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diff --git a/19460-0.txt b/19460-0.txt new file mode 100644 index 0000000..628a727 --- /dev/null +++ b/19460-0.txt @@ -0,0 +1,25490 @@ +The Project Gutenberg EBook of Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, +Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 by Georg Dehio + + + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no +restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under +the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or +online at http://www.gutenberg.org/license + + + +Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 + +Author: Georg Dehio + +Release Date: October 4, 2006 [Ebook #19460] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + + +***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND, 1914*** + + + + + +[Mitteldeutschland] + + + + + +Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 + + +by Georg Dehio + + + + +Draft Edition!, (October 4, 2006) + + + + + +Deutscher Verein für Kunstwissenschaft +Georg Dehio +Handbuch der Deutschen +Kunstdenkmäler +Begründet vom Tage für Denkmalspflege +Erster Band +Mitteldeutschland +Zweite Auflage +BERLIN +Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G. +1914 + + + + + +INHALT + + +_Vorwort._ +_Verzeichnis der Abkürzungen._ + _a) Nach Begriffsgruppen._ + _b) Nach dem Alphabet._ +_A_ +_B_ +_C_ +_D_ +_E_ +_F_ +_G_ +_H_ +_I_ +_J_ +_K und C_ +_L_ +_M_ +_N_ +_O_ +_P_ +_Q_ +_R_ +_S_ +_T_ +_U_ +_V_ +_W_ +_Z_ +_Ortsverzeichnis_ +_ geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken._ +_Künstlerverzeichnis._ + + + + + + +[Blank Page] + + + + + +_VORWORT._ + + +Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden in den Jahren +1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die +mich bei der Ausführung der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so +groß, daß ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die +Dankespflicht gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf Antrag +des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten Erlaß vom 27. März 1904 +die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die erste +Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg +tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine gegeben +worden. Der erste Tag für Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte die +Erörterung fort und erklärte sich hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft +zustimmend, die Ausführbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt. +Unter diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen, wohl +wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren vollständig in +Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen Ende zu führen wäre mir +auch nicht möglich gewesen ohne die treue und unermüdliche Unterstützung +der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius +Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen Tod wir im Jahre +1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre des +Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer Erinnerung +bleiben. + +Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Fürsorge des +Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Die grundlegende erste +Bearbeitung hatte notwendig das Werk eines einzelnen sein müssen; die nun +folgende nachprüfende und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der +Verteilung auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die Herren +Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten, bei ihren amtlichen +Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer Kenntnisnahme von der lokalen +Forschung stets einen Blick auf das Handbuch zu werfen und die ihnen nötig +erscheinenden Berichtigungen und Nachträge gleichlaufend einzuzeichnen. +Auf diese Weise würde ohne besondere Mühewaltung, fast automatisch, die +Sammlung des Materials sich bewerkstelligen lassen. Außerdem wiederhole +ich meine an alle Benutzer gerichtete alte Bitte, mich auf etwaige +Irrtümer oder Lücken, mögen sie auch noch so geringfügig sein, aufmerksam +zu machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer sich +verdienen. + +Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich oder schriftlich +zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, daß die Einrichtung des Buches +sich bewährt hat, sie konnte somit ohne wesentliche Veränderungen in die +neue Auflage herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden, +daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit, die ein Vorrecht der +amtlichen Inventare bleiben muß, nur Sichtung und Auswahl gibt. Welche +Gegenstände aufzunehmen, welche auszuschließen seien, das wird immer +erneuter Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht mir +mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls sollte der +bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände in Zukunft wesentlich +anschwellen dürfen. + +Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen dennoch +eingetreten ist, so ist es eine Folge des gerade hier sehr starken +Nachschubs der Inventare. Zur Zeit der ersten Auflage waren etwa zwei +Fünftel des Gebietes noch nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der +bayrische Bezirk Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem +Königreich Sachsen. + +Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht zweifle, besteht +in der Einschränkung der Abkürzungen. Ganz zu entbehren waren sie nicht, +wenn anders eine noch weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden +werden sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung +sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich dazu erst nach +langer Überlegung entschlossen. Die Gründe sind folgende: 1. +Vollständigkeit ist von vornherein ausgeschlossen; soll aber nur eine +Auswahl gegeben werden, so fehlt dafür jede konsequent anwendbare +Begrenzung. 2. Es kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur +Beurteilung eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden +Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten ist; die +Nachweise so weit auszudehnen, würde aber in der Summe viel zu viel Raum +in Anspruch nehmen. 3. Bei der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den +Literaturangaben kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause ein, +so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren sein, und +dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur bereits verzeichnet. Die +Bibliographie der deutschen Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich, und +zwar eine sehr umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von diesem +Handbuch verlangt werden. + +Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten Auflage, wofern +nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen, zum Schluß ein alle fünf +Bände zusammenfassendes Sachregister zu bringen. + +Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt nichts, als eine +summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt sich auf Verzeichnung +der Kreisstädte, durch die im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird. +Weiterzugehen, sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte — es sind mehr +als 2000 — aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. + +Straßburg, 31. Dezember 1913. + +*G. Dehio.* + +[Blank Page] + + + + + +_VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN._ + + + + +_a) Nach Begriffsgruppen._ + + + +*beg.* begonnen. +*erb.* erbaut. +*voll.* vollendet. +*gew.* geweiht. +*zerst.* zerstört. +*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert. +*Jh.* Jahrhundert. _In Verbindung damit_ *A.* Anfang, *M.* Mitte, *E.* +Ende, *H.* Hälfte, *V.* Viertel. +*bez.* bezeichnet. +*I.* Inschrift. + + + +*rom.* romanisch. +*got.* gotisch. +*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich. +*Renss.* *renss.* Renaissance _als Substantivum und Adjektivum._ +*Bar.* *bar.* Barock, barock. +*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko. _In Verbindung mit diesen +Stilbezeichnungen._ +*fr.* früh, *sp.* spät. + + + +*K.* Kirche +*Kap.* Kapelle. +*Klst.* Kloster. +*Basl.* Basilika. +*Hllk.* Hallenkirche. +*Gr.* Grundriß. +*Sch.* Schiff, *3sch.* dreischiffig. +*Msch.* Mittelschiff. +*Ssch.* Seitenschiff. +*Qsch.* Querschiff. +*Fig.* *Figg.* Figur, Figuren. +*Lhs.* Langhaus. +*Bg.* Bogen. +*Ark.* Arkade. +*Pfl.* Pfeiler. +*Sl.* Säule. +*Kapt.* Kapitell. +*Gwb.* Gewölbe. +*Epit.* Epitaph. + + + +*Quadr.* *quadr.* Quadrat, quadratisch. +*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig. +*1/2 kr.* halbkreisförmig. +*5/8 Schluß.* Schluß aus fünf Seiten des Achtecks. + + + +*N* *n* Nord, nördlich. +*S* *s* Süd, südlich. +*O* *o* Ost, östlich. +*W* *w* West, westlich. + + + + +_b) Nach dem Alphabet._ + + +*A.* Anfang. +*Abb.* Abbildung. +*Ark.* Arkade. +*bar.* barock. +*beg.* begonnen. +*bez.* bezeichnet. +*Bg.* Bogen. +*bmkw.* bemerkenswert. +*E.* Ende. +*ehem.* ehemalig. +*Epit.* Epitaph. +*erb.* erbaut. +*Fig.* Figg. Figur, Figuren. +*fr.* früh. +*gegr.* gegründet. +*gest.* gestiftet. +*gew.* geweiht. +*got.* gotisch. +*Gwb.* Gewölbe. +*Gr.* Grundriß. +*H.* Hälfte. +*h.* heilig. +*Hllk.* Hallenkirche. +*I.* Inschrift. +*Jh.* Jahrhundert. +*K.* Kirche. +*Kp.* Kapelle. +*Kapt.* Kapitell. +*Klst.* Kloster. +*1/2 kr.* halbkreisförmig. +*Lhs.* Langhaus. +*M.* Mitte. +*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich. +*Msch.* Mittelschiff. +*N* *n* Nord, nördlich. +*O* *o* Ost, östlich. +*Pfl.* Pfeiler. +*quadr.* quadratisch. +*Qsch.* Querschiff. +*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig. +*Renss.* Renaissance. +*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert. +*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko. +*rom.* romanisch. +*S* *s* Süd, südlich. +*1 sch.* *2 sch.* etc. einschiffig, zweischiffig etc. +*Ssch.* Seitenschiff. +*Sl.* Säule. +*sp.* spät. +*ursp.* ursprünglich. +*V.* Viertel. +*voll.* vollendet. +*W* *w* West, westlich, +*whgest.* wiederhergestellt. +*zerst.* zerstört. + + + + + +_A_ + + +_ABLASS._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13. +Jh., seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal, +dessen 2 Säulen mit zierlichen Blätterkapitellen. Im übrigen +anspruchsloser Umbau in spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken +aus dem 1539 aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh. — +_Sakramentsnische_ um 1480; großes _Holzkruzifix_ in kraftvollen Formen um +1560; _Altarkruzifix_ Meißener Porzellan bester Zeit. + +_ABTERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Pfarr-K.* Spgot. Seit 1809 Ruine. + +[*K.* des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.] + +_ABTLÖBNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark +eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber der Turm. — Spgot. +_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Kanzel_ in Renss.-Formen. + +_ABTSWIND._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Protest. Pfarr-K.* Spgot. mit jüngeren Veränderungen. Am WTurm sehr +hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel. — +Bmkw. _Schnitzaltar_ um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas, +kraftvoll und originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links +Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der +Außenseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert. — Eine +zweite, vollplastische _Pietas_. — Reste von _Gaden_. — Im Ort +charakteristische _Hoftore_. + +_ACHELSTÄDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf.-K.* modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der +Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf. + +_ADELSBERG._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus 1732. +_Altarblätter_ von _G. M. Bolster_ 1737. Über dem Westeingang +_Rotsandsteinfigur_ St. Laurentius um 1400. + +_ADELSBORN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Schloß.* Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen. + +_ADELSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor +älter. + +_ADOLFSECK_ siehe Fulda. + +_AHORN._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Pfarr-K.* Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren +mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter +Flachdecke. — An den Chorwänden _Bronzetafeln_ mit Wappen und Inschr., von +Grabsteinen abgelöst. _Wandgrab_ (Sandstein) _des Wilhelm v. Streitberg_ +1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschäftigten +Nürnbergers _Hans Werner_ (unter Mitwirkung seines Schwiegersohnes _Veit +Dümpel_ aus Altenstein). Wandgrab des _Wilh. Ludwig v. Streitberg_ † 1638, +Holz in steingrauem Anstrich. + +*Schloß*. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von W. +v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; mächtige +runde Flankentürme mit überkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach. +_Mobiliar_ 17. und 18. Jh. + +_AIDHAUSEN._ UFranken BA Hofheim. + +*Dorf-K*. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute +Stuckatur um 1770. Gute _Holzfig._ des hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte +_Glocken_, eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. — In der Nähe +mehrere _Bildstöcke_. + +_ALACH._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt. + +*Dorf-K*. 1405. 1sch. mit Achteckschluß. + +_ALBERSDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Dorf-K*. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um 1720; mit +gutproportionierter Fassade. + +_ALBERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K*. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen zwischen spgot. +3/8Chor und dem Schiff von 1823, _Altarwerk_ mit Figuren, außen Gemälde +von einem eigenartigen _Cranachschüler_. + +_ALBSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Dorf-K*. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit skulpierten +Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714. + +_ALEXANDERBAD._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Brunnenhaus* 1782 von _Riedel_ nach »französischer« Bauart. + +_ALITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Dorf-K*. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf +_Bildstöcke_ von 1581, 1682 und um 1750 (gut). + +_ALKERSLEBEN._ Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt. + +*Dorf-K.* westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh. + +_ALLENDORF_ b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst. + +*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein +_gleicher_ aus der Schule von Saalfeld 1485, Flügel beiderseitig bemalt. + +_ALLENDORF_ a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +*Stadt-K.* 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem +Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der Kappen an die Schildwand noch +sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der +Mittelachse nach S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade +nördl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch _Schönermark_ restauriert. + +*Wohnhäuser* nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele des +Fachwerkbaus. + +*Totenhalle* a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau. + +*Ringmauern.* Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten, 3 Tortürme +neuerlich abgebrochen. + +_ALLENDORF._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Kirche* hübscher Bau A. 18 Jh. + +_ALLENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnenklst.*, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu +ländlichen Gebäuden vernutzt. — Im Dorf alte _Fachwerkhäuser_ — Die Burg +_Frankenstein_ ohne Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb. +1888!). + +_ALLMENHAUSEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh. + +*Dorf-K.* bez. 1581. — _Grabmal_ zweier Herren von Schlotheim 1589, 1619. + +_ALLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Stadt-K. S. Johannis*, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor, +Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem Altar. + +*S. Wigperti*, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerstört; der +spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck. +Chor, im Obergeschoß an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3 +Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der +Teilungssäulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen +Charakter des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk +verschleppt? + +*Rathaus.* Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige 16. und 17. +Jh; die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672. + +*Schloß.* Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt +bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände der Landgrafen +übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr ausgedehnte Gebäudekomplex aus +dem sp.Ma. und der Renss.; maßvoll rest. Das Obergeschoß des hinteren +Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von +welcher die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind +(ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg); ferner ein Kamin, +gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane und Tapeten aus 18. Jh.; +reizender Ofenschirm von 1720. + +_ALMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Kirche * spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2 +schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das +Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen. +Außen 2 Inschr. über Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine +(Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln. + +*Steinkreuz* mit Schwert. + +_ALSBERG._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Kap. zum hl. Kreuz*, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als +Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor, +deformiert, wenn auch im Kern alt. — _Hochaltar_ E. 17. Jh. + +_ALSLEBEN_ (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis. + +*Stadt-K*. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose, Turm. + +_ALSLEBEN_ (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis. + +Die vorm. *Kloster-K*. abgetragen. Ein rom. _Tympanon_ (Löwe und Drache +durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht. Ebendort ein +merkwürdiger rom. _Taufstein_, 8seitig, mit rohen Reliefs. + +_ALTBESSINGEN._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K*. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist. +Stuckaturen). Einheitliche _Altarausstattung_ um 1690. _Geräte_ +augsburgisch, von _F. X. Stipeldey_. + +_ALT-BURXDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K*. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von Klst. +Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. Schiff u. +rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darüber +Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anfängern. — +_Holzbildwerke_ des spgot. Altars. + +_ALT-CHEMNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Dorf-K*. rom. Portal 13. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh. + +_ALTENBACH._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K*. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und +1838. — Holzfigg. von einem spgot. _Flügelaltar_. + +_ALTENBERGE._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K*. spgot. — Stattliches _Epitaph_ aus Stuck für A. L. v. +Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter _Ofen_ aus Gußeisen +A. 17. Jh. + +_ALTENBEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Dorf-K*. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom. +_Taufstein_. + +_ALTENBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Altenburg. + +*Unterkirche (S. Bartholomäi)*. Von den Hussiten 1430 zerstört, 1459 +wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut. +3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was für die vermutete Benutzung des +älteren Chors im 13. Jh. sprechen würde) und ungewöhnlichem östl. +Abschluß: das Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die +Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte +Doppeltürme). — Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer rom. K. weit +kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit 4grätigen Kreuzgewölben +zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze aus 4 derben Rundpfeilern +gebündelt; anschließend 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh. + +*Oberkirche (Franziskaner)*. 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht +behandelt, Veränderungen A. 16. Jh. + +*Bergerkloster (Augustinerchorherren)* gew. 1172; durch Brand 1588 +zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des Lhs. erhalten. +Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von Sandsteinmotiven +in Backstein. Die Backsteine scharriert ähnlich wie an den ältesten +Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine +regelmäßige kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die hohen Türme +haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar gekuppelter Fenster, +breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch Bogenfriese. + +Von der ehemaligen *Nikolai-K*. nur der breite WTurm übrig, rom., mehrfach +umgebaut. + +*Rathaus 1562-1564* vom weimarischen Hofbaumeister _Nik. __ Grohmann_; +gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern der deutschen +Renaissance; 1663 renoviert. Gr. annähernd quadr. Die Komposition der +Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger +Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses +allseitig frei werdend und das Gebäude weit überragend; Krönung mit +einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß 4eck. Vorbau mit Balustrade. Das +Hauptgebäude trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert +(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer Schmuck: zwei +Eckerker und mehrere Portale in italisierenden Formen. Am NOErker ein +_Fries_ mit nackten Knaben, an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd; +der entsprechende Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die +Halbfiguren der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die +Fenstergewände gotisierend, das Dachgesims im Verhältnis zu sonstigen +deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich hervorgehoben: das Motiv des +dorischen Frieses allerdings mißverstanden. — Inneres. Im Obergeschoß +Vorsaal von mächtiger Erscheinung, durch 3 Holzsäulen in 2 Schiffe +geteilt; Einfassungen der Türen aus Stein. + +*Amtshaus* 1725. *Magdalenenstift* 1665 als herzogl. Witwensitz. + +*Wohnhäuser* aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus +17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche Str. 14b; 18. Jh.: +Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das +v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724. + +*Herzogl. Schloß.* Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr große +Komplex aus 15.-18. Jh. — _Schloßkirche_ (mit Kollegiatstift). Im Unterbau +Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4 +Langjoche und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor außen mit +überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener Dekoration der Streben. +Das innere ohne höheren architektonischen Gehalt, aber malerisch von +großer Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen +Ausstattungsstücke wesentlich beitragen. Im _Hochaltar_ Grablegung Holz +bez. CTR 1647. Das _Chorgestühl_ (1516, überarbeitet 1576) gerade in +seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz; prachtvolle _Orgel_ 1735 von _G. H. +Trost_; _Kanzel_ 1595; _Grabmal_ des Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp. +freistehende Tumba; _Grabplatte_ der Kurfürstin Margarethe († 1486) +Bronze, die lebensgroße Figur graviert, der Rahmen in flachem Relief, mit +großer Wahrscheinlichkeit als Jugendwerk _Peter Vischers_ anzusprechen. +Auch unter den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. — +_Hauptschloß_. Der von den Zeitgenossen gerühmte Bau Friedrichs des Weisen +(seit 1518) durch die Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils +beseitigt. Von 1530 (?) der Rest der Hofgalerien im N der Kirche; +interessante Verdeutschung römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen +auf toskanischen Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive +abnehmender Höhe Korbbögen, zuletzt jonische Säulen. Die jetzige +Haupterscheinung bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von +_G. S. Vater_, Malereien von _J. H. Ritter_, Stuckaturen von den Brüdern +_Castelli_; der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den +sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das _Schönhaus_, ein Kasino im Sinne +römischer Gärten. + +_ALTENBURG_ b. Bamberg OFranken. + +Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen *Burg* moderner Phantasiebau. + +_ALTENBURG._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Burgruine.* Rundturm von 1388. + +_ALTENBURG_ b. Naumburg, Pr. Sachsen. + +Spuren der 1010 zerstörten *Burg* des Markgr. Gunzelin. + +_ALTEN-DAMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* 1617 ähnlich Hinternah. + +_ALTENDORF._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Dorf-K.* 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang, +Scharten. + +_ALTENGÖNNA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* des 17. Jh. — _Schnitzaltar_ um 1500, einer der besten des +Gebietes, auch gut erhalten. + +_ALTENGRONAU._ RB Cassel Kr. Schlüchtern. + +*Wasserburg* mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz. + +_ALTENHASSLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Martins-K.* (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt; +im O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß als Altarhaus. — Innere +Ausstattung 1752. + +*Lutherische K.* 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert. + +*Amtshaus* bez. 1593 und 1684. + +_ALTENHOF._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch +noch einige Detailsrom. — Schöner _Kelch_ A. 16. Jh. + +_ALTENKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen und +Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl _Grabsteine_ aus 16. Jh. + +_ALTENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach »der +Architektur und Direktion« des Pfarrers _H. G. Zincke_ 1718, der seit 1711 +mehrere Kirchen (Großwangen, Wippach) gebaut. + +_ALTENSCHÖNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Prot. Dorf-K.* Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von 1496; +Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen des +fränkischen Adels. — _Epitaphe_ der Frh. v. Crailsheim und Geier; +hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von +Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600. + +*Burg* der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit quadr. +Bergfried und polyg. Bering. + +_ALTENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen. + +*Schloß*. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg schwache +Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und für diese Zeit +bezeichnend; chinesisches Häuschen, aber auch schon Ritterkapelle, +Sennhütte, Aeolsharfe. Schöne steinerne Halbrundbank mit Büste der +Herzogin Charlotte Amalie 1801. + +_ALTENSTEIN._ UFranken BA Ebern. + +*Ehem. Dorf-K.* (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer +intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes. + +*Burgruine.* Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß der Stein +zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von einem +tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch große Reste einer starken +Renss.-Befestigung (2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom. +Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der +stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh. + +_ALTENSTEIN._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Ehem. Schloß*, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine nach 1438. +Wohnbau bez. 1620. + +_ALTERSHAUSEN._ Sachsen-Koburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor. + +_ALTHAUSEN._ UFranken. BA Königshofen. + +*Dorf-K.* Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus 1693. — +_Deckengemälde_ (Triumph des Kreuzes) von _Joh. Peter Herrlein_, gegen +1777. + +_ALTHÖRNITZ._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Schloß* 1650-54 von Meister _Valentin_ in Zittau für den Zittauer +Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und großzügigen +Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen +Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig +und zugleich flüssig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den +Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag +im Innern). + +_ALTJESSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Dorf-K.* In der Anlage rom. Der spgot. _Schnitzaltar_ von den besseren. + +_ALTMÜGELN._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter +B. Johann VI. von Meißen (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl. +unausgeführt; jetzt Flachdecke, mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor +reiches Netzgwb. — Bmkw. _Grabdenkmäler_ 1536, 1579. + +_ALTOSCHATZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende Rundbau +alter Karner (?) — Stattliche ren. _Grabdenkmäler_ aus Dresdener Werkstatt +1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785. +[Spgot. Flügelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.] + +_ALTSCHÖNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Burg.* Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. — Ausstattung 17. Jh. +Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich +behandeltem Ständer. + +In der *Dorf-K.* _Altarwerk_ um 1500 und _Grabsteine_ der v. Wilkau A. 17. +Jh. + +_ALTSTADT._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom. +Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an +die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und +1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. — _Altarwerk_ 1664. +Reste eines spgot. _Schnitzaltars_ auf dem Kirchenboden. + +_ALTZELLE._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Cisterc.-Klst.* (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes der +Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude bezogen, 1198 Weihung der +K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. sämtlicher Hauptgebäude, 1540 Auflösung +des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. — _Kirche_. Erhalten nur 2 +Bruchstücke der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in diesem +Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik glaubt Stiehl einen +italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des alten Chors +1787-1804 Mausoleum in nüchtern klassizistischen Formen. — Kreuzgang und +Klostergebäude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis +Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Am besten erhalten +das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. _Das Tor_; rom.; +bedeutende Abmessungen; Gewände (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt; +Basaltquadern mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit +Basaltrundstäben, Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. _Winter-Refektorium_ +(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem +Paradies der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn. +Niedrige in 2 Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und +1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler +aus Backstein, an der OWand die frgot. Konsolen und rundbg. Schildbogen +des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoß ein +holzgetäfelter Saal mit großen Vorhangbg. — _Andreas-Kap_. (Wettinisches +Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr. Grundmauern erhalten. +— Vom _Sommer-Refektorium_ auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit 4 +hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. _Portale_ in +die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das _Kapitelhaus_ an der OSeite war +ein rom. Steinbau. — _Skulpturen_: a) im Mausoleum 4 wettinische +Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle frgot. Gewölbeschlußsteine, +Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein vollständiger Flügelaltar in +Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15. Jh.; c) im Garten got. +Betsäule um 1300. + +_ALZENAU._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude. + +_AMALIENRUHE_ b. Meiningen. + +*Herzogl. Gutshof*. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70. + +_AMMELSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm +gekuppelte spitzbg. Fenster. + +_AMMERBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. _Altarwerk_ mit +Doppelflügeln. + +_AMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +*Dorf-K.* modern. Bmkw. _Taufstein_ A. 14. Jh. + +_AMÖNEBURG._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +[*Kathol. K.* Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus +sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.] + +*Schloß.* Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866. +Noch immer großartige Ruine. + +_AMORBACH._ UFranken BA Miltenberg. + +*Benediktinerabtei-K.*, jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt als Umbau +einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs. +beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom. +die 3 Freigeschosse der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen, +Detail ohne Feinheit. — Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten +General _v. Welsch_, ausgeführt vom Fähnrich _Schick_, der anscheinend +auch einige Umänderungen vornahm. Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs. +Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit +Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile +durchweg von mäßigem Relief. — Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2 +Joch fort, Schluß 1/2kr. — Das Bedeutendste an der K. ist die in +unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung durchgeführte Dekoration. Sie +rückt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die +_Stuckierung_ von _J. M. Feichtmayer_ und _Gg. Uebelher_. (Beide aus der +Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansässig, letzterer vorher in +den »reichen Zimmern« der Münchener Residenz und der Klst.K. Diessen +tätig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiß, +hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blaßrot +gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den _Deckengemälden_ +zugewiesen; voll. 1749 von _Math. Günther_ aus Augsburg (einem Schüler der +Asam, auch von Tiepolo beeinflußt; bedeutendster deutscher Freskomaler des +18. Jh.); im einzelnen flüchtig und maniriert, stupend sicher in +Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich +angepaßt. Die Seitenaltäre stehen zum Glück nicht an den Schiffspfeilern, +sondern an den Seitenwänden unter den Fenstern; die antitektonische +Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen +aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von +Künstlern aus Würzburg. Ebendaher die _Kanzel_ von _Joh. Wolfg. van der +Auwera_ und die prachtvollen _Abschlußgitter_ des Lhs. von _Gattinger_. +Verhältnismäßig sehr einfach die _Chorstühle_; ein Teil soll zu +Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein. + +*Klostergebäude*. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür im 2. +Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen Korridor über dem +Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh., +erhalten. Die Hauptgebäude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten +von Leiningen) groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der +Bibliotheksaal von ca. 1790. + +*Kathol. Pfarr-K*. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok. +selten angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter in Mainz, beide +vermutungsweise von _Jos. Val. Thoman_; das Äußere in Quadern von rotem +Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der +Chorapsis gruppierten Türme. _Deckengemälde_ von _Zick_. Die trefflichen +_Skulpturen_ des Hochaltars von _Joseph Keilwerth_ aus Würzburg (einem +sonst unbekannten Künstler); besonders der h. Sebastian durch feine +Empfindung und ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgenössischen +Produktion hervorragend. — *Klostermühle* 1448. (Inschr.) + +*Kurmainzisches Amtshaus* mit dem Wappen der Erzbischöfe Dither v. +Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504). + +_AMORSBRUNN_ bei Amorbach. UFranken. + +*Kapelle.* 1521. Geschnitzter _Flügelaltar_ mit der Wurzel Jesse, recht +gute Arbeit um 1500. + +_AMSDORF._ Pr. Sachsen Mansf. Seekreis. + +*Dorf-K.*, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis. + +_ANNABERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Anna-K.* 1499-1520. Hauptbaumeister _Peter von Pirna_ (?), seit 1515 +_Jakob von Schweinfurt_. — 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., östl. +Schluß in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit +wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und +zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die +oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die +Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige +Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgeschoß geschlossene +Sakristeien und über ihnen gegen das Sch. geöffnete Kapp. Die +Unregelmäßigkeiten durch schräge Stellung der WWand und den im SW +einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch +einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, die Pfll. sehr +schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller +Erinnerung an das Kreuzgwb. möglichst als Einheit behandelt; hergestellt +von _Barthel v. Durbach_ und _Conrad v. Buttigen_ (_Büdingen?_). Ihre +Rippen, auch in der Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene +Reihungen«, für die sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend), +wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansätze an den Pfll. mit +gesuchter Willkür in ungleichen Höhen, auf ihren Knotenpunkten +phantastisch geformte Schlußsteine. Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb. +der südl. Sakristei. Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die +Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen +Fischblasen. Das Äußere von fast ärmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur +am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische Absicht des +stilgeschichtlich wichtigen Gebäudes ist nur im Innern zu erkennen; sie +geht auf Schaffung eines weiten, übersichtlichen, rhythmisch wenig +bewegten Raumbildes bei Unterdrückung der »organischen« Strukturformen. + +Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische +Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis zu den Strukturformen, als in der +echten Gotik. — Die »_schöne Tür_« am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597 +vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder +beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich +zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken sich +entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darüber zwei +Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im Hauptfeld +über dem Türsturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoße des +Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre), tiefer der h. +Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes, Adam und Eva, über +der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie Komposition, die +Energie der sehr persönlichen Stilisierung, der poetische Schwung der +gegenständlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten der +zeitgenössischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die +Identität mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer +Pulthalter im Dresdener Museum. — _Tür der »alten« Sakristei_; vollendet +1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes +größeres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got. +Erinnerungen fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht +ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der »schönen Tür« nahe, +besonders frei und glücklich die Familienszene zwischen Anna und Maria. — +Von derselben Hand oder mindestens aus derselben Werkstatt der _Taufstein_ +(ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in genauer +Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende nackte Engel, am Fuß +Taufkinder. — Die 100 Felder der _Emporenbrüstung_ (1514-1517) mit Reliefs +von _Franz von Magdeburg_; die ausführlichste Illustration des Neuen +Testaments, die je in monumentaler Form versucht worden; ferner die +Lebensalter. — _Stuhlwerk_ von 1526, nicht mehr vollständig. — _Singechor_ +1688 von _J. H. Böhme_. — _Kanzel_ 1516, noch rein got. + +_Altäre_. a) Hauptaltar. 1522 von _Adolf Dowher_ (Daucher) in Augsburg +angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach +Entwurf _Peter Flötners_; entschieden gewollte aber noch nicht ganz +geklärte Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer +Kalkstein; Hauptgegenstand Wurzel Jesse. — b) Bergaltar (im nördl. +Nebenchor) 1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer +FrRenss. Das zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit Motiven aus Dürers +Marienleben. — c) Münzeraltar (im südl. Nebenchor) 1522, dem vorigen +ähnlich. — d) Bäckeraltar (zunächst dem vorigen). — e) Pflockscher Altar +nach 1521, durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung +des Schongauerschen Kupferstichs. — f) Altar des Münzmeisters Melch. +Jomisch 1537. + +_Epitaph_ für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein. + +*Berg-K. S. Marien*. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die +Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. — _Altarwerk_ der +Bäckerzunft A. 17. Jh., später entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl. + +*Hospital-K.* 1683, architekturlos. — Bmkw. _Gemälde_ der Cranach-Schule +1557. + +*Rathaus*. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. — _Erzgebirgsmuseum_. + +_ANNABURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Kirche* got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit +bar. Grisaillemalerei. — _Taufstein_ 1674; _Orgel_ rok. + +*Schloß* an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August. a) Das vordere +Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken und über dem Mittelportal +schwere Rundtürme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere +Schloß, vierstöckig, nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen; +3 Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache +Renss.-Portale mit Stuckdecken. + +_ANNERODE._ Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erster Bau voll. 1269. Neubau +nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit +figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern. + +_ANZEFAHR._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Dorf-K.* 1711 mit spgot. polyg. Chor. + +_APFELSTEDT._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Kirche* spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm +nördl. des Chors. — _Sakramentsnische_ 1434, darüber Kreuzigungsgruppe. + +_APOLDA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt. + +*Stadt-K.* spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse. + +*Rathaus* M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen. + +_ARNSHAUGK._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Dorf-K.* _Taufstein_ 1688. — _Altargemälde_ (Kreuzigung) von _Paul Keil_ +1616. + +_ARNSTADT._ Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt. + +*Liebfrauen-K.* Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom von Naumburg, jedoch +in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thüringens aus dem 13. Jh., +sehr lehrreich für das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er +zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus sprom., Qsch. +und Chor entwickelt got. 1. _Langhaus_. Schwankende Bauführung und +wiederholte Restaurationen (im 19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den +Bauhergang äußerst unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A. +13. Jh. ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler +der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter Einfluß des +Halberstädter Doms (so Giesau). Er äußert sich in veränderter +Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen, Einführung von Emporen über den +Seitenschiffen, welche jedoch nicht als selbständige Geschosse ausgebildet +sind; sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen sehr +schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. 1888. — Die +WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet bis zum +Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige +Öffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schluß +dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die +Wendeltreppen der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über +dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt indes mit der Mitte +der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was +die rom. Bauperiode ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem +niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine +Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der +Kraft und Leichtigkeit der Verhältnisse und Formen ein Muster seiner +Gattung (nahe verwandt den Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail +stehen spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar +nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener +Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch größere Höhe der +Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt +aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch. (welches +damals noch das alte), sondern westl. desselben über dem letzten Joch des +Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundriß (das zerstört +vorgefundene oberste Geschoß freie Komposition von 1890). — 2. _Querschiff +und Chor_ sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen. +Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den älteren +Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch. +dürfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschließen, nur +sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der Chor +beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete +Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen +3 Schiffen in gleicher Höhe, das System des Qsch. fort. Hierauf schließen +die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt +sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das Ergebnis ist bei +beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende Raumwirkung (die Ähnlichkeit +mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht für +Vollendung im vorgerückten 14. Jh. — Nach der 1309 erfolgten Übergabe der +K. an einen Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl. +Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste Rest. +entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die +3 Chorkapellen von gleicher Höhe, die mittlere durch Fialen und Giebel +über jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansätzen). — +An der NSeite 2 prächtige Portale, ein größeres an der QschFront, ein +kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. — Doppelflügeliges +_Altarwerk_ im südl. Nebenchor, bedeutendes Stück, bez. 1489 (wohl von +_Jakob Naumann_); im Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und +Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist nicht +festgestellt. — Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber der Grafen v. +Schwarzburg. Hauptstücke: große _Tumba_ Günthers XXV. † 1368 und seiner +Gemahlin Elisabeth † 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, +an der Spitze ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog. +»treuer Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in +Breslau, Kreuz-K.). — Großes _Prachtepitaph_ Günthers XLI. und der +Katharina v. Nassau, errichtet 1590. — _Skulpturen_. Am Portal des nördl. +Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn +Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben +dem Portal des nördl. Qsch. 2 Fürstenstatuen, männlich und weiblich, E. +13. Jh., von mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen. + +*Oberkirche* (Franziskaner) beg. 1246. — 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l, +Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr gute Akustik. Der Chor +nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlußwand. +Vortreffliches Maßwerk. Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der +schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand +erst 1461 angefügt. — _Epitaph_ des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute +Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. — _Flügelaltar_ 1594, das +Gemälde niederländisch. Zahlreicher die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17. +Jh.: 3geschossiger _Hochaltar_ mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz; +_Taufstein_ mit 5 m hohem Baldachin; der _fürstl. Kirchenstand_, ein auf 6 +Säulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der _adlige Kirchenstand_; +die _Gemeindeempore_ in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksmäßig. + +*Neue Kirche*. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer +niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen Decke mit +Emporen angefüllt. + +*Gottesacker-K.* 1738-43. Typisch für die thüringischen +Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse verschobenes +Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw. +Grabsteine des 16.-18. Jh. + +*Neidechsburg*. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der runde Bergfried +erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter +hübsches Portal. + +*Fürstl. Schloß* neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit großem +Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane. + +*Rathaus.* 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem +Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit säulengestütztem +Erkervorbau; in Nischen 2 _got. Statuen_, Erfurter Arbeit um 1730 in der +Art des _Joh. Gehart_. + +*Zierbrunnen*. 1573. + +*Bürgerhäuser*. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche +Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. Von der ma. +*Stadtbefestigung* das Riedtor und das Neutor. + +_ARNSTEIN._ UFranken BA Karlstadt. + +*Stadt-K. S. Nikolaus*. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute +klassizistische _Seitenaltäre_ von _Georg Winterstein_ in Würzburg 1790. +Reicher, meisterhafter _Orgelbau_ um 1700 aus der Karmeliter-K. in +Würzburg. — _Deckengemälde_ im Chor von _S. Urlaub_ 1726. Älteste _Glocke_ +14. Jh. + +_Wallfahrts-K. Maria-Sondheim_. Erb. M. 15. Jh., unvollständig ausgeführt. +Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer +3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen Ansätze zu Gewölben (geplant war +3sch. Hallenkirche). — _Deckengemälde_: Schlacht bei Lepanto mit Maria +Victoria, bez. _J. Ph. Rudolph_ 1770. Im Ossarium 2 interessante +_Steinreliefs_ von der alten Kanzel, Johannes und Markus in +Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule +(der das Werk übrigens nicht angehört). Schöne _Sandsteinmadonna_ um 1410, +typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um 1480. — +_Grabdenkmäler_ in sehr großer Zahl und z. T. hoher Qualität, am reichsten +vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag +vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere außen. Von +_Bildnissteinen_ hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast vollrund, starre +Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; Ludwig v. H. 1517. Von _Epitaphen_: +Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von +_Loy Hering_ in Eichstätt; Bernhard v. H., Art des älteren _Peter Dell_; +Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (_P. Dell_, wahrscheinlich der Jüngere); vom +selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel mit Frau und +Kindern 1597. — _Ölberg_ um 1500, besser als die meisten dieser Gattung. + +*Schloß* (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M. 16. +Jh., im Innern einiges zu beachten. — + +*Rathaus*. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753. + +*Spital*, große Anlage von 1713-30. + +_ARNSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +*Burg*. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster +rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose Kreuzgewölbe. + +_ARNSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Burgruine*. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas 5 stöckig +erhalten. + +_ARTERN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Marien-K.* in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. Ältester Bestandteil +der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem oberen +freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte +Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog. +Kreuzgwb.; nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein platt +geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und +Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchluß. +Fenster noch spitzbg. + +*S. Veit* in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges lat. +Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb., +Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit +Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster der +K. rundbg. + +_ASCHACH._ UFranken BA Kissingen. + +*Dorf-K.* Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-_Epitaph_ von +Bildhauer _Julius Emes_. + +*Schloß* (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle +geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter _Ofen_ aus 1. H. 17. Jh. + +_ASCHAFFENBURG._ UFranken BAmtsstadt. + +*Stifts-K. S. Peter und Alexander*. Ältere Baudaten fehlen. Rom. 12. und +13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713 und 1880. — _Inneres_. +Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte +Pfeilerbasilika (jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite +Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich +profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch. +der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. — Eine +zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der +Peters-K. in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgeführt +gebliebenen) Fronttürmen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen +Halle; rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle +der stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll +umrahmtes Portal, im _Tympanon_ Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um +1250 der OBau. Der Einfluß von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr +vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor 2 +quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster vermauert; die +Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien unterspitz. Die rck. +Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, geschärfte Wulstform, auf +Diensten mit Schaftringen; rom. Blätterkpatt. — Die Sschiffe des Lhs. +durch flache Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die große, über den +äußeren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe +zugängliche _Maria-Schnee-Kap_., erb. 1516 vom Kardinal Albrecht v. +Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen, entartetes Maßwerk; die +äußere Giebeldekoration erinnert mit ihrem schreinermäßigen Reichtum an +die sächsischen Bauten des Kardinals. — _Äußeres_. Chor und Langseiten +verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt Bauteile aus vier +Stilperioden zu einer überaus malerischen Gruppe. Eine in der Seitenachse +liegende hohe Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit +schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt. Der NTurm nicht ausgebaut; +dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der hohe Giebel der +Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore entsprechend, 3 sprom. +Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem Maßstab begonnen; über +dem zweiten Geschoß brechen die Motive ab und es folgt ein spätestgot. +Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hölzernen Helm. Das Lhs. +hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. — An der NOSeite schöner sprom. +_Kreuzgang_. Von ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang +zum _Paradies_, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit dem OBau +zusammengeht. — _Ausstattung_. Großer _Hochaltar_ in Ciborienform aus dem +18. Jh. Die ehemals zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört. +Die _Beweinung_ von _Math. Grünewald_ bildete die Predella eines +Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in +der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519 +bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria von _Grünewald_ einschloß; +wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd. +III) befindlichen Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant +als Dokument der Veränderung der Altarform im Übergang von der Gotik zur +Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers Allerheiligenbild. In einer +südl. Seitenkp. _Schnitzaltar_ der 14 Nothelfer von merkwürdigem +staffelförmigem Aufbau A. 16. Jh. — _Chorstühle_ von 1659 jetzt im Qsch. — +In der nördl. Turmhalle _Taufstein_ von 1487. — Im nördl. Ssch. (früher im +Chor) ein eherner _Baldachin_ aus der _Vischer_schen Hütte bez. 1536; vier +mit graviertem Laubornament geschmückte Pfosten tragen einen an der +unteren Fläche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung +erinnert an das (zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger Rathauses. Der +Baldachin scheint für das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte +Grabmal bestimmt gewesen zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von +Brandenburg und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen +Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. — _Kanzel_ aus Sandstein und +Alabaster, sehr reich, um 1590. — An der WWand kolossales _Holzkruzifix_ +aus A. 13. Jh. — Außen über der Freitreppe steinerne _Kreuzigungsgruppe_ +1699. + +_Grabmonumente_ und _Gedenktafeln_ in großer Zahl. Davon die wichtigsten: + +_Im Chor:_ SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen † 982, gesetzt +1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter, +Liudgard und Hildegard. — Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von +Brandenburg † 1545, gegossen 1525 in der _Vischer_schen Hütte, großartiges +Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18. +Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück gedacht, +Madonnenrelief von _Hans Vischer_ 1530: beide aus Halle hierher +übergeführt. — Epitaph für Kurfürst Schenk v. Erbach † 1459, ausgeführt im +16. Jh. — Desgl. für Kurfürst Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw. +durch lebendige Porträtauffassung. + +Im _Mittelschiff_ kurfürstliche Beamte. a) Südliche Reihe: Caspar v. d. +Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. — Wolf Beheim 1539. — Dr. +Sachs 1570. — Stephan v. Fechenbach 1577. — b) Nördliche Reihe: Melchior +von Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision, 1584 von +_Hieronymus Heck_. — Georg v. Liebenstein 1533 mit Anklängen an die Schule +_Backofens_; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die Seite +geschobenen) Kruzifix vorzüglich gegeben. — Brendel von Homburg 1573. — +Ch. Math. v. Albersweiler 1567. — Dr. Eisenberger 1575. + +_Im Kreuzgang_. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421, kniend in +Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken, schöne manierfreie +Arbeit. — b) NFlügel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. — +c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der +Mondsichel. — d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter +1493. — _Wandgemälde_, der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh. + +In der Sakristei 2 vorzügliche _Reliquienbüsten_ 1473 von _Hans Dirnstein_ +von Frankfurt. Degl. _Monstranz_. Rom. _Schachbrett_. + +*Agathen-K.* Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet, +unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr einfach +rom. Außen _Ölbergsgruppe_ aus 16. Jh., beschädigt, in Renss.Gehäuse. + +*U.L.F. Pfarr-K.* 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen +Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergeschoß +rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat übereinander, durch kein Gesims getrennt, +2 gekuppelte Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg. +Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner got. +Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert. + +Im Erdgeschoß eingemauert sprom. _Tympanon_, thronende Maria zwischen +Heiligen. + +*Studien(Jesuiten)-K.* 1619-21. In WDeutschland der erste dem römischen +Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. Köln Bd. IV, +V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in +Stuck, Beschlägemuster. + +*Schloß*. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges) +Schloß 1605-1614 von _Georg Ridinger_ aus Straßburg (von ihm selbst in +einem umfänglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die +wichtigeren Schloßbauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten +mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum +erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas +älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel um einen quadratischen Hof von +ca. 79 m äußerer, 51 m innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig +vorspringende quadr. Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem +aus dem alten Schloß herübergenommenen Bergfried, jetzt mit dem NFlügel +hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten) +und in der inneren Teilung folgt Raum auf Raum ohne Korridorverbindung. +Aufgänge durch Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. — Die allgemeine +Idee, aus dem Wasserschloß entwickelt, hier wohl sicher durch französ. +Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Übereinstimmung mit dem +Kaufhaus in Straßburg, dem Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schloß +Gottesau und dem etwas jüngeren Schloß in Mainz) mit der +ostfranzösisch-lothringischen Weise zusammenhängt; vgl. besonders die +Fensterverdachungen. Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten +Geschosse durch sehr kräftige Gesimse, während vertikale Teilungslinien +fehlen. Der Fassadenlänge von 85 m (mit Einschluß der Türme) entspricht +eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und Teilung in 15 +Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12 m H. In der Mitte wird es durch +einen reicher als alle übrigen Teile (ursp. jedoch einfacher +beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger Zugang durch das mäßig +große Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den +Burggraben, einst vorn durch eine _porta triumphalis_ geschmückt. (Der +Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der Türme nimmt nach oben etwas ab, sie +werden gekrönt durch eine Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher +Haube. Die östl. und nördl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die +Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der WSeite. — In der Nähe +erscheinen die Verhältnisse zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser +Zeit; aus gehöriger Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse +meisterhaft aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur Anlage +einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mächtige Wappen des Bauherrn +Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erwähnenswert, daß Ridinger vorher +hauptsächlich an Festungsbauten beschäftigt war. — Die _Hoffassaden_ +wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß das Erdgeschoß sich +in Arkaden öffnete (unglücklicherweise später zugemauert). — Die _innere +Ausstattung_, deren geschnitzte Türen, Mosaikböden, Stuckdecken, +Wandgemälde (im Kaisersaal Historien von _Georg Keller_, einem Schüler +_Jost Ammanns_), ein Besucher des J. 1614 überschwänglich bewunderte, +wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört. Einigermaßen verschont nur die +_Kapelle_; 1sch. Raum mit Netzgwb., Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor +von _Hans Junker_; Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet +mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem. Wand-, +Decken- und Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles Portal. — Im Schloß bmkw. +_Gemäldegalerie_. + +_ASCHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* 1606-15 nachgot. + +_ASCHFELD._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1679. Wirkungsvoller _Hochaltar_ in elegantem fr. Rok., gegen +1740, Richtung der Auwera. — _Kirchhofsbefestigung_ mit Gaden 16. Jh. + +_ASMUSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg. + +*Kirche* spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg. +mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen. + +_ASTHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Ehem. *Karthäuser-Klst.* gegr. 1409 durch Erkinger v. +Seinheim-Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf +älteren Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen geschmückte Renss.-Portal +an die Prokuratie versetzt. Treffliches _Chorgestühl_ renss., spätbar, +umgearbeitet. Mächtiger _Hochaltar_ 1730, Seinsheimsche _Epitaphe_. — Vom +Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) Nikolauskap. +und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes _Holzkruzifix_ um +1520. + +*Dorf-K.* Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von _P. Dell_ d. Ä., +Moritz v. Sch. 1565 von _Thomas Kissner_. + +_ATZENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten +Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh. + +_AUA._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +*Dorf-K.* daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim verlegten +Klosters; ein rom. _Taufstein_ Träger der Altarmensa. + +_AUB._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit +(1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh. +erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des +got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die +Bauformen passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt in 3 Sch. und +2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen, woraus +nicht notwendig ein nennenswert höheres Alter folgt. Doppelt gekehlte +Rippen mit Anläufen auf diagonal gestellten Kämpfern. Die oberen Pfll. aus +8 Runddiensten gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll. +mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung von Masken +und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk Nasen, z. T. in Blumen endigend. +Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelöst. Im +Obergeschoß Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fränkischen Bauten dieser +Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den Oberrhein und über diesen +hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit der französischen Gotik, +namentlich gilt dies von der Komposition der Rosen. — _Hochaltar_ 1682. +_Kanzel_ 1790. Hauptschmuck des Turms die schöne _Kreuzgruppe_ aus +_Riemenschneiders_ Werkstatt, dem Meister selbst nahe stehend. Bmkw. +_Steinrelief_ aus 14. Jh., die Jünger am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche +_Renss.-Grabmäler_. Das des Truchsessen von Baldersheim aus der +_Riemenschneider_schen Werkstatt um 1520. + +*Spital-K.* 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß 1580-1620. In +den Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration um 1770, vielleicht +von _Matteo Basti_ (vgl. die Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz). +Die Kap. in typischer unterfränkischer Nachgotik. — *Rathaus* 1671. — In +der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche _Bildstöcke_. + +_AUBSTADT._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* renss. 1618, mit Friedhofbefestigung. + +_AUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal +die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in +langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein +farbenreiches Innenbild. + +_AUE AM BERG._ Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen got. und +später. — Gemaltes _Triptychon_ um 1500. + +_AUERBACH._ K. Sachsen. Amtshauptstadt. + +*Burgruine*. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten. + +_AUERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die östl. +Stellung des Turms. + +_AUERSWALDE._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Dorf-K.* Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und +Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor ebenfalls +quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum +gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes +Kreuz, am Altar rom. Mensa. — _Altarschrein_, schöne Arbeit aus +Altenburger Werkstatt, 1503. + +_AUFENHAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K.* spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm, +einfachste Formen. — Gemaltes Triptychon M. 15. Jh. + +_AUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Burg* aus Ma. gut erhalten. + +In der *Schloß-K.* Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles +zinnernes Taufbecken von _Caspar Enderlein_ († 1633). + +_AUGSFELD._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im +OTurm. — Dekoration und Mobiliar in munterem, ländlich splendidem Rok. + +_AUGUSTUSBURG._ K. Sachsen AH Flöha. + +Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister +_Hieronymus Lotter_ aus Leipzig, zum Schluß _Erhard van der Meer_ unter +Oberaufsicht des Grafen _Rochus v. Linar_. Der allgemeine Charakter ist +der eines Residenzschlosses mit festungsmäßigen Anklängen (Gräben, +Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86 +m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch +schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich kreuzf. wird. +Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen +Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige +Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in +Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über dem +weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke Akzente +geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern, steilen Walmdächern und hohen +Schornsteinen (durch späteren Umbau vereinfacht). Die _Ausstattung_ der +Wohn- und Festräume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Säle, 7 Vorsäle, +74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet den mittleren Verbindungsbau +die + +*Schloßkirche* nach dem Plan _v. d. Meers_. Zwischen den tiefen Streben +ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit Halbsäulen +in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster Behandlung, das +Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. Über dem Altar großes +_Gemälde_ von _L. Cranach d. J._ von 1571, Kurfürst August mit seiner +zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. _Kanzel_ mit Gemälden von Hans +Schröer. + +_AULIGK._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des +16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von _Gottfr. Silbermann_, aus +Chemnitz versetzt. + +_AUMA._ Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O. + +*Stadt-K.* 1520 und 1793. — Reste eines _Schnitzaltars_ A. 16. Jh. + +_AURA._ UFranken BA Hammelburg. + +Ehem. *Benedikt.-Kloster*, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im +Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört, teils umgestaltet. +Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schluß. +Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter Überrest einer urspr. +bedeutenden Anlage. Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben +vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus Stützenwechsel +im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schluß in 3 Apsiden. Ein westl. +Atrium mit Doppeltürmen 1689 abgetragen. — In der jetzigen Stallung Rest +eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufsäulen in den Arkaden des +jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang. + +_AUWALLENBURG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Burgruine Wallenburg*, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm, +rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren. + +_AXIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K.* rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2 +Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N +einfach, im S verschränkt. — Aus frgot. Zeit _Taufstein_ und Reste von +_Wandmalerei_. + + + + +_B_ + + +_BAALSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.*, rom. Anlage des 13. Jh. — _Glocke_ E. 13. Jh. mit der Inschr. +»_Heinricus Filius Tiderici me fecit_« (ein Glockengießer _Thidericus_ +erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die +vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch, +Geringswalde, Niedergräfenhein, Oetzsch). + +_BAHRA._ UFranken B A Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Frgot. _Sakramentsnische_. _Glocke_ mit Apostelnamen um 1300. + +_BALDERSHEIM._ UFranken. BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* 1611, verändert 1901. Sehr guter _Grabstein_ 1493; andere 16. +u. 17. Jh. — _Hochaltar_ um 1700 mit guten _Holzfigg_. vom spätgot. Altare +(nach 1500). + +_BALGSTEDT A. U._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18. +Jh. im W des Turms neu errichtet. — _Glocke_ 1311. + +_BAMBERG._ OFranken. BAmtsstadt. + +*Dom S. Peter u. S. Georg*. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. 1004-1012; +Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf Rest. und zweite Weihe +1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung +nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch +nicht völliger Abschluß der Arbeiten. — Der gegenwärtige Bau ist ein Werk +des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende +Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den Neubau hinübergenommen, ist noch +nicht sicher festgestellt. Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, +Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung, +daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S. +Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschließend, S. Peter; zu beiden +führen Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m +reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. — +Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her +das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei +Phasen auf: spätromanisch ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in +seiner Außenansicht; frühgotisch, jedoch nicht von der französischen, +sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen +Frühgotik abgeleitet(1), der innere Aufbau des Lhs.; +französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu +verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht möglich. Der OChor ist +im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, daß er +vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet +waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs +(1203-1237), jedoch die Ausführung des WChors und der WTürme später. Die +plastische Ausschmückung (s. unten) beweist, daß noch vor ihrer +Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafür +die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich +als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang +dieser Regierung, Vollendung nach längerer Pause unter B. Berthold von +Leiningen (1257-85). — Aus der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die +Sepultur. Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der +Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37 +durch _Heideloff_ und _Gärtner_. + +_Ostbau_ (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen Raum unter dem +hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen gestatten, das Msch. +breiter anzulegen, während die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf +gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher und +luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die Stützen sind Sll., +ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen +8eckigen, schon frgot. Einfluß verratenden Deckplatten. Die Rippen mit +derben Rundstäben besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen +haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem +ehemaligen Podest. — Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks, +legt sich, besonders in der Außenansicht hervorragend schön kombiniert, an +die große Wandfläche, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in +gleicher Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der Aufbau 3 +teilig in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, Fenstergeschoß, +Zwerggalerie gesondert durch überaus reich gebildete Friese, vertikale +Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprünge und stärkerer und +schwächerer Dreiviertelsäulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv +in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen der reich +abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das +Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren +Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern +Arkatur; bezeichnend das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel +auch in der Form ihrer Säulenschafte. + +_Langhaus._ Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem +gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer- +wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung, +die dadurch möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das sog. +gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend, +daß die Grundrißabmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet +waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl. +Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt +deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb., +hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige +Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden, ebenso an der N- wie +an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten +Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die offenen, +und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte anfallen. Um als +Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu groß; ich kann sie +nur auf eine jüngere Restauration(2) beziehen, etwa nach Brand 1185, die +_noch nicht mit Gewölben rechnete_. Aus dem bei währendem Neubau +eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die Unregelmäßigkeiten im +östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelmäßig stärkere und +schwächere Pfll., kreuzförmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der +Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere +wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in +Ebrach), während der Übergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten +einfach rck., aber verhältnismäßig schmal, die Rippen Rundstäbe mit +mandelförmiger Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl noch +nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare +Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden Hauptpfll. und des mit +ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der füllenden Wandflächen. +Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen +System auffallend. Querschnitt. + +_Westbau_ (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges Gwb. +beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und +in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer +zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich +französischen Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters Ebrach +ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister tätig, zuerst +burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch gerichtet. Die Krypta +klein und jetzt unzugänglich. — WChor und OChor sind in ihren ins Schiff +vorspringenden Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen mit +Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne Gesims; die +SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei. + +_Äußeres_. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in den bisherigen +Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den +Dächern in wiederholten Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den +OTürmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren +wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten +der Georgenpforte hinweist); 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am +nördl. Ssch. (Fürstentor) und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte). +Denselben rein rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des +Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter +Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im 2. Fenstergeschoß noch +während des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten +Geschosse entsprechend geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den +WTürmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der +Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder zum +charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören; weiter nach oben tritt +der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer +tabernakelartigen Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks +umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast +gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der +französischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein +bestimmtes französisches Vorbild zurück: die Kathedrale von Laon. Doch ist +dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verständlich zu machenden +Punkte mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im +Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten hat: jetzt auf dem +Baldachin über der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors, +NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, daß die +französisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg +brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben +Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen +französischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in +der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter +das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am +Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für die Entwicklung +der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschluß vollständig ein Werk +des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer +erneuerte; ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem größeren 8seitigen +Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken. + +_Innere Ausstattung_. Aus Ma. nur das Chorgestühl; im WChor reicher, E. +14. Jh., im OChor etwas jünger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltäre +sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand +allein der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war, »daß das +heilige und großartige Denkmal in seinen Verunstaltungen verbessert und +der ungestörte Anblick dieses erhabenen Tempels im ursprünglichen Stile +wieder hergestellt werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835 +_Heideloff_, 1835-38 _Gärtner_. Sie entfernten nicht nur alle +nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt +in der Michaels-K.), sondern drängten auch dem der Spuren seines Lebens in +der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf. +(Selbst Führig, ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene +Vernüchterung.) + +Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte der +_monumentalen Plastik_ im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen, +jede durch eine führende Künstlerindividualität vertreten: Meister des +Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. a) Die +Arkaturen an den _Schranken des Georgenchors_ enthalten in ihren 2×6 +Blenden die Reliefgestalten von _Propheten_ (NSeite) _und Aposteln_ +(SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen, +weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. Je zwei im +Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer säkular an die +Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil; +zugleich in ergreifendster Weise den Zusammenstoß konventioneller +Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings +aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur +Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der +Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen; +die Körperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. +Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite in stürmisch +erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, daß der Künstler, +noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es könnte aber auch sehr wohl +eine bewußte Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der +SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. _Michael_. Das +_Verkündigungsrelief_ am Pfl. rechts von der Chortreppe saß früher an der +NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen +Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken dann ohne +plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in den Feldern, zur Ausführung +kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschöne zur Verfügung +stand. Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten ist mir +die Zeit rund 1225-35. — b) _Die Adamspforte_, links (SO) vom Georgenchor. +Am rechten Gewände Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, +Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für +dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte +der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit Säulen +verwachsen, die in dem Organismus _dieses_ Portals keinen Platz finden; +Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem +architektonisch die _französische_ Schule einsetzt, und daß der Bildhauer +der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich +nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere Statuen her, die jetzt im +Innern an den den Georgenchor nördlich begrenzenden Pfeilern sehr +ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal +gedacht; vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch. +vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal. Am +Mittelpfeiler _Maria_, von ihr getrennt _Elisabeth_ (als +Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel +(Verkündigung); am linken Pfl. ein _Papst_, am rechten der _h. Dionys_, an +seiner Front ein lebensgroßer _Reiter_. Dieser künstlerisch und +ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an +südwestfranzösischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden +bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der +hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem +ich von der Bedeutung der Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die +Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und +in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B. +beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria +und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem muß der +Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie +die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an +einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft +dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben sind, ist +nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehört zu den ersten künstlerischen +Kräften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in +dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch +sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung des WChors unausgeführt +blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien +stecken in den Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter +Reimser Maßwerk der frühesten Art. — c) _Das Fürstenportal_ am nördl. +Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in +ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des +Merseburger Doms), am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische +Anordnung ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, daß die +Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht +von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber +mehr und mehr mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als +ältere, die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser +Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder _der Ecclesia +und Synagoge_ haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem +Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen; +ebenso gehören der Werkstatt des letzteren der _Posaunenengel_ und der +_Abraham_ über dem linksseitigen Kämpfer. — d) Aus der älteren +einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals +rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade von +einem später veränderten Portal nach 1185. — _Grabdenkmäler __ des 13. +Jh._ Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals _Papst Clemens_ II. +(† 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien +der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der +Christus der Apokalypse (?), früher irrig als italienische Arbeit +ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der +Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, für eine +nachmittelalterliche Kopie. Gründe: die Schriftform und die arabischen +Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und +der Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma. +vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als +Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor, +jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). — Die 2 Tumben des +Georgenchors; B. Gunther († 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief, +ungewöhnlicherweise in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte +Linearzeichnung, Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. — +Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237, ähnlich dem des B. +Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. — Noch immer nach +demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s. +unten. — _Grabdenkmäler aus dem_ 14.-17. Jh. a) _im südl._ Qsch.: rechts +vom Altar großartiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von +derselben Hand wie Diether von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also +trotz der individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den +Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von _Jakob Weinmann_ von +Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Rügheim 1561 von _Kilian +Sorg_; Bronzemonument B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. — b) _Im Peterschor_: +Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von _Loy Hering_ in +Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den Wänden +mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herkömmlich +der _P. Vischer_schen Hütte zugeschrieben. — c) _Im nördl. Ssch._: im 2. +Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide +ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also +technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die bloß mit Inschrift +versehenen Bodenplatten von Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige +Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten +Fürstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. — d) _An dem südl. Arkadenpfl. +des Msch._: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B. +Friedrich v. Hohenlohe 1351, künstlerisch das wertvollste unter den +spätmittelalterlichen. — e) _Monument des kaiserlichen Stifterpaares +Heinrich und Kunigunde_ von _Tilman Riemenschneider_, beg. 1499, voll. und +aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form +Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen +Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den Wänden; +wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens +Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche, +3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von +seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenwägung. — _Sepultur der +Domherren in der h. Nagel-Kap._ Die Wände, soweit sie nicht von Altären +eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Größe 64 ikon. +Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in bloßen Umrissen, +1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in +größerer Höhe bloße Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß +in der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die _P. Vischer_sche +in Frage käme, wäre noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es für die +Platte des Joh. v. Limpurg († 1475), die dann die älteste in der Klasse +der gravierten von _P. Vischer_ wäre. — Spgot. _Schnitzaltäre_ im nördl. +Ssch. (aus Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. — _Kaiserglocken_ aus A. 14. +Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm, +Höhe 140 cm. + +_Schatzkammer_ (seit 1907 in neuen Räumen geordnet) ist in ganz +hervorragender Weise reich an _Textilien_: drei den Reichskleinodien +beigezählte Kaisermäntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Günther +(sämtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit +der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus _Metall_: zwei rom. +Tragaltärchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter +für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.), +Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel aus _Glasfluß_ (Opus Alexandrinum +1. Jh.). Gegenstände aus _Elfenbein_: Messerscheide (spätestens 9. Jh.), +Pontifikalkämme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. — Bis ins 16. Jh. +fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« (öffentliche Ausstellung +der zahlreichen Reliquien) statt. + +*Kreuzgang*. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen +der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen +OFlügel stößt das + +*Kapitelhaus* 1731, angeblich von _Balth. Neumann_. Die Behandlung +prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke +in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberührt. 2 ehemals im +Dom befindliche _Altarbilder_ von _Merian_ und _Sandrart_. + +*Alte Hofhaltung*. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern mit +Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit +prächtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, +so daß es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist +durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine +der allerglücklichsten und bezeichnendsten Schöpfungen der deutschen +Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg † 1577. Der entwerfende +Baumeister (_Erasmus Braun? Caspar Vischer?_) unbekannt. — In demselben +Gebäudekomplex eingeschlossen die Überreste der + +*Andreas-Kap*., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die +*Katharinen-Kap*. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle. + +*Neue Residenz*. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther Schloß +(an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem +verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von +B. Lothar Franz v. Schönborn der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister +_Leonhard Dientzenhofer_. Stückweise geplant und nicht vollständig +ausgeführt; Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten Winkel +aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel die 3 antiken +Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es +fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschluß durch ein nachdrückliches +Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von +Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten der Zeit +erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der große +Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von +Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die +Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der +Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner Ausdehnung sehr +niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der +Dekoration. + +*Domherrenhöfe*. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch +die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die +Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in +der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel +eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der +Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien +umgebenen Höfen und ihren terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele +haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber +dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch am +bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von _J. M. +Küchel_, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischöfl. Palais) und aus +16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt +sich durch die Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der +*Langheimer Hof* und der *Ebracher Hof*, beide noch M. 18. Jh. von _J. M. +Küchel_. + +*Antoniterhof* mit *Laurenzi-Kap.*, got. Anlage, 1629 umgebaut, +unbedeutend. + +*Clarissen-Klst.*, gegr. 1341, profaniert. + +*Dominikaner-K.* (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der gewöhnlichen +polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Höhe mit flachen Decken. +(Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet. + +*S. Gangolf*. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehören +einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden +got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. +eingewölbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme der +Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In den sehr +verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs. + +*S. Elisabeth*. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — Ein paar +_Holzfigg._ aus der Schule _Riemenschneiders_. + +*Franziskaner-Klst.* Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude als +Landgericht umgebaut. + +*S. Getreu* (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich erneuert, +unansehnlicher Barockbau. In ihm große _Kreuzigungsgruppe_, welche +Endpunkt von _Stationsbildern_ war, die sich von S. Elisabeth den Berg +heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an _Adam +Krafft_, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle gezogen. + +*Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe*. Als Militärlazarett umgebaut. + +*S. Jacob* (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen +erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des Innern seit 1866 entfernt; +anspruchslos im rom. Sinn restauriert, störend die neurom. Ausstattung. — +Flachgedeckte doppelchörige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms +das Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte +Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der +normalen Form abweichend; Würfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger +Deckplatte. Die östl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die +Erdgeschosse der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im +Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach +got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre rom. Fenster hinter den +Chorstühlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr +schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der +Außenbau sich noch bewahrt hat. + +*Karmeliter-K.* 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694 +ff. von _Leonhard Dientzenhofer_, ein mittelgroßer Barockbau der +nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich zu zerstören, wurde der +Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentürme +eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit +Zickzackornament eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher +schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen Räumen +unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. muß tiefer +gelegen haben. Interessant der große rom. _Kreuzgang_. Am OFlügel +Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst +ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr +entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte +der Bamberger Lokalarchitektur bmkw. der sog. _Fremdenbau_ (links von der +jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710. + +*Katharinen-Kap*. s. Alte Hofhaltung. + +*Liebfrauen*- oder *Obere Pfarr-K.* — Der einzige bedeutendere got. Bau, +der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich +begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh. +Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene Bau +flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die nur verstärkt zu +werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil +gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen, +durchaus got., auch sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got. +Bau möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der +Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses +beraubt. — Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß +5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den +Strebepfll. flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als +dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach +durch und nehmen Strebebgg. auf. Das Äußere ist mit reichem, aber wenig +edlem Schmuckwerk überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor +Flächendekoration durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen war +vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur +Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür« unter einem hohen +Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehört der zweiten +Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. — +_Das Innere_ übervoll von Altären und einzelnen Kunstwerken; überwiegend +18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh. +Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 große _Holztafeln_, Reste eines Altars, +beglaubigtes Hauptwerk des _Veit Stoss_ bez. 1523, das Mittelstück ca. +2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; aber technisch nicht Relief, da +die Vordergrundfiguren völlig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die +Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die +Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei +Schellenberg). — Gegenüber in einer Kap. _Sakramentsnische_ bez. 1492; +Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2 +Reihen übereinander; die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte +Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige Arbeit. — +_Taufstein_ mit eingelegten Holzreliefs. — Als Beispiele für die +Lokalkunst des 18. Jh. wären noch zu nennen: die _Hochaltarplastik_ von +_J. J. Vogel_ und am westl. Ende des nördl. Ssch. _Gemälde_, der verlorene +Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden _Joh. Nik. Treu_. — An der +_Brauttür_, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und törichten Jungfrauen, im +Tympanon Vermählung Christi mit der Ecclesia. — An der WFront roher +_Ölberg_ 1502. — In der Schatzkammer bmkw. _Monstranz_ 1477. + +*S. Martin.* 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von _Georg +Dientzenhofer_, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. Anlage nach dem seit +S. Michael in München für kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema. +Imposantes tonnengewölbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und +Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich auf der +Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, so daß die Vierung kein +volles Quadrat bildet. Überwiegend Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel +perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten +_Pozzo_, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern +von einem sonst unbekannten _Fr. Marcolini_. Fassade in reicher, schwerer, +unruhiger Gliederung. + +*S. Matern.* Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen. + +*S. Michaelis-K.* Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021, +zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700 +ff. — Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der +Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50 +br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge +von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, gerade im O +und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet, +die Nebenchöre in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und +spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern +der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes +der Reparatur von 1610 angehören. Echte rom. Profile am letzten östl. +Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt +Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom. +Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn +die Absicht auf Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl. +Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters so auch hier, nicht ausgeführt +worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung +des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über dem +Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage keinen Raum gewährt +(vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch. +kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die +Fenster rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine +vorgeblendete Barockfassade. 1700 von _Leonhard Dientzenhofer_. — _Innere +Ausstattung_, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest. +beeinträchtigt. Alle Mobilien aus Holz, die prächtige _Kanzel_ von zwei +Bamberger Künstlern, dem Tischler _Franz Böhm_ und dem Bildhauer _Reuss_. +Das _Altarbild_ im Chor von _J. J. Scheubel_ 1750. — _Grab_ des h. Otto in +Tumbenform 14. Jh., mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon. +_Grabstein_ in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. — Die +_Epitaphe_ von Bischöfen wurden auf Anordnung König Ludwigs I. aus dem Dom +hierher versetzt. Hervorzuheben im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. +Giebelstadt und B. Voit v. Würzburg, von _Hans Wemding_ 1577, 1580; no 4 +B. Ernst v. Mengersdorf, von _Hans Werner_ 1596; no 6 B. Neidhard v. +Thüngen von _Mich. Kern_ 1598. Die Reihe des südl. Ssch. bar. und rok. — +_Klostergebäude_. Hauptbau 1696-1702 von _L. Dientzenhofer_, andere Teile +jünger. Gänzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend. + +*S. Stephan.* Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. übrig +geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in +dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen in frgot. Form. Die K. +völlig umgebaut; Chor 1628 von _Giov. Bonalino_, nach dem Plan des +Brandenburgischen Baumeisters _Valentin Junker_; Sch. 1677 von _Petrini_. +Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen, +besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. — Das Stuckrelief +über der Vierung von _J. J. Vogel_. + +_Propsteigebäude_ (jetzt Präparandenschule) von _J. M. Küchel_ um 1760. + +*Friedhofs-Kap.* an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), gestiftet +1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere in eleganten +Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache +Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schließen +geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade große _Relieftafel_, die +Stifter vor dem Gekreuzigten. — *Älteres Jesuitenkollegium* (Gymnasium) +1611; bmkw. Portal zur Aula 1613. + +*Jüngeres Jesuitenkollegium* (jetzt öffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H. +17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition der deutschen +Spätrenaissance. + +*Ernestinisches Klerikalseminar* am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf +_B. Neumanns_ von _Justus Heinrich Dientzenhofer_. + +*Altes Rathaus* (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser Renss.Bau. + +*Neues Rathaus* auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm +(z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von _Jos. Anwander_, +neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf +der Brücke von _B. Mutschelle_; alles zusammen überaus glücklich und +originell in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein +malerisches Architekturbild ersten Ranges. + +*Hochzeitshaus* am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 zerstört. + +*Hauptwache 1774*, Bildhauerarbeit von _Kamm_. + +*Gangolfstor*, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697 +von _J. L. Dientzenhofer_. + +*Privathäuser*. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten. +Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen Kriege eine sehr +lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge zum Üppigen, dem eine vortrefflich +ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. — Hauptbeispiel das _Prellsche +Haus, Judengasse_ 14, und das _Concordiahaus_. Beide für denselben +Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr gleichzeitig (angeblich +1721-31). In beiden erinnert die Grundrißdisposition auf ansteigendem +Gelände und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, +speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz +verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenräume noch +im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, in der noch durchaus +bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von großer Kraft der +malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau +in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der +vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw. +_Concordiahaus_; ohne sehr groß zu sein in der Haltung eines monumentalen +Palastes. Den _Dientzenhofer_ zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, +Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). — Von _J. +M. Küchel_ (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse +7, 12. — Von _Fink_ 1789: Langgasse no 13. + +*Brunnen*. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt 1698; an der +Domterrasse 1777 von _Trautmann_. + +*Sammlungen*. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften. +_Gemäldegalerie_ auf dem Michaelsberg. + +_BANZ._ OFranken BA Staffelstein. + +*Benediktiner-Klst*. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von +_Joh. Dientzenhofer_. — Das typische Schema der Barockkirche — Langschiff +mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor — ist nur im +allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer +Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie +Borromini und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im +Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schräg und die +Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große Pfeilermasse, die das Sch. +in zwei Querräume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten größerer und +kleinerer Ellipsen, die im Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen +werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2 +Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für das Auge +unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es +auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und +auch nur für einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche, +ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist +es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung noch erhöht +durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es bleiben nämlich dem +Beschauer die Fensteröffnungen, immer den genannten maßgebenden Standpunkt +vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer +Theaterdekoration, an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert +wird. Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den Altarraum +von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor; der geheimnisvolle +Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzüglich +durchgeführter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja +roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold +gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in Betracht. — Die +Außenarchitektur kann an den, zum Glück wenig sichtbaren, Langseiten nur +abstoßend heißen; sie hat die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung +zu zahlen; recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der +Fernwirkung. + +*Klostergebäude*. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger. Der +kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe umfassende +Hauptbau, 1698-1704 von _Joh. Dientzenhofers_ älterem Bruder _Leonhard_. +Der Mittelbau der Fassade jünger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, +auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach +Angaben von _Balth. Neumann_. Die Kunstformen durchweg einfach; das +gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung der Terrainbewegung +wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen. + +_BARCHFELD._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Schloß* der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen Verließ +originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt. + +*Landgräfliches Schloß*, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, mit gut +eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire. + +_BÄRENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Stadt-K.* 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung von _J. Ch. +Simon_ erneuert. Reste eines stattlichen _Altarwerks_, Renss. 16. Jh., mit +Sandsteinreliefs. _Grabst._ 1522, 1612, 1703 + +*Schloß* 15. und 16. Jh. + +_BARNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert, +Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit. + +_BARUTH._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. — v. +Gersdorfsche _Grabsteine_, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658. + +*Schloß*. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. Ansprechende +Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schöner Stuckdecke und +zahlreichen _Porträts_. + +_BASDORF._ RB Cassel Kr. Frankenberg. + +*Gerichtslinde* mit Bänken und von Steinsäulen getragenem Gebälk zur +Unterstützung des Astwerks. + +_BAUERBACH._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie +auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster. + +_BAUMERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640. + +_BAUNACH._ UFranken BA Ebern. + +*Pfarr-K.* 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit +vier Ecktürmchen. + +*Wallfahrts-K.* (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und +reicher Außengliederung. — Von der _Einrichtung_ (bar. um 1680) +erwähnenswert die spgot. _Tumba_ des seel. Überkomm im Chor mit einh. +Spitzbogenblenden. — _Johannesschüssel_, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. — +Verschiedene spgot. _Holzfigg._ um 1500; teilw.l Bamberger Stils. — Auf +dem freien Platz um die Kapelle _Predigtkanzel_; spgot. um 1500. + +*Amtshaus*. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit Treppenturm. +A. 18. Jh. Innen guter _Kachelofen_ der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit. + +*Rathaus*. M. 18. Jh. + +*Hoftor* in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. Typische +Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in +barocker Tracht stützen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710. + +_BAUTZEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Dom S. Peter*. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meißener +Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts +erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15. +Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und +1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den +Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. — a) +_Westbau_. Ältester Teil das vorspringende Mittelstück. Ein starker +Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des +Erdgeschosses ausgeführt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am +Gewände je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf +Übergang zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach Brand 1441 +erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem +Umriß 1664 von _Martin Pötzsch_. Die Mitte und der rechte Flügel der +Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b) +_Langhaus_. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem +Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach +S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand älter sind. +Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein +viertes Schiff angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige +Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen +gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die Gwb.Scheitel nur 16m haben. +Ganze innere L. 60 m. Material in den älteren wie in den jüngeren Teilen +Granit. — _Ausstattung des protestantischen Teils_. Landständische Empore +unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit +je einem großen Reliefbild. Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. +— _Ausstattung des katholischen Teils_. Vieles in neuerer Zeit beseitigt, +z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Säulenbau aus Marmor 1722 +von _Fossati_. [Die Statuen zweier Kirchenväter von _Permoser_, zu seinen +besten Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von +_Pellegrini_.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes _Kruzifix_ von +_Permoser_. _Chorgestühl_ A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau +unbedeutend. Reizvoller _Rok.-Altar_ in der Sakristei. — _Domschatz_. +Tragaltäre 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um +1500. Eine Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl. +Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. — _Bildnisgrabsteine_ +des 16. und 17. Jh. in großer Zahl. Hölzerne _Wandepitaphe_. + +*Liebfrauen-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig +umgestaltet. + +*Nikolai-K.* Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem +Stadtbrande 1634 Ruine. — Auf dem Kirchhof _Denkmäler_ des 18. Jh. + +*Michaelis-K.* Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430. + +*Mönchs-K.* (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in +Backstein gegen O erweitert. Ruine. + +*Täufer-K.* Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft verändert. — +Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwändigen +Denkmälern des 17. und 18. Jh. + +*Ortenburg*. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut +1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark +beschädigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. — Die aus mehreren Gebäuden +bestehende Anlage folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot. +Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch _Ezechiel Eckhardt_. Mächtiges +Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal mit +ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figürliche überwiegt; +8 Felder mit Darstellungen aus der Fürstengeschichte von Böhmen, +Österreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. — +Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten Torfahrt; +darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische _König Matthias +Corvinus_ thronend, von Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die +Wappen der Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im +zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur. + +*Domstift.* Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753. + +*Rathaus* wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch +feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8 +Eck-Turmes. Die _Sandsteinstatue_ des sog. Ritters Deutschmann krönte +ursp. einen Brunnen; 1576 von _Chr. Wolter_ in Dresden. Treppenhaus der +NSeite 1729. Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von _Bildnissen_. +[Der Ratsschatz jetzt im Museum.] + +*Gewandhaus*. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das +Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf. + +*Schießhaus*. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder. +— Von der einst sehr starken *Stadtbefestigung* hat sich ein +beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten. Ferner: der Lauenturm +1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit +steinerner Bar.Krönung 1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf +II. von _Martin Michael_ 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische +Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. Der Schülerturm +mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m +starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch +interessant und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, erb. +nach 1558 von _Wenzel Röhrscheidt_. Die »neue Wasserkunst« 1600. + +*Wohnhäuser*. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils +erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, daß sie sich +nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) _Zwischen_ 1634 (_Stadtbrand_) +_und_ 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern +Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. Burgplatz +no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — b) _Zwischen_ 1709 _und_ 1720. +Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in +Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenräume zu beachten. — c) _Zwischen_ +1720 _und_ 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. +Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8. +Reichenstr. no 5. — d) _Zwischen_ 1740 _und_ 1780. Reichenstr. no 24, +Töpferstr. 34. + +*Stadtmuseum* am Kornmarkt. + +_BAYREUTH._ OFranken BAmtsstadt. + +*Stadt-K.* Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme; +sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße +6jochige Basilika, Chor in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß. +Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen äußerst +nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät wenig die +Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des +Strebewerkes mit offenen Bögen; an den Fenstern mäßige Verwendung von +Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme +5geschossig geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit +welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner +prächtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche _Hochaltar_ von +1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von _H. Werner_ erhalten. +Die wenigen übrig gebliebenen _Statuen_ an den Chorstreben A. 15. Jh. +geringwertig. + +*Schloß-K.* 1753 von _St. Pierre_; einfacher, niedriger Saal mit +Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche +Stuckierung von _Martino Petrozzi_. Gruftkap, für das Markgrafenpaar +Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf. + +*Spital-K.* 1748 von _St. Pierre_; über dem schlichten quadr. Raum +Deckenbild von _Wunder_. + +*Ordens-K.* in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la sincérité« +(nachmals Roten Adlers) 1705-11 von _G. v. Gedeler_. Griechisches Kreuz +mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im +Aufriß toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemälde von +_H. S. Beham_, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.) + +Betsaal der *Gravenreuther Stiftung* 1741 von _J. G. Weiss_. + +*Kanzlei*. 1625 von _Abraham Schade_. Streng klassizistische, die +niederländische Schulung _Schades_ verratende Formen. Die Temperantia und +Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von _Abr. Gross_ aus Kulmbach +(vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden +symmetrisch verlängert. + +*Altes Schloß*. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die +fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit +1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz (»Maximilianstr.«) offenes +Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten _Ch. Ph. Dieussart_. Auffallender +Weise hat das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische +Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in vortrefflich +reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß nur in Verputz, +ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur +ein Treppenaufgang alt. + +*Neues Schloß*. 1754 von _St. Pierre_. Lang gestreckt, wenig tief, nur der +3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen. Eingangshalle und +Treppenhaus verhältnismäßig bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß, +ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen +Fürstensitzen aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren geringer, +doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natürlichen. Im +Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem +Relief; das Gebälk nicht verkröpft; Rokokoornament (von _Petrozzi_) nur an +der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von _Wunder_) jetzt übertüncht. +Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz +vertäfelte Speisegalerie. — Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete +»italienische Bau«; der von _Petrozzi_ dekorierte Festsaal gibt eine +wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen. + +*Opernhaus*. 1744-48, Fassade von _St. Pierre_, innere Einrichtung von +_Carlo Bibiena_ aus Bologna nach Entwurf seines Vaters _Giuseppe_. Die +Bühne überrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso groß ist, als die des +Zuschauerraums. Der letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen +und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. Das +Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber die Fürstenloge, zu +beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. Das Ganze für die Hofgesellschaft, +die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, der +denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen. Die Flüchtigkeit der +Ausführung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht störend. +Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen +vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV. +noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht »Rokoko«, +sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch +viel mehr konstruktive Konsequenz übrig geblieben ist, als das Rokoko +duldet. — Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. +verleiht dem Bayreuther erhöhten Wert. + +*Kaserne*. 1740 von _J. F. Graul_; großer 3flügeliger Bau von geschickter +Massenverteilung. + +*Privathäuser*. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige Erker +gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der +Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer, +französisierender entgegen; Hauptmeister _St. Pierre_ und besonders _Karl +Philipp Gontard_. Die splendide Ausführung in Sandsteinquadern heute durch +starke Rußschwärzung beeinträchtigt. Von _St. Pierre_: Friedrichstr. 2 und +7. + +Von _Gontard_: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der +Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß, in der Nähe sein eigenes Haus. + +*Reiterstandbild* für Christian Ernst 1698 von _Elias Ränz_ nach Entwurf +von _Leonhard Dientzenhofer_; früher vor dem alten, jetzt vor dem neuen +Schloß; eine wunderlich überfüllte und dadurch kleinlich wirkende +Barockkomposition. + +*Markgräfliche Schlösser* in der Umgegend: + +*St. Georgen*. 1725 von _J. D. Ränz d. J._ Nur als Bruchstück erhalten +(jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch _Decker_ vermittelten) +Zusammenhang mit Schlüter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt. +der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten +Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden. + +*Eremitage*. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration +von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut +erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst +durchgeführte Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen die +»Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes als »Eremiten« +zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgräfin Wilhelmine +schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach +einem natürlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer noch +mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die ältere +Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und +dem »Refektorium«; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht, +phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den +Gemächern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung +feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz +ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate +Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln +wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von Interesse und +ihre Benennung nicht überall gesichert. — Aus den 40er Jahren die +»Orangerie«, erbaut von _St. Pierre_. Eine im Halbkreis angeordnete +Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in +welcher als selbständiger kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den +regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier ein +phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine Inkrustation von +bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere +des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche +Skulpturenschmuck nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen +Gemächer haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht +hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das Relief von +schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als Ausführende werden +Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren dürfte das »Gartenzimmer« +stammen, an dem der modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. — +Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet; +daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste in ihrem Zusammenhange +nicht mehr verständlich. + +*Fantaisie*. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758), vollendet +1765 (von _Rud. Heinr. Richter_?). Ein Schlößchen im Sinne des +vordringenden Klassizismus; seither mehrfach verändert. + +*Sanspareil*. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw. +Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall. + +_BECHSTEDTWAGD._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt. + +*Dorf-K.* mit rom. OTurm und Apsis. + +_BEDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. Chor +turmtragend, in der Anlage von 1290. — _Ikonische Grabsteine_ der Familie +v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tüchtig. + +*Schloß*, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten +stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh. + +_BEERENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.* aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden _Hochreliefs_ der +Madonnna und eines nicht erklärten männlichen Heiligen. + +_BEERWALDE._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* 1783. — 3 _Alabasterreliefs_ aus der Schule der _Walther_ (2. H. +16. Jh.), von einem Grabmal. Andere _Denkmäler_ 1574, 1683, 1724. + +_BEESENLAUBLINGEN._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon +rohes _Relief_, Christus zwischen Petrus und Paulus. — Einfacher rom. +_Taufstein_. + +_BEHRUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Pfarr-K.* Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten; +Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh. + +_BEICHLINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* 1710. — Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm. + +_BEIERNAUMBURG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3 +teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung. + +_BELGERN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Stadt-K*. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig, +Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. — _Schnitzaltar_ +1660 in Knorpelbarock, _Emporen_ 1632 mit interessanten +Kerbschnitzmustern, hölzerne _Epitaphe_ 1658, 1769. + +*Klosterhof und Diakonatsgebäude*. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die +älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, 4 Ecktürme. + +*Rathaus*, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube. +An der SWEcke ein + +*Roland*, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet. + +_Privathäuser_ verschiedentlich mit renss. Portalen. + +*Meilenzeiger* als Obelisk 18. Jh. + +_BELGERSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma. + +Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung zu +malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der _Altarbau_ getragen von 2 +Palmbäumen, im Mittelfeld Kopie von _Rubens_’ Kreuzabnahme. _Denkmäler_ +der Familie v. Ponickau. + +_BELRIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen. + +*Burgruine* mit Spuren doppelter Ringmauer. + +_BELVEDERE._ Sachsen-Weimar. VB Weimar. + +*Herzogl. Jagdschloß.* 1724-1732. Äußeres in symmetrischer Anlage, +bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach ländlich. Inneres: +bescheidenes Rokoko. + +_BENDELEBEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen. + +*Dorf-K.* Umbau 1588. — Über dem Altar _Holzrelief_, Abendmahl, um 1590; +_Kanzel_, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; über dem Eingang zur Gruft des +Herrn v. B. _Epit_. 1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung, +Auferstehung) in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament. + +_BENKENDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des +Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung von einigem Interesse. + +_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.* aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12. +Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis. + +_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher Rok.-Altar. + +_BERGEN._ RB Cassel Kr. Hanau. + +Ehem. *K*., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564. + +*Burg*. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut. + +*Ringmauer* mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten. + +*Berger Warte*. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527. + +_BERGRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K*. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler. Auf der OSeite +die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem Schluß. 1. H. 14. +Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von _Peter Wagner_ 1781. _Gemälde_ der +Nebenaltäre von _Oswald Onghers_ 1695. + +_BERGTHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K*. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes. +Juliuswappen. — _Sakramentsnische_; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got. +Giebel. — Beim Schulhaus _Bildstock_ um 1600 mit Abendmahlrelief in der +Richtung des _Mich. Kern_; mehrere andere 18. Jh. + +_BERKA._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K*. 1739. — _Taufbecken_ von der Gruppe Christi und Johannis +getragen. — Stattlicher _Kanzelbau_. + +Von dem 1251 gest. *Cisterc.-Klst.* schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine +gering. + +_BERKA A. D. WERRA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Stadt-K*. Der quadr. +Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2 +Rängen, hölzernes kassettiertes Tonnengwb. — Spätgot. _Taufstein_ um 1530. +Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer _Crucifixus_ um 1500. Orgel mit +reichem Gehäuse 1667. + +*Fachwerkhäuser.* Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu). + +_BERLEPSCH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +*Burg*. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss. + +_BERMBAGH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K*. neu. _Taufstein_ 1610 mit merkwürdigem, an die Holzarchitektur +der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 _Holzfigg._ A. 18. +Jh. — Geschnitztes _Fachwerkhaus_ (no 27) aus 17. Jh. + +_BERNBRUCH._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K*. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. _Flügelaltar_ um 1480. + +_BERNECK._ OFranken BAmtsstadt. + +*Burg*, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und hoher +4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg, +_Hohenberneck_, erb. 1485. + +*Rathaus*. 1657. + +_BERNECKE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K*. Anlage rom. wie in Hain. + +_BERNSTADT._ K. Sachsen AH Löbau. + +_Stadt-K_. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt, nach +Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. — _Grabdenkmäler_ 17. +und 18. Jh. in großer Zahl. + +_BERNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +_Dorf-K_. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der +eichsfeldischen Kirchen _vor_ der, den meisten von ihnen widerfahrenen, +Barockisierung. Ausstattung rok. + +_BERTELSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +_Dorf-K_. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. — +_Bildnisgrabsteine_ derer v. Gersdorf 1580 ff. + +*Herrenhaus*. 1722 und 1790. — Häuser der Herrenhuter Unität 1790. + +_BERTSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K*. 1672 nach Riß von _Klengel_. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchluß. +Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll. +hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster. WTurm über Dach 8eckig. — +_Kirchhof_; Portal Renss., Denkmäler 18. Jh. + +_BERZDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K*. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch den Brand im +Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom. Rundbg.Fenster nach der +Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. — _Schnitzaltar_ ca. 1480. +Emporen 1608. + +_BESENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Herrenhaus* erb. 1686 von General v. Hanstein. + +_BESSE._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Dorf-K*. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. — +_Sandsteinrelief_, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben. + +_BETTENBURG._ UFranken. BA Hofheim. + +*Schloß*. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen. Neubau +nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627. +Englischer _Garten_ 1790 mit romantischen Denkmälern für Götz v. +Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m. + +_BETTENHAUSEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen. + +*Pfarr-K*. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal, +Deckenmalerei und Mobiliar 1770. + +_BETZENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz. + +*Schloßruine*. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört. + +_BEUCHLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K*. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis. + +_BEUREN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +Ehem. *Kloster-K*. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger +Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit +Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergeschoß mit +Schieferhaube. + +*Wach-Turm* aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten +Erkern. _Häuser_ in Fachwerk. + +_BEUTNITZ_ b. Jena Sachsen-Weimar. *Dorf-K*. Rechteck, frühgot. Chor, +Langhaus spätgot. mit Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur +Verteidigung eingerichtet. _Kruzifix_ A. 15. Jh. + +_BEYERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Dorf-K*. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein. + +_BIBRA._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K*. In der Anlage rom. — Rom. _Rauchfaß_. + +_BIBRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche*. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von +künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gewölbter +5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger +Schule. — Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom _Hochaltar_ 4 Flügel +erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur mit entfernter +Beziehung zu _Riemenschneider_. Dasselbe gilt von den Seitenaltären. Näher +steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der +Sakristei). — Schlichte steinerne _Maßwerkkanzel_. — Von den +_Glasgemälden_ alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und +Dompropst Albert v.Bibra). — Eine Reihe guter _Grabsteine_. Georg v. B. +1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt +(Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Würzburg). Auf 7 +Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem +Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine von +einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung mehrfach viele Jahre +vor dem Tode. + +_BIEBELRIED._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K*. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. — Im neuen +Hochaltar schöner _Kruzifixus_ vielleicht von _Riemenschneider_ oder ihm +nahestehend; ebenso der _Salvator_ (vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg). + +*Johanniterkastell*. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der +Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom Bau von 1275. An der SOEcke ein +vorgekragtes Chörlein von der ehemal. Kapelle. + +_BIEBEREHREN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Rathaus*. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. — Im Pfarrhof gutes +_Holzkruzifix_ um 1520. An der Brücke _Bildstock_ bez. 1432. + +_BIEBERGAU._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K*. 1733. Bmkw. schöne _Kanzel_ mit 4 Evangelisten, um 1750. + +*Schlößchen*, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh. + +_BIEBERSTEIN_ siehe Fulda. + +_BIEBERSTEIN._ Kr. Sachsen AH Meißen. + +*Pfarr-K*. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. _Altaraufsatz_ mit +ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von _Körmser_. + +_BIELEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K*. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und +Fenstergruppe gleich Windhausen. + +_BILDHAUSEN._ UFranken BA Kissingen. + +Ehem. *Cisterc.-Klst*. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altäre nach +Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch gebracht. — Von der alten Anlage +ist erhalten: Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter, +zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar, +wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Räume. — +_Torhaus_ mit rundbg. Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14. +Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. — _Alte Procuratie_. 17. Jh. +Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich +geschnitzter Türumrahmung im Stil des grünen Zimmers der Würzburger +Residenz. Die übrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. — Hübscher +_Gartenpavillon_ von 1756. + +_BIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Schloß* im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert. + +_BINDLACH._ OFranken BA Bayreuth. + +*Dorf-K*. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil. + +_BIRKENFELD._ UFranken. BA Hofheim. + +*Schloß*. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr., +die langen Flügel abgesondert. Hübsche, vollständig erhaltene +Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers _Gout_ von einheimischen +Dekorateuren. + +_BIRKENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +Zwei ansehnliche *Herrenhäuser* derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und +Roterhof (Fachwerk) 1659. + +_BIRNFELD._ UFranken BA Hofheim. + +*Schloß*. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph. v. Greifenklau +und J. Ph. Fr. v. Schönborn. — _Dorfhaus_ no 1 schöner Fachwerkbau. +»Tausendjährige« _Gerichtslinde_; der Stützbau mit 2 konzentrischen +Kreisen von steinernen Säulen 1719. + +_BIRSTEIN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K*. 1556. — _Epit_. einer Gräfin v. Isenburg 1596. + +*Burg*. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3 +Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am +geschlossenen mittleren Hofe westl. der Küchenbau, umgebaut 1549, und der +»neue« Bau von 1527, noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der +nördl. Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau +des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister _A. W. Faber_, +einem Schüler _Stengels_, als standesgemäßes fürstliches Residenzpalais, +doch verhältnismäßig einfach. + +_BISCHHAUSEN_ b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Dorf-K*. 1742 Umbau aus spgot. — Großes handwerkliches _Epitaph_ der +Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got. +Reminiszenzen. + +_BISCHHEIM._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K*. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung +nicht ohne Reiz. + +*Herrenhaus* und Park um 1800. + +_BISCHOFFERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K*. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau. + +*Gemeindeschänke* reicher Fachwerkbau um 1560. + +_BISCHOFSGRÜN._ OFranken BA Bayreuth. + +*Dorf-K*. _Altargemälde_, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten +Inschr. 1304. + +_BISCHOFSHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Dorf-K*. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem +vortretendem WTurm mit Zinnenkranz. + +_BISCHOFSHEIM._ UFranken BA Neustadt a. S. + +*Pfarr-K*. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich +behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner _Renss.-Laufbrunnen_ mit bmkw. +Reliefplatten. + +_BISCHOFSRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K*. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am +Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und +profillos. — _Grabsteine_ 1516. — Reich geschnitztes _Fachwerkhaus_ 17. +Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. _Malerei_. + +_BISCHOFSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Schloß* 1747 von _Chr. Heinemann_ für den Landesherrn Kurfürst Joh. +Friedrich v. Mainz. + +*Burgruine*, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K. + +_BISCHOFSWERDA._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Stadt-K*. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813 +Wiederaufbau durch _J. G. Michael_. Einige _Grabdenkmäler_ des 17. Jh. + +*Begräbnis-K*. 1573, erneuert 1814. — Kolossales _Sandsteinkruzifix_ E. +16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute +_Holzfigg_. um 1500. _Grabdenkmäler_ des 18. Jh. in großer Zahl. + +*Rathaus* 1818 von _Thormeyer_. Wohnhäuser aus derselben Zeit, sehr +bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das Gasthaus zum +goldenen Löwen. — _Stadtmuseum_. + +_BITTERFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K*. Gering spgot. — Großer _Wandelaltar_ mit Doppelflügeln, die +Gemälde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle. + +_BLANKENAU._ RB Cassel Kr. Fulda. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-K*. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr. +Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm. + +_BLANKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Schloß*. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eiförmigem +Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer Zeit dürftig hergestellt. + +_BLANKENBURG._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Stadt-K*. Turm von 1385, im übrigen modernisiert. + +_BLANKENHAIN._ Sachsen-Weimar VB Weimar + +*Dorf-K*. spgot., verbaut. — Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das +_Relief_ der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. — _Epit_. v. +1722. — _Grabst_. — _Glasbilder_ aus 16. Jh. + +*Schloß* (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden 1527 und +1667 erneuert. + +_BLANKENHAIN._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K*. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg. +Turm ohne Bogenfeld. — 5 _Holzfigg_. von einem zerstörten Altarwerk des +17. Jh. + +_BLANKENHEIM._ RB Cassel Kr. Rotenburg. + +Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im +Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut. Reichskulpierte +Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Säulchen und reichen +Kapitellen. Interessantes Portal am nördl. Ssch. + +_BLEICHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Pfarr-K.* Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des +MSch. 1711 völlig verändert. + +_BLINTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Dorf-K.* 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und kleinem WTurm. — +Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten +Epoche von Interesse. + +_BLOCHWITZ._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668. +Sandsteinkanzel 1550. + +_BLOSSWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß, Fenster +spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter _Holzplastik_ um 1510. +_Kanzelaltar_ von _Valentin Walter_ 1705. _Grabdenkmäler_ 16.-18. Jh. in +großer Zahl, die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz. + +_BLUMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige Innere durch +Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. — 9 _Epitaphe_, hervorzuheben +das des Joh. Chr. Weißenbach † 1690. _Glocke_ 1475. + +_BOCKENHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Edelhof* ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen +1593. + +_BOCKLET._ UFranken BA Kissingen. + +*Badanlage* 1754. + +_BODELWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483. + +_BODENLAUBEN_ (Botenlauben). UFranken BA Kissingen. + +*Burgruine* mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg +(vgl. Frauenroth). + +_BODENRODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K.* ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit +gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. — Ausstattung bar. + +_BODENSTEIN_ b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Schloß* im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem +Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. — Außen nach W Trümmer +eines ma. Gebäudes. + +_BÖLLBERG._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. *Dorf-K.*, eingezogene Apsis, kein +Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. _Malerei_, +Teppichmuster. + +_BOLZHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Chor 1614, Lhs. 1730. — Außen _Madonna_, treffliche Holzfig. um +1540. + +_BONNLAND._ U Franken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche +_Grabsteine_ der Herren v. Thüngen und v. Rußwurm. — _Abendmahlskelch_ A. +15. Jh. + +*Schloß* (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische 2flügelige Gruppe +aus sp. 16. Jh. + +_BORAGK._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem +Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen. + +_BORITZ._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* wesentlich modern. Bmkw. _Schnitzaltar_ ca. 1500-1520, einer der +besten in sächs. Dorf-K., angeblich aus dem Meißener Dom. + +_BORNA._ K. Sachsen AH Borna. + +*Haupt-K.* Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das +Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. — +_Altarwerk_ 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4 +bewegliche und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur +Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z, +dem Stil nach identisch mit dem Meister der »schönen Tür« in Annaberg +(Flechsig). — Schöne _Glocke_ 1493. + +*Kunigunden-K.* nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als +Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein. + +_BORNA._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg. +geschlossen. _Sandsteinkanzel_ um 1550 mit hübschem Relief an der +kreisrunden Brüstung. Stattlicher _Taufstein_ um 1610. _Denkmäler_ 17. und +18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617. + +_BORNA._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* 1753. _Altarwerk_ aus buntem Marmor 1756 von _Andrea Salvatore +Aglio_. + +_BORNITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Schloß*. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. um 1580, +der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte. + +_BORSCH._ Sachsen-Weimar VB Dormbach. + +*Kath. Dorf-K.* In reicheren Barockformen um 1730, so auch die +Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars _Schnitzwerk_ um 1500 (in +dieser Gegend nicht oft erhalten). — _Fachwerkhäuser_ 17-18. Jh. + +_BORTHEN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Altes Schloß* 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes rundbg. +Portal. + +*Neues Schloß* 1700. _Bildnis_ der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk von +*Antoine Pesne*. + +_BOSAU._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa. + +_BOTTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter +Kanzelaltar A. 18. Jh. + +_BÖTTIGHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* erb. 1701. Gute Innenausstattung. _Hochaltarblatt_ von _Mart. +Bolster_ 1706. _Holzfig._ St. Sebastian E. 15. Jh. + +_BOYNEBURG._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Burg*. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten der 4 +Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas. + +_BRACHSTEDT._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Got. _Sakramentsnische_. + +_BRAMBERG._ UFranken BA Hofheim. + +*Burgruine*. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen +Bauten spgot. + +_BRANDENBURG_ bei Lauchröden Sachsen-Eisenach. + +*Burgruine* an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten +Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der »hinteren« Burg 13. Jh., unten +6eck., oben rund; der der »vorderen« A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin +Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell für +Feuergeschütz. + +_BRANDENFELS._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Ansehnliche Burgruine*, Kap. 1248 (?). + +_BRANDERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute +_Holzmadonna_. _Grabst._ 1559, 1640. + +_BRANDIS._ K. Sachsen AH. Grimma. + +*Stadt-K.* 15.-17. Jh. — *Herrschaftshaus* 1696, recht stattlich. + +_BRAUNA._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Schloß* um 1700. Gemäldesammlung. + +*Herrenhaus* aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg +Besitzer war. + +_BRÄUNSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Dorf-K.* A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der +alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges _Altarwerk_ bez. 1512. + +_BRAUNSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Kirche* mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., wobei +treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden. + +_BRAUNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Schloß*. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut. + +_BREHNA._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Stadt-K.* (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut. + +_BREITENAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen. + +_BREITENAU._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot. +Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster +zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. — Rom. flachged. Pfl.-Basilika +auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so +geordnet, daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel; +Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. — Der Hauptchor von den Nebenchören durch +eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von +schlankem Aufbau, mit verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt. +Über den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims +sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl. +Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Türmen eine +gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine +desgl. Empore; das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem Kapt. +eine männliche Figur mit der Beischrift _Henricus_. — Außenbau: Lisene mit +einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das +WPortal verstümmelt. Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch +die Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen? oder nie +ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger Glockenturm, 1898 +errichtet. — An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene +_Malereien_ (so 1866; jetzt übertüncht). Von den Klostergebäuden und +Ringmauern unerhebliche Reste. + +_BREITENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Reichsburg*. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die +1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark. +Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem +vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog. +Kemnate. + +_BREITENBACH._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen, innen +Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertürmchen. + +_BREITENHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505. + +_BREITENSEE._ UFranken BA Königshofen. + +*Pfarr-K.* Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher +Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit Reliefs, +Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von Renss.Malerei [übertüncht] +an den Langhauswänden). + +_BREITENWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K.* 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit +umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus. + +_BREITUNGEN_ s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen. + +_BREMEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda Ad. v. Dalberg, +Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch. +flachged. Innenraum mit würdevollem Reichtum ausgestattet. — _Kanzel_ und +3 _Altäre_ aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte _Kommunionbank_. + +_BREND-LORENZEN_ bei Neustadt a. S. UFranken. + +*Dorf-K.* Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs. +nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der +übrige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. +gemacht. Einfache rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver +Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in +die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb); außen das rom. Gepräge +wenig verändert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot. +Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit +Würfelknäufen. — Ausstattung bar. — Außen an der NS. _Ölberg_ bez. 1497, +Figg. lebensgroß, roh. + +*Laurentius-Kap.* mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen +Zuflucht. + +_BREUNA._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Dorf-K.*, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite +ungegliederte Gurten. — _Steinkanzel_ 1561 mit 4 Evangelisten. _Taufstein_ +rom. reich mit Blattwerk. 3 _Epitaphe_ derer v. d. Malsburg gering, gut +die _Bronzetafel_ 1631 von _Gottfr. Köhler_ aus Cassel. + +_BRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal +mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der eigenartig profilierte +Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot. +Maßwerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. — +[Fragmentierter _Flügelaltar_ E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no +2621-23. _Kreuzigungsgruppe_ 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.] +_Glasgemälde_ um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere _Denkmäler_ 17. und 18. Jh. + +_BRINNIS._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.*, rom. Unterbau, spgot. erneuert. — Der spgot. _Schnitzaltar_ +gehört zu den besseren. + +_BRONN._ OFranken BA Pegnitz. + +*Dorf-K.* mit rom. Portal. + +_BRUCHKÖBEL._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Dorf-K.* 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten Ecken, steinernem +Helm. + +_BRÜCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb. + +_BRÜCKENAU._ UFranken BAmtsstadt. + +*Schloß* (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten von Fulda. + +_BRÜNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg. +und auch sonst noch got. Reminiszenzen. + +_BRUNNHARDTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Kirche* von 1732. + +_BUCH._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Cisterc.-Klst.* A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken und +ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf. +Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in +gleicher Flucht schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch., +also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß die +Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein +mit Hausteingliedern. — _Klostergebäude_. Auf der WSeite des Hofes das +2sch. 5jochige Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte +Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh. + +_BUCH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im OTurm. +Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh. + +_BUCHA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen +in der Mitte. — _Kanzelaltar_ 17. Jh. + +_BUCHAU._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner Giechscher +_Grabstein_ 2. H. 16. Jh. + +*Schloß* der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden +Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470. + +_BUCHBRUNN._ UFranken BA Kitzingen. + +*Ev. Pfarr-K.* Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach M. 13. Jh. — Bmkw. +spgot. _Taufstein_ 1522. + +*Kath. Pfarr-K.* um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen. + +_BUCHELOH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. + +Große *Dorf-K.* Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729; +aus derselben Zeit die _Kanzel_ und der hübsche _Taufengel_. + +_BUCHHOLZ._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Katharinen-K.* 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch +unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen +1872. — Die _Gemälde_ an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der +Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht oberdeutschen) +Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Dürers Marienleben. + +*Begräbnis-Kap.* _Flügelaltar_, im Mittel Gemälde mit dem hl. Wolfgang und +der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger +Bergbaus, um 1520. + +_BÜCHOLD._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und +die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme 1619. Gleichzeitig die +_dekorative Ausmalung_, hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen +und Chorbg., von _W. Ritterlein_, und die _Altargemälde_ in frbar. Aufbau. + +*Schloß*. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got. + +_BÜCHENBACH._ OFranken BA Höchstadt. + +*Dorf-K.* Spuren von Befestigung. + +_BÜHLER._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor. +_Sandsteinkanzel_ 1594. + +_BULLENHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. — Einheitliche +_Ausstattung_ um 1660. Stattliches _Bildnisepitaph_ eines Gf. v. +Schwarzenberg † 1579. + +Im Dorf eine Reihe gefälliger *Fachwerkhäuser*. + +_BUNDORF._ UFranken. BA Hofheim. + +*Schloß* der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. NFlügel um +1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh. + +_BÜRABERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Kapelle*. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt +einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage +hergestellt. + +_BURGEBRACH._ OFranken BA Bamberg II. + +*Pfarr-K.* Chor und Turm 1454, Schiff 1731. — _Ölberg_ aus Fürnbach +übertragen, ca. 1580-1600. + +_BÜRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Kirche* spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen +zusammengearbeitet. — Reste der Stadtbefestigung. + +*Klst. Bürgel* s. Talbürgel. + +_BURGGAILENREUTH._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Schloß*, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach +hergestellt. + +_BURGGEHAIG._ OFranken BA Kulmbach. + +Zahlreiche schöne *Fachwerkhäuser*. + +_BURGGRUMBACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. — Reiche _Bar. Kanzel_ +A. 18. Jh. _Gemälde_ des ehemal. Hochaltars bez. _Francesco Mica_ 1714. +_Grabmal_ der Anna v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in +Renss.-Aedikula. — Im Dorf 4 bar. _Bildstöcke_ mit reicher Plastik. + +*Schloß*. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam +dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten +unbedeutend, E. 16. Jh. + +_BURGHÄSELER._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*»Alte Kapelle«* (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach rätselhafter +3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau aus A. 16. Jh. + +*Dorf-K.* mit gut erhaltenem rom. OTurm. + +_BURGHASUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Turmruine* sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges +Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß. Im Jahre 1896 stürzte dieser +Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den +Zahnschnitt unter dem Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten +Schallöffnungen. + +_BURGISDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit +gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der +Tür äußerst primitive _Plastik_. An der OWand großes frühgot. +_Wandgemälde_. + +_BURGJOSSA._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Wasserburg*. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern ; die +Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat +sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573. + +_BURGK._ Reuß ä. L. LA Greiz. + +*Fürstl. Schloß* aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit. +Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer. + +_BURGKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723. + +*Rathaus* mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel +vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser 17. bis 19. Jh. + +_BURGLAUER._ UFranken BA Kissingen. + +*Dorf-K.* Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. — Würzburger +Schule. _Holzfigur_ der Madonna, A. 16. Jh. _Grabsteine_ des Ritters +Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508. + +_BURGLEMNITZ._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* von rom. Anlage. — Hübscher _Taufstein_ aus 1. H. 17. Jh., +Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. _Altarwerken_. + +_BURGREPPACH._ UFranken BA Hofheim. + +*Ev. Pfarr-K.* Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. — Bar. _Grabsteine_ der +Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach. + +*Schloß* nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr. +triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, Details in der +Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit guten Stuckaturen und +Gobelins. + +_BURGSCHEIDUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend +die 3 _Epit._ der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von +_Christoph Weber_, in dem man hier einen hervorragend tüchtigen Meister +kennen lernt; von ihm wohl auch die _Kanzel_. + +*Schloß*. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh. +regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen. +Ausgebaut 1724 ff. von _Daniel Scholz_ für Gf. Levin v. d. Schulenburg. +Vom älteren Bau der SOFlügel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. +1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider +Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich, +aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt (ein späterer Gedanke) +der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal führt eine Freitreppe mit +geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und +Statuen reich ausgestattet. + +_BURGSINN._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* neu. Guter, klassizist. _Hochaltar_ um 1770. — An den +Langhauswänden gute _Epitaphien_ des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar +_Ölgemälde_, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des _Osw. +Onghers_. + +*Wasserschloß*. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden +Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit +noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh. +Das ursp. Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt. + +*Fronhofschlößchen*. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau mit +ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker. + +*Neues Schloß*. 1620. Einfach. + +_BURGSTÄDT._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Stadt-K.* 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks, +bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br. + +_BURGWALDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.). Umbau von 1700, bmkw. _Schnitzaltar_ aus 2. H. 16. Jh. + +_BURGWENDEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis. +Lhs. 1695 erweitert. + +_BURGWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des 13. Jh., die im +30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581. + +_BURGWINDHEIM._ OFranken BA Bamberg II. + +*Pfarr-K.* einheitlich bar., nicht bedeutend. + +*Kurie* des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für _B. Neumann_ in +Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau, +der einen einzigen großen Saal enthält, entwickelten sich in dreifachem +Vorsprung 4 Eckpavillons; bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung. + +_BURKARTSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute _Grabsteine_ 16. Jh. + +_BURKAU._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1725 und 1897. — Vortreffliches Relief der hl. _Sippe_ A. 16. +Jh. — _Altar_ im Ohrmuschelstil. — v. Braun- und Wartenbergsche _Gruft_ A. +18. Jh., mit Denkmälern. + +_BURKHARDRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Kirche*. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt. + +_BURKHARTSWALDE._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende +geführt. — _Altaraufsatz_ ca. 1640, reich in der Dekoration, das +Statuarische mittelmäßig. Got. _Sakramentshäuschen_ 14. Jh., ziemlich +derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 _Epit._ E. 16. Jh. + +_BUSCHDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Bmkw. das rom. _Sakramentshäuschen_. + +_BUTTENHEIM._ OFranken BA Bamberg I. + +*Pfarr-K.* 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10 +Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579. + +*Schloß* der Frhh. v. Seefried. + +_BUTTHART._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* 1769 von _Geigel_, Turm 1594. — _Ölberggruppe_ 17. Jh., +überlebensgroß, nicht schlecht. + +_BUTTLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. — _Kanzel_ und _Hauptaltar_ +von auffallend feiner Qualität (aus Klst. Amöneburg). + +_BUTTSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Stadt-K.* S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der +seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch +für eine barockisierte thüringische Kleinstadtkirche. — Prunkvoller, sehr +»katholisch« aussehender _Altar- und Kanzelbau_ 1727. Deckenmalerei von +_Fr. Dom. Minetti_. + +*Friedhof* mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den +_Grabsteinen_ vom 16. Jh. ab viel Gutes. + + + + +_C_ + + +(Siehe im übrigen *K*) + +_CHEMNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Schloß-K.* (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff., +der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das Chorquadrat, die außen +platt, innen mit 1/2kr. Nischen schließenden, mit Tonnen überwölbten +Nebenchöre und das südl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die +(vermauerten) Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., wo +eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende Empore gewesen zu sein +scheint, rom. zu got. Der anschließende OFlügel des Kreuzgangs frgot. Das +Lhs. spgot. von ähnlichem Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna, +nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen rom. +Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke besonders konsequent +durchgeführt; die Gurtrippen fehlen ganz. Empore nur im nördl. Ssch. +Außerhalb der westl. Stirnmauer eine Vorhalle und über ihr zwei, nur bis +zur Schiffshöhe ausgeführte Türme. Über der kleinen Tür des nördl. Ssch. +erhebt sich in voller Höhe der Wand eine eigentümliche _plastische +Dekoration_, bez. 1525. Sie ahmt ein Baugerüst von rohen Stämmen nach; die +Äste teils gekappt, teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen +liegenden Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber, in +Höhe der Türgewände, der Kaiser Lothar und die Kaiserin Richenza als +Stifter; im folgenden Geschoß die Maria und 4 Heilige, im dritten die +Trinität und Engel. Neben der »schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste +plastische Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Körperbildung hat +Wucht und Würde, die Behandlung des Fleisches ist weich und breit, die +Gewandung erinnert an die Würzburger und noch mehr an die Mainzer Schule; +eventuell Vermittlung durch den _Backofenschüler_ in Halle. — Im Innern +die aus einem einzigen Stamm geschnitzte _Gruppe_ der Stäupung Christi; +die gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, die künstlerische +Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt der Tulpenkanzel im +Freiberger Dom. [Die schöne Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im +Museum.] + +*Kloster*. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein E. 15. +Jh., dekorative Bruchstücke von einem Bau des Kf. Moritz. + +*Jakobi-K.* 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. — Hallenkirche von 4 +Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor zu einer 3sch. Anlage mit +7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert in südwestl. Richtung. — [_Heiliges +Grab_ aus Holz geschnitzt von _Georg Johann Kil_ 1480; es ist 2,75 m l., +1,25 m br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer Laube +auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je ein schlafender +Wächter; im Obergeschoß der Leichnam Christi; draußen vor den 8 +Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten und 1 an den Schmalseiten) standen +auf Konsolen ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus +usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab _P. +Vischers_. Das Figürliche derb handwerksmäßig, das Architektonische mit +seinen geschmeidigen Maßwerkformen in seiner Art vortrefflich. Das stark +beschädigte und mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des +Chemnitzer Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K. +stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des abgebrochenen Hochaltars aus A. +16. Jh. im Museum.] Auch der an seine Stelle getretene Bar.-Altar +entfernt; seine Gemälde, von _A. F. Oeser_, jetzt in der Sakristei. — 2 +_Abendmahlskannen_ 1663, Augsburger Arbeit. + +*Johannis-K.* Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung 1547 +erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal mit ähnlicher Umrahmung von +Astwerk wie das der Schloß-K.; im Mittel _Relief_ mit der Auferstehung der +Toten nach Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten Gericht. — +_Kanzel_ 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. — _Taufstein_, am +Fuße betende Kinderfiguren (vgl. Annaberg; das Motiv erhält sich bis A. +17. Jh., s. Weißbach AH Flöha). + +*S. Pauli-K.* 1760. _Altarbau_ von reicher Archit., steinerne Freifiguren +der beiden Johannes, Gemälde v. _Ch. W. E. Dietrich_. + +*Rathaus* ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen Räumen +Einzelheiten aus Fr.Renss. + +*Wohnhäuser*. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und andere im 18. Jh. +viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß Chemnitz eine reiche Fr.Renss. +der lombardischen Richtung besaß. Das Portal im Hofe der inneren +Klosterstr. no 8 bez. 1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den +Hallenser _Backofenschüler_ (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das +Portal Markt no 15 bez. 1559. + +_Altertümersammlung_ im König-Alberts-Museum. + +_CHRISTENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 erhöht und +modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle als Kanzel. Fränkischer +_Steinsarg_. + +_CHRISTES._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Wallfahrts-K.* am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. Basilika von 3 +Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. _Wandmalerei_. + +*Bauernhaus*. Reicher Fachwerkbau 1619. + + + + +_D_ + + +_DAGOBERTSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Dorf-K.* spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit Spindeltreppe. +Rom. Altarmensa. + +_DAHLEN._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Stadt-K.* Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. 3sch. Halle +aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit schwächlich profilierten +Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu reicher Renss. — Stattlicher +spgot. _Sakramentshaus._ _Mosesstatue_ (Kanzelfuß) um 1500. Schöner, +interessanter v. Schleinitzscher _Grabstein_ um 1530 in der Art des _Hans +Schickentanz_. + +*Schloß*. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in Form eines H. +Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern besonders bmkw. der Saal in +weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs in der Art _Knöflers_, die +Deckenmalerei 1756-59 von _A. F. Oeser_; von demselben das Treppenhaus und +der Kaisersaal. Bmkw. _Bildnisreihe_ von _Silvestre_, _Liotard_, _Graff_, +_Oeser_, _Vogel_. Meißener _Porzellan_ z. T. ersten Ranges. + +_DANKMARSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K*. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm von 1431, das +Kielbogenportal 1586. + +_DARSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt. + +_Dorf-K_. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen Zobel-Echter. — +_Deckengemälde_ bez. _Thalheimer_ 1765. _Hochaltar_ mit reicher und +tüchtiger Sandsteinplastik (Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von _Joh. +Juncker_. _Kanzel_ aus derselben Zeit, Holz. — _Bildnisgrabsteine_ der +Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des _Peter Dell_), 1554, 1560, 1772. — +_Kelch_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1777. + +*Schloß* der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau verbundene +Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. 17. Jh. + +_DAUMITSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Dorf-K*. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig +erneuert; die Brüstungen der Emporen und die flache Decke ganz bemalt; +besonders reich der _Altarbau_. + +_DAUTZSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K*. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen. Schiff, +Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. — Rom. _Taufstein_. + +_DEHLITZ U. B._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K*. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen, +platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe. + +_DELITZSCH._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K*. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche 1404, +Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch eingefügte WTurm auf +älteren Grundmauern. Die Emporen sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein. +_Oelberg_ 1410; _Schnitzaltar_ 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt ein +_Triptychon_ von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. ansehnliche +Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615. + +*Gottesacker-K.* Wertvoller _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. (das J. 1550 das der +Übertragung, nicht der Entstehung). + +*Spital-K.* spgot. 1sch. Doppelflügeliger _Schnitzaltar_. + +An *Bürgerhäusern* einige Renss.Portale. *Stadtmauern* und 2 Türme. + +_DERMBACH._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt. + +*Kathol. Pfarrk.* Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den Kirchen in +Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben über reicher +Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische der imposante _Hochaltar_ mit +korinth. Sll. aus farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten +Figg. _Kanzel_ und Schalldeckel in Stuckmarmor. _Gestühl_ und 4 +Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. _Wappentafel_ des Abts v. +Dalberg. — Daneben das 1730 erbaute Franziskaner-Kloster. + +*Evangel. Pfarrk.* Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. mit +Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf Rundsäulen. 2 gute +reiche _Barockportale_. _Holzrelief_ des Abendmahls um 1475, nach der +Tradition aus der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. Bar. +_Epitaph_. + +*Schloß* der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. — +_Gasthaus_, Fachwerkbau 1613. + +_DETTELBACH._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte als +Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden Kapellen, +Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein ebenfalls polyg. schließender +WBau angefügt. — Reichliches _Altargerät_ um und nach 1700, durchweg +augsburgisch. + +*Wallfahrts-K.*, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. Ein +Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses von SpGotik +und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. der graziöse spgot. Chor. Das +Gwb. in kunstvollen »gewundenen Reihungen«, an den Schlußsteinen die +Wappen der Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad v. Thüngen +(1519-40). — Der Juliusbau nach neuem Plan und in größerem Maßstab (aus +den Akten geht nicht hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf +zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l., 11,5 m br. Der +Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich nähernd, in seiner bequemen Weite +renss.-mäßig. Decke Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf +Renss.Pilastern. Die Mönchsempore im nördl. Qsch. 1659 eingebaut. — +Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got. in den spitzbg. +Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den abgetreppten Strebepfeilern, +renss. in den Gesimsen und dem schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt +eine große glatte Fläche als Folie für einen der prunkvollsten Portalbaue. +Dieser in frbar. Formcharakter, von _Mich. Kern_ 1611-13. Um die nicht +große rundbg. Türöffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, die in ihren +Motiven sich den Altarbauten dieser Zeit eng anschließt; ebenso in der +Anordnung des überreichen plastischen Figurenwerks. — _Innenausstattung_. +Aus der Juliuszeit nur die überaus prunkvolle _Kanzel_ (Sandstein und +Alabaster) erhalten, 1626 von _M. Kern_; gegenständliches Motiv die Wurzel +Jesse; in der dekorativen Empfindung noch viel Spätgotisches. Im Zentrum +großer _Gnadenaltar_ in Stuckmarmor, von _Augustin Bossi_ 1779; das +Gnadenbild (Pietasgruppe) um 1500. — Im _Kirchenschatz_ hervorragendstes +Stück Monstranz von _Joh. Zeckel_ (Augsbg), um 1700. + +*Klostergebäude* 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster + +*Rathaus* A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich nicht ohne +monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe auf, über dem Podest eine +Laube und über dieser ein polyg. Chörlein; die einfach behandelten Fenster +asymmetrisch verteilt; die Giebel der Schmalseiten mit derber +Blendengliederung. Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und +bmkw. die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß. + +*Stadtbefestigung* vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem Zustande. +36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m. Gewöhnlich folgt auf 2 +kleinere ein größerer. Von den einst 5 Toren noch zwei. + +_DIEBACH._ UFranken BA Hammelburg. + +*Pfarr-K.* Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. Querschiff und +Langhaus stark verändert. — 3 spätgot. _Holzfigg._ E. 15. Jh. + +_DIEDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel in +charakteristischer Zusammenordnung. + +_DIENSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. — +_Schnitzaltar_ nach 1500, wohl der beste der Gegend. + +_DIETENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +Ehem. *Kloster*. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. wenige +rom. Reste der K. + +_DIETERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter +Blankverglasung. Gestühl rok. + +Schönes _Fachwerkhaus_ mit Zahnschnitten 17. Jh. + +_DIETLAS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Schloß Feldeck*, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. Rechteckige +Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. Viereckiger Bergfried. In der +8 Meter hohen Ringmauer des Hofes ein Rundbogenportal. + +_DIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Dorf-K.*, ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg. 1325 (Inschr.) +noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., 2 gerade Joche und 5/8 Schluß. +Langhaus flachgedeckt, Basilika in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit +Mittelturm. Binnenpfeiler 8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!); +Scheidbogen in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor +quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl. die Doppeltürme +in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr., hier jedenfalls an den analog +disponiert gewesenen rom. Bau von Münster-Schwarzach angeknüpft und in der +Gegend das früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute _Altäre_ um +1720. Im Hochaltar _Gnadenbild_, Madonna um 1400, Holz, von mäßiger +Qualität, aber mit originellen Zügen. + +_DINGELSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Marien-K.* 1688. + +Das *Franziskaner-Klst.* auf dem Korbschen Berge neu. Die Altäre enthalten +alte _Schnitzfigg._ aus einem der früheren eichsfeldischen Klöster. Bmkw. +die _Stationsbilder_ der Wallfahrt. + +_DINGSLEBEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches Rok. mit +Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und bezeichnendes +Gesamtbild. — Vom älteren Bestande der spgot. _Taufstein_. + +_DIPPACH._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. — _Taufstein_ +1649 mit guten Skulpturen. + +_DIPPOLDISWALDE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Marien-K.* Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; die 4 durch +gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke treppen sich zurück. Das +Portal rom. organisiert, aber spitzbg. geschlossen; es war eine offene +laubenartige Vorhalle beabsichtigt wie in Wechselburg. Im übrigen spgot. +Halle auf fast quadr. Gr. + +*Nikolai-K.* Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach M. 13. Jh. +(im 20. Jh. erneuert von _Lossow_ und _Kühne_); Lhs. flach gedeckt, Chor +mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. frgot. Laubkaptt. Das 3sch. +Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis +unregelmäßig polyg. (5/10). Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch. +eine eckige Vorlage, um welche sich das Gesims verkröpft, die Arkaden +spitzbg., ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie +schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. Sonst das +Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein Turm ist nicht und war +nie vorhanden. — Das Innere war reich _bemalt_; zwischen Arkaden und +Fenstersohlbank Einteilung von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. — +_Flügelaltar_ (rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der +Innenseite bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch. + +*Schloß*, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten Teil +bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter der Bauten des Kurfürsten +Moritz, also um 1530-40. Interessant die Pilasterordnung nach ital. +Vorbild. Proportionen nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten. + +*Rathaus* E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem got. +Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute +Statuen, Maria und Laurentius, A. 16. Jh. + +*Haus* am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern ähnlich +denen am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine. + +_DITTERSBACH._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. — _Grabstein_ der +Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh. + +_DITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen Emporen. + +_DÖBELN._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K. S. Nikolai*. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885. Hallenkirche +von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. Pfll. glatt 8eckig, +Gwbb. auf Konsolen, in dem Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermaßwerk +z. T. aus 14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach Bränden 1629 und +1730. — Bedeutender _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. vielleicht von _Hans Degen_; +im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, auf den Flügeln je 2 Heilige in +Hochrelief, reiche durchbrochene Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m +h. — _Kanzel_ vom Tischler _David Schatz_ 1599. — _Taufstein_ , prächtig +aus Sandstein und Marmor, 1603. — _Epitaphe_ des Bürgermeisters +Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, 1617. — Bmkw. _Kelch_ +ca. 1470. + +*Gottesacker-K.* neu; von der alten verwendet die bemalte hölzerne _Decke_ +von Hans Dittmann 1685. + +*Rathaus*. Umbau 1571, 1733. — _Altertumsmuseum_. + +*Wohnhäuser*. Einige Renss. Tore und Fenster. + +_DÖBEN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. — _Schnitzaltar_ 1594, wohl vom +Leipziger _Valentin Silbermann_. — Rom. _Grabst._, wohl für den Burggrafen +Konrad v. Döben, andere 1605, 1633. + +*Schloß*, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert. + +_DOBERGAST._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch das Material eine +für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche Erscheinung. + +_DOBICHAU._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Kirche*. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den Kirchenbau wenig +übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher Gestalt. + +_DÖHLEN._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* neu; zahlreiche _ikon. Grabst._ 16. und 17. Jh., darunter einige +gut charakterisierte martialische Gestalten aus dem 30j. Kriege. Auf dem +Kirchhof feiner jonischer Rundtempel als _Denkmal_ für A. Ch. v. Schönberg +1801. + +_DOHNA._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert. Der +Formcharakter paßt zu der an der OChorwand befindlichen Inschr. 1489. +Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle. Die Rippen sitzen am Schaft wie +abgebrochen und greifen, einander überschneidend, aus einem Joch ins +andere über. An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke +eingreifende Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche; +Achteckchor. — _Schnitzaltar_ um 1500, mit besonders reicher in Laubwerk +aufgelöster Krönung. — _Taufstein_, 6eckig, überzogen mit Maß- und +Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. — *Pfarrhaus* 1493. Tür mit +Vorhangbg. + +*Schloß* der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente erkennbar. + +_DOMMITSCH._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im 7j. Kriege +zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter Renss.Bau. + +_DORFPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* Gute _Holzfigg._ der Madonna um 1460 und St. Sebastian um 1500. +— Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna 1. H. 17. Jh. von _Hans +Klanbacht_. + +_DÖRINGSTADT._ OFranken BA Staffelstein. + +*Pfarr-K.* Chor 1412, Lhs. 1716. + +_DÖRNA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +*Dorf-K.* 1713. Großer _Taufstein_ mit Maßwerk etwa 14. Jh. + +_DORNBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Stadt-K.* 1576, spgot., 1717 umgebaut. — _Weinkanne_ und _Kelch_ schöne +Augsburger Arbeiten. + +*3 Schlösser*, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend. 1. _Das +nördliche_. Rom. 8eck. Hauptturm, Palas und Nebengebäude rom. und spgot., +großer Küchenbau. Im sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei +des 16. Jh. 2. _Das mittlere_. Reizender Rok.Bau um 1740. Von Italienern +erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken. Von jedem der 3 Geschosse +gelangt man auf eine andere Terrasse des Gartens. 3. _Das südliche_. +Spätrenss. Am Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien. Die drei +Goethezimmer in Empire. + +_DORNDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O über +mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube. + +_DORNHAGEN._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des Lhs. erhalten, +ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus ursp. in voller Br. des +Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade verbunden. Sprom. Umbau, aus +welchem die Fenster des Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. — Reste der ma. +_Friedhofsbefestigung_. + +_DORNHEIM._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. + +*Dorf-K.* alt. — _Epit._ des Chr. v. Entzenberg. 1585. + +_DORNREICHENBACH._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* erneuert 1653. — _Grabdenkmäler_ des 16. und 17. Jh., schlichte +tüchtige Arbeiten. + +_DÖTHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* rom., umgebaut. — _Kreuzigungsgruppe_, lebensgroß, Holz, 15. Jh. + +_DRACKENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* spgot. und 1653. — Bmkw. 3 _Ölgemälde_, die einst den Kanzelbau +von 1643 schmückten. + +*Lobdaburg*. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des Bergplateaus, +ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas in 3 Geschossen, rom., 12. +Jh.; an der SSeite des Rittersaales kunstreiche Arkadenfenster. +Kaminanlage. Der NFlügel enthielt eine geräumige Kapelle, von ihr erhalten +2 Rundbogenfenster und eine als Erker vorgekragte Altarnische. Am +Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. — Die untere Burg gehört zu +Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda). + +_DREITZSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O. + +*Dorf-K.*, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen mit +historischen und ornamentalen _Malereien_ reich staffiert. + +_DRESDEN._ K. Sachsen. + +_Kirchen_ + +*Annen-K*. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut 1765-69 von +_J. G. Schmidt_. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr. Abschlüssen. Emporen +zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau +zur Gewinnung besserer Beleuchtung 1907 von _R. Schleinitz_. [Denkmäler in +mehrere Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von _Hans +Walther_.] + +[*Bartholomäus-K*. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, abgebrochen +1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien, jetzt im Stadtmuseum.] + +*Dreikönigs-K*. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau 1732-39. Der +Plan von _Pöppelmann_, der innere Ausbau von _Bähr_. Einfaches Rck. Im W +eingebaut ein quadr. Turm. An dessen Innenseite eine hohe Nische für den +Altar. Seitlich Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das +Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein ovaler Mittelraum +abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge Emporen. Muldenförmiges Holzgwb. +(Die oberste Empore 1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz +einfach. Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der Turm 1854 +vollendet. + +[_Dreikönigsaltar_; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.), vielleicht +von _Hans Eiffländer_ A. 16. Jh.; die Flügelreliefs von geringerer Hand.] +— Der jetzige _Altar_ 1738 mit schönem Gitter, die Plastik von _B. Thomä_. +_Kanzel_ aus der älteren K., 1688. — Statue der _Dorothea Stubing_ +(† 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.). — +_Gemälde_: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der Art _Wolgemuts_, doch +geringer; _Pastorenbildnisse_ 1698-1818. — Unter dem _Altargerät_ manches +bmkw. + +*Frauen-K*. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom +Ratszimmermeister _George Bähr_, letzte Arbeiten bis 1743. Nach einer +langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt sich hier der +protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder seit Paul Frankes +Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem großen und freudigen +monumentalen Entschluß. Das Zweckliche der Predigtkirche ist sorgfältig +durchdacht, aber Bähr bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den +geometrischen Spielereien in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den +Rücken und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der einfachen +Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m im Lichten gespannte Kuppel +wird getragen von 8 durch Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen +ihnen Emporen in 7 Rängen, seitwärts gegen die Umfassungsmauern +Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und ausgiebigen Treppen, so daß die +3600 Sitzplätze fassende Kirche sich schnell und sicher entleeren kann. +Zuzugeben ist, daß die Lösung ästhetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn +die Emporen sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom +baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine Unruhe in den +Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen kann. Zur Entschädigung +hat Bähr es gewagt, dem Außenbau eine an einer protestantischen Kirche +bisher unbekannte Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine Pracht. +Die Formen sogar von ziemlich trockener Bürgerlichkeit. Aber der +Hauptumriß ganz ausgezeichnet gut, würdevoll und zugleich graziös +elastisch. Der Grundriß erscheint hier quadratisch, in den Mitten und an +den abgestutzten Ecken durch Risalite belebt, welche die Aufwärtsbewegung +der Masse sehr glücklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei +konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der konkav geschwungene Kuppelhals. + +Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 Kunstwert. +Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum. In der K. ein +_Schmerzensmann_ in Marmor vom zerstörten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um +1634, von _Hegewald_ oder einem andern Schüler _Nossenis_. [Epit. Bünau +von _Hans Kramer_ im Alt. Museum.] + +*Friedrichstädter-K*. 1728-32. Die Anlage erinnert an die Dreikönigs-K. +und soll, gleich dieser, von _Pöppelmann_ herrühren. Das Äußere zeigt den +Meister des Zwingers in einer bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich +herbeilassenden Beschränkung. — + +*Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,* erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts. + +*Josephinenstift und Kirche*, 1760 von _Ch. F. Exner_. + +*Reformierte K*. 1760 von _Samuel Locke_. + +*Kathol. Hof-K*. von _Gaetano Chiaveri_ aus Rom 1738-46; nach +Unterbrechung fortgesetzt von _Knöffel_ und _Schwarze_, aber ohne +Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock, die Anlage unrömisch. +Als basilikaler Langbau mit Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie, +ganz allgemein gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei +auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In allen Einzelheiten ist +die Grundrißlösung originell. Das hochräumige, 52 m lange Msch. schließt +am östl. wie am westl. Ende im 1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ +enge Joche. Verdoppelte Sschiffe. Über den inneren eine Empore, die auch +über die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau scheint in der +Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung mit dem Gewölbe (Tonne +mit Stichkappen) gotisch inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette. +Die Dächer ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und +dichtem Statuenkranz verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale +Abschlüsse entstehen. Der in Pfeiler- und Säulengruppen aufgelöste Turm +(83 m H. gegen 93 m Gesamtlänge) führt einen Gedanken weiter, den zuerst +_Borromini_ in Sta. Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu +allen römischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im Sinne einer +gotischen Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig an allen Seiten +durchgeführte Pracht. Dagegen fehlt dem Innern die spezifische +Barockpoesie, die an gleichzeitigen süddeutschen Kirchen so stark ist; es +wirkt bei aller Wucht der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe +Rolle der Stuckdekoration. — _Hochaltar_, mit dem über 9 m hohen Gemälde +von Christi Himmelfahrt, von _Raf. Mengs_ 1752 ff. Seitlich _Marienaltar_ +und _Josephsaltar_ von demselben 1750 und 1751. Die Gemälde in den +Kapellen von Italienern und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den +_Deckenbildern_ möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von _Anton +Maulbersch_ sein. In der Nepomuk-Kap. malte _Karl Palko_. — _Kanzel_ von +_Permoser_ und _Hackl_, Holz in Weiß und Gold staffiert; die Bühne von +einem schwebenden Wolkenknäuel mit Evangelisten und Engeln getragen; im +Gegensatz dazu Brüstung und Treppengeländer in einfachen Flächen; am +Schalldeckel Trophäe der Marterwerkzeuge. — _Weihwasserbecken_, Muschel +auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. — Im Umgang +_Beichtstühle_ von _Hackl_. — Im NWSchiff weichlich virtuose _Statue der +h. Magdalena_ von _Francesco Baratta_. _Johannes d. T._ in der Tauf-K. des +SOSchiffes angebl. von _Lorenzo Bernini_ (??). In der Gruft _Statue +Christi_ an der Martersäule von _Balthasar Permoser_ 1721. Die 59 +doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden von _Lorenzo +Mattielli_. — Ausgezeichnet vertreten ist die Goldschmiedekunst der Zeit +durch Arbeiten von _Drentwett_ und _Bauer_, beide Augsburger. + +*Kreuz-K*. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal vollständig +erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind Grundriß und Ansichten +erhalten: Hallenbau in der Richtung der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere +Chor war in seiner reichen Dekoration an Streben und Fenstern der +Marien-K. zu Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her, +_Hanns_ und _Matthias Kumoller_. — Der jetzige Bau nach der Zerstörung des +vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit um den Plan zwischen dem +Ratszimmermeister _J. G. Schmidt_ (Schüler _Bährs_ und dadurch Vertreter +der deutschen Barocktradition) und dem Hofbaumeister und Akademiker +_Krubsacius_ (der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus zuneigte). +Ein Gutachten _Chiaveris_ verhalf _Schmidt_ zum Siege. Die Anlage ein +Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler Grundform. Von dem +rechteckigen Umfang kommt der WBau für Turm und Emporentreppen in Abzug; +ferner sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt ein +Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen Grundriß der Emporen +die west-östl. Achse stärker betont ist. Die Emporen gestützt auf wenige +schlanke, die Übersicht nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives +Gewölbe, sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Außenbau nach +_Schmidts_ Tode (1774) von _Chr. F. Exner_. Der Turm erst 1788 von _G. A. +Hölzer_, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen wohlproportionierten +Maßen ein sehr glückliches Element in der Stadtsilhouette. — Das Innere +nach Brand 1897 von _Schilling_ und _Gräbner_ durchgreifend umgestaltet, +in der Lichtführung verbessert und in der Dekoration mit frei modernen +Einzelheiten. + +*Sophien-K*. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche Teile ihrer +ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für das (1265 gegr.) Barfüßerklst. +Hallenkirche von 2 Schiffen und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie +Busmann angebaut, Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. — 1421 Erweiterung der +K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als K. umgebaut. 1737 +der protestantische Hofgottesdienst aus der Schloßkapelle hierher verlegt, +wobei sämtliche Ausstattungsstücke mit übernommen. 1834 und 1864 +Überarbeitung im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung 1910. +— Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt. _Hauptaltar_ 1606 +von dem Hofarchitekten _Giovanni __ Maria Nosseni_ aus Lugano unter +Mitwirkung von _Sebastian Walther_. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in +schulmäßiger italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umriß +belebende Schnörkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das h. Grab der +Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] _Grabmal Nossenis_ +(† 1620) beg. 1616; wohl von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein +Meisterwerk vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von +seinen Schülern _Sebast. Walther_ und _Hegewald_ der Schmerzensmann, eine +Transposition von Michelangelos Christus in der Minerva zu Rom. +_Epitaphe_: v. Osterhausen 1615 von _Hans Reis_; Marcus Gerstenberger +1613, wohl dazu gehörig das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch +falsches Pathos bei meisterhafter Durchbildung (von _Nosseni_?). Großes +Alabasterrelief der _Kreuztragung_ von einem Unbekannten aus A. 17. Jh. +Epitaphe für Paul John 1631, R. v. Bünau 1643 (Stadtmuseum), Herzogin +Sophie 1653, A. v. Schönberg 1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen; +Engelschall von _R. Mengs_, Strauß und Hermann von _A. Graff_. + +_Profanbauten_ + +*Königl. Schloß*. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile +infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr leicht historisch +scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung 1471-76) sind einzelne +Mauerteile (Flügel an der Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten. +Das 16. Jh. wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer +Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit Pracht neu +eingerichtet, das Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig instand gesetzt. +Der König trug sich längere Zeit mit dem Plane eines neuen Schloßbaues an +anderer Stelle. — Mit dem _Georgenbau_ 1533 (nach der Überlieferung von +_Hans Schickentanz_) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim Brande +1701 nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der beiden _Portale_ beim Umbau +1899 in den Winkel gegenüber der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor +in ausgeprägt lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu +ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit _Totentanz_ +im Mus. des Gr. Gartens. — _Moritzbau_. Ein vollständiger Um- und +Vergrößerungsbau begann 1548. Entwurf von _Caspar Vogt_, Oberaufsicht von +_Hans Dehn_. Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten. Den +Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im Grünen Gewölbe. Als +Hauptfassade hat die WSeite des großen Hofes zu gelten. In der Mitte +erhebt sich der mächtige, aus dem ma. Bau herübergenommene Hausmannsturm, +überhöht und mit Bar.Helm versehen 1674 von _Klengel_. Vor ihn legte sich +der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er sollte, da der +Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen den beiden Hälften +vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt). Das jetzt das Erdgeschoß des +Hausmannsturms durchbrechende Grüne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens +stammen die in die Winkel des Hofes verlegten großen Treppentürme +(»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und die ihnen zunächst +liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken und der Altan haben architekt. +Gliederung; die sonstige Fassade ist glatter Verputzbau; die sie +schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei (von den Italienern _Ricchini_ +und _de Thola_) ist verschwunden. Am Altan die erste Brüstung mit Reliefs, +wohl von _Hans Walther_. — Das Tor an der Schloßstraße 1589; kräftige +Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der Aufsatz +umgestaltet. Der _Kleine Schloßhof_ 1592 von _Paul Buchner_ in derber +deutscher Renss. Der Durchgang zum Großen Hof nebst Portal in vornehmeren +Barockformen 1682. — Von der _inneren Einrichtung_ der älteren Teile ist +infolge von Bränden und Umbauten wenig übrig: Die Deckenmalerei im sog. +Wettinzimmer von _Hans Willkomm_ und _Gg. Fleischer_; dagegen von +Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers im Hausmannsturm; zartes +Groteskenornament in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der +raffaelischen Loggien, speziell an dessen in Genua tätigen Schüler _Perino +del Vaga_ erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Künstlertruppe, die +1538 nach Prag berufen war). — Aus der ersten Zeit August des Starken +stammt die Ausstattung der Chambre de lit und des Thronsaals. — Von den 7 +Räumen des Grünen Gewölbes besitzen das »Silberzimmer« und der +»Preziosensaal« Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre +Dekoration erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen +Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute dort bewahrt wird, +aufstellen ließ. — Aus letzterer Zeit auch der »Gardesaal« nahe der +»englischen Treppe«; diese ist älter, von 1669. — Verschiedene +Nebengebäude, wie das Ballhaus und das Komödienhaus, sind verschwunden. — +Die _Schloßkapelle_, im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde 1602 und +1662 umgebaut, nach dem Übertritt des Kurfürsten Friedr. August I. zur +kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst entzogen und zu den Wohnräumen +geschlagen. Der erste Bau unter Moritz folgte dem Typus der Schloßkapelle +zu Torgau. Davon hat sich das (an den Jüdenhof versetzte) herrliche +_Portal_ erhalten, bez. 1555, Formen und Verhältnisse in rein +italienischem Geist, doch von einem Deutschen (_Hans Walther ?, Christoph +Walther_?) Der _Altarbau_ von 1602, von einem der _Walther_, ist in die +Schloßkapella zu Torgau übergeführt. Der _Taufstein_ jetzt in der +Sophienkirche, um 1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin gelangten die +wertvollen _Altargeräte_. + +*Palais am Taschenberg*. 1707 ff. unter starkem Anteil von _Pöppelmann_. +Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und 4 Geschosse. Das +Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch reichen Fensterschmuck +ausgezeichnet. Im Innern eine großartige (nur zur Hälfte erhaltene) +Treppenanlage. 1756 ff. die seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von +_Schwartze_. Die köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von +_Gottfr. Knöffler_. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die +Kapelle. + +*Kanzleihaus* (jetzt Hofapotheke), 1567 von _Hans Irmisch_; die +Sgraffitomalerei, von _Benedikt de Thola_, zerstört; einige Mobilien aus +der Erbauungszeit. + +*Stallhof* (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl. Stall, +1586 ff. von _Paul Buchner_; nach Ausweis alter Zeichnungen eine nicht nur +sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend glänzende Anlage, +Sgraffitomalerei an den Wänden, reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen +Dach; jetzt ganz verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als +Gewehrgalerie benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von _Heinrich +Göding_ ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder nur +kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige »Jagdtor«, die Bildwerke von +_Andreas Walther_. 3. Der »Stallhof« selbst; im 18. Jh. für die +Gemäldegalerie umgebaut; seither weiter verändert. Zwei prachtvolle +bronzene Säulen (1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen. + +*Zeughaus* (heute Albertinum) 1559-63 von _Paul Buchner_, gebürtig aus +Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig, von wo er die reiferen +Renaissanceformen einführte. 4 Flügel umgeben ein gestrecktes etwas +verschobenes Rechteck. Das Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt +erhalten hat), wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe +geteilt; erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur. + +*Zwinger*. 1711-22 von _Matthäus Daniel Pöppelmann_ (1662 bis 1736). Die +monumentale Gestaltung eines Renn- und Festspielplatzes, dergleichen um +jene Zeit in Florenz, Wien und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre +1709, in provisorischer Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen waren. +Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur ist auf die +Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine hohe, klare und für den +gegebenen Zweck überaus glückliche Grundrißdisposition. Den Zwinger von +der SWHauptpforte betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe +und 107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit Segmentbogenschluß +hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt erhält, mit Erweiterung der +Querachse auf 204 m. Die dem Eingang gegenüberliegende Seite (wo jetzt +_Sempers_ Galeriegebäude steht) blieb offen und man weiß nicht genau, mit +welchem Programm _Pöppelmann_ hier zu rechnen hatte. (Vor der Eingangseite +zog sich der breite Stadtgraben [jetzt Ostraallee] hin und links schlossen +sich die hohen, schon damals mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen +Hof umgibt eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr erheben +sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des Mittelhofs und 2 am Schluß +der Kreuzflügel. Von ihnen aus schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu, +während die Arkadengänge eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck +hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen. — Über der +genialen Phantastik der Behandlung darf der Wert der Gesamtanlage nicht +übersehen werden: der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe +Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil der +Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts zu schaffen, ist +ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist aus umfassenden italienischen +Studien hervorgegangen; selbst _Palladio_ dürfte mit seinen +Villenentwürfen nicht ohne Einfluß gewesen sein. Charakteristisch für den +Zwingerstil ist die enge Verbindung von Architekturformen mit _figürlicher +Plastik_. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner Dekoration Jupiter, +Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. Von _Permoser_ der Atlas auf dem +Wallpavillon, die vier Jahreszeiten am Eingangspavillon, die Entwürfe zu +den Faunen unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T. spät; so die +Statuen am Uhrpavillon von _J. B. Dorsch_ 1785. — Außerhalb des Hofes im +nördl. Winkel das Nymphenbad; das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus +ist nach Brand 1849, das kleine 1841 abgebrochen. + +*Palais im Großen Garten*. Der Garten beg. 1676 unter Johann Georg II.; +schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele, Naturtheater, Irrgarten, +Wasserkünste, zahlreiche Pavillons (im heutigen Bestande aber nur in +einzelnen Andeutungen noch zu erkennen). In der Mitte das _Palais_, 1679 +von Oberlandbaumeister _J. G. Starke_. Es sollte »italienisch« gebaut +werden. Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas (durch das Buch von +Rubens sehr bekannt) nicht zu verkennen. In der Verbindung des +Monumentalen mit dem Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr. +gestreckter Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden +Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika; Hauptgeschoß +mit Pilastern und großen Fenstern; Attika als Halbgeschoß. Der Mittelbau +hat auf beiden Seiten eine weitläufige Freitreppe in der Höhe des +Erdgeschosses und ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im +Erdgeschoß, jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben ihr und über +den Fenstern sind mit Festons und Draperien geschmückt; ferner spielen +Nischen mit Statuen und (im Attikageschoß) Büsten eine Rolle. Auf dem +mittl. Dachfirst eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade +Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen als barocken +Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende Saal in seinem +gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll; Gliederung der Wand durch Nischen +mit überlebensgroßen Standbildern antiker Göttinnen (vom Niederländer +_Dierks_), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem Hauptgesims, +Spiegelgewölbe — alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. — Die +Marmorstatuen und Vasen des Gartens (einst 150) in Rom und Venedig +bestellt, von _Baratta_, _Balestra_, _Corradini_ und angebl. auch +_Bernini_, von dem aber heute nichts mehr nachzuweisen. Die in +entfernteren Teilen zerstreuten Sandsteinbildwerke meist von deutschen +Künstlern; bmkw. die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von +_Permoser_ (ursp. an anderem Ort). — + +*Japanisches Palais* in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«. Erster +Bau 1715 von _Pöppelmann_ für Gf. Flemming. Dann vom König angekauft und +1729-41 umgebaut und vergrößert von _Pöppelmann_ († 1733) und _Longuelune_ +unter Oberleitung des Generalintendanten _Jan de Bodt_. _Pöppelmann_ +gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. — 4 Flügel im Rck., außen 74 : 56 +m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, jede Vorlage durch +Pavillondach herausgehoben. Die kräftigste wagerechte Teilungslinie über +dem Erdgeschoß; es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch senkrechte +Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel, getragen +von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig geschwungenen Linien des +Kupferdachs sollen an Japanisches erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere +einheitlich mit Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur +Ausführung. — Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof, von _J. Ch. +Kirchner_. Die Gartenanlage von _Pöppelmann_, früher reichlicher mit Vasen +und Statuen dekoriert. + +*Kurländer Palais*. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718, Umbau 1728 +wahrscheinlich durch _Joh. Christoph Knöffel_. Die Anlage gruppiert sich +unregelmäßig, doch mit trefflicher Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die +nicht sehr ausgedehnte Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß +und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern hat der +Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten; die _Ölgemälde_ +über den Türen von _Silvestre_ und _Casanova_, die _Bildwebereien_ mit +Darstellungen aus dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brüsseler +_van dem Borcht_ nach David Teniers d. J. Der Festsaal von _Joseph Deibel_ +in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer war (um 1761). + +*Landhaus.* An der Stelle des in der Belagerung von 1760 beschädigten +Flemmingschen Palais 1770 von _F. A. Krubsacius_. Die 77 m lange +Schauseite auf die Wirkung in enger Straße berechnet. Die Hofseite gab +Gelegenheit zu einem kräftig vortretenden Mittelbau mit riesigem +Treppenhaus. Die Einzelformen sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz +verzichtend. + +*Regimentshaus* 1710. + +*Hotel de Saxe* und *British Hotel*. Ursp. vornehme Adelshäuser, um 1720 +von _George Bähr_. Geistvolle und prächtige, lebhaft bewegte Kompositionen +bei recht derber Detailbildung. + +*Hoymsches Palais* (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße von +_Knöffel_, die gegen die Rampische Str. von _Krubsacius_, +Lisenengliederung von guten Verhältnissen, sparsames Zierwerk. Im Hofe +reizender _Brunnen_ von _Gottfr. Knöffler_. + +*Coselsches Palais*. Gleich dem vorigen für das sächsische Spätbarock +besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 von _Knöffel_ in der bei +ihm beliebten Lisenenarchitektur mit schwachen Gruppierungskontrasten. Die +vorspringenden niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt. + +*Palais des Chevalier de Saxe* (Palais Prinz Johann Georg) 1764-70 von +_F. A. Krubsacius_. 1855 umgebaut. Es hatte ursp. ein einziges +Hauptgeschoß, darüber ein Halbgeschoß und die in dem hohen Dach +angebrachten Mansardenzimmer. Charakter: vornehme Einfachheit. Die +Trophäen und Putten von _Gottfr. Knöffler_. Im Park Zierbauten — Ruine, +Tempel, Einsiedelei (1799) und dergl. — von _Weinlig_ (_?_), Vorahnungen +der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik. + +*Ministerpalais in der Seestraße.* 1753 als Privatgebäude, in der Art +_Knöffels_. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur; 4 +Geschosse, von denen nur das erste und das letzte durch Gurtgesimse +abgesondert, so daß doch wieder ein Dreiklang entsteht. + +*Palais des Grafen Brühl, später Marcolini* (jetzt Stadtkrankenhaus) 1746. +Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur. In der Achse +kleiner Ehrenhof. Die Hermen an den Torpfeilern von _Wiskotschill__, die +wunderlichen Löwen __ (nach chinesischen Mustern?) von J. B. Dorsch_. Von +der Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal und ein +pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige _Neptunsbrunnen_ nach +_Longuelunes_ Entwurf von _Lorenzo Mattielli_ 1741-44, eine Fels- und +Grottenarchitektur mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem +Gruppenbau. [Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von _Knöffler_ +jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten Vasen und +_Einzelstatuen_ auf der Bürgerwiese.] + +*K. Stallgebäude*. 1794 von _Ch. Weinlig_. + +*Justizministerium.* 1733 angeblich von _Pöppelmann_. + +*Blockhaus* (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von _Zacharias Longuelune_, +als wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge der Neustadt. Ein +wesentlicher Bestandteil, die Krönung durch Pyramide und Obelisk mit dem +Bilde Augusts des Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige Obergeschoß +über dem Hauptsims nach 1880. + +*Palais des Grafen Wackerbarth,* begonnen 1725 als Kadettenhaus, dazu +Reitbahn. + +*Rathaus der Altstadt.* 1741-45 nach _Knöffels_ Entwurf. + +*Rathaus der Neustadt*. 1750-54 von _Berger_ und _Winkler_; sehr schlicht, +nur durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse wirkend. + +*Gewandhaus* 1768 von _J. G. Schmidt_. + +*Bürgerhäuser*. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende Stadt. Von +ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht glänzende Bautätigkeit, die +durch den 30j. Krieg unterbrochen wurde. Von dessen Ende bis zum 7j. +Kriege ist Dresdens klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist +diese Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz großer +Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung von 1760 und +die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen Menschenalters. Im +Folgenden nur eine Auswahl charakteristischer Beispiele. + +a) _Aus der Spätgotik_. Marien-Apotheke; spitzbg. Tor um 1460-70, im +schrägen Gewände Sitznischen mit Baldachin, in Bgg. verschränktes +Stabwerk; jetzt im Zoologischen Garten; ein zweites kleineres an der +Hofseite des Hausflurs. — Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. — Gewölbte +Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem Netzwerk. +— [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.]. + +b) _Frührenaissance_. Ecke Frauenstr. und Neumarkt Runderker mit reizendem +Kinderfries um 1530. — Reich mit Masken belebte Treppentür in Schloßstr. 1 +und 20. — Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538. + +c) _Hoch- und Spätrenaissance_ 1550-1650. In sonst umgebauten Häusern +Fenster aus dieser Epoche: Webergasse 3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13; +Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, 13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18, +23; Schössergasse 5, 11, 17, 27. — Da in dieser Epoche die Firste +regelmäßig parallel zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur +an Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw. Exemplare haben +sich nicht erhalten. — Ganze Fassaden: Schreibergasse 12 mit 3geschossigem +rck. Erker an der Ecke. — Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. — +Wilsdruffer Str. 15 Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter +Stellung, Details nach Serlios Musterbuch. — Schloßstr. 11 Hotel Stadt +Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, vor A. 1591. +— Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten Ecklisenen. — +Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren des Kurf. Christian II. und +seiner Gemahlin, 1612 von _Hans Steyer_. — Schloßstr. 11 und 34, wo auch +ein größerer Giebel. — Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale: +Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. — Reste +alten Holzbaus selten. + +d) _Barockbauten_ 1650-1690. Ecke Wilsdruffer Str. 14 und Große +Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14 um 1660 — mit Kartuschenumrahmung +der Fenster —, Wilsdruffer Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um +1680. — Ebenda 42 um 1690. — Rampische Str. 9 große Fassade in +niederländischer Art um 1690. + +e) _Barockbauten_ 1690-1715. Sporergasse 2, großes Haus, mit einfachen +Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art _Klengels_ nahestehend, um 1695. — +Portal Neumarkt 12, jetzt als Fenster umgebildet. — Scheffelstr. 5, dor., +jon. und korinth. Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte +Tücher, um 1700. — Landhausstr. 13 um 1710. — Große Brüdergasse 39 unter +_Pöppelmanns_ Einfluß um 1710, polyg. Erker. — Häuser derselben Richtung +von zunehmender Stattlichkeit sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von +_J. G. Fehre_, einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke +durchgehende Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung +geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von _G. Hase_; Große Brüdergasse 31; An +der Mauer 2 von _George Bähr_, für sich selbst, 3achsig, originelle +Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von _Georg Hase_, 5achsig, flacher +Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. — Frauenstr. 9, tiefes +Grundstück, Fassade 3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5 +Stockwerke. — Schloßstr. 5 um 1710. — Jüdenhof 5 (für den berühmten +Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll rhythmischen Lebens, +eine der feinsten unter den _Pöppelmann_ nahestehenden, mit Ausnahme des +Erdgeschosses ganz unverändert. — Große Klostergasse 2, wohl von +_Pöppelmann_ selbst bez. 1715. — Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5. +f) _Barockhäuser_ 1715-40. Wilsdruffer Str. 7, Goldener Engel, die 4 +mittleren der 6 Achsen durch reiche Fensterverdachung ausgezeichnet und +über dem Dachgesims mit einem Stichbogengiebel gekrönt. — Ähnlicher +Kompositionsgedanken auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische Str. 33. +— Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front, durch Wechsel der +Verdachungen rhythmisiert. — Heinrichsstr. 2 von _Fehre_ 1720. — Hauptstr. +26 um 1730. — Jüdenhof 2 bez. 1736. — Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5. + +g) _Rokokohäuser vor_ 1760. Frauenstr. 14 um 1750 mit reizendem +plastischem Schmuck von _Knöffler_. — Sophienstr. 1, Gliederung durch +Lisenen, zwischen den Fenstern trefflich gezeichnete Kartuschen. — +Altmarkt 1 von _Knöffel_ 1741. + +h) _Rokokohäuser nach_ 1760. An der Frauenkirche 20 von 1764. — Breitestr. +12. — Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische Glieder, nur mit frei über +die Fläche verteiltem Stuckornament. — Ähnlich Landhausstr. 4. — Im ganzen +jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der Flächen, +z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; Augustusstr. 2. + +i) _Der Klassizismus_: Landhausstr. 18 und 27. — Pillnitzer Str. 26. — +Johannesstr. 23. — Pirnaische Str. 50. — Polierstr. 19. — Gewandhausstr. 7 +dorisch. + +*Museen*: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung für +Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im neuen Rathaus; M. d. Ver. f. +sächs. Volkskunde. + +*Denkmäler.* Reiterstandbild _Augusts des Starken_ auf dem Markt der von +ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von _Ludwig Wiedemann_. Denkmal für den +_Kurfürsten Moritz_ nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in einer +Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg. vor festem +Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt, übergibt seinem Bruder +August das Kurschwert. Meister unbekannt [_Hans Walther?_]. + +_DROYSSIG._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. Fenstern +deutet auf 13. Jh. — Guter spgot. _Schnitzaltar_. Zahlreiche +_Grabdenkmäler_ 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich. + +*Schloß*. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5 (ursp. 6) +halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und bar. Reizvoll +malerischer Eindruck. + +_DRÜGENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Pfarr-K.* 1775. Altäre und Kanzel von _J. B. Kamm_, Deckenfresken von +_Wunder_ bez. 1770, Hochaltargemälde von _Mattenheimer_. + +_DUTTENBRUNN._ U Franken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung 17. Jh. + + + + +_E_ + + +_EBELEBEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh. + +*Dorf-K.* Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. Epit. der Herren v. +E. 1569. — + +*Fürstl. Schloß* 16.-18. Jh. + +_EBELSBACH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Schloß.* Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren v. Rotenhan. +Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern regelmäßiges Rok. mit +Ecktürmen. Nur an 2 Seiten wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über +Quaderunterbau. Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh. + +_EBENHARD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der Anlage frgot., +Lhs. rok. + +_EBERN._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. Die +letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende (ältere) +Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger Bildung, im Chor und in den Ssch. +einfache Kreuzgwbb. Die runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims. +WEmpore jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest. Turm im W. +Im nördl. Sschiff prächtiger _Bar.-Altar_, Bamberger Arbeit. +_Sandsteinkanzel_ ca. 1610. — Rotenhansche _Epitaphe_, ein bronzenes 1539, +ein steinernes 1559 vielleicht von _Kilian Sorg_. — Neben der K. 2stöckige +*Michaelis-Kap.* 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor, kleines +_Relief_ mit Jüngstem Gericht. + +*Marien-K.* auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem polyg. +Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518), die Strebepfeiler auf +statuarische Ausstattung berechnet. — Wirkungsvoller _Hochaltar_ 1750, +Altarblätter von _J. A. Glantschnigg_ 1745, 1746. _Pietas_ um 1480. + +Ehem. fürstbischöfl. *Amthaus* (jetzt Gericht), renss. + +*Rathaus* 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet, +Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am Giebel Dachreiter. Mehrere +wohlerhaltene Tor- und *Mauertürme,* 2 bar. *Brunnen,* Neptun und Pallas. + +_EBERSBACH._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung eines +zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus an einen älteren +Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. Ringsum Emporen in 3 +Geschossen. Die _Inneneinrichtung_ ein besonders stattliches Paradigma der +Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den Emporen 54 +biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar 1787. Hübsches +Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen Orgel von 1738 ist einer der +prachtvollsten Sachsens. + +*Herrenhaus* um 1700. + +_EBERSBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +*Burgruine.* Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten. 1274 +zerstört, 1396 wieder aufgebaut. + +_EBERSDORF._ Reuß j.L. LA Schleiz. + +*Fürstl. Schloß* 1690-93. + +_EBERSDORF._ K. Sachsen AH Flöha. + +Ehem. *Stifts-K.* um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und A. 16. Jh. — +Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues durch Einziehung von Pfll. +in ein 2sch., ein weiteres und ein schmäleres geteilt; dadurch schneidet +ein Pfl. unsymmetrisch in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb., +Chor gestreckt mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der SWEcke. — +_Schnitzaltar_ 1513 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln. Aus derselben +Zeit Reste eines schönen _Chorgestühls_. _Ikon. Grabst._ des Dietrich v. +Harras, des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert die +_geschnitzten Figg._ eines Engels und eines Diakons als Lesepulthalter, +jetzt im Altert.-Ver. in Dresden: nach Flechsig vom Meister der »schönen +Tür« in Annaberg.] + +_EBERSRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. + +_EBRACH._ OFranken BA Bamberg II. + +Ehem. *Cisterc.-Klst*. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste +Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende Kirche Neubau des 13. +Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht lange nach Beginn des Baues, 1218 und +1221. Letzte Vollendung 1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich +im Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren +Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den +Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91) durch _Materno +Bossi_ den ganzen Innenbau in einer dem französischen Louis XVI. +verwandten Manier neu dekorieren ließ. Der großartigste frgot. Bau, den +Deutschland hervorgebracht hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch +ästhetisch vernichtet. Immerhin verdient _Bossi_ insofern Dank, als er +nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen vor ihm viele +Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich eng an den alten Gliederbau +anschmiegen, so daß man den kühnen und strengen Rhythmus desselben noch +immer herausfühlt. Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil +zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen, sondern +in jenen burgundischen Schulformen, die wir heute am besten in den südlich +von Rom gelegenen Cistercienserkirchen Fossanova und Casamari kennen +lernen. Wer jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des +Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. — Die Anlage als kreuzf. +Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in die Erscheinung. Auf +das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor 3 Joche in gleichem System, bei +engeren Intervallen. Der östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die +Sschiffe als Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in +Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl. und südl. +Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan noch nicht enthalten +(Scheidewände dünner als im OFlügel und nicht in den Pfeilerachsen; +Gegenprobe in der von Ebrach abgeleiteten K. in Riddagshausen bei +Braunschweig). L. bis zum Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der +Kap. 87 m. Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den +Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen +3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen. Die Gwbb. sind im Msch. +rok., in den Ssch. annähernd quadr. Das Qsch. etwas schmäler als das Msch. +und stark ausladend, so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält +(Rekonstruktion des Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll. +kreuzf. und mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis +zur Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie, wo sie +jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen haben. Die +Gewölbescheitel, was für die französische Filiation bezeichnend ist, +wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und Rippen und die mit frgot. +Laubkränzen geschmückten Schlußsteine sind erhalten; ebenso die spitzbg. +Form der Arkaden und Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch +einige frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben. +Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den Fronten des Qsch. +frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet wie in Fossanova; ein solches muß +sich auch an der WFront befunden haben, wurde aber durch eine größere +hochgot. Rose (jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.) +ersetzt; die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch. der Notre-Dame +in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar auf sie zurück, +sondern auf eine in den Entwürfen zum Straßburger Münster vorkommende +Variante (ausgeführt in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig +durch Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg. +fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die +Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß am Chor und an +der OWand des Qsch. Konsolengesimse von spezifisch burgundischer Fassung +angewandt sind, während an der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche +Rundbg.-Friese auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert. + +_Ausstattung_. _Bossi_ hat einige Prachtstücke aus 17. und A. 18. Jh., die +ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung ungefährlich waren, beibehalten, +die meisten aber neu hergestellt; verschwunden ist alles Mittelalterliche +mit Ausnahme einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin +Gertrud, Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg +(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. Zahlreicher, +doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der Renss.Epoche. Das sog. +_Mausoleum_ des ersten Abtes, Adam, ist ein wunderlicher gotisierender +Versuch italienischer Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 _Orgeln_. + +*Michaels-Kap.* 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. Die Art, wie +das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der K. eingreift, beweist, daß +sie vor dieser begonnen war, wozu das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt. +Indes ist der vorhandene Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs +deckt sich nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen +mehrfachen Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer +Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die westl. Teile unter +Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch verhältnismäßig unfein und in +einer den Cisterciensern sonst fremden Weise überladen, immerhin +eindrucksvoll. + +*Klostergebäude.* Sie eröffnen für Franken die Reihe jener im Verhältnis +zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, in denen die süddeutschen +Klöster im letzten Jahrhundert vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten. +1687 bis 1698 von _Leonhard Dientzenhofer_, Umbau und Erweiterung 1716 ff. +nach Plänen _Balthasar Neumanns_, ausgeführt von _Joseph Greising_ +(† 1722). Die Scheidung der verschiedenen Anteile nicht überall leicht. +Die Gebäude wurden weit nach W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache +der ma. Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe. Die +NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen des deutschen +Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; den in seiner Länge +eintönigen Bau unterbrach _Neumann_ durch ein machtvolles Mittelmotiv mit +brillantem Treppenhaus. Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet +sich nach W zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren +Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von _Jakob __ van der +Auvera_. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal) liegt +stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und Rokoko; Stuckatur von +_Hönnicke_ (der von hier nach Pommersfelden ging), die Fresken von +_Lünenschloss_ (1722), _Antonio Nave_, _Jo. Ad. Remela_ (später in +Bronnbach tätig). + +_EBSDORF._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in S und N. +Spgot. Chor. + +_ECKARDSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +Ehem. *Wallfahrts-* jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus mehreren +Bauführungen 1467-1525. Spätgot. _Sakramentshäuschen_. Im klassiz. +Hochaltar _Gemälde_ bez. Asam 1760. _Renss.Epitaphe_ 1544, 1547. + +_ECKARTSBERGA._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Pfarr-K.* stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung eines +größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die Kanzel; Altarbau 1607. + +*Burgruine,* große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede. + +_ECKERSDORF._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. — _Grabst_. + +_ECKSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein kleineres 1/2 +8Eck anschließt. — _Taufgestell_: Muschel auf Delphinen. + +_EFFELDER._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Pfarr-K.* Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht noch rom. +Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet, das flachged. Lhs. im 17. +Jh. überarbeitet. — Grabsteine unerheblich. — Kirchhofsmauer mit +Schießscharten. + +*Schloß.* Hauptbau 1470 und 1533. + +_EFFELDORF._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten. Lhs. +1753. Hübsche _Ausstattung_ bar., rok. und klass. + +_EFFELTRICH._ OFranken BA Forchheim. + +*Dorf-K.* um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht seltenen +Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang und 3 spitzged. +Ecktürme erhalten; über dem Eingang der Ringmauer 3 _Holzfigg_. aus A. 16. +Jh., um einiges älter daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg. +Weitere Holzplastik im Innern. + +_EGENHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und Freitreppe, von +Oberstleutnant _Joh. Mich. Müller_ um 1766. Ostturm 1585 nachgot. +Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem Klassizismus. + +_EGGOLSHEIM._ OFranken BA Forchheim. + +*Pfarr-K.* 1826, erhalten der frrom. T. + +_EHLEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Kirch-Turm* rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß kuppeliges +Kreuzgewölbe. + +_EHRENFRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Stadt-K.* S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., der +unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor aus 14. Jh. — +_Altarwerk_ mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, wichtig; die +hervorragend schönen Schnitzfigg. im Stil des Annaberger Meisters _W Z_ +von 1512; auch die Flügelgemälde bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und +Tannenberg). — Ausgezeichneter spgot. _Kelch_. + +_EHRINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Dorf-K.* 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. Chor, WTurm. + +_EHRINGSDORF._ Sachsen-Weimar. VB Weimar. + +*Dorf-K.* rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte _Apostel_ +von einem spätgot. Altar. + +_EIBAU._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde von Bertsdorf; +15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den eingezogenen Strebepfeilern +3fache Emporen, auch um den Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof +zahlreiche Denkmäler. Die _Wohnhäuser_ des 18. Jh. zeugen von großer +Wohlhabenheit, viele mit Türen aus Sandstein oder Granit. + +_EIBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, wurde +1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. 3 sch. 3jochige Hallenkirche +mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk, +charakteristisch für die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624. +— Auf den stattlichen _Bar. Altären_ von E. 17. Jh. sind spätgot. +_Holzfigg._, z.T. von hoher Qualität, und Renss-._Reliefs_ von 1625 +wiederverwendet; _Gemälde_ von _Osw. __ Onghers_. _Taufstein_ um 1600, +Alabaster, originell komponiert und im Figürlichen hervorragend gut. +Vielleicht von derselben Hand _Grabstein_ eines kleinen Mädchens mit +Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. _Kreuzgruppe_ aus der Umgebung +_Riemenschneiders_. Unter den _Altargeräten__ _ gute Augsburger Arbeiten +des 17. und 18. Jh. — Außen am Lhs. _Ölbergkap_. mit überlebensgroßen +Figg. um 1620. + +*Hl. Kreuz-Kap*. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. Qsch und +1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, einer mit _Gemälde_ bez. +_Oswald Onghers_ 1660. + +*Rathaus* 1706 vom Würzburger _Peter Zwenger_ in schwerem sp. Barock, +Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. — Hübsche +_Wohnhäuser_ des 18. Jh. + +*Stadtbefestigung*. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. 15 +Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das vierte abgebrochen). — +_Mariensäule_ 1660 und _Sebastianssäule_ 1773, vortrefflich. In einem +Privatgarten bmkw. steinerne _Madonnenstatue_ 2. H. 14. Jh. Mehrere +_Bildstöcke_ mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh. + +_EIBSTADT_ (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen. + +*Dorfkirchen.* Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese Verbindung ist für +das ganze Gebiet, in rom. wie in got. Zeit, typisch. + +_EICHELSDORF._ Ufranken BA Hofheim. + +*Dorf-K.* Einheitlicher nachgot. Bau von 1608. + +*Schloß* 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703. + +_EICHSTAEDT_ (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +An beiden *Kirchen* querrck. WTürme, in der Anlage rom. — In beiden Reste +von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau. + +_EILENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Stadt-K.* Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus 15. und 16. Jh. +— _Altaraufbau_ und _Kanzel_ 1684. + +*Rathaus*. 1544. + +_EINBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien 18. Jh. + +_EINHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen Tortürmen. + +_EINSIEDEL._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Dorf-K.* neu. _Schnitzaltar_ mit ausgezeichneten Flügelgemälden von einem +Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter +_Kelch_ in der Art des Freiberger Meisters _Samuel Klemm_, 2. H. 17. Jh. + +_EISENACH._ Sachsen-Weimar BAmtsstadt. + +*Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai*. Baugeschichte unbekannt, wohl E. 12. Jh. +— Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel von Sll. und Pfll. und zwar +so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt und schließt. Ornamentierte Kaptt. +Kein Qsch., aber südl. am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch +vier Geschosse 8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden +Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des Inneren 1894. An der +NSeite das ehem. Klst. + +*Franziskaner-K*. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224 in Erfurt Fuß. +1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive Kirche. Sie wurde 1597 +abgebrochen, 1883 in den Fundamenten freigelegt. Anlage rck., enorm +gestreckt, 55 m l., nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite +Schiffe geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb. + +*Dominikaner-(Prediger-)K*. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 dem neuen Orden +übergeben und schlicht got. weitergebaut. Anlage 2sch. Auf derben 8eck. +Pfll. sehr hohe und weite spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk +des 14. Jh. — Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. — _Grabrelief_ mit +Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste Beispiel der Epitaphform in +Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt jetzt das Thüringische Museum.) + +*Markt-K. S. Georg*. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert 1560 und 1598. +3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke. + +*Annen-K*. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal 1634. + +*Gottesacker-K*. 1692-97 von _Joh. Münzel_ in der Grundform des griech. +Kreuzes. Geputzte Holzdecke. + +*Residenzhaus*. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg. Portal 1559 von +_Hans Lindemann_. + +*Stadtschloß* 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner Festsaal; +wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich rok. geschnitzte +Pferdestände. + +*Rathaus* 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von _Hans +Lindemann_. + +*Marktbrunnen* mit S. Georg. 1549, erneuert 1708. + +*Lutherhaus*. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563 von _Hans +Lindemann_. + +*Nikolaitor* spätrom. und einige got. Stadttürme. + +Im *Museum* einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. des 15.-16. +Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh. + +_EISENBERG._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Stadt-K.* 1494, einfacher 1sch. Bau. + +*Cisterc.-Nonnen-Klst*. bis auf geringe Spuren zerstört. + +*Rathaus* 1579. + +*Schloß*. Hauptbau v. 1677 von _Wilh. Gundermann_ aus Altenburg. Bmkw. die +Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit geradem Gebälk trägt 2geschossige +Emporen. Stuckierung in vollen schweren klassizistischen Barockformen, +wohl von Italienern ausgeführt. — *Superintendentur*. Ansehnlich +spätrenss. + +_EISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Stadt-K.* Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk der +südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. 25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche, +die Gwbb. nach Brand 1632 durch Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im +Zweifel, ob der Querschnitt Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit +Netzgwb. Der im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale in +W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die Strebepfll. +eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen macht sich das verschränkte +Stabwerk in gehäufter Anwendung bemerklich. + +*Gottesacker-K*. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die Pastoren Jonas +† 1553 und Kindt † 1549, treffliches _Sandsteinrelief_. Die zahlreichen +übrigen Gedenktafeln von geringem Kunstwert. + +*Schloß*. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; der +runde Haupt-Turm im Kern ma. + +*Schulhaus*. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte +Steinfigur (»Hirt«). + +*Superintendentur*. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh. + +_EISINGEN._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* 19. Jh. — Am Chorbg. _Kruzifix_ von _Riemenschneider_, der +Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu. + +_EISLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Andreas-K*. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) mit rom. +und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau 2 schlanke 8eck. +Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got. Gesims. +Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot., was überraschenderweise auf +eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf +ungewöhnliche Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen +ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des Triumphbogens +rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine Tür mit Eselsrücken und magerem +Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen großen Seitenturm; untere +Geschosse 1486, obere 17. Jh. — Großer _Schnitzaltar_, einer von den +besseren, _Kanzel_ A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor ein auf +beiden (!) Seiten bearbeiteter _Grabst_.; die eine zeigt in eingeritzter +trefflicher Umrißzeichnung den Grafen Burkhard v. Mansfeld († 1229), die +andere in äußerst rohem und altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem +Mansfeldschen Wappen, ohne Umschrift; _Grabsteine_ der Äbtissin Oda +(† 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans Georg († 1579); +der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz gegossene _Tumba_ des Gf. +Hoyer v. M. († 1541), der Tote, gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken +überragt von 4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite +_Tumba_ aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist nicht +nachweisbar. Von sonstigen _Grabst_. und _Epit_. ist vieles verschwunden. + +*Nikolai-K*. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., kurzer +Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. — _Schnitzaltar_ und +_Taufstein_ spgot. + +*Petri-Pauli-K*. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas +geschmückter, Netzgwb. — _Schnitzaltar_. + +*Annen-K*. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte Chor 1514, +das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips um 1600. (Wiederhergestellt +1908.) Im W Mansfeldische Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. — +_Grabmal_ des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung auf +einfachem Sarkophag. Steinerne _Moseskanzel_. + +*Geburtshaus Luthers,* 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr von seinem +ursp. Aussehen. — _Gemälde_ von 1569, Luthers letzte Ordination +darstellend, mit vielen Porträts, nebst anderen Gemälden des 16. Jh., aus +den Hallen des alten Gottesackers stammend. + +Besser erhalten *Luthers Sterbehaus,* aus A. 16. Jh. + +*Schloß,* ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut gehörig; +hoher frma. Bergfried. + +*Altstädtisches Rathaus* 1519-1530. Die großen Fenster durch 3 Pfosten +geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der NOEcke ein gekrönter +_Kopf_, nach der Abb. im Inv. zu urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im +Volksmunde _Kopf des »Knoblauchkönigs«_ Herman v. Luxemburg. + +*Neustädtisches Rathaus* mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. 1580. + +_ELGERSBURG._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. + +*Schloß*. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt A. 20. Jh. von +Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen Kunstformen weisen auf 17. Jh. + +_ELGERSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* Frgot. WTurm. — _Kindergrabstein_ 1626. + +_ELISABETHBRUNNEN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Brunnenhaus*. Renss. 1596. + +_ELISABETHENBURG_ siehe Meiningen. + +_ELLINGSHAUSEN._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* 1775. Gute _ikon. Grabst_. der Familie v. Bose 16. und 17. Jh. +Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern. + +*Schloß* der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. — Geschnitzte +_Fachwerkhäuser_. + +_ELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Schloß*. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und malerische +Baugruppe. Großer _Ofen_ bez. 1596. + +_ELSA._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen Strebepfll. + +_ELSNIG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K.* (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der Schlacht bei T. +berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem Chor und 1/2kr. +Apsis, rck. Turm im W. — In der Nähe kreisrunder *Burgwall*. + +_ELSTER._ K. Sachsen AH Olsnitz. + +*Petri-Pauli-K*. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte +Emporenbrüstungen. — _Kanzel_ 1682, _Altar_ 1737. + +_ELSTERTREBNITZ._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich +interessantes _Tympanonrelief_. — _Altarwerk_ mit 2 beweglichen und 2 +festen Flügeln, um 1500. Figurierte _Glocke_ 1460, bez. _Nik. Eysenberg_ +von Leipzig. + +_ELSTERWERDA._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Stadt-K.* 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. — 12 v. Maltitzsche +_Bildnisgrabsteine_, 9 aus 16. Jh., die übrigen 17. Jh. + +*Schloß* beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von König August II. +weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher Behandlung. — _Pestsäule_ +1738. + +ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. *Stadt-K.* 1726. 3sch. kreuzgewölbte +Hallenkirche in einfachen Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. — +Ansehnlicher Hochaltar aus Marmor und Sandstein, _Gemälde_ (Kreuzabnahme) +von _Chr. W. E. Dietrich_ 1733 in Anlehnung an Rubens. Prächtige _Kanzel_; +als Fuß (anstatt der im 16. und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn +bewegter Engel. Gute _Grabdenkmäler_ des 18. Jahrh. + +*Rathaus* 1717, ganz schlicht. — Im ehemaligen Schloßpark (das Schloß +abgebrannt) _Sandsteingruppe_, Apotheose eines Helden (wohl Augusts des +Starken) von _Balt. Permoser_. + +_ELTERLEIN._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Stadt-K.* 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke; +einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und Ausstattung. — +_Taufstein_ von Engeln getragen, bez. _Sebald Teuscher_ 1697. + +_ELTINGSHAUSEN._ UFranken BA Kissingen. + +*Dorf-K.* Turm rom., Chor und Lhs. 1745. _Decken-_ und _Hochaltargemälde_ +bez. _J. A. Herrlein_ 1746, auf den architekturlosen Seitenaltären je 1 +_Holzstatue_, gut rok. + +_ELTMANN._ UFranken BA Haßfurt. + +*Stadt-K.* Rest. 1835 von _Klenze_, erhalten blieb der got. Chorturm (E. +13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). — Zierliche spätgot. _Sakramentsnische_. + +*Heil. Kreuz-Kap*. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf ellipt. Gr. + +*Friedhof* angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet. +Grabsteine got. und Renss. + +Im S der Stadt *Wallburg* mit gut erhaltenem rundem Bergfried aus 12.-13. +Jahrh., Zinnenkranz neu. + +_EMPFERTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach, + +*Kirche* von 1719. + +_EMTMANNSBERG._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749. + +*Schloß* einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel. + +_ENGELSBERG._ UFranken BA Miltenberg. + +*Kapuzinerklst*. 1629. + +_ENGELSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.*, rom. Anlage mit OTurm. + +_ENGENTAL._ UFranken BA Hammelburg. + +*Dorf-K.* nachgot. aus der »Juliuszeit«. + +_EPPRECHTSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Burgruine*. + +_ERBENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert. _Grabstein_ des +Försters Martin Rod 1716. + +_ERBSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt. + +*Dorf-K.* Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar gute _Skulpturen_ +aus der Werkstatt _P. Wagners_. + +_ERDMANNSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* rom. wie Fremdiswalde. — Auf dem Altar _Kopie_ von _Rubens’_ +Antwerpener Kreuzabnahme. + +_ERFURT._ Fr. Sachsen. + +Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und Kapellen, darunter +36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung nach vielleicht am ältesten die +kleine Bonifaziuskap. auf dem Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter +kleiner Steinbau, im sp. Ma. umgebaut. + +*Stifts-K. S. Marien (»Dom«).* Gegr. angeblich 741. Neubau seit 1154. +Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung des Chors 1349-70. Zweiter +Umbau des Lhs. 1452 ff. und Hinzufügung der dritten Turmspitze durch +Meister _Hans von Straßburg_. Ausbesserung nach Brand 1472 durch _Hans +Pfau_. Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. — Vom rom. Bau des 12. Jh. +haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl. und südl. Flügel bis +zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des Chors angeordneten Türme im 1. und 2. +Geschoß; im Innern die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme +anstoßen. Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse sprom. +13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet worden sein). Den +rom. Bau haben diese Türme stattlich überragt, durch die späterhin +eingetretene Erhöhung und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich +als dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, wurden +sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als die unvergleichlich +günstige Lage am Bergrande zur Schaffung einer kräftigen Silhouette die +Aufforderung gab. Dieser folgte _Hans v. Straßburg_ in der Weise, daß er +die wohl schon vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau +verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. Der Helm +brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine Erneuerung 1850 folgt +den durch alte Ansichten überlieferten Umrißlinien. — Der zwischen den +Türmen liegende rom. _Chor_ war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den +Durchgang zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden viel +breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, das letzte +im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten Haupt zusammengezogen +(34 m lang, bei 88 m Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau +des Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der späteren +Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse ausgezeichnet. Mit dem +Chorbau ging die künstliche Verschiebung des Bergrandes durch eine auf +gewaltigen offenen Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische +Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und die notwendig +gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur Anlage einer _Krypta_ +(inschriftl. voll. 1353), dergleichen sonst nicht in den got. +Baugewohnheiten liegt. — Die im 15. Jh. geforderte Erweiterung des +_Langhauses_ als Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung +erfolgen; da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden +sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m) angelegt, +was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte. Einfache Sterngwbb. — +Am _Äußern_ ist vor allem die Massenverteilung und Silhouette der +Ostansicht eigentümlich und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K. +eine der schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters zeigt +sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven Ausnutzung +zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde Geschlechter, als in der +folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen Idee. Die mit dem Chor nicht +parallele, sondern auf die NSeite konvergierende Richtung des +Treppenaufgangs gab den Gedanken zu der prächtigen _Torhalle_ auf +dreieckigem Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden freiliegenden +Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit hohen Wimpergen eingenommen; +ein zweites, mit je einem Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück. +Die Formen sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas +älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. von 1868 über +jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, während der +Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, niedriger gelegt wurde. +Neu ist auch der obere Abschluß der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den +spgot. Bau nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem got. +Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom. + +_Kreuzgang und Stiftsgebäude_. OFlügel: spgot. 2sch. Halle, die dem Hof +zugekehrte Seite in sprom. Formen mit einzelnen gotischen; diese +überwiegen bereits am letzten Fenster; nach außen gegen die Terrasse +springt die 1451 gest. Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm +das Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen Decke +dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der Universität zu +Promotionen und sonstigen Festlichkeiten diente; jetzt sehr verwahrlost. +Der W- und SFlügel entsprechen der fortschreitenden got. Stilentwicklung; +mit Ausnahme des nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite +gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle Gebäude haben +durch den Brand 1472, sodann durch spätere Veränderungen gelitten. + +_Innere Ausstattung_. Durch die Rest, des 19. Jh. von ihren »stilwidrigen« +Elementen befreit. — Prachtvolles _Chorgestühl_ bez. 1469, 1484. +_Hochaltar_ mächtiger Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter +_Flügelaltar_, in der Mitte die Einhornjagd. — Mitten im Chor lebensgroße +bronzene _Leuchterfigur_, bekleidet, von starrster Bildung bei +sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung von Zeit und Ort +der Entstehung nicht zu geben. Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg. +_Glasgemälde_ im Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die +Thüringen besitzt. — An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr Inhalt +aus Altem und Neuem gemischt. Besonders merkwürdig’> ein bogenförmiger +rom. _Altaraufsatz_ aus Stuck, an der Stirnseite Christus und die heil. +Eoban und Adolar, darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische +Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den Knien, archäische +Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. Es ist möglich, daß die +Madonna nicht ursp. für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die +Reliefs der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere +Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. — An entsprechender Wand des +südl. Qsch. _Sakramentshaus_ von _Hans Friedemann_ 1560, trefflich +aufgebaut, doch schwach, wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister +der Erfurter Sprenss., in der Figurenplastik. _Holzrelief_ der Beweinung +E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um 1400. — Im südl. Ssch. +eiserner _Leuchter_ mit Schmerzensmann um 1450. Links vom WEingang +Taufstein mit großem phantastischem Überbau von _Hieronymus Preißer_ 1587. +An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene _Tafelgemälde_ um 1500. + +_Grabdenkmäler_. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen mit zwei Frauen +(wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa zwei Jahrzehnte später). Epitaph +des Joh. v. Allenblumen † 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit +Eleganz repräsentierend. Bronzeepitaph des Henning Göden von _P. Vischer_ +1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative Steinepitaphe der +Familien v. Herstall von _H. Friedemann d. J_. und v. d. Weser von _Enders +Gutschell_ 1576. — Wichtig ist der Dom durch eine größere Reihe von +_bronzenen Grabplatten_ (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang junger +Geistlicher, schöne flandrische Gravierung um 1350. Als älteste +einheimische Arbeit bmkw. Herm. Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt +† 1451, ausgeführt nach 1472 in der _Vischer_schen Werkstatt in Nürnberg; +desgl. Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh. v. +Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte (Halbfigur) von +strahlender Renaissanceschönheit, wird als ein Werk _Hermann Vischers +d. J._ anzusehen sein. — Gegossene Bronzeplatten Erfurter Ursprunges: +Eoban Ziegler 1561 (von _Eckhard Kücher_) und G. Oland 1597 (von _Melchior +Möhring_). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. Breitenbach +† 1579 von _Friedemann d. _Ä_._ + +_Skulpturen am Äußeren_. Am reichsten ausgestattet die beiden Portale am +Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, Apostel, kluge und törichte +Jungfrauen, Ecclesia und Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre +älteren Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit niedriger. +Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens Rechtfertigung, außen +Kreuzigung. An den Chorpfeilern 3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus +A. 15. Jh. mit dem Zeichen _i_ eines damals in Erfurt vielbeschäftigten +Meisters. + +_Im Dommuseum_. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte sprom. Ampel für +12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh. +»_Kasel_ der hl. Elisabeth« E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf +Leinwand E. 13. Jh. Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei +Reste von Holzplastiken und Malerei. + +_In der Domkurie_. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420. 3 Tafeln mit +männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung ca. 1490. + +*Collegiat-K. S. Severi*. Erste Nennung 836. Auf Neubau deutende +Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um 1450. — Anlage und Einzelheiten +enthalten manches Eigentümliche. Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche +kommt der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum Ausdruck. Das +erste und letzte Joch breiter als die übrigen; man ist hierbei von einem +ehemaligen Qsch. ausgegangen, das an dem großen Rosenfenster der NSeite +noch zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen Vorbild im O. +später um einen dritten mittleren vermehrt; schlanke hölzerne Helme. Bei +schlichtester Einzelbildung wird durch bloße Linien und Massen ein echt +künstlerischer Eindruck erreicht. — Im Chor _Sediliennische_ um 1300. — +_Taufstein_ 1467, überstiegen von einem dreiseitigen mit der Spitze bis +zum Gewölbe hinanreichenden Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur +erinnernd, höchster Handwerkstriumph in der Bewältigung des +Steinmaterials. — Hölzerne _Kanzel_ von _Hans Friedemann d. Ä._ 1576. — +_Orgelbau_ in großzügigem Barock. — Im südl. Ssch. gemalter _Flügelaltar_ +von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule des Peter von Mainz«). — In +der Blasiuskap. _Schnitzaltar_ um 1500, bedeutend, doch sehr +verrestauriert. — Die Kirche ist reich an bmkw. Steinplastik. _Denkmal des +hl. Severus,_ um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472) +auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen aus dem Leben +des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar im nördl. Qsch. +einverleibt; die vierte mit der Anbetung der Könige jetzt im südl. Ssch. +(fast genaue Wiederholung derselben Komposition am WPortal der Nürnberger +Lorenzkirche). Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus zwischen +Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in der Qualität den +Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern nicht unbedingt überzeugend +dem sog. _Meister der Barfüßer-K._ zugeschrieben. — Feine _Madonna_ am +Chorbogen um 1370-80 von _Joh. Gehart_; von demselben Johannes d. T. und +Katharina. — Im Chor Alabasterrelief des _hl. Michael_ bez. 1467, +künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der Zeit schwer +einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister des Taufsteines. — Die +_Madonna am NPortal_ ist älter als dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit +um 1370. Bedeutend der daneben befindliche große _Crucifixus_, um 1500. + +*Schotten-Klst.-K. S. Jakob.* Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen. +Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so weiten Abstand, daß +ausgebrochene Zwischenstützen, wohl Sll., vermutet werden müssen. Die +ursp. Flachdecke durch Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade +(1772). Got. Turm mit welscher Haube. — _Grabstein_ des Walter v. Glizberg +und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem Relief auf vertieftem +Grunde, Behandlung sorgfältig aber wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch +später?). Gute _Holzmadonna_ A. 16. Jh. + +*Prediger-K*. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht von +1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude bezogen werden; dieses beg. +1308. — Sehr lang gestreckte, querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m, +geteilt in 15 Joche von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen +platt (mit Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche +von der Laienkirche durch eine Schranke und einen späteren Lettner (1410) +geschieden. Das Msch. scheint in Absicht auf flache Decke begonnen zu +sein; die Hochwand hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf +vorgekragte kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal +des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme am Chor eine jüngere +Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, das Kapitelhaus erhalten. + +_Hochaltar_; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; Retabulum, große in +5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des figürlichen Schmucks, wohl Gemälde, +beraubt und verstellt durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der +bedeutendste Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut ähnlich«, +überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein steinerner Zierbau in +Laternenform, 5seitig auf schlankem Fuß, hinten mit einer steinernen Wand +verwachsen und durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl +_Sakramentshaus_; in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden +gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne Umrahmung für +einen _Celebrantensitz_ älter ist; in der Nische gutes _Fresko_, etwa M. +14. Jh. — In die innere Schranke eingelassen ein _Tafelbild_, +figurenreiche Kreuzigung, nach M. 14. Jh. — Im Chor _Marienstatue_ um +1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch die delikate +Behandlung. — _Grabsteine_. Dieser Zweig der Plastik ist in Erfurt, vgl. +auch die übrigen Kirchen, reich und gut vertreten und läßt u. a. die +Entstehung des Epitaphs neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die +beiden Typen noch nicht deutlich gesondert am _Ehegrabstein_ des Rudolf +Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes Beispiel gotischer +Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v. Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend +in Profilansicht, die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief, +Bemalung neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls kniend und mit +Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden. Gottschalk Legat † 1422, +Epitaphform, Mann und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem +Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche Anordnung. Über dem +SEingang Gethsemanerelief bez. 1484; der Künstler _Joh. Wydemann_ zugleich +Donator; sein Stil von Nürnberg abhängig. _Wandepitaph_ für Paul Mues von +_Friedemann d. Ä._ 1579. _Bildnisgrabstein_ des Superintendenten Aurifaber +† 1575. Großes _Steinepitaph_ des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit +eines Unbekannten. _Bildnisepitaph_ des Kriegsrats Burchard † 1632, Von +derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl. Epit. Mohr in der +Barfüßer-K.). — Prächtige _Abendmahlskanne_ 1618 von _Erasmus Wagner_. + +*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige K. voll. +1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor hinzugefügt; Einwölbung +des Lhs. A. 15. Jh. — Querschifflos. Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit +gestellt, auf je 1 von ihnen fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb. +auf abwechselnd kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde +reichenden Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl. +einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche, ganze L. 78. +Formencharakter von edler Einfachheit, weniger herb als in der Prediger-K. +Der in der zweiten Bauperiode hinzugefügte Turm in verwegener +Übereckstellung über dem letzten Joch des nördl. Ssch. + +_Hochaltar_ ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur falsch +zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich noch nicht genügend +gewürdigten Gemälde nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber +nicht notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. — Im südl. Ssch. +reiche _Schlußsteine_ mit dem Zeichen _i_ (vgl. Epit. Legat in der +Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). — _Chorstühle_ um 1325-50 sehr +einfach. — _Grabmäler_: in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor +Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba; vorzügliche +Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten Seite zeigt; Saalfeldsche +Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.; Margarete v. Mila 1494, dem +Gegenstand nach, Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen +Form nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen +† 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«) wie der Grabstein +der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung durchaus statuarisch. +Grabstein Berld v. Vitztum 1478. Epit. Balth. Hirschbach 1583 von _H. +Friedemann d. Ä._ Epit. Nacke 1587. Epit. _Mohr_ 1626. — _Gemälde_: in der +Saalfeld-Kap. Flügelaltar A. 15. Jh. — _Abendmahlskannen_ von _Erasmus +Wagner_ 1621 und _Andr. Jörg_ 1679. + +*Regler-K.* (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. Bau die 2türmige +WFassade (alt indes nur der südl. Turm). Ganz schlichte Anlage. +Unvollständige Flachdeckbasilika; das nördl. Ssch. zum Kreuzgang +geschlagen, darüber eine gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore. +Gestreckter platt geschlossener Chor. — Großes doppelflügeliges +_Altarwerk_ um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; früher +irrig _Wolgemut_ zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern (an +Außentafeln, Innentafeln und Predella drei verschiedene Hände). An der +Außenwand und sehr verwittert: _Epitaph_ des Heinrich Frimar 1417, +Kreuzigungsgruppe, darunter 2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen. + +*Augustiner-K*. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). 1289-1325; +1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika mit sehr hohen Ssch. +erweitert, dazu langgestreckter Chor; in allen Teilen Holzdecke. Der +8eckige Turm sitzt über einem Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut, +von einem Nachfolger des _Meisters i._ — _Kreuzgang_ aus 15. Jh. Über dem +NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die _Lutherzelle_ nach +Brand 1872 erneuert. + +Im Innern der K. die Steinumrahmung eines _Levitensitzes_ A. 14. Jh. — +_Glasmalereien_ im Chor 2 H. 14. Jh. — _Grabsteine_ der Adelheid v. Amera +† 1298, gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung. +_Grabst_. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und Ludwig v. +Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v. Frimar † 1354, alle drei +ausgeführt ca. 1370-80 von derselben, geschmackvoll und eigentümlich +arbeitenden Hand (Meister der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v. +Meiningen † 1382 (Art des _Joh. Gehart_); Theodor Brun † 1462 (vom Meister +des hl. Michael in S. Severi??). + +*Ursulinerinnen-K*. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem später ein +nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen mit 3 hohen +Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. mit hübschem leichtem Rokokoornament. +Über dem Eingang _Steinrelief_ mit der Anbetung der Könige. — Zahlreiche +Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung 1313-1445, mit reliefierter +1436-1540. Hochaltar mit gemalten Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem +Nebenaltar _Pietas_ (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß, im +Klst. Ebendort _Wandteppiche_ aus 14. Jh. + +*Kaufmanns-K*. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. rom., +Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors erneuert, der nördl. +1684, der südl. 1859. — Taufstein 15. Jh. mit 7 sitzenden Prophetenfigg. — +Gut kennen zu lernen die Erfurter Renaissancemeister _Friedemann_ Vater +und Sohn: Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau 1585, +v. d. Sachsen 1592. + +*Allerheiligen-K*. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller Weise +der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh. — Hochaltar 1757. Pietas +E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter Zeichnung 1381, 1405, mit Relief +1418, 1422, 1536; des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von +_Friedemann d. J._ + +*Martins-K*. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 1sch. Langhaus +1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. — _Ausstattung_ bar. +_Monstranz_ von _C. X. Stipeldey_ in Augsburg 1780. + +*Michaelis-K*. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot. +Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau. — +_Crucifixus_ 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten _i_, des +tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. Im Innern und auf +dem kleinen Friedhof _Grabmäler_ von Renss. bis Klassizismus. + +*Dreifaltigkeits-Kap*. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck. + +*Andreas-K*. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. — Über dem +Haupteingang _Kreuzigungsrelief_ um 1730 (zu vgl. mit dem +Severisarkophag). Sandsteingruppe der _Beweinung_ ca. 1430-40 von einem +Nachfolger des Meisters _i_. + +*K. des großen Hospitals*. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit 3seit. Schluß. +— _Epit_. Ziegler 1462, tüchtig. + +*K. des kleinen Hospitals*. _Gedenkstein_ der Stifter, der +Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen, ca. +1420-30. + +*Thomas-K*. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner _Schnitzaltar_ M. +15. Jh. + +*Wigperti-K*. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. — An der WFront 3 Statuen +um 1430, handwerklich. Besser eine _Madonna_ um 1450. Im Kreuzgang +_Kreuzigungsrelief_ aus der Nachfolge des Meisters _i_. — Sakristei mit +guter SpRenss.-Einrichtung. + +*Neuwerks-K*. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. — Außen +_Madonna_ um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt, als das meiste dieser +Zeit (nicht von _Joh. Gerhart_). Eine zweite im Innern um 1400. Ziemlich +prächtiger _Hochaltar_ um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei. + +*Lorenz-K*. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh. — Am SPortal +_Sandsteinstatue_ des hl. Wenzel um 1450. Außen neben dem Eingang _Epit. +Buseloyben_ um 1430, an der SWand _Epit. Salfeld_ 1405. Im Innern Epit. +der _Gebr. Eberbach_ 1581 von _Friedemann d. Ä._ — Die Holzskulpturen der +modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck. + +*Egidien-K*. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung. Jetzt +zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand zeigt kirchliche +Bauformen. Unter der K. Durchfahrt vom Wenigenmarkt zu der einst +befestigten Krämerbrücke. Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen +haben sich die Türme erhalten: + +*Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm* (mit +_Ölbergrelief_ vom E. 15. Jh.), *Pauls-Turm, Georgen-Turm*. Durchweg +einfache spgot. Bauten. + +[*Rathaus**.* Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen; +Einzelheiten im städtischen Museum.] + +*Alte Universität* (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der +Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im Innern und an Nebengebäuden +vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. — Die sehr konservativ gesinnte +Körperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der +Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng +symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß des neuen Stils +erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige Front hat 7 Achsen. Das große Tor +in der Mitte ist ein Prunkstück geometrischer Künstelei. An den +Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß- +und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig rck.; an der +Schmalseite verändertes System; der alte Giebel im 17. Jh. durch einen +Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum »möglichst im Anschluß an die +frühere Form« wiederhergestellt. + +*Collegium Saxonicum* in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen. + +*Wohnhäuser.* _Haus zum Rebstock_ (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische des +dritten Stockes feine gleichzeitige _Madonna_. Der spgot. Bau noch in +wesentlichen Zügen erhalten. — _Haus zum roten Stern_ (Allerheiligengasse +11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — _Haus zur hohen Lilie_ +(Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frühe Renss. — _Haus zum +Greifenstein_ (Michaelisstr. 48). 1549. — _Haus zum goldenen Rade_ +(Marktstr. 50) 1554. — _Haus zum goldenen Hecht_ (Anger 37) 1557. +Typisches Portal mit Sitznischen am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden +_Hans Friedemann_. — _Haus zum roten Ochsen_ (Fischmarkt 7) 1562. Im 1. +und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß Fenster mit gotisierenden +Gewänden; am Zwerchgiebel wieder Ordnungen. — _Haus zum breiten Heerd_ +(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von _Hans Friedemann d. Ä._ Die Ordnungen +gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges, an Heidelberg erinnerndes +Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.; im Obergeschoß mächtiger Hausflur; +Wendeltreppe. Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — _Haus __ +zum großen Christoph_ (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. — _Haus +zum Stockfisch_ (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel über den +Brandmauern. Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und +ornamentierter Quadern, nach niederländischer Art. — _Haus __ zum +Mohrenkopf_ (Johannisstr. 168) 1610, + +*K. Regierung,* ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte +Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus +der Renss. »zum stolzen Knecht« mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und +linker Flügel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den +Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (_M. v. Welsch?_ _M. +Dreysigmark?_). Schöner Festsaal in maßvollem Spätbarock, die Stuckaturen +von _August Gröninger_ aus der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die +Plafondmalerei schwach. + +*K. Haupt-Steueramt* 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. von Mainz und B. +von Bamberg. + +Auf dem Fischmarkt *Roland* als römischer Krieger, 1691 von _Israel v. d. +Milla_, einem niederländischen (?) Italisten, der Kopf nach dem Moses +Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. *Neptun* von einem +ehemaligen Brunnen um 1700. + +_ERLABRUNN._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke, +Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. — _Kanzel_ und _Taufstein_ +aus der Erbauungszeit. — _Bildstock_ 1601, gotisierend. + +_ERLACH._ UFranken B A Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Got., im 18. Jh. verändert. — 7 adlige _Grabsteine_ (meist +Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493). _Bronzeplatte_ mit Inschr. und +Wappen (Hauschild von Hirschau). + +*Schloß,* Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche Renss.Laube +1545. + +_ERLAU._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger +Durchbildung. Das 4flügelige _Altarwerk_ (aus der Rochlitzer +Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A. 16. Jh. + +_ERMLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus; keine Apsis. + +_ERMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Stadt-K.*, gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger rom. +OTürme. — _Grabst_. 1561, 1602. + +_ERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar. + +_ESCHDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. _Sakramentsnische_ 1524. +Gemaltes _Altarwerk_ bez. 1588. C G (_Christoph Grohmann?_). + +_ESCHEFELD._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. — Spgot. _Altarwerk_ +mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln. _Glocken_ 14. Jh. + +_ESCHENSTRUTH._ Kr Cassel-Land. + +*Dorf-K.* Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau erhalten, am +besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang ins Schiff. Im Fenster des +schon ursp. rck. Chores kleines spgot. _Glasgemälde_. + +_ESCHWEGE._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Markt-K. S. Dionys.* Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. — +Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte rund mit 4 Diensten, +nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher +als die Scheidbgg. WTurm einspringend. + +*Neustädter S. Katharinen-K*. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, Turm 1374 mit +neugot. Aufbau. — Hallenkirche von 4 Jochen, Schafte rund mit 4 Diensten +und Laubkaptt., welche sich auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. — +_Kanzel_ 1589 mit 3 Reliefs. + +*S. Nicolaus-Turm*. 1455, Zopfdach. + +*Schwarzer Turm*. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei. +Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. Fenstern. + +*Hospitals-K. S. Elisabeth*. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die südl. +Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch. + +*Schloß*. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen. + +*Ballhaus*. 1578. + +_ESPENFELD._ Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt. + +*Dorf-K.* OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen. + +_ESPERSTADT._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und vermauerter +Rundbogentür. Umbau 1612. + +_ESSELBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. — _Holzfig_. St. +Barbara aus _Riemenschneiders Werkstätte_. — Spgot. _Glocken_. + +_ESSFELD._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm, 13. Jh., bar. +Haubendach. + +_ESTENFELD._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. Bar. Portal 1690. +Stuckdecke um 1720. — _Hochaltar_ E. 18. Jh. mit Gemälde von _Bolsterer_ +1708. Reiche _Kanzel_ von _J. G. Moritz_ 1753. _Marienstatue_, Holz, 1. H. +14. Jh. + +*Hof des Karthäuserklst*. Engelgarten 1668. — An den Straßen der nächsten +Umgebung zahlreiche (9) _Bildstöcke_. + +_ETTENHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Dorf-K.* rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706. + +_ETTERSBURG._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +In der modernen *K.* _Doppelgrabstein_ des Ludwig von Blankenhain und +seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte aus der Klosterkirche Oberweimar +hierher verschleppt sein). + +*Schloß* ganz einfach. + +_ETTLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* A. 18. Jh. + +*Dorf-Brunnen*. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen mit Kuppel. + +_ETWASHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen. + +*Kirche*. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke _Balthasar Neumanns._ +Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm; das Mittel in den Winkeln durch +Kreissegmente erweitert; nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4 +Paar gekuppelter dorischer Säulen, durch einen Durchgang von der Wand +getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche voll perspektivischen +Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. Die Kuppel ganz flach und durch +Stichkappen von den Kreuzarmen her zerschnitten. Nicht glücklich, wie +öfters bei Neumann, die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm, +neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen. + +_EUERBACH._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Kath. Dorf-K*. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit. + +*Prot. Dorf-K*. Chor und Turm spgot. Verschiedene _Renss.-Epitaphe_. + +*Schloß* um 1600. + +_EUERDORF._ UFranken BA Hammelburg. + +*Dorf-K.* Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 stark erneuert. +Reste von spgot. _Altarplastik_ in der Richtung _Riemenschneiders_; der +Salvator ähnlich dem in Bibelried. + +_EUERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung. Der +isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, umgebaut E. 16. +Jh., Juliuswappen. — _Glocke_ 13.-14. Jh. + +_EUSSENHAUSEN._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am Turm eingemauert +interessante frgot. sitzende _Madonna_ (stark beschädigt). Hinter dem +Hochaltar Reste von _Wandmalereien_ aus 1. H. 15. Jh. + +_EUSSENHEIM._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. — _Pietas_ um 1500. — Vor der K. +großer, reicher steinerner _Prozessionsaltar_ A. 17. Jh. *Kellerei*. +Charaktervoller Bau von 1638. + +_EYBA._ Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.*, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf. + +*Edelhof* der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen dieser Art aus +dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.). + +_EYERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit WTurm. Elegante +gleichzeitige Einrichtung. _Deckenbild_ (Huldigung der hl. 3 Könige) von +_Gg. Anton Urlaub_ 1753 (1909 restaur.). + +_EYRICHSHOF._ UFranken BA Ebern. + +*Schloß* (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und 1883), 2flügelig +mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt sich ein Rokokoflügel (um 1730) +an. Inmitten eines prächtigen Parkes. — Bmkw. _Einrichtung_: besonders +gute _Renss. Schränke_ (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische +_Porzellansammlung_. + +*Schloßkap.* Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. — Zinnerne +_Taufschüssel_, schön sprenss. + + + + +_F_ + + +_FAHR._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Auf dem Friedhof bmkw. *Kreuzigungsgruppe*, Sandstein, 3/4 lebensgroß, +ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben (wie das bei handwerklichen +Arbeiten oft vorkommt) auf der Stilstufe von 1400. + +_FÄHRBRÜCK._ UFranken BA Karlstadt. + +*Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt*. 1686-98. Kraftvoller Bar. Bau in der +Richtung _Petrinis_, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., gute Außenarchitektur. +Turm im NO. _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit. _Blatt_ des Hochaltars +von _O. Onghers_ 1695. Große _Madonna_, Holz, von _P. Wagner_ 1798. + +_FALKEN._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +*Dorf-K.* Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor frgot. [Eine +rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.] + +Das *»Schlößchen«* von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches +Gerichtshaus. + +_FALKENBERG._ RB Cassel Kr. Homburg. + +*Burgruine*. War 1250 schon vorhanden. + +_FALKENHAIN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage. — 6 _Grabmäler_ 1579-1725. + +*Herrenhaus*. Ursp. Wasserburg des 16. Jh. + +_FALKENSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Schloß*. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen aus 16. +Jh. + +_FAMBACH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Dorf-K.* Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im spgot. Langhaus +Emporen und bemalte Decke. 1778. — _Kanzel und Altar_ 1617, 1623, Holz, in +guter SpRenss. + +FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Dorf-K.* 1667. Gute _Schnitzbilder_ +von ehemaligen Altären um 1508. + +_FASANERIE._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Jagdschloß* des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im +klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales und einzelner +Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Wände geklebten allegorischen +Bildern, auch einzelnen charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit, +großenteils unversehrt erhalten. + +_FECHENBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* erb. 1732. Am _Pfarrhof_ Sandsteinfig. der Madonna um 1400. + +*Burgruine Kollenburg*. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit +älteren Resten, an der SSeite des Palas rom. + +_FECHHEIM._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht +zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von 1702. +— 3teiliges _Altargemälde_ bez. 1480, sehr rest. — Befestigter _Kirchhof_ + +_FEILITSCH._ OFranken BA Hof. + +*Schloß* 1747. + +_FELDECK_ siehe Dietlas. + +_FELSBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Stadt-K.* Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor. + +*Kirchhofs-Kap.* Rom. und spgot. + +*Burgruine* mit hohem Rund-Turm. + +_FILKE._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Mauerschedel.* Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung. +Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom. + +_FINDELBERG._ UFranken B A Königshofen. + +*Wallfahrts-K.* 1570, 1672, 1780. + +_FISCHBACH._ UFranken BA Ebern. + +*Schloß*. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle von 1756 mit +hübscher Außengliederung. + +_FLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Stadt-K.* Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M. +18. Jh. + +*Rathaus* 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln. + +Gut erhaltene *Stadtmauer* mit starken Türmen, interessant die auf den +Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen. + +_FLEMMINGEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm; +Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im _Tympanon_ 2 +Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit +senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau. + +_FLEMMINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm, +Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. _Kanzelaltar_ 1739. + +_FLÖHA._ K. Sachsen AHauptstadt. + +*Stadt-K.* 1741 (rest. 1880). — Altar mit bmkw. Gemälden um 1525, verwandt +dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde. + +_FORCHHEIM._ K. Sachsen AH Marienberg. + +*Dorf-K.* 1719 von _George Bähr_ und _Fehre_, zentrale Anlage ähnlich der +K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. — +_Taufstein_ 1725, reiche, tüchtige Arbeit. Altar mit _Gemälde_ von +_Butzäus_. + +*Schloß*. Einfacher Bau von 1558. + +_FORCHHEIM._ OFranken BAmtstadt. + +*Martins-K*. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift. — 3sch. Halle +mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor +Rippengwbb., die 1720 durch _J. Vogel_ aus Bamberg stuckiert wurden. Im S +Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher +Haube von 1669. — _Hochaltar_ 1696 von _Neuner_, 1837 verändert; +_Apostelaltar_ 18. Jh., Gemälde von _Oswald __ Onghers,_ Skulpturen von +_Goldwitzer_. — An den Pfll. des Msch. 8 _Gemälde_ auf Holz in der +Richtung _Wolgemuts_, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin; +3 _Gemälde_ (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar. — +_Skulpturen_. Im _Inneren_: Im Msch. und Chor 12 _Apostel_, Holz, aus E. +15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des _Veit Stoß_ +zuzurechnen. In der Marien-Kap. _Pietas_, Holz, recht tüchtige Arbeit des +frühen 16. Jh. _Derselbe_ Gegenstand in veränderter, dem Schönheitsideal +des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar +vom bambergischen Hofbildhauer _Kamm_ 1786. Sehr interessant das 8figurige +Relief in Lindenholz mit dem _Abschied Christi von seiner Mutter_, nach +1520 von einem guten, noch nicht näher festgestellten Nürnberger Künstler +mit Erinnerungen an _Stoß_ und _Dürer_. _Epitaphe_ des Ph. v. Egloffstein +1558 von _Peter Dell d. J._ in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von +_Hans Werner_ in Bamberg. Am _Äußeren_: Neben dem WPortal Martin und +Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14. +Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh. +im gewöhnlichen Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige +Gewandung die Durchschnitts-Ölberge überragend. + +*Marien-Kap*. soll von _Otto v. Bamberg_ A. 12. Jh. erbaut sein; rom. +Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit +Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. _Skulpturen_. _Ölberg_ von Ton +M. 15. Jh. + +*Spital-K*. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5 +_Tafelgemälde_ der Nürnberger Schule E. 15. Jh. + +*Franziskaner-K*. 1690. + +*Schloß*. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das +an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischöfl. +Bambergische Residenz hergestellt; noch öfters umgestaltet; 4geschossiger +steinerner Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558. +Stilgeschichtlich wichtige _Wandgemälde_ 1831 und 1907 freigelegt; nur die +letzteren befriedigend rest. Rest eines größeren Zyklus um 1353 die 3 +Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung +Mariä und Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich +einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch böhmische +Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger Stil des frühen 15. +Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren auf König +Wenzel (?) gedeutet wurden. + +*Rathaus*. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss. + +*Katharinenspital*. Schöner Holzbau 1611. + +*Nürnberger Tor*. 1698. + +_FÖRDERGERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* Architekturlos; hübscher _Schnitzaltar_ mit Reliefflügeln um +1510. + +_FRANKENBERG._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Stadt-K.* 1741. — *Herrenhaus*. 1553. + +_FRANKENBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Burgruine*. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der +Bergfried aus sehr großen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst +zusammenhanglose Trümmer. Zerst. 1448 und 1525. + +_FRANKENBERG._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Liebfrauen-K*. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. 1359. Gr. und +System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die Ähnlichkeit der Anlage +würde noch größer sein, wäre nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem +ursp. Plan ausgeführt, dann aber breiter und höher fortgesetzt. +Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. Ganze +L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die +runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig sehr stark. Das lockere +Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von +genau gleicher Scheitelhöhe, die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch. +stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht +übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß mit 2 +Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im +First höher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll. +herumgekröpft. Einfach röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach +abgewalmt, so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm steckt mit +seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß erst das dritte (letzte) +ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden und leicht zurückspringenden 4 +Giebeln, der mäßig hohe Helm 8seitig. — Hübsches _Wandtabernakel_ 2. H. +14. Jh. — _Kanzel_ von Stein 1554. — _Balkenköpfe_ der ehemaligen Empore, +meisterlich geschnitzt von _Phil. Soldan_ 1529. + +*Marien-Kap.* Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der südöstl. +Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf +normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmäßig +zentralisierende Gestalt: der größere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks, +ein 3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist +der des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke Polygon. +Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in jener schulgemäßen +Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für jene Epoche das Höchste war. Demn +Äußeren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und +scheint auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern +vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. _Altar_. Die Mensa getragen +von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von +feinster Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat +der Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß +3 Blendbgg. für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im +dritten Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon +einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter einer etwas +pedantischen Hochgotik streng festgehalten. + +*Spital-K*. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die +reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515. + +*Cisterc.-Nonnen-Klst*. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut. +Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh. + +*Rathaus*. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau, die 2 +Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit Spitzdächern; +trotz der dürftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau in der +Gruppierung noch immer hübsch und lebendig. + +_FRANKENHAUSEN._ Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt. + +*Oberkirche*. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten. +— _Grabdenkmäler v. Biela_ 1773; Oberst _Mayer_ 1667 saubere, tüchtige +Arbeit; andere wenigstens kostümgeschichtlich bmkw. _Werner_sches +_Erbbegräbnis_ mit Eisengitter A. 18. Jh. + +*Unterkirche*. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse. +Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf massiven Pfll. mit +Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. — _Taufstein_ aus Marmor, +_Altarleuchter_ und _Taufschale_, alles für diese Zeit und Gegend bmkw. +gut gearbeitet. _Tafel_ mit den Porträts von Luther, Melanchthon und +Johann dem Beständigen (Schule _Cranachs_). + +*Rathaus* 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den alten +Bestand.) + +*Pfännerschafts-Haus*. Sitzungszimmer 1615. + +*Fürstl. Schloß*. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh. + +*Wohnhaus* Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im Übergang von Got. +zu Renss. Alte Decken. + +_FRANKENHAUSEN_ (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt. + +*Kirche*. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle — An +der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, _Jüngstes Gericht,_ um 1300. +Darüber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk. + +_FRANKENSTEIN_ b. Salzungen Kr. Meiningen. + +Von der alten *Burg* nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige +burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh. + +_FRANKENTAL._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1587 und 1607. — Schönes _Altargerät_ E. 17. Jh., Dresdener +Beschau. — _Grabdenkmäler_ 18. Jh. + +_FRAUENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Burgruine*. 1252. + +_FRAUENBREITUNGEN._ Sachs.-Mein. LA Meiningen. + +*Pfarr-K.* Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit spitzbg. Fenstern +und Emporen, an deren Brüstungen 49 _Gemäldefelder_. Wertvoller +_Flügelaltar_ bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem +Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde nach der +Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich — _Glocken_ 1616. + +*Edelhof* (v. Gleichen) renss., malerische Diele. + +Ehem. *Amtshaus* 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken. + +*Gerichtslinde*. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen. + +_FRAUENHAYN._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Kirche*. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über dem Chor bmkw. +got. Dachstuhl. + +_FRAUENHORST._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. + +*Dorf-K.* Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der +OWand. — Spgot. _Schnitzaltar_. + +_FRAUENPRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit +polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit +Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schöne +Metallsärge. + +*Domänengebäude* mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll., +Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig guter +Bildung. + +_FRAUENROTH._ UFranken BA Kissingen. + +Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom. +Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore +ausgebrochen). — Ein kostbarer Schatz das _Grabmal_ des Minnesängers Otto +v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) † 1266 und +seiner Gemahlin Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen +Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit der +thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten Stücken in +Reinhardtsbrunn und Erfurt künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von +Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth +verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter. + +_FRAUENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +Ehemalige *Cisterc.-Klst.-K*. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom. +Kragstein mit Löwenkopf. — *Herrenhaus* 1632. + +_FRAUENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Stadt-K.* Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern erneuert. + +*Burgruine* aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614. + +*Schloß.* 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig zusammentoßend, durch +stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan. Ordnung. + +_FRAUREUTH._ Reuß ä. L. LA Greiz. + +*Dorf-K.* 1733, groß, nüchtern. + +_FREIBERG._ K. Sachsen. A Hauptstadt. + +*Marien-K.* (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser +Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. für den OBau +vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige Gestaltung; ferner erhielt sich +unversehrt die »goldene Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten +WTürme setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher Zeit +stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3 Schiffe +von gleicher Breite, sehr schlanke kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven +Flächen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach +innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung um jeden +Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene Emporenanlage hier zum +ersten Mal. + +_Die goldene Pforte_. So genannt nach der ehemaligen Vergoldung einzelner +Teile, die zum polychromen System gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur +Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13. +Jh. Dank langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten) +spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. — Der +Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte +Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei +grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die +französisch-got., zusammentreffen. Die erste behält im künstlerischen +Wollen die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die +umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher Plastik. (Ein +Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit dem Fürstenportal am Bamberger +Dom; er kann nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen +Detail manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der +italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt +und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die +nur dem ersteren angehören kann, ganz einheitlich. Um den verlangten +Reichtum voll entwickeln zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9 +Rücksprünge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der +Bogenläufe(3) und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige +Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an dem übrigens +nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschied +gegenüber dem franz.-got. Schema liegt darin, daß die Statuen (dort in +dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und daß sie, was für das +statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll. +verwachsen sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen. +Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung +der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche Programm ist +französisch; es drängt in ein einziges Portal zusammen, was an +französischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. — Im Mittelpunkt +der ganzen Komposition steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei +Könige — Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande. Darüber, in der +ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; von ihr, wie von Christus, +werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die +übrigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die +äußerste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein +merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare +Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der +die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten +am Gewände erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo, +Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die Ecclesia. — Aus +derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere Werke, sehr +verstümmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten: zwei kleine +_Bogenfelder_ und eine _Hochrelief-Platte_, aus den Umrissen Moses und die +eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel gehörig (vgl. +Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstörten rom. _Lettner_, +der, nach Fragmenten zu urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war, +stand die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte _Kolossalgruppe_ +der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. — +_»Tulpenkanzel«_ um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung, +künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität der +aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer Blätterkelch mit den +Halbfiguren der Kirchenväter, getragen von 4 ganz ins Lichte +ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren Verschlingungen Engelskinder sich +tummeln. Der Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste und +Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht (etwa der +Meister, der Predigt lauschend), höher auf dem mittleren Baumstamm ein +jüngerer Mann (wohl der Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu +stützen sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während auf +der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. — _»Bergmannskanzel«_ 1638, die +Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am +Treppengeländer ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren +zweier Bergleute. — Chor und Qsch. dienen als _Fürstengruft_. In der +Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten Moritz, 1558-63. Eine für +diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister +aus vieler Herren Länder. Die Brüder _Gabriel_ und _Benedikt Thola_ aus +Brescia zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte _Hans v. +Dehn-Rothfelser_; der Hoftischler _Georg Fleischer_ schnitzte das Modell. +Die eigentliche bildnerische Arbeit von _Anton von __ Zerroen_ aus +Antwerpen. Der Guß von _Wolff Hilger_. Nicht klar die Rolle des Lübecker +Goldschmiedes Wessel. Auf rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von +gekuppelten toskan. Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12 +allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem Gebälk antike +Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile, auf den Wandflächen +Inschrifttafeln; Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als +Krönung eine sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser, +in weißem Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit +dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen Profile +und das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist +nicht mehr als handwerklich. Früher umstanden das Monument die von Moritz +in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von +1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). — Der eigentliche Chor erhielt +seine jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und +Architekten _Nosseni_ aus Lugano; Guß der Figg. von _Carlo di Cesare_ aus +Florenz. Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten +eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte +Sll., oben Pilaster. Sockel und Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen +höchst nachdrücklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor, +oben Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer und Frauen des +kurfürstlichen Hauses überlebensgroß, vergoldete Bronze, tüchtige, +lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen Reihe +8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts, sehr +manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix, dahinter Charitas und +Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die großartige Fig. des +Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des _Carlo di Cesare_ steht etwa +zwischen _Jacopo Sansovino_ und _Giovanni da Bologna_, während _Nossenis_ +Bildnisfigg. mit _Leone Leoni_ zu vergleichen sind. Auf dem Fußboden des +Chors messingne gravierte _Grabplatten_ von 28 Familienmitgliedern, von +Heinrich dem Frommen † 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das +_Grabmal der Kurfürstinnen Anna_ und _Wilhelmine_ aus Schloß Lichtenberg +hierher versetzt, bez. _Balthasar __ Permoser_ 1703. — Im Schiff und in +der Turmhalle viele _Epit_.; anderes in der St. Annakap. [Die ma. +Ausstattung großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum und +im Dresdener Altert.-Ver.] + +*Jakobi-K*. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und verbaut; +um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. — _Altarwerk_ bez. _Bernhard +Diterich_ 1610. — _Kanzel_ 1564, schöne Sandsteinarbeit. — _Taufstein_ +bez. 1555 H. W. (_Hans Walter_), glänzend reiche Komposition, am Fuß vier +Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in +Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei großes +bar. Elfenbeinkruzifix, _Balth. Permoser_ zugeschrieben. + +*Nikolai-K*. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren +Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung 1752. An der NSeite ein +schöner rom. Kopf eingemauert. — Chor 1386. + +*Petri-K*. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« erhalten; sonst +Neubau 1401 und 1728. + +*Thümerei* (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte Räume, im +Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das Äußere +wenig verändert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und +Blumenmuster beschädigt. + +*Schloß Freudenstein*. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch _Hans +Irmisch_, seit 1572 unter _Gf. Rochus v. Linar_. An der künstlerischen +Ausstattung waren der Hofmaler _H. Göding_ und der Lütticher _H. Schröer_ +beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militärmagazin. + +*Rathaus*. 1410, nach Brand 1471 verändert. + +*Kaufhaus*. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer +Ornamentik. Trinkstube 1545. + +*Bürgerhäuser*. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10; +Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum +1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus; +Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553; +ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schöner +Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617. + +*Museen*: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver. + +Südl. vor der Stadt die drei *Kreuze*, die Körper jetzt im Alt.-V. +Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh. + +FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. *Stadt-K. U. L. F.* etwa +1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht groß +(ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit +Vierungs-Turm und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der (im +ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von +nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um +1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die +Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom. +Nebenapsiden, in der Außenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen. +Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen +den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenförmigen +Öffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß), im +Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das +Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der +Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries +des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten des Lhs. +seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger +OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie dürfen unter die vornehmsten +Architekturbilder, die Thüringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im +Einzelnen bemerke man, daß vom STurm die Fenster des ersten +Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also +nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren. Zwischen +den Türmen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3 +Seiten offen. — Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom. +_Tympanon_, Maria zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen, +parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind, +Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. _Schnitzaltar_. Im Altarhaus +bmkw. _Tafel_ mit h. Sippe. _Taufstein_ mit Puttenfries um 1600 (vgl. +Markrölitz). Zahlreiche _Bildnisgrabsteine_, bmkw. das des Ritters v. +Taubenheim 1536 in frührenss. Umrahmung. + +*Rathaus*, got. Steinbau, oft verändert. + +*Schloß Neuenburg*. Einst die stärkste und nächst der Wartburg wohl +glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck nüchtern, fast +kasernenmäßig; schon Kurfürst August 1552 und die Herzöge von +Sachsen-Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der +erste Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige +Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich +erhalten hat, ist eine _Doppelkapelle_, die zum Besten und Bezeichnendsten +gehört, was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben +ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse — das +untere für das Gesinde, das obere für die Herrschaft — durch eine (1856 in +historisch unmöglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel +kleinerer als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere +östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung durch das alte +Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhältnissen, +4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4 +schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelstütze; die Quergurte in +Zackenbgg. aufgelöst (morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und +Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen +gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender, die Form fast frei +vom Grunde lösender Technik (jetzt in verständnislos greller Bemalung und +Vergoldung). Zu beachten ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got. +Stil nach der formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. — Von +einigem Interesse der _Fürstensaal_ von 1552 und das sog. _Königin +Luisenzimmer_ in gutem Zopfgeschmack. + +_FREIENFELS._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Kirche*. 1700. — *Schloß*. 1690. + +_FREIENHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* Sandsteinquaderbau 1777. + +_FREMDISWALDE._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis. + +_FRENSDORF._ OFranken BA Bamberg II. + +*Pfarr-K.* 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen späterer +Zeit fehlen. + +*Pfarrhaus*. Von _G. Bonalino_, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg und +der Ehrenburg in Coburg. + +_FREYBURG_ siehe Freiburg a. Unstrut. + +_FRICKENDORF._ UFranken BA Ebern. + +Elegante 3jochige *Brücke* über die Baunach um 1750 mit rok. Brückenfigg. + +_FRICKENHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur +aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberührter +Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck +zwischen Mainufer und Weinbergen, einzige Hauptstraße dem Fluß parallel; +in der Mitte zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein +drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten. + +*Pfarr-K.* Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher Flachdecke). +4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als +Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss. +Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit spgot. +Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) tangiert den Chor des 17. +Jh. — _Hochaltar_ 1617, Holz, hoher vielgliedriger Etagenbau mit +zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel. +_Seitenaltäre_: nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor +um 1730 mit Gemälde von _J. M. Wolcker_. Am Chorbg. großes _Kruzifix_ 17. +Jh., interessant ein _Sebastian_ aus M. 16. Jh. — 13 _Grabsteine_ und +_Epitaphe_ der Renss. — Außen _Ölberg_ A. 16. Jh., einer der besseren; +nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch. + +*Rathaus*. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot. +Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte bar. _Mariensäule_ bez. +1710. + +*Knabenschule* (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. — Domkapitelscher +*Kellerei* 1475 (mit hübscher Kelter von 1753) und mehrere stattliche +_Wohnhäuser_ des Barock. — Zahlreiche herrenmäßige *Häuser* aus 16. und +17. Jh. und vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte +*Ringmauer*. + +_FRIEDERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Dorf-K*. Ursp. rom., sehr verbaut. — Großer spgot. _Schnitzaltar_ mit +Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem Leipziger Meister, der sich +auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet. + +_FRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Schloß.* Neubau 1887. Lange Reihe von _Bildnissen_ der Familie von +Oppell, 1563 bis A. 19. Jh. + +_FRIEDEWALD._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +*Schloßruine*. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken runden +Ecktürmen. + +_FRIEDRICHRODA._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Dorf-K.* Turm 1538, sonst 1770. + +_FRIEDRICHSWALDE._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* 1sch. spgot., renov. 1566. — Der _Schnitzaltar_ gehört zu den +wertvolleren aus A. 16. Jh. + +_FRIEDRICHSWERTH._ Sachs.-Gotha LA Waltershausen. + +*Schloß*. 1680-89 von _Jeremias Tütleb_ für Friedrich I., +Trikliniengrundriß. Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle +mit üppiger _Stuckdecke_. + +_FRIESAU._ Reuß ä. L. LA Burgk. + +*Dorf-K.* Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. — Tüchtiger +_Schnitzaltar_ bez. 1446. Etwas jünger ein zweiter. — Schöner _Kelch_ bez. +1509. + +_FRIESENHAUSEN._ UFranken Kr. Hofheim. + +*Kath. Pfarr-K*. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn Fuchs v. +Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche +Stuckdekoration. Außen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte +Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die +Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe verwandt den +Würzburger Bauten _Jos. Greisings_. — _Marmoraltäre_ aus der +Erbauungszeit. _Orgelgehäuse_ um 1750. Großes _Ölgemälde_ bez. _J. M. +Bolster_ 1707. _Kelch_ 1467; anderes bar. und rok. + +*Ev. Pfarr-K.* 1521, einfach spgot. _Epitaphe_ v. Ostheim 1515, 1573. + +*Schloß*. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in +guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke vor dem Eingangstor (bez. 1700) +flankieren 2 lebensgroße steinerne Turnierritter. Schönes äußeres +Gittertor um 1730. + +_FRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt. + +*Dorf-K.* Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. — Ikon. +_Grabstein_ 1605. + +_FRITZLAR._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Stifts-K. S. Peter.*. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand +1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile +des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von +der um 1100 errichteten größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden +kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren +Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau im 1. +Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche Rolle +die bei der Erstürmung der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna +gravia» gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht mehr +wesentlich verändert. + +_Krypta_. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum in 3 Sch. zu 6 Jochen, +grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und +steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende +zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. — Die nördl. +Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem +Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K. gedeutet; der vordere +Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der +Hauptkrypta gleichzeitig. — Die Nebenräume der SSeite bilden die untere +Sakristei und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«). + +_Oberkirche_. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne +größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken +verstärkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in +3 Doppeljoche nicht regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites +überquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und +Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach abgetreppten +Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull. Arkaden-Öffnungen +unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefaßt, +Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur +Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7 +m über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den +Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus gequetschtem Pfühl und +hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom +behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). — +Das südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. — Die schlanken WDoppeltürme in 6 +Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit Lisenen und Bgfriesen +gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten, jederseits mit 2 +Doppelarkaden geöffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des +Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende +Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden geöffnet, 12. Jh. +Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche tief, links von der rundbg. +Mittelöffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch. +Obergeschoß: 18. Jh. — Die Langseiten klar und zierlich mit fein +profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel +aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. — Reiche +bar. _Altarausstattung_ E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. _Pfarraltar_ 1724. +Daneben das turmartige _Sakramentshaus_ aus 2. H. 15. Jh. Lettner +abgebrochen. Reste von spgot. _Schnitzaltären_ unbedeutend. Verstümmelter +_Celebrantenstuhl_ 14. Jh. _Kanzel_ 1696. Etwa gleichzeitig das _Gestühl_ +im Sch. mit geschnitzten Wangen. — In der Krypta schlichte got. _Tumba_ +des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule sein Bild, sitzend, +Hochrelief. + +Die _Stiftsgebäude_ bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der große +8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Wände mit Fenstern. Im +Obergeschoß des Ost-Flügels »Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler +Wanddekoration. Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes +_Hochrelief des hl. Petrus_, sitzend, wohl spätestes 12. Jh. + +_Grabdenkmäler_. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten (M. 14. Jh.) in +der Falkenberger Kap. Was aus späteren Zeiten stammt, ist durchweg von +geringer Qualität. + +_Schatzkammer_. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. Altarkreuz um 1000, +dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der +Rückseite und Fuß um 1200. — Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel, +braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß und Nodus +um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. Scheibenform, in +Elfenbein geschnitzt. + +*Evang. Pfarr-K.* (ehem. *Minoriten*). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche +aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schluß. + +*Ursulinerinnen-K*. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh. + +*Frauenmünster-K*. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend. + +*Rathaus*. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau im 19. Jh. +gänzlich entwertet. + +*Hochzeitshaus*. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes +Erdgeschoß. + +*Wohnhäuser*. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere +Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner spgot. Kamin. + +*Marktbrunnen* mit Rittersäule 1564. + +*Ringmauern* und *Tore,* ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte +*Warttürme,* schlecht erhalten. + +_FROHBURG._ K. Sachsen AH. Borna. + +*Stadt-K.* Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. — Ikon. +_Grabplatten_ 1555, 1668. + +*Schloß*. Starker schlichter Bau von 1544. + +_FRÖHSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. — Am Chorbg. +_Reliefbrustbild_ in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Haßberg. +Bedeutendes _Grabmal_ des Ernst v. Crailsheim † 1569; auf einfachem +Sockelbau knien vor dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen, +wuchtige, tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene +Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das Ganze gehört zu +den besten Kompositionen der in der Regel zu wüster Überladung neigenden +Zeit. + +Crailsheimsches *Schloß,* einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktürmen, +sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh. + +_FRONHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus stehende +Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt. +Spgot. Um- und Zubauten. + +*Steinhaus* (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh. + +_FUCHSSTADT._ UFranken. BA Hammelburg. + +*Pfarr-K.* Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann _J. M. Fischer_. +Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die +_Stuckmarmoraltäre_ und Stuckaturen von _Materno Bossi_. Der gediegene Bau +durch moderne Rest. stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh. + +_FULDA._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Dom*. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819; +Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Brände und Restaurationen ließen +angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unverändert, bis 1704 +bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch _Joh. Dientzenhofer_ aus +Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. — +Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der +Epoche zuzuzählen ist. Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an +die Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im +Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, daß +die Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen +gegliederten Pfeiler liegen, sondern daß sich zwischen ihnen ein +wirklicher Durchgang in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr +nachdrücklich behandelte Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere +eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl) +entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelräume; diesen (2 +an der Zahl) schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So +begleitet den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus +des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr hellen Raum unter der +Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor +fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen +Altarbauten des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und der +Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen den Mönchschor, +woraus sich prächtige malerische Blicke ergeben. Die Formengebung ist +nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten _Dientzenhofers_, die +Färbung weiß und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. Die +alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch den Umbau +stimmungslos geworden. — Nicht ganz so gut geraten ist das Äußere, zumal +in den Seitenansichten. Übrigens solide Quadertechnik. Das System der +römischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. In +den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren Wendeltreppen +erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die Schrägansicht von der +Schloßterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift; +seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte +Kapp. — Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) großenteils +schon 1668. — Im Innern der K. einige nicht bedeutende _Skulpturen_ aus +der alten K., darunter (rechts vom Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in +eine karolingische Sl. gemeißelt. — Annexe der alten Klosterk. waren im O +eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies +verbunden, im N die noch vorhandene: + +*S. Michaelis-K.* Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes der Mönche. +Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unverändert gelassen. Die +Anlage gibt den am meisten gebräuchlichen Typus altchristlicher +Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5, +Mauerstärke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen +verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden Mauerzylinder, ursp. +mit Steinkuppel. Im O für den Altar eine kleine 1/2runde, außen rck. +Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der +Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und +Mittelraum durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring +getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit +einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest +jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unverändert bestehende +karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung +eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche gab man +1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites Geschoß; beide +Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz +gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem +Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des 17. und 18. Jh. bei +der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem Detail vorhanden ist, gehört +zum größten Teil der rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des +Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt. +Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der Lagerfugen. + +*Stadt-K.* 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung ähnlich Neumanns +Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok., +jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der +nördl. got. 1447. — Fresken von Herlein. + +*Klst. Frauenberg* (Franziskaner) 18. Jh. + +*Nonnen-Klst.-K*. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der +merkwürdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr +verstärkt hat, so hätte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten. +Großer 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen +Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Außenbau +Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament. + +*Hl. Geist-K. u. Spital*. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2 +Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster. + +*Abtsburg (Schloß)*. 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt. +Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flügel der tiefen +triklinienförmigen Anlage von _Andrea Gallasini_. Hauptstück des Inneren +der Kaisersaal von _F. J. __ Stengel_, die mächtigen Hermen, welche die +Decke tragen, von _D.F. Humbach_. Die bedeutende (heute entstellte) +Gartenanlage nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters _M. v. Welsch_ +ausgeführt von _Stengel_ 1722. Das Orangeriegebäude eines der besten +seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen von _Andreas Schwartzmann_ (?), +Deckengemälde von _E. Wohlhaupter_. — In der Umgebung des Schlosses noch +mehrere einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des +geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: _Priesterseminar_, _H. +Geistspital_, _Alte Universität_, 3flügelige Anlage des 18. Jh. mit +stuckiertem Prunksaal von _Gallasini_, _Landesbibliothek_ 1771-78, mit +schön und zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal. + +*Stadtbefestigung* aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. _Haartor_ 16. Jh. +Das monumentale _Paulustor_ 1711, 1771 versetzt. Auf den Höhen der +Umgebung mehrere Warttürme. + + + + +_G_ + + +_GAIBACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Dorf-K.* 1740 nach Plänen von _Balth. Neumann_ von einem Maurermeister +aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriß elliptisch, +ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe +pikante Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. Für +Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie des Haubenhelmes. +Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw. +Orgelgehäuse. + +*Kreuz-Kapelle* im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der +_Dientzenhofer_. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, innen quadr. +Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel über toskan. +Pilastern. — Altäre spbar., gut in den Raum komponiert. + +*Schloß*. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn +als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen über mächtigen +Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fürstbischof +Lothar Franz von Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister +_Johann Leonhard Dientzenhofer_ umgebaut, vielleicht nur Ausführung von +Plänen des Mainzers _M. v. Welsch_. Besonders beachtenswert die +Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern +aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im +Charakter nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire +und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoß ein typischer +Repräsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen +Münchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europäischem +Porzellan. + +_GAMIG._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß*. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront 16. Jh., sonst 18. +und 19. + +*Kapelle* aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige +Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren +Quadraten an den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige +Sterngwbb. Äußeres modernisiert. In der Betstube schöner _Grabstein_ des +Hans v. Carlowitz † 1578. + +_GANGLOFFSÖMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Weißensee. + +*Dorf-K.* Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K. vermuten. Aus +rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben Weise wie es an den WTürmen +Niedersachsens gewöhnlich ist, aus querhausartigem Unterbau erheben und +eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. platt +geschlossener Chor. — Sch. 1785. — Spgot. _Schnitzaltar_. +_Sakramentshaus_. + +_GÄNHEIM._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw. +Rest eines _Steinaltars_, die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung _M. +Kerns_. + +*Schulhaus* 1614. + +_GARSTADT._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorfkirche*. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig. + +_GÄRTENROTH._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes _Wandgrab_ für M. A. v. +Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein. + +_GATTERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Klauskirche* S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen +intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem türlosem Turm. + +_GAUASCHACH._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1786 von _A. S. Fischer_ in Würzburg, in der Anlage den +Landkirchen Neumanns folgend. _Deckenstuckatur_, _Altäre_ und +reliefgeschmückte _Kanzel_ gut klassizistisch. + +_GAUERSTADT._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Pfarr-K.* Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr. +turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung. + +_GAUKÖNIGSHOFEN._ UFranken B A Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* 1724-30 (nach Entwurf von _B. Neumann_??). Reiches und +vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen +Anklängen, recht gut. _Deckengemälde_ bez. _J. A. Urlaub_ 1777. Vornehmer +_Hochaltar_ in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, _Seitenaltäre_ und +_Kanzel_ um 1750. + +*Schlößchen* der Rosenbach rok. — Am Haus no 33 _Steinrelief_ des +Marientodes, gute Arbeit um 1450. — Zahlreiche _Bildstöcke_. + +_GAUSSIG._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Schloß.* Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in +palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere +Gemäldesammlung. + +_GAUTZSCH._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des protestantischen +Kirchenbaues gerechnet. — _Büste_ des _Grafen E. Ch. v. Manteuffel_, dem +_Andreas Schlüter_ nahestehend. + +_GEFELL._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Dorf-K.* Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm. + +_GEFREES._ OFranken BA Berneck. + +*Pfarr-K.* got., »reich geschnitzter« Altar. + +_GEHREN._ Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt. + +*Stadt-K.* neu. _Grabst_. des Herrn v. Bernstedt 1597. — + +*Schloß,* schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen Schloß +Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt. + +_GEILSDORF._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Schloß.* 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut; reiche +Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Großen Garten; in +Verfall. + +_GEISA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Stadt-K.* Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit +Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. — Got. _Taufstein_. _Opferstock_ 1517. +_Kanzel_ A. 18. Jh. — W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes +got. Portal bez. 1497. + +*Gangolfs-Kap*. mit _Außenkanzel_ in reicher Renss. Zahlreiche +_Grabsteine_ 16. Jh. 2 _Schnitzfigg_., Reste eines Altars um 1490-1500. + +*Ringmauern* aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen; der große +Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert. +Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten *Schöffenstuhls*. + +Einfaches *Schloß* (Fürstabt von Fulda) 1719. + +GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. *Stadt-K.* 1484-1513, umgebaut +1689. Rck. mit Schluß aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses +Maßwerk. _Schnitzaltar_ und _Kruzifix_ E. 15. Jh. + +*Kaufhaus* 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß. + +_GEISLEDEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz +bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. Der große, gut +komponierte _Hauptaltar_ im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. _Taufstein_. + +_GEISMAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* (kath.). Großenteils neu. — _Hauptaltar_ um 1700. Linker +Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar +des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter _Seitenaltar_ +Schnitzwerk um 1500, Qualität gering. _Kanzel_ 17. Jh. + +_GEISMAR._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen +Klst. Teistenburg. + +_GEISSEN._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Dorf-K.* rom. Anlage, verunstaltet. — _Kanzelbau_ hinter dem Altar um +1750. _Schnitzaltar_ um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz. +(Erfurter Ausstellung 1903.) + +_GEITHAIN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Stadt-K.* Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten sprom. +Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rücksprüngen, in die +Kanten eingelegt Viertelssäulen. Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus +spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen höher +als diese empor. — 1593 im Msch. flache Felderdecke mit umfänglichen +_Malereien_ nach evangelischem Programm. Aus gleicher Zeit der _Altarbau_ +von _Michael Grünberger_ in Freiberg und die _Kanzel_ von _Peter Basler_ +ebenfalls in Freiberg. _Glocken_ 14. Jh. + +_GELCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Spgot. Anlage in bar. Umbau. — _Grabstein_ mit Familienrelief +1593. + +*Joh. Nepomuk-Kap*. 1754. — Statue des _gegeißelten Heilands_ unter +prächtigem Baldachinbau. + +*Rathaus*. Tüchtiger Fachwerkbau 1666. + +Deutschherrische *Wasserburg,* im Bauernkrieg zerstört, bescheiden whgest. + +_GELDERSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und die Kreuzrippengwbb. +der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen verwandt der +Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca. +1760-70. + +_GELENAU._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Dorf-K.* 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. _Altarwerk_ 1724. +_Taufstein_ vortreffliche Arbeit des _Andreas __ Lorentz_ 1581. Von +demselben die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne +_Kanzel_. Großes _Epitaph_ (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg, +lebhaft an die Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von _A. +Lorentz_. + +_GELLERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714 von _A. +Brückner_ aus Schweinfurt. WTurm 1557. + +_GELNHAUSEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Marien-K.* Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und Chor +gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus den 3 ersten +Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer älteren Anlage +eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der +OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K. sichtbar). Der +Turm schließt mit Rhombendach. — Gegen 1220 Neubau als flachgedeckte +Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glänzender romanisierender +Frühgotik durch Meister _Heinrich Vingerhut_ (wofern man die betr. +Inschrift an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als +Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze +Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere Hälfte der +Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg., +weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchöre grätig. Die +Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot. +berührt, aber unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht +voraussetzend. Der zweite Meister (_Vingerhut_) war am Mittelrhein und in +Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu +verschmelzen verstand, erwarb er sich großen Beifall und wurde für die +Vermittlung der frühen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den +Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors und die den +Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel mit Zentral-Turm. Im übrigen +gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W +nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll. Die +Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten die reichen +französischen Profile der Vierungsbgg. und an den Eckdiensten die +diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts +durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten +ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit — gemeinsame +burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig in der Vierungskuppel die +dekorative Verwertung der Rippen; um den großen ringförmigen mit +Blattkranz geschmückten Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8 +Winden; die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. — An die Wände des +Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore vorgeblendet; die +Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie hat über der Arkatur schlanke +spitzbg. Fenster und über diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte +Öffnungen. Die Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von +der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von +einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen +durchbrochen sind. Sind auch die Mauermassen tatsächlich erst wenig +aufgelöst, so herrscht doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen +dem Gotischen verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil +auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich umbildet, zurückgeht: die +Notre-Dame in Dijon. Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom. +und frgot., konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive +nebeneinander, immer in lebensvoller und technisch meisterhafter +Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche in Deutschland +hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal +(3/6) in den Vierungsraum vorspringenden Lettner. + +_Äußeres_. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem +Gr. entwickelt sich eine höchst belebte Massengliederung. Jede der 5 +Polyg. Seiten des Chors schließt mit einem kleinen Giebel, darüber ein +spitziges 8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den +Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh. zu +gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt. In +der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch er +8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend groß die Zahl der Türen. An den +Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich +ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch prächtigere +Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die keineswegs große K. +schließlich 5 Portale hat. — Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die +Obergeschosse der Sschiffe 1446. _Innere Ausstattung_. _Hochaltar_; Mensa +13. Jh., Schrein bez. 1500 _Nikolaus Schit_. Madonna mit 4 Heiligen, +lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über dem Schrein reiche +Krönung mit dem Schmerzensmann. — Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend, +die _Seitenaltäre_. — Der hl. _Kreuzaltar_ (Laien-A.) am Lettner kann +ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen zum +Jubeljahr 1500. — Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schönes frgot. +_Weihwasserbecken_. — Ein hohes _Chorgestühl_ 2. H. 14. Jh. — Von den +zahlreichen, jetzt meist entfernten _Grabsteinen_ trugen nur wenige +Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie +stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet Entwurf +in mäßiger Ausführung; eine andere gute Arbeit der Stein des Schultheißen +Koch 1603; im südl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh. +— _Glasmalerei_ der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn auch stark ergänzt. +— Die oberen Blenden des Chorquadr. waren ausgemalt, 15. Jh., darunter +Schicht des 13. Jh., sehr beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die +letzte, hinsichtlich der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den +Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat. + +_Skulpturen_. Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen Maria +und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischöfe. Tympanon am südl. +Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden +Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung. Die +Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende Rankenornament. +— Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln +_figürliche Reliefs_ (weit geringer) mit Totenerweckung und Hölle; die +Statue Christi jetzt in der Sakristei. + +*Peters-K*. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf. +Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, 3 Jochen im Lhs. Die +OTeile um 1200-1220, in halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten +das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des Lhs. +darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen +für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt +vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen +Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den +Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen +geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen stammendes +prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das +nördl. Seitenportal mit sitzender Fig. des _hl. Petrus_ vom ersten Meister +(vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf Löwen, in der +Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den Kaiserpalast erinnernd. + +*Hospital zum h. Geist*. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war eine kleine +flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat +gewölbt; 1893 fast ganz zerstört. + +[*S. Michaels-Kap*. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus, zuerst erwähnt +1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu +urteilen beste fr. Gotik in der Art der jüngsten Teile der Marienk.] + +[*Brücken-Kap*. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung wegen +abgebrochen.] + +*Franziskaner-K*., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwähnung +des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grätigem Kreuzgwbb. über +1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstört. — Kreuzgang +(jetzt Stall) E. 13. Jh. — Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh. +errichtete größere K. 1826 abgebrochen. + +*Pfalz*. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch, +erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der +Zerstörung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858 +Erhaltungsarbeiten. — Angelegt als Wasserburg (vgl. Büdingen, +Wächtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur +in den Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon im 14. +Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die +relativ besterhaltene und künstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht +die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen +Eigenschaften Bau aus einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die +Eingangshalle vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der +schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon +abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen +OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die +Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und +Mörtelguß; Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. — Der +quadr. _Bergfried_, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen +der SMauer und der Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach +dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine größere auf eine +von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen; +der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. — Das _Eingangstor_ +zeigt keine Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem +(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene +Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got. +erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur +im Elsaß nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf +eingemauert, jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb. +beraubte, ebenfalls 2sch. _Kapelle_. — Der _Palas_ lehnt sich an die +nördl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit +kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine +Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse (außerdem eine +noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie führte direkt +in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines +Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke +trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der Tür sind die Ark. +durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang +und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher +vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon +jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehört zum +formenschönsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht +hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. — Am OEnde +des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) von +ungewisser Bestimmung gefunden. + +*Johanniterhof,* vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; kleines sehr +herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die paarweise gestellten +Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen für 14. Jh., der SGiebel mit +Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle. + +*Deutschordenshäuser*. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die +landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen; +14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus +Renss. + +*Hof der Abtei Arnsberg*. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14. +Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei. + +*Hof der Abtei Haina*. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten. + +*»Steitz«,* Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein +Lavabo und andere interessante Einzelheiten. + +*Romanisches Rathaus,* spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus +verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im +Kleeblatt geschlossene Tür über einer vorgebauten Plattform und im dritten +Geschoß 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze +Ausdehnung des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten. Daß das Haus +öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage +kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus für die wahrscheinlichste. + +*Gotisches Rathaus,* wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für +Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert. + +*Fürstenhof,* langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der +pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser +Zeit einige gute Einzelheiten. + +*Wohnhäuser*. 4 _romanische_ mit mehr oder weniger bedeutenden Resten aus +der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285 +[Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten +Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. _Gotisch_: Bischofshof, +jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Töpfergasse 69; Untermarkt +443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle +Steinhäuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264. + +_GEMÜNDEN._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm +zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf älterer Grundlage. +Das Äußere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen +geschmückte Turm macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute +Figur im Stadtbild. — Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E. 18. Jh. +Glocken 14. Jh. und später. — An der äußeren OWand des Langhauses _Relief_ +Christus am Kreuz zwischen den Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und +Soldaten, M. 15. Jh. An der Kirchenmauer das ehem. _Sakramentshäuschen_ +von 1488; ruinös. + +*Rathaus.* 1593. Giebel erneuert. + +*Rentamt*. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten +Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten. + +*Scherenburg*. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein +großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige +Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer hübsches Ortsbild. + +_GENSUNGEN._ RB Kassel Kr. Melsungen. + +*Dorf-K.* mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung. + +_GEORGENTHAL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. + +*Cisterc.-Klst.-K*. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen +höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge. Nach den jüngsten Untersuchungen +von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu unterscheiden: 1. +Zugrunde liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema, am +Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im Lhs. 10 Arkaden, +Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll. Reste eines WPortals mit +einfach abgetreppten Gewänden. Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des +12. Jh. 2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden wurden +niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß des Hauptchores. +Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner +äußeren Wand rck. Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit +Umgang und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach Giesau nicht +haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues unter Leitung eines +Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte +Detail. An der Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m +Seitenlänge). — Von der großartigen Klosteranlage erhalten: + +*Klausur* auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen von Pfarrer +Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem Gepräge, +der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in +Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich +3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang vom +Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke, +Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil +fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des +Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Säulensäle, durch einen +von N nach S laufenden schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung +ungewiß, vielleicht _Abtshaus_. Ornamentierte Säulenschäfte mit +Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. — _Kornhaus_, got. mit interessantem +Maßwerkfenster. — In der Nähe rom. _Palas_ der Grafen v. Kefernburg, +verbaut. + +_GEPUTZIG._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Herrenhaus* (v. Wallwitz) 1735 von _David Schatz_, einfach tüchtig. + +_GERA._ Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums. + +*Salvator-K*. 1717-20, erneuert nach Brand 1780. + +*Trinitatis-K*. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got. +Außenkanzel. — _Grabmal_ des Kanzlers Joh. v. Freiersleben † 1770, um +einiges später ausgeführt, klassizistische Richtung. — Großes +_Kreuzigungsrelief_ mit Stifter, 1630. — Auch von den _Denkmälern_ auf dem +Kirchhof verdienen einige Beachtung. + +*Rathaus.* 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu +Altenburg nachgebildet. + +*Regierung*. 1722. + +*Waisenhaus*. 1724, erneuert nach Brand 1780. + +*Stadtapotheke* mit renss. Erker. + +*Privathäuser* des 18. Jh. + +*Marktbrunnen* mit Simson, 1685. + +_GERA._ Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf. + +*Dorf-K.* Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom. +Einzelheiten. Hoher _Kanzelaltar_. + +_GERBERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß. + +_GERBRUNN._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. — _Kanzel_ +mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. — Hübsche _Holzfigg_. des Rok. + +_GERBSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Mansfeld. + +[*Nonnen-Klst.-K*. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb. bekannt, auch +einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.] + +*Stadt-K.* Nüchternstes 18. Jh. — Großer interessanter _Schnitzaltar_ um +oder vor M. 15. Jh. — *Rathaus* in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte +rom. Lichtöffnung. + +_GEREUTH._ UFranken BA Ebern. + +*Dorf-K.* um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In der +Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben +Zeit. *Schloß.* Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths +3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter Außengliederung. + +_GERLACHSHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute _Ausstattung_, +besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl von _Andreas Mayer_, Gemälde von +_Dahlwein_. — An der Straße nach Sommerach reich skulptierter _Bildstock_ +1511, einer der schönsten in Unterfranken, ruinös. + +_GERMERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*K*. des ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst*. Gewölbte rom. +Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher Flucht mit 3 +Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltürmig (wegen +Baufälligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder aufgebaut). +Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore, +die von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System des Msch. +nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt- und Schildbgg. auf; +keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die +Sschiffe abgebrochen. — Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit +gurtenlosen Gwbb. — Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der +Fachwerkarchitektur. — Am Außenbau ist nur die OAnsicht einigermaßen +intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, sonst ungegliedert. +*Klostergebäude*. Einige Reste mit rom. Fenstern in den Domänenhof +eingebaut. + +_GERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +Ehem. *Benedikt.-Klst*. Jetzige *K*. 1778. *Scheune*. Großartiger +Quaderbau in Hufeisenform 1672. + +_GEROLZHOFEN._ UFranken BAmtsstadt. + +*Stadtpfarr-K*. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479. +Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefügt). +Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei Türmen, deren Erdgeschosse sich +als Kapellen gegen Chor und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler +und gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf +Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg Strebepfeiler, z. +T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus +A. 16. Jh.). — Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg. +_Holzkruzifix_ mit Naturstamm, _Riemenschneider_ nahestehend. Geschnitzte +_Rosenkranzmadonna_ nachgot. Gruppe der _Taufe Christi_ vermutlich von +_Peter Wagner_ um 1760. — Gutes _Ciborium_, würzburgisch um 1680. + +*Johannis-Kap*. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß 1sch. in +3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe und reich gegliederte +Fenster. Außen (W) einläufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar, +_Riemenschneider_ zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. München.] + +*Friedhofs-Kap*. 1737. Altarbilder von _Chr. Urlaub_ (1745, 1748) und +_Wolker_ (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.) +stammt aus Klst. Ebrach. + +*Bezirksamtsgebäude*. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus, um 1614. + +*Rentamtsgebäude*. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus. Turm und +Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs), +Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh. + +*Spital*. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken. + +*Stadtbefestigung*. Interessant durch den doppelten Mauergürtel, Abstand +stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht für die umliegenden +Dörfer. + +_GERSDORF._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* 18. Jh., mit ma. Resten: _Sakramentshäuschen_, der Eingang von +Engeln bewacht; _Altarfigg_.; vorzüglich ein lebensgroßer _Crucifixus_ A. +16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener +Altert.-Ver. + +_GERSFELD._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Kirche*. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. — +_Grabsteine_ der v. Ebersberg 16. und 17. Jh. + +*Friedhofs-Kap*. 1632, an den Emporen Malereien. + +*Schloß* (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet. + +_GERSTUNGEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Kirche*. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in 3 Geschossen, +um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen öffnet sich gegen das spgot. +gewölbte Altarhaus, über welchem der 8eck. Turm. — Steinerne _Kanzel_ +1588. _Grabsteine_ (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh. + +*Fachwerkhäuser*. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17. Jh. +(jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke). + +_GESEES._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen; +Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm in N. — _Hochaltar_ 1673, +noch im Aufbau gotischer Flügelaltäre. Steinerne _Kanzel_ 1562. — +Befestigter Friedhof. + +_GESTUNGSHAUSEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Pfarr-K.* A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich +anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich reich +und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen +Stuckornament kleine Gemäldefelder vom Coburger _J. Schuster_ 1714. +3geschossige Empore bez. 1712. _Moseskanzel_ 1727. _Taufstein_ 1643. Um +den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm. + +_GIEBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. — _Kanzel_ in strenger +Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes _Epitaph_ einer Frau v. Zobel +1606. + +*Schloß der Zobel,* whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage +mit runden Ecktürmen. + +*Schloß der Geyer,* Ruine. + +_GIEBICHENSTEIN._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_. _Grabsteine_ 1474, 1560. + +*Burgruine* ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442. + +_GIECH._ OFranken BA Bamberg. + +*Schloßruine* bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried. + +_GIESEL._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Jagdschlößchen*, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle einer Burg +des 16. Jh. + +_GIESSMANNSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Schloß* 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in der +Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit +durchlaufenden tosk. Pilastern. Über dem Dach schmälerer Oberbau in +Fachwerk. Dachreiter. Einfluß böhmischer Schlösser. + +_GLASHÜTTE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Stadt-K.* 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgeführt — +18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und 9Eckschluß. Kunstlos bemalte +Felderdecke 1669. — Rest wertvoller _Altarmalerei_ aus derselben Zeit; +ebenso die _Glasgemälde_ im Chor. — _Taufbecken_ aus Messing A. 16. Jh., +gestanzte Zeichnung der Verkündigung. — _Schöne Grabplatte_ des Pfarrers +M. Kittel † 1639, bemalt, ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna. + +_GLASTEN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm mit 4 +gekuppelten Fenstern und Satteldach. + +_GLAUCHAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K.* 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15. +Jh. — _Orgel_ 1730 von _Gottfr. Silbermann_. + +*Gottesacker-K*. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals schönen Reliefs. + +*Hinterglauchen*. Schönburgisches *Schloß*. Die Erscheinung wesentlich +bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach +behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze +nach dem verbreiteten Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise +gebildet sind. + +_GLAUSCHNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Herrenhaus* einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760. + +_GLEINA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. _Fresken_. — Gute Typen +von _Bauernhöfen_. + +_GLEISBERG._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor +nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. — _Taufstein_ aus +Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. — _Flügelaltar_ um 1510-20, +bäurische Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der +Außenflügel stehen höher. + +_GLEISENAU._ UFranken BA Haßfurt. + +*Prot. Dorf-K*. 1711. *Schloß-K*. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. — +*Schloß* (Groß von Torckau) 1773. + +_GLEUSDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Schloß.* Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr +malerisch zwischen Bäumen. — Innendecken mit _Muschelwerkstuck_ und +eiserner Ofen von 1769. + +_GLOSSEN._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Schloß,* erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage, +Formen einfach. + +_GNANDSTEIN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster) aus A. 16. +Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in Stuck wie in Geithain. Gute +_Steinkanzel_ mit Maßwerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern +_Glasgemälde_ aus der Erbauungszeit. _Betstube_ mit reicher Sammlung von +Wappen des sächsischen Adels. _Epitaph_ H. v. Einsiedel 1557 mit langem +von Melanchthon verfaßtem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582, +Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche +Grabsteine mit lebensgroßen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung +gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756. + +*Schloß* (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage +langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend. Im innersten Hof +freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig +gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An +einem zweiten größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit +Einrichtung des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk. + +_GNÖTZHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel +einer vornehm schlichten Landarchitektur. — 1sch. Lhs., quadr. Chor, WTurm +(ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der SSeite. — +Reizende _Sakramentsnische_ E. 15. Jh. Interessantes, leider verstümmeltes +_Wandgrab_ des Konrad v. Rosenberg † 1596. + +_GOCHSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung, +ins 14. Jh, hinaufreichend. + +*Rathaus.* Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612. + +_GÖDA._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh. +einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. — Hübsche _Sandsteinkanzel_ +1514. Zahlreiche _Bildnissteine_ des 17. Jh., recht gut der des Heinrich +v. Bünau 1605. + +_GÖDEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.*, 2 einfache rom. Tympana. + +_GÖHREN._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.*, kleine apsidenlose rom. Anlage. — _Schnitzaltar_ 1512. + +_GÖHRENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Turm rom., Chor frgot., Schiff bar. + +_GOLDKRONACH._ OFranken BA Berneck. + +*Pfarr-K.* got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«. + +_GÖLLINGEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen. + +*Benediktiner-Klst.,* eines der ältesten in Thüringen. Von der sprom. K. +wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel +Eigentümliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an +die K. anschließende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und +verdeckt. Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen je +6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; die breiten +Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Stützen kräftige Sll. (auch an +den Wänden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Würfelkaptt. Die +Formen, von trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über +der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum sich anscheinend als +Empore gegen die K. geöffnet hat. Am nördl. und südl. Ende desselben +Vorraums Türen zu kleinen Treppentürmen, die in die oberen Teile des +Haupt-Turmes hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit +Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten +Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit profilierten Gewänden. + +_GOLLMUTHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit +(1819). + +_GÖLSOORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. + +*Dorf-K.* aus Granit einfach frgot. + +_GOMPERTSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808; +alt im Unterbau der östl. Turmchor. + +_GONNA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm. — _Taufstein_ E. 16. Jh. mit 6 Reliefs. + +_GORNOORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. — _Schnitzaltar_ 1490 vom Saalfelder +»Meister der Baldachine«. + +_GÖRSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* neu. Der spgot. _Schnitzaltar_ nächst dem in S. Jakob in +Sangerhausen der bedeutendste des Kreises. + +_GÖRSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das +übrige 16. Jh. und neuer. — _Crucifixus_ bez. HF, energische Arbeit E. 15. +Jh. + +_GORSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* spgot. — Reicher _Schnitzaltar_ spgot., _Kanzel_ und _Taufstein_ +1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck. + +_GÖSCHWITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster +Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln. + +_GOSECK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses Hauses, +dem großen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein *Kloster* umgewandelt. +Die 1043 und 1056 gew. *Kirche* hat sich in den OTeilen erhalten, welche +1625 als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger +rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlaßt durch +abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das Schloß (ein wenig interessanter +Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh. +— _Ecce __ homo_, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit eines +sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen Künstlers. +_Altartafel_, Hinrichtung der h. Katharina, von _L. Cranach d. Ä_. Großes +reiches _Epitaph_ des Bernh. v. Pölnitz † 1628. + +_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Ochsenfurt. + +Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern, +Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten. + +_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Hofheim. + +*Dorf-K.* Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von _B. +Neumann?_). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltäre um +1760. — Interessante _Kirchhofsbefestigung_, wohl 14. Jh. + +*Vogteihaus,* charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes +schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein ähnliches in +Manau). + +_GÖSSNITZ._ Sachsen-Altenburg. LA Altenburg. + +*Stadt-K.*, im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im 16. +verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut. + +_GÖSSWEINSTEIN._ OFranken BA Pegnitz. + +*Kloster-K*. 1730-39 von _Balthasar Neumann_. Doch hatte schon 1728 der +angesehene Mainzer Architekt _F. A. v. Ritter_ Pläne eingeliefert. +Inwieweit Neumann diese berücksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage +im lat. Kreuz. Das Qsch. schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand +beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang +verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit +starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in +den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung +von konstruktiv nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben an +Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2 +Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige _plastische Gruppe_, die h. +Dreifaltigkeit. An der Rückseite eingemauert ein _Grabdenkmal_ von _Hans +Werner_ 1588. + +_GOTHA._ Hauptstadt von Sachsen-Gotha. + +*Augustiner-K*. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck. +von 49 : 14,5. — _Fürstenstand_ am Chor in derbem Bar.; desgl. die +_Kanzel_; Rest eines got. _Altarwerks_. Die große _Gedenktafel_ für Herzog +Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. verbaut; der +Kreuzgang rest. + +*Margarethen-K*. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp. +3sch. Hallenkirche. — _Denkmal_ für Herzog Ernst den Frommen 1728 von +dessen Enkel errichtet. — _Taufstein_ bez. 1687. — Sehr schöne bar. +Engelsfigg., Holz. + +*Schloß Friedenstein*. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von _Andreas +Rudolfi_. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung sparsam, nüchtern, +schwerfällig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines +fürstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am +Ende des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3 +Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Türme +mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie +fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren +gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung. +Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefügte +prunkhaft derbe Barockdekoration. — Einige Räume M. 18. Jh. Das +Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751 +vom Nassau-Saarbrückener Hofarchitekten _Stengel_. Die Schloß-K. nahe +verwandt der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft viele, z. T. +aufwandreiche, Särge. Orangerie von _G. H. Krohne_. + +*Schloß Friedrichstal*. 1711. Nach französischen Mustern in vereinfachter +Formgebung. + +*Rathaus,* beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener +Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. 1574, aber noch im Charakter +der FrRenss. An der SFront eingemauertes _Reliefbild_ eines h. Bischofs +aus 13. Jh. + +Gute *Barockhäuser* die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische Hof. + +Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit erhalten. + +_GOTTESBÜREN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +Ehem. *Wallfahrts-K*. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im 15. Jh. +hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen +Diensten. Vortreffliches Detail. + +_GOTTESGRÜN._ Reuß ä. L. LA Greiz. + +*Kirche* aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau; +das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist älter, um 1500, +anziehendes Stück. + +_GOTTLEUBA._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen und +Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553. + +_GOTTSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt. + +*Dorf-K.* aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern +Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. — Überreste eines +_Schnitzaltars_ aus 15. Jh. + +GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. *Pfarr-K.* Vom spgot. +Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der Turm an der +NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. — Mehrere _Holzbildwerke_ in +der Art _Lendenstreichs_. Der bar. _Marmor-Altar_ aus der Barfüßer-K. in +Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche Schmiedekreuze des 17. +und 18. Jh. + +_GRADITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Schloß* mit Nebengebäuden E. 18. Jh. + +_GRÄFENBERG._ OFranken BA Forchheim. + +*Pfarr-K.* 18. Jh. einfach. + +_GRAFENGEHAIG._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau +1448. Großes _Kruzifix_ 1532. + +GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. *Dorf-K.* Rom. Anlage, der Turm +über dem Chor. + +_GRÄFENRODA._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. + +*Dorf-K.* Stark modernisiert. Großer _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. + +_GRAFENRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von _Joh. Mich. Fischer_, einem +Schüler _Neumanns_. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2 +OTürmen nur der südl. got. _Deckengemälde_ bez. _Joh. Zick_ 1756. +Vorzüglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem +_Gemälde_, wohl von _Onghers_; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf +einem Nebenaltar. _Seitenaltäre_ und _Kanzel_ von _J.P. Wagner_ 1766. +_Chorstühle_, _Taufstein_, _Stationsbilder_ in späterem Rok. + +*Rathaus.* Giebelhaus in Fachwerk 1602. — Großer _Bildstock_ 1628. Ein +kleinerer 1694. + +_GRÄFENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* Wesentlich Erneuerung 1724. — Stattlicher _Kanzelbau_ hinter dem +Altar. Ikon. _Grabstein_ der Familie v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste +von mittelalterl. _Wandmalerei._ + +*Schloß Wespenstein*. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit +interessanter Torhalle. + +_GRÄFENTONNA._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Haupt-K*. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. — _Altarwerk_, +wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt. Die 3geschossige Archit. +1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem auseinander genommenen +Flügelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 _Grabsteine_ +der Grafen v. Gleichen 1525-75. + +*Kettenburg*. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und +ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen +Formen der Renss. des 16. Jh. + +_GRAMSCHATZ._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um +1740. + +_GREBEHNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.* Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem Baum. + +_GREBENSTEIN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Stadt-K.* 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen +Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch ein besonderes Dach mit +einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert. +WTurm 1905 rest. + +*Rathaus* in Fachwerk A. 17. Jh. + +2 *Fachwerkhäuser* um 1480. + +*Burgruine*. Der Palas um 1500. + +Gut erhaltene *Stadtbefestigung*. + +_GREIFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor. Gleichzeitig die +WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh. + +_GREIFENSTEIN_ b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt. + +*Burgruine*. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Gräben +getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit +1560. + +_GREITZ._ Hauptstadt von Reuß ä. L. + +*Oberschloß*. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm, im Innern +hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss. + +_GRETHEN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. — Tür mit rom. +Eisenbeschlag. + +_GRETTSTADT._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen. Lhs. mit +stattlicher Fassade von Hauptmann _J. M. Fischer._ + +*Rathaus.* Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit +Freitreppe. Davor _Dorflinde_ mit Stützenbau. + +_GRIESHEIM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* mit rom. Details. — Zahlreiche _Grabsteine_, z. T. nicht übel. — +Stattliches adl. *Schloß* aus A. 18. Jh. + +_GRILLENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Burgruine* mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt. + +_GRILLENBURG._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Schloß.* 1558 unter Oberleitung von _Hans Dehn-Rotfelser_, jetzt völlig +verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße _Jäger_ in Sandstein um 1600 in +der Art des _Chr. Walther._ + +_GRIMMA._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron*. 1251, erweitert 1277. Reste in +der jetzigen Superintendentur. + +*Frauen-K*. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmäßiger +kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre. +Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. etwas schmäler als das Lhs., noch in rein +rom. Formen; die Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube +mit 3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest. 1888. Das +Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen, die ursp. +flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. Am Chorschluß Gruppe von 3 +hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot. +— _Denkmäler_ 1693-1760. + +[*Nicolai-K*. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. — +Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die Gemälde +von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefäße. Lange Reihe von +Bildnissen jetzt im Stadthause.] + +*Augustiner*-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet A. 15. Jh. Rck. +von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. — Denkmäler und Bildnisse ohne +Bedeutung. + +*Gottesacker-K*. 1556, einfach rck. — Grabplatten und Denkmäler ohne +Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18. Jh. + +*Schloß.* 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, vier +schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene +Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefaßt, in dessen +Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden +Epochen Bauformen erhalten. — *Rathaus* 1442, Freitreppe 1585, Giebel um +1600, — *Knabenschule* an der Frauen-K. 1614. — An *Wohnhäusern* meist nur +einzelne Teile aus älteren Epochen. — *Altertums-Museum*. + +_GRIMMENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +Ehem. *Wallfahrts-K*. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem Portal +des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte _Altar_ jetzt in +Gräfentonna.] + +*Linde* mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der ältesten +Bäume Deutschlands. + +_GRÖDITZ._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. — +_Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt. + +*Schloß.* Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen. + +_GROITZSCH._ K. Sachsen AH Borna. + +*Frauen-K*. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes; +sonst verändert. + +*Aegidien-K*. Von der rom. Anlage der Turm erhalten. + +*Burg*. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender +Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser +3,3. + +_GROSSBARTLOFF._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., außen +Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. — 2 _Nebenaltäre_ in +Stuckmarmor. Schöne *Kanzel.* _Taufstein_ aus der älteren K. bez. 1606. + +_GROSSBODUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K.* Bar. — *Schloß*. Quaderbau von 1331, Türen und Fenster 1584. — +*Amtsgericht*. Schöner Fachwerkbau mit Erker 1660. + +_GROSSBREITENBACH._ Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren. + +*Stadt-K.* 1680, einfach geräumig. + +_GROSSCORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.), +Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von _Antonio Perri_. — +Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696. + +_GROSSDITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* mit spgot. und renss. Portalen. + +_GROSSECKMANNSDORF._ K.Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes +Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter _Altar_ 1706; Emporen mit +biblischen _Malereien_, handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache Decke +mit Kehle; bewegte Dachlinie. + +_GROSSENBEHRINGEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Schloß* der Herren v. Wangenheim 1547. + +_GROSSENHAIN._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K.* Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und +erweitert von _J. G. Schmidt_ in Dresden (Schüler _Bährs_). Die Idee der +protestantischen Predigtkirche klar und nachdrücklich ausgesprochen. Über +dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O +durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel und +Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber an der SSeite +vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung der »Querkirche« zu +T-förmigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll., +die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt 2000 +Personen. — _Schnitzaltar_ 1499, die Flügelgemälde bez. E.W. Schöne got. +_Kelche._ + +Ruine des *Nonnen-Klst*. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb. +jetzt Bierkeller. + +_GROSSENLÜDER._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Kirche.* Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor +mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, der beschieferte Helm mit +Erkertürmchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit +rom. Gewändform. An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte +Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit +Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten Stiftswappen. Die +Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten +Kirche (gegr. 822). — _Grabmal_ der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh. + +_GROSSENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650. + +_GROSSFAHNER._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Kirche.* Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom. +Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. — 2 +*Schlösser* der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. _Wappentafel_ bez. +1502. Im Innern einige Räume in reicher Barockausstattung. + +_GROSSFURRA._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen. + +*Dorf-K.* S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen +überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Türen am Ostende +des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem Chor. + +_GROSSHARTHAU._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1794. Feines _Buchsbaumkruzifix_ um 1700. Schöner +_Wappengrabstein_ um 1500. + +*Schloß* 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die stattliche +französische _Parkanlage_ mit Sandsteindekoration. + +_GROSSHEIRATH._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh. Der +sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden 1720. + +_GROSSHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Schloß.* Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung älterer +Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert. +Verwahrlost. + +*Katharinenhof*. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und +Waisenhaus. + +_GROSSHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg. + +*Rathaus,* schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß 16. Jh. + +_GROSSKMEHLEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* Umbau des 18. Jh. — Im Altarbau von ca. 1620 sind 2 +niederländische _Schnitzaltäre_ (von _Jan Bormann_?) kombiniert, +wahrscheinlich Geschenke der dänischen Gemahlin des Kurf. Christian II. +(vgl. Prettin). Die Flügelgemälde sehr verdorben und schwer zu beurteilen. +_Moseskanzel_ aus Stein. In der Turmhalle großes _Triumphkreuz_. +_Grabsteine_ des sp. 17. Jh. + +*Schloß.* Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktürmen. + +_GROSSKOCHBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.*, rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. und 18. Jh. — +_Schnitzaltar_ vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, E. 15. Jh. — +*Schloß,* einfache Sprenss. 16. und 17. Jh. + +_GROSSKRÖBLITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda + +Vom ehemaligen *Edelhof* das schöne sprenss. Hoftor. + +_GROSSLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Umbau von 1596, Turm um 1400. — Lobenswerter _Hochaltar_ um +1700, gleichzeitig der _Taufstein,_ später das _Chorgestühl_. Auf den +Seitenaltären gute (leider neu bemalte) _Holzskulpturen_ des fr. 16. Jh., +ausgezeichnet besonders eine _Pietas_ von einem mit Riemenschneider nur +entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen _Ölberg_, lebensgroße +Sandsteinfigg., handwerklich. + +*Antonius-Kap.* 1399. Über dem Portal Figurennische mit dem Wappen der +Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar +_Grablegungsgruppe_ um 1500, als Antependium interessantes Relief, +Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. Die großen +Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in etwas manierierter +Gefühlsseligkeit. Reich bewegte _Kreuzigungsgruppe_ um 1750 (vom +ehemaligen Hochaltar). + +Stattliche *Häuser,* mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmückt. — +_Bildstöcke_ 1501, 1513, 1713, 1795. + +_GROSSLÖBICHAU._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* im Chor _Sakramentshaus_ 16. Jh. Frgot. _Kruzifix_. +_Schnitzaltar_ aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua. + +_GROSSMÖLSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; das jetzige +Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. — Taufgestell, Kanzel +und Gestühl 1723; dem Kanzelbau eingefügt 2 gemalte _Flügel_ 1520 von +_Peter v. Mainz_ mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. _Grabstein_ +1612. + +_GROSSNEUHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +Stattliche *Dorf-K*. 1729 mit opulenter Ausstattung. — *Schloß* der Grafen +v. Werthern-Beichlingen 1710. + +_GROSSOLBERSDORF._ K. Sachsen AH Marienberg. + +*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh., _Altarwerk_ um 1645 mit den knienden +Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von _Joh. Böhm_ +in Schneeberg. Eigenartig prächtiger _Kelch_ des Freibergers _Samuel +Klemm_. + +_GROSSOSTERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und +Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl +älter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pförtchen +zugängliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen +einen charaktervollen Umriß gibt. — Bmkw. spgot. _Schnitzaltar_ mit den 14 +Nothelfern. Eleganter renss. _Taufstein_ 1594. _Pastorengrabsteine_ 17. +Jh. + +_GROSSOSTHEIM._ UFranken BA Aschaffenburg. + +*Dorf-K.* mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der +_Beweinung Christi_, Holz, um 1501. — Vor dem Ort _Kapelle_ mit dem Wappen +des Mainzer Kurfürsten Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige +Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen könnte eine +Arbeit aus der Werkstatt _Backofens_ vermutet werden, was näher untersucht +werden müßte. + +Fast vollständig erhaltene ma. *Stadtbefestigung*. + +_GROSSPÖTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die außen +eingemauerten Reliefs scheinen älter. — Großer und vortrefflich erhaltener +_Schnitzaltar_; _Sakramentsnische._ + +_GROSSRÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste +von spgot. _Altarplastik_. + +_GROSSSCHÖNAU._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schluß. — +_Altarbau_ 1802 mit Gemälde von _J. E. Zeissig_ in Dresden, genannt +Schenau, 1786. — _Bildnisgrabsteine_ des H. v. Nostitz † 1607, des Malers +Schenau † 1806. — Ansehnliche _Bauernhäuser_. + +_GROSSSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle; got. +und bar. verändert. + +_GROSSSEDLITZ_ s. Sedlitz. + +_GROSSSTECHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +Hübsche spgot. *Dorf-K*. + +_GROSSTHIEMING._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. — Guter +_Renss.Altar_ mit Gemälde um 1620. + +_GROSSWALBUR._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht +seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748 +erneuert. — Hübsche spgot. _Sakramentsnische_. _Kanzel_ 1538. Mehrere gute +_Kelche_ aus 17. Jh. + +_GROSSWEITZSCHEN._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. — [_Schnitzaltar_ +aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] + +_GROSSWENKHEIM._ UFranken BA Kissingen. + +*Dorf-K.* Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. _Deckenbild_ von _J. P. +Herrlein_. Pietas aus Gußstein 1. H. 15. Jh. _Monstranz_ E. 16. Jh. Auf +dem Kirchhof: _Denkmal_ des letzten Abtes von Bildhausen † 1812. + +_GROSSZSCHOCHER._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar und +Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh. + +GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. *Pfarr-K.* Rom. Anlage mit spgot. +und noch späteren Veränderungen. Holzdecke 16. Jh. — Geschnitzte +*Fachwerkhäuser* 17. Jh. — *Dorf-K*. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. 16. und +17. Jh. — _Sandsteinkanzel_ 16. Jh. — *Brunnen* mit Tritonen und Nereiden +1720. + +_GRUBNITZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.*, Kernbau wesentlich rom. + +_GRUMBACH._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von _Gottfr. Unger_ mit +lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau 1688, +das exaltierte _Statuenwerk_ von _J. F. Richter_ aus Meißen. + +_GRUNAU._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Kathol. K*. 1739 + +_GRÜNAU._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +Ehem. *Karthause,* gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten +Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh. + +_GRÜNHAIN._ K. Sachsen AH Schwarzenberg. + +Vor der Stadt die Trümmer des reichen *Cistercienser-Klst.* gleichen +Namens. + +_GRÜNLICHTENBERG._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. — +Lebensgroßer _Crucifixus_ A. 16. Jh. — _Schnitzaltar_ 1431; ein zweiter E. +15. Jh. + +_GUDENSBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Stadt-K.* 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der +etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß aus dem 6Eck. Rippenprofil +geschärfter Rundstab. Im Maßwerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer +3Paß. + +*Spital-Kap,* spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig erhalten. — +*Schloßruine*, seit 1388 in Trümmern. + +_GÜGEL._ OFranken BA Bamberg. + +Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders 1612. — +_Hochaltarblatt_ 1620 von _Fuger_, _Statuen_ der 12 Apostel von _M. Kern_. +Schöne _Wappensteine_ mehrerer Bischöfe. + +_GUMPERDA._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger tief ein, als +gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen _Tympanonskulpturen_, ungewöhnlich der +Gegenstand: Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. — _Schnitzaltar_ +bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes), 13 Heilige unter +Baldachinen, Abschluß nach oben gerade. + +_GUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung A. 18. Jh. +[_Flügelaltar_ gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.]. + +_GÜNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1713. Wertvoller got. _Schnitzaltar_ (aus Erfurt?). + +_GÜNTERSLEBEN._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon mit blindem +Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind. — _Rok.Altar_ mit guter +Kreuzigungsgruppe. Schöne _Monstranz_ um 1710, augsburgisch. — An einem +Hause gute got. _Madonna_, Stein. + +_GÜNTHERSLEBEN._ Sachsen-Gotha Kr. Gotha. + +*Dorf-K.* rom. WTurm, sonst 17. Jh. + +_GUTMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 18. Jh., gut rest. _Gutsgebäude_, wirkungsvoller Bau um 1700. + +_GUTTAU._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* nach Brand 1813. — Aus derselben Zeit das strenganmutige +*Herrenhaus,* 1stöckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll. + +_GUTTENBERG._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh. + +*Schloß,* malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus +sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482. + +_GÜTZINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Dorf-K.* mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger Hofspital); +_Gemälde_ von _Onghers_. + + + + +_H_ + + +_HAARHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* rom. OTurm, sonst got. und bar. + +_HABESBURG_ (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen. + +*Burgruine* sehr zerstört. + +_HAFENLOHE._ UFranken. BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* _Holzfig_. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des späten 13. +Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. _Sandsteinfig_. St. Eucharius um 1350. + +_HAIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Kirche* modern. Turm in zierlichen sprom. Formen. + +_HAIN B. HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis. + +_HAIN B. STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* rom. Anlage wie in Hain b. Heringen. + +_HAINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Pfarr-K.* 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. — Kanzel 1622; +Altarbau 1733; ziemlich guter _ikon. Grabstein_ 1424. + +_HAINA._ RB Cassel Kr. Frankenberg. + +Ehem. *Cistercienser-Klst.* Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt 1224 kann +sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues beziehen. Weiterhin +fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundriß einheitlich im normalen +Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je +3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau +der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFlügel) in das erste +Joch des Lhs. führende Tür rundbg., wenn auch mit gotisierendem Blattwerk. +2. Übergang zum Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer +wesentlich französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen +Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte von H. (O. Liemke) +setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklärt H. für den +zweitältesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und +vor Marburg. Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber es +fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung ist +dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und ich halte es +noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie in Hessen zuerst hier +eingesetzt hat. Danach wären die ältesten got. Teile in H. in die 40er +Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind +hier 2teilig, der große Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in +Marburg noch glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des +Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben 2teilig, +nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung eine Gruppe von +Dreipässen. — Das angenommene Verhältnis zu Marburg bezieht sich nur auf +die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems könnte H. im Vorsprung +gewesen sein. Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und +der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger steilen +Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen. Enorm stark im Verhältnis +zur Arkadenöffnung sind die Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg, +nur daß der dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen +Kragstein gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß +sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern +gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im +2. Geschoß dünne Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4 +WJoche und die WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert +ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. — Am 6. Pfeilerpaar +_Lettner_ E. 13. Jh. in schlichten, spröden got. Formen. Im Chor +_Wandtabernakel_ 1. H. 14. Jh. von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. — +_Chorstühle_ 14. Jh. — _Grabsteine_ der Grafen v. Ziegenhain (der letzte +† 1450). _Steinrelief_, auf Landgraf Philipps Klosterreformation +bezüglich, 1542. — _Glasmalereien_ des 14. Jh., grau in graue +Teppichmuster (mehrere neu). — _Glocke_ im Dachreiter älter als dieser, +1225 vom Erzbischof von Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen. + +*Klostergebäude* (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs E. 13. Jh., +S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O 2 Säle, jeder mit 2×3 +Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5 Gwbb. (Obergeschoß neu), westl. +anschließend die Küche, östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am +westl. Flügel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh. + +_HAINDORF._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Marien-K.* 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht +dem Msch. WTurm. — _Sakramentshäuschen_ spgot. — _Steinskulptur_ (Krippe) +unter einem von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. — In +der Sakristei _Gewölbemalerei_. + +_HAINEWALDE._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. _Innenausstattung_ +im ursp. Zustande. Recht hübsch die Orgel. Charakteristische Denkmäler. — +Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche _Gruftkapelle_ in reicher bar. +Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren. + +Altes und neues *Schloß,* 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten. + +_HAINICHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Kirche* mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh. + +_HALLBURG._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Von der *Burg* (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch der ma. +Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau. + +_HALLE A. S._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dom* (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von +Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K. +der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veränderungen umgebaut. Eingehende +Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die +bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück, sicher der ganze Chor +(totale L. 68 m). Das Äußere ist in Tradition der Bettelordenskirche +turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in +dichter Reihung Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von +erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die _plastische Ausstattung_. +Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich +kurze Zeit der Ausführung (1523 bis 1526) setzt eine stark besetzte +Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch +als Dirigent des Ornaments, ein Schüler _Hans Backofens_ aus Mainz (wohl +von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das +Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu, +der eingehende und verständnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa, +Como) gemacht hatte. 1. Die zwei _Weihetafeln_ an der NWand des Innern, +bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die hll. +Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. _Sakristeitür_ und südl. _Außenportal_ +bez. 1525. 3. _Kanzel_ bez. 1526, nicht groß, aber von höchstem +plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren großartiger +_Statuenzyklus_ (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei +Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und +Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Köpfe, das ganze Pathos +der Empfindung und das malerische Formgefühl, dies alles ist im Wesen +schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als +Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; _Grünewalds_ Tafel mit +den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu München.] +_Chorgestühl_ von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. _Emporen_ +und Altar M. 17. Jh. + +*Markt-K. U. L. Fr*. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S. +Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ sie 1529 +abbrechen bis auf die Türme und verband diese durch einen Neubau, das +jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an +die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10 +schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute +steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrümmten +Flächen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive +Bedeutung mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit den +Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar (vor der +Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brücke verbunden. Die +Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe +zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom. +Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von 8 +kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca. +1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener +komplizierten Stabwerkverflechtungen und Überschneidungen, in denen sich +besonders die sächsische Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der +Fenstergewände herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich +bemalten und vergoldeten _Emporen_ (von _Nickel Hofman_ 1550-1554) geben +eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament. +Eine zierliche, doch höchst verzwickte, lediglich mit geometrischem +Ornament rechnende Komposition ist die _Kanzel_ aus Sandstein; der Meister +sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprägte +Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den Emporen, 1562-1575 von _Ant. +Pauwart_ aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments +veranschaulichen die _Bräutigamsstühle_, eine ausgezeichnete Arbeit von +1595. Aus derselben Zeit der originelle _Schalldeckel_ der Kanzel (1596). +Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von _Ludolf v. Braunschweig_ u. s. +Sohne Heinrich. Großer _Wandelaltar_ mit je 3 Flügeln, in allen Teilen +gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der OWand des nördl. Ssch. +_Tafelbild_, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der +Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk. + +*Moritz-K*. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schluß +mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388 +ff.; die westl. Hälfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M. +15. Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb. +1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte mit Stäben, +Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert; die westl. einfach; die +Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. — Im Innern mehrere +_Steinskulpturen_ von _Konrad v. Einbeck_ (welcher auch die äußere +Dekoration der östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte +Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung des +Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in Kopfdarstellungen): +an einem Pfl. _S. Moritz_ v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in +der SOVorhalle _Eccehomo_ von 1416, im Nackten aufmerksame +Naturbeobachtung, klagende Maria und _Christus_ an der Martersäule und ein +_Relief_ mit der Anbetung der drei Könige — alles mit Künstlerinschrift. +Eine _Büste_ im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der +Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber erheblich +jünger. — _Altar_: Mensa mit rom. Ornament, großes und wertvolles Retabel +mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von +_Georg Jhener_ von Orlamünde. — Steinerne _Kanzel_ mit ausgedehnten +Reliefs in konventionell italisierendem Stil, 1592 von _Zacharias +Bogenkrantz_; Schalldeckel 1604. + +*Ulrichs-K*. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot. +unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in +Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. — Einfaches modern ergänztes +_Chorgestühl_ E. 14. Jh. _Taufkessel_ v. 1430, ähnlich dem der Markt-K. +und von denselben Meistern. — Altar: Mensa mit blindem got. Maßwerk bald +nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln 1488. — _Sakramentshäuschen_ um +1525, für die barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula +in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm und umspielt +von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung. — _Kanzel_, +Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. — In der Sakristei +wertvolle _Gefäße_, darunter Weinkanne und Hostienbüchse 1580, +emaillierter Kelch 1654. + +*Neumarkt-K*., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten. +Sandstein-Taufstein von 1478. + +*Glauchaische K.,* 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen. + +Der *»rote Turm«,* freistehender selbständig gebauter Glockenturm +1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck. +Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der +Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825. + +*Betsäule* 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung. + +*Moritzburg,* 1484-1503 erb. von Erzbischof _Ernst v. Magdeburg_, beendet +durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch +einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig +übriggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende +Beispiele der sich auflösenden Spätgotik. + +*Rathaus,* unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue Laube« von +1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers _Nickel Hofmann_ +interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, deformiert. Die +Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung in ödester Entartung. — Der +*»kühle Brunnen«,* Haus des erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz, +vollständig verbauter Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher +Innenausstattung. Im selben Charakter die *Residenz* seit 1530, ursp. als +Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität bestimmt. — +*Wage* vor 1575, mit gutem Portal. — 2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus +dem *Talhaus* jetzt im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut. + +*Stadtgottesacker* auf dem Martinsberg, östlich vor der alten Stadtmauer. +Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen verschoben vierseitigen +Begräbnisplatz umgebend. 1558 von _Nickel Hofmann_ begonnen, mit dem 94. +Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert +mit Benutzung von Aldegrever Stichen. + +*Leipziger Turm,* letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem +Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh. + +_HALLENBERG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden + +*Burgruine*. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt. + +_HALLSTADT._ OFranken BA Bamberg. + +*Pfarr-K.* 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. — Ansprechendes +Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten Kleinstadtkirche. +Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll., +Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach, +ausgebauter Chor. Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem +Geschmack. Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm +im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit _Ölberg_. + +_HAMMELBURG._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit +flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der Unterschied +zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen, +derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehört der ganze Bau +noch zu den besseren in dieser Gegend. — An der Außenseite got. und renss. +_Grabsteine_, der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von _Peter +Dell d. Ä._ 3 figurenreiche _Kreuzwegreliefs_ um 1520. + +Ehem. *Schloß* der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher +Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Flügel um einen rechteckigen +Innenhof, trockenes Spätbarock. + +*Marktbrunnen*. 1541 von _Joh. Schoner_. Frische und exakt durchgebildete +Frührenss.Arbeit. + +*Klst. Altstadt*. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der +einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte +Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast ganz schmucklos. + +*Schloß Saaleck*. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde +Bergfried aus großen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich +erneuert. Das ganze Schloß steht prächtig in der Landschaft. + +_HANAU._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Marien-K.* Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die Erbauung eines neuen +größeren und mit Aufwand durchgeführten Chors 1487. 4 Joche im Längsteil, +3/8 Schluß; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher +Meißelarbeit an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit reichem +Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs. +erneuert 1558-61; hölzerne Emporen in 2 Rängen; die Mauern niedriger als +die des Chors, der Dachfirst in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. — +Der Chor diente 1451-1612 als _Begräbnisstätte_ für das gräfliche Haus +Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der +Brauch festgehalten, Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand +zu setzen. Einigen Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v. +Nassau † 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561, +Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und +Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im +Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von Rollwerk; Helene von +der Pfalz † 1579, Seitenstück zum vorigen, die Archit. pompöser, das +Rollwerk hat breitere Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles +auf niederländischen Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580, +künstlerisch das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der +internationalen Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar disponiert +und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk +mit großer Zurückhaltung. — Vom got. _Chorgestühl_ 2 Wangenteile erhalten, +ungewöhnlicherweise mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. — +_Orgel_ 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr +Prachtgehäuse (von _Franz Nagel_ aus Miltenberg) auffallend abstechend. — +An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest. + +*Wallonisch-Niederländische K*. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche, +veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre +Zusammengehörigkeit auch äußerlich betonen wollte. Ein größerer und ein +kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von +23 m Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von 12 resp. 8 +Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige Empore. +Zugang zu den letzteren durch Treppentürmchen in den einspringenden +Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch +den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig +ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster rundbg. mit +Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die ungeheuren, unter +sich nicht gleichhohen, aber die Mauern an Höhe weit übertreffenden +Walmdächer empfängt das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß. + +*Johannes-K*. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in 3 +Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk, schwere +Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue +Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begräbnisstätte +der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg. + +*Stadtschloß*. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im heutigen Zustand +kunstarm und interesselos. + +*Altstädter Rathaus*. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest. Erdgeschoß +ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter +Justitiabrunnen. — Ein gegenüberliegender spgot. Erker vom älteren +Rathaus. + +*Neustädter Rathaus*. 1725-33 von Baudirektor _Hermann_. Gute +Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß Arkaden, teils offen, +teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen +Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem +First kleines Uhrtürmchen + +*Gymnasium*. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Spätrenss. + +*Fachwerkhäuser* 16.-17. Jh., Stadtmauerreste. + +_HANNBERG._ OFranken BA Höchstadt. + +*Dorf-K.* befestigt. + +_HANSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +Bedeutende *Burgruine*. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung durch König +Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Später welfisch und +seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren +v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. — Die Hochburg +umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Räume nicht +sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und Details mit einer im 14. +Jh. nicht mehr gewöhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem +Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit +Rondellen. Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m. + +_HAPPERTSHAUSEN._ UFranken BA Hofheim. + +*Dorf-K.* modernisiert. Ausstattung und _Holzfigg_. 18. Jh. Bmkw. +_Madonna_ A. 15. Jh. + +_HARDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in +Stuck und Farben einheitlich. — _Altaraufsatz_ »recht bedeutend«. + +_HARLE._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Dorf-K.* 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer WTurm, öffnet +sich gegen das Schiff mit einer hölzernen Empore von 1589. + +_HARRA._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Dorf-K.* Mischbau spgot. und barock. — _Altarwerk_ A. 16. Jh. »sehr +interessant« (so im Inv.). + +_HARRBACH._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* Gute, klassizistische _Ausstattung_, gefertigt vom Schreiner +_Schmidt_ in Nordheim 1788. — An der Südseite Holzfig. der _Madonna_; +teilweise ergänzt, würzburgisch, E. 15. Jh. + +_HARSDORF._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore. + +_HÄRTENSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer. — +Schöner _Kelch_ A. 16. Jh. _Taufstein_ und _Sakramentsnische_ um 1500, in +reicher aber unfeiner Steinarbeit. _Bildnisgrabsteine_ v. Wildenfels 1558, +1602. _Glocke_ mit Reliefs M. 15. Jh. + +_HARTENSTEIN._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Schloß* (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg +erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von _Meyner_, _Graff_ +u. a. — Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des +17. Jh. + +_HASLOCH._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* Am neuen Altar spgot. _Flügelbilder_ von nicht übler Qualität; +Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwäbisch? + +_HASSEL._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit +_Tympanonskulptur_ ähnlich dem in Aue. — Auf dem Altar ein guter +geschnitzter Rok.Aufsatz. + +_HASSENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem der +in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten Italiener (Castelli?). + +*Schloß* (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach +palladianischem Muster. + +_HASSENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., über dem +quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an der mittleren Saale; +erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar. +verändert. + +_HASSFURT._ UFranken BAmtsstadt. + +*Stadt-K.* Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen +Beziehungen verwandt der von demselben Würzburger Bischof erb. K. in +Königsberg i. Fr. — Breiträumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark +überhöht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht +ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer Anlage). — Die +bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. — Am Chorbg. unbemalte +_Holzstatue Joh. d. Täufers_, sehr vorzüglich, die Zuschreibung an +_Riemenschneider_ für mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt +_Madonna_ (durch moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen) +Hochaltar die 3 _irischen Heiligen_, S. Kilian durch das Schwert als +Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger _Altargeräte_ 17. und +18. Jh. + +*Ritterkapelle*. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und für die sie +gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg. 1390, Lhs. 1431, +Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Fürstb. Julius von +Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) M. 19. Jh. durch_ Heideloff_. — +1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich +und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen +Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken in die +Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird ursprünglich +3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt; +erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die +zugehörigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot. +umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich +der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem +unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von +Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im +Innern an den Schlußsteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr, +da der Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter +dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner war außen an den Fenstern +und Strebepfll. ein ganzes Heer von _Statuen_ in Aussicht genommen; zählt +man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer +gebliebenen Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen +müssen. Zur Ausführung kamen die _Bogenfelder_ am S- und WPortal, bewegte, +gemäldemäßige Kompositionen, in der plastischen Ausführung stümperhaft +(Zug der hll. drei Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst +noch zahlreicheren _Grabdenkmälern_ sind 15 innen und 11 außen erhalten; +mehrere urspr. von guter Qualität, aber durch. Ölfarbkrusten entstellt. +Ausstattung neugot. + +*Spital-Kap. z. Hl. Geist*. 2. H. 15. Jh. _Schnitzaltar_ mit interessanten +bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter, Aposteltrennung in reicher +Landschaft). — Das Spitalgebäude einfacher Bau des B. Julius 1614. + +*Bischöfl. Amtshaus* (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger Schule +um 1725. — Stattliche _Zehntscheuer_ 15. Jh., rest. 1617. + +Von der _Stadtbefestigung_ 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten. + +_HASTRUNGSFELD._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage, Turm im O. + +_HATTENBACH._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +*Dorf-K.* Unscheinbarer kleiner rom. Bau. + +_HAUEDA._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_. + +_HAUNECK._ RB Cassel Kr. Hünfeld. + +*Burgruine*. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt. + +_HAURÖDEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K.* Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die +reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. — Rom. _Taufstein_. + +_HAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Dorf-K.* Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der Familie v. Dörnberg. + +*Schloß.* Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut. + +_HAYNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +Sprom. *Dorf-K*. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal. + +_HAYNSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Ruine* der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom. +Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge erhalten. Wohnbau +renss. + +*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof hübsche +klassizist. Grabdenkmäler. + +_HEICHELHEIM._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs. +mit Holztonne 1686. + +_HEIDAU._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5 +Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen, die +Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen +Nonnenempore über 2sch. Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem +Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewölbter *Kreuzgang*, etwas reicher das +Refektorium. A. 17. Jh. ein _Schloß_ eingebaut; Saal mit Brettertonne; +Alabasterkamin 1619. + +_HEIDENFELD._ UFranken BA Schweinfurt. + +Ehem. *August.-Chorherrenstift* (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh. +abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige +Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal +(jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien +und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf _B. Neumanns_ für Neubau +der K. um 1750 nicht ausgeführt.) + +*Dorf-K.* mit vollständiger Ausstattung von _J. P. Wagner_ 1791. + +_HEIDINGSFELD._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die +genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf +schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fußgesims. Das Qsch. in seinen +Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus +gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit +Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l., +20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an +der WFront und am nördl. Kreuzarm. — Großer _Hochaltar_ 1712. Feines +_Sakramentstürmchen_ M. 15. Jh. Spätestgot. _Kanzel_, Stein, das Maßwerk +in Astverschlingungen umgedeutet, an der Brüstung Statuetten (nur 3 alt); +das Meisterzeichen h b auf den Würzburger _Hans Bock_ zu beziehen. +_Taufstein_ renss. 1581. _Chorstühle_ um 1710, ziemlich einfach. Im Chor +_Steinrelief_ mit Beweinung Christi bez. 1508, allgemein als Werk +_Riemenschneiders_ anerkannt, auch in seinen Schwächen für ihn +charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die _Kreuzgruppe_ am Chorbg. +Bürgerliche _Epitaphe_ des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das +Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt +_Riemenschneiders_. — An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap. 1510. +_Totenleuchter_. _Michaeliskap_. Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen. + +*Spital-K*. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch. + +*Stadtbefestigung* mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh. + +*Rathaus* spgot. und bar. — Haus no 380 frgot. Giebelbau. — *Zehnthof* von +S. Burkard in Würzburg 1574. — An mehreren Häusern steinerne _Marien-_ und +_Heiligenstatuen_ 16.-18. Jh. Got. _Bildstöcke_. + +_HEILGERSDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Pfarr-K.* Sandstein-_Epitaphe_ der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh. + +*Schloß* nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen. + +_HEILIGENKREUZ_ b. Meißen. K. Sachsen. + +Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Profanierte Bruchstücke. Wesentlich rom. +Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis vom +südl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der +Klostergebäude, rom. Anlage mit got. Zusätzen. + +_HEILIGENSTADT._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Pfarr-K.* wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter« Taufstein, +Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler 1670, 1672. + +_HEILIGENSTADT._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*S. Marien-K.* (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9. +Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg. angeblich +erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist +älter, M. 13. Jh. (?) — 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem +Chor. Die Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die +Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem regelmäßigen 5/8 +Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken OTürmen (nur einer ausgeführt) +flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3 +sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung +der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht +ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch. die Gwb.Grundrisse sich +stark verschieben. Am Ende des nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer +älteren Anlage (M. 13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite +symmetrisch eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung. Lhs. und Chor +in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem gleichs. 3Eck. Die +sehr mächtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht, gleich der sog. +Krypta, aus älterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener +Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die turmlose +WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von _Joh. Wirauch_. — Die +_Ausstattung_ hat unter der puristischen Rest. 1863 schwer gelitten. [Die +schöne Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got. +_Taufkessel_. _Tumba_ des Erzbischofs Adolf v. Mainz † 1390. — Bmkw. +_Statue_ eines Chorknaben mit Lesepult, im Motiv dem bekannten Naumburger +nahe verwandt, doch jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal _Tympanonrelief_ S. +Martin und der Bettler, stark verwittert. + +*S. Marien-K.* (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen. +Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die +WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind als Abschluß eines älteren +(vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen. +Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in +Sachsen und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil ein +glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder gegliedertes +Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekrönt, und +zwischen diesen in mäßiger Höhe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide. +Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig +profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder groß noch +reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit den besten der +Zeit zuzuzählen. — 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5 +Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll. +mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. — 3. Chor A. 15. Jh., +1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap. richtet ihren +polygonalen Schluß nach Norden und ergibt in der Außenansicht eine gut +wirkende Gruppe. — Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren +umfangreicher spgot. _Wandmalerei_ wurden bei der Neubemalung nicht +berücksichtigt. Auch die prächtige bar. _Altarausstattung_ (1675) ist +beseitigt. Ebenso die meisten _Grabsteine_. Erhalten ein Taufkessel von +1492. [Interessanter Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im +Museum.] + +*S. Aegidien-K*. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der rck. Chor, +beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nüchterner Hochgotik. +Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland +nicht häufigen Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre +Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch wird die +Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt. Die WFassade (beg. +1370) schließt sich der von S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur +einer (s) ausgeführt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit +Ecktürmchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm +1853, Sakristei 1904. — _Vierzehnnothelfer-Altar_ 1638, reicher und +origineller Aufbau in Sprenss. _Kanzel_ spbar. 18. Jh. _Chorstühle_ E. 17. +Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener _Taufkessel_ 1507. +_Denkmal_ der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3. +Drittel 14. Jh. _Grabstein_ des Kantors Koch † 1605, Ausführung später, in +krausem, schwulstigem Fr.-Bar. + +*S. Annen-Kap.* 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem Wurf. Der +Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die Gotik ungewöhnlich das Thema der +zentralen Anlage: Regelmäßiges 8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von +S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, wie dort, aus einem +Kranz von 8 Giebelchen und endet in einer Laterne, die verkleinert die +Komposition des Ganzen wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die +kraftvolle Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H. +bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3; von dort bis +Laternenspitze 6,3. + +*Rathaus.* 1738. Davor Neptunsbrunnen. + +*Schloß* des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von _Chr. Heinemann_. Solider +Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei Geschosse zu 13 Achsen. +Einziger Kontrast der Segmentgiebel über dem flachen Mittelrisalit. +Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Wänden und Decken. + +*Gymnasium* (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von _Heinemann_. + +*Gefängnis*. Erb. 1740 als Waisenhaus. + +*Wohnhäuser*. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück. Stattliche +Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der »Preußische Hof«, das +»Deutsche Haus«, der »Eichsfelder Hof« und das Ilbergsche Haus. + +_HEILIGENTAL._ UFranken BA Schweinfurt. + +Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T. +Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12 Schluß. +Die Formen einfache frische Frühgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor +Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen +mit Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus +flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der WEmpore zeigt zwischen +den beiden Eingängen Ansätze eines ehemaligen Baldachinaltars. — 2 gute +_Rittergrabsteine_ (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh. + +_HEILIGENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von +größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter. + +_HEILSBERG._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. — +Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 _Figuren_ aus Altarwerken +um 1500, aus einer »trefflichen, von Franken beeinflußten, aber +selbständigen Werkstatt«. + +_HEIMBACH._ RB Cassel Kr. Rotenberg. + +*Dorf-K.* in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von _A. +Rossini_. + +_HEINITZ._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Schloß.* Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen Sees; im 1. V. +16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen Gratformation der +Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen im Sinne eines heiterprächtigen +Landsitzes. + +_HEINRICHS._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* Inschr. 1453 und 1503. Die _Wandmalereien_ im Chor und Lhs. +bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung bis zum Jüngsten Gericht; +letzteres zerstört. — Gute _Fachwerkbauten_ im Ort. + +_HELBA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Gutshaus* 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln. + +_HELDBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Stadt-K.* Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb. wohl noch +mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster; +reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl. am Chor. — _Kanzel_ 1536 in +Frührenss., die Reliefs Übertragungen Cranachscher Gemälde; von derselben +Hand der _Taufstein_. + +*Gottesacker-K*. E. 15. Jh. — Mehrere ikon. _Grabsteine_, gut der an der +WFront von 1541. + +*Amtsgericht*. Fachwerkbau 17. Jh. — Sonstige *Fachwerkhäuser*; +hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner steinerner Wappentafel. + +Bmkw. Reste der *Stadtbefestigung*. + +*Veste*. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der +künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau« (später und jetzt +»französischer Bau«) 1560-64 von _Nic. Gromann_; gestrecktes Rck. von +geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn +Erinnerungen an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird, so +können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig +mit Giebelverdachung, die Gewände durch Zahnschnitt gegliedert; +Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke sind die 2 Erker; sie springen von der +Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel +geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche +Flächenfüllung mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang +durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach mit Kamin in reicher +Meißelarbeit; ein anderer im Fürstengemach. + +*Schloß-K*. 1663-65 jetzt in Verfall. + +_HELDRUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Stadt-K.* im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682. + +*Schloß* von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut. + +_HELFTA._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Cistercienser-Nonnen-Klst.,* jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne +gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2. H. +13. Jh. weisende Detail. + +_HELLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Pfarr-K.* neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm. + +*Wasserburg* (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktürmen, +erneuert im 18. Jh. + +_HELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Klosterhof*. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut, +von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche +im Kernbau rom. + +*Stadtmauern* mit Turm teilweise erhalten. + +*Bürgerhäuser*, niedersächsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren. + +_HELMBRECHTS._ OFranken BA Münchberg. + +*Pfarr-K.* got. mit Flachdecke. + +_HELMERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm. + +_HELMERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Ländlich reiche +Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische +_Grabsteine_ des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v. +Wangenheim. + +Hennebergischer *Freihof,* Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau um +1600. + +_HELMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +*Dorf-K.* 18. Jh. _Taufstein_ 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk geschmückt. + +_HELSA._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, daß die +Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden +Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben +Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung +verbunden, die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege. + +_HENFSTEDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch. +mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. — Ikon. +Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. — *Herrenhaus* 1595. — +*Ruine Osterburg*. + +_HENNEBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das älteste Beispiel +vom Fachwerkbau im Werratal. + +*Burg* der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thüringischen +Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern +noch in 10-15 m H. + +_HENNERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* architekturlos. — _Altarwerk_ ursp. doppelflügelig, von +demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in +Dippoldiswalde begegnet. + +_HERBSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* spgot. Anlage. — Mehrere _Grabsteine_. _Doppel-Wandgrab_ des +Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau † 1612. + +*Schloß.* Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im +»Rittersaal« schöne Stuckdecke. + +_HERCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Dorf-K.* 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche +Patronatswappen. — _Altar_ und _Kanzel_ interessante Arbeiten aus der +Erbauungszeit. + +_HERDA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar. Haube. +Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. — _Schnitzaltar_ um 1500. — Schlichtes +*Herrenhaus*, reicher Ofen. + +_HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Stadt-K.* 1731. — *Schloß* (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590, +Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss. + +_HERLESHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Kirche* einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das +Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606, Westtür 1777. — +_Wandgrab_ des Georg v. Reckrath † 1558, der Verstorbene in einer Nische +stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten +Schlosses.) Schöne _Glocke_ 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516). + +_HERMANNSFELD._ Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen. + +*Dorf-K.* mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758. + +_HERMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Schloß.* Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach +Brand 1739 durch _George Bähr_. — Umfassungsmauer mit runden Ecktürmen +(vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig; +Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an +den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige +Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß auf der +Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der Rückseite die meist +quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet. — _Wandteppiche_ mit +Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. — + +Großer _Park_ Mischung französischer und englischer Gartenkunst. + +_HERPF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt, +deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehören. _Kanzel_ 1620. +_Deckenmalereien_ 1772. _Porträts_ von 3 Hennebergischen Fürsten des 16. +Jh. — Geschnitzte *Fachwerkbauten* 17.-18. Jh. + +_HERRENBREITUNGEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. An Stelle einer im 10. Jh. genannten +königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des +Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im 30jähr. Kriege schwer +beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit +gut erhalten. 1911 der Chor ausgegraben. — Sächsisch-thüringischer +Schulcharakter, Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren +einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das +Msch. einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt. +Stützen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf der +SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor und Nebenchöre +kommunizierten durch Doppelarkaden. — _Bildnisgrabstein_ des letzten Abtes +† 1541 gefunden. Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von +Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist seitdem verschwunden, +[hölzerne Nachbildung der Renss. in der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein +im Lhs. liegendes _Weihwasserbecken_ zeigt hochaltertümliches Ornament, +vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit. + +*Dorf-K.* 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-Kap. + +Im Dorf einige gute *Fachwerkbauten*. + +_HERRMANNSGRÜN._ Reuß ä. L. LA Greiz. + +*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616. + +_HERRNHUT._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Gemeinhaus der Societät*. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf. Zinzendorf +durch den Zimmermann _Chr. David_. Schlichter Bruchsteinbau mit +Obergeschoß in verputztem Fachwerk. + +*Gemeinsaal* (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und +Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den +Bänken der Ältesten und dem den Altar vertretenden Tisch. — Der rck. +Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den +Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw. + +*Herrschaftshaus*. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau machte +1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unität). + +*Vogtshof*. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert. +Großer, einfacher, schloßartiger Bau. + +Die *Wohnhäuser* des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von schlichter +Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten. + +_HERRNSHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.) +zugängliche WTurm E. 12. Jh. — Bezeichnete _Glocke_ 1308. + +_HERSFELD._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +*K*. des ehem. *Benedikt.-Klst*. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter +Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den +Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. — Großartige Raumschöpfung in +schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz +und sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten +wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem Gr. Ganze lichte Länge +(nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13, +Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des ausgebildeten rom. +Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen einer +Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der über das Quadrat +verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Gründen kann vermutet +werden, daß der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9. +angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr. +Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit steilen attischen +Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine +Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch stärkere Pfll. +abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden +gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die +Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine Apsis und 3 Türen, die +Apsiden von ungewöhnlich schlanker, hoher Figur, so daß sie in die +Fensterregion hineinragen und hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!) +Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit +monolithen verjüngten Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr +als 1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst +profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig +abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der unter gleicher +Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentümlich der WBau, +ein Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes +Rck., zur Hälfte über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das +Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen, nach O +Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als Substruktion +eines 1/2kreisförmig zwischen den Türmen vorspringenden Chors. Breite +Treppen innerhalb der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein +vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in situ erhalten). +Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der südl. erhalten; die 2 +obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und Blenden. Im +letzten Geschoß ein rundbg. gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen, +die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. — Das +Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die OApsis: 4 +Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims, darüber das interessante +Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorläufer des +Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen überall. Durch einen Sockel mit +attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter +Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von weiß und +rot. — _Vorbau_ am nördl. Kreuzarm, Tür und Fenster in reichen sprom. +Formen, an den Kapitellen der Ziersäulchen mannigfache figürliche +Darstellungen. — In einiger Entfernung (SO) von der K. ein _Einzelturm_ in +reichen Formen des 12. Jh. — _Stiftsgebäude_ am südl. Kreuzarm mit sprom. +Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12 +Apostel, in den Zwickeln Vögel, Tiere, Engel. — _Lullusglocke_ angebl. M. +11. Jahrhunderts. + +*Stadt-K.* Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4 +Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schluß, im W vortretender +Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern. + +*Spital-K*. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten +Fenstern unverändert. + +*Rathaus.* Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf +die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollständig einschließen, je 2 an +den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612. + +*Kantorwohnung* bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gültig wohl +nur für den Unterbau.) + +Vor der Stadt *Schloss Eichhof,* got., spgot. u. renss. Über dem Tor +Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte. + +_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als Emporensaal mit +einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher Dachreiter 1727. — Auf dem +Kirchhof v. Gersdorfsche _Grabmäler_. + +_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus +stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Außenansicht. + +_HERZBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Schloß.* Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl. +Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643. + +_HERZBERG._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. + +*Haupt-K*. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb. +Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone im Chorschluß. — Die +_Bemalung_ der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkündigung, Jüngstes +Gericht, hat sich gut erhalten. + +_HERZOGENAURACH._ OFranken BA Höchstadt. + +*Pfarr-K.* Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom. Säulenbasen +stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hölzerner Tonnendecke. +— _Steinskulptur_ 15. Jh. »betender Tempelritter«. — Got. +_Sakramentshäuschen_. + +2 ansehnliche *Tortürme*. + +_HESSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. — +_Taufstein_ gemischt got. und renss. — _Grabsteine_ der Familie v. +Heßberg. + +_HESSENSTEIN._ RB Cassel Kr. Frankenberg. + +*Schloß.* Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten. + +_HESSENTAL._ UFranken BA Aschaffenburg. + +*Kapelle.* Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff, +angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schüler _Backofens_ +(demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat). + +_HETTSTEDT._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Stadt-K.* Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. _Kanzel_ 1587. Gute +_Beweinung_, Stein, ca. 1500. — Ruinen eines bedeutenden got. *Schlosses*. + +_HETZLAS._ OFranken BA Forchheim. + +*Dorf-K.* mit befestigtem Kirchhof. + +_HEUSTREU._ UFranken BA Neustadt a. S. + +*Dorf-K.* got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktürme. + +*Berg-K*. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh. + +_HEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige +Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener. + +_HILDBURGHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt. + +*Stadt-K.* 1785 von _A. F. v. Keßlau_. Kuppelraum umgeben von Emporen in 2 +Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im +Außenbau nicht zum Ausdruck kommend; überhaupt die ganze Behandlung sehr +sparsam. + +*Neustädter* oder *Waisen-K*. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken; +die Emporen haben auch im W analogen Gr., so daß im Innern ein gestrecktes +8Eck. Das Äußere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber +Triglyphengebälk. + +*Reformierte K*. (jetzt kathol.) 1722. + +*Rathaus.* Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von +charakteristischer Massengruppierung; großer schlichter Renss.Giebel, +seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube. + +*Regierungsgebäude* 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen. + +*Schloß* (jetzt Kaserne) 1685-1707 von _E. Gedeler_. Ein mittlerer +Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen Ehrenhof. Im Innern +stuckierte Decken, an die Schlösser in Gotha und Friedrichswerth +erinnernd. + +Im Schloßpark *Denkmal* für die Königin Luise von Preußen 1815 von +_Schulze_. + +*Wohnhäuser* des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse. + +_HILFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Wallfahrts-K.* 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom. +Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich mit großem +Rundbogen gegen W ins Freie — _Crucifixus_ aus fr. Ma. _Statue_ des h. +Bonifatius 1661. _Grabplatte_ des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681. + +_HIMMELKRON._ OFranken BA Berneck. + +*Cistercienser-Nonnen-Klst.* Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel +später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in der westl. Hälfte +Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. Die Bauführung zeigt zwei +Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebäude stoßende +SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen +Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt, wie die mit +der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte der NWand anzeigen; +ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch 5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser +Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige +Erdgeschoßhalle unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb +flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt +stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut. Kleiner +Dachreiter. — _Kreuzgang_ 1473 (Inschr.), nur ein Flügel vorhanden; er +zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und glänzend, wie weit und +breit nichts Ähnliches zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb. +ruhen auf spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.; +über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine; in den mittleren +Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde Engel aus Stuck, an den Wänden +Passionsreliefs. Die auf einer Konsole kniende _Statue der Stifterin_ +Elisabeth v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu +denken. — Große Zahl von _Grabsteinen_: am Boden Burggräfin Anna v. +Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst dem Eingang Agnes v. Orlamünde +† 1300, dem Stil nach 50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit +dem meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem Interesse. +— _Holzkruzifix_ nicht von _Veit Stoß_. + +*Markgräfl. Schloß* (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von _St. Pierre_. + +_HIMMELPFORTEN._ UFranken BA Würzburg. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht +eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewölbt; derbe +Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen auch +für dieses auf ehemalige Wölbung schließen; bei der Rest. unter der +Äbtissin Katharina _IV._ (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit + +flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster maßwerklos. +Die westl. Hälfte des Sch. von der Nonnenempore eingenommen; die 3sch. +gewölbte Halle, auf der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet. +Hübsche _Wendeltreppe_, in der sich got. Maßwerkmotive mit späten +Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W Renss.Giebel und ein +zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot. Formen jetzt neu, doch +wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend für die cisterciensische +Auffassung der got. Formen. _Grabsteine_: Elisabeth v. Hutten † 1383, +Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414, Katharina v. Hutten +† 1415. — Die _Klostergebäude_ renss., der Kreuzgang noch got. Auch die +ältere Ummauerung des Klosterbezirks erhalten. + +_HIMMELSTADT._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer Hochaltar aus der +Werkstatt _P. Wagners._ + +_HIMMELTAL._ UFranken BA Obernburg. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1232, barock umgebaut. — _Grabstein_ +des Konrad v. Bickenbach 1354. + +_HINTERNAH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter +Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In +dieser Zeit und noch später sind in genauer Wiederholung dieses Schemas, +nur in den Maßen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen +errichtet. + +_HIRSCHBERG._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Fürstl. Schloß,* erb. 1678, verödet. + +_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs. +1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl. + +_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508 +nach O erweitert. — _Schnitzaltar_ 1518. Gute _Sandsteinepitaphe_ 1623, +1732. Rom. _Türbeschlag_. + +_HIRSCHFELD._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die +_Statuen_ und _Reliefs_ in der Art _J. P. __ Wagners_. + +_HIRSCHFELDE._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Pfarr-K.* spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken +8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. — Emporen +und Stuckdekoration 1718. Ausstattung großenteils aus derselben Zeit. — +Schöne _Glocke_ 1573. Hübsche _Sandsteindenkmäler_ rok. und +klassizistisch. + +Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von _Häusern_ in Lausitzer Bauart, z. T. +mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß. + +_HOCHBERG._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* Großenteils neu. — Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die +_Kanzel_ von _Peter Wagner_, klassizistisch. _Madonna_, Holz, um 1480. — +_Stationsbilder_ (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626. + +_HOCHKIRCH._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Großer Saalbau von 1717. — _Denkmal_ für den in der Schlacht bei +H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780. + +_HÖCHST_ b. Gelnhausen RB Cassel. + +*Wendelin-Kap*. 1415 (?), rest. im 18. Jh. + +_HOCHSTADT._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die Gemälde bez. +S im Ring mit 3 Herzen. + +*Kapelle* in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer Burg. +Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim † 1473. + +_HOCHSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch., Chor 1 +Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich +ehemaliger Torturm. + +*Rathaus* renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk. + +HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. *Stadt-K.* um 1400, aus welcher +Zeit der gewölbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und +mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. — _Wandtabernakel_ 14. Jh. +_Altäre_ und _Kanzel_ rok. Im Chor auf schöner got. Konsole S. _Georg_ E. +15. Jh. Hölzerne _Pietas_ A. 15. Jh. + +*Spital-K*. 1517, unbedeutend. + +*Schloß.* Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert. + +*Torturm* aus sp. Ma. + +_HÖCKENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. — _Altarwerk_ mit 2 +beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. — _Grabsteine_ und +_Wappentafeln_. + +_HÖCKENDORF._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* 19. Jh. Ausstattung und _Denkmäler_ 16. und 17. Jh., nicht ohne +Interesse. + +_HOF._ OFranken BAmtsstadt. + +*Stadt-K. S. Michael 1230.* Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten +nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem der +gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in Bayreuth ähnlich gewesen zu sein. + +*Lorenz-K.* Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms; sonst +Umbau des 16. und 19. Jh. — _Flügelaltar_ 1470. — _Grabsteine_ A. 17.Jh. +_Bronzeepitaph_ 1730. + +*Spital-K*. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90 +Gemälden von _M.H. Lohe_; weitere 53 auf den Brüstungen der Doppelempore. +Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes Epitaph eines +Cranachschülers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl _Joh. Hagenberger +d. Ä._). + +*Rathaus* 1563-66 von _Nickel Hofmann_ von Halle; 1823 eingreifend +verändert. + +_HOF._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich +umgestaltet. Mächtiges _Altarwerk_ aus Sandstein, Alabaster und Holz mit +Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612. +_Taufstein_ um 1600. _Denkmäler_: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in +Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende Ritterfigur wäre +des _Hans Schickentanz_ würdig; S.J. v. Schleinitz † 1559, von einem +geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie 1595, 1612, +1660. + +*Schloß.* Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach M. 18. Jh. +Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in +Dresden stammend. _Gemälde_ von _A. F. Oeser_. Zahlreiche +_Sandsteinfiguren_ aus 18. Jh. + +_HOFGEISMAR._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Liebfrauen-K*. in der Altstadt. — Übergangsstil, z. T. got. umgebaut +(Inschr. 1330). — Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck +geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am südl. Ssch. zierliches got. +Portal von eigentümlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit +Würfelknauf-Säulen. — _Chorgestühl_ 14. Jh., an den Wangen große Blätter. +— Über dem Pfarrstand spgot. _Altarflügel_. + +*K. in der Neustadt*. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen +Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit +polyg. Schluß höher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte +Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460. + +*Gilde- und Hochzeitshaus*. FrRenss. Modern umgebaut. *Schlößchen +Montcheri*. 1789 von _S. L. Du Ry_, eine fast genaue Wiederholung des +Schlößchens in Bad Nenndorf. + +_HOFHEIM._ UFranken BAmtsstadt. + +*Stadt-K.* spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf +Behringer) und besonders eingreifend 1740. — Mehrere Reste von +_Holzplastik_, u. a. ein hl. Diakon, Richtung _Riemenschneiders_. + +Wohlerhaltene *Stadtbefestigung* 16.-18. Jh. + +_HOFSTETTEN._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte _Pietas_, +Holz, 1. H. 16. Jh. — Am Chorbogen _Selbdritt_ um 1700. + +_HOHENBERG._ OFranken BA Rehau. + +*Burg,* gut erhalten und sehenswert. + +_HOHENEICHE._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon. + +_HOHENGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt +von _E. Rickmann_ um 1760; auf ihm spgot. _Pietas_. + +_HOHENKIRCHEN._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. + +*Dorf-K.* 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. — _Kanzelaltar_ 1776. + +_HOHENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm. + +_HOHENLEUBEN._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Fürstl. Schloß,* spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich +geworden. + +_HOHENLOHE._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +Ehem. *Nonnen-Klst.-K.,* erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage, fast +gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale an den +Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster. + +_HOHENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Stadt-K.* 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt +(Veränderungen 1889). Schöner _Taufstein_ 1764. + +_HOHENSTEIN._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* 16.-18. Jh. _Holzrelief_ mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes +aus 16. Jh. Großes reiches _Grabmal_ des Generals v. Imhof † 1768. + +*Schloß* 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal. +Reste von rok. Gartendekoration. + +_HOHENTURM._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2 +kr. Apsis, feine rom. Tür. + +_HOHLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. _Pietas_. + +_HOHNSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* 1725 von _George Bähr_. Die Umfassungsmauern einer älteren K. +mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken, +eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Bänke zentrisch +aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel über dem Altar. — Äußeres schlichte +Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Dächer und des +südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz. + +*Schloß.* Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende seines +Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [_Kanzel_ im Dresdener +Altert.-Ver.] + +_HOLLFELD._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Pfarr-K.* 1774-77 von _Neumann d. J._ und _Vogel_. — _Statuen_ der +Fassade und des Hochaltars von _J.L. Kamm_, _Gemälde_ der Seitenaltäre von +_Anwander_. + +_HÖLLRICH._ UFranken BA Gemünden. + +*Schloß.* Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit 4 +Ecktürmchen. + +*Ruine Reußenberg*. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht stehen der +Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des Beringes. + +_HOLLSTADT._ UFranken BA Neustadt a. S. + +*Dorf-K.* stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm. + +Ehem. *Hof* des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten. +_Stuckdecken_ 18. Jh. + +_HOLZHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780. +Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen _Holzfigg_. St. Kilian und St. +Rochus nach 1500. + +_HOLZKIRCHEN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +Ehem. *Kloster-K.* erb. von _Balthasar Neumann_ 1730. Signierter Gr. in +der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten +Konkurrenzpläne _L. Dientzenhofers_. Reiner Zentralbau, in der Komposition +für Neumann auffallend einfach. Fast reguläres Achteck, im Innern +abgerundet. An den Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein +architraviertes Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz +halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen die Glieder aus +rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken korinth. Pilaster, dann Gebälk +und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines +Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe +20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen nach einem +genau durchgeführten Triangulationssystem. Die stark klassizistische +Architektur ist für _Neumann_ in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die +(nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen, +daß wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. — An der Außenseite +eingemauertes _Rotsandsteinrelief_ des 12. Jh., aus zwei nicht +zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines Heiligen; Christus auf der +Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische Idee nicht recht +verständlich. — _Neumanns_ Risse für das _Klostergebäude_ kamen nicht zur +Ausführung. Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom. +Kreuzgangs. + +_HOLZZELLE._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Benedikt.-Nonnen-Klst*. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung der Ruine +zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. +(ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht +hinweist). [Ein figurenreiches, nach der flüchtigen Abb. zu urteilen, +bedeutendes _Tympanon_ jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.] + +_HOMBERG._ RB Cassel Kr. Homberg. *Pfarr-K.* S. Maria. Beg. 1340, Turm +1374 von _Heinrich v. Hesserode_ (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen, +Chor 1sch. 3 Joche und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten. +Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände +reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen Formen. Stattliches +WPortal. + +*Marktbrunnen*. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl von +einem Stationsweg. + +*Got. Häuser* hinter der Kirche und Gasthaus Krone. + +*Stadtmauer* mit Türmen. + +_HOMBURG A. MAIN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +Ehem. *Schloß*. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. — In der +_Burkhardusgrotte_ (im Schloßberg) guter _Altar_ von 1613 mit Figuren und +Reliefs aus Alabaster, in der Art des _M. Kern_. + +_HOMBURG_ a. d. Wern. UFranken BA Gemünden. + +*Burgruine*. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen. +Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg, +die im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch +Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit +Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von großen Mauertürmen bewehrter +Ringmauer. + +_HOPFERSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Dorf-K.* spgot. — Guter _Ölberg_ um 1500. — An der Auber Straße bmkw. +_Bildstock_ A. 15. Jh. + +_HÖRNITZ (ALT-)._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Schloß* 1651 vom Zittauer Meister _Valentin_. Die Giebel der rck. Anlage +mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert. + +_HÖRNITZ (NEU-)._ + +*Schloß* 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung der +dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht +werden konnte (jetzt Brauerei). + +_HÖRSELGAU._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Dorf-K.* 18. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh. mit ungewöhnlich großen, nicht +üblen Figg. + +_HÖRSTEIN._ UFranken BA Alzenau. + +*Pfarr-K.* Schiff rom., Chor got. + +_HOSTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. — _Altar_ um 1580 in der +Art des _Hans Walther_, später umgearbeitet; _Denkmäler_ 1641, 1788. + +_HUBERTUSBURG._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Jagdschloß*. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August von _J. Ch. +Naumann_, fast ganz neu gebaut 1743-51 von _Joh. Chr. Knöfel_, eine +Hauptleistung der Dresdener Schule. Sehr großräumige Anlage inmitten +weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch +einen kräftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die +Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit +stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte die Seitenflügel +und schloß das Ganze zu einem großen Viereck von 97,5 : 80,5 m ab. Das +Äußere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung, an der +_Matielli_, _Knöffler_, _Dieterici_ und _Oeser_ teilnahmen, ist +großenteils zerstört; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die +Kapelle; letztere in einfachen Architekturformen, aber durch die +durchgehende Verwendung von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die +Plastik des Hochaltars von _Matielli_ dürfte dessen Kunst in ihrem +Höhepunkt darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von _Silvestre_; die +reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken +wohl von _Knöffler_. + +_HÜLFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Wallfahrts-K*. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings +ausgebaut. Der _Crucifixus_ (»Hülfenskreuz«) gilt für Arbeit des 12. Jh.; +vielleicht eher archaistische Nachahmung. + +_HUMMELSHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ aus der Saalfelder Schule. + +_HÜMPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* got. 1603, rest. 1725 und 1826. _Schule_ 1623. + +_HÜNFELD._ RB Cassel Kr. Hünfeld. + +*Protest. K*. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma. +Bau übrig gelassen. + +*Kathol. K*. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. — _Taufstein_ 1495. + +*Ringmauern* gut erhalten. + +_HUTSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Burgruine*. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der +Ringmauer Reste des Wehrganges. + +_HÜTTENGESÄSS._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597. + + + + +_I_ + + +_ICHSTEDT._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen. + +*Dorf-K.* 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph. + +_ICHTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Nonnen-Klst.-K*. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches Schema. +3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff +über die Sschiffe nicht hinausragend. Im 17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die +Doppeltürme im W verderbt erhalten. — Herabgekommenes Schloß 16. und 17. +Jh. + +_IHLEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit +eingezogener 1/2 kr. Apsis. + +_ILMENAU._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Stadt-K.* 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl. Teile. +Hinter dem Altar hoher _Kanzelbau_ etwa 1760-70. + +*Schloß* 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. — *Marktbrunnen* 1702. + +_IMMENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Stadt-K.* Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und +WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren Gwbb. Schafte 8eck. mit +einfachem Kämpferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert. — +_Sakramentshaus_, _Weihwasserstein_, _Chorstühle_ spgot. + +*Rathaus.* Fachwerkbau des 17. Jh. + +*Ringmauern und Türme* z. T. erhalten. + +_IMMICHENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Kirche* des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen, +nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore. + +_INGERSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* Mischbau, älteste Teile 1398. — Am *Herrenhof* Hoftor mit +Nebenpförtchen in guter Renss. + +_INGOLSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Dorf-K.* 1751 von _Balthasar Neumann_. 1sch. flachgedeckte Anlage mit +WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar), +teils älter. _Epitaphe_ der Herren v. Geyer 1570, 1601. + +_IPTHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Wallfahrts-K*. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der +inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Würzburger Künstler, +die sich in diesem volkstümlich abgestimmten Rokoko munter und dreist, +dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen. _Deckengemälde_ bez. +_G.A. Urlaub_ 1762. + +_IRMELSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Pfarr-K.* Zahlreiche v. Bibrasche _Epitaphe_ 16.-18. Jh. + +*Wasserburg* der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und +Renss. — Kamin 1561. + +_ISLING._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die +Ausstattung. + + + + +_J_ + + +_JÄGERSBURG_ b. Forchheim. OFranken. + +*Schloß.* 1718-21 von _Joh. Dientzenhofer_ für Bischof Lothar Franz v. +Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit Ecklisenen, giebelgekröntem +Mittelrisalit, hohem Dach. + +_JAHNA._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch., +eingezogener polyg. Chor mit _Glasgemälden_. + +_JAKOBSTAL._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779. + +_JECHABURG._ Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh. + +*Dorf-K.* 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. — Auf dem Frauenberg +Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat, Apsis +und Nebenapsiden. + +_JENA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Stadt-K. S. Michael*. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh., +Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr +verständnislos 1873. Noch immer prächtige Raumwirkung. Hallenkirche mit 7 +Jochen und Langchor; früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst. +verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der +Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit Piscine und got. +Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft eingerichtet und mit +Metallarbeiten von schöner Arbeit. In den Westjochen kunstvolle +Bienenzellengewölbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873 +nach O verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue +Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von +gekünstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit +Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an +deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe. +Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms nachträglich (E. 15. Jh.) +hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen. Über der Eckvermittlung vom +4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerstört) Fialen, von welchen dünne, +mit Kantenblumen gezierte Strebebögen ausgingen. — Spgot. _Taufstein_; +spgot. _Kanzel_ ganz rest.; bronzene _Grabplatte Martin Luthers_ nach dem +Gemälde von _Cranach_, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt; +_Grabstein_ der Familie _Cospoth_ 1632-1676; zahlreiche _Gedenktafeln_. — +[Von den einst 16 Altären nur das Mittelstück eines einzigen erhalten, +jetzt im Museum, wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350]. +Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes +_Selbdritt_ und (am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes +Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer _Hans Gronig_. + +*Collegienkirche* (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges Ssch. +im N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp. flache Balkendecke +vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang z. T. erhalten. _Orgel_ 1701, mit +reichem Prospekt, große Menge von _Gedenktafeln_ und _Wandgräber_ für +Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am Turm großes +dekoratives sächsisches _Wappen_ 1557 mit Inschr. betreffend die Gründung +der Universität. — Vom anstoßenden ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858 +Universität, sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten. + +*Garnisons-K*. 1686. Viele Gedenktafeln. + +*Katholische K. Joh. Bapt.,* rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt. am ehemaligen +Apsidenbogen könnten noch spätottonisch sein. Sonst der Chor spgot. +umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus +der thüringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus +und andere Vergrößerungen entstellt. — Neben dem SPortal _Grabplatte_ der +Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige _Passionsstatue_ auf +Säule bez. _Hans Gronig_ 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle +unter den _Grabmälern_ des 17. und 18. Jh. + +*Rathaus,* ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest. 1700. Bmkw. +der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. — +*Burgkeller,* derbe Renss. um 1546. — *»Göhre«* (Weinhaus) am Markt, mit +spgot. Portal. + +*Haus Weimar*. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken — +Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh. — Reste der +*Stadtbefestigung,* dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) über +Bastei von 1430. + +_JESBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Schloßruine*. Seit 15. Jh. in Trümmern. + +_JESTÄDT._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Kirche.* Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten +Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.). Hölzerne +Emporen. — _Grabmal_ des Wallrab von Boyneburg † 1572, der Ritter in +voller Rüstung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind. + +*Edelhof* 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk. + +_JOACHIMSTEIN._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Fräuleinstift*. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. Große +prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln in der Mitte und an den +Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgeschoß als Sockelbau, die +Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel +und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül und +Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgewölbten +Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume, im 1. Obergeschoß +Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfräulein. +_Bildnisse_ der sächsischen Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. — +Der französische Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik. 2 +gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal. + +_JOHANNESBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +Ehem. *Benedikt.-Propstei,* gestiftet 1013. Von den Gebäuden nur das +Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen rom. Fenstern keine +formierte Architektur. Für die K. erwiesen zufällige Grabungen kreuzf. +Gr., auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert). + +_JOHANNISBERG._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Kirche* der 812 gegr. *Benedikt.-Propstei*. Am WTurm, dessen bar. +Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes sprom. Portal mit +Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. — +*Schloßbau,* jetzt Domäne, 1769 umgebaut von _Herwarthel_ aus Mainz (nach +Entwurf von _Welsch_?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen +Gartenanlagen z. T. erhalten. + +_JÖHSTADT._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Stadt-K.* 1675. — _Altarwerk_ von _Andreas Petzold_ 1676, Holz, 6,3 m Br. +: 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien Figuren die Anbetung der +Könige. + +_JÜCHSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung. + +_JUNKERSDORF._ UFranken BA Hofheim. + +*Dorf-K.* Frgot. Turmchor mit umfänglichen _Wandgemälden_ aus M. 15. Jh. +(rest. 1906), an der OWand Jüngstes Gericht; ferner S. Michael und Szenen +aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht +des Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der WWand des Lhs. S. +Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem Grund mit roten Sternen. + +_JUNKERSDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Dorf-K.* sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. — Schönes +*Fachwerkhaus* von 1617. + + + + +_K UND C_ + + +_CABARZ._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Dorf-K.* 1670. Mit hübscher _Kanzel_. + +_KADITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* um 1500. — _Altar_ 1756 von _F. G. Knöfel_. + +_KAHLA._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Stadt-K.* Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die +Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei +Reste von Schnitzaltären. — Steinfigg. von einer _Ölberggruppe_ um 1500. — +Reste von *Stadtbefestigung*. — *Leuchtenburg,* 3/4 Stunden östl. auf +hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh., +Geschütztürme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel). + +_KÄLBERAU._ UFranken BA Alzenau. + +Wallfahrts-K. got. + +_CALBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von _David Schatz_, +eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche +Barockausstattung. + +_KALBSRIETH._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 18. Jh. — Guter spgot. _Schnitzaltar_. + +_CALDERN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Pfarr-K.* 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges +älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen +spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes +Ssch. + +_CALLENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Unterschloß*. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und 16. Jh., dessen +obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil +vollständig umgestaltet. + +*Oberschloß*. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem +damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau des Herzogs Johann Casimir +ist nur die _Schloß-K_. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche +in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und +Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf Kreuzgewölben. Reich +geschnitzte Holztür von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. — Die +farbigen _Glasfenster_ aus alten und neuen Teilen gemischt. — +_Steinkanzel_ und _Taufstein_ mit kopiösem Schmuck in originellem +Frühbarock. — Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882. + +_KALTENBORN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Augustiner-Chorherrenstift*. Wenige Ornamentreste der rom. K. + +_KALTENLENGSFELD._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche.* Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721. + +_KALTENNORDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Martinsburg*. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß« 1752-54 +schlichter Bau für die Behörden. + +_KALTENSUNDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Kirche* auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen Wolframsburg. +Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm über dem Chor. — +*Fachwerkhäuser* 17. und 18. Jh. + +_KALTENWESTHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen +Bretterdecke großes _Gemälde_ der Himmelfahrt. + +*Burgruine*. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten. + +_CAMBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Stadt-K.* Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage, sonst spgot. +Hallenkirche mit Veränderungen 1703. + +*S. Cyriacus* (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom. +Pfl.Basilika. + +*Burgruine*. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh. + +_KAMENZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Haupt-K*. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung nach Brand +im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff +erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das +Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind, +daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt werden. Der Turm +springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. — +Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. _Kreuzigungsgruppe_ (ehemals auf dem +Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit +altertümelnden Zügen. _Michaelisaltar_ 1498, im Schreine die Figur des +Seelenwägers, Flügel bemalt. _Hauptaltar_ um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein, +je eine an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der +Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge. Protestantische +Einrichtung: _Kanzel_ 1566. _Holzemporen_ an den Langseiten 1675-1709. — +_Votivgemälde_ von einem Nachfolger Cranachs (wohl _Wolf Krodel_). +_Epitaph_ mit Jüngstem Gericht von _Andr. Dreßler_ 1554. Sonstige +Epitaphgemälde E. 16. und A. 17. Jh. _Bildnisgrabsteine_ (v. Lüttichau, v. +Nischwitz) aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m. + +*Kloster-K*. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundriß der +Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste spätgot. Gestühls. +Mehrere _Schnitzaltäre_ von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3. +Jahrzehnt des 16. Jh. + +Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind die Katechismus-K. +und die Just-K. + +Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles +zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit wie z. B. die +jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570, +in der Art _Chr. Walthers._ + +_KÄMMERZELL._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Dorf-K.* Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. — _Bilder_ aus +der ehemal. Universität in Fulda. + +_CANITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* wesentlich 1697; auf rom. Grundlage. + +*Schloß.* 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts. Der +Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. Park in +französischer Anlage. + +_KANNAWURF._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Schloß.* Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564. + +_CANNEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* got. Prächtige _Sandsteinkanzel_ A. 17. Jh., darunter kniender +Ritter, wohl Wolf v. Starschedel. + +_KAPELLENDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,* gegr. 1235 mit Resten einer +älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhöht, neue +Nonnenempore in Länge des alten Schiffs. Mehrere _Grabsteine_ und +_Epitaphe_, interessant das für den Markgrafen von Kirchberg und seine +Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann. + +*Burg* (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh. +mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, Türme 12.-16. Jh., +Haupttor Renss. + +_KARBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute +Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung _Riemenschneiders_. + +_KARLBURG._ UFranken BA Karlstadt. + +Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen +Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten. + +*Pfarr-K.* spgot. und 17. Jh. + +_KARLSDORF._ RB Cassel. Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* (französ. Kolonie). 1704 von _Paul Du Ry_. + +_CARLSFELD._ K. Sachsen AH Schwarzenberg. + +*Dreifaltigkeits-K*. 1684-88, von _Hans Georg Roth_, angeblich nach, dem +Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform des später von +_George Bähr_ gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit +abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit +Treppen für die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. — Die +virtuos geschnitzten _Altarfiguren_ italienischen Stils vielleicht von +_Andreas Petzold_. + +_KARLSFRIED._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Burg*. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die +Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen. + +_KARLSTADT._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau +einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren +Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte +Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 +Schluß (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach), +das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen Pfll. und +Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach +verdeckt die OSeite des schönen rom. Turms. — 1614 _dekorative Bemalung_ +von _W. Ritterlein_ (vgl. Buchold). Spgot. _Wandgemälde_ im Chor und Qsch. +(sehr rest.). Zierliche _Steinkanzel_ mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt +_Riemenschneiders_. In der Rienecker-Kap. großer steinerner _Salvator_ 2. +H. 14. Jh. Vortreffliche _Holzfig_. des hl. Nikolaus von +_Riemenschneider_. Am Turm interessante Steinstatue, _S. Georg_ zu Pferde, +um 1520. — Zahlreiche _Grabdenkmäler_: hervorzuheben die Bildnissteine der +Vögte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von _Peter +Dell d. J._ Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. — In der +_Sakristei_: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von _Ph. H. +Drentwett_ in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von _J. M. Maurer_ +in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. — 2 +_Glocken_ 14. Jh., eine 1502. + +*Spital-K*. 15. Jh., flachgedeckt. — Altäre einheitlich 1689. + +*Rathaus* 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw. +Einrichtung aus fr. 17. Jh. + +Zahlreiche gute *Fachwerkhäuser*: ältestes no 82 von 1449; no 341 +Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721. + +*Bezirksamt*. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau. + +*Stadtmauern und Türme,* 14. Jh., großenteils erhalten. + +Über der Stadt die *Karlsburg* (Ruine). Die erste Gründung wird auf den +Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischöfe +von Würzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des +Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische +sehr schöne _Madonna_, Holz, um 1490. + +_CARTHAUSE._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +Ehem. *Kloster-K*. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den +Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk. + +_KASENDORF._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes Rck., +netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. _Glasgemälde_ 1486. _Ikon. +Grabstein_ 1560 bez. _FH_, ein anderer 1688. _Gemälde_ des 17. Jh. mit +interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem +Augsburger Reichstag 1530. _Altar_ 1662. + +_CASSEL._ Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt. + +*Brüder-K*. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch. +voll. 1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewölbt, im Hauptschiff 8 +Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck. +Über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. — _Relief_ vom Tympanon +des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — _Epitaphe_ mit +Relieffigg. aus 16. Jh. + +*Stifts-K. S. Martin.* Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue +Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTürmen. +Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit +einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche +Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung +der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den +Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung +des Innern fällt das Äußere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, +zum Schluß in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen, +der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor _Marmorgrab_ Philipps des +Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin von _Elias Godefroy_ (_Gottfro_) +aus Cambray (Kämerich) † 1569, vollendet 1570 von seinem Schüler _Adam +Beaumont_; davor im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und +Allegorien. _Epitaphe_ der Landgräfin Christine mit Bronzerelief von +_Phil. Soldan_ 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft _Särge_ der +landgräflichen Familie. — _Orgel_ 1600 von _Hans Scherer_. + +*Luther-K*. am Graben 1734 von _G. Ghezzi_. Einfacher, turmloser Saalbau +in Straßenflucht. _Ölgemälde_ von _J. G. __ Tischbein_. + +*Oberneustädter (französische) K.* 1698-1706 vom Hugenotten _Paul Du Ry_. +Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt von einer schweren Laterne, die +Formen innen und außen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein +profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht +verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen 1874. +_Graumarmordenkmal_ des Grafen v. Broglie, gefallen 1758. + +*Kathol. K*. 1770-1776 von _Simon Louis Du Ry_. Da den Katholiken damals +nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in +fortlaufender Straßenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar +stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer +Simplizität, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer +Umgang. Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, von _Gérin_. +Spgot. _Altarflügel_ angeblich aus Hersfeld. _Ölbilder_ von _L. Cranach_ +und _J.H. Tischbein_. Bronzene _Standleuchter_ 1626. + +*Hof- und Garnison-K*. 1757-1770. Saalbau. + +*Unterneustädter K.* 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in +der Mitte der flachen Decke. + +*Bettenhäuser K*. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube. + +*Hospital S. Elisabeth mit K*. Gegr. 1383, erneuert 1587. +_Sandsteinstatue_ der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische. + +*Renthof*. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich +durchgebildete Portale und ein _Brunnen_ mit sitzender Statue in römischer +Feldherrntracht. Im Innern spärliche Reste alter Bemalung. + +*Marstall,* voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. Treppentürme +in den Ecken des Binnenhofes. + +*Zeughaus* 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche +Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766. + +*Druselturm* und *Zwehrenturm*, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415 +angelegten Stadtbefestigung. + +Sog. *Kunsthaus,* ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. Moritz den +Gelehrten, umgebaut 1696 von _Paul Du Ry_. + +*Orangerieschloß* 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen +Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung des malerisch +empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Gebäudes +französisch. Architekt _Paul Du Ry_ (nicht sicher). Der innere Ausbau erst +1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen +Statuenschmuck vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon das +*Marmorbad* 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten Skulpturen von _Pierre +Monot_. Als Gegenstück das *Küchenschloß* 1765. Unterhalb der Orangerie +breitet sich der großartige *Augarten* aus, entworfen von _Le Notre_, E. +18. Jh. anglisiert. + +*Alte Gemäldegalerie*. 1751 von _Charles Du Ry_. + +*Garde du Corps-Kaserne*. 1768 von _S. L. Du Ry_. + +*Museum Fridericianum* (Bibliothek). 1769-79 von _S. L. Du Ry_, +klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten +dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen; +einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2 +Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit +Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront. + +*Au-Tor*. 1782 von _S. L. Du Ry_, die 2 Wachthäuser abgebrochen. Der +Triumphbogen (1824 von _Bromeis_) auf den Platz vor dem Regierungsgebäude +versetzt. + +*Privathäuser.* Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge, +einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der +ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597; +Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8 +hübsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit +Diamantquadereinfassung der Fenster. Von _Charles Du Ry_ das Haus Theodor +Landré Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch +das Haus am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast mit dem +Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade Königsplatz 55. Das Haus des +Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß) +bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk _S. L. Du Rys_ beg. 1767 +(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais eingerichtet). +Von _demselben_ 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das französische Rathaus. +Zahlreiche Bauten in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes. + +_CASTELL._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Oberes und unteres *Schloß*; jenes die Stammburg der jetzigen Fürsten +Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus +auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schloß spätbarock. + +*Pfarr- und Schloß-K.* 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. Große +umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in +Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes +Nachklang des Neumannschen Kirchentypus. + +_KATHARINENBERG_ b. Wunsiedel, OFranken. + +Ehem. *Wallfahrts-K*. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten. + +_KAUERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Herrenhaus*; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701 +ff.; in der Kapelle ein _Reisealtärchen_ aus Elfenbein, gute französische +Arbeit des 14. Jh. + +_KAUFUNGEN._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis. + +_KAUFUNGEN._ Kr. Cassel-Land. + +Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs +II. auf einem Königshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot. +Veränderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, daß die +Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten +gesichert ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders +interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60 +m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Maß der +Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist +die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau +dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine +Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis am nördl. Kreuzarme. Die +sehr hohe Öffnung bezeichnend für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg, +Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden +des Lhs. läßt sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die +Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) ist +wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind +(genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl. +S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant wäre es, wenn es sich +bestätigte, daß auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der +Lettnereinrichtung jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der +Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene +Veränderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgeschoß stand durch 3 +Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die +Eingangstür der Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere +Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der westl. +Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen sie durch die oben +erwähnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und +Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und öffnete +sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse, +das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an +westfälische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich +immerhin durch die westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der +verhältnismäßig große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem +übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang. Holtmeyer +erklärt ihn für älter als die K. und vermutet in ihm einen Überrest +(Bergfried?) der Königspfalz. — Technische Ausführung von größter +Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale +rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel. — +Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur +Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit +Westfalen. Am Chor wiederholte Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. — +Reste der _Ausstattung_ unerheblich. 2 spgot. _Holzreliefs_ mit Heinrich +und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört haben. _Grabsteine_ meist +sehr beschädigt, gut der der Äbtissin Anna v. d. Borch 1521. — +_Stiftsgebäude_. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, +ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht +sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stößt eine Kap. mit 1/2 +Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas älter als die Klst.-K. (in den +Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei« +am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit +quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von +Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen +Pfalzanlage. + +_KAUSCHWITZ._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers; +hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender Durchsicht; Treppenanbau in +Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes. + +_CAVERTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. — Reicher Altarbau +3teilig mit dominierenden großen _Sandsteinreliefs_; um 1580; angeblich +von _Aegidius de Bruigt_ (de Brugk). Reizvolle geschnitzte _Kanzel_ um +1600. — + +Mehrere bmkw. _Denkmäler_ 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v. +Schleinitz 1584. + +_KEFFERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar +ähnlich dem zu Ershausen. + +_KEILA._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla. + +*Dorf-K.* 1696, unbedeutend. — im Chor _Gemälde_ (Kreuzigung) von _Paul +Keil_ aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk). + +_KELBRA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Kirche* des 1251 gegr. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Von einem älteren Bau der +rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Spätgotik +durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert. + +_KEMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. + +*Stadt-K.* Spgot. Ziegelrohbau. — _Altartriptychon_ mit Gemälden von _L. +Cranach d. J._ — _Sakramentshaus_, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein, +in der Art der gewöhnlich _Adam Krafft_ zugerechneten fränkischen +Arbeiten. + +_KENTZGAU._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. — Reste des +ehemaligen *Wasserschlosses*. — Überlebensgroße _Kreuzigungsgruppe_ um +1620. + +_KERSBACH._ OFranken BA Forchheim. + +*Pfarr-K.* 1744 von _Küchel_, einem Schüler Neumanns. + +_KERPSLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +Große *Dorf-K*. 1720 mit WTurm von 1456. — Daran außen _Relief_, +Kreuzigungsgruppe. — Pomphafter _Kanzelbau_ 3geschossig, bis zur Decke +aufsteigend. + +_KESSELSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Schloß Philippsruhe* 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende +Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons. Großer Park und Orangerie. +Umbauten 1873. + +_KEUDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +Ansehnliches *Herrenhaus* (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im +Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Schöner +Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken. + +_KEULA._ Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben. + +*Dorf-K.* 1662. — Über dem Altar großes anscheinend nicht wertloses +_Relief_ mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh. + +_KIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. verändert. + +_KIRCHAICH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh. +— _Holzmadonna_, gute ländliche Arbeit E. 15. Jh. + +_KIRCHBRACHT._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K.* inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und +eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details weisen auf E. 14. Jh. + +_KIRCHENEHRENBACH._ OFranken BA Forchheim. + +*Pfarr-K.* 1796. — Altarstatuen von _B. Mutschelle_ aus Bamberg. — +Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W. +(_Hans Werner_). + +_KIRCHENLAMITZ._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Pfarr-K.* erweitert 1596 durch _Georg Zapf_. Altar 1687. + +*Gottesacker-K*. 1660. — *Rathaus* 1705. + +_KIRCHGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger _Hochaltar_ 1691. + +_KIRCHHAIN._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Stadt-K.* (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H. +14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr entstellt. — Zierlicher +spgot. _Taufstein_. + +_KIRCHHASEL._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt. + +_KIRCHHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und +Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von _M. Bossi_ im Charakter Louis XVI. + +*Synagoge* 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken). + +_KIRCHLAUTER._ UFranken BA Ebern. + +*Schloß.* Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs Joh. +Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte +Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen _Stuckdecken_ um 1720. + +_KIRCHOHMFELD._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K.* got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien um 1670. — +_Epitaph_ Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und +Inschriften in Bronze. + +_KIRCHSCHÖNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute +Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen Parks. + +_KIRCHWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Kap. S. Valentin.* 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne. + +*Fachwerkhäuser* mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des +Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld in dieser +Zeit, konserviert. + +_KIRSCHKAU._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Dorf-K.* 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz. +Im Innern keine Teilungen. Außen mächtiger dorischer Fries auf desgl. +Pilastern. Über dem nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube. + +_KISSINGEN._ UFranken BAmtsstadt. + +*Alte Pfarr-K.* Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore +von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des _Materno Bossi_. + +*Friedhofs-Kap.* Chor von 1446. Lhs. 18. Jh. + +*Salinengebäude.* Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh. + +_KITTLITZ._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das +gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. — [Guter +spgot. _Schnitzaltar_ im Museum zu Bautzen]. + +_KITZINGEN._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K. Joh. Bapt.* Der unregelmäßig an der NSeite stehende Turm mit dem +anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416 +Planänderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der +NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage +die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich auch an der +WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. In allen +Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge +55 m. — Die Formen zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten +Hochgotik zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse. — +Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, die in die +Außenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau +auf reiche ornamentale und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz +vollendet und jetzt in starker Zersetzung. — Rest. 1885 und 1909. — +_Inneneinrichtung_ großenteils neugot. 1885. Ansehnlicher _Sakramentsturm_ +um 1470. Ziemlich reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische +_Marmorkanzel_ von _Materno Bossi_ 1793. An der Chorwand 4 +_Passionsreliefs_, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber +nicht aus der Werkstatt _Riemenschneiders_. Flotte _Alabasterreliefs_ um +1700. An der Sakristeitür schöne _got. Beschläge_. _Familien-Epitaph_ des +Wolf v. Crailsheim, 1556 von _P. Dell d. J._ — Hauptportal mit Altan an +der NSeite, um 1400, am _Tympanon_ Jüngstes Gericht. Am WPortal +_Marienkrönung_ gegen 1450. — _Altargeräte_ 17. und 18. Jh., die besten +Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen Meistern. + +*Protestant. K.,* (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen, +angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von _Ant. Petrini_. 1sch. +flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewölbter 3/8 Chor mit +seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade +in schweren ernsten Barockformen. — Gute _Altargeräte_ 17. Jh. + +*Kapuziner-K.* 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser im +allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit _Gemälde_ von _Osw. Onghers_ +1679. Virtuoses lebensgroßes _Kruzifix_ um 1650; ein zweites desgl. am +Chorbg. und ein reich dekoriertes _hl. Grab_ für Prozessionen, beide um +1700. + +*Hl. Kreuz-K*. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von _Balthasar +Neumann_ 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten +asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert; +vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt, +von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar über ihren +Kämpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten. +Die letzteren schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch +Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die +Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben +ist, würde noch bedeutender zur Wirkung kommen, wäre nicht die +Lichtführung wenig glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel). +Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt +gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist +etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter um 1750. — Schön und echt neumannisch +das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. +Beachtung verdient die *Friedhofsanlage* (in SW der Stadt) von 1542. + +*Rathaus* 1561-63 von _Hans Eckhart_ von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse +mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit +Segmentstücken überbaut. Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige +Halle, Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Geschoß +getäfelte Ratsstube. + +*Häuser*. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen und +Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken in fr. Rok. +Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh. + +*Marktbrunnen* mit S. Kilian 1. H. 18. Jh. + +*Mainbrücke* aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs Joh. Phil. v. +Schönborn) erneuert. + +*Befestigung*. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt. +In Resten erhalten, besonders der mächtige Marktturm. Vom äußeren Bering +die Mainstrecke mit 8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe +runde Falterturm 1469. + +_KLEINBARDORF._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hübscher Fassade. — +_Deckenbild_ von _Joh. Peter Herrlein_ 1781. + +*Schloß.* Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh. + +_KLEINBAUTZEN._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz +gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar und dem Betstübchen +höchst prächtige _Holzschnitzwerke_, noch im Charakter des FrBarock. +Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v. +Rechenberg, v. Nostitz. + +_KLEINEBERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* Sprom. Turmchor. — Spgot. _Altarwerk_. + +_KLEINFURRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage. + +_KLEINGESTEWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm +und Apsis. + +_KLEINHEILIGKREUZ._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Wallfahrts-K.* erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras. + +_KLEINHERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit. +Interessantes _Triumphkreuz_ bez. _HF_ (vgl. Görschen). + +_KLEINHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg. + +*Schloß* der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter Bau in +Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als Baumeister in Anspruch genommene +Bamberger _Joh. Dientzenhofer_ war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines +fremden Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters _de la Fosse_. + +_KLEINLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* 15. Jh., Turm (O) um 1300. — _Grabsteine_ der Zolner 1574, +1577, 1584. — _Friedhofsbefestigung_ 13.-14. Jh. + +_KLEINLAUCHSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von +ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung. + +_KLEINOCHSENFURT._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Dorf-K.* im Kern rom., verändert A. 17. Jh. — Ansehnliche _Altäre_ mit +Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). — _Wartturm_ am +Main. + +_KLEINRINDERFELD._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* 1740 _B. Neumann_ wegen des übernommenen Risses moniert. Der +Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf Neumanns Riß zurückgehen. Die +Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. — +_Altäre_, A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. _Kanzel_ gute +Rok.Arbeit. + +_KLEINSCHIRMA._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Dorf-K.* Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an +Decke und Emporen, 16. Jh. — _Sandsteinkanzel_ und _Taufstein_ 1557. +_Altarwerk_, geschnitzt von _B. Diterich_ 1614. + +_KLEINSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später. + +_KLEINWERTHERN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +Einfache *Dorf-K*. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Großes +_Sandsteinepitaph_ des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere +derartige Arbeit in diesem Gebiet. + +_KLEINWOLMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. — +*Herrenhaus* um 1720. + +_CLETZEN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +Verbaute rom. *Dorf-K*. Spgot. _Schnitzaltar_. + +_KLINGA._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schöpfung +des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr. +Apsis; einiges rom. Detail. + +_KLINGENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der große +Kanzelaltar. — *Herrschaftshaus* einheitlich 1682. + +_KLINGENBERG._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Schloß* (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei Flügel, die +durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch +mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und +Graben hoch umgeben. + +_KLINGENTAL._ K. Sachsen AH Auerbach. + +*Pfarr-K.* 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl. Carlsfeld, +Schmiedeberg und Loschwitz). + +_KLIX._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* neu. Auf dem _Altar_ Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung, +Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge kleiner Figuren, um 1580 in +der Art des _Chr. Walther_. _Kanzel_ 1702. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der +Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das große _Wandgrab_ +des Ch. F. v. Gersdorf 1725. + +_CLÖDEN._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. + +*Dorf-K.* Sprom. Backsteinbau. + +_KLOSTERLAUSNITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Kirche* beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs. +und Türme abgetragen und der OBau stark verändert. 1863 ff. nach den +Plänen von _v. Quast_ rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung +der in den Trümmern gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von +Paulinzelle und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher +festgestellt? + +_KLÖSTERLEIN-ZELLE._ K. Sachsen AH Schwarzenberg. + +*Cisterc.-Klst*. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel +unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrißzeichnung die h. +Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. _Martinus me +fecit_; der Stil weist auf 13. Jh. + +_KLOSTERRODE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +Ehem. *Prämonstratenser-Klst.,* gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein +gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenräume +mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Würfelkapitellen. + +_KLOSTERVEILSDORF._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. + +Ehem. *Klst. Michaelisberg* (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit A. +16. Jh. — Für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so +daß nur noch verstreute und verbaute Gebäudeteile erhalten sind. + +_KNAUTHAIN._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar aus A. +16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen _Denkmals_ der +Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. — +Stattliches Schloß um 1700. + +_KNAUTNAUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh., +ähnlich der zu Groitzsch. + +_KNOBELSDORF._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von +einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung; merkwürdig der +1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige) Rücksprung für die Sll. Im übrigen +stillos verbaut. + +_COBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Coburg. + +*Moritz-K*. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit +erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und +Fenster 1520 ff. von _Konrad Krebs_ (vgl. Torgau). Das Innere 1701 +barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten +Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch. +durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8 +Schluß. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme +einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch +die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem +skulptiertem Detail. Die Doppeltürme bauen sich in 5 niedrigen, durch +Wasserschläge geteilten Geschossen schwerfällig auf; nur der linke +(nördl.) trägt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, +reich geschmücktes Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß und +der Bar.Helm A. 17. Jh. — Das Hauptportal ist mit glücklicher malerischer +Wirkung dem WChor angegliedert; _Statuen_, einerseits Adam und Eva, +andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl. +Strebepfll. nach 1520. — _Mobilien_ 18. Jh. — _Grabdenkmäler_: am Schluß +des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. † 1595, ausgeführt bis 1605 +von _Nik. Bergner_, einem thüringischen Meister (aus Rudolstadt?); der +Sockel und das Hauptgeschoß nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal +(entsprechend den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe +abnehmende Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen der überaus +reich geschmückten Rahmenarchitektur große Reliefbilder; auf dem Sockel +die reichlich lebensgroßen knienden Freifigg. des Herzogs und seiner +Familie. In Größe und Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die +ihm am nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten jetzt +an der Wand. — Heraldische _Grabplatte_, Bronze, für Joh. Ernst † 1553, +gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister _Bernh. Eberlein_. — Ikon. +Grabplatte, Bronze, für Joh. Casimir † 1633, handwerklich. — Bronzeteile +von anderen Grabplatten. — Im Lhs. (Ssch.) ikon. _Hochreliefplatte_, +Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. — Viele Grabsteine an der +Außenwand, verwittert. — _Kelche_ und sonstige Altargeräte in größerer +Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzüglicher Arbeit ein _Hostienschrank_ +von 1607. + +*Ehrenburg.* Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung von der +Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern), +Erbauung der neuen Residenz 1543-49 und Benutzung des ehem. Barfüßerklst. +Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister _Bonallino_. Nach +schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in +neugot.-englischem Stil durch _Rénier_. — Die alte Anlage umschloß 3 große +Höfe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel +vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner +Wirtschaftsgebäude und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der +alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten +Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt +seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den +Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die +Außenfronten an der Stein- und Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit +1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach +Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit +mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlügels (»Altane«) 1626 in +kräftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen; +die obere Loggia später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die +Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. — _Inneres_: Die Räume des +16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr +die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den prächtigsten ihrer Zeit +gehörenden Bar.Räume nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter +der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha, +Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«; 28 »Riesen«, von +der Hüfte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht +hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm stützen, während der andere +jedesmal einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich +stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des +»Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal um 1730. Die +Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste dieser Epoche in Thüringen; +stilistisch noch unberührt vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die +Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in +vorzüglicher klassizistischer Behandlung. — Deutsche _Gemälde_ des 16. und +17. Jh., darunter 4 von _L. Cranach d. Ä._ + +*Justizgebäude* am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der +Maler _Peter Sengelaub_, von dem die umfangreichen (verschwundenen) +Fassadenmalereien herrührten, soll auch die Architektur entworfen haben. +Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter +Horizontalkomposition, darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten +Giebeln und Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der +Komposition nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der +vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich hinziehende offene +Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins +reichte. Die glückliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen +plastischen Schmuck der Türme, Erker und Giebel (von _Nik. Bergner_) und +der Bemalung der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten +Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 gänzlich verändert. + +*Gymnasium Casimirianum.* 1601 ff. von _P. Sengelaub_ und _Nik. Bergner_. +Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch +ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der +Dachregion, deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen. +Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch +Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor +(wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild +des Gründers von _Veit Dümpel_ 1628. Das Innere enthielt 3 große +Auditorien (also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der +gleichzeitigen Universität in Helmstädt). + +*Zeughaus* 1616-21 von _P. Sengelaub_. Der Formencharakter den beiden +vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal +Rustikasäulen). + +*Rathaus* 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade (1750) +unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schöner +Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Großer Saal mit +geschnitzter Holzdecke. Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von +_Sengelaub_). + +*Hofapotheke,* Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem +Bau des 16. Jh. adaptiert. + +*Wohnhäuser* des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten; +namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. — Besterhaltenes +Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate +(Trinkstube der fürstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen +Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse. +Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. — SpBarock: +Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12 mit +reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz hübsch +Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. — Die einst +zahlreichen Fachwerkhäuser zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben; +von ihm kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627. + +*Brunnen* Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687. + +*Veste* (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches Gut +erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von +Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus +Wettin, dem es verblieben ist. — 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen +»Fürstenbaues« sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte +1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu +kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist +verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das Zeughaus +in den Außenmauern) älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine +umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende +war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß. Der Plan von 1553 +zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine doppelte Ringmauer +mit Zwinger. Verstärkung der Außenwerke unter Johann Kasimir durch _Gideon +Bacher_ 1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung +1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die bauliche +Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. — Die +Ringmauern umschreiben, dem natürlichen Fels sich anschließend, ein +ungefähres Oval von ungefähr 230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein +imposantes Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem Tor über +der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). Die beiden keilförmigen +SBasteien mit ihren malerischen kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen +von 1625 und 1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. Der +Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist moderne Imitation. Der +vom NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schützende Rote Turm +verschwunden. Die Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete +OSpitze durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der +Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende »hohe Bastei« eine +künstliche Aufschüttung nach dem 30jährigen Kriege. — Das Innere des +Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne +geschlossene Gebäudefolge zerlegt. a) _der östl. Burghof_. Das +Hauptgebäude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden Flügeln: +»Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere auf den Grundmauern des +rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-Formen +ausgeführten von _Nik. Grohmann_ 1553-58; im wesentlichen jedoch die +Fassade M. 19. Jh. Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen, +z. T. reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen aus A. +17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben. Im O. +schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, namentlich auch im 19. +Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung« beabsichtigt. Der WFlügel +(»Hohe Kemnate«) hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte +Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der eiserne Ofen +mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß das sog. Lutherzimmer; die +Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer, +in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und +vollständig verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist Altes und +Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer mit spgot. Türgestell und +renss. Kachelofen (wohl fremd). Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die +Wandbekleidung mit Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg +übergeführt; sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland zu +finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von _Wolfgang Birkner_; die Möbel +verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten der Veste zusammengestellt. — +b) _der westl. Burghof_. An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus +(»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger Giebelbau, +von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat +den ma. Charakter eingebüßt. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um +1540. Im übrigen enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. — Die +Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die +baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze nicht +fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen ärgerlich +und irreführend genug, für den summarischen Eindruck aber sind sie +ziemlich unschädlich, und zumal die Außenansichten von unvergänglichem +Reiz. Ein wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten _Kunstsammlungen_, +aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., 12 +Tafelbilder von _Cranach_ und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder von _Jost +Stettner_ M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus 2. H. 16. und 17. Jh.; +karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus +Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in +Coburg; von einem ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von +demselben Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von _Veit Stoß_ +(?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh. +Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch +mit Miniaturen und Handzeichnungen. + +_KOHREN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Stadt-K.* Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt +überarbeitet; 1878 rest. — _Altarwerk_ 1616, Holzaufbau mit bmkw. +Gemälden. + +*Burg*. 2 starke Rundtürme erhalten. + +_COLDITZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Gottesackerk. St. Nikolai*. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. Denkmäler +des 16.-18. Jh. + +*Stadt-K.* 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte. + +*Rathaus* 1540, Giebel 1650. — *Wohnhäuser* des 16. und 17. Jh. — + +*Schloß.* Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von +_Hans Irmisch_ unter Beibehaltung got. Teile. Später verwahrlost. Am +besten erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit _Portal_ in +prunkvoll derben Formen von 1584. + +_CÖLLEDA._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Peter-Pauls-K*. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. 3sch. +Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster, +dagegen die Arkaden spitzbg. + +*Wiperti-K*. Bmkw. großes _Alabasterepitaph_ der Familie v. Werthern 1586. + +_KOLMDORF_ bei Bayreuth OFranken. + +*Schlößchen* Karolinenruhe 1760. + +_KÖNIGSBERG I. FR._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Stadt-K.* beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, mit +Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr beschädigt. +(Rest. A. 20. Jh.) — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2 +Jochen und 5/8 Schluß. Im nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei. +Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe der +Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Außen die +Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten +_Statuen_ nur die eine der Maria verschont; von den übrigen wenigstens die +Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3 +Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem +Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei _Ölberg-Relief_. — +Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon erhalten, doch mit +Beschädigung und Umarbeitung im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese, +rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen und +übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit Statuenblenden und +Baldachinen geschmückt. Das letzte Geschoß E. 17. Jh. — Viel stärker hat +das Lhs. gelitten; das Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. — Die +*Ausstattung* des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel +sprenss. — _Grabsteine_ 1593, 1675, 1676, 1682, 1703. + +*Gottesacker-K*. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. — Unter den +zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere +gegenständlich interessant. + +*Wohnhäuser*. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche +Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen Fachwerkbaues, +sondern vom Steinbau beeinflußt. + +_KÖNIGSBRÜCK._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Stadt-K.* 1682 von _Chr. Gottschick_ und _G. J. Spieß_. Prächtiger +_Altar_ 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes _Epitaph_ M. v. +Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. — Auf dem *Friedhof* charakteristische +Gruftkapellen und Denkmäler des 18. Jh. + +Die *Wohnhausarchitektur* bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stücke aus +18. Jh. + +_KÖNIGSFELD._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* erneuert 1754. — Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und +Alabaster 1613. + +*Schloß,* ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss. + +_KÖNIGSHAIN._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Kath. Pfarr-K*. 1766 von _J. J. Kuntz_ in Reichenberg, 1sch. Rck., +gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der Längswände unter den Fenstern +Emporen auf gewölbten Arkaden. — _Hochaltar_; über dem Tabernakel großes +Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. _Phil. Leubner_ 1780. +— Schöner _Kelch_ E. 15. Jh. + +_KÖNIGSHOFEN_ im Grabfeld UFranken. + +*Pfarr-K.* 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualität. Quaderbau. +Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die +Raumverhältnisse ungewöhnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das +Msch. stark überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale, +leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das +Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben +das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen +Haube übrigens recht gut ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige +Schneckenstiege. — Das Relief des _Jüngsten Gerichts_ im Bogenfeld des +WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere +_Messingkronleuchter_ 17.-18. Jh. Überlebensgroße _Madonna_, Holz, um +1500. Andere spgot. _Skulpturen_ in der Kapelle über der Sakristei. In +letzterer frgot. _Aquamanile_ (Pferdchen) und elegante _Elfenbeingruppe_ +der Kreuzigung, 18. Jh. + +*Rathaus* ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung städtischer +Altertümer.) + +*Wohnhäuser* am Markt, bar. und rok., im Übergang zum thüringischen Typus. + +*Marktbrunnen,* Schmiedeeisen, 16. Jh. + +*Befestigung* (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System, einige +Bastionen erhalten. + +_KÖNIGSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* 1810. — *Festung*. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh. +Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plänen +des Nürnbergers _P. Buchner_ 1591. Die Christiansburg 1589-91 von +_Buchner_ und _Irmisch_. Johannissaal (»Neues Zeughaus«) 1631. Die +Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand +1744 zerstört. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) +1598, beide von _Buchner_. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die +Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach Brand 1806. Bildnisse +in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von _A. +Graff_. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von _Joh. v. +Bodt_. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl. +Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. — Schönes _Elfenbein-Kruzifix_ von +_Melchior Barthel_ um 1670. + +_KÖNIGSWALDE._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — Spgot. +_Schnitzaltar_. + +_KÖNIGSWARTHA._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige _Grabdenkmäler_ in großer +Menge. + +Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne +Lisenenarchitektur. — _Bildnisse_ des wenig bekannten aber vortrefflichen +Malers _Hagelganß_ 1755. + +_CÖNNERN._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Stadt-K.* 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom. +— Spgot. _Taufkessel_. + +_CONRADSBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau +undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs. +fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor +nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor +durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. Die +abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundstäbe, +die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die grätigen +Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors +eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig +eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen +Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln +regellos mit spiralisch kannelierten. + +_CONSTAPPEL._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ältesten des +Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei +der Erweiterung 1884 die Schlußwand durchbrochen und im W ein Turm +hinzugefügt). — _Taufstein_ mit Reliefs 16. Jh. _Altartafel_, Beweinung, +von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe _Cranachs_. +Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus _Cranachs_ Werkstatt. + +_CORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* mit rck. WTurm im Übergangsstil. + +_KORBUSSEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert um 1500. + +_KORNBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg. + +*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Ganz schmuckloser 1sch. got. +Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß aus 8Eck, WEmpore über +2sch. Halle. — Zweistöckige Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang. + +_KOSELITZ._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* Bmkw. Altargemälde von _C. Roesler_ 1800. + +_KÖSSERN._ K. Sachsen AH Grimma. + +Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In +reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von _Pöppelmann_; +besonders stattlich der große Saal. + +_KÖSTRITZ._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Fürstl. Schloß* 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der +klassizistischen Zeit; Tempelchen usw. + +_COSWIG._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Pfarr-K.* 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln +versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus an der Empore und +der flachen Decke. — _Schnitzaltar_ E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh. + +_KÖTIZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Herrenhaus.* M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von _Samuel __ Locke_; +in der Ausstattung manches Hübsche. + +_KÖTZSCHENBRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Pfarr-K.* Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — _Altar_ 1638 von +_Zach. Hegewald_, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs +und Sandsteinstatuetten; _Denkmäler_ 1675, 1738. — Im Dorf reizende renss. +_Brunneneinfassung_ mit Puttenrelief von _Hans Walther_ (?). + +_KOTTMARSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und +Löbauer Ratslogen) gleichzeitig. + +_KRAKAU._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute _Bildnisgrabsteine_ 17. Jh. + +_KRANICHFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Stadt-K.* 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. Änderungen +1702. — Hübsches _Gestühl_ 1520; _Grabstein_ einer Gräfin Gleichen 1570. + +*Schloß* (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche +Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil der sog. dicke Turm, +aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewölbe, +Ecksäulen mit Würfelknäufen; die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. +— Sonst das Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine +Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der +SSeite ihrer 8). — *Unterschloß* mit umfänglichen ma. Resten, jetzt +modernisiert. + +_KRANLUCKEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750. + +_KRAUTHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — *Schloß* +1710 einfach. + +_CRAWINKEL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. + +*Dorf-K.* im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.). + +_KRAYENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Burg*. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der Zeit der +Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg +verwendet.] + +_KREINITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Schloß* seit 1776. + +_KREIPITZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Schloß.* 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die +in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpförtchen 1628. + +_KREUSSEN._ OFranken BA Pegnitz. + +*Pfarr-K.* Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. +_Sakramentshäuschen_. Großer _Altar_ 1688. — An der SSeite 2stöckige got. +Kapelle, jetzt Sakristei. + +_KREUZBERG._ UFranken BA Neustadt a. S. + +*Franziskaner-Klst*. 1681-95. + +_KREUZBURG._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Nikolai-K*. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in 7 Nischen je 1 +Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785. +Hoher WTurm 1428. + +*Liborius-Kap*. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster +und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen. + +*Friedhofs-Kap*. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von +den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624. + +Got. *Klst.-K*. vor der Stadt, jetzt Scheune. + +*Wohnhäuser* mit Renss.Portalen. + +*Stadtmauer* aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit. + +*Schloß.* Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz +und Spuren des Wehrgangs. + +*Werrabrücke* 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223. + +_KREUZEBER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster und +Fenstereinfassungen in Sandstein. + +_KREUZWERTHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. _Schnitzaltar_ +ca. 1510-20. + +*Schloß* der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736, +unbedeutend und verrenoviert. + +_KRIEBSTEIN._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Schloß.* Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte +unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An +den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes +_Wandgemälde_ um 1400. + +_CRIMMITSCHAU._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Stadt-K.* 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau von 15 : 22 m, +geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch anschließende rck. Chor mit +NTurm aus 14. Jh. — _Epitaph_ v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit +vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule +_Nossenis_. Halbzerstörter _Taufstein_ mit Reliefs, treffliche Arbeit aus +1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne _Kelche_ aus M. 15. und A. 16. Jh. + +_CRÖBERN._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* 1750-55, stattlich. — _Denkmäler_ der Familien v. Breitenbach +und v. Seydewitz aus 16. Jh. + +_CROCK._ Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen. + +*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr +verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor. +Vorspringender WTurm. Charakteristischer spätestgot. _Taufstein_ 16. Jh. + +_CRÖLLWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, einen in +dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend. + +_KRONACH._ OFranken BAmtsstadt. + +*Stadt-K.* Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant +durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8 +Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. — +Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh. +Verlängerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit +reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. — +Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. _Pietas_ M. 15. Jh. +_Grabdenkmal_ von 1580 von einem Nachfolger des Eichstädters _Loy Hering_. +— In der Nähe (NO) zierliche 2stöckige Kap. 1512. + +*Rathaus.* Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der +Plassenburg. + +*Wohnhäuser* in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh. + +*Brunnen* mit S. Michael um 1650. + +*Stadtbefestigung* des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe zu ihrer +Modernisierung von _Balth. Neumann_ 1741. + +*Veste Rosenberg,* ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, für die +Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck. +Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer +Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. +Befestigungsgürtel 17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in +Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.) + +_KROSIGK._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.*, Ruine einer typischen rom. Anlage. + +_KRUKENBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Burgruine*. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte +kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. +Anbauten mit Tonnengwbb, schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus +der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen Teilen +erhalten. + +_CRUMBACH._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant der runde +WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an +der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges. + +_KÜHNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk 1323. — +_Kanzel_ 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung bmkw. die bäuerlichen +_Epitaphien_. + +*Schloß,* früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch +mittelalterl., Nebenturm renss. + +_KULM._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Dorf-K.* gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit +quadr. Chor und 1/2kr. Apsis. + +_KULMBACH._ OFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439. +Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und +5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm +mit Maßwerkfriesen und Spitzhelm. — Imposanter _Barockaltar_ mit flotten +Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian (1603-55). +_Taufstein_ mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von _Hans +Werner_ von Bamberg. _Grabsteine_ 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. +Lainack. Glasgemälde ca. 1550. — Pfarrhaus 1730. + +*Spital-K*. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom +Hofbaudirektor _Fr. Grael_. + +*Friedhofs-Kap*. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh., +zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten. + +*Rentamt* (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und +geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen. + +*Bezirksamt* (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln +wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 _Caspar Vischer_. + +*Rathaus* 16. Jh., Fassade 1752. — Einige _Wohnhäuser_ der Renss. + +*Stadtbefestigung* teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot +angestrichen, und Pranger. + +_CUNEWALDE._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel 1656. Bmkw. +Reste von spgot. _Altarplastik_. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und +18. Jh. + +_KUNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges _Altargemälde_. + +*Burgruine* (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). Vom rom. +Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten. + +_KÜNITZSCH._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Einheitlich von 1706. — Zwölf _Denkmäler_ 1608-1782. + +_KÜNSBERGK._ UFranken BA Mellrichstadt. + +Bedeutende *Burgruine*, z. T. rom. + +_KUPFERBERG._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Stadt-K.* 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. — Ansehnliches +Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einfluß von _Balthasar +Neumann_ (?). + +_KÜRBITZ._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem +Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich stattlicher Bau, dem +protestantischen Kultus angepaßt. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die +Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. +Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel +dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4) +eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore +die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich +eingerichtet (erhalten ein _Kamin_ von einfach vornehmen Formen, die als +Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten). +Die Formen außen und innen ernst und schlicht, mit manchen got. +Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen +rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit +toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. — _Altarwerk_ aus der +Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. — _Kanzel_ bez. +1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung, +überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben +ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in +äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer +Einfachheit und Trockenheit. — _Familiengruft_ der Herren v. Feilitzsch +mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben +Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger _Altar_ um 1500 (schlecht +rest.). + +_KÜRNACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* 1723, vielleicht nach Angaben _B. Neumanns_. Eingezogener Chor +mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt, +Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung. +— Im Dorf 4 _Bildstöcke_, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr +stattlich die große Freigruppe der _Kreuzigung_ bei der Grießmühle, +Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766. + +_CORSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern. + +_KYFFHÄUSER._ Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen. + +*Burgruine*. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr. +Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf höheres Alter (?). Von der sehr +ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. — Die +_Kapelle_ von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser +Gegend. + + + + +_L_ + + +_LAAS._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener +quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten, + +_LAMPERTSWALDE._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. — +Denkmäler. + +*Schloß* um 1690-1700. + +_LANDESWEHR_ bei Meiningen. + +*Burgruine.* Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg am Boden +liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine +der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in +Meiningen, verwendet. + +_LANDSBERG_ bei Meiningen. + +*Schloß* des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von _Döbner_. +Innen große Kunst- und Waffensammlung. 2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld. +Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische _Altäre_ E. 15. bis A. 16. +Jh. Vertreten sind: _Valentin Lendenstreich_, der _Meister der +architektonischen Baldachine_ und der _Meister des Neusitzer Altars_. + +_LANDSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Stadt-K.* sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher +Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. Rom. Tympanon, +S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe. + +*Doppelkapelle* der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste +Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 +gesonderten Geschossen, die durch eine Öffnung im Boden des oberen in +Verbindung stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe. +2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant +dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des +Königslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch +beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der +SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum dienend, +ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen _Portale_ in Sachsen analogielos. +Das größere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung, aber die +Leibungsfläche reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im +Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr +verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg. +Schnitzaltar, um 1500. + +_LANGBURKERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß.* Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen +Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749. + +_LANGENAUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal; +_skulptiertes Tympanon_, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu +Füßen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung, +neben ihm 2 Palmenbäume; höchst bäuerisch, wohl 12. Jh. + +_LANGENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873 +rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch. +Kreuzgewölbehalle. + +_LANGENHESSEN._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. _Altarwerk_ von 1502 +mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gemälden Einfluß der +fränkischen Schule. + +_LANGENLEUBA._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren 1841 +zwecklos zerstört. + +_LANGENLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im +18. Jh. — Vornehmes _Grabmal_ für Joh. v. Kuntsch † 1714. + +*Schloß* 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall. + +_LANGENNAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung +fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung. + +_LANGENREINSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle +mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — _Schnitzaltar_ 1500. + +_LANGENSALZA._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Bonifazius-K*. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh. +weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und +eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern +nur eine hölzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf +kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert, +von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht +die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe von 81 m. Das große WPortal hat +seinen _plastischen Schmuck_ im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände +12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den Bogenläufen; das von +einem Mittelpfosten getragene Tympanon enthält (ziemlich unversehrt) in 3 +Reliefstreifen das _Jüngste Gericht_, Kompositionsschema von S. Lorenz in +Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein _Opferstock_. +Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, im Tympanon _Kreuzigung_. — +Das Obergeschoß über der Sakristei hat eine bmkw. _bemalte Bretterdecke_ +aus A. 16. Jh. + +*Stephans-K*. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im +Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung gab nur +Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster +erhielt. Reichere Bauformen enthält nur die gerettete Außenansicht der +Sschiffe. Sie sind mit einer Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, +zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster +des Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes Portal. +Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus +einer älteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. — Unter den +_Grabsteinen_ sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und +Günther v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt. + +*Augustiner-K*. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck; +abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten. + +*Rathaus* 1742. — *Marktbrunnen* 1582. — Zahlreiche Reste der +*Stadtbefestigung*. + +_LANGENSELBOLD._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Dorf-K.* des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten. + +*Schloß* des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten +_Grabstein_ eines Abtes aus 15. Jh. + +_LANGENSTEIN._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Dorf-K.* Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb. +mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend. + +_LANGEWIESEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren. + +*Stadt-K.* 1675. + +_LANGHEIM._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Cistercienser-Klst.,* gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des +Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses +1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, darauf Abtragung der Ruinen. +Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flügel des +Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 +Kreuzgwbb., deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie +im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem +Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene +Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in +Größe und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am +Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; +wahrscheinlich von _Balth. Neumann_; Pläne desselben für Langheim in der +Sammlung Eckart in Würzburg. + +_LANGHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Dorf-K.* 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten +Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemälde. + +_LANGULA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +*Dorf-K.* modern, reich geschmückter spgot. _Taufstein_. + +_LAUB._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Dorf-K.* Bedeutende überlebensgroße _Sandsteinmadonna_, stilistisch der +Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der +Konsole datierbar auf ca. 1320. + +_LAUCHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Stadt-K.* 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber +vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum +Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle. + +*Rathaus.* Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. — +*Stadtbefestigung* teilweise erhalten, am besten das Obertor. + +_LAUCHRÖDEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im +W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — [Schnitzaltar jetzt in der +Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. — _Kemenate_ der v. Rotenhan +mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin. + +_LAUCHSTÄDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu +E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802 +errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt. + +_LAUDENBACH._ UFranken BA Karlstadt. + +*Dorf,* Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen +Mainufer. + +*Pfarr-K.* Charakteristischer Juliusbau von 1613. + +*Burg*. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im +Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50 +m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im Dorf einfach renss. + +_LAUENSTEIN._ OFranken BA Teuschnitz. + +*Burg.* Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der Stumpf des +Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile der Ringmauer und die +Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) +1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit +Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in +der Kap. Fresken. + +_LAUENSTEIN._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Stadt-K.* Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594 +erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen. +_Altarbau_ aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau † 1609 +und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz † 1591; großartiges, in 3 +Stockwerken staffelförmig sich verengendes Gerüst von starken Sll., +zwischen denen Reliefbilder; auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der +kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk +stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen gemischt, +gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. — Von +demselben Künstler die große _Moseskanzel_ und der _Taufstein_; Mäßigung +der Architekturformen, Übergewicht der figürlichen Plastik. — +_Bünaukapelle_ (Erbbegräbnis) beg. 1609 von _Lorentz Hornung_, einem aus +der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke das +Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von +Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung; +virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken jener +niederländischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des +Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist. + +*Burg.* Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere +Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken zu +ahnen. + +_LAUSA._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz +vergessen. — _Altar-Kanzel_ 1789. — _Sandstein-Denkmäler_ 1632, 1688, +1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine +stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. — *Pfarrhaus* um 1650. + +_LAUSIGK._ K. Sachsen AH Borna. + +*Stadt-K.* (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen völlig +erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Türme, +sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes Blattornament im +Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben +Bogenfries, am Gewände 1/4 Rundstäbe anstatt Sll. + +_LAUSKE._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Schloß.* Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die ital. Renss. +sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit +kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und Möbel. + +_LAUSNITZ,_ s. Klosterlausnitz. + +_LAUSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Dorf-K.* 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben +Zeit. + +_LAUTER._ UFranken BA Kissingen. + +*Dorf-K.* 3/4 lebensgroße _Steinmadonna_ E. 13. Jh., eine der +allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals +in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang +als Bildstock benutzt). + +_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Marienberg. + +*Dorf-K.* 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher +in Großrückerswalde). Guter _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. und Reste der +Altarbekleidung. _Kindergrabsteine_ 1585, 1586. + +_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Schloß.* 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. Hübsches +Gartenhaus um 1770. + +_LAWALDE._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. _Kirchhof_, Torturm 17. +Jh. + +_LEBIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K.* rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb. +— Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh. + +_LEHESTEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage; +Rundturm mit Eingang von 1551. + +_LEIDENHOFEN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose +rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des +OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien. + +_LEIHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit +eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar. +Ausstattung charaktervoll und gut. + +_LEIMBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Schloß.* A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten. + +_LEIPZIG._ K. Sachsen. Kr. Meiningen. + +*Nikolai-K*. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg +geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet. +Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 +breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und +Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube, +etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; im 14. Jh. +Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch +_Hieronymus Lotter_ der Mittelturm erhöht und mit einem Helm versehen, die +Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor +vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; die +SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen. +Die Ssch. durch Emporen erweitert, ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau +des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten +Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die _Gemälde_ im Museum, anderes in der +Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] _Kanzel_ spgot., sehr reich +ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. — 1784-97 eingreifende Umgestaltung +des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) +als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem +Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — offenbar ein +durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — _Altartisch_, _Leuchter_ +und _Taufstein_ aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten +Seite. Die _malerische_ Ausschmückung von _Oeser_. Schmerzensmann Stein +ca. 1400. + +*Thomas-K*. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft +umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der +gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. +1482-96 völlig neu aufgebaut von _Claus Roder_; 3 Sch. von gleicher +Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. — +[_Altar_ 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. _Taufstein_ 1614 von +_Georg Kriebel_. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f. +Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung +an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] _Grabstein_ +des Ritters _Hermann v. Harras_ † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte +später). Stein für Georg und Apollonia _v. Wiedebach_ 1517, kniend von +vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches spgot. Rankenwerk. — Großes +Alabasterdenkmal der Familie _Bachofen_ nach 1550 mit Weltgericht und +Auferstehung. — Epitaph für _Seb. Hillger_ † 1570, Messing mit Email. — +Bronzeplatte für _Nic. Selneccer_ † 1592, saubere Arbeit. — Denkmal des +_Joh. Jenitz_ 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule _Nossenis_. — +Großes Hängeepitaph für _Daniel Leicher_ † 1617; wohl von _Georg Kriebel_ +aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in +dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter +Knorpelmanier. — Vortreffliche Sandsteinplatte für _Georg Weinrich_ 1687. +— Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von _Johann +de Perre_. + +*Pauliner-K*. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts +erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei +Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man +die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m +L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. +hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von +dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe Reste +erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — _Flügelaltar_ A. 16. Jh., +die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole +aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem Nebenaltar +stammen zwei wertvolle _gemalte Tafeln_ des 14. Jh. — Holzstatue des _h. +Dominicus_, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch +hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der +Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — Holzstatue des +_Markgrafen Diezmann_ † 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher, +manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des +_Nickel Pflugk_ † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der +Herzogin _Elisabeth von Sachsen_ † 1484, flaches Relief, interessant durch +die Technik der getriebenen Bronze. — Schöner Grabstein mit der +Reliefgestalt eines _Unbekannten_ 1515. — Wandgrab des _Lorenz v. +Reutlingen_ 1528. — Desgl. des _Caspar Börner_ 1547. — Drei Bronzeepitaphe +von gleichartiger Behandlung: des _Christopher __ v. Kruschwitz_ † vor +1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in +frühen, noblen Renss.Formen (Meister _NT_, Gießer _J. Behem_); des _Adam +Moller_ 1549; des Dr. _Joachim v. Kneitlingen_ 1553; drei Grabplatten der +_Familie Maw_ 1616-20, Sandstein, ganze Figg. in hohem Relief mit wenig +Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. — +Hängeepitaph des _B. Golnitz_ † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht des +Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele aufwandreicher +und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler des _J. J. Pantzer_ von +1673 und des _G. T. Schwendendörffer_ von 1685. — Mehrere _Gedenktafeln_ +in der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von +einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von _L. +Cranach d. Ä._ — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 +abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen _Wandmalereien_ +(abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw. +Kunstwerke). + +*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts +erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden +4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine +über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.). +Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die +Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 +gotisierend. + +[*Johannes-K.,* ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen +erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler +erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien _Meyer_ und _Perger_ 1616, eine +3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit +Knorpelornament, die Gemälde von _Johann de Perre_; Marmorepitaph des +_Andr. Winckler_ 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des +Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des _J. G. +Sieber_ von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von _Melchior Barthel_. — +Marmordenkmal für Ch. F. _Gellert_ † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den +trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des Dichters +haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen) +aus der Thomas-K.] + +*Johanneskirchhof*. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen +Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische +Grabmäler des 18. Jh. + +*K. zu Eutritzsch,* stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot. +Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der +Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in +Dresden.] + +*Paulinum* (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der +Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck zwischen Pauliner-K., der alten +Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 +abgetragen. — Die _Wandgemälde_ im Durchgang zur Paulinumsbibliothek +(jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden der Universität hat +sich nur erhalten: das _Fürstenhaus_, erb. 1558, wahrscheinlich von _Paul +Wiedemann_, als Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade +mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen +Erker. + +*Rathaus,* 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von +_Sittich Pfretschner_ und _Paul Wiedemann_, 1907 vollständig, aber getreu +im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen +abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und +niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte +Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher +gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten +Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, +wohlverstandener, jon. Ordnung (_Paul Wiedemann_). In verwandter +Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im +Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgäßchen +und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In +der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an +das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber +an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.] + +*Börse,* 1678 von _Christian Richter_ (?). Ein nicht großer, aber +prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen +Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf +holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der +Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere +Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister _Giov. +Simonetti_. Deckengemälde von _Hans am Ende_ 1687. + +*Wage,* 1555 und 1570. + +*Fleischbänke,* um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel. + +Die *Nikolaischule,* 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache. + +Die *Innungshäuser,* soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige +Sammlungen von Interesse. + +Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine +lehrreiche Folge von *Wohnhäusern* des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. +19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. +_Renaissance_: 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); +Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit +Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um +1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. +26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, +Gerbergasse 12 bez. 1690. — Gute Beispiele von _Höfen mit Holzgalerien_ +Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. — _Erker_ in +reicher _Holzschnitzerei_: Katharinenstraße 21 um 1660; Katharinenstr. 20 +um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um +1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. — Fassaden unter +_holländischem_ Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670, +zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße 15; Hainstr. 17 sehr +charakteristisch; Brühl 21 unverletztes altes Geschäftshaus. — In +_deutschem Barock_: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23, +Bärmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig +Katharinenstraße 31 vom Maurermeister _Fuchs_ 1701-4; vom selben ebenda +23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17 +Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16 +von 1715 mit wohldurchdachtem Grundriß, das Detail der Fassade sehr +manieriert. In Pöppelmanns Art von _G. Werner_ Hohmanns Hof 1728 +Petersstraße 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung +gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr. +37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und +Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem +Mansardendache. — _Rokokobauten_: Katharinenstr. 27, das Portal im +Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten +Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen; +Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgäßchen 5 und Petersstr. +22 mit Erkern. — Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens +(1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe +von etwa 1720. + +Ehemalige *Landhäuser,* schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat +Richter, die Fassade in _Knöffels_ Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar]; +Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von _A. F. Oeser_ um 1780; Johannesgasse +6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von _Pierre Coudroy_ um 1780. + +*Denkmal* des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem Königsplatz, 1780 +nach _A. F. Oeser_, Sockel von _Dauthe_. + +*Stadtgeschichtliches Museum* im alten Rathaus. + +_LEISLAU._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut. + +_LEISNIG._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch +älteren Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4 +Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig +mit leicht konkaven Flächen, Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm +in charakteristischen Formen der Spätzeit des 15. Jh. — _Hochaltar_ 1663 +von _J. Richter_ und _V. Otte_; der Aufbau setzt das spgot. Schema in +Barockformen um (ca. 9 m h.). — _Taufstein_ 1638 unbedeutend. + +*Gottesacker-K*. S. Nikolai 1540 und 1674. — _Schnitzaltar_ 1509. — Auf +dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. _Wanddenkmäler_ 1592, 1671, 1708, +1725, 1727, letzteres an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet. + +*Schloß Mildenstein*. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal +und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Großer runder +Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebäude 14. +und 15. Jh. mit starken Veränderungen im 17. Jh. + +_Sammlung des Altertumsvereins_. + +_LENGEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +Rom. *Dorf-K*. Anlage wie in Hain. + +_LENGENFELD UNTERM STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Kath. K*. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik. + +*Fachwerkhaus* 1619 aus Buchenholz. + +_LENGFURT._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus der Zeit um +1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung _P. Wagners_. Auf dem linken +Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung +des hageren Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse. + +*Dreifaltigkeitssäule* am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen +und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer österreichischen Sitte nach +Franken erklärt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen +Wiener Hofkammerrats v. Neuff. + +_LENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Kirche* mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich +klassizistische Ausstattung. + +*Zwei Schlösser*. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma. + +_LEUBA._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* neu. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh. + +*Schloß.* Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz. +_LEUBACH._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm. +_Ausstattung_ feine Rok.Altäre (aus Kloster Bildhausen stammend). + +_LEUBEN._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* neu; aus der alten _Glasgemälde_ von 1512 und das schöne +_Denkmal_ des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden). + +_LEUBEN._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Schloß* um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Möbel, +Porzellan, Bildnisse. + +_LEUBINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.*, quadr. Chor und Apsis rom. + +_LEUBNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil +1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke +ausgemalt 1671 von _Gottfr. Lucas_; von demselben die Brüstungen der +3geschossigen Empore. _Sandsteinaltar_ mit großfiguriger Plastik 1730 von +_J. B. Reinboth_ und _J. Ch. Ebhardt_. _Sandsteinepitaphe_ 1573, 1609, +1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der +_Walther_. + +_LEUTENBERG._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. + +*Stadt-K.* neuklassisch 1812. — *Friedhofs-Kap.,* geschnitzter sitzender +_Schmerzensmann_ aus 16. Jh. — Schloß *Friedensburg*, große unregelmäßige +Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher +Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die +Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem Einfluß. + +_LEUTERSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche,* rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten +Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse. +— Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden. + +*Wirtshaus* Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh. + +_LEUTRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, stark +verbaut. + +_LEUZENDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Pfarr-K.* 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung, +geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. — In der +Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes *Renss.Schlößchen* +mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750. + +_LICHTENAU._ RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +*Stadt-K.* 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — *Stadtmauer* z. T. +erhalten, u. a. bedachter Rundturm. + +_LICHTENBERG._ OFranken BA Naila. + +*Rathaus* 1560. — *Schloß* 1562, 1628 (Ruine). + +_LICHTENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Schloß* renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll. +Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen. + +*Schloß-K*. 1600. 2sch. mit WEmpore. + +_LICHTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Burgruine.* Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst A. 19. Jh. +verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche Anlage mit doppeltem +Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der +NSeite kleiner rom. Mauerrest. + +_LICHTENFELS._ OFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende +Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm seitlich. — Außen am +Turm spgot. _Ölberg_. + +*Klosterlangheimer Hof,* jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem Markt S. +*Florianssäule*. — Zwei stattliche ma. *Tortürme*. + +_LICHTENHAIN._ Vorort von Jena Sachsen-Weimar. + +*Kirche.* In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. An der NWand +außen _Wandgemälde_ 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament. + +_LICHTENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Stadt-K.* 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen +Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen +Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. — +_Altargemälde_ von _Christ. Leberecht Vogel_ 1790. + +*Schloß.* Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung. + +_LICHTENSTEIN._ UFranken BA Ebern. + +*Burg.* Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. Stammburg der +Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3 +Höhenburgen nebeneinander; die östliche fast intakt erhalten mit starkem +Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die +übrigen Bauten got. und später. + +_LICHTENTANNE._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.*, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg. +Chor. — Rest eines _Schnitzaltars_ um 1500 aus einer »sehr guten +oberfränkischen Schule«. + +_LICHTENWALDE._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Schloß.* Aus dem rom. Bau ein _Tympanon_, Kampf eines Löwen mit einem +Drachen, großartig stilisiert. — Großer Neubau für Graf v. Watzdorf, +1722-26; höchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berühmter, +gut erhaltener Garten. + +_LIEBENGRÜN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Dorf-K.* 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die +Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden dörflichen +Kunst. — _Bauernhäuser_ in Blockverband. + +_LIEBENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Burgruine.* Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten. + +*Kirche* 1822 nach Idee eines antiken Theaters. + +_LIEBENWERDA._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Nikolai-K*. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu +(1903). _Taufstein_ 1671. + +*Rathaus* 1800. — *Schloß*. Vom got. Bau der mächtige Torturm (Lubwort) +erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — _Amtsgericht_ 1579 und 1766. + +_LIEBSTADT._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale +ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — _Altargemälde_ aus 15. Jh. (nicht +_Dirk Bouts_) mit Umrahmung von 1673. — _Ikon. Grabstein_ des Rudolf v. +Bünau † 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister des +Kademannschen Epitaphs in Pirna). + +*Schloß Kukukstein*. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der +Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402, +der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u. +a. von _A. Graff_. + +_LIEBSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Schloß* (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen +erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit Hinneigung zur Renss. + +_LIMBACH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Wallfahrts-K*. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und +ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von _Balth. Neumann_. +Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. +Großartiger Hochaltar von _P. Wagner_, um die freistehende Mensa eine +1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. _Madonna_ E. 15. +Jh. _Pietas_ A. 15. Jh. — Hübsche, charakteristische Dorfstraße. + +_LINDENHART._ OFranken BA Pepnitz. + +*Pfarr-K.* Chor got., übrigens 1684. + +_LINDENTAL._ K. Sachsen AH Leipzig. + +Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden _Schnitzaltars_ um +1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.] + +_LINDEWERRA._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1738. Spgot. _Schnitzaltar_ mit Flügelgemälden. + +_LINDFLUR._ UFranken BA Würzburg. + +Evang. K. 1596, rest. 1782. — _Epit. Wolfskeel_ 1562, das Ehepaar +symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im +Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom. + +_LIPPERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von _Michael Zanck_ ausgemalt, +55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern. + +_LIPPOLDSBERG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Rom. 2. H. 12. Jh. +Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System, +im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem +ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der +Ssch. haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der +Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von +Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grätig, verstärkt durch +rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren +Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig rck., versehen, welche die 1/2kr. +Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die +Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen; +der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System +zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr +schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das größte Portal im +südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der +Sockelgliederung mit kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich +mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. — +_Taufstein_ rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen +Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert. + +_LIPTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. — +Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Porträtfiguren von +tüchtiger Charakteristik. + +_LISBERG._ OFranken BA Bamberg II. + +*Burg.* Gilt für eine der ältesten in Franken. + +_LISSEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Pfarr-K.*, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden, verstümmelte +kleine got. Basilika. + +_LITZENDORF._ OFranken BA Bamberg. + +*Pfarr-K.* 1715-1718 von _L. Dientzenhofer_. Saalbau. Die SSeite als +Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in der Mitte das in dieser +Verwendung originelle Motiv einer großen durchgehenden Nische, in welcher +das Portal. + +_LÖBAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Nikolai-K*. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. stark +verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum +Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmäler in das Rathaus +übergeführt.] + +*Johannis-K*. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs., +gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck. +Krönung. + +*H. Geist-K*. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. Die +Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten +tiefausgehöhlten Kappen. + +*Kirchhof* der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler des 18. Jh. + +*Rathaus.* Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer Mauerteile. — +*Wohnhäuser* des 18. Jh. + +_LOBEDA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Stadt-K.* spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — Got. +_Kirchenstühle_; _Lesepult_ 1622; _Kanzel_ 1556; sitzende _Madonnenstatue_ +spgot. In der Turmhalle spgot. _Wandgemälde_. _Grabstein_ renss. + +*Schloß* (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend. + +_LOBENSTEIN._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Fürstl. Schloß,* A. 18. Jh., ganz einfach. + +_LÖBICHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Schloß* für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des +neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in +seltener Einheitlichkeit erhalten. + +_LÖBSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Apolda. + +*Dorf-K.* Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. — +_Schnitzaltar_ A. 16. Jh., gehört zu den besseren. — Bmkw. rom. +_Altarleuchter_. + +_LOCKWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit +2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein +bezeichnendes Stilbild. Schöner _Kelch_ 1. H. 16. Jh. + +_LODERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke +üppigen Barocks. + +_LÖFFELSTEIG._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* 1732 im _Greising_’schen Typus. + +_LOHMEN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* 1786. Aus der Schule _G. Bährs_. Gr. 8eckig mit verlängerter +westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der nördl. der +ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des alten Flügelaltars 1575. — *Schloß* 1524. + +_LOHR._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein +merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an +der nördl. Seitenwand. — Im übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden +rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe +1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von +Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v. +Rieneck; 11 meist ansehnliche _Bildnissteine_ sind noch vorhanden; +hervorzuheben der des Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518 +und Agnes † 1519. Die Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell d. J. Die +Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der +Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. +Kern. — _Taufstein_ 1488. + +*Rathaus.* 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im +Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz +ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden +Obergeschosse modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige +Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg. +Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. Decken. + +*Kurmainzisches Schloß,* jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtürme +zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh. + +Mächtiger *Stadtturm* mit großem Gußerker (14. Jh.). + +_LOHRA._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Pfarr-K.* Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika ohne Qsch. +und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der +Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695. + +_LOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. *Doppelkapelle*. Im +Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3 +grätige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt; +Altarhaus quadr. + +_LOHRHAUPTEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K.*, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm +(vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals der Chor; die Fenster der +Glockenstube mit frgot. (?) Teilung. + +_LOMMATZSCH._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Pfarr-K.* Lhs. 1504-14 von _Peter Ubrich_ von Pirna; als 3sch. +Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings +gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gewährt der +WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das +jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der +Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3 +Spitzhelmen bekrönt. + +_LOMNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* neu, spgot. _Schnitzaltar_. + +_LONNEWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer _Flügelaltar_ um 1510. + +_LORENZKIRCH._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas größer als +diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind +jüngere Umgestaltungen. — _Denkmäler_ des 17. Jh. + +_LOSCHWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Kirche* 1705 von _George Bähr_, verändert 1848. — Flachgedeckter Saal in +länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit +Dachreiter, Formen sehr einfach. — Mehrere _Gedächtnistafeln_ in Bronze. — +Charakteristische *Wohnhäuser* E. 18. und A. 19. Jh. + +_LÖSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemälde, bez. +1522 _J. L._ + +_LÖSSNITZ._ K. Sachsen AH Schwarzenberg. + +*Rathaus* 1606. + +_LÜCKENDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Pfarr-K.* 1690. + +_LUDWIGSCHORGAST._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche, +ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. — Schöner messingner +_Kronleuchter_ 1697. + +_LUDWIGSTADT._ OFranken BA Teuschnitz. + +*Pfarr-K.* 18. Jh., ältere Grabsteine. + +*Marien-Kap.* (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden +Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und der +karoling. Pfalzkap. in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen +die Grundlagen. + +_LUDWIGSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +*Burg.* Nicht bedeutend, doch gut erhalten. + +_LUGAU._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Kirche* neu. Bmkw. Reste von _Plastik_ des fr. 16. Jh. Darunter ein +großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss. + +_LUNGWITZ._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +Wohlerhaltener *Landsitz* aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel, +Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische Gruppe bei +einfacher Behandlung des Einzelnen. + +_LUPPA._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, doch von +stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch. + +_LUSAN._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Dorf-K.* Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs. +M. 16. Jh. + +_LÜTZEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Stadt-K.* bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb. + + + + +_M_ + + +_MACHERN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* spgot. 1615. — Zahlreiche _Denkmäler_, meist der Familie v. +Lindenau. + +*Schloß* 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel der +Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte Bruchstücke +eingebaut sind. + +_MAGDALA._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — Mehrere +_Gedenktafeln_ aus 17. Jh. _Kanzelbau_ 1739. + +*Rathaus* mit schönem renss. Portal 1571. + +_MAIBACH._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltäre +schweres Rok. um 1750. + +_MAIDBRONN._ UFranken BA Würzburg. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt und +noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E. +13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit +flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit +der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — Auf dem bar. +steinernen Hochaltar _Steinrelief_ der Beweinung von _Riemenschneider_, +nach 1520. Die Grabsteine liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs. + +_MAIENLUFT._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +Von der 1444 zerstörten *Burg* ist der sehr hohe Bergfried aus +Quadersteinen gut erhalten. + +_MAINBERG._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils +1686. Einrichtung spgot. und bar. + +*Schloß* (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um rechteck. +Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit +Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewölbten spgot. Kapelle drei +_weibl. Heilige_, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse _Steinfig_. der +Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und _Grabstein_ des Wilh. v. H. † 1534. +_Kachelöfen_ 17. Jh. — Stattlicher _Pflegamtshof_ um 1700 in der Art +_Greisings_. + +_MAINBERNHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — Gutes +_Kreuzigungsrelief_ 1498. + +Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. *Wohnhäuser* (Herrenstr. +no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und vollständig erhaltene +*Befestigung* (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die +Barockkrönung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu beachten. +Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner +Freikanzel von 1816. + +_MAINROT._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Kirche* 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der gleichzeitigen +Bamberger Architektur. + +*Rathaus* 1733. Mehrere *Häuser* in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18. +Jh. + +_MAINSONDHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* nachgot. 1583. — _Altäre_ um 1700, gute Kanzel mit +Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der _Taufstein_. — 4 +Bechtolsheimsche _Grabmäler_ 18. Jh. + +*Schloß* (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher +Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um 3eck. Innenhof, +ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. _H_ +1628. + +_MAINSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* 1717 mit got. Turm. + +*Ebracher Klosterhof*. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen, +reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, vierarmig um 4 +freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, zu oberst Rundbgg. +Halle mit jon. Sll. — In mehreren architektonisch reich durchgeführten +Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst. + +_MALITZSCHKENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. + +*Dorf-K.* got. um 1300, Granitquaderbau. + +_MALSCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche +_Grabdenkmäler_ des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher Menge. + +_MANGERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach. + +Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.). + +_MANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rängen. +Kanzelaltar. + +_MANSFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3. +Kloster-M. (Dorf). + +*S. Georg*. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details +rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. — 2 _Schnitzaltäre_; +eherne _Grabplatte_ des Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; _Wandgrab_ +1572; ein _zweites_, prunkvolleres 1712; _Tafel_ mit dem Bildnis M. +Luthers 1540. + +*Schloß.* Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen +großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von +Ruinen und modernen Wohngeb. — Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine stattliche +Anlage, etwa um 1400, die Schloßkap. _Sakramentsnische_ mit umfänglicher, +einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. _Taufstein_ +1522. Schönes _Epitaph_ 1525, dem _Backofenschüler_ des Hallenser Doms +nahestehend. — Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in +den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530. + +*Kloster-K*. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige +Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint, +Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ähnlich den Kirchen +des Nordharzes. + +_MARBACH._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben +frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. [_Schnitzaltar_ im Altert.-Ver. +Dresden.] + +_MARBURG._ RB Cassel Kreisstadt. + +Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung +und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth † 1231. Die +Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen; +sie lag im Bereich des jetzigen nördl. Querarms. — Neben der Liebfrauen-K. +in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau Deutschlands in +einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jüngster +Zeit für Wetzlar und Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen +genügend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen +nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons, +Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem +Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil +anwendet, ist sehr selbständig. Der Sondercharakter des Planes besteht in +der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem +streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser +beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelöst. Von der +Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau +symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein +Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein halbes +10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie +vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend +von den westfälischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr schmale Joche +und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie +auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mußten, um +die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu erreichen (formal eine +empfindliche Härte, die von nun ab auf längere Zeit in der hessischen +Schule die Regel blieb). Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2 +Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und +St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs. +übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster +sind in beiden Reihen von gleicher Größe und Form und dank der Abwesenheit +von Sschiffsdächern von geringem Abstand, so daß die Auflösung der Wand +schon weit gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg. +getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung. Die Pfll. +kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Höhe gestimmt, +weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenöffnungen, wie denn +überhaupt das Lhs. im Verhältnis zu der hohen Raumschönheit der +Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in +seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier nichts +mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die +Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt sich, wie im Gegensatz +zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies +Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die +Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen +Fensterbögen einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge, +entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr +oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkröpft, so daß sich +Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache +Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das +Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen +dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgemäß +die Strebepfll. Durchlässe erhalten. — Trotz der nur mittelgroßen +Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, +Querschiff 39, H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl. +Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das +Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270, +Wölbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und +Vollendung der Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig +Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht +unterdrückt werden. Mehreres spräche dafür, daß ursp. ein Zentralbau +geplant war: die Herrschaft der älteren Ritterorden, die Bestimmung als +Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren +Unsicherheiten im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders zwischen +dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E. +vorangeht, so dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. — +Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle +und harmonische Führung der großen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das +von der Cölner Schule beeinflußte große mittlere Prachtfenster, noch +weniger der überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört +wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine +von französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in got. +Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch +rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt +und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört +u. a. der Dachreiter aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines +einfachen älteren, und die Umgestaltung der Dächer. + +_Ausstattung_. Sie ist von seltener Vollständigkeit und Stileinheit. — +_Mausoleum der h. Elisabeth_ im nördl. Kreuzflügel. Der das Grab +übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt +und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das _Gemälde_ der Rückwand +(Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. entwertet. Der +_Sarkophag_ jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes +_Relief_. — _Hochaltar_ um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars +ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten Mensa +erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält 3 gleich hohe Nischen, darüber +Wimperge und Fialen, letztere schon übereck gestellt; das Ornament von +vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint, +daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche +bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rückwand +Ansätze zu einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den +metallenen Reliquienschrein tragen sollte. — 4 _Seitenaltäre_ an den östl. +Querschiffswänden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- +und Martins-Altar im SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr +Retabelschmuck nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit +Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512, +1514. — _Lettner_ unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist +vieles erneuert und verändert, namentlich die Mittelpartie über dem +Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. +enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. 13. +Jh. gehörte zum alten _Kreuzaltar_; neben ihm ursp. die jetzt in die +Sschiffe verwiesenen _Kredenztische_. Von Interesse die kleine Emporbühne +an der Rückseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach +dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors +_Celebrantenstuhl_ 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils +nachgehend. Die reizende _Statue der h. Elisabeth_ aus sp. 15. Jh., die +Nebenfigg. neu. — Hinter dem Hochaltar _Piscina_. — An der NSeite +_Wandtabernakel_ aus 15. Jh. — Unter der Vierung die _Chorstühle __ __ der +Ritter_, einfach, E. 13. Jh. — _Grabdenkmäler_. Die Mehrzahl im südl. +Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die +Tumben ganz oder überwiegend neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen, +Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis † nach 1333 und +ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher irrig für eine Frau +gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach 1297; 4. Johannes † 1311; 5. +Ludwig I. † 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471, +ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm +II. † 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen +benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des +Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe von Nürnberg. Die künstlerisch +bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben +ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal +in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehört. +Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausführung fällt, +die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur +Gemahlin hatte. — Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. +— Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden, Wappen, Fahnen +ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die _Schilde_ Konrads und +Heinrichs aus 13. Jh. — Im nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte +_Platten_ des Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. — +Ornamentale _Gewölbemalerei_ im Chor spgot. — _Glasmalerei_. Jetzt nur in +den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprünglich +größeren Folge. Das nordöstl. und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V. +14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht. +Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil würde dieser +Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die +Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der +Stilcharakter unfranzösisch, aus der byzantinisierenden Epoche der +deutschen Monumentalmalerei zu erklären. Kunstwert vom Besten. +Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. +Elisabeth. — _Schrein der h. Elisabeth_ in der Sakristei, rck. Kasten mit +steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der +hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. +Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 +gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend. +_Kruzifix_ auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh. + +*Dominikaner-K*. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche, +Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite +wegen des anstoßenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 +Eck geschlossene Chor höher als das Sch. + +*Barfüßer-Klst*. zur Bibliothek umgebaut. + +*Karner* bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. Kreuzgwbb. Das +höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung +umgestaltet. + +*S. Kilians-Kap*. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, +jezt Schule. + +*Kugel-K.* Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482. +1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp. +Bemalung. Großes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das +Fritzlarer). — Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot. + +*Gottesacker-Kap. S. Michael*. Einfach frgot. + +*Luth. Marien-Pfarr-K*. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473. +Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat +nach innen gezogene, keilförmige, an der Stirn mit starken Diensten +besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere +des Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber +befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden +und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich +gegliedert. Der Turm hat mächtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß +mit Gruppen größerer und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4 +Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. _Altaraufsatz_ 1625 mit vielen +Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. _Messingtaufkessel_ +um 1590. _Wandtabernakel_ um 1350 mit Stifterwappen, 2 +Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das +schmiedeeiserne Gitter 1503. _Wandgrab_ des Landgrafen Ludwig III. † 1604 +und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg † 1590, lebensgroße +Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. — +_Desgleichen_ für Ludwig _IV._ † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, +errichtet + +1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter 1592 und +1831. + +*Siechenhaus-Kap*. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh. + +*Rathaus.* 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher 3stöckiger Aufbau +mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält einen kräftigen Akzent +durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die +Nebenakzente der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die +spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von _Ludwig Jupe_ 1524. Getäfelter +Saal. + +*Fürstl. Kanzlei* (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau von 1575. + +*Deutsches Haus*. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken +adaptierte Gebäudekomplex (jetzt zum Teil für Universitätsinstitute) +bildet die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer +klösterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder +gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus +mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. Als +Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren +die landwirtschaftlichen Gebäude, davon erhalten der Fruchtspeicher von +1515 und die Mühle von 1513. + +*Wohnhäuser*. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr. +133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne Türmchen mit +Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des +Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoß spgot. Mehrere gute +Fachwerkhäuser und Portale der Sp.Gotik und Renss. + +*Schloß.* Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, daß sie +einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der +Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß einem großartigen +Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum +gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche +Schloßarchitektur der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet +hat. Der _Saalbau_ hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der +gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. +verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem +Dachgesims in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen. +(Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) In der Mitte der NSeite +ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist +der das ganze Obergeschoß einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14 +br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der +Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 +Sch., die von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, unter +sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab, begleitet von 2 sehr +kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung +durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den +Kanten der 8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind. +An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlußsteine +sind das einzige Ornament. Der räumliche Rhythmus erhält seinen Charakter +durch die tiefe Lage der Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 +Scheitelhöhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige +Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe bildend, alle 3 von +spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine +Rückbildung des Maßwerks). — Die 3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 +mit üppigem Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer +willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin durch einen neugot. +ersetzte). — _Kapelle_. Zweistöckig, mit größter Raumausnutzung den engen +Ortsverhältnissen angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr. +verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An +ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen sich im O und W +symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezförmig +sich verengende Nischen, für die der Raum durch erkerartigen Ausbau über +der stärkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl. +Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende Sakristei. +Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des +Überganges von der Frügotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit. +Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren +Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit +abgebrochenen Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige +Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem +Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik aus farbig glasierten +Tonplättchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer +entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler +S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem +Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei +rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht +überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen +Belebung des Schloßbildes günstig beiträgt. — Der südl. und westl. Flügel +wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. — +Abgesondert steht der _neue Bau_, 1489 ff. — Von der _Schloßbefestigung_, +die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten; +dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der +Stadtbefestigung. + +_MARGETSHÖCHHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614, +Juliuswappen. + +_MARGRETENHAUN._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Dorf-K.* Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781. + +_MARIABUCHEN._ UFranken BA Lohr. + +*Wallfahrts-K*. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur +unter Einfluß Petrinis. + +_MARIABURGHAUSEN._ UFranken BA Haßfurt. + +*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K*. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher +verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale +langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHälfte +flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 +Joche), die OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die +beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den +Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf eine flache Empore. — +_Hochaltar_ streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750) +reizende _Madonna_, Holz, E. 15. Jh. Von den _Grabsteinen_ interessant der +des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in +der Universitätssammlung Würzburg.] — _Klostergebäude_. Erhalten zwei +Flügel aus 17. Jh. + +_MARIA-EHRENBERG._ UFranken BA Brückenau. + +*Wallfahrts-K*. 1666, erweitert 1732. + +_MARIASONDHEIM_ s. Arnstein. + +_MARIENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K. S. Marien.* 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche +25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig 5seitig; an den Gwbb. +spgot. Rippendurchsteckungen. — Am _Altaraufbau_ von 1617 großes Gemälde +des Hofmalers _Kilian Fabritius_, manieristisch gewandt. + +*Hospital-K*. _Flügelaltar_ aus der Schule _Wolgemuts_. + +*Rathaus* 1533-39; der Plan aus Halle, von _Joh. Hofmann_, wohl einem +Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber +Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebäude durch Brände +gelitten. + +*Haus* Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer +Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104. + +_MARIENSTERN._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E. +13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten +zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche +einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., ohne +Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden. Ähnlich schlicht +der übrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt, +z. B. Laubkränze an den Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit +kleinlichem, dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen. + +_Hochaltar_ 1751 von _Franz Lauermann_ aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen +1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit +der Kanzel und den Nebenaltären verfahren. 2 spgot. _Nebenaltäre_, nicht +übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand _Glasgemälde_ ca. +1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald nach +1250. Sehr einfach. Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. +— Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent; geräumig, +in der Behandlung anspruchslos. — _Bar.Plastik_: 12 Statuen auf der +Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule 1720, Dreifaltigkeitssäule 1723, +Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von _Jäkel_ aus Prag. — +Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. _Speisekelch_ nach 1250 +und 2 gotische. _Kaselkreuz_ in Reliefstickerei um 1530. — _Denkmäler_: +Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, +Bischof von Meißen † 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für +Äbtissinnen 1664, 1697, 1710. + +_MARIENTAL._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung +wesentlicher alter Teile. — In der K. großer _Crucifixus_ und anmutiges +_Selbdritt_, um 1515. — _Brunnen_ um 1700. — _Stationsberg_ mit kolossaler +Kreuzigungsgruppe 1728. — Auf dem Kirchhof bmkw. _Bildnissteine_ der +Äbtissinnen. + +_MARIENWEIHER._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742 +(_Balth. Neumann zu Rate gezogen_). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. +Schluß. Decke und Wand _reich stuckiert_, im Scheitel 6 größere Gemälde. +Klassizist. Hochaltar mit _Gnadenbild_ von ca. 1480. _Nebenaltäre_ 1770. +_Regina coeli_ 1695. _Grabstein_ einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen +_Kreuzigungsgruppe_ um 1520-30 — Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die K. +nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich +stuckiert. WTurm um 1745. + +_MARISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Pfarr-K.* Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem Turmchor; +der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — *Pfarrhaus*. Fachwerkbau M. +17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte +Kuppeldächer. _Hofportal_ reich geschmückt, doch von roher Arbeit. +_Stuckdecke_ 1670. + +_MARKERSDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von _Jak. +Müller_ im Museum des Sächsischen Altert. Ver. in Dresden.] + +_MARKRÖLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Großenteils Neubau 1694. Bmkw. _Epitaph_ für Friedrich und +Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) bez. _HK_; von derselben Hand +(der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und +geschmackvolle _Taufstein_ von 1599. + +_MARKSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Kirche* 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf +geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte _Kanzel_, +ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum +zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen. + +*Schloß* (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit guten +Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, 2. Unter den beiden +Eckerkern je eine männliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des +Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm +hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T. +ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer +mit rok. Stuckdecken. + +*Wohnhäuser* mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132. + +_MARKTBREIT._ UFranken BA Kitzingen. + +*Prot. Pfarr-K*. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten +spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert. +Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18. +Jh. — Eine Reihe tüchtiger _Bildnisgrabsteine_. Hervorzuheben Fr. v. +Seinsheim † 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch +aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Außen Wolf Eckhardt +1555 bez. _W.E._ — Unter den _Glocken_ die älteste mit Alphabet in got. +Minuskeln 13. bis 14. Jh. + +*Friedhof* vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in +Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe von +Bildnisepitaphen der Renss. + +*Rathaus* beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die +kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem Maintor (ao. 1600), die +Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« zu prächtigen Architekturbildern. Im +2. Geschoß große Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte +Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses. + +Seinsheimsches *Schloß* (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern einige +von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten +Erkerfassaden am Eingang der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch +bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht schöner *Fachwerkbau* +1607 und *Mainkran* 1773. Auch von außen gesehen ist das Stadtbild von +großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils erhalten. Die hohen +schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. Dächern. + +_MARKTHEIDENFELD._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* 1613. — Hübsches *Bürgerhaus* (Kaufhaus Flasch) 1745, die +Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im +Stiegenhaus und Saal gut erhalten. + +_MARKTLEUGAST._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit +eleganter aber sparsamer Stuckierung. + +_MARKTSCHORGAST._ OFranken BA Berneck. + +*Dorf-K.* spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?). + +_MARKTSTETT._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; — +Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — _Wohnhaus_ Herrenstr. Nr. 144, sehr +hübsche Anlage 1750. + +_MARKTZEULN._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760. + +*Rathaus* mit Stiegenturm 1588. _Holzhäuser_, 16. und 17. Jh. in guter +Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim] + +_MARKWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* ursp. rom. mit Chorturm. + +_MARTINFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. Der schöne +_Stuckmarmoraltar_ aus dem ehemaligen Klst. Beuren. _Schnitzrelief_ von +einem älteren Altar A. 16. Jh. — Stattliche *Edelsitze* (v. Bodungen) 1580 +und 1611. + +_MARTINSKIRCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und +eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren 1699 durchbrochen und +Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. — Mehrere bar. _Grabsteine_. + +*Schloß* 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers). +Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem Rok. Die innere Einteilung +ist ungestört geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend. + +_MASSENBUCH._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* 1702. Gutes _Hochaltarblatt_ von _Nikolaus Treu_ 1776. Über dem +WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schönrain. + +_MAUA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor. _Schnitzaltar_ aus derselben +ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in +Arnstadt und der in Großlöbichau. + +_MAUERSCHEDL_ bei Mellrichstadt UFranken. + +Kleine 1sch. *Kirche* mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa +gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 *Zellen* aus etwa 14. +Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr +bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben. + +_MAXEN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles _Altarwerk_ aus +Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute +_Holzplastik_. + +*Schloß* mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727. + +_MECKENRIED._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — _Mobilien_ E. +17. und A. 18. Jh. + +*Friedhofs-Kap*. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals +befestigten Friedhofes. — _Bildstöcke_ bar. + +_MECKFELD._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda. + +*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1500, vom _»Meister der Baldachine«_. + +_MEEDER._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, durch eine +geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der +Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die reiche und gut erhaltene +Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die große Stärke der +nördl. und südl. Mauer läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das +dritte rom. Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen +von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches +_Wandgrab_ 1576. — *Herrenhaus* (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, +reichen Stuckdekoration. + +_MEERANE._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Stadt-K.* Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff +und Chor stehende Turm. Reste eines großen Altarwerks von _Jak. Müller_ in +Altenburg 1506. + +_MEERHOLZ._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +Isenburgisches *Schloß,* 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. umgebaut; +hat großenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enthält die +*Pfarr-K.,* an den Fenstern entartetes Fischblasenmaßwerk. — Neben dem +Gemeindehaus ein alter *Wartturm.* + +_MEINEWEH._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes +_Alabasterepitaph_ des Günther v. Bünau † 1706. + +_MEININGEN._ Hauptstadt von Sachsen-Meiningen. + +*Stadt-K.* Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest. +1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer +rom. Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der nördl. Fassadenturm +bis zur Firsthöhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst +von 1884 (vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der +runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal +durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K. +Rom. Fußbodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. +Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz +neu. — Von den _Grabdenkmälern_ nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt. +Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des +Stadtschultheißen Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu +Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen +1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste _Glocke_ M. 14. Jh. + +*Residenzschloß* (der Name Elisabethenburg neu). Ältester Teil der 1511 +durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark +neugot. verändert. Das neue Schloß 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit +Erhaltung einiger Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die +bar. Stuckdecke des Riesensaals von _J. N. Bestheimer_ unter Leitung des +Römers _Alessandro Rossini_. — Im SFlügel die _Schloß-K_. 1682-92, mit +Stuckdecke, schöner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. +Flügelgemälde eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. — Reiche +_Kunstsammlung_. Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen. Porzellan +aus Klst. Veilsdorf. + +Im _Hennebergischen Haus_ die Kunst- und Altertumssammlungen des +Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus +der Schloßkapelle zu Ellingshausen. Auf dem _Friedhof_ treffliches +Grabrelief des Reinhard von Wechmar 1488. Im _Englischen Garten_ +künstliche Ruinen 1793. + +Teil der ma. *Ringmauer* hinter der Burggasse. + +_MEISSEN._ K. Sachsen. Amtshauptstadt. + +*Dom und Schloß*. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck. +Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der +Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. +springt frei in den Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster +Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten Zubau +zweier Türme (von _Carl Schäfer_) das historische Bild wesentlich +verändert. + +*Dom*. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem +Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehört der +Gr. mit Ausnahme der beiden Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; +das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch. +vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren +fertig: das _Qsch_. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das +erste (östl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch +weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau +des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer der +Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der +anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. Kreuzflügel schöne frgot. +Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die +Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das +Obergeschoß ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am +ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. — 3. +Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs +geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem +eine Empore angelegt wurde; Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm, +sein durchbrochener Helm wohl noch jünger. — 4. Von den um 1400 +weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk unter dem 2. +Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das große (jetzt innere) WPortal +in akademisch nüchternem Prunk. — 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal +die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und +3/8 Schluß; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung +ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6. Seit 1479 das hohe +Fenstergeschoß des WBaus, wohl von _Arnold v. Westfalen_, dem Erbauer der +Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang zum Hallensystem massig +vergrößerten) Giebel des Lhs. maskieren; wie der obere Abschluß +beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. +trug er 3 (wohl hölzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 +begonnenen Ausbau steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter +der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. — 7. +Sakristei ca. 1500-1506. — 8. Begräbniskap. Georg des Bärtigen 1534. + +_Inneres_. — _Lettner_ frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die +Naumburger Schule anschließend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die +steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche +Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms +großenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — _Hochaltar_. +Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, ca. 1520. Der Meister des +singulären, sehr hervorragenden Werkes steht der niederländischen Kunst +nahe (jedenfalls nicht _A. Dürer_!). — _Lettneraltar_, unter Einfluß +_Cranachs_; eher von diesem selbst das _Triptychon mit dem Schmerzensmann_ +in der S. Georgskap, bez. 1534. — Im Stirnfenster des Chorhaupts +_Glasgemälde_ aus 13. Jh. — _Sakramentshäuschen_ mit Tabernakel ca. 1506. +— _Chorstühle_ unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. — An der OWand des +Qsch. Spuren von _Wandgemälden_ des 14. Jh., Jüngstes Gericht. — _Kanzel_ +2. H. 16. Jh. — _Statuen_ aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein +Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als +Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch +der Stil weist; gegenüber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt +die 3 Statuen der Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus A. +15. Jh. der massenhafte _Schmuck des WPortals_ in einer fleißigen +kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. — _Die Gräber der +Fürstenkap_. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren +† 1428, ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem +Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine +gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter; Werkstatt nicht +nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern +des sächsischen Hauses. Diese sämtlich aus der _Vischer_schen Werkstatt in +Nürnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief; +1472 lebte noch _Hermann V._ und war _Peter V._ noch nicht zwanzig Jahre +alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B. +Job. Rot in Breslau wird die Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen +könnte das Denkmal Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte +(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B. +Kaspar v. Schönberg † 1463 von _Hermann V._ herrühren. Von _Peter_ +Kurfürst Ernst † 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für +den Domherrn Heinrich Strecker † 1486. Seinem Sohne _Hermann d. J._ werden +von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie von Bayern +† 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören zum Besten, was auf +diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer +Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara +in in der Georgenkap.). — _Grabplatten im Langhause_: Bischof Dietrich +III. von Schönberg † 1472, im Charakter der _Vischer_schen Werkstatt; +Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weißenbach † 1487; +Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzeguß aus einer +sächsisch-thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten +für Dietrich von Schönberg und Andreas von Könritz. — _Georgenkapelle_: +Triptychon von _L. Cranach_. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete +Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte +der Herzogin Barbara † 1534. + +_Kreuzgang_. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl. Quersch. +Der älteste Teil der nördl. Flügel und _Maria-Magdalena-Kap_. vor 1274; +die übrigen Flügel 1491. + +*Schloß.* Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) erbaut 1471 bis +ca. 1485 von _Arnold von Westfalen_ (_Westveling_). Epochemachend in der +Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den +Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in +jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher +Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament. +Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoß Rippen, in den +folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr großen Fenster +verzichten auf Maßwerk, als oberer Abschluß ist der seither in der +sächsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für +die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und +die große in einem Turmgehäuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe. +Höchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so +daß sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken +von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewölbe durch +senkrechte Belastung aufzuheben (ein Gedanke, der im Obergeschoß der +Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten +Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die Bedeutung der +Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der +eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit +Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande kommende) +malerische Kontrastierung der Massen. — Die an einigen Bauteilen, +Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich +zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf _Jakob von +Schweinfurt_ ca. 1525-30. + +*S. Afra,* gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift, +durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten +got. Formen, der 1sch. gerade schließende Chor in gleicher L. mit dem +Msch. des Lhs. Die Sakristei Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). +Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude nach +1600. — Hölzerne _Kanzel_ 1657. _Grabsteine_ des 16. und 17. Jh. in der v. +Schleinitzschen Grabkapelle. + +*Franziskaner-K*. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter +(jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewölbte 3sch. +Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet +quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein. + +*Frauen-K*. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. +Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluß; Netzgwb.; in die +Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoß eine +Sängertribüne trägt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. +Mächtiger WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals +hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den +Ssch. quergestellte Dächer über jedem Joch. — Kirchhofstor gut renss. — In +der Sakristei _Tafelbild_ 1496. + +*Johannes-K*. und *Jakobs-Kap*. unbedeutend und jetzt profaniert. + +*Martins-K.,* kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch. +flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen +sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen +aus A. 13. Jh. Aufgedeckte _Wandgemälde_ aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 +wieder überstrichen. + +*Nikolai-K.* War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in got. Zeit +umgebaut. Sehr beschädigte _Wandgemälde_ 13. Jh. Interessantes gemaltes +_Triptychon_. + +*S. Wolfgang,* Begräbniskap. im Meisetal, in der Art _Arnolds __ __ von +Westfalen_, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck. +Schiff. + +*Rathaus* stattlich spgot. seit 1479. + +*Kornhaus* 1520-24 von Meister _Jakob von Schweinfurt_. — Haus gegenüber +dem SEingang des Doms 1526; wohl von _demselben_; letztes Kämpfen der Got. +gegen die Renss. — Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B. +das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal. + +_MELKENDORF._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte +Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Säulenkaptt. +eingemauert. + +_MELKERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front niedriger Aufbau +als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit. + +_MELLINGEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +Große *Dorf-K*. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — Hölzernes +_Brunnenhaus_ 1667. — _Dorflinde_ mit Steintisch. + +_MELLNAU._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Burgruine,* erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm. + +_MELLRICHSTADT._ UFranken BAmtsstadt + +*Pfarr-K.* Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit rom. +Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2 +mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoß bildet +Nebenchöre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in +einer spitzbogigen Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom. +Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei +Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere +quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der SWEcke +des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen +ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger +Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden +Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), in der Mitte und an +den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß und Rundseiten mit Spitzbogenfries. +Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. +In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schallöffnungen. +Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit +in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. +verändert. — _Sakramentshäuschen_ feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh. +— _Grabplatte_ eines Herrn von der Ker † 1387. + +*Spital-Kap.* mit mehreren guten spgot. Holzfiguren. + +*Grossenberg-Kap.,* kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. _Holzfiguren_ und +3 _Altäre_ aus A. 17. Jh., Sandstein. + +Reste der *Stadtbefestigung*. + +_MELSUNGEN._ RB Cassel Kreisstadt. + +*S. Nikolaus-K*. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch. +polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über den Sschiffen Walmdächer. + +*Schloß* 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — *Rathaus,* +freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der Nähe ansehnliche +Holzhäuser des 17. Jh. — *Fuldabrücke* 1569. — *Ringmauern* aus Ma. +großenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach. + +_MEMLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Benediktiner-Klst.-K*. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt +dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. Die Stilformen weisen +auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des +älteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. +6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. — +Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Grätige +Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung +des Bogenfrieses kommt an den ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor. +Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit +2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig, +undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der +attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere Ansichten zeigen einen +niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTürme; +vielleicht waren sie schon zerstört, vielleicht auch unausgeführt +geblieben. — Die _Klausur_ lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. — +Ältere Besucher sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche +Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar, +das begleitende Ornament weist auf 13. Jh. + +*Dorf-K.* Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief mit +Beweinung Christi 1500. + +Von der ehemaligen *Kaiserpfalz* ein Torweg und Mauerreste von 5 m Stärke. + +_MENGERSDORF._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* 1521, Veränderungen 1668, 1736. + +_MENGERSREUTH._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne Tonne mit +_Gemälde_ um 1700. + +_MERGELSHÖCHHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit. + +_MERKERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* 1737. Deckenfresko von _J. P. Herrlein_ 1777 (vgl. Oberaßfeld). + +*Pfarrhaus* renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got. _Steinmadonna_ +von ca. 1350. + +_MERKWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte Koncha der alten +rom. K. jetzt Sakristei. + +_MERSEBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt*. Die rom. Epoche, die des +Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der +erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium +beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors +und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines +Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.) +geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen Kreuzbasilika +zurück; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe +flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken +sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie +hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gräten ohne Quergurte, +die Pfll. mit Kerben auf den Flächen und feinen Säulchen an den Ecken. — +2. Formen der Übergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die +Konstruktionen des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch +entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch., +die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis +dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von schwerer und nüchterner +Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung +vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den +Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle +errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — 3. Die spgot. +Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur +Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der +Jocheinteilung unregelmäßig blieb; Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine +Folge von Staffelgiebeln mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner +erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als +Specimina der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. — Rest, von _Fr. +Adler_ E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche _Kreuzgang_ spgot. mit älteren +Resten. — _Kanzel_ 1514 mit Zusätzen von 1526, die letzteren schon mit +RenssElementen. — _Chorgestühl_ von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand +von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, der sich _Caspar +Schockholz_ zeichnet. Viel besser der _Fünfsitz_ von ca. 1480-90. — Reste +von _Schnitzaltären_ zerstreut. — In der Vorhalle steinernes _Taufbecken_ +12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer +dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter +Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die +Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl. +Byzantinische Elfenbeine und später das Fürstenportal am Bamberger Dom). — +In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief +eines _h. Georg_, E. 14. Jh. — Zahlreiche _Grabdenkmäler,_ unter denen nur +einiges zu nennen. In der Vierung Gegenkönig _Rudolf v. Schwaben_ † 1080, +Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gießhütte; +flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend; etwas unter +Lebensgröße; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die +Ornamente zierlich und sorgfältig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, +ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen muß +Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der älteste +datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nördl. Qsch. Bischof _Thilo +v. Trotha_ † 1514, wahrscheinlich von _P. Vischer_, eherne Tumba in +Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne +architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige +Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinität. An +der NWand Epitaph des Bischofs _Adolf v. Anhalt_, im südl. Qsch. große +hölzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein +des Bischofs _Friedrich v. Hoym_ † 1382, interessant durch den erstrebten +Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der Vorhalle Grabstein des +Bischofs _Sigismund v. Lindenau_ † 1544, an einem Pfl. das zugehörige +Epitaph, bezeichneter Bronzeguß von _Hans Vischer_ aus Nürnberg. — Im +östl. Kreuzgang (soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden) +_Rittergrabstein_ um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte +Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem +selbst). — _Gregoriusaltar_ und _Marienaltar_ um 1515-20, von einem +Leipziger Meister (vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes +allegorisches Gemälde auf die _unbefleckte Empfängnis_ 1518. Mehrere +ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584, Kostitz 1610, +v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den +_Glocken_ wird eine (die »Schnurre«) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta +und Nona 1498. + +*K. und Klst. St. Petri,* gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der rom. +Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des +nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. — Teile des Klst., +darunter das große Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende +Gewölbe im Stil der Übergangsteile des Doms. + +*Neumarkts-K. S. Thomas,* ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher +Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unverändert; zwei reiche +Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh. + +*K. des Collegiatstiftes St. Sixti,* erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got. +Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert. + +*Stadt-K. St. Maximin,* spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19. +Jh. beseitigt. + +*Gottesacker-K.,* 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg. +_Portaltympanon_ mit ausgezeichnet schönem Rankenornament im +Übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms. + +*Schloß.* Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff. +unter Herzog Georg von Sachsen durch _Melchior Brunner_; die Wirkung ist +gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geräumige, annähernd +quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu +den eindruckvollsten, großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, +Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen +Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, daß +sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. — +Ausgezeichnetes _Brunnenhaus_. — An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh. +erinnern vier Obelisken. — _Gartensaalbau_ 1727. + +*Rathaus* 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A. +17. Jh. + +Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der *Burg* +König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine +vorgeschichtliche Anlage. + +_MERXHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +Ehemalige *Augustiner-Klst.-K.* gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit +got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstört. Schönes rom. +Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten ausgekehlt. Die Klostergebäude +modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, +reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg. + +_MESCHENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Dorf-K.* spgot., dann öfters verändert. — Spgot. _Kanzel_. + +_MESPELBRUNN._ UFranken BA Aschaffenburg. + +*Schloß.* Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration +und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berühmt +durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart. + +_METZELS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +Geschnitztes *Holzfachwerkhaus,* bez. 1511 auf dem got. Türbalken. Kleines +Museum bäuerlicher Altertümer. + +_MEUSELBACH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee. + +Kirche, 1743. Die _Kanzel_ und das originelle _Taufbecken_ aus derselben +Zeit. + +_MEUSELWITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — *Schloß,* 1724 für +Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem Mittelhof; +pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch die geringwertigen +Surrogatmaterialien. + +_MICHAELISBERG_ s. Klosterveilsdorf. + +_MICHELAU._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum. + +_MICHELBACH._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Kirche.* Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau mit +schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck. +Kreuzgwbb. ohne Rippen. + +_MICHELFELD._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. — Guter +_Bildnisgrabstein_ 1626. + +_MICHELSBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem rck. Chor, +kein Turm. + +_MIEKEL._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar +1686. _Grabdenkmäler_ der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau. + +*Schloß* erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an +Schloß Moritzburg. Kurfürstliche _Bildnisse_ des 16. und 17. Jh. + +_MIHLA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Kirche.* Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes _Steinrelief_ des 14. Jh. +Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v. +Wangenheim, durch die Empore zum Teil verdeckt. Geschnitzter _Flügelaltar_ +E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute +Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs. +Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt. +_Grabstein_ mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung, +um 1660. Großes _Kruzifix_, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters +der Erfurter Grablegung. Große _Truhe_ mit sehr reichen spgot. Beschlägen +aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v. +Herstall. + +Das *Graue Schloß* bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm +an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeißelte +Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der +Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735. + +Das *Rote Schloß*. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß +aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich +geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In +der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele +die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der +besten Holzbauten Thüringens. + +Geschnitztes *Holzfachwerkhaus* mit guten Schnitzereien no 30. + +_MILDENFURT._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +Ehemalige *Prämonstratenser-Klst.-K.* gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50. +Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. +Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. +Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den +regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchöre +(kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der +Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 +Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen +ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im +W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den _Klostergebäuden_ haben sich das +Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, +im jetzigen Brauhaus erhalten. + +_MILTENBERG._ UFranken BAmtsstadt. + +Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen +Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das *Gasthaus zum Riesen* 1590. + +*Pfarr-K.* Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. vollständig +umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTürmen. — +*Franziskaner-K.* barock. + +*Rathaus.* Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte +Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. — Am Wochenmarkt hübsches +Rok.-Wohnhaus von dem mit _Ritter_ in Mainz in Verbindung stehenden +Lokalmeister _J. M. Schmidt_. + +Schöner Renss. *Laufbrunnen*. + +*Burg.* Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener +Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest. + +_MILTITZ._ K Sachsen AH Meißen. + +*Pfarr-K.* 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher _Altaraufsatz_ +mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622. + +*Schloß.* Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau +1663. + +MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. *Dorf-K.* von Mauer +und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. — Viel _Fachwerkhäuser_. + +_MISTELBACH._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit bmkw. Malerei. +Grabsteine 16. und 17. Jh. + +_MISTELFELD._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes +Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der 5achsigen +Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei +Maßwerkfenster. + +_MITTELDORF._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen Kreuzgwbb., etwas +schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger. + +_MITTELSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um +1600. + +*Karner* mit Fragmenten von Steinplastik der Renss. + +_MITTWEIDA._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Marien-K.* Erneuert nach Brand 1454 durch Meister _Arnold v. Westfalen_ +bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien +Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, daß seine Achse +auf die südl. Pfeilerreihe fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; +diese Unregelmäßigkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl. +Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken elegant, der +Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. — _Altarwerk_ mit +reicher Holzschnitzerei 1661 von _Valentin Otto_ und _Joh. Richter_, beide +aus Meißen. _Sandsteinkanzel_, von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen +der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten; gefertigt 1667 +von _Cl. K. Buchau_ in Dresden. + +An einigen Wohnhäusern hübsche Fr.Renss Türen. + +_MITTWITZ._ OFranken BA Kronach. + +*Schloß* nach 1525. + +_MOGGENBRUNN._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Schloß* 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der +Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus +16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet. + +_MOHORN._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — _Schnitzwerke_: +Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Großer _Altarbau_ 1604 von +ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief. +Treffliche _Bildnisreliefs_ 1686, 1711. + +_MÖHRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen. +Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche _Fachwerkhäuser_ 17. und +18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M. +Luthers Stammhaus«. + +_MÖLBIS._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* wesentlich 1688. _Glocke_ 14. Jh. _Bosesche __ Grabmäler_. + +*Herrenhaus* (v. Bose) 1714, einfach vornehm. + +_MOLSCHLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* spgot. — Doppelflügeliges _Altarwerk_ 1518; im Schrein +ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende +des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund. +— Schönes Fragment eines zweiten _Schnitzaltars_. + +_MOLSDORF._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Schloß* 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. Luxuriöse +Innenausstattung. Großer Park. + +_MÖMBRIS._ UFranken BA Alzenau. + +*Dorf-K.* Grabsteine 1548, 1562. + +_MÖNCHRÖDEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +Ehem. *Benedikt.-Klst*. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in +landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. Das +Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) zeigen Reste +schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. — An der *Dorf-K*. +Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl. +Außenwand 3 _Bildnisgrabsteine_ von Äbten 1367, 14.., 1474. + +_MORITZBURG._ K. Sachsen AH Dresden N. + +*Jagdschloß.* 1542-46 von _Hans Dehn-Rotfelser_ für Kurfürst Moritz; +kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von _W. C. v. Klengel_; +1722-30 Umbau und Erweiterung durch _Pöppelmann_. — Die Anlage des 16. Jh. +hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken +runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten +weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m); +erst _Buchner_ schmückte ihn 1593 mit den auf älteren Abbildungen +sichtbaren Volutengiebeln. _Pöppelmann_ legte die Hofmauer nieder, +vergrößerte das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite, +verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit Terrassen, +Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des +Umbaus. Die Außenwände sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch +(längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch +immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der +Lage inmitten eines (auch erst von _Pöppelmann_ erweiterten) Waldsees. Im +Innern fällt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die +Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von _Joh. Fink_, die porzellanene +Altarplastik von _J. J. Kändler_. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44 +Vasen, 44 Putten, 4 größere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch +empfundene Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, +wahrscheinlich 1602 von _Christoph Walther_. + +*Fasanerieschloß* 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloß. Dort +schweres, derbes Bar. vor Eintritt des französischen Geschmacks; hier die +andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in +spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische +Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig für intimste +Zurückgezogenheit eines Liebesidylls. + +_MÖRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Dorf-K.* 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr +hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos. + +_MOTZLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. Am +_Hochaltar_ 2 auffallend gute Holzstatuen. _Kruzifix_, _Pietas_ und +_Altarreste_ spgot. + +_MÜCHELN._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +Kleine frgot. *Templer-(?)K.* Sorgfältige Ausführung in Sandstein. 1sch. +mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W Empore. Die Rippen auf +geschmückten Konsolen. + +_MÜCHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Stadt-K.* Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H. +18. Jh. + +*Rathaus* 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in +malerischer Gruppierung. + +_MÜCKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Schloß* 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in +anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das +Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte +Schloßkap. 1746, auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener +Porzellan. Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit Motiven +vom Brandenburger Tor in Berlin. + +_MÜCKERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten. + +_MÜDESHEIM._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes +Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben Zeit. + +*Wallfahrts-Kap*. _Holzfiguren_ in der Richtung _Riemenschneiders_. + +_MÜGELN._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Stadt-K.* Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein bez. +1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm +eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck. +Pfll. mit konkaven Flächen; Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem +Maßwerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. — _Sakramentsnische_ mit Halbfiguren +von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix. [_Flügelaltar_ von +_M. Krodel_ 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der südl. Vorhalle +großes prachtvolles Gitter bez. 1648. — _Grabmal_ des Melchior v. +Saalhausen † 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller +Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz † 1591 und des +Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor für +Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694. + +*Schloß Ruhetal*. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was +vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh. + +*Rathaus.* Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. entwertet. + +_MÜGLENZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.*, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verständnisvolle +Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerhörtes. + +_MÜHLBECK._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Dorf-K.* von einfach rom. Anlage. Rasenstein. _Sakramentshäuschen_ und +doppelflügeliger _Altarschrein_ spgot. + +_MÜHLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +Ehemaliges *Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern*. Ein südl. Ausläufer der +märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die maßgebenden Baudaten +nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen +1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der +kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis 1sch. +Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Länge +60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den +Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten +Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. +Die Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. oder 15. Jh. +erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt. +der Säulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen +durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die +Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in guten +Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben; +gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rätselhaft das rom. Portal der +SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch +Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf +den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und +Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der +alte beim Brande 1539 eingestürzt). — Eingreifende Wiederherstellung +1901-06. — Die _Ausstattung_ der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher +Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, bez. H. G. B. +(_Heinrich Godechen_), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmälern +(1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch +und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umriß. Von denen des +16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. — _Klausurgebäude_. Gelegen auf der +NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt +Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert, +Zellengwbb. im Erdgeschoß deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um +1500; demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz aus sich +schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser +Giebelwand und der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. +100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht, +das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem +anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in +schlichter Fr.Renss. nach 1554. + +*Neustädter-K*. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. — +Guter spgot. _Schnitzaltar_ um 1525, später in Renss.-Rahmen gebracht. +Mehrere _Grabsteine_. + +*Friedhof* 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. _Altargemälde_ 1614. + +*Schloß.* Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach +154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude einfachst erneuert. In der Kap. +neugot. Altar mit guten _Figuren_ des 15. Jh. (in Erfurt angekauft). + +*Rathaus.* Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Maßwerk ähnlich der +Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur +der WGiebel dem Jahre 1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des +Geschichtsvereins) + +_MÜHLFELD._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Turm frgot. Lhs. 1593. — _Grabsteine_ 1481, 1611, 1704. + +_MÜHLHAUSEN._ OFranken BA Höchstadt. + +*Pfarr-K.* Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne _Bildhauerarbeiten_ +des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, _Bilder_ aus der Schule _Wolgemuts_(?), +_Grabmal_ von _Hans Werner_ 1613. + +_MÜHLHAUSEN._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit. + +_MÜHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 im kirchlichen +Gebrauch. + +*S. Blasien*. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens +gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom. +Basilika könnte der WBau bis zu dem in Höhe von 14,5 m liegenden +Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. +Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in +Umriß und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten +verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition und Einzelheiten +durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in Arnstadt; offenbar dieselbe +Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je +6,7 m Höhe. Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück. +am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam ist die +Verstärkung der Ecken durch Bündel von je 3 Runddiensten, die sich mit den +kräftigen Gesimsen verkröpfen und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels +Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur des +WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen hält, die zu einem +Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe +führende Tür frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm +(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot. Schmuckformen +auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie auch die lotrechten Linien +gegenüber den wagrechten stärker betont sind, worauf schon die veränderte +Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau +erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem +Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzförmige +Strebepfll. und noch später in der Mitte eine formlose Strebemauer. — Um +1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. +Übergangsformen mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines +basilikalen Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche von 5 +Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und +4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein +ringsumlaufender Blätterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen +weiten Fenster 3teilig, Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern +haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im +S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben +abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus +einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit +Fialenkrönung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk +besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der nördl. Front +fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten +ausgearbeitet, die Rose bedeutend größer und aus 14 radianten Blättern +gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen +kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern +entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der +Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit +entsteht. Beeinträchtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m +hohe Aufschüttung des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. — +Großer _Schnitzaltar_ E. 15. Jh. — Steinerner _Levitensitz_ A. 14. Jh. — +Steinerne _Kanzel_ E. 15. Jh. — _Taufstein_ 1596. — _Epitaph_ des Hermann +von Heylingen † 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der +betende Stifter. — An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes _Gitter_ von +1707. — Unter den _Altargeräten_ der Sakristei mehreres bmkw. + +*S. Marien.* Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen +Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm unverstümmelt, im Typus +von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so daß die Fassade +(vor Zerstörung des südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. — Im übrigen +ist die K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der +einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange Bauzeit +schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche mit einer für dieses +System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. Das Lhs. ist bei 5 +Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der +Breitenüberschuß fällt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die +Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere +Breite von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die +inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und Schluß aus 8 Eck), +das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluß) fort. Die tief +ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlußsteine +dienen mehrfach tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem +Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen; +dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Über jeder +Fensterachse ein in Maßwerk aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an +der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den +Hauptchor; hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton, vollends +durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel +ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des +Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert +als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan. + +_Ausstattung_. Hauptaltar mit spgot. _Flügelschrein_, in der Mitte +Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte +Außenflügel, Predella jünger. Dahinter _S. Nikolausaltar_ (versetzt). Im +nördl. Ssch. 2 gemalte _Triptycha_. Steinerner _Levitensitz_ M. 14. Jh. +_Ratsstuhl_ 1604. In den Chorfenstern beschädigte _Glasgemälde_ aus 14. +Jh. _Skulpturen_: Der Schmuck des Hauptportals in den Münzerischen Unruhen +zerstört: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach +der örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die +alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen hätten. +Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei +Könige. An der Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter +Darstellung. — Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit +Kirchenmodell. + +*S. Jacobi*. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb. +wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur +das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Äußere. Die WFassade über +ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig, +gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet +sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks +haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit +den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh. + +*S. Kiliani*. Unbedeutender Bau des 14. Jh. + +*Allerheiligen*. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. 1 Schiff +unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig hoher WTurm, unten +schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube. + +*Kloster-K*. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt +Turnhalle. + +*Barfüßer-K.* Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck. +von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus +der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier +auch die 3 Türen. Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck. +75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und +ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt Packhof. + +[*Prediger-K.* beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch +lange Hallenkirche.] + +*Hospital-K.* Ganz kunstlos; jetzt Magazin. + +*S. Petri.* E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor, +jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt. + +*S. Georg*. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger Quaderbau +mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen 3 an der östl. Schlußwand. +Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern +zusammengezogen, in einfacherer Fassung das Motiv der Jakobi-K. — Angebaut +eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh. + +*S. Martini.* Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem +6Eck geschlossenem Chor. + +*S. Nikolai.* Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut, +jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel +stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot. + +*Rathaus.* Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. Die +Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof. + +*Stadtbefestigung.* Erhebliche Teile erhalten. + +_MÜLLERDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert zwei »heidnische +Götterbilder« (??). + +_MÜNCHAURACH._ OFranken BA Höchstadt. + +*Pfarr-K.* Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten +Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes +WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch. + +_MÜNCHENBERNSDORF._ Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O. + +*Dorf-K.* 2 _Altarflügel_ von _Valentin Lendenstreich_ aus Saalfeld 1503. +— Typische *Wasserburg* aus 2. H. 16. Jh. + +_MÜNCHENGOSSERSTÄDT._ Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh. + + +_MÜNCHENLOHRA._ Pr. Sachsen Kr. Hohenstein. + +Ehemalige *Nonnen-Klst.-K.* Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf normal +kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die +Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kräftigem +attischem Profil; die Kämpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und +Rankenwerk geschmückt. Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh. +Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte des Lhs. wird +von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewölbter Halle von 2 +Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und +stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne 3/4 Sll.; +dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über der +Empore) war zerstört, jetzt erneuert. (Grundmauern eines älteren WChors.) + +_MÜNNERSTADT._ UFranken BA Kissingen. + +*Pfarr-K.* Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut, +erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal führt +in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoß ehemals Kap., die +sich im Rundbg. gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck +um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes +Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau der Juliuszeit wurde das +ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der +durch den got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der +flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den +alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden, +von W nach O in der Öffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit +toskanischem Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert. +WEmpore aus der Juliuszeit. — Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluß an das +Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Türmen (völlig ausgeführt +nur der im SO). — _Hochaltar_ neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus +alten und neuen Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten +Hochaltar, Frühwerke _Riemenschneiders_; die Flügelreliefs jetzt auf der +Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner +enthält der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar +in Nürnberg erstanden) und ein großes Hochrelief, _Kreuzigung_, wohl mit +Recht _Veit Stoß_ zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter +Charakteristik. Als _Flügel_ des _Stoß_schen Altarwerks, ja sogar als +eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsäcker) die 4 +jetzt im Chor hängenden Tafeln in Anspruch genommen. — _Einzelne +Schnitzbilder_ von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner +_Salvator und 12 Apostel_ aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben +bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit großem rohem +_Ölberg_, einem _Heiligen __ Grab_, einer _Messe des h. Gregor_, +verdorbenen _Epitaphen_. + +*Markt-Kap.* Einfacher Bau von 1410. + +*Augustiner-K*. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend, +die Dekoration wird allein durch die sehr großen und vordringlichen +Mobilien bewirkt. — _Deckenbilder_ von _Joh. Anwander_. Reicher _Schatz_ +des 18. Jh. + +*Aula* im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von _Zeni_. + +*Stadtbefestigung* mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen +aus E. 14. Jh. + +*Rentamt* (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof +großer Erker 1671 und Portal 1611 von _Julius Ernes_. + +_MÜNSTERSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen. + +Ehem. *Benediktinerabtei*. Die Gründung wird auf Karl d. Gr. +zurückgeführt. Großartiger Neubau durch _Balth. Neumann_ 1727-1743, eine +seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die Innenausstattung von den ersten +Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil +weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten +haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus der Zeit vor +Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von _Neumann_ ein +kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. +— Mainbrücke mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata um +1750. + +_MUPPERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Pfarr-K.* Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 umfangreiche +Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle _Moseskanzel_. — _Bildnisgrabstein_ +des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit +ausgezeichnet. — Reste von ma. _Wandmalerei_. + +_MÜRSBACH._ UFranken BA Ebern. + +*Pfarr-K.* Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. _Einrichtung_. — +_Renss. Epitaphien_ um M. 16. Jh. + +*Dreifaltigkeits-Kap.* Spgot. um 1516. Gute spgot. _Ho1zfiguren_. + +Im Dorf *Fachwerkhäuser*. + +_MUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Stadt-K.* (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer +stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der +Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor. + +_MYLAU._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Burg* in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit +hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls +IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. +Jh.), umgebaut unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.). + + + + +_N_ + + +_NÄGELSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza. + +*Untere K.* Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr +verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht +romanisierend frgot. Detail. + +2 überdachte *Brunnen* 1660 und 1568. + +_NANKENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Pfarr-K.* 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. — Von dem ehem. spgot. +Hochaltar 2 schöne _Reliefflügel_ erhalten. — Spuren ehem. Befestigung. + +_NASSWANG._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Ökonomiegebäude* des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich die zentrische +Anlage. + +_NAUENDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig +aufwandreich. + +_NAUENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* spgot. — Treffliche _Kanzel_ um 1580, in rein archit. Formen, +ohne figürl. Beiwerk. + +_NAUHAIN._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß 12. +Jh. — Hübscher kleiner _Altar_ aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt, +die Flügel beiderseits mit tüchtiger Malerei. + +_NAUMBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen + +*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in +Holz erneuert. — Der 1866 verzeichnete Flügelaltar nicht mehr vorhanden. + +_NAUMBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Dom SS. Peter und Paul.* Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Für +Thüringen das Hauptwerk der schönsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf. +Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne +Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert +auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine +regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des +WBaus ungewiß. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter +dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am +Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder +geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. Die Vorkrypta unter der +Vierung um 1220 oder noch später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen +schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles +Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht +der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen ähnlich +denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu den schönsten des +Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem mit Schlußsteinen (nur einer, +Löwenkopf mit hängender Zunge, erhalten). + +_Oberkirche, romanische Teile_. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme +der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der +Formcharakter deutet durch seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig +kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard +(1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung +schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man +nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause. +Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein. +Innerhalb des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen +Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden, +aber vom got. Element wird nur zurückhaltend Gebrauch gemacht. Die +Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System, +jedoch in den Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in +gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine Diagonalrippen +(diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlußsteine, +Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und +öfters in Westfalen). Gerader, mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in +Stärke von 50 cm. — Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr. +(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten +3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen +ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die Kämpfer mit einem +durchlaufenden Gesims verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage +abzüglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne +gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs +zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in +den Arkadenachsen. Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der +Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden Lagerfugen. +Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand +Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben wurde. — _Hauptportal_ am südl. +Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das +Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer dem +Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses +2 _Türen_ (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schöner Blattwerkfüllung der +Bogenfelder im Stil der Krypta. + +_Die Türme_. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe des (um sie +herumgeführten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in +rom. Zeit, dann noch einmal in got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der +ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in +Freiburg a. U.) — Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode, +weitergeführt um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme; doch kam +nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb ganz liegen (erst 1894 +ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die +sich im Motiv an das erste anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor +eine Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer verdeckt. + +_Die Chöre_. a) _Der westliche_. Obgleich zeitlich dem Hauptbau +unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er +stilistisch einen großen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr. +mit 6teiligem Gwb., Schluß aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch +breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen +einfach abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus 2 +Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste Platte. Höchst +eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen von besonders +glänzender Wirkung die Wanddekoration über dem Chorgestühl: unten eine +tiefnischige Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die +vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk der jüngsten +Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer Schönheit, jedoch die +Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich +absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste +gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der +Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims Fortsetzung des +Laufgangs und der Standbilder. Das Äußere in knappen Formen; reicher nur +das in der Kehle mit überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und +die originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach +gehaltenen Strebepfll. — b) _Ostchor_. Schmal rck. Vorderjoch und Schluß +aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frühestes +Beispiel für diese erst in der Spätgotik häufiger vorkommende Abweichung +von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert; +andere, namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel +einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen und Baldachine an den +Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausführung +gekommene Statuen. + +_Die Lettner_. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der Vorkrypta, +an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf +Bündelpfll., tragen die Bühne. Die Rückwand hat in der Mitte den +Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte +Stufen hinaufführen; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne; +gegen Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur Krypta aus den +Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten +Lettners von besonderem Interesse. — WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig. +Die Anlage unterscheidet sich von der des östl. dadurch, daß der Chor +keine Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher liegt, als +das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene Bühne. Durchgang in +der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von +Architektur, Ornament und figürlicher Plastik ist eine dekorative +Meisterleistung höchsten Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum +Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt. + +_Monumentale Skulpturen_: a) _Am rom. Bau_. Tympanon am Portal des südl. +Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln +getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief; +gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. — In der Erdgeschoß-Kap. des +NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem mäßig +begabten Mann aus dem Kreise der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach +Bamberger Muster ausführten. — b) _Am WChor_. Mit der architektonischen +Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgeführt, mit den +Säulenbündeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die +Stifter und Wohltäter der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 +Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im +Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt wurde, gehörte +selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1. +Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und +Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III. +angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes occisus«), 6. +Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe +geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12. +Dietrich. Werkstoff: grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals +wiederholt, zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile — Augen, +Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen — mit dünner Lasurfarbe +hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgenössische, Loden und Leder +ihr Material. Der Künstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht +der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer +Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen Schulung +seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener +statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese Gestalten sind nicht +Porträts, aber sie könnten dafür gelten. Sehr merkwürdig an einigen von +ihnen, besonders am »comes occisus« und der ihm zunächst stehenden, der +Ausdruck momentaner Gemütsbewegung. — c)_Am WLettner_. Die +Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme, +Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten +Felder 1734 von einem Stümper ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte +Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede +Platte bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein Werk des +Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit; jene um 1250-60 +begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerhörter +Selbständigkeit gegenüber der Tradition; der Realismus der Form noch +ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der +Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte +Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die +an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der Lettnertür, angebrachte +_Kreuzgruppe_ zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden +des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem +Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung! Bei +Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst +die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. — Von einem andersgestimmten +Schüler des Hauptmeisters der _Diakon_ mit Lesepult, ursp. wohl im Chor, +jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene +Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). — Im OChor Türbogenfeld mit +_Weltenrichter_ zwischen Maria und Johannes dem Täufer; durch den +unvollendeten Zustand für das Technische von besonderem Interesse; +Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des +Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden +muß; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird +also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit +genommen sein. — Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das +_Brustbild Johannes des Täufers_ über der Tür der Johanneskap. im +Domkirchhof. — _Altäre_. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt. +_Hauptaltar_; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher +Stilmischung. — Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des südl. Ssch. +_steinernes Retabulum_ mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. — Spgot. +_Schnitzaltäre_ in der Krypta ohne Bedeutung. — Reste von 3 oder 4 +_Tafelaltären_ aus der Werkstatt _Cranachs_ im Dom zerstreut. Der +Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber in schlechtem +Erhaltungszustand. + +_Gestühl_: a) _Im OChor_: schöner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenüber +ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) _Im +WChor_: Stuhlwerk bez. 1516. — _Kanzel_ von 1466 jetzt in der +Johannis-Kap. + +_Grabdenkmäler_. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor +Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des +Kirchengründers Hildeward, ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein +der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. — Im südl. Ssch. Grabstein +Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie der +Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck † 1576, bez. _M. S._; +Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um +1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stücke. — Im nördl. Ssch. +Bronzemedaillon für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. _H. +K._ — Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben +Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung an die +Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch † 1422; +Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein +eingelassen) des A. v. Könritz 1496; gravierte Platte des Bischofs +Dietrich III. von Bocksdorf † 1466, aus der _Vischer_schen Werkstatt, wohl +Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer +sächsisch-thüringischen. — In der Vorhalle _Marmordenkmäler_ der Maria v. +Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771. + +_Glasgemälde_. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im +OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). — 2 +_Teppiche_ aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der +Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). — 8 _Meßbücher_ +aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. — _Klausur_. Ursp. für +die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die +für diesen bestimmte Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor +1228 an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt +um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. _Domkirchhof_ mit +manchen der Beachtung nicht unwerten Denkmälern des 16. Jh. + +_Dreikönigs-Kap._ 1416, Untergeschoß älter, das Ganze sehr verwahrlost. An +der Außenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen. + +_Dompfarr-K. S. Marien_. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die +großenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste +des Schiffs. + +_Johannis-Kap._ Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail +zierlich und geistreich im Stil des WChors. + +_Domherrenkurien_, a) Ägidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210) +erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelförmige +Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel; +originelle Überführung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot. +Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz). + +*Moritz-K.* Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige +K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde +durch die Rest. 1875 entfernt. — Ein im Innern und Äußern gleich einfacher +Bau. Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der +langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen +Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach. +Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme gehen auf rom. Anlage zurück. + +Großer _Crucifixus_ aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in +vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen +Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit eigentümlich barocker Häufung der +Gewandmotive, kaum von derselben Hand. — Verdorbener _Ölberg_ (? 13. Jh.). +— Trümmer sp. ma. _Altarplastik_. — _Grabdenkmäler_ ohne höheren Wert; +archäologisch von Interesse der giebelförmig abschließende, jedoch mit +umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin +† 1125, ausgeführt etwa E. 13. Jh. + +*Stadt-K. S. Wenzel.* Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden +Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die +östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten, +langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen, +zu beiden Seiten 2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen +(das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite); ob die jetzige +Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist +zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die Rücksicht auf die an dem +Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen +und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl. +Abschluß (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu einem +Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das +Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter +Gestalt 1724. Bei bedeutender Höhe ist der Raumeindruck ein sehr +eigentümlicher. Am Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit +viel eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer +Gesamtwirkung; die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen die 3 +Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der nördl. ausgeführt. Um 1600 +baute _K. Steiner_ das Obergeschoß der Sakristei in gut verstandenen got. +Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma. +_Altären_ nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die +Kindlein zu mir kommen« 1529 von _L. Cranach_, eine der besten Arbeiten +seiner späteren Zeit; Anbetung der drei Könige 1522, Frühbild _Cranachs_? +Heilige Nacht von _Barth. __ Spranger_, A. 17. Jh. — _Hochaltar_ riesiges +Schreinerwerk von 1680 mit Gemälde von _Hermes_ in Dresden. — _Kanzel_ um +1740. — Messingenes _Taufbecken_ 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fuß +neu. — Von historischem Interesse der _Grabstein_ des Pagen Gustav Adolfs, +Augustus v. Leubelfing — Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630, u.a. +Standbild der Caritas. — Im _Schatz_ gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes +_Krugelstein_ 1680. + +*S. Othmar.* 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender, +gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in 2 Jochen 3sch., der +westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm über dem +Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. — Aus älterer +Zeit, ca. 1520, ein guter 3flügeliger _Schnitzaltar_. — Im SFenster des +Altarhauses _Glasgemälde_ 1539. + +*S. Marien.* 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb. +aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde. Das Äußere +nüchternster Art. + +*Wenzelskirchhof.* Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das +des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke links vom Eingang. + +*Rathaus.* Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube, +1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am +hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschränkten +Kielbgg. in trockenster Spätgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen +seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen +in feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, dessen +Stuckdecke jedoch 1655. — _Trinkhorn_ etwa M. 14. Jh. mit schönem +Lederfutteral. + +*Wohnhäuser.* Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517 und 1532 durch +Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich +Hervorragendes darunter. — *Marktbrunnen* mit S. Wenzelstatue 1579. + +*Stadtbefestigung*. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das +Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am Jenaer Tor. + +_NAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.* sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewände je +2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreiblätter +ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt, +Rosetten und freies Randornament. + +_NAUNDORF._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung +aus Renovation 1737. — Mehrere _Grabmäler_ des 16.-18. Jh. + +*Schloß* E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus der ersten +Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. — Reichhaltige +_Porträtgalerie_. + +_NAUSTADT._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Kirche* um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem Chor +und 5/8 Schluß. — _Altaraufsatz_ um 1600, heiter und vornehm; +Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. — _Sandstein-Wandgrab_ des A. v. +Miltitz † 1629, prächtige und gute Arbeit. — Ein _anderes in Marmor_ von +_J. J. Kändler_, dem berühmten Porzellanformer. + +_NEBELSCHITZ._ K. Sachsen AH Kamenz. + +Vornehme bar. *Dorf-K.,* erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der +interessante Plan angeblich von _Gaetano Chiaveri_, dem Erbauer der kath. +Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlüsse im O und +W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung +steht nicht auf der Höhe der Architektur. _Gemälde_ des Hochaltars von +_Palko_. + +_NEBRA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Kirche* beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit +reichem Portal, im _Bogenfeld_ S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff +nach Brand 1666 dürftig hergestellt. Ansehnliche _Epitaphe_ 1670, 1678 +bez. _C. P._ + +*Burgruine* sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh. + +_NEIDECK._ OFranken BA Forchheim. + +*Burgruine* bedeutend, zerstört 1553. + +_NEMMERSDORF._ OFranken BA Berneck. + +*Dorf-K.* Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W. +*Schloß* A. 16. Jh., schlicht. + +_NENKERSDORF._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. — +_Altarwerk_ 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln. + +_NENNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines +Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung. + +_NENTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg. + +*Dorf-K.* Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so +verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb +einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen +gewinnt. + +_NESCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. — Bmkw. +_Sandsteinaltar_ nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von +_Grabdenkmälern_. + +*Altes Schloß* 1723 für den österreichischen General Herzog Ludwig v. +Teck. Französischer _Park_ mit viel und guter _Sandsteinplastik_. + +*Neues Schloß* 1766-75 für W. v. Riesch von _F. A. Krubsacius_ aus +Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von +sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale, zur Hälfte aus der +Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält 2 Treppenarme mit Podest. In +derselben Achse nach der andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit +wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon. +Säulenstellungen aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu den +langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die 300 Bäume +fassende _Orangerie_ enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art +_Gottfr. Knöfflers_. Die Formbehandlung des Äußeren im Übergang zum +Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. — Der +neuere _Park_ im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit +reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten behagliches +Jagdhäuschen. + +_NESSELRÖDEN._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Schloß,* mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592. + +_NETRA._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Pfarr-K.* Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus diente. +Epitaph v. Baumburg 1600. — _Schloß_ aus Renss. + +_NETZSCHKAU._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Stadt-K.* modern. Von einem großen und bedeutenden _Altarwerk_ von 1659 +nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit wahrscheinlich von +_Joh. Heinr. Böhm d. Ä._, die Komposition dem _Cranach_schen Altar in der +Stadt-K. zu Schneeberg entnommen. + +*Schloß.* Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen, +ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant spgot. Tür derselben Zeit +zuzuschreiben, ist kaum möglich. Der große Saal des obersten Geschosses +mit mächtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes +_Porträt_ Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623. + +_NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. — Mehrere bmkw. +_Häuser_ in Fachwerk. (Die Datierung des ältesten auf 1400 muß Zweifeln +begegnen.) + +_NEUDROSSENFELD._ OFranken BA Berneck. + +*Dorf-K.* Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca. +1760); Stuckaturen von _G. B. Petrozzi_, Malerei von _J. M. Wolker_. + +_NEUENBERG._ RB Cassel Kr. Fulda. + +Ehem. *Benedikt.-Klst. Andreasberg*. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum +zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil +des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen +ohne Eckblätter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen +Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine von +Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. — +_Klostergebäude_. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten. + +_NEUENGÖNNA_ bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ in der Art des _V. Lendenstreich_. + +_NEUENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg. + +*Schloß* aus Ma., 1639 erneuert. + +_NEUGERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Stattlicher Saalbau 1738. — _Kanzelaltar_ 1753, von Gebr. +_Herzog_, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz. + +_NEUSHAUS._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Pfarr-K.* 1591-95 noch stark gotisierend. — _Bildnisgrabstein_ des Hans +Gottsmann † 1611 und seiner Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung, +vielleicht aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche +Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Füßen des +großen _Epitaphs_ im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische +Aufbau vortrefflich, weniger die figürliche Plastik. + +_NEUHOF._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Schloß* der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktürme. + +_NEUHOF._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Schloß.* Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im +Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit +Wendeltreppe. Umbau 1866. + +_NEUHÜTTEN._ UFranken BA Lohr. + +In der unscheinbaren *Pfarr-K.* eine wertvolle rom. _Kreuzpartikel_ des +11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fuß sp. 18. Jh. + +_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Stadt-K. S. Nikolaus.* 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3 +Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter Polygonalchor. +Im Chor und Msch. _Wandmalereien_, kolossaler S. Christoph u. a. m. + +_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hünfeld. + +Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß der +kreuzgewölbte Chor. — _Wandtabernakel_ 1560, _Taufstein_ 1588 von Meister +_Henthoos_. _Flügelaltar_ A. 16. Jh. — Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß +und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei Tür mit rom. +Beschlägen wiederverwendet. + +_NEUKIRCHEN._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Kirche.* Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die +Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw. + +_NEUMARK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm. + +_NEUMARK._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot. +_Triumphkreuz_ und _Glasgemälde_ von 1489. + +*Schloß* (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von +_Familienporträts_. + +_NEUNHOFEN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Dorf-K.* rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der +letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen reich +dekoriert. — Spgot. _Altarwerke_ 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder +»Meister der Baldachine«. — Außen _Gedenktafeln_ von 1367, +Sandsteinreliefs. + +_NEUNKIRCHEN A. BR._ OFranken BA Forchheim. + +*Pfarr-K.* (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d. +i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres nördl. Ssch. mit +Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die +8seitigen Obergeschosse spgot. — Im Innern _Steinfigg._ der hh. 3 Könige +und der h. Jungfrau um 1400; _Marientod_, derbes Holzrelief um 1500; +_Marienstatue_ des Nebenaltars um 1500. _Grabsteine_ 14. und 15. Jh., +darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor +1459. _Epitaph_ mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen, +feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. _Epitaphe_ Buttenberg 1600, Stauffenberg +1698. Zahlreiche _Gemälde_ 16. Jh., darunter Übertragungen des Dürerschen +Marienlebens. Außen _Ölberg_ roher Art. + +*H. Grab-Kap*. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach. + +*Rathaus* 1718, unbedeutend. — *Stadttore* E. 15. bis E. 16. Jh., z. T. +mit schönen Wappensteinen. + +_NEUSALZA._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Kirche* der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich. + +*Stadtanlage* und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem Interesse. + +_NEU-SCHÖNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Schloß* 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das +Datum 1524 eingeschlossen werden? + +_NEUSES._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht noch aus +rom. Zeit. Umbau 1785. + +_NEUSITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* 1723. — _Schnitzaltar_, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten, +irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers, +der flüchtig durch _Riemenschneiders_ Werkstatt gegangen. + +_NEUSORGE._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Schloß,* erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage in +Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative _Skulpturen_ von _Gottfr. +Knöffler_. + +_NEUSTADT._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Pfarr-K.* S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches +bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken +runden Schäften in ungleicher Höhe hervor, gegen das Msch. erheblich +tiefer. — _Sakramentshäuschen_ spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit +gering. — Spgot. _Flügelaltar_. — Außen am Chor schöner ikonischer +_Grabstein_ des Ritters v. Fischbach und seiner Frau † 1448, ausgeführt +später. + +*Toten-Kap.* 1576, noch got. + +*Schloß.* Spgot. und Renss. Ohne Interesse. + +Daneben *Junker Hansens Turm*. Rundbau von ca. 50 m Höhe, hübsche Krönung +in Fachwerk. + +*Wohnhaus* in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche Fr.Renss., +Oberbau aus Fachwerk jünger. + +_NEUSTADT A. MAIN._ UFranken BA Lohr. + +*Pfarr-K.* (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des Chores +nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch _H. +Hübsch_; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. — Gr. +kreuzförmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt +Turmuntergeschosse; unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit +Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg. +zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis der ihm +mitgeteilten Maße durch _Hübsch_ gesteigert. Alt die ganze NMauer, die +zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der +Sakristei wertvolles _Epitaph_ von 1381. — _Grabsteine_ an den +Langhauswänden von gutem Mittelschlag. — Außen eingemauerte bedeutende +Reste von frgot. _Skulpturen_ (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S. +Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer +Blende zusammengestellt. + +*Klst.-Gebäude* gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche +Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten. + +_NEUSTADT A. D. SAALE._ UFranken BAmtsstadt. + +*Kloster-K.* Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten. Aus ihnen +läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch., +rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. eingewölbt, wobei je ein Pfl. +alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und +mit dem Msch. zu einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen. +Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. — Die zahlreichen +_Barockaltäre_ Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) _Epitaphe_ des +16. Jh.; besser eines von 1669. + +*Pfarr-K.* 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die Decke und +sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr. +Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer +Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere denkbarst nüchtern. — +Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal. + +Reste der ma. *Umfestigung*; unerheblich bis auf das _Hohetor_ (1578), das +zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung gehört; der obere Teil im +Dreißigjährigen Kriege zerstört und danach etwas verändert wieder +hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal +geteilt; über dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit +Volutengiebeln. + +In der Nähe *Schloß Neuhaus* 1767 von _Heinrich Todesco_ für Herrn v. +Borrié; bmkw. innere Ausstattung. + +_NEUSTADT A. D. ORLA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt. + +*Stadt-K.* E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe mit flacher +Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; unter dem Chor ein +ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster +3teilig mit reichem Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein +hoher Turm in der Art des Jenaischen. — Formenreicher _Taufstein_ 1494. — +Großes _Altarwerk_ mit beiderseits gemalten Flügeln aus 2. V. 16. Jh. +(nicht von _Cranach_). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln. + +Hospital-K. got. und 1706. — Gemaltes _Triptychon_ von 1495 (?). Got. +_Schnitzfigg_. + +*Schloß.* Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten; +sehr verbaut. Hintergebäude 1674. + +*Rathaus;* spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront ist der +ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; dadurch der große +Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm gruppiert sich glücklich die +Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers höchst charakteristisch +für die späteste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große +OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got. +Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch +Rest. des 19. Jh. außen und innen mehrfach verändert. — *Ratskeller,* 16. +und 17. Jh. — *Haus* der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574. + +_NEUSTADT._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. — _Grabstein_ 1581 wird +gelobt. + +_NEUSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +Wertvolle *Fachwerkhäuser* um 1600. + +_NEUSTÄDTEL._ K. Sachsen AH Schwarzenberg. + +*Stadt-K.* aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. — Bedeutender _Altarbau_ +aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von _J. C. Hähnel_. +_Kanzel_, ausgezeichnetes Schnitzwerk. + +_NEUTZ._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches kleines Portal +mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit Perlstab umsäumt, wie auf dem +Petersberg, A. 13. Jh. + +_NIEBRA._ K. Sachsen AH Zwickau. + +Ansehnliche got. *Dorf-K.* — Großer _Schnitzaltar_ mit 4 Flügeln. + +_NIEDER-ASPHE._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer OTurm, in dessen +Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter Holzhelm. 1902 nach W um 2 +Doppeljoche vergrößert und im Innern rest. + +_NIEDERDORFELDEN._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Burgruine.* + +_NIEDERELSUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Dorf-K.* Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die jetzige +Verbindungstür zur K. jünger. + +_NIEDERFROHNA._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Dorf-K.*, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von _Andr. Petzold_ +1690. + +_NIEDERFÜLLBACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 _Grabsteine_ der Familie von +Reitzenstein. + +_NIEDERGRÄFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor; +um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewölbt und zu stattlicher +Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf, +Roda. + +_NIEDERGURIG._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Schloß* um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten +Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte +stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter +den _Porträts_ eines von _Angelica Kaufmann_ 1786. + +_NIEDERHOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung zum Teil älter +und nicht ganz ohne Interesse. + +_NIEDERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Dorf-K.* 1746 mit geringen rom. Resten. — _Sandsteinaltar_ und +_Sandsteinkanzel_ 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. — _Glocke_ 1464. + +_NIEDERLÖSSNITZ._ K. Sachsen. AH Dresden-N. + +*v. Minckwitzscher Weinberg.* Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus, +Pavillon 1713-29. + +*Wackerbarths Ruhe.* Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, Kapelle +1775 von _Knöffel_, Jakobsturm 1743. + +*Weinberghaus Friedstein* 1771. + +_NIEDERMITTLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K.* 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen. + +_NIEDERMÖLLERN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen +erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. _Taufstein_ mit rom. Kuppa auf +spgot. Fuß. + +_NIEDERMÖLLRICH._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Kirchturm* spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum. + +_NIEDERODERWITZ._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Pfarr-K.* 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf, +noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge Emporen. Einheitliche +Ausstattung aus gleicher Zeit. — _Pfarrhaus_ 1746. + +_NIEDEROPPURG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Kirche* 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit +flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf +farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgeführt, die damals viel an den +thüringischen Höfen beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne +Gitter. + +*Schloß* 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg; +groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M. +18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders Öfen bmkw. + +_NIEDERPLANITZ._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer +Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne Felderdecke mit +biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche Rat und Professor in +Wittenberg Dr. v. Beust. — Bmkw. _Altaraufsatz_ aus Sandstein bez. 1592. +_S. L._ (_Samuel Lorenz_). — _Bildnisgrabsteine_ v. d. Planitz 16. Jh. — +_Kelch_ 1656. + +_NIEDERPRETZSCHENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen, also in der +Richtung George Bährs; erbaut von _J. Ch. Simon_. + +_NIEDERRABENSTEIN._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Dorf-K.* _Taufstein_ mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl. +Weißbach), 1595 von _Michael Hogenwald_. In der Sakristei Sandsteinreliefs +vom ehemaligen _Altarwerk_, vermutlich vom selben Meister. + +_NIEDERROSSLA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +Gutes Beispiel einer größeren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen; +großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar. + +_NIEDERRUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Schloß* (v. Nostitz) 1752 von _Andr. Hünigen_. Inneneinrichtung Rok. und +Empire. + +_NIEDERSTEINBACH._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. — +[_Altarbehang_, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.]. + +_NIEDERTREBRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und Kanzelwerk. + +_NIEDERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen +Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. — +1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. verändert. + +_NIEDERZWEHREN._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen Vertreter +seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen nach Brand 1552, im +Erdgeschoß Reste von _Wandmalerei_ aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe +Wehrmauer mit Schießscharten. + +_NISCHWITZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Wesentlich 1752. Das _Altarbild_ von _Stefano Torelli_, einst +weit und breit berühmt. + +*Schloß,* erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von _J. C. Knöffel_, im +7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. _Deckenmalerei_ +von _A. F. Oeser_. Vor dem Mittelbau 2 hübsche _Sandsteinfiguren_, Schäfer +und Schäferin, von _Gottfr. Knöffler_. + +_NÖDA._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.*, spgot. um 1500. — _Grabstein_ einer Frau von Milwitz 1597; +ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms. + +_NOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* wie Wolkramshausen. _Glocke_ 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl. +Reliefs. + +_NORDECK._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Burgruine.* Die älteren Teile rom. + +_NORDHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Dom* (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde als +Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau: +Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. — Chor gestreckt rck. mit plattem +Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten +Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein +rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte 2 +rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen +unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit +romanisierendem Gewände; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog. +Dreifaltigkeitsfenster), am Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, +Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, +wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den Ecken Lisenen, die auf zirka +4 m Höhe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu +Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in +drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren +haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand +1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, +dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren +anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der Quergurte). — Unter dem Chor +rom. _Krypta_ aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die +westl. Hälfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten +Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in den Unterbau der +Türme. — Das gegen M. 14. Jh. völlig erneuerte, im 15. vollendete (oder +überarbeitete?) _Langhaus_ geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32 +m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit +Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16. +Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl. +Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht +Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — _Hochaltar_ mit +Statuen aus Holz, 1726. — _Sakramentshäuschen_ 1455. — _Chorgestühl_ E. +14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien +wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden des Chors 6 _Steinstatuen_, 3 +männliche und 3 weibliche, in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach +den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen +nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem +(lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewöhnt gewesen +sein mag; die Körperformen ganz ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; +belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum +Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters +übereinstimmend). — An der O— und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne +Wert. — _Ikon. Grabsteine_: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. — _Kreuzgang_, +nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau. + +*Frauenbergs-K.* (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, aber im +Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von _Zeller_ 1912). +Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal +kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer +aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine +Krypta. — _Hochaltar_; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift +nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4 +Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das +ornamentale Beiwerk zerstört. — _Kanzel_ und _Taufgestell_ 1768. — An der +südl. Außenwand _Grabstein_, 1370 mit eingeritzter Figur _Klostergebäude_ +verbaut, Kreuzgang abgebrochen. + +*Nikolai-K*. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der +turmlosen WFassade einfachst rom. — _Hochaltar_ um 1600, wahrscheinlich +ein Hauptwerk des Nordhäuser (später vornehmlich in Magdeburg tätigen) +Bildhauers _Christoph Kapup_, erst 1646 zusammengesetzt von _Joh. Duck_. +Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. — _Kanzel_ und +_Taufgestell_ 1588. — Umfangreiches _Marmorepitaph_ des Dr. Conrad +Frommann † 1683 mit Relief der Grablegung. — _Epitaph_ der Elisabeth +Stromer † 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde ohne +Bedeutung. — Weitere _Grabdenkmäler_ 1664, 1676, 1774. — Bronzene +_Epitaphplatte_ von 1577. — Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, +spgot. _Schnitzwerk_. — 9 _Kelche_, der älteste 1351, die anderen 15. bis +17. Jh. + +*Blasien-K.* Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit +gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere +Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen +kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der +sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau geschont +blieb. _Hochaltar_ und _Gestühl_ 1735. — _Kanzel_ 1592. An den 6 +Brüstungsfeldern _Reliefs_. — Reich geschnitztes hölzernes _Epitaph_ des +Cyriacus Ernst 1585. — _Alabastergrabmal_ W. v. Eberstein 1700. — +_Grabgemälde_ 1592. — _Epitaphgemälde_ für Ursula Meienburg von _L. +Cranach d. Ä._ 1529. — _Desgl._ für Michael Meienburg † 1555, große +bedeutende Arbeit von _L. Cranach d. J._ bez. 1558, Auferweckung des +Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M. + +*Petri-K.* Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das +Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut und geflickt. — _Kanzel_ +reiche Renss. E. 16. Jh. — Bronzener _Taufkessel_ 1429; an der Wandung 16 +Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe +Handwerksarbeit bez. _Mester Tile_. — _Alabasterepitaph_ mit lebensgroßer +Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer † 1552. + +*Altendorfer K*. Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.,* um 1350. Ungewöhnlicher +Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen. +Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt. + +*S. Jakobi-K.* 1744 an Stelle eines rom. Baues. + +*Kirchhof S. Cyriaci*. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der +Kapelle bmkw. _gravierte Grabplatten_, darunter die bedeutendste für die +Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die +zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben +(niederdeutschen? niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — [3 andere +Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind +untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem +Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter +_Messingplatten_ (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus +E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt; +jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.] + +*Rathaus.* 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine Laube von 6 +Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck. +gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemächer des 17. +Jh. erhalten. — *Ratskeller* 1710. + +_NORDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere +Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ aus +2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters _I H_ (vgl. +Meiningen, Bibra, Ellingshausen). _Bronzeplatte_ für Caspar v. Stein, +gegossen 1633 von _Georg Werter_ aus Coburg. Größere _Epitaphe_ der +Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez. +1583. + +*Schloß.* Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — *Häuser* in +geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754. + +*Dorftor* mit Steinschem Wappen. + +*Rathaus* A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau wirkungsvoll +gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe mit Laube. + +_NORDHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Dorf-K.* bar., mit got. Chor. — Schnitzbild der _Pietas_ um 1500, bei +starken Mißgriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf. + +Ehem. fürstbischöfl. *Amtshaus,* schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem +anderen Hause _Steinmadonna_ um 1350. + +_NORDHEIM V. D. RHÖN._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der +alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild. + +Im Dorfe 2 v. d. Tannsche *Schlösser,* das eine, der sog. Judentempel, im +Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640. + +Ehem. *Zehenthaus.* Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh. + +Reste der alten *Befestigung*. + +*Sebastians-Kapelle.* Erb. 1636. Gute _Holzfigur_ des hl. Sebastian A. 16. +Jh. Sehr originelle Darstellung des _Abendmahls_ mit 30 cm hohen +Holzfigürchen, M. 15. Jh. + +_NORDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Cassel. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne +charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest got., noch M. 13. Jh., +die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm älter +als die K., anscheinend Wehrbau. + +_NOSCHKOWITZ._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Schloß.* Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen +spärlich. + +_NOSSEN._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Kirche* 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster +Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen +Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, das andere +aus fränkischer Tradition. + +*Schloß.* 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das »alte +Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, wohl von einem Schüler +_Paul Buchners_; 1667 gründliche Umgestaltung der ma. Teile. + +_NOSTIZ._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A. +18. Jh. — v. Zieglersche _Denkmäler_. + +_NÖTHNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Schloß.* Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der +aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr +in seiner Gestalt von damals. + +_NOTTLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt. + +*Dorf-K.* 1521. Der spgot. _Schnitzaltar_ wird zu den besten des Gebietes +gerechnet. + + + + +_O_ + + +_OBBACH._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Schloß.* Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh. +Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der +Richtung _Balth. Neumanns_. + +_OBERAILSFELD._ OFranken BA Pegnitz. + +*Pfarr-K.* 1760. + +_OBERAUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Schloß.* 1690. + +_OBERBIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Dorf-K.* Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. rippenloses Kreuzgwb. +— Spgot. _Schnitzaltar_. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2 +Rundtürmen. + +*Burgruine.* + +_OBERBOBRITZSCH._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Dorf-K.* 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und Dachreiter. — +Das 6flügelige _Altarwerk_ bez. 1521 gehört zu den bedeutendsten des +ganzen Landes, die Gemälde von demselben liebenswürdigen Freiberger +Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet. + +_OBERCRUMPA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Kirche.* Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr. +erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die +gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen +erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel +versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und +innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe. + +_OBERCUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen. +— Die _Denkmäler_ des Kirchhofs mit Aufwand. + +_OBERDÜRRBACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh. + +_OBEREICHSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff +und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; aus Umbau 14. Jh. die +3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot. +_Schnitzbilder_. + +_OBEREISENHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Nicht uninteressant die Reste der ehem. *Marktbefestigung*, ein Rundturm +bez. 1536. + +_OBERELLEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche.* Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im +_Bogenfeld_ Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom. +Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg. + +*Herrenhaus* got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoß +in Holzfachwerk. + +_OBERESSFELD._ UFranken BA Königshofen. + +*Pfarr-K.* in spätem Rok. Gleichzeitiges _Deckenbild_ von _J. P. Herrlein_ +1777 (vgl. Markershausen). + +_OBEREUERHEIM._ UFranken BA Schweinfurt. + +Stattliche *Dorf-K.* mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige +flotte Inneneinrichtung. + +*Schloß Euerburg* (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür mit +korinthischen Säulen und Reliefs. + +_OBERFLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. _Kelch_ 15. Jh. + +_OBERGERSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit +Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen gemalten _Flügelaltars_ +um 1550, vielleicht von _Andreas Dreßler_ in Kamenz. — Charakteristisch +zopfige _Denkmäler_ von guter Qualität. + +_OBERGREISLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon das Lamm +und die Evangelistenzeichen. + +_OBERGRÜNBERG._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber +Turm mit rom. Kuppelfenstern. + +_OBERHASEL._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda. + +*Dorf-K.* — _Schnitzaltar_ vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, +trefflich erhalten. + +_OBERKAUFUNGEN_ s. Kaufungen. + +_OBERKOTZAU._ OFranken BA Hof. + +*Pfarr-K.* Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im +Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — _Altar_ mit gut geschnitzter Kanzel 1691. +Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ meist 2. H. 16. Jh. — *Schloß,* großer +Komplex, überwiegend aus 18. Jh. + +_OBERLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim, + +*Dorf-K.* wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. _Kanzel_ 1705, reich mit +Reliefs besetzt. 4 _Grabsteine_ der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh. + +_OBERLEINACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der SSeite +schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenläufen +stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche _Sakramentsnische_ um 1400, +gleichzeitige _Steinfig_. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer +_Taufstein_. + +_OBERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff 1742. +Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh. + +*Schloß* samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v. +Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand +dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß um 1730, kleinere Zimmer im +fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Überreste von +Kaskaden- und Brunnenfigg. + +_OBERLIND._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Pfarr-K.* Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455, +überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. _Taufstein_. — Von Interesse die +wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs. + +_OBERLÖSSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Bennoschlößchen* um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2 +Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten. + +*Hoflößnitz.* Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene +Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh. + +*Spitzhaus* (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg. +Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte Dach mit +Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten. + +*Haus Sorgenfrei* 1786 mit bmkw. Gartenhaus. + +*Meinholds Weinberg*. + +_OBERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und +korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloß-K. +zu Meiningen). — Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; +einer bez. 1565. + +*Kapelle* an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild +1534. + +*Pfarrhaus* 1638 (1688?). + +*Fachwerkhäuser* von 1573, 1578, 1595. + +*Dorflinde*. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung, +ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die Platte vertieften +Rundmaßen bez. 1525. + +*Werrabrücke*, 5jochig, 16. Jh. + +_OBERMERZBACH._ UFranken BA Ebern. + +*Dorf-K.* Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.), +Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am +Chorbogenkämpfer. + +_OBERNBREIT._ UFranken BA Kitzingen. + +*Prot. Pfarr-K.* 1731. — _Moseskanzel_ 1696. Altargeräte augsburgisch 18. +Jh. + +*Rathaus.* Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor Brandenburger +Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — _Bäckerhaus_ des 18. Jh. mit +steinernem Verkaufstisch. + +_OBERNDORF._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. + +*Dorf-K.* Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe +abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.) +eine rck. schließende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung +durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer +Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung? + +_OBERNEUKIRCH._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Dorf-K.* 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau (1500 Stände), +Ausstattung um 1750. _Grabdenkmäler_: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, +mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh. + +*Schloß* 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche _Bildnisse_ der Frhr. v. +Huldenberg. + +_OBERNSEES._ OFranken BA Bayreuth. + +*Kap. S. Rupert.* Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080 +falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs. + +_OBERODERWITZ._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 1816 von _K. Ch. Eschke_, großer Emporensaal in nüchternstem +Klassizismus. + +OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. *Dorf-K.* got., mächtiger +Turm mit 4 Schützenerkern. + +_OBERPESTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j. +Kriege. — Lebensvoller _Pastorengrabstein_ 1637. Auf dem Kirchhof Gruft +der Familie Opitz 1770. + +_OBERREICHENBACH._ OFranken BA Höchstadt. + +*Dorf-K.* mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung. + +_OBERREINSBERG._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Schloß.* Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens +und der Kunstformen 1500-1650. + +_OBERROSPHE._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. Chor. + +_OBERROTTENBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee. + +*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1498, Art des _V. Lendenstreich_. + +_OBERSCHWAPPACH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre aus M. und E. 17. +Jh. + +*Schloß.* Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von _Joh. +Leonhard Dientzenhofer_ (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst. +Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den +Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen +Proportionen; 3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung +kommende Risalite. Ausgedehnter _Garten_ in 3 Terrassen, Treppen mit +Brunnenbecken. + +_OBERSCHWARZACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Fürstbischöfl. *Jagdschlößchen* (Forstamt) um 1600. + +_OBERSEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung. + +_OBERSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollständig +erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. — +Reste der *Dorfbefestigung*. + +*Bildstock* vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem, +verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551. + +_OBERTHERES._ UFranken BA Haßfurt. + +Ehem. *Benedikt-Abtei.* Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Völliger Umbau +1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von _Joh. Greising_, 1809 +abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, +Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der +unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem. +Verwaltungsgebäude 1696. — _Rathaus_ 1727 und einige hübsche _Wohnhäuser_; +über einem Hoftor der Renss. effektvolle _Pietasgruppe_ des 18. Jh. — +Originell aufgebauter _Bildstock_ 1630. + +_OBERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +Kleine, rohe rom. *Dorf-K.* + +_OBERWEIMAR._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Klst.,* M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr +entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewölbter +2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon +Relief des _Jüngsten __ Gerichts._ — _Doppelgrabstein_ des Grafen +Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. _Grabstein_ +des herzogl. Kindes Johann † 1519. — _Altarbild_ von _Cranach d. J._ Reste +von frgot. _Malerei_ in den Fensterleibungen. + +_OBERWIRBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis. + +_OBERZELL_ b. Würzburg s. Zell. + +_OBHAUSEN S. PETRI._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das landesübliche +rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trägt dem +neuen Stil Rechnung. + +_OBSCHITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis. + +_OCHSENFURT._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der +NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den +mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. +Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs. +7jochige Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen +Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine Basilika +beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation durch Überhöhung der +Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverändertem Profil in die +Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches +Maßwerk, vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore +durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der Hochaltar von 1612, der +ähnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; +erhalten das große _Kreuzigungsrelief_. Die Seitenaltäre aus derselben +Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht sehr großes +_Sakramentstürmchen_ 1496. Außerdem _Sakramentsnische_ E. 14. Jh. — +Bronzenes _Taufbecken_ mit reicher, nicht eigentlich lebendiger +Gliederung; in vieler Hinsicht ähnlich dem von _Hermann Vischer d. _Ä. in +Wittenberg von 1457 (der von _Riemenschneider_ gefertigte Deckel nicht +mehr vorhanden). — _Chorgestühl_ E. 14. Jh. (Brüstungswände und oberer +Abschluß neu). — Auf der Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 _Steinstatuen_ +aus 2. H. 14. Jh. — Bmkw. _Holzstatue_ einer schmerzhaften Muttergottes, +geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um +1520. _Holzstatue_ des h. Nikolaus, _Riemenschneider_ nahestehend. + +Neben der Kirche *Michaelis-Kap.* (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung 1473, +Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer _Hans Pauer_ war erster Polier bei S. +Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in +Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt +mit mehr als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und klar mit +fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front +doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im _Tympanon_ Jüngstes +Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar _Steinmadonna_, seitlich 2 +_Holzstatuen_, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten, +von der Würzburger Schule unabhängig. + +*Spital-K.* (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem Chor von +1499. Im _Tympanon_ des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um +1450. — _Spitalhof_ mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551. + +*Kapuziner-K.* 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). _Altarblätter_ von _Onghers_. + +*Kap. S. Wolfgang.* Bez. 1463. — _Hochaltar_ mit nicht üblem Gemälde 1699. +Steinerne _Kanzel_ 1551. + +Die meist starke *Befestigung* aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen Teil +erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch. +Die Mauertürme rund. + +*Rathaus* 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der längeren +Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, _Steinmadonna_ (1498) +an der Ecke — einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß +Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und Ratssaal. +Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener Eicheimer. +Ortsmuseum. + +Stattliche Beispiele von *Amtsgebäuden* aus 1. V. 16. Jh., ehemals +domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. — Am Marktplatz +*Fachwerkhäuser* A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau +von 1717. — Auf dem Markt _Ziehbrunnen_ von 1573. — An der Landstraße +zahlreiche _Bildstöcke_. + +_OCHSENSAAL._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten. + +_ÖDERAU._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Dorf-K.* Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage; +weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den +eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. — _Ausstattung_ +um 1720. — — _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1727. — _Grabstein_ des +Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. — + +*Rathaus* fr. Renss., verändert 1785. + +_OHRDRUF._ Sachsen-Gotha Amtsstadt. + +*Michaelis-K.* 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27 +: 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in einer derselben, und zwar an +der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der +Turm. + +*Trinitatis-K.* 1709. Einfacher Emporensaal. _Grabstein_ 18. Jh. + +*Rathaus* 1546. — *Schloß.* Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten. + +_OLBERNHAU._ K. Sachsen AH Marienberg. + +*Dorf-K.* 1639 und 1790. — _Altargemälde_ von _J. Finck_ 1648. Mehrere +wertvolle _Kelche_, ein Augsburger bez. _A. L._ und ein Freiberger von +_Samuel Klemm_. + +_OLDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Benedikt.-Klst.* bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut) +zerstört. — *Dorf-K.* spgot. + +_OLLENDORF._ Sachsen-Weimar BV Weimar. + +*Dorf-K.* spgot. und bar. — Großer _Kanzelbau_, die ganze Breite des Chors +einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von _Valentin Ditmar_ aus +Erfurt. + +_OELSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Dorf-K.* rom., verändert 1654. Rom. Tympanon. + +_OELSNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K.* Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten +ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest. + +_OEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches _Epitaph_ +des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. — _Bildnisgrabstein_ Hans +Wilh. v. Haßberg † 1555. + +_OPPERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza. + +*Dorf-K.* spgot. mit rom. OTurm. + +_ORB._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Stadt-K.* spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter +polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der +NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an +der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei _Statuen_: Schmerzensmann +(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen _Grabfigur_, 1354. +— _Heiliges Grab_ um 1500. — Aus derselben Zeit stark übermalte +_Wandmalerei_. — Sonstige innere Ausstattung 1683. + +_ORLAMÜNDE._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Stadt-K.*, übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen +Wert. + +*Rathaus* 1493, Uhrturm 1670 + +*Burg.* Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte Kemnate«, +ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der Eingang (für Leiter) 10 m +über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster. + +_ORTRAND._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Stadt-K.* Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch. +Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem rck. Altarhaus hübscher +Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627. + +*Friedhofs-Kap*. mit Epitaph v. Lüttichau 1548. + +_OSCHATZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten 1443; weitere Brände +1616 und 1842; nach dem letzten von _Heideloff_ mit Willkür rest. — +Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender +Hauptchor, rückspringende Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die +Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors eine als +regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang +durch 5 Portale. Am Äußeren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen +Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2 +stattliche WTürme. — Von der ma. _Ausstattung_ wenig übrig: 3 Halbfigg. +von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmäler der +Sp.Renss. + +*Franziskaner-K.* Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen +Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten +Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch. +Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der +Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer +_Taufstein_ aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und +mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — Die Klst. Gebäude nur aus +älteren Abb. bekannt. + +*Gottesacker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch got., auch +mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore im W. Unter den +_Denkmälern_ ist das der Susanna Taucher † 1622, junge Frau mit +Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit. + +*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. die +Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des +Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884. + +*Brunnen* 1588 von _Gregor Richter_. + +*Schloßruine Osterland*. + +_OSCHÄTZCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche +nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende Ärmlichkeit. — _Schnitzaltar_ E. +15. Jh. Ein _zweiter_, besserer, im Stall des Schulhauses. + +_ÖSLAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse die +Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore +mit ungewöhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, +Holz und Stuck; die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls +stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit die _Kanzel_. _Chorbänke_ +um 1700. + +*Herrenhof* 16. Jh. — *Herrgottsmühle,* am Mühlwerk Schnitzerei, bez. +1617. + +_OSSA._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13. +Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. mit Säulenportal; die WWand. — +_Ausstattung_ 1680. Verstümmeltes _Altarwerk_ um 1490. + +_OSSLING._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche _Denkmäler_ aus 18. Jh. + +_OSSMANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein, +Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit. + +_OSTERBURG._ UFranken BA Neustadt. + +*Burgruine.* Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten +auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh. + +_OSTHEIM._ UFranken BA Hofheim. + +*Pfarr-K.* Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. _Kanzel_ 1727. — _Hochaltar_ +1774 mit entsprechendem Gemälde von _Herrlein_. — _Glocke_ 14. Jh. + +*Schmerzhafte Kap*. 1675, noch wesentlich got. + +_OSTHEIM V. D. RHÖN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Stadt-K.* 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit +hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Säulen der +NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das +Äußere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen +ausgeführten Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der +SWand ein eigentümliches _Holzschnitzwerk_: Szenen aus der Geschichte +Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind älter als die um 1738 +ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. — Eine Reihe von +_Bildnisgrabsteinen_ in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans +Veit v. Obernitz † 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573 +als Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl. +Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und Anna v. Ostheim; +G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein † 1575, bez. I. H. 1580; +weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch das +Material, Gußeisen, die Platte des Konrad v. Thüngen † 1626. + +_Befestigter Kirchhof_. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter südl. +in den fränkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft +vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen und +Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1. +H. 15. Jh. + +Von den im 17. Jh. genannten 7 _Adelshöfen_ gut erhalten, der Hansteinsche +aus E. 16. Jh. + +In der Nähe ein runder *Wartturm*. + +_OSTRITZ._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil des 13. Jh., +Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür +das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. — +_Hochaltar_ rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde +ebenfalls von _Leubner_ in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem nördl. +Nebenaltar _Pietas_ um 1480. — _Sandsteinkanzel_ 1609. — Prächtige +_Monstranz_ um 1500. — _Kelche_ des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg +und Prag. — Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh., hervorzuheben +der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld † 1661. + +_OTTENDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — _Altarwerk_ +1591. — *Schloß.* Gemengbau 15.-18. Jh. + +_OTTENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., _Emporen_ mit +Bildern. Gemalte _Glasscheiben_ bez. 1624. — Im Dorf gute +_Fachwerkhäuser_. + +_OTTENHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Weißensee. + +*Dorf-K.* (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage wie +die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. got. Chor. — Ziemlich reicher +spgot. _Schnitzaltar_. + +_OTTERWISCH._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche _Denkmäler_ der +Familie von Hirschfeld 1545-1578. + +_OTTOWIND._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753. + +_OTTRAU._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Kirche,* zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absätzen +errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen +Holzdecke. In den östl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene +Dienste als Träger ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor +schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen +neu. — _Wandtabernakel_ E. 14. Jh. — Spgot. _Wandgrab_ von ungewöhnlicher +Anlage; große, reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt. — +_Ikon. Grabstein_ 1604, roh. — Bmkw. _Kanzel_ von 1544, noch in spgot. +Formen. + +_OTZDORF._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. _Madonna_ aus Holz. +Eine _zweite_ desgl. wenig jünger. _Johannes_, ebenfalls Holz, 2. H. 13. +Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus großer Zeit. + +_OYBIN._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Burg* und *Kloster*. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb. +um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die +Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man +erkennt sie an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. 1319 +gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone +Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nördl. Felsenrand. +1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er +mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384. +1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als +Steinbruch- — _Kirche_. Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut +erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1 +gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem +gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhöhe zurücktritt. +Die NSeite wird durch weitläufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie +gestützt; das obere Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält +Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehöhlt. +Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen. +Die Reste des Maßwerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die +Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von +Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der _Parler_ +gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen. + +*Museum* im Burgsaale. + +*Dorf-K.* 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung. + + + + +_P_ + + +_PAHNSTANGEN._ Reuß ä. L. LA Greiz. + +*Dorf-K.* Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet +die Regel, über dem Altar. + +_PANNEWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Rittergut* 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn- +und Wirtschaftsräume. + +_PAULINZELLA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Benedikt.-Klst.-K.* Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald darauf +verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil +abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den +aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der +stilkräftigsten Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen; +Ruinenschönheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal +vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. — Gegr. vor 1109. Der +bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der +Weihe 1132 mindestens die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des +Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause vollendet +etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. — Die Anlage nach +dem »Hirsauer«, d. i. aus dem burgundischen Cluny herübergenommenen +Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele +Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schluß in 3 +parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsflügel, +die ihretwegen etwas überhöhtes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) +in 8 Arkaden. Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem +Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme vorbereitet, sind +aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als +Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer +sächs.-thüringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An +Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum der Aufbau +als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K. +bei Hildesheim, auch hier unter süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind +ganz zerstört, konnten aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. +Die Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz ihrer +Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der Linienführung zu den +schönsten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die +Eckzähne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims +aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die +Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch Herumführung des +Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das großartige Hauptportal in +Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen Gebiet das erste große +Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die +Bogenläufe in straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich +wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig +entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. Über dem +Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit +der Wand bündigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im +ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt +war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht. +Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen Gliederung (vgl. Talbürgeln und +Petersberg b. Erfurt). — Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom. +Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses +eingebaute) Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der Tonsur. — +Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei. + +_PEGAU._ K. Sachsen AH Borna. + +*Laurentius-K.* Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose, +zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. — +_Sakramentshäuschen_ um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. — +_Grabmal_ des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K., +eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit +schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh., +also Idealporträt. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des +Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich über +das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament +gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfüsse dargestellt) +besetzter Leibrock, roter pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes +Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. — Bibliothek mit +bmkw. Handschriften und frühen Drucken. + +*Rathaus,* erbaut 1559 nach den Plänen von _Hieronymus Lotter_, die Anlage +ähnlich dessen Leipziger Rathaus. + +_PEGNITZ._ OFranken BAmtsstadt. + +*Stadt-K.* Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte +Schnitzereien.« + +_PEISSEN._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. _Taufstein_. + +_PENIG._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Bergkirche.* Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit +7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt; beabsichtigt war eine Halle +mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore ähnlich +Schneeberg. An der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der K. +nicht in Verband ausgeführter Turm. — Großer und prächtiger _Steinaltar_ +1564 von _Christoph Walther_ (gest. von Wolf v. Schönburg), Architektur in +korrekter ital. HochRenss., große Menge von Alabasterreliefs, +protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. — +_Holzkruzifix_ mit alabasterner Marienfigur 1660. — _Taufstein_ 1609 vom +Meister von Seyda (_Ulrich Eckhardt_) _Kanzel_ 1607 von _Nik. Schwarz_. +Hinter dem Altar _Sandsteinepitaph_ Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt +der _Lorenz_ zu Freiberg. _Ikon. Grabstein_ eines Altaristen 1517. Über +der Sakristeitür _Bronzeplatte_ 1530. Bmkw. _Lutherbildnis_ von 1521 +(_Cranach_?). _Reliefbildnis_ Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der +Form _Alberts v. Soest_. — Die Kapelle der NSeite enthielt früher +Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Schönburg. Schönes +_Leichenschild_ des letzten Leisnigers † 1538. _Sandsteinepitaph_ Ph. v. +Hassenstein † 1557. _Sandsteinplatte_ der Gräfin Agnes mit deren +Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Großes +_Renss.Epitaph_ für Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. _Samuel +Lorentz_. _Epitaph_ Ch. H. v. Sch. 1607 bez. _Uriel Lorentz_. Beschädigte +_Sandsteinfig_. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E. +12. Jh. _Altarwerk_ 1510. Interessante _Prozessionsfahnen_. Auf dem +Kirchhof _Erbbegräbnisse_ der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern. + +*Rathaus* 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener +Georgenbaues. + +Vorstadtkirche *Altpenig*. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schönes +Portal, E. 12. Jh. + +_PETERSBERG B. ERFURT._ Prov. Sachsen. + +*Benediktiner-Klst.-K*. Brände der älteren K. 1069, 1080, Neubau der +bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders _Ditmar_ 1103, als +ältester Bau der »Hirsauer Schule« in Thüringen. Weihung der östl. Teile +1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe +1147. Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende +Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, bis auf +den Brand bei der Beschießung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des +Msch. und Qsch., sowie die Türme abgetragen und die Kirche als +Militärmagazin eingerichtet wurde. Durch Größe und technische +Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau +Thüringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. — Flachgedeckte +Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema. +Dahin gehört auch die starke Streckung der Längsachse (79 m) d. i. etwas +mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von +schmalen Nebenchören, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung, +zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das östl. Ende +der Nebenchöre schließen sich Türme, deren Erdgeschoß sich gegen jene als +Kap. öffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine +gerade Abschlußlinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis +vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel des Qsch. +etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis +eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundrißstellung mit +sorgfältig durchgeführtem quadr. Schematismus. Die beiden östl. Arkaden +des Lhs. waren zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche +der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne); außer durch zu +vermutende Schranken war die Grenze durch stärkere Bildung der Pfll. +bezeichnet; über ihnen im Hochschiff ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg. +Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der +Tonne gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete +eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren im Gr. etwas über die +Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben für das Laienschiff +7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken +Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des +Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache +Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer nach attischem Profil; gegliederte +Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese +Eigentümlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln, +Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten rippenlosen +Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. — Das Äußere erhält durch sein +vollendet schön behandeltes Großquaderwerk (eine Errungenschaft der +Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und +zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale Würde. +Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse nur die O und +SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren +Abschnitt (etwa 2/5) gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus +dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Würfelkaptt. +erheben; besonders energisch empfunden und mit größter technischer +Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß durch Schachbrettfries und stark +schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe +Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert um das +Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der +Apsiden — ein nach den ma. Baugewohnheiten ungewöhnlich strenges +Gleichmaß. Ungewiß bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie +schon in spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der +Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am +Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem +Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die +OstTürme zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei +Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz +beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80; +Obergeschosse Fachwerk. — Die _Ausstattung_ war in der letzten Zeit des +Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine) +nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte Grabstein des +Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein +_Kreuzigungsrelief_ außen neben dem SPortal, dem Meister des +Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh. + +_PETERSBERG B. FULDA._ RB Cassel Kr. Fulda. + +Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und +hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich +architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die +Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen Kappen. Marmormensen mit +Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen +Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh. +eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen, schlicht, fast roh +ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht näher zu bestimmender Zeit; +1479 1sch. umgebaut. Achteckiger Vierungsturm 12. Jh. — Rom. +_Steinreliefs_: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht +so alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh. + +_PETERSBERG B. HALLE._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Benediktiner-Klst*. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch. +unter Abt Eckehard 1184. — Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema. +Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen +ausgeführt die Apsidiole am nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt. +Die Nebenchöre mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind +später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch diesen Umbau die +Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach außen +unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem +rom. Stil sonst fremde Gestaltung. — Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend +schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau +erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem Gr. und endet in +ein Satteldach. Nach innen öffnete er sich mit Empore. — Außen die älteren +WTeile sehr formenarm, die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende +Rest. von _Quast_ 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal des +NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt +(hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren, Maria mit Engeln. Ein +zweites hat am Gewände je 3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die +Türöffnung von Perlstab umsäumt. — Im 13. Jh. erhielt die K. ein +großartiges _Denkmal_ der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus +Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567 +hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in +der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. — Am +_Konventsgebäude_ schöne Details aus A. 13. Jh. + +_PETTSTÄDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; Spuren +einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. — _Sakramentsnische_ +und _Schnitzaltar_, auf den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. +Jh. + +_PFAFFENDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Schloß.* Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter +Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade. + +_PFAFFRODA._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Dorf-K.* 1645 erneuert, architekturlos. — _Taufstein_, am Fuße 4 der im +Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf den Köpfen, 1655. + +_PFARRWEISACH._ UFranken BA Ebern. + +*Pfarr-K.* 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze +Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. _Epitaphien_ der +Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530). + +_PFERDINGSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* spgot. — Großer _Schnitzaltar_, die _Gemälde_ »interessant«. + +_PFORTA._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +Ehem. *Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta* gegr. 1136, seit 1543 Sitz der +berühmten Schule. — Der künstlerische Charakter des Kirchengebäudes wird +wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268 +(I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis +auf den östl. und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund +gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung anzusetzen; +also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß für Deutschland das älteste +Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf. +Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite +des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt +sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den gleichzeitigen +Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist die älteste Fassung des +Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte stützenwechselnde +Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und +voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff +abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je +eine Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich +niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile +der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. — Der got. Umbau begann nach +M. 13. Jh. mit der Einwölbung des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich, +romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen; +nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger +angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal überarbeitet. — +_Chor_. Inschr. am südöstl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung +1251. Anlage und Ausführung zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des +Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr. +ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß. Das Erdgeschoß, +(4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen, +Piscinen und Wandschränken. Das Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der +2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren +Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln keilförmig +verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig +(Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Maßwerk aus Dreipässen, +schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlußsteinen reiches naturalistisches +Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System +im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die über den +alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis +und S. Margarethe) und über diesen ist die Fensteröffnung als reich +gemusterte Rose gestaltet. — Im Gegensatz zum vornehm formenreichen +Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche +gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll. +ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. — +Verhältnismäßig unerfreulich wirkt das _Langhaus_; Altes und Neues sind im +Umbau ungeschickt verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte +Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten mit +der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze höhere Kämpfer hat +als die Hauptstütze, woraus für die Arkadenbögen ungleiche Schenkel +entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an +diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf +Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene +Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). Das äußere System +hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer +stoßen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren +gebundenen Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung um +2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. um das Qsch. — Die, +wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat außerdem das +Eigentümliche, daß sie allein auf das Msch. komponiert ist, während die +Sschiffsfronten zurückspringen und durch wagerechten Abschluß mit +abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist +also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit +vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal +zurückspringende Stockwerke: zu unterst großer Nischenvorbau, in dessen +Hintergrund das an sich einfache Portal und über diesem an der Wand eine +Statuengruppe; im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu +oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit +reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie +überzeugend auszugestalten, reichte die künstlerische Kraft des Meisters +nicht hin (von den Einzelheiten Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). +Völlig ungenügend waren dann die Hände, denen die Ausführung des +Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle +spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, daß der +große Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte. + +_Innere Ausstattung_. Spärlich erhalten; bedeutender nur der prächtige +Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter +den _Grabdenkmälern_ das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v. +Meißen † 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig +wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an +den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß, in den 14 Nischen das +leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk läßt hohe +Tüchtigkeit der Ausführung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen +Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters +Heinrich Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger +Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines +»bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl. +der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmälern. — Sonst zu +beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom. +Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt; +Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein +(Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger Typus vermuten. +Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit. + +_Klausur_. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall, +auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der Zeit völlig +entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die nördl., südl. +und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. +und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden +auf Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene +Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewölbt. Das +Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ältere +Kunstformen. — Die _Abtwohnung_ lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß +des späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die _Abtskapelle_, eine +der feinsten Leistungen des Übergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von +einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thüringisch. +Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10) +Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden ein reicher Apparat +gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit +der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die +Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe +durch Okulus. — Aus rom. Zeit noch die _Klostermühle_, wenn auch stark +verändert. — _Friedhofslaterne_ südöstl. vom Chor, gestiftet 1268, +archäologisch eine große Merkwürdigkeit. — _Betsäule_ 1521, das Bildwerk +stark verwittert. — In der Schulbibliothek _Bilderhandschr._ (Augustin) +des sp. 12. Jh. + +_PFÜNDHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung +gleichzeitig. + +_PFÜTZENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz. + +_PHILIPPSTAL._ RB Cassel Kr. Hersfeld. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser +Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schließen mit +1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der +quadr. Vorchor und große 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem +ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6 +gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt; +Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme und zwischen ihnen +Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll. +in 3 sich stark verjüngenden Geschossen. — In got. und neuerer Zeit das +alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. — In der westl. Vorhalle +landgräfliche Familiengruft 1743. — Die Klostergebäude zu landgräfl. +*Schloß* umgebaut. + +_PILGRAMSREUTH._ OFranken BA Rehau. + +*Pfarr-K.* 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt. +_Sakramentshäuschen_ spgot. _Hochaltar_ 1710. + +_PILLNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Bergkirche* 1723 von _Pöppelmann_, einfaches Rck. mit Flachdecke und +Emporen; _Altarbau_ aus Sandstein mit großem Relief um 1650, das Ornament +in sog. Knorpelmanier; großes _Epitaph_ eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh., +Schule des _Hans Walther_; _Grabstein_ v. Loß 1609; _Grabstein_ eines +Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; _Gedenktafel_ für +Sophie v. Bünau 1640. + +*Schloß*. Der _alte Bau_ (1610-33) brannte 1818 ab. _Wasserpalais_ +(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken 1720 von _Pöppelmann_ +und _Longuelune_; das als große Hohlkehle gebildete Gesims und die über +den Mittel- und Eck-Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit +phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. — Eine symmetrische +Wiederholung das _Bergpalais_ 1723. — _Flügelbauten_ 1788-91 von _Exner_ +und _Weinlig_. — Das _neue Palais_ 1818-26. — Die _Orangerie_ nach 1731, +wahrscheinlich von _Longuelune_. — Der _englische Pavillon_ (im englischen +Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art _Weinligs_. Daneben +Statue einer Vestalin 1781 von _Trippel_. — _Chinesischer Pavillon_ 1804. + +_PINZBERG._ OFranken BA Forchheim. + +*Kirche.* 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof +umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar. +Glockenturm dient als Tor. + +_PIRNA._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K. S. Marien.* Schon die vorangehende K. war bedeutend; die +Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau +der unregelmäßig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546. +— Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen gerade +mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange +Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schmäler +als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die +8eckigen Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum +Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der +Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt; Grundform des Gwb. +1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch., +Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgelöst +und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene Reihungen«) gebracht, etwa +an Hobelspäne erinnernd; die tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als +Baumstämme charakterisiert; »wilde Männer« klettern an ihnen empor; die +Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern des Lhs. +befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal, +mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als +Beispiel spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An der +NSeite Renss.Emporen von 1570. + +_Altarwerk_ aus Sandstein 1611 von _David Schwenke_, Skulpturen von +_Antonius v. Saalhausen_; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und +Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung; +in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn, +seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des +Obergeschosses die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld +Christi Himmelfahrt. — _Kanzel_ aus Sandstein 1543 verkünstelt spgot., +Schalldeckel 1576. — _Taufstein_ 1561, Fuß 1802 (der alte zeigte +Kindergruppen wie in Annaberg). — Unter den zahlreichen _Grabsteinen_ und +_Epitaphen_ mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L. +Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, höchst +lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nüchtern. Unter den Grabsteinen an der +Außenwand hervorzuheben H. W. v. Schönberg † 1645. — _Epitaphgemälde_ von +_H. Göding d. Ä._ [_Antependium_ aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt +Altert. Ver. Dresden.] — An den Gwbb. großer _Gemäldezyklus_ aus M. 16. +Jh., »ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit«. +— _Orgel_ 16. Jh., verändert 1678. — _Glocke_ 2. H. 14. Jh. + +*Dominikaner-Klst.* Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 : +12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstört). Im Schiff +8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich +skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kämpferpunkt an den Pfll. +selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke +angefügte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige +Kapitelhaus. + +*Rathaus* spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten +Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses. + +*Privathäuser.* Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte Sachsens vom +Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. _Spätgotisches_ z. B. Markt 3 und +46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. — Aus +_Renss._ besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den +Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit dem +Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt +12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schloß; Ecke +Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, +Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, +Schustergasse 2 von 1676. _Rokoko_: Langestr. 10, Badergasse 5. + +*Schloß Sonnenstein*, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten kaum etwas +erkennbar. + +_PLASSENBURG B. KULMBACH._ OFranken. + +Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, _Caspar Vischer_ unter Mitwirkung +der Württemberger _Alberlin Tretsch_ und _Blasius Berwart_. Hauptbauzeit +1559-1569. Die berühmten Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das +meiste künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof +Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im +mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Roß; +Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstücke der +ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die großartige Wirkung der +letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen +Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an den Flächen +über und über mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend +der NFlügel, der ehemals den großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme +mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache +Massen. + +_FLAUE._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. + +*Liebfrauen-K.* mit rom. Resten. Ruine *Ehrenburg*. + +_PLAUEN._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal +und die kleine Sakramentsnische. + +_PLAUEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Johannis-K.* Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und die OWand des +Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von +Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach +Brand 1548. — In die _Superintendentur_ eingebaut die Reste des +Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung. + +*Gottesacker-K.* (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld der +älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und +vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. — Kleiner +4flügeliger _Altar_ aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von +_Valentin Silbermann_, die feinen figürlichen Reliefs um 1500. + +*Rathaus* letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v. +Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie die Schlösser in +Sachsenburg und Netzschkau (_Hans Reinhart_). Der breite Backsteingiebel +nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Höhe wachsende +Pilasterordnungen, Eckfüllungen in Wellenlinien. + +_PLÖSSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter +Altarhaus und 1/2 kr. Apsis. + +_PÖDELISL._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten +Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich +reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht bar. Schiff. — +_Schnitzaltar_ bez. _H F_ und _Pflugschar_ (derselbe Meister in +Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz in Naumburg). + +_PODELWITZ._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im +19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und dadurch von einem leider nicht +mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles. + +_PÖHL._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61. + +*Schloß* 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte +Halle. _Gemäldesammlung_. Bmkw. ein reicher Rahmen von _J. H. Böhm._ + +_POLENZ._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß.* E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und +Treppenhaus. + +_POLLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Würfelform. Spgot. +_Schnitzaltar_. + +_POMMERSFELDEN._ OFranken BA Höchstadt + +*Pfarr-K.* 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische _Grabsteine_ +1543-1685. Einer um 1560 von _Peter Dell d. J._ + +*Altes Schloß*. Wasserburg des 16. Jh. + +*Neues Schloß Weißenstein*. 1711 bis 1718 für Lothar Franz v. Schönborn, +Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von _M. v. Welsch_ +in Mainz, Ausführung von _Joh. Dientzenhofer_ in Bamberg. Nach Größe und +Wert einer der vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant +für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts Marquardsburg). Gr. +in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den großen Hof der +Halbkreis der Stallungsgebäude. Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch +einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau +durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27 +Achsen, an den Flügelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten +Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je +nach der Bedeutung des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach. +Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal, +beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das _Treppenhaus_ war, bevor die +Neumannschen Schloßbauten es überboten, das großartigste in Deutschland +und wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat sich näherndes +Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien +Mittelraum in 2 Läufen sich entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten +Obergeschoß; zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum +obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem +kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal +gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, +als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im _Festsaal_ ein schwerer, +zugleich unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen; +das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr +große, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle führt +zum freskierten Spiegel über. Unter den übrigen Räumen ist das +Vorhandensein einer Galerie für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren +Gemächer haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten) +verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen +Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. — Der prächtige im +Zirkel laufende Marstall 1717 von _Welsch_. Für andere Nebengebäude _B. +Neumann_ zu Rate gezogen. — Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie +sind A. 19. Jh. »englisch« umgearbeitet. — Die große, früher über +Deutschland hinaus berühmte _Gemäldegalerie_ hat M. 19. Jh. ihre +wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer +beachtenswert. + +_POMSSEN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* rom. Anlage. — Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein +malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für sich bmkw. Großes +_Sandsteinepitaph_ der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler +dieser Familie bis 1725. + +_PONICKAU._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm von 1726. — +_Flügelaltar_, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh. + +_PONITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.*, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. — +Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss. + +*Schloß,* 1574, stattliche Außenerscheinung. + +_PORSTENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Schloß.* Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe +meist aus 18. Jh. + +_POSA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben für +den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau übereinstimmende +Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt +mit Talbürgel. WTürme durch Merians Stich bezeugt. + +Am WAbhang des Berges rom. _Palas_, von den Rundbogenfenstern nur eines +unvermauert, mit schöner Mittelsäule. + +_POSSENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige +Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten +Schlußsteine. + +_PÖSSNECK._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Stadt-K.* spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe beraubt. + +*Rathaus.* 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in +eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik und früher Renss. +(A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glücklichem +Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; über den +Treppenläufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel, +staffelförmig ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die beiden +großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von +Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenförmig geschlossener +Blendbögen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst +aber wenig von älteren Kunstformen erhalten. + +*Wohnhäuser.* Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal von 1565 noch +ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer +am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564. + +*Marktbrunnen* 1522 mit der Statue des hl. Mauritius. + +Bmkw. *Friedhof* mit K. und vielen Denkmälern des 17. und 18. Jh. + +_POSTERSTEIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* spgot. und 17. bis 18. Jh. — Bmkw. die reich geschnitzte +_Herrschaftsempore_ 1689 und der _Altaraufbau _ aus derselben Zeit. + +*Schloß.* Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich 16. Jh., +umlagert einen großen ma. Turm. + +_PÖTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.* Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. — Bmkw. spgot. +_Schreinaltar_. + +_POTTENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz. + +*Pfarr-K.* Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?) Formen erhielt«, +Ausstattung bar. — *Schloß.* + +_PREDEL._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm +Fr.Renss. — _Schreinaltar_ um 1500. + +_PRESSECK._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* Chor got., Sch. bar. + +_PRETTIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Stadt-K.* Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3 +Gewölbejochen. — Großer _Schnitzaltar_ um 1500, nordwestdeutsch, oder +niederländisch, 1614 von der Kurfürstin Hedwig, einer dänischen +Prinzessin, geschenkt. + +Runder got. *Torturm* in Backstein. + +_PRETZFELD._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Kirche* 18. Jh. unbedeutend. + +*Schloß* 16. Jh. auf ma. Grundlage. + +_PRETZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. + +*Stadt-K.* 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. — _Altar_ 1652 von _J. G. +Kretschmer_ aus Dresden. _Gemälde_, Kreuzigung, von _D. Heuer_ aus +Leipzig. _Grabmal_ der Königin Eberhardine. Arnimsche _Epitaphe_ 18. Jh. +Außen am Turm Rittergrabstein 14. Jh. + +*Schloß* 1634. + +_PRICHSENSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Ein altfränkisches *Stadtbild*, an dem man, wenn sich die Gelegenheit +bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer Weiher. Fast der ganze +Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2 +runden Flankentürmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen +großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk. + +*Kirche* urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne Interesse, +doch enthält sie eine originelle bemalte _Steinkanzel_ des 17. Jh. + +_PRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack +niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders die +herrschaftlichen Betstuben. Die _Gemälde_ von _Johann de Perre_ aus +Antwerpen, ansässig in Leipzig. + +_PRIETITZ._ K.Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* 1881 fast ganz erneuert. — _Altar_, gute Tischlerarbeit von +1646. _Denkmäler_ des 18. Jh., über die in der Lausitz recht gute +Durchschnittsqualität noch hinausgehend. + +*Herrenhaus* (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe, u. a. von _Anton +Graff_ und _Chr. Leberecht Vogel_. + +_PROBSTZELLA._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* wesentlich 1755. — _Altarwerk_ fränkisch um 1500. + +_PROFEN._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. — Ausstattung in guter +Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger Polychromie. + +_PRÖLSDORF._ UFranken BA Haßfurt. + +*Pfarr-K.* 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der +Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. — Im Pfarrhof bmkw. _Kaselkreuz_ +15. Jh. + +_PROSSELSHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Posthum got. Neubau 1614. — Derb wirkungsvolle Ausstattung um +1700. — _Dorfbrunnen_ unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach. + +_PROZELTEN_ siehe Stadtprozelten. + +_PULSNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Pfarr-K.* Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. — +Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler der Barockzeit. + +*Schloß* (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen +des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben. + +*Rathaus* schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh. + +_PURSCHENSTEIN._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Schloß* aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von +5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt; davon jetzt nur einer erhalten; +sonstige Kunstformen spärlich. + +_PUSCHENDORF._ OFranken BA Höchstadt. + +*Pfarr-K.* 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus Holztonne. +Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer +Innenraum. 3 _Schnitzaltäre_ aus der Erbauungszeit. Gemalte +_Wappenscheiben_ nürnbergischer Familien. + + + + +_Q_ + + +_QUEIENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster +in got. Formen. — Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals +berühmten _Wallfahrts-K._ + +_QUERFURT._ Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt. + +*Stadt-K.* Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch +Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., welche die +Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm +gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. — Großer bar. _Altarbau_. + +*Friedhofs-K.* Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen _Epitaphen_. + +*Rathaus.* Schlicht sprenss. + +*Schloß.* Weitläufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- und +Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter +runder Bergfried (der »dicke Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5 +Mauerstärke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom +Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im +weitläufigen Bering freistehende _Kapelle_ etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor +normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung, +im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die schlichten rom. +Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. Über der +Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. — Grabkapelle E. 14. +Jh. _Tumba_ des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das +Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwürdiger +Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in +Pforta. + + + + +_R_ + + +_RABENECK._ OFranken BA Pegnitz. + +*Burg.* Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine. + +_RABENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz. + +*Burg* mit Wappenstein von 1495. + +_RABOLDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Homberg. + +*Dorf-K.* Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604 und seiner Ehefrau +Ch. v. Berlepsch. + +_RÄCKNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Denkmal* für General Moreau † 1813. + +_RADEBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Stadt-K.* Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. — _Kanzel_ und +_Taufstein_ 1730 von _J. C. Feige_. + +*Schloß.* 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem +Kreise des _Hans Schickentanz_, erneuert 1628 durch _Ezechiel Eckhardt_. — +Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin +interessante Beispiele der Dresdener Frührenaissance. + +_RADEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.* Turm sprom., Sch. spgot. + +_RADIBOR._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Kirche* neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke 16. bis 18. +Jh. — _Holzplastik_ in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh., +ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite +desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und +gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480 +u. a. m. + +*Schloß* 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte +Lichthof und Treppenhaus. + +_RADMERITZ._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* Turm 1702. Ansehnliches _Grabmal_ des J. v. Ziegler, Stifters v. +Joachimstein † 1734. Ausstattung um 1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744. + +_RALBITZ._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch +katholisch. — Im Dorf _Dreifaltigkeitssäule_. + +_RAMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Schloß.* Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren +Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil +der Seitenwände bedeckt mit biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem +Bildwerk«. + +_RAMMENAU._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Schloß* nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die +Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Geräumiges, +vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art _Oesers_. Die +sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten +Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700 +und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer. + +_RANDERSACKER._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut +erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewöhnlich reicher Gliederung, +die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. — Ausstattung um +1700. Auf den Seitenaltären _Gemälde_ von _Oswald Onghers_, 1683 und 1704. +Seinsheimsche _Grabsteine_ E. 14. Jh. — _Friedhofsbefestigung_ nach 1609. + +Großer *Zehnthof* des Würzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332, +verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte _Häuser_ 16.-18. Jh. Am +Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, Schule _Neumanns_. — +_Bildstöcke_ in großer Zahl, meist 17. Jh. + +_RANIS._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Stadt-K.* spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der +ehemals reichen Ausstattung wenig übrig. + +*Schloß,* got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch. + +_RASDORF._ RB Cassel Kr. Hünfeld. + +*Pfarr-K.* (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh., +im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und spgot. Nachbesserungen. — +Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile +spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt +im Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe +Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau +(verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens +beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb. +Über der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine +steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der Chor mit 5/8 +Rippengwb. — Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms über 50 m. + +_RATENDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm +über dem Chor. — _Schnitzaltar_ 1510. + +_RATSFELD._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen. + +Fürstl. *Jagdschloß* 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in strengem +Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut. + +_RATTELSDORF._ OFranken BA Bamberg I. + +*Pfarr-K.* 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen und +erneuert. + +_RAUENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. + +*Dorf-K.* 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh. + +*Burg* erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer +Durchbildung. + +_RAUHENECK._ UFranken BA Ebern. + +*Burgruine.* Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas noch rom. +Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut erhalten. + +_RAUSCHENBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Pfarr-K.* 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst den +nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf +Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck. +Kreuzgwbb., Fenster nur an der südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt; +renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in +gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. — _Ikon. Grabstein_ 1584. — +_Holzstatuette_ der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. — _Kruzifix_ +aus gleicher Zeit. — _Altarflügel_ um 1400. + +*Burgruine.* Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh. +interessant in Anlage und Einzelheiten. + +_REDWITZ._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Pfarr-K.* E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem +Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche. Rundpfll. mit einfachen +Kaptt. Kreuzgwbb. — Hübsches _Sakramentshaus_ 1498, ca. 4 m h. Außen +_Ölberg_ 2. H. 15. Jh. + +*Kathol. K.,* gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia. + +*Rathaus* umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509, +1593, 1642. + +_REGENSBERG._ OFranken BA Forchheim. + +*Schloß* ziemlich erhalten. + +_REIBERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. Kanzelaltar +1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. Gräfl. Einsiedelsche Gruft +1746. + +*Schloß* 1763 von _Andreas Hünigen_ in Zittau. Uförmige Anlage, die kurzen +Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus +zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Prächtige +Empiremöbel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf +Joh. Georg v. E. von _A. Graff_, Graf Heinrich v. E. in der Art _J. F. A. +Tischbeins_. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden Stücken. — Die +ursp. französische _Parkanlage_ in der englischen Umwandlung noch zu +erkennen. Reizender _Gartentempel_ von _Eschke_ 1796 (etwas verändert +1830). + +_REICHELSBERG._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Burg.* Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525 +zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit der Anlage deutet auf +späteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtürme. + +_REICHELSBURG b. AUB._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Burgruine.* + +_REICHENAU._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1690 von _Heinrich Proscher_. Weiträumiger Saal mit Doppelempore +und flacher Holzdecke. Reste von spgot. _Altarplastik_ [z. T. im Dresdener +Altert.-Ver.]. _Altar_ 1819, die _Holzfigg_. von _Gareis_ in Ostritz. +Prächtige _Orgel_ 1769. + +_REICHENBACH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor +quadr., überall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen +wechseln mit 1 Pfl. + +*Burgruine.* + +_REICHENBACH._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* 1720 mit rom. Mauerresten. — Schönes _Altargerät_ E. 17. und A. +18. Jh., augsburgisch. — _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1725. + +_REICHENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. — 2 Taufsteine, der eine rom. +13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. — _Denkmäler_: 1621 Kind von +zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch. + +_REICHENBERG._ UFranken BA Würzburg. + +*Schloß,* seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im Bauernkriege +whgest. im 17. Jh. + +_REICHENFELS._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Burgruine* 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden. +Museum des _Voigtl. Altert.-Ver._ mit Resten von spgot. Altarplastik. + +_REICHMANNSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* 1607-15. + +*Burgruine.* Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben teilweise +erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen, südl. Bergfrieds. +14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut. + +_REIDEBURG._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm. + +_REIFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +Ehem. *Cisterc.-Klst*. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im +Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste des got. Kreuzgangs. +Klostergebäude bar. mit stattlichem Treppenhaus. + +_REINHARDSBRUNN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Herzogl. Schloß* an Stelle eines einst hoch berühmten *Klosters*; gegr. +im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von +_Grabsteinen_ thüringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer † 1123 +zurückgehend, jedoch sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach +derselben Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei +Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meißen. +Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände, beide nicht ersten Ranges, +zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III., +Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der +Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen † 1324, +einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach. + +_REINHARDTSDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schönem Portal, +bez. 1675. + +_REINHARDTSGRIMMA._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten; ungewöhnlich +langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. — Sandsteinaltar mit +Abendmahlsrelief 1601. Orgel von _Gottfr. __ __ Silbermann_ 1731 — _Ikon. +Doppelgrabstein_ für H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller +Charakteristik. + +*Schloß* 1767 in der Richtung _Knöffels_. Im Park Marmordenkmal für Anna +v. Bülow von _L. Grossi_ 1790. + +_REINHARZ._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. + +*Kirche* 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung. + +*Jagdschloß* für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Großer +Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger Turm mit +Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer. +Altmeißener Porzellan. + +_REINHOLTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar. + +_REINSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +Ehem. *Klst.-K.,* gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als +evang. Pfarr-K. umgebaut. — _Tympanon_, Maria zwischen Engel und Bischof, +A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich +stuckiert, weniger gut die Gemälde. + +_REINSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Kirche* spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got. +_Schnitzaltären_. _Grabsteine_ v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten. + +*Burg* in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem spgot. +Aufbau gut erhalten. + +_REITZENGESCHWENDE._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Dorf-K.* 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem +Geschmack. — _Bauernhäuser_ im Blockverband. + +_REITZENSTEIN._ OFranken BA Naila. + +*Schloß* 1557 an Stelle älterer Burg. + +_REMLINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +Sog. *Würzburgerschloß,* erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim. +Typische Wasserburg, unvollständig erhalten. + +*Kastellsches Schloß*. Komplex einfacher Bauten um 1560. + +_REMSE._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Dorf-K.* Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch +rom. Steinempore (Reste) könnte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt +sein. — *Kloster*. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen +Kreuzgwbb. Bestimmung ungewiß. + +_RENGELRODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau. + +_RENGERSBRUNN._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar _Holzfigur_ der Madonna um +1460. — Gute _Kanzel_ in der Art der _Bossiarbeiten_, E. 18. Jh. — +_Hochzeitsbecher_, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. — +Großes prächtiges _Ciborium_, würzburgisch, um 1720. + +_RENTWEINSDORF._ UFranken BA Ebern. + +*Pfarr-K.* Große Anzahl von _Epitaphien_ der Freih. v. Rotenhan, darunter +gute Renss. Arbeiten in Sandstein. + +*Schloß* (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem +Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter bambergisch. Im Schloßpark +schöne _Orangerie_ um 1750. Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und +Wehrbauten des _alten Schlosses_ um 1520. + +_REPPERNDORF._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh. +— _Altar_ 1608 mit _Gemälden_ von _Hans Haunisch_. + +_RETZBACH._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1736-40 von _B. Neumann_. Typisch für die kleineren Landkirchen +des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern, +eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten +Sandsteinpilastern. — _Altarblatt_ von _Zaner_ 1741. — Prächtiges +_Rok.Ciborium_ um 1770 bez. _D_ (_Joh. Dörffer_ in Würzburg). Schöner +_Kelch_ 15. Jh. + +*Wallfahrts-K.* Chor 14. Jh., Lhs. 1625. — _Gnadenbild_ der Madonna 14. +Jh. — Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen. + +*Rathaus.* Hübscher Fachwerkbau um 1574. + +_RETZSTADT._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Geschoß +gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit zierlich behandelten Säulchen aus +sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines +Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg. +phantastische Tierfigg. — _Deckenbilder_ von _S. Urlaub_ 1728. +_Hauptaltar_ vom Schreinermeister _Joh. Uhl_ (der Riß von _B. Neumann_ +approbiert). _Monstranz_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1793. +_Prozessionstafel_ (»Blutschild«) aus Silber, um 1700. + +Gute *Fachwerkhäuser,* meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. — +Mehrere _Bildstöcke_ 18. Jh. + +_REUCHELHEIM._ UFranken BA Karlstadt. + +*Dorf-K.* Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die _Altäre_ in derbem +Rok., dekorativ von famoser Wirkung. _Deckengemälde_ bez. _J. P. Herrlein_ +1753. + +_REURIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K. +Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament +bemalte _Bretterdecke_ bez. 1596. + +*Burg,* ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh. + +_REYERSBACH._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* Sehr feine _Rokokoaltäre_ (aus Kloster Bildhausen stammend). + +_RIEDE._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Schloß.* 16. Jh. Noch bewohnt. + +_RIENECK._ UFranken BA Gemünden. + +*Kreuzkapelle* um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem +_Relief_ der Kreuzigung, bez. 1628. + +*Burg.* Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und +der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der +WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13. +Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen +Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m +erreicht, oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m, +Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen +Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Säulen, auf +denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundriß; +die Säulen haben attische Basis mit den zum Überfang umgebildeten +Eckblättern der Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried, +ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres +Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig, +flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, später eingefügt, 2 gute +_Grabsteine_ des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und +seiner Frau. + +_RIESA._ K. Sachsen AH Großenhain. + +Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend +erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der +Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E. +16. Jh., jetzt *Rathaus.* Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr. +Turm. + +_RIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1682, rom. OTurm. + +_RIMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* spgot. — _Schnitzaltar_ von besserer Qualität, v. Hansteinsche +_Grabsteine_ roh. + +_RIMPAR._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* 19. Jh. _Sandsteinaltar_, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen +des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8) +_Bildnisgrabsteine_ der Grumbach; hervorzuheben Eberhard † 1487, mit +Unrecht _Riemenschneider_ zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527, +Kunigunde † 1507. + +*Schloß.* Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich +Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz +machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Außenecke mächtiger +Rundturm. Das Äußere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 +Repräsentationsräume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte +Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter Figurenfries in Stuck +mit Szenen aus der römischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im +Ornament Floriselemente. — _Lusthaus_ des Schloßgartens, seiner Dekoration +beraubt (Mädchenschule). + +*Rathaus* 1614. — Menge von _häuslichen Heiligenbildern_ und +_Bildstöcken_. + +_RITTERSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. _Altarbau_ von +_Winterstein_, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen Gruppe +zusammengeschlossen. — Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh. + +_ROCHLITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Petri-K.* Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll. +1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche, +das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. _Taufstein_ 1548 +noch mit got. Ornament. + +*Kunigunden-K.* von _Arnold v. Westfalen_ (dem Meister des Meißener +Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der Petri-K., nur der Schluß +aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der +später angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um +diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den +hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme niedrige Hauben erhielten +(vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die +Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, +dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander an den +Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flächen kleine Figürchen +hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. Nach alter Zeichnung war auch eine +Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der +ganze Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. — +Großes _Altarwerk_ um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flügel, mit der +Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der +Hospital-K.] — Im Chor Reste von _Glasmalerei_ um 1500. + +*Schloß* sehr reduziert; einzelne Teile Werk _Arnolds v. Westfalen_, +_Museum_ mit örtlichen Kunstaltertümern. + +_ROCHSBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger +Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes _Freigrab_ des Wolf v. Schönburg +† 1581 und seiner Gemahlin † 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die +zwölf Apostel, oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen. + +*Schloß.* Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen 4eck. Hof, +ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch interessanter der Ausbau +1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch _Arnold v. Westfalen_. Rest. nach +Bränden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes _Altarwerk_ 1576, die 10 +steinernen Reliefs von _Andreas Lorentz_ aus Freiberg. In einem Nebenraum +_Schnitzaltar_ von 1522. + +_RÖCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm und spätestgot. Chor. + +_RODA._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.*, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem Meister der +Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in Kohren tätig war. + +_RODA._ Sachsen-Altenburg. + +*Kreuz-K.* Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen. +Durch häufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden. + +*Stadt-K.* E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen (21 m +Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von +außen; flache Decke; der polyg. Chor spgot. + +*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die +OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter +von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die +Langseiten könnten dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2 +gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem +_Madonnenrelief_. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit +Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg. + +_RODACH._ Sachsen-Coburg Amtsstadt. + +*Stadt-K.* Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche, polyg. +geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert; seitlicher Turm +1471. — Reste der *Stadtbefestigung* von 1550. + +_RÖDELSEE._ UFranken BA Kitzingen. + +*Kath. Pfarr-K.* 1779. + +*Prot. Pfarr-K*. 1770. + +Stattliche Profanbauten: das _Crailsheimsche Schloß_, der _Ebracher +Zehnthof_ (beide ca. 1600) und das gräfl. _Castellsche Zehnthaus_ (Gasth. +zum Löwen) von 1648. + +_RÖDERAU._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* 1786-1817. + +_RÖDERSDORF._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Dorf-K.* Spgot. Mehrere _Schnitzaltäre_. + +_RODERSDORF._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Kirche,* ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore. +Die kunstvolle _Altarbekleidung_ ursp. für die Feldgottesdienste Gustav +Adolfs von Schweden. — Gute schmiedeeiserne _Grabkreuze_. + +_RODEWISCH._ K. Sachsen AH Auerbach, + +*Petri-K*. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Löblicher +Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden. + +_RODIGAST._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Anlage rom. + +_ROHR._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. (von Fulda abhängig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt +Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Hälften +geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore über hölzerner +Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein +quadr. Turm. + +*Dorf-K.* Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte S. Michaelis-K. +(Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hügel haben an eine +ehemalige heidnische Kultstätte denken lassen.) Ältester Teil die Krypta; +Gr. überhöhter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als +Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in +primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte Gwb. ruht auf 4 +formlosen Pfll.; die Steine über der nördl. Stollentür zeigen Riefelung. +Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. — Die K. rck. +28,7 : 8,7 m. Form und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere +Klst.-K. war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster übrig +gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. — Befestigter Kirchhof, +Wall, Graben, Tor; letzteres rom., später mit neuem Wehrturm überbaut; +davor eine Art Zwinger mit Vortor. + +*Baderei,* reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes Hoftor mit +Sitzkonsolen 1619. + +_ROHRBACH._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1778 von _Geigel_. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die +_Altarfigg_. in der Richtung _P. Wagners_. Bmkw. _Monstranz_ und _Kelche_ +von _Stipeldey_ in Augsburg 1797. + +*Kreuz-Kap.* 1712. Reste guter _Altarplastik_ um 1500, Richtung +_Riemenschneiders_, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Großlangheim. +Gute _Pietas_ um 1490, verwandt der in Eußenheim. + +_ROHRBORN._ Pr. Sachsen Kr. Weißensee. + +*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage. + +_RÖHRIG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten 3/8 Chor. +— Ein gutes Stück die renss. _Kanzel_ mit unten eingebautem Beichtstuhl. + +_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Herrenhaus.* Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hübsche +Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts. + +_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Dorf-K.* Architekturlos. — Die _Kanzel_ aus Porphyrtuff, bez. 1565, im +Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche Plastik allerdings +minderen Wertes. Große _Glocke_ A. 15. Jh. Die zwei großen _Ölgemälde_ auf +Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz. + +_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß* A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in Wiesenstein. +Porträts von _A. Graff_. Gartenstatuen bez. _Gottfr. Knöffler_. + +_RÖMHILD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Stadt-K.* 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage eines +doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und +polyg. geschlossen, Turm im NO über der Sakristei. — Üppig geschmückter +Fuß eines zerstörten spgot. _Sakramentshäuschens_; _Altarbau_ 1686 +tüchtig; _Votivgemälde_ 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor +aufgestellten 7 _Grabsteine_: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta +1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v. +Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die +wichtigsten Stücke (Südkap.) das _Erzbild Ottos_ IV. † 1502, doch früher +ausgeführt, aus der _Vischer_schen Werkstatt (Peter?), und das _Hochgrab +Hermanns_ VIII. und der _Elisabeth von Brandenburg_, nach (wahrscheinlich +eine längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der Elisabeth; nahe +verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persönliche +Urheberschaft _Peter Vischers_ wird fast allgemein angenommen, aber es +fehlt dafür nicht nur die äußere Beglaubigung; die architektonische +Dekoration der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den +Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr +lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten, einander in +Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte; nicht +gleichwertig die Eckstatuetten. — Zahlreiche Gemälde, z.T. inhaltlich +interessant, künstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Geräten und +Paramenten. + +*Gottesacker-K.* 1708-12 von _Chr. Richter_. + +*Schloß Glücksburg*. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern (Hinterschloß und +Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit +1540 ff. Eine dritte unter Leitung von _Chr. Richter_ 1676-78. Eine vierte +1724. + +*Prinzenpalais* ca. 1770. + +_ROMMERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Edelhof*. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das +Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten des _Philipp Soldan_ von +Frankenberg. + +_ROMSCHÜTZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* 1725-33. + +*Schloß* 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert. + +_RONSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg. + +*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus. + +_ROPPERHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Burgruine.* Rom. Wohnturm. + +_RÖPPISCH._ Reuß ä. L. LA Greiz. + +*Dorf-K.* Rom. Anlage wie Pahnstangen. + +_ROSENAU_ bei Coburg. + +*Schloß.* 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh. + +_ROSENTAL._ RB Cassel Kr. Frankenberg. + +*Stadt-K.* 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh. + +_ROSENTAL._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Wallfahrts-K*. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung +gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne _Expositur_ bez. 1691. +_Kelche_ got. und bar. + +_ROSSACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor. + +_ROSSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte Emporen +und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. Der in gutem Umriß +aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schießscharten. + +_RÖSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* Frgot. mit OTurm. + +_ROSSFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit +Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber stehendem Turm, +beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut. + +_ROSSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs. +1690, sehr nüchtern. + +*Klst.-K.* fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine sprom. +Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, Äbtissinnenbilder +in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von _Arntz Semler_ +von Freyburg. Das neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen. + +_ROSSRIETH._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Wasserschloß* mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß. +Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh. + +_ROSSWEIN._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Stadt-K.* 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau +erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. — +*Rathaus* 1505, rest. nach Brand 1806. + +*Tuchmacherhaus*, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von +Zelle; schmuckreiches Portal 1537. + +_ROTENBUCH._ UFranken BA Lohr. + +Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige Wasseranlage des +17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brücke mit einer Kap. des 15. Jh. +verbunden. + +_ROTENBURG I. TH._ Schwarzburg-Rudolstadt. + +*Burgruine.* Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp. +Ma. Künstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau +mit großem Saal im Obergeschoß. + +_ROTENBURG._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Stifts-K. S. Elisabeth,* beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, verstümmelt +1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im +Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine +der größten K. Kurhessens. — _Denkmal_ des Landgrafen Hermann † 1658 und +seiner Gemahlin † 1683. + +*Pfarr-K. S. Jakob,* bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb. +nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., spgot., aber mit +Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner marmorner Tisch aus der Schloß-K. + +*Georgs-Kap.* (Hospital) an Stelle der alten Burg. + +*Schloß.* Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). +Reichgeschnitzter Hochaltar. + +Gute *Fachwerkhäuser* 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive häufig. + +_ROTENFELS._ UFranken BA Lohr. + +*Pfarr-K.* 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des +Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs. +dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Maßwerkfenster. Aus der +Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von _W. Ritterlein_ +(vgl. Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar _Madonna_, +Holz, E. 14. Jh. — _Kanzel_ und _Sakramentshäuschen_ Sandstein, 1613. +_Monstranz_ 1615, Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in +der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten +dieser Zeit tragen. + +*Schloß.* Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried, +Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgeführten +Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden +16.-17. Jh. + +*Rathaus* 1595 in reicheren Renss.Formen. + +_ROTENHAN._ UFranken BA Ebern. + +*Burgruine.* Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken +Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen. + +_ROTENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hünfeld. + +*Dorf-K.* Rck. mit WTurm. Gilt für frührom. + +_ROTENSTEIN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh. + +*Rathaus* mit spgot. Stabwerkportal. + +Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten. + +_ROTH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18. +Jh. — _Kanzel_ 1738, hübsch, nicht ganz von der gewöhnlichen Art. + +_RÖTHA._ K. Sachsen AH Borna. + +*Georgen-K.* urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen nur der nördl. +ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene +gewölbte Chor nach 1510. — _Altarwerk_ um 1620; das Hauptgemälde +vielleicht von _Johann de Perre_ (vgl. Prießnitz). v. Friesensche +_Epitaphe_ und _Bildnisse_. + +*Marien-K.* (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der Rochlitzer +Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schluß. Durchweg +Netzgwbb. — _Altarwerk_ um 1520, bmkw. durch frühen Anklang an die Renss. + +*Schloß* (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von _Chr. Bodenstein_ in +Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit Stücken von +_Pierre Gaudreau_ (Marschall v. Sachsen), _Rigaud_ (?), _Silvestre_, +_Graff_. + +_ROTTELSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm. + +_ROTTENBAUER._ UFranken BA Würzburg. + +*Ev. Pfarr-K.* von 1490, unbedeutend. — Zahlreiche _Grabsteine_ der +Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh. + +2 Wolfskeelsche *Schlösser,* bar., im jetzigen Zustand unerheblich. + +_ROTTENDORF._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Gotisierender Umbau 1613. _Deckengemälde_ 2. H. 18. Jh., nicht +schlecht. Vortreffliche klassizist. _Ausstattung_. + +_RÖTTINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen A. 17. +Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in früher Kompromißgotik (Ablaß +1287). Über dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom. +gegliederte OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten +des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive +Wasserspeier. — Ausstattung 17. und 18. Jh. — Zahlreiche _Grabsteine_. +Ältester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim +† 1414. Großer _Ölberg_ 18. Jh. + +*Spital-K*. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige +feingefühlte Holzmadonna um 1470. + +*Ringmauern* großenteils erhalten. — Im Rentamtsgebäude Reste der +Hohenlohischen Burg des 13. Jh. — *Rathaus* nach 1750. Alte +_Trinkgefässe_. — Der sog. *hohe Bau* im unteren Teil 13. Jh., mit sprom. +Fenstern, oben spgot. Fachwerk. + +_ROTWERNDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß* seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem Rck. von 26 : +10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor; +Fassadengliederung durch Pilaster. + +_RÜCKINGEN._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Dorf-K.* 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche +Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen und von Rüdigheim. — 2 +Schlösser dieser Adelsfamilien. + +_RUDELSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Burg.* Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten, +der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch +einen Mauerrest angedeutet, war von außerordentlicher Ausdehnung als +Wohnsitz zahlreicher Burgmannen. + +_RÜDENHAUSEN._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Schloß* der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst malerische +Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentürmen; innen einige +charakt. Zimmer des frühen 16. Jh. Erweiterungen 1910. + +Westl. davon das *neue Schloß;* M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert. + +*Kirche.* _Epitaphe_ der Grafen Castell, die ältesten (E. 13. Jh.) +heraldisch. + +_RÜDIGHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Kirche.* Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise +erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer *Johanniter-Commende,* von +welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domäne dienender Bau erhalten ist. +An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. _Grabstein_ des +Komturs Phil. v. Reifenberg 1495. + +_RUDOLSTADT._ Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt. + +*Stadt-K.* 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch. +Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen in 2 Rängen. Pfll. +8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von älterem +Bau beibehalten. — Hölzerne _Kanzel_ von einer Mosesfigur getragen 1636; +derb bar. _Altaraufsatz_ mit wiederverwendeten spgot. Gemälden. + +*Ludwigsburg*. 1734. + +*Schloß Heidecksburg,* nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau. +Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich +und nicht schlecht, Deckengemälde von _Deisinger_. + +*Rathaus* 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut. + +*Wohnhäuser*. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in der Oberen +Marktstraße no 8. + +_RUGENDORF._ OFranken BA Stadtsteinach. + +*Pfarr-K.* 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut +ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute +_Epitaphe_ 1564, 1658. + +_RUHLA._ Sachsen-Gotha LA. Waltershausen. + +*Dorf-K.* 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe. Derb +prächtige _Barockkanzel_. + +_RUNDSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche +_Vierzehnnothelferaltar_ um 1500, nicht ohne Interesse. + +_RUPPENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674. +_Schnitzaltar_ um 1500. + +_RUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere +sicher rom. — Zahlreiche v. Nostitzsche _Grabdenkmäler_ 16.-18. Jh. + +_RUPPERTSGRÜN._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau. Das Emporensystem +von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig +über ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum. +In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein +Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster +rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss. frühestes Beispiel dafür im +Kreise der ländlichen Architektur. — Runde _Kanzel_ mit derben Reliefs. + +_RUSSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +Ansehnliche *Dorf-K.* 1729-33. + +_RUSTENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Schloß* bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. _Taufstein_. + +*Burg.* Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot. +Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. — Ganz in der Nähe Spuren der +*Kunzenburg*. + +_RUSTENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. — _Altar_ und _Kanzel_ +gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil für die Entstehungszeit +altmodisch. + + + + +_S_ + + +_SAALBORN._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* rom.-got. Übergang. — _Altarkruzifix_ »ganz ausgezeichnete +Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer. + +_SAALBURG._ Reuß j. L. LA Schleiz. + +*Stadt-K.* Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein renss. Ofen. +Tüchtiger Altarbau 1665. + +Bmkw. Reste der _Stadtbefestigung_. + +*Klst. Heiligenkreuz* gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K. +zerstört. + +_SAALECK._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Burgruine.* Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch +Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh. + +_SAALECK._ UFranken BA Hammelburg. + +*Burgruine.* + +_SAALFELD._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt. + +*Johannis-K*. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am Anfang +des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. — 3sch. Halle von 28 : +22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor +mit 8Eck-Schluß. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In +den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2 +Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört, +erhalten die _Tympanonreliefs_ (W Jüngstes Gericht, S Anbetung der Könige +und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung der Sakristei NSeite +_Relief_ mit Schweißtuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). +Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. — Reste von spgot. _Altären_, +einer von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar. _Kanzel_; +_Relief_ von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis +(S. Wilgefortis) und dem Spielmann; _Tumbendeckel_ eines Gf. v. Orlamünde, +14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; _Glasmalereien_ in +den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im +nördl. Sschiff hl. _Grab_, 15. Jh. + +*Siechenkapelle,* Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17. +Jh. dürftig rest. — _Schnitzaltar_ M. 15. Jh. + +*Barfüßer-Klst.,* 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im +19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß jetzt städt. Museum. Im obersten +Geschoß _Deckengemälde_ des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten. + +*Nikolai-K*. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die +Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, nur die glatten Mauern und +zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die +späteren Veränderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht +mehr erkennbar. + +*Amtsgebäude,* 1610. + +*Rathaus* 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte +8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend und in kleinen Giebeln +endigend; mit ihm gruppieren sich rechts und links 2 Zwerchhäuser (in +etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene +Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang zur Renss.; +an den Wandflächen Spuren von ornamentaler Malerei. + +*Herzogl. Schloß.* An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst. +Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Großes +Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. Einige Zimmer +in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten. + +*Hofapotheke* um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus; +nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile +eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die +Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der +Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details. + +*Stadtapotheke.* Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2 +Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss. + +*Haus Gerdts,* 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben Meister. — +Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. in größerer Zahl. + +*Schloß Kitzerstein;* in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben +kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst malerisch. + +*Burgruine Hoher Schwarm,* erb. nach 1200 an der Stelle einer weit älteren +Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an den Ecken. + +Von der *Stadtbefestigung* 4 Tore erhalten. + +*Friedhof* mit Resten einer Renss.Halle. + +_SAATHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den vielen +Fachwerkkirchen des Kreises. + +*Herrenhaus,* schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden. + +_SABABURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Schloß.* Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum +Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt. + +_SACHSENBURG._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Schloß.* 1488 von _Hans Reynhart_; bedeutende Anlage, seit der Verheerung +im 30j. Kriege entstellt. + +_SACHSENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Burgruine.* + +_SACHSENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor; +die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen ausdrucksvolle +_Kreuzigungsgruppe_, 16. Jh. + +_SACHSENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. — +Spgot. Altarwerk. + +_SALLMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter _Schnitzaltar_ um 1500, +jetzt über dem Chorbogen. + +_SALZ._ UFranken BA Neustadt. + +*Dorf-K.* Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine rom. Basilika +zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker. + +_SALZBURG B. NEUSTADT._ UFranken BA Neustadt. + +*Burgruine.* Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der +namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der +vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten +künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die +Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein +unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude sind +regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma. +Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200, schöne +Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und +zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die +1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt); +westlich davon neben dem Turm »Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die +Außenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer +Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze« +genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner +Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche +Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance. + +_SALZUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Stadt-K.* Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die +Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von +Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein +Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser +der Zopfzeit. + +*Husenkirche* vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt ein +ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481. + +*Friedhofs-Kap.* spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh. +und viele Epitaphe von besserer Qualität. + +_SANGERHAUSEN._ Pr. Sachsen. Kreisstadt. + +*Jakobi-K.* Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem +langgestrecktem Chor. — Der _Flügelaltar_ der größte und beste des +Kreises. Einfacher spgot. _Taufkessel_. Großes _Grabmal_ von 1618 aus der +Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers _J. M. Nosseni_. + +*Ulrichs-K*. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den +Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit +ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die +Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.) +wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die +ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind; +das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit +Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im 13. +Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., +aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler +kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, +steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise, +dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. — Ob +der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht +klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. _Tympanon_ mit Ludwig dem +Springer und dem hl. Ulrich. — _Kanzel_ 1620. — Figurierter spgot. +_Taufkessel_. + +*Schlösser*. _Altes_ 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. _Neues_ +1586 und 1612. + +2 km vor der Stadt Ruine der *S. Katharinen-K*. im Helmstal, gew. 1220, +flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade. + +_SANKT GOTTHARDSBERG_ b. Amorbach. UFranken. + +*Frauenkloster* (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629 +hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika von 7 +Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor +got. Portal sprenss. + +_SANKT HELENA_ b. Gräfenberg. OFranken. + +*Dorf-K.* mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, _Veit Stoß_ +(vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben. + +_SANKT JOHANNIS._ OFranken BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617. + +_SANKT KILIAN._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* 1689 im Typus Hinternah, noch got. + +_SANKT KUNIGUND._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Kapelle.* Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht +erheblich verändert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der +Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon +ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau +mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt. +Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. Schiff flachgedeckt. +An den Längsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. — Eine Tür im +Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu einer _Außenkanzel_, wohl für +Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten +Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche _diademtragende __ Figur_ +vorgelegt (Kunigunde). — Friedhofsmauer mit Torbau. + +_SANKT MICHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. Chor, rck. +WTurm. + +_SANKT WOLFGANG._ RB Cassel Kr. Hanau. + +Von dem 1468 gegr. *Kloster* wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch. +Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken. + +_SAYDA._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Stadt-K.* 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller +Vorhalle. — 3 _Wandgräber_ der Familie v. Schönberg, besonders bmkw. das +jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art +_Nossenis_, ungenügend die Bildnisfigg. — _Taufstein_ mit figürl. Reliefs +um 1500. + +_SCHAALA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh., +spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von +origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. — _Schnitzaltar_ aus der +Saalfelder Schule um 1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde +nach Stichen von _M. Schongauer_ (Erfurter Ausstellung 1903). + +_SCHACHTEBICH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein _spgot. +Altar_ aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgemälde. + +SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. *Stadt-K.* Spgot. Das 1sch. +Lhs. mehrmals verändert, der verlängerte polyg. Chor 1520. — _Grabsteine_ +der Familie v. Schaumberg. + +*Burgruine Schaumberg,* wenig erhalten. + +_SCHANDAU._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* umgebaut 1645 und 1704. — _Moseskanzel_ 1706. + +_SCHARFENBERG._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Burg.* Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte +Hofstube). + +_SCHARFENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienberg. + +*Burg.* Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke 3,25 m. +Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot. +Verschlingungen zwischen dünnen Pfll. + +_SCHARFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Schloß* frühes Ma. bis bar. + +_SCHEIBENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Stadt-K.* 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500. + +_SCHELLSITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Dorf-K.* Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem got. +5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar. +_Kanzelaltar_. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. _Schnitzwerk_, jetzt +auf der Empore. + +_SCHENKENSCHLOSSHOF._ UFranken BA Würzburg. + +*Burgruine Roßberg*. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp. +Höhe von 28 m. + +_SCHERNECK._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um +1650 mit vielen Schnitzfigg. + +_SCHESSLITZ._ OFranken BA Bamberg I. + +*Pfarr-K.* got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest. +1650. — _Grabsteine_ des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner +Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. — +_Hochaltargemälde_ von _Mattenheimer_ um 1780. — Auf dem Kirchhof schönes +_Steinbild_ der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg +stammend. + +_SCHILDAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Stadt-K.* Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und 1829. — +_Schnitzaltar_ der sächs. Schule 15. Jh. + +_SCHILDECK._ UFranken BA Brückenau. + +*Burgruine* aus 13. Jh., wenig erhalten. + +_SCHIRGISWALDE._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Kath. Stadt-K.* 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem +Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die +Kanzel mit Rok.Elementen. + +_SCHIRMDING._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Kirche,* 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern. + +_SCHKAUDITZ._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und +Portal. + +_SCHKEITBAR._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.* Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?). + +_SCHKÖLEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Burg* aus Ma., mächtige turmreiche Anlage. + +_SCHLEBERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und Taufengel +geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh. + +_SCHLECHTSART._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1606, rom. OTurm. + +_SCHLEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von +demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen und innen durch dorische +Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem. +_Hauptaltar_: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus +der ev. K. ein hübscher _spgot. Schnitzaltar_ und Taufstein bez. 1529. — +Am ehem. _Pfarrhaus_ Hoftor 1591. + +_SCHLEINITZ._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Schloß.* Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten +Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe im Stichbogen; +Sakramentsnische bez. 1518. + +_SCHLEIZ._ Reuß j. L. Amtsstadt. + +*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. — _Altarbau_ 1721, für diese Gegend +ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von +Freifiguren in 2/3 Lebensgröße. + +*Berg-K*. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit +Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl. +und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. — Das Innere +durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. _Altaraufsatz_ +1635. _Tumba_ Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch die +Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur +unbedeutend. — _Epitaph_ Heinrichs II. von Reuß, † 1639, kolossal, +künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in +ungewöhnlich großer Menge. + +*Schloß.* Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden im 18. Jh. +erneuert. + +_SCHLETTAU._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Ulrichs-K.* 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor älter. + +*Schloß.* Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit +Vorhangbögen; das übrige entstellt. + +_SCHLETTAU._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* rom., ziemlich gut erhalten. + +_SCHLEUSINGEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K.* Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap. +11 _Grabsteine_ der Grafen v. Henneberg 1444-1583. + +_SCHLÜCHTERN._ RB Cassel Kreisstadt. + +Ehem. *Benedikt.-Klst.* (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar +eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm +und den Klostergebäuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. +mit Würfelknäufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite +des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg. +Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, ebenfalls mit Tonne +gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. — _S. Andreas-Kap._ sprom. von 2 +Kreuzrippengewölben überdeckt. — _Huttensche Kap._ 1354 in guten got. +Formen. — _Kreuzgang-Kap._ mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. — Got. +_Küche_. Sonst die Klostergebäude gänzlich verändert. + +*Rathaus* renss. 1567. + +_SCHLÜSSELAU._ OFranken BA Bamberg II. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spätestgot. +1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor, +am WGiebel steigender Spitzbogenfries. — _Grabstein_ des Gottfr. v. +Schlüsselberg 1308. + +_SCHLÜSSELFELD._ OFranken BA Höchstadt. + +*Pfarr-K.* »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss. +(bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne _Glasgemälde_«. _Hochaltar_ aus der +Universitätskirche in Würzburg. + +*Rathaus* 1723. — *Brunnen* mit Petrusstatue 1715. + +_SCHMACHTENBERG._ UFranken BA Haßfurt. + +*Burgruine.* Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer. + +_SCHMALKALDEN._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Stadt-K. S. Georg.* Beg. 1437 von _Jörg Meier_ aus Erfurt Gwb. im Chor +1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor +von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 +vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte) +Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen +Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den +Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. — Äußeres: +Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzporträt. Von 2 +WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmdächer bar. Reiches +2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit +Kantblumen. — In der »Lutherstube« über der Sakristei einige _Bildwerke_. +— _Kanzel_ reich geschnitzt, _Taufstein_ mit biblischen Szenen auf Metall +gemalt 1560. An der WEmpore 16 _Tafelbilder_ von 1503. _Grabsteine_ 17. +Jh. Großer got. _Sakristeischrank_ und ansehnliche got. _Kelche_. +_Tafelbild_ mit Kreuzigung um 1450. _Schnitzaltar_ um 1500. Prachtvoller +messingener _Kronleuchter_. + +*Hospital-K*. von 1339, neuerlich verrestauriert. + +*Friedhofs-Kap*. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — Das +_Gespring_, gefaßte Quelle in Renss.Architektur. + +*Hessenhof*. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne +Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube +gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum _Wandgemälde_ aus 1. H. 13. Jh., +Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig wegen +des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes. + +*Rathaus.* Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark +verändert, doch manches noch von Interesse. + +*Herrenhäuser*. _Große Kemnate_ in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410 +noch vieles erhalten. _Heilig-Grab-Haus_ in der Pfaffengasse, später +_Henneberger Hof_, Westhälfte got., Osthälfte renss. _Rosenapotheke_ in +der Steingasse 1545. _Todtenwarthsche Kemnate_ am Altmarkt 1575. + +*Bürgerhäuser*. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die +zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2, +Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.). + +Vor der Stadt zahlreiche *Gartenhäuser* des 18. Jh., meist in feiner +baulicher Gestaltung. + +*Stadtbefestigung*. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme +meist, die Tore alle abgetragen. + +*Schloß Wilhelmsburg*. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher +der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt, +Ausführung durch _Christoph_ und _Hans Müller_, »Hofschreiner und +Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg +wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck außen +51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der Flügel) näher dem +Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst +aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die +niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf +symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a. +m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlössern und +Rathäusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des +Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt +allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen +auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an +der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die innere Einteilung +kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem +zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 +Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in +der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete +_Kapelle_. Die Anlage folgt dem in den Schlössern von Torgau (1544) und +Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 +Seiten von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich +3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden Schmalseite +übereinander — diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum +erstenmal auf — Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses +haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in +Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte +Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom +Niederländer _Wilhelm Vernucken_): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit +sog. Beschlägsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches +Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende +Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die +Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung. +Lübke: »in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von +ähnlicher Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen +ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes +durchgeführt war (anscheinend im Anschluß an _Cranachs_ Holzschnittwerk +»Passional Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt +der farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat +sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen +(letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien +eingerahmt; nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal +erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine; Öfen mit +gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten +Ensemblewirkungen im _»Riesensaal«_, hauptsächlich Malerei auf Wandverputz +und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne +Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer Kamin. Der +Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie +denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig proportioniert +zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das _Landgrafenzimmer_ im Erdgeschoß. +Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen +Gesch.-Ver. Die _Gartenterrassen_ aus A. 17. Jh. sehr zerstört. + +_SCHMERLENBACH._ UFranken BA Aschaffenburg. + +*Benedikt-Nonnen-Klst.* 1769. + +_SCHMIEDEBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. + +*Stadt-K.* 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren +Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K. + +*Rathaus* 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen. + +*Privathäuser* mit renss. Portalen zahlreich. + +_SCHMIEDEBERG._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dreifaltigkeits-K*. 1713-16 von _George Bähr_. Griechisches Kreuz mit +sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr. +ein regelmäßiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. _Taufstein_ vom +Dresdener Hofbildhauer _Benjamin Thomae_. In der Sakristei Wachsbüste, +wohl von _Dubut_. + +_SCHMIEDEHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* Der quadr. Turmchor rom. + +_SCHMOCHTITZ._ K. Sachsen AH Bautzen. + +*Schloß.* Hauptgebäude 1764 vom jüngeren _Pöppelmann_. Im (stark +veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx +(hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und P.A. +v. Schönberg, den Gründer des Parks. + +_SCHMÖLLN._ Sachsen-Altenburg LA Ronneburg. + +*Stadt-K.*; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand +1772 mit Holzgwb. + +_SCHMORKAU._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt. + +_SCHNABELWEID._ OFranken BA Pegnitz. + +*Pfarr-K.* Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh. + +*Schloß* mit Rund-Turm einfach renss. + +_SCHNEEBERG B. AMORBACH._ UFranken. + +*Dorf-K.* Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse. +Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der _Hochaltar_, 2. V. +17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn. + +_SCHNEEBERG._ K. Sachsen AH Schwarzenberg. + +*Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang* 1515-16. Baumeister _Hans v. Torgau_. +— Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten +gleich; der östl. Abschluß gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des +16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m +Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches +Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die +Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch +eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die +Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in +Annaberg und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, sondern +durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer _Altarbau_ in strenger +Barock-Architektur von 1712. Der alte _Flügelaltar_ von 1539 teilweise in +den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt _Cranachs_; +interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel. +Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rückseite. +— _Kanzel_ 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch +got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. — Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. — +Hinter dem Altar _Gemälde_ des Schneebergers _Wolfgang Krodel_ 1561. + +*Hospital-K.* von 1567, erneuert 1737. + +*Rathaus* 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. — +Kurfürstenbilder von _Andr. Engelhard_ in kunstreichen Rahmen von _Andr. +Petzold_. Kleine Holzädicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 _W K_ (_Wolf +Kreuter_). + +_SCHNEY._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal. + +*Schloß* aus _Dientzenhoferscher_ Zeit auf ma. Burganlage. + +2 malerische *Torbauten* und Mauerreste aus Ma. + +_SCHÖLLKRIPPEN._ UFranken BA Alzenau. + +*Pfarr-K.* spgot. — *Schloß,* aus einer alten Wasserburg umgebaut. + +_SCHÖNAU._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem +Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar im Museum Bautzen]. +_Pastorengrabstein_ 1653, tüchtig. + +_SCHÖNAU._ UFranken BA Gemünden. + +*Kloster-K*. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.) +erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699 +(Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der Chor +teilweise verändert, die trockene derbe Architektur der Richtung +_Petrinis_ nahestehend. Die pompöse _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit, +_Altarblätter_ (wahrscheinlich) von _Oswald Onghers_ und von _Seb. Urlaub_ +(1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr +gute Arbeiten, möglicherweise eigenhändig von _Riemenschneider_. + +_SCHÖNBACH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich +gut bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15. +Jh. + +_SCHÖNBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Dorf-K.* (französ. Kolonie) 1706 von _Paul Du _Ry. + +_SCHÖNBERG._ K. Sachsen AH Oelsnitz. + +*Dorf-K.* Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669. + +_SCHÖNBORN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Dorf-K.* mit rom. Altarhaus. — _Altarbild_ »an _Hans v. Culmbachs_ Art +erinnernd«(?) + +_SCHÖNBRUNN._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Pfarr-K.* Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. _Ikon. Grabstein_ 17. Jh. Kalkstein +und Eisenguß. + +_SCHÖNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg. + +*Burg.* (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen. +Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit +Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, +also nicht der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in der +Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, doch auch hier rom. +Kennzeichen. + +_SCHÖNERSTADT._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und +sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — _Holzstatuen_, Reste eines +Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend. + +_SCHÖNFELD._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar mit _Gemälde_ +von _Jonas Eywick_ zu Pirna 1658; einfache _Sandsteindenkmäler_ 18. Jh. + +*Schloß* einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches. +Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem +6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmäßig. +Im Erdgeschoß Gewölbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken. + +_SCHÖNFELD._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Schloß.* 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer +Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten. + +_SCHÖNFELS,_ s. Alt- und Neuschönfels. + +_SCHÖNHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 _got. Altäre_ verarbeitet. + +_SCHÖNRAIN._ UFranken BA Aschaffenburg. + +*Burg.* Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556. + +_SCHOTTENSTEIN._ OFranken BA Staffelstein. + +*Pfarr-K.* bar. 1703, got. Turm. — _Grabdenkmäler_ 16. Jh. + +_SCHRAPLAU._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen (s. +dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und +Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — Von der »alten« Burg (ao. 979 +»Scrapenlevaburg«) und der »neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren. + +_SCHREBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +Große spgot. *Dorf-K.* 1sch., Netzgwb., WTurm. + +_SCHRECKSBACH._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Dorf-K.* 1754. — *Schloß* 1580. + +_SCHULPFORTE_ s. Pforta. + +_SCHÜPTITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O. + +*Dorf-K.* mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. — +_Schnitzaltar_ 16. Jh.; _Weihrauchgefäß_ 13. Jh. + +_SCHWALLUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen + +*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu +gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) von 1537. — Von den Fachwerkhäusern +des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute +Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663. + +_SCHWANEBERG._ UFranken BA Kitzingen. + +*Schloß* in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus +Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius. + +_SCHWAPPACH_ (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt. + +Stattliche *Amtshöfe* des Klosters Ebrach von _Joh. Dientzenhofer_. + +_SCHWARZACH._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster, Doppelempore +auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. _Grabstein_ 1542, 1609. — *Wirtshaus* +schöner Fachwerkbau 1680. + +_SCHWARZBACH._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* wesentlich rom., neuerdings rest. — _Glocke_ aus 13. Jh. + +_SCHWARZBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche,* in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. Flache Decke +mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel. + +Mehrere geschnitzte *Holzfachwerkhäuser* des 17.-18. Jh. mit gut +geschnitzten Eckpfosten. + +_SCHWARZBURG._ Schwarzburg-Rudolstadt. + +*Schloß.* Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast ganz +vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. — 2 +_Schnitzaltäre_ von _Valentin Lendenstreich_, dem Hauptmeister der +Saalfelder Schule, 1479 und 1503. + +_SCHWARZENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Stadt-K.* 1690-99 von _Joh. Georg Roth_ (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von +34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung. + +_SCHWARZENBORN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Dorf-K.* Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor +etwas jünger. + +_SCHWARZENFELS._ RB Cassel Kr. Schlüchtern. + +*Schloßruine* 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares +Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von +1621. + +_SCHWEBDA._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Dorf-K.* mit rom. Turm. — v. _Keudellsche_ Grabsteine. — Got. +*Wasserburg* der v. Keudell. + +_SCHWEBENRIED._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien, +namentlich der Orgelgehäuse. + +_SCHWEBHEIM._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Schloß* (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, von Türmen +flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Häuser mit Staffelgiebeln +1526, die Treppentürme 1574. + +_SCHWEINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Pfarr-K.* schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese +Gegend reich. + +_SCHWEINFURT._ UFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualität, +durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus älterer rom. Bauzeit der +Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im +2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß +es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die Vierung und +die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der +Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden. +An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. +Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller +Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim +spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe +Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter Arbeit des +14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren +interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal nicht +groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im Obergeschoß +entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 große Kreisfenster mit reich +profiliertem Gewände, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende +Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf +Säulchen mit Knospenkaptt. — _Taufstein_ 1367. _Kanzel_ 1694, got. +_Grabsteine_ unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg. +Fuchs Art des _P. Dell d. J._ um 1550. An der Außenwand _Epitaph_ des +Berthold Rucker † 1377, vor dem Heiland kniend; interessant für die +Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schöne _Abendmahlskanne_ E. 16. +Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet. + +*Rathaus* 1570 ff. von _Niklas Hoffmann_ aus Sachsen. Es wird den besten +seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum des Zierwerks wirkt es +vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte +Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das +traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden +Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig +über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgeschoß. +Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Sälen, die sich in einem +Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das +Detail entspricht der sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. +Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten. + +*Gymnasium* 1582. + +*Mühltor* 1564. + +_SCHWEINITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda. + +*Dorf-K.* Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon, +wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die _Schnitzerei_ gilt für +Saalfelder Arbeit, die _Gemälde_ nicht aus _Wolgemuts_ Werkstatt (so +Lehfeldt), die Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie +kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf dem Altar in +Schaala. + +_SCHWEINSBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Stadt-K.* um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb. +ohne Strebepfeiler. — Ikon. _Grabsteine_ der Familie Schenk zu +Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578. + +*Schloß,* ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils +bewohnt. + +_SCHWEPNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz. + +*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok. +_Denkmälern_. + +_SCHWETA._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Schloß.* Renss. Stattlicher Kamin. + +_SCHWETA._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* 1751. Zentralbau unter Einfluß _G. Bährs_. Gr. in Form eines +Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig. + +_SCHWICKERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Meiningen. + +*Schloß* 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude 1579, +1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung. + +_SEBNITZ._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher _Altarbau_ bez. +_Martin Roth_ 1586. _Kanzel_ 1621. Gute _Madonnenstatue_ E. 15. Jh. + +_SEDLITZ._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß* und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von +_Pöppelmann_, verkürzt ausgeführt von _Knöffel_ und _Longuelune_; rest. +1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw. + +_SEEBACH._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche +_Alabaster-Epitaphe_ der Familie v. Berlepsch. + +_SEEBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes *Schloß*. Hauptgebäude 17. +Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die *Kapelle,* +nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen). +Außerdem größere *Schloß-K.,* spgot. + +_SEEGA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen. + +*Dorf-K.* quadr. Chor mit romanisierend got. Turm. + +_SEEGNITZ._ UFranken BA Kitzingen. + +*Rathaus* 1608. — Auf dem Friedhof kleines _Epit_. bez. TK (_Thomas +Kistner_). + +_SEEHOF._ OFranken BA Bamberg I. + +*Schloß Marquardsburg.* Bedeutende Anlage. 1686 von _Petrini_ aus Würzburg +für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flügel, an den +Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der Schloßtypus von +Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme 1711 +durch _Joh. Dientzenhofer_ verändert, die innere Ausstattung durch _B. +Neumann_ 1729. + +_SEELITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: Gr. ähnlich der +Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung +gekommen. — _Schnitzaltar_ jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. +Aufbau 1771. — Mehrere _Grabsteine_. + +_SEIBELSDORF._ OFranken BA Steinach. + +*Pfarr-K.* 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753. + +_SEIDMANNSDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Dorf-K.* Spgot. Emporen bez. 1538. + +_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gewölbe +mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche _Altarwerk_ scheint +Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten _Grabmals_ aus der Schule +Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen _Grabmälern_ besonders die +des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw. + +*Schloß.* Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. — +Hervorragende _Porträtreihe_, u. a. Goethe 1787, Königin Luise v. Preußen +1788, beide von _Darbes_, mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie +von _Graff_. + +Das _Seifersdorfer Tal_, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde, +seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park +umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergänglichkeit, Hütte des +Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800). + +_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde. + +*Dorf-K.* architekturlos. Ansehnliches _Altarwerk_ von 1518, die +tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die +Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer +Qualität. + +_SEIFHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern klassizistisch, +von _K. Ch. Eschke_. + +_SEINSHEIM._ UFranken BA Kitzingen. + +*Dorf-K.* _Holzmadonna_ von einem der besseren Gesellen +_Riemenschneiders_. + +_SEITENDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Pfarr-K.* 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern +spitzbg. im Übergang zur Renss. + +_SELIGENTAL._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Dorf-K.* 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. — +Mehrere gute _Fachwerkhäuser_. + +_SERRFELD._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* spgot. mit OTurm. — _Alabasterreliefs_ um 1480. — +Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll. + +_SESSLACH._ OFranken BA Staffelstein. + +Anziehendes altertümliches *Stadtbild*. Mauern und Türme auf größere +Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein +und Fachwerk. + +*Kirche.* Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522 +durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert. + +_SEUSSLINGS._ OFranken BA Bamberg II. + +*Pfarr-K.* um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere (rom.?) Krypta. +_Glasfenster_. Relieftafeln vom ehemaligen _Hochaltar_ um 1480. + +_SEUSSLITZ._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit +gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh. + +_SIEMERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. Ungewöhnlich +gutes spgot. _Holzrelief_ (hl. Sippe). + +_SIERSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Dorf-K.* rom. 12. Jh. — Hübsche _Sakramentsnische_ 1484. + +_SINNERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später Gutshof. An der +Gartenmauer rohe frgot. _Steinfigur_, im Garten mehrere _Rok.-Figuren_. + +_SITTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Dorf-K.* mit rom. O.-Turm. + +_SITTICHENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +Ehem. *Cisterc.-K*. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation +scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert bestanden zu haben; auf ihn +gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in +Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei 2 frühgot. _Kapellen_. Am +Fenstermaßwerk auf Säulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen. + +_SITZENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K.* gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — _Schnitzaltar_ 15. Jh. Mehrere +_Epitaphe_ 1530-1626. + +_SODEN._ RB Cassel Kr. Schlüchtern. + +*Huttensches Schlösschen*. 1536 und 1591. Gut erhalten. + +_SODENBERG._ UFranken BA Hammelburg. + +*Ruine*. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen. +Sehr verfallen. + +_SOMMERACH._ UFranken B A Gerolzhofen. + +Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen +spätmittelalterlichen *Dorfbefestigung*. + +_SÖMMERDA._ RB Erfurt Kr. Weißensee. + +*Stadt-K. S. Bonifazius.* 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem Chor 1462; Turm +nördl. daneben. — Guter _Schnitzaltar_. Hinter ihm 2 _Gemälde_ A. 15. Jh. + +*Rathaus* 1529 ff. ziemlich groß, entstellt. + +_SOMMERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +Anmutiges *Mainstädtchen* mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2 Figurenbrunnen. +In der Kirche schöne geschnitzte _Kanzel_ 17. Jh. + +*Schloß* der Grafen v. Rechteren. — _Rathaus_ kräftiger Renaissancebau. — +Auf dem Friedhof originelle _Steinkanzel_ mit Überdachung. + +_SÖMMERSDORF._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* 1795 mit nachgot. Turm. _Marmoraltar_ aus St. Michael in +Würzburg, um 1750. Reste eines _spgot. Altars_ um 1510. + +_SOMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Dorf-K.* 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint +rom. [Reste eines großen _Altarwerks_ um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.] + +_SONDERSHAUSEN._ Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh. + +*Trinitatis-K.* nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, +in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; darauf die 4 Evangelisten; +schwebende Kinderengel halten Gemälde. Reicher _Kelch_ um 1400. + +*Fürstl. Schloß* 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17. +Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rängen. + +_SONDHEIM V. D. RHÖN._ Sachs.-Weimar VB Dermbach. + +*Pfarr-K.* 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. Die +Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775, +auf der hölzernen Flachdecke _Kolossalgemälde_ (Himmelfahrt) von _Peter +Herrlein_ 1775. — Hohe befestigte _Kirchhofsmauer_. — Von den _Adelshöfen_ +ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben. + +_SONNEBORN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +Kirchenruine mit frgot. Chor. _Grabsteine_ des M. v. Wangenheim 1588 +gehört zu den besseren. + +_SONNEFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1264. Der mächtige Chor, 3 Joche und +5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und +sorgfältig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). — +_Grabsteine_ aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht +bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs; +Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, vielleicht der +beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik. + +_SONTRA._ RB Cassel Kr. Rotenburg. + +*K. S. Georg*. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg. +Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. Turm 17. Jh. Unter den +Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf. + +*Rathaus,* malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe. + +_SORNITZ._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Schloß* 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener Tage. Kleines +Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von Wassergräben. +Nüchterner Umbau 1742. + +_SPANGENBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen. + +*Stadt-K.* Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer 1sch. Chor, +gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich +gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken +hölzernen Helm. — _Tumba_ der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von +Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten 2 Engel, zu Füßen +Löwe und Hund. + +*Hospitals-K.* Schlicht spgot. 1sch. — _Holzskulptur_, Pietas. + +*Schloß.* Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des +16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gräben und +kunstvollem Wall. In verschiedenen Sälen figürliche und ornamentale +Malerei. + +Schöne alte *Fachwerkhäuser* in neuester Zeit durch Brand und Umbau +zerstört. + +*Ringmauern* schlecht erhalten, besser 3 *Türme* (1 runder und 2 +viereckige). + +_SPARNECK._ OFranken BA Münchberg. + +*Kirche* got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh. + +_SPIELBERG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom. + +_SPIESSCAPPEL._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +Ehem. *Prämonstratenser-Klst.-K.* Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged. +Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch. +und östl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des +Msch., mit 6 Arkaden, das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. +Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und +verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an +mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8 +Männer- und Weiberköpfe, deren Haar und Bart in langen Strähnen +durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig +profiliertes Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge und Kehle +gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll. +ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des +Salvators, der Mutter Gottes und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. — +In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein _Altarbaldachin_ in spätesten +und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle _Steinreliefs_ von 1500 und +1504. — _Springbrunnenbecken_ bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang. + +_SPITZKUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1712 von _J. Kirschstein_, dem Erbauer der K. von Hainewalde und +dieser gleich. Altar mit gediegenen _Schnitzfiguren_ von _Fr. Bühner_ aus +Böhmen. Zahlreiche bar. _Grabdenkmäler_. + +_SPORA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern. + +_SPREMBERG._ K. Sachsen AH Löbau. + +*K.* 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche +_Grabdenkmäler_ bar. und rok., unbedeutend + +_STADELHOFEN._ OFranken BA Bamberg I. + +*Dorf-K.* um 1700. + +_STADTILM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. + +*Pfarr-K.* Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten, +darunter das wichtigste die 2 Portale an der N- und SSeite mit Vorhallen +in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten _Statuen_ der +Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der +platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. Das schöngegliederte +Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Türme, +rom. und rom.-got., letztes Geschoß hochgot. mit niedriger Steinpyramide, +Eckfialen und Wimpergen — eine treffliche Komposition, aber neuerdings +völlig verrestauriert. + +*Ehem. Kloster* der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der Nonnenempore +eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete *Schloß*. (Verständnisloser +Anbau A. 20. Jh.). + +_STADTLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim. + +*Pfarr-K.* wesentlich 1731. + +*Rathaus,* schöner Fachwerkbau bez. 1563. + +*Zehntscheuer* mit gutem Bar.-Portal bez. 1628. + +_STADTLENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Pfarr-K.* WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790. + +*Schloß* (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh. +umgebaut. + +_STADTPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh. +Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von 1628. — Im Innern gute +_Sandsteinfigur_ einer weibliehen Heiligen, um 1430. + +*Rathaus* erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer, +zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im +Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster, +bez. 1600. + +*Burgruine Prozelten* (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg, +Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die +Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der +schönsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die +Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer +mit großen Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein +unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl. +Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch +den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, +der WPalas und die Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot. + +_STADTSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser _Hochaltar_ um 1730, die +feineren _Seitenaltäre_ um 1710. Spgot. _Chorstuhl_ mit Flachschnitzerei. +Sitzende _Madonna_ 1. H. 14. Jh., bäuerisch. + +_STADTSTEINACH._ OFranken BAmtsstadt. + +*Marien-Kap.* 1690, Apsis aus 13. Jh. + +*Marter* 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Säulen. + +2 *Stadttürme* und Strecke der Mauer. _Burgruine Nordeck_ (Hennebergisch); +zerst. 1525. + +_STAFFELSTEIN._ OFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.* Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte Turm, +jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481, +1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in +Mittelfranken häufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im +bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hübsches +malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür _Rotmarmorrelief_ 1484; am +Turm ein verwitterter _Rittergrabstein_ 14. Jh. + +*S. Annen-Kap.* Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht »_Veit Stoß_.« + +*Rathaus* 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal ein an Kaiser +Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk. + +4 *Tortürme* 14 Jh. (?). + +_STAUCHITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Schloß* für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von _J. R. Petersell_. +15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit; +am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und +tiefer Vorsaal mit doppelläufiger Treppe. Reihe von Bildnissen. + +_STAUSEBACH._ RB Cassel Kr. Kirchhain. + +*Pfarr-K.* 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck +geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. — +Einfache _Kanzel_ etwa E. 15. Jh. _Weihwasserstein_ spätestgot. 16. Jh. — +Befestigter Kirchhof. + +_STECKELBERG._ RB Cassel Kr. Schlüchtern. + +*Burgruine.* Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16. +Jh. + +_STEDTEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig +aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma — *Schloß* 1737, einfach. + +_STEDTEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +Rom. *Dorf-K.,* das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. überarbeitet. +Großer _Flügelaltar_. + +_STEDTLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1736, sehr reiche _Kanzel_. — Geschnitztes Fachwerkhaus 17.—18. +Jh. + +_STEIN._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Schloß,* sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und +wohlerhalten. + +_STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina +abgegangen). _Unterstein_ erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau, +Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher angelegt _Oberstein_ 1582, 1594. + +_STEINACH._ UFranken BA Kissingen. + +*Pfarr-K.* _Crucifixus_; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde +von 1516 als eigene Arbeit _Riemenschneiders_ beglaubigt; Holz; mit +ausgeprägtem Streben nach weicher Schönheit in Haltung und Körperform. + +_STEINAU._ RB Cassel Kr. Schlüchtern. + +*S. Katharinen-K.* 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit +gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im _NO._ — Geringe +Steinfiguren, Reste eines _h. Grabes_. — + +Spgot. _Kanzel_ von Stein. + +*Schloß.* Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage, +umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein +3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 +Mittelsäulen. Das 2. Geschoß enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); +Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse +ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen und +Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit bar. Bedachung. + +*Amtshaus* 1562 spgot. + +*Rathaus* 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle. + +*Gasthaus zum Schwan* 1620. + +*Ringmauern* z. T. doppelt und *Stadttürme* ziemlich gut erhalten. + +_STEINBACH._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration — +Stattliches _Herrenhaus_ (v. Pflugk) 1715. + +_STEINBACH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit. + +_STEINBACH._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer quadr. Chor +und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein. + +_STEINBACH._ UFranken BA Lohr. + +*Pfarr-K.* 1723 von _Balthasar Neumann_. Den Typus der kleineren +Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem Maßstabe St. Paulin +in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat +auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. +Lhs. mit einspringendem WTurm. — Ausstattung gut. — _Hochaltar_ etwas +früher als der Bau. Linker _Seitenaltar_ von _Leunenschloss_ 1723.— +Silbergetriebenes _Kruzifix_, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. — +_Kreuzpartikel_, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, +vermutungsweise nach _Neumanns_ Entwurf. + +*Schloß* der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von _Balthasar +Neumann_. Der ganz originelle Grundriß Längsbau, von zwei Querflügeln +rechtwinklig durchschnitten, so daß der Längsflügel noch als Risalit an +den Schmalseiten vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet +sind, macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im +Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit guten Stuckaturen im +Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie. + +_STEINBACH-HALLENBERG._ KB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Burgruine Hallenburg*. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger. +Um 1600 verfallen. + +*Dorf-K.* Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit +Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. — Befestigter +Kirchhof, am Tor bez. 1605. + +_STEINBERG._ OFranken BA Kronach. + +*Pfarr-K.* angeblich im 15. Jh. aus einer Burg. + +_STELZEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Pfarr-K.* Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung älterer Teile. + +_STEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser +Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — Die Kirchhofsbefestigung +mit Tortüren stand mit dem ehem. Schloß in Verbindung. — _Fachwerkhäuser_ +17. und 18. Jh. + +_STERNBERG._ UFranken BA Königshofen. + +*Pfarr-K.* (1673) mit guter Fassade. Stattlicher _Hochaltar_. + +*Schloß* um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei +dem Aschaffenburger Schloß). + +_STERPERSDORF._ OFranken BA Höchstadt. + +*Wallfahrts-Kap.* 1763. + +_STETTBACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Zwei männliche _Holzfigg_. neben dem Hochaltar, schwache +Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit _Riemenschneider_. + +_STETTEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt. +wiederbenutzt. Am _Taufstein_ von 1651 Ölgemälde in Kartuschen. + +_STETTFELD._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. — +Chorbg. _Kruzifix_ überlebensgroß, um 1520, bmkw. — _Glocke_ 1354. + +*Mühle* A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend. + +_STEUDNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem +Beschlag. + +_STÖCKACH._ UFranken BA Hofheim. + +*Schloß* um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus. + +_STOCKHEIM._ UFranken BA Mellrichstadt. + +Altes *Zehnthaus*. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh. + +Ansehnliche Reste der *Dorfbefestigung*. + +_STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Stadt-K. S. Martin* 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne bronzene +_Grabplatte_ der Elisabeth von Stolberg, geb. Gräfin v. Wirttenberg, +† 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der _Vischer_schen Werkstatt, +desgl. die _Gedenktafel_ für den schon 1488 verstorbenen +Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den +gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche +Bildnisse von _Luther_ und _Melanchthon_ 1611, besser die +_Pastorenporträts_ 1656, 1672. + +Die *alte Münze* (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei +gezierter Fachwerkbau 1535. — *Rathaus* 1482, rest. 1600. — *Schloß,* +große Gebäudegruppe, deren östl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss. +Portal. + +_STOLLBERG._ UFranken BA Gerolzhofen. + +Von der ma. *Höhenburg* ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile des +sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten. + +_STOLLBERG._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Marien-K.* Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H. +15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades +Joch und 5/8 Schluß. Über dem Chor Dachreiter. — Spgot. _Schnitzaltar_ mit +den 14 Nothelfern. + +_STOLPEN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Stadt-K.* 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, einige Teile +noch unter Dach. Prächtiges Renss.Eingangstor nach M. 16. Jh., nicht 1521; +dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt +nur der Nebenpforte zu. — _Kapelle_ 1405 und 1440. + +_STOLZENBURG._ RB Cassel Kr. Schlüchtern + +*Burgruine,* mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten. + +_STOLZENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — Intakte +_Ausstattung_ um 1680, recht gut der Altar. + +_STÖRMTAL._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.*, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß angelegtem +OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh. + +_STÖSITZ._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Herrenhaus* 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von +Dresdner Künstlern zweiten Ranges. + +_STRASSBERG._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg. +Fenster, platter Chor. + +_STREHLA._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Stadt-K.* Spgot. Von Interesse die Ausstattung. _Hochaltar_ 1605 von +_Hans Ditterich_ aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, am Sockel +Abendmahl; die lebensgroßen Statuen gehören zu den besten der Zeit. +_Kanzel_ von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur +leider überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem +Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer Reliefs. +_Denkmale_ des Hans v. Beschwitz † 1496, tüchtige vollplastische +Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; des Otto Pflugk † 1568 (wohl von _Hans +Walther_); der Margarethe Pflugk † 1573 (_Christoph Walther_ +zugeschrieben); des Otto Pflugk † 1591, bez. _WK_, das Ornament unter +niederländischem Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art _Ch. Walthers_). Die +zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse. + +*Rathaus* 1751, schlicht. + +_STREITBERG._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Burgruine,* umfängliche Anlage, wenig erhalten. + +_STREUFDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden +Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um +1500 Verlängerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. — +_Moses-Kanzel_ 1650; _Taufstein_ 16. Jh.; im Chor _Holzstatuen_ des +Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; _ikon. Grabst._ 1701, 1716. + +_STRUPPEN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; bmkw. rom. +Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit spätestrom. Rippengwb. aus +2. H. 13. Jh. — Im *Pfarrhaus* Reste eines _Schnitzaltars_ aus E. 15 Jh. + +_STRUTH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Dorf-K.* 1771. — _Dorflinde_ mit ummauertem Tanzplatz. + +_SUHL._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Stadt-K.* 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher +Bar.Kanzelbau. + +*Kreuz-K.* 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die äußere +Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern. +Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade. + +*Schloß,* gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; Portale und +andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis +13. Jh. zurück. + +_SULZA (DORF)._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Kirche* in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17. +Jh. + +_SULZA (STADT)._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Kirche* aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator. + +_SÜLZENBRÜCKEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes _Antependium_ um +1400. + +_SULZFELD._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der +got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstärkt). An der +Außenwand mehrere _Epitaphe_, das beste 1605. Großer _Ölberg_ im bekannten +Schema, 1497 gestiftet vom Schultheißen Lorenz Götz und zur Erinnerung an +diesen † 1534 eine Bronzetafel. + +*Rathaus* 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige +Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte +Portale. + +*Heiligenstatuen* an den Häusern ungemein zahlreich und von +verhältnismäßig hoher Qualität. + +Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute +*Stadtbild* mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen, +meist zerbröckelten Mauertürmen. + +_SÜLZFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw. +*Fachwerkhäuser*, Datierungen 1612, 1619. — *Dorflinde* mit alter +Steinbank. + +_SULZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Schloß* (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher Bau um 1720 +(der Hinweis auf _Balth. Neumann_ sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau, +an den Enden Querflügel vor- und rückwärts ausspringend. Im Detail +Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits +Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den +Zimmern Rok.Tapeten. + +_SULZTAL._ UFranken BA Hammelburg. + +*Pfarr-K.* Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von _Bossi_ u. a., +früher im Kloster Oberzell bei Würzburg. + +_SYHRA._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. _Altarwerk_ (Holz) 1598. Aus +demselben Jahr die _Kanzel_ mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren. +Mehrere v. Einsiedelsche _Grabdenkmäler_. + +*Herrenhaus* 1620, Umbau einer ma. Wasserburg. + +_SYLBACH._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorfrathaus* 1598. Allerliebster Fachwerkbau. + + + + +_T_ + + +_TAL._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Kirche* des ehem. *Wilhelmitenklst.* A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh., +entstellt. — Ruine *Scharfenberg,* fast nur der runde Bergfried erhalten. + +_TALBÜRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Benedikt.-Klst.-K.* Unter den rom. Denkmälern Thüringens an Wert in +vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung desjenigen von Paulinzelle. +OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201 +nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. — Der Chor zeigt das +Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser- +und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds öfters vorkommenden +Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je _zwei_ Nebenchöre von +gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze +Gruppe der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser Anordnung +Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über das gewöhnliche Maß +verlängert. Die Chöre werden gewölbt gewesen sein; alles übrige +flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh. +nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs. +enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch nicht, wie +dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern als massive Mauer +ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer kleineren Doppelarkade geöffnet. +Der zwischen diesen OTürmen liegende Abschnitt des Msch. war gegen die +Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners). +— Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr. +ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1 +unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform einen gestreckten Gr. +erhält. Das Profil der Scheidbgg. im Anschluß an die Pfeilergliederung aus +3 Wulsten und Rücksprüngen zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die +eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen, +einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die +Palmettendekoration des Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200 +ausgeführt sein kann. Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. — Im +W ist dem Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die +Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits mit 4 Sll. +besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben. Ungemein +charaktervolle Gestalt der stämmigen Sll., die Schäfte stark geschwellt; +mächtige Würfelkapitelle und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme +nicht vorhanden. — Gesamtlänge 72 m. — Jetzt ist nur das Lhs. (mit +zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 sehr nüchtern whgest.; +OBau und Vorhalle Ruine, südl. Ssch. abgetragen, die Klostergebäude bis +auf wenige Keller verschwunden. — _Pietas_, Holz, um 1500. — _Grabsteine_ +des 16. und 17. Jh. + +_TALHEIM._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Dorf-K.* gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die +Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor +und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach +W steigende Höhenabstufung. + +_TALLEBEN._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen. + +*Dorf-K.* mit sprom. Chorturm. — *Wohnhäuser* 1541, 1548. + +_TANN._ RB Cassel Kr. Gersfeld. + +*Gottesacker-K*. mit großem v. Tannschem _Epitaph_. + +*Stadttor* 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte Hauben. + +*Schloß.* Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit +bronzenen Delphinen. + +_TANNEBERG._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. — Schönes _Wandgrabmal_ von +_Andreas Walther_ 1575. + +_TANNENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg. + +*Dorf-K.* Bmkw. _Altarwerk_, bez. 1521. Die Gemälde in der Dekoration +schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Altäre in Einsiedel +und Ehrenfriedersdorf. + +_TANNENBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg + +*Burg,* teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und +17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside. + +_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* Chor mit Zellengwb. in der Art _Arnolds v. Westfalen_. Rom. +Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. — _Altaraufsatz_ aus +Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter _Taufstein_ wenig älter. + +_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Dorf-K.* 17. und 18. Jh. — Reich an _Grabdenkmälern_. + +_TAUCHA._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. — Beweinung Christi, +lebensgroßes ausdrucksvolles _Holzschnitzwerk_ des 16. Jh. + +_TAUTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ mit gemalten Flügeln. + +*Schloßruine*. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit Zinnenkranz. + +_TEICHA._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Dorf-K.* einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. +Sakramentsnische. Spgot. _Schnitzaltar_, einer von den besseren. Auf dem +Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten. + +_TEICHWEIDEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.*, rom. Anlage, spgot. umgebaut. — Guter spgot. _Schnitzaltar_. + +_TEILHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel +für den Formenkampf der Übergangszeit. — _Altäre_ um 1700, auf einem +(nördl.) gute lebensgroße _Holzfig._, Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. — +_Priestergrabstein_ 1496. — _Kanzel_ um 1525, früheste Renss. + +_TEISTUNGENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb. mit +aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit figurengeschmücktem +Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs. + +_TENNEBERG._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Schloß.* Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar. +_Deckengemälde_. + +_TENNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza. + +*Pfarr-K.* Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das +3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt. + +_TETTENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des +got. Stils noch 1608. + +_TEUTLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat +mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2 +rippenlosen Kreuzgewölben, der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und +Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. — +_Taufstein_ 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige _Kanzel_ hinter +dem Altar A. 18. Jh. + +_THALLWITZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* Chor um 1440, Schiff 1626. — Zahlreiche _Denkmäler_, meist der +Familie v. Holtzendorff. + +*Schloß* des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender _Park_ in +französischer Art 1764. + +_THAMSBRÜCK._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza. + +*Stadt-K.* Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; wohl in +Nachwirkung einer rom. Anlage. — Großes _Renss.Epitaph_ der Familien v. +Berlepsch und v. Haugwitz. + +_THANGELSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. — _Altarwerk_ 1498. + +_THARANDT._ K. Sachsen AH Dresden-A. + +*Kirche* charakterlos. In der Sakristei _Kreuzigungsgruppe_ um 1500, +temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Künstlers von +selbständiger Physiognomie. Die darunter angebrachte _Predella_ 17. Jh. +Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. _Portal_, von nicht gewöhnlicher +Feinheit, um 1220-30. — Tüchtige _ikon. Grabsteine_ 1634, 1667. + +*Schloß* 1446 unter Oberleitung _Arnolds v. Westfalen_ (vgl. Meißen) +umgebaut, jetzt Ruine. + +_THEKLA._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.* aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte +Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brüstung. — Glocke +aus 13. Jh. — Am _Abendmahlskelch_ der Knauf hervorragende Arbeit des 13. +Jh., Fuß 15. Jh., Kuppa neu. + +_THEMAR._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Stadt-K.* beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander. 1sch. +mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem Achteckchor; daneben Turm. Die +2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hübsch durchgebildeten +Einzelheiten. — Im Chor 4 spgot. _Schnitzaltäre_ mit gemalten Flügeln, der +älteste der an der SOSeite. + +*Amtshaus* bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. — *Wohnhäuser* bez. 1601 +(Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65). — *Stadtbefestigung* 1457. + +_THEUMA._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Kirche,* ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400. — +Vierflügeliges _Altarwerk_ A. 16. Jh. + +_THIERBACH._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* in großem befestigtem Kirchhof. — _Altar_ und _Deckenstuck_ mit +biblischen Darstellungen um 1680. + +_THIERSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel. + +*Burg.* Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640, +verbrannt 1725. + +_THOSSEN._ K. Sachsen AH Plauen. + +*Dorf-K.* Vierflügeliges _Altarwerk_ um 1500; über der Predella die +liegende Stifterfigur. + +_THRENA._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* rom. Anlage. Stattlicher spgot. _Schnitzaltar_, wohl aus dem +Klst. Eiche. + +_THULBA._ UFranken BA Hammelburg. + +Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg +zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika. +Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, vielleicht urspr. +Stützenwechsel. Rest eines Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. — Rok. +_Epitaphe_. + +Ehem. *Propsteihaus* (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736. + +_THÜNGEN._ UFranken BA Karlstadt. + +*Protest. K.* Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine 18. Jh. *Kath. +K.* neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer Plastik, bez. _CB_ +1627. + +*Friedhofs-Kap.* neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v. +Thüngensche _Grabsteine_ aus dem. 16. Jh. + +*Schloß,* Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh. + +_THüNGERSHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. — _Taufstein_ 1590. +_Kanzel_ 1605. _Orgel_ und _Chorstühle_ rok. Bürgerliche _Epitaphe_ des +17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. — 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751. +Altertümliche Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit +ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 _Madonna_ um 1520, an no 189 +_Johannes_ um 1780. — Zahlreiche (9) Bildstöcke 15.-18. Jh. + +*Brunnenhaus* mit schöner _Madonna_ von _Riemenschneider_. + +_THURM._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Dorf-K.* 1729. — _Schnitzaltar_ um 1500. _Kelch_ 1571. _Grabmal_ des Wolf +v. Weißenbach, † 1584, von _Samuel_ und _Uriel Lorentz_ aus Freiberg; +reicher Aufbau in bedeutenden Maßen, die lebensgroßen Gestalten des +Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor +mit Vergoldung. + +_THURNAU._ OFranken BA Kulmbach. + +*Kirche.* Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur +von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. — Großer +Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkürzung. Kanzel auf 2 +lebensgroßen Stuckfiguren, Moses und Johannes. + +*Marktbrunnen* mit Neptun um 1700. + +*Schloß* der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate; +Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-Bau +2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau +1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an +Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der Plassenburg. + +_TIEFENORT._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. +Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. _Steinkanzel_ 1550, +gotisierend. _Grabst._ des Grafen Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr. +Renss. Andere _Grabst._ 17. Jh. + +_TIEFENSEE._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Schloß.* Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E. +16. oder A. 17. Jh. + +_TIEFURT._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* aus 15. und 18. Jh. + +*Schloß* ganz bescheidene Anlage von ca. 1760. + +_TINZ._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Dorf-K.* Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar. + +*Fürstl. Lustschloß* 1748 ff. + +_TONNDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* WTurm rom., Lhs. 1494. + +*Burgruine* mit Resten aus 12. Jh. + +_TORGAU._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K. S. Marien* 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß mit 3 polyg. +Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben. +Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront +(der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen, +deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und Fensterrosen. +Renss. Sakristei. — Hölzerne _Kanzel_ mit Evangelisten 1582. _Taufstein_ +1693. Marmorner _Altaraufsatz_ 18. Jh. — _Bronzeplatte_ der Sophie v. +Mecklenburg † 1503 aus der _Vischer_schen Hütte, bez. 1504. _Grabst._ der +Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau † 1552, halbrundes bemaltes +Relief. Zahlreiche _Epitaphe_ an der Außenwand, darunter das des +Baumeisters Konrad Krebs † 1540. — _Triptychon_ bez. 1509. — +_Lutherporträt_ in Papiermasse 16. Jh. — Bmkw. _Altargeräte_. [Ein lange +verschollen gewesenes Hauptbild _L. __ Cranachs_ jetzt im Mus. Frankfurt +a. M.] + +*Alltags-K.* (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen, +verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die Fenster des Lhs. 3teilig +mit Vorhangbg. und überschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit +rundbg. Maßwerk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. — +_Grabst._ 1463. + +*Nikolai-K.* (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten +Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. Giebeln und +Bischofsmützen. + +*Rathaus* große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch +der SOGiebel und ein prächtiger Erker. + +*Stadtmauer* Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichhäusern. + +*Privathäuser*: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit +Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale häufig, +hervorzuheben Schloßstr. 453. + +*Schloß Hartenfels*. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh. +Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23. Mit +seinen vielen teils runden, teils viereckigen Türmen und hochragenden +Mauermassen gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine +großartige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. _Cranach_sche +Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben. +Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung der FrRenss. in +Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von _Konrad Krebs_ erbauten +OFlügels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot. +Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig vorgekragten +Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast das aus der +Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in Höhe des +Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche +Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der Aufbau in +Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch nach +außen sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brüstungen mit reichstem +FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen +angefertigt); der krönende Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die +renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß zu Meißen; +Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch nicht notwendig. Ein an die +NSeite geschobener Erker von höchster Pracht und Feinheit der Dekoration +und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen +vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen +Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß +einnehmenden Saal von 14 : 70 m. — Schloßkirche 1543-44 von _Nickel +Grohmann_. Von Luther persönlich eingeweiht und tatsächlich »die erste +protestantische Kirche«. Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus +neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus der +Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E. 15. +Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). Die Kirche ist +lediglich ein in den NFlügel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den +übrigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen +führt; dieselben ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen +Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne mit +Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am Mittelpfeiler der +SSeite. — Der prachtvolle _Altaraufsatz_ stammt aus der Schloß-K. zu +Dresden; keine Künstlerbezeichnung; Art der _Walther_. Eine dekorativ +vorzügliche Arbeit die _Dedikationstafel_ mit dem Porträt Luthers zwischen +denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, gegossen 1545 durch +_Wolf_ und _Oswald Hilger_. + +_TRAGNITZ._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem Chor. Das +Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen +Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl das malerischste in Sachsen«. Der +_Altar_ 1659 von dem Bildhauer _V. Otte_ und dem Maler _J. Richter_ (vgl. +Leisnig). + +_TRAPPSTADT._ UFranken BA Königshofen. + +*Schloß* (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616. Guter, +großfiguriger Ofen. + +*Dorf-K.* Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade. + +_TRAUN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. + +*Dorf-K.* Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus. + +_TRAUSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Dorf-K.* Zwei gute spgot. _Holzfiguren_ um 1500 im Stil +_Riemenschneiders_. Stattlicher _Hochaltar_ um 1680. + +Ehem. *Schloß* (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck. +Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer +ernst-pompösen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant +durch die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach +dem 30 jährigen Kriege. + +_TRAUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem Dach (wohl 17. +Jh.). — Bmkw. _Sandsteinwandgrab_ des Burgold Puster † 1567. — _Glocke_ +mit Reliefbildern bez. 1462. + +_TREBEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +*Dorf-K.* um 1450, WTurm A. 13. Jh. — Große _Gedenktafel_ für H. v. Bünau +1600. + +_TREBEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg. + +*Dorf-K.*, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh. + +_TREBGAST._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des +Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten, +flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darüber Turm. Da am +Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe +Ma. zurückgehen. Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert. +An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der +Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung zuerst +in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges 8Eck. Das Innere ganz +einheitlich erhalten (nur die moderne Färbung etwas störend); ringsum +tiefe Emporen, schönes Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond, +Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über dem Altar +zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen Reichtum und +Armut in anständiger Mitte, von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich; +nicht leicht kann für den protestantischen Geist im Zeitalter des +Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. — Reste einer +prächtig skulptierten renss. _Steinkanzel_ in der Holzlege des +Pfarrhauses. + +*Pfarrhaus* aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau. + +*Rochus-Kap.* anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos. + +_TREBSEN._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Schloß,* 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der +mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen wohl älteren Rundturm; +spgot. Giebel; Veränderungen 1783. + +_TREFFURT._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +*S. Bonifazius-K.* Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von S. Blasien in +Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzförmige Anlage in +schmuckreicher Ausführung; einfacher und etwas jünger, schon stark mit +got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und +Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab +begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen, +an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk; +Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit +Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne +dasselbe. Die Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer Tiefe +halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen Teile des Gewändes +wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein +nordwestfranzösisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden Arbeiter +denken? Das Tympanon wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau +hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein +Fachwerkgeschoß. + +*Rathaus.* Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe. + +*Burg Normannstein*. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zunächst +anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene Gebäude 13. Jh. + +_TREISBACH._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm. +Strebepfll. Kleine Schlitzfenster. + +_TRENDELBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. _Kanzel_ 1633. +_Wandmalerei_, h. Christophorus u. a. Vier _Grabsteine_ 1577-1604. + +*Burg.* Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Gräben und Mauern +mit 4 Ecktürmen. + +_TRENNFELD._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* um 1614 umgebaut. _Epitaphien_; an der Außenseite H. von +Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von _P. Dell d. J._; vom selben +Enders v. Bibra † 1553. + +_TREPPENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot. +und 1756. — _Altarwerk_ um 1480. + +_TREYSA._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +Ehem. *Pfarr-K.* (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; beabsichtigt +als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten Sschiffen. Von diesem bis zu +halber Höhe ausgeführten Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare) +auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der Marburger +Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung des basilikalen +Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bündeldienste umgearbeitet, +den Außenwänden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom. +rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk. +Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. — Aus der +SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf; +von Interesse nur die Krönung mit 4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal +gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome +System noch erkennbar. — Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten +Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach. + +*Dominikaner-K.* (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch. +Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an. Das Sch. mit 8, +der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Die Formen tunlichst +vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden +Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch. +standen Giebel und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und Chor +ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört. — Ikon. _Grabstein_ +des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis † 1396, +kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. — _Reliefs_ von gebranntem Ton, +Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). — Bmkw. die _Totenleuchte_ am +Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. — _Orgelbühne_ von Holz bez. 1466. + +*Spital-K.* zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß. +Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten +zierlichen 7seitigen Baldachin und dem über dem steilen WGiebel +aufsteigenden steinernen Glockentürmchen einen eigentümlichen und +anziehenden Schmuck. — Blende mit dem in Stein gehauenen _Leichnam +Christi_, schlichte Handwerksarbeit um 1400. — Bei der Rest. 1910 wurden +an allen Wänden Spuren von figürlicher _Malerei_ entdeckt. + +*Rathaus.* Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die folgenden +Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. — *Brunnen* mit kleiner +Rolandfig. + +*Stadtmauer* an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten. + +_TRIEFENSTEIN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +Ehem. *Klst.-K.* (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb. +1685 ff., wohl nach dem Risse von _Valentin Pezani_, von welchem +nachweisbar 1696 die Klostergebäude aufgeführt wurden. Was den +stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, +ist die in den Jahren um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786) +hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von _Augustin Bossi_, ebenso +von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die +Altargemälde von _Osw. Onghers_ 1694 f. von der früheren Ausstattung +herübergenommen. Die großen Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner +das Chorgestühl, die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung _P. A. +Wagners_, die Deckengemälde von _Januarius Zick_. Die Tendenzen des frühen +Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein +Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik und +Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen +vortäuschend; völliger Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei +der an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch +eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete +Anwendung der Farbe im zarten, kühlen Dreiklang von meergrün, weiß und +mattgold. + +*Klostergebäude,* erbaut 1696 ff., durch _Valentin Pezani_, mit Verwendung +weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß des Fürsten von +Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. + +_TRIESTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K.* 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gestühl, +Empore, Decke reich bemalt. _Epitaph_ 1689, 1704. + +_TRIMBERG._ UFranken BA Hammelburg. + +*Burg-Ruine.* Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten +Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die +Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und +die ihn einschließende Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas +17. Jh. Bering mit Bastionstürmen 15.—16. Jh. Ähnlichkeit in der +Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg. + +_TROSSENFURT._ UFranken BA Haßfurt. + +*Dorf-K.* sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut +erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über dem Quadrium Rippengwb. auf +Eckpfll. mit Würfelkaptt. schwerer, gediegener Quaderbau. — Üppige +_Ausstattung_ in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig +durchgebildete _Madonna_, um 1500. + +_TROSTADT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +Ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst.* Die Kirche einfaches Rck., in den +unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen +Bedürfnissen eingerichtet. + +_TRUSEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden. + +*Dorf-K.* 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. — +_Kindergrabstein_ 1570. Zinnerne _Weinkanne_, feine Renss. um 1550. + +_TÜCHERSFELD._ OFranken BA Pegnitz. + +2 *Burgen,* geringe Reste. + +_TÜCKELHAUSEN._ BFranken BA Ochsenfurt. + +Ehem. *Klst.-K.* Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als +Prämonstratenserdoppelklst. 1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung im +Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand +Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher +festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an +der Außenwand des platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird +an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries, +umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden (durch Ausgrabung +nachgewiesen); seine Flügel im 14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände +abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit, +verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten +verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle Portal in fr. +Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung ab; an den Kanten +Diamantquadern. Außerdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen der +Außenansicht das Gepräge. — Großer figurenreicher _Hochaltar_ von +_Wolfgang Auwera_ nach 1750. _Kanzel_ um 1720 aus S. Barbara in Würzburg. +Bedeutendes _Chorgestühl_ in reicher Rocailledekoration 1746. Schöne +_Monstranz_ um 1720. + +*Klostergebäude.* Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der +weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, daß die +Kirche den WFlügel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das +Verwaltungsgebäude. Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale +Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild. + +*Pfarr-K. S. Lambert* (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem +4eck. Chor. Interessantes rom. Detail. + + + + +_U_ + + +_ÜBIGAU._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Stadt-K.* langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest. +1681. + +_ÜBIGAU._ K. Sachsen Dresden-N. + +*Schloß* 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 : +13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern; allseitig eine (1726 von +_Eosander v. Göthe_ hinzugefügte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle, +deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der +sonst in Dresden üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen +großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die _Kindergruppen_ +auf der Brüstungsmauer. + +_UDER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die +Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. Einheitliche +ungestörte Barockausstattung. Got. _Klappaltar_. + +_UDESTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar. + +Große *Dorf-K.,* wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. — +_Schnitzaltar_ 1520 (in veränderter Anordnung) wohl fränkische Arbeit, die +bmkw. gemalten Flügel jünger. — _Glasscheiben_ 1594. + +_UHYST._ K. Sachsen AH Bautzen. + +Große *Dorf-K.* von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm an +der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen Längsseite. + +_ULBERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Dorf-K.* _Altar_, die Gemälde bez. _Gottfr. Schaicker_ 1685 (Reste des +got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 _Grabplatten_ E. 16. bis A. 17. +Jh., meist derer v. Hermsdorf. + +_UMMERSTADT._ Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen. + +*Stadt-K.* Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darüber Turm. + +*Gottesacker-K.* rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet. +Befestigter Kirchhof. + +*Marktbrunnen* 1743. + +_UMPFERSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar. + +*Dorf-K.* aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor +frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix. +Lhs, 16. Jh. mit Holztonne. + +_UNSLEBEN._ UFranken BA Mellrichstadt. + +*Dorf-K.* 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem +Turm. — 4 adlige _Epitaphe_ 16. Jh. + +*Schloß* (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes, +älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und +bar. Einige getäfelte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh. + +_UNTERDÜRRBACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw. +Kreuzgruppe von _Peter Wagner_. + +_UNTERERTHAL._ UFranken BA Hammelburg. + +*Pfarr-K.* Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert. Drei +Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. _H R_ 1554. Werke des +gleichen Meisters kommen in der Gegend öfters vor (Thüngen, Windheim, +Hammelburg). + +_UNTERESSFELD._ UFranken BA Königshofen. + +*Dorf-K.* Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699). Reiche +Fachwerkhäuser und charakteristische *Hofanlagen* mit skulptierten Toren, +meist in schwerem Spätbarock. + +_UNTERGREISSLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. + +*Dorf-K.*, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen +Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbsäulen gegliedert, +Sockel und Fenstergewände fein profiliert; desgl. Portal. + +_UNTERHOHENRIED._ UFranken BA Haßfurt. + +*Kath. Pfarr-K.* 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel. + +*Prot. Pfarr-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. — Wertvoller +_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Glocke_ 14. Jh. Eine _zweite_ 1510. + +_UNTERLAUTER._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh. + +Ehem. *Herrenhaus* mit Wappenstein 1517. + +*Brunnenhaus* 1510 und 18. Jh. + +_UNTERLEINACH._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* Gotisierend A. 17. Jh. — Hochaltar 1743 von _Benedikt Schlecht_. + +_UNTERLEITERBACH._ OFranken BA Staffelstein. + +*Pfarr-K.* 1439-52, umgebaut im 18. Jh. — _Kanzel_ 1590. Großes _Grabmal_ +für L. v. Schaumburg von _Hans Werner_ 1588. Großer _Altar_ mit +Reliefflügeln aus der Nürnberger Schule um 1500. + +_UNTERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Wasserburg* 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, ähnlich +Bibra, einer bez. 1669. + +_UNTERMERZBACH._ UFranken BA Ebern. + +*Schloß* (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im 18. Jh. Große bar. +Terrasse (früher anschließend der Garten) hebt die schon von Natur schöne +Lage. + +_UNTERMHAUS._ Reuß j. L. LA Gera. + +*Kirche* einfach got. M. 15. Jh. + +*Fürstl. Residenzschloß Osterstein,* einst Grenzveste gegen die Slawen, +der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die +_Schloß-K._ 1752. Das Äußere, wie an den übrigen thüringischen +Fürstenschlössern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld, +Weißenfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume; +bmkw. Stuckdecken. + +_UNTER-NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1490, erweitert 1723. + +_UNTERPLEICHFELD._ UFranken BA Würzburg. + +Rest eines ehem. Grumbachschen *Schlosses.* + +_UNTERREICHENBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K.* Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. — _Doppelgrabstein_ zweier +Gräfinnen v. Weilnau 1364. + +_UNTERRISSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne Tür, d. h. zur +Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den +Kämpfern rom. Ornamente, Seitentür mit rom. Tympanon. + +_UNTERRÖBLINGEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +Beispiel einer größeren rom. *Dorf-K.* Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2 +Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geöffnet; quadr. +Vorchor und 1/2kr. Apsis. — Eine ähnliche Kirche in Ober-Röblingen. + +_UNTERSIEMAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemälde der +Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. — _Ikon. Grabstein_ 1557. + +*Schloß.* Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere 16. Jh. mit +neuklassischem Saal. + +*Pyramide* zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst +Friedrich 1799. + +_UNTERSTEINACH._ OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth. + +*Pfarr-K.* Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in +schöner Schnitzarbeit 1631. + +_UNTERSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis +ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm. + +_UNTERTHERES._ UFranken BA Haßfurt. + +*Pfarr-K.* 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen 1760. + +_UNTERWEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Dorf-K.* 1719. OTurm von alter Anlage. — Ummauerte _Dorflinde_, bez. +1578. + +_UNTERWEISSBACH._ Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee. + +*Dorf-K.* 1767. Gut erhaltenes _Altarwerk_, Saalfelder Arbeit von 1510. + +_UNTERWELLENBORN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das Innere mit +bar. Emporen gefüllt. — _Schnitzaltar_ 1512, die Figuren ungewöhnlich +groß. + +_UNTERWÖLLNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* 1743. Bäuerlicher Zentralbau. + +_UNTERZELL_ b. Würzburg s. Zell. + +_UTENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener +quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp. +Stilcharakter verwischt. + +_UTENBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu +urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; übel verunstaltet +und verbaut. + +_UTTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Dorf-K.* Chor 1520, Sch. 1767. — 2 _Sandsteinreliefs_, S. Georg und +Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar +eingemauert. + +_ÜTTINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld. + +*Pfarr-K.* 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. _J. J. __ Siecht_ +1621. + + + + +_V_ + + +_VACHA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Stadt-K.* Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und +kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. — in der Sakristei 2 +_Bildnisgrabsteine_ 1621; sorgfältige Kostümbilder. + +*Klst.-K. der Serviten.* Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als +Friedhofs-K. — _Wandgemälde_ E. 15. Jh. (rest.). _Rittergrabsteine_ v. +Mansbach 1483, v. d. Tann 1424. + +*Haus Widemark,* sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß, +erb. 1613 von _Hans Weber_ aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die +innere Ausstattung z. T. erhalten. — Auch sonst mehrere gute +*Fachwerkhäuser,* namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64 +Wohnhäuser ab.) + +Der *Brunnen* von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten in +Thüringen gerechnet. + +*Stadtbefestigung* in beträchtlichen Teilen erhalten. — In der Nähe die +vorgeschichtliche *Burg Oechsen*. + +_VACHDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach 1626. +Einfache, ansprechende _Ausstattung_ aus derselben Zeit. + +_VARGULA._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza. + +*Dorf-K.* Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609. + +_VEITHÖCHSHEIM._ UFranken BA Würzburg. + +*Pfarr-K.* von 1690 mit sprom. Turm. _Ausstattung_ aus der gleichen und +der nächstfolgenden Zeit. + +*Friedhofs-Kap.* einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. — Gute _Bar. +Plastik_. + +*Schloß.* Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof v. Dernbach, +(1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des +Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plänen von _Neumann_. Im +Treppenhaus bmkw. Skulpturen von _P. Wagner_ um 1770. Die hübsche, doch +nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. — Den +Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des +Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum +Erfinder, der Bauamtmann _Geigel_). Der kleinere ältere Teil liegt in der +Achse des Schlosses, der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. — +Die räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m lang, 200 +m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz +verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithöchsheim +unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler (mit Gehilfen): _Auwera_, +noch in bar. Tradition (Figg. des Schloßparterres, Neptun an der nördl. +Gartenmauer), _Dietz_, ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist +(der sog. Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den Tieren, +die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), _P. +Wagner_, ein gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des +Überganges vom Rok. zum Klassizismus (große Ruinenkaskade mit Neptun, +Ceres, Saturn). Wagner arbeitete über 1775 hinaus. — Obschon der Eindruck +der Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die +Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithöchsheim +einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir +noch haben. + +_VEITLAHM._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit +eingebautem Treppen-Turm. — Gute ikon. _Grabsteine_ der Herren v. Künsberg +16. und 17. Jh. _Bronzeepitaph _ 1551 gegossen von _Kunz Neilich_. — +Befestigter Kirchhof. + +_VEITSBERG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt. + +*Kirche.* Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch., vielleicht +von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v. +Gleisberg) und in diesem Fall der älteste erhaltene kirchliche Bau im +thüringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt +nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine +Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei Armen gegen ihn +stößt. — Die übrigen Teile der K. zeigen eine verworrene Folge von +Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. — +gAltarwerk um 1480. Außen an den Streben _Reliefs_ aus der Passion (nach +Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). — Got. _Wandmalerei_ am Triumphbg. +und am Chorgwb. — _Glasbilder_ in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210 +(?). + +_VESSRA._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Kloster-K.* (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von +umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger +Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes. +Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches +Profil, am Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des südl. +Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl. Ssch. got. +erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind +keine Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die +1/2kr. Nebenapsiden zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine +Krypta; (die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht +dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). Pfll. und +Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. — Der WBau wohl nach dem +Brand von 1201. Zwei vierseitige Türme flankieren die rck. Vorhalle; +Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht +geschärftem Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen +ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg. +Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom. +Portal. Die Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die +wagerechte Teilung durch Gesims und Bogenfries entspricht der +Höhenabstufung der Schiffe; schmälere und breitere Lisenen vollenden die +wohlproportionierte, von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung. +Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß mit +spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand +eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse aus späterer got. Zeit und in +schlechterer Technik. Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v. +Henneberg, gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist +ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? — Rom. _Taufstein_, +breite Schale mit säulenartigem Fuß. — In der Klostermauer eine +_Torfahrt_; das Gewände dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die +Bg.Läufe mit Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche +kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pförtnerei +gedeutet. + +_VIERZEHNHEILIGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.*, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh. + +_VIERZEHNHEILIGEN._ OFranken BA Staffelstein. + +*Wallfahrts-K.* und *Cistercienserpropstei*. Beg. 1743 von _Balthasar +Neumann_; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergeführt; +voll. 1772. — Die immer weiter ausgreifende Phantasie des großen +Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die +Außenansicht verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer +kreuzförmigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner +einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich, daß _Neumann_ die +erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat; nur +erscheint _Dientzenhofers_ Kühnheit im Vergleich mit dem, was hier +unternommen wurde, schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische +Prinzip, nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten +durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch +unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Säulen; alle zur +Grundfläche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven zweiter +Ordnung, ebenso die Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann +folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse +steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm eine ovale +Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll. +getragen; hieran schließt sich nach der Längsachse im O und W je ein +kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden Querachsen +gebildet; eine kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W; +eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend, zwischen +dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren werden jedoch nur in den +Gewölben selbst erkennbar, die Grundrißstellung der Stützen bringt von +ihnen nur Segmente zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden +Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflächen +eingreifen. An den Kreuzungspunkten der beiden Querräume mit dem +Längsraum, wo man sonst eine zusammenhängende Form oder eine +Höhensteigerung zu finden gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien +und sinken sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische, +antiarchitektonische Willkür; was _Neumann_ sucht, ist die Poesie des +Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen +Denken durch einige schwere Fehler sein eigenes Werk gestört. Die ganz +entsetzliche Gestalt der Nebenräume, in denen man auf der einen Seite +gerade Linien, auf der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch +hingehen. Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die +völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen +Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die keinen vollen Genuß an dem für +sich sehr harmonischen Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit +Marmorstuck aufkommen lassen. — Die Frage, ob diese Architektur dem Bar. +oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen, programmatischen +Rokokocharakter haben aber die Altäre, soweit sie von _Neumann_ selbst +herrühren, vor allem der zentrale Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an +die architektonische Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre +von _J. M. Feichtmayer_. Das Hochaltarblatt und sämtliche Fresken von +_Giuseppe Appiani_ (mehrere nach dem Brand 1835 erneuert). — Die Fassade +bildet in der Mitte eine vorspringende Kurve und wird von zwei von unten +auf 8eck. Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht +beitragen. + +_VIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Weimar. + +*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die _Figuren_ aus +spgot. Altarwerken. + +_VITZENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Schloß* 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab +den Baumeisternamen _Nickel Delitzscher_. NFlügel 1694. Treppenpavillon +1767. Alle Einzelheiten stark rest. + +_VOIGTSBERG._ K Sachsen AH Ölsnitz. + +Große *Burg,* im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse. + +_VOLKACH._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Stadtpfarrk.* 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn +1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch. Lhs. (um 1474), das im 18. +Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten +Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot. +Gliederung. Details in der Art des Meisters _Hans Bock_ (Dommeister um +1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. vom Chor mit +Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. — Einrichtung Rok.; +Würzburger Charakter um 1750. — Taufstein um 1600 mit Wappen. — _Pietas_ +Gußstein, südbairischer Import um 1420. — Reiche Paramente des 17. und 18. +Jh. + +*St. Michaels-Kap.* Vor dem Südtor. _Tympanon_ um 1400-1420; Krönung +Mariä. + +*Wallfahrts-K.* auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt +1sch. — Im Hochaltar _Pietas_ (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der +alten Fassung. — _Rosenkranzmadonna_ um 1500; hervorragende Arbeit, wohl +mit Recht _Riemenschneider_ zugeschrieben. _Epitaphe_ 16.-17. Jh. +Überreste einer lebensgroßen _Wachsgruppe_, einen Ritter und dessen Frauen +darstellend; erhalten nur einige Köpfe und der Holzkern. _Großes +Steinkruzifix_ bez. _TK_ (_Thomas Kistner_) 1555. — Am Weg zur Kirche drei +spgot. _Reliefs_, Stationsbilder (1521). — 2 _Glasfenster_ mit +Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80. + +*Rathaus.* Renss.Bau mit Freitreppe (1544). + +*Amtsgericht.* Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke. + +Behäbige *Bürgerhäuser,* spbar. und rok. — Eine hervorragende Leistung des +Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung das »Schelfenhaus«. Stuckierte +Zimmer. Reicher und ansehnlicher, großfiguriger, schwarz glasierter +Kachelofen um 1700. + +Von der *Stadtbefestigung* stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit +hübschen Renss.Giebeln. + +_VOLKENRODE._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Klst.-K.* Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig wieder +hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis +erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene +Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got. + +_VOLKERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie Geisleden. + +_VOLKERSBERG._ U Franken BA Brückenau. + +*Einsiedelei* von 1113 zum Klst. erweitert 1661. + +_VÖLKERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach. + +*Kirche* 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar Kanzel und +Orgel. + +*Schloß* der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung +erhalten. + +*Oberförsterei* 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk. + +_VOLKMARITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Dorf-K.* Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geöffnet, im +Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen). + +_VOLKMARSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Pfarr-K. S. Maria.* Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und +vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche, +starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten, +reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen +mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr reich und +zierlich, _Marienstatue_ im Tympanon, _Petrus_ und _Paulus_ unter den +Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon _thronender +Heiland_. Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme der +Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und welscher Haube. — Zwei +_Wandtabernakel_, E. 13. und E. 14. Jh. + +*Holzhäuser* des 16. und 17. Jh. + +*Stadtmauer* im SO erhalten. + +_VOLSBACH._ OFranken BA Pegnitz. + +*Pfarr-K.* um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung. +Innendekoration 1680. + + + + +_W_ + + +_WABERN._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Lustschloß* 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von _S. L. Du Ry_ (jetzt +Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden. + +_WACHAU._ K. Sachsen Dresden-N. + +*Dorf-K.* ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet. + +*Schloß* seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und +Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten. + +_WACHSENBURG._ Sachsen-Gotha LA. Gotha. + +*Burg* (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. Die +ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt. + +_WÄCHTERSBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Stadt-K.* mit WTurm von 1519. + +Isenburgisches *Schloß,* bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktürmen, von +denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker am +WTurm. Dritter Umbau um 1650. + +_WAHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche Emporen machen den +evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die Decke +und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt. +_Grabsteine_ der Herren von Hanstein. + +_WAHREN._ K. Sachsen AH Leipzig. + +*Dorf-K.*, frgot. Kernbau. _Taufstein_ aus 13. Jh. Hübsches geschnitztes +_Lesepult_ E. 15. Jh. _Beschläge_ der Türflügel, naive dörfliche Kunst, +könnte ins 13. Jh. hinaufreichen. + +_WAEHRSDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766, +stimmungsvolles Grabmal 1798. + +_WAISCHENFELD._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Pfarr-K.* um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche +überarbeitet. + +_WAITZENBACH._ UFranken BA Hammelburg. + +*Schloß.* Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme an den +Ecken um 1680. + +_WALBECK._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. + +*Kloster* gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material +wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem der alte +Klosterkreuzgang noch erkennbar. _Rittergrabstein_ mit eingeritzter Fig. +um 1300. + +_WALDAU._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* 1601 wie Hinternah. + +_WALDAU._ RB Cassel Kr. Cassel. + +*Kirchturm* spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten +Ecktürmchen umgeben. + +_WALDBÜTTELBRUNN._ UFranken BA Würzburg. + +*Dorf-K.* bar. — Krönung Mariä, _Holzgruppe_, um 1500, nicht aus der +Werkstatt _Riemenschneiders_, doch ihr verwandt. + +_WALDENBURG._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Stadt-K.* spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. — +_Wandgrab_ des Hugo v. Schönburg † 1566, vom Dresdner Bildhauer _Chr. +Walther_, das bedeutendste Werk dieser Gattung in Sachsen vor dem +Auftreten _Nossenis_ (vgl. auch Penig). + +_WALDHEIM._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Schloß-K.* E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb. Die +Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got. +Maßwerk. — _Altar_ 1594 von _Joh. Maria Nosseni_, 1716 umgestaltet. + +_WALDKIRCHEN._ K. Sachsen AH Auerbach. + +*Dorf-K.* mit rom. Portal, alte Beschläge. + +_WALDSTEIN._ OFranken BA Münchberg. + +*Burgruine.* + +_WALLDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist Bergfried der +ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. _Bildnisstein_ der Marschalk v. Ostheim. + +*Synagoge,* aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. — Mehrere sehr +ansehnliche *Fachwerkhäuser*: Schmiede 1592, das »rote Haus« um 1600, +Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697. + +_WALLENBURG_ s. Auwallenburg. + +_WALLENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg. + +*Burgruine* mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer. + +_WALLRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N. + +*Dorf-K.* ohne Interesse. — _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Taufbecken_ aus +Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die _Orgel_ das erste Werk _J. G. +Silbermanns_. + +_WALSDORF._ OFranken BA Bayreuth. + +*Kirche.* Schönes _Denkmal_ des Vizekanzlers Reuß 1599. + +_WALTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha Amtsstadt. + +*Stadt-K.* 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll. in ellipt. +Grundstellung. Turm 1458. _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. + +_WALTERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Schloß.* Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter +(allegor. Figg.) Holzdecke. + +_WANDERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt. + +*Dorf-K.* Erweiterung eines rom. Baus. — Spgot. _Schnitzaltar_. + +*Gasthaus*. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. — *Gehöft* mit Jahreszahlen +1541-1605. — *Burg Gleichen,* ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle. + +_WANFRIED._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Rathaus,* früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus dem E. d. 17. +Jh. Oberstock — reicher Fachwerkbau; Innenräume noch mit alten Tapeten +usw. + +*Gasthaus* zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstörtem +großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh. + +_WANGENHEIM._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen. + +*Dorf-K.* spgot.; 9 _Grabsteine_ der Familie v. W. (vgl. Sonneborn). + +_WARTBURG_ b. Eisenach Sachsen Weimar. + +Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die ältesten +erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im 13. +und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thüringen und +Markgrafen von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17. +Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem Verfall +überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebäude abgetragen +mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren Bergfrieds in der +Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den überdeckten +Mauergängen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche Restaurierung der +erhaltenen und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen +Baulichkeiten unter Großherzog Carl Alexander von Weimar durch Prof. _Hugo +v. Ritgen_ aus Gießen. Als Ziel schwebte bei der Wiederherstellung vor, +die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu lassen, die sie im 12. +Jh. gehabt hatte. + +*Mittelalterliche Bauten*: 1. _Das Landgrafenhaus_, _Palas_, großes +dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein. Berühmt als besterhaltener +rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht +durchweg richtig restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die +Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll. +und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen sind. +Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. Über der Tür rom. Relief, +früher in der Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3. +Geschoß läßt vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das 3. +Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile +erneuert, mit einem modernen Balkon. Die OSeite, ursprünglich durchaus +nicht als Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich +»verschönert«. Der NGiebel, das Dach und zwei der großen Rauchschlote +erneuert. — Das _Innere_: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen +unveränderte Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, der +mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus Eisenach übertragene rom. +Steinsäule gestützt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben +überspannt, die durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden. +Fenster— und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen. Einer +derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit +byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. — Wohl erhaltene Innentreppe, +die zum mittleren Geschoß emporführt. Hier das Landgrafenzimmer mit +erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom. +Stützsäule. Wandgemälde von _M. v. Schwind_. Der Sängersaal mit Holzdecke +und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von Schwind, den sagenhaften +Sängerkrieg darstellend. Anstoßend die Sängerlaube, zu der Stufen +hinanführen, erneuert. Kapelle, nicht im ursprünglichen Bauplan +vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth +eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe. +Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. — Holzkanzel von 1628. +Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke. — Elisabethgalerie +mit Wandgemälden von _M. v. Schwind_. Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt +zum Obergeschoß, das einen einzigen großen Saal enthält, dessen +Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich +alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach Ritgens Entwurf +rekonstruiert. + +2. _Der hintere Bergfried_ im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes Dach +wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt. + +3. _Ringmauer der Hauptburg_ gegen S und W im Unterbau alt, in den oberen +Teilen meist erneuert. + +4. _Zisterne im Hofe der Hauptburg_, jetzt ohne Überdeckung und mit einem +ganz irreführenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben. + +5. _Torturm_ in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen +bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit stammenden + +6. _Ritterhauses_, das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch +romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgeschoß Wachstube mit +got. eisenbeschlagener Tür. Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit +spgot. Deckenbemalung. Gegen S stößt an das Ritterhaus + +7. _die Vogtei_, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh., der Oberstock +aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got. geschnitzte +»Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg und die Lutherstube mit got. und Renss. +Möbeln, Bildern von _Cranach_ usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker +aus Nürnberg angebaut. 8. _Der Margarethengang_, ein überdeckter +Verbindungsgang auf der westlichen Ringmauer der Vorburg. + +9. _Der Elisabethengang_, überdeckter Verbindungsgang mit angebautem +Schützenerker auf der östlichen durchweg wohlerhaltenen Ringmauer der +Vorburg. + +*Bauten aus der Zeit der Restauration* (1838-1867): Das an der SSeite des +Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene _Badehaus_ an der Stelle +eines früheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in +Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.) +Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv erbaute _neue +Kemenate_ mit Wohnräumen für den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei +Seiten um den _Hauptturm_ herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten +des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen +Hauptturmes neu errichtet ist. _Torfahrtshaus_, das Haupt- und Vorburg +scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber ein länglicher Wohnraum, die +sog. _Dirnitzlaube_; endlich an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in +der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten +z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige _Rüstsaal_, in +den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste. Reich geschnitztes +»Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der Herren v. Salis-Soglio bei Chur, +treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson +mit dem Löwen. + +_WARZA._ Sachsen-Gotha LA Gotha. + +*Dorf-K.* 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant. + +_WASEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma. + +*Dorf-K.* kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh. + +_WASSERLOSEN._ UFranken BA Hammelburg. + +*Kirche.* Zwei virtuose _Rokokoaltäre_ mit Altarblättern von _Nic. Treu_. +1762. + +_WÄSSERNDORF._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Einheitlich spgot. 1496. — _Madonna_, Holz, um 1480. 5 +_Epitaphe_ der Schwarzenberg und Seinsheim. Das älteste und beste Stück +die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim † 1502, sehr feiner +Porträtkopf, die untere Hälfte der Platte zerschlagen. + +*Schloß* (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die +Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger Wohnbau, Ringmauer mit Türmen. +Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh. +Fachwerkwände mit farbiger Bemalung. + +_WASUNGEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen. + +*Stadt-K.* 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch. mit 3/8 +Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. Inneneinrichtung mit Holztonne und +hübsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh. + +An und in der ganz einfachen *Friedhofs-Kap.* (mit rom. Mauerresten) +zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine. + +*Rathaus* 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten des +Gebiets. (Einige Veränderungen 1904). + +*Amtshaus* 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß +mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in origineller +Rustika, bez. 1611. + +Mehrere *Höfe* ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches +Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier +Stuckdecken in Quadraturwerk. — Bürgerhäuser des 17. Jh. in guter +Fachwerkarchitektur. — Reste der *Stadtmauer*. + +*Burgruine Maienluft*. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschluß +rest. + +_WATZENDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem +Kreuzgwb. + +_WECHSELBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Schloß-K.* (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den +Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; die einheitliche +Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. — Eine der +spätesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler +kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter +Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung +mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen als die spgot. +Einwölbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme +schließen eine nach dem Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne +Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig +offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten +Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang +und Choreingang des Magdeburger Doms. Das Äußere durchgehend mit fein +profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken +feine Rundstäbe; die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem +Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln des Qsch. +Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die WTürme nur bis +zur Höhe des Schiffs ausgeführt; nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des +Stifters zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. — +Das Innere birgt _Bildhauerwerke_, die unter den edelsten Kleinoden +deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich nach Vollendung der K., also +um 1230-35, leider nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den +eingreifenden Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des Chors, +veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt; zu ersehen aus der +Höhenlage der Arkatur in der Apsis und der Basen der Ecksäulchen an den +Triumphbogenträgern. Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner +abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze der +Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch in seiner +Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum des Schlosses +befinden sich formierte Trümmer, die über die ursp. Gestalt Aufschluß +geben könnten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es +liegt nahe, zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta +befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen führten. Seine +Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in den Zwickeln befindlichen +Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der letzten +Rest. erhalten; vorher gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die +zweite Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, jetzt mit +modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden +Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und David, +Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs +sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den +Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. (»Dusis«); +an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks +Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei +Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Bögen +verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung +hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit Maria und Johannes in +stumpfem Winkel zurücksprangen. Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln +[**Illustration:]. Endlich die Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale +Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und die +Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel eines der frühesten +Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß der Kreuzesendigung die Halbfigur +des Vaters mit der Taube; zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in +Dreipässen (vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in +Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte weibliche +Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl. männliche, auf die überwundenen +Mächte des Judentums und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam, +der in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition +also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen und antitypisch +vorgebildeten, im neuen vollzogenen Welterlösung. — An ihrem ursp. Platz +zwei als Melchisedek und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. — +Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als +lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen und harten +Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der +Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger +Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu +ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe; +feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls, Mäßigung und +Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller dieser Eigenschaften +eine Monumentalität, die für die deutsche Kunst damals eine neue +Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die +Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was zu überwinden +nötig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgeführten Stücke; +besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Größe, schwierigen +Aufgaben der Verkürzung gewachsen. — Ungefähr derselben Zeit, doch in der +Qualität nicht auf gleicher Höhe das _Grab der Stifter_, des Grafen Dedo +von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgroße Gestalten, auf der +Tumba ruhend. + +_WECHTERSWINKEL._ UFranken BA Mellrichstadt. + +Ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst.* + +*Kirche.* Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. rom. Basilika, +nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, auch der Nonnenchor +abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. 4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll. +und glatten Rundbgg. Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache +WPortal mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. — _Barockaltar_ aus +Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild einer Äbtissin 1558. + +*Propstei* von 1792. Mit schönem Treppenhaus. + +_WEESENSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß* auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich von +König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im Besitz der Bünau. Aufbau, +dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, die unteren die jüngsten, so daß die +Kellereien im 5., die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem +durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. Mönchsboden +_Wandmalereien_ der frühesten Renss. Einrichtung der Schloßkirche 1738-41. +Der »steinerne Saal« 16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18. +Jh. Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel gute +klassizist. Ausstattung. _Porträts_ von Rotari, Mengs, Graff, Vogel, +Leypoldt, Torelli. — Oben im Walde Jagdschlößchen mit prachtvollen +_Rok.-Öfen_. + +_WEHNDE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis. + +*Dorf-K.* 1670 gotisierender Barock. + +_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Hünfeld. + +*Dorf-K.* An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, der Turm +wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh. + +_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. — +Spgot. _Schnitzaltar_. + +_WEHRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Marien-K.* OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. auf +Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter. + +_WEIDA._ Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O. + +*Stadt-K.* (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß; im 16. Jh. +ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen. +— _Kanzel_ und andere Ausstattungsstücke 1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes +_Kruzifix_ 1680. + +*Friedhof*. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau von 1608. + +*Peters-K.* Ruine mit großem rom. Turm. + +*Wieden-K.* Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um M. 14. Jh. +begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde; ausgezeichnete +Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der +Chor schließt mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester +Zeichnung. — In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei (13. Jh.?). + +*Nonnenklst.-K.*, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, später +städt. Kornhaus. + +*Rathaus* 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg und Gera +verwandt. + +*Schloß Osterburg*; eine noch immer bedeutende Baugruppe, wenn auch nicht +mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. Großer runder Bergfried; der +erste, ca. 30 m hohe Absatz 2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch, +von kleinerem Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma. Die +Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, ihrer Zwerchhäuser und +sonstigen Schmuckes großenteils beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll., +ähnlich denen im Klst. Mildenfurt. + +_WEIDELSBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Burgruine.* Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große Wohngebäude, +umgeben von Mauern mit 9 halbrunden Türmen und tiefem Graben. + +_WEIKERSGRÜBEN._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* Guter spgot. _Flügelaltar_ um 1490. — _Holzfigur_ St. Nikolaus, +würzburgisch um 1500. + +_WEILAR._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. + +*Dorf-K.* Einheitlich 1740. — Hübscher Rok.Kanzelaltar, mit der +Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand mehrere _Flügelgemälde_ E. 15. +Jh. (in diesem Gebiet selten). + +*Schloß* (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und der +Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung. + +Auf dem Beyer vorgeschichtliche *Wallburg*. + +_WEIMAR._ Kr. Cassel-Land. + +*Dorf-K.* Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. spgot. — +Steinkanzel spgot., Empore renss. + +_WEIMAR._ Hauptstadt von Sachsen-Weimar. + +*Haupt-* und *Stadt-K.* Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut 1735. — Großer +Reichtum an _Grabmälern_ (im Inv. werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6 +große Wandgräber: 1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den +Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken Zügen; — +2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin von _L. Tüttich_ und _H. +Hünefeld_ aus Leipzig; die Triumphbogenform klar durchgeführt, die +Einzelheiten sehr barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; — 3) für +die Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem Fuß; — 4) für +Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die Herzogin Freifiguren, +kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld flankiert von gekuppelten +korinth. Sll. mit verkröpftem Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika +Relieftafeln; — 5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem +Epitaph der Kurfürstin Agnes; — 6) für die Herzogin Dorothea Susanna, +Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische Pilaster, vor +welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene dreimal, als Kind, Braut +und Witwe (oder mit zwei Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer. +Unter den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe † 1521; +Bronzeguß aus der Werkstatt _P. Vischers_, flaches Bildnisrelief, +Umrahmung durch einen Kleeblattbg. mit leichter Andeutung von Maßwerk; am +Rande der Platte die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen +Bordüre von renss. Ornament; — 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus et +consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur künstlerisch von +mäßigem Wert; — 9) Herzog Wilhelm d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung +in kühnen derben Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume +stehend, halb links gewendet; — 10) Joh. Friedrich d. Großmütige und +Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze auf steinernem Sockel; nur +mit Wappen und Inschriften; Umschließung durch ein schönes eisernes +Gitter; Entwurf des Ganzen vom Maler _Peter_ [_Gothland_], die +Bronzeplatten vom Bildhauer _Hermann_ in Erfurt und dem Büchsengießer +_Jacob __ Schlaf_ in Eisleben; — 11) Kurfürstin Agnes † 1555 +(zusammengehörig mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental +behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem Relief. — +_Altartriptychon_ von _L. Cranach_; des Meisters letztes Werk, in dem +seine lange verwahrloste Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr +vor seinem Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde in der +Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als Sieger über Tod und +Teufel; rechts die Porträtgestalten Luthers und Cranachs, von Johannes dem +Täufer auf das Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der +kurfürstlichen Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt. +— Drei _Lutherbildnisse_ zu einem Triptychon zusammengestellt, das linke +bmkw. Original von _Veit Thim_, die beiden anderen Kopien nach _Cranach_. + +*Residenzschloß*. Die seit 1651 von _Moritz Richter_ erbaute Wilhelmsburg +hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und düsteren Charakter wie der +Friedenstein in Gotha. Nach Brand 1774 unter _Goethes_ Leitung Um- und +Neubau (bis 1803). Architekten: _Steiner_, _Ahrens_, _Thouret_, _Genz_. +Drei Flügel umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt; +mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der SWEcke einige von +dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: der Schloßturm, im Unterbau +von 1439, in den Obergeschossen E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem +renss. Tor um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh. + +*Rotes Schloß,* 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; der Erker +beraubt und sonst einfach. + +*Gelbes Schloß,* im selben Gebäudekomplex wie das vorige; 1702. + +*Grünes Schloß* (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den Schauseiten +durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das Äußere vereinfachend umgebaut, +das Innere rok. + +*Wittumspalais*, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen. + +*Stadthaus* 1526-1547. — *Haus* der Familie _v. __Lützelburg_ (jetzt +Staatsanwaltschaft) 1568. — *Cranachhaus* am Markt (von C. bewohnt +1552-53), wesentlich E. 16. Jh. — *Haus Herderplatz No.* 16, ehemals dem +Deutschorden gehörig, 1566, Renss. strengerer Richtung. — Das *Goethe-* +und das *Schillerhaus*; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des +vornehmeren und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses am E. 18. +Jh. nicht uninteressant. — Ein ähnliches Doppelinteresse bietet der _Park_ +mit seinen Ziergebäuden aus Goethes Zeit. + +_WEISCHWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. + +*Dorf-K.* wesentlich 1792. — Drei Figuren von einem _Altarwerk_ um 1500 +»zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Saalfelder Werkstatt zu rechnen«. + +_WEISMAIN._ OFranken BA Lichtenfels. + +*Pfarr-K.* Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; genauere +Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht mehr zu finden. + +*Rathaus* 1634. — Gut erhaltenes Torhaus mit Turm. + +_WEISSENBERG._ K. Sachsen AH Löbau. + +*Stadt-K.* Stattlicher _Altar_ 1666. — Lange Reihe v. Gersdorfscher +_Grabsteine_ 16.-18. Jh. + +*Rathaus* nach Brand 1787, ältere Teile benützend. + +_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Freiberg. + +*Dorf-K.* ohne ausgeprägten Stil. — Stattliches _Epitaph_ des Adolf v. +Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen Arbeiten in Sayda und +Lauenstein. — 3 ikon. _Grabsteine_ derselben Familie 1557, 1632, 1664. — +Schloßruine. + +_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Dorf-K.* 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. — _Selbdritt_, gutes +Schnitzwerk um 1500. _Glocke_ 14. Jh., mit 1489 und 1538. + +_WEISSENBRUNN AM WALD._ Sachsen-Coburg LA Coburg. + +*Kirche* 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753. *Schloß* 1556. + +_WEISSENFELS._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K. S. Marien.* Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift 1303; das +übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, doch wohl mit Benutzung der +alten Grundmauern. Die Schmalseite des Ssch. spricht für ehemalige +Basilika. Jetzt die drei Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch. +nicht ausgeführt (Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen +der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. schließen +sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite des Msch. vorgebaute +Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine Fenster und Strebepfll. sind sehr +reich dekoriert, ungefähr in der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während +das Lhs. sparsam gehalten ist. — _Hochaltar_ 1524, sonstige Ausstattung +1670-84. + +Ehem. *Klst. S. Clara* (profaniert und ruinös). Im wesentlichen der +Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), der Chor nicht +abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten Lhs. +unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige Nonnenempore. Die schlanken +Fenster 2teilig, als Maßwerk einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. — Die spgot, +Kanzel aus der *Stadt-K.* versetzt. — Die als Magazine vernutzten +Klst.Gebäude in der Anlage noch zu erkennen. + +*Schloß Neu-Augustusburg.* 1664-90 von _Erhard Lindner_; der Entwurf wohl +von _Moritz Richter_, ähnlichen Charakters wie die Schlösser von Weimar +und Gotha. Imposanter Massenbau in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in +Triklinienstellung. Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel. +Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel. Die +innere Ausstattung durch Umwandlung zur Kaserne zerstört. Von namhaftem +Interesse die von Leonhard Sturm, dem Theoretiker des protestantischen +Kirchenbaus, gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das Schloß +von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr reiche +»täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck auf rosa und +apfelgrünem Grunde. + +*Rathaus* 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. — *Bürgerhäuser* renss. und +bar. + +_WEISSENOHE._ OFranken BA Forchheim. + +Ehem. *Benedikt. Klst.-K.* gegr. im 11. Jh., neu erbaut und ausgestattet +17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung. + +_WEISSENSEE._ RB Erfurt Kreisstadt. + +*Nikolai-K.* (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit got. +Veränderungen. + +*Petri-Paul-K.* Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß nach 1331, +das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger. 2 _Schnitzaltäre_ um 1500. + +*Landgrafenburg.* Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich dem +Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von demselben Meister +erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß des Turms rom. Sll. Erhalten auch +das rom. Außentor. + +_WEISTROPP._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. — Schloß +ohne Interesse. Porträts von _Graff_ und _Tischbein_. + +_WEITERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil, 1700 rest. + +_WELKERS._ RB Cassel Kr. Fulda. + +*Dorf-K.* neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung in 23 +Figuren, E. 15. Jh. + +_WENDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Burg.* Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als +fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört; jetzt +größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter Dach. Das 1596 für +Wolf Dietrich v. Witzleben von _Friedrich Fuss_ errichtete »Neue Schloß« +zeigt im Hauptportal Hochrenss. in vornehm behandelter jon. Ordnung; an +der Tür des Treppenturms Elemente des Florisstils. + +_WENIGENJENA,_ Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar. + +*Dorf-K.* Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. Chor +mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. Dürftiges kleines 1sch. +Lhs. aus A. 16. Jh. Außen an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig +ausgeführtes, aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit. +— _Sakramentsnische_, auf der Grenze von Hoch- und Spgot. — _Gedenktafeln_ +aus 17. und 18. Jh. — Im Chor _Wandmalereien_ des 14. Jh., Jüngstes +Gericht, Passion und Heiligenlegende. + +_WENKBACH._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem Erdgeschoß den +Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. Am flachged. Sch. nur die +SMauer rom. + +_WERDAU._ K. Sachsen AH Zwickau. + +*Stadt-K.* 1760 vom Dresdener Baudirektor _S. Locke_. Hallenbau mit +Emporen. Stuckierung von _A. Vogel_. Reicher _Kelch_ M. 15. Jh. + +_WERKEL._ RB Cassel Kr. Fritzlar. + +*Kirchturm*, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, woran 4 +Ecktürmchen. + +_WERLESHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +Ansehnlicher *Edelsitz* der Herren v. Harstein 1565, steinerner Unterbau, +2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und Erker. + +_WERNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. + +*Dorf-K.* Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem Interesse. + +*Kap. S. Veit.* Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel reiche +Maßwerkblenden. + +*Schloß* 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große gewölbte Halle. + +_WERNECK._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Sommerschloß* des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, 1731 bis +1747 von _B. Neumann_. Mit den sich anschließenden Stallungen und +Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte Anlage; im Hauptbau 2 Säle und +100 Zimmer. Die glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog +Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die Stuckdekoration +aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen bei der Einrichtung als +Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore von _Oegg_ in der Art jener des +Würzburger Schlosses. Der ausgedehnte Park anglisiert. + +_WERNSTEIN._ OFranken BA Kulmbach. + +*Schloß.* Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner Renss.-Bau +1567. Befestigung mit reicher Tordekoration 1576, anscheinend von _Caspar +Vischer_. Im Vorwerk großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und +Ornament im Charakter der Plassenburg. + +_WESTENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1579, verändert 1731. + +_WESTHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich umgebaut. + +_WETTER._ RB Cassel Kr. Marburg. + +*K.* des 1015 gegr. *adligen Jungfrauenstifts*. Baudaten fehlen. +Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg begonnen, ist sie +doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, mit Neigung zu etwas +altertümlicherer Prägung der Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei +bedeutend kleineren Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied, +daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher Weise gerade +schließen. Das Qsch. enthält also außer der quadr. Vierung je 2 rck. +Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. Ganze innere L. 40 m. Von Marburg +abweichende Züge sind sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der +OTeile; die schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen +gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks durch Ausschnitt +aus Steinplatten; die Walmdächer auf den Kreuzflügeln (die jetzigen +Dachgiebel eine willkürliche Zutat von _G. G. Ungewitter_). Das Hauptdach +aus 15. Jh.; vorher über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und +quergestellte Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant +wahrscheinlich 2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. Die spgot. +Bemalung des Innern von _C. Schäfer_ beseitigt und nach vorgefundenen +frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze zutreffend, ist natürlich +zweifelhaft. Auch am Äußeren des Chors Spuren eines gemalten Frieses. — +_Stifterdenkmal_ der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl 1466. +_Taufstein_ frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen stützen das halbkugelige +Becken. — _Altar_ mit Retabelgemälde, 7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. — +_Wandmalereien_ im Chor spgot. + +Von dem alten *Stiftsgebäude* geringe Reste. + +Von der *Stadtbefestigung* Teile mit Wehrgang erhalten. + +_WETTESINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Dorf-K.* sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, ohne Tür. +Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh. + +_WETTIN._ Pr. Sachsen Saalkreis. + +*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. + +*Burg*, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse. + +_WETTRINGEN._ UFranken BA Hofheim. + +*Pfarr-K.* Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher _Hochaltar_, die Figg. in +der Richtung _P. Wagners_, ebenso die vortrefflichen _Kruzifixe_ auf den +Seitenaltären. _Pietas_ A. 16. Jh. — Mehrere _Bildstöcke_. + +_WETZHAUSEN._ UFranken BA Hofheim. + +*Ev. Pfarr-K.* Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. — Bmkw. durch +Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität die lange mit 1460 +beginnende Reihe von _Grabmälern_ der Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der +Zahl. — Bmkw. _Kelch_ 14. Jh. + +*Schloß.* Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., Einzelheiten +got. und renss. + +_WEYER._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der übrige Bau nebst +Stuckaturen um 1730. + +*Pfarrhaus.* Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) erbaut. Gute +Stuckdecken um 1730. + +Malerischer *Gemeindebrunnen* auf zehn steinernen Säulen. Erneuert 1840. + +*Bildstock* der Kreuzigung mit Stifter von 1623. + +_WICKERSHAIN._ K. Sachsen AH Borna. + +*Marien-K.* (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und Anbauten hat +die ursp. rom. Anlage (von welcher der turmtragende quadr. Vorchor und die +WWand) eine sehr unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von +eigentümlicher Verschiebung des polyg. Gr. + +_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das schöne Südportal. + +_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Borna. + +*Schloß* (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von vornehmen +Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung des durch 2 Geschosse +gehenden Saales. — Porträts von _Graff_, Venusstatue bez. _Balth. +Permoser_ 1724, von demselben die Jahreszeiten. + +_WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE._ Sachs.-Altenb. LA Roda. + +*Jagdschloß* Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten eines von +Waldbächen gebildeten Teiches. Nach vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr +willkürlich rest. Urspr. ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und +Ecktürmen mit Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der +Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. — Die jetzige +Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist fremden Ursprungs. 4 +_Gemälde_ aus der Schule _Cranachs_ schildern das Leben Joh. Friedrichs. +_Relief-Brustbild_ desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in +Thüringen beliebte Technik. + +_WIEDERSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. + +*Dorf-K.* 1601, wie Hinternah. + +_WIESENBRONN._ UFranken BA Kitzingen. + +*Pfarr-K.* Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. — Altar A. 17. Jh. mit bmkw. +_Gemälde_ von _Hans Heunisch_. — _Grabmal_ des brandenbg. Geh. Rats Joh. +Buttner † 1605 und seiner Frau, 2 Tafeln in schönem _Bronzeguß_ von _Joh. +Weinmann_. + +_WIESENFELD._ RB Cassel Kr. Frankenberg. + +*K.* einer um 1200 gestifteten *Johanniter-Kommende*. Frgot. 1260. Rck. +mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. An der NSeite großer +5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit Leiter ersteigbar, also zu +Verteidigungszwecken errichtet (rest. 1903). + +*Johanniterhaus*. 1587, unbedeutend und verwahrlost. + +_WIESENFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder Bar.-Typus +(vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, Wüstheuterode). + +_WIESENTHAU._ OFranken BA Forchheim. + +*Dorf-K.* spgot., stark rest. — _Altäre_ 17.-18. Jh. _Kanzel_ bar. mit +spgot. Figg. Reich geschnitzter _Beichtstuhl_ 18. Jh. _Epitaphe_ der +Familie v. Wiesenthau 1581, 1590, 1605. + +*Schloß*, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen, +Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566. + +_WIESENTHEID._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Pfarr-K.* 1727-32 von _Balth. Neumann_; Bauführer der oft von Neumann +verwendete und später im Kurfürstentum Trier selbständig auftretende +_J. G. Seiz_. In ihr gibt der große Künstler seine Idee einer Landkirche, +freilich mit ungewöhnlich reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme +Bauherr (Schönborn) zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition +ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, eingezogener +Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung. Mansarddach. Im Detail +neben spezifischen Rokokoformen (Fenster) Elemente des dorischen Stils +(Pilaster und Fries). Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem +Dach; ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. Die +Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur an Wand und +Decke, gut verbunden mit den prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem +Hochaltar bmkw. gut die _Statue_ des h. Mauritius. + +*Kreuzigungsgruppe* vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm theatralisch. + +*Schloß* der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um einen quadr. +Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen schlicht. Geschmackvoll +eingerichtete Rok.Zimmer. + +*Gräfl. Gruftkapelle*, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur von dem Maler +der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend). + +*Rathaus* in behäbigem fränkischem Fr.Rok. + +_WILDBURG._ UFranken BA Königshofen. + +*Burgruine.* Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes +Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten. + +_WILDENBERG._ UFranken BA Miltenberg. + +*Burgruine* ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus rom. Zeit +erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht nachstehend (die +Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen Schloß Eulbach nicht +einwandfrei). Die Anlage klar und regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an +Kunstformen: rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker; +der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur. + +_WILDENFELS._ OFranken BA Forchheim. + +*Burgruine* bedeutend. + +_WILDPRECHTSRODA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Kirche* 1683. + +*Schloß* (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der Gegend, 17. +Jh. + +_WILHELMSBAD_ bei Hanau RB Cassel. + +*Badanlage* 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; im Park +künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage. + +_WILHELMSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar. + +*K.* des ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen*. Rom. 12. Jh. +Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am Chor und Qsch., im Lhs. +4 Arkaden mit Stützenwechsel. An den Sll. attische Basen mit Eckblättern, +Würfelknäufe mit Pflanzenornament. Eine Tür am südl. Kreuzflügel umrahmt +mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon Agnus Dei. (Nebenapsiden +und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892 rest. und vielfach verändert. + +_WILHELMSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land. + +Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die Bauformen der +Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen Kriege halb zerstört, 1891 rest. — +Kleine kreuzf. Basilika (28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau +dieselben Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis alt. Im +Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige Sll. mit kurzem, stark +verjüngtem Schaft, an den Flächen der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette. +WFassade turmlos. Rom. (?) _Taufstein_. + +_WILHELMSHÖHE_ bei Cassel. + +Ein im 12. Jh. gegr. *Nonnenklst.* 1527 aufgehoben. Bescheidenes +landgräfl. *Schloß*. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter Landgraf Karl +Neubau (Entwurf von _de la Fosse_ 1710) mit großartiger Parkanlage +geplant. Nur die letztere wurde unter Karl wirklich begonnen, von seinen +Nachfolgern fortgesetzt. Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX. +(Abbruch des alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf von +_Wailly_ 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer Ausdehnung, der +unter dem Einfluß Palladios entstandene, künstlerisch sehr bedeutende +Entwurf von _H. Chr. Jussow_ 1786. Den Auftrag erhielt _Salomon Louis Du +Ry_ (aus der in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen +Hugenottenfamilie). Die vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig, +übereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der in seiner Jugend bei Blondel +in Paris gebildete Künstler hatte sich unumwunden dem Klassizismus +englischer Färbung zugekehrt. Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der +Mittelbau 1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. — Die Anlage modifiziert +mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung an das bewegte Gelände und +die ansteigenden Baummassen des Parkes, den traditionellen +Hufeisengrundriß in der Weise, daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige +Gebäude aufgelöst, dann aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder +verbunden werden, und zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude zu dem +Hauptgebäude in stumpfem Winkel anlaufen. + +Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten; sie waren +auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse teils unter +Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie sehr die apsidialen Schlüsse der +Hauptbauten und überhaupt der ganze Rhythmus durch sie gestört wird, +leuchtet ohne weiteres ein. — Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt +zusammen mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem Empire vorangehende +Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied der beiden Gebäude ist +bezeichnend für den Unterschied der strengeren, großzügigeren englischen +(von den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der weicheren +französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt sich der +französische Geschmack wieder vor, doch schon im Gepräge des eigentlichen +Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen +später noch manches hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den +Gegenständen überwiegt die römische Geschichte, auch ein Zyklus aus Tasso +war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche. Die bekanntesten Namen +_F. H. Tischbein_, _Hackert_ und _Nahl_. + +Der *Park*. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung an die +Gärten in Rom und Frascati durch den römischen Architekten _Giov. Fr. +Guernieri_ — vielleicht das grandioseste, was irgendwo der Barockstil in +der Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage, +die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich zur +Ausführung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden Naturpark im +englischen Geschmack. Bei _Guernieri_ war das Hauptmotiv die mit reichem +architektonischem Beiwerk ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der +Höhe des Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß rhein. +l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit Rundmotiven und +eine breite Querallee mit vielen Becken und Springbrunnen durchbrochen. +Davon hat sich nur der oberste Abschnitt erhalten, endend in das +phantastisch-kolossalische _Oktogon_ mit dem Herkules (der »kleine +Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der englische Park +wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht verzichten. Doch in einem +grundsätzlich anderen Sinn, als das Barock. Nicht um architektonische +Durchbildung des Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um +Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar) freien +Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche Bedeutung +Stimmung machen sollten. Künstliche Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten +Projekt _Du Rys_ sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel +erhalten. Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der Vögel«. +Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung der +Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische Schwärmerei +für die Gotik. So entstand (erster Plan 1790) die _Löwenburg_, anfangs als +Ruine beabsichtigt. Auf Verlangen des Landgrafen ein vollständiges, +wohnbares, allerdings im Maßstab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes +Bergschloß — kulturhistorisch merkwürdig als eine der frühesten +Schöpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland. Entwurf von _Jussow_. +Für die dem Schloße näher liegenden Zierbauten kehrte derselbe mit gutem +Takt wieder zu klassischen Formen zurück: _Säulenhalle_ und _Tempel_ am +Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgeführt) zum Philosophentale. +— Eine _chinesische Galerie_, eine _Moschee_ und eine _Eremitage des __ +Plato_ sind seither wieder verschwunden. — Unter den Nebengebäuden des +Schlosses das wichtigste das _Theater_ von 1808 (jetzt mit starker +Veränderung Tennishalle) und das _Pflanzenhaus_. + +_WILHELMSTAL_ bei Cassel. + +*Schloß.* Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten unter +den Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von Mitgliedern der aus Frankreich +stammenden, in mehreren Generationen in Cassel ansässigen +Architektenfamilie _Du Ry_. Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung. +Anlage des Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von _Karl D._ Sein +Sohn _Simon Ludwig D._ war schon 1749 in Paris mit der Durcharbeitung des +Entwurfs für den Mittelbau (corps de logis) unter den Augen _Blondels_ +beschäftigt (ausgeführt erst nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer +Feinheit der Sandsteinarbeit etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine +leise Tendenz zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings +nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die geistlichen +Fürsten des katholischen Deutschlands huldigten, auch in ihren Schlössern, +sondern leichter in der Haltung, feiner und anheimelnder; wie denn auch +der Gr. und die Abmessungen in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. — +Zur Seite standen _Du Ry_ der Bildhauer _J. A. Nahl_ und der Maler _J. H. +Tischbein_. — Die kleinen Wachthäuser um 1770 in derjenigen Abwandlung des +Rok., die man »Zopf« zu nennen pflegt. + +_WILHELMSTAL_ bei Eisenach Sachsen-Weimar. + +*Großherzogl. Schloß*. Malerische Gruppe von niedrigen schlicht bar. +Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse geordnet. Am NEnde ellipt. +Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung der beiden NHäuser unter Goethes Leitung +1790. Aus derselben Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende +Zutaten 1850. + +_WILLERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im Schiff je 4 +schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft sich windenden Ansätzen. + +*Schloß*, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung. + +_WILLMERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. 1753 umgebaut. — +_Holzfigg._ Reste eines _Altars_ von ca. 1520. Bmkw. _Taufstein_ 2. H. 16. +Jh. + +_WILSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher Br. mit dem +Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen. + +_WILSDRUFF._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Pfarr-K.* S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal aus ziemlich +früher got. Zeit; _Kanzel_ 17. Jh.; _Epitaph_ 1731. + +_WIMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Benediktiner-Klst.* gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil der 2. H. +12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des Chors und Qschiffs +(lichte Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden. +Nebenchöre (gewölbt) und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je +zwei niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den dortigen +Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters von Königslutter. +Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie (wie in Klst. Mansfeld). + +_WINDECKEN._ RB Cassel Kr. Hanau. + +*Stadt-K.* 1455-96, 3sch. + +*Schloß* (Amtsgericht) 16.-17. Jh. + +*Rathaus*, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung. + +*Stadtmauer* mit Wehrgang und Scharten. + +_WINDHAUSEN._ Kr. Cassel-Land. + +*Herrenhaus*, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die Anlagen des +Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches Beispiel des +sentimentalen Naturparks und seiner Requisiten: Einsiedelei, +Freundschaftsdenkmal, Altar, Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke. + +_WINDEHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. + +*Pfarr-K.* Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, am +Gewände Ringsäulen. + +_WINDHEIM._ UFranken BA Hammelburg. + +*Pfarr-K.* 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich von Hauptmann +_Fischer_ (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher _Hochaltar_ von 1696, ehem. in +Hammelburg. + +_WINDISCH-HOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt. + +*Dorf-K.* mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis. + +_WINDISCHLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg. + +Ansehnliche spgot. *Dorf-K*. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh. + +*Schloß*; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt. +Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude (SFlügel) im 1. und 2. +Geschoß um 1450, das Obergeschoß und die sehr stattlichen Giebel und +Zwerchhäuser 1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw. Einzelheiten. +Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken. + +_WINTERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten Einzelheiten. +*Pfarr-K.* 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom. Geschosse. +Bar. _Hochaltar_ mit bmkw. spgot. _Schnitzbildern_; im Hauptfeld +Kreuzigung, in der Predella Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp. +Ma. + +*Mauritius-K.* (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung der +Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem quadr. Chor., +Stilformen frgot. um 1300. + +*Rathaus* 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok. + +_WIPFELD._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung der Würzburger +Schule. + +_WIPPRA._ Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis. + +*Burgruine.* Sehr verfallen. + +_WIRSBERG._ OFranken BA Kulmbach. + +*Pfarr-K.* 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im sog. +Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer Einfluß). + +_WIRTHEIM._ RB Cassel Kr. Gelnhausen. + +*Dorf-K.* spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem 1/2 8eck. +Chor; sorgfältiges Maßwerk. + +_WITTENBERG._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K.* Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. Chor +und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A. 15. Jh. Die 3 Sch. schließen platt +in gleicher Flucht, das nördl. ist verbreitert, daher die +Unregelmäßigkeiten des Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540 +gemeldet. Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers (1543) in der +Lutherhalle, das _Altarwerk_ _L. Cranachs d. Ä._ modern verunstaltet. An +der nördl. Chorwand Gemälde von _L. Cranach d. J._, die Bekehrung Pauli, +des Meisters letztes Werk, 1586. _Taufbecken_ in Rotguß von _Hermann +Vischer_ 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel Reliefs von Heiligen. +Einfacher _ikon. Grabstein_ Bugenhagens. Großes _Epitaph_ für Matth. v. +Schulenburg 1S69 von _G. Schröter_. Das ausgezeichnete _Alabasterrelief_, +Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. † 1586 von _S. W._ (_Sebastian +Walther_ in Dresden). Tafel für Kaspar Lindemann von _Ulrich Gretel_ in +Leipzig. — Außen an der NSeite Relief, Christus als _Weltenrichter_ 1310; +am WPortal _Maria_ mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor _Judensau_. + +*Schloß-(Universitäts)-K.* ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das Äußere +entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere durchaus rest. Rck. von +6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen den nach innen gezogenen Pfll. eine +ringsumlaufende, von Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein +niedriges unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. — Große +_Bronzegrabplatten_ für Friedrich den Weisen und Johann den Beständigen; +jene bez. _Peter Fischer_ (sic) _Norimbergensis_ A. 1527; diese, eine fast +genaue Nachahmung, _H V_ (_Hans Vischer_). Außerdem dieselben beiden +Kurfürsten in lebensgroßen knienden _Marmorstatuen_. Die Bronzetafel auf +dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars in Jena. +_Bronze-Gedächtnistafel_ des Juristen Henning Goeden von _P. Vischer_ 1521 +(Wiederholung im Dom zu Erfurt). + +*Schloß* erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt. Bmkw. die +beiden Treppenhäuser, die sich nach dem Hof in Lauben öffnen. Über dem +Portal schön gemeißelte Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr. Zustand +auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs. + +*Rathaus* spgot. und renss. An der langen Marktseite außer dem +(modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, Vorhangbögen; später +hinzugefügt ein Renss.-Portal mit Altan und 4 Renss. Zwerchhäusern. — +*Apotheke L. Cranachs*. Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser +erhalten der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines +Geharnischten. *Häuser Melanchthons* und *Bugenhagens*. Das *Lutherhaus* +(urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840 einen gänzlich falschen +Charakter erhalten; unberührt das 1540 in Pirna gefertigte Portal und im +ganzen auch Luthers Wohnstube. + +*Alter Friedhof* vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit Relief des +Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter Elisabeth und +Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften. + +_WITTGENDORF._ K. Sachsen AH Zittau. + +*Dorf-K.* 1754. Gute _Grabmäler_ E. 17. Jh. + +_WITZELRODA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. + +*Dorf-K.* E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um 1702. + +_WITZENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen. + +*Stadt-K.* Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem Msch. +Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher. — Grabmal der Familie v. +Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße Rundfigg. knien auf einer von Sll. +getragenen Plattform, darüber Relief mit der Auferstehung Christi. + +*Wilhelmiter-Klst.* 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit 4Gwbb. auf 1 +Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte, aus deren Kanten die +Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder geteilt; Ähnlichkeit mit dem +Rittersaal des Marburger Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur +Kolonialschule eingerichtet. + +*Klus-Kap.* am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom. Profilen. + +*Hospitals-Kap. S. Michael.* Einfacher spgot. Bruchsteinbau um 1392. Der +sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch +Eselsrücken verbunden, die Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit +steinernem Helm. + +*Rathaus.* Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration nach einem +Brande zur Unkenntlichkeit entstellt. + +*Wohnhäuser* in Fachwerk. + +Reste der *Stadtbefestigung*. + +_WITZLEBEN._ Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt. + +*Dorf-K.* mit rom. Resten. + +_WOFFLEBEN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den Experimenten +des protestantischen Kirchenbaues. + +_WOLFERSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal. + +_WOLFHAGEN._ RB Cassel Kreisstadt. + +*Pfarr-K. S. Anna*. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in schlichten, +kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 (Inschr.), das bmkw. Dach +1501. + +Vor der Stadt *Kapelle* in vorzüglichen hochgot. Formen. + +_WOLFMANNSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm im +Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730. + +_WOLFSMÜNSTER._ UFranken BA Gemünden. + +*Pfarr-K.* Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit urspr. guter +gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). _Glocken_ 1412, 1786. + +*Schloß Wolfsmünster*. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln. + +_WOLKENBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz. + +*Dorf-K.* 1794 nach Entwurf von _J. A. Giese_ in der Richtung von _C. G. +Langhans_. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende Empore von dor. Säulen +getragen; der Altartisch ohne Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde +von _A. F. Oeser_ und _H. V. Schnorr v. Carolsfeld_. + +Die *ältere K.* (um 1400) jetzt *Erbbegräbnis* der Grafen Einsiedel. +Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete Arbeit von _J. H. +Böhm_. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern gefallenen Gf. Friedrich +v. E., Eisenguß aus Lauchhammer. + +*Schloß* (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles gründlich +umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung vom Besten. +Familienbildnisse u. a. von _Mengs_, _Graff_ und _Grassi_. Großer Park, +englisch umgearbeitet. + +_WOLKENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienburg. + +*Stadt-K.* nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. — _Altarwerk_ aus +mehrfarbigem Gestein 16S2 von _Joh. Böhme_. + +*Burg*, in jetziger Gestalt ohne Interesse. + +_WOLKRAMSHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein. + +*Dorf-K.* Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß. + +_WOLKSHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich in das +Architekturbild eingegliederten _Altäre_ von _Auwera_ und _Steuerwald_ +(letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen). + +*Sebastians-Kap.* 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein älterer +_Altaraufsatz_ um 1650 an der NWand. Hinter der Kap. bmkw. _Bildstock_ um +1400. + +Im Dorf lebensgroße _Standfig_. des hl. Michael 1743. + +_WOLMIRSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. + +*Dorf-K.* spgot., 1sch., mit Netzgwb. + +_WOMMEN._ RB Cassel Kr. Eschwege. + +*Gutshaus*, Portal Frührenaissance 1535. + +_WONFURT._ UFranken BA Haßfurt. + +*Pfarr-K.* Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700. + +*Friedhofs-Kap.* Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh. Gute +_Kreuzigungsgruppe_ um 1750. + +*Schloß.* E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695. + +_WONSEES._ OFranken BA Ebermannstadt. + +*Pfarr-K.* 18. Jh. — Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601. + +_WORBIS._ Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt. + +*Stadt-K.* 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest. + +*Klst.-K.*, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb. + +*Hardtkap.* 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh. + +*Amtsgericht*, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh. + +_WORMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. + +*Kirche.* Angeblich älteste des Gebietes. — Jetzt stillos bis auf ein +primitiv aussehendes rom. Tympanon. + +_WÜLFERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen. + +*Pfarr-K.* 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof Julius +begünstigten Nachgotik. + +_WÜLFERSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt. + +*Dorf-K.* aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die guten +Rok.-Mobilien in Würzburg gearbeitet. + +_WUNSIEDEL._ OFranken BAmtsstadt. + +*Pfarr-K.*, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut. + +*Spital-K.*, spgot., unbedeutend. — *Gottesacker-K.* 1672. + +_WÜRDENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. + +*Dorf-K.* 1577 und 1747. — Spgot. _Flügelaltar_, zusammengesetzt aus einem +größeren und kleineren. Die Figuren nicht übel. + +_WÜRZBURG._ UFranken B Amtsstadt. + +*Dom S. Kiliani*. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter B. Burkard +(931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner noch, in rom. Zeit +bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho (1125-47) und B. Hermann +(1225-54); Veränderungen 1606 bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im +Äußeren wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. — Die +Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage ist: hat Embricho, auf +dessen Zeit alles formale Detail am Langhaus hinweist, dieses auf dem +unveränderten Grundriß Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen +völligen Neubau in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die erstere +Alternative kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche Eigenschaften +zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau des 11. Jh., der Klst.-K. in +Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht werden. Dann aber müßte der +WBau mit seinen Doppeltürmen, da er auf schmälere Schiffe hinweist(4), auf +eine noch ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht wohl möglich ist, weil +die Anlage westlicher Doppeltürme mit Eingangshalle nicht vor 2. Viertel +11. Jh. (zuerst in Straßburg) nachgewiesen werden kann. Zwischen den +beiden oben genannten Möglichkeiten blieb dann nur noch eine dritte, rein +hypothetische: Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. — Der Ostbau +hat das volle Gepräge schon des 13. Jh. — Der Gr. ist kreuzförmig, die +Vierung genau quadr., die Flügel des Qsch. sowohl als der Chor gestreckt +rechteckig (einzige aber genaue Analogie die Kloster-K. Hersfeld); +Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2 +quadr. Türme. Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch +sichtbar. Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen +denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L. ohne Turmhalle 97 (Hersfeld +95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30), Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch. +24 (Hersfeld 23). Der Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten +Krypta. + +_Inneres_. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben und von +mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen +eine ungewöhnliche, nur mit einigen thüringischen Bauten vergleichbare +Form; Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewölbe des +Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof Julius +beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im Charakter der von ihm +bevorzugten posthumen Gotik. Zur Ausführung kamen nur die Gewölbe des +Hochschiffes durch _Lazzaro Agostino_. Die ausgezeichnet schöne +Stuckdekoration 1701 von _Pietro Magni_. + +_Äußeres_. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom. Epochen; durch die +glättende und gleichmachende Rest. 1880 hat sie ihren historischen +Charakter verloren; das Portal neu erfunden; bis 1644 stand vor dem +Erdgeschoß eine Paradieshalle. — Die oberen Turmabschlüsse 1418. — Die +Langseiten aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und +Bogenfriesgliederung, die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter hat; +vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. — Die Osttürme im +Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den oberen Teilen 1225-50. Die +Überführung vom Quadrat zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man +glauben, daß hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt, +vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen Wirkungen +durch Wechsel im Sandstein. + +_Ausstattung_. _Chor_. [Von den 1701ff. beseitigten Kunstwerken waren die +wichtigsten gewesen: _Hochaltar_ mit dem Standbild des Salvators unter +einem von 4 Sll. getragenen Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der +Retabelwand ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von _Riemenschneider_; +von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes _Sakramentshäuschen_. +Ehernes _Singpult_ von _Hans Wurzelbauer_ aus Nürnberg jetzt in der +Sepultur.] Die jetzigen _Altäre_ gute Durchschnittsleistungen der +Barockzeit. Sie enthalten Gemälde von _Oswald Onghers_ (Enthauptung +Johannis), _Sandrart_ (Kreuzabnahme), _Bueler_ (Grablegung), _Merian_ +(Drei Könige). Die Altäre des Langhauses an den Pfeilern aufgestellt; sie +erhielten 1793 einheitliche Umrahmung. — _Chorstühle_ von _Jakob van der +Auwera_ 1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren. — +_Eisengitter_ von _Gattinger_. — Spgot. _Bischofsstuhl_ jetzt in der +Sakristei. — Im Langhaus Taufkessel, Erzguß, bez. _Eckart von Worms_ 1279. +— _Kanzel_ von _Mich. Kern_ 1609. + +_Grabdenkmäler_. Neben denen des Mainzer Doms die großartigste Reihe, die +Deutschland besitzt. Sie wurden im 18. Jh. an Wänden und Pfeilern +aufgestellt. Die älteren bildeten Deckplatten von Tumben, die jüngeren +sind Bildnisepitaphe; die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten (über +der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an den +Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das Ädikulaepitaph mit +Reliefbild auf. + +Im _Querschiff_: I. NFlügel. a) OWand. Über der kleinen, zur Krypta +führenden Tür Epitaph des Dechanten J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610; B. +Konrad v. Bibra † 1544 im Stil des _Peter Dell d. Ä_. b) WWand. Grabstein +des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des _P. Dell d. J._; Grabstein +des B. Gerhard von Schwarzburg † 1400, überlebensgroß, die Gewandung +dekorativ sehr wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch das gesagt +wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte man ein fein +gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge nicht der von demselben Meister +gefertigte Konrad von Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Züge. Epitaph +des Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673. Unter dem Durchgangsbogen +zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben) +und des Erasmus Neustetter. — II. SFlügel. a) WWand: Ehernes Epitaph des +C. F. v. Thüngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten † 1552 +von _Martin Hering_, c) OWand: Epit. des B. Konrad v.Thüngen 1540 von _Loy +Hering_ aus Eichstätt; Kenotaph des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v. +Bamberg, 1598. + +_Im Langhaus_. — _Nördliche Reihe_. 1. Pfl. NSeite: B. Gottfried III. v. +Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher Inschrift), das Schwert führen die +Würzburger Bischöfe als Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum +Segnen erhoben. SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345, ausgezeichnetes +Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große Schleppfalte von der +linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der Apostel des Kölner Doms. +Rundfigur. — 2. Pfl. NSeite: Domdechant Peter v. Aufseß † 1522, flacher +Erzguß, wohl aus der _Vischer_schen Hütte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe +† 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik +einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell wirkt. — 3. Pfl. NSeite: +Epit. des Erasmus Neustetter 1594 (Grabplatte s. oben). — 4. Pfl. O. +Seite: B. Johann v. Eglofstein 1411, Standbild unter Baldachin, +Porträtkopf. B. Wolfram v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr, +die Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt, +überhaupt bedeutende Arbeit. — 5. Pfl. NSeite: Dompropst v. Frankenstein +1789 vom Bamberger _Mutschelle_. OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466, +Standbild unter Baldachin, fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger +Meister _Leonhard Strohmeier_. — 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich v. +Seinsheim 1779 von _J. P. Wagner_ nach dem Entwurf des Hofmalers +_Christoph Fesel_. — 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf v. Ehrenberg † 1631, +ausgeführt 1664. — _Südliche Reihe_. 1. Pfl. NSeite: B. Mangold v. +Neuenburg † 1303. Keinesfalls wesentlich jünger, wichtig für den Übergang +vom Stil des 13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen +geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle Kopf im 18. +Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried v. Spitzenberg † 1190 auf dem +Kreuzzug; der Stein, trotz der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes +Zeugnis der Monumentalplastik in Würzburg, — 3. Pfl. NSeite, neben der +Kanzel: B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. — 4. Pfl. OSeite: B. Johann +v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell, verraten aber nicht +einen 80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf v. Scherenberg 1493 von +_Riemenschneider_, dessen Stil von seiner besten Seite zeigend. — 5. Pfl. +NSeite: B. Lorenz v. Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk +zeigt, wie sich der alternde Meister _Riemenschneider_ mit den +eindringenden Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch unter +Mitwirkung eines jüngeren Gehilfen; die Putten haben auch in den Köpfen +mit dem bekannten Engeltypus _Riemenschneiders_ nichts gemein; übrigens +ist das Verhältnis der Figur zur tektonischen Umgebung vorzüglich +abgewogen und die Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem +Geschmack durchgeführt. — 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg, +ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen _P. +Dell d. J._ — 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. Wirsberg 1573 von _W. +Sarder_ aus Eichstätt. OSeite: B. Franz Ludwig v. Ertal 1795. — 8. Pfl. +NSeite: B. Julius Echter v. Mespelbrunn 1617 von _M. Kern_; Architektur +gut, Figur nicht bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs +Bruder, 1577. OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten Echter † 1665. — +9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen † 1622. — Die Form des +Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief. An der südl. Sschiffswand eine Reihe +bronzener Grabplatten, ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe zu +denken. Von ihnen gehören der Gießhütte _Peter Vischers_: Dompropst Georg +v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511, B. Lorenz v. Bibra +† 1519, letztere vielleicht nach _Riemenschneiders_ Entwurf in Nürnberg +gegossen. + +_Sonstige Skulpturen_. — Vom Triumphbogen herabhängend überlebensgroßes +_Holzkruzifix_ von 1478. — Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut _Maria und die +h.h. drei Könige_, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh., +durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung in +der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem vielleicht ursp. für ein Portal +gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des Lhs. _Taufkessel_, Erzguß, bez. +_Eckart v. Worms_ 1279; die zu dieser Zeit in Süddeutschland wenig +geläufige Technik erklärt die Roheit der Formen. — _Kanzel_ von _Mich. +Kern_ 1609. — In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch. große _Gruppe_ des +Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch Wahrheit und Stärke des +Ausdrucks; am Eingang in die Kap. ein _Diakon_ mit Lesepult in einem +zugleich an _Riemenschneider_ und _Backofen_ erinnernden Stil, dann die 2 +_Säulen_ »Booz« und »Jachim« vom ehemaligen Paradies. — Die spgot. +_Standbilder_ an den ersten Pfll. des Lhs, von den Strebepfll. der +Marienkap., wo sie zu verwittern drohten, hierher geborgen. — In der +Vorhalle Madonna um 1420. + +_Epitaphe am Äußeren_. Meist sehr beschädigt. Historisch interessant +dasjenige _Tilman Riemenschneiders_, wohl von seinem Sohne _Jörg_. + +_Schönborn-Kap._ am nördl. Qsch. 1721-36 von _J. B. Neumann_. Kreisrunder +Kuppelraum mit elliptischen Exedren nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S. +Vier _Grabmäler_ von Kirchenfürsten aus der Familie Schönborn. Das Innere, +als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, kommt infolge nicht +glücklicher Lichtführung nicht nach seinem Werte zur Geltung; das Äußere +zeigt _Neumanns_ Formensprache in aller Vollendung. + +_Kreuzgang_. NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel nach 1431, OFlügel +1449-53. Die 3rippige Wölbung, deren mit Wappen geschmückte Schlußsteine +im Gr. eine Zickzacklinie bilden, wohl später. Stattliche Abmessungen, +etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O liegende Sepultur 1461. +2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand 8 Kapp., deren Öffnungen in den +Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5] Konsequenz der sternförmigen Teilung des +Gwb. Das Erdgeschoß diente als Sepultur des Kapitels. Unter den überaus +zahlreichen _Denkmälern_ im Kreuzgang seien hervorgehoben: Heinrich v. +Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur in engem Lederpanzer; Paul Fuchs +† 1540 wohl von _Peter_ _Dell_; Martin v. Wiesenthau † 1554, bez. _T K_ +(_Thomas Kistner_), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg † 1536; +Oberst Baur v. Eisenberg, bez. _Mich. Kern_ 1623. In der Sepultur +Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez. _Jörg Straubinger _ (Nürnberg) +1680. + +*S. Burkard.* K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033, eingreifende +Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97. — Kleine flachged. +Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden der Ssch. quadr. Türme, aus deren +Mauermasse rundbg. Altarnischen ausgespart sind; jetzt durch neue +Einbauten verdeckt. Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort und +schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren WTürme vorhanden, +die 1677 abgetragen wurden; damals auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden +mit regelmäßigem Stützenwechsel. Sll. mit Würfelkaptt. und eckblattlosen +att. Basen. — Äußeres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt. Interessant +nur das Portal an der NSeite mit geschlossener Vorhalle; dieselbe hat den +Eingang im O und eine Altarnische im W, an der NWand 2 gekuppelte große +Lichtöffnungen. Das Portal (nachträglich) durch seitwärts vorgeblendete +Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle tektonische Gliederung bei +fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme quadr. bis zur Firsthöhe des +Msch., dann ins 8Eck umsetzend; diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot. +Formen. — Der spgot. OBau in erheblich größerem Maßstab; das Qsch. so +breit, daß zwischen Vierung und Flügeln je eine Stütze eingeschoben; ursp. +flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. — _Chorstüle_ 1693 aus +got. und bar. Teilen zusammengesetzt. — Im nördl. Qsch. bmkw. _Opferstock_ +mit Reliefs E. 13. Jh. — _Votivrelief_ aus dem Leprosenhaus, Kreuzigung +ca. 1370. — Großer _Flügelaltar_, noch in got. Anordnung, 1589-91; die +Gemälde vom Würzburger Bürger _Alexander Müller_ (die von demselben +ausgeführte Wand- und Deckenbemalung zerstört). — _Grabsteine_ der Äbte +Hermann Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann v. Waldenfels † 1427. +— An der Wand _Gemälde_ der Grablegung von _Osw. Onghers_ 1676. — In der +Pfarrei _Holzmadonna_ von _Riemenschneider_ aus seiner Frühzeit. + +[*Augustiner-Klst.* Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante Reste von +dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang bekundend, im +Museum.] + +*Franziskaner-K.* Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige K. eine +ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. 13. Jh. Der gewölbte Chor, +größer als der erste, gegen 1289 hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof +Julius: Einziehung von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter +ein gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme derer am +O- und WSchluß) verändert. Vom frgot. Bau geblieben: der Gr. (das 3sch. +Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor 22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden +des Msch. Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden +charakteristischen äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., 8eck. +Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen glatt bis +auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster kreisrund mit Vierpaß. — +Traurige Rest. 1882. — Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in +reicherer Behandlung. — Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon im +ursp. Querschnitt. — Die Valentins-Kap. an der SSeite, eine sehr alte +Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. Über ihr ein reich +stuckierter Prunksaal, der vor der Erbauung der Universität den +akademischen Festlichkeiten als Aula diente. — An der steinernen Mensa des +Hochaltars Metallplatten mit frgot. _Schmelzarbeit_, meist Tierbilder nach +dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine _Pietas_ von _Riemenschneider_ +(?). — Bmkw. _Meßgeräte_ 18. Jh. — _Grabmäler_: Bildnisplatte des +Weihbischofs Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der +Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407. Dann im guten +Würzburger Durchschnittscharakter mehrere Rittergrabsteine: Balthasar v. +Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen † 1513, Hans v. Grumbach † 1529, +Peter v. Randersacker † 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine +Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des Heinrich Zobel v. +Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern. Ein ähnliches für die Familie +v. Thüngen 1625 v. _Mich. Kern_. — Außen an der K. Ölberg von _Georg +Riemenschneider_. + +*Deutschhaus-K.* (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in Würzburg (an +Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher der erhaltene rom. WTurm +in Beziehung steht), beg. nicht lange vor 1280, die WTeile nach 1296. — +1sch. Anlage von 7 Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel +der Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit Oppenheim +verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken und Figürliches, das letztere +von sehr guter Hand. Dagegen das Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten +Architekturformen. + +*Dominikaner (Augustiner)-K.* Erste Niederlassung 1228. Der jetzige Bau +ein Neubau von _Balthasar Neumann_ 1744, bei dem der got. Chor (von 1308) +beibehalten, nur dekorativ umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende +Pfl.Basilika, hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; _Neumann_ selbst +erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert der schöne +alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß Neumann auch den got. Gr. +vollständig beibehalten hat. Die Dekoration ist einfach; es wird +hauptsächlich, und zwar stark, durch die Altäre gewirkt, deren einer auf +jeden Pfl. des Lhs. Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der +architektonische Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier +wollen nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche. +Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors hinter dem Hochaltar +nachneumannisch. Gemälde des Hochaltars von _Treu_ aus Bamberg, +Deckengemälde von _G. A. Urlaub_ (Chor) und _Ermeltraut_ (Lhs.). + +*S. Gertraud* in der Pleichach. Vor 1133 von Meister _Enzelin_, der später +am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet. + +*Stifts-K. Haug*. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen und +Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt. Tympanon mit +thronender Muttergottes und den beiden Johannes, nach 1200, jetzt im +Luitpold-Mus. — Neubau 1670 bis 1691 von _Antonio Petrini_. Die Anlage +nach dem Typus des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu die +starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System der seitlichen +Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme der Fassade. Die Einzelformen +schwer und ernst, von starker Ausladung. In allen Nischen mächtige +Barockaltäre italienischen Gepräges (Gemälde _Onghers_). Im übrigen ist +der Binnenraum farblos. — Am meisten weicht von den italienischen +Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll. und hohe Dächer, welche die +Fenster des hohen Kuppelanbaues teilweise überschneiden. Immerhin wirkt +die Kuppel sehr bedeutend. Die Fassade hat durch die seitliche Stellung +der Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen Lebens, das +sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt, entbehrt sie. Schwere +Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht antike Ordnungen!) und Statuennischen +ergeben vielfältige, aber monotone Gliederung. — Prächtige _Kanzel_. + +*S. Jakob.* K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. 1146. +Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit 3 parallelen +Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten Ssch. Joche mit stumpf +grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten Gurten (in urspr. Form nur im südl. +Ssch.). Die quadr. Pfll. und alle übrigen Formen die einfachsten. Die +rundbg. Friese ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh. +abgebrochen. Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl. einfachst +got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: über der im Unterbau +beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein hoher polygonaler Chor. — An den +Pfeilern Malereien des Augsburgers _Leonhard Beck_ 1504. — Die K. jetzt +Militärspeicher, das Klst. Militärkrankenhaus. + +[*Johanniter-K.* A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im Münchener +Nationalmuseum.] + +*Karmeliter-K.* 1662-1669 von _Antonio Petrini_. Der erste italisierende +Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische von den Jesuiten +ausgebildete Form. Die Haltung derb und schlicht. — _Altarbilder_ aus der +Erbauungszeit von den Rubensschülern _Diepenbeck_ und _de Rul_. — Im Klst. +ein _Holzkruzifix_ aus 13. Jh. + +*Liebfrauen-Kap.* auf der Feste Marienberg. Der Kernbau wahrscheinlich +identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann genannten cappella in honorem +S. Mariae constructa, also der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland. +Rotunde Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke; im +Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge im W und O gegliedert. Im 12. +Jh. ein Obergeschoß von nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht +rückspringend. Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen sein; für +den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus ähnlich sieht, ist +Wölbung vorauszusetzen. — Renss.-Portal vom Herstellungsbau nach Brand +1600. — Stuckdekoration 1699 ff. — Bmkw. spgot. _Reliquiar_ bez. 1519. + +*Marien-Kap.* auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung 1348 zur christl. K. +eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. 1392; die Ausschmückung setzte +sich bis nach 1470 fort. — Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4 +Jochen und 5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne +hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch bezeichnender +für die Zeit das in allem Schmuckreichtum etwas dürr bleibende, in +schematisch eleganten Formen durchgebildete Äußere, an dem namentlich die +Streben ein ungemein glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben. +Eigentümlich die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel herumgeführt +ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale. — Der Turm steht nördl. neben +der Fassade, mit 3 Pfll. frei; bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach, +dann noch ein mit Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, +endlich ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile 1441-60 +von _Eberhard Friedeberger_ aus Frankfurt. (Der durchbrochene Steinhelm +modern, vorher Bleidach.) + +_Skulpturen_. Am WPortal Madonna um 1440. Die Bogenfelder der 3 Portale, +am nördl. Verkündigung, am südl. Marienkrönung, am westl. Jüngstes +Gericht, das Verkündigungsrelief ausgezeichnet in der Füllung der +Bildfläche, der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der Typen. +Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). — _Riemenschneiders_ _Adam und +Eva_ am NPortal, künstlerisch von größter Bedeutung, wurden in jüngster +Zeit entfernt (Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt. Ebenfalls +von _Riemenschneider_, 1500-1506, die _Statuen_ Christi, des Täufers und +der zwölf Apostel an den Strebepfll., durch moderne Rest. verdorben (die +beiden Johannes neu, Originale im Dom). + +Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; _Marientod_, feierliche zarte +Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition altertümlich bis auf +das perspektivisch schräg gestellte Bett; von anderer Hand und in +kräftigerem Pathos die _Kreuzgruppe_, der kniende Donator vielleicht Graf +Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. _Dorothea_ und _Margaretha_ von +_Riemenschneider_, ca. 1510. _Grabsteine_: Martin v. Seinsheim † 1434; +Konrad v. Schaumburg † 1499, Werkstatt _Riemenschneiders_; Ritter Schrimpf +von _Peter Dell d. J._ 1556, Valentin v. Münster von _demselben_, 1558. +Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform 1566, 1624, 1648. + +*S.Michaels-K.* An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau 1766 +Valèntin v. Münstèr 1858ff. von _J. P. Geigel_ und _Joh. Fischer_ als +Ordens-K. der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von bedeutender +Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren Wollens zwischen barockem +Grundgefühl und modernistischem Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als +die die gleiche Übergangsstufe hochbedeutend repräsentierende Klst.-K. zu +Wiblingen bei Ulm). Die Deckengemälde, reich an theologischen Finesen, +1770 vom Mainzer Hofmaler _Joseph Appiani_, fortgesetzt vom Würzburger +_Chr. Fesel_. Stuckaturen von _Materno Bossi_, Hochaltar von _Gärtner_ +1798. + +*Neubau-K.* s. Universität. + +*Neumünster-K.* Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl. den Stein am Chor +mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon in rom. Zeit wiederholte +Bauveränderungen, überliefert für die Zeit B. Adalberos (1045-1085), +ferner Ablässe 1223-47. Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der +Barock-Umbau nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und +Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz mit Barockformen +umkleidet, außen die romanischen belassen. — Urspr. flachgedeckte Basilika +mit Doppelchor. Die OKrypta erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre +rom. Wandsll. erhalten; in der westl. Hälfte Würfelkaptt. und an den Basen +primitive Eckblätter, in der östl. reiche sprom. Laubkaptt. Die WKrypta +gänzlich umgebaut. — Der im NW stehende Turm dürfte mit dem abgebrochenen +WChor in Verbindung gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark +bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an die OTeile der +Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil paßt zeitlich zu den Ablässen +1223ff. — Umbau in den 30er Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten +Würzburger Namen geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher +nachzuweisenden auswärtigen Künstlern; u. a. _Gabrieli_ in Ansbach zu Rate +gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau von mächtiger Wirkung +ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem Grundriß, gut in den Proportionen +und reich, auch mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit im +Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen engen Platz +(Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche Freilegung hat ein gutes Teil +der Wirkung zerstört. — Das Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im +nördl. Qsch. eine der schönsten _Madonnenstatuen_ von _Riemenschneider_ +bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. — _Grabstein_ des Abtes Joh. Trithemius +† 1516 von _Riemenschneider_. In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die +in Holz geschnitzten _Brustbilder_ der drei Frankenapostel von +_Riemenschneider_, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta merkwürdiger +_Crucifixus_ um 1340, _Selbdritt_ bez. 1417. Vier bedeutende _Tafelbilder_ +A. 16. Jh., Schulherkunft nicht festgestellt. [Ein Flügel des reichen rom. +Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen Museums.] + +*Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge* (»*Käppele*«) 1747 bis 1750 von +_B. Neumann_ neben der älteren Gnadenkap. Großer, zentraler Kuppelraum mit +3 elliptischen Apsiden, Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die innere +Dekoration z.T. aus nachneumannscher Zeit. — Die _Deckenfresken_, sehr +farbig, bez. _M. Günther_ 1752. — Eine ausgezeichnete Komposition der +große, den Berg hinanführende Treppenweg; die 14 _Stationsbilder_ +(Sandsteingruppen) von _Joh. Peter_ und _Simon Wagner_ um 1775. + +*Peters-K.* Umbau einer ma. K. 1717ff. durch _Greising_ und _Pezzani_ +(beide wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten). Der rom. Turm, der got. +Chor und Mauerteile des Langhauses sollten wiederverwendet werden. Im +Verhältnis zu diesen Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige +Hallen-K. mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade, im +Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck +klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben die rok. Kanzel +von _Ant. Bossi_, in Brillanz und Grazie unübertroffen. + +*S. Stephans-K.* Von der rom. Basilika die Krypta und der untere Teil der +Türme erhalten. Im übrigen 1789 von _Geigel_ (_Kleinholz_ nur +Maurermeister) vollständig umgestaltet als weiträumiger, ungeteilter Saal +ohne Emporen. Die dekorative Ausstattung durch den Bildhauer _Georg +Winterstein_, eine der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen, +gibt die Klärung der klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen an +der Michaels-K. zu beobachten sind. Die Wände ausschliesslich in Weiß und +Gold; Gestühl und Kanzel in natürlicher Holzfarbe. Stuckierung von +_Materno Bossi_. Deckengemälde von _K. Huber_ von Weißensee. + +*Schloß Marienberg*. Seit 1250 ständiger Sitz der Bischof-Herzöge. Große +Erweiterungen 1468-1495. Umfassende Neugestaltung, doch mit Benutzung der +alten Teile (starker runder rom. Bergfried) durch B. Julius nach Bränden +1572 und 1600. Es wurde tunlichst für Regelmäßigkeit des Gr. gesorgt, der +ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche Fassadenbildung fehlt, +geschmücktere Formen nur an einzelnen Zwerchgiebeln, Türmen und Portalen, +wovon seither vieles wieder verschwunden. Eine interessante Folge von +Stiltypen geben die nach den Erbauern benannten Festungstore: +Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606, Neutor 1657, Guttenbergtor 1684. + +*Rathaus.* Den ältesten Teil bildet der »Graf-Eckhardturm«. Entstanden aus +einem rom. Wehrbau (Sitz der Würzburger Burggrafen), doch schon im sp. Ma. +umgebaut. Am östl. Ende der jetzigen Straßenfront ein breites rom. Tor mit +spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgeschoß ursp. eine ungegliederte +Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg. M. 16. Jh. Die +Obergeschosse, der WGiebel und der Turm 1615. Die Uhr 1455 von _Hans +Klein_ aus Haßfurt. Im Mittelgeschoß ein Saal; eine prächtige Sl. trägt +über 2 Rundbgg. 4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern und +mit zahlreichen Wappen der Reichsfürsten, vermutlich 1397 für den Besuch +König Wenzels. — Das _neue Rathaus_ 1659. Die Komposition der hohen +Giebelfassade, wie der malerisch gruppierten Treppen und Vorsäle steht +noch ganz auf dem Boden der deutschen Kunst vor dem großen Kriege, wenn +auch mit einem Zusatz schweren Ernstes; Rustikabau fast ohne Ornament. + +*Universität*. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann keinen +bestimmten Baumeister nennen; Kompromiß, bei dem viele mitgesprochen +haben. Der erste Entwurf war von _Robin_ in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd. +IV.). — 4 Flügel von gleicher Höhe umgeben einen großen quadr. Hof; der +südl. enthält die Kirche und hat sein eigenes System; der östl. und westl. +entsprechen sich genau. Im Erdgeschoß Pfeilerhallen (von _Petrini_ +geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) in reicher diamantierter +Rustika mit dorischem Fries. Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte +Fläche ohne jede andere Gliederung als durch die breiten Fenster; +Teilungspfosten; gotisierende Gewände. In der Mitte unbedeutende +Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern nur solche mit +gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein völlig got. Netzgwb. Als +äußere Schauseite hat die Front nach der Schulstraße zu gelten; sie +besitzt 3 Portale, unorganische Vorsatzstücke in harten antikisierenden +Formen. Dem Gesamteindruck fehlt das Heitere und Behagliche, das der +deutschen Renss. des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den +strengen und finsteren Geist der Epoche des Religionskrieges. _Die +Kirche_. In ihr scheint noch am meisten vom Robinschen Plan beibehalten zu +sein. Einer der wenigen bedeutenden Kirchenbauten der deutschen Renss. In +Deutschland galt es, mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu +treten, daher Ähnlichkeit mit dem Typus der protestantischen +Schloßkirchen. Die Ausstattung der rundbg. Fenster mit Maßwerk (sehr grob) +ist ein Zugeständnis an den noch immer für vorzugsweise sakral geltenden +got. Stil. Drei Ränge Galerien begleiten beiderseits ein hohes, +langgestrecktes Msch. Pfeiler- und Bogenstellungen mit vorgesetzten +antiken Ordnungen; Kreuzgwbb. Der groß gedachten Anlage sind die +Einzelformen und die Proportionen nicht ebenbürtig: sie entbehren der +feineren Belebung. Auch war die Konstruktion fehlerhaft; 1617 stürzte das +Hauptgwb. ein und zerstörte das Juliusdenkmal _Robins_ und die übrige +reiche Ausstattung. Wiederherstellung 1696. Der vorspringende WTurm in den +unteren Teilen vom Juliusbau erhalten, in den oberen von _Petrini_; eine +bedeutende Kunstleistung; die Lösung wesentlich anders und besser, als an +den Türmen, die _Petrini_ vorher an der Hauger K. errichtet hatte; der +innerlich widerstrebende antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee +merkwürdig glücklich dienstbar gemacht. + +*Juliusspital*. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs Julius hat +sich nichts erhalten. Brand 1699 und danach völliger Umbau durch +_Petrini_; nach neuem Brande 1745 von _Neumann_ instand gesetzt, erweitert +1791 von _Ickelsheimer_ (Straßenfront). + +*Hofspital*. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von _A. S. Fischer_ +klassizistisch umgebaut. Schönes _Holzrelief_ mit den 14 Nothelfern A. 16. +Jh. (nicht von _Riemenschneider_). _Grabstein_ des Ritters Christoph von +Köln 1564 von _P. Dell d. J._ + +*Josephsspital* (»Hueberspflege«), gegr. 1794 durch Erweiterung des v. +Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Großes _Relief_ von _B. H. Nickel_, +zur Erinnerung an die Stiftung; von ansprechender, entfernt an die +Tendenzen Schadows erinnernder Natürlichkeit. + +*Bürgerspital*. Gegr. 1319 vom reichen Bürger Johann vom Stern (Johannes +De Ariete). _Madonna_ um 1420. Zwei ausgezeichnete _Bildnisgrabsteine_: +Johann v. Stern † 1329, Ekro v. Stern † 1343; man beachte den Stilwechsel +im Standmotiv. Außen Sternsches Familienepitaph ca. 1330. — [Der schöne +Portalstein im Museum.] + +*Klerikalseminar* (früher Jesuitenkollegium) als Werk _Jos. __ Greisings_ +gesichert, 1716 f. Ernst und tüchtig, der Formengeist in der Mitte +zwischen der düsteren Schwerfälligkeit des 17. Jh. und der neuen +Vornehmheit Neumanns. Die Portalskulpturen von _Jakob v. d. Auwera_ aus +Mecheln (nur die krönende Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des +Ordens durch guten Hirten ergänzt). + +*Rückermaingebäude* (früher Amtshaus des Ritterstifts S. Burkard) 1715-22 +v. _J. Greising_; derselbe knüpft, im Gegensatz zu dem Hauptmeister der +unmittelbar vorangehenden Zeit, _Ant. Petrini_, an die Traditionen des +deutschen Frühbarok an. Im Innern bmkw. Stuckdecken. + +*Zuchthaus* in der Burkharderstraße. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne der +fürstbischöfl. Leibgarde von _Späth_, in kräftiger und origineller +Verbindung von Rustika mit dor. Sll. + +*Deutschordenskomturei*, mit dem Wappen des Komturs v. Ow 1694, Richtung +_Petrinis_. + +*Residenzschloß*. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt bis in die +70er Jahre) von den beiden Fürstbischöfen aus dem durch großartigen +Bausinn hervorragenden Geschlecht der Schönborn (vgl. Pommersfelden, +Werneck, Wiesentheid, Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz, Koblenz, +Trier). Fürstbischof Johann Philipp wählte zum Baumeister den noch jungen +und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach 1716) bewährten Artillerie- +und Geniehauptmann _Joh. Balthasar Neumann_ (1687-1753). Nach der Sitte +der Zeit wurde der Plan von auswärtigen Architekten (_M. v. Welsch_ und +_L. v. Hildenbrand_), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte, den +Kurfürsten von Mainz und den Reichsvizekanzler in Wien, begutachtet, ohne +jedoch ihn irgend nennenswert zu verändern. Erst als Neumann nach Paris +geschickt wurde, mußte er sich durch den nüchternen Akademiker _Boffrand_ +eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen lassen; nützlicher +könnten die auf die Zimmereinteilung bezüglichen Ratschläge _Robert de +Cottes_ gewesen sein. 1729 ging N. nach Wien, wo _L. v. Hildebrand_ +diesmal größeren Einfluß gewann; die Gartenfassade bezeugt ihn. — Das +Schloß von Würzburg ist eines der größten architektonischen Kunstwerke, +die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen deutscher, als die +landläufige Meinung annimmt. Der französische Geschmack beeinflußt nur, +und auch nur teilweise, die Innendekoration. Den italienischen Bar. kannte +N. nur mittelbar durch die Wiener Schule. Der Stil seines Werkes ist +wesentlich persönlich auf Grund der international gewordenen allgemeinen +Barocküberlieferung. — Der Grundriß erweitert das herkömmliche +Triklinienschema zu einem Gruppenbau. In der Mitte ein 53 m tiefer und 60 +m breiter Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles Gitter abgeschlossen), +in den Flügeln je zwei Binnenhöfe, die gerade Gartenfront 160 m l., die +Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da das 2. und 4. Geschoß sich +als Mezzanine völlig unterordnen. Von Risaliten wird maßvoller Gebrauch +gemacht, auch die Dachlinien sind nicht sehr bewegt, im ganzen sollen die +Horizontalen herrschen. Die Einzelheiten vorzüglich im Grad des Reliefs +und in der Präzision der Zeichnung, barocke Üppigkeit nur in der Krönung +des Mittelbaus. Das berühmte Treppenhaus bietet nur die Hälfte von +Neumanns ursp. Plan; die symmetrisch dazu gedachte zweite Treppe wurde ihm +von _Boffrand_ gestrichen; ausgeführt wäre es weitaus die großartigste +Treppenanlage der Welt geworden. — Die Stuckdekoration ist von N. bis ins +einzelne vorgezeichnet. Seine erste Manier im rechten Flügel, voll. 1737, +das meiste A. 19. Jh. umgeändert. Im Spiegelsaal und Thronsaal beginnt +eine gewisse Hinneigung zum französischen Louis XV., stärker wird sie in +der Salle des gardes. In der 1743 gew. _Kapelle_ verliert _Neumann_ die +frühere Klarheit seiner Kunstsprache, eine eigentümlich »schwüle, +überhitzte« Stimmung tritt ein. Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr. +geben die Durchschneidung mehrerer Ellipsen. In den jüngeren Räumen +allmähliche Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch _N. A. de +Salins_ umgestalteten verkünden den Sieg des Neuklassizismus. — 1750-53 +führten _G. B. Tiepolo_ und sein Sohn _Domenico_ die weltberühmten +Deckengemälde im Treppenhaus und Kaisersaal aus; die übrigen Maler waren +durchweg Deutsche. (Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung für +den Fürstbischof Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp und +alle vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal Geschichte Friedrich +Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung mit dem Herzogtum Franken +verdankt.) Kurz vor Tiepolo hatte _Joh. Zick_ die Decke des Gartensaales +gemalt, 1750. Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben den +Deutschen (der beste war _Balthasar Esterbauer_) mehrere Italiener, die +Niederländer _Jakob_ und _Wolfgang v. d. Auwera_, nur einen Franzosen, +_Curé_. Die unvergleichlich prachtvollen Schmiedearbeiten sind vom Tiroler +_J. G. Oegg_. Die ältesten Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von +_Castelli_ 1724-28. Kaisersaal, Weißer Saal und andere Paradezimmer der +Ostfront von _Anton Bossi_, das Grüne Zimmer von _Materno Bossi_ 1770, +ebenso der schon zum Klassizismus übergehende Fürstensaal. — 1765-70 die +Abrundung des Residenzplatzes durch die Arkaden und den »Gesandtenbau« von +_J. Geigel_; der korrespondierende »Rosenbachsche Hof« auf der NSeite ist +älter (vielleicht von _Greising_). Die dekorative Plastik im Treppenhaus +und später die im Garten von _J. P. Wagner_. + +*Wohnbauten*. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine sich augenfällig +machende Formen; gut, wenn auch nicht zahlreich vertreten die Renss. des +16. und 17. Jh., ganz hervorragend das 18. Jh. + +_Adelshöfe der Renss._: Curia Tannenberg am Paradeplatz 1575. Das jetzige +bischöfl. Palais, früher Echterscher Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8 +reicher Erker, in der Hauskapelle Alabasteraltar von _Mich. Kern_. Von +demselben Meister der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1. +Der Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll, namentlich die +Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil einer einst +umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. München]. Ehrmannsches Haus +Augustinerstr. 1, im Hof Fachwerk mit ausgezeichnet schönen Schnitzereien +1547. Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien stark unter +Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche Haus von 1634, Neubaustr. 2. +Seebachhof Domerschulgasse 3 mit got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von +1626. Hof zum Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden +Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem Eckerker aus dem +17. Jh. + +_Barock_. Seit E. 17. Jh. Von _Petrini_ oder unter seinem Einfluß: +Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90, Pleicherschulhaus 1695. Von +_Greising_ mehrere Häuser der Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no +14 verändert 1736, im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer +und Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, daneben 7 +und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718. + +_Rokoko_. Von _Neumann_ oder unter seinem Einfluß: sein eigenes Haus (Hof +Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse; Haus des Hofkanzlers v. Fühler, +Bronnbachergasse 8, anno 1724. Huttenschlößchen 1725, in der +Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao. +1747. Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie. +Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern in der +Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat das Haus zum Falken +(Marktplatz 9) mit Neumann nichts zu tun; stuckierte Fassadendekoration +von glänzender Munterkeit, echt deutsche Fassung des Rokoko. + +_Im Übergang zum Klassizismus_: Domstr. 19. Bahnhofstr. 11. + +*Votivstatuen und Reliefs* an Privathäusern noch in großer Menge erhalten; +keine andere Stadt Deutschlands (außer Mainz) kann sich darin mit Würzburg +messen; gute got. Exemplare Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und +Johanniterstr. ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die besten von +jüngeren Mitgliedern der Familie _v. d. Auwera_. + +*Brunnen* auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der +_Vierröhren-Br._ 1766 von _Lucas v. d. Auwera_, recht »zopfig«. In +anmutiger Maskereinatürlichkeit der _Fischer-Brunnen_ am Fischmarkt und +der _Bäcker-Br._ in der Semmelgasse, beide von _Michael Daniel Köhler_ +† 1778. _Dreikronen-Br._ 1779. Ceres-Br. um 1790, von _Nickel_. + +*Luitpold-Museum* mit wichtigen Resten Würzburger Plastik. + +*Universitäts-Bibliothek*. Frühromanische Elfenbeinreliefs, +Bilderhandschriften, Skizzenbuch _Balthasar Neumanns_. + +*Universitäts-Sammlungen*, wichtig für fränkische Plastik und Malerei. + +_WURZEN._ K Sachsen AH Grimma. + +*»Dom«*. Den ältesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m) bildet im W +eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden, urspr. flachgedeckt, +im ganzen ähnlich der Frauen-K. zu Grimma. Erweiterungen 13., 14., 16. +Jh., neugot rest. 1817. — _Steinstatuen_, zum Chorbau von 1513 gehörig, +jetzt im Lhs. + +*Schloß* 1491. + +_WÜSTHEUTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. + +*Dorf-K.* (kath.) 1804. Gewölbter Quaderbau, noch ganz in dem +herkömmlichen Eichsfelder Bar. Typus. + +_WYHRA._ K. Sachsen AH Borna. + +*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1494; die auch für das Lhs. (1sch. +3jochig) beabsichtigten Gewölbe nur im Chor (eingezogen 2 Joche und 5/8 +Schluß) zur Ausführung gelangt. + + + + +_Z_ + + +_ZABELSTEIN._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Burgruine* aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung im +Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur spärliche Reste. + +_ZAHNA._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. + +*Stadt-K.* Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch. kreuzf. Von den +urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. Im W rck. Turm, unten +Granit, oben got. Backstein. + +_ZEHISTA._ K. Sachsen AH Pirna. + +*Schloß*; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut 1736 vom +Gf. Brühl. + +_ZEIGERHEIM._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. + +*Dorf-K.* Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der Turm, wie oft +üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; Chor verlängert und beide +Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.; Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken +des O- und WGiebels zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl. +Chor-Joches erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne Emporen +des Sch. 1715. — Guter _Schnitzaltar_ um 1490, vom Saalfelder »Meister der +Baldachine«. — _Glocke_ 1499. + +_ZEIL._ UFranken BA Haßfurt. + +*Stadt-K.* 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr W). Im Chor +reiches _Deckengemälde_ von _J. P. __ Herrlein_ 1761. _Altäre_ um 1730. — +_Glocke_ 1379, eine zweite A. 14. Jh. + +*Golgatha-Kap.* mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem von 4 Sll. +getragenen Dach, 1623. + +*Rathaus* 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk. + +*Rentamt* (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb. von Lothar +Franz v. Schönborn gegen 1700. + +Mehrere gute *Fachwerkhäuser*. No 126 von 1689 mit besonders reichem +Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.). + +_ZEILFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. + +*Dorf-K.* 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische ma. Anlage, +1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber Turm. — _Altarwerk_ A. +16. Jh. + +_ZEILITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen. + +*Pfarr-K.* 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke. + +*Schloß* des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen Bauten der +Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr. Hof. Innen einige sehr +vornehm dekorierte Zimmer. + +_ZEITHAYN._ K. Sachsen AH Großenhain. + +*Dorf-K.* 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. — Schleinitzsches +_Wandgrab_ 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur in reicher +Umrahmung von Marmorsll. _Doppelgrab_ 1620. + +_ZEITZ._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Pfarr-K. S. Michael*. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen und der +Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere, in Thüringen durch kein +älteres Beispiel beglaubigte Motiv ist das Fehlen genauerer Datierung +besonders zu bedauern. Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot. +gegen 1300. Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die +bmkw. _Wandgemälde_ des Chors mit Stuckauftrag an Nimbus und Gewandsäumen. +Von den einst 12 Kolossalfigg. (2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. — +Spätgot. Umbau als Hallen-K. nach der Zerstörung durch die Hussiten 1429. +Spätgot. Wandgemälde, darunter _Totentanz_. Übermalt mit einem kolossalen +_S. Christophorus_. Die Gemäldespuren im Qsch. frühgot. In der Sakristei +guter bar. _Ölberg_. + +*Schloß-K. S. Peter u. Paul*. (Bis zur Verlegung des Bistums nach Naumburg +im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die Krypta, erb. 974 ff., erweitert +nach 1032, die Gwbb. aus 12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den Stand der +ottonischen Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4 Säulen, in +denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit mühsamen +Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend ein nach der Würfelform +tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl in flachem Relief aufgerollte +Akanthusstengel ausgearbeitet sind. — Von der Basilika des 12. Jh. hat +sich erhalten die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTürme. — +1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den ähnlich wie im Erfurter Dom +gegliederten Bündelpfll. 13 lebensgroße _Standbilder_. Rom. _Taufstein_, +Becken vierpaßförmig, Fuß als attische Basis. An den Wänden ein +_Kreuzigungsrelief_ in Alabaster aus 16. Jh. und 7 _Grabdenkmäler_ der +Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche Zinnsärge aus der Familie der Herzöge +von Sachsen-Zeitz. 16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration +mißhandelt) im Kreuzgang. + +*Franziskaner-K.* um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen 1400 +verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, +oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). — In einem Raum des +ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer des Gymnasiums) bmkw. Spuren von +_Wandmalerei_ des 15. Jh. + +*Nikolai-K.* neu. Aus der alten die _Glocken_ (wahrscheinlich von _F. +Eisenberg_), ein _Gemälde_ _Cranachs d. Ä._ + +*Stephans-K.* An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung. + +*Rathaus* 1502-09 von _Sebald Waldstein_ aus Altenburg. Bezeichnend für +die letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition beruht auf der +Kontrastierung der ganz schlichten, durch unregelmäßige Fensterreihen +schwach belebten Wände mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus +gebrannten Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen Satteldachs +(rest. 1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit 4 Rippengwbb. eingedeckt. + +*Schloß.* Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme, in den +herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit Kassettendecke. — Bmkw. +*Stadtbefestigung* 14-16. Jh., von ihr 6 Türme erhalten. + +_ZELL A. M._ bei Würzburg UFranken. + +*Prämonstratenser-Klst. Oberzell*. Gegr. 1128. Der Bau bald darauf beg. +Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838 z. T. wieder abgetragen). M. +17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt, unter Abt Hammerich (1692-1720) +stuckiert, WFassade bez. 1696. — Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom. +Lhs. gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen aus der Klasse +der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden, die Sll. verjüngt und +geschwellt, die att. Basen eckblattlos, die Würfel-Kaptt. jetzt vom Stuck +verdeckt. Im WBau ist die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der +urspr. Anlage nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten Öffnungen +(jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am 1. Joch des südl. +Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang. Die 1696 vorgeblendete +Sandsteinfassade ist mit jonischen Pilastern 1geschossig gegliedert; +Statuen von _Maucher_. — _Stiftergrabmal_ 1604, wohl nach got. Vorbild. — +_Klostergebäude_ 1744-60. Keine von den ganz großen Anlagen, aber in der +reichen und vornehmen Behandlung ihres Meisters, _Balth. Neumanns_, +würdig. Die Fassade in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke +Hälfte (Abteiflügel) nicht ausgeführt; im Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß, +Mezzanin in ausgeprägter Kontrastierung; die Endrisalite wenig, das +mittlere stark herausgehoben. Im Treppenhaus interessiert vor allem die +Raumlösung; die Dekoration nicht hervorragend. Die Innenräume +(Kapitelsaal, Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck +dekoriert. Im Erdgeschoß _Deckengemälde_ von _Franz Asam_ 1758 (dem Sohn +Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus M. oder 2. H. 12. Jh., durch die +Seltenheit derartiger Anlagen (vgl. Bd. IV, Remagen) besonders +interessant. Geteilt in Einfahrt für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen, +Gewände und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschluß des Torbaues +durch Rundbogenfries. — Reich behandelte _rom. Säulenreste_, wohl vom +Kreuzgang, an mehreren Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet. + +*Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell*. Von dem urspr. Doppelklst. +abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte Verlegung in größere +Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt. 1609-11 Neubau von einem »welschen +Baumeister«. Trotzdem in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden +Formen, 1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk. Vom alten Bau blieb +erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite, der 5geschossige rom. +Turm. Die K. seit der Aufhebung des Klst. 1803 profaniert. — +_Klausurgebäude_ renss., aus der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720. + +_ZELLA-ST.-BLASII._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. + +*Stadt-K.* 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort. + +_ZELLA a. d. Werra._ Sachsen-Weimar. VB Eisenach. + +*Propsteigebäude*, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592. Ringmauer. + +_ZELLA_ b. Dermbach. Sachsen-Weimar. + +*Kirche* der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten Leistungen aus +der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften Tätigkeit des katholischen +Kirchenbaues in dieser Gegend. Prächtige Sandsteinfassade auf geschweiftem +Gr. und mit Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes von +Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Würdevolle +_Altarausstattung_. Gutes _Holzrelief_ mit Grablegung Christi um 1500. +Schönes _Silbergerät_ ca. 1780-90. — _Propsteigebäude_ 1718. Reich +dekorierter Festsaal. + +_ZELLA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. + +Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.*, jetzt für landwirtschaftliche Zwecke +umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar eine ziemlich große +1sch. rom. Anlage. + +_ZELLINGEN._ UFranken BA Karlstadt. + +*Pfarr-K.* 1785 von _Geigel_. 1sch. Saal mit Muldendecke und eingezogener +Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt sich aus der +Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. Das Innere ziemlich reich +klassizistisch dekoriert von _Materno Bossi_ (vgl. Kirchheim), mehr mit +dem Pinsel als mit Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem +Stuckmarmor, auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel. + +*Mariahilf-Kap.* Bmkw. die _Altäre_ von _Peter Wagner_ 1788. + +*Rathaus.* A. 17. Jh., einfach. _Markttor_ E. 15. Jh. mit behäbiger +Bar.Haube. + +_ZEUCHFELD._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +*Dorf-K.* Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener rck. +Chor mit frgot. Dreifenstergruppe. + +_ZEUBELRIED._ UFranken BA Ochsenfurt. + +*Pfarr-K.* Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen. Um 1300. Im +Detail noch rom. Erinnerungen. — Bmkw. _Renss. Kanzel_ 1598. Über dem +NPortal _Statue_ des h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. _Ölberg_ E. 15. Jh. — +Gute _Bildstöcke_ 18. Jh. + +_ZEUZLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt. + +*Dorf-K.* von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung. Turm +nach 1602. + +_ZIEGELHEIM._ K. Sachsen AH Glauchau. + +*Dorf-K.* 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule. +Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und dem langgestreckten +Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus. Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher +Durchsteckung der Rippen. — Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut. +Gleichzeitig die Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis +Luthers. + +_ZIEGENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain. + +*Schloß.* Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich spgot. + +Ehem. *Landratsamt*, 1659 in noch ma. Weise. + +Große *Fruchtspeicher* von 1543 und 1577. + +*Fachwerkhäuser* aus 16. und 17. Jh. + +_ZIEGENHAIN_ b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh. Langer +Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus, jetzt dachlos, Portal +vom selben Steinmetzen, wie die Portale der Stadt-K. in Jena. — Reste +eines spgot. _Schnitzaltars_ und spgot. _Wandmalerei_. Hübsche renss. +_Weinkanne_ 1610; Rest einer _Kirchenfahne_ aus 2. H. 15. Jh. Bar. +_Kanzelbau_ auf 4 Palmbäumen. — Von den 3 *Burgen* oberhalb Ziegenhain +jetzt nur ein runder frrom. Bergfried erhalten, der sog. _Fuchsturm_ +(Haube 1909). + +_ZIEGENRÜCK._ Pr. Sachsen Kreisstadt. + +*Stadt-K.* einfachst spgot. mit Flachdecke. + +_ZIERENBERG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen. + +*Pfarr-K.* 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose Kaptt. + +*Rathaus.* Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und ehem. 4 +Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590. + +*Fachwerkhäuser* aus 16. und 17. Jh. + +*Ringmauern* z. T. erhalten. + +_ZILLBACH._ Sachsen-Weimar B Dermbach. + +*Kirche* im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür bez. 1595. +Das neue _Jagdschloß_ 1790. + +_ZIPSENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz. + +*Dorf-K.* 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste got. +Dorf-K. des Kreises. + +_ZITTAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt. + +*Johannis-K.* Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, durch Brand +1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf von _Andr. Hünigen_ (mit +Beibehaltung des alten NTurms). 3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden +Enden in den 1/2Kr. übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen +durchsetzten Sschiffe flachgedeckt. — Konstruktionsfehler nötigten im 19. +Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von _Schinkel_. Das Mittelstück +der Fassade neukomponiert, das Innere mit schmucklosem Detail. — +Zahlreiche _Denkmäler_ des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des +Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. Interessantes +_Hungertuch_, Ölmalerei auf Leinwand, die 6,80 m br., 8,20 m h. Fläche in +90 Felder geteilt; wohl vom Franziskanerkonventualen _Vincentius_. + +*Petri-Pauli-K.* (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht planmäßig +zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere Nikolaus-Kap., jetzt +Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot. Detail mit rom. Erinnerungen. +2) Chor gegen 1293. Gestrecktes Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in +Backstein) auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in +Backsteinformen. — Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes Chorgestühl 15. +Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die Kanzel. Empore in kräftigem +Holzwerk. Am Ssch. die _Noack_sche _Betstube_ mit guter Fassade, 1696. — +_Denkmäler_. Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen. Auf dem +Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit vorzüglichen eisernen Gittern. — +_Klostergebäude_. Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlügel +1662. + +*Frauen-K.* Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört. Nur der Chor +mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) Die Formen im Übergangsstil, etwa +1260-80, weisen auf böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit +vorgotisch. Denkmäler in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch. +werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine Doppelarkade +abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt sich die polyg. (5/8) +Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster. Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg., +Rippen derb rck., teils auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf +gestielten Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten +zierlich gegliedert. — Im _Altarbau_ von 1619 eine schöne spgot. +_Madonna_. _Kanzel_ 1619 von _Michel Greger_. Emporen aus derselben Zeit. +Die Wände bergen einen reichen Schmuck von hölzernen _Bar. Epitaphen_. Die +_steinernen Denkmäler_ an den Außenseiten opulent und meist von guter +Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht. + +*Kreuz-K.* beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag. Lhs. quadr. +mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger Stern entwickelt. +Eingezogener Chor. Material Sandstein. — Der _Gekreuzigte_ mit Maria und +Johannes, gute Schnitzw. aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17. +und 18. Jh. außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich von +den Gruft-Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu luxuriös, so die +Mönchsche um 1710, die Schrönsche um 1720, die Finksche um 1730. + +*Dreifaltigkeits-K.* (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. mit 3/8 +Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke des 17. Jh. Die +Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich. + +*Hospital-K.* Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest. Portal und +Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch mannigfaltige Einbauten +recht malerisch. + +*Altes Gymnasium* 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs. +Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach. † 1580. + +Vom *Rathaus* des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die Keller erhalten. + +*Marstall*, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511. Der mächtige +Dachraum im 18. Jh. umgebaut. + +Von den einst zahlreichen *Brunnen* haben sich die folgenden, durchweg +plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen 1585, +Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen 1708, Schwanenbrunnen 1710. + +*Wohnhäuser*. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände 1589 und +1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.) a) _Fr.Renss._ Neustadt 32 und +34, prächtige Sandsteintore. b) _Sp.Renss._ Markt 3 und 15, Bautzener Str. +2 und 11. c) _Fr.Bar._ Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23 von +1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail, Eindringen +Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum Johanniskirchhof zu +beachten, d) _Sp.Bar._ Markt 9 von 1710, 7 Fenster br., guter Aufbau und +prächtiges Detail; Weberstr. 20 von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt +16, Bautzener Str. 6 von 1745. e) _Rok._ Lebhafte Bautätigkeit nach +Stadtbrand 1757. Markt 13 von 1767. + +*Städtisches Museum*. + +_ZÖBLITZ._ K. Sachsen Kr. Marienberg. + +*Stadt-K.* 1729 von _J. Ch. Simon_, sehr einfach. + +_ZORBAU._ Pr. Sachsen AH Querfurt. + +*Dorf-K.* Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für die rom. Apsis; +alles sehr entstellt. + +_ZÖRBIG._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. + +*Stadt-K.* ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest. ohne +Interesse. + +_ZÖSCHAU._ K. Sachsen AH Oschatz. + +*Dorf-K.* Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs. flachgedeckt, der +eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel zwischen mächtigen Gurtbgg., +darüber der Turm (in jetziger Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der +Halbkugel gewölbt, die Fenstergewände z. T. alt. — Granitener rom. +_Taufstein_ im Gutspark. Spgot. _Sakramentsnische_. Guter _Flügelaltar_ um +1520, besonders die Relieffig. des Schreins, S. Nikolaus, von +sorgfältigster Ausbildung. + +_ZSCHAITZ._ K. Sachsen AH Döbeln. + +*Dorf-K.* Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken. — Stattlicher +_Altarbau_ mit Gemälden 1655, _Kanzel_ 1656. + +_ZSCHEILA._ K. Sachsen AH Meißen. + +*Dorf-K.* Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor, kreuzgewölbt, +M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W. + +_ZSCHEIPLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt. + +Ehem. *Klst.K.*, rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem Typus einer +Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs ausgezeichnet. + +_ZSCHEPPLIN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. + +*Dorf-K.* spgot. Backsteinbau. — Frrenss. _Taufstein_ mit figürl. Reliefs. +Mehrere _Epitaphe_ des 17. Jh., für dieses Gebiet von guter Qualität. + +_ZSCHOPAU._ K. Sachsen AH Flöha. + +*Martins-K.* E. 15. Jh., oft erneuert. + +*Burg* alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz; aus Ma. der +starke runde Bergfried. + +_ZWÄTZEN_ b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda. + +*Dorf-K.* Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen +Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge. _Schnitzaltar_ +1517, guter thüringischer Durchschnitt. _Grabsteine_ von +Deutschordensrittern, deren Embleme auch am _Kanzelbau_ (Zopf). — Die +Komtureigebäude gänzlich verbaut. + +_ZWETHAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau. + +*Dorf-K.* renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit gekuppelten +Schallöffnungen. + +_ZWICKAU._ K. Sachsen Kreishauptstadt. + +*Marien-K.* Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter 1465-1506. +Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt der Gr. viele +Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau. Querschifflose +Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. Nur deutet der zuerst +begonnene Chor auf die ursp. Absicht, die Ssch. schmäler zu halten; er +schließt mit 5 Seiten des 16Ecks. Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h. +Die äußere Erscheinung reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der +Erzgebirgsschule; die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl +als die zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender, wenn auch +einigermaßen einförmig wirkender Weise mit blindem Stab- und Maßwerk, +durchflochtenen Kielbögen usw. überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht +der Rundbogenfries wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom. +Motivs; an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters +naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). — Die Kirche +nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung eine bevorzugte +Stellung ein. Großes _Altarwerk_ von _Michael Wolgemut_ aus Nürnberg 1479; +4 bewegl. und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die +Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; alles +übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung, Geburt, +Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung Ölberg, Geißelung. +Kreuztragung, Kreuzigung. — _Taufstein_, Kelchform in blühender FrRenss. +1536, vielleicht von _Hans Speck_. — Sicher von diesem die _Kanzel_, z. T. +in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür; Schalldeckel 1651. — +Reste von _Chorstühlen_ mit Laubwerk, Getier und Fratzen, E. 15. Jh. +Prunkvoller _Ratsstuhl_ von 1617. _Kalandstübchen_ in der südwestl. +Turmempore mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um 1540. Bemalte +Orgeltürflügel 1627. — _Heiliges Grab_, bez. 1507; aus Lindenholz +geschnitzter freistehender Schrein mit hohem turmartigem Aufbau; das +figürl. Element tritt gegen das architektonische zurück. — _Freigruppe_ +der Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz, noch in der +feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel und tief gedacht; unter +den deutschen Bildhauerarbeiten dieser Epoche verdient dies anonyme +(neuerdings von Flechsig dem Zwickauer _Peter Bauer_ zugeschriebene) Werk +einen hohen Rang. — _Grabsteine_ und besonders _Gedenktafeln_ in sehr +großer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer 1560, die meisten +heraldisch. Freigrab nebst Epitaph für Karl v. Bose 1637. Von den über den +Emporen hängenden Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der +Art des _Schreckenfuchs_; Joh. Zochendorf 1662, farbiges, plastisches +Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich † 1674, lebendgroße, lebendig +behandelte Holzfig.; Bürgermeister Mühlpfort † 1534; unbekannte +Stifterfamilie 1559 bez. _W. K._ (_Wolf Kirchner_?). — Unter den +_Altargeräten_ Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst. +Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister _M W_ 1622, Hostienbüchse _C W_ +1661. + +*Katharinen-K.* gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen umgebaut, +zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor und die Sakristei aus 14. +Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufügung von Ssch. in Hallenkirche +umgewandelt. Das schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh. +entcharakterisiert. — _Altarwerk_, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von Hans v. +Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. — _Kanzel_ von _Hans Speck_. + +*Rathaus* 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante +_Glasgemälde_ bez. _C. R._ 1581. _Silberschatz_. + +*Gewandhaus* 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. Formen in +einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration. + +*Schloß Osterstein*, für Kurfürst August ausgebaut von _Hans Irmisch_ +1565-85; sehr entstellt. + +_ZWÖNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz. + +*Stadt-K.* 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb. durch +Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung aus Holz, gut erhalten, +die Emporenträger in Gestalt von Palmbäumen. + +[Blank Page] + + + + + +_ORTSVERZEICHNIS_ +_ GEORDNET NACH STAATEN UND VERWALTUNGSBEZIRKEN._ + + + + +_Königreich Sachsen._ + + + +_Kreishauptmannschaft Bautzen._ + + +*Bautzen.* Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental. Gaussig. Göda. +Gröditz. Großhartau. Guttau. Kleinbautzen. Klix. Königswartha. Malschwitz. +Miekel. Neschwitz. Niedergurig. Oberneukirch. Pannewitz. Radibor. +Rammenau. Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst. + +*Kamenz.* Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Großröhrsdorf. +Höckendorf. Königsbrück. Krakau. Marienstern. Nebelschitz. Obergersdorf. +Oberlichtenau. Ossling. Prietitz. Pulsnitz. Ralbitz. Röhrsdorf. Rosental. +Schwepnitz. + +*Löbau.* Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach. Eibau. +Friedersdorf. Glossen. Großhennersdorf. Herrnhut. Herwigsdorf. Hochkirch. +Kittlitz. Kottmarsdorf. Lauske. Lawalde. Neugersdorf. Neusalza. +Niederruppersdorf. Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz. Ruppersdorf. +Schönau. Spremberg. Taubenheim. Weißenberg. + +*Zittau.* Althörnitz. Bertsdorf. Gießmannsdorf. Großschönau. Grunau. +Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhörnitz. Joachimstein. +Karlsfried. Königshain. Leuba. Lückendorf. Mariental. Niederoderwitz. +Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin. Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau. +Seifhennersdorf. Seitendorf. Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf. + + + +_Kreishauptmannschaft Dresden._ + + +*Dippoldiswalde.* Bärenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising. +Glashütte. Hennersdorf. Höckendorf. Lauenstein. Lungwitz. +Niederpretzschendorf. Possendorf. Reichardsgrimma. Ruppendorf. +Schmiedeberg. Seebach. Seifersdorf. + +*Dresden-Altstadt.* Brießnitz. Döhlen. Fördergersdorf. Grillenburg. +Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nöthnitz. Oberpesterwitz. Plauen. +Räcknitz. Somsdorf. Tharandt. + +*Dresden-Neustadt.* Großeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz. Kaditz. +Kleinwolmsdorf. Kötzschenbroda. Lausa. Leuben. Lomnitz. Loschwitz. +Moritzburg. Niederlößnitz. Oberlößnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg. +Schönfeld. Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda. + +*Freiberg.* Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch. Pfaffroda. +Purschenstein. Sayda. Weißenborn. + +*Großenhain.* Blochwitz. Frauenhayn. Großdittmannsdorf. Koselitz. +Lauterbach. Ponickau. Riesa. Röderau. Schönfeld. Seußlitz. Zeithayn. + +*Meißen.* Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig. Grumbach. +Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch. Miltitz. Naustadt. +Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg. Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz. +Tanneberg. Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila. + +*Pirna.* Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna. Eschdorf. +Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Großsedlitz. Hohnstein. Königstein. +Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen. Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz. +Reinhardtsdorf. Röhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz. +Stolpen. Struppen. Ülbersdorf. Weesenstein. Zehista. + + + +_Kreishauptmannschaft Leipzig._ + + +*Borna.* Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld. Frohburg. +Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch. Kohren. Lausigk. Mölbis. +Nenkersdorf. Niedergräfenhain. Ossa. Pegau. Prießnitz. Roda. Roetha. +Steinbach. Syhra. Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra. + +*Döbeln.* Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg. Großweitzschen. +Grünlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf. Kriebstein. Leisnig. Marbach. +Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf. Roßwein. Schönerstadt. Schweta. Tragnitz. +Waldheim. Zschaitz. + +*Grimma.* Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch. Brandis. +Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Döben. Dornreichenbach. Erdmannswalde. +Falkenhain. Fremdiswalde. Glasten. Grethen. Grubnitz. Klinga. Kössern. +Kunitzsch. Machern. Müglenz. Mutzschen. Nischwitz. Otterwisch. Pommssen. +Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen. Wasewitz. Wurzen. + +*Leipzig.* Baalsdorf. Cröbern. Engelsdorf. Gautzsch. Großzschocher. +Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal. Markranstädt. Podelwitz. +Störmtal. Taucha. Thekla. Wahren. + +*Oschatz.* Ablaß. Altmügeln. Altoschatz. Bloßwitz. Borna. Bornitz. +Calbitz. Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg. Jahna. Jakobstal. +Kötitz. Kreinitz. Laas. Lampertswalde. Leuben. Liptitz. Lonnewitz. +Lorenzkirch. Luppa. Merkwitz. Mügeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau. +Schrebitz. Schweta. Stauchitz. Stösitz. Strehla. Zöschau. + +*Rochlitz.* Burgstädt. Erlau. Geputzig. Göhren. Gräfenhain, Ober-. +Kaufungen. Königsfeld. Langenleuba. Markersdorf. Mittweida. Neusorge. +Niedersteinbach. Penig. Ratendorf. Rochsburg. Seelitz. Wechselburg. +Wiederau. Wolkenburg. + + + +_Kreishauptmannschaft Zwickau._ + + +*Annaberg.* Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau. Jöhstadt. +Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg. + +*Auerbach.* Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen. + +*Chemnitz.* Altchemnitz. Bräunsdorf. Einsiedel. Glösa. Lugau. +Niederfrohna. Niederrabenstein. Röhrsdorf. Stollberg. Zwönitz. + +*Flöha*. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg. Lichtenau. +Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg. Zschopau. + +*Glauchau.* Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse. Thurm. Waldenburg. +Ziegelheim. + +*Marienberg.* Forchheim. Groß-Olbersdorf. Lauterbach. Olbernhau. +Scharfenstein. Wolkenstein. Zöblitz. + +*Ölsnitz.* Elster. Schönberg. Voigtsberg. + +*Plauen.* Geilsdorf. Kauschwitz. Kürbitz. Mylau. Netzschkau. Neumark. +Pöhl. Reichenbach. Rodersdorf. Straßberg. Theuma. Thierbach. Thossen. + +*Schwarzenberg.* Carlsfeld. Grünhain. Klösterlein-Zelle. Lößnitz. +Neustädtel. Schneeberg. + +*Zwickau.* Altschönfels. Blankenhain. Crimmitschau. Härtensdorf. +Hartenstein, Hirschfeld. Königswalde. Langenhessen. Langenreinsdorf. +Neuschönfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrünberg. Ruppertsgrün. +Schönfels. Stein. Weißenborn. Werdau. + + + + +_Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach._ + + +*Apolda.* _AG Allstedt_: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt. _Apolda_: +Hainichen. Nauendorf. Niederroßla. Niedertrebra. Osmannstedt. Sulza. +Utenbach. _Buttstedt_: Großneuhausen. Gutmannshausen. Hardisleben. +Mannstedt. Teutleben. _Jena_: Altengönna. Ammerbach. Beutnitz. Bürgel. +Dornburg. Dothen. Frauenprießnitz. Göschwitz. Großlöbichau. +Großschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz. Lehesten. Leutra. +Lichtenhain. Lobeda. Löbstedt. Maua. Nennsdorf. Neuengönna. Porstendorf. +Rodigast. Rothenstein. Steudnitz. Talbürgel. Tautenburg. Unterwöllnitz. +Wenigenjena. Ziegenhain. Zwätzen. + +*Dermbach.* Bremen. _Geisa_: Bermbach. Borsch. Buttlar. Geismar. +Kranlucken. Motzlar. Schleid. _Kaltennordheim_: Brunnhardtshausen. +Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen. Helmershausen. Kaltensundheim. +Kaltenwestheim. Unterweid. Zella. Zillbach. _Ostheim_: Lichtenburg. +Sondheim. Stetten. _Vacha_: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort. +Völkershausen. + +*Eisenach.* Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen. Kreuzburg. +Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal. Zella a. d. Werra. _Gerstungen_: +Berka. Brandenburg. Dankmarshausen. Dippach. Frauensee. Großensee. Herda. +Lauchröden. Sallmannshausen. Untersuhl. _Stadtlengsfeld_: Lengsfeld. +Weilar. + +*Neustadt a. d. Orla.* _Auma_: Braunsdorf. Schönborn. Traun. _Neustadt_: +Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz. Neunhofen. Nieder- u. +Oberoppurg. _Weida_: Frießnitz. Mildenfurt. Münchenbernsdorf. Schüptitz. +Veitsberg. + +*Weimar.* _Blankenhain_: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn. +Thangelstedt. Tonndorf. (_Großrudestedt_:) Eckstedt. Nöda. _Ilmenau_. +_Vieselbach_: Großmölsen. Kerspleben. Ollendorf. Udestedt. _Weimar_: +Belvedere. Ehringsdorf. Ettersburg. Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt. +Mellingen. Oberweimar. Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt. + + + + +_Herzogtum Sachsen-Altenburg._ + + +*Altenburg.* Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschütz. Rußdorf. +Treben. Windischleuba. _Meuselwitz_. (_Ronneburg_:) Großstechau. Kauern. +Korbussen. Löbichau. Mückern. Posterstein. _Schmölln_: Gößnitz. Ponitz. + +*Roda.* _Eisenberg_: Klosterlausnitz. _Kahla_: Altenberge. Bibra. +Dienstädt. Großkröblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld. Neusitz. +Oberhasel. Orlamünde. Reinstädt. Schweinitz. Wiederkunft. Fröhliche. +_Roda_: Drackendorf. Kleinebersdorf. Lippersdorf. Ottendorf. + + + + +_Herzogtum Sachsen-Meiningen._ + + +*Hildburghausen.* _Eisfeld_: Brünn. Crock. Sachsendorf. Stelzen. +Unterneubrunn. _Heldburg_: Gellershausen. Gompertshausen. Hellingen. +Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen. _Hildburghausen_: +Adelshausen. Bedheim. Ebenhards. Heßberg. Klosterveilsdorf. Michaelisberg. +Roth. Streufdorf. Zeilfeld. _Römhild_: Behrungen. Haina. Milz. Westenfeld. +Wolfmannshausen. _Themar_: Dingsleben. Henfstedt. Marisfeld. Reurieth. +Trostadt. + +*Meiningen.* Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra. Einhausen. +Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie. Feldeck. Grimmental. Habesburg, +Helba. Henneberg. Hermannsfeld. Herpf. Hutsberg. Jüchsen. Landeswehr. +Landsberg. Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim. Obermaßfeld. +Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen. Sülzfeld. +Untermaßfeld. Vachdorf. Walldorf. _Salzungen_: Allendorf. Altenstein. +Dietlas. Feldeck. Frankenberg. Frankenstein. Frauenbreitungen. Helmers. +Leimbach. Liebenstein. Möhra. Oberellen. Schweina. Wildprechtsroda. +Witzelroda. _Wasungen_: Hümpfershausen. Kaltenlengsfeld. Maienluft. +Metzels. Oepfershausen. Roßdorf. Schwallungen. Schwarzbach. Sinnershausen. + +*Saalfeld.* _Camburg_: Kleingestewitz. Leislau. Münchengosserstädt. +Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. _Gräfental_: Lichtentanne. +Probstzella. _Kranichfeld_: Achelstädt. _Saalfeld_: Aue am Berg. Gorndorf. +Graba. Großkochberg. Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pößneck. + +*Sonneberg.* _Schalkau_: Effelder. Meschenbach. Rauenstein. _Sonneberg_: +Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind. + + + + +_Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha._ + + +*Coburg.* Ahorn. Callenberg. Großheirath. Grub am Forst. Hohenstein. +Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfüllbach. Rosenau. Rossach. Schermeck. +Seidmannsdorf. Unterlauter. Untersiemau. Watzendorf. Weißenbrunn. +_Königsberg i. Fr._: Altershausen. (_Neustadt_:) Einberg. Fechheim. +Mönchröden. Oeßlau. _Rodach_: Breitenau. Elsa. Gauerstadt. Großwalbur. +Meeder. Ottowind. Roßfeld. _Sonnefeld_: Gestungshausen. Hassenberg. + +*Gotha.* Apfelstedt. Günthersleben. Haarhausen. Ichtershausen. +Ingersleben. Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben. Stedten. +Sülzenbrücken. Wachsenburg. Warza. _Gräfentonna_ (Tonna): Großfahner. +Herbsleben. Volkenrode. + +*Ohrdruf.* _Liebenstein_: Elgersburg, Gera. Gräfenroda. _Ohrdruf_: +Crawinkel. Georgental. Hohenkirchen. Zella. + +*Waltershausen.* _Tenneberg_: Cabarz. Friedrichroda. Hörselgau. +Reinhardtsbrunn. _Thal_: Ruhla. _Wangenheim_: Ettenhausen. +Friedrichswerth. Großenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn. + + + + +_Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt._ + + +*Frankenhausen.* Göllingen. Ichstedt. Kyffhäuser. Rathsfeld. Rothenburg. +Seega. Thalleben. + +*Rudolstadt.* (_Königsee_:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach. +Unterweißbach. _Leutenberg_: Bucha. Burglemnitz. Eyba. _Rudolstadt_: +Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach. Schaala. Schwarzburg. +Teichweiden. Zeigerheim. _Stadtilm_: Bücheloh. Griesheim. Paulinzelle. + + + + +_Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen._ + + +*Arnstadt.* Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf. Plaue. Witzleben. + +*Sondershausen.* _Ebeleben_: Allmenhausen. Keula. Gehren: Großbreitenbach. +Langewiesen. _Sondershausen_: Bendeleben. Großfurra. Jechaburg. + + + + +_Fürstentum Reuß ältere Linie._ + + +*Greitz.* _Burgk_: Friesau. Pahnstangen. Röppisch. _Greiz_: Fraureuth. +Gottesgrün. Hermannsgrün. + + + + +_Fürstentum Reuß jüngere Linie._ + + +*Gera.* Geißen. Köstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus. _Hohenleuben_: +Reichenfels. + +*Schleiz.* _Hirschberg_. _Lobenstein_: Ebersdorf. Harra. _Schleiz_: +Kirschkau. Rödersdorf. Saalburg. + + + + +_K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg._ + + +*Bitterfeld.* Alt-Jeßnitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf. Mühlbeck. +Talheim. Zörbig. + +*Delitzsch.* Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg. Grebehna. +Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld. Tiefensee. Zschepplin. + +*Eckartsberga.* Auerstedt. Beichlingen. Burghäseler. Burgwenden. Cölleda. +Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf. Leubingen. Memleben. Niederholzhausen. +Sachsenburg. Steinbach. Wolmirstadt. + +*Halle und Saalkreis.* Beesenlaublingen. Böllberg. Brachstedt. Buschdorf. +Cönnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk. Mücheln. Nauendorf. Neutz. +Peissen. Petersberg. Reideburg. Schlettau. Teicha. Wettin. + +*Liebenwerda.* Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda. Großkmehlen. +Großthieming. Langennaundorf. Martinskirchen. Mückenberg. Mühlberg. +Ortrand. Oschätzchen. Prettin. Saathain. Stolzenhain. Uebigau. Würdenhain. + +*Mansfelder Gebirgskreis.* Arnstein. Conradsburg. Ermsleben. Falkenstein. +Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben. Walbeck. Wippra. + +*Mansfelder Seekreis.* Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf. +Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gödewitz. Heiligental. Helfta. Holzzelle. +Ihlewitz. Müllerdorf. Pfützental. Polleben. Rottelsdorf. Schraplau. +Seeburg. Stedten, Unterrißdorf. Unterröblingen. Volkmaritz. Wimmelburg. +Wormsleben. + +*Merseburg.* Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Cröllwitz. Cursdorf. Dehlitz. +Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt. Lauchstedt. Lössen. Lützen. Röcken. +Rössen. Rundstedt. Schkeitbar. Treben. + +*Naumburg.* Abtlöbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen. Görschen. +Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermöllern. Pforte. +Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schönburg. Schulpforte. + +*Querfurt.* Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U. Barnstedt. +Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf. Burgscheidungen. +Dobichau. Ebersroda. Eichstädt. Freyburg. Gatterstedt. Göhrendorf. Goseck. +Großosterhausen. Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrölitz. Mücheln. Nebra. +Neumark. Niedereichstädt. Obercrumpa. Obereichstädt. Obhausen. Pettstädt. +Plößnitz. Pödelist. Reinsdorf, Roßleben. Sankt-Micheln. Schleberode. +Sittichenbach. Spielberg. Vitzenburg. Wendelstein. Wilsdorf. Zeuchfeld. +Zorbau. Zscheiplitz. + +*Sangerhausen.* Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen. Brücken. Gonna. +Görsbach. Grillenberg. Hain. Heringen. Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode. +Lengefeld. Sittendorf. Stolberg. Windehausen. + +*Schweinitz.* Clöden. Frauenhorst. Gölsdorf. Herzberg. Malitschkendorf. + +*Torgau.* Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch. Elsnig. +Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda. Triestewitz. Zwethau. + +*Weißenfels.* Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Großcorbetha. Großpötewitz. +Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben. Meineweh. Obergreißlau. Obschitz. +Pötewitz. Schkölen. Untergreißlau. + +*Wittenberg.* Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg. Zahna. + +*Zeitz.* Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue. Posa. Predel. +Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf. + + + + +_K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt._ + + +*Erfurt.* Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg. +Windisch-Holzhausen. Wandersleben. + +*Heiligenstadt.* Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde. Bischofsstein. +Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen. Freienhagen. Geisleden. +Geismar. Gerbershausen. Groß-Bartloff. Günterode. Hanstein. Heuthen. +Hilfensberg. Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern. +Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode Rengelrode. +Rimbach. Röhrig. Rustenberg. Rustenfelde. Schachtebich. Schönhagen. +Siemerode. Stein. Uder. Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld. +Wüstheuterode. + +*Langensalza.* Nägelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrück. Vargula. + +*Mühlhausen.* Ammern. Annerode. Dörna. Falken. Helmsdorf. Langula. +Treffurt. Zella. + +*Nordhausen* u. Grafsch. *Hohenstein*. Ascherode. Bleicherode. Dietenborn. +Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf. Münchenlohra. Nohra. +Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen. + +*Schleusingen.* Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah. Kühndorf. +Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Veßra. Waldau. Wiedersbach. + +*Weißensee.* Gangloffsömmern. Griefstedt. Ottenhausen. Rohrborn. Sömmerda. + +*Worbis.* Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode. Bodenstein. +Breitenworbis. Gerode. Groß-Bodungen. Hauröden. Kirchohmfeld. Kirchworbis. +Neustadt. Reifenstein. Scharfenstein. Teistungenburg. Wehnde. + +*Ziegenrück.* Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz. +Liebengrün. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg. + + + + +_K. Pr. Regierungsbezirk Cassel._ + + +*Cassel.* Breitenbach. Crumbach. Dörnhagen. Elgershausen. Eschenstruth. +Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren. Nordshausen. Oberkaufungen. +Waldau. Weimar. Wilhelmshausen. Wilhelmshöhe. Wilhelmstal. Windhausen. + +*Eschwege.* Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels. Germerode. +Herleshausen. Hoheneiche. Jestädt. Nesselröden. Netra. Schwebda. Wanfried. +Willershausen. Wommen. + +*Frankenberg.* Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld. + +*Fritzlar.* Besse. Büraberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen. Wabern. +Werkel. + +*Fulda.* Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Großenlüder. Haimbach. +Johannisberg. Kämmerzell. Kleinheilig-Kreuz. Margretenhaun. Neuenberg. +Neuhof. Oberbimbach. Petersberg. Welkers. + +*Gelnhausen.* Alsberg. Altenhaßlau. Aufenau. Birstein. Burgjossa. Höchst. +Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz. Niedermittlau. Orb. Unterreichenbach. +Wächtersbach. Wirtheim. + +*Gersfeld.* Tann. + +*Hanau.* Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchköbel, Hochstadt. +Hüttengesäß. Kesselstadt. Langenselbold. Niederdorfelden. Rückingen. +Rüdigheim. St. Wolfgang. Wilhelmsbad. Windecken. + +*Hersfeld.* Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg. +Philippstal. + +*Hofgeismar.* Gottesbüren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen. +Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg. Sababurg. +Trendelburg. Wilhelmshausen. + +*Homberg.* Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein. + +*Hünfeld.* Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen. Wehrda. + +*Kirchhain.* Albshausen. Allendorf. Amöneburg. Anzefahr. Langenstein. +Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg. Stausebach. + +*Marburg.* Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf. Elisabethbrunnen. +Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen. Lohra. Mellnau. Michelbach. +Nieder-Asphe. Nieder-Walgern. Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern. +Treisbach. Wehrda. Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter. + +*Melsungen.* Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause. Dagobertshausen. +Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau. Mörshausen. Niedermöllrich. +Spangenberg. + +*Rinteln.* (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V. + +*Rotenburg.* Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg. Nentershausen. +Ronshausen. Sontra. Tannenberg. + +*Schlüchtern.* Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg. Steinau. +Stolzenburg. + +*Schmalkalden.* Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf. Hallenberg. +Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg. Struth. Trusen. + +*Witzenhausen.* Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau. Ludwigstein. +Reichenbach. + +*Wolfhagen.* Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen. Ehringen. +Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen. Oelshausen. Riede. +Volkmarsen. Weidelsburg. Wettesingen. Zierenberg. + +*Ziegenhain*. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg. Neukirchen. +Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen. Schönberg. Schrecksbach. +Schwarzenborn. Spießkappel. Treysa. + + + + +_K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken._ + + +*Bamberg I.* Altenburg. Buttenheim. Giech. Gügel. Hallstadt. Litzendorf. +Rattelsdorf. Scheßlitz. Seehof. Stadelhofen. + +*Bamberg II.* Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf. Lisberg. +Schlüsselau. Seußling. Walsdorf. + +*Bayreuth.* Bindlach. Bischofsgrün. Eckersdorf. Emtmannsberg. Gesees. +Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach. Obernsees. St. Johannis. +Warmensteinach. + +*Berneck.* Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast. Nemmersdorf. +Neudrossenfeld. + +*Ebermannstadt.* Aufseß. Burggailenreuth. Drügendorf. Freienfels. +Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck. Oberaufseß. Pretzfeld. +Streitberg. Waischenfeld. Wonsees. + +*Forchheim.* Effeltrich. Eggolsheim. Gräfenberg. Hetzlas. Hilpoltstein. +Jägersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach. Leutenbach. Neideck. Neunkirchen. +Pinzberg. Regensberg. St. Helena. Weißenohe. Wiesenthau. Wildenfels. + +*Höchstadt a. A.* Büchenbach. Hannberg. Herzogenaurach. Mühlhausen. +Münchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden. Puschendorf. Schlüsselfeld. +Sterpersdorf. + +*Hof.* Feilitsch. Oberkotzau. + +*Kronach.* Mitwitz. Steinberg. + +*Kulmbach.* Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf. Mangersreuth. +Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg. Sanspareil. Schwarzach. Thurnau. +Trebgast. Veitlahm. Wernstein. Willmersreuth. Wirsberg. Zwernitz. + +*Lichtenfels.* Altenkundstadt. Burgkundstadt. Gärtenroth. Hochstadt. +Isling. Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau. Mistelfeld. Naßwang. +Schney. Weismain. + +*Münchberg.* Helmbrechts. Sparneck. Waldstein. + +*Naila.* Lichtenberg. Reitzenstein. + +*Pegnitz.* Betzenstein. Bronn. Creussen. Gößweinstein. Lindenhart. +Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein. Schnabelweid. +Tüchersfeld. Volsbach. + +*Rehau.* Hohenberg. Pilgramsreuth. + +*Stadtsteinach.* Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg. Marienweiher. +Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck. Rugendorf. Seibelsdorf. +Untersteinach. + +*Staffelstein.* Banz. Döringstadt. Schottenstein. Seßlach. +Unterleiterbach. Vierzehnheiligen. + +*Teuschnitz.* Lauenstein. Ludwigstadt. + +*Wunsiedel.* Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg. Kirchenlamitz. +Redwitz. Schirnding. Schönbrunn. Thierstein. + + + + +_K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken._ + + +*Alzenau.* Hörstein. Kälberau. Mömbris. Schöllkrippen. + +*Aschaffenburg.* Großostheim. Hessental. Mespelbrunn. Schmerlenbach. +Schönrain. + +*Brückenau.* Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg. + +*Ebern.* Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach. +Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf. Kirchlauter. +Leuzendorf. Lichtenstein. Mürsbach. Obermerzbach. Pfaffendorf. +Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf. Rotenhan. Untermerzbach. + +*Gemünden.* Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten. Höllrich. Homburg. +Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck. Schönau. Weikersgrüben. Wolfsmünster. + +*Gerolzhofen.* Abtswind. Alitzheim. Altenschönbach. Astheim. Bimbach. +Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg. Kirchschönbach. Laub. Nordheim. +Obereisenheim. Oberschwarzach. Prichsenstadt. Rüdenhausen. Sommerach. +Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid. Zabelstein. +Zeilitzheim. + +*Hammelburg.* Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt. Saaleck. +Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg. Unterertal. Waitzenbach. +Wasserlosen. Windheim. + +*Haßfurt.* Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau. Kentzgau. +Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried. Obertheres. Prölsdorf. +Schmachtenberg. Schönbach. Schwappach, Ober- und Unter-. Steinbach. +Stettfeld. Sylbach. Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres. Wonfurt. +Zeil. + +*Hofheim.* Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld. Bramberg. Bundorf. +Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen. Goßmannsdorf. Happertshausen. +Junkersdorf. Oberlauringen. Ostheim. Stadtlauringen. Stöckach. Wettringen. +Wetzhausen. + +*Karlstadt.* Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland. Büchold. Bühler. +Duttenbrunn. Erbshausen. Eußenheim. Fährbrück. Gänheim. Gauaschach. +Gramschatz. Himmelstadt. Karlsburg. Laudenbach. Müdesheim. Retzbach. +Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thüngen. Wülfershausen. +Zellingen. + +*Kissingen.* Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben. Burglauer. +Eltingshausen. Frauenroth. Großwenkheim. Lauter. Münnerstadt. Steinach. + +*Kitzingen.* Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim. Dettelbach. +Efeldorf. Etwashausen. Fröhstockheim. Gerlachshausen. Gnötzheim. Groß- und +Kleinlangheim. Herrnsheim. Mainbernheim. Mainsondheim. Mainstockheim. +Marktbreit. Marktstett. Michelfeld. Münsterschwarzach. Obernbreit. +Prosselsheim. Repperndorf. Rödelsee. Schwaneberg. Segnitz. Seinsheim. +Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wässerndorf. Wiesenbronn. + +*Königshofen.* Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt. Eyershausen. +Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen. Kleinbardorf. +Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld. Sternberg. Trappstadt. Untereßfeld. +Waltershausen. Wildburg. Wülfershausen. + +*Lohr.* Maria-Buchen. Neuhütten. Neustadt a. M. Rotenbuch. Rotenfels. +Steinbach. + +*Marktheidenfeld.* Böttigheim. Dorfprozelten. Esselbach. Fechenbach. +Grünau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen. Homburg. Karbach. Kreuzwertheim. +Lengfurt. Remlingen. Stadtprozelten. Trennfeld. Triefenstein. Uttingen. + +*Mellrichstadt.* Bahra. Eußenhausen. Filke. Fladungen. Künsbergk. Leubach. +Mauerschedel. Mittelstreu. Mühlfeld. Nordheim. Oberfladungen. Oberstreu. +Reyersbach. Roßrieth. Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel. + +*Miltenberg.* Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Groß- und Klein-Heubach. +Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg. + +*Neustadt a. S.* Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu. Hollstadt. +Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg. + +*Obernburg.* Himmeltal. + +*Ochsenfurt.* Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen. Butthart. +Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Eßfeld. Euerhausen. Frickenhausen. +Gaukönigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt. Goßmannsdorf. Gützingen. +Herchsheim. Hopferstadt. Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg. +Reichelsburg. Rittersheim. Röttingen. Sommerhausen. St. Kunigund. +Tückelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried. + +*Schweinfurt.* Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen. Ettleben. +Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim. Grafenrheinfeld. Grettstadt. +Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld. Holzhausen. Klingenberg. Löffelsterz. +Maibach. Mainberg. Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen. Reichmannshausen. +Schwebheim. Sömmersdorf. Werneck. Weyer. Wipfeld. Zeuzleben. + +*Würzburg.* Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn. Estenfeld. +Gerbrunn. Güntersleben. Heidingsfeld. Himmelpforten. Höchberg. Kirchheim. +Kleinrinderfeld. Kürnach. Lindflur. Maidbronn. Margetshöchheim. +Mergelshöchheim. Mühlhausen. Oberdürrbach. Oberleinach. Oberzell. +Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer. Rottendorf. +Schenkenschloßhof. Stettbach. Teilheim. Thüngersheim. Unterdürrbach. +Unter-Leinach. Unterpleichfeld. Unterzell. Veitshöchheim. Waldbüttelbrunn. +Zell. + +[Blank Page] + + + + + +_KÜNSTLERVERZEICHNIS._ + + +*A*B 110. +A. L. 317. +Adler, Fr. 272. +Aglio, A. S. 59. +Agostino, Lazzaro 437. +Ahrens 420. +Albert v. Soest 324. +Ammann, Jost 22. +Anwander, J. 41. 192. 286. +Appiani, Gius. 407. 445. +Arnold v. Westfalen 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390. +Asam 11. 95. 456. +Auwera, Jakob van der 95. 438. 449. 451. +Auwera, Joh. Wolfgang v. d. 11. 399. 404. 435. 451. +Auwera, Lucas v. d. 452. +Auwera, Richt. der 23. 452. + +*B*acher, Gideon 219. +Backofen u. s. Schule 21. 69. 70. 161. 167. 186. 251. 440. +Bähr, George 78. 81. 87. 89. 118. 159. 182. 192. 203. 247. 248. 304. 368. +374. +Balestra 86. +Baratta, Franc. 80. 86. +Barthel von Durlach 12. +Barthel, Melch. 223. 238. +Basler, Peter 139. +Basti, Matteo 24. +Bauer (Augsburg) 80. +Bauer, Peter 462. +Beaumont, Adam 204. +Beck, Leonh. 444. +Beham, H. S. 47. +Behem, J. 237. +Behringer, Wolf 191. +Berger 88. +Bergner, Nik. 216 f. +Bernini, L. 80. 86. 95. +Berwart, Blasius 333. +Bestheimer, J. N. 264. +Bibiena, Carlo 48. +Bibiena, Giuseppe 48. +Birkner, Wolfg. 220. +Blondel 430. +Bock, Hans 176. 408. +Bodenstein, Chr. 355. +Bodt, Jan de 86. 223. +Boffrand, G. 450. +Bogenkranz, Zach. 169. +Böhm, Franz 40. +Böhme d. Ä., Joh. Heinr. 13. 161. 298. 335. 435. +Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130. +Bonalino 40. 128. 217. +Borcht v. d. 87. +Bormann, Jan 160. +Bossi, Ant. 447. 451. +Bossi, Augustin 73. 398. +Bossi, Materno 92 ff. 133. 210 f. 346. 387. 445. 447. 451. 457. +Bouts, Dirk 244. +Braun, Erasmus 35. +Braunschweig, Heinrich u. Ludolf v. 168 f. +Bromeis 206. +Brückner, A. 140. +Bruigt, Ägid. de 208. +Brunner, Melch. 273. +Buchau, Cl. K. 277. +Buchner, P, 83f. 223. 278. 309. +Bühner 379. +Bueler 438. +Buttigen (Büdingen?), Conrad v. 12. +Butzäus 118. + +*C*. B. 391. +C. G. 113. +C. P. 296. +C. R. 462. +C. T. R. 6. +C. W. 462. +Casanova 86. +Castelli 6. 173. 451. +Cesare, Carlo di 125f. +Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296. +Conrad von Buttigen 12. +Corradini 86. +Cotte, R. de 450. +Coudroy, Pierre 240. +Cranach d. Ä. u. s. Werkstatt 153. 197. 205. 217. 220. 224. 238f. 267. +293. 295. 298. 302. 307. 324. 367. 369. 393. 413. 419ff. 433. 455. +Cranach d. J. 25. 209. 307. 314. 420. 433. +Cranachschule 2. 14. 57. 121. 168. 180. 190. 201. 266. 426. +Curé 451. + +*D* 346. +Dahlwein 147. +Darbes 375. +Daucher, Adolf 13. +Dauthe 236. 240. +David, Chr. 183. +Decker 49. +Degen, Hans 75. +Dehn-Rothfelser, Hans v. 82. 125. 157. 242. 278. 340. +Deibel, Jos. 87. +Deisinger 356. +Delitzscher, Nickel 407. +Dell, Peter d. Ä. 18. 23. 373. 438. 441. +Dell, Peter d. J. 438. 439. 445. 449. +Dientzenhofer, einer der 41. 136. 369. +Dientzenhofer, Georg 39. +Dientzenhofer, Johann 42. 133. 134. 197. 213. 335. 372. 375. +Dientzenhofer, Joh. Leonh. 136. 314. +Dientzenhofer, Just. Heinr. 41. +Dientzenhofer, Leonhard 35. 37. 40. 42. 49. 94. 136. 193. 246. 406. +Diepenbeck 444. +Dierks 86. +Dieterici 195. +Dietrich, Ch. W. E. 70. 101. +Dietz 404. +Dieussart, Ch. Ph. 47. +Dirnstein, Hans 21. +Diterich, Bernh. 126. 214. +Ditmar (Laienbruder) 325. +Ditmar, Valent. 317. +Ditterich, Hans 385. +Dittmann, Hans 75. +Döbner 230. +Dörffer, Joh. 346. +Dorsch, J. B. 85. 87. +Dowher s. Daucher. +Drentwett, Ph. H. 80. 203. +Dreßler, Andr. 201, 311. +Dreysigmark, M. 112. +Dubut 368. +Duck, Joh. 307. +Dümpel, Veit 2. 218. +Durlach, Barthel von 12. +Dürer 13. 119. 266. +Du Ry, Charles 206. 430. +Du Ry, Paul 203. 205 f. 370. +Du Ry, Salomon Louis 428 f. +Du Ry, Simon Louis 191. 205. 206. 409. 430. + +*E*. W. 159. +Eberlein, Bernh. 216. +Ebhardt, J. Ch. 242. +Eckart v. Worms 438. 440. +Eckhardt, Ezech. 45. 340. +Eckhardt, G. 324. +Eckhart, Hans 212. +Eiffländer, Hans 78. +Einbeck, Konrad v. 168. +Eisenberg, F. 455. +Emes, Julius 18. +Ende, Hans am 239. +Enderlein, Caspar 25. +Engelhard, Andr. 369. +Ermeltraut 443. +Ernes, Julius 286. +Eschke, K. Ch. 313. 343. 376. +Esterbauer, Balth. 451. +Exner, Chr. F. 79. 81. 332. +Eysenberg, Nik. 101. +Eywick, Jonas 370. + +*F*. H. 204. +Faber, A. W. 56. +Fabritius, Kilian 259. +Fehre, J. G. 89 f. 118. +Feichtmayer, J. M. 11. 407. +Feige, J. C. 340. +Fesel, Christoph 439. 445. +Finck, Joh. 41. 278. 317. +Fischer, A. S. 137. 449. +Fischer, J. M. +133. 155. 157. 432. 445. +Fleischer, Gg. 83. 125. +Flötner, Peter 13. +Fossati 45. +Fosse, de la 213. 428. +Franz v. Magdeburg 13. +Friedeberger, Eberh. 445. +Friedemann d. Ä., H. +105 f. 108-112. +Friedemann d. J., H., 105. 110. 112. +Fuchs 240. +Fuger 163. +Fuss, Friedr. 423. + +*G*abrieli 446. +Gallasini, Andrea 135. +Gareis 343. +Gärtner 27. 31. 445. +Gattinger 11. 438. +Gaudreau, Pierre 355. +Gedeler, E. 187. +Gedeler, G. v. 47. +Gehart, Joh. 17. 107. 110 f. +Geigel, J. P. 68. 351. 404. 445. 447. 451. 457. +Genz 420. +Gérin 205. +Ghezzi, G. 205. +Giese, J. A. 435. +Glantschnigg, J.A. 91. +Godechen, Hnrch. 280. +Godefroy, Elias 204. +Göding, Heinr. 84. 126. 333. +Goldwitzer 118. +Gontard, P. K. Ph. 48 f. +Göthe, Eosander v. 400. +Goethe, Wolfg. v. 233. 420. +Gothland, Peter 420. +Gottschick, Chr. 222. +Gout 55. +Gräbner 81. 100. +Grael, Fr. 228. +Graff, Anton 71. 82. 173. 223. 244. 338. 343. 351. 355. 375. 418. 422. +426. 435. +Grassi 435. +Graul, J. F. 48. +Greger, Michel 459. +Greising, Jos. 94. 130. 247. 250. 314. 408. 447. 449. 451 f. +Gretel, Ulrich 433. +Grohmann, Chr. 113. +Grohmann, N. 5. 180. 219. 394. +Gronig, Hans 198. +Gröninger, Aug. 112. +Groß, Abr. 47. +Grossi, L. 345. +Grünberger, Mich. 139. +Grünewald, Math. 20. 167. +Guernieri, G. F. 429. +Gundermann, W. 98. +Günther, Math. 11. 446. +Gutschell, Enders 105. + +*H* 251. +h. b. 176. +H F 152. 213. 335. +H G B 280. +H H B 190. +H K 261. 293. +H R 401. +H. V. 433. +H. W. (Hans Walther) 126. +H. W. (Hans Werner) 210. +H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister d. »schönen Tür« in Annaberg). 12, 59. 92. +96. +Hackert 429. +Hackl 80. +Hagelganß 223. +Hagenberger, Joh. 190. +Hähnel, J. C. 302. +Hans v. Straßburg 103. +Hans v. Torgau 369. +Hase, G. 89. +Haunisch, Hans 346. +Heck, Hieronymus 21. +Hegewald 79. 81. 224. +Heideloff 27. 31. 174. 219. 318. +Heinemann, Chr. 57. 179. +Heinrich v. Braunschw. 168 f. +Heinrich v. Hesserode 193. +Heinricus filius Tiderici 26. +Henricus 61. 445. +Henthoos 299. +Hering, Loy. 18. 34. 227. 438. +Hering, Martin 438, Hermann 172. 420. +Hermes 295. +Herrlein, J. A. 102. +Herrlein, Joh. Peter 8. 135. 162. 213. 271. 310. 319. 346. 378. 453. +Herwarthel 199. +Herzog 298. +Hesserode, Heinrich v. 193. +Heuer, D. 338. +Heunisch, Hans 426. +Hildebrand, L. v. 450. +Hilger, Osw. 394. +Hilger, Wolff 125. 394. +Hofmann, Joh. 259. +Hofmann, Nickel 168 ff. 190. 259. 373. +Hogenwald, M. 304. +Hölzer, G. A. 81. +Hönnicke 95. +Hornung, Lor. 234. +Huber, K. 447. +Hübsch, H. 301. +Humbach, D. F. 135. +Hünefeld, H. 419. +Hünigen, Andr. 304. 343. 458. + +*i* 109 ff. +Ickelsheimer 449. +Ihener, Gg. 168. +Irmisch, Hans 84. 126. 221. 223. 462. + +*J*. E. 54. +J. H. 54. 308. 320. +J. L. 248. +Jacob v. Schweinfurt 12. 268f. +Jäkel 260. +Jörg, Andreas 109. +Junker, Hans 22. 71. +Junker, Valentin 40. +Jupe, Ludw. 257. +Jussow, H. Chr. 428. 430. + +*K*amm, J. B. 41. 90. 118. 192. +Kändler, J. J. 278. 296. +Kapup, Christoph 307. +Kaufmann, Angel. 303. +Keil, Paul 14. 209. +Keilwerth, Jos. 11. +Keller, Georg 22. +Kern, Michael 40. 52. 73. 137. 163. 194. 247. 438. 440 ff. 451. +Keßlau, A. F. v. 187. +Kil, J. G. 69. +Kirchner, J. Ch. 86. +Kirchner, Wolf 462. +Kirschstein, J. 379. +Kistner, Thomas 23. 375. 408. 441. +Klanbacht, Hans 76. +Klein, Hans 447. +Kleinholz 447. +Klemm, Sam. 97. 161. 317. +Klengel, 53. 82. 89. 278. Klenze 102. +Knauf 7. +Knöfel, F. G. 200. +Knöffel, Joh. Chr. 79. 86. 87. 88. 90. 194. 240. 303. 305. 345. 374. +Knöffler, Gottfried 71. 84. 87. 88. 90. 195. 297. 300. 305. 351. +Köhler, Gottfr. 62. +Köhler, M. D. 452. +Konrad v. Einbeck 168. +Körmser 55. +Krafft, Adam 37. 209. +Kramer, Bastian 318. +Kramer, Hans 79. +Krebs, Konrad 216. 393. +Kretschmer, J. G. 338. +Kreuter, Wolf 369. +Kriebel, Gg. 236 f. +Krodel, M. 279. +Krodel, Wolfg. 201. 369. +Krohne, G. H. 154. +Krubsacius 81. 87. 297. +Krugelstein 295. +Küchel, J. M. 36. 40. 41. 209. +Kücher, Eckh. 105. +Kühne 74. +Kulmbach, Hans v. 370. 462. +Kumoller, Hanns u. Matth. 81. +Kunz, J. J. 222. + +*L*anghans, C. G. 435. +Lauermann, Franz 260. +Lendenstreich, Valentin 155. 230. 285. 298. 313. 372. +Le Notre 206. +Leubner, Phil. 222. 320. +Leunenschloss 383. +Leypoldt 418. +Lindemann, H. 98. +Lindner, Erhard 422. +Liotard 71. +Locke, Sam. 79. 224. 423. +Lohe, M. H. 190. +Longuelune, 86 ff. 31 f. 374. +Lorentz, Andr. 139. 349. +Lorentz, Sam. 304. 324. 392. +Lorentz, Uriel 324. 392. +Lorentz, Werkstatt der 324. +Lossow 74. +Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323. +Lucas, Gottfr. 242. +Ludolf v. Braunschweig 168 f. +Lünenschloß 95. +Lynar, Rochus v. 25. 126. + +*M*.S. 293. +M W 462. +Magdeburg, Franz v. 13. +Magni, Pietro 437. +Mainz, Peter von 106. 160. +Marcolini, Fr. 39. +Martinus 215. +Mattenheimer 90. 363. +Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195. +Maucher 455. +Maulbersch, Ant. 80. +Maurer, J. M. 203. +Mayer, Andr. 147. +Meer, Erhard v. d. 25. +Meier, Jörg 365. +Meister der Baldachine 152. 160. 230. 263. 299. 311. 358. 362. 453. +Meister der Barfüßerkirche in Erfurt 107. 110. +Meister der »schönen Tür« in Annaberg (H. W. [Z.] u. W. Z.) 12. 59. 92. +96. +Meister d. Neusitzer Altars 230. +Meister i von Erfurt 109 ff. +Meister t von Erfurt 106. 109. +Meister von Chemnitz 139. +Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435. +Merian 35. 438. +Meyner 173. +Mica, Franc. 65. +Michael, J. G. 57. +Michael, Martin 46. +Milla, Isr. v. d. 112. +Minetti, Fr. D. 68. +Möhring, Melchior 105. +Monot, Pierre 206. +Moritz, J. G. 114. +Müller, Alexander 441. +Müller, Chr. 366. +Müller, Hans 366. +Müller, Jakob 261. 263. +Müller, Joh. Mich. 96. +Münzel, Joh. 98. +Mutschelle, B. 41. 210. 439. + +*N*. T. 237. +Nagel, Franz 171. +Nahl, J. A. 429 f Naumann, Jacob 16. +Naumann, J. Ch. 194. +Nave, Ant. 95. +Neilich, Kunz 405. +Neumann, Balthasar 35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff. 153. 155. 176. 193. +196. 211. 214. 227. 229. 233. 244. 260. 287. 310. 336. 341. 346. 375. 382 +f. 387. 404. 406 f. 424. 426. 440. 443. 446. 449 f. 452. 456. +Neumann, F. J. 192. +Neuner 118. +Nickel, B. H. 449. 452. +Noack 459. +Nosseni, Joh. Maria 79. 81. 82. 125. 126. 226. 237. 361. 362. 411. + +*O*egg 424. 451. +Oeser, A. 70 f. 191. 195. 236. 240. 305. 341. 435. +Onghers, Oswald 52. 67. 96. 97. 116. 118. 155. 164. 212. 316. 341. 370. +398. 438. 442. 443. +Otte, V. 241. 394. +Otto, Valentin 277. + +*P* D 18. +Palko, Karl 80. 296. +Parler 322. +Pauer, Hans 315. +Pauwart, Ant. 168. +Pellegrini 45. +Permoser, Balthasar 45. 80. 85 f. 101. 126. 426. +Perre, J. de 237 f. 338. 354. +Perri, Ant. 158. +Pesne, Ant. 60. +Peter v. Mainz 106. 161. +Peter v. Pirna 12. +Petersell, J. R. 381. +Petrini 39. 40. 116. 212. 259. 370. 375. 443 f. 448 f. 452. +Petrozzi, M. 47. 48. 298. +Petzold, A. 199. 203. 303. 369. +Pezani, Val. 398. 447. +Pfau, Hans 103. +Pflugschar 335. +Pfretschner, Sittich 239. +St. Pierre 47. 48. 49. 188. +Pirna, Peter v. 12. +Pöppelmann, M. D. 78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240. 278. 331. 368. 374. +Pötzsch, Martin 44. +Pozzo 39 Preißer, Hieron. 105. +Proscher, Hnrch. 343. + +v. *Q*uast 215. 327. + +*R*T 105. +Ränz, El. 49. +Ränz, J. D. 49. +Reinboth, J. B. 242. +Reis, Hans 82. +Remela, Jo. Ad. 95. +Rénier 217. +Reuß 40. +Reynhart, Hans 334. 359. +Ricchini 83. +Richter, Chr. 239. 352. 422. +Richter, Gregor 318. +Richter, J. F. 163. 241. 277. 394. +Richter, Moritz 420. 422. +Richter, Rud. Heinr. 50. +Rickmann, E. 191. +Ridinger, Georg 21. +Riedel 2. +Riemenschneider, Jörg 440. 442. +Riemenschneider, Tilman 24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f. 148. 160. 174. 176. +191. 202 f. 211. 250. 279. 286. 300. 315. 348. 351. 370. 376. 382 f. 392. +408. 410. 437. 439 f. 442. 445 f. 449. +Rigaud 355. +Ritgen, Hugo v. 412. +Ritter, F. A. v. 153. 276. +Ritter, J. H. 6. +Ritterlein, W. 64. 203. 354. +Robin 448. +Roder, Claus 236. +Röhrscheidt, Wenzel 46. +Rösler, C. 224. +Rossini, A. 179. 264. +Rotari 418. +Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372. +Roth, Mart. 374. +Rubens 51. 85. 101 f. +Rudolfi, A. 154. +Rudolph, J. Ph. 17. +Rul, de 444. + +*S*. (im Ring m. 3 Herzen) 189. +S. L. 304. +S. W. 433. +Saalhausen, Ant. v. 324. +Salins, N. A. de 451. +Sandrart 35. 438. +Sarder, W. 440. +Schade, Abr. 47. +Schadow 449. +Schaefer, C. 258. 265. 424. +Schaicker, Gottf. 400. +Schatz, David 75. 146. 200. +Schenau 162. +Scherer, Hans 205. +Scheubel, J. J. 40. +Schick, Fähnrich 10. +Schickentanz, Hans 71. 82. 191. 340. +Schilling 81. +Schinkel 458. +Schit, Nik. 141. +Schlaf, Jakob 420. +Schlecht, Bened. 401. +Schleinitz, R. 78. +Schlüter, A. 49. 138. +Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159. +Schmidt, J. M. 276. +Schmidt (Schreiner) 173. +Schnorr, H. V. 435. +Schockholz, Casp. 272. +Scholz, Daniel 66. +Schoner, Joh. 170. +Schönermark 3. +Schongauer 13. 362. 374. +Schreckenfuchs 462. +Schröer, Hans 25. 126. +Schröter, G. 433. +Schulze 187. +Schuster, J. 149. +Schwartze, J. H. 79. 84. +Schwartzmann, Andreas 135. +Schwarz, Nic. 324. +Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f. +Schwenke, David 332. +Schwind, Mor. v. 413. +Seiz, J. G. 427. +Semler, Arntz 353. +Semper 84. +Sengelaub, Peter 217 f. +Siecht, J. J. 403. +Silbermann, J. Gottfr. 25. 150. 316. 343 f. 411. +Silbermann, Val. 76. 92. 334. +Silvestre 71. 86. 195. 355. +Simon, J. Ch. 43. 304. 460. +Simonetti, Giov. 239. +Soest, Albert von 324. +Soldan, Phil. 120. 205. 352. +Sorg, Kilian 34. +Späth 449. +Speck, Hans 462. +Spieß, G. J. 222. +Spranger, Barth. 295. +Starke, J. G. 85. +Steiner, K. 295. 420. +Stengel, F. J. 56. 135. 154. +Stettner, Jost 220. +Steuerwald 435. +Steyer, Hans 89. +Stipeldey, F. X. 4. 71. 110. 346. 351. +Stoß, Veit 38. 188. 220. 286. 361. 381. +Stoß (Schule) 118 f. +Straßburg, Hans v. 103. +Straubinger, Jörg 441. +Strohmeier, Leonh. 439. + +*t* 106. 109. +T K (Thomas Kistner) 23. 375. 408. 441. +Teuscher, Sebald 101. +Thalheimer 71. +Thim, Veit 420. +Thola, B. de 83 f. 125. +Thomä, B. 78. 368. +Thoman, Jos. Val. 11. +Thormeyer 57. +Thouret 420. +Tiepolo 11. 451. +Tile 307. +Tischbein (welcher?) 422. +Tischbein, J. F. A. 343. +Tischbein, J. G. 205. +Tischbein, J. H. 205. 429 f. +Todesco, Heinr. 301. +Torelli, Stef. 305. 418. +Torgau, Hans v. 369. +Trautmann 41. +Tretsch, Alberlin 333. +Treu, J. N. 39. 263. 414. 443. +Trippel 332. +Trost, G. H. 6. +Tütleb, Jer. 130. +Tüttich, L. 419. + +*U*brich, Peter 248. +Uebelher, G. 11. +Uhl, Joh. 346. +Unger, Gottfr. 163. +Ungewitter, G. G. 424. +Urlaub, Chr. 148. +Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443. +Urlaub, J. A. 137. +Urlaub, S. 17. 346. 370. + +*V*aga, Perino del 83. +Valentin 8. 194. +Vater, G. S. 6. +Vernucken, Willi. 367. +Vincentius 458. +Vingerhut, Heinr. 140. +Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424. +Vischer, Hans 20. 272. 433. +Vischer, Herm, d. Ä. 266 f. 315. 433. +Vischer, Herm, d. J. 105. 267. +Vischer, Peter u. s. Werkstatt 6. 20. 34. 69. 105. 266 f. 272. 293. 351 f. +384. 393. 419. 433. 439. 440. +Vogel (welcher?) 418. +Vogel, A. 423. +Vogel, Chr. Leber. 243. 338. +Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192. +Vogt, Caspar 82. + +*W*. B. 333. +W K. 369. 385. 462. +W. Z. (Meister der »schönen Tür« in Annaberg) 12. 59. 92. 96. +Wagner, Erasmus 108 f. +Wagner, J. P. 52. 102. 116. 148. 155. 176. 188 f. 244. 351. 400. 404. 425. +439. 447. 451. 457. +Wagner, P. A. 241. 398. +Wagner, Simon 447. +Wailly 428. +Waldstein, Seb. 455. +Walther, Andreas 84. 388. +Walther, Christoph 46. 83. 157. 202. 215. 278. 324. 385. 410. +Walther, Hans 78. 83. 90. 126. 194. 225. 331. 375. 385. +Walther, Sebast. 81. 433. +Walther, Val. 58. +Walther, Werkst. u. Schule der 50. 83. 226. 242. +Wamser, Chr. 21. +Weber, Christoph 66. +Weber, Hans 403. +Weinlig, Ch. 87 f. 332. +Weinmann, Jakob 34. +Weinmann, Joh. 426. +Weiß, J. G. 47. +Welsch, General M. v. 10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450. +Wemding, Hans 40. +Werner, G. 240. +Werner, Hans 2. 40. 47. 119. 154. 210. 228. 281. 401. +Werter, Gg. 308. +Wessel, Hans 125. +Westfalen, Arnold v. 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390. +Wiedemann, Ludwig 90. +Wiedemann, Paul 239. +Willkomm, Hans 83. +Winkler 88. +Winterstein, Gg. 17. 348. 447. +Wirauch, Joh. 177. +Wiskotschill 87. +Wohlhaupter, E. 135. +Wolgemut 78. 107. 109. 118. 259. 281. 374. 461. +Wolker, J. M. 129. 148. 298. +Worms, Eckart v. 438. 440. +Wunder 47. 48. 90. +Wurzelbauer, Hans 438. +Wydemann, Joh. 108. + +*Z*anck, Mich. 245. +Zaner 346. +Zapf, G. 210. +Zeckel, Joh. 73. +Zeissig, J. E. 162. +Zeller 306. +Zeni 286. +Zerroen, A. v. 125. +Zick, Januarius 398. +Zick, Joh. 11. 155. 451. +Zincke, H. G. 7. +Zwenger, Paul 97. + + + + + +Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H., +Berlin SW. 48 — Zossen. + + + + + + +FOOTNOTES + + + 1 Die Vermutung, daß hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt habe, + liegt nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht die Rede + sein kann. + + 2 Öfters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die Rede, + woraus gefolgert wird, daß dieses den Brand von 1185 überdauert + habe, also ottonisch sei. Nach Versicherung eines materialkundigen + Gewährsmannes ist die rote Färbung einzelner Steine in der Tat nur + durch Erhitzung zu erklären. Allein diese Steine bilden keine + zusammenhängenden Flächen, sondern sind zwischen naturfarbenen + zerstreut. Es kann sich also nur um Benutzung einzelner Werkstücke + aus dem abgebrochenen älteren Bau handeln. + + 3 Die rechtwinklige Umrahmung mit abschließendem Bogenfries ist neu + und so wenig organisch, daß sie schwerlich auf alte Ansätze + zurückgehen kann (bei Puttrich nichts davon zu erkennen). + + 4 Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoßen auf die Fensteröffnungen + an der Ostseite der Türme. + + + + + +***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND, 1914*** + + + +CREDITS + + +September 2006 + + Preparing Project Gutenberg Edition (proofing finished) + Karl Eichwalder + Online Distributed Proofreading Team + +October 2006 + + Draft Edition + Karl Eichwalder + + + +A WORD FROM PROJECT GUTENBERG + + +This file should be named 19460-0.txt or 19460-0.zip. + +This and all associated files of various formats will be found in: + + + http://www.gutenberg.org/dirs/1/9/4/6/19460/ + + +Updated editions will replace the previous one — the old editions will be +renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no one +owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and +you!) can copy and distribute it in the United States without permission +and without paying copyright royalties. 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