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+The Project Gutenberg EBook of Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler,
+Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 by Georg Dehio
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914
+
+Author: Georg Dehio
+
+Release Date: October 4, 2006 [Ebook #19460]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND, 1914***
+
+
+
+
+
+[Mitteldeutschland]
+
+
+
+
+
+Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914
+
+
+by Georg Dehio
+
+
+
+
+Draft Edition!, (October 4, 2006)
+
+
+
+
+
+Deutscher Verein für Kunstwissenschaft
+Georg Dehio
+Handbuch der Deutschen
+Kunstdenkmäler
+Begründet vom Tage für Denkmalspflege
+Erster Band
+Mitteldeutschland
+Zweite Auflage
+BERLIN
+Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.
+1914
+
+
+
+
+
+INHALT
+
+
+_Vorwort._
+_Verzeichnis der Abkürzungen._
+ _a) Nach Begriffsgruppen._
+ _b) Nach dem Alphabet._
+_A_
+_B_
+_C_
+_D_
+_E_
+_F_
+_G_
+_H_
+_I_
+_J_
+_K und C_
+_L_
+_M_
+_N_
+_O_
+_P_
+_Q_
+_R_
+_S_
+_T_
+_U_
+_V_
+_W_
+_Z_
+_Ortsverzeichnis_
+_ geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken._
+_Künstlerverzeichnis._
+
+
+
+
+
+
+[Blank Page]
+
+
+
+
+
+_VORWORT._
+
+
+Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden in den Jahren
+1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die
+mich bei der Ausführung der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so
+groß, daß ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die
+Dankespflicht gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf Antrag
+des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten Erlaß vom 27. März 1904
+die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die erste
+Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg
+tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine gegeben
+worden. Der erste Tag für Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte die
+Erörterung fort und erklärte sich hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft
+zustimmend, die Ausführbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt.
+Unter diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen, wohl
+wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren vollständig in
+Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen Ende zu führen wäre mir
+auch nicht möglich gewesen ohne die treue und unermüdliche Unterstützung
+der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius
+Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen Tod wir im Jahre
+1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre des
+Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer Erinnerung
+bleiben.
+
+Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Fürsorge des
+Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Die grundlegende erste
+Bearbeitung hatte notwendig das Werk eines einzelnen sein müssen; die nun
+folgende nachprüfende und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der
+Verteilung auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die Herren
+Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten, bei ihren amtlichen
+Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer Kenntnisnahme von der lokalen
+Forschung stets einen Blick auf das Handbuch zu werfen und die ihnen nötig
+erscheinenden Berichtigungen und Nachträge gleichlaufend einzuzeichnen.
+Auf diese Weise würde ohne besondere Mühewaltung, fast automatisch, die
+Sammlung des Materials sich bewerkstelligen lassen. Außerdem wiederhole
+ich meine an alle Benutzer gerichtete alte Bitte, mich auf etwaige
+Irrtümer oder Lücken, mögen sie auch noch so geringfügig sein, aufmerksam
+zu machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer sich
+verdienen.
+
+Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich oder schriftlich
+zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, daß die Einrichtung des Buches
+sich bewährt hat, sie konnte somit ohne wesentliche Veränderungen in die
+neue Auflage herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden,
+daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit, die ein Vorrecht der
+amtlichen Inventare bleiben muß, nur Sichtung und Auswahl gibt. Welche
+Gegenstände aufzunehmen, welche auszuschließen seien, das wird immer
+erneuter Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht mir
+mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls sollte der
+bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände in Zukunft wesentlich
+anschwellen dürfen.
+
+Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen dennoch
+eingetreten ist, so ist es eine Folge des gerade hier sehr starken
+Nachschubs der Inventare. Zur Zeit der ersten Auflage waren etwa zwei
+Fünftel des Gebietes noch nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der
+bayrische Bezirk Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem
+Königreich Sachsen.
+
+Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht zweifle, besteht
+in der Einschränkung der Abkürzungen. Ganz zu entbehren waren sie nicht,
+wenn anders eine noch weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden
+werden sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung
+sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich dazu erst nach
+langer Überlegung entschlossen. Die Gründe sind folgende: 1.
+Vollständigkeit ist von vornherein ausgeschlossen; soll aber nur eine
+Auswahl gegeben werden, so fehlt dafür jede konsequent anwendbare
+Begrenzung. 2. Es kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur
+Beurteilung eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden
+Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten ist; die
+Nachweise so weit auszudehnen, würde aber in der Summe viel zu viel Raum
+in Anspruch nehmen. 3. Bei der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den
+Literaturangaben kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause ein,
+so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren sein, und
+dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur bereits verzeichnet. Die
+Bibliographie der deutschen Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich, und
+zwar eine sehr umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von diesem
+Handbuch verlangt werden.
+
+Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten Auflage, wofern
+nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen, zum Schluß ein alle fünf
+Bände zusammenfassendes Sachregister zu bringen.
+
+Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt nichts, als eine
+summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt sich auf Verzeichnung
+der Kreisstädte, durch die im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird.
+Weiterzugehen, sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte — es sind mehr
+als 2000 — aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
+
+Straßburg, 31. Dezember 1913.
+
+*G. Dehio.*
+
+[Blank Page]
+
+
+
+
+
+_VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN._
+
+
+
+
+_a) Nach Begriffsgruppen._
+
+
+
+*beg.* begonnen.
+*erb.* erbaut.
+*voll.* vollendet.
+*gew.* geweiht.
+*zerst.* zerstört.
+*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.
+*Jh.* Jahrhundert. _In Verbindung damit_ *A.* Anfang, *M.* Mitte, *E.*
+Ende, *H.* Hälfte, *V.* Viertel.
+*bez.* bezeichnet.
+*I.* Inschrift.
+
+
+
+*rom.* romanisch.
+*got.* gotisch.
+*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.
+*Renss.* *renss.* Renaissance _als Substantivum und Adjektivum._
+*Bar.* *bar.* Barock, barock.
+*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko. _In Verbindung mit diesen
+Stilbezeichnungen._
+*fr.* früh, *sp.* spät.
+
+
+
+*K.* Kirche
+*Kap.* Kapelle.
+*Klst.* Kloster.
+*Basl.* Basilika.
+*Hllk.* Hallenkirche.
+*Gr.* Grundriß.
+*Sch.* Schiff, *3sch.* dreischiffig.
+*Msch.* Mittelschiff.
+*Ssch.* Seitenschiff.
+*Qsch.* Querschiff.
+*Fig.* *Figg.* Figur, Figuren.
+*Lhs.* Langhaus.
+*Bg.* Bogen.
+*Ark.* Arkade.
+*Pfl.* Pfeiler.
+*Sl.* Säule.
+*Kapt.* Kapitell.
+*Gwb.* Gewölbe.
+*Epit.* Epitaph.
+
+
+
+*Quadr.* *quadr.* Quadrat, quadratisch.
+*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.
+*1/2 kr.* halbkreisförmig.
+*5/8 Schluß.* Schluß aus fünf Seiten des Achtecks.
+
+
+
+*N* *n* Nord, nördlich.
+*S* *s* Süd, südlich.
+*O* *o* Ost, östlich.
+*W* *w* West, westlich.
+
+
+
+
+_b) Nach dem Alphabet._
+
+
+*A.* Anfang.
+*Abb.* Abbildung.
+*Ark.* Arkade.
+*bar.* barock.
+*beg.* begonnen.
+*bez.* bezeichnet.
+*Bg.* Bogen.
+*bmkw.* bemerkenswert.
+*E.* Ende.
+*ehem.* ehemalig.
+*Epit.* Epitaph.
+*erb.* erbaut.
+*Fig.* Figg. Figur, Figuren.
+*fr.* früh.
+*gegr.* gegründet.
+*gest.* gestiftet.
+*gew.* geweiht.
+*got.* gotisch.
+*Gwb.* Gewölbe.
+*Gr.* Grundriß.
+*H.* Hälfte.
+*h.* heilig.
+*Hllk.* Hallenkirche.
+*I.* Inschrift.
+*Jh.* Jahrhundert.
+*K.* Kirche.
+*Kp.* Kapelle.
+*Kapt.* Kapitell.
+*Klst.* Kloster.
+*1/2 kr.* halbkreisförmig.
+*Lhs.* Langhaus.
+*M.* Mitte.
+*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.
+*Msch.* Mittelschiff.
+*N* *n* Nord, nördlich.
+*O* *o* Ost, östlich.
+*Pfl.* Pfeiler.
+*quadr.* quadratisch.
+*Qsch.* Querschiff.
+*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.
+*Renss.* Renaissance.
+*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.
+*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko.
+*rom.* romanisch.
+*S* *s* Süd, südlich.
+*1 sch.* *2 sch.* etc. einschiffig, zweischiffig etc.
+*Ssch.* Seitenschiff.
+*Sl.* Säule.
+*sp.* spät.
+*ursp.* ursprünglich.
+*V.* Viertel.
+*voll.* vollendet.
+*W* *w* West, westlich,
+*whgest.* wiederhergestellt.
+*zerst.* zerstört.
+
+
+
+
+
+_A_
+
+
+_ABLASS._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13.
+Jh., seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal,
+dessen 2 Säulen mit zierlichen Blätterkapitellen. Im übrigen
+anspruchsloser Umbau in spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken
+aus dem 1539 aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh. —
+_Sakramentsnische_ um 1480; großes _Holzkruzifix_ in kraftvollen Formen um
+1560; _Altarkruzifix_ Meißener Porzellan bester Zeit.
+
+_ABTERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Pfarr-K.* Spgot. Seit 1809 Ruine.
+
+[*K.* des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]
+
+_ABTLÖBNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark
+eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber der Turm. — Spgot.
+_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Kanzel_ in Renss.-Formen.
+
+_ABTSWIND._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Protest. Pfarr-K.* Spgot. mit jüngeren Veränderungen. Am WTurm sehr
+hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel. —
+Bmkw. _Schnitzaltar_ um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas,
+kraftvoll und originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links
+Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der
+Außenseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert. — Eine
+zweite, vollplastische _Pietas_. — Reste von _Gaden_. — Im Ort
+charakteristische _Hoftore_.
+
+_ACHELSTÄDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf.-K.* modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der
+Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf.
+
+_ADELSBERG._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus 1732.
+_Altarblätter_ von _G. M. Bolster_ 1737. Über dem Westeingang
+_Rotsandsteinfigur_ St. Laurentius um 1400.
+
+_ADELSBORN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Schloß.* Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen.
+
+_ADELSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor
+älter.
+
+_ADOLFSECK_ siehe Fulda.
+
+_AHORN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Pfarr-K.* Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren
+mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter
+Flachdecke. — An den Chorwänden _Bronzetafeln_ mit Wappen und Inschr., von
+Grabsteinen abgelöst. _Wandgrab_ (Sandstein) _des Wilhelm v. Streitberg_
+1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschäftigten
+Nürnbergers _Hans Werner_ (unter Mitwirkung seines Schwiegersohnes _Veit
+Dümpel_ aus Altenstein). Wandgrab des _Wilh. Ludwig v. Streitberg_ † 1638,
+Holz in steingrauem Anstrich.
+
+*Schloß*. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von W.
+v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; mächtige
+runde Flankentürme mit überkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach.
+_Mobiliar_ 17. und 18. Jh.
+
+_AIDHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Dorf-K*. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute
+Stuckatur um 1770. Gute _Holzfig._ des hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte
+_Glocken_, eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. — In der Nähe
+mehrere _Bildstöcke_.
+
+_ALACH._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+
+*Dorf-K*. 1405. 1sch. mit Achteckschluß.
+
+_ALBERSDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Dorf-K*. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um 1720; mit
+gutproportionierter Fassade.
+
+_ALBERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K*. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen zwischen spgot.
+3/8Chor und dem Schiff von 1823, _Altarwerk_ mit Figuren, außen Gemälde
+von einem eigenartigen _Cranachschüler_.
+
+_ALBSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Dorf-K*. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit skulpierten
+Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714.
+
+_ALEXANDERBAD._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Brunnenhaus* 1782 von _Riedel_ nach »französischer« Bauart.
+
+_ALITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Dorf-K*. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf
+_Bildstöcke_ von 1581, 1682 und um 1750 (gut).
+
+_ALKERSLEBEN._ Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.
+
+*Dorf-K.* westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh.
+
+_ALLENDORF_ b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.
+
+*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein
+_gleicher_ aus der Schule von Saalfeld 1485, Flügel beiderseitig bemalt.
+
+_ALLENDORF_ a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+*Stadt-K.* 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem
+Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der Kappen an die Schildwand noch
+sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der
+Mittelachse nach S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade
+nördl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch _Schönermark_ restauriert.
+
+*Wohnhäuser* nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele des
+Fachwerkbaus.
+
+*Totenhalle* a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.
+
+*Ringmauern.* Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten, 3 Tortürme
+neuerlich abgebrochen.
+
+_ALLENDORF._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Kirche* hübscher Bau A. 18 Jh.
+
+_ALLENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnenklst.*, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu
+ländlichen Gebäuden vernutzt. — Im Dorf alte _Fachwerkhäuser_ — Die Burg
+_Frankenstein_ ohne Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb.
+1888!).
+
+_ALLMENHAUSEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.
+
+*Dorf-K.* bez. 1581. — _Grabmal_ zweier Herren von Schlotheim 1589, 1619.
+
+_ALLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Stadt-K. S. Johannis*, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor,
+Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem Altar.
+
+*S. Wigperti*, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerstört; der
+spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck.
+Chor, im Obergeschoß an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3
+Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der
+Teilungssäulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen
+Charakter des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk
+verschleppt?
+
+*Rathaus.* Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige 16. und 17.
+Jh; die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672.
+
+*Schloß.* Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt
+bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände der Landgrafen
+übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr ausgedehnte Gebäudekomplex aus
+dem sp.Ma. und der Renss.; maßvoll rest. Das Obergeschoß des hinteren
+Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von
+welcher die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind
+(ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg); ferner ein Kamin,
+gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane und Tapeten aus 18. Jh.;
+reizender Ofenschirm von 1720.
+
+_ALMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Kirche * spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2
+schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das
+Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen.
+Außen 2 Inschr. über Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine
+(Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln.
+
+*Steinkreuz* mit Schwert.
+
+_ALSBERG._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Kap. zum hl. Kreuz*, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als
+Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor,
+deformiert, wenn auch im Kern alt. — _Hochaltar_ E. 17. Jh.
+
+_ALSLEBEN_ (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
+
+*Stadt-K*. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose, Turm.
+
+_ALSLEBEN_ (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
+
+Die vorm. *Kloster-K*. abgetragen. Ein rom. _Tympanon_ (Löwe und Drache
+durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht. Ebendort ein
+merkwürdiger rom. _Taufstein_, 8seitig, mit rohen Reliefs.
+
+_ALTBESSINGEN._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K*. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist.
+Stuckaturen). Einheitliche _Altarausstattung_ um 1690. _Geräte_
+augsburgisch, von _F. X. Stipeldey_.
+
+_ALT-BURXDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K*. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von Klst.
+Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. Schiff u.
+rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darüber
+Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anfängern. —
+_Holzbildwerke_ des spgot. Altars.
+
+_ALT-CHEMNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Dorf-K*. rom. Portal 13. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh.
+
+_ALTENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K*. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und
+1838. — Holzfigg. von einem spgot. _Flügelaltar_.
+
+_ALTENBERGE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K*. spgot. — Stattliches _Epitaph_ aus Stuck für A. L. v.
+Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter _Ofen_ aus Gußeisen
+A. 17. Jh.
+
+_ALTENBEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Dorf-K*. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom.
+_Taufstein_.
+
+_ALTENBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.
+
+*Unterkirche (S. Bartholomäi)*. Von den Hussiten 1430 zerstört, 1459
+wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut.
+3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was für die vermutete Benutzung des
+älteren Chors im 13. Jh. sprechen würde) und ungewöhnlichem östl.
+Abschluß: das Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die
+Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte
+Doppeltürme). — Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer rom. K. weit
+kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit 4grätigen Kreuzgewölben
+zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze aus 4 derben Rundpfeilern
+gebündelt; anschließend 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh.
+
+*Oberkirche (Franziskaner)*. 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht
+behandelt, Veränderungen A. 16. Jh.
+
+*Bergerkloster (Augustinerchorherren)* gew. 1172; durch Brand 1588
+zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des Lhs. erhalten.
+Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von Sandsteinmotiven
+in Backstein. Die Backsteine scharriert ähnlich wie an den ältesten
+Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine
+regelmäßige kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die hohen Türme
+haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar gekuppelter Fenster,
+breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch Bogenfriese.
+
+Von der ehemaligen *Nikolai-K*. nur der breite WTurm übrig, rom., mehrfach
+umgebaut.
+
+*Rathaus 1562-1564* vom weimarischen Hofbaumeister _Nik. __ Grohmann_;
+gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern der deutschen
+Renaissance; 1663 renoviert. Gr. annähernd quadr. Die Komposition der
+Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger
+Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses
+allseitig frei werdend und das Gebäude weit überragend; Krönung mit
+einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß 4eck. Vorbau mit Balustrade. Das
+Hauptgebäude trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert
+(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer Schmuck: zwei
+Eckerker und mehrere Portale in italisierenden Formen. Am NOErker ein
+_Fries_ mit nackten Knaben, an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd;
+der entsprechende Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die
+Halbfiguren der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die
+Fenstergewände gotisierend, das Dachgesims im Verhältnis zu sonstigen
+deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich hervorgehoben: das Motiv des
+dorischen Frieses allerdings mißverstanden. — Inneres. Im Obergeschoß
+Vorsaal von mächtiger Erscheinung, durch 3 Holzsäulen in 2 Schiffe
+geteilt; Einfassungen der Türen aus Stein.
+
+*Amtshaus* 1725. *Magdalenenstift* 1665 als herzogl. Witwensitz.
+
+*Wohnhäuser* aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus
+17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche Str. 14b; 18. Jh.:
+Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das
+v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724.
+
+*Herzogl. Schloß.* Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr große
+Komplex aus 15.-18. Jh. — _Schloßkirche_ (mit Kollegiatstift). Im Unterbau
+Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4
+Langjoche und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor außen mit
+überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener Dekoration der Streben.
+Das innere ohne höheren architektonischen Gehalt, aber malerisch von
+großer Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen
+Ausstattungsstücke wesentlich beitragen. Im _Hochaltar_ Grablegung Holz
+bez. CTR 1647. Das _Chorgestühl_ (1516, überarbeitet 1576) gerade in
+seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz; prachtvolle _Orgel_ 1735 von _G. H.
+Trost_; _Kanzel_ 1595; _Grabmal_ des Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp.
+freistehende Tumba; _Grabplatte_ der Kurfürstin Margarethe († 1486)
+Bronze, die lebensgroße Figur graviert, der Rahmen in flachem Relief, mit
+großer Wahrscheinlichkeit als Jugendwerk _Peter Vischers_ anzusprechen.
+Auch unter den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. —
+_Hauptschloß_. Der von den Zeitgenossen gerühmte Bau Friedrichs des Weisen
+(seit 1518) durch die Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils
+beseitigt. Von 1530 (?) der Rest der Hofgalerien im N der Kirche;
+interessante Verdeutschung römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen
+auf toskanischen Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive
+abnehmender Höhe Korbbögen, zuletzt jonische Säulen. Die jetzige
+Haupterscheinung bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von
+_G. S. Vater_, Malereien von _J. H. Ritter_, Stuckaturen von den Brüdern
+_Castelli_; der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den
+sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das _Schönhaus_, ein Kasino im Sinne
+römischer Gärten.
+
+_ALTENBURG_ b. Bamberg OFranken.
+
+Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen *Burg* moderner Phantasiebau.
+
+_ALTENBURG._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Burgruine.* Rundturm von 1388.
+
+_ALTENBURG_ b. Naumburg, Pr. Sachsen.
+
+Spuren der 1010 zerstörten *Burg* des Markgr. Gunzelin.
+
+_ALTEN-DAMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* 1617 ähnlich Hinternah.
+
+_ALTENDORF._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang,
+Scharten.
+
+_ALTENGÖNNA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* des 17. Jh. — _Schnitzaltar_ um 1500, einer der besten des
+Gebietes, auch gut erhalten.
+
+_ALTENGRONAU._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+
+*Wasserburg* mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz.
+
+_ALTENHASSLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Martins-K.* (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt;
+im O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß als Altarhaus. — Innere
+Ausstattung 1752.
+
+*Lutherische K.* 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert.
+
+*Amtshaus* bez. 1593 und 1684.
+
+_ALTENHOF._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch
+noch einige Detailsrom. — Schöner _Kelch_ A. 16. Jh.
+
+_ALTENKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen und
+Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl _Grabsteine_ aus 16. Jh.
+
+_ALTENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach »der
+Architektur und Direktion« des Pfarrers _H. G. Zincke_ 1718, der seit 1711
+mehrere Kirchen (Großwangen, Wippach) gebaut.
+
+_ALTENSCHÖNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Prot. Dorf-K.* Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von 1496;
+Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen des
+fränkischen Adels. — _Epitaphe_ der Frh. v. Crailsheim und Geier;
+hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von
+Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.
+
+*Burg* der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit quadr.
+Bergfried und polyg. Bering.
+
+_ALTENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.
+
+*Schloß*. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg schwache
+Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und für diese Zeit
+bezeichnend; chinesisches Häuschen, aber auch schon Ritterkapelle,
+Sennhütte, Aeolsharfe. Schöne steinerne Halbrundbank mit Büste der
+Herzogin Charlotte Amalie 1801.
+
+_ALTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.
+
+*Ehem. Dorf-K.* (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer
+intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes.
+
+*Burgruine.* Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß der Stein
+zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von einem
+tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch große Reste einer starken
+Renss.-Befestigung (2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom.
+Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der
+stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.
+
+_ALTENSTEIN._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Ehem. Schloß*, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine nach 1438.
+Wohnbau bez. 1620.
+
+_ALTERSHAUSEN._ Sachsen-Koburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor.
+
+_ALTHAUSEN._ UFranken. BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus 1693. —
+_Deckengemälde_ (Triumph des Kreuzes) von _Joh. Peter Herrlein_, gegen
+1777.
+
+_ALTHÖRNITZ._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Schloß* 1650-54 von Meister _Valentin_ in Zittau für den Zittauer
+Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und großzügigen
+Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen
+Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig
+und zugleich flüssig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den
+Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag
+im Innern).
+
+_ALTJESSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Dorf-K.* In der Anlage rom. Der spgot. _Schnitzaltar_ von den besseren.
+
+_ALTMÜGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter
+B. Johann VI. von Meißen (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl.
+unausgeführt; jetzt Flachdecke, mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor
+reiches Netzgwb. — Bmkw. _Grabdenkmäler_ 1536, 1579.
+
+_ALTOSCHATZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende Rundbau
+alter Karner (?) — Stattliche ren. _Grabdenkmäler_ aus Dresdener Werkstatt
+1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785.
+[Spgot. Flügelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]
+
+_ALTSCHÖNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Burg.* Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. — Ausstattung 17. Jh.
+Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich
+behandeltem Ständer.
+
+In der *Dorf-K.* _Altarwerk_ um 1500 und _Grabsteine_ der v. Wilkau A. 17.
+Jh.
+
+_ALTSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom.
+Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an
+die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und
+1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. — _Altarwerk_ 1664.
+Reste eines spgot. _Schnitzaltars_ auf dem Kirchenboden.
+
+_ALTZELLE._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Cisterc.-Klst.* (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes der
+Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude bezogen, 1198 Weihung der
+K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. sämtlicher Hauptgebäude, 1540 Auflösung
+des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. — _Kirche_. Erhalten nur 2
+Bruchstücke der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in diesem
+Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik glaubt Stiehl einen
+italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des alten Chors
+1787-1804 Mausoleum in nüchtern klassizistischen Formen. — Kreuzgang und
+Klostergebäude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis
+Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Am besten erhalten
+das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. _Das Tor_; rom.;
+bedeutende Abmessungen; Gewände (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt;
+Basaltquadern mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit
+Basaltrundstäben, Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. _Winter-Refektorium_
+(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem
+Paradies der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn.
+Niedrige in 2 Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und
+1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler
+aus Backstein, an der OWand die frgot. Konsolen und rundbg. Schildbogen
+des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoß ein
+holzgetäfelter Saal mit großen Vorhangbg. — _Andreas-Kap_. (Wettinisches
+Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr. Grundmauern erhalten.
+— Vom _Sommer-Refektorium_ auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit 4
+hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. _Portale_ in
+die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das _Kapitelhaus_ an der OSeite war
+ein rom. Steinbau. — _Skulpturen_: a) im Mausoleum 4 wettinische
+Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle frgot. Gewölbeschlußsteine,
+Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein vollständiger Flügelaltar in
+Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15. Jh.; c) im Garten got.
+Betsäule um 1300.
+
+_ALZENAU._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude.
+
+_AMALIENRUHE_ b. Meiningen.
+
+*Herzogl. Gutshof*. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.
+
+_AMMELSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm
+gekuppelte spitzbg. Fenster.
+
+_AMMERBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. _Altarwerk_ mit
+Doppelflügeln.
+
+_AMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+*Dorf-K.* modern. Bmkw. _Taufstein_ A. 14. Jh.
+
+_AMÖNEBURG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+[*Kathol. K.* Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus
+sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]
+
+*Schloß.* Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866.
+Noch immer großartige Ruine.
+
+_AMORBACH._ UFranken BA Miltenberg.
+
+*Benediktinerabtei-K.*, jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt als Umbau
+einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs.
+beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom.
+die 3 Freigeschosse der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,
+Detail ohne Feinheit. — Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten
+General _v. Welsch_, ausgeführt vom Fähnrich _Schick_, der anscheinend
+auch einige Umänderungen vornahm. Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs.
+Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit
+Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile
+durchweg von mäßigem Relief. — Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2
+Joch fort, Schluß 1/2kr. — Das Bedeutendste an der K. ist die in
+unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung durchgeführte Dekoration. Sie
+rückt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die
+_Stuckierung_ von _J. M. Feichtmayer_ und _Gg. Uebelher_. (Beide aus der
+Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansässig, letzterer vorher in
+den »reichen Zimmern« der Münchener Residenz und der Klst.K. Diessen
+tätig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiß,
+hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blaßrot
+gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den _Deckengemälden_
+zugewiesen; voll. 1749 von _Math. Günther_ aus Augsburg (einem Schüler der
+Asam, auch von Tiepolo beeinflußt; bedeutendster deutscher Freskomaler des
+18. Jh.); im einzelnen flüchtig und maniriert, stupend sicher in
+Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich
+angepaßt. Die Seitenaltäre stehen zum Glück nicht an den Schiffspfeilern,
+sondern an den Seitenwänden unter den Fenstern; die antitektonische
+Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen
+aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von
+Künstlern aus Würzburg. Ebendaher die _Kanzel_ von _Joh. Wolfg. van der
+Auwera_ und die prachtvollen _Abschlußgitter_ des Lhs. von _Gattinger_.
+Verhältnismäßig sehr einfach die _Chorstühle_; ein Teil soll zu
+Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein.
+
+*Klostergebäude*. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür im 2.
+Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen Korridor über dem
+Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh.,
+erhalten. Die Hauptgebäude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten
+von Leiningen) groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der
+Bibliotheksaal von ca. 1790.
+
+*Kathol. Pfarr-K*. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok.
+selten angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter in Mainz, beide
+vermutungsweise von _Jos. Val. Thoman_; das Äußere in Quadern von rotem
+Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der
+Chorapsis gruppierten Türme. _Deckengemälde_ von _Zick_. Die trefflichen
+_Skulpturen_ des Hochaltars von _Joseph Keilwerth_ aus Würzburg (einem
+sonst unbekannten Künstler); besonders der h. Sebastian durch feine
+Empfindung und ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgenössischen
+Produktion hervorragend. — *Klostermühle* 1448. (Inschr.)
+
+*Kurmainzisches Amtshaus* mit dem Wappen der Erzbischöfe Dither v.
+Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).
+
+_AMORSBRUNN_ bei Amorbach. UFranken.
+
+*Kapelle.* 1521. Geschnitzter _Flügelaltar_ mit der Wurzel Jesse, recht
+gute Arbeit um 1500.
+
+_AMSDORF._ Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
+
+*Dorf-K.*, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.
+
+_ANNABERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Anna-K.* 1499-1520. Hauptbaumeister _Peter von Pirna_ (?), seit 1515
+_Jakob von Schweinfurt_. — 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., östl.
+Schluß in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit
+wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und
+zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die
+oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die
+Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige
+Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgeschoß geschlossene
+Sakristeien und über ihnen gegen das Sch. geöffnete Kapp. Die
+Unregelmäßigkeiten durch schräge Stellung der WWand und den im SW
+einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch
+einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, die Pfll. sehr
+schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller
+Erinnerung an das Kreuzgwb. möglichst als Einheit behandelt; hergestellt
+von _Barthel v. Durbach_ und _Conrad v. Buttigen_ (_Büdingen?_). Ihre
+Rippen, auch in der Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene
+Reihungen«, für die sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend),
+wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansätze an den Pfll. mit
+gesuchter Willkür in ungleichen Höhen, auf ihren Knotenpunkten
+phantastisch geformte Schlußsteine. Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb.
+der südl. Sakristei. Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die
+Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen
+Fischblasen. Das Äußere von fast ärmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur
+am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische Absicht des
+stilgeschichtlich wichtigen Gebäudes ist nur im Innern zu erkennen; sie
+geht auf Schaffung eines weiten, übersichtlichen, rhythmisch wenig
+bewegten Raumbildes bei Unterdrückung der »organischen« Strukturformen.
+
+Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische
+Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis zu den Strukturformen, als in der
+echten Gotik. — Die »_schöne Tür_« am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597
+vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder
+beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich
+zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken sich
+entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darüber zwei
+Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im Hauptfeld
+über dem Türsturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoße des
+Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre), tiefer der h.
+Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes, Adam und Eva, über
+der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie Komposition, die
+Energie der sehr persönlichen Stilisierung, der poetische Schwung der
+gegenständlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten der
+zeitgenössischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die
+Identität mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer
+Pulthalter im Dresdener Museum. — _Tür der »alten« Sakristei_; vollendet
+1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes
+größeres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got.
+Erinnerungen fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht
+ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der »schönen Tür« nahe,
+besonders frei und glücklich die Familienszene zwischen Anna und Maria. —
+Von derselben Hand oder mindestens aus derselben Werkstatt der _Taufstein_
+(ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in genauer
+Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende nackte Engel, am Fuß
+Taufkinder. — Die 100 Felder der _Emporenbrüstung_ (1514-1517) mit Reliefs
+von _Franz von Magdeburg_; die ausführlichste Illustration des Neuen
+Testaments, die je in monumentaler Form versucht worden; ferner die
+Lebensalter. — _Stuhlwerk_ von 1526, nicht mehr vollständig. — _Singechor_
+1688 von _J. H. Böhme_. — _Kanzel_ 1516, noch rein got.
+
+_Altäre_. a) Hauptaltar. 1522 von _Adolf Dowher_ (Daucher) in Augsburg
+angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach
+Entwurf _Peter Flötners_; entschieden gewollte aber noch nicht ganz
+geklärte Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer
+Kalkstein; Hauptgegenstand Wurzel Jesse. — b) Bergaltar (im nördl.
+Nebenchor) 1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer
+FrRenss. Das zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit Motiven aus Dürers
+Marienleben. — c) Münzeraltar (im südl. Nebenchor) 1522, dem vorigen
+ähnlich. — d) Bäckeraltar (zunächst dem vorigen). — e) Pflockscher Altar
+nach 1521, durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung
+des Schongauerschen Kupferstichs. — f) Altar des Münzmeisters Melch.
+Jomisch 1537.
+
+_Epitaph_ für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.
+
+*Berg-K. S. Marien*. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die
+Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. — _Altarwerk_ der
+Bäckerzunft A. 17. Jh., später entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl.
+
+*Hospital-K.* 1683, architekturlos. — Bmkw. _Gemälde_ der Cranach-Schule
+1557.
+
+*Rathaus*. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. — _Erzgebirgsmuseum_.
+
+_ANNABURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Kirche* got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit
+bar. Grisaillemalerei. — _Taufstein_ 1674; _Orgel_ rok.
+
+*Schloß* an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August. a) Das vordere
+Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken und über dem Mittelportal
+schwere Rundtürme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere
+Schloß, vierstöckig, nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen;
+3 Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache
+Renss.-Portale mit Stuckdecken.
+
+_ANNERODE._ Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erster Bau voll. 1269. Neubau
+nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit
+figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern.
+
+_ANZEFAHR._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Dorf-K.* 1711 mit spgot. polyg. Chor.
+
+_APFELSTEDT._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Kirche* spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm
+nördl. des Chors. — _Sakramentsnische_ 1434, darüber Kreuzigungsgruppe.
+
+_APOLDA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.
+
+*Stadt-K.* spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse.
+
+*Rathaus* M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.
+
+_ARNSHAUGK._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Dorf-K.* _Taufstein_ 1688. — _Altargemälde_ (Kreuzigung) von _Paul Keil_
+1616.
+
+_ARNSTADT._ Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.
+
+*Liebfrauen-K.* Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom von Naumburg, jedoch
+in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thüringens aus dem 13. Jh.,
+sehr lehrreich für das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er
+zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus sprom., Qsch.
+und Chor entwickelt got. 1. _Langhaus_. Schwankende Bauführung und
+wiederholte Restaurationen (im 19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den
+Bauhergang äußerst unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A.
+13. Jh. ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler
+der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter Einfluß des
+Halberstädter Doms (so Giesau). Er äußert sich in veränderter
+Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen, Einführung von Emporen über den
+Seitenschiffen, welche jedoch nicht als selbständige Geschosse ausgebildet
+sind; sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen sehr
+schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. 1888. — Die
+WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet bis zum
+Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige
+Öffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schluß
+dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die
+Wendeltreppen der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über
+dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt indes mit der Mitte
+der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was
+die rom. Bauperiode ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem
+niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine
+Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der
+Kraft und Leichtigkeit der Verhältnisse und Formen ein Muster seiner
+Gattung (nahe verwandt den Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail
+stehen spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar
+nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener
+Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch größere Höhe der
+Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt
+aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch. (welches
+damals noch das alte), sondern westl. desselben über dem letzten Joch des
+Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundriß (das zerstört
+vorgefundene oberste Geschoß freie Komposition von 1890). — 2. _Querschiff
+und Chor_ sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen.
+Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den älteren
+Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch.
+dürfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschließen, nur
+sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der Chor
+beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete
+Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen
+3 Schiffen in gleicher Höhe, das System des Qsch. fort. Hierauf schließen
+die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt
+sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das Ergebnis ist bei
+beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende Raumwirkung (die Ähnlichkeit
+mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht für
+Vollendung im vorgerückten 14. Jh. — Nach der 1309 erfolgten Übergabe der
+K. an einen Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl.
+Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste Rest.
+entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die
+3 Chorkapellen von gleicher Höhe, die mittlere durch Fialen und Giebel
+über jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansätzen). —
+An der NSeite 2 prächtige Portale, ein größeres an der QschFront, ein
+kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. — Doppelflügeliges
+_Altarwerk_ im südl. Nebenchor, bedeutendes Stück, bez. 1489 (wohl von
+_Jakob Naumann_); im Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und
+Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist nicht
+festgestellt. — Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber der Grafen v.
+Schwarzburg. Hauptstücke: große _Tumba_ Günthers XXV. † 1368 und seiner
+Gemahlin Elisabeth † 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen,
+an der Spitze ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog.
+»treuer Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in
+Breslau, Kreuz-K.). — Großes _Prachtepitaph_ Günthers XLI. und der
+Katharina v. Nassau, errichtet 1590. — _Skulpturen_. Am Portal des nördl.
+Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn
+Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben
+dem Portal des nördl. Qsch. 2 Fürstenstatuen, männlich und weiblich, E.
+13. Jh., von mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen.
+
+*Oberkirche* (Franziskaner) beg. 1246. — 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l,
+Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr gute Akustik. Der Chor
+nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlußwand.
+Vortreffliches Maßwerk. Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der
+schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand
+erst 1461 angefügt. — _Epitaph_ des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute
+Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. — _Flügelaltar_ 1594, das
+Gemälde niederländisch. Zahlreicher die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17.
+Jh.: 3geschossiger _Hochaltar_ mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;
+_Taufstein_ mit 5 m hohem Baldachin; der _fürstl. Kirchenstand_, ein auf 6
+Säulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der _adlige Kirchenstand_;
+die _Gemeindeempore_ in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksmäßig.
+
+*Neue Kirche*. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer
+niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen Decke mit
+Emporen angefüllt.
+
+*Gottesacker-K.* 1738-43. Typisch für die thüringischen
+Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse verschobenes
+Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw.
+Grabsteine des 16.-18. Jh.
+
+*Neidechsburg*. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der runde Bergfried
+erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter
+hübsches Portal.
+
+*Fürstl. Schloß* neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit großem
+Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.
+
+*Rathaus.* 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem
+Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit säulengestütztem
+Erkervorbau; in Nischen 2 _got. Statuen_, Erfurter Arbeit um 1730 in der
+Art des _Joh. Gehart_.
+
+*Zierbrunnen*. 1573.
+
+*Bürgerhäuser*. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche
+Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. Von der ma.
+*Stadtbefestigung* das Riedtor und das Neutor.
+
+_ARNSTEIN._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Stadt-K. S. Nikolaus*. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute
+klassizistische _Seitenaltäre_ von _Georg Winterstein_ in Würzburg 1790.
+Reicher, meisterhafter _Orgelbau_ um 1700 aus der Karmeliter-K. in
+Würzburg. — _Deckengemälde_ im Chor von _S. Urlaub_ 1726. Älteste _Glocke_
+14. Jh.
+
+_Wallfahrts-K. Maria-Sondheim_. Erb. M. 15. Jh., unvollständig ausgeführt.
+Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer
+3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen Ansätze zu Gewölben (geplant war
+3sch. Hallenkirche). — _Deckengemälde_: Schlacht bei Lepanto mit Maria
+Victoria, bez. _J. Ph. Rudolph_ 1770. Im Ossarium 2 interessante
+_Steinreliefs_ von der alten Kanzel, Johannes und Markus in
+Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule
+(der das Werk übrigens nicht angehört). Schöne _Sandsteinmadonna_ um 1410,
+typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um 1480. —
+_Grabdenkmäler_ in sehr großer Zahl und z. T. hoher Qualität, am reichsten
+vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag
+vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere außen. Von
+_Bildnissteinen_ hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast vollrund, starre
+Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; Ludwig v. H. 1517. Von _Epitaphen_:
+Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von
+_Loy Hering_ in Eichstätt; Bernhard v. H., Art des älteren _Peter Dell_;
+Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (_P. Dell_, wahrscheinlich der Jüngere); vom
+selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel mit Frau und
+Kindern 1597. — _Ölberg_ um 1500, besser als die meisten dieser Gattung.
+
+*Schloß* (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M. 16.
+Jh., im Innern einiges zu beachten. —
+
+*Rathaus*. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753.
+
+*Spital*, große Anlage von 1713-30.
+
+_ARNSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+*Burg*. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster
+rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose Kreuzgewölbe.
+
+_ARNSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Burgruine*. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas 5 stöckig
+erhalten.
+
+_ARTERN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Marien-K.* in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. Ältester Bestandteil
+der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem oberen
+freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte
+Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog.
+Kreuzgwb.; nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein platt
+geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und
+Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchluß.
+Fenster noch spitzbg.
+
+*S. Veit* in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges lat.
+Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb.,
+Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit
+Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster der
+K. rundbg.
+
+_ASCHACH._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Dorf-K.* Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-_Epitaph_ von
+Bildhauer _Julius Emes_.
+
+*Schloß* (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle
+geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter _Ofen_ aus 1. H. 17. Jh.
+
+_ASCHAFFENBURG._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Stifts-K. S. Peter und Alexander*. Ältere Baudaten fehlen. Rom. 12. und
+13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713 und 1880. — _Inneres_.
+Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte
+Pfeilerbasilika (jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite
+Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich
+profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch.
+der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. — Eine
+zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der
+Peters-K. in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgeführt
+gebliebenen) Fronttürmen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen
+Halle; rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle
+der stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll
+umrahmtes Portal, im _Tympanon_ Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um
+1250 der OBau. Der Einfluß von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr
+vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor 2
+quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster vermauert; die
+Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien unterspitz. Die rck.
+Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, geschärfte Wulstform, auf
+Diensten mit Schaftringen; rom. Blätterkpatt. — Die Sschiffe des Lhs.
+durch flache Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die große, über den
+äußeren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe
+zugängliche _Maria-Schnee-Kap_., erb. 1516 vom Kardinal Albrecht v.
+Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen, entartetes Maßwerk; die
+äußere Giebeldekoration erinnert mit ihrem schreinermäßigen Reichtum an
+die sächsischen Bauten des Kardinals. — _Äußeres_. Chor und Langseiten
+verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt Bauteile aus vier
+Stilperioden zu einer überaus malerischen Gruppe. Eine in der Seitenachse
+liegende hohe Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit
+schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt. Der NTurm nicht ausgebaut;
+dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der hohe Giebel der
+Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore entsprechend, 3 sprom.
+Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem Maßstab begonnen; über
+dem zweiten Geschoß brechen die Motive ab und es folgt ein spätestgot.
+Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hölzernen Helm. Das Lhs.
+hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. — An der NOSeite schöner sprom.
+_Kreuzgang_. Von ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang
+zum _Paradies_, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit dem OBau
+zusammengeht. — _Ausstattung_. Großer _Hochaltar_ in Ciborienform aus dem
+18. Jh. Die ehemals zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört.
+Die _Beweinung_ von _Math. Grünewald_ bildete die Predella eines
+Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in
+der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519
+bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria von _Grünewald_ einschloß;
+wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd.
+III) befindlichen Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant
+als Dokument der Veränderung der Altarform im Übergang von der Gotik zur
+Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers Allerheiligenbild. In einer
+südl. Seitenkp. _Schnitzaltar_ der 14 Nothelfer von merkwürdigem
+staffelförmigem Aufbau A. 16. Jh. — _Chorstühle_ von 1659 jetzt im Qsch. —
+In der nördl. Turmhalle _Taufstein_ von 1487. — Im nördl. Ssch. (früher im
+Chor) ein eherner _Baldachin_ aus der _Vischer_schen Hütte bez. 1536; vier
+mit graviertem Laubornament geschmückte Pfosten tragen einen an der
+unteren Fläche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung
+erinnert an das (zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger Rathauses. Der
+Baldachin scheint für das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte
+Grabmal bestimmt gewesen zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von
+Brandenburg und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen
+Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. — _Kanzel_ aus Sandstein und
+Alabaster, sehr reich, um 1590. — An der WWand kolossales _Holzkruzifix_
+aus A. 13. Jh. — Außen über der Freitreppe steinerne _Kreuzigungsgruppe_
+1699.
+
+_Grabmonumente_ und _Gedenktafeln_ in großer Zahl. Davon die wichtigsten:
+
+_Im Chor:_ SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen † 982, gesetzt
+1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter,
+Liudgard und Hildegard. — Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von
+Brandenburg † 1545, gegossen 1525 in der _Vischer_schen Hütte, großartiges
+Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18.
+Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück gedacht,
+Madonnenrelief von _Hans Vischer_ 1530: beide aus Halle hierher
+übergeführt. — Epitaph für Kurfürst Schenk v. Erbach † 1459, ausgeführt im
+16. Jh. — Desgl. für Kurfürst Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw.
+durch lebendige Porträtauffassung.
+
+Im _Mittelschiff_ kurfürstliche Beamte. a) Südliche Reihe: Caspar v. d.
+Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. — Wolf Beheim 1539. — Dr.
+Sachs 1570. — Stephan v. Fechenbach 1577. — b) Nördliche Reihe: Melchior
+von Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision, 1584 von
+_Hieronymus Heck_. — Georg v. Liebenstein 1533 mit Anklängen an die Schule
+_Backofens_; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die Seite
+geschobenen) Kruzifix vorzüglich gegeben. — Brendel von Homburg 1573. —
+Ch. Math. v. Albersweiler 1567. — Dr. Eisenberger 1575.
+
+_Im Kreuzgang_. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421, kniend in
+Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken, schöne manierfreie
+Arbeit. — b) NFlügel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. —
+c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der
+Mondsichel. — d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter
+1493. — _Wandgemälde_, der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh.
+
+In der Sakristei 2 vorzügliche _Reliquienbüsten_ 1473 von _Hans Dirnstein_
+von Frankfurt. Degl. _Monstranz_. Rom. _Schachbrett_.
+
+*Agathen-K.* Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet,
+unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr einfach
+rom. Außen _Ölbergsgruppe_ aus 16. Jh., beschädigt, in Renss.Gehäuse.
+
+*U.L.F. Pfarr-K.* 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen
+Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergeschoß
+rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat übereinander, durch kein Gesims getrennt,
+2 gekuppelte Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg.
+Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner got.
+Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.
+
+Im Erdgeschoß eingemauert sprom. _Tympanon_, thronende Maria zwischen
+Heiligen.
+
+*Studien(Jesuiten)-K.* 1619-21. In WDeutschland der erste dem römischen
+Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. Köln Bd. IV,
+V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in
+Stuck, Beschlägemuster.
+
+*Schloß*. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges)
+Schloß 1605-1614 von _Georg Ridinger_ aus Straßburg (von ihm selbst in
+einem umfänglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die
+wichtigeren Schloßbauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten
+mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum
+erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas
+älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel um einen quadratischen Hof von
+ca. 79 m äußerer, 51 m innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig
+vorspringende quadr. Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem
+aus dem alten Schloß herübergenommenen Bergfried, jetzt mit dem NFlügel
+hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten)
+und in der inneren Teilung folgt Raum auf Raum ohne Korridorverbindung.
+Aufgänge durch Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. — Die allgemeine
+Idee, aus dem Wasserschloß entwickelt, hier wohl sicher durch französ.
+Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Übereinstimmung mit dem
+Kaufhaus in Straßburg, dem Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schloß
+Gottesau und dem etwas jüngeren Schloß in Mainz) mit der
+ostfranzösisch-lothringischen Weise zusammenhängt; vgl. besonders die
+Fensterverdachungen. Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten
+Geschosse durch sehr kräftige Gesimse, während vertikale Teilungslinien
+fehlen. Der Fassadenlänge von 85 m (mit Einschluß der Türme) entspricht
+eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und Teilung in 15
+Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12 m H. In der Mitte wird es durch
+einen reicher als alle übrigen Teile (ursp. jedoch einfacher
+beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger Zugang durch das mäßig
+große Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den
+Burggraben, einst vorn durch eine _porta triumphalis_ geschmückt. (Der
+Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der Türme nimmt nach oben etwas ab, sie
+werden gekrönt durch eine Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher
+Haube. Die östl. und nördl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die
+Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der WSeite. — In der Nähe
+erscheinen die Verhältnisse zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser
+Zeit; aus gehöriger Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse
+meisterhaft aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur Anlage
+einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mächtige Wappen des Bauherrn
+Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erwähnenswert, daß Ridinger vorher
+hauptsächlich an Festungsbauten beschäftigt war. — Die _Hoffassaden_
+wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß das Erdgeschoß sich
+in Arkaden öffnete (unglücklicherweise später zugemauert). — Die _innere
+Ausstattung_, deren geschnitzte Türen, Mosaikböden, Stuckdecken,
+Wandgemälde (im Kaisersaal Historien von _Georg Keller_, einem Schüler
+_Jost Ammanns_), ein Besucher des J. 1614 überschwänglich bewunderte,
+wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört. Einigermaßen verschont nur die
+_Kapelle_; 1sch. Raum mit Netzgwb., Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor
+von _Hans Junker_; Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet
+mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem. Wand-,
+Decken- und Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles Portal. — Im Schloß bmkw.
+_Gemäldegalerie_.
+
+_ASCHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* 1606-15 nachgot.
+
+_ASCHFELD._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1679. Wirkungsvoller _Hochaltar_ in elegantem fr. Rok., gegen
+1740, Richtung der Auwera. — _Kirchhofsbefestigung_ mit Gaden 16. Jh.
+
+_ASMUSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
+
+*Kirche* spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg.
+mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen.
+
+_ASTHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Ehem. *Karthäuser-Klst.* gegr. 1409 durch Erkinger v.
+Seinheim-Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf
+älteren Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen geschmückte Renss.-Portal
+an die Prokuratie versetzt. Treffliches _Chorgestühl_ renss., spätbar,
+umgearbeitet. Mächtiger _Hochaltar_ 1730, Seinsheimsche _Epitaphe_. — Vom
+Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) Nikolauskap.
+und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes _Holzkruzifix_ um
+1520.
+
+*Dorf-K.* Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von _P. Dell_ d. Ä.,
+Moritz v. Sch. 1565 von _Thomas Kissner_.
+
+_ATZENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten
+Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.
+
+_AUA._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+*Dorf-K.* daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim verlegten
+Klosters; ein rom. _Taufstein_ Träger der Altarmensa.
+
+_AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit
+(1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh.
+erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des
+got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die
+Bauformen passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt in 3 Sch. und
+2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen, woraus
+nicht notwendig ein nennenswert höheres Alter folgt. Doppelt gekehlte
+Rippen mit Anläufen auf diagonal gestellten Kämpfern. Die oberen Pfll. aus
+8 Runddiensten gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll.
+mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung von Masken
+und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk Nasen, z. T. in Blumen endigend.
+Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelöst. Im
+Obergeschoß Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fränkischen Bauten dieser
+Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den Oberrhein und über diesen
+hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit der französischen Gotik,
+namentlich gilt dies von der Komposition der Rosen. — _Hochaltar_ 1682.
+_Kanzel_ 1790. Hauptschmuck des Turms die schöne _Kreuzgruppe_ aus
+_Riemenschneiders_ Werkstatt, dem Meister selbst nahe stehend. Bmkw.
+_Steinrelief_ aus 14. Jh., die Jünger am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche
+_Renss.-Grabmäler_. Das des Truchsessen von Baldersheim aus der
+_Riemenschneider_schen Werkstatt um 1520.
+
+*Spital-K.* 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß 1580-1620. In
+den Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration um 1770, vielleicht
+von _Matteo Basti_ (vgl. die Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz).
+Die Kap. in typischer unterfränkischer Nachgotik. — *Rathaus* 1671. — In
+der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche _Bildstöcke_.
+
+_AUBSTADT._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.
+
+_AUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal
+die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in
+langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein
+farbenreiches Innenbild.
+
+_AUE AM BERG._ Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen got. und
+später. — Gemaltes _Triptychon_ um 1500.
+
+_AUERBACH._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.
+
+*Burgruine*. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.
+
+_AUERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die östl.
+Stellung des Turms.
+
+_AUERSWALDE._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Dorf-K.* Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und
+Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor ebenfalls
+quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum
+gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes
+Kreuz, am Altar rom. Mensa. — _Altarschrein_, schöne Arbeit aus
+Altenburger Werkstatt, 1503.
+
+_AUFENHAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K.* spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,
+einfachste Formen. — Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.
+
+_AUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Burg* aus Ma. gut erhalten.
+
+In der *Schloß-K.* Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles
+zinnernes Taufbecken von _Caspar Enderlein_ († 1633).
+
+_AUGSFELD._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im
+OTurm. — Dekoration und Mobiliar in munterem, ländlich splendidem Rok.
+
+_AUGUSTUSBURG._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister
+_Hieronymus Lotter_ aus Leipzig, zum Schluß _Erhard van der Meer_ unter
+Oberaufsicht des Grafen _Rochus v. Linar_. Der allgemeine Charakter ist
+der eines Residenzschlosses mit festungsmäßigen Anklängen (Gräben,
+Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86
+m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch
+schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich kreuzf. wird.
+Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen
+Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige
+Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in
+Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über dem
+weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke Akzente
+geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern, steilen Walmdächern und hohen
+Schornsteinen (durch späteren Umbau vereinfacht). Die _Ausstattung_ der
+Wohn- und Festräume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Säle, 7 Vorsäle,
+74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet den mittleren Verbindungsbau
+die
+
+*Schloßkirche* nach dem Plan _v. d. Meers_. Zwischen den tiefen Streben
+ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit Halbsäulen
+in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster Behandlung, das
+Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. Über dem Altar großes
+_Gemälde_ von _L. Cranach d. J._ von 1571, Kurfürst August mit seiner
+zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. _Kanzel_ mit Gemälden von Hans
+Schröer.
+
+_AULIGK._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des
+16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von _Gottfr. Silbermann_, aus
+Chemnitz versetzt.
+
+_AUMA._ Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.
+
+*Stadt-K.* 1520 und 1793. — Reste eines _Schnitzaltars_ A. 16. Jh.
+
+_AURA._ UFranken BA Hammelburg.
+
+Ehem. *Benedikt.-Kloster*, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im
+Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört, teils umgestaltet.
+Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schluß.
+Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter Überrest einer urspr.
+bedeutenden Anlage. Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben
+vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus Stützenwechsel
+im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schluß in 3 Apsiden. Ein westl.
+Atrium mit Doppeltürmen 1689 abgetragen. — In der jetzigen Stallung Rest
+eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufsäulen in den Arkaden des
+jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.
+
+_AUWALLENBURG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Burgruine Wallenburg*, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm,
+rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren.
+
+_AXIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K.* rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2
+Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N
+einfach, im S verschränkt. — Aus frgot. Zeit _Taufstein_ und Reste von
+_Wandmalerei_.
+
+
+
+
+_B_
+
+
+_BAALSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.*, rom. Anlage des 13. Jh. — _Glocke_ E. 13. Jh. mit der Inschr.
+»_Heinricus Filius Tiderici me fecit_« (ein Glockengießer _Thidericus_
+erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die
+vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch,
+Geringswalde, Niedergräfenhein, Oetzsch).
+
+_BAHRA._ UFranken B A Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Frgot. _Sakramentsnische_. _Glocke_ mit Apostelnamen um 1300.
+
+_BALDERSHEIM._ UFranken. BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1611, verändert 1901. Sehr guter _Grabstein_ 1493; andere 16.
+u. 17. Jh. — _Hochaltar_ um 1700 mit guten _Holzfigg_. vom spätgot. Altare
+(nach 1500).
+
+_BALGSTEDT A. U._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18.
+Jh. im W des Turms neu errichtet. — _Glocke_ 1311.
+
+_BAMBERG._ OFranken. BAmtsstadt.
+
+*Dom S. Peter u. S. Georg*. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. 1004-1012;
+Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf Rest. und zweite Weihe
+1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung
+nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch
+nicht völliger Abschluß der Arbeiten. — Der gegenwärtige Bau ist ein Werk
+des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende
+Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den Neubau hinübergenommen, ist noch
+nicht sicher festgestellt. Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m,
+Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung,
+daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S.
+Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschließend, S. Peter; zu beiden
+führen Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m
+reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. —
+Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her
+das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei
+Phasen auf: spätromanisch ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in
+seiner Außenansicht; frühgotisch, jedoch nicht von der französischen,
+sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen
+Frühgotik abgeleitet(1), der innere Aufbau des Lhs.;
+französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu
+verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht möglich. Der OChor ist
+im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, daß er
+vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet
+waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs
+(1203-1237), jedoch die Ausführung des WChors und der WTürme später. Die
+plastische Ausschmückung (s. unten) beweist, daß noch vor ihrer
+Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafür
+die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich
+als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang
+dieser Regierung, Vollendung nach längerer Pause unter B. Berthold von
+Leiningen (1257-85). — Aus der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die
+Sepultur. Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der
+Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37
+durch _Heideloff_ und _Gärtner_.
+
+_Ostbau_ (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen Raum unter dem
+hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen gestatten, das Msch.
+breiter anzulegen, während die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf
+gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher und
+luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die Stützen sind Sll.,
+ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen
+8eckigen, schon frgot. Einfluß verratenden Deckplatten. Die Rippen mit
+derben Rundstäben besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen
+haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem
+ehemaligen Podest. — Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks,
+legt sich, besonders in der Außenansicht hervorragend schön kombiniert, an
+die große Wandfläche, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in
+gleicher Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der Aufbau 3
+teilig in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, Fenstergeschoß,
+Zwerggalerie gesondert durch überaus reich gebildete Friese, vertikale
+Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprünge und stärkerer und
+schwächerer Dreiviertelsäulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv
+in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen der reich
+abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das
+Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren
+Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern
+Arkatur; bezeichnend das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel
+auch in der Form ihrer Säulenschafte.
+
+_Langhaus._ Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem
+gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer-
+wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung,
+die dadurch möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das sog.
+gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend,
+daß die Grundrißabmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet
+waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl.
+Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt
+deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb.,
+hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige
+Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden, ebenso an der N- wie
+an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten
+Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die offenen,
+und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte anfallen. Um als
+Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu groß; ich kann sie
+nur auf eine jüngere Restauration(2) beziehen, etwa nach Brand 1185, die
+_noch nicht mit Gewölben rechnete_. Aus dem bei währendem Neubau
+eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die Unregelmäßigkeiten im
+östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelmäßig stärkere und
+schwächere Pfll., kreuzförmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der
+Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere
+wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in
+Ebrach), während der Übergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten
+einfach rck., aber verhältnismäßig schmal, die Rippen Rundstäbe mit
+mandelförmiger Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl noch
+nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare
+Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden Hauptpfll. und des mit
+ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der füllenden Wandflächen.
+Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen
+System auffallend. Querschnitt.
+
+_Westbau_ (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges Gwb.
+beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und
+in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer
+zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich
+französischen Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters Ebrach
+ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister tätig, zuerst
+burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch gerichtet. Die Krypta
+klein und jetzt unzugänglich. — WChor und OChor sind in ihren ins Schiff
+vorspringenden Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen mit
+Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne Gesims; die
+SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.
+
+_Äußeres_. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in den bisherigen
+Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den
+Dächern in wiederholten Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den
+OTürmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren
+wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten
+der Georgenpforte hinweist); 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am
+nördl. Ssch. (Fürstentor) und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte).
+Denselben rein rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des
+Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter
+Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im 2. Fenstergeschoß noch
+während des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten
+Geschosse entsprechend geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den
+WTürmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der
+Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder zum
+charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören; weiter nach oben tritt
+der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer
+tabernakelartigen Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks
+umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast
+gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der
+französischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein
+bestimmtes französisches Vorbild zurück: die Kathedrale von Laon. Doch ist
+dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verständlich zu machenden
+Punkte mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im
+Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten hat: jetzt auf dem
+Baldachin über der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors,
+NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, daß die
+französisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg
+brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben
+Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen
+französischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in
+der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter
+das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am
+Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für die Entwicklung
+der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschluß vollständig ein Werk
+des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer
+erneuerte; ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem größeren 8seitigen
+Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.
+
+_Innere Ausstattung_. Aus Ma. nur das Chorgestühl; im WChor reicher, E.
+14. Jh., im OChor etwas jünger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltäre
+sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand
+allein der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war, »daß das
+heilige und großartige Denkmal in seinen Verunstaltungen verbessert und
+der ungestörte Anblick dieses erhabenen Tempels im ursprünglichen Stile
+wieder hergestellt werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835
+_Heideloff_, 1835-38 _Gärtner_. Sie entfernten nicht nur alle
+nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt
+in der Michaels-K.), sondern drängten auch dem der Spuren seines Lebens in
+der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf.
+(Selbst Führig, ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene
+Vernüchterung.)
+
+Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte der
+_monumentalen Plastik_ im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen,
+jede durch eine führende Künstlerindividualität vertreten: Meister des
+Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. a) Die
+Arkaturen an den _Schranken des Georgenchors_ enthalten in ihren 2×6
+Blenden die Reliefgestalten von _Propheten_ (NSeite) _und Aposteln_
+(SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen,
+weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. Je zwei im
+Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer säkular an die
+Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil;
+zugleich in ergreifendster Weise den Zusammenstoß konventioneller
+Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings
+aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur
+Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der
+Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen;
+die Körperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos.
+Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite in stürmisch
+erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, daß der Künstler,
+noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es könnte aber auch sehr wohl
+eine bewußte Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der
+SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. _Michael_. Das
+_Verkündigungsrelief_ am Pfl. rechts von der Chortreppe saß früher an der
+NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen
+Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken dann ohne
+plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in den Feldern, zur Ausführung
+kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschöne zur Verfügung
+stand. Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten ist mir
+die Zeit rund 1225-35. — b) _Die Adamspforte_, links (SO) vom Georgenchor.
+Am rechten Gewände Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich,
+Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für
+dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte
+der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit Säulen
+verwachsen, die in dem Organismus _dieses_ Portals keinen Platz finden;
+Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem
+architektonisch die _französische_ Schule einsetzt, und daß der Bildhauer
+der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich
+nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere Statuen her, die jetzt im
+Innern an den den Georgenchor nördlich begrenzenden Pfeilern sehr
+ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal
+gedacht; vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch.
+vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal. Am
+Mittelpfeiler _Maria_, von ihr getrennt _Elisabeth_ (als
+Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel
+(Verkündigung); am linken Pfl. ein _Papst_, am rechten der _h. Dionys_, an
+seiner Front ein lebensgroßer _Reiter_. Dieser künstlerisch und
+ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an
+südwestfranzösischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden
+bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der
+hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem
+ich von der Bedeutung der Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die
+Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und
+in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B.
+beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria
+und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem muß der
+Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie
+die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an
+einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft
+dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben sind, ist
+nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehört zu den ersten künstlerischen
+Kräften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in
+dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch
+sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung des WChors unausgeführt
+blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien
+stecken in den Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter
+Reimser Maßwerk der frühesten Art. — c) _Das Fürstenportal_ am nördl.
+Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in
+ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des
+Merseburger Doms), am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische
+Anordnung ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, daß die
+Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht
+von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber
+mehr und mehr mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als
+ältere, die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser
+Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder _der Ecclesia
+und Synagoge_ haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem
+Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen;
+ebenso gehören der Werkstatt des letzteren der _Posaunenengel_ und der
+_Abraham_ über dem linksseitigen Kämpfer. — d) Aus der älteren
+einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals
+rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade von
+einem später veränderten Portal nach 1185. — _Grabdenkmäler __ des 13.
+Jh._ Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals _Papst Clemens_ II.
+(† 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien
+der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der
+Christus der Apokalypse (?), früher irrig als italienische Arbeit
+ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der
+Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, für eine
+nachmittelalterliche Kopie. Gründe: die Schriftform und die arabischen
+Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und
+der Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma.
+vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als
+Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor,
+jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). — Die 2 Tumben des
+Georgenchors; B. Gunther († 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief,
+ungewöhnlicherweise in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte
+Linearzeichnung, Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. —
+Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237, ähnlich dem des B.
+Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. — Noch immer nach
+demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s.
+unten. — _Grabdenkmäler aus dem_ 14.-17. Jh. a) _im südl._ Qsch.: rechts
+vom Altar großartiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von
+derselben Hand wie Diether von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also
+trotz der individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den
+Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von _Jakob Weinmann_ von
+Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Rügheim 1561 von _Kilian
+Sorg_; Bronzemonument B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. — b) _Im Peterschor_:
+Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von _Loy Hering_ in
+Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den Wänden
+mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herkömmlich
+der _P. Vischer_schen Hütte zugeschrieben. — c) _Im nördl. Ssch._: im 2.
+Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide
+ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also
+technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die bloß mit Inschrift
+versehenen Bodenplatten von Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige
+Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten
+Fürstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. — d) _An dem südl. Arkadenpfl.
+des Msch._: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B.
+Friedrich v. Hohenlohe 1351, künstlerisch das wertvollste unter den
+spätmittelalterlichen. — e) _Monument des kaiserlichen Stifterpaares
+Heinrich und Kunigunde_ von _Tilman Riemenschneider_, beg. 1499, voll. und
+aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form
+Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen
+Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den Wänden;
+wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens
+Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche,
+3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von
+seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenwägung. — _Sepultur der
+Domherren in der h. Nagel-Kap._ Die Wände, soweit sie nicht von Altären
+eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Größe 64 ikon.
+Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in bloßen Umrissen,
+1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in
+größerer Höhe bloße Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß
+in der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die _P. Vischer_sche
+in Frage käme, wäre noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es für die
+Platte des Joh. v. Limpurg († 1475), die dann die älteste in der Klasse
+der gravierten von _P. Vischer_ wäre. — Spgot. _Schnitzaltäre_ im nördl.
+Ssch. (aus Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. — _Kaiserglocken_ aus A. 14.
+Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm,
+Höhe 140 cm.
+
+_Schatzkammer_ (seit 1907 in neuen Räumen geordnet) ist in ganz
+hervorragender Weise reich an _Textilien_: drei den Reichskleinodien
+beigezählte Kaisermäntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Günther
+(sämtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit
+der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus _Metall_: zwei rom.
+Tragaltärchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter
+für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.),
+Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel aus _Glasfluß_ (Opus Alexandrinum
+1. Jh.). Gegenstände aus _Elfenbein_: Messerscheide (spätestens 9. Jh.),
+Pontifikalkämme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. — Bis ins 16. Jh.
+fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« (öffentliche Ausstellung
+der zahlreichen Reliquien) statt.
+
+*Kreuzgang*. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen
+der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen
+OFlügel stößt das
+
+*Kapitelhaus* 1731, angeblich von _Balth. Neumann_. Die Behandlung
+prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke
+in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberührt. 2 ehemals im
+Dom befindliche _Altarbilder_ von _Merian_ und _Sandrart_.
+
+*Alte Hofhaltung*. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern mit
+Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit
+prächtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe,
+so daß es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist
+durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine
+der allerglücklichsten und bezeichnendsten Schöpfungen der deutschen
+Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg † 1577. Der entwerfende
+Baumeister (_Erasmus Braun? Caspar Vischer?_) unbekannt. — In demselben
+Gebäudekomplex eingeschlossen die Überreste der
+
+*Andreas-Kap*., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die
+*Katharinen-Kap*. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.
+
+*Neue Residenz*. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther Schloß
+(an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem
+verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von
+B. Lothar Franz v. Schönborn der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister
+_Leonhard Dientzenhofer_. Stückweise geplant und nicht vollständig
+ausgeführt; Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten Winkel
+aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel die 3 antiken
+Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es
+fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschluß durch ein nachdrückliches
+Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von
+Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten der Zeit
+erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der große
+Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von
+Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die
+Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der
+Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner Ausdehnung sehr
+niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der
+Dekoration.
+
+*Domherrenhöfe*. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch
+die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die
+Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in
+der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel
+eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der
+Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien
+umgebenen Höfen und ihren terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele
+haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber
+dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch am
+bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von _J. M.
+Küchel_, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischöfl. Palais) und aus
+16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt
+sich durch die Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der
+*Langheimer Hof* und der *Ebracher Hof*, beide noch M. 18. Jh. von _J. M.
+Küchel_.
+
+*Antoniterhof* mit *Laurenzi-Kap.*, got. Anlage, 1629 umgebaut,
+unbedeutend.
+
+*Clarissen-Klst.*, gegr. 1341, profaniert.
+
+*Dominikaner-K.* (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der gewöhnlichen
+polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Höhe mit flachen Decken.
+(Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet.
+
+*S. Gangolf*. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehören
+einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden
+got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got.
+eingewölbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme der
+Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In den sehr
+verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.
+
+*S. Elisabeth*. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — Ein paar
+_Holzfigg._ aus der Schule _Riemenschneiders_.
+
+*Franziskaner-Klst.* Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude als
+Landgericht umgebaut.
+
+*S. Getreu* (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich erneuert,
+unansehnlicher Barockbau. In ihm große _Kreuzigungsgruppe_, welche
+Endpunkt von _Stationsbildern_ war, die sich von S. Elisabeth den Berg
+heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an _Adam
+Krafft_, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle gezogen.
+
+*Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe*. Als Militärlazarett umgebaut.
+
+*S. Jacob* (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen
+erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des Innern seit 1866 entfernt;
+anspruchslos im rom. Sinn restauriert, störend die neurom. Ausstattung. —
+Flachgedeckte doppelchörige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms
+das Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte
+Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der
+normalen Form abweichend; Würfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger
+Deckplatte. Die östl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die
+Erdgeschosse der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im
+Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach
+got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre rom. Fenster hinter den
+Chorstühlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr
+schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der
+Außenbau sich noch bewahrt hat.
+
+*Karmeliter-K.* 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694
+ff. von _Leonhard Dientzenhofer_, ein mittelgroßer Barockbau der
+nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich zu zerstören, wurde der
+Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentürme
+eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit
+Zickzackornament eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher
+schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen Räumen
+unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. muß tiefer
+gelegen haben. Interessant der große rom. _Kreuzgang_. Am OFlügel
+Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst
+ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr
+entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte
+der Bamberger Lokalarchitektur bmkw. der sog. _Fremdenbau_ (links von der
+jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.
+
+*Katharinen-Kap*. s. Alte Hofhaltung.
+
+*Liebfrauen*- oder *Obere Pfarr-K.* — Der einzige bedeutendere got. Bau,
+der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich
+begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh.
+Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene Bau
+flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die nur verstärkt zu
+werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil
+gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen,
+durchaus got., auch sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got.
+Bau möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der
+Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses
+beraubt. — Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß
+5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den
+Strebepfll. flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als
+dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach
+durch und nehmen Strebebgg. auf. Das Äußere ist mit reichem, aber wenig
+edlem Schmuckwerk überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor
+Flächendekoration durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen war
+vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur
+Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür« unter einem hohen
+Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehört der zweiten
+Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. —
+_Das Innere_ übervoll von Altären und einzelnen Kunstwerken; überwiegend
+18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh.
+Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 große _Holztafeln_, Reste eines Altars,
+beglaubigtes Hauptwerk des _Veit Stoss_ bez. 1523, das Mittelstück ca.
+2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; aber technisch nicht Relief, da
+die Vordergrundfiguren völlig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die
+Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die
+Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei
+Schellenberg). — Gegenüber in einer Kap. _Sakramentsnische_ bez. 1492;
+Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2
+Reihen übereinander; die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte
+Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige Arbeit. —
+_Taufstein_ mit eingelegten Holzreliefs. — Als Beispiele für die
+Lokalkunst des 18. Jh. wären noch zu nennen: die _Hochaltarplastik_ von
+_J. J. Vogel_ und am westl. Ende des nördl. Ssch. _Gemälde_, der verlorene
+Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden _Joh. Nik. Treu_. — An der
+_Brauttür_, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und törichten Jungfrauen, im
+Tympanon Vermählung Christi mit der Ecclesia. — An der WFront roher
+_Ölberg_ 1502. — In der Schatzkammer bmkw. _Monstranz_ 1477.
+
+*S. Martin.* 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von _Georg
+Dientzenhofer_, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. Anlage nach dem seit
+S. Michael in München für kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema.
+Imposantes tonnengewölbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und
+Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich auf der
+Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, so daß die Vierung kein
+volles Quadrat bildet. Überwiegend Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel
+perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten
+_Pozzo_, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern
+von einem sonst unbekannten _Fr. Marcolini_. Fassade in reicher, schwerer,
+unruhiger Gliederung.
+
+*S. Matern.* Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.
+
+*S. Michaelis-K.* Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021,
+zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700
+ff. — Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der
+Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50
+br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge
+von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, gerade im O
+und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet,
+die Nebenchöre in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und
+spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern
+der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes
+der Reparatur von 1610 angehören. Echte rom. Profile am letzten östl.
+Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt
+Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom.
+Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn
+die Absicht auf Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl.
+Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters so auch hier, nicht ausgeführt
+worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung
+des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über dem
+Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage keinen Raum gewährt
+(vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch.
+kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die
+Fenster rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine
+vorgeblendete Barockfassade. 1700 von _Leonhard Dientzenhofer_. — _Innere
+Ausstattung_, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest.
+beeinträchtigt. Alle Mobilien aus Holz, die prächtige _Kanzel_ von zwei
+Bamberger Künstlern, dem Tischler _Franz Böhm_ und dem Bildhauer _Reuss_.
+Das _Altarbild_ im Chor von _J. J. Scheubel_ 1750. — _Grab_ des h. Otto in
+Tumbenform 14. Jh., mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon.
+_Grabstein_ in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. — Die
+_Epitaphe_ von Bischöfen wurden auf Anordnung König Ludwigs I. aus dem Dom
+hierher versetzt. Hervorzuheben im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v.
+Giebelstadt und B. Voit v. Würzburg, von _Hans Wemding_ 1577, 1580; no 4
+B. Ernst v. Mengersdorf, von _Hans Werner_ 1596; no 6 B. Neidhard v.
+Thüngen von _Mich. Kern_ 1598. Die Reihe des südl. Ssch. bar. und rok. —
+_Klostergebäude_. Hauptbau 1696-1702 von _L. Dientzenhofer_, andere Teile
+jünger. Gänzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.
+
+*S. Stephan.* Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. übrig
+geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in
+dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen in frgot. Form. Die K.
+völlig umgebaut; Chor 1628 von _Giov. Bonalino_, nach dem Plan des
+Brandenburgischen Baumeisters _Valentin Junker_; Sch. 1677 von _Petrini_.
+Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen,
+besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. — Das Stuckrelief
+über der Vierung von _J. J. Vogel_.
+
+_Propsteigebäude_ (jetzt Präparandenschule) von _J. M. Küchel_ um 1760.
+
+*Friedhofs-Kap.* an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), gestiftet
+1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere in eleganten
+Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache
+Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schließen
+geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade große _Relieftafel_, die
+Stifter vor dem Gekreuzigten. — *Älteres Jesuitenkollegium* (Gymnasium)
+1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.
+
+*Jüngeres Jesuitenkollegium* (jetzt öffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H.
+17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition der deutschen
+Spätrenaissance.
+
+*Ernestinisches Klerikalseminar* am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf
+_B. Neumanns_ von _Justus Heinrich Dientzenhofer_.
+
+*Altes Rathaus* (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser Renss.Bau.
+
+*Neues Rathaus* auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm
+(z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von _Jos. Anwander_,
+neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf
+der Brücke von _B. Mutschelle_; alles zusammen überaus glücklich und
+originell in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein
+malerisches Architekturbild ersten Ranges.
+
+*Hochzeitshaus* am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 zerstört.
+
+*Hauptwache 1774*, Bildhauerarbeit von _Kamm_.
+
+*Gangolfstor*, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697
+von _J. L. Dientzenhofer_.
+
+*Privathäuser*. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten.
+Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen Kriege eine sehr
+lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge zum Üppigen, dem eine vortrefflich
+ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. — Hauptbeispiel das _Prellsche
+Haus, Judengasse_ 14, und das _Concordiahaus_. Beide für denselben
+Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr gleichzeitig (angeblich
+1721-31). In beiden erinnert die Grundrißdisposition auf ansteigendem
+Gelände und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische,
+speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz
+verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenräume noch
+im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, in der noch durchaus
+bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von großer Kraft der
+malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau
+in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der
+vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw.
+_Concordiahaus_; ohne sehr groß zu sein in der Haltung eines monumentalen
+Palastes. Den _Dientzenhofer_ zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32,
+Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). — Von _J.
+M. Küchel_ (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse
+7, 12. — Von _Fink_ 1789: Langgasse no 13.
+
+*Brunnen*. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt 1698; an der
+Domterrasse 1777 von _Trautmann_.
+
+*Sammlungen*. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.
+_Gemäldegalerie_ auf dem Michaelsberg.
+
+_BANZ._ OFranken BA Staffelstein.
+
+*Benediktiner-Klst*. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von
+_Joh. Dientzenhofer_. — Das typische Schema der Barockkirche — Langschiff
+mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor — ist nur im
+allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer
+Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie
+Borromini und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im
+Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schräg und die
+Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große Pfeilermasse, die das Sch.
+in zwei Querräume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten größerer und
+kleinerer Ellipsen, die im Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen
+werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2
+Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für das Auge
+unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es
+auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und
+auch nur für einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche,
+ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist
+es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung noch erhöht
+durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es bleiben nämlich dem
+Beschauer die Fensteröffnungen, immer den genannten maßgebenden Standpunkt
+vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer
+Theaterdekoration, an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert
+wird. Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den Altarraum
+von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor; der geheimnisvolle
+Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzüglich
+durchgeführter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja
+roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold
+gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in Betracht. — Die
+Außenarchitektur kann an den, zum Glück wenig sichtbaren, Langseiten nur
+abstoßend heißen; sie hat die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung
+zu zahlen; recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der
+Fernwirkung.
+
+*Klostergebäude*. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger. Der
+kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe umfassende
+Hauptbau, 1698-1704 von _Joh. Dientzenhofers_ älterem Bruder _Leonhard_.
+Der Mittelbau der Fassade jünger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume,
+auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach
+Angaben von _Balth. Neumann_. Die Kunstformen durchweg einfach; das
+gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung der Terrainbewegung
+wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.
+
+_BARCHFELD._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Schloß* der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen Verließ
+originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.
+
+*Landgräfliches Schloß*, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, mit gut
+eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.
+
+_BÄRENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Stadt-K.* 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung von _J. Ch.
+Simon_ erneuert. Reste eines stattlichen _Altarwerks_, Renss. 16. Jh., mit
+Sandsteinreliefs. _Grabst._ 1522, 1612, 1703
+
+*Schloß* 15. und 16. Jh.
+
+_BARNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert,
+Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.
+
+_BARUTH._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. — v.
+Gersdorfsche _Grabsteine_, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.
+
+*Schloß*. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. Ansprechende
+Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schöner Stuckdecke und
+zahlreichen _Porträts_.
+
+_BASDORF._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
+
+*Gerichtslinde* mit Bänken und von Steinsäulen getragenem Gebälk zur
+Unterstützung des Astwerks.
+
+_BAUERBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie
+auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.
+
+_BAUMERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.
+
+_BAUNACH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Pfarr-K.* 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit
+vier Ecktürmchen.
+
+*Wallfahrts-K.* (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und
+reicher Außengliederung. — Von der _Einrichtung_ (bar. um 1680)
+erwähnenswert die spgot. _Tumba_ des seel. Überkomm im Chor mit einh.
+Spitzbogenblenden. — _Johannesschüssel_, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. —
+Verschiedene spgot. _Holzfigg._ um 1500; teilw.l Bamberger Stils. — Auf
+dem freien Platz um die Kapelle _Predigtkanzel_; spgot. um 1500.
+
+*Amtshaus*. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit Treppenturm.
+A. 18. Jh. Innen guter _Kachelofen_ der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.
+
+*Rathaus*. M. 18. Jh.
+
+*Hoftor* in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. Typische
+Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in
+barocker Tracht stützen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.
+
+_BAUTZEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Dom S. Peter*. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meißener
+Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts
+erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15.
+Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und
+1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den
+Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. — a)
+_Westbau_. Ältester Teil das vorspringende Mittelstück. Ein starker
+Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des
+Erdgeschosses ausgeführt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am
+Gewände je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf
+Übergang zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach Brand 1441
+erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem
+Umriß 1664 von _Martin Pötzsch_. Die Mitte und der rechte Flügel der
+Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b)
+_Langhaus_. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem
+Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach
+S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand älter sind.
+Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein
+viertes Schiff angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige
+Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen
+gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die Gwb.Scheitel nur 16m haben.
+Ganze innere L. 60 m. Material in den älteren wie in den jüngeren Teilen
+Granit. — _Ausstattung des protestantischen Teils_. Landständische Empore
+unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit
+je einem großen Reliefbild. Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut.
+— _Ausstattung des katholischen Teils_. Vieles in neuerer Zeit beseitigt,
+z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Säulenbau aus Marmor 1722
+von _Fossati_. [Die Statuen zweier Kirchenväter von _Permoser_, zu seinen
+besten Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von
+_Pellegrini_.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes _Kruzifix_ von
+_Permoser_. _Chorgestühl_ A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau
+unbedeutend. Reizvoller _Rok.-Altar_ in der Sakristei. — _Domschatz_.
+Tragaltäre 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um
+1500. Eine Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl.
+Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. — _Bildnisgrabsteine_
+des 16. und 17. Jh. in großer Zahl. Hölzerne _Wandepitaphe_.
+
+*Liebfrauen-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig
+umgestaltet.
+
+*Nikolai-K.* Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem
+Stadtbrande 1634 Ruine. — Auf dem Kirchhof _Denkmäler_ des 18. Jh.
+
+*Michaelis-K.* Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.
+
+*Mönchs-K.* (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in
+Backstein gegen O erweitert. Ruine.
+
+*Täufer-K.* Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft verändert. —
+Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwändigen
+Denkmälern des 17. und 18. Jh.
+
+*Ortenburg*. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut
+1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark
+beschädigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. — Die aus mehreren Gebäuden
+bestehende Anlage folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot.
+Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch _Ezechiel Eckhardt_. Mächtiges
+Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal mit
+ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figürliche überwiegt;
+8 Felder mit Darstellungen aus der Fürstengeschichte von Böhmen,
+Österreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. —
+Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten Torfahrt;
+darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische _König Matthias
+Corvinus_ thronend, von Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die
+Wappen der Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im
+zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.
+
+*Domstift.* Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.
+
+*Rathaus* wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch
+feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8
+Eck-Turmes. Die _Sandsteinstatue_ des sog. Ritters Deutschmann krönte
+ursp. einen Brunnen; 1576 von _Chr. Wolter_ in Dresden. Treppenhaus der
+NSeite 1729. Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von _Bildnissen_.
+[Der Ratsschatz jetzt im Museum.]
+
+*Gewandhaus*. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das
+Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.
+
+*Schießhaus*. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder.
+— Von der einst sehr starken *Stadtbefestigung* hat sich ein
+beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten. Ferner: der Lauenturm
+1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit
+steinerner Bar.Krönung 1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf
+II. von _Martin Michael_ 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische
+Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. Der Schülerturm
+mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m
+starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch
+interessant und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, erb.
+nach 1558 von _Wenzel Röhrscheidt_. Die »neue Wasserkunst« 1600.
+
+*Wohnhäuser*. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils
+erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, daß sie sich
+nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) _Zwischen_ 1634 (_Stadtbrand_)
+_und_ 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern
+Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. Burgplatz
+no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — b) _Zwischen_ 1709 _und_ 1720.
+Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in
+Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenräume zu beachten. — c) _Zwischen_
+1720 _und_ 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade.
+Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8.
+Reichenstr. no 5. — d) _Zwischen_ 1740 _und_ 1780. Reichenstr. no 24,
+Töpferstr. 34.
+
+*Stadtmuseum* am Kornmarkt.
+
+_BAYREUTH._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadt-K.* Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme;
+sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße
+6jochige Basilika, Chor in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß.
+Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen äußerst
+nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät wenig die
+Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des
+Strebewerkes mit offenen Bögen; an den Fenstern mäßige Verwendung von
+Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme
+5geschossig geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit
+welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner
+prächtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche _Hochaltar_ von
+1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von _H. Werner_ erhalten.
+Die wenigen übrig gebliebenen _Statuen_ an den Chorstreben A. 15. Jh.
+geringwertig.
+
+*Schloß-K.* 1753 von _St. Pierre_; einfacher, niedriger Saal mit
+Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche
+Stuckierung von _Martino Petrozzi_. Gruftkap, für das Markgrafenpaar
+Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.
+
+*Spital-K.* 1748 von _St. Pierre_; über dem schlichten quadr. Raum
+Deckenbild von _Wunder_.
+
+*Ordens-K.* in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la sincérité«
+(nachmals Roten Adlers) 1705-11 von _G. v. Gedeler_. Griechisches Kreuz
+mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im
+Aufriß toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemälde von
+_H. S. Beham_, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.)
+
+Betsaal der *Gravenreuther Stiftung* 1741 von _J. G. Weiss_.
+
+*Kanzlei*. 1625 von _Abraham Schade_. Streng klassizistische, die
+niederländische Schulung _Schades_ verratende Formen. Die Temperantia und
+Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von _Abr. Gross_ aus Kulmbach
+(vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden
+symmetrisch verlängert.
+
+*Altes Schloß*. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die
+fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit
+1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz (»Maximilianstr.«) offenes
+Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten _Ch. Ph. Dieussart_. Auffallender
+Weise hat das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische
+Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in vortrefflich
+reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß nur in Verputz,
+ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur
+ein Treppenaufgang alt.
+
+*Neues Schloß*. 1754 von _St. Pierre_. Lang gestreckt, wenig tief, nur der
+3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen. Eingangshalle und
+Treppenhaus verhältnismäßig bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß,
+ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen
+Fürstensitzen aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren geringer,
+doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natürlichen. Im
+Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem
+Relief; das Gebälk nicht verkröpft; Rokokoornament (von _Petrozzi_) nur an
+der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von _Wunder_) jetzt übertüncht.
+Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz
+vertäfelte Speisegalerie. — Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete
+»italienische Bau«; der von _Petrozzi_ dekorierte Festsaal gibt eine
+wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.
+
+*Opernhaus*. 1744-48, Fassade von _St. Pierre_, innere Einrichtung von
+_Carlo Bibiena_ aus Bologna nach Entwurf seines Vaters _Giuseppe_. Die
+Bühne überrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso groß ist, als die des
+Zuschauerraums. Der letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen
+und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. Das
+Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber die Fürstenloge, zu
+beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. Das Ganze für die Hofgesellschaft,
+die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, der
+denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen. Die Flüchtigkeit der
+Ausführung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht störend.
+Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen
+vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV.
+noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht »Rokoko«,
+sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch
+viel mehr konstruktive Konsequenz übrig geblieben ist, als das Rokoko
+duldet. — Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh.
+verleiht dem Bayreuther erhöhten Wert.
+
+*Kaserne*. 1740 von _J. F. Graul_; großer 3flügeliger Bau von geschickter
+Massenverteilung.
+
+*Privathäuser*. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige Erker
+gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der
+Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer,
+französisierender entgegen; Hauptmeister _St. Pierre_ und besonders _Karl
+Philipp Gontard_. Die splendide Ausführung in Sandsteinquadern heute durch
+starke Rußschwärzung beeinträchtigt. Von _St. Pierre_: Friedrichstr. 2 und
+7.
+
+Von _Gontard_: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der
+Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß, in der Nähe sein eigenes Haus.
+
+*Reiterstandbild* für Christian Ernst 1698 von _Elias Ränz_ nach Entwurf
+von _Leonhard Dientzenhofer_; früher vor dem alten, jetzt vor dem neuen
+Schloß; eine wunderlich überfüllte und dadurch kleinlich wirkende
+Barockkomposition.
+
+*Markgräfliche Schlösser* in der Umgegend:
+
+*St. Georgen*. 1725 von _J. D. Ränz d. J._ Nur als Bruchstück erhalten
+(jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch _Decker_ vermittelten)
+Zusammenhang mit Schlüter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt.
+der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten
+Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden.
+
+*Eremitage*. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration
+von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut
+erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst
+durchgeführte Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen die
+»Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes als »Eremiten«
+zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgräfin Wilhelmine
+schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach
+einem natürlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer noch
+mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die ältere
+Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und
+dem »Refektorium«; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht,
+phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den
+Gemächern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung
+feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz
+ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate
+Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln
+wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von Interesse und
+ihre Benennung nicht überall gesichert. — Aus den 40er Jahren die
+»Orangerie«, erbaut von _St. Pierre_. Eine im Halbkreis angeordnete
+Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in
+welcher als selbständiger kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den
+regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier ein
+phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine Inkrustation von
+bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere
+des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche
+Skulpturenschmuck nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen
+Gemächer haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht
+hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das Relief von
+schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als Ausführende werden
+Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren dürfte das »Gartenzimmer«
+stammen, an dem der modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. —
+Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet;
+daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste in ihrem Zusammenhange
+nicht mehr verständlich.
+
+*Fantaisie*. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758), vollendet
+1765 (von _Rud. Heinr. Richter_?). Ein Schlößchen im Sinne des
+vordringenden Klassizismus; seither mehrfach verändert.
+
+*Sanspareil*. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw.
+Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.
+
+_BECHSTEDTWAGD._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+
+*Dorf-K.* mit rom. OTurm und Apsis.
+
+_BEDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. Chor
+turmtragend, in der Anlage von 1290. — _Ikonische Grabsteine_ der Familie
+v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tüchtig.
+
+*Schloß*, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten
+stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh.
+
+_BEERENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.* aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden _Hochreliefs_ der
+Madonnna und eines nicht erklärten männlichen Heiligen.
+
+_BEERWALDE._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* 1783. — 3 _Alabasterreliefs_ aus der Schule der _Walther_ (2. H.
+16. Jh.), von einem Grabmal. Andere _Denkmäler_ 1574, 1683, 1724.
+
+_BEESENLAUBLINGEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon
+rohes _Relief_, Christus zwischen Petrus und Paulus. — Einfacher rom.
+_Taufstein_.
+
+_BEHRUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Pfarr-K.* Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten;
+Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.
+
+_BEICHLINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* 1710. — Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm.
+
+_BEIERNAUMBURG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3
+teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.
+
+_BELGERN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Stadt-K*. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig,
+Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. — _Schnitzaltar_
+1660 in Knorpelbarock, _Emporen_ 1632 mit interessanten
+Kerbschnitzmustern, hölzerne _Epitaphe_ 1658, 1769.
+
+*Klosterhof und Diakonatsgebäude*. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die
+älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, 4 Ecktürme.
+
+*Rathaus*, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube.
+An der SWEcke ein
+
+*Roland*, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet.
+
+_Privathäuser_ verschiedentlich mit renss. Portalen.
+
+*Meilenzeiger* als Obelisk 18. Jh.
+
+_BELGERSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung zu
+malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der _Altarbau_ getragen von 2
+Palmbäumen, im Mittelfeld Kopie von _Rubens_’ Kreuzabnahme. _Denkmäler_
+der Familie v. Ponickau.
+
+_BELRIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.
+
+*Burgruine* mit Spuren doppelter Ringmauer.
+
+_BELVEDERE._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+
+*Herzogl. Jagdschloß.* 1724-1732. Äußeres in symmetrischer Anlage,
+bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach ländlich. Inneres:
+bescheidenes Rokoko.
+
+_BENDELEBEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
+
+*Dorf-K.* Umbau 1588. — Über dem Altar _Holzrelief_, Abendmahl, um 1590;
+_Kanzel_, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; über dem Eingang zur Gruft des
+Herrn v. B. _Epit_. 1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung,
+Auferstehung) in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.
+
+_BENKENDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des
+Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung von einigem Interesse.
+
+_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.* aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12.
+Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.
+
+_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher Rok.-Altar.
+
+_BERGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+Ehem. *K*., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.
+
+*Burg*. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.
+
+*Ringmauer* mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.
+
+*Berger Warte*. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.
+
+_BERGRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K*. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler. Auf der OSeite
+die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem Schluß. 1. H. 14.
+Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von _Peter Wagner_ 1781. _Gemälde_ der
+Nebenaltäre von _Oswald Onghers_ 1695.
+
+_BERGTHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K*. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes.
+Juliuswappen. — _Sakramentsnische_; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got.
+Giebel. — Beim Schulhaus _Bildstock_ um 1600 mit Abendmahlrelief in der
+Richtung des _Mich. Kern_; mehrere andere 18. Jh.
+
+_BERKA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K*. 1739. — _Taufbecken_ von der Gruppe Christi und Johannis
+getragen. — Stattlicher _Kanzelbau_.
+
+Von dem 1251 gest. *Cisterc.-Klst.* schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine
+gering.
+
+_BERKA A. D. WERRA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Stadt-K*. Der quadr.
+Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2
+Rängen, hölzernes kassettiertes Tonnengwb. — Spätgot. _Taufstein_ um 1530.
+Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer _Crucifixus_ um 1500. Orgel mit
+reichem Gehäuse 1667.
+
+*Fachwerkhäuser.* Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).
+
+_BERLEPSCH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+*Burg*. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.
+
+_BERMBAGH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K*. neu. _Taufstein_ 1610 mit merkwürdigem, an die Holzarchitektur
+der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 _Holzfigg._ A. 18.
+Jh. — Geschnitztes _Fachwerkhaus_ (no 27) aus 17. Jh.
+
+_BERNBRUCH._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K*. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. _Flügelaltar_ um 1480.
+
+_BERNECK._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Burg*, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und hoher
+4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg,
+_Hohenberneck_, erb. 1485.
+
+*Rathaus*. 1657.
+
+_BERNECKE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K*. Anlage rom. wie in Hain.
+
+_BERNSTADT._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+_Stadt-K_. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt, nach
+Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. — _Grabdenkmäler_ 17.
+und 18. Jh. in großer Zahl.
+
+_BERNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+_Dorf-K_. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der
+eichsfeldischen Kirchen _vor_ der, den meisten von ihnen widerfahrenen,
+Barockisierung. Ausstattung rok.
+
+_BERTELSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+_Dorf-K_. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. —
+_Bildnisgrabsteine_ derer v. Gersdorf 1580 ff.
+
+*Herrenhaus*. 1722 und 1790. — Häuser der Herrenhuter Unität 1790.
+
+_BERTSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K*. 1672 nach Riß von _Klengel_. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchluß.
+Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll.
+hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster. WTurm über Dach 8eckig. —
+_Kirchhof_; Portal Renss., Denkmäler 18. Jh.
+
+_BERZDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K*. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch den Brand im
+Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom. Rundbg.Fenster nach der
+Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. — _Schnitzaltar_ ca. 1480.
+Emporen 1608.
+
+_BESENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Herrenhaus* erb. 1686 von General v. Hanstein.
+
+_BESSE._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Dorf-K*. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. —
+_Sandsteinrelief_, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.
+
+_BETTENBURG._ UFranken. BA Hofheim.
+
+*Schloß*. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen. Neubau
+nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627.
+Englischer _Garten_ 1790 mit romantischen Denkmälern für Götz v.
+Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.
+
+_BETTENHAUSEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
+
+*Pfarr-K*. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal,
+Deckenmalerei und Mobiliar 1770.
+
+_BETZENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Schloßruine*. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört.
+
+_BEUCHLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K*. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.
+
+_BEUREN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+Ehem. *Kloster-K*. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger
+Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit
+Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergeschoß mit
+Schieferhaube.
+
+*Wach-Turm* aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten
+Erkern. _Häuser_ in Fachwerk.
+
+_BEUTNITZ_ b. Jena Sachsen-Weimar. *Dorf-K*. Rechteck, frühgot. Chor,
+Langhaus spätgot. mit Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur
+Verteidigung eingerichtet. _Kruzifix_ A. 15. Jh.
+
+_BEYERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Dorf-K*. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein.
+
+_BIBRA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K*. In der Anlage rom. — Rom. _Rauchfaß_.
+
+_BIBRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche*. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von
+künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gewölbter
+5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger
+Schule. — Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom _Hochaltar_ 4 Flügel
+erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur mit entfernter
+Beziehung zu _Riemenschneider_. Dasselbe gilt von den Seitenaltären. Näher
+steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der
+Sakristei). — Schlichte steinerne _Maßwerkkanzel_. — Von den
+_Glasgemälden_ alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und
+Dompropst Albert v.Bibra). — Eine Reihe guter _Grabsteine_. Georg v. B.
+1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt
+(Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Würzburg). Auf 7
+Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem
+Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine von
+einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung mehrfach viele Jahre
+vor dem Tode.
+
+_BIEBELRIED._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K*. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. — Im neuen
+Hochaltar schöner _Kruzifixus_ vielleicht von _Riemenschneider_ oder ihm
+nahestehend; ebenso der _Salvator_ (vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg).
+
+*Johanniterkastell*. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der
+Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom Bau von 1275. An der SOEcke ein
+vorgekragtes Chörlein von der ehemal. Kapelle.
+
+_BIEBEREHREN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Rathaus*. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. — Im Pfarrhof gutes
+_Holzkruzifix_ um 1520. An der Brücke _Bildstock_ bez. 1432.
+
+_BIEBERGAU._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K*. 1733. Bmkw. schöne _Kanzel_ mit 4 Evangelisten, um 1750.
+
+*Schlößchen*, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.
+
+_BIEBERSTEIN_ siehe Fulda.
+
+_BIEBERSTEIN._ Kr. Sachsen AH Meißen.
+
+*Pfarr-K*. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. _Altaraufsatz_ mit
+ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von _Körmser_.
+
+_BIELEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K*. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und
+Fenstergruppe gleich Windhausen.
+
+_BILDHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.
+
+Ehem. *Cisterc.-Klst*. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altäre nach
+Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch gebracht. — Von der alten Anlage
+ist erhalten: Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter,
+zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar,
+wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Räume. —
+_Torhaus_ mit rundbg. Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14.
+Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. — _Alte Procuratie_. 17. Jh.
+Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich
+geschnitzter Türumrahmung im Stil des grünen Zimmers der Würzburger
+Residenz. Die übrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. — Hübscher
+_Gartenpavillon_ von 1756.
+
+_BIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Schloß* im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.
+
+_BINDLACH._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Dorf-K*. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.
+
+_BIRKENFELD._ UFranken. BA Hofheim.
+
+*Schloß*. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr.,
+die langen Flügel abgesondert. Hübsche, vollständig erhaltene
+Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers _Gout_ von einheimischen
+Dekorateuren.
+
+_BIRKENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+Zwei ansehnliche *Herrenhäuser* derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und
+Roterhof (Fachwerk) 1659.
+
+_BIRNFELD._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Schloß*. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph. v. Greifenklau
+und J. Ph. Fr. v. Schönborn. — _Dorfhaus_ no 1 schöner Fachwerkbau.
+»Tausendjährige« _Gerichtslinde_; der Stützbau mit 2 konzentrischen
+Kreisen von steinernen Säulen 1719.
+
+_BIRSTEIN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K*. 1556. — _Epit_. einer Gräfin v. Isenburg 1596.
+
+*Burg*. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3
+Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am
+geschlossenen mittleren Hofe westl. der Küchenbau, umgebaut 1549, und der
+»neue« Bau von 1527, noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der
+nördl. Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau
+des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister _A. W. Faber_,
+einem Schüler _Stengels_, als standesgemäßes fürstliches Residenzpalais,
+doch verhältnismäßig einfach.
+
+_BISCHHAUSEN_ b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Dorf-K*. 1742 Umbau aus spgot. — Großes handwerkliches _Epitaph_ der
+Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got.
+Reminiszenzen.
+
+_BISCHHEIM._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K*. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung
+nicht ohne Reiz.
+
+*Herrenhaus* und Park um 1800.
+
+_BISCHOFFERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K*. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.
+
+*Gemeindeschänke* reicher Fachwerkbau um 1560.
+
+_BISCHOFSGRÜN._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Dorf-K*. _Altargemälde_, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten
+Inschr. 1304.
+
+_BISCHOFSHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Dorf-K*. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem
+vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.
+
+_BISCHOFSHEIM._ UFranken BA Neustadt a. S.
+
+*Pfarr-K*. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich
+behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner _Renss.-Laufbrunnen_ mit bmkw.
+Reliefplatten.
+
+_BISCHOFSRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K*. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am
+Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und
+profillos. — _Grabsteine_ 1516. — Reich geschnitztes _Fachwerkhaus_ 17.
+Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. _Malerei_.
+
+_BISCHOFSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Schloß* 1747 von _Chr. Heinemann_ für den Landesherrn Kurfürst Joh.
+Friedrich v. Mainz.
+
+*Burgruine*, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K.
+
+_BISCHOFSWERDA._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Stadt-K*. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813
+Wiederaufbau durch _J. G. Michael_. Einige _Grabdenkmäler_ des 17. Jh.
+
+*Begräbnis-K*. 1573, erneuert 1814. — Kolossales _Sandsteinkruzifix_ E.
+16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute
+_Holzfigg_. um 1500. _Grabdenkmäler_ des 18. Jh. in großer Zahl.
+
+*Rathaus* 1818 von _Thormeyer_. Wohnhäuser aus derselben Zeit, sehr
+bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das Gasthaus zum
+goldenen Löwen. — _Stadtmuseum_.
+
+_BITTERFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K*. Gering spgot. — Großer _Wandelaltar_ mit Doppelflügeln, die
+Gemälde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.
+
+_BLANKENAU._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-K*. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr.
+Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.
+
+_BLANKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Schloß*. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eiförmigem
+Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer Zeit dürftig hergestellt.
+
+_BLANKENBURG._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Stadt-K*. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.
+
+_BLANKENHAIN._ Sachsen-Weimar VB Weimar
+
+*Dorf-K*. spgot., verbaut. — Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das
+_Relief_ der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. — _Epit_. v.
+1722. — _Grabst_. — _Glasbilder_ aus 16. Jh.
+
+*Schloß* (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden 1527 und
+1667 erneuert.
+
+_BLANKENHAIN._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K*. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg.
+Turm ohne Bogenfeld. — 5 _Holzfigg_. von einem zerstörten Altarwerk des
+17. Jh.
+
+_BLANKENHEIM._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
+
+Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im
+Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut. Reichskulpierte
+Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Säulchen und reichen
+Kapitellen. Interessantes Portal am nördl. Ssch.
+
+_BLEICHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Pfarr-K.* Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des
+MSch. 1711 völlig verändert.
+
+_BLINTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Dorf-K.* 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und kleinem WTurm. —
+Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten
+Epoche von Interesse.
+
+_BLOCHWITZ._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668.
+Sandsteinkanzel 1550.
+
+_BLOSSWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß, Fenster
+spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter _Holzplastik_ um 1510.
+_Kanzelaltar_ von _Valentin Walter_ 1705. _Grabdenkmäler_ 16.-18. Jh. in
+großer Zahl, die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz.
+
+_BLUMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige Innere durch
+Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. — 9 _Epitaphe_, hervorzuheben
+das des Joh. Chr. Weißenbach † 1690. _Glocke_ 1475.
+
+_BOCKENHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Edelhof* ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen
+1593.
+
+_BOCKLET._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Badanlage* 1754.
+
+_BODELWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.
+
+_BODENLAUBEN_ (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.
+
+*Burgruine* mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg
+(vgl. Frauenroth).
+
+_BODENRODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K.* ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit
+gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. — Ausstattung bar.
+
+_BODENSTEIN_ b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Schloß* im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem
+Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. — Außen nach W Trümmer
+eines ma. Gebäudes.
+
+_BÖLLBERG._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. *Dorf-K.*, eingezogene Apsis, kein
+Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. _Malerei_,
+Teppichmuster.
+
+_BOLZHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Chor 1614, Lhs. 1730. — Außen _Madonna_, treffliche Holzfig. um
+1540.
+
+_BONNLAND._ U Franken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche
+_Grabsteine_ der Herren v. Thüngen und v. Rußwurm. — _Abendmahlskelch_ A.
+15. Jh.
+
+*Schloß* (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische 2flügelige Gruppe
+aus sp. 16. Jh.
+
+_BORAGK._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem
+Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen.
+
+_BORITZ._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* wesentlich modern. Bmkw. _Schnitzaltar_ ca. 1500-1520, einer der
+besten in sächs. Dorf-K., angeblich aus dem Meißener Dom.
+
+_BORNA._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Haupt-K.* Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das
+Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. —
+_Altarwerk_ 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4
+bewegliche und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur
+Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z,
+dem Stil nach identisch mit dem Meister der »schönen Tür« in Annaberg
+(Flechsig). — Schöne _Glocke_ 1493.
+
+*Kunigunden-K.* nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als
+Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.
+
+_BORNA._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg.
+geschlossen. _Sandsteinkanzel_ um 1550 mit hübschem Relief an der
+kreisrunden Brüstung. Stattlicher _Taufstein_ um 1610. _Denkmäler_ 17. und
+18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.
+
+_BORNA._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* 1753. _Altarwerk_ aus buntem Marmor 1756 von _Andrea Salvatore
+Aglio_.
+
+_BORNITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Schloß*. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. um 1580,
+der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.
+
+_BORSCH._ Sachsen-Weimar VB Dormbach.
+
+*Kath. Dorf-K.* In reicheren Barockformen um 1730, so auch die
+Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars _Schnitzwerk_ um 1500 (in
+dieser Gegend nicht oft erhalten). — _Fachwerkhäuser_ 17-18. Jh.
+
+_BORTHEN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Altes Schloß* 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes rundbg.
+Portal.
+
+*Neues Schloß* 1700. _Bildnis_ der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk von
+*Antoine Pesne*.
+
+_BOSAU._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.
+
+_BOTTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter
+Kanzelaltar A. 18. Jh.
+
+_BÖTTIGHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* erb. 1701. Gute Innenausstattung. _Hochaltarblatt_ von _Mart.
+Bolster_ 1706. _Holzfig._ St. Sebastian E. 15. Jh.
+
+_BOYNEBURG._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Burg*. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten der 4
+Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas.
+
+_BRACHSTEDT._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Got. _Sakramentsnische_.
+
+_BRAMBERG._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Burgruine*. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen
+Bauten spgot.
+
+_BRANDENBURG_ bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.
+
+*Burgruine* an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten
+Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der »hinteren« Burg 13. Jh., unten
+6eck., oben rund; der der »vorderen« A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin
+Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell für
+Feuergeschütz.
+
+_BRANDENFELS._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Ansehnliche Burgruine*, Kap. 1248 (?).
+
+_BRANDERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute
+_Holzmadonna_. _Grabst._ 1559, 1640.
+
+_BRANDIS._ K. Sachsen AH. Grimma.
+
+*Stadt-K.* 15.-17. Jh. — *Herrschaftshaus* 1696, recht stattlich.
+
+_BRAUNA._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Schloß* um 1700. Gemäldesammlung.
+
+*Herrenhaus* aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg
+Besitzer war.
+
+_BRÄUNSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Dorf-K.* A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der
+alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges _Altarwerk_ bez. 1512.
+
+_BRAUNSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Kirche* mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., wobei
+treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden.
+
+_BRAUNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Schloß*. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.
+
+_BREHNA._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Stadt-K.* (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.
+
+_BREITENAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.
+
+_BREITENAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot.
+Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster
+zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. — Rom. flachged. Pfl.-Basilika
+auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so
+geordnet, daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel;
+Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. — Der Hauptchor von den Nebenchören durch
+eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von
+schlankem Aufbau, mit verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt.
+Über den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims
+sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl.
+Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Türmen eine
+gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine
+desgl. Empore; das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem Kapt.
+eine männliche Figur mit der Beischrift _Henricus_. — Außenbau: Lisene mit
+einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das
+WPortal verstümmelt. Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch
+die Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen? oder nie
+ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger Glockenturm, 1898
+errichtet. — An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene
+_Malereien_ (so 1866; jetzt übertüncht). Von den Klostergebäuden und
+Ringmauern unerhebliche Reste.
+
+_BREITENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Reichsburg*. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die
+1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark.
+Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem
+vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.
+Kemnate.
+
+_BREITENBACH._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen, innen
+Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertürmchen.
+
+_BREITENHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.
+
+_BREITENSEE._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Pfarr-K.* Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher
+Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit Reliefs,
+Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von Renss.Malerei [übertüncht]
+an den Langhauswänden).
+
+_BREITENWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K.* 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit
+umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus.
+
+_BREITUNGEN_ s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.
+
+_BREMEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda Ad. v. Dalberg,
+Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch.
+flachged. Innenraum mit würdevollem Reichtum ausgestattet. — _Kanzel_ und
+3 _Altäre_ aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte _Kommunionbank_.
+
+_BREND-LORENZEN_ bei Neustadt a. S. UFranken.
+
+*Dorf-K.* Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs.
+nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der
+übrige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch.
+gemacht. Einfache rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver
+Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in
+die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb); außen das rom. Gepräge
+wenig verändert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot.
+Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit
+Würfelknäufen. — Ausstattung bar. — Außen an der NS. _Ölberg_ bez. 1497,
+Figg. lebensgroß, roh.
+
+*Laurentius-Kap.* mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen
+Zuflucht.
+
+_BREUNA._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Dorf-K.*, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite
+ungegliederte Gurten. — _Steinkanzel_ 1561 mit 4 Evangelisten. _Taufstein_
+rom. reich mit Blattwerk. 3 _Epitaphe_ derer v. d. Malsburg gering, gut
+die _Bronzetafel_ 1631 von _Gottfr. Köhler_ aus Cassel.
+
+_BRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal
+mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der eigenartig profilierte
+Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot.
+Maßwerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. —
+[Fragmentierter _Flügelaltar_ E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no
+2621-23. _Kreuzigungsgruppe_ 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.]
+_Glasgemälde_ um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere _Denkmäler_ 17. und 18. Jh.
+
+_BRINNIS._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.*, rom. Unterbau, spgot. erneuert. — Der spgot. _Schnitzaltar_
+gehört zu den besseren.
+
+_BRONN._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Portal.
+
+_BRUCHKÖBEL._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Dorf-K.* 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten Ecken, steinernem
+Helm.
+
+_BRÜCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.
+
+_BRÜCKENAU._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Schloß* (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten von Fulda.
+
+_BRÜNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg.
+und auch sonst noch got. Reminiszenzen.
+
+_BRUNNHARDTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Kirche* von 1732.
+
+_BUCH._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Cisterc.-Klst.* A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken und
+ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf.
+Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in
+gleicher Flucht schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch.,
+also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß die
+Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein
+mit Hausteingliedern. — _Klostergebäude_. Auf der WSeite des Hofes das
+2sch. 5jochige Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte
+Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.
+
+_BUCH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im OTurm.
+Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.
+
+_BUCHA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen
+in der Mitte. — _Kanzelaltar_ 17. Jh.
+
+_BUCHAU._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner Giechscher
+_Grabstein_ 2. H. 16. Jh.
+
+*Schloß* der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden
+Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.
+
+_BUCHBRUNN._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Ev. Pfarr-K.* Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach M. 13. Jh. — Bmkw.
+spgot. _Taufstein_ 1522.
+
+*Kath. Pfarr-K.* um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen.
+
+_BUCHELOH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+
+Große *Dorf-K.* Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729;
+aus derselben Zeit die _Kanzel_ und der hübsche _Taufengel_.
+
+_BUCHHOLZ._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Katharinen-K.* 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch
+unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen
+1872. — Die _Gemälde_ an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der
+Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht oberdeutschen)
+Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Dürers Marienleben.
+
+*Begräbnis-Kap.* _Flügelaltar_, im Mittel Gemälde mit dem hl. Wolfgang und
+der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger
+Bergbaus, um 1520.
+
+_BÜCHOLD._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und
+die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme 1619. Gleichzeitig die
+_dekorative Ausmalung_, hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen
+und Chorbg., von _W. Ritterlein_, und die _Altargemälde_ in frbar. Aufbau.
+
+*Schloß*. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got.
+
+_BÜCHENBACH._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Dorf-K.* Spuren von Befestigung.
+
+_BÜHLER._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor.
+_Sandsteinkanzel_ 1594.
+
+_BULLENHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. — Einheitliche
+_Ausstattung_ um 1660. Stattliches _Bildnisepitaph_ eines Gf. v.
+Schwarzenberg † 1579.
+
+Im Dorf eine Reihe gefälliger *Fachwerkhäuser*.
+
+_BUNDORF._ UFranken. BA Hofheim.
+
+*Schloß* der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. NFlügel um
+1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.
+
+_BÜRABERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Kapelle*. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt
+einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage
+hergestellt.
+
+_BURGEBRACH._ OFranken BA Bamberg II.
+
+*Pfarr-K.* Chor und Turm 1454, Schiff 1731. — _Ölberg_ aus Fürnbach
+übertragen, ca. 1580-1600.
+
+_BÜRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Kirche* spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen
+zusammengearbeitet. — Reste der Stadtbefestigung.
+
+*Klst. Bürgel* s. Talbürgel.
+
+_BURGGAILENREUTH._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Schloß*, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach
+hergestellt.
+
+_BURGGEHAIG._ OFranken BA Kulmbach.
+
+Zahlreiche schöne *Fachwerkhäuser*.
+
+_BURGGRUMBACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. — Reiche _Bar. Kanzel_
+A. 18. Jh. _Gemälde_ des ehemal. Hochaltars bez. _Francesco Mica_ 1714.
+_Grabmal_ der Anna v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in
+Renss.-Aedikula. — Im Dorf 4 bar. _Bildstöcke_ mit reicher Plastik.
+
+*Schloß*. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam
+dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten
+unbedeutend, E. 16. Jh.
+
+_BURGHÄSELER._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*»Alte Kapelle«* (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach rätselhafter
+3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau aus A. 16. Jh.
+
+*Dorf-K.* mit gut erhaltenem rom. OTurm.
+
+_BURGHASUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Turmruine* sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges
+Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß. Im Jahre 1896 stürzte dieser
+Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den
+Zahnschnitt unter dem Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten
+Schallöffnungen.
+
+_BURGISDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit
+gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der
+Tür äußerst primitive _Plastik_. An der OWand großes frühgot.
+_Wandgemälde_.
+
+_BURGJOSSA._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Wasserburg*. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern ; die
+Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat
+sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.
+
+_BURGK._ Reuß ä. L. LA Greiz.
+
+*Fürstl. Schloß* aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit.
+Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer.
+
+_BURGKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.
+
+*Rathaus* mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel
+vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser 17. bis 19. Jh.
+
+_BURGLAUER._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Dorf-K.* Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. — Würzburger
+Schule. _Holzfigur_ der Madonna, A. 16. Jh. _Grabsteine_ des Ritters
+Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.
+
+_BURGLEMNITZ._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* von rom. Anlage. — Hübscher _Taufstein_ aus 1. H. 17. Jh.,
+Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. _Altarwerken_.
+
+_BURGREPPACH._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Ev. Pfarr-K.* Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. — Bar. _Grabsteine_ der
+Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.
+
+*Schloß* nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr.
+triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, Details in der
+Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit guten Stuckaturen und
+Gobelins.
+
+_BURGSCHEIDUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend
+die 3 _Epit._ der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von
+_Christoph Weber_, in dem man hier einen hervorragend tüchtigen Meister
+kennen lernt; von ihm wohl auch die _Kanzel_.
+
+*Schloß*. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh.
+regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen.
+Ausgebaut 1724 ff. von _Daniel Scholz_ für Gf. Levin v. d. Schulenburg.
+Vom älteren Bau der SOFlügel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez.
+1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider
+Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich,
+aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt (ein späterer Gedanke)
+der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal führt eine Freitreppe mit
+geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und
+Statuen reich ausgestattet.
+
+_BURGSINN._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* neu. Guter, klassizist. _Hochaltar_ um 1770. — An den
+Langhauswänden gute _Epitaphien_ des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar
+_Ölgemälde_, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des _Osw.
+Onghers_.
+
+*Wasserschloß*. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden
+Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit
+noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh.
+Das ursp. Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt.
+
+*Fronhofschlößchen*. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau mit
+ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.
+
+*Neues Schloß*. 1620. Einfach.
+
+_BURGSTÄDT._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Stadt-K.* 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks,
+bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.
+
+_BURGWALDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Umbau von 1700, bmkw. _Schnitzaltar_ aus 2. H. 16. Jh.
+
+_BURGWENDEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis.
+Lhs. 1695 erweitert.
+
+_BURGWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des 13. Jh., die im
+30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.
+
+_BURGWINDHEIM._ OFranken BA Bamberg II.
+
+*Pfarr-K.* einheitlich bar., nicht bedeutend.
+
+*Kurie* des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für _B. Neumann_ in
+Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau,
+der einen einzigen großen Saal enthält, entwickelten sich in dreifachem
+Vorsprung 4 Eckpavillons; bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.
+
+_BURKARTSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute _Grabsteine_ 16. Jh.
+
+_BURKAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1725 und 1897. — Vortreffliches Relief der hl. _Sippe_ A. 16.
+Jh. — _Altar_ im Ohrmuschelstil. — v. Braun- und Wartenbergsche _Gruft_ A.
+18. Jh., mit Denkmälern.
+
+_BURKHARDRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Kirche*. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.
+
+_BURKHARTSWALDE._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende
+geführt. — _Altaraufsatz_ ca. 1640, reich in der Dekoration, das
+Statuarische mittelmäßig. Got. _Sakramentshäuschen_ 14. Jh., ziemlich
+derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 _Epit._ E. 16. Jh.
+
+_BUSCHDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Bmkw. das rom. _Sakramentshäuschen_.
+
+_BUTTENHEIM._ OFranken BA Bamberg I.
+
+*Pfarr-K.* 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10
+Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579.
+
+*Schloß* der Frhh. v. Seefried.
+
+_BUTTHART._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1769 von _Geigel_, Turm 1594. — _Ölberggruppe_ 17. Jh.,
+überlebensgroß, nicht schlecht.
+
+_BUTTLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. — _Kanzel_ und _Hauptaltar_
+von auffallend feiner Qualität (aus Klst. Amöneburg).
+
+_BUTTSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Stadt-K.* S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der
+seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch
+für eine barockisierte thüringische Kleinstadtkirche. — Prunkvoller, sehr
+»katholisch« aussehender _Altar- und Kanzelbau_ 1727. Deckenmalerei von
+_Fr. Dom. Minetti_.
+
+*Friedhof* mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den
+_Grabsteinen_ vom 16. Jh. ab viel Gutes.
+
+
+
+
+_C_
+
+
+(Siehe im übrigen *K*)
+
+_CHEMNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Schloß-K.* (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff.,
+der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das Chorquadrat, die außen
+platt, innen mit 1/2kr. Nischen schließenden, mit Tonnen überwölbten
+Nebenchöre und das südl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die
+(vermauerten) Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., wo
+eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende Empore gewesen zu sein
+scheint, rom. zu got. Der anschließende OFlügel des Kreuzgangs frgot. Das
+Lhs. spgot. von ähnlichem Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna,
+nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen rom.
+Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke besonders konsequent
+durchgeführt; die Gurtrippen fehlen ganz. Empore nur im nördl. Ssch.
+Außerhalb der westl. Stirnmauer eine Vorhalle und über ihr zwei, nur bis
+zur Schiffshöhe ausgeführte Türme. Über der kleinen Tür des nördl. Ssch.
+erhebt sich in voller Höhe der Wand eine eigentümliche _plastische
+Dekoration_, bez. 1525. Sie ahmt ein Baugerüst von rohen Stämmen nach; die
+Äste teils gekappt, teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen
+liegenden Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber, in
+Höhe der Türgewände, der Kaiser Lothar und die Kaiserin Richenza als
+Stifter; im folgenden Geschoß die Maria und 4 Heilige, im dritten die
+Trinität und Engel. Neben der »schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste
+plastische Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Körperbildung hat
+Wucht und Würde, die Behandlung des Fleisches ist weich und breit, die
+Gewandung erinnert an die Würzburger und noch mehr an die Mainzer Schule;
+eventuell Vermittlung durch den _Backofenschüler_ in Halle. — Im Innern
+die aus einem einzigen Stamm geschnitzte _Gruppe_ der Stäupung Christi;
+die gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, die künstlerische
+Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt der Tulpenkanzel im
+Freiberger Dom. [Die schöne Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im
+Museum.]
+
+*Kloster*. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein E. 15.
+Jh., dekorative Bruchstücke von einem Bau des Kf. Moritz.
+
+*Jakobi-K.* 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. — Hallenkirche von 4
+Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor zu einer 3sch. Anlage mit
+7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert in südwestl. Richtung. — [_Heiliges
+Grab_ aus Holz geschnitzt von _Georg Johann Kil_ 1480; es ist 2,75 m l.,
+1,25 m br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer Laube
+auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je ein schlafender
+Wächter; im Obergeschoß der Leichnam Christi; draußen vor den 8
+Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten und 1 an den Schmalseiten) standen
+auf Konsolen ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus
+usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab _P.
+Vischers_. Das Figürliche derb handwerksmäßig, das Architektonische mit
+seinen geschmeidigen Maßwerkformen in seiner Art vortrefflich. Das stark
+beschädigte und mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des
+Chemnitzer Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K.
+stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des abgebrochenen Hochaltars aus A.
+16. Jh. im Museum.] Auch der an seine Stelle getretene Bar.-Altar
+entfernt; seine Gemälde, von _A. F. Oeser_, jetzt in der Sakristei. — 2
+_Abendmahlskannen_ 1663, Augsburger Arbeit.
+
+*Johannis-K.* Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung 1547
+erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal mit ähnlicher Umrahmung von
+Astwerk wie das der Schloß-K.; im Mittel _Relief_ mit der Auferstehung der
+Toten nach Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten Gericht. —
+_Kanzel_ 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. — _Taufstein_, am
+Fuße betende Kinderfiguren (vgl. Annaberg; das Motiv erhält sich bis A.
+17. Jh., s. Weißbach AH Flöha).
+
+*S. Pauli-K.* 1760. _Altarbau_ von reicher Archit., steinerne Freifiguren
+der beiden Johannes, Gemälde v. _Ch. W. E. Dietrich_.
+
+*Rathaus* ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen Räumen
+Einzelheiten aus Fr.Renss.
+
+*Wohnhäuser*. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und andere im 18. Jh.
+viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß Chemnitz eine reiche Fr.Renss.
+der lombardischen Richtung besaß. Das Portal im Hofe der inneren
+Klosterstr. no 8 bez. 1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den
+Hallenser _Backofenschüler_ (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das
+Portal Markt no 15 bez. 1559.
+
+_Altertümersammlung_ im König-Alberts-Museum.
+
+_CHRISTENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 erhöht und
+modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle als Kanzel. Fränkischer
+_Steinsarg_.
+
+_CHRISTES._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Wallfahrts-K.* am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. Basilika von 3
+Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. _Wandmalerei_.
+
+*Bauernhaus*. Reicher Fachwerkbau 1619.
+
+
+
+
+_D_
+
+
+_DAGOBERTSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Dorf-K.* spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit Spindeltreppe.
+Rom. Altarmensa.
+
+_DAHLEN._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Stadt-K.* Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. 3sch. Halle
+aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit schwächlich profilierten
+Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu reicher Renss. — Stattlicher
+spgot. _Sakramentshaus._ _Mosesstatue_ (Kanzelfuß) um 1500. Schöner,
+interessanter v. Schleinitzscher _Grabstein_ um 1530 in der Art des _Hans
+Schickentanz_.
+
+*Schloß*. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in Form eines H.
+Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern besonders bmkw. der Saal in
+weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs in der Art _Knöflers_, die
+Deckenmalerei 1756-59 von _A. F. Oeser_; von demselben das Treppenhaus und
+der Kaisersaal. Bmkw. _Bildnisreihe_ von _Silvestre_, _Liotard_, _Graff_,
+_Oeser_, _Vogel_. Meißener _Porzellan_ z. T. ersten Ranges.
+
+_DANKMARSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K*. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm von 1431, das
+Kielbogenportal 1586.
+
+_DARSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+_Dorf-K_. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen Zobel-Echter. —
+_Deckengemälde_ bez. _Thalheimer_ 1765. _Hochaltar_ mit reicher und
+tüchtiger Sandsteinplastik (Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von _Joh.
+Juncker_. _Kanzel_ aus derselben Zeit, Holz. — _Bildnisgrabsteine_ der
+Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des _Peter Dell_), 1554, 1560, 1772. —
+_Kelch_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1777.
+
+*Schloß* der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau verbundene
+Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. 17. Jh.
+
+_DAUMITSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Dorf-K*. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig
+erneuert; die Brüstungen der Emporen und die flache Decke ganz bemalt;
+besonders reich der _Altarbau_.
+
+_DAUTZSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K*. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen. Schiff,
+Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. — Rom. _Taufstein_.
+
+_DEHLITZ U. B._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K*. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,
+platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.
+
+_DELITZSCH._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K*. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche 1404,
+Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch eingefügte WTurm auf
+älteren Grundmauern. Die Emporen sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein.
+_Oelberg_ 1410; _Schnitzaltar_ 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt ein
+_Triptychon_ von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. ansehnliche
+Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615.
+
+*Gottesacker-K.* Wertvoller _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. (das J. 1550 das der
+Übertragung, nicht der Entstehung).
+
+*Spital-K.* spgot. 1sch. Doppelflügeliger _Schnitzaltar_.
+
+An *Bürgerhäusern* einige Renss.Portale. *Stadtmauern* und 2 Türme.
+
+_DERMBACH._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.
+
+*Kathol. Pfarrk.* Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den Kirchen in
+Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben über reicher
+Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische der imposante _Hochaltar_ mit
+korinth. Sll. aus farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten
+Figg. _Kanzel_ und Schalldeckel in Stuckmarmor. _Gestühl_ und 4
+Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. _Wappentafel_ des Abts v.
+Dalberg. — Daneben das 1730 erbaute Franziskaner-Kloster.
+
+*Evangel. Pfarrk.* Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. mit
+Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf Rundsäulen. 2 gute
+reiche _Barockportale_. _Holzrelief_ des Abendmahls um 1475, nach der
+Tradition aus der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. Bar.
+_Epitaph_.
+
+*Schloß* der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. —
+_Gasthaus_, Fachwerkbau 1613.
+
+_DETTELBACH._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte als
+Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden Kapellen,
+Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein ebenfalls polyg. schließender
+WBau angefügt. — Reichliches _Altargerät_ um und nach 1700, durchweg
+augsburgisch.
+
+*Wallfahrts-K.*, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. Ein
+Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses von SpGotik
+und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. der graziöse spgot. Chor. Das
+Gwb. in kunstvollen »gewundenen Reihungen«, an den Schlußsteinen die
+Wappen der Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad v. Thüngen
+(1519-40). — Der Juliusbau nach neuem Plan und in größerem Maßstab (aus
+den Akten geht nicht hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf
+zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l., 11,5 m br. Der
+Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich nähernd, in seiner bequemen Weite
+renss.-mäßig. Decke Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf
+Renss.Pilastern. Die Mönchsempore im nördl. Qsch. 1659 eingebaut. —
+Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got. in den spitzbg.
+Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den abgetreppten Strebepfeilern,
+renss. in den Gesimsen und dem schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt
+eine große glatte Fläche als Folie für einen der prunkvollsten Portalbaue.
+Dieser in frbar. Formcharakter, von _Mich. Kern_ 1611-13. Um die nicht
+große rundbg. Türöffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, die in ihren
+Motiven sich den Altarbauten dieser Zeit eng anschließt; ebenso in der
+Anordnung des überreichen plastischen Figurenwerks. — _Innenausstattung_.
+Aus der Juliuszeit nur die überaus prunkvolle _Kanzel_ (Sandstein und
+Alabaster) erhalten, 1626 von _M. Kern_; gegenständliches Motiv die Wurzel
+Jesse; in der dekorativen Empfindung noch viel Spätgotisches. Im Zentrum
+großer _Gnadenaltar_ in Stuckmarmor, von _Augustin Bossi_ 1779; das
+Gnadenbild (Pietasgruppe) um 1500. — Im _Kirchenschatz_ hervorragendstes
+Stück Monstranz von _Joh. Zeckel_ (Augsbg), um 1700.
+
+*Klostergebäude* 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster
+
+*Rathaus* A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich nicht ohne
+monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe auf, über dem Podest eine
+Laube und über dieser ein polyg. Chörlein; die einfach behandelten Fenster
+asymmetrisch verteilt; die Giebel der Schmalseiten mit derber
+Blendengliederung. Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und
+bmkw. die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß.
+
+*Stadtbefestigung* vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem Zustande.
+36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m. Gewöhnlich folgt auf 2
+kleinere ein größerer. Von den einst 5 Toren noch zwei.
+
+_DIEBACH._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Pfarr-K.* Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. Querschiff und
+Langhaus stark verändert. — 3 spätgot. _Holzfigg._ E. 15. Jh.
+
+_DIEDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel in
+charakteristischer Zusammenordnung.
+
+_DIENSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. —
+_Schnitzaltar_ nach 1500, wohl der beste der Gegend.
+
+_DIETENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+Ehem. *Kloster*. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. wenige
+rom. Reste der K.
+
+_DIETERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter
+Blankverglasung. Gestühl rok.
+
+Schönes _Fachwerkhaus_ mit Zahnschnitten 17. Jh.
+
+_DIETLAS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Schloß Feldeck*, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. Rechteckige
+Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. Viereckiger Bergfried. In der
+8 Meter hohen Ringmauer des Hofes ein Rundbogenportal.
+
+_DIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Dorf-K.*, ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg. 1325 (Inschr.)
+noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., 2 gerade Joche und 5/8 Schluß.
+Langhaus flachgedeckt, Basilika in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit
+Mittelturm. Binnenpfeiler 8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!);
+Scheidbogen in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor
+quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl. die Doppeltürme
+in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr., hier jedenfalls an den analog
+disponiert gewesenen rom. Bau von Münster-Schwarzach angeknüpft und in der
+Gegend das früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute _Altäre_ um
+1720. Im Hochaltar _Gnadenbild_, Madonna um 1400, Holz, von mäßiger
+Qualität, aber mit originellen Zügen.
+
+_DINGELSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Marien-K.* 1688.
+
+Das *Franziskaner-Klst.* auf dem Korbschen Berge neu. Die Altäre enthalten
+alte _Schnitzfigg._ aus einem der früheren eichsfeldischen Klöster. Bmkw.
+die _Stationsbilder_ der Wallfahrt.
+
+_DINGSLEBEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches Rok. mit
+Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und bezeichnendes
+Gesamtbild. — Vom älteren Bestande der spgot. _Taufstein_.
+
+_DIPPACH._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. — _Taufstein_
+1649 mit guten Skulpturen.
+
+_DIPPOLDISWALDE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Marien-K.* Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; die 4 durch
+gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke treppen sich zurück. Das
+Portal rom. organisiert, aber spitzbg. geschlossen; es war eine offene
+laubenartige Vorhalle beabsichtigt wie in Wechselburg. Im übrigen spgot.
+Halle auf fast quadr. Gr.
+
+*Nikolai-K.* Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach M. 13. Jh.
+(im 20. Jh. erneuert von _Lossow_ und _Kühne_); Lhs. flach gedeckt, Chor
+mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. frgot. Laubkaptt. Das 3sch.
+Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis
+unregelmäßig polyg. (5/10). Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch.
+eine eckige Vorlage, um welche sich das Gesims verkröpft, die Arkaden
+spitzbg., ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie
+schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. Sonst das
+Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein Turm ist nicht und war
+nie vorhanden. — Das Innere war reich _bemalt_; zwischen Arkaden und
+Fenstersohlbank Einteilung von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. —
+_Flügelaltar_ (rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der
+Innenseite bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch.
+
+*Schloß*, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten Teil
+bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter der Bauten des Kurfürsten
+Moritz, also um 1530-40. Interessant die Pilasterordnung nach ital.
+Vorbild. Proportionen nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten.
+
+*Rathaus* E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem got.
+Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute
+Statuen, Maria und Laurentius, A. 16. Jh.
+
+*Haus* am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern ähnlich
+denen am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine.
+
+_DITTERSBACH._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. — _Grabstein_ der
+Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh.
+
+_DITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen Emporen.
+
+_DÖBELN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K. S. Nikolai*. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885. Hallenkirche
+von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. Pfll. glatt 8eckig,
+Gwbb. auf Konsolen, in dem Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermaßwerk
+z. T. aus 14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach Bränden 1629 und
+1730. — Bedeutender _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. vielleicht von _Hans Degen_;
+im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, auf den Flügeln je 2 Heilige in
+Hochrelief, reiche durchbrochene Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m
+h. — _Kanzel_ vom Tischler _David Schatz_ 1599. — _Taufstein_ , prächtig
+aus Sandstein und Marmor, 1603. — _Epitaphe_ des Bürgermeisters
+Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, 1617. — Bmkw. _Kelch_
+ca. 1470.
+
+*Gottesacker-K.* neu; von der alten verwendet die bemalte hölzerne _Decke_
+von Hans Dittmann 1685.
+
+*Rathaus*. Umbau 1571, 1733. — _Altertumsmuseum_.
+
+*Wohnhäuser*. Einige Renss. Tore und Fenster.
+
+_DÖBEN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. — _Schnitzaltar_ 1594, wohl vom
+Leipziger _Valentin Silbermann_. — Rom. _Grabst._, wohl für den Burggrafen
+Konrad v. Döben, andere 1605, 1633.
+
+*Schloß*, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert.
+
+_DOBERGAST._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch das Material eine
+für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche Erscheinung.
+
+_DOBICHAU._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Kirche*. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den Kirchenbau wenig
+übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher Gestalt.
+
+_DÖHLEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* neu; zahlreiche _ikon. Grabst._ 16. und 17. Jh., darunter einige
+gut charakterisierte martialische Gestalten aus dem 30j. Kriege. Auf dem
+Kirchhof feiner jonischer Rundtempel als _Denkmal_ für A. Ch. v. Schönberg
+1801.
+
+_DOHNA._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert. Der
+Formcharakter paßt zu der an der OChorwand befindlichen Inschr. 1489.
+Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle. Die Rippen sitzen am Schaft wie
+abgebrochen und greifen, einander überschneidend, aus einem Joch ins
+andere über. An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke
+eingreifende Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche;
+Achteckchor. — _Schnitzaltar_ um 1500, mit besonders reicher in Laubwerk
+aufgelöster Krönung. — _Taufstein_, 6eckig, überzogen mit Maß- und
+Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. — *Pfarrhaus* 1493. Tür mit
+Vorhangbg.
+
+*Schloß* der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente erkennbar.
+
+_DOMMITSCH._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im 7j. Kriege
+zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter Renss.Bau.
+
+_DORFPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* Gute _Holzfigg._ der Madonna um 1460 und St. Sebastian um 1500.
+— Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna 1. H. 17. Jh. von _Hans
+Klanbacht_.
+
+_DÖRINGSTADT._ OFranken BA Staffelstein.
+
+*Pfarr-K.* Chor 1412, Lhs. 1716.
+
+_DÖRNA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+*Dorf-K.* 1713. Großer _Taufstein_ mit Maßwerk etwa 14. Jh.
+
+_DORNBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Stadt-K.* 1576, spgot., 1717 umgebaut. — _Weinkanne_ und _Kelch_ schöne
+Augsburger Arbeiten.
+
+*3 Schlösser*, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend. 1. _Das
+nördliche_. Rom. 8eck. Hauptturm, Palas und Nebengebäude rom. und spgot.,
+großer Küchenbau. Im sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei
+des 16. Jh. 2. _Das mittlere_. Reizender Rok.Bau um 1740. Von Italienern
+erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken. Von jedem der 3 Geschosse
+gelangt man auf eine andere Terrasse des Gartens. 3. _Das südliche_.
+Spätrenss. Am Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien. Die drei
+Goethezimmer in Empire.
+
+_DORNDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O über
+mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube.
+
+_DORNHAGEN._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des Lhs. erhalten,
+ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus ursp. in voller Br. des
+Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade verbunden. Sprom. Umbau, aus
+welchem die Fenster des Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. — Reste der ma.
+_Friedhofsbefestigung_.
+
+_DORNHEIM._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
+
+*Dorf-K.* alt. — _Epit._ des Chr. v. Entzenberg. 1585.
+
+_DORNREICHENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* erneuert 1653. — _Grabdenkmäler_ des 16. und 17. Jh., schlichte
+tüchtige Arbeiten.
+
+_DÖTHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* rom., umgebaut. — _Kreuzigungsgruppe_, lebensgroß, Holz, 15. Jh.
+
+_DRACKENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* spgot. und 1653. — Bmkw. 3 _Ölgemälde_, die einst den Kanzelbau
+von 1643 schmückten.
+
+*Lobdaburg*. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des Bergplateaus,
+ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas in 3 Geschossen, rom., 12.
+Jh.; an der SSeite des Rittersaales kunstreiche Arkadenfenster.
+Kaminanlage. Der NFlügel enthielt eine geräumige Kapelle, von ihr erhalten
+2 Rundbogenfenster und eine als Erker vorgekragte Altarnische. Am
+Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. — Die untere Burg gehört zu
+Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda).
+
+_DREITZSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O.
+
+*Dorf-K.*, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen mit
+historischen und ornamentalen _Malereien_ reich staffiert.
+
+_DRESDEN._ K. Sachsen.
+
+_Kirchen_
+
+*Annen-K*. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut 1765-69 von
+_J. G. Schmidt_. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr. Abschlüssen. Emporen
+zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau
+zur Gewinnung besserer Beleuchtung 1907 von _R. Schleinitz_. [Denkmäler in
+mehrere Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von _Hans
+Walther_.]
+
+[*Bartholomäus-K*. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, abgebrochen
+1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien, jetzt im Stadtmuseum.]
+
+*Dreikönigs-K*. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau 1732-39. Der
+Plan von _Pöppelmann_, der innere Ausbau von _Bähr_. Einfaches Rck. Im W
+eingebaut ein quadr. Turm. An dessen Innenseite eine hohe Nische für den
+Altar. Seitlich Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das
+Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein ovaler Mittelraum
+abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge Emporen. Muldenförmiges Holzgwb.
+(Die oberste Empore 1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz
+einfach. Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der Turm 1854
+vollendet.
+
+[_Dreikönigsaltar_; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.), vielleicht
+von _Hans Eiffländer_ A. 16. Jh.; die Flügelreliefs von geringerer Hand.]
+— Der jetzige _Altar_ 1738 mit schönem Gitter, die Plastik von _B. Thomä_.
+_Kanzel_ aus der älteren K., 1688. — Statue der _Dorothea Stubing_
+(† 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.). —
+_Gemälde_: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der Art _Wolgemuts_, doch
+geringer; _Pastorenbildnisse_ 1698-1818. — Unter dem _Altargerät_ manches
+bmkw.
+
+*Frauen-K*. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom
+Ratszimmermeister _George Bähr_, letzte Arbeiten bis 1743. Nach einer
+langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt sich hier der
+protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder seit Paul Frankes
+Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem großen und freudigen
+monumentalen Entschluß. Das Zweckliche der Predigtkirche ist sorgfältig
+durchdacht, aber Bähr bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den
+geometrischen Spielereien in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den
+Rücken und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der einfachen
+Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m im Lichten gespannte Kuppel
+wird getragen von 8 durch Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen
+ihnen Emporen in 7 Rängen, seitwärts gegen die Umfassungsmauern
+Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und ausgiebigen Treppen, so daß die
+3600 Sitzplätze fassende Kirche sich schnell und sicher entleeren kann.
+Zuzugeben ist, daß die Lösung ästhetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn
+die Emporen sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom
+baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine Unruhe in den
+Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen kann. Zur Entschädigung
+hat Bähr es gewagt, dem Außenbau eine an einer protestantischen Kirche
+bisher unbekannte Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine Pracht.
+Die Formen sogar von ziemlich trockener Bürgerlichkeit. Aber der
+Hauptumriß ganz ausgezeichnet gut, würdevoll und zugleich graziös
+elastisch. Der Grundriß erscheint hier quadratisch, in den Mitten und an
+den abgestutzten Ecken durch Risalite belebt, welche die Aufwärtsbewegung
+der Masse sehr glücklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei
+konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der konkav geschwungene Kuppelhals.
+
+Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 Kunstwert.
+Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum. In der K. ein
+_Schmerzensmann_ in Marmor vom zerstörten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um
+1634, von _Hegewald_ oder einem andern Schüler _Nossenis_. [Epit. Bünau
+von _Hans Kramer_ im Alt. Museum.]
+
+*Friedrichstädter-K*. 1728-32. Die Anlage erinnert an die Dreikönigs-K.
+und soll, gleich dieser, von _Pöppelmann_ herrühren. Das Äußere zeigt den
+Meister des Zwingers in einer bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich
+herbeilassenden Beschränkung. —
+
+*Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,* erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts.
+
+*Josephinenstift und Kirche*, 1760 von _Ch. F. Exner_.
+
+*Reformierte K*. 1760 von _Samuel Locke_.
+
+*Kathol. Hof-K*. von _Gaetano Chiaveri_ aus Rom 1738-46; nach
+Unterbrechung fortgesetzt von _Knöffel_ und _Schwarze_, aber ohne
+Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock, die Anlage unrömisch.
+Als basilikaler Langbau mit Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie,
+ganz allgemein gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei
+auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In allen Einzelheiten ist
+die Grundrißlösung originell. Das hochräumige, 52 m lange Msch. schließt
+am östl. wie am westl. Ende im 1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ
+enge Joche. Verdoppelte Sschiffe. Über den inneren eine Empore, die auch
+über die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau scheint in der
+Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung mit dem Gewölbe (Tonne
+mit Stichkappen) gotisch inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette.
+Die Dächer ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und
+dichtem Statuenkranz verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale
+Abschlüsse entstehen. Der in Pfeiler- und Säulengruppen aufgelöste Turm
+(83 m H. gegen 93 m Gesamtlänge) führt einen Gedanken weiter, den zuerst
+_Borromini_ in Sta. Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu
+allen römischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im Sinne einer
+gotischen Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig an allen Seiten
+durchgeführte Pracht. Dagegen fehlt dem Innern die spezifische
+Barockpoesie, die an gleichzeitigen süddeutschen Kirchen so stark ist; es
+wirkt bei aller Wucht der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe
+Rolle der Stuckdekoration. — _Hochaltar_, mit dem über 9 m hohen Gemälde
+von Christi Himmelfahrt, von _Raf. Mengs_ 1752 ff. Seitlich _Marienaltar_
+und _Josephsaltar_ von demselben 1750 und 1751. Die Gemälde in den
+Kapellen von Italienern und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den
+_Deckenbildern_ möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von _Anton
+Maulbersch_ sein. In der Nepomuk-Kap. malte _Karl Palko_. — _Kanzel_ von
+_Permoser_ und _Hackl_, Holz in Weiß und Gold staffiert; die Bühne von
+einem schwebenden Wolkenknäuel mit Evangelisten und Engeln getragen; im
+Gegensatz dazu Brüstung und Treppengeländer in einfachen Flächen; am
+Schalldeckel Trophäe der Marterwerkzeuge. — _Weihwasserbecken_, Muschel
+auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. — Im Umgang
+_Beichtstühle_ von _Hackl_. — Im NWSchiff weichlich virtuose _Statue der
+h. Magdalena_ von _Francesco Baratta_. _Johannes d. T._ in der Tauf-K. des
+SOSchiffes angebl. von _Lorenzo Bernini_ (??). In der Gruft _Statue
+Christi_ an der Martersäule von _Balthasar Permoser_ 1721. Die 59
+doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden von _Lorenzo
+Mattielli_. — Ausgezeichnet vertreten ist die Goldschmiedekunst der Zeit
+durch Arbeiten von _Drentwett_ und _Bauer_, beide Augsburger.
+
+*Kreuz-K*. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal vollständig
+erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind Grundriß und Ansichten
+erhalten: Hallenbau in der Richtung der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere
+Chor war in seiner reichen Dekoration an Streben und Fenstern der
+Marien-K. zu Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her,
+_Hanns_ und _Matthias Kumoller_. — Der jetzige Bau nach der Zerstörung des
+vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit um den Plan zwischen dem
+Ratszimmermeister _J. G. Schmidt_ (Schüler _Bährs_ und dadurch Vertreter
+der deutschen Barocktradition) und dem Hofbaumeister und Akademiker
+_Krubsacius_ (der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus zuneigte).
+Ein Gutachten _Chiaveris_ verhalf _Schmidt_ zum Siege. Die Anlage ein
+Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler Grundform. Von dem
+rechteckigen Umfang kommt der WBau für Turm und Emporentreppen in Abzug;
+ferner sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt ein
+Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen Grundriß der Emporen
+die west-östl. Achse stärker betont ist. Die Emporen gestützt auf wenige
+schlanke, die Übersicht nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives
+Gewölbe, sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Außenbau nach
+_Schmidts_ Tode (1774) von _Chr. F. Exner_. Der Turm erst 1788 von _G. A.
+Hölzer_, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen wohlproportionierten
+Maßen ein sehr glückliches Element in der Stadtsilhouette. — Das Innere
+nach Brand 1897 von _Schilling_ und _Gräbner_ durchgreifend umgestaltet,
+in der Lichtführung verbessert und in der Dekoration mit frei modernen
+Einzelheiten.
+
+*Sophien-K*. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche Teile ihrer
+ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für das (1265 gegr.) Barfüßerklst.
+Hallenkirche von 2 Schiffen und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie
+Busmann angebaut, Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. — 1421 Erweiterung der
+K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als K. umgebaut. 1737
+der protestantische Hofgottesdienst aus der Schloßkapelle hierher verlegt,
+wobei sämtliche Ausstattungsstücke mit übernommen. 1834 und 1864
+Überarbeitung im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung 1910.
+— Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt. _Hauptaltar_ 1606
+von dem Hofarchitekten _Giovanni __ Maria Nosseni_ aus Lugano unter
+Mitwirkung von _Sebastian Walther_. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in
+schulmäßiger italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umriß
+belebende Schnörkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das h. Grab der
+Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] _Grabmal Nossenis_
+(† 1620) beg. 1616; wohl von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein
+Meisterwerk vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von
+seinen Schülern _Sebast. Walther_ und _Hegewald_ der Schmerzensmann, eine
+Transposition von Michelangelos Christus in der Minerva zu Rom.
+_Epitaphe_: v. Osterhausen 1615 von _Hans Reis_; Marcus Gerstenberger
+1613, wohl dazu gehörig das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch
+falsches Pathos bei meisterhafter Durchbildung (von _Nosseni_?). Großes
+Alabasterrelief der _Kreuztragung_ von einem Unbekannten aus A. 17. Jh.
+Epitaphe für Paul John 1631, R. v. Bünau 1643 (Stadtmuseum), Herzogin
+Sophie 1653, A. v. Schönberg 1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen;
+Engelschall von _R. Mengs_, Strauß und Hermann von _A. Graff_.
+
+_Profanbauten_
+
+*Königl. Schloß*. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile
+infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr leicht historisch
+scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung 1471-76) sind einzelne
+Mauerteile (Flügel an der Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten.
+Das 16. Jh. wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer
+Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit Pracht neu
+eingerichtet, das Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig instand gesetzt.
+Der König trug sich längere Zeit mit dem Plane eines neuen Schloßbaues an
+anderer Stelle. — Mit dem _Georgenbau_ 1533 (nach der Überlieferung von
+_Hans Schickentanz_) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim Brande
+1701 nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der beiden _Portale_ beim Umbau
+1899 in den Winkel gegenüber der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor
+in ausgeprägt lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu
+ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit _Totentanz_
+im Mus. des Gr. Gartens. — _Moritzbau_. Ein vollständiger Um- und
+Vergrößerungsbau begann 1548. Entwurf von _Caspar Vogt_, Oberaufsicht von
+_Hans Dehn_. Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten. Den
+Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im Grünen Gewölbe. Als
+Hauptfassade hat die WSeite des großen Hofes zu gelten. In der Mitte
+erhebt sich der mächtige, aus dem ma. Bau herübergenommene Hausmannsturm,
+überhöht und mit Bar.Helm versehen 1674 von _Klengel_. Vor ihn legte sich
+der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er sollte, da der
+Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen den beiden Hälften
+vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt). Das jetzt das Erdgeschoß des
+Hausmannsturms durchbrechende Grüne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens
+stammen die in die Winkel des Hofes verlegten großen Treppentürme
+(»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und die ihnen zunächst
+liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken und der Altan haben architekt.
+Gliederung; die sonstige Fassade ist glatter Verputzbau; die sie
+schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei (von den Italienern _Ricchini_
+und _de Thola_) ist verschwunden. Am Altan die erste Brüstung mit Reliefs,
+wohl von _Hans Walther_. — Das Tor an der Schloßstraße 1589; kräftige
+Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der Aufsatz
+umgestaltet. Der _Kleine Schloßhof_ 1592 von _Paul Buchner_ in derber
+deutscher Renss. Der Durchgang zum Großen Hof nebst Portal in vornehmeren
+Barockformen 1682. — Von der _inneren Einrichtung_ der älteren Teile ist
+infolge von Bränden und Umbauten wenig übrig: Die Deckenmalerei im sog.
+Wettinzimmer von _Hans Willkomm_ und _Gg. Fleischer_; dagegen von
+Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers im Hausmannsturm; zartes
+Groteskenornament in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der
+raffaelischen Loggien, speziell an dessen in Genua tätigen Schüler _Perino
+del Vaga_ erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Künstlertruppe, die
+1538 nach Prag berufen war). — Aus der ersten Zeit August des Starken
+stammt die Ausstattung der Chambre de lit und des Thronsaals. — Von den 7
+Räumen des Grünen Gewölbes besitzen das »Silberzimmer« und der
+»Preziosensaal« Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre
+Dekoration erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen
+Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute dort bewahrt wird,
+aufstellen ließ. — Aus letzterer Zeit auch der »Gardesaal« nahe der
+»englischen Treppe«; diese ist älter, von 1669. — Verschiedene
+Nebengebäude, wie das Ballhaus und das Komödienhaus, sind verschwunden. —
+Die _Schloßkapelle_, im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde 1602 und
+1662 umgebaut, nach dem Übertritt des Kurfürsten Friedr. August I. zur
+kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst entzogen und zu den Wohnräumen
+geschlagen. Der erste Bau unter Moritz folgte dem Typus der Schloßkapelle
+zu Torgau. Davon hat sich das (an den Jüdenhof versetzte) herrliche
+_Portal_ erhalten, bez. 1555, Formen und Verhältnisse in rein
+italienischem Geist, doch von einem Deutschen (_Hans Walther ?, Christoph
+Walther_?) Der _Altarbau_ von 1602, von einem der _Walther_, ist in die
+Schloßkapella zu Torgau übergeführt. Der _Taufstein_ jetzt in der
+Sophienkirche, um 1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin gelangten die
+wertvollen _Altargeräte_.
+
+*Palais am Taschenberg*. 1707 ff. unter starkem Anteil von _Pöppelmann_.
+Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und 4 Geschosse. Das
+Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch reichen Fensterschmuck
+ausgezeichnet. Im Innern eine großartige (nur zur Hälfte erhaltene)
+Treppenanlage. 1756 ff. die seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von
+_Schwartze_. Die köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von
+_Gottfr. Knöffler_. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die
+Kapelle.
+
+*Kanzleihaus* (jetzt Hofapotheke), 1567 von _Hans Irmisch_; die
+Sgraffitomalerei, von _Benedikt de Thola_, zerstört; einige Mobilien aus
+der Erbauungszeit.
+
+*Stallhof* (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl. Stall,
+1586 ff. von _Paul Buchner_; nach Ausweis alter Zeichnungen eine nicht nur
+sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend glänzende Anlage,
+Sgraffitomalerei an den Wänden, reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen
+Dach; jetzt ganz verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als
+Gewehrgalerie benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von _Heinrich
+Göding_ ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder nur
+kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige »Jagdtor«, die Bildwerke von
+_Andreas Walther_. 3. Der »Stallhof« selbst; im 18. Jh. für die
+Gemäldegalerie umgebaut; seither weiter verändert. Zwei prachtvolle
+bronzene Säulen (1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen.
+
+*Zeughaus* (heute Albertinum) 1559-63 von _Paul Buchner_, gebürtig aus
+Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig, von wo er die reiferen
+Renaissanceformen einführte. 4 Flügel umgeben ein gestrecktes etwas
+verschobenes Rechteck. Das Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt
+erhalten hat), wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe
+geteilt; erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur.
+
+*Zwinger*. 1711-22 von _Matthäus Daniel Pöppelmann_ (1662 bis 1736). Die
+monumentale Gestaltung eines Renn- und Festspielplatzes, dergleichen um
+jene Zeit in Florenz, Wien und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre
+1709, in provisorischer Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen waren.
+Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur ist auf die
+Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine hohe, klare und für den
+gegebenen Zweck überaus glückliche Grundrißdisposition. Den Zwinger von
+der SWHauptpforte betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe
+und 107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit Segmentbogenschluß
+hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt erhält, mit Erweiterung der
+Querachse auf 204 m. Die dem Eingang gegenüberliegende Seite (wo jetzt
+_Sempers_ Galeriegebäude steht) blieb offen und man weiß nicht genau, mit
+welchem Programm _Pöppelmann_ hier zu rechnen hatte. (Vor der Eingangseite
+zog sich der breite Stadtgraben [jetzt Ostraallee] hin und links schlossen
+sich die hohen, schon damals mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen
+Hof umgibt eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr erheben
+sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des Mittelhofs und 2 am Schluß
+der Kreuzflügel. Von ihnen aus schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu,
+während die Arkadengänge eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck
+hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen. — Über der
+genialen Phantastik der Behandlung darf der Wert der Gesamtanlage nicht
+übersehen werden: der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe
+Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil der
+Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts zu schaffen, ist
+ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist aus umfassenden italienischen
+Studien hervorgegangen; selbst _Palladio_ dürfte mit seinen
+Villenentwürfen nicht ohne Einfluß gewesen sein. Charakteristisch für den
+Zwingerstil ist die enge Verbindung von Architekturformen mit _figürlicher
+Plastik_. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner Dekoration Jupiter,
+Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. Von _Permoser_ der Atlas auf dem
+Wallpavillon, die vier Jahreszeiten am Eingangspavillon, die Entwürfe zu
+den Faunen unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T. spät; so die
+Statuen am Uhrpavillon von _J. B. Dorsch_ 1785. — Außerhalb des Hofes im
+nördl. Winkel das Nymphenbad; das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus
+ist nach Brand 1849, das kleine 1841 abgebrochen.
+
+*Palais im Großen Garten*. Der Garten beg. 1676 unter Johann Georg II.;
+schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele, Naturtheater, Irrgarten,
+Wasserkünste, zahlreiche Pavillons (im heutigen Bestande aber nur in
+einzelnen Andeutungen noch zu erkennen). In der Mitte das _Palais_, 1679
+von Oberlandbaumeister _J. G. Starke_. Es sollte »italienisch« gebaut
+werden. Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas (durch das Buch von
+Rubens sehr bekannt) nicht zu verkennen. In der Verbindung des
+Monumentalen mit dem Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr.
+gestreckter Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden
+Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika; Hauptgeschoß
+mit Pilastern und großen Fenstern; Attika als Halbgeschoß. Der Mittelbau
+hat auf beiden Seiten eine weitläufige Freitreppe in der Höhe des
+Erdgeschosses und ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im
+Erdgeschoß, jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben ihr und über
+den Fenstern sind mit Festons und Draperien geschmückt; ferner spielen
+Nischen mit Statuen und (im Attikageschoß) Büsten eine Rolle. Auf dem
+mittl. Dachfirst eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade
+Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen als barocken
+Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende Saal in seinem
+gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll; Gliederung der Wand durch Nischen
+mit überlebensgroßen Standbildern antiker Göttinnen (vom Niederländer
+_Dierks_), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem Hauptgesims,
+Spiegelgewölbe — alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. — Die
+Marmorstatuen und Vasen des Gartens (einst 150) in Rom und Venedig
+bestellt, von _Baratta_, _Balestra_, _Corradini_ und angebl. auch
+_Bernini_, von dem aber heute nichts mehr nachzuweisen. Die in
+entfernteren Teilen zerstreuten Sandsteinbildwerke meist von deutschen
+Künstlern; bmkw. die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von
+_Permoser_ (ursp. an anderem Ort). —
+
+*Japanisches Palais* in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«. Erster
+Bau 1715 von _Pöppelmann_ für Gf. Flemming. Dann vom König angekauft und
+1729-41 umgebaut und vergrößert von _Pöppelmann_ († 1733) und _Longuelune_
+unter Oberleitung des Generalintendanten _Jan de Bodt_. _Pöppelmann_
+gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. — 4 Flügel im Rck., außen 74 : 56
+m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, jede Vorlage durch
+Pavillondach herausgehoben. Die kräftigste wagerechte Teilungslinie über
+dem Erdgeschoß; es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch senkrechte
+Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel, getragen
+von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig geschwungenen Linien des
+Kupferdachs sollen an Japanisches erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere
+einheitlich mit Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur
+Ausführung. — Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof, von _J. Ch.
+Kirchner_. Die Gartenanlage von _Pöppelmann_, früher reichlicher mit Vasen
+und Statuen dekoriert.
+
+*Kurländer Palais*. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718, Umbau 1728
+wahrscheinlich durch _Joh. Christoph Knöffel_. Die Anlage gruppiert sich
+unregelmäßig, doch mit trefflicher Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die
+nicht sehr ausgedehnte Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß
+und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern hat der
+Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten; die _Ölgemälde_
+über den Türen von _Silvestre_ und _Casanova_, die _Bildwebereien_ mit
+Darstellungen aus dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brüsseler
+_van dem Borcht_ nach David Teniers d. J. Der Festsaal von _Joseph Deibel_
+in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer war (um 1761).
+
+*Landhaus.* An der Stelle des in der Belagerung von 1760 beschädigten
+Flemmingschen Palais 1770 von _F. A. Krubsacius_. Die 77 m lange
+Schauseite auf die Wirkung in enger Straße berechnet. Die Hofseite gab
+Gelegenheit zu einem kräftig vortretenden Mittelbau mit riesigem
+Treppenhaus. Die Einzelformen sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz
+verzichtend.
+
+*Regimentshaus* 1710.
+
+*Hotel de Saxe* und *British Hotel*. Ursp. vornehme Adelshäuser, um 1720
+von _George Bähr_. Geistvolle und prächtige, lebhaft bewegte Kompositionen
+bei recht derber Detailbildung.
+
+*Hoymsches Palais* (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße von
+_Knöffel_, die gegen die Rampische Str. von _Krubsacius_,
+Lisenengliederung von guten Verhältnissen, sparsames Zierwerk. Im Hofe
+reizender _Brunnen_ von _Gottfr. Knöffler_.
+
+*Coselsches Palais*. Gleich dem vorigen für das sächsische Spätbarock
+besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 von _Knöffel_ in der bei
+ihm beliebten Lisenenarchitektur mit schwachen Gruppierungskontrasten. Die
+vorspringenden niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt.
+
+*Palais des Chevalier de Saxe* (Palais Prinz Johann Georg) 1764-70 von
+_F. A. Krubsacius_. 1855 umgebaut. Es hatte ursp. ein einziges
+Hauptgeschoß, darüber ein Halbgeschoß und die in dem hohen Dach
+angebrachten Mansardenzimmer. Charakter: vornehme Einfachheit. Die
+Trophäen und Putten von _Gottfr. Knöffler_. Im Park Zierbauten — Ruine,
+Tempel, Einsiedelei (1799) und dergl. — von _Weinlig_ (_?_), Vorahnungen
+der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik.
+
+*Ministerpalais in der Seestraße.* 1753 als Privatgebäude, in der Art
+_Knöffels_. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur; 4
+Geschosse, von denen nur das erste und das letzte durch Gurtgesimse
+abgesondert, so daß doch wieder ein Dreiklang entsteht.
+
+*Palais des Grafen Brühl, später Marcolini* (jetzt Stadtkrankenhaus) 1746.
+Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur. In der Achse
+kleiner Ehrenhof. Die Hermen an den Torpfeilern von _Wiskotschill__, die
+wunderlichen Löwen __ (nach chinesischen Mustern?) von J. B. Dorsch_. Von
+der Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal und ein
+pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige _Neptunsbrunnen_ nach
+_Longuelunes_ Entwurf von _Lorenzo Mattielli_ 1741-44, eine Fels- und
+Grottenarchitektur mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem
+Gruppenbau. [Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von _Knöffler_
+jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten Vasen und
+_Einzelstatuen_ auf der Bürgerwiese.]
+
+*K. Stallgebäude*. 1794 von _Ch. Weinlig_.
+
+*Justizministerium.* 1733 angeblich von _Pöppelmann_.
+
+*Blockhaus* (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von _Zacharias Longuelune_,
+als wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge der Neustadt. Ein
+wesentlicher Bestandteil, die Krönung durch Pyramide und Obelisk mit dem
+Bilde Augusts des Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige Obergeschoß
+über dem Hauptsims nach 1880.
+
+*Palais des Grafen Wackerbarth,* begonnen 1725 als Kadettenhaus, dazu
+Reitbahn.
+
+*Rathaus der Altstadt.* 1741-45 nach _Knöffels_ Entwurf.
+
+*Rathaus der Neustadt*. 1750-54 von _Berger_ und _Winkler_; sehr schlicht,
+nur durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse wirkend.
+
+*Gewandhaus* 1768 von _J. G. Schmidt_.
+
+*Bürgerhäuser*. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende Stadt. Von
+ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht glänzende Bautätigkeit, die
+durch den 30j. Krieg unterbrochen wurde. Von dessen Ende bis zum 7j.
+Kriege ist Dresdens klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist
+diese Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz großer
+Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung von 1760 und
+die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen Menschenalters. Im
+Folgenden nur eine Auswahl charakteristischer Beispiele.
+
+a) _Aus der Spätgotik_. Marien-Apotheke; spitzbg. Tor um 1460-70, im
+schrägen Gewände Sitznischen mit Baldachin, in Bgg. verschränktes
+Stabwerk; jetzt im Zoologischen Garten; ein zweites kleineres an der
+Hofseite des Hausflurs. — Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. — Gewölbte
+Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem Netzwerk.
+— [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.].
+
+b) _Frührenaissance_. Ecke Frauenstr. und Neumarkt Runderker mit reizendem
+Kinderfries um 1530. — Reich mit Masken belebte Treppentür in Schloßstr. 1
+und 20. — Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538.
+
+c) _Hoch- und Spätrenaissance_ 1550-1650. In sonst umgebauten Häusern
+Fenster aus dieser Epoche: Webergasse 3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13;
+Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, 13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18,
+23; Schössergasse 5, 11, 17, 27. — Da in dieser Epoche die Firste
+regelmäßig parallel zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur
+an Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw. Exemplare haben
+sich nicht erhalten. — Ganze Fassaden: Schreibergasse 12 mit 3geschossigem
+rck. Erker an der Ecke. — Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. —
+Wilsdruffer Str. 15 Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter
+Stellung, Details nach Serlios Musterbuch. — Schloßstr. 11 Hotel Stadt
+Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, vor A. 1591.
+— Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten Ecklisenen. —
+Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren des Kurf. Christian II. und
+seiner Gemahlin, 1612 von _Hans Steyer_. — Schloßstr. 11 und 34, wo auch
+ein größerer Giebel. — Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale:
+Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. — Reste
+alten Holzbaus selten.
+
+d) _Barockbauten_ 1650-1690. Ecke Wilsdruffer Str. 14 und Große
+Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14 um 1660 — mit Kartuschenumrahmung
+der Fenster —, Wilsdruffer Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um
+1680. — Ebenda 42 um 1690. — Rampische Str. 9 große Fassade in
+niederländischer Art um 1690.
+
+e) _Barockbauten_ 1690-1715. Sporergasse 2, großes Haus, mit einfachen
+Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art _Klengels_ nahestehend, um 1695. —
+Portal Neumarkt 12, jetzt als Fenster umgebildet. — Scheffelstr. 5, dor.,
+jon. und korinth. Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte
+Tücher, um 1700. — Landhausstr. 13 um 1710. — Große Brüdergasse 39 unter
+_Pöppelmanns_ Einfluß um 1710, polyg. Erker. — Häuser derselben Richtung
+von zunehmender Stattlichkeit sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von
+_J. G. Fehre_, einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke
+durchgehende Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung
+geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von _G. Hase_; Große Brüdergasse 31; An
+der Mauer 2 von _George Bähr_, für sich selbst, 3achsig, originelle
+Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von _Georg Hase_, 5achsig, flacher
+Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. — Frauenstr. 9, tiefes
+Grundstück, Fassade 3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5
+Stockwerke. — Schloßstr. 5 um 1710. — Jüdenhof 5 (für den berühmten
+Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll rhythmischen Lebens,
+eine der feinsten unter den _Pöppelmann_ nahestehenden, mit Ausnahme des
+Erdgeschosses ganz unverändert. — Große Klostergasse 2, wohl von
+_Pöppelmann_ selbst bez. 1715. — Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5.
+f) _Barockhäuser_ 1715-40. Wilsdruffer Str. 7, Goldener Engel, die 4
+mittleren der 6 Achsen durch reiche Fensterverdachung ausgezeichnet und
+über dem Dachgesims mit einem Stichbogengiebel gekrönt. — Ähnlicher
+Kompositionsgedanken auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische Str. 33.
+— Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front, durch Wechsel der
+Verdachungen rhythmisiert. — Heinrichsstr. 2 von _Fehre_ 1720. — Hauptstr.
+26 um 1730. — Jüdenhof 2 bez. 1736. — Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5.
+
+g) _Rokokohäuser vor_ 1760. Frauenstr. 14 um 1750 mit reizendem
+plastischem Schmuck von _Knöffler_. — Sophienstr. 1, Gliederung durch
+Lisenen, zwischen den Fenstern trefflich gezeichnete Kartuschen. —
+Altmarkt 1 von _Knöffel_ 1741.
+
+h) _Rokokohäuser nach_ 1760. An der Frauenkirche 20 von 1764. — Breitestr.
+12. — Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische Glieder, nur mit frei über
+die Fläche verteiltem Stuckornament. — Ähnlich Landhausstr. 4. — Im ganzen
+jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der Flächen,
+z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; Augustusstr. 2.
+
+i) _Der Klassizismus_: Landhausstr. 18 und 27. — Pillnitzer Str. 26. —
+Johannesstr. 23. — Pirnaische Str. 50. — Polierstr. 19. — Gewandhausstr. 7
+dorisch.
+
+*Museen*: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung für
+Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im neuen Rathaus; M. d. Ver. f.
+sächs. Volkskunde.
+
+*Denkmäler.* Reiterstandbild _Augusts des Starken_ auf dem Markt der von
+ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von _Ludwig Wiedemann_. Denkmal für den
+_Kurfürsten Moritz_ nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in einer
+Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg. vor festem
+Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt, übergibt seinem Bruder
+August das Kurschwert. Meister unbekannt [_Hans Walther?_].
+
+_DROYSSIG._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. Fenstern
+deutet auf 13. Jh. — Guter spgot. _Schnitzaltar_. Zahlreiche
+_Grabdenkmäler_ 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.
+
+*Schloß*. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5 (ursp. 6)
+halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und bar. Reizvoll
+malerischer Eindruck.
+
+_DRÜGENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1775. Altäre und Kanzel von _J. B. Kamm_, Deckenfresken von
+_Wunder_ bez. 1770, Hochaltargemälde von _Mattenheimer_.
+
+_DUTTENBRUNN._ U Franken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung 17. Jh.
+
+
+
+
+_E_
+
+
+_EBELEBEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh.
+
+*Dorf-K.* Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. Epit. der Herren v.
+E. 1569. —
+
+*Fürstl. Schloß* 16.-18. Jh.
+
+_EBELSBACH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Schloß.* Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren v. Rotenhan.
+Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern regelmäßiges Rok. mit
+Ecktürmen. Nur an 2 Seiten wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über
+Quaderunterbau. Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.
+
+_EBENHARD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der Anlage frgot.,
+Lhs. rok.
+
+_EBERN._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. Die
+letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende (ältere)
+Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger Bildung, im Chor und in den Ssch.
+einfache Kreuzgwbb. Die runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims.
+WEmpore jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest. Turm im W.
+Im nördl. Sschiff prächtiger _Bar.-Altar_, Bamberger Arbeit.
+_Sandsteinkanzel_ ca. 1610. — Rotenhansche _Epitaphe_, ein bronzenes 1539,
+ein steinernes 1559 vielleicht von _Kilian Sorg_. — Neben der K. 2stöckige
+*Michaelis-Kap.* 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor, kleines
+_Relief_ mit Jüngstem Gericht.
+
+*Marien-K.* auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem polyg.
+Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518), die Strebepfeiler auf
+statuarische Ausstattung berechnet. — Wirkungsvoller _Hochaltar_ 1750,
+Altarblätter von _J. A. Glantschnigg_ 1745, 1746. _Pietas_ um 1480.
+
+Ehem. fürstbischöfl. *Amthaus* (jetzt Gericht), renss.
+
+*Rathaus* 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet,
+Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am Giebel Dachreiter. Mehrere
+wohlerhaltene Tor- und *Mauertürme,* 2 bar. *Brunnen,* Neptun und Pallas.
+
+_EBERSBACH._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung eines
+zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus an einen älteren
+Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. Ringsum Emporen in 3
+Geschossen. Die _Inneneinrichtung_ ein besonders stattliches Paradigma der
+Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den Emporen 54
+biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar 1787. Hübsches
+Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen Orgel von 1738 ist einer der
+prachtvollsten Sachsens.
+
+*Herrenhaus* um 1700.
+
+_EBERSBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+*Burgruine.* Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten. 1274
+zerstört, 1396 wieder aufgebaut.
+
+_EBERSDORF._ Reuß j.L. LA Schleiz.
+
+*Fürstl. Schloß* 1690-93.
+
+_EBERSDORF._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+Ehem. *Stifts-K.* um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und A. 16. Jh. —
+Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues durch Einziehung von Pfll.
+in ein 2sch., ein weiteres und ein schmäleres geteilt; dadurch schneidet
+ein Pfl. unsymmetrisch in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb.,
+Chor gestreckt mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der SWEcke. —
+_Schnitzaltar_ 1513 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln. Aus derselben
+Zeit Reste eines schönen _Chorgestühls_. _Ikon. Grabst._ des Dietrich v.
+Harras, des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert die
+_geschnitzten Figg._ eines Engels und eines Diakons als Lesepulthalter,
+jetzt im Altert.-Ver. in Dresden: nach Flechsig vom Meister der »schönen
+Tür« in Annaberg.]
+
+_EBERSRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.
+
+_EBRACH._ OFranken BA Bamberg II.
+
+Ehem. *Cisterc.-Klst*. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste
+Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende Kirche Neubau des 13.
+Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht lange nach Beginn des Baues, 1218 und
+1221. Letzte Vollendung 1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich
+im Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren
+Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den
+Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91) durch _Materno
+Bossi_ den ganzen Innenbau in einer dem französischen Louis XVI.
+verwandten Manier neu dekorieren ließ. Der großartigste frgot. Bau, den
+Deutschland hervorgebracht hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch
+ästhetisch vernichtet. Immerhin verdient _Bossi_ insofern Dank, als er
+nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen vor ihm viele
+Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich eng an den alten Gliederbau
+anschmiegen, so daß man den kühnen und strengen Rhythmus desselben noch
+immer herausfühlt. Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil
+zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen, sondern
+in jenen burgundischen Schulformen, die wir heute am besten in den südlich
+von Rom gelegenen Cistercienserkirchen Fossanova und Casamari kennen
+lernen. Wer jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des
+Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. — Die Anlage als kreuzf.
+Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in die Erscheinung. Auf
+das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor 3 Joche in gleichem System, bei
+engeren Intervallen. Der östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die
+Sschiffe als Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in
+Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl. und südl.
+Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan noch nicht enthalten
+(Scheidewände dünner als im OFlügel und nicht in den Pfeilerachsen;
+Gegenprobe in der von Ebrach abgeleiteten K. in Riddagshausen bei
+Braunschweig). L. bis zum Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der
+Kap. 87 m. Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den
+Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen
+3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen. Die Gwbb. sind im Msch.
+rok., in den Ssch. annähernd quadr. Das Qsch. etwas schmäler als das Msch.
+und stark ausladend, so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält
+(Rekonstruktion des Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll.
+kreuzf. und mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis
+zur Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie, wo sie
+jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen haben. Die
+Gewölbescheitel, was für die französische Filiation bezeichnend ist,
+wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und Rippen und die mit frgot.
+Laubkränzen geschmückten Schlußsteine sind erhalten; ebenso die spitzbg.
+Form der Arkaden und Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch
+einige frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben.
+Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den Fronten des Qsch.
+frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet wie in Fossanova; ein solches muß
+sich auch an der WFront befunden haben, wurde aber durch eine größere
+hochgot. Rose (jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.)
+ersetzt; die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch. der Notre-Dame
+in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar auf sie zurück,
+sondern auf eine in den Entwürfen zum Straßburger Münster vorkommende
+Variante (ausgeführt in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig
+durch Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg.
+fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die
+Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß am Chor und an
+der OWand des Qsch. Konsolengesimse von spezifisch burgundischer Fassung
+angewandt sind, während an der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche
+Rundbg.-Friese auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert.
+
+_Ausstattung_. _Bossi_ hat einige Prachtstücke aus 17. und A. 18. Jh., die
+ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung ungefährlich waren, beibehalten,
+die meisten aber neu hergestellt; verschwunden ist alles Mittelalterliche
+mit Ausnahme einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin
+Gertrud, Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg
+(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. Zahlreicher,
+doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der Renss.Epoche. Das sog.
+_Mausoleum_ des ersten Abtes, Adam, ist ein wunderlicher gotisierender
+Versuch italienischer Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 _Orgeln_.
+
+*Michaels-Kap.* 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. Die Art, wie
+das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der K. eingreift, beweist, daß
+sie vor dieser begonnen war, wozu das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt.
+Indes ist der vorhandene Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs
+deckt sich nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen
+mehrfachen Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer
+Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die westl. Teile unter
+Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch verhältnismäßig unfein und in
+einer den Cisterciensern sonst fremden Weise überladen, immerhin
+eindrucksvoll.
+
+*Klostergebäude.* Sie eröffnen für Franken die Reihe jener im Verhältnis
+zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, in denen die süddeutschen
+Klöster im letzten Jahrhundert vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten.
+1687 bis 1698 von _Leonhard Dientzenhofer_, Umbau und Erweiterung 1716 ff.
+nach Plänen _Balthasar Neumanns_, ausgeführt von _Joseph Greising_
+(† 1722). Die Scheidung der verschiedenen Anteile nicht überall leicht.
+Die Gebäude wurden weit nach W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache
+der ma. Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe. Die
+NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen des deutschen
+Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; den in seiner Länge
+eintönigen Bau unterbrach _Neumann_ durch ein machtvolles Mittelmotiv mit
+brillantem Treppenhaus. Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet
+sich nach W zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren
+Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von _Jakob __ van der
+Auvera_. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal) liegt
+stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und Rokoko; Stuckatur von
+_Hönnicke_ (der von hier nach Pommersfelden ging), die Fresken von
+_Lünenschloss_ (1722), _Antonio Nave_, _Jo. Ad. Remela_ (später in
+Bronnbach tätig).
+
+_EBSDORF._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in S und N.
+Spgot. Chor.
+
+_ECKARDSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+Ehem. *Wallfahrts-* jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus mehreren
+Bauführungen 1467-1525. Spätgot. _Sakramentshäuschen_. Im klassiz.
+Hochaltar _Gemälde_ bez. Asam 1760. _Renss.Epitaphe_ 1544, 1547.
+
+_ECKARTSBERGA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Pfarr-K.* stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung eines
+größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die Kanzel; Altarbau 1607.
+
+*Burgruine,* große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.
+
+_ECKERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. — _Grabst_.
+
+_ECKSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein kleineres 1/2
+8Eck anschließt. — _Taufgestell_: Muschel auf Delphinen.
+
+_EFFELDER._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Pfarr-K.* Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht noch rom.
+Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet, das flachged. Lhs. im 17.
+Jh. überarbeitet. — Grabsteine unerheblich. — Kirchhofsmauer mit
+Schießscharten.
+
+*Schloß.* Hauptbau 1470 und 1533.
+
+_EFFELDORF._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten. Lhs.
+1753. Hübsche _Ausstattung_ bar., rok. und klass.
+
+_EFFELTRICH._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Dorf-K.* um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht seltenen
+Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang und 3 spitzged.
+Ecktürme erhalten; über dem Eingang der Ringmauer 3 _Holzfigg_. aus A. 16.
+Jh., um einiges älter daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg.
+Weitere Holzplastik im Innern.
+
+_EGENHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und Freitreppe, von
+Oberstleutnant _Joh. Mich. Müller_ um 1766. Ostturm 1585 nachgot.
+Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem Klassizismus.
+
+_EGGOLSHEIM._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Pfarr-K.* 1826, erhalten der frrom. T.
+
+_EHLEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Kirch-Turm* rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß kuppeliges
+Kreuzgewölbe.
+
+_EHRENFRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Stadt-K.* S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., der
+unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor aus 14. Jh. —
+_Altarwerk_ mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, wichtig; die
+hervorragend schönen Schnitzfigg. im Stil des Annaberger Meisters _W Z_
+von 1512; auch die Flügelgemälde bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und
+Tannenberg). — Ausgezeichneter spgot. _Kelch_.
+
+_EHRINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Dorf-K.* 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. Chor, WTurm.
+
+_EHRINGSDORF._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte _Apostel_
+von einem spätgot. Altar.
+
+_EIBAU._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde von Bertsdorf;
+15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den eingezogenen Strebepfeilern
+3fache Emporen, auch um den Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof
+zahlreiche Denkmäler. Die _Wohnhäuser_ des 18. Jh. zeugen von großer
+Wohlhabenheit, viele mit Türen aus Sandstein oder Granit.
+
+_EIBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, wurde
+1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. 3 sch. 3jochige Hallenkirche
+mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk,
+charakteristisch für die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624.
+— Auf den stattlichen _Bar. Altären_ von E. 17. Jh. sind spätgot.
+_Holzfigg._, z.T. von hoher Qualität, und Renss-._Reliefs_ von 1625
+wiederverwendet; _Gemälde_ von _Osw. __ Onghers_. _Taufstein_ um 1600,
+Alabaster, originell komponiert und im Figürlichen hervorragend gut.
+Vielleicht von derselben Hand _Grabstein_ eines kleinen Mädchens mit
+Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. _Kreuzgruppe_ aus der Umgebung
+_Riemenschneiders_. Unter den _Altargeräten__ _ gute Augsburger Arbeiten
+des 17. und 18. Jh. — Außen am Lhs. _Ölbergkap_. mit überlebensgroßen
+Figg. um 1620.
+
+*Hl. Kreuz-Kap*. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. Qsch und
+1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, einer mit _Gemälde_ bez.
+_Oswald Onghers_ 1660.
+
+*Rathaus* 1706 vom Würzburger _Peter Zwenger_ in schwerem sp. Barock,
+Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. — Hübsche
+_Wohnhäuser_ des 18. Jh.
+
+*Stadtbefestigung*. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. 15
+Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das vierte abgebrochen). —
+_Mariensäule_ 1660 und _Sebastianssäule_ 1773, vortrefflich. In einem
+Privatgarten bmkw. steinerne _Madonnenstatue_ 2. H. 14. Jh. Mehrere
+_Bildstöcke_ mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh.
+
+_EIBSTADT_ (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorfkirchen.* Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese Verbindung ist für
+das ganze Gebiet, in rom. wie in got. Zeit, typisch.
+
+_EICHELSDORF._ Ufranken BA Hofheim.
+
+*Dorf-K.* Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.
+
+*Schloß* 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703.
+
+_EICHSTAEDT_ (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+An beiden *Kirchen* querrck. WTürme, in der Anlage rom. — In beiden Reste
+von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.
+
+_EILENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Stadt-K.* Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus 15. und 16. Jh.
+— _Altaraufbau_ und _Kanzel_ 1684.
+
+*Rathaus*. 1544.
+
+_EINBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien 18. Jh.
+
+_EINHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen Tortürmen.
+
+_EINSIEDEL._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Dorf-K.* neu. _Schnitzaltar_ mit ausgezeichneten Flügelgemälden von einem
+Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter
+_Kelch_ in der Art des Freiberger Meisters _Samuel Klemm_, 2. H. 17. Jh.
+
+_EISENACH._ Sachsen-Weimar BAmtsstadt.
+
+*Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai*. Baugeschichte unbekannt, wohl E. 12. Jh.
+— Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel von Sll. und Pfll. und zwar
+so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt und schließt. Ornamentierte Kaptt.
+Kein Qsch., aber südl. am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch
+vier Geschosse 8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden
+Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des Inneren 1894. An der
+NSeite das ehem. Klst.
+
+*Franziskaner-K*. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224 in Erfurt Fuß.
+1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive Kirche. Sie wurde 1597
+abgebrochen, 1883 in den Fundamenten freigelegt. Anlage rck., enorm
+gestreckt, 55 m l., nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite
+Schiffe geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.
+
+*Dominikaner-(Prediger-)K*. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 dem neuen Orden
+übergeben und schlicht got. weitergebaut. Anlage 2sch. Auf derben 8eck.
+Pfll. sehr hohe und weite spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk
+des 14. Jh. — Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. — _Grabrelief_ mit
+Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste Beispiel der Epitaphform in
+Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt jetzt das Thüringische Museum.)
+
+*Markt-K. S. Georg*. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert 1560 und 1598.
+3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.
+
+*Annen-K*. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal 1634.
+
+*Gottesacker-K*. 1692-97 von _Joh. Münzel_ in der Grundform des griech.
+Kreuzes. Geputzte Holzdecke.
+
+*Residenzhaus*. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg. Portal 1559 von
+_Hans Lindemann_.
+
+*Stadtschloß* 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner Festsaal;
+wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich rok. geschnitzte
+Pferdestände.
+
+*Rathaus* 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von _Hans
+Lindemann_.
+
+*Marktbrunnen* mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.
+
+*Lutherhaus*. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563 von _Hans
+Lindemann_.
+
+*Nikolaitor* spätrom. und einige got. Stadttürme.
+
+Im *Museum* einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. des 15.-16.
+Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.
+
+_EISENBERG._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Stadt-K.* 1494, einfacher 1sch. Bau.
+
+*Cisterc.-Nonnen-Klst*. bis auf geringe Spuren zerstört.
+
+*Rathaus* 1579.
+
+*Schloß*. Hauptbau v. 1677 von _Wilh. Gundermann_ aus Altenburg. Bmkw. die
+Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit geradem Gebälk trägt 2geschossige
+Emporen. Stuckierung in vollen schweren klassizistischen Barockformen,
+wohl von Italienern ausgeführt. — *Superintendentur*. Ansehnlich
+spätrenss.
+
+_EISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Stadt-K.* Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk der
+südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. 25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche,
+die Gwbb. nach Brand 1632 durch Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im
+Zweifel, ob der Querschnitt Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit
+Netzgwb. Der im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale in
+W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die Strebepfll.
+eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen macht sich das verschränkte
+Stabwerk in gehäufter Anwendung bemerklich.
+
+*Gottesacker-K*. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die Pastoren Jonas
+† 1553 und Kindt † 1549, treffliches _Sandsteinrelief_. Die zahlreichen
+übrigen Gedenktafeln von geringem Kunstwert.
+
+*Schloß*. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; der
+runde Haupt-Turm im Kern ma.
+
+*Schulhaus*. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte
+Steinfigur (»Hirt«).
+
+*Superintendentur*. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.
+
+_EISINGEN._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* 19. Jh. — Am Chorbg. _Kruzifix_ von _Riemenschneider_, der
+Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu.
+
+_EISLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Andreas-K*. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) mit rom.
+und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau 2 schlanke 8eck.
+Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got. Gesims.
+Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot., was überraschenderweise auf
+eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf
+ungewöhnliche Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen
+ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des Triumphbogens
+rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine Tür mit Eselsrücken und magerem
+Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen großen Seitenturm; untere
+Geschosse 1486, obere 17. Jh. — Großer _Schnitzaltar_, einer von den
+besseren, _Kanzel_ A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor ein auf
+beiden (!) Seiten bearbeiteter _Grabst_.; die eine zeigt in eingeritzter
+trefflicher Umrißzeichnung den Grafen Burkhard v. Mansfeld († 1229), die
+andere in äußerst rohem und altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem
+Mansfeldschen Wappen, ohne Umschrift; _Grabsteine_ der Äbtissin Oda
+(† 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans Georg († 1579);
+der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz gegossene _Tumba_ des Gf.
+Hoyer v. M. († 1541), der Tote, gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken
+überragt von 4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite
+_Tumba_ aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist nicht
+nachweisbar. Von sonstigen _Grabst_. und _Epit_. ist vieles verschwunden.
+
+*Nikolai-K*. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., kurzer
+Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. — _Schnitzaltar_ und
+_Taufstein_ spgot.
+
+*Petri-Pauli-K*. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas
+geschmückter, Netzgwb. — _Schnitzaltar_.
+
+*Annen-K*. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte Chor 1514,
+das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips um 1600. (Wiederhergestellt
+1908.) Im W Mansfeldische Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. —
+_Grabmal_ des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung auf
+einfachem Sarkophag. Steinerne _Moseskanzel_.
+
+*Geburtshaus Luthers,* 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr von seinem
+ursp. Aussehen. — _Gemälde_ von 1569, Luthers letzte Ordination
+darstellend, mit vielen Porträts, nebst anderen Gemälden des 16. Jh., aus
+den Hallen des alten Gottesackers stammend.
+
+Besser erhalten *Luthers Sterbehaus,* aus A. 16. Jh.
+
+*Schloß,* ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut gehörig;
+hoher frma. Bergfried.
+
+*Altstädtisches Rathaus* 1519-1530. Die großen Fenster durch 3 Pfosten
+geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der NOEcke ein gekrönter
+_Kopf_, nach der Abb. im Inv. zu urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im
+Volksmunde _Kopf des »Knoblauchkönigs«_ Herman v. Luxemburg.
+
+*Neustädtisches Rathaus* mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. 1580.
+
+_ELGERSBURG._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+
+*Schloß*. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt A. 20. Jh. von
+Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen Kunstformen weisen auf 17. Jh.
+
+_ELGERSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* Frgot. WTurm. — _Kindergrabstein_ 1626.
+
+_ELISABETHBRUNNEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Brunnenhaus*. Renss. 1596.
+
+_ELISABETHENBURG_ siehe Meiningen.
+
+_ELLINGSHAUSEN._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* 1775. Gute _ikon. Grabst_. der Familie v. Bose 16. und 17. Jh.
+Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.
+
+*Schloß* der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. — Geschnitzte
+_Fachwerkhäuser_.
+
+_ELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Schloß*. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und malerische
+Baugruppe. Großer _Ofen_ bez. 1596.
+
+_ELSA._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen Strebepfll.
+
+_ELSNIG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K.* (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der Schlacht bei T.
+berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
+Apsis, rck. Turm im W. — In der Nähe kreisrunder *Burgwall*.
+
+_ELSTER._ K. Sachsen AH Olsnitz.
+
+*Petri-Pauli-K*. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte
+Emporenbrüstungen. — _Kanzel_ 1682, _Altar_ 1737.
+
+_ELSTERTREBNITZ._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich
+interessantes _Tympanonrelief_. — _Altarwerk_ mit 2 beweglichen und 2
+festen Flügeln, um 1500. Figurierte _Glocke_ 1460, bez. _Nik. Eysenberg_
+von Leipzig.
+
+_ELSTERWERDA._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Stadt-K.* 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. — 12 v. Maltitzsche
+_Bildnisgrabsteine_, 9 aus 16. Jh., die übrigen 17. Jh.
+
+*Schloß* beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von König August II.
+weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher Behandlung. — _Pestsäule_
+1738.
+
+ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. *Stadt-K.* 1726. 3sch. kreuzgewölbte
+Hallenkirche in einfachen Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. —
+Ansehnlicher Hochaltar aus Marmor und Sandstein, _Gemälde_ (Kreuzabnahme)
+von _Chr. W. E. Dietrich_ 1733 in Anlehnung an Rubens. Prächtige _Kanzel_;
+als Fuß (anstatt der im 16. und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn
+bewegter Engel. Gute _Grabdenkmäler_ des 18. Jahrh.
+
+*Rathaus* 1717, ganz schlicht. — Im ehemaligen Schloßpark (das Schloß
+abgebrannt) _Sandsteingruppe_, Apotheose eines Helden (wohl Augusts des
+Starken) von _Balt. Permoser_.
+
+_ELTERLEIN._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Stadt-K.* 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke;
+einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und Ausstattung. —
+_Taufstein_ von Engeln getragen, bez. _Sebald Teuscher_ 1697.
+
+_ELTINGSHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Dorf-K.* Turm rom., Chor und Lhs. 1745. _Decken-_ und _Hochaltargemälde_
+bez. _J. A. Herrlein_ 1746, auf den architekturlosen Seitenaltären je 1
+_Holzstatue_, gut rok.
+
+_ELTMANN._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Stadt-K.* Rest. 1835 von _Klenze_, erhalten blieb der got. Chorturm (E.
+13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). — Zierliche spätgot. _Sakramentsnische_.
+
+*Heil. Kreuz-Kap*. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf ellipt. Gr.
+
+*Friedhof* angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet.
+Grabsteine got. und Renss.
+
+Im S der Stadt *Wallburg* mit gut erhaltenem rundem Bergfried aus 12.-13.
+Jahrh., Zinnenkranz neu.
+
+_EMPFERTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach,
+
+*Kirche* von 1719.
+
+_EMTMANNSBERG._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.
+
+*Schloß* einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel.
+
+_ENGELSBERG._ UFranken BA Miltenberg.
+
+*Kapuzinerklst*. 1629.
+
+_ENGELSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.*, rom. Anlage mit OTurm.
+
+_ENGENTAL._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Dorf-K.* nachgot. aus der »Juliuszeit«.
+
+_EPPRECHTSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Burgruine*.
+
+_ERBENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert. _Grabstein_ des
+Försters Martin Rod 1716.
+
+_ERBSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Dorf-K.* Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar gute _Skulpturen_
+aus der Werkstatt _P. Wagners_.
+
+_ERDMANNSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* rom. wie Fremdiswalde. — Auf dem Altar _Kopie_ von _Rubens’_
+Antwerpener Kreuzabnahme.
+
+_ERFURT._ Fr. Sachsen.
+
+Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und Kapellen, darunter
+36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung nach vielleicht am ältesten die
+kleine Bonifaziuskap. auf dem Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter
+kleiner Steinbau, im sp. Ma. umgebaut.
+
+*Stifts-K. S. Marien (»Dom«).* Gegr. angeblich 741. Neubau seit 1154.
+Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung des Chors 1349-70. Zweiter
+Umbau des Lhs. 1452 ff. und Hinzufügung der dritten Turmspitze durch
+Meister _Hans von Straßburg_. Ausbesserung nach Brand 1472 durch _Hans
+Pfau_. Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. — Vom rom. Bau des 12. Jh.
+haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl. und südl. Flügel bis
+zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des Chors angeordneten Türme im 1. und 2.
+Geschoß; im Innern die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme
+anstoßen. Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse sprom.
+13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet worden sein). Den
+rom. Bau haben diese Türme stattlich überragt, durch die späterhin
+eingetretene Erhöhung und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich
+als dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, wurden
+sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als die unvergleichlich
+günstige Lage am Bergrande zur Schaffung einer kräftigen Silhouette die
+Aufforderung gab. Dieser folgte _Hans v. Straßburg_ in der Weise, daß er
+die wohl schon vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau
+verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. Der Helm
+brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine Erneuerung 1850 folgt
+den durch alte Ansichten überlieferten Umrißlinien. — Der zwischen den
+Türmen liegende rom. _Chor_ war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den
+Durchgang zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden viel
+breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, das letzte
+im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten Haupt zusammengezogen
+(34 m lang, bei 88 m Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau
+des Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der späteren
+Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse ausgezeichnet. Mit dem
+Chorbau ging die künstliche Verschiebung des Bergrandes durch eine auf
+gewaltigen offenen Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische
+Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und die notwendig
+gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur Anlage einer _Krypta_
+(inschriftl. voll. 1353), dergleichen sonst nicht in den got.
+Baugewohnheiten liegt. — Die im 15. Jh. geforderte Erweiterung des
+_Langhauses_ als Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung
+erfolgen; da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden
+sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m) angelegt,
+was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte. Einfache Sterngwbb. —
+Am _Äußern_ ist vor allem die Massenverteilung und Silhouette der
+Ostansicht eigentümlich und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K.
+eine der schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters zeigt
+sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven Ausnutzung
+zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde Geschlechter, als in der
+folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen Idee. Die mit dem Chor nicht
+parallele, sondern auf die NSeite konvergierende Richtung des
+Treppenaufgangs gab den Gedanken zu der prächtigen _Torhalle_ auf
+dreieckigem Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden freiliegenden
+Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit hohen Wimpergen eingenommen;
+ein zweites, mit je einem Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück.
+Die Formen sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas
+älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. von 1868 über
+jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, während der
+Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, niedriger gelegt wurde.
+Neu ist auch der obere Abschluß der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den
+spgot. Bau nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem got.
+Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom.
+
+_Kreuzgang und Stiftsgebäude_. OFlügel: spgot. 2sch. Halle, die dem Hof
+zugekehrte Seite in sprom. Formen mit einzelnen gotischen; diese
+überwiegen bereits am letzten Fenster; nach außen gegen die Terrasse
+springt die 1451 gest. Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm
+das Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen Decke
+dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der Universität zu
+Promotionen und sonstigen Festlichkeiten diente; jetzt sehr verwahrlost.
+Der W- und SFlügel entsprechen der fortschreitenden got. Stilentwicklung;
+mit Ausnahme des nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite
+gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle Gebäude haben
+durch den Brand 1472, sodann durch spätere Veränderungen gelitten.
+
+_Innere Ausstattung_. Durch die Rest, des 19. Jh. von ihren »stilwidrigen«
+Elementen befreit. — Prachtvolles _Chorgestühl_ bez. 1469, 1484.
+_Hochaltar_ mächtiger Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter
+_Flügelaltar_, in der Mitte die Einhornjagd. — Mitten im Chor lebensgroße
+bronzene _Leuchterfigur_, bekleidet, von starrster Bildung bei
+sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung von Zeit und Ort
+der Entstehung nicht zu geben. Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg.
+_Glasgemälde_ im Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die
+Thüringen besitzt. — An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr Inhalt
+aus Altem und Neuem gemischt. Besonders merkwürdig’> ein bogenförmiger
+rom. _Altaraufsatz_ aus Stuck, an der Stirnseite Christus und die heil.
+Eoban und Adolar, darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische
+Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den Knien, archäische
+Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. Es ist möglich, daß die
+Madonna nicht ursp. für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die
+Reliefs der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere
+Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. — An entsprechender Wand des
+südl. Qsch. _Sakramentshaus_ von _Hans Friedemann_ 1560, trefflich
+aufgebaut, doch schwach, wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister
+der Erfurter Sprenss., in der Figurenplastik. _Holzrelief_ der Beweinung
+E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um 1400. — Im südl. Ssch.
+eiserner _Leuchter_ mit Schmerzensmann um 1450. Links vom WEingang
+Taufstein mit großem phantastischem Überbau von _Hieronymus Preißer_ 1587.
+An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene _Tafelgemälde_ um 1500.
+
+_Grabdenkmäler_. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen mit zwei Frauen
+(wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa zwei Jahrzehnte später). Epitaph
+des Joh. v. Allenblumen † 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit
+Eleganz repräsentierend. Bronzeepitaph des Henning Göden von _P. Vischer_
+1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative Steinepitaphe der
+Familien v. Herstall von _H. Friedemann d. J_. und v. d. Weser von _Enders
+Gutschell_ 1576. — Wichtig ist der Dom durch eine größere Reihe von
+_bronzenen Grabplatten_ (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang junger
+Geistlicher, schöne flandrische Gravierung um 1350. Als älteste
+einheimische Arbeit bmkw. Herm. Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt
+† 1451, ausgeführt nach 1472 in der _Vischer_schen Werkstatt in Nürnberg;
+desgl. Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh. v.
+Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte (Halbfigur) von
+strahlender Renaissanceschönheit, wird als ein Werk _Hermann Vischers
+d. J._ anzusehen sein. — Gegossene Bronzeplatten Erfurter Ursprunges:
+Eoban Ziegler 1561 (von _Eckhard Kücher_) und G. Oland 1597 (von _Melchior
+Möhring_). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. Breitenbach
+† 1579 von _Friedemann d. _Ä_._
+
+_Skulpturen am Äußeren_. Am reichsten ausgestattet die beiden Portale am
+Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, Apostel, kluge und törichte
+Jungfrauen, Ecclesia und Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre
+älteren Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit niedriger.
+Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens Rechtfertigung, außen
+Kreuzigung. An den Chorpfeilern 3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus
+A. 15. Jh. mit dem Zeichen _i_ eines damals in Erfurt vielbeschäftigten
+Meisters.
+
+_Im Dommuseum_. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte sprom. Ampel für
+12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh.
+»_Kasel_ der hl. Elisabeth« E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf
+Leinwand E. 13. Jh. Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei
+Reste von Holzplastiken und Malerei.
+
+_In der Domkurie_. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420. 3 Tafeln mit
+männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung ca. 1490.
+
+*Collegiat-K. S. Severi*. Erste Nennung 836. Auf Neubau deutende
+Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um 1450. — Anlage und Einzelheiten
+enthalten manches Eigentümliche. Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche
+kommt der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum Ausdruck. Das
+erste und letzte Joch breiter als die übrigen; man ist hierbei von einem
+ehemaligen Qsch. ausgegangen, das an dem großen Rosenfenster der NSeite
+noch zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen Vorbild im O.
+später um einen dritten mittleren vermehrt; schlanke hölzerne Helme. Bei
+schlichtester Einzelbildung wird durch bloße Linien und Massen ein echt
+künstlerischer Eindruck erreicht. — Im Chor _Sediliennische_ um 1300. —
+_Taufstein_ 1467, überstiegen von einem dreiseitigen mit der Spitze bis
+zum Gewölbe hinanreichenden Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur
+erinnernd, höchster Handwerkstriumph in der Bewältigung des
+Steinmaterials. — Hölzerne _Kanzel_ von _Hans Friedemann d. Ä._ 1576. —
+_Orgelbau_ in großzügigem Barock. — Im südl. Ssch. gemalter _Flügelaltar_
+von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule des Peter von Mainz«). — In
+der Blasiuskap. _Schnitzaltar_ um 1500, bedeutend, doch sehr
+verrestauriert. — Die Kirche ist reich an bmkw. Steinplastik. _Denkmal des
+hl. Severus,_ um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472)
+auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen aus dem Leben
+des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar im nördl. Qsch.
+einverleibt; die vierte mit der Anbetung der Könige jetzt im südl. Ssch.
+(fast genaue Wiederholung derselben Komposition am WPortal der Nürnberger
+Lorenzkirche). Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus zwischen
+Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in der Qualität den
+Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern nicht unbedingt überzeugend
+dem sog. _Meister der Barfüßer-K._ zugeschrieben. — Feine _Madonna_ am
+Chorbogen um 1370-80 von _Joh. Gehart_; von demselben Johannes d. T. und
+Katharina. — Im Chor Alabasterrelief des _hl. Michael_ bez. 1467,
+künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der Zeit schwer
+einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister des Taufsteines. — Die
+_Madonna am NPortal_ ist älter als dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit
+um 1370. Bedeutend der daneben befindliche große _Crucifixus_, um 1500.
+
+*Schotten-Klst.-K. S. Jakob.* Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen.
+Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so weiten Abstand, daß
+ausgebrochene Zwischenstützen, wohl Sll., vermutet werden müssen. Die
+ursp. Flachdecke durch Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade
+(1772). Got. Turm mit welscher Haube. — _Grabstein_ des Walter v. Glizberg
+und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem Relief auf vertieftem
+Grunde, Behandlung sorgfältig aber wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch
+später?). Gute _Holzmadonna_ A. 16. Jh.
+
+*Prediger-K*. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht von
+1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude bezogen werden; dieses beg.
+1308. — Sehr lang gestreckte, querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m,
+geteilt in 15 Joche von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen
+platt (mit Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche
+von der Laienkirche durch eine Schranke und einen späteren Lettner (1410)
+geschieden. Das Msch. scheint in Absicht auf flache Decke begonnen zu
+sein; die Hochwand hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf
+vorgekragte kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal
+des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme am Chor eine jüngere
+Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, das Kapitelhaus erhalten.
+
+_Hochaltar_; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; Retabulum, große in
+5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des figürlichen Schmucks, wohl Gemälde,
+beraubt und verstellt durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der
+bedeutendste Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut ähnlich«,
+überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein steinerner Zierbau in
+Laternenform, 5seitig auf schlankem Fuß, hinten mit einer steinernen Wand
+verwachsen und durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl
+_Sakramentshaus_; in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden
+gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne Umrahmung für
+einen _Celebrantensitz_ älter ist; in der Nische gutes _Fresko_, etwa M.
+14. Jh. — In die innere Schranke eingelassen ein _Tafelbild_,
+figurenreiche Kreuzigung, nach M. 14. Jh. — Im Chor _Marienstatue_ um
+1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch die delikate
+Behandlung. — _Grabsteine_. Dieser Zweig der Plastik ist in Erfurt, vgl.
+auch die übrigen Kirchen, reich und gut vertreten und läßt u. a. die
+Entstehung des Epitaphs neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die
+beiden Typen noch nicht deutlich gesondert am _Ehegrabstein_ des Rudolf
+Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes Beispiel gotischer
+Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v. Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend
+in Profilansicht, die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief,
+Bemalung neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls kniend und mit
+Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden. Gottschalk Legat † 1422,
+Epitaphform, Mann und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem
+Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche Anordnung. Über dem
+SEingang Gethsemanerelief bez. 1484; der Künstler _Joh. Wydemann_ zugleich
+Donator; sein Stil von Nürnberg abhängig. _Wandepitaph_ für Paul Mues von
+_Friedemann d. Ä._ 1579. _Bildnisgrabstein_ des Superintendenten Aurifaber
+† 1575. Großes _Steinepitaph_ des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit
+eines Unbekannten. _Bildnisepitaph_ des Kriegsrats Burchard † 1632, Von
+derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl. Epit. Mohr in der
+Barfüßer-K.). — Prächtige _Abendmahlskanne_ 1618 von _Erasmus Wagner_.
+
+*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige K. voll.
+1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor hinzugefügt; Einwölbung
+des Lhs. A. 15. Jh. — Querschifflos. Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit
+gestellt, auf je 1 von ihnen fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb.
+auf abwechselnd kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde
+reichenden Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl.
+einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche, ganze L. 78.
+Formencharakter von edler Einfachheit, weniger herb als in der Prediger-K.
+Der in der zweiten Bauperiode hinzugefügte Turm in verwegener
+Übereckstellung über dem letzten Joch des nördl. Ssch.
+
+_Hochaltar_ ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur falsch
+zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich noch nicht genügend
+gewürdigten Gemälde nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber
+nicht notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. — Im südl. Ssch.
+reiche _Schlußsteine_ mit dem Zeichen _i_ (vgl. Epit. Legat in der
+Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). — _Chorstühle_ um 1325-50 sehr
+einfach. — _Grabmäler_: in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor
+Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba; vorzügliche
+Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten Seite zeigt; Saalfeldsche
+Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.; Margarete v. Mila 1494, dem
+Gegenstand nach, Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen
+Form nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen
+† 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«) wie der Grabstein
+der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung durchaus statuarisch.
+Grabstein Berld v. Vitztum 1478. Epit. Balth. Hirschbach 1583 von _H.
+Friedemann d. Ä._ Epit. Nacke 1587. Epit. _Mohr_ 1626. — _Gemälde_: in der
+Saalfeld-Kap. Flügelaltar A. 15. Jh. — _Abendmahlskannen_ von _Erasmus
+Wagner_ 1621 und _Andr. Jörg_ 1679.
+
+*Regler-K.* (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. Bau die 2türmige
+WFassade (alt indes nur der südl. Turm). Ganz schlichte Anlage.
+Unvollständige Flachdeckbasilika; das nördl. Ssch. zum Kreuzgang
+geschlagen, darüber eine gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore.
+Gestreckter platt geschlossener Chor. — Großes doppelflügeliges
+_Altarwerk_ um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; früher
+irrig _Wolgemut_ zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern (an
+Außentafeln, Innentafeln und Predella drei verschiedene Hände). An der
+Außenwand und sehr verwittert: _Epitaph_ des Heinrich Frimar 1417,
+Kreuzigungsgruppe, darunter 2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.
+
+*Augustiner-K*. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). 1289-1325;
+1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika mit sehr hohen Ssch.
+erweitert, dazu langgestreckter Chor; in allen Teilen Holzdecke. Der
+8eckige Turm sitzt über einem Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut,
+von einem Nachfolger des _Meisters i._ — _Kreuzgang_ aus 15. Jh. Über dem
+NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die _Lutherzelle_ nach
+Brand 1872 erneuert.
+
+Im Innern der K. die Steinumrahmung eines _Levitensitzes_ A. 14. Jh. —
+_Glasmalereien_ im Chor 2 H. 14. Jh. — _Grabsteine_ der Adelheid v. Amera
+† 1298, gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung.
+_Grabst_. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und Ludwig v.
+Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v. Frimar † 1354, alle drei
+ausgeführt ca. 1370-80 von derselben, geschmackvoll und eigentümlich
+arbeitenden Hand (Meister der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v.
+Meiningen † 1382 (Art des _Joh. Gehart_); Theodor Brun † 1462 (vom Meister
+des hl. Michael in S. Severi??).
+
+*Ursulinerinnen-K*. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem später ein
+nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen mit 3 hohen
+Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. mit hübschem leichtem Rokokoornament.
+Über dem Eingang _Steinrelief_ mit der Anbetung der Könige. — Zahlreiche
+Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung 1313-1445, mit reliefierter
+1436-1540. Hochaltar mit gemalten Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem
+Nebenaltar _Pietas_ (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß, im
+Klst. Ebendort _Wandteppiche_ aus 14. Jh.
+
+*Kaufmanns-K*. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. rom.,
+Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors erneuert, der nördl.
+1684, der südl. 1859. — Taufstein 15. Jh. mit 7 sitzenden Prophetenfigg. —
+Gut kennen zu lernen die Erfurter Renaissancemeister _Friedemann_ Vater
+und Sohn: Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau 1585,
+v. d. Sachsen 1592.
+
+*Allerheiligen-K*. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller Weise
+der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh. — Hochaltar 1757. Pietas
+E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter Zeichnung 1381, 1405, mit Relief
+1418, 1422, 1536; des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von
+_Friedemann d. J._
+
+*Martins-K*. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 1sch. Langhaus
+1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. — _Ausstattung_ bar.
+_Monstranz_ von _C. X. Stipeldey_ in Augsburg 1780.
+
+*Michaelis-K*. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot.
+Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau. —
+_Crucifixus_ 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten _i_, des
+tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. Im Innern und auf
+dem kleinen Friedhof _Grabmäler_ von Renss. bis Klassizismus.
+
+*Dreifaltigkeits-Kap*. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.
+
+*Andreas-K*. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. — Über dem
+Haupteingang _Kreuzigungsrelief_ um 1730 (zu vgl. mit dem
+Severisarkophag). Sandsteingruppe der _Beweinung_ ca. 1430-40 von einem
+Nachfolger des Meisters _i_.
+
+*K. des großen Hospitals*. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit 3seit. Schluß.
+— _Epit_. Ziegler 1462, tüchtig.
+
+*K. des kleinen Hospitals*. _Gedenkstein_ der Stifter, der
+Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen, ca.
+1420-30.
+
+*Thomas-K*. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner _Schnitzaltar_ M.
+15. Jh.
+
+*Wigperti-K*. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. — An der WFront 3 Statuen
+um 1430, handwerklich. Besser eine _Madonna_ um 1450. Im Kreuzgang
+_Kreuzigungsrelief_ aus der Nachfolge des Meisters _i_. — Sakristei mit
+guter SpRenss.-Einrichtung.
+
+*Neuwerks-K*. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. — Außen
+_Madonna_ um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt, als das meiste dieser
+Zeit (nicht von _Joh. Gerhart_). Eine zweite im Innern um 1400. Ziemlich
+prächtiger _Hochaltar_ um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei.
+
+*Lorenz-K*. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh. — Am SPortal
+_Sandsteinstatue_ des hl. Wenzel um 1450. Außen neben dem Eingang _Epit.
+Buseloyben_ um 1430, an der SWand _Epit. Salfeld_ 1405. Im Innern Epit.
+der _Gebr. Eberbach_ 1581 von _Friedemann d. Ä._ — Die Holzskulpturen der
+modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck.
+
+*Egidien-K*. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung. Jetzt
+zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand zeigt kirchliche
+Bauformen. Unter der K. Durchfahrt vom Wenigenmarkt zu der einst
+befestigten Krämerbrücke. Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen
+haben sich die Türme erhalten:
+
+*Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm* (mit
+_Ölbergrelief_ vom E. 15. Jh.), *Pauls-Turm, Georgen-Turm*. Durchweg
+einfache spgot. Bauten.
+
+[*Rathaus**.* Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen;
+Einzelheiten im städtischen Museum.]
+
+*Alte Universität* (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der
+Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im Innern und an Nebengebäuden
+vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. — Die sehr konservativ gesinnte
+Körperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der
+Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng
+symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß des neuen Stils
+erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige Front hat 7 Achsen. Das große Tor
+in der Mitte ist ein Prunkstück geometrischer Künstelei. An den
+Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß-
+und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig rck.; an der
+Schmalseite verändertes System; der alte Giebel im 17. Jh. durch einen
+Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum »möglichst im Anschluß an die
+frühere Form« wiederhergestellt.
+
+*Collegium Saxonicum* in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen.
+
+*Wohnhäuser.* _Haus zum Rebstock_ (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische des
+dritten Stockes feine gleichzeitige _Madonna_. Der spgot. Bau noch in
+wesentlichen Zügen erhalten. — _Haus zum roten Stern_ (Allerheiligengasse
+11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — _Haus zur hohen Lilie_
+(Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frühe Renss. — _Haus zum
+Greifenstein_ (Michaelisstr. 48). 1549. — _Haus zum goldenen Rade_
+(Marktstr. 50) 1554. — _Haus zum goldenen Hecht_ (Anger 37) 1557.
+Typisches Portal mit Sitznischen am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden
+_Hans Friedemann_. — _Haus zum roten Ochsen_ (Fischmarkt 7) 1562. Im 1.
+und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß Fenster mit gotisierenden
+Gewänden; am Zwerchgiebel wieder Ordnungen. — _Haus zum breiten Heerd_
+(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von _Hans Friedemann d. Ä._ Die Ordnungen
+gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges, an Heidelberg erinnerndes
+Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.; im Obergeschoß mächtiger Hausflur;
+Wendeltreppe. Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — _Haus __
+zum großen Christoph_ (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. — _Haus
+zum Stockfisch_ (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel über den
+Brandmauern. Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und
+ornamentierter Quadern, nach niederländischer Art. — _Haus __ zum
+Mohrenkopf_ (Johannisstr. 168) 1610,
+
+*K. Regierung,* ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte
+Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus
+der Renss. »zum stolzen Knecht« mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und
+linker Flügel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den
+Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (_M. v. Welsch?_ _M.
+Dreysigmark?_). Schöner Festsaal in maßvollem Spätbarock, die Stuckaturen
+von _August Gröninger_ aus der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die
+Plafondmalerei schwach.
+
+*K. Haupt-Steueramt* 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. von Mainz und B.
+von Bamberg.
+
+Auf dem Fischmarkt *Roland* als römischer Krieger, 1691 von _Israel v. d.
+Milla_, einem niederländischen (?) Italisten, der Kopf nach dem Moses
+Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. *Neptun* von einem
+ehemaligen Brunnen um 1700.
+
+_ERLABRUNN._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke,
+Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. — _Kanzel_ und _Taufstein_
+aus der Erbauungszeit. — _Bildstock_ 1601, gotisierend.
+
+_ERLACH._ UFranken B A Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Got., im 18. Jh. verändert. — 7 adlige _Grabsteine_ (meist
+Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493). _Bronzeplatte_ mit Inschr. und
+Wappen (Hauschild von Hirschau).
+
+*Schloß,* Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche Renss.Laube
+1545.
+
+_ERLAU._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger
+Durchbildung. Das 4flügelige _Altarwerk_ (aus der Rochlitzer
+Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A. 16. Jh.
+
+_ERMLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus; keine Apsis.
+
+_ERMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Stadt-K.*, gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger rom.
+OTürme. — _Grabst_. 1561, 1602.
+
+_ERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar.
+
+_ESCHDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. _Sakramentsnische_ 1524.
+Gemaltes _Altarwerk_ bez. 1588. C G (_Christoph Grohmann?_).
+
+_ESCHEFELD._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. — Spgot. _Altarwerk_
+mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln. _Glocken_ 14. Jh.
+
+_ESCHENSTRUTH._ Kr Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau erhalten, am
+besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang ins Schiff. Im Fenster des
+schon ursp. rck. Chores kleines spgot. _Glasgemälde_.
+
+_ESCHWEGE._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Markt-K. S. Dionys.* Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. —
+Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte rund mit 4 Diensten,
+nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher
+als die Scheidbgg. WTurm einspringend.
+
+*Neustädter S. Katharinen-K*. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, Turm 1374 mit
+neugot. Aufbau. — Hallenkirche von 4 Jochen, Schafte rund mit 4 Diensten
+und Laubkaptt., welche sich auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. —
+_Kanzel_ 1589 mit 3 Reliefs.
+
+*S. Nicolaus-Turm*. 1455, Zopfdach.
+
+*Schwarzer Turm*. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei.
+Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. Fenstern.
+
+*Hospitals-K. S. Elisabeth*. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die südl.
+Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.
+
+*Schloß*. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen.
+
+*Ballhaus*. 1578.
+
+_ESPENFELD._ Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.
+
+*Dorf-K.* OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.
+
+_ESPERSTADT._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und vermauerter
+Rundbogentür. Umbau 1612.
+
+_ESSELBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. — _Holzfig_. St.
+Barbara aus _Riemenschneiders Werkstätte_. — Spgot. _Glocken_.
+
+_ESSFELD._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm, 13. Jh., bar.
+Haubendach.
+
+_ESTENFELD._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. Bar. Portal 1690.
+Stuckdecke um 1720. — _Hochaltar_ E. 18. Jh. mit Gemälde von _Bolsterer_
+1708. Reiche _Kanzel_ von _J. G. Moritz_ 1753. _Marienstatue_, Holz, 1. H.
+14. Jh.
+
+*Hof des Karthäuserklst*. Engelgarten 1668. — An den Straßen der nächsten
+Umgebung zahlreiche (9) _Bildstöcke_.
+
+_ETTENHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706.
+
+_ETTERSBURG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+In der modernen *K.* _Doppelgrabstein_ des Ludwig von Blankenhain und
+seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte aus der Klosterkirche Oberweimar
+hierher verschleppt sein).
+
+*Schloß* ganz einfach.
+
+_ETTLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* A. 18. Jh.
+
+*Dorf-Brunnen*. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen mit Kuppel.
+
+_ETWASHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Kirche*. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke _Balthasar Neumanns._
+Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm; das Mittel in den Winkeln durch
+Kreissegmente erweitert; nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4
+Paar gekuppelter dorischer Säulen, durch einen Durchgang von der Wand
+getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche voll perspektivischen
+Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. Die Kuppel ganz flach und durch
+Stichkappen von den Kreuzarmen her zerschnitten. Nicht glücklich, wie
+öfters bei Neumann, die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm,
+neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen.
+
+_EUERBACH._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Kath. Dorf-K*. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.
+
+*Prot. Dorf-K*. Chor und Turm spgot. Verschiedene _Renss.-Epitaphe_.
+
+*Schloß* um 1600.
+
+_EUERDORF._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Dorf-K.* Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 stark erneuert.
+Reste von spgot. _Altarplastik_ in der Richtung _Riemenschneiders_; der
+Salvator ähnlich dem in Bibelried.
+
+_EUERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung. Der
+isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, umgebaut E. 16.
+Jh., Juliuswappen. — _Glocke_ 13.-14. Jh.
+
+_EUSSENHAUSEN._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am Turm eingemauert
+interessante frgot. sitzende _Madonna_ (stark beschädigt). Hinter dem
+Hochaltar Reste von _Wandmalereien_ aus 1. H. 15. Jh.
+
+_EUSSENHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. — _Pietas_ um 1500. — Vor der K.
+großer, reicher steinerner _Prozessionsaltar_ A. 17. Jh. *Kellerei*.
+Charaktervoller Bau von 1638.
+
+_EYBA._ Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.*, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.
+
+*Edelhof* der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen dieser Art aus
+dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).
+
+_EYERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit WTurm. Elegante
+gleichzeitige Einrichtung. _Deckenbild_ (Huldigung der hl. 3 Könige) von
+_Gg. Anton Urlaub_ 1753 (1909 restaur.).
+
+_EYRICHSHOF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Schloß* (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und 1883), 2flügelig
+mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt sich ein Rokokoflügel (um 1730)
+an. Inmitten eines prächtigen Parkes. — Bmkw. _Einrichtung_: besonders
+gute _Renss. Schränke_ (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische
+_Porzellansammlung_.
+
+*Schloßkap.* Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. — Zinnerne
+_Taufschüssel_, schön sprenss.
+
+
+
+
+_F_
+
+
+_FAHR._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Auf dem Friedhof bmkw. *Kreuzigungsgruppe*, Sandstein, 3/4 lebensgroß,
+ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben (wie das bei handwerklichen
+Arbeiten oft vorkommt) auf der Stilstufe von 1400.
+
+_FÄHRBRÜCK._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt*. 1686-98. Kraftvoller Bar. Bau in der
+Richtung _Petrinis_, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., gute Außenarchitektur.
+Turm im NO. _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit. _Blatt_ des Hochaltars
+von _O. Onghers_ 1695. Große _Madonna_, Holz, von _P. Wagner_ 1798.
+
+_FALKEN._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+*Dorf-K.* Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor frgot. [Eine
+rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.]
+
+Das *»Schlößchen«* von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches
+Gerichtshaus.
+
+_FALKENBERG._ RB Cassel Kr. Homburg.
+
+*Burgruine*. War 1250 schon vorhanden.
+
+_FALKENHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage. — 6 _Grabmäler_ 1579-1725.
+
+*Herrenhaus*. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.
+
+_FALKENSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Schloß*. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen aus 16.
+Jh.
+
+_FAMBACH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Dorf-K.* Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im spgot. Langhaus
+Emporen und bemalte Decke. 1778. — _Kanzel und Altar_ 1617, 1623, Holz, in
+guter SpRenss.
+
+FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Dorf-K.* 1667. Gute _Schnitzbilder_
+von ehemaligen Altären um 1508.
+
+_FASANERIE._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Jagdschloß* des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im
+klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales und einzelner
+Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Wände geklebten allegorischen
+Bildern, auch einzelnen charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit,
+großenteils unversehrt erhalten.
+
+_FECHENBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* erb. 1732. Am _Pfarrhof_ Sandsteinfig. der Madonna um 1400.
+
+*Burgruine Kollenburg*. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit
+älteren Resten, an der SSeite des Palas rom.
+
+_FECHHEIM._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht
+zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von 1702.
+— 3teiliges _Altargemälde_ bez. 1480, sehr rest. — Befestigter _Kirchhof_
+
+_FEILITSCH._ OFranken BA Hof.
+
+*Schloß* 1747.
+
+_FELDECK_ siehe Dietlas.
+
+_FELSBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Stadt-K.* Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor.
+
+*Kirchhofs-Kap.* Rom. und spgot.
+
+*Burgruine* mit hohem Rund-Turm.
+
+_FILKE._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Mauerschedel.* Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung.
+Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom.
+
+_FINDELBERG._ UFranken B A Königshofen.
+
+*Wallfahrts-K.* 1570, 1672, 1780.
+
+_FISCHBACH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Schloß*. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle von 1756 mit
+hübscher Außengliederung.
+
+_FLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Stadt-K.* Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M.
+18. Jh.
+
+*Rathaus* 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.
+
+Gut erhaltene *Stadtmauer* mit starken Türmen, interessant die auf den
+Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen.
+
+_FLEMMINGEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm;
+Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im _Tympanon_ 2
+Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit
+senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.
+
+_FLEMMINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
+Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. _Kanzelaltar_ 1739.
+
+_FLÖHA._ K. Sachsen AHauptstadt.
+
+*Stadt-K.* 1741 (rest. 1880). — Altar mit bmkw. Gemälden um 1525, verwandt
+dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.
+
+_FORCHHEIM._ K. Sachsen AH Marienberg.
+
+*Dorf-K.* 1719 von _George Bähr_ und _Fehre_, zentrale Anlage ähnlich der
+K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. —
+_Taufstein_ 1725, reiche, tüchtige Arbeit. Altar mit _Gemälde_ von
+_Butzäus_.
+
+*Schloß*. Einfacher Bau von 1558.
+
+_FORCHHEIM._ OFranken BAmtstadt.
+
+*Martins-K*. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift. — 3sch. Halle
+mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor
+Rippengwbb., die 1720 durch _J. Vogel_ aus Bamberg stuckiert wurden. Im S
+Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
+Haube von 1669. — _Hochaltar_ 1696 von _Neuner_, 1837 verändert;
+_Apostelaltar_ 18. Jh., Gemälde von _Oswald __ Onghers,_ Skulpturen von
+_Goldwitzer_. — An den Pfll. des Msch. 8 _Gemälde_ auf Holz in der
+Richtung _Wolgemuts_, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin;
+3 _Gemälde_ (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar. —
+_Skulpturen_. Im _Inneren_: Im Msch. und Chor 12 _Apostel_, Holz, aus E.
+15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des _Veit Stoß_
+zuzurechnen. In der Marien-Kap. _Pietas_, Holz, recht tüchtige Arbeit des
+frühen 16. Jh. _Derselbe_ Gegenstand in veränderter, dem Schönheitsideal
+des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar
+vom bambergischen Hofbildhauer _Kamm_ 1786. Sehr interessant das 8figurige
+Relief in Lindenholz mit dem _Abschied Christi von seiner Mutter_, nach
+1520 von einem guten, noch nicht näher festgestellten Nürnberger Künstler
+mit Erinnerungen an _Stoß_ und _Dürer_. _Epitaphe_ des Ph. v. Egloffstein
+1558 von _Peter Dell d. J._ in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von
+_Hans Werner_ in Bamberg. Am _Äußeren_: Neben dem WPortal Martin und
+Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14.
+Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh.
+im gewöhnlichen Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige
+Gewandung die Durchschnitts-Ölberge überragend.
+
+*Marien-Kap*. soll von _Otto v. Bamberg_ A. 12. Jh. erbaut sein; rom.
+Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit
+Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. _Skulpturen_. _Ölberg_ von Ton
+M. 15. Jh.
+
+*Spital-K*. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5
+_Tafelgemälde_ der Nürnberger Schule E. 15. Jh.
+
+*Franziskaner-K*. 1690.
+
+*Schloß*. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das
+an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischöfl.
+Bambergische Residenz hergestellt; noch öfters umgestaltet; 4geschossiger
+steinerner Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558.
+Stilgeschichtlich wichtige _Wandgemälde_ 1831 und 1907 freigelegt; nur die
+letzteren befriedigend rest. Rest eines größeren Zyklus um 1353 die 3
+Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung
+Mariä und Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich
+einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch böhmische
+Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger Stil des frühen 15.
+Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren auf König
+Wenzel (?) gedeutet wurden.
+
+*Rathaus*. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.
+
+*Katharinenspital*. Schöner Holzbau 1611.
+
+*Nürnberger Tor*. 1698.
+
+_FÖRDERGERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* Architekturlos; hübscher _Schnitzaltar_ mit Reliefflügeln um
+1510.
+
+_FRANKENBERG._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Stadt-K.* 1741. — *Herrenhaus*. 1553.
+
+_FRANKENBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Burgruine*. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der
+Bergfried aus sehr großen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst
+zusammenhanglose Trümmer. Zerst. 1448 und 1525.
+
+_FRANKENBERG._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Liebfrauen-K*. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. 1359. Gr. und
+System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die Ähnlichkeit der Anlage
+würde noch größer sein, wäre nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem
+ursp. Plan ausgeführt, dann aber breiter und höher fortgesetzt.
+Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. Ganze
+L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die
+runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig sehr stark. Das lockere
+Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von
+genau gleicher Scheitelhöhe, die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch.
+stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
+übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß mit 2
+Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im
+First höher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll.
+herumgekröpft. Einfach röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach
+abgewalmt, so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm steckt mit
+seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß erst das dritte (letzte)
+ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden und leicht zurückspringenden 4
+Giebeln, der mäßig hohe Helm 8seitig. — Hübsches _Wandtabernakel_ 2. H.
+14. Jh. — _Kanzel_ von Stein 1554. — _Balkenköpfe_ der ehemaligen Empore,
+meisterlich geschnitzt von _Phil. Soldan_ 1529.
+
+*Marien-Kap.* Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der südöstl.
+Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf
+normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmäßig
+zentralisierende Gestalt: der größere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks,
+ein 3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist
+der des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke Polygon.
+Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in jener schulgemäßen
+Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für jene Epoche das Höchste war. Demn
+Äußeren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und
+scheint auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern
+vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. _Altar_. Die Mensa getragen
+von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von
+feinster Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat
+der Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß
+3 Blendbgg. für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im
+dritten Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon
+einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter einer etwas
+pedantischen Hochgotik streng festgehalten.
+
+*Spital-K*. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die
+reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515.
+
+*Cisterc.-Nonnen-Klst*. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut.
+Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh.
+
+*Rathaus*. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau, die 2
+Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit Spitzdächern;
+trotz der dürftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau in der
+Gruppierung noch immer hübsch und lebendig.
+
+_FRANKENHAUSEN._ Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.
+
+*Oberkirche*. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten.
+— _Grabdenkmäler v. Biela_ 1773; Oberst _Mayer_ 1667 saubere, tüchtige
+Arbeit; andere wenigstens kostümgeschichtlich bmkw. _Werner_sches
+_Erbbegräbnis_ mit Eisengitter A. 18. Jh.
+
+*Unterkirche*. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse.
+Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf massiven Pfll. mit
+Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. — _Taufstein_ aus Marmor,
+_Altarleuchter_ und _Taufschale_, alles für diese Zeit und Gegend bmkw.
+gut gearbeitet. _Tafel_ mit den Porträts von Luther, Melanchthon und
+Johann dem Beständigen (Schule _Cranachs_).
+
+*Rathaus* 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den alten
+Bestand.)
+
+*Pfännerschafts-Haus*. Sitzungszimmer 1615.
+
+*Fürstl. Schloß*. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.
+
+*Wohnhaus* Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im Übergang von Got.
+zu Renss. Alte Decken.
+
+_FRANKENHAUSEN_ (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.
+
+*Kirche*. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle — An
+der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, _Jüngstes Gericht,_ um 1300.
+Darüber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk.
+
+_FRANKENSTEIN_ b. Salzungen Kr. Meiningen.
+
+Von der alten *Burg* nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige
+burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.
+
+_FRANKENTAL._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1587 und 1607. — Schönes _Altargerät_ E. 17. Jh., Dresdener
+Beschau. — _Grabdenkmäler_ 18. Jh.
+
+_FRAUENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Burgruine*. 1252.
+
+_FRAUENBREITUNGEN._ Sachs.-Mein. LA Meiningen.
+
+*Pfarr-K.* Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit spitzbg. Fenstern
+und Emporen, an deren Brüstungen 49 _Gemäldefelder_. Wertvoller
+_Flügelaltar_ bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem
+Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde nach der
+Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich — _Glocken_ 1616.
+
+*Edelhof* (v. Gleichen) renss., malerische Diele.
+
+Ehem. *Amtshaus* 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.
+
+*Gerichtslinde*. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen.
+
+_FRAUENHAYN._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Kirche*. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über dem Chor bmkw.
+got. Dachstuhl.
+
+_FRAUENHORST._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+
+*Dorf-K.* Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der
+OWand. — Spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_FRAUENPRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit
+polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit
+Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schöne
+Metallsärge.
+
+*Domänengebäude* mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
+Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig guter
+Bildung.
+
+_FRAUENROTH._ UFranken BA Kissingen.
+
+Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom.
+Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore
+ausgebrochen). — Ein kostbarer Schatz das _Grabmal_ des Minnesängers Otto
+v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) † 1266 und
+seiner Gemahlin Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen
+Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit der
+thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten Stücken in
+Reinhardtsbrunn und Erfurt künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von
+Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth
+verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter.
+
+_FRAUENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+Ehemalige *Cisterc.-Klst.-K*. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom.
+Kragstein mit Löwenkopf. — *Herrenhaus* 1632.
+
+_FRAUENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Stadt-K.* Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern erneuert.
+
+*Burgruine* aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614.
+
+*Schloß.* 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig zusammentoßend, durch
+stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan. Ordnung.
+
+_FRAUREUTH._ Reuß ä. L. LA Greiz.
+
+*Dorf-K.* 1733, groß, nüchtern.
+
+_FREIBERG._ K. Sachsen. A Hauptstadt.
+
+*Marien-K.* (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser
+Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. für den OBau
+vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige Gestaltung; ferner erhielt sich
+unversehrt die »goldene Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten
+WTürme setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher Zeit
+stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3 Schiffe
+von gleicher Breite, sehr schlanke kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven
+Flächen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach
+innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung um jeden
+Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene Emporenanlage hier zum
+ersten Mal.
+
+_Die goldene Pforte_. So genannt nach der ehemaligen Vergoldung einzelner
+Teile, die zum polychromen System gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur
+Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13.
+Jh. Dank langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten)
+spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. — Der
+Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte
+Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei
+grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die
+französisch-got., zusammentreffen. Die erste behält im künstlerischen
+Wollen die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die
+umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher Plastik. (Ein
+Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit dem Fürstenportal am Bamberger
+Dom; er kann nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen
+Detail manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der
+italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt
+und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die
+nur dem ersteren angehören kann, ganz einheitlich. Um den verlangten
+Reichtum voll entwickeln zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9
+Rücksprünge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der
+Bogenläufe(3) und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige
+Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an dem übrigens
+nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschied
+gegenüber dem franz.-got. Schema liegt darin, daß die Statuen (dort in
+dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und daß sie, was für das
+statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll.
+verwachsen sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen.
+Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung
+der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche Programm ist
+französisch; es drängt in ein einziges Portal zusammen, was an
+französischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. — Im Mittelpunkt
+der ganzen Komposition steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei
+Könige — Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande. Darüber, in der
+ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; von ihr, wie von Christus,
+werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die
+übrigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die
+äußerste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
+merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare
+Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der
+die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten
+am Gewände erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo,
+Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die Ecclesia. — Aus
+derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere Werke, sehr
+verstümmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten: zwei kleine
+_Bogenfelder_ und eine _Hochrelief-Platte_, aus den Umrissen Moses und die
+eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel gehörig (vgl.
+Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstörten rom. _Lettner_,
+der, nach Fragmenten zu urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war,
+stand die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte _Kolossalgruppe_
+der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. —
+_»Tulpenkanzel«_ um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung,
+künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität der
+aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer Blätterkelch mit den
+Halbfiguren der Kirchenväter, getragen von 4 ganz ins Lichte
+ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren Verschlingungen Engelskinder sich
+tummeln. Der Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste und
+Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht (etwa der
+Meister, der Predigt lauschend), höher auf dem mittleren Baumstamm ein
+jüngerer Mann (wohl der Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu
+stützen sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während auf
+der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. — _»Bergmannskanzel«_ 1638, die
+Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am
+Treppengeländer ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren
+zweier Bergleute. — Chor und Qsch. dienen als _Fürstengruft_. In der
+Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten Moritz, 1558-63. Eine für
+diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister
+aus vieler Herren Länder. Die Brüder _Gabriel_ und _Benedikt Thola_ aus
+Brescia zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte _Hans v.
+Dehn-Rothfelser_; der Hoftischler _Georg Fleischer_ schnitzte das Modell.
+Die eigentliche bildnerische Arbeit von _Anton von __ Zerroen_ aus
+Antwerpen. Der Guß von _Wolff Hilger_. Nicht klar die Rolle des Lübecker
+Goldschmiedes Wessel. Auf rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von
+gekuppelten toskan. Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12
+allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem Gebälk antike
+Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile, auf den Wandflächen
+Inschrifttafeln; Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als
+Krönung eine sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser,
+in weißem Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit
+dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen Profile
+und das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist
+nicht mehr als handwerklich. Früher umstanden das Monument die von Moritz
+in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von
+1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). — Der eigentliche Chor erhielt
+seine jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und
+Architekten _Nosseni_ aus Lugano; Guß der Figg. von _Carlo di Cesare_ aus
+Florenz. Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten
+eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte
+Sll., oben Pilaster. Sockel und Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen
+höchst nachdrücklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor,
+oben Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer und Frauen des
+kurfürstlichen Hauses überlebensgroß, vergoldete Bronze, tüchtige,
+lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen Reihe
+8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts, sehr
+manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix, dahinter Charitas und
+Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die großartige Fig. des
+Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des _Carlo di Cesare_ steht etwa
+zwischen _Jacopo Sansovino_ und _Giovanni da Bologna_, während _Nossenis_
+Bildnisfigg. mit _Leone Leoni_ zu vergleichen sind. Auf dem Fußboden des
+Chors messingne gravierte _Grabplatten_ von 28 Familienmitgliedern, von
+Heinrich dem Frommen † 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das
+_Grabmal der Kurfürstinnen Anna_ und _Wilhelmine_ aus Schloß Lichtenberg
+hierher versetzt, bez. _Balthasar __ Permoser_ 1703. — Im Schiff und in
+der Turmhalle viele _Epit_.; anderes in der St. Annakap. [Die ma.
+Ausstattung großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum und
+im Dresdener Altert.-Ver.]
+
+*Jakobi-K*. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und verbaut;
+um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. — _Altarwerk_ bez. _Bernhard
+Diterich_ 1610. — _Kanzel_ 1564, schöne Sandsteinarbeit. — _Taufstein_
+bez. 1555 H. W. (_Hans Walter_), glänzend reiche Komposition, am Fuß vier
+Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in
+Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei großes
+bar. Elfenbeinkruzifix, _Balth. Permoser_ zugeschrieben.
+
+*Nikolai-K*. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren
+Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung 1752. An der NSeite ein
+schöner rom. Kopf eingemauert. — Chor 1386.
+
+*Petri-K*. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« erhalten; sonst
+Neubau 1401 und 1728.
+
+*Thümerei* (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte Räume, im
+Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das Äußere
+wenig verändert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und
+Blumenmuster beschädigt.
+
+*Schloß Freudenstein*. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch _Hans
+Irmisch_, seit 1572 unter _Gf. Rochus v. Linar_. An der künstlerischen
+Ausstattung waren der Hofmaler _H. Göding_ und der Lütticher _H. Schröer_
+beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militärmagazin.
+
+*Rathaus*. 1410, nach Brand 1471 verändert.
+
+*Kaufhaus*. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer
+Ornamentik. Trinkstube 1545.
+
+*Bürgerhäuser*. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10;
+Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum
+1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus;
+Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553;
+ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schöner
+Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.
+
+*Museen*: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.
+
+Südl. vor der Stadt die drei *Kreuze*, die Körper jetzt im Alt.-V.
+Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.
+
+FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. *Stadt-K. U. L. F.* etwa
+1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht groß
+(ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit
+Vierungs-Turm und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der (im
+ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von
+nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um
+1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die
+Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom.
+Nebenapsiden, in der Außenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen.
+Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen
+den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenförmigen
+Öffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß), im
+Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das
+Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der
+Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries
+des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten des Lhs.
+seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger
+OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie dürfen unter die vornehmsten
+Architekturbilder, die Thüringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im
+Einzelnen bemerke man, daß vom STurm die Fenster des ersten
+Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also
+nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren. Zwischen
+den Türmen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3
+Seiten offen. — Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom.
+_Tympanon_, Maria zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen,
+parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind,
+Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. _Schnitzaltar_. Im Altarhaus
+bmkw. _Tafel_ mit h. Sippe. _Taufstein_ mit Puttenfries um 1600 (vgl.
+Markrölitz). Zahlreiche _Bildnisgrabsteine_, bmkw. das des Ritters v.
+Taubenheim 1536 in frührenss. Umrahmung.
+
+*Rathaus*, got. Steinbau, oft verändert.
+
+*Schloß Neuenburg*. Einst die stärkste und nächst der Wartburg wohl
+glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck nüchtern, fast
+kasernenmäßig; schon Kurfürst August 1552 und die Herzöge von
+Sachsen-Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der
+erste Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige
+Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich
+erhalten hat, ist eine _Doppelkapelle_, die zum Besten und Bezeichnendsten
+gehört, was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben
+ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse — das
+untere für das Gesinde, das obere für die Herrschaft — durch eine (1856 in
+historisch unmöglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel
+kleinerer als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere
+östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung durch das alte
+Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhältnissen,
+4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4
+schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelstütze; die Quergurte in
+Zackenbgg. aufgelöst (morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und
+Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
+gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender, die Form fast frei
+vom Grunde lösender Technik (jetzt in verständnislos greller Bemalung und
+Vergoldung). Zu beachten ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got.
+Stil nach der formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. — Von
+einigem Interesse der _Fürstensaal_ von 1552 und das sog. _Königin
+Luisenzimmer_ in gutem Zopfgeschmack.
+
+_FREIENFELS._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Kirche*. 1700. — *Schloß*. 1690.
+
+_FREIENHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* Sandsteinquaderbau 1777.
+
+_FREMDISWALDE._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.
+
+_FRENSDORF._ OFranken BA Bamberg II.
+
+*Pfarr-K.* 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen späterer
+Zeit fehlen.
+
+*Pfarrhaus*. Von _G. Bonalino_, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg und
+der Ehrenburg in Coburg.
+
+_FREYBURG_ siehe Freiburg a. Unstrut.
+
+_FRICKENDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+Elegante 3jochige *Brücke* über die Baunach um 1750 mit rok. Brückenfigg.
+
+_FRICKENHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur
+aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberührter
+Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck
+zwischen Mainufer und Weinbergen, einzige Hauptstraße dem Fluß parallel;
+in der Mitte zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein
+drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten.
+
+*Pfarr-K.* Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher Flachdecke).
+4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als
+Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss.
+Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit spgot.
+Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) tangiert den Chor des 17.
+Jh. — _Hochaltar_ 1617, Holz, hoher vielgliedriger Etagenbau mit
+zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel.
+_Seitenaltäre_: nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor
+um 1730 mit Gemälde von _J. M. Wolcker_. Am Chorbg. großes _Kruzifix_ 17.
+Jh., interessant ein _Sebastian_ aus M. 16. Jh. — 13 _Grabsteine_ und
+_Epitaphe_ der Renss. — Außen _Ölberg_ A. 16. Jh., einer der besseren;
+nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.
+
+*Rathaus*. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot.
+Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte bar. _Mariensäule_ bez.
+1710.
+
+*Knabenschule* (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. — Domkapitelscher
+*Kellerei* 1475 (mit hübscher Kelter von 1753) und mehrere stattliche
+_Wohnhäuser_ des Barock. — Zahlreiche herrenmäßige *Häuser* aus 16. und
+17. Jh. und vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte
+*Ringmauer*.
+
+_FRIEDERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Dorf-K*. Ursp. rom., sehr verbaut. — Großer spgot. _Schnitzaltar_ mit
+Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem Leipziger Meister, der sich
+auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet.
+
+_FRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Schloß.* Neubau 1887. Lange Reihe von _Bildnissen_ der Familie von
+Oppell, 1563 bis A. 19. Jh.
+
+_FRIEDEWALD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+*Schloßruine*. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken runden
+Ecktürmen.
+
+_FRIEDRICHRODA._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* Turm 1538, sonst 1770.
+
+_FRIEDRICHSWALDE._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* 1sch. spgot., renov. 1566. — Der _Schnitzaltar_ gehört zu den
+wertvolleren aus A. 16. Jh.
+
+_FRIEDRICHSWERTH._ Sachs.-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Schloß*. 1680-89 von _Jeremias Tütleb_ für Friedrich I.,
+Trikliniengrundriß. Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle
+mit üppiger _Stuckdecke_.
+
+_FRIESAU._ Reuß ä. L. LA Burgk.
+
+*Dorf-K.* Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. — Tüchtiger
+_Schnitzaltar_ bez. 1446. Etwas jünger ein zweiter. — Schöner _Kelch_ bez.
+1509.
+
+_FRIESENHAUSEN._ UFranken Kr. Hofheim.
+
+*Kath. Pfarr-K*. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn Fuchs v.
+Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche
+Stuckdekoration. Außen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte
+Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die
+Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe verwandt den
+Würzburger Bauten _Jos. Greisings_. — _Marmoraltäre_ aus der
+Erbauungszeit. _Orgelgehäuse_ um 1750. Großes _Ölgemälde_ bez. _J. M.
+Bolster_ 1707. _Kelch_ 1467; anderes bar. und rok.
+
+*Ev. Pfarr-K.* 1521, einfach spgot. _Epitaphe_ v. Ostheim 1515, 1573.
+
+*Schloß*. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in
+guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke vor dem Eingangstor (bez. 1700)
+flankieren 2 lebensgroße steinerne Turnierritter. Schönes äußeres
+Gittertor um 1730.
+
+_FRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.
+
+*Dorf-K.* Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. — Ikon.
+_Grabstein_ 1605.
+
+_FRITZLAR._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Stifts-K. S. Peter.*. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand
+1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile
+des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von
+der um 1100 errichteten größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden
+kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
+Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau im 1.
+Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche Rolle
+die bei der Erstürmung der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna
+gravia» gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht mehr
+wesentlich verändert.
+
+_Krypta_. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum in 3 Sch. zu 6 Jochen,
+grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und
+steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende
+zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. — Die nördl.
+Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem
+Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K. gedeutet; der vordere
+Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der
+Hauptkrypta gleichzeitig. — Die Nebenräume der SSeite bilden die untere
+Sakristei und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«).
+
+_Oberkirche_. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne
+größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken
+verstärkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in
+3 Doppeljoche nicht regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites
+überquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
+Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach abgetreppten
+Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull. Arkaden-Öffnungen
+unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefaßt,
+Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur
+Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7
+m über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den
+Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus gequetschtem Pfühl und
+hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom
+behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). —
+Das südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. — Die schlanken WDoppeltürme in 6
+Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit Lisenen und Bgfriesen
+gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten, jederseits mit 2
+Doppelarkaden geöffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des
+Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende
+Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden geöffnet, 12. Jh.
+Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche tief, links von der rundbg.
+Mittelöffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch.
+Obergeschoß: 18. Jh. — Die Langseiten klar und zierlich mit fein
+profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel
+aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. — Reiche
+bar. _Altarausstattung_ E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. _Pfarraltar_ 1724.
+Daneben das turmartige _Sakramentshaus_ aus 2. H. 15. Jh. Lettner
+abgebrochen. Reste von spgot. _Schnitzaltären_ unbedeutend. Verstümmelter
+_Celebrantenstuhl_ 14. Jh. _Kanzel_ 1696. Etwa gleichzeitig das _Gestühl_
+im Sch. mit geschnitzten Wangen. — In der Krypta schlichte got. _Tumba_
+des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule sein Bild, sitzend,
+Hochrelief.
+
+Die _Stiftsgebäude_ bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der große
+8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Wände mit Fenstern. Im
+Obergeschoß des Ost-Flügels »Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler
+Wanddekoration. Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes
+_Hochrelief des hl. Petrus_, sitzend, wohl spätestes 12. Jh.
+
+_Grabdenkmäler_. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten (M. 14. Jh.) in
+der Falkenberger Kap. Was aus späteren Zeiten stammt, ist durchweg von
+geringer Qualität.
+
+_Schatzkammer_. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. Altarkreuz um 1000,
+dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der
+Rückseite und Fuß um 1200. — Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel,
+braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß und Nodus
+um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. Scheibenform, in
+Elfenbein geschnitzt.
+
+*Evang. Pfarr-K.* (ehem. *Minoriten*). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
+aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schluß.
+
+*Ursulinerinnen-K*. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh.
+
+*Frauenmünster-K*. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.
+
+*Rathaus*. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau im 19. Jh.
+gänzlich entwertet.
+
+*Hochzeitshaus*. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes
+Erdgeschoß.
+
+*Wohnhäuser*. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere
+Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner spgot. Kamin.
+
+*Marktbrunnen* mit Rittersäule 1564.
+
+*Ringmauern* und *Tore,* ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte
+*Warttürme,* schlecht erhalten.
+
+_FROHBURG._ K. Sachsen AH. Borna.
+
+*Stadt-K.* Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. — Ikon.
+_Grabplatten_ 1555, 1668.
+
+*Schloß*. Starker schlichter Bau von 1544.
+
+_FRÖHSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. — Am Chorbg.
+_Reliefbrustbild_ in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Haßberg.
+Bedeutendes _Grabmal_ des Ernst v. Crailsheim † 1569; auf einfachem
+Sockelbau knien vor dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen,
+wuchtige, tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
+Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das Ganze gehört zu
+den besten Kompositionen der in der Regel zu wüster Überladung neigenden
+Zeit.
+
+Crailsheimsches *Schloß,* einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktürmen,
+sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh.
+
+_FRONHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus stehende
+Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt.
+Spgot. Um- und Zubauten.
+
+*Steinhaus* (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.
+
+_FUCHSSTADT._ UFranken. BA Hammelburg.
+
+*Pfarr-K.* Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann _J. M. Fischer_.
+Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die
+_Stuckmarmoraltäre_ und Stuckaturen von _Materno Bossi_. Der gediegene Bau
+durch moderne Rest. stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh.
+
+_FULDA._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Dom*. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819;
+Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Brände und Restaurationen ließen
+angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unverändert, bis 1704
+bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch _Joh. Dientzenhofer_ aus
+Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. —
+Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der
+Epoche zuzuzählen ist. Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an
+die Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im
+Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, daß
+die Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen
+gegliederten Pfeiler liegen, sondern daß sich zwischen ihnen ein
+wirklicher Durchgang in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr
+nachdrücklich behandelte Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere
+eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl)
+entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelräume; diesen (2
+an der Zahl) schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So
+begleitet den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus
+des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr hellen Raum unter der
+Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor
+fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen
+Altarbauten des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und der
+Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen den Mönchschor,
+woraus sich prächtige malerische Blicke ergeben. Die Formengebung ist
+nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten _Dientzenhofers_, die
+Färbung weiß und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. Die
+alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch den Umbau
+stimmungslos geworden. — Nicht ganz so gut geraten ist das Äußere, zumal
+in den Seitenansichten. Übrigens solide Quadertechnik. Das System der
+römischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. In
+den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren Wendeltreppen
+erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die Schrägansicht von der
+Schloßterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift;
+seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte
+Kapp. — Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) großenteils
+schon 1668. — Im Innern der K. einige nicht bedeutende _Skulpturen_ aus
+der alten K., darunter (rechts vom Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in
+eine karolingische Sl. gemeißelt. — Annexe der alten Klosterk. waren im O
+eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies
+verbunden, im N die noch vorhandene:
+
+*S. Michaelis-K.* Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes der Mönche.
+Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unverändert gelassen. Die
+Anlage gibt den am meisten gebräuchlichen Typus altchristlicher
+Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5,
+Mauerstärke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
+verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden Mauerzylinder, ursp.
+mit Steinkuppel. Im O für den Altar eine kleine 1/2runde, außen rck.
+Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der
+Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und
+Mittelraum durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring
+getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit
+einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest
+jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unverändert bestehende
+karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung
+eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche gab man
+1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites Geschoß; beide
+Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz
+gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem
+Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des 17. und 18. Jh. bei
+der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem Detail vorhanden ist, gehört
+zum größten Teil der rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des
+Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt.
+Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der Lagerfugen.
+
+*Stadt-K.* 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung ähnlich Neumanns
+Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok.,
+jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der
+nördl. got. 1447. — Fresken von Herlein.
+
+*Klst. Frauenberg* (Franziskaner) 18. Jh.
+
+*Nonnen-Klst.-K*. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der
+merkwürdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr
+verstärkt hat, so hätte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten.
+Großer 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
+Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Außenbau
+Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.
+
+*Hl. Geist-K. u. Spital*. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2
+Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.
+
+*Abtsburg (Schloß)*. 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt.
+Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flügel der tiefen
+triklinienförmigen Anlage von _Andrea Gallasini_. Hauptstück des Inneren
+der Kaisersaal von _F. J. __ Stengel_, die mächtigen Hermen, welche die
+Decke tragen, von _D.F. Humbach_. Die bedeutende (heute entstellte)
+Gartenanlage nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters _M. v. Welsch_
+ausgeführt von _Stengel_ 1722. Das Orangeriegebäude eines der besten
+seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen von _Andreas Schwartzmann_ (?),
+Deckengemälde von _E. Wohlhaupter_. — In der Umgebung des Schlosses noch
+mehrere einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des
+geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: _Priesterseminar_, _H.
+Geistspital_, _Alte Universität_, 3flügelige Anlage des 18. Jh. mit
+stuckiertem Prunksaal von _Gallasini_, _Landesbibliothek_ 1771-78, mit
+schön und zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal.
+
+*Stadtbefestigung* aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. _Haartor_ 16. Jh.
+Das monumentale _Paulustor_ 1711, 1771 versetzt. Auf den Höhen der
+Umgebung mehrere Warttürme.
+
+
+
+
+_G_
+
+
+_GAIBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Dorf-K.* 1740 nach Plänen von _Balth. Neumann_ von einem Maurermeister
+aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriß elliptisch,
+ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe
+pikante Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. Für
+Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie des Haubenhelmes.
+Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw.
+Orgelgehäuse.
+
+*Kreuz-Kapelle* im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der
+_Dientzenhofer_. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, innen quadr.
+Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel über toskan.
+Pilastern. — Altäre spbar., gut in den Raum komponiert.
+
+*Schloß*. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn
+als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen über mächtigen
+Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fürstbischof
+Lothar Franz von Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister
+_Johann Leonhard Dientzenhofer_ umgebaut, vielleicht nur Ausführung von
+Plänen des Mainzers _M. v. Welsch_. Besonders beachtenswert die
+Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern
+aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im
+Charakter nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire
+und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoß ein typischer
+Repräsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen
+Münchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europäischem
+Porzellan.
+
+_GAMIG._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß*. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront 16. Jh., sonst 18.
+und 19.
+
+*Kapelle* aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige
+Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren
+Quadraten an den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige
+Sterngwbb. Äußeres modernisiert. In der Betstube schöner _Grabstein_ des
+Hans v. Carlowitz † 1578.
+
+_GANGLOFFSÖMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Weißensee.
+
+*Dorf-K.* Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K. vermuten. Aus
+rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben Weise wie es an den WTürmen
+Niedersachsens gewöhnlich ist, aus querhausartigem Unterbau erheben und
+eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. platt
+geschlossener Chor. — Sch. 1785. — Spgot. _Schnitzaltar_.
+_Sakramentshaus_.
+
+_GÄNHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw.
+Rest eines _Steinaltars_, die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung _M.
+Kerns_.
+
+*Schulhaus* 1614.
+
+_GARSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorfkirche*. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.
+
+_GÄRTENROTH._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes _Wandgrab_ für M. A. v.
+Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein.
+
+_GATTERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Klauskirche* S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen
+intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem türlosem Turm.
+
+_GAUASCHACH._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1786 von _A. S. Fischer_ in Würzburg, in der Anlage den
+Landkirchen Neumanns folgend. _Deckenstuckatur_, _Altäre_ und
+reliefgeschmückte _Kanzel_ gut klassizistisch.
+
+_GAUERSTADT._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Pfarr-K.* Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr.
+turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung.
+
+_GAUKÖNIGSHOFEN._ UFranken B A Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1724-30 (nach Entwurf von _B. Neumann_??). Reiches und
+vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen
+Anklängen, recht gut. _Deckengemälde_ bez. _J. A. Urlaub_ 1777. Vornehmer
+_Hochaltar_ in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, _Seitenaltäre_ und
+_Kanzel_ um 1750.
+
+*Schlößchen* der Rosenbach rok. — Am Haus no 33 _Steinrelief_ des
+Marientodes, gute Arbeit um 1450. — Zahlreiche _Bildstöcke_.
+
+_GAUSSIG._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Schloß.* Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in
+palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere
+Gemäldesammlung.
+
+_GAUTZSCH._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des protestantischen
+Kirchenbaues gerechnet. — _Büste_ des _Grafen E. Ch. v. Manteuffel_, dem
+_Andreas Schlüter_ nahestehend.
+
+_GEFELL._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Dorf-K.* Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm.
+
+_GEFREES._ OFranken BA Berneck.
+
+*Pfarr-K.* got., »reich geschnitzter« Altar.
+
+_GEHREN._ Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.
+
+*Stadt-K.* neu. _Grabst_. des Herrn v. Bernstedt 1597. —
+
+*Schloß,* schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen Schloß
+Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.
+
+_GEILSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Schloß.* 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut; reiche
+Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Großen Garten; in
+Verfall.
+
+_GEISA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Stadt-K.* Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit
+Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. — Got. _Taufstein_. _Opferstock_ 1517.
+_Kanzel_ A. 18. Jh. — W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes
+got. Portal bez. 1497.
+
+*Gangolfs-Kap*. mit _Außenkanzel_ in reicher Renss. Zahlreiche
+_Grabsteine_ 16. Jh. 2 _Schnitzfigg_., Reste eines Altars um 1490-1500.
+
+*Ringmauern* aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen; der große
+Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert.
+Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten *Schöffenstuhls*.
+
+Einfaches *Schloß* (Fürstabt von Fulda) 1719.
+
+GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. *Stadt-K.* 1484-1513, umgebaut
+1689. Rck. mit Schluß aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses
+Maßwerk. _Schnitzaltar_ und _Kruzifix_ E. 15. Jh.
+
+*Kaufhaus* 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß.
+
+_GEISLEDEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz
+bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. Der große, gut
+komponierte _Hauptaltar_ im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. _Taufstein_.
+
+_GEISMAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Großenteils neu. — _Hauptaltar_ um 1700. Linker
+Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar
+des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter _Seitenaltar_
+Schnitzwerk um 1500, Qualität gering. _Kanzel_ 17. Jh.
+
+_GEISMAR._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen
+Klst. Teistenburg.
+
+_GEISSEN._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage, verunstaltet. — _Kanzelbau_ hinter dem Altar um
+1750. _Schnitzaltar_ um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz.
+(Erfurter Ausstellung 1903.)
+
+_GEITHAIN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Stadt-K.* Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten sprom.
+Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rücksprüngen, in die
+Kanten eingelegt Viertelssäulen. Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus
+spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen höher
+als diese empor. — 1593 im Msch. flache Felderdecke mit umfänglichen
+_Malereien_ nach evangelischem Programm. Aus gleicher Zeit der _Altarbau_
+von _Michael Grünberger_ in Freiberg und die _Kanzel_ von _Peter Basler_
+ebenfalls in Freiberg. _Glocken_ 14. Jh.
+
+_GELCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Spgot. Anlage in bar. Umbau. — _Grabstein_ mit Familienrelief
+1593.
+
+*Joh. Nepomuk-Kap*. 1754. — Statue des _gegeißelten Heilands_ unter
+prächtigem Baldachinbau.
+
+*Rathaus*. Tüchtiger Fachwerkbau 1666.
+
+Deutschherrische *Wasserburg,* im Bauernkrieg zerstört, bescheiden whgest.
+
+_GELDERSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und die Kreuzrippengwbb.
+der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen verwandt der
+Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca.
+1760-70.
+
+_GELENAU._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Dorf-K.* 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. _Altarwerk_ 1724.
+_Taufstein_ vortreffliche Arbeit des _Andreas __ Lorentz_ 1581. Von
+demselben die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne
+_Kanzel_. Großes _Epitaph_ (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg,
+lebhaft an die Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von _A.
+Lorentz_.
+
+_GELLERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714 von _A.
+Brückner_ aus Schweinfurt. WTurm 1557.
+
+_GELNHAUSEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Marien-K.* Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und Chor
+gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus den 3 ersten
+Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer älteren Anlage
+eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der
+OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K. sichtbar). Der
+Turm schließt mit Rhombendach. — Gegen 1220 Neubau als flachgedeckte
+Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glänzender romanisierender
+Frühgotik durch Meister _Heinrich Vingerhut_ (wofern man die betr.
+Inschrift an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als
+Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze
+Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere Hälfte der
+Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg.,
+weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchöre grätig. Die
+Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot.
+berührt, aber unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht
+voraussetzend. Der zweite Meister (_Vingerhut_) war am Mittelrhein und in
+Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu
+verschmelzen verstand, erwarb er sich großen Beifall und wurde für die
+Vermittlung der frühen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den
+Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors und die den
+Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel mit Zentral-Turm. Im übrigen
+gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W
+nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll. Die
+Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten die reichen
+französischen Profile der Vierungsbgg. und an den Eckdiensten die
+diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts
+durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten
+ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit — gemeinsame
+burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig in der Vierungskuppel die
+dekorative Verwertung der Rippen; um den großen ringförmigen mit
+Blattkranz geschmückten Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8
+Winden; die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. — An die Wände des
+Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore vorgeblendet; die
+Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie hat über der Arkatur schlanke
+spitzbg. Fenster und über diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte
+Öffnungen. Die Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von
+der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von
+einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen
+durchbrochen sind. Sind auch die Mauermassen tatsächlich erst wenig
+aufgelöst, so herrscht doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen
+dem Gotischen verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil
+auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich umbildet, zurückgeht: die
+Notre-Dame in Dijon. Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom.
+und frgot., konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive
+nebeneinander, immer in lebensvoller und technisch meisterhafter
+Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche in Deutschland
+hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal
+(3/6) in den Vierungsraum vorspringenden Lettner.
+
+_Äußeres_. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem
+Gr. entwickelt sich eine höchst belebte Massengliederung. Jede der 5
+Polyg. Seiten des Chors schließt mit einem kleinen Giebel, darüber ein
+spitziges 8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den
+Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh. zu
+gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt. In
+der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch er
+8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend groß die Zahl der Türen. An den
+Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich
+ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch prächtigere
+Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die keineswegs große K.
+schließlich 5 Portale hat. — Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die
+Obergeschosse der Sschiffe 1446. _Innere Ausstattung_. _Hochaltar_; Mensa
+13. Jh., Schrein bez. 1500 _Nikolaus Schit_. Madonna mit 4 Heiligen,
+lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über dem Schrein reiche
+Krönung mit dem Schmerzensmann. — Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend,
+die _Seitenaltäre_. — Der hl. _Kreuzaltar_ (Laien-A.) am Lettner kann
+ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen zum
+Jubeljahr 1500. — Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schönes frgot.
+_Weihwasserbecken_. — Ein hohes _Chorgestühl_ 2. H. 14. Jh. — Von den
+zahlreichen, jetzt meist entfernten _Grabsteinen_ trugen nur wenige
+Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie
+stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet Entwurf
+in mäßiger Ausführung; eine andere gute Arbeit der Stein des Schultheißen
+Koch 1603; im südl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh.
+— _Glasmalerei_ der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn auch stark ergänzt.
+— Die oberen Blenden des Chorquadr. waren ausgemalt, 15. Jh., darunter
+Schicht des 13. Jh., sehr beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die
+letzte, hinsichtlich der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den
+Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat.
+
+_Skulpturen_. Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen Maria
+und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischöfe. Tympanon am südl.
+Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden
+Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung. Die
+Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende Rankenornament.
+— Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln
+_figürliche Reliefs_ (weit geringer) mit Totenerweckung und Hölle; die
+Statue Christi jetzt in der Sakristei.
+
+*Peters-K*. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf.
+Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, 3 Jochen im Lhs. Die
+OTeile um 1200-1220, in halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten
+das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des Lhs.
+darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen
+für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt
+vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen
+Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den
+Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen
+geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen stammendes
+prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das
+nördl. Seitenportal mit sitzender Fig. des _hl. Petrus_ vom ersten Meister
+(vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf Löwen, in der
+Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den Kaiserpalast erinnernd.
+
+*Hospital zum h. Geist*. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war eine kleine
+flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat
+gewölbt; 1893 fast ganz zerstört.
+
+[*S. Michaels-Kap*. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus, zuerst erwähnt
+1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu
+urteilen beste fr. Gotik in der Art der jüngsten Teile der Marienk.]
+
+[*Brücken-Kap*. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung wegen
+abgebrochen.]
+
+*Franziskaner-K*., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwähnung
+des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grätigem Kreuzgwbb. über
+1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstört. — Kreuzgang
+(jetzt Stall) E. 13. Jh. — Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh.
+errichtete größere K. 1826 abgebrochen.
+
+*Pfalz*. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch,
+erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der
+Zerstörung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858
+Erhaltungsarbeiten. — Angelegt als Wasserburg (vgl. Büdingen,
+Wächtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur
+in den Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon im 14.
+Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die
+relativ besterhaltene und künstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht
+die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen
+Eigenschaften Bau aus einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die
+Eingangshalle vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der
+schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon
+abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen
+OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die
+Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und
+Mörtelguß; Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. — Der
+quadr. _Bergfried_, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen
+der SMauer und der Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach
+dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine größere auf eine
+von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen;
+der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. — Das _Eingangstor_
+zeigt keine Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem
+(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene
+Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got.
+erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur
+im Elsaß nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf
+eingemauert, jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb.
+beraubte, ebenfalls 2sch. _Kapelle_. — Der _Palas_ lehnt sich an die
+nördl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit
+kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine
+Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse (außerdem eine
+noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie führte direkt
+in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines
+Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke
+trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der Tür sind die Ark.
+durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang
+und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher
+vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon
+jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehört zum
+formenschönsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht
+hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. — Am OEnde
+des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) von
+ungewisser Bestimmung gefunden.
+
+*Johanniterhof,* vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; kleines sehr
+herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die paarweise gestellten
+Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen für 14. Jh., der SGiebel mit
+Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.
+
+*Deutschordenshäuser*. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die
+landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen;
+14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus
+Renss.
+
+*Hof der Abtei Arnsberg*. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14.
+Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.
+
+*Hof der Abtei Haina*. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.
+
+*»Steitz«,* Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein
+Lavabo und andere interessante Einzelheiten.
+
+*Romanisches Rathaus,* spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus
+verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im
+Kleeblatt geschlossene Tür über einer vorgebauten Plattform und im dritten
+Geschoß 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze
+Ausdehnung des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten. Daß das Haus
+öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage
+kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus für die wahrscheinlichste.
+
+*Gotisches Rathaus,* wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für
+Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.
+
+*Fürstenhof,* langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der
+pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser
+Zeit einige gute Einzelheiten.
+
+*Wohnhäuser*. 4 _romanische_ mit mehr oder weniger bedeutenden Resten aus
+der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285
+[Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten
+Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. _Gotisch_: Bischofshof,
+jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Töpfergasse 69; Untermarkt
+443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle
+Steinhäuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264.
+
+_GEMÜNDEN._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm
+zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf älterer Grundlage.
+Das Äußere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen
+geschmückte Turm macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute
+Figur im Stadtbild. — Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E. 18. Jh.
+Glocken 14. Jh. und später. — An der äußeren OWand des Langhauses _Relief_
+Christus am Kreuz zwischen den Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und
+Soldaten, M. 15. Jh. An der Kirchenmauer das ehem. _Sakramentshäuschen_
+von 1488; ruinös.
+
+*Rathaus.* 1593. Giebel erneuert.
+
+*Rentamt*. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
+Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten.
+
+*Scherenburg*. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein
+großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige
+Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer hübsches Ortsbild.
+
+_GENSUNGEN._ RB Kassel Kr. Melsungen.
+
+*Dorf-K.* mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung.
+
+_GEORGENTHAL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+
+*Cisterc.-Klst.-K*. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen
+höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge. Nach den jüngsten Untersuchungen
+von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu unterscheiden: 1.
+Zugrunde liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema, am
+Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im Lhs. 10 Arkaden,
+Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll. Reste eines WPortals mit
+einfach abgetreppten Gewänden. Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des
+12. Jh. 2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden wurden
+niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß des Hauptchores.
+Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner
+äußeren Wand rck. Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit
+Umgang und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach Giesau nicht
+haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues unter Leitung eines
+Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte
+Detail. An der Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m
+Seitenlänge). — Von der großartigen Klosteranlage erhalten:
+
+*Klausur* auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen von Pfarrer
+Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem Gepräge,
+der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in
+Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich
+3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang vom
+Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke,
+Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil
+fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des
+Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Säulensäle, durch einen
+von N nach S laufenden schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung
+ungewiß, vielleicht _Abtshaus_. Ornamentierte Säulenschäfte mit
+Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. — _Kornhaus_, got. mit interessantem
+Maßwerkfenster. — In der Nähe rom. _Palas_ der Grafen v. Kefernburg,
+verbaut.
+
+_GEPUTZIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Herrenhaus* (v. Wallwitz) 1735 von _David Schatz_, einfach tüchtig.
+
+_GERA._ Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums.
+
+*Salvator-K*. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.
+
+*Trinitatis-K*. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got.
+Außenkanzel. — _Grabmal_ des Kanzlers Joh. v. Freiersleben † 1770, um
+einiges später ausgeführt, klassizistische Richtung. — Großes
+_Kreuzigungsrelief_ mit Stifter, 1630. — Auch von den _Denkmälern_ auf dem
+Kirchhof verdienen einige Beachtung.
+
+*Rathaus.* 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu
+Altenburg nachgebildet.
+
+*Regierung*. 1722.
+
+*Waisenhaus*. 1724, erneuert nach Brand 1780.
+
+*Stadtapotheke* mit renss. Erker.
+
+*Privathäuser* des 18. Jh.
+
+*Marktbrunnen* mit Simson, 1685.
+
+_GERA._ Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.
+
+*Dorf-K.* Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom.
+Einzelheiten. Hoher _Kanzelaltar_.
+
+_GERBERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß.
+
+_GERBRUNN._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. — _Kanzel_
+mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. — Hübsche _Holzfigg_. des Rok.
+
+_GERBSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Mansfeld.
+
+[*Nonnen-Klst.-K*. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb. bekannt, auch
+einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.]
+
+*Stadt-K.* Nüchternstes 18. Jh. — Großer interessanter _Schnitzaltar_ um
+oder vor M. 15. Jh. — *Rathaus* in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte
+rom. Lichtöffnung.
+
+_GEREUTH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Dorf-K.* um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In der
+Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben
+Zeit. *Schloß.* Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths
+3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter Außengliederung.
+
+_GERLACHSHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute _Ausstattung_,
+besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl von _Andreas Mayer_, Gemälde von
+_Dahlwein_. — An der Straße nach Sommerach reich skulptierter _Bildstock_
+1511, einer der schönsten in Unterfranken, ruinös.
+
+_GERMERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*K*. des ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst*. Gewölbte rom.
+Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher Flucht mit 3
+Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltürmig (wegen
+Baufälligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder aufgebaut).
+Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore,
+die von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System des Msch.
+nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt- und Schildbgg. auf;
+keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die
+Sschiffe abgebrochen. — Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit
+gurtenlosen Gwbb. — Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der
+Fachwerkarchitektur. — Am Außenbau ist nur die OAnsicht einigermaßen
+intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, sonst ungegliedert.
+*Klostergebäude*. Einige Reste mit rom. Fenstern in den Domänenhof
+eingebaut.
+
+_GERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst*. Jetzige *K*. 1778. *Scheune*. Großartiger
+Quaderbau in Hufeisenform 1672.
+
+_GEROLZHOFEN._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadtpfarr-K*. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479.
+Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefügt).
+Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei Türmen, deren Erdgeschosse sich
+als Kapellen gegen Chor und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler
+und gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
+Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg Strebepfeiler, z.
+T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus
+A. 16. Jh.). — Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg.
+_Holzkruzifix_ mit Naturstamm, _Riemenschneider_ nahestehend. Geschnitzte
+_Rosenkranzmadonna_ nachgot. Gruppe der _Taufe Christi_ vermutlich von
+_Peter Wagner_ um 1760. — Gutes _Ciborium_, würzburgisch um 1680.
+
+*Johannis-Kap*. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß 1sch. in
+3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe und reich gegliederte
+Fenster. Außen (W) einläufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar,
+_Riemenschneider_ zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. München.]
+
+*Friedhofs-Kap*. 1737. Altarbilder von _Chr. Urlaub_ (1745, 1748) und
+_Wolker_ (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.)
+stammt aus Klst. Ebrach.
+
+*Bezirksamtsgebäude*. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus, um 1614.
+
+*Rentamtsgebäude*. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus. Turm und
+Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs),
+Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh.
+
+*Spital*. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken.
+
+*Stadtbefestigung*. Interessant durch den doppelten Mauergürtel, Abstand
+stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht für die umliegenden
+Dörfer.
+
+_GERSDORF._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh., mit ma. Resten: _Sakramentshäuschen_, der Eingang von
+Engeln bewacht; _Altarfigg_.; vorzüglich ein lebensgroßer _Crucifixus_ A.
+16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener
+Altert.-Ver.
+
+_GERSFELD._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Kirche*. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. —
+_Grabsteine_ der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.
+
+*Friedhofs-Kap*. 1632, an den Emporen Malereien.
+
+*Schloß* (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.
+
+_GERSTUNGEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Kirche*. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in 3 Geschossen,
+um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen öffnet sich gegen das spgot.
+gewölbte Altarhaus, über welchem der 8eck. Turm. — Steinerne _Kanzel_
+1588. _Grabsteine_ (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.
+
+*Fachwerkhäuser*. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17. Jh.
+(jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke).
+
+_GESEES._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen;
+Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm in N. — _Hochaltar_ 1673,
+noch im Aufbau gotischer Flügelaltäre. Steinerne _Kanzel_ 1562. —
+Befestigter Friedhof.
+
+_GESTUNGSHAUSEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Pfarr-K.* A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
+anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich reich
+und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen
+Stuckornament kleine Gemäldefelder vom Coburger _J. Schuster_ 1714.
+3geschossige Empore bez. 1712. _Moseskanzel_ 1727. _Taufstein_ 1643. Um
+den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm.
+
+_GIEBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. — _Kanzel_ in strenger
+Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes _Epitaph_ einer Frau v. Zobel
+1606.
+
+*Schloß der Zobel,* whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage
+mit runden Ecktürmen.
+
+*Schloß der Geyer,* Ruine.
+
+_GIEBICHENSTEIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_. _Grabsteine_ 1474, 1560.
+
+*Burgruine* ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.
+
+_GIECH._ OFranken BA Bamberg.
+
+*Schloßruine* bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.
+
+_GIESEL._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Jagdschlößchen*, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle einer Burg
+des 16. Jh.
+
+_GIESSMANNSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Schloß* 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in der
+Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit
+durchlaufenden tosk. Pilastern. Über dem Dach schmälerer Oberbau in
+Fachwerk. Dachreiter. Einfluß böhmischer Schlösser.
+
+_GLASHÜTTE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Stadt-K.* 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgeführt —
+18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und 9Eckschluß. Kunstlos bemalte
+Felderdecke 1669. — Rest wertvoller _Altarmalerei_ aus derselben Zeit;
+ebenso die _Glasgemälde_ im Chor. — _Taufbecken_ aus Messing A. 16. Jh.,
+gestanzte Zeichnung der Verkündigung. — _Schöne Grabplatte_ des Pfarrers
+M. Kittel † 1639, bemalt, ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna.
+
+_GLASTEN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm mit 4
+gekuppelten Fenstern und Satteldach.
+
+_GLAUCHAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K.* 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15.
+Jh. — _Orgel_ 1730 von _Gottfr. Silbermann_.
+
+*Gottesacker-K*. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals schönen Reliefs.
+
+*Hinterglauchen*. Schönburgisches *Schloß*. Die Erscheinung wesentlich
+bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach
+behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze
+nach dem verbreiteten Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise
+gebildet sind.
+
+_GLAUSCHNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Herrenhaus* einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.
+
+_GLEINA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. _Fresken_. — Gute Typen
+von _Bauernhöfen_.
+
+_GLEISBERG._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor
+nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. — _Taufstein_ aus
+Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. — _Flügelaltar_ um 1510-20,
+bäurische Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der
+Außenflügel stehen höher.
+
+_GLEISENAU._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Prot. Dorf-K*. 1711. *Schloß-K*. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. —
+*Schloß* (Groß von Torckau) 1773.
+
+_GLEUSDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Schloß.* Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr
+malerisch zwischen Bäumen. — Innendecken mit _Muschelwerkstuck_ und
+eiserner Ofen von 1769.
+
+_GLOSSEN._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Schloß,* erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage,
+Formen einfach.
+
+_GNANDSTEIN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster) aus A. 16.
+Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in Stuck wie in Geithain. Gute
+_Steinkanzel_ mit Maßwerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern
+_Glasgemälde_ aus der Erbauungszeit. _Betstube_ mit reicher Sammlung von
+Wappen des sächsischen Adels. _Epitaph_ H. v. Einsiedel 1557 mit langem
+von Melanchthon verfaßtem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582,
+Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche
+Grabsteine mit lebensgroßen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung
+gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756.
+
+*Schloß* (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage
+langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend. Im innersten Hof
+freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig
+gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An
+einem zweiten größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit
+Einrichtung des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk.
+
+_GNÖTZHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel
+einer vornehm schlichten Landarchitektur. — 1sch. Lhs., quadr. Chor, WTurm
+(ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der SSeite. —
+Reizende _Sakramentsnische_ E. 15. Jh. Interessantes, leider verstümmeltes
+_Wandgrab_ des Konrad v. Rosenberg † 1596.
+
+_GOCHSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung,
+ins 14. Jh, hinaufreichend.
+
+*Rathaus.* Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612.
+
+_GÖDA._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh.
+einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. — Hübsche _Sandsteinkanzel_
+1514. Zahlreiche _Bildnissteine_ des 17. Jh., recht gut der des Heinrich
+v. Bünau 1605.
+
+_GÖDEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.*, 2 einfache rom. Tympana.
+
+_GÖHREN._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.*, kleine apsidenlose rom. Anlage. — _Schnitzaltar_ 1512.
+
+_GÖHRENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.
+
+_GOLDKRONACH._ OFranken BA Berneck.
+
+*Pfarr-K.* got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«.
+
+_GÖLLINGEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
+
+*Benediktiner-Klst.,* eines der ältesten in Thüringen. Von der sprom. K.
+wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel
+Eigentümliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an
+die K. anschließende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und
+verdeckt. Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen je
+6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; die breiten
+Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Stützen kräftige Sll. (auch an
+den Wänden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Würfelkaptt. Die
+Formen, von trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über
+der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum sich anscheinend als
+Empore gegen die K. geöffnet hat. Am nördl. und südl. Ende desselben
+Vorraums Türen zu kleinen Treppentürmen, die in die oberen Teile des
+Haupt-Turmes hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit
+Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten
+Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit profilierten Gewänden.
+
+_GOLLMUTHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit
+(1819).
+
+_GÖLSOORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+
+*Dorf-K.* aus Granit einfach frgot.
+
+_GOMPERTSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808;
+alt im Unterbau der östl. Turmchor.
+
+_GONNA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm. — _Taufstein_ E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.
+
+_GORNOORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. — _Schnitzaltar_ 1490 vom Saalfelder
+»Meister der Baldachine«.
+
+_GÖRSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* neu. Der spgot. _Schnitzaltar_ nächst dem in S. Jakob in
+Sangerhausen der bedeutendste des Kreises.
+
+_GÖRSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das
+übrige 16. Jh. und neuer. — _Crucifixus_ bez. HF, energische Arbeit E. 15.
+Jh.
+
+_GORSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* spgot. — Reicher _Schnitzaltar_ spgot., _Kanzel_ und _Taufstein_
+1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.
+
+_GÖSCHWITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster
+Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln.
+
+_GOSECK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses Hauses,
+dem großen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein *Kloster* umgewandelt.
+Die 1043 und 1056 gew. *Kirche* hat sich in den OTeilen erhalten, welche
+1625 als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger
+rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlaßt durch
+abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das Schloß (ein wenig interessanter
+Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh.
+— _Ecce __ homo_, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit eines
+sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen Künstlers.
+_Altartafel_, Hinrichtung der h. Katharina, von _L. Cranach d. Ä_. Großes
+reiches _Epitaph_ des Bernh. v. Pölnitz † 1628.
+
+_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern,
+Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten.
+
+_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Dorf-K.* Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von _B.
+Neumann?_). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltäre um
+1760. — Interessante _Kirchhofsbefestigung_, wohl 14. Jh.
+
+*Vogteihaus,* charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes
+schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein ähnliches in
+Manau).
+
+_GÖSSNITZ._ Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.
+
+*Stadt-K.*, im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im 16.
+verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut.
+
+_GÖSSWEINSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Kloster-K*. 1730-39 von _Balthasar Neumann_. Doch hatte schon 1728 der
+angesehene Mainzer Architekt _F. A. v. Ritter_ Pläne eingeliefert.
+Inwieweit Neumann diese berücksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage
+im lat. Kreuz. Das Qsch. schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand
+beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang
+verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit
+starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in
+den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung
+von konstruktiv nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben an
+Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2
+Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige _plastische Gruppe_, die h.
+Dreifaltigkeit. An der Rückseite eingemauert ein _Grabdenkmal_ von _Hans
+Werner_ 1588.
+
+_GOTHA._ Hauptstadt von Sachsen-Gotha.
+
+*Augustiner-K*. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck.
+von 49 : 14,5. — _Fürstenstand_ am Chor in derbem Bar.; desgl. die
+_Kanzel_; Rest eines got. _Altarwerks_. Die große _Gedenktafel_ für Herzog
+Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. verbaut; der
+Kreuzgang rest.
+
+*Margarethen-K*. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp.
+3sch. Hallenkirche. — _Denkmal_ für Herzog Ernst den Frommen 1728 von
+dessen Enkel errichtet. — _Taufstein_ bez. 1687. — Sehr schöne bar.
+Engelsfigg., Holz.
+
+*Schloß Friedenstein*. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von _Andreas
+Rudolfi_. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung sparsam, nüchtern,
+schwerfällig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines
+fürstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am
+Ende des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3
+Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Türme
+mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie
+fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren
+gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung.
+Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefügte
+prunkhaft derbe Barockdekoration. — Einige Räume M. 18. Jh. Das
+Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751
+vom Nassau-Saarbrückener Hofarchitekten _Stengel_. Die Schloß-K. nahe
+verwandt der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft viele, z. T.
+aufwandreiche, Särge. Orangerie von _G. H. Krohne_.
+
+*Schloß Friedrichstal*. 1711. Nach französischen Mustern in vereinfachter
+Formgebung.
+
+*Rathaus,* beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener
+Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. 1574, aber noch im Charakter
+der FrRenss. An der SFront eingemauertes _Reliefbild_ eines h. Bischofs
+aus 13. Jh.
+
+Gute *Barockhäuser* die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische Hof.
+
+Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit erhalten.
+
+_GOTTESBÜREN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+Ehem. *Wallfahrts-K*. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im 15. Jh.
+hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen
+Diensten. Vortreffliches Detail.
+
+_GOTTESGRÜN._ Reuß ä. L. LA Greiz.
+
+*Kirche* aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau;
+das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist älter, um 1500,
+anziehendes Stück.
+
+_GOTTLEUBA._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen und
+Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553.
+
+_GOTTSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+
+*Dorf-K.* aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern
+Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. — Überreste eines
+_Schnitzaltars_ aus 15. Jh.
+
+GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. *Pfarr-K.* Vom spgot.
+Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der Turm an der
+NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. — Mehrere _Holzbildwerke_ in
+der Art _Lendenstreichs_. Der bar. _Marmor-Altar_ aus der Barfüßer-K. in
+Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche Schmiedekreuze des 17.
+und 18. Jh.
+
+_GRADITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Schloß* mit Nebengebäuden E. 18. Jh.
+
+_GRÄFENBERG._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Pfarr-K.* 18. Jh. einfach.
+
+_GRAFENGEHAIG._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau
+1448. Großes _Kruzifix_ 1532.
+
+GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. *Dorf-K.* Rom. Anlage, der Turm
+über dem Chor.
+
+_GRÄFENRODA._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+
+*Dorf-K.* Stark modernisiert. Großer _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.
+
+_GRAFENRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von _Joh. Mich. Fischer_, einem
+Schüler _Neumanns_. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2
+OTürmen nur der südl. got. _Deckengemälde_ bez. _Joh. Zick_ 1756.
+Vorzüglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem
+_Gemälde_, wohl von _Onghers_; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf
+einem Nebenaltar. _Seitenaltäre_ und _Kanzel_ von _J.P. Wagner_ 1766.
+_Chorstühle_, _Taufstein_, _Stationsbilder_ in späterem Rok.
+
+*Rathaus.* Giebelhaus in Fachwerk 1602. — Großer _Bildstock_ 1628. Ein
+kleinerer 1694.
+
+_GRÄFENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* Wesentlich Erneuerung 1724. — Stattlicher _Kanzelbau_ hinter dem
+Altar. Ikon. _Grabstein_ der Familie v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste
+von mittelalterl. _Wandmalerei._
+
+*Schloß Wespenstein*. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
+interessanter Torhalle.
+
+_GRÄFENTONNA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Haupt-K*. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. — _Altarwerk_,
+wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt. Die 3geschossige Archit.
+1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem auseinander genommenen
+Flügelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 _Grabsteine_
+der Grafen v. Gleichen 1525-75.
+
+*Kettenburg*. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und
+ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen
+Formen der Renss. des 16. Jh.
+
+_GRAMSCHATZ._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um
+1740.
+
+_GREBEHNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.* Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem Baum.
+
+_GREBENSTEIN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Stadt-K.* 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen
+Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch ein besonderes Dach mit
+einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert.
+WTurm 1905 rest.
+
+*Rathaus* in Fachwerk A. 17. Jh.
+
+2 *Fachwerkhäuser* um 1480.
+
+*Burgruine*. Der Palas um 1500.
+
+Gut erhaltene *Stadtbefestigung*.
+
+_GREIFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor. Gleichzeitig die
+WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh.
+
+_GREIFENSTEIN_ b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.
+
+*Burgruine*. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Gräben
+getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit
+1560.
+
+_GREITZ._ Hauptstadt von Reuß ä. L.
+
+*Oberschloß*. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm, im Innern
+hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss.
+
+_GRETHEN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. — Tür mit rom.
+Eisenbeschlag.
+
+_GRETTSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen. Lhs. mit
+stattlicher Fassade von Hauptmann _J. M. Fischer._
+
+*Rathaus.* Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit
+Freitreppe. Davor _Dorflinde_ mit Stützenbau.
+
+_GRIESHEIM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Details. — Zahlreiche _Grabsteine_, z. T. nicht übel. —
+Stattliches adl. *Schloß* aus A. 18. Jh.
+
+_GRILLENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Burgruine* mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt.
+
+_GRILLENBURG._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Schloß.* 1558 unter Oberleitung von _Hans Dehn-Rotfelser_, jetzt völlig
+verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße _Jäger_ in Sandstein um 1600 in
+der Art des _Chr. Walther._
+
+_GRIMMA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron*. 1251, erweitert 1277. Reste in
+der jetzigen Superintendentur.
+
+*Frauen-K*. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmäßiger
+kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre.
+Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. etwas schmäler als das Lhs., noch in rein
+rom. Formen; die Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube
+mit 3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest. 1888. Das
+Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen, die ursp.
+flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. Am Chorschluß Gruppe von 3
+hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot.
+— _Denkmäler_ 1693-1760.
+
+[*Nicolai-K*. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. —
+Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die Gemälde
+von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefäße. Lange Reihe von
+Bildnissen jetzt im Stadthause.]
+
+*Augustiner*-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet A. 15. Jh. Rck.
+von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. — Denkmäler und Bildnisse ohne
+Bedeutung.
+
+*Gottesacker-K*. 1556, einfach rck. — Grabplatten und Denkmäler ohne
+Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18. Jh.
+
+*Schloß.* 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, vier
+schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene
+Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefaßt, in dessen
+Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden
+Epochen Bauformen erhalten. — *Rathaus* 1442, Freitreppe 1585, Giebel um
+1600, — *Knabenschule* an der Frauen-K. 1614. — An *Wohnhäusern* meist nur
+einzelne Teile aus älteren Epochen. — *Altertums-Museum*.
+
+_GRIMMENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+Ehem. *Wallfahrts-K*. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem Portal
+des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte _Altar_ jetzt in
+Gräfentonna.]
+
+*Linde* mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der ältesten
+Bäume Deutschlands.
+
+_GRÖDITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. —
+_Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt.
+
+*Schloß.* Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.
+
+_GROITZSCH._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Frauen-K*. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes;
+sonst verändert.
+
+*Aegidien-K*. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.
+
+*Burg*. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
+Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser
+3,3.
+
+_GROSSBARTLOFF._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., außen
+Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. — 2 _Nebenaltäre_ in
+Stuckmarmor. Schöne *Kanzel.* _Taufstein_ aus der älteren K. bez. 1606.
+
+_GROSSBODUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K.* Bar. — *Schloß*. Quaderbau von 1331, Türen und Fenster 1584. —
+*Amtsgericht*. Schöner Fachwerkbau mit Erker 1660.
+
+_GROSSBREITENBACH._ Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren.
+
+*Stadt-K.* 1680, einfach geräumig.
+
+_GROSSCORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.),
+Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von _Antonio Perri_. —
+Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696.
+
+_GROSSDITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* mit spgot. und renss. Portalen.
+
+_GROSSECKMANNSDORF._ K.Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
+Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter _Altar_ 1706; Emporen mit
+biblischen _Malereien_, handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache Decke
+mit Kehle; bewegte Dachlinie.
+
+_GROSSENBEHRINGEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Schloß* der Herren v. Wangenheim 1547.
+
+_GROSSENHAIN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K.* Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und
+erweitert von _J. G. Schmidt_ in Dresden (Schüler _Bährs_). Die Idee der
+protestantischen Predigtkirche klar und nachdrücklich ausgesprochen. Über
+dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O
+durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel und
+Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber an der SSeite
+vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung der »Querkirche« zu
+T-förmigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll.,
+die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt 2000
+Personen. — _Schnitzaltar_ 1499, die Flügelgemälde bez. E.W. Schöne got.
+_Kelche._
+
+Ruine des *Nonnen-Klst*. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb.
+jetzt Bierkeller.
+
+_GROSSENLÜDER._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Kirche.* Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor
+mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, der beschieferte Helm mit
+Erkertürmchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit
+rom. Gewändform. An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
+Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit
+Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten Stiftswappen. Die
+Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten
+Kirche (gegr. 822). — _Grabmal_ der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.
+
+_GROSSENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650.
+
+_GROSSFAHNER._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Kirche.* Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom.
+Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. — 2
+*Schlösser* der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. _Wappentafel_ bez.
+1502. Im Innern einige Räume in reicher Barockausstattung.
+
+_GROSSFURRA._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
+
+*Dorf-K.* S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
+überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Türen am Ostende
+des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem Chor.
+
+_GROSSHARTHAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1794. Feines _Buchsbaumkruzifix_ um 1700. Schöner
+_Wappengrabstein_ um 1500.
+
+*Schloß* 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die stattliche
+französische _Parkanlage_ mit Sandsteindekoration.
+
+_GROSSHEIRATH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh. Der
+sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.
+
+_GROSSHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Schloß.* Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung älterer
+Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert.
+Verwahrlost.
+
+*Katharinenhof*. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
+Waisenhaus.
+
+_GROSSHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.
+
+*Rathaus,* schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß 16. Jh.
+
+_GROSSKMEHLEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* Umbau des 18. Jh. — Im Altarbau von ca. 1620 sind 2
+niederländische _Schnitzaltäre_ (von _Jan Bormann_?) kombiniert,
+wahrscheinlich Geschenke der dänischen Gemahlin des Kurf. Christian II.
+(vgl. Prettin). Die Flügelgemälde sehr verdorben und schwer zu beurteilen.
+_Moseskanzel_ aus Stein. In der Turmhalle großes _Triumphkreuz_.
+_Grabsteine_ des sp. 17. Jh.
+
+*Schloß.* Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktürmen.
+
+_GROSSKOCHBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.*, rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. und 18. Jh. —
+_Schnitzaltar_ vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, E. 15. Jh. —
+*Schloß,* einfache Sprenss. 16. und 17. Jh.
+
+_GROSSKRÖBLITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda
+
+Vom ehemaligen *Edelhof* das schöne sprenss. Hoftor.
+
+_GROSSLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Umbau von 1596, Turm um 1400. — Lobenswerter _Hochaltar_ um
+1700, gleichzeitig der _Taufstein,_ später das _Chorgestühl_. Auf den
+Seitenaltären gute (leider neu bemalte) _Holzskulpturen_ des fr. 16. Jh.,
+ausgezeichnet besonders eine _Pietas_ von einem mit Riemenschneider nur
+entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen _Ölberg_, lebensgroße
+Sandsteinfigg., handwerklich.
+
+*Antonius-Kap.* 1399. Über dem Portal Figurennische mit dem Wappen der
+Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar
+_Grablegungsgruppe_ um 1500, als Antependium interessantes Relief,
+Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. Die großen
+Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in etwas manierierter
+Gefühlsseligkeit. Reich bewegte _Kreuzigungsgruppe_ um 1750 (vom
+ehemaligen Hochaltar).
+
+Stattliche *Häuser,* mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmückt. —
+_Bildstöcke_ 1501, 1513, 1713, 1795.
+
+_GROSSLÖBICHAU._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* im Chor _Sakramentshaus_ 16. Jh. Frgot. _Kruzifix_.
+_Schnitzaltar_ aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua.
+
+_GROSSMÖLSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; das jetzige
+Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. — Taufgestell, Kanzel
+und Gestühl 1723; dem Kanzelbau eingefügt 2 gemalte _Flügel_ 1520 von
+_Peter v. Mainz_ mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. _Grabstein_
+1612.
+
+_GROSSNEUHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+Stattliche *Dorf-K*. 1729 mit opulenter Ausstattung. — *Schloß* der Grafen
+v. Werthern-Beichlingen 1710.
+
+_GROSSOLBERSDORF._ K. Sachsen AH Marienberg.
+
+*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh., _Altarwerk_ um 1645 mit den knienden
+Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von _Joh. Böhm_
+in Schneeberg. Eigenartig prächtiger _Kelch_ des Freibergers _Samuel
+Klemm_.
+
+_GROSSOSTERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und
+Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl
+älter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pförtchen
+zugängliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen
+einen charaktervollen Umriß gibt. — Bmkw. spgot. _Schnitzaltar_ mit den 14
+Nothelfern. Eleganter renss. _Taufstein_ 1594. _Pastorengrabsteine_ 17.
+Jh.
+
+_GROSSOSTHEIM._ UFranken BA Aschaffenburg.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der
+_Beweinung Christi_, Holz, um 1501. — Vor dem Ort _Kapelle_ mit dem Wappen
+des Mainzer Kurfürsten Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige
+Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen könnte eine
+Arbeit aus der Werkstatt _Backofens_ vermutet werden, was näher untersucht
+werden müßte.
+
+Fast vollständig erhaltene ma. *Stadtbefestigung*.
+
+_GROSSPÖTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die außen
+eingemauerten Reliefs scheinen älter. — Großer und vortrefflich erhaltener
+_Schnitzaltar_; _Sakramentsnische._
+
+_GROSSRÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste
+von spgot. _Altarplastik_.
+
+_GROSSSCHÖNAU._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schluß. —
+_Altarbau_ 1802 mit Gemälde von _J. E. Zeissig_ in Dresden, genannt
+Schenau, 1786. — _Bildnisgrabsteine_ des H. v. Nostitz † 1607, des Malers
+Schenau † 1806. — Ansehnliche _Bauernhäuser_.
+
+_GROSSSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle; got.
+und bar. verändert.
+
+_GROSSSEDLITZ_ s. Sedlitz.
+
+_GROSSSTECHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+Hübsche spgot. *Dorf-K*.
+
+_GROSSTHIEMING._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. — Guter
+_Renss.Altar_ mit Gemälde um 1620.
+
+_GROSSWALBUR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht
+seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748
+erneuert. — Hübsche spgot. _Sakramentsnische_. _Kanzel_ 1538. Mehrere gute
+_Kelche_ aus 17. Jh.
+
+_GROSSWEITZSCHEN._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. — [_Schnitzaltar_
+aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]
+
+_GROSSWENKHEIM._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Dorf-K.* Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. _Deckenbild_ von _J. P.
+Herrlein_. Pietas aus Gußstein 1. H. 15. Jh. _Monstranz_ E. 16. Jh. Auf
+dem Kirchhof: _Denkmal_ des letzten Abtes von Bildhausen † 1812.
+
+_GROSSZSCHOCHER._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar und
+Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh.
+
+GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. *Pfarr-K.* Rom. Anlage mit spgot.
+und noch späteren Veränderungen. Holzdecke 16. Jh. — Geschnitzte
+*Fachwerkhäuser* 17. Jh. — *Dorf-K*. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. 16. und
+17. Jh. — _Sandsteinkanzel_ 16. Jh. — *Brunnen* mit Tritonen und Nereiden
+1720.
+
+_GRUBNITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.*, Kernbau wesentlich rom.
+
+_GRUMBACH._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von _Gottfr. Unger_ mit
+lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau 1688,
+das exaltierte _Statuenwerk_ von _J. F. Richter_ aus Meißen.
+
+_GRUNAU._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Kathol. K*. 1739
+
+_GRÜNAU._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+Ehem. *Karthause,* gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten
+Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh.
+
+_GRÜNHAIN._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+
+Vor der Stadt die Trümmer des reichen *Cistercienser-Klst.* gleichen
+Namens.
+
+_GRÜNLICHTENBERG._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. —
+Lebensgroßer _Crucifixus_ A. 16. Jh. — _Schnitzaltar_ 1431; ein zweiter E.
+15. Jh.
+
+_GUDENSBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Stadt-K.* 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der
+etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß aus dem 6Eck. Rippenprofil
+geschärfter Rundstab. Im Maßwerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer
+3Paß.
+
+*Spital-Kap,* spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig erhalten. —
+*Schloßruine*, seit 1388 in Trümmern.
+
+_GÜGEL._ OFranken BA Bamberg.
+
+Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders 1612. —
+_Hochaltarblatt_ 1620 von _Fuger_, _Statuen_ der 12 Apostel von _M. Kern_.
+Schöne _Wappensteine_ mehrerer Bischöfe.
+
+_GUMPERDA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger tief ein, als
+gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen _Tympanonskulpturen_, ungewöhnlich der
+Gegenstand: Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. — _Schnitzaltar_
+bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes), 13 Heilige unter
+Baldachinen, Abschluß nach oben gerade.
+
+_GUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung A. 18. Jh.
+[_Flügelaltar_ gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.].
+
+_GÜNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1713. Wertvoller got. _Schnitzaltar_ (aus Erfurt?).
+
+_GÜNTERSLEBEN._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon mit blindem
+Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind. — _Rok.Altar_ mit guter
+Kreuzigungsgruppe. Schöne _Monstranz_ um 1710, augsburgisch. — An einem
+Hause gute got. _Madonna_, Stein.
+
+_GÜNTHERSLEBEN._ Sachsen-Gotha Kr. Gotha.
+
+*Dorf-K.* rom. WTurm, sonst 17. Jh.
+
+_GUTMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh., gut rest. _Gutsgebäude_, wirkungsvoller Bau um 1700.
+
+_GUTTAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* nach Brand 1813. — Aus derselben Zeit das strenganmutige
+*Herrenhaus,* 1stöckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll.
+
+_GUTTENBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh.
+
+*Schloß,* malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus
+sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482.
+
+_GÜTZINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Dorf-K.* mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger Hofspital);
+_Gemälde_ von _Onghers_.
+
+
+
+
+_H_
+
+
+_HAARHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* rom. OTurm, sonst got. und bar.
+
+_HABESBURG_ (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.
+
+*Burgruine* sehr zerstört.
+
+_HAFENLOHE._ UFranken. BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* _Holzfig_. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des späten 13.
+Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. _Sandsteinfig_. St. Eucharius um 1350.
+
+_HAIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Kirche* modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.
+
+_HAIN B. HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.
+
+_HAIN B. STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage wie in Hain b. Heringen.
+
+_HAINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Pfarr-K.* 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. — Kanzel 1622;
+Altarbau 1733; ziemlich guter _ikon. Grabstein_ 1424.
+
+_HAINA._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
+
+Ehem. *Cistercienser-Klst.* Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt 1224 kann
+sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues beziehen. Weiterhin
+fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundriß einheitlich im normalen
+Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je
+3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau
+der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFlügel) in das erste
+Joch des Lhs. führende Tür rundbg., wenn auch mit gotisierendem Blattwerk.
+2. Übergang zum Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer
+wesentlich französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen
+Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte von H. (O. Liemke)
+setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklärt H. für den
+zweitältesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und
+vor Marburg. Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber es
+fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung ist
+dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und ich halte es
+noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie in Hessen zuerst hier
+eingesetzt hat. Danach wären die ältesten got. Teile in H. in die 40er
+Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind
+hier 2teilig, der große Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in
+Marburg noch glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des
+Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben 2teilig,
+nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung eine Gruppe von
+Dreipässen. — Das angenommene Verhältnis zu Marburg bezieht sich nur auf
+die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems könnte H. im Vorsprung
+gewesen sein. Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und
+der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger steilen
+Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen. Enorm stark im Verhältnis
+zur Arkadenöffnung sind die Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg,
+nur daß der dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen
+Kragstein gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß
+sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern
+gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im
+2. Geschoß dünne Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4
+WJoche und die WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert
+ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. — Am 6. Pfeilerpaar
+_Lettner_ E. 13. Jh. in schlichten, spröden got. Formen. Im Chor
+_Wandtabernakel_ 1. H. 14. Jh. von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. —
+_Chorstühle_ 14. Jh. — _Grabsteine_ der Grafen v. Ziegenhain (der letzte
+† 1450). _Steinrelief_, auf Landgraf Philipps Klosterreformation
+bezüglich, 1542. — _Glasmalereien_ des 14. Jh., grau in graue
+Teppichmuster (mehrere neu). — _Glocke_ im Dachreiter älter als dieser,
+1225 vom Erzbischof von Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen.
+
+*Klostergebäude* (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs E. 13. Jh.,
+S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O 2 Säle, jeder mit 2×3
+Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5 Gwbb. (Obergeschoß neu), westl.
+anschließend die Küche, östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am
+westl. Flügel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.
+
+_HAINDORF._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Marien-K.* 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht
+dem Msch. WTurm. — _Sakramentshäuschen_ spgot. — _Steinskulptur_ (Krippe)
+unter einem von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. — In
+der Sakristei _Gewölbemalerei_.
+
+_HAINEWALDE._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. _Innenausstattung_
+im ursp. Zustande. Recht hübsch die Orgel. Charakteristische Denkmäler. —
+Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche _Gruftkapelle_ in reicher bar.
+Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren.
+
+Altes und neues *Schloß,* 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.
+
+_HAINICHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Kirche* mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.
+
+_HALLBURG._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Von der *Burg* (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch der ma.
+Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.
+
+_HALLE A. S._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dom* (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von
+Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K.
+der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veränderungen umgebaut. Eingehende
+Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die
+bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück, sicher der ganze Chor
+(totale L. 68 m). Das Äußere ist in Tradition der Bettelordenskirche
+turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in
+dichter Reihung Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von
+erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die _plastische Ausstattung_.
+Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich
+kurze Zeit der Ausführung (1523 bis 1526) setzt eine stark besetzte
+Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch
+als Dirigent des Ornaments, ein Schüler _Hans Backofens_ aus Mainz (wohl
+von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das
+Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu,
+der eingehende und verständnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa,
+Como) gemacht hatte. 1. Die zwei _Weihetafeln_ an der NWand des Innern,
+bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die hll.
+Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. _Sakristeitür_ und südl. _Außenportal_
+bez. 1525. 3. _Kanzel_ bez. 1526, nicht groß, aber von höchstem
+plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren großartiger
+_Statuenzyklus_ (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei
+Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und
+Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Köpfe, das ganze Pathos
+der Empfindung und das malerische Formgefühl, dies alles ist im Wesen
+schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als
+Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; _Grünewalds_ Tafel mit
+den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu München.]
+_Chorgestühl_ von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. _Emporen_
+und Altar M. 17. Jh.
+
+*Markt-K. U. L. Fr*. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S.
+Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ sie 1529
+abbrechen bis auf die Türme und verband diese durch einen Neubau, das
+jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an
+die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10
+schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute
+steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrümmten
+Flächen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive
+Bedeutung mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit den
+Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar (vor der
+Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brücke verbunden. Die
+Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe
+zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom.
+Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von 8
+kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca.
+1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener
+komplizierten Stabwerkverflechtungen und Überschneidungen, in denen sich
+besonders die sächsische Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der
+Fenstergewände herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich
+bemalten und vergoldeten _Emporen_ (von _Nickel Hofman_ 1550-1554) geben
+eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament.
+Eine zierliche, doch höchst verzwickte, lediglich mit geometrischem
+Ornament rechnende Komposition ist die _Kanzel_ aus Sandstein; der Meister
+sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprägte
+Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den Emporen, 1562-1575 von _Ant.
+Pauwart_ aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments
+veranschaulichen die _Bräutigamsstühle_, eine ausgezeichnete Arbeit von
+1595. Aus derselben Zeit der originelle _Schalldeckel_ der Kanzel (1596).
+Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von _Ludolf v. Braunschweig_ u. s.
+Sohne Heinrich. Großer _Wandelaltar_ mit je 3 Flügeln, in allen Teilen
+gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der OWand des nördl. Ssch.
+_Tafelbild_, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der
+Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.
+
+*Moritz-K*. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schluß
+mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388
+ff.; die westl. Hälfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M.
+15. Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb.
+1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte mit Stäben,
+Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert; die westl. einfach; die
+Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. — Im Innern mehrere
+_Steinskulpturen_ von _Konrad v. Einbeck_ (welcher auch die äußere
+Dekoration der östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
+Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung des
+Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in Kopfdarstellungen):
+an einem Pfl. _S. Moritz_ v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in
+der SOVorhalle _Eccehomo_ von 1416, im Nackten aufmerksame
+Naturbeobachtung, klagende Maria und _Christus_ an der Martersäule und ein
+_Relief_ mit der Anbetung der drei Könige — alles mit Künstlerinschrift.
+Eine _Büste_ im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der
+Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber erheblich
+jünger. — _Altar_: Mensa mit rom. Ornament, großes und wertvolles Retabel
+mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von
+_Georg Jhener_ von Orlamünde. — Steinerne _Kanzel_ mit ausgedehnten
+Reliefs in konventionell italisierendem Stil, 1592 von _Zacharias
+Bogenkrantz_; Schalldeckel 1604.
+
+*Ulrichs-K*. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot.
+unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in
+Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. — Einfaches modern ergänztes
+_Chorgestühl_ E. 14. Jh. _Taufkessel_ v. 1430, ähnlich dem der Markt-K.
+und von denselben Meistern. — Altar: Mensa mit blindem got. Maßwerk bald
+nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln 1488. — _Sakramentshäuschen_ um
+1525, für die barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula
+in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm und umspielt
+von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung. — _Kanzel_,
+Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. — In der Sakristei
+wertvolle _Gefäße_, darunter Weinkanne und Hostienbüchse 1580,
+emaillierter Kelch 1654.
+
+*Neumarkt-K*., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten.
+Sandstein-Taufstein von 1478.
+
+*Glauchaische K.,* 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.
+
+Der *»rote Turm«,* freistehender selbständig gebauter Glockenturm
+1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck.
+Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der
+Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825.
+
+*Betsäule* 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung.
+
+*Moritzburg,* 1484-1503 erb. von Erzbischof _Ernst v. Magdeburg_, beendet
+durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch
+einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig
+übriggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende
+Beispiele der sich auflösenden Spätgotik.
+
+*Rathaus,* unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue Laube« von
+1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers _Nickel Hofmann_
+interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, deformiert. Die
+Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung in ödester Entartung. — Der
+*»kühle Brunnen«,* Haus des erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz,
+vollständig verbauter Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher
+Innenausstattung. Im selben Charakter die *Residenz* seit 1530, ursp. als
+Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität bestimmt. —
+*Wage* vor 1575, mit gutem Portal. — 2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus
+dem *Talhaus* jetzt im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut.
+
+*Stadtgottesacker* auf dem Martinsberg, östlich vor der alten Stadtmauer.
+Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen verschoben vierseitigen
+Begräbnisplatz umgebend. 1558 von _Nickel Hofmann_ begonnen, mit dem 94.
+Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert
+mit Benutzung von Aldegrever Stichen.
+
+*Leipziger Turm,* letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem
+Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh.
+
+_HALLENBERG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden
+
+*Burgruine*. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt.
+
+_HALLSTADT._ OFranken BA Bamberg.
+
+*Pfarr-K.* 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. — Ansprechendes
+Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten Kleinstadtkirche.
+Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll.,
+Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach,
+ausgebauter Chor. Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem
+Geschmack. Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
+im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit _Ölberg_.
+
+_HAMMELBURG._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit
+flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der Unterschied
+zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen,
+derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehört der ganze Bau
+noch zu den besseren in dieser Gegend. — An der Außenseite got. und renss.
+_Grabsteine_, der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von _Peter
+Dell d. Ä._ 3 figurenreiche _Kreuzwegreliefs_ um 1520.
+
+Ehem. *Schloß* der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher
+Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Flügel um einen rechteckigen
+Innenhof, trockenes Spätbarock.
+
+*Marktbrunnen*. 1541 von _Joh. Schoner_. Frische und exakt durchgebildete
+Frührenss.Arbeit.
+
+*Klst. Altstadt*. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der
+einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte
+Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast ganz schmucklos.
+
+*Schloß Saaleck*. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde
+Bergfried aus großen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich
+erneuert. Das ganze Schloß steht prächtig in der Landschaft.
+
+_HANAU._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Marien-K.* Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die Erbauung eines neuen
+größeren und mit Aufwand durchgeführten Chors 1487. 4 Joche im Längsteil,
+3/8 Schluß; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher
+Meißelarbeit an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit reichem
+Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs.
+erneuert 1558-61; hölzerne Emporen in 2 Rängen; die Mauern niedriger als
+die des Chors, der Dachfirst in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. —
+Der Chor diente 1451-1612 als _Begräbnisstätte_ für das gräfliche Haus
+Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der
+Brauch festgehalten, Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand
+zu setzen. Einigen Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v.
+Nassau † 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561,
+Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und
+Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im
+Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von Rollwerk; Helene von
+der Pfalz † 1579, Seitenstück zum vorigen, die Archit. pompöser, das
+Rollwerk hat breitere Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles
+auf niederländischen Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580,
+künstlerisch das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der
+internationalen Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar disponiert
+und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk
+mit großer Zurückhaltung. — Vom got. _Chorgestühl_ 2 Wangenteile erhalten,
+ungewöhnlicherweise mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. —
+_Orgel_ 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
+Prachtgehäuse (von _Franz Nagel_ aus Miltenberg) auffallend abstechend. —
+An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest.
+
+*Wallonisch-Niederländische K*. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche,
+veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre
+Zusammengehörigkeit auch äußerlich betonen wollte. Ein größerer und ein
+kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von
+23 m Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von 12 resp. 8
+Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige Empore.
+Zugang zu den letzteren durch Treppentürmchen in den einspringenden
+Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch
+den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig
+ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster rundbg. mit
+Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die ungeheuren, unter
+sich nicht gleichhohen, aber die Mauern an Höhe weit übertreffenden
+Walmdächer empfängt das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß.
+
+*Johannes-K*. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in 3
+Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk, schwere
+Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue
+Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begräbnisstätte
+der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg.
+
+*Stadtschloß*. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im heutigen Zustand
+kunstarm und interesselos.
+
+*Altstädter Rathaus*. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest. Erdgeschoß
+ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter
+Justitiabrunnen. — Ein gegenüberliegender spgot. Erker vom älteren
+Rathaus.
+
+*Neustädter Rathaus*. 1725-33 von Baudirektor _Hermann_. Gute
+Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß Arkaden, teils offen,
+teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen
+Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem
+First kleines Uhrtürmchen
+
+*Gymnasium*. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Spätrenss.
+
+*Fachwerkhäuser* 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.
+
+_HANNBERG._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Dorf-K.* befestigt.
+
+_HANSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+Bedeutende *Burgruine*. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung durch König
+Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Später welfisch und
+seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren
+v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. — Die Hochburg
+umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Räume nicht
+sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und Details mit einer im 14.
+Jh. nicht mehr gewöhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem
+Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit
+Rondellen. Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m.
+
+_HAPPERTSHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Dorf-K.* modernisiert. Ausstattung und _Holzfigg_. 18. Jh. Bmkw.
+_Madonna_ A. 15. Jh.
+
+_HARDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in
+Stuck und Farben einheitlich. — _Altaraufsatz_ »recht bedeutend«.
+
+_HARLE._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Dorf-K.* 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer WTurm, öffnet
+sich gegen das Schiff mit einer hölzernen Empore von 1589.
+
+_HARRA._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Dorf-K.* Mischbau spgot. und barock. — _Altarwerk_ A. 16. Jh. »sehr
+interessant« (so im Inv.).
+
+_HARRBACH._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* Gute, klassizistische _Ausstattung_, gefertigt vom Schreiner
+_Schmidt_ in Nordheim 1788. — An der Südseite Holzfig. der _Madonna_;
+teilweise ergänzt, würzburgisch, E. 15. Jh.
+
+_HARSDORF._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore.
+
+_HÄRTENSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer. —
+Schöner _Kelch_ A. 16. Jh. _Taufstein_ und _Sakramentsnische_ um 1500, in
+reicher aber unfeiner Steinarbeit. _Bildnisgrabsteine_ v. Wildenfels 1558,
+1602. _Glocke_ mit Reliefs M. 15. Jh.
+
+_HARTENSTEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Schloß* (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg
+erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von _Meyner_, _Graff_
+u. a. — Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des
+17. Jh.
+
+_HASLOCH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* Am neuen Altar spgot. _Flügelbilder_ von nicht übler Qualität;
+Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwäbisch?
+
+_HASSEL._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit
+_Tympanonskulptur_ ähnlich dem in Aue. — Auf dem Altar ein guter
+geschnitzter Rok.Aufsatz.
+
+_HASSENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem der
+in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten Italiener (Castelli?).
+
+*Schloß* (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach
+palladianischem Muster.
+
+_HASSENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., über dem
+quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an der mittleren Saale;
+erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar.
+verändert.
+
+_HASSFURT._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadt-K.* Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen
+Beziehungen verwandt der von demselben Würzburger Bischof erb. K. in
+Königsberg i. Fr. — Breiträumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark
+überhöht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
+ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer Anlage). — Die
+bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. — Am Chorbg. unbemalte
+_Holzstatue Joh. d. Täufers_, sehr vorzüglich, die Zuschreibung an
+_Riemenschneider_ für mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt
+_Madonna_ (durch moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen)
+Hochaltar die 3 _irischen Heiligen_, S. Kilian durch das Schwert als
+Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger _Altargeräte_ 17. und
+18. Jh.
+
+*Ritterkapelle*. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und für die sie
+gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg. 1390, Lhs. 1431,
+Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Fürstb. Julius von
+Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) M. 19. Jh. durch_ Heideloff_. —
+1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich
+und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
+Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken in die
+Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird ursprünglich
+3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt;
+erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die
+zugehörigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
+umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich
+der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem
+unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von
+Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im
+Innern an den Schlußsteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr,
+da der Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter
+dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner war außen an den Fenstern
+und Strebepfll. ein ganzes Heer von _Statuen_ in Aussicht genommen; zählt
+man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer
+gebliebenen Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen
+müssen. Zur Ausführung kamen die _Bogenfelder_ am S- und WPortal, bewegte,
+gemäldemäßige Kompositionen, in der plastischen Ausführung stümperhaft
+(Zug der hll. drei Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst
+noch zahlreicheren _Grabdenkmälern_ sind 15 innen und 11 außen erhalten;
+mehrere urspr. von guter Qualität, aber durch. Ölfarbkrusten entstellt.
+Ausstattung neugot.
+
+*Spital-Kap. z. Hl. Geist*. 2. H. 15. Jh. _Schnitzaltar_ mit interessanten
+bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter, Aposteltrennung in reicher
+Landschaft). — Das Spitalgebäude einfacher Bau des B. Julius 1614.
+
+*Bischöfl. Amtshaus* (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger Schule
+um 1725. — Stattliche _Zehntscheuer_ 15. Jh., rest. 1617.
+
+Von der _Stadtbefestigung_ 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten.
+
+_HASTRUNGSFELD._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage, Turm im O.
+
+_HATTENBACH._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+*Dorf-K.* Unscheinbarer kleiner rom. Bau.
+
+_HAUEDA._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_.
+
+_HAUNECK._ RB Cassel Kr. Hünfeld.
+
+*Burgruine*. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.
+
+_HAURÖDEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K.* Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die
+reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. — Rom. _Taufstein_.
+
+_HAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Dorf-K.* Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der Familie v. Dörnberg.
+
+*Schloß.* Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut.
+
+_HAYNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+Sprom. *Dorf-K*. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal.
+
+_HAYNSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Ruine* der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom.
+Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge erhalten. Wohnbau
+renss.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof hübsche
+klassizist. Grabdenkmäler.
+
+_HEICHELHEIM._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs.
+mit Holztonne 1686.
+
+_HEIDAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5
+Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen, die
+Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen
+Nonnenempore über 2sch. Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem
+Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewölbter *Kreuzgang*, etwas reicher das
+Refektorium. A. 17. Jh. ein _Schloß_ eingebaut; Saal mit Brettertonne;
+Alabasterkamin 1619.
+
+_HEIDENFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+Ehem. *August.-Chorherrenstift* (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh.
+abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige
+Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal
+(jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien
+und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf _B. Neumanns_ für Neubau
+der K. um 1750 nicht ausgeführt.)
+
+*Dorf-K.* mit vollständiger Ausstattung von _J. P. Wagner_ 1791.
+
+_HEIDINGSFELD._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die
+genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf
+schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fußgesims. Das Qsch. in seinen
+Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus
+gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
+Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l.,
+20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an
+der WFront und am nördl. Kreuzarm. — Großer _Hochaltar_ 1712. Feines
+_Sakramentstürmchen_ M. 15. Jh. Spätestgot. _Kanzel_, Stein, das Maßwerk
+in Astverschlingungen umgedeutet, an der Brüstung Statuetten (nur 3 alt);
+das Meisterzeichen h b auf den Würzburger _Hans Bock_ zu beziehen.
+_Taufstein_ renss. 1581. _Chorstühle_ um 1710, ziemlich einfach. Im Chor
+_Steinrelief_ mit Beweinung Christi bez. 1508, allgemein als Werk
+_Riemenschneiders_ anerkannt, auch in seinen Schwächen für ihn
+charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die _Kreuzgruppe_ am Chorbg.
+Bürgerliche _Epitaphe_ des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das
+Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
+_Riemenschneiders_. — An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap. 1510.
+_Totenleuchter_. _Michaeliskap_. Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen.
+
+*Spital-K*. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.
+
+*Stadtbefestigung* mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh.
+
+*Rathaus* spgot. und bar. — Haus no 380 frgot. Giebelbau. — *Zehnthof* von
+S. Burkard in Würzburg 1574. — An mehreren Häusern steinerne _Marien-_ und
+_Heiligenstatuen_ 16.-18. Jh. Got. _Bildstöcke_.
+
+_HEILGERSDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Pfarr-K.* Sandstein-_Epitaphe_ der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh.
+
+*Schloß* nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen.
+
+_HEILIGENKREUZ_ b. Meißen. K. Sachsen.
+
+Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Profanierte Bruchstücke. Wesentlich rom.
+Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis vom
+südl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der
+Klostergebäude, rom. Anlage mit got. Zusätzen.
+
+_HEILIGENSTADT._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Pfarr-K.* wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter« Taufstein,
+Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler 1670, 1672.
+
+_HEILIGENSTADT._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*S. Marien-K.* (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9.
+Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg. angeblich
+erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist
+älter, M. 13. Jh. (?) — 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem
+Chor. Die Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die
+Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem regelmäßigen 5/8
+Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken OTürmen (nur einer ausgeführt)
+flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3
+sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung
+der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht
+ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch. die Gwb.Grundrisse sich
+stark verschieben. Am Ende des nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer
+älteren Anlage (M. 13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite
+symmetrisch eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung. Lhs. und Chor
+in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem gleichs. 3Eck. Die
+sehr mächtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht, gleich der sog.
+Krypta, aus älterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener
+Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die turmlose
+WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von _Joh. Wirauch_. — Die
+_Ausstattung_ hat unter der puristischen Rest. 1863 schwer gelitten. [Die
+schöne Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got.
+_Taufkessel_. _Tumba_ des Erzbischofs Adolf v. Mainz † 1390. — Bmkw.
+_Statue_ eines Chorknaben mit Lesepult, im Motiv dem bekannten Naumburger
+nahe verwandt, doch jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal _Tympanonrelief_ S.
+Martin und der Bettler, stark verwittert.
+
+*S. Marien-K.* (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen.
+Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die
+WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind als Abschluß eines älteren
+(vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen.
+Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in
+Sachsen und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil ein
+glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder gegliedertes
+Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekrönt, und
+zwischen diesen in mäßiger Höhe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide.
+Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig
+profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder groß noch
+reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit den besten der
+Zeit zuzuzählen. — 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5
+Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll.
+mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. — 3. Chor A. 15. Jh.,
+1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap. richtet ihren
+polygonalen Schluß nach Norden und ergibt in der Außenansicht eine gut
+wirkende Gruppe. — Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren
+umfangreicher spgot. _Wandmalerei_ wurden bei der Neubemalung nicht
+berücksichtigt. Auch die prächtige bar. _Altarausstattung_ (1675) ist
+beseitigt. Ebenso die meisten _Grabsteine_. Erhalten ein Taufkessel von
+1492. [Interessanter Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im
+Museum.]
+
+*S. Aegidien-K*. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der rck. Chor,
+beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nüchterner Hochgotik.
+Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland
+nicht häufigen Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
+Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch wird die
+Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt. Die WFassade (beg.
+1370) schließt sich der von S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur
+einer (s) ausgeführt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit
+Ecktürmchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm
+1853, Sakristei 1904. — _Vierzehnnothelfer-Altar_ 1638, reicher und
+origineller Aufbau in Sprenss. _Kanzel_ spbar. 18. Jh. _Chorstühle_ E. 17.
+Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener _Taufkessel_ 1507.
+_Denkmal_ der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3.
+Drittel 14. Jh. _Grabstein_ des Kantors Koch † 1605, Ausführung später, in
+krausem, schwulstigem Fr.-Bar.
+
+*S. Annen-Kap.* 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem Wurf. Der
+Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die Gotik ungewöhnlich das Thema der
+zentralen Anlage: Regelmäßiges 8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von
+S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, wie dort, aus einem
+Kranz von 8 Giebelchen und endet in einer Laterne, die verkleinert die
+Komposition des Ganzen wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die
+kraftvolle Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H.
+bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3; von dort bis
+Laternenspitze 6,3.
+
+*Rathaus.* 1738. Davor Neptunsbrunnen.
+
+*Schloß* des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von _Chr. Heinemann_. Solider
+Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei Geschosse zu 13 Achsen.
+Einziger Kontrast der Segmentgiebel über dem flachen Mittelrisalit.
+Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Wänden und Decken.
+
+*Gymnasium* (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von _Heinemann_.
+
+*Gefängnis*. Erb. 1740 als Waisenhaus.
+
+*Wohnhäuser*. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück. Stattliche
+Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der »Preußische Hof«, das
+»Deutsche Haus«, der »Eichsfelder Hof« und das Ilbergsche Haus.
+
+_HEILIGENTAL._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T.
+Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12 Schluß.
+Die Formen einfache frische Frühgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor
+Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen
+mit Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus
+flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der WEmpore zeigt zwischen
+den beiden Eingängen Ansätze eines ehemaligen Baldachinaltars. — 2 gute
+_Rittergrabsteine_ (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.
+
+_HEILIGENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von
+größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter.
+
+_HEILSBERG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. —
+Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 _Figuren_ aus Altarwerken
+um 1500, aus einer »trefflichen, von Franken beeinflußten, aber
+selbständigen Werkstatt«.
+
+_HEIMBACH._ RB Cassel Kr. Rotenberg.
+
+*Dorf-K.* in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von _A.
+Rossini_.
+
+_HEINITZ._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Schloß.* Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen Sees; im 1. V.
+16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen Gratformation der
+Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen im Sinne eines heiterprächtigen
+Landsitzes.
+
+_HEINRICHS._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* Inschr. 1453 und 1503. Die _Wandmalereien_ im Chor und Lhs.
+bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung bis zum Jüngsten Gericht;
+letzteres zerstört. — Gute _Fachwerkbauten_ im Ort.
+
+_HELBA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Gutshaus* 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.
+
+_HELDBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Stadt-K.* Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb. wohl noch
+mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster;
+reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl. am Chor. — _Kanzel_ 1536 in
+Frührenss., die Reliefs Übertragungen Cranachscher Gemälde; von derselben
+Hand der _Taufstein_.
+
+*Gottesacker-K*. E. 15. Jh. — Mehrere ikon. _Grabsteine_, gut der an der
+WFront von 1541.
+
+*Amtsgericht*. Fachwerkbau 17. Jh. — Sonstige *Fachwerkhäuser*;
+hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner steinerner Wappentafel.
+
+Bmkw. Reste der *Stadtbefestigung*.
+
+*Veste*. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der
+künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau« (später und jetzt
+»französischer Bau«) 1560-64 von _Nic. Gromann_; gestrecktes Rck. von
+geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn
+Erinnerungen an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird, so
+können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig
+mit Giebelverdachung, die Gewände durch Zahnschnitt gegliedert;
+Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke sind die 2 Erker; sie springen von der
+Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel
+geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche
+Flächenfüllung mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang
+durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach mit Kamin in reicher
+Meißelarbeit; ein anderer im Fürstengemach.
+
+*Schloß-K*. 1663-65 jetzt in Verfall.
+
+_HELDRUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Stadt-K.* im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682.
+
+*Schloß* von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.
+
+_HELFTA._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Cistercienser-Nonnen-Klst.,* jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne
+gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2. H.
+13. Jh. weisende Detail.
+
+_HELLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Pfarr-K.* neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.
+
+*Wasserburg* (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktürmen,
+erneuert im 18. Jh.
+
+_HELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Klosterhof*. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut,
+von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche
+im Kernbau rom.
+
+*Stadtmauern* mit Turm teilweise erhalten.
+
+*Bürgerhäuser*, niedersächsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren.
+
+_HELMBRECHTS._ OFranken BA Münchberg.
+
+*Pfarr-K.* got. mit Flachdecke.
+
+_HELMERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.
+
+_HELMERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Ländlich reiche
+Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische
+_Grabsteine_ des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v.
+Wangenheim.
+
+Hennebergischer *Freihof,* Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau um
+1600.
+
+_HELMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. _Taufstein_ 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk geschmückt.
+
+_HELSA._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, daß die
+Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden
+Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben
+Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung
+verbunden, die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege.
+
+_HENFSTEDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch.
+mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. — Ikon.
+Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. — *Herrenhaus* 1595. —
+*Ruine Osterburg*.
+
+_HENNEBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das älteste Beispiel
+vom Fachwerkbau im Werratal.
+
+*Burg* der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thüringischen
+Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern
+noch in 10-15 m H.
+
+_HENNERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* architekturlos. — _Altarwerk_ ursp. doppelflügelig, von
+demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in
+Dippoldiswalde begegnet.
+
+_HERBSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* spgot. Anlage. — Mehrere _Grabsteine_. _Doppel-Wandgrab_ des
+Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau † 1612.
+
+*Schloß.* Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im
+»Rittersaal« schöne Stuckdecke.
+
+_HERCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Dorf-K.* 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche
+Patronatswappen. — _Altar_ und _Kanzel_ interessante Arbeiten aus der
+Erbauungszeit.
+
+_HERDA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar. Haube.
+Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. — _Schnitzaltar_ um 1500. — Schlichtes
+*Herrenhaus*, reicher Ofen.
+
+_HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Stadt-K.* 1731. — *Schloß* (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590,
+Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss.
+
+_HERLESHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Kirche* einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das
+Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606, Westtür 1777. —
+_Wandgrab_ des Georg v. Reckrath † 1558, der Verstorbene in einer Nische
+stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten
+Schlosses.) Schöne _Glocke_ 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).
+
+_HERMANNSFELD._ Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.
+
+_HERMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Schloß.* Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach
+Brand 1739 durch _George Bähr_. — Umfassungsmauer mit runden Ecktürmen
+(vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig;
+Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an
+den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige
+Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß auf der
+Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der Rückseite die meist
+quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet. — _Wandteppiche_ mit
+Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. —
+
+Großer _Park_ Mischung französischer und englischer Gartenkunst.
+
+_HERPF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt,
+deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehören. _Kanzel_ 1620.
+_Deckenmalereien_ 1772. _Porträts_ von 3 Hennebergischen Fürsten des 16.
+Jh. — Geschnitzte *Fachwerkbauten* 17.-18. Jh.
+
+_HERRENBREITUNGEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. An Stelle einer im 10. Jh. genannten
+königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des
+Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im 30jähr. Kriege schwer
+beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit
+gut erhalten. 1911 der Chor ausgegraben. — Sächsisch-thüringischer
+Schulcharakter, Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren
+einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das
+Msch. einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt.
+Stützen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf der
+SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor und Nebenchöre
+kommunizierten durch Doppelarkaden. — _Bildnisgrabstein_ des letzten Abtes
+† 1541 gefunden. Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von
+Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist seitdem verschwunden,
+[hölzerne Nachbildung der Renss. in der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein
+im Lhs. liegendes _Weihwasserbecken_ zeigt hochaltertümliches Ornament,
+vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.
+
+*Dorf-K.* 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-Kap.
+
+Im Dorf einige gute *Fachwerkbauten*.
+
+_HERRMANNSGRÜN._ Reuß ä. L. LA Greiz.
+
+*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.
+
+_HERRNHUT._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Gemeinhaus der Societät*. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf. Zinzendorf
+durch den Zimmermann _Chr. David_. Schlichter Bruchsteinbau mit
+Obergeschoß in verputztem Fachwerk.
+
+*Gemeinsaal* (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und
+Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den
+Bänken der Ältesten und dem den Altar vertretenden Tisch. — Der rck.
+Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den
+Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw.
+
+*Herrschaftshaus*. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau machte
+1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unität).
+
+*Vogtshof*. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert.
+Großer, einfacher, schloßartiger Bau.
+
+Die *Wohnhäuser* des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von schlichter
+Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.
+
+_HERRNSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.)
+zugängliche WTurm E. 12. Jh. — Bezeichnete _Glocke_ 1308.
+
+_HERSFELD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+*K*. des ehem. *Benedikt.-Klst*. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter
+Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den
+Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. — Großartige Raumschöpfung in
+schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz
+und sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten
+wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem Gr. Ganze lichte Länge
+(nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13,
+Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des ausgebildeten rom.
+Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen einer
+Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der über das Quadrat
+verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Gründen kann vermutet
+werden, daß der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9.
+angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
+Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit steilen attischen
+Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine
+Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch stärkere Pfll.
+abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden
+gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die
+Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine Apsis und 3 Türen, die
+Apsiden von ungewöhnlich schlanker, hoher Figur, so daß sie in die
+Fensterregion hineinragen und hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!)
+Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit
+monolithen verjüngten Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr
+als 1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst
+profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig
+abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der unter gleicher
+Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentümlich der WBau,
+ein Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes
+Rck., zur Hälfte über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das
+Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen, nach O
+Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als Substruktion
+eines 1/2kreisförmig zwischen den Türmen vorspringenden Chors. Breite
+Treppen innerhalb der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein
+vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in situ erhalten).
+Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der südl. erhalten; die 2
+obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und Blenden. Im
+letzten Geschoß ein rundbg. gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen,
+die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. — Das
+Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die OApsis: 4
+Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims, darüber das interessante
+Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorläufer des
+Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen überall. Durch einen Sockel mit
+attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter
+Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von weiß und
+rot. — _Vorbau_ am nördl. Kreuzarm, Tür und Fenster in reichen sprom.
+Formen, an den Kapitellen der Ziersäulchen mannigfache figürliche
+Darstellungen. — In einiger Entfernung (SO) von der K. ein _Einzelturm_ in
+reichen Formen des 12. Jh. — _Stiftsgebäude_ am südl. Kreuzarm mit sprom.
+Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12
+Apostel, in den Zwickeln Vögel, Tiere, Engel. — _Lullusglocke_ angebl. M.
+11. Jahrhunderts.
+
+*Stadt-K.* Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4
+Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schluß, im W vortretender
+Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.
+
+*Spital-K*. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten
+Fenstern unverändert.
+
+*Rathaus.* Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf
+die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollständig einschließen, je 2 an
+den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.
+
+*Kantorwohnung* bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gültig wohl
+nur für den Unterbau.)
+
+Vor der Stadt *Schloss Eichhof,* got., spgot. u. renss. Über dem Tor
+Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte.
+
+_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als Emporensaal mit
+einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher Dachreiter 1727. — Auf dem
+Kirchhof v. Gersdorfsche _Grabmäler_.
+
+_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus
+stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Außenansicht.
+
+_HERZBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Schloß.* Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl.
+Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643.
+
+_HERZBERG._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+
+*Haupt-K*. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb.
+Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone im Chorschluß. — Die
+_Bemalung_ der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkündigung, Jüngstes
+Gericht, hat sich gut erhalten.
+
+_HERZOGENAURACH._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Pfarr-K.* Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom. Säulenbasen
+stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hölzerner Tonnendecke.
+— _Steinskulptur_ 15. Jh. »betender Tempelritter«. — Got.
+_Sakramentshäuschen_.
+
+2 ansehnliche *Tortürme*.
+
+_HESSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. —
+_Taufstein_ gemischt got. und renss. — _Grabsteine_ der Familie v.
+Heßberg.
+
+_HESSENSTEIN._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
+
+*Schloß.* Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.
+
+_HESSENTAL._ UFranken BA Aschaffenburg.
+
+*Kapelle.* Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff,
+angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schüler _Backofens_
+(demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat).
+
+_HETTSTEDT._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Stadt-K.* Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. _Kanzel_ 1587. Gute
+_Beweinung_, Stein, ca. 1500. — Ruinen eines bedeutenden got. *Schlosses*.
+
+_HETZLAS._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Dorf-K.* mit befestigtem Kirchhof.
+
+_HEUSTREU._ UFranken BA Neustadt a. S.
+
+*Dorf-K.* got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktürme.
+
+*Berg-K*. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh.
+
+_HEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige
+Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.
+
+_HILDBURGHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* 1785 von _A. F. v. Keßlau_. Kuppelraum umgeben von Emporen in 2
+Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im
+Außenbau nicht zum Ausdruck kommend; überhaupt die ganze Behandlung sehr
+sparsam.
+
+*Neustädter* oder *Waisen-K*. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken;
+die Emporen haben auch im W analogen Gr., so daß im Innern ein gestrecktes
+8Eck. Das Äußere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber
+Triglyphengebälk.
+
+*Reformierte K*. (jetzt kathol.) 1722.
+
+*Rathaus.* Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von
+charakteristischer Massengruppierung; großer schlichter Renss.Giebel,
+seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube.
+
+*Regierungsgebäude* 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.
+
+*Schloß* (jetzt Kaserne) 1685-1707 von _E. Gedeler_. Ein mittlerer
+Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen Ehrenhof. Im Innern
+stuckierte Decken, an die Schlösser in Gotha und Friedrichswerth
+erinnernd.
+
+Im Schloßpark *Denkmal* für die Königin Luise von Preußen 1815 von
+_Schulze_.
+
+*Wohnhäuser* des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse.
+
+_HILFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Wallfahrts-K.* 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom.
+Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich mit großem
+Rundbogen gegen W ins Freie — _Crucifixus_ aus fr. Ma. _Statue_ des h.
+Bonifatius 1661. _Grabplatte_ des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.
+
+_HIMMELKRON._ OFranken BA Berneck.
+
+*Cistercienser-Nonnen-Klst.* Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel
+später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in der westl. Hälfte
+Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. Die Bauführung zeigt zwei
+Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebäude stoßende
+SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen
+Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt, wie die mit
+der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte der NWand anzeigen;
+ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch 5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser
+Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige
+Erdgeschoßhalle unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb
+flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt
+stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut. Kleiner
+Dachreiter. — _Kreuzgang_ 1473 (Inschr.), nur ein Flügel vorhanden; er
+zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und glänzend, wie weit und
+breit nichts Ähnliches zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb.
+ruhen auf spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.;
+über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine; in den mittleren
+Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde Engel aus Stuck, an den Wänden
+Passionsreliefs. Die auf einer Konsole kniende _Statue der Stifterin_
+Elisabeth v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu
+denken. — Große Zahl von _Grabsteinen_: am Boden Burggräfin Anna v.
+Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst dem Eingang Agnes v. Orlamünde
+† 1300, dem Stil nach 50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit
+dem meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem Interesse.
+— _Holzkruzifix_ nicht von _Veit Stoß_.
+
+*Markgräfl. Schloß* (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von _St. Pierre_.
+
+_HIMMELPFORTEN._ UFranken BA Würzburg.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht
+eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewölbt; derbe
+Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen auch
+für dieses auf ehemalige Wölbung schließen; bei der Rest. unter der
+Äbtissin Katharina _IV._ (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit
+
+flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster maßwerklos.
+Die westl. Hälfte des Sch. von der Nonnenempore eingenommen; die 3sch.
+gewölbte Halle, auf der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet.
+Hübsche _Wendeltreppe_, in der sich got. Maßwerkmotive mit späten
+Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W Renss.Giebel und ein
+zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot. Formen jetzt neu, doch
+wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend für die cisterciensische
+Auffassung der got. Formen. _Grabsteine_: Elisabeth v. Hutten † 1383,
+Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414, Katharina v. Hutten
+† 1415. — Die _Klostergebäude_ renss., der Kreuzgang noch got. Auch die
+ältere Ummauerung des Klosterbezirks erhalten.
+
+_HIMMELSTADT._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer Hochaltar aus der
+Werkstatt _P. Wagners._
+
+_HIMMELTAL._ UFranken BA Obernburg.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1232, barock umgebaut. — _Grabstein_
+des Konrad v. Bickenbach 1354.
+
+_HINTERNAH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter
+Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In
+dieser Zeit und noch später sind in genauer Wiederholung dieses Schemas,
+nur in den Maßen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen
+errichtet.
+
+_HIRSCHBERG._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Fürstl. Schloß,* erb. 1678, verödet.
+
+_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs.
+1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.
+
+_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508
+nach O erweitert. — _Schnitzaltar_ 1518. Gute _Sandsteinepitaphe_ 1623,
+1732. Rom. _Türbeschlag_.
+
+_HIRSCHFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die
+_Statuen_ und _Reliefs_ in der Art _J. P. __ Wagners_.
+
+_HIRSCHFELDE._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Pfarr-K.* spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken
+8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. — Emporen
+und Stuckdekoration 1718. Ausstattung großenteils aus derselben Zeit. —
+Schöne _Glocke_ 1573. Hübsche _Sandsteindenkmäler_ rok. und
+klassizistisch.
+
+Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von _Häusern_ in Lausitzer Bauart, z. T.
+mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß.
+
+_HOCHBERG._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* Großenteils neu. — Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die
+_Kanzel_ von _Peter Wagner_, klassizistisch. _Madonna_, Holz, um 1480. —
+_Stationsbilder_ (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626.
+
+_HOCHKIRCH._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Großer Saalbau von 1717. — _Denkmal_ für den in der Schlacht bei
+H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780.
+
+_HÖCHST_ b. Gelnhausen RB Cassel.
+
+*Wendelin-Kap*. 1415 (?), rest. im 18. Jh.
+
+_HOCHSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die Gemälde bez.
+S im Ring mit 3 Herzen.
+
+*Kapelle* in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer Burg.
+Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim † 1473.
+
+_HOCHSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch., Chor 1
+Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich
+ehemaliger Torturm.
+
+*Rathaus* renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.
+
+HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. *Stadt-K.* um 1400, aus welcher
+Zeit der gewölbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und
+mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. — _Wandtabernakel_ 14. Jh.
+_Altäre_ und _Kanzel_ rok. Im Chor auf schöner got. Konsole S. _Georg_ E.
+15. Jh. Hölzerne _Pietas_ A. 15. Jh.
+
+*Spital-K*. 1517, unbedeutend.
+
+*Schloß.* Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.
+
+*Torturm* aus sp. Ma.
+
+_HÖCKENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. — _Altarwerk_ mit 2
+beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. — _Grabsteine_ und
+_Wappentafeln_.
+
+_HÖCKENDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* 19. Jh. Ausstattung und _Denkmäler_ 16. und 17. Jh., nicht ohne
+Interesse.
+
+_HOF._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadt-K. S. Michael 1230.* Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten
+nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem der
+gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in Bayreuth ähnlich gewesen zu sein.
+
+*Lorenz-K.* Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms; sonst
+Umbau des 16. und 19. Jh. — _Flügelaltar_ 1470. — _Grabsteine_ A. 17.Jh.
+_Bronzeepitaph_ 1730.
+
+*Spital-K*. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90
+Gemälden von _M.H. Lohe_; weitere 53 auf den Brüstungen der Doppelempore.
+Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes Epitaph eines
+Cranachschülers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl _Joh. Hagenberger
+d. Ä._).
+
+*Rathaus* 1563-66 von _Nickel Hofmann_ von Halle; 1823 eingreifend
+verändert.
+
+_HOF._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich
+umgestaltet. Mächtiges _Altarwerk_ aus Sandstein, Alabaster und Holz mit
+Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612.
+_Taufstein_ um 1600. _Denkmäler_: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in
+Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende Ritterfigur wäre
+des _Hans Schickentanz_ würdig; S.J. v. Schleinitz † 1559, von einem
+geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie 1595, 1612,
+1660.
+
+*Schloß.* Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach M. 18. Jh.
+Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in
+Dresden stammend. _Gemälde_ von _A. F. Oeser_. Zahlreiche
+_Sandsteinfiguren_ aus 18. Jh.
+
+_HOFGEISMAR._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Liebfrauen-K*. in der Altstadt. — Übergangsstil, z. T. got. umgebaut
+(Inschr. 1330). — Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck
+geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am südl. Ssch. zierliches got.
+Portal von eigentümlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit
+Würfelknauf-Säulen. — _Chorgestühl_ 14. Jh., an den Wangen große Blätter.
+— Über dem Pfarrstand spgot. _Altarflügel_.
+
+*K. in der Neustadt*. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen
+Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit
+polyg. Schluß höher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte
+Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460.
+
+*Gilde- und Hochzeitshaus*. FrRenss. Modern umgebaut. *Schlößchen
+Montcheri*. 1789 von _S. L. Du Ry_, eine fast genaue Wiederholung des
+Schlößchens in Bad Nenndorf.
+
+_HOFHEIM._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadt-K.* spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf
+Behringer) und besonders eingreifend 1740. — Mehrere Reste von
+_Holzplastik_, u. a. ein hl. Diakon, Richtung _Riemenschneiders_.
+
+Wohlerhaltene *Stadtbefestigung* 16.-18. Jh.
+
+_HOFSTETTEN._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte _Pietas_,
+Holz, 1. H. 16. Jh. — Am Chorbogen _Selbdritt_ um 1700.
+
+_HOHENBERG._ OFranken BA Rehau.
+
+*Burg,* gut erhalten und sehenswert.
+
+_HOHENEICHE._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon.
+
+_HOHENGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt
+von _E. Rickmann_ um 1760; auf ihm spgot. _Pietas_.
+
+_HOHENKIRCHEN._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+
+*Dorf-K.* 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. — _Kanzelaltar_ 1776.
+
+_HOHENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.
+
+_HOHENLEUBEN._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Fürstl. Schloß,* spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich
+geworden.
+
+_HOHENLOHE._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+Ehem. *Nonnen-Klst.-K.,* erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage, fast
+gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale an den
+Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster.
+
+_HOHENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Stadt-K.* 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt
+(Veränderungen 1889). Schöner _Taufstein_ 1764.
+
+_HOHENSTEIN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* 16.-18. Jh. _Holzrelief_ mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes
+aus 16. Jh. Großes reiches _Grabmal_ des Generals v. Imhof † 1768.
+
+*Schloß* 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal.
+Reste von rok. Gartendekoration.
+
+_HOHENTURM._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2
+kr. Apsis, feine rom. Tür.
+
+_HOHLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. _Pietas_.
+
+_HOHNSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* 1725 von _George Bähr_. Die Umfassungsmauern einer älteren K.
+mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken,
+eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Bänke zentrisch
+aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel über dem Altar. — Äußeres schlichte
+Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Dächer und des
+südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz.
+
+*Schloß.* Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende seines
+Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [_Kanzel_ im Dresdener
+Altert.-Ver.]
+
+_HOLLFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1774-77 von _Neumann d. J._ und _Vogel_. — _Statuen_ der
+Fassade und des Hochaltars von _J.L. Kamm_, _Gemälde_ der Seitenaltäre von
+_Anwander_.
+
+_HÖLLRICH._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Schloß.* Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit 4
+Ecktürmchen.
+
+*Ruine Reußenberg*. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht stehen der
+Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des Beringes.
+
+_HOLLSTADT._ UFranken BA Neustadt a. S.
+
+*Dorf-K.* stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm.
+
+Ehem. *Hof* des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten.
+_Stuckdecken_ 18. Jh.
+
+_HOLZHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780.
+Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen _Holzfigg_. St. Kilian und St.
+Rochus nach 1500.
+
+_HOLZKIRCHEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+Ehem. *Kloster-K.* erb. von _Balthasar Neumann_ 1730. Signierter Gr. in
+der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten
+Konkurrenzpläne _L. Dientzenhofers_. Reiner Zentralbau, in der Komposition
+für Neumann auffallend einfach. Fast reguläres Achteck, im Innern
+abgerundet. An den Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein
+architraviertes Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz
+halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen die Glieder aus
+rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken korinth. Pilaster, dann Gebälk
+und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines
+Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe
+20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen nach einem
+genau durchgeführten Triangulationssystem. Die stark klassizistische
+Architektur ist für _Neumann_ in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die
+(nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen,
+daß wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. — An der Außenseite
+eingemauertes _Rotsandsteinrelief_ des 12. Jh., aus zwei nicht
+zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines Heiligen; Christus auf der
+Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische Idee nicht recht
+verständlich. — _Neumanns_ Risse für das _Klostergebäude_ kamen nicht zur
+Ausführung. Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom.
+Kreuzgangs.
+
+_HOLZZELLE._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Benedikt.-Nonnen-Klst*. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung der Ruine
+zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch.
+(ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht
+hinweist). [Ein figurenreiches, nach der flüchtigen Abb. zu urteilen,
+bedeutendes _Tympanon_ jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]
+
+_HOMBERG._ RB Cassel Kr. Homberg. *Pfarr-K.* S. Maria. Beg. 1340, Turm
+1374 von _Heinrich v. Hesserode_ (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen,
+Chor 1sch. 3 Joche und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten.
+Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände
+reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen Formen. Stattliches
+WPortal.
+
+*Marktbrunnen*. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl von
+einem Stationsweg.
+
+*Got. Häuser* hinter der Kirche und Gasthaus Krone.
+
+*Stadtmauer* mit Türmen.
+
+_HOMBURG A. MAIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+Ehem. *Schloß*. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. — In der
+_Burkhardusgrotte_ (im Schloßberg) guter _Altar_ von 1613 mit Figuren und
+Reliefs aus Alabaster, in der Art des _M. Kern_.
+
+_HOMBURG_ a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.
+
+*Burgruine*. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen.
+Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg,
+die im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch
+Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit
+Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von großen Mauertürmen bewehrter
+Ringmauer.
+
+_HOPFERSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Dorf-K.* spgot. — Guter _Ölberg_ um 1500. — An der Auber Straße bmkw.
+_Bildstock_ A. 15. Jh.
+
+_HÖRNITZ (ALT-)._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Schloß* 1651 vom Zittauer Meister _Valentin_. Die Giebel der rck. Anlage
+mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.
+
+_HÖRNITZ (NEU-)._
+
+*Schloß* 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung der
+dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht
+werden konnte (jetzt Brauerei).
+
+_HÖRSELGAU._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh. mit ungewöhnlich großen, nicht
+üblen Figg.
+
+_HÖRSTEIN._ UFranken BA Alzenau.
+
+*Pfarr-K.* Schiff rom., Chor got.
+
+_HOSTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. — _Altar_ um 1580 in der
+Art des _Hans Walther_, später umgearbeitet; _Denkmäler_ 1641, 1788.
+
+_HUBERTUSBURG._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Jagdschloß*. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August von _J. Ch.
+Naumann_, fast ganz neu gebaut 1743-51 von _Joh. Chr. Knöfel_, eine
+Hauptleistung der Dresdener Schule. Sehr großräumige Anlage inmitten
+weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch
+einen kräftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die
+Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit
+stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte die Seitenflügel
+und schloß das Ganze zu einem großen Viereck von 97,5 : 80,5 m ab. Das
+Äußere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung, an der
+_Matielli_, _Knöffler_, _Dieterici_ und _Oeser_ teilnahmen, ist
+großenteils zerstört; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die
+Kapelle; letztere in einfachen Architekturformen, aber durch die
+durchgehende Verwendung von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die
+Plastik des Hochaltars von _Matielli_ dürfte dessen Kunst in ihrem
+Höhepunkt darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von _Silvestre_; die
+reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken
+wohl von _Knöffler_.
+
+_HÜLFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Wallfahrts-K*. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings
+ausgebaut. Der _Crucifixus_ (»Hülfenskreuz«) gilt für Arbeit des 12. Jh.;
+vielleicht eher archaistische Nachahmung.
+
+_HUMMELSHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ aus der Saalfelder Schule.
+
+_HÜMPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* got. 1603, rest. 1725 und 1826. _Schule_ 1623.
+
+_HÜNFELD._ RB Cassel Kr. Hünfeld.
+
+*Protest. K*. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma.
+Bau übrig gelassen.
+
+*Kathol. K*. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. — _Taufstein_ 1495.
+
+*Ringmauern* gut erhalten.
+
+_HUTSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Burgruine*. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der
+Ringmauer Reste des Wehrganges.
+
+_HÜTTENGESÄSS._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597.
+
+
+
+
+_I_
+
+
+_ICHSTEDT._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
+
+*Dorf-K.* 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph.
+
+_ICHTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Nonnen-Klst.-K*. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches Schema.
+3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff
+über die Sschiffe nicht hinausragend. Im 17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die
+Doppeltürme im W verderbt erhalten. — Herabgekommenes Schloß 16. und 17.
+Jh.
+
+_IHLEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit
+eingezogener 1/2 kr. Apsis.
+
+_ILMENAU._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Stadt-K.* 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl. Teile.
+Hinter dem Altar hoher _Kanzelbau_ etwa 1760-70.
+
+*Schloß* 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. — *Marktbrunnen* 1702.
+
+_IMMENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Stadt-K.* Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und
+WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren Gwbb. Schafte 8eck. mit
+einfachem Kämpferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert. —
+_Sakramentshaus_, _Weihwasserstein_, _Chorstühle_ spgot.
+
+*Rathaus.* Fachwerkbau des 17. Jh.
+
+*Ringmauern und Türme* z. T. erhalten.
+
+_IMMICHENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Kirche* des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen,
+nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.
+
+_INGERSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* Mischbau, älteste Teile 1398. — Am *Herrenhof* Hoftor mit
+Nebenpförtchen in guter Renss.
+
+_INGOLSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Dorf-K.* 1751 von _Balthasar Neumann_. 1sch. flachgedeckte Anlage mit
+WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar),
+teils älter. _Epitaphe_ der Herren v. Geyer 1570, 1601.
+
+_IPTHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Wallfahrts-K*. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der
+inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Würzburger Künstler,
+die sich in diesem volkstümlich abgestimmten Rokoko munter und dreist,
+dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen. _Deckengemälde_ bez.
+_G.A. Urlaub_ 1762.
+
+_IRMELSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Pfarr-K.* Zahlreiche v. Bibrasche _Epitaphe_ 16.-18. Jh.
+
+*Wasserburg* der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und
+Renss. — Kamin 1561.
+
+_ISLING._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die
+Ausstattung.
+
+
+
+
+_J_
+
+
+_JÄGERSBURG_ b. Forchheim. OFranken.
+
+*Schloß.* 1718-21 von _Joh. Dientzenhofer_ für Bischof Lothar Franz v.
+Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit Ecklisenen, giebelgekröntem
+Mittelrisalit, hohem Dach.
+
+_JAHNA._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch.,
+eingezogener polyg. Chor mit _Glasgemälden_.
+
+_JAKOBSTAL._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779.
+
+_JECHABURG._ Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.
+
+*Dorf-K.* 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. — Auf dem Frauenberg
+Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat, Apsis
+und Nebenapsiden.
+
+_JENA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Stadt-K. S. Michael*. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh.,
+Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr
+verständnislos 1873. Noch immer prächtige Raumwirkung. Hallenkirche mit 7
+Jochen und Langchor; früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst.
+verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der
+Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit Piscine und got.
+Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft eingerichtet und mit
+Metallarbeiten von schöner Arbeit. In den Westjochen kunstvolle
+Bienenzellengewölbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873
+nach O verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue
+Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von
+gekünstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit
+Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an
+deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe.
+Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms nachträglich (E. 15. Jh.)
+hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen. Über der Eckvermittlung vom
+4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerstört) Fialen, von welchen dünne,
+mit Kantenblumen gezierte Strebebögen ausgingen. — Spgot. _Taufstein_;
+spgot. _Kanzel_ ganz rest.; bronzene _Grabplatte Martin Luthers_ nach dem
+Gemälde von _Cranach_, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt;
+_Grabstein_ der Familie _Cospoth_ 1632-1676; zahlreiche _Gedenktafeln_. —
+[Von den einst 16 Altären nur das Mittelstück eines einzigen erhalten,
+jetzt im Museum, wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350].
+Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes
+_Selbdritt_ und (am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes
+Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer _Hans Gronig_.
+
+*Collegienkirche* (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges Ssch.
+im N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp. flache Balkendecke
+vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang z. T. erhalten. _Orgel_ 1701, mit
+reichem Prospekt, große Menge von _Gedenktafeln_ und _Wandgräber_ für
+Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am Turm großes
+dekoratives sächsisches _Wappen_ 1557 mit Inschr. betreffend die Gründung
+der Universität. — Vom anstoßenden ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858
+Universität, sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten.
+
+*Garnisons-K*. 1686. Viele Gedenktafeln.
+
+*Katholische K. Joh. Bapt.,* rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt. am ehemaligen
+Apsidenbogen könnten noch spätottonisch sein. Sonst der Chor spgot.
+umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus
+der thüringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus
+und andere Vergrößerungen entstellt. — Neben dem SPortal _Grabplatte_ der
+Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige _Passionsstatue_ auf
+Säule bez. _Hans Gronig_ 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle
+unter den _Grabmälern_ des 17. und 18. Jh.
+
+*Rathaus,* ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest. 1700. Bmkw.
+der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. —
+*Burgkeller,* derbe Renss. um 1546. — *»Göhre«* (Weinhaus) am Markt, mit
+spgot. Portal.
+
+*Haus Weimar*. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken —
+Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh. — Reste der
+*Stadtbefestigung,* dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) über
+Bastei von 1430.
+
+_JESBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Schloßruine*. Seit 15. Jh. in Trümmern.
+
+_JESTÄDT._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Kirche.* Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten
+Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.). Hölzerne
+Emporen. — _Grabmal_ des Wallrab von Boyneburg † 1572, der Ritter in
+voller Rüstung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.
+
+*Edelhof* 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.
+
+_JOACHIMSTEIN._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Fräuleinstift*. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. Große
+prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln in der Mitte und an den
+Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgeschoß als Sockelbau, die
+Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel
+und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül und
+Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgewölbten
+Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume, im 1. Obergeschoß
+Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfräulein.
+_Bildnisse_ der sächsischen Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. —
+Der französische Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik. 2
+gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal.
+
+_JOHANNESBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+Ehem. *Benedikt.-Propstei,* gestiftet 1013. Von den Gebäuden nur das
+Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen rom. Fenstern keine
+formierte Architektur. Für die K. erwiesen zufällige Grabungen kreuzf.
+Gr., auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert).
+
+_JOHANNISBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Kirche* der 812 gegr. *Benedikt.-Propstei*. Am WTurm, dessen bar.
+Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes sprom. Portal mit
+Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. —
+*Schloßbau,* jetzt Domäne, 1769 umgebaut von _Herwarthel_ aus Mainz (nach
+Entwurf von _Welsch_?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen
+Gartenanlagen z. T. erhalten.
+
+_JÖHSTADT._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Stadt-K.* 1675. — _Altarwerk_ von _Andreas Petzold_ 1676, Holz, 6,3 m Br.
+: 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien Figuren die Anbetung der
+Könige.
+
+_JÜCHSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.
+
+_JUNKERSDORF._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Dorf-K.* Frgot. Turmchor mit umfänglichen _Wandgemälden_ aus M. 15. Jh.
+(rest. 1906), an der OWand Jüngstes Gericht; ferner S. Michael und Szenen
+aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht
+des Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der WWand des Lhs. S.
+Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem Grund mit roten Sternen.
+
+_JUNKERSDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Dorf-K.* sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. — Schönes
+*Fachwerkhaus* von 1617.
+
+
+
+
+_K UND C_
+
+
+_CABARZ._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* 1670. Mit hübscher _Kanzel_.
+
+_KADITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* um 1500. — _Altar_ 1756 von _F. G. Knöfel_.
+
+_KAHLA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Stadt-K.* Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die
+Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei
+Reste von Schnitzaltären. — Steinfigg. von einer _Ölberggruppe_ um 1500. —
+Reste von *Stadtbefestigung*. — *Leuchtenburg,* 3/4 Stunden östl. auf
+hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh.,
+Geschütztürme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel).
+
+_KÄLBERAU._ UFranken BA Alzenau.
+
+Wallfahrts-K. got.
+
+_CALBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von _David Schatz_,
+eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche
+Barockausstattung.
+
+_KALBSRIETH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. — Guter spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_CALDERN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Pfarr-K.* 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges
+älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen
+spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes
+Ssch.
+
+_CALLENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Unterschloß*. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und 16. Jh., dessen
+obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil
+vollständig umgestaltet.
+
+*Oberschloß*. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem
+damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau des Herzogs Johann Casimir
+ist nur die _Schloß-K_. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche
+in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und
+Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf Kreuzgewölben. Reich
+geschnitzte Holztür von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. — Die
+farbigen _Glasfenster_ aus alten und neuen Teilen gemischt. —
+_Steinkanzel_ und _Taufstein_ mit kopiösem Schmuck in originellem
+Frühbarock. — Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882.
+
+_KALTENBORN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Augustiner-Chorherrenstift*. Wenige Ornamentreste der rom. K.
+
+_KALTENLENGSFELD._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche.* Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.
+
+_KALTENNORDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Martinsburg*. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß« 1752-54
+schlichter Bau für die Behörden.
+
+_KALTENSUNDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Kirche* auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen Wolframsburg.
+Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm über dem Chor. —
+*Fachwerkhäuser* 17. und 18. Jh.
+
+_KALTENWESTHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen
+Bretterdecke großes _Gemälde_ der Himmelfahrt.
+
+*Burgruine*. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.
+
+_CAMBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Stadt-K.* Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage, sonst spgot.
+Hallenkirche mit Veränderungen 1703.
+
+*S. Cyriacus* (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom.
+Pfl.Basilika.
+
+*Burgruine*. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.
+
+_KAMENZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Haupt-K*. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung nach Brand
+im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff
+erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das
+Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind,
+daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt werden. Der Turm
+springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. —
+Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. _Kreuzigungsgruppe_ (ehemals auf dem
+Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit
+altertümelnden Zügen. _Michaelisaltar_ 1498, im Schreine die Figur des
+Seelenwägers, Flügel bemalt. _Hauptaltar_ um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein,
+je eine an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der
+Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge. Protestantische
+Einrichtung: _Kanzel_ 1566. _Holzemporen_ an den Langseiten 1675-1709. —
+_Votivgemälde_ von einem Nachfolger Cranachs (wohl _Wolf Krodel_).
+_Epitaph_ mit Jüngstem Gericht von _Andr. Dreßler_ 1554. Sonstige
+Epitaphgemälde E. 16. und A. 17. Jh. _Bildnisgrabsteine_ (v. Lüttichau, v.
+Nischwitz) aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.
+
+*Kloster-K*. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundriß der
+Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste spätgot. Gestühls.
+Mehrere _Schnitzaltäre_ von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3.
+Jahrzehnt des 16. Jh.
+
+Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind die Katechismus-K.
+und die Just-K.
+
+Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles
+zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit wie z. B. die
+jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570,
+in der Art _Chr. Walthers._
+
+_KÄMMERZELL._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Dorf-K.* Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. — _Bilder_ aus
+der ehemal. Universität in Fulda.
+
+_CANITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.
+
+*Schloß.* 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts. Der
+Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. Park in
+französischer Anlage.
+
+_KANNAWURF._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Schloß.* Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.
+
+_CANNEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* got. Prächtige _Sandsteinkanzel_ A. 17. Jh., darunter kniender
+Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.
+
+_KAPELLENDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,* gegr. 1235 mit Resten einer
+älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhöht, neue
+Nonnenempore in Länge des alten Schiffs. Mehrere _Grabsteine_ und
+_Epitaphe_, interessant das für den Markgrafen von Kirchberg und seine
+Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.
+
+*Burg* (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh.
+mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, Türme 12.-16. Jh.,
+Haupttor Renss.
+
+_KARBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute
+Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung _Riemenschneiders_.
+
+_KARLBURG._ UFranken BA Karlstadt.
+
+Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen
+Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.
+
+*Pfarr-K.* spgot. und 17. Jh.
+
+_KARLSDORF._ RB Cassel. Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* (französ. Kolonie). 1704 von _Paul Du Ry_.
+
+_CARLSFELD._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+
+*Dreifaltigkeits-K*. 1684-88, von _Hans Georg Roth_, angeblich nach, dem
+Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform des später von
+_George Bähr_ gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit
+abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit
+Treppen für die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. — Die
+virtuos geschnitzten _Altarfiguren_ italienischen Stils vielleicht von
+_Andreas Petzold_.
+
+_KARLSFRIED._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Burg*. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die
+Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen.
+
+_KARLSTADT._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau
+einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren
+Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte
+Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8
+Schluß (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach),
+das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen Pfll. und
+Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach
+verdeckt die OSeite des schönen rom. Turms. — 1614 _dekorative Bemalung_
+von _W. Ritterlein_ (vgl. Buchold). Spgot. _Wandgemälde_ im Chor und Qsch.
+(sehr rest.). Zierliche _Steinkanzel_ mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt
+_Riemenschneiders_. In der Rienecker-Kap. großer steinerner _Salvator_ 2.
+H. 14. Jh. Vortreffliche _Holzfig_. des hl. Nikolaus von
+_Riemenschneider_. Am Turm interessante Steinstatue, _S. Georg_ zu Pferde,
+um 1520. — Zahlreiche _Grabdenkmäler_: hervorzuheben die Bildnissteine der
+Vögte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von _Peter
+Dell d. J._ Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. — In der
+_Sakristei_: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von _Ph. H.
+Drentwett_ in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von _J. M. Maurer_
+in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. — 2
+_Glocken_ 14. Jh., eine 1502.
+
+*Spital-K*. 15. Jh., flachgedeckt. — Altäre einheitlich 1689.
+
+*Rathaus* 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw.
+Einrichtung aus fr. 17. Jh.
+
+Zahlreiche gute *Fachwerkhäuser*: ältestes no 82 von 1449; no 341
+Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721.
+
+*Bezirksamt*. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.
+
+*Stadtmauern und Türme,* 14. Jh., großenteils erhalten.
+
+Über der Stadt die *Karlsburg* (Ruine). Die erste Gründung wird auf den
+Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischöfe
+von Würzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des
+Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische
+sehr schöne _Madonna_, Holz, um 1490.
+
+_CARTHAUSE._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+Ehem. *Kloster-K*. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den
+Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk.
+
+_KASENDORF._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes Rck.,
+netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. _Glasgemälde_ 1486. _Ikon.
+Grabstein_ 1560 bez. _FH_, ein anderer 1688. _Gemälde_ des 17. Jh. mit
+interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
+Augsburger Reichstag 1530. _Altar_ 1662.
+
+_CASSEL._ Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.
+
+*Brüder-K*. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch.
+voll. 1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewölbt, im Hauptschiff 8
+Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck.
+Über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. — _Relief_ vom Tympanon
+des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — _Epitaphe_ mit
+Relieffigg. aus 16. Jh.
+
+*Stifts-K. S. Martin.* Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue
+Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTürmen.
+Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit
+einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche
+Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung
+der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den
+Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung
+des Innern fällt das Äußere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet,
+zum Schluß in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen,
+der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor _Marmorgrab_ Philipps des
+Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin von _Elias Godefroy_ (_Gottfro_)
+aus Cambray (Kämerich) † 1569, vollendet 1570 von seinem Schüler _Adam
+Beaumont_; davor im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und
+Allegorien. _Epitaphe_ der Landgräfin Christine mit Bronzerelief von
+_Phil. Soldan_ 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft _Särge_ der
+landgräflichen Familie. — _Orgel_ 1600 von _Hans Scherer_.
+
+*Luther-K*. am Graben 1734 von _G. Ghezzi_. Einfacher, turmloser Saalbau
+in Straßenflucht. _Ölgemälde_ von _J. G. __ Tischbein_.
+
+*Oberneustädter (französische) K.* 1698-1706 vom Hugenotten _Paul Du Ry_.
+Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt von einer schweren Laterne, die
+Formen innen und außen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein
+profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht
+verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen 1874.
+_Graumarmordenkmal_ des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.
+
+*Kathol. K*. 1770-1776 von _Simon Louis Du Ry_. Da den Katholiken damals
+nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in
+fortlaufender Straßenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar
+stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer
+Simplizität, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer
+Umgang. Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, von _Gérin_.
+Spgot. _Altarflügel_ angeblich aus Hersfeld. _Ölbilder_ von _L. Cranach_
+und _J.H. Tischbein_. Bronzene _Standleuchter_ 1626.
+
+*Hof- und Garnison-K*. 1757-1770. Saalbau.
+
+*Unterneustädter K.* 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in
+der Mitte der flachen Decke.
+
+*Bettenhäuser K*. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.
+
+*Hospital S. Elisabeth mit K*. Gegr. 1383, erneuert 1587.
+_Sandsteinstatue_ der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.
+
+*Renthof*. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich
+durchgebildete Portale und ein _Brunnen_ mit sitzender Statue in römischer
+Feldherrntracht. Im Innern spärliche Reste alter Bemalung.
+
+*Marstall,* voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. Treppentürme
+in den Ecken des Binnenhofes.
+
+*Zeughaus* 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche
+Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.
+
+*Druselturm* und *Zwehrenturm*, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415
+angelegten Stadtbefestigung.
+
+Sog. *Kunsthaus,* ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. Moritz den
+Gelehrten, umgebaut 1696 von _Paul Du Ry_.
+
+*Orangerieschloß* 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
+Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung des malerisch
+empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Gebäudes
+französisch. Architekt _Paul Du Ry_ (nicht sicher). Der innere Ausbau erst
+1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen
+Statuenschmuck vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon das
+*Marmorbad* 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten Skulpturen von _Pierre
+Monot_. Als Gegenstück das *Küchenschloß* 1765. Unterhalb der Orangerie
+breitet sich der großartige *Augarten* aus, entworfen von _Le Notre_, E.
+18. Jh. anglisiert.
+
+*Alte Gemäldegalerie*. 1751 von _Charles Du Ry_.
+
+*Garde du Corps-Kaserne*. 1768 von _S. L. Du Ry_.
+
+*Museum Fridericianum* (Bibliothek). 1769-79 von _S. L. Du Ry_,
+klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten
+dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen;
+einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2
+Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit
+Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.
+
+*Au-Tor*. 1782 von _S. L. Du Ry_, die 2 Wachthäuser abgebrochen. Der
+Triumphbogen (1824 von _Bromeis_) auf den Platz vor dem Regierungsgebäude
+versetzt.
+
+*Privathäuser.* Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge,
+einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der
+ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597;
+Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8
+hübsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit
+Diamantquadereinfassung der Fenster. Von _Charles Du Ry_ das Haus Theodor
+Landré Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch
+das Haus am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast mit dem
+Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade Königsplatz 55. Das Haus des
+Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß)
+bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk _S. L. Du Rys_ beg. 1767
+(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais eingerichtet).
+Von _demselben_ 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das französische Rathaus.
+Zahlreiche Bauten in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes.
+
+_CASTELL._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Oberes und unteres *Schloß*; jenes die Stammburg der jetzigen Fürsten
+Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus
+auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schloß spätbarock.
+
+*Pfarr- und Schloß-K.* 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. Große
+umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in
+Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes
+Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.
+
+_KATHARINENBERG_ b. Wunsiedel, OFranken.
+
+Ehem. *Wallfahrts-K*. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.
+
+_KAUERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Herrenhaus*; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701
+ff.; in der Kapelle ein _Reisealtärchen_ aus Elfenbein, gute französische
+Arbeit des 14. Jh.
+
+_KAUFUNGEN._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.
+
+_KAUFUNGEN._ Kr. Cassel-Land.
+
+Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs
+II. auf einem Königshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot.
+Veränderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, daß die
+Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten
+gesichert ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders
+interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60
+m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Maß der
+Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist
+die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
+dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine
+Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis am nördl. Kreuzarme. Die
+sehr hohe Öffnung bezeichnend für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg,
+Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden
+des Lhs. läßt sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
+Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) ist
+wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind
+(genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl.
+S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant wäre es, wenn es sich
+bestätigte, daß auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der
+Lettnereinrichtung jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der
+Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene
+Veränderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgeschoß stand durch 3
+Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die
+Eingangstür der Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
+Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der westl.
+Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen sie durch die oben
+erwähnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und
+Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und öffnete
+sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse,
+das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an
+westfälische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich
+immerhin durch die westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der
+verhältnismäßig große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem
+übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang. Holtmeyer
+erklärt ihn für älter als die K. und vermutet in ihm einen Überrest
+(Bergfried?) der Königspfalz. — Technische Ausführung von größter
+Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale
+rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel. —
+Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur
+Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit
+Westfalen. Am Chor wiederholte Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. —
+Reste der _Ausstattung_ unerheblich. 2 spgot. _Holzreliefs_ mit Heinrich
+und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört haben. _Grabsteine_ meist
+sehr beschädigt, gut der der Äbtissin Anna v. d. Borch 1521. —
+_Stiftsgebäude_. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage,
+ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht
+sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stößt eine Kap. mit 1/2
+Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas älter als die Klst.-K. (in den
+Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei«
+am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit
+quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von
+Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen
+Pfalzanlage.
+
+_KAUSCHWITZ._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers;
+hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender Durchsicht; Treppenanbau in
+Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.
+
+_CAVERTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. — Reicher Altarbau
+3teilig mit dominierenden großen _Sandsteinreliefs_; um 1580; angeblich
+von _Aegidius de Bruigt_ (de Brugk). Reizvolle geschnitzte _Kanzel_ um
+1600. —
+
+Mehrere bmkw. _Denkmäler_ 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v.
+Schleinitz 1584.
+
+_KEFFERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar
+ähnlich dem zu Ershausen.
+
+_KEILA._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.
+
+*Dorf-K.* 1696, unbedeutend. — im Chor _Gemälde_ (Kreuzigung) von _Paul
+Keil_ aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).
+
+_KELBRA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Kirche* des 1251 gegr. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Von einem älteren Bau der
+rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Spätgotik
+durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.
+
+_KEMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+
+*Stadt-K.* Spgot. Ziegelrohbau. — _Altartriptychon_ mit Gemälden von _L.
+Cranach d. J._ — _Sakramentshaus_, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein,
+in der Art der gewöhnlich _Adam Krafft_ zugerechneten fränkischen
+Arbeiten.
+
+_KENTZGAU._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. — Reste des
+ehemaligen *Wasserschlosses*. — Überlebensgroße _Kreuzigungsgruppe_ um
+1620.
+
+_KERSBACH._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Pfarr-K.* 1744 von _Küchel_, einem Schüler Neumanns.
+
+_KERPSLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+Große *Dorf-K*. 1720 mit WTurm von 1456. — Daran außen _Relief_,
+Kreuzigungsgruppe. — Pomphafter _Kanzelbau_ 3geschossig, bis zur Decke
+aufsteigend.
+
+_KESSELSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Schloß Philippsruhe* 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende
+Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons. Großer Park und Orangerie.
+Umbauten 1873.
+
+_KEUDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+Ansehnliches *Herrenhaus* (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im
+Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Schöner
+Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.
+
+_KEULA._ Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.
+
+*Dorf-K.* 1662. — Über dem Altar großes anscheinend nicht wertloses
+_Relief_ mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.
+
+_KIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. verändert.
+
+_KIRCHAICH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh.
+— _Holzmadonna_, gute ländliche Arbeit E. 15. Jh.
+
+_KIRCHBRACHT._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K.* inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und
+eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details weisen auf E. 14. Jh.
+
+_KIRCHENEHRENBACH._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Pfarr-K.* 1796. — Altarstatuen von _B. Mutschelle_ aus Bamberg. —
+Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W.
+(_Hans Werner_).
+
+_KIRCHENLAMITZ._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Pfarr-K.* erweitert 1596 durch _Georg Zapf_. Altar 1687.
+
+*Gottesacker-K*. 1660. — *Rathaus* 1705.
+
+_KIRCHGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger _Hochaltar_ 1691.
+
+_KIRCHHAIN._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H.
+14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr entstellt. — Zierlicher
+spgot. _Taufstein_.
+
+_KIRCHHASEL._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.
+
+_KIRCHHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und
+Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von _M. Bossi_ im Charakter Louis XVI.
+
+*Synagoge* 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken).
+
+_KIRCHLAUTER._ UFranken BA Ebern.
+
+*Schloß.* Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs Joh.
+Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte
+Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen _Stuckdecken_ um 1720.
+
+_KIRCHOHMFELD._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K.* got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien um 1670. —
+_Epitaph_ Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und
+Inschriften in Bronze.
+
+_KIRCHSCHÖNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute
+Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen Parks.
+
+_KIRCHWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Kap. S. Valentin.* 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.
+
+*Fachwerkhäuser* mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des
+Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld in dieser
+Zeit, konserviert.
+
+_KIRSCHKAU._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Dorf-K.* 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz.
+Im Innern keine Teilungen. Außen mächtiger dorischer Fries auf desgl.
+Pilastern. Über dem nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube.
+
+_KISSINGEN._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Alte Pfarr-K.* Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore
+von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des _Materno Bossi_.
+
+*Friedhofs-Kap.* Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.
+
+*Salinengebäude.* Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.
+
+_KITTLITZ._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das
+gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. — [Guter
+spgot. _Schnitzaltar_ im Museum zu Bautzen].
+
+_KITZINGEN._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K. Joh. Bapt.* Der unregelmäßig an der NSeite stehende Turm mit dem
+anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416
+Planänderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der
+NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage
+die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich auch an der
+WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. In allen
+Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge
+55 m. — Die Formen zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten
+Hochgotik zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse. —
+Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, die in die
+Außenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau
+auf reiche ornamentale und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz
+vollendet und jetzt in starker Zersetzung. — Rest. 1885 und 1909. —
+_Inneneinrichtung_ großenteils neugot. 1885. Ansehnlicher _Sakramentsturm_
+um 1470. Ziemlich reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische
+_Marmorkanzel_ von _Materno Bossi_ 1793. An der Chorwand 4
+_Passionsreliefs_, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber
+nicht aus der Werkstatt _Riemenschneiders_. Flotte _Alabasterreliefs_ um
+1700. An der Sakristeitür schöne _got. Beschläge_. _Familien-Epitaph_ des
+Wolf v. Crailsheim, 1556 von _P. Dell d. J._ — Hauptportal mit Altan an
+der NSeite, um 1400, am _Tympanon_ Jüngstes Gericht. Am WPortal
+_Marienkrönung_ gegen 1450. — _Altargeräte_ 17. und 18. Jh., die besten
+Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen Meistern.
+
+*Protestant. K.,* (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
+angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von _Ant. Petrini_. 1sch.
+flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewölbter 3/8 Chor mit
+seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade
+in schweren ernsten Barockformen. — Gute _Altargeräte_ 17. Jh.
+
+*Kapuziner-K.* 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser im
+allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit _Gemälde_ von _Osw. Onghers_
+1679. Virtuoses lebensgroßes _Kruzifix_ um 1650; ein zweites desgl. am
+Chorbg. und ein reich dekoriertes _hl. Grab_ für Prozessionen, beide um
+1700.
+
+*Hl. Kreuz-K*. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von _Balthasar
+Neumann_ 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten
+asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert;
+vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt,
+von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar über ihren
+Kämpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten.
+Die letzteren schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch
+Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die
+Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben
+ist, würde noch bedeutender zur Wirkung kommen, wäre nicht die
+Lichtführung wenig glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel).
+Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt
+gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist
+etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter um 1750. — Schön und echt neumannisch
+das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade.
+Beachtung verdient die *Friedhofsanlage* (in SW der Stadt) von 1542.
+
+*Rathaus* 1561-63 von _Hans Eckhart_ von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse
+mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit
+Segmentstücken überbaut. Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige
+Halle, Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Geschoß
+getäfelte Ratsstube.
+
+*Häuser*. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen und
+Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken in fr. Rok.
+Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.
+
+*Marktbrunnen* mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.
+
+*Mainbrücke* aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs Joh. Phil. v.
+Schönborn) erneuert.
+
+*Befestigung*. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt.
+In Resten erhalten, besonders der mächtige Marktturm. Vom äußeren Bering
+die Mainstrecke mit 8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe
+runde Falterturm 1469.
+
+_KLEINBARDORF._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hübscher Fassade. —
+_Deckenbild_ von _Joh. Peter Herrlein_ 1781.
+
+*Schloß.* Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh.
+
+_KLEINBAUTZEN._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz
+gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar und dem Betstübchen
+höchst prächtige _Holzschnitzwerke_, noch im Charakter des FrBarock.
+Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v.
+Rechenberg, v. Nostitz.
+
+_KLEINEBERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* Sprom. Turmchor. — Spgot. _Altarwerk_.
+
+_KLEINFURRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.
+
+_KLEINGESTEWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm
+und Apsis.
+
+_KLEINHEILIGKREUZ._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Wallfahrts-K.* erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras.
+
+_KLEINHERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit.
+Interessantes _Triumphkreuz_ bez. _HF_ (vgl. Görschen).
+
+_KLEINHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.
+
+*Schloß* der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter Bau in
+Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als Baumeister in Anspruch genommene
+Bamberger _Joh. Dientzenhofer_ war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines
+fremden Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters _de la Fosse_.
+
+_KLEINLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* 15. Jh., Turm (O) um 1300. — _Grabsteine_ der Zolner 1574,
+1577, 1584. — _Friedhofsbefestigung_ 13.-14. Jh.
+
+_KLEINLAUCHSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von
+ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.
+
+_KLEINOCHSENFURT._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Dorf-K.* im Kern rom., verändert A. 17. Jh. — Ansehnliche _Altäre_ mit
+Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). — _Wartturm_ am
+Main.
+
+_KLEINRINDERFELD._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* 1740 _B. Neumann_ wegen des übernommenen Risses moniert. Der
+Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf Neumanns Riß zurückgehen. Die
+Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. —
+_Altäre_, A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. _Kanzel_ gute
+Rok.Arbeit.
+
+_KLEINSCHIRMA._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Dorf-K.* Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an
+Decke und Emporen, 16. Jh. — _Sandsteinkanzel_ und _Taufstein_ 1557.
+_Altarwerk_, geschnitzt von _B. Diterich_ 1614.
+
+_KLEINSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später.
+
+_KLEINWERTHERN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+Einfache *Dorf-K*. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Großes
+_Sandsteinepitaph_ des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere
+derartige Arbeit in diesem Gebiet.
+
+_KLEINWOLMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. —
+*Herrenhaus* um 1720.
+
+_CLETZEN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+Verbaute rom. *Dorf-K*. Spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_KLINGA._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schöpfung
+des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr.
+Apsis; einiges rom. Detail.
+
+_KLINGENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der große
+Kanzelaltar. — *Herrschaftshaus* einheitlich 1682.
+
+_KLINGENBERG._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Schloß* (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei Flügel, die
+durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch
+mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und
+Graben hoch umgeben.
+
+_KLINGENTAL._ K. Sachsen AH Auerbach.
+
+*Pfarr-K.* 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl. Carlsfeld,
+Schmiedeberg und Loschwitz).
+
+_KLIX._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* neu. Auf dem _Altar_ Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung,
+Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge kleiner Figuren, um 1580 in
+der Art des _Chr. Walther_. _Kanzel_ 1702. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der
+Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das große _Wandgrab_
+des Ch. F. v. Gersdorf 1725.
+
+_CLÖDEN._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+
+*Dorf-K.* Sprom. Backsteinbau.
+
+_KLOSTERLAUSNITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Kirche* beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs.
+und Türme abgetragen und der OBau stark verändert. 1863 ff. nach den
+Plänen von _v. Quast_ rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung
+der in den Trümmern gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von
+Paulinzelle und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
+festgestellt?
+
+_KLÖSTERLEIN-ZELLE._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+
+*Cisterc.-Klst*. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel
+unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrißzeichnung die h.
+Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. _Martinus me
+fecit_; der Stil weist auf 13. Jh.
+
+_KLOSTERRODE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+Ehem. *Prämonstratenser-Klst.,* gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein
+gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenräume
+mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Würfelkapitellen.
+
+_KLOSTERVEILSDORF._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+
+Ehem. *Klst. Michaelisberg* (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit A.
+16. Jh. — Für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so
+daß nur noch verstreute und verbaute Gebäudeteile erhalten sind.
+
+_KNAUTHAIN._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar aus A.
+16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen _Denkmals_ der
+Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. —
+Stattliches Schloß um 1700.
+
+_KNAUTNAUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh.,
+ähnlich der zu Groitzsch.
+
+_KNOBELSDORF._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von
+einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung; merkwürdig der
+1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige) Rücksprung für die Sll. Im übrigen
+stillos verbaut.
+
+_COBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Coburg.
+
+*Moritz-K*. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit
+erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und
+Fenster 1520 ff. von _Konrad Krebs_ (vgl. Torgau). Das Innere 1701
+barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten
+Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch.
+durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8
+Schluß. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme
+einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch
+die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem
+skulptiertem Detail. Die Doppeltürme bauen sich in 5 niedrigen, durch
+Wasserschläge geteilten Geschossen schwerfällig auf; nur der linke
+(nördl.) trägt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes,
+reich geschmücktes Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß und
+der Bar.Helm A. 17. Jh. — Das Hauptportal ist mit glücklicher malerischer
+Wirkung dem WChor angegliedert; _Statuen_, einerseits Adam und Eva,
+andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl.
+Strebepfll. nach 1520. — _Mobilien_ 18. Jh. — _Grabdenkmäler_: am Schluß
+des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. † 1595, ausgeführt bis 1605
+von _Nik. Bergner_, einem thüringischen Meister (aus Rudolstadt?); der
+Sockel und das Hauptgeschoß nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal
+(entsprechend den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe
+abnehmende Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen der überaus
+reich geschmückten Rahmenarchitektur große Reliefbilder; auf dem Sockel
+die reichlich lebensgroßen knienden Freifigg. des Herzogs und seiner
+Familie. In Größe und Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die
+ihm am nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten jetzt
+an der Wand. — Heraldische _Grabplatte_, Bronze, für Joh. Ernst † 1553,
+gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister _Bernh. Eberlein_. — Ikon.
+Grabplatte, Bronze, für Joh. Casimir † 1633, handwerklich. — Bronzeteile
+von anderen Grabplatten. — Im Lhs. (Ssch.) ikon. _Hochreliefplatte_,
+Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. — Viele Grabsteine an der
+Außenwand, verwittert. — _Kelche_ und sonstige Altargeräte in größerer
+Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzüglicher Arbeit ein _Hostienschrank_
+von 1607.
+
+*Ehrenburg.* Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung von der
+Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern),
+Erbauung der neuen Residenz 1543-49 und Benutzung des ehem. Barfüßerklst.
+Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister _Bonallino_. Nach
+schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in
+neugot.-englischem Stil durch _Rénier_. — Die alte Anlage umschloß 3 große
+Höfe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel
+vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner
+Wirtschaftsgebäude und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der
+alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten
+Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt
+seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den
+Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die
+Außenfronten an der Stein- und Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit
+1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach
+Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit
+mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlügels (»Altane«) 1626 in
+kräftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen;
+die obere Loggia später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die
+Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. — _Inneres_: Die Räume des
+16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr
+die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den prächtigsten ihrer Zeit
+gehörenden Bar.Räume nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter
+der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha,
+Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«; 28 »Riesen«, von
+der Hüfte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht
+hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm stützen, während der andere
+jedesmal einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich
+stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des
+»Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal um 1730. Die
+Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste dieser Epoche in Thüringen;
+stilistisch noch unberührt vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die
+Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in
+vorzüglicher klassizistischer Behandlung. — Deutsche _Gemälde_ des 16. und
+17. Jh., darunter 4 von _L. Cranach d. Ä._
+
+*Justizgebäude* am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der
+Maler _Peter Sengelaub_, von dem die umfangreichen (verschwundenen)
+Fassadenmalereien herrührten, soll auch die Architektur entworfen haben.
+Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter
+Horizontalkomposition, darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten
+Giebeln und Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der
+Komposition nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der
+vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich hinziehende offene
+Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins
+reichte. Die glückliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen
+plastischen Schmuck der Türme, Erker und Giebel (von _Nik. Bergner_) und
+der Bemalung der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten
+Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 gänzlich verändert.
+
+*Gymnasium Casimirianum.* 1601 ff. von _P. Sengelaub_ und _Nik. Bergner_.
+Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch
+ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der
+Dachregion, deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen.
+Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch
+Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor
+(wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild
+des Gründers von _Veit Dümpel_ 1628. Das Innere enthielt 3 große
+Auditorien (also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der
+gleichzeitigen Universität in Helmstädt).
+
+*Zeughaus* 1616-21 von _P. Sengelaub_. Der Formencharakter den beiden
+vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal
+Rustikasäulen).
+
+*Rathaus* 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade (1750)
+unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schöner
+Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Großer Saal mit
+geschnitzter Holzdecke. Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von
+_Sengelaub_).
+
+*Hofapotheke,* Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem
+Bau des 16. Jh. adaptiert.
+
+*Wohnhäuser* des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten;
+namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. — Besterhaltenes
+Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate
+(Trinkstube der fürstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen
+Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse.
+Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. — SpBarock:
+Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12 mit
+reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz hübsch
+Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. — Die einst
+zahlreichen Fachwerkhäuser zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben;
+von ihm kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.
+
+*Brunnen* Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.
+
+*Veste* (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches Gut
+erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von
+Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus
+Wettin, dem es verblieben ist. — 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen
+»Fürstenbaues« sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte
+1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu
+kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist
+verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das Zeughaus
+in den Außenmauern) älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine
+umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende
+war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß. Der Plan von 1553
+zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine doppelte Ringmauer
+mit Zwinger. Verstärkung der Außenwerke unter Johann Kasimir durch _Gideon
+Bacher_ 1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung
+1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die bauliche
+Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. — Die
+Ringmauern umschreiben, dem natürlichen Fels sich anschließend, ein
+ungefähres Oval von ungefähr 230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein
+imposantes Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem Tor über
+der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). Die beiden keilförmigen
+SBasteien mit ihren malerischen kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen
+von 1625 und 1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. Der
+Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist moderne Imitation. Der
+vom NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schützende Rote Turm
+verschwunden. Die Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete
+OSpitze durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der
+Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende »hohe Bastei« eine
+künstliche Aufschüttung nach dem 30jährigen Kriege. — Das Innere des
+Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne
+geschlossene Gebäudefolge zerlegt. a) _der östl. Burghof_. Das
+Hauptgebäude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden Flügeln:
+»Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere auf den Grundmauern des
+rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-Formen
+ausgeführten von _Nik. Grohmann_ 1553-58; im wesentlichen jedoch die
+Fassade M. 19. Jh. Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen,
+z. T. reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen aus A.
+17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben. Im O.
+schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, namentlich auch im 19.
+Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung« beabsichtigt. Der WFlügel
+(»Hohe Kemnate«) hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte
+Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der eiserne Ofen
+mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß das sog. Lutherzimmer; die
+Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer,
+in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und
+vollständig verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist Altes und
+Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer mit spgot. Türgestell und
+renss. Kachelofen (wohl fremd). Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die
+Wandbekleidung mit Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg
+übergeführt; sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland zu
+finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von _Wolfgang Birkner_; die Möbel
+verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten der Veste zusammengestellt. —
+b) _der westl. Burghof_. An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus
+(»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger Giebelbau,
+von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat
+den ma. Charakter eingebüßt. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um
+1540. Im übrigen enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. — Die
+Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die
+baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze nicht
+fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen ärgerlich
+und irreführend genug, für den summarischen Eindruck aber sind sie
+ziemlich unschädlich, und zumal die Außenansichten von unvergänglichem
+Reiz. Ein wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten _Kunstsammlungen_,
+aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., 12
+Tafelbilder von _Cranach_ und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder von _Jost
+Stettner_ M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus 2. H. 16. und 17. Jh.;
+karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus
+Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in
+Coburg; von einem ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von
+demselben Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von _Veit Stoß_
+(?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh.
+Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch
+mit Miniaturen und Handzeichnungen.
+
+_KOHREN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Stadt-K.* Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt
+überarbeitet; 1878 rest. — _Altarwerk_ 1616, Holzaufbau mit bmkw.
+Gemälden.
+
+*Burg*. 2 starke Rundtürme erhalten.
+
+_COLDITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Gottesackerk. St. Nikolai*. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. Denkmäler
+des 16.-18. Jh.
+
+*Stadt-K.* 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte.
+
+*Rathaus* 1540, Giebel 1650. — *Wohnhäuser* des 16. und 17. Jh. —
+
+*Schloß.* Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von
+_Hans Irmisch_ unter Beibehaltung got. Teile. Später verwahrlost. Am
+besten erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit _Portal_ in
+prunkvoll derben Formen von 1584.
+
+_CÖLLEDA._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Peter-Pauls-K*. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. 3sch.
+Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster,
+dagegen die Arkaden spitzbg.
+
+*Wiperti-K*. Bmkw. großes _Alabasterepitaph_ der Familie v. Werthern 1586.
+
+_KOLMDORF_ bei Bayreuth OFranken.
+
+*Schlößchen* Karolinenruhe 1760.
+
+_KÖNIGSBERG I. FR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Stadt-K.* beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, mit
+Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr beschädigt.
+(Rest. A. 20. Jh.) — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2
+Jochen und 5/8 Schluß. Im nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei.
+Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe der
+Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Außen die
+Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten
+_Statuen_ nur die eine der Maria verschont; von den übrigen wenigstens die
+Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3
+Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem
+Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei _Ölberg-Relief_. —
+Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon erhalten, doch mit
+Beschädigung und Umarbeitung im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese,
+rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen und
+übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit Statuenblenden und
+Baldachinen geschmückt. Das letzte Geschoß E. 17. Jh. — Viel stärker hat
+das Lhs. gelitten; das Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. — Die
+*Ausstattung* des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel
+sprenss. — _Grabsteine_ 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.
+
+*Gottesacker-K*. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. — Unter den
+zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere
+gegenständlich interessant.
+
+*Wohnhäuser*. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche
+Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen Fachwerkbaues,
+sondern vom Steinbau beeinflußt.
+
+_KÖNIGSBRÜCK._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Stadt-K.* 1682 von _Chr. Gottschick_ und _G. J. Spieß_. Prächtiger
+_Altar_ 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes _Epitaph_ M. v.
+Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. — Auf dem *Friedhof* charakteristische
+Gruftkapellen und Denkmäler des 18. Jh.
+
+Die *Wohnhausarchitektur* bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stücke aus
+18. Jh.
+
+_KÖNIGSFELD._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* erneuert 1754. — Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und
+Alabaster 1613.
+
+*Schloß,* ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss.
+
+_KÖNIGSHAIN._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Kath. Pfarr-K*. 1766 von _J. J. Kuntz_ in Reichenberg, 1sch. Rck.,
+gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der Längswände unter den Fenstern
+Emporen auf gewölbten Arkaden. — _Hochaltar_; über dem Tabernakel großes
+Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. _Phil. Leubner_ 1780.
+— Schöner _Kelch_ E. 15. Jh.
+
+_KÖNIGSHOFEN_ im Grabfeld UFranken.
+
+*Pfarr-K.* 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualität. Quaderbau.
+Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die
+Raumverhältnisse ungewöhnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das
+Msch. stark überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale,
+leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das
+Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben
+das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen
+Haube übrigens recht gut ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige
+Schneckenstiege. — Das Relief des _Jüngsten Gerichts_ im Bogenfeld des
+WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere
+_Messingkronleuchter_ 17.-18. Jh. Überlebensgroße _Madonna_, Holz, um
+1500. Andere spgot. _Skulpturen_ in der Kapelle über der Sakristei. In
+letzterer frgot. _Aquamanile_ (Pferdchen) und elegante _Elfenbeingruppe_
+der Kreuzigung, 18. Jh.
+
+*Rathaus* ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung städtischer
+Altertümer.)
+
+*Wohnhäuser* am Markt, bar. und rok., im Übergang zum thüringischen Typus.
+
+*Marktbrunnen,* Schmiedeeisen, 16. Jh.
+
+*Befestigung* (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System, einige
+Bastionen erhalten.
+
+_KÖNIGSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* 1810. — *Festung*. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh.
+Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plänen
+des Nürnbergers _P. Buchner_ 1591. Die Christiansburg 1589-91 von
+_Buchner_ und _Irmisch_. Johannissaal (»Neues Zeughaus«) 1631. Die
+Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand
+1744 zerstört. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«)
+1598, beide von _Buchner_. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die
+Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach Brand 1806. Bildnisse
+in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von _A.
+Graff_. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von _Joh. v.
+Bodt_. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl.
+Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. — Schönes _Elfenbein-Kruzifix_ von
+_Melchior Barthel_ um 1670.
+
+_KÖNIGSWALDE._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — Spgot.
+_Schnitzaltar_.
+
+_KÖNIGSWARTHA._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige _Grabdenkmäler_ in großer
+Menge.
+
+Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne
+Lisenenarchitektur. — _Bildnisse_ des wenig bekannten aber vortrefflichen
+Malers _Hagelganß_ 1755.
+
+_CÖNNERN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Stadt-K.* 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom.
+— Spgot. _Taufkessel_.
+
+_CONRADSBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau
+undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs.
+fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor
+nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor
+durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. Die
+abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundstäbe,
+die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die grätigen
+Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors
+eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig
+eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen
+Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln
+regellos mit spiralisch kannelierten.
+
+_CONSTAPPEL._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ältesten des
+Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei
+der Erweiterung 1884 die Schlußwand durchbrochen und im W ein Turm
+hinzugefügt). — _Taufstein_ mit Reliefs 16. Jh. _Altartafel_, Beweinung,
+von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe _Cranachs_.
+Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus _Cranachs_ Werkstatt.
+
+_CORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* mit rck. WTurm im Übergangsstil.
+
+_KORBUSSEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert um 1500.
+
+_KORNBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
+
+*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Ganz schmuckloser 1sch. got.
+Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß aus 8Eck, WEmpore über
+2sch. Halle. — Zweistöckige Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang.
+
+_KOSELITZ._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* Bmkw. Altargemälde von _C. Roesler_ 1800.
+
+_KÖSSERN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In
+reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von _Pöppelmann_;
+besonders stattlich der große Saal.
+
+_KÖSTRITZ._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Fürstl. Schloß* 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der
+klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.
+
+_COSWIG._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Pfarr-K.* 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln
+versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus an der Empore und
+der flachen Decke. — _Schnitzaltar_ E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.
+
+_KÖTIZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Herrenhaus.* M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von _Samuel __ Locke_;
+in der Ausstattung manches Hübsche.
+
+_KÖTZSCHENBRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Pfarr-K.* Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — _Altar_ 1638 von
+_Zach. Hegewald_, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs
+und Sandsteinstatuetten; _Denkmäler_ 1675, 1738. — Im Dorf reizende renss.
+_Brunneneinfassung_ mit Puttenrelief von _Hans Walther_ (?).
+
+_KOTTMARSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und
+Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.
+
+_KRAKAU._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute _Bildnisgrabsteine_ 17. Jh.
+
+_KRANICHFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Stadt-K.* 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. Änderungen
+1702. — Hübsches _Gestühl_ 1520; _Grabstein_ einer Gräfin Gleichen 1570.
+
+*Schloß* (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche
+Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil der sog. dicke Turm,
+aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewölbe,
+Ecksäulen mit Würfelknäufen; die Außenwand mit fein profilierten Lisenen.
+— Sonst das Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine
+Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der
+SSeite ihrer 8). — *Unterschloß* mit umfänglichen ma. Resten, jetzt
+modernisiert.
+
+_KRANLUCKEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.
+
+_KRAUTHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — *Schloß*
+1710 einfach.
+
+_CRAWINKEL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+
+*Dorf-K.* im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).
+
+_KRAYENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Burg*. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der Zeit der
+Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg
+verwendet.]
+
+_KREINITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Schloß* seit 1776.
+
+_KREIPITZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Schloß.* 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die
+in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpförtchen 1628.
+
+_KREUSSEN._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Pfarr-K.* Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot.
+_Sakramentshäuschen_. Großer _Altar_ 1688. — An der SSeite 2stöckige got.
+Kapelle, jetzt Sakristei.
+
+_KREUZBERG._ UFranken BA Neustadt a. S.
+
+*Franziskaner-Klst*. 1681-95.
+
+_KREUZBURG._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Nikolai-K*. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in 7 Nischen je 1
+Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785.
+Hoher WTurm 1428.
+
+*Liborius-Kap*. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster
+und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.
+
+*Friedhofs-Kap*. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von
+den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.
+
+Got. *Klst.-K*. vor der Stadt, jetzt Scheune.
+
+*Wohnhäuser* mit Renss.Portalen.
+
+*Stadtmauer* aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.
+
+*Schloß.* Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz
+und Spuren des Wehrgangs.
+
+*Werrabrücke* 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.
+
+_KREUZEBER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster und
+Fenstereinfassungen in Sandstein.
+
+_KREUZWERTHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. _Schnitzaltar_
+ca. 1510-20.
+
+*Schloß* der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736,
+unbedeutend und verrenoviert.
+
+_KRIEBSTEIN._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Schloß.* Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte
+unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An
+den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes
+_Wandgemälde_ um 1400.
+
+_CRIMMITSCHAU._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Stadt-K.* 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau von 15 : 22 m,
+geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch anschließende rck. Chor mit
+NTurm aus 14. Jh. — _Epitaph_ v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit
+vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule
+_Nossenis_. Halbzerstörter _Taufstein_ mit Reliefs, treffliche Arbeit aus
+1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne _Kelche_ aus M. 15. und A. 16. Jh.
+
+_CRÖBERN._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* 1750-55, stattlich. — _Denkmäler_ der Familien v. Breitenbach
+und v. Seydewitz aus 16. Jh.
+
+_CROCK._ Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.
+
+*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr
+verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor.
+Vorspringender WTurm. Charakteristischer spätestgot. _Taufstein_ 16. Jh.
+
+_CRÖLLWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, einen in
+dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.
+
+_KRONACH._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadt-K.* Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant
+durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8
+Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. —
+Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh.
+Verlängerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit
+reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. —
+Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. _Pietas_ M. 15. Jh.
+_Grabdenkmal_ von 1580 von einem Nachfolger des Eichstädters _Loy Hering_.
+— In der Nähe (NO) zierliche 2stöckige Kap. 1512.
+
+*Rathaus.* Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der
+Plassenburg.
+
+*Wohnhäuser* in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.
+
+*Brunnen* mit S. Michael um 1650.
+
+*Stadtbefestigung* des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe zu ihrer
+Modernisierung von _Balth. Neumann_ 1741.
+
+*Veste Rosenberg,* ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, für die
+Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck.
+Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer
+Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3.
+Befestigungsgürtel 17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in
+Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)
+
+_KROSIGK._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.*, Ruine einer typischen rom. Anlage.
+
+_KRUKENBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Burgruine*. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte
+kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck.
+Anbauten mit Tonnengwbb, schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus
+der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen Teilen
+erhalten.
+
+_CRUMBACH._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant der runde
+WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an
+der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.
+
+_KÜHNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk 1323. —
+_Kanzel_ 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung bmkw. die bäuerlichen
+_Epitaphien_.
+
+*Schloß,* früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch
+mittelalterl., Nebenturm renss.
+
+_KULM._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Dorf-K.* gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit
+quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.
+
+_KULMBACH._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439.
+Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und
+5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm
+mit Maßwerkfriesen und Spitzhelm. — Imposanter _Barockaltar_ mit flotten
+Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian (1603-55).
+_Taufstein_ mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von _Hans
+Werner_ von Bamberg. _Grabsteine_ 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v.
+Lainack. Glasgemälde ca. 1550. — Pfarrhaus 1730.
+
+*Spital-K*. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom
+Hofbaudirektor _Fr. Grael_.
+
+*Friedhofs-Kap*. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh.,
+zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.
+
+*Rentamt* (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und
+geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.
+
+*Bezirksamt* (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln
+wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 _Caspar Vischer_.
+
+*Rathaus* 16. Jh., Fassade 1752. — Einige _Wohnhäuser_ der Renss.
+
+*Stadtbefestigung* teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot
+angestrichen, und Pranger.
+
+_CUNEWALDE._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel 1656. Bmkw.
+Reste von spgot. _Altarplastik_. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und
+18. Jh.
+
+_KUNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges _Altargemälde_.
+
+*Burgruine* (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). Vom rom.
+Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten.
+
+_KÜNITZSCH._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Einheitlich von 1706. — Zwölf _Denkmäler_ 1608-1782.
+
+_KÜNSBERGK._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+Bedeutende *Burgruine*, z. T. rom.
+
+_KUPFERBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Stadt-K.* 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. — Ansehnliches
+Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einfluß von _Balthasar
+Neumann_ (?).
+
+_KÜRBITZ._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem
+Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich stattlicher Bau, dem
+protestantischen Kultus angepaßt. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die
+Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg.
+Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel
+dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4)
+eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore
+die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich
+eingerichtet (erhalten ein _Kamin_ von einfach vornehmen Formen, die als
+Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten).
+Die Formen außen und innen ernst und schlicht, mit manchen got.
+Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen
+rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit
+toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. — _Altarwerk_ aus der
+Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. — _Kanzel_ bez.
+1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung,
+überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben
+ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in
+äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer
+Einfachheit und Trockenheit. — _Familiengruft_ der Herren v. Feilitzsch
+mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben
+Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger _Altar_ um 1500 (schlecht
+rest.).
+
+_KÜRNACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* 1723, vielleicht nach Angaben _B. Neumanns_. Eingezogener Chor
+mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt,
+Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung.
+— Im Dorf 4 _Bildstöcke_, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr
+stattlich die große Freigruppe der _Kreuzigung_ bei der Grießmühle,
+Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.
+
+_CORSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.
+
+_KYFFHÄUSER._ Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.
+
+*Burgruine*. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr.
+Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf höheres Alter (?). Von der sehr
+ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. — Die
+_Kapelle_ von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser
+Gegend.
+
+
+
+
+_L_
+
+
+_LAAS._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener
+quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,
+
+_LAMPERTSWALDE._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. —
+Denkmäler.
+
+*Schloß* um 1690-1700.
+
+_LANDESWEHR_ bei Meiningen.
+
+*Burgruine.* Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg am Boden
+liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine
+der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in
+Meiningen, verwendet.
+
+_LANDSBERG_ bei Meiningen.
+
+*Schloß* des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von _Döbner_.
+Innen große Kunst- und Waffensammlung. 2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld.
+Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische _Altäre_ E. 15. bis A. 16.
+Jh. Vertreten sind: _Valentin Lendenstreich_, der _Meister der
+architektonischen Baldachine_ und der _Meister des Neusitzer Altars_.
+
+_LANDSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Stadt-K.* sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher
+Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. Rom. Tympanon,
+S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.
+
+*Doppelkapelle* der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste
+Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2
+gesonderten Geschossen, die durch eine Öffnung im Boden des oberen in
+Verbindung stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe.
+2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant
+dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des
+Königslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch
+beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der
+SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum dienend,
+ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen _Portale_ in Sachsen analogielos.
+Das größere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung, aber die
+Leibungsfläche reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im
+Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr
+verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg.
+Schnitzaltar, um 1500.
+
+_LANGBURKERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß.* Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen
+Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.
+
+_LANGENAUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal;
+_skulptiertes Tympanon_, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu
+Füßen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung,
+neben ihm 2 Palmenbäume; höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.
+
+_LANGENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873
+rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch.
+Kreuzgewölbehalle.
+
+_LANGENHESSEN._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. _Altarwerk_ von 1502
+mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gemälden Einfluß der
+fränkischen Schule.
+
+_LANGENLEUBA._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren 1841
+zwecklos zerstört.
+
+_LANGENLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im
+18. Jh. — Vornehmes _Grabmal_ für Joh. v. Kuntsch † 1714.
+
+*Schloß* 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall.
+
+_LANGENNAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung
+fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.
+
+_LANGENREINSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle
+mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — _Schnitzaltar_ 1500.
+
+_LANGENSALZA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Bonifazius-K*. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh.
+weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und
+eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern
+nur eine hölzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf
+kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert,
+von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht
+die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe von 81 m. Das große WPortal hat
+seinen _plastischen Schmuck_ im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände
+12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den Bogenläufen; das von
+einem Mittelpfosten getragene Tympanon enthält (ziemlich unversehrt) in 3
+Reliefstreifen das _Jüngste Gericht_, Kompositionsschema von S. Lorenz in
+Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein _Opferstock_.
+Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, im Tympanon _Kreuzigung_. —
+Das Obergeschoß über der Sakristei hat eine bmkw. _bemalte Bretterdecke_
+aus A. 16. Jh.
+
+*Stephans-K*. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im
+Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung gab nur
+Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster
+erhielt. Reichere Bauformen enthält nur die gerettete Außenansicht der
+Sschiffe. Sie sind mit einer Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln,
+zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster
+des Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes Portal.
+Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus
+einer älteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. — Unter den
+_Grabsteinen_ sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und
+Günther v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.
+
+*Augustiner-K*. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck;
+abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten.
+
+*Rathaus* 1742. — *Marktbrunnen* 1582. — Zahlreiche Reste der
+*Stadtbefestigung*.
+
+_LANGENSELBOLD._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Dorf-K.* des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.
+
+*Schloß* des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten
+_Grabstein_ eines Abtes aus 15. Jh.
+
+_LANGENSTEIN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Dorf-K.* Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb.
+mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.
+
+_LANGEWIESEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.
+
+*Stadt-K.* 1675.
+
+_LANGHEIM._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Cistercienser-Klst.,* gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des
+Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses
+1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, darauf Abtragung der Ruinen.
+Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flügel des
+Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6
+Kreuzgwbb., deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie
+im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem
+Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene
+Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in
+Größe und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am
+Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.;
+wahrscheinlich von _Balth. Neumann_; Pläne desselben für Langheim in der
+Sammlung Eckart in Würzburg.
+
+_LANGHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Dorf-K.* 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten
+Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemälde.
+
+_LANGULA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+*Dorf-K.* modern, reich geschmückter spgot. _Taufstein_.
+
+_LAUB._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Dorf-K.* Bedeutende überlebensgroße _Sandsteinmadonna_, stilistisch der
+Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der
+Konsole datierbar auf ca. 1320.
+
+_LAUCHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Stadt-K.* 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber
+vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum
+Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle.
+
+*Rathaus.* Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. —
+*Stadtbefestigung* teilweise erhalten, am besten das Obertor.
+
+_LAUCHRÖDEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im
+W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — [Schnitzaltar jetzt in der
+Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. — _Kemenate_ der v. Rotenhan
+mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin.
+
+_LAUCHSTÄDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu
+E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802
+errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.
+
+_LAUDENBACH._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Dorf,* Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen
+Mainufer.
+
+*Pfarr-K.* Charakteristischer Juliusbau von 1613.
+
+*Burg*. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im
+Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50
+m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im Dorf einfach renss.
+
+_LAUENSTEIN._ OFranken BA Teuschnitz.
+
+*Burg.* Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der Stumpf des
+Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile der Ringmauer und die
+Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N)
+1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit
+Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in
+der Kap. Fresken.
+
+_LAUENSTEIN._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Stadt-K.* Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594
+erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen.
+_Altarbau_ aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau † 1609
+und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz † 1591; großartiges, in 3
+Stockwerken staffelförmig sich verengendes Gerüst von starken Sll.,
+zwischen denen Reliefbilder; auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der
+kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk
+stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen gemischt,
+gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. — Von
+demselben Künstler die große _Moseskanzel_ und der _Taufstein_; Mäßigung
+der Architekturformen, Übergewicht der figürlichen Plastik. —
+_Bünaukapelle_ (Erbbegräbnis) beg. 1609 von _Lorentz Hornung_, einem aus
+der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke das
+Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von
+Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung;
+virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken jener
+niederländischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des
+Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.
+
+*Burg.* Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere
+Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken zu
+ahnen.
+
+_LAUSA._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz
+vergessen. — _Altar-Kanzel_ 1789. — _Sandstein-Denkmäler_ 1632, 1688,
+1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine
+stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. — *Pfarrhaus* um 1650.
+
+_LAUSIGK._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Stadt-K.* (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen völlig
+erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Türme,
+sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes Blattornament im
+Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben
+Bogenfries, am Gewände 1/4 Rundstäbe anstatt Sll.
+
+_LAUSKE._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Schloß.* Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die ital. Renss.
+sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit
+kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und Möbel.
+
+_LAUSNITZ,_ s. Klosterlausnitz.
+
+_LAUSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Dorf-K.* 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben
+Zeit.
+
+_LAUTER._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Dorf-K.* 3/4 lebensgroße _Steinmadonna_ E. 13. Jh., eine der
+allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals
+in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang
+als Bildstock benutzt).
+
+_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Marienberg.
+
+*Dorf-K.* 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher
+in Großrückerswalde). Guter _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. und Reste der
+Altarbekleidung. _Kindergrabsteine_ 1585, 1586.
+
+_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Schloß.* 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. Hübsches
+Gartenhaus um 1770.
+
+_LAWALDE._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. _Kirchhof_, Torturm 17.
+Jh.
+
+_LEBIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K.* rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb.
+— Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.
+
+_LEHESTEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage;
+Rundturm mit Eingang von 1551.
+
+_LEIDENHOFEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose
+rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des
+OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.
+
+_LEIHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit
+eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar.
+Ausstattung charaktervoll und gut.
+
+_LEIMBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Schloß.* A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.
+
+_LEIPZIG._ K. Sachsen. Kr. Meiningen.
+
+*Nikolai-K*. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg
+geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet.
+Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4
+breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und
+Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube,
+etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; im 14. Jh.
+Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch
+_Hieronymus Lotter_ der Mittelturm erhöht und mit einem Helm versehen, die
+Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor
+vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; die
+SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen.
+Die Ssch. durch Emporen erweitert, ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau
+des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten
+Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die _Gemälde_ im Museum, anderes in der
+Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] _Kanzel_ spgot., sehr reich
+ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. — 1784-97 eingreifende Umgestaltung
+des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen)
+als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem
+Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — offenbar ein
+durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — _Altartisch_, _Leuchter_
+und _Taufstein_ aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten
+Seite. Die _malerische_ Ausschmückung von _Oeser_. Schmerzensmann Stein
+ca. 1400.
+
+*Thomas-K*. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft
+umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der
+gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs.
+1482-96 völlig neu aufgebaut von _Claus Roder_; 3 Sch. von gleicher
+Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. —
+[_Altar_ 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. _Taufstein_ 1614 von
+_Georg Kriebel_. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f.
+Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung
+an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] _Grabstein_
+des Ritters _Hermann v. Harras_ † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte
+später). Stein für Georg und Apollonia _v. Wiedebach_ 1517, kniend von
+vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches spgot. Rankenwerk. — Großes
+Alabasterdenkmal der Familie _Bachofen_ nach 1550 mit Weltgericht und
+Auferstehung. — Epitaph für _Seb. Hillger_ † 1570, Messing mit Email. —
+Bronzeplatte für _Nic. Selneccer_ † 1592, saubere Arbeit. — Denkmal des
+_Joh. Jenitz_ 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule _Nossenis_. —
+Großes Hängeepitaph für _Daniel Leicher_ † 1617; wohl von _Georg Kriebel_
+aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in
+dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter
+Knorpelmanier. — Vortreffliche Sandsteinplatte für _Georg Weinrich_ 1687.
+— Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von _Johann
+de Perre_.
+
+*Pauliner-K*. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts
+erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei
+Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man
+die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m
+L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh.
+hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von
+dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe Reste
+erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — _Flügelaltar_ A. 16. Jh.,
+die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole
+aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem Nebenaltar
+stammen zwei wertvolle _gemalte Tafeln_ des 14. Jh. — Holzstatue des _h.
+Dominicus_, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch
+hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der
+Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — Holzstatue des
+_Markgrafen Diezmann_ † 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher,
+manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des
+_Nickel Pflugk_ † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der
+Herzogin _Elisabeth von Sachsen_ † 1484, flaches Relief, interessant durch
+die Technik der getriebenen Bronze. — Schöner Grabstein mit der
+Reliefgestalt eines _Unbekannten_ 1515. — Wandgrab des _Lorenz v.
+Reutlingen_ 1528. — Desgl. des _Caspar Börner_ 1547. — Drei Bronzeepitaphe
+von gleichartiger Behandlung: des _Christopher __ v. Kruschwitz_ † vor
+1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in
+frühen, noblen Renss.Formen (Meister _NT_, Gießer _J. Behem_); des _Adam
+Moller_ 1549; des Dr. _Joachim v. Kneitlingen_ 1553; drei Grabplatten der
+_Familie Maw_ 1616-20, Sandstein, ganze Figg. in hohem Relief mit wenig
+Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. —
+Hängeepitaph des _B. Golnitz_ † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht des
+Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele aufwandreicher
+und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler des _J. J. Pantzer_ von
+1673 und des _G. T. Schwendendörffer_ von 1685. — Mehrere _Gedenktafeln_
+in der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von
+einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von _L.
+Cranach d. Ä._ — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893
+abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen _Wandmalereien_
+(abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
+Kunstwerke).
+
+*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts
+erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden
+4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine
+über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.).
+Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die
+Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894
+gotisierend.
+
+[*Johannes-K.,* ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen
+erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler
+erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien _Meyer_ und _Perger_ 1616, eine
+3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit
+Knorpelornament, die Gemälde von _Johann de Perre_; Marmorepitaph des
+_Andr. Winckler_ 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des
+Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des _J. G.
+Sieber_ von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von _Melchior Barthel_. —
+Marmordenkmal für Ch. F. _Gellert_ † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den
+trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des Dichters
+haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen)
+aus der Thomas-K.]
+
+*Johanneskirchhof*. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen
+Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische
+Grabmäler des 18. Jh.
+
+*K. zu Eutritzsch,* stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot.
+Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der
+Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in
+Dresden.]
+
+*Paulinum* (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der
+Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck zwischen Pauliner-K., der alten
+Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893
+abgetragen. — Die _Wandgemälde_ im Durchgang zur Paulinumsbibliothek
+(jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden der Universität hat
+sich nur erhalten: das _Fürstenhaus_, erb. 1558, wahrscheinlich von _Paul
+Wiedemann_, als Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade
+mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen
+Erker.
+
+*Rathaus,* 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von
+_Sittich Pfretschner_ und _Paul Wiedemann_, 1907 vollständig, aber getreu
+im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen
+abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und
+niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte
+Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher
+gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten
+Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner,
+wohlverstandener, jon. Ordnung (_Paul Wiedemann_). In verwandter
+Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im
+Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgäßchen
+und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In
+der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an
+das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber
+an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]
+
+*Börse,* 1678 von _Christian Richter_ (?). Ein nicht großer, aber
+prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen
+Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf
+holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der
+Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere
+Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister _Giov.
+Simonetti_. Deckengemälde von _Hans am Ende_ 1687.
+
+*Wage,* 1555 und 1570.
+
+*Fleischbänke,* um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.
+
+Die *Nikolaischule,* 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.
+
+Die *Innungshäuser,* soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige
+Sammlungen von Interesse.
+
+Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine
+lehrreiche Folge von *Wohnhäusern* des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr.
+19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m.
+_Renaissance_: 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt);
+Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit
+Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um
+1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr.
+26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615,
+Gerbergasse 12 bez. 1690. — Gute Beispiele von _Höfen mit Holzgalerien_
+Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. — _Erker_ in
+reicher _Holzschnitzerei_: Katharinenstraße 21 um 1660; Katharinenstr. 20
+um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um
+1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. — Fassaden unter
+_holländischem_ Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670,
+zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße 15; Hainstr. 17 sehr
+charakteristisch; Brühl 21 unverletztes altes Geschäftshaus. — In
+_deutschem Barock_: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23,
+Bärmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig
+Katharinenstraße 31 vom Maurermeister _Fuchs_ 1701-4; vom selben ebenda
+23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17
+Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16
+von 1715 mit wohldurchdachtem Grundriß, das Detail der Fassade sehr
+manieriert. In Pöppelmanns Art von _G. Werner_ Hohmanns Hof 1728
+Petersstraße 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung
+gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr.
+37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und
+Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem
+Mansardendache. — _Rokokobauten_: Katharinenstr. 27, das Portal im
+Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten
+Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen;
+Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgäßchen 5 und Petersstr.
+22 mit Erkern. — Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens
+(1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe
+von etwa 1720.
+
+Ehemalige *Landhäuser,* schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat
+Richter, die Fassade in _Knöffels_ Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar];
+Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von _A. F. Oeser_ um 1780; Johannesgasse
+6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von _Pierre Coudroy_ um 1780.
+
+*Denkmal* des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem Königsplatz, 1780
+nach _A. F. Oeser_, Sockel von _Dauthe_.
+
+*Stadtgeschichtliches Museum* im alten Rathaus.
+
+_LEISLAU._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.
+
+_LEISNIG._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch
+älteren Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4
+Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig
+mit leicht konkaven Flächen, Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm
+in charakteristischen Formen der Spätzeit des 15. Jh. — _Hochaltar_ 1663
+von _J. Richter_ und _V. Otte_; der Aufbau setzt das spgot. Schema in
+Barockformen um (ca. 9 m h.). — _Taufstein_ 1638 unbedeutend.
+
+*Gottesacker-K*. S. Nikolai 1540 und 1674. — _Schnitzaltar_ 1509. — Auf
+dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. _Wanddenkmäler_ 1592, 1671, 1708,
+1725, 1727, letzteres an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.
+
+*Schloß Mildenstein*. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal
+und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Großer runder
+Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebäude 14.
+und 15. Jh. mit starken Veränderungen im 17. Jh.
+
+_Sammlung des Altertumsvereins_.
+
+_LENGEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+Rom. *Dorf-K*. Anlage wie in Hain.
+
+_LENGENFELD UNTERM STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Kath. K*. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.
+
+*Fachwerkhaus* 1619 aus Buchenholz.
+
+_LENGFURT._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus der Zeit um
+1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung _P. Wagners_. Auf dem linken
+Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung
+des hageren Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse.
+
+*Dreifaltigkeitssäule* am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen
+und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer österreichischen Sitte nach
+Franken erklärt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen
+Wiener Hofkammerrats v. Neuff.
+
+_LENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Kirche* mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich
+klassizistische Ausstattung.
+
+*Zwei Schlösser*. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.
+
+_LEUBA._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* neu. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh.
+
+*Schloß.* Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz.
+_LEUBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm.
+_Ausstattung_ feine Rok.Altäre (aus Kloster Bildhausen stammend).
+
+_LEUBEN._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* neu; aus der alten _Glasgemälde_ von 1512 und das schöne
+_Denkmal_ des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).
+
+_LEUBEN._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Schloß* um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Möbel,
+Porzellan, Bildnisse.
+
+_LEUBINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.*, quadr. Chor und Apsis rom.
+
+_LEUBNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil
+1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke
+ausgemalt 1671 von _Gottfr. Lucas_; von demselben die Brüstungen der
+3geschossigen Empore. _Sandsteinaltar_ mit großfiguriger Plastik 1730 von
+_J. B. Reinboth_ und _J. Ch. Ebhardt_. _Sandsteinepitaphe_ 1573, 1609,
+1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der
+_Walther_.
+
+_LEUTENBERG._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+
+*Stadt-K.* neuklassisch 1812. — *Friedhofs-Kap.,* geschnitzter sitzender
+_Schmerzensmann_ aus 16. Jh. — Schloß *Friedensburg*, große unregelmäßige
+Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher
+Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die
+Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem Einfluß.
+
+_LEUTERSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche,* rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten
+Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse.
+— Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden.
+
+*Wirtshaus* Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.
+
+_LEUTRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, stark
+verbaut.
+
+_LEUZENDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Pfarr-K.* 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung,
+geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. — In der
+Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes *Renss.Schlößchen*
+mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.
+
+_LICHTENAU._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+*Stadt-K.* 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — *Stadtmauer* z. T.
+erhalten, u. a. bedachter Rundturm.
+
+_LICHTENBERG._ OFranken BA Naila.
+
+*Rathaus* 1560. — *Schloß* 1562, 1628 (Ruine).
+
+_LICHTENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Schloß* renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll.
+Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.
+
+*Schloß-K*. 1600. 2sch. mit WEmpore.
+
+_LICHTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Burgruine.* Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst A. 19. Jh.
+verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche Anlage mit doppeltem
+Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der
+NSeite kleiner rom. Mauerrest.
+
+_LICHTENFELS._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende
+Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm seitlich. — Außen am
+Turm spgot. _Ölberg_.
+
+*Klosterlangheimer Hof,* jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem Markt S.
+*Florianssäule*. — Zwei stattliche ma. *Tortürme*.
+
+_LICHTENHAIN._ Vorort von Jena Sachsen-Weimar.
+
+*Kirche.* In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. An der NWand
+außen _Wandgemälde_ 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.
+
+_LICHTENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Stadt-K.* 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen
+Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen
+Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. —
+_Altargemälde_ von _Christ. Leberecht Vogel_ 1790.
+
+*Schloß.* Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.
+
+_LICHTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.
+
+*Burg.* Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. Stammburg der
+Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3
+Höhenburgen nebeneinander; die östliche fast intakt erhalten mit starkem
+Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die
+übrigen Bauten got. und später.
+
+_LICHTENTANNE._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.*, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg.
+Chor. — Rest eines _Schnitzaltars_ um 1500 aus einer »sehr guten
+oberfränkischen Schule«.
+
+_LICHTENWALDE._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Schloß.* Aus dem rom. Bau ein _Tympanon_, Kampf eines Löwen mit einem
+Drachen, großartig stilisiert. — Großer Neubau für Graf v. Watzdorf,
+1722-26; höchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berühmter,
+gut erhaltener Garten.
+
+_LIEBENGRÜN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Dorf-K.* 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die
+Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden dörflichen
+Kunst. — _Bauernhäuser_ in Blockverband.
+
+_LIEBENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Burgruine.* Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.
+
+*Kirche* 1822 nach Idee eines antiken Theaters.
+
+_LIEBENWERDA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Nikolai-K*. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu
+(1903). _Taufstein_ 1671.
+
+*Rathaus* 1800. — *Schloß*. Vom got. Bau der mächtige Torturm (Lubwort)
+erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — _Amtsgericht_ 1579 und 1766.
+
+_LIEBSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale
+ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — _Altargemälde_ aus 15. Jh. (nicht
+_Dirk Bouts_) mit Umrahmung von 1673. — _Ikon. Grabstein_ des Rudolf v.
+Bünau † 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister des
+Kademannschen Epitaphs in Pirna).
+
+*Schloß Kukukstein*. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der
+Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402,
+der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u.
+a. von _A. Graff_.
+
+_LIEBSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Schloß* (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen
+erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit Hinneigung zur Renss.
+
+_LIMBACH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Wallfahrts-K*. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und
+ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von _Balth. Neumann_.
+Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam.
+Großartiger Hochaltar von _P. Wagner_, um die freistehende Mensa eine
+1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. _Madonna_ E. 15.
+Jh. _Pietas_ A. 15. Jh. — Hübsche, charakteristische Dorfstraße.
+
+_LINDENHART._ OFranken BA Pepnitz.
+
+*Pfarr-K.* Chor got., übrigens 1684.
+
+_LINDENTAL._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden _Schnitzaltars_ um
+1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]
+
+_LINDEWERRA._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1738. Spgot. _Schnitzaltar_ mit Flügelgemälden.
+
+_LINDFLUR._ UFranken BA Würzburg.
+
+Evang. K. 1596, rest. 1782. — _Epit. Wolfskeel_ 1562, das Ehepaar
+symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im
+Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.
+
+_LIPPERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von _Michael Zanck_ ausgemalt,
+55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern.
+
+_LIPPOLDSBERG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Rom. 2. H. 12. Jh.
+Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System,
+im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem
+ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der
+Ssch. haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der
+Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von
+Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grätig, verstärkt durch
+rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren
+Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig rck., versehen, welche die 1/2kr.
+Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die
+Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen;
+der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System
+zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr
+schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das größte Portal im
+südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der
+Sockelgliederung mit kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich
+mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. —
+_Taufstein_ rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen
+Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert.
+
+_LIPTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. —
+Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Porträtfiguren von
+tüchtiger Charakteristik.
+
+_LISBERG._ OFranken BA Bamberg II.
+
+*Burg.* Gilt für eine der ältesten in Franken.
+
+_LISSEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Pfarr-K.*, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden, verstümmelte
+kleine got. Basilika.
+
+_LITZENDORF._ OFranken BA Bamberg.
+
+*Pfarr-K.* 1715-1718 von _L. Dientzenhofer_. Saalbau. Die SSeite als
+Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in der Mitte das in dieser
+Verwendung originelle Motiv einer großen durchgehenden Nische, in welcher
+das Portal.
+
+_LÖBAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Nikolai-K*. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. stark
+verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum
+Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmäler in das Rathaus
+übergeführt.]
+
+*Johannis-K*. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs.,
+gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck.
+Krönung.
+
+*H. Geist-K*. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. Die
+Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten
+tiefausgehöhlten Kappen.
+
+*Kirchhof* der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler des 18. Jh.
+
+*Rathaus.* Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer Mauerteile. —
+*Wohnhäuser* des 18. Jh.
+
+_LOBEDA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Stadt-K.* spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — Got.
+_Kirchenstühle_; _Lesepult_ 1622; _Kanzel_ 1556; sitzende _Madonnenstatue_
+spgot. In der Turmhalle spgot. _Wandgemälde_. _Grabstein_ renss.
+
+*Schloß* (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.
+
+_LOBENSTEIN._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Fürstl. Schloß,* A. 18. Jh., ganz einfach.
+
+_LÖBICHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Schloß* für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des
+neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in
+seltener Einheitlichkeit erhalten.
+
+_LÖBSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. —
+_Schnitzaltar_ A. 16. Jh., gehört zu den besseren. — Bmkw. rom.
+_Altarleuchter_.
+
+_LOCKWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit
+2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein
+bezeichnendes Stilbild. Schöner _Kelch_ 1. H. 16. Jh.
+
+_LODERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke
+üppigen Barocks.
+
+_LÖFFELSTEIG._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* 1732 im _Greising_’schen Typus.
+
+_LOHMEN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* 1786. Aus der Schule _G. Bährs_. Gr. 8eckig mit verlängerter
+westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der nördl. der
+ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des alten Flügelaltars 1575. — *Schloß* 1524.
+
+_LOHR._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein
+merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an
+der nördl. Seitenwand. — Im übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden
+rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe
+1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von
+Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v.
+Rieneck; 11 meist ansehnliche _Bildnissteine_ sind noch vorhanden;
+hervorzuheben der des Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518
+und Agnes † 1519. Die Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell d. J. Die
+Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der
+Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M.
+Kern. — _Taufstein_ 1488.
+
+*Rathaus.* 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im
+Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz
+ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden
+Obergeschosse modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige
+Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg.
+Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. Decken.
+
+*Kurmainzisches Schloß,* jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtürme
+zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.
+
+Mächtiger *Stadtturm* mit großem Gußerker (14. Jh.).
+
+_LOHRA._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Pfarr-K.* Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika ohne Qsch.
+und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der
+Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.
+
+_LOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. *Doppelkapelle*. Im
+Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3
+grätige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt;
+Altarhaus quadr.
+
+_LOHRHAUPTEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K.*, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm
+(vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals der Chor; die Fenster der
+Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.
+
+_LOMMATZSCH._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Pfarr-K.* Lhs. 1504-14 von _Peter Ubrich_ von Pirna; als 3sch.
+Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings
+gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gewährt der
+WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das
+jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der
+Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3
+Spitzhelmen bekrönt.
+
+_LOMNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* neu, spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_LONNEWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer _Flügelaltar_ um 1510.
+
+_LORENZKIRCH._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas größer als
+diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind
+jüngere Umgestaltungen. — _Denkmäler_ des 17. Jh.
+
+_LOSCHWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Kirche* 1705 von _George Bähr_, verändert 1848. — Flachgedeckter Saal in
+länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit
+Dachreiter, Formen sehr einfach. — Mehrere _Gedächtnistafeln_ in Bronze. —
+Charakteristische *Wohnhäuser* E. 18. und A. 19. Jh.
+
+_LÖSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemälde, bez.
+1522 _J. L._
+
+_LÖSSNITZ._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+
+*Rathaus* 1606.
+
+_LÜCKENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Pfarr-K.* 1690.
+
+_LUDWIGSCHORGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche,
+ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. — Schöner messingner
+_Kronleuchter_ 1697.
+
+_LUDWIGSTADT._ OFranken BA Teuschnitz.
+
+*Pfarr-K.* 18. Jh., ältere Grabsteine.
+
+*Marien-Kap.* (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden
+Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und der
+karoling. Pfalzkap. in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen
+die Grundlagen.
+
+_LUDWIGSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+*Burg.* Nicht bedeutend, doch gut erhalten.
+
+_LUGAU._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Kirche* neu. Bmkw. Reste von _Plastik_ des fr. 16. Jh. Darunter ein
+großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss.
+
+_LUNGWITZ._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+Wohlerhaltener *Landsitz* aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel,
+Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische Gruppe bei
+einfacher Behandlung des Einzelnen.
+
+_LUPPA._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, doch von
+stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch.
+
+_LUSAN._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Dorf-K.* Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs.
+M. 16. Jh.
+
+_LÜTZEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Stadt-K.* bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.
+
+
+
+
+_M_
+
+
+_MACHERN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* spgot. 1615. — Zahlreiche _Denkmäler_, meist der Familie v.
+Lindenau.
+
+*Schloß* 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel der
+Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte Bruchstücke
+eingebaut sind.
+
+_MAGDALA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — Mehrere
+_Gedenktafeln_ aus 17. Jh. _Kanzelbau_ 1739.
+
+*Rathaus* mit schönem renss. Portal 1571.
+
+_MAIBACH._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltäre
+schweres Rok. um 1750.
+
+_MAIDBRONN._ UFranken BA Würzburg.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt und
+noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E.
+13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit
+flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit
+der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — Auf dem bar.
+steinernen Hochaltar _Steinrelief_ der Beweinung von _Riemenschneider_,
+nach 1520. Die Grabsteine liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs.
+
+_MAIENLUFT._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+Von der 1444 zerstörten *Burg* ist der sehr hohe Bergfried aus
+Quadersteinen gut erhalten.
+
+_MAINBERG._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils
+1686. Einrichtung spgot. und bar.
+
+*Schloß* (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um rechteck.
+Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit
+Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewölbten spgot. Kapelle drei
+_weibl. Heilige_, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse _Steinfig_. der
+Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und _Grabstein_ des Wilh. v. H. † 1534.
+_Kachelöfen_ 17. Jh. — Stattlicher _Pflegamtshof_ um 1700 in der Art
+_Greisings_.
+
+_MAINBERNHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — Gutes
+_Kreuzigungsrelief_ 1498.
+
+Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. *Wohnhäuser* (Herrenstr.
+no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und vollständig erhaltene
+*Befestigung* (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die
+Barockkrönung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu beachten.
+Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner
+Freikanzel von 1816.
+
+_MAINROT._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Kirche* 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der gleichzeitigen
+Bamberger Architektur.
+
+*Rathaus* 1733. Mehrere *Häuser* in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18.
+Jh.
+
+_MAINSONDHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* nachgot. 1583. — _Altäre_ um 1700, gute Kanzel mit
+Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der _Taufstein_. — 4
+Bechtolsheimsche _Grabmäler_ 18. Jh.
+
+*Schloß* (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher
+Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um 3eck. Innenhof,
+ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. _H_
+1628.
+
+_MAINSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* 1717 mit got. Turm.
+
+*Ebracher Klosterhof*. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen,
+reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, vierarmig um 4
+freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, zu oberst Rundbgg.
+Halle mit jon. Sll. — In mehreren architektonisch reich durchgeführten
+Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst.
+
+_MALITZSCHKENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+
+*Dorf-K.* got. um 1300, Granitquaderbau.
+
+_MALSCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche
+_Grabdenkmäler_ des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher Menge.
+
+_MANGERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach.
+
+Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).
+
+_MANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rängen.
+Kanzelaltar.
+
+_MANSFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3.
+Kloster-M. (Dorf).
+
+*S. Georg*. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details
+rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. — 2 _Schnitzaltäre_;
+eherne _Grabplatte_ des Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; _Wandgrab_
+1572; ein _zweites_, prunkvolleres 1712; _Tafel_ mit dem Bildnis M.
+Luthers 1540.
+
+*Schloß.* Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen
+großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von
+Ruinen und modernen Wohngeb. — Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine stattliche
+Anlage, etwa um 1400, die Schloßkap. _Sakramentsnische_ mit umfänglicher,
+einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. _Taufstein_
+1522. Schönes _Epitaph_ 1525, dem _Backofenschüler_ des Hallenser Doms
+nahestehend. — Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in
+den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.
+
+*Kloster-K*. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige
+Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint,
+Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ähnlich den Kirchen
+des Nordharzes.
+
+_MARBACH._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben
+frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. [_Schnitzaltar_ im Altert.-Ver.
+Dresden.]
+
+_MARBURG._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung
+und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth † 1231. Die
+Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen;
+sie lag im Bereich des jetzigen nördl. Querarms. — Neben der Liebfrauen-K.
+in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau Deutschlands in
+einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jüngster
+Zeit für Wetzlar und Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen
+genügend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen
+nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons,
+Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem
+Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil
+anwendet, ist sehr selbständig. Der Sondercharakter des Planes besteht in
+der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem
+streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser
+beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelöst. Von der
+Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau
+symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein
+Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein halbes
+10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie
+vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend
+von den westfälischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr schmale Joche
+und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie
+auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mußten, um
+die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu erreichen (formal eine
+empfindliche Härte, die von nun ab auf längere Zeit in der hessischen
+Schule die Regel blieb). Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2
+Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und
+St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs.
+übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster
+sind in beiden Reihen von gleicher Größe und Form und dank der Abwesenheit
+von Sschiffsdächern von geringem Abstand, so daß die Auflösung der Wand
+schon weit gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg.
+getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung. Die Pfll.
+kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Höhe gestimmt,
+weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenöffnungen, wie denn
+überhaupt das Lhs. im Verhältnis zu der hohen Raumschönheit der
+Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in
+seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier nichts
+mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die
+Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt sich, wie im Gegensatz
+zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies
+Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die
+Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen
+Fensterbögen einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge,
+entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr
+oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkröpft, so daß sich
+Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache
+Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das
+Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen
+dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgemäß
+die Strebepfll. Durchlässe erhalten. — Trotz der nur mittelgroßen
+Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55,
+Querschiff 39, H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl.
+Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das
+Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270,
+Wölbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und
+Vollendung der Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig
+Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht
+unterdrückt werden. Mehreres spräche dafür, daß ursp. ein Zentralbau
+geplant war: die Herrschaft der älteren Ritterorden, die Bestimmung als
+Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren
+Unsicherheiten im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders zwischen
+dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E.
+vorangeht, so dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. —
+Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle
+und harmonische Führung der großen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das
+von der Cölner Schule beeinflußte große mittlere Prachtfenster, noch
+weniger der überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört
+wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine
+von französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in got.
+Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch
+rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt
+und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört
+u. a. der Dachreiter aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines
+einfachen älteren, und die Umgestaltung der Dächer.
+
+_Ausstattung_. Sie ist von seltener Vollständigkeit und Stileinheit. —
+_Mausoleum der h. Elisabeth_ im nördl. Kreuzflügel. Der das Grab
+übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt
+und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das _Gemälde_ der Rückwand
+(Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. entwertet. Der
+_Sarkophag_ jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes
+_Relief_. — _Hochaltar_ um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars
+ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten Mensa
+erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält 3 gleich hohe Nischen, darüber
+Wimperge und Fialen, letztere schon übereck gestellt; das Ornament von
+vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint,
+daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche
+bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rückwand
+Ansätze zu einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den
+metallenen Reliquienschrein tragen sollte. — 4 _Seitenaltäre_ an den östl.
+Querschiffswänden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes-
+und Martins-Altar im SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr
+Retabelschmuck nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit
+Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512,
+1514. — _Lettner_ unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist
+vieles erneuert und verändert, namentlich die Mittelpartie über dem
+Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg.
+enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. 13.
+Jh. gehörte zum alten _Kreuzaltar_; neben ihm ursp. die jetzt in die
+Sschiffe verwiesenen _Kredenztische_. Von Interesse die kleine Emporbühne
+an der Rückseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach
+dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors
+_Celebrantenstuhl_ 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils
+nachgehend. Die reizende _Statue der h. Elisabeth_ aus sp. 15. Jh., die
+Nebenfigg. neu. — Hinter dem Hochaltar _Piscina_. — An der NSeite
+_Wandtabernakel_ aus 15. Jh. — Unter der Vierung die _Chorstühle __ __ der
+Ritter_, einfach, E. 13. Jh. — _Grabdenkmäler_. Die Mehrzahl im südl.
+Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die
+Tumben ganz oder überwiegend neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen,
+Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis † nach 1333 und
+ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher irrig für eine Frau
+gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach 1297; 4. Johannes † 1311; 5.
+Ludwig I. † 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471,
+ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm
+II. † 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen
+benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des
+Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe von Nürnberg. Die künstlerisch
+bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben
+ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal
+in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehört.
+Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausführung fällt,
+die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur
+Gemahlin hatte. — Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung.
+— Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden, Wappen, Fahnen
+ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die _Schilde_ Konrads und
+Heinrichs aus 13. Jh. — Im nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte
+_Platten_ des Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. —
+Ornamentale _Gewölbemalerei_ im Chor spgot. — _Glasmalerei_. Jetzt nur in
+den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprünglich
+größeren Folge. Das nordöstl. und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V.
+14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht.
+Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil würde dieser
+Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die
+Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der
+Stilcharakter unfranzösisch, aus der byzantinisierenden Epoche der
+deutschen Monumentalmalerei zu erklären. Kunstwert vom Besten.
+Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h.
+Elisabeth. — _Schrein der h. Elisabeth_ in der Sakristei, rck. Kasten mit
+steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der
+hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl.
+Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810
+gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend.
+_Kruzifix_ auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh.
+
+*Dominikaner-K*. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche,
+Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite
+wegen des anstoßenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8
+Eck geschlossene Chor höher als das Sch.
+
+*Barfüßer-Klst*. zur Bibliothek umgebaut.
+
+*Karner* bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. Kreuzgwbb. Das
+höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung
+umgestaltet.
+
+*S. Kilians-Kap*. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet,
+jezt Schule.
+
+*Kugel-K.* Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482.
+1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp.
+Bemalung. Großes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das
+Fritzlarer). — Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.
+
+*Gottesacker-Kap. S. Michael*. Einfach frgot.
+
+*Luth. Marien-Pfarr-K*. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473.
+Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat
+nach innen gezogene, keilförmige, an der Stirn mit starken Diensten
+besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere
+des Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber
+befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden
+und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich
+gegliedert. Der Turm hat mächtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß
+mit Gruppen größerer und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4
+Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. _Altaraufsatz_ 1625 mit vielen
+Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. _Messingtaufkessel_
+um 1590. _Wandtabernakel_ um 1350 mit Stifterwappen, 2
+Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das
+schmiedeeiserne Gitter 1503. _Wandgrab_ des Landgrafen Ludwig III. † 1604
+und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg † 1590, lebensgroße
+Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. —
+_Desgleichen_ für Ludwig _IV._ † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616,
+errichtet
+
+1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter 1592 und
+1831.
+
+*Siechenhaus-Kap*. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.
+
+*Rathaus.* 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher 3stöckiger Aufbau
+mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält einen kräftigen Akzent
+durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die
+Nebenakzente der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die
+spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von _Ludwig Jupe_ 1524. Getäfelter
+Saal.
+
+*Fürstl. Kanzlei* (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau von 1575.
+
+*Deutsches Haus*. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken
+adaptierte Gebäudekomplex (jetzt zum Teil für Universitätsinstitute)
+bildet die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer
+klösterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder
+gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus
+mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. Als
+Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren
+die landwirtschaftlichen Gebäude, davon erhalten der Fruchtspeicher von
+1515 und die Mühle von 1513.
+
+*Wohnhäuser*. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr.
+133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne Türmchen mit
+Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des
+Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoß spgot. Mehrere gute
+Fachwerkhäuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.
+
+*Schloß.* Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, daß sie
+einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der
+Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß einem großartigen
+Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum
+gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche
+Schloßarchitektur der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet
+hat. Der _Saalbau_ hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der
+gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll.
+verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem
+Dachgesims in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen.
+(Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) In der Mitte der NSeite
+ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist
+der das ganze Obergeschoß einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14
+br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der
+Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2
+Sch., die von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, unter
+sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab, begleitet von 2 sehr
+kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung
+durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den
+Kanten der 8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind.
+An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlußsteine
+sind das einzige Ornament. Der räumliche Rhythmus erhält seinen Charakter
+durch die tiefe Lage der Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8
+Scheitelhöhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige
+Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe bildend, alle 3 von
+spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine
+Rückbildung des Maßwerks). — Die 3 in den Saal führenden Türen wurden 1572
+mit üppigem Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer
+willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin durch einen neugot.
+ersetzte). — _Kapelle_. Zweistöckig, mit größter Raumausnutzung den engen
+Ortsverhältnissen angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr.
+verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An
+ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen sich im O und W
+symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezförmig
+sich verengende Nischen, für die der Raum durch erkerartigen Ausbau über
+der stärkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl.
+Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende Sakristei.
+Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des
+Überganges von der Frügotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit.
+Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren
+Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit
+abgebrochenen Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige
+Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem
+Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik aus farbig glasierten
+Tonplättchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer
+entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler
+S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem
+Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei
+rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht
+überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen
+Belebung des Schloßbildes günstig beiträgt. — Der südl. und westl. Flügel
+wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. —
+Abgesondert steht der _neue Bau_, 1489 ff. — Von der _Schloßbefestigung_,
+die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten;
+dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der
+Stadtbefestigung.
+
+_MARGETSHÖCHHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614,
+Juliuswappen.
+
+_MARGRETENHAUN._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Dorf-K.* Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.
+
+_MARIABUCHEN._ UFranken BA Lohr.
+
+*Wallfahrts-K*. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur
+unter Einfluß Petrinis.
+
+_MARIABURGHAUSEN._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K*. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher
+verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale
+langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHälfte
+flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7
+Joche), die OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die
+beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den
+Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf eine flache Empore. —
+_Hochaltar_ streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750)
+reizende _Madonna_, Holz, E. 15. Jh. Von den _Grabsteinen_ interessant der
+des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in
+der Universitätssammlung Würzburg.] — _Klostergebäude_. Erhalten zwei
+Flügel aus 17. Jh.
+
+_MARIA-EHRENBERG._ UFranken BA Brückenau.
+
+*Wallfahrts-K*. 1666, erweitert 1732.
+
+_MARIASONDHEIM_ s. Arnstein.
+
+_MARIENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K. S. Marien.* 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche
+25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig 5seitig; an den Gwbb.
+spgot. Rippendurchsteckungen. — Am _Altaraufbau_ von 1617 großes Gemälde
+des Hofmalers _Kilian Fabritius_, manieristisch gewandt.
+
+*Hospital-K*. _Flügelaltar_ aus der Schule _Wolgemuts_.
+
+*Rathaus* 1533-39; der Plan aus Halle, von _Joh. Hofmann_, wohl einem
+Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber
+Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebäude durch Brände
+gelitten.
+
+*Haus* Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer
+Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104.
+
+_MARIENSTERN._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E.
+13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten
+zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche
+einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., ohne
+Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden. Ähnlich schlicht
+der übrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt,
+z. B. Laubkränze an den Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit
+kleinlichem, dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen.
+
+_Hochaltar_ 1751 von _Franz Lauermann_ aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen
+1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit
+der Kanzel und den Nebenaltären verfahren. 2 spgot. _Nebenaltäre_, nicht
+übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand _Glasgemälde_ ca.
+1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald nach
+1250. Sehr einfach. Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen.
+— Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent; geräumig,
+in der Behandlung anspruchslos. — _Bar.Plastik_: 12 Statuen auf der
+Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule 1720, Dreifaltigkeitssäule 1723,
+Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von _Jäkel_ aus Prag. —
+Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. _Speisekelch_ nach 1250
+und 2 gotische. _Kaselkreuz_ in Reliefstickerei um 1530. — _Denkmäler_:
+Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz,
+Bischof von Meißen † 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für
+Äbtissinnen 1664, 1697, 1710.
+
+_MARIENTAL._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
+wesentlicher alter Teile. — In der K. großer _Crucifixus_ und anmutiges
+_Selbdritt_, um 1515. — _Brunnen_ um 1700. — _Stationsberg_ mit kolossaler
+Kreuzigungsgruppe 1728. — Auf dem Kirchhof bmkw. _Bildnissteine_ der
+Äbtissinnen.
+
+_MARIENWEIHER._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742
+(_Balth. Neumann zu Rate gezogen_). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
+Schluß. Decke und Wand _reich stuckiert_, im Scheitel 6 größere Gemälde.
+Klassizist. Hochaltar mit _Gnadenbild_ von ca. 1480. _Nebenaltäre_ 1770.
+_Regina coeli_ 1695. _Grabstein_ einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen
+_Kreuzigungsgruppe_ um 1520-30 — Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die K.
+nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich
+stuckiert. WTurm um 1745.
+
+_MARISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Pfarr-K.* Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem Turmchor;
+der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — *Pfarrhaus*. Fachwerkbau M.
+17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte
+Kuppeldächer. _Hofportal_ reich geschmückt, doch von roher Arbeit.
+_Stuckdecke_ 1670.
+
+_MARKERSDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von _Jak.
+Müller_ im Museum des Sächsischen Altert. Ver. in Dresden.]
+
+_MARKRÖLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Großenteils Neubau 1694. Bmkw. _Epitaph_ für Friedrich und
+Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) bez. _HK_; von derselben Hand
+(der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und
+geschmackvolle _Taufstein_ von 1599.
+
+_MARKSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Kirche* 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf
+geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte _Kanzel_,
+ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum
+zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.
+
+*Schloß* (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit guten
+Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, 2. Unter den beiden
+Eckerkern je eine männliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des
+Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm
+hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T.
+ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer
+mit rok. Stuckdecken.
+
+*Wohnhäuser* mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.
+
+_MARKTBREIT._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Prot. Pfarr-K*. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten
+spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert.
+Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18.
+Jh. — Eine Reihe tüchtiger _Bildnisgrabsteine_. Hervorzuheben Fr. v.
+Seinsheim † 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch
+aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Außen Wolf Eckhardt
+1555 bez. _W.E._ — Unter den _Glocken_ die älteste mit Alphabet in got.
+Minuskeln 13. bis 14. Jh.
+
+*Friedhof* vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in
+Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe von
+Bildnisepitaphen der Renss.
+
+*Rathaus* beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die
+kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem Maintor (ao. 1600), die
+Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« zu prächtigen Architekturbildern. Im
+2. Geschoß große Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte
+Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.
+
+Seinsheimsches *Schloß* (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern einige
+von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten
+Erkerfassaden am Eingang der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch
+bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht schöner *Fachwerkbau*
+1607 und *Mainkran* 1773. Auch von außen gesehen ist das Stadtbild von
+großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils erhalten. Die hohen
+schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. Dächern.
+
+_MARKTHEIDENFELD._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1613. — Hübsches *Bürgerhaus* (Kaufhaus Flasch) 1745, die
+Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im
+Stiegenhaus und Saal gut erhalten.
+
+_MARKTLEUGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit
+eleganter aber sparsamer Stuckierung.
+
+_MARKTSCHORGAST._ OFranken BA Berneck.
+
+*Dorf-K.* spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).
+
+_MARKTSTETT._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; —
+Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — _Wohnhaus_ Herrenstr. Nr. 144, sehr
+hübsche Anlage 1750.
+
+_MARKTZEULN._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.
+
+*Rathaus* mit Stiegenturm 1588. _Holzhäuser_, 16. und 17. Jh. in guter
+Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim]
+
+_MARKWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* ursp. rom. mit Chorturm.
+
+_MARTINFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. Der schöne
+_Stuckmarmoraltar_ aus dem ehemaligen Klst. Beuren. _Schnitzrelief_ von
+einem älteren Altar A. 16. Jh. — Stattliche *Edelsitze* (v. Bodungen) 1580
+und 1611.
+
+_MARTINSKIRCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und
+eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren 1699 durchbrochen und
+Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. — Mehrere bar. _Grabsteine_.
+
+*Schloß* 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers).
+Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem Rok. Die innere Einteilung
+ist ungestört geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.
+
+_MASSENBUCH._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* 1702. Gutes _Hochaltarblatt_ von _Nikolaus Treu_ 1776. Über dem
+WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schönrain.
+
+_MAUA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor. _Schnitzaltar_ aus derselben
+ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in
+Arnstadt und der in Großlöbichau.
+
+_MAUERSCHEDL_ bei Mellrichstadt UFranken.
+
+Kleine 1sch. *Kirche* mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa
+gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 *Zellen* aus etwa 14.
+Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr
+bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.
+
+_MAXEN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles _Altarwerk_ aus
+Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute
+_Holzplastik_.
+
+*Schloß* mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727.
+
+_MECKENRIED._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — _Mobilien_ E.
+17. und A. 18. Jh.
+
+*Friedhofs-Kap*. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals
+befestigten Friedhofes. — _Bildstöcke_ bar.
+
+_MECKFELD._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
+
+*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1500, vom _»Meister der Baldachine«_.
+
+_MEEDER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, durch eine
+geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der
+Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die reiche und gut erhaltene
+Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die große Stärke der
+nördl. und südl. Mauer läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das
+dritte rom. Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
+von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches
+_Wandgrab_ 1576. — *Herrenhaus* (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten,
+reichen Stuckdekoration.
+
+_MEERANE._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Stadt-K.* Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff
+und Chor stehende Turm. Reste eines großen Altarwerks von _Jak. Müller_ in
+Altenburg 1506.
+
+_MEERHOLZ._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+Isenburgisches *Schloß,* 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. umgebaut;
+hat großenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enthält die
+*Pfarr-K.,* an den Fenstern entartetes Fischblasenmaßwerk. — Neben dem
+Gemeindehaus ein alter *Wartturm.*
+
+_MEINEWEH._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes
+_Alabasterepitaph_ des Günther v. Bünau † 1706.
+
+_MEININGEN._ Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.
+
+*Stadt-K.* Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest.
+1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer
+rom. Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der nördl. Fassadenturm
+bis zur Firsthöhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst
+von 1884 (vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der
+runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal
+durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K.
+Rom. Fußbodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2.
+Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz
+neu. — Von den _Grabdenkmälern_ nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt.
+Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des
+Stadtschultheißen Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu
+Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen
+1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste _Glocke_ M. 14. Jh.
+
+*Residenzschloß* (der Name Elisabethenburg neu). Ältester Teil der 1511
+durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark
+neugot. verändert. Das neue Schloß 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit
+Erhaltung einiger Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die
+bar. Stuckdecke des Riesensaals von _J. N. Bestheimer_ unter Leitung des
+Römers _Alessandro Rossini_. — Im SFlügel die _Schloß-K_. 1682-92, mit
+Stuckdecke, schöner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok.
+Flügelgemälde eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. — Reiche
+_Kunstsammlung_. Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen. Porzellan
+aus Klst. Veilsdorf.
+
+Im _Hennebergischen Haus_ die Kunst- und Altertumssammlungen des
+Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus
+der Schloßkapelle zu Ellingshausen. Auf dem _Friedhof_ treffliches
+Grabrelief des Reinhard von Wechmar 1488. Im _Englischen Garten_
+künstliche Ruinen 1793.
+
+Teil der ma. *Ringmauer* hinter der Burggasse.
+
+_MEISSEN._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.
+
+*Dom und Schloß*. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck.
+Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der
+Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs.
+springt frei in den Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster
+Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten Zubau
+zweier Türme (von _Carl Schäfer_) das historische Bild wesentlich
+verändert.
+
+*Dom*. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem
+Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehört der
+Gr. mit Ausnahme der beiden Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen;
+das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch.
+vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren
+fertig: das _Qsch_. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das
+erste (östl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch
+weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau
+des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer der
+Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der
+anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. Kreuzflügel schöne frgot.
+Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die
+Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das
+Obergeschoß ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am
+ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. — 3.
+Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs
+geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem
+eine Empore angelegt wurde; Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm,
+sein durchbrochener Helm wohl noch jünger. — 4. Von den um 1400
+weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk unter dem 2.
+Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das große (jetzt innere) WPortal
+in akademisch nüchternem Prunk. — 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal
+die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und
+3/8 Schluß; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung
+ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6. Seit 1479 das hohe
+Fenstergeschoß des WBaus, wohl von _Arnold v. Westfalen_, dem Erbauer der
+Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang zum Hallensystem massig
+vergrößerten) Giebel des Lhs. maskieren; wie der obere Abschluß
+beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh.
+trug er 3 (wohl hölzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904
+begonnenen Ausbau steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter
+der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. — 7.
+Sakristei ca. 1500-1506. — 8. Begräbniskap. Georg des Bärtigen 1534.
+
+_Inneres_. — _Lettner_ frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die
+Naumburger Schule anschließend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die
+steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche
+Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms
+großenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — _Hochaltar_.
+Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, ca. 1520. Der Meister des
+singulären, sehr hervorragenden Werkes steht der niederländischen Kunst
+nahe (jedenfalls nicht _A. Dürer_!). — _Lettneraltar_, unter Einfluß
+_Cranachs_; eher von diesem selbst das _Triptychon mit dem Schmerzensmann_
+in der S. Georgskap, bez. 1534. — Im Stirnfenster des Chorhaupts
+_Glasgemälde_ aus 13. Jh. — _Sakramentshäuschen_ mit Tabernakel ca. 1506.
+— _Chorstühle_ unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. — An der OWand des
+Qsch. Spuren von _Wandgemälden_ des 14. Jh., Jüngstes Gericht. — _Kanzel_
+2. H. 16. Jh. — _Statuen_ aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein
+Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als
+Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch
+der Stil weist; gegenüber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt
+die 3 Statuen der Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus A.
+15. Jh. der massenhafte _Schmuck des WPortals_ in einer fleißigen
+kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. — _Die Gräber der
+Fürstenkap_. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren
+† 1428, ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem
+Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine
+gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter; Werkstatt nicht
+nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern
+des sächsischen Hauses. Diese sämtlich aus der _Vischer_schen Werkstatt in
+Nürnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief;
+1472 lebte noch _Hermann V._ und war _Peter V._ noch nicht zwanzig Jahre
+alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B.
+Job. Rot in Breslau wird die Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen
+könnte das Denkmal Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte
+(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B.
+Kaspar v. Schönberg † 1463 von _Hermann V._ herrühren. Von _Peter_
+Kurfürst Ernst † 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für
+den Domherrn Heinrich Strecker † 1486. Seinem Sohne _Hermann d. J._ werden
+von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie von Bayern
+† 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören zum Besten, was auf
+diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer
+Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara
+in in der Georgenkap.). — _Grabplatten im Langhause_: Bischof Dietrich
+III. von Schönberg † 1472, im Charakter der _Vischer_schen Werkstatt;
+Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weißenbach † 1487;
+Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzeguß aus einer
+sächsisch-thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten
+für Dietrich von Schönberg und Andreas von Könritz. — _Georgenkapelle_:
+Triptychon von _L. Cranach_. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete
+Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte
+der Herzogin Barbara † 1534.
+
+_Kreuzgang_. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl. Quersch.
+Der älteste Teil der nördl. Flügel und _Maria-Magdalena-Kap_. vor 1274;
+die übrigen Flügel 1491.
+
+*Schloß.* Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) erbaut 1471 bis
+ca. 1485 von _Arnold von Westfalen_ (_Westveling_). Epochemachend in der
+Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den
+Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in
+jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher
+Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament.
+Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoß Rippen, in den
+folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr großen Fenster
+verzichten auf Maßwerk, als oberer Abschluß ist der seither in der
+sächsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für
+die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und
+die große in einem Turmgehäuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe.
+Höchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so
+daß sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken
+von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewölbe durch
+senkrechte Belastung aufzuheben (ein Gedanke, der im Obergeschoß der
+Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten
+Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die Bedeutung der
+Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der
+eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit
+Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande kommende)
+malerische Kontrastierung der Massen. — Die an einigen Bauteilen,
+Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich
+zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf _Jakob von
+Schweinfurt_ ca. 1525-30.
+
+*S. Afra,* gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
+durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten
+got. Formen, der 1sch. gerade schließende Chor in gleicher L. mit dem
+Msch. des Lhs. Die Sakristei Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.).
+Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude nach
+1600. — Hölzerne _Kanzel_ 1657. _Grabsteine_ des 16. und 17. Jh. in der v.
+Schleinitzschen Grabkapelle.
+
+*Franziskaner-K*. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter
+(jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewölbte 3sch.
+Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet
+quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein.
+
+*Frauen-K*. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend.
+Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluß; Netzgwb.; in die
+Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoß eine
+Sängertribüne trägt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt.
+Mächtiger WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals
+hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den
+Ssch. quergestellte Dächer über jedem Joch. — Kirchhofstor gut renss. — In
+der Sakristei _Tafelbild_ 1496.
+
+*Johannes-K*. und *Jakobs-Kap*. unbedeutend und jetzt profaniert.
+
+*Martins-K.,* kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
+flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen
+sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen
+aus A. 13. Jh. Aufgedeckte _Wandgemälde_ aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900
+wieder überstrichen.
+
+*Nikolai-K.* War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in got. Zeit
+umgebaut. Sehr beschädigte _Wandgemälde_ 13. Jh. Interessantes gemaltes
+_Triptychon_.
+
+*S. Wolfgang,* Begräbniskap. im Meisetal, in der Art _Arnolds __ __ von
+Westfalen_, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck.
+Schiff.
+
+*Rathaus* stattlich spgot. seit 1479.
+
+*Kornhaus* 1520-24 von Meister _Jakob von Schweinfurt_. — Haus gegenüber
+dem SEingang des Doms 1526; wohl von _demselben_; letztes Kämpfen der Got.
+gegen die Renss. — Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B.
+das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.
+
+_MELKENDORF._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte
+Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Säulenkaptt.
+eingemauert.
+
+_MELKERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front niedriger Aufbau
+als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.
+
+_MELLINGEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+Große *Dorf-K*. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — Hölzernes
+_Brunnenhaus_ 1667. — _Dorflinde_ mit Steintisch.
+
+_MELLNAU._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Burgruine,* erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.
+
+_MELLRICHSTADT._ UFranken BAmtsstadt
+
+*Pfarr-K.* Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit rom.
+Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2
+mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoß bildet
+Nebenchöre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in
+einer spitzbogigen Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom.
+Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei
+Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere
+quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der SWEcke
+des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen
+ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger
+Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
+Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), in der Mitte und an
+den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß und Rundseiten mit Spitzbogenfries.
+Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse.
+In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schallöffnungen.
+Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit
+in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar.
+verändert. — _Sakramentshäuschen_ feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh.
+— _Grabplatte_ eines Herrn von der Ker † 1387.
+
+*Spital-Kap.* mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.
+
+*Grossenberg-Kap.,* kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. _Holzfiguren_ und
+3 _Altäre_ aus A. 17. Jh., Sandstein.
+
+Reste der *Stadtbefestigung*.
+
+_MELSUNGEN._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*S. Nikolaus-K*. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch.
+polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über den Sschiffen Walmdächer.
+
+*Schloß* 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — *Rathaus,*
+freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der Nähe ansehnliche
+Holzhäuser des 17. Jh. — *Fuldabrücke* 1569. — *Ringmauern* aus Ma.
+großenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.
+
+_MEMLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Benediktiner-Klst.-K*. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt
+dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. Die Stilformen weisen
+auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des
+älteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels, Lhs.
+6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. —
+Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Grätige
+Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung
+des Bogenfrieses kommt an den ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor.
+Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit
+2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig,
+undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der
+attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere Ansichten zeigen einen
+niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTürme;
+vielleicht waren sie schon zerstört, vielleicht auch unausgeführt
+geblieben. — Die _Klausur_ lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. —
+Ältere Besucher sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche
+Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar,
+das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.
+
+*Dorf-K.* Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief mit
+Beweinung Christi 1500.
+
+Von der ehemaligen *Kaiserpfalz* ein Torweg und Mauerreste von 5 m Stärke.
+
+_MENGERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* 1521, Veränderungen 1668, 1736.
+
+_MENGERSREUTH._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne Tonne mit
+_Gemälde_ um 1700.
+
+_MERGELSHÖCHHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.
+
+_MERKERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* 1737. Deckenfresko von _J. P. Herrlein_ 1777 (vgl. Oberaßfeld).
+
+*Pfarrhaus* renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got. _Steinmadonna_
+von ca. 1350.
+
+_MERKWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte Koncha der alten
+rom. K. jetzt Sakristei.
+
+_MERSEBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt*. Die rom. Epoche, die des
+Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der
+erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium
+beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors
+und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines
+Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.)
+geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen Kreuzbasilika
+zurück; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe
+flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken
+sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie
+hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gräten ohne Quergurte,
+die Pfll. mit Kerben auf den Flächen und feinen Säulchen an den Ecken. —
+2. Formen der Übergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die
+Konstruktionen des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch
+entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch.,
+die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis
+dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von schwerer und nüchterner
+Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung
+vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den
+Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
+errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — 3. Die spgot.
+Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur
+Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der
+Jocheinteilung unregelmäßig blieb; Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine
+Folge von Staffelgiebeln mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner
+erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als
+Specimina der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. — Rest, von _Fr.
+Adler_ E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche _Kreuzgang_ spgot. mit älteren
+Resten. — _Kanzel_ 1514 mit Zusätzen von 1526, die letzteren schon mit
+RenssElementen. — _Chorgestühl_ von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand
+von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, der sich _Caspar
+Schockholz_ zeichnet. Viel besser der _Fünfsitz_ von ca. 1480-90. — Reste
+von _Schnitzaltären_ zerstreut. — In der Vorhalle steinernes _Taufbecken_
+12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer
+dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter
+Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die
+Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl.
+Byzantinische Elfenbeine und später das Fürstenportal am Bamberger Dom). —
+In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief
+eines _h. Georg_, E. 14. Jh. — Zahlreiche _Grabdenkmäler,_ unter denen nur
+einiges zu nennen. In der Vierung Gegenkönig _Rudolf v. Schwaben_ † 1080,
+Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gießhütte;
+flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend; etwas unter
+Lebensgröße; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die
+Ornamente zierlich und sorgfältig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluß,
+ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen muß
+Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der älteste
+datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nördl. Qsch. Bischof _Thilo
+v. Trotha_ † 1514, wahrscheinlich von _P. Vischer_, eherne Tumba in
+Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne
+architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige
+Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinität. An
+der NWand Epitaph des Bischofs _Adolf v. Anhalt_, im südl. Qsch. große
+hölzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein
+des Bischofs _Friedrich v. Hoym_ † 1382, interessant durch den erstrebten
+Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der Vorhalle Grabstein des
+Bischofs _Sigismund v. Lindenau_ † 1544, an einem Pfl. das zugehörige
+Epitaph, bezeichneter Bronzeguß von _Hans Vischer_ aus Nürnberg. — Im
+östl. Kreuzgang (soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden)
+_Rittergrabstein_ um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte
+Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem
+selbst). — _Gregoriusaltar_ und _Marienaltar_ um 1515-20, von einem
+Leipziger Meister (vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes
+allegorisches Gemälde auf die _unbefleckte Empfängnis_ 1518. Mehrere
+ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584, Kostitz 1610,
+v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den
+_Glocken_ wird eine (die »Schnurre«) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta
+und Nona 1498.
+
+*K. und Klst. St. Petri,* gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der rom.
+Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des
+nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. — Teile des Klst.,
+darunter das große Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende
+Gewölbe im Stil der Übergangsteile des Doms.
+
+*Neumarkts-K. S. Thomas,* ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher
+Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unverändert; zwei reiche
+Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.
+
+*K. des Collegiatstiftes St. Sixti,* erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got.
+Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.
+
+*Stadt-K. St. Maximin,* spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19.
+Jh. beseitigt.
+
+*Gottesacker-K.,* 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
+_Portaltympanon_ mit ausgezeichnet schönem Rankenornament im
+Übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.
+
+*Schloß.* Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff.
+unter Herzog Georg von Sachsen durch _Melchior Brunner_; die Wirkung ist
+gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geräumige, annähernd
+quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu
+den eindruckvollsten, großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme,
+Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen
+Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, daß
+sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. —
+Ausgezeichnetes _Brunnenhaus_. — An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh.
+erinnern vier Obelisken. — _Gartensaalbau_ 1727.
+
+*Rathaus* 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A.
+17. Jh.
+
+Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der *Burg*
+König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine
+vorgeschichtliche Anlage.
+
+_MERXHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+Ehemalige *Augustiner-Klst.-K.* gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit
+got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstört. Schönes rom.
+Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten ausgekehlt. Die Klostergebäude
+modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks,
+reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.
+
+_MESCHENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Dorf-K.* spgot., dann öfters verändert. — Spgot. _Kanzel_.
+
+_MESPELBRUNN._ UFranken BA Aschaffenburg.
+
+*Schloß.* Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration
+und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berühmt
+durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.
+
+_METZELS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+Geschnitztes *Holzfachwerkhaus,* bez. 1511 auf dem got. Türbalken. Kleines
+Museum bäuerlicher Altertümer.
+
+_MEUSELBACH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.
+
+Kirche, 1743. Die _Kanzel_ und das originelle _Taufbecken_ aus derselben
+Zeit.
+
+_MEUSELWITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — *Schloß,* 1724 für
+Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem Mittelhof;
+pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch die geringwertigen
+Surrogatmaterialien.
+
+_MICHAELISBERG_ s. Klosterveilsdorf.
+
+_MICHELAU._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum.
+
+_MICHELBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Kirche.* Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau mit
+schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck.
+Kreuzgwbb. ohne Rippen.
+
+_MICHELFELD._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. — Guter
+_Bildnisgrabstein_ 1626.
+
+_MICHELSBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem rck. Chor,
+kein Turm.
+
+_MIEKEL._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar
+1686. _Grabdenkmäler_ der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau.
+
+*Schloß* erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an
+Schloß Moritzburg. Kurfürstliche _Bildnisse_ des 16. und 17. Jh.
+
+_MIHLA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Kirche.* Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes _Steinrelief_ des 14. Jh.
+Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v.
+Wangenheim, durch die Empore zum Teil verdeckt. Geschnitzter _Flügelaltar_
+E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute
+Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs.
+Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
+_Grabstein_ mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung,
+um 1660. Großes _Kruzifix_, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters
+der Erfurter Grablegung. Große _Truhe_ mit sehr reichen spgot. Beschlägen
+aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v.
+Herstall.
+
+Das *Graue Schloß* bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm
+an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeißelte
+Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der
+Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735.
+
+Das *Rote Schloß*. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß
+aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich
+geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In
+der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele
+die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der
+besten Holzbauten Thüringens.
+
+Geschnitztes *Holzfachwerkhaus* mit guten Schnitzereien no 30.
+
+_MILDENFURT._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+Ehemalige *Prämonstratenser-Klst.-K.* gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50.
+Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen.
+Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten.
+Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den
+regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchöre
+(kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der
+Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4
+Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen
+ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im
+W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den _Klostergebäuden_ haben sich das
+Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt,
+im jetzigen Brauhaus erhalten.
+
+_MILTENBERG._ UFranken BAmtsstadt.
+
+Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen
+Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das *Gasthaus zum Riesen* 1590.
+
+*Pfarr-K.* Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. vollständig
+umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTürmen. —
+*Franziskaner-K.* barock.
+
+*Rathaus.* Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
+Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. — Am Wochenmarkt hübsches
+Rok.-Wohnhaus von dem mit _Ritter_ in Mainz in Verbindung stehenden
+Lokalmeister _J. M. Schmidt_.
+
+Schöner Renss. *Laufbrunnen*.
+
+*Burg.* Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener
+Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.
+
+_MILTITZ._ K Sachsen AH Meißen.
+
+*Pfarr-K.* 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher _Altaraufsatz_
+mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.
+
+*Schloß.* Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau
+1663.
+
+MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. *Dorf-K.* von Mauer
+und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. — Viel _Fachwerkhäuser_.
+
+_MISTELBACH._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit bmkw. Malerei.
+Grabsteine 16. und 17. Jh.
+
+_MISTELFELD._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes
+Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der 5achsigen
+Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei
+Maßwerkfenster.
+
+_MITTELDORF._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen Kreuzgwbb., etwas
+schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger.
+
+_MITTELSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um
+1600.
+
+*Karner* mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.
+
+_MITTWEIDA._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Marien-K.* Erneuert nach Brand 1454 durch Meister _Arnold v. Westfalen_
+bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien
+Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, daß seine Achse
+auf die südl. Pfeilerreihe fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt;
+diese Unregelmäßigkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl.
+Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken elegant, der
+Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. — _Altarwerk_ mit
+reicher Holzschnitzerei 1661 von _Valentin Otto_ und _Joh. Richter_, beide
+aus Meißen. _Sandsteinkanzel_, von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen
+der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten; gefertigt 1667
+von _Cl. K. Buchau_ in Dresden.
+
+An einigen Wohnhäusern hübsche Fr.Renss Türen.
+
+_MITTWITZ._ OFranken BA Kronach.
+
+*Schloß* nach 1525.
+
+_MOGGENBRUNN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Schloß* 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der
+Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus
+16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.
+
+_MOHORN._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — _Schnitzwerke_:
+Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Großer _Altarbau_ 1604 von
+ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief.
+Treffliche _Bildnisreliefs_ 1686, 1711.
+
+_MÖHRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen.
+Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche _Fachwerkhäuser_ 17. und
+18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M.
+Luthers Stammhaus«.
+
+_MÖLBIS._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 1688. _Glocke_ 14. Jh. _Bosesche __ Grabmäler_.
+
+*Herrenhaus* (v. Bose) 1714, einfach vornehm.
+
+_MOLSCHLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* spgot. — Doppelflügeliges _Altarwerk_ 1518; im Schrein
+ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende
+des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund.
+— Schönes Fragment eines zweiten _Schnitzaltars_.
+
+_MOLSDORF._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Schloß* 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. Luxuriöse
+Innenausstattung. Großer Park.
+
+_MÖMBRIS._ UFranken BA Alzenau.
+
+*Dorf-K.* Grabsteine 1548, 1562.
+
+_MÖNCHRÖDEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst*. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in
+landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. Das
+Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) zeigen Reste
+schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. — An der *Dorf-K*.
+Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl.
+Außenwand 3 _Bildnisgrabsteine_ von Äbten 1367, 14.., 1474.
+
+_MORITZBURG._ K. Sachsen AH Dresden N.
+
+*Jagdschloß.* 1542-46 von _Hans Dehn-Rotfelser_ für Kurfürst Moritz;
+kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von _W. C. v. Klengel_;
+1722-30 Umbau und Erweiterung durch _Pöppelmann_. — Die Anlage des 16. Jh.
+hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken
+runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten
+weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m);
+erst _Buchner_ schmückte ihn 1593 mit den auf älteren Abbildungen
+sichtbaren Volutengiebeln. _Pöppelmann_ legte die Hofmauer nieder,
+vergrößerte das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite,
+verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit Terrassen,
+Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des
+Umbaus. Die Außenwände sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch
+(längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch
+immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der
+Lage inmitten eines (auch erst von _Pöppelmann_ erweiterten) Waldsees. Im
+Innern fällt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die
+Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von _Joh. Fink_, die porzellanene
+Altarplastik von _J. J. Kändler_. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44
+Vasen, 44 Putten, 4 größere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch
+empfundene Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit,
+wahrscheinlich 1602 von _Christoph Walther_.
+
+*Fasanerieschloß* 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloß. Dort
+schweres, derbes Bar. vor Eintritt des französischen Geschmacks; hier die
+andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in
+spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische
+Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig für intimste
+Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.
+
+_MÖRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Dorf-K.* 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr
+hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.
+
+_MOTZLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. Am
+_Hochaltar_ 2 auffallend gute Holzstatuen. _Kruzifix_, _Pietas_ und
+_Altarreste_ spgot.
+
+_MÜCHELN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+Kleine frgot. *Templer-(?)K.* Sorgfältige Ausführung in Sandstein. 1sch.
+mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W Empore. Die Rippen auf
+geschmückten Konsolen.
+
+_MÜCHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Stadt-K.* Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H.
+18. Jh.
+
+*Rathaus* 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in
+malerischer Gruppierung.
+
+_MÜCKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Schloß* 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in
+anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das
+Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte
+Schloßkap. 1746, auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener
+Porzellan. Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit Motiven
+vom Brandenburger Tor in Berlin.
+
+_MÜCKERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.
+
+_MÜDESHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes
+Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben Zeit.
+
+*Wallfahrts-Kap*. _Holzfiguren_ in der Richtung _Riemenschneiders_.
+
+_MÜGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Stadt-K.* Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein bez.
+1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm
+eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck.
+Pfll. mit konkaven Flächen; Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem
+Maßwerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. — _Sakramentsnische_ mit Halbfiguren
+von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix. [_Flügelaltar_ von
+_M. Krodel_ 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der südl. Vorhalle
+großes prachtvolles Gitter bez. 1648. — _Grabmal_ des Melchior v.
+Saalhausen † 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller
+Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz † 1591 und des
+Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor für
+Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.
+
+*Schloß Ruhetal*. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was
+vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.
+
+*Rathaus.* Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. entwertet.
+
+_MÜGLENZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.*, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verständnisvolle
+Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerhörtes.
+
+_MÜHLBECK._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Dorf-K.* von einfach rom. Anlage. Rasenstein. _Sakramentshäuschen_ und
+doppelflügeliger _Altarschrein_ spgot.
+
+_MÜHLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+Ehemaliges *Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern*. Ein südl. Ausläufer der
+märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die maßgebenden Baudaten
+nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen
+1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der
+kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis 1sch.
+Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Länge
+60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den
+Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten
+Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8.
+Die Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. oder 15. Jh.
+erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt.
+der Säulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen
+durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die
+Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in guten
+Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben;
+gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rätselhaft das rom. Portal der
+SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch
+Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf
+den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und
+Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der
+alte beim Brande 1539 eingestürzt). — Eingreifende Wiederherstellung
+1901-06. — Die _Ausstattung_ der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher
+Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, bez. H. G. B.
+(_Heinrich Godechen_), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmälern
+(1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch
+und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umriß. Von denen des
+16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. — _Klausurgebäude_. Gelegen auf der
+NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt
+Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert,
+Zellengwbb. im Erdgeschoß deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um
+1500; demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz aus sich
+schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser
+Giebelwand und der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca.
+100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht,
+das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem
+anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in
+schlichter Fr.Renss. nach 1554.
+
+*Neustädter-K*. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. —
+Guter spgot. _Schnitzaltar_ um 1525, später in Renss.-Rahmen gebracht.
+Mehrere _Grabsteine_.
+
+*Friedhof* 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. _Altargemälde_ 1614.
+
+*Schloß.* Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach
+154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude einfachst erneuert. In der Kap.
+neugot. Altar mit guten _Figuren_ des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).
+
+*Rathaus.* Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Maßwerk ähnlich der
+Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur
+der WGiebel dem Jahre 1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des
+Geschichtsvereins)
+
+_MÜHLFELD._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Turm frgot. Lhs. 1593. — _Grabsteine_ 1481, 1611, 1704.
+
+_MÜHLHAUSEN._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Pfarr-K.* Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne _Bildhauerarbeiten_
+des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, _Bilder_ aus der Schule _Wolgemuts_(?),
+_Grabmal_ von _Hans Werner_ 1613.
+
+_MÜHLHAUSEN._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.
+
+_MÜHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 im kirchlichen
+Gebrauch.
+
+*S. Blasien*. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens
+gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom.
+Basilika könnte der WBau bis zu dem in Höhe von 14,5 m liegenden
+Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme.
+Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in
+Umriß und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten
+verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition und Einzelheiten
+durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in Arnstadt; offenbar dieselbe
+Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je
+6,7 m Höhe. Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück.
+am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam ist die
+Verstärkung der Ecken durch Bündel von je 3 Runddiensten, die sich mit den
+kräftigen Gesimsen verkröpfen und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels
+Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur des
+WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen hält, die zu einem
+Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe
+führende Tür frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm
+(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot. Schmuckformen
+auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie auch die lotrechten Linien
+gegenüber den wagrechten stärker betont sind, worauf schon die veränderte
+Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau
+erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem
+Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzförmige
+Strebepfll. und noch später in der Mitte eine formlose Strebemauer. — Um
+1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen.
+Übergangsformen mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines
+basilikalen Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche von 5
+Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und
+4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein
+ringsumlaufender Blätterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen
+weiten Fenster 3teilig, Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern
+haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im
+S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben
+abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus
+einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit
+Fialenkrönung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk
+besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der nördl. Front
+fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten
+ausgearbeitet, die Rose bedeutend größer und aus 14 radianten Blättern
+gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen
+kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern
+entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der
+Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit
+entsteht. Beeinträchtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m
+hohe Aufschüttung des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. —
+Großer _Schnitzaltar_ E. 15. Jh. — Steinerner _Levitensitz_ A. 14. Jh. —
+Steinerne _Kanzel_ E. 15. Jh. — _Taufstein_ 1596. — _Epitaph_ des Hermann
+von Heylingen † 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der
+betende Stifter. — An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes _Gitter_ von
+1707. — Unter den _Altargeräten_ der Sakristei mehreres bmkw.
+
+*S. Marien.* Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
+Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm unverstümmelt, im Typus
+von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so daß die Fassade
+(vor Zerstörung des südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. — Im übrigen
+ist die K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der
+einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange Bauzeit
+schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche mit einer für dieses
+System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. Das Lhs. ist bei 5
+Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der
+Breitenüberschuß fällt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die
+Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere
+Breite von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die
+inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und Schluß aus 8 Eck),
+das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluß) fort. Die tief
+ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlußsteine
+dienen mehrfach tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem
+Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen;
+dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Über jeder
+Fensterachse ein in Maßwerk aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an
+der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den
+Hauptchor; hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton, vollends
+durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel
+ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des
+Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert
+als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.
+
+_Ausstattung_. Hauptaltar mit spgot. _Flügelschrein_, in der Mitte
+Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte
+Außenflügel, Predella jünger. Dahinter _S. Nikolausaltar_ (versetzt). Im
+nördl. Ssch. 2 gemalte _Triptycha_. Steinerner _Levitensitz_ M. 14. Jh.
+_Ratsstuhl_ 1604. In den Chorfenstern beschädigte _Glasgemälde_ aus 14.
+Jh. _Skulpturen_: Der Schmuck des Hauptportals in den Münzerischen Unruhen
+zerstört: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach
+der örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die
+alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen hätten.
+Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei
+Könige. An der Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter
+Darstellung. — Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit
+Kirchenmodell.
+
+*S. Jacobi*. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb.
+wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur
+das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Äußere. Die WFassade über
+ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig,
+gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet
+sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks
+haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit
+den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh.
+
+*S. Kiliani*. Unbedeutender Bau des 14. Jh.
+
+*Allerheiligen*. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. 1 Schiff
+unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig hoher WTurm, unten
+schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.
+
+*Kloster-K*. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt
+Turnhalle.
+
+*Barfüßer-K.* Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck.
+von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus
+der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier
+auch die 3 Türen. Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck.
+75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und
+ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt Packhof.
+
+[*Prediger-K.* beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch
+lange Hallenkirche.]
+
+*Hospital-K.* Ganz kunstlos; jetzt Magazin.
+
+*S. Petri.* E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor,
+jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.
+
+*S. Georg*. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger Quaderbau
+mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen 3 an der östl. Schlußwand.
+Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern
+zusammengezogen, in einfacherer Fassung das Motiv der Jakobi-K. — Angebaut
+eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.
+
+*S. Martini.* Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem
+6Eck geschlossenem Chor.
+
+*S. Nikolai.* Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut,
+jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel
+stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.
+
+*Rathaus.* Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. Die
+Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.
+
+*Stadtbefestigung.* Erhebliche Teile erhalten.
+
+_MÜLLERDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert zwei »heidnische
+Götterbilder« (??).
+
+_MÜNCHAURACH._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Pfarr-K.* Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten
+Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes
+WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.
+
+_MÜNCHENBERNSDORF._ Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.
+
+*Dorf-K.* 2 _Altarflügel_ von _Valentin Lendenstreich_ aus Saalfeld 1503.
+— Typische *Wasserburg* aus 2. H. 16. Jh.
+
+_MÜNCHENGOSSERSTÄDT._ Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.
+
+
+_MÜNCHENLOHRA._ Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.
+
+Ehemalige *Nonnen-Klst.-K.* Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf normal
+kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die
+Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kräftigem
+attischem Profil; die Kämpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und
+Rankenwerk geschmückt. Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh.
+Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte des Lhs. wird
+von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewölbter Halle von 2
+Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und
+stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne 3/4 Sll.;
+dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über der
+Empore) war zerstört, jetzt erneuert. (Grundmauern eines älteren WChors.)
+
+_MÜNNERSTADT._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Pfarr-K.* Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut,
+erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal führt
+in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoß ehemals Kap., die
+sich im Rundbg. gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck
+um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes
+Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau der Juliuszeit wurde das
+ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der
+durch den got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der
+flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den
+alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden,
+von W nach O in der Öffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit
+toskanischem Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
+WEmpore aus der Juliuszeit. — Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluß an das
+Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Türmen (völlig ausgeführt
+nur der im SO). — _Hochaltar_ neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus
+alten und neuen Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten
+Hochaltar, Frühwerke _Riemenschneiders_; die Flügelreliefs jetzt auf der
+Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner
+enthält der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar
+in Nürnberg erstanden) und ein großes Hochrelief, _Kreuzigung_, wohl mit
+Recht _Veit Stoß_ zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter
+Charakteristik. Als _Flügel_ des _Stoß_schen Altarwerks, ja sogar als
+eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsäcker) die 4
+jetzt im Chor hängenden Tafeln in Anspruch genommen. — _Einzelne
+Schnitzbilder_ von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner
+_Salvator und 12 Apostel_ aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben
+bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit großem rohem
+_Ölberg_, einem _Heiligen __ Grab_, einer _Messe des h. Gregor_,
+verdorbenen _Epitaphen_.
+
+*Markt-Kap.* Einfacher Bau von 1410.
+
+*Augustiner-K*. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend,
+die Dekoration wird allein durch die sehr großen und vordringlichen
+Mobilien bewirkt. — _Deckenbilder_ von _Joh. Anwander_. Reicher _Schatz_
+des 18. Jh.
+
+*Aula* im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von _Zeni_.
+
+*Stadtbefestigung* mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen
+aus E. 14. Jh.
+
+*Rentamt* (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof
+großer Erker 1671 und Portal 1611 von _Julius Ernes_.
+
+_MÜNSTERSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.
+
+Ehem. *Benediktinerabtei*. Die Gründung wird auf Karl d. Gr.
+zurückgeführt. Großartiger Neubau durch _Balth. Neumann_ 1727-1743, eine
+seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die Innenausstattung von den ersten
+Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil
+weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten
+haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus der Zeit vor
+Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von _Neumann_ ein
+kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten.
+— Mainbrücke mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata um
+1750.
+
+_MUPPERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Pfarr-K.* Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 umfangreiche
+Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle _Moseskanzel_. — _Bildnisgrabstein_
+des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit
+ausgezeichnet. — Reste von ma. _Wandmalerei_.
+
+_MÜRSBACH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Pfarr-K.* Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. _Einrichtung_. —
+_Renss. Epitaphien_ um M. 16. Jh.
+
+*Dreifaltigkeits-Kap.* Spgot. um 1516. Gute spgot. _Ho1zfiguren_.
+
+Im Dorf *Fachwerkhäuser*.
+
+_MUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Stadt-K.* (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer
+stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der
+Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.
+
+_MYLAU._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Burg* in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit
+hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls
+IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15.
+Jh.), umgebaut unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).
+
+
+
+
+_N_
+
+
+_NÄGELSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+
+*Untere K.* Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr
+verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht
+romanisierend frgot. Detail.
+
+2 überdachte *Brunnen* 1660 und 1568.
+
+_NANKENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. — Von dem ehem. spgot.
+Hochaltar 2 schöne _Reliefflügel_ erhalten. — Spuren ehem. Befestigung.
+
+_NASSWANG._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Ökonomiegebäude* des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich die zentrische
+Anlage.
+
+_NAUENDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig
+aufwandreich.
+
+_NAUENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* spgot. — Treffliche _Kanzel_ um 1580, in rein archit. Formen,
+ohne figürl. Beiwerk.
+
+_NAUHAIN._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß 12.
+Jh. — Hübscher kleiner _Altar_ aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt,
+die Flügel beiderseits mit tüchtiger Malerei.
+
+_NAUMBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen
+
+*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in
+Holz erneuert. — Der 1866 verzeichnete Flügelaltar nicht mehr vorhanden.
+
+_NAUMBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Dom SS. Peter und Paul.* Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Für
+Thüringen das Hauptwerk der schönsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf.
+Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne
+Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert
+auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine
+regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des
+WBaus ungewiß. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter
+dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am
+Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder
+geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. Die Vorkrypta unter der
+Vierung um 1220 oder noch später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen
+schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles
+Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht
+der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen ähnlich
+denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu den schönsten des
+Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem mit Schlußsteinen (nur einer,
+Löwenkopf mit hängender Zunge, erhalten).
+
+_Oberkirche, romanische Teile_. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme
+der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der
+Formcharakter deutet durch seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig
+kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard
+(1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung
+schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man
+nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause.
+Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein.
+Innerhalb des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen
+Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden,
+aber vom got. Element wird nur zurückhaltend Gebrauch gemacht. Die
+Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System,
+jedoch in den Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in
+gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine Diagonalrippen
+(diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlußsteine,
+Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und
+öfters in Westfalen). Gerader, mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in
+Stärke von 50 cm. — Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr.
+(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten
+3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen
+ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die Kämpfer mit einem
+durchlaufenden Gesims verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage
+abzüglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne
+gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs
+zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in
+den Arkadenachsen. Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der
+Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden Lagerfugen.
+Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand
+Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben wurde. — _Hauptportal_ am südl.
+Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das
+Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer dem
+Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses
+2 _Türen_ (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schöner Blattwerkfüllung der
+Bogenfelder im Stil der Krypta.
+
+_Die Türme_. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe des (um sie
+herumgeführten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in
+rom. Zeit, dann noch einmal in got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der
+ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in
+Freiburg a. U.) — Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode,
+weitergeführt um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme; doch kam
+nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb ganz liegen (erst 1894
+ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die
+sich im Motiv an das erste anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor
+eine Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer verdeckt.
+
+_Die Chöre_. a) _Der westliche_. Obgleich zeitlich dem Hauptbau
+unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er
+stilistisch einen großen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr.
+mit 6teiligem Gwb., Schluß aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch
+breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen
+einfach abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus 2
+Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste Platte. Höchst
+eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen von besonders
+glänzender Wirkung die Wanddekoration über dem Chorgestühl: unten eine
+tiefnischige Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die
+vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk der jüngsten
+Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer Schönheit, jedoch die
+Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich
+absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste
+gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der
+Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims Fortsetzung des
+Laufgangs und der Standbilder. Das Äußere in knappen Formen; reicher nur
+das in der Kehle mit überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und
+die originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach
+gehaltenen Strebepfll. — b) _Ostchor_. Schmal rck. Vorderjoch und Schluß
+aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frühestes
+Beispiel für diese erst in der Spätgotik häufiger vorkommende Abweichung
+von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert;
+andere, namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel
+einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen und Baldachine an den
+Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausführung
+gekommene Statuen.
+
+_Die Lettner_. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der Vorkrypta,
+an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf
+Bündelpfll., tragen die Bühne. Die Rückwand hat in der Mitte den
+Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte
+Stufen hinaufführen; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne;
+gegen Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur Krypta aus den
+Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten
+Lettners von besonderem Interesse. — WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig.
+Die Anlage unterscheidet sich von der des östl. dadurch, daß der Chor
+keine Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher liegt, als
+das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene Bühne. Durchgang in
+der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von
+Architektur, Ornament und figürlicher Plastik ist eine dekorative
+Meisterleistung höchsten Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum
+Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt.
+
+_Monumentale Skulpturen_: a) _Am rom. Bau_. Tympanon am Portal des südl.
+Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln
+getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief;
+gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. — In der Erdgeschoß-Kap. des
+NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem mäßig
+begabten Mann aus dem Kreise der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach
+Bamberger Muster ausführten. — b) _Am WChor_. Mit der architektonischen
+Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgeführt, mit den
+Säulenbündeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die
+Stifter und Wohltäter der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4
+Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im
+Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt wurde, gehörte
+selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1.
+Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und
+Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III.
+angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes occisus«), 6.
+Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe
+geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12.
+Dietrich. Werkstoff: grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals
+wiederholt, zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile — Augen,
+Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen — mit dünner Lasurfarbe
+hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgenössische, Loden und Leder
+ihr Material. Der Künstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht
+der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer
+Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen Schulung
+seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener
+statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese Gestalten sind nicht
+Porträts, aber sie könnten dafür gelten. Sehr merkwürdig an einigen von
+ihnen, besonders am »comes occisus« und der ihm zunächst stehenden, der
+Ausdruck momentaner Gemütsbewegung. — c)_Am WLettner_. Die
+Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme,
+Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten
+Felder 1734 von einem Stümper ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte
+Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede
+Platte bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein Werk des
+Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit; jene um 1250-60
+begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerhörter
+Selbständigkeit gegenüber der Tradition; der Realismus der Form noch
+ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der
+Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte
+Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die
+an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der Lettnertür, angebrachte
+_Kreuzgruppe_ zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden
+des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem
+Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung! Bei
+Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst
+die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. — Von einem andersgestimmten
+Schüler des Hauptmeisters der _Diakon_ mit Lesepult, ursp. wohl im Chor,
+jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene
+Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). — Im OChor Türbogenfeld mit
+_Weltenrichter_ zwischen Maria und Johannes dem Täufer; durch den
+unvollendeten Zustand für das Technische von besonderem Interesse;
+Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des
+Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden
+muß; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird
+also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit
+genommen sein. — Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das
+_Brustbild Johannes des Täufers_ über der Tür der Johanneskap. im
+Domkirchhof. — _Altäre_. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt.
+_Hauptaltar_; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher
+Stilmischung. — Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des südl. Ssch.
+_steinernes Retabulum_ mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. — Spgot.
+_Schnitzaltäre_ in der Krypta ohne Bedeutung. — Reste von 3 oder 4
+_Tafelaltären_ aus der Werkstatt _Cranachs_ im Dom zerstreut. Der
+Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber in schlechtem
+Erhaltungszustand.
+
+_Gestühl_: a) _Im OChor_: schöner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenüber
+ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) _Im
+WChor_: Stuhlwerk bez. 1516. — _Kanzel_ von 1466 jetzt in der
+Johannis-Kap.
+
+_Grabdenkmäler_. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor
+Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des
+Kirchengründers Hildeward, ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein
+der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. — Im südl. Ssch. Grabstein
+Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie der
+Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck † 1576, bez. _M. S._;
+Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um
+1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stücke. — Im nördl. Ssch.
+Bronzemedaillon für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. _H.
+K._ — Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben
+Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung an die
+Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch † 1422;
+Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein
+eingelassen) des A. v. Könritz 1496; gravierte Platte des Bischofs
+Dietrich III. von Bocksdorf † 1466, aus der _Vischer_schen Werkstatt, wohl
+Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer
+sächsisch-thüringischen. — In der Vorhalle _Marmordenkmäler_ der Maria v.
+Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771.
+
+_Glasgemälde_. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im
+OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). — 2
+_Teppiche_ aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der
+Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). — 8 _Meßbücher_
+aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. — _Klausur_. Ursp. für
+die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die
+für diesen bestimmte Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor
+1228 an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt
+um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. _Domkirchhof_ mit
+manchen der Beachtung nicht unwerten Denkmälern des 16. Jh.
+
+_Dreikönigs-Kap._ 1416, Untergeschoß älter, das Ganze sehr verwahrlost. An
+der Außenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen.
+
+_Dompfarr-K. S. Marien_. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die
+großenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste
+des Schiffs.
+
+_Johannis-Kap._ Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail
+zierlich und geistreich im Stil des WChors.
+
+_Domherrenkurien_, a) Ägidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210)
+erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelförmige
+Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel;
+originelle Überführung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot.
+Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz).
+
+*Moritz-K.* Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige
+K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde
+durch die Rest. 1875 entfernt. — Ein im Innern und Äußern gleich einfacher
+Bau. Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der
+langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen
+Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach.
+Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme gehen auf rom. Anlage zurück.
+
+Großer _Crucifixus_ aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in
+vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen
+Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit eigentümlich barocker Häufung der
+Gewandmotive, kaum von derselben Hand. — Verdorbener _Ölberg_ (? 13. Jh.).
+— Trümmer sp. ma. _Altarplastik_. — _Grabdenkmäler_ ohne höheren Wert;
+archäologisch von Interesse der giebelförmig abschließende, jedoch mit
+umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin
+† 1125, ausgeführt etwa E. 13. Jh.
+
+*Stadt-K. S. Wenzel.* Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden
+Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die
+östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten,
+langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen,
+zu beiden Seiten 2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen
+(das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite); ob die jetzige
+Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist
+zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die Rücksicht auf die an dem
+Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen
+und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl.
+Abschluß (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu einem
+Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das
+Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter
+Gestalt 1724. Bei bedeutender Höhe ist der Raumeindruck ein sehr
+eigentümlicher. Am Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit
+viel eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer
+Gesamtwirkung; die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen die 3
+Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der nördl. ausgeführt. Um 1600
+baute _K. Steiner_ das Obergeschoß der Sakristei in gut verstandenen got.
+Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma.
+_Altären_ nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die
+Kindlein zu mir kommen« 1529 von _L. Cranach_, eine der besten Arbeiten
+seiner späteren Zeit; Anbetung der drei Könige 1522, Frühbild _Cranachs_?
+Heilige Nacht von _Barth. __ Spranger_, A. 17. Jh. — _Hochaltar_ riesiges
+Schreinerwerk von 1680 mit Gemälde von _Hermes_ in Dresden. — _Kanzel_ um
+1740. — Messingenes _Taufbecken_ 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fuß
+neu. — Von historischem Interesse der _Grabstein_ des Pagen Gustav Adolfs,
+Augustus v. Leubelfing — Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630, u.a.
+Standbild der Caritas. — Im _Schatz_ gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes
+_Krugelstein_ 1680.
+
+*S. Othmar.* 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender,
+gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in 2 Jochen 3sch., der
+westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm über dem
+Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. — Aus älterer
+Zeit, ca. 1520, ein guter 3flügeliger _Schnitzaltar_. — Im SFenster des
+Altarhauses _Glasgemälde_ 1539.
+
+*S. Marien.* 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb.
+aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde. Das Äußere
+nüchternster Art.
+
+*Wenzelskirchhof.* Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das
+des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke links vom Eingang.
+
+*Rathaus.* Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube,
+1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am
+hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschränkten
+Kielbgg. in trockenster Spätgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen
+seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen
+in feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, dessen
+Stuckdecke jedoch 1655. — _Trinkhorn_ etwa M. 14. Jh. mit schönem
+Lederfutteral.
+
+*Wohnhäuser.* Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517 und 1532 durch
+Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich
+Hervorragendes darunter. — *Marktbrunnen* mit S. Wenzelstatue 1579.
+
+*Stadtbefestigung*. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das
+Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am Jenaer Tor.
+
+_NAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.* sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewände je
+2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreiblätter
+ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt,
+Rosetten und freies Randornament.
+
+_NAUNDORF._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung
+aus Renovation 1737. — Mehrere _Grabmäler_ des 16.-18. Jh.
+
+*Schloß* E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus der ersten
+Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. — Reichhaltige
+_Porträtgalerie_.
+
+_NAUSTADT._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Kirche* um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem Chor
+und 5/8 Schluß. — _Altaraufsatz_ um 1600, heiter und vornehm;
+Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. — _Sandstein-Wandgrab_ des A. v.
+Miltitz † 1629, prächtige und gute Arbeit. — Ein _anderes in Marmor_ von
+_J. J. Kändler_, dem berühmten Porzellanformer.
+
+_NEBELSCHITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+Vornehme bar. *Dorf-K.,* erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der
+interessante Plan angeblich von _Gaetano Chiaveri_, dem Erbauer der kath.
+Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlüsse im O und
+W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung
+steht nicht auf der Höhe der Architektur. _Gemälde_ des Hochaltars von
+_Palko_.
+
+_NEBRA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Kirche* beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit
+reichem Portal, im _Bogenfeld_ S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff
+nach Brand 1666 dürftig hergestellt. Ansehnliche _Epitaphe_ 1670, 1678
+bez. _C. P._
+
+*Burgruine* sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh.
+
+_NEIDECK._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Burgruine* bedeutend, zerstört 1553.
+
+_NEMMERSDORF._ OFranken BA Berneck.
+
+*Dorf-K.* Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W.
+*Schloß* A. 16. Jh., schlicht.
+
+_NENKERSDORF._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. —
+_Altarwerk_ 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln.
+
+_NENNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines
+Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.
+
+_NENTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
+
+*Dorf-K.* Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so
+verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb
+einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen
+gewinnt.
+
+_NESCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. — Bmkw.
+_Sandsteinaltar_ nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von
+_Grabdenkmälern_.
+
+*Altes Schloß* 1723 für den österreichischen General Herzog Ludwig v.
+Teck. Französischer _Park_ mit viel und guter _Sandsteinplastik_.
+
+*Neues Schloß* 1766-75 für W. v. Riesch von _F. A. Krubsacius_ aus
+Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von
+sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale, zur Hälfte aus der
+Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält 2 Treppenarme mit Podest. In
+derselben Achse nach der andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit
+wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon.
+Säulenstellungen aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu den
+langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die 300 Bäume
+fassende _Orangerie_ enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art
+_Gottfr. Knöfflers_. Die Formbehandlung des Äußeren im Übergang zum
+Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. — Der
+neuere _Park_ im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit
+reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten behagliches
+Jagdhäuschen.
+
+_NESSELRÖDEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Schloß,* mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.
+
+_NETRA._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Pfarr-K.* Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus diente.
+Epitaph v. Baumburg 1600. — _Schloß_ aus Renss.
+
+_NETZSCHKAU._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Stadt-K.* modern. Von einem großen und bedeutenden _Altarwerk_ von 1659
+nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit wahrscheinlich von
+_Joh. Heinr. Böhm d. Ä._, die Komposition dem _Cranach_schen Altar in der
+Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.
+
+*Schloß.* Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen,
+ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant spgot. Tür derselben Zeit
+zuzuschreiben, ist kaum möglich. Der große Saal des obersten Geschosses
+mit mächtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes
+_Porträt_ Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623.
+
+_NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. — Mehrere bmkw.
+_Häuser_ in Fachwerk. (Die Datierung des ältesten auf 1400 muß Zweifeln
+begegnen.)
+
+_NEUDROSSENFELD._ OFranken BA Berneck.
+
+*Dorf-K.* Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca.
+1760); Stuckaturen von _G. B. Petrozzi_, Malerei von _J. M. Wolker_.
+
+_NEUENBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst. Andreasberg*. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum
+zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil
+des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen
+ohne Eckblätter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen
+Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine von
+Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. —
+_Klostergebäude_. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.
+
+_NEUENGÖNNA_ bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ in der Art des _V. Lendenstreich_.
+
+_NEUENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.
+
+*Schloß* aus Ma., 1639 erneuert.
+
+_NEUGERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Stattlicher Saalbau 1738. — _Kanzelaltar_ 1753, von Gebr.
+_Herzog_, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.
+
+_NEUSHAUS._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Pfarr-K.* 1591-95 noch stark gotisierend. — _Bildnisgrabstein_ des Hans
+Gottsmann † 1611 und seiner Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung,
+vielleicht aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche
+Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Füßen des
+großen _Epitaphs_ im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische
+Aufbau vortrefflich, weniger die figürliche Plastik.
+
+_NEUHOF._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Schloß* der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktürme.
+
+_NEUHOF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Schloß.* Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im
+Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit
+Wendeltreppe. Umbau 1866.
+
+_NEUHÜTTEN._ UFranken BA Lohr.
+
+In der unscheinbaren *Pfarr-K.* eine wertvolle rom. _Kreuzpartikel_ des
+11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fuß sp. 18. Jh.
+
+_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Stadt-K. S. Nikolaus.* 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3
+Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter Polygonalchor.
+Im Chor und Msch. _Wandmalereien_, kolossaler S. Christoph u. a. m.
+
+_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hünfeld.
+
+Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß der
+kreuzgewölbte Chor. — _Wandtabernakel_ 1560, _Taufstein_ 1588 von Meister
+_Henthoos_. _Flügelaltar_ A. 16. Jh. — Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß
+und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei Tür mit rom.
+Beschlägen wiederverwendet.
+
+_NEUKIRCHEN._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Kirche.* Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die
+Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.
+
+_NEUMARK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.
+
+_NEUMARK._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot.
+_Triumphkreuz_ und _Glasgemälde_ von 1489.
+
+*Schloß* (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von
+_Familienporträts_.
+
+_NEUNHOFEN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der
+letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen reich
+dekoriert. — Spgot. _Altarwerke_ 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder
+»Meister der Baldachine«. — Außen _Gedenktafeln_ von 1367,
+Sandsteinreliefs.
+
+_NEUNKIRCHEN A. BR._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Pfarr-K.* (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d.
+i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres nördl. Ssch. mit
+Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die
+8seitigen Obergeschosse spgot. — Im Innern _Steinfigg._ der hh. 3 Könige
+und der h. Jungfrau um 1400; _Marientod_, derbes Holzrelief um 1500;
+_Marienstatue_ des Nebenaltars um 1500. _Grabsteine_ 14. und 15. Jh.,
+darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor
+1459. _Epitaph_ mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen,
+feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. _Epitaphe_ Buttenberg 1600, Stauffenberg
+1698. Zahlreiche _Gemälde_ 16. Jh., darunter Übertragungen des Dürerschen
+Marienlebens. Außen _Ölberg_ roher Art.
+
+*H. Grab-Kap*. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.
+
+*Rathaus* 1718, unbedeutend. — *Stadttore* E. 15. bis E. 16. Jh., z. T.
+mit schönen Wappensteinen.
+
+_NEUSALZA._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Kirche* der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich.
+
+*Stadtanlage* und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem Interesse.
+
+_NEU-SCHÖNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Schloß* 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das
+Datum 1524 eingeschlossen werden?
+
+_NEUSES._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht noch aus
+rom. Zeit. Umbau 1785.
+
+_NEUSITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* 1723. — _Schnitzaltar_, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten,
+irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers,
+der flüchtig durch _Riemenschneiders_ Werkstatt gegangen.
+
+_NEUSORGE._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Schloß,* erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage in
+Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative _Skulpturen_ von _Gottfr.
+Knöffler_.
+
+_NEUSTADT._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Pfarr-K.* S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches
+bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken
+runden Schäften in ungleicher Höhe hervor, gegen das Msch. erheblich
+tiefer. — _Sakramentshäuschen_ spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit
+gering. — Spgot. _Flügelaltar_. — Außen am Chor schöner ikonischer
+_Grabstein_ des Ritters v. Fischbach und seiner Frau † 1448, ausgeführt
+später.
+
+*Toten-Kap.* 1576, noch got.
+
+*Schloß.* Spgot. und Renss. Ohne Interesse.
+
+Daneben *Junker Hansens Turm*. Rundbau von ca. 50 m Höhe, hübsche Krönung
+in Fachwerk.
+
+*Wohnhaus* in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche Fr.Renss.,
+Oberbau aus Fachwerk jünger.
+
+_NEUSTADT A. MAIN._ UFranken BA Lohr.
+
+*Pfarr-K.* (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des Chores
+nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch _H.
+Hübsch_; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. — Gr.
+kreuzförmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt
+Turmuntergeschosse; unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit
+Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg.
+zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis der ihm
+mitgeteilten Maße durch _Hübsch_ gesteigert. Alt die ganze NMauer, die
+zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der
+Sakristei wertvolles _Epitaph_ von 1381. — _Grabsteine_ an den
+Langhauswänden von gutem Mittelschlag. — Außen eingemauerte bedeutende
+Reste von frgot. _Skulpturen_ (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S.
+Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer
+Blende zusammengestellt.
+
+*Klst.-Gebäude* gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche
+Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten.
+
+_NEUSTADT A. D. SAALE._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Kloster-K.* Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten. Aus ihnen
+läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch.,
+rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. eingewölbt, wobei je ein Pfl.
+alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und
+mit dem Msch. zu einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen.
+Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. — Die zahlreichen
+_Barockaltäre_ Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) _Epitaphe_ des
+16. Jh.; besser eines von 1669.
+
+*Pfarr-K.* 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die Decke und
+sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr.
+Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer
+Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere denkbarst nüchtern. —
+Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.
+
+Reste der ma. *Umfestigung*; unerheblich bis auf das _Hohetor_ (1578), das
+zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung gehört; der obere Teil im
+Dreißigjährigen Kriege zerstört und danach etwas verändert wieder
+hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal
+geteilt; über dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit
+Volutengiebeln.
+
+In der Nähe *Schloß Neuhaus* 1767 von _Heinrich Todesco_ für Herrn v.
+Borrié; bmkw. innere Ausstattung.
+
+_NEUSTADT A. D. ORLA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.
+
+*Stadt-K.* E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe mit flacher
+Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; unter dem Chor ein
+ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster
+3teilig mit reichem Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein
+hoher Turm in der Art des Jenaischen. — Formenreicher _Taufstein_ 1494. —
+Großes _Altarwerk_ mit beiderseits gemalten Flügeln aus 2. V. 16. Jh.
+(nicht von _Cranach_). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln.
+
+Hospital-K. got. und 1706. — Gemaltes _Triptychon_ von 1495 (?). Got.
+_Schnitzfigg_.
+
+*Schloß.* Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten;
+sehr verbaut. Hintergebäude 1674.
+
+*Rathaus;* spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront ist der
+ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; dadurch der große
+Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm gruppiert sich glücklich die
+Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers höchst charakteristisch
+für die späteste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große
+OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got.
+Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch
+Rest. des 19. Jh. außen und innen mehrfach verändert. — *Ratskeller,* 16.
+und 17. Jh. — *Haus* der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.
+
+_NEUSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. — _Grabstein_ 1581 wird
+gelobt.
+
+_NEUSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+Wertvolle *Fachwerkhäuser* um 1600.
+
+_NEUSTÄDTEL._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+
+*Stadt-K.* aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. — Bedeutender _Altarbau_
+aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von _J. C. Hähnel_.
+_Kanzel_, ausgezeichnetes Schnitzwerk.
+
+_NEUTZ._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches kleines Portal
+mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit Perlstab umsäumt, wie auf dem
+Petersberg, A. 13. Jh.
+
+_NIEBRA._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+Ansehnliche got. *Dorf-K.* — Großer _Schnitzaltar_ mit 4 Flügeln.
+
+_NIEDER-ASPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer OTurm, in dessen
+Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter Holzhelm. 1902 nach W um 2
+Doppeljoche vergrößert und im Innern rest.
+
+_NIEDERDORFELDEN._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Burgruine.*
+
+_NIEDERELSUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Dorf-K.* Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die jetzige
+Verbindungstür zur K. jünger.
+
+_NIEDERFROHNA._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Dorf-K.*, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von _Andr. Petzold_
+1690.
+
+_NIEDERFÜLLBACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 _Grabsteine_ der Familie von
+Reitzenstein.
+
+_NIEDERGRÄFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor;
+um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewölbt und zu stattlicher
+Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf,
+Roda.
+
+_NIEDERGURIG._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Schloß* um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten
+Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte
+stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter
+den _Porträts_ eines von _Angelica Kaufmann_ 1786.
+
+_NIEDERHOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung zum Teil älter
+und nicht ganz ohne Interesse.
+
+_NIEDERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Dorf-K.* 1746 mit geringen rom. Resten. — _Sandsteinaltar_ und
+_Sandsteinkanzel_ 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. — _Glocke_ 1464.
+
+_NIEDERLÖSSNITZ._ K. Sachsen. AH Dresden-N.
+
+*v. Minckwitzscher Weinberg.* Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus,
+Pavillon 1713-29.
+
+*Wackerbarths Ruhe.* Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, Kapelle
+1775 von _Knöffel_, Jakobsturm 1743.
+
+*Weinberghaus Friedstein* 1771.
+
+_NIEDERMITTLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K.* 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen.
+
+_NIEDERMÖLLERN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen
+erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. _Taufstein_ mit rom. Kuppa auf
+spgot. Fuß.
+
+_NIEDERMÖLLRICH._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Kirchturm* spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum.
+
+_NIEDERODERWITZ._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Pfarr-K.* 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf,
+noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge Emporen. Einheitliche
+Ausstattung aus gleicher Zeit. — _Pfarrhaus_ 1746.
+
+_NIEDEROPPURG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Kirche* 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit
+flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf
+farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgeführt, die damals viel an den
+thüringischen Höfen beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne
+Gitter.
+
+*Schloß* 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg;
+groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M.
+18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders Öfen bmkw.
+
+_NIEDERPLANITZ._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer
+Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne Felderdecke mit
+biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche Rat und Professor in
+Wittenberg Dr. v. Beust. — Bmkw. _Altaraufsatz_ aus Sandstein bez. 1592.
+_S. L._ (_Samuel Lorenz_). — _Bildnisgrabsteine_ v. d. Planitz 16. Jh. —
+_Kelch_ 1656.
+
+_NIEDERPRETZSCHENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen, also in der
+Richtung George Bährs; erbaut von _J. Ch. Simon_.
+
+_NIEDERRABENSTEIN._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Dorf-K.* _Taufstein_ mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl.
+Weißbach), 1595 von _Michael Hogenwald_. In der Sakristei Sandsteinreliefs
+vom ehemaligen _Altarwerk_, vermutlich vom selben Meister.
+
+_NIEDERROSSLA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+Gutes Beispiel einer größeren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen;
+großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.
+
+_NIEDERRUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Schloß* (v. Nostitz) 1752 von _Andr. Hünigen_. Inneneinrichtung Rok. und
+Empire.
+
+_NIEDERSTEINBACH._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. —
+[_Altarbehang_, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].
+
+_NIEDERTREBRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und Kanzelwerk.
+
+_NIEDERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen
+Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. —
+1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. verändert.
+
+_NIEDERZWEHREN._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen Vertreter
+seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen nach Brand 1552, im
+Erdgeschoß Reste von _Wandmalerei_ aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe
+Wehrmauer mit Schießscharten.
+
+_NISCHWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Wesentlich 1752. Das _Altarbild_ von _Stefano Torelli_, einst
+weit und breit berühmt.
+
+*Schloß,* erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von _J. C. Knöffel_, im
+7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. _Deckenmalerei_
+von _A. F. Oeser_. Vor dem Mittelbau 2 hübsche _Sandsteinfiguren_, Schäfer
+und Schäferin, von _Gottfr. Knöffler_.
+
+_NÖDA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.*, spgot. um 1500. — _Grabstein_ einer Frau von Milwitz 1597;
+ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms.
+
+_NOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* wie Wolkramshausen. _Glocke_ 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl.
+Reliefs.
+
+_NORDECK._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Burgruine.* Die älteren Teile rom.
+
+_NORDHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Dom* (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde als
+Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau:
+Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. — Chor gestreckt rck. mit plattem
+Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten
+Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein
+rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte 2
+rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen
+unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit
+romanisierendem Gewände; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog.
+Dreifaltigkeitsfenster), am Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe,
+Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln,
+wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den Ecken Lisenen, die auf zirka
+4 m Höhe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu
+Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in
+drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren
+haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand
+1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister,
+dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren
+anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der Quergurte). — Unter dem Chor
+rom. _Krypta_ aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die
+westl. Hälfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten
+Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in den Unterbau der
+Türme. — Das gegen M. 14. Jh. völlig erneuerte, im 15. vollendete (oder
+überarbeitete?) _Langhaus_ geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32
+m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit
+Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16.
+Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl.
+Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht
+Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — _Hochaltar_ mit
+Statuen aus Holz, 1726. — _Sakramentshäuschen_ 1455. — _Chorgestühl_ E.
+14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien
+wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden des Chors 6 _Steinstatuen_, 3
+männliche und 3 weibliche, in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach
+den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen
+nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem
+(lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewöhnt gewesen
+sein mag; die Körperformen ganz ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt;
+belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum
+Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters
+übereinstimmend). — An der O— und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne
+Wert. — _Ikon. Grabsteine_: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. — _Kreuzgang_,
+nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.
+
+*Frauenbergs-K.* (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, aber im
+Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von _Zeller_ 1912).
+Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal
+kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer
+aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine
+Krypta. — _Hochaltar_; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift
+nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4
+Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das
+ornamentale Beiwerk zerstört. — _Kanzel_ und _Taufgestell_ 1768. — An der
+südl. Außenwand _Grabstein_, 1370 mit eingeritzter Figur _Klostergebäude_
+verbaut, Kreuzgang abgebrochen.
+
+*Nikolai-K*. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der
+turmlosen WFassade einfachst rom. — _Hochaltar_ um 1600, wahrscheinlich
+ein Hauptwerk des Nordhäuser (später vornehmlich in Magdeburg tätigen)
+Bildhauers _Christoph Kapup_, erst 1646 zusammengesetzt von _Joh. Duck_.
+Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. — _Kanzel_ und
+_Taufgestell_ 1588. — Umfangreiches _Marmorepitaph_ des Dr. Conrad
+Frommann † 1683 mit Relief der Grablegung. — _Epitaph_ der Elisabeth
+Stromer † 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde ohne
+Bedeutung. — Weitere _Grabdenkmäler_ 1664, 1676, 1774. — Bronzene
+_Epitaphplatte_ von 1577. — Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel,
+spgot. _Schnitzwerk_. — 9 _Kelche_, der älteste 1351, die anderen 15. bis
+17. Jh.
+
+*Blasien-K.* Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit
+gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere
+Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen
+kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der
+sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau geschont
+blieb. _Hochaltar_ und _Gestühl_ 1735. — _Kanzel_ 1592. An den 6
+Brüstungsfeldern _Reliefs_. — Reich geschnitztes hölzernes _Epitaph_ des
+Cyriacus Ernst 1585. — _Alabastergrabmal_ W. v. Eberstein 1700. —
+_Grabgemälde_ 1592. — _Epitaphgemälde_ für Ursula Meienburg von _L.
+Cranach d. Ä._ 1529. — _Desgl._ für Michael Meienburg † 1555, große
+bedeutende Arbeit von _L. Cranach d. J._ bez. 1558, Auferweckung des
+Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.
+
+*Petri-K.* Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das
+Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut und geflickt. — _Kanzel_
+reiche Renss. E. 16. Jh. — Bronzener _Taufkessel_ 1429; an der Wandung 16
+Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe
+Handwerksarbeit bez. _Mester Tile_. — _Alabasterepitaph_ mit lebensgroßer
+Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer † 1552.
+
+*Altendorfer K*. Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.,* um 1350. Ungewöhnlicher
+Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen.
+Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt.
+
+*S. Jakobi-K.* 1744 an Stelle eines rom. Baues.
+
+*Kirchhof S. Cyriaci*. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der
+Kapelle bmkw. _gravierte Grabplatten_, darunter die bedeutendste für die
+Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die
+zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben
+(niederdeutschen? niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — [3 andere
+Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind
+untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem
+Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter
+_Messingplatten_ (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus
+E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt;
+jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]
+
+*Rathaus.* 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine Laube von 6
+Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck.
+gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemächer des 17.
+Jh. erhalten. — *Ratskeller* 1710.
+
+_NORDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere
+Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ aus
+2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters _I H_ (vgl.
+Meiningen, Bibra, Ellingshausen). _Bronzeplatte_ für Caspar v. Stein,
+gegossen 1633 von _Georg Werter_ aus Coburg. Größere _Epitaphe_ der
+Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez.
+1583.
+
+*Schloß.* Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — *Häuser* in
+geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.
+
+*Dorftor* mit Steinschem Wappen.
+
+*Rathaus* A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau wirkungsvoll
+gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe mit Laube.
+
+_NORDHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Dorf-K.* bar., mit got. Chor. — Schnitzbild der _Pietas_ um 1500, bei
+starken Mißgriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.
+
+Ehem. fürstbischöfl. *Amtshaus,* schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem
+anderen Hause _Steinmadonna_ um 1350.
+
+_NORDHEIM V. D. RHÖN._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der
+alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.
+
+Im Dorfe 2 v. d. Tannsche *Schlösser,* das eine, der sog. Judentempel, im
+Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.
+
+Ehem. *Zehenthaus.* Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.
+
+Reste der alten *Befestigung*.
+
+*Sebastians-Kapelle.* Erb. 1636. Gute _Holzfigur_ des hl. Sebastian A. 16.
+Jh. Sehr originelle Darstellung des _Abendmahls_ mit 30 cm hohen
+Holzfigürchen, M. 15. Jh.
+
+_NORDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Cassel.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne
+charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest got., noch M. 13. Jh.,
+die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm älter
+als die K., anscheinend Wehrbau.
+
+_NOSCHKOWITZ._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Schloß.* Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen
+spärlich.
+
+_NOSSEN._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Kirche* 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster
+Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen
+Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, das andere
+aus fränkischer Tradition.
+
+*Schloß.* 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das »alte
+Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, wohl von einem Schüler
+_Paul Buchners_; 1667 gründliche Umgestaltung der ma. Teile.
+
+_NOSTIZ._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A.
+18. Jh. — v. Zieglersche _Denkmäler_.
+
+_NÖTHNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Schloß.* Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der
+aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr
+in seiner Gestalt von damals.
+
+_NOTTLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+
+*Dorf-K.* 1521. Der spgot. _Schnitzaltar_ wird zu den besten des Gebietes
+gerechnet.
+
+
+
+
+_O_
+
+
+_OBBACH._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Schloß.* Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh.
+Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der
+Richtung _Balth. Neumanns_.
+
+_OBERAILSFELD._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Pfarr-K.* 1760.
+
+_OBERAUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Schloß.* 1690.
+
+_OBERBIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Dorf-K.* Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. rippenloses Kreuzgwb.
+— Spgot. _Schnitzaltar_. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2
+Rundtürmen.
+
+*Burgruine.*
+
+_OBERBOBRITZSCH._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und Dachreiter. —
+Das 6flügelige _Altarwerk_ bez. 1521 gehört zu den bedeutendsten des
+ganzen Landes, die Gemälde von demselben liebenswürdigen Freiberger
+Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.
+
+_OBERCRUMPA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Kirche.* Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr.
+erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die
+gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen
+erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel
+versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und
+innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.
+
+_OBERCUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen.
+— Die _Denkmäler_ des Kirchhofs mit Aufwand.
+
+_OBERDÜRRBACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.
+
+_OBEREICHSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff
+und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; aus Umbau 14. Jh. die
+3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot.
+_Schnitzbilder_.
+
+_OBEREISENHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Nicht uninteressant die Reste der ehem. *Marktbefestigung*, ein Rundturm
+bez. 1536.
+
+_OBERELLEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche.* Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im
+_Bogenfeld_ Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom.
+Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.
+
+*Herrenhaus* got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoß
+in Holzfachwerk.
+
+_OBERESSFELD._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Pfarr-K.* in spätem Rok. Gleichzeitiges _Deckenbild_ von _J. P. Herrlein_
+1777 (vgl. Markershausen).
+
+_OBEREUERHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+Stattliche *Dorf-K.* mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige
+flotte Inneneinrichtung.
+
+*Schloß Euerburg* (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür mit
+korinthischen Säulen und Reliefs.
+
+_OBERFLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. _Kelch_ 15. Jh.
+
+_OBERGERSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit
+Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen gemalten _Flügelaltars_
+um 1550, vielleicht von _Andreas Dreßler_ in Kamenz. — Charakteristisch
+zopfige _Denkmäler_ von guter Qualität.
+
+_OBERGREISLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon das Lamm
+und die Evangelistenzeichen.
+
+_OBERGRÜNBERG._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber
+Turm mit rom. Kuppelfenstern.
+
+_OBERHASEL._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
+
+*Dorf-K.* — _Schnitzaltar_ vom Saalfelder »Meister der Baldachine«,
+trefflich erhalten.
+
+_OBERKAUFUNGEN_ s. Kaufungen.
+
+_OBERKOTZAU._ OFranken BA Hof.
+
+*Pfarr-K.* Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im
+Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — _Altar_ mit gut geschnitzter Kanzel 1691.
+Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ meist 2. H. 16. Jh. — *Schloß,* großer
+Komplex, überwiegend aus 18. Jh.
+
+_OBERLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim,
+
+*Dorf-K.* wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. _Kanzel_ 1705, reich mit
+Reliefs besetzt. 4 _Grabsteine_ der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.
+
+_OBERLEINACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der SSeite
+schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenläufen
+stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche _Sakramentsnische_ um 1400,
+gleichzeitige _Steinfig_. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer
+_Taufstein_.
+
+_OBERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff 1742.
+Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.
+
+*Schloß* samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v.
+Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand
+dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß um 1730, kleinere Zimmer im
+fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Überreste von
+Kaskaden- und Brunnenfigg.
+
+_OBERLIND._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Pfarr-K.* Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455,
+überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. _Taufstein_. — Von Interesse die
+wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.
+
+_OBERLÖSSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Bennoschlößchen* um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2
+Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.
+
+*Hoflößnitz.* Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene
+Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.
+
+*Spitzhaus* (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg.
+Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte Dach mit
+Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.
+
+*Haus Sorgenfrei* 1786 mit bmkw. Gartenhaus.
+
+*Meinholds Weinberg*.
+
+_OBERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und
+korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloß-K.
+zu Meiningen). — Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten;
+einer bez. 1565.
+
+*Kapelle* an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild
+1534.
+
+*Pfarrhaus* 1638 (1688?).
+
+*Fachwerkhäuser* von 1573, 1578, 1595.
+
+*Dorflinde*. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,
+ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die Platte vertieften
+Rundmaßen bez. 1525.
+
+*Werrabrücke*, 5jochig, 16. Jh.
+
+_OBERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Dorf-K.* Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.),
+Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am
+Chorbogenkämpfer.
+
+_OBERNBREIT._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Prot. Pfarr-K.* 1731. — _Moseskanzel_ 1696. Altargeräte augsburgisch 18.
+Jh.
+
+*Rathaus.* Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor Brandenburger
+Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — _Bäckerhaus_ des 18. Jh. mit
+steinernem Verkaufstisch.
+
+_OBERNDORF._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
+
+*Dorf-K.* Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe
+abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.)
+eine rck. schließende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung
+durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer
+Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?
+
+_OBERNEUKIRCH._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Dorf-K.* 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau (1500 Stände),
+Ausstattung um 1750. _Grabdenkmäler_: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637,
+mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.
+
+*Schloß* 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche _Bildnisse_ der Frhr. v.
+Huldenberg.
+
+_OBERNSEES._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Kap. S. Rupert.* Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080
+falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.
+
+_OBERODERWITZ._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 1816 von _K. Ch. Eschke_, großer Emporensaal in nüchternstem
+Klassizismus.
+
+OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. *Dorf-K.* got., mächtiger
+Turm mit 4 Schützenerkern.
+
+_OBERPESTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j.
+Kriege. — Lebensvoller _Pastorengrabstein_ 1637. Auf dem Kirchhof Gruft
+der Familie Opitz 1770.
+
+_OBERREICHENBACH._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Dorf-K.* mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung.
+
+_OBERREINSBERG._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Schloß.* Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens
+und der Kunstformen 1500-1650.
+
+_OBERROSPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. Chor.
+
+_OBERROTTENBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.
+
+*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1498, Art des _V. Lendenstreich_.
+
+_OBERSCHWAPPACH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre aus M. und E. 17.
+Jh.
+
+*Schloß.* Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von _Joh.
+Leonhard Dientzenhofer_ (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst.
+Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den
+Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen
+Proportionen; 3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung
+kommende Risalite. Ausgedehnter _Garten_ in 3 Terrassen, Treppen mit
+Brunnenbecken.
+
+_OBERSCHWARZACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Fürstbischöfl. *Jagdschlößchen* (Forstamt) um 1600.
+
+_OBERSEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.
+
+_OBERSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollständig
+erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. —
+Reste der *Dorfbefestigung*.
+
+*Bildstock* vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem,
+verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.
+
+_OBERTHERES._ UFranken BA Haßfurt.
+
+Ehem. *Benedikt-Abtei.* Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Völliger Umbau
+1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von _Joh. Greising_, 1809
+abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloß) der Klosterbau, 3flügelig,
+Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der
+unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem.
+Verwaltungsgebäude 1696. — _Rathaus_ 1727 und einige hübsche _Wohnhäuser_;
+über einem Hoftor der Renss. effektvolle _Pietasgruppe_ des 18. Jh. —
+Originell aufgebauter _Bildstock_ 1630.
+
+_OBERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+Kleine, rohe rom. *Dorf-K.*
+
+_OBERWEIMAR._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Klst.,* M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr
+entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewölbter
+2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon
+Relief des _Jüngsten __ Gerichts._ — _Doppelgrabstein_ des Grafen
+Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. _Grabstein_
+des herzogl. Kindes Johann † 1519. — _Altarbild_ von _Cranach d. J._ Reste
+von frgot. _Malerei_ in den Fensterleibungen.
+
+_OBERWIRBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.
+
+_OBERZELL_ b. Würzburg s. Zell.
+
+_OBHAUSEN S. PETRI._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das landesübliche
+rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trägt dem
+neuen Stil Rechnung.
+
+_OBSCHITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.
+
+_OCHSENFURT._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der
+NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den
+mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten.
+Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs.
+7jochige Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen
+Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine Basilika
+beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation durch Überhöhung der
+Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverändertem Profil in die
+Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches
+Maßwerk, vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore
+durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der Hochaltar von 1612, der
+ähnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt;
+erhalten das große _Kreuzigungsrelief_. Die Seitenaltäre aus derselben
+Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht sehr großes
+_Sakramentstürmchen_ 1496. Außerdem _Sakramentsnische_ E. 14. Jh. —
+Bronzenes _Taufbecken_ mit reicher, nicht eigentlich lebendiger
+Gliederung; in vieler Hinsicht ähnlich dem von _Hermann Vischer d. _Ä. in
+Wittenberg von 1457 (der von _Riemenschneider_ gefertigte Deckel nicht
+mehr vorhanden). — _Chorgestühl_ E. 14. Jh. (Brüstungswände und oberer
+Abschluß neu). — Auf der Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 _Steinstatuen_
+aus 2. H. 14. Jh. — Bmkw. _Holzstatue_ einer schmerzhaften Muttergottes,
+geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um
+1520. _Holzstatue_ des h. Nikolaus, _Riemenschneider_ nahestehend.
+
+Neben der Kirche *Michaelis-Kap.* (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung 1473,
+Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer _Hans Pauer_ war erster Polier bei S.
+Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in
+Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt
+mit mehr als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und klar mit
+fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front
+doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im _Tympanon_ Jüngstes
+Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar _Steinmadonna_, seitlich 2
+_Holzstatuen_, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten,
+von der Würzburger Schule unabhängig.
+
+*Spital-K.* (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem Chor von
+1499. Im _Tympanon_ des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um
+1450. — _Spitalhof_ mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.
+
+*Kapuziner-K.* 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). _Altarblätter_ von _Onghers_.
+
+*Kap. S. Wolfgang.* Bez. 1463. — _Hochaltar_ mit nicht üblem Gemälde 1699.
+Steinerne _Kanzel_ 1551.
+
+Die meist starke *Befestigung* aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen Teil
+erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch.
+Die Mauertürme rund.
+
+*Rathaus* 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der längeren
+Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, _Steinmadonna_ (1498)
+an der Ecke — einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß
+Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und Ratssaal.
+Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener Eicheimer.
+Ortsmuseum.
+
+Stattliche Beispiele von *Amtsgebäuden* aus 1. V. 16. Jh., ehemals
+domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. — Am Marktplatz
+*Fachwerkhäuser* A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau
+von 1717. — Auf dem Markt _Ziehbrunnen_ von 1573. — An der Landstraße
+zahlreiche _Bildstöcke_.
+
+_OCHSENSAAL._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.
+
+_ÖDERAU._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Dorf-K.* Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage;
+weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den
+eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. — _Ausstattung_
+um 1720. — — _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1727. — _Grabstein_ des
+Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. —
+
+*Rathaus* fr. Renss., verändert 1785.
+
+_OHRDRUF._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.
+
+*Michaelis-K.* 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27
+: 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in einer derselben, und zwar an
+der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der
+Turm.
+
+*Trinitatis-K.* 1709. Einfacher Emporensaal. _Grabstein_ 18. Jh.
+
+*Rathaus* 1546. — *Schloß.* Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.
+
+_OLBERNHAU._ K. Sachsen AH Marienberg.
+
+*Dorf-K.* 1639 und 1790. — _Altargemälde_ von _J. Finck_ 1648. Mehrere
+wertvolle _Kelche_, ein Augsburger bez. _A. L._ und ein Freiberger von
+_Samuel Klemm_.
+
+_OLDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Benedikt.-Klst.* bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut)
+zerstört. — *Dorf-K.* spgot.
+
+_OLLENDORF._ Sachsen-Weimar BV Weimar.
+
+*Dorf-K.* spgot. und bar. — Großer _Kanzelbau_, die ganze Breite des Chors
+einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von _Valentin Ditmar_ aus
+Erfurt.
+
+_OELSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Dorf-K.* rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.
+
+_OELSNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K.* Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten
+ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.
+
+_OEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches _Epitaph_
+des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. — _Bildnisgrabstein_ Hans
+Wilh. v. Haßberg † 1555.
+
+_OPPERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+
+*Dorf-K.* spgot. mit rom. OTurm.
+
+_ORB._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Stadt-K.* spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter
+polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der
+NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an
+der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei _Statuen_: Schmerzensmann
+(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen _Grabfigur_, 1354.
+— _Heiliges Grab_ um 1500. — Aus derselben Zeit stark übermalte
+_Wandmalerei_. — Sonstige innere Ausstattung 1683.
+
+_ORLAMÜNDE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Stadt-K.*, übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen
+Wert.
+
+*Rathaus* 1493, Uhrturm 1670
+
+*Burg.* Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte Kemnate«,
+ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der Eingang (für Leiter) 10 m
+über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.
+
+_ORTRAND._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Stadt-K.* Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch.
+Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem rck. Altarhaus hübscher
+Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.
+
+*Friedhofs-Kap*. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.
+
+_OSCHATZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten 1443; weitere Brände
+1616 und 1842; nach dem letzten von _Heideloff_ mit Willkür rest. —
+Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender
+Hauptchor, rückspringende Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die
+Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors eine als
+regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang
+durch 5 Portale. Am Äußeren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen
+Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2
+stattliche WTürme. — Von der ma. _Ausstattung_ wenig übrig: 3 Halbfigg.
+von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmäler der
+Sp.Renss.
+
+*Franziskaner-K.* Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen
+Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten
+Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch.
+Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der
+Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer
+_Taufstein_ aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und
+mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — Die Klst. Gebäude nur aus
+älteren Abb. bekannt.
+
+*Gottesacker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch got., auch
+mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore im W. Unter den
+_Denkmälern_ ist das der Susanna Taucher † 1622, junge Frau mit
+Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit.
+
+*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. die
+Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des
+Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.
+
+*Brunnen* 1588 von _Gregor Richter_.
+
+*Schloßruine Osterland*.
+
+_OSCHÄTZCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche
+nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende Ärmlichkeit. — _Schnitzaltar_ E.
+15. Jh. Ein _zweiter_, besserer, im Stall des Schulhauses.
+
+_ÖSLAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse die
+Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore
+mit ungewöhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck,
+Holz und Stuck; die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls
+stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit die _Kanzel_. _Chorbänke_
+um 1700.
+
+*Herrenhof* 16. Jh. — *Herrgottsmühle,* am Mühlwerk Schnitzerei, bez.
+1617.
+
+_OSSA._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13.
+Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. mit Säulenportal; die WWand. —
+_Ausstattung_ 1680. Verstümmeltes _Altarwerk_ um 1490.
+
+_OSSLING._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche _Denkmäler_ aus 18. Jh.
+
+_OSSMANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein,
+Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.
+
+_OSTERBURG._ UFranken BA Neustadt.
+
+*Burgruine.* Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten
+auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.
+
+_OSTHEIM._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Pfarr-K.* Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. _Kanzel_ 1727. — _Hochaltar_
+1774 mit entsprechendem Gemälde von _Herrlein_. — _Glocke_ 14. Jh.
+
+*Schmerzhafte Kap*. 1675, noch wesentlich got.
+
+_OSTHEIM V. D. RHÖN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Stadt-K.* 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit
+hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Säulen der
+NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das
+Äußere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen
+ausgeführten Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der
+SWand ein eigentümliches _Holzschnitzwerk_: Szenen aus der Geschichte
+Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind älter als die um 1738
+ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. — Eine Reihe von
+_Bildnisgrabsteinen_ in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans
+Veit v. Obernitz † 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573
+als Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl.
+Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und Anna v. Ostheim;
+G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein † 1575, bez. I. H. 1580;
+weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch das
+Material, Gußeisen, die Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.
+
+_Befestigter Kirchhof_. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter südl.
+in den fränkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft
+vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen und
+Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1.
+H. 15. Jh.
+
+Von den im 17. Jh. genannten 7 _Adelshöfen_ gut erhalten, der Hansteinsche
+aus E. 16. Jh.
+
+In der Nähe ein runder *Wartturm*.
+
+_OSTRITZ._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil des 13. Jh.,
+Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür
+das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. —
+_Hochaltar_ rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde
+ebenfalls von _Leubner_ in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem nördl.
+Nebenaltar _Pietas_ um 1480. — _Sandsteinkanzel_ 1609. — Prächtige
+_Monstranz_ um 1500. — _Kelche_ des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg
+und Prag. — Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh., hervorzuheben
+der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld † 1661.
+
+_OTTENDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — _Altarwerk_
+1591. — *Schloß.* Gemengbau 15.-18. Jh.
+
+_OTTENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., _Emporen_ mit
+Bildern. Gemalte _Glasscheiben_ bez. 1624. — Im Dorf gute
+_Fachwerkhäuser_.
+
+_OTTENHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Weißensee.
+
+*Dorf-K.* (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage wie
+die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. got. Chor. — Ziemlich reicher
+spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_OTTERWISCH._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche _Denkmäler_ der
+Familie von Hirschfeld 1545-1578.
+
+_OTTOWIND._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.
+
+_OTTRAU._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Kirche,* zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absätzen
+errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen
+Holzdecke. In den östl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene
+Dienste als Träger ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
+schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen
+neu. — _Wandtabernakel_ E. 14. Jh. — Spgot. _Wandgrab_ von ungewöhnlicher
+Anlage; große, reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt. —
+_Ikon. Grabstein_ 1604, roh. — Bmkw. _Kanzel_ von 1544, noch in spgot.
+Formen.
+
+_OTZDORF._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. _Madonna_ aus Holz.
+Eine _zweite_ desgl. wenig jünger. _Johannes_, ebenfalls Holz, 2. H. 13.
+Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus großer Zeit.
+
+_OYBIN._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Burg* und *Kloster*. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb.
+um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die
+Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man
+erkennt sie an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. 1319
+gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone
+Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nördl. Felsenrand.
+1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er
+mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384.
+1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als
+Steinbruch- — _Kirche_. Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut
+erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1
+gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem
+gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhöhe zurücktritt.
+Die NSeite wird durch weitläufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie
+gestützt; das obere Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält
+Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehöhlt.
+Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen.
+Die Reste des Maßwerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die
+Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von
+Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der _Parler_
+gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.
+
+*Museum* im Burgsaale.
+
+*Dorf-K.* 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.
+
+
+
+
+_P_
+
+
+_PAHNSTANGEN._ Reuß ä. L. LA Greiz.
+
+*Dorf-K.* Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet
+die Regel, über dem Altar.
+
+_PANNEWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Rittergut* 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn-
+und Wirtschaftsräume.
+
+_PAULINZELLA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Benedikt.-Klst.-K.* Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald darauf
+verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil
+abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den
+aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der
+stilkräftigsten Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen;
+Ruinenschönheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal
+vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. — Gegr. vor 1109. Der
+bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der
+Weihe 1132 mindestens die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des
+Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause vollendet
+etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. — Die Anlage nach
+dem »Hirsauer«, d. i. aus dem burgundischen Cluny herübergenommenen
+Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele
+Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schluß in 3
+parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsflügel,
+die ihretwegen etwas überhöhtes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2)
+in 8 Arkaden. Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem
+Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme vorbereitet, sind
+aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als
+Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer
+sächs.-thüringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An
+Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum der Aufbau
+als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K.
+bei Hildesheim, auch hier unter süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind
+ganz zerstört, konnten aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden.
+Die Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz ihrer
+Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der Linienführung zu den
+schönsten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die
+Eckzähne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
+aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die
+Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch Herumführung des
+Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das großartige Hauptportal in
+Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen Gebiet das erste große
+Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die
+Bogenläufe in straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich
+wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig
+entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. Über dem
+Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit
+der Wand bündigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im
+ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt
+war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht.
+Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen Gliederung (vgl. Talbürgeln und
+Petersberg b. Erfurt). — Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom.
+Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses
+eingebaute) Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der Tonsur. —
+Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei.
+
+_PEGAU._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Laurentius-K.* Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose,
+zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. —
+_Sakramentshäuschen_ um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. —
+_Grabmal_ des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K.,
+eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit
+schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh.,
+also Idealporträt. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des
+Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich über
+das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament
+gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfüsse dargestellt)
+besetzter Leibrock, roter pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes
+Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. — Bibliothek mit
+bmkw. Handschriften und frühen Drucken.
+
+*Rathaus,* erbaut 1559 nach den Plänen von _Hieronymus Lotter_, die Anlage
+ähnlich dessen Leipziger Rathaus.
+
+_PEGNITZ._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Stadt-K.* Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte
+Schnitzereien.«
+
+_PEISSEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. _Taufstein_.
+
+_PENIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Bergkirche.* Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit
+7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt; beabsichtigt war eine Halle
+mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore ähnlich
+Schneeberg. An der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der K.
+nicht in Verband ausgeführter Turm. — Großer und prächtiger _Steinaltar_
+1564 von _Christoph Walther_ (gest. von Wolf v. Schönburg), Architektur in
+korrekter ital. HochRenss., große Menge von Alabasterreliefs,
+protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. —
+_Holzkruzifix_ mit alabasterner Marienfigur 1660. — _Taufstein_ 1609 vom
+Meister von Seyda (_Ulrich Eckhardt_) _Kanzel_ 1607 von _Nik. Schwarz_.
+Hinter dem Altar _Sandsteinepitaph_ Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt
+der _Lorenz_ zu Freiberg. _Ikon. Grabstein_ eines Altaristen 1517. Über
+der Sakristeitür _Bronzeplatte_ 1530. Bmkw. _Lutherbildnis_ von 1521
+(_Cranach_?). _Reliefbildnis_ Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der
+Form _Alberts v. Soest_. — Die Kapelle der NSeite enthielt früher
+Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Schönburg. Schönes
+_Leichenschild_ des letzten Leisnigers † 1538. _Sandsteinepitaph_ Ph. v.
+Hassenstein † 1557. _Sandsteinplatte_ der Gräfin Agnes mit deren
+Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Großes
+_Renss.Epitaph_ für Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. _Samuel
+Lorentz_. _Epitaph_ Ch. H. v. Sch. 1607 bez. _Uriel Lorentz_. Beschädigte
+_Sandsteinfig_. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E.
+12. Jh. _Altarwerk_ 1510. Interessante _Prozessionsfahnen_. Auf dem
+Kirchhof _Erbbegräbnisse_ der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern.
+
+*Rathaus* 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
+Georgenbaues.
+
+Vorstadtkirche *Altpenig*. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schönes
+Portal, E. 12. Jh.
+
+_PETERSBERG B. ERFURT._ Prov. Sachsen.
+
+*Benediktiner-Klst.-K*. Brände der älteren K. 1069, 1080, Neubau der
+bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders _Ditmar_ 1103, als
+ältester Bau der »Hirsauer Schule« in Thüringen. Weihung der östl. Teile
+1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe
+1147. Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende
+Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, bis auf
+den Brand bei der Beschießung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des
+Msch. und Qsch., sowie die Türme abgetragen und die Kirche als
+Militärmagazin eingerichtet wurde. Durch Größe und technische
+Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau
+Thüringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. — Flachgedeckte
+Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema.
+Dahin gehört auch die starke Streckung der Längsachse (79 m) d. i. etwas
+mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von
+schmalen Nebenchören, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
+zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das östl. Ende
+der Nebenchöre schließen sich Türme, deren Erdgeschoß sich gegen jene als
+Kap. öffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine
+gerade Abschlußlinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis
+vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel des Qsch.
+etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis
+eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundrißstellung mit
+sorgfältig durchgeführtem quadr. Schematismus. Die beiden östl. Arkaden
+des Lhs. waren zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche
+der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne); außer durch zu
+vermutende Schranken war die Grenze durch stärkere Bildung der Pfll.
+bezeichnet; über ihnen im Hochschiff ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg.
+Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der
+Tonne gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete
+eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren im Gr. etwas über die
+Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben für das Laienschiff
+7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken
+Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des
+Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache
+Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer nach attischem Profil; gegliederte
+Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese
+Eigentümlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln,
+Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten rippenlosen
+Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. — Das Äußere erhält durch sein
+vollendet schön behandeltes Großquaderwerk (eine Errungenschaft der
+Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und
+zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale Würde.
+Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse nur die O und
+SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren
+Abschnitt (etwa 2/5) gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus
+dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Würfelkaptt.
+erheben; besonders energisch empfunden und mit größter technischer
+Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß durch Schachbrettfries und stark
+schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe
+Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert um das
+Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der
+Apsiden — ein nach den ma. Baugewohnheiten ungewöhnlich strenges
+Gleichmaß. Ungewiß bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie
+schon in spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der
+Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am
+Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem
+Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die
+OstTürme zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei
+Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz
+beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80;
+Obergeschosse Fachwerk. — Die _Ausstattung_ war in der letzten Zeit des
+Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine)
+nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte Grabstein des
+Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein
+_Kreuzigungsrelief_ außen neben dem SPortal, dem Meister des
+Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh.
+
+_PETERSBERG B. FULDA._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und
+hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
+architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die
+Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen Kappen. Marmormensen mit
+Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen
+Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
+eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen, schlicht, fast roh
+ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht näher zu bestimmender Zeit;
+1479 1sch. umgebaut. Achteckiger Vierungsturm 12. Jh. — Rom.
+_Steinreliefs_: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht
+so alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh.
+
+_PETERSBERG B. HALLE._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Benediktiner-Klst*. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch.
+unter Abt Eckehard 1184. — Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema.
+Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen
+ausgeführt die Apsidiole am nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt.
+Die Nebenchöre mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind
+später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch diesen Umbau die
+Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach außen
+unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem
+rom. Stil sonst fremde Gestaltung. — Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend
+schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau
+erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem Gr. und endet in
+ein Satteldach. Nach innen öffnete er sich mit Empore. — Außen die älteren
+WTeile sehr formenarm, die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende
+Rest. von _Quast_ 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal des
+NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt
+(hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren, Maria mit Engeln. Ein
+zweites hat am Gewände je 3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die
+Türöffnung von Perlstab umsäumt. — Im 13. Jh. erhielt die K. ein
+großartiges _Denkmal_ der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus
+Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567
+hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in
+der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. — Am
+_Konventsgebäude_ schöne Details aus A. 13. Jh.
+
+_PETTSTÄDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; Spuren
+einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. — _Sakramentsnische_
+und _Schnitzaltar_, auf den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15.
+Jh.
+
+_PFAFFENDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Schloß.* Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
+Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade.
+
+_PFAFFRODA._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Dorf-K.* 1645 erneuert, architekturlos. — _Taufstein_, am Fuße 4 der im
+Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf den Köpfen, 1655.
+
+_PFARRWEISACH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Pfarr-K.* 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze
+Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. _Epitaphien_ der
+Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).
+
+_PFERDINGSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* spgot. — Großer _Schnitzaltar_, die _Gemälde_ »interessant«.
+
+_PFORTA._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+Ehem. *Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta* gegr. 1136, seit 1543 Sitz der
+berühmten Schule. — Der künstlerische Charakter des Kirchengebäudes wird
+wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268
+(I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis
+auf den östl. und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund
+gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung anzusetzen;
+also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß für Deutschland das älteste
+Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf.
+Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite
+des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt
+sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den gleichzeitigen
+Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist die älteste Fassung des
+Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte stützenwechselnde
+Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und
+voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff
+abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je
+eine Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich
+niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile
+der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. — Der got. Umbau begann nach
+M. 13. Jh. mit der Einwölbung des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich,
+romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen;
+nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger
+angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal überarbeitet. —
+_Chor_. Inschr. am südöstl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung
+1251. Anlage und Ausführung zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des
+Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr.
+ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß. Das Erdgeschoß,
+(4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen,
+Piscinen und Wandschränken. Das Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der
+2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren
+Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln keilförmig
+verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig
+(Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Maßwerk aus Dreipässen,
+schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlußsteinen reiches naturalistisches
+Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System
+im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die über den
+alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis
+und S. Margarethe) und über diesen ist die Fensteröffnung als reich
+gemusterte Rose gestaltet. — Im Gegensatz zum vornehm formenreichen
+Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche
+gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll.
+ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. —
+Verhältnismäßig unerfreulich wirkt das _Langhaus_; Altes und Neues sind im
+Umbau ungeschickt verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte
+Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten mit
+der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze höhere Kämpfer hat
+als die Hauptstütze, woraus für die Arkadenbögen ungleiche Schenkel
+entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an
+diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf
+Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene
+Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). Das äußere System
+hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer
+stoßen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren
+gebundenen Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung um
+2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. um das Qsch. — Die,
+wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat außerdem das
+Eigentümliche, daß sie allein auf das Msch. komponiert ist, während die
+Sschiffsfronten zurückspringen und durch wagerechten Abschluß mit
+abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist
+also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit
+vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal
+zurückspringende Stockwerke: zu unterst großer Nischenvorbau, in dessen
+Hintergrund das an sich einfache Portal und über diesem an der Wand eine
+Statuengruppe; im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu
+oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit
+reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie
+überzeugend auszugestalten, reichte die künstlerische Kraft des Meisters
+nicht hin (von den Einzelheiten Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854).
+Völlig ungenügend waren dann die Hände, denen die Ausführung des
+Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle
+spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, daß der
+große Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte.
+
+_Innere Ausstattung_. Spärlich erhalten; bedeutender nur der prächtige
+Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter
+den _Grabdenkmälern_ das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v.
+Meißen † 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig
+wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an
+den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß, in den 14 Nischen das
+leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk läßt hohe
+Tüchtigkeit der Ausführung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen
+Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters
+Heinrich Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger
+Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines
+»bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl.
+der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmälern. — Sonst zu
+beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom.
+Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
+Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein
+(Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger Typus vermuten.
+Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.
+
+_Klausur_. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall,
+auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der Zeit völlig
+entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die nördl., südl.
+und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll.
+und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden
+auf Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene
+Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewölbt. Das
+Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ältere
+Kunstformen. — Die _Abtwohnung_ lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß
+des späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die _Abtskapelle_, eine
+der feinsten Leistungen des Übergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von
+einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thüringisch.
+Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10)
+Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden ein reicher Apparat
+gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit
+der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die
+Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe
+durch Okulus. — Aus rom. Zeit noch die _Klostermühle_, wenn auch stark
+verändert. — _Friedhofslaterne_ südöstl. vom Chor, gestiftet 1268,
+archäologisch eine große Merkwürdigkeit. — _Betsäule_ 1521, das Bildwerk
+stark verwittert. — In der Schulbibliothek _Bilderhandschr._ (Augustin)
+des sp. 12. Jh.
+
+_PFÜNDHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung
+gleichzeitig.
+
+_PFÜTZENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz.
+
+_PHILIPPSTAL._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser
+Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schließen mit
+1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der
+quadr. Vorchor und große 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem
+ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6
+gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt;
+Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme und zwischen ihnen
+Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll.
+in 3 sich stark verjüngenden Geschossen. — In got. und neuerer Zeit das
+alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. — In der westl. Vorhalle
+landgräfliche Familiengruft 1743. — Die Klostergebäude zu landgräfl.
+*Schloß* umgebaut.
+
+_PILGRAMSREUTH._ OFranken BA Rehau.
+
+*Pfarr-K.* 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt.
+_Sakramentshäuschen_ spgot. _Hochaltar_ 1710.
+
+_PILLNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Bergkirche* 1723 von _Pöppelmann_, einfaches Rck. mit Flachdecke und
+Emporen; _Altarbau_ aus Sandstein mit großem Relief um 1650, das Ornament
+in sog. Knorpelmanier; großes _Epitaph_ eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh.,
+Schule des _Hans Walther_; _Grabstein_ v. Loß 1609; _Grabstein_ eines
+Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; _Gedenktafel_ für
+Sophie v. Bünau 1640.
+
+*Schloß*. Der _alte Bau_ (1610-33) brannte 1818 ab. _Wasserpalais_
+(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken 1720 von _Pöppelmann_
+und _Longuelune_; das als große Hohlkehle gebildete Gesims und die über
+den Mittel- und Eck-Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit
+phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. — Eine symmetrische
+Wiederholung das _Bergpalais_ 1723. — _Flügelbauten_ 1788-91 von _Exner_
+und _Weinlig_. — Das _neue Palais_ 1818-26. — Die _Orangerie_ nach 1731,
+wahrscheinlich von _Longuelune_. — Der _englische Pavillon_ (im englischen
+Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art _Weinligs_. Daneben
+Statue einer Vestalin 1781 von _Trippel_. — _Chinesischer Pavillon_ 1804.
+
+_PINZBERG._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Kirche.* 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof
+umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar.
+Glockenturm dient als Tor.
+
+_PIRNA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K. S. Marien.* Schon die vorangehende K. war bedeutend; die
+Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau
+der unregelmäßig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546.
+— Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen gerade
+mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange
+Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schmäler
+als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die
+8eckigen Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum
+Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der
+Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt; Grundform des Gwb.
+1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch.,
+Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgelöst
+und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene Reihungen«) gebracht, etwa
+an Hobelspäne erinnernd; die tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als
+Baumstämme charakterisiert; »wilde Männer« klettern an ihnen empor; die
+Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern des Lhs.
+befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal,
+mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als
+Beispiel spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An der
+NSeite Renss.Emporen von 1570.
+
+_Altarwerk_ aus Sandstein 1611 von _David Schwenke_, Skulpturen von
+_Antonius v. Saalhausen_; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und
+Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung;
+in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn,
+seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des
+Obergeschosses die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld
+Christi Himmelfahrt. — _Kanzel_ aus Sandstein 1543 verkünstelt spgot.,
+Schalldeckel 1576. — _Taufstein_ 1561, Fuß 1802 (der alte zeigte
+Kindergruppen wie in Annaberg). — Unter den zahlreichen _Grabsteinen_ und
+_Epitaphen_ mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L.
+Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, höchst
+lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nüchtern. Unter den Grabsteinen an der
+Außenwand hervorzuheben H. W. v. Schönberg † 1645. — _Epitaphgemälde_ von
+_H. Göding d. Ä._ [_Antependium_ aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt
+Altert. Ver. Dresden.] — An den Gwbb. großer _Gemäldezyklus_ aus M. 16.
+Jh., »ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit«.
+— _Orgel_ 16. Jh., verändert 1678. — _Glocke_ 2. H. 14. Jh.
+
+*Dominikaner-Klst.* Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 :
+12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstört). Im Schiff
+8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich
+skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kämpferpunkt an den Pfll.
+selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke
+angefügte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
+Kapitelhaus.
+
+*Rathaus* spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten
+Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.
+
+*Privathäuser.* Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte Sachsens vom
+Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. _Spätgotisches_ z. B. Markt 3 und
+46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. — Aus
+_Renss._ besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den
+Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit dem
+Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt
+12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schloß; Ecke
+Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18,
+Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673,
+Schustergasse 2 von 1676. _Rokoko_: Langestr. 10, Badergasse 5.
+
+*Schloß Sonnenstein*, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten kaum etwas
+erkennbar.
+
+_PLASSENBURG B. KULMBACH._ OFranken.
+
+Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, _Caspar Vischer_ unter Mitwirkung
+der Württemberger _Alberlin Tretsch_ und _Blasius Berwart_. Hauptbauzeit
+1559-1569. Die berühmten Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das
+meiste künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof
+Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im
+mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Roß;
+Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstücke der
+ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die großartige Wirkung der
+letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen
+Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an den Flächen
+über und über mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend
+der NFlügel, der ehemals den großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme
+mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache
+Massen.
+
+_FLAUE._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
+
+*Liebfrauen-K.* mit rom. Resten. Ruine *Ehrenburg*.
+
+_PLAUEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal
+und die kleine Sakramentsnische.
+
+_PLAUEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Johannis-K.* Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und die OWand des
+Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von
+Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach
+Brand 1548. — In die _Superintendentur_ eingebaut die Reste des
+Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.
+
+*Gottesacker-K.* (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld der
+älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und
+vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. — Kleiner
+4flügeliger _Altar_ aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von
+_Valentin Silbermann_, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.
+
+*Rathaus* letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v.
+Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie die Schlösser in
+Sachsenburg und Netzschkau (_Hans Reinhart_). Der breite Backsteingiebel
+nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Höhe wachsende
+Pilasterordnungen, Eckfüllungen in Wellenlinien.
+
+_PLÖSSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter
+Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.
+
+_PÖDELISL._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
+Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich
+reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht bar. Schiff. —
+_Schnitzaltar_ bez. _H F_ und _Pflugschar_ (derselbe Meister in
+Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz in Naumburg).
+
+_PODELWITZ._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im
+19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und dadurch von einem leider nicht
+mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.
+
+_PÖHL._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61.
+
+*Schloß* 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte
+Halle. _Gemäldesammlung_. Bmkw. ein reicher Rahmen von _J. H. Böhm._
+
+_POLENZ._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß.* E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und
+Treppenhaus.
+
+_POLLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Würfelform. Spgot.
+_Schnitzaltar_.
+
+_POMMERSFELDEN._ OFranken BA Höchstadt
+
+*Pfarr-K.* 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische _Grabsteine_
+1543-1685. Einer um 1560 von _Peter Dell d. J._
+
+*Altes Schloß*. Wasserburg des 16. Jh.
+
+*Neues Schloß Weißenstein*. 1711 bis 1718 für Lothar Franz v. Schönborn,
+Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von _M. v. Welsch_
+in Mainz, Ausführung von _Joh. Dientzenhofer_ in Bamberg. Nach Größe und
+Wert einer der vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant
+für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts Marquardsburg). Gr.
+in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den großen Hof der
+Halbkreis der Stallungsgebäude. Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch
+einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau
+durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27
+Achsen, an den Flügelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten
+Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je
+nach der Bedeutung des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach.
+Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal,
+beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das _Treppenhaus_ war, bevor die
+Neumannschen Schloßbauten es überboten, das großartigste in Deutschland
+und wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat sich näherndes
+Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien
+Mittelraum in 2 Läufen sich entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten
+Obergeschoß; zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum
+obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem
+kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal
+gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer,
+als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im _Festsaal_ ein schwerer,
+zugleich unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen;
+das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr
+große, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle führt
+zum freskierten Spiegel über. Unter den übrigen Räumen ist das
+Vorhandensein einer Galerie für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren
+Gemächer haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten)
+verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen
+Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. — Der prächtige im
+Zirkel laufende Marstall 1717 von _Welsch_. Für andere Nebengebäude _B.
+Neumann_ zu Rate gezogen. — Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie
+sind A. 19. Jh. »englisch« umgearbeitet. — Die große, früher über
+Deutschland hinaus berühmte _Gemäldegalerie_ hat M. 19. Jh. ihre
+wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
+beachtenswert.
+
+_POMSSEN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage. — Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein
+malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für sich bmkw. Großes
+_Sandsteinepitaph_ der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler
+dieser Familie bis 1725.
+
+_PONICKAU._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm von 1726. —
+_Flügelaltar_, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.
+
+_PONITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.*, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. —
+Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss.
+
+*Schloß,* 1574, stattliche Außenerscheinung.
+
+_PORSTENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Schloß.* Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe
+meist aus 18. Jh.
+
+_POSA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben für
+den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau übereinstimmende
+Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt
+mit Talbürgel. WTürme durch Merians Stich bezeugt.
+
+Am WAbhang des Berges rom. _Palas_, von den Rundbogenfenstern nur eines
+unvermauert, mit schöner Mittelsäule.
+
+_POSSENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige
+Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten
+Schlußsteine.
+
+_PÖSSNECK._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Stadt-K.* spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe beraubt.
+
+*Rathaus.* 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in
+eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik und früher Renss.
+(A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glücklichem
+Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; über den
+Treppenläufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel,
+staffelförmig ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die beiden
+großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von
+Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenförmig geschlossener
+Blendbögen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst
+aber wenig von älteren Kunstformen erhalten.
+
+*Wohnhäuser.* Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal von 1565 noch
+ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer
+am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.
+
+*Marktbrunnen* 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.
+
+Bmkw. *Friedhof* mit K. und vielen Denkmälern des 17. und 18. Jh.
+
+_POSTERSTEIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* spgot. und 17. bis 18. Jh. — Bmkw. die reich geschnitzte
+_Herrschaftsempore_ 1689 und der _Altaraufbau _ aus derselben Zeit.
+
+*Schloß.* Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich 16. Jh.,
+umlagert einen großen ma. Turm.
+
+_PÖTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.* Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. — Bmkw. spgot.
+_Schreinaltar_.
+
+_POTTENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Pfarr-K.* Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?) Formen erhielt«,
+Ausstattung bar. — *Schloß.*
+
+_PREDEL._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm
+Fr.Renss. — _Schreinaltar_ um 1500.
+
+_PRESSECK._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* Chor got., Sch. bar.
+
+_PRETTIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Stadt-K.* Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3
+Gewölbejochen. — Großer _Schnitzaltar_ um 1500, nordwestdeutsch, oder
+niederländisch, 1614 von der Kurfürstin Hedwig, einer dänischen
+Prinzessin, geschenkt.
+
+Runder got. *Torturm* in Backstein.
+
+_PRETZFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Kirche* 18. Jh. unbedeutend.
+
+*Schloß* 16. Jh. auf ma. Grundlage.
+
+_PRETZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+
+*Stadt-K.* 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. — _Altar_ 1652 von _J. G.
+Kretschmer_ aus Dresden. _Gemälde_, Kreuzigung, von _D. Heuer_ aus
+Leipzig. _Grabmal_ der Königin Eberhardine. Arnimsche _Epitaphe_ 18. Jh.
+Außen am Turm Rittergrabstein 14. Jh.
+
+*Schloß* 1634.
+
+_PRICHSENSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Ein altfränkisches *Stadtbild*, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
+bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer Weiher. Fast der ganze
+Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2
+runden Flankentürmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen
+großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk.
+
+*Kirche* urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne Interesse,
+doch enthält sie eine originelle bemalte _Steinkanzel_ des 17. Jh.
+
+_PRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
+niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders die
+herrschaftlichen Betstuben. Die _Gemälde_ von _Johann de Perre_ aus
+Antwerpen, ansässig in Leipzig.
+
+_PRIETITZ._ K.Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* 1881 fast ganz erneuert. — _Altar_, gute Tischlerarbeit von
+1646. _Denkmäler_ des 18. Jh., über die in der Lausitz recht gute
+Durchschnittsqualität noch hinausgehend.
+
+*Herrenhaus* (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe, u. a. von _Anton
+Graff_ und _Chr. Leberecht Vogel_.
+
+_PROBSTZELLA._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 1755. — _Altarwerk_ fränkisch um 1500.
+
+_PROFEN._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. — Ausstattung in guter
+Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger Polychromie.
+
+_PRÖLSDORF._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der
+Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. — Im Pfarrhof bmkw. _Kaselkreuz_
+15. Jh.
+
+_PROSSELSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Posthum got. Neubau 1614. — Derb wirkungsvolle Ausstattung um
+1700. — _Dorfbrunnen_ unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.
+
+_PROZELTEN_ siehe Stadtprozelten.
+
+_PULSNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Pfarr-K.* Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. —
+Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler der Barockzeit.
+
+*Schloß* (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen
+des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.
+
+*Rathaus* schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh.
+
+_PURSCHENSTEIN._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Schloß* aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von
+5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt; davon jetzt nur einer erhalten;
+sonstige Kunstformen spärlich.
+
+_PUSCHENDORF._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus Holztonne.
+Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer
+Innenraum. 3 _Schnitzaltäre_ aus der Erbauungszeit. Gemalte
+_Wappenscheiben_ nürnbergischer Familien.
+
+
+
+
+_Q_
+
+
+_QUEIENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster
+in got. Formen. — Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals
+berühmten _Wallfahrts-K._
+
+_QUERFURT._ Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch
+Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., welche die
+Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm
+gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. — Großer bar. _Altarbau_.
+
+*Friedhofs-K.* Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen _Epitaphen_.
+
+*Rathaus.* Schlicht sprenss.
+
+*Schloß.* Weitläufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- und
+Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter
+runder Bergfried (der »dicke Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5
+Mauerstärke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom
+Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im
+weitläufigen Bering freistehende _Kapelle_ etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor
+normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung,
+im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die schlichten rom.
+Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. Über der
+Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. — Grabkapelle E. 14.
+Jh. _Tumba_ des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das
+Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwürdiger
+Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in
+Pforta.
+
+
+
+
+_R_
+
+
+_RABENECK._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Burg.* Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.
+
+_RABENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Burg* mit Wappenstein von 1495.
+
+_RABOLDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Homberg.
+
+*Dorf-K.* Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604 und seiner Ehefrau
+Ch. v. Berlepsch.
+
+_RÄCKNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Denkmal* für General Moreau † 1813.
+
+_RADEBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Stadt-K.* Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. — _Kanzel_ und
+_Taufstein_ 1730 von _J. C. Feige_.
+
+*Schloß.* 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem
+Kreise des _Hans Schickentanz_, erneuert 1628 durch _Ezechiel Eckhardt_. —
+Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin
+interessante Beispiele der Dresdener Frührenaissance.
+
+_RADEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.* Turm sprom., Sch. spgot.
+
+_RADIBOR._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Kirche* neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke 16. bis 18.
+Jh. — _Holzplastik_ in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh.,
+ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite
+desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und
+gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480
+u. a. m.
+
+*Schloß* 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte
+Lichthof und Treppenhaus.
+
+_RADMERITZ._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* Turm 1702. Ansehnliches _Grabmal_ des J. v. Ziegler, Stifters v.
+Joachimstein † 1734. Ausstattung um 1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744.
+
+_RALBITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch
+katholisch. — Im Dorf _Dreifaltigkeitssäule_.
+
+_RAMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Schloß.* Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren
+Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil
+der Seitenwände bedeckt mit biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem
+Bildwerk«.
+
+_RAMMENAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Schloß* nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
+Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Geräumiges,
+vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art _Oesers_. Die
+sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten
+Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700
+und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.
+
+_RANDERSACKER._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut
+erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewöhnlich reicher Gliederung,
+die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. — Ausstattung um
+1700. Auf den Seitenaltären _Gemälde_ von _Oswald Onghers_, 1683 und 1704.
+Seinsheimsche _Grabsteine_ E. 14. Jh. — _Friedhofsbefestigung_ nach 1609.
+
+Großer *Zehnthof* des Würzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332,
+verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte _Häuser_ 16.-18. Jh. Am
+Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, Schule _Neumanns_. —
+_Bildstöcke_ in großer Zahl, meist 17. Jh.
+
+_RANIS._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Stadt-K.* spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der
+ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.
+
+*Schloß,* got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch.
+
+_RASDORF._ RB Cassel Kr. Hünfeld.
+
+*Pfarr-K.* (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh.,
+im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und spgot. Nachbesserungen. —
+Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile
+spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt
+im Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe
+Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau
+(verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens
+beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb.
+Über der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine
+steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der Chor mit 5/8
+Rippengwb. — Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms über 50 m.
+
+_RATENDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm
+über dem Chor. — _Schnitzaltar_ 1510.
+
+_RATSFELD._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
+
+Fürstl. *Jagdschloß* 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in strengem
+Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.
+
+_RATTELSDORF._ OFranken BA Bamberg I.
+
+*Pfarr-K.* 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen und
+erneuert.
+
+_RAUENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+
+*Dorf-K.* 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.
+
+*Burg* erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer
+Durchbildung.
+
+_RAUHENECK._ UFranken BA Ebern.
+
+*Burgruine.* Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas noch rom.
+Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut erhalten.
+
+_RAUSCHENBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Pfarr-K.* 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst den
+nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf
+Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck.
+Kreuzgwbb., Fenster nur an der südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt;
+renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in
+gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. — _Ikon. Grabstein_ 1584. —
+_Holzstatuette_ der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. — _Kruzifix_
+aus gleicher Zeit. — _Altarflügel_ um 1400.
+
+*Burgruine.* Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh.
+interessant in Anlage und Einzelheiten.
+
+_REDWITZ._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Pfarr-K.* E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem
+Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche. Rundpfll. mit einfachen
+Kaptt. Kreuzgwbb. — Hübsches _Sakramentshaus_ 1498, ca. 4 m h. Außen
+_Ölberg_ 2. H. 15. Jh.
+
+*Kathol. K.,* gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.
+
+*Rathaus* umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509,
+1593, 1642.
+
+_REGENSBERG._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Schloß* ziemlich erhalten.
+
+_REIBERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. Kanzelaltar
+1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. Gräfl. Einsiedelsche Gruft
+1746.
+
+*Schloß* 1763 von _Andreas Hünigen_ in Zittau. Uförmige Anlage, die kurzen
+Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus
+zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Prächtige
+Empiremöbel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf
+Joh. Georg v. E. von _A. Graff_, Graf Heinrich v. E. in der Art _J. F. A.
+Tischbeins_. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden Stücken. — Die
+ursp. französische _Parkanlage_ in der englischen Umwandlung noch zu
+erkennen. Reizender _Gartentempel_ von _Eschke_ 1796 (etwas verändert
+1830).
+
+_REICHELSBERG._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Burg.* Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525
+zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit der Anlage deutet auf
+späteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtürme.
+
+_REICHELSBURG b. AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Burgruine.*
+
+_REICHENAU._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1690 von _Heinrich Proscher_. Weiträumiger Saal mit Doppelempore
+und flacher Holzdecke. Reste von spgot. _Altarplastik_ [z. T. im Dresdener
+Altert.-Ver.]. _Altar_ 1819, die _Holzfigg_. von _Gareis_ in Ostritz.
+Prächtige _Orgel_ 1769.
+
+_REICHENBACH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor
+quadr., überall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen
+wechseln mit 1 Pfl.
+
+*Burgruine.*
+
+_REICHENBACH._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* 1720 mit rom. Mauerresten. — Schönes _Altargerät_ E. 17. und A.
+18. Jh., augsburgisch. — _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1725.
+
+_REICHENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. — 2 Taufsteine, der eine rom.
+13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. — _Denkmäler_: 1621 Kind von
+zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch.
+
+_REICHENBERG._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Schloß,* seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im Bauernkriege
+whgest. im 17. Jh.
+
+_REICHENFELS._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Burgruine* 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden.
+Museum des _Voigtl. Altert.-Ver._ mit Resten von spgot. Altarplastik.
+
+_REICHMANNSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* 1607-15.
+
+*Burgruine.* Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben teilweise
+erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen, südl. Bergfrieds.
+14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut.
+
+_REIDEBURG._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm.
+
+_REIFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+Ehem. *Cisterc.-Klst*. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im
+Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste des got. Kreuzgangs.
+Klostergebäude bar. mit stattlichem Treppenhaus.
+
+_REINHARDSBRUNN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Herzogl. Schloß* an Stelle eines einst hoch berühmten *Klosters*; gegr.
+im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von
+_Grabsteinen_ thüringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer † 1123
+zurückgehend, jedoch sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach
+derselben Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei
+Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meißen.
+Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände, beide nicht ersten Ranges,
+zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III.,
+Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der
+Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen † 1324,
+einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.
+
+_REINHARDTSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schönem Portal,
+bez. 1675.
+
+_REINHARDTSGRIMMA._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten; ungewöhnlich
+langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. — Sandsteinaltar mit
+Abendmahlsrelief 1601. Orgel von _Gottfr. __ __ Silbermann_ 1731 — _Ikon.
+Doppelgrabstein_ für H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller
+Charakteristik.
+
+*Schloß* 1767 in der Richtung _Knöffels_. Im Park Marmordenkmal für Anna
+v. Bülow von _L. Grossi_ 1790.
+
+_REINHARZ._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+
+*Kirche* 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung.
+
+*Jagdschloß* für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Großer
+Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger Turm mit
+Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer.
+Altmeißener Porzellan.
+
+_REINHOLTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.
+
+_REINSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+Ehem. *Klst.-K.,* gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als
+evang. Pfarr-K. umgebaut. — _Tympanon_, Maria zwischen Engel und Bischof,
+A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich
+stuckiert, weniger gut die Gemälde.
+
+_REINSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Kirche* spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got.
+_Schnitzaltären_. _Grabsteine_ v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.
+
+*Burg* in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem spgot.
+Aufbau gut erhalten.
+
+_REITZENGESCHWENDE._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Dorf-K.* 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem
+Geschmack. — _Bauernhäuser_ im Blockverband.
+
+_REITZENSTEIN._ OFranken BA Naila.
+
+*Schloß* 1557 an Stelle älterer Burg.
+
+_REMLINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+Sog. *Würzburgerschloß,* erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim.
+Typische Wasserburg, unvollständig erhalten.
+
+*Kastellsches Schloß*. Komplex einfacher Bauten um 1560.
+
+_REMSE._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Dorf-K.* Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch
+rom. Steinempore (Reste) könnte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt
+sein. — *Kloster*. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen
+Kreuzgwbb. Bestimmung ungewiß.
+
+_RENGELRODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau.
+
+_RENGERSBRUNN._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar _Holzfigur_ der Madonna um
+1460. — Gute _Kanzel_ in der Art der _Bossiarbeiten_, E. 18. Jh. —
+_Hochzeitsbecher_, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. —
+Großes prächtiges _Ciborium_, würzburgisch, um 1720.
+
+_RENTWEINSDORF._ UFranken BA Ebern.
+
+*Pfarr-K.* Große Anzahl von _Epitaphien_ der Freih. v. Rotenhan, darunter
+gute Renss. Arbeiten in Sandstein.
+
+*Schloß* (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem
+Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter bambergisch. Im Schloßpark
+schöne _Orangerie_ um 1750. Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und
+Wehrbauten des _alten Schlosses_ um 1520.
+
+_REPPERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh.
+— _Altar_ 1608 mit _Gemälden_ von _Hans Haunisch_.
+
+_RETZBACH._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1736-40 von _B. Neumann_. Typisch für die kleineren Landkirchen
+des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern,
+eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten
+Sandsteinpilastern. — _Altarblatt_ von _Zaner_ 1741. — Prächtiges
+_Rok.Ciborium_ um 1770 bez. _D_ (_Joh. Dörffer_ in Würzburg). Schöner
+_Kelch_ 15. Jh.
+
+*Wallfahrts-K.* Chor 14. Jh., Lhs. 1625. — _Gnadenbild_ der Madonna 14.
+Jh. — Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen.
+
+*Rathaus.* Hübscher Fachwerkbau um 1574.
+
+_RETZSTADT._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Geschoß
+gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit zierlich behandelten Säulchen aus
+sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines
+Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg.
+phantastische Tierfigg. — _Deckenbilder_ von _S. Urlaub_ 1728.
+_Hauptaltar_ vom Schreinermeister _Joh. Uhl_ (der Riß von _B. Neumann_
+approbiert). _Monstranz_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1793.
+_Prozessionstafel_ (»Blutschild«) aus Silber, um 1700.
+
+Gute *Fachwerkhäuser,* meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. —
+Mehrere _Bildstöcke_ 18. Jh.
+
+_REUCHELHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Dorf-K.* Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die _Altäre_ in derbem
+Rok., dekorativ von famoser Wirkung. _Deckengemälde_ bez. _J. P. Herrlein_
+1753.
+
+_REURIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K.
+Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament
+bemalte _Bretterdecke_ bez. 1596.
+
+*Burg,* ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.
+
+_REYERSBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* Sehr feine _Rokokoaltäre_ (aus Kloster Bildhausen stammend).
+
+_RIEDE._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Schloß.* 16. Jh. Noch bewohnt.
+
+_RIENECK._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Kreuzkapelle* um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
+_Relief_ der Kreuzigung, bez. 1628.
+
+*Burg.* Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und
+der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der
+WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13.
+Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen
+Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m
+erreicht, oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m,
+Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen
+Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Säulen, auf
+denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundriß;
+die Säulen haben attische Basis mit den zum Überfang umgebildeten
+Eckblättern der Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
+ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres
+Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig,
+flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, später eingefügt, 2 gute
+_Grabsteine_ des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und
+seiner Frau.
+
+_RIESA._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend
+erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der
+Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E.
+16. Jh., jetzt *Rathaus.* Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr.
+Turm.
+
+_RIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1682, rom. OTurm.
+
+_RIMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* spgot. — _Schnitzaltar_ von besserer Qualität, v. Hansteinsche
+_Grabsteine_ roh.
+
+_RIMPAR._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* 19. Jh. _Sandsteinaltar_, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen
+des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8)
+_Bildnisgrabsteine_ der Grumbach; hervorzuheben Eberhard † 1487, mit
+Unrecht _Riemenschneider_ zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527,
+Kunigunde † 1507.
+
+*Schloß.* Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich
+Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz
+machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Außenecke mächtiger
+Rundturm. Das Äußere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3
+Repräsentationsräume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte
+Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter Figurenfries in Stuck
+mit Szenen aus der römischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im
+Ornament Floriselemente. — _Lusthaus_ des Schloßgartens, seiner Dekoration
+beraubt (Mädchenschule).
+
+*Rathaus* 1614. — Menge von _häuslichen Heiligenbildern_ und
+_Bildstöcken_.
+
+_RITTERSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. _Altarbau_ von
+_Winterstein_, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen Gruppe
+zusammengeschlossen. — Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.
+
+_ROCHLITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Petri-K.* Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll.
+1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche,
+das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. _Taufstein_ 1548
+noch mit got. Ornament.
+
+*Kunigunden-K.* von _Arnold v. Westfalen_ (dem Meister des Meißener
+Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der Petri-K., nur der Schluß
+aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der
+später angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um
+diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den
+hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme niedrige Hauben erhielten
+(vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die
+Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen,
+dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander an den
+Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flächen kleine Figürchen
+hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. Nach alter Zeichnung war auch eine
+Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der
+ganze Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. —
+Großes _Altarwerk_ um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flügel, mit der
+Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der
+Hospital-K.] — Im Chor Reste von _Glasmalerei_ um 1500.
+
+*Schloß* sehr reduziert; einzelne Teile Werk _Arnolds v. Westfalen_,
+_Museum_ mit örtlichen Kunstaltertümern.
+
+_ROCHSBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger
+Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes _Freigrab_ des Wolf v. Schönburg
+† 1581 und seiner Gemahlin † 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die
+zwölf Apostel, oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.
+
+*Schloß.* Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen 4eck. Hof,
+ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch interessanter der Ausbau
+1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch _Arnold v. Westfalen_. Rest. nach
+Bränden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes _Altarwerk_ 1576, die 10
+steinernen Reliefs von _Andreas Lorentz_ aus Freiberg. In einem Nebenraum
+_Schnitzaltar_ von 1522.
+
+_RÖCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm und spätestgot. Chor.
+
+_RODA._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.*, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem Meister der
+Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in Kohren tätig war.
+
+_RODA._ Sachsen-Altenburg.
+
+*Kreuz-K.* Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
+Durch häufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.
+
+*Stadt-K.* E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen (21 m
+Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von
+außen; flache Decke; der polyg. Chor spgot.
+
+*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die
+OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter
+von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die
+Langseiten könnten dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2
+gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem
+_Madonnenrelief_. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit
+Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg.
+
+_RODACH._ Sachsen-Coburg Amtsstadt.
+
+*Stadt-K.* Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche, polyg.
+geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert; seitlicher Turm
+1471. — Reste der *Stadtbefestigung* von 1550.
+
+_RÖDELSEE._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Kath. Pfarr-K.* 1779.
+
+*Prot. Pfarr-K*. 1770.
+
+Stattliche Profanbauten: das _Crailsheimsche Schloß_, der _Ebracher
+Zehnthof_ (beide ca. 1600) und das gräfl. _Castellsche Zehnthaus_ (Gasth.
+zum Löwen) von 1648.
+
+_RÖDERAU._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* 1786-1817.
+
+_RÖDERSDORF._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Dorf-K.* Spgot. Mehrere _Schnitzaltäre_.
+
+_RODERSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Kirche,* ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore.
+Die kunstvolle _Altarbekleidung_ ursp. für die Feldgottesdienste Gustav
+Adolfs von Schweden. — Gute schmiedeeiserne _Grabkreuze_.
+
+_RODEWISCH._ K. Sachsen AH Auerbach,
+
+*Petri-K*. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Löblicher
+Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.
+
+_RODIGAST._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Anlage rom.
+
+_ROHR._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. (von Fulda abhängig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt
+Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Hälften
+geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore über hölzerner
+Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein
+quadr. Turm.
+
+*Dorf-K.* Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte S. Michaelis-K.
+(Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hügel haben an eine
+ehemalige heidnische Kultstätte denken lassen.) Ältester Teil die Krypta;
+Gr. überhöhter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als
+Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in
+primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte Gwb. ruht auf 4
+formlosen Pfll.; die Steine über der nördl. Stollentür zeigen Riefelung.
+Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. — Die K. rck.
+28,7 : 8,7 m. Form und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere
+Klst.-K. war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster übrig
+gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. — Befestigter Kirchhof,
+Wall, Graben, Tor; letzteres rom., später mit neuem Wehrturm überbaut;
+davor eine Art Zwinger mit Vortor.
+
+*Baderei,* reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes Hoftor mit
+Sitzkonsolen 1619.
+
+_ROHRBACH._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1778 von _Geigel_. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die
+_Altarfigg_. in der Richtung _P. Wagners_. Bmkw. _Monstranz_ und _Kelche_
+von _Stipeldey_ in Augsburg 1797.
+
+*Kreuz-Kap.* 1712. Reste guter _Altarplastik_ um 1500, Richtung
+_Riemenschneiders_, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Großlangheim.
+Gute _Pietas_ um 1490, verwandt der in Eußenheim.
+
+_ROHRBORN._ Pr. Sachsen Kr. Weißensee.
+
+*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage.
+
+_RÖHRIG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten 3/8 Chor.
+— Ein gutes Stück die renss. _Kanzel_ mit unten eingebautem Beichtstuhl.
+
+_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Herrenhaus.* Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hübsche
+Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts.
+
+_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Dorf-K.* Architekturlos. — Die _Kanzel_ aus Porphyrtuff, bez. 1565, im
+Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche Plastik allerdings
+minderen Wertes. Große _Glocke_ A. 15. Jh. Die zwei großen _Ölgemälde_ auf
+Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz.
+
+_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß* A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in Wiesenstein.
+Porträts von _A. Graff_. Gartenstatuen bez. _Gottfr. Knöffler_.
+
+_RÖMHILD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Stadt-K.* 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage eines
+doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und
+polyg. geschlossen, Turm im NO über der Sakristei. — Üppig geschmückter
+Fuß eines zerstörten spgot. _Sakramentshäuschens_; _Altarbau_ 1686
+tüchtig; _Votivgemälde_ 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor
+aufgestellten 7 _Grabsteine_: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta
+1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v.
+Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die
+wichtigsten Stücke (Südkap.) das _Erzbild Ottos_ IV. † 1502, doch früher
+ausgeführt, aus der _Vischer_schen Werkstatt (Peter?), und das _Hochgrab
+Hermanns_ VIII. und der _Elisabeth von Brandenburg_, nach (wahrscheinlich
+eine längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der Elisabeth; nahe
+verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persönliche
+Urheberschaft _Peter Vischers_ wird fast allgemein angenommen, aber es
+fehlt dafür nicht nur die äußere Beglaubigung; die architektonische
+Dekoration der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den
+Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr
+lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten, einander in
+Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte; nicht
+gleichwertig die Eckstatuetten. — Zahlreiche Gemälde, z.T. inhaltlich
+interessant, künstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Geräten und
+Paramenten.
+
+*Gottesacker-K.* 1708-12 von _Chr. Richter_.
+
+*Schloß Glücksburg*. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern (Hinterschloß und
+Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit
+1540 ff. Eine dritte unter Leitung von _Chr. Richter_ 1676-78. Eine vierte
+1724.
+
+*Prinzenpalais* ca. 1770.
+
+_ROMMERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Edelhof*. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das
+Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten des _Philipp Soldan_ von
+Frankenberg.
+
+_ROMSCHÜTZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* 1725-33.
+
+*Schloß* 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.
+
+_RONSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
+
+*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus.
+
+_ROPPERHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Burgruine.* Rom. Wohnturm.
+
+_RÖPPISCH._ Reuß ä. L. LA Greiz.
+
+*Dorf-K.* Rom. Anlage wie Pahnstangen.
+
+_ROSENAU_ bei Coburg.
+
+*Schloß.* 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.
+
+_ROSENTAL._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
+
+*Stadt-K.* 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh.
+
+_ROSENTAL._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Wallfahrts-K*. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung
+gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne _Expositur_ bez. 1691.
+_Kelche_ got. und bar.
+
+_ROSSACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.
+
+_ROSSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte Emporen
+und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. Der in gutem Umriß
+aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schießscharten.
+
+_RÖSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* Frgot. mit OTurm.
+
+_ROSSFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit
+Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber stehendem Turm,
+beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.
+
+_ROSSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs.
+1690, sehr nüchtern.
+
+*Klst.-K.* fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine sprom.
+Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, Äbtissinnenbilder
+in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von _Arntz Semler_
+von Freyburg. Das neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen.
+
+_ROSSRIETH._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Wasserschloß* mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß.
+Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.
+
+_ROSSWEIN._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Stadt-K.* 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau
+erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. —
+*Rathaus* 1505, rest. nach Brand 1806.
+
+*Tuchmacherhaus*, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von
+Zelle; schmuckreiches Portal 1537.
+
+_ROTENBUCH._ UFranken BA Lohr.
+
+Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige Wasseranlage des
+17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brücke mit einer Kap. des 15. Jh.
+verbunden.
+
+_ROTENBURG I. TH._ Schwarzburg-Rudolstadt.
+
+*Burgruine.* Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp.
+Ma. Künstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau
+mit großem Saal im Obergeschoß.
+
+_ROTENBURG._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Stifts-K. S. Elisabeth,* beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, verstümmelt
+1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im
+Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine
+der größten K. Kurhessens. — _Denkmal_ des Landgrafen Hermann † 1658 und
+seiner Gemahlin † 1683.
+
+*Pfarr-K. S. Jakob,* bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb.
+nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., spgot., aber mit
+Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner marmorner Tisch aus der Schloß-K.
+
+*Georgs-Kap.* (Hospital) an Stelle der alten Burg.
+
+*Schloß.* Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.).
+Reichgeschnitzter Hochaltar.
+
+Gute *Fachwerkhäuser* 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive häufig.
+
+_ROTENFELS._ UFranken BA Lohr.
+
+*Pfarr-K.* 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des
+Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs.
+dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Maßwerkfenster. Aus der
+Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von _W. Ritterlein_
+(vgl. Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar _Madonna_,
+Holz, E. 14. Jh. — _Kanzel_ und _Sakramentshäuschen_ Sandstein, 1613.
+_Monstranz_ 1615, Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in
+der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten
+dieser Zeit tragen.
+
+*Schloß.* Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried,
+Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgeführten
+Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden
+16.-17. Jh.
+
+*Rathaus* 1595 in reicheren Renss.Formen.
+
+_ROTENHAN._ UFranken BA Ebern.
+
+*Burgruine.* Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken
+Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.
+
+_ROTENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hünfeld.
+
+*Dorf-K.* Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.
+
+_ROTENSTEIN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.
+
+*Rathaus* mit spgot. Stabwerkportal.
+
+Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.
+
+_ROTH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18.
+Jh. — _Kanzel_ 1738, hübsch, nicht ganz von der gewöhnlichen Art.
+
+_RÖTHA._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Georgen-K.* urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen nur der nördl.
+ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene
+gewölbte Chor nach 1510. — _Altarwerk_ um 1620; das Hauptgemälde
+vielleicht von _Johann de Perre_ (vgl. Prießnitz). v. Friesensche
+_Epitaphe_ und _Bildnisse_.
+
+*Marien-K.* (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der Rochlitzer
+Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schluß. Durchweg
+Netzgwbb. — _Altarwerk_ um 1520, bmkw. durch frühen Anklang an die Renss.
+
+*Schloß* (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von _Chr. Bodenstein_ in
+Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit Stücken von
+_Pierre Gaudreau_ (Marschall v. Sachsen), _Rigaud_ (?), _Silvestre_,
+_Graff_.
+
+_ROTTELSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm.
+
+_ROTTENBAUER._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Ev. Pfarr-K.* von 1490, unbedeutend. — Zahlreiche _Grabsteine_ der
+Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.
+
+2 Wolfskeelsche *Schlösser,* bar., im jetzigen Zustand unerheblich.
+
+_ROTTENDORF._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Gotisierender Umbau 1613. _Deckengemälde_ 2. H. 18. Jh., nicht
+schlecht. Vortreffliche klassizist. _Ausstattung_.
+
+_RÖTTINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen A. 17.
+Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in früher Kompromißgotik (Ablaß
+1287). Über dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom.
+gegliederte OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten
+des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive
+Wasserspeier. — Ausstattung 17. und 18. Jh. — Zahlreiche _Grabsteine_.
+Ältester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim
+† 1414. Großer _Ölberg_ 18. Jh.
+
+*Spital-K*. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige
+feingefühlte Holzmadonna um 1470.
+
+*Ringmauern* großenteils erhalten. — Im Rentamtsgebäude Reste der
+Hohenlohischen Burg des 13. Jh. — *Rathaus* nach 1750. Alte
+_Trinkgefässe_. — Der sog. *hohe Bau* im unteren Teil 13. Jh., mit sprom.
+Fenstern, oben spgot. Fachwerk.
+
+_ROTWERNDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß* seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem Rck. von 26 :
+10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor;
+Fassadengliederung durch Pilaster.
+
+_RÜCKINGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Dorf-K.* 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche
+Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen und von Rüdigheim. — 2
+Schlösser dieser Adelsfamilien.
+
+_RUDELSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Burg.* Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten,
+der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch
+einen Mauerrest angedeutet, war von außerordentlicher Ausdehnung als
+Wohnsitz zahlreicher Burgmannen.
+
+_RÜDENHAUSEN._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Schloß* der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst malerische
+Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentürmen; innen einige
+charakt. Zimmer des frühen 16. Jh. Erweiterungen 1910.
+
+Westl. davon das *neue Schloß;* M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert.
+
+*Kirche.* _Epitaphe_ der Grafen Castell, die ältesten (E. 13. Jh.)
+heraldisch.
+
+_RÜDIGHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Kirche.* Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise
+erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer *Johanniter-Commende,* von
+welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domäne dienender Bau erhalten ist.
+An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. _Grabstein_ des
+Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.
+
+_RUDOLSTADT._ Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.
+
+*Stadt-K.* 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch.
+Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen in 2 Rängen. Pfll.
+8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von älterem
+Bau beibehalten. — Hölzerne _Kanzel_ von einer Mosesfigur getragen 1636;
+derb bar. _Altaraufsatz_ mit wiederverwendeten spgot. Gemälden.
+
+*Ludwigsburg*. 1734.
+
+*Schloß Heidecksburg,* nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau.
+Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich
+und nicht schlecht, Deckengemälde von _Deisinger_.
+
+*Rathaus* 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.
+
+*Wohnhäuser*. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in der Oberen
+Marktstraße no 8.
+
+_RUGENDORF._ OFranken BA Stadtsteinach.
+
+*Pfarr-K.* 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut
+ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute
+_Epitaphe_ 1564, 1658.
+
+_RUHLA._ Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe. Derb
+prächtige _Barockkanzel_.
+
+_RUNDSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche
+_Vierzehnnothelferaltar_ um 1500, nicht ohne Interesse.
+
+_RUPPENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674.
+_Schnitzaltar_ um 1500.
+
+_RUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere
+sicher rom. — Zahlreiche v. Nostitzsche _Grabdenkmäler_ 16.-18. Jh.
+
+_RUPPERTSGRÜN._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau. Das Emporensystem
+von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig
+über ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum.
+In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein
+Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster
+rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss. frühestes Beispiel dafür im
+Kreise der ländlichen Architektur. — Runde _Kanzel_ mit derben Reliefs.
+
+_RUSSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+Ansehnliche *Dorf-K.* 1729-33.
+
+_RUSTENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Schloß* bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. _Taufstein_.
+
+*Burg.* Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot.
+Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. — Ganz in der Nähe Spuren der
+*Kunzenburg*.
+
+_RUSTENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. — _Altar_ und _Kanzel_
+gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil für die Entstehungszeit
+altmodisch.
+
+
+
+
+_S_
+
+
+_SAALBORN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* rom.-got. Übergang. — _Altarkruzifix_ »ganz ausgezeichnete
+Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer.
+
+_SAALBURG._ Reuß j. L. LA Schleiz.
+
+*Stadt-K.* Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein renss. Ofen.
+Tüchtiger Altarbau 1665.
+
+Bmkw. Reste der _Stadtbefestigung_.
+
+*Klst. Heiligenkreuz* gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K.
+zerstört.
+
+_SAALECK._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Burgruine.* Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch
+Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh.
+
+_SAALECK._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Burgruine.*
+
+_SAALFELD._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
+
+*Johannis-K*. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am Anfang
+des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. — 3sch. Halle von 28 :
+22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor
+mit 8Eck-Schluß. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In
+den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2
+Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört,
+erhalten die _Tympanonreliefs_ (W Jüngstes Gericht, S Anbetung der Könige
+und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung der Sakristei NSeite
+_Relief_ mit Schweißtuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.).
+Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. — Reste von spgot. _Altären_,
+einer von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar. _Kanzel_;
+_Relief_ von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis
+(S. Wilgefortis) und dem Spielmann; _Tumbendeckel_ eines Gf. v. Orlamünde,
+14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; _Glasmalereien_ in
+den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im
+nördl. Sschiff hl. _Grab_, 15. Jh.
+
+*Siechenkapelle,* Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17.
+Jh. dürftig rest. — _Schnitzaltar_ M. 15. Jh.
+
+*Barfüßer-Klst.,* 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im
+19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß jetzt städt. Museum. Im obersten
+Geschoß _Deckengemälde_ des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.
+
+*Nikolai-K*. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die
+Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, nur die glatten Mauern und
+zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die
+späteren Veränderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht
+mehr erkennbar.
+
+*Amtsgebäude,* 1610.
+
+*Rathaus* 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte
+8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend und in kleinen Giebeln
+endigend; mit ihm gruppieren sich rechts und links 2 Zwerchhäuser (in
+etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene
+Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang zur Renss.;
+an den Wandflächen Spuren von ornamentaler Malerei.
+
+*Herzogl. Schloß.* An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst.
+Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Großes
+Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. Einige Zimmer
+in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten.
+
+*Hofapotheke* um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus;
+nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile
+eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die
+Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der
+Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.
+
+*Stadtapotheke.* Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2
+Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.
+
+*Haus Gerdts,* 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben Meister. —
+Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. in größerer Zahl.
+
+*Schloß Kitzerstein;* in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben
+kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst malerisch.
+
+*Burgruine Hoher Schwarm,* erb. nach 1200 an der Stelle einer weit älteren
+Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an den Ecken.
+
+Von der *Stadtbefestigung* 4 Tore erhalten.
+
+*Friedhof* mit Resten einer Renss.Halle.
+
+_SAATHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den vielen
+Fachwerkkirchen des Kreises.
+
+*Herrenhaus,* schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden.
+
+_SABABURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Schloß.* Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum
+Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.
+
+_SACHSENBURG._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Schloß.* 1488 von _Hans Reynhart_; bedeutende Anlage, seit der Verheerung
+im 30j. Kriege entstellt.
+
+_SACHSENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Burgruine.*
+
+_SACHSENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor;
+die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen ausdrucksvolle
+_Kreuzigungsgruppe_, 16. Jh.
+
+_SACHSENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. —
+Spgot. Altarwerk.
+
+_SALLMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter _Schnitzaltar_ um 1500,
+jetzt über dem Chorbogen.
+
+_SALZ._ UFranken BA Neustadt.
+
+*Dorf-K.* Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine rom. Basilika
+zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker.
+
+_SALZBURG B. NEUSTADT._ UFranken BA Neustadt.
+
+*Burgruine.* Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der
+namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der
+vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten
+künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die
+Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein
+unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude sind
+regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma.
+Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200, schöne
+Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und
+zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die
+1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt);
+westlich davon neben dem Turm »Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die
+Außenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer
+Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze«
+genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner
+Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche
+Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance.
+
+_SALZUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Stadt-K.* Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die
+Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von
+Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein
+Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser
+der Zopfzeit.
+
+*Husenkirche* vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt ein
+ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.
+
+*Friedhofs-Kap.* spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh.
+und viele Epitaphe von besserer Qualität.
+
+_SANGERHAUSEN._ Pr. Sachsen. Kreisstadt.
+
+*Jakobi-K.* Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem
+langgestrecktem Chor. — Der _Flügelaltar_ der größte und beste des
+Kreises. Einfacher spgot. _Taufkessel_. Großes _Grabmal_ von 1618 aus der
+Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers _J. M. Nosseni_.
+
+*Ulrichs-K*. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den
+Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit
+ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die
+Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.)
+wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die
+ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind;
+das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit
+Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im 13.
+Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg.,
+aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler
+kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem,
+steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise,
+dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. — Ob
+der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht
+klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. _Tympanon_ mit Ludwig dem
+Springer und dem hl. Ulrich. — _Kanzel_ 1620. — Figurierter spgot.
+_Taufkessel_.
+
+*Schlösser*. _Altes_ 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. _Neues_
+1586 und 1612.
+
+2 km vor der Stadt Ruine der *S. Katharinen-K*. im Helmstal, gew. 1220,
+flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.
+
+_SANKT GOTTHARDSBERG_ b. Amorbach. UFranken.
+
+*Frauenkloster* (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629
+hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika von 7
+Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor
+got. Portal sprenss.
+
+_SANKT HELENA_ b. Gräfenberg. OFranken.
+
+*Dorf-K.* mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, _Veit Stoß_
+(vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.
+
+_SANKT JOHANNIS._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.
+
+_SANKT KILIAN._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* 1689 im Typus Hinternah, noch got.
+
+_SANKT KUNIGUND._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Kapelle.* Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht
+erheblich verändert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der
+Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon
+ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau
+mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt.
+Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. Schiff flachgedeckt.
+An den Längsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. — Eine Tür im
+Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu einer _Außenkanzel_, wohl für
+Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten
+Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche _diademtragende __ Figur_
+vorgelegt (Kunigunde). — Friedhofsmauer mit Torbau.
+
+_SANKT MICHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. Chor, rck.
+WTurm.
+
+_SANKT WOLFGANG._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+Von dem 1468 gegr. *Kloster* wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch.
+Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.
+
+_SAYDA._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Stadt-K.* 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller
+Vorhalle. — 3 _Wandgräber_ der Familie v. Schönberg, besonders bmkw. das
+jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art
+_Nossenis_, ungenügend die Bildnisfigg. — _Taufstein_ mit figürl. Reliefs
+um 1500.
+
+_SCHAALA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh.,
+spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von
+origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. — _Schnitzaltar_ aus der
+Saalfelder Schule um 1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde
+nach Stichen von _M. Schongauer_ (Erfurter Ausstellung 1903).
+
+_SCHACHTEBICH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein _spgot.
+Altar_ aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgemälde.
+
+SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. *Stadt-K.* Spgot. Das 1sch.
+Lhs. mehrmals verändert, der verlängerte polyg. Chor 1520. — _Grabsteine_
+der Familie v. Schaumberg.
+
+*Burgruine Schaumberg,* wenig erhalten.
+
+_SCHANDAU._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* umgebaut 1645 und 1704. — _Moseskanzel_ 1706.
+
+_SCHARFENBERG._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Burg.* Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte
+Hofstube).
+
+_SCHARFENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienberg.
+
+*Burg.* Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke 3,25 m.
+Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot.
+Verschlingungen zwischen dünnen Pfll.
+
+_SCHARFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Schloß* frühes Ma. bis bar.
+
+_SCHEIBENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Stadt-K.* 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500.
+
+_SCHELLSITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Dorf-K.* Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem got.
+5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar.
+_Kanzelaltar_. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. _Schnitzwerk_, jetzt
+auf der Empore.
+
+_SCHENKENSCHLOSSHOF._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Burgruine Roßberg*. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp.
+Höhe von 28 m.
+
+_SCHERNECK._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um
+1650 mit vielen Schnitzfigg.
+
+_SCHESSLITZ._ OFranken BA Bamberg I.
+
+*Pfarr-K.* got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest.
+1650. — _Grabsteine_ des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner
+Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. —
+_Hochaltargemälde_ von _Mattenheimer_ um 1780. — Auf dem Kirchhof schönes
+_Steinbild_ der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg
+stammend.
+
+_SCHILDAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Stadt-K.* Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und 1829. —
+_Schnitzaltar_ der sächs. Schule 15. Jh.
+
+_SCHILDECK._ UFranken BA Brückenau.
+
+*Burgruine* aus 13. Jh., wenig erhalten.
+
+_SCHIRGISWALDE._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Kath. Stadt-K.* 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem
+Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die
+Kanzel mit Rok.Elementen.
+
+_SCHIRMDING._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Kirche,* 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.
+
+_SCHKAUDITZ._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und
+Portal.
+
+_SCHKEITBAR._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.* Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).
+
+_SCHKÖLEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Burg* aus Ma., mächtige turmreiche Anlage.
+
+_SCHLEBERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und Taufengel
+geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.
+
+_SCHLECHTSART._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1606, rom. OTurm.
+
+_SCHLEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von
+demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen und innen durch dorische
+Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem.
+_Hauptaltar_: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus
+der ev. K. ein hübscher _spgot. Schnitzaltar_ und Taufstein bez. 1529. —
+Am ehem. _Pfarrhaus_ Hoftor 1591.
+
+_SCHLEINITZ._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Schloß.* Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten
+Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe im Stichbogen;
+Sakramentsnische bez. 1518.
+
+_SCHLEIZ._ Reuß j. L. Amtsstadt.
+
+*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. — _Altarbau_ 1721, für diese Gegend
+ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von
+Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.
+
+*Berg-K*. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit
+Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl.
+und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. — Das Innere
+durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. _Altaraufsatz_
+1635. _Tumba_ Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch die
+Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur
+unbedeutend. — _Epitaph_ Heinrichs II. von Reuß, † 1639, kolossal,
+künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in
+ungewöhnlich großer Menge.
+
+*Schloß.* Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden im 18. Jh.
+erneuert.
+
+_SCHLETTAU._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Ulrichs-K.* 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor älter.
+
+*Schloß.* Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit
+Vorhangbögen; das übrige entstellt.
+
+_SCHLETTAU._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* rom., ziemlich gut erhalten.
+
+_SCHLEUSINGEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap.
+11 _Grabsteine_ der Grafen v. Henneberg 1444-1583.
+
+_SCHLÜCHTERN._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+Ehem. *Benedikt.-Klst.* (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar
+eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm
+und den Klostergebäuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll.
+mit Würfelknäufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite
+des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg.
+Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, ebenfalls mit Tonne
+gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. — _S. Andreas-Kap._ sprom. von 2
+Kreuzrippengewölben überdeckt. — _Huttensche Kap._ 1354 in guten got.
+Formen. — _Kreuzgang-Kap._ mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. — Got.
+_Küche_. Sonst die Klostergebäude gänzlich verändert.
+
+*Rathaus* renss. 1567.
+
+_SCHLÜSSELAU._ OFranken BA Bamberg II.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spätestgot.
+1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor,
+am WGiebel steigender Spitzbogenfries. — _Grabstein_ des Gottfr. v.
+Schlüsselberg 1308.
+
+_SCHLÜSSELFELD._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Pfarr-K.* »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss.
+(bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne _Glasgemälde_«. _Hochaltar_ aus der
+Universitätskirche in Würzburg.
+
+*Rathaus* 1723. — *Brunnen* mit Petrusstatue 1715.
+
+_SCHMACHTENBERG._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Burgruine.* Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.
+
+_SCHMALKALDEN._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Stadt-K. S. Georg.* Beg. 1437 von _Jörg Meier_ aus Erfurt Gwb. im Chor
+1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor
+von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4
+vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte)
+Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen
+Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den
+Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. — Äußeres:
+Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzporträt. Von 2
+WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmdächer bar. Reiches
+2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit
+Kantblumen. — In der »Lutherstube« über der Sakristei einige _Bildwerke_.
+— _Kanzel_ reich geschnitzt, _Taufstein_ mit biblischen Szenen auf Metall
+gemalt 1560. An der WEmpore 16 _Tafelbilder_ von 1503. _Grabsteine_ 17.
+Jh. Großer got. _Sakristeischrank_ und ansehnliche got. _Kelche_.
+_Tafelbild_ mit Kreuzigung um 1450. _Schnitzaltar_ um 1500. Prachtvoller
+messingener _Kronleuchter_.
+
+*Hospital-K*. von 1339, neuerlich verrestauriert.
+
+*Friedhofs-Kap*. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — Das
+_Gespring_, gefaßte Quelle in Renss.Architektur.
+
+*Hessenhof*. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne
+Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube
+gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum _Wandgemälde_ aus 1. H. 13. Jh.,
+Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig wegen
+des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.
+
+*Rathaus.* Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark
+verändert, doch manches noch von Interesse.
+
+*Herrenhäuser*. _Große Kemnate_ in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410
+noch vieles erhalten. _Heilig-Grab-Haus_ in der Pfaffengasse, später
+_Henneberger Hof_, Westhälfte got., Osthälfte renss. _Rosenapotheke_ in
+der Steingasse 1545. _Todtenwarthsche Kemnate_ am Altmarkt 1575.
+
+*Bürgerhäuser*. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die
+zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2,
+Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).
+
+Vor der Stadt zahlreiche *Gartenhäuser* des 18. Jh., meist in feiner
+baulicher Gestaltung.
+
+*Stadtbefestigung*. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme
+meist, die Tore alle abgetragen.
+
+*Schloß Wilhelmsburg*. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher
+der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt,
+Ausführung durch _Christoph_ und _Hans Müller_, »Hofschreiner und
+Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg
+wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck außen
+51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der Flügel) näher dem
+Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst
+aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die
+niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf
+symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a.
+m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlössern und
+Rathäusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des
+Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt
+allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen
+auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an
+der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die innere Einteilung
+kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem
+zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2
+Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in
+der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete
+_Kapelle_. Die Anlage folgt dem in den Schlössern von Torgau (1544) und
+Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3
+Seiten von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich
+3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden Schmalseite
+übereinander — diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum
+erstenmal auf — Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses
+haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in
+Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte
+Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom
+Niederländer _Wilhelm Vernucken_): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit
+sog. Beschlägsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches
+Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende
+Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die
+Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung.
+Lübke: »in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von
+ähnlicher Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen
+ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes
+durchgeführt war (anscheinend im Anschluß an _Cranachs_ Holzschnittwerk
+»Passional Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt
+der farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat
+sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen
+(letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien
+eingerahmt; nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal
+erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine; Öfen mit
+gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten
+Ensemblewirkungen im _»Riesensaal«_, hauptsächlich Malerei auf Wandverputz
+und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne
+Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer Kamin. Der
+Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie
+denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig proportioniert
+zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das _Landgrafenzimmer_ im Erdgeschoß.
+Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen
+Gesch.-Ver. Die _Gartenterrassen_ aus A. 17. Jh. sehr zerstört.
+
+_SCHMERLENBACH._ UFranken BA Aschaffenburg.
+
+*Benedikt-Nonnen-Klst.* 1769.
+
+_SCHMIEDEBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+
+*Stadt-K.* 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren
+Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.
+
+*Rathaus* 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.
+
+*Privathäuser* mit renss. Portalen zahlreich.
+
+_SCHMIEDEBERG._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dreifaltigkeits-K*. 1713-16 von _George Bähr_. Griechisches Kreuz mit
+sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr.
+ein regelmäßiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. _Taufstein_ vom
+Dresdener Hofbildhauer _Benjamin Thomae_. In der Sakristei Wachsbüste,
+wohl von _Dubut_.
+
+_SCHMIEDEHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* Der quadr. Turmchor rom.
+
+_SCHMOCHTITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+*Schloß.* Hauptgebäude 1764 vom jüngeren _Pöppelmann_. Im (stark
+veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx
+(hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und P.A.
+v. Schönberg, den Gründer des Parks.
+
+_SCHMÖLLN._ Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.
+
+*Stadt-K.*; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand
+1772 mit Holzgwb.
+
+_SCHMORKAU._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.
+
+_SCHNABELWEID._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Pfarr-K.* Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.
+
+*Schloß* mit Rund-Turm einfach renss.
+
+_SCHNEEBERG B. AMORBACH._ UFranken.
+
+*Dorf-K.* Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse.
+Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der _Hochaltar_, 2. V.
+17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.
+
+_SCHNEEBERG._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+
+*Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang* 1515-16. Baumeister _Hans v. Torgau_.
+— Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten
+gleich; der östl. Abschluß gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des
+16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m
+Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches
+Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die
+Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch
+eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die
+Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in
+Annaberg und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, sondern
+durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer _Altarbau_ in strenger
+Barock-Architektur von 1712. Der alte _Flügelaltar_ von 1539 teilweise in
+den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt _Cranachs_;
+interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel.
+Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rückseite.
+— _Kanzel_ 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch
+got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. — Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. —
+Hinter dem Altar _Gemälde_ des Schneebergers _Wolfgang Krodel_ 1561.
+
+*Hospital-K.* von 1567, erneuert 1737.
+
+*Rathaus* 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. —
+Kurfürstenbilder von _Andr. Engelhard_ in kunstreichen Rahmen von _Andr.
+Petzold_. Kleine Holzädicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 _W K_ (_Wolf
+Kreuter_).
+
+_SCHNEY._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.
+
+*Schloß* aus _Dientzenhoferscher_ Zeit auf ma. Burganlage.
+
+2 malerische *Torbauten* und Mauerreste aus Ma.
+
+_SCHÖLLKRIPPEN._ UFranken BA Alzenau.
+
+*Pfarr-K.* spgot. — *Schloß,* aus einer alten Wasserburg umgebaut.
+
+_SCHÖNAU._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem
+Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar im Museum Bautzen].
+_Pastorengrabstein_ 1653, tüchtig.
+
+_SCHÖNAU._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Kloster-K*. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.)
+erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699
+(Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der Chor
+teilweise verändert, die trockene derbe Architektur der Richtung
+_Petrinis_ nahestehend. Die pompöse _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit,
+_Altarblätter_ (wahrscheinlich) von _Oswald Onghers_ und von _Seb. Urlaub_
+(1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr
+gute Arbeiten, möglicherweise eigenhändig von _Riemenschneider_.
+
+_SCHÖNBACH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich
+gut bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15.
+Jh.
+
+_SCHÖNBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Dorf-K.* (französ. Kolonie) 1706 von _Paul Du _Ry.
+
+_SCHÖNBERG._ K. Sachsen AH Oelsnitz.
+
+*Dorf-K.* Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.
+
+_SCHÖNBORN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Altarhaus. — _Altarbild_ »an _Hans v. Culmbachs_ Art
+erinnernd«(?)
+
+_SCHÖNBRUNN._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Pfarr-K.* Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. _Ikon. Grabstein_ 17. Jh. Kalkstein
+und Eisenguß.
+
+_SCHÖNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+
+*Burg.* (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen.
+Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit
+Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen,
+also nicht der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in der
+Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, doch auch hier rom.
+Kennzeichen.
+
+_SCHÖNERSTADT._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und
+sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — _Holzstatuen_, Reste eines
+Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.
+
+_SCHÖNFELD._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar mit _Gemälde_
+von _Jonas Eywick_ zu Pirna 1658; einfache _Sandsteindenkmäler_ 18. Jh.
+
+*Schloß* einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches.
+Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem
+6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmäßig.
+Im Erdgeschoß Gewölbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.
+
+_SCHÖNFELD._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Schloß.* 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer
+Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.
+
+_SCHÖNFELS,_ s. Alt- und Neuschönfels.
+
+_SCHÖNHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 _got. Altäre_ verarbeitet.
+
+_SCHÖNRAIN._ UFranken BA Aschaffenburg.
+
+*Burg.* Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556.
+
+_SCHOTTENSTEIN._ OFranken BA Staffelstein.
+
+*Pfarr-K.* bar. 1703, got. Turm. — _Grabdenkmäler_ 16. Jh.
+
+_SCHRAPLAU._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen (s.
+dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und
+Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — Von der »alten« Burg (ao. 979
+»Scrapenlevaburg«) und der »neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.
+
+_SCHREBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+Große spgot. *Dorf-K.* 1sch., Netzgwb., WTurm.
+
+_SCHRECKSBACH._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Dorf-K.* 1754. — *Schloß* 1580.
+
+_SCHULPFORTE_ s. Pforta.
+
+_SCHÜPTITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. —
+_Schnitzaltar_ 16. Jh.; _Weihrauchgefäß_ 13. Jh.
+
+_SCHWALLUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen
+
+*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu
+gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) von 1537. — Von den Fachwerkhäusern
+des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute
+Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663.
+
+_SCHWANEBERG._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Schloß* in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus
+Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.
+
+_SCHWAPPACH_ (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.
+
+Stattliche *Amtshöfe* des Klosters Ebrach von _Joh. Dientzenhofer_.
+
+_SCHWARZACH._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster, Doppelempore
+auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. _Grabstein_ 1542, 1609. — *Wirtshaus*
+schöner Fachwerkbau 1680.
+
+_SCHWARZBACH._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* wesentlich rom., neuerdings rest. — _Glocke_ aus 13. Jh.
+
+_SCHWARZBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche,* in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. Flache Decke
+mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.
+
+Mehrere geschnitzte *Holzfachwerkhäuser* des 17.-18. Jh. mit gut
+geschnitzten Eckpfosten.
+
+_SCHWARZBURG._ Schwarzburg-Rudolstadt.
+
+*Schloß.* Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast ganz
+vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. — 2
+_Schnitzaltäre_ von _Valentin Lendenstreich_, dem Hauptmeister der
+Saalfelder Schule, 1479 und 1503.
+
+_SCHWARZENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Stadt-K.* 1690-99 von _Joh. Georg Roth_ (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von
+34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung.
+
+_SCHWARZENBORN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Dorf-K.* Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor
+etwas jünger.
+
+_SCHWARZENFELS._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+
+*Schloßruine* 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares
+Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von
+1621.
+
+_SCHWEBDA._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Turm. — v. _Keudellsche_ Grabsteine. — Got.
+*Wasserburg* der v. Keudell.
+
+_SCHWEBENRIED._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien,
+namentlich der Orgelgehäuse.
+
+_SCHWEBHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Schloß* (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, von Türmen
+flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Häuser mit Staffelgiebeln
+1526, die Treppentürme 1574.
+
+_SCHWEINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Pfarr-K.* schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese
+Gegend reich.
+
+_SCHWEINFURT._ UFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualität,
+durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus älterer rom. Bauzeit der
+Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im
+2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß
+es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die Vierung und
+die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der
+Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden.
+An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom.
+Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller
+Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim
+spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe
+Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter Arbeit des
+14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren
+interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal nicht
+groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im Obergeschoß
+entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 große Kreisfenster mit reich
+profiliertem Gewände, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende
+Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf
+Säulchen mit Knospenkaptt. — _Taufstein_ 1367. _Kanzel_ 1694, got.
+_Grabsteine_ unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg.
+Fuchs Art des _P. Dell d. J._ um 1550. An der Außenwand _Epitaph_ des
+Berthold Rucker † 1377, vor dem Heiland kniend; interessant für die
+Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schöne _Abendmahlskanne_ E. 16.
+Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.
+
+*Rathaus* 1570 ff. von _Niklas Hoffmann_ aus Sachsen. Es wird den besten
+seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum des Zierwerks wirkt es
+vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte
+Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das
+traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden
+Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig
+über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgeschoß.
+Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Sälen, die sich in einem
+Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das
+Detail entspricht der sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen.
+Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.
+
+*Gymnasium* 1582.
+
+*Mühltor* 1564.
+
+_SCHWEINITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
+
+*Dorf-K.* Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon,
+wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die _Schnitzerei_ gilt für
+Saalfelder Arbeit, die _Gemälde_ nicht aus _Wolgemuts_ Werkstatt (so
+Lehfeldt), die Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie
+kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf dem Altar in
+Schaala.
+
+_SCHWEINSBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Stadt-K.* um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb.
+ohne Strebepfeiler. — Ikon. _Grabsteine_ der Familie Schenk zu
+Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.
+
+*Schloß,* ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils
+bewohnt.
+
+_SCHWEPNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
+
+*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok.
+_Denkmälern_.
+
+_SCHWETA._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Schloß.* Renss. Stattlicher Kamin.
+
+_SCHWETA._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* 1751. Zentralbau unter Einfluß _G. Bährs_. Gr. in Form eines
+Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.
+
+_SCHWICKERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.
+
+*Schloß* 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude 1579,
+1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.
+
+_SEBNITZ._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher _Altarbau_ bez.
+_Martin Roth_ 1586. _Kanzel_ 1621. Gute _Madonnenstatue_ E. 15. Jh.
+
+_SEDLITZ._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß* und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von
+_Pöppelmann_, verkürzt ausgeführt von _Knöffel_ und _Longuelune_; rest.
+1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.
+
+_SEEBACH._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche
+_Alabaster-Epitaphe_ der Familie v. Berlepsch.
+
+_SEEBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes *Schloß*. Hauptgebäude 17.
+Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die *Kapelle,*
+nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen).
+Außerdem größere *Schloß-K.,* spgot.
+
+_SEEGA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
+
+*Dorf-K.* quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.
+
+_SEEGNITZ._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Rathaus* 1608. — Auf dem Friedhof kleines _Epit_. bez. TK (_Thomas
+Kistner_).
+
+_SEEHOF._ OFranken BA Bamberg I.
+
+*Schloß Marquardsburg.* Bedeutende Anlage. 1686 von _Petrini_ aus Würzburg
+für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flügel, an den
+Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der Schloßtypus von
+Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme 1711
+durch _Joh. Dientzenhofer_ verändert, die innere Ausstattung durch _B.
+Neumann_ 1729.
+
+_SEELITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: Gr. ähnlich der
+Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung
+gekommen. — _Schnitzaltar_ jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar.
+Aufbau 1771. — Mehrere _Grabsteine_.
+
+_SEIBELSDORF._ OFranken BA Steinach.
+
+*Pfarr-K.* 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.
+
+_SEIDMANNSDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Dorf-K.* Spgot. Emporen bez. 1538.
+
+_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gewölbe
+mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche _Altarwerk_ scheint
+Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten _Grabmals_ aus der Schule
+Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen _Grabmälern_ besonders die
+des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw.
+
+*Schloß.* Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. —
+Hervorragende _Porträtreihe_, u. a. Goethe 1787, Königin Luise v. Preußen
+1788, beide von _Darbes_, mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie
+von _Graff_.
+
+Das _Seifersdorfer Tal_, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde,
+seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park
+umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergänglichkeit, Hütte des
+Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).
+
+_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+
+*Dorf-K.* architekturlos. Ansehnliches _Altarwerk_ von 1518, die
+tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die
+Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer
+Qualität.
+
+_SEIFHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern klassizistisch,
+von _K. Ch. Eschke_.
+
+_SEINSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Dorf-K.* _Holzmadonna_ von einem der besseren Gesellen
+_Riemenschneiders_.
+
+_SEITENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Pfarr-K.* 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern
+spitzbg. im Übergang zur Renss.
+
+_SELIGENTAL._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Dorf-K.* 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. —
+Mehrere gute _Fachwerkhäuser_.
+
+_SERRFELD._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* spgot. mit OTurm. — _Alabasterreliefs_ um 1480. —
+Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.
+
+_SESSLACH._ OFranken BA Staffelstein.
+
+Anziehendes altertümliches *Stadtbild*. Mauern und Türme auf größere
+Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein
+und Fachwerk.
+
+*Kirche.* Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522
+durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.
+
+_SEUSSLINGS._ OFranken BA Bamberg II.
+
+*Pfarr-K.* um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere (rom.?) Krypta.
+_Glasfenster_. Relieftafeln vom ehemaligen _Hochaltar_ um 1480.
+
+_SEUSSLITZ._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit
+gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.
+
+_SIEMERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. Ungewöhnlich
+gutes spgot. _Holzrelief_ (hl. Sippe).
+
+_SIERSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Dorf-K.* rom. 12. Jh. — Hübsche _Sakramentsnische_ 1484.
+
+_SINNERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später Gutshof. An der
+Gartenmauer rohe frgot. _Steinfigur_, im Garten mehrere _Rok.-Figuren_.
+
+_SITTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Dorf-K.* mit rom. O.-Turm.
+
+_SITTICHENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+Ehem. *Cisterc.-K*. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation
+scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert bestanden zu haben; auf ihn
+gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in
+Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei 2 frühgot. _Kapellen_. Am
+Fenstermaßwerk auf Säulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.
+
+_SITZENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K.* gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — _Schnitzaltar_ 15. Jh. Mehrere
+_Epitaphe_ 1530-1626.
+
+_SODEN._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+
+*Huttensches Schlösschen*. 1536 und 1591. Gut erhalten.
+
+_SODENBERG._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Ruine*. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen.
+Sehr verfallen.
+
+_SOMMERACH._ UFranken B A Gerolzhofen.
+
+Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen
+spätmittelalterlichen *Dorfbefestigung*.
+
+_SÖMMERDA._ RB Erfurt Kr. Weißensee.
+
+*Stadt-K. S. Bonifazius.* 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem Chor 1462; Turm
+nördl. daneben. — Guter _Schnitzaltar_. Hinter ihm 2 _Gemälde_ A. 15. Jh.
+
+*Rathaus* 1529 ff. ziemlich groß, entstellt.
+
+_SOMMERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+Anmutiges *Mainstädtchen* mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2 Figurenbrunnen.
+In der Kirche schöne geschnitzte _Kanzel_ 17. Jh.
+
+*Schloß* der Grafen v. Rechteren. — _Rathaus_ kräftiger Renaissancebau. —
+Auf dem Friedhof originelle _Steinkanzel_ mit Überdachung.
+
+_SÖMMERSDORF._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* 1795 mit nachgot. Turm. _Marmoraltar_ aus St. Michael in
+Würzburg, um 1750. Reste eines _spgot. Altars_ um 1510.
+
+_SOMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Dorf-K.* 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint
+rom. [Reste eines großen _Altarwerks_ um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]
+
+_SONDERSHAUSEN._ Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.
+
+*Trinitatis-K.* nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration,
+in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; darauf die 4 Evangelisten;
+schwebende Kinderengel halten Gemälde. Reicher _Kelch_ um 1400.
+
+*Fürstl. Schloß* 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17.
+Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rängen.
+
+_SONDHEIM V. D. RHÖN._ Sachs.-Weimar VB Dermbach.
+
+*Pfarr-K.* 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. Die
+Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775,
+auf der hölzernen Flachdecke _Kolossalgemälde_ (Himmelfahrt) von _Peter
+Herrlein_ 1775. — Hohe befestigte _Kirchhofsmauer_. — Von den _Adelshöfen_
+ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben.
+
+_SONNEBORN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+Kirchenruine mit frgot. Chor. _Grabsteine_ des M. v. Wangenheim 1588
+gehört zu den besseren.
+
+_SONNEFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1264. Der mächtige Chor, 3 Joche und
+5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und
+sorgfältig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). —
+_Grabsteine_ aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht
+bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs;
+Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, vielleicht der
+beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.
+
+_SONTRA._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
+
+*K. S. Georg*. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg.
+Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. Turm 17. Jh. Unter den
+Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.
+
+*Rathaus,* malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe.
+
+_SORNITZ._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Schloß* 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener Tage. Kleines
+Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von Wassergräben.
+Nüchterner Umbau 1742.
+
+_SPANGENBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.
+
+*Stadt-K.* Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer 1sch. Chor,
+gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich
+gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken
+hölzernen Helm. — _Tumba_ der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von
+Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten 2 Engel, zu Füßen
+Löwe und Hund.
+
+*Hospitals-K.* Schlicht spgot. 1sch. — _Holzskulptur_, Pietas.
+
+*Schloß.* Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des
+16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gräben und
+kunstvollem Wall. In verschiedenen Sälen figürliche und ornamentale
+Malerei.
+
+Schöne alte *Fachwerkhäuser* in neuester Zeit durch Brand und Umbau
+zerstört.
+
+*Ringmauern* schlecht erhalten, besser 3 *Türme* (1 runder und 2
+viereckige).
+
+_SPARNECK._ OFranken BA Münchberg.
+
+*Kirche* got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.
+
+_SPIELBERG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.
+
+_SPIESSCAPPEL._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+Ehem. *Prämonstratenser-Klst.-K.* Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged.
+Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch.
+und östl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des
+Msch., mit 6 Arkaden, das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom.
+Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und
+verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an
+mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8
+Männer- und Weiberköpfe, deren Haar und Bart in langen Strähnen
+durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig
+profiliertes Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge und Kehle
+gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll.
+ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des
+Salvators, der Mutter Gottes und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. —
+In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein _Altarbaldachin_ in spätesten
+und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle _Steinreliefs_ von 1500 und
+1504. — _Springbrunnenbecken_ bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang.
+
+_SPITZKUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1712 von _J. Kirschstein_, dem Erbauer der K. von Hainewalde und
+dieser gleich. Altar mit gediegenen _Schnitzfiguren_ von _Fr. Bühner_ aus
+Böhmen. Zahlreiche bar. _Grabdenkmäler_.
+
+_SPORA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.
+
+_SPREMBERG._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*K.* 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche
+_Grabdenkmäler_ bar. und rok., unbedeutend
+
+_STADELHOFEN._ OFranken BA Bamberg I.
+
+*Dorf-K.* um 1700.
+
+_STADTILM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+
+*Pfarr-K.* Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten,
+darunter das wichtigste die 2 Portale an der N- und SSeite mit Vorhallen
+in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten _Statuen_ der
+Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der
+platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. Das schöngegliederte
+Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Türme,
+rom. und rom.-got., letztes Geschoß hochgot. mit niedriger Steinpyramide,
+Eckfialen und Wimpergen — eine treffliche Komposition, aber neuerdings
+völlig verrestauriert.
+
+*Ehem. Kloster* der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der Nonnenempore
+eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete *Schloß*. (Verständnisloser
+Anbau A. 20. Jh.).
+
+_STADTLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Pfarr-K.* wesentlich 1731.
+
+*Rathaus,* schöner Fachwerkbau bez. 1563.
+
+*Zehntscheuer* mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.
+
+_STADTLENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Pfarr-K.* WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.
+
+*Schloß* (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh.
+umgebaut.
+
+_STADTPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh.
+Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von 1628. — Im Innern gute
+_Sandsteinfigur_ einer weibliehen Heiligen, um 1430.
+
+*Rathaus* erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer,
+zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im
+Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster,
+bez. 1600.
+
+*Burgruine Prozelten* (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg,
+Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die
+Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der
+schönsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die
+Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer
+mit großen Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein
+unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl.
+Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch
+den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried,
+der WPalas und die Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot.
+
+_STADTSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser _Hochaltar_ um 1730, die
+feineren _Seitenaltäre_ um 1710. Spgot. _Chorstuhl_ mit Flachschnitzerei.
+Sitzende _Madonna_ 1. H. 14. Jh., bäuerisch.
+
+_STADTSTEINACH._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Marien-Kap.* 1690, Apsis aus 13. Jh.
+
+*Marter* 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Säulen.
+
+2 *Stadttürme* und Strecke der Mauer. _Burgruine Nordeck_ (Hennebergisch);
+zerst. 1525.
+
+_STAFFELSTEIN._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.* Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte Turm,
+jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481,
+1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in
+Mittelfranken häufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im
+bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hübsches
+malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür _Rotmarmorrelief_ 1484; am
+Turm ein verwitterter _Rittergrabstein_ 14. Jh.
+
+*S. Annen-Kap.* Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht »_Veit Stoß_.«
+
+*Rathaus* 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal ein an Kaiser
+Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.
+
+4 *Tortürme* 14 Jh. (?).
+
+_STAUCHITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Schloß* für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von _J. R. Petersell_.
+15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit;
+am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und
+tiefer Vorsaal mit doppelläufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.
+
+_STAUSEBACH._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
+
+*Pfarr-K.* 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck
+geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. —
+Einfache _Kanzel_ etwa E. 15. Jh. _Weihwasserstein_ spätestgot. 16. Jh. —
+Befestigter Kirchhof.
+
+_STECKELBERG._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+
+*Burgruine.* Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16.
+Jh.
+
+_STEDTEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig
+aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma — *Schloß* 1737, einfach.
+
+_STEDTEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+Rom. *Dorf-K.,* das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. überarbeitet.
+Großer _Flügelaltar_.
+
+_STEDTLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1736, sehr reiche _Kanzel_. — Geschnitztes Fachwerkhaus 17.—18.
+Jh.
+
+_STEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Schloß,* sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und
+wohlerhalten.
+
+_STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina
+abgegangen). _Unterstein_ erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau,
+Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher angelegt _Oberstein_ 1582, 1594.
+
+_STEINACH._ UFranken BA Kissingen.
+
+*Pfarr-K.* _Crucifixus_; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde
+von 1516 als eigene Arbeit _Riemenschneiders_ beglaubigt; Holz; mit
+ausgeprägtem Streben nach weicher Schönheit in Haltung und Körperform.
+
+_STEINAU._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+
+*S. Katharinen-K.* 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit
+gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im _NO._ — Geringe
+Steinfiguren, Reste eines _h. Grabes_. —
+
+Spgot. _Kanzel_ von Stein.
+
+*Schloß.* Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage,
+umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein
+3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5
+Mittelsäulen. Das 2. Geschoß enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden);
+Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse
+ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen und
+Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit bar. Bedachung.
+
+*Amtshaus* 1562 spgot.
+
+*Rathaus* 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.
+
+*Gasthaus zum Schwan* 1620.
+
+*Ringmauern* z. T. doppelt und *Stadttürme* ziemlich gut erhalten.
+
+_STEINBACH._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration —
+Stattliches _Herrenhaus_ (v. Pflugk) 1715.
+
+_STEINBACH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.
+
+_STEINBACH._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer quadr. Chor
+und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.
+
+_STEINBACH._ UFranken BA Lohr.
+
+*Pfarr-K.* 1723 von _Balthasar Neumann_. Den Typus der kleineren
+Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem Maßstabe St. Paulin
+in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat
+auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch.
+Lhs. mit einspringendem WTurm. — Ausstattung gut. — _Hochaltar_ etwas
+früher als der Bau. Linker _Seitenaltar_ von _Leunenschloss_ 1723.—
+Silbergetriebenes _Kruzifix_, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. —
+_Kreuzpartikel_, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit,
+vermutungsweise nach _Neumanns_ Entwurf.
+
+*Schloß* der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von _Balthasar
+Neumann_. Der ganz originelle Grundriß Längsbau, von zwei Querflügeln
+rechtwinklig durchschnitten, so daß der Längsflügel noch als Risalit an
+den Schmalseiten vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet
+sind, macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im
+Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit guten Stuckaturen im
+Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.
+
+_STEINBACH-HALLENBERG._ KB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Burgruine Hallenburg*. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger.
+Um 1600 verfallen.
+
+*Dorf-K.* Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit
+Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. — Befestigter
+Kirchhof, am Tor bez. 1605.
+
+_STEINBERG._ OFranken BA Kronach.
+
+*Pfarr-K.* angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.
+
+_STELZEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Pfarr-K.* Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung älterer Teile.
+
+_STEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser
+Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — Die Kirchhofsbefestigung
+mit Tortüren stand mit dem ehem. Schloß in Verbindung. — _Fachwerkhäuser_
+17. und 18. Jh.
+
+_STERNBERG._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Pfarr-K.* (1673) mit guter Fassade. Stattlicher _Hochaltar_.
+
+*Schloß* um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei
+dem Aschaffenburger Schloß).
+
+_STERPERSDORF._ OFranken BA Höchstadt.
+
+*Wallfahrts-Kap.* 1763.
+
+_STETTBACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Zwei männliche _Holzfigg_. neben dem Hochaltar, schwache
+Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit _Riemenschneider_.
+
+_STETTEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt.
+wiederbenutzt. Am _Taufstein_ von 1651 Ölgemälde in Kartuschen.
+
+_STETTFELD._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. —
+Chorbg. _Kruzifix_ überlebensgroß, um 1520, bmkw. — _Glocke_ 1354.
+
+*Mühle* A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.
+
+_STEUDNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem
+Beschlag.
+
+_STÖCKACH._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Schloß* um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus.
+
+_STOCKHEIM._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+Altes *Zehnthaus*. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.
+
+Ansehnliche Reste der *Dorfbefestigung*.
+
+_STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Stadt-K. S. Martin* 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne bronzene
+_Grabplatte_ der Elisabeth von Stolberg, geb. Gräfin v. Wirttenberg,
+† 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der _Vischer_schen Werkstatt,
+desgl. die _Gedenktafel_ für den schon 1488 verstorbenen
+Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den
+gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche
+Bildnisse von _Luther_ und _Melanchthon_ 1611, besser die
+_Pastorenporträts_ 1656, 1672.
+
+Die *alte Münze* (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei
+gezierter Fachwerkbau 1535. — *Rathaus* 1482, rest. 1600. — *Schloß,*
+große Gebäudegruppe, deren östl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss.
+Portal.
+
+_STOLLBERG._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+Von der ma. *Höhenburg* ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile des
+sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.
+
+_STOLLBERG._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Marien-K.* Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H.
+15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades
+Joch und 5/8 Schluß. Über dem Chor Dachreiter. — Spgot. _Schnitzaltar_ mit
+den 14 Nothelfern.
+
+_STOLPEN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Stadt-K.* 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, einige Teile
+noch unter Dach. Prächtiges Renss.Eingangstor nach M. 16. Jh., nicht 1521;
+dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt
+nur der Nebenpforte zu. — _Kapelle_ 1405 und 1440.
+
+_STOLZENBURG._ RB Cassel Kr. Schlüchtern
+
+*Burgruine,* mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.
+
+_STOLZENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — Intakte
+_Ausstattung_ um 1680, recht gut der Altar.
+
+_STÖRMTAL._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.*, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß angelegtem
+OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh.
+
+_STÖSITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Herrenhaus* 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von
+Dresdner Künstlern zweiten Ranges.
+
+_STRASSBERG._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg.
+Fenster, platter Chor.
+
+_STREHLA._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Stadt-K.* Spgot. Von Interesse die Ausstattung. _Hochaltar_ 1605 von
+_Hans Ditterich_ aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, am Sockel
+Abendmahl; die lebensgroßen Statuen gehören zu den besten der Zeit.
+_Kanzel_ von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur
+leider überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem
+Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer Reliefs.
+_Denkmale_ des Hans v. Beschwitz † 1496, tüchtige vollplastische
+Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; des Otto Pflugk † 1568 (wohl von _Hans
+Walther_); der Margarethe Pflugk † 1573 (_Christoph Walther_
+zugeschrieben); des Otto Pflugk † 1591, bez. _WK_, das Ornament unter
+niederländischem Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art _Ch. Walthers_). Die
+zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.
+
+*Rathaus* 1751, schlicht.
+
+_STREITBERG._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Burgruine,* umfängliche Anlage, wenig erhalten.
+
+_STREUFDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden
+Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um
+1500 Verlängerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. —
+_Moses-Kanzel_ 1650; _Taufstein_ 16. Jh.; im Chor _Holzstatuen_ des
+Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; _ikon. Grabst._ 1701, 1716.
+
+_STRUPPEN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; bmkw. rom.
+Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit spätestrom. Rippengwb. aus
+2. H. 13. Jh. — Im *Pfarrhaus* Reste eines _Schnitzaltars_ aus E. 15 Jh.
+
+_STRUTH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Dorf-K.* 1771. — _Dorflinde_ mit ummauertem Tanzplatz.
+
+_SUHL._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Stadt-K.* 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher
+Bar.Kanzelbau.
+
+*Kreuz-K.* 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die äußere
+Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern.
+Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade.
+
+*Schloß,* gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; Portale und
+andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis
+13. Jh. zurück.
+
+_SULZA (DORF)._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Kirche* in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17.
+Jh.
+
+_SULZA (STADT)._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Kirche* aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.
+
+_SÜLZENBRÜCKEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes _Antependium_ um
+1400.
+
+_SULZFELD._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der
+got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstärkt). An der
+Außenwand mehrere _Epitaphe_, das beste 1605. Großer _Ölberg_ im bekannten
+Schema, 1497 gestiftet vom Schultheißen Lorenz Götz und zur Erinnerung an
+diesen † 1534 eine Bronzetafel.
+
+*Rathaus* 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige
+Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte
+Portale.
+
+*Heiligenstatuen* an den Häusern ungemein zahlreich und von
+verhältnismäßig hoher Qualität.
+
+Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute
+*Stadtbild* mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen,
+meist zerbröckelten Mauertürmen.
+
+_SÜLZFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw.
+*Fachwerkhäuser*, Datierungen 1612, 1619. — *Dorflinde* mit alter
+Steinbank.
+
+_SULZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Schloß* (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher Bau um 1720
+(der Hinweis auf _Balth. Neumann_ sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau,
+an den Enden Querflügel vor- und rückwärts ausspringend. Im Detail
+Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits
+Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den
+Zimmern Rok.Tapeten.
+
+_SULZTAL._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Pfarr-K.* Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von _Bossi_ u. a.,
+früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.
+
+_SYHRA._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. _Altarwerk_ (Holz) 1598. Aus
+demselben Jahr die _Kanzel_ mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren.
+Mehrere v. Einsiedelsche _Grabdenkmäler_.
+
+*Herrenhaus* 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.
+
+_SYLBACH._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorfrathaus* 1598. Allerliebster Fachwerkbau.
+
+
+
+
+_T_
+
+
+_TAL._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Kirche* des ehem. *Wilhelmitenklst.* A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh.,
+entstellt. — Ruine *Scharfenberg,* fast nur der runde Bergfried erhalten.
+
+_TALBÜRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Benedikt.-Klst.-K.* Unter den rom. Denkmälern Thüringens an Wert in
+vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung desjenigen von Paulinzelle.
+OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201
+nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. — Der Chor zeigt das
+Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser-
+und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds öfters vorkommenden
+Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je _zwei_ Nebenchöre von
+gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze
+Gruppe der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser Anordnung
+Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über das gewöhnliche Maß
+verlängert. Die Chöre werden gewölbt gewesen sein; alles übrige
+flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh.
+nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs.
+enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch nicht, wie
+dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern als massive Mauer
+ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer kleineren Doppelarkade geöffnet.
+Der zwischen diesen OTürmen liegende Abschnitt des Msch. war gegen die
+Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners).
+— Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr.
+ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1
+unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform einen gestreckten Gr.
+erhält. Das Profil der Scheidbgg. im Anschluß an die Pfeilergliederung aus
+3 Wulsten und Rücksprüngen zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die
+eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen,
+einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die
+Palmettendekoration des Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200
+ausgeführt sein kann. Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. — Im
+W ist dem Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die
+Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits mit 4 Sll.
+besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben. Ungemein
+charaktervolle Gestalt der stämmigen Sll., die Schäfte stark geschwellt;
+mächtige Würfelkapitelle und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme
+nicht vorhanden. — Gesamtlänge 72 m. — Jetzt ist nur das Lhs. (mit
+zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 sehr nüchtern whgest.;
+OBau und Vorhalle Ruine, südl. Ssch. abgetragen, die Klostergebäude bis
+auf wenige Keller verschwunden. — _Pietas_, Holz, um 1500. — _Grabsteine_
+des 16. und 17. Jh.
+
+_TALHEIM._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Dorf-K.* gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die
+Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor
+und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach
+W steigende Höhenabstufung.
+
+_TALLEBEN._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
+
+*Dorf-K.* mit sprom. Chorturm. — *Wohnhäuser* 1541, 1548.
+
+_TANN._ RB Cassel Kr. Gersfeld.
+
+*Gottesacker-K*. mit großem v. Tannschem _Epitaph_.
+
+*Stadttor* 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte Hauben.
+
+*Schloß.* Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit
+bronzenen Delphinen.
+
+_TANNEBERG._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. — Schönes _Wandgrabmal_ von
+_Andreas Walther_ 1575.
+
+_TANNENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.
+
+*Dorf-K.* Bmkw. _Altarwerk_, bez. 1521. Die Gemälde in der Dekoration
+schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Altäre in Einsiedel
+und Ehrenfriedersdorf.
+
+_TANNENBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg
+
+*Burg,* teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und
+17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside.
+
+_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* Chor mit Zellengwb. in der Art _Arnolds v. Westfalen_. Rom.
+Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. — _Altaraufsatz_ aus
+Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter _Taufstein_ wenig älter.
+
+_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Dorf-K.* 17. und 18. Jh. — Reich an _Grabdenkmälern_.
+
+_TAUCHA._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. — Beweinung Christi,
+lebensgroßes ausdrucksvolles _Holzschnitzwerk_ des 16. Jh.
+
+_TAUTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ mit gemalten Flügeln.
+
+*Schloßruine*. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit Zinnenkranz.
+
+_TEICHA._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Dorf-K.* einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got.
+Sakramentsnische. Spgot. _Schnitzaltar_, einer von den besseren. Auf dem
+Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten.
+
+_TEICHWEIDEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.*, rom. Anlage, spgot. umgebaut. — Guter spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_TEILHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel
+für den Formenkampf der Übergangszeit. — _Altäre_ um 1700, auf einem
+(nördl.) gute lebensgroße _Holzfig._, Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. —
+_Priestergrabstein_ 1496. — _Kanzel_ um 1525, früheste Renss.
+
+_TEISTUNGENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb. mit
+aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit figurengeschmücktem
+Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs.
+
+_TENNEBERG._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Schloß.* Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar.
+_Deckengemälde_.
+
+_TENNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+
+*Pfarr-K.* Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das
+3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt.
+
+_TETTENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des
+got. Stils noch 1608.
+
+_TEUTLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat
+mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2
+rippenlosen Kreuzgewölben, der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und
+Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. —
+_Taufstein_ 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige _Kanzel_ hinter
+dem Altar A. 18. Jh.
+
+_THALLWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* Chor um 1440, Schiff 1626. — Zahlreiche _Denkmäler_, meist der
+Familie v. Holtzendorff.
+
+*Schloß* des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender _Park_ in
+französischer Art 1764.
+
+_THAMSBRÜCK._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+
+*Stadt-K.* Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; wohl in
+Nachwirkung einer rom. Anlage. — Großes _Renss.Epitaph_ der Familien v.
+Berlepsch und v. Haugwitz.
+
+_THANGELSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. — _Altarwerk_ 1498.
+
+_THARANDT._ K. Sachsen AH Dresden-A.
+
+*Kirche* charakterlos. In der Sakristei _Kreuzigungsgruppe_ um 1500,
+temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Künstlers von
+selbständiger Physiognomie. Die darunter angebrachte _Predella_ 17. Jh.
+Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. _Portal_, von nicht gewöhnlicher
+Feinheit, um 1220-30. — Tüchtige _ikon. Grabsteine_ 1634, 1667.
+
+*Schloß* 1446 unter Oberleitung _Arnolds v. Westfalen_ (vgl. Meißen)
+umgebaut, jetzt Ruine.
+
+_THEKLA._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.* aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte
+Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brüstung. — Glocke
+aus 13. Jh. — Am _Abendmahlskelch_ der Knauf hervorragende Arbeit des 13.
+Jh., Fuß 15. Jh., Kuppa neu.
+
+_THEMAR._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Stadt-K.* beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander. 1sch.
+mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem Achteckchor; daneben Turm. Die
+2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hübsch durchgebildeten
+Einzelheiten. — Im Chor 4 spgot. _Schnitzaltäre_ mit gemalten Flügeln, der
+älteste der an der SOSeite.
+
+*Amtshaus* bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. — *Wohnhäuser* bez. 1601
+(Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65). — *Stadtbefestigung* 1457.
+
+_THEUMA._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Kirche,* ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400. —
+Vierflügeliges _Altarwerk_ A. 16. Jh.
+
+_THIERBACH._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* in großem befestigtem Kirchhof. — _Altar_ und _Deckenstuck_ mit
+biblischen Darstellungen um 1680.
+
+_THIERSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel.
+
+*Burg.* Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640,
+verbrannt 1725.
+
+_THOSSEN._ K. Sachsen AH Plauen.
+
+*Dorf-K.* Vierflügeliges _Altarwerk_ um 1500; über der Predella die
+liegende Stifterfigur.
+
+_THRENA._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage. Stattlicher spgot. _Schnitzaltar_, wohl aus dem
+Klst. Eiche.
+
+_THULBA._ UFranken BA Hammelburg.
+
+Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg
+zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika.
+Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, vielleicht urspr.
+Stützenwechsel. Rest eines Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. — Rok.
+_Epitaphe_.
+
+Ehem. *Propsteihaus* (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.
+
+_THÜNGEN._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Protest. K.* Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine 18. Jh. *Kath.
+K.* neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer Plastik, bez. _CB_
+1627.
+
+*Friedhofs-Kap.* neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v.
+Thüngensche _Grabsteine_ aus dem. 16. Jh.
+
+*Schloß,* Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh.
+
+_THüNGERSHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. — _Taufstein_ 1590.
+_Kanzel_ 1605. _Orgel_ und _Chorstühle_ rok. Bürgerliche _Epitaphe_ des
+17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. — 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751.
+Altertümliche Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit
+ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 _Madonna_ um 1520, an no 189
+_Johannes_ um 1780. — Zahlreiche (9) Bildstöcke 15.-18. Jh.
+
+*Brunnenhaus* mit schöner _Madonna_ von _Riemenschneider_.
+
+_THURM._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Dorf-K.* 1729. — _Schnitzaltar_ um 1500. _Kelch_ 1571. _Grabmal_ des Wolf
+v. Weißenbach, † 1584, von _Samuel_ und _Uriel Lorentz_ aus Freiberg;
+reicher Aufbau in bedeutenden Maßen, die lebensgroßen Gestalten des
+Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor
+mit Vergoldung.
+
+_THURNAU._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Kirche.* Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur
+von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. — Großer
+Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkürzung. Kanzel auf 2
+lebensgroßen Stuckfiguren, Moses und Johannes.
+
+*Marktbrunnen* mit Neptun um 1700.
+
+*Schloß* der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate;
+Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-Bau
+2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau
+1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an
+Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der Plassenburg.
+
+_TIEFENORT._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten.
+Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. _Steinkanzel_ 1550,
+gotisierend. _Grabst._ des Grafen Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr.
+Renss. Andere _Grabst._ 17. Jh.
+
+_TIEFENSEE._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Schloß.* Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E.
+16. oder A. 17. Jh.
+
+_TIEFURT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* aus 15. und 18. Jh.
+
+*Schloß* ganz bescheidene Anlage von ca. 1760.
+
+_TINZ._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Dorf-K.* Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.
+
+*Fürstl. Lustschloß* 1748 ff.
+
+_TONNDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* WTurm rom., Lhs. 1494.
+
+*Burgruine* mit Resten aus 12. Jh.
+
+_TORGAU._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K. S. Marien* 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß mit 3 polyg.
+Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben.
+Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront
+(der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen,
+deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und Fensterrosen.
+Renss. Sakristei. — Hölzerne _Kanzel_ mit Evangelisten 1582. _Taufstein_
+1693. Marmorner _Altaraufsatz_ 18. Jh. — _Bronzeplatte_ der Sophie v.
+Mecklenburg † 1503 aus der _Vischer_schen Hütte, bez. 1504. _Grabst._ der
+Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau † 1552, halbrundes bemaltes
+Relief. Zahlreiche _Epitaphe_ an der Außenwand, darunter das des
+Baumeisters Konrad Krebs † 1540. — _Triptychon_ bez. 1509. —
+_Lutherporträt_ in Papiermasse 16. Jh. — Bmkw. _Altargeräte_. [Ein lange
+verschollen gewesenes Hauptbild _L. __ Cranachs_ jetzt im Mus. Frankfurt
+a. M.]
+
+*Alltags-K.* (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen,
+verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die Fenster des Lhs. 3teilig
+mit Vorhangbg. und überschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit
+rundbg. Maßwerk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. —
+_Grabst._ 1463.
+
+*Nikolai-K.* (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten
+Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. Giebeln und
+Bischofsmützen.
+
+*Rathaus* große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch
+der SOGiebel und ein prächtiger Erker.
+
+*Stadtmauer* Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichhäusern.
+
+*Privathäuser*: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit
+Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale häufig,
+hervorzuheben Schloßstr. 453.
+
+*Schloß Hartenfels*. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh.
+Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23. Mit
+seinen vielen teils runden, teils viereckigen Türmen und hochragenden
+Mauermassen gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine
+großartige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. _Cranach_sche
+Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben.
+Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung der FrRenss. in
+Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von _Konrad Krebs_ erbauten
+OFlügels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot.
+Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig vorgekragten
+Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast das aus der
+Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in Höhe des
+Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche
+Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der Aufbau in
+Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch nach
+außen sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brüstungen mit reichstem
+FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen
+angefertigt); der krönende Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die
+renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß zu Meißen;
+Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch nicht notwendig. Ein an die
+NSeite geschobener Erker von höchster Pracht und Feinheit der Dekoration
+und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen
+vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen
+Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß
+einnehmenden Saal von 14 : 70 m. — Schloßkirche 1543-44 von _Nickel
+Grohmann_. Von Luther persönlich eingeweiht und tatsächlich »die erste
+protestantische Kirche«. Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus
+neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus der
+Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E. 15.
+Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). Die Kirche ist
+lediglich ein in den NFlügel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den
+übrigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen
+führt; dieselben ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen
+Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne mit
+Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am Mittelpfeiler der
+SSeite. — Der prachtvolle _Altaraufsatz_ stammt aus der Schloß-K. zu
+Dresden; keine Künstlerbezeichnung; Art der _Walther_. Eine dekorativ
+vorzügliche Arbeit die _Dedikationstafel_ mit dem Porträt Luthers zwischen
+denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, gegossen 1545 durch
+_Wolf_ und _Oswald Hilger_.
+
+_TRAGNITZ._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem Chor. Das
+Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen
+Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl das malerischste in Sachsen«. Der
+_Altar_ 1659 von dem Bildhauer _V. Otte_ und dem Maler _J. Richter_ (vgl.
+Leisnig).
+
+_TRAPPSTADT._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Schloß* (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616. Guter,
+großfiguriger Ofen.
+
+*Dorf-K.* Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade.
+
+_TRAUN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+
+*Dorf-K.* Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus.
+
+_TRAUSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Dorf-K.* Zwei gute spgot. _Holzfiguren_ um 1500 im Stil
+_Riemenschneiders_. Stattlicher _Hochaltar_ um 1680.
+
+Ehem. *Schloß* (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck.
+Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer
+ernst-pompösen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant
+durch die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach
+dem 30 jährigen Kriege.
+
+_TRAUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem Dach (wohl 17.
+Jh.). — Bmkw. _Sandsteinwandgrab_ des Burgold Puster † 1567. — _Glocke_
+mit Reliefbildern bez. 1462.
+
+_TREBEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+*Dorf-K.* um 1450, WTurm A. 13. Jh. — Große _Gedenktafel_ für H. v. Bünau
+1600.
+
+_TREBEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+
+*Dorf-K.*, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.
+
+_TREBGAST._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des
+Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten,
+flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darüber Turm. Da am
+Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe
+Ma. zurückgehen. Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert.
+An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der
+Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung zuerst
+in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges 8Eck. Das Innere ganz
+einheitlich erhalten (nur die moderne Färbung etwas störend); ringsum
+tiefe Emporen, schönes Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond,
+Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über dem Altar
+zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen Reichtum und
+Armut in anständiger Mitte, von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich;
+nicht leicht kann für den protestantischen Geist im Zeitalter des
+Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. — Reste einer
+prächtig skulptierten renss. _Steinkanzel_ in der Holzlege des
+Pfarrhauses.
+
+*Pfarrhaus* aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.
+
+*Rochus-Kap.* anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.
+
+_TREBSEN._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Schloß,* 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der
+mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen wohl älteren Rundturm;
+spgot. Giebel; Veränderungen 1783.
+
+_TREFFURT._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+*S. Bonifazius-K.* Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von S. Blasien in
+Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzförmige Anlage in
+schmuckreicher Ausführung; einfacher und etwas jünger, schon stark mit
+got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und
+Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab
+begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen,
+an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk;
+Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit
+Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne
+dasselbe. Die Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer Tiefe
+halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen Teile des Gewändes
+wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein
+nordwestfranzösisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden Arbeiter
+denken? Das Tympanon wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau
+hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein
+Fachwerkgeschoß.
+
+*Rathaus.* Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe.
+
+*Burg Normannstein*. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zunächst
+anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene Gebäude 13. Jh.
+
+_TREISBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm.
+Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.
+
+_TRENDELBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. _Kanzel_ 1633.
+_Wandmalerei_, h. Christophorus u. a. Vier _Grabsteine_ 1577-1604.
+
+*Burg.* Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Gräben und Mauern
+mit 4 Ecktürmen.
+
+_TRENNFELD._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* um 1614 umgebaut. _Epitaphien_; an der Außenseite H. von
+Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von _P. Dell d. J._; vom selben
+Enders v. Bibra † 1553.
+
+_TREPPENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot.
+und 1756. — _Altarwerk_ um 1480.
+
+_TREYSA._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+Ehem. *Pfarr-K.* (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; beabsichtigt
+als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten Sschiffen. Von diesem bis zu
+halber Höhe ausgeführten Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare)
+auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der Marburger
+Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung des basilikalen
+Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bündeldienste umgearbeitet,
+den Außenwänden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom.
+rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk.
+Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. — Aus der
+SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf;
+von Interesse nur die Krönung mit 4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal
+gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome
+System noch erkennbar. — Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten
+Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.
+
+*Dominikaner-K.* (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch.
+Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an. Das Sch. mit 8,
+der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Die Formen tunlichst
+vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden
+Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch.
+standen Giebel und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und Chor
+ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört. — Ikon. _Grabstein_
+des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis † 1396,
+kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. — _Reliefs_ von gebranntem Ton,
+Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). — Bmkw. die _Totenleuchte_ am
+Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. — _Orgelbühne_ von Holz bez. 1466.
+
+*Spital-K.* zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß.
+Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten
+zierlichen 7seitigen Baldachin und dem über dem steilen WGiebel
+aufsteigenden steinernen Glockentürmchen einen eigentümlichen und
+anziehenden Schmuck. — Blende mit dem in Stein gehauenen _Leichnam
+Christi_, schlichte Handwerksarbeit um 1400. — Bei der Rest. 1910 wurden
+an allen Wänden Spuren von figürlicher _Malerei_ entdeckt.
+
+*Rathaus.* Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die folgenden
+Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. — *Brunnen* mit kleiner
+Rolandfig.
+
+*Stadtmauer* an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten.
+
+_TRIEFENSTEIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+Ehem. *Klst.-K.* (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb.
+1685 ff., wohl nach dem Risse von _Valentin Pezani_, von welchem
+nachweisbar 1696 die Klostergebäude aufgeführt wurden. Was den
+stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht,
+ist die in den Jahren um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786)
+hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von _Augustin Bossi_, ebenso
+von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die
+Altargemälde von _Osw. Onghers_ 1694 f. von der früheren Ausstattung
+herübergenommen. Die großen Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner
+das Chorgestühl, die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung _P. A.
+Wagners_, die Deckengemälde von _Januarius Zick_. Die Tendenzen des frühen
+Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein
+Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik und
+Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen
+vortäuschend; völliger Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei
+der an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch
+eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete
+Anwendung der Farbe im zarten, kühlen Dreiklang von meergrün, weiß und
+mattgold.
+
+*Klostergebäude,* erbaut 1696 ff., durch _Valentin Pezani_, mit Verwendung
+weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß des Fürsten von
+Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.
+
+_TRIESTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K.* 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gestühl,
+Empore, Decke reich bemalt. _Epitaph_ 1689, 1704.
+
+_TRIMBERG._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Burg-Ruine.* Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten
+Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die
+Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und
+die ihn einschließende Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas
+17. Jh. Bering mit Bastionstürmen 15.—16. Jh. Ähnlichkeit in der
+Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg.
+
+_TROSSENFURT._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Dorf-K.* sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut
+erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über dem Quadrium Rippengwb. auf
+Eckpfll. mit Würfelkaptt. schwerer, gediegener Quaderbau. — Üppige
+_Ausstattung_ in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig
+durchgebildete _Madonna_, um 1500.
+
+_TROSTADT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+Ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst.* Die Kirche einfaches Rck., in den
+unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen
+Bedürfnissen eingerichtet.
+
+_TRUSEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+
+*Dorf-K.* 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. —
+_Kindergrabstein_ 1570. Zinnerne _Weinkanne_, feine Renss. um 1550.
+
+_TÜCHERSFELD._ OFranken BA Pegnitz.
+
+2 *Burgen,* geringe Reste.
+
+_TÜCKELHAUSEN._ BFranken BA Ochsenfurt.
+
+Ehem. *Klst.-K.* Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als
+Prämonstratenserdoppelklst. 1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung im
+Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand
+Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher
+festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an
+der Außenwand des platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird
+an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries,
+umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden (durch Ausgrabung
+nachgewiesen); seine Flügel im 14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände
+abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit,
+verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten
+verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle Portal in fr.
+Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung ab; an den Kanten
+Diamantquadern. Außerdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen der
+Außenansicht das Gepräge. — Großer figurenreicher _Hochaltar_ von
+_Wolfgang Auwera_ nach 1750. _Kanzel_ um 1720 aus S. Barbara in Würzburg.
+Bedeutendes _Chorgestühl_ in reicher Rocailledekoration 1746. Schöne
+_Monstranz_ um 1720.
+
+*Klostergebäude.* Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der
+weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, daß die
+Kirche den WFlügel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das
+Verwaltungsgebäude. Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale
+Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.
+
+*Pfarr-K. S. Lambert* (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem
+4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.
+
+
+
+
+_U_
+
+
+_ÜBIGAU._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Stadt-K.* langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest.
+1681.
+
+_ÜBIGAU._ K. Sachsen Dresden-N.
+
+*Schloß* 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 :
+13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern; allseitig eine (1726 von
+_Eosander v. Göthe_ hinzugefügte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle,
+deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der
+sonst in Dresden üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen
+großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die _Kindergruppen_
+auf der Brüstungsmauer.
+
+_UDER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die
+Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. Einheitliche
+ungestörte Barockausstattung. Got. _Klappaltar_.
+
+_UDESTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+
+Große *Dorf-K.,* wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. —
+_Schnitzaltar_ 1520 (in veränderter Anordnung) wohl fränkische Arbeit, die
+bmkw. gemalten Flügel jünger. — _Glasscheiben_ 1594.
+
+_UHYST._ K. Sachsen AH Bautzen.
+
+Große *Dorf-K.* von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm an
+der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen Längsseite.
+
+_ULBERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Dorf-K.* _Altar_, die Gemälde bez. _Gottfr. Schaicker_ 1685 (Reste des
+got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 _Grabplatten_ E. 16. bis A. 17.
+Jh., meist derer v. Hermsdorf.
+
+_UMMERSTADT._ Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.
+
+*Stadt-K.* Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darüber Turm.
+
+*Gottesacker-K.* rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet.
+Befestigter Kirchhof.
+
+*Marktbrunnen* 1743.
+
+_UMPFERSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor
+frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix.
+Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.
+
+_UNSLEBEN._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+*Dorf-K.* 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem
+Turm. — 4 adlige _Epitaphe_ 16. Jh.
+
+*Schloß* (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes,
+älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und
+bar. Einige getäfelte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh.
+
+_UNTERDÜRRBACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw.
+Kreuzgruppe von _Peter Wagner_.
+
+_UNTERERTHAL._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Pfarr-K.* Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert. Drei
+Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. _H R_ 1554. Werke des
+gleichen Meisters kommen in der Gegend öfters vor (Thüngen, Windheim,
+Hammelburg).
+
+_UNTERESSFELD._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Dorf-K.* Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699). Reiche
+Fachwerkhäuser und charakteristische *Hofanlagen* mit skulptierten Toren,
+meist in schwerem Spätbarock.
+
+_UNTERGREISSLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+
+*Dorf-K.*, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen
+Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbsäulen gegliedert,
+Sockel und Fenstergewände fein profiliert; desgl. Portal.
+
+_UNTERHOHENRIED._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Kath. Pfarr-K.* 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel.
+
+*Prot. Pfarr-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. — Wertvoller
+_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Glocke_ 14. Jh. Eine _zweite_ 1510.
+
+_UNTERLAUTER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh.
+
+Ehem. *Herrenhaus* mit Wappenstein 1517.
+
+*Brunnenhaus* 1510 und 18. Jh.
+
+_UNTERLEINACH._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* Gotisierend A. 17. Jh. — Hochaltar 1743 von _Benedikt Schlecht_.
+
+_UNTERLEITERBACH._ OFranken BA Staffelstein.
+
+*Pfarr-K.* 1439-52, umgebaut im 18. Jh. — _Kanzel_ 1590. Großes _Grabmal_
+für L. v. Schaumburg von _Hans Werner_ 1588. Großer _Altar_ mit
+Reliefflügeln aus der Nürnberger Schule um 1500.
+
+_UNTERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Wasserburg* 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, ähnlich
+Bibra, einer bez. 1669.
+
+_UNTERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.
+
+*Schloß* (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im 18. Jh. Große bar.
+Terrasse (früher anschließend der Garten) hebt die schon von Natur schöne
+Lage.
+
+_UNTERMHAUS._ Reuß j. L. LA Gera.
+
+*Kirche* einfach got. M. 15. Jh.
+
+*Fürstl. Residenzschloß Osterstein,* einst Grenzveste gegen die Slawen,
+der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die
+_Schloß-K._ 1752. Das Äußere, wie an den übrigen thüringischen
+Fürstenschlössern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld,
+Weißenfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume;
+bmkw. Stuckdecken.
+
+_UNTER-NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1490, erweitert 1723.
+
+_UNTERPLEICHFELD._ UFranken BA Würzburg.
+
+Rest eines ehem. Grumbachschen *Schlosses.*
+
+_UNTERREICHENBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K.* Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. — _Doppelgrabstein_ zweier
+Gräfinnen v. Weilnau 1364.
+
+_UNTERRISSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne Tür, d. h. zur
+Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den
+Kämpfern rom. Ornamente, Seitentür mit rom. Tympanon.
+
+_UNTERRÖBLINGEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+Beispiel einer größeren rom. *Dorf-K.* Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2
+Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geöffnet; quadr.
+Vorchor und 1/2kr. Apsis. — Eine ähnliche Kirche in Ober-Röblingen.
+
+_UNTERSIEMAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemälde der
+Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. — _Ikon. Grabstein_ 1557.
+
+*Schloß.* Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere 16. Jh. mit
+neuklassischem Saal.
+
+*Pyramide* zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst
+Friedrich 1799.
+
+_UNTERSTEINACH._ OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth.
+
+*Pfarr-K.* Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in
+schöner Schnitzarbeit 1631.
+
+_UNTERSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis
+ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.
+
+_UNTERTHERES._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Pfarr-K.* 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen 1760.
+
+_UNTERWEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Dorf-K.* 1719. OTurm von alter Anlage. — Ummauerte _Dorflinde_, bez.
+1578.
+
+_UNTERWEISSBACH._ Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee.
+
+*Dorf-K.* 1767. Gut erhaltenes _Altarwerk_, Saalfelder Arbeit von 1510.
+
+_UNTERWELLENBORN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das Innere mit
+bar. Emporen gefüllt. — _Schnitzaltar_ 1512, die Figuren ungewöhnlich
+groß.
+
+_UNTERWÖLLNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* 1743. Bäuerlicher Zentralbau.
+
+_UNTERZELL_ b. Würzburg s. Zell.
+
+_UTENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener
+quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp.
+Stilcharakter verwischt.
+
+_UTENBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu
+urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; übel verunstaltet
+und verbaut.
+
+_UTTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Dorf-K.* Chor 1520, Sch. 1767. — 2 _Sandsteinreliefs_, S. Georg und
+Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar
+eingemauert.
+
+_ÜTTINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
+
+*Pfarr-K.* 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. _J. J. __ Siecht_
+1621.
+
+
+
+
+_V_
+
+
+_VACHA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Stadt-K.* Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und
+kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. — in der Sakristei 2
+_Bildnisgrabsteine_ 1621; sorgfältige Kostümbilder.
+
+*Klst.-K. der Serviten.* Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als
+Friedhofs-K. — _Wandgemälde_ E. 15. Jh. (rest.). _Rittergrabsteine_ v.
+Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.
+
+*Haus Widemark,* sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß,
+erb. 1613 von _Hans Weber_ aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die
+innere Ausstattung z. T. erhalten. — Auch sonst mehrere gute
+*Fachwerkhäuser,* namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64
+Wohnhäuser ab.)
+
+Der *Brunnen* von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten in
+Thüringen gerechnet.
+
+*Stadtbefestigung* in beträchtlichen Teilen erhalten. — In der Nähe die
+vorgeschichtliche *Burg Oechsen*.
+
+_VACHDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach 1626.
+Einfache, ansprechende _Ausstattung_ aus derselben Zeit.
+
+_VARGULA._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+
+*Dorf-K.* Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.
+
+_VEITHÖCHSHEIM._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Pfarr-K.* von 1690 mit sprom. Turm. _Ausstattung_ aus der gleichen und
+der nächstfolgenden Zeit.
+
+*Friedhofs-Kap.* einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. — Gute _Bar.
+Plastik_.
+
+*Schloß.* Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof v. Dernbach,
+(1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des
+Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plänen von _Neumann_. Im
+Treppenhaus bmkw. Skulpturen von _P. Wagner_ um 1770. Die hübsche, doch
+nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. — Den
+Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des
+Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum
+Erfinder, der Bauamtmann _Geigel_). Der kleinere ältere Teil liegt in der
+Achse des Schlosses, der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. —
+Die räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m lang, 200
+m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz
+verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithöchsheim
+unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler (mit Gehilfen): _Auwera_,
+noch in bar. Tradition (Figg. des Schloßparterres, Neptun an der nördl.
+Gartenmauer), _Dietz_, ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist
+(der sog. Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den Tieren,
+die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), _P.
+Wagner_, ein gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des
+Überganges vom Rok. zum Klassizismus (große Ruinenkaskade mit Neptun,
+Ceres, Saturn). Wagner arbeitete über 1775 hinaus. — Obschon der Eindruck
+der Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die
+Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithöchsheim
+einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir
+noch haben.
+
+_VEITLAHM._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit
+eingebautem Treppen-Turm. — Gute ikon. _Grabsteine_ der Herren v. Künsberg
+16. und 17. Jh. _Bronzeepitaph _ 1551 gegossen von _Kunz Neilich_. —
+Befestigter Kirchhof.
+
+_VEITSBERG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.
+
+*Kirche.* Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch., vielleicht
+von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v.
+Gleisberg) und in diesem Fall der älteste erhaltene kirchliche Bau im
+thüringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt
+nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine
+Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei Armen gegen ihn
+stößt. — Die übrigen Teile der K. zeigen eine verworrene Folge von
+Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. —
+gAltarwerk um 1480. Außen an den Streben _Reliefs_ aus der Passion (nach
+Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). — Got. _Wandmalerei_ am Triumphbg.
+und am Chorgwb. — _Glasbilder_ in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210
+(?).
+
+_VESSRA._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Kloster-K.* (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von
+umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger
+Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes.
+Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches
+Profil, am Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des südl.
+Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl. Ssch. got.
+erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind
+keine Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die
+1/2kr. Nebenapsiden zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine
+Krypta; (die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht
+dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). Pfll. und
+Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. — Der WBau wohl nach dem
+Brand von 1201. Zwei vierseitige Türme flankieren die rck. Vorhalle;
+Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht
+geschärftem Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen
+ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg.
+Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom.
+Portal. Die Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die
+wagerechte Teilung durch Gesims und Bogenfries entspricht der
+Höhenabstufung der Schiffe; schmälere und breitere Lisenen vollenden die
+wohlproportionierte, von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung.
+Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß mit
+spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand
+eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse aus späterer got. Zeit und in
+schlechterer Technik. Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v.
+Henneberg, gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist
+ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? — Rom. _Taufstein_,
+breite Schale mit säulenartigem Fuß. — In der Klostermauer eine
+_Torfahrt_; das Gewände dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die
+Bg.Läufe mit Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche
+kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pförtnerei
+gedeutet.
+
+_VIERZEHNHEILIGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.*, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh.
+
+_VIERZEHNHEILIGEN._ OFranken BA Staffelstein.
+
+*Wallfahrts-K.* und *Cistercienserpropstei*. Beg. 1743 von _Balthasar
+Neumann_; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergeführt;
+voll. 1772. — Die immer weiter ausgreifende Phantasie des großen
+Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die
+Außenansicht verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer
+kreuzförmigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner
+einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich, daß _Neumann_ die
+erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat; nur
+erscheint _Dientzenhofers_ Kühnheit im Vergleich mit dem, was hier
+unternommen wurde, schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische
+Prinzip, nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten
+durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch
+unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Säulen; alle zur
+Grundfläche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven zweiter
+Ordnung, ebenso die Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann
+folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse
+steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm eine ovale
+Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll.
+getragen; hieran schließt sich nach der Längsachse im O und W je ein
+kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden Querachsen
+gebildet; eine kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W;
+eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend, zwischen
+dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren werden jedoch nur in den
+Gewölben selbst erkennbar, die Grundrißstellung der Stützen bringt von
+ihnen nur Segmente zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden
+Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflächen
+eingreifen. An den Kreuzungspunkten der beiden Querräume mit dem
+Längsraum, wo man sonst eine zusammenhängende Form oder eine
+Höhensteigerung zu finden gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien
+und sinken sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische,
+antiarchitektonische Willkür; was _Neumann_ sucht, ist die Poesie des
+Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen
+Denken durch einige schwere Fehler sein eigenes Werk gestört. Die ganz
+entsetzliche Gestalt der Nebenräume, in denen man auf der einen Seite
+gerade Linien, auf der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch
+hingehen. Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die
+völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen
+Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die keinen vollen Genuß an dem für
+sich sehr harmonischen Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit
+Marmorstuck aufkommen lassen. — Die Frage, ob diese Architektur dem Bar.
+oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen, programmatischen
+Rokokocharakter haben aber die Altäre, soweit sie von _Neumann_ selbst
+herrühren, vor allem der zentrale Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an
+die architektonische Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre
+von _J. M. Feichtmayer_. Das Hochaltarblatt und sämtliche Fresken von
+_Giuseppe Appiani_ (mehrere nach dem Brand 1835 erneuert). — Die Fassade
+bildet in der Mitte eine vorspringende Kurve und wird von zwei von unten
+auf 8eck. Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht
+beitragen.
+
+_VIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die _Figuren_ aus
+spgot. Altarwerken.
+
+_VITZENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Schloß* 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab
+den Baumeisternamen _Nickel Delitzscher_. NFlügel 1694. Treppenpavillon
+1767. Alle Einzelheiten stark rest.
+
+_VOIGTSBERG._ K Sachsen AH Ölsnitz.
+
+Große *Burg,* im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse.
+
+_VOLKACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Stadtpfarrk.* 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn
+1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch. Lhs. (um 1474), das im 18.
+Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten
+Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot.
+Gliederung. Details in der Art des Meisters _Hans Bock_ (Dommeister um
+1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. vom Chor mit
+Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. — Einrichtung Rok.;
+Würzburger Charakter um 1750. — Taufstein um 1600 mit Wappen. — _Pietas_
+Gußstein, südbairischer Import um 1420. — Reiche Paramente des 17. und 18.
+Jh.
+
+*St. Michaels-Kap.* Vor dem Südtor. _Tympanon_ um 1400-1420; Krönung
+Mariä.
+
+*Wallfahrts-K.* auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt
+1sch. — Im Hochaltar _Pietas_ (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der
+alten Fassung. — _Rosenkranzmadonna_ um 1500; hervorragende Arbeit, wohl
+mit Recht _Riemenschneider_ zugeschrieben. _Epitaphe_ 16.-17. Jh.
+Überreste einer lebensgroßen _Wachsgruppe_, einen Ritter und dessen Frauen
+darstellend; erhalten nur einige Köpfe und der Holzkern. _Großes
+Steinkruzifix_ bez. _TK_ (_Thomas Kistner_) 1555. — Am Weg zur Kirche drei
+spgot. _Reliefs_, Stationsbilder (1521). — 2 _Glasfenster_ mit
+Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80.
+
+*Rathaus.* Renss.Bau mit Freitreppe (1544).
+
+*Amtsgericht.* Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke.
+
+Behäbige *Bürgerhäuser,* spbar. und rok. — Eine hervorragende Leistung des
+Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung das »Schelfenhaus«. Stuckierte
+Zimmer. Reicher und ansehnlicher, großfiguriger, schwarz glasierter
+Kachelofen um 1700.
+
+Von der *Stadtbefestigung* stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit
+hübschen Renss.Giebeln.
+
+_VOLKENRODE._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Klst.-K.* Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig wieder
+hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis
+erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene
+Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got.
+
+_VOLKERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie Geisleden.
+
+_VOLKERSBERG._ U Franken BA Brückenau.
+
+*Einsiedelei* von 1113 zum Klst. erweitert 1661.
+
+_VÖLKERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+
+*Kirche* 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar Kanzel und
+Orgel.
+
+*Schloß* der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung
+erhalten.
+
+*Oberförsterei* 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk.
+
+_VOLKMARITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Dorf-K.* Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geöffnet, im
+Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen).
+
+_VOLKMARSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Pfarr-K. S. Maria.* Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und
+vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche,
+starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten,
+reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen
+mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr reich und
+zierlich, _Marienstatue_ im Tympanon, _Petrus_ und _Paulus_ unter den
+Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon _thronender
+Heiland_. Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme der
+Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und welscher Haube. — Zwei
+_Wandtabernakel_, E. 13. und E. 14. Jh.
+
+*Holzhäuser* des 16. und 17. Jh.
+
+*Stadtmauer* im SO erhalten.
+
+_VOLSBACH._ OFranken BA Pegnitz.
+
+*Pfarr-K.* um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung.
+Innendekoration 1680.
+
+
+
+
+_W_
+
+
+_WABERN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Lustschloß* 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von _S. L. Du Ry_ (jetzt
+Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden.
+
+_WACHAU._ K. Sachsen Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet.
+
+*Schloß* seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und
+Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.
+
+_WACHSENBURG._ Sachsen-Gotha LA. Gotha.
+
+*Burg* (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. Die
+ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt.
+
+_WÄCHTERSBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Stadt-K.* mit WTurm von 1519.
+
+Isenburgisches *Schloß,* bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktürmen, von
+denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker am
+WTurm. Dritter Umbau um 1650.
+
+_WAHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche Emporen machen den
+evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die Decke
+und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt.
+_Grabsteine_ der Herren von Hanstein.
+
+_WAHREN._ K. Sachsen AH Leipzig.
+
+*Dorf-K.*, frgot. Kernbau. _Taufstein_ aus 13. Jh. Hübsches geschnitztes
+_Lesepult_ E. 15. Jh. _Beschläge_ der Türflügel, naive dörfliche Kunst,
+könnte ins 13. Jh. hinaufreichen.
+
+_WAEHRSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766,
+stimmungsvolles Grabmal 1798.
+
+_WAISCHENFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Pfarr-K.* um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche
+überarbeitet.
+
+_WAITZENBACH._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Schloß.* Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme an den
+Ecken um 1680.
+
+_WALBECK._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Kloster* gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material
+wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem der alte
+Klosterkreuzgang noch erkennbar. _Rittergrabstein_ mit eingeritzter Fig.
+um 1300.
+
+_WALDAU._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* 1601 wie Hinternah.
+
+_WALDAU._ RB Cassel Kr. Cassel.
+
+*Kirchturm* spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten
+Ecktürmchen umgeben.
+
+_WALDBÜTTELBRUNN._ UFranken BA Würzburg.
+
+*Dorf-K.* bar. — Krönung Mariä, _Holzgruppe_, um 1500, nicht aus der
+Werkstatt _Riemenschneiders_, doch ihr verwandt.
+
+_WALDENBURG._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Stadt-K.* spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. —
+_Wandgrab_ des Hugo v. Schönburg † 1566, vom Dresdner Bildhauer _Chr.
+Walther_, das bedeutendste Werk dieser Gattung in Sachsen vor dem
+Auftreten _Nossenis_ (vgl. auch Penig).
+
+_WALDHEIM._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Schloß-K.* E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb. Die
+Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got.
+Maßwerk. — _Altar_ 1594 von _Joh. Maria Nosseni_, 1716 umgestaltet.
+
+_WALDKIRCHEN._ K. Sachsen AH Auerbach.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Portal, alte Beschläge.
+
+_WALDSTEIN._ OFranken BA Münchberg.
+
+*Burgruine.*
+
+_WALLDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist Bergfried der
+ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. _Bildnisstein_ der Marschalk v. Ostheim.
+
+*Synagoge,* aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. — Mehrere sehr
+ansehnliche *Fachwerkhäuser*: Schmiede 1592, das »rote Haus« um 1600,
+Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697.
+
+_WALLENBURG_ s. Auwallenburg.
+
+_WALLENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.
+
+*Burgruine* mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer.
+
+_WALLRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.
+
+*Dorf-K.* ohne Interesse. — _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Taufbecken_ aus
+Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die _Orgel_ das erste Werk _J. G.
+Silbermanns_.
+
+_WALSDORF._ OFranken BA Bayreuth.
+
+*Kirche.* Schönes _Denkmal_ des Vizekanzlers Reuß 1599.
+
+_WALTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.
+
+*Stadt-K.* 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll. in ellipt.
+Grundstellung. Turm 1458. _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.
+
+_WALTERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Schloß.* Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter
+(allegor. Figg.) Holzdecke.
+
+_WANDERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+
+*Dorf-K.* Erweiterung eines rom. Baus. — Spgot. _Schnitzaltar_.
+
+*Gasthaus*. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. — *Gehöft* mit Jahreszahlen
+1541-1605. — *Burg Gleichen,* ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle.
+
+_WANFRIED._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Rathaus,* früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus dem E. d. 17.
+Jh. Oberstock — reicher Fachwerkbau; Innenräume noch mit alten Tapeten
+usw.
+
+*Gasthaus* zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstörtem
+großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.
+
+_WANGENHEIM._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+
+*Dorf-K.* spgot.; 9 _Grabsteine_ der Familie v. W. (vgl. Sonneborn).
+
+_WARTBURG_ b. Eisenach Sachsen Weimar.
+
+Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die ältesten
+erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im 13.
+und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thüringen und
+Markgrafen von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17.
+Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem Verfall
+überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebäude abgetragen
+mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren Bergfrieds in der
+Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den überdeckten
+Mauergängen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche Restaurierung der
+erhaltenen und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen
+Baulichkeiten unter Großherzog Carl Alexander von Weimar durch Prof. _Hugo
+v. Ritgen_ aus Gießen. Als Ziel schwebte bei der Wiederherstellung vor,
+die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu lassen, die sie im 12.
+Jh. gehabt hatte.
+
+*Mittelalterliche Bauten*: 1. _Das Landgrafenhaus_, _Palas_, großes
+dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein. Berühmt als besterhaltener
+rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht
+durchweg richtig restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die
+Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll.
+und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen sind.
+Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. Über der Tür rom. Relief,
+früher in der Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3.
+Geschoß läßt vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das 3.
+Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile
+erneuert, mit einem modernen Balkon. Die OSeite, ursprünglich durchaus
+nicht als Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich
+»verschönert«. Der NGiebel, das Dach und zwei der großen Rauchschlote
+erneuert. — Das _Innere_: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen
+unveränderte Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, der
+mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus Eisenach übertragene rom.
+Steinsäule gestützt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben
+überspannt, die durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden.
+Fenster— und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen. Einer
+derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit
+byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. — Wohl erhaltene Innentreppe,
+die zum mittleren Geschoß emporführt. Hier das Landgrafenzimmer mit
+erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom.
+Stützsäule. Wandgemälde von _M. v. Schwind_. Der Sängersaal mit Holzdecke
+und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von Schwind, den sagenhaften
+Sängerkrieg darstellend. Anstoßend die Sängerlaube, zu der Stufen
+hinanführen, erneuert. Kapelle, nicht im ursprünglichen Bauplan
+vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth
+eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe.
+Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. — Holzkanzel von 1628.
+Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke. — Elisabethgalerie
+mit Wandgemälden von _M. v. Schwind_. Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt
+zum Obergeschoß, das einen einzigen großen Saal enthält, dessen
+Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich
+alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach Ritgens Entwurf
+rekonstruiert.
+
+2. _Der hintere Bergfried_ im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes Dach
+wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt.
+
+3. _Ringmauer der Hauptburg_ gegen S und W im Unterbau alt, in den oberen
+Teilen meist erneuert.
+
+4. _Zisterne im Hofe der Hauptburg_, jetzt ohne Überdeckung und mit einem
+ganz irreführenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben.
+
+5. _Torturm_ in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen
+bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit stammenden
+
+6. _Ritterhauses_, das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch
+romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgeschoß Wachstube mit
+got. eisenbeschlagener Tür. Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit
+spgot. Deckenbemalung. Gegen S stößt an das Ritterhaus
+
+7. _die Vogtei_, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh., der Oberstock
+aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got. geschnitzte
+»Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg und die Lutherstube mit got. und Renss.
+Möbeln, Bildern von _Cranach_ usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker
+aus Nürnberg angebaut. 8. _Der Margarethengang_, ein überdeckter
+Verbindungsgang auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.
+
+9. _Der Elisabethengang_, überdeckter Verbindungsgang mit angebautem
+Schützenerker auf der östlichen durchweg wohlerhaltenen Ringmauer der
+Vorburg.
+
+*Bauten aus der Zeit der Restauration* (1838-1867): Das an der SSeite des
+Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene _Badehaus_ an der Stelle
+eines früheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in
+Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.)
+Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv erbaute _neue
+Kemenate_ mit Wohnräumen für den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei
+Seiten um den _Hauptturm_ herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten
+des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen
+Hauptturmes neu errichtet ist. _Torfahrtshaus_, das Haupt- und Vorburg
+scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber ein länglicher Wohnraum, die
+sog. _Dirnitzlaube_; endlich an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in
+der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten
+z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige _Rüstsaal_, in
+den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste. Reich geschnitztes
+»Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der Herren v. Salis-Soglio bei Chur,
+treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson
+mit dem Löwen.
+
+_WARZA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
+
+*Dorf-K.* 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.
+
+_WASEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
+
+*Dorf-K.* kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.
+
+_WASSERLOSEN._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Kirche.* Zwei virtuose _Rokokoaltäre_ mit Altarblättern von _Nic. Treu_.
+1762.
+
+_WÄSSERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Einheitlich spgot. 1496. — _Madonna_, Holz, um 1480. 5
+_Epitaphe_ der Schwarzenberg und Seinsheim. Das älteste und beste Stück
+die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim † 1502, sehr feiner
+Porträtkopf, die untere Hälfte der Platte zerschlagen.
+
+*Schloß* (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die
+Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger Wohnbau, Ringmauer mit Türmen.
+Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh.
+Fachwerkwände mit farbiger Bemalung.
+
+_WASUNGEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
+
+*Stadt-K.* 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch. mit 3/8
+Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. Inneneinrichtung mit Holztonne und
+hübsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh.
+
+An und in der ganz einfachen *Friedhofs-Kap.* (mit rom. Mauerresten)
+zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.
+
+*Rathaus* 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten des
+Gebiets. (Einige Veränderungen 1904).
+
+*Amtshaus* 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß
+mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in origineller
+Rustika, bez. 1611.
+
+Mehrere *Höfe* ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches
+Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier
+Stuckdecken in Quadraturwerk. — Bürgerhäuser des 17. Jh. in guter
+Fachwerkarchitektur. — Reste der *Stadtmauer*.
+
+*Burgruine Maienluft*. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschluß
+rest.
+
+_WATZENDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem
+Kreuzgwb.
+
+_WECHSELBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Schloß-K.* (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den
+Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; die einheitliche
+Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. — Eine der
+spätesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler
+kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter
+Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung
+mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen als die spgot.
+Einwölbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme
+schließen eine nach dem Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne
+Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
+offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten
+Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang
+und Choreingang des Magdeburger Doms. Das Äußere durchgehend mit fein
+profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken
+feine Rundstäbe; die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem
+Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln des Qsch.
+Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die WTürme nur bis
+zur Höhe des Schiffs ausgeführt; nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des
+Stifters zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. —
+Das Innere birgt _Bildhauerwerke_, die unter den edelsten Kleinoden
+deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich nach Vollendung der K., also
+um 1230-35, leider nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den
+eingreifenden Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des Chors,
+veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt; zu ersehen aus der
+Höhenlage der Arkatur in der Apsis und der Basen der Ecksäulchen an den
+Triumphbogenträgern. Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner
+abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze der
+Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch in seiner
+Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum des Schlosses
+befinden sich formierte Trümmer, die über die ursp. Gestalt Aufschluß
+geben könnten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es
+liegt nahe, zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta
+befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen führten. Seine
+Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in den Zwickeln befindlichen
+Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der letzten
+Rest. erhalten; vorher gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die
+zweite Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, jetzt mit
+modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden
+Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und David,
+Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs
+sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den
+Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. (»Dusis«);
+an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks
+Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei
+Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Bögen
+verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung
+hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit Maria und Johannes in
+stumpfem Winkel zurücksprangen. Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln
+[**Illustration:]. Endlich die Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale
+Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und die
+Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel eines der frühesten
+Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß der Kreuzesendigung die Halbfigur
+des Vaters mit der Taube; zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in
+Dreipässen (vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in
+Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte weibliche
+Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl. männliche, auf die überwundenen
+Mächte des Judentums und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam,
+der in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition
+also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen und antitypisch
+vorgebildeten, im neuen vollzogenen Welterlösung. — An ihrem ursp. Platz
+zwei als Melchisedek und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. —
+Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als
+lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen und harten
+Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der
+Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger
+Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu
+ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe;
+feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls, Mäßigung und
+Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller dieser Eigenschaften
+eine Monumentalität, die für die deutsche Kunst damals eine neue
+Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die
+Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was zu überwinden
+nötig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgeführten Stücke;
+besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Größe, schwierigen
+Aufgaben der Verkürzung gewachsen. — Ungefähr derselben Zeit, doch in der
+Qualität nicht auf gleicher Höhe das _Grab der Stifter_, des Grafen Dedo
+von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgroße Gestalten, auf der
+Tumba ruhend.
+
+_WECHTERSWINKEL._ UFranken BA Mellrichstadt.
+
+Ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst.*
+
+*Kirche.* Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. rom. Basilika,
+nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, auch der Nonnenchor
+abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. 4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll.
+und glatten Rundbgg. Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache
+WPortal mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. — _Barockaltar_ aus
+Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild einer Äbtissin 1558.
+
+*Propstei* von 1792. Mit schönem Treppenhaus.
+
+_WEESENSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß* auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich von
+König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im Besitz der Bünau. Aufbau,
+dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, die unteren die jüngsten, so daß die
+Kellereien im 5., die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem
+durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. Mönchsboden
+_Wandmalereien_ der frühesten Renss. Einrichtung der Schloßkirche 1738-41.
+Der »steinerne Saal« 16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18.
+Jh. Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel gute
+klassizist. Ausstattung. _Porträts_ von Rotari, Mengs, Graff, Vogel,
+Leypoldt, Torelli. — Oben im Walde Jagdschlößchen mit prachtvollen
+_Rok.-Öfen_.
+
+_WEHNDE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+
+*Dorf-K.* 1670 gotisierender Barock.
+
+_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Hünfeld.
+
+*Dorf-K.* An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, der Turm
+wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh.
+
+_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. —
+Spgot. _Schnitzaltar_.
+
+_WEHRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Marien-K.* OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. auf
+Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter.
+
+_WEIDA._ Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.
+
+*Stadt-K.* (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß; im 16. Jh.
+ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen.
+— _Kanzel_ und andere Ausstattungsstücke 1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes
+_Kruzifix_ 1680.
+
+*Friedhof*. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau von 1608.
+
+*Peters-K.* Ruine mit großem rom. Turm.
+
+*Wieden-K.* Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um M. 14. Jh.
+begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde; ausgezeichnete
+Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der
+Chor schließt mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester
+Zeichnung. — In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei (13. Jh.?).
+
+*Nonnenklst.-K.*, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, später
+städt. Kornhaus.
+
+*Rathaus* 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg und Gera
+verwandt.
+
+*Schloß Osterburg*; eine noch immer bedeutende Baugruppe, wenn auch nicht
+mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. Großer runder Bergfried; der
+erste, ca. 30 m hohe Absatz 2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch,
+von kleinerem Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma. Die
+Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, ihrer Zwerchhäuser und
+sonstigen Schmuckes großenteils beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll.,
+ähnlich denen im Klst. Mildenfurt.
+
+_WEIDELSBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Burgruine.* Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große Wohngebäude,
+umgeben von Mauern mit 9 halbrunden Türmen und tiefem Graben.
+
+_WEIKERSGRÜBEN._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* Guter spgot. _Flügelaltar_ um 1490. — _Holzfigur_ St. Nikolaus,
+würzburgisch um 1500.
+
+_WEILAR._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+
+*Dorf-K.* Einheitlich 1740. — Hübscher Rok.Kanzelaltar, mit der
+Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand mehrere _Flügelgemälde_ E. 15.
+Jh. (in diesem Gebiet selten).
+
+*Schloß* (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und der
+Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung.
+
+Auf dem Beyer vorgeschichtliche *Wallburg*.
+
+_WEIMAR._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Dorf-K.* Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. spgot. —
+Steinkanzel spgot., Empore renss.
+
+_WEIMAR._ Hauptstadt von Sachsen-Weimar.
+
+*Haupt-* und *Stadt-K.* Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut 1735. — Großer
+Reichtum an _Grabmälern_ (im Inv. werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6
+große Wandgräber: 1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den
+Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken Zügen; —
+2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin von _L. Tüttich_ und _H.
+Hünefeld_ aus Leipzig; die Triumphbogenform klar durchgeführt, die
+Einzelheiten sehr barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; — 3) für
+die Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem Fuß; — 4) für
+Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die Herzogin Freifiguren,
+kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld flankiert von gekuppelten
+korinth. Sll. mit verkröpftem Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika
+Relieftafeln; — 5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem
+Epitaph der Kurfürstin Agnes; — 6) für die Herzogin Dorothea Susanna,
+Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische Pilaster, vor
+welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene dreimal, als Kind, Braut
+und Witwe (oder mit zwei Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer.
+Unter den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe † 1521;
+Bronzeguß aus der Werkstatt _P. Vischers_, flaches Bildnisrelief,
+Umrahmung durch einen Kleeblattbg. mit leichter Andeutung von Maßwerk; am
+Rande der Platte die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen
+Bordüre von renss. Ornament; — 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus et
+consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur künstlerisch von
+mäßigem Wert; — 9) Herzog Wilhelm d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung
+in kühnen derben Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume
+stehend, halb links gewendet; — 10) Joh. Friedrich d. Großmütige und
+Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze auf steinernem Sockel; nur
+mit Wappen und Inschriften; Umschließung durch ein schönes eisernes
+Gitter; Entwurf des Ganzen vom Maler _Peter_ [_Gothland_], die
+Bronzeplatten vom Bildhauer _Hermann_ in Erfurt und dem Büchsengießer
+_Jacob __ Schlaf_ in Eisleben; — 11) Kurfürstin Agnes † 1555
+(zusammengehörig mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental
+behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem Relief. —
+_Altartriptychon_ von _L. Cranach_; des Meisters letztes Werk, in dem
+seine lange verwahrloste Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr
+vor seinem Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde in der
+Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als Sieger über Tod und
+Teufel; rechts die Porträtgestalten Luthers und Cranachs, von Johannes dem
+Täufer auf das Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der
+kurfürstlichen Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt.
+— Drei _Lutherbildnisse_ zu einem Triptychon zusammengestellt, das linke
+bmkw. Original von _Veit Thim_, die beiden anderen Kopien nach _Cranach_.
+
+*Residenzschloß*. Die seit 1651 von _Moritz Richter_ erbaute Wilhelmsburg
+hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und düsteren Charakter wie der
+Friedenstein in Gotha. Nach Brand 1774 unter _Goethes_ Leitung Um- und
+Neubau (bis 1803). Architekten: _Steiner_, _Ahrens_, _Thouret_, _Genz_.
+Drei Flügel umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt;
+mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der SWEcke einige von
+dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: der Schloßturm, im Unterbau
+von 1439, in den Obergeschossen E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem
+renss. Tor um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.
+
+*Rotes Schloß,* 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; der Erker
+beraubt und sonst einfach.
+
+*Gelbes Schloß,* im selben Gebäudekomplex wie das vorige; 1702.
+
+*Grünes Schloß* (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den Schauseiten
+durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das Äußere vereinfachend umgebaut,
+das Innere rok.
+
+*Wittumspalais*, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.
+
+*Stadthaus* 1526-1547. — *Haus* der Familie _v. __Lützelburg_ (jetzt
+Staatsanwaltschaft) 1568. — *Cranachhaus* am Markt (von C. bewohnt
+1552-53), wesentlich E. 16. Jh. — *Haus Herderplatz No.* 16, ehemals dem
+Deutschorden gehörig, 1566, Renss. strengerer Richtung. — Das *Goethe-*
+und das *Schillerhaus*; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des
+vornehmeren und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses am E. 18.
+Jh. nicht uninteressant. — Ein ähnliches Doppelinteresse bietet der _Park_
+mit seinen Ziergebäuden aus Goethes Zeit.
+
+_WEISCHWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+
+*Dorf-K.* wesentlich 1792. — Drei Figuren von einem _Altarwerk_ um 1500
+»zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Saalfelder Werkstatt zu rechnen«.
+
+_WEISMAIN._ OFranken BA Lichtenfels.
+
+*Pfarr-K.* Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; genauere
+Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht mehr zu finden.
+
+*Rathaus* 1634. — Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.
+
+_WEISSENBERG._ K. Sachsen AH Löbau.
+
+*Stadt-K.* Stattlicher _Altar_ 1666. — Lange Reihe v. Gersdorfscher
+_Grabsteine_ 16.-18. Jh.
+
+*Rathaus* nach Brand 1787, ältere Teile benützend.
+
+_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Freiberg.
+
+*Dorf-K.* ohne ausgeprägten Stil. — Stattliches _Epitaph_ des Adolf v.
+Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen Arbeiten in Sayda und
+Lauenstein. — 3 ikon. _Grabsteine_ derselben Familie 1557, 1632, 1664. —
+Schloßruine.
+
+_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Dorf-K.* 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. — _Selbdritt_, gutes
+Schnitzwerk um 1500. _Glocke_ 14. Jh., mit 1489 und 1538.
+
+_WEISSENBRUNN AM WALD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
+
+*Kirche* 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753. *Schloß* 1556.
+
+_WEISSENFELS._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K. S. Marien.* Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift 1303; das
+übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, doch wohl mit Benutzung der
+alten Grundmauern. Die Schmalseite des Ssch. spricht für ehemalige
+Basilika. Jetzt die drei Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch.
+nicht ausgeführt (Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen
+der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. schließen
+sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite des Msch. vorgebaute
+Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine Fenster und Strebepfll. sind sehr
+reich dekoriert, ungefähr in der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während
+das Lhs. sparsam gehalten ist. — _Hochaltar_ 1524, sonstige Ausstattung
+1670-84.
+
+Ehem. *Klst. S. Clara* (profaniert und ruinös). Im wesentlichen der
+Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), der Chor nicht
+abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten Lhs.
+unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige Nonnenempore. Die schlanken
+Fenster 2teilig, als Maßwerk einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. — Die spgot,
+Kanzel aus der *Stadt-K.* versetzt. — Die als Magazine vernutzten
+Klst.Gebäude in der Anlage noch zu erkennen.
+
+*Schloß Neu-Augustusburg.* 1664-90 von _Erhard Lindner_; der Entwurf wohl
+von _Moritz Richter_, ähnlichen Charakters wie die Schlösser von Weimar
+und Gotha. Imposanter Massenbau in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in
+Triklinienstellung. Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel.
+Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel. Die
+innere Ausstattung durch Umwandlung zur Kaserne zerstört. Von namhaftem
+Interesse die von Leonhard Sturm, dem Theoretiker des protestantischen
+Kirchenbaus, gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das Schloß
+von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr reiche
+»täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck auf rosa und
+apfelgrünem Grunde.
+
+*Rathaus* 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. — *Bürgerhäuser* renss. und
+bar.
+
+_WEISSENOHE._ OFranken BA Forchheim.
+
+Ehem. *Benedikt. Klst.-K.* gegr. im 11. Jh., neu erbaut und ausgestattet
+17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung.
+
+_WEISSENSEE._ RB Erfurt Kreisstadt.
+
+*Nikolai-K.* (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit got.
+Veränderungen.
+
+*Petri-Paul-K.* Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß nach 1331,
+das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger. 2 _Schnitzaltäre_ um 1500.
+
+*Landgrafenburg.* Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich dem
+Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von demselben Meister
+erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß des Turms rom. Sll. Erhalten auch
+das rom. Außentor.
+
+_WEISTROPP._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. — Schloß
+ohne Interesse. Porträts von _Graff_ und _Tischbein_.
+
+_WEITERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil, 1700 rest.
+
+_WELKERS._ RB Cassel Kr. Fulda.
+
+*Dorf-K.* neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung in 23
+Figuren, E. 15. Jh.
+
+_WENDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Burg.* Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als
+fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört; jetzt
+größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter Dach. Das 1596 für
+Wolf Dietrich v. Witzleben von _Friedrich Fuss_ errichtete »Neue Schloß«
+zeigt im Hauptportal Hochrenss. in vornehm behandelter jon. Ordnung; an
+der Tür des Treppenturms Elemente des Florisstils.
+
+_WENIGENJENA,_ Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.
+
+*Dorf-K.* Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. Chor
+mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. Dürftiges kleines 1sch.
+Lhs. aus A. 16. Jh. Außen an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig
+ausgeführtes, aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit.
+— _Sakramentsnische_, auf der Grenze von Hoch- und Spgot. — _Gedenktafeln_
+aus 17. und 18. Jh. — Im Chor _Wandmalereien_ des 14. Jh., Jüngstes
+Gericht, Passion und Heiligenlegende.
+
+_WENKBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem Erdgeschoß den
+Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. Am flachged. Sch. nur die
+SMauer rom.
+
+_WERDAU._ K. Sachsen AH Zwickau.
+
+*Stadt-K.* 1760 vom Dresdener Baudirektor _S. Locke_. Hallenbau mit
+Emporen. Stuckierung von _A. Vogel_. Reicher _Kelch_ M. 15. Jh.
+
+_WERKEL._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
+
+*Kirchturm*, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, woran 4
+Ecktürmchen.
+
+_WERLESHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+Ansehnlicher *Edelsitz* der Herren v. Harstein 1565, steinerner Unterbau,
+2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und Erker.
+
+_WERNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+
+*Dorf-K.* Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem Interesse.
+
+*Kap. S. Veit.* Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel reiche
+Maßwerkblenden.
+
+*Schloß* 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große gewölbte Halle.
+
+_WERNECK._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Sommerschloß* des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, 1731 bis
+1747 von _B. Neumann_. Mit den sich anschließenden Stallungen und
+Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte Anlage; im Hauptbau 2 Säle und
+100 Zimmer. Die glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog
+Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die Stuckdekoration
+aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen bei der Einrichtung als
+Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore von _Oegg_ in der Art jener des
+Würzburger Schlosses. Der ausgedehnte Park anglisiert.
+
+_WERNSTEIN._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Schloß.* Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner Renss.-Bau
+1567. Befestigung mit reicher Tordekoration 1576, anscheinend von _Caspar
+Vischer_. Im Vorwerk großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und
+Ornament im Charakter der Plassenburg.
+
+_WESTENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1579, verändert 1731.
+
+_WESTHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich umgebaut.
+
+_WETTER._ RB Cassel Kr. Marburg.
+
+*K.* des 1015 gegr. *adligen Jungfrauenstifts*. Baudaten fehlen.
+Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg begonnen, ist sie
+doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, mit Neigung zu etwas
+altertümlicherer Prägung der Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei
+bedeutend kleineren Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied,
+daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher Weise gerade
+schließen. Das Qsch. enthält also außer der quadr. Vierung je 2 rck.
+Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. Ganze innere L. 40 m. Von Marburg
+abweichende Züge sind sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der
+OTeile; die schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen
+gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks durch Ausschnitt
+aus Steinplatten; die Walmdächer auf den Kreuzflügeln (die jetzigen
+Dachgiebel eine willkürliche Zutat von _G. G. Ungewitter_). Das Hauptdach
+aus 15. Jh.; vorher über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und
+quergestellte Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant
+wahrscheinlich 2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. Die spgot.
+Bemalung des Innern von _C. Schäfer_ beseitigt und nach vorgefundenen
+frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze zutreffend, ist natürlich
+zweifelhaft. Auch am Äußeren des Chors Spuren eines gemalten Frieses. —
+_Stifterdenkmal_ der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl 1466.
+_Taufstein_ frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen stützen das halbkugelige
+Becken. — _Altar_ mit Retabelgemälde, 7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. —
+_Wandmalereien_ im Chor spgot.
+
+Von dem alten *Stiftsgebäude* geringe Reste.
+
+Von der *Stadtbefestigung* Teile mit Wehrgang erhalten.
+
+_WETTESINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Dorf-K.* sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, ohne Tür.
+Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.
+
+_WETTIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
+
+*Stadt-K.* spgot. unbedeutend.
+
+*Burg*, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.
+
+_WETTRINGEN._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Pfarr-K.* Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher _Hochaltar_, die Figg. in
+der Richtung _P. Wagners_, ebenso die vortrefflichen _Kruzifixe_ auf den
+Seitenaltären. _Pietas_ A. 16. Jh. — Mehrere _Bildstöcke_.
+
+_WETZHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.
+
+*Ev. Pfarr-K.* Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. — Bmkw. durch
+Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität die lange mit 1460
+beginnende Reihe von _Grabmälern_ der Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der
+Zahl. — Bmkw. _Kelch_ 14. Jh.
+
+*Schloß.* Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., Einzelheiten
+got. und renss.
+
+_WEYER._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der übrige Bau nebst
+Stuckaturen um 1730.
+
+*Pfarrhaus.* Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) erbaut. Gute
+Stuckdecken um 1730.
+
+Malerischer *Gemeindebrunnen* auf zehn steinernen Säulen. Erneuert 1840.
+
+*Bildstock* der Kreuzigung mit Stifter von 1623.
+
+_WICKERSHAIN._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Marien-K.* (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und Anbauten hat
+die ursp. rom. Anlage (von welcher der turmtragende quadr. Vorchor und die
+WWand) eine sehr unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von
+eigentümlicher Verschiebung des polyg. Gr.
+
+_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das schöne Südportal.
+
+_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Schloß* (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von vornehmen
+Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung des durch 2 Geschosse
+gehenden Saales. — Porträts von _Graff_, Venusstatue bez. _Balth.
+Permoser_ 1724, von demselben die Jahreszeiten.
+
+_WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE._ Sachs.-Altenb. LA Roda.
+
+*Jagdschloß* Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten eines von
+Waldbächen gebildeten Teiches. Nach vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr
+willkürlich rest. Urspr. ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und
+Ecktürmen mit Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der
+Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. — Die jetzige
+Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist fremden Ursprungs. 4
+_Gemälde_ aus der Schule _Cranachs_ schildern das Leben Joh. Friedrichs.
+_Relief-Brustbild_ desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in
+Thüringen beliebte Technik.
+
+_WIEDERSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+
+*Dorf-K.* 1601, wie Hinternah.
+
+_WIESENBRONN._ UFranken BA Kitzingen.
+
+*Pfarr-K.* Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. — Altar A. 17. Jh. mit bmkw.
+_Gemälde_ von _Hans Heunisch_. — _Grabmal_ des brandenbg. Geh. Rats Joh.
+Buttner † 1605 und seiner Frau, 2 Tafeln in schönem _Bronzeguß_ von _Joh.
+Weinmann_.
+
+_WIESENFELD._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
+
+*K.* einer um 1200 gestifteten *Johanniter-Kommende*. Frgot. 1260. Rck.
+mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. An der NSeite großer
+5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit Leiter ersteigbar, also zu
+Verteidigungszwecken errichtet (rest. 1903).
+
+*Johanniterhaus*. 1587, unbedeutend und verwahrlost.
+
+_WIESENFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder Bar.-Typus
+(vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, Wüstheuterode).
+
+_WIESENTHAU._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Dorf-K.* spgot., stark rest. — _Altäre_ 17.-18. Jh. _Kanzel_ bar. mit
+spgot. Figg. Reich geschnitzter _Beichtstuhl_ 18. Jh. _Epitaphe_ der
+Familie v. Wiesenthau 1581, 1590, 1605.
+
+*Schloß*, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen,
+Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566.
+
+_WIESENTHEID._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Pfarr-K.* 1727-32 von _Balth. Neumann_; Bauführer der oft von Neumann
+verwendete und später im Kurfürstentum Trier selbständig auftretende
+_J. G. Seiz_. In ihr gibt der große Künstler seine Idee einer Landkirche,
+freilich mit ungewöhnlich reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme
+Bauherr (Schönborn) zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition
+ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, eingezogener
+Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung. Mansarddach. Im Detail
+neben spezifischen Rokokoformen (Fenster) Elemente des dorischen Stils
+(Pilaster und Fries). Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem
+Dach; ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. Die
+Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur an Wand und
+Decke, gut verbunden mit den prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem
+Hochaltar bmkw. gut die _Statue_ des h. Mauritius.
+
+*Kreuzigungsgruppe* vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm theatralisch.
+
+*Schloß* der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um einen quadr.
+Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen schlicht. Geschmackvoll
+eingerichtete Rok.Zimmer.
+
+*Gräfl. Gruftkapelle*, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur von dem Maler
+der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend).
+
+*Rathaus* in behäbigem fränkischem Fr.Rok.
+
+_WILDBURG._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Burgruine.* Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes
+Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten.
+
+_WILDENBERG._ UFranken BA Miltenberg.
+
+*Burgruine* ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus rom. Zeit
+erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht nachstehend (die
+Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen Schloß Eulbach nicht
+einwandfrei). Die Anlage klar und regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an
+Kunstformen: rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker;
+der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur.
+
+_WILDENFELS._ OFranken BA Forchheim.
+
+*Burgruine* bedeutend.
+
+_WILDPRECHTSRODA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Kirche* 1683.
+
+*Schloß* (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der Gegend, 17.
+Jh.
+
+_WILHELMSBAD_ bei Hanau RB Cassel.
+
+*Badanlage* 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; im Park
+künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage.
+
+_WILHELMSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+
+*K.* des ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen*. Rom. 12. Jh.
+Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am Chor und Qsch., im Lhs.
+4 Arkaden mit Stützenwechsel. An den Sll. attische Basen mit Eckblättern,
+Würfelknäufe mit Pflanzenornament. Eine Tür am südl. Kreuzflügel umrahmt
+mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon Agnus Dei. (Nebenapsiden
+und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892 rest. und vielfach verändert.
+
+_WILHELMSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.
+
+Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die Bauformen der
+Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen Kriege halb zerstört, 1891 rest. —
+Kleine kreuzf. Basilika (28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau
+dieselben Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis alt. Im
+Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige Sll. mit kurzem, stark
+verjüngtem Schaft, an den Flächen der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette.
+WFassade turmlos. Rom. (?) _Taufstein_.
+
+_WILHELMSHÖHE_ bei Cassel.
+
+Ein im 12. Jh. gegr. *Nonnenklst.* 1527 aufgehoben. Bescheidenes
+landgräfl. *Schloß*. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter Landgraf Karl
+Neubau (Entwurf von _de la Fosse_ 1710) mit großartiger Parkanlage
+geplant. Nur die letztere wurde unter Karl wirklich begonnen, von seinen
+Nachfolgern fortgesetzt. Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX.
+(Abbruch des alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf von
+_Wailly_ 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer Ausdehnung, der
+unter dem Einfluß Palladios entstandene, künstlerisch sehr bedeutende
+Entwurf von _H. Chr. Jussow_ 1786. Den Auftrag erhielt _Salomon Louis Du
+Ry_ (aus der in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen
+Hugenottenfamilie). Die vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig,
+übereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der in seiner Jugend bei Blondel
+in Paris gebildete Künstler hatte sich unumwunden dem Klassizismus
+englischer Färbung zugekehrt. Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der
+Mittelbau 1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. — Die Anlage modifiziert
+mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung an das bewegte Gelände und
+die ansteigenden Baummassen des Parkes, den traditionellen
+Hufeisengrundriß in der Weise, daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige
+Gebäude aufgelöst, dann aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder
+verbunden werden, und zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude zu dem
+Hauptgebäude in stumpfem Winkel anlaufen.
+
+Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten; sie waren
+auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse teils unter
+Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie sehr die apsidialen Schlüsse der
+Hauptbauten und überhaupt der ganze Rhythmus durch sie gestört wird,
+leuchtet ohne weiteres ein. — Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt
+zusammen mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem Empire vorangehende
+Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied der beiden Gebäude ist
+bezeichnend für den Unterschied der strengeren, großzügigeren englischen
+(von den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der weicheren
+französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt sich der
+französische Geschmack wieder vor, doch schon im Gepräge des eigentlichen
+Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen
+später noch manches hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den
+Gegenständen überwiegt die römische Geschichte, auch ein Zyklus aus Tasso
+war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche. Die bekanntesten Namen
+_F. H. Tischbein_, _Hackert_ und _Nahl_.
+
+Der *Park*. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung an die
+Gärten in Rom und Frascati durch den römischen Architekten _Giov. Fr.
+Guernieri_ — vielleicht das grandioseste, was irgendwo der Barockstil in
+der Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage,
+die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich zur
+Ausführung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden Naturpark im
+englischen Geschmack. Bei _Guernieri_ war das Hauptmotiv die mit reichem
+architektonischem Beiwerk ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der
+Höhe des Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß rhein.
+l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit Rundmotiven und
+eine breite Querallee mit vielen Becken und Springbrunnen durchbrochen.
+Davon hat sich nur der oberste Abschnitt erhalten, endend in das
+phantastisch-kolossalische _Oktogon_ mit dem Herkules (der »kleine
+Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der englische Park
+wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht verzichten. Doch in einem
+grundsätzlich anderen Sinn, als das Barock. Nicht um architektonische
+Durchbildung des Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um
+Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar) freien
+Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche Bedeutung
+Stimmung machen sollten. Künstliche Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten
+Projekt _Du Rys_ sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel
+erhalten. Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der Vögel«.
+Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung der
+Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische Schwärmerei
+für die Gotik. So entstand (erster Plan 1790) die _Löwenburg_, anfangs als
+Ruine beabsichtigt. Auf Verlangen des Landgrafen ein vollständiges,
+wohnbares, allerdings im Maßstab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes
+Bergschloß — kulturhistorisch merkwürdig als eine der frühesten
+Schöpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland. Entwurf von _Jussow_.
+Für die dem Schloße näher liegenden Zierbauten kehrte derselbe mit gutem
+Takt wieder zu klassischen Formen zurück: _Säulenhalle_ und _Tempel_ am
+Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgeführt) zum Philosophentale.
+— Eine _chinesische Galerie_, eine _Moschee_ und eine _Eremitage des __
+Plato_ sind seither wieder verschwunden. — Unter den Nebengebäuden des
+Schlosses das wichtigste das _Theater_ von 1808 (jetzt mit starker
+Veränderung Tennishalle) und das _Pflanzenhaus_.
+
+_WILHELMSTAL_ bei Cassel.
+
+*Schloß.* Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten unter
+den Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von Mitgliedern der aus Frankreich
+stammenden, in mehreren Generationen in Cassel ansässigen
+Architektenfamilie _Du Ry_. Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung.
+Anlage des Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von _Karl D._ Sein
+Sohn _Simon Ludwig D._ war schon 1749 in Paris mit der Durcharbeitung des
+Entwurfs für den Mittelbau (corps de logis) unter den Augen _Blondels_
+beschäftigt (ausgeführt erst nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer
+Feinheit der Sandsteinarbeit etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine
+leise Tendenz zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings
+nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die geistlichen
+Fürsten des katholischen Deutschlands huldigten, auch in ihren Schlössern,
+sondern leichter in der Haltung, feiner und anheimelnder; wie denn auch
+der Gr. und die Abmessungen in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. —
+Zur Seite standen _Du Ry_ der Bildhauer _J. A. Nahl_ und der Maler _J. H.
+Tischbein_. — Die kleinen Wachthäuser um 1770 in derjenigen Abwandlung des
+Rok., die man »Zopf« zu nennen pflegt.
+
+_WILHELMSTAL_ bei Eisenach Sachsen-Weimar.
+
+*Großherzogl. Schloß*. Malerische Gruppe von niedrigen schlicht bar.
+Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse geordnet. Am NEnde ellipt.
+Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung der beiden NHäuser unter Goethes Leitung
+1790. Aus derselben Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende
+Zutaten 1850.
+
+_WILLERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im Schiff je 4
+schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft sich windenden Ansätzen.
+
+*Schloß*, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung.
+
+_WILLMERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. 1753 umgebaut. —
+_Holzfigg._ Reste eines _Altars_ von ca. 1520. Bmkw. _Taufstein_ 2. H. 16.
+Jh.
+
+_WILSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher Br. mit dem
+Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen.
+
+_WILSDRUFF._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Pfarr-K.* S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal aus ziemlich
+früher got. Zeit; _Kanzel_ 17. Jh.; _Epitaph_ 1731.
+
+_WIMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Benediktiner-Klst.* gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil der 2. H.
+12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des Chors und Qschiffs
+(lichte Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden.
+Nebenchöre (gewölbt) und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je
+zwei niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den dortigen
+Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters von Königslutter.
+Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie (wie in Klst. Mansfeld).
+
+_WINDECKEN._ RB Cassel Kr. Hanau.
+
+*Stadt-K.* 1455-96, 3sch.
+
+*Schloß* (Amtsgericht) 16.-17. Jh.
+
+*Rathaus*, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung.
+
+*Stadtmauer* mit Wehrgang und Scharten.
+
+_WINDHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.
+
+*Herrenhaus*, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die Anlagen des
+Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches Beispiel des
+sentimentalen Naturparks und seiner Requisiten: Einsiedelei,
+Freundschaftsdenkmal, Altar, Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke.
+
+_WINDEHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+
+*Pfarr-K.* Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, am
+Gewände Ringsäulen.
+
+_WINDHEIM._ UFranken BA Hammelburg.
+
+*Pfarr-K.* 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich von Hauptmann
+_Fischer_ (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher _Hochaltar_ von 1696, ehem. in
+Hammelburg.
+
+_WINDISCH-HOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+
+*Dorf-K.* mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis.
+
+_WINDISCHLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+
+Ansehnliche spgot. *Dorf-K*. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh.
+
+*Schloß*; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt.
+Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude (SFlügel) im 1. und 2.
+Geschoß um 1450, das Obergeschoß und die sehr stattlichen Giebel und
+Zwerchhäuser 1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw. Einzelheiten.
+Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken.
+
+_WINTERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten Einzelheiten.
+*Pfarr-K.* 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom. Geschosse.
+Bar. _Hochaltar_ mit bmkw. spgot. _Schnitzbildern_; im Hauptfeld
+Kreuzigung, in der Predella Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp.
+Ma.
+
+*Mauritius-K.* (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung der
+Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem quadr. Chor.,
+Stilformen frgot. um 1300.
+
+*Rathaus* 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok.
+
+_WIPFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung der Würzburger
+Schule.
+
+_WIPPRA._ Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis.
+
+*Burgruine.* Sehr verfallen.
+
+_WIRSBERG._ OFranken BA Kulmbach.
+
+*Pfarr-K.* 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im sog.
+Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer Einfluß).
+
+_WIRTHEIM._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+
+*Dorf-K.* spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem 1/2 8eck.
+Chor; sorgfältiges Maßwerk.
+
+_WITTENBERG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. Chor
+und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A. 15. Jh. Die 3 Sch. schließen platt
+in gleicher Flucht, das nördl. ist verbreitert, daher die
+Unregelmäßigkeiten des Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540
+gemeldet. Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers (1543) in der
+Lutherhalle, das _Altarwerk_ _L. Cranachs d. Ä._ modern verunstaltet. An
+der nördl. Chorwand Gemälde von _L. Cranach d. J._, die Bekehrung Pauli,
+des Meisters letztes Werk, 1586. _Taufbecken_ in Rotguß von _Hermann
+Vischer_ 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel Reliefs von Heiligen.
+Einfacher _ikon. Grabstein_ Bugenhagens. Großes _Epitaph_ für Matth. v.
+Schulenburg 1S69 von _G. Schröter_. Das ausgezeichnete _Alabasterrelief_,
+Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. † 1586 von _S. W._ (_Sebastian
+Walther_ in Dresden). Tafel für Kaspar Lindemann von _Ulrich Gretel_ in
+Leipzig. — Außen an der NSeite Relief, Christus als _Weltenrichter_ 1310;
+am WPortal _Maria_ mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor _Judensau_.
+
+*Schloß-(Universitäts)-K.* ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das Äußere
+entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere durchaus rest. Rck. von
+6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen den nach innen gezogenen Pfll. eine
+ringsumlaufende, von Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein
+niedriges unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. — Große
+_Bronzegrabplatten_ für Friedrich den Weisen und Johann den Beständigen;
+jene bez. _Peter Fischer_ (sic) _Norimbergensis_ A. 1527; diese, eine fast
+genaue Nachahmung, _H V_ (_Hans Vischer_). Außerdem dieselben beiden
+Kurfürsten in lebensgroßen knienden _Marmorstatuen_. Die Bronzetafel auf
+dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars in Jena.
+_Bronze-Gedächtnistafel_ des Juristen Henning Goeden von _P. Vischer_ 1521
+(Wiederholung im Dom zu Erfurt).
+
+*Schloß* erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt. Bmkw. die
+beiden Treppenhäuser, die sich nach dem Hof in Lauben öffnen. Über dem
+Portal schön gemeißelte Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr. Zustand
+auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs.
+
+*Rathaus* spgot. und renss. An der langen Marktseite außer dem
+(modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, Vorhangbögen; später
+hinzugefügt ein Renss.-Portal mit Altan und 4 Renss. Zwerchhäusern. —
+*Apotheke L. Cranachs*. Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser
+erhalten der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines
+Geharnischten. *Häuser Melanchthons* und *Bugenhagens*. Das *Lutherhaus*
+(urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840 einen gänzlich falschen
+Charakter erhalten; unberührt das 1540 in Pirna gefertigte Portal und im
+ganzen auch Luthers Wohnstube.
+
+*Alter Friedhof* vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit Relief des
+Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter Elisabeth und
+Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften.
+
+_WITTGENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
+
+*Dorf-K.* 1754. Gute _Grabmäler_ E. 17. Jh.
+
+_WITZELRODA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+
+*Dorf-K.* E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um 1702.
+
+_WITZENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+
+*Stadt-K.* Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem Msch.
+Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher. — Grabmal der Familie v.
+Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße Rundfigg. knien auf einer von Sll.
+getragenen Plattform, darüber Relief mit der Auferstehung Christi.
+
+*Wilhelmiter-Klst.* 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit 4Gwbb. auf 1
+Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte, aus deren Kanten die
+Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder geteilt; Ähnlichkeit mit dem
+Rittersaal des Marburger Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur
+Kolonialschule eingerichtet.
+
+*Klus-Kap.* am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom. Profilen.
+
+*Hospitals-Kap. S. Michael.* Einfacher spgot. Bruchsteinbau um 1392. Der
+sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch
+Eselsrücken verbunden, die Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit
+steinernem Helm.
+
+*Rathaus.* Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration nach einem
+Brande zur Unkenntlichkeit entstellt.
+
+*Wohnhäuser* in Fachwerk.
+
+Reste der *Stadtbefestigung*.
+
+_WITZLEBEN._ Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt.
+
+*Dorf-K.* mit rom. Resten.
+
+_WOFFLEBEN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den Experimenten
+des protestantischen Kirchenbaues.
+
+_WOLFERSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal.
+
+_WOLFHAGEN._ RB Cassel Kreisstadt.
+
+*Pfarr-K. S. Anna*. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in schlichten,
+kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 (Inschr.), das bmkw. Dach
+1501.
+
+Vor der Stadt *Kapelle* in vorzüglichen hochgot. Formen.
+
+_WOLFMANNSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm im
+Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730.
+
+_WOLFSMÜNSTER._ UFranken BA Gemünden.
+
+*Pfarr-K.* Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit urspr. guter
+gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). _Glocken_ 1412, 1786.
+
+*Schloß Wolfsmünster*. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln.
+
+_WOLKENBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
+
+*Dorf-K.* 1794 nach Entwurf von _J. A. Giese_ in der Richtung von _C. G.
+Langhans_. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende Empore von dor. Säulen
+getragen; der Altartisch ohne Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde
+von _A. F. Oeser_ und _H. V. Schnorr v. Carolsfeld_.
+
+Die *ältere K.* (um 1400) jetzt *Erbbegräbnis* der Grafen Einsiedel.
+Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete Arbeit von _J. H.
+Böhm_. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern gefallenen Gf. Friedrich
+v. E., Eisenguß aus Lauchhammer.
+
+*Schloß* (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles gründlich
+umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung vom Besten.
+Familienbildnisse u. a. von _Mengs_, _Graff_ und _Grassi_. Großer Park,
+englisch umgearbeitet.
+
+_WOLKENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienburg.
+
+*Stadt-K.* nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. — _Altarwerk_ aus
+mehrfarbigem Gestein 16S2 von _Joh. Böhme_.
+
+*Burg*, in jetziger Gestalt ohne Interesse.
+
+_WOLKRAMSHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+
+*Dorf-K.* Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß.
+
+_WOLKSHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich in das
+Architekturbild eingegliederten _Altäre_ von _Auwera_ und _Steuerwald_
+(letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen).
+
+*Sebastians-Kap.* 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein älterer
+_Altaraufsatz_ um 1650 an der NWand. Hinter der Kap. bmkw. _Bildstock_ um
+1400.
+
+Im Dorf lebensgroße _Standfig_. des hl. Michael 1743.
+
+_WOLMIRSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+
+*Dorf-K.* spgot., 1sch., mit Netzgwb.
+
+_WOMMEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.
+
+*Gutshaus*, Portal Frührenaissance 1535.
+
+_WONFURT._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Pfarr-K.* Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700.
+
+*Friedhofs-Kap.* Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh. Gute
+_Kreuzigungsgruppe_ um 1750.
+
+*Schloß.* E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695.
+
+_WONSEES._ OFranken BA Ebermannstadt.
+
+*Pfarr-K.* 18. Jh. — Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601.
+
+_WORBIS._ Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest.
+
+*Klst.-K.*, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb.
+
+*Hardtkap.* 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh.
+
+*Amtsgericht*, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh.
+
+_WORMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+
+*Kirche.* Angeblich älteste des Gebietes. — Jetzt stillos bis auf ein
+primitiv aussehendes rom. Tympanon.
+
+_WÜLFERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.
+
+*Pfarr-K.* 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof Julius
+begünstigten Nachgotik.
+
+_WÜLFERSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Dorf-K.* aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die guten
+Rok.-Mobilien in Würzburg gearbeitet.
+
+_WUNSIEDEL._ OFranken BAmtsstadt.
+
+*Pfarr-K.*, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut.
+
+*Spital-K.*, spgot., unbedeutend. — *Gottesacker-K.* 1672.
+
+_WÜRDENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+
+*Dorf-K.* 1577 und 1747. — Spgot. _Flügelaltar_, zusammengesetzt aus einem
+größeren und kleineren. Die Figuren nicht übel.
+
+_WÜRZBURG._ UFranken B Amtsstadt.
+
+*Dom S. Kiliani*. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter B. Burkard
+(931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner noch, in rom. Zeit
+bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho (1125-47) und B. Hermann
+(1225-54); Veränderungen 1606 bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im
+Äußeren wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. — Die
+Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage ist: hat Embricho, auf
+dessen Zeit alles formale Detail am Langhaus hinweist, dieses auf dem
+unveränderten Grundriß Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen
+völligen Neubau in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die erstere
+Alternative kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche Eigenschaften
+zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau des 11. Jh., der Klst.-K. in
+Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht werden. Dann aber müßte der
+WBau mit seinen Doppeltürmen, da er auf schmälere Schiffe hinweist(4), auf
+eine noch ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht wohl möglich ist, weil
+die Anlage westlicher Doppeltürme mit Eingangshalle nicht vor 2. Viertel
+11. Jh. (zuerst in Straßburg) nachgewiesen werden kann. Zwischen den
+beiden oben genannten Möglichkeiten blieb dann nur noch eine dritte, rein
+hypothetische: Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. — Der Ostbau
+hat das volle Gepräge schon des 13. Jh. — Der Gr. ist kreuzförmig, die
+Vierung genau quadr., die Flügel des Qsch. sowohl als der Chor gestreckt
+rechteckig (einzige aber genaue Analogie die Kloster-K. Hersfeld);
+Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2
+quadr. Türme. Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch
+sichtbar. Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen
+denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L. ohne Turmhalle 97 (Hersfeld
+95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30), Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch.
+24 (Hersfeld 23). Der Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten
+Krypta.
+
+_Inneres_. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben und von
+mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen
+eine ungewöhnliche, nur mit einigen thüringischen Bauten vergleichbare
+Form; Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewölbe des
+Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof Julius
+beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im Charakter der von ihm
+bevorzugten posthumen Gotik. Zur Ausführung kamen nur die Gewölbe des
+Hochschiffes durch _Lazzaro Agostino_. Die ausgezeichnet schöne
+Stuckdekoration 1701 von _Pietro Magni_.
+
+_Äußeres_. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom. Epochen; durch die
+glättende und gleichmachende Rest. 1880 hat sie ihren historischen
+Charakter verloren; das Portal neu erfunden; bis 1644 stand vor dem
+Erdgeschoß eine Paradieshalle. — Die oberen Turmabschlüsse 1418. — Die
+Langseiten aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und
+Bogenfriesgliederung, die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter hat;
+vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. — Die Osttürme im
+Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den oberen Teilen 1225-50. Die
+Überführung vom Quadrat zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man
+glauben, daß hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt,
+vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen Wirkungen
+durch Wechsel im Sandstein.
+
+_Ausstattung_. _Chor_. [Von den 1701ff. beseitigten Kunstwerken waren die
+wichtigsten gewesen: _Hochaltar_ mit dem Standbild des Salvators unter
+einem von 4 Sll. getragenen Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der
+Retabelwand ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von _Riemenschneider_;
+von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes _Sakramentshäuschen_.
+Ehernes _Singpult_ von _Hans Wurzelbauer_ aus Nürnberg jetzt in der
+Sepultur.] Die jetzigen _Altäre_ gute Durchschnittsleistungen der
+Barockzeit. Sie enthalten Gemälde von _Oswald Onghers_ (Enthauptung
+Johannis), _Sandrart_ (Kreuzabnahme), _Bueler_ (Grablegung), _Merian_
+(Drei Könige). Die Altäre des Langhauses an den Pfeilern aufgestellt; sie
+erhielten 1793 einheitliche Umrahmung. — _Chorstühle_ von _Jakob van der
+Auwera_ 1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren. —
+_Eisengitter_ von _Gattinger_. — Spgot. _Bischofsstuhl_ jetzt in der
+Sakristei. — Im Langhaus Taufkessel, Erzguß, bez. _Eckart von Worms_ 1279.
+— _Kanzel_ von _Mich. Kern_ 1609.
+
+_Grabdenkmäler_. Neben denen des Mainzer Doms die großartigste Reihe, die
+Deutschland besitzt. Sie wurden im 18. Jh. an Wänden und Pfeilern
+aufgestellt. Die älteren bildeten Deckplatten von Tumben, die jüngeren
+sind Bildnisepitaphe; die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten (über
+der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an den
+Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das Ädikulaepitaph mit
+Reliefbild auf.
+
+Im _Querschiff_: I. NFlügel. a) OWand. Über der kleinen, zur Krypta
+führenden Tür Epitaph des Dechanten J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610; B.
+Konrad v. Bibra † 1544 im Stil des _Peter Dell d. Ä_. b) WWand. Grabstein
+des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des _P. Dell d. J._; Grabstein
+des B. Gerhard von Schwarzburg † 1400, überlebensgroß, die Gewandung
+dekorativ sehr wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch das gesagt
+wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte man ein fein
+gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge nicht der von demselben Meister
+gefertigte Konrad von Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Züge. Epitaph
+des Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673. Unter dem Durchgangsbogen
+zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben)
+und des Erasmus Neustetter. — II. SFlügel. a) WWand: Ehernes Epitaph des
+C. F. v. Thüngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten † 1552
+von _Martin Hering_, c) OWand: Epit. des B. Konrad v.Thüngen 1540 von _Loy
+Hering_ aus Eichstätt; Kenotaph des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v.
+Bamberg, 1598.
+
+_Im Langhaus_. — _Nördliche Reihe_. 1. Pfl. NSeite: B. Gottfried III. v.
+Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher Inschrift), das Schwert führen die
+Würzburger Bischöfe als Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum
+Segnen erhoben. SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345, ausgezeichnetes
+Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große Schleppfalte von der
+linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der Apostel des Kölner Doms.
+Rundfigur. — 2. Pfl. NSeite: Domdechant Peter v. Aufseß † 1522, flacher
+Erzguß, wohl aus der _Vischer_schen Hütte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe
+† 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik
+einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell wirkt. — 3. Pfl. NSeite:
+Epit. des Erasmus Neustetter 1594 (Grabplatte s. oben). — 4. Pfl. O.
+Seite: B. Johann v. Eglofstein 1411, Standbild unter Baldachin,
+Porträtkopf. B. Wolfram v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr,
+die Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt,
+überhaupt bedeutende Arbeit. — 5. Pfl. NSeite: Dompropst v. Frankenstein
+1789 vom Bamberger _Mutschelle_. OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466,
+Standbild unter Baldachin, fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger
+Meister _Leonhard Strohmeier_. — 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich v.
+Seinsheim 1779 von _J. P. Wagner_ nach dem Entwurf des Hofmalers
+_Christoph Fesel_. — 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf v. Ehrenberg † 1631,
+ausgeführt 1664. — _Südliche Reihe_. 1. Pfl. NSeite: B. Mangold v.
+Neuenburg † 1303. Keinesfalls wesentlich jünger, wichtig für den Übergang
+vom Stil des 13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen
+geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle Kopf im 18.
+Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried v. Spitzenberg † 1190 auf dem
+Kreuzzug; der Stein, trotz der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes
+Zeugnis der Monumentalplastik in Würzburg, — 3. Pfl. NSeite, neben der
+Kanzel: B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. — 4. Pfl. OSeite: B. Johann
+v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell, verraten aber nicht
+einen 80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf v. Scherenberg 1493 von
+_Riemenschneider_, dessen Stil von seiner besten Seite zeigend. — 5. Pfl.
+NSeite: B. Lorenz v. Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk
+zeigt, wie sich der alternde Meister _Riemenschneider_ mit den
+eindringenden Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch unter
+Mitwirkung eines jüngeren Gehilfen; die Putten haben auch in den Köpfen
+mit dem bekannten Engeltypus _Riemenschneiders_ nichts gemein; übrigens
+ist das Verhältnis der Figur zur tektonischen Umgebung vorzüglich
+abgewogen und die Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem
+Geschmack durchgeführt. — 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg,
+ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen _P.
+Dell d. J._ — 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. Wirsberg 1573 von _W.
+Sarder_ aus Eichstätt. OSeite: B. Franz Ludwig v. Ertal 1795. — 8. Pfl.
+NSeite: B. Julius Echter v. Mespelbrunn 1617 von _M. Kern_; Architektur
+gut, Figur nicht bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs
+Bruder, 1577. OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten Echter † 1665. —
+9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen † 1622. — Die Form des
+Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief. An der südl. Sschiffswand eine Reihe
+bronzener Grabplatten, ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe zu
+denken. Von ihnen gehören der Gießhütte _Peter Vischers_: Dompropst Georg
+v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511, B. Lorenz v. Bibra
+† 1519, letztere vielleicht nach _Riemenschneiders_ Entwurf in Nürnberg
+gegossen.
+
+_Sonstige Skulpturen_. — Vom Triumphbogen herabhängend überlebensgroßes
+_Holzkruzifix_ von 1478. — Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut _Maria und die
+h.h. drei Könige_, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh.,
+durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung in
+der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem vielleicht ursp. für ein Portal
+gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des Lhs. _Taufkessel_, Erzguß, bez.
+_Eckart v. Worms_ 1279; die zu dieser Zeit in Süddeutschland wenig
+geläufige Technik erklärt die Roheit der Formen. — _Kanzel_ von _Mich.
+Kern_ 1609. — In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch. große _Gruppe_ des
+Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch Wahrheit und Stärke des
+Ausdrucks; am Eingang in die Kap. ein _Diakon_ mit Lesepult in einem
+zugleich an _Riemenschneider_ und _Backofen_ erinnernden Stil, dann die 2
+_Säulen_ »Booz« und »Jachim« vom ehemaligen Paradies. — Die spgot.
+_Standbilder_ an den ersten Pfll. des Lhs, von den Strebepfll. der
+Marienkap., wo sie zu verwittern drohten, hierher geborgen. — In der
+Vorhalle Madonna um 1420.
+
+_Epitaphe am Äußeren_. Meist sehr beschädigt. Historisch interessant
+dasjenige _Tilman Riemenschneiders_, wohl von seinem Sohne _Jörg_.
+
+_Schönborn-Kap._ am nördl. Qsch. 1721-36 von _J. B. Neumann_. Kreisrunder
+Kuppelraum mit elliptischen Exedren nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S.
+Vier _Grabmäler_ von Kirchenfürsten aus der Familie Schönborn. Das Innere,
+als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, kommt infolge nicht
+glücklicher Lichtführung nicht nach seinem Werte zur Geltung; das Äußere
+zeigt _Neumanns_ Formensprache in aller Vollendung.
+
+_Kreuzgang_. NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel nach 1431, OFlügel
+1449-53. Die 3rippige Wölbung, deren mit Wappen geschmückte Schlußsteine
+im Gr. eine Zickzacklinie bilden, wohl später. Stattliche Abmessungen,
+etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O liegende Sepultur 1461.
+2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand 8 Kapp., deren Öffnungen in den
+Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5] Konsequenz der sternförmigen Teilung des
+Gwb. Das Erdgeschoß diente als Sepultur des Kapitels. Unter den überaus
+zahlreichen _Denkmälern_ im Kreuzgang seien hervorgehoben: Heinrich v.
+Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur in engem Lederpanzer; Paul Fuchs
+† 1540 wohl von _Peter_ _Dell_; Martin v. Wiesenthau † 1554, bez. _T K_
+(_Thomas Kistner_), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg † 1536;
+Oberst Baur v. Eisenberg, bez. _Mich. Kern_ 1623. In der Sepultur
+Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez. _Jörg Straubinger _ (Nürnberg)
+1680.
+
+*S. Burkard.* K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033, eingreifende
+Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97. — Kleine flachged.
+Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden der Ssch. quadr. Türme, aus deren
+Mauermasse rundbg. Altarnischen ausgespart sind; jetzt durch neue
+Einbauten verdeckt. Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort und
+schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren WTürme vorhanden,
+die 1677 abgetragen wurden; damals auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden
+mit regelmäßigem Stützenwechsel. Sll. mit Würfelkaptt. und eckblattlosen
+att. Basen. — Äußeres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt. Interessant
+nur das Portal an der NSeite mit geschlossener Vorhalle; dieselbe hat den
+Eingang im O und eine Altarnische im W, an der NWand 2 gekuppelte große
+Lichtöffnungen. Das Portal (nachträglich) durch seitwärts vorgeblendete
+Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle tektonische Gliederung bei
+fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme quadr. bis zur Firsthöhe des
+Msch., dann ins 8Eck umsetzend; diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot.
+Formen. — Der spgot. OBau in erheblich größerem Maßstab; das Qsch. so
+breit, daß zwischen Vierung und Flügeln je eine Stütze eingeschoben; ursp.
+flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. — _Chorstüle_ 1693 aus
+got. und bar. Teilen zusammengesetzt. — Im nördl. Qsch. bmkw. _Opferstock_
+mit Reliefs E. 13. Jh. — _Votivrelief_ aus dem Leprosenhaus, Kreuzigung
+ca. 1370. — Großer _Flügelaltar_, noch in got. Anordnung, 1589-91; die
+Gemälde vom Würzburger Bürger _Alexander Müller_ (die von demselben
+ausgeführte Wand- und Deckenbemalung zerstört). — _Grabsteine_ der Äbte
+Hermann Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann v. Waldenfels † 1427.
+— An der Wand _Gemälde_ der Grablegung von _Osw. Onghers_ 1676. — In der
+Pfarrei _Holzmadonna_ von _Riemenschneider_ aus seiner Frühzeit.
+
+[*Augustiner-Klst.* Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante Reste von
+dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang bekundend, im
+Museum.]
+
+*Franziskaner-K.* Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige K. eine
+ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. 13. Jh. Der gewölbte Chor,
+größer als der erste, gegen 1289 hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof
+Julius: Einziehung von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter
+ein gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme derer am
+O- und WSchluß) verändert. Vom frgot. Bau geblieben: der Gr. (das 3sch.
+Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor 22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden
+des Msch. Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden
+charakteristischen äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., 8eck.
+Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen glatt bis
+auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster kreisrund mit Vierpaß. —
+Traurige Rest. 1882. — Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in
+reicherer Behandlung. — Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon im
+ursp. Querschnitt. — Die Valentins-Kap. an der SSeite, eine sehr alte
+Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. Über ihr ein reich
+stuckierter Prunksaal, der vor der Erbauung der Universität den
+akademischen Festlichkeiten als Aula diente. — An der steinernen Mensa des
+Hochaltars Metallplatten mit frgot. _Schmelzarbeit_, meist Tierbilder nach
+dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine _Pietas_ von _Riemenschneider_
+(?). — Bmkw. _Meßgeräte_ 18. Jh. — _Grabmäler_: Bildnisplatte des
+Weihbischofs Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der
+Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407. Dann im guten
+Würzburger Durchschnittscharakter mehrere Rittergrabsteine: Balthasar v.
+Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen † 1513, Hans v. Grumbach † 1529,
+Peter v. Randersacker † 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine
+Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des Heinrich Zobel v.
+Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern. Ein ähnliches für die Familie
+v. Thüngen 1625 v. _Mich. Kern_. — Außen an der K. Ölberg von _Georg
+Riemenschneider_.
+
+*Deutschhaus-K.* (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in Würzburg (an
+Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher der erhaltene rom. WTurm
+in Beziehung steht), beg. nicht lange vor 1280, die WTeile nach 1296. —
+1sch. Anlage von 7 Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel
+der Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit Oppenheim
+verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken und Figürliches, das letztere
+von sehr guter Hand. Dagegen das Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten
+Architekturformen.
+
+*Dominikaner (Augustiner)-K.* Erste Niederlassung 1228. Der jetzige Bau
+ein Neubau von _Balthasar Neumann_ 1744, bei dem der got. Chor (von 1308)
+beibehalten, nur dekorativ umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende
+Pfl.Basilika, hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; _Neumann_ selbst
+erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert der schöne
+alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß Neumann auch den got. Gr.
+vollständig beibehalten hat. Die Dekoration ist einfach; es wird
+hauptsächlich, und zwar stark, durch die Altäre gewirkt, deren einer auf
+jeden Pfl. des Lhs. Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der
+architektonische Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier
+wollen nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche.
+Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors hinter dem Hochaltar
+nachneumannisch. Gemälde des Hochaltars von _Treu_ aus Bamberg,
+Deckengemälde von _G. A. Urlaub_ (Chor) und _Ermeltraut_ (Lhs.).
+
+*S. Gertraud* in der Pleichach. Vor 1133 von Meister _Enzelin_, der später
+am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet.
+
+*Stifts-K. Haug*. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen und
+Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt. Tympanon mit
+thronender Muttergottes und den beiden Johannes, nach 1200, jetzt im
+Luitpold-Mus. — Neubau 1670 bis 1691 von _Antonio Petrini_. Die Anlage
+nach dem Typus des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu die
+starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System der seitlichen
+Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme der Fassade. Die Einzelformen
+schwer und ernst, von starker Ausladung. In allen Nischen mächtige
+Barockaltäre italienischen Gepräges (Gemälde _Onghers_). Im übrigen ist
+der Binnenraum farblos. — Am meisten weicht von den italienischen
+Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll. und hohe Dächer, welche die
+Fenster des hohen Kuppelanbaues teilweise überschneiden. Immerhin wirkt
+die Kuppel sehr bedeutend. Die Fassade hat durch die seitliche Stellung
+der Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen Lebens, das
+sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt, entbehrt sie. Schwere
+Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht antike Ordnungen!) und Statuennischen
+ergeben vielfältige, aber monotone Gliederung. — Prächtige _Kanzel_.
+
+*S. Jakob.* K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. 1146.
+Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit 3 parallelen
+Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten Ssch. Joche mit stumpf
+grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten Gurten (in urspr. Form nur im südl.
+Ssch.). Die quadr. Pfll. und alle übrigen Formen die einfachsten. Die
+rundbg. Friese ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh.
+abgebrochen. Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl. einfachst
+got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: über der im Unterbau
+beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein hoher polygonaler Chor. — An den
+Pfeilern Malereien des Augsburgers _Leonhard Beck_ 1504. — Die K. jetzt
+Militärspeicher, das Klst. Militärkrankenhaus.
+
+[*Johanniter-K.* A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im Münchener
+Nationalmuseum.]
+
+*Karmeliter-K.* 1662-1669 von _Antonio Petrini_. Der erste italisierende
+Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische von den Jesuiten
+ausgebildete Form. Die Haltung derb und schlicht. — _Altarbilder_ aus der
+Erbauungszeit von den Rubensschülern _Diepenbeck_ und _de Rul_. — Im Klst.
+ein _Holzkruzifix_ aus 13. Jh.
+
+*Liebfrauen-Kap.* auf der Feste Marienberg. Der Kernbau wahrscheinlich
+identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann genannten cappella in honorem
+S. Mariae constructa, also der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland.
+Rotunde Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke; im
+Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge im W und O gegliedert. Im 12.
+Jh. ein Obergeschoß von nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht
+rückspringend. Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen sein; für
+den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus ähnlich sieht, ist
+Wölbung vorauszusetzen. — Renss.-Portal vom Herstellungsbau nach Brand
+1600. — Stuckdekoration 1699 ff. — Bmkw. spgot. _Reliquiar_ bez. 1519.
+
+*Marien-Kap.* auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung 1348 zur christl. K.
+eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. 1392; die Ausschmückung setzte
+sich bis nach 1470 fort. — Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4
+Jochen und 5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne
+hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch bezeichnender
+für die Zeit das in allem Schmuckreichtum etwas dürr bleibende, in
+schematisch eleganten Formen durchgebildete Äußere, an dem namentlich die
+Streben ein ungemein glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben.
+Eigentümlich die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel herumgeführt
+ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale. — Der Turm steht nördl. neben
+der Fassade, mit 3 Pfll. frei; bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach,
+dann noch ein mit Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß,
+endlich ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile 1441-60
+von _Eberhard Friedeberger_ aus Frankfurt. (Der durchbrochene Steinhelm
+modern, vorher Bleidach.)
+
+_Skulpturen_. Am WPortal Madonna um 1440. Die Bogenfelder der 3 Portale,
+am nördl. Verkündigung, am südl. Marienkrönung, am westl. Jüngstes
+Gericht, das Verkündigungsrelief ausgezeichnet in der Füllung der
+Bildfläche, der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der Typen.
+Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). — _Riemenschneiders_ _Adam und
+Eva_ am NPortal, künstlerisch von größter Bedeutung, wurden in jüngster
+Zeit entfernt (Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt. Ebenfalls
+von _Riemenschneider_, 1500-1506, die _Statuen_ Christi, des Täufers und
+der zwölf Apostel an den Strebepfll., durch moderne Rest. verdorben (die
+beiden Johannes neu, Originale im Dom).
+
+Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; _Marientod_, feierliche zarte
+Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition altertümlich bis auf
+das perspektivisch schräg gestellte Bett; von anderer Hand und in
+kräftigerem Pathos die _Kreuzgruppe_, der kniende Donator vielleicht Graf
+Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. _Dorothea_ und _Margaretha_ von
+_Riemenschneider_, ca. 1510. _Grabsteine_: Martin v. Seinsheim † 1434;
+Konrad v. Schaumburg † 1499, Werkstatt _Riemenschneiders_; Ritter Schrimpf
+von _Peter Dell d. J._ 1556, Valentin v. Münster von _demselben_, 1558.
+Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform 1566, 1624, 1648.
+
+*S.Michaels-K.* An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau 1766
+Valèntin v. Münstèr 1858ff. von _J. P. Geigel_ und _Joh. Fischer_ als
+Ordens-K. der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von bedeutender
+Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren Wollens zwischen barockem
+Grundgefühl und modernistischem Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als
+die die gleiche Übergangsstufe hochbedeutend repräsentierende Klst.-K. zu
+Wiblingen bei Ulm). Die Deckengemälde, reich an theologischen Finesen,
+1770 vom Mainzer Hofmaler _Joseph Appiani_, fortgesetzt vom Würzburger
+_Chr. Fesel_. Stuckaturen von _Materno Bossi_, Hochaltar von _Gärtner_
+1798.
+
+*Neubau-K.* s. Universität.
+
+*Neumünster-K.* Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl. den Stein am Chor
+mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon in rom. Zeit wiederholte
+Bauveränderungen, überliefert für die Zeit B. Adalberos (1045-1085),
+ferner Ablässe 1223-47. Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der
+Barock-Umbau nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und
+Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz mit Barockformen
+umkleidet, außen die romanischen belassen. — Urspr. flachgedeckte Basilika
+mit Doppelchor. Die OKrypta erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre
+rom. Wandsll. erhalten; in der westl. Hälfte Würfelkaptt. und an den Basen
+primitive Eckblätter, in der östl. reiche sprom. Laubkaptt. Die WKrypta
+gänzlich umgebaut. — Der im NW stehende Turm dürfte mit dem abgebrochenen
+WChor in Verbindung gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark
+bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an die OTeile der
+Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil paßt zeitlich zu den Ablässen
+1223ff. — Umbau in den 30er Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten
+Würzburger Namen geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher
+nachzuweisenden auswärtigen Künstlern; u. a. _Gabrieli_ in Ansbach zu Rate
+gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau von mächtiger Wirkung
+ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem Grundriß, gut in den Proportionen
+und reich, auch mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit im
+Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen engen Platz
+(Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche Freilegung hat ein gutes Teil
+der Wirkung zerstört. — Das Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im
+nördl. Qsch. eine der schönsten _Madonnenstatuen_ von _Riemenschneider_
+bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. — _Grabstein_ des Abtes Joh. Trithemius
+† 1516 von _Riemenschneider_. In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die
+in Holz geschnitzten _Brustbilder_ der drei Frankenapostel von
+_Riemenschneider_, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta merkwürdiger
+_Crucifixus_ um 1340, _Selbdritt_ bez. 1417. Vier bedeutende _Tafelbilder_
+A. 16. Jh., Schulherkunft nicht festgestellt. [Ein Flügel des reichen rom.
+Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen Museums.]
+
+*Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge* (»*Käppele*«) 1747 bis 1750 von
+_B. Neumann_ neben der älteren Gnadenkap. Großer, zentraler Kuppelraum mit
+3 elliptischen Apsiden, Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die innere
+Dekoration z.T. aus nachneumannscher Zeit. — Die _Deckenfresken_, sehr
+farbig, bez. _M. Günther_ 1752. — Eine ausgezeichnete Komposition der
+große, den Berg hinanführende Treppenweg; die 14 _Stationsbilder_
+(Sandsteingruppen) von _Joh. Peter_ und _Simon Wagner_ um 1775.
+
+*Peters-K.* Umbau einer ma. K. 1717ff. durch _Greising_ und _Pezzani_
+(beide wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten). Der rom. Turm, der got.
+Chor und Mauerteile des Langhauses sollten wiederverwendet werden. Im
+Verhältnis zu diesen Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige
+Hallen-K. mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade, im
+Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck
+klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben die rok. Kanzel
+von _Ant. Bossi_, in Brillanz und Grazie unübertroffen.
+
+*S. Stephans-K.* Von der rom. Basilika die Krypta und der untere Teil der
+Türme erhalten. Im übrigen 1789 von _Geigel_ (_Kleinholz_ nur
+Maurermeister) vollständig umgestaltet als weiträumiger, ungeteilter Saal
+ohne Emporen. Die dekorative Ausstattung durch den Bildhauer _Georg
+Winterstein_, eine der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen,
+gibt die Klärung der klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen an
+der Michaels-K. zu beobachten sind. Die Wände ausschliesslich in Weiß und
+Gold; Gestühl und Kanzel in natürlicher Holzfarbe. Stuckierung von
+_Materno Bossi_. Deckengemälde von _K. Huber_ von Weißensee.
+
+*Schloß Marienberg*. Seit 1250 ständiger Sitz der Bischof-Herzöge. Große
+Erweiterungen 1468-1495. Umfassende Neugestaltung, doch mit Benutzung der
+alten Teile (starker runder rom. Bergfried) durch B. Julius nach Bränden
+1572 und 1600. Es wurde tunlichst für Regelmäßigkeit des Gr. gesorgt, der
+ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche Fassadenbildung fehlt,
+geschmücktere Formen nur an einzelnen Zwerchgiebeln, Türmen und Portalen,
+wovon seither vieles wieder verschwunden. Eine interessante Folge von
+Stiltypen geben die nach den Erbauern benannten Festungstore:
+Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606, Neutor 1657, Guttenbergtor 1684.
+
+*Rathaus.* Den ältesten Teil bildet der »Graf-Eckhardturm«. Entstanden aus
+einem rom. Wehrbau (Sitz der Würzburger Burggrafen), doch schon im sp. Ma.
+umgebaut. Am östl. Ende der jetzigen Straßenfront ein breites rom. Tor mit
+spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgeschoß ursp. eine ungegliederte
+Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg. M. 16. Jh. Die
+Obergeschosse, der WGiebel und der Turm 1615. Die Uhr 1455 von _Hans
+Klein_ aus Haßfurt. Im Mittelgeschoß ein Saal; eine prächtige Sl. trägt
+über 2 Rundbgg. 4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern und
+mit zahlreichen Wappen der Reichsfürsten, vermutlich 1397 für den Besuch
+König Wenzels. — Das _neue Rathaus_ 1659. Die Komposition der hohen
+Giebelfassade, wie der malerisch gruppierten Treppen und Vorsäle steht
+noch ganz auf dem Boden der deutschen Kunst vor dem großen Kriege, wenn
+auch mit einem Zusatz schweren Ernstes; Rustikabau fast ohne Ornament.
+
+*Universität*. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann keinen
+bestimmten Baumeister nennen; Kompromiß, bei dem viele mitgesprochen
+haben. Der erste Entwurf war von _Robin_ in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd.
+IV.). — 4 Flügel von gleicher Höhe umgeben einen großen quadr. Hof; der
+südl. enthält die Kirche und hat sein eigenes System; der östl. und westl.
+entsprechen sich genau. Im Erdgeschoß Pfeilerhallen (von _Petrini_
+geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) in reicher diamantierter
+Rustika mit dorischem Fries. Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte
+Fläche ohne jede andere Gliederung als durch die breiten Fenster;
+Teilungspfosten; gotisierende Gewände. In der Mitte unbedeutende
+Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern nur solche mit
+gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein völlig got. Netzgwb. Als
+äußere Schauseite hat die Front nach der Schulstraße zu gelten; sie
+besitzt 3 Portale, unorganische Vorsatzstücke in harten antikisierenden
+Formen. Dem Gesamteindruck fehlt das Heitere und Behagliche, das der
+deutschen Renss. des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den
+strengen und finsteren Geist der Epoche des Religionskrieges. _Die
+Kirche_. In ihr scheint noch am meisten vom Robinschen Plan beibehalten zu
+sein. Einer der wenigen bedeutenden Kirchenbauten der deutschen Renss. In
+Deutschland galt es, mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu
+treten, daher Ähnlichkeit mit dem Typus der protestantischen
+Schloßkirchen. Die Ausstattung der rundbg. Fenster mit Maßwerk (sehr grob)
+ist ein Zugeständnis an den noch immer für vorzugsweise sakral geltenden
+got. Stil. Drei Ränge Galerien begleiten beiderseits ein hohes,
+langgestrecktes Msch. Pfeiler- und Bogenstellungen mit vorgesetzten
+antiken Ordnungen; Kreuzgwbb. Der groß gedachten Anlage sind die
+Einzelformen und die Proportionen nicht ebenbürtig: sie entbehren der
+feineren Belebung. Auch war die Konstruktion fehlerhaft; 1617 stürzte das
+Hauptgwb. ein und zerstörte das Juliusdenkmal _Robins_ und die übrige
+reiche Ausstattung. Wiederherstellung 1696. Der vorspringende WTurm in den
+unteren Teilen vom Juliusbau erhalten, in den oberen von _Petrini_; eine
+bedeutende Kunstleistung; die Lösung wesentlich anders und besser, als an
+den Türmen, die _Petrini_ vorher an der Hauger K. errichtet hatte; der
+innerlich widerstrebende antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee
+merkwürdig glücklich dienstbar gemacht.
+
+*Juliusspital*. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs Julius hat
+sich nichts erhalten. Brand 1699 und danach völliger Umbau durch
+_Petrini_; nach neuem Brande 1745 von _Neumann_ instand gesetzt, erweitert
+1791 von _Ickelsheimer_ (Straßenfront).
+
+*Hofspital*. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von _A. S. Fischer_
+klassizistisch umgebaut. Schönes _Holzrelief_ mit den 14 Nothelfern A. 16.
+Jh. (nicht von _Riemenschneider_). _Grabstein_ des Ritters Christoph von
+Köln 1564 von _P. Dell d. J._
+
+*Josephsspital* (»Hueberspflege«), gegr. 1794 durch Erweiterung des v.
+Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Großes _Relief_ von _B. H. Nickel_,
+zur Erinnerung an die Stiftung; von ansprechender, entfernt an die
+Tendenzen Schadows erinnernder Natürlichkeit.
+
+*Bürgerspital*. Gegr. 1319 vom reichen Bürger Johann vom Stern (Johannes
+De Ariete). _Madonna_ um 1420. Zwei ausgezeichnete _Bildnisgrabsteine_:
+Johann v. Stern † 1329, Ekro v. Stern † 1343; man beachte den Stilwechsel
+im Standmotiv. Außen Sternsches Familienepitaph ca. 1330. — [Der schöne
+Portalstein im Museum.]
+
+*Klerikalseminar* (früher Jesuitenkollegium) als Werk _Jos. __ Greisings_
+gesichert, 1716 f. Ernst und tüchtig, der Formengeist in der Mitte
+zwischen der düsteren Schwerfälligkeit des 17. Jh. und der neuen
+Vornehmheit Neumanns. Die Portalskulpturen von _Jakob v. d. Auwera_ aus
+Mecheln (nur die krönende Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des
+Ordens durch guten Hirten ergänzt).
+
+*Rückermaingebäude* (früher Amtshaus des Ritterstifts S. Burkard) 1715-22
+v. _J. Greising_; derselbe knüpft, im Gegensatz zu dem Hauptmeister der
+unmittelbar vorangehenden Zeit, _Ant. Petrini_, an die Traditionen des
+deutschen Frühbarok an. Im Innern bmkw. Stuckdecken.
+
+*Zuchthaus* in der Burkharderstraße. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne der
+fürstbischöfl. Leibgarde von _Späth_, in kräftiger und origineller
+Verbindung von Rustika mit dor. Sll.
+
+*Deutschordenskomturei*, mit dem Wappen des Komturs v. Ow 1694, Richtung
+_Petrinis_.
+
+*Residenzschloß*. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt bis in die
+70er Jahre) von den beiden Fürstbischöfen aus dem durch großartigen
+Bausinn hervorragenden Geschlecht der Schönborn (vgl. Pommersfelden,
+Werneck, Wiesentheid, Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz, Koblenz,
+Trier). Fürstbischof Johann Philipp wählte zum Baumeister den noch jungen
+und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach 1716) bewährten Artillerie-
+und Geniehauptmann _Joh. Balthasar Neumann_ (1687-1753). Nach der Sitte
+der Zeit wurde der Plan von auswärtigen Architekten (_M. v. Welsch_ und
+_L. v. Hildenbrand_), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte, den
+Kurfürsten von Mainz und den Reichsvizekanzler in Wien, begutachtet, ohne
+jedoch ihn irgend nennenswert zu verändern. Erst als Neumann nach Paris
+geschickt wurde, mußte er sich durch den nüchternen Akademiker _Boffrand_
+eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen lassen; nützlicher
+könnten die auf die Zimmereinteilung bezüglichen Ratschläge _Robert de
+Cottes_ gewesen sein. 1729 ging N. nach Wien, wo _L. v. Hildebrand_
+diesmal größeren Einfluß gewann; die Gartenfassade bezeugt ihn. — Das
+Schloß von Würzburg ist eines der größten architektonischen Kunstwerke,
+die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen deutscher, als die
+landläufige Meinung annimmt. Der französische Geschmack beeinflußt nur,
+und auch nur teilweise, die Innendekoration. Den italienischen Bar. kannte
+N. nur mittelbar durch die Wiener Schule. Der Stil seines Werkes ist
+wesentlich persönlich auf Grund der international gewordenen allgemeinen
+Barocküberlieferung. — Der Grundriß erweitert das herkömmliche
+Triklinienschema zu einem Gruppenbau. In der Mitte ein 53 m tiefer und 60
+m breiter Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles Gitter abgeschlossen),
+in den Flügeln je zwei Binnenhöfe, die gerade Gartenfront 160 m l., die
+Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da das 2. und 4. Geschoß sich
+als Mezzanine völlig unterordnen. Von Risaliten wird maßvoller Gebrauch
+gemacht, auch die Dachlinien sind nicht sehr bewegt, im ganzen sollen die
+Horizontalen herrschen. Die Einzelheiten vorzüglich im Grad des Reliefs
+und in der Präzision der Zeichnung, barocke Üppigkeit nur in der Krönung
+des Mittelbaus. Das berühmte Treppenhaus bietet nur die Hälfte von
+Neumanns ursp. Plan; die symmetrisch dazu gedachte zweite Treppe wurde ihm
+von _Boffrand_ gestrichen; ausgeführt wäre es weitaus die großartigste
+Treppenanlage der Welt geworden. — Die Stuckdekoration ist von N. bis ins
+einzelne vorgezeichnet. Seine erste Manier im rechten Flügel, voll. 1737,
+das meiste A. 19. Jh. umgeändert. Im Spiegelsaal und Thronsaal beginnt
+eine gewisse Hinneigung zum französischen Louis XV., stärker wird sie in
+der Salle des gardes. In der 1743 gew. _Kapelle_ verliert _Neumann_ die
+frühere Klarheit seiner Kunstsprache, eine eigentümlich »schwüle,
+überhitzte« Stimmung tritt ein. Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr.
+geben die Durchschneidung mehrerer Ellipsen. In den jüngeren Räumen
+allmähliche Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch _N. A. de
+Salins_ umgestalteten verkünden den Sieg des Neuklassizismus. — 1750-53
+führten _G. B. Tiepolo_ und sein Sohn _Domenico_ die weltberühmten
+Deckengemälde im Treppenhaus und Kaisersaal aus; die übrigen Maler waren
+durchweg Deutsche. (Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung für
+den Fürstbischof Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp und
+alle vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal Geschichte Friedrich
+Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung mit dem Herzogtum Franken
+verdankt.) Kurz vor Tiepolo hatte _Joh. Zick_ die Decke des Gartensaales
+gemalt, 1750. Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben den
+Deutschen (der beste war _Balthasar Esterbauer_) mehrere Italiener, die
+Niederländer _Jakob_ und _Wolfgang v. d. Auwera_, nur einen Franzosen,
+_Curé_. Die unvergleichlich prachtvollen Schmiedearbeiten sind vom Tiroler
+_J. G. Oegg_. Die ältesten Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von
+_Castelli_ 1724-28. Kaisersaal, Weißer Saal und andere Paradezimmer der
+Ostfront von _Anton Bossi_, das Grüne Zimmer von _Materno Bossi_ 1770,
+ebenso der schon zum Klassizismus übergehende Fürstensaal. — 1765-70 die
+Abrundung des Residenzplatzes durch die Arkaden und den »Gesandtenbau« von
+_J. Geigel_; der korrespondierende »Rosenbachsche Hof« auf der NSeite ist
+älter (vielleicht von _Greising_). Die dekorative Plastik im Treppenhaus
+und später die im Garten von _J. P. Wagner_.
+
+*Wohnbauten*. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine sich augenfällig
+machende Formen; gut, wenn auch nicht zahlreich vertreten die Renss. des
+16. und 17. Jh., ganz hervorragend das 18. Jh.
+
+_Adelshöfe der Renss._: Curia Tannenberg am Paradeplatz 1575. Das jetzige
+bischöfl. Palais, früher Echterscher Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8
+reicher Erker, in der Hauskapelle Alabasteraltar von _Mich. Kern_. Von
+demselben Meister der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1.
+Der Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll, namentlich die
+Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil einer einst
+umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. München]. Ehrmannsches Haus
+Augustinerstr. 1, im Hof Fachwerk mit ausgezeichnet schönen Schnitzereien
+1547. Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien stark unter
+Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche Haus von 1634, Neubaustr. 2.
+Seebachhof Domerschulgasse 3 mit got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von
+1626. Hof zum Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden
+Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem Eckerker aus dem
+17. Jh.
+
+_Barock_. Seit E. 17. Jh. Von _Petrini_ oder unter seinem Einfluß:
+Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90, Pleicherschulhaus 1695. Von
+_Greising_ mehrere Häuser der Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no
+14 verändert 1736, im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer
+und Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, daneben 7
+und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718.
+
+_Rokoko_. Von _Neumann_ oder unter seinem Einfluß: sein eigenes Haus (Hof
+Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse; Haus des Hofkanzlers v. Fühler,
+Bronnbachergasse 8, anno 1724. Huttenschlößchen 1725, in der
+Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao.
+1747. Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie.
+Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern in der
+Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat das Haus zum Falken
+(Marktplatz 9) mit Neumann nichts zu tun; stuckierte Fassadendekoration
+von glänzender Munterkeit, echt deutsche Fassung des Rokoko.
+
+_Im Übergang zum Klassizismus_: Domstr. 19. Bahnhofstr. 11.
+
+*Votivstatuen und Reliefs* an Privathäusern noch in großer Menge erhalten;
+keine andere Stadt Deutschlands (außer Mainz) kann sich darin mit Würzburg
+messen; gute got. Exemplare Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und
+Johanniterstr. ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die besten von
+jüngeren Mitgliedern der Familie _v. d. Auwera_.
+
+*Brunnen* auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der
+_Vierröhren-Br._ 1766 von _Lucas v. d. Auwera_, recht »zopfig«. In
+anmutiger Maskereinatürlichkeit der _Fischer-Brunnen_ am Fischmarkt und
+der _Bäcker-Br._ in der Semmelgasse, beide von _Michael Daniel Köhler_
+† 1778. _Dreikronen-Br._ 1779. Ceres-Br. um 1790, von _Nickel_.
+
+*Luitpold-Museum* mit wichtigen Resten Würzburger Plastik.
+
+*Universitäts-Bibliothek*. Frühromanische Elfenbeinreliefs,
+Bilderhandschriften, Skizzenbuch _Balthasar Neumanns_.
+
+*Universitäts-Sammlungen*, wichtig für fränkische Plastik und Malerei.
+
+_WURZEN._ K Sachsen AH Grimma.
+
+*»Dom«*. Den ältesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m) bildet im W
+eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden, urspr. flachgedeckt,
+im ganzen ähnlich der Frauen-K. zu Grimma. Erweiterungen 13., 14., 16.
+Jh., neugot rest. 1817. — _Steinstatuen_, zum Chorbau von 1513 gehörig,
+jetzt im Lhs.
+
+*Schloß* 1491.
+
+_WÜSTHEUTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+
+*Dorf-K.* (kath.) 1804. Gewölbter Quaderbau, noch ganz in dem
+herkömmlichen Eichsfelder Bar. Typus.
+
+_WYHRA._ K. Sachsen AH Borna.
+
+*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1494; die auch für das Lhs. (1sch.
+3jochig) beabsichtigten Gewölbe nur im Chor (eingezogen 2 Joche und 5/8
+Schluß) zur Ausführung gelangt.
+
+
+
+
+_Z_
+
+
+_ZABELSTEIN._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Burgruine* aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung im
+Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur spärliche Reste.
+
+_ZAHNA._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+
+*Stadt-K.* Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch. kreuzf. Von den
+urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. Im W rck. Turm, unten
+Granit, oben got. Backstein.
+
+_ZEHISTA._ K. Sachsen AH Pirna.
+
+*Schloß*; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut 1736 vom
+Gf. Brühl.
+
+_ZEIGERHEIM._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+
+*Dorf-K.* Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der Turm, wie oft
+üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; Chor verlängert und beide
+Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.; Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken
+des O- und WGiebels zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl.
+Chor-Joches erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne Emporen
+des Sch. 1715. — Guter _Schnitzaltar_ um 1490, vom Saalfelder »Meister der
+Baldachine«. — _Glocke_ 1499.
+
+_ZEIL._ UFranken BA Haßfurt.
+
+*Stadt-K.* 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr W). Im Chor
+reiches _Deckengemälde_ von _J. P. __ Herrlein_ 1761. _Altäre_ um 1730. —
+_Glocke_ 1379, eine zweite A. 14. Jh.
+
+*Golgatha-Kap.* mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem von 4 Sll.
+getragenen Dach, 1623.
+
+*Rathaus* 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk.
+
+*Rentamt* (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb. von Lothar
+Franz v. Schönborn gegen 1700.
+
+Mehrere gute *Fachwerkhäuser*. No 126 von 1689 mit besonders reichem
+Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.).
+
+_ZEILFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+
+*Dorf-K.* 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische ma. Anlage,
+1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber Turm. — _Altarwerk_ A.
+16. Jh.
+
+_ZEILITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.
+
+*Pfarr-K.* 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke.
+
+*Schloß* des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen Bauten der
+Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr. Hof. Innen einige sehr
+vornehm dekorierte Zimmer.
+
+_ZEITHAYN._ K. Sachsen AH Großenhain.
+
+*Dorf-K.* 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. — Schleinitzsches
+_Wandgrab_ 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur in reicher
+Umrahmung von Marmorsll. _Doppelgrab_ 1620.
+
+_ZEITZ._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Pfarr-K. S. Michael*. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen und der
+Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere, in Thüringen durch kein
+älteres Beispiel beglaubigte Motiv ist das Fehlen genauerer Datierung
+besonders zu bedauern. Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot.
+gegen 1300. Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die
+bmkw. _Wandgemälde_ des Chors mit Stuckauftrag an Nimbus und Gewandsäumen.
+Von den einst 12 Kolossalfigg. (2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. —
+Spätgot. Umbau als Hallen-K. nach der Zerstörung durch die Hussiten 1429.
+Spätgot. Wandgemälde, darunter _Totentanz_. Übermalt mit einem kolossalen
+_S. Christophorus_. Die Gemäldespuren im Qsch. frühgot. In der Sakristei
+guter bar. _Ölberg_.
+
+*Schloß-K. S. Peter u. Paul*. (Bis zur Verlegung des Bistums nach Naumburg
+im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die Krypta, erb. 974 ff., erweitert
+nach 1032, die Gwbb. aus 12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den Stand der
+ottonischen Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4 Säulen, in
+denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit mühsamen
+Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend ein nach der Würfelform
+tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl in flachem Relief aufgerollte
+Akanthusstengel ausgearbeitet sind. — Von der Basilika des 12. Jh. hat
+sich erhalten die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTürme. —
+1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den ähnlich wie im Erfurter Dom
+gegliederten Bündelpfll. 13 lebensgroße _Standbilder_. Rom. _Taufstein_,
+Becken vierpaßförmig, Fuß als attische Basis. An den Wänden ein
+_Kreuzigungsrelief_ in Alabaster aus 16. Jh. und 7 _Grabdenkmäler_ der
+Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche Zinnsärge aus der Familie der Herzöge
+von Sachsen-Zeitz. 16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration
+mißhandelt) im Kreuzgang.
+
+*Franziskaner-K.* um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen 1400
+verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen,
+oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). — In einem Raum des
+ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer des Gymnasiums) bmkw. Spuren von
+_Wandmalerei_ des 15. Jh.
+
+*Nikolai-K.* neu. Aus der alten die _Glocken_ (wahrscheinlich von _F.
+Eisenberg_), ein _Gemälde_ _Cranachs d. Ä._
+
+*Stephans-K.* An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung.
+
+*Rathaus* 1502-09 von _Sebald Waldstein_ aus Altenburg. Bezeichnend für
+die letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition beruht auf der
+Kontrastierung der ganz schlichten, durch unregelmäßige Fensterreihen
+schwach belebten Wände mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus
+gebrannten Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen Satteldachs
+(rest. 1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit 4 Rippengwbb. eingedeckt.
+
+*Schloß.* Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme, in den
+herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit Kassettendecke. — Bmkw.
+*Stadtbefestigung* 14-16. Jh., von ihr 6 Türme erhalten.
+
+_ZELL A. M._ bei Würzburg UFranken.
+
+*Prämonstratenser-Klst. Oberzell*. Gegr. 1128. Der Bau bald darauf beg.
+Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838 z. T. wieder abgetragen). M.
+17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt, unter Abt Hammerich (1692-1720)
+stuckiert, WFassade bez. 1696. — Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom.
+Lhs. gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen aus der Klasse
+der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden, die Sll. verjüngt und
+geschwellt, die att. Basen eckblattlos, die Würfel-Kaptt. jetzt vom Stuck
+verdeckt. Im WBau ist die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der
+urspr. Anlage nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten Öffnungen
+(jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am 1. Joch des südl.
+Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang. Die 1696 vorgeblendete
+Sandsteinfassade ist mit jonischen Pilastern 1geschossig gegliedert;
+Statuen von _Maucher_. — _Stiftergrabmal_ 1604, wohl nach got. Vorbild. —
+_Klostergebäude_ 1744-60. Keine von den ganz großen Anlagen, aber in der
+reichen und vornehmen Behandlung ihres Meisters, _Balth. Neumanns_,
+würdig. Die Fassade in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke
+Hälfte (Abteiflügel) nicht ausgeführt; im Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß,
+Mezzanin in ausgeprägter Kontrastierung; die Endrisalite wenig, das
+mittlere stark herausgehoben. Im Treppenhaus interessiert vor allem die
+Raumlösung; die Dekoration nicht hervorragend. Die Innenräume
+(Kapitelsaal, Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck
+dekoriert. Im Erdgeschoß _Deckengemälde_ von _Franz Asam_ 1758 (dem Sohn
+Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus M. oder 2. H. 12. Jh., durch die
+Seltenheit derartiger Anlagen (vgl. Bd. IV, Remagen) besonders
+interessant. Geteilt in Einfahrt für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen,
+Gewände und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschluß des Torbaues
+durch Rundbogenfries. — Reich behandelte _rom. Säulenreste_, wohl vom
+Kreuzgang, an mehreren Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet.
+
+*Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell*. Von dem urspr. Doppelklst.
+abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte Verlegung in größere
+Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt. 1609-11 Neubau von einem »welschen
+Baumeister«. Trotzdem in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden
+Formen, 1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk. Vom alten Bau blieb
+erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite, der 5geschossige rom.
+Turm. Die K. seit der Aufhebung des Klst. 1803 profaniert. —
+_Klausurgebäude_ renss., aus der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720.
+
+_ZELLA-ST.-BLASII._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+
+*Stadt-K.* 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort.
+
+_ZELLA a. d. Werra._ Sachsen-Weimar. VB Eisenach.
+
+*Propsteigebäude*, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592. Ringmauer.
+
+_ZELLA_ b. Dermbach. Sachsen-Weimar.
+
+*Kirche* der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten Leistungen aus
+der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften Tätigkeit des katholischen
+Kirchenbaues in dieser Gegend. Prächtige Sandsteinfassade auf geschweiftem
+Gr. und mit Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes von
+Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Würdevolle
+_Altarausstattung_. Gutes _Holzrelief_ mit Grablegung Christi um 1500.
+Schönes _Silbergerät_ ca. 1780-90. — _Propsteigebäude_ 1718. Reich
+dekorierter Festsaal.
+
+_ZELLA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+
+Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.*, jetzt für landwirtschaftliche Zwecke
+umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar eine ziemlich große
+1sch. rom. Anlage.
+
+_ZELLINGEN._ UFranken BA Karlstadt.
+
+*Pfarr-K.* 1785 von _Geigel_. 1sch. Saal mit Muldendecke und eingezogener
+Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt sich aus der
+Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. Das Innere ziemlich reich
+klassizistisch dekoriert von _Materno Bossi_ (vgl. Kirchheim), mehr mit
+dem Pinsel als mit Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem
+Stuckmarmor, auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel.
+
+*Mariahilf-Kap.* Bmkw. die _Altäre_ von _Peter Wagner_ 1788.
+
+*Rathaus.* A. 17. Jh., einfach. _Markttor_ E. 15. Jh. mit behäbiger
+Bar.Haube.
+
+_ZEUCHFELD._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener rck.
+Chor mit frgot. Dreifenstergruppe.
+
+_ZEUBELRIED._ UFranken BA Ochsenfurt.
+
+*Pfarr-K.* Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen. Um 1300. Im
+Detail noch rom. Erinnerungen. — Bmkw. _Renss. Kanzel_ 1598. Über dem
+NPortal _Statue_ des h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. _Ölberg_ E. 15. Jh. —
+Gute _Bildstöcke_ 18. Jh.
+
+_ZEUZLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt.
+
+*Dorf-K.* von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung. Turm
+nach 1602.
+
+_ZIEGELHEIM._ K. Sachsen AH Glauchau.
+
+*Dorf-K.* 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule.
+Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und dem langgestreckten
+Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus. Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher
+Durchsteckung der Rippen. — Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut.
+Gleichzeitig die Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis
+Luthers.
+
+_ZIEGENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+
+*Schloß.* Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich spgot.
+
+Ehem. *Landratsamt*, 1659 in noch ma. Weise.
+
+Große *Fruchtspeicher* von 1543 und 1577.
+
+*Fachwerkhäuser* aus 16. und 17. Jh.
+
+_ZIEGENHAIN_ b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh. Langer
+Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus, jetzt dachlos, Portal
+vom selben Steinmetzen, wie die Portale der Stadt-K. in Jena. — Reste
+eines spgot. _Schnitzaltars_ und spgot. _Wandmalerei_. Hübsche renss.
+_Weinkanne_ 1610; Rest einer _Kirchenfahne_ aus 2. H. 15. Jh. Bar.
+_Kanzelbau_ auf 4 Palmbäumen. — Von den 3 *Burgen* oberhalb Ziegenhain
+jetzt nur ein runder frrom. Bergfried erhalten, der sog. _Fuchsturm_
+(Haube 1909).
+
+_ZIEGENRÜCK._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
+
+*Stadt-K.* einfachst spgot. mit Flachdecke.
+
+_ZIERENBERG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+
+*Pfarr-K.* 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose Kaptt.
+
+*Rathaus.* Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und ehem. 4
+Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590.
+
+*Fachwerkhäuser* aus 16. und 17. Jh.
+
+*Ringmauern* z. T. erhalten.
+
+_ZILLBACH._ Sachsen-Weimar B Dermbach.
+
+*Kirche* im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür bez. 1595.
+Das neue _Jagdschloß_ 1790.
+
+_ZIPSENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+
+*Dorf-K.* 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste got.
+Dorf-K. des Kreises.
+
+_ZITTAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
+
+*Johannis-K.* Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, durch Brand
+1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf von _Andr. Hünigen_ (mit
+Beibehaltung des alten NTurms). 3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden
+Enden in den 1/2Kr. übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen
+durchsetzten Sschiffe flachgedeckt. — Konstruktionsfehler nötigten im 19.
+Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von _Schinkel_. Das Mittelstück
+der Fassade neukomponiert, das Innere mit schmucklosem Detail. —
+Zahlreiche _Denkmäler_ des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des
+Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. Interessantes
+_Hungertuch_, Ölmalerei auf Leinwand, die 6,80 m br., 8,20 m h. Fläche in
+90 Felder geteilt; wohl vom Franziskanerkonventualen _Vincentius_.
+
+*Petri-Pauli-K.* (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht planmäßig
+zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere Nikolaus-Kap., jetzt
+Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot. Detail mit rom. Erinnerungen.
+2) Chor gegen 1293. Gestrecktes Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in
+Backstein) auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in
+Backsteinformen. — Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes Chorgestühl 15.
+Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die Kanzel. Empore in kräftigem
+Holzwerk. Am Ssch. die _Noack_sche _Betstube_ mit guter Fassade, 1696. —
+_Denkmäler_. Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen. Auf dem
+Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit vorzüglichen eisernen Gittern. —
+_Klostergebäude_. Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlügel
+1662.
+
+*Frauen-K.* Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört. Nur der Chor
+mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) Die Formen im Übergangsstil, etwa
+1260-80, weisen auf böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit
+vorgotisch. Denkmäler in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch.
+werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine Doppelarkade
+abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt sich die polyg. (5/8)
+Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster. Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg.,
+Rippen derb rck., teils auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf
+gestielten Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten
+zierlich gegliedert. — Im _Altarbau_ von 1619 eine schöne spgot.
+_Madonna_. _Kanzel_ 1619 von _Michel Greger_. Emporen aus derselben Zeit.
+Die Wände bergen einen reichen Schmuck von hölzernen _Bar. Epitaphen_. Die
+_steinernen Denkmäler_ an den Außenseiten opulent und meist von guter
+Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht.
+
+*Kreuz-K.* beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag. Lhs. quadr.
+mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger Stern entwickelt.
+Eingezogener Chor. Material Sandstein. — Der _Gekreuzigte_ mit Maria und
+Johannes, gute Schnitzw. aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17.
+und 18. Jh. außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich von
+den Gruft-Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu luxuriös, so die
+Mönchsche um 1710, die Schrönsche um 1720, die Finksche um 1730.
+
+*Dreifaltigkeits-K.* (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. mit 3/8
+Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke des 17. Jh. Die
+Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich.
+
+*Hospital-K.* Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest. Portal und
+Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch mannigfaltige Einbauten
+recht malerisch.
+
+*Altes Gymnasium* 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs.
+Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach. † 1580.
+
+Vom *Rathaus* des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die Keller erhalten.
+
+*Marstall*, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511. Der mächtige
+Dachraum im 18. Jh. umgebaut.
+
+Von den einst zahlreichen *Brunnen* haben sich die folgenden, durchweg
+plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen 1585,
+Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen 1708, Schwanenbrunnen 1710.
+
+*Wohnhäuser*. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände 1589 und
+1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.) a) _Fr.Renss._ Neustadt 32 und
+34, prächtige Sandsteintore. b) _Sp.Renss._ Markt 3 und 15, Bautzener Str.
+2 und 11. c) _Fr.Bar._ Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23 von
+1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail, Eindringen
+Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum Johanniskirchhof zu
+beachten, d) _Sp.Bar._ Markt 9 von 1710, 7 Fenster br., guter Aufbau und
+prächtiges Detail; Weberstr. 20 von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt
+16, Bautzener Str. 6 von 1745. e) _Rok._ Lebhafte Bautätigkeit nach
+Stadtbrand 1757. Markt 13 von 1767.
+
+*Städtisches Museum*.
+
+_ZÖBLITZ._ K. Sachsen Kr. Marienberg.
+
+*Stadt-K.* 1729 von _J. Ch. Simon_, sehr einfach.
+
+_ZORBAU._ Pr. Sachsen AH Querfurt.
+
+*Dorf-K.* Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für die rom. Apsis;
+alles sehr entstellt.
+
+_ZÖRBIG._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+
+*Stadt-K.* ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest. ohne
+Interesse.
+
+_ZÖSCHAU._ K. Sachsen AH Oschatz.
+
+*Dorf-K.* Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs. flachgedeckt, der
+eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel zwischen mächtigen Gurtbgg.,
+darüber der Turm (in jetziger Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der
+Halbkugel gewölbt, die Fenstergewände z. T. alt. — Granitener rom.
+_Taufstein_ im Gutspark. Spgot. _Sakramentsnische_. Guter _Flügelaltar_ um
+1520, besonders die Relieffig. des Schreins, S. Nikolaus, von
+sorgfältigster Ausbildung.
+
+_ZSCHAITZ._ K. Sachsen AH Döbeln.
+
+*Dorf-K.* Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken. — Stattlicher
+_Altarbau_ mit Gemälden 1655, _Kanzel_ 1656.
+
+_ZSCHEILA._ K. Sachsen AH Meißen.
+
+*Dorf-K.* Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor, kreuzgewölbt,
+M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W.
+
+_ZSCHEIPLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+
+Ehem. *Klst.K.*, rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem Typus einer
+Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs ausgezeichnet.
+
+_ZSCHEPPLIN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+
+*Dorf-K.* spgot. Backsteinbau. — Frrenss. _Taufstein_ mit figürl. Reliefs.
+Mehrere _Epitaphe_ des 17. Jh., für dieses Gebiet von guter Qualität.
+
+_ZSCHOPAU._ K. Sachsen AH Flöha.
+
+*Martins-K.* E. 15. Jh., oft erneuert.
+
+*Burg* alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz; aus Ma. der
+starke runde Bergfried.
+
+_ZWÄTZEN_ b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.
+
+*Dorf-K.* Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen
+Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge. _Schnitzaltar_
+1517, guter thüringischer Durchschnitt. _Grabsteine_ von
+Deutschordensrittern, deren Embleme auch am _Kanzelbau_ (Zopf). — Die
+Komtureigebäude gänzlich verbaut.
+
+_ZWETHAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+
+*Dorf-K.* renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit gekuppelten
+Schallöffnungen.
+
+_ZWICKAU._ K. Sachsen Kreishauptstadt.
+
+*Marien-K.* Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter 1465-1506.
+Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt der Gr. viele
+Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau. Querschifflose
+Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. Nur deutet der zuerst
+begonnene Chor auf die ursp. Absicht, die Ssch. schmäler zu halten; er
+schließt mit 5 Seiten des 16Ecks. Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h.
+Die äußere Erscheinung reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der
+Erzgebirgsschule; die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl
+als die zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender, wenn auch
+einigermaßen einförmig wirkender Weise mit blindem Stab- und Maßwerk,
+durchflochtenen Kielbögen usw. überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht
+der Rundbogenfries wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom.
+Motivs; an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters
+naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). — Die Kirche
+nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung eine bevorzugte
+Stellung ein. Großes _Altarwerk_ von _Michael Wolgemut_ aus Nürnberg 1479;
+4 bewegl. und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die
+Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; alles
+übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung, Geburt,
+Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung Ölberg, Geißelung.
+Kreuztragung, Kreuzigung. — _Taufstein_, Kelchform in blühender FrRenss.
+1536, vielleicht von _Hans Speck_. — Sicher von diesem die _Kanzel_, z. T.
+in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür; Schalldeckel 1651. —
+Reste von _Chorstühlen_ mit Laubwerk, Getier und Fratzen, E. 15. Jh.
+Prunkvoller _Ratsstuhl_ von 1617. _Kalandstübchen_ in der südwestl.
+Turmempore mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um 1540. Bemalte
+Orgeltürflügel 1627. — _Heiliges Grab_, bez. 1507; aus Lindenholz
+geschnitzter freistehender Schrein mit hohem turmartigem Aufbau; das
+figürl. Element tritt gegen das architektonische zurück. — _Freigruppe_
+der Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz, noch in der
+feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel und tief gedacht; unter
+den deutschen Bildhauerarbeiten dieser Epoche verdient dies anonyme
+(neuerdings von Flechsig dem Zwickauer _Peter Bauer_ zugeschriebene) Werk
+einen hohen Rang. — _Grabsteine_ und besonders _Gedenktafeln_ in sehr
+großer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer 1560, die meisten
+heraldisch. Freigrab nebst Epitaph für Karl v. Bose 1637. Von den über den
+Emporen hängenden Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der
+Art des _Schreckenfuchs_; Joh. Zochendorf 1662, farbiges, plastisches
+Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich † 1674, lebendgroße, lebendig
+behandelte Holzfig.; Bürgermeister Mühlpfort † 1534; unbekannte
+Stifterfamilie 1559 bez. _W. K._ (_Wolf Kirchner_?). — Unter den
+_Altargeräten_ Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst.
+Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister _M W_ 1622, Hostienbüchse _C W_
+1661.
+
+*Katharinen-K.* gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen umgebaut,
+zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor und die Sakristei aus 14.
+Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufügung von Ssch. in Hallenkirche
+umgewandelt. Das schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh.
+entcharakterisiert. — _Altarwerk_, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von Hans v.
+Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. — _Kanzel_ von _Hans Speck_.
+
+*Rathaus* 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante
+_Glasgemälde_ bez. _C. R._ 1581. _Silberschatz_.
+
+*Gewandhaus* 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. Formen in
+einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration.
+
+*Schloß Osterstein*, für Kurfürst August ausgebaut von _Hans Irmisch_
+1565-85; sehr entstellt.
+
+_ZWÖNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz.
+
+*Stadt-K.* 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb. durch
+Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung aus Holz, gut erhalten,
+die Emporenträger in Gestalt von Palmbäumen.
+
+[Blank Page]
+
+
+
+
+
+_ORTSVERZEICHNIS_
+_ GEORDNET NACH STAATEN UND VERWALTUNGSBEZIRKEN._
+
+
+
+
+_Königreich Sachsen._
+
+
+
+_Kreishauptmannschaft Bautzen._
+
+
+*Bautzen.* Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental. Gaussig. Göda.
+Gröditz. Großhartau. Guttau. Kleinbautzen. Klix. Königswartha. Malschwitz.
+Miekel. Neschwitz. Niedergurig. Oberneukirch. Pannewitz. Radibor.
+Rammenau. Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst.
+
+*Kamenz.* Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Großröhrsdorf.
+Höckendorf. Königsbrück. Krakau. Marienstern. Nebelschitz. Obergersdorf.
+Oberlichtenau. Ossling. Prietitz. Pulsnitz. Ralbitz. Röhrsdorf. Rosental.
+Schwepnitz.
+
+*Löbau.* Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach. Eibau.
+Friedersdorf. Glossen. Großhennersdorf. Herrnhut. Herwigsdorf. Hochkirch.
+Kittlitz. Kottmarsdorf. Lauske. Lawalde. Neugersdorf. Neusalza.
+Niederruppersdorf. Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz. Ruppersdorf.
+Schönau. Spremberg. Taubenheim. Weißenberg.
+
+*Zittau.* Althörnitz. Bertsdorf. Gießmannsdorf. Großschönau. Grunau.
+Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhörnitz. Joachimstein.
+Karlsfried. Königshain. Leuba. Lückendorf. Mariental. Niederoderwitz.
+Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin. Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau.
+Seifhennersdorf. Seitendorf. Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf.
+
+
+
+_Kreishauptmannschaft Dresden._
+
+
+*Dippoldiswalde.* Bärenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising.
+Glashütte. Hennersdorf. Höckendorf. Lauenstein. Lungwitz.
+Niederpretzschendorf. Possendorf. Reichardsgrimma. Ruppendorf.
+Schmiedeberg. Seebach. Seifersdorf.
+
+*Dresden-Altstadt.* Brießnitz. Döhlen. Fördergersdorf. Grillenburg.
+Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nöthnitz. Oberpesterwitz. Plauen.
+Räcknitz. Somsdorf. Tharandt.
+
+*Dresden-Neustadt.* Großeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz. Kaditz.
+Kleinwolmsdorf. Kötzschenbroda. Lausa. Leuben. Lomnitz. Loschwitz.
+Moritzburg. Niederlößnitz. Oberlößnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg.
+Schönfeld. Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda.
+
+*Freiberg.* Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch. Pfaffroda.
+Purschenstein. Sayda. Weißenborn.
+
+*Großenhain.* Blochwitz. Frauenhayn. Großdittmannsdorf. Koselitz.
+Lauterbach. Ponickau. Riesa. Röderau. Schönfeld. Seußlitz. Zeithayn.
+
+*Meißen.* Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig. Grumbach.
+Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch. Miltitz. Naustadt.
+Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg. Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz.
+Tanneberg. Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila.
+
+*Pirna.* Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna. Eschdorf.
+Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Großsedlitz. Hohnstein. Königstein.
+Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen. Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz.
+Reinhardtsdorf. Röhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz.
+Stolpen. Struppen. Ülbersdorf. Weesenstein. Zehista.
+
+
+
+_Kreishauptmannschaft Leipzig._
+
+
+*Borna.* Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld. Frohburg.
+Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch. Kohren. Lausigk. Mölbis.
+Nenkersdorf. Niedergräfenhain. Ossa. Pegau. Prießnitz. Roda. Roetha.
+Steinbach. Syhra. Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra.
+
+*Döbeln.* Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg. Großweitzschen.
+Grünlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf. Kriebstein. Leisnig. Marbach.
+Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf. Roßwein. Schönerstadt. Schweta. Tragnitz.
+Waldheim. Zschaitz.
+
+*Grimma.* Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch. Brandis.
+Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Döben. Dornreichenbach. Erdmannswalde.
+Falkenhain. Fremdiswalde. Glasten. Grethen. Grubnitz. Klinga. Kössern.
+Kunitzsch. Machern. Müglenz. Mutzschen. Nischwitz. Otterwisch. Pommssen.
+Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen. Wasewitz. Wurzen.
+
+*Leipzig.* Baalsdorf. Cröbern. Engelsdorf. Gautzsch. Großzschocher.
+Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal. Markranstädt. Podelwitz.
+Störmtal. Taucha. Thekla. Wahren.
+
+*Oschatz.* Ablaß. Altmügeln. Altoschatz. Bloßwitz. Borna. Bornitz.
+Calbitz. Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg. Jahna. Jakobstal.
+Kötitz. Kreinitz. Laas. Lampertswalde. Leuben. Liptitz. Lonnewitz.
+Lorenzkirch. Luppa. Merkwitz. Mügeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau.
+Schrebitz. Schweta. Stauchitz. Stösitz. Strehla. Zöschau.
+
+*Rochlitz.* Burgstädt. Erlau. Geputzig. Göhren. Gräfenhain, Ober-.
+Kaufungen. Königsfeld. Langenleuba. Markersdorf. Mittweida. Neusorge.
+Niedersteinbach. Penig. Ratendorf. Rochsburg. Seelitz. Wechselburg.
+Wiederau. Wolkenburg.
+
+
+
+_Kreishauptmannschaft Zwickau._
+
+
+*Annaberg.* Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau. Jöhstadt.
+Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg.
+
+*Auerbach.* Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen.
+
+*Chemnitz.* Altchemnitz. Bräunsdorf. Einsiedel. Glösa. Lugau.
+Niederfrohna. Niederrabenstein. Röhrsdorf. Stollberg. Zwönitz.
+
+*Flöha*. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg. Lichtenau.
+Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg. Zschopau.
+
+*Glauchau.* Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse. Thurm. Waldenburg.
+Ziegelheim.
+
+*Marienberg.* Forchheim. Groß-Olbersdorf. Lauterbach. Olbernhau.
+Scharfenstein. Wolkenstein. Zöblitz.
+
+*Ölsnitz.* Elster. Schönberg. Voigtsberg.
+
+*Plauen.* Geilsdorf. Kauschwitz. Kürbitz. Mylau. Netzschkau. Neumark.
+Pöhl. Reichenbach. Rodersdorf. Straßberg. Theuma. Thierbach. Thossen.
+
+*Schwarzenberg.* Carlsfeld. Grünhain. Klösterlein-Zelle. Lößnitz.
+Neustädtel. Schneeberg.
+
+*Zwickau.* Altschönfels. Blankenhain. Crimmitschau. Härtensdorf.
+Hartenstein, Hirschfeld. Königswalde. Langenhessen. Langenreinsdorf.
+Neuschönfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrünberg. Ruppertsgrün.
+Schönfels. Stein. Weißenborn. Werdau.
+
+
+
+
+_Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach._
+
+
+*Apolda.* _AG Allstedt_: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt. _Apolda_:
+Hainichen. Nauendorf. Niederroßla. Niedertrebra. Osmannstedt. Sulza.
+Utenbach. _Buttstedt_: Großneuhausen. Gutmannshausen. Hardisleben.
+Mannstedt. Teutleben. _Jena_: Altengönna. Ammerbach. Beutnitz. Bürgel.
+Dornburg. Dothen. Frauenprießnitz. Göschwitz. Großlöbichau.
+Großschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz. Lehesten. Leutra.
+Lichtenhain. Lobeda. Löbstedt. Maua. Nennsdorf. Neuengönna. Porstendorf.
+Rodigast. Rothenstein. Steudnitz. Talbürgel. Tautenburg. Unterwöllnitz.
+Wenigenjena. Ziegenhain. Zwätzen.
+
+*Dermbach.* Bremen. _Geisa_: Bermbach. Borsch. Buttlar. Geismar.
+Kranlucken. Motzlar. Schleid. _Kaltennordheim_: Brunnhardtshausen.
+Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen. Helmershausen. Kaltensundheim.
+Kaltenwestheim. Unterweid. Zella. Zillbach. _Ostheim_: Lichtenburg.
+Sondheim. Stetten. _Vacha_: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort.
+Völkershausen.
+
+*Eisenach.* Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen. Kreuzburg.
+Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal. Zella a. d. Werra. _Gerstungen_:
+Berka. Brandenburg. Dankmarshausen. Dippach. Frauensee. Großensee. Herda.
+Lauchröden. Sallmannshausen. Untersuhl. _Stadtlengsfeld_: Lengsfeld.
+Weilar.
+
+*Neustadt a. d. Orla.* _Auma_: Braunsdorf. Schönborn. Traun. _Neustadt_:
+Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz. Neunhofen. Nieder- u.
+Oberoppurg. _Weida_: Frießnitz. Mildenfurt. Münchenbernsdorf. Schüptitz.
+Veitsberg.
+
+*Weimar.* _Blankenhain_: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn.
+Thangelstedt. Tonndorf. (_Großrudestedt_:) Eckstedt. Nöda. _Ilmenau_.
+_Vieselbach_: Großmölsen. Kerspleben. Ollendorf. Udestedt. _Weimar_:
+Belvedere. Ehringsdorf. Ettersburg. Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt.
+Mellingen. Oberweimar. Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt.
+
+
+
+
+_Herzogtum Sachsen-Altenburg._
+
+
+*Altenburg.* Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschütz. Rußdorf.
+Treben. Windischleuba. _Meuselwitz_. (_Ronneburg_:) Großstechau. Kauern.
+Korbussen. Löbichau. Mückern. Posterstein. _Schmölln_: Gößnitz. Ponitz.
+
+*Roda.* _Eisenberg_: Klosterlausnitz. _Kahla_: Altenberge. Bibra.
+Dienstädt. Großkröblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld. Neusitz.
+Oberhasel. Orlamünde. Reinstädt. Schweinitz. Wiederkunft. Fröhliche.
+_Roda_: Drackendorf. Kleinebersdorf. Lippersdorf. Ottendorf.
+
+
+
+
+_Herzogtum Sachsen-Meiningen._
+
+
+*Hildburghausen.* _Eisfeld_: Brünn. Crock. Sachsendorf. Stelzen.
+Unterneubrunn. _Heldburg_: Gellershausen. Gompertshausen. Hellingen.
+Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen. _Hildburghausen_:
+Adelshausen. Bedheim. Ebenhards. Heßberg. Klosterveilsdorf. Michaelisberg.
+Roth. Streufdorf. Zeilfeld. _Römhild_: Behrungen. Haina. Milz. Westenfeld.
+Wolfmannshausen. _Themar_: Dingsleben. Henfstedt. Marisfeld. Reurieth.
+Trostadt.
+
+*Meiningen.* Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra. Einhausen.
+Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie. Feldeck. Grimmental. Habesburg,
+Helba. Henneberg. Hermannsfeld. Herpf. Hutsberg. Jüchsen. Landeswehr.
+Landsberg. Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim. Obermaßfeld.
+Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen. Sülzfeld.
+Untermaßfeld. Vachdorf. Walldorf. _Salzungen_: Allendorf. Altenstein.
+Dietlas. Feldeck. Frankenberg. Frankenstein. Frauenbreitungen. Helmers.
+Leimbach. Liebenstein. Möhra. Oberellen. Schweina. Wildprechtsroda.
+Witzelroda. _Wasungen_: Hümpfershausen. Kaltenlengsfeld. Maienluft.
+Metzels. Oepfershausen. Roßdorf. Schwallungen. Schwarzbach. Sinnershausen.
+
+*Saalfeld.* _Camburg_: Kleingestewitz. Leislau. Münchengosserstädt.
+Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. _Gräfental_: Lichtentanne.
+Probstzella. _Kranichfeld_: Achelstädt. _Saalfeld_: Aue am Berg. Gorndorf.
+Graba. Großkochberg. Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pößneck.
+
+*Sonneberg.* _Schalkau_: Effelder. Meschenbach. Rauenstein. _Sonneberg_:
+Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind.
+
+
+
+
+_Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha._
+
+
+*Coburg.* Ahorn. Callenberg. Großheirath. Grub am Forst. Hohenstein.
+Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfüllbach. Rosenau. Rossach. Schermeck.
+Seidmannsdorf. Unterlauter. Untersiemau. Watzendorf. Weißenbrunn.
+_Königsberg i. Fr._: Altershausen. (_Neustadt_:) Einberg. Fechheim.
+Mönchröden. Oeßlau. _Rodach_: Breitenau. Elsa. Gauerstadt. Großwalbur.
+Meeder. Ottowind. Roßfeld. _Sonnefeld_: Gestungshausen. Hassenberg.
+
+*Gotha.* Apfelstedt. Günthersleben. Haarhausen. Ichtershausen.
+Ingersleben. Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben. Stedten.
+Sülzenbrücken. Wachsenburg. Warza. _Gräfentonna_ (Tonna): Großfahner.
+Herbsleben. Volkenrode.
+
+*Ohrdruf.* _Liebenstein_: Elgersburg, Gera. Gräfenroda. _Ohrdruf_:
+Crawinkel. Georgental. Hohenkirchen. Zella.
+
+*Waltershausen.* _Tenneberg_: Cabarz. Friedrichroda. Hörselgau.
+Reinhardtsbrunn. _Thal_: Ruhla. _Wangenheim_: Ettenhausen.
+Friedrichswerth. Großenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn.
+
+
+
+
+_Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt._
+
+
+*Frankenhausen.* Göllingen. Ichstedt. Kyffhäuser. Rathsfeld. Rothenburg.
+Seega. Thalleben.
+
+*Rudolstadt.* (_Königsee_:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach.
+Unterweißbach. _Leutenberg_: Bucha. Burglemnitz. Eyba. _Rudolstadt_:
+Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach. Schaala. Schwarzburg.
+Teichweiden. Zeigerheim. _Stadtilm_: Bücheloh. Griesheim. Paulinzelle.
+
+
+
+
+_Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen._
+
+
+*Arnstadt.* Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf. Plaue. Witzleben.
+
+*Sondershausen.* _Ebeleben_: Allmenhausen. Keula. Gehren: Großbreitenbach.
+Langewiesen. _Sondershausen_: Bendeleben. Großfurra. Jechaburg.
+
+
+
+
+_Fürstentum Reuß ältere Linie._
+
+
+*Greitz.* _Burgk_: Friesau. Pahnstangen. Röppisch. _Greiz_: Fraureuth.
+Gottesgrün. Hermannsgrün.
+
+
+
+
+_Fürstentum Reuß jüngere Linie._
+
+
+*Gera.* Geißen. Köstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus. _Hohenleuben_:
+Reichenfels.
+
+*Schleiz.* _Hirschberg_. _Lobenstein_: Ebersdorf. Harra. _Schleiz_:
+Kirschkau. Rödersdorf. Saalburg.
+
+
+
+
+_K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg._
+
+
+*Bitterfeld.* Alt-Jeßnitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf. Mühlbeck.
+Talheim. Zörbig.
+
+*Delitzsch.* Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg. Grebehna.
+Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld. Tiefensee. Zschepplin.
+
+*Eckartsberga.* Auerstedt. Beichlingen. Burghäseler. Burgwenden. Cölleda.
+Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf. Leubingen. Memleben. Niederholzhausen.
+Sachsenburg. Steinbach. Wolmirstadt.
+
+*Halle und Saalkreis.* Beesenlaublingen. Böllberg. Brachstedt. Buschdorf.
+Cönnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk. Mücheln. Nauendorf. Neutz.
+Peissen. Petersberg. Reideburg. Schlettau. Teicha. Wettin.
+
+*Liebenwerda.* Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda. Großkmehlen.
+Großthieming. Langennaundorf. Martinskirchen. Mückenberg. Mühlberg.
+Ortrand. Oschätzchen. Prettin. Saathain. Stolzenhain. Uebigau. Würdenhain.
+
+*Mansfelder Gebirgskreis.* Arnstein. Conradsburg. Ermsleben. Falkenstein.
+Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben. Walbeck. Wippra.
+
+*Mansfelder Seekreis.* Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf.
+Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gödewitz. Heiligental. Helfta. Holzzelle.
+Ihlewitz. Müllerdorf. Pfützental. Polleben. Rottelsdorf. Schraplau.
+Seeburg. Stedten, Unterrißdorf. Unterröblingen. Volkmaritz. Wimmelburg.
+Wormsleben.
+
+*Merseburg.* Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Cröllwitz. Cursdorf. Dehlitz.
+Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt. Lauchstedt. Lössen. Lützen. Röcken.
+Rössen. Rundstedt. Schkeitbar. Treben.
+
+*Naumburg.* Abtlöbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen. Görschen.
+Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermöllern. Pforte.
+Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schönburg. Schulpforte.
+
+*Querfurt.* Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U. Barnstedt.
+Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf. Burgscheidungen.
+Dobichau. Ebersroda. Eichstädt. Freyburg. Gatterstedt. Göhrendorf. Goseck.
+Großosterhausen. Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrölitz. Mücheln. Nebra.
+Neumark. Niedereichstädt. Obercrumpa. Obereichstädt. Obhausen. Pettstädt.
+Plößnitz. Pödelist. Reinsdorf, Roßleben. Sankt-Micheln. Schleberode.
+Sittichenbach. Spielberg. Vitzenburg. Wendelstein. Wilsdorf. Zeuchfeld.
+Zorbau. Zscheiplitz.
+
+*Sangerhausen.* Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen. Brücken. Gonna.
+Görsbach. Grillenberg. Hain. Heringen. Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode.
+Lengefeld. Sittendorf. Stolberg. Windehausen.
+
+*Schweinitz.* Clöden. Frauenhorst. Gölsdorf. Herzberg. Malitschkendorf.
+
+*Torgau.* Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch. Elsnig.
+Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda. Triestewitz. Zwethau.
+
+*Weißenfels.* Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Großcorbetha. Großpötewitz.
+Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben. Meineweh. Obergreißlau. Obschitz.
+Pötewitz. Schkölen. Untergreißlau.
+
+*Wittenberg.* Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg. Zahna.
+
+*Zeitz.* Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue. Posa. Predel.
+Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf.
+
+
+
+
+_K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt._
+
+
+*Erfurt.* Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg.
+Windisch-Holzhausen. Wandersleben.
+
+*Heiligenstadt.* Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde. Bischofsstein.
+Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen. Freienhagen. Geisleden.
+Geismar. Gerbershausen. Groß-Bartloff. Günterode. Hanstein. Heuthen.
+Hilfensberg. Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern.
+Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode Rengelrode.
+Rimbach. Röhrig. Rustenberg. Rustenfelde. Schachtebich. Schönhagen.
+Siemerode. Stein. Uder. Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld.
+Wüstheuterode.
+
+*Langensalza.* Nägelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrück. Vargula.
+
+*Mühlhausen.* Ammern. Annerode. Dörna. Falken. Helmsdorf. Langula.
+Treffurt. Zella.
+
+*Nordhausen* u. Grafsch. *Hohenstein*. Ascherode. Bleicherode. Dietenborn.
+Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf. Münchenlohra. Nohra.
+Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen.
+
+*Schleusingen.* Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah. Kühndorf.
+Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Veßra. Waldau. Wiedersbach.
+
+*Weißensee.* Gangloffsömmern. Griefstedt. Ottenhausen. Rohrborn. Sömmerda.
+
+*Worbis.* Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode. Bodenstein.
+Breitenworbis. Gerode. Groß-Bodungen. Hauröden. Kirchohmfeld. Kirchworbis.
+Neustadt. Reifenstein. Scharfenstein. Teistungenburg. Wehnde.
+
+*Ziegenrück.* Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz.
+Liebengrün. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg.
+
+
+
+
+_K. Pr. Regierungsbezirk Cassel._
+
+
+*Cassel.* Breitenbach. Crumbach. Dörnhagen. Elgershausen. Eschenstruth.
+Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren. Nordshausen. Oberkaufungen.
+Waldau. Weimar. Wilhelmshausen. Wilhelmshöhe. Wilhelmstal. Windhausen.
+
+*Eschwege.* Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels. Germerode.
+Herleshausen. Hoheneiche. Jestädt. Nesselröden. Netra. Schwebda. Wanfried.
+Willershausen. Wommen.
+
+*Frankenberg.* Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld.
+
+*Fritzlar.* Besse. Büraberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen. Wabern.
+Werkel.
+
+*Fulda.* Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Großenlüder. Haimbach.
+Johannisberg. Kämmerzell. Kleinheilig-Kreuz. Margretenhaun. Neuenberg.
+Neuhof. Oberbimbach. Petersberg. Welkers.
+
+*Gelnhausen.* Alsberg. Altenhaßlau. Aufenau. Birstein. Burgjossa. Höchst.
+Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz. Niedermittlau. Orb. Unterreichenbach.
+Wächtersbach. Wirtheim.
+
+*Gersfeld.* Tann.
+
+*Hanau.* Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchköbel, Hochstadt.
+Hüttengesäß. Kesselstadt. Langenselbold. Niederdorfelden. Rückingen.
+Rüdigheim. St. Wolfgang. Wilhelmsbad. Windecken.
+
+*Hersfeld.* Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg.
+Philippstal.
+
+*Hofgeismar.* Gottesbüren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen.
+Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg. Sababurg.
+Trendelburg. Wilhelmshausen.
+
+*Homberg.* Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein.
+
+*Hünfeld.* Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen. Wehrda.
+
+*Kirchhain.* Albshausen. Allendorf. Amöneburg. Anzefahr. Langenstein.
+Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg. Stausebach.
+
+*Marburg.* Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf. Elisabethbrunnen.
+Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen. Lohra. Mellnau. Michelbach.
+Nieder-Asphe. Nieder-Walgern. Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern.
+Treisbach. Wehrda. Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter.
+
+*Melsungen.* Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause. Dagobertshausen.
+Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau. Mörshausen. Niedermöllrich.
+Spangenberg.
+
+*Rinteln.* (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V.
+
+*Rotenburg.* Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg. Nentershausen.
+Ronshausen. Sontra. Tannenberg.
+
+*Schlüchtern.* Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg. Steinau.
+Stolzenburg.
+
+*Schmalkalden.* Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf. Hallenberg.
+Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg. Struth. Trusen.
+
+*Witzenhausen.* Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau. Ludwigstein.
+Reichenbach.
+
+*Wolfhagen.* Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen. Ehringen.
+Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen. Oelshausen. Riede.
+Volkmarsen. Weidelsburg. Wettesingen. Zierenberg.
+
+*Ziegenhain*. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg. Neukirchen.
+Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen. Schönberg. Schrecksbach.
+Schwarzenborn. Spießkappel. Treysa.
+
+
+
+
+_K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken._
+
+
+*Bamberg I.* Altenburg. Buttenheim. Giech. Gügel. Hallstadt. Litzendorf.
+Rattelsdorf. Scheßlitz. Seehof. Stadelhofen.
+
+*Bamberg II.* Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf. Lisberg.
+Schlüsselau. Seußling. Walsdorf.
+
+*Bayreuth.* Bindlach. Bischofsgrün. Eckersdorf. Emtmannsberg. Gesees.
+Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach. Obernsees. St. Johannis.
+Warmensteinach.
+
+*Berneck.* Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast. Nemmersdorf.
+Neudrossenfeld.
+
+*Ebermannstadt.* Aufseß. Burggailenreuth. Drügendorf. Freienfels.
+Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck. Oberaufseß. Pretzfeld.
+Streitberg. Waischenfeld. Wonsees.
+
+*Forchheim.* Effeltrich. Eggolsheim. Gräfenberg. Hetzlas. Hilpoltstein.
+Jägersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach. Leutenbach. Neideck. Neunkirchen.
+Pinzberg. Regensberg. St. Helena. Weißenohe. Wiesenthau. Wildenfels.
+
+*Höchstadt a. A.* Büchenbach. Hannberg. Herzogenaurach. Mühlhausen.
+Münchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden. Puschendorf. Schlüsselfeld.
+Sterpersdorf.
+
+*Hof.* Feilitsch. Oberkotzau.
+
+*Kronach.* Mitwitz. Steinberg.
+
+*Kulmbach.* Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf. Mangersreuth.
+Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg. Sanspareil. Schwarzach. Thurnau.
+Trebgast. Veitlahm. Wernstein. Willmersreuth. Wirsberg. Zwernitz.
+
+*Lichtenfels.* Altenkundstadt. Burgkundstadt. Gärtenroth. Hochstadt.
+Isling. Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau. Mistelfeld. Naßwang.
+Schney. Weismain.
+
+*Münchberg.* Helmbrechts. Sparneck. Waldstein.
+
+*Naila.* Lichtenberg. Reitzenstein.
+
+*Pegnitz.* Betzenstein. Bronn. Creussen. Gößweinstein. Lindenhart.
+Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein. Schnabelweid.
+Tüchersfeld. Volsbach.
+
+*Rehau.* Hohenberg. Pilgramsreuth.
+
+*Stadtsteinach.* Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg. Marienweiher.
+Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck. Rugendorf. Seibelsdorf.
+Untersteinach.
+
+*Staffelstein.* Banz. Döringstadt. Schottenstein. Seßlach.
+Unterleiterbach. Vierzehnheiligen.
+
+*Teuschnitz.* Lauenstein. Ludwigstadt.
+
+*Wunsiedel.* Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg. Kirchenlamitz.
+Redwitz. Schirnding. Schönbrunn. Thierstein.
+
+
+
+
+_K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken._
+
+
+*Alzenau.* Hörstein. Kälberau. Mömbris. Schöllkrippen.
+
+*Aschaffenburg.* Großostheim. Hessental. Mespelbrunn. Schmerlenbach.
+Schönrain.
+
+*Brückenau.* Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg.
+
+*Ebern.* Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach.
+Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf. Kirchlauter.
+Leuzendorf. Lichtenstein. Mürsbach. Obermerzbach. Pfaffendorf.
+Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf. Rotenhan. Untermerzbach.
+
+*Gemünden.* Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten. Höllrich. Homburg.
+Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck. Schönau. Weikersgrüben. Wolfsmünster.
+
+*Gerolzhofen.* Abtswind. Alitzheim. Altenschönbach. Astheim. Bimbach.
+Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg. Kirchschönbach. Laub. Nordheim.
+Obereisenheim. Oberschwarzach. Prichsenstadt. Rüdenhausen. Sommerach.
+Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid. Zabelstein.
+Zeilitzheim.
+
+*Hammelburg.* Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt. Saaleck.
+Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg. Unterertal. Waitzenbach.
+Wasserlosen. Windheim.
+
+*Haßfurt.* Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau. Kentzgau.
+Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried. Obertheres. Prölsdorf.
+Schmachtenberg. Schönbach. Schwappach, Ober- und Unter-. Steinbach.
+Stettfeld. Sylbach. Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres. Wonfurt.
+Zeil.
+
+*Hofheim.* Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld. Bramberg. Bundorf.
+Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen. Goßmannsdorf. Happertshausen.
+Junkersdorf. Oberlauringen. Ostheim. Stadtlauringen. Stöckach. Wettringen.
+Wetzhausen.
+
+*Karlstadt.* Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland. Büchold. Bühler.
+Duttenbrunn. Erbshausen. Eußenheim. Fährbrück. Gänheim. Gauaschach.
+Gramschatz. Himmelstadt. Karlsburg. Laudenbach. Müdesheim. Retzbach.
+Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thüngen. Wülfershausen.
+Zellingen.
+
+*Kissingen.* Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben. Burglauer.
+Eltingshausen. Frauenroth. Großwenkheim. Lauter. Münnerstadt. Steinach.
+
+*Kitzingen.* Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim. Dettelbach.
+Efeldorf. Etwashausen. Fröhstockheim. Gerlachshausen. Gnötzheim. Groß- und
+Kleinlangheim. Herrnsheim. Mainbernheim. Mainsondheim. Mainstockheim.
+Marktbreit. Marktstett. Michelfeld. Münsterschwarzach. Obernbreit.
+Prosselsheim. Repperndorf. Rödelsee. Schwaneberg. Segnitz. Seinsheim.
+Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wässerndorf. Wiesenbronn.
+
+*Königshofen.* Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt. Eyershausen.
+Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen. Kleinbardorf.
+Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld. Sternberg. Trappstadt. Untereßfeld.
+Waltershausen. Wildburg. Wülfershausen.
+
+*Lohr.* Maria-Buchen. Neuhütten. Neustadt a. M. Rotenbuch. Rotenfels.
+Steinbach.
+
+*Marktheidenfeld.* Böttigheim. Dorfprozelten. Esselbach. Fechenbach.
+Grünau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen. Homburg. Karbach. Kreuzwertheim.
+Lengfurt. Remlingen. Stadtprozelten. Trennfeld. Triefenstein. Uttingen.
+
+*Mellrichstadt.* Bahra. Eußenhausen. Filke. Fladungen. Künsbergk. Leubach.
+Mauerschedel. Mittelstreu. Mühlfeld. Nordheim. Oberfladungen. Oberstreu.
+Reyersbach. Roßrieth. Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel.
+
+*Miltenberg.* Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Groß- und Klein-Heubach.
+Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg.
+
+*Neustadt a. S.* Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu. Hollstadt.
+Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg.
+
+*Obernburg.* Himmeltal.
+
+*Ochsenfurt.* Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen. Butthart.
+Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Eßfeld. Euerhausen. Frickenhausen.
+Gaukönigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt. Goßmannsdorf. Gützingen.
+Herchsheim. Hopferstadt. Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg.
+Reichelsburg. Rittersheim. Röttingen. Sommerhausen. St. Kunigund.
+Tückelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried.
+
+*Schweinfurt.* Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen. Ettleben.
+Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim. Grafenrheinfeld. Grettstadt.
+Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld. Holzhausen. Klingenberg. Löffelsterz.
+Maibach. Mainberg. Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen. Reichmannshausen.
+Schwebheim. Sömmersdorf. Werneck. Weyer. Wipfeld. Zeuzleben.
+
+*Würzburg.* Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn. Estenfeld.
+Gerbrunn. Güntersleben. Heidingsfeld. Himmelpforten. Höchberg. Kirchheim.
+Kleinrinderfeld. Kürnach. Lindflur. Maidbronn. Margetshöchheim.
+Mergelshöchheim. Mühlhausen. Oberdürrbach. Oberleinach. Oberzell.
+Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer. Rottendorf.
+Schenkenschloßhof. Stettbach. Teilheim. Thüngersheim. Unterdürrbach.
+Unter-Leinach. Unterpleichfeld. Unterzell. Veitshöchheim. Waldbüttelbrunn.
+Zell.
+
+[Blank Page]
+
+
+
+
+
+_KÜNSTLERVERZEICHNIS._
+
+
+*A*B 110.
+A. L. 317.
+Adler, Fr. 272.
+Aglio, A. S. 59.
+Agostino, Lazzaro 437.
+Ahrens 420.
+Albert v. Soest 324.
+Ammann, Jost 22.
+Anwander, J. 41. 192. 286.
+Appiani, Gius. 407. 445.
+Arnold v. Westfalen 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390.
+Asam 11. 95. 456.
+Auwera, Jakob van der 95. 438. 449. 451.
+Auwera, Joh. Wolfgang v. d. 11. 399. 404. 435. 451.
+Auwera, Lucas v. d. 452.
+Auwera, Richt. der 23. 452.
+
+*B*acher, Gideon 219.
+Backofen u. s. Schule 21. 69. 70. 161. 167. 186. 251. 440.
+Bähr, George 78. 81. 87. 89. 118. 159. 182. 192. 203. 247. 248. 304. 368.
+374.
+Balestra 86.
+Baratta, Franc. 80. 86.
+Barthel von Durlach 12.
+Barthel, Melch. 223. 238.
+Basler, Peter 139.
+Basti, Matteo 24.
+Bauer (Augsburg) 80.
+Bauer, Peter 462.
+Beaumont, Adam 204.
+Beck, Leonh. 444.
+Beham, H. S. 47.
+Behem, J. 237.
+Behringer, Wolf 191.
+Berger 88.
+Bergner, Nik. 216 f.
+Bernini, L. 80. 86. 95.
+Berwart, Blasius 333.
+Bestheimer, J. N. 264.
+Bibiena, Carlo 48.
+Bibiena, Giuseppe 48.
+Birkner, Wolfg. 220.
+Blondel 430.
+Bock, Hans 176. 408.
+Bodenstein, Chr. 355.
+Bodt, Jan de 86. 223.
+Boffrand, G. 450.
+Bogenkranz, Zach. 169.
+Böhm, Franz 40.
+Böhme d. Ä., Joh. Heinr. 13. 161. 298. 335. 435.
+Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130.
+Bonalino 40. 128. 217.
+Borcht v. d. 87.
+Bormann, Jan 160.
+Bossi, Ant. 447. 451.
+Bossi, Augustin 73. 398.
+Bossi, Materno 92 ff. 133. 210 f. 346. 387. 445. 447. 451. 457.
+Bouts, Dirk 244.
+Braun, Erasmus 35.
+Braunschweig, Heinrich u. Ludolf v. 168 f.
+Bromeis 206.
+Brückner, A. 140.
+Bruigt, Ägid. de 208.
+Brunner, Melch. 273.
+Buchau, Cl. K. 277.
+Buchner, P, 83f. 223. 278. 309.
+Bühner 379.
+Bueler 438.
+Buttigen (Büdingen?), Conrad v. 12.
+Butzäus 118.
+
+*C*. B. 391.
+C. G. 113.
+C. P. 296.
+C. R. 462.
+C. T. R. 6.
+C. W. 462.
+Casanova 86.
+Castelli 6. 173. 451.
+Cesare, Carlo di 125f.
+Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296.
+Conrad von Buttigen 12.
+Corradini 86.
+Cotte, R. de 450.
+Coudroy, Pierre 240.
+Cranach d. Ä. u. s. Werkstatt 153. 197. 205. 217. 220. 224. 238f. 267.
+293. 295. 298. 302. 307. 324. 367. 369. 393. 413. 419ff. 433. 455.
+Cranach d. J. 25. 209. 307. 314. 420. 433.
+Cranachschule 2. 14. 57. 121. 168. 180. 190. 201. 266. 426.
+Curé 451.
+
+*D* 346.
+Dahlwein 147.
+Darbes 375.
+Daucher, Adolf 13.
+Dauthe 236. 240.
+David, Chr. 183.
+Decker 49.
+Degen, Hans 75.
+Dehn-Rothfelser, Hans v. 82. 125. 157. 242. 278. 340.
+Deibel, Jos. 87.
+Deisinger 356.
+Delitzscher, Nickel 407.
+Dell, Peter d. Ä. 18. 23. 373. 438. 441.
+Dell, Peter d. J. 438. 439. 445. 449.
+Dientzenhofer, einer der 41. 136. 369.
+Dientzenhofer, Georg 39.
+Dientzenhofer, Johann 42. 133. 134. 197. 213. 335. 372. 375.
+Dientzenhofer, Joh. Leonh. 136. 314.
+Dientzenhofer, Just. Heinr. 41.
+Dientzenhofer, Leonhard 35. 37. 40. 42. 49. 94. 136. 193. 246. 406.
+Diepenbeck 444.
+Dierks 86.
+Dieterici 195.
+Dietrich, Ch. W. E. 70. 101.
+Dietz 404.
+Dieussart, Ch. Ph. 47.
+Dirnstein, Hans 21.
+Diterich, Bernh. 126. 214.
+Ditmar (Laienbruder) 325.
+Ditmar, Valent. 317.
+Ditterich, Hans 385.
+Dittmann, Hans 75.
+Döbner 230.
+Dörffer, Joh. 346.
+Dorsch, J. B. 85. 87.
+Dowher s. Daucher.
+Drentwett, Ph. H. 80. 203.
+Dreßler, Andr. 201, 311.
+Dreysigmark, M. 112.
+Dubut 368.
+Duck, Joh. 307.
+Dümpel, Veit 2. 218.
+Durlach, Barthel von 12.
+Dürer 13. 119. 266.
+Du Ry, Charles 206. 430.
+Du Ry, Paul 203. 205 f. 370.
+Du Ry, Salomon Louis 428 f.
+Du Ry, Simon Louis 191. 205. 206. 409. 430.
+
+*E*. W. 159.
+Eberlein, Bernh. 216.
+Ebhardt, J. Ch. 242.
+Eckart v. Worms 438. 440.
+Eckhardt, Ezech. 45. 340.
+Eckhardt, G. 324.
+Eckhart, Hans 212.
+Eiffländer, Hans 78.
+Einbeck, Konrad v. 168.
+Eisenberg, F. 455.
+Emes, Julius 18.
+Ende, Hans am 239.
+Enderlein, Caspar 25.
+Engelhard, Andr. 369.
+Ermeltraut 443.
+Ernes, Julius 286.
+Eschke, K. Ch. 313. 343. 376.
+Esterbauer, Balth. 451.
+Exner, Chr. F. 79. 81. 332.
+Eysenberg, Nik. 101.
+Eywick, Jonas 370.
+
+*F*. H. 204.
+Faber, A. W. 56.
+Fabritius, Kilian 259.
+Fehre, J. G. 89 f. 118.
+Feichtmayer, J. M. 11. 407.
+Feige, J. C. 340.
+Fesel, Christoph 439. 445.
+Finck, Joh. 41. 278. 317.
+Fischer, A. S. 137. 449.
+Fischer, J. M.
+133. 155. 157. 432. 445.
+Fleischer, Gg. 83. 125.
+Flötner, Peter 13.
+Fossati 45.
+Fosse, de la 213. 428.
+Franz v. Magdeburg 13.
+Friedeberger, Eberh. 445.
+Friedemann d. Ä., H.
+105 f. 108-112.
+Friedemann d. J., H., 105. 110. 112.
+Fuchs 240.
+Fuger 163.
+Fuss, Friedr. 423.
+
+*G*abrieli 446.
+Gallasini, Andrea 135.
+Gareis 343.
+Gärtner 27. 31. 445.
+Gattinger 11. 438.
+Gaudreau, Pierre 355.
+Gedeler, E. 187.
+Gedeler, G. v. 47.
+Gehart, Joh. 17. 107. 110 f.
+Geigel, J. P. 68. 351. 404. 445. 447. 451. 457.
+Genz 420.
+Gérin 205.
+Ghezzi, G. 205.
+Giese, J. A. 435.
+Glantschnigg, J.A. 91.
+Godechen, Hnrch. 280.
+Godefroy, Elias 204.
+Göding, Heinr. 84. 126. 333.
+Goldwitzer 118.
+Gontard, P. K. Ph. 48 f.
+Göthe, Eosander v. 400.
+Goethe, Wolfg. v. 233. 420.
+Gothland, Peter 420.
+Gottschick, Chr. 222.
+Gout 55.
+Gräbner 81. 100.
+Grael, Fr. 228.
+Graff, Anton 71. 82. 173. 223. 244. 338. 343. 351. 355. 375. 418. 422.
+426. 435.
+Grassi 435.
+Graul, J. F. 48.
+Greger, Michel 459.
+Greising, Jos. 94. 130. 247. 250. 314. 408. 447. 449. 451 f.
+Gretel, Ulrich 433.
+Grohmann, Chr. 113.
+Grohmann, N. 5. 180. 219. 394.
+Gronig, Hans 198.
+Gröninger, Aug. 112.
+Groß, Abr. 47.
+Grossi, L. 345.
+Grünberger, Mich. 139.
+Grünewald, Math. 20. 167.
+Guernieri, G. F. 429.
+Gundermann, W. 98.
+Günther, Math. 11. 446.
+Gutschell, Enders 105.
+
+*H* 251.
+h. b. 176.
+H F 152. 213. 335.
+H G B 280.
+H H B 190.
+H K 261. 293.
+H R 401.
+H. V. 433.
+H. W. (Hans Walther) 126.
+H. W. (Hans Werner) 210.
+H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister d. »schönen Tür« in Annaberg). 12, 59. 92.
+96.
+Hackert 429.
+Hackl 80.
+Hagelganß 223.
+Hagenberger, Joh. 190.
+Hähnel, J. C. 302.
+Hans v. Straßburg 103.
+Hans v. Torgau 369.
+Hase, G. 89.
+Haunisch, Hans 346.
+Heck, Hieronymus 21.
+Hegewald 79. 81. 224.
+Heideloff 27. 31. 174. 219. 318.
+Heinemann, Chr. 57. 179.
+Heinrich v. Braunschw. 168 f.
+Heinrich v. Hesserode 193.
+Heinricus filius Tiderici 26.
+Henricus 61. 445.
+Henthoos 299.
+Hering, Loy. 18. 34. 227. 438.
+Hering, Martin 438, Hermann 172. 420.
+Hermes 295.
+Herrlein, J. A. 102.
+Herrlein, Joh. Peter 8. 135. 162. 213. 271. 310. 319. 346. 378. 453.
+Herwarthel 199.
+Herzog 298.
+Hesserode, Heinrich v. 193.
+Heuer, D. 338.
+Heunisch, Hans 426.
+Hildebrand, L. v. 450.
+Hilger, Osw. 394.
+Hilger, Wolff 125. 394.
+Hofmann, Joh. 259.
+Hofmann, Nickel 168 ff. 190. 259. 373.
+Hogenwald, M. 304.
+Hölzer, G. A. 81.
+Hönnicke 95.
+Hornung, Lor. 234.
+Huber, K. 447.
+Hübsch, H. 301.
+Humbach, D. F. 135.
+Hünefeld, H. 419.
+Hünigen, Andr. 304. 343. 458.
+
+*i* 109 ff.
+Ickelsheimer 449.
+Ihener, Gg. 168.
+Irmisch, Hans 84. 126. 221. 223. 462.
+
+*J*. E. 54.
+J. H. 54. 308. 320.
+J. L. 248.
+Jacob v. Schweinfurt 12. 268f.
+Jäkel 260.
+Jörg, Andreas 109.
+Junker, Hans 22. 71.
+Junker, Valentin 40.
+Jupe, Ludw. 257.
+Jussow, H. Chr. 428. 430.
+
+*K*amm, J. B. 41. 90. 118. 192.
+Kändler, J. J. 278. 296.
+Kapup, Christoph 307.
+Kaufmann, Angel. 303.
+Keil, Paul 14. 209.
+Keilwerth, Jos. 11.
+Keller, Georg 22.
+Kern, Michael 40. 52. 73. 137. 163. 194. 247. 438. 440 ff. 451.
+Keßlau, A. F. v. 187.
+Kil, J. G. 69.
+Kirchner, J. Ch. 86.
+Kirchner, Wolf 462.
+Kirschstein, J. 379.
+Kistner, Thomas 23. 375. 408. 441.
+Klanbacht, Hans 76.
+Klein, Hans 447.
+Kleinholz 447.
+Klemm, Sam. 97. 161. 317.
+Klengel, 53. 82. 89. 278. Klenze 102.
+Knauf 7.
+Knöfel, F. G. 200.
+Knöffel, Joh. Chr. 79. 86. 87. 88. 90. 194. 240. 303. 305. 345. 374.
+Knöffler, Gottfried 71. 84. 87. 88. 90. 195. 297. 300. 305. 351.
+Köhler, Gottfr. 62.
+Köhler, M. D. 452.
+Konrad v. Einbeck 168.
+Körmser 55.
+Krafft, Adam 37. 209.
+Kramer, Bastian 318.
+Kramer, Hans 79.
+Krebs, Konrad 216. 393.
+Kretschmer, J. G. 338.
+Kreuter, Wolf 369.
+Kriebel, Gg. 236 f.
+Krodel, M. 279.
+Krodel, Wolfg. 201. 369.
+Krohne, G. H. 154.
+Krubsacius 81. 87. 297.
+Krugelstein 295.
+Küchel, J. M. 36. 40. 41. 209.
+Kücher, Eckh. 105.
+Kühne 74.
+Kulmbach, Hans v. 370. 462.
+Kumoller, Hanns u. Matth. 81.
+Kunz, J. J. 222.
+
+*L*anghans, C. G. 435.
+Lauermann, Franz 260.
+Lendenstreich, Valentin 155. 230. 285. 298. 313. 372.
+Le Notre 206.
+Leubner, Phil. 222. 320.
+Leunenschloss 383.
+Leypoldt 418.
+Lindemann, H. 98.
+Lindner, Erhard 422.
+Liotard 71.
+Locke, Sam. 79. 224. 423.
+Lohe, M. H. 190.
+Longuelune, 86 ff. 31 f. 374.
+Lorentz, Andr. 139. 349.
+Lorentz, Sam. 304. 324. 392.
+Lorentz, Uriel 324. 392.
+Lorentz, Werkstatt der 324.
+Lossow 74.
+Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323.
+Lucas, Gottfr. 242.
+Ludolf v. Braunschweig 168 f.
+Lünenschloß 95.
+Lynar, Rochus v. 25. 126.
+
+*M*.S. 293.
+M W 462.
+Magdeburg, Franz v. 13.
+Magni, Pietro 437.
+Mainz, Peter von 106. 160.
+Marcolini, Fr. 39.
+Martinus 215.
+Mattenheimer 90. 363.
+Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195.
+Maucher 455.
+Maulbersch, Ant. 80.
+Maurer, J. M. 203.
+Mayer, Andr. 147.
+Meer, Erhard v. d. 25.
+Meier, Jörg 365.
+Meister der Baldachine 152. 160. 230. 263. 299. 311. 358. 362. 453.
+Meister der Barfüßerkirche in Erfurt 107. 110.
+Meister der »schönen Tür« in Annaberg (H. W. [Z.] u. W. Z.) 12. 59. 92.
+96.
+Meister d. Neusitzer Altars 230.
+Meister i von Erfurt 109 ff.
+Meister t von Erfurt 106. 109.
+Meister von Chemnitz 139.
+Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435.
+Merian 35. 438.
+Meyner 173.
+Mica, Franc. 65.
+Michael, J. G. 57.
+Michael, Martin 46.
+Milla, Isr. v. d. 112.
+Minetti, Fr. D. 68.
+Möhring, Melchior 105.
+Monot, Pierre 206.
+Moritz, J. G. 114.
+Müller, Alexander 441.
+Müller, Chr. 366.
+Müller, Hans 366.
+Müller, Jakob 261. 263.
+Müller, Joh. Mich. 96.
+Münzel, Joh. 98.
+Mutschelle, B. 41. 210. 439.
+
+*N*. T. 237.
+Nagel, Franz 171.
+Nahl, J. A. 429 f Naumann, Jacob 16.
+Naumann, J. Ch. 194.
+Nave, Ant. 95.
+Neilich, Kunz 405.
+Neumann, Balthasar 35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff. 153. 155. 176. 193.
+196. 211. 214. 227. 229. 233. 244. 260. 287. 310. 336. 341. 346. 375. 382
+f. 387. 404. 406 f. 424. 426. 440. 443. 446. 449 f. 452. 456.
+Neumann, F. J. 192.
+Neuner 118.
+Nickel, B. H. 449. 452.
+Noack 459.
+Nosseni, Joh. Maria 79. 81. 82. 125. 126. 226. 237. 361. 362. 411.
+
+*O*egg 424. 451.
+Oeser, A. 70 f. 191. 195. 236. 240. 305. 341. 435.
+Onghers, Oswald 52. 67. 96. 97. 116. 118. 155. 164. 212. 316. 341. 370.
+398. 438. 442. 443.
+Otte, V. 241. 394.
+Otto, Valentin 277.
+
+*P* D 18.
+Palko, Karl 80. 296.
+Parler 322.
+Pauer, Hans 315.
+Pauwart, Ant. 168.
+Pellegrini 45.
+Permoser, Balthasar 45. 80. 85 f. 101. 126. 426.
+Perre, J. de 237 f. 338. 354.
+Perri, Ant. 158.
+Pesne, Ant. 60.
+Peter v. Mainz 106. 161.
+Peter v. Pirna 12.
+Petersell, J. R. 381.
+Petrini 39. 40. 116. 212. 259. 370. 375. 443 f. 448 f. 452.
+Petrozzi, M. 47. 48. 298.
+Petzold, A. 199. 203. 303. 369.
+Pezani, Val. 398. 447.
+Pfau, Hans 103.
+Pflugschar 335.
+Pfretschner, Sittich 239.
+St. Pierre 47. 48. 49. 188.
+Pirna, Peter v. 12.
+Pöppelmann, M. D. 78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240. 278. 331. 368. 374.
+Pötzsch, Martin 44.
+Pozzo 39 Preißer, Hieron. 105.
+Proscher, Hnrch. 343.
+
+v. *Q*uast 215. 327.
+
+*R*T 105.
+Ränz, El. 49.
+Ränz, J. D. 49.
+Reinboth, J. B. 242.
+Reis, Hans 82.
+Remela, Jo. Ad. 95.
+Rénier 217.
+Reuß 40.
+Reynhart, Hans 334. 359.
+Ricchini 83.
+Richter, Chr. 239. 352. 422.
+Richter, Gregor 318.
+Richter, J. F. 163. 241. 277. 394.
+Richter, Moritz 420. 422.
+Richter, Rud. Heinr. 50.
+Rickmann, E. 191.
+Ridinger, Georg 21.
+Riedel 2.
+Riemenschneider, Jörg 440. 442.
+Riemenschneider, Tilman 24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f. 148. 160. 174. 176.
+191. 202 f. 211. 250. 279. 286. 300. 315. 348. 351. 370. 376. 382 f. 392.
+408. 410. 437. 439 f. 442. 445 f. 449.
+Rigaud 355.
+Ritgen, Hugo v. 412.
+Ritter, F. A. v. 153. 276.
+Ritter, J. H. 6.
+Ritterlein, W. 64. 203. 354.
+Robin 448.
+Roder, Claus 236.
+Röhrscheidt, Wenzel 46.
+Rösler, C. 224.
+Rossini, A. 179. 264.
+Rotari 418.
+Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372.
+Roth, Mart. 374.
+Rubens 51. 85. 101 f.
+Rudolfi, A. 154.
+Rudolph, J. Ph. 17.
+Rul, de 444.
+
+*S*. (im Ring m. 3 Herzen) 189.
+S. L. 304.
+S. W. 433.
+Saalhausen, Ant. v. 324.
+Salins, N. A. de 451.
+Sandrart 35. 438.
+Sarder, W. 440.
+Schade, Abr. 47.
+Schadow 449.
+Schaefer, C. 258. 265. 424.
+Schaicker, Gottf. 400.
+Schatz, David 75. 146. 200.
+Schenau 162.
+Scherer, Hans 205.
+Scheubel, J. J. 40.
+Schick, Fähnrich 10.
+Schickentanz, Hans 71. 82. 191. 340.
+Schilling 81.
+Schinkel 458.
+Schit, Nik. 141.
+Schlaf, Jakob 420.
+Schlecht, Bened. 401.
+Schleinitz, R. 78.
+Schlüter, A. 49. 138.
+Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159.
+Schmidt, J. M. 276.
+Schmidt (Schreiner) 173.
+Schnorr, H. V. 435.
+Schockholz, Casp. 272.
+Scholz, Daniel 66.
+Schoner, Joh. 170.
+Schönermark 3.
+Schongauer 13. 362. 374.
+Schreckenfuchs 462.
+Schröer, Hans 25. 126.
+Schröter, G. 433.
+Schulze 187.
+Schuster, J. 149.
+Schwartze, J. H. 79. 84.
+Schwartzmann, Andreas 135.
+Schwarz, Nic. 324.
+Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f.
+Schwenke, David 332.
+Schwind, Mor. v. 413.
+Seiz, J. G. 427.
+Semler, Arntz 353.
+Semper 84.
+Sengelaub, Peter 217 f.
+Siecht, J. J. 403.
+Silbermann, J. Gottfr. 25. 150. 316. 343 f. 411.
+Silbermann, Val. 76. 92. 334.
+Silvestre 71. 86. 195. 355.
+Simon, J. Ch. 43. 304. 460.
+Simonetti, Giov. 239.
+Soest, Albert von 324.
+Soldan, Phil. 120. 205. 352.
+Sorg, Kilian 34.
+Späth 449.
+Speck, Hans 462.
+Spieß, G. J. 222.
+Spranger, Barth. 295.
+Starke, J. G. 85.
+Steiner, K. 295. 420.
+Stengel, F. J. 56. 135. 154.
+Stettner, Jost 220.
+Steuerwald 435.
+Steyer, Hans 89.
+Stipeldey, F. X. 4. 71. 110. 346. 351.
+Stoß, Veit 38. 188. 220. 286. 361. 381.
+Stoß (Schule) 118 f.
+Straßburg, Hans v. 103.
+Straubinger, Jörg 441.
+Strohmeier, Leonh. 439.
+
+*t* 106. 109.
+T K (Thomas Kistner) 23. 375. 408. 441.
+Teuscher, Sebald 101.
+Thalheimer 71.
+Thim, Veit 420.
+Thola, B. de 83 f. 125.
+Thomä, B. 78. 368.
+Thoman, Jos. Val. 11.
+Thormeyer 57.
+Thouret 420.
+Tiepolo 11. 451.
+Tile 307.
+Tischbein (welcher?) 422.
+Tischbein, J. F. A. 343.
+Tischbein, J. G. 205.
+Tischbein, J. H. 205. 429 f.
+Todesco, Heinr. 301.
+Torelli, Stef. 305. 418.
+Torgau, Hans v. 369.
+Trautmann 41.
+Tretsch, Alberlin 333.
+Treu, J. N. 39. 263. 414. 443.
+Trippel 332.
+Trost, G. H. 6.
+Tütleb, Jer. 130.
+Tüttich, L. 419.
+
+*U*brich, Peter 248.
+Uebelher, G. 11.
+Uhl, Joh. 346.
+Unger, Gottfr. 163.
+Ungewitter, G. G. 424.
+Urlaub, Chr. 148.
+Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443.
+Urlaub, J. A. 137.
+Urlaub, S. 17. 346. 370.
+
+*V*aga, Perino del 83.
+Valentin 8. 194.
+Vater, G. S. 6.
+Vernucken, Willi. 367.
+Vincentius 458.
+Vingerhut, Heinr. 140.
+Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424.
+Vischer, Hans 20. 272. 433.
+Vischer, Herm, d. Ä. 266 f. 315. 433.
+Vischer, Herm, d. J. 105. 267.
+Vischer, Peter u. s. Werkstatt 6. 20. 34. 69. 105. 266 f. 272. 293. 351 f.
+384. 393. 419. 433. 439. 440.
+Vogel (welcher?) 418.
+Vogel, A. 423.
+Vogel, Chr. Leber. 243. 338.
+Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192.
+Vogt, Caspar 82.
+
+*W*. B. 333.
+W K. 369. 385. 462.
+W. Z. (Meister der »schönen Tür« in Annaberg) 12. 59. 92. 96.
+Wagner, Erasmus 108 f.
+Wagner, J. P. 52. 102. 116. 148. 155. 176. 188 f. 244. 351. 400. 404. 425.
+439. 447. 451. 457.
+Wagner, P. A. 241. 398.
+Wagner, Simon 447.
+Wailly 428.
+Waldstein, Seb. 455.
+Walther, Andreas 84. 388.
+Walther, Christoph 46. 83. 157. 202. 215. 278. 324. 385. 410.
+Walther, Hans 78. 83. 90. 126. 194. 225. 331. 375. 385.
+Walther, Sebast. 81. 433.
+Walther, Val. 58.
+Walther, Werkst. u. Schule der 50. 83. 226. 242.
+Wamser, Chr. 21.
+Weber, Christoph 66.
+Weber, Hans 403.
+Weinlig, Ch. 87 f. 332.
+Weinmann, Jakob 34.
+Weinmann, Joh. 426.
+Weiß, J. G. 47.
+Welsch, General M. v. 10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450.
+Wemding, Hans 40.
+Werner, G. 240.
+Werner, Hans 2. 40. 47. 119. 154. 210. 228. 281. 401.
+Werter, Gg. 308.
+Wessel, Hans 125.
+Westfalen, Arnold v. 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390.
+Wiedemann, Ludwig 90.
+Wiedemann, Paul 239.
+Willkomm, Hans 83.
+Winkler 88.
+Winterstein, Gg. 17. 348. 447.
+Wirauch, Joh. 177.
+Wiskotschill 87.
+Wohlhaupter, E. 135.
+Wolgemut 78. 107. 109. 118. 259. 281. 374. 461.
+Wolker, J. M. 129. 148. 298.
+Worms, Eckart v. 438. 440.
+Wunder 47. 48. 90.
+Wurzelbauer, Hans 438.
+Wydemann, Joh. 108.
+
+*Z*anck, Mich. 245.
+Zaner 346.
+Zapf, G. 210.
+Zeckel, Joh. 73.
+Zeissig, J. E. 162.
+Zeller 306.
+Zeni 286.
+Zerroen, A. v. 125.
+Zick, Januarius 398.
+Zick, Joh. 11. 155. 451.
+Zincke, H. G. 7.
+Zwenger, Paul 97.
+
+
+
+
+
+Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H.,
+Berlin SW. 48 — Zossen.
+
+
+
+
+
+
+FOOTNOTES
+
+
+ 1 Die Vermutung, daß hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt habe,
+ liegt nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht die Rede
+ sein kann.
+
+ 2 Öfters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die Rede,
+ woraus gefolgert wird, daß dieses den Brand von 1185 überdauert
+ habe, also ottonisch sei. Nach Versicherung eines materialkundigen
+ Gewährsmannes ist die rote Färbung einzelner Steine in der Tat nur
+ durch Erhitzung zu erklären. Allein diese Steine bilden keine
+ zusammenhängenden Flächen, sondern sind zwischen naturfarbenen
+ zerstreut. Es kann sich also nur um Benutzung einzelner Werkstücke
+ aus dem abgebrochenen älteren Bau handeln.
+
+ 3 Die rechtwinklige Umrahmung mit abschließendem Bogenfries ist neu
+ und so wenig organisch, daß sie schwerlich auf alte Ansätze
+ zurückgehen kann (bei Puttrich nichts davon zu erkennen).
+
+ 4 Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoßen auf die Fensteröffnungen
+ an der Ostseite der Türme.
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND, 1914***
+
+
+
+CREDITS
+
+
+September 2006
+
+ Preparing Project Gutenberg Edition (proofing finished)
+ Karl Eichwalder
+ Online Distributed Proofreading Team
+
+October 2006
+
+ Draft Edition
+ Karl Eichwalder
+
+
+
+A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
+
+
+This file should be named 19460-0.txt or 19460-0.zip.
+
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+
+
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+
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+
+
+1.E.4.
+
+
+Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg™ License
+terms from this work, or any files containing a part of this work or any
+other work associated with Project Gutenberg™.
+
+
+1.E.5.
+
+
+Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
+the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate
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+
+
+1.E.6.
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+You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
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+specified in paragraph 1.E.1.
+
+
+1.E.7.
+
+
+Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
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+
+1.E.8.
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+ - You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
+ any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
+ receipt of the work.
+
+ - You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg™ works.
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+
+1.E.9.
+
+
+If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg™ electronic
+work or group of works on different terms than are set forth in this
+agreement, you must obtain permission in writing from both the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the
+Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set forth in
+Section 3 below.
+
+
+1.F.
+
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+1.F.1.
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+
+Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to
+identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain
+works in creating the Project Gutenberg™ collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg™ electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain „Defects,“ such as, but not limited to,
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+Replacement or Refund“ described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg
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+electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund
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+lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a
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+1.F.4.
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+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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+
+
+Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
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+they need, is critical to reaching Project Gutenberg™’s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws.
+
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+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation’s web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
+including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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+Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
+effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
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+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
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+Section 5.
+
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+
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+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
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