteten</p>
-<p class="center larger">
-Denkmals</p>
-<p class="center">
-<i>und des zu seinem Schutze erbauten</i></p>
-<p class="center larger">
-Köhlerhauses</p>
-<p class="center">
-am Fürstenberge bei Grünhain.</p>
-<table summary="Motto">
-<tr>
-<td>Motto:</td><td><i>Wer seinem Fürstenhaus mit wahrer Treue zugethan,</i></td>
-</tr>
-<tr>
-<td></td><td><i>Der ist, &ndash; sei er ein schlichter Köhler</i></td>
-</tr>
-<tr>
-<td></td><td><i>auch, &ndash; doch stets ein edler, braver Mann.</i></td>
-</tr>
-</table>
-<hr class="r5" />
-<p class="center">
-Mit 3 Abbildungen.</p>
-<hr class="r5" />
-<p class="center">
-Annaberg, 1840.<br />
-In Commission bei Rudolph &amp; Dieterici.
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<h2 id="Inhaltsverzeichniss">Inhaltsverzeichniß.</h2>
-</div>
-<table summary="Inhalt">
-<tr>
-<td>I. Der <em class="gesperrt">Prinzenraub</em>.</td>
- <td class="tdcb">S.</td><td class="tdrb"><a href="#I_Der_Prinzenraub">1.</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>II. Das <em class="gesperrt">Denkmal</em> am Fürstenberge. (Nebst Abbild.)</td>
- <td class="tdcb">"</td><td class="tdrb"><a href="#II_Das_Denkmal_am_Fuerstenberge">59.</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>III. Das <em class="gesperrt">Köhlerhaus</em> dazu. (Nebst Abbildung.)</td>
- <td class="tdcb">"</td><td class="tdrb"><a href="#III_Das_Koehlerhaus_am">68.</a></td>
-</tr>
-</table>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_1">[1]</a></span></p>
-
-<h2 id="I_Der_Prinzenraub">I. Der Prinzenraub.</h2>
-</div>
-
-<p class="drop"><em class="gesperrt">Friedrich der Streitbare</em>, welcher den 5. Januar
-1428 starb, hinterließ vier Söhne. Namens:
-<em class="gesperrt">Sigismund</em>, <em class="gesperrt">Heinrich</em>, <em class="gesperrt">Friedrich d. Sanftmüthige</em>
-und <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III., die das vom Vater
-geerbte sächs. meißnische Land gemeinschaftlich verwalteten.
-Nachdem aber <em class="gesperrt">Sigismund</em> den geistlichen
-Stand erwählte, Bischof zu Würzburg wurde;
-<em class="gesperrt">Heinrich</em> 1436 und ihr Vetter, Landgraf <em class="gesperrt">Friedrich
-v. Thüringen</em>, der <em class="gesperrt">Friedfertige</em> genannt,
-1440 ohne Erben starb, und Thüringen daher an
-Meißen kam, unternahmen <em class="gesperrt">Friedrich</em> und <em class="gesperrt">Wilhelm</em>
-den 10. Septbr. eine Theilung, so daß <em class="gesperrt">Wilhelm</em>,
-Thüringen und die Hälfte des <em class="gesperrt">Osterlandes</em>,
-<em class="gesperrt">Friedrich</em>, die <em class="gesperrt">Markgrafschaft</em> nebst den zur
-<em class="gesperrt">Kurwürde gehörigen Ländern</em> allein, Freiberg
-aber und die Bergwerke gemeinschaftlich, durch das
-Loos erhielten. Allein <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. auf Anstiften
-seiner vertrauten Räthe: <em class="gesperrt">Busse</em> zu <em class="gesperrt">Dornburg</em>,
-<em class="gesperrt">Bernhardt von Kochberg</em> zu <em class="gesperrt">Wachsenburg</em>,
-<em class="gesperrt">Friedrich von Witzleben</em> zum <em class="gesperrt">Wendelsteine</em>,
-<em class="gesperrt">Busse</em>, <em class="gesperrt">Apel</em> und <em class="gesperrt">Bernhardt v. Vitzthum</em> zu
-<em class="gesperrt">Roßla</em> und <em class="gesperrt">Thanrode</em>, war mit der Theilung
-nicht zufrieden. Ein Vergleich, welchen <em class="gesperrt">Friedrich</em><span class="pagenum"><a id="Seite_2">[2]</a></span>
-mit ihm im Kloster <em class="gesperrt">Neumark</em> bei Halle den 10.
-Decbr. 1445 abschloß (der <em class="gesperrt">Hallische Machtspruch</em>
-genannt) beruhigte ihn noch nicht und <em class="gesperrt">Friedrichs</em>
-Verlangen seine feindseligen Räthe zu entlassen, ließ
-er nicht allein unerfüllt, sondern unternahm auch
-einen Streifzug gegen Roßla, einer Vitzthumischen
-Besitzung und verursachte so den sogenannten <em class="gesperrt">sächsischen
-Bruderkrieg</em>. Dieser Krieg hatte die traurigsten
-Folgen, namentlich die Verwüstung des thüringschen
-Landes, welche <em class="gesperrt">Apel von Vitzthum</em> verübte,
-weil er vom Herzoge <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. verabschiedet
-und einiger Güter beraubt worden war; dann
-den <em class="gesperrt">sächsischen Prinzenraub</em>, dessen Geschichte
-diese wenigen Blätter füllen soll.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, kurfürstlicher
-Schloßhauptmann und Regimentsoberster hatte in
-den Diensten des Kurfürsten, <em class="gesperrt">Friedrich d. Sanftmüthigen</em>,
-in dem Streite zwischen seinem Bruder
-<em class="gesperrt">Wilhelm</em> III. mit gefochten. Er war einer der
-tapfersten Ritter seiner Zeit, was er schon im Hussitenkriege,
-vorzüglich durch seinen unerschrockenen Muth
-bewiesen hatte.<a id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a> &ndash; Nun traf
-<span id="corr002a">es</span> sich aber, daß er,
-als er zum Entsatze der Stadt <em class="gesperrt">Gera</em> eilen wollte,
-mit seinen Genossen gefangen genommen wurde und
-nicht anders als gegen ein Lösegeld von 4000 Goldgülden,
-wieder freigegeben werden sollte. Kunz forderte<span class="pagenum"><a id="Seite_3">[3]</a></span>
-diese Summe vom Kurfürsten zurück und um
-so eher als dieser auch für andere Ritter, wie für
-<em class="gesperrt">Niklas von <span id="corr002b">Pflugk</span></em>,<a id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a> die seine Lehnsleute waren,
-Lösegeld bezahlt hatte. Der Kurfürst, da Kunz v.
-Kauffungen blos ein Söldner war, weigerte sich, ihm
-diese Summe zu ersetzen. Hierzu kam: Kunzs Besitzungen
-in Thüringen waren im Laufe des Bruderkrieges
-verwüstet, und der Kurfürst hatte ihm dafür
-einstweilen einige Güter <em class="gesperrt">Apel v. Vitzthums</em> wie
-<em class="gesperrt">Schwickershain</em> <span id="corr003a">(&ndash; das heutige Schweickershain &ndash;)</span>,
-<em class="gesperrt">Kriebenstein</em>, <em class="gesperrt">Ehrenburg</em>
-u. Andere zur Entschädigung angewiesen, doch mit
-der Bedingung, nach dem Kriege sie wieder auszutauschen.
-<em class="gesperrt">Kunz</em> stellte dagegen zu <em class="gesperrt">Meißen</em> am
-Sonnabend in der Osterwoche 1449 eine <span id="corr003b">handschriftliche</span>
-Versicherung aus: Den Augenblick solche wieder
-ihrem rechtmäßigen Besitzer zu überlassen, sobald ihm
-der Kurfürst zu den seinigen Besitzungen verholfen
-haben würde.<a id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a> &ndash; Nachdem nun den 27. Jan.
-1451 zu Kloster <em class="gesperrt">Pforte</em> die Zwistigkeiten der beiden
-Brüder wieder ausgeglichen waren und im Friedensvertrage
-ein Artikel so lautete, daß alles wie vorher
-bleiben sollte, jeder das Gewonnene herausgebe, erhielt
-<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> <em class="gesperrt">seine</em> Besitzungen
-in Thüringen wieder, indem er nun auch die
-Vitzthumschen Besitzungen wieder herausgeben sollte.<span class="pagenum"><a id="Seite_4">[4]</a></span>
-Allein zu diesem wollte er sich durchaus nicht verstehen;
-vorzüglich da er <em class="gesperrt">Schwickershain</em> ganz ausgebaut
-und bewohnbar gemacht hatte, auch für seine
-geleisteten Dienste Belohnung und Ersatz des Lösegeldes
-unbedingt zu verlangen glaubte. <em class="gesperrt">Friedrich
-der Sanftmüthige</em> erinnerte sich sowohl der treuen
-Dienste, die Kunz ihm geleistet hatte, doch konnte
-er sich zu einer solchen Forderung nicht verstehen,
-die dem mit seinem Bruder geschlossenen Frieden geradezu
-entgegen war, zumal auch Kunz, wie bereits
-oben erwähnt wurde, handschriftlich Verzicht geleistet
-hatte. Allein alle Vorstellungen, die ihm der Kurfürst
-deshalb machte, um ihn mit Güte zur Ruhe
-zu bringen, konnten <em class="gesperrt">Kunzen</em> zur Rückgabe der Güter
-nicht bewegen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Apel von Vitzthum</em>, wie schon oben gesagt
-worden ist, war mit dem Herzoge <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III.
-ebenfalls in Feindschaft gerathen, weil seine boshaften
-Anschläge gegen den Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich</em> durch
-den Frieden zu Nichte gemacht worden waren. Außer
-der Gnade seines Herrn verlor er auch seine
-schönen Schlösser.<a id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a> Er suchte nun seinen Herzog
-auf alle mögliche Art zu necken, so daß Herzog <em class="gesperrt">Wilhelm</em>
-mit Hilfe der <em class="gesperrt">Erfurter</em>, <em class="gesperrt">Mühlhäuser</em>
-und <em class="gesperrt">Nordhäuser</em> gegen <em class="gesperrt">v. Vitzthum</em> zu Felde
-zog, schleifte das Schloß <em class="gesperrt">Gleißberg</em>, das sich, von<span class="pagenum"><a id="Seite_5">[5]</a></span>
-Vitzthum nach dem Bruderkriege nur erst wieder
-aufgebaut hatte, erklärte <span id="corr005a">ihn</span> und seine Brüder als
-<em class="gesperrt">Landesverräther</em>. Vitzthum flüchtete nun nach
-Böhmen; suchte dort Anhang zu gewinnen, sowohl
-gegen den Herzog <em class="gesperrt">Wilhelm</em> III., als auch gegen
-den Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich</em>. Gegen letzteren war er
-deswegen erbittert, indem er einst so nachdrücklich
-auf seine Entfernung <span id="corr005b">von</span> Herzog <em class="gesperrt">Wilhelms</em> Hofe
-gedrungen hatte.<a id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a>&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>An diesem glaubte <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>
-seinen Mann zu finden, der mit ihm gemeinschaftliche
-Sache machen würde. Kunz trat deshalb mit
-ihm <span id="corr005c">in</span> Briefwechsel; nichts war Vitzthumen willkommner.
-Sogar trat Vitzthum seine <em class="gesperrt">Ansprüche
-auf seine <span id="corr005d">meißnischen</span> Güter ihm</em> ab, um Kunzens
-Forderungen mehr Nachdruck zu geben. &ndash; Kunz
-drang nun heftiger auf die Anerkennung seiner Besitznahme
-der Vitzthumschen Güter, die ihm der Kurfürst
-aber, Kraft der schriftlichen Versicherung, die er
-von ihm in den Händen hatte, standhaft verweigerte,
-und ihn deshalb förmlich vor Gericht belangte, Friedrich
-setzte nämlich deshalb <em class="gesperrt">auf <span id="corr005e">den</span> Donnerstag
-nach Galle 1454 auf dem Schlosse zu Altenburg,
-einen Termin fest</em>, bei welchem <em class="gesperrt">George
-von Haugewitz</em>, Dechant zu Meißen, der
-Kanzler <em class="gesperrt">George von Bibenberg</em> und die Ritter
-<em class="gesperrt">Hans von Schleinitz</em> und <em class="gesperrt">Hans von Miltitz</em><span class="pagenum"><a id="Seite_6">[6]</a></span>
-die ganze Sache nochmals untersuchten und dahin
-beschieden. Der Kurfürst sollte seine Forderungen an
-Kunzen und Kunz die seinigen an den Kurfürsten
-aufsetzen. Der Münzmeister zu Freiberg <em class="gesperrt">Nikol
-Monhaupt</em>, der zugleich Statthalter und Landshauptmann
-der Provinz war, sollte dann beide Forderungen
-der kurfürstlichen Kanzlei übergeben, und
-was diese endlich entscheiden würde, dabei möchten
-beide Theile sich beruhigen. Doch Kunz wollte sich
-dabei nicht beruhigen und blieb daher bei seinem
-Entschlusse, und so sollte auf Befehl des Kurfürsten
-ein Rechtsgutachten bei den Leipziger, Magdeburger
-und Freibergischen Rechtsgelehrten eingeholt werden.
-Zur damaligen Zeit etwas Unerhörtes; viele von des
-Ritters von Kauffungs Anhang, betrachteten daher
-solches als eine Kränkung<a id="FNAnker_6_6"></a><a href="#Fussnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a>, die deshalb einen Fehdebrief<span class="pagenum"><a id="Seite_7">[7]</a></span>
-an den Kurfürsten schickten. Kunz, welcher
-den Ausgang dieses Rechtsschrittes nicht zu seinen
-Gunsten auslegte, wollte sich nun durch Selbsthilfe
-seine Forderungen verschaffen, kaufte durch Vermittelung
-<em class="gesperrt">Apels von Vitzthums</em>, das Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em>
-oder <em class="gesperrt">Eisenberg</em> unweit Brix<a id="FNAnker_7_7"></a><a href="#Fussnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a> in Böhmen,
-nicht weit von der sächsischen Grenze, um es
-zu dem nachherigen Prinzenraube zu benutzen.</p>
-
-<p>Rache an dem Kurfürsten zu <span id="corr007a">nehmen</span> war nun
-<em class="gesperrt">Kunzens</em> und <em class="gesperrt">Apels</em> einziger Gedanke.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Theils durch Verpfändung, theils durch Gewalt
-und friedliche Verträge, <span id="corr007b">waren</span> verschiedene
-böhmische Städte an die Markgrafen von Meißen
-gekommen. Je mächtiger nun die Markgrafen von
-Meißen dadurch wurden, desto scheeler sahen dazu
-die Könige v. Böhmen und forderten, den deshalb
-geschlossenen <span id="corr007c">Verträgen</span> ohngeachtet zu verschiedenen
-Malen alles wieder zurück. <em class="gesperrt">Kunz v. Kauffungen</em><span class="pagenum"><a id="Seite_8">[8]</a></span>
-und <em class="gesperrt">Apel v. Vitzthum</em> hatten daher nichts eiligeres
-zu thuen, als den damaligen König <em class="gesperrt">Ladislaus</em> gegen
-den Kurfürsten zu erbittern, so daß <em class="gesperrt">Ladislaus</em>
-1453 eine Forderung von 64 Städten an den Kurfürst
-schickte. Natürlich wurde diese als ungegründet
-abgewiesen. <em class="gesperrt">Ladislaus</em> brach jedoch aus Böhmen
-in Sachsen ein und überfiel das Städtchen
-<em class="gesperrt">Pirna</em>; doch wurde er sehr bald wieder zurückgeschlagen,
-so daß ihm ein dergleichen Ausfall nicht
-wieder gelüstete. Indeß hatte sich doch <em class="gesperrt">Kunz</em> und
-<em class="gesperrt">Apel</em> an den Kurfürsten gerächt. Sie hatten auch
-dadurch den König von Böhmen auf ihre Seite,
-und Kunz würde seine Forderungen vielleicht <em class="gesperrt">nie</em>
-so weit getrieben haben, wenn er in Böhmen nicht
-einen so mächtigen Rückenhalt gewußt hätte.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Als nun der Ausspruch der Leipziger, Magdeburger
-und Freibergischen<a id="FNAnker_8_8"></a><a href="#Fussnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a> Rechtsgelehrten ankam,
-der darauf drang: daß Kunz die Vitzthumschen Güter
-herausgeben sollte, wurde der Rechtsspruch Kunzen
-bekannt gemacht, allein Kunz wollte <span id="corr008">ihn</span> durchaus
-nicht gelten lassen. Endlich beschied man ihn
-den <em class="gesperrt">Dienstag nach dem Johannistage des
-Abends auf das Schloß Altenburg</em>, um
-Mittewochs darauf, den 25. Juni (7. Juli)<a id="FNAnker_9_9"></a><a href="#Fussnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a> 1455
-den letzten Termin mit ihm abzuhalten. Kunz kam,<span class="pagenum"><a id="Seite_9">[9]</a></span>
-aber um die Güte zu pflegen nicht, sondern, nachdem
-er sich die Höhe des Schlosses und vorzüglich das
-Schlafgemach noch einmal<a id="FNAnker_10_10"></a><a href="#Fussnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a> ordentlich besehen hatte,
-ritt er ohne Abschied vom Kurfürsten zu nehmen fort,
-in Gedanken, wie er dem Kurfürsten auch selbst gesagt
-hatte: <em class="gesperrt">Er wolle sich für seinen Schaden nicht
-an Land und Leuten, sondern an des Kurfürsten
-eignem Fleisch und Blut rächen und
-erholen</em>, worauf der Kurfürst erwiedert haben soll:
-<em class="gesperrt">Mein Kunz siehe zu, daß Du mir die Fische
-in den Teichen nicht verbrennest.</em><a id="FNAnker_11_11"></a><a href="#Fussnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a>
-<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> ritt nun sofort auf sein
-Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em>, (welches er befestigt hatte lassen,)
-um sich mit <em class="gesperrt">Apel von Vitzthum</em> über die Ausführbarkeit
-eines Prinzenraubes zu besprechen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Friedrich der Sanftmüthige</em> mit <em class="gesperrt">Margaretha
-von Oesterreich</em> vermählt, hatte zu dieser
-Zeit zwei Söhne <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albert</em>. Ersterer
-geboren den 25. März 1441, Letzterer aber den 27.
-Juli 1443.<a id="FNAnker_12_12"></a><a href="#Fussnote_12_12" class="fnanchor">[12]</a> &ndash; Sein ältester Sohn <em class="gesperrt">Friedrich</em>
-war schon 1421 und sein jüngster Sohn <em class="gesperrt">Alexander</em>
-1446 gestorben. &ndash; Er residirte auf dem Schlosse
-<em class="gesperrt">Altenburg</em>, welches ein hohes, schönes Felsenschloß,
-unweit der Stadt <em class="gesperrt">Altenburg</em>, ist.</p>
-
-<p>Auf <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albert</em> hatte Kunz sein <span id="corr009">Augenmerk</span><span class="pagenum"><a id="Seite_10">[10]</a></span>
-gerichtet. Dieses theuere Kleinod der kurfürstlichen
-Familien meinte er, als er zum Kurfürsten
-gesagt hatte: <em class="gesperrt">an des Kurfürsten eignem Fleisch
-und Blut wollte er sich rächen</em>. Entführen
-wollte er sie und auf seinem Schlosse <em class="gesperrt">Isenburg</em>
-so lange fest halten, bis der Kurfürst seine Forderungen
-genügen würde. Zu diesem gewagten Unternehmen
-brauchte er natürlich mehrere um es auszuführen.
-Diese fanden sich denn auch bald, denn
-schon lange vorher war er von Burg zu Burg geritten,
-Mithelfer zu seinem Unternehmen zu finden
-und fand auch durch seine gewandten Reden Theilnehmer
-für sich und Haß gegen den Kurfürsten zu erwecken.</p>
-
-<p>Nur fehlte es ihm nur noch an einem Kundschafter
-am kurfürstlichen Hofe, der ihm Nachricht
-ertheilen könnte, wenn der Raub am sichersten auszuführen
-wäre. Da lernte er denn in Böhmen einen
-böhmischen Küchenjungen kennen, Namens: <em class="gesperrt">Hans
-Schwalbe</em>. Ein verschmizter Bube. Dieser, glaubte
-Kunz, würde in seine Plane eingehen, entdeckte ihm
-alles und schickte denselben mit Empfehlungsschreiben
-an seine guten Freunde am altenburger Hofe, wo
-man ihn auch sogleich als Küchenjunge, ohne Verdacht
-zu hegen, anstellte. Bald fand sich Gelegenheit,
-daß <em class="gesperrt">Schwalbe</em> Kunzen treue Dienste leisten
-konnte. <span id="corr010">Folgenden</span> Brief, wie er sich in den <em class="gesperrt">Wittenberger
-Originalacten</em> befindet, schrieb Schwalbe
-an Kunzen:<a id="FNAnker_13_13"></a><a href="#Fussnote_13_13" class="fnanchor">[13]</a></p>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_11">[11]</a></span></p>
-<div class="blockquot">
-
-<p class="noind">»<em class="gesperrt">Mein willigen Dienst sampt alles lybs
-und gutes tzuvor.</em></p>
-
-<p>»<em class="gesperrt">Ehebarer strenger lyber Junker!</em></p>
-
-<p>»<em class="gesperrt">Als der Kurfürst vestiglich beschlossen
-hat vf morgen Sundages nach der frumeß
-gein Lyptgk tzu wegfarten mitt den
-meresten Hofelüten, och Muntag vfe Abendt
-der Cantzler yn engelebete in synen Huse
-vsrichdten wirdet, samer mögen deheby
-mannichveltige Höfelinge wesen, vndt
-vffs Schloß pflege daczumalen allye der
-oldte Eßmus Drabandten Dynst, wellicher
-ast yngeschleffert wagk werden, der Pforthyner
-ist lagerigkrank, kan ich Uch nicht
-pregin, gelubener truwe Uch selbir gegewertiglich
-tzu dynen vndt Uwer Anstaltungk
-gewartin. Datum Aldenburg, am
-Samstag nach Vnser Frawentage. A. lv.</em></p>
-
-<p class="right">
-<em class="gesperrt">Hans Schwalbe.</em>«
-</p>
-
-<p class="noind">»<em class="gesperrt">Dem Ehrbaren strengen Jungker Cunradt
-von Kawfungen vf Kalenberg. Meinen
-gynstiglichen lyben Jungker tzutzustellen
-tzu ainegen Handen.</em>«&nbsp;&ndash;<a id="FNAnker_14_14"></a><a href="#Fussnote_14_14" class="fnanchor">[14]</a></p></div>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_12">[12]</a></span></p>
-
-<p>Dieser Brief war 9 Tage nach dem Termine,
-den Kunz mit dem Kurfürsten in Altenburg gehabt
-hatte, geschrieben.</p>
-
-<p>Eine bessere Gelegenheit zur Ausführung seiner
-Plane konnte wohl nicht kommen und Kunz hatte
-nichts eiligeres zu thun, als <span id="corr012">solches</span> seinen Verschworenen
-zu benachrichtigen. Die Strickleitern<a id="FNAnker_15_15"></a><a href="#Fussnote_15_15" class="fnanchor">[15]</a>, die zu
-diesem Behufe nöthig waren, wurden nicht weit von
-<em class="gesperrt">Kahlenberg</em> oder <em class="gesperrt">Callenberg</em>, (bei Waldenburg,
-gehörte seinem Bruder <em class="gesperrt">Dietrich</em>) in einer Scheune,
-die ebenfalls seinem Bruder <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>
-gehörte, gefertiget. &ndash; <em class="gesperrt">Kunz</em> selbst hielt
-sich<a id="FNAnker_16_16"></a><a href="#Fussnote_16_16" class="fnanchor">[16]</a> zu der Zeit im Geheimen auf dem Schlosse
-<em class="gesperrt">Kohren</em> auf <em class="gesperrt">und ging von hier aus des<span class="pagenum"><a id="Seite_13">[13]</a></span>
-Nachts vor Altenburg</em><a id="FNAnker_17_17"></a><a href="#Fussnote_17_17" class="fnanchor">[17]</a>, wo er den Prinzenraub
-vollführte. Das Schloß <em class="gesperrt">Kohren</em> gehörte damals
-der Familie <em class="gesperrt">von Meckau</em>.</p>
-
-<p>Geschichtlich merkwürdig ist noch, daß die Kurfürstin
-<em class="gesperrt">Margaretha</em> die Nacht vorher, ehe ihr Gemahl
-nach Leipzig reiste, folgenden Traum hatte:
-Sie sah ein großes Schwein in einem schönen Garten
-alles umwülen und besonders neben den Reben
-die schöne junge Raute. Endlich stürzte ein Bär
-darauf los und jagt das Schwein mit seiner Tatze
-fort. Die Kurfürstin erzählte diesen Traum, der
-ihr auf eine entsetzliche Art die ganze Nacht ängstigte,
-sogleich ihrem Gemahl, der jedoch, weil er Träumen
-nicht glaubte, seine Reise deswegen nicht aufschob
-und mit großem Gefolge den 7. Juli (d. 19. Juli)
-nach <em class="gesperrt">Leipzig</em> reiste.</p>
-
-<p>So war denn Niemand zur Aufsicht der Prinzen
-da, als ihr Hofmeister, <em class="gesperrt">Graf von Barby</em>.</p>
-
-<p>Der 8. Juli (20. Juli) war von <em class="gesperrt">Kunz von
-Kauffungen</em> dazu bestimmt den Prinzenraub auszuführen.
-Die Hauptverschwornen waren mit ihren
-Knechten folgende:<a id="FNAnker_18_18"></a><a href="#Fussnote_18_18" class="fnanchor">[18]</a> <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>,
-sein Reißiger: <em class="gesperrt">Johann Schweinitz</em>, sein Knecht:
-<em class="gesperrt">Albrecht Adolph</em>; <em class="gesperrt">Wilhelm von Schönfels</em>,
-sein Knecht: <em class="gesperrt">Geveller</em>; <em class="gesperrt">Hans Wilhelm von
-Mosen</em>, sein Knecht: <em class="gesperrt">Hensel Herdin</em>; <em class="gesperrt">Hans<span class="pagenum"><a id="Seite_14">[14]</a></span>
-von Rußwurm</em>; <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>;
-<em class="gesperrt">Nikol vom Forst</em>; <em class="gesperrt">Bernhardt von Trebin</em>;
-<em class="gesperrt">Dix von Trebin</em>; <em class="gesperrt">Barthol von Trebin</em>,
-beide letztere: Söhne von <em class="gesperrt">Wenzel von Trebin</em>.
-Der ganze Zug bestand aus 37 Reitern, dessen
-Pferden die Hufeisen verkehrt aufgeschlagen worden
-waren, und 10 Fußknechte, welche also den 7. Juli
-(19. Juli) <em class="gesperrt">Montags vor Kiliani</em> 1455 <em class="gesperrt">Nachts
-zwischen 11 und 12 Uhr</em> aus einem dichten
-Walde bei Altenburg, die <em class="gesperrt">Leine</em> genannt, hervorbrachen.
-Nur <em class="gesperrt">Johann Schweinitz</em>, Kunzens
-Reißiger, wurde vorausgeschickt, um mit Hilfe des
-Küchenjungen <em class="gesperrt">Schwalbe</em> die Strickleitern an einem
-hohen Fenster, neben der Küche zu befestigen. &ndash;
-<em class="gesperrt">Kunz</em>, bekannt im Schlosse, stieg zuerst hinauf,
-dann folgte <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em>. Niemand
-störte dieselben, denn in dem Schlafgemache der
-Prinzen schlief niemand, als eine alte Kammerfrau
-und der Sohn des Hofmeisters des Prinzen, <em class="gesperrt">Graf
-von Barby</em>. Kunz entführte den ältern Prinz
-<em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> sollte Prinz
-<em class="gesperrt">Albrecht</em> entführen, doch in der Eile fand eine
-Verwechselung statt, indem er den jungen <em class="gesperrt">Graf
-Barby</em>, welcher in denselben Alter war als die
-Prinzen, entführte. <em class="gesperrt">Kunz</em>, der den Irrthum erkannte,
-übergab <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> den Prinz
-<em class="gesperrt">Ernst</em> mit dem Befehl immer fort zu reiten, indem
-er durch das Schloßthor, welches <em class="gesperrt">Schwalbe</em> vorher
-geöffnet hatte, den jungen <em class="gesperrt">Graf Barby</em> wieder
-zurückbrachte und dafür Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em>, welcher<span class="pagenum"><a id="Seite_15">[15]</a></span>
-aus Angst sich unter das Bette versteckt hatte, nahm.
-So wie Kunz diesen Prinzen über dem Schloßhofe
-brachte, öffnete die Kurfürstin das Fenster und rufte:
-»<em class="gesperrt">Lieber Kunz, thue nicht so übel an mir
-und meinen lieben Herrn, verschone meine
-Kinder, es sollen alle Deine Sachen noch
-gut werden.</em>« Allein <em class="gesperrt">Kunz</em> achtete die Stimme
-einer liebenden Mutter nicht, sondern setzte den
-Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> auf ein Pferd, das er führte und
-sprengte, begleitet von <span id="corr015">seinem</span> Reißiger <em class="gesperrt">Johann
-Schweinitz</em> und seinen Knecht <em class="gesperrt">Albrecht Adolph</em>
-mit verhängten Zügeln davon. Seinen Weg nahm
-er durch die <em class="gesperrt">Leine</em><a id="FNAnker_19_19"></a><a href="#Fussnote_19_19" class="fnanchor">[19]</a>, wo er schon hergekommen
-war, und gelangte dann durch die <em class="gesperrt">Rabensteiner</em><a id="FNAnker_20_20"></a><a href="#Fussnote_20_20" class="fnanchor">[20]</a>
-und nachher die damals noch anstoßenden <em class="gesperrt">Thalheimischen</em>
-Waldungen und zwar in letzteren auf
-einem von Leukersdorf aus bis Elterlein führenden<span class="pagenum"><a id="Seite_16">[16]</a></span>
-<em class="gesperrt">Fußsteig</em>, wodurch weder die Stadt <em class="gesperrt">Stollberg</em>,
-noch die Stadt <em class="gesperrt">Zwönitz</em> berührt wird. Dieser
-Fußsteig und jetzt <em class="gesperrt">Holz-</em> und <em class="gesperrt">Kalkfuhrweg</em>
-kommt auf der Höhe des <em class="gesperrt">Glasberges</em> bei <em class="gesperrt">Elterlein</em>
-über die <em class="gesperrt">Grünhainer</em> Straße<a id="FNAnker_21_21"></a><a href="#Fussnote_21_21" class="fnanchor">[21]</a> nicht
-weit von <em class="gesperrt">Elterlein</em> schon in die Gegend<a id="FNAnker_22_22"></a><a href="#Fussnote_22_22" class="fnanchor">[22]</a> des<span class="pagenum"><a id="Seite_17">[17]</a></span>
-<em class="gesperrt">Grünhainer Klosters</em>.<a id="FNAnker_23_23"></a><a href="#Fussnote_23_23" class="fnanchor">[23]</a> Dieser Weg war für
-sein Vorhaben der passendste, indem die Gegend um
-<em class="gesperrt">Grünhain</em> namentlich bei <em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> und
-<em class="gesperrt">Waschleute</em> nichts als Wald war und durch den
-verheerenden Hussitenkrieg, der 1427 das Kloster zu
-Grünhain zerstörte,<a id="FNAnker_24_24"></a><a href="#Fussnote_24_24" class="fnanchor">[24]</a> ganz von Einwohnern entblößt
-sein mußte, indem bis 1455 die Volksmenge
-zur damaligen Zeit noch nicht so gewachsen sein
-konnte, wie es vielleicht in den jetzigen Zeiten geschehen
-dürfte. Auch war Kunz von einem Grünhainer
-Mönch unterrichtet<a id="FNAnker_25_25"></a><a href="#Fussnote_25_25" class="fnanchor">[25]</a>, so daß er schnell aus<span class="pagenum"><a id="Seite_18">[18]</a></span>
-der Gegend von <em class="gesperrt">Waschleute</em> nach Schwarzenberg
-kommen konnte, welches damals ein böhmisches
-Städtchen war<a id="FNAnker_26_26"></a><a href="#Fussnote_26_26" class="fnanchor">[26]</a>, mithin durfte ihm Niemand
-mehr etwas anhaben, indem er den König von Böhmen
-auf seiner Seite hatte; und dann schaffte er
-die Prinzen auf sein Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em>, und wollte
-sie so lange in Verwahrung behalten, bis er vom
-Kurfürsten die Versicherung erhalten hätte, die Vitzthumschen
-Güter rechtmäßig behalten zu können und
-vielleicht ein ansehnliches Lösegeld für ihn und seine
-Mitgenossen erhalten hätte. Allein seine Plane waren<span class="pagenum"><a id="Seite_19">[19]</a></span>
-wohl gut ausgedacht, aber noch nicht vollführt.
-Denn der anstrengende Marsch, den er ohne auszuruhen
-zurückgelegt hatte, indem er von Mitternacht
-bis gegen Mittag geritten war, mußte vorzüglich den
-12jährigen Prinzen bedeutend anstrengen und so kam
-es denn auch, daß der Prinz vor Hunger und Durst
-in der Gegend von Grünhain<a id="FNAnker_27_27"></a><a href="#Fussnote_27_27" class="fnanchor">[27]</a> Kunzen bat es<span class="pagenum"><a id="Seite_20">[20]</a></span>
-zu erlauben vom Pferde abzusteigen und auszuruhen.<a id="FNAnker_28_28"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>
-Da nun die Gegend durchaus nicht bewohnt<span class="pagenum"><a id="Seite_21">[21]</a></span>
-war, so glaubte er ohne seine Sicherheit zu
-gefährten, es erlauben zu dürfen.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Auf dem Schlosse zu <em class="gesperrt">Altenburg</em> war durch
-die <span id="corr021">Entführung</span> der beiden Prinzen alles aufgeboten
-und dem große Belohnung versprochen worden, welcher
-zur Entdeckung des Prinzenraubes behilflich sein
-könnte. Der Kurfürst bekam auch sogleich einen
-Eilboten zugeschickt und ließ deshalb folgendes Schreiben
-und Aufforderung in alle Gegenden des Landes
-durch reitende Boten austheilen:</p>
-
-<div class="blockquot">
-<p>»<em class="gesperrt">Friedrich, Hertzog zu Sachsen, Churfürst!
-liebe getreuen, uns ist Cuntz und seine
-Helffers uff hind in unser Schloß Altenburgk
-gestiegen, und haben unser beyden
-Söhne, das Gott geklaget sey, weggebracht
-&ndash; ist es versicherlich, Sie werden
-mit Ihnen aus unsere Landen nicht eylen,
-sondern sie etliche Tage uff den Wäldern
-und Höltzern enthalten, und sie zu
-Fuß fueder schicken. Begehren wir von
-Euch &ndash; daß ihr mit reisiger Gezeug und
-Fuhren, so stark ihr immer werden möget,
-uff den Walden, Höltzern und sonst,<span class="pagenum"><a id="Seite_22">[22]</a></span>
-wo ihr für das Beste erkennet, suchen und
-suchen lassen, und fleißiges Aufsehen haben,
-uff dieselben unsre Feinde und unsre
-Söhne, daß ihnen die wieder abgedrungen,
-und aus ihren Händen wieder zu
-uns bracht werden. In dem Euch so beweisen,
-als wir uns alles guten zu Euch
-versehen, das wollen wir in allen guten
-umb Euch erkennen. Geben Altenburg,
-<em class="antiqua">tertia Kyliani Anno L. quinta</em>.</em>«<a id="FNAnker_29_29"></a><a href="#Fussnote_29_29" class="fnanchor">[29]</a></p></div>
-
-<p>In allen Orten wurden die Glocken geläutet,
-und so wurde es denn bald in allen Gegenden des
-Landes verbreitet. In der erzgebirgischen Stadt
-<em class="gesperrt">Geier</em>, 3 Stunden von <em class="gesperrt">Grünhain</em> zersprang die
-große Glocke.<a id="FNAnker_30_30"></a><a href="#Fussnote_30_30" class="fnanchor">[30]</a>&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Kunz</em>, der durch das Stürmen wohl wußte,
-daß es ihm galt, glaubte dennoch sicher zu sein, da
-er bereits selbst bei <em class="gesperrt">Waschleute</em> glücklich vorbei
-geritten, also dem ersten Ziele ganz nahe, nur etwa
-¾ Stunde noch von Schwarzenberg entfernt war,
-ließ also den jungen Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> absteigen, um<span class="pagenum"><a id="Seite_23">[23]</a></span>
-Waldbeere pflücken zu dürfen.<a id="FNAnker_31_31"></a><a href="#Fussnote_31_31" class="fnanchor">[31]</a> Auch Kunz
-stieg ab und suchte dem <span id="corr023a">Prinzen</span> <em class="gesperrt">Albrecht</em> Waldbeere,
-indem er sein Pferd am Zügel hielt. Indessen
-Kunz immer tiefer in dem Walde Waldbeere suchte,
-nährten sie sich einem Köhler, Namens <em class="gesperrt">Georg
-Schmidt</em>, der mit seinem Hunde sein Mittagsbrod
-theilte.</p>
-
-<p>Dieser Köhler hatte früh seinen Lehrburschen,
-<em class="gesperrt">Urban Schmidt</em>, seines Bruders Sohn, nach <em class="gesperrt">Geier</em><a id="FNAnker_32_32"></a><a href="#Fussnote_32_32" class="fnanchor">[32]</a>
-geschickt, um Lebensmittel zu holen, welcher<span class="pagenum"><a id="Seite_24">[24]</a></span>
-denn daselbst gehört hatte, daß auf dem <em class="gesperrt">Altenburger</em>
-Schlosse ein großer Raub statt gefunden hätte.
-Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em>, der nun in jenem Walde, wo
-damals blos eine Köhlerstraße hindurch führte, diesen
-Ritter erblickte, vermuthete deshalb, daß das der
-Räuber mit dem Raube wäre, er fragte ihn daher:
-»Woher und wohin mit diesem Knaben?« <em class="gesperrt">Kunz</em>
-entgegnete: »Ein böser Bube, der seinem Herrn
-entlaufen ist, den ich ihm wieder zuführen muß.« &ndash;
-Doch in diesem Augenblicke verwickelte <em class="gesperrt">Kunz</em> sich
-mit seinen Sporen im dicken Dorngestrüppe und stürzte<span class="pagenum"><a id="Seite_25">[25]</a></span>
-nieder. Schnell wollte er wieder aufspringen, allein
-sein Panzerhemde hinderte ihn dazu. Diese
-Gelegenheit benutzte der Prinz und raunte dem Köhler
-ins Ohr: »<em class="gesperrt">Ich bin ein Fürst von Sachsen
-und bin gefangen, mache mich los, mein
-Vater soll dirs wohl vergelten!</em>«</p>
-
-<p>Dieses hörte Kunzens Reißiger, sein treuer
-<em class="gesperrt">Schweinitz</em>,<a id="FNAnker_33_33"></a><a href="#Fussnote_33_33" class="fnanchor">[33]</a> erhob sein Schwerdt, und wollte
-den Prinzen, weil dadurch alles verrathen war, tödten.
-Allein der Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em> fing den Hieb
-durch seinen Schürbaum auf. Seinen Hund nun
-hetzte er sogleich auf Schweinitzen und er selbst lief
-zu Kunzen, der immer noch dalag und schlug ihn
-mit dem Schürbaum, daß er ihn todtgeschlagen hätte,
-wenn nicht Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> für ihn gebeten
-hätte. Durch das Hundegebell und übrigen Lärm
-war des Köhlers Frau, geborne <em class="gesperrt">Marie Wälderin</em>,
-herzugekommen. Als sie aber sah, daß ihr Mann
-sich mit Räubern herumschlug, gab sie das gewöhnliche
-Waldzeichen, was bei Gefahren alle Köhler
-zusammenruft.<a id="FNAnker_34_34"></a><a href="#Fussnote_34_34" class="fnanchor">[34]</a> Dadurch waren in einem kurzen<span class="pagenum"><a id="Seite_26">[26]</a></span>
-Zeitraume viele Köhler versammelt,<a id="FNAnker_35_35"></a><a href="#Fussnote_35_35" class="fnanchor">[35]</a> so daß
-sich bald <em class="gesperrt">Kunz</em> mit seinem treuen Diener <em class="gesperrt">Schweinitz</em>
-gefangen geben mußte.</p>
-
-<p>Sein Knecht <em class="gesperrt">Albrecht Adolph</em> war entflohen,
-wurde jedoch noch eingeholt.</p>
-
-<p>Kunz, der sich nun für verloren sah, bot dem
-Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em>, eine ansehnliche Belohnung, allein
-dem Köhler war Kunzens Gold nicht so lieb als
-seine eigne Person und er mußte sein Gefangner
-bleiben.</p>
-
-<p>Prinz <em class="gesperrt">Albrechten</em> führte er in seine nahe gelegene
-Köhlerhütte, stärkte ihn durch ein einfaches
-Mahl und gab ihm aus der Quelle, die jetzt durch
-das Denkmal eingefaßt ist, zu trinken.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> mit seinem Genossen
-führten sie aber zu ihrer Obrigkeit, in das
-¾ Stunden davon entfernte <em class="gesperrt">Cistercienser-Kloster
-Grünhain</em>, zum damaligen Abt <em class="gesperrt">Liborius</em>,<a id="FNAnker_36_36"></a><a href="#Fussnote_36_36" class="fnanchor">[36]</a>
-noch an dem nämlichen Dienstage. Kunz, im<span class="pagenum"><a id="Seite_27">[27]</a></span>
-Kloster angekommen, wurde in dem Gefängnisse daselbst
-festgehalten, was jetzt noch steht, und den Namen
-<em class="gesperrt">Fuchsthurm</em> führt. Es befindet sich mitten
-im Klostergarten, wird aber bald, weil es nicht im
-baulichen Stande erhalten wird, einer Ruine ähnlich
-sehen. Hier blieb Kunz nur einige Stunden,<a id="FNAnker_37_37"></a><a href="#Fussnote_37_37" class="fnanchor">[37]</a>
-indem er vom Abte <em class="gesperrt">Liborius</em> unter hinreichender
-Bedeckung, nach <em class="gesperrt">Zwickau</em> zum damaligen Amtshauptmann
-oder Voigt <em class="gesperrt">Veit von Schönburg</em>,
-abgeliefert wurde.<a id="FNAnker_38_38"></a><a href="#Fussnote_38_38" class="fnanchor">[38]</a> Dieser <em class="gesperrt">Veit von Schönburg</em>
-erstattete wahrscheinlich schon am folgenden
-Tage, den 9. Juli, Bericht an den Kurfürsten, um
-sich Verhaltungsbefehle zu erbitten. Der Kurfürst
-ließ Kunzen nicht nach Altenburg bringen, sondern
-nach <em class="gesperrt">Freiberg</em>, welches wahrscheinlich den 12. Juli
-geschah, wo er dem dortigen Rathe zu sicherer Verwahrung<span class="pagenum"><a id="Seite_28">[28]</a></span>
-übergeben wurde. &ndash; Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em>
-wurde aber in Begleitung des Köhlers <em class="gesperrt">Schmidt</em>,
-nachdem er beim Abt <em class="gesperrt">Liborius</em> in der sogenannten
-<em class="gesperrt">Schösserwohnung</em><a id="FNAnker_39_39"></a><a href="#Fussnote_39_39" class="fnanchor">[39]</a> im Kloster zu <em class="gesperrt">Grünhain</em>
-übernachtet hatte, mit einer sicheren Bedeckung nach
-<em class="gesperrt">Altenburg</em> gebracht. Der Einzug ähnelte einem
-Triumphzuge in Altenburg. Eine große Anzahl
-Bewohner Altenburgs kam dem Zuge entgegen und
-begegneten dem Hauptanführer des Zugs, den Köhler
-<em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>, mit wahrer Achtung, so daß
-sie sich nicht scheuten zum Zeugen der Dankbarkeit
-seine schwarzen Hände zu küssen.</p>
-
-<p>Um nun auch das Schicksal des Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em>
-von seiner Entführung an zu wissen, müssen wir
-wieder aufs Schloß <em class="gesperrt">Altenburg</em> zurück gehen, wo
-<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> den Prinzen Ernst seinen
-treusten Genossen <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> und <em class="gesperrt">Wilhelm
-von Schönfels</em> übergab, um mit ihm immer
-die Flucht zu ergreifen, indem er selbst für den jungen
-Graf Barby, den jüngern Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> holte.
-Nach einer Verabredung mit <em class="gesperrt">Mosen von Schönfels</em>
-hatte es Kunz so bestimmt, daß sie mit <em class="gesperrt">einem</em>
-von den beiden Prinzen einen andern Weg einschlagen<span class="pagenum"><a id="Seite_29">[29]</a></span>
-sollten und zwar gegen Franken zu nach Böhmen,
-wo sie ihn dann auf sein Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em> bringen
-sollten; damit, wenn im Fall die eine oder die
-andere Partei gefangen genommen werden sollte, die
-andere Partei ihren Raub nicht eher hergeben sollte,
-als bis Kunzens Forderungen erfüllt oder die Strafe
-für die Entführung der Prinzen erlassen wäre. Beides
-wurde durch einen gegenseitigen Schwur bekräftiget.</p>
-
-<p>Allein beide Ritter kamen mit ihrem Gefolge
-nicht weiter, als bis in die Gegend von Hartenstein,
-indem in allen Dörfern die Sturmglocke ertönte und
-die Unterthanen ebenfalls ihre Untersuchungen nicht
-allein auf den Fahrstraßen anstellten, sondern auch
-die Wälder durchsuchten. Vierzehn gesattelte Pferde
-und sechs Reiter waren ihnen schon abgenommen
-worden und die Gefahr sogleich ergriffen zu werden,
-zwang sie daher eine Höhle, die am rechten Ufer
-der Mulde liegt, nicht weit vom Schlosse <em class="gesperrt">Stein</em>
-der Burg <em class="gesperrt">Eisenburg</em><a id="FNAnker_40_40"></a><a href="#Fussnote_40_40" class="fnanchor">[40]</a> gegenüber zum Zufluchtsort<span class="pagenum"><a id="Seite_30">[30]</a></span>
-<span id="corr030a">zu nehmen</span><a id="FNAnker_41_41"></a><a href="#Fussnote_41_41" class="fnanchor">[41]</a>. Allein da sie durchaus keine
-Lebensmittel hatten, die <span id="corr030b">dem</span> jungen, zarten Fürstensohn<span class="pagenum"><a id="Seite_31">[31]</a></span>
-behagen konnten, sie glauben mußten, daß er
-sterben könnte und ihr Aufenthaltsort immer unsicherer
-wurde, indem einer von ihren Knechten von
-einem Holzmacher gehört hatte: »<em class="gesperrt">den einen Schelm</em>
-(Kunz von Kauffungen) <em class="gesperrt">haben sie erwischt und
-nach Grünhain gebracht, den andern Dieb
-werden sie schon noch bekommen und beide
-andere ihren verdienten Lohn erhalten</em>,«
-so fertigten sie den 11. Juli einen Boten an den
-Bruder des Amtshauptmanns Veit von Schönburg<span class="pagenum"><a id="Seite_32">[32]</a></span>
-in Zwickau, an <em class="gesperrt">Friedrich von Schönburg</em> ab,
-welcher das Schloß Hartenstein besaß und dort residirte.
-Dem Boten gaben sie einen Brief mit, der
-folgenden Inhalt hatte:<a id="FNAnker_42_42"></a><a href="#Fussnote_42_42" class="fnanchor">[42]</a></p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p>»<em class="gesperrt">Es reue sie, daß sie Kunz von Kauffungen
-zu Willen gewesen wären, ihrem
-lieben Kurfürsten und seinen Söhnen
-zu thun. Weil aber Herzog Friedrich ein
-sanftmüthiger Kurfürst sei, so hofften sie
-Gnade und thäten in diesem Vertrauen,
-dem Herrn von Schönburg zu wissen, daß
-sie den jungen Fürsten Ernst lebendig und
-gesund im sichren Gewahrsam hätten.
-Wolle er ihnen nur bei dem Kurfürsten
-Gnade und Befreiung von aller Strafe
-an Leben, Ehre, Gut auswirken und ihnen
-schriftlich dafür haften, so wollten sie
-den jungen Fürstensohn unverletzt wieder
-bringen. Käme man aber, sie zu fangen,
-so würden sie den Korfürstlichen Sun erstechen,
-sich bis aufs Aeußerste wehren;<span class="pagenum"><a id="Seite_33">[33]</a></span>
-sich endlich selbst tödten und gewiß nicht
-ohne großes Blutvergießen in die Hände
-ihrer Feinde fallen. Die Antwort möchte
-ihnen der Amtshauptmann</em> (Friedrich v.
-Schönburgs Bruder) <em class="gesperrt">schriftlich geben</em>.«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<p><em class="gesperrt">Friedrich von Schönburg</em><a id="FNAnker_43_43"></a><a href="#Fussnote_43_43" class="fnanchor">[43]</a> erkannte
-sogleich, nach Durchlesung dieses Briefes, die Gefahr
-in welcher der Prinz schwebte, und versprach ohne
-erst Genehmigung von seinem Bruder zu erholen
-schriftlich und bei seiner Ehre Verzeihung, wenn sie
-den Prinzen lebendig und unversehrt ausliefern
-würden. Hierauf eilte noch an demselben Tage v.
-<em class="gesperrt">Mosen</em> und <em class="gesperrt">v. Schönfels</em> mit dem Prinzen
-<em class="gesperrt">Ernst</em> auf das Schloß <em class="gesperrt">Hartenstein</em>, wo der Herr
-<em class="gesperrt">von Schönburg</em> den Prinzen in Empfang nahm
-und die Ritter, seinem Versprechen gemäß, wieder
-frei erließ. <em class="gesperrt">Prinz Ernst</em> aus Freude, daß er gerettet
-war, schenkte <em class="gesperrt">Wilhelm von Mosen</em> und
-<em class="gesperrt">Wilhelm von Schönfels</em> jedem ein Roß<a id="FNAnker_44_44"></a><a href="#Fussnote_44_44" class="fnanchor">[44]</a>
-mit den Worten: »<em class="gesperrt">Nun reitet hin und kommt
-in meines Vaters Land nicht wieder.</em>«<a id="FNAnker_45_45"></a><a href="#Fussnote_45_45" class="fnanchor">[45]</a></p>
-
-<p>Denselben Tag, <em class="gesperrt">Freitags den 11. Juli
-1455</em> wurde der Prinz <em class="gesperrt">Ernst</em> nach <em class="gesperrt">Chemnitz</em><span class="pagenum"><a id="Seite_34">[34]</a></span>
-gebracht, wo sich sein Vater, der Kurfürst, von <em class="gesperrt">Leipzig</em>
-und seine Mutter, die Kurfürstin, mit dem schon
-geretteten Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> von <em class="gesperrt">Altenburg</em> begeben
-hatte. Der Kurfürst bestätigte mit Freuden des
-<em class="gesperrt">Herrn von Schönburgs</em> Verfahren, daß er <em class="gesperrt">Mosen</em>
-und <em class="gesperrt">Schönfels</em> begnadigt hatte.<a id="FNAnker_46_46"></a><a href="#Fussnote_46_46" class="fnanchor">[46]</a></p>
-
-<p>Die guten Eltern an der Seite ihrer geretteten
-Söhne hatten nun nichts Nothwendigeres zu thun,
-als ihrem Gott für deren Errettung inbrünstig zu
-danken. Sie reisten daher, <em class="gesperrt">den 15. Juli</em>, nach
-<em class="gesperrt">Ebersdorf</em><a id="FNAnker_47_47"></a><a href="#Fussnote_47_47" class="fnanchor">[47]</a> 1½ Stunde von Chemnitz, weil
-sich dort ein Marienbild befand, das im besonderen
-Ansehen stand, und zu welchem man häufige Wallfahrten
-anstellte. Nach vollbrachter Andacht ließen
-sie die Kleider der Prinzen,<a id="FNAnker_48_48"></a><a href="#Fussnote_48_48" class="fnanchor">[48]</a> die sie auf ihrer<span class="pagenum"><a id="Seite_35">[35]</a></span>
-Flucht angehabt hatten, wie auch den Kittel des
-ehrlichen Kohlenbrenners der seine Andacht auch
-mit verrichtete, zum immerwährenden Andenken
-in der <em class="gesperrt">Kirche</em> zu <em class="gesperrt">Ebersdorf</em> aufbewahren.<a id="FNAnker_49_49"></a><a href="#Fussnote_49_49" class="fnanchor">[49]</a>
-&ndash; Daneben hängt ein Täfelchen mit folgenden
-Reimen:<a id="FNAnker_50_50"></a><a href="#Fussnote_50_50" class="fnanchor">[50]</a></p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">»Kunz von Kauffungen der viel wilde Mann<br /></span>
-<span class="i0">In Meißner Land ist kommen an<br /></span>
-<span class="i0">Wohl auf das Schloß jen Altenburg<br /></span>
-<span class="i0">Sehr froh und kühn ohne alle Sorg<br /></span>
-<span class="i0">Dem Fürsten allda seine Kind<br /></span>
-<span class="i0">Entführet hat listig und geschwind<br /></span>
-<span class="i0">Des Kleider noch hier hängen seht<br /></span>
-<span class="i0">Ein jeder der fürüber geht<br /></span>
-<span class="i0">Die dazumahl bald nach der That<br /></span>
-<span class="i0">Der Vater hergehänget hat.«<br /></span>
-</div></div>
-
-<p>Der Zahn der Zeit hatte diese Andenken des
-Prinzenraubes nach und nach ziemlich zerfressen und
-und sie würden bald ganz eingegangen sein, wenn
-nicht Kurfürst <em class="gesperrt">Christian</em> II. 1607 aufs neue für
-ihre Fortdauer Sorge getragen hätte. Er befahl<span class="pagenum"><a id="Seite_36">[36]</a></span>
-nämlich, sie in weißes Wachs einzutauchen und so
-vor die Verwesung etwas zu sichern. Allein es geschah
-nicht. Deswegen schickte er 1608 seinen Baumeister
-<em class="gesperrt">Maria Nosseni</em> nach <em class="gesperrt">Ebersdorf</em><a id="FNAnker_51_51"></a><a href="#Fussnote_51_51" class="fnanchor">[51]</a> der
-sie denn reinigen und durch Gummiwasser ziehen ließ.</p>
-
-<p>Die Kurfürstin stiftete außerdem noch auf alle
-<em class="gesperrt">Dienstage</em>, <em class="gesperrt">Marienfeste</em> und den nächsten Tag
-<em class="gesperrt">nach Kiliani</em> in der Kirche zu <em class="gesperrt">Ebersdorf</em> Messen
-und Almosen für <em class="gesperrt">zwei arme Leute</em>, besonders
-Köhler.<a id="FNAnker_52_52"></a><a href="#Fussnote_52_52" class="fnanchor">[52]</a></p>
-
-<p>Nun waren also beide Prinzen befreit, doch
-<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, welchen die beiden Ritter
-<em class="gesperrt">Mosen</em> u. <em class="gesperrt">Schönfels</em> in ihrem Begnadigungsschreiben
-an <em class="gesperrt">Friedrich von Schönburg</em> ausgeschlossen
-hatten, ohne dem heiligen Schwur eingedenk
-zu sein, welchen sie gegenseitig geleistet hatten, war,
-wie oben schon gesagt worden ist, nach <em class="gesperrt">Freiberg</em> gebracht
-worden. Hier saß nun Kunz glaubend, daß die
-andere Partei mit dem älteren Prinz <em class="gesperrt">Ernst</em> auf sein
-Schloß <em class="gesperrt">Isenburg</em> in Böhmen wohlbehalten angekommen
-wäre und ihrem Versprechen eingedenk sein<span class="pagenum"><a id="Seite_37">[37]</a></span>
-würde. Allein als er die Glocken in Freiberg läuten
-hörte und nach der Ursache frug und vernahm,
-daß es aus Dankbarkeit für die glückliche Errettung
-beider Prinzen geschehe, entfuhren ihm die Worte:
-»<em class="gesperrt">Das walt der Teufel, das gilt mir mein
-Leben.</em>«<a id="FNAnker_53_53"></a><a href="#Fussnote_53_53" class="fnanchor">[53]</a> Daraus war natürlich zu schließen,
-daß er befürchtete, sein Leben einbüßen zu müssen.
-Darum wandt er nun alles an, um durch seine vornehmen
-Freunde, Begnadigung zu erhalten, besonders
-durch den Marschall <em class="gesperrt">Hildebrand von Einsiedel</em>
-und die Ritter <em class="gesperrt">Niklas von Schönberg</em> und
-<em class="gesperrt">Hugold von Schleinitz</em>, die am kurfürstlichen
-Hofe sehr bedeutende Stimmen hatten, doch wie
-man aus folgendem sehen wird, war es zu spät.</p>
-
-<p>Mehrere Schriftsteller behaupten auch Kurfürst
-<em class="gesperrt">Friedrich</em> hätte in <em class="gesperrt">Magdeburg</em>, <em class="gesperrt">Leipzig</em> und
-<em class="gesperrt">Freiberg</em> rechtliche Erkenntnisse geholt, allein dies
-war der kurzen Zeit wegen unmöglich und der damaligen
-Zeit nicht anpassend, daher ist es glaubwürdiger,
-daß der Kurfürst das Urtheil darüber dem
-<em class="gesperrt">Freiberger</em> Rathe überlassen, indem der Rath zu
-<em class="gesperrt">Freiberg</em> die Gerechtsame dazu hatte.<a id="FNAnker_54_54"></a><a href="#Fussnote_54_54" class="fnanchor">[54]</a></p>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_38">[38]</a></span></p>
-<p>Das Urtheil entschied für die Todesstrafe.<a id="FNAnker_55_55"></a><a href="#Fussnote_55_55" class="fnanchor">[55]</a>
-<em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen wurde daher den<span class="pagenum"><a id="Seite_39">[39]</a></span>
-14. Juli</em> (26. Juli) <em class="gesperrt">Montags nach Magaretha,
-Nachmittags um 4 Uhr zu Freiberg
-auf dem Obermarkte</em> öffentlich enthauptet. Als
-Zeugen waren da der Köhler, <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>,
-und einige andere Köhler. &ndash; Der Ort, wo die
-Hinrichtung geschah, ist noch durch einen Stein bezeichnet.<a id="FNAnker_56_56"></a><a href="#Fussnote_56_56" class="fnanchor">[56]</a>
-Noch auf dem Schaffote sagte er, <em class="gesperrt">daß
-er seinen schimpflichen Tod an den Nürnbergern
-verschuldet habe</em>.<a id="FNAnker_57_57"></a><a href="#Fussnote_57_57" class="fnanchor">[57]</a></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_40">[40]</a></span></p>
-
-<p>Seine obengenannten Freunde brachten es nach
-<span id="corr040a">mehrfachen</span> Bitten bei dem Kurfürsten endlich doch
-so weit, daß er begnadigt wurde; allein der reitende
-Bote, der die Begnadigung <span id="corr040b">dem</span> Freiberger Rathe
-verkündigen sollte, kam zu spät; indem die Thore
-der Hinrichtung wegen schon geschlossen waren.</p>
-
-<p>Manche Schriftsteller zweifeln an Kunzens Begnadigung,
-weil sein Bruder <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>,
-der die Strickleitern zu dem <span id="corr040c">Prinzenraube</span>
-in seiner Scheuer fertigen ließ und einst gesagt haben
-soll: »<em class="gesperrt">Das Nest würden sie wohl finden,
-aber die Vögel wären ausgenommen</em>,«
-ebenfalls zu <em class="gesperrt">Altenburg</em>, zwischen den <em class="gesperrt">20.
-und 26. Juli</em> enthauptet wurde, der bei <span id="corr040d">weitem</span>
-nicht die Schuld dabei hatte, als sein Bruder.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Allgemeine Erbitterung bewirkte die schnelle
-Verurtheilung des <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>, besonders
-unter der Ritterschaft, in der er so hohe<span class="pagenum"><a id="Seite_41">[41]</a></span>
-Verwandte und Freunde hatte. Sein Oheim der
-damalige Bischof von Meißen, <em class="gesperrt">Casper v. Schönberg</em>
-veranstaltete sogar ein feierliches Begräbniß
-desselben, ließ ihn in der <em class="gesperrt">St. Petrikirche</em> zu
-<em class="gesperrt">Freiberg</em> beisetzen und sein Grab erhielt einen Leichenstein.
-Allein das erregte unter den Regenten
-großes Mißfallen, besonders Herzog <em class="gesperrt">Wilhelm</em> war
-dagegen; daher durfte sein Leichnam in der Kirche
-nicht bleiben, sondern erhielt seine Ruhestätte dafür
-auf dem Kirchhofe zu <em class="gesperrt">Neukirchen</em> bei Freiberg.
-Der Leichenstein aber blieb in einem Winkel der St.
-Petrikirche stehen.<a id="FNAnker_58_58"></a><a href="#Fussnote_58_58" class="fnanchor">[58]</a></p>
-
-<p>Seine übrigen Mitgenossen verloren meistentheils
-ihr Leben durch das Schwerdt; ausgenommen
-der böhmische Küchenjunge, <em class="gesperrt">Hans Schwalbe</em>, der
-den <em class="gesperrt">28. Juli zu Zwickau</em> mit glühenden Zangen
-gezwickt und dann geviertheilt wurde, und Kunz v.
-<span id="corr041">Kauffungens</span> treuer Reißiger, <em class="gesperrt">Johann Schweinitz</em>,
-der gehangen wurde.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Nach diesen harten Bestrafungen erfolgten aber
-auch Belohnungen, die der Kurfürst dem Köhler,
-<em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>, zu Theil werden ließ.<a id="FNAnker_59_59"></a><a href="#Fussnote_59_59" class="fnanchor">[59]</a> Er
-erhielt von ihm die Erlaubniß sich eine Gnade auszubitten
-&ndash; und die bescheidene Bitte des Köhlers<span class="pagenum"><a id="Seite_42">[42]</a></span>
-bestand darin, die Erlaubniß zu erhalten in dem
-Walde, wo er den Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> gerettet hätte,
-frei Kohlen zu brennen. Nicht allein diese Bitte
-erhielt er erfüllt, sondern der Kurfürst schenkte ihm
-auch sogleich nach der That für sich und seine Nachkommen
-ein <em class="gesperrt">Gnadenkorn</em>, welches aus 4 Scheffel
-<em class="gesperrt">Zwickauer</em> Maaß oder 5 Scheffel 2 Viertel
-und 3 Metzen <em class="gesperrt">Dresdner</em> Maaß besteht. Noch
-<em class="gesperrt">jetzt</em> erhält das älteste Mitglied dieses Geschlechts
-in männlicher Linie dieses Gnadenkorn aus dem
-<em class="gesperrt">Rentamte</em> zu <em class="gesperrt">Zwickau</em>.<a id="FNAnker_60_60"></a><a href="#Fussnote_60_60" class="fnanchor">[60]</a> Später erhielt er auch
-ein Freigut im Dorfe <em class="gesperrt">Eckartsbach</em><a id="FNAnker_61_61"></a><a href="#Fussnote_61_61" class="fnanchor">[61]</a> bei Zwickau.
-Die Besitzung ist aber durch <em class="gesperrt">verderbliche</em>
-und <em class="gesperrt">langwierige</em> Kriege von der Familie wieder
-abgekommen.</p>
-
-<p>Als <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em> alt und schwach ward,
-nahm ihn sogar der Kurfürst an den Hof nach <em class="gesperrt">Altenburg</em><span class="pagenum"><a id="Seite_43">[43]</a></span>
-und dadurch, daß er bei seiner Erzählung
-des Prinzenraubes sich immer der Worte bediente:
-»<em class="gesperrt">Herr, ich habe den Kunzen mit meinem
-Schürbaum weidlich getrillert</em>,«<a id="FNAnker_62_62"></a><a href="#Fussnote_62_62" class="fnanchor">[62]</a> die er
-oft wiederholen mußte, erhielt er und seine Nachkommen
-den Namen <em class="gesperrt">Triller</em>.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Die übrigen Köhler, welche bei dem Rettungsacte
-durch den Lärm von <em class="gesperrt">Georg Schmidts</em> Frau
-herbeigekommen waren, erhielten ebenfalls Belohnungen,
-die wahrscheinlich in Gelde bestanden, doch aus
-Mangel an sicheren Nachrichten hier nicht aufgeführt
-werden können.</p>
-
-<p>Nur so viel ist gewiß, daß als Herzog <em class="gesperrt">Albrecht</em>
-im Jahre 1480 die Gegend des Befreiungsactes
-bereiste, in <em class="gesperrt">Elterlein</em><a id="FNAnker_63_63"></a><a href="#Fussnote_63_63" class="fnanchor">[63]</a> noch drei Köhler
-traf, welche bei seiner Befreiung aus Kunzens <span id="corr043">Händen</span><span class="pagenum"><a id="Seite_44">[44]</a></span>
-thätig gewesen waren. Sie hießen <em class="gesperrt">Wyland</em>,
-<em class="gesperrt">Fischer</em> und <em class="gesperrt">Urban Schmidt</em>, letzterer damals
-der Köhlerbursche <em class="gesperrt">Georg Schmidts</em>, und erhielten,
-nachdem sie dem Herzog <em class="gesperrt">Albrecht</em> den Ort seiner
-Errettung gewiesen hatten, eine gute <em class="gesperrt">Ritterzehrung</em>.<a id="FNAnker_64_64"></a><a href="#Fussnote_64_64" class="fnanchor">[64]</a></p>
-
-<p>Zum ewigen Andenken der Begebenheit des
-Prinzenraubes ließ Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich</em> eine Münze
-schlagen, die aber äußerst selten ist.<a id="FNAnker_65_65"></a><a href="#Fussnote_65_65" class="fnanchor">[65]</a> Auch schreibt
-<em class="antiqua"><em class="gesperrt">Vulpius</em> l. c.</em> §. 35., wie sich in <em class="gesperrt">Schreiter</em> a.
-a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 109. befindet:</p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p>»Zum Andenken hat der Höchstlöbliche sanftmüthige
-Kurfürst, der geraubten Prinzen Herr Vater,
-diese Geschichte auff vier Tafeln künstlich abmalen
-lassen, so in dem Zimmer, aus welchem die
-Entführung geschehen, befindlich sind. Deren die
-erste fürstellt, wie Cuntz und seine Gesellen die
-Prinzen aus dem Schlosse zu <em class="gesperrt">Altenburg</em> rauben:
-die andere, wie er im Walde von den Köhlern
-gefangen wird.«</p></div>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">Gemälde</em> sind noch auf dem Schlosse zu
-<em class="gesperrt">Altenburg</em> befindlich und <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Triller</em> erhielt
-Copien davon, die er in Kupfer stechen ließ. Diese
-Kupfer findet man in seinem sächs. Prinzenraube.<span class="pagenum"><a id="Seite_45">[45]</a></span>
-(In der Zueignungsschrift an den Herzog schreibt
-er: »die Kupfertafeln selbst, die meine Reime zieren,
-sind mir von Deinem Hof gezeichnet zugeschickt.«
-<em class="gesperrt">Ranisch</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 8. gedenkt dieses Umstandes
-auch: »Auf der Seite der jetzt veränderten Burg
-sieht man in einem Zimmer der höhern Gegend die
-vier vornehmsten Veränderungen dieses Trauerspiels
-von <em class="gesperrt">den noch vorhandenen</em> vier Tafeln sauber
-abgezeichnet.«)</p>
-
-<p>Diese vier Hauptgemälde stellen folgendes vor:</p>
-
-<div class="hang">
-
-<p>1.) Die Entführung <span id="corr045">der</span> Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albrecht</em>
-aus dem Schlosse zu <em class="gesperrt">Altenburg</em>.</p>
-
-<p>2.) Die Befreiung des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> durch
-den Köhler <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>.</p>
-
-<p>3.) Die Rückkehr des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> in Begleitung
-des Abtes <em class="gesperrt">Liborius</em> nebst Gefolge,
-zu seinen fürstlichen Eltern.</p>
-
-<p>4.) Die Enthauptung des <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>
-auf dem Marktplatze zu <em class="gesperrt">Freiberg</em>.</p></div>
-
-<p>Nach dem Urtheile Sachverständiger sind diese
-Bilder weit späteren Ursprungs und ohne künstlerischen
-Werth. Letzteres gilt auch von einer Tafel
-mit 30. Portraits der bei dem Prinzenraube betheiligt
-gewesenen Personen, die ebenfalls sich im Schlosse
-zu Altenburg befinden.<a id="FNAnker_66_66"></a><a href="#Fussnote_66_66" class="fnanchor">[66]</a></p>
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_46">[46]</a></span></p>
-<p>Dagegen befinden sich in Altenburg zwei Portraits
-der Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albrecht</em> in rothen
-Kleidern, welche weit authentischer zu sein scheinen.
-Von diesen beiden letztern Gemälden befinden sich
-jetzt <em class="gesperrt">Copien</em> im <em class="gesperrt">Köhlerhause</em> am <em class="gesperrt">Fürstenberge</em>,
-welche <em class="gesperrt">Se. Durchlaucht</em> der jetzt regierende
-<em class="gesperrt">Herzog von Altenburg</em>, <em class="gesperrt">Joseph</em>, demselben
-huldreichst verehrt hat. Gemalt sind sie vom <em class="gesperrt">Professor</em>
-Friedrich Ludwig Theodor <em class="gesperrt">Döll</em> zu <em class="gesperrt">Altenburg</em>
-im Jahre 1839.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Nachstehendes <em class="gesperrt">Gedicht</em> wurde zur damaligen
-Zeit als beliebtes Volkslied vorzüglich von den Bergleuten
-oft gesungen:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Wir wollen ein Liedel heben an<br /></span>
-<span class="i0">Was sich hat angespunnen<br /></span>
-<span class="i0">Wies in dem Pleisnerlande gar schlecht war bestallt<br /></span>
-<span class="i0">Als sein Jungen Fürsten geschah groß Gewalt<br /></span>
-<span class="i0">Durch den Cunzen von Kauffungen, ja Kauffungen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Adler hat uf den Felß gebawt<br /></span>
-<span class="i0">Ein schönes Nest mit Jungen<br /></span>
-<span class="i0">Und wie er einst warn geflogen aus<br /></span>
-<span class="i0">Holete ein Geyer die jungen Vogel raus<br /></span>
-<span class="i0">Drauf wards Nest leer gefungen, ja gefungen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wo der Geier uff dem Dache sitzt<br /></span>
-<span class="i0">Da trugen die Küchlein selten<br /></span>
-<span class="i0">Es wären mein weele ein seltsam Narrenspiel<br /></span>
-<span class="i0">Welcher Fürst sein Rathen getrawt soviel<br /></span>
-<span class="i0">Muß offt der Herrschaft entgelten, ja entgelten.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_47">[47]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Altenburg, du bist zwar eine feine Stadt<br /></span>
-<span class="i0">Dich thät er mit Untreu meinen<br /></span>
-<span class="i0">Da ie die waren all Hoflüt rauschend voll<br /></span>
-<span class="i0">Qvam Cunze mit Leytern und Buben toll<br /></span>
-<span class="i0">Und holte die Fürsten so kleine, ja so kleine.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Was bloß Dich Cunz für Unlust an<br /></span>
-<span class="i0">Da Du yns Schloß mir steigest<br /></span>
-<span class="i0">Und stylst die zarten Herren raus<br /></span>
-<span class="i0">Als der Curförst aber war nicht zu Hauß<br /></span>
-<span class="i0">Die zarten Försten-Zweige, ja Försten-Zweige.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Es war wohl als ein Wunder Ding<br /></span>
-<span class="i0">Wie sich das Land beweget<br /></span>
-<span class="i0">Was uff allen Straßen warn för Leut<br /></span>
-<span class="i0">Die der Reubern nachfolgeten in Zeit,<br /></span>
-<span class="i0">Alles wibbelt, kribbelt, sich bereget, ja bereget.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im Walde dort ward Cuntz ertapt<br /></span>
-<span class="i0">Da wollt he Beeren naschen<br /></span>
-<span class="i0">Were he in der Hast sacken fortgeretten<br /></span>
-<span class="i0">Das öhm die Köhler <span id="corr047">nit</span> geleppischt hetten<br /></span>
-<span class="i0">Hett he sie kunt verpaschen, ja verpaschen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Aber sie wurden ihm wieder abgejagt<br /></span>
-<span class="i0">Und Cunz mit synen Gesellen<br /></span>
-<span class="i0">Uff <em class="gesperrt">Grünhayn</em> in unsers Herrn Abts Gewalt<br /></span>
-<span class="i0">Gebracht und darnoch auch uf <em class="gesperrt">Zwickau</em> gestalt<br /></span>
-<span class="i0">Und musten sich lan prellen, ja lan prellen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Davon fiel ab gar mancher Kopf<br /></span>
-<span class="i0">Und keiner der gefangen<br /></span>
-<span class="i0">Kam aus der Haft ganzbeinicht davon<br /></span>
-<span class="i0">Schwerd, Rad, Zangen und Strick, die waren ihr Lohn<br /></span>
-<span class="i0">Man sah die rümper hangen, ja hangen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">So gehts, wer wider die öberkeit<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_48">[48]</a></span>
-<span class="i0">Sich unbesonnen empöret<br /></span>
-<span class="i0">Wer es nicht meynt der schaw an Cunzen<br /></span>
-<span class="i0">Syn Kop thu zu <em class="gesperrt">Freyberg</em> noch herußen schmunzen<br /></span>
-<span class="i0">Und jedermann davon lehret, ja lehret.<a id="FNAnker_67_67"></a><a href="#Fussnote_67_67" class="fnanchor">[67]</a><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Gott thu der frommen Curförsten alls guts<br /></span>
-<span class="i0">Und laß die Jungen Herren<br /></span>
-<span class="i0">In keines Feindes Hand mehe also komm<br /></span>
-<span class="i0">Geb auch der Fraw Curförstinn vel fromm<br /></span>
-<span class="i0">Das sie sich, in Ruhe vermehren, ja vermehren.<a id="FNAnker_68_68"></a><a href="#Fussnote_68_68" class="fnanchor">[68]</a><br /></span>
-</div></div>
-
-<h3 id="Nachtrag">Nachtrag.</h3>
-
-<p class="center larger">Einige Notizen über <span id="corr048">die Familien</span> der
-drei Hauptpersonen des Prinzenraubes:</p>
-
-<div class="hang">
-
-<p><em class="antiqua">a.</em>) des Kurfürsten <em class="gesperrt">Friedrich des Sanftmüthigen</em>.</p>
-
-<p><em class="antiqua">b.</em>) des Ritters <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em>.</p>
-
-<p><em class="antiqua">c.</em>) des Köhlers <em class="gesperrt">Georg Schmidt</em>,
-<em class="gesperrt">vorzüglich nach dem Prinzenraube</em>.</p></div>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_49">[49]</a></span></p>
-
-<h4><em class="antiqua">a.</em>) Des Kurfürsten Friedrich des Sanftmüthigen
-Familie.</h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Kurfürst, Friedrich der Sanftmüthige</em>,
-Vater der beiden geraubten Prinzen <em class="gesperrt">Ernst</em>
-und <em class="gesperrt">Albrecht</em> lebte nach dem Prinzenraube noch
-9. Jahre, starb den 7. Septbr. 1464 zu <em class="gesperrt">Altenburg</em>
-im 54. Lebensjahre und wurde im Dome zu
-<em class="gesperrt">Meißen</em> beigesetzt. &ndash; <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Albrecht</em> regierten
-nach dem Willen des entschlafenen Vaters
-nun <em class="gesperrt">gemeinschaftlich</em>; außer, daß <em class="gesperrt">Ernst</em> nach
-dem Rechte der Erstgeburt die Kurwürde und das
-mit verbundene Herzogthum <em class="gesperrt">Sachsen allein</em> erhielt.
-Zwanzig Jahre regierten sie gemeinschaftlich
-und vermehrten ihre Macht durch verschiedene neue
-Besitzungen, besonders aber durch die Entdeckung
-der Silbergruben zu <em class="gesperrt">Schneeberg</em> 1471. und die
-Erbschaft ihres Oheims, des Herzogs <em class="gesperrt">Wilhelm</em>
-III. von Thüringen (Bruder ihres Vaters), welcher
-den 17. Septbr. 1482 ohne männliche Nachkommen
-starb, indem sie dadurch Besitzer seines ganzen Landes
-wurden.</p>
-
-<p>Zwistigkeiten, die dadurch geschahen, daß Herzog
-<em class="gesperrt">Albrecht</em> mit einigen Beamten<a id="FNAnker_69_69"></a><a href="#Fussnote_69_69" class="fnanchor">[69]</a> unzufrieden
-war, denen Kurfürst <em class="gesperrt">Ernst</em> sein ganzes Vertrauen
-schenkte, traten ein; so kam denn eine gänzliche
-Theilung der Länder den 26. August 1485 zu Leipzig<span class="pagenum"><a id="Seite_50">[50]</a></span>
-zu Stande. Dem sächsischen Rechte gemäß vollführte
-die Theilung der ältere Bruder; der jüngere
-Bruder dagegen hatte die Wahl. Zum Verdruß des
-älteren Bruders wählte <em class="gesperrt">Albrecht</em> die meißnischen
-Länder und <em class="gesperrt">Ernsten</em> blieb Thüringen. Doch die
-Oberhoheit über den Bergbau blieb gemeinsam.</p>
-
-<p>So wurde das Haus Sachsen in die <em class="gesperrt">ernestinische</em>
-und <em class="gesperrt">albertinische</em> Linie getheilt, wodurch
-sie nun die Stammväter der beiden noch jetzt bestehenden
-Linien wurden.</p>
-
-<p>Allein die Kurwürde kam 62 Jahre später durch
-die Gefangennehmung des unglücklichen Kurfürsten
-<em class="gesperrt">Johann Friedrich d. Großmüthigen</em> den 24.
-April 1547 in der Schlacht bei <em class="gesperrt">Mühlberg</em> von
-Kaiser <em class="gesperrt">Karl</em> V. an die jüngere, <em class="gesperrt">albertinische</em>
-Linie, indem er seiner Würden und Länder gänzlich
-entsetzt wurde, und sein Vetter, Herzog <em class="gesperrt">Moritz</em>,
-der jüngern Linie angehörig, vom Kaiser solche erhielt.</p>
-
-<p>Bei dieser Linie blieb die Kurwürde bis zum
-11. Decbr. 1806, wo der damalige Kurfürst <em class="gesperrt">Friedrich
-August</em> III. sie mit einer Königswürde vertauschte.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Kurfürst Ernst</em> starb den 26. August 1486
-in <em class="gesperrt">Kolditz</em> und wurde im Dome zu <em class="gesperrt">Meißen</em> begraben.
-&ndash; Vermählt war er mit der Tochter des
-Herzogs <em class="gesperrt">Albrecht</em> II. v. Baiern und zeugte mit
-dieser sechs Kinder, als vier Prinzen Namens: <em class="gesperrt">Friedrich
-der Weise</em>, <em class="gesperrt">Albrecht</em>, <em class="gesperrt">Ernst</em> und <em class="gesperrt">Johann
-der Beständige</em> und zwei Prinzessinnen Namens:
-<em class="gesperrt">Christiane</em> und <em class="gesperrt">Margarethe</em>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_51">[51]</a></span></p>
-
-<p>Sein Sohn <em class="gesperrt">Albrecht</em> ward im Jahre 1482
-zum <em class="gesperrt">Erzbischof</em> v. <em class="gesperrt">Mainz</em> gewählt, starb zwei
-Jahre darauf in einem Alter von 20 Jahren; <em class="gesperrt">Ernst</em>
-ward <em class="gesperrt">Erzbischof</em> von <em class="gesperrt">Magdeburg</em> und Bischof
-von <em class="gesperrt">Halberstadt</em>; <em class="gesperrt">Friedrich</em> erhielt nach dem
-Tode seines Vaters die Kurwürde, als ältester Sohn;
-und <em class="gesperrt">Johann</em> folgte Friedrichen nach dessen Tode
-auf dem Throne. Von den beiden Prinzessinnen
-wurde die älteste an den <em class="gesperrt">König Johann von Dänemark</em>,
-die jüngste an den <em class="gesperrt">Herzog von Braunschweig</em>
-vermählt. &ndash; <em class="gesperrt">Herzog Albrecht</em> indessen,
-der den Beinamen, der <em class="gesperrt">Beherzte</em>, erhielt, starb den
-12. <span id="corr051a">Septbr.</span> 1500 im 58. Jahre seines Alters zu
-<em class="gesperrt">Emden</em> und wurde ebenfalls im Dome zu <em class="gesperrt">Meißen</em>
-beigesetzt. &ndash; Vermählt war er mit der böhmischen
-Prinzessin <em class="gesperrt">Sidonia</em>, Tochter <em class="gesperrt">Georg Podiebrads</em>,
-König von Böhmen. Mit dieser zeugte er
-vier Kinder, <span id="corr051b">eine Prinzessin und</span> drei Prinzen Namens: <em class="gesperrt">Georg der
-Bärtige</em>, <em class="gesperrt">Heinrich der Fromme</em> und <em class="gesperrt">Friedrich</em>;
-von denen die beiden ersten ihrem Vater hintereinander
-in der Regierung folgten; <em class="gesperrt">Friedrich</em>
-aber zum <em class="gesperrt">Hochmeister</em> des deutschen Ordens gewählt,
-starb im Jahr 1510 zu <em class="gesperrt">Rochlitz</em>.</p>
-
-<h4><em class="antiqua">b.</em>) des Ritters Kunz von Kauffungen
-Familie,<br />
-vor und nach dem Prinzenraube.</h4>
-
-<p>Das adeliche Geschlecht derer <em class="gesperrt">von Kaufungen</em>
-findet man in der sächsischen Geschichte seit<span class="pagenum"><a id="Seite_52">[52]</a></span>
-1283<a id="FNAnker_70_70"></a><a href="#Fussnote_70_70" class="fnanchor">[70]</a>, wo <em class="gesperrt">Heinrich von Coufungen</em> als
-ein <em class="gesperrt">Dominus</em> vorkommt, dessen Söhne: <em class="gesperrt"><span id="corr052">Tunzold</span></em>
-und <em class="gesperrt">Heinrich</em>, sehr das Kloster <em class="gesperrt">Buchau</em> bei Leisnig
-plagten.</p>
-
-<p>Ihr Stammschloß war <em class="gesperrt">Kauffungen</em>, ein Rittergut
-im Königreich Sachsen, im Leipziger Kreisdirectionsbezirke
-im Amte <em class="gesperrt">Borna</em>, entfernt vom
-Amtsbezirke, mitten im Schönburgischen, auf der
-rechten Seite der Mulde, <em class="gesperrt">Wolkenburg</em> gegenüber,
-1½ Stunde südlich von <em class="gesperrt">Penig</em> entfernt gelegen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Tunzold von Coufungen</em> (der Obige) ein
-Ritter, aber doch nur des <em class="gesperrt">Unarc von Waldenburg
-Castrensis</em>, verkaufte 1298 an jenes Kloster
-<em class="gesperrt">Nauenhain</em> bei Geithain.</p>
-
-<p>1357 schrieben sich <em class="gesperrt">Kunz</em> und <em class="gesperrt">Heinrich von
-Kauffungen</em> auch Herren zu <em class="gesperrt">Waldenburg</em> und
-mögen diese Herrschaften wohl unterpfändlich besessen
-haben. &ndash; <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em> auf
-<em class="gesperrt">Brane</em> (Mittelfrohna?) war 1357 einer der vornehmsten
-Zeugen bei dem vom Chemnitzer Kloster
-geschlossenen Kauf der Herrschaft Rabenstein; auch
-erscheint 1411 <em class="gesperrt">Jost von Kauffungen</em> als Schiedsrichter
-zwischen dem Kloster <em class="gesperrt">Remsa</em> und den Dynasten
-von Schönburg. In <em class="gesperrt">Remsa</em> ruhen auch
-noch mehrere Kauffungen z. E. obiger <em class="gesperrt">Tunzold</em>,<span class="pagenum"><a id="Seite_53">[53]</a></span>
-der es mit 400 Fl. dotirte, wofür es 9 Scheffel
-Zins vom Glauchauer Stadtrath erkaufte. 1444
-stiftete, <em class="gesperrt">Erich</em>, <em class="gesperrt">Dietrich</em> und <em class="gesperrt">Hanns v. Kauffungen</em>
-eine <em class="gesperrt">Vicarie</em> beim Remser Magdalene-Altar,
-welche der Abt <em class="gesperrt">von Bürgel</em> zu conferiren
-bekam, die aber 1469 vom Naumburger Bischof zur
-<em class="gesperrt">Georgenkirche</em> im Dorfe <em class="gesperrt">Remse</em> geschlagen wurde.
-1493 verkaufte <em class="gesperrt">Jobst von Kauffungen</em> einige
-Güter an die <em class="gesperrt">Anna von Schönburg</em>. Das Geschlecht
-besaß auch <em class="gesperrt">Kirschbaum</em> (ohne Zweifel im
-bair. Voigtl.) und starb nicht schon mit dem Prinzenräuber
-in Sachsen aus, sondern erst 1585 mit
-<em class="gesperrt">Haubold von Kauffungen</em> zu <em class="gesperrt">Chemnitz</em>. Des
-Prinzenräubers Verwandte galten alle für Ritter von
-ächtem Schrot und Korne. <em class="gesperrt">Kunzens</em> Gemahlin
-war eine geborne <em class="gesperrt">Anna von Einsiedel</em>, Schwester
-<em class="gesperrt">Hildebrands von Einsiedel</em>, der Hofmarschall
-des Kurfürsten <em class="gesperrt">Friedrich d. Sanftmüthigen</em>
-war. Sein Bruder <em class="gesperrt">Dietrich von Kauffungen</em>,
-war ein angesehener Ritter im Osterlande,
-seiner Mutter Bruder war <em class="gesperrt">Caspar von Schönberg</em>,
-Bischof von Meißen. <em class="gesperrt">Kunzens</em> Schwester
-heirathete einen aus dem Geschlechte derer <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>,
-dessen Sohn hieß <em class="gesperrt">Hugold</em> oder <em class="gesperrt">Haubold
-von Schleinitz</em>,<a id="FNAnker_71_71"></a><a href="#Fussnote_71_71" class="fnanchor">[71]</a> und die Herrn <em class="gesperrt">von Schönberg</em><span class="pagenum"><a id="Seite_54">[54]</a></span>
-auf <em class="gesperrt">Sachsenburg Frankenberg</em> waren
-seine nächsten Vettern.</p>
-
-<p>Uebrigens, daß der Prinzenräuber das Rittergut
-<em class="gesperrt">Kauffungen</em> wirklich besessen, zeigt sein Schein
-über <span id="corr054">den</span> Interimsbesitz vor <em class="gesperrt">Schweikartshain</em>.
-Außerdem besaß er <em class="gesperrt">Kahlenberg</em>, <em class="gesperrt">Kohren</em>,
-<em class="gesperrt">Eisenberg</em> oder Isenburg in Böhmen, und nach
-einigen Geschichtsforschern die kleine Burg <em class="gesperrt">Streitwald</em>
-bei Kohren.</p>
-
-<p>Kurz vor dem Prinzenraube war er bei <em class="gesperrt">Friedrich</em>
-V. <em class="gesperrt">von Schönburg</em> zu Gaste; denn unter
-den Zeugen von dessen Contracte mit <em class="gesperrt">Elisabeth</em>,
-Herrin <em class="gesperrt">von Gitschin</em> kommt auch <em class="gesperrt">Kunz von
-Kauffungen</em> auf <em class="gesperrt"><em class="antiqua">Eysemberczie</em></em> vor.<a id="FNAnker_72_72"></a><a href="#Fussnote_72_72" class="fnanchor">[72]</a></p>
-
-<p><em class="gesperrt">Kunzens</em> Söhne waren kurz vor dem Prinzenraube
-nach Böhmen gebracht worden, wo sie
-später in den Besitz des vom Vater erkauften Schlosses
-<em class="gesperrt">Isenburg</em> kamen.<a id="FNAnker_73_73"></a><a href="#Fussnote_73_73" class="fnanchor">[73]</a></p>
-
-<p><em class="gesperrt">Kunzens</em> Vetter, <em class="gesperrt">Hans von Kauffungen</em><span class="pagenum"><a id="Seite_55">[55]</a></span>
-und dessen Söhne: <em class="gesperrt">Haubold</em> und <em class="gesperrt">Jost</em>, wendeten
-sich kurze Zeit nach dem Prinzenraube ebenfalls aus
-den sächsischen Landen, <span id="corr055a">und</span> es bekannte <em class="gesperrt">Hans von
-Kauffungen</em>, daß er seine Besitzungen, <em class="gesperrt">Wolkenburg</em>
-und andere sich von dem Kurfürsten »geurlaubt«
-zugleich auch versprochen habe, für sich und seine
-Söhne nie wider den Kurfürsten zu handeln; eben
-so sagte er sich von aller Geldschuld los, die er etwa
-noch an den Kurfürsten zu fordern haben könnte.
-Dieß Versprechen bekräftigten Vater und Söhne
-<em class="gesperrt">Kauffungen</em> durch einen Eid, und stellten darüber
-eine Urkunde den 7. Novbr. 1455 zu <em class="gesperrt">Grimma</em>
-aus, im Beisein mehrerer hohen Beamten z.
-<em class="gesperrt">B. Hildebrands von Einsiedel</em> und anderer
-Räthe. Ob ein Zusammenhang hinsichtlich der in
-der Urkunde berührten Thaten <em class="gesperrt">Kunzens</em> auch mit
-diesem <em class="gesperrt">Kauffung</em> stattgefunden, ist zweifelhaft und
-eher zu verneinen; daß der Kurfürst auch hierbei
-den Namen des <em class="gesperrt"><span id="corr055b">Sanftmüthigen</span></em> gerechtfertigt, und
-ob die Urkunde, und was sie bezeugt, so ganz das
-Ergebniß des freien Willens der Aussteller war, darüber
-ist ein Bedenken nicht zu entfernen.<a id="FNAnker_74_74"></a><a href="#Fussnote_74_74" class="fnanchor">[74]</a></p>
-
-<p>In <em class="gesperrt">Schlesien</em> hat die Familie <em class="gesperrt">von Kauffungen</em>,
-wie ein Denkmal an der <span id="corr055c">Außenseite</span> der<span class="pagenum"><a id="Seite_56">[56]</a></span>
-Hauptkirche zu <em class="gesperrt">Goldberg</em><a id="FNAnker_75_75"></a><a href="#Fussnote_75_75" class="fnanchor">[75]</a> ausweist, noch im
-17. Jahrhundert geblüht; doch dürfte dieß ein anderes
-Geschlecht sein, als das sächsische, da auch bei
-<em class="gesperrt">Hirschberg</em><a id="FNAnker_76_76"></a><a href="#Fussnote_76_76" class="fnanchor">[76]</a> ein (2 Stunden langes) Dorf
-<em class="gesperrt">Kauffungen</em><a id="FNAnker_77_77"></a><a href="#Fussnote_77_77" class="fnanchor">[77]</a> (mit 9 Rittergütern) liegt, so wie
-ein Flecken <em class="gesperrt">Kaufungen</em> in Kurhessen<a id="FNAnker_78_78"></a><a href="#Fussnote_78_78" class="fnanchor">[78]</a>, woher
-einige Geschichtsforscher das sächsische Geschlecht leiten
-wollen.</p>
-
-<h4>c.) des Köhlers Georg Schmidt Familie
-nach dem Prinzenraube.</h4>
-
-<p>Die Nachkommenschaft des Köhlers <em class="gesperrt">Georg
-Schmidt</em> führte, was schon im Laufe der Geschichte
-des Prinzenraubes auseinander gesetzt worden ist,
-den Namen <em class="gesperrt">Triller</em>. Mancher von dieser Familie
-gelangte zu großen Ehren, vorzüglich <em class="gesperrt">Caspar Triller</em>,
-welcher eine mühsame Genealogie des Trillerischen
-Geschlechts schriftlich hinterließ, die er 1539
-angefangen und bis 1612 fortgeführt hatte. Diese
-Schrift führt <em class="gesperrt">Triller in seinem sächsischen
-Prinzenraube</em> an, indem er sie selbst aus den
-hinterlassenen Schriften <em class="gesperrt">Caspar Trillers</em> hat.<span class="pagenum"><a id="Seite_57">[57]</a></span>
-Er sagt: daß er in <em class="gesperrt">Sangerhausen</em>, wo er in
-der St. Ullrichskirche begraben liegt, ansehnliche Vermächtnisse
-gestiftet habe, unter andern hätte er den
-<em class="gesperrt">Trillerschen</em> Tisch im Convict auf der Universität
-zu <em class="gesperrt">Leipzig</em> gestiftet, auch wäre er mit seinem
-Bruder <em class="gesperrt">Michael</em> am 28. Jan. 1592 vom Kaiser
-<em class="gesperrt">Rudolph</em> in den <em class="gesperrt">Adelstand</em>, mit Schild und
-Helm versehen, erhoben worden.</p>
-
-<p>Das <em class="gesperrt">von Trillersche</em> Wappen ist noch bekannt
-und ist mit folgenden Insignien geschmückt:</p>
-
-<p>Ueber <span id="corr057">dem</span> Helm zeigt sich der halbe Leib eines
-Köhlers, welcher mit beiden Händen einen Schürbaum<a id="FNAnker_79_79"></a><a href="#Fussnote_79_79" class="fnanchor">[79]</a>
-hält, als wolle er mit selbigem zuschlagen.
-Im Wappenschilde selbst sieht man im linken
-Felde einen gelben Löwen, der in seinen Branken
-einen Zschörper, oder großes Kohlenmesser hält. Im
-rechten Felde aber erscheint ein goldfarbner Löwe,
-welcher einen doppelt gekrümmten Schürhaken<a id="FNAnker_80_80"></a><a href="#Fussnote_80_80" class="fnanchor">[80]</a>
-in seinen Branken hat und in einem untern Felde
-ist ein schwarzer Bär, der auf den Traum deutet,<span class="pagenum"><a id="Seite_58">[58]</a></span>
-<span id="corr058a">welchen</span> die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte.<a id="FNAnker_81_81"></a><a href="#Fussnote_81_81" class="fnanchor">[81]</a></p>
-
-<p>Die Familie ist jetzt sehr ausgebreitet, sie schreiben
-sich sowohl <em class="gesperrt">von Triller</em>, als auch blos <em class="gesperrt">Triller</em>.
-&ndash; <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. erwähnt einen <em class="gesperrt">Johann
-Samuel Triller</em>, Tuchmachermeister und
-Bürger in <em class="gesperrt">Saalfeld</em>, welcher im Jahre 1803, als
-ältestes Mitglied der Familie, männlicher Linie, das
-<em class="gesperrt">Gnadenkorn</em> aus dem Rentamte <em class="gesperrt">Zwickau</em> zu
-erheben hatte. Dieses Gnadenkorn bezieht gegenwärtig,
-wie schon oben einmal gedacht worden ist,
-der Herr <span id="corr058b">Pastor</span> <em class="gesperrt">Triller</em> zu Nägelstädt bei Langensalza
-in Thüringen.</p>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/illu-064.png" alt="Das Denkmal am Fürstenberge" />
-<div class="caption"><span class="smaller">Lith. Anst. v. Rudolph &amp; Dieterici in Annaberg <span class="spaced">R. Böhme lith</span> W. Bischert gedr.</span><br />
-Das Denkmal am Fürstenberge.</div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_59">[59]</a></span></p>
-
-<h2 id="II_Das_Denkmal_am_Fuerstenberge">II. Das Denkmal am Fürstenberge.</h2>
-</div>
-
-<p class="center">(Dazu Abbildung <em class="antiqua">No.</em> 2.)</p>
-
-<p class="drop">Jahrhunderte sind vergangen und nicht ein Stein,
-geschweige denn ein Monument zeigte oder zierte die
-Stelle, wo der Stammvater unsers allgeliebten Regentenhauses
-aus den Händen eines habsüchtigen
-Ritters befreit wurde. Nur durch Tradition wußte
-man, daß an diesem Orte, wo jetzt das Denkmal
-steht, Herzog <em class="gesperrt">Albrecht</em> seine Rettung einem schlichten
-Köhler zu verdanken hatte, doch noch sehr ungewiß,
-ob bei <em class="gesperrt">Wiesenthal</em><a id="FNAnker_82_82"></a><a href="#Fussnote_82_82" class="fnanchor">[82]</a> oder <em class="gesperrt">Grünhain</em><span class="pagenum"><a id="Seite_60">[60]</a></span>
-oder anderswo die Stelle wäre. Als ein Geschichtsforscher,
-Namens <em class="gesperrt">Schreiter</em>, Pfarrer zu Elterlein,
-in seinem mit dem aufopfernsten Fleiße und sorgfältiger
-Mühe gearbeiteten Werke: »die Geschichte
-des Prinzenraubes kritisch bearbeitet. Leipzig, 1804«
-uns jeden Zweifel benahm.</p>
-
-<p>Die geschichtlichen Nachforschungen <em class="gesperrt">Schreiters</em>;
-indem die Herrschaft <em class="gesperrt">Crottendorf</em> mit <em class="gesperrt">Wiesenthal</em>
-allererst im Jahre 1559 von dem Kurfürsten
-<em class="gesperrt">August</em> zu Sachsen erkauft wurde,<a id="FNAnker_83_83"></a><a href="#Fussnote_83_83" class="fnanchor">[83]</a> also
-zur Zeit des Prinzenraubes gar nicht dem Kloster
-in <em class="gesperrt">Grünhain</em> gehörte, dessen Abt doch der nächste
-Beschützer des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> nach dem Köhler
-war und vorzüglich auch die hier bloß vorhandene
-<em class="gesperrt">nie</em> versiegende Quelle<a id="FNAnker_84_84"></a><a href="#Fussnote_84_84" class="fnanchor">[84]</a> gaben Aufschluß über
-Alles und letzterer gebührte daher die Ehre, daß ein
-Monument sie bedeckte, zierte und durch eine Einfassung
-dem müden Wanderer zu seinen stillen Betrachtungen
-ein Ruhepunct wurde.</p>
-
-<p>Das goldne Zeitalter der Monumente war gekommen,
-der verheerende Krieg war vorübergegangen
-und das Jahr 1822 wurde das Jahr, was<span class="pagenum"><a id="Seite_61">[61]</a></span>
-nächst dem Jahre 1455 in der Geschichte des Prinzenraubes
-dem Andenken nie entzogen werden wird.</p>
-
-<p>Das Jahr 1822 war nämlich das Gründungsjahr
-des Monumentes am Fürstenbrunn.</p>
-
-<p>Wir folgen nun ganz in Ermangelung anderer
-vielleicht ausführlicheren Quellen, der glaubhaften
-Beschreibung der Gründung und Einweihung des
-Monuments, wie es <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Hering</em> in seinem Werke:
-»Geschichte des sächsischen Hochlands«, Leipzig,
-1828. im 2. Theil <em class="antiqua">pag.</em> 167 u. ff. mittheilt:</p>
-
-<p>»Am 8. Juli fand auf dem <em class="gesperrt">Fürstenberge</em>
-zwischen <em class="gesperrt">Grünhain</em> und <em class="gesperrt">Raschau</em> eine merkwürdige
-Feier der hier am 8. Juli 1455 erfolgten Rettung
-des von <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> entführten
-Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em> statt. Es hatte nämlich bis
-dahin kein Denkmal den Ort ausgezeichnet, wo dies
-so wichtige Ereigniß statt fand. Im Jahre 1818
-hatte der Herr Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> zu
-Schwarzenberg schon mehrere Freunde der vaterländischen
-Geschichte für den Plan gewonnen, durch
-freiwillige Beiträge den hier befindlichen <em class="gesperrt">Fürstenbrunnen</em>
-in einen steinernen Bassin einzufassen
-und sein Wasser für jeden Durstigen genießbar zu
-machen, daneben ein steinernes Denkmal aufzurichten
-und es am Regierungsjubelfeste des Königs feierlich
-zu weihen. Er trug diesen Plan dem Herrn
-Kreishauptmann <em class="gesperrt">Freiherrn von Fischer</em><span class="pagenum"><a id="Seite_62">[62]</a></span><a id="FNAnker_85_85"></a><a href="#Fussnote_85_85" class="fnanchor">[85]</a>
-vor, welcher ihm die vollste Beistimmung ertheilte;
-nur war für die Ausführung bis zum Jubelfeste
-die Zeit zu kurz. Im Jahre 1822 aber kam durch
-die mächtige Unterstützung des Herrn Kreishauptmanns
-<em class="gesperrt">Frhr. von Fischer</em> und die <em class="gesperrt">lebhafteste</em>
-Mitwirkung des Herrn Justizbeamten <em class="gesperrt">Philippi</em>
-der schöne Plan zur Reife. Es wurden im Kreisamte
-<em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> und Amte <em class="gesperrt">Grünhain</em>
-über 200 Thlr. unterzeichnet. Den ansehnlichsten
-Geldbetrag gab der Herr Kreishauptmann selbst, und
-der Herr Bergcommissionsrath <em class="gesperrt">Nitzsche</em><a id="FNAnker_86_86"></a><a href="#Fussnote_86_86" class="fnanchor">[86]</a>, Hammerherr
-zu Erla, ließ die, das errichtende Denkmal
-zierende, eiserne Tafel mit der gelungenen Inschrift<a id="FNAnker_87_87"></a><a href="#Fussnote_87_87" class="fnanchor">[87]</a>
-unentgeldlich auf seinem Werke gießen und vergolden,
-und leistete auch alle Steinfuhren. Die
-Verfertigung einer am Fürstenbrunnen zu errichtenden
-<em class="gesperrt">Pyramide</em> wurde dem Baumeister <em class="gesperrt">Lohß</em> in
-Schlettau übertragen und diese mit Einschluß des
-Fußgestelles 13 Ellen hohe Pyramide<a id="FNAnker_88_88"></a><a href="#Fussnote_88_88" class="fnanchor">[88]</a> am <em class="gesperrt">7.
-Juli</em> glücklich aufgerichtet.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_63">[63]</a></span></p>
-
-<p>An der Feierlichkeit der Weihe nahm die weite
-Umgegend den freudigsten Antheil. Die <em class="gesperrt">Schwarzenberger
-Bürgergarde</em> marschirte schon Vormittags
-10 Uhr auf den Platz, wo sie die Wachen
-versah und die Piquets ausstellte, um die Ankunft
-der hohen Beamten bei Zeiten zu erfahren. Mehr
-als 10,000 Menschen drängten sich um die Pyramide
-herum, erkletterten die Bäume, erstiegen die
-Dächer der erbauten Buden und erduldeten bei
-drückender Hitze unerschüttert Hunger und Durst.
-Nun marschirten die Schützencompagnien von <em class="gesperrt">Crottendorf</em>
-vor dem Plateau des Brunnens auf; diesen
-folgten 230 Bergleute mit ihren Fahnen und
-Hautboisten und bildeten einen Halbkreis um die
-Pyramide. Um 1 Uhr donnerten Kanonen durchs
-<em class="gesperrt">Oswaldsthal</em>, um die Ankunft hoher und niedrer
-Beamten aus verschiedenen Orten zu verkündigen.
-Die <em class="gesperrt">Offiziers</em> von <em class="gesperrt">Zwickau</em> und <em class="gesperrt">Schneeberg</em>
-waren mit 36 Hautboisten schon zuvor angelangt,<span class="pagenum"><a id="Seite_64">[64]</a></span>
-und wie am 8. Juli des Jahres 1455 in
-der Umgegend die Sturmglocken ertönten, um alles
-zur Rettung des geraubten <em class="gesperrt">Prinzen</em> aufzufordern,
-so ertönten jetzt die Glocken auf den benachbarten
-Kirchen und riefen zu Dank und Freude über die
-glückliche Rettung des Geraubten und Erhaltung des
-hohen Fürstenhauses alle Herzen auf.</p>
-
-<p>Die Feier begann mit dem Gesange eines Weiheliedes,
-welches der Herr Rektor <em class="gesperrt">Lange</em><a id="FNAnker_89_89"></a><a href="#Fussnote_89_89" class="fnanchor">[89]</a> zu
-Schwarzenberg dazu gedichtet hatte:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Seid uns gegrüßt der grauen Vorzeit Tage!<br /></span>
-<span class="i2">Euch suchet unser Blick!<br /></span>
-<span class="i0">Gesang ertöne! &ndash; Zu der Vorwelt trage<br /></span>
-<span class="i2">Begeisternd uns zurück!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hier ist es, wo dem Vaterschloß entrissen<br /></span>
-<span class="i2">Auf <em class="gesperrt">Kunzens</em> Räuberflucht<br /></span>
-<span class="i0">Der Fürstensohn, gequält von Hungerbissen,<br /></span>
-<span class="i2">Des Waldes Beere sucht;<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Prinz <em class="gesperrt">Albert</em> hier umringt von Todesschrecken<br /></span>
-<span class="i2">Dem wackern Schmidt sich naht,<br /></span>
-<span class="i0">Und leise Worte schüchtern ihm entdecken<br /></span>
-<span class="i2">Die grause Frevelthat.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hier ists, wo dem Geraubten ach! so bange<br /></span>
-<span class="i2">Der Stahl des Mordes blitzt,<br /></span>
-<span class="i0">Und ihn mit hochgeschwungner, rußger Stange<br /></span>
-<span class="i2">Des Köhlers Arm beschützt.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Die Glockenstürme &ndash; und das Köhlerzeichen<br /></span>
-<span class="i2">Ruft Hilfe laut umher,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_65">[65]</a></span>
-<span class="i0">Und es erliegen unter <em class="gesperrt">Trillers</em> Streichen<br /></span>
-<span class="i2">Die Räuber bandenschwer.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Gerettet ist der Fürstensohn &ndash; die Quelle<br /></span>
-<span class="i2">Erlabt den Durstgen hier,<br /></span>
-<span class="i0">Sie quillt uns heut' noch unversiegt und helle,&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i2">Sie segnen heute wir!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Denkmal soll die große That erneuen<br /></span>
-<span class="i2">Den Söhnen künftger Zeit,<br /></span>
-<span class="i0">Und Alberts Enkel, dem <em class="gesperrt">Gerechten</em><a id="FNAnker_90_90"></a><a href="#Fussnote_90_90" class="fnanchor">[90]</a>, weihen<br /></span>
-<span class="i2">Es wir aus Dankbarkeit.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p>Der Herr <span id="corr065">Superintendent</span> <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Lommatzsch</em><a id="FNAnker_91_91"></a><a href="#Fussnote_91_91" class="fnanchor">[91]</a>
-trat jetzt auf die mit Blumen bestreuten Stufen
-des Brunnens und sprach Worte der Weihe.<a id="FNAnker_92_92"></a><a href="#Fussnote_92_92" class="fnanchor">[92]</a>
-Ihm zur Rechten war die mit einem Eichenlaubkranze
-gezierte Büste des Königs <em class="gesperrt">Friedrich August</em>
-aufgestellt und über ihr hingen Blumengewinde
-von der Pyramide herab. Nach Beendigung der
-Rede folgte wieder ein Gesang, gedichtet vom Herrn
-Postmeister und Gerichtsdirector <em class="gesperrt">Reiche</em> zu Annaberg.<a id="FNAnker_93_93"></a><a href="#Fussnote_93_93" class="fnanchor">[93]</a></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_66">[66]</a></span></p><div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein <em class="antiqua">Gaudeamus</em> soll uns heut' vereinen<br /></span>
-<span class="i2">In Gottes heiliger Natur;<br /></span>
-<span class="i0">Denn hier in dieses Waldes düstern Hainen<br /></span>
-<span class="i2">Fand <em class="gesperrt">Albert</em> einst der Gottheit Spur.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Als Denkmal von Sachsens Vergangenheit<br /></span>
-<span class="i0">Sei dieser Stein &ndash; dem Leben geweiht!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der treue Sachse blickt noch mit Entzücken<br /></span>
-<span class="i2">Zurück in jene graue Zeit,<br /></span>
-<span class="i0">Wo <em class="gesperrt">Trillers</em> Arm von Seines Räubers Tücken<br /></span>
-<span class="i2">Den hohen Sprösling hat befreit.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Als Denkmal der Rührung und Dankbarkeit<br /></span>
-<span class="i0">Sei unser Herz, o <em class="gesperrt">Fürst</em>! <em class="gesperrt">Dir</em> geweiht.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span>
-<span class="i0">Wie heißt Dein Zweig in Seinen Silberhaaren,<br /></span>
-<span class="i2">Der Sachsen Vater und ihr Glück?<br /></span>
-<span class="i0">Ists nicht <em class="gesperrt">August</em>, den <em class="gesperrt">Seines Hauses</em> Laren<br /></span>
-<span class="i2">Beschirmten einst ein Mißgeschick?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wie heißt der König, der Glückliche schafft,<br /></span>
-<span class="i0">Redlichkeit übet mit Jugendkraft?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Einer.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nennt Ihn ja Vater unsers Vaterlandes,<br /></span>
-<span class="i2">Der Seinen Gott im Busen trägt!<br /></span>
-<span class="i0">Der, eingedenk des hohen Völker-Bandes,<br /></span>
-<span class="i2">Das Recht auf ächter Wage wägt!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i16"><em class="gesperrt">Chor.</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ja Treu' und Ehrfurcht dem <em class="gesperrt">einzigen Mann</em>,<br /></span>
-<span class="i0">Der allen Sachsen Treue gewann!<br /></span>
-</div></div>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_67">[67]</a></span></p>
-<p>In dem Augenblicke, wo der Chor diese letzten
-Worte sang, trat der Herr Kreishauptmann an die
-Stufen des Brunnens und sprach diese Worte noch
-einmal feierlich allein, und wie er geendet, sprach
-mit entblößtem Haupte die große Versammlung, unter
-dem Donner der Kanonen diese Worte nach.
-Es folgte ein tiefes ehrfurchtsvolles Schweigen, welches
-dann in den tausendstimmigen, von den Musikchören
-kräftig begleiteten Gesang überging:</p>
-
-<p class="center">
-Den König segne Gott! etc.
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_68">[68]</a></span></p>
-
-<h2 id="III_Das_Koehlerhaus_am">III. Das Köhlerhaus am
-Fürstenberge.</h2>
-</div>
-
-<p class="drop">Schon im Jahre 1822 bei Errichtung des Monuments
-am Fürstenbrunn wurde von vielen Geschichts-
-und Vaterlandsfreunden der Wunsch ausgesprochen,
-daß unweit des Denkmals eine bewohnbare Köhlerhütte
-erbaut werden möge, dessen Bewohner, einer
-armen Köhler- oder sonst rechtschaffnen Familie, die
-Aufsicht über das Monument und der nahe gelegenen
-Waldpflanzungen obliegen sollte, denn schon damals
-sah man es voraus, daß ein so unbewachtes
-Denkmal vielen Verunstaltungen ausgesetzt sein würde.</p>
-
-<p>Allein ohngeachtet der mancherlei Gaben, die
-damals zur Errichtung des Denkmals von Vaterlandsfreunden
-gespendet wurden, reichten sie doch
-nicht hin, um die Erbauung einer Köhlerhütte möglich
-zu machen. So vergingen denn volle 16 Jahre,
-ohne daß jemand sich der Sache unterzog, um
-durch abermalige milde Beiträge es möglich zu machen;
-als im Anfange des Jahres 1838 der Herr
-Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> zu Schwarzenberg, der
-sich schon bei Errichtung des Denkmals der Sammlungen
-<span class="pagenum"><a id="Seite_69">[69]</a></span>milder Beiträge unterzogen und sehr thätig
-sich gezeigt hatte, eine unterthänige Bitte an ein
-hohes königl. <em class="gesperrt">Finanzministerium</em>, zu Gewährung
-des nöthigen Platzes und Holzes der Köhlerhütte
-wagte. Diese hohe Behörde, patriotischen Unternehmungen
-nicht <span id="corr069">hinderlich</span>, genehmigte es auch, und
-so wurde von dem Herrn Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em>
-und dem Herrn Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>
-zu Grünhain<a id="FNAnker_94_94"></a><a href="#Fussnote_94_94" class="fnanchor">[94]</a> eine Sammlung milder Beiträge
-von Nah und Fern unternommen.</p>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/illu-075.png" alt="Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause" />
-<div class="caption"><span class="smaller">Lith. Anst. v. Rudolph &amp; Dieterici in Annaberg <span class="spaced">R. Böhme. lith.</span> W. Bischert gedr.</span><br />
-Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause am Fürstenberge bei Grünhain</div>
-</div>
-
-<p>Trotz der größten Bemühungen der beiden vorgenannten
-Herren ging die Einsammlung sehr spärlich
-von statten, so daß an der völligen Erbauung
-einer Köhlerhütte so leicht nicht gedacht werden konnte,
-als unser allverehrtes Fürstenhaus, welches <em class="gesperrt">nie</em>
-seine milde Hand sinken läßt, zu dem Unternehmen
-wahrhaft königl. beisteuerte<a id="FNAnker_95_95"></a><a href="#Fussnote_95_95" class="fnanchor">[95]</a>, wodurch erst das<span class="pagenum"><a id="Seite_70">[70]</a></span>
-begonnene Werk lebhaft von Statten gehen konnte,
-und schon sollte nun die Hütte gehoben werden, als
-den hiesigen Gebirgsbewohnern, so wie allen treuen
-Sachsen die große Freude zu Theil wurde, ihren
-allgeliebten König<a id="FNAnker_96_96"></a><a href="#Fussnote_96_96" class="fnanchor">[96]</a>, nebst dessen hochverehrter
-Frau Gemahlin der Königin<a id="FNAnker_97_97"></a><a href="#Fussnote_97_97" class="fnanchor">[97]</a> in <span id="corr070">ihrer</span> Mitte sehen
-zu dürfen.</p>
-
-<p>Nachdem beide Majestäten den 10. Septbr.
-1838 in Annaberg übernachtet hatten, kam Se.
-Majestät der König am 11. Septbr. über <em class="gesperrt">Schlettau</em>,
-<em class="gesperrt">Scheibenberg</em>, <em class="gesperrt">Elterlein</em>, <em class="gesperrt">Zwönitz</em> nach
-<em class="gesperrt">Grünhain</em> mit Gefolge geritten, geruhte daselbst
-den dasigen Klostergarten in Augenschein zu nehmen,
-wo noch das Gefängniß, <em class="gesperrt">Fuchsthurm</em> genannt,
-zu sehen ist, in welchem <em class="gesperrt">Kunz v. Kauffungen</em>
-vom Abt <em class="gesperrt">Liborius</em> festgehalten wurde,
-und ritt sodann nach <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em><a id="FNAnker_98_98"></a><a href="#Fussnote_98_98" class="fnanchor">[98]</a>, um daselbst<span class="pagenum"><a id="Seite_71">[71]</a></span>
-höchstdero Frau Gemahlin, welche von <em class="gesperrt">Scheibenberg</em>
-kommend, hier das daselbst befindliche Bergwerk
-in Augenschein zu nehmen, geruht hatte, abzuholen,
-um gemeinschaftlich von da auf den Fürstenbrunnen
-zu fahren.</p>
-
-<p>Hier hatte sich schon unter Leitung des Herrn
-Pastor <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Richter</em> und <span id="corr071">der beiden Lehrer</span> der
-Bürgerschule zu <em class="gesperrt">Grünhain</em>, Herr Rektor <em class="gesperrt">Hecker</em>
-und Herr Cantor <em class="gesperrt">Günther</em> die Grünhainer Schuljugend
-versammelt, als auch der dasige Frauenverein,
-unter Leitung der damaligen Vorsteherin desselben,
-der Frau Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>
-so wie viele tausend Menschen, um das edele Regentenpaar
-zu empfangen. Sobald die hohen Herrschaften,
-geleitet von dem Amtshauptmann des
-Bezirks, den Domherrn <em class="gesperrt">Freiherrn von Biedermann</em>
-auf <em class="gesperrt">Niederforchheim</em>, angekommen
-waren und geruht hatten aus dem Wagen zu steigen,
-gingen 12 Grünhainer Mädchen weiß gekleidet
-dem hohen Herrscherpaare voran, indem sie demselben
-Blumen auf den Weg streuten und zugleich
-brachten die Bergleute von den Werken <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em>
-und <em class="gesperrt">Graul</em><a id="FNAnker_99_99"></a><a href="#Fussnote_99_99" class="fnanchor">[99]</a>, welche eine <em class="antiqua">Haie</em> bis in
-die Nähe des Brunnens bildeten, ein freudiges:<span class="pagenum"><a id="Seite_72">[72]</a></span>
-»Glück auf!« aus. Hierauf nahte sich Einer<a id="FNAnker_100_100"></a><a href="#Fussnote_100_100" class="fnanchor">[100]</a>
-von den <em class="gesperrt">sieben Köhlern</em>, die sich dort versammelt
-hatten, um dem hohen Regentenpaare folgendes
-Gedicht<a id="FNAnker_101_101"></a><a href="#Fussnote_101_101" class="fnanchor">[101]</a> vorzutragen:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Muß ich, mein König, mich nicht heute freuen,<br /></span>
-<span class="i4">Daß dieser Tag mir aufgegangen ist?<br /></span>
-<span class="i0">Ich, Einer von den Tausenden Getreuen,<br /></span>
-<span class="i4">Der Dich als Wächter ehrerbietig grüßt.&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Sah' an der Quelle Jahre geh'n und kommen;<br /></span>
-<span class="i0">Doch meinen König hieß ich nicht willkommen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Laß es gescheh'n, daß ich Dir hier verkünde,<br /></span>
-<span class="i4">Was vor Jahrhunderten mein Auge sah'&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Wenn ich vor Dir das rechte Wort nicht finde,<br /></span>
-<span class="i4">So ist wohl Deine Gnad' und Huld mir nah&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Drum hell Dich auf, Du Dunkel grauer Zeiten,<br /></span>
-<span class="i0">Zu Dir will mich Erinn'rung jetzt geleiten.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hier an der Quell mußt ich mit seinen Händen<br /></span>
-<span class="i4">Prinz Albert durstig Labung suchen seh'n,<br /></span>
-<span class="i0">Es mußte mich, ich glaub's, in seine Nähe senden<br /></span>
-<span class="i4">Der fernen Mutter still vernommnes Flehn.<br /></span>
-<span class="i0">O, rette mich! &ndash; sprach er &ndash; und voll Vertrauen<br /></span>
-<span class="i0">Sah ich den Prinzen mir ins Auge schauen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Den Schürbaum hier, das war nur meine Waffe,<br /></span>
-<span class="i4">Vor welcher Kunz, der Räuber, furchtsam floh.<br /></span>
-<span class="i0">Bleib weilend hier mein Prinz, daß ich Dir Hilfe schaffe!<br /></span>
-<span class="i4">Sprach ich &ndash; bald war er seiner Rettung froh;<br /></span>
-<span class="i0">Denn sieh'! geschlagen schon in festen Banden<br /></span>
-<span class="i0">Die Meinen bald den Prinzenräuber fanden.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_73">[73]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Seit dieser Zeit bewach' ich diese Quelle,<br /></span>
-<span class="i4">Die Deinen Ahnherrn Rettungshafen ward,<br /></span>
-<span class="i0">Des Waldes Saum ist meines Hauses Schwelle,<br /></span>
-<span class="i4">Das Moos, das Lager, welches meiner harrt,<br /></span>
-<span class="i0">Und drüber hat mein Gott ein Dach gebauet,<br /></span>
-<span class="i0">In das mit Lust mein Aug' am Abend schauet.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doch sieh! dort soll dem Greis ein Obdach werden<br /></span>
-<span class="i4">Und heiter schaut sein Giebel heut mich an,<br /></span>
-<span class="i0">Noch wärmen soll ich mich am Heerd auf Erden,<br /></span>
-<span class="i4">Nachdem die Blöcke längst verlangend sahn;<br /></span>
-<span class="i0">Dein Volk baut mir &ndash; mein König &ndash; diese Hütte,<br /></span>
-<span class="i0">Laß' es gescheh'n! &ndash; gewähr mir diese Bitte.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein guter König mußt Du sein auf Erden,<br /></span>
-<span class="i4">Denn es bewachet solch' Erinnerung,<br /></span>
-<span class="i0">Ja, glücklich soll'n wir durch Dich nur werden<br /></span>
-<span class="i4">Und uns're Freude bleibe immer jung.<br /></span>
-<span class="i0">Drum, guter König, langes, langes Leben<br /></span>
-<span class="i0">Mag dieser Trunk, den ich Dir biete, geben.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ließ jüngst, mein König, mir so reichen Hausrath senden,<br /></span>
-<span class="i0">Mag Gott dafür Dir reichen Seegen spenden.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p>Nachdem beide Majestäten geruht hatten, dieses
-Gedicht anzuhören, überreichten drei kleine Mädchen,
-ebenfalls grün und weiß gekleidet, zweie<a id="FNAnker_102_102"></a><a href="#Fussnote_102_102" class="fnanchor">[102]</a>
-Sr. Majestät dem König, einen Teller mit Waldbeeren,
-die dritte<a id="FNAnker_103_103"></a><a href="#Fussnote_103_103" class="fnanchor">[103]</a> Ihro Majestät der Königin,
-einen Becher mit Wasser, mit den Worten:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">»Dir gute Königin, mög' langes, langes Leben<br /></span>
-<span class="i0">Der frische Trunk, den ich Dir biete geben!«<br /></span>
-</div></div>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_74">[74]</a></span></p>
-<p>Sodann vereinigten sich die Mitglieder des obenerwähnten
-Frauenvereins, um durch die dermalige
-Vorsteherin die Frau Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>
-Ihro Majestät der Königin vorgestellt zu werden,
-indem ein Mädchen aus der vom Frauenverein
-zu <em class="gesperrt">Grünhain</em> errichteten Nähschule, Ihro
-Majestät ein Gedicht auf <span id="corr074">einem</span> mit Blumen bekränzten
-Körbchen zu überreichen die Ehre hatte.
-Ihro Majestät geruhten huldvollst und herablassend
-mit mehreren Mitgliedern des Frauenvereins zu sprechen.
-Nachdem beide Majestäten das mit Blumen
-bekränzte Monument betrachtet und auf das wohlwollendste
-über die Ausführung der Sache als die
-Feier dieses Tages sich ausgesprochen hatten, geruhten
-sie in der zu dieser Feierlichkeit erbauten mit
-Blumen umwundenen Bude, ein von dem Stadtrathe
-von Grünhain veranstaltetes frugales Frühstück
-einzunehmen, bei welchem die Beamten von Nah
-und Fern die Ehre hatten hinzugezogen zu werden.</p>
-
-<p>Unter lautem Vivatruf setzte sodann das allgeliebte
-Regentenpaar die weitere Reise über <em class="gesperrt">Schwarzenberg</em>
-nach <em class="gesperrt">Schneeberg</em> fort.</p>
-
-<p>Durch mehrere milde Beiträge<a id="FNAnker_104_104"></a><a href="#Fussnote_104_104" class="fnanchor">[104]</a>, kam es
-bald hierauf soweit, daß die Hütte gehoben werden
-konnte. Die Feierlichkeit dabei war in den Leipziger<span class="pagenum"><a id="Seite_75">[75]</a></span>
-Zeitungen No. 236. Dienstags den 2. Octbr. 1838
-<em class="antiqua">pag.</em> 3452 auf folgende Weise beschrieben:</p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p>»<em class="gesperrt">Vom Fürstenbrunn</em>, im königl. sächs.
-Erzgebirge, d. 27. Septbr. (Privatmittheilung.)</p>
-
-<p>Der heutige Tag war für Viele, <span id="corr075a">welche</span> diesem
-Brunnen zunächst wohnen, ein heiterer Festtag.
-Der Bau der Köhlerwohnung daselbst war so weit
-gediehen, daß sie gehoben werden <span id="corr075b">konnte</span>, und nun
-ihrer baldigen Vollendung entgegen sieht. Nicht
-jedes Volk ist so glücklich, Stätten nachweisen zu
-können, an welche es, wie es hier geschehen darf, der
-Anfang eines Jahrhunderte hindurch fortdauernden
-Glückes anknüpfen kann. Sinnbildlich erinnert uns
-auch die Quelle, welche seit Jahrhunderten ununterbrochen
-hervorsprudelt, und deren Wächter dieses
-Haus erbauet wurde, an <span id="corr075c">jene</span> Quelle, die seit dieser
-Zeit unserm Vaterlande Glück und Segen strömt.
-Hierdurch empfing der <em class="gesperrt">27. September d. J.</em> eine
-eigenthümliche Weihe. Das Musikcorps, aus Bergleuten
-von der benachbarten Grube »Gottesgeschick«
-bestehend, hatte sich freiwillig zu dieser Festlichkeit
-eingefunden. Es stimmte zuerst einen feierlichen Chorgesang
-an, dann sprach der Baumeister zu den
-zahlreich Versammelten die Empfindungen aus, mit
-welchen er &ndash; auf Geheiß des treuen Sachsenvolkes
-&ndash; dieses Wächterhaus soweit aufgerichtet habe, und
-nachdem er die heißen Wünsche für das fortdauernde
-Wohlergehen unsrer allverehrten Königsfamilie ausgesprochen
-hatte, gedachte er dankend derer, welche
-ihn durch ihre Beiträge in den Stand gesetzt hatten,<span class="pagenum"><a id="Seite_76">[76]</a></span>
-diese Wohnung aufführen zu können &ndash; er vergaß
-auch dessen nicht, welcher aus dem königl. preuß.
-Herzogthum Sachsen, ohne Nennung seines Namens,
-einen mit herzlichen Worten begleiteten Beitrag eingesendet
-hatte. &ndash; Unwillkührlich stimmten hierauf
-die Versammelten aus vollem Herzen ihr »<em class="gesperrt">den
-König segne Gott!</em>« an. Erst, als der Sonne
-letzte Strahlen auf das in alterthümlicher Einfachheit
-sich erhebende Köhlerhaus fielen, trennten sich
-die Anwesenden von einander, herzliche Grüße der
-Liebe und Verehrung von den Bergen der erhabenen
-königlichen Familie aus der Ferne zusendend.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Nachschrift.</em> Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen
-Bitten der thätigen Leitern dieses Baues,
-so dürfte das Wohnzimmer des Köhlers mit
-Copien von Gemälden<a id="FNAnker_105_105"></a><a href="#Fussnote_105_105" class="fnanchor">[105]</a> geschmückt werden, welche
-einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht
-mit den Copien von den Portraits des Köhlers
-<em class="gesperrt">Schmidt</em>, des <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> und a.
-welche sich in dem Besitze eines erlauchten Fürstenhauses
-befinden.«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<p>Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor
-<em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Richter</em> zu Grünhain) wurde am 27. Septbr.
-1838 bei der Hebung des Köhlerhauses gesprochen:</p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p>»Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als
-Baumeister dieses Wächterhauses, Ihnen allen geehrte
-Anwesende, die gewiß meine Freude theilen,
-den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest zusammengefügtes
-Gebälk, über welches bald das schützende<span class="pagenum"><a id="Seite_77">[77]</a></span>
-Dach sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen
-wir doch jetzt schon im Geiste den treuen Wächter
-der Quellen, den Köhler, hier, als aus seiner Wohnung
-aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit taucht
-vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen
-schauen freudig hinein, weil mit dem Ereignisse,
-dessen heilige Erinnerung hier bewacht werden soll,
-eine gesegnete Zeit für uns begann, den Wohlstand
-unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter
-aller derer, welche in <em class="gesperrt">Albrecht</em> ihren <span id="corr077">Ahnherrn</span>
-verehren, immer herrlicher und herrlicher erblüthe.
-Ja, gewiß! wie diese Quelle hier, seit Menschen sie
-sahen, <em class="gesperrt">nie</em> versiegt ist, so fließet auch heute noch
-die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da
-unser hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes
-ist &ndash; und trägt Glück und Friede in Hütten
-und Palläste. Ich muß es Ihnen gestehen, wenn
-ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im geschäftigen
-Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen
-sah, da nahm der Gedanke mein ganzes Herz ein;
-eine große Familie will eine schöne Erinnerung
-nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen der
-dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt
-erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu
-schätzen wußte, sie sammelt sich, freudig dankend, um
-diejenigen, welche jetzt Vater und Mutter dieser großen
-Familie sind und rufen Ihnen von den Bergen zu:
-lebet hoch!&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters
-und dieser Mutter: sie leben hoch!</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_78">[78]</a></span></p>
-
-<p>Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter
-glücklich wohnend auch mit bauen wollte die Hütte,
-weil sein dankbares Herz es ihm gebot, der aus
-weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch!<a id="FNAnker_106_106"></a><a href="#Fussnote_106_106" class="fnanchor">[106]</a></p>
-
-<p>Die als die Bauherren den Grundstein legten,
-sie leben hoch!</p>
-
-<p>Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke
-Gott glückliche Tage und nehme sie, wie diese Hütte,
-in seinen besondern gnädigen Schutz!«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Sobald nun das Haus gehoben war, schritt
-der Bau bald vorwärts, durch die Bauunternehmer,<a id="FNAnker_107_107"></a><a href="#Fussnote_107_107" class="fnanchor">[107]</a>
-so daß es noch vor dem Winter bewohnbar
-hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838
-wurde der Tag des Einzuges einer zwar armen
-aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie<a id="FNAnker_108_108"></a><a href="#Fussnote_108_108" class="fnanchor">[108]</a> aus
-<em class="gesperrt">Raschau</em>, die also noch vor dem strengen anhaltenden
-Winter ein sicheres Obdach erhielt. Den 9.
-November 1838 wurde von der hohen Kreisdirection
-die <em class="gesperrt">Schankconzession</em>, doch mit der Beschränkung<span class="pagenum"><a id="Seite_79">[79]</a></span>
-nur <em class="gesperrt">anständige</em> Gesellschaft dort zu dulden,
-ertheilt.</p>
-
-<p>So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man
-nur <em class="gesperrt">gerne</em> weilt und dabei sich als ein Punkt auszeichnet,
-der schon von der Natur durch das grüne
-<em class="gesperrt"><span id="corr079">Oswaldsthal</span></em> in dem der Oswaldsbach von
-Waschleute nach Wildenau fließt, geschmückt ist, was
-man von dem Köhlerhause herab sehen kann, und
-dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich
-majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht
-der Berggebäude <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> und <em class="gesperrt">Graul</em>
-so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles malerische
-erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird
-hiervon angezogen und danket noch immer der Vorsehung
-für die Erhaltung des sächsischen Regentenhauses!&nbsp;&ndash;</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5
-□ Rth. ein und ist ungefähr 60 Ellen seitwärts
-vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern
-desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden
-zugewiesen worden, wovon 189 □ Rth. als
-Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden
-kann. Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause,
-das Wiesenstück aber unmittelbar unter dem
-Hause.</p>
-
-<p>Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus
-vollends aufgebaut, daher erfreute sich solches schon
-im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines ungetheilten<span class="pagenum"><a id="Seite_80">[80]</a></span>
-Beifalls und zahlreichem Besuche, was das
-dort befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.</p>
-
-<p>Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung
-des Prinzen <em class="gesperrt">Albrecht</em>, wurde diesmal als der Tag
-der Einweihung des Köhlerhauses feierlich begangen,
-was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen
-Kreisblattes vom 16. Juli 1839 <em class="antiqua">pag.</em>
-216. befindlichen Aufsatze schließen kann. Dessen
-Inhalt war folgender:</p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p>»<em class="gesperrt">Fürstenberg</em> bei Grünhain, am 8. Juli
-1839. &ndash; Das durch Beschädigungen sonst vielfach
-verunstaltete aber immer wieder hergestellte hiesige
-Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des
-Prinzen <em class="gesperrt">Albrechts</em> von Sachsen am 8. Juli 1455
-hat endlich nun nebst der dasselbe umgebenden Waldung
-einen bleibenden Schutz durch das hier neu erbaute
-Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt,
-gefunden.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<p>Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch
-gegenwärtig das Unternehmen, hier eine bewohnbare
-an den entschlossenen Befreier, den Köhler <em class="gesperrt">Schmidt</em>,
-nachher Triller genannt, erinnernde Köhlerhütte herzustellen
-freiwillig unterstützen. So hat Herr Buchbinder
-<em class="gesperrt">Buchner</em> in Schneeberg zum gestrigen Tage
-ein recht geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem
-Orte unentgeldlich gewidmet und vorzüglich Herr
-Kaufmann <em class="gesperrt">Gottschald</em> in Scheibenberg den neuen
-Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen
-wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch
-seine Mittel übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt.<span class="pagenum"><a id="Seite_81">[81]</a></span>
-Auch gestern, wo ein heiterer Sommertag
-der ganzen, jedem Sachsen heilige Stätte ein recht
-freundliches Aeußere verlieh, sind wieder freiwillige
-Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden.
-Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den
-öffentlichen Blättern besonders durch den für alle
-gemeinnützige Gegenstände mit vielem und beharrlichem
-Eifer erfüllten Herrn Pastor <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Richter</em>
-in Grünhain<a id="FNAnker_109_109"></a><a href="#Fussnote_109_109" class="fnanchor">[109]</a> erfolgt sind, lassen daher wohl
-<span id="corr081a">noch</span> manche weitere <span id="corr081b">Unterstützung</span> erwarten. Sollte
-es hierdurch mit der Zeit gelingen, daß die im Innern
-des Köhlerhauses angebrachten Räume zur geselligen
-Aufnahme die jetzt noch entbehrenden <em class="gesperrt">Oefen</em><a id="FNAnker_110_110"></a><a href="#Fussnote_110_110" class="fnanchor">[110]</a>
-erhielten, &ndash; eine in der hiesigen ziemlich rauhen
-Gegend ganz nothwendige Zimmerausschmückung, &ndash;
-so läßt es sich wohl erwarten, daß dieser historisch
-reich und von der Natur sehr freundlich ausgeschmückte
-Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von
-Fremden wie Einheimischen zahlreich besucht werden
-wird.</p>
-
-<p>Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten
-sich vorzüglich die in dichterischer Form recht gelungen
-angebrachten Toaste des Herrn Oberzollinspectors
-<em class="gesperrt">Frege</em> in Annaberg, Herrn Kammerath
-<em class="gesperrt">Reiche-Eisenstuck</em> von dort und des Herrn Pastors
-<em class="gesperrt">Behr</em> zu Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des<span class="pagenum"><a id="Seite_82">[82]</a></span>
-Tages war ein Concert im Freien gewidmet und
-gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine Opferflamme,
-auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten
-Denkmales angebracht, die <em class="gesperrt">allgemeine
-Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes
-Regentenhaus verkündete</em>.«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<hr class="chap" />
-<h3 id="Naehere_Beschreibung_des_Koehlerhauses">Nähere Beschreibung des Köhlerhauses.</h3>
-
-<p class="center">(Dazu Abbildung <em class="antiqua">No.</em> 3.)</p>
-
-<p>Zuerst gelangt man (s. Abbildung <em class="antiqua">B.</em>) auf 3
-steinernen Stufen (<em class="antiqua">a</em>) in die 13½° lange und 3½°
-breite mit Steinplatten gepflasterte <em class="gesperrt">Hausflur</em>
-(<em class="antiqua">b</em>). <span id="corr082">Von</span> der Hausflur rechts kommt man hiernächst
-in das <em class="gesperrt">große Gesellschaftszimmer</em> (<em class="antiqua">c</em>),
-welches 13½° lang und 9° breit ist. Auch befindet
-sich in selbigem an der Hausflurseite ein gußeiserner
-Etagenofen (<em class="antiqua">d</em>). Verläßt man dieses Zimmer und
-wendet sich in der Hausflur links, so gelangt man
-in die 6° lange und 5½° breite <em class="gesperrt">Wohnstube</em> des
-Wächters (<em class="antiqua">e</em>) in der sich ein Plattenofen (<em class="antiqua">f</em>) befindet.
-Von hieraus führt eine Thüre in die 6°
-lange und 3½° breite <em class="gesperrt">Stubenkammer</em> (<em class="antiqua">g</em>) worin
-sich auf der hinteren Seite eine <em class="gesperrt">Erhöhung</em> (<em class="antiqua">h</em>)
-durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu der
-eine 3 Stufen hohe Treppe führt (<em class="antiqua">i</em>). Geht man<span class="pagenum"><a id="Seite_83">[83]</a></span>
-sodann in die Hausflur zurück, so kommt man auf
-der linken Seite, in die 3¾° lange und 2½° breite
-<em class="gesperrt">Küche</em> (<em class="antiqua">k</em>). In derselben steht ein gemauerter
-Heerd (<em class="antiqua">l</em>) mit eingesetzter Bratröhre (<em class="antiqua">m</em>). Ferner
-führt von der Hausflur aus links durch eine Doppelthüre
-auf einer Treppe (<em class="antiqua">n</em>) (s. Abbildung <em class="antiqua">A. a.</em>)
-von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4°
-breite einfach gewölbten (s. Abbildung <em class="antiqua">A. b.</em>) <em class="gesperrt">Keller</em>
-(<em class="antiqua">Ac.</em>) (<em class="antiqua">o</em>). Kommt man wieder hinauf aus dem
-Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren
-in die Privets (<em class="antiqua">p</em>). In die Etage (<em class="antiqua">C.</em>) gelangt
-man durch eine mit Geländern versehene
-13 Stufen hohe hölzerne Treppe (<em class="antiqua">q</em>). Durch die
-Treppe (s. Abbild. <em class="antiqua">C.</em>) (<em class="antiqua">a</em>) kommt man auf einen
-kleinen Vorboden. (<em class="antiqua">b</em>) Auf diesem befindet sich ein
-Dachfenster. (<em class="antiqua">c</em>) Dem gegenüber in das 8¾° lange
-und 5½° breite <em class="gesperrt">kleine Gesellschaftszimmer</em>
-(<em class="antiqua">d</em>), in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter
-<span id="corr083a">Kanonenofen</span> (<em class="antiqua">e</em>) sich befindet. Verläßt man dieses
-Zimmer so kommt <span id="corr083b">man</span> rechts von obengenannten Vorboden
-in die <em class="gesperrt">Schlafkammer</em> des Wächters (<em class="antiqua">f</em>),
-sie ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die
-Esse (<em class="antiqua">g</em>) zum Dache hinaus. Dieser Kammer gegenüber,
-mithin links des Vorbodens ist eine <em class="gesperrt">zweite</em>
-ebenfalls so <span id="corr083c">lange</span> und breite <em class="gesperrt">Kammer</em> (<em class="antiqua">i</em>) als die
-Vorige. Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne
-9 Stufen hohe Treppe (<em class="antiqua">k</em>) auf den <em class="gesperrt">Oberboden</em>.<a id="FNAnker_111_111"></a><a href="#Fussnote_111_111" class="fnanchor">[111]</a></p>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_84">[84]</a></span></p>
-<p>Der <em class="gesperrt">Stall</em> (s. Abbild. <em class="antiqua">A. d.</em>) befindet sich im
-Erdgeschoß und ist 12° lang und 9° breit. Uebrigens
-ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen (<em class="antiqua">e. f. g.</em>)
-und einer Krippe (<em class="antiqua">i</em>) versehen. Am östlichen Ende
-befindet sich ein Kuhstand. (<em class="antiqua"><span id="corr084">h</span></em>)&nbsp;&ndash;</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet,
-über 1000 Thlr. Baumeister waren der Zimmermeister
-<em class="gesperrt">Friedrich Rau</em> in Schwarzenberg und der
-Mauermeister <em class="gesperrt">Karl Hübschmann</em> in <em class="gesperrt">Grünstädtel</em>.&nbsp;&ndash;<a id="FNAnker_112_112"></a><a href="#Fussnote_112_112" class="fnanchor">[112]</a></p>
-
-<p>So wurde ein Werk, welches im Anfang so
-schwierig zu gedeihen schien, doch durch den unermüdeten
-Eifer des Herrn Rentamtmann <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>
-und des Herrn Finanzprocurator <em class="gesperrt">Lindner</em> zur
-Zufriedenheit Aller vollendet.&nbsp;&ndash;</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_85">[85]</a></span></p>
-
-<h2 id="Anhang">Anhang.</h2>
-</div>
-
-<p class="center">Als Anhang möge eine <em class="gesperrt">Charade</em> noch Platz finden,
-die durch ihren Inhalt zum 1. Theile
-passend ist:<a id="FNAnker_113_113"></a><a href="#Fussnote_113_113" class="fnanchor">[113]</a></p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Heller Himmel, blau und golden,<br /></span>
-<span class="i2">Lerchenschlag, Pirolensang,<br /></span>
-<span class="i0">Lockten mich mit meiner Holden<br /></span>
-<span class="i2">Nach umbuschten Bergeshang.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wie berauscht vom Wonnemorgen,<br /></span>
-<span class="i2">Plaudernd bald, und singend bald,<br /></span>
-<span class="i0">Streiften wir ganz ohne Sorgen<br /></span>
-<span class="i2">Immer tiefer in den Wald.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und schon trieb die muntere Heerde<br /></span>
-<span class="i2">Blasend ein der ferne Hirt,<br /></span>
-<span class="i0">Da &ndash; macht' Etwas uns Beschwerde;<br /></span>
-<span class="i2">Denkt! wir hatten uns verirrt.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Alles war so lau und luftig,<br /></span>
-<span class="i2">Gleich dem Sammte schien das Gras,<br /></span>
-<span class="i0">Maien wehten, ach! so duftig&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i2">Doch, zu hungern, ist kein Spaß!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Laß an <em class="gesperrt">Drei</em> und <em class="gesperrt">Vier</em> <span id="corr085">uns</span> halten;«<br /></span>
-<span class="i2">Sprach ich &ndash; »der steht Felsenfest<br /></span>
-<span class="i0">An ein unbekanntes Walten,<br /></span>
-<span class="i2">Schützend selbst des Sperlings Nest.«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_86">[86]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»»Magst mir's, wenn ich satt bin, sagen;«&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i2">Meinte, schlecht erbaut, mein Kind!&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">»Doch, sieh' dort den Meiler ragen;<br /></span>
-<span class="i2">Laß zu ihm uns gehn geschwind.««<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ob wir gleich den Lauf begannen,<br /></span>
-<span class="i2">Eifrig suchten kreuz und quer,<br /></span>
-<span class="i0">Sah'n wir, ob der hohen Tanne,<br /></span>
-<span class="i2">Doch nun selbst den Rauch nicht mehr.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Bald &ndash; wie einst der schwarz Rabe<br /></span>
-<span class="i2">Fütternd zum Propheten kam,<br /></span>
-<span class="i0">Bot von <em class="gesperrt">Eins</em> und <em class="gesperrt">Zwei</em> ein Knabe;<br /></span>
-<span class="i2"><em class="gesperrt">Erdbeer'</em> uns und Brod und Rahm.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Von der treuen <em class="gesperrt">Ersten</em> Hütte<br /></span>
-<span class="i2">Wählten wir den Speisesaal;<br /></span>
-<span class="i0">Milch und Brod in ihrer Mitte<br /></span>
-<span class="i2">Mahnt' uns an ein fröhlich Mahl.<a id="FNAnker_114_114"></a><a href="#Fussnote_114_114" class="fnanchor">[114]</a><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doppelt schien der Wald nun luftig,<br /></span>
-<span class="i2">Noch einmal so grün der Grund,<br /></span>
-<span class="i0">Auch die Tanne weht' uns duftig,<br /></span>
-<span class="i2">Glas an Glas und Mund an Mund!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Siehst Du, Kind!« &ndash; so rief ich fröhlich&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i2">»Daß der <em class="gesperrt">Letzte</em> nicht verläßt;<br /></span>
-<span class="i0">Woll'n an ihm, &ndash; dann sind wir seelig&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i2">Gleich, der <em class="gesperrt">Ersten</em>, halten fest!«&nbsp;&ndash;<br /></span>
-</div>
-</div>
-<p class="center">F. K.</p>
-
-<hr class="chap" />
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_87">[87]</a></span></p>
-
-<h3>Auflösung.</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Den Schlüssel hier zur Schraube<br /></span>
-<span class="i0">Giebt zwar &ndash; der <em class="gesperrt">Köhlerglaube</em>, &ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Doch nimm ihn nicht sogleich als baare Münze hin,<br /></span>
-<span class="i0">Prüf' lieber erst genau, bis Du erspähst den Sinn!<br /></span>
-<span class="i0">Dann schlage <em class="gesperrt">hier</em> noch nach, triffts <em class="gesperrt">hier</em> auch glücklich ein?<br /></span>
-<span class="i0">So war die Freude groß und &ndash; nirgends leerer Schein!&nbsp;&ndash;<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_88">[88]</a></span></p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">So prüf' gefälligst auch die Prosa dieser Schrift<br /></span>
-<span class="i0">Und sprich nicht gleich zuvor die schrieb gewiß kein Swift!&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Ist dir dann manches neu, doch der Geschichte treu gewesen,<br /></span>
-<span class="i0">Dann bitte, nimm es an, als Deiner Nachsicht werth zum Lesen.&nbsp;&ndash;<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="center">
-Annaberg,<br />
-gedruckt bei <em class="gesperrt">Eduard Hasper</em>.
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_89">[89]</a></span></p>
-
-<h2 id="Berichtigungen">Berichtigungen.</h2>
-</div>
-
-<table summary="Berichtigungen">
-<tr>
-<td class="center">Seite</td><td class="tdr">2</td>
- <td>Zeile</td>
- <td class="tdr">22</td>
- <td>v.</td>
- <td>o.</td>
- <td>nach:</td>
- <td>traf ist einzuschalten: <em class="gesperrt">es</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>Plugk lies: <em class="gesperrt">Pflugk</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>nach:</td>
- <td>Schwickershain fehlt: (&ndash; <em class="gesperrt">das
- heutige Schweickershain</em> &ndash;).</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">4</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td>statt:</td>
- <td>Türingen lies: <em class="gesperrt">Thüringen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
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- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">2</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>statt:</td>
- <td>ihm lies: <em class="gesperrt">ihn</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
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- <td class="tdr">5</td>
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- <td class="tdr">8</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>vom lies: <em class="gesperrt">von</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">13</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>im lies: <em class="gesperrt">in</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">15</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>meißnische lies: <em class="gesperrt">meißnischen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">9</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>dem lies: <em class="gesperrt">den</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">6</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">2</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>dem lies: <em class="gesperrt">den</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">7</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">12</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>wären lies: <em class="gesperrt">waren</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">7</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">17</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Verträge lies: <em class="gesperrt">Verträgen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">8</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">12</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>ihm lies: <em class="gesperrt">ihn</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">8</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td colspan="2">fällt nach Dienstag das <em class="gesperrt">Komma</em>
- hinweg.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td colspan="2">fällt nach Isenburg das <em class="gesperrt">Komma</em>
- hinweg.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">6</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>seine lies: <em class="gesperrt">seinen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>folgender lies: <em class="gesperrt">folgenden</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">11</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">1</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Hanse lies: <em class="gesperrt">Hause</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">12</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">6</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>nach:</td>
- <td>als ist einzuschalten: <em class="gesperrt">solches</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">15</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>seinen lies: <em class="gesperrt">seinem</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">16</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">15</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Monument lies: <em class="gesperrt">Monumente</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">16</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>auch lies: <em class="gesperrt">auf</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">18</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">13</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>solte lies: <em class="gesperrt">sollte</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">23</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">2</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Prinz lies: <em class="gesperrt">Prinze</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">28</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">4</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>exestirte lies: <em class="gesperrt">existirte</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">30</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">1</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>nach:</td>
- <td>zunehmen ist einzuschalten: <span class="fnanchor">[40]</span></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">30</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">2</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>den lies: <em class="gesperrt">dem</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">30</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">19</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>wär lies: <em class="gesperrt">wäre</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">33</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td colspan="2">laß die erste 1 weg.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">40</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">2</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>statt:</td>
- <td>mehrfaches lies: <em class="gesperrt">mehrfachen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">40</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">4</td>
- <td class="tdc">v.</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>statt:</td>
- <td>den lies: <em class="gesperrt">dem</em>.<span class="pagenum"><a id="Seite_90">[90]</a></span></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">40</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">9</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Prinzenraub lies: <em class="gesperrt">Prinzenraube</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">40</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">14</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>weiten lies: <em class="gesperrt">weitem</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">42</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">14</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Pachter lies: <em class="gesperrt">Pastor</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">44</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">1</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Hände lies: <em class="gesperrt">Händen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">44</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Vulpius lies: <em class="gesperrt antiqua">Vulpius</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">47</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">19</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>mit lies: <em class="gesperrt">nit</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">48</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">11</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>der Familie lies: <em class="gesperrt">die Familien</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">48</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>deusche lies: <em class="gesperrt">deutsche</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">51</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">11</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>nach:</td>
- <td>vier Kinder schalte ein: <em class="gesperrt">eine
- Prinzessin und</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">52</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">2</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>statt:</td>
- <td>Turzold lies: <em class="gesperrt">Tunzold</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">54</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td colspan="2">fällt das Wort: <em class="gesperrt">der</em> hinweg.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">57</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">11</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>den lies: <em class="gesperrt">dem</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">58</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">1</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>welcher lies: <em class="gesperrt">welchen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">58</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Pachter lies: <em class="gesperrt">Pastor</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">60</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Pachter lies: <em class="gesperrt">Pastor</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">69</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">6</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>hinterlich lies: <em class="gesperrt">hinderlich</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">70</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">6</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>ihre lies: <em class="gesperrt">ihrer</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">71</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">7</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>den beiden Lehrern lies: <em class="gesperrt">der
- beiden Lehrer</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">75</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>welchen lies: <em class="gesperrt">welche</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">75</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">8</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>konnten lies: <em class="gesperrt">konnte</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">75</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">16</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>jener lies: <em class="gesperrt">jene</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">76</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">1</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td><em class="antiqua">p.</em> 64 lies: <em class="antiqua">p.</em> 46.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">81</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">4</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>Abgemeinen lies: <em class="gesperrt">Allgemeinen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">82</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">9</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>setze:</td>
- <td>(<em class="antiqua">d</em>) unmittelbar hinter dem
- Worte: <em class="gesperrt">Etagenofen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">82</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">1</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>setze:</td>
- <td>(<em class="antiqua">i</em>) unmittelbar hinter dem
- Worte: <em class="gesperrt">führt</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">83</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">o.</td>
- <td>setze:</td>
- <td>(<em class="antiqua">k</em>) unmittelbar hinter dem
- Worte: <em class="gesperrt">Küche</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">83</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">4</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>setze:</td>
- <td>(<em class="antiqua">m</em>) unmittelbar hinter dem
- Worte: <em class="gesperrt">Bratröhre</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">83</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">11</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>setze:</td>
- <td>(<em class="antiqua">p</em>) unmittelbar hinter dem
- Worte: <em class="gesperrt">Privets</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">83</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">11</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">u.</td>
- <td>statt:</td>
- <td>Kanonofen lies: <em class="gesperrt">Kanonenofen</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">83</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">10</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>nach:</td>
- <td>kommt schalte ein: <em class="gesperrt">man</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">83</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">5</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>statt:</td>
- <td>lang lies: <em class="gesperrt">lange</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">84</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdr">3</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td class="tdc">"</td>
- <td>speciel lies: <em class="gesperrt">speciell</em>.</td>
-</tr>
-</table>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="figcenter bbox">
-<a href="images/illu-099-l.png"><img src="images/illu-099-s.png" title="click für größere Anssicht"
- alt="Die innere Ansicht des Köhlerhauses" /></a>
-<div class="caption">Die innere Ansicht des Köhlerhauses am Fürstenberge.</div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<h2 id="FOOTNOTES">Fußnoten</h2>
-</div>
-
-<div class="footnotes">
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> s. <em class="antiqua">Aen. Sylvius de statu Europae c. 24. ap. Frkhr.
-T. II. pag. 221. (edit. Struv. Argentor 1717.)
-»Conradus Rauses (de Kauffungen) nobili loco
-apud Saxones natus, bellicae rei peritus, manu
-promptus, et animo imperterritus etc.«</em>&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> <em class="antiqua">Albinus</em> Landchronik der Meißn. Lande. <em class="antiqua">pag.</em> 265.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> s. Kunzens Revers wegen des <em class="antiqua">ad interim</em> ihm eingeräumten
-Gutes <em class="gesperrt">Schwickershain</em> und Zugehörungen
-unter den Beilagen zu den gleich anzuführenden
-<em class="gesperrt">Churfürstl. Manifeste</em> in <em class="gesperrt">Wecks</em> Dresdner
-Chronik, <em class="antiqua">pag.</em> 170.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> sowohl die Koburgsche Pflege, als auch alle Schlösser
-und Güter in <span id="cf004">Thüringen</span>. <em class="antiqua"><em class="gesperrt">Kammermeisteri</em>
-Annal. Erfurt, ap. Menken. T. III, pag. 1180&ndash;1215.</em></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> <em class="gesperrt">Müllers</em> sächs. <em class="antiqua">Annal. pag. 29, Chron. terrae
-Misn. pag. 360. Kammermeisteri, l. c. T. III. p.
-1210</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_6_6"></a><a href="#FNAnker_6_6"><span class="label">[6]</span></a> Der <em class="gesperrt">Landfriede</em> wurde zuerst durch eine Verordnung
-der geistlichen Synode zu <em class="gesperrt">Elne</em> in Rousilon
-den 16. Mai 1027. als eine Zeit, wo keine Fehden
-bei Vermeidung des Bannes eintreten sollten, ausgesprochen.
-Es durfte hierdurch namentl. kein Krieg
-statt finden, wenn Gottesdienst gehalten wurde. In
-Deutschland trat dieser Landfrieden später jedoch allgemeiner
-ein im Jahre 1495. und das Reichskammergericht
-entstand nun zugleich als Behörde, welche
-darüber zu richten hatte und bei welcher alle <span id="cf006">deutschen</span>
-Fürsten verklagt werden konnten. Mithin fehlte
-es zur Zeit des Prinzenraubes noch an einer Gerichtsbehörde,
-sogar in Sachsen selbst wurden das
-Oberhofgericht zu Leipzig und die Landesregierung zu
-Dresden erst im Jahre 1483 u. 1486 errichtet, s. v.
-<em class="gesperrt">Römers</em> sächs. Staatsrecht Th. 2. <em class="antiqua">pag.</em> 104. §.
-12. &ndash; <em class="gesperrt">Kretschmanns</em> Geschichte des Oberhofgerichts
-zu Leipzig, seit seiner Entstehung. Leipzig
-1804. 8. &ndash; Früher wurde der Landfrieden in Thüringen
-als im Meißnischen und überhaupt in Deutschland
-eingeführt durch das auf dem Landtage zu Weisensee
-beschlossene Gericht vom J. 1446. s. <em class="gesperrt">Weißens</em>
-sächs. Geschichte Band 2. <em class="antiqua">pag.</em> 377.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_7_7"></a><a href="#FNAnker_7_7"><span class="label">[7]</span></a> Daß <em class="gesperrt">Kunz Eisenberg vor</em> dem Prinzenraube besessen
-hat, ersieht man aus einer Montags nach
-Ostern 1455. ausgestellten Urkunde. (<em class="antiqua">Schoettgenii
-opuscula minora per Godofr. Imman. Grandig.</em>
-337) worin <em class="gesperrt">Kunz</em> sich als Zeuge auf folgende Weise
-unterschrieben hat: <em class="gesperrt">Kunyz Kauffungka snd
-in ein na Eysenberczia.</em>
-</p>
-<p>
-d. i. Kunz von Kauffungen gesessen zu Eisenberg. &ndash;
-<em class="gesperrt">Eisenberg</em> ist noch <em class="gesperrt">jetzt</em> der Name des Schlosses.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_8_8"></a><a href="#FNAnker_8_8"><span class="label">[8]</span></a> <em class="gesperrt">Schreiters</em> Geschichte
-des Prinzenraubes <em class="antiqua">pag.</em> 1 <span id="cf008">da</span>
-167 u. f.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_9_9"></a><a href="#FNAnker_9_9"><span class="label">[9]</span></a> Nach dem julianischen Kalender der 25. Juni, nach
-unserm verbesserten Kalender der 7. Juli.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_10_10"></a><a href="#FNAnker_10_10"><span class="label">[10]</span></a> Indem Kunz von Kauffungen als früherer Schloßhauptmann
-im ganzen Altenburger Schlosse bekannt
-war.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_11_11"></a><a href="#FNAnker_11_11"><span class="label">[11]</span></a> s. <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 266.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_12_12"></a><a href="#FNAnker_12_12"><span class="label">[12]</span></a> s. <em class="gesperrt">Müller</em> a. a. O. <em class="antiqua">Tab.</em> 2 u. <em class="antiqua">Tab.</em> 16.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_13_13"></a><a href="#FNAnker_13_13"><span class="label">[13]</span></a> Dieser Brief befindet sich auch in <em class="antiqua">Vulpii Plagio
-Kauffung</em>. Weißenfeld 1704. 4. <em class="antiqua">pag.</em> 8.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_14_14"></a><a href="#FNAnker_14_14"><span class="label">[14]</span></a> <em class="gesperrt">Im verständlicheren Deutsch</em>:
-</p>
-<p>
-Meinen willigen Dienst, samt alles Liebes und Gutes
-zuvor.
-</p>
-<p>
-Ehrbarer, strenger lieber Junker!
-</p>
-<p>
-Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags
-nach der Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit
-den meisten Hofleuten, auch auf den Montag Abend
-der Kanzler ein Gastmahl in seinem <span id="cf014">Hause</span> ausrichten
-wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da
-nun auch auf dem Schlosse um diese Zeit der alte
-Asmus allein den Trabantendienst hat, der zuerst
-eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner
-bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht
-bergen, und meiner angelobten Treue gemäß Euch
-zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen gewärtig
-zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum
-Altenburg am Sonnabend nach Mariä Heimsuchung.
-Anno 1455.
-</p>
-<p class="right">
-<em class="gesperrt">Hans Schwalbe.</em>
-</p>
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_15_15"></a><a href="#FNAnker_15_15"><span class="label">[15]</span></a> s. <em class="gesperrt">Brauns</em> monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen.
-Th. IV. <em class="antiqua">pag.</em> 486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget,
-doch waren es nicht eigentliche Strickleitern,
-wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen Stücke
-davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei
-<em class="gesperrt">Weck</em> a. a. O.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_16_16"></a><a href="#FNAnker_16_16"><span class="label">[16]</span></a> Nach einer Handschrift, welche <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Joh. Tauchnitz</em>
-1633, der als Pfarrer in <em class="gesperrt">Morstab</em> bei Altenburg
-starb, hinterlassen hat.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_17_17"></a><a href="#FNAnker_17_17"><span class="label">[17]</span></a> s. <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 267 und die <em class="gesperrt">sächs. Provinzialblätter</em>
-1801, im Januar Stück 82.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_18_18"></a><a href="#FNAnker_18_18"><span class="label">[18]</span></a> Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage
-zu dem Manifest. Bei <em class="gesperrt">Weck</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 172.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_19_19"></a><a href="#FNAnker_19_19"><span class="label">[19]</span></a> <em class="gesperrt">Dieser Wald</em> ist jetzt noch 2 Stunden lang und
-1 Stunde breit.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_20_20"></a><a href="#FNAnker_20_20"><span class="label">[20]</span></a> Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren,
-allenfalls bei einem Furt durch die Mulde setzen,
-welches bei mittelmäßigem Wasser angeht, wäre aber
-dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er die
-<em class="gesperrt">Wolkenburger</em> Brücke passiren. Nun besaß er
-aber das nahe bei Wolkenburg über der Mulde gelegene
-Schloß und Rittergut <em class="gesperrt">Kauffung</em>, sein
-Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner
-Streitigkeiten mit dem Kurfürsten muß aufgehalten
-haben, weil er seinen Revers an den Kurfürsten
-mit folgenden Worten anfängt:
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen
-gesessen.</em></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_21_21"></a><a href="#FNAnker_21_21"><span class="label">[21]</span></a> s. <em class="gesperrt">Schreiter</em>, a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 256. ff.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_22_22"></a><a href="#FNAnker_22_22"><span class="label">[22]</span></a> Nämlich am <em class="gesperrt">Fürstenberg</em>, ein Berg im Zwickauer
-Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde
-von <em class="gesperrt">Grünhain</em> und ¾ Stunde von <em class="gesperrt">Raschau</em>,
-im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen. Diesen
-Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem
-er früher »<em class="gesperrt">Schmiedewald</em>« hieß. Man findet
-hier sehr viele alte Meilerstätten, vorzügl. rechts bei
-dem jetzt errichteten <em class="gesperrt"><span id="cf022a">Monumente</span> hin</em>, auch oberhalb
-des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche,
-die mit Moos und Erde schon überzogen
-sind, wozu Jahrhunderte gehören. &ndash; Nach <em class="gesperrt">Schumanns</em>
-Staats-, Post- und <span id="cf022b">Zeitungslexikon</span>. Band
-15. <em class="antiqua">pag.</em> 976. käme der Name Fürstenberg, nicht von
-der Befreiung des Prinzen her, sondern von <em class="gesperrt">First</em>
-(<em class="gesperrt">Hochberg</em>) allein blos der untere Theil des Berges
-heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze
-desselben oben in der Nähe bei Grünhain, die <em class="gesperrt">Spiegelwald</em>
-genannt wird. Er verwechselt daher offenbar
-diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es ist
-<em class="gesperrt">erwiesen</em>, daß dieser erstere früher <em class="gesperrt">Schmiedewald</em>
-hieß. (s. Anmerkg. 32.)
-</p>
-<p>
-Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben,
-so rechts von der Quelle die <em class="gesperrt">Fürstenberger
-Fundgrube</em>, welche <span id="cf022c">auf</span> Eisenstein baut.
-Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe <em class="gesperrt">Haide</em>
-zu <em class="gesperrt">Himmlisch Heer</em> und dann der <em class="gesperrt">Frischglückstolln</em>.
-Nach <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> zu auf der Wiese
-liegt der <em class="gesperrt">Mohrenstolln</em>. Der schon oben erwähnte
-<em class="gesperrt">Marmorbruch</em> befindet sich über dem Denkmale,
-auf der Spitze des Fürstenberges. Besitzer ist
-dermalen der Herr Erbrichter <em class="gesperrt">Stölzel</em> zu <em class="gesperrt">Oberscheibe</em>.
-Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich
-wegen seiner Festigkeit und Weiße aus. Da man
-aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon gemacht
-hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen,
-und wird zu Kalk verbrannt. Nicht weit davon ist
-<em class="gesperrt">Kieselshoffnung</em>, wo man Kupferkies gewinnt.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_23_23"></a><a href="#FNAnker_23_23"><span class="label">[23]</span></a> s. <em class="gesperrt">Spangenbergs</em> Mansfelder Chronik 559.
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. 269.
-</p>
-<p>
-<em class="antiqua">Fabric. Origg. Saxon. liber.</em> 7.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_24_24"></a><a href="#FNAnker_24_24"><span class="label">[24]</span></a> s. <em class="gesperrt">Oesfelds</em> Landchronik. 2. Th. 65.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_25_25"></a><a href="#FNAnker_25_25"><span class="label">[25]</span></a> In Adam Daniel <em class="gesperrt">Richters</em> Annaberger Chronik.
-1746. 1. Th. 1. St. <em class="antiqua">pag.</em> 6. steht folgendes geschrieben:
-»<em class="gesperrt">Es ist ein geschickter, kunstreicher
-Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz,
-in das Kloster Grünhain gehörig,
-welcher noch am Leben gewesen, als
-der Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser
-Rosenkrantz und Kuntz von Kauffungen
-sind stets beisammen gewesen, und
-als Kuntz von Kauffungen die jungen Fürsten
-von dem Schlosse Altenburg wollen
-wegstehlen, hat ihn Rosenkrantz sehr gewehret,
-er <span id="cf025">sollte</span> es nicht thun, es würde
-ihm Leib und Leben kosten. Welches auch
-hernach geschehen ist.</em>«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_26_26"></a><a href="#FNAnker_26_26"><span class="label">[26]</span></a> Kam erst 1459 zu Sachsen, indem <em class="gesperrt">Georg Podiebrad</em>,
-König von Böhmen, seiner Tochter <em class="gesperrt">Sidonia</em>
-die Herrschaft <em class="gesperrt">Schwarzenberg</em> als <em class="gesperrt">Morgengabe</em>
-bei ihrer Vermählung mit dem Herzog
-<em class="gesperrt">Albrecht</em> (derselbe, den Kunz von Kauffungen
-geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde damals
-Schwarzenburg genannt. s. <em class="gesperrt">Lunigs</em> deutsches
-Reichsarchiv. <em class="antiqua">Part. spec. cont. I.</em> B. 6. Der ersten
-<em class="antiqua">Contin.</em> 1. Forsetz. <em class="antiqua">pag.</em> 232. s. a. <em class="gesperrt">Richter</em> a. a.
-O. <em class="antiqua">pag.</em> 28.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_27_27"></a><a href="#FNAnker_27_27"><span class="label">[27]</span></a> <em class="gesperrt">Grünhain</em> ist eine kleine Bergstadt im Königreich
-Sachsen im Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte
-Grünhain, an der Chaussée nach Chemnitz gelegen.
-Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes Grünhain.
-153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend.
-Die Stadt liegt untern 30° 28′ der Länge
-und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛ St. NNOlich
-von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St.
-von Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg,
-2 St. von Schlettau und 3 St. von Geier;
-1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von
-Lößnitz; 1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg
-OSOlich, gegen 2000 par. Fuß über dem
-Meere. &ndash; Wo dermalen das Amthaus mit seinem
-sogenannten <em class="gesperrt">Klostergarten</em> steht, stand früher
-ein Cistercienser Kloster, welches 1142 (nach <em class="gesperrt">Weinarts</em>
-weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr
-1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser
-Mönchen, aus dem Kloster <em class="gesperrt">Sittichenbach</em>, und
-dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden besetzet
-worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536
-wieder aufgehoben wurde. Von den Aebten des
-Grünhainer Klosters sind nur noch folgende bekannt:
-Abt <em class="gesperrt">Nicolaus</em> 1443, <em class="gesperrt">Liborius</em> 1456, <em class="gesperrt">Johann
-Funk</em> (<em class="gesperrt">Johannes</em>) 1475, <em class="gesperrt">Paul Morgenstern</em>
-von Zwickau, <em class="gesperrt">Gregorius Küttner</em> 1517, <em class="gesperrt">Johannes</em>
-(<em class="gesperrt">Göpfert</em>) der letzte Abt 1533, wurde
-dann 1536 lutherisch, heirathete und zog nach <em class="gesperrt">Schlettau</em>.
-s. <em class="gesperrt">Oesfeld</em> historische Beschreibung von Lößnitz
-(1777) II. <em class="antiqua">pag.</em> 65&ndash;76. &ndash; <em class="gesperrt">Erb-</em> und <em class="gesperrt">Lehnbrief
-Ottocari</em>, Königs von Böhmen, an das
-Kloster Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen
-Nachrichten, 1725, <em class="antiqua">pag.</em> 529.) &ndash; <em class="gesperrt">Summarischer
-Extract</em> eines diplomatischen Manuscripts vom
-Kloster Grünhain (s. <em class="gesperrt">Horn's</em> Handbibliothek II.
-<em class="antiqua">pag.</em> 304&ndash;19.) &ndash; <em class="gesperrt">Beschreibung</em> von <em class="gesperrt">Grünhain</em>
-vom Pastor <em class="gesperrt">Schreiter</em> in Elterlein (s. Erzgebirg.
-Boten. 1808. <em class="antiqua">pag.</em> 218&ndash;24.) &ndash; <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Freibergs</em>
-gelehrte Grünhain. Dresden 1737. 4. 2.
-Bogen. &ndash; Altes aus allen Theilen der Geschichte
-<em class="antiqua">C. I.</em> <em class="antiqua">pag.</em> 415. &ndash; <em class="antiqua"><em class="gesperrt">Schoettgen</em> et <em class="gesperrt">Kreyssig</em>
-diplomat. II.</em> <em class="antiqua">No.</em> 17. &ndash; Tobias <em class="gesperrt">Schmied</em> in
-<em class="antiqua">Chron. Cygnea Part. I.</em> <em class="antiqua">Cap.</em> 4. <em class="antiqua">pag.</em> 18 u. 19. &ndash;
-<em class="antiqua"><em class="gesperrt">Ecksterm.</em> in Chron. Walkenred.</em> <em class="antiqua">pag.</em> 48. &ndash;
-<em class="antiqua"><em class="gesperrt">Schmied</em> dict. Chron. Part. poster. in Annal.</em>
-1429. <em class="antiqua">pag.</em> 189. <em class="gesperrt">Weinarts</em> Rechte u. Gewohnheiten
-der beiden Markgrafthümer Ober- und Niederlausitz.
-Leipzig; 1793. 1. Th. <em class="antiqua">pag.</em> 512. &ndash; <em class="gesperrt">Richter</em>
-a. a. O. 1. Th. 1. Stück 1746. <em class="antiqua">pag.</em> 6. u. dessen
-2. Th. 1. Stück. 1748. <em class="antiqua">pag.</em> 33. &ndash; <em class="gesperrt">Schumann</em>
-a. a. O. 3. Band. <em class="antiqua">pag.</em> 602&ndash;610. u. 16.
-Band, <em class="antiqua">pag.</em> 561&ndash;575.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_28_28"></a><a href="#FNAnker_28_28"><span class="label">[28]</span></a> Nach <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O.; <em class="gesperrt">Groschupf</em> (<em class="antiqua">Oratio degentis
-Trillerianae ortu, progressu et insignibus</em>)
-und nach <em class="antiqua">Dr.</em> Daniel Wilhelm <em class="gesperrt">Trillers</em>, sächsischer
-Prinzenraub, hat Prinz <em class="gesperrt">Albrecht sich gestellt</em>
-als habe er einen so heftigen Hunger und Durst,
-daß er erst selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten
-könne.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_29_29"></a><a href="#FNAnker_29_29"><span class="label">[29]</span></a> s. <em class="gesperrt">Tenzels</em> curieuse Bibliothek. 2. <em class="antiqua">Repositor.</em> 744.
-&ndash; <em class="gesperrt">Richters</em>, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück
-<em class="antiqua">pag.</em> 34.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_30_30"></a><a href="#FNAnker_30_30"><span class="label">[30]</span></a> Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und
-die ganze Darstellung des Prinzenraubes nebst des
-Köhlers Bildniß darauf prägen. Allein sie sprang
-1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher eingeschmolzen.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_31_31"></a><a href="#FNAnker_31_31"><span class="label">[31]</span></a> Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand,
-indem der Prinz schon die Köhler von weiten gesehen
-hätte.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_32_32"></a><a href="#FNAnker_32_32"><span class="label">[32]</span></a> Wahrscheinlich sagt <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O.: brannten
-sie die Kohlen für die Schmiede in Geier und wurden
-von ihnen mit Brod ausgelohnt. Auf diese Vermuthung
-bringt mich <em class="gesperrt">Oesfeld</em>, welcher im Schömburgischen
-Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur
-Auflösung dieses Zweifels verhilft mir ein Kaufbrief
-über den der hiesigen Kirche und Hospital zu Lößnitz
-gehörenden <em class="gesperrt">Grünwald</em>, daß derselbe an den
-<em class="gesperrt">Schmiedewald</em> grenze. Der Name des Schmiedewaldes
-rührt von den Geierschen Schmieden her,
-welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben
-brennen lassen. Da Geier eine alte Bergstadt
-ist, (erbaut im Jahre 1395. Richters Annaberger
-Chronik. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 8.) welche eher als die umliegenden
-Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk
-der Schmiede dort zahlreich und wohlhabend
-gewesen sein, dazu die Bergschmiede anbei viel müssen
-beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde
-in einer Entfernung von 3 Stunden haben
-kohlen lassen; so ist es wahrscheinlich, daß sie auch
-solches auf dem Fürstenberge haben thun lassen können.
-(Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.)
-Nimmt man nun an, daß dieses geschehen sei, so
-läßet es sich erklären, daß sie auch die Köhler mit
-Brod versorgt haben, folglich der <em class="gesperrt">Bruderssohn</em>
-des <em class="gesperrt">Georg Schmidts</em> in <em class="gesperrt">Geier</em> und nicht in
-Grünhain das Brod hat holen lassen.«&nbsp;&ndash;
-</p>
-<p>
-Wenn nun die Herrn <em class="gesperrt">von Schönburg</em> den
-Schmieden zu Geier Erlaubniß ertheilten, im Schmiedewald
-Kohlen zu brennen, so ist <em class="gesperrt">Oesfelds</em> Vermuthung
-ganz richtig, daß sie ihnen auch am Fürstenberge
-auf demjenigen Hartensteinischen Theil, der
-ihnen damals noch gehörte, diese Erlaubniß ertheilen
-konnten. &ndash; s. <em class="antiqua">Vulpius l. c. §.</em> 24.&nbsp;&ndash;
-</p>
-<p>
-Die Hartensteiner und des Grünhainer Klosters
-Besitzungen lagen nämlich damals sehr untermengt
-untereinander.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_33_33"></a><a href="#FNAnker_33_33"><span class="label">[33]</span></a> <em class="gesperrt">Schweinitz</em> soll wirklich nach Albrecht einen
-<em class="gesperrt">Schwerdtstreich</em> geführt haben. s. <em class="gesperrt">Albinus</em> a.
-a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 270.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_34_34"></a><a href="#FNAnker_34_34"><span class="label">[34]</span></a> Man schlägt nämlich mit einem Messer, das bei den
-Bergleuten und Köhlern <em class="gesperrt">Zschörper</em> heißt, auf das
-Eisen einer Holzaxt und der Schall davon ist sogleich
-allen Köhlern ein Zeichen, daß Gefahr vorhanden
-sei.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_35_35"></a><a href="#FNAnker_35_35"><span class="label">[35]</span></a> <em class="antiqua">D.</em> <em class="gesperrt">Triller</em> a. a. O. 77. <em class="antiqua">sub lit. R.</em> und <em class="antiqua">Fabricius
-in Origg. Sax. lib. VII</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_36_36"></a><a href="#FNAnker_36_36"><span class="label">[36]</span></a> Daß <em class="gesperrt">Liborius</em>, Abt zu Grünhain im Jahre 1455
-gewesen ist, sieht man daraus, indem <em class="gesperrt">Horn</em> in seiner
-Handbibliothek <em class="antiqua">pag.</em> 316 einen Auszug aus einer
-Urkunde, die Abt <em class="gesperrt">Liborius</em> in demselben Jahre
-ausgestellt hat, liefert. &ndash; Die ganze Urkunde aber
-findet man in <em class="antiqua">Historia diplomatica Abbatiae
-Grunhaynensis</em>. §. 55., welches Werk in
-<em class="antiqua">Schoetgenii et Kreysigii scriptoribus Hist. Germ.
-med. aevi. Tom. II.</em> 526.&ndash;569. eingerückt ist. &ndash;
-Eine andere Urkunde dieses Abtes von 1456 enthält
-<em class="gesperrt">Wellers</em> Altes aus allen Theilen der Geschichte.
-4tes Stück 417.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_37_37"></a><a href="#FNAnker_37_37"><span class="label">[37]</span></a> Mehrere Geschichtsforscher wollen behaupten, daß er
-in <em class="gesperrt">Grünhain</em> übernachtet hätte.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_38_38"></a><a href="#FNAnker_38_38"><span class="label">[38]</span></a> In <em class="gesperrt">Schmiedts Zwickauer Chronik</em>, <em class="antiqua">pag.</em> 444
-wird deswegen die Ablieferung nach Zwickau behauptet,
-weil er als Hauptmann (Amtshauptmann) zugleich
-Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof zu
-Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen
-zu Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen,
-hätten durch ihre Hauptleute zu Zwickau immer die
-Voigteigerechtigkeit verwalten lassen.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_39_39"></a><a href="#FNAnker_39_39"><span class="label">[39]</span></a> Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das
-jetzige <em class="gesperrt">Amthaus</em> dafür erbaut. Bis dahin <span id="cf039a">existirte</span>
-aber noch die <em class="gesperrt">Fürstenstube</em> oder der <em class="gesperrt">Fürstensaal</em>
-in dieser <span id="cf039b">Schösserwohnung</span>, in welcher, der
-Sage nach, Prinz <em class="gesperrt">Albrecht</em> geschlafen hat.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_40_40"></a><a href="#FNAnker_40_40"><span class="label">[40]</span></a> <em class="gesperrt">Eisenburg</em> ist eine ehemalige Burg im Zwickauer
-Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft
-<em class="gesperrt">Stein</em>, im Amte Lößnitz, ½ Stunde südl.
-von Hartenstein auf dem linken Ufer der Mulde,
-im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben
-nur einige Ruinen übrig, und unter dem Namen
-des <em class="gesperrt">Raubschlosses</em> bekannt. Der Eisenburg
-gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt
-und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke,
-beide von den Eisenfuhren so genannt, die
-sonst häufig zwischen Lößnitz und Schneeberg verkehrten.
-Man vergleiche <em class="gesperrt">C. G. Grundigs</em> Nachrichten
-von dem in der Herrschaft Stein ehemals
-gelegenen Schlosse Eisenburg. (in Kreißigs Beitr.
-II. <em class="antiqua">pag.</em> 378&ndash;391.) In <em class="gesperrt">Schumann</em> a. a. O.
-Band 15. <em class="antiqua">pag.</em> 569. steht geschrieben: »Es unterliegt
-wohl keinem Zweifel, daß <em class="gesperrt">Mosen</em> den Kurprinzen
-<em class="gesperrt">Ernst</em> hierherbringen wollte, vielleicht gar
-aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr
-nach <em class="gesperrt">Eisenberg</em> in Böhmen geschafft wissen wollte;
-denn wie sollte Mosen außerdem in die Gegend
-der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach
-der Volkssage war damals die Mulde so angelaufen,
-daß Mosen sich nicht hinüber wagte, und sich
-lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. &ndash;
-Nach Grundigs Meinung <span id="cf040">wäre</span> die Eisenburg ums
-Jahr 1060 erbaut, und von jeher ein Zubehör oder
-eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse <em class="gesperrt">Stein</em>
-gewesen.«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_41_41"></a><a href="#FNAnker_41_41"><span class="label">[41]</span></a> Die <em class="gesperrt">Höhle</em> hieß früher die sogenannte <em class="gesperrt">Teufelskluft</em>,
-die aber seitdem <em class="gesperrt">Prinzenhöhle</em> genannt
-wird.
-</p>
-<p>
-Nach <em class="gesperrt">Engelhardts</em> Denkwürdigkeiten der sächs.
-Geschichte, Theil 1. <em class="antiqua">pag.</em> 83. befindet sie sich: »am
-rechten Ufer der Mulde, der auf dem jenseitigen
-Berge liegenden <em class="gesperrt">Eisenburg</em> gegenüber (jetzt sieht
-man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben
-zusammen gewachsenen Felsen gebildet, hat eine dreieckige
-Oeffnung und ist 36 Ellen lang und 4 Ellen
-breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische
-und Nürnberger Straße vorbei. Man sieht
-noch in der Mulde Ueberbleibsel von steinernen
-Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser
-und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit
-Bäumen und Sträuchern verwachsen und ihrer erhabenen
-Lage wegen besonders bequem, den geraubten
-Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die
-Landstraße sehen, unbemerkt jeden Angriff beobachten
-und sich dann auch mit leichter Mühe vertheidigen,
-weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.« &ndash;
-In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch:
-»Man hatte sie längst vergessen und Niemand wußte
-sie zu zeigen. Im Jahre 1779. aber wurde sie
-bei der Vermählung einer <em class="gesperrt">Gräfin von Hochberg</em>
-mit dem <em class="gesperrt">Grafen von Schönburg</em> den 19. August
-wieder aufgesucht, gesäubert, mit einer Inschrift
-versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten gebraucht.«
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die
-Höhle war ganz verwachsen bis 1779. bei der Vermählung
-der Comtesse in Hartenstein, <em class="gesperrt">Sophie
-Friederike Erden</em> mit dem Herrn <em class="gesperrt">Grafen v.
-Hochberg</em> in Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk
-befreit <span id="cf041">und</span> zugänglich gemacht, auch inwendig
-auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines
-dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde.
-Seit 1796 aber hat der damalige Eigenthumsherr
-der Herrschaft <em class="gesperrt">Hartenstein</em> mit <em class="gesperrt">Stein</em>,
-<em class="gesperrt">Fürst von Schönburg</em>, einen geräumigen Weg
-im Zickzack mit Ruhebänken anlegen und oben an
-dem schauerlichen Absturz ein Geländer machen lassen.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_42_42"></a><a href="#FNAnker_42_42"><span class="label">[42]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt.</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 84.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_43_43"></a><a href="#FNAnker_43_43"><span class="label">[43]</span></a> Daß <em class="gesperrt">v. Mosen</em> und <em class="gesperrt">v. Schönfels</em> den Prinzen
-an <em class="gesperrt">Friedrich</em> und <em class="gesperrt">nicht</em> an <em class="gesperrt">Veit von Schönburg</em>
-ablieferten. s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 246.
-ff.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_44_44"></a><a href="#FNAnker_44_44"><span class="label">[44]</span></a> <em class="gesperrt">Triller</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 100.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_45_45"></a><a href="#FNAnker_45_45"><span class="label">[45]</span></a> <span id="cf045">s.</span> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 86. Die
-deshalb gewechselten Schreiben s. beim <em class="antiqua">Vulpius
-l. c. pag.</em> 26. Auch findet man eine spätere Urkunde
-ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die
-ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten,
-von dem Kurfürst <em class="gesperrt">Ernst</em> und seinem Bruder
-völlig begnadigt wurden, beim <em class="gesperrt">Tentzel</em> a. a. O.
-<em class="antiqua">pag.</em> 787.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_46_46"></a><a href="#FNAnker_46_46"><span class="label">[46]</span></a> Dieses versichert <em class="gesperrt">Richter</em>, in seiner Chronik von
-Chemnitz, 2. Theil. 1 Stück 39., der es aus einem
-Fragmente einer Urkunde beweisen will.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_47_47"></a><a href="#FNAnker_47_47"><span class="label">[47]</span></a> <em class="gesperrt">Ebersdorf</em> liegt im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk,
-im Amte Augustusburg, 1½ Stunde nordöstlich von
-Chemnitz bei Lichtewalde am Angerbache.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_48_48"></a><a href="#FNAnker_48_48"><span class="label">[48]</span></a> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 88. beschreibt die
-Kleider so: »das eine Röckchen ist von rothem, grünen
-u. aschfarbigem, das andere von rothem, schwarzen
-u. weißem Landtuche. Sie sind mit Eisen ausgehackt
-und überall durchschnitten, wie man sie damals
-über Harnische zu tragen pflegte. Jedes ist
-1⁹/₁₆ Elle lang, u. am Halse sehr weit ausgeschnitten.
-Die beiden schwäbischen Westerhemdchen haben um
-und um Falten und bunt genähte Borten. Des Köhlers
-Anzug besteht aus: einer grünen Tuchmütze,
-einem Rocke, Hemde und Kappe.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_49_49"></a><a href="#FNAnker_49_49"><span class="label">[49]</span></a> s. <em class="antiqua">Vulp. Plag. Kauff.</em> §. 27. <em class="gesperrt">Ranisch</em>, verhinderten
-Raub der sächsischen Prinzen <em class="antiqua">pag.</em> 8. Ueber die
-Aechtheit der prinzlichen Kleider lese man die Schrift:
-<em class="antiqua">Progr. de vestibus nunquam mutatis sed adhuc
-antiquis Princ. Ernesti atque Alberti Ebersdorf
-conservatis; ed. I. G. Hager, 4. Chemn. 1746</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_50_50"></a><a href="#FNAnker_50_50"><span class="label">[50]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1. <em class="antiqua">pag.</em> 89.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_51_51"></a><a href="#FNAnker_51_51"><span class="label">[51]</span></a> <em class="antiqua">Hageri programma de vestibus nunquam mutatis,
-sed adhuc antiquis 1749.</em> <em class="gesperrt">Haschers</em> Magazin
-1784. 67. Mehrere Nachrichten von diesem <em class="gesperrt">Nosseni</em>
-findet man im 1. Band von <em class="gesperrt">Grundigs</em> Nachrichten
-zu der Geschichte von Obersachsen. &ndash; Die
-Kosten der Reinigung der Kleider durch <em class="gesperrt">Nosseni</em> betrugen:
-31. fl. 15 gr. 11 pf.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_52_52"></a><a href="#FNAnker_52_52"><span class="label">[52]</span></a> Die Messe wurde vom Pabst <em class="gesperrt">Calixt</em> III. 1456 bestätigt
-siehe die Urkunde beim <em class="gesperrt">Teetzel</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em>
-III.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_53_53"></a><a href="#FNAnker_53_53"><span class="label">[53]</span></a> <em class="antiqua"><span id="cf053">Schoettgenius</span> l. c.</em> <em class="antiqua">pag.</em> 338.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_54_54"></a><a href="#FNAnker_54_54"><span class="label">[54]</span></a> <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 183. sagt:
-</p>
-<p>
-Schon Markgraf <em class="gesperrt">Friedrich der Gebissene</em> von
-Meißen ertheilte im J. 1294 dem Rathe zu Freiberg
-ein solches Privilegium, welches folgenden merkwürdigen
-Inhalt hat:
-</p>
-<p>
-»Wir Marcgreve Friedrich von Meisen, pfalicggreve
-von sachsen etc. bekenne an diesem brive, daß
-wir uns mit unsern liben burgeren von Vriberc
-underredet haben, alshi nach geschriben stet. Unser
-gesworen sullen gewaldic sin unser recht czu rungnen
-unde czusecren alliz daz <em class="gesperrt">uns unsir stat</em> und
-<em class="gesperrt">unsern bercwerke</em> nuzce ist, unde was wir mit
-im <em class="gesperrt">überkumen</em>, daz sal nimand wider reden.
-Wenn sie uns dazc gelobt haben, so gelobe wir in
-daz wider, daz sie irs liebes, irs gutes nummer
-ane varn sule vor uns sin <em class="gesperrt">Vorwirket sich ymand
-yen uns, das wollen wir eugen
-unde teidiegen nach irme rate</em>. Daz wir
-diz gancz und stete halden. Das geb mir in diesen
-Brief besigelt mit unserem Insigeln. Unde der
-ist gegeben nach Gotes geburt, Tusend jar, zweihundert
-jar, in dem vir unde neucegistene jare, an
-denen tage der ufart unsers herrengotes.«&nbsp;&ndash;
-</p>
-<p>
-(Dieses Privilegium befindet sich im <em class="antiqua">Theatr. Freiberg.</em>
-169.; in <em class="gesperrt">Klotzschens</em> Ursprung der Bergwerke
-in Sachsen 283.&nbsp;&ndash;
-</p>
-<p>
-Eigentlich war dies nur ein Bestätigungsbrief eines
-Privilegiums, das schon <em class="gesperrt">Heinrich der Erlauchte</em>
-dem Rathe zu Freiberg gegeben hatte, welches
-auch <em class="gesperrt">Klotzsch</em> in der jetzt genannten Schrift.
-<em class="antiqua">pag.</em> 281. hat abdrucken lassen, wo es unter andern
-heißt:
-</p>
-<p>
-<em class="antiqua">volumus, ut siquid in Vriberc vel inmontibus
-judicandum sit vel tractandum, quod hoc fiat coram
-Advocato et illis viginti quatuor burgensibus
-nostris de Vriberc.</em>&nbsp;&ndash;
-</p>
-<p>
-Friedrich erweiterte aber nachher dies Privilegium
-und verstattete dem Rath zu Freiberg zu richten,
-nicht blos was dem Bergwerk, sondern auch <em class="gesperrt">Ihm</em>
-und der <em class="gesperrt">Stadt</em> zum Nutzen gereichen würde.)</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_55_55"></a><a href="#FNAnker_55_55"><span class="label">[55]</span></a> Nach der damaligen Strafe für den Menschenraub.
-s. <em class="gesperrt">Freiberger</em> Stadtrecht, <em class="antiqua">Cap.</em> 5 und 22.
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Sachsenspiegel.</em> Band 2. <em class="antiqua">Art.</em> 13.
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Sächs. Weichbildrecht.</em> <em class="antiqua">Art.</em> 112.
-</p>
-<p>
-jedoch wahrscheinlich ohne Haltung von Acten hierüber,
-mithin auch ohne eine vorher stattgefundene
-Defension.
-</p>
-<p>
-s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 176. <em class="antiqua">ff.</em></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_56_56"></a><a href="#FNAnker_56_56"><span class="label">[56]</span></a> Die Hauptquelle dieser Begebenheit ist das Kurfürstliche,
-schon angeführte <em class="gesperrt">Manifest</em>. &ndash; Zu den ältern
-von <em class="gesperrt">Häberlein</em> in seiner Reichshistorie. Th.
-6. <em class="antiqua">pag.</em> 333. <em class="antiqua">not. f.</em> angeführten Geschichtsschreiber
-sind:
-</p>
-<p>
-<em class="antiqua">Kammermeister l. c. Adpend. ad Annales
-Vet. Cell. ap. Mencken. Th. 2. pag. 428.</em> und
-<em class="antiqua">Ursinus in Chron. Thuring. pag. 1332.</em>
-</p>
-<p>
-(der aber verschiedene Irrthümer enthält) beizufügen.
-Manches Einzelne der Erzählung findet man
-erst in spätern Geschichtsschreibern, besonders beim
-<em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 267. <em class="antiqua">ff.</em></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_57_57"></a><a href="#FNAnker_57_57"><span class="label">[57]</span></a> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. 1 Bd. <em class="antiqua">pag.</em> 31. schreibt davon
-folgendes: Als <em class="gesperrt">Kunz von Kauffungen</em> Oberster
-bei den Nürnbergern war, waren dieselben
-1449 mit dem Markgrafen von Brandenburg <em class="gesperrt">Albrecht</em>
-III., in offene Fehde gerathen. Kunz erwarb
-sich dabei viel Ruhm, und es war Schade, daß er
-ihn durch eine unedle Handlung herabwürdigte. Am
-St. Gregorius Abend in der Fasten kam es zwischen
-den Nürnbergern und dem Markgrafen in einem
-Walde zu einem hitzigen Gefecht. Kunz von Kauffungen
-kämpfte mit fünfzig reißigen Schützen, die er
-anführte, so wacker, daß er den Markgrafen selbst
-gefangen bekam. Behielt er ihn, wie es seine Pflicht
-als Kriegsoberster der Nürnberger forderte, so hatte
-die Fehde gleich ein Ende und dem Blutvergießen
-war auf beiden Seiten gesteuert. Allein der gewinnsüchtige
-Kunz ließ ihn gegen ein tüchtiges Lösegeld
-<em class="gesperrt">heimlich</em> wieder los und so wurde denn die
-Fehde mit Erbitterung fortgesetzt.&nbsp;&ndash;
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Diese That</em> meinte er in seiner letzten Stunde
-auf dem Schaffote. &ndash; s. auch <em class="antiqua">Christ. Schoett.</em> &ndash;
-<em class="antiqua">gen. l. c. pag. 334.</em>&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_58_58"></a><a href="#FNAnker_58_58"><span class="label">[58]</span></a> <em class="gesperrt">Albinus</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 373.
-</p>
-<p>
-Wegen des Dorfes findet sich Verschiedenheit der
-Angabe. s. <em class="antiqua">Schoettgen praetermissa pag. 14</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_59_59"></a><a href="#FNAnker_59_59"><span class="label">[59]</span></a> s. <em class="antiqua">Vulpius l. c.</em>, welcher die Belohnungen und
-Wohlthaten ausführlich beschreibt.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_60_60"></a><a href="#FNAnker_60_60"><span class="label">[60]</span></a> Gegenwärtig beziehet dieses Gnadenkorn der Herr
-<span id="cf060">Pastor</span> <em class="gesperrt">Triller</em> in <em class="gesperrt">Negelstädt</em>, 1. Stunde von
-Langensalza an der Unstrut und mithin im thüringer
-Kreise des königlich preußisch gewordenen Antheiles
-von Sachsen gelegen. Früher bezog dieses Deputat
-der Tuchmacher <em class="gesperrt">Johann Samuel Triller</em> in
-<em class="gesperrt">Saalfeld</em>. s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 95.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_61_61"></a><a href="#FNAnker_61_61"><span class="label">[61]</span></a> <em class="gesperrt">Eckardsbach</em>, <em class="gesperrt">Eckersbach</em> ist ein unmittelbares
-Amtsdorf im Amte Zwickau, ¼ Stunde nordöstlich
-von Zwickau. Es besteht aus 15. Häusern und über
-100 Einwohnern, welche nach Zwickau in die St.
-Moritzkirche eingepfarrt sind. Das Freigut in Eckardtsbach
-haben viele mit dem Kretzscham zu Rothensehma
-verwechselt, allein <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O.
-<em class="antiqua">pag.</em> 74 ff. hat solches sehr gründlich widerlegt.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_62_62"></a><a href="#FNAnker_62_62"><span class="label">[62]</span></a> <em class="gesperrt">Triller</em> ist ein altdeutsches Wort und heißt so viel
-als: plagen, ängstigen, zerschlagen. s. übrigens
-<em class="gesperrt">Triller</em> a. a. Orte. <em class="antiqua">pag.</em> 123.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_63_63"></a><a href="#FNAnker_63_63"><span class="label">[63]</span></a> <em class="gesperrt">Elterlein</em> ist eine kleine Bergstadt, 1 Stunde von
-Grünhain und 1¼ Stunde vom Fürstenberge, 1909
-Einwohner und über 180 Häuser enthaltend. s. übrigens
-mehr davon in <em class="antiqua">M.</em> <em class="gesperrt">Freibergs</em> Abhandlung
-von gelehrten Elterleinern. 4. Dresd. 1739. Natürliche
-Seltenheiten um die Gegend Elterleins, s. in
-<em class="gesperrt">Grundigs</em> Natur- und Kunstgeschichte II., <em class="antiqua">pag.</em> 97.
-u. 108. &ndash; <em class="gesperrt">Richters</em> Annaberger Chronik 2. Th. 1
-Stück <em class="antiqua">pag.</em> 30. &ndash; <em class="gesperrt">Schumann</em> a. a. O. 2. Band
-<em class="antiqua">pag.</em> 432&ndash;35. u. 15. Band. <em class="antiqua">pag.</em> 628&ndash;33. &ndash;
-<em class="gesperrt">Ziehnerts</em> kleine Kirchen- und Schulchronik der
-Ephorie Annaberg u. Grünstädtel. Annaberg 1839.
-<em class="antiqua">pag.</em> 173 ff. &ndash; <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 49.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_64_64"></a><a href="#FNAnker_64_64"><span class="label">[64]</span></a> s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 66. u. <em class="gesperrt">Gast</em>, Geschichte
-des sächs. Prinzenraubes, Zwickau 1823 4. <em class="antiqua">pag.</em>
-29. (es enthält diese Schrift zugleich eine Zusammenstellung
-der Schriften über jene Begebenheiten
-und die Portraits der bei ihr betheiligten Personen.)&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_65_65"></a><a href="#FNAnker_65_65"><span class="label">[65]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Band 1. <em class="antiqua">pag.</em> 90.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_66_66"></a><a href="#FNAnker_66_66"><span class="label">[66]</span></a> Diese 1&ndash;4 genannten Gemälde <span id="cf066">in</span> größerem Formate,
-ingleichen die letzterwähnten 30 Portraits in
-kleinerm Formate befinden sich in einem Werke, welches
-beim Buchhändler <em class="gesperrt">Weber</em> in Ronneburg erschienen
-ist. &ndash; Nachbildungen dieser Gemälde giebt <em class="gesperrt">Gast</em>
-a. a. O. &ndash; Im <em class="gesperrt">Staatsarchive</em> zu <em class="gesperrt">Dresden</em>
-befinden sich ebenfalls Handzeichnungen, welche mit
-jenen Bildern übereinstimmen; ob sie die ersten Entwürfe
-sind, kann man nicht behaupten.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_67_67"></a><a href="#FNAnker_67_67"><span class="label">[67]</span></a> Am Erker des Rathhauses zu <em class="gesperrt">Freiberg</em> ist ein steinerner
-Kopf mit einem gräßlichen Gesichte, großen
-Knebelbarte und Sturmhaube ausgehauen, den man
-immer, wie wohl <em class="gesperrt">fälschlich</em>, für Kunzens Kopf
-hielt.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_68_68"></a><a href="#FNAnker_68_68"><span class="label">[68]</span></a> s. <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Band 1. <em class="antiqua">pag.</em> 101. ff.
-Dieser Gesang u. andere s. in <em class="gesperrt">Herders</em> Stimmen
-der Völker, auch in <em class="gesperrt">Wagners</em> <span id="cf068">deutsche</span> Geschichte aus
-dem Munde deutscher Dichter, Darmstadt 1831. 1.
-Band <em class="antiqua">pag.</em> 205.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_69_69"></a><a href="#FNAnker_69_69"><span class="label">[69]</span></a> vorzüglich mit dem Obermarschall <em class="gesperrt">Hugold von
-Schleinitz</em>. s. <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">von Langenns</em> Werk über
-Herzog Albrecht d. Beherzten. 1838. <em class="antiqua">pag.</em> 141. 146.
-ff. u. 176.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_70_70"></a><a href="#FNAnker_70_70"><span class="label">[70]</span></a> s. <em class="antiqua">Christ. Schoettgen. Praetermissa quaedam de
-Conrado (Kunz) Cauffungo ejusque familia in
-ejusdem Opusc. cura Grundiii pag. 325</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_71_71"></a><a href="#FNAnker_71_71"><span class="label">[71]</span></a> <em class="gesperrt">Haubold von Schleinitz</em> nachmals Kurfürst
-<em class="gesperrt">Ernsts</em> und Herzog <em class="gesperrt">Albrechts</em> Gebrüdern von
-Sachsen, Oberhofmarschall (s. Anmerkung 69), welcher
-<em class="gesperrt">Skassa</em> bei Großenhain in Gnadenlehn erhielt,
-war von der <em class="gesperrt">rothen</em> Linie derer <em class="gesperrt">von Schleinitz</em>,
-vermählt mit einer <em class="gesperrt">Edlen von Plato</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_72_72"></a><a href="#FNAnker_72_72"><span class="label">[72]</span></a> <em class="gesperrt">Schumann</em> a. a. O. unter <em class="gesperrt">Kauffungen</em>. <em class="gesperrt">Engelhardt</em>
-a. a. O. Band 1. <em class="antiqua">pag.</em> 29.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_73_73"></a><a href="#FNAnker_73_73"><span class="label">[73]</span></a> Später nahm <em class="gesperrt">Podiebrad</em>, König von Böhmen den
-Besitz von dem Schlosse Isenburg, wovon <em class="antiqua"><em class="gesperrt">Fabricius</em>
-in origg. Saxon. liber VII. p. m. 773</em>
-die Ursache davon angiebt.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_74_74"></a><a href="#FNAnker_74_74"><span class="label">[74]</span></a> so schreibt <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">von Lagenn</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 29.
-Die Urkunde befindet sich ebenfalls in diesem Werke
-<em class="antiqua">pag.</em> 513.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_75_75"></a><a href="#FNAnker_75_75"><span class="label">[75]</span></a> Ist im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk
-Liegnitz, an der <em class="gesperrt">Katzbach</em> gelegen.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_76_76"></a><a href="#FNAnker_76_76"><span class="label">[76]</span></a> ebendaselbst gelegen, doch nicht an der Katzbach sondern
-am <em class="gesperrt">Zacken</em> und Bober.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_77_77"></a><a href="#FNAnker_77_77"><span class="label">[77]</span></a> <em class="gesperrt">Kauffung</em> berühmt durch seine Marmorbrüche.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_78_78"></a><a href="#FNAnker_78_78"><span class="label">[78]</span></a> Daselbst führt auch ein sehr bedeutender Wald den
-Namen: <em class="gesperrt">Kauffunger</em>-Wald.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_79_79"></a><a href="#FNAnker_79_79"><span class="label">[79]</span></a> Der <em class="gesperrt">Schürbaum</em>, der die Gestalt einer Keule hatte,
-wird jetzt bei dem Köhler selten mehr gebräuchlich
-sein. Statt dessen bedienen sie sich des sogenannten
-<em class="gesperrt">Garschlägels</em>, welcher eine Aehnlichkeit
-mit dem Stockschlägel der Holzmacher hat.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_80_80"></a><a href="#FNAnker_80_80"><span class="label">[80]</span></a> Dieser <em class="gesperrt">Schürhaken</em> wird jetzt <em class="gesperrt">Spreißhaken</em> genannt
-und ist gemeiniglich nicht mehr doppelt, sondern
-nur einfach gekrümmt.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_81_81"></a><a href="#FNAnker_81_81"><span class="label">[81]</span></a> Dieses Wappen findet man in <em class="antiqua">Vulpius l. c.</em></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_82_82"></a><a href="#FNAnker_82_82"><span class="label">[82]</span></a> Diesen Namen führen 4 verschiedene Orte, nämlich
-das Bergstädtchen <em class="gesperrt">Böhmisch-Wiesenthal</em>, am
-rechten Ufer der Pöhla, am linken herunter hingegen
-<em class="gesperrt">Oberwiesenthal</em>, <em class="gesperrt">Unterwiesenthal</em> und
-<em class="gesperrt">Hammerunterwiesenthal</em> liegen, alle 4 Orte
-haben Stadtgerechtigkeit, nur daß die beiden letztern
-keinen Rath haben, sondern nach Art der Amtsdörfer
-dem Justiziariate <em class="gesperrt">Oberwiesenthal</em> unterliegen.
-&ndash; Hier ist das Städtchen <em class="gesperrt">Oberwiesenthal</em>
-gemeint, welches damals zur Grafschaft <em class="gesperrt">Hartenstein</em>
-gehörte.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_83_83"></a><a href="#FNAnker_83_83"><span class="label">[83]</span></a> <em class="gesperrt">Lünig</em> a. a. O. <em class="antiqua">Tom. XI. pag.</em> 271. ff.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_84_84"></a><a href="#FNAnker_84_84"><span class="label">[84]</span></a> s. <em class="gesperrt">Schreiter</em> a. a. O. <em class="antiqua">pag.</em> 103, daselbst er angiebt,
-daß er sie den 18. Octbr. 1797 und am 8. Septbr.
-1800 wo wegen großer Dürre alle Brunnen in hiesiger
-Gegend vertrocknet waren, besucht und doch
-wasserreich gefunden habe.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_85_85"></a><a href="#FNAnker_85_85"><span class="label">[85]</span></a> dermalen Obersteuerdirector und seit 1833 <em class="gesperrt">Comthur</em>
-des königl. sächs. Civilverdienstordens.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_86_86"></a><a href="#FNAnker_86_86"><span class="label">[86]</span></a> gestorben 1833.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_87_87"></a><a href="#FNAnker_87_87"><span class="label">[87]</span></a> Die <em class="gesperrt">Inschrift</em>, mit lateinischen Lettern geschrieben,
-lautet:
-</p>
-<p>
-<em class="gesperrt">Fürstenbrunn. Hier wurde Prinz Albrecht,
-Anherr des königl. sächsischen Fürstenhauses,
-am 8. Juli 1455 durch den Köhler
-Georg Schmidt, hernach Triller genannt,
-aus Kunzens von Kauffungen Räuberhand
-gerettet.</em></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_88_88"></a><a href="#FNAnker_88_88"><span class="label">[88]</span></a> s. die <em class="gesperrt">Abbildung</em> <em class="antiqua">No.</em> 2. Die <em class="gesperrt">Pyramide</em>, das
-Denkmal bildend, steht auf einem Piedestal von in
-Jaspis übergehenden braunrothen Thoneisenstein,
-an 5 Ellen hoch, hat an der Basis 4½ <span id="cf088">Ellen</span> ins Gevierte
-und wurde 8 Ellen hoch aus Granit bei Schwarzenberg
-gehauen, welche 13 Stufen bilden. Dasselbe
-ist mit einer steinernen Mauer, an der Ruhebänke
-sich befinden und die in der Mitte das Denkmal mit
-dem in dessen Piedestal entspringenden <em class="gesperrt">Fürstenbrunnen</em>
-einfaßt, umgeben. &ndash; Die Kosten dieses
-Baues betrugen: 509 Thlr. 10 gr. 11 pf.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_89_89"></a><a href="#FNAnker_89_89"><span class="label">[89]</span></a> gestorben 1835.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_90_90"></a><a href="#FNAnker_90_90"><span class="label">[90]</span></a> <em class="gesperrt"><em class="antiqua">Friedrich August</em> der <em class="antiqua">Gerechte</em></em>, König von
-Sachsen, geb. d. 23. Decbr. 1750, regierte vom 16.
-Septbr. 1768 an bis d. 5. Mai 1827, wo er sein
-Erdenleben vollendete.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_91_91"></a><a href="#FNAnker_91_91"><span class="label">[91]</span></a> geb. zu <em class="gesperrt">Kindelbrück</em> 1772.
-</p>
-<p>
-gest. zu <em class="gesperrt">Annaberg</em> 1834.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_92_92"></a><a href="#FNAnker_92_92"><span class="label">[92]</span></a> Die <em class="gesperrt">Rede</em> ist in Druck erschienen, betitelt: Rede zur
-Einweihung des am <em class="gesperrt">Fürstenberge</em> bei Grünhain
-errichteten patriot. Denkmales, gehalten am 8. Juli
-1822. Annaberg bei Ed. Hasper. 8.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_93_93"></a><a href="#FNAnker_93_93"><span class="label">[93]</span></a> der jetzige Kammerrath <em class="gesperrt">Reiche-Eisenstuck</em> auf
-Schönfeld.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_94_94"></a><a href="#FNAnker_94_94"><span class="label">[94]</span></a> Dieser hatte sich schon früher für das Denkmal interessirt
-und bereits am 28. März 1836 nach erfolgtem
-Einverständniß mit dem Justizamte zu Grünhain
-dort eine Verbotstafel aufrichten lassen, allein
-leider! die Erfahrung machen müssen, daß auch eine
-solche Warnung den Verunstaltungen nicht Einhalt
-zu thun vermochte.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_95_95"></a><a href="#FNAnker_95_95"><span class="label">[95]</span></a>
-</p>
-<p></p>
-<table summary="Donationen">
-<tr>
-<td class="tdr">100</td><td class="tdc">Thlr.</td>
- <td>von Sr. Majestät dem <em class="gesperrt">Könige</em> und Ihro
- Majestät der <em class="gesperrt">Königin</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdr">25</td><td class="tdc">"</td>
- <td>Se. königl. Hoheit dem Prinzen <em class="gesperrt">Johann</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdr">20</td><td class="tdc">"</td>
- <td>Ihro königl. Hoheit dessen <em class="gesperrt">Frau Gemahlin</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdr">20</td><td class="tdc">"</td>
- <td>Ihro königl. Hoheit der Prinzessin <em class="gesperrt">Auguste</em>.</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdr">20</td><td class="tdc">"</td>
- <td>Ihro königl. Hoheit der Prinzessin <em class="gesperrt">Marie Amalie</em>.</td>
-</tr>
-</table>
-<p>
-Diese Beiträge wurden durch den Herrn Minister
-des königl. Hauses und Generalleutnant <em class="gesperrt">von Watzdorf</em>,
-<span id="cf095">Excellenz</span>, dem Herrn Rentamtmann von
-Schleinitz, der die gütige Verwendung desselben angegangen
-hatte, übersendet.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_96_96"></a><a href="#FNAnker_96_96"><span class="label">[96]</span></a> <em class="gesperrt">Friedrich August</em> II., König von Sachsen geb. d.
-Mai 1797, folgte den 6. Juni 1836 seinem Oheim,
-dem König Anton, in der Regierung.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_97_97"></a><a href="#FNAnker_97_97"><span class="label">[97]</span></a> <em class="gesperrt">Marie</em>, Prinzessin von Baiern, Tochter König Maximilian's,
-geb. d. 27. Januar 1805, vermählt mit
-Sr. Majestät, den König von Sachsen den 24.
-April 1833.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_98_98"></a><a href="#FNAnker_98_98"><span class="label">[98]</span></a> <em class="gesperrt">Gottesgeschick</em> heißt eine gegenüberliegende Bergwerksgrube
-mit einem sehr stattlichen Berggebäude,
-unweit des Giftwerks »<em class="gesperrt">Graul</em>«. Gebaut wird
-auf Silber.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_99_99"></a><a href="#FNAnker_99_99"><span class="label">[99]</span></a> Ein <em class="gesperrt">Vitriol-</em> und <em class="gesperrt">Arsenikwerk</em> zwischen dem
-Schwarzbache und dem Oswaldsbache, nächst bei Langenberg
-und Heide, dem Fürstenberge SOwärts gegenüber,
-½ Stunde nördlich von Raschau. &ndash; Dieses
-Werk gehört dermalen Herrn <em class="gesperrt">Friedrich Fröhlich
-Köhler</em> zu Beierfeld. s. mehr davon <em class="gesperrt">Schumann</em>
-a. a. O. Band 16. <em class="antiqua">pag.</em> 330. ff.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_100_100"></a><a href="#FNAnker_100_100"><span class="label">[100]</span></a> Der Herr Kreisamtscopist <em class="gesperrt">Karl Süß</em> zu Schwarzenberg,
-welcher sich als Köhler verkleidet hatte.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_101_101"></a><a href="#FNAnker_101_101"><span class="label">[101]</span></a> Der Verfasser des Gedichtes ist Herr Pastor <em class="antiqua">M.</em>
-<em class="gesperrt">Richter</em> zu Grünhain.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_102_102"></a><a href="#FNAnker_102_102"><span class="label">[102]</span></a> <em class="gesperrt">Pauline Stiehler</em> aus Grünhain, Tochter des
-Herrn Apotheker daselbst, und <em class="gesperrt">Rosalie Grimm</em>,
-Tochter des Herrn Kaufmann <em class="gesperrt">Grimm</em> daselbst.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_103_103"></a><a href="#FNAnker_103_103"><span class="label">[103]</span></a> <em class="gesperrt">Melanie Philippi</em> aus Grünhain, Tochter des
-Herrn Justizbeamten daselbst.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_104_104"></a><a href="#FNAnker_104_104"><span class="label">[104]</span></a> vorzüglich ist da zu bemerken: 20 Thlr. von Sr.
-Durchlaucht <em class="gesperrt">Otto Victor von Schönburg-Waldenburg</em>
-und 10 Thlr. von Sr. Durchlaucht
-Fürst <em class="gesperrt"><span id="cf104">Alfred</span> Friedrich von Schönburg-Hartenstein</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_105_105"></a><a href="#FNAnker_105_105"><span class="label">[105]</span></a> s. <em class="antiqua">pag.</em> <span id="cf105">46</span>.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_106_106"></a><a href="#FNAnker_106_106"><span class="label">[106]</span></a> <em class="antiqua">C. C.</em> aus <em class="gesperrt">Herzberg</em>, im königl. preuß. Herzogthume
-Sachsen.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_107_107"></a><a href="#FNAnker_107_107"><span class="label">[107]</span></a> Herr Rentamtmann von <em class="gesperrt">Schleinitz</em> und Herr Finanzprocurator
-<em class="gesperrt">Lindner</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_108_108"></a><a href="#FNAnker_108_108"><span class="label">[108]</span></a> Es wohnt darin <em class="gesperrt">Franz Anton Richter</em> aus
-Raschau geb. d. 7. Juli 1808 mit seiner Frau und
-seinen Kindern. Er ist zugleich Bergarbeiter in der
-gegenüberliegenden Grube »<em class="gesperrt">Gottesgeschick</em>«.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_109_109"></a><a href="#FNAnker_109_109"><span class="label">[109]</span></a> s. No. 164. der Leipziger <span id="cf109">Allgemeinen</span> Zeitung,
-Donnerstags d. 13. Juni 1839. <em class="antiqua">pag.</em> 1912.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_110_110"></a><a href="#FNAnker_110_110"><span class="label">[110]</span></a> sind bereits im Jahre 1839 im Monat December
-angeschafft worden.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_111_111"></a><a href="#FNAnker_111_111"><span class="label">[111]</span></a> s. in Abbild. <em class="antiqua">C.</em> bedeutet das Dach.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_112_112"></a><a href="#FNAnker_112_112"><span class="label">[112]</span></a> Die Geldbeiträge, welche zum Aufbaue des Köhlerhauses
-von edlen Gebern gespendet wurden, findet
-man <span id="cf112">speciell</span> verzeichnet in der ersten Beilage der
-Leipziger Zeitungen No. 101. 1839 <em class="antiqua">pag.</em> 1491 ff.
-unter dem Artikel: »Dank und Bitte.«&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_113_113"></a><a href="#FNAnker_113_113"><span class="label">[113]</span></a> s. <em class="gesperrt">Hebe</em>. Eine poetisch-musicalische Toilettenausgabe
-mit novellistischen und dramatischen Beiträgen,
-Gedichten, Räthseln etc. von Fr. Kind etc.
-Dresden und Pirna 1833 <em class="antiqua">pag.</em> 155.&nbsp;&ndash;</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a id="Fussnote_114_114"></a><a href="#FNAnker_114_114"><span class="label">[114]</span></a> Den 8. Juli 1455.</p></div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter"></div>
-
-<div id="tnextra" class="transnote">
-<p class="h2">Weitere Anmerkungen zur Transkription</p>
-
-<p>Die Längeneinheit ° auf S. 82 ff. bezeichnet vermutlich Klafter
-(ca. 1,7 Meter).</p>
-
-<p>Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend
-korrigiert.</p>
-
-<p>Unterschiedliche Schreibweisen wurden, sofern nicht unten dokumentiert,
-beibehalten.</p>
-
-<p>Die Korrekturen von S. 89/90 wurden eingearbeitet
-und sind unten ebenfalls aufgelistet.</p>
-
-<p>Korrekturen:</p>
-
-<div class="corr">
-<p>
-S. 2: Plugk → Pflugk<br />
-Niklas von <a href="#corr002a">Pflugk</a></p>
-<p>
-S. 2: es eingefügt<br />
-Nun traf <a href="#corr002b">es</a> sich aber</p>
-<p>
-S. 3: ergänzt:<br />
-<a href="#corr003a">(&ndash; das heutige Schweickershain &ndash;)</a></p>
-<p>
-S. 3: handschriftche → handschriftliche<br />
-eine <a href="#corr003b">handschriftliche</a> Versicherung aus</p>
-<p>
-S. 5: ihm → ihn<br />
-erklärte <a href="#corr005a">ihn</a> und seine Brüder als <em class="gesperrt">Landesverräther</em></p>
-<p>
-S. 5: vom → von<br />
-nachdrücklich auf seine Entfernung <a href="#corr005b">von</a> Herzog</p>
-<p>
-S. 5: im → in<br />
-Kunz trat deshalb mit ihm <a href="#corr005c">in</a> Briefwechsel</p>
-<p>
-S. 5: meißnische → meißnischen<br />
-auf seine <a href="#corr005d">meißnischen</a> Güter</p>
-<p>
-S. 5: dem → dem<br />
-auf <a href="#corr005e">den</a> Donnerstag nach Galle</p>
-<p>
-S. 7: nehmrn → nehmen<br />
-Rache an dem Kurfürsten zu <a href="#corr007a">nehmen</a></p>
-<p>
-S. 7: wären → waren<br />
-<a href="#corr007b">waren</a> verschiedene böhmische Städte</p>
-<p>
-S. 7: Verträge → Verträgen<br />
-den deshalb geschlossenen <a href="#corr007c">Verträgen</a></p>
-<p>
-S. 8: ihm → ihn<br />
-Kunz wollte <a href="#corr008">ihn</a> durchaus nicht gelten lassen</p>
-<p>
-S. 9: Augenwerk → Augenmerk<br />
-hatte Kunz sein <a href="#corr009">Augenmerk</a> gerichtet</p>
-<p>
-S. 10: Folgender → Folgenden<br />
-<a href="#corr010">Folgenden</a> Brief, wie er sich in den</p>
-<p>
-S. 12: solches ergänzt<br />
-als <a href="#corr012">solches</a> seinen Verschworenen</p>
-<p>
-S. 15: seinen → seinem<br />
-begleitet von <a href="#corr015">seinem</a> Reißiger</p>
-<p>
-S. 21: Entfühung → Entführung<br />
-die <a href="#corr021">Entführung</a> der beiden Prinzen alles aufgeboten</p>
-<p>
-S. 23: Prinz → Prinzen<br />
-und suchte dem <a href="#corr023a">Prinzen</a> <em class="gesperrt">Albrecht</em> Waldbeere</p>
-<p>
-S. 23: Fußnotenanker korrigiert</p>
-<p>
-S. 30: zunehmen → zu nehmen, Fußnotenanker [41] ergänzt.<br />
-gegenüber zum Zufluchtsort <a href="#corr030a">zu nehmen<span id="fnanchor">[41]</span></a></p>
-<p>
-S. 30: den → dem<br />
-die <a href="#corr030b">dem</a> jungen, zarten Fürstensohn</p>
-<p>
-S. 40: mehrfaches → mehrfachen<br />
-brachten es nach <a href="#corr040a">mehrfachen</a> Bitten</p>
-<p>
-S. 40: den → dem<br />
-die Begnadigung <a href="#corr040b">dem</a> Freiberger Rathe</p>
-<p>
-S. 40: Prinzenraub → Prinzenraube<br />
-die Strickleitern zu dem <a href="#corr040c">Prinzenraube</a></p>
-<p>
-S. 40: weiten → weitem<br />
-der bei <a href="#corr040d">weitem</a> nicht die Schuld dabei hatte</p>
-<p>
-S. 41: Kauffungs → Kauffungens<br />
-und Kunz v. <a href="#corr041">Kauffungens</a> treuer Reißiger</p>
-<p>
-S. 43: Hände → Händen<br />
-Befreiung aus Kunzens <a href="#corr043">Händen</a></p>
-<p>
-S. 45: des → der<br />
-Die Entführung <a href="#corr045">der</a> Prinzen</p>
-<p>
-S. 47: mit → nit<br />
-Das öhm die Köhler <a href="#corr047">nit</a> geleppischt hetten</p>
-<p>
-S. 48: der Familie → die Familien<br />
-Einige Notizen über <a href="#corr048">die Familien</a></p>
-<p>
-S. 51: Sepbt. → Septbr.<br />
-starb den 12. <a href="#corr051a">Septbr.</a> 1500</p>
-<p>
-S. 51: ergänzt:<br />
-<a href="#corr051b">eine Prinzessin und</a></p>
-<p>
-S. 52: Turzold → Tunzold<br />
-dessen Söhne: <em class="gesperrt"><a href="#corr052">Tunzold</a></em> und <em class="gesperrt">Heinrich</em></p>
-<p>
-S. 54: der den → den<br />
-zeigt sein Schein über <a href="#corr054">den</a> Interimsbesitz</p>
-<p>
-S. 55: uud → und<br />
-<a href="#corr055a">und</a> es bekannte <em class="gesperrt">Hans von Kauffungen</em></p>
-<p>
-S. 55: Sanfmüthigen → Sanftmüthigen<br />
-den Namen des <em class="gesperrt"><a href="#corr055a">Sanftmüthigen</a></em> gerechtfertigt</p>
-<p>
-S. 55: Aussenseite → Außenseite<br />
-wie ein Denkmal an der <a href="#corr055b">Außenseite</a> der</p>
-<p>
-S. 57: den → dem<br />
-Ueber <a href="#corr057">dem</a> Helm zeigt sich</p>
-<p>
-S. 58: welcher → welchen<br />
-<a href="#corr058a">welchen</a> die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte</p>
-<p>
-S. 58: Pachter → Pastor<br />
-der Herr <a href="#corr058b">Pastor</a> <em class="gesperrt">Triller</em> zu Nägelstädt</p>
-<p>
-S. 65: Superinteudent → Superintendent<br />
-Der Herr <a href="#corr065">Superintendent</a> <em class="antiqua">Dr.</em> <em class="gesperrt">Lommatzsch</em></p>
-<p>
-S. 69: hinterlich → hinderlich<br />
-patriotischen Unternehmungen nicht <a href="#corr069">hinderlich</a></p>
-<p>
-S. 70: ihre → ihrer<br />
-in <a href="#corr070">ihrer</a> Mitte sehen zu dürfen</p>
-<p>
-S. 71: den beiden Lehrern → der beiden Lehrer<br />
-und <a href="#corr071">der beiden Lehrer</a> der Bürgerschule</p>
-<p>
-S. 74: einen → einem<br />
-auf <a href="#corr074">einem</a> mit Blumen bekränzten Körbchen</p>
-<p>
-S. 75: welchen → welche<br />
-<a href="#corr075a">welche</a> diesem Brunnen zunächst wohnen</p>
-<p>
-S. 75: konnten → konnte<br />
-daß sie gehoben werden <a href="#corr075b">konnte</a></p>
-<p>
-S. 75: jener → jene<br />
-Haus erbauet wurde, an <a href="#corr075c">jene</a> Quelle</p>
-<p>
-S. 77: Anherrn → Ahnherrn<br />
-ihren <a href="#corr077">Ahnherrn</a> verehren</p>
-<p>
-S. 79: Oswaldtsthal → Oswaldsthal<br />
-durch das grüne <em class="gesperrt"><a href="#corr079">Oswaldsthal</a></em></p>
-<p>
-S. 81: nach → noch, Untestützung → Unterstützung<br />
-<a href="#corr081a">noch</a> manche weitere <a href="#corr081b">Unterstützung</a> erwarten</p>
-<p>
-S. 82: Vor → Von<br />
-<a href="#corr082">Von</a> der Hausflur rechts kommt</p>
-<p>
-S. 83 Kanonofen → Kanonenofen<br />
-kleiner gußeiserner sogenannter <a href="#corr083a">Kanonenofen</a></p>
-<p>
-S. 83: man ergänzt<br />
-so kommt <a href="#corr083b">man</a> rechts von</p>
-<p>
-S. 83: lang → lange<br />
-ebenfalls so <a href="#corr083c">lange</a> und breite <em class="gesperrt">Kammer</em></p>
-<p>
-S. 84: k → h<br />
-befindet sich ein Kuhstand. (<em class="antiqua"><a href="#corr084">h</a></em>)</p>
-<p>
-S. 85: uus → uns<br />
-und <em class="gesperrt">Vier</em> <a href="#corr085">uns</a> halten</p>
-<p>
-Fußnote 4: Türingen → Thüringen<br />
-auch alle Schlösser und Güter in <a href="#cf004">Thüringen</a></p>
-<p>
-Fußnote 6: deutsche → deutschen<br />
-bei welcher alle <a href="#cf006">deutschen</a> Fürsten</p>
-<p>
-Fußnote 8: da unklar (nicht korrigiert)<br />
-<em class="antiqua">pag.</em> 1 <a href="#cf008">da</a> 167</p>
-<p>
-Fußnote 14: Hanse → Hause<br />
-Gastmahl in seinem <a href="#cf014">Hause</a> ausrichten</p>
-<p>
-Fußnote 22: Monument → Monumente<br />
-dem jetzt errichteten <em class="gesperrt"><a href="#cf022a">Monumente</a> hin</em></p>
-<p>
-Fußnote 22: Zeitungslexion → Zeitungslexikon<br />
-Post- und <a href="#cf022b">Zeitungslexikon</a></p>
-<p>
-Fußnote 22: auch → auf<br />
-welche <a href="#cf022c">auf</a> Eisenstein baut</p>
-<p>
-Fußnote 25: solte → sollte<br />
-er <a href="#cf025">sollte</a> es nicht thun</p>
-<p>
-Fußnote 39: exestirte → existirte<br />
-Bis dahin <a href="#cf039a">existirte</a> aber noch die <em class="gesperrt">Fürstenstube</em></p>
-<p>
-Fußnote 39: Schlösserwohnung → Schösserwohnung<br />
-in dieser <a href="#cf039b">Schösserwohnung</a>, in welcher</p>
-<p>
-Fußnote 40: wär → wäre<br />
-Nach Grundigs Meinung <a href="#cf040">wäre</a> die Eisenburg</p>
-<p>
-Fußnote 41: nnd → und<br />
-vom Buschwerk befreit <a href="#cf041">und</a> zugänglich gemacht</p>
-<p>
-Fußnote 45: 1. → s.<br />
-<a href="#cf045">s.</a> <em class="gesperrt">Engelhardt</em> a. a. O. Th. 1.</p>
-<p>
-Fußnote 53: Schaettgenius → Schoettgenius<br />
-<em class="antiqua"><a href="#cf053">Schoettgenius</a> l. c.</em></p>
-<p>
-Fußnote 60: Pachter → Pastor<br />
-Gnadenkorn der Herr <a href="#cf060">Pastor</a> <em class="gesperrt">Triller</em></p>
-<p>
-Fußnote 66: im → in<br />
-Gemälde <a href="#cf066">in</a> größerem Formate</p>
-<p>
-Fußnote 68: deusche → deutsche<br />
-<em class="gesperrt">Wagners</em> <a href="#cf068">deutsche</a> Geschichte</p>
-<p>
-Fußnote 88: Elle → Ellen<br />
-an der Basis 4½ <a href="#cf088">Ellen</a> ins Gevierte</p>
-<p>
-Fußnote 95: Exellenz → Excellenz<br />
-<a href="#cf095">Excellenz</a>, dem Herrn Rentamtmann von</p>
-<p>
-Fußnote 104: Alferd → Alfred<br />
-<em class="gesperrt"><a href="#cf104">Alfred</a> Friedrich von Schönburg-Hartenstein</em></p>
-<p>
-Fußnote 105: 64 → 46<br />
-s. <em class="antiqua">pag.</em> <a href="#cf105">46</a></p>
-<p>
-Fußnote 109: Abgemeinen → Allgemeinen<br />
-No. 164. der Leipziger <a href="#cf109">Allgemeinen</a> Zeitung</p>
-<p>
-Fußnote 112: speciel → speciell<br />
-findet man <a href="#cf112">speciell</a> verzeichnet</p>
-</div>
-</div>
-
-
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-
-<pre>
-
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-
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-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der sächsische Prinzenraub nac
- älteren und neueren Quellen, by Anonymous
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-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SÄCHSISCHE PRINZENRAUB ***
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