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+The Project Gutenberg EBook of Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. 1, 1914
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+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org/license
+
+Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, 1914
+Author: Georg Dehio
+
+Release Date: October 4, 2006 [Ebook #19460]
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+Language: German
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+Character set encoding: UTF-8
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+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DEHIO, HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD. 1***
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+ <title>Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914</title>
+ <author><name reg='Dehio, Georg'>Georg Dehio</name></author>
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+ <edition n="10">Draft Edition!</edition>
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+ <publisher>Project Gutenberg</publisher>
+ <pubPlace>Urbana</pubPlace>
+ <date value='2006-10-04'>October 4, 2006</date>
+ <idno type='etext-no'>19460</idno>
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+ <availability><p>Public Domain</p></availability>
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+ <p>2. Aufl. 1914</p>
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+ <p>Produced by Karl Eichwalder (http://www.gnu.franken.de/ke/),
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+ and the Online Distributed Proofreading Team at
+ &lt;http://www.pgdp.net/c&gt;.</p>
+ <p>Page-images available at
+ &lt;http://www.pgdp.net/projects/projectID40d0b2969bd01/&gt;</p>
+ <p>To-do list:</p>
+ <p>check project comments</p>
+ <p>small print problems: 1/2, 5/8, etc.</p>
+ <p>add internal linking</p>
+ <p>milestone / line numbering</p>
+ <p>normalizing?</p>
+ <p>Semantic Markup, lack of</p>
+ <p>add newline before every place or town; use div elements</p>
+ <p>improve title page</p>
+ <p>add map</p>
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+ <date value="2006-10">October 2006</date>
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+ <item>Preparing Project Gutenberg Edition (proofing finished)</item>
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+
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+ <p><figure rend='width: 50%' url='images/dehio-mdtl-map-small-1914.png'>
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+ <figDesc>Mitteldeutschland</figDesc>
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+ <divGen type="titlepage" />
+ </div>
+
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+[**Karte!]
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+[Blank Page]
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+<titlePage>
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+<docAuthor>Deutscher Verein für Kunstwissenschaft<lb /></docAuthor>
+<docAuthor>Georg Dehio<lb /></docAuthor>
+<docTitle>
+<titlePart type='main'>
+Handbuch der Deutschen<lb />
+Kunstdenkmäler<lb />
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+<titlePart>
+Begründet vom Tage für Denkmalspflege<lb />
+</titlePart>
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+Erster Band<lb />
+</titlePart>
+<titlePart>
+Mitteldeutschland<lb />
+</titlePart>
+</docTitle>
+<docEdition>
+Zweite Auflage<lb />
+</docEdition>
+<docImprint>
+BERLIN<lb />
+Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.<lb />
+<docDate>1914</docDate>
+</docImprint>
+</titlePage>
+ <div rend="page-break-before: right">
+ <index index="html" />
+ <head>Inhalt</head>
+ <divGen type="toc" />
+ </div>
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+
+<body>
+
+
+<pb n='II' id='i003.png'/>
+
+<p>
+[Blank Page]
+</p>
+
+
+<div>
+<pb n='III' id='i004.png'/>
+<index index="toc" />
+<head><title>Vorwort.</title></head>
+
+<p>
+Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden
+in den Jahren 1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem
+Ausdruck des Dankes an alle, die mich bei der Ausführung
+der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so groß, daß ich
+sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die Dankespflicht
+gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf
+Antrag des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten
+Erlaß vom 27. März 1904 die finanzielle Grundlage des Unternehmens
+sichergestellt hatte. Die erste Anregung war von
+dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg
+tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine
+gegeben worden. Der erste Tag für Denkmalpflege,
+Dresden 1900, setzte die Erörterung fort und erklärte sich
+hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft zustimmend, die Ausführbarkeit
+allerdings wurde mehrfach angezweifelt. Unter
+diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen,
+wohl wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren
+vollständig in Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen
+Ende zu führen wäre mir auch nicht möglich gewesen
+ohne die treue und unermüdliche Unterstützung der mir beigegebenen
+Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius
+Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen
+Tod wir im Jahre 1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen
+ein. Die Jahre des Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir
+stets in dankbarer Erinnerung bleiben.
+</p>
+
+<p>
+Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter
+die Fürsorge des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft.
+Die grundlegende erste Bearbeitung hatte notwendig das Werk
+eines einzelnen sein müssen; die nun folgende nachprüfende
+und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der Verteilung
+auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die
+Herren Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten,
+bei ihren amtlichen Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer
+Kenntnisnahme von der lokalen Forschung stets einen Blick
+<pb n='IV' id='i005.png'/>
+<!-- [P: IV] -->
+auf das Handbuch zu werfen und die ihnen nötig erscheinenden
+Berichtigungen und Nachträge gleichlaufend einzuzeichnen.
+Auf diese Weise würde ohne besondere Mühewaltung, fast
+automatisch, die Sammlung des Materials sich bewerkstelligen
+lassen. Außerdem wiederhole ich meine an alle Benutzer gerichtete
+alte Bitte, mich auf etwaige Irrtümer oder Lücken,
+mögen sie auch noch so geringfügig sein, aufmerksam zu
+machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer
+sich verdienen.
+</p>
+
+<p>
+Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich
+oder schriftlich zugegangenen Beurteilungen entnehme ich,
+daß die Einrichtung des Buches sich bewährt hat, sie konnte
+somit ohne wesentliche Veränderungen in die neue Auflage
+herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden,
+daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit,
+die ein Vorrecht der amtlichen Inventare bleiben muß, nur
+Sichtung und Auswahl gibt. Welche Gegenstände aufzunehmen,
+welche auszuschließen seien, das wird immer erneuter
+Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht
+mir mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls
+sollte der bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände
+in Zukunft wesentlich anschwellen dürfen.
+</p>
+
+<p>
+Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen
+dennoch eingetreten ist, so ist es eine Folge des
+gerade hier sehr starken Nachschubs der Inventare. Zur Zeit
+der ersten Auflage waren etwa zwei Fünftel des Gebietes noch
+nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der bayrische Bezirk
+Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem
+Königreich Sachsen.
+</p>
+
+<p>
+Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht
+zweifle, besteht in der Einschränkung der Abkürzungen.
+Ganz zu entbehren waren sie nicht, wenn anders eine noch
+weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden werden
+sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung
+sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich
+dazu erst nach langer Überlegung entschlossen. Die Gründe
+sind folgende: 1. Vollständigkeit ist von vornherein ausgeschlossen;
+soll aber nur eine Auswahl gegeben werden, so
+fehlt dafür jede konsequent anwendbare Begrenzung. 2. Es
+kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur Beurteilung
+eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden
+Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten
+ist; die Nachweise so weit auszudehnen, würde aber
+in der Summe viel zu viel Raum in Anspruch nehmen. 3. Bei
+der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den <reg orig='Literatur-|angaben'>Literaturangaben</reg>
+<pb n='V' id='i006.png'/>
+<!-- [P:V] -->
+kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause
+ein, so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren
+sein, und dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur
+bereits verzeichnet. Die Bibliographie der deutschen
+Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich, und zwar eine sehr
+umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von diesem
+Handbuch verlangt werden.
+</p>
+
+<p>
+Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten
+Auflage, wofern nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen,
+zum Schluß ein alle fünf Bände zusammenfassendes Sachregister
+zu bringen.
+</p>
+
+<p>
+Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt
+nichts, als eine summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt
+sich auf Verzeichnung der Kreisstädte, durch die
+im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird. Weiterzugehen,
+sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte &mdash; es sind mehr
+als 2000 &mdash; aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit
+gewesen.
+</p>
+
+<p>
+Straßburg, 31. Dezember 1913.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>G. Dehio.</hi>
+</p>
+
+<pb n='VI' id='i007.png'/>
+
+<p>
+[Blank Page]
+</p>
+</div>
+
+
+<div>
+<pb n='VII' id='i008.png'/>
+<index index="toc" />
+<head><title>Verzeichnis der Abkürzungen.</title></head>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>a) Nach Begriffsgruppen.</title></head>
+
+<div>
+<p>
+<abbr rend="bold">beg.</abbr> begonnen.<lb />
+<abbr rend='bold'>erb.</abbr> erbaut.<lb />
+<abbr rend="bold">voll.</abbr> vollendet.<lb />
+<abbr rend='bold'>gew.</abbr> geweiht.<lb />
+<abbr rend='bold'>zerst.</abbr> zerstört.<lb />
+<abbr rend='bold'>Rest.</abbr> <abbr rend='bold'>rest.</abbr> Restauration, restauriert.<lb />
+<abbr rend='bold'>Jh.</abbr> Jahrhundert. <hi rend='italic'>In Verbindung damit</hi> <abbr rend='bold'>A.</abbr> Anfang, <abbr rend='bold'>M.</abbr> Mitte, <abbr rend='bold'>E.</abbr> Ende, <abbr rend='bold'>H.</abbr> Hälfte, <abbr rend='bold'>V.</abbr> Viertel.<lb />
+<abbr rend='bold'>bez.</abbr> bezeichnet.<lb />
+<abbr rend='bold'>I.</abbr> Inschrift.<lb />
+</p>
+</div>
+
+<!-- <tb> -->
+
+<div>
+<p>
+<abbr rend='bold'>rom.</abbr> romanisch.<lb />
+<abbr rend='bold'>got.</abbr> gotisch.<lb />
+<abbr rend='bold'>Ma.</abbr> <abbr rend='bold'>ma.</abbr> Mittelalter, mittelalterlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>Renss.</abbr> <abbr rend='bold'>renss.</abbr> Renaissance <hi rend='italic'>als Substantivum und Adjektivum.</hi><lb />
+<abbr rend='bold'>Bar.</abbr> <abbr rend='bold'>bar.</abbr> Barock, barock.<lb />
+<abbr rend='bold'>Rok.</abbr> <abbr rend='bold'>rok.</abbr> Rokoko, rokoko. <hi rend='italic'>In Verbindung mit diesen Stilbezeichnungen.</hi><lb />
+<abbr rend='bold'>fr.</abbr> früh, <abbr rend='bold'>sp.</abbr> spät.<lb />
+</p>
+
+<!-- <tb> -->
+</div>
+
+<div>
+<p>
+<abbr rend='bold'>K.</abbr> Kirche<lb />
+<abbr rend='bold'>Kap.</abbr> Kapelle.<lb />
+<abbr rend='bold'>Klst.</abbr> Kloster.<lb />
+<abbr rend='bold'>Basl.</abbr> Basilika.<lb />
+<abbr rend='bold'>Hllk.</abbr> Hallenkirche.<lb />
+<abbr rend='bold'>Gr.</abbr> Grundriß.<lb />
+<abbr rend='bold'>Sch.</abbr> Schiff, <abbr rend='bold'>3sch.</abbr> dreischiffig.<lb />
+<abbr rend='bold'>Msch.</abbr> Mittelschiff.<lb />
+<abbr rend='bold'>Ssch.</abbr> Seitenschiff.<lb />
+<abbr rend='bold'>Qsch.</abbr> Querschiff.<lb />
+<abbr rend='bold'>Fig.</abbr> <abbr rend='bold'>Figg.</abbr> Figur, Figuren.<lb />
+<abbr rend='bold'>Lhs.</abbr> Langhaus.<lb />
+<abbr rend='bold'>Bg.</abbr> Bogen.<lb />
+<abbr rend='bold'>Ark.</abbr> Arkade.<lb />
+<abbr rend='bold'>Pfl.</abbr> Pfeiler.<lb />
+<abbr rend='bold'>Sl.</abbr> Säule.<lb />
+<abbr rend='bold'>Kapt.</abbr> Kapitell.<lb />
+<abbr rend='bold'>Gwb.</abbr> Gewölbe.<lb />
+<abbr rend='bold'>Epit.</abbr> Epitaph.<lb />
+</p>
+
+</div>
+<!-- <tb> -->
+
+<div>
+<p>
+<abbr rend='bold'>Quadr.</abbr> <abbr rend='bold'>quadr.</abbr> Quadrat, quadratisch.<lb />
+<abbr rend='bold'>Rck.</abbr> <abbr rend='bold'>rck.</abbr> Rechteck, rechteckig.<lb />
+<abbr rend='bold'>1/2 kr.</abbr> halbkreisförmig.<lb />
+<abbr rend='bold'>5/8 Schluß.</abbr> Schluß aus fünf Seiten des Achtecks.<lb />
+</p>
+</div>
+<!-- <tb> -->
+<div>
+<pb n='VIII' id='i009.png'/>
+<!-- [P: VIII] -->
+
+<p>
+<abbr rend='bold'>N</abbr> <abbr rend='bold'>n</abbr> Nord, nördlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>S</abbr> <abbr rend='bold'>s</abbr> Süd, südlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>O</abbr> <abbr rend='bold'>o</abbr> Ost, östlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>W</abbr> <abbr rend='bold'>w</abbr> West, westlich.<lb />
+</p>
+</div></div>
+
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>b) Nach dem Alphabet.</title></head>
+
+
+<p>
+<abbr rend='bold'>A.</abbr> Anfang.<lb />
+<abbr rend='bold'>Abb.</abbr> Abbildung.<lb />
+<abbr rend='bold'>Ark.</abbr> Arkade.<lb />
+<abbr rend='bold'>bar.</abbr> barock.<lb />
+<abbr rend='bold'>beg.</abbr> begonnen.<lb />
+<abbr rend='bold'>bez.</abbr> bezeichnet.<lb />
+<abbr rend='bold'>Bg.</abbr> Bogen.<lb />
+<abbr rend='bold'>bmkw.</abbr> bemerkenswert.<lb />
+<abbr rend='bold'>E.</abbr> Ende.<lb />
+<abbr rend='bold'>ehem.</abbr> ehemalig.<lb />
+<abbr rend='bold'>Epit.</abbr> Epitaph.<lb />
+<abbr rend='bold'>erb.</abbr> erbaut.<lb />
+<abbr rend='bold'>Fig.</abbr> Figg. Figur, Figuren.<lb />
+<abbr rend='bold'>fr.</abbr> früh.<lb />
+<abbr rend='bold'>gegr.</abbr> gegründet.<lb />
+<abbr rend='bold'>gest.</abbr> gestiftet.<lb />
+<abbr rend='bold'>gew.</abbr> geweiht.<lb />
+<abbr rend='bold'>got.</abbr> gotisch.<lb />
+<abbr rend='bold'>Gwb.</abbr> Gewölbe.<lb />
+<abbr rend='bold'>Gr.</abbr> Grundriß.<lb />
+<abbr rend='bold'>H.</abbr> Hälfte.<lb />
+<abbr rend='bold'>h.</abbr> heilig.<lb />
+<abbr rend='bold'>Hllk.</abbr> Hallenkirche.<lb />
+<abbr rend='bold'>I.</abbr> Inschrift.<lb />
+<abbr rend='bold'>Jh.</abbr> Jahrhundert.<lb />
+<abbr rend='bold'>K.</abbr> Kirche.<lb />
+<abbr rend='bold'>Kp.</abbr> Kapelle.<lb />
+<abbr rend='bold'>Kapt.</abbr> Kapitell.<lb />
+<abbr rend='bold'>Klst.</abbr> Kloster.<lb />
+<abbr rend='bold'>1/2 kr.</abbr> halbkreisförmig.<lb />
+<abbr rend='bold'>Lhs.</abbr> Langhaus.<lb />
+<abbr rend='bold'>M.</abbr> Mitte.<lb />
+<abbr rend='bold'>Ma.</abbr> <abbr rend='bold'>ma.</abbr> Mittelalter, mittelalterlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>Msch.</abbr> Mittelschiff.<lb />
+<abbr rend='bold'>N</abbr> <abbr rend='bold'>n</abbr> Nord, nördlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>O</abbr> <abbr rend='bold'>o</abbr> Ost, östlich.<lb />
+<abbr rend='bold'>Pfl.</abbr> Pfeiler.<lb />
+<abbr rend='bold'>quadr.</abbr> quadratisch.<lb />
+<abbr rend='bold'>Qsch.</abbr> Querschiff.<lb />
+<abbr rend='bold'>Rck.</abbr> <abbr rend='bold'>rck.</abbr> Rechteck, rechteckig.<lb />
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+<abbr rend='bold'>1 sch.</abbr> <abbr rend='bold'>2 sch.</abbr> etc. einschiffig, zweischiffig etc.<lb />
+<abbr rend='bold'>Ssch.</abbr> Seitenschiff.<lb />
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+<abbr rend='bold'>V.</abbr> Viertel.<lb />
+<abbr rend='bold'>voll.</abbr> vollendet.<lb />
+<abbr rend='bold'>W</abbr> <abbr rend='bold'>w</abbr> West, westlich,<lb />
+<abbr rend='bold'>whgest.</abbr> wiederhergestellt.<lb />
+<abbr rend='bold'>zerst.</abbr> zerstört.
+</p>
+</div>
+</div>
+
+<div>
+<pb n='1' id='i010.png'/>
+
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>A</title></head>
+
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ABLASS.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg.
+Fenster E. 13. Jh., seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh.
+Wohlerhaltenes rom. SPortal, dessen 2 Säulen mit zierlichen
+Blätterkapitellen. Im übrigen anspruchsloser Umbau in <milestone unit='line' n='5'/>
+spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken aus dem
+1539 aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh.
+&mdash; <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> um 1480; großes <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi>
+in kraftvollen Formen um 1560; <hi rend='g'>Altarkruzifix</hi>
+Meißener Porzellan bester Zeit. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ABTERODE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Seit 1809 Ruine.
+</p><p>
+[<hi rend='bold'>K.</hi> des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ABTLÖBNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich noch der rom. Urbau,
+flachgedecktes <milestone unit='line' n='15'/>
+Schiff, stark eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber
+der Turm. &mdash; Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <hi rend='g'>Kanzel</hi>
+in Renss.-Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ABTSWIND.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Protest. Pfarr-K.</hi> Spgot. mit jüngeren
+Veränderungen. Am <milestone unit='line' n='20'/>
+WTurm sehr hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter
+Laterne und doppelter Kuppel. &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
+um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas, kraftvoll und
+originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links
+Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei
+<milestone unit='line' n='25'/>
+der Außenseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert.
+&mdash; Eine zweite, vollplastische <hi rend='g'>Pietas</hi>. &mdash; Reste
+von <hi rend='g'>Gaden</hi>. &mdash; Im Ort charakteristische <hi rend='g'>Hoftore</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ACHELSTÄDT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf.-K.</hi> modern bis auf den rom. Turm an der
+SSeite, die <milestone unit='line' n='30'/>
+Ausbildung der Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ADELSBERG.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus
+1732. <hi rend='g'>Altarblätter</hi> von <hi rend='italic'>G. M. Bolster</hi> 1737. Über dem
+Westeingang <hi rend='g'>Rotsandsteinfigur</hi> St. Laurentius um
+1400.
+</p>
+
+
+<pb n='2' id='i011.png'/>
+
+<!-- [P: 2] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ADELSBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß.</hi> Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ADELSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende
+quadr. Chor älter. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ADOLFSECK</hi> siehe Fulda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AHORN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm
+des letzteren mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das
+Lhs. mit geputzter Flachdecke. &mdash; An den Chorwänden <hi rend='g'>Bronzetafeln</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+mit Wappen und Inschr., von Grabsteinen abgelöst.
+<hi rend='g'>Wandgrab</hi> (Sandstein) <hi rend='g'>des Wilhelm v. Streitberg</hi>
+1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschäftigten
+Nürnbergers <hi rend='italic'>Hans Werner</hi> (unter Mitwirkung
+seines Schwiegersohnes <hi rend='italic'>Veit Dümpel</hi> aus
+Altenstein). Wandgrab <milestone unit='line' n='15'/>
+des <hi rend='g'>Wilh. Ludwig v. Streitberg</hi> † 1638, Holz
+in steingrauem Anstrich.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut
+1621 von W. v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der
+Traufe nach vorn; mächtige runde Flankentürme mit überkragendem
+<milestone unit='line' n='20'/>
+8eck. Aufsatz und Haubendach. <hi rend='g'>Mobiliar</hi>
+17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AIDHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen
+Lhs.Decke gute Stuckatur um 1770. Gute <hi rend='g'>Holzfig.</hi> des
+<milestone unit='line' n='25'/>
+hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte <hi rend='g'>Glocken</hi>, eine mit
+Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. &mdash; In der Nähe mehrere
+<hi rend='g'>Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1405. 1sch. mit Achteckschluß.
+<milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALBERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um
+1720; mit gutproportionierter Fassade.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALBERSRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen
+zwischen <milestone unit='line' n='35'/>
+spgot. 3/8Chor und dem Schiff von 1823, <hi rend='g'>Altarwerk</hi> mit
+Figuren, außen Gemälde von einem eigenartigen <hi rend='italic'>Cranachschüler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALBSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit
+skulpierten Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714. <milestone
+unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALEXANDERBAD.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> 1782 von <hi rend='italic'>Riedel</hi> nach »französischer« Bauart.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALITZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im
+Dorf <hi rend='g'>Bildstöcke</hi> von 1581, 1682 und um 1750 (gut).
+</p>
+
+
+<pb n='3' id='i012.png'/>
+
+<!-- [P:3] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALKERSLEBEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALLENDORF</hi> b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> der Schule von Erfurt (?) M. 14.
+Jh. Ein <hi rend='g'>gleicher</hi> aus der Schule von Saalfeld 1485,
+Flügel <milestone unit='line' n='5'/>
+beiderseitig bemalt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALLENDORF</hi> a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637,
+bei welchem Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der
+Kappen an die Schildwand noch sichtbar), 1sch. mit flacher
+<milestone unit='line' n='10'/>
+Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der Mittelachse nach
+S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade nördl.
+am Sch. bez. 1427. 1898 durch <hi n="0" rend="italic">Schönermark</hi> restauriert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi> nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele
+des Fachwerkbaus. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Totenhalle</hi> a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Ringmauern.</hi> Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten,
+3 Tortürme neuerlich abgebrochen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALLENDORF.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> hübscher Bau A. 18 Jh. <milestone
+unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALLENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnenklst.</hi>, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt
+zu ländlichen Gebäuden vernutzt. &mdash; Im Dorf alte <hi rend='g'>Fachwerkhäuser</hi>
+&mdash; Die Burg <hi rend='g'>Frankenstein</hi> ohne
+Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb. 1888!).
+<milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALLMENHAUSEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bez. 1581. &mdash; <hi rend='g'>Grabmal</hi> zweier Herren von Schlotheim
+1589, 1619.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALLSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Johannis</hi>, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. <milestone unit='line' n='30'/>
+Chor, Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem
+Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Wigperti</hi>, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg
+zerstört; der spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten
+der breite rom. Turm auf rck. Chor, im Obergeschoß an den <milestone unit='line' n='35'/>
+Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3 Kuppelfenster, deren
+feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der Teilungssäulchen,
+in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen Charakter
+des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk
+verschleppt? <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige
+16. und 17. Jh; die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz;
+zuletzt bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände
+der Landgrafen übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr
+<pb n='4' id='i013.png'/>
+<!-- [P: 4] -->
+ausgedehnte Gebäudekomplex aus dem sp.Ma. und der Renss.;
+maßvoll rest. Das Obergeschoß des hinteren Schlosses hat
+E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von welcher
+die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind
+(ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg); ferner ein <milestone unit='line' n='5'/>
+Kamin, gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane
+und Tapeten aus 18. Jh.; reizender Ofenschirm von 1720.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche </hi> spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten
+Fenstern und 2 schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant <milestone unit='line' n='10'/>
+verstrebt ist. Das Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend,
+die alte Apsis abgebrochen. Außen 2 Inschr. über
+Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine (Almosen)
+Stiftung 1377 in Majuskeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Steinkreuz</hi> mit Schwert. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kap. zum hl. Kreuz</hi>, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten
+als Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt,
+polyg. Chor, deformiert, wenn auch im Kern alt. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi>
+E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALSLEBEN</hi> (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose,
+Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALSLEBEN</hi> (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
+</p><p>
+Die vorm. <hi rend='bold'>Kloster-K</hi>. abgetragen. Ein rom. <hi rend='g'>Tympanon</hi> (Löwe <milestone unit='line' n='25'/>
+und Drache durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode
+gebracht. Ebendort ein merkwürdiger rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>,
+8seitig, mit rohen Reliefs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTBESSINGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist. <milestone unit='line' n='30'/>
+Stuckaturen). Einheitliche <hi rend='g'>Altarausstattung</hi> um
+1690. <hi rend='g'>Geräte</hi> augsburgisch, von <hi rend='italic'>F. X. Stipeldey</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALT-BURXDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von
+Klst. Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. <milestone unit='line' n='35'/>
+Schiff u. rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel
+3 spitzbg. Fenster, darüber Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt
+mit vortretenden Anfängern. &mdash; <hi rend='g'>Holzbildwerke</hi> des
+spgot. Altars.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALT-CHEMNITZ.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Portal 13. Jh. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest.
+1695 <corr sic='uud'>und</corr> 1838. &mdash; Holzfigg. von einem spgot. <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>.
+</p>
+<pb n='5' id='i014.png'/>
+<!-- [P: 5] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBERGE.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot. &mdash; Stattliches <hi rend='g'>Epitaph</hi> aus Stuck für A. L.
+v. Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter
+<hi rend='g'>Ofen</hi> aus Gußeisen A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBEUTHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher
+rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBURG.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Unterkirche (S. Bartholomäi)</hi>. Von den Hussiten 1430 zerstört,
+1459 wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze <milestone unit='line' n='10'/>
+SSeite) umgebaut. 3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was
+für die vermutete Benutzung des älteren Chors im 13. Jh.
+sprechen würde) und ungewöhnlichem östl. Abschluß: das
+Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die
+Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte <milestone unit='line' n='15'/>
+Doppeltürme). &mdash; Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer
+rom. K. weit kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit
+4grätigen Kreuzgewölben zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze
+aus 4 derben Rundpfeilern gebündelt; anschließend 1/2kr.
+Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Oberkirche (Franziskaner)</hi>. 1sch. Anlage vor 1238, sehr
+schlicht behandelt, Veränderungen A. 16. Jh.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Bergerkloster (Augustinerchorherren)</hi> gew. 1172; durch Brand
+1588 zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des
+Lhs. erhalten. Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder <milestone unit='line' n='25'/>
+Nachahmung von Sandsteinmotiven in Backstein. Die Backsteine
+scharriert ähnlich wie an den ältesten Backsteinbauten
+an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine regelmäßige
+kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die hohen
+Türme haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar <milestone unit='line' n='30'/>
+gekuppelter Fenster, breite Ecklisenen und Stockwerkteilung
+durch Bogenfriese.
+</p><p>
+Von der ehemaligen <hi rend='bold'>Nikolai-K</hi>. nur der breite WTurm übrig,
+rom., mehrfach umgebaut.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Rathaus 1562-1564</hi> vom weimarischen Hofbaumeister <hi rend="italic">Nik. <milestone unit='line' n='35'/>
+Grohmann</hi>; gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern
+der deutschen Renaissance; 1663 renoviert. Gr.
+annähernd quadr. Die Komposition der Hauptfront erinnert
+an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger
+Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des <milestone unit='line' n='40'/>
+Dachgesimses allseitig frei werdend und das Gebäude weit
+überragend; Krönung mit einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß
+4eck. Vorbau mit Balustrade. Das Hauptgebäude
+trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert
+(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer
+<pb n='6' id='i015.png'/>
+<!-- [P: 6] -->
+Schmuck: zwei Eckerker und mehrere Portale in italisierenden
+Formen. Am NOErker ein <hi rend="g">Fries</hi> mit nackten Knaben,
+an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd; der entsprechende
+Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die Halbfiguren
+der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die Fenstergewände <milestone unit='line' n='5'/>
+gotisierend, das Dachgesims im Verhältnis zu sonstigen
+deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich hervorgehoben:
+das Motiv des dorischen Frieses allerdings mißverstanden. &mdash; Inneres.
+Im Obergeschoß Vorsaal von mächtiger
+Erscheinung, durch 3 Holzsäulen in 2 Schiffe geteilt; Einfassungen <milestone unit='line' n='10'/>
+der Türen aus Stein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Amtshaus</hi> 1725. <hi rend='bold'>Magdalenenstift</hi> 1665 als herzogl. Witwensitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi> aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse
+2; aus 17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche
+Str. 14b; 18. Jh.: Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und <milestone unit='line' n='15'/>
+besonders stattlich das v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Herzogl. Schloß.</hi> Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige
+sehr große Komplex aus 15.-18. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Schloßkirche</hi>
+(mit Kollegiatstift). Im Unterbau Reste aus 12. Jh.; Chor
+1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4 Langjoche <milestone unit='line' n='20'/>
+und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor außen
+mit überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener
+Dekoration der Streben. Das innere ohne höheren architektonischen
+Gehalt, aber malerisch von großer Wirkung, wozu
+die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen Ausstattungsstücke <milestone unit='line' n='25'/>
+wesentlich beitragen. Im <hi rend='g'>Hochaltar</hi> Grablegung
+Holz bez. CTR 1647. Das <hi rend='g'>Chorgestühl</hi> (1516,
+überarbeitet 1576) gerade in seiner Stilmengerei nicht ohne
+Reiz; prachtvolle <hi rend='g'>Orgel</hi> 1735 von <hi rend='italic'>G. H. Trost</hi>; <hi rend='g'>Kanzel</hi>
+1595; <hi rend='g'>Grabmal</hi> des Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp. <milestone unit='line' n='30'/>
+freistehende Tumba; <hi rend='g'>Grabplatte</hi> der Kurfürstin Margarethe
+(† 1486) Bronze, die lebensgroße Figur graviert, der
+Rahmen in flachem Relief, mit großer Wahrscheinlichkeit
+als Jugendwerk <hi rend='italic'>Peter Vischers</hi> anzusprechen. Auch unter
+den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend='g'>Hauptschloß</hi>. Der von den Zeitgenossen gerühmte
+Bau Friedrichs des Weisen (seit 1518) durch die Bauten
+von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils beseitigt. Von 1530 (?)
+der Rest der Hofgalerien im N der Kirche; interessante Verdeutschung
+römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen <milestone unit='line' n='40'/>
+auf toskanischen Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen
+von sukzessive abnehmender Höhe Korbbögen, zuletzt jonische
+Säulen. Die jetzige Haupterscheinung bedingt durch den
+Umbau 1706 bis 1744; Architektur von <hi rend='italic'>G. S. Vater</hi>, Malereien
+von <hi rend='italic'>J. H. Ritter</hi>, Stuckaturen von den Brüdern <hi rend='italic'>Castelli</hi>;
+<pb n='7' id='i016.png'/>
+<!-- [P:7] -->
+der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den
+sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das <hi rend='g'>Schönhaus</hi>,
+ein Kasino im Sinne römischer Gärten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBURG</hi> b. Bamberg OFranken.</p>
+<p>
+Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen <hi rend="bold">Burg</hi> moderner <milestone unit='line' n='5'/>
+Phantasiebau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rundturm von 1388.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENBURG</hi> b. Naumburg, Pr. Sachsen.</p>
+<p>
+Spuren der 1010 zerstörten <hi rend="bold">Burg</hi> des Markgr. Gunzelin. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTEN-DAMBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1617 ähnlich Hinternah.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENDORF.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof,
+Wehrgang, Scharten. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENGÖNNA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> des 17. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> um 1500, einer
+der besten des Gebietes, auch gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENGRONAU.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Wasserburg</hi> mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENHASSLAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Martins-K.</hi> (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr.
+flachgedeckt; im O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß
+als Altarhaus. &mdash; Innere Ausstattung 1752.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Lutherische K.</hi> 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Amtshaus</hi> bez. 1593 und 1684.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENHOF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit
+Apsis, auch noch einige Detailsrom. &mdash; Schöner <hi rend='g'>Kelch</hi> A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENKUNDSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen
+und Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
+aus 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das <milestone unit='line' n='35'/>
+Schiff nach »der Architektur und Direktion« des Pfarrers
+<hi rend='italic'>H. G. Zincke</hi> 1718, der seit 1711 mehrere Kirchen (Großwangen,
+Wippach) gebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENSCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Prot. Dorf-K.</hi> Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) <milestone unit='line' n='40'/>
+von 1496; Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten
+Balkendecke viele Wappen des fränkischen Adels. &mdash; <hi rend='g'>Epitaphe</hi>
+der Frh. v. Crailsheim und Geier; hervorzuheben das
+in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von
+Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.
+</p>
+
+
+<pb n='8' id='i017.png'/>
+
+<!-- [P: 8] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi> der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit
+quadr. Bergfried und polyg. Bering.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der
+ma. Burg schwache Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage <milestone unit='line' n='5'/>
+von 1798-1803 und für diese Zeit bezeichnend; chinesisches
+Häuschen, aber auch schon Ritterkapelle, Sennhütte, Aeolsharfe.
+Schöne steinerne Halbrundbank mit Büste der Herzogin
+Charlotte Amalie 1801.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Ehem. Dorf-K.</hi> (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes
+Beispiel einer intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß
+der Stein zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien.
+In dem von einem tiefen Graben umschlossenen Mauerring <milestone unit='line' n='15'/>
+noch große Reste einer starken Renss.-Befestigung
+(2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom. Bergfried
+(quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente
+der stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Ehem. Schloß</hi>, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine
+nach 1438. Wohnbau bez. 1620.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Koburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem
+Chor. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTHAUSEN.</hi> UFranken. BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus
+1693. &mdash; <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> (Triumph des Kreuzes)
+von <hi rend='italic'>Joh. Peter Herrlein</hi>, gegen 1777.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTHÖRNITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1650-54 von Meister <hi rend='italic'>Valentin</hi> in Zittau für den Zittauer
+Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen
+und großzügigen Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der
+Tradition der deutschen Renaissance; 3geschossiger Hochbau
+auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig und zugleich flüssig <milestone unit='line' n='35'/>
+gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den Schmalseiten;
+1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe
+lag im Innern).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTJESSNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In der Anlage rom. Der spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+von den besseren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTMÜGELN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und
+Langhaus unter B. Johann VI. von Meißen (1487-1512).
+Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl. unausgeführt; jetzt
+<reg orig="Flach-|decke">Flachdecke</reg><pb n='9' id='i018.png'/>,
+<!-- [P:9] -->
+mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor reiches Netzgwb.
+&mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 1536, 1579.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTOSCHATZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende
+Rundbau alter Karner (?) &mdash; Stattliche ren. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+aus Dresdener Werkstatt 1578, 1599; geringer das
+von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785. [Spgot. Flügelaltar
+im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTSCHÖNFELS.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. &mdash; Ausstattung <milestone unit='line' n='10'/>
+17. Jh. Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte
+Balkendecken auf reich behandeltem Ständer.</p>
+<p>
+In der <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Altarwerk</hi> um 1500 und <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
+der v. Wilkau A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl
+sprom. Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten;
+die Einzelheiten an die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd.
+Unterspitzer Triumphbg. und 1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen
+Seitenapsiden. &mdash; <hi rend='g'>Altarwerk</hi> 1664. Reste eines <milestone unit='line' n='20'/>
+spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltars</hi> auf dem Kirchenboden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALTZELLE.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Cisterc.-Klst.</hi> (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes
+der Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude
+bezogen, 1198 Weihung der K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. <milestone unit='line' n='25'/>
+sämtlicher Hauptgebäude, 1540 Auflösung des Klst., 1599
+Blitzschlag und Verfall. &mdash; <hi rend='g'>Kirche</hi>. Erhalten nur 2 Bruchstücke
+der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in
+diesem Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik
+glaubt Stiehl einen italienischen Werkmeister zu erkennen). <milestone unit='line' n='30'/>
+An Stelle des alten Chors 1787-1804 Mausoleum in nüchtern
+klassizistischen Formen. &mdash; Kreuzgang und Klostergebäude
+(wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis
+Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebäude.
+Am besten erhalten das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend='g'>Das Tor</hi>; rom.; bedeutende Abmessungen;
+Gewände (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt; Basaltquadern
+mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit
+Basaltrundstäben, Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. <hi rend='g'>Winter-Refektorium</hi>
+(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang <milestone unit='line' n='40'/>
+und in gleicher Flucht mit dem Paradies der Kirche.
+Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn. Niedrige
+in 2 Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt
+und 1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten
+WWand Strebepfeiler aus Backstein, an der OWand die frgot.
+<pb n='10' id='i019.png'/>
+<!-- [P:10] -->
+Konsolen und rundbg. Schildbogen des ehem. Kreuzgangs.
+Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoß ein holzgetäfelter
+Saal mit großen Vorhangbg. &mdash; <hi rend='g'>Andreas-Kap</hi>. (Wettinisches
+Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den
+quadr. Grundmauern erhalten. &mdash; Vom <hi rend='g'>Sommer-Refektorium</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit
+4 hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom.
+<hi rend='g'>Portale</hi> in die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das
+<hi rend='g'>Kapitelhaus</hi> an der OSeite war ein rom. Steinbau. &mdash;
+<hi rend='g'>Skulpturen</hi>: a) im Mausoleum 4 wettinische Hochrelief-Grabplatten <milestone unit='line' n='10'/>
+um 1300, prachtvolle frgot. Gewölbeschlußsteine,
+Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein vollständiger
+Flügelaltar in Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten
+A. 15. Jh.; c) im Garten got. Betsäule um 1300.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ALZENAU.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMALIENRUHE</hi> b. Meiningen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Herzogl. Gutshof</hi>. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMMELSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im <milestone unit='line' n='20'/>
+Turm gekuppelte spitzbg. Fenster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMMERBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. <hi rend='g'>Altarwerk</hi>
+mit Doppelflügeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMMERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern. Bmkw. <hi rend='g'>Taufstein</hi> A. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMÖNEBURG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+[<hi rend='bold'>Kathol. K.</hi> Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche
+aus sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, <milestone unit='line' n='30'/>
+1762, 1866. Noch immer großartige Ruine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMORBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Benediktinerabtei-K.</hi>, jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt
+als Umbau einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern
+des Lhs. beibehalten. Der WFront eine <milestone unit='line' n='35'/>
+Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom. die 3 Freigeschosse
+der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,
+Detail ohne Feinheit. &mdash; Der neue Plan vom kurmainzischen
+Hofarchitekten General <hi rend='italic'>v. Welsch</hi>, ausgeführt vom Fähnrich
+<hi rend='italic'>Schick</hi>, der anscheinend auch einige Umänderungen vornahm. <milestone unit='line' n='40'/>
+Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs. Die breiten Pfll.
+mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit Stichkappen
+ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile
+durchweg von mäßigem Relief. &mdash; Im Chor setzt sich das
+System des Lhs. in 2 Joch fort, Schluß 1/2kr. &mdash; Das Bedeutendste
+<pb n='11' id='i020.png'/>
+<!-- [P:11] -->
+an der K. ist die in unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung
+durchgeführte Dekoration. Sie rückt den Bau in
+die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die <hi rend='g'>Stuckierung</hi>
+von <hi rend='italic'>J. M. Feichtmayer</hi> und <hi rend='italic'>Gg. Uebelher</hi>. (Beide aus
+der Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansässig, <milestone unit='line' n='5'/>
+letzterer vorher in den »reichen Zimmern« der Münchener
+Residenz und der Klst.K. Diessen tätig). Sie vertritt die
+deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiß, hie und
+da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blaßrot gestreiftem
+Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den <hi rend='g'>Deckengemälden</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+zugewiesen; voll. 1749 von <hi rend='italic'>Math. Günther</hi> aus Augsburg
+(einem Schüler der Asam, auch von Tiepolo beeinflußt;
+bedeutendster deutscher Freskomaler des 18. Jh.); im einzelnen
+flüchtig und maniriert, stupend sicher in Massenverteilung und
+Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich angepaßt. <milestone unit='line' n='15'/>
+Die Seitenaltäre stehen zum Glück nicht an den
+Schiffspfeilern, sondern an den Seitenwänden unter den Fenstern;
+die antitektonische Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen
+sehr unumwunden aus; einige sehen aus wie aus Korallenriffen
+aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von Künstlern aus <milestone unit='line' n='20'/>
+Würzburg. Ebendaher die <hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Joh. Wolfg. van der
+Auwera</hi> und die prachtvollen <hi rend='g'>Abschlußgitter</hi> des Lhs.
+von <hi rend='italic'>Gattinger</hi>. Verhältnismäßig sehr einfach die <hi rend='g'>Chorstühle</hi>;
+ein Teil soll zu Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K.
+umgearbeitet sein. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Klostergebäude</hi>. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür
+im 2. Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen
+Korridor über dem Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen
+von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh., erhalten. Die Hauptgebäude
+aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten von Leiningen) <milestone unit='line' n='30'/>
+groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw.
+der Bibliotheksaal von ca. 1790.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kathol. Pfarr-K</hi>. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem
+im Rok. selten angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter
+in Mainz, beide vermutungsweise von <hi rend='italic'>Jos. Val. Thoman</hi>; das <milestone unit='line' n='35'/>
+Äußere in Quadern von rotem Sandstein, durch Doppelpilaster
+gegliedert, von guter Wirkung die mit der Chorapsis
+gruppierten Türme. <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> von <hi rend='italic'>Zick</hi>. Die
+trefflichen <hi rend='g'>Skulpturen</hi> des Hochaltars von <hi rend='italic'>Joseph Keilwerth</hi>
+aus Würzburg (einem sonst unbekannten Künstler); <milestone unit='line' n='40'/>
+besonders der h. Sebastian durch feine Empfindung und
+ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgenössischen
+Produktion hervorragend. &mdash; <hi rend="bold">Klostermühle</hi> 1448. (Inschr.)
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Kurmainzisches Amtshaus</hi> mit dem Wappen der Erzbischöfe
+Dither v. Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).
+</p>
+
+
+<pb n='12' id='i021.png'/>
+
+<!-- [P: 12] -->
+<p>
+<hi rend='ort'>AMORSBRUNN</hi> bei Amorbach. UFranken.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Kapelle.</hi> 1521. Geschnitzter <hi rend='g'>Flügelaltar</hi> mit der Wurzel
+Jesse, recht gute Arbeit um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi>, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ANNABERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Anna-K.</hi> 1499-1520. Hauptbaumeister <hi rend='italic'>Peter von Pirna</hi> (?),
+seit 1515 <hi rend='italic'>Jakob von Schweinfurt</hi>. &mdash; 3sch. Halle von 7 Joch
+auf 56 m L., östl. Schluß in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die
+Sschiffe sind fast ebenso breit wie das Msch., doch sind die <milestone unit='line' n='10'/>
+Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und zwischen sie steinerne
+Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die oberhalb ihrer
+eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die
+Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige
+Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S <milestone unit='line' n='15'/>
+im Erdgeschoß geschlossene Sakristeien und über ihnen gegen
+das Sch. geöffnete Kapp. Die Unregelmäßigkeiten durch
+schräge Stellung der WWand und den im SW einspringenden
+Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch einnehmende
+Empore ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, <milestone unit='line' n='20'/>
+die Pfll. sehr schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die
+Decke mit Beseitigung aller Erinnerung an das Kreuzgwb.
+möglichst als Einheit behandelt; hergestellt von <hi rend='italic'>Barthel
+v. Durbach</hi> und <hi rend='italic'>Conrad v. Buttigen</hi> (<hi rend="italic">Büdingen?</hi>). Ihre Rippen,
+auch in der Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene <milestone unit='line' n='25'/>
+Reihungen«, für die sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend),
+wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansätze
+an den Pfll. mit gesuchter Willkür in ungleichen Höhen,
+auf ihren Knotenpunkten phantastisch geformte Schlußsteine.
+Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb. der südl. Sakristei. <milestone unit='line' n='30'/>
+Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die Fenster
+schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen
+Fischblasen. Das Äußere von fast ärmlicher Schlichtheit;
+Strebepfll. nur am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische
+Absicht des stilgeschichtlich wichtigen Gebäudes ist <milestone unit='line' n='35'/>
+nur im Innern zu erkennen; sie geht auf Schaffung eines weiten,
+übersichtlichen, rhythmisch wenig bewegten Raumbildes bei
+Unterdrückung der »organischen« Strukturformen.
+</p>
+
+<p>
+Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene
+plastische Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis <milestone unit='line' n='40'/>
+zu den Strukturformen, als in der echten Gotik. &mdash; Die »<hi rend='g'>schöne
+Tür</hi>« am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597 vom Franziskaner-Klst.
+hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder
+beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich
+zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken
+<pb n='13' id='i022.png'/>
+<!-- [P: 13] -->
+sich entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna,
+darüber zwei Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs
+und seiner Gemahlin; im Hauptfeld über dem Türsturz die
+Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoße des Vaters,
+umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre), tiefer <milestone unit='line' n='5'/>
+der h. Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes,
+Adam und Eva, über der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso
+klare als freie Komposition, die Energie der sehr persönlichen
+Stilisierung, der poetische Schwung der gegenständlichen Auffassung
+bringen dies Werk dem Besten der zeitgenössischen <milestone unit='line' n='10'/>
+deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die Identität
+mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer
+Pulthalter im Dresdener Museum. &mdash; <hi rend='g'>Tür der »alten«
+Sakristei</hi>; vollendet 1518 in der Zeit der Bauleitung
+durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes größeres Werk der Renss. <milestone unit='line' n='15'/>
+in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got. Erinnerungen
+fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht
+ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der »schönen
+Tür« nahe, besonders frei und glücklich die Familienszene
+zwischen Anna und Maria. &mdash; Von derselben Hand oder <milestone unit='line' n='20'/>
+mindestens aus derselben Werkstatt der <hi rend='g'>Taufstein</hi>
+(ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in
+genauer Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende
+nackte Engel, am Fuß Taufkinder. &mdash; Die 100 Felder
+der <hi rend='g'>Emporenbrüstung</hi> (1514-1517) mit Reliefs von <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend='italic'>Franz von Magdeburg</hi>; die ausführlichste Illustration des
+Neuen Testaments, die je in monumentaler Form versucht
+worden; ferner die Lebensalter. &mdash; <hi rend='g'>Stuhlwerk</hi> von 1526,
+nicht mehr vollständig. &mdash; <hi rend='g'>Singechor</hi> 1688 von <hi rend='italic'>J. H.
+Böhme</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1516, noch rein got. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Altäre</hi>. a) Hauptaltar. 1522 von <hi rend='italic'>Adolf Dowher</hi> (Daucher)
+in Augsburg angefertigt, die architektonischen und ornamentalen
+Teile vielleicht nach Entwurf <hi rend='italic'>Peter Flötners</hi>; entschieden
+gewollte aber noch nicht ganz geklärte Renss.; Archt. aus
+mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer Kalkstein; Hauptgegenstand <milestone unit='line' n='35'/>
+Wurzel Jesse. &mdash; b) Bergaltar (im nördl. Nebenchor)
+1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer
+FrRenss. Das zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit
+Motiven aus Dürers Marienleben. &mdash; c) Münzeraltar (im südl.
+Nebenchor) 1522, dem vorigen ähnlich. &mdash; d) Bäckeraltar <milestone unit='line' n='40'/>
+(zunächst dem vorigen). &mdash; e) Pflockscher Altar nach 1521,
+durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung
+des Schongauerschen Kupferstichs. &mdash; f) Altar des
+Münzmeisters Melch. Jomisch 1537.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Epitaph</hi> für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.
+</p>
+
+
+<pb n='14' id='i023.png'/>
+
+<!-- [P:14] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Berg-K. S. Marien</hi>. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582;
+Halle; die Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte
+Renss. &mdash; <hi rend='g'>Altarwerk</hi> der Bäckerzunft A. 17. Jh., später
+entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Hospital-K.</hi> 1683, architekturlos. &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Gemälde</hi> der <milestone unit='line' n='5'/>
+Cranach-Schule 1557.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. &mdash; <hi rend='g'>Erzgebirgsmuseum</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ANNABURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert <milestone unit='line' n='10'/>
+mit bar. Grisaillemalerei. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1674; <hi rend='g'>Orgel</hi> rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August.
+a) Das vordere Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken
+und über dem Mittelportal schwere Rundtürme. An der
+offenen vierten Seite steht b) das hintere Schloß, vierstöckig, <milestone unit='line' n='15'/>
+nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen; 3 Risalite
+mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache
+Renss.-Portale mit Stuckdecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ANNERODE.</hi> Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Erster Bau voll. 1269. Neubau <milestone unit='line' n='20'/>
+nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore.
+Ecke mit figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr.
+Mustern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ANZEFAHR.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711 mit spgot. polyg. Chor. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>APFELSTEDT.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491,
+der Turm nördl. des Chors. &mdash; <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>
+1434, darüber Kreuzigungsgruppe.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>APOLDA.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse.
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ARNSHAUGK.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1688. &mdash; <hi rend='g'>Altargemälde</hi> (Kreuzigung)
+von <hi rend='italic'>Paul Keil</hi> 1616. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ARNSTADT.</hi> Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Liebfrauen-K.</hi> Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom
+von Naumburg, jedoch in bedeutendem Abstand, der bedeutendste
+Bau Thüringens aus dem 13. Jh., sehr lehrreich für
+das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er <milestone unit='line' n='40'/>
+zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus
+sprom., Qsch. und Chor entwickelt got. 1. <hi rend='g'>Langhaus</hi>.
+Schwankende Bauführung und wiederholte Restaurationen (im
+19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den Bauhergang äußerst
+unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A. 13. Jh.
+
+
+<pb n='15' id='i024.png'/>
+
+<!-- [P: 15] -->
+
+ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler
+der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter
+Einfluß des Halberstädter Doms (so Giesau). Er äußert sich
+in veränderter Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen,
+Einführung von Emporen über den Seitenschiffen, welche <milestone unit='line' n='5'/>
+jedoch nicht als selbständige Geschosse ausgebildet sind;
+sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen
+sehr schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest.
+1888. &mdash; Die WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie
+bildet bis zum Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte <milestone unit='line' n='10'/>
+Masse; die einzige Öffnung das sehr ansehnliche
+Portal, das seine Gestalt erst zum Schluß dieser Bauzeit erhielt
+(in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die Wendeltreppen
+der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über
+dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt <milestone unit='line' n='15'/>
+indes mit der Mitte der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung
+der Fassade. Das letzte, was die rom. Bauperiode
+ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem
+niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8
+kleine Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide <milestone unit='line' n='20'/>
+emporsteigt. In der Kraft und Leichtigkeit der Verhältnisse
+und Formen ein Muster seiner Gattung (nahe verwandt den
+Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail stehen
+spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar
+nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von <milestone unit='line' n='25'/>
+verschiedener Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe
+Einteilung, doch größere Höhe der Geschosse; die obersten
+schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt aus der
+rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch.
+(welches damals noch das alte), sondern westl. desselben über <milestone unit='line' n='30'/>
+dem letzten Joch des Langhauses; daher auch der verschoben
+quadratische Grundriß (das zerstört vorgefundene oberste
+Geschoß freie Komposition von 1890). &mdash; 2. <hi rend='g'>Querschiff
+und Chor</hi> sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant
+und begonnen. Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, <milestone unit='line' n='35'/>
+ohne jedoch zu den älteren Bauteilen (wie so oft!)
+in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch. dürfte sich
+den Grundmauern des einstigen romanischen anschließen, nur
+sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der
+Chor beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. <milestone unit='line' n='40'/>
+ihm gestattete Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip
+der Halle, d. h. in allen 3 Schiffen in gleicher Höhe, das System
+des Qsch. fort. Hierauf schließen die Abseiten mit Kapellen
+in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt sich ein quadr.
+Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das Ergebnis ist bei
+
+
+<pb n='16' id='i025.png'/>
+
+<!-- [P: 16] -->
+
+beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende Raumwirkung
+(die Ähnlichkeit mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.).
+Die Form der Rippen spricht für Vollendung im vorgerückten
+14. Jh. &mdash; Nach der 1309 erfolgten Übergabe der K. an einen
+Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl. <milestone unit='line' n='5'/>
+Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste
+Rest. entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei
+wiederverwendet). Die 3 Chorkapellen von gleicher Höhe,
+die mittlere durch Fialen und Giebel über jeder Polygonseite
+ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansätzen). &mdash; An der <milestone unit='line' n='10'/>
+NSeite 2 prächtige Portale, ein größeres an der QschFront,
+ein kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. &mdash;
+Doppelflügeliges <hi rend='g'>Altarwerk</hi> im südl. Nebenchor, bedeutendes
+Stück, bez. 1489 (wohl von <hi rend='italic'>Jakob Naumann</hi>); im
+Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und Bonifatius <milestone unit='line' n='15'/>
+geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist
+nicht festgestellt. &mdash; Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber
+der Grafen v. Schwarzburg. Hauptstücke: große <hi rend='g'>Tumba</hi>
+Günthers XXV. † 1368 und seiner Gemahlin Elisabeth † 1381,
+die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, an der Spitze <milestone unit='line' n='20'/>
+ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog.
+»treuer Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab
+Heinrichs IV. in Breslau, Kreuz-K.). &mdash; Großes <hi rend='g'>Prachtepitaph</hi>
+Günthers XLI. und der Katharina v. Nassau, errichtet
+1590. &mdash; <hi rend='g'>Skulpturen</hi>. Am Portal des nördl. <milestone unit='line' n='25'/>
+Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I.
+und sein Sohn Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige
+Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben dem Portal des nördl. Qsch.
+2 Fürstenstatuen, männlich und weiblich, E. 13. Jh., von
+mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Oberkirche</hi> (Franziskaner) beg. 1246. &mdash; 1sch. Rck. 11 m br.,
+60 m l, Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr
+gute Akustik. Der Chor nicht abgesondert. Fenster nur an
+der NSeite und der Schlußwand. Vortreffliches Maßwerk.
+Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der schlicht, fast <milestone unit='line' n='35'/>
+roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand
+erst 1461 angefügt. &mdash; <hi rend='g'>Epitaph</hi> des G. Fischer 150S; bmkw.
+durch gute Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. &mdash;
+<hi rend='g'>Flügelaltar</hi> 1594, das Gemälde niederländisch. Zahlreicher
+die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17. Jh.: 3geschossiger <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;
+<hi rend='g'>Taufstein</hi> mit 5 m hohem Baldachin; der <hi rend='g'>fürstl. Kirchenstand</hi>,
+ein auf 6 Säulen ruhender, sehr reich behandelter
+Einbau; der <hi rend='g'>adlige Kirchenstand</hi>; die <hi rend='g'>Gemeindeempore</hi>
+in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksmäßig.
+</p>
+
+
+<pb n='17' id='i026.png'/>
+
+<!-- [P: 17] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neue Kirche</hi>. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer
+niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen
+Decke mit Emporen angefüllt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> 1738-43. Typisch für die thüringischen
+Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse <milestone unit='line' n='5'/>
+verschobenes Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen.
+Auf dem Friedhof bmkw. Grabsteine des 16.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neidechsburg</hi>. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der
+runde Bergfried erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60
+nur wenige Reste erhalten, darunter hübsches Portal. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Fürstl. Schloß</hi> neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau
+mit großem Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern;
+Porzellane.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt
+unter dem Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe <milestone unit='line' n='15'/>
+mit säulengestütztem Erkervorbau; in Nischen 2 <hi rend='g'>got. Statuen</hi>,
+Erfurter Arbeit um 1730 in der Art des <hi rend='italic'>Joh. Gehart</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Zierbrunnen</hi>. 1573.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Bürgerhäuser</hi>. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche
+Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. <milestone unit='line' n='20'/>
+Von der ma. <hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> das Riedtor und das Neutor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolaus</hi>. Gotisierend 1617, nach W erweitert
+1725. Gute klassizistische <hi rend='g'>Seitenaltäre</hi> von <hi rend='italic'>Georg
+Winterstein</hi> in Würzburg 1790. Reicher, meisterhafter <hi rend='g'>Orgelbau</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+um 1700 aus der Karmeliter-K. in Würzburg. &mdash;
+<hi rend='g'>Deckengemälde</hi> im Chor von <hi rend='italic'>S. Urlaub</hi> 1726. Älteste
+<hi rend='g'>Glocke</hi> 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='italic'>Wallfahrts-K. Maria-Sondheim</hi>. Erb. M. 15. Jh., unvollständig
+ausgeführt. Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte <milestone unit='line' n='30'/>
+durchquert von einer 3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen
+Ansätze zu Gewölben (geplant war 3sch. Hallenkirche). &mdash;
+<hi rend='g'>Deckengemälde</hi>: Schlacht bei Lepanto mit Maria
+Victoria, bez. <hi rend='italic'>J. Ph. Rudolph</hi> 1770. Im Ossarium 2 interessante
+<hi rend='g'>Steinreliefs</hi> von der alten Kanzel, Johannes und <milestone unit='line' n='35'/>
+Markus in Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil
+verwandt der Backofenschule (der das Werk übrigens nicht
+angehört). Schöne <hi rend='g'>Sandsteinmadonna</hi> um 1410,
+typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei
+um 1480. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> in sehr großer Zahl und <milestone unit='line' n='40'/>
+z. T. hoher Qualität, am reichsten vertreten die Familie v.
+Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag vernutzt, jetzt
+im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere außen. Von
+<hi rend='g'>Bildnissteinen</hi> hervorzuheben: W. U. v. H. 1447,
+fast vollrund, starre Frontalansicht; Konrad v. H. 1502;
+<pb n='18' id='i027.png'/>
+<!-- [P: 18] -->
+Ludwig v. H. 1517. Von <hi rend='g'>Epitaphen</hi>: Philipp v. Hutten
+(1546 <corr sic='ini'>in</corr> Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von <hi rend='italic'>Loy
+Hering</hi> <corr sic='n'>in</corr> Eichstätt; Bernhard v. H., Art des älteren <hi rend='italic'>Peter
+Dell</hi>; Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (<hi rend='italic'>P. Dell</hi>, wahrscheinlich
+der Jüngere); vom selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; <milestone unit='line' n='5'/>
+Stephan Zobel mit Frau und Kindern 1597. &mdash; <hi rend="g">Ölberg</hi> um
+1500, besser als die meisten dieser Gattung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden,
+Wohnbau M. 16. Jh., im Innern einiges zu beachten. &mdash;
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Spital</hi>, große Anlage von 1713-30.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi>. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe,
+Fenster rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose
+Kreuzgewölbe. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas
+5 stöckig erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ARTERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. <milestone unit='line' n='20'/>
+Ältester Bestandteil der jetzt in der M. stehende Turm auf
+oblongem Gr.; in seinem oberen freien Teil hat er auf der
+breiten Seite 3 Paar gekuppelte Rundbogenfenster, an der
+schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog. Kreuzgwb.;
+nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein <milestone unit='line' n='25'/>
+platt geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom.,
+jetzige Gwbl. und Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als
+der Turm, 1sch., polyg. WSchluß. Fenster noch spitzbg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Veit</hi> in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges
+lat. Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor <milestone unit='line' n='30'/>
+(ohne Apsis) spitzbg. Gwb., Kreuzarm und das (kaum ursp.)
+1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit Satteldach
+und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster
+der K. rundbg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ASCHACH.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-<hi rend='g'>Epitaph</hi>
+von Bildhauer <hi rend='italic'>Julius Emes</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In
+der Halle geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter
+<hi rend='g'>Ofen</hi> aus 1. H. 17. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ASCHAFFENBURG.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Peter und Alexander</hi>. Ältere Baudaten fehlen.
+Rom. 12. und 13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713
+
+
+<pb n='19' id='i028.png'/>
+
+<!-- [P: 19] -->
+
+und 1880. &mdash; <hi rend='g'>Inneres</hi>. Hier hat der rom. Stilcharakter
+noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte Pfeilerbasilika
+(jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite Querschnittsproportion;
+9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich profilierten
+Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch. <milestone unit='line' n='5'/>
+der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V.
+12 Jh. &mdash; Eine zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau
+ein, nahe verwandt der Peters-K. in Gelnhausen. Empore
+zwischen den (damals unausgeführt gebliebenen) Fronttürmen;
+sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen Halle; rippenlose <milestone unit='line' n='10'/>
+Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle
+der stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der
+WWand prachtvoll umrahmtes Portal, im <hi rend='g'>Tympanon</hi>
+Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um 1250 der OBau.
+Der Einfluß von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr vonseiten <milestone unit='line' n='15'/>
+der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor
+2 quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster vermauert;
+die Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien
+unterspitz. Die rck. Gurten auf Auskragungen; die
+Kreuzrippen, geschärfte Wulstform, auf Diensten mit Schaftringen; <milestone unit='line' n='20'/>
+rom. Blätterkpatt. &mdash; Die Sschiffe des Lhs. durch flache
+Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die große, über den äußeren
+Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe
+zugängliche <hi rend='g'>Maria-Schnee-Kap</hi>., erb. 1516 vom
+Kardinal Albrecht v. Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen <milestone unit='line' n='25'/>
+Reihungen, entartetes Maßwerk; die äußere Giebeldekoration
+erinnert mit ihrem schreinermäßigen Reichtum an die sächsischen
+Bauten des Kardinals. &mdash; <hi rend='g'>Äußeres</hi>. Chor und
+Langseiten verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt
+Bauteile aus vier Stilperioden zu einer überaus malerischen <milestone unit='line' n='30'/>
+Gruppe. Eine in der Seitenachse liegende hohe
+Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit
+schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt. Der NTurm nicht
+ausgebaut; dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der
+hohe Giebel der Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der <milestone unit='line' n='35'/>
+Empore entsprechend, 3 sprom. Fenster. Der STurm wurde im
+14. Jh. in kolossalem Maßstab begonnen; über dem zweiten
+Geschoß brechen die Motive ab und es folgt ein spätestgot.
+Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hölzernen
+Helm. Das Lhs. hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+&mdash; An der NOSeite schöner sprom. <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>. Von
+ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang
+zum <hi rend='g'>Paradies</hi>, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit
+dem OBau zusammengeht. &mdash; <hi rend='g'>Ausstattung</hi>. Großer
+<hi rend='g'>Hochaltar</hi> in Ciborienform aus dem 18. Jh. Die ehemals
+
+
+<pb n='20' id='i029.png'/>
+
+<!-- [P: 20] -->
+
+zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört. Die <hi rend='g'>Beweinung</hi>
+von <hi rend='italic'>Math. Grünewald</hi> bildete die Predella eines
+Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild
+jetzt in der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap.
+ein mit 1519 bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria <milestone unit='line' n='5'/>
+von <hi rend='italic'>Grünewald</hi> einschloß; wahrscheinlich identisch mit dem
+jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd. III) befindlichen
+Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant als
+Dokument der Veränderung der Altarform im Übergang von
+der Gotik zur Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers <milestone unit='line' n='10'/>
+Allerheiligenbild. In einer südl. Seitenkp. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
+der 14 Nothelfer von merkwürdigem staffelförmigem Aufbau
+A. 16. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Chorstühle</hi> von 1659 jetzt im Qsch.
+&mdash; In der nördl. Turmhalle <hi rend='g'>Taufstein</hi> von 1487. &mdash; Im
+nördl. Ssch. (früher im Chor) ein eherner <hi rend='g'>Baldachin</hi> aus <milestone unit='line' n='15'/>
+der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Hütte bez. 1536; vier mit graviertem Laubornament
+geschmückte Pfosten tragen einen an der unteren
+Fläche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die
+Zeichnung erinnert an das (zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger
+Rathauses. Der Baldachin scheint für das von Kardinal <milestone unit='line' n='20'/>
+Albrecht in Halle projektierte Grabmal bestimmt gewesen
+zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von Brandenburg
+und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen
+Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi>
+aus Sandstein und Alabaster, sehr reich, um 1590. &mdash; An <milestone unit='line' n='25'/>
+der WWand kolossales <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> aus A. 13. Jh. &mdash;
+Außen über der Freitreppe steinerne <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>
+1699.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Grabmonumente</hi> und <hi rend='g'>Gedenktafeln</hi> in großer
+Zahl. Davon die wichtigsten: <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Im Chor:</hi> SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen
+† 982, gesetzt 1524; korrespondierend auf der Nseite das
+seiner Frau und Tochter, Liudgard und Hildegard. &mdash; Ehernes
+Epitaph des Kardinals Albrecht von Brandenburg † 1545, gegossen
+1525 in der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Hütte, großartiges Reliefbildnis <milestone unit='line' n='35'/>
+mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus
+18. Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück
+gedacht, Madonnenrelief von <hi rend='italic'>Hans Vischer</hi> 1530: beide aus
+Halle hierher übergeführt. &mdash; Epitaph für Kurfürst Schenk
+v. Erbach † 1459, ausgeführt im 16. Jh. &mdash; Desgl. für Kurfürst <milestone unit='line' n='40'/>
+Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw. durch lebendige
+Porträtauffassung.
+</p>
+
+<p>
+Im <hi rend='g'>Mittelschiff</hi> kurfürstliche Beamte. a) Südliche
+Reihe: Caspar v. d. Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament.
+&mdash; Wolf Beheim 1539. &mdash; Dr. Sachs 1570. &mdash; Stephan
+
+
+<pb n='21' id='i030.png'/>
+
+<!-- [P: 21] -->
+
+v. Fechenbach 1577. &mdash; b) Nördliche Reihe: Melchior von
+Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision, 1584
+von <hi rend='italic'>Hieronymus Heck</hi>. &mdash; Georg v. Liebenstein 1533 mit
+Anklängen an die Schule <hi rend='italic'>Backofens</hi>; feste Rittergestalt, das
+Knien an dem (ganz an die Seite geschobenen) Kruzifix vorzüglich <milestone unit='line' n='5'/>
+gegeben. &mdash; Brendel von Homburg 1573. &mdash; Ch. Math.
+v. Albersweiler 1567. &mdash; Dr. Eisenberger 1575.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Im Kreuzgang</hi>. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421,
+kniend in Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken,
+schöne manierfreie Arbeit. &mdash; b) NFlügel. Joh. v. Cronberg <milestone unit='line' n='10'/>
+1439, adoriert den h. Christoph. &mdash; c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt
+1437, adoriert die Madonna auf der Mondsichel. &mdash;
+d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter
+1493. &mdash; <hi rend='g'>Wandgemälde</hi>, der Gekreuzigte u. Heilige,
+E. 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+In der Sakristei 2 vorzügliche <hi rend='g'>Reliquienbüsten</hi> 1473
+von <hi rend='italic'>Hans Dirnstein</hi> von Frankfurt. Degl. <hi rend='g'>Monstranz</hi>.
+Rom. <hi rend='g'>Schachbrett</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Agathen-K.</hi> Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet,
+unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm <milestone unit='line' n='20'/>
+sehr einfach rom. Außen <hi rend='g'>Ölbergsgruppe</hi> aus
+16. Jh., beschädigt, in Renss.Gehäuse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>U.L.F. Pfarr-K.</hi> 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen
+Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm,
+das Obergeschoß rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat <milestone unit='line' n='25'/>
+übereinander, durch kein Gesims getrennt, 2 gekuppelte
+Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg.
+Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner
+got. Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.
+</p>
+
+<p>
+Im Erdgeschoß eingemauert sprom. <hi rend='g'>Tympanon</hi>, thronende <milestone unit='line' n='30'/>
+Maria zwischen Heiligen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Studien(Jesuiten)-K.</hi> 1619-21. In WDeutschland der erste dem
+römischen Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen
+Molsheim u. Köln Bd. IV, V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen
+Nischen, feines Flachornament in Stuck, Beschlägemuster. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606.
+Neues (jetziges) Schloß 1605-1614 von <hi rend='italic'>Georg Ridinger</hi> aus
+Straßburg (von ihm selbst in einem umfänglichen Kupferstichwerk,
+Mainz 1616, publiziert). Waren die wichtigeren Schloßbauten
+der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten <milestone unit='line' n='40'/>
+mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck
+zum erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage
+gegeben (etwas älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel
+um einen quadratischen Hof von ca. 79 m äußerer, 51 m
+innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig vorspringende quadr.
+
+
+<pb n='22' id='i031.png'/>
+
+<!-- [P: 22] -->
+
+Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem aus
+dem alten Schloß herübergenommenen Bergfried, jetzt mit
+dem NFlügel hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig
+Tiefe (kaum 10 m im Lichten) und in der inneren Teilung folgt
+Raum auf Raum ohne Korridorverbindung. Aufgänge durch <milestone unit='line' n='5'/>
+Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. &mdash; Die allgemeine
+Idee, aus dem Wasserschloß entwickelt, hier wohl sicher durch
+französ. Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Übereinstimmung
+mit dem Kaufhaus in Straßburg, dem Friedrichsbau
+in Heidelberg, dem Schloß Gottesau und dem etwas <milestone unit='line' n='10'/>
+jüngeren Schloß in Mainz) mit der ostfranzösisch-lothringischen
+Weise zusammenhängt; vgl. besonders die Fensterverdachungen.
+Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten Geschosse durch
+sehr kräftige Gesimse, während vertikale Teilungslinien fehlen.
+Der Fassadenlänge von 85 m (mit Einschluß der Türme) <milestone unit='line' n='15'/>
+entspricht eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und
+Teilung in 15 Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12 m H.
+In der Mitte wird es durch einen reicher als alle übrigen Teile
+(ursp. jedoch einfacher beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert.
+Einziger Zugang durch das mäßig große Rustikaportal <milestone unit='line' n='20'/>
+der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den Burggraben,
+einst vorn durch eine <hi rend='g'>porta triumphalis</hi> geschmückt.
+(Der Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der Türme
+nimmt nach oben etwas ab, sie werden gekrönt durch eine
+Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher Haube. Die <milestone unit='line' n='25'/>
+östl. und nördl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie
+die Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der
+WSeite. &mdash; In der Nähe erscheinen die Verhältnisse zu schwer,
+wie bei den meisten Bauten dieser Zeit; aus gehöriger Entfernung
+betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse meisterhaft <milestone unit='line' n='30'/>
+aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur
+Anlage einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mächtige
+Wappen des Bauherrn Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz.
+Erwähnenswert, daß Ridinger vorher hauptsächlich an
+Festungsbauten beschäftigt war. &mdash; Die <hi rend='g'>Hoffassaden</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß
+das Erdgeschoß sich in Arkaden öffnete (unglücklicherweise
+später zugemauert). &mdash; Die <hi rend='g'>innere Ausstattung</hi>,
+deren geschnitzte Türen, Mosaikböden, Stuckdecken, Wandgemälde
+(im Kaisersaal Historien von <hi rend='italic'>Georg Keller</hi>, einem <milestone unit='line' n='40'/>
+Schüler <hi rend='italic'>Jost Ammanns</hi>), ein Besucher des J. 1614 überschwänglich
+bewunderte, wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört. Einigermaßen
+verschont nur die <hi rend='g'>Kapelle</hi>; 1sch. Raum mit Netzgwb.,
+Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor von <hi rend='italic'>Hans Junker</hi>;
+Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet
+
+
+<pb n='23' id='i032.png'/>
+
+<!-- [P: 23] -->
+
+mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem.
+Wand-, Decken- und Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles
+Portal. &mdash; Im Schloß bmkw. <hi rend='g'>Gemäldegalerie</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ASCHERODE.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606-15 nachgot. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ASCHFELD.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1679. Wirkungsvoller <hi rend='g'>Hochaltar</hi> in elegantem
+fr. Rok., gegen 1740, Richtung der Auwera. &mdash; <hi rend='g'>Kirchhofsbefestigung</hi>
+mit Gaden 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ASMUSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster
+Spitzbg. mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ASTHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Karthäuser-Klst.</hi> gegr. 1409 durch Erkinger v. Seinheim-Schwarzenberg.
+Kirche charakteristisch nachgot. Bau <milestone unit='line' n='15'/>
+(1603 f.) auf älteren Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen
+geschmückte Renss.-Portal an die Prokuratie versetzt. Treffliches
+<hi rend='g'>Chorgestühl</hi> renss., spätbar, umgearbeitet. Mächtiger
+<hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1730, Seinsheimsche <hi rend='g'>Epitaphe</hi>. &mdash; Vom
+Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) <milestone unit='line' n='20'/>
+Nikolauskap. und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes
+<hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> um 1520.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von <hi rend='italic'>P.
+Dell</hi> d. Ä., Moritz v. Sch. 1565 von <hi rend='italic'>Thomas Kissner</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ATZENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten
+Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUA.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim
+verlegten Klosters; ein rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi> Träger der <milestone unit='line' n='30'/>
+Altarmensa.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUB.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus
+der Juliuszeit (1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage
+umgewandelt. Aus 13. Jh. erhalten der WBau, ein sehr bmkw. <milestone unit='line' n='35'/>
+Dokument aus der ersten Rezeption des got. Stils. 1275 und
+1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die Bauformen
+passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt
+in 3 Sch. und 2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel
+rom. Erinnerungen, woraus nicht notwendig ein nennenswert <milestone unit='line' n='40'/>
+höheres Alter folgt. Doppelt gekehlte Rippen mit Anläufen
+auf diagonal gestellten Kämpfern. Die oberen Pfll. aus 8 Runddiensten
+gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll.
+mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung
+von Masken und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk
+
+
+<pb n='24' id='i033.png'/>
+
+<!-- [P: 24] -->
+
+Nasen, z. T. in Blumen endigend. Das Portal spitzbg. in
+rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelöst. Im Obergeschoß
+Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fränkischen Bauten
+dieser Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den Oberrhein
+und über diesen hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft <milestone unit='line' n='5'/>
+mit der französischen Gotik, namentlich gilt dies von der
+Komposition der Rosen. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1682. <hi rend='g'>Kanzel</hi>
+1790. Hauptschmuck des Turms die schöne <hi rend='g'>Kreuzgruppe</hi>
+aus <hi rend='italic'>Riemenschneiders</hi> Werkstatt, dem Meister selbst nahe
+stehend. Bmkw. <hi rend='g'>Steinrelief</hi> aus 14. Jh., die Jünger <milestone unit='line' n='10'/>
+am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche <hi rend='g'>Renss.-Grabmäler</hi>.
+Das des Truchsessen von Baldersheim aus der <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi>schen
+Werkstatt um 1520.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß
+1580-1620. In den Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration <milestone unit='line' n='15'/>
+um 1770, vielleicht von <hi rend='italic'>Matteo Basti</hi> (vgl. die
+Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz). Die Kap.
+in typischer unterfränkischer Nachgotik. &mdash; <hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1671. &mdash;
+In der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche <hi rend='g'>Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUBSTADT.</hi> UFranken BA Königshofen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten
+Portal die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im
+Tympanon der Gekreuzigte in langem Rock. Empore und <milestone unit='line' n='25'/>
+Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein farbenreiches Innenbild.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUE AM BERG.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen
+got. und später. &mdash; Gemaltes <hi rend='g'>Triptychon</hi> um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUERBACH.</hi> K. Sachsen. Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUERSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage
+die östl. Stellung des Turms.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUERSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp.
+rom. Gr. und Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus
+fast quadr.; Chor ebenfalls quadr., doch kleiner; beide
+Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum gegliederter Rundbg.,
+Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes Kreuz, am <milestone unit='line' n='40'/>
+Altar rom. Mensa. &mdash; <hi rend='g'>Altarschrein</hi>, schöne Arbeit aus
+Altenburger Werkstatt, 1503.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUFENHAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,
+einfachste Formen. &mdash; Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='25' id='i034.png'/>
+
+<!-- [P: 25] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUFSESS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi> aus Ma. gut erhalten.</p>
+<p>
+In der <hi rend="bold">Schloß-K.</hi> Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles
+zinnernes Taufbecken von <hi rend='italic'>Caspar Enderlein</hi> († 1633).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUGSFELD.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter
+Gewohnheit im OTurm. &mdash; Dekoration und Mobiliar in
+munterem, ländlich splendidem Rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUGUSTUSBURG.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
+</p><p>
+Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. <milestone unit='line' n='10'/>
+Baumeister <hi rend='italic'>Hieronymus Lotter</hi> aus Leipzig, zum Schluß <hi rend='italic'>Erhard
+van der Meer</hi> unter Oberaufsicht des Grafen <hi rend='italic'>Rochus v. Linar</hi>.
+Der allgemeine Charakter ist der eines Residenzschlosses mit
+festungsmäßigen Anklängen (Gräben, Kasematten usw.). Der
+Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86 m, in <milestone unit='line' n='15'/>
+der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch
+schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich
+kreuzf. wird. Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung
+und in sehr niedrigen Proportionen, die 4 eckigen Fenster
+mit got. Profilen sind die einzige Belebung der glatten Wand, <milestone unit='line' n='20'/>
+dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in Rustika, derbe
+Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über dem
+weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade.
+Starke Akzente geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern,
+steilen Walmdächern und hohen Schornsteinen (durch späteren <milestone unit='line' n='25'/>
+Umbau vereinfacht). Die <hi rend='g'>Ausstattung</hi> der Wohn- und
+Festräume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Säle,
+7 Vorsäle, 74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet
+den mittleren Verbindungsbau die
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloßkirche</hi> nach dem Plan <hi rend='italic'>v. d. Meers</hi>. Zwischen den tiefen <milestone unit='line' n='30'/>
+Streben ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen
+mit Halbsäulen in unten dor., oben jon. Ordnung,
+alles in schwerster Behandlung, das Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk
+stuckiert. Über dem Altar großes <hi rend='g'>Gemälde</hi>
+von <hi rend='italic'>L. Cranach d. J.</hi> von 1571, Kurfürst August mit seiner <milestone unit='line' n='35'/>
+zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. <hi rend='g'>Kanzel</hi> mit
+Gemälden von Hans Schröer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AULIGK.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut.
+Grabsteine des 16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='italic'>Gottfr. Silbermann</hi>, aus Chemnitz versetzt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUMA.</hi> Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1520 und 1793. &mdash; Reste eines <hi rend='g'>Schnitzaltars</hi>
+A. 16. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='26' id='i035.png'/>
+
+<!-- [P: 26] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AURA.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Benedikt.-Kloster</hi>, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113.
+Im Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört,
+teils umgestaltet. Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von
+9 Achsen, im O platter Schluß. Ausstattung E. 17. Jh. Im <milestone unit='line' n='5'/>
+ganzen entstellter Überrest einer urspr. bedeutenden Anlage.
+Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben vom
+rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus
+Stützenwechsel im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler;
+Schluß in 3 Apsiden. Ein westl. Atrium mit Doppeltürmen <milestone unit='line' n='10'/>
+1689 abgetragen. &mdash; In der jetzigen Stallung Rest eines spgot.
+Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufsäulen in den Arkaden
+des jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AUWALLENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine Wallenburg</hi>, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m <milestone unit='line' n='15'/>
+hoher Turm, rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>AXIEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen
+in 2 Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries <milestone unit='line' n='20'/>
+im N einfach, im S verschränkt. &mdash; Aus frgot. Zeit
+<hi rend='g'>Taufstein</hi> und Reste von <hi rend='g'>Wandmalerei</hi>.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>B</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAALSDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage des 13. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Glocke</hi> E. 13. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+mit der Inschr. »<hi rend='italic'>Heinricus Filius Tiderici me fecit</hi>« (ein
+Glockengießer <hi rend='italic'>Thidericus</hi> erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim;
+die gleiche Inschr., wie die vorliegende, haben in der
+Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch, Geringswalde,
+Niedergräfenhein, Oetzsch). <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAHRA.</hi> UFranken B A Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>. <hi rend='g'>Glocke</hi> mit
+Apostelnamen um 1300.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BALDERSHEIM.</hi> UFranken. BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1611, verändert 1901. Sehr guter <hi rend='g'>Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+1493; andere 16. u. 17. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi> um 1700 mit
+guten <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. vom spätgot. Altare (nach 1500).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BALGSTEDT A. U.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen
+und im 18. Jh. im W des Turms neu errichtet. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Glocke</hi> 1311.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAMBERG.</hi> OFranken. BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dom S. Peter u. S. Georg</hi>. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II.
+<pb n='27' id='i036.png'/>
+<!-- [P: 27] -->
+1004-1012; Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf
+Rest. und zweite Weihe 1111; neuer Brand 1185; Umfang des
+Schadens und Beginn der Erneuerung nicht bekannt; 1231 der
+Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch nicht völliger
+Abschluß der Arbeiten. &mdash; Der gegenwärtige Bau ist ein Werk <milestone unit='line' n='5'/>
+des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und
+wieviel aufgehende Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den„
+Neubau hinübergenommen, ist noch nicht sicher festgestellt.
+Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, Br. 28,50 m,
+H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung, <milestone unit='line' n='10'/>
+daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des
+Msch. mitumfassend, S. Georg gewidmet; WChor, die Vierung
+einschließend, S. Peter; zu beiden führen Stufen hinauf. Der
+der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m reduziert.
+Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. <milestone unit='line' n='15'/>
+&mdash; Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in
+welcher von Frankreich her das gotische Bausystem in Deutschland
+eindrang, weist stilistisch drei Phasen auf: spätromanisch
+ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in seiner Außenansicht;
+frühgotisch, jedoch nicht von der französischen, <milestone unit='line' n='20'/>
+sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen
+Frühgotik abgeleitet<note
+place='foot'><p>Die Vermutung, daß hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt habe, liegt
+nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht die Rede sein kann.</p></note>, der innere Aufbau des Lhs.;
+französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz
+zu verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht
+möglich. Der OChor ist im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung <milestone unit='line' n='25'/>
+so vorgeschritten, daß er vor 1200 nicht denkbar;
+die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet waren,
+schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert
+von Andechs (1203-1237), <corr sic='Jedoch'>jedoch</corr> die Ausführung des WChors
+und der WTürme später. Die plastische Ausschmückung (s. <milestone unit='line' n='30'/>
+unten) beweist, daß noch vor ihrer Aufstellung der Bau unterbrochen
+worden ist. Will man als Ursache dafür die unruhige
+Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich
+als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile
+im Anfang dieser Regierung, Vollendung nach längerer <milestone unit='line' n='35'/>
+Pause unter B. Berthold von Leiningen (1257-85). &mdash; Aus
+der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die Sepultur.
+Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55,
+der Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration
+und Purifikation 1828-37 durch <hi rend='italic'>Heideloff</hi> und <hi rend='italic'>Gärtner</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Ostbau</hi> (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen
+Raum unter dem hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die <reg orig='Kreuz-|rippen'>Kreuzrippen</reg>
+<pb n='28' id='i037.png'/>
+<!-- [P: 28] -->
+gestatten, das Msch. breiter anzulegen, während die
+Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf gleiche Breite
+der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher
+und luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die
+Stützen sind Sll., ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem <milestone unit='line' n='5'/>
+Blattwerk und hohen 8eckigen, schon frgot. Einfluß
+verratenden Deckplatten. Die Rippen mit derben Rundstäben
+besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen haben;
+die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem
+ehemaligen Podest. &mdash; Die Apsis des hohen Chors, im Gr. <milestone unit='line' n='10'/>
+5 Seiten des 8Ecks, legt sich, besonders in der Außenansicht
+hervorragend schön kombiniert, an die große Wandfläche,
+die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in gleicher
+Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der
+Aufbau <sic>3 teilig</sic> in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, <milestone unit='line' n='15'/>
+Fenstergeschoß, Zwerggalerie gesondert durch überaus reich
+gebildete Friese, vertikale Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger
+Vorsprünge und stärkerer und schwächerer Dreiviertelsäulen.
+An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv
+in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen <milestone unit='line' n='20'/>
+der reich abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen
+besetzt. Das Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie
+entspricht im inneren Aufbau das als glatte Kugelkalotte
+gestaltete Gwb.; unter den Fenstern Arkatur; bezeichnend
+das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel <milestone unit='line' n='25'/>
+auch in der Form ihrer Säulenschafte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Langhaus.</hi> Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt
+nach dem gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben
+Kreuzrippen und sind in den Quer- wie in den Schildgurten
+spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung, die dadurch <milestone unit='line' n='30'/>
+möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das
+sog. gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich
+behindernd geltend, daß die Grundrißabmessungen auf diese
+Teilung ursp. nicht eingerichtet waren: so ergeben sich von
+den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl. Chorpfll. nur 4+1/2 <milestone unit='line' n='35'/>
+Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt deshalb
+sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen
+Gwbb., hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich
+wichtige Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden,
+ebenso an der N- wie an der SSeite: von W <milestone unit='line' n='40'/>
+gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten Fenster
+vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die
+offenen, und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte
+anfallen. Um als Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten,
+sind sie zu groß; ich kann sie nur auf eine jüngere <reg
+orig='Restau-|ration'>Restauration</reg><note
+place='foot'><pb n='29u'/>
+<p>Öfters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die Rede, <milestone unit='line' n='40'/>
+woraus gefolgert wird, daß dieses den Brand von 1185 überdauert habe, also
+ottonisch sei. Nach Versicherung eines materialkundigen Gewährsmannes ist die
+rote Färbung einzelner Steine in der Tat nur durch Erhitzung zu erklären. Allein
+diese Steine bilden keine zusammenhängenden Flächen, sondern sind zwischen naturfarbenen
+zerstreut. Es kann sich also nur um Benutzung einzelner Werkstücke
+aus dem abgebrochenen älteren Bau handeln.
+</p>
+</note><pb n='29' id='i038.png'/><!-- [P: 29] -->
+beziehen, etwa nach Brand 1185, die <hi rend='g'>noch nicht
+mit Gewölben rechnete</hi>. Aus dem bei währendem
+Neubau eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die
+Unregelmäßigkeiten im östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen,
+alternieren regelmäßig stärkere und schwächere Pfll., kreuzförmig <milestone unit='line' n='5'/>
+mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der Hauptpfll.
+das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner
+Leere wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade
+Scheitel (wie in Ebrach), während der Übergangsstil sonst
+starke Busung liebt. Die Gurten einfach rck., aber verhältnismäßig <milestone unit='line' n='10'/>
+schmal, die Rippen Rundstäbe mit mandelförmiger
+Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl
+noch nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion
+aber die klare Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden
+Hauptpfll. und des mit ihnen verbundenen Gurtensystems, <milestone unit='line' n='15'/>
+andererseits der füllenden Wandflächen. Die Anregung durch
+Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen
+System auffallend. Querschnitt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Westbau</hi> (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges
+Gwb. beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale <milestone unit='line' n='20'/>
+gerade Joche erhalten und in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb.
+mit hohen Schildbgg., die einer zweiten Fensterreihe
+Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich französischen
+Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters
+Ebrach ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere <milestone unit='line' n='25'/>
+Meister tätig, zuerst burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch
+gerichtet. Die Krypta klein und jetzt unzugänglich.
+&mdash; WChor und OChor sind in ihren ins Schiff vorspringenden
+Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen
+mit Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne <milestone unit='line' n='30'/>
+Gesims; die SSchranke des WChors mit Spuren von rom.
+Malerei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Äußeres</hi>. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in
+den bisherigen Baugewohnheiten der Reichtum der Friese.
+Die Gesimse haben sich mit den Dächern in wiederholten <milestone unit='line' n='35'/>
+Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den OTürmen
+(Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der
+ersteren wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das
+Kehlungsprofil der Pfosten der Georgenpforte hinweist);
+
+
+<pb n='30' id='i039.png'/>
+
+<!-- [P: 30] -->
+
+2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am nördl. Ssch. (Fürstentor)
+und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte). Denselben rein
+rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des Mittelschiffhauptgesimses;
+hier treten frgot. Formen ein, doch unter
+Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im <milestone unit='line' n='5'/>
+2. Fenstergeschoß noch während des Baus eingezogen; die
+Fenstergliederung der beiden letzten Geschosse entsprechend
+geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den WTürmen;
+im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der
+Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder <milestone unit='line' n='10'/>
+zum charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören;
+weiter nach oben tritt der Wandel ein: oktogonaler
+Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer tabernakelartigen
+Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks umschreiben;
+diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast gleiche <milestone unit='line' n='15'/>
+Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne
+der französischen Schule. Aber auch die Komposition im
+ganzen geht auf ein bestimmtes französisches Vorbild zurück:
+die Kathedrale von Laon. Doch ist dasselbe in einem wichtigen,
+ohne Abb. nicht verständlich zu machenden Punkte <milestone unit='line' n='20'/>
+mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines,
+im Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten
+hat: jetzt auf dem Baldachin über der Statue des h. Dionysius
+am letzten Pfl. des OChors, NSeite. (Zuerst bemerkt von K.
+Franck und ansprechend so gedeutet, daß die französisch geschulten <milestone unit='line' n='25'/>
+Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg
+brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.)
+Dieselben Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des
+WChors durch einen französischen Kapellenkranz das Wort
+geredet zu haben; vgl. das Modell in der Hand der h. Kunigunde <milestone unit='line' n='30'/>
+am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter
+das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh.
+am Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für
+die Entwicklung der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am
+oberen Abschluß vollständig ein Werk des 18. Jh. ist, den <milestone unit='line' n='35'/>
+Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer erneuerte;
+ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem
+größeren 8seitigen Helm in der Mitte, 4 kleineren an den
+Ecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Innere Ausstattung</hi>. Aus Ma. nur das Chorgestühl; <milestone unit='line' n='40'/>
+im WChor reicher, E. 14. Jh., im OChor etwas jünger. Die
+hie und da zerstreuten Schnitzaltäre sind in neuerer Zeit aus
+andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand allein
+der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war,
+»daß das heilige und großartige Denkmal in seinen <reg orig='Verun-|staltungen'>Verunstaltungen</reg>
+<pb n='31' id='i040.png'/>
+<!-- [P: 31] -->
+verbessert und der ungestörte Anblick dieses erhabenen
+Tempels im ursprünglichen Stile wieder hergestellt
+werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835
+<hi rend='italic'>Heideloff</hi>, 1835-38 <hi rend='italic'>Gärtner</hi>. Sie entfernten nicht nur alle
+nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe <milestone unit='line' n='5'/>
+(jetzt in der Michaels-K.), sondern drängten auch
+dem der Spuren seines Lebens in der Geschichte beraubten
+Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf. (Selbst Führig,
+ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene
+Vernüchterung.) <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte
+der <hi rend='g'>monumentalen Plastik</hi> im 13. Jh.
+Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen, jede durch eine führende
+Künstlerindividualität vertreten: Meister des Georgenchors,
+Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. <milestone unit='line' n='15'/>
+a) Die Arkaturen an den <hi rend='g'>Schranken des Georgenchors</hi>
+enthalten in ihren 2×6 Blenden die Reliefgestalten
+von <hi rend='g'>Propheten</hi> (NSeite) <hi rend='g'>und Aposteln</hi> (SSeite);
+die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen,
+weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. <milestone unit='line' n='20'/>
+Je zwei im Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens
+einer säkular an die Kleinkunst gebunden gewesenen
+Darstellungsweise zum monumentalen Stil; zugleich in ergreifendster
+Weise den Zusammenstoß konventioneller Gebundenheit,
+in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings <milestone unit='line' n='25'/>
+aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen,
+und eines zur Freiheit erwachten leidenschaftlichen
+Naturalismus. Mannigfaltigkeit der Charaktere, Eindringlichkeit
+der <sic>Geberdensprache</sic> sind das Hauptanliegen; die Körperbildung
+noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. <milestone unit='line' n='30'/>
+Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite
+in stürmisch erregter Stimmung. Der Unterschied wird so
+gedeutet, daß der Künstler, noch zaghaft, mit jener angefangen
+habe; es könnte aber auch sehr wohl eine bewußte
+Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung <milestone unit='line' n='35'/>
+der SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h.
+<hi rend='g'>Michael</hi>. Das <hi rend='g'>Verkündigungsrelief</hi> am Pfl.
+rechts von der Chortreppe saß früher an der NSeite, wo die
+Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen
+Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken <milestone unit='line' n='40'/>
+dann ohne plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in
+den Feldern, zur Ausführung kamen) zeigt es, wie weit
+dem Meister das Formalschöne zur Verfügung stand.
+Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten
+ist mir die Zeit rund 1225-35. &mdash; b) <hi rend='g'>Die Adamspforte</hi>,
+
+
+<pb n='32' id='i041.png'/>
+
+<!-- [P: 32] -->
+
+links (SO) vom Georgenchor. Am rechten Gewände Petrus,
+Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, Kunigunde, S. Stephan.
+Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für dieses Portal,
+auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte
+der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit <milestone unit='line' n='5'/>
+Säulen verwachsen, die in dem Organismus <hi rend='g'>dieses</hi> Portals
+keinen Platz finden; Petrus weist ohnedies auf den Peterschor.
+Dieser Bauteil ist es, mit dem architektonisch die
+<hi rend='g'>französische</hi> Schule einsetzt, und daß der Bildhauer
+der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, <milestone unit='line' n='10'/>
+habe ich nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere
+Statuen her, die jetzt im Innern an den den Georgenchor
+nördlich begrenzenden Pfeilern sehr ungeschickt aufgestellt
+sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal gedacht;
+vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch. vorgeblendeten <milestone unit='line' n='15'/>
+S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal.
+Am Mittelpfeiler <hi rend='g'>Maria</hi>, von ihr getrennt <hi rend='g'>Elisabeth</hi>
+(als Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern
+Seite ein Engel (Verkündigung); am linken Pfl. ein <hi rend='g'>Papst</hi>,
+am rechten der <hi rend='g'>h. Dionys</hi>, an seiner Front ein lebensgroßer <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend='g'>Reiter</hi>. Dieser künstlerisch und ikonographisch ein
+Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an südwestfranzösischen
+rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen
+wurden bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan
+von Ungarn, einer der hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. <milestone unit='line' n='25'/>
+Wahrscheinlicher ist mir, indem ich von der Bedeutung der
+Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die Benennung S. Georg.
+Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und in
+Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B. beabsichtigt.
+Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei <milestone unit='line' n='30'/>
+Maria und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem
+muß der Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale
+von Langres, gekannt haben, wie die spezifische Behandlung
+des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an einigen Statuensockeln
+der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft <milestone unit='line' n='35'/>
+dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben
+sind, ist nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er
+gehört zu den ersten künstlerischen Kräften des 13. Jh. Um
+so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in dem von
+ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie <milestone unit='line' n='40'/>
+ja auch sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung
+des WChors unausgeführt blieb). Viele interessante architektonische
+Reminiszenzen und Phantasien stecken in den
+Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter
+Reimser Maßwerk der frühesten Art. &mdash; c) <hi rend='g'><reg orig='Das Fürsten-|portal'>Das Fürstenportal</reg></hi>
+<pb n='33' id='i042.png'/>
+<!--
+[P: 33]
+-->
+am nördl. Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf
+den Schultern von Propheten (in ikonographischer Hinsicht
+vgl. den Taufstein in der Vorhalle des Merseburger Doms),
+am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische Anordnung
+ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, <milestone unit='line' n='5'/>
+daß die Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene
+Pforte in Freiberg); der Stil geht von dem lokalen der Schranken
+des Georgenchors aus, durchdringt sich aber mehr und mehr
+mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als ältere,
+die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser <milestone unit='line' n='10'/>
+Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder
+<hi rend='g'>der Ecclesia und Synagoge</hi> haben mit dem
+Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem Vorrat der vom Meister
+der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen; ebenso
+gehören der Werkstatt des letzteren der <hi rend='g'>Posaunenengel</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+und der <hi rend='g'>Abraham</hi> über dem linksseitigen Kämpfer.
+&mdash; d) Aus der älteren einheimischen Schule das Bogenfeld
+und die Apostelbrustbilder des Portals rechts vom
+Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade
+von einem später veränderten Portal nach 1185. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler <milestone unit='line' n='20'/>
+des 13. Jh.</hi> Auf dem Peterschor Tumba
+des B. Suitger, nachmals <hi rend='g'>Papst Clemens</hi> II. († 1047);
+glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien
+der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod
+des Papstes und der Christus der Apokalypse (?), früher irrig <milestone unit='line' n='25'/>
+als italienische Arbeit ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh.,
+genauer den Meister der Adamspforte. Indes halte ich, was
+wir jetzt vor uns haben, für eine nachmittelalterliche Kopie.
+Gründe: die Schriftform und die arabischen Ziffern der Deckplatte;
+die Gleichheit des Materials der Deckplatte und der <milestone unit='line' n='30'/>
+Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des
+Ma. vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte,
+die nur als Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der
+Papst am Georgenchor, jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen).
+&mdash; Die 2 Tumben des Georgenchors; B. Gunther <milestone unit='line' n='35'/>
+(† 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief, ungewöhnlicherweise
+in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte Linearzeichnung,
+Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. &mdash;
+Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237,
+ähnlich dem des B. Gunther; Standort jetzt am Eingang in <milestone unit='line' n='40'/>
+die Antoniuskap. &mdash; Noch immer nach demselben Schema der
+Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s. unten.
+&mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler aus dem</hi> 14.-17. Jh. a) <hi rend='g'>im
+südl.</hi> Qsch.: rechts vom Altar großartiges Bildnisepitaph des
+B. Phil. v. Henneberg 1487 (von derselben Hand wie Diether
+
+
+<pb id='i043.png'/>
+
+<!-- [P: 34] -->
+
+von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also trotz der
+individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den
+Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von <hi rend='italic'>Jakob
+Weinmann</hi> von Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs
+von Rügheim 1561 von <hi rend='italic'>Kilian Sorg</hi>; Bronzemonument B. <milestone unit='line' n='5'/>
+Phil. Voit v. Rieneck 1672. &mdash; b) <hi rend='g'>Im Peterschor</hi>: Epit.
+des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von <hi rend='italic'>Loy Hering</hi>
+in Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an
+den Wänden mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren
+in Flachrelief, herkömmlich der <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>schen Hütte zugeschrieben. <milestone unit='line' n='10'/>
+&mdash; c) <hi rend='g'>Im nördl. Ssch.</hi>: im 2. Joche B. Albert
+v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide
+ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang
+an stehend (also technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft
+die bloß mit Inschrift versehenen Bodenplatten von <milestone unit='line' n='15'/>
+Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige Epitaphe jetzt in S.
+Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten Fürstbischofs
+Georg V. v. Fechenbach 1826. &mdash; d) <hi rend='g'>An dem südl.
+Arkadenpfl. des Msch.</hi>: B. Berthold v. Leiningen
+1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B. Friedrich v. Hohenlohe <milestone unit='line' n='20'/>
+1351, künstlerisch das wertvollste unter den spätmittelalterlichen.
+&mdash; e) <hi rend='g'>Monument des kaiserlichen
+Stifterpaares Heinrich und Kunigunde</hi> von
+<hi rend='italic'>Tilman Riemenschneider</hi>, beg. 1499, voll. und aufgestellt
+1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form <milestone unit='line' n='25'/>
+Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief
+gehaltenen Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben;
+Reliefs an den Wänden; wenig Architekturformen. Die
+Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens Feuerprobe, 2. Kunigunde
+bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche, <milestone unit='line' n='30'/>
+3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den
+h. Benedikt von seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs
+Seelenwägung. &mdash; <hi rend='g'>Sepultur der Domherren in
+der h. Nagel-Kap.</hi> Die Wände, soweit sie nicht von Altären
+eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher <milestone unit='line' n='35'/>
+Größe 64 ikon. Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung
+in bloßen Umrissen, 1491-1550 in flachem Relief, nach 1550
+war der Platz besetzt und wurden in größerer Höhe bloße
+Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß in
+der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='italic'>P. Vischer</hi>sche in Frage käme, wäre noch zu untersuchen;
+wahrscheinlich ist es für die Platte des Joh. v. Limpurg († 1475),
+die dann die älteste in der Klasse der gravierten von <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>
+wäre. &mdash; Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltäre</hi> im nördl. Ssch. (aus
+Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. &mdash; <hi rend='g'>Kaiserglocken</hi>
+
+
+<pb n='35' id='i044.png'/>
+
+<!-- [P: 35] -->
+
+aus A. 14. Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311,
+im Durchmesser 179 cm, Höhe 140 cm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Schatzkammer</hi> (seit 1907 in neuen Räumen geordnet)
+ist in ganz hervorragender Weise reich an <hi rend='g'>Textilien</hi>:
+drei den Reichskleinodien beigezählte Kaisermäntel, Rationale, <milestone unit='line' n='5'/>
+Grabtuch des Bischofs Günther (sämtlich 11. Jh.), Mitra des
+h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit der Passion (15.Jh.),
+ferner Kleinodien aus <hi rend='g'>Metall</hi>: zwei rom. Tragaltärchen
+mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter
+für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit <milestone unit='line' n='10'/>
+Email (13. Jh.), Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel
+aus <hi rend='g'>Glasfluß</hi> (Opus Alexandrinum 1. Jh.). Gegenstände
+aus <hi rend='g'>Elfenbein</hi>: Messerscheide (spätestens 9. Jh.), Pontifikalkämme
+(roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. &mdash; Bis ins
+16. Jh. fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« <milestone unit='line' n='15'/>
+(öffentliche Ausstellung der zahlreichen Reliquien) statt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kreuzgang</hi>. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel
+und Lisenen der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene
+ist spgot. An seinen OFlügel stößt das
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kapitelhaus</hi> 1731, angeblich von <hi rend='italic'>Balth. Neumann</hi>. Die Behandlung <milestone unit='line' n='20'/>
+prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal
+eine Stuckdecke in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen
+unberührt. 2 ehemals im Dom befindliche
+<hi rend='g'>Altarbilder</hi> von <hi rend='italic'>Merian</hi> und <hi rend='italic'>Sandrart</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Alte Hofhaltung</hi>. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern <milestone unit='line' n='25'/>
+mit Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen
+den Domplatz eine Hofmauer mit prächtigem Einfahrtstor
+und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, so daß
+es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint;
+diese ist durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen <milestone unit='line' n='30'/>
+Gruppenbildung eine der allerglücklichsten und bezeichnendsten
+Schöpfungen der deutschen Renaissance, erbaut unter B. Voit
+v. Würzburg † 1577. Der entwerfende Baumeister (<hi rend='italic'>Erasmus
+Braun? Caspar Vischer?</hi>) unbekannt. &mdash; In demselben Gebäudekomplex
+eingeschlossen die Überreste der <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Andreas-Kap</hi>., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die
+<hi rend='bold'>Katharinen-Kap</hi>. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neue Residenz</hi>. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther
+Schloß (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts)
+und in einem verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg <milestone unit='line' n='40'/>
+residiert hatten, wurde 1695 von B. Lothar Franz v. Schönborn
+der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister <hi rend='italic'>Leonhard
+Dientzenhofer</hi>. Stückweise geplant und nicht vollständig ausgeführt;
+Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten
+Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der <reg orig='Schul-|regel'>Schulregel</reg>
+<pb n='36' id='i045.png'/>
+<!-- [P: 36] -->
+die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind
+sie fast gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung
+und der Abschluß durch ein nachdrückliches Kranzgesims.
+Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von
+Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten <milestone unit='line' n='5'/>
+der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer
+nur der große Festraum, der Kaisersaal; noch ist der,
+in diesen Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem
+Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung
+durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum <milestone unit='line' n='10'/>
+in der Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner
+Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr
+durch den schweren Prunk der Dekoration.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Domherrenhöfe</hi>. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit
+er nicht durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen <milestone unit='line' n='15'/>
+ist, breiten sich die Wohnsitze der Domherren aus.
+Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in der Klausur
+in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel
+eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten,
+im Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten <milestone unit='line' n='20'/>
+Kurien mit ihren von Galerien umgebenen Höfen und ihren
+terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele haben ihre
+Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber
+dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch
+am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die <milestone unit='line' n='25'/>
+Domdechantei von <hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi>, einem Gehilfen Neumanns
+(jetziges erzbischöfl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof.
+Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt sich durch die
+Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der
+<hi rend='bold'>Langheimer Hof</hi> und der <hi rend='bold'>Ebracher Hof</hi>, beide noch M. 18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+von <hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Antoniterhof</hi> mit <hi rend='bold'>Laurenzi-Kap.</hi>, got. Anlage, 1629 umgebaut,
+unbedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Clarissen-Klst.</hi>, gegr. 1341, profaniert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dominikaner-K.</hi> (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der <milestone unit='line' n='35'/>
+gewöhnlichen polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher
+Höhe mit flachen Decken. (Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang
+verwüstet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Gangolf</hi>. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern
+gehören einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit <milestone unit='line' n='40'/>
+rom. Fenstern. Die Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe
+got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. eingewölbt.
+Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme
+der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. &mdash; In
+den sehr verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.
+</p>
+
+
+<pb n='37' id='i046.png'/>
+
+<!-- [P: 37] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Elisabeth</hi>. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. &mdash;
+Ein paar <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> aus der Schule <hi rend='italic'>Riemenschneiders</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Franziskaner-Klst.</hi> Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude
+als Landgericht umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Getreu</hi> (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich <milestone unit='line' n='5'/>
+erneuert, unansehnlicher Barockbau. In ihm große <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>,
+welche Endpunkt von <hi rend='g'>Stationsbildern</hi>
+war, die sich von S. Elisabeth den Berg heraufziehen;
+gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung
+an <hi rend='italic'>Adam Krafft</hi>, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle <milestone unit='line' n='10'/>
+gezogen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe</hi>. Als Militärlazarett
+umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Jacob</hi> (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im
+wesentlichen erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des <milestone unit='line' n='15'/>
+Innern seit 1866 entfernt; anspruchslos im rom. Sinn restauriert,
+störend die neurom. Ausstattung. &mdash; Flachgedeckte doppelchörige
+kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms das
+Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte
+Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das <milestone unit='line' n='20'/>
+Mittelglied von der normalen Form abweichend; Würfelkaptt.
+mit einfacher 2gliedriger Deckplatte. Die östl. Apsis
+durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die Erdgeschosse
+der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im
+Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der <milestone unit='line' n='25'/>
+WChor einfach got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre
+rom. Fenster hinter den Chorstühlen erkennbar. An der
+OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr schlicht behandelten
+Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der Außenbau
+sich noch bewahrt hat. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Karmeliter-K.</hi> 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter.
+Die K. 1694 ff. von <hi rend='italic'>Leonhard Dientzenhofer</hi>, ein mittelgroßer
+Barockbau der nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich
+zu zerstören, wurde der Chor (mit verkehrter Orientierung)
+zwischen dessen Fassadentürme eingebaut; von diesen jetzt <milestone unit='line' n='35'/>
+nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit Zickzackornament
+eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher schon
+ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen
+Räumen unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das
+Niveau der rom. K. muß tiefer gelegen haben. Interessant <milestone unit='line' n='40'/>
+der große rom. <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>. Am OFlügel Bogenfragmente
+des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst
+ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau
+hat ihn sehr entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener
+Nat.-Mus.] Zur Geschichte der Bamberger Lokalarchitektur
+
+
+<pb n='38' id='i047.png'/>
+
+<!-- [P: 38] -->
+
+bmkw. der sog. <hi rend='g'>Fremdenbau</hi> (links von der jetzigen
+Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Katharinen-Kap</hi>. s. Alte Hofhaltung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Liebfrauen</hi>- oder <hi rend='bold'>Obere Pfarr-K.</hi> &mdash; Der einzige bedeutendere
+got. Bau, der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen <milestone unit='line' n='5'/>
+1320; wann wirklich begonnen, unbekannt;
+Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh. Umbau
+des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene
+Bau flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die
+nur verstärkt zu werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern <milestone unit='line' n='10'/>
+irrig auf rom. Stil gedeutet; die Mauern des Lhs.
+sind, wie Sockel und Gesimse beweisen, durchaus got., auch
+sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got. Bau
+möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der
+Art der Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das <milestone unit='line' n='15'/>
+Innere jedes Interesses beraubt. &mdash; Ein neuer Plan tritt mit
+dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß 5/8, Umgang 9/16 mit
+Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den Strebepfll.
+flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als
+dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen <milestone unit='line' n='20'/>
+sie durch das Dach durch und nehmen Strebebgg. auf. Das
+Äußere ist mit reichem, aber wenig edlem Schmuckwerk
+überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor Flächendekoration
+durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen
+war vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), <milestone unit='line' n='25'/>
+kam aber nicht zur Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür«
+unter einem hohen Baldachinvorbau. Der an der
+SWEcke stehende Turm gehört der zweiten Bauperiode
+an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie
+begonnen. &mdash; <hi rend='g'>Das Innere</hi> übervoll von Altären und <milestone unit='line' n='30'/>
+einzelnen Kunstwerken; überwiegend 18. Jh. und modern.
+Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh. Darunter
+(jetzt hinten im Chor) 3 große <hi rend='g'>Holztafeln</hi>, Reste eines
+Altars, beglaubigtes Hauptwerk des <hi rend='italic'>Veit Stoss</hi> bez. 1523,
+das Mittelstück ca. 2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; <milestone unit='line' n='35'/>
+aber technisch nicht Relief, da die Vordergrundfiguren völlig
+rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die Musikinstrumente
+der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die
+Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb.
+bei Schellenberg). &mdash; Gegenüber in einer Kap. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+bez. 1492; Wandkomposition; unten Grablegung;
+zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2 Reihen übereinander;
+die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte Beleuchtung
+erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige
+Arbeit. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi> mit eingelegten Holzreliefs.
+
+
+<pb n='39' id='i048.png'/>
+
+<!-- [P: 39] -->
+
+&mdash; Als Beispiele für die Lokalkunst des 18. Jh. wären noch
+zu nennen: die <hi rend='g'>Hochaltarplastik</hi> von <hi rend='italic'>J. J. Vogel</hi> und
+am westl. Ende des nördl. Ssch. <hi rend='g'>Gemälde</hi>, der verlorene
+Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden <hi rend='italic'>Joh. Nik. Treu</hi>. &mdash;
+An der <hi rend='g'>Brauttür</hi>, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und <milestone unit='line' n='5'/>
+törichten Jungfrauen, im Tympanon Vermählung Christi mit
+der Ecclesia. &mdash; An der WFront roher <hi rend='g'>Ölberg</hi> 1502. &mdash;
+In der Schatzkammer bmkw. <hi rend='g'>Monstranz</hi> 1477.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Martin.</hi> 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf
+von <hi rend='italic'>Georg Dientzenhofer</hi>, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. <milestone unit='line' n='10'/>
+Anlage nach dem seit S. Michael in München für kathol.
+Barockkirchen beliebtesten Schema. Imposantes tonnengewölbtes
+Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und Emporen,
+geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich
+auf der Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, <milestone unit='line' n='15'/>
+so daß die Vierung kein volles Quadrat bildet. Überwiegend
+Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel perspektivisch gemalte
+Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten
+<hi rend='italic'>Pozzo</hi>, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen
+wurde, sondern von einem sonst <corr sic='unkekannten'>unbekannten</corr> <hi rend='italic'>Fr. Marcolini</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+Fassade in reicher, schwerer, unruhiger Gliederung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Matern.</hi> Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne
+Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Michaelis-K.</hi> Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009
+bis 1021, zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere <milestone unit='line' n='25'/>
+nach Brand 1620 und 1700 ff. &mdash; Die rom. Basilika in der
+Substanz, wenn auch nicht in der Formenerscheinung, erhalten.
+Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50 br.; rechnet
+man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge
+von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, <milestone unit='line' n='30'/>
+gerade im O und W, das Hirsauer Schema unverkennbar.
+Der Hauptchor got. umgearbeitet, die Nebenchöre
+in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und
+spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so
+auch der Kern der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der <milestone unit='line' n='35'/>
+Pilaster des Hochschiffes der Reparatur von 1610 angehören.
+Echte rom. Profile am letzten östl. Pfeilerpaar; dasselbe ist
+durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt Gurten im
+Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom.
+Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; <milestone unit='line' n='40'/>
+der ursp. Sinn die Absicht auf Türme im Winkel zwischen
+Lhs. und Qsch. (vgl. Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters
+so auch hier, nicht ausgeführt worden zu sein. Eine Krypta,
+auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung des Chors erst
+im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über
+
+
+<pb n='40' id='i049.png'/>
+
+<!-- [P: 40] -->
+
+dem Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage
+keinen Raum gewährt (vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores
+rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch. kleiner Rest des rom.
+Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die Fenster
+rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar <milestone unit='line' n='5'/>
+und eine vorgeblendete Barockfassade. 1700 von <hi rend='italic'>Leonhard
+Dientzenhofer</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Innere Ausstattung</hi>, 1725-48, im
+Gesamteindruck durch die moderne Rest. beeinträchtigt.
+Alle Mobilien aus Holz, die prächtige <hi rend='g'>Kanzel</hi> von zwei
+Bamberger Künstlern, dem Tischler <hi rend='italic'>Franz Böhm</hi> und dem <milestone unit='line' n='10'/>
+Bildhauer <hi rend='italic'>Reuss</hi>. Das <hi rend='g'>Altarbild</hi> im Chor von <hi rend='italic'>J. J.
+Scheubel</hi> 1750. &mdash; <hi rend='g'>Grab</hi> des h. Otto in Tumbenform 14. Jh.,
+mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon. <hi rend='g'>Grabstein</hi>
+in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. &mdash; Die
+<hi rend='g'>Epitaphe</hi> von Bischöfen wurden auf Anordnung König <milestone unit='line' n='15'/>
+Ludwigs I. aus dem Dom hierher versetzt. Hervorzuheben
+im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. Giebelstadt und B.
+Voit v. Würzburg, von <hi rend='italic'>Hans Wemding</hi> 1577, 1580; no 4 B.
+Ernst v. Mengersdorf, von <hi rend='italic'>Hans Werner</hi> 1596; no 6 B. Neidhard
+v. Thüngen von <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1598. Die Reihe des südl. <milestone unit='line' n='20'/>
+Ssch. bar. und rok. &mdash; <hi rend='g'>Klostergebäude</hi>. Hauptbau
+1696-1702 von <hi rend='italic'>L. Dientzenhofer</hi>, andere Teile jünger. Gänzlich
+schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Stephan.</hi> Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18.
+Jh. übrig geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und <milestone unit='line' n='25'/>
+Ecklisenen geteilt, in dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen
+in frgot. Form. Die K. völlig umgebaut; Chor
+1628 von <hi rend='italic'>Giov. Bonalino</hi>, nach dem Plan des Brandenburgischen
+Baumeisters <hi rend='italic'>Valentin Junker</hi>; Sch. 1677 von <hi rend='italic'>Petrini</hi>.
+Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen <milestone unit='line' n='30'/>
+Stellen, besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage.
+&mdash; Das Stuckrelief über der Vierung von <hi rend='italic'>J. J. Vogel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Propsteigebäude</hi> (jetzt Präparandenschule) von <hi rend='italic'>J.
+M. Küchel</hi> um 1760.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Friedhofs-Kap.</hi> an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), <milestone unit='line' n='35'/>
+gestiftet 1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere
+in eleganten Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko
+herausstrebend. Um das flache Dach laufen Balustraden
+mit Kindergruppen. Die Fenster schließen geradlinig mit
+gerader Verdachung. An der Fassade große <hi rend='g'>Relieftafel</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
+die Stifter vor dem Gekreuzigten. &mdash; <hi rend='bold'>Älteres Jesuitenkollegium</hi>
+(Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Jüngeres Jesuitenkollegium</hi> (jetzt öffentl. Bibliothek und
+Lyceum) 2. H. 17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition
+der deutschen Spätrenaissance.
+</p>
+
+
+<pb n='41' id='i050.png'/>
+
+<!-- [P: 41] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Ernestinisches Klerikalseminar</hi> am Maximiliansplatz. 1733
+nach Entwurf <hi rend='italic'>B. Neumanns</hi> von <hi rend='italic'>Justus Heinrich Dientzenhofer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Altes Rathaus</hi> (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser
+Renss.Bau. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neues Rathaus</hi> auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got.
+Brückenturm (z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei
+von <hi rend='italic'>Jos. Anwander</hi>, neuerlich mit Glück rest.; Altane,
+Stuckdekoration, plastische Gruppe auf der Brücke von
+<hi rend='italic'>B. Mutschelle</hi>; alles zusammen überaus glücklich und originell <milestone unit='line' n='10'/>
+in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein malerisches
+Architekturbild ersten Ranges.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Hochzeitshaus</hi> am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871
+zerstört.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Hauptwache 1774</hi>, Bildhauerarbeit von <hi rend='italic'>Kamm</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gangolfstor</hi>, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer
+Ehrenpforte 1697 von <hi rend='italic'>J. L. Dientzenhofer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Privathäuser</hi>. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht
+vertreten. Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen
+Kriege eine sehr lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge <milestone unit='line' n='20'/>
+zum Üppigen, dem eine vortrefflich ausgebildete Stucktechnik
+die Mittel gab. &mdash; Hauptbeispiel das <hi rend='g'>Prellsche Haus,
+Judengasse</hi> 14, und das <hi rend='g'>Concordiahaus</hi>. Beide
+für denselben Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr
+gleichzeitig (angeblich 1721-31). In beiden erinnert die <milestone unit='line' n='25'/>
+Grundrißdisposition auf ansteigendem Gelände und dessen Ausnutzung
+zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, speziell
+genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist
+ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen
+Innenräume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, <milestone unit='line' n='30'/>
+in der noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und
+beinahe roh, aber von großer Kraft der malerischen Effekte;
+ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau in
+ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer
+(welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch <milestone unit='line' n='35'/>
+das sehr bmkw. <hi rend='g'>Concordiahaus</hi>; ohne sehr groß zu sein
+in der Haltung eines monumentalen Palastes. Den <hi rend='italic'>Dientzenhofer</hi>
+zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, Nonnenbrücke
+no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). &mdash; Von
+<hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi> (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg <milestone unit='line' n='40'/>
+no 7, Judengasse 7, 12. &mdash; Von <hi rend='italic'>Fink</hi> 1789: Langgasse no 13.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Brunnen</hi>. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt
+1698; an der Domterrasse 1777 von <hi rend='italic'>Trautmann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Sammlungen</hi>. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.
+<hi rend='g'>Gemäldegalerie</hi> auf dem Michaelsberg.
+</p>
+
+
+<pb n='42' id='i051.png'/>
+
+<!-- [P: 42] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BANZ.</hi> OFranken BA Staffelstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Benediktiner-Klst</hi>. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich
+von <hi rend='italic'>Joh. Dientzenhofer</hi>. &mdash; Das typische Schema der
+Barockkirche &mdash; Langschiff mit Seitenkapellen und Emporen
+und eingezogenem Chor &mdash; ist nur im allgemeinsten beibehalten, <milestone unit='line' n='5'/>
+in der Einzelausbildung unterliegt sie einer Umbildung,
+die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie Borromini
+und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie
+ist im Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb
+schräg und die Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große <milestone unit='line' n='10'/>
+Pfeilermasse, die das Sch. in zwei Querräume zerlegt, setzt sich
+aus den Segmenten größerer und kleinerer Ellipsen, die im
+Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen werden, zusammen.
+Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je
+2 Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für <milestone unit='line' n='15'/>
+das Auge unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund
+nicht und soll es auch nicht sein. Nur um Einheit im
+malerischen Sinne handelt es sich, und auch nur für einen einzigen
+Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche, ordnen sich
+die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist <milestone unit='line' n='20'/>
+es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung
+noch erhöht durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es
+bleiben nämlich dem Beschauer die Fensteröffnungen, immer
+den genannten maßgebenden Standpunkt vorausgesetzt, unsichtbar,
+vergleichbar den Lampen einer Theaterdekoration, <milestone unit='line' n='25'/>
+an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert wird.
+Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den
+Altarraum von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor;
+der geheimnisvolle Durchblick ist wieder ein ganz malerischer
+und als solcher vorzüglich durchgeführter Gedanke. <milestone unit='line' n='30'/>
+Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja roh behandelt
+und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold
+gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in
+Betracht. &mdash; Die Außenarchitektur kann an den, zum Glück
+wenig sichtbaren, Langseiten nur abstoßend heißen; sie hat <milestone unit='line' n='35'/>
+die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung zu zahlen;
+recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der
+Fernwirkung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Klostergebäude</hi>. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger.
+Der kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe <milestone unit='line' n='40'/>
+umfassende Hauptbau, 1698-1704 von <hi rend='italic'>Joh. Dientzenhofers</hi>
+älterem Bruder <hi rend='italic'>Leonhard</hi>. Der Mittelbau der Fassade jünger.
+Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, auf einer tieferen
+Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach Angaben
+von <hi rend='italic'>Balth. Neumann</hi>. Die Kunstformen durchweg einfach;
+
+
+<pb n='43' id='i052.png'/>
+
+<!-- [P: 43] -->
+
+das gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung
+der Terrainbewegung wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck
+zusammen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BARCHFELD.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen <milestone unit='line' n='5'/>
+Verließ originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen
+ausgekratzt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Landgräfliches Schloß</hi>, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut,
+mit gut eingerichteten Zimmern in Rokoko und
+Empire. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÄRENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung
+von <hi rend='italic'>J. Ch. Simon</hi> erneuert. Reste eines stattlichen <hi rend='g'>Altarwerks</hi>,
+Renss. 16. Jh., mit Sandsteinreliefs. <hi rend='g'>Grabst.</hi> 1522,
+1612, 1703 <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 15. und 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BARNSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff
+1748, stuckiert, Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BARUTH.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. &mdash;
+v. Gersdorfsche <hi rend='g'>Grabsteine</hi>, 1597, 1620, 1628,
+1629, 1658.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh.
+Ansprechende Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit <milestone unit='line' n='25'/>
+schöner Stuckdecke und zahlreichen <hi rend='g'>Porträts</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BASDORF.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Gerichtslinde</hi> mit Bänken und von Steinsäulen getragenem
+Gebälk zur Unterstützung des Astwerks.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAUERBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus
+rom. Anlage wie auch an der WWand 2 vermauerte rom.
+Fenster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAUMERSRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAUNACH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <sic>1 sch.</sic> spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch
+der Helm mit vier Ecktürmchen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi> (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit
+polyg. Chor und reicher Außengliederung. &mdash; Von der <hi rend='g'>Einrichtung</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+(bar. um 1680) erwähnenswert die spgot.
+
+
+<pb n='44' id='i053.png'/>
+
+<!-- [P: 44] -->
+
+<hi rend='g'>Tumba</hi> des seel. Überkomm im Chor mit einh. Spitzbogenblenden. &mdash;
+<hi rend='g'>Johannesschüssel</hi>, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. &mdash;
+Verschiedene spgot. <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> um 1500; teilw.l
+Bamberger Stils. &mdash; Auf dem freien Platz um die Kapelle
+<hi rend='g'>Predigtkanzel</hi>; spgot. um 1500. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Amtshaus</hi>. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit
+Treppenturm. A. 18. Jh. Innen guter <hi rend='g'>Kachelofen</hi> der
+Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. M. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Hoftor</hi> in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. <milestone unit='line' n='10'/>
+Typische Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief
+geschnitzte Reisige in barocker Tracht stützen; das Ganze
+mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAUTZEN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dom S. Peter</hi>. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten <milestone unit='line' n='15'/>
+der Meißener Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis
+1106) hat sich nichts erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293
+bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15. Jh.; Vollendung 1497.
+Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und 1813. Im
+16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den <milestone unit='line' n='20'/>
+Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken
+verblieb. &mdash; a) <hi rend='g'>Westbau</hi>. Ältester Teil das vorspringende
+Mittelstück. Ein starker Einzelturm war beabsichtigt, wurde
+aber nur bis zum Zickzackfries des Erdgeschosses ausgeführt.
+Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am Gewände je 1 Sl. <milestone unit='line' n='25'/>
+zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf Übergang
+zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach
+Brand 1441 erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der
+Bar. Helm in vortrefflichem Umriß 1664 von <hi rend="italic">Martin Pötzsch</hi>.
+Die Mitte und der rechte Flügel der Fassade blieb unvollendet, <milestone unit='line' n='30'/>
+ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b) <hi rend='g'>Langhaus</hi>.
+3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem
+Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der
+Fluchtlinie nach S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch
+Teile der NWand älter sind. Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., <milestone unit='line' n='35'/>
+Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein viertes Schiff
+angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige
+Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen
+4 Schiffen gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die
+Gwb.Scheitel nur 16m haben. Ganze innere L. 60 m. Material <milestone unit='line' n='40'/>
+in den älteren wie in den jüngeren Teilen Granit. &mdash; <hi rend='g'>Ausstattung
+des protestantischen Teils</hi>. Landständische
+Empore unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge
+1673. Altar 1644, 2geschossig mit je einem großen Reliefbild.
+
+
+<pb n='45' id='i054.png'/>
+
+<!-- [P: 45] -->
+
+Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. &mdash; <hi rend='g'>Ausstattung
+des katholischen Teils</hi>. Vieles in
+neuerer Zeit beseitigt, z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar
+bar. Säulenbau aus Marmor 1722 von <hi rend='italic'>Fossati</hi>. [Die
+Statuen zweier Kirchenväter von <hi rend='italic'>Permoser</hi>, zu seinen besten <milestone unit='line' n='5'/>
+Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von
+<hi rend='g'>Pellegrini</hi>.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes <hi rend='g'>Kruzifix</hi>
+von <hi rend='italic'>Permoser</hi>. <hi rend='g'>Chorgestühl</hi> A. 18. Jh., reich geschnitzt,
+im Aufbau unbedeutend. Reizvoller <hi rend='g'>Rok.-Altar</hi> in
+der Sakristei. &mdash; <hi rend='g'>Domschatz</hi>. Tragaltäre 1398 und 1450. <milestone unit='line' n='10'/>
+Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um 1500. Eine
+Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des
+hl. Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. &mdash;
+<hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> des 16. und 17. Jh. in großer Zahl.
+Hölzerne <hi rend='g'>Wandepitaphe</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Liebfrauen-K.</hi> 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig
+umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Nikolai-K.</hi> Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh.
+Seit dem Stadtbrande 1634 Ruine. &mdash; Auf dem Kirchhof
+<hi rend='g'>Denkmäler</hi> des 18. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Michaelis-K.</hi> Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Mönchs-K.</hi> (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau.
+Um 1400 in Backstein gegen O erweitert. Ruine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Täufer-K.</hi> Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft
+verändert. &mdash; Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen <milestone unit='line' n='25'/>
+und z. T. aufwändigen Denkmälern des 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Ortenburg</hi>. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus
+neu gebaut 1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von
+Ungarn. Im 30j. Kriege stark beschädigt, im 19. Jh. z.T.
+umgebaut. &mdash; Die aus mehreren Gebäuden bestehende Anlage <milestone unit='line' n='30'/>
+folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot. Durchgreifende
+Rest. 2. H. 17. Jh. durch <hi rend='italic'>Ezechiel Eckhardt</hi>. Mächtiges
+Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal
+mit ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das
+Figürliche überwiegt; 8 Felder mit Darstellungen aus der <milestone unit='line' n='35'/>
+Fürstengeschichte von Böhmen, Österreich, Schlesien und
+Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. &mdash; Der
+bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten
+Torfahrt; darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische
+<hi rend='g'>König Matthias Corvinus</hi> thronend, von <milestone unit='line' n='40'/>
+Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die Wappen der
+Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im
+zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.
+</p>
+<p><hi rend="bold">Domstift.</hi> Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal
+1753.
+</p>
+
+
+<pb n='46' id='i055.png'/>
+
+<!-- [P: 46] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch
+feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk
+spgot. 8 Eck-Turmes. Die <hi rend='g'>Sandsteinstatue</hi> des
+sog. Ritters Deutschmann krönte ursp. einen Brunnen; 1576
+von <hi rend='g'>Chr. Wolter</hi> in Dresden. Treppenhaus der NSeite 1729. <milestone unit='line' n='5'/>
+Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von <hi rend='g'>Bildnissen</hi>.
+[Der Ratsschatz jetzt im Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gewandhaus</hi>. Unter den Neubauten von 1882 der spgot.
+Ratskeller; das Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen
+Mittelpf. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schießhaus</hi>. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und
+Scheibenbilder. &mdash; Von der einst sehr starken <hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi>
+hat sich ein beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten.
+Ferner: der Lauenturm 1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm,
+schlanker spgot. Rundbau mit steinerner Bar.Krönung <milestone unit='line' n='15'/>
+1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf II. von
+<hi rend='italic'>Martin Michael</hi> 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische
+Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen.
+Der Schülerturm mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die
+Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m starken Mauern, erb. <milestone unit='line' n='20'/>
+1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch interessant
+und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«,
+erb. nach 1558 von <hi rend='italic'>Wenzel Röhrscheidt</hi>. Die »neue
+Wasserkunst« 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des <milestone unit='line' n='25'/>
+Barockstils erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so
+umgestaltet, daß sie sich nur aus wenigen Resten erkennen
+lassen, a) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1634 (<hi rend='g'>Stadtbrand</hi>) <hi rend="g" n='0'>und</hi> 1709.
+Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern
+Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. <milestone unit='line' n='30'/>
+Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. &mdash;
+b) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1709 <hi rend='g'>und</hi> 1720. Reichenstr. no 14, Innere
+Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt
+no 8 Hof und Innenräume zu beachten. &mdash; c) <hi rend='g'>Zwischen</hi>
+1720 <hi rend='g'>und</hi> 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. <milestone unit='line' n='35'/>
+Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken.
+Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. &mdash; d) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1740
+<hi rend='g'>und</hi> 1780. Reichenstr. no 24, Töpferstr. 34.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadtmuseum</hi> am Kornmarkt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BAYREUTH.</hi> OFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente
+der WTürme; sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor,
+Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße 6jochige Basilika, Chor
+in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß. Netzgwb.
+17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen
+<pb n='47' id='i056.png'/>
+äußerst nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät
+wenig die Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche
+Behandlung des Strebewerkes mit offenen Bögen; an
+den Fenstern mäßige Verwendung von Fischblasen. Brauttür
+am Treppen-Turm der Sakristei 1575. &mdash; Die Türme 5geschossig <milestone unit='line' n='5'/>
+geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit
+welschen Hauben 1621. &mdash; Das Innere durch die Rest. des
+19. Jh. seiner prächtigen Barockausstattung beraubt; nur
+der treffliche <hi rend='g'>Hochaltar</hi> von 1615 und der gleichzeitige
+Taufstein mit Reliefs von <hi rend='italic'>H. Werner</hi> erhalten. Die wenigen <milestone unit='line' n='10'/>
+übrig gebliebenen <hi rend='g'>Statuen</hi> an den Chorstreben A. 15. Jh.
+geringwertig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß-K.</hi> 1753 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>; einfacher, niedriger Saal mit
+Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte
+zierliche Stuckierung von <hi rend='italic'>Martino Petrozzi</hi>. Gruftkap, für das <milestone unit='line' n='15'/>
+Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine in trockenstem
+Zopf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> 1748 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>; über dem schlichten quadr.
+Raum Deckenbild von <hi rend='italic'>Wunder</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Ordens-K.</hi> in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la <milestone unit='line' n='20'/>
+sincérité« (nachmals Roten Adlers) 1705-11 von <hi rend='italic'>G. v. Gedeler</hi>.
+Griechisches Kreuz mit Emporen. Stuckaturen und Malereien
+von einheimischen Meistern. Im Aufriß toskanische Pilaster.
+(In der Sakristei interessantes Gemälde von <hi rend='italic'>H. S. Beham</hi>,
+früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.) <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+Betsaal der <hi rend='bold'>Gravenreuther Stiftung</hi> 1741 von <hi rend='italic'>J. G. Weiss</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kanzlei</hi>. 1625 von <hi rend='italic'>Abraham Schade</hi>. Streng klassizistische, die
+niederländische Schulung <hi rend='italic'>Schades</hi> verratende Formen. Die
+Temperantia und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel
+von <hi rend='italic'>Abr. Gross</hi> aus Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus <milestone unit='line' n='30'/>
+zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden symmetrisch
+verlängert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Altes Schloß</hi>. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen
+Turms; die fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau
+und Erweiterung seit 1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz <milestone unit='line' n='35'/>
+(»Maximilianstr.«) offenes Quadrat. Die Fassaden von
+dem Hugenotten <hi rend='italic'>Ch. Ph. Dieussart</hi>. Auffallender Weise hat
+das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische
+Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in
+vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß <milestone unit='line' n='40'/>
+nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach
+dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang
+alt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi>. 1754 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>. Lang gestreckt, wenig
+tief, nur der 3 achsige Mittelbau in bedeutenderen <reg orig='Architektur-|formen'>Architekturformen</reg><pb n='48' id='i057.png'/><!-- [P: 48] -->.
+Eingangshalle und Treppenhaus verhältnismäßig
+bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß, ihre Ausstattung
+entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen Fürstensitzen
+aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren
+geringer, doch auch der Geschmack in der Wendung zum <milestone unit='line' n='5'/>
+Intimen und Natürlichen. Im Festsaal Wandgliederung durch
+gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem Relief; das Gebälk
+nicht verkröpft; Rokokoornament (von <hi rend='italic'>Petrozzi</hi>) nur
+an der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von <hi rend='italic'>Wunder</hi>)
+jetzt übertüncht. Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, <milestone unit='line' n='10'/>
+das Musikzimmer, die mit Cedernholz vertäfelte Speisegalerie.
+&mdash; Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete »italienische
+Bau«; der von <hi rend='italic'>Petrozzi</hi> dekorierte Festsaal gibt eine
+wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.
+ <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Opernhaus</hi>. 1744-48, Fassade von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>, innere Einrichtung
+von <hi rend='italic'>Carlo Bibiena</hi> aus Bologna nach Entwurf seines
+Vaters <hi rend='italic'>Giuseppe</hi>. Die Bühne überrascht durch ihre Tiefe
+(30 m), die ebenso groß ist, als die des Zuschauerraums. Der
+letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen und <milestone unit='line' n='20'/>
+vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen.
+Das Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber
+die Fürstenloge, zu beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen.
+Das Ganze für die Hofgesellschaft, die sich selbst
+ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, <milestone unit='line' n='25'/>
+der denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen.
+Die Flüchtigkeit der Ausführung bei der schwachen Beleuchtung
+damaliger Zeit nicht störend. Farbe: blaugrauer Grundton
+mit ockergelbem, in den plastischen Teilen vergoldetem Ornament.
+Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV. <milestone unit='line' n='30'/>
+noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist
+nicht »Rokoko«, sondern eine spielende Abart des italienischen
+Barock, in der immer noch viel mehr konstruktive Konsequenz
+übrig geblieben ist, als das Rokoko duldet. &mdash; Die
+Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. verleiht <milestone unit='line' n='35'/>
+dem Bayreuther erhöhten Wert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kaserne</hi>. 1740 von <hi rend='italic'>J. F. Graul</hi>; großer 3flügeliger Bau von
+geschickter Massenverteilung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Privathäuser</hi>. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige
+Erker gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. <milestone unit='line' n='40'/>
+Rathaus an der Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf
+Friedrich ein neuer, französisierender entgegen; Hauptmeister
+<hi rend='italic'>St. Pierre</hi> und besonders <hi rend='italic'>Karl Philipp Gontard</hi>. Die splendide
+Ausführung in Sandsteinquadern heute durch starke Rußschwärzung
+beeinträchtigt. Von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>: Friedrichstr. 2 und 7.
+</p>
+
+
+<pb n='49' id='i058.png'/>
+
+<!-- [P: 49] -->
+
+<p>
+Von <hi rend='italic'>Gontard</hi>: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz
+15, Haus der Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß,
+in der Nähe sein eigenes Haus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Reiterstandbild</hi> für Christian Ernst 1698 von <hi rend='italic'>Elias Ränz</hi> nach
+Entwurf von <hi rend='italic'>Leonhard Dientzenhofer</hi>; früher vor dem alten, <milestone unit='line' n='5'/>
+jetzt vor dem neuen Schloß; eine wunderlich überfüllte und
+dadurch kleinlich wirkende Barockkomposition.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Markgräfliche Schlösser</hi> in der Umgegend:
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>St. Georgen</hi>. 1725 von <hi rend='italic'>J. D. Ränz d. J.</hi> Nur als Bruchstück
+erhalten (jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend='italic'>Decker</hi> vermittelten) Zusammenhang mit Schlüter erkennen;
+der Fries und die neuerfundenen Kaptt. der Pilaster erinnern
+an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten Adlers.
+Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Eremitage</hi>. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+eine Illustration von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges
+dergleichen hat sich so gut erhalten. Begonnen von Georg
+Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst durchgeführte
+Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen
+die »Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes <milestone unit='line' n='20'/>
+als »Eremiten« zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur.
+Die Markgräfin Wilhelmine schuf sich hieraus (seit
+1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach einem natürlicheren
+Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer
+noch mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck <milestone unit='line' n='25'/>
+kommt. Die ältere Einrichtung blieb erhalten in den
+beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und dem »Refektorium«;
+letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht, phantastisch zu
+wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den Gemächern
+Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine <milestone unit='line' n='30'/>
+Meisterleistung feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer,
+echtes Rokoko, also ganz ohne Architekturformen,
+nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate Chinesische
+Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln
+wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von <milestone unit='line' n='35'/>
+Interesse und ihre Benennung nicht überall gesichert. &mdash; Aus
+den 40er Jahren die »Orangerie«, erbaut von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>. Eine
+im Halbkreis angeordnete Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen;
+im Scheitel eine Unterbrechung, in welcher als selbständiger
+kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den <milestone unit='line' n='40'/>
+regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier
+ein phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine
+Inkrustation von bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall
+tragen. Dagegen das Innere des Sonnentempels sehr
+ernsthaft und imposant. (Der reiche Skulpturenschmuck
+
+
+<pb n='50' id='i059.png'/>
+
+<!-- [P: 50] -->
+
+nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen Gemächer
+haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht
+hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das
+Relief von schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als
+Ausführende werden Italiener genannt). Erst aus den 70er <milestone unit='line' n='5'/>
+Jahren dürfte das »Gartenzimmer« stammen, an dem der
+modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. &mdash; Die
+Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet;
+daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste
+in ihrem Zusammenhange nicht mehr verständlich. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Fantaisie</hi>. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758),
+vollendet 1765 (von <hi rend='italic'>Rud. Heinr. Richter</hi>?). Ein Schlößchen
+im Sinne des vordringenden Klassizismus; seither mehrfach
+verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Sanspareil</hi>. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater <milestone unit='line' n='15'/>
+usw. Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BECHSTEDTWAGD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm und Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEDHEIM.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. <milestone unit='line' n='20'/>
+Chor turmtragend, in der Anlage von 1290. &mdash; <hi rend='g'>Ikonische
+Grabsteine</hi> der Familie v. Heiberg von 1545, 1553, 1558,
+namentlich der letztere tüchtig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf
+zwei Zeiten stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEERENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden <hi rend='g'>Hochreliefs</hi>
+der Madonnna und eines nicht erklärten männlichen
+Heiligen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEERWALDE.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1783. &mdash; 3 <hi rend='g'>Alabasterreliefs</hi> aus der Schule
+der <hi rend='italic'>Walther</hi> (2. H. 16. Jh.), von einem Grabmal. Andere <hi rend='g'>Denkmäler</hi>
+1574, 1683, 1724.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEESENLAUBLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, <milestone unit='line' n='35'/>
+im Tympanon rohes <hi rend='g'>Relief</hi>, Christus zwischen Petrus und
+Paulus. &mdash; Einfacher rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEHRUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter
+erhalten; Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEICHLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1710. &mdash; Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEIERNAUMBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm
+3 teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.
+</p>
+
+
+<pb n='51' id='i060.png'/>
+
+<!-- [P: 51] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BELGERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau,
+1sch. 6achsig, Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. &mdash;
+<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> 1660 in Knorpelbarock, <hi rend='g'>Emporen</hi>
+1632 mit interessanten Kerbschnitzmustern, hölzerne <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend='g'>Epitaphe</hi> 1658, 1769.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Klosterhof und Diakonatsgebäude</hi>. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst.
+Die älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein,
+4 Ecktürme.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher <milestone unit='line' n='10'/>
+Haube. An der SWEcke ein
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Roland</hi>, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Privathäuser</hi> verschiedentlich mit renss. Portalen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Meilenzeiger</hi> als Obelisk 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BELGERSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung
+zu malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der
+<hi rend='g'>Altarbau</hi> getragen von 2 Palmbäumen, im Mittelfeld
+Kopie von <hi rend='italic'>Rubens</hi>' Kreuzabnahme. <hi rend='g'>Denkmäler</hi> der
+Familie v. Ponickau. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BELRIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi> mit Spuren doppelter Ringmauer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BELVEDERE.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herzogl. Jagdschloß.</hi> 1724-1732. Äußeres in symmetrischer <milestone unit='line' n='25'/>
+Anlage, bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach
+ländlich. Inneres: bescheidenes Rokoko.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BENDELEBEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Umbau 1588. &mdash; Über dem Altar <hi rend='g'>Holzrelief</hi>,
+Abendmahl, um 1590; <hi rend='g'>Kanzel</hi>, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; <milestone unit='line' n='30'/>
+über dem Eingang zur Gruft des Herrn v. B. <hi rend='g'>Epit</hi>.
+1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung, Auferstehung)
+in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BENKENDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom.
+Kuppelfenster des Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung
+von einigem Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BENNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. <milestone unit='line' n='40'/>
+Anlage, E. 12. Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BENNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher
+Rok.-Altar.
+</p>
+
+
+<pb n='52' id='i061.png'/>
+
+<!-- [P:52] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERGEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>K</hi>., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi>. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700
+umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Ringmauer</hi> mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut <milestone unit='line' n='5'/>
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Berger Warte</hi>. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERGRHEINFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler.
+Auf der OSeite die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem <milestone unit='line' n='10'/>
+Schluß. 1. H. 14. Jh. Neuer Hochaltar mit Figg.
+von <hi rend='italic'>Peter Wagner</hi> 1781. <hi rend='g'>Gemälde</hi> der Nebenaltäre von
+<hi rend='italic'>Oswald Onghers</hi> 1695.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERGTHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des <milestone unit='line' n='15'/>
+ma. OTurmes. Juliuswappen. &mdash; <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>;
+2 Kandelaberpfll. tragen einen got. Giebel. &mdash; Beim Schulhaus
+<hi rend='g'>Bildstock</hi> um 1600 mit Abendmahlrelief in der Richtung
+des <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi>; mehrere andere 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERKA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1739. &mdash; <hi rend='g'>Taufbecken</hi> von der Gruppe Christi
+und Johannis getragen. &mdash; Stattlicher <hi rend='g'>Kanzelbau</hi>.
+</p>
+ <p>Von dem 1251 gest. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst.</hi> schwache Reste im Pfarrhaus.
+Burgruine gering.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERKA A. D. WERRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Der quadr. Chor im spgot. OTurm. Hauptraum
+1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2 Rängen, hölzernes
+kassettiertes Tonnengwb. &mdash; Spätgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi> um
+1530. Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer <hi rend='g'>Crucifixus</hi>
+um 1500. Orgel mit reichem Gehäuse 1667. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser.</hi> Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr.
+1521 neu).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERLEPSCH.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi>. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und
+Renss. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERMBAGH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. neu. <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1610 mit merkwürdigem, an die
+Holzarchitektur der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der
+Orgelempore 3 <hi rend="g">Holzfigg.</hi> A. 18. Jh. &mdash; Geschnitztes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi>
+(no 27) aus 17. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERNBRUCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>
+um 1480.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERNECK.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi>, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und
+
+
+<pb n='53' id='i062.png'/>
+
+<!-- [P:53] -->
+
+hoher 4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine
+zweite Burg, <hi rend='g'>Hohenberneck</hi>, erb. 1485.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1657.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERNECKE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Anlage rom. wie in Hain. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERNSTADT.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='g'>Stadt-K</hi>. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt,
+nach Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. &mdash;
+<hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 17. und 18. Jh. in großer Zahl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERNTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus
+der eichsfeldischen Kirchen <hi rend='g'>vor</hi> der, den meisten von ihnen
+widerfahrenen, Barockisierung. Ausstattung rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERTELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar <milestone unit='line' n='15'/>
+1771. &mdash; <hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> derer v. Gersdorf 1580 ff.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi>. 1722 und 1790. &mdash; Häuser der Herrenhuter
+Unität 1790.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERTSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1672 nach Riß von <hi rend='italic'>Klengel</hi>. 1sch. mit polyg. (5/10) <milestone unit='line' n='20'/>
+OSchluß. Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen
+gezogenen Strebepfll. hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster.
+WTurm über Dach 8eckig. &mdash; <hi rend='g'>Kirchhof</hi>; Portal
+Renss., Denkmäler 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BERZDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch
+den Brand im Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom.
+Rundbg.Fenster nach der Chronologie dieser Gegend um oder
+nach 1300. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> ca. 1480. Emporen 1608.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BESENHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> erb. 1686 von General v. Hanstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BESSE.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. &mdash;
+<hi rend='g'>Sandsteinrelief</hi>, Kreuztragung, von
+spgot. Gliederungen umgeben. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BETTENBURG.</hi> UFranken. BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen.
+Neubau nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail.
+Inschr. 1535, 1627. Englischer <hi rend='g'>Garten</hi> 1790 mit romantischen
+Denkmälern für Götz v. Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BETTENHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal,
+Deckenmalerei und Mobiliar 1770.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BETZENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloßruine</hi>. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört.
+</p>
+
+
+<pb n='54' id='i063.png'/>
+
+<!-- [P: 54] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEUCHLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEUREN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Kloster-K</hi>. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger
+Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. <milestone unit='line' n='5'/>
+Bar. Stuckdecke mit Malerei. Turm unten sprom.,
+dann frgot., bar. Obergeschoß mit Schieferhaube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wach-Turm</hi> aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit
+4 herausgebauten Erkern. <hi rend='g'>Häuser</hi> in Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEUTNITZ</hi> b. Jena Sachsen-Weimar. <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Rechteck, frühgot. Chor, Langhaus spätgot. mit
+Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur Verteidigung eingerichtet.
+<hi rend='g'>Kruzifix</hi> A. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BEYERSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIBRA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. In der Anlage rom. &mdash; Rom. <hi rend='g'>Rauchfaß</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIBRA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi>. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren <milestone unit='line' n='20'/>
+Archit. von künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit
+rok. Emporen, gewölbter 5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen,
+Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger Schule. &mdash; Ausstattung
+einheitlich um 1500-1520. Vom <hi rend='g'>Hochaltar</hi>
+4 Flügel erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur <milestone unit='line' n='25'/>
+mit entfernter Beziehung zu <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi>. Dasselbe gilt von
+den Seitenaltären. Näher steht ihm eine Standfig. des S. Kilian
+und ein sitzender Papst (in der Sakristei). &mdash; Schlichte steinerne
+<hi rend='g'>Maßwerkkanzel</hi>. &mdash; Von den <hi rend='g'>Glasgemälden</hi>
+alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und Dompropst <milestone unit='line' n='30'/>
+Albert v.Bibra). &mdash; Eine Reihe guter <hi rend='g'>Grabsteine</hi>.
+Georg v. B. 1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen
+Werkstatt (Wiederholung des Schaumbergdenkmals in
+der Marienkap, in Würzburg). Auf 7 Steinen (6 Bibra,
+1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem Zug <milestone unit='line' n='35'/>
+ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine
+von einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung
+mehrfach viele Jahre vor dem Tode.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIEBELRIED.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
+Im neuen Hochaltar schöner <hi rend='g'>Kruzifixus</hi> vielleicht von
+<hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> oder ihm nahestehend; ebenso der <hi rend='g'>Salvator</hi>
+(vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg).
+</p>
+<p><hi rend='bold'>Johanniterkastell</hi>. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten
+Teile der Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom
+<pb n='55' id='i064.png'/>
+<!-- [P: 55] -->
+Bau von 1275. An der SOEcke ein vorgekragtes Chörlein von
+der ehemal. Kapelle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIEBEREHREN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. &mdash;
+Im Pfarrhof gutes <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> um 1520. An der <milestone unit='line' n='5'/>
+Brücke <hi rend='g'>Bildstock</hi> bez. 1432.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIEBERGAU.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. 1733. Bmkw. schöne <hi rend='g'>Kanzel</hi> mit 4 Evangelisten,
+um 1750.
+</p>
+<p><hi rend='bold'>Schlößchen</hi>, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIEBERSTEIN</hi> siehe Fulda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIEBERSTEIN.</hi> Kr. Sachsen AH Meißen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. <hi rend='g'>Altaraufsatz</hi>
+mit ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von <hi rend='italic'>Körmser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIELEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem
+Kreuzgwb. und Fenstergruppe gleich Windhausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BILDHAUSEN.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Klst</hi>. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen,
+Altäre nach Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch <milestone unit='line' n='20'/>
+gebracht. &mdash; Von der alten Anlage ist erhalten:
+Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter, zweischiffiger
+Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen
+noch sichtbar, wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium.
+Daneben zwei frgot. Räume. &mdash; <hi rend='g'>Torhaus</hi> mit rundbg. <milestone unit='line' n='25'/>
+Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14. Jh.
+Daneben die alte rom. Torkapelle. &mdash; <hi rend='g'>Alte Procuratie</hi>.
+17. Jh. Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus.
+Erkerzimmer mit reich geschnitzter Türumrahmung im Stil
+des grünen Zimmers der Würzburger Residenz. Die übrigen <milestone unit='line' n='30'/>
+Zimmer mit Rok.Stuckdecken. &mdash; Hübscher <hi rend='g'>Gartenpavillon</hi>
+von 1756.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIMBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BINDLACH.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIRKENFELD.</hi> UFranken. BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen,
+Hauptbau quadr., die langen Flügel abgesondert. Hübsche,
+vollständig erhaltene Inneneinrichtung nach Zeichnungen des <milestone unit='line' n='40'/>
+Malers <hi rend='italic'>Gout</hi> von einheimischen Dekorateuren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIRKENFELDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+Zwei ansehnliche <hi rend='bold'>Herrenhäuser</hi> derer v. Linsingen: Steinerhof
+1555 und Roterhof (Fachwerk) 1659.
+</p>
+
+
+<pb n='56' id='i065.png'/>
+
+<!-- [P:56] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIRNFELD.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph.
+v. Greifenklau und J. Ph. Fr. v. Schönborn. &mdash; <hi rend='g'>Dorfhaus</hi>
+no 1 schöner Fachwerkbau. »Tausendjährige« <hi rend='g'>Gerichtslinde</hi>;
+der Stützbau mit 2 konzentrischen Kreisen von <milestone unit='line' n='5'/>
+steinernen Säulen 1719.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BIRSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1556. &mdash; <hi rend='g'>Epit</hi>. einer Gräfin v. Isenburg 1596.
+</p>
+<p><hi rend='bold'>Burg</hi>. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert
+sich um 3 Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen <milestone unit='line' n='10'/>
+ma. Burg. Am geschlossenen mittleren Hofe westl. der
+Küchenbau, umgebaut 1549, und der »neue« Bau von 1527,
+noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der nördl.
+Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733.
+Neubau des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend='italic'>A. W. Faber</hi>, einem Schüler <hi rend='italic'>Stengels</hi>, als standesgemäßes
+fürstliches Residenzpalais, doch verhältnismäßig
+einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHHAUSEN</hi> b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1742 Umbau aus spgot. &mdash; Großes handwerkliches <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend='g'>Epitaph</hi> der Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579,
+bmkw. durch starke got. Reminiszenzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHHEIM.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche
+Behandlung nicht ohne Reiz. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> und Park um 1800.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFFERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gemeindeschänke</hi> reicher Fachwerkbau um 1560.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFSGRÜN.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. <hi rend='g'>Altargemälde</hi>, Ankunft Christi zum Gericht
+mit der unechten Inschr. 1304.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFSHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem
+vortretendem WTurm mit Zinnenkranz. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFSHEIM.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich
+reich behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner <hi rend='g'>Renss.-Laufbrunnen</hi>
+mit bmkw. Reliefplatten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFSRODA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb.
+Am Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt,
+ornament- und profillos. &mdash; <hi rend='g'>Grabsteine</hi> 1516. &mdash; Reich
+geschnitztes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> 17. Jh. (no 54). Im Herrenhaus
+ornamentale rok. <hi rend='g'>Malerei</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='57' id='i066.png'/>
+
+<!-- [P: 57] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1747 von <hi rend='italic'>Chr. Heinemann</hi> für den Landesherrn Kurfürst
+Joh. Friedrich v. Mainz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi>, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BISCHOFSWERDA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand
+1813 Wiederaufbau durch <hi rend='italic'>J. G. Michael</hi>. Einige <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>
+des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Begräbnis-K</hi>. 1573, erneuert 1814. &mdash; Kolossales <hi rend='g'>Sandsteinkruzifix</hi>
+E. 16. Jh. Sandsteinkanzel, <milestone unit='line' n='10'/>
+einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute <hi rend='g'>Holzfigg</hi>.
+um 1500. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> des 18. Jh. in großer Zahl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1818 von <hi rend='italic'>Thormeyer</hi>. Wohnhäuser aus derselben Zeit,
+sehr bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das
+Gasthaus zum goldenen Löwen. &mdash; <hi rend='g'>Stadtmuseum</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BITTERFELD.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Gering spgot. &mdash; Großer <hi rend='g'>Wandelaltar</hi> mit
+Doppelflügeln, die Gemälde angebl. von dem Meister des
+Marktkirchenaltars in Halle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLANKENAU.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-K</hi>. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf
+kreuzf. Gr. Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLANKENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau <milestone unit='line' n='25'/>
+auf eiförmigem Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer
+Zeit dürftig hergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLANKENBURG.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLANKENHAIN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot., verbaut. &mdash; Reste von Altarwerken, darunter
+bmkw. das <hi rend="g">Relief</hi> der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um
+1525. &mdash; <hi rend='g'>Epit</hi>. v. 1722. &mdash; <hi rend='g'>Grabst</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Glasbilder</hi> aus 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden
+1527 und 1667 erneuert. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLANKENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten
+rundbg. Turm ohne Bogenfeld. &mdash; 5 <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. von einem
+zerstörten Altarwerk des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLANKENHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Nonnen-Klst.-K</hi>. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf.
+Anlage im Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut.
+Reichskulpierte Kragsteine am OGiebel und spitzbg.
+Fenster mit Säulchen und reichen Kapitellen. Interessantes
+Portal am nördl. Ssch.
+</p>
+
+
+<pb n='58' id='i067.png'/>
+
+<!-- [P: 58] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLEICHERODE.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in
+Breite des MSch. 1711 völlig verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLINTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und <milestone unit='line' n='5'/>
+kleinem WTurm. &mdash; Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen
+aus dieser im Kirchenbau toten Epoche von Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLOCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von
+1668. Sandsteinkanzel 1550. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLOSSWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß,
+Fenster spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter <hi rend='g'>Holzplastik</hi>
+um 1510. <hi rend='g'>Kanzelaltar</hi> von <hi rend='italic'>Valentin Walter</hi>
+1705. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 16.-18. Jh. in großer Zahl, <milestone unit='line' n='15'/>
+die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BLUMBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige
+Innere durch Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung.
+&mdash; 9 <hi rend='g'>Epitaphe</hi>, hervorzuheben das des Joh. Chr. Weißenbach <milestone unit='line' n='20'/>
+† 1690. <hi rend="g">Glocke</hi> 1475.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BOCKENHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Edelhof</hi> ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal
+bez. 1582, Wappen 1593.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BOCKLET.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Badanlage</hi> 1754.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BODELWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BODENLAUBEN</hi> (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi> mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto <milestone unit='line' n='30'/>
+v. Henneberg (vgl. Frauenroth).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BODENRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit
+gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. &mdash; Ausstattung bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BODENSTEIN</hi> b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis. <milestone unit='line' n='35'/></p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem
+Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit.
+&mdash; Außen nach W Trümmer eines ma. Gebäudes.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÖLLBERG.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, eingezogene <milestone unit='line' n='40'/>
+Apsis, kein Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke
+spgot. <hi rend="g">Malerei</hi>, Teppichmuster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BOLZHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor 1614, Lhs. 1730. &mdash; Außen <hi rend='g'>Madonna</hi>,
+treffliche Holzfig. um 1540.
+</p>
+
+
+<pb n='59' id='i068.png'/>
+
+<!-- [P: 59] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BONNLAND.</hi> U Franken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh.
+Zahlreiche <hi rend='g'>Grabsteine</hi> der Herren v. Thüngen und v.
+Rußwurm. &mdash; <hi rend='g'>Abendmahlskelch</hi> A. 15. Jh.
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische <milestone unit='line' n='5'/>
+2flügelige Gruppe aus sp. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORAGK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der
+Chor nach dem Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich modern. Bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> ca.
+1500-1520, einer der besten in sächs. Dorf-K., angeblich
+aus dem Meißener Dom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Haupt-K.</hi> Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, <milestone unit='line' n='15'/>
+das Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3
+Seiten des 6 Ecks geschl. &mdash; <hi rend='g'>Altarwerk</hi> 1512, wohl
+das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4 bewegliche
+und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur
+Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, <milestone unit='line' n='20'/>
+bez. H W Z, dem Stil nach identisch mit dem Meister
+der »schönen Tür« in Annaberg (Flechsig). &mdash; Schöne <hi rend='g'>Glocke</hi>
+1493.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kunigunden-K.</hi> nach 1200. Unter starker Verunstaltung
+erkennt man als Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika <milestone unit='line' n='25'/>
+aus Backstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg.
+geschlossen. <hi rend='g'>Sandsteinkanzel</hi> um 1550 mit hübschem
+Relief an der kreisrunden Brüstung. Stattlicher <hi rend='g'>Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+um 1610. <hi rend='g'>Denkmäler</hi> 17. und 18. Jh., recht
+gut das des Pastors D. Wagner 1617.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1753. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> aus buntem Marmor 1756 von
+<hi rend='italic'>Andrea Salvatore Aglio</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORNITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl.
+um 1580, der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches
+Bemerkenswerte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dormbach. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kath. Dorf-K.</hi> In reicheren Barockformen um 1730, so auch
+die Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars <hi rend='g'>Schnitzwerk</hi>
+um 1500 (in dieser Gegend nicht oft erhalten). &mdash;
+<hi rend='g'>Fachwerkhäuser</hi> 17-18. Jh.
+</p>
+<pb n='60' id='i069.png'/>
+
+<!-- [P:60] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BORTHEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Altes Schloß</hi> 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes
+rundbg. Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi> 1700. <hi rend='g'>Bildnis</hi> der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk
+von <hi rend='bold'>Antoine Pesne</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BOSAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BOTTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787,
+guter Kanzelaltar A. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÖTTIGHEIM.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1701. Gute Innenausstattung. <hi rend='g'>Hochaltarblatt</hi>
+von <hi rend='italic'>Mart. Bolster</hi> 1706. <hi rend='g'>Holzfig.</hi> St. Sebastian E.
+15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BOYNEBURG.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg</hi>. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten <milestone unit='line' n='15'/>
+der 4 Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRACHSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+Rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. umgebaut. Got. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRAMBERG.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. <milestone unit='line' n='20'/>
+Die vorhandenen Bauten spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRANDENBURG</hi> bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine</hi> an der Werra. Eine der umfangreichsten und
+malerischsten Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der
+»hinteren« Burg 13. Jh., unten 6eck., oben rund; der der »vorderen« <milestone unit='line' n='25'/>
+A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin Wohnturm mit
+Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell
+für Feuergeschütz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRANDENFELS.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Ansehnliche Burgruine</hi>, Kap. 1248 (?). <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRANDERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend.
+Gute <hi rend='g'>Holzmadonna</hi>. <hi rend='g'>Grabst.</hi> 1559, 1640.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRANDIS.</hi> K. Sachsen AH. Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 15.-17. Jh. &mdash; <hi rend='bold'>Herrschaftshaus</hi> 1696, recht stattlich. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRAUNA.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1700. Gemäldesammlung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu
+Stolberg Besitzer war.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRÄUNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W
+erweitert. Der alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges
+<hi rend='g'>Altarwerk</hi> bez. 1512.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRAUNSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest.,
+
+
+<pb n='61' id='i070.png'/>
+
+<!-- [P: 61] -->
+wobei treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg
+verwandt, gefunden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRAUNSDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und
+umgebaut. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.
+ <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENAU.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Benedikt.-Klst.-K.</hi> Gegr. 1113, voll. 1142. Einige
+spgot. Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die
+Arkaden und Fenster zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt.
+&mdash; Rom. flachged. Pfl.-Basilika auf kreuzf. Gr.; der Chor <milestone unit='line' n='15'/>
+nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so geordnet,
+daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel;
+Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. &mdash; Der Hauptchor
+von den Nebenchören durch eine Doppelarkade getrennt.
+Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von schlankem Aufbau, mit <milestone unit='line' n='20'/>
+verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt. Über den
+Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims
+sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung
+ergeben (vgl. Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten).
+Am WEnde zwischen den Türmen eine gegen das Sch. mit <milestone unit='line' n='25'/>
+3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine desgl. Empore;
+das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem
+Kapt. eine männliche Figur mit der Beischrift <hi rend='italic'>Henricus</hi>. &mdash;
+Außenbau: Lisene mit einfachem Dachgesims, an den Apsiden
+bereichert durch Bogenfries. Das WPortal verstümmelt. <milestone unit='line' n='30'/>
+Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch die
+Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen?
+oder nie ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger
+Glockenturm, 1898 errichtet. &mdash; An den spgot. Gwbb. des
+Qsch. ziemlich gut erhaltene <hi rend='g'>Malereien</hi> (so 1866; jetzt <milestone unit='line' n='35'/>
+übertüncht). Von den Klostergebäuden und Ringmauern
+unerhebliche Reste.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Reichsburg</hi>. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz
+geschenkt. Die 1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. <milestone unit='line' n='40'/>
+Ringmauern 2,20 m stark. Bergfried 9 m im Geviert,
+Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem vorgeschichtlichen
+doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.
+Kemnate.
+</p>
+
+
+<pb n='62' id='i071.png'/>
+
+<!-- [P: 62] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENBACH.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen,
+innen Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem
+Spitzhelm und Erkertürmchen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENHAIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENSEE.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher
+Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit
+Reliefs, Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von <milestone unit='line' n='10'/>
+Renss.Malerei [übertüncht] an den Langhauswänden).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITENWORBIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit
+umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREITUNGEN</hi> s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREMEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda
+Ad. v. Dalberg, Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter
+Formbehandlung. Der 1sch. flachged. Innenraum mit würdevollem
+Reichtum ausgestattet. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> und 3 <hi rend='g'>Altäre</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte <hi rend='g'>Kommunionbank</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREND-LORENZEN</hi> bei Neustadt a. S. UFranken.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika.
+Vom alten Lhs. nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl.
+Frontmauer erhalten; der übrige Teil des Lhs. durch Abbruch <milestone unit='line' n='25'/>
+der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. gemacht. Einfache
+rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver
+Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung,
+die bis in die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb);
+außen das rom. Gepräge wenig verändert; die Giebel, auf <milestone unit='line' n='30'/>
+denen das Satteldach sitzt, haben frgot. Klangarkaden; die
+tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit Würfelknäufen.
+&mdash; Ausstattung bar. &mdash; Außen an der NS. <hi rend='g'>Ölberg</hi>
+bez. 1497, Figg. lebensgroß, roh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Laurentius-Kap.</hi> mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen <milestone unit='line' n='35'/>
+Zuflucht.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BREUNA.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb.,
+breite ungegliederte Gurten. &mdash; <hi rend='g'>Steinkanzel</hi> 1561 mit
+4 Evangelisten. <hi rend='g'>Taufstein</hi> rom. reich mit Blattwerk. <milestone unit='line' n='40'/>
+3 <hi rend='g'>Epitaphe</hi> derer v. d. Malsburg gering, gut die
+<hi rend='g'>Bronzetafel</hi> 1631 von <hi rend='italic'>Gottfr. Köhler</hi> aus Cassel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRIESSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter
+Saal mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der
+
+
+<pb n='63' id='i072.png'/>
+
+<!-- [P: 63] -->
+eigenartig profilierte Triumphbg. und die Umfassungsmauern
+des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot. Maßwerkfenster, 3teilig mit
+spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. &mdash; [Fragmentierter
+<hi rend='g'>Flügelaltar</hi> E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no
+2621-23. <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi> 1529, Bemalung <milestone unit='line' n='5'/>
+17. Jh. ebenda no 2515.] <hi rend='g'>Glasgemälde</hi> um 1500. Rom.
+Taufstein. Mehrere <hi rend='g'>Denkmäler</hi> 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRINNIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Unterbau, spgot. erneuert. &mdash; Der spgot.
+<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> gehört zu den besseren. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRONN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRUCHKÖBEL.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten
+Ecken, steinernem Helm. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRÜCKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRÜCKENAU.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten
+von Fulda. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRÜNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke.
+Fenster spitzbg. und auch sonst noch got. Reminiszenzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BRUNNHARDTSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> von 1732. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCH.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Cisterc.-Klst.</hi> A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken
+und ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar.
+Gr. normal kreuzf. Seitlich vom Chorquadrat je
+2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in gleicher Flucht <milestone unit='line' n='30'/>
+schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch., also
+gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß
+die Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen.
+Baustoff: Bruchstein mit Hausteingliedern. &mdash; <hi rend='g'>Klostergebäude</hi>.
+Auf der WSeite des Hofes das 2sch. 5jochige <milestone unit='line' n='35'/>
+Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte
+Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im
+OTurm. Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCHA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von
+Erweiterungen in der Mitte. &mdash; <hi rend='g'>Kanzelaltar</hi> 17. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='64' id='i073.png'/>
+
+<!-- [P: 64] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCHAU.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner
+Giechscher <hi rend='g'>Grabstein</hi> 2. H. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden
+Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCHBRUNN.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Ev. Pfarr-K.</hi> Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach
+M. 13. Jh. &mdash; Bmkw. spgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1522.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kath. Pfarr-K.</hi> um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCHELOH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+Große <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm;
+Lhs. 1729; aus derselben Zeit die <hi rend='g'>Kanzel</hi> und der
+hübsche <hi rend='g'>Taufengel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUCHHOLZ.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Katharinen-K.</hi> 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit <milestone unit='line' n='15'/>
+Emporen, jedoch unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen.
+Die jetzigen Emporen 1872. &mdash; Die <hi rend='g'>Gemälde</hi>
+an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der
+Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht
+oberdeutschen) Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von <milestone unit='line' n='20'/>
+Dürers Marienleben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Begräbnis-Kap.</hi> <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>, im Mittel Gemälde mit dem
+hl. Wolfgang und der Sage vom Traum des Bergmanns David
+und dem Ursprung des Annaberger Bergbaus, um 1520.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÜCHOLD.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged.
+Lhs. und die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme
+1619. Gleichzeitig die <hi rend='g'>dekorative Ausmalung</hi>,
+hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen und
+Chorbg., von <hi rend='italic'>W. Ritterlein</hi>, und die <hi rend='g'>Altargemälde</hi> in <milestone unit='line' n='30'/>
+frbar. Aufbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÜCHENBACH.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spuren von Befestigung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÜHLER.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor.
+<hi rend='g'>Sandsteinkanzel</hi> 1594.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BULLENHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. &mdash;
+Einheitliche <hi rend='g'>Ausstattung</hi> um 1660. Stattliches <hi rend='g'>Bildnisepitaph</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+eines Gf. v. Schwarzenberg † 1579.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorf eine Reihe gefälliger <hi rend='bold'>Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUNDORF.</hi> UFranken. BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh.
+NFlügel um 1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='65' id='i074.png'/>
+
+<!-- [P: 65] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÜRABERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kapelle</hi>. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius
+gegr. Jetzt einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung
+der rom. Anlage hergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGEBRACH.</hi> OFranken BA Bamberg II. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm 1454, Schiff 1731. &mdash; <hi rend='g'>Ölberg</hi> aus
+Fürnbach übertragen, ca. 1580-1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BÜRGEL.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden
+Epochen zusammengearbeitet. &mdash; Reste der Stadtbefestigung. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Klst. Bürgel</hi> s. Talbürgel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGGAILENREUTH.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg
+einfach hergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGGEHAIG.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Zahlreiche schöne <hi rend='bold'>Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGGRUMBACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. &mdash; Reiche
+<hi rend='g'>Bar. Kanzel</hi> A. 18. Jh. <hi rend='g'>Gemälde</hi> des ehemal. Hochaltars
+bez. <hi rend='italic'>Francesco Mica</hi> 1714. <hi rend='g'>Grabmal</hi> der Anna <milestone unit='line' n='20'/>
+v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in Renss.-Aedikula.
+&mdash; Im Dorf 4 bar. <hi rend='g'>Bildstöcke</hi> mit reicher
+Plastik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der
+Grumbach; kam dann an die Wolfskeel, die sich nach G. <milestone unit='line' n='25'/>
+nannten. Die bestehenden Bauten unbedeutend, E. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGHÄSELER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>»Alte Kapelle«</hi> (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach
+rätselhafter 3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau
+aus A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit gut erhaltenem rom. OTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGHASUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Turmruine</hi> sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei.
+4seitiges Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß.
+Im Jahre 1896 stürzte dieser Turmrest ein. Ecklisenen, keine <milestone unit='line' n='35'/>
+horizontale Gliederung bis auf den Zahnschnitt unter dem
+Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten Schallöffnungen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGISDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle <milestone unit='line' n='40'/>
+mit gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des
+Schiffes. An der Tür äußerst primitive <hi rend='g'>Plastik</hi>. An der
+OWand großes frühgot. <hi rend='g'>Wandgemälde</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGJOSSA.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Wasserburg</hi>. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus <reg orig='Buckel-|quadern'>Buckelquadern</reg>
+<pb n='66' id='i075.png'/><!-- [P: 66] -->;
+die Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds
+des 12. Jh. sei, hat sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus
+einfache Anlage bez. 1573.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGK.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Fürstl. Schloß</hi> aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne <milestone unit='line' n='5'/>
+archit. Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGKUNDSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch
+sonst viel vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser <milestone unit='line' n='10'/>
+17. bis 19. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGLAUER.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. &mdash;
+Würzburger Schule. <hi rend='g'>Holzfigur</hi> der Madonna, A. 16. Jh.
+<hi rend='g'>Grabsteine</hi> des Ritters Bernhard von Steinau und seiner <milestone unit='line' n='15'/>
+drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGLEMNITZ.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von rom. Anlage. &mdash; Hübscher <hi rend='g'>Taufstein</hi> aus 1. H.
+17. Jh., Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot.
+<hi rend='g'>Altarwerken</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGREPPACH.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Ev. Pfarr-K.</hi> Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. &mdash; Bar. <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
+der Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage,
+Gr. triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, <milestone unit='line' n='25'/>
+Details in der Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit
+guten Stuckaturen und Gobelins.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGSCHEIDUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar.
+Bedeutend die 3 <hi rend="g">Epit.</hi> der Familie v. Wiehe 1568, <milestone unit='line' n='30'/>
+1596, 1598, wohl alle drei von <hi rend='italic'>Christoph Weber</hi>, in dem man
+hier einen hervorragend tüchtigen Meister kennen lernt; von
+ihm wohl auch die <hi rend='g'>Kanzel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und
+A. 17. Jh. regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite <milestone unit='line' n='35'/>
+nach der Unstrut offen. Ausgebaut 1724 ff. von <hi rend='italic'>Daniel Scholz</hi>
+für Gf. Levin v. d. Schulenburg. Vom älteren Bau der SOFlügel
+mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. 1633. Der Scholzsche
+Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider
+Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. <milestone unit='line' n='40'/>
+Ungemein reich, aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt
+(ein späterer Gedanke) der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal
+führt eine Freitreppe mit geschwungenem Doppellauf zum
+Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und Statuen reich ausgestattet.
+</p>
+
+
+<pb n='67' id='i076.png'/>
+
+<!-- [P: 67] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGSINN.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> neu. Guter, klassizist. <hi rend='g'>Hochaltar</hi> um 1770. &mdash;
+An den Langhauswänden gute <hi rend='g'>Epitaphien</hi> des 16. und
+17. Jh. Neben dem Hochaltar <hi rend='g'>Ölgemälde</hi>, die drei
+Frankenapostel, um 1700, in der Art des <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wasserschloß</hi>. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und
+einem runden Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried
+aus 11. Jh.; aus dieser Zeit noch die Anlage des teilw. erneuerten
+Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh. Das ursp.
+Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Fronhofschlößchen</hi>. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau
+mit ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi>. 1620. Einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGSTÄDT.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks, <milestone unit='line' n='15'/>
+bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGWALDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Umbau von 1700, bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
+aus 2. H. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGWENDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren
+einer Apsis. Lhs. 1695 erweitert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGWERBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des
+13. Jh., die im 30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das <milestone unit='line' n='25'/>
+polyg. Altarhaus 1581.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURGWINDHEIM.</hi> OFranken BA Bamberg II.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> einheitlich bar., nicht bedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kurie</hi> des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für <hi rend='italic'>B. Neumann</hi>
+in Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus <milestone unit='line' n='30'/>
+einem quadr. Mittelbau, der einen einzigen großen Saal enthält,
+entwickelten sich in dreifachem Vorsprung 4 Eckpavillons;
+bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURKARTSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute <hi rend='g'>Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURKAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725 und 1897. &mdash; Vortreffliches Relief der hl. <hi rend='g'>Sippe</hi>
+A. 16. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Altar</hi> im Ohrmuschelstil. &mdash; v. Braun- und
+Wartenbergsche <hi rend='g'>Gruft</hi> A. 18. Jh., mit Denkmälern. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURKHARDRODA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi>. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BURKHARTSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu
+Ende geführt. &mdash; <hi rend='g'>Altaraufsatz</hi> ca. 1640, reich in der <reg orig='Deko-|ration'>Dekoration</reg><pb n='68' id='i077.png'/>,
+<!-- [P: 68] -->
+das Statuarische mittelmäßig. Got. <hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi>
+14. Jh., ziemlich derb, vielleicht aus Klst. Altzelle.
+3 <hi rend='g'>Epit.</hi> E. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUSCHDORF.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+Rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. umgebaut. Bmkw. das rom. <hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUTTENHEIM.</hi> OFranken BA Bamberg I.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung.
+10 Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Frhh. v. Seefried. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUTTHART.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1769 von <hi rend='italic'>Geigel</hi>, Turm 1594. &mdash; <hi rend='g'>Ölberggruppe</hi>
+17. Jh., überlebensgroß, nicht schlecht.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUTTLAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+und <hi rend='g'>Hauptaltar</hi> von auffallend feiner Qualität (aus
+Klst. Amöneburg).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>BUTTSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus
+18. Jh. Der seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. <milestone unit='line' n='20'/>
+zu Jena. Das Ganze typisch für eine barockisierte thüringische
+Kleinstadtkirche. &mdash; Prunkvoller, sehr »katholisch« aussehender
+<hi rend='g'>Altar- und Kanzelbau</hi> 1727. Deckenmalerei
+von <hi rend='italic'>Fr. Dom. Minetti</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Friedhof</hi> mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. <milestone unit='line' n='25'/>
+Unter den <hi rend='g'>Grabsteinen</hi> vom 16. Jh. ab viel Gutes.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>C</title></head>
+
+<p>
+(Siehe im übrigen <hi rend="bold">K</hi>)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CHEMNITZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß-K.</hi> (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. <milestone unit='line' n='30'/>
+1499 ff., der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das
+Chorquadrat, die außen platt, innen mit 1/2kr. Nischen schließenden,
+mit Tonnen überwölbten Nebenchöre und das südl.
+Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die (vermauerten)
+Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., <milestone unit='line' n='35'/>
+wo eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende
+Empore gewesen zu sein scheint, rom. zu got. Der anschließende
+OFlügel des Kreuzgangs frgot. Das Lhs. spgot. von ähnlichem
+Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna,
+nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen <milestone unit='line' n='40'/>
+rom. Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke
+<pb n='69' id='i078.png'/>
+<!-- [P: 69] -->
+besonders konsequent durchgeführt; die Gurtrippen fehlen
+ganz. Empore nur im nördl. Ssch. Außerhalb der westl.
+Stirnmauer eine Vorhalle und über ihr zwei, nur bis zur Schiffshöhe
+ausgeführte Türme. Über der kleinen Tür des nördl.
+Ssch. erhebt sich in voller Höhe der Wand eine eigentümliche <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend='g'>plastische Dekoration</hi>, bez. 1525. Sie ahmt ein
+Baugerüst von rohen Stämmen nach; die Äste teils gekappt,
+teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen liegenden
+Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber,
+in Höhe der Türgewände, der Kaiser Lothar und die <milestone unit='line' n='10'/>
+Kaiserin Richenza als Stifter; im folgenden Geschoß die
+Maria und 4 Heilige, im dritten die Trinität und Engel. Neben
+der »schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste plastische
+Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Körperbildung
+hat Wucht und Würde, die Behandlung des Fleisches ist <milestone unit='line' n='15'/>
+weich und breit, die Gewandung erinnert an die Würzburger
+und noch mehr an die Mainzer Schule; eventuell Vermittlung
+durch den <hi rend='italic'>Backofenschüler</hi> in Halle. &mdash; Im Innern die aus
+einem einzigen Stamm geschnitzte <hi rend='g'>Gruppe</hi> der Stäupung
+Christi; die gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, <milestone unit='line' n='20'/>
+die künstlerische Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt
+der Tulpenkanzel im Freiberger Dom. [Die schöne
+Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kloster</hi>. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein
+E. 15. Jh., dekorative Bruchstücke von einem Bau des <milestone unit='line' n='25'/>
+Kf. Moritz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Jakobi-K.</hi> 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. &mdash; Hallenkirche
+von 4 Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor
+zu einer 3sch. Anlage mit 7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert
+in südwestl. Richtung. &mdash; [<hi rend='g'>Heiliges Grab</hi> aus Holz <milestone unit='line' n='30'/>
+geschnitzt von <hi rend='italic'>Georg Johann Kil</hi> 1480; es ist 2,75 m l., 1,25 m
+br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer
+Laube auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je
+ein schlafender Wächter; im Obergeschoß der Leichnam
+Christi; draußen vor den 8 Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten <milestone unit='line' n='35'/>
+und 1 an den Schmalseiten) standen auf Konsolen
+ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus
+usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab
+<hi rend='italic'>P. Vischers</hi>. Das Figürliche derb handwerksmäßig,
+das Architektonische mit seinen geschmeidigen Maßwerkformen <milestone unit='line' n='40'/>
+in seiner Art vortrefflich. Das stark beschädigte und
+mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des Chemnitzer
+Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K.
+stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des abgebrochenen
+Hochaltars aus A. 16. Jh. im Museum.] Auch der an seine
+
+
+<pb n='70' id='i079.png'/>
+
+<!-- [P:70] -->
+
+Stelle getretene Bar.-Altar entfernt; seine Gemälde, von <hi rend='italic'>A. F.
+Oeser</hi>, jetzt in der Sakristei. &mdash; 2 <hi rend='g'>Abendmahlskannen</hi>
+1663, Augsburger Arbeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Johannis-K.</hi> Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung
+1547 erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal <milestone unit='line' n='5'/>
+mit ähnlicher Umrahmung von Astwerk wie das der Schloß-K.;
+im Mittel <hi rend='g'>Relief</hi> mit der Auferstehung der Toten nach
+Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten Gericht.
+&mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt.
+&mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi>, am Fuße betende Kinderfiguren <milestone unit='line' n='10'/>
+(vgl. Annaberg; das Motiv erhält sich bis A. 17. Jh., s. Weißbach
+AH Flöha).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>S. Pauli-K.</hi> 1760. <hi rend='g'>Altarbau</hi> von reicher Archit., steinerne
+Freifiguren der beiden Johannes, Gemälde v. <hi rend='italic'>Ch. W. E.
+Dietrich</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen
+Räumen Einzelheiten aus Fr.Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und
+andere im 18. Jh. viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß
+Chemnitz eine reiche Fr.Renss. der lombardischen Richtung <milestone unit='line' n='20'/>
+besaß. Das Portal im Hofe der inneren Klosterstr. no 8 bez.
+1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den Hallenser
+<hi rend='italic'>Backofenschüler</hi> (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das
+Portal Markt no 15 bez. 1559.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='g'>Altertümersammlung</hi> im König-Alberts-Museum. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CHRISTENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817
+erhöht und modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle
+als Kanzel. Fränkischer <hi rend='g'>Steinsarg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CHRISTES.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi> am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch.
+Basilika von 3 Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot.
+<hi rend='g'>Wandmalerei</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Bauernhaus</hi>. Reicher Fachwerkbau 1619.
+</p>
+</div>
+
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>D</title></head><p> <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='ort'>DAGOBERTSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit
+Spindeltreppe. Rom. Altarmensa.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DAHLEN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. <milestone unit='line' n='40'/>
+3sch. Halle aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit <reg orig='schwäch-|lich'>schwächlich</reg>
+<pb n='71' id='i080.png'/>
+<!-- [P: 71] -->
+profilierten Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu
+reicher Renss. &mdash; Stattlicher spgot. <hi rend='g'>Sakramentshaus.</hi>
+<hi rend='g'>Mosesstatue</hi> (Kanzelfuß) um 1500. Schöner, interessanter
+v. Schleinitzscher <hi rend='g'>Grabstein</hi> um 1530 in der Art
+des <hi rend='italic'>Hans Schickentanz</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in
+Form eines H. Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern
+besonders bmkw. der Saal in weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs
+in der Art <hi rend='italic'>Knöflers</hi>, die Deckenmalerei 1756-59 von
+ <hi rend='italic'>A. F. Oeser</hi>; von demselben das Treppenhaus und der Kaisersaal. <milestone unit='line' n='10'/>
+Bmkw. <hi rend='g'>Bildnisreihe</hi> von <hi rend='italic'>Silvestre</hi>, <hi rend="italic">Liotard</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi>,
+<hi rend="italic">Oeser</hi>, <hi rend="italic">Vogel</hi>. Meißener <hi rend='g'>Porzellan</hi> z. T. ersten Ranges.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DANKMARSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm
+von 1431, das Kielbogenportal 1586. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DARSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen
+Zobel-Echter. &mdash; <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> bez. <hi rend='italic'>Thalheimer</hi> 1765.
+<hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit reicher und tüchtiger Sandsteinplastik
+(Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von <hi rend='italic'>Joh. Juncker</hi>. <hi rend='g'>Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+aus derselben Zeit, Holz. &mdash; <hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> der
+Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des <hi rend='italic'>Peter Dell</hi>), 1554, 1560,
+1772. &mdash; <hi rend='g'>Kelch</hi> von <hi rend='italic'>Stipeldey</hi> in Augsburg 1777.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau
+verbundene Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. <milestone unit='line' n='25'/>
+17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DAUMITSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig
+erneuert; die Brüstungen der Emporen und die flache Decke
+ganz bemalt; besonders reich der <hi rend='g'>Altarbau</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DAUTZSCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen.
+Schiff, Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt.
+&mdash; Rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DEHLITZ U. B.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+<p><hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,
+platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DELITZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche
+1404, Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch <milestone unit='line' n='40'/>
+eingefügte WTurm auf älteren Grundmauern. Die Emporen
+sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein. <hi rend='g'><sic>Oelberg</sic></hi> 1410;
+<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt
+ein <hi rend='g'>Triptychon</hi> von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap.
+ansehnliche Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615.
+</p>
+
+
+<pb n='72' id='i081.png'/>
+
+<!-- [P: 72] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> Wertvoller <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh.
+(das J. 1550 das der Übertragung, nicht der Entstehung).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> spgot. 1sch. Doppelflügeliger <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+An <hi rend='bold'>Bürgerhäusern</hi> einige Renss.Portale. <hi rend='bold'>Stadtmauern</hi> und
+2 Türme. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DERMBACH.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kathol. Pfarrk.</hi> Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den
+Kirchen in Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben
+über reicher Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische
+der imposante <hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit korinth. Sll. aus <milestone unit='line' n='10'/>
+farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten Figg.
+<hi rend='g'>Kanzel</hi> und Schalldeckel in Stuckmarmor. <hi rend='g'>Gestühl</hi>
+und 4 Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. <hi rend='g'>Wappentafel</hi>
+des Abts v. Dalberg. &mdash; Daneben das 1730 erbaute
+Franziskaner-Kloster. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Evangel. Pfarrk.</hi> Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch.
+mit Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf
+Rundsäulen. 2 gute reiche <hi rend='g'>Barockportale</hi>. <hi rend='g'>Holzrelief</hi>
+des Abendmahls um 1475, nach der Tradition aus
+der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. <milestone unit='line' n='20'/>
+Bar. <hi rend='g'>Epitaph</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras.
+&mdash; <hi rend='g'>Gasthaus</hi>, Fachwerkbau 1613.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DETTELBACH.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte <milestone unit='line' n='25'/>
+als Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden
+Kapellen, Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein
+ebenfalls polyg. schließender WBau angefügt. &mdash; Reichliches
+<hi rend='g'>Altargerät</hi> um und nach 1700, durchweg augsburgisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi>, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. <milestone unit='line' n='30'/>
+Ein Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses
+von SpGotik und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh.
+der graziöse spgot. Chor. Das Gwb. in kunstvollen »gewundenen
+Reihungen«, an den Schlußsteinen die Wappen der
+Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad <milestone unit='line' n='35'/>
+v. Thüngen (1519-40). &mdash; Der Juliusbau nach neuem
+Plan und in größerem Maßstab (aus den Akten geht nicht
+hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf
+zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l.,
+11,5 m br. Der Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich <milestone unit='line' n='40'/>
+nähernd, in seiner bequemen Weite renss.-mäßig. Decke
+Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf Renss.Pilastern.
+Die Mönchsempore im nördl. Qsch. 1659 eingebaut.
+&mdash; Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got.
+in den spitzbg. Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den
+
+<pb n='73' id='i082.png'/>
+
+<!-- [P: 73]-->
+
+abgetreppten Strebepfeilern, renss. in den Gesimsen und dem
+schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt eine große glatte
+Fläche als Folie für einen der prunkvollsten Portalbaue. Dieser
+in frbar. Formcharakter, von <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1611-13. Um die
+nicht große rundbg. Türöffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, <milestone unit='line' n='5'/>
+die in ihren Motiven sich den Altarbauten dieser
+Zeit eng anschließt; ebenso in der Anordnung des überreichen
+plastischen Figurenwerks. &mdash; <hi rend='g'>Innenausstattung</hi>. Aus
+der Juliuszeit nur die überaus prunkvolle <hi rend='g'>Kanzel</hi> (Sandstein
+und Alabaster) erhalten, 1626 von <hi rend='italic'>M. Kern</hi>; gegenständliches <milestone unit='line' n='10'/>
+Motiv die Wurzel Jesse; in der dekorativen Empfindung
+noch viel Spätgotisches. Im Zentrum großer <hi rend='g'>Gnadenaltar</hi>
+in Stuckmarmor, von <hi rend='italic'>Augustin Bossi</hi> 1779; das Gnadenbild
+(Pietasgruppe) um 1500. &mdash; Im <hi rend='g'>Kirchenschatz</hi> hervorragendstes
+Stück Monstranz von <hi rend='italic'>Joh. Zeckel</hi> (Augsbg)<corr sic='.'>,</corr> um 1700. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p><hi rend='bold'>Klostergebäude</hi> 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich
+nicht ohne monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe
+auf, über dem Podest eine Laube und über dieser ein polyg. <milestone unit='line' n='20'/>
+Chörlein; die einfach behandelten Fenster asymmetrisch verteilt;
+die Giebel der Schmalseiten mit derber Blendengliederung.
+Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und bmkw.
+die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem <milestone unit='line' n='25'/>
+Zustande. 36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m.
+Gewöhnlich folgt auf 2 kleinere ein größerer. Von den einst
+5 Toren noch zwei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIEBACH.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. <milestone unit='line' n='30'/>
+Querschiff und Langhaus stark verändert. &mdash; 3 spätgot.
+<hi rend='g'>Holzfigg.</hi> E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIEDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel
+in charakteristischer Zusammenordnung. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIENSTADT.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. &mdash;
+<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> nach 1500, wohl der beste der Gegend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIETENBORN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Kloster</hi>. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. <milestone unit='line' n='40'/>
+wenige rom. Reste der K.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIETERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter
+Blankverglasung. Gestühl rok.
+</p>
+
+<p>
+Schönes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> mit Zahnschnitten 17. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='74' id='i083.png'/>
+
+<!-- [P: 74] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIETLAS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß Feldeck</hi>, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534.
+Rechteckige Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen.
+Viereckiger Bergfried. In der 8 Meter hohen Ringmauer des
+Hofes ein Rundbogenportal. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIMBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg.
+1325 (Inschr.) noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch.,
+2 gerade Joche und 5/8 Schluß. Langhaus flachgedeckt, Basilika
+in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit Mittelturm. Binnenpfeiler <milestone unit='line' n='10'/>
+8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!); Scheidbogen
+in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor
+quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl.
+die Doppeltürme in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr.,
+hier jedenfalls an den analog disponiert gewesenen rom. Bau <milestone unit='line' n='15'/>
+von Münster-Schwarzach angeknüpft und in der Gegend das
+früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute <hi rend='g'>Altäre</hi>
+um 1720. Im Hochaltar <hi rend='g'>Gnadenbild</hi>, Madonna um 1400,
+Holz, von mäßiger Qualität, aber mit originellen Zügen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DINGELSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> 1688.
+</p>
+
+<p>
+Das <hi rend='bold'>Franziskaner-Klst.</hi> auf dem Korbschen Berge neu.
+Die Altäre enthalten alte <hi rend='g'>Schnitzfigg.</hi> aus einem
+der früheren eichsfeldischen Klöster. Bmkw. die <hi rend='g'>Stationsbilder</hi>
+der Wallfahrt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DINGSLEBEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches
+Rok. mit Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und
+bezeichnendes Gesamtbild. &mdash; Vom älteren Bestande der
+spgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIPPACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. &mdash;
+<hi rend='g'>Taufstein</hi> 1649 mit guten Skulpturen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DIPPOLDISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; <milestone unit='line' n='35'/>
+die 4 durch gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke
+treppen sich zurück. Das Portal rom. organisiert, aber spitzbg.
+geschlossen; es war eine offene laubenartige Vorhalle beabsichtigt
+wie in Wechselburg. Im übrigen spgot. Halle auf fast
+quadr. Gr. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Nikolai-K.</hi> Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach
+M. 13. Jh. (im 20. Jh. erneuert von <hi rend='italic'>Lossow</hi> und <hi rend='italic'>Kühne</hi>); Lhs.
+flach gedeckt, Chor mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll.
+frgot. Laubkaptt. Das 3sch. Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr
+breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis unregelmäßig polyg. (5/10).
+
+
+<pb n='75' id='i084.png'/>
+
+<!-- [P: 75] -->
+
+Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch. eine eckige Vorlage,
+um welche sich das Gesims verkröpft, die Arkaden spitzbg.,
+ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie
+schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg.
+Sonst das Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein <milestone unit='line' n='5'/>
+Turm ist nicht und war nie vorhanden. &mdash; Das Innere war
+reich <hi rend='g'>bemalt</hi>; zwischen Arkaden und Fenstersohlbank Einteilung
+von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. &mdash; <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>
+(rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der
+Innenseite bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten
+Teil bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter
+der Bauten des Kurfürsten Moritz, also um 1530-40. Interessant
+die Pilasterordnung nach ital. Vorbild. Proportionen
+nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem
+got. Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen
+bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute Statuen, Maria und Laurentius,
+A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Haus</hi> am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern <milestone unit='line' n='20'/>
+ähnlich denen am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DITTERSBACH.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. &mdash;
+<hi rend='g'>Grabstein</hi> der Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DITTMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen
+Emporen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DÖBELN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolai</hi>. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885.
+Hallenkirche von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. <milestone unit='line' n='30'/>
+Pfll. glatt 8eckig, Gwbb. auf Konsolen, in dem
+Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermaßwerk z. T. aus
+14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach Bränden 1629
+und 1730. &mdash; Bedeutender <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. vielleicht
+von <hi rend='italic'>Hans Degen</hi>; im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, <milestone unit='line' n='35'/>
+auf den Flügeln je 2 Heilige in Hochrelief, reiche durchbrochene
+Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m h. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> vom
+Tischler <hi rend="italic">David Schatz</hi> 1599. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi> , prächtig aus
+Sandstein und Marmor, 1603. &mdash; <hi rend='g'>Epitaphe</hi> des Bürgermeisters
+Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, <milestone unit='line' n='40'/>
+1617. &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Kelch</hi> ca. 1470.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> neu; von der alten verwendet die bemalte
+hölzerne <hi rend='g'>Decke</hi> von Hans Dittmann 1685.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. Umbau 1571, 1733. &mdash; <hi rend='g'>Altertumsmuseum</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Einige Renss. Tore und Fenster.
+</p>
+
+
+<pb n='76' id='i085.png'/>
+
+<!-- [P: 76] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DÖBEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
+1594, wohl vom Leipziger <hi rend='italic'>Valentin Silbermann</hi>. &mdash;
+Rom. <hi rend='g'>Grabst.</hi>, wohl für den Burggrafen Konrad v. Döben,
+andere 1605, 1633. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DOBERGAST.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch
+das Material eine für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche
+Erscheinung. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DOBICHAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi>. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den
+Kirchenbau wenig übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher
+Gestalt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DÖHLEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu; zahlreiche <hi rend='g'>ikon. Grabst.</hi> 16. und 17. Jh.,
+darunter einige gut charakterisierte martialische Gestalten aus
+dem 30j. Kriege. Auf dem Kirchhof feiner jonischer Rundtempel
+als <hi rend='g'>Denkmal</hi> für A. Ch. v. Schönberg 1801.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DOHNA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert.
+Der Formcharakter paßt zu der an der OChorwand
+befindlichen Inschr. 1489. Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle.
+Die Rippen sitzen am Schaft wie abgebrochen und greifen,
+einander überschneidend, aus einem Joch ins andere über. <milestone unit='line' n='25'/>
+An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke eingreifende
+Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche;
+Achteckchor. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> um 1500, mit besonders
+reicher in Laubwerk aufgelöster Krönung. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi>,
+6eckig, überzogen mit Maß- und Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. <milestone unit='line' n='30'/>
+&mdash; <hi rend='bold'>Pfarrhaus</hi> 1493. Tür mit Vorhangbg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente
+erkennbar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DOMMITSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im <milestone unit='line' n='35'/>
+7j. Kriege zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter
+Renss.Bau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DORFPROZELTEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gute <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> der Madonna um 1460 und St. Sebastian
+um 1500. &mdash; Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna <milestone unit='line' n='40'/>
+1. H. 17. Jh. von <hi rend='italic'>Hans Klanbacht</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DÖRINGSTADT.</hi> OFranken BA Staffelstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor 1412, Lhs. 1716.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DÖRNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Großer <hi rend='g'>Taufstein</hi> mit Maßwerk etwa 14. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='77' id='i086.png'/>
+
+<!-- [P: 77] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DORNBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1576, spgot., 1717 umgebaut. &mdash; <hi rend='g'>Weinkanne</hi> und
+<hi rend='g'>Kelch</hi> schöne Augsburger Arbeiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>3 Schlösser</hi>, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend.
+1. <hi rend='g'>Das nördliche</hi><corr sic=''>.</corr> Rom. 8eck. Hauptturm, Palas <milestone unit='line' n='5'/>
+und Nebengebäude rom. und spgot., großer Küchenbau. Im
+sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei des
+16. Jh. 2. <hi rend='g'>Das mittlere</hi>. Reizender Rok.Bau um 1740.
+Von Italienern erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken.
+Von jedem der 3 Geschosse gelangt man auf eine andere <milestone unit='line' n='10'/>
+Terrasse des Gartens. 3. <hi rend='g'>Das südliche</hi>. Spätrenss. Am
+Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien. Die drei
+Goethezimmer in Empire.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DORNDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O <milestone unit='line' n='15'/>
+über mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DORNHAGEN.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des
+Lhs. erhalten, ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus
+ursp. in voller Br. des Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade <milestone unit='line' n='20'/>
+verbunden. Sprom. Umbau, aus welchem die Fenster des
+Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. &mdash; Reste der ma. <hi rend='g'>Friedhofsbefestigung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DORNHEIM.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> alt. &mdash; <hi rend="g">Epit.</hi> des Chr. v. Entzenberg. 1585. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DORNREICHENBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> erneuert 1653. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> des 16. und
+17. Jh., schlichte tüchtige Arbeiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DÖTHEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., umgebaut. &mdash; <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>, <milestone unit='line' n='30'/>
+lebensgroß, Holz, 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DRACKENDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und 1653. &mdash; Bmkw. 3 <hi rend='g'>Ölgemälde</hi>, die
+einst den Kanzelbau von 1643 schmückten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Lobdaburg</hi>. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des <milestone unit='line' n='35'/>
+Bergplateaus, ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas
+in 3 Geschossen, rom., 12. Jh.; an der SSeite des Rittersaales
+kunstreiche Arkadenfenster. Kaminanlage. Der NFlügel
+enthielt eine geräumige Kapelle, von ihr erhalten 2 Rundbogenfenster
+und eine als Erker vorgekragte Altarnische. <milestone unit='line' n='40'/>
+Am Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. &mdash; Die untere
+Burg gehört zu Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DREITZSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen
+mit historischen und ornamentalen <hi rend='g'>Malereien</hi> reich staffiert.
+</p>
+
+
+<pb n='78' id='i087.png'/>
+
+<!-- [P: 78] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DRESDEN.</hi> K. Sachsen.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Kirchen</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Annen-K</hi>. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut
+1765-69 von <hi rend='italic'>J. G. Schmidt</hi>. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr.
+Abschlüssen. Emporen zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. <milestone unit='line' n='5'/>
+Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau zur Gewinnung besserer
+Beleuchtung 1907 von <hi rend='italic'>R. Schleinitz</hi>. [Denkmäler in mehrere
+Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von
+<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>.]
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend='bold'>Bartholomäus-K</hi>. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, <milestone unit='line' n='10'/>
+abgebrochen 1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien,
+jetzt im Stadtmuseum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dreikönigs-K</hi>. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau
+1732-39. Der Plan von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, der innere Ausbau von
+<hi rend='italic'>Bähr</hi>. Einfaches Rck. Im W eingebaut ein quadr. Turm. An <milestone unit='line' n='15'/>
+dessen Innenseite eine hohe Nische für den Altar. Seitlich
+Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das
+Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein
+ovaler Mittelraum abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge
+Emporen. Muldenförmiges Holzgwb. (Die oberste Empore <milestone unit='line' n='20'/>
+1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz einfach.
+Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der
+Turm 1854 vollendet.
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend='g'>Dreikönigsaltar</hi>; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.),
+vielleicht von <hi rend='italic'>Hans Eiffländer</hi> A. 16. Jh.; die Flügelreliefs <milestone unit='line' n='25'/>
+von geringerer Hand.] &mdash; Der jetzige <hi rend='g'>Altar</hi> 1738 mit
+schönem Gitter, die Plastik von <hi rend='italic'>B. Thomä</hi>. <hi rend='g'>Kanzel</hi> aus der
+älteren K., 1688. &mdash; Statue der <hi rend='g'>Dorothea Stubing</hi>
+(† 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.).
+&mdash; <hi rend='g'>Gemälde</hi>: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der <milestone unit='line' n='30'/>
+Art <hi rend='italic'>Wolgemuts</hi>, doch geringer; <hi rend='g'>Pastorenbildnisse</hi>
+1698-1818. &mdash; Unter dem <hi rend='g'>Altargerät</hi> manches bmkw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Frauen-K</hi>. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom
+Ratszimmermeister <hi rend='italic'>George Bähr</hi>, letzte Arbeiten bis 1743.
+Nach einer langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt <milestone unit='line' n='35'/>
+sich hier der protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder
+seit Paul Frankes Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem
+großen und freudigen monumentalen Entschluß. Das Zweckliche
+der Predigtkirche ist sorgfältig durchdacht, aber Bähr
+bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den geometrischen Spielereien <milestone unit='line' n='40'/>
+in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den Rücken
+und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der
+einfachen Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m
+im Lichten gespannte Kuppel wird getragen von 8 durch
+Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen ihnen <reg orig="Em-|poren">Emporen</reg>
+<pb n='79' id='i088.png'/>
+<!-- [P: 79] -->
+in 7 Rängen, seitwärts gegen die Umfassungsmauern
+Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und ausgiebigen
+Treppen, so daß die 3600 Sitzplätze fassende Kirche sich
+schnell und sicher entleeren kann. Zuzugeben ist, daß die
+Lösung ästhetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn die Emporen <milestone unit='line' n='5'/>
+sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom
+baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine
+Unruhe in den Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen
+kann. Zur Entschädigung hat Bähr es gewagt, dem
+Außenbau eine an einer protestantischen Kirche bisher unbekannte <milestone unit='line' n='10'/>
+Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine
+Pracht. Die Formen sogar von ziemlich trockener Bürgerlichkeit.
+Aber der Hauptumriß ganz ausgezeichnet gut, würdevoll
+und zugleich graziös elastisch. Der Grundriß erscheint hier
+quadratisch, in den Mitten und an den abgestutzten Ecken <milestone unit='line' n='15'/>
+durch Risalite belebt, welche die Aufwärtsbewegung der Masse
+sehr glücklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei
+konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der konkav geschwungene
+Kuppelhals.
+</p>
+
+<p>Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 <milestone unit='line' n='20'/>
+Kunstwert. Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum.
+In der K. ein <hi rend='g'>Schmerzensmann</hi> in Marmor
+vom zerstörten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um 1634, von
+<hi rend="italic">Hegewald</hi> oder einem andern Schüler <hi rend='italic'>Nossenis</hi>. [Epit. Bünau <milestone unit='line' n='25'/>
+von <hi rend='italic'>Hans Kramer</hi> im Alt. Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Friedrichstädter-K</hi>. 1728-32. Die Anlage erinnert an die
+Dreikönigs-K. und soll, gleich dieser, von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> herrühren.
+Das Äußere zeigt den Meister des Zwingers in einer
+bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich herbeilassenden Beschränkung. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,</hi> erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Josephinenstift und Kirche</hi>, 1760 von <hi rend='italic'>Ch. F. Exner</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Reformierte K</hi>. 1760 von <hi rend='italic'>Samuel Locke</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kathol. Hof-K</hi>. von <hi rend='italic'>Gaetano Chiaveri</hi> aus Rom 1738-46;
+nach Unterbrechung fortgesetzt von <hi rend='italic'>Knöffel</hi> und <hi rend='italic'>Schwarze</hi>,
+aber ohne Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock,
+die Anlage unrömisch. Als basilikaler Langbau mit
+Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie, ganz allgemein <milestone unit='line' n='40'/>
+gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei
+auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In allen Einzelheiten
+ist die Grundrißlösung originell. Das hochräumige,
+52 m lange Msch. schließt am östl. wie am westl. Ende im
+1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ enge Joche. <reg orig='Ver-|doppelte'>Verdoppelte</reg>
+<pb n='80' id='i089.png'/>
+<!-- [P: 80] -->
+Sschiffe. Über den inneren eine Empore, die auch
+über die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau
+scheint in der Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung
+mit dem Gewölbe (Tonne mit Stichkappen) gotisch
+inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette. Die Dächer <milestone unit='line' n='5'/>
+ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und
+dichtem Statuenkranz verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale
+Abschlüsse entstehen. Der in Pfeiler- und Säulengruppen
+aufgelöste Turm (83 m H. gegen 93 m Gesamtlänge)
+führt einen Gedanken weiter, den zuerst <hi rend='italic'>Borromini</hi> in Sta. <milestone unit='line' n='10'/>
+Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu allen
+römischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im
+Sinne einer gotischen Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig
+an allen Seiten durchgeführte Pracht. Dagegen fehlt
+dem Innern die spezifische Barockpoesie, die an gleichzeitigen <milestone unit='line' n='15'/>
+süddeutschen Kirchen so stark ist; es wirkt bei aller Wucht
+der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe Rolle der
+Stuckdekoration. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi>, mit dem über 9 m hohen
+Gemälde von Christi Himmelfahrt, von <hi rend='italic'>Raf. Mengs</hi> 1752 ff.
+Seitlich <hi rend="g">Marienaltar</hi> und <hi rend='g'>Josephsaltar</hi> von demselben <milestone unit='line' n='20'/>
+1750 und 1751. Die Gemälde in den Kapellen von Italienern
+und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den <hi rend='g'>Deckenbildern</hi>
+möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von <hi rend='italic'>Anton Maulbersch</hi>
+sein. In der Nepomuk-Kap. malte <hi rend='italic'>Karl Palko</hi>. &mdash;
+<hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Permoser</hi> und <hi rend='italic'>Hackl</hi>, Holz in Weiß und Gold <milestone unit='line' n='25'/>
+staffiert; die Bühne von einem schwebenden Wolkenknäuel mit
+Evangelisten und Engeln getragen; im Gegensatz dazu Brüstung
+und Treppengeländer in einfachen Flächen; am Schalldeckel
+Trophäe der Marterwerkzeuge. &mdash; <hi rend='g'>Weihwasserbecken</hi>,
+Muschel auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Im Umgang <hi rend='g'>Beichtstühle</hi> von <hi rend='italic'>Hackl</hi>. &mdash; Im NWSchiff
+weichlich virtuose <hi rend='g'>Statue der h. Magdalena</hi> von
+<hi rend='italic'>Francesco Baratta</hi>. <hi rend='g'>Johannes d. T.</hi> in der Tauf-K. des
+SOSchiffes angebl. von <hi rend='italic'>Lorenzo Bernini</hi> (??). In der Gruft <hi rend='g'>Statue
+Christi</hi> an der Martersäule von <hi rend='italic'>Balthasar Permoser</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+1721. Die 59 doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden
+von <hi rend='italic'>Lorenzo Mattielli</hi>. &mdash; Ausgezeichnet vertreten
+ist die Goldschmiedekunst der Zeit durch Arbeiten von <hi rend='italic'>Drentwett</hi>
+und <hi rend='italic'>Bauer</hi>, beide Augsburger.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kreuz-K</hi>. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal <milestone unit='line' n='40'/>
+vollständig erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind
+Grundriß und Ansichten erhalten: Hallenbau in der Richtung
+der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere Chor war in seiner
+reichen Dekoration an Streben und Fenstern der Marien-K. zu
+Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her, <hi rend='italic'>Hanns</hi>
+
+
+<pb n='81' id='i090.png'/>
+
+<!-- [P: 81] -->
+und <hi rend='italic'>Matthias Kumoller</hi>. &mdash; Der jetzige Bau nach der Zerstörung
+des vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit
+um den Plan zwischen dem Ratszimmermeister <hi rend='italic'>J. G. Schmidt</hi>
+(Schüler <hi rend='italic'>Bährs</hi> und dadurch Vertreter der deutschen Barocktradition)
+und dem Hofbaumeister und Akademiker <hi rend='italic'>Krubsacius</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+(der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus
+zuneigte). Ein Gutachten <hi rend='italic'>Chiaveris</hi> verhalf <hi rend='italic'>Schmidt</hi> zum Siege.
+Die Anlage ein Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler
+Grundform. Von dem rechteckigen Umfang kommt
+der WBau für Turm und Emporentreppen in Abzug; ferner <milestone unit='line' n='10'/>
+sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt
+ein Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen
+Grundriß der Emporen die west-östl. Achse stärker betont ist.
+Die Emporen gestützt auf wenige schlanke, die Übersicht
+nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives Gewölbe, <milestone unit='line' n='15'/>
+sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Außenbau
+nach <hi rend='italic'>Schmidts</hi> Tode (1774) von <hi rend='italic'>Chr. F. Exner</hi>. Der Turm erst
+1788 von <hi rend='italic'>G. A. Hölzer</hi>, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen
+wohlproportionierten Maßen ein sehr glückliches Element in
+der Stadtsilhouette. &mdash; Das Innere nach Brand 1897 von <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend='italic'>Schilling</hi> und <hi rend='italic'>Gräbner</hi> durchgreifend umgestaltet, in der Lichtführung
+verbessert und in der Dekoration mit frei modernen
+Einzelheiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Sophien-K</hi>. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche
+Teile ihrer ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für <milestone unit='line' n='25'/>
+das (1265 gegr.) Barfüßerklst. Hallenkirche von 2 Schiffen
+und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie Busmann angebaut,
+Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. &mdash; 1421 Erweiterung
+der K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als
+K. umgebaut. 1737 der protestantische Hofgottesdienst aus <milestone unit='line' n='30'/>
+der Schloßkapelle hierher verlegt, wobei sämtliche Ausstattungsstücke
+mit übernommen. 1834 und 1864 Überarbeitung
+im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung
+1910. &mdash; Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt.
+<hi rend='g'>Hauptaltar</hi> 1606 von dem Hofarchitekten <hi rend='italic'>Giovanni <milestone unit='line' n='35'/>
+Maria Nosseni</hi> aus Lugano unter Mitwirkung von <hi rend='italic'>Sebastian
+Walther</hi>. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in schulmäßiger
+italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umriß belebende
+Schnörkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das
+h. Grab der Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Grabmal Nossenis</hi> († 1620) beg. 1616; wohl
+von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein Meisterwerk
+vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von
+seinen Schülern <hi rend='italic'>Sebast. Walther</hi> und <hi rend='italic'>Hegewald</hi> der Schmerzensmann,
+eine Transposition von Michelangelos Christus in der
+
+
+<pb n='82' id='i091.png'/>
+
+<!-- [P: 82] -->
+Minerva zu Rom. <hi rend='g'>Epitaphe</hi>: v. Osterhausen 1615 von
+<hi rend='italic'>Hans Reis</hi>; Marcus Gerstenberger 1613, wohl dazu gehörig
+das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch falsches Pathos
+bei meisterhafter Durchbildung (von <hi rend='italic'>Nosseni</hi>?). Großes Alabasterrelief
+der <hi rend='g'>Kreuztragung</hi> von einem Unbekannten <milestone unit='line' n='5'/>
+aus A. 17. Jh. Epitaphe für Paul John 1631, R. v. Bünau
+1643 (Stadtmuseum), Herzogin Sophie 1653, A. v. Schönberg
+1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen; Engelschall
+von <hi rend='italic'>R. Mengs</hi>, Strauß und Hermann von <hi rend='italic'>A. Graff</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Profanbauten</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Königl. Schloß</hi>. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile
+infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr
+leicht historisch scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung
+1471-76) sind einzelne Mauerteile (Flügel an der
+Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten. Das 16. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer
+Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit
+Pracht neu eingerichtet, das Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig
+instand gesetzt. Der König trug sich längere Zeit mit dem
+Plane eines neuen Schloßbaues an anderer Stelle. &mdash; Mit dem <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend='g'>Georgenbau</hi> 1533 (nach der Überlieferung von <hi rend='italic'>Hans
+Schickentanz</hi>) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim
+Brande 1701 nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der
+beiden <hi rend='g'>Portale</hi> beim Umbau 1899 in den Winkel gegenüber
+der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor in ausgeprägt <milestone unit='line' n='25'/>
+lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu
+ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit
+<hi rend='g'>Totentanz</hi> im Mus. des Gr. Gartens. &mdash; <hi rend='g'>Moritzbau</hi>.
+Ein vollständiger Um- und Vergrößerungsbau begann 1548.
+Entwurf von <hi rend='italic'>Caspar Vogt</hi>, Oberaufsicht von <hi rend='italic'>Hans Dehn</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten.
+Den Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im
+Grünen Gewölbe. Als Hauptfassade hat die WSeite des großen
+Hofes zu gelten. In der Mitte erhebt sich der mächtige, aus
+dem ma. Bau herübergenommene Hausmannsturm, überhöht <milestone unit='line' n='35'/>
+und mit Bar.Helm versehen 1674 von <hi rend='italic'>Klengel</hi>. Vor ihn legte
+sich der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er
+sollte, da der Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen
+den beiden Hälften vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt).
+Das jetzt das Erdgeschoß des Hausmannsturms <milestone unit='line' n='40'/>
+durchbrechende Grüne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens
+stammen die in die Winkel des Hofes verlegten großen Treppentürme
+(»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und
+die ihnen zunächst liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken
+
+
+<pb n='83' id='i092.png'/>
+
+<!-- [P: 83] -->
+
+und der Altan haben architekt. Gliederung; die sonstige Fassade
+ist glatter Verputzbau; die sie schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei
+(von den Italienern <hi rend='italic'>Ricchini</hi> und <hi rend='italic'>de Thola</hi>) ist verschwunden.
+Am Altan die erste Brüstung mit Reliefs, wohl von
+<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>. &mdash; Das Tor an der Schloßstraße 1589; kräftige <milestone unit='line' n='5'/>
+Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der
+Aufsatz umgestaltet. Der <hi rend='g'>Kleine Schloßhof</hi> 1592 von
+<hi rend='italic'>Paul Buchner</hi> in derber deutscher Renss. Der Durchgang zum
+Großen Hof nebst Portal in vornehmeren Barockformen 1682. &mdash;
+Von der <hi rend='g'>inneren Einrichtung</hi> der älteren Teile ist <milestone unit='line' n='10'/>
+infolge von Bränden und Umbauten wenig übrig: Die Deckenmalerei
+im sog. Wettinzimmer von <hi rend='italic'>Hans Willkomm</hi> und
+<hi rend='italic'>Gg. Fleischer</hi>; dagegen von Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers
+im Hausmannsturm; zartes Groteskenornament
+in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der raffaelischen <milestone unit='line' n='15'/>
+Loggien, speziell an dessen in Genua tätigen Schüler <hi rend='italic'>Perino
+del Vaga</hi> erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Künstlertruppe,
+die 1538 nach Prag berufen war). &mdash; Aus der ersten
+Zeit August des Starken stammt die Ausstattung der Chambre
+de lit und des Thronsaals. &mdash; Von den 7 Räumen des Grünen <milestone unit='line' n='20'/>
+Gewölbes besitzen das »Silberzimmer« und der »Preziosensaal«
+Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre Dekoration
+erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen
+Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute
+dort bewahrt wird, aufstellen ließ. &mdash; Aus letzterer Zeit auch <milestone unit='line' n='25'/>
+der »Gardesaal« nahe der »englischen Treppe«; diese ist älter,
+von 1669. &mdash; Verschiedene Nebengebäude, wie das Ballhaus
+und das Komödienhaus, sind verschwunden. &mdash; Die <hi rend='g'>Schloßkapelle</hi>,
+im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde
+1602 und 1662 umgebaut, nach dem Übertritt des Kurfürsten <milestone unit='line' n='30'/>
+Friedr. August I. zur kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst
+entzogen und zu den Wohnräumen geschlagen. Der erste Bau
+unter Moritz folgte dem Typus der Schloßkapelle zu Torgau.
+Davon hat sich das (an den Jüdenhof versetzte) herrliche
+<hi rend='g'>Portal</hi> erhalten, bez. 1555, Formen und Verhältnisse in rein <milestone unit='line' n='35'/>
+italienischem Geist, doch von einem Deutschen (<hi rend='italic'>Hans Walther ?,
+Christoph Walther</hi>?) Der <hi rend='g'>Altarbau</hi> von 1602, von einem
+der <hi rend='italic'>Walther</hi>, ist in die Schloßkapella zu Torgau übergeführt.
+Der <hi rend='g'>Taufstein</hi> jetzt in der Sophienkirche, um
+1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin gelangten die <milestone unit='line' n='40'/>
+wertvollen <hi rend='g'>Altargeräte</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Palais am Taschenberg</hi>. 1707 ff. unter starkem Anteil von
+<hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>. Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und
+4 Geschosse. Das Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch
+reichen Fensterschmuck ausgezeichnet. Im Innern eine <reg orig='groß-|artige'>großartige</reg>
+<pb n='84' id='i093.png'/>
+<!-- [P: 84] -->
+(nur zur Hälfte erhaltene) Treppenanlage. 1756 ff. die
+seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von <hi rend='italic'>Schwartze</hi>. Die
+köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von
+<hi rend='italic'>Gottfr. Knöffler</hi>. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die
+Kapelle. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kanzleihaus</hi> (jetzt Hofapotheke), 1567 von <hi rend='italic'>Hans Irmisch</hi>; die
+Sgraffitomalerei, von <hi rend='italic'>Benedikt de Thola</hi>, zerstört; einige
+Mobilien aus der Erbauungszeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stallhof</hi> (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl.
+Stall, 1586 ff. von <hi rend='italic'>Paul Buchner</hi>; nach Ausweis alter Zeichnungen <milestone unit='line' n='10'/>
+eine nicht nur sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend
+glänzende Anlage, Sgraffitomalerei an den Wänden,
+reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen Dach; jetzt ganz
+verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als Gewehrgalerie
+benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von <hi rend='italic'>Heinrich Göding</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder
+nur kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige
+»Jagdtor«, die Bildwerke von <hi rend='italic'>Andreas Walther</hi>. 3. Der »Stallhof«
+selbst; im 18. Jh. für die Gemäldegalerie umgebaut;
+seither weiter verändert. Zwei prachtvolle bronzene Säulen <milestone unit='line' n='20'/>
+(1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Zeughaus</hi> (heute Albertinum) 1559-63 von <hi rend='italic'>Paul Buchner</hi>,
+gebürtig aus Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig,
+von wo er die reiferen Renaissanceformen einführte. 4 Flügel
+umgeben ein gestrecktes etwas verschobenes Rechteck. Das <milestone unit='line' n='25'/>
+Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt erhalten hat),
+wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe geteilt;
+erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Zwinger</hi>. 1711-22 von <hi rend='italic'>Matthäus Daniel Pöppelmann</hi> (1662
+bis 1736). Die monumentale Gestaltung eines Renn- und <milestone unit='line' n='30'/>
+Festspielplatzes, dergleichen um jene Zeit in Florenz, Wien
+und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre 1709, in provisorischer
+Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen waren.
+Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur
+ist auf die Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine <milestone unit='line' n='35'/>
+hohe, klare und für den gegebenen Zweck überaus glückliche
+Grundrißdisposition. Den Zwinger von der SWHauptpforte
+betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe und
+107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit Segmentbogenschluß
+hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt <milestone unit='line' n='40'/>
+erhält, mit Erweiterung der Querachse auf 204 m. Die dem
+Eingang gegenüberliegende Seite (wo jetzt <hi rend='italic'>Sempers</hi> Galeriegebäude
+steht) blieb offen und man weiß nicht genau, mit
+welchem Programm <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> hier zu rechnen hatte. (Vor
+der Eingangseite zog sich der breite Stadtgraben [jetzt <reg orig='Ostra-|allee'>Ostraallee</reg>]
+<pb n='85' id='i094.png'/>
+<!-- [P: 85] -->
+hin und links schlossen sich die hohen, schon damals
+mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen Hof umgibt
+eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr
+erheben sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des
+Mittelhofs und 2 am Schluß der Kreuzflügel. Von ihnen aus <milestone unit='line' n='5'/>
+schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu, während die Arkadengänge
+eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck
+hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen.
+&mdash; Über der genialen Phantastik der Behandlung
+darf der Wert der Gesamtanlage nicht übersehen werden: <milestone unit='line' n='10'/>
+der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe
+Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil
+der Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts
+zu schaffen, ist ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist
+aus umfassenden italienischen Studien hervorgegangen; selbst <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend='italic'>Palladio</hi> dürfte mit seinen Villenentwürfen nicht ohne Einfluß
+gewesen sein. Charakteristisch für den Zwingerstil ist
+die enge Verbindung von Architekturformen mit <hi rend='g'>figürlicher
+Plastik</hi>. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner
+Dekoration Jupiter, Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. <milestone unit='line' n='20'/>
+Von <hi rend='italic'>Permoser</hi> der Atlas auf dem Wallpavillon, die vier Jahreszeiten
+am Eingangspavillon, die Entwürfe zu den Faunen
+unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T.
+spät; so die Statuen am Uhrpavillon von <hi rend='italic'>J. B. Dorsch</hi> 1785.
+&mdash; Außerhalb des Hofes im nördl. Winkel das Nymphenbad; <milestone unit='line' n='25'/>
+das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus ist nach Brand
+1849, das kleine 1841 abgebrochen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Palais im Großen Garten</hi>. Der Garten beg. 1676 unter Johann
+Georg II.; schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele,
+Naturtheater, Irrgarten, Wasserkünste, zahlreiche Pavillons <milestone unit='line' n='30'/>
+(im heutigen Bestande aber nur in einzelnen Andeutungen
+noch zu erkennen). In der Mitte das <hi rend='g'>Palais</hi>, 1679 von
+Oberlandbaumeister <hi rend='italic'>J. G. Starke</hi>. Es sollte »italienisch«
+gebaut werden. Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas
+(durch das Buch von Rubens sehr bekannt) nicht zu <milestone unit='line' n='35'/>
+verkennen. In der Verbindung des Monumentalen mit dem
+Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr. gestreckter
+Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden
+Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika;
+Hauptgeschoß mit Pilastern und großen Fenstern; Attika <milestone unit='line' n='40'/>
+als Halbgeschoß. Der Mittelbau hat auf beiden Seiten eine
+weitläufige Freitreppe in der Höhe des Erdgeschosses und
+ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im Erdgeschoß,
+jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben
+ihr und über den Fenstern sind mit Festons und Draperien
+
+
+<pb n='86' id='i095.png'/>
+
+<!-- [P: 86] -->
+
+geschmückt; ferner spielen Nischen mit Statuen und (im
+Attikageschoß) Büsten eine Rolle. Auf dem mittl. Dachfirst
+eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade
+Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen
+als barocken Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende <milestone unit='line' n='5'/>
+Saal in seinem gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll;
+Gliederung der Wand durch Nischen mit überlebensgroßen
+Standbildern antiker Göttinnen (vom Niederländer
+<hi rend='italic'>Dierks</hi>), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem Hauptgesims,
+Spiegelgewölbe &mdash; alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. <milestone unit='line' n='10'/>
+&mdash; Die <corr sic="Mormarstatuen">Marmorstatuen</corr> und Vasen des Gartens (einst
+150) in Rom und Venedig bestellt, von <hi rend='italic'>Baratta</hi>, <hi rend="italic">Balestra</hi>, <hi rend="italic">Corradini</hi>
+und angebl. auch <hi rend='italic'>Bernini</hi>, von dem aber heute nichts
+mehr nachzuweisen. Die in entfernteren Teilen zerstreuten
+Sandsteinbildwerke meist von deutschen Künstlern; bmkw. <milestone unit='line' n='15'/>
+die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von <hi rend='italic'>Permoser</hi>
+(ursp. an anderem Ort). &mdash;
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Japanisches Palais</hi> in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«.
+Erster Bau 1715 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> für Gf. Flemming.
+Dann vom König angekauft und 1729-41 umgebaut und <milestone unit='line' n='20'/>
+vergrößert von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> († 1733) und <hi rend='italic'>Longuelune</hi> unter
+Oberleitung des Generalintendanten <hi rend='italic'>Jan de Bodt</hi>. <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>
+gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. &mdash; 4 Flügel
+im Rck., außen 74&nbsp;:&nbsp;56 m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage,
+jede Vorlage durch Pavillondach herausgehoben. <milestone unit='line' n='25'/>
+Die kräftigste <sic>wagerechte</sic> Teilungslinie über dem Erdgeschoß;
+es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch senkrechte
+Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel,
+getragen von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig
+geschwungenen Linien des Kupferdachs sollen an Japanisches <milestone unit='line' n='30'/>
+erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere einheitlich mit
+Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur Ausführung.
+&mdash; Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof,
+von <hi rend='italic'>J. Ch. Kirchner</hi>. Die Gartenanlage von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>,
+früher reichlicher mit Vasen und Statuen dekoriert. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kurländer Palais</hi>. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718,
+Umbau 1728 wahrscheinlich durch <hi rend='italic'>Joh. Christoph Knöffel</hi>.
+Die Anlage gruppiert sich unregelmäßig, doch mit trefflicher
+Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die nicht sehr ausgedehnte
+Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß <milestone unit='line' n='40'/>
+und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern
+hat der Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten;
+die <hi rend='g'>Ölgemälde</hi> über den Türen von <hi rend='italic'>Silvestre</hi>
+und <hi rend='italic'>Casanova</hi>, die <hi rend='g'>Bildwebereien</hi> mit Darstellungen aus
+dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brüsseler
+
+
+<pb n='87' id='i096.png'/>
+
+<!-- [P: 87] -->
+
+<hi rend="italic">van dem Borcht</hi> nach David Teniers d. J. Der Festsaal von
+<hi rend="italic">Joseph Deibel</hi> in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer
+war (um 1761).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Landhaus.</hi> An der Stelle des in der Belagerung von 1760
+beschädigten Flemmingschen Palais 1770 von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+Die 77 m lange Schauseite auf die Wirkung in enger Straße
+berechnet. Die Hofseite gab Gelegenheit zu einem kräftig
+vortretenden Mittelbau mit riesigem Treppenhaus. Die Einzelformen
+sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz
+verzichtend. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Regimentshaus</hi> 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hotel de Saxe</hi> und <hi rend="bold">British Hotel</hi>. Ursp. vornehme Adelshäuser,
+um 1720 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Geistvolle und prächtige, lebhaft
+bewegte Kompositionen bei recht derber Detailbildung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hoymsches Palais</hi> (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße <milestone unit='line' n='15'/>
+von <hi rend="italic">Knöffel</hi>, die gegen die Rampische Str. von <hi rend="italic">Krubsacius</hi>,
+Lisenengliederung von guten Verhältnissen, sparsames
+Zierwerk. Im Hofe reizender <hi rend="g">Brunnen</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Coselsches Palais</hi>. Gleich dem vorigen für das sächsische
+Spätbarock besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 <milestone unit='line' n='20'/>
+von <hi rend="italic">Knöffel</hi> in der bei ihm beliebten Lisenenarchitektur mit
+schwachen Gruppierungskontrasten. Die vorspringenden
+niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Palais des Chevalier de Saxe</hi> (Palais Prinz Johann Georg)
+1764-70 von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>. 1855 umgebaut. Es hatte <milestone unit='line' n='25'/>
+ursp. ein einziges Hauptgeschoß, darüber ein Halbgeschoß
+und die in dem hohen Dach angebrachten Mansardenzimmer.
+Charakter: vornehme <corr sic='Einfacheit'>Einfachheit</corr>. Die Trophäen und Putten
+von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. Im Park Zierbauten &mdash; Ruine, Tempel,
+Einsiedelei (1799) und dergl. &mdash; von <hi rend="italic">Weinlig</hi> (<hi rend="italic">?</hi>), Vorahnungen <milestone unit='line' n='30'/>
+der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ministerpalais in der Seestraße.</hi> 1753 als Privatgebäude, in
+der Art <hi rend="italic">Knöffels</hi>. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur;
+4 Geschosse, von denen nur das erste und das
+letzte durch Gurtgesimse abgesondert, so daß doch wieder <milestone unit='line' n='35'/>
+ein Dreiklang entsteht.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Palais des Grafen Brühl, später Marcolini</hi> (jetzt Stadtkrankenhaus)
+1746. Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur.
+In der Achse kleiner Ehrenhof. Die Hermen
+an den Torpfeilern von <hi rend="italic">Wiskotschill<hi></hi>, die wunderlichen Löwen <milestone unit='line' n='40'/>
+(nach chinesischen Mustern?) von  J. B. Dorsch</hi>. Von der
+Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal
+und ein pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige
+<hi rend="g">Neptunsbrunnen</hi> nach <hi rend="italic">Longuelunes</hi> Entwurf von <hi rend="italic">Lorenzo
+Mattielli</hi> 1741-44, eine Fels- und Grottenarchitektur
+
+
+<pb n='88' id='i097.png'/>
+
+<!-- [P: 88] -->
+
+mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem Gruppenbau.
+[Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von <hi rend="italic">Knöffler</hi>
+jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten
+Vasen und <hi rend="g">Einzelstatuen</hi> auf der Bürgerwiese.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. Stallgebäude</hi>. 1794 von <hi rend="italic">Ch. Weinlig</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Justizministerium.</hi> 1733 angeblich von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Blockhaus</hi> (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von <hi rend="italic">Zacharias
+Longuelune</hi>, als wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge
+der Neustadt. Ein wesentlicher Bestandteil, die Krönung
+durch Pyramide und Obelisk mit dem Bilde Augusts des <milestone unit='line' n='10'/>
+Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige Obergeschoß über
+dem Hauptsims nach 1880.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Palais des Grafen Wackerbarth,</hi> begonnen 1725 als Kadettenhaus,
+dazu Reitbahn.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus der Altstadt.</hi> 1741-45 nach <hi rend="italic">Knöffels</hi> Entwurf. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus der Neustadt</hi>. 1750-54 von <hi rend="italic">Berger</hi> und <hi rend="italic">Winkler</hi>;
+sehr schlicht, nur durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse
+wirkend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gewandhaus</hi> 1768 von <hi rend="italic">J. G. Schmidt</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende <milestone unit='line' n='20'/>
+Stadt. Von ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht
+glänzende Bautätigkeit, die durch den 30j. Krieg unterbrochen
+wurde. Von dessen Ende bis zum 7j. Kriege ist Dresdens
+klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist diese
+Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz <milestone unit='line' n='25'/>
+großer Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung
+von 1760 und die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen
+Menschenalters. Im Folgenden nur eine Auswahl
+charakteristischer Beispiele.
+</p>
+
+<p>
+a) <hi rend="g">Aus der Spätgotik</hi>. Marien-Apotheke; spitzbg. <milestone unit='line' n='30'/>
+Tor um 1460-70, im schrägen Gewände Sitznischen mit
+Baldachin, in Bgg. verschränktes Stabwerk; jetzt im Zoologischen
+Garten; ein zweites kleineres an der Hofseite des Hausflurs.
+&mdash; Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. &mdash; Gewölbte
+Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem <milestone unit='line' n='35'/>
+Netzwerk. &mdash; [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene
+Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.].
+</p>
+
+<p>
+b) <hi rend="g">Frührenaissance</hi>. Ecke Frauenstr. und Neumarkt
+Runderker mit reizendem Kinderfries um 1530. &mdash;
+Reich mit Masken belebte Treppentür in Schloßstr. 1 und 20. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
+Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538.
+</p>
+
+<p>
+c) <hi rend="g">Hoch- und Spätrenaissance</hi> 1550-1650. In
+sonst umgebauten Häusern Fenster aus dieser Epoche: Webergasse
+3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13; Wilsdruffer Str. 3, 6, 10,
+13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18, 23; Schössergasse 5,
+
+
+<pb n='89' id='i098.png'/>
+
+<!-- [P: 89] -->
+
+11, 17, 27. &mdash; Da in dieser Epoche die Firste regelmäßig parallel
+zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur an
+Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw.
+Exemplare haben sich nicht erhalten. &mdash; Ganze Fassaden:
+Schreibergasse 12 mit 3geschossigem rck. Erker an der Ecke. &mdash; <milestone unit='line' n='5'/>
+Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. &mdash; Wilsdruffer Str. 15
+Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter Stellung,
+Details nach Serlios Musterbuch. &mdash; Schloßstr. 11 Hotel Stadt
+Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein,
+vor A. 1591. &mdash; Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten <milestone unit='line' n='10'/>
+Ecklisenen. &mdash; Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren
+des Kurf. Christian II. und seiner Gemahlin, 1612 von
+<hi rend="italic">Hans Steyer</hi>. &mdash; Schloßstr. 11 und 34, wo auch ein größerer
+Giebel. &mdash; Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale:
+Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. <milestone unit='line' n='15'/>
+&mdash; Reste alten Holzbaus selten.
+</p>
+
+<p>
+d) <hi rend="g">Barockbauten</hi> 1650-1690. Ecke Wilsdruffer
+Str. 14 und Große Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14
+um 1660 &mdash; mit Kartuschenumrahmung der Fenster &mdash;, Wilsdruffer
+Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um 1680. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
+Ebenda 42 um 1690. &mdash; Rampische Str. 9 große Fassade in
+niederländischer Art um 1690.
+</p>
+
+<p>
+e) <hi rend="g">Barockbauten</hi> 1690-1715. Sporergasse 2, großes
+Haus, mit einfachen Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art
+<hi rend="italic">Klengels</hi> nahestehend, um 1695. &mdash; Portal Neumarkt 12, jetzt <milestone unit='line' n='25'/>
+als Fenster umgebildet. &mdash; Scheffelstr. 5, dor., jon. und korinth.
+Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte
+Tücher, um 1700. &mdash; Landhausstr. 13 um 1710. &mdash; Große
+Brüdergasse 39 unter <hi rend="italic">Pöppelmanns</hi> Einfluß um 1710, polyg.
+Erker. &mdash; Häuser derselben Richtung von zunehmender Stattlichkeit <milestone unit='line' n='30'/>
+sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von <hi rend="italic">J. G. Fehre</hi>,
+einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke durchgehende
+Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung
+geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von <hi rend="italic">G. Hase</hi>; Große Brüdergasse
+31; An der Mauer 2 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>, für sich selbst, <milestone unit='line' n='35'/>
+3achsig, originelle Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von
+<hi rend="italic">Georg Hase</hi>, 5achsig, flacher Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen.
+&mdash; Frauenstr. 9, tiefes Grundstück, Fassade
+3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5 Stockwerke.
+&mdash; Schloßstr. 5 um 1710. &mdash; Jüdenhof 5 (für den berühmten <milestone unit='line' n='40'/>
+Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll
+rhythmischen Lebens, eine der feinsten unter den <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>
+nahestehenden, mit Ausnahme des Erdgeschosses ganz unverändert.
+&mdash; Große Klostergasse 2, wohl von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi> selbst
+bez. 1715. &mdash; Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5.
+
+
+<pb n='90' id='i099.png'/>
+
+<!-- [P: 90] -->
+
+f) <hi rend="g">Barockhäuser</hi> 1715-40. Wilsdruffer Str. 7,
+Goldener Engel, die 4 mittleren der 6 Achsen durch reiche
+Fensterverdachung ausgezeichnet und über dem Dachgesims
+mit einem Stichbogengiebel gekrönt. &mdash; Ähnlicher Kompositionsgedanken
+auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische <milestone unit='line' n='5'/>
+Str. 33. &mdash; Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front,
+durch Wechsel der Verdachungen rhythmisiert. &mdash; Heinrichsstr.
+2 von <hi rend="italic">Fehre</hi> 1720. &mdash; Hauptstr. 26 um 1730. &mdash; Jüdenhof
+2 bez. 1736. &mdash; Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5.
+</p>
+
+<p>
+g) <hi rend="g">Rokokohäuser vor</hi> 1760. Frauenstr. 14 um 1750 <milestone unit='line' n='10'/>
+mit reizendem plastischem Schmuck von <hi rend="italic">Knöffler</hi>. &mdash; Sophienstr.
+1, Gliederung durch Lisenen, zwischen den Fenstern
+trefflich gezeichnete Kartuschen. &mdash; Altmarkt 1 von <hi rend="italic">Knöffel</hi> 1741.
+</p>
+
+<p>
+h) <hi rend="g">Rokokohäuser nach</hi> 1760. An der Frauenkirche
+20 von 1764. &mdash; Breitestr. 12. &mdash; Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische <milestone unit='line' n='15'/>
+Glieder, nur mit frei über die Fläche verteiltem
+Stuckornament. &mdash; Ähnlich Landhausstr. 4. &mdash; Im ganzen
+jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der
+Flächen, z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5;
+Augustusstr. 2. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+i) <hi rend="g">Der Klassizismus</hi>: Landhausstr. 18 und 27. &mdash;
+Pillnitzer Str. 26. &mdash; Johannesstr. 23. &mdash; Pirnaische Str. 50. &mdash;
+Polierstr. 19. &mdash; Gewandhausstr. 7 dorisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Museen</hi>: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung
+für Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im <milestone unit='line' n='25'/>
+neuen Rathaus; M. d. Ver. f. sächs. Volkskunde.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Denkmäler.</hi> Reiterstandbild <hi rend="g">Augusts des Starken</hi>
+auf dem Markt der von ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von
+<hi rend="italic">Ludwig Wiedemann</hi>. Denkmal für den <hi rend="g">Kurfürsten
+Moritz</hi> nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in <milestone unit='line' n='30'/>
+einer Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg.
+vor festem Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt,
+übergibt seinem Bruder August das Kurschwert.
+Meister unbekannt [<hi rend="italic">Hans Walther?</hi>].
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DROYSSIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg.
+Fenstern deutet auf 13. Jh. &mdash; Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5
+(ursp. 6) halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und <milestone unit='line' n='40'/>
+bar. Reizvoll malerischer Eindruck.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DRÜGENDORF.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1775. Altäre und Kanzel von <hi rend="italic">J. B. Kamm</hi>, Deckenfresken
+von <hi rend="italic">Wunder</hi> bez. 1770, Hochaltargemälde von <hi rend="italic">Mattenheimer</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='91' id='i100.png'/>
+
+<!-- [P: 91] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>DUTTENBRUNN.</hi> U Franken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung
+17. Jh.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>E</title></head>
+
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBELEBEN.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642.
+Epit. der Herren v. E. 1569. &mdash;
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 16.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBELSBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß.</hi> Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren <milestone unit='line' n='10'/>
+v. Rotenhan. Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern
+regelmäßiges Rok. mit Ecktürmen. Nur an 2 Seiten
+wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über Quaderunterbau.
+Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBENHARD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der
+Anlage frgot., Lhs. rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBERN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen.
+Die letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende <milestone unit='line' n='20'/>
+(ältere) Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger
+Bildung, im Chor und in den Ssch. einfache Kreuzgwbb. Die
+runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims. WEmpore
+jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest.
+Turm im W. Im nördl. Sschiff prächtiger <hi rend="g">Bar.-Altar</hi>, <milestone unit='line' n='25'/>
+Bamberger Arbeit. <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> ca. 1610. &mdash;
+Rotenhansche <hi rend="g">Epitaphe</hi>, ein bronzenes 1539, ein steinernes
+1559 vielleicht von <hi rend="italic">Kilian Sorg</hi>. &mdash; Neben der K. 2stöckige
+<hi rend="bold">Michaelis-Kap.</hi> 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor,
+kleines <hi rend="g">Relief</hi> mit Jüngstem Gericht. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marien-K.</hi> auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem
+polyg. Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518),
+die Strebepfeiler auf statuarische Ausstattung berechnet. &mdash;
+Wirkungsvoller <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1750, Altarblätter von <hi rend="italic">J. A.
+Glantschnigg</hi> 1745, 1746. <hi rend="g">Pietas</hi> um 1480. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+Ehem. fürstbischöfl. <hi rend="bold">Amthaus</hi> (jetzt Gericht), renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet,
+Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am
+Giebel Dachreiter. Mehrere wohlerhaltene Tor- und <hi rend="bold">Mauertürme,</hi>
+2 bar. <hi rend="bold">Brunnen,</hi> Neptun und Pallas.
+</p>
+
+
+<pb n='92' id='i101.png'/>
+
+<!-- [P: 92] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBERSBACH.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung
+eines zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus
+an einen älteren Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb.
+Ringsum Emporen in 3 Geschossen. Die <hi rend="g">Inneneinrichtung</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+ein besonders stattliches Paradigma der
+Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den
+Emporen 54 biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar
+1787. Hübsches Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen
+Orgel von 1738 ist einer der prachtvollsten Sachsens. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBERSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine.</hi> Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten.
+1274 zerstört, 1396 wieder aufgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBERSDORF.</hi> Reuß j.L. LA Schleiz. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1690-93.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Stifts-K.</hi> um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und
+A. 16. Jh. &mdash; Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues
+durch Einziehung von Pfll. in ein 2sch., ein weiteres und ein <milestone unit='line' n='20'/>
+schmäleres geteilt; dadurch schneidet ein Pfl. unsymmetrisch
+in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb., Chor gestreckt
+mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der
+SWEcke. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1513 mit 4 beweglichen und
+2 festen Flügeln. Aus derselben Zeit Reste eines schönen <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="g">Chorgestühls</hi>. <hi rend="g">Ikon. Grabst.</hi> des Dietrich v. Harras,
+des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert
+die <hi rend="g">geschnitzten Figg.</hi> eines Engels und eines Diakons
+als Lesepulthalter, jetzt im <corr sic='Atert'>Altert</corr>.-Ver. in Dresden: nach
+Flechsig vom Meister der »schönen Tür« in Annaberg.] <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBERSRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBRACH.</hi> OFranken BA Bamberg II.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste
+Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende <milestone unit='line' n='35'/>
+Kirche Neubau des 13. Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht
+lange nach Beginn des Baues, 1218 und 1221. Letzte Vollendung
+1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich im
+Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren
+Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den <milestone unit='line' n='40'/>
+Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91)
+durch <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> den ganzen Innenbau in einer dem französischen
+Louis XVI. verwandten Manier neu dekorieren ließ.
+Der großartigste frgot. Bau, den Deutschland hervorgebracht
+hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch ästhetisch
+
+
+<pb n='93' id='i102.png'/>
+
+<!-- [P: 93] -->
+
+vernichtet. Immerhin verdient <hi rend="italic">Bossi</hi> insofern Dank, als er
+nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen
+vor ihm viele Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich
+eng an den alten Gliederbau anschmiegen, so daß man den
+kühnen und strengen Rhythmus desselben noch immer herausfühlt. <milestone unit='line' n='5'/>
+Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil
+zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen,
+sondern in jenen burgundischen Schulformen, die wir
+heute am besten in den südlich von Rom gelegenen Cistercienserkirchen
+Fossanova und Casamari kennen lernen. Wer <milestone unit='line' n='10'/>
+jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des
+Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. &mdash; Die Anlage als
+kreuzf. Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in
+die Erscheinung. Auf das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor
+3 Joche in gleichem System, bei engeren Intervallen. Der <milestone unit='line' n='15'/>
+östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die Sschiffe als
+Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in
+Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl.
+und südl. Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan
+noch nicht enthalten (Scheidewände dünner als im OFlügel <milestone unit='line' n='20'/>
+und nicht in den Pfeilerachsen; Gegenprobe in der von Ebrach
+abgeleiteten K. in Riddagshausen bei Braunschweig). L. bis zum
+Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der Kap. 87 m.
+Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den
+Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen <milestone unit='line' n='25'/>
+3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen.
+Die Gwbb. sind im Msch. rok., in den Ssch. annähernd quadr.
+Das Qsch. etwas schmäler als das Msch. und stark ausladend,
+so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält (Rekonstruktion des
+Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll. kreuzf. und <milestone unit='line' n='30'/>
+mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis zur
+Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie,
+wo sie jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen
+haben. Die Gewölbescheitel, was für die französische Filiation
+bezeichnend ist, wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und <milestone unit='line' n='35'/>
+Rippen und die mit frgot. Laubkränzen geschmückten Schlußsteine
+sind erhalten; ebenso die spitzbg. Form der Arkaden und
+Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch einige
+frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben.
+Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den <milestone unit='line' n='40'/>
+Fronten des Qsch. frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet
+wie in Fossanova; ein solches muß sich auch an der WFront
+befunden haben, wurde aber durch eine größere hochgot. Rose
+(jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.) ersetzt;
+die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch.
+
+
+<pb n='94' id='i103.png'/>
+
+<!-- [P: 94] -->
+
+der Notre-Dame in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar
+auf sie zurück, sondern auf eine in den Entwürfen
+zum Straßburger Münster vorkommende Variante (ausgeführt
+in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig durch
+Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg. <milestone unit='line' n='5'/>
+fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die
+Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß
+am Chor und an der OWand des Qsch. Konsolengesimse von
+spezifisch burgundischer Fassung angewandt sind, während an
+der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche Rundbg.-Friese <milestone unit='line' n='10'/>
+auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Ausstattung</hi>. <hi rend="italic">Bossi</hi> hat einige Prachtstücke aus 17.
+und A. 18. Jh., die ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung
+ungefährlich waren, beibehalten, die meisten aber neu hergestellt;
+verschwunden ist alles Mittelalterliche mit Ausnahme <milestone unit='line' n='15'/>
+einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin Gertrud,
+Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg
+(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh.
+Zahlreicher, doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der
+Renss.Epoche. Das sog. <hi rend="g">Mausoleum</hi> des ersten Abtes, <milestone unit='line' n='20'/>
+Adam, ist ein wunderlicher gotisierender Versuch italienischer
+Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 <hi rend="g">Orgeln</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Michaels-Kap.</hi> 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch.
+Die Art, wie das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der
+K. eingreift, beweist, daß sie vor dieser begonnen war, wozu <milestone unit='line' n='25'/>
+das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt. Indes ist der vorhandene
+Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs deckt sich
+nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen mehrfachen
+Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer
+Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die <milestone unit='line' n='30'/>
+westl. Teile unter Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch
+verhältnismäßig unfein und in einer den Cisterciensern sonst
+fremden Weise überladen, immerhin eindrucksvoll.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klostergebäude.</hi> Sie eröffnen für Franken die Reihe jener
+im Verhältnis zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, <milestone unit='line' n='35'/>
+in denen die süddeutschen Klöster im letzten Jahrhundert
+vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten. 1687 bis
+1698 von <hi rend="italic">Leonhard Dientzenhofer</hi>, Umbau und Erweiterung
+1716 ff. nach Plänen <hi rend="italic">Balthasar Neumanns</hi>, ausgeführt von
+<hi rend="italic">Joseph Greising</hi> († 1722). Die Scheidung der verschiedenen <milestone unit='line' n='40'/>
+Anteile nicht überall leicht. Die Gebäude wurden weit nach
+W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache der ma.
+Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe.
+Die NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen
+des deutschen Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern;
+
+
+<pb n='95' id='i104.png'/>
+
+<!-- [P: 95] -->
+
+den in seiner Länge eintönigen Bau unterbrach <hi rend="italic">Neumann</hi>
+durch ein machtvolles Mittelmotiv mit brillantem Treppenhaus.
+Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet sich nach W
+zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren
+Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von <hi rend="italic">Jakob <milestone unit='line' n='5'/>
+van der Auvera</hi>. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal)
+liegt stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und
+Rokoko; Stuckatur von <hi rend="italic">Hönnicke</hi> (der von hier nach Pommersfelden
+ging), die Fresken von <hi rend="italic">Lünenschloss</hi> (1722), <hi rend="italic">Antonio
+Nave</hi>, <hi rend="italic">Jo. Ad. Remela</hi> (später in Bronnbach tätig). <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EBSDORF.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in
+S und N. Spgot. Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ECKARDSHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-</hi> jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus <milestone unit='line' n='15'/>
+mehreren Bauführungen 1467-1525. Spätgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>.
+Im klassiz. Hochaltar <hi rend="g">Gemälde</hi>
+bez. Asam 1760. <hi rend="g">Renss.Epitaphe</hi> 1544, 1547.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ECKARTSBERGA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung <milestone unit='line' n='20'/>
+eines größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die
+Kanzel; Altarbau 1607.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine,</hi> große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ECKERSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. &mdash; <hi rend="g">Grabst</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ECKSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein
+kleineres 1/2 8Eck anschließt. &mdash; <hi rend="g">Taufgestell</hi>: Muschel
+auf Delphinen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EFFELDER.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht
+noch rom. Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet,
+das flachged. Lhs. im 17. Jh. überarbeitet. &mdash; Grabsteine
+unerheblich. &mdash; Kirchhofsmauer mit Schießscharten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß.</hi> Hauptbau 1470 und 1533. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EFFELDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten.
+Lhs. 1753. Hübsche <hi rend="g">Ausstattung</hi> bar., rok. und klass.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EFFELTRICH.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht <milestone unit='line' n='40'/>
+seltenen Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang
+und 3 spitzged. Ecktürme erhalten; über dem Eingang
+der Ringmauer 3 <hi rend="g">Holzfigg</hi>. aus A. 16. Jh., um einiges älter
+daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg. Weitere
+Holzplastik im Innern.
+</p>
+
+
+<pb n='96' id='i105.png'/>
+
+<!-- [P: 96] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EGENHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und
+Freitreppe, von Oberstleutnant <hi rend="italic">Joh. Mich. Müller</hi> um 1766.
+Ostturm 1585 nachgot. Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem
+Klassizismus. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EGGOLSHEIM.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1826, erhalten der frrom. T.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EHLEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirch-Turm</hi> rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß
+kuppeliges Kreuzgewölbe. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EHRENFRIEDERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh.,
+der unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor
+aus 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit 4 beweglichen und 2 festen
+Flügeln, wichtig; die hervorragend schönen Schnitzfigg. im <milestone unit='line' n='15'/>
+Stil des Annaberger Meisters <hi rend="italic">W Z</hi> von 1512; auch die Flügelgemälde
+bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und Tannenberg).
+&mdash; Ausgezeichneter spgot. <hi rend="g">Kelch</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EHRINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. <milestone unit='line' n='20'/>
+Chor, WTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EHRINGSDORF.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte
+<hi rend="g">Apostel</hi> von einem spätgot. Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EIBAU.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde
+von Bertsdorf; 15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den
+eingezogenen Strebepfeilern 3fache Emporen, auch um den
+Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof zahlreiche Denkmäler.
+Die <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. zeugen von großer Wohlhabenheit, <milestone unit='line' n='30'/>
+viele mit Türen aus Sandstein oder Granit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EIBELSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten,
+wurde 1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt.
+3 sch. 3jochige Hallenkirche mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf <milestone unit='line' n='35'/>
+leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk, charakteristisch für
+die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624. &mdash;
+Auf den stattlichen <hi rend="g">Bar. Altären</hi> von E. 17. Jh. sind
+spätgot. <hi rend="g">Holzfigg.</hi>, z.T. von hoher Qualität, und Renss-.<hi rend="g">Reliefs</hi>
+von 1625 wiederverwendet; <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Osw. <milestone unit='line' n='40'/>
+Onghers</hi>. <hi rend="g">Taufstein</hi> um 1600, Alabaster, originell komponiert
+und im Figürlichen hervorragend gut. Vielleicht
+von derselben Hand <hi rend="g">Grabstein</hi> eines kleinen Mädchens
+mit Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi>
+aus der Umgebung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Unter den <hi rend="g"><reg orig='Altar-|geräten'>Altargeräten</reg> </hi>
+<pb n='97' id='i106.png'/>
+<!-- [P: 97] -->
+ gute Augsburger Arbeiten des 17. und 18. Jh. &mdash; Außen
+am Lhs. <hi rend="g">Ölbergkap</hi>. mit überlebensgroßen Figg.
+um 1620.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hl. Kreuz-Kap</hi>. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend.
+Qsch und 1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, <milestone unit='line' n='5'/>
+einer mit <hi rend="g">Gemälde</hi> bez. <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> 1660.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1706 vom Würzburger <hi rend="italic">Peter Zwenger</hi> in schwerem sp.
+Barock, Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert.
+&mdash; Hübsche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. <milestone unit='line' n='10'/>
+15 Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das
+vierte abgebrochen). &mdash; <hi rend="g">Mariensäule</hi> 1660 und <hi rend="g">Sebastianssäule</hi>
+1773, vortrefflich. In einem Privatgarten bmkw. steinerne
+<hi rend="g">Madonnenstatue</hi> 2. H. 14. Jh. Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi>
+mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EIBSTADT</hi> (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dorfkirchen.</hi> Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese
+Verbindung ist für das ganze Gebiet, in rom. wie in got.
+Zeit, typisch. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EICHELSDORF.</hi> Ufranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EICHSTAEDT</hi> (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p>
+<p>
+An beiden <hi rend="bold">Kirchen</hi> querrck. WTürme, in der Anlage rom. &mdash; <milestone unit='line' n='25'/>
+In beiden Reste von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EILENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus
+15. und 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Altaraufbau</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> 1684.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. 1544. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EINBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EINHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen <milestone unit='line' n='35'/>
+Tortürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EINSIEDEL.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit ausgezeichneten Flügelgemälden
+von einem Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl.
+Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter <hi rend="g">Kelch</hi> in der Art des <milestone unit='line' n='40'/>
+Freiberger Meisters <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>, 2. H. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EISENACH.</hi> Sachsen-Weimar BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai</hi>. Baugeschichte unbekannt,
+wohl E. 12. Jh. &mdash; Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel
+von Sll. und Pfll. und zwar so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt
+
+
+<pb n='98' id='i107.png'/>
+
+<!-- [P: 98] -->
+
+und schließt. Ornamentierte Kaptt. Kein Qsch., aber südl.
+am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch vier Geschosse
+8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden
+Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des
+Inneren 1894. An der NSeite das ehem. Klst. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224
+in Erfurt Fuß. 1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive
+Kirche. Sie wurde 1597 abgebrochen, 1883 in den Fundamenten
+freigelegt. Anlage rck., enorm gestreckt, 55 m l.,
+nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite Schiffe <milestone unit='line' n='10'/>
+geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dominikaner-(Prediger-)K</hi>. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236
+dem neuen Orden übergeben und schlicht got. weitergebaut.
+Anlage 2sch. Auf derben 8eck. Pfll. sehr hohe und weite
+spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk des 14. <milestone unit='line' n='15'/>
+Jh. &mdash; Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. &mdash; <hi rend="g">Grabrelief</hi>
+mit Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste
+Beispiel der Epitaphform in Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt
+jetzt das Thüringische Museum.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Markt-K. S. Georg</hi>. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert <milestone unit='line' n='20'/>
+1560 und 1598. 3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Annen-K</hi>. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal
+1634.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1692-97 von <hi rend="italic">Joh. Münzel</hi> in der Grundform
+des griech. Kreuzes. Geputzte Holzdecke. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Residenzhaus</hi>. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg.
+Portal 1559 von <hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtschloß</hi> 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner
+Festsaal; wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich
+rok. geschnitzte Pferdestände. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von
+<hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Lutherhaus</hi>. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563
+von <hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolaitor</hi> spätrom. und einige got. Stadttürme.</p>
+
+<p>
+Im <hi rend="bold">Museum</hi> einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg.
+des 15.-16. Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EISENBERG.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1494, einfacher 1sch. Bau. <milestone unit='line' n='40'/></p>
+<p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. bis auf geringe Spuren zerstört.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1579.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Hauptbau v. 1677 von <hi rend="italic">Wilh. Gundermann</hi> aus Altenburg.
+Bmkw. die Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit
+geradem Gebälk trägt 2geschossige Emporen. Stuckierung
+
+
+<pb n='99' id='i108.png'/>
+
+<!-- [P: 99] -->
+
+in vollen schweren klassizistischen Barockformen, wohl von
+Italienern ausgeführt. &mdash; <hi rend="bold">Superintendentur</hi>. Ansehnlich spätrenss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EISFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk <milestone unit='line' n='5'/>
+der südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs.
+25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche, die Gwbb. nach Brand 1632 durch
+Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im Zweifel, ob der Querschnitt
+Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit Netzgwb. Der
+im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale <milestone unit='line' n='10'/>
+in W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die
+Strebepfll. eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen
+macht sich das verschränkte Stabwerk in gehäufter Anwendung
+bemerklich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die <milestone unit='line' n='15'/>
+Pastoren Jonas † 1553 und Kindt † 1549, treffliches <hi rend="g">Sandsteinrelief</hi>.
+Die zahlreichen übrigen Gedenktafeln von
+geringem Kunstwert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt;
+der runde Haupt-Turm im Kern ma. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schulhaus</hi>. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte
+Steinfigur (»Hirt«).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Superintendentur</hi>. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EISINGEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 19. Jh. &mdash; Am Chorbg. <hi rend="g">Kruzifix</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, <milestone unit='line' n='25'/>
+der Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EISLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Andreas-K</hi>. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498)
+mit rom. und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau
+2 schlanke 8eck. Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. <milestone unit='line' n='30'/>
+Bogenfries, am 3. mit got. Gesims. Die Fenster der Sschiffe
+anscheinend frgot., was überraschenderweise auf eine schon
+frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf ungewöhnliche
+Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen
+ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des <milestone unit='line' n='35'/>
+Triumphbogens rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine
+Tür mit Eselsrücken und magerem Stabwerk, abschreckendste
+Spgot., in einen großen Seitenturm; untere Geschosse 1486,
+obere 17. Jh. &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, einer von den
+besseren, <hi rend="g">Kanzel</hi> A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor <milestone unit='line' n='40'/>
+ein auf beiden (!) Seiten bearbeiteter <hi rend="g">Grabst</hi>.; die eine
+zeigt in eingeritzter trefflicher Umrißzeichnung den Grafen
+Burkhard v. Mansfeld († 1229), die andere in äußerst rohem und
+altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem Mansfeldschen
+Wappen, ohne Umschrift; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Äbtissin Oda
+
+
+<pb n='100' id='i109.png'/>
+
+<!-- [P: 100] -->
+
+(† 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans
+Georg († 1579); der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz
+gegossene <hi rend="g">Tumba</hi> des Gf. Hoyer v. M. († 1541), der Tote,
+gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken überragt von
+4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Tumba</hi> aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist
+nicht nachweisbar. Von sonstigen <hi rend="g">Grabst</hi>. und <hi rend="g">Epit</hi>. ist
+vieles verschwunden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb.,
+kurzer Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Petri-Pauli-K</hi>. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas
+geschmückter, Netzgwb. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Annen-K</hi>. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte
+Chor 1514, das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips <milestone unit='line' n='15'/>
+um 1600. (Wiederhergestellt 1908.) Im W Mansfeldische
+Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi>
+des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung
+auf einfachem Sarkophag. Steinerne <hi rend="g">Moseskanzel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Geburtshaus Luthers,</hi> 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr <milestone unit='line' n='20'/>
+von seinem ursp. Aussehen. &mdash; <hi rend="g">Gemälde</hi> von 1569, Luthers
+letzte Ordination darstellend, mit vielen Porträts, nebst
+anderen Gemälden des 16. Jh., aus den Hallen des alten Gottesackers
+stammend.
+</p>
+
+<p>
+Besser erhalten <hi rend="bold">Luthers Sterbehaus,</hi> aus A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut
+gehörig; hoher frma. Bergfried.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Altstädtisches Rathaus</hi> 1519-1530. Die großen Fenster durch
+3 Pfosten geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der
+NOEcke ein gekrönter <hi rend="g">Kopf</hi>, nach der Abb. im Inv. zu <milestone unit='line' n='30'/>
+urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im Volksmunde <hi rend="g">Kopf
+des »Knoblauchkönigs«</hi> Herman v. Luxemburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustädtisches Rathaus</hi> mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss.
+1580.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELGERSBURG.</hi> Sachsen-Gotha LA <corr sic="Dhrdruf">Ohrdruf</corr>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt
+A. 20. Jh. von Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen
+Kunstformen weisen auf 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELGERSHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. WTurm. &mdash; <hi rend="g">Kindergrabstein</hi> 1626. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELISABETHBRUNNEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi>. Renss. 1596.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELISABETHENBURG</hi> siehe Meiningen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELLINGSHAUSEN.</hi> Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1775. Gute <hi rend="g">ikon. Grabst</hi>. der Familie v. Bose
+
+
+<pb n='101' id='i110.png'/>
+
+<!-- [P: 101] -->
+
+16. und 17. Jh. Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. &mdash; Geschnitzte
+<hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELMARSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und <milestone unit='line' n='5'/>
+malerische Baugruppe. Großer <hi rend="g">Ofen</hi> bez. 1596.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELSA.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen
+Strebepfll.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELSNIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der
+Schlacht bei T. berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem
+Chor und 1/2kr. Apsis, rck. Turm im W. &mdash; In der
+Nähe kreisrunder <hi rend="bold">Burgwall</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELSTER.</hi> K. Sachsen AH Olsnitz. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Petri-Pauli-K</hi>. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte
+Emporenbrüstungen. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1682, <hi rend="g">Altar</hi> 1737.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELSTERTREBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich
+interessantes <hi rend="g">Tympanonrelief</hi>. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1500.
+Figurierte <hi rend="g">Glocke</hi> 1460, bez. <hi rend="italic">Nik. Eysenberg</hi> von Leipzig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELSTERWERDA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. &mdash;
+12 v. Maltitzsche <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>, 9 aus 16. Jh., <milestone unit='line' n='25'/>
+die übrigen 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von
+König August II. weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher
+Behandlung. &mdash; <hi rend="g">Pestsäule</hi> 1738.
+</p>
+
+<p>
+ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1726. 3sch. kreuzgewölbte Hallenkirche in einfachen
+Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. &mdash; Ansehnlicher
+Hochaltar aus Marmor und Sandstein, <hi rend="g">Gemälde</hi> (Kreuzabnahme)
+von <hi rend="italic">Chr. W. E. Dietrich</hi> 1733 in Anlehnung an
+Rubens. Prächtige <hi rend="g">Kanzel</hi>; als Fuß (anstatt der im 16. <milestone unit='line' n='35'/>
+und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn bewegter
+Engel. Gute <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 18. Jahrh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1717, ganz schlicht. &mdash; Im ehemaligen Schloßpark
+(das Schloß abgebrannt) <hi rend="g">Sandsteingruppe</hi>, Apotheose
+eines Helden (wohl Augusts des Starken) von <hi rend="italic">Balt. Permoser</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELTERLEIN.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke;
+einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und
+Ausstattung. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> von Engeln getragen, bez.
+<hi rend="italic">Sebald Teuscher</hi> 1697.
+</p>
+
+
+<pb n='102' id='i111.png'/>
+
+<!-- [P: 102] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELTINGSHAUSEN.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., Chor und Lhs. 1745. <hi rend="g">Decken-</hi> und
+<hi rend="g">Hochaltargemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. A. Herrlein</hi> 1746, auf den
+architekturlosen Seitenaltären je 1 <hi rend="g">Holzstatue</hi>, gut rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ELTMANN.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Rest. 1835 von <hi rend="italic">Klenze</hi>, erhalten blieb der got. Chorturm
+(E. 13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). &mdash; Zierliche spätgot.
+<hi rend="g">Sakramentsnische</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Heil. Kreuz-Kap</hi>. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf
+ellipt. Gr. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhof</hi> angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet.
+Grabsteine got. und Renss.
+</p>
+
+<p>
+Im S der Stadt <hi rend="bold">Wallburg</hi> mit gut erhaltenem rundem Bergfried
+aus 12.-13. Jahrh., Zinnenkranz neu.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EMPFERTSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach, <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> von 1719.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EMTMANNSBERG.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ENGELSBERG.</hi> UFranken BA Miltenberg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kapuzinerklst</hi>. 1629.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ENGELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage mit OTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ENGENTAL.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nachgot. aus der »Juliuszeit«. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EPPRECHTSTEIN.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERBENHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert.
+<hi rend="g">Grabstein</hi> des Försters Martin Rod 1716. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERBSHAUSEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar
+gute <hi rend="g">Skulpturen</hi> aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Wagners</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERDMANNSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. wie Fremdiswalde. &mdash; Auf dem Altar <hi rend="g">Kopie</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+von <hi rend="italic">Rubens'</hi> Antwerpener Kreuzabnahme.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERFURT.</hi> Fr. Sachsen.
+</p><p>
+Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und
+Kapellen, darunter 36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung
+nach vielleicht am ältesten die kleine Bonifaziuskap. auf dem <milestone unit='line' n='40'/>
+Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter kleiner Steinbau,
+im sp. Ma. umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stifts-K. S. Marien (»Dom«).</hi> Gegr. angeblich 741. Neubau
+seit 1154. Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung
+des Chors 1349-70. Zweiter Umbau des Lhs. 1452 ff. und
+
+
+<pb n='103' id='i112.png'/>
+
+<!-- [P: 103] -->
+
+Hinzufügung der dritten Turmspitze durch Meister <hi rend="italic">Hans von
+Straßburg</hi>. Ausbesserung nach Brand 1472 durch <hi rend="italic">Hans Pfau</hi>.
+Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. &mdash; Vom rom. Bau des
+12. Jh. haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl.
+und südl. Flügel bis zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des <milestone unit='line' n='5'/>
+Chors angeordneten Türme im 1. und 2. Geschoß; im Innern
+die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme anstoßen.
+Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse
+sprom. 13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet
+worden sein). Den rom. Bau haben diese Türme stattlich <milestone unit='line' n='10'/>
+überragt, durch die späterhin eingetretene Erhöhung
+und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich als
+dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte,
+wurden sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als
+die unvergleichlich günstige Lage am Bergrande zur Schaffung <milestone unit='line' n='15'/>
+einer kräftigen Silhouette die Aufforderung gab. Dieser
+folgte <hi rend="italic">Hans v. Straßburg</hi> in der Weise, daß er die wohl schon
+vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau
+verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete.
+Der Helm brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine <milestone unit='line' n='20'/>
+Erneuerung 1850 folgt den durch alte Ansichten überlieferten
+Umrißlinien. &mdash; Der zwischen den Türmen liegende rom.
+<hi rend="g">Chor</hi> war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den Durchgang
+zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden
+viel breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, <milestone unit='line' n='25'/>
+das letzte im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten
+Haupt zusammengezogen (34 m lang, bei 88 m
+Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau des
+Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der
+späteren Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse <milestone unit='line' n='30'/>
+ausgezeichnet. Mit dem Chorbau ging die künstliche Verschiebung
+des Bergrandes durch eine auf gewaltigen offenen
+Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische
+Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und
+die notwendig gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur <milestone unit='line' n='35'/>
+Anlage einer <hi rend="g">Krypta</hi> (inschriftl. voll. 1353), dergleichen
+sonst nicht in den got. Baugewohnheiten liegt. &mdash; Die im
+15. Jh. geforderte Erweiterung des <hi rend="g">Langhauses</hi> als
+Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung erfolgen;
+da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden <milestone unit='line' n='40'/>
+sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m)
+angelegt, was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte.
+Einfache Sterngwbb. &mdash; Am <hi rend="g">Äußern</hi> ist vor allem die
+Massenverteilung und Silhouette der Ostansicht eigentümlich
+und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K. eine der
+
+
+<pb n='104' id='i113.png'/>
+
+<!-- [P: 104] -->
+
+schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters
+zeigt sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven
+Ausnutzung zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde
+Geschlechter, als in der folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen
+Idee. Die mit dem Chor nicht parallele, sondern <milestone unit='line' n='5'/>
+auf die NSeite konvergierende Richtung des Treppenaufgangs
+gab den Gedanken zu der prächtigen <hi rend="g">Torhalle</hi> auf dreieckigem
+Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden
+freiliegenden Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit
+hohen Wimpergen eingenommen; ein zweites, mit je einem <milestone unit='line' n='10'/>
+Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück. Die Formen
+sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas
+älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest.
+von 1868 über jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer,
+während der Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, <milestone unit='line' n='15'/>
+niedriger gelegt wurde. Neu ist auch der obere Abschluß
+der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den spgot. Bau
+nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem
+got. Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Kreuzgang und Stiftsgebäude</hi>. OFlügel: spgot. <milestone unit='line' n='20'/>
+2sch. Halle, die dem Hof zugekehrte Seite in sprom. Formen
+mit einzelnen gotischen; diese überwiegen bereits am letzten
+Fenster; nach außen gegen die Terrasse springt die 1451 gest.
+Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm das
+Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen <milestone unit='line' n='25'/>
+Decke dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der
+Universität zu Promotionen und sonstigen Festlichkeiten
+diente; jetzt sehr verwahrlost. Der W- und SFlügel entsprechen
+der fortschreitenden got. Stilentwicklung; mit Ausnahme des
+nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite <milestone unit='line' n='30'/>
+gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle
+Gebäude haben durch den Brand 1472, sodann durch spätere
+Veränderungen gelitten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. Durch die Rest, des 19. Jh.
+von ihren »stilwidrigen« Elementen befreit. &mdash; Prachtvolles <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Chorgestühl</hi> bez. 1469, 1484. <hi rend="g">Hochaltar</hi> mächtiger
+Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter <hi rend="g">Flügelaltar</hi>,
+in der Mitte die Einhornjagd. &mdash; Mitten im Chor
+lebensgroße bronzene <hi rend="g">Leuchterfigur</hi>, bekleidet, von starrster
+Bildung bei sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung <milestone unit='line' n='40'/>
+von Zeit und Ort der Entstehung nicht zu geben.
+Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg. <hi rend="g">Glasgemälde</hi> im
+Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die Thüringen
+besitzt. &mdash; An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr
+Inhalt aus Altem und Neuem gemischt. Besonders <reg orig='merk-|würdig'>merkwürdig</reg>'>
+<pb n='105' id='i114.png'/>
+<!-- [P: 105] -->
+ein bogenförmiger rom. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Stuck,
+an der Stirnseite Christus und die heil. Eoban und Adolar,
+darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische
+Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den
+Knien, archäische Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. <milestone unit='line' n='5'/>
+Es ist möglich, daß die Madonna nicht ursp.
+für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die Reliefs
+der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere
+Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. &mdash; An entsprechender
+Wand des südl. Qsch. <hi rend="g">Sakramentshaus</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+von <hi rend="italic">Hans Friedemann</hi> 1560, trefflich aufgebaut, doch schwach,
+wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister der Erfurter
+Sprenss., in der Figurenplastik. <hi rend="g">Holzrelief</hi> der Beweinung
+E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um
+1400. &mdash; Im südl. Ssch. eiserner <hi rend="g">Leuchter</hi> mit Schmerzensmann <milestone unit='line' n='15'/>
+um 1450. Links vom WEingang Taufstein mit großem
+phantastischem Überbau von <hi rend="italic">Hieronymus Preißer</hi> 1587.
+An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene <hi rend="g">Tafelgemälde</hi>
+um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen <milestone unit='line' n='20'/>
+mit zwei Frauen (wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa
+zwei Jahrzehnte später). Epitaph des Joh. v. Allenblumen
+† 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit Eleganz repräsentierend.
+Bronzeepitaph des Henning Göden von <hi rend="italic">P. Vischer</hi>
+1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative <milestone unit='line' n='25'/>
+Steinepitaphe der Familien v. Herstall von <hi rend="italic">H. Friedemann
+d. J</hi>. und v. d. Weser von <hi rend="italic">Enders Gutschell</hi> 1576. &mdash; Wichtig
+ist der Dom durch eine größere Reihe von <hi rend="g">bronzenen
+Grabplatten</hi> (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang
+junger Geistlicher, schöne flandrische Gravierung <milestone unit='line' n='30'/>
+um 1350. Als älteste einheimische Arbeit bmkw. Herm.
+Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt † 1451, ausgeführt
+nach 1472 in der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt in Nürnberg; desgl.
+Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh.
+v. Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte <milestone unit='line' n='35'/>
+(Halbfigur) von strahlender Renaissanceschönheit, wird als
+ein Werk <hi rend="italic">Hermann Vischers d. J.</hi> anzusehen sein. &mdash; Gegossene
+Bronzeplatten Erfurter Ursprunges: Eoban Ziegler
+1561 (von <hi rend="italic">Eckhard Kücher</hi>) und G. Oland 1597 (von <hi rend="italic">Melchior
+Möhring</hi>). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. <milestone unit='line' n='40'/>
+Breitenbach † 1579 von <hi rend="italic">Friedemann d. <corr sic="A">Ä</corr>.</hi></p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Skulpturen am Äußeren</hi>. Am reichsten ausgestattet
+die beiden Portale am Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren,
+Apostel, kluge und törichte Jungfrauen, Ecclesia und
+Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre älteren
+<pb n='106' id='i115.png'/>
+<!-- [P: 106] -->
+Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit
+niedriger. Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens
+Rechtfertigung, außen Kreuzigung. An den Chorpfeilern
+3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus A. 15.
+Jh. mit dem Zeichen <hi rend="italic">i</hi> eines damals in Erfurt vielbeschäftigten <milestone unit='line' n='5'/>
+Meisters.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Im Dommuseum</hi>. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte
+sprom. Ampel für 12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste
+E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh. »<hi rend="g">Kasel</hi> der hl. Elisabeth«
+E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf Leinwand E. 13. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei Reste
+von Holzplastiken und Malerei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">In der Domkurie</hi>. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420.
+3 Tafeln mit männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung
+ca. 1490. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Collegiat-K. S. Severi</hi>. Erste Nennung 836. Auf Neubau
+deutende Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um
+1450. &mdash; Anlage und Einzelheiten enthalten manches Eigentümliche.
+Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche kommt
+der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum <milestone unit='line' n='20'/>
+Ausdruck. Das erste und letzte Joch breiter als die übrigen;
+man ist hierbei von einem ehemaligen Qsch. ausgegangen,
+das an dem großen Rosenfenster der NSeite noch
+zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen
+Vorbild im O. später um einen dritten mittleren vermehrt; <milestone unit='line' n='25'/>
+schlanke hölzerne Helme. Bei schlichtester Einzelbildung
+wird durch bloße Linien und Massen ein echt künstlerischer
+Eindruck erreicht. &mdash; Im Chor <hi rend="g">Sediliennische</hi> um
+1300. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1467, überstiegen von einem dreiseitigen
+mit der Spitze bis zum Gewölbe hinanreichenden <milestone unit='line' n='30'/>
+Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur erinnernd, höchster
+Handwerkstriumph in der Bewältigung des Steinmaterials.
+&mdash; Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Hans Friedemann d. Ä.</hi> 1576. &mdash;
+<hi rend="g">Orgelbau</hi> in großzügigem Barock. &mdash; Im südl. Ssch. gemalter
+<hi rend="g">Flügelaltar</hi> von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule <milestone unit='line' n='35'/>
+des Peter von Mainz«). &mdash; In der Blasiuskap. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+um 1500, bedeutend, doch sehr verrestauriert. &mdash; Die Kirche ist
+reich an bmkw. Steinplastik. <hi rend="g">Denkmal des hl. Severus,</hi>
+um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472)
+auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen <milestone unit='line' n='40'/>
+aus dem Leben des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar
+im nördl. Qsch. einverleibt; die vierte mit der Anbetung
+der Könige jetzt im südl. Ssch. (fast genaue Wiederholung
+derselben Komposition am WPortal der Nürnberger Lorenzkirche).
+Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus
+
+
+<pb n='107' id='i116.png'/>
+
+<!-- [P: 107] -->
+
+zwischen Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in
+der Qualität den Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern
+nicht unbedingt überzeugend dem sog. <hi rend="italic">Meister der
+Barfüßer-K.</hi> zugeschrieben. &mdash; Feine <hi rend="g">Madonna</hi> am Chorbogen
+um 1370-80 von <hi rend="italic">Joh. Gehart</hi>; von demselben Johannes d. T. <milestone unit='line' n='5'/>
+und Katharina. &mdash; Im Chor Alabasterrelief des <hi rend="g">hl. Michael</hi>
+bez. 1467, künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der
+Zeit schwer einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister
+des Taufsteines. &mdash; Die <hi rend="g">Madonna am NPortal</hi> ist älter als
+dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit um 1370. Bedeutend <milestone unit='line' n='10'/>
+der daneben befindliche große <hi rend="g">Crucifixus</hi>, um 1500.</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schotten-Klst.-K. S. Jakob.</hi> Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen.
+Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so
+weiten Abstand, daß ausgebrochene Zwischenstützen, wohl
+Sll., vermutet werden müssen. Die ursp. Flachdecke durch <milestone unit='line' n='15'/>
+Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade (1772).
+Got. Turm mit welscher Haube. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> des Walter
+v. Glizberg und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem
+Relief auf vertieftem Grunde, Behandlung sorgfältig aber
+wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch später?). Gute <hi rend="g">Holzmadonna</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Prediger-K</hi>. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht
+von 1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude
+bezogen werden; dieses beg. 1308. &mdash; Sehr lang gestreckte,
+querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m, geteilt in 15 Joche <milestone unit='line' n='25'/>
+von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen platt (mit
+Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche
+von der Laienkirche durch eine Schranke und einen
+späteren Lettner (1410) geschieden. Das Msch. scheint in
+Absicht auf flache Decke begonnen zu sein; die Hochwand <milestone unit='line' n='30'/>
+hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf vorgekragte
+kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal
+des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme
+am Chor eine jüngere Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen,
+das Kapitelhaus erhalten. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Hochaltar</hi>; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit;
+Retabulum, große in 5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des
+figürlichen Schmucks, wohl Gemälde, beraubt und verstellt
+durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der bedeutendste
+Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut <milestone unit='line' n='40'/>
+ähnlich«, überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein
+steinerner Zierbau in Laternenform, 5seitig auf schlankem
+Fuß, hinten mit einer steinernen Wand verwachsen und
+durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>;
+in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden
+<pb n='108' id='i117.png'/>
+
+<!-- [P: 108] -->
+
+gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne
+Umrahmung für einen <hi rend="g">Celebrantensitz</hi> älter
+ist; in der Nische gutes <hi rend="g">Fresko</hi>, etwa M. 14. Jh. &mdash; In
+die innere Schranke eingelassen ein <hi rend="g">Tafelbild</hi>, figurenreiche
+Kreuzigung, nach M. 14. Jh. &mdash; Im Chor <hi rend="g">Marienstatue</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+um 1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch
+die delikate Behandlung. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi>. Dieser Zweig
+der Plastik ist in Erfurt, vgl. auch die übrigen Kirchen, reich
+und gut vertreten und läßt u. a. die Entstehung des Epitaphs
+neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die beiden Typen <milestone unit='line' n='10'/>
+noch nicht deutlich gesondert am <hi rend="g">Ehegrabstein</hi> des
+Rudolf Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes
+Beispiel gotischer Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v.
+Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend in Profilansicht,
+die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief, Bemalung <milestone unit='line' n='15'/>
+neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls
+kniend und mit Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden.
+Gottschalk Legat † 1422, Epitaphform, Mann
+und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem
+Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche <milestone unit='line' n='20'/>
+Anordnung. Über dem SEingang Gethsemanerelief bez. 1484;
+der Künstler <hi rend="italic">Joh. Wydemann</hi> zugleich Donator; sein Stil
+von Nürnberg abhängig. <hi rend="g">Wandepitaph</hi> für Paul Mues
+von <hi rend="italic">Friedemann d. Ä.</hi> 1579. <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des
+Superintendenten Aurifaber † 1575. Großes <hi rend="g">Steinepitaph</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit eines Unbekannten.
+<hi rend="g">Bildnisepitaph</hi> des Kriegsrats Burchard
+† 1632, Von derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl.
+Epit. Mohr in der Barfüßer-K.). &mdash; Prächtige <hi rend="g">Abendmahlskanne</hi>
+1618 von <hi rend="italic">Erasmus Wagner</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Barfüßer-K</hi>. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige
+K. voll. 1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor
+hinzugefügt; Einwölbung des Lhs. A. 15. Jh. &mdash; Querschifflos.
+Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit gestellt, auf je 1 von ihnen
+fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb. auf abwechselnd <milestone unit='line' n='35'/>
+kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde reichenden
+Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl.
+einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche,
+ganze L. 78. Formencharakter von edler Einfachheit, weniger
+herb als in der Prediger-K. Der in der zweiten Bauperiode <milestone unit='line' n='40'/>
+hinzugefügte Turm in verwegener Übereckstellung über dem
+letzten Joch des nördl. Ssch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur
+falsch zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich
+noch nicht genügend gewürdigten Gemälde
+
+
+<pb n='109' id='i118.png'/>
+
+<!-- [P: 109] -->
+
+nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber nicht
+notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. &mdash; Im südl.
+Ssch. reiche <hi rend="g">Schlußsteine</hi> mit dem Zeichen <hi rend="italic">i</hi> (vgl.
+Epit. Legat in der Prediger-K. und Chorstatuen am Dom).
+&mdash; <hi rend="g">Chorstühle</hi> um 1325-50 sehr einfach. &mdash; <hi rend="g">Grabmäler</hi>: <milestone unit='line' n='5'/>
+in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor
+Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba;
+vorzügliche Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten
+Seite zeigt; Saalfeldsche Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.;
+Margarete v. Mila 1494, dem Gegenstand nach, <milestone unit='line' n='10'/>
+Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen Form
+nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen
+† 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«)
+wie der Grabstein der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung
+durchaus statuarisch. Grabstein Berld v. Vitztum 1478. <milestone unit='line' n='15'/>
+Epit. Balth. Hirschbach 1583 von <hi rend="italic">H. Friedemann d. Ä.</hi> Epit.
+Nacke 1587. Epit. <hi rend="g">Mohr</hi> 1626. &mdash; <hi rend="g">Gemälde</hi>: in der Saalfeld-Kap.
+Flügelaltar A. 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Abendmahlskannen</hi>
+von <hi rend="italic">Erasmus Wagner</hi> 1621 und <hi rend="italic">Andr. Jörg</hi> 1679.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Regler-K.</hi> (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. <milestone unit='line' n='20'/>
+Bau die 2türmige WFassade (alt indes nur der südl. Turm).
+Ganz schlichte Anlage. Unvollständige Flachdeckbasilika;
+das nördl. Ssch. zum Kreuzgang geschlagen, darüber eine
+gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore. Gestreckter
+platt geschlossener Chor. &mdash; Großes doppelflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.;
+früher irrig <hi rend="italic">Wolgemut</hi> zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern
+(an Außentafeln, Innentafeln und Predella drei
+verschiedene Hände). An der Außenwand und sehr verwittert:
+<hi rend="g">Epitaph</hi> des Heinrich Frimar 1417, Kreuzigungsgruppe, darunter <milestone unit='line' n='30'/>
+2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers).
+1289-1325; 1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika
+mit sehr hohen Ssch. erweitert, dazu langgestreckter Chor;
+in allen Teilen Holzdecke. Der 8eckige Turm sitzt über einem <milestone unit='line' n='35'/>
+Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut, von einem Nachfolger
+des <hi rend="italic">Meisters i.</hi> &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang</hi> aus 15. Jh. Über
+dem NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die
+<hi rend="g">Lutherzelle</hi> nach Brand 1872 erneuert.
+</p>
+
+<p>
+Im Innern der K. die Steinumrahmung eines <hi rend="g">Levitensitzes</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+A. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> im Chor 2 H.
+14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Adelheid v. Amera † 1298,
+gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung.
+<hi rend="g">Grabst</hi>. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und
+Ludwig v. Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v.
+
+
+<pb n='110' id='i119.png'/>
+
+<!-- [P: 110] -->
+
+Frimar † 1354, alle drei ausgeführt ca. 1370-80 von derselben,
+geschmackvoll und eigentümlich arbeitenden Hand (Meister
+der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v. Meiningen † 1382
+(Art des <hi rend="italic">Joh. Gehart</hi>); Theodor Brun † 1462 (vom Meister
+des hl. Michael in S. Severi??). <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ursulinerinnen-K</hi>. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem
+später ein nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen
+mit 3 hohen Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb.
+mit hübschem leichtem Rokokoornament. Über dem
+Eingang <hi rend="g">Steinrelief</hi> mit der Anbetung der Könige. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+Zahlreiche Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung
+1313-1445, mit reliefierter 1436-1540. Hochaltar mit gemalten
+Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem Nebenaltar
+<hi rend="g">Pietas</hi> (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß,
+im Klst. Ebendort <hi rend="g">Wandteppiche</hi> aus 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kaufmanns-K</hi>. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch.
+rom., Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors
+erneuert, der nördl. 1684, der südl. 1859. &mdash; Taufstein 15. Jh.
+mit 7 sitzenden Prophetenfigg. &mdash; Gut kennen zu lernen die
+Erfurter Renaissancemeister <hi rend="italic">Friedemann</hi> Vater und Sohn: <milestone unit='line' n='20'/>
+Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau
+1585, v. d. Sachsen 1592.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Allerheiligen-K</hi>. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller
+Weise der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh.
+&mdash; Hochaltar 1757. Pietas E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter <milestone unit='line' n='25'/>
+Zeichnung 1381, 1405, mit Relief 1418, 1422, 1536;
+des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von
+<hi rend="italic">Friedemann d. J.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Martins-K</hi>. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303
+1sch. Langhaus 1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. <milestone unit='line' n='30'/>
+&mdash; <hi rend="g">Ausstattung</hi> bar. <hi rend="g">Monstranz</hi> von <hi rend="italic">C. X.
+Stipeldey</hi> in Augsburg 1780.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Michaelis-K</hi>. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot.
+Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau.
+&mdash; <hi rend="g">Crucifixus</hi> 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="italic">i</hi>, des tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh.
+Im Innern und auf dem kleinen Friedhof <hi rend="g">Grabmäler</hi> von Renss.
+bis Klassizismus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-Kap</hi>. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Andreas-K</hi>. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. &mdash; Über <milestone unit='line' n='40'/>
+dem Haupteingang <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> um 1730 (zu vgl. mit
+dem Severisarkophag). Sandsteingruppe der <hi rend="g">Beweinung</hi>
+ca. 1430-40 von einem Nachfolger des Meisters <hi rend="italic">i</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. des großen Hospitals</hi>. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit
+3seit. Schluß. &mdash; <hi rend="g">Epit</hi>. Ziegler 1462, tüchtig.
+</p>
+
+
+<pb n='111' id='i120.png'/>
+
+<!-- [P: 111] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. des kleinen Hospitals</hi>. <hi rend="g">Gedenkstein</hi> der Stifter, der
+Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von
+Leubingen, ca. 1420-30.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Thomas-K</hi>. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> M. 15. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wigperti-K</hi>. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. &mdash; An der
+WFront 3 Statuen um 1430, handwerklich. Besser eine
+<hi rend="g">Madonna</hi> um 1450. Im Kreuzgang <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi>
+aus der Nachfolge des Meisters <hi rend="italic">i</hi>. &mdash; Sakristei mit guter
+SpRenss.-Einrichtung. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neuwerks-K</hi>. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh.
+&mdash; Außen <hi rend="g">Madonna</hi> um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt,
+als das meiste dieser Zeit (nicht von <hi rend="italic">Joh. Gerhart</hi>). Eine
+zweite im Innern um 1400. Ziemlich prächtiger <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Lorenz-K</hi>. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh.
+&mdash; Am SPortal <hi rend="g">Sandsteinstatue</hi> des hl. Wenzel um 1450.
+Außen neben dem Eingang <hi rend="g">Epit. Buseloyben</hi> um 1430, an
+der SWand <hi rend="g">Epit. Salfeld</hi> 1405. Im Innern Epit. der <hi rend="g">Gebr.
+Eberbach</hi> 1581 von <hi rend="italic">Friedemann d. Ä.</hi> &mdash; Die Holzskulpturen <milestone unit='line' n='20'/>
+der modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Egidien-K</hi>. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung.
+Jetzt zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand
+zeigt kirchliche Bauformen. Unter der K. Durchfahrt
+vom Wenigenmarkt zu der einst befestigten Krämerbrücke. <milestone unit='line' n='25'/>
+Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen haben sich
+die Türme erhalten:
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm</hi>
+(mit <hi rend="g">Ölbergrelief</hi> vom E. 15. Jh.), <hi rend="bold">Pauls-Turm,
+Georgen-Turm</hi>. Durchweg einfache spgot. Bauten. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Rathaus<corr sic=''>.</corr></hi> Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen;
+Einzelheiten im städtischen Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Alte Universität</hi> (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite
+nach der Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im
+Innern und an Nebengebäuden vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. <milestone unit='line' n='35'/>
+&mdash; Die sehr konservativ gesinnte Körperschaft hat
+die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der
+Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng
+symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß
+des neuen Stils erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige <milestone unit='line' n='40'/>
+Front hat 7 Achsen. Das große Tor in der Mitte ist ein Prunkstück
+geometrischer Künstelei. An den Doppelfenstern des
+Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß- und
+Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig
+rck.; an der Schmalseite verändertes System; der alte
+
+
+<pb n='112' id='i121.png'/>
+
+<!-- [P: 112] -->
+
+Giebel im 17. Jh. durch einen Halbwalm ersetzt. Das Auditorium
+maximum »möglichst im Anschluß an die frühere Form« wiederhergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Collegium Saxonicum</hi> in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener
+FrRen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> <hi rend="g">Haus zum Rebstock</hi> (Futterstr. 2)
+1447. In einer Nische des dritten Stockes feine gleichzeitige
+<hi rend="g">Madonna</hi>. Der spgot. Bau noch in wesentlichen Zügen
+erhalten. &mdash; <hi rend="g">Haus zum roten Stern</hi> (Allerheiligengasse
+11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. &mdash;
+<hi rend="g">Haus zur hohen Lilie</hi> (Friedrich-Wilhelmsplatz)
+1538. Feine frühe Renss. &mdash; <hi rend="g">Haus zum Greifenstein</hi>
+(Michaelisstr. 48). 1549. &mdash; <hi rend="g">Haus zum goldenen
+Rade</hi> (Marktstr. 50) 1554. &mdash; <hi rend="g">Haus zum goldenen
+Hecht</hi> (Anger 37) 1557. Typisches Portal mit Sitznischen <milestone unit='line' n='15'/>
+am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden <hi rend="italic">Hans Friedemann</hi>.
+&mdash; <hi rend="g">Haus zum roten Ochsen</hi> (Fischmarkt 7)
+1562. Im 1. und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß
+Fenster mit gotisierenden Gewänden; am Zwerchgiebel
+wieder Ordnungen. &mdash; <hi rend="g">Haus zum breiten Heerd</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von <hi rend="italic">Hans Friedemann d. Ä.</hi>
+Die Ordnungen gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges,
+an Heidelberg erinnerndes Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.;
+im Obergeschoß mächtiger Hausflur; Wendeltreppe. Die
+Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. &mdash; <hi rend="g">Haus <milestone unit='line' n='25'/>
+zum großen Christoph</hi> (Regierungsstr. 62). Altes
+Gasthaus. 1605. &mdash; <hi rend="g">Haus zum Stockfisch</hi> (Johannisstr. 169)
+1607. Langbau, die Giebel über den Brandmauern.
+Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und ornamentierter
+Quadern, nach niederländischer Art. &mdash; <hi rend="g">Haus <milestone unit='line' n='30'/>
+zum Mohrenkopf</hi> (Johannisstr. 168) 1610,
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. Regierung,</hi> ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte
+Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts
+Patrizierhaus der Renss. »zum stolzen Knecht«
+mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und linker Flügel unter <milestone unit='line' n='35'/>
+Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den
+Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister
+(<hi rend="italic">M. v. Welsch?</hi> <hi rend="italic">M. Dreysigmark?</hi>). Schöner Festsaal in maßvollem
+Spätbarock, die Stuckaturen von <hi rend="italic">August Gröninger</hi> aus
+der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die Plafondmalerei <milestone unit='line' n='40'/>
+schwach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. Haupt-Steueramt</hi> 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb.
+von Mainz und B. von Bamberg.
+</p>
+
+<p>
+Auf dem Fischmarkt <hi rend="bold">Roland</hi> als römischer Krieger, 1691 von
+<hi rend="italic">Israel v. d. Milla</hi>, einem niederländischen (?) Italisten, der
+
+
+<pb n='113' id='i122.png'/>
+
+<!-- [P: 113] -->
+
+Kopf nach dem Moses Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und
+Eichenstr. <hi rend="bold">Neptun</hi> von einem ehemaligen Brunnen
+um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERLABRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte <milestone unit='line' n='5'/>
+Flachdecke, Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale.
+&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> aus der Erbauungszeit. &mdash;
+<hi rend="g">Bildstock</hi> 1601, gotisierend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERLACH.</hi> UFranken B A Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got., im 18. Jh. verändert. &mdash; 7 adlige <hi rend="g">Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+(meist Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493).
+<hi rend="g">Bronzeplatte</hi> mit Inschr. und Wappen (Hauschild von
+Hirschau).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche
+Renss.Laube 1545. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERLAU.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger
+Durchbildung. Das 4flügelige <hi rend="g">Altarwerk</hi> (aus der Rochlitzer
+Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A.
+16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERMLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus;
+keine Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERMSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger <milestone unit='line' n='25'/>
+rom. OTürme. &mdash; <hi rend="g">Grabst</hi>. 1561, 1602.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESCHDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>
+1524. Gemaltes <hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. 1588.
+C G (<hi rend="italic">Christoph Grohmann?</hi>).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESCHEFELD.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. &mdash; Spgot. <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln.
+<hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESCHENSTRUTH.</hi> Kr Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau
+erhalten, am besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang <milestone unit='line' n='40'/>
+ins Schiff. Im Fenster des schon ursp. rck. Chores kleines
+spgot. <hi rend="g">Glasgemälde</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESCHWEGE.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Markt-K. S. Dionys.</hi> Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh.
+&mdash; Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte
+
+
+<pb n='114' id='i123.png'/>
+
+<!-- [P: 114] -->
+
+rund mit 4 Diensten, nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg.
+des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher als die Scheidbgg. WTurm
+einspringend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustädter S. Katharinen-K</hi>. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521,
+Turm 1374 mit neugot. Aufbau. &mdash; Hallenkirche von 4 Jochen, <milestone unit='line' n='5'/>
+Schafte rund mit 4 Diensten und Laubkaptt., welche sich
+auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1589 mit 3 Reliefs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Nicolaus-Turm</hi>. 1455, Zopfdach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schwarzer Turm</hi>. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei. <milestone unit='line' n='10'/>
+Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg.
+Fenstern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospitals-K. S. Elisabeth</hi>. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die
+südl. Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ballhaus</hi>. 1578.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESPENFELD.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.
+<milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESPERSTADT.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und
+vermauerter Rundbogentür. Umbau 1612.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESSELBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. &mdash; <hi rend="g">Holzfig</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+St. Barbara aus <hi rend="italic">Riemenschneiders Werkstätte</hi>. &mdash; Spgot.
+<hi rend="g">Glocken</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESSFELD.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm,
+13. Jh., bar. Haubendach. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ESTENFELD.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom.
+Bar. Portal 1690. Stuckdecke um 1720. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+E. 18. Jh. mit Gemälde von <hi rend="italic">Bolsterer</hi> 1708. Reiche <hi rend="g">Kanzel</hi>
+von <hi rend="italic">J. G. Moritz</hi> 1753. <hi rend="g">Marienstatue</hi>, Holz, 1. H. <milestone unit='line' n='35'/>
+14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hof des Karthäuserklst</hi>. Engelgarten 1668. &mdash; An den Straßen
+der nächsten Umgebung zahlreiche (9) <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ETTENHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ETTERSBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+In der modernen <hi rend="bold">K.</hi> <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> des Ludwig
+von Blankenhain und seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte
+aus der Klosterkirche Oberweimar hierher verschleppt sein).</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> ganz einfach.
+</p>
+
+
+<pb n='115' id='i124.png'/>
+
+<!-- [P: 115] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ETTLEBEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dorf-Brunnen</hi>. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen
+mit Kuppel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ETWASHAUSEN.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke <hi rend="italic">Balthasar
+Neumanns.</hi> Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm;
+das Mittel in den Winkeln durch Kreissegmente erweitert;
+nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4 Paar gekuppelter
+dorischer Säulen, durch einen Durchgang von <milestone unit='line' n='10'/>
+der Wand getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche
+voll perspektivischen Reizes. Sie ist undekoriert geblieben.
+Die Kuppel ganz flach und durch Stichkappen von den Kreuzarmen
+her zerschnitten. Nicht glücklich, wie öfters bei Neumann,
+die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm, <milestone unit='line' n='15'/>
+neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EUERBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kath. Dorf-K</hi>. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Prot. Dorf-K</hi>. Chor und Turm spgot. Verschiedene <hi rend="g">Renss.-Epitaphe</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EUERDORF.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872
+stark erneuert. Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi> in der Richtung
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; der Salvator ähnlich dem in Bibelried. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EUERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung.
+Der isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung,
+umgebaut E. 16. Jh., Juliuswappen. &mdash;
+<hi rend="g">Glocke</hi> 13.-14. Jh. <milestone unit='line' n='30] [L:30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EUSSENHAUSEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am
+Turm eingemauert interessante frgot. sitzende <hi rend="g">Madonna</hi>
+(stark beschädigt). Hinter dem Hochaltar Reste von <hi rend="g">Wandmalereien</hi>
+aus 1. H. 15. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EUSSENHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Pietas</hi> um 1500. &mdash;
+Vor der K. großer, reicher steinerner <hi rend="g">Prozessionsaltar</hi>
+A. 17. Jh.
+ <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="bold">Kellerei</hi>. Charaktervoller Bau von 1638.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EYBA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Edelhof</hi> der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen
+dieser Art aus dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).
+</p>
+
+
+<pb n='116' id='i125.png'/>
+
+<!-- [P: 116] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EYERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit
+WTurm. Elegante gleichzeitige Einrichtung. <hi rend="g">Deckenbild</hi>
+(Huldigung der hl. 3 Könige) von <hi rend="italic">Gg. Anton Urlaub</hi> 1753
+(1909 restaur.). <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>EYRICHSHOF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und
+1883), 2flügelig mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt
+sich ein Rokokoflügel (um 1730) an. Inmitten eines prächtigen
+Parkes. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Einrichtung</hi>: besonders gute <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="g">Renss. Schränke</hi> (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische
+<hi rend="g">Porzellansammlung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloßkap.</hi> Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. &mdash;
+Zinnerne <hi rend="g">Taufschüssel</hi>, schön sprenss.
+</p>
+</div>
+
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>F</title></head>
+<p>
+ <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FAHR.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Auf dem Friedhof bmkw. <hi rend="bold">Kreuzigungsgruppe</hi>, Sandstein,
+3/4 lebensgroß, ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben
+(wie das bei handwerklichen Arbeiten oft vorkommt)
+auf der Stilstufe von 1400. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FÄHRBRÜCK.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt</hi>. 1686-98. Kraftvoller
+Bar. Bau in der Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb.,
+gute Außenarchitektur. Turm im NO. <hi rend="g">Ausstattung</hi>
+aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Blatt</hi> des Hochaltars von <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="italic">O. Onghers</hi> 1695. Große <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, von <hi rend="italic">P. Wagner</hi>
+1798.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FALKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor
+frgot. [Eine rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.] <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+Das <hi rend="bold">»Schlößchen«</hi> von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches
+Gerichtshaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FALKENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Homburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. War 1250 schon vorhanden. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FALKENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. &mdash; 6 <hi rend="g">Grabmäler</hi> 1579-1725.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FALKENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen <milestone unit='line' n='40'/>
+aus 16. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='117' id='i126.png'/>
+
+<!-- [P: 117] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FAMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im
+spgot. Langhaus Emporen und bemalte Decke. 1778. &mdash;
+<hi rend="g">Kanzel und Altar</hi> 1617, 1623, Holz, in guter SpRenss.
+</p>
+
+<p>
+FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1667. Gute <hi rend="g">Schnitzbilder</hi> von ehemaligen
+Altären um 1508.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FASANERIE.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die
+im klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales <milestone unit='line' n='10'/>
+und einzelner Zimmer mit den alten Tapeten und den auf
+die Wände geklebten allegorischen Bildern, auch einzelnen
+charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit, großenteils
+unversehrt erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FECHENBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1732. Am <hi rend="g">Pfarrhof</hi> Sandsteinfig. der Madonna
+um 1400.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine Kollenburg</hi>. Ziemlich gut erhaltene, typische
+Renss. Anlage mit älteren Resten, an der SSeite des Palas
+rom. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FECHHEIM.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm
+steht zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs.
+(Emporensaal) von 1702. &mdash; 3teiliges <hi rend="g">Altargemälde</hi> bez.
+1480, sehr rest. &mdash; Befestigter <hi rend="g">Kirchhof</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FEILITSCH.</hi> OFranken BA Hof.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1747.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FELDECK</hi> siehe Dietlas.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FELSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kirchhofs-Kap.</hi> Rom. und spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit hohem Rund-Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FILKE.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Mauerschedel.</hi> Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung.
+Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten <milestone unit='line' n='35'/>
+Gaden. Kirchenruine rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FINDELBERG.</hi> UFranken B A Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> 1570, 1672, 1780.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FISCHBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle <milestone unit='line' n='40'/>
+von 1756 mit hübscher Außengliederung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FLADUNGEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung
+aus M. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.
+</p>
+
+
+<pb n='118' id='i127.png'/>
+
+<!-- [P: 118] -->
+
+<p>
+Gut erhaltene <hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit starken Türmen, interessant
+die auf den Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore
+abgebrochen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FLEMMINGEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. <milestone unit='line' n='5'/>
+Chor-Turm; Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom.
+Portal um 1200. Im <hi rend="g">Tympanon</hi> 2 Quadranten mit
+stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit senkrechter
+Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FLEMMINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
+Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>
+1739.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FLÖHA.</hi> K. Sachsen AHauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1741 (rest. 1880). &mdash; Altar mit bmkw. Gemälden <milestone unit='line' n='15'/>
+um 1525, verwandt dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FORCHHEIM.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719 von <hi rend="italic">George Bähr</hi> und <hi rend="italic">Fehre</hi>, zentrale Anlage
+ähnlich der K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch
+aus der Erbauungszeit. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1725, reiche, tüchtige <milestone unit='line' n='20'/>
+Arbeit. Altar mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Butzäus</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Einfacher Bau von 1558.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FORCHHEIM.</hi> OFranken BAmtstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Martins-K</hi>. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift.
+&mdash; 3sch. Halle mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, <milestone unit='line' n='25'/>
+Sschiffe und Chor Rippengwbb., die 1720 durch <hi rend="italic">J.
+Vogel</hi> aus Bamberg stuckiert wurden. Im S Reste eines rom.
+Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
+Haube von 1669. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1696 von <hi rend="italic">Neuner</hi>, 1837
+verändert; <hi rend="g">Apostelaltar</hi> 18. Jh., Gemälde von <hi rend="italic">Oswald <milestone unit='line' n='30'/>
+Onghers,</hi> Skulpturen von <hi rend="italic">Goldwitzer</hi>. &mdash; An den Pfll. des
+Msch. 8 <hi rend="g">Gemälde</hi> auf Holz in der Richtung <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>,
+vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin; 3 <hi rend="g">Gemälde</hi>
+(Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten
+Hochaltar. &mdash; <hi rend="g">Skulpturen</hi>. Im <hi rend="g">Inneren</hi>: Im Msch. <milestone unit='line' n='35'/>
+und Chor 12 <hi rend="g">Apostel</hi>, Holz, aus E. 15. Jh., doch nur in
+einem entfernteren Sinn der Schule des <hi rend="italic">Veit Stoß</hi> zuzurechnen.
+In der Marien-Kap. <hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, recht tüchtige Arbeit
+des frühen 16. Jh. <hi rend="g">Derselbe</hi> Gegenstand in veränderter,
+dem Schönheitsideal des Klassizismus besser zusagender <milestone unit='line' n='40'/>
+Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar vom bambergischen
+Hofbildhauer <hi rend="italic">Kamm</hi> 1786. Sehr interessant das 8figurige
+Relief in Lindenholz mit dem <hi rend="g">Abschied Christi von
+seiner Mutter</hi>, nach 1520 von einem guten, noch nicht
+näher festgestellten Nürnberger Künstler mit Erinnerungen
+
+
+<pb n='119' id='i128.png'/>
+
+<!-- [P: 119] -->
+
+an <hi rend="italic">Stoß</hi> und <hi rend="italic">Dürer</hi>. <hi rend="g">Epitaphe</hi> des Ph. v. Egloffstein 1558 von
+<hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590
+von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> in Bamberg. Am <hi rend="g">Äußeren</hi>: Neben dem
+WPortal Martin und Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh.,
+am Chor Kolossalfigur Christi 14. Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., <milestone unit='line' n='5'/>
+recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh. im gewöhnlichen
+Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige Gewandung
+die Durchschnitts-Ölberge überragend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marien-Kap</hi>. soll von <hi rend="italic">Otto v. Bamberg</hi> A. 12. Jh. erbaut sein;
+rom. Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter <milestone unit='line' n='10'/>
+Raum, jetzt mit Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar
+spgot. <hi rend="g">Skulpturen</hi>. <hi rend="g">Ölberg</hi> von Ton M. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert.
+5 <hi rend="g">Tafelgemälde</hi> der Nürnberger Schule E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. 1690. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus
+rom. Zeit das an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk.
+1353-63 als Bischöfl. Bambergische Residenz hergestellt;
+noch öfters umgestaltet; 4geschossiger steinerner
+Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558. Stilgeschichtlich <milestone unit='line' n='20'/>
+wichtige <hi rend="g">Wandgemälde</hi> 1831 und 1907
+freigelegt; nur die letzteren befriedigend rest. Rest eines
+größeren Zyklus um 1353 die 3 Propheten der Hauskapelle.
+Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung Mariä und
+Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich <milestone unit='line' n='25'/>
+einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch
+böhmische Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger
+Stil des frühen 15. Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen,
+die von H. Kehrer als Satiren auf König Wenzel (?) gedeutet
+wurden. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Katharinenspital</hi>. Schöner Holzbau 1611.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nürnberger Tor</hi>. 1698.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FÖRDERGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Architekturlos; hübscher <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit <milestone unit='line' n='35'/>
+Reliefflügeln um 1510.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1741. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi>. 1553.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen <milestone unit='line' n='40'/>
+Geschlechtes. Der Bergfried aus sehr großen Buckelquadern
+noch 24 m hoch erhalten. Sonst zusammenhanglose Trümmer.
+Zerst. 1448 und 1525.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Liebfrauen-K</hi>. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll.
+
+
+<pb n='120' id='i129.png'/>
+
+<!-- [P: 120] -->
+
+1359. Gr. und System folgt der Elisabeth-K. in Marburg,
+und die Ähnlichkeit der Anlage würde noch größer sein, wäre
+nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem ursp. Plan ausgeführt,
+dann aber breiter und höher fortgesetzt. Einspringender
+WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. <milestone unit='line' n='5'/>
+Ganze L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4),
+H. 12. Die runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig
+sehr stark. Das lockere Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet.
+Im Querschnitt die Gwbb. von genau gleicher Scheitelhöhe,
+die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch. stark gestelzt. <milestone unit='line' n='10'/>
+Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
+übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß
+mit 2 Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich
+und deshalb im First höher als das Dach des Qsch. Das
+Kranzgesims um die Strebepfll. herumgekröpft. Einfach <milestone unit='line' n='15'/>
+röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach abgewalmt,
+so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm
+steckt mit seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß
+erst das dritte (letzte) ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden
+und leicht zurückspringenden 4 Giebeln, der mäßig <milestone unit='line' n='20'/>
+hohe Helm 8seitig. &mdash; Hübsches <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
+2. H. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von Stein 1554. &mdash; <hi rend="g">Balkenköpfe</hi>
+der ehemaligen Empore, meisterlich geschnitzt von
+<hi rend="italic">Phil. Soldan</hi> 1529.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Marien-Kap.</hi> Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der <milestone unit='line' n='25'/>
+südöstl. Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche
+angebaut. Da auf normale Orientierung Gewicht gelegt wurde,
+hat der Gr. unregelmäßig zentralisierende Gestalt: der größere
+Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks, ein 3 eck. Raum vermittelt
+zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist der <milestone unit='line' n='30'/>
+des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke
+Polygon. Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in
+jener schulgemäßen Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für
+jene Epoche das Höchste war. Demn Äußeren war ein sehr
+reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und scheint <milestone unit='line' n='35'/>
+auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des
+Innern vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. <hi rend="g">Altar</hi>.
+Die Mensa getragen von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes,
+3teiliges Retabulum von feinster Arbeit. Erstes Glied eine
+niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat der Strebepfll., Fialen <milestone unit='line' n='40'/>
+usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß 3 Blendbgg.
+für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im dritten
+Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon
+einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter
+einer etwas pedantischen Hochgotik streng festgehalten.
+</p>
+
+
+<pb n='121' id='i130.png'/>
+
+<!-- [P: 121] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw.
+die reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten
+Kragsteine 1515.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und
+sehr verbaut. Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und <milestone unit='line' n='5'/>
+A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau,
+die 2 Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere
+Erker mit Spitzdächern; trotz der dürftigen Herstellung aus
+neuerer Zeit wirkt der Bau in der Gruppierung noch immer <milestone unit='line' n='10'/>
+hübsch und lebendig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENHAUSEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Oberkirche</hi>. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer
+zu erraten. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler v. Biela</hi> 1773; Oberst
+<hi rend="g">Mayer</hi> 1667 saubere, tüchtige Arbeit; andere wenigstens <milestone unit='line' n='15'/>
+kostümgeschichtlich bmkw. <hi rend="g">Werner</hi>sches <hi rend="g">Erbbegräbnis</hi>
+mit Eisengitter A. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Unterkirche</hi>. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse.
+Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf
+massiven Pfll. mit Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. <milestone unit='line' n='20'/>
+&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Marmor, <hi rend="g">Altarleuchter</hi> und
+<hi rend="g">Taufschale</hi>, alles für diese Zeit und Gegend bmkw.
+gut gearbeitet. <hi rend="g">Tafel</hi> mit den Porträts von Luther, Melanchthon
+und Johann dem Beständigen (Schule <hi rend="g">Cranachs</hi>).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den <milestone unit='line' n='25'/>
+alten Bestand.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfännerschafts-Haus</hi>. Sitzungszimmer 1615.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi>. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhaus</hi> Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im
+Übergang von Got. zu Renss. Alte Decken. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENHAUSEN</hi> (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi>. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle
+&mdash; An der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, <hi rend="g">Jüngstes
+Gericht,</hi> um 1300. Darüber zweite Farbenschicht mit
+spgot. Rankenwerk. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENSTEIN</hi> b. Salzungen Kr. Meiningen.</p>
+<p>
+Von der alten <hi rend="bold">Burg</hi> nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige
+burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRANKENTAL.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1587 und 1607. &mdash; Schönes <hi rend="g">Altargerät</hi> E. 17. <milestone unit='line' n='40'/>
+Jh., Dresdener Beschau. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. 1252.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENBREITUNGEN.</hi> Sachs.-Mein. LA Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit
+
+
+<pb n='122' id='i131.png'/>
+
+<!-- [P: 122] -->
+
+spitzbg. Fenstern und Emporen, an deren Brüstungen 49
+<hi rend="g">Gemäldefelder</hi>. Wertvoller <hi rend="g">Flügelaltar</hi> bez.
+1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem
+Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde
+nach der Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich <milestone unit='line' n='5'/>
+ &mdash; <hi rend="g">Glocken</hi> 1616.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Edelhof</hi> (v. Gleichen) renss., malerische Diele.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gerichtslinde</hi>. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENHAYN.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi>. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über
+dem Chor bmkw. got. Dachstuhl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENHORST.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg.
+Fenstern in der OWand. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENPRIESSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig
+mit polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger,
+2geschossiger Anbau mit Herrschaftsempore und Gruft der
+Schenken v. Tautenburg; schöne Metallsärge. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Domänengebäude</hi> mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
+Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig
+guter Bildung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENROTH.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cist.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte <milestone unit='line' n='25'/>
+sprom. Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal.
+(Empore ausgebrochen). &mdash; Ein kostbarer Schatz das <hi rend="g">Grabmal</hi>
+des Minnesängers Otto v. Botenlauben (aus dem Geschlecht
+der Grafen v. Henneberg) † 1266 und seiner Gemahlin
+Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen <milestone unit='line' n='30'/>
+Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch
+mit der thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang,
+den verwandten Stücken in Reinhardtsbrunn und Erfurt
+künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von Groitzsch in Pegau
+nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth verschleppt <milestone unit='line' n='35'/>
+und von demselben Meister die Madonna in Lauter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENSEE.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+Ehemalige <hi rend="bold">Cisterc.-Klst.-K</hi>. 1860 abgebrochen. Erhalten
+ein rom. Kragstein mit Löwenkopf. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1632.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern
+erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von
+1614.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß.</hi> 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig <reg orig='zusammen-|toßend'>zusammentoßend</reg><pb n='123' id='i132.png'/><!-- [P: 123] -->,
+durch stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau
+in strenger toskan. Ordnung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRAUREUTH.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1733, groß, nüchtern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FREIBERG.</hi> K. Sachsen. A Hauptstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501.
+Bei dieser Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von
+E. 12. Jh. für den OBau vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige
+Gestaltung; ferner erhielt sich unversehrt die »goldene
+Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten WTürme <milestone unit='line' n='10'/>
+setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher
+Zeit stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist
+Hallenkirche. Die 3 Schiffe von gleicher Breite, sehr schlanke
+kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven Flächen, Netzgwb.
+ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach innen <milestone unit='line' n='15'/>
+gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung
+um jeden Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene
+Emporenanlage hier zum ersten Mal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Die goldene Pforte</hi>. So genannt nach der ehemaligen
+Vergoldung einzelner Teile, die zum polychromen System <milestone unit='line' n='20'/>
+gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur Datierung fehlen;
+die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13. Jh. Dank
+langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten)
+spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau.
+&mdash; Der Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. <milestone unit='line' n='25'/>
+Die erreichte Harmonie der Erscheinung ist um so
+bewunderungswerter, als hier zwei grundverschiedene Traditionslinien,
+die deutschrom. und die französisch-got., zusammentreffen.
+Die erste behält im künstlerischen Wollen
+die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die <milestone unit='line' n='30'/>
+umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher
+Plastik. (Ein Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit
+dem Fürstenportal am Bamberger Dom; er kann nicht mit
+Sicherheit entschieden werden; im architektonischen Detail
+manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit <milestone unit='line' n='35'/>
+der italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch
+der Architekt und der Plastiker verschiedene Personen, so ist
+doch die Komposition, die nur dem ersteren angehören kann,
+ganz einheitlich. Um den verlangten Reichtum voll entwickeln
+zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9 Rücksprünge <milestone unit='line' n='40'/>
+mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der Bogenläufe<note
+place='foot'><p>
+Die rechtwinklige Umrahmung mit abschließendem Bogenfries ist neu
+und so wenig organisch, daß sie schwerlich auf alte Ansätze zurückgehen kann
+(bei Puttrich nichts davon zu erkennen).
+</p></note>
+und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige
+
+
+
+
+<pb n='124' id='i133.png'/>
+
+<!-- [P: 124] -->
+Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an
+dem übrigens nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der
+entscheidende Unterschied gegenüber dem franz.-got. Schema
+liegt darin, daß die Statuen (dort in dichter Reihung) mit
+den Sll. wechseln und daß sie, was für das statuarische Motiv <milestone unit='line' n='5'/>
+eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll. verwachsen sind,
+sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen.
+Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende
+Besetzung der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche
+Programm ist französisch; es drängt in ein einziges <milestone unit='line' n='10'/>
+Portal zusammen, was an französischen Kathedralen meist
+auf drei verteilt wurde. &mdash; Im Mittelpunkt der ganzen Komposition
+steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei
+Könige &mdash; Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande.
+Darüber, in der ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; <milestone unit='line' n='15'/>
+von ihr, wie von Christus, werden nur Kopf und Schultern
+sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die übrigen drei Archivolten
+tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die äußerste
+die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
+merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr <milestone unit='line' n='20'/>
+achtbare Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel,
+Evangelisten, Abraham, der die Seelen in Empfang nimmt,
+die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten am Gewände
+erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo,
+Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die <milestone unit='line' n='25'/>
+Ecclesia. &mdash; Aus derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch
+einige andere Werke, sehr verstümmelt, aber doch mit Spuren
+hohen Wertes, erhalten: zwei kleine <hi rend="g">Bogenfelder</hi> und
+eine <hi rend="g">Hochrelief-Platte</hi>, aus den Umrissen Moses
+und die eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel <milestone unit='line' n='30'/>
+gehörig (vgl. Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf
+dem zerstörten rom. <hi rend="g">Lettner</hi>, der, nach Fragmenten zu
+urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war, stand
+die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte
+<hi rend="g">Kolossalgruppe</hi> der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, <milestone unit='line' n='35'/>
+die Figuren 2,2 m h.]. &mdash; <hi rend="g">»Tulpenkanzel«</hi>
+um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung,
+künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität
+der aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer
+Blätterkelch mit den Halbfiguren der Kirchenväter, getragen <milestone unit='line' n='40'/>
+von 4 ganz ins Lichte ausgearbeiteten Stengeln, zwischen
+deren Verschlingungen Engelskinder sich tummeln. Der
+Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste
+und Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht
+(etwa der Meister, der Predigt lauschend), höher auf
+
+
+<pb n='125' id='i134.png'/>
+
+<!-- [P: 125] -->
+
+dem mittleren Baumstamm ein jüngerer Mann (wohl der
+Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu stützen
+sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während
+auf der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. &mdash; <hi rend="g">»Bergmannskanzel«</hi>
+1638, die Architekturformen noch in <milestone unit='line' n='5'/>
+ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am Treppengeländer
+ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren
+zweier Bergleute. &mdash; Chor und Qsch. dienen als <hi rend="g">Fürstengruft</hi>.
+In der Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten
+Moritz, 1558-63. Eine für diese Stufe der Renss. charakteristische <milestone unit='line' n='10'/>
+Kollektivarbeit vieler Meister aus vieler Herren
+Länder. Die Brüder <hi rend="italic">Gabriel</hi> und <hi rend="italic">Benedikt Thola</hi> aus Brescia
+zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte <hi rend="italic">Hans v. Dehn-Rothfelser</hi>;
+der Hoftischler <hi rend="italic">Georg Fleischer</hi> schnitzte das
+Modell. Die eigentliche bildnerische Arbeit von <hi rend="italic">Anton von <milestone unit='line' n='15'/>
+Zerroen</hi> aus Antwerpen. Der Guß von <hi rend="italic">Wolff Hilger</hi>. Nicht
+klar die Rolle des Lübecker Goldschmiedes Wessel. Auf rck.
+Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von gekuppelten toskan.
+Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12
+allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem <milestone unit='line' n='20'/>
+Gebälk antike Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile,
+auf den Wandflächen Inschrifttafeln; Material schwarzer
+und farbiger belgischer Marmor. Als Krönung eine sarkophagartig
+ausgebildete schwarze Platte und auf dieser, in weißem
+Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens <milestone unit='line' n='25'/>
+mit dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen
+Profile und das sonstige Ornament sind vortrefflich,
+die Figg. ungleich, meist nicht mehr als handwerklich.
+Früher umstanden das Monument die von Moritz
+in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; <milestone unit='line' n='30'/>
+das Gitter von 1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). &mdash;
+Der eigentliche Chor erhielt seine jetzige Gestalt seit 1585,
+wesentlich ein Werk des Bildhauers und Architekten <hi rend="italic">Nosseni</hi>
+aus Lugano; Guß der Figg. von <hi rend="italic">Carlo di Cesare</hi> aus Florenz.
+Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern <milestone unit='line' n='35'/>
+erhielten eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen,
+unten gekuppelte Sll., oben Pilaster. Sockel und
+Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen höchst nachdrücklich,
+eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor, oben
+Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer <milestone unit='line' n='40'/>
+und Frauen des kurfürstlichen Hauses überlebensgroß,
+vergoldete Bronze, tüchtige, lebensvolle Auffassung, gediegene
+Materialbehandlung; in der oberen Reihe 8 Propheten;
+an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts,
+sehr manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix,
+
+
+<pb n='126' id='i135.png'/>
+
+<!-- [P: 126] -->
+
+dahinter Charitas und Justitia; oben gegen das Fenster sich
+abzeichnend die großartige Fig. des Auferstandenen. Der
+Stil dieser Arbeiten des <hi rend="italic">Carlo di Cesare</hi> steht etwa zwischen
+<hi rend="italic">Jacopo Sansovino</hi> und <hi rend="italic">Giovanni da Bologna</hi>, während <hi rend="italic">Nossenis</hi>
+Bildnisfigg. mit <hi rend="italic">Leone Leoni</hi> zu vergleichen sind. Auf dem <milestone unit='line' n='5'/>
+Fußboden des Chors messingne gravierte <hi rend="g">Grabplatten</hi>
+von 28 Familienmitgliedern, von Heinrich dem Frommen
+† 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das <hi rend="g">Grabmal
+der Kurfürstinnen Anna</hi> und <hi rend="g">Wilhelmine</hi>
+aus Schloß Lichtenberg hierher versetzt, bez. <hi rend="italic">Balthasar <milestone unit='line' n='10'/>
+Permoser</hi> 1703. &mdash; Im Schiff und in der Turmhalle viele
+<hi rend="g">Epit</hi>.; anderes in der St. Annakap. [Die ma. Ausstattung
+großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum
+und im Dresdener Altert.-Ver.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Jakobi-K</hi>. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und <milestone unit='line' n='15'/>
+verbaut; um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. &mdash;
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. <hi rend="italic">Bernhard Diterich</hi> 1610. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1564, schöne Sandsteinarbeit. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> bez. 1555
+H. W. (<hi rend="italic">Hans Walter</hi>), glänzend reiche Komposition, am Fuß
+vier Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange <milestone unit='line' n='20'/>
+beliebt: um 1510 in Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in
+Pfaffroda). In der Sakristei großes bar. Elfenbeinkruzifix,
+<hi rend="italic">Balth. Permoser</hi> zugeschrieben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und
+mittleren Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung <milestone unit='line' n='25'/>
+1752. An der NSeite ein schöner rom. Kopf eingemauert. &mdash;
+Chor 1386.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Petri-K</hi>. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm«
+erhalten; sonst Neubau 1401 und 1728.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Thümerei</hi> (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte <milestone unit='line' n='30'/>
+Räume, im Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken
+mit Holzpfll. Das Äußere wenig verändert; in den
+Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und Blumenmuster
+beschädigt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Freudenstein</hi>. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. <milestone unit='line' n='35'/>
+durch <hi rend="italic">Hans Irmisch</hi>, seit 1572 unter <hi rend="italic">Gf. Rochus v. Linar</hi>.
+An der künstlerischen Ausstattung waren der Hofmaler <hi rend="italic">H.
+Göding</hi> und der Lütticher <hi rend="italic">H. Schröer</hi> beteiligt. Im 18. Jh.
+verfallen, im, 19. Militärmagazin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. 1410, nach Brand 1471 verändert. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kaufhaus</hi>. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne
+lombardischer Ornamentik. Trinkstube 1545.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz
+10; Kesselgasse 24 von 1534. &mdash; Renss.: Obermarkt 3;
+Untermarkt 16, Innenraum 1510; Obermarkt 1 17. Jh.; <reg orig='Ei-|bische '>Eibische</reg>
+<pb n='127' id='i136.png'/>
+
+<!-- [P: 127] -->
+Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus; Obermarkt 17
+mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez.
+1553; ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker
+und schöner Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Museen</hi>: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver. <milestone unit='line' n='5'/></p>
+<p>
+Südl. vor der Stadt die drei <hi rend="bold">Kreuze</hi>, die Körper jetzt im Alt.-V.
+Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+<hi rend='bold'>Stadt-K. U. L. F.</hi> etwa 1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise
+got. umgebaut. Die K. ist nicht groß (ganze L. ursp. 37 m), <milestone unit='line' n='10'/>
+aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit Vierungs-Turm
+und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der
+(im ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden)
+Formensprache von nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis
+in zierlicher Gotik erneuert um 1400; das Netzgwb. <milestone unit='line' n='15'/>
+erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die Kreuzarme
+flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom. Nebenapsiden,
+in der Außenarchitektur besonders wuchtig und
+gedrungen. Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem)
+Rhombendach zwischen den 4 Giebeln. Ein charakteristisches <milestone unit='line' n='20'/>
+Formelement die rautenförmigen Öffnungen in
+den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß),
+im Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten
+Fenster. Das Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung
+der rom. Jochteilung; an der Umfassungsmauer <milestone unit='line' n='25'/>
+noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries
+des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten
+des Lhs. seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen
+des Naumburger OPaares in ihrer ursp. Gestalt;
+sie dürfen unter die vornehmsten Architekturbilder, die Thüringen <milestone unit='line' n='30'/>
+zu bieten hat, gerechnet werden. Im Einzelnen bemerke
+man, daß vom STurm die Fenster des ersten Fenstergeschosses
+frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues,
+also nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren.
+Zwischen den Türmen springt jetzt ein einfach <milestone unit='line' n='35'/>
+gehaltenes got. Paradies vor, nach 3 Seiten offen. &mdash; Im SKreuz
+jetzt ein vermauert vorgefundenes rom. <hi rend="g">Tympanon</hi>, Maria
+zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen,
+parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind,
+Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+Im Altarhaus bmkw. <hi rend="g">Tafel</hi> mit h. Sippe. <hi rend="g">Taufstein</hi>
+mit Puttenfries um 1600 (vgl. Markrölitz). Zahlreiche
+<hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>, bmkw. das des Ritters v. Taubenheim
+1536 in frührenss. Umrahmung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>, got. Steinbau, oft verändert.
+</p>
+
+
+<pb n='128' id='i137.png'/>
+
+<!-- [P: 128] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Neuenburg</hi>. Einst die stärkste und nächst der Wartburg
+wohl glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck
+nüchtern, fast kasernenmäßig; schon Kurfürst
+August 1552 und die Herzöge von Sachsen-Weissenfels 1666
+bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der erste <milestone unit='line' n='5'/>
+Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige
+Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste,
+was vom rom. Bau sich erhalten hat, ist eine <hi rend="g">Doppelkapelle</hi>,
+die zum Besten und Bezeichnendsten gehört,
+was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben <milestone unit='line' n='10'/>
+ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die
+beiden Geschosse &mdash; das untere für das Gesinde, das obere
+für die Herrschaft &mdash; durch eine (1856 in historisch unmöglicher
+Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel kleinerer
+als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere <milestone unit='line' n='15'/>
+östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung
+durch das alte Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten
+freien Verhältnissen, 4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten
+Wandsll. und einer aus 4 schlanken Schaften zusammengesetzten
+Mittelstütze; die Quergurte in Zackenbgg. aufgelöst <milestone unit='line' n='20'/>
+(morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und Rankenwerk
+der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
+gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender,
+die Form fast frei vom Grunde lösender Technik (jetzt in
+verständnislos greller Bemalung und Vergoldung). Zu beachten <milestone unit='line' n='25'/>
+ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got. Stil nach der
+formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. &mdash;
+Von einigem Interesse der <hi rend="g">Fürstensaal</hi> von 1552 und
+das sog. <hi rend="g">Königin Luisenzimmer</hi> in gutem Zopfgeschmack.
+ <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FREIENFELS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1700. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>. 1690.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FREIENHAGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sandsteinquaderbau 1777.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FREMDISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRENSDORF.</hi> OFranken BA Bamberg II.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen
+späterer Zeit fehlen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi>. Von <hi rend="italic">G. Bonalino</hi>, dem Erbauer der Stephans-K. <milestone unit='line' n='40'/>
+in Bamberg und der Ehrenburg in Coburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FREYBURG</hi> siehe Freiburg a. Unstrut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRICKENDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+Elegante 3jochige <hi rend="bold">Brücke</hi> über die Baunach um 1750 mit
+rok. Brückenfigg.
+</p>
+
+
+<pb n='129' id='i138.png'/>
+
+<!-- [P: 129] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRICKENHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in
+der Regel nur aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich
+hier in unberührter Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken
+bildet ein schmales Rechteck zwischen Mainufer und Weinbergen, <milestone unit='line' n='5'/>
+einzige Hauptstraße dem Fluß parallel; in der Mitte
+zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein
+drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 <milestone unit='line' n='10'/>
+(vorher Flachdecke). 4jochige Hallenkirche von klaren weiten
+Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als Tonne konstruiert mit
+aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss. Profil und
+Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit
+spgot. Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) <milestone unit='line' n='15'/>
+tangiert den Chor des 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1617, Holz,
+hoher vielgliedriger Etagenbau mit zahlreichen Statuen; auf
+der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel. <hi rend="g">Seitenaltäre</hi>:
+nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor
+um 1730 mit Gemälde von <hi rend="italic">J. M. Wolcker</hi>. Am Chorbg. großes <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Kruzifix</hi> 17. Jh., interessant ein <hi rend="g">Sebastian</hi> aus M. 16. Jh.
+&mdash; 13 <hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Renss. &mdash;
+Außen <hi rend="g">Ölberg</hi> A. 16. Jh., einer der besseren; nicht ein
+Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne <milestone unit='line' n='25'/>
+dea spgot. Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte
+bar. <hi rend="g">Mariensäule</hi> bez. 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Knabenschule</hi> (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. &mdash; Domkapitelscher
+<hi rend="bold">Kellerei</hi> 1475 (mit hübscher Kelter von 1753)
+und mehrere stattliche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des Barock. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Zahlreiche herrenmäßige <hi rend="bold">Häuser</hi> aus 16. und 17. Jh. und
+vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte <hi rend="bold">Ringmauer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIEDERSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Ursp. rom., sehr verbaut. &mdash; Großer spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+mit Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem <milestone unit='line' n='35'/>
+Leipziger Meister, der sich auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar)
+findet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIEDERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß.</hi> Neubau 1887. Lange Reihe von <hi rend="g">Bildnissen</hi>
+der Familie von Oppell, 1563 bis A. 19. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIEDEWALD.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken
+runden Ecktürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIEDRICHRODA.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1538, sonst 1770.
+</p>
+
+
+<pb n='130' id='i139.png'/>
+
+<!-- [P: 130] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIEDRICHSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. spgot., renov. 1566. &mdash; Der <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+gehört zu den wertvolleren aus A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIEDRICHSWERTH.</hi> Sachs.-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. 1680-89 von <hi rend="italic">Jeremias Tütleb</hi> für Friedrich I., Trikliniengrundriß. <milestone unit='line' n='5'/>
+Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw.
+die Kapelle mit üppiger <hi rend="g">Stuckdecke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIESAU.</hi> Reuß ä. L. LA Burgk.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. &mdash;
+Tüchtiger <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1446. Etwas jünger ein <milestone unit='line' n='10'/>
+zweiter. &mdash; Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> bez. 1509.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIESENHAUSEN.</hi> UFranken Kr. Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K</hi>. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn
+Fuchs v. Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne
+auf toskan. Pilastern, reiche Stuckdekoration. Außen desgl. <milestone unit='line' n='15'/>
+Pilaster in Haustein und profilierte Fenstereinrahmung. Der
+Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die
+Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe
+verwandt den Würzburger Bauten <hi rend="italic">Jos. Greisings</hi>. &mdash; <hi rend="g">Marmoraltäre</hi>
+aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Orgelgehäuse</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+um 1750. Großes <hi rend="g">Ölgemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. M. Bolster</hi> 1707.
+<hi rend="g">Kelch</hi> 1467; anderes bar. und rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> 1521, einfach spgot. <hi rend="g">Epitaphe</hi> v. Ostheim
+1515, 1573.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. <milestone unit='line' n='25'/>
+Quaderbau in guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke
+vor dem Eingangstor (bez. 1700) flankieren 2 lebensgroße
+steinerne Turnierritter. Schönes äußeres Gittertor um 1730.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRIESSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. <milestone unit='line' n='30'/>
+Apsis. &mdash; Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> 1605.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRITZLAR.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Peter.</hi>. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem
+durch Brand 1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten)
+haben sich die unteren Teile des heutigen Stiftschors erhalten; <milestone unit='line' n='35'/>
+sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von der um 1100 errichteten
+größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden kreuzf.
+Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
+Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung
+als Gwb.Bau im 1. Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. <milestone unit='line' n='40'/>
+Nachrichten fehlen. Welche Rolle die bei der Erstürmung
+der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna gravia»
+gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht
+mehr wesentlich verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Krypta</hi>. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum
+
+
+<pb n='131' id='i140.png'/>
+
+<!-- [P: 131] -->
+
+in 3 Sch. zu 6 Jochen, grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf
+Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und steilen Basen mit Ecksporen;
+zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende zugleich
+mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. &mdash; Die nördl.
+Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit <milestone unit='line' n='5'/>
+breitem Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K.
+gedeutet; der vordere Abschnitt (unter dem Martinschor,
+d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der Hauptkrypta gleichzeitig.
+&mdash; Die Nebenräume der SSeite bilden die untere Sakristei
+und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«). <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Oberkirche</hi>. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen
+Formen ohne größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern
+des Qsch. an den Ecken verstärkt. Chor quadr. mit polyg.
+(5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in 3 Doppeljoche nicht
+regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites überquadr. <milestone unit='line' n='15'/>
+(8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
+Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach
+abgetreppten Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull.
+Arkaden-Öffnungen unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze
+zusammengefaßt, Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., <milestone unit='line' n='20'/>
+die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur Pfl.-Gliederung,
+derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7 m
+über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster
+in den Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus
+gequetschtem Pfühl und hoher vielgliedriger Deckplatte <milestone unit='line' n='25'/>
+(woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom behauptet wird;
+die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). &mdash; Das
+südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. &mdash; Die schlanken WDoppeltürme
+in 6 Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit
+Lisenen und Bgfriesen gegliederten vom Bau des 12. Jh., <milestone unit='line' n='30'/>
+die beiden letzten, jederseits mit 2 Doppelarkaden geöffneten,
+aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des Zwischenbaues,
+Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende
+Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden
+geöffnet, 12. Jh. Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 <milestone unit='line' n='35'/>
+Joche tief, links von der rundbg. Mittelöffnung 2 spitzbgg.,
+rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch. Obergeschoß: 18. Jh.
+&mdash; Die Langseiten klar und zierlich mit fein profilierten Lisenen
+und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel
+aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. <milestone unit='line' n='40'/>
+&mdash; Reiche bar. <hi rend="g">Altarausstattung</hi> E. 17. Jh.
+bis A. 18. Jh. <hi rend="g">Pfarraltar</hi> 1724. Daneben das turmartige
+<hi rend="g">Sakramentshaus</hi> aus 2. H. 15. Jh. Lettner abgebrochen.
+Reste von spgot. <hi rend="g">Schnitzaltären</hi> unbedeutend.
+Verstümmelter <hi rend="g">Celebrantenstuhl</hi> 14. Jh.
+
+<pb n='132' id='i141.png'/>
+
+<!-- [P: 132] -->
+
+<hi rend="g">Kanzel</hi> 1696. Etwa gleichzeitig das <hi rend="g">Gestühl</hi> im Sch.
+mit geschnitzten Wangen. &mdash; In der Krypta schlichte got.
+<hi rend="g">Tumba</hi> des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule
+sein Bild, sitzend, Hochrelief.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi> bilden mit der K. eine malerische <milestone unit='line' n='5'/>
+Gruppe. Der große 8achsige Kreuzgang beg. nach 1300;
+geschlossene Wände mit Fenstern. Im Obergeschoß des Ost-Flügels
+»Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler Wanddekoration.
+Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes
+<hi rend="g">Hochrelief des hl. Petrus</hi>, sitzend, wohl <milestone unit='line' n='10'/>
+spätestes 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten
+(M. 14. Jh.) in der Falkenberger Kap. Was aus späteren
+Zeiten stammt, ist durchweg von geringer Qualität.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Schatzkammer</hi>. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. <milestone unit='line' n='15'/>
+Altarkreuz um 1000, dicht mit Edelsteinen besetzt und daher
+ornamentlos, Gravierung der Rückseite und Fuß um 1200.
+&mdash; Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel, braunes
+Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß
+und Nodus um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. <milestone unit='line' n='20'/>
+Scheibenform, in Elfenbein geschnitzt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Evang. Pfarr-K.</hi> (ehem. <hi rend="bold">Minoriten</hi>). Unsymmetrisch 2sch.
+Hallenkirche aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je
+4 Fenstern, polyg. Schluß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ursulinerinnen-K</hi>. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frauenmünster-K</hi>. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau
+im 19. Jh. gänzlich entwertet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hochzeitshaus</hi>. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss.
+Steinernes Erdgeschoß. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420.
+Mehrere Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner
+spgot. Kamin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Rittersäule 1564.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> und <hi rend="bold">Tore,</hi> ferner 6 an der Gemarkungsgrenze <milestone unit='line' n='35'/>
+verteilte <hi rend="bold">Warttürme,</hi> schlecht erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FROHBURG.</hi> K. Sachsen AH. Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. &mdash;
+Ikon. <hi rend="g">Grabplatten</hi> 1555, 1668.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Starker schlichter Bau von 1544. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRÖHSTOCKHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. &mdash;
+Am Chorbg. <hi rend="g">Reliefbrustbild</hi> in Renss. Umrahmung um 1525,
+Wappen der Haßberg. Bedeutendes <hi rend="g">Grabmal</hi> des Ernst
+v. Crailsheim † 1569; auf einfachem Sockelbau knien vor
+
+
+<pb n='133' id='i142.png'/>
+
+<!-- [P: 133] -->
+
+dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen, wuchtige,
+tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
+Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das
+Ganze gehört zu den besten Kompositionen der in der Regel
+zu wüster Überladung neigenden Zeit. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+Crailsheimsches <hi rend="bold">Schloß,</hi> einfache Wasseranlage mit 4 runden
+Ecktürmen, sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FRONHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus
+stehende Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor <milestone unit='line' n='10'/>
+polygon seiner Gwbb. beraubt. Spgot. Um- und Zubauten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Steinhaus</hi> (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FUCHSSTADT.</hi> UFranken. BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann
+<hi rend="italic">J. M. Fischer</hi>. Ausstattung einheitlich und von bedeutender <milestone unit='line' n='15'/>
+Wirkung. Die <hi rend="g">Stuckmarmoraltäre</hi> und Stuckaturen
+von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>. Der gediegene Bau durch moderne Rest.
+stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FULDA.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dom</hi>. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. <milestone unit='line' n='20'/>
+Zweiter Bau 792-819; Basilika mit O. und WChor. Wiederholte
+Brände und Restaurationen ließen angeblich die Grundsubstanz
+des karolingischen Baues unverändert, bis 1704
+bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>
+aus Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung <milestone unit='line' n='25'/>
+alter Mauerteile. &mdash; Der wertvollste Teil der Leistung
+ist das Innere, das dem Besten der Epoche zuzuzählen ist.
+Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an die
+Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums,
+im Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der <milestone unit='line' n='30'/>
+Weise fortentwickelt, daß die Pilasterpaare nicht in einem
+geschlossenen, nur durch Nischen gegliederten Pfeiler liegen,
+sondern daß sich zwischen ihnen ein wirklicher Durchgang
+in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr nachdrücklich behandelte
+Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere <milestone unit='line' n='35'/>
+eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen
+(3 an der Zahl) entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete
+Kuppelräume; diesen (2 an der Zahl) schmale,
+schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So begleitet
+den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer <milestone unit='line' n='40'/>
+Rhythmus des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr
+hellen Raum unter der Hauptkuppel findet. Das Motiv der
+Statuennischen ist im Qsch. und Chor fortgesetzt. Beide
+haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen Altarbauten
+des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und
+
+
+<pb n='134' id='i143.png'/>
+
+<!-- [P: 134] -->
+
+der Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen
+den Mönchschor, woraus sich prächtige malerische Blicke
+ergeben. Die Formengebung ist nicht so extrem barock,
+wie an anderen Bauten <hi rend="italic">Dientzenhofers</hi>, die Färbung weiß
+und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. <milestone unit='line' n='5'/>
+Die alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch
+den Umbau stimmungslos geworden. &mdash; Nicht ganz so gut
+geraten ist das Äußere, zumal in den Seitenansichten. Übrigens
+solide Quadertechnik. Das System der römischen Barockfassade
+mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. <milestone unit='line' n='10'/>
+In den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren
+Wendeltreppen erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten
+auf die Schrägansicht von der Schloßterrasse her gerechnet,
+wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift; seitlich erweitert
+sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte Kapp. <milestone unit='line' n='15'/>
+&mdash; Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar)
+großenteils schon 1668. &mdash; Im Innern der K. einige nicht bedeutende
+<hi rend="g">Skulpturen</hi> aus der alten K., darunter (rechts vom
+Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in eine karolingische Sl.
+gemeißelt. &mdash; Annexe der alten Klosterk. waren im O eine 973 <milestone unit='line' n='20'/>
+errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies
+verbunden, im N die noch vorhandene:
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Michaelis-K.</hi> Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes
+der Mönche. Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten
+Kern unverändert gelassen. Die Anlage gibt den am meisten <milestone unit='line' n='25'/>
+gebräuchlichen Typus altchristlicher Grabkirchen: Rotunde
+mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5, Mauerstärke
+0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
+verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden
+Mauerzylinder, ursp. mit Steinkuppel. Im O für den Altar <milestone unit='line' n='30'/>
+eine kleine 1/2runde, außen rck. Apsis. Die Mitte nahm eine
+Nachbildung des h. Grabes ein (bei der Neuausstattung 1731
+vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und Mittelraum
+durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring
+getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; <milestone unit='line' n='35'/>
+der innere Kreis mit einem ebensolchen, das in der Mitte
+von einer kurzen Sl. mit rohest jonischem Kapt. getragen
+wird. In diese noch unverändert bestehende karolingische
+Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung
+eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche <milestone unit='line' n='40'/>
+gab man 1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang
+ein zweites Geschoß; beide Geschosse mit Balkendecke,
+der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz gedeckt; ferner
+wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem
+Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des
+
+
+<pb n='135' id='i144.png'/>
+
+<!-- [P: 135] -->
+
+17. und 18. Jh. bei der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von
+altem Detail vorhanden ist, gehört zum größten Teil der
+rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des Erdgeschosses.
+4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt.
+Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der <milestone unit='line' n='5'/>
+Lagerfugen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung
+ähnlich Neumanns Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen
+ein ermattetes Rok., jedoch noch ohne klassizistische
+Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der nördl. <milestone unit='line' n='10'/>
+got. 1447. &mdash; Fresken von Herlein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst. Frauenberg</hi> (<corr sic="Fransziskaner">Franziskaner</corr>) 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. 1626. Unter den Hervorbringungen der
+Nachgotik eine der merkwürdigsten. Falls nicht die neueste
+Rest. das got. Element sehr verstärkt hat, so hätte sich dasselbe <milestone unit='line' n='15'/>
+noch fast ungebrochen erhalten. Großer 1sch. Raum
+mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
+Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg.
+Im Außenbau Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hl. Geist-K. u. Spital</hi>. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche <milestone unit='line' n='20'/>
+und 2 Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Abtsburg (Schloß)</hi>. 1315 an diese Stelle verlegt und stark
+befestigt. Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen
+Flügel der tiefen triklinienförmigen Anlage von <hi rend="italic">Andrea Gallasini</hi>.
+Hauptstück des Inneren der Kaisersaal von <hi rend="italic">F. J. <milestone unit='line' n='25'/>
+Stengel</hi>, die mächtigen Hermen, welche die Decke tragen,
+von <hi rend="italic">D.F. Humbach</hi>. Die bedeutende (heute entstellte) Gartenanlage
+nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters
+<hi rend="italic">M. v. Welsch</hi> ausgeführt von <hi rend="italic">Stengel</hi> 1722. Das Orangeriegebäude
+eines der besten seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen <milestone unit='line' n='30'/>
+von <hi rend="italic">Andreas Schwartzmann</hi> (?), Deckengemälde von
+<hi rend="italic">E. Wohlhaupter</hi>. &mdash; In der Umgebung des Schlosses noch mehrere
+einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des
+geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: <hi rend="g">Priesterseminar</hi>,
+<hi rend="italic">H. Geistspital</hi>, <hi rend="g">Alte Universität</hi>, <milestone unit='line' n='35'/>
+3flügelige Anlage des 18. Jh. mit stuckiertem Prunksaal von
+<hi rend="italic">Gallasini</hi>, <hi rend="g">Landesbibliothek</hi> 1771-78, mit schön und
+zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten.
+<hi rend="g">Haartor</hi> 16. Jh. Das monumentale <hi rend="g">Paulustor</hi> 1711, <milestone unit='line' n='40'/>
+1771 versetzt. Auf den Höhen der Umgebung mehrere Warttürme.
+</p>
+
+
+<pb n='136' id='i145.png'/>
+
+<!-- [P: 136] -->
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>G</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAIBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1740 nach Plänen von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> von einem
+Maurermeister aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die
+Vierung im Grundriß elliptisch, ebenso die von ihr ausstrahlenden <milestone unit='line' n='5'/>
+3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe pikante
+Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse.
+Für Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie
+des Haubenhelmes. Fassade einfach. &mdash; Gute Rok. Einrichtung.
+Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw. Orgelgehäuse. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kreuz-Kapelle</hi> im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von
+einem der <hi rend="italic">Dientzenhofer</hi>. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund,
+innen quadr. Hauptraum mit 4 transversalen Nischen;
+Polygonkuppel über toskan. Pilastern. &mdash; Altäre spbar., gut
+in den Raum komponiert. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter
+v. Mespelbrunn als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen
+über mächtigen Fundamentbauten mit Bastionen
+(davon 2 erhalten); unter Fürstbischof Lothar Franz von
+Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="italic">Johann Leonhard Dientzenhofer</hi> umgebaut, vielleicht nur
+Ausführung von Plänen des Mainzers <hi rend="italic">M. v. Welsch</hi>. Besonders
+beachtenswert die Treppenanlage, die als Vorstufe
+zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern aus dieser Zeit
+Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im Charakter <milestone unit='line' n='25'/>
+nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung
+Empire und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im
+2. Geschoß ein typischer Repräsentationsraum um 1825, im
+Vorsaal Bilder von gleichzeitigen Münchenern. Reichhaltige
+Sammlung von chinesischem und europäischem Porzellan. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAMIG.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront
+16. Jh., sonst 18. und 19.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kapelle</hi> aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke
+8eckige Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 <milestone unit='line' n='35'/>
+Rck. und 4 kleineren Quadraten an den Ecken umschlossen
+wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige Sterngwbb. Äußeres
+modernisiert. In der Betstube schöner <hi rend="g">Grabstein</hi> des
+Hans v. Carlowitz † 1578.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GANGLOFFSÖMMERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißensee. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K.
+
+
+<pb n='137' id='i146.png'/>
+
+<!-- [P: 137] -->
+
+vermuten. Aus rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben
+Weise wie es an den WTürmen Niedersachsens gewöhnlich ist,
+aus querhausartigem Unterbau erheben und eine Galerie
+mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot.
+platt geschlossener Chor. &mdash; Sch. 1785. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Sakramentshaus</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÄNHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790.
+Im Lhs. bmkw. Rest eines <hi rend="g">Steinaltars</hi>, die Hochreliefgruppe
+um 1639, Richtung <hi rend="italic">M. Kerns</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schulhaus</hi> 1614.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GARSTADT.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorfkirche</hi>. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÄRTENROTH.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes <hi rend="g">Wandgrab</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+für M. A. v. Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet
+man in Wernstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GATTERSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Klauskirche</hi> S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im
+wesentlichen intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem <milestone unit='line' n='20'/>
+türlosem Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAUASCHACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1786 von <hi rend="italic">A. S. Fischer</hi> in Würzburg, in der Anlage
+den Landkirchen Neumanns folgend. <hi rend="g">Deckenstuckatur</hi>,
+<hi rend="g">Altäre</hi> und reliefgeschmückte <hi rend="g">Kanzel</hi> gut <milestone unit='line' n='25'/>
+klassizistisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAUERSTADT.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem
+quadr. turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAUKÖNIGSHOFEN.</hi> UFranken B A Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1724-30 (nach Entwurf von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>??).
+Reiches und vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration
+1776, schon mit klassizistischen Anklängen, recht gut.
+<hi rend="g">Deckengemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. A. Urlaub</hi> 1777. Vornehmer
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Seitenaltäre</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1750.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schlößchen</hi> der Rosenbach rok. &mdash; Am Haus no 33 <hi rend="g">Steinrelief</hi>
+des Marientodes, gute Arbeit um 1450. &mdash; Zahlreiche
+<hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAUSSIG.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in
+palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere
+Gemäldesammlung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GAUTZSCH.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des
+
+
+<pb n='138' id='i147.png'/>
+
+<!-- [P: 138] -->
+protestantischen Kirchenbaues gerechnet. &mdash; <hi rend="g">Büste</hi> des
+<hi rend="g">Grafen E. Ch. v. Manteuffel</hi>, dem <hi rend="italic">Andreas Schlüter</hi>
+nahestehend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEFELL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. <milestone unit='line' n='5'/>r
+Chor mit Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEFREES.</hi> OFranken BA Berneck.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got., »reich geschnitzter« Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEHREN.</hi> Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> neu. <hi rend="g">Grabst</hi>. des Herrn v. Bernstedt 1597. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen
+Schloß Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEILSDORF.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut;
+reiche Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener <milestone unit='line' n='15'/>
+Großen Garten; in Verfall.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEISA.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor
+mit Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. &mdash; Got. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+<hi rend="g">Opferstock</hi> 1517. <hi rend="g">Kanzel</hi> A. 18. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
+W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes
+got. Portal bez. 1497.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gangolfs-Kap</hi>. mit <hi rend="g">Außenkanzel</hi> in reicher Renss. Zahlreiche
+<hi rend="g">Grabsteine</hi> 16. Jh. 2 <hi rend="g">Schnitzfigg</hi>., Reste
+eines Altars um 1490-1500. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen;
+der große Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der
+Steingasse eingemauert. Auf dem Gangolfsberg Reste eines
+alten <hi rend="bold">Schöffenstuhls</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Einfaches <hi rend="bold">Schloß</hi> (Fürstabt von Fulda) 1719. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1484-1513, umgebaut 1689. Rck. mit Schluß aus
+8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses Maßwerk.
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> und <hi rend="g">Kruzifix</hi> E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kaufhaus</hi> 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEISLEDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen
+noch ganz bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung.
+Der große, gut komponierte <hi rend="g">Hauptaltar</hi> im Formcharakter <milestone unit='line' n='40'/>
+E. 17. Jh. Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='139' id='i148.png'/>
+
+<!-- [P: 139] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEISMAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Großenteils neu. &mdash; <hi rend="g">Hauptaltar</hi> um
+1700. Linker Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten,
+vielleicht einem Altar des 17. Jh. entnommenen)
+Statuen der 14 Nothelfer. Rechter <hi rend="g">Seitenaltar</hi> Schnitzwerk <milestone unit='line' n='5'/>
+um 1500, Qualität gering. <hi rend="g">Kanzel</hi> 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEISMAR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus
+dem ehemaligen Klst. Teistenburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEISSEN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, verunstaltet. &mdash; <hi rend="g">Kanzelbau</hi> hinter
+dem Altar um 1750. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500, nach Flechsig
+vom Meister von Chemnitz. (Erfurter Ausstellung 1903.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEITHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten <milestone unit='line' n='15'/>
+sprom. Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom.
+Portal mit 3 Rücksprüngen, in die Kanten eingelegt Viertelssäulen.
+Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus spgot.
+Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen
+höher als diese empor. &mdash; 1593 im Msch. flache Felderdecke <milestone unit='line' n='20'/>
+mit umfänglichen <hi rend="g">Malereien</hi> nach evangelischem Programm.
+Aus gleicher Zeit der <hi rend="g">Altarbau</hi> von <hi rend="italic">Michael
+Grünberger</hi> in Freiberg und die <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Peter Basler</hi>
+ebenfalls in Freiberg. <hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GELCHSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Anlage in bar. Umbau. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi>
+mit Familienrelief 1593.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Joh. Nepomuk-Kap</hi>. 1754. &mdash; Statue des <hi rend="g">gegeißelten
+Heilands</hi> unter prächtigem Baldachinbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Tüchtiger Fachwerkbau 1666. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+Deutschherrische <hi rend="bold">Wasserburg,</hi> im Bauernkrieg zerstört, bescheiden
+whgest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GELDERSHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und
+die Kreuzrippengwbb. der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
+die Formen verwandt der Michaelskap, in Ebrach. Lhs.
+nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca. 1760-70.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GELENAU.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+1724. <hi rend="g">Taufstein</hi> vortreffliche Arbeit des <hi rend="italic">Andreas <milestone unit='line' n='40'/>
+Lorentz</hi> 1581. Von demselben die eigenartig entworfene, reich
+skulptierte sandsteinerne <hi rend="g">Kanzel</hi>. Großes <hi rend="g">Epitaph</hi>
+(4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg, lebhaft an die
+Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von <hi rend="italic">A. Lorentz</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GELLERSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+</p>
+
+
+<pb n='140' id='i149.png'/>
+
+<!-- [P: 140] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714
+von <hi rend="italic">A. Brückner</hi> aus Schweinfurt. WTurm 1557.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GELNHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im
+Qsch. und Chor gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. <milestone unit='line' n='5'/>
+Im wesentlichen aus den 3 ersten Dezennien des 13. Jh. Doch
+sind einige Reste einer älteren Anlage eingebaut. Aus ihr
+der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der
+OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der
+K. sichtbar). Der Turm schließt mit Rhombendach. &mdash; Gegen <milestone unit='line' n='10'/>
+1220 Neubau als flachgedeckte Basilika. Gegen 1230 Ausbau
+der OTeile in glänzender romanisierender Frühgotik durch
+Meister <hi rend="italic">Heinrich Vingerhut</hi> (wofern man die betr. Inschrift
+an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als Architekteninschrift
+gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze <milestone unit='line' n='15'/>
+Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere
+Hälfte der Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs.
+flachgedeckt mit spitzbg., weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb.
+der Nebenchöre grätig. Die Bauerscheinung in den Hauptpunkten
+rom., nur in den Zierformen frgot. berührt, aber <milestone unit='line' n='20'/>
+unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht voraussetzend.
+Der zweite Meister (<hi rend="italic">Vingerhut</hi>) war am Mittelrhein
+und in Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der
+er beide Elemente zu verschmelzen verstand, erwarb er sich
+großen Beifall und wurde für die Vermittlung der frühen <milestone unit='line' n='25'/>
+Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den Plan
+der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors
+und die den Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel
+mit Zentral-Turm. Im übrigen gibt er dem Bau eine neue
+Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W nach O. <milestone unit='line' n='30'/>
+Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll.
+Die Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten
+die reichen französischen Profile der Vierungsbgg.
+und an den Eckdiensten die diagonale Stellung der Basen
+und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts durch eine <milestone unit='line' n='35'/>
+Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten
+ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit
+&mdash; gemeinsame burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig
+in der Vierungskuppel die dekorative Verwertung der Rippen;
+um den großen ringförmigen mit Blattkranz geschmückten <milestone unit='line' n='40'/>
+Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8 Winden;
+die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. &mdash; An die Wände
+des Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore
+vorgeblendet; die Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie
+hat über der Arkatur schlanke spitzbg. Fenster und über
+<pb n='141' id='i150.png'/>
+<!-- [P: 141] -->
+diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte Öffnungen. Die
+Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von
+der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.;
+er wird von einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal
+von Schaftringen durchbrochen sind. Sind auch die <milestone unit='line' n='5'/>
+Mauermassen tatsächlich erst wenig aufgelöst, so herrscht
+doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen dem Gotischen
+verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch
+dieser Bauteil auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich
+umbildet, zurückgeht: die Notre-Dame in Dijon. Das Ornament <milestone unit='line' n='10'/>
+an Kapitellen und Konsolen zeigt rom. und frgot.,
+konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive nebeneinander,
+immer in lebensvoller und technisch meisterhafter
+Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche
+in Deutschland hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß <milestone unit='line' n='15'/>
+(um M. 13. Jh.) mit dem polygonal (3/6) in den Vierungsraum
+vorspringenden Lettner.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Äußeres</hi>. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt.
+Auf engem Gr. entwickelt sich eine höchst belebte
+Massengliederung. Jede der 5 Polyg. Seiten des Chors schließt <milestone unit='line' n='20'/>
+mit einem kleinen Giebel, darüber ein spitziges 8seitiges Zeltdach
+(vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den Nebenapsiden
+steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh.
+zu gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so
+schlank wie jetzt. In der Mitte beherrschend und zusammenfassend <milestone unit='line' n='25'/>
+der Vierungs-Turm, auch er 8seitig und mit 8 Giebeln.
+Auffallend groß die Zahl der Türen. An den Sschiffen ihrer
+3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich
+ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie <corr sic='durcheine'>durch eine</corr> noch
+prächtigere Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die <milestone unit='line' n='30'/>
+keineswegs große K. schließlich 5 Portale hat. &mdash; Die Sakristei
+M. 14. Jh. hinzugebaut, die Obergeschosse der Sschiffe 1446.
+<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. <hi rend="g">Hochaltar</hi>; Mensa 13.
+Jh., Schrein bez. 1500 <hi rend="italic">Nikolaus Schit</hi>. Madonna mit 4 Heiligen,
+lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über <milestone unit='line' n='35'/>
+dem Schrein reiche Krönung mit dem Schmerzensmann. &mdash;
+Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend, die <hi rend="g">Seitenaltäre</hi>.
+&mdash; Der hl. <hi rend="g">Kreuzaltar</hi> (Laien-A.) am Lettner kann ursp.
+keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen
+zum Jubeljahr 1500. &mdash; Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. <milestone unit='line' n='40'/>
+schönes frgot. <hi rend="g">Weihwasserbecken</hi>. &mdash; Ein hohes
+<hi rend="g">Chorgestühl</hi> 2. H. 14. Jh. &mdash; Von den zahlreichen, jetzt
+meist entfernten <hi rend="g">Grabsteinen</hi> trugen nur wenige Bildnisfiguren;
+darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie
+stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, <reg orig='ausge-|zeichnetet'>ausgezeichnetet</reg>
+<pb n='142' id='i151.png'/>
+<!-- [P: 142] -->
+Entwurf in mäßiger Ausführung; eine andere
+gute Arbeit der Stein des Schultheißen Koch 1603; im südl.
+Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh.
+&mdash; <hi rend="g">Glasmalerei</hi> der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn
+auch stark ergänzt. &mdash; Die oberen Blenden des Chorquadr. <milestone unit='line' n='5'/>
+waren ausgemalt, 15. Jh., darunter Schicht des 13. Jh., sehr
+beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die letzte, hinsichtlich
+der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den
+Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Skulpturen</hi>. Tympanon des NW-Portals: Christus <milestone unit='line' n='10'/>
+thronend zwischen Maria und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg.
+heiliger Bischöfe. Tympanon am südl. Qsch.: Maria mit
+dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden
+Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung.
+Die Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale <milestone unit='line' n='15'/>
+umrahmende Rankenornament. &mdash; Im besten got. Naturalismus
+das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln <hi rend="g">figürliche
+Reliefs</hi> (weit geringer) mit Totenerweckung und
+Hölle; die Statue Christi jetzt in der Sakristei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Peters-K</hi>. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). <milestone unit='line' n='20'/>
+Ursp. kreuzf. Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln,
+3 Jochen im Lhs. Die OTeile um 1200-1220, in
+halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten das
+Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des
+Lhs. darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und <milestone unit='line' n='25'/>
+Ecksll. lassen für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb.
+als beabsichtigt vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte
+Basilika mit einfachen Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt
+nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den Nebenapsiden
+erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und <milestone unit='line' n='30'/>
+Lisenen geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein
+vom Triumphbogen stammendes prachtvolles Blattkapt.
+liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das nördl. Seitenportal
+mit sitzender Fig. des <hi rend="g">hl. Petrus</hi> vom ersten Meister
+(vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf <milestone unit='line' n='35'/>
+Löwen, in der Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung
+an den Kaiserpalast erinnernd.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital zum h. Geist</hi>. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war
+eine kleine flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem
+Ssch., das Chorquadrat gewölbt; 1893 fast ganz zerstört. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">S. Michaels-Kap</hi>. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus,
+zuerst erwähnt 1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen;
+nach einer Zeichnung zu urteilen beste fr. Gotik in der Art
+der jüngsten Teile der Marienk.]
+</p>
+
+
+<pb n='143' id='i152.png'/>
+
+<!-- [P: 143] -->
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Brücken-Kap</hi>. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung
+wegen abgebrochen.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248
+(erste Erwähnung des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren
+von grätigem Kreuzgwbb. über 1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; <milestone unit='line' n='5'/>
+rundbg. Fenster; Apsis zerstört. &mdash; Kreuzgang (jetzt Stall)
+E. 13. Jh. &mdash; Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh.
+errichtete größere K. 1826 abgebrochen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfalz</hi>. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180
+mainzisch, erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. <milestone unit='line' n='10'/>
+Seit 1363 Beginn der Zerstörung, nach Ruprecht von keinem
+Kaiser mehr besucht. Seit 1858 Erhaltungsarbeiten. &mdash; Angelegt
+als Wasserburg (vgl. Büdingen, Wächtersbach, Burgjossa).
+Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur in den
+Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon <milestone unit='line' n='15'/>
+im 14. Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen
+Pfalzen die relativ besterhaltene und künstlerisch edelste,
+wenn auch weitaus nicht die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen
+und der technischen Eigenschaften Bau aus
+einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die Eingangshalle <milestone unit='line' n='20'/>
+vielleicht älter. &mdash; Der Gr. bildet ein Trapez: an der
+schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen
+Winkel davon abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite
+und der polyg. gebrochenen OSeite Ringmauern, an die sich
+Wirtschaftsgebäude anlehnten. &mdash; Die Ringmauer 2,10 m <milestone unit='line' n='25'/>
+stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und Mörtelguß;
+Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der
+Zange. &mdash; Der quadr. <hi rend="g">Bergfried</hi>, als Wehrbau nicht
+sehr bedeutend, im Winkel zwischen der SMauer und der
+Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach <milestone unit='line' n='30'/>
+dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine
+größere auf eine von Kragsteinen getragene Plattform, vom
+Hof aus mit Leitern zu ersteigen; der obere Teil des Turms
+in got. Zeit restauriert. &mdash; Das <hi rend="g">Eingangstor</hi> zeigt keine
+Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem <milestone unit='line' n='35'/>
+(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach
+dem Hof offene Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch.
+ursp., im Ssch. got. erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe
+mit 2teiligem Schild (eine sonst nur im Elsaß nachgewiesene
+Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf eingemauert, <milestone unit='line' n='40'/>
+jetzt im Palas. &mdash; Über der Torhalle lag die jetzt
+ihrer Gwbb. beraubte, ebenfalls 2sch. <hi rend="g">Kapelle</hi>. &mdash; Der
+<hi rend="g">Palas</hi> lehnt sich an die nördl. Ringmauer, die Schauseite
+nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit kleinen Fensterschlitzen
+und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine
+
+
+<pb n='144' id='i153.png'/>
+
+<!-- [P: 144] -->
+
+Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse
+(außerdem eine noch erhaltene innere Treppenverbindung
+zur Torhalle). Sie führte direkt in den Saal (13:12 m) mit
+einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines Verschlusses);
+die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke <milestone unit='line' n='5'/>
+trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der
+Tür sind die Ark. durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt.
+Am Saal entlang lief ein Gang und hinter diesem lagen 2 getrennte
+Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher vorhanden; auch
+hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon <milestone unit='line' n='10'/>
+jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas
+gehört zum formenschönsten und delikatesten, was rom.
+Meisselarbeit hervorgebracht hat; jedenfalls kann sich kein
+anderer Profanbau damit messen. &mdash; Am OEnde des Hofes
+sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) <milestone unit='line' n='15'/>
+von ungewisser Bestimmung gefunden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johanniterhof,</hi> vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend;
+kleines sehr herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die
+paarweise gestellten Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen
+für 14. Jh., der SGiebel mit Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/>
+Daneben kleine Kapelle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Deutschordenshäuser</hi>. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch
+die landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei
+Sachsenhausen; 14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert;
+im Hof Brunnen aus Renss. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hof der Abtei Arnsberg</hi>. 1742 erneuert; die einfache got.
+Kap. aus A. 14. Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hof der Abtei Haina</hi>. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh.
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">»Steitz«,</hi> Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im <milestone unit='line' n='30'/>
+Innern ein Lavabo und andere interessante Einzelheiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Romanisches Rathaus,</hi> spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein
+Fachwerkhaus verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich
+von Kunstformen: die im Kleeblatt geschlossene Tür über
+einer vorgebauten Plattform und im dritten Geschoß 3 Gruppen <milestone unit='line' n='35'/>
+dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze Ausdehnung
+des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten.
+Daß das Haus öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft;
+unter den in Frage kommenden gilt die Bestimmung
+als Rathaus für die wahrscheinlichste. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gotisches Rathaus,</hi> wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für
+Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstenhof,</hi> langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz
+der pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert;
+aus dieser Zeit einige gute Einzelheiten.
+</p>
+
+
+<pb n='145' id='i154.png'/>
+
+<!-- [P: 145] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. 4 <hi rend="g">romanische</hi> mit mehr oder weniger bedeutenden
+Resten aus der Erbauungszeit: Langgasse 257,
+ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285 [Obermarkt 101,
+1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten
+Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. <hi rend="g">Gotisch</hi>: <milestone unit='line' n='5'/>
+Bischofshof, jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106;
+Töpfergasse 69; Untermarkt 443 Hinterhaus; Obermarkt 341,
+altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle Steinhäuser. Ein got.
+Fachwerkhaus Langgasse 264.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEMÜNDEN.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus
+1488. Turm zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb.
+1486 auf älterer Grundlage. Das Äußere einfach; WPortal
+erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen geschmückte Turm
+macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute Figur im <milestone unit='line' n='15'/>
+Stadtbild. &mdash; Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E.
+18. Jh. Glocken 14. Jh. und später. &mdash; An der äußeren OWand
+des Langhauses <hi rend="g">Relief</hi> Christus am Kreuz zwischen den
+Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und Soldaten, M. 15. Jh.
+An der Kirchenmauer das ehem. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+von 1488; ruinös.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1593. Giebel erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rentamt</hi>. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
+Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Scherenburg</hi>. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, <milestone unit='line' n='25'/>
+sowie ein großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.).
+Nur wenige Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer
+hübsches Ortsbild.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GENSUNGEN.</hi> RB Kassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEORGENTHAL.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Klst.-K</hi>. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie
+erweisen einen höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge.
+Nach den jüngsten Untersuchungen von H. Giesau 2 Bauperioden
+in folgender Weise zu unterscheiden: 1. Zugrunde <milestone unit='line' n='35'/>
+liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema,
+am Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im
+Lhs. 10 Arkaden, Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll.
+Reste eines WPortals mit einfach abgetreppten Gewänden.
+Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des 12. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden
+wurden niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß
+des Hauptchores. Um ihn wurde ein rck. Umgang von
+4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner äußeren Wand rck.
+Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit <reg orig='Um-gang'>Umgang</reg>
+<pb n='146' id='i155.png'/>
+<!-- [P: 146] -->
+und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach
+Giesau nicht haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues
+unter Leitung eines Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch
+auch das gesamte Detail. An der
+Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m Seitenlänge). <milestone unit='line' n='5'/>
+&mdash; Von der großartigen Klosteranlage erhalten:
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klausur</hi> auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen
+von Pfarrer Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt
+cisterciensischem Gepräge, der von Maulbronn sehr verwandt.
+Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in Maulbronn mit der <milestone unit='line' n='10'/>
+Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich 3schiffig.
+Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang
+vom Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke,
+Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch
+im Stil fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. <milestone unit='line' n='15'/>
+Auf der Nordseite des Chores, in geringer Entfernung von ihm
+zwei 3sch. Säulensäle, durch einen von N nach S laufenden
+schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung ungewiß,
+vielleicht <hi rend="g">Abtshaus</hi>. Ornamentierte Säulenschäfte mit
+Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kornhaus</hi>, got. mit interessantem <milestone unit='line' n='20'/>
+Maßwerkfenster. &mdash; In der Nähe rom. <hi rend="g">Palas</hi> der
+Grafen v. Kefernburg, verbaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEPUTZIG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Wallwitz) 1735 von <hi rend="italic">David Schatz</hi>, einfach
+tüchtig. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERA.</hi> Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Salvator-K</hi>. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Trinitatis-K</hi>. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die
+got. Außenkanzel. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> des Kanzlers Joh. v. Freiersleben
+† 1770, um einiges später ausgeführt, klassizistische <milestone unit='line' n='30'/>
+Richtung. &mdash; Großes <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> mit Stifter,
+1630. &mdash; Auch von den <hi rend="g">Denkmälern</hi> auf dem Kirchhof
+verdienen einige Beachtung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck.
+Turm, dem zu Altenburg nachgebildet. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Regierung</hi>. 1722.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Waisenhaus</hi>. 1724, erneuert nach Brand 1780.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtapotheke</hi> mit renss. Erker.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Privathäuser</hi> des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Simson, 1685. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERA.</hi> Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom.
+Einzelheiten. Hoher <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERBERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß.
+</p>
+
+
+<pb n='147' id='i156.png'/>
+
+<!-- [P: 147] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERBRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh.
+&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. &mdash; Hübsche
+<hi rend="g">Holzfigg</hi>. des Rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERBSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mansfeld. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+[<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb.
+bekannt, auch einige formierte Reste erhalten, hier und im
+Museum zu Halle.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Nüchternstes 18. Jh. &mdash; Großer interessanter
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um oder vor M. 15. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> in <milestone unit='line' n='10'/>
+schlichter Renss. Im Keller gekuppelte rom. Lichtöffnung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GEREUTH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In
+der Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten
+derselben Zeit.
+ <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths
+3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter
+Außengliederung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERLACHSHAUSEN.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Ausstattung</hi>, besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl
+von <hi rend="italic">Andreas Mayer</hi>, Gemälde von <hi rend="italic">Dahlwein</hi>. &mdash; An der Straße
+nach Sommerach reich skulptierter <hi rend="g">Bildstock</hi> 1511, einer
+der schönsten in Unterfranken, ruinös.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERMERODE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">K</hi>. des ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Nonnen-Klst</hi>. Gewölbte rom.
+Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher
+Flucht mit 3 Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche.
+WBau doppeltürmig (wegen Baufälligkeit niedergelegt, 1905
+in der alten Gestalt wieder aufgebaut). Dazwischen, zugleich <milestone unit='line' n='30'/>
+das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore, die
+von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System
+des Msch. nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten
+Gurt- und Schildbgg. auf; keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll.
+quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die Sschiffe abgebrochen. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
+Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit gurtenlosen
+Gwbb. &mdash; Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der
+Fachwerkarchitektur. &mdash; Am Außenbau ist nur die OAnsicht
+einigermaßen intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln,
+sonst ungegliedert.
+ <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="bold">Klostergebäude</hi>. Einige Reste mit rom. Fenstern in den
+Domänenhof eingebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. Jetzige <hi rend="bold">K</hi>. 1778. <hi rend="bold">Scheune</hi>. Großartiger
+Quaderbau in Hufeisenform 1672.
+</p>
+<pb n='148' id='i157.png'/>
+<!-- [P: 148] -->
+<p>
+<hi rend='ort'>GEROLZHOFEN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Stadtpfarr-K</hi>. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl.
+1479. Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere
+1899 hinzugefügt). Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei
+Türmen, deren Erdgeschosse sich als Kapellen gegen Chor <milestone unit='line' n='5'/>
+und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler und gekehlte
+Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
+Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg
+Strebepfeiler, z. T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap.,
+gute Arbeiten aus A. 16. Jh.). &mdash; Einrichtung <milestone unit='line' n='10'/>
+spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg. <hi rend="g">Holzkruzifix</hi>
+mit Naturstamm, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> nahestehend.
+Geschnitzte <hi rend="g">Rosenkranzmadonna</hi> nachgot. Gruppe
+der <hi rend="g">Taufe Christi</hi> vermutlich von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi> um 1760.
+&mdash; Gutes <hi rend="g">Ciborium</hi>, würzburgisch um 1680. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johannis-Kap</hi>. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß
+1sch. in 3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe
+und reich gegliederte Fenster. Außen (W) einläufiger
+Treppenaufgang. [Schnitzaltar, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> zugeschrieben,
+jetzt im Nat.-Mus. München.] <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1737. Altarbilder von <hi rend="italic">Chr. Urlaub</hi> (1745, 1748)
+und <hi rend="italic">Wolker</hi> (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor
+(2. H. 17. Jh.) stammt aus Klst. Ebrach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bezirksamtsgebäude</hi>. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus,
+um 1614. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rentamtsgebäude</hi>. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus.
+Turm und Anlage im Kern mittelalterlich (von einer
+Burg der Herren v. Fuchs), Erscheinung wesentlich aus
+A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital</hi>. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Interessant durch den doppelten Mauergürtel,
+Abstand stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht
+für die umliegenden Dörfer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., mit ma. Resten: <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>, <milestone unit='line' n='35'/>
+der Eingang von Engeln bewacht; <hi rend="g">Altarfigg</hi>.;
+vorzüglich ein lebensgroßer <hi rend="g">Crucifixus</hi> A. 16. Jh.; diese
+jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener Altert.-Ver.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERSFELD.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und <milestone unit='line' n='40'/>
+WTurm. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1632, an den Emporen Malereien.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GERSTUNGEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi>. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in
+
+
+<pb n='149' id='i158.png'/>
+
+<!-- [P: 149] -->
+
+3 Geschossen, um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen
+öffnet sich gegen das spgot. gewölbte Altarhaus, über welchem
+der 8eck. Turm. &mdash; Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1588. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+(v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus <milestone unit='line' n='5'/>
+aus A. 17. Jh. (jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische
+am Markt (Apotheke).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GESEES.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen;
+Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm <milestone unit='line' n='10'/>
+in N. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1673, noch im Aufbau gotischer
+Flügelaltäre. Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1562. &mdash; Befestigter Friedhof.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GESTUNGSHAUSEN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
+anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich <milestone unit='line' n='15'/>
+reich und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs.
+tragen zwischen Stuckornament kleine Gemäldefelder vom
+Coburger <hi rend="italic">J. Schuster</hi> 1714. 3geschossige Empore bez. 1712.
+<hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1727. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1643. Um den Kirchhof
+Mauer mit hohem Torturm. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GIEBELSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
+in strenger Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes <hi rend="g">Epitaph</hi>
+einer Frau v. Zobel 1606.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß der Zobel,</hi> whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte <milestone unit='line' n='25'/>
+Wasseranlage mit runden Ecktürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß der Geyer,</hi> Ruine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GIEBICHENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+1474, 1560. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GIECH.</hi> OFranken BA Bamberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloßruine</hi> bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GIESEL.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Jagdschlößchen</hi>, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle <milestone unit='line' n='35'/>
+einer Burg des 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GIESSMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in
+der Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger
+Aufbau mit durchlaufenden tosk. Pilastern. Über <milestone unit='line' n='40'/>
+dem Dach schmälerer Oberbau in Fachwerk. Dachreiter.
+Einfluß böhmischer Schlösser.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLASHÜTTE.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch.
+ausgeführt &mdash; 18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und
+
+
+<pb n='150' id='i159.png'/>
+
+<!-- [P: 150] -->
+
+9Eckschluß. Kunstlos bemalte Felderdecke 1669. &mdash; Rest
+wertvoller <hi rend="g">Altarmalerei</hi> aus derselben Zeit; ebenso die
+<hi rend="g">Glasgemälde</hi> im Chor. &mdash; <hi rend="g">Taufbecken</hi> aus Messing
+A. 16. Jh., gestanzte Zeichnung der Verkündigung. &mdash;
+<hi rend="g">Schöne Grabplatte</hi> des Pfarrers M. Kittel † 1639, bemalt, <milestone unit='line' n='5'/>
+ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLASTEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm
+mit 4 gekuppelten Fenstern und Satteldach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLAUCHAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs
+aus 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Orgel</hi> 1730 von <hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals
+schönen Reliefs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hinterglauchen</hi>. Schönburgisches <hi rend="bold">Schloß</hi>. Die Erscheinung <milestone unit='line' n='15'/>
+wesentlich bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte,
+ganz einfach behandelte Hauptfront durch 4
+Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze nach dem verbreiteten
+Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise
+gebildet sind. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLAUSCHNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLEINA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. <hi rend="g">Fresken</hi>.
+&mdash; Gute Typen von <hi rend="g">Bauernhöfen</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLEISBERG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz
+einer dem Chor nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb.
+&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Porphyr mit primitiv eingeritztem
+Ornamente. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1510-20, bäurische <milestone unit='line' n='30'/>
+Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der Außenflügel
+stehen höher.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLEISENAU.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Prot. Dorf-K</hi>. 1711. <hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1772 mit reicher Sandsteinfassade.
+&mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> (Groß von Torckau) 1773. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLEUSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung
+sehr malerisch zwischen Bäumen. &mdash; Innendecken
+mit <hi rend="g">Muschelwerkstuck</hi> und eiserner Ofen von 1769.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GLOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage,
+Formen einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GNANDSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster)
+aus A. 16. Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in
+
+
+<pb n='151' id='i160.png'/>
+
+<!-- [P: 151] -->
+
+Stuck wie in Geithain. Gute <hi rend="g">Steinkanzel</hi> mit Maßwerkschmuck
+bez. 1518. In den Chorfenstern <hi rend="g">Glasgemälde</hi>
+aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Betstube</hi> mit reicher Sammlung
+von Wappen des sächsischen Adels. <hi rend="g">Epitaph</hi> H. v. Einsiedel
+1557 mit langem von Melanchthon verfaßtem Gedicht. <milestone unit='line' n='5'/>
+Epit. Joh. v. Einsiedel 1582, Sandstein, Marmor und Serpentin,
+z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche Grabsteine mit lebensgroßen
+Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung gleichzeitig
+um 1640. 4 weitere bis 1756.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). <milestone unit='line' n='10'/>
+Anlage langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend.
+Im innersten Hof freistehender runder Bergfried. Am selben
+Hof rom. Palas mit 3teilig gekuppelten rundbgg. Fenstern;
+eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An einem zweiten
+größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit Einrichtung <milestone unit='line' n='15'/>
+des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GNÖTZHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes
+Beispiel einer vornehm schlichten Landarchitektur. &mdash; 1sch.
+Lhs., quadr. Chor, WTurm (ohne Eingang). Das gut gegliederte, <milestone unit='line' n='20'/>
+ornamentlose Portal an der SSeite. &mdash; Reizende
+<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> E. 15. Jh. Interessantes, leider
+verstümmeltes <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Konrad v. Rosenberg † 1596.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOCHSHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung, <milestone unit='line' n='25'/>
+ins 14. Jh, hinaufreichend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus
+(no 183) von 1612.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖDA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus <milestone unit='line' n='30'/>
+1. H. 13. Jh. einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. &mdash;
+Hübsche <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 1514. Zahlreiche <hi rend="g">Bildnissteine</hi>
+des 17. Jh., recht gut der des Heinrich v. Bünau
+1605.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖDEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, 2 einfache rom. Tympana.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖHREN.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, kleine apsidenlose rom. Anlage. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+1512.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖHRENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOLDKRONACH.</hi> OFranken BA Berneck.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖLLINGEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.,</hi> eines der ältesten in Thüringen. Von der
+<pb n='152' id='i161.png'/>
+<!-- [P:152] -->
+sprom. K. wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer,
+2. der viel Eigentümliches bietende WBau. Er ist
+als breiter Turm ausgebildet. Die an die K. anschließende
+Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und verdeckt.
+Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen <milestone unit='line' n='5'/>
+je 6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.;
+die breiten Gurten in der Linie des Hufeisenbogens;
+als Stützen kräftige Sll. (auch an den Wänden) mit Eckblattbasen
+und flach skulptierten Würfelkaptt. Die Formen, von
+trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über <milestone unit='line' n='10'/>
+der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum
+sich anscheinend als Empore gegen die K. geöffnet hat. Am
+nördl. und südl. Ende desselben Vorraums Türen zu kleinen
+Treppentürmen, die in die oberen Teile des Haupt-Turmes
+hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit <milestone unit='line' n='15'/>
+Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert;
+im letzten Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit
+profilierten Gewänden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOLLMUTHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit <milestone unit='line' n='20'/>
+(1819).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖLSOORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Granit einfach frgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOMPERTSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen <milestone unit='line' n='25'/>
+Sll. 1808; alt im Unterbau der östl. Turmchor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GONNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> E. 16. Jh. mit 6
+Reliefs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GORNOORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+1490 vom Saalfelder »Meister der Baldachine«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖRSBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Der spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> nächst dem in
+S. Jakob in Sangerhausen der bedeutendste des Kreises. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖRSCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis,
+das übrige 16. Jh. und neuer. &mdash; <hi rend="g">Crucifixus</hi> bez.
+HF, energische Arbeit E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GORSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Reicher <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> spgot., <hi rend="g">Kanzel</hi>
+und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖSCHWITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im
+OFenster Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln.
+</p>
+
+
+<pb n='153' id='i162.png'/>
+
+<!-- [P: 153] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOSECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem
+Sohne dieses Hauses, dem großen Erzbischof Adalbert von
+Bremen, in ein <hi rend="bold">Kloster</hi> umgewandelt. Die 1043 und 1056
+gew. <hi rend="bold">Kirche</hi> hat sich in den OTeilen erhalten, welche 1625 <milestone unit='line' n='5'/>
+als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger
+rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung
+(veranlaßt durch abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das
+Schloß (ein wenig interessanter Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut
+ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Ecce <milestone unit='line' n='10'/>
+homo</hi>, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit
+eines sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen
+Künstlers. <hi rend="g">Altartafel</hi>, Hinrichtung der h.
+Katharina, von <hi rend="g">L. Cranach d. Ä</hi>. Großes reiches <hi rend="g">Epitaph</hi>
+des Bernh. v. Pölnitz † 1628. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOSSMANNSDORF.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern,
+Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOSSMANNSDORF.</hi> UFranken BA Hofheim. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich
+von <hi rend="italic">B. Neumann?</hi>). Stattliche Fassade. Hochaltar um
+1730. Reiche Seitenaltäre um 1760. &mdash; Interessante <hi rend="g">Kirchhofsbefestigung</hi>,
+wohl 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Vogteihaus,</hi> charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes <milestone unit='line' n='25'/>
+schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein
+ähnliches in Manau).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖSSNITZ.</hi> Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im
+16. verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÖSSWEINSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. 1730-39 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Doch hatte
+schon 1728 der angesehene Mainzer Architekt <hi rend="italic">F. A. v. Ritter</hi>
+Pläne eingeliefert. Inwieweit Neumann diese berücksichtigt
+hat, ist eine offene Frage. Anlage im lat. Kreuz. Das Qsch. <milestone unit='line' n='35'/>
+schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand beginnend,
+Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen
+Gang verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar.
+Das Tonnengwb. mit starken Quergurten ist reich stuckiert.
+Die innere Ausstattung schon in den Formen des Rok.; der <milestone unit='line' n='40'/>
+Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung von konstruktiv
+nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben
+an Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach,
+mit 2 Front-Türmen. &mdash; Über dem Portal eine gewaltige
+<hi rend="g">plastische Gruppe</hi>, die h. Dreifaltigkeit. An
+
+
+<pb n='154' id='i163.png'/>
+
+<!-- [P: 154] -->
+
+der Rückseite eingemauert ein <hi rend="g">Grabdenkmal</hi> von <hi rend="italic">Hans
+Werner</hi> 1588.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOTHA.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Gotha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches,
+turmloses Rck. von 49 : 14,5. &mdash; <hi rend="g">Fürstenstand</hi> am <milestone unit='line' n='5'/>
+Chor in derbem Bar.; desgl. die <hi rend="g">Kanzel</hi>; Rest eines got.
+<hi rend="g">Altarwerks</hi>. Die große <hi rend="g">Gedenktafel</hi> für Herzog
+Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. &mdash; Das Klst.
+verbaut; der Kreuzgang rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Margarethen-K</hi>. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und <milestone unit='line' n='10'/>
+1725; ursp. 3sch. Hallenkirche. &mdash; <hi rend="g">Denkmal</hi> für Herzog
+Ernst den Frommen 1728 von dessen Enkel errichtet. &mdash;
+<hi rend="g">Taufstein</hi> bez. 1687. &mdash; Sehr schöne bar. Engelsfigg., Holz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Friedenstein</hi>. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von
+<hi rend="italic">Andreas Rudolfi</hi>. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung <milestone unit='line' n='15'/>
+sparsam, nüchtern, schwerfällig, fast noch mehr im
+Charakter einer Zitadelle als eines fürstlichen Wohnhauses,
+ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am Ende
+des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m,
+wird von 3 Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, <milestone unit='line' n='20'/>
+an den Ecken breite Türme mit welscher Haube. Die in der
+deutschen Renss. an einem Kunstbau nie fehlenden Giebel
+sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren
+gequaderten Pfll. &mdash; Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung.
+Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die <milestone unit='line' n='25'/>
+1685 ff. hinzugefügte prunkhaft derbe Barockdekoration. &mdash;
+Einige Räume M. 18. Jh. Das Porzellankabinett und anderes,
+was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751 vom Nassau-Saarbrückener
+Hofarchitekten <hi rend="italic">Stengel</hi>. Die Schloß-K. nahe verwandt
+der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft <milestone unit='line' n='30'/>
+viele, z. T. aufwandreiche, Särge. Orangerie von <hi rend="italic">G. H. Krohne</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Friedrichstal</hi>. 1711. Nach französischen Mustern in
+vereinfachter Formgebung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von
+auserlesener Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. <milestone unit='line' n='35'/>
+1574, aber noch im Charakter der FrRenss. An der SFront
+eingemauertes <hi rend="g">Reliefbild</hi> eines h. Bischofs aus 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Gute <hi rend="bold">Barockhäuser</hi> die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische
+Hof.
+</p>
+
+<p>
+Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit <milestone unit='line' n='40'/>
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOTTESBÜREN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im
+15. Jh. hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb.
+auf kurzen Diensten. Vortreffliches Detail.
+</p>
+
+
+<pb n='155' id='i164.png'/>
+
+<!-- [P: 155] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOTTESGRÜN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher
+Altaraufbau; das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist
+älter, um 1500, anziehendes Stück.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOTTLEUBA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen
+und Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff
+renss. Portal bez. 1553.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GOTTSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten <milestone unit='line' n='10'/>
+Fenstern Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten.
+&mdash; Überreste eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> aus 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Vom spgot. Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen
+mit Sterngwb. und der Turm an der NSeite des Schiffes; dieses <milestone unit='line' n='15'/>
+erweitert 1775. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Holzbildwerke</hi> in der Art
+<hi rend="italic">Lendenstreichs</hi>. Der bar. <hi rend="g">Marmor-Altar</hi> aus der Barfüßer-K.
+in Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche
+Schmiedekreuze des 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRADITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> mit Nebengebäuden E. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÄFENBERG.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh. einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRAFENGEHAIG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht <milestone unit='line' n='25'/>
+vom Umbau 1448. Großes <hi rend="g">Kruzifix</hi> 1532.
+</p>
+
+<p>
+GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz.
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, der Turm über dem Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÄFENRODA.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stark modernisiert. Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRAFENRHEINFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von <hi rend="italic">Joh. Mich.
+Fischer</hi>, einem Schüler <hi rend="italic">Neumanns</hi>. Besonders die Fassade
+reich ausgebildet. Von den 2 OTürmen nur der südl. got. <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Deckengemälde</hi> bez. <hi rend="italic">Joh. Zick</hi> 1756. Vorzüglicher,
+triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem <hi rend="g">Gemälde</hi>,
+wohl von <hi rend="italic">Onghers</hi>; von demselben 1671 der hl. Sebastian
+auf einem Nebenaltar. <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> und
+<hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">J.P. Wagner</hi> 1766. <hi rend="g">Chorstühle</hi>, <hi rend="g">Taufstein</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="g">Stationsbilder</hi> in späterem Rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Giebelhaus in Fachwerk 1602. &mdash; Großer <hi rend="g">Bildstock</hi>
+1628. Ein kleinerer 1694.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÄFENTAL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich Erneuerung 1724. &mdash; Stattlicher <hi rend="g"><reg orig='Kan-|zelbau'>Kanzelbau</reg></hi>
+<pb n='156' id='i165.png'/>
+<!-- [P: 156] -->
+hinter dem Altar. Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> der Familie
+v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste von mittelalterl.
+<hi rend="g">Wandmalerei.</hi></p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Wespenstein</hi>. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
+interessanter Torhalle. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÄFENTONNA.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. &mdash;
+<hi rend="g">Altarwerk</hi>, wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt.
+Die 3geschossige Archit. 1646 (oder eher 1687?). Die
+Reliefs von einem auseinander genommenen Flügelaltar des <milestone unit='line' n='10'/>
+Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+der Grafen v. Gleichen 1525-75.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kettenburg</hi>. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt
+Zuchthaus und ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke
+14. Jh. Andere Bauteile zeigen Formen der Renss. des 16. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRAMSCHATZ.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung
+um 1740.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GREBEHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit <milestone unit='line' n='20'/>
+stilisiertem Baum.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GREBENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von
+niedrigen Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch
+ein besonderes Dach mit einfachem Giebel. Reich skulptiertes <milestone unit='line' n='25'/>
+Portal, die Figg. sehr verwittert. WTurm 1905 rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> in Fachwerk A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+2 <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> um 1480.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Der Palas um 1500.
+</p>
+
+<p>
+Gut erhaltene <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>.
+ <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GREIFENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor.
+Gleichzeitig die WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GREIFENSTEIN</hi> b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch <milestone unit='line' n='35'/>
+Gräben getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt
+1137, zerfallen seit 1560.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GREITZ.</hi> Hauptstadt von Reuß ä. L.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Oberschloß</hi>. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm,
+im Innern hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, <milestone unit='line' n='40'/>
+auch Reste von Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRETHEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. &mdash; Tür
+mit rom. Eisenbeschlag.
+</p>
+
+
+<pb n='157' id='i166.png'/>
+
+<!-- [P: 157] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRETTSTADT.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen.
+Lhs. mit stattlicher Fassade von Hauptmann <hi rend="italic">J. M. Fischer.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau
+mit Freitreppe. Davor <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit Stützenbau. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRIESHEIM.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Details. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>,
+z. T. nicht übel. &mdash; Stattliches adl. <hi rend="bold">Schloß</hi> aus A. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRILLENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRILLENBURG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1558 unter Oberleitung von <hi rend="italic">Hans Dehn-Rotfelser</hi>,
+jetzt völlig verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße <hi rend="g">Jäger</hi>
+in Sandstein um 1600 in der Art des <hi rend="italic">Chr. Walther.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRIMMA.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron</hi>. 1251, erweitert 1277.
+Reste in der jetzigen Superintendentur.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von
+regelmäßiger kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen,
+am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre. Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. <milestone unit='line' n='20'/>
+etwas schmäler als das Lhs., noch in rein rom. Formen; die
+Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube mit
+3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest.
+1888. Das Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg.
+Formen, die ursp. flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. <milestone unit='line' n='25'/>
+Am Chorschluß Gruppe von 3 hohen schmalen spitzbg.
+Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot. &mdash;
+<hi rend="g">Denkmäler</hi> 1693-1760.
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Nicolai-K</hi>. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen.
+&mdash; Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren <milestone unit='line' n='30'/>
+Wertes die Gemälde von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K.
+Schallgefäße. Lange Reihe von Bildnissen jetzt im Stadthause.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Augustiner</hi>-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet
+A. 15. Jh. Rck. von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
+Denkmäler und Bildnisse ohne Bedeutung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1556, einfach rck. &mdash; Grabplatten und Denkmäler
+ohne Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische
+Arbeiten des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, <milestone unit='line' n='40'/>
+vier schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene
+Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen
+zusammengefaßt, in dessen Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut
+E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden Epochen Bauformen erhalten.
+&mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1442, Freitreppe 1585, Giebel um 1600, &mdash; <hi rend="bold"><reg orig='Knaben-|schule'>Knabenschule</reg></hi>
+<pb n='158' id='i167.png'/>
+<!-- [P: 158] -->
+an der Frauen-K. 1614. &mdash; An <hi rend="bold">Wohnhäusern</hi> meist nur
+einzelne Teile aus älteren Epochen. &mdash; <hi rend="bold">Altertums-Museum</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRIMMENTAL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499
+neben dem Portal des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Altar</hi> jetzt in Gräfentonna.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Linde</hi> mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der
+ältesten Bäume Deutschlands.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÖDITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, <milestone unit='line' n='10'/>
+Granit. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh., v. Ziegler
+und v. Metzrodt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des <milestone unit='line' n='15'/>
+Schiffes; sonst verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Aegidien-K</hi>. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
+Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten;
+lichter Durchmesser 3,3. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSBARTLOFF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb.,
+außen Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. &mdash;
+2 <hi rend="g">Nebenaltäre</hi> in Stuckmarmor. Schöne <hi rend="bold">Kanzel.</hi>
+<hi rend="g">Taufstein</hi> aus der älteren K. bez. 1606. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSBODUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bar. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>. Quaderbau von 1331, Türen und
+Fenster 1584. &mdash; <hi rend="bold">Amtsgericht</hi>. Schöner Fachwerkbau mit
+Erker 1660.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSBREITENBACH.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1680, einfach geräumig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSCORBETHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht
+ursp.), Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von
+<hi rend="g">Antonio Perri</hi>. &mdash; Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSDITTMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. und renss. Portalen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSECKMANNSDORF.</hi> K.Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
+Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter <hi rend="g">Altar</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+1706; Emporen mit biblischen <hi rend="g">Malereien</hi>, handwerklich,
+aber nicht ungeschickt; flache Decke mit Kehle; bewegte
+Dachlinie.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSENBEHRINGEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> der Herren v. Wangenheim 1547.
+</p>
+
+
+<pb n='159' id='i168.png'/>
+
+<!-- [P: 159] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSENHAIN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert
+und erweitert von <hi rend="italic">J. G. Schmidt</hi> in Dresden (Schüler
+<hi rend="italic">Bährs</hi>). Die Idee der protestantischen Predigtkirche klar und
+nachdrücklich ausgesprochen. Über dem alten (5/8) Chor der <milestone unit='line' n='5'/>
+Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O durch eine
+gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel
+und Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber
+an der SSeite vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung
+der »Querkirche« zu T-förmigem Gr. Die Muldendecke <milestone unit='line' n='10'/>
+wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll., die der
+Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt
+2000 Personen. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1499, die Flügelgemälde
+bez. E.W. Schöne got. <hi rend="g">Kelche.</hi></p>
+<p>
+Ruine des <hi rend="bold">Nonnen-Klst</hi>. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit <milestone unit='line' n='15'/>
+Zellengwb. jetzt Bierkeller.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSENLÜDER.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh.
+Quadr. Vorchor mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht,
+der beschieferte Helm mit Erkertürmchen 16. Jh. Die <milestone unit='line' n='20'/>
+Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit rom. Gewändform.
+An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
+Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches
+Portal mit Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten
+Stiftswappen. Die Sakristei mit Tonnengwb. und <milestone unit='line' n='25'/>
+1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten Kirche (gegr. 822). &mdash;
+<hi rend="g">Grabmal</hi> der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSENSEE.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSFAHNER.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch
+5 rom. Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu
+erkennen. &mdash; 2 <hi rend="bold">Schlösser</hi> der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722.
+<hi rend="g">Wappentafel</hi> bez. 1502. Im Innern einige Räume in
+reicher Barockausstattung. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSFURRA.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
+überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck.
+Türen am Ostende des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem
+Chor. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSHARTHAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1794. Feines <hi rend="g">Buchsbaumkruzifix</hi> um
+1700. Schöner <hi rend="g">Wappengrabstein</hi> um 1500.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die
+stattliche französische <hi rend="g">Parkanlage</hi> mit Sandsteindekoration.
+</p>
+
+
+<pb n='160' id='i169.png'/>
+
+<!-- [P: 160] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSHEIRATH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige
+Empore 17. Jh. Der sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh.
+mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung
+älterer Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht
+und erweitert. Verwahrlost.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Katharinenhof</hi>. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
+Waisenhaus. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSHEUBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß
+16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSKMEHLEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau des 18. Jh. &mdash; Im Altarbau von ca. 1620 <milestone unit='line' n='15'/>
+sind 2 niederländische <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> (von <hi rend="italic">Jan Bormann</hi>?)
+kombiniert, wahrscheinlich Geschenke der dänischen
+Gemahlin des Kurf. Christian II. (vgl. Prettin). Die Flügelgemälde
+sehr verdorben und schwer zu beurteilen. <hi rend="g">Moseskanzel</hi>
+aus Stein. In der Turmhalle großes <hi rend="g">Triumphkreuz</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Grabsteine</hi> des sp. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden
+Ecktürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSKOCHBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. <milestone unit='line' n='25'/>
+und 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> vom Saalfelder »Meister
+der Baldachine«, E. 15. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> einfache Sprenss. 16.
+und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSKRÖBLITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda
+</p><p>
+Vom ehemaligen <hi rend="bold">Edelhof</hi> das schöne sprenss. Hoftor. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSLANGHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Umbau von 1596, Turm um 1400. &mdash; Lobenswerter
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1700, gleichzeitig der <hi rend="g">Taufstein,</hi>
+später das <hi rend="g">Chorgestühl</hi>. Auf den Seitenaltären gute
+(leider neu bemalte) <hi rend="g">Holzskulpturen</hi> des fr. 16. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
+ausgezeichnet besonders eine <hi rend="g">Pietas</hi> von einem mit Riemenschneider
+nur entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen
+<hi rend="g">Ölberg</hi>, lebensgroße Sandsteinfigg., handwerklich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Antonius-Kap.</hi> 1399. Über dem Portal Figurennische mit
+dem Wappen der Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, <milestone unit='line' n='40'/>
+um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar <hi rend="g">Grablegungsgruppe</hi>
+um 1500, als Antependium interessantes Relief,
+Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500.
+Die großen Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius,
+in etwas manierierter Gefühlsseligkeit. Reich bewegte <hi rend="g"><reg orig='Kreu-|zigungsgruppe'>Kreuzigungsgruppe</reg></hi>
+<pb n='161' id='i170.png'/>
+<!-- [P: 161] -->
+um 1750 (vom ehemaligen Hochaltar).
+</p>
+
+<p>
+Stattliche <hi rend="bold">Häuser,</hi> mehrfach mit Marienbildern des
+18. Jh. geschmückt. &mdash; <hi rend="g">Bildstöcke</hi> 1501, 1513, 1713,
+1795.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSLÖBICHAU.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Chor <hi rend="g">Sakramentshaus</hi> 16. Jh. Frgot.
+<hi rend="g">Kruzifix</hi>. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus Altenburger Werkstatt,
+vgl. Maua.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSMÖLSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; <milestone unit='line' n='10'/>
+das jetzige Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten.
+&mdash; Taufgestell, Kanzel und Gestühl 1723; dem Kanzelbau
+eingefügt 2 gemalte <hi rend="g">Flügel</hi> 1520 von <hi rend="italic">Peter v. Mainz</hi>
+mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> 1612.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSNEUHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Stattliche <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1729 mit opulenter Ausstattung. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>
+der Grafen v. Werthern-Beichlingen 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSOLBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau 16.-18. Jh., <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1645
+mit den knienden Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand <milestone unit='line' n='20'/>
+v. Einsiedel, wohl von <hi rend="italic">Joh. Böhm</hi> in Schneeberg. Eigenartig
+prächtiger <hi rend="g">Kelch</hi> des Freibergers <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSOSTERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der
+Streben und Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses <milestone unit='line' n='25'/>
+weisen auf ca. 1500; wohl älter in der Anlage der breite, nur
+vom Schiff aus durch ein Pförtchen zugängliche WTurm, dem
+ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen einen charaktervollen
+Umriß gibt. &mdash; Bmkw. spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+mit den 14 Nothelfern. Eleganter renss. <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+1594. <hi rend="g">Pastorengrabsteine</hi> 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSOSTHEIM.</hi> UFranken BA Aschaffenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe
+der <hi rend="g">Beweinung Christi</hi>, Holz, um 1501. &mdash; Vor dem
+Ort <hi rend="g">Kapelle</hi> mit dem Wappen des Mainzer Kurfürsten <milestone unit='line' n='35'/>
+Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige Kreuzigungsgruppe
+aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen
+könnte eine Arbeit aus der Werkstatt <hi rend="italic">Backofens</hi> vermutet
+werden, was näher untersucht werden müßte.
+</p>
+
+<p>
+Fast vollständig erhaltene ma. <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSPÖTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche.
+Die außen eingemauerten Reliefs scheinen älter. &mdash; Großer
+und vortrefflich erhaltener <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>; <hi rend="g">Sakramentsnische.</hi>
+</p>
+
+
+<pb n='162' id='i171.png'/>
+
+<!-- [P: 162] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSRÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet.
+Einige Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSSCHÖNAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. <milestone unit='line' n='5'/>
+Schluß. &mdash; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1802 mit Gemälde von <hi rend="italic">J. E. Zeissig</hi>
+in Dresden, genannt Schenau, 1786. &mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>
+des H. v. Nostitz † 1607, des Malers Schenau † 1806.
+&mdash; Ansehnliche <hi rend="g">Bauernhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSSCHWABHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle;
+got. und bar. verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSSEDLITZ</hi> s. Sedlitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSSTECHAU.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+Hübsche spgot. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSTHIEMING.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629.
+&mdash; Guter <hi rend="g">Renss.Altar</hi> mit Gemälde um 1620.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSWALBUR.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und <milestone unit='line' n='20'/>
+bar. Helm steht seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte;
+das Lhs. noch einmal 1748 erneuert. &mdash; Hübsche spgot.
+<hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1538. Mehrere gute
+<hi rend="g">Kelche</hi> aus 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSWEITZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. &mdash;
+[<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSWENKHEIM.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. <hi rend="g">Deckenbild</hi>
+von <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi>. Pietas aus Gußstein 1. H. <milestone unit='line' n='30'/>
+15. Jh. <hi rend="g">Monstranz</hi> E. 16. Jh. Auf dem Kirchhof:
+<hi rend="g">Denkmal</hi> des letzten Abtes von Bildhausen † 1812.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GROSSZSCHOCHER.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar
+und Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg.
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom. Anlage mit spgot. und noch späteren Veränderungen.
+Holzdecke 16. Jh. &mdash; Geschnitzte <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>
+17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Chorturm mit rom. Kern, Lhs.
+16. und 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 16. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit Tritonen und Nereiden 1720.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRUBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, Kernbau wesentlich rom.
+</p>
+
+
+<pb n='163' id='i172.png'/>
+
+<!-- [P: 163] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRUMBACH.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von <hi rend="italic">Gottfr.
+Unger</hi> mit lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt.
+Prunkvoller Altarbau 1688, das exaltierte <hi rend="g">Statuenwerk</hi>
+von <hi rend="italic">J. F. Richter</hi> aus Meißen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRUNAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. 1739
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÜNAU.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Karthause,</hi> gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich
+ausgedehnten Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende <milestone unit='line' n='10'/>
+Reste des 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÜNHAIN.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+</p><p>
+Vor der Stadt die Trümmer des reichen <hi rend="bold">Cistercienser-Klst.</hi>
+gleichen Namens.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GRÜNLICHTENBERG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern.
+&mdash; Lebensgroßer <hi rend="g">Crucifixus</hi> A. 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+1431; ein zweiter E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GUDENSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler <milestone unit='line' n='20'/>
+beraubt. Der etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß
+aus dem 6Eck. Rippenprofil geschärfter Rundstab. Im Maßwerk
+2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer 3Paß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-Kap,</hi> spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig
+erhalten. &mdash; <hi rend="bold">Schloßruine</hi>, seit 1388 in Trümmern. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÜGEL.</hi> OFranken BA Bamberg.
+</p><p>
+Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders
+1612. &mdash; <hi rend="g">Hochaltarblatt</hi> 1620 von <hi rend="italic">Fuger</hi>, <hi rend="g">Statuen</hi>
+der 12 Apostel von <hi rend="italic">M. Kern</hi>. Schöne <hi rend="g">Wappensteine</hi>
+mehrerer Bischöfe. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GUMPERDA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger
+tief ein, als gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen <hi rend="g">Tympanonskulpturen</hi>,
+ungewöhnlich der Gegenstand:
+Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes),
+13 Heilige unter Baldachinen, Abschluß nach oben gerade.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung
+A. 18. Jh. [<hi rend="g">Flügelaltar</hi> gegen 1400 im Dresdener <milestone unit='line' n='40'/>
+Altert.-Ver.].
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÜNTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Wertvoller got. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> (aus Erfurt?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÜNTERSLEBEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon
+
+
+<pb n='164' id='i173.png'/>
+
+<!-- [P: 164] -->
+
+mit blindem Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind.
+&mdash; <hi rend="g">Rok.Altar</hi> mit guter Kreuzigungsgruppe. Schöne
+<hi rend="g">Monstranz</hi> um 1710, augsburgisch. &mdash; An einem Hause
+gute got. <hi rend="g">Madonna</hi>, Stein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÜNTHERSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha Kr. Gotha. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. WTurm, sonst 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GUTMANNSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., gut rest. <hi rend="g">Gutsgebäude</hi>, wirkungsvoller
+Bau um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GUTTAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nach Brand 1813. &mdash; Aus derselben Zeit das strenganmutige
+<hi rend="bold">Herrenhaus,</hi> 1stöckig, in der Mitte offene Halle
+mit dor. Sll.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GUTTENBERG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger
+und Tor aus sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>GÜTZINGEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger
+Hofspital); <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Onghers</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>H</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAARHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. OTurm, sonst got. und bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HABESBURG</hi> (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> sehr zerstört. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAFENLOHE.</hi> UFranken. BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <hi rend="g">Holzfig</hi>. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des
+späten 13. Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. <hi rend="g">Sandsteinfig</hi>.
+St. Eucharius um 1350.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAIN B. HERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAIN B. STOLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage wie in Hain b. Heringen. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAINA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. &mdash;
+Kanzel 1622; Altarbau 1733; ziemlich guter <hi rend="g">ikon. Grabstein</hi>
+1424.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAINA.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Klst.</hi> Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt
+<pb n='165' id='i174.png'/>
+<!-- [P: 165] -->
+1224 kann sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues
+beziehen. Weiterhin fehlen alle sicheren Nachrichten. Der
+Grundriß einheitlich im normalen Schema des Ordens: Chor
+rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je 3 Kapp.,
+Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau <milestone unit='line' n='5'/>
+der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang
+(OFlügel) in das erste Joch des Lhs. führende Tür rundbg.,
+wenn auch mit gotisierendem Blattwerk. 2. Übergang zum
+Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer wesentlich
+französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen <milestone unit='line' n='10'/>
+Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte
+von H. (O. Liemke) setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis
+1228 und erklärt H. für den zweitältesten rein got. Bau in
+Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und vor Marburg.
+Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber <milestone unit='line' n='15'/>
+es fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung
+ist dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons),
+und ich halte es noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie
+in Hessen zuerst hier eingesetzt hat. Danach wären die ältesten
+got. Teile in H. in die 40er Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau <milestone unit='line' n='20'/>
+von Chor und Qsch. Die Fenster sind hier 2teilig, der große
+Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in Marburg noch
+glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des
+Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben
+2teilig, nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung <milestone unit='line' n='25'/>
+eine Gruppe von Dreipässen. &mdash; Das angenommene Verhältnis
+zu Marburg bezieht sich nur auf die OTeile. Mit der Annahme
+des Hallensystems könnte H. im Vorsprung gewesen sein.
+Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und der
+starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger <milestone unit='line' n='30'/>
+steilen Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen.
+Enorm stark im Verhältnis zur Arkadenöffnung sind die
+Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg, nur daß der
+dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen Kragstein
+gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß <milestone unit='line' n='35'/>
+sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit
+kleinen Fenstern gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges)
+ohne Durchbrechung; im 2. Geschoß dünne Wandung,
+Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4 WJoche und die
+WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert <milestone unit='line' n='40'/>
+ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. &mdash; Am
+6. Pfeilerpaar <hi rend="g">Lettner</hi> E. 13. Jh. in schlichten, spröden
+got. Formen. Im Chor <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> 1. H. 14. Jh.
+von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. &mdash; <hi rend="g">Chorstühle</hi>
+14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Grafen v. Ziegenhain (der
+
+
+<pb n='166' id='i175.png'/>
+
+<!-- [P: 166] -->
+
+letzte † 1450). <hi rend="g">Steinrelief</hi>, auf Landgraf Philipps Klosterreformation
+bezüglich, 1542. &mdash; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> des
+14. Jh., grau in graue Teppichmuster (mehrere neu). &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi>
+im Dachreiter älter als dieser, 1225 vom Erzbischof von Mainz
+geweiht und mit dessen Siegel versehen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klostergebäude</hi> (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs
+E. 13. Jh., S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O
+2 Säle, jeder mit 2×3 Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5
+Gwbb. (Obergeschoß neu), westl. anschließend die Küche,
+östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am westl. Flügel <milestone unit='line' n='10'/>
+mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAINDORF.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor
+entspricht dem Msch. WTurm. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
+spgot. &mdash; <hi rend="g">Steinskulptur</hi> (Krippe) unter einem <milestone unit='line' n='15'/>
+von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. &mdash; In
+der Sakristei <hi rend="g">Gewölbemalerei</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAINEWALDE.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf.
+<hi rend="g">Innenausstattung</hi> im ursp. Zustande. Recht hübsch <milestone unit='line' n='20'/>
+die Orgel. Charakteristische Denkmäler. &mdash; Auf dem Friedhof
+Kanitz-Kyausche <hi rend="g">Gruftkapelle</hi> in reicher bar. Nischenarchitektur
+mit allegorischen Figuren.
+</p>
+
+<p>
+Altes und neues <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.
+<milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAINICHEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HALLBURG.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Von der <hi rend="bold">Burg</hi> (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch
+der ma. Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HALLE A. S.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dom</hi> (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal
+Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg,
+aus einer Dominikaner-K. der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende
+Veränderungen umgebaut. Eingehende Untersuchung <milestone unit='line' n='35'/>
+steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch
+geht die bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück,
+sicher der ganze Chor (totale L. 68 m). Das Äußere ist in
+Tradition der Bettelordenskirche turmlos. Das Dach nach den
+3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in dichter Reihung <milestone unit='line' n='40'/>
+Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. &mdash; Von
+erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die <hi rend="g">plastische
+Ausstattung</hi>. Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in
+Obersachsen. Die erstaunlich kurze Zeit der Ausführung (1523
+
+
+<pb n='167' id='i176.png'/>
+
+<!-- [P: 167] -->
+
+bis 1526) setzt eine stark besetzte Werkstatt voraus. An ihrer
+Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch als Dirigent des
+Ornaments, ein Schüler <hi rend="italic">Hans Backofens</hi> aus Mainz (wohl von
+demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519).
+Auch das Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat <milestone unit='line' n='5'/>
+ein Architekt hinzu, der eingehende und verständnisvolle
+Studien in der Lombardei (Certosa, Como) gemacht hatte. 1. Die
+zwei <hi rend="g">Weihetafeln</hi> an der NWand des Innern, bez. 1523,
+das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die
+hll. Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. <hi rend="g">Sakristeitür</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+und südl. <hi rend="g">Außenportal</hi> bez. 1525. 3. <hi rend="g">Kanzel</hi> bez. 1526,
+nicht groß, aber von höchstem plastischem Reichtum. 4. An
+den Pfeilern des Inneren großartiger <hi rend="g">Statuenzyklus</hi>
+(Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei
+Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und <milestone unit='line' n='15'/>
+Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der
+Köpfe, das ganze Pathos der Empfindung und das malerische
+Formgefühl, dies alles ist im Wesen schon barock.
+[Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen,
+als Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="italic">Grünewalds</hi> Tafel mit den hll. Erasmus und Mauritius jetzt
+in der Pinakothek zu München.] <hi rend="g">Chorgestühl</hi> von
+spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. <hi rend="g">Emporen</hi>
+und Altar M. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Markt-K. U. L. Fr</hi>. Ursp. standen hier dicht hintereinander <milestone unit='line' n='25'/>
+2 Kirchen, S. Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht
+von Brandenburg ließ sie 1529 abbrechen bis auf die Türme
+und verband diese durch einen Neubau, das jetzige Lhs.
+Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an
+die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche <milestone unit='line' n='30'/>
+von 10 schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal
+geteilt durch eingebaute steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit
+glatten, im Gr. konkav gekrümmten Flächen. Das wirre
+Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive Bedeutung
+mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit <milestone unit='line' n='35'/>
+den Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar
+(vor der Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine
+Brücke verbunden. Die Hauben von 1551 aus Spgotik und
+Renss. gemischt, interessant als Vorstufe zu dem norddeutschen
+Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom. Resten, <milestone unit='line' n='40'/>
+ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von
+8 kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der
+Kirche (ca. 1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal
+ein Muster jener komplizierten Stabwerkverflechtungen
+und Überschneidungen, in denen sich besonders die sächsische
+
+
+<pb id='i177.png'/>
+
+Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der Fenstergewände
+herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals
+reich bemalten und vergoldeten <hi rend="g">Emporen</hi> (von <hi rend="italic">Nickel Hofman</hi>
+1550-1554) geben eine interessante Verbindung von got. Strukturformen
+mit renss. Ornament. Eine zierliche, doch höchst <milestone unit='line' n='5'/>
+verzwickte, lediglich mit geometrischem Ornament rechnende
+Komposition ist die <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Sandstein; der Meister sucht
+nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los.
+Ausgeprägte Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den
+Emporen, 1562-1575 von <hi rend="italic">Ant. Pauwart</hi> aus Ypern in Flandern. <milestone unit='line' n='10'/>
+Die weiteren Wandlungen des Ornaments veranschaulichen
+die <hi rend="g">Bräutigamsstühle</hi>, eine ausgezeichnete
+Arbeit von 1595. Aus derselben Zeit der originelle <hi rend="g">Schalldeckel</hi>
+der Kanzel (1596). Taufkessel 1430 gegossen
+in Magdeburg von <hi rend="italic">Ludolf v. Braunschweig</hi> u. s. Sohne Heinrich. <milestone unit='line' n='15'/>
+Großer <hi rend="g">Wandelaltar</hi> mit je 3 Flügeln, in allen
+Teilen gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der
+OWand des nördl. Ssch. <hi rend="g">Tafelbild</hi>, Christus die Wechsler
+vertreibend, bez. 1498, in der Sakristei gotischer Schrank
+mit reichem Beschlagwerk. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Moritz-K</hi>. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem
+Msch.; Schluß mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die
+4 OJoche und der Chor 1388 ff.; die westl. Hälfte (an Stelle
+des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M. 15. Jh. Die beabsichtigten
+westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb. <milestone unit='line' n='25'/>
+1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte
+mit Stäben, Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert;
+die westl. einfach; die Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen.
+&mdash; Im Innern mehrere <hi rend="g">Steinskulpturen</hi> von
+<hi rend="italic">Konrad v. Einbeck</hi> (welcher auch die äußere Dekoration der <milestone unit='line' n='30'/>
+östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
+Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt,
+Anbetung des Kindes, nur das Kind in ganzer Figur,
+alles andere in Kopfdarstellungen): an einem Pfl. <hi rend="g">S. Moritz</hi>
+v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in der <milestone unit='line' n='35'/>
+SOVorhalle <hi rend="g">Eccehomo</hi> von 1416, im Nackten aufmerksame
+Naturbeobachtung, klagende Maria und <hi rend="g">Christus</hi>
+an der Martersäule und ein <hi rend="g">Relief</hi> mit der Anbetung
+der drei Könige &mdash; alles mit Künstlerinschrift. Eine <hi rend="g">Büste</hi>
+im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der <milestone unit='line' n='40'/>
+Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber
+erheblich jünger. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi>: Mensa mit rom. Ornament,
+großes und wertvolles Retabel mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein
+Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von <hi rend="italic">Georg Jhener</hi> von
+Orlamünde. &mdash; Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> mit ausgedehnten Reliefs
+
+
+<pb n='169' id='i178.png'/>
+
+<!-- [P: 169] -->
+
+in konventionell italisierendem Stil, 1592 von <hi rend="italic">Zacharias
+Bogenkrantz</hi>; Schalldeckel 1604.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ulrichs-K</hi>. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten).
+Spgot. unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.;
+beg. 1339, Gwb. in Netzform 1510. Tympanon (Marientod) <milestone unit='line' n='5'/>
+14. Jh. &mdash; Einfaches modern ergänztes <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E.
+14. Jh. <hi rend="g">Taufkessel</hi> v. 1430, ähnlich dem der Markt-K.
+und von denselben Meistern. &mdash; Altar: Mensa mit blindem
+got. Maßwerk bald nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln
+1488. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> um 1525, für die <milestone unit='line' n='10'/>
+barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula
+in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm
+und umspielt von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung.
+&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>, Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645.
+&mdash; In der Sakristei wertvolle <hi rend="g">Gefäße</hi>, darunter Weinkanne <milestone unit='line' n='15'/>
+und Hostienbüchse 1580, emaillierter Kelch 1654.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neumarkt-K</hi>., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten. Sandstein-Taufstein
+von 1478.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Glauchaische K.,</hi> 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.
+</p>
+
+<p>
+Der <hi rend="bold">»rote Turm«,</hi> freistehender selbständig gebauter Glockenturm <milestone unit='line' n='20'/>
+1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden
+verzogenes 8Eck. Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht
+erst aus M. 16. Jh. Der Sockelumbau aus Backstein
+neugot. 1825.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Betsäule</hi> 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der <milestone unit='line' n='25'/>
+Kreuzigung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Moritzburg,</hi> 1484-1503 erb. von Erzbischof <hi rend="italic">Ernst v. Magdeburg</hi>,
+beendet durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb.
+Abrecht v. Brandenburg; durch einen Brand im 30j. Kriege
+schwer entstellt; von Kunstformen wenig übriggeblieben, zum <milestone unit='line' n='30'/>
+Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende Beispiele
+der sich auflösenden Spätgotik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue
+Laube« von 1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers
+<hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, <milestone unit='line' n='35'/>
+deformiert. Die Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung
+in ödester Entartung. &mdash; Der <hi rend="bold">»kühle Brunnen«,</hi> Haus des
+erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz, vollständig verbauter
+Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher Innenausstattung.
+Im selben Charakter die <hi rend="bold">Residenz</hi> seit 1530, ursp. <milestone unit='line' n='40'/>
+als Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität
+bestimmt. &mdash; <hi rend="bold">Wage</hi> vor 1575, mit gutem Portal. &mdash;
+2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus dem <hi rend="bold">Talhaus</hi> jetzt
+im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtgottesacker</hi> auf dem Martinsberg, östlich vor der alten
+
+
+<pb n='170' id='i179.png'/>
+
+<!-- [P: 170] -->
+
+Stadtmauer. Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern,
+einen verschoben vierseitigen Begräbnisplatz umgebend. 1558
+von <hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> begonnen, mit dem 94. Bogen erst 1594
+vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert mit
+Benutzung von Aldegrever Stichen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Leipziger Turm,</hi> letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor
+dem Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau,
+15. Jh., Haube 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HALLENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HALLSTADT.</hi> OFranken BA Bamberg.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. &mdash; Ansprechendes
+Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten
+Kleinstadtkirche. Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch
+und gleich breit, Rundpfll., Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, <milestone unit='line' n='15'/>
+im W Empore, sehr hohes Dach, ausgebauter Chor.
+Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem Geschmack.
+Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
+im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit <hi rend="g">Ölberg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAMMELBURG.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage
+mit flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der
+Unterschied zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und
+der spielerischen, derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend;
+immerhin gehört der ganze Bau noch zu den besseren in dieser <milestone unit='line' n='25'/>
+Gegend. &mdash; An der Außenseite got. und renss. <hi rend="g">Grabsteine</hi>,
+der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von <hi rend="italic">Peter Dell
+d. Ä.</hi> 3 figurenreiche <hi rend="g">Kreuzwegreliefs</hi> um 1520.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt.
+Einheitlicher Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. <milestone unit='line' n='30'/>
+Vier Flügel um einen rechteckigen Innenhof, trockenes
+Spätbarock.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>. 1541 von <hi rend="italic">Joh. Schoner</hi>. Frische und exakt
+durchgebildete Frührenss.Arbeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst. Altstadt</hi>. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen <milestone unit='line' n='35'/>
+der einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen
+die harte Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast
+ganz schmucklos.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Saaleck</hi>. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der
+massige, runde Bergfried aus großen Buckelquadern. Die <milestone unit='line' n='40'/>
+Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich erneuert. Das ganze Schloß
+steht prächtig in der Landschaft.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HANAU.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die <reg orig='Er-|bauung'>Erbauung</reg>
+<pb n='171' id='i180.png'/>
+<!-- [P: 171] -->
+eines neuen größeren und mit Aufwand durchgeführten
+Chors 1487. 4 Joche im Längsteil, 3/8 Schluß; Netzgwbb. mit
+Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher Meißelarbeit
+an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit
+reichem Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung <milestone unit='line' n='5'/>
+der Strebepfll. Das Lhs. erneuert 1558-61; hölzerne Emporen
+in 2 Rängen; die Mauern niedriger als die des Chors, der Dachfirst
+in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. &mdash; Der Chor
+diente 1451-1612 als <hi rend="g">Begräbnisstätte</hi> für das gräfliche
+Haus Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg <milestone unit='line' n='10'/>
+heraldisch, und es ist der Brauch festgehalten, Wappen und
+Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand zu setzen. Einigen
+Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v. Nassau
+† 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561,
+Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und <milestone unit='line' n='15'/>
+Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit,
+im Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von
+Rollwerk; Helene von der Pfalz † 1579, Seitenstück zum
+vorigen, die Archit. pompöser, das Rollwerk hat breitere Ausdehnung
+gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles auf niederländischen <milestone unit='line' n='20'/>
+Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580, künstlerisch
+das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der internationalen
+Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar
+disponiert und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches
+Ornament, das Rollwerk mit großer Zurückhaltung. &mdash; Vom <milestone unit='line' n='25'/>
+got. <hi rend="g">Chorgestühl</hi> 2 Wangenteile erhalten, ungewöhnlicherweise
+mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. &mdash;
+<hi rend="g">Orgel</hi> 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
+Prachtgehäuse (von <hi rend="italic">Franz Nagel</hi> aus Miltenberg) auffallend
+abstechend. &mdash; An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt <milestone unit='line' n='30'/>
+und rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wallonisch-Niederländische K</hi>. (reformiert). Gegr. 1599.
+Doppelkirche, veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter
+der Gemeinde, die doch ihre Zusammengehörigkeit auch äußerlich
+betonen wollte. Ein größerer und ein kleinerer Zentralbau, <milestone unit='line' n='35'/>
+jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von 23 m
+Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von
+12 resp. 8 Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die
+nur 1geschossige Empore. Zugang zu den letzteren durch
+Treppentürmchen in den einspringenden Winkeln zwischen den <milestone unit='line' n='40'/>
+beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch den
+in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig
+ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster
+rundbg. mit Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders
+durch die ungeheuren, unter sich nicht gleichhohen, aber die
+
+
+<pb n='172' id='i181.png'/>
+
+<!-- [P: 172] -->
+
+Mauern an Höhe weit übertreffenden Walmdächer empfängt
+das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johannes-K</hi>. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in
+3 Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk,
+schwere Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. <milestone unit='line' n='5'/>
+Gleichzeitig neue Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem
+Orgelprospekt. Begräbnisstätte der letzten Grafen von
+Hanau-Lichtenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtschloß</hi>. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im
+heutigen Zustand kunstarm und interesselos. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Altstädter Rathaus</hi>. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest.
+Erdgeschoß ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk
+mit Erkern. Eingebauter Justitiabrunnen. &mdash; Ein gegenüberliegender
+spgot. Erker vom älteren Rathaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustädter Rathaus</hi>. 1725-33 von Baudirektor <hi rend="italic">Hermann</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+Gute Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß
+Arkaden, teils offen, teils verblendet; 2 Obergeschosse mit
+leichtem Mittelrisalit, dessen Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt
+ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem First kleines Uhrtürmchen <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gymnasium</hi>. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der
+Spätrenss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HANNBERG.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> befestigt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HANSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+Bedeutende <hi rend="bold">Burgruine</hi>. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung
+durch König Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos
+von Northeim). Später welfisch und seit 1209 mainzisch. Neubau
+1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren v. H., Erweiterungen <milestone unit='line' n='30'/>
+1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. &mdash; Die Hochburg
+umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen
+Räume nicht sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk
+und Details mit einer im 14. Jh. nicht mehr gewöhnlichen
+Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem Kreise die Zingelmauer. <milestone unit='line' n='35'/>
+A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit Rondellen.
+Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAPPERTSHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modernisiert. Ausstattung und <hi rend="g">Holzfigg</hi>. 18. Jh.
+Bmkw. <hi rend="g">Madonna</hi> A. 15. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HARDISLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die
+Ausstattung in Stuck und Farben einheitlich. &mdash; <hi rend="g">Altaraufsatz</hi>
+»recht bedeutend«.
+</p>
+
+
+<pb n='173' id='i182.png'/>
+
+<!-- [P: 173] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HARLE.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer
+WTurm, öffnet sich gegen das Schiff mit einer hölzernen
+Empore von 1589.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HARRA.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau spgot. und barock. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+A. 16. Jh. »sehr interessant« (so im Inv.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HARRBACH.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gute, klassizistische <hi rend="g">Ausstattung</hi>, gefertigt
+vom Schreiner <hi rend="italic">Schmidt</hi> in Nordheim 1788. &mdash; An der Südseite <milestone unit='line' n='10'/>
+Holzfig. der <hi rend="g">Madonna</hi>; teilweise ergänzt, würzburgisch,
+E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HARSDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÄRTENSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester
+Ringmauer. &mdash; Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> A. 16. Jh. <hi rend="g">Taufstein</hi> und
+<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> um 1500, in reicher aber unfeiner
+Steinarbeit. <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> v. Wildenfels 1558,
+1602. <hi rend="g">Glocke</hi> mit Reliefs M. 15. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HARTENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der
+Vorburg erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von
+<hi rend="italic">Meyner</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi> u. a. &mdash; Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz,
+ansehnlicher Fachwerkbau des 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HASLOCH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Am neuen Altar spgot. <hi rend="g">Flügelbilder</hi> von nicht
+übler Qualität; Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E.
+15. J., schwäbisch?
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HASSEL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal
+mit <hi rend="g">Tympanonskulptur</hi> ähnlich dem in Aue. &mdash; Auf
+dem Altar ein guter geschnitzter Rok.Aufsatz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HASSENBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken <milestone unit='line' n='35'/>
+von einem der in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten
+Italiener (Castelli?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende
+Pilaster nach palladianischem Muster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HASSENHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch.,
+über dem quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an
+der mittleren Saale; erhalten noch das Hauptgesims und der
+WGiebel mit Steinkreuz; bar. verändert.
+</p>
+
+
+<pb n='174' id='i183.png'/>
+
+<!-- [P: 174] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HASSFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg,
+in manchen Beziehungen verwandt der von demselben
+Würzburger Bischof erb. K. in Königsberg i. Fr. &mdash; Breiträumige
+Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark überhöht. Steinerne <milestone unit='line' n='5'/>
+WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
+ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer
+Anlage). &mdash; Die bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. &mdash;
+Am Chorbg. unbemalte <hi rend="g">Holzstatue Joh. d. Täufers</hi>,
+sehr vorzüglich, die Zuschreibung an <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> für mich <milestone unit='line' n='10'/>
+nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt <hi rend="g">Madonna</hi> (durch
+moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen) Hochaltar
+die 3 <hi rend="g">irischen Heiligen</hi>, S. Kilian durch das
+Schwert als Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger
+<hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ritterkapelle</hi>. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und
+für die sie gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg.
+1390, Lhs. 1431, Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest.
+unter Fürstb. Julius von Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich)
+M. 19. Jh. durch<hi rend="italic"> Heideloff</hi>. &mdash; 1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; <milestone unit='line' n='20'/>
+Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich und schwerlich
+dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
+Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken
+in die Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig.
+Das Lhs. wird ursprünglich 3sch. geplant gewesen sein, es <milestone unit='line' n='25'/>
+wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt; erst 1603 erhielt
+es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die zugehörigen
+Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
+umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt
+sich der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. <milestone unit='line' n='30'/>
+Mit dem unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade
+und Fialen von Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder
+verbunden, andere im Innern an den Schlußsteinen
+der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr, da der
+Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog <milestone unit='line' n='35'/>
+(jetzt unter dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner
+war außen an den Fenstern und Strebepfll. ein ganzes Heer
+von <hi rend="g">Statuen</hi> in Aussicht genommen; zählt man die durch
+Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer gebliebenen
+Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen <milestone unit='line' n='40'/>
+müssen. Zur Ausführung kamen die <hi rend="g">Bogenfelder</hi>
+am S- und WPortal, bewegte, gemäldemäßige Kompositionen,
+in der plastischen Ausführung stümperhaft (Zug der hll. drei
+Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst noch
+zahlreicheren <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> sind 15 innen und
+
+
+<pb n='175' id='i184.png'/>
+
+<!-- [P: 175] -->
+
+11 außen erhalten; mehrere urspr. von guter Qualität, aber
+durch. Ölfarbkrusten entstellt. Ausstattung neugot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-Kap. z. Hl. Geist</hi>. 2. H. 15. Jh. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+mit interessanten bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter,
+Aposteltrennung in reicher Landschaft). &mdash; Das Spitalgebäude <milestone unit='line' n='5'/>
+einfacher Bau des B. Julius 1614.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bischöfl. Amtshaus</hi> (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger
+Schule um 1725. &mdash; Stattliche <hi rend="g">Zehntscheuer</hi>
+15. Jh., rest. 1617.
+</p>
+
+<p>
+Von der <hi rend="g">Stadtbefestigung</hi> 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HASTRUNGSFELD.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, Turm im O.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HATTENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unscheinbarer kleiner rom. Bau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAUEDA.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAUNECK.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAURÖDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die <milestone unit='line' n='20'/>
+reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. &mdash; Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Familie
+v. Dörnberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAYNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+Sprom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HAYNSBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Ruine</hi> der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder
+rom. Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge <milestone unit='line' n='30'/>
+erhalten. Wohnbau renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof
+hübsche klassizist. Grabdenkmäler.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEICHELHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O <milestone unit='line' n='35'/>
+erweitert, Lhs. mit Holztonne 1686.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEIDAU.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh.
+1sch. in 5 Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen
+auf Kragsteinen, die Strebepfll. entsprechen nicht den <milestone unit='line' n='40'/>
+Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen Nonnenempore über 2sch.
+Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem Ofen von
+1669. Sehr einfacher ungewölbter <hi rend="bold">Kreuzgang</hi>, etwas reicher
+das Refektorium. A. 17. Jh. ein <hi rend="g">Schloß</hi> eingebaut; Saal
+mit Brettertonne; Alabasterkamin 1619.
+</p>
+
+
+<pb n='176' id='i185.png'/>
+
+<!-- [P: 176] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEIDENFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">August.-Chorherrenstift</hi> (jetzt Nonnen). Die K. (got.)
+A. 19. Jh. abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock
+1726-34. Gleichzeitige Stuckdekoration. Die Gastzimmer
+ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal (jetzt Kapelle) <milestone unit='line' n='5'/>
+1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien
+und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf <hi rend="italic">B. Neumanns</hi>
+für Neubau der K. um 1750 nicht ausgeführt.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit vollständiger Ausstattung von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi>
+1791. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEIDINGSFELD.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter
+Rest. die genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig).
+Im Lhs. 6 Arkaden auf schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und
+Fußgesims. Das Qsch. in seinen Fronten gleichfluchtig <milestone unit='line' n='15'/>
+mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus gleicher Zeit
+die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
+Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite
+(Lhs. 23,5 m l., 20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm
+in der SOEcke. 2 rom. Portale, an der WFront und am nördl. <milestone unit='line' n='20'/>
+Kreuzarm. &mdash; Großer <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1712. Feines <hi rend="g">Sakramentstürmchen</hi>
+M. 15. Jh. Spätestgot. <hi rend="g">Kanzel</hi>,
+Stein, das Maßwerk in Astverschlingungen umgedeutet, an
+der Brüstung Statuetten (nur 3 alt); das Meisterzeichen h b
+auf den Würzburger <hi rend="italic">Hans Bock</hi> zu beziehen. <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+renss. 1581. <hi rend="g">Chorstühle</hi> um 1710, ziemlich einfach.
+Im Chor <hi rend="g">Steinrelief</hi> mit Beweinung Christi bez. 1508,
+allgemein als Werk <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> anerkannt, auch in
+seinen Schwächen für ihn charakteristisch. Aus seiner Werkstatt
+die <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi> am Chorbg. Bürgerliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das Ehepaar
+Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. &mdash; An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap.
+1510. <hi rend="g">Totenleuchter</hi>. <hi rend="g">Michaeliskap</hi>.
+Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> spgot. und bar. &mdash; Haus no 380 frgot. Giebelbau.
+&mdash; <hi rend="bold">Zehnthof</hi> von S. Burkard in Würzburg 1574. &mdash; An mehreren
+Häusern steinerne <hi rend="g">Marien-</hi> und <hi rend="g">Heiligenstatuen</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+16.-18. Jh. Got. <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILGERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sandstein-<hi rend="g">Epitaphe</hi> der Stein-Lichtenstein,
+M. bis E. 16. Jh.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen.
+</p>
+
+
+<pb n='177' id='i186.png'/>
+
+<!-- [P: 177] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILIGENKREUZ</hi> b. Meißen. K. Sachsen.</p>
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Profanierte Bruchstücke.
+Wesentlich rom. Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat
+mit Apsis, und Nebenapsis vom südl. Qsch. Auch
+die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der Klostergebäude, <milestone unit='line' n='5'/>
+rom. Anlage mit got. Zusätzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILIGENSTADT.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter«
+Taufstein, Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler
+1670, 1672. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILIGENSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">S. Marien-K.</hi> (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon
+in 1. H. 9. Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen
+1276, beg. angeblich erst 1304, womit die Formen
+nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist älter, M. 13. Jh. (?) <milestone unit='line' n='15'/>
+&mdash; 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem Chor. Die
+Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die
+Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem
+regelmäßigen 5/8 Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken
+OTürmen (nur einer ausgeführt) flankiert werden. Das Lhs. <milestone unit='line' n='20'/>
+beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3 sehr schmale
+und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung
+der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht
+ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch.
+die Gwb.Grundrisse sich stark verschieben. Am Ende des <milestone unit='line' n='25'/>
+nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer älteren Anlage (M.
+13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite symmetrisch
+eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung.
+Lhs. und Chor in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt
+nach dem gleichs. 3Eck. Die sehr mächtigen Pfll. sind rom. <milestone unit='line' n='30'/>
+gegliedert (vielleicht, gleich der sog. Krypta, aus älterem
+Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener Weise
+Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die
+turmlose WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von
+<hi rend="italic">Joh. Wirauch</hi>. &mdash; Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> hat unter der puristischen <milestone unit='line' n='35'/>
+Rest. 1863 schwer gelitten. [Die schöne Kanzel
+von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got.
+<hi rend="g">Taufkessel</hi>. <hi rend="g">Tumba</hi> des Erzbischofs Adolf v. Mainz
+† 1390. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Statue</hi> eines Chorknaben mit Lesepult,
+im Motiv dem bekannten Naumburger nahe verwandt, doch <milestone unit='line' n='40'/>
+jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal <hi rend="g">Tympanonrelief</hi>
+S. Martin und der Bettler, stark verwittert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Marien-K.</hi> (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen.
+Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte:
+1. die WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind
+<pb n='178' id='i187.png'/>
+
+<!-- [P: 178] -->
+
+als Abschluß eines älteren (vielleicht im Stadtbrande 1333
+zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen. Formcharakter
+um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in Sachsen
+und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil
+ein glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder <milestone unit='line' n='5'/>
+gegliedertes Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit
+Giebelchen gekrönt, und zwischen diesen in mäßiger Höhe
+aufsteigend eine steinerne Dachpyramide. Sowohl am Mauerteil
+als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig
+profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon <milestone unit='line' n='10'/>
+weder groß noch reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit
+den besten der Zeit zuzuzählen. &mdash; 2. Lhs.
+um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5 Jochen, das
+Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll.
+mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. &mdash; 3. Chor <milestone unit='line' n='15'/>
+A. 15. Jh., 1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap.
+<corr sic='tichtet'>richtet</corr> ihren polygonalen Schluß nach Norden und ergibt
+in der Außenansicht eine gut wirkende Gruppe. &mdash; Die bei
+der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren umfangreicher spgot.
+<hi rend="g">Wandmalerei</hi> wurden bei der Neubemalung nicht berücksichtigt. <milestone unit='line' n='20'/>
+Auch die prächtige bar. <hi rend="g">Altarausstattung</hi>
+(1675) ist beseitigt. Ebenso die meisten <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
+Erhalten ein Taufkessel von 1492. [Interessanter
+Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Aegidien-K</hi>. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der <milestone unit='line' n='25'/>
+rck. Chor, beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs.
+in nüchterner Hochgotik. Hallenkirche von 5 Jochen, im
+Querschnitt mit der in Mitteldeutschland nicht häufigen
+Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
+Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch <milestone unit='line' n='30'/>
+wird die Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt.
+Die WFassade (beg. 1370) schließt sich der von
+S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur einer (s) ausgeführt.
+Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit Ecktürmchen
+an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). <milestone unit='line' n='35'/>
+NTurm 1853, Sakristei 1904. &mdash; <hi rend="g">Vierzehnnothelfer-Altar</hi>
+1638, reicher und origineller Aufbau in Sprenss.
+<hi rend="g">Kanzel</hi> spbar. 18. Jh. <hi rend="g">Chorstühle</hi> E. 17. Jh., aus
+dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener <hi rend="g">Taufkessel</hi>
+1507. <hi rend="g">Denkmal</hi> der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete <milestone unit='line' n='40'/>
+Arbeit aus 3. Drittel 14. Jh. <hi rend="g">Grabstein</hi> des Kantors
+Koch † 1605, Ausführung später, in krausem, schwulstigem
+Fr.-Bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Annen-Kap.</hi> 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem
+Wurf. Der Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die
+<pb n='179' id='i188.png'/>
+<!-- [P: 179] -->
+Gotik ungewöhnlich das Thema der zentralen Anlage: Regelmäßiges
+8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von
+S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich,
+wie dort, aus einem Kranz von 8 Giebelchen und endet in
+einer Laterne, die verkleinert die Komposition des Ganzen <milestone unit='line' n='5'/>
+wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die kraftvolle
+Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser
+6,5; H. bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3;
+von dort bis Laternenspitze 6,3.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1738. Davor Neptunsbrunnen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von <hi rend="italic">Chr. Heinemann</hi>.
+Solider Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei
+Geschosse zu 13 Achsen. Einziger Kontrast der Segmentgiebel
+über dem flachen Mittelrisalit. Mansarddach. Im Innern
+Stuckdekorationen an Wänden und Decken. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gymnasium</hi> (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von <hi rend="italic">Heinemann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gefängnis</hi>. Erb. 1740 als Waisenhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück.
+Stattliche Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der <milestone unit='line' n='20'/>
+»Preußische Hof«, das »Deutsche Haus«, der »Eichsfelder
+Hof« und das Ilbergsche Haus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILIGENTAL.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cist.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die
+K. (z. T. Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter <milestone unit='line' n='25'/>
+Anlage mit 7/12 Schluß. Die Formen einfache frische Frühgotik,
+etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor Rippengwbb. mit Wulstprofil
+und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen mit
+Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus
+flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der <milestone unit='line' n='30'/>
+WEmpore zeigt zwischen den beiden Eingängen Ansätze
+eines ehemaligen Baldachinaltars. &mdash; 2 gute <hi rend="g">Rittergrabsteine</hi>
+(v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILIGENTAL.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; <milestone unit='line' n='35'/>
+Figuren von größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle
+scheinen von hohem Alter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEILSBERG.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom.
+WTurm. &mdash; Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit <milestone unit='line' n='40'/>
+17 <hi rend="g">Figuren</hi> aus Altarwerken um 1500, aus einer »trefflichen,
+von Franken beeinflußten, aber selbständigen Werkstatt«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Rotenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730
+von <hi rend="italic">A. Rossini</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='180' id='i189.png'/>
+
+<!-- [P: 180] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEINITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen
+Sees; im 1. V. 16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen
+Gratformation der Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen
+im Sinne eines heiterprächtigen Landsitzes. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEINRICHS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Inschr. 1453 und 1503. Die <hi rend="g">Wandmalereien</hi>
+im Chor und Lhs. bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung
+bis zum Jüngsten Gericht; letzteres zerstört. &mdash; Gute
+<hi rend="g">Fachwerkbauten</hi> im Ort. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELBA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Gutshaus</hi> 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELDBURG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb.
+wohl noch mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; <milestone unit='line' n='15'/>
+Fischblasenfenster; reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl.
+am Chor. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1536 in Frührenss., die Reliefs Übertragungen
+Cranachscher Gemälde; von derselben Hand der
+<hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. E. 15. Jh. &mdash; Mehrere ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>, <milestone unit='line' n='20'/>
+gut der an der WFront von 1541.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtsgericht</hi>. Fachwerkbau 17. Jh. &mdash; Sonstige <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>;
+hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner
+steinerner Wappentafel.
+</p>
+
+<p>
+Bmkw. Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Veste</hi>. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes
+Viereck. Der künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau«
+(später und jetzt »französischer Bau«) 1560-64 von <hi rend="italic">Nic.
+Gromann</hi>; gestrecktes Rck. von geringer Tiefe; nach dem
+Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn Erinnerungen <milestone unit='line' n='30'/>
+an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird,
+so können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht
+werden: 2teilig mit Giebelverdachung, die Gewände durch
+Zahnschnitt gegliedert; Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke
+sind die 2 Erker; sie springen von der Erde auf als rck. Risalite <milestone unit='line' n='35'/>
+vor und sind mit antikisierend flachem Giebel geschlossen;
+an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche Flächenfüllung
+mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang
+durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach
+mit Kamin in reicher Meißelarbeit; ein anderer im <milestone unit='line' n='40'/>
+Fürstengemach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1663-65 jetzt in Verfall.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELDRUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.
+</p>
+
+
+<pb n='181' id='i190.png'/>
+
+<!-- [P: 181] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELFTA.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.,</hi> jetzt Scheune. Gestrecktes Rck.
+ohne gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore
+und einiges auf die 2. H. 13. Jh. weisende Detail.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELLINGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wasserburg</hi> (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und
+4 Ecktürmen, erneuert im 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELMARSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Klosterhof</hi>. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. <milestone unit='line' n='10'/>
+umgebaut, von dem noch Portale, Fensterarkaden usw.
+erhalten sind. Auch die Kirche im Kernbau rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauern</hi> mit Turm teilweise erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>, niedersächsischer Fachwerkbau in guten <milestone unit='line' n='15'/>
+Exemplaren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELMBRECHTS.</hi> OFranken BA Münchberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. mit Flachdecke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELMERS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELMERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten.
+Ländlich reiche Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche,
+meist heraldische <hi rend="g">Grabsteine</hi> des 17. Jh., Familien
+v. Heldritt, v. Zweiffel, v. Wangenheim.
+</p>
+
+<p>
+Hennebergischer <hi rend="bold">Freihof,</hi> Amtswohnung des Amtsrichters, <milestone unit='line' n='25'/>
+Fachwerkbau um 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. <hi rend="g">Taufstein</hi> 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk
+geschmückt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HELSA.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut,
+daß die Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein
+kleineres Quadr. umschreibenden Steinsll. getragen wird.
+Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben Zeit. Der Turm
+steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung verbunden, <milestone unit='line' n='35'/>
+die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HENFSTEDT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die
+typische: 1sch. mit eingezogenem, turmtragenden quadr.
+Chor. Im 17. Jh. erneuert. &mdash; Ikon. Grabstein 1521; <milestone unit='line' n='40'/>
+mehrere heraldische aus 18. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1595. &mdash; <hi rend="bold">Ruine
+Osterburg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HENNEBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das
+älteste Beispiel vom Fachwerkbau im Werratal.
+</p>
+<pb n='182' id='i191.png'/>
+<!-- [P: 182] -->
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den
+thüringischen Landen. Am besten erhalten der Bergfried,
+rund, 14 m h., die Ringmauern noch in 10-15 m H.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> architekturlos. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> ursp. doppelflügelig, <milestone unit='line' n='5'/>
+von demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in
+der Nikolai-K. in Dippoldiswalde begegnet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERBSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Anlage. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>. <hi rend="g">Doppel-Wandgrab</hi>
+des Junkers Christoph Knobloch und <milestone unit='line' n='10'/>
+seiner Frau † 1612.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554
+und 1594. Im »Rittersaal« schöne Stuckdecke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERCHSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche <milestone unit='line' n='15'/>
+Patronatswappen. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> interessante
+Arbeiten aus der Erbauungszeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar.
+Haube. Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+um 1500. &mdash; Schlichtes <hi rend="bold">Herrenhaus</hi>, reicher Ofen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1731. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> (der Grafen v. Schwarzburg) nach
+1590, Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERLESHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb.,
+das Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606,
+Westtür 1777. &mdash; <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Georg v. Reckrath † 1558,
+der Verstorbene in einer Nische stehend, Sandstein. (Er war
+Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten Schlosses.) <milestone unit='line' n='30'/>
+Schöne <hi rend="g">Glocke</hi> 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERMANNSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+Rest, nach Brand 1739 durch <hi rend="italic">George Bähr</hi>. &mdash; Umfassungsmauer
+mit runden Ecktürmen (vgl. Moritzburg). Hauptbau:
+Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig; Aufbau 2geschossig,
+in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an den
+Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige <milestone unit='line' n='40'/>
+Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß
+auf der Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der
+Rückseite die meist quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet.
+&mdash; <hi rend="g">Wandteppiche</hi> mit Darstellungen aus
+dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. &mdash;
+</p>
+
+
+<pb n='183' id='i192.png'/>
+
+<!-- [P: 183] -->
+
+<p>
+Großer <hi rend="g">Park</hi> Mischung französischer und englischer Gartenkunst.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERPF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen
+durchsetzt, deren Schnitzereien zu den besten der <milestone unit='line' n='5'/>
+Gegend gehören. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1620. <hi rend="g">Deckenmalereien</hi>
+1772. <hi rend="g">Porträts</hi> von 3 Hennebergischen Fürsten des
+16. Jh. &mdash; Geschnitzte <hi rend="bold">Fachwerkbauten</hi> 17.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERRENBREITUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K</hi>. An Stelle einer im 10. Jh. genannten <milestone unit='line' n='10'/>
+königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach
+Aufhebung des Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im
+30jähr. Kriege schwer beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung
+und Bemalung aus dieser Zeit gut erhalten. 1911
+der Chor ausgegraben. &mdash; Sächsisch-thüringischer Schulcharakter, <milestone unit='line' n='15'/>
+Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der
+Fassade Spuren einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein
+Turm (W) und zwar ganz in das Msch. einspringend. Dieses
+wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt. Stützen
+auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf <milestone unit='line' n='20'/>
+der SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor
+und Nebenchöre kommunizierten durch Doppelarkaden.
+&mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des letzten Abtes † 1541 gefunden.
+Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried
+von Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist <milestone unit='line' n='25'/>
+seitdem verschwunden, [hölzerne Nachbildung der Renss. in
+der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein im Lhs. liegendes
+<hi rend="g">Weihwasserbecken</hi> zeigt hochaltertümliches Ornament,
+vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen <milestone unit='line' n='30'/>
+Michaels-Kap.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorf einige gute <hi rend="bold">Fachwerkbauten</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERRMANNSGRÜN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERRNHUT.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Gemeinhaus der Societät</hi>. Erb. als Erziehungshaus 1724 von
+Gf. Zinzendorf durch den Zimmermann <hi rend="italic">Chr. David</hi>. Schlichter
+Bruchsteinbau mit Obergeschoß in verputztem Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gemeinsaal</hi> (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit
+Flachdecke und Mansardendach. Einrichtung einfachst. An <milestone unit='line' n='40'/>
+einer Langseite Podium mit den Bänken der Ältesten
+und dem den Altar vertretenden Tisch. &mdash; Der rck. Platz,
+in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den
+Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrschaftshaus</hi>. Der 1725 von Zinzendorf errichtete <reg orig='Fach-|werkbau'>Fachwerkbau</reg>
+<pb n='184' id='i193.png'/>
+<!-- [P: 184] -->
+machte 1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der
+Unität).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Vogtshof</hi>. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert.
+Großer, einfacher, schloßartiger Bau.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von <milestone unit='line' n='5'/>
+schlichter Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERRNSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau
+18. Jh.) zugängliche WTurm E. 12. Jh. &mdash; Bezeichnete
+<hi rend="g">Glocke</hi> 1308. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERSFELD.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+<hi rend="bold">K</hi>. des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. Gegr. 769, erster Neubau 831,
+zweiter Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs.
+gew. 1144, 1761 von den Franzosen niedergebrannt, jetzt
+Ruine. &mdash; Großartige Raumschöpfung in schlichten strengen <milestone unit='line' n='15'/>
+rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz und
+sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten
+wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem
+Gr. Ganze lichte Länge (nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5,
+Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13, Langchor 20:13. Abweichend <milestone unit='line' n='20'/>
+von der normalen Anlage des ausgebildeten rom.
+Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen
+einer Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der
+über das Quadrat verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen
+und anderen Gründen kann vermutet werden, daß der bestehende <milestone unit='line' n='25'/>
+Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9. angeschlossen
+habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
+Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit
+steilen attischen Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden,
+in jeder Blende 2 kleine Fenster; der unter der Apsis <milestone unit='line' n='30'/>
+liegende Raumteil durch stärkere Pfll. abgesondert und mit
+3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden gegliedert
+(Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4
+Fenster, die Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine
+Apsis und 3 Türen, die Apsiden von ungewöhnlich schlanker, <milestone unit='line' n='35'/>
+hoher Figur, so daß sie in die Fensterregion hineinragen und
+hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!) Platz lassen. Im Lhs.
+je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit monolithen verjüngten
+Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr als
+1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst <milestone unit='line' n='40'/>
+profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig
+abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der
+unter gleicher Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.).
+Sehr eigentümlich der WBau, ein Kompromiss von Chor und
+Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes Rck., zur Hälfte
+
+
+<pb n='185' id='i194.png'/>
+
+<!-- [P: 185] -->
+
+über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das
+Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen,
+nach O Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle
+dienen als Substruktion eines 1/2kreisförmig zwischen
+den Türmen vorspringenden Chors. Breite Treppen innerhalb <milestone unit='line' n='5'/>
+der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein
+vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in
+<corr sic='situerhalten'>situ erhalten</corr>). Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der
+südl. erhalten; die 2 obersten Geschosse haben jederseits zwei
+Doppelfenster und Blenden. Im letzten Geschoß ein rundbg. <milestone unit='line' n='10'/>
+gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen, die nahe
+dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen.
+&mdash; Das Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert
+nur die OApsis: 4 Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims,
+darüber das interessante Motiv eines Kranzes kleiner <milestone unit='line' n='15'/>
+flacher Nischen, Vorläufer des Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese
+fehlen überall. Durch einen Sockel mit attischer Basis
+nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter Bruchstein,
+an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel
+von weiß und rot. &mdash; <hi rend="g">Vorbau</hi> am nördl. Kreuzarm, Tür <milestone unit='line' n='20'/>
+und Fenster in reichen sprom. Formen, an den Kapitellen
+der Ziersäulchen mannigfache figürliche Darstellungen. &mdash;
+In einiger Entfernung (SO) von der K. ein <hi rend="g">Einzelturm</hi> in
+reichen Formen des 12. Jh. &mdash; <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi> am südl.
+Kreuzarm mit sprom. Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. <milestone unit='line' n='25'/>
+Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12 Apostel, in den Zwickeln
+Vögel, Tiere, Engel. &mdash; <hi rend="g">Lullusglocke</hi> angebl. M. 11.
+Jahrhunderts.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als
+Hallenkirche von 4 Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und <milestone unit='line' n='30'/>
+polyg. Schluß, im W vortretender Turm von 6 Geschossen.
+Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal
+gruppierten Fenstern unverändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. <milestone unit='line' n='35'/>
+Aller Schmuck auf die Giebel geworfen, die das hohe Dach
+vollständig einschließen, je 2 an den Langseiten, je einer an
+den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kantorwohnung</hi> bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das
+Datum gültig wohl nur für den Unterbau.) <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+Vor der Stadt <hi rend="bold">Schloss Eichhof,</hi> got., spgot. u. renss. Über
+dem Tor Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERWIGSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als
+Emporensaal mit einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher
+
+
+<pb n='186' id='i195.png'/>
+
+<!-- [P: 186] -->
+
+Dachreiter 1727. &mdash; Auf dem Kirchhof v. Gersdorfsche
+<hi rend="g">Grabmäler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERWIGSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch.
+und Altarhaus stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische <milestone unit='line' n='5'/>
+Außenansicht.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERZBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483,
+am nordwestl. Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt
+1643. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERZBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh.
+Netz-Gwbb. Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone
+im Chorschluß. &mdash; Die <hi rend="g">Bemalung</hi> der Gwbb., Evangelisten,
+Propheten, Verkündigung, Jüngstes Gericht, hat sich gut <milestone unit='line' n='15'/>
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HERZOGENAURACH.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom.
+Säulenbasen stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch.
+mit hölzerner Tonnendecke. &mdash; <hi rend="g">Steinskulptur</hi> 15. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+»betender Tempelritter«. &mdash; Got.
+<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>.
+</p>
+
+<p>
+2 ansehnliche <hi rend="bold">Tortürme</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HESSBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> gemischt got. und renss. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+der Familie v. Heßberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HESSENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HESSENTAL.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kapelle.</hi> Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem
+Tuff, angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten
+Schüler <hi rend="italic">Backofens</hi> (demselben, der im Dom von Halle gearbeitet
+hat).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HETTSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1587. Gute <hi rend="g">Beweinung</hi>, Stein, ca. 1500. &mdash; Ruinen eines
+bedeutenden got. <hi rend="bold">Schlosses</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HETZLAS.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit befestigtem Kirchhof. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEUSTREU.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe
+Ecktürme.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Berg-K</hi>. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und
+17. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='187' id='i196.png'/>
+
+<!-- [P: 187] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HEUTHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige
+Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HILDBURGHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1785 von <hi rend="italic">A. F. v. Keßlau</hi>. Kuppelraum umgeben von <milestone unit='line' n='5'/>
+Emporen in 2 Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum.
+Die Kuppel aus Holz, im Außenbau nicht zum Ausdruck kommend;
+überhaupt die ganze Behandlung sehr sparsam.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustädter</hi> oder <hi rend="bold">Waisen-K</hi>. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten
+Ecken; die Emporen haben auch im W analogen Gr., <milestone unit='line' n='10'/>
+so daß im Innern ein gestrecktes 8Eck. Das Äußere Putzbau
+mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber Triglyphengebälk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Reformierte K</hi>. (jetzt kathol.) 1722.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen,
+doch von charakteristischer Massengruppierung; großer <milestone unit='line' n='15'/>
+schlichter Renss.Giebel, seitlich runder Treppenturm mit
+welscher Haube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Regierungsgebäude</hi> 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Kaserne) 1685-1707 von <hi rend="italic">E. Gedeler</hi>. Ein mittlerer
+Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen <milestone unit='line' n='20'/>
+Ehrenhof. Im Innern stuckierte Decken, an die Schlösser in
+Gotha und Friedrichswerth erinnernd.
+</p>
+
+<p>
+Im Schloßpark <hi rend="bold">Denkmal</hi> für die Königin Luise von Preußen
+1815 von <hi rend="italic">Schulze</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HILFENSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor
+rom. Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich
+mit großem Rundbogen gegen W ins Freie &mdash; <hi rend="g">Crucifixus</hi>
+aus fr. Ma. <hi rend="g">Statue</hi> des h. Bonifatius 1661. <hi rend="g">Grabplatte</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIMMELKRON.</hi> OFranken BA Berneck.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.</hi> Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl
+nicht viel später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in
+der westl. Hälfte Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. <milestone unit='line' n='35'/>
+Die Bauführung zeigt zwei Abschnitte. Vom ersten
+der WBau und die an die Klostergebäude stoßende SWand im
+ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen
+Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt,
+wie die mit der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte <milestone unit='line' n='40'/>
+der NWand anzeigen; ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch
+5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser Bauperiode (E. 14. Jh.)
+die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige Erdgeschoßhalle
+unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb flachgedeckt;
+der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt
+<pb n='188' id='i197.png'/>
+<!-- [P: 188] -->
+stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut.
+Kleiner Dachreiter. &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang</hi> 1473 (Inschr.), nur ein
+Flügel vorhanden; er zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll
+und glänzend, wie weit und breit nichts Ähnliches
+zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb. ruhen auf <milestone unit='line' n='5'/>
+spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.;
+über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine;
+in den mittleren Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde
+Engel aus Stuck, an den Wänden Passionsreliefs. Die auf einer
+Konsole kniende <hi rend="g">Statue der Stifterin</hi> Elisabeth <milestone unit='line' n='10'/>
+v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu
+denken. &mdash; Große Zahl von <hi rend="g">Grabsteinen</hi>: am Boden
+Burggräfin Anna v. Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst
+dem Eingang Agnes v. Orlamünde † 1300, dem Stil nach
+50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit dem <milestone unit='line' n='15'/>
+meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem
+Interesse. &mdash; <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> nicht von <hi rend="italic">Veit Stoß</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Markgräfl. Schloß</hi> (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von <hi rend="italic">St. Pierre</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIMMELPFORTEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Erb. angeblich 1264. Rck. mit <milestone unit='line' n='20'/>
+leicht eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in
+2 Joche gewölbt; derbe Birnstabrippen auf Laubkragsteinen.
+Die Strebepfll. am Schiff lassen auch für dieses auf ehemalige
+Wölbung schließen; bei der Rest. unter der Äbtissin Katharina
+<hi rend='ort'>IV.</hi> (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg.
+Fenster maßwerklos. Die westl. Hälfte des Sch. von der
+Nonnenempore eingenommen; die 3sch. gewölbte Halle, auf
+der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet. Hübsche
+<hi rend="g">Wendeltreppe</hi>, in der sich got. Maßwerkmotive mit <milestone unit='line' n='30'/>
+späten Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W
+Renss.Giebel und ein zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal
+in frgot. Formen jetzt neu, doch wohl nach dem alten kopiert,
+bezeichnend für die cisterciensische Auffassung der got.
+Formen. <hi rend="g">Grabsteine</hi>: Elisabeth v. Hutten † 1383, <milestone unit='line' n='35'/>
+Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414,
+Katharina v. Hutten † 1415. &mdash; Die <hi rend="g">Klostergebäude</hi>
+renss., der Kreuzgang noch got. Auch die ältere Ummauerung
+des Klosterbezirks erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIMMELSTADT.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer
+Hochaltar aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Wagners.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIMMELTAL.</hi> UFranken BA Obernburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> gegr. 1232, barock umgebaut. &mdash;
+<hi rend="g">Grabstein</hi> des Konrad v. Bickenbach 1354.
+</p>
+
+
+<pb n='189' id='i198.png'/>
+
+<!-- [P: 189] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HINTERNAH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung.
+Nach alter Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr.
+Altarhaus mit Turm. In dieser Zeit und noch später sind in
+genauer Wiederholung dieses Schemas, nur in den Maßen <milestone unit='line' n='5'/>
+wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen
+errichtet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIRSCHBERG.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> erb. 1678, verödet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp.
+1sch. Lhs. 1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau
+deuten, 1508 nach O erweitert. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1518. <milestone unit='line' n='15'/>
+Gute <hi rend="g">Sandsteinepitaphe</hi> 1623, 1732. Rom. <hi rend="g">Türbeschlag</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um
+1780, die <hi rend="g">Statuen</hi> und <hi rend="g">Reliefs</hi> in der Art <hi rend="italic">J. P. <milestone unit='line' n='20'/>
+Wagners</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HIRSCHFELDE.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf
+2 schlanken 8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte
+Chor. &mdash; Emporen und Stuckdekoration 1718. Ausstattung <milestone unit='line' n='25'/>
+großenteils aus derselben Zeit. &mdash; Schöne <hi rend="g">Glocke</hi>
+1573. Hübsche <hi rend="g">Sandsteindenkmäler</hi> rok. und
+klassizistisch.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von <hi rend="g">Häusern</hi> in Lausitzer
+Bauart, z. T. mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOCHBERG.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Großenteils neu. &mdash; Bmkw. Ausstattung 1772-88.
+Sehr gut die <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi>, klassizistisch.
+<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1480. &mdash; <hi rend="g">Stationsbilder</hi> (Steinreliefs)
+und Kreuzigungsgruppe 1626. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOCHKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau von 1717. &mdash; <hi rend="g">Denkmal</hi> für den in
+der Schlacht bei H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den
+Formen nach um 1780.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖCHST</hi> b. Gelnhausen RB Cassel. <milestone unit='line' n='40'/></p>
+<p>
+<hi rend="bold">Wendelin-Kap</hi>. 1415 (?), rest. im 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOCHSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die
+Gemälde bez. S im Ring mit 3 Herzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kapelle</hi> in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer
+<pb n='190' id='i199.png'/>
+<!-- [P: 190] -->
+Burg. Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von
+Langheim † 1473.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOCHSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch.,
+Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm <milestone unit='line' n='5'/>
+wahrscheinlich ehemaliger Torturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt.
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> um 1400, aus welcher Zeit der gewölbte polyg. Chor;
+die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und mit Emporen versehen; <milestone unit='line' n='10'/>
+Fassade italisierend bar. &mdash; <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
+14. Jh. <hi rend="g">Altäre</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> rok. Im Chor auf schöner
+got. Konsole S. <hi rend="g">Georg</hi> E. 15. Jh. Hölzerne <hi rend="g">Pietas</hi> A. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 1517, unbedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Torturm</hi> aus sp. Ma.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. &mdash;
+<hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Wappentafeln</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 19. Jh. Ausstattung und <hi rend="g">Denkmäler</hi> 16. und
+17. Jh., nicht ohne Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOF.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Michael 1230.</hi> Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, <milestone unit='line' n='25'/>
+erhalten nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der
+alte Gr. scheint dem der gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in
+Bayreuth ähnlich gewesen zu sein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Lorenz-K.</hi> Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des
+WTurms; sonst Umbau des 16. und 19. Jh. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+1470. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> A. 17.Jh. <hi rend="g">Bronzeepitaph</hi> 1730.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke
+mit 90 Gemälden von <hi rend="italic">M.H. Lohe</hi>; weitere 53 auf den Brüstungen
+der Doppelempore. Originelle Ausstattung. Schnitzaltar
+1511. Gemaltes Epitaph eines Cranachschülers 1573; ein <milestone unit='line' n='35'/>
+anderer bez. H H B 1556 (wohl <hi rend="italic">Joh. Hagenberger d. Ä.</hi>).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1563-66 von <hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> von Halle; 1823 eingreifend
+verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOF.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 <milestone unit='line' n='40'/>
+wesentlich umgestaltet. Mächtiges <hi rend="g">Altarwerk</hi> aus Sandstein,
+Alabaster und Holz mit Malereien auf Zinkblech, zum
+Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612. <hi rend="g">Taufstein</hi> um
+1600. <hi rend="g">Denkmäler</hi>: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in
+Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende
+
+
+<pb n='191' id='i200.png'/>
+
+<!-- [P: 191] -->
+
+Ritterfigur wäre des <hi rend="italic">Hans Schickentanz</hi> würdig; S.J. v. Schleinitz
+† 1559, von einem geringeren Dresdener Meister; andere
+aus derselben Familie 1595, 1612, 1660.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach
+M. 18. Jh. Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus <milestone unit='line' n='5'/>
+dem Boxbergschen Palais in Dresden stammend. <hi rend="g">Gemälde</hi>
+von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>. Zahlreiche <hi rend="g">Sandsteinfiguren</hi> aus
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOFGEISMAR.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Liebfrauen-K</hi>. in der Altstadt. &mdash; Übergangsstil, z. T. got. umgebaut <milestone unit='line' n='10'/>
+(Inschr. 1330). &mdash; Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus
+dem 12Eck geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am
+südl. Ssch. zierliches got. Portal von eigentümlicher Anlage.
+Am WTurm rundbg. Portal mit Würfelknauf-Säulen. &mdash;
+<hi rend="g">Chorgestühl</hi> 14. Jh., an den Wangen große Blätter. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
+Über dem Pfarrstand spgot. <hi rend="g">Altarflügel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. in der Neustadt</hi>. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit
+einfachen Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine,
+Der 1sch. Chor mit polyg. Schluß höher und schlanker. Der
+WTurm hat diagonal gestellte Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, <milestone unit='line' n='20'/>
+oberer 1460.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gilde- und Hochzeitshaus</hi>. FrRenss. Modern umgebaut.
+<hi rend="bold">Schlößchen Montcheri</hi>. 1789 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>, eine fast genaue
+Wiederholung des Schlößchens in Bad Nenndorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOFHEIM.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von
+Wolf Behringer) und besonders eingreifend 1740. &mdash; Mehrere
+Reste von <hi rend="g">Holzplastik</hi>, u. a. ein hl. Diakon, Richtung
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Wohlerhaltene <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOFSTETTEN.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte
+<hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, 1. H. 16. Jh. &mdash; Am Chorbogen <hi rend="g">Selbdritt</hi>
+um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENBERG.</hi> OFranken BA Rehau. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg,</hi> gut erhalten und sehenswert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENEICHE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. Rom. Tympanon.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENGANDERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in <milestone unit='line' n='40'/>
+Heiligenstadt von <hi rend="italic">E. Rickmann</hi> um 1760; auf ihm spgot.
+<hi rend="g">Pietas</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENKIRCHEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. &mdash;
+<hi rend="g">Kanzelaltar</hi> 1776.
+</p>
+
+
+<pb n='192' id='i201.png'/>
+
+<!-- [P: 192] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENLEUBEN.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich
+geworden. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENLOHE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.,</hi> erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage,
+fast gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale
+an den Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt
+(Veränderungen 1889). Schöner <hi rend="g">Taufstein</hi> 1764.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENSTEIN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 16.-18. Jh. <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit Abendmahl, Sockel eines
+Altarwerkes aus 16. Jh. Großes reiches <hi rend="g">Grabmal</hi> des Generals <milestone unit='line' n='15'/>
+v. Imhof † 1768.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener
+Empire-Saal. Reste von rok. Gartendekoration.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHENTURM.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus <milestone unit='line' n='20'/>
+mit 1/2 kr. Apsis, feine rom. Tür.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHLSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. <hi rend="g">Pietas</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOHNSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1725 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Die Umfassungsmauern einer <milestone unit='line' n='25'/>
+älteren K. mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr.
+mit abgestutzten Ecken, eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen;
+Emporen und Bänke zentrisch aus Kreissegmenten;
+Kanzel und Orgel über dem Altar. &mdash; Äußeres schlichte
+Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der <milestone unit='line' n='30'/>
+Dächer und des südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne
+Reiz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende
+seines Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh.
+[<hi rend="g">Kanzel</hi> im Dresdener Altert.-Ver.] <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOLLFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1774-77 von <hi rend="italic">Neumann d. J.</hi> und <hi rend="italic">Vogel</hi>. &mdash; <hi rend="g">Statuen</hi>
+der Fassade und des Hochaltars von <hi rend="italic">J.L. Kamm</hi>,
+<hi rend="g">Gemälde</hi> der Seitenaltäre von <hi rend="italic">Anwander</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖLLRICH.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit
+4 Ecktürmchen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ruine Reußenberg</hi>. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht
+stehen der Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des
+Beringes.
+</p>
+
+
+<pb n='193' id='i202.png'/>
+
+<!-- [P: 193] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOLLSTADT.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm,
+Eckturm.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Hof</hi> des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten.
+<hi rend="g">Stuckdecken</hi> 18. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOLZHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch
+um 1780. Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen <hi rend="g">Holzfigg</hi>.
+St. Kilian und St. Rochus nach 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOLZKIRCHEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Kloster-K.</hi> erb. von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1730. Signierter
+Gr. in der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die
+interessanten Konkurrenzpläne <hi rend="italic">L. Dientzenhofers</hi>. Reiner
+Zentralbau, in der Komposition für Neumann auffallend einfach.
+Fast reguläres Achteck, im Innern abgerundet. An den <milestone unit='line' n='15'/>
+Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein architraviertes
+Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz
+halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen
+die Glieder aus rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken
+korinth. Pilaster, dann Gebälk und Attika. Auf dem Pyramidendach <milestone unit='line' n='20'/>
+zierliche Laterne in Form eines Tempietto. Trotz
+der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe
+20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen
+nach einem genau durchgeführten Triangulationssystem.
+Die stark klassizistische Architektur ist für <hi rend="italic">Neumann</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die (nicht erstklassigen)
+Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen, daß
+wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. &mdash; An der Außenseite
+eingemauertes <hi rend="g">Rotsandsteinrelief</hi> des 12. Jh., aus zwei
+nicht zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines <milestone unit='line' n='30'/>
+Heiligen; Christus auf der Eselin; Gottvater mit dem Einhorn.
+Die ikonographische Idee nicht recht verständlich. &mdash; <hi rend="italic">Neumanns</hi>
+Risse für das <hi rend="g">Klostergebäude</hi> kamen nicht zur Ausführung.
+Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste
+des sprom. Kreuzgangs. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOLZZELLE.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung
+der Ruine zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel
+zwischen Lhs. und Qsch. (ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf
+welche jedoch der Chor nicht hinweist). [Ein figurenreiches, <milestone unit='line' n='40'/>
+nach der flüchtigen Abb. zu urteilen, bedeutendes <hi rend="g">Tympanon</hi>
+jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOMBERG.</hi> RB Cassel Kr. Homberg.
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Maria. Beg. 1340, Turm 1374 von <hi rend="italic">Heinrich v. Hesserode</hi>
+(Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen, Chor 1sch. 3 Joche
+<pb n='194' id='i203.png'/>
+<!-- [P: 194] -->
+und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten. Gwbb.
+der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände
+reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen
+Formen. Stattliches WPortal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der <milestone unit='line' n='5'/>
+Passion wohl von einem Stationsweg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Got. Häuser</hi> hinter der Kirche und Gasthaus Krone.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit Türmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOMBURG A. MAIN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.</p>
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi>. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+In der <hi rend="g">Burkhardusgrotte</hi> (im Schloßberg) guter
+<hi rend="g">Altar</hi> von 1613 mit Figuren und Reliefs aus Alabaster, in
+der Art des <hi rend="italic">M. Kern</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOMBURG</hi> a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll <milestone unit='line' n='15'/>
+gelegen. Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei
+Teile, die Hauptburg, die im Bering und in einigen Bauteilen
+auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch Halsgraben geschieden von
+der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit Kapelle, Wirtschaftsbauten
+und starker, von großen Mauertürmen bewehrter <milestone unit='line' n='20'/>
+Ringmauer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOPFERSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Guter <hi rend="g">Ölberg</hi> um 1500. &mdash; An der Auber
+Straße bmkw. <hi rend="g">Bildstock</hi> A. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖRNITZ (ALT-).</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1651 vom Zittauer Meister <hi rend="italic">Valentin</hi>. Die Giebel der rck.
+Anlage mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖRNITZ (NEU-).</hi>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung <milestone unit='line' n='30'/>
+der dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle
+Wirkung erreicht werden konnte (jetzt Brauerei).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖRSELGAU.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh. mit ungewöhnlich
+großen, nicht üblen Figg. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÖRSTEIN.</hi> UFranken BA Alzenau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Schiff rom., Chor got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HOSTERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> um
+1580 in der Art des <hi rend="italic">Hans Walther</hi>, später umgearbeitet; <hi rend="g">Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+1641, 1788.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HUBERTUSBURG.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Jagdschloß</hi>. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August
+von <hi rend="italic">J. Ch. Naumann</hi>, fast ganz neu gebaut 1743-51 von
+<hi rend="italic">Joh. Chr. Knöfel</hi>, eine Hauptleistung der Dresdener Schule.
+
+
+<pb n='195' id='i204.png'/>
+
+<!-- [P: 195] -->
+
+Sehr großräumige Anlage inmitten weiter Forsten. Zuerst in
+Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch einen kräftigen
+polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die
+Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit
+stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte <milestone unit='line' n='5'/>
+die Seitenflügel und schloß das Ganze zu einem großen Viereck
+von 97,5 : 80,5 m ab. Das Äußere blieb einfach in der Behandlung;
+die innere Ausstattung, an der <hi rend="italic">Matielli</hi>, <hi rend="italic">Knöffler</hi>, <hi rend="italic">Dieterici</hi>
+und <hi rend="italic">Oeser</hi> teilnahmen, ist großenteils zerstört; eine Ausnahme
+macht der westl. Ecksaal und die Kapelle; letztere in einfachen <milestone unit='line' n='10'/>
+Architekturformen, aber durch die durchgehende Verwendung
+von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die Plastik
+des Hochaltars von <hi rend="italic">Matielli</hi> dürfte dessen Kunst in ihrem Höhepunkt
+darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von <hi rend="italic">Silvestre</hi>;
+die reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem <milestone unit='line' n='15'/>
+Weihwasserbecken wohl von <hi rend="italic">Knöffler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÜLFENSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings
+ausgebaut. Der <hi rend="g">Crucifixus</hi> (»Hülfenskreuz«) gilt für
+Arbeit des 12. Jh.; vielleicht eher archaistische Nachahmung. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HUMMELSHAIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus der Saalfelder Schule.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÜMPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> got. 1603, rest. 1725 und 1826. <hi rend="italic">Schule</hi> 1623.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÜNFELD.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Protest. K</hi>. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig
+vom ma. Bau übrig gelassen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
+1495.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> gut erhalten. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HUTSBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze.
+An der Ringmauer Reste des Wehrganges.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>HÜTTENGESÄSS.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>I</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ICHSTEDT.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ICHTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches <milestone unit='line' n='40'/>
+Schema. 3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr.
+1154). Das Qschiff über die Sschiffe nicht hinausragend. Im
+
+
+<pb n='196' id='i205.png'/>
+
+<!-- [P: 196] -->
+
+17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die Doppeltürme im W verderbt
+erhalten. &mdash; Herabgekommenes Schloß 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>IHLEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art.
+Rechteck mit eingezogener 1/2 kr. Apsis. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ILMENAU.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl.
+Teile. Hinter dem Altar hoher <hi rend="g">Kanzelbau</hi> etwa 1760-70.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. &mdash; <hi rend='bold'>Marktbrunnen</hi>
+1702. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>IMMENHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg.
+Chor und WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren
+Gwbb. Schafte 8eck. mit einfachem Kämpferglied. Scheidebgg.
+aus derselben Grundform profiliert. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>, <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Weihwasserstein</hi>, <hi rend="g">Chorstühle</hi> spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau des 17. Jh.
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Ringmauern und Türme</hi> z. T. erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>IMMICHENHAIN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen, <milestone unit='line' n='20'/>
+nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>INGERSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Mischbau, älteste Teile 1398. &mdash; Am <hi rend="bold">Herrenhof</hi> Hoftor
+mit Nebenpförtchen in guter Renss. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>INGOLSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. 1sch. flachgedeckte
+Anlage mit WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils
+gleichzeitig (Hochaltar), teils älter. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Herren
+v. Geyer 1570, 1601. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>IPTHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch
+wegen der inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich
+sind es Würzburger Künstler, die sich in diesem volkstümlich
+abgestimmten Rokoko munter und dreist, dabei mit entschiedener <milestone unit='line' n='35'/>
+Begabung, haben gehen lassen. <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
+bez. <hi rend="italic">G.A. Urlaub</hi> 1762.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>IRMELSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Zahlreiche v. Bibrasche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 16.-18. Jh.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Wasserburg</hi> der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus <milestone unit='line' n='40'/>
+Ma. und Renss. &mdash; Kamin 1561.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ISLING.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben
+Zeit die Ausstattung.
+</p>
+
+
+<pb n='197' id='i206.png'/>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>J</title></head>
+<!-- [P: 197] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JÄGERSBURG</hi> b. Forchheim. OFranken.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1718-21 von <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> für Bischof Lothar
+Franz v. Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit
+Ecklisenen, giebelgekröntem Mittelrisalit, hohem Dach. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JAHNA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes
+Sch., eingezogener polyg. Chor mit <hi rend="italic">Glasgemälden</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JAKOBSTAL.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JECHABURG.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. &mdash; Auf dem Frauenberg
+Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt
+mit Chorquadrat, Apsis und Nebenapsiden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JENA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Michael</hi>. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M.
+13. Jh., Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach
+erneuert, sehr verständnislos 1873. Noch immer prächtige
+Raumwirkung. Hallenkirche mit 7 Jochen und Langchor;
+früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst. verbunden: <milestone unit='line' n='20'/>
+unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der
+Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit
+Piscine und got. Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft
+eingerichtet und mit Metallarbeiten von schöner Arbeit.
+In den Westjochen kunstvolle Bienenzellengewölbe. Im <milestone unit='line' n='25'/>
+Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873 nach O
+verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und
+neue Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches
+spgot. Portal, von gekünstelter Komposition, aber malerisch
+wirksam; Kielbogen mit Teilungspfosten, das Ganze in einer <milestone unit='line' n='30'/>
+tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an deren Vorderkante
+ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe.
+Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms nachträglich
+(E. 15. Jh.) hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen.
+Über der Eckvermittlung vom 4Eck zum 8Eck <milestone unit='line' n='35'/>
+befanden sich (jetzt zerstört) Fialen, von welchen dünne,
+mit Kantenblumen gezierte Strebebögen ausgingen. &mdash; Spgot.
+<hi rend="g">Taufstein</hi>; spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi> ganz rest.; bronzene <hi rend="g">Grabplatte
+Martin Luthers</hi> nach dem Gemälde von
+<hi rend="italic">Cranach</hi>, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt; <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="g">Grabstein</hi> der Familie <hi rend="g">Cospoth</hi> 1632-1676; zahlreiche
+<hi rend="g">Gedenktafeln</hi>. &mdash; [Von den einst 16 Altären
+nur das Mittelstück eines einzigen erhalten, jetzt im Museum,
+
+
+<pb n='198' id='i207.png'/>
+
+<!-- [P: 198] -->
+
+wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350].
+Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes
+<hi rend="g">Selbdritt</hi> und (am Turm) ein stilgeschichtlich
+interessantes Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer
+<hi rend="italic">Hans Gronig</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Collegienkirche</hi> (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges
+Ssch. im N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp.
+flache Balkendecke vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang
+z. T. erhalten. <hi rend="g">Orgel</hi> 1701, mit reichem Prospekt,
+große Menge von <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> und <hi rend="g">Wandgräber</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+für Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am
+Turm großes dekoratives sächsisches <hi rend="g">Wappen</hi> 1557 mit
+Inschr. betreffend die Gründung der Universität. &mdash; Vom anstoßenden
+ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858 Universität,
+sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Garnisons-K</hi>. 1686. Viele Gedenktafeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Katholische K. Joh. Bapt.,</hi> rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt.
+am ehemaligen Apsidenbogen könnten noch spätottonisch
+sein. Sonst der Chor spgot. umgebaut. Dagegen im Langhaus
+3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus der thüringischen <milestone unit='line' n='20'/>
+Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus
+und andere Vergrößerungen entstellt. &mdash; Neben dem
+SPortal <hi rend="g">Grabplatte</hi> der Jutta Sellerz 1382. Auf dem
+Friedhof doppelseitige <hi rend="g">Passionsstatue</hi> auf Säule bez.
+<hi rend="italic">Hans Gronig</hi> 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle <milestone unit='line' n='25'/>
+unter den <hi rend="g">Grabmälern</hi> des 17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest.
+1700. Bmkw. der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung
+des 17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Burgkeller,</hi> derbe Renss. um 1546.
+&mdash; <hi rend="bold">»Göhre«</hi> (Weinhaus) am Markt, mit spgot. Portal. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haus Weimar</hi>. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken
+&mdash; Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh.
+&mdash; Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung,</hi> dazu der malerische runde
+Pulverturm (13. Jh.?) über Bastei von 1430.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JESBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Seit 15. Jh. in Trümmern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JESTÄDT.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten
+Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588,
+1599 (Inschr.). Hölzerne Emporen. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> des Wallrab <milestone unit='line' n='40'/>
+von Boyneburg † 1572, der Ritter in voller Rüstung kniet
+vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Edelhof</hi> 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JOACHIMSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Fräuleinstift</hi>. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers.
+<pb n='199' id='i208.png'/>
+<!-- [P: 199] -->
+Große prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln
+in der Mitte und an den Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen,
+Erdgeschoß als Sockelbau, die Obergeschosse in den
+Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel und
+geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül <milestone unit='line' n='5'/>
+und Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse,
+im kreuzgewölbten Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume,
+im 1. Obergeschoß Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer
+der 12 Stiftsfräulein. <hi rend="g">Bildnisse</hi> der sächsischen
+Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. &mdash; Der französische <milestone unit='line' n='10'/>
+Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik.
+2 gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JOHANNESBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Propstei,</hi> gestiftet 1013. Von den Gebäuden
+nur das Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen <milestone unit='line' n='15'/>
+rom. Fenstern keine formierte Architektur. Für die K. erwiesen
+zufällige Grabungen kreuzf. Gr., auch wurden rom.
+Kapitelle gefunden (verschleudert).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JOHANNISBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> der 812 gegr. <hi rend="bold">Benedikt.-Propstei</hi>. Am WTurm, dessen <milestone unit='line' n='20'/>
+bar. Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes
+sprom. Portal mit Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert.
+Inneres barock. &mdash; <hi rend="bold">Schloßbau,</hi> jetzt Domäne, 1769
+umgebaut von <hi rend="italic">Herwarthel</hi> aus Mainz (nach Entwurf von
+<hi rend="italic">Welsch</hi>?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen <milestone unit='line' n='25'/>
+Gartenanlagen z. T. erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JÖHSTADT.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1675. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> von <hi rend="italic">Andreas Petzold</hi> 1676,
+Holz, 6,3 m Br. : 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien
+Figuren die Anbetung der Könige. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JÜCHSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JUNKERSDORF.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Turmchor mit umfänglichen <hi rend="g">Wandgemälden</hi>
+aus M. 15. Jh. (rest. 1906), an der OWand Jüngstes <milestone unit='line' n='35'/>
+Gericht; ferner S. Michael und Szenen aus der Geschichte
+von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht des
+Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der WWand
+des Lhs. S. Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem
+Grund mit roten Sternen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>JUNKERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb.
+&mdash; Schönes <hi rend="bold">Fachwerkhaus</hi> von 1617.
+</p>
+
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>K und C</title></head>
+<pb n='200' id='i209.png'/>
+
+<!-- [P:200] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CABARZ.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1670. Mit hübscher <hi rend="g">Kanzel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KADITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1756 von <hi rend="italic">F. G. Knöfel</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAHLA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller
+Chor. Die Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert
+(vgl. Jena). In der Sakristei Reste von Schnitzaltären. &mdash;
+Steinfigg. von einer <hi rend="g">Ölberggruppe</hi> um 1500. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+Reste von <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. &mdash; <hi rend="bold">Leuchtenburg,</hi> 3/4 Stunden östl.
+auf hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem
+Bergfried des 12. Jh., Geschütztürme 16. Jh. Alles andere
+rettungslos verrestauriert (Burghotel).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÄLBERAU.</hi> UFranken BA Alzenau. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Wallfahrts-K. got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CALBITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von <hi rend="italic">David
+Schatz</hi>, eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses.
+Reiche Barockausstattung. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KALBSRIETH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. &mdash; Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CALDERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt.
+Der Bau um weniges älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. <milestone unit='line' n='25'/>
+Hauptsch. mit 3 rippenlosen spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an
+der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes Ssch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CALLENBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Unterschloß</hi>. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und
+16. Jh., dessen obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau <milestone unit='line' n='30'/>
+1857 im engl.-gotischen Stil vollständig umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Oberschloß</hi>. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll.
+Von dem damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau
+des Herzogs Johann Casimir ist nur die <hi rend="g">Schloß-K</hi>. erhalten,
+bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche in got. renss. <milestone unit='line' n='35'/>
+Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und
+Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf
+Kreuzgewölben. Reich geschnitzte Holztür von 1639 auf der
+Empore. Rest. 1845 und 1882. &mdash; Die farbigen <hi rend="g">Glasfenster</hi>
+aus alten und neuen Teilen gemischt. &mdash; <hi rend="g">Steinkanzel</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+und <hi rend="g">Taufstein</hi> mit kopiösem Schmuck in
+originellem Frühbarock. &mdash; Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882.
+</p>
+
+
+<pb n='201' id='i210.png'/>
+
+<!-- [P: 201] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KALTENBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Augustiner-Chorherrenstift</hi>. Wenige Ornamentreste der rom. K.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KALTENLENGSFELD.</hi> Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal
+von 1721. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KALTENNORDHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Martinsburg</hi>. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß«
+1752-54 schlichter Bau für die Behörden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KALTENSUNDHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen <milestone unit='line' n='10'/>
+Wolframsburg. Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest.
+1604. Turm über dem Chor. &mdash; <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 17. und
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KALTENWESTHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf <milestone unit='line' n='15'/>
+der flachen Bretterdecke großes <hi rend="g">Gemälde</hi> der Himmelfahrt.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CAMBURG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage,
+sonst spgot. Hallenkirche mit Veränderungen 1703. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">S. Cyriacus</hi> (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen
+rom. Pfl.Basilika.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAMENZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung <milestone unit='line' n='25'/>
+nach Brand im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch.
+Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff erweitert, gestreckter
+1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das Langhaus
+aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet
+sind, daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt <milestone unit='line' n='30'/>
+werden. Der Turm springt in die NWEcke ein. Steinerne
+spgot. Empore im W. &mdash; Mittelalterliche Einrichtung.
+Bmkw. <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> (ehemals auf dem Triumphbogen),
+Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh.,
+aber mit altertümelnden Zügen. <hi rend="g">Michaelisaltar</hi> 1498, <milestone unit='line' n='35'/>
+im Schreine die Figur des Seelenwägers, Flügel bemalt.
+<hi rend="g">Hauptaltar</hi> um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein, je eine
+an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in
+der Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge.
+Protestantische Einrichtung: <hi rend="g">Kanzel</hi> 1566. <hi rend="g">Holzemporen</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+an den Langseiten 1675-1709. &mdash; <hi rend="g">Votivgemälde</hi>
+von einem Nachfolger Cranachs (wohl <hi rend="italic">Wolf
+Krodel</hi>). <hi rend="g">Epitaph</hi> mit Jüngstem Gericht von <hi rend="italic">Andr. Dreßler</hi>
+1554. Sonstige <hi rend="g"></hi>Epitaphgemälde E. 16. und A. 17.
+Jh. <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> (v. Lüttichau, v. Nischwitz)
+<pb n='202' id='i211.png'/>
+aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617
+u. a. m.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im
+Grundriß der Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel.
+Reste spätgot. Gestühls. Mehrere <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3. Jahrzehnt des
+16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind
+die Katechismus-K. und die Just-K.
+</p>
+
+<p>
+Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 <milestone unit='line' n='10'/>
+vieles zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit
+wie z. B. die jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen
+auf dem Markt 1570, in der Art <hi rend="italic">Chr. Walthers.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÄMMERZELL.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. <milestone unit='line' n='15'/>
+&mdash; <hi rend="g">Bilder</hi> aus der ehemal. Universität in Fulda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CANITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts.
+Der Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. <milestone unit='line' n='20'/>
+Park in französischer Anlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KANNAWURF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CANNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got. Prächtige <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> A. 17. Jh., <milestone unit='line' n='25'/>
+darunter kniender Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAPELLENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,</hi> gegr. 1235 mit
+Resten einer älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut,
+und das Lhs. erhöht, neue Nonnenempore in Länge des alten <milestone unit='line' n='30'/>
+Schiffs. Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Epitaphe</hi>, interessant
+das für den Markgrafen von Kirchberg und seine Frau
+von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. <milestone unit='line' n='35'/>
+Palas 14. Jh. mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring,
+Türme 12.-16. Jh., Haupttor Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KARBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen)
+Seitenaltar gute Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KARLBURG.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen
+Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. und 17. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='203' id='i212.png'/>
+
+<!-- [P: 203] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KARLSDORF.</hi> RB Cassel. Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (französ. Kolonie). 1704 von <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CARLSFELD.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K</hi>. 1684-88, von <hi rend="italic">Hans Georg Roth</hi>, angeblich
+nach, dem Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform <milestone unit='line' n='5'/>
+des später von <hi rend="italic">George Bähr</hi> gepflegten Typus von Zentralbauten;
+Gr. quadr. mit abgestutzten Ecken, durch Anbauten
+im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit Treppen für die Emporen)
+in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. &mdash; Die
+virtuos geschnitzten <hi rend="g">Altarfiguren</hi> italienischen Stils <milestone unit='line' n='10'/>
+vielleicht von <hi rend="italic">Andreas Petzold</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KARLSFRIED.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt.
+Die Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KARLSTADT.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler
+Umbau einer sprom. Basilika, von welcher erhalten:
+der WTurm ganz, die unteren Teile der Umfassungsmauern
+des Lhs., die Vierungspfll. und die alte Sakristei. Im letzten
+Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 Schluß (wohl <milestone unit='line' n='20'/>
+von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach),
+das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen
+Pfll. und Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne
+Querempore. Das hohe Dach verdeckt die OSeite des schönen
+rom. Turms. &mdash; 1614 <hi rend="g">dekorative Bemalung</hi> von <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="italic">W. Ritterlein</hi> (vgl. Buchold). Spgot. <hi rend="g">Wandgemälde</hi>
+im Chor und Qsch. (sehr rest.). Zierliche <hi rend="g">Steinkanzel</hi>
+mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. In
+der Rienecker-Kap. großer steinerner <hi rend="g">Salvator</hi> 2. H.
+14. Jh. Vortreffliche <hi rend="g">Holzfig</hi>. des hl. Nikolaus von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+Am Turm interessante Steinstatue, <hi rend="g">S. Georg</hi>
+zu Pferde, um 1520. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>:
+hervorzuheben die Bildnissteine der Vögte von Rieneck,
+aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von <hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi>
+Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. <milestone unit='line' n='35'/>
+&mdash; In der <hi rend="g">Sakristei</hi>: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende
+Arbeit von <hi rend="italic">Ph. H. Drentwett</hi> in Augsburg 1710,
+Maria immaculata, Silber, von <hi rend="italic">J. M. Maurer</hi> in Augsburg
+1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739.
+&mdash; 2 <hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh., eine 1502. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 15. Jh., flachgedeckt. &mdash; Altäre einheitlich 1689.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel.
+Bmkw. Einrichtung aus fr. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Zahlreiche gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>: ältestes no 82 von 1449;
+
+
+<pb n='204' id='i213.png'/>
+
+<!-- [P: 204] -->
+
+no 341 Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345
+guter Bar.-Bau von 1721.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bezirksamt</hi>. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauern und Türme,</hi> 14. Jh., großenteils erhalten.
+</p>
+
+<p>
+Über der Stadt die <hi rend="bold">Karlsburg</hi> (Ruine). Die erste Gründung <milestone unit='line' n='5'/>
+wird auf den Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit
+ca. 1080 Besitz der Bischöfe von Würzburg. Aus karoling.
+Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des Berings und der
+Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische sehr
+schöne <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1490. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CARTHAUSE.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Kloster-K</hi>. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten.
+A. 13. Jh. An den Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KASENDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1492, Veränderungen 17. Jh. &mdash; Lhs. flachgedecktes <milestone unit='line' n='15'/>
+Rck., netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. <hi rend="g">Glasgemälde</hi>
+1486. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1560 bez. <hi rend="italic">FH</hi>,
+ein anderer 1688. <hi rend="g">Gemälde</hi> des 17. Jh. mit interessanter
+Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
+Augsburger Reichstag 1530. <hi rend="g">Altar</hi> 1662. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CASSEL.</hi> Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Brüder-K</hi>. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll.
+1331, Sch. voll. 1376. &mdash; Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche,
+gewölbt, im Hauptschiff 8 Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche,
+gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck. Über dem Choranfang <milestone unit='line' n='25'/>
+schlanker 6eck. Dachreiter. &mdash; <hi rend="g">Relief</hi> vom Tympanon des
+NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. &mdash; <hi rend="g">Epitaphe</hi>
+mit Relieffigg. aus 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Martin.</hi> Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach
+Einsturz neue Weihe 1462. &mdash; Große Hallenkirche mit gestrecktem <milestone unit='line' n='30'/>
+5/8 Chor und 2 WTürmen. Im Sch. 6, im Chor
+2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit einem
+Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche Schiffsbreite
+hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung
+der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel <milestone unit='line' n='35'/>
+geführt. An den Schlußsteinen des Chors Apostelbilder.
+Gegen die festlich reiche Wirkung des Innern fällt das Äußere
+ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, zum Schluß
+in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen,
+der NTurm ebenso ausgebaut. &mdash; Im Chor <hi rend="g">Marmorgrab</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+Philipps des Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin
+von <hi rend="italic">Elias Godefroy</hi> (<hi rend="italic">Gottfro</hi>) aus Cambray (Kämerich) † 1569,
+vollendet 1570 von seinem Schüler <hi rend="italic">Adam Beaumont</hi>; davor
+im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und
+Allegorien. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Landgräfin Christine mit <reg orig='Bronze-|relief'>Bronzerelief</reg>
+<pb n='205' id='i214.png'/>
+<!-- [P: 205] -->
+von <hi rend="italic">Phil. Soldan</hi> 1550, des Prinzen Philipp 1619.
+In der Gruft <hi rend="g">Särge</hi> der landgräflichen Familie. &mdash; <hi rend="g">Orgel</hi>
+1600 von <hi rend="italic">Hans Scherer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Luther-K</hi>. am Graben 1734 von <hi rend="italic">G. Ghezzi</hi>. Einfacher, turmloser
+Saalbau in Straßenflucht. <hi rend="g">Ölgemälde</hi> von <hi rend="italic">J. G. <milestone unit='line' n='5'/>
+Tischbein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Oberneustädter (französische) K.</hi> 1698-1706 vom Hugenotten
+<hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt
+von einer schweren Laterne, die Formen innen und außen
+die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein profilierten <milestone unit='line' n='10'/>
+toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule
+nicht verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen
+1874. <hi rend="g">Graumarmordenkmal</hi> des Grafen v. Broglie,
+gefallen 1758.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. 1770-1776 von <hi rend="italic">Simon Louis Du Ry</hi>. Da den <milestone unit='line' n='15'/>
+Katholiken damals nicht das Recht freier Religionsübung
+zustand, erhielt die in fortlaufender Straßenflucht stehende
+Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen, Privathauses.
+Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizität, das
+Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. <milestone unit='line' n='20'/>
+Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß,
+von <hi rend="italic">Gérin</hi>. Spgot. <hi rend="g">Altarflügel</hi> angeblich aus Hersfeld.
+<hi rend="g">Ölbilder</hi> von <hi rend="italic">L. Cranach</hi> und <hi rend="italic">J.H. Tischbein</hi>. Bronzene
+<hi rend="g">Standleuchter</hi> 1626.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hof- und Garnison-K</hi>. 1757-1770. Saalbau. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Unterneustädter K.</hi> 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel
+und Laterne in der Mitte der flachen Decke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bettenhäuser K</hi>. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital S. Elisabeth mit K</hi>. Gegr. 1383, erneuert 1587.
+<hi rend="g">Sandsteinstatue</hi> der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. <milestone unit='line' n='30'/>
+Nische.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Renthof</hi>. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere
+reich durchgebildete Portale und ein <hi rend="g">Brunnen</hi> mit sitzender
+Statue in römischer Feldherrntracht. Im Innern spärliche
+Reste alter Bemalung. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marstall,</hi> voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel.
+Treppentürme in den Ecken des Binnenhofes.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zeughaus</hi> 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen
+Stellen reiche Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Druselturm</hi> und <hi rend="bold">Zwehrenturm</hi>, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. <milestone unit='line' n='40'/>
+1415 angelegten Stadtbefestigung.
+</p>
+
+<p>
+Sog. <hi rend="bold">Kunsthaus,</hi> ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf.
+Moritz den Gelehrten, umgebaut 1696 von <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Orangerieschloß</hi> 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
+Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung
+
+
+<pb n='206' id='i215.png'/>
+
+<!-- [P: 206] -->
+
+des malerisch empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden
+Gebäudes französisch. Architekt <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>
+(nicht sicher). <corr sic="Derinnere">Der innere</corr> Ausbau erst 1730 voll. In der Mitte
+Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen Statuenschmuck
+vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon <milestone unit='line' n='5'/>
+das <hi rend="bold">Marmorbad</hi> 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten
+Skulpturen von <hi rend="italic">Pierre Monot</hi>. Als Gegenstück das <hi rend="bold">Küchenschloß</hi>
+1765. Unterhalb der Orangerie breitet sich der großartige
+<hi rend="bold">Augarten</hi> aus, entworfen von <hi rend="italic">Le Notre</hi>, E. 18. Jh.
+anglisiert. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Alte Gemäldegalerie</hi>. 1751 von <hi rend="italic">Charles Du Ry</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Garde du Corps-Kaserne</hi>. 1768 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Museum Fridericianum</hi> (Bibliothek). 1769-79 von <hi rend="italic">S. L. Du
+Ry</hi>, klassizistisch in besonders strenger und trockener, an
+englische Bauten dieser Richtung erinnernder Auffassung; <milestone unit='line' n='15'/>
+lang gestreckt in 19 Achsen; einzige Pilasterordnung, jonisch,
+mit untergeordneter Behandlung der in 2 Geschossen angeordneten
+Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit
+Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Au-Tor</hi>. 1782 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>, die 2 Wachthäuser abgebrochen. <milestone unit='line' n='20'/>
+Der Triumphbogen (1824 von <hi rend="italic">Bromeis</hi>) auf den
+Platz vor dem Regierungsgebäude versetzt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Privathäuser.</hi> Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher
+Menge, einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen
+gebracht. Eines der ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 <milestone unit='line' n='25'/>
+ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597; Oberste Gasse 17 ao. 1651.
+Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8 hübsches
+Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des
+17. Jh. mit Diamantquadereinfassung der Fenster. Von
+<hi rend="italic">Charles Du Ry</hi> das Haus Theodor Landré Ecke Karls- und <milestone unit='line' n='30'/>
+Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch das Haus
+am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast
+mit dem Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade
+Königsplatz 55. Das Haus des Ministers v. Jungken Ecke
+Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß) bmkw. als <milestone unit='line' n='35'/>
+erstes rein klassizistisches Werk <hi rend="italic">S. L. Du Rys</hi> beg. 1767
+(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais
+eingerichtet). Von <hi rend="g">demselben</hi> 1773 das v. Waitzsche
+Haus, 1775 das französische Rathaus. Zahlreiche Bauten
+in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CASTELL.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Oberes und unteres <hi rend="bold">Schloß</hi>; jenes die Stammburg der jetzigen
+Fürsten Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und
+Reste eines Renss.Baus auf dem Burgberg erhalten. Jetziges
+Schloß spätbarock.
+</p>
+
+
+<pb n='207' id='i216.png'/>
+
+<!-- [P: 207] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarr- und Schloß-K.</hi> 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus.
+Große umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer
+Kanzelaltar in Alabaster (sog. Castellscher
+Marmor). In der Anordnung des WTurmes Nachklang des
+Neumannschen Kirchentypus. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KATHARINENBERG</hi> b. Wunsiedel, OFranken.</p>
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAUERN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau
+1701 ff.; in der Kapelle ein <hi rend="g">Reisealtärchen</hi> aus <milestone unit='line' n='10'/>
+Elfenbein, gute französische Arbeit des 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAUFUNGEN.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr.
+Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAUFUNGEN.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Gegr. 1017 von Kunigunde, der
+Gemahlin Heinrichs II. auf einem Königshof. Gew. 1025.
+Unter den sprom. und spgot. Veränderungen hat sich vom
+Stiftungsbau so viel erhalten, daß die Rekonstruktion, wo
+nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten gesichert <milestone unit='line' n='20'/>
+ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders
+interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L.
+56 (eventuell 60 m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme
+nicht das volle Maß der Vierung haben, so ist das wohl
+nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist die unterquadr. <milestone unit='line' n='25'/>
+Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
+dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der
+Hauptchor eine Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis
+am nördl. Kreuzarme. Die sehr hohe Öffnung bezeichnend
+für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg, Hersfeld u. a. m.). Eine <milestone unit='line' n='30'/>
+Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden des Lhs. läßt
+sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
+Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer)
+ist wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich
+sie nicht breit sind (genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit <milestone unit='line' n='35'/>
+einer Doppelarkade schlossen (vgl. S. Michael in Hildesheim).
+Sehr interessant wäre es, wenn es sich bestätigte, daß auch
+das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der Lettnereinrichtung
+jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In
+der Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit <milestone unit='line' n='40'/>
+eingetretene Veränderungen mehreres unklar geworden. Das
+Erdgeschoß stand durch 3 Arkaden mit dem Msch. in Verbindung.
+Nach ihrer Zusetzung wurde die Eingangstür der
+Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
+Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der
+
+
+<pb n='208' id='i217.png'/>
+
+<!-- [P: 208] -->
+
+westl. Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen
+sie durch die oben erwähnten Doppelarkaden kommunizierten.
+Besser gesichert ist Gestalt und Bestimmung des 2. Turmgeschosses:
+es enthielt die Nonnenempore und öffnete sich
+gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse, <milestone unit='line' n='5'/>
+das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen
+erinnert der WBau sehr an westfälische und niederrheinische
+Anlagen dieser Zeit, von denen es sich immerhin durch die
+westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der verhältnismäßig
+große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit <milestone unit='line' n='10'/>
+dem übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang.
+Holtmeyer erklärt ihn für älter als die K.
+und vermutet in ihm einen Überrest (Bergfried?) der Königspfalz.
+&mdash; Technische Ausführung von größter Einfachheit:
+Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale rechtwinklige <milestone unit='line' n='15'/>
+Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel.
+&mdash; Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13.
+Jh. kam nicht zur Vollendung; mit der Marburger Schule
+kein Zusammenhang, eher mit Westfalen. Am Chor wiederholte
+Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. &mdash; Reste der <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Ausstattung</hi> unerheblich. 2 spgot. <hi rend="g">Holzreliefs</hi>
+mit Heinrich und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört
+haben. <hi rend="g">Grabsteine</hi> meist sehr beschädigt, gut der der Äbtissin
+Anna v. d. Borch 1521. &mdash; <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi>. Zu
+modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, <milestone unit='line' n='25'/>
+ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das
+Inventar bejaht sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur
+stößt eine Kap. mit 1/2 Apsis, sicher rom., vielleicht
+noch etwas älter als die Klst.-K. (in den Quellen von einer
+S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei« <milestone unit='line' n='30'/>
+am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines
+quadr. Raumes mit quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle.
+Auf Grund dieser Reste von Holtmeyer im Inventar
+eine interessante Idealrestauration der ganzen Pfalzanlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KAUSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten
+eines Weihers; hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender
+Durchsicht; Treppenanbau in Fachwerk; das Ganze voll
+Seltsamkeit und malerischen Reizes.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CAVERTITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. &mdash;
+Reicher Altarbau 3teilig mit dominierenden großen <hi rend="g">Sandsteinreliefs</hi>;
+um 1580; angeblich von <hi rend="italic">Aegidius de Bruigt</hi>
+(de Brugk). Reizvolle geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1600. &mdash;
+</p>
+
+
+<pb n='209' id='i218.png'/>
+
+<!-- [P: 209] -->
+
+<p>
+Mehrere bmkw. <hi rend="g">Denkmäler</hi> 16. und 18. Jh., besonders
+das der Esther v. Schleinitz 1584.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KEFFERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet,
+Hauptaltar ähnlich dem zu Ershausen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KEILA.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1696, unbedeutend. &mdash; im Chor <hi rend="g">Gemälde</hi>
+(Kreuzigung) von <hi rend="italic">Paul Keil</hi> aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz
+und Arnshaugk).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KELBRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> des 1251 gegr. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Von einem älteren
+Bau der rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt,
+in der Spätgotik durch 1 Nebenschiff erweitert.
+Nach Brand 1607 stark restauriert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KEMBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Ziegelrohbau. &mdash; <hi rend="g">Altartriptychon</hi>
+mit Gemälden von <hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi> &mdash; <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>,
+zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein, in der Art
+der gewöhnlich <hi rend="italic">Adam Krafft</hi> zugerechneten fränkischen Arbeiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KENTZGAU.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung.
+&mdash; Reste des ehemaligen <hi rend="bold">Wasserschlosses</hi>. &mdash; Überlebensgroße
+<hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> um 1620.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KERSBACH.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1744 von <hi rend="italic">Küchel</hi>, einem Schüler Neumanns. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KERPSLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+Große <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1720 mit WTurm von 1456. &mdash; Daran außen
+<hi rend="g">Relief</hi>, Kreuzigungsgruppe. &mdash; Pomphafter <hi rend="g">Kanzelbau</hi>
+3geschossig, bis zur Decke aufsteigend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KESSELSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Philippsruhe</hi> 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau.
+Bedeutende Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons.
+Großer Park und Orangerie. Umbauten 1873.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KEUDELSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+Ansehnliches <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
+Anlage im Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse
+in Fachwerk. Schöner Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte
+Zimmerdecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KEULA.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1662. &mdash; Über dem Altar großes anscheinend nicht <milestone unit='line' n='40'/>
+wertloses <hi rend="g">Relief</hi> mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung
+17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIESELBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh.
+verändert.
+</p>
+
+
+<pb n='210' id='i219.png'/>
+
+<!-- [P: 210] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHAICH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet
+A. 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Holzmadonna</hi>, gute ländliche Arbeit
+E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHBRACHT.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes
+Sch. und eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details
+weisen auf E. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHENEHRENBACH.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1796. &mdash; Altarstatuen von <hi rend="italic">B. Mutschelle</hi> aus Bamberg. <milestone unit='line' n='10'/>
+&mdash; Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594,
+1595, eines bez. H. W. (<hi rend="italic">Hans Werner</hi>).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHENLAMITZ.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erweitert 1596 durch <hi rend="italic">Georg Zapf</hi>. Altar 1687.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1660. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1705. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHGANDERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+1691.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHHAIN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche <milestone unit='line' n='20'/>
+aus 2. H. 14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr
+entstellt. &mdash; Zierlicher spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHHASEL.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm
+gelehnt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur
+und Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von <hi rend="italic">M. Bossi</hi> im Charakter
+Louis XVI.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Synagoge</hi> 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken). <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHLAUTER.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs
+Joh. Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark
+artikulierte Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Stuckdecken</hi> um 1720.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHOHMFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien
+um 1670. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> Wintzingerode 1634, Sandstein mit
+aufgelegten Wappen und Inschriften in Bronze. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHSCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um
+1700. Innen gute Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen
+Parks.
+</p>
+
+
+<pb n='211' id='i220.png'/>
+
+<!-- [P: 211] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRCHWORBIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kap. S. Valentin.</hi> 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv
+des Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld
+in dieser Zeit, konserviert. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KIRSCHKAU.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und
+gleicharmigem Kreuz. Im Innern keine Teilungen. Außen
+mächtiger dorischer Fries auf desgl. Pilastern. Über dem
+nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KISSINGEN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Alte Pfarr-K.</hi> Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender
+Empore von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig,
+in der Art des <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> Chor von 1446. Lhs. 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Salinengebäude.</hi> Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KITTLITZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem
+Gr. Sie, sowie das gegipste Holztonnengwb. in Formen
+akademischer Steinarchitektur. &mdash; [Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+im Museum zu Bautzen].
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KITZINGEN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K. Joh. Bapt.</hi> Der unregelmäßig an der NSeite stehende
+Turm mit dem anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt
+1sch. Anlage voraus. Um 1416 Planänderung. 3sch. Hallenkirche. <milestone unit='line' n='25'/>
+Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der NSeite nur in
+5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage
+die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich
+auch an der WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche
+und 5/8 Schluß. In allen Teilen Netzgwbb. in einheitlicher <milestone unit='line' n='30'/>
+Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge 55 m. &mdash; Die Formen
+zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten Hochgotik
+zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse.
+&mdash; Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe,
+die in die Außenansicht einen asymmetrisch malerischen <milestone unit='line' n='35'/>
+Zug bringt. Der turmlose WBau auf reiche ornamentale
+und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz
+vollendet und jetzt in starker Zersetzung. &mdash; Rest. 1885
+und 1909. &mdash; <hi rend="g">Inneneinrichtung</hi> großenteils neugot.
+1885. Ansehnlicher <hi rend="g">Sakramentsturm</hi> um 1470. Ziemlich <milestone unit='line' n='40'/>
+reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische
+<hi rend="g">Marmorkanzel</hi> von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> 1793. An der
+Chorwand 4 <hi rend="g">Passionsreliefs</hi>, Holz, vom ehemaligen
+Hochaltar, aus der Zeit, aber nicht aus der Werkstatt
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Flotte <hi rend="g">Alabasterreliefs</hi> um 1700.
+
+
+<pb n='212' id='i221.png'/>
+
+<!-- [P: 212] -->
+
+An der Sakristeitür schöne <hi rend="g">got. Beschläge</hi>. <hi rend="g">Familien-Epitaph</hi>
+des Wolf v. Crailsheim, 1556 von <hi rend="italic">P. Dell
+d. J.</hi> &mdash; Hauptportal mit Altan an der NSeite, um 1400, am
+<hi rend="g">Tympanon</hi> Jüngstes Gericht. Am WPortal <hi rend="g">Marienkrönung</hi>
+gegen 1450. &mdash; <hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. und 18. <milestone unit='line' n='5'/>
+Jh., die besten Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen
+Meistern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Protestant. K.,</hi> (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
+angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von <hi rend="italic">Ant.
+Petrini</hi>. 1sch. flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener <milestone unit='line' n='10'/>
+gewölbter 3/8 Chor mit seitl. Turm. Die Fensterarchitektur
+der SSeite und besonders die Fassade in schweren ernsten
+Barockformen. &mdash; Gute <hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kapuziner-K.</hi> 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser
+im allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="italic">Osw. Onghers</hi> 1679. Virtuoses lebensgroßes <hi rend="g">Kruzifix</hi> um
+1650; ein zweites desgl. am Chorbg. und ein reich dekoriertes
+<hi rend="g">hl. Grab</hi> für Prozessionen, beide um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hl. Kreuz-K</hi>. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von
+<hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches <milestone unit='line' n='20'/>
+Kreuz mit leichten asymmetrischen Abweichungen am O- und
+WTurm. Der Vierungsraum dominiert; vor die konkav
+abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt,
+von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar
+über ihren Kämpfern sitzende Kuppel wird von <milestone unit='line' n='25'/>
+den Kappen der Kreuzarme angeschnitten. Die letzteren
+schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch
+Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition,
+in der die Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert,
+nicht aufgehoben ist, würde noch bedeutender <milestone unit='line' n='30'/>
+zur Wirkung kommen, wäre nicht die Lichtführung wenig
+glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel).
+Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos
+beabsichtigt gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb.
+Die Ausstattung ist etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter <milestone unit='line' n='35'/>
+um 1750. &mdash; Schön und echt neumannisch das Herauswachsen
+des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. Beachtung
+verdient die <hi rend="bold">Friedhofsanlage</hi> (in SW der Stadt) von 1542.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1561-63 von <hi rend="italic">Hans Eckhart</hi> von Schaffhausen.
+Eckbau. 3 Geschosse mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, <milestone unit='line' n='40'/>
+die Abtreppung der Giebel mit Segmentstücken überbaut.
+Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige Halle,
+Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten
+Geschoß getäfelte Ratsstube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Häuser</hi>. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen
+
+
+<pb n='213' id='i222.png'/>
+
+<!-- [P: 213] -->
+
+und Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken
+in fr. Rok. Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mainbrücke</hi> aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs
+Joh. Phil. v. Schönborn) erneuert. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Befestigung</hi>. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege
+angelegt. In Resten erhalten, besonders der mächtige
+Marktturm. Vom äußeren Bering die Mainstrecke mit
+8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe
+runde Falterturm 1469. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINBARDORF.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit
+hübscher Fassade. &mdash; <hi rend="g">Deckenbild</hi> von <hi rend="italic">Joh. Peter
+Herrlein</hi> 1781.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINBAUTZEN.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn
+C. H. v. Nostitz gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar
+und dem Betstübchen höchst prächtige <hi rend="g">Holzschnitzwerke</hi>,
+noch im Charakter des FrBarock. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf,
+v. Rechenberg, v. Nostitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINEBERSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Turmchor. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Altarwerk</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINFURRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINGESTEWITZ.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage
+mit Chorturm und Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINHEILIGKREUZ.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINHERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus
+gleicher Zeit. Interessantes <hi rend="g">Triumphkreuz</hi> bez. <hi rend="italic">HF</hi>
+(vgl. Görschen). <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINHEUBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter
+Bau in Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als
+Baumeister in Anspruch genommene Bamberger <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>
+war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines fremden <milestone unit='line' n='40'/>
+Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters <hi rend="italic">de la Fosse</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINLANGHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh., Turm (O) um 1300. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der
+Zolner 1574, 1577, 1584. &mdash; <hi rend="g">Friedhofsbefestigung</hi>
+13.-14. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='214' id='i223.png'/>
+
+<!-- [P: 214] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINLAUCHSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom.
+Anlage von ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINOCHSENFURT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Kern rom., verändert A. 17. Jh. &mdash; Ansehnliche <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Altäre</hi> mit Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684
+bis 1698). &mdash; <hi rend="g">Wartturm</hi> am Main.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINRINDERFELD.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1740 <hi rend="italic">B. Neumann</hi> wegen des übernommenen Risses
+moniert. Der Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf <milestone unit='line' n='10'/>
+Neumanns Riß zurückgehen. Die Anordnung des WTurms in
+seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi>,
+A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+gute Rok.Arbeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINSCHIRMA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des
+Zimmerwerks an Decke und Emporen, 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi>
+und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1557. <hi rend="g">Altarwerk</hi>,
+geschnitzt von <hi rend="italic">B. Diterich</hi> 1614.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINSCHWABHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINWERTHERN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+Einfache <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs.
+Großes <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> des Ph. v. Werthern 1588,
+die einzige bedeutendere derartige Arbeit in diesem Gebiet. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLEINWOLMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und
+1712. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> um 1720.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CLETZEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+Verbaute rom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLINGA.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche
+Schöpfung des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck.
+Altarhaus mit 1/2kr. Apsis; einiges rom. Detail.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLINGENBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der
+große Kanzelaltar. &mdash; <hi rend="bold">Herrschaftshaus</hi> einheitlich 1682.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLINGENBERG.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei
+Flügel, die durch einen schmalen Zwischenbau verbunden <milestone unit='line' n='40'/>
+werden. Teilweise noch mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg
+neugebaut. Mit Mauern, Tor und Graben hoch umgeben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLINGENTAL.</hi> K. Sachsen AH Auerbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl.
+Carlsfeld, Schmiedeberg und Loschwitz).
+</p>
+
+
+<pb n='215' id='i224.png'/>
+
+<!-- [P: 215] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLIX.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Auf dem <hi rend="g">Altar</hi> Sandsteintafel, 3 Streifen mit
+Kreuzigung, Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge
+kleiner Figuren, um 1580 in der Art des <hi rend="italic">Chr. Walther</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1702. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Familien v. Nostitz <milestone unit='line' n='5'/>
+und Faber, am anspruchsvollsten das große <hi rend="g">Wandgrab</hi>
+des Ch. F. v. Gersdorf 1725.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CLÖDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Backsteinbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLOSTERLAUSNITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im
+16. Jh. Lhs. und Türme abgetragen und der OBau stark verändert.
+1863 ff. nach den Plänen von <hi rend="italic">v. Quast</hi> rekonstruiert,
+die formierten Teile unter Benutzung der in den Trümmern
+gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von Paulinzelle <milestone unit='line' n='15'/>
+und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
+festgestellt?
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLÖSTERLEIN-ZELLE.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am
+OGiebel unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in <milestone unit='line' n='20'/>
+Umrißzeichnung die h. Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt
+sind. Inschr. <hi rend="italic">Martinus me fecit</hi>; der Stil weist auf 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLOSTERRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.,</hi> gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur
+ein gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; <milestone unit='line' n='25'/>
+kleine Nebenräume mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten
+Würfelkapitellen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KLOSTERVEILSDORF.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Klst. Michaelisberg</hi> (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit
+A. 16. Jh. &mdash; Für landwirtschaftliche und industrielle <milestone unit='line' n='30'/>
+Zwecke aufgebraucht, so daß nur noch verstreute und verbaute
+Gebäudeteile erhalten sind.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KNAUTHAIN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar
+aus A. 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Denkmals</hi> der Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil
+des Moritzdenkmals in Dresden. &mdash; Stattliches Schloß um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KNAUTNAUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus
+A. 12. Jh., ähnlich der zu Groitzsch. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KNOBELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein
+Portal von einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung;
+merkwürdig der 1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige)
+Rücksprung für die Sll. Im übrigen stillos verbaut.
+</p>
+
+
+<pb n='216' id='i225.png'/>
+
+<!-- [P: 216] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>COBURG.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Coburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Moritz-K</hi>. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh.,
+mit erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen
+der Strebepfll. und Fenster 1520 ff. von <hi rend="italic">Konrad Krebs</hi> (vgl.
+Torgau). Das Innere 1701 barockisiert, geputzte Flachdecke <milestone unit='line' n='5'/>
+auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen),
+die 2geschossigen Emporen der Ssch. durchschneiden die
+Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8 Schluß.
+Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme
+einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen <milestone unit='line' n='10'/>
+(jetzt durch die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen
+Reihungen und reichem skulptiertem Detail. Die Doppeltürme
+bauen sich in 5 niedrigen, durch Wasserschläge geteilten Geschossen
+schwerfällig auf; nur der linke (nördl.) trägt, durch
+3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, reich geschmücktes <milestone unit='line' n='15'/>
+Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß
+und der Bar.Helm A. 17. Jh. &mdash; Das Hauptportal ist
+mit glücklicher malerischer Wirkung dem WChor angegliedert;
+<hi rend="g">Statuen</hi>, einerseits Adam und Eva, andererseits Maria und
+Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl. Strebepfll. <milestone unit='line' n='20'/>
+nach 1520. &mdash; <hi rend="g">Mobilien</hi> 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>:
+am Schluß des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II.
+† 1595, ausgeführt bis 1605 von <hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>, einem thüringischen
+Meister (aus Rudolstadt?); der Sockel und das Hauptgeschoß
+nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal (entsprechend <milestone unit='line' n='25'/>
+den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe abnehmende
+Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen
+der überaus reich geschmückten Rahmenarchitektur große
+Reliefbilder; auf dem Sockel die reichlich lebensgroßen knienden
+Freifigg. des Herzogs und seiner Familie. In Größe und <milestone unit='line' n='30'/>
+Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die ihm am
+nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten
+jetzt an der Wand. &mdash; Heraldische <hi rend="g">Grabplatte</hi>, Bronze,
+für Joh. Ernst † 1553, gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister
+<hi rend="italic">Bernh. Eberlein</hi>. &mdash; Ikon. Grabplatte, Bronze, für <milestone unit='line' n='35'/>
+Joh. Casimir † 1633, handwerklich. &mdash; Bronzeteile von anderen
+Grabplatten. &mdash; Im Lhs. (Ssch.) ikon. <hi rend="g">Hochreliefplatte</hi>,
+Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. &mdash; Viele Grabsteine
+an der Außenwand, verwittert. &mdash; <hi rend="g">Kelche</hi> und
+sonstige Altargeräte in größerer Zahl. Von eigenartiger Anlage <milestone unit='line' n='40'/>
+und vorzüglicher Arbeit ein <hi rend="g">Hostienschrank</hi>
+von 1607.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ehrenburg.</hi> Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung
+von der Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in
+Landshut i. Baiern), Erbauung der neuen Residenz 1543-49
+
+
+<pb n='217' id='i226.png'/>
+
+<!-- [P: 217] -->
+
+und Benutzung des ehem. Barfüßerklst. Erweiterungsbau
+unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister <hi rend="italic">Bonallino</hi>. Nach
+schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40
+Ausbau in neugot.-englischem Stil durch <hi rend="italic">Rénier</hi>. &mdash; Die alte
+Anlage umschloß 3 große Höfe. Der Haupteingang war von <milestone unit='line' n='5'/>
+der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel vorgenommen
+unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner Wirtschaftsgebäude
+und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der
+alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden
+die alten Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die <milestone unit='line' n='10'/>
+doppelte Durchfahrt seines Mitteltrakts, so kommt man in den
+alten Vorderhof, der den Charakter der Renss. und des Bar.
+im wesentlichen bewahrt hat. Die Außenfronten an der Stein- und
+Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit 1543-49; 2geschossig;
+Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach <milestone unit='line' n='15'/>
+Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im
+W und S mit mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front
+des OFlügels (»Altane«) 1626 in kräftigem italienischem Bar.,
+jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen; die obere Loggia
+später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die <milestone unit='line' n='20'/>
+Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. &mdash; <hi rend="g">Inneres</hi>:
+Die Räume des 16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten
+Gwbb. bewahrt, nicht mehr die Dekoration. Zu beachten vornehmlich
+die zu den prächtigsten ihrer Zeit gehörenden Bar.Räume
+nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter <milestone unit='line' n='25'/>
+der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in
+Gotha, Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«;
+28 »Riesen«, von der Hüfte ab aus hermenartigen
+Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht hohe) Decke, die sie
+mit dem einen Arm stützen, während der andere jedesmal <milestone unit='line' n='30'/>
+einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich
+stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke
+des »Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal
+um 1730. Die Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste
+dieser Epoche in Thüringen; stilistisch noch unberührt <milestone unit='line' n='35'/>
+vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die Ausstattung.
+1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner
+Zimmer in vorzüglicher klassizistischer Behandlung. &mdash;
+Deutsche <hi rend="g">Gemälde</hi> des 16. und 17. Jh., darunter 4 von
+<hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Justizgebäude</hi> am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien.
+Der Maler <hi rend="italic">Peter Sengelaub</hi>, von dem die umfangreichen
+(verschwundenen) Fassadenmalereien herrührten, soll
+auch die Architektur entworfen haben. Gestrecktes, nach
+3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter Horizontalkomposition,
+
+
+<pb n='218' id='i227.png'/>
+
+<!-- [P: 218] -->
+
+darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten Giebeln und
+Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der Komposition
+nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden:
+der vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich
+hinziehende offene Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht <milestone unit='line' n='5'/>
+unter die Luken des Mezzanins reichte. Die glückliche Massenverteilung
+in Verbindung mit dem reichen plastischen Schmuck
+der Türme, Erker und Giebel (von <hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>) und der Bemalung
+der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten
+Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 <milestone unit='line' n='10'/>
+gänzlich verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gymnasium Casimirianum.</hi> 1601 ff. von <hi rend="italic">P. Sengelaub</hi> und
+<hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>. Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich,
+jedoch nur 2geschossig, dadurch ohne Kontrastwirkung des
+Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der Dachregion, <milestone unit='line' n='15'/>
+deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen.
+Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In
+den Details kommen noch Fr.Renss.-Formen (der venezianische
+Pilaster) und sogar einzelne got. vor (wie auch an Joh. Casimirs
+Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild des Gründers <milestone unit='line' n='20'/>
+von <hi rend="italic">Veit Dümpel</hi> 1628. Das Innere enthielt 3 große Auditorien
+(also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der gleichzeitigen
+Universität in Helmstädt).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zeughaus</hi> 1616-21 von <hi rend="italic">P. Sengelaub</hi>. Der Formencharakter
+den beiden vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter <milestone unit='line' n='25'/>
+(am Portal Rustikasäulen).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade
+(1750) unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der
+Ecke schöner Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm.
+Großer Saal mit geschnitzter Holzdecke. <milestone unit='line' n='30'/>
+Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von <hi rend="italic">Sengelaub</hi>).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hofapotheke,</hi> Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil
+aus einem Bau des 16. Jh. adaptiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten;
+namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
+Besterhaltenes Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591;
+ebenda no 4 sog. Kemnate (Trinkstube der fürstl. Beamten);
+Spitalgasse no 25 mit steinernen Hofarkaden. Zahlreiche
+Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse. Erker in der
+Judengasse, Spitalgasse und am Markt. &mdash; SpBarock: Gymnasiumsgasse <milestone unit='line' n='40'/>
+no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda
+no 12 mit reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach
+vertreten (ganz hübsch Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher
+der Klassizismus. &mdash; Die einst zahlreichen Fachwerkhäuser
+
+
+<pb n='219' id='i228.png'/>
+
+<!-- [P: 219] -->
+
+zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben; von ihm
+kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brunnen</hi> Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Veste</hi> (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches
+Gut erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der <milestone unit='line' n='5'/>
+Grafen von Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran).
+1353 durch Erbgang an das Haus Wettin, dem es verblieben
+ist. &mdash; 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen »Fürstenbaues«
+sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte 1840
+Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr <milestone unit='line' n='10'/>
+zu kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte
+Doppelkap. ist verschwunden. Im heutigen Bestande der
+Veste ist nur weniges (das Zeughaus in den Außenmauern)
+älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine umfassende
+Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende <milestone unit='line' n='15'/>
+war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß.
+Der Plan von 1553 zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen
+Bestande eine doppelte Ringmauer mit Zwinger. Verstärkung
+der Außenwerke unter Johann Kasimir durch <hi rend="italic">Gideon Bacher</hi>
+1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung <milestone unit='line' n='20'/>
+1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die
+bauliche Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht
+zu empfehlen ist. &mdash; Die Ringmauern umschreiben, dem natürlichen
+Fels sich anschließend, ein ungefähres Oval von ungefähr
+230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein imposantes <milestone unit='line' n='25'/>
+Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem
+Tor über der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern).
+Die beiden keilförmigen SBasteien mit ihren malerischen
+kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen von 1625 und
+1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. <milestone unit='line' n='30'/>
+Der Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist
+moderne Imitation. Der vom NWEingang ausgehende Tunnel
+um 1553. Der ihn schützende Rote Turm verschwunden. Die
+Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete OSpitze
+durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier <milestone unit='line' n='35'/>
+wird der Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende
+»hohe Bastei« eine künstliche Aufschüttung nach dem
+30jährigen Kriege. &mdash; Das Innere des Berings wird durch eine
+Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne geschlossene Gebäudefolge
+zerlegt. a) <hi rend="g">der östl. Burghof</hi>. Das Hauptgebäude <milestone unit='line' n='40'/>
+besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden
+Flügeln: »Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere
+auf den Grundmauern des rom. Palas, die spgot. Teile nach
+1501, die in Fr.Renss.-Formen ausgeführten von <hi rend="italic">Nik. Grohmann</hi>
+1553-58; im wesentlichen jedoch die Fassade M. 19. Jh.
+
+
+<pb n='220' id='i229.png'/>
+
+<!-- [P: 220] -->
+
+Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen, z. T.
+reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen
+aus A. 17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben.
+Im O. schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, <milestone unit='line' n='5'/>
+namentlich auch im 19. Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung«
+beabsichtigt. Der WFlügel (»Hohe Kemnate«)
+hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte Bankettsaal
+jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der
+eiserne Ofen mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß
+das sog. Lutherzimmer; die Erscheinung wesentlich <milestone unit='line' n='10'/>
+neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer, in dem Luther
+1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und vollständig
+verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist
+Altes und Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer
+mit spgot. Türgestell und renss. Kachelofen (wohl fremd). <milestone unit='line' n='15'/>
+Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die Wandbekleidung mit
+Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg übergeführt;
+sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland
+zu finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von <hi rend="italic">Wolfgang
+Birkner</hi>; die Möbel verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten <milestone unit='line' n='20'/>
+der Veste zusammengestellt. &mdash; b) <hi rend="g">der westl. Burghof</hi>.
+An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus
+(»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger
+Giebelbau, von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus
+Zink 1850); der Turm hat den ma. Charakter eingebüßt. Die <milestone unit='line' n='25'/>
+Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um 1540. Im übrigen
+enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. &mdash; Die Verlegung
+der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die
+baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze
+nicht fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im <milestone unit='line' n='30'/>
+einzelnen ärgerlich und irreführend genug, für den summarischen
+Eindruck aber sind sie ziemlich unschädlich, und zumal die
+Außenansichten von unvergänglichem Reiz. Ein wertvoller
+Zuwachs die im 19. Jh. angelegten <hi rend="g">Kunstsammlungen</hi>,
+aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
+12 Tafelbilder von <hi rend="italic">Cranach</hi> und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder
+von <hi rend="italic">Jost Stettner</hi> M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus
+2. H. 16. und 17. Jh.; karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim;
+Sandsteinmadonna aus Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna
+A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in Coburg; von einem <milestone unit='line' n='40'/>
+ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von demselben
+Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von <hi rend="italic">Veit
+Stoß</hi> (?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh.
+Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung,
+auch mit Miniaturen und Handzeichnungen.
+</p>
+
+
+<pb n='221' id='i230.png'/>
+
+<!-- [P: 221] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KOHREN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt
+überarbeitet; 1878 rest. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1616, Holzaufbau mit
+bmkw. Gemälden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>. 2 starke Rundtürme erhalten. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>COLDITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Gottesackerk. St. Nikolai</hi>. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür.
+Denkmäler des 16.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1540, Giebel 1650. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 16. und 17. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert
+1578-91 von <hi rend="italic">Hans Irmisch</hi> unter Beibehaltung got. Teile.
+Später verwahrlost. Am besten erhalten die eingebaute
+Allerheiligen-Kap. mit <hi rend="g">Portal</hi> in prunkvoll derben Formen
+von 1584. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CÖLLEDA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Peter-Pauls-K</hi>. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp.
+3sch. Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine
+rundbg. Fenster, dagegen die Arkaden spitzbg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wiperti-K</hi>. Bmkw. großes <hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> der <milestone unit='line' n='20'/>
+Familie v. Werthern 1586.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KOLMDORF</hi> bei Bayreuth OFranken.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schlößchen</hi> Karolinenruhe 1760.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSBERG I. FR.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, <milestone unit='line' n='25'/>
+mit Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege
+sehr beschädigt. (Rest. A. 20. Jh.) &mdash; Hallenkirche von 3 Sch.
+und 5 Jochen. Langchor von 2 Jochen und 5/8 Schluß. Im
+nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei. Der Chor war
+durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe <milestone unit='line' n='30'/>
+der Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen.
+Außen die Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in
+diese eingeordneten <hi rend="g">Statuen</hi> nur die eine der Maria verschont;
+von den übrigen wenigstens die Konsolen mit Tragefiguren.
+Unter dem Mittelfenster Blende mit 3 Baldachinen, <milestone unit='line' n='35'/>
+denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem Kaffgesims
+Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei <hi rend="g">Ölberg-Relief</hi>.
+&mdash; Mit dem Chor gruppiert sich der Turm,
+voll. 1446; davon erhalten, doch mit Beschädigung und Umarbeitung
+im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese, rundbg. <milestone unit='line' n='40'/>
+mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen
+und übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit
+Statuenblenden und Baldachinen geschmückt. Das letzte
+Geschoß E. 17. Jh. &mdash; Viel stärker hat das Lhs. gelitten; das
+Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. &mdash; Die <hi rend="bold"><reg orig='Ausstat-|tung'>Ausstattung</reg></hi>
+<pb n='222' id='i231.png'/>
+<!-- [P: 222] -->
+des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und
+Kanzel sprenss. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. &mdash; Unter
+den zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit,
+andere gegenständlich interessant. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733;
+reiche Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen
+Fachwerkbaues, sondern vom Steinbau beeinflußt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSBRÜCK.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1682 von <hi rend="italic">Chr. Gottschick</hi> und <hi rend="italic">G. J. Spieß</hi>. Prächtiger <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="g">Altar</hi> 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes <hi rend="g">Epitaph</hi>
+M. v. Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. &mdash; Auf dem
+<hi rend="bold">Friedhof</hi> charakteristische Gruftkapellen und Denkmäler des
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="bold">Wohnhausarchitektur</hi> bietet zahlreiche schlicht reizvolle <milestone unit='line' n='15'/>
+Stücke aus 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSFELD.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> erneuert 1754. &mdash; Kostbarer Altarbau aus Marmor,
+Serpentin und Alabaster 1613.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K</hi>. 1766 von <hi rend="italic">J. J. Kuntz</hi> in Reichenberg,
+1sch. Rck., gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der
+Längswände unter den Fenstern Emporen auf gewölbten Arkaden.
+&mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>; über dem Tabernakel großes <milestone unit='line' n='25'/>
+Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. <hi rend="italic">Phil.
+Leubner</hi> 1780. &mdash; Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSHOFEN</hi> im Grabfeld UFranken.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher
+Qualität. Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig <milestone unit='line' n='30'/>
+gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die Raumverhältnisse ungewöhnlich
+in die Breite gehend, zum Ausgleich das Msch. stark
+überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale,
+leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung
+ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; <milestone unit='line' n='35'/>
+aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden
+Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut
+ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige Schneckenstiege. &mdash;
+Das Relief des <hi rend="g">Jüngsten Gerichts</hi> im Bogenfeld des
+WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
+Mehrere <hi rend="g">Messingkronleuchter</hi> 17.-18. Jh. Überlebensgroße
+<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1500. Andere spgot.
+<hi rend="g">Skulpturen</hi> in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer
+frgot. <hi rend="g">Aquamanile</hi> (Pferdchen) und elegante <hi rend="g">Elfenbeingruppe</hi>
+der Kreuzigung, 18. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='223' id='i232.png'/>
+
+<!-- [P: 223] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung
+städtischer Altertümer.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> am Markt, bar. und rok., im Übergang zum
+thüringischen Typus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen,</hi> Schmiedeeisen, 16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Befestigung</hi> (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem
+System, einige Bastionen erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1810. &mdash; <hi rend="bold">Festung</hi>. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh.
+Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang <milestone unit='line' n='10'/>
+nach den Plänen des Nürnbergers <hi rend="italic">P. Buchner</hi> 1591. Die
+Christiansburg 1589-91 von <hi rend="italic">Buchner</hi> und <hi rend="italic">Irmisch</hi>. Johannissaal
+(»Neues Zeughaus«) 1631. Die Friedrichsburg 1721 erweitert;
+ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerstört.
+Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) 1598, <milestone unit='line' n='15'/>
+beide von <hi rend="italic">Buchner</hi>. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg,
+die Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach
+Brand 1806. Bildnisse in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul
+und Chevalier de Saxe 1768 von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. Der 180 m tiefe
+Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von <hi rend="italic">Joh. v. Bodt</hi>. Die <milestone unit='line' n='20'/>
+Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh.,
+vgl. Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. &mdash; Schönes <hi rend="g">Elfenbein-Kruzifix</hi>
+von <hi rend="italic">Melchior Barthel</hi> um 1670.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. &mdash; <milestone unit='line' n='25'/>
+Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖNIGSWARTHA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh. mit got. Resten. &mdash; Adlige <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>
+in großer Menge.
+</p>
+
+<p>
+Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne <milestone unit='line' n='30'/>
+Lisenenarchitektur. &mdash; <hi rend="g">Bildnisse</hi> des wenig bekannten
+aber vortrefflichen Malers <hi rend="italic">Hagelganß</hi> 1755.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CÖNNERN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm
+im Kern rom. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CONRADSBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger
+Bau undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200.
+Qsch. und Lhs. fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur
+Ausführung gekommen?). Der Chor nach dem Hirsauer <milestone unit='line' n='40'/>
+Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor
+durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen.
+Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den
+Fasen Rundstäbe, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen.
+Die grätigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf
+
+
+<pb n='224' id='i233.png'/>
+
+<!-- [P: 224] -->
+
+Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine
+abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig eingedeckt. In der
+wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen Prachtstücke
+blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte
+wechseln regellos mit spiralisch kannelierten. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CONSTAPPEL.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der
+ältesten des Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes
+Qsch., Chorquadrat (bei der Erweiterung 1884 die Schlußwand
+durchbrochen und im W ein Turm hinzugefügt). &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+mit Reliefs 16. Jh. <hi rend="g">Altartafel</hi>, Beweinung, von
+einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe <hi rend="italic">Cranachs</hi>.
+Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus <hi rend="italic">Cranachs</hi>
+Werkstatt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CORBETHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rck. WTurm im Übergangsstil.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KORBUSSEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert
+um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KORNBERG.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Ganz schmuckloser
+1sch. got. Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß
+aus 8Eck, WEmpore über 2sch. Halle. &mdash; Zweistöckige
+Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KOSELITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. Altargemälde von <hi rend="italic">C. Roesler</hi> 1800.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖSSERN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf.
+In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf
+von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>; besonders stattlich der große Saal. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖSTRITZ.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage
+der klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>COSWIG.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln <milestone unit='line' n='35'/>
+versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus
+an der Empore und der flachen Decke. &mdash;
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖTIZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Herrenhaus.</hi> M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von <hi rend="italic">Samuel <milestone unit='line' n='40'/>
+Locke</hi>; in der Ausstattung manches Hübsche.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÖTZSCHENBRODA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. &mdash;
+<hi rend="g">Altar</hi> 1638 von <hi rend="italic">Zach. Hegewald</hi>, auseinandergenommen,
+von Interesse die Alabasterreliefs und Sandsteinstatuetten;
+
+
+<pb n='225' id='i234.png'/>
+
+<!-- [P: 225] -->
+
+<hi rend="g">Denkmäler</hi> 1675, 1738. &mdash; Im Dorf reizende renss.
+<hi rend="g">Brunneneinfassung</hi> mit Puttenrelief von <hi rend="italic">Hans
+Walther</hi> (?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KOTTMARSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und <milestone unit='line' n='5'/>
+Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRAKAU.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>
+17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRANICHFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor.
+Änderungen 1702. &mdash; Hübsches <hi rend="g">Gestühl</hi> 1520; <hi rend="g">Grabstein</hi>
+einer Gräfin Gleichen 1570.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr
+stattliche Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil <milestone unit='line' n='15'/>
+der sog. dicke Turm, aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches
+Quadrat, Kreuzrippengewölbe, Ecksäulen mit Würfelknäufen;
+die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. &mdash; Sonst das
+Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine
+Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. <milestone unit='line' n='20'/>
+(allein an der SSeite ihrer 8). &mdash; <hi rend="bold">Unterschloß</hi> mit umfänglichen
+ma. Resten, jetzt modernisiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRANLUCKEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRAUTHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. &mdash;
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1710 einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CRAWINKEL.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRAYENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der
+Zeit der Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest.
+der Wartburg verwendet.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREINITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> seit 1776. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREIPITZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm
+1611 und die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt
+mit Seitenpförtchen 1628.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREUSSEN.</hi> OFranken BA Pegnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>.
+Großer <hi rend="g">Altar</hi> 1688. &mdash; An der SSeite
+2stöckige got. Kapelle, jetzt Sakristei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREUZBERG.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-Klst</hi>. 1681-95.
+</p>
+
+
+<pb n='226' id='i235.png'/>
+
+<!-- [P: 226] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREUZBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in
+7 Nischen je 1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt
+abgebrannt, erneuert 1785. Hoher WTurm 1428.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Liborius-Kap</hi>. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen <milestone unit='line' n='5'/>
+Diensten; Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710
+haben von den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor
+reich renss. 1624.
+</p>
+
+<p>
+Got. <hi rend="bold">Klst.-K</hi>. vor der Stadt, jetzt Scheune. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> mit Renss.Portalen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten,
+Zinnenkranz und Spuren des Wehrgangs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Werrabrücke</hi> 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREUZEBER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster
+und Fenstereinfassungen in Sandstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KREUZWERTHEIM.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> ca. 1510-20.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb.
+1736, unbedeutend und verrenoviert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRIEBSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte <milestone unit='line' n='25'/>
+unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566
+ausgebaut. An den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der
+Rüstkammer gut erhaltenes <hi rend="g">Wandgemälde</hi> um 1400.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CRIMMITSCHAU.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau <milestone unit='line' n='30'/>
+von 15 : 22 m, geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch
+anschließende rck. Chor mit NTurm aus 14. Jh. &mdash;
+<hi rend="g">Epitaph</hi> v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit vielen
+Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der
+Schule <hi rend="italic">Nossenis</hi>. Halbzerstörter <hi rend="g">Taufstein</hi> mit Reliefs, treffliche <milestone unit='line' n='35'/>
+Arbeit aus 1. H. 17. Jh. &mdash; Mehrere schöne <hi rend="g">Kelche</hi>
+aus M. 15. und A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CRÖBERN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1750-55, stattlich. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi> der Familien
+v. Breitenbach und v. Seydewitz aus 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CROCK.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt
+nicht sehr verändert. &mdash; Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog.
+polyg. Chor. Vorspringender WTurm. Charakteristischer
+spätestgot. <hi rend="g">Taufstein</hi> 16. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='227' id='i236.png'/>
+
+<!-- [P: 227] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CRÖLLWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern,
+einen in dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRONACH.</hi> OFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden,
+interessant durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung.
+Chor 2 Joche und 5/8 Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten
+Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. &mdash; Lhs. 5jochige Halle
+nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. &mdash; M. 16. Jh. Verlängerung <milestone unit='line' n='10'/>
+nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal
+mit reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh.
+Bapt. 1540. &mdash; Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap.
+<hi rend="g">Pietas</hi> M. 15. Jh. <hi rend="g">Grabdenkmal</hi> von 1580 von einem
+Nachfolger des Eichstädters <hi rend="italic">Loy Hering</hi>. &mdash; In der Nähe (NO) <milestone unit='line' n='15'/>
+zierliche 2stöckige Kap. 1512.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der
+Plassenburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit S. Michael um 1650. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe
+zu ihrer Modernisierung von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> 1741.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Veste Rosenberg,</hi> ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene,
+für die Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage.
+In der Kernburg hoher 4eck. Buckelquader-Bergfried aus <milestone unit='line' n='25'/>
+13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer Stelle bez. 1487.
+Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. Befestigungsgürtel
+17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in Forchheim.
+(Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KROSIGK.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, Ruine einer typischen rom. Anlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KRUKENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap.
+In der Mitte kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser,
+ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. Anbauten mit Tonnengwbb, <milestone unit='line' n='35'/>
+schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus der Zeit
+des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen
+Teilen erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CRUMBACH.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant <milestone unit='line' n='40'/>
+der runde WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom
+Kirchenschiff aus; an der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÜHNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk
+
+
+<pb n='228' id='i237.png'/>
+
+<!-- [P: 228] -->
+
+1323. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1630 mit schönen Intarsien. &mdash; Als Gattung
+bmkw. die bäuerlichen <hi rend="g">Epitaphien</hi>.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau
+noch mittelalterl., Nebenturm renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KULM.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs.
+mit quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KULMBACH.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439.
+Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener <milestone unit='line' n='10'/>
+Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs.
+modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm mit Maßwerkfriesen
+und Spitzhelm. &mdash; Imposanter <hi rend="g">Barockaltar</hi> mit flotten
+Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian
+(1603-55). <hi rend="g">Taufstein</hi> mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., <milestone unit='line' n='15'/>
+vielleicht von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> von Bamberg. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgemälde
+ca. 1550. &mdash; Pfarrhaus 1730.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom
+Hofbaudirektor <hi rend="italic">Fr. Grael</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und
+18. Jh., zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rentamt</hi> (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter
+und geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Bezirksamt</hi> (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften <milestone unit='line' n='25'/>
+Giebeln wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 <hi rend="italic">Caspar
+Vischer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 16. Jh., Fassade 1752. &mdash; Einige <hi rend="g">Wohnhäuser</hi>
+der Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich <milestone unit='line' n='30'/>
+rot angestrichen, und Pranger.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CUNEWALDE.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. &mdash; Kanzel
+1656. Bmkw. Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi>. Zahlreiche
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KUNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges <hi rend="g">Altargemälde</hi>.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg).
+Vom rom. Bau der Bergfried und die Südwand des
+Palas erhalten. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÜNITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich von 1706. &mdash; Zwölf <hi rend="g">Denkmäler</hi>
+1608-1782.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÜNSBERGK.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+Bedeutende <hi rend="bold">Burgruine</hi>, z. T. rom.
+</p>
+
+
+<pb n='229' id='i238.png'/>
+
+<!-- [P: 229] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KUPFERBERG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. &mdash;
+Ansehnliches Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich
+unter Einfluß von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> (?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÜRBITZ.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für
+diese dem Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich
+stattlicher Bau, dem protestantischen Kultus angepaßt. Der
+Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß
+5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. Altarhaus, im <milestone unit='line' n='10'/>
+W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel
+dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe
+(im ganzen 4) eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten
+hervortretend. Auf der WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube,
+ehemals reich und behaglich eingerichtet (erhalten <milestone unit='line' n='15'/>
+ein <hi rend="g">Kamin</hi> von einfach vornehmen Formen, die als Hermen
+fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche
+Arbeiten). Die Formen außen und innen ernst und schlicht,
+mit manchen got. Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren
+Reihe spitzbg., der oberen rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger <milestone unit='line' n='20'/>
+nur das Hauptportal, Rustika mit toskan. Ordnung,
+übrigens von strengster Behandlung. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> aus
+der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500.
+&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die
+Evangelisten der Brüstung, überraschend durch Formenreinheit <milestone unit='line' n='25'/>
+im Sinne der Hochrenss., von derselben ausgezeichneten
+Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in
+äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von
+puritanischer Einfachheit und Trockenheit. &mdash; <hi rend="g">Familiengruft</hi>
+der Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von <milestone unit='line' n='30'/>
+1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben Familie aus 17.
+und 18. Jh. Vierflügeliger <hi rend="g">Altar</hi> um 1500 (schlecht rest.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KÜRNACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1723, vielleicht nach Angaben <hi rend="italic">B. Neumanns</hi>. Eingezogener
+Chor mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, <milestone unit='line' n='35'/>
+Lhs. flachgedeckt, Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster
+mit reicher Hausteinumrahmung. &mdash; Im Dorf 4 <hi rend="g">Bildstöcke</hi>,
+einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr stattlich
+die große Freigruppe der <hi rend="g">Kreuzigung</hi> bei der Grießmühle,
+Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>CORSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>KYFFHÄUSER.</hi> Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz
+Tilleda gegr. Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf
+<pb n='230' id='i239.png'/>
+<!-- [P: 230] -->
+höheres Alter (?). Von der sehr ausgedehnten Anlage fast nur
+noch die Grundmauern zu erkennen. &mdash; Die <hi rend="g">Kapelle</hi> von derselben
+einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser Gegend.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>L</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAAS.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff,
+eingezogener quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom.
+Kunstformen nichts erhalten,
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAMPERTSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener <milestone unit='line' n='10'/>
+Saal. &mdash; Denkmäler.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1690-1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANDESWEHR</hi> bei Meiningen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg
+am Boden liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch <milestone unit='line' n='15'/>
+Pulver gesprengt. Die Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der
+Elisabethenburg, des Residenzschlosses in Meiningen, verwendet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANDSBERG</hi> bei Meiningen.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40
+von <hi rend="italic">Döbner</hi>. Innen große Kunst- und Waffensammlung. <milestone unit='line' n='20'/>
+2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld. Wertvoll 4 geschnitzte und
+gemalte thüringische <hi rend="g">Altäre</hi> E. 15. bis A. 16. Jh. Vertreten
+sind: <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi>, der <hi rend="italic">Meister der architektonischen
+Baldachine</hi> und der <hi rend="italic">Meister des Neusitzer Altars</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANDSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in
+gleicher Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet.
+Rom. Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Doppelkapelle</hi> der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus
+interessanteste Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 gesonderten Geschossen,
+die durch eine Öffnung im Boden des oberen in Verbindung
+stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe.
+2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke
+elegant dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante <milestone unit='line' n='35'/>
+Weiterbildung des Königslutterer Typus); im W ein quer
+durchlaufender Gang, im O 3 durch beide Geschosse durchgehende
+Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der SWand
+und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum
+dienend, ist spätere Zutat. &mdash; Die 2 merkwürdigen <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="g">Portale</hi> in Sachsen analogielos. Das größere in der Architekturform
+einfach, nur Rücksprung, aber die Leibungsfläche
+
+
+<pb n='231' id='i240.png'/>
+
+<!-- [P: 231] -->
+
+reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im Tympanon
+Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles
+sehr verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg.
+Schnitzaltar, um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGBURKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem
+8eckigen Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten
+1749.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENAUE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und <milestone unit='line' n='10'/>
+Portal; <hi rend="g">skulptiertes Tympanon</hi>, Christus im langen
+Rock am Kreuze stehend, zu Füßen die Weltkugel, oben Sonne
+und Mond in ornamentaler Stilisierung, neben ihm 2 Palmenbäume;
+höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. M. 13. Jh. Nach Brand 1505
+whgest., 1873 rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke.
+Nonnenempore auf 3sch. Kreuzgewölbehalle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENHESSEN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Triumphbg. und Chor sprom. &mdash; Großes spgot. <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> von 1502 mit 4 beweglichen und 2 festen
+Flügeln, in den Gemälden Einfluß der fränkischen Schule.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENLEUBA.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren
+1841 zwecklos zerstört. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENLEUBA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche
+Ausstattung im 18. Jh. &mdash; Vornehmes <hi rend="g">Grabmal</hi> für Joh.
+v. Kuntsch † 1714.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENNAUNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne.
+Ausstattung fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENREINSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die
+westl. Vorhalle mit massivem Turm enthalten rom. Formen. &mdash;
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENSALZA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Bonifazius-K</hi>. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im <milestone unit='line' n='40'/>
+15. Jh. weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit
+hohem Dach und eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der
+Hauptachse und hat im Innern nur eine hölzerne Flachdecke.
+Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf kunstreichen
+Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert,
+
+
+<pb n='232' id='i241.png'/>
+
+<!-- [P: 232] -->
+
+von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau
+erreicht die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe
+von 81 m. Das große WPortal hat seinen <hi rend="g">plastischen
+Schmuck</hi> im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände
+12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den <milestone unit='line' n='5'/>
+Bogenläufen; das von einem Mittelpfosten getragene Tympanon
+enthält (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das
+<hi rend="g">Jüngste Gericht</hi>, Kompositionsschema von S. Lorenz
+in Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein
+<hi rend="g">Opferstock</hi>. Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, <milestone unit='line' n='10'/>
+im Tympanon <hi rend="g">Kreuzigung</hi>. &mdash; Das Obergeschoß
+über der Sakristei hat eine bmkw. <hi rend="g">bemalte Bretterdecke</hi>
+aus A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stephans-K</hi>. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht
+im Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung <milestone unit='line' n='15'/>
+gab nur Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte
+Stichbogenfenster erhielt. Reichere Bauformen enthält nur
+die gerettete Außenansicht der Sschiffe. Sie sind mit einer
+Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, zwischen denen
+die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster des <milestone unit='line' n='20'/>
+Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes
+Portal. Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm
+scheint im Unterbau aus einer älteren Anlage zu stammen;
+der Oberbau neugot. 1860. &mdash; Unter den <hi rend="g">Grabsteinen</hi>
+sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und Günther <milestone unit='line' n='25'/>
+v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches
+Rechteck; abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1742. &mdash; <hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1582. &mdash; Zahlreiche Reste der <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENSELBOLD.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters.
+Im Garten <hi rend="g">Grabstein</hi> eines Abtes aus 15. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor
+hat Netzgwb. mit doppeltem Rippensystem, das untere frei
+schwebend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGEWIESEN.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1675.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGHEIM.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cistercienser-Klst.,</hi> gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des
+Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des
+Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803,
+
+
+<pb n='233' id='i242.png'/>
+
+<!-- [P: 233] -->
+
+darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap.
+vor dem Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt
+Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb.,
+deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie
+im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem <milestone unit='line' n='5'/>
+Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte,
+platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die
+Klosterbauten wetteiferten in Größe und Opulenz mit denen
+von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am Giebel die Zahl 1792,
+die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich <milestone unit='line' n='10'/>
+von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>; Pläne desselben für Langheim in der
+Sammlung Eckart in Würzburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten
+Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. <milestone unit='line' n='15'/>
+Glasgemälde.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LANGULA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern, reich geschmückter spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUB.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bedeutende überlebensgroße <hi rend="g">Sandsteinmadonna</hi>, <milestone unit='line' n='20'/>
+stilistisch der Madonna im Würzburger Dom
+nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der Konsole
+datierbar auf ca. 1320.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUCHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter <milestone unit='line' n='25'/>
+Saal, aber vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern
+und ringsum Strebepfll. WTurm über nach S und W
+offener Halle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. &mdash;
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> teilweise erhalten, am besten das Obertor. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUCHRÖDEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte
+der Gegend im W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. &mdash;
+[Schnitzaltar jetzt in der Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln
+18.Jh. &mdash; <hi rend="g">Kemenate</hi> der v. Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. <milestone unit='line' n='35'/>
+Hübsches Hoftor. Kamin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUCHSTÄDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit,
+als L. zu E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter
+Mitwirkung Goethes 1802 errichtete Sommertheater jetzt geschickt <milestone unit='line' n='40'/>
+wiederhergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUDENBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf,</hi> Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe
+am hohen Mainufer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Charakteristischer Juliusbau von 1613.
+</p>
+
+
+<pb n='234' id='i243.png'/>
+
+<!-- [P: 234] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch,
+im Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T.
+kolossalen Quadern (1,50 m l., 0,50 m h.). &mdash; Nettes Schloß im
+Dorf einfach renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUENSTEIN.</hi> OFranken BA Teuschnitz. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der
+Stumpf des Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile
+der Ringmauer und die Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog.
+Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) 1551 bis 1554, von
+dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit Rippengwbb., <milestone unit='line' n='10'/>
+Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in
+der Kap. Fresken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUENSTEIN.</hi> K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594
+erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. <milestone unit='line' n='15'/>
+Elementen. <hi rend="g">Altarbau</hi> aus Sandstein, zugleich als Epit.
+des Rudolf v. Bünau † 1609 und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz
+† 1591; großartiges, in 3 Stockwerken staffelförmig sich
+verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen Reliefbilder;
+auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der kniende <milestone unit='line' n='20'/>
+Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk
+stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen
+gemischt, gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in
+Deutschland. &mdash; Von demselben Künstler die große <hi rend="g">Moseskanzel</hi>
+und der <hi rend="g">Taufstein</hi>; Mäßigung der Architekturformen, <milestone unit='line' n='25'/>
+Übergewicht der figürlichen Plastik. &mdash; <hi rend="g">Bünaukapelle</hi>
+(Erbbegräbnis) beg. 1609 von <hi rend="italic">Lorentz Hornung</hi>,
+einem aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in
+Pirna. Hauptstücke das Portal und das Epit. von 9 m H. und
+5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von Alabaster, Achat <milestone unit='line' n='30'/>
+und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung;
+virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken
+jener niederländischen Tradition, deren bedeutendstes
+Beispiel das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere <milestone unit='line' n='35'/>
+Erneuerung und Ausschmückung durch Günther
+v. Bünau aus Bruchstücken zu ahnen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUSA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch
+nicht ganz vergessen. &mdash; <hi rend="g">Altar-Kanzel</hi> 1789. &mdash; <hi rend="g">Sandstein-Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768,
+1787, 1805, 1808, 1810, 1817 &mdash; eine stilgeschichtlich bezeichnende
+Reihe. &mdash; <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> um 1650.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUSIGK.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen
+
+
+<pb n='235' id='i244.png'/>
+
+<!-- [P: 235] -->
+
+völlig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf.
+Gr., keine Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat
+flachgeritztes Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck.
+Umrahmung mit Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gewände
+1/4 Rundstäbe anstatt Sll. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUSKE.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die
+ital. Renss. sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde
+Speisesaal mit kassettierter Kuppel. &mdash; Familienbildnisse und
+Möbel. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUSNITZ,</hi> s. Klosterlausnitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus
+derselben Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUTER.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 3/4 lebensgroße <hi rend="g">Steinmadonna</hi> E. 13. Jh.,
+eine der allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister
+des Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich
+von dort verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUTERBACH.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl
+(ein gleicher in Großrückerswalde). Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+A. 16. Jh. und Reste der Altarbekleidung. <hi rend="g">Kindergrabsteine</hi>
+1585, 1586.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAUTERBACH.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden.
+Hübsches Gartenhaus um 1770.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LAWALDE.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. <hi rend="g">Kirchhof</hi>,
+Torturm 17. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEBIEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein,
+spgot. Netzgwb. &mdash; Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEHESTEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1683. &mdash; Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; <milestone unit='line' n='35'/>
+Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEIDENHOFEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m),
+schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster,
+der Chor im Erdgeschoß des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. <milestone unit='line' n='40'/>
+mit spitzen Bogenlinien.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEIHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit
+eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite.
+Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut.
+</p>
+
+
+<pb n='236' id='i245.png'/>
+
+<!-- [P: 236] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEIMBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEIPZIG.</hi> K. Sachsen. Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof
+von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von <milestone unit='line' n='5'/>
+St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom.
+WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen,
+an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und Hohlkehle
+schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube,
+etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; <milestone unit='line' n='10'/>
+im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei
+8eckige Türme; 1555 durch <hi rend="italic">Hieronymus Lotter</hi> der Mittelturm
+erhöht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit
+Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor
+vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; <milestone unit='line' n='15'/>
+die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle
+von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert,
+ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem
+30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung
+ist vieles beseitigt. [Die <hi rend="g">Gemälde</hi> im Museum, <milestone unit='line' n='20'/>
+anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.]
+<hi rend="g">Kanzel</hi> spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle.
+&mdash; 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch
+Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik
+kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem <milestone unit='line' n='25'/>
+Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln &mdash;
+offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. &mdash;
+<hi rend="g">Altartisch</hi>, <hi rend="g">Leuchter</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Stuckmarmor
+zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die <hi rend="g">malerische</hi>
+Ausschmückung von <hi rend="italic">Oeser</hi>. Schmerzensmann Stein <milestone unit='line' n='30'/>
+ca. 1400.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Thomas-K</hi>. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes.
+Oft umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle,
+14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die
+Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 völlig neu aufgebaut <milestone unit='line' n='35'/>
+von <hi rend="italic">Claus Roder</hi>; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche,
+schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. &mdash; [<hi rend="g">Altar</hi> 1721
+jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1614
+von <hi rend="italic">Georg Kriebel</hi>. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel
+im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, <milestone unit='line' n='40'/>
+dessen Trophäenkrönung an die Befreiung Wiens aus der
+Türkengefahr erinnern soll.] <hi rend="g">Grabstein</hi> des Ritters
+<hi rend="g">Hermann v. Harras</hi> † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte
+später). Stein für Georg und Apollonia <hi rend="g">v. Wiedebach</hi>
+1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, <reg orig='vorzüg-|liches'>vorzügliches</reg>
+<pb n='237' id='i246.png'/>
+<!-- [P: 237] -->
+spgot. Rankenwerk. &mdash; Großes Alabasterdenkmal der
+Familie <hi rend="g">Bachofen</hi> nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung.
+&mdash; Epitaph für <hi rend="g">Seb. Hillger</hi> † 1570, Messing
+mit Email. &mdash; Bronzeplatte für <hi rend="g">Nic. Selneccer</hi> † 1592,
+saubere Arbeit. &mdash; Denkmal des <hi rend="g">Joh. Jenitz</hi> 1593 in mehrfarbigem <milestone unit='line' n='5'/>
+Marmor aus der Schule <hi rend="italic">Nossenis</hi>. &mdash; Großes Hängeepitaph
+für <hi rend="g">Daniel Leicher</hi> † 1617; wohl von <hi rend="italic">Georg
+Kriebel</hi> aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten
+Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung;
+das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. &mdash; Vortreffliche <milestone unit='line' n='10'/>
+Sandsteinplatte für <hi rend="g">Georg Weinrich</hi> 1687. &mdash;
+Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617
+von <hi rend="italic">Johann de Perre</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pauliner-K</hi>. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?)
+nichts erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt <milestone unit='line' n='15'/>
+durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12.
+Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.:
+Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler
+gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt
+die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. <milestone unit='line' n='20'/>
+Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden
+Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche
+mit Netzgwbb. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi> A. 16. Jh., die Teile zerstreut;
+im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole
+aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. &mdash; Von einem <milestone unit='line' n='25'/>
+Nebenaltar stammen zwei wertvolle <hi rend="g">gemalte Tafeln</hi> des
+14. Jh. &mdash; Holzstatue des <hi rend="g">h. Dominicus</hi>, sitzend, in
+Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende
+Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein
+des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Holzstatue des <hi rend="g">Markgrafen Diezmann</hi> † 1307, im
+Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer
+noch eine hochstehende Kunst. &mdash; Grabstein des <hi rend="g">Nickel
+Pflugk</hi> † 1482, hohes Relief in Sandstein. &mdash; Grabplatte der
+Herzogin <hi rend="g">Elisabeth von Sachsen</hi> † 1484, flaches <milestone unit='line' n='35'/>
+Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. &mdash;
+Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines <hi rend="g">Unbekannten</hi>
+1515. &mdash; Wandgrab des <hi rend="g">Lorenz v. Reutlingen</hi>
+1528. &mdash; Desgl. des <hi rend="g">Caspar Börner</hi> 1547. &mdash; Drei Bronzeepitaphe
+von gleichartiger Behandlung: des <hi rend="g">Christopher <milestone unit='line' n='40'/>
+v. Kruschwitz</hi> † vor 1549, keine Figg., nur Inschr.,
+Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen
+Renss.Formen (Meister <hi rend="italic">NT</hi>, Gießer <hi rend="italic">J. Behem</hi>); des <hi rend="g">Adam
+Moller</hi> 1549; des Dr. <hi rend="g">Joachim v. Kneitlingen</hi> 1553;
+drei Grabplatten der <hi rend="g">Familie Maw</hi> 1616-20, Sandstein,
+
+
+<pb n='238' id='i247.png'/>
+
+<!-- [P: 238] -->
+
+ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und
+gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. &mdash; Hängeepitaph
+des <hi rend="g">B. Golnitz</hi> † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht
+des Figürlichen, wilde Sp.Renss. &mdash; Charakteristische Beispiele
+aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler <milestone unit='line' n='5'/>
+des <hi rend="g">J. J. Pantzer</hi> von 1673 und des <hi rend="g">G. T. Schwendendörffer</hi>
+von 1685. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> in
+der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie
+Lawe 1548 von einem Cranachschüler. &mdash; »Lasset die Kindlein
+zu mir kommen« von <hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> &mdash; Die sehr stattlichen <milestone unit='line' n='10'/>
+spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein
+Teil der umfangreichen <hi rend="g">Wandmalereien</hi> (abgehoben,
+jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
+Kunstwerke).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Barfüßer-K</hi>. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau <milestone unit='line' n='15'/>
+nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch.
+Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer;
+im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete
+Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698.
+Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der <milestone unit='line' n='20'/>
+SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894
+gotisierend.
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Johannes-K.,</hi> ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen
+Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes.
+Mobilien und Denkmäler erhalten. Bmkw. das Epitaph der <milestone unit='line' n='25'/>
+Familien <hi rend="g">Meyer</hi> und <hi rend="g">Perger</hi> 1616, eine 3,8 m breite und
+bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament,
+die Gemälde von <hi rend="italic">Johann de Perre</hi>; Marmorepitaph
+des <hi rend="g">Andr. Winckler</hi> 1675, in der Mitte die lebensgroße
+Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Marmorepitaph des <hi rend="g">J. G. Sieber</hi> von 1680, Relief der Kreuzigung,
+wohl von <hi rend="italic">Melchior Barthel</hi>. &mdash; Marmordenkmal für
+Ch. F. <hi rend="g">Gellert</hi> † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den
+trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt
+des Dichters haltend. &mdash; Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue <milestone unit='line' n='35'/>
+nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.<corr sic=''>]</corr>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johanneskirchhof</hi>. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die
+schmiedeeisernen Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.]
+Charakteristische Grabmäler des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. zu Eutritzsch,</hi> stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und <milestone unit='line' n='40'/>
+spgot. Netzgwb. &mdash; [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um
+1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus
+A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Paulinum</hi> (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch
+der Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck
+
+
+<pb n='239' id='i248.png'/>
+
+<!-- [P: 239] -->
+
+zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen
+Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. &mdash;
+Die <hi rend="g">Wandgemälde</hi> im Durchgang zur Paulinumsbibliothek
+(jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden
+der Universität hat sich nur erhalten: das <hi rend="g">Fürstenhaus</hi>, <milestone unit='line' n='5'/>
+erb. 1558, wahrscheinlich von <hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>, als Privathaus,
+seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got. profilierten
+rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen
+Erker.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus <milestone unit='line' n='10'/>
+Lotter von <hi rend="italic">Sittich Pfretschner</hi> und <hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>,
+1907 vollständig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut.
+In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen
+Pleißenburg aufgenommen. &mdash; Der alte Bau
+gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. <milestone unit='line' n='15'/>
+Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je
+7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchhäusern.
+Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein
+8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, wohlverstandener,
+jon. Ordnung (<hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>). In verwandter <milestone unit='line' n='20'/>
+Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung,
+die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer
+Art der Erker am Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt.
+Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube
+Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an <milestone unit='line' n='25'/>
+das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek,
+das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Börse,</hi> 1678 von <hi rend="italic">Christian Richter</hi> (?). Ein nicht großer, aber
+prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau.
+Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. <milestone unit='line' n='30'/>
+Pilastern besetzt, darauf holländisch-naturalistisches Laubwerk.
+Abschluß durch Balustrade. An der Schmalseite geräumige
+Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament
+der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister
+<hi rend="italic">Giov. Simonetti</hi>. Deckengemälde von <hi rend="italic">Hans am Ende</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+1687.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wage,</hi> 1555 und 1570.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fleischbänke,</hi> um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="bold">Nikolaischule,</hi> 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="bold">Innungshäuser,</hi> soweit erhalten, nur durch Bildnis- und <milestone unit='line' n='40'/>
+sonstige Sammlungen von Interesse.
+</p>
+
+<p>
+Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt
+Leipzig eine lehrreiche Folge von <hi rend="bold">Wohnhäusern</hi> des
+16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5;
+Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. <hi rend="g">Renaissance</hi>:
+
+
+<pb n='240' id='i249.png'/>
+
+<!-- [P: 240] -->
+
+1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); Auerbachs
+Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit
+Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540,
+Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers
+Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 <milestone unit='line' n='5'/>
+bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12
+bez. 1690. &mdash; Gute Beispiele von <hi rend="g">Höfen mit Holzgalerien</hi>
+Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27.
+&mdash; <hi rend="g">Erker</hi> in reicher <hi rend="g">Holzschnitzerei</hi>: Katharinenstraße
+21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische <milestone unit='line' n='10'/>
+Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680;
+Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. &mdash; Fassaden unter
+<hi rend="g">holländischem</hi> Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof,
+Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße
+15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes <milestone unit='line' n='15'/>
+altes Geschäftshaus. &mdash; In <hi rend="g">deutschem Barock</hi>:
+Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; <corr sic='Heinstr.'>Hainstr.</corr> 23, Bärmanns
+Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig Katharinenstraße
+31 vom Maurermeister <hi rend="italic">Fuchs</hi> 1701-4; vom selben
+ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, <milestone unit='line' n='20'/>
+und Markt 17 Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger
+Barocks; Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem
+Grundriß, das Detail der Fassade sehr manieriert. In
+Pöppelmanns Art von <hi rend="italic">G. Werner</hi> Hohmanns Hof 1728 Petersstraße
+15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner <milestone unit='line' n='25'/>
+Richtung gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr.
+22; Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735;
+Stiglitzens Hof Markt 13 und Klostergasse 6 um 1740; etwa
+gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem Mansardendache. &mdash;
+<hi rend="g">Rokokobauten</hi>: Katharinenstr. 27, das Portal im Grundgedanken <milestone unit='line' n='30'/>
+noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten
+Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen;
+Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus;
+Thomasgäßchen 5 und Petersstr. 22 mit Erkern. &mdash; Kleine
+Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens (1694) hat <milestone unit='line' n='35'/>
+darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe
+von etwa 1720.
+</p>
+
+<p>
+Ehemalige <hi rend="bold">Landhäuser,</hi> schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für
+Kammerrat Richter, die Fassade in <hi rend="italic">Knöffels</hi> Art; 1845 abgebr.,
+Abb. im Inventar]; Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="italic">A. F. Oeser</hi> um 1780; Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei
+bmkw. Statuen von <hi rend="italic">Pierre Coudroy</hi> um 1780.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Denkmal</hi> des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem
+Königsplatz, 1780 nach <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>, Sockel von <hi rend="italic">Dauthe</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtgeschichtliches Museum</hi> im alten Rathaus.
+</p>
+
+
+<pb n='241' id='i250.png'/>
+
+<!-- [P: 241] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEISLAU.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs.
+verbaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEISNIG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in <milestone unit='line' n='5'/>
+stilistisch älteren Formen. &mdash; Hallenkirche von 3 fast gleich
+breiten Schiffen und 4 Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des
+Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig mit leicht konkaven Flächen,
+Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm in charakteristischen
+Formen der Spätzeit des 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+1663 von <hi rend="italic">J. Richter</hi> und <hi rend="italic">V. Otte</hi>; der Aufbau setzt das spgot.
+Schema in Barockformen um (ca. 9 m h.). &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
+1638 unbedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. S. Nikolai 1540 und 1674. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+1509. &mdash; Auf dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Wanddenkmäler</hi> 1592, 1671, 1708, 1725, 1727, letzteres
+an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Mildenstein</hi>. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle;
+Portal und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H.
+12. Jh. Großer runder Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, <milestone unit='line' n='20'/>
+oben Backstein. Die Wohngebäude 14. und 15. Jh. mit
+starken Veränderungen im 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Sammlung des Altertumsvereins</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LENGEFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+Rom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Anlage wie in Hain. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LENGENFELD UNTERM STEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Kath. K</hi>. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhaus</hi> 1619 aus Buchenholz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LENGFURT.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus
+der Zeit um 1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung
+<hi rend="italic">P. Wagners</hi>. Auf dem linken Seitenaltar Elfenbeinkruzifix
+um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung des hageren
+Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dreifaltigkeitssäule</hi> am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus
+Wolkenballen und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer
+österreichischen Sitte nach Franken erklärt sich aus der Person
+des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener Hofkammerrats
+v. Neuff. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LENGSFELD.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790,
+einheitlich klassizistische Ausstattung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zwei Schlösser</hi>. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.
+</p>
+
+
+<pb n='242' id='i251.png'/>
+
+<!-- [P: 242] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUBA.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz.
+ <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend='ort'>LEUBACH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade
+und Mittelturm. <hi rend="g">Ausstattung</hi> feine Rok.Altäre (aus
+Kloster Bildhausen stammend).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUBEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu; aus der alten <hi rend="g">Glasgemälde</hi> von 1512 und
+das schöne <hi rend="g">Denkmal</hi> des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der
+Frauen-K. zu Dresden).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUBEN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. <milestone unit='line' n='15'/>
+Möbel, Porzellan, Bildnisse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUBINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, quadr. Chor und Apsis rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., <milestone unit='line' n='20'/>
+der OTeil 1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische
+Innenansicht. Die Felderdecke ausgemalt 1671 von <hi rend="italic">Gottfr.
+Lucas</hi>; von demselben die Brüstungen der 3geschossigen Empore.
+<hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> mit großfiguriger Plastik 1730
+von <hi rend="italic">J. B. Reinboth</hi> und <hi rend="italic">J. Ch. Ebhardt</hi>. <hi rend="g">Sandsteinepitaphe</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte
+des Hans Allnpeck d. J. in der Art der <hi rend="italic">Walther</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUTENBERG.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> neuklassisch 1812. &mdash; <hi rend="bold">Friedhofs-Kap.,</hi> geschnitzter
+sitzender <hi rend="g">Schmerzensmann</hi> aus 16. Jh. &mdash; Schloß <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="bold">Friedensburg</hi>, große unregelmäßige Anlage aus 15. und 17. Jh.
+in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher Verwendung
+von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren;
+die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem
+Einfluß. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUTERSDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche,</hi> rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf
+geschnitzten Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau
+3 abgestufte Fachwerkgeschosse. &mdash; Der Friedhof mit starker
+Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wirtshaus</hi> Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau
+des 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUTRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen,
+stark verbaut.
+</p>
+
+
+<pb n='243' id='i252.png'/>
+
+<!-- [P: 243] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LEUZENDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung,
+geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter
+Ausführung. &mdash; In der Sakristei gute Rok.Ornate um 1730.
+Malerisch gelegenes <hi rend="bold">Renss.Schlößchen</hi> mit Wassergraben; <milestone unit='line' n='5'/>
+innen Stuckdecken um 1750.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENAU.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. &mdash; <hi rend="bold">Stadtmauer</hi>
+z. T. erhalten, u. a. bedachter Rundturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENBERG.</hi> OFranken BA Naila. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1560. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1562, 1628 (Ruine).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf
+3 Pfll. Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1600. 2sch. mit WEmpore. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst
+A. 19. Jh. verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche
+Anlage mit doppeltem Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried.
+Die Kemenate bez. 1604, an der NSeite kleiner rom. <milestone unit='line' n='20'/>
+Mauerrest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENFELS.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende
+Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm
+seitlich. &mdash; Außen am Turm spgot. <hi rend="g">Ölberg</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klosterlangheimer Hof,</hi> jetzt Rathaus, 17. Jh. &mdash; Auf dem
+Markt S. <hi rend="bold">Florianssäule</hi>. &mdash; Zwei stattliche ma. <hi rend="bold">Tortürme</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENHAIN.</hi> Vorort von Jena Sachsen-Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> In der Anlage rom., Veränderungen got. und später.
+An der NWand außen <hi rend="g">Wandgemälde</hi> 14. Jh., Szenen aus <milestone unit='line' n='30'/>
+dem Alten Testament.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen
+Richtung, dabei der traditionelle Charakter der
+protestantischen Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten <milestone unit='line' n='35'/>
+Ecken, ringsum Emporen. &mdash; <hi rend="g">Altargemälde</hi> von
+<hi rend="italic">Christ. Leberecht Vogel</hi> 1790.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENSTEIN.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. <milestone unit='line' n='40'/>
+Stammburg der Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren
+Burgberg liegen 3 Höhenburgen nebeneinander; die
+östliche fast intakt erhalten mit starkem Torbau. Rom. Reste
+(12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die übrigen
+Bauten got. und später.
+</p>
+
+
+<pb n='244' id='i253.png'/>
+
+<!-- [P: 244] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENTANNE.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot.
+polyg. Chor. &mdash; Rest eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> um 1500 aus
+einer »sehr guten oberfränkischen Schule«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LICHTENWALDE.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Aus dem rom. Bau ein <hi rend="g">Tympanon</hi>, Kampf eines
+Löwen mit einem Drachen, großartig stilisiert. &mdash; Großer
+Neubau für Graf v. Watzdorf, 1722-26; höchst stattliche Anlage
+bei einfacher Formbehandlung; berühmter, gut erhaltener
+Garten. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIEBENGRÜN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage.
+Die Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden
+dörflichen Kunst. &mdash; <hi rend="g">Bauernhäuser</hi> in Blockverband.
+<milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIEBENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 1822 nach Idee eines antiken Theaters.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIEBENWERDA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). <milestone unit='line' n='20'/>
+Turm neu (1903). <hi rend="g">Taufstein</hi> 1671.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1800. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>. Vom got. Bau der mächtige Torturm
+(Lubwort) erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. &mdash; <hi rend="g">Amtsgericht</hi>
+1579 und 1766.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIEBSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577.
+Die Portale ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. &mdash; <hi rend="g">Altargemälde</hi>
+aus 15. Jh. (nicht <hi rend="italic">Dirk Bouts</hi>) mit Umrahmung
+von 1673. &mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> des Rudolf v. Bünau
+† 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister <milestone unit='line' n='30'/>
+des Kademannschen Epitaphs in Pirna).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Kukukstein</hi>. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma.
+Besitz der Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten
+Substruktionen nach 1402, der obere 16. Jh. Das Innere 1726
+ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u. a. von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIEBSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an
+Kunstformen erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit
+Hinneigung zur Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIMBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb.
+und ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach
+Entwurf von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>. Bedeutende Raumdisposition,
+Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. Großartiger
+Hochaltar von <hi rend="italic">P. Wagner</hi>, um die freistehende Mensa
+
+
+<pb n='245' id='i254.png'/>
+
+<!-- [P: 245] -->
+
+eine 1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild.
+<hi rend="g">Madonna</hi> E. 15. Jh. <hi rend="g">Pietas</hi> A. 15. Jh. &mdash; Hübsche,
+charakteristische Dorfstraße.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LINDENHART.</hi> OFranken BA Pepnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., übrigens 1684. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LINDENTAL.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden
+<hi rend="g">Schnitzaltars</hi> um 1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LINDEWERRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit Flügelgemälden.<milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LINDFLUR.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+Evang. K. 1596, rest. 1782. &mdash; <hi rend="g">Epit. Wolfskeel</hi> 1562,
+das Ehepaar symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut
+angeordnet und kraftvoll im Ausdruck; wohl vom Meister des <milestone unit='line' n='15'/>
+Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIPPERSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von <hi rend="italic">Michael
+Zanck</hi> ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament
+in kleinen quadr. Feldern. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIPPOLDSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Rom. 2. H. 12. Jh.
+Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes
+System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den
+Raum zwischen dem WTurm und dem ersten Doppeljoch des <milestone unit='line' n='25'/>
+Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der Ssch.
+haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der
+Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes
+werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb.
+grätig, verstärkt durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die <milestone unit='line' n='30'/>
+Hauptpfll. und nur deren Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig
+rck., versehen, welche die 1/2kr. Schildbgg. aufnehmen. Die
+Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die Zwischenpfll. an den
+Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen; der
+sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze <milestone unit='line' n='35'/>
+System zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen
+Auffassung. Sehr schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und
+Lisenen. Das größte Portal im südl. Ssch. Sein gerader Sturz,
+an dessen beiden Seiten die Wülste der Sockelgliederung mit
+kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich mit vertieften <milestone unit='line' n='40'/>
+Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. &mdash;
+<hi rend="g">Taufstein</hi> rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden
+Türmchen, in denen Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs;
+stark verwittert.
+</p>
+
+
+<pb n='246' id='i255.png'/>
+
+<!-- [P: 246] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LIPTITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes
+Schiff. &mdash; Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode
+A. 17. Jh., Porträtfiguren von tüchtiger Charakteristik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LISBERG.</hi> OFranken BA Bamberg II. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Gilt für eine der ältesten in Franken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LISSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi>, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden,
+verstümmelte kleine got. Basilika.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LITZENDORF.</hi> OFranken BA Bamberg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1715-1718 von <hi rend="italic">L. Dientzenhofer</hi>. Saalbau. Die
+SSeite als Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in
+der Mitte das in dieser Verwendung originelle Motiv einer
+großen durchgehenden Nische, in welcher das Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÖBAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh.
+stark verändert, rest. 1884. &mdash; Die reizvolle Inneneinrichtung
+fiel der Rest. zum Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen,
+die Denkmäler in das Rathaus übergeführt.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johannis-K</hi>. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. <milestone unit='line' n='20'/>
+1sch. Lhs., gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker
+Turm mit zierlicher 8eck. Krönung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">H. Geist-K</hi>. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen.
+Die Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten
+tiefausgehöhlten Kappen. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kirchhof</hi> der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler
+des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer
+Mauerteile. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOBEDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. &mdash;
+Got. <hi rend="g">Kirchenstühle</hi>; <hi rend="g">Lesepult</hi> 1622; <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1556; sitzende <hi rend="g">Madonnenstatue</hi> spgot. In der Turmhalle
+spgot. <hi rend="g">Wandgemälde</hi>. <hi rend="g">Grabstein</hi> renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOBENSTEIN.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> A. 18. Jh., ganz einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÖBICHAU.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel
+des neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege <milestone unit='line' n='40'/>
+in seltener Einheitlichkeit erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÖBSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor got., <sic>Sonstiges</sic> 1616 und 1712. Kanzelbau über
+dem Altar. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh., gehört zu den
+besseren. &mdash; Bmkw. rom. <hi rend="g">Altarleuchter</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='247' id='i256.png'/>
+
+<!-- [P: 247] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOCKWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal
+mit 2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit.
+Das Ganze ein bezeichnendes Stilbild. Schöner <hi rend="g">Kelch</hi>
+1. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LODERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau
+Musterstücke üppigen Barocks.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÖFFELSTEIG.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1732 im <hi rend="italic">Greising</hi>'schen Typus. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOHMEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1786. Aus der Schule <hi rend="italic">G. Bährs</hi>. Gr. 8eckig mit verlängerter
+westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite,
+an der nördl. der ausgebaute Turm. &mdash; 3 Gemälde des
+alten Flügelaltars 1575. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1524. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOHR.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei
+und ein merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit
+Kleebogen, eingemauert an der nördl. Seitenwand. &mdash; Im
+übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden rundbg. auf got. <milestone unit='line' n='20'/>
+überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe 1488
+(Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde
+von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen
+Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche <hi rend="g">Bildnissteine</hi>
+sind noch vorhanden; hervorzuheben der des <milestone unit='line' n='25'/>
+Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518 und
+Agnes † 1519. <corr sic='die'>Die</corr> Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell
+d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im
+Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich
+v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. Kern. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+1488.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus.</hi> 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt.
+Im Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden,
+die Pfll. in ganz ma. Weise aus lebhaftem Wechsel
+von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden Obergeschosse <milestone unit='line' n='35'/>
+modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige
+Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten
+polyg. Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss.
+Decken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kurmainzisches Schloß,</hi> jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere <milestone unit='line' n='40'/>
+schlanke Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden,
+Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Mächtiger <hi rend="bold">Stadtturm</hi> mit großem Gußerker (14. Jh.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOHRA.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika
+
+
+<pb n='248' id='i257.png'/>
+
+<!-- [P: 248] -->
+
+ohne Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg.
+Rippengwbb. Die Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster
+rundbg. Bmkw. Orgel 1695.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOHRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. <hi rend="bold">Doppelkapelle</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+Im Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener
+Kannelierung, 3×3 grätige, zwischen Gurten eingespannte
+Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt; Altarhaus quadr.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOHRHAUPTEN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der <milestone unit='line' n='10'/>
+ma. Turm (vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals
+der Chor; die Fenster der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOMMATZSCH.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. 1504-14 von <hi rend="italic">Peter Ubrich</hi> von Pirna; als 3sch.
+Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, <milestone unit='line' n='15'/>
+neuerdings gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses
+Bild gewährt der WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br.,
+nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal modern),
+wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der Hallenkirche
+zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe <milestone unit='line' n='20'/>
+von 3 Spitzhelmen bekrönt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOMNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu, spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LONNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleine rom. Anlage wie Laas. &mdash; Bäurischer <hi rend="g">Flügelaltar</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+um 1510.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LORENZKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas
+größer als diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle
+sonstigen Formen sind jüngere Umgestaltungen. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LOSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 1705 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>, verändert 1848. &mdash; Flachgedeckter
+Saal in länglichem 8Eck, umlaufende Emporen,
+Kanzel-Altar, Mansarddach mit Dachreiter, Formen sehr einfach. <milestone unit='line' n='35'/>
+&mdash; Mehrere <hi rend="g">Gedächtnistafeln</hi> in Bronze. &mdash;
+Charakteristische <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> E. 18. und A. 19. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÖSSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem
+Gemälde, bez. 1522 <hi rend="italic">J. L.</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1606.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÜCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> 1690.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUDWIGSCHORGAST.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p>
+<pb n='249' id='i258.png'/>
+<!-- [P: 249] -->
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot.
+Hallenkirche, ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg.
+&mdash; Schöner messingner <hi rend="g">Kronleuchter</hi> 1697.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUDWIGSTADT.</hi> OFranken BA Teuschnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh., ältere Grabsteine. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marien-Kap.</hi> (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit
+8 halbrunden Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf
+dem Marienberg in Würzburg und der karoling. Pfalzkap.
+in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen die
+Grundlagen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUDWIGSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Nicht bedeutend, doch gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUGAU.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> neu. Bmkw. Reste von <hi rend="g">Plastik</hi> des fr. 16. Jh.
+Darunter ein großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren <milestone unit='line' n='15'/>
+der Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUNGWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+Wohlerhaltener <hi rend="bold">Landsitz</hi> aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten
+Winkel, Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische
+Gruppe bei einfacher Behandlung des Einzelnen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUPPA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art,
+doch von stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in
+gleicher Breite mit dem Sch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LUSAN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot.,
+1sch. Lhs. M. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>LÜTZEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>M</title></head>
+<p>
+ <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MACHERN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. 1615. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>, meist der
+Familie v. Lindenau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel
+der Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte <milestone unit='line' n='35'/>
+Bruchstücke eingebaut sind.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAGDALA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. &mdash;
+Mehrere <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> aus 17. Jh. <hi rend="g">Kanzelbau</hi> 1739.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit schönem renss. Portal 1571. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAIBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780.
+Nebenaltäre schweres Rok. um 1750.
+</p>
+
+
+<pb n='250' id='i259.png'/>
+
+<!-- [P: 250] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAIDBRONN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt
+und noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene,
+ziemlich kleine Bau frgot. E. 13. Jh. Am besten erhalten der
+platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit flacher Nonnenempore <milestone unit='line' n='5'/>
+ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit
+der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). &mdash;
+Auf dem bar. steinernen Hochaltar <hi rend="g">Steinrelief</hi> der Beweinung
+von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, nach 1520. Die Grabsteine
+liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAIENLUFT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+Von der 1444 zerstörten <hi rend="bold">Burg</hi> ist der sehr hohe Bergfried aus
+Quadersteinen gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAINBERG.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, <milestone unit='line' n='15'/>
+teils 1686. Einrichtung spgot. und bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um
+rechteck. Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen
+Teile 16. Jh. mit Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der
+netzgewölbten spgot. Kapelle drei <hi rend="g">weibl. Heilige</hi>, <milestone unit='line' n='20'/>
+Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse <hi rend="g">Steinfig</hi>. der Katharina
+v. Henneberg E. 15. Jh. und <hi rend="g">Grabstein</hi> des Wilh. v. H.
+† 1534. <hi rend="g">Kachelöfen</hi> 17. Jh. &mdash; Stattlicher <hi rend="g">Pflegamtshof</hi>
+um 1700 in der Art <hi rend="italic">Greisings</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAINBERNHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. &mdash;
+Gutes <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> 1498.
+</p>
+
+<p>
+Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>
+(Herrenstr. no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und
+vollständig erhaltene <hi rend="bold">Befestigung</hi> (21 Türme, teils halb-, teils <milestone unit='line' n='30'/>
+vollrund). Am Obertor die Barockkrönung um ihres trefflich
+geführten Umrisses willen zu beachten. Vor der Stadt Friedhof
+mit Renss. Portal von 1546 und steinerner Freikanzel
+von 1816.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAINROT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der
+gleichzeitigen Bamberger Architektur.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1733. Mehrere <hi rend="bold">Häuser</hi> in gut erhaltener Holzarchit.
+17. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAINSONDHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> nachgot. 1583. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi> um 1700, gute Kanzel
+mit Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der <hi rend="g">Taufstein</hi>. &mdash;
+4 Bechtolsheimsche <hi rend="g">Grabmäler</hi> 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi> (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim,
+vorher Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um
+
+
+<pb n='251' id='i260.png'/>
+
+<!-- [P: 251] -->
+
+3eck. Innenhof, ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit
+schwerer Stuckdekoration bez. <hi rend="italic">H</hi> 1628.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAINSTOCKHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1717 mit got. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ebracher Klosterhof</hi>. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit <milestone unit='line' n='5'/>
+Ecktürmen, reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe,
+vierarmig um 4 freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen,
+zu oberst Rundbgg. Halle mit jon. Sll. &mdash;
+In mehreren architektonisch reich durchgeführten Terrassen
+geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MALITZSCHKENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got. um 1300, Granitquaderbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MALSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. &mdash; Bürgerliche
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher <milestone unit='line' n='15'/>
+Menge.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MANGERSREUTH.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MANNSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in <milestone unit='line' n='20'/>
+3 Rängen. Kanzelaltar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MANSFELD.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M.
+(Stadt), 3. Kloster-M. (Dorf).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Georg</hi>. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten <milestone unit='line' n='25'/>
+Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor
+spgot. &mdash; 2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>; eherne <hi rend="g">Grabplatte</hi> des
+Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; <hi rend="g">Wandgrab</hi> 1572; ein
+<hi rend="g">zweites</hi>, prunkvolleres 1712; <hi rend="g">Tafel</hi> mit dem Bildnis M.
+Luthers 1540. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian
+zeigt einen großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und
+Bastionen; jetzt Gemisch von Ruinen und modernen Wohngeb.
+&mdash; Gr. im Inv. Pr. Sachsen. &mdash; Eine stattliche Anlage, etwa um
+1400, die Schloßkap. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> mit umfänglicher, <milestone unit='line' n='35'/>
+einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei
+der Renss. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1522. Schönes
+<hi rend="g">Epitaph</hi> 1525, dem <hi rend="italic">Backofenschüler</hi> des Hallenser Doms
+nahestehend. &mdash; Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb
+launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus und <milestone unit='line' n='40'/>
+eine Zechgesellschaft; um 1530.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige
+Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint,
+Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles
+ähnlich den Kirchen des Nordharzes.
+</p>
+
+
+<pb n='252' id='i261.png'/>
+
+<!-- [P: 252] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARBACH.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose
+Mauermasse, oben frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen.
+[<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> im Altert.-Ver. Dresden.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARBURG.</hi> RB Cassel Kreisstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung
+und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren
+der h. Elisabeth † 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher
+deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen; sie lag im
+Bereich des jetzigen nördl. Querarms. &mdash; Neben der Liebfrauen-K. <milestone unit='line' n='10'/>
+in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau
+Deutschlands in einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung.
+Die in jüngster Zeit für Wetzlar und
+Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen genügend
+festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen <milestone unit='line' n='15'/>
+nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben,
+(in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe
+Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer Liebfrauen-K.
+tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr selbständig.
+Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung <milestone unit='line' n='20'/>
+eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit
+einem streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses
+dieser beiden Bestandteile ist jedoch nicht
+vollkommen harmonisch gelöst. Von der Vierung ausgehend,
+entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau symmetrisch; <milestone unit='line' n='25'/>
+jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein Halbjoch,
+an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein
+halbes 10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die
+Ostpartie vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch
+entstehen, abweichend von den westfälischen Hallenanlagen, <milestone unit='line' n='30'/>
+für die Sschiffe sehr schmale Joche und enger Querschnitt.
+Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie
+auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt
+werden mußten, um die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu
+erreichen (formal eine empfindliche Härte, die von nun ab <milestone unit='line' n='35'/>
+auf längere Zeit in der hessischen Schule die Regel blieb).
+Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2 Fenstergeschosse geteilt
+(nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und St. Yved
+in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs.
+übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. <milestone unit='line' n='40'/>
+Die Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Größe und
+Form und dank der Abwesenheit von Sschiffsdächern von geringem
+Abstand, so daß die Auflösung der Wand schon weit
+gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg.
+getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung.
+
+
+<pb n='253' id='i262.png'/>
+
+<!-- [P: 253] -->
+
+Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut
+zur Höhe gestimmt, weniger gut zu den sehr eng genommenen
+Arkadenöffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im Verhältnis
+zu der hohen Raumschönheit der Zentralpartie einen
+unfreien Eindruck macht. &mdash; Das Äußere ergibt sich in seiner <milestone unit='line' n='5'/>
+Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier
+nichts mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade
+klar, die Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt
+sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist, streng
+auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich <milestone unit='line' n='10'/>
+Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll.
+steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen Fensterbögen
+einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge,
+entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern
+sie; ihr oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse <milestone unit='line' n='15'/>
+verkröpft, so daß sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln
+ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders
+wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims,
+sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen
+dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen <milestone unit='line' n='20'/>
+und es haben demgemäß die Strebepfll. Durchlässe erhalten. &mdash;
+Trotz der nur mittelgroßen Abmessungen (innere L. ohne
+Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39,
+H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl.
+Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) <milestone unit='line' n='25'/>
+beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum
+ersten Gesims beendigt 1270, Wölbung der OTeile und feierliche
+Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der
+Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig
+Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des <milestone unit='line' n='30'/>
+Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres spräche
+dafür, daß ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft
+der älteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der
+Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten
+im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders <milestone unit='line' n='35'/>
+zwischen dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau
+dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so dürfte doch die Idee
+der Hallen-K. von dort entlehnt sein. &mdash; Die Fassade ist sehr
+einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische
+Führung der großen Linien vertrauend. Wenig <milestone unit='line' n='40'/>
+stimmt nur das von der Cölner Schule beeinflußte große
+mittlere Prachtfenster, noch weniger der überreich geschmückte
+westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört wohl der Bauzeit
+kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von
+französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in
+
+
+<pb n='254' id='i263.png'/>
+
+<!-- [P: 254] -->
+
+got. Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten
+(um 1255) noch rundbg. &mdash; Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne
+feineres Stilgefühl durchgeführt und hat manche baugeschichtlich
+wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört u. a. der Dachreiter
+aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines einfachen <milestone unit='line' n='5'/>
+älteren, und die Umgestaltung der Dächer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Ausstattung</hi>. Sie ist von seltener Vollständigkeit und
+Stileinheit. &mdash; <hi rend="g">Mausoleum der h. Elisabeth</hi> im
+nördl. Kreuzflügel. Der das Grab übersteigende steinerne
+Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt und stand <milestone unit='line' n='10'/>
+vermutlich früher über dem Hochaltar. Das <hi rend="g">Gemälde</hi> der
+Rückwand (Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh.
+entwertet. Der <hi rend="g">Sarkophag</hi> jetzt in der Sakristei, an der
+Vorderseite des Untersatzes <hi rend="g">Relief</hi>. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars ein <milestone unit='line' n='15'/>
+wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten
+Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält
+3 gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen,
+letztere schon übereck gestellt; das Ornament von
+vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; <milestone unit='line' n='20'/>
+es scheint, daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare
+Holztafeln, welche bemalt zu denken sind,
+verschlossen werden konnten; an der Rückwand Ansätze zu
+einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den
+metallenen Reliquienschrein tragen sollte. &mdash; 4 <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+an den östl. Querschiffswänden; Katharinen- und
+Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im
+SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck
+nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie
+mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln <milestone unit='line' n='30'/>
+bez. 1511, 1512, 1514. &mdash; <hi rend="g">Lettner</hi> unter dem westl. Vierungsbg.
+um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und verändert,
+namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar,
+welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt
+Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. <milestone unit='line' n='35'/>
+13. Jh. gehörte zum alten <hi rend="g">Kreuzaltar</hi>; neben ihm ursp.
+die jetzt in die Sschiffe verwiesenen <hi rend="g">Kredenztische</hi>.
+Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite (welche
+1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff
+zu eine Predigtkanzel auszubilden). &mdash; An der SSeite des Chors <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="g">Celebrantenstuhl</hi> 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen
+des Steinstils nachgehend. Die reizende <hi rend="g">Statue der h.
+Elisabeth</hi> aus sp. 15. Jh., die Nebenfigg. neu. &mdash; Hinter
+dem Hochaltar <hi rend="g">Piscina</hi>. &mdash; An der NSeite <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
+aus 15. Jh. &mdash; Unter der Vierung die <hi rend="g">Chorstühle
+
+
+<pb n='255' id='i264.png'/>
+
+<!-- [P: 255] -->
+der Ritter</hi>, einfach, E. 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>.
+Die Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt,
+Aufstellung nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend
+neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen,
+Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis <milestone unit='line' n='5'/>
+† nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher
+irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach
+1297; 4. Johannes † 1311; 5. Ludwig I. † 1458, ausgeführt
+1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471, ausgeführt 1478,
+und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm II. <milestone unit='line' n='10'/>
+† 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von
+Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth,
+Kinder Hermanns des Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe
+von Nürnberg. Die künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3
+und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben ausgezeichneten, <milestone unit='line' n='15'/>
+in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal
+in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in
+Bielefeld gehört. Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen
+Zeit die Ausführung fällt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten
+Grafen von Ravensberg zur Gemahlin hatte. &mdash; Die <milestone unit='line' n='20'/>
+an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. &mdash;
+Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden,
+Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw.
+die <hi rend="g">Schilde</hi> Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. &mdash; Im
+nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte <hi rend="g">Platten</hi> des <milestone unit='line' n='25'/>
+Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. &mdash;
+Ornamentale <hi rend="g">Gewölbemalerei</hi> im Chor spgot. &mdash; <hi rend="g">Glasmalerei</hi>.
+Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt
+aus den Teilen einer ursprünglich größeren Folge. Das nordöstl.
+und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles <milestone unit='line' n='30'/>
+übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht.
+Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil
+würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr
+fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet
+war. Sicher ist aber der Stilcharakter unfranzösisch, <milestone unit='line' n='35'/>
+aus der byzantinisierenden Epoche der deutschen Monumentalmalerei
+zu erklären. Kunstwert vom Besten. Ikonographisch
+besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. Elisabeth.
+&mdash; <hi rend="g">Schrein der h. Elisabeth</hi> in der Sakristei, rck.
+Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, <milestone unit='line' n='40'/>
+Statuetten Christi, Maria, der hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel,
+am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck
+der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 gestohlen;
+zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend.
+<hi rend="g">Kruzifix</hi> auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. <corr sic='Jh..'>Jh.</corr>
+</p>
+
+
+<pb n='256' id='i265.png'/>
+
+<!-- [P: 256] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dominikaner-K</hi>. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische
+Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke.
+Die Strebepfll. an der SSeite wegen des anstoßenden Kreuzgangs
+nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 Eck geschlossene
+Chor höher als das Sch. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Barfüßer-Klst</hi>. zur Bibliothek umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Karner</hi> bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot.
+Kreuzgwbb. Das höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte
+Kap., 1684 als Pfarrwohnung umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Kilians-Kap</hi>. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, <milestone unit='line' n='10'/>
+<sic>jezt</sic> Schule.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kugel-K.</hi> Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben,
+gew. 1482. 1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches
+Netzgwb. mit ursp. Bemalung. Großes Sakramentstabernakel
+um 1482 (von gleicher Hand wie das Fritzlarer). &mdash; Das Fraterhaus <milestone unit='line' n='15'/>
+rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-Kap. S. Michael</hi>. Einfach frgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Luth. Marien-Pfarr-K</hi>. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm
+1447-1473. Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem
+Chor. Letzterer hat nach innen gezogene, keilförmige, <milestone unit='line' n='20'/>
+an der Stirn mit starken Diensten besetzte Strebepfll.
+Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere des
+Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit
+dem darüber befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet.
+Die Streben mit Blenden und Kragsteinen für (jetzt fehlende) <milestone unit='line' n='25'/>
+Statuen. Das Dachsims reich gegliedert. Der Turm hat mächtige
+ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß mit Gruppen größerer
+und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4 Holzgiebeln
+umgebenem Holzhelm. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> 1625 mit
+vielen Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="g">Messingtaufkessel</hi> um 1590. <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
+um 1350 mit Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren,
+Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das
+schmiedeeiserne Gitter 1503. <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Landgrafen
+Ludwig III. † 1604 und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg <milestone unit='line' n='35'/>
+† 1590, lebensgroße Bildnisfigg. in Alabaster, reiche
+architektonische Umrahmung. &mdash; <hi rend="g">Desgleichen</hi> für Ludwig
+<hi rend='ort'>IV.</hi> † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, errichtet
+</p><p>
+1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter
+1592 und 1831. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Siechenhaus-Kap</hi>. Einfach got. E. <corr sic='13'>13.</corr> bis A. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus.</hi> 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher
+3stöckiger Aufbau mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält
+einen kräftigen Akzent durch den Treppenturm mit
+originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die Nebenakzente
+
+
+<pb n='257' id='i266.png'/>
+
+<!-- [P: 257] -->
+
+der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die
+spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von <hi rend="italic">Ludwig Jupe</hi> 1524.
+Getäfelter Saal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Kanzlei</hi> (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau
+von 1575. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Deutsches Haus</hi>. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden
+Zwecken adaptierte Gebäudekomplex <corr sic=''>(</corr>jetzt zum Teil für Universitätsinstitute)
+bildet die Umgebung der Elisabeth-K.,
+früher mit einer hohen Mauer klösterlich abgeschlossen. Seit
+der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen. Erhalten ist, <milestone unit='line' n='10'/>
+jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus mit dem
+vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil.
+Als Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und
+Erker. Ausgedehnt waren die landwirtschaftlichen Gebäude,
+davon erhalten der Fruchtspeicher von 1515 und die Mühle <milestone unit='line' n='15'/>
+von 1513.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580.
+Nikolaistr. 133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne
+Türmchen mit Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse
+296 stattliches Haus des Vizekanzlers Vultejus um 1600, <milestone unit='line' n='20'/>
+Erdgeschoß spgot. Mehrere gute Fachwerkhäuser und Portale
+der Sp.Gotik und Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet,
+daß sie einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen.
+Der Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß <milestone unit='line' n='25'/>
+einem großartigen Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen
+Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese beiden
+Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schloßarchitektur
+der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet
+hat. Der <hi rend="g">Saalbau</hi> hat über dem hohen Keller <milestone unit='line' n='30'/>
+zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang liegenden
+W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die
+sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem Dachgesims
+in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen
+auslaufen. (Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) <milestone unit='line' n='35'/>
+In der Mitte der NSeite ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch
+der wichtigste Bestandteil ist der das ganze Obergeschoß
+einnehmende sogenannte Rittersaal <corr sic=''>(</corr>33,5 l., 14 br., 7,8 h.).
+Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien.
+Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die <milestone unit='line' n='40'/>
+von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen,
+unter sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab,
+begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg)
+wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch ganz
+kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der
+<pb n='258' id='i267.png'/>
+<!-- [P: 258] -->
+8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind.
+An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten
+Schlußsteine sind das einzige Ornament. Der räumliche
+Rhythmus erhält seinen Charakter durch die tiefe Lage der
+Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 Scheitelhöhe). <milestone unit='line' n='5'/>
+An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige
+Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe
+bildend, alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen
+mit der Elisabeth-K. eine Rückbildung des Maßwerks). &mdash; Die
+3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 mit üppigem <milestone unit='line' n='10'/>
+Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer
+willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin
+durch einen neugot. ersetzte). &mdash; <hi rend="g">Kapelle</hi>. Zweistöckig,
+mit größter Raumausnutzung den engen Ortsverhältnissen
+angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr. <milestone unit='line' n='15'/>
+verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale
+Anlage. An ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen
+sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks,
+im N und S flache, trapezförmig sich verengende Nischen, für
+die der Raum durch erkerartigen Ausbau über der stärkeren <milestone unit='line' n='20'/>
+Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl.
+Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende
+Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen
+Moment des Überganges von der Frügotik zur Hochgotik
+in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der <milestone unit='line' n='25'/>
+Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren Beziehung. Von
+Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen
+Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige
+Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit
+mehrfach gebrochenem Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik <milestone unit='line' n='30'/>
+aus farbig glasierten Tonplättchen. Die Polychromie
+des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer entfernt
+und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler
+S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck.
+Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere <milestone unit='line' n='35'/>
+hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck
+des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt
+eine Renss.Laube, die zur malerischen Belebung des Schloßbildes
+günstig beiträgt. &mdash; Der südl. und westl. Flügel wurde
+in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
+Abgesondert steht der <hi rend="g">neue Bau</hi>, 1489 ff. &mdash; Von der
+<hi rend="g">Schloßbefestigung</hi>, die noch im 18. Jh. das ganze
+Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten; dazu die bis
+zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung.
+</p>
+
+
+<pb n='259' id='i268.png'/>
+
+<!-- [P: 259] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARGETSHÖCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung
+nach W 1614, Juliuswappen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARGRETENHAUN.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIABUCHEN.</hi> UFranken BA Lohr.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte
+Architektur unter Einfluß Petrinis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIABURGHAUSEN.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.-K</hi>. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal <milestone unit='line' n='10'/>
+hierher verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh.
+Typische, schmale langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br.,
+50 m l., turmlos. Die WHälfte flachgedeckt, mit Nonnenempore
+auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 Joche), die
+OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die <milestone unit='line' n='15'/>
+beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp.
+bis zu den Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf
+eine flache Empore. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> streng bar. A. 18. Jh.
+Auf einem Seitenaltar (um 1750) reizende <hi rend="g">Madonna</hi>,
+Holz, E. 15. Jh. Von den <hi rend="g">Grabsteinen</hi> interessant der <milestone unit='line' n='20'/>
+des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des
+15. Jh. in der Universitätssammlung Würzburg.] &mdash; <hi rend="g">Klostergebäude</hi>.
+Erhalten zwei Flügel aus 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIA-EHRENBERG.</hi> UFranken BA Brückenau.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1666, erweitert 1732. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIASONDHEIM</hi> s. Arnstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIENBERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch.
+Hallenkirche 25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig
+5seitig; an den Gwbb. spgot. Rippendurchsteckungen. &mdash; Am <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="g">Altaraufbau</hi> von 1617 großes Gemälde des Hofmalers
+<hi rend="italic">Kilian Fabritius</hi>, manieristisch gewandt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital-K</hi>. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> aus der Schule <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1533-39; der Plan aus Halle, von <hi rend="italic">Joh. Hofmann</hi>,
+wohl einem Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in <milestone unit='line' n='35'/>
+tüchtiger, etwas derber Renss. ohne got. Reminiszenzen;
+sonst hat das Gebäude durch Brände gelitten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haus</hi> Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer
+Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIENSTERN.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen,
+die über E. 13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen,
+das südl. Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore,
+welche das Klst. mit dem 2 WJoche einnehmenden
+Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll.,
+
+
+<pb n='260' id='i269.png'/>
+
+<!-- [P: 260] -->
+
+ohne Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden.
+Ähnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch
+vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkränze an den
+Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem,
+dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> 1751 von <hi rend="italic">Franz Lauermann</hi> aus Prag; seine
+4 Kolossalstatuen 1889 in den Kreuzgang verbannt und
+durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit der Kanzel und den
+Nebenaltären verfahren. 2 spgot. <hi rend="g">Nebenaltäre</hi>, nicht
+übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand <hi rend="g">Glasgemälde</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+ca. 1370-80. &mdash; Kreuzgang in der Ausführung
+der K. vorausgegangen, bald nach 1250. Sehr einfach.
+Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. &mdash;
+Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent;
+geräumig, in der Behandlung anspruchslos. &mdash; <hi rend="g">Bar.Plastik</hi>: <milestone unit='line' n='15'/>
+12 Statuen auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule
+1720, Dreifaltigkeitssäule 1723, Kruzifix und schmerzhafte
+Mutter 1725; vermutlich von <hi rend="italic">Jäkel</hi> aus Prag. &mdash; Im Schatz
+ein interessanter überaus reicher rom. <hi rend="g">Speisekelch</hi> nach
+1250 und 2 gotische. <hi rend="g">Kaselkreuz</hi> in Reliefstickerei um <milestone unit='line' n='20'/>
+1530. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi>: Bronzene Grabplatten für Bernhard
+v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, Bischof von Meißen
+† 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für Äbtissinnen
+1664, 1697, 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIENTAL.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
+wesentlicher alter Teile. &mdash; In der K. großer <hi rend="g">Crucifixus</hi>
+und anmutiges <hi rend="g">Selbdritt</hi>, um 1515. &mdash; <hi rend="g">Brunnen</hi>
+um 1700. &mdash; <hi rend="g">Stationsberg</hi> mit kolossaler Kreuzigungsgruppe
+1728. &mdash; Auf dem Kirchhof bmkw. <hi rend="g">Bildnissteine</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+der Äbtissinnen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARIENWEIHER.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der
+Turm 1742 (<hi rend="g">Balth. Neumann zu Rate gezogen</hi>).
+Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Schluß. Decke und <milestone unit='line' n='35'/>
+Wand <hi rend="g">reich stuckiert</hi>, im Scheitel 6 größere Gemälde.
+Klassizist. Hochaltar mit <hi rend="g">Gnadenbild</hi> von ca. 1480.
+<hi rend="g">Nebenaltäre</hi> 1770. <hi rend="g">Regina coeli</hi> 1695. <hi rend="g">Grabstein</hi>
+einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi>
+um 1520-30 &mdash; Auf einer Anhöhe gelegen, <milestone unit='line' n='40'/>
+bietet die K. nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die
+Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um 1745.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARISFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem
+
+
+<pb n='261' id='i270.png'/>
+
+<!-- [P: 261] -->
+
+Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. &mdash; <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi>.
+Fachwerkbau M. 17. Jh. &mdash; Schloß. 1663 erneuert,
+Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte Kuppeldächer. <hi rend="g">Hofportal</hi>
+reich geschmückt, doch von roher Arbeit. <hi rend="g">Stuckdecke</hi>
+1670. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk
+von <hi rend="italic">Jak. Müller</hi> im Museum des Sächsischen Altert.
+Ver. in Dresden.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKRÖLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. <corr sic="Qerfurt">Querfurt</corr>. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Großenteils Neubau 1694. Bmkw. <hi rend="g">Epitaph</hi> für
+Friedrich und Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582)
+bez. <hi rend="italic">HK</hi>; von derselben Hand (der man auch in Freyburg
+und Zorbau begegnet) der reiche und geschmackvolle <hi rend="g">Taufstein</hi>
+von 1599. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKSUHL.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche</hi> 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse
+Emporen auf geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit
+Kreuzgwb. Geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi>, ehemals auf einer Figur
+des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum zu <milestone unit='line' n='20'/>
+Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit
+guten Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe,
+2. Unter den beiden Eckerkern je eine männliche Halbfigur
+als Konsol. 3. Reiches Portal des Treppenturms. 4. Portal <milestone unit='line' n='25'/>
+des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm hat oben
+3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T.
+ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen
+Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKTBREIT.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K</hi>. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten
+spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt
+erweitert. Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen,
+behaglich malerisch. A. 18. Jh. &mdash; Eine Reihe tüchtiger <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>. Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim
+† 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch
+aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg.
+Außen Wolf Eckhardt 1555 bez. <hi rend="italic">W.E.</hi> &mdash; Unter den <hi rend="g">Glocken</hi>
+die älteste mit Alphabet in got. Minuskeln 13. bis 14. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhof</hi> vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen
+in Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe
+von Bildnisepitaphen der Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer.
+Die kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem
+
+
+<pb n='262' id='i271.png'/>
+
+<!-- [P: 262] -->
+
+Maintor (ao. 1600), die Rückfassade mit dem »schwarzen Turm«
+zu prächtigen Architekturbildern. Im 2. Geschoß große Diele
+mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte Ratsstube;
+desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.
+</p>
+
+<p>
+Seinsheimsches <hi rend="bold">Schloß</hi> (Amtsgericht) 1580. &mdash; Unter den Wohnhäusern <milestone unit='line' n='5'/>
+einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch
+zueinander angelegten Erkerfassaden am Eingang
+der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung.
+Gegenüber dem Amtsgericht schöner <hi rend="bold">Fachwerkbau</hi>
+1607 und <hi rend="bold">Mainkran</hi> 1773. Auch von außen gesehen ist das <milestone unit='line' n='10'/>
+Stadtbild von großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils
+erhalten. Die hohen schlanken Rundtürme teils mit
+spgot., teils mit bar. Dächern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKTHEIDENFELD.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1613. &mdash; Hübsches <hi rend="bold">Bürgerhaus</hi> (Kaufhaus Flasch) <milestone unit='line' n='15'/>
+1745, die Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen,
+die innere Dekoration im Stiegenhaus und Saal gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKTLEUGAST.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke
+mit eleganter aber sparsamer Stuckierung. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKTSCHORGAST.</hi> OFranken BA Berneck.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?)<corr sic=''>.</corr>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKTSTETT.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.;
+&mdash; Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. &mdash; <hi rend="g">Wohnhaus</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+Herrenstr. Nr. 144, sehr hübsche Anlage 1750.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKTZEULN.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit Stiegenturm 1588. <hi rend="g">Holzhäuser</hi>, 16. und 17. Jh.
+in guter Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim] <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARKWERBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. rom. mit Chorturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARTINFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. <milestone unit='line' n='35'/>
+Der schöne <hi rend="g">Stuckmarmoraltar</hi> aus dem ehemaligen
+Klst. Beuren. <hi rend="g">Schnitzrelief</hi> von einem älteren Altar
+A. 16. Jh. &mdash; Stattliche <hi rend="bold">Edelsitze</hi> (v. Bodungen) 1580 und 1611.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MARTINSKIRCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. <milestone unit='line' n='40'/>
+Querturm und eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren
+1699 durchbrochen und Flügel angelegt. Chor spgot. Rest.
+1904. &mdash; Mehrere bar. <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten
+Ministers). Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem
+
+
+<pb n='263' id='i272.png'/>
+
+<!-- [P: 263] -->
+
+Rok. Die innere Einteilung ist ungestört geblieben, auch die
+Ausstattung gut erhalten und anziehend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MASSENBUCH.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1702. Gutes <hi rend="g">Hochaltarblatt</hi> von <hi rend="italic">Nikolaus
+Treu</hi> 1776. Über dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) <milestone unit='line' n='5'/>
+eingemauert; angeblich aus Schönrain.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAUA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit got. Chor. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus derselben
+ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar
+von 1498 in Arnstadt und der in Großlöbichau. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAUERSCHEDL</hi> bei Mellrichstadt UFranken.</p>
+<p>
+Kleine 1sch. <hi rend="bold">Kirche</hi> mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die
+etwa gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23
+<hi rend="bold">Zellen</hi> aus etwa 14. Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage
+für das schon 1424 nicht mehr bestehende Dorf Bischofs. <milestone unit='line' n='15'/>
+Die Grundmauern 1903 ausgegraben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MAXEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gegr. 13. Jh., jetzt formlos. &mdash; Wertvolles <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+aus Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem
+Kirchboden gute <hi rend="g">Holzplastik</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss.
+Anbau 1727.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MECKENRIED.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. &mdash;
+<hi rend="g">Mobilien</hi> E. 17. und A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des
+ehemals befestigten Friedhofes. &mdash; <hi rend="g">Bildstöcke</hi> bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MECKFELD.</hi> Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1500, vom <hi rend="g">»Meister der
+Baldachine«</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEEDER.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt,
+durch eine geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt
+(vgl. aus der Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die
+reiche und gut erhaltene Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen <milestone unit='line' n='35'/>
+und Bogenfriesen; die große Stärke der nördl. und südl. Mauer
+läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das dritte rom.
+Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
+von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. &mdash; Reiches Sternberg-Rosenbergsches
+<hi rend="g">Wandgrab</hi> 1576. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (jetzt <milestone unit='line' n='40'/>
+Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, reichen Stuckdekoration.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEERANE.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der
+zwischen Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines großen
+Altarwerks von <hi rend="italic">Jak. Müller</hi> in Altenburg 1506.
+</p>
+
+
+<pb n='264' id='i273.png'/>
+
+<!-- [P: 264] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEERHOLZ.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+Isenburgisches <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst.
+umgebaut; hat großenteils seinen alten Charakter verloren.
+Der SFlügel enthält die <hi rend="bold">Pfarr-K.,</hi> an den Fenstern entartetes
+Fischblasenmaßwerk. &mdash; Neben dem Gemeindehaus <milestone unit='line' n='5'/>
+ein alter <hi rend="bold">Wartturm.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEINEWEH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes
+<hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> des Günther v. Bünau † 1706.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEININGEN.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen
+Rest. 1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K.
+die Fundamente einer rom. Basilika. Von ihr ist über der
+Erde erhalten der nördl. Fassadenturm bis zur Firsthöhe des
+Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884 <milestone unit='line' n='15'/>
+(vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der
+runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert,
+das got. WPortal durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke
+in der Bibliothek der K. Rom. Fußbodenfliesen im
+Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. Aus <milestone unit='line' n='20'/>
+got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher
+got.) ganz neu. &mdash; Von den <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> nur ein
+kleiner Teil wieder aufgestellt. Interessanter Wappenstein
+des Hans Volker 1425. Bildnissteine des Stadtschultheißen
+Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu Schweinsberg <milestone unit='line' n='25'/>
+1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen
+1574. Die späteren in Epitaphform. &mdash; Älteste <hi rend="g">Glocke</hi>
+M. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Residenzschloß</hi> (der Name Elisabethenburg neu). Ältester
+Teil der 1511 durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, <milestone unit='line' n='30'/>
+erbaute NFlügel; stark neugot. verändert. Das neue Schloß
+1682. Auch dieses modern umgebaut, mit Erhaltung einiger
+Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die
+bar. Stuckdecke des Riesensaals von <hi rend="italic">J. N. Bestheimer</hi> unter
+Leitung des Römers <hi rend="italic">Alessandro Rossini</hi>. &mdash; Im SFlügel die <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Schloß-K</hi>. 1682-92, mit Stuckdecke, schöner Kanzel
+und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. Flügelgemälde
+eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. &mdash; Reiche <hi rend="g">Kunstsammlung</hi>.
+Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen.
+Porzellan aus Klst. Veilsdorf. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+Im <hi rend="g">Hennebergischen Haus</hi> die Kunst- und Altertumssammlungen
+des Hennebergischen Geschichtsvereins. An
+der Fassade Relieftafel von 1603 aus der Schloßkapelle zu
+Ellingshausen. Auf dem <hi rend="g">Friedhof</hi> treffliches Grabrelief
+
+
+<pb n='265' id='i274.png'/>
+
+<!-- [P: 265] -->
+des Reinhard von Wechmar 1488. Im <hi rend="g">Englischen Garten</hi>
+künstliche Ruinen 1793.</p>
+<p>
+Teil der ma. <hi rend="bold">Ringmauer</hi> hinter der Burggasse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEISSEN.</hi> K. Sachsen. Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dom und Schloß</hi>. Beide bilden zusammen einen geschlossenen <milestone unit='line' n='5'/>
+3eck. Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum
+freien Felsen über der Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen
+mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. springt frei in den
+Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster Haupteindruck
+entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten <milestone unit='line' n='10'/>
+Zubau zweier Türme (von <hi rend="italic">Carl Schäfer</hi>) das historische Bild
+wesentlich verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dom</hi>. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter
+mehrfachem Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik.
+1. Dem ersten Plan gehört der Gr. mit Ausnahme der beiden <milestone unit='line' n='15'/>
+Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; das Qsch.
+aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch.
+vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des
+13. Jh. waren fertig: das <hi rend="g">Qsch</hi>. das erste Joch des Chors
+mit Sechskappengwb., das erste (östl.) Joch des Lhs., die <milestone unit='line' n='20'/>
+Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch weitere Teile des Lhs.,
+deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau des 14. Jh.
+Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer
+der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie
+an der anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. <milestone unit='line' n='25'/>
+Kreuzflügel schöne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige
+Johanneskap, (urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen
+im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das Obergeschoß ursp.
+freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am ganzen
+Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+3. Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau
+des 1. Jochs geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung
+des Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde;
+Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm, sein durchbrochener
+Helm wohl noch jünger. &mdash; 4. Von den um 1400 <milestone unit='line' n='35'/>
+weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk
+unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das
+große (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk.
+&mdash; 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle
+gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schluß; <milestone unit='line' n='40'/>
+letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung
+ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. &mdash; 6. Seit 1479 das hohe
+Fenstergeschoß des WBaus, wohl von <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi>,
+dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang
+zum Hallensystem massig vergrößerten) Giebel des Lhs.
+
+
+<pb n='266' id='i275.png'/>
+
+<!-- [P: 266] -->
+
+maskieren; wie der obere Abschluß beabsichtigt war, ist nicht
+mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl hölzerne)
+Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau
+steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter
+der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. <milestone unit='line' n='5'/>
+&mdash; 7. Sakristei ca. 1500-1506. &mdash; 8. Begräbniskap.
+Georg des Bärtigen 1534.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Inneres</hi>. &mdash; <hi rend="italic">Lettner</hi> frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament,
+an die Naumburger Schule anschließend, ersten
+Ranges; aus derselben Zeit die steinerne Rückwand der Chorherrensitze; <milestone unit='line' n='10'/>
+die Balustrade und die seitliche Erweiterung des
+Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms großenteils
+verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>.
+Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige,
+ca. 1520. Der Meister des singulären, sehr hervorragenden <milestone unit='line' n='15'/>
+Werkes steht der niederländischen Kunst nahe (jedenfalls
+nicht <hi rend="italic">A. Dürer</hi>!). &mdash; <hi rend="g">Lettneraltar</hi>, unter Einfluß
+<hi rend="italic">Cranachs</hi>; eher von diesem selbst das <hi rend="g">Triptychon mit
+dem Schmerzensmann</hi> in der S. Georgskap, bez. 1534. &mdash;
+Im Stirnfenster des Chorhaupts <hi rend="g">Glasgemälde</hi> aus 13. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+&mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> mit Tabernakel ca. 1506. &mdash;
+<hi rend="g">Chorstühle</hi> unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. &mdash;
+An der OWand des Qsch. Spuren von <hi rend="g">Wandgemälden</hi>
+des 14. Jh., Jüngstes Gericht. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 2. H. 16. Jh. &mdash;
+<hi rend="g">Statuen</hi> aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein <milestone unit='line' n='25'/>
+Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid,
+wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster
+Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes
+und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der
+Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. &mdash; Aus <milestone unit='line' n='30'/>
+A. 15. Jh. der massenhafte <hi rend="g">Schmuck des WPortals</hi>
+in einer fleißigen kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal.
+&mdash; <hi rend="g">Die Gräber der Fürstenkap</hi>. In der
+Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren † 1428,
+ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem <milestone unit='line' n='35'/>
+Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten
+24 kleine gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter;
+Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen
+Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des sächsischen Hauses.
+Diese sämtlich aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt in Nürnberg. <milestone unit='line' n='40'/>
+Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief;
+1472 lebte noch <hi rend="italic">Hermann V.</hi> und war <hi rend="italic">Peter V.</hi> noch
+nicht zwanzig Jahre alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der
+1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird die
+Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen könnte das <reg orig='Denk-|mal'>Denkmal</reg>
+<pb n='267' id='i276.png'/>
+<!-- [P: 267] -->
+Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte
+(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche
+Platte des B. Kaspar v. Schönberg † 1463 von <hi rend="italic">Hermann V.</hi>
+herrühren. Von <hi rend="italic">Peter</hi> Kurfürst Ernst † 1486 und die in der
+Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn Heinrich <milestone unit='line' n='5'/>
+Strecker † 1486. Seinem Sohne <hi rend="italic">Hermann d. J.</hi> werden von
+Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie
+von Bayern † 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören
+zum Besten, was auf diesem Gebiete in Deutschland
+je geleistet worden. Erheblich geringer Friedrich II. und Johann, <milestone unit='line' n='10'/>
+ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara in
+in der Georgenkap.). &mdash; <hi rend="g">Grabplatten im Langhause</hi>:
+Bischof Dietrich III. von Schönberg † 1472, im Charakter der
+<hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V.
+von Weißenbach † 1487; Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, <milestone unit='line' n='15'/>
+Bronzeguß aus einer sächsisch-thüringischen Werkstatt,
+aus der im Naumburger Dom die Platten für Dietrich
+von Schönberg und Andreas von Könritz. &mdash; <hi rend="g">Georgenkapelle</hi>:
+Triptychon von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>. Marmorrelief der
+Grablegung, ausgezeichnete Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte <milestone unit='line' n='20'/>
+Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte der Herzogin
+Barbara † 1534.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Kreuzgang</hi>. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor
+und südl. Quersch. Der älteste Teil der nördl. Flügel und
+<hi rend="g">Maria-Magdalena-Kap</hi>. vor 1274; die übrigen <milestone unit='line' n='25'/>
+Flügel 1491.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt)
+erbaut 1471 bis ca. 1485 von <hi rend="italic">Arnold von Westfalen</hi> (<hi rend="italic">Westveling</hi>).
+Epochemachend in der Geschichte der deutschen Burgarchitektur,
+die hier im Begriff ist, in den Palast überzugehen. <milestone unit='line' n='30'/>
+Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in jedem
+Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher
+Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit
+im Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur
+im 1. Geschoß Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige <milestone unit='line' n='35'/>
+Zellen. Die sehr großen Fenster verzichten auf Maßwerk,
+als oberer Abschluß ist der seither in der sächsischen
+Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere
+für die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten
+Geschosses und die große in einem Turmgehäuse aus der <milestone unit='line' n='40'/>
+Fassade vorspringende Wendeltreppe. Höchst originell die
+Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so daß sich
+tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken
+von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub
+der Gewölbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein
+
+
+<pb n='268' id='i277.png'/>
+
+<!-- [P: 268] -->
+
+Gedanke, der im Obergeschoß der Domfassade wiederkehrt).
+Die Fassade entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür
+betonen Gurtgesimse die Bedeutung der Stockwerkgliederung.
+Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der eigentlich
+got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit <milestone unit='line' n='5'/>
+Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande
+kommende) malerische Kontrastierung der Massen. &mdash;
+Die an einigen Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und
+Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich zeigende Einmischung
+von Renaissanceformen geht auf <hi rend="italic">Jakob von Schweinfurt</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+ca. 1525-30.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Afra,</hi> gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
+durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika
+in schlichtesten got. Formen, der 1sch. gerade schließende
+Chor in gleicher L. mit dem Msch. des Lhs. Die Sakristei <milestone unit='line' n='15'/>
+Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). Um 1390-1400
+das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude
+nach 1600. &mdash; Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1657. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+des 16. und 17. Jh. in der v. Schleinitzschen Grabkapelle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, <milestone unit='line' n='20'/>
+zweiter (jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe
+kreuzgewölbte 3sch. Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie
+die Ssch., abgekantet quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift
+in das südl. Ssch. ein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. <milestone unit='line' n='25'/>
+Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und
+5/8 Schluß; Netzgwb.; in die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap.
+eingebaut, deren Obergeschoß eine Sängertribüne trägt. Das
+Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. Mächtiger
+WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, <milestone unit='line' n='30'/>
+ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem
+Dach, an den Ssch. quergestellte Dächer über jedem
+Joch. &mdash; Kirchhofstor gut renss. &mdash; In der Sakristei <hi rend="g">Tafelbild</hi>
+1496.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johannes-K</hi>. und <hi rend="bold">Jakobs-Kap</hi>. unbedeutend und jetzt profaniert. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Martins-K.,</hi> kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
+flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr.
+Apsis folgen sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür
+an der SSeite in Formen aus A. 13. Jh. Aufgedeckte <hi rend="g">Wandgemälde</hi>
+aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 wieder überstrichen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in
+got. Zeit umgebaut. Sehr beschädigte <hi rend="g">Wandgemälde</hi>
+13. Jh. Interessantes gemaltes <hi rend="g">Triptychon</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Wolfgang,</hi> Begräbniskap. im Meisetal, in der Art <hi rend="italic">Arnolds
+
+
+<pb n='269' id='i278.png'/>
+
+<!-- [P: 269] -->
+
+von Westfalen</hi>, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten
+Apsiden am rck. Schiff.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> stattlich spgot. seit 1479.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kornhaus</hi> 1520-24 von Meister <hi rend="italic">Jakob von Schweinfurt</hi>. &mdash;
+Haus gegenüber dem SEingang des Doms 1526; wohl von <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="italic">demselben</hi>; letztes Kämpfen der Got. gegen die Renss. &mdash;
+Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B. das
+Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MELKENDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte <milestone unit='line' n='10'/>
+Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei
+2 sprom. Säulenkaptt. eingemauert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MELKERS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front
+niedriger Aufbau als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der <milestone unit='line' n='15'/>
+Erbauungszeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MELLINGEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+Große <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. &mdash;
+Hölzernes <hi rend="g">Brunnenhaus</hi> 1667. &mdash; <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit
+Steintisch. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MELLNAU.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine,</hi> erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MELLRICHSTADT.</hi> UFranken BAmtsstadt
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit
+rom. Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor <milestone unit='line' n='25'/>
+wird flankiert von 2 mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut).
+Ihr Erdgeschoß bildet Nebenchöre, die sich sowohl
+gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in einer spitzbogigen
+Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom. Profil.
+Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. <milestone unit='line' n='30'/>
+Die zwei Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen
+rck., das andere quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb.,
+wofür die in der SWEcke des Chores erhaltene Konsole
+spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen ehemaligen
+breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger <milestone unit='line' n='35'/>
+Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
+Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk),
+in der Mitte und an den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß
+und Rundseiten mit Spitzbogenfries. Turm zu 6 Geschossen
+mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. <milestone unit='line' n='40'/>
+In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige
+Schallöffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs.
+ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen
+Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. verändert. &mdash;
+
+
+<pb n='270' id='i279.png'/>
+
+<!-- [P: 270] -->
+
+<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> feine, originelle Arbeit aus A.
+15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabplatte</hi> eines Herrn von der Ker † 1387.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-Kap.</hi> mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Grossenberg-Kap.,</hi> kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. <hi rend="g">Holzfiguren</hi>
+und 3 <hi rend="g">Altäre</hi> aus A. 17. Jh., Sandstein. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MELSUNGEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">S. Nikolaus-K</hi>. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche
+mit 1sch. polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über
+den Sschiffen Walmdächer. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. &mdash;
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In
+der Nähe ansehnliche Holzhäuser des 17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Fuldabrücke</hi>
+1569. &mdash; <hi rend="bold">Ringmauern</hi> aus Ma. großenteils erhalten; der Eulenturm,
+mit hohem Kegeldach. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEMLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.-K</hi>. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten,
+jetzt dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika.
+Die Stilformen weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich
+mit Beibehaltung des älteren Grundrisses. Chor und Qsch. <milestone unit='line' n='20'/>
+genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme
+mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. &mdash; Wohlerhalten
+nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend.
+Grätige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal.
+Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den <milestone unit='line' n='25'/>
+ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat
+spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit
+2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig,
+undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten
+Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. &mdash; Ältere <milestone unit='line' n='30'/>
+Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen
+die im Gr. indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon
+zerstört, vielleicht auch unausgeführt geblieben. &mdash; Die <hi rend="g">Klausur</hi>
+lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. &mdash; Ältere Besucher
+sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche <milestone unit='line' n='35'/>
+Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft
+sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief
+mit Beweinung Christi 1500.
+</p>
+
+<p>
+Von der ehemaligen <hi rend="bold">Kaiserpfalz</hi> ein Torweg und Mauerreste <milestone unit='line' n='40'/>
+von 5 m Stärke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MENGERSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1521, Veränderungen 1668, 1736.
+</p>
+
+
+<pb n='271' id='i280.png'/>
+
+<!-- [P: 271] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MENGERSREUTH.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne
+Tonne mit <hi rend='g'>Gemälde</hi> um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MERGELSHÖCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MERKERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1737. Deckenfresko von <hi rend='italic'>J. P. Herrlein</hi> 1777 (vgl.
+Oberaßfeld).</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got.
+<hi rend='g'>Steinmadonna</hi> von ca. 1350. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MERKWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte
+Koncha der alten rom. K. jetzt Sakristei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MERSEBURG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt</hi>. Die rom. Epoche, <milestone unit='line' n='15'/>
+die des Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf
+gegeneinander. 1. Der erste Bau, gegr. 1015, gew. schon
+1021, war vielleicht nur als Provisorium beabsichtigt. Nach
+teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors und
+nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines <milestone unit='line' n='20'/>
+Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H.
+als 1. H.) geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen
+Kreuzbasilika zurück; dann noch einzelne Mauerteile:
+am Chorquadrat, an den dasselbe flankierenden OTürmen
+(die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken sind), <milestone unit='line' n='25'/>
+am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der
+Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen
+Gräten ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Flächen
+und feinen Säulchen an den Ecken. &mdash; 2. Formen der Übergangszeit
+(dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die Konstruktionen <milestone unit='line' n='30'/>
+des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch entbehrenden,
+jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und
+Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle;
+das Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von
+schwerer und nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser <milestone unit='line' n='35'/>
+Zeit der Priesterchor unter die Vierung vorgerückt und mit
+Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den Vierungspfll.
+bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
+errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. &mdash;
+3. Die spgot. Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo <milestone unit='line' n='40'/>
+v. Trotha das Lhs. zur Hallenkirche um, wobei die Stellung
+der Fensterachsen zu der Jocheinteilung unregelmäßig blieb;
+Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine Folge von Staffelgiebeln
+mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner erhielten das
+Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als <reg orig='Spe-|cimina'>Specimina</reg>
+<pb n='272' id='i281.png'/>
+<!-- [P: 272] -->
+der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. &mdash;
+Rest, von <hi rend='italic'>Fr. Adler</hi> E. 19.Jh. &mdash; Der wenig ansehnliche <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>
+spgot. mit älteren Resten. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1514 mit Zusätzen
+von 1526, die letzteren schon mit RenssElementen. &mdash;
+<hi rend='g'>Chorgestühl</hi> von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand <milestone unit='line' n='5'/>
+von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler,
+der sich <hi rend='italic'>Caspar Schockholz</hi> zeichnet. Viel besser der <hi rend='g'>Fünfsitz</hi>
+von ca. 1480-90. &mdash; Reste von <hi rend='g'>Schnitzaltären</hi>
+zerstreut. &mdash; In der Vorhalle steinernes <hi rend='g'>Taufbecken</hi>
+12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer <milestone unit='line' n='10'/>
+dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter
+Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren
+Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher
+versetzt, zum Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und später
+das Fürstenportal am Bamberger Dom). &mdash; In der Kap. am <milestone unit='line' n='15'/>
+WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief
+eines <hi rend='g'>h. Georg</hi>, E. 14. Jh. &mdash; Zahlreiche <hi rend='g'>Grabdenkmäler,</hi>
+unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung
+Gegenkönig <hi rend='g'>Rudolf v. Schwaben</hi> † 1080, Bronzeplatte
+auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger <milestone unit='line' n='20'/>
+Gießhütte; flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend;
+etwas unter Lebensgröße; alle Formen, auch die
+Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und sorgfältig;
+die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, ebenso das
+Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen <milestone unit='line' n='25'/>
+muß Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden.
+Also der älteste datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland.
+Im nördl. Qsch. Bischof <hi rend='g'>Thilo v. Trotha</hi> † 1514, wahrscheinlich
+von <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>, eherne Tumba in Kistenform, mit
+der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne architektonische <milestone unit='line' n='30'/>
+Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige
+Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der
+Trinität. An der NWand Epitaph des Bischofs <hi rend='g'>Adolf v.
+Anhalt</hi>, im südl. Qsch. große hölzerne Barockepitaphe
+ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein des Bischofs <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend='g'>Friedrich v. Hoym</hi> † 1382, interessant durch den
+erstrebten Porträteindruck, Spuren von Bemalung. &mdash; In der
+Vorhalle Grabstein des Bischofs <hi rend='g'>Sigismund v. Lindenau</hi>
+† 1544, an einem Pfl. das zugehörige Epitaph, bezeichneter
+Bronzeguß von <hi rend='italic'>Hans Vischer</hi> aus Nürnberg. &mdash; Im östl. Kreuzgang <milestone unit='line' n='40'/>
+(soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden) <hi rend='g'>Rittergrabstein</hi>
+um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte
+Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters
+(nach H. Giesau von diesem selbst). &mdash; <hi rend='g'>Gregoriusaltar</hi>
+und <hi rend='g'>Marienaltar</hi> um 1515-20, von einem Leipziger Meister
+<pb n='273' id='i282.png'/>
+<!-- [P: 273] -->
+(vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes allegorisches Gemälde
+auf die <hi rend="g">unbefleckte Empfängnis</hi> 1518. Mehrere
+ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584,
+Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian
+v. Zoch 1728. Von den <hi rend="g">Glocken</hi> wird eine (die »Schnurre«) <milestone unit='line' n='5'/>
+dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. und Klst. St. Petri,</hi> gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der
+rom. Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt)
+die Apsis des nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen
+Bau. &mdash; Teile des Klst., darunter das große Herrenrefektorium, <milestone unit='line' n='10'/>
+1sch., 3 rippenlose, stark steigende Gewölbe im
+Stil der Übergangsteile des Doms.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neumarkts-K. S. Thomas,</hi> ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden,
+flacher Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor
+unverändert; zwei reiche Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, <milestone unit='line' n='15'/>
+A. 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K. des Collegiatstiftes St. Sixti,</hi> erster Bau 1045; E. 15. Jh.
+als got. Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. St. Maximin,</hi> spgot. und modern; die letzten rom.
+Reste im 19. Jh. beseitigt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K.,</hi> 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
+<hi rend="g">Portaltympanon</hi> mit ausgezeichnet schönem
+Rankenornament im Übergangsstil, verwandt den gleichen
+Bauteilen des Magdeburger Doms.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut <milestone unit='line' n='25'/>
+1605 ff. unter Herzog Georg von Sachsen durch <hi rend="italic">Melchior
+Brunner</hi>; die Wirkung ist gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal
+der geräumige, annähernd quadratische Hof (die vierte
+Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu den eindruckvollsten,
+großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, <milestone unit='line' n='30'/>
+Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen
+Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen
+Fronten so verteilt, daß sie die Symmetrie lebendig durchbrechen,
+aber doch nicht ganz aufheben. &mdash; Ausgezeichnetes
+<hi rend="g">Brunnenhaus</hi>. &mdash; An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+erinnern vier Obelisken. &mdash; <hi rend="g">Gartensaalbau</hi> 1727.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen).
+Marktbrunnen A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente
+der <hi rend="bold">Burg</hi> König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter <milestone unit='line' n='40'/>
+und daneben eine vorgeschichtliche Anlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MERXHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+Ehemalige <hi rend="bold">Augustiner-Klst.-K.</hi> gestiftet 1213. Flachgedecktes
+Schiff mit got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil
+zerstört. Schönes rom. Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten
+
+
+<pb n='274' id='i283.png'/>
+
+<!-- [P: 274] -->
+
+ausgekehlt. Die Klostergebäude modernisiert, bmkw. nur ein
+Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, reichgegliederte Fenster mit
+Vorhangbgg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MESCHENBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., dann öfters verändert. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MESPELBRUNN.</hi> UFranken BA Aschaffenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493.
+Restauration und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von
+Ingelheim. Wasserburg, berühmt durch die malerisch-poetische
+Lage in einem Waldsee des Spessart. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>METZELS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+Geschnitztes <hi rend="bold">Holzfachwerkhaus,</hi> bez. 1511 auf dem got. Türbalken.
+Kleines Museum bäuerlicher Altertümer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEUSELBACH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.
+</p><p>
+Kirche, 1743. Die <hi rend="g">Kanzel</hi> und das originelle <hi rend="g">Taufbecken</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+aus derselben Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MEUSELWITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1604, nach Brand 1640 hergestellt. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1724 für
+Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem
+Mittelhof; pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch <milestone unit='line' n='20'/>
+die geringwertigen Surrogatmaterialien.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MICHAELISBERG</hi> s. Klosterveilsdorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MICHELAU.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1804-11. &mdash; Holzbauten ähnlich Marktzeum.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MICHELBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau
+mit schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm.
+Im Schiff 3 rck. Kreuzgwbb. ohne Rippen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MICHELFELD.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. <milestone unit='line' n='30'/>
+&mdash; Guter <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> 1626.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MICHELSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem
+rck. Chor, kein Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MIEKEL.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1550, mehrmals erweitert. &mdash; Feiner und vornehmer
+Kanzelaltar 1686. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der v. Gersdorf,
+v. Löben und v. Ponickau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im
+kleinen an Schloß Moritzburg. Kurfürstliche <hi rend="g">Bildnisse</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+des 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MIHLA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes <hi rend="g">Steinrelief</hi>
+des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische,
+gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore
+<pb n='275' id='i284.png'/>
+<!-- [P: 275] -->
+zum Teil verdeckt. Geschnitzter <hi rend="g">Flügelaltar</hi> E. 15. Jh.,
+eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien
+auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs.
+Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
+<hi rend="g">Grabstein</hi> mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall <milestone unit='line' n='5'/>
+in reicher Rüstung, um 1660. Großes <hi rend="g">Kruzifix</hi>,
+aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung.
+Große <hi rend="g">Truhe</hi> mit sehr reichen spgot. Beschlägen
+aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der
+Familie v. Herstall. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+Das <hi rend="bold">Graue Schloß</hi> bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger
+Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz.
+Das recht gut gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall,
+aus M. 15. Jh., ist später in der Gartenmauer angebracht.
+Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+Das <hi rend="bold">Rote Schloß</hi>. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das
+Erdgeschoß aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber
+3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im
+Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In der unteren
+Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele <milestone unit='line' n='20'/>
+die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh.
+Einer der besten Holzbauten Thüringens.
+</p>
+
+<p>
+Geschnitztes <hi rend="bold">Holzfachwerkhaus</hi> mit guten Schnitzereien no 30.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MILDENFURT.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+Ehemalige <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.-K.</hi> gegr. 1193, Hauptbauzeit <milestone unit='line' n='25'/>
+um 1225-50. Nächst dem Dom von Naumburg der
+bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als
+Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. Von
+der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor
+zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor <milestone unit='line' n='30'/>
+und Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden;
+sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel.
+Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 Doppeljoche;
+die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig
+8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. <milestone unit='line' n='35'/>
+Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den <hi rend="g">Klostergebäuden</hi>
+haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal
+und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MILTENBERG.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck
+die zahlreichen Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das <hi rend="bold">Gasthaus
+zum Riesen</hi> 1590.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh.
+
+
+<pb n='276' id='i285.png'/>
+
+<!-- [P: 276] -->
+
+vollständig umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher
+Quaderbau mit 2 OTürmen. &mdash; <hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> barock.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
+Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz.
+&mdash; Am Wochenmarkt hübsches Rok.-Wohnhaus von dem <milestone unit='line' n='5'/>
+mit <hi rend="italic">Ritter</hi> in Mainz in Verbindung stehenden Lokalmeister
+<hi rend="italic">J. M. Schmidt</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Schöner Renss. <hi rend="bold">Laufbrunnen</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern,
+gut erhaltener Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MILTITZ.</hi> K Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. &mdash; Hübscher
+<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> mit Sandsteinreliefs und Statuetten der
+Stifter 1622.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung <milestone unit='line' n='15'/>
+auf Umbau 1663.
+</p>
+
+<p>
+MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen.
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als
+Ganzes bmkw. &mdash; Viel <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MISTELBACH.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit
+bmkw. Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MISTELFELD.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk.
+Flachgedecktes Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, <milestone unit='line' n='25'/>
+darüber Turm. An der 5achsigen Langseite in der Mitte Tür
+und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei Maßwerkfenster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MITTELDORF.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen
+Kreuzgwbb., etwas schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. <milestone unit='line' n='30'/>
+Apsis. Der WTurm jünger.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MITTELSTREU.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden
+Holzfiguren um 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Karner</hi> mit Fragmenten von Steinplastik der Renss. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MITTWEIDA.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Erneuert nach Brand 1454 durch Meister <hi rend="italic">Arnold
+v. Westfalen</hi> bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit;
+er entspricht zweien Schiffen des als 3sch. Halle angelegten
+Lhs. in der Weise, daß seine Achse auf die südl. Pfeilerreihe <milestone unit='line' n='40'/>
+fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; diese Unregelmäßigkeiten
+von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl.
+Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken
+elegant, der Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache
+WTurm 1516. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit reicher Holzschnitzerei 1661
+
+
+<pb n='277' id='i286.png'/>
+
+<!-- [P: 277] -->
+von <hi rend="italic">Valentin Otto</hi> und <hi rend="italic">Joh. Richter</hi>, beide aus Meißen. <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi>,
+von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen
+der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten;
+gefertigt 1667 von <hi rend="italic">Cl. K. Buchau</hi> in Dresden.
+</p>
+
+<p>
+An einigen Wohnhäusern hübsche <sic>Fr.Renss</sic> Türen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MITTWITZ.</hi> OFranken BA Kronach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1525.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MOGGENBRUNN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp.
+Wasserburg. Der Graben noch erkennbar. Stattliches Portal <milestone unit='line' n='10'/>
+mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16. und 17. Jh. Das Innere im
+17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MOHORN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. &mdash;
+<hi rend="g">Schnitzwerke</hi>: Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten <milestone unit='line' n='15'/>
+A. 15. Jh. Großer <hi rend="g">Altarbau</hi> 1604 von ernster, monumentaler
+Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief.
+Treffliche <hi rend="g">Bildnisreliefs</hi> 1686, 1711.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÖHRA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. <milestone unit='line' n='20'/>
+Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. &mdash; Zahlreiche
+<hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi> 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden,
+die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M. Luthers Stammhaus«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÖLBIS.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1688. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. <hi rend="g">Bosesche <milestone unit='line' n='25'/>
+Grabmäler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Bose) 1714, einfach vornehm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MOLSCHLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Doppelflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1518; im
+Schrein ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit <milestone unit='line' n='30'/>
+6 Szenen aus der Legende des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem
+landschaftlichem Hintergrund. &mdash; Schönes Fragment
+eines zweiten <hi rend="g">Schnitzaltars</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MOLSDORF.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. <milestone unit='line' n='35'/>
+Luxuriöse Innenausstattung. Großer Park.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÖMBRIS.</hi> UFranken BA Alzenau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Grabsteine 1548, 1562.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÖNCHRÖDEN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in <milestone unit='line' n='40'/>
+landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude.
+Das Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung)
+zeigen Reste schmuckreicher Behandlung in der Weise des
+fr. 16. Jh. &mdash; An der <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Unterbau einer rom. Apsis;
+sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl. <reg
+orig='Außen-|wand'>Außenwand</reg>
+<pb n='278' id='i287.png'/>
+<!-- [P: 278] -->
+3 <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> von Äbten 1367, <sic>14..</sic>,
+1474.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MORITZBURG.</hi> K. Sachsen AH Dresden N.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Jagdschloß.</hi> 1542-46 von <hi rend="italic">Hans Dehn-Rotfelser</hi> für Kurfürst
+Moritz; kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="italic">W. C. v. Klengel</hi>; 1722-30 Umbau und Erweiterung durch
+<hi rend="italic">Pöppelmann</hi>. &mdash; Die Anlage des 16. Jh. hatte eine hohe Ringmauer
+im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken
+runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem
+dadurch gebildeten weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter <milestone unit='line' n='10'/>
+rck. Bau (15 : 30 m); erst <hi rend="italic">Buchner</hi> schmückte ihn
+1593 mit den auf älteren Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln.
+<hi rend="italic">Pöppelmann</hi> legte die Hofmauer nieder, vergrößerte
+das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite,
+verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das <milestone unit='line' n='15'/>
+Ganze mit Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere
+Einteilung steht unter dem Zwang des Umbaus. Die Außenwände
+sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch
+(längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht
+der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung <milestone unit='line' n='20'/>
+und der Lage inmitten eines (auch erst von
+<hi rend="italic">Pöppelmann</hi> erweiterten) Waldsees. Im Innern fällt der ungeheure
+Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die
+Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von <hi rend="italic">Joh. Fink</hi>,
+die porzellanene Altarplastik von <hi rend="italic">J. J. Kändler</hi>. Der Schmuck <milestone unit='line' n='25'/>
+der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4 größere
+Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene
+Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, wahrscheinlich
+1602 von <hi rend="italic">Christoph Walther</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fasanerieschloß</hi> 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das <milestone unit='line' n='30'/>
+Hauptschloß. Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des
+französischen Geschmacks; hier die andere Grenze des Rok.
+schon überschritten, gesuchte Einfachheit in spielend antikisierenden
+Formen, daneben chinesische und indianische
+Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig <milestone unit='line' n='35'/>
+für intimste Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÖRSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen,
+sehr hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MOTZLAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 16. Jh., umgebaut 1733. &mdash; Ausstattung gleichzeitig.
+Am <hi rend="g">Hochaltar</hi> 2 auffallend gute Holzstatuen. <hi rend="g">Kruzifix</hi>,
+<hi rend="g">Pietas</hi> und <hi rend="g">Altarreste</hi> spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜCHELN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+Kleine frgot. <hi rend="bold">Templer-(?)K.</hi> Sorgfältige Ausführung in <reg orig='Sand-|stein'>Sandstein</reg><pb n='279' id='i288.png'/><!-- [P: 279] -->.
+1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W
+Empore. Die Rippen auf geschmückten Konsolen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜCHELN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung
+1. H. 18. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale
+in malerischer Gruppierung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜCKENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau.
+Hufeisenanlage in anspruchloser Behandlung. Von dem einst <milestone unit='line' n='10'/>
+reich dekorierten Inneren nur das Treppenhaus erhalten.
+Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte Schloßkap. 1746,
+auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener Porzellan.
+Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit
+Motiven vom Brandenburger Tor in Berlin. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜCKERN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜDESHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes
+Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben <milestone unit='line' n='20'/>
+Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-Kap</hi>. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> in der Richtung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜGELN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein <milestone unit='line' n='25'/>
+bez. 1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das
+4. Joch der Turm eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr
+schmal, Sterngwb. auf 8eck. Pfll. mit konkaven Flächen;
+Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem Maßwerk; Chor 1 Joch
+und 5/8 Schluß. &mdash; <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> mit Halbfiguren <milestone unit='line' n='30'/>
+von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix.
+[<hi rend="g">Flügelaltar</hi> von <hi rend="italic">M. Krodel</hi> 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.]
+Vor der südl. Vorhalle großes prachtvolles
+Gitter bez. 1648. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> des Melchior v. Saalhausen
+† 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller <milestone unit='line' n='35'/>
+Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz
+† 1591 und des Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem
+Marmor für Sophie und Georg Dietrich
+v. Wolframsdorf 1691, 1694.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Ruhetal</hi>. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts <milestone unit='line' n='40'/>
+nachweisbar. Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest.
+entwertet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜGLENZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die <reg orig='ver-|ständnisvolle'>verständnisvolle</reg>
+<pb n='280' id='i289.png'/>
+<!-- [P: 280] -->
+Durchführung eines got. Netzgwb., für jene
+Zeit etwas Unerhörtes.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜHLBECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von einfach rom. Anlage. Rasenstein. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
+und doppelflügeliger <hi rend="g">Altarschrein</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜHLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+Ehemaliges <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern</hi>. Ein südl.
+Ausläufer der märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227,
+die maßgebenden Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen <milestone unit='line' n='10'/>
+1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen 1330-50
+Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders
+der kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis
+1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem
+Chor. Ganze Länge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, <milestone unit='line' n='15'/>
+das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den Qsch.Apsiden die im
+N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten Fenstern),
+oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. Die
+Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14.
+oder 15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte <milestone unit='line' n='20'/>
+Blendnischen, die Kaptt. der Säulchen erneuert (frgot.
+Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen durchgemacht,
+besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die Nonnenempore
+reichte, ist nicht auszumachen. &mdash; Das Äußere in
+guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen <milestone unit='line' n='25'/>
+eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht
+rätselhaft das rom. Portal der SSeite. Die WFassade
+15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch Blendnischen
+(in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und
+auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden <milestone unit='line' n='30'/>
+sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter
+auf der Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539
+eingestürzt). &mdash; Eingreifende Wiederherstellung 1901-06. &mdash;
+Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher
+Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, <milestone unit='line' n='35'/>
+bez. H. G. B. (<hi rend="italic">Heinrich Godechen</hi>), Kanzel 1621. Lange Reihe
+von Grabdenkmälern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl.
+Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig,
+die meisten in geritztem Umriß. Von denen des 16.
+bis 18. Jh. einige leidlich gut. &mdash; <hi rend="g">Klausurgebäude</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen,
+das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W)
+1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgeschoß
+deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um 1500;
+demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz
+
+
+<pb n='281' id='i290.png'/>
+
+<!-- [P: 281] -->
+
+aus sich schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von
+dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und der Kirchenfront
+führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits
+gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten
+schlicht, das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der <milestone unit='line' n='5'/>
+Abtei, aber in einem anderen Muster, einem Flechtwerk aus
+Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in schlichter Fr.Renss.
+nach 1554.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustädter-K</hi>. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert.
+&mdash; Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1525, später in <milestone unit='line' n='10'/>
+Renss.-Rahmen gebracht. Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhof</hi> 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. <hi rend="g">Altargemälde</hi>
+1614.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt
+1535) nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude <milestone unit='line' n='15'/>
+einfachst erneuert. In der Kap. neugot. Altar mit
+guten <hi rend="g">Figuren</hi> des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit
+Maßwerk ähnlich der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich
+aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur der WGiebel dem Jahre <milestone unit='line' n='20'/>
+1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des Geschichtsvereins)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜHLFELD.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Lhs. 1593. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> 1481,
+1611, 1704. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. &mdash; Schöne <hi rend="g">Bildhauerarbeiten</hi>
+des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, <hi rend="g">Bilder</hi>
+aus der Schule <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>(?), <hi rend="g">Grabmal</hi> von <hi rend="italic">Hans Werner</hi>
+1613. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben
+Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 <milestone unit='line' n='35'/>
+im kirchlichen Gebrauch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Blasien</hi>. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen
+Ordens gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der
+vorauszusetzenden rom. Basilika könnte der WBau bis zu
+dem in Höhe von 14,5 m liegenden Rundbogenfries entstammen. <milestone unit='line' n='40'/>
+Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. Von reicher
+und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in Umriß
+und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den
+Einzelheiten verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition
+und Einzelheiten durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in
+
+
+<pb n='282' id='i291.png'/>
+
+<!-- [P: 282] -->
+
+Arnstadt; offenbar dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse
+von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je 6,7 m Höhe.
+Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück.
+am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam
+ist die Verstärkung der Ecken durch Bündel von <milestone unit='line' n='5'/>
+je 3 Runddiensten, die sich mit den kräftigen Gesimsen verkröpfen
+und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels Ringsteinen
+in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur
+des WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen
+Formen hält, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen, <milestone unit='line' n='10'/>
+ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot.
+im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm
+(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot.
+Schmuckformen auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie
+auch die lotrechten Linien gegenüber den wagrechten stärker <milestone unit='line' n='15'/>
+betont sind, worauf schon die veränderte Stockwerkteilung
+hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau erneuert,
+unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit
+quergestelltem Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die
+Ecken starke kreuzförmige Strebepfll. und noch später in der <milestone unit='line' n='20'/>
+Mitte eine formlose Strebemauer. &mdash; Um 1260 die Erneuerung
+der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. Übergangsformen
+mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines basilikalen
+Aufbaus bald verlassen. &mdash; Das Lhs. ist Hallenkirche
+von 5 Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund <milestone unit='line' n='25'/>
+mit 4 alten und 4 jungen Diensten; die Deckplatten rund,
+unter ihnen als Kapt. ein ringsumlaufender Blätterkranz; die
+Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen weiten Fenster 3teilig,
+Maßwerk aus Vier&mdash; und Dreipässen. &mdash; Am Äußern haben
+besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; <milestone unit='line' n='30'/>
+im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes
+Portal, von einem oben abgestutzten Giebel überstiegen;
+darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus einfachen Kreisen.
+An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit Fialenkrönung.
+Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk <milestone unit='line' n='35'/>
+besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen.
+An der nördl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg
+des Portals im Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend
+größer und aus 14 radianten Blättern gebildet; vor dem Giebeldreieck
+freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen kleinere <milestone unit='line' n='40'/>
+Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern
+entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd
+mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas
+monotone Lebhaftigkeit entsteht. Beeinträchtigt werden die
+Proportionen durch die mehr als 1 m hohe Aufschüttung
+
+
+<pb n='283' id='i292.png'/>
+
+<!-- [P: 283] -->
+
+des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. &mdash; Großer
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh. &mdash; Steinerner <hi rend="g">Levitensitz</hi>
+A. 14. Jh. &mdash; Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> E. 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
+1596. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> des Hermann von Heylingen † 1422,
+der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der betende <milestone unit='line' n='5'/>
+Stifter. &mdash; An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes <hi rend="g">Gitter</hi>
+von 1707. &mdash; Unter den <hi rend="g">Altargeräten</hi> der Sakristei
+mehreres bmkw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Marien.</hi> Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
+Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm <milestone unit='line' n='10'/>
+unverstümmelt, im Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau
+mit bar. Oberbau, so daß die Fassade (vor Zerstörung des
+südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. &mdash; Im übrigen ist die
+K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der
+einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange <milestone unit='line' n='15'/>
+Bauzeit schließen. Der Chor 1328 vollendet. &mdash; Hallenkirche
+mit einer für dieses System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung.
+Das Lhs. ist bei 5 Schiffen und 5 Jochen etwas
+breiter als lang (26,3 : 28,4; der Breitenüberschuß fällt auf
+das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die Fluchtlinie der <milestone unit='line' n='20'/>
+Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere Breite
+von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich
+die inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und
+Schluß aus 8 Eck), das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und
+8 Eck-Schluß) fort. Die tief ausgekehlten Pfll. von individueller <milestone unit='line' n='25'/>
+Bildung. Statt der Schlußsteine dienen mehrfach
+tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. &mdash; Dem
+Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung
+der Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem
+Schmuck gesucht. Über jeder Fensterachse ein in Maßwerk <milestone unit='line' n='30'/>
+aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an der Liebfrauen-K.
+in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den Hauptchor;
+hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton,
+vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher,
+als Staffelgiebel ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der <milestone unit='line' n='35'/>
+Profanarchitektur entlehnte Form des Staffelgiebels an den
+Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert als Hauptportal;
+darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein
+Altan.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Ausstattung</hi>. Hauptaltar mit spgot. <hi rend="g">Flügelschrein</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
+in der Mitte Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in
+2 Ordnungen, gemalte Außenflügel, Predella jünger. Dahinter
+<hi rend="g">S. Nikolausaltar</hi> (versetzt). Im nördl. Ssch. 2 gemalte
+<hi rend="g">Triptycha</hi>. Steinerner <hi rend="g">Levitensitz</hi> M. 14. Jh.
+<hi rend="g">Ratsstuhl</hi> 1604. In den Chorfenstern beschädigte <hi rend="g"><reg orig='Glas-|gemälde'>Glasgemälde</reg></hi>
+<pb n='284' id='i292a.png'/>
+<!-- [P:284] -->
+aus 14. Jh. <hi rend="g">Skulpturen</hi>: Der Schmuck des
+Hauptportals in den Münzerischen Unruhen zerstört: An der
+Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach der
+örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit
+Gefolge, die alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen <milestone unit='line' n='5'/>
+hätten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten
+Figuren die Anbetung der h. drei Könige. An der
+Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung.
+&mdash; Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit
+Kirchenmodell. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Jacobi</hi>. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne
+Gwbb. wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732.
+Von Interesse jetzt nur das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete
+Äußere. Die WFassade über ungegliedertem Unterbau
+2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig, gleichzeitig <milestone unit='line' n='15'/>
+die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen
+begleitet sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den
+geraden Seiten des 8Ecks haben. Die in der Mitte einer jeden
+Langseite angeordneten Türen sind mit den Fenstern zusammenkomponiert,
+letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Kiliani</hi>. Unbedeutender Bau des 14. Jh.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Allerheiligen</hi>. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl.
+1 Schiff unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig
+hoher WTurm, unten schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse
+und welsche Haube. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini.
+Jetzt Turnhalle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Barfüßer-K.</hi> Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn
+1232. 1sch. Rck. von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem
+wenig eingezogenem Chor; also Typus der reinen Predigtkirche. <milestone unit='line' n='30'/>
+Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier auch die 3 Türen.
+Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck.
+75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk
+und ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt
+Packhof. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Prediger-K.</hi> beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch.
+10 Joch lange Hallenkirche.]
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> Ganz kunstlos; jetzt Magazin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Petri.</hi> E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem
+Chor, jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst <milestone unit='line' n='40'/>
+entstellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Georg</hi>. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger
+Quaderbau mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen
+3 an der östl. Schlußwand. Die an beiden Langseiten angeordneten
+Türen mit den Fenstern zusammengezogen, in <reg orig='ein-|facherer'>einfacherer</reg>
+<pb n='285' id='i292b.png'/>
+<!-- [P:285] -->
+Fassung das Motiv der Jakobi-K. &mdash; Angebaut eine
+6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Martini.</hi> Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem
+aus dem 6Eck geschlossenem Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Nikolai.</hi> Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere <milestone unit='line' n='5'/>
+verbaut, jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht.
+Der im südl. Chorwinkel stehende Turm im Unterbau romanisierend
+frgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus.</hi> Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten.
+Die Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung.</hi> Erhebliche Teile erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜLLERDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert
+zwei »heidnische Götterbilder« (??).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜNCHAURACH.</hi> OFranken BA Höchstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf
+unverjüngten Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster.
+Schlichtes WPortal. Chor spgot. Turm am
+NEnde des Qsch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜNCHENBERNSDORF.</hi> Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 2 <hi rend="g">Altarflügel</hi> von <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi> aus
+Saalfeld 1503. &mdash; Typische <hi rend="bold">Wasserburg</hi> aus 2. H. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜNCHENGOSSERSTÄDT.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom.,
+Lhs. 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜNCHENLOHRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.
+</p>
+<p>
+Ehemalige <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf
+normal kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei
+Doppeljoche. Die Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll.
+Die Pfeilerbasen mit kräftigem attischem Profil; die Kämpfer <milestone unit='line' n='30'/>
+teils mit demselben, teils mit Blatt- und Rankenwerk geschmückt.
+Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh.
+Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte
+des Lhs. wird von einer Nonnenempore eingenommen; sie
+ruht auf gewölbter Halle von 2 Schiffen und 4 Jochen. Die <milestone unit='line' n='35'/>
+Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und stark ausgebildete
+Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne
+3/4 Sll.; dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme
+mit Glockenhaus über der Empore) war zerstört, jetzt erneuert.
+(Grundmauern eines älteren WChors.) <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜNNERSTADT.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh.
+neu aufgebaut, erhalten blieben der rom. WTurm und der
+spgot. Chor. Das rom. Portal führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb.
+Im ersten Geschoß ehemals Kap., die sich im <reg orig='Rund-|bg.'>Rundbg.</reg>
+<pb n='286' id='i293.png'/>
+<!-- [P: 286] -->
+gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck
+um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen.
+Geschiefertes Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. &mdash; Im Neubau
+der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff
+(erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der durch den <milestone unit='line' n='5'/>
+got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der flachgedeckten
+Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries
+mit den alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte
+rundbg. Arkaden, von W nach O in der Öffnungsweite
+abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem <milestone unit='line' n='10'/>
+Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
+WEmpore aus der Juliuszeit. &mdash; Der spgot. Chor (1+5/8) am
+Anschluß an das Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten
+Türmen (völlig ausgeführt nur der im SO). &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen <milestone unit='line' n='15'/>
+Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar,
+Frühwerke <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; die Flügelreliefs jetzt
+auf der Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener
+Nat.-Mus. Ferner enthält der Altar ein interessantes
+Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg erstanden) <milestone unit='line' n='20'/>
+und ein großes Hochrelief, <hi rend="g">Kreuzigung</hi>, wohl mit Recht
+<hi rend="italic">Veit Stoß</hi> zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter
+Charakteristik. Als <hi rend="g">Flügel</hi> des <hi rend="italic">Stoß</hi>schen Altarwerks, ja
+sogar als eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von
+H. Weizsäcker) die 4 jetzt im Chor hängenden Tafeln in <milestone unit='line' n='25'/>
+Anspruch genommen. &mdash; <hi rend="g">Einzelne Schnitzbilder</hi>
+von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner <hi rend="g">Salvator
+und 12 Apostel</hi> aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben
+bemalt. &mdash; An der SSeite des WTurms Kap. von
+1428 mit großem rohem <hi rend="g">Ölberg</hi>, einem <hi rend="g">Heiligen <milestone unit='line' n='30'/>
+Grab</hi>, einer <hi rend="g">Messe des h. Gregor</hi>, verdorbenen
+<hi rend="g">Epitaphen</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Markt-Kap.</hi> Einfacher Bau von 1410.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur
+nichtssagend, die Dekoration wird allein durch die sehr großen <milestone unit='line' n='35'/>
+und vordringlichen Mobilien bewirkt. &mdash; <hi rend="g">Deckenbilder</hi>
+von <hi rend="italic">Joh. Anwander</hi>. Reicher <hi rend="g">Schatz</hi> des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Aula</hi> im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh.
+von <hi rend="italic">Zeni</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> mit interessanten Turmanlagen, an zweien <milestone unit='line' n='40'/>
+Steinmadonnen aus E. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rentamt</hi> (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau,
+im Hof großer Erker 1671 und Portal 1611 von <hi rend="italic">Julius Ernes</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜNSTERSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benediktinerabtei</hi>. Die Gründung wird auf Karl d. Gr.
+
+
+<pb n='287' id='i294.png'/>
+
+<!-- [P: 287] -->
+
+zurückgeführt. Großartiger Neubau durch <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>
+1727-1743, eine seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die
+Innenausstattung von den ersten Künstlern der Zeit. Nach
+Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil weder Staat
+noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten <milestone unit='line' n='5'/>
+haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus
+der Zeit vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700
+Torhaus. Von <hi rend="italic">Neumann</hi> ein kleiner 2geschossiger Bau der
+SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. &mdash; Mainbrücke
+mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata <milestone unit='line' n='10'/>
+um 1750.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MUPPERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22
+umfangreiche Rest. und Erweiterung. &mdash; Prunkvolle <hi rend="g">Moseskanzel</hi>.
+&mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des Hans von <milestone unit='line' n='15'/>
+Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit
+ausgezeichnet. &mdash; Reste von ma. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MÜRSBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. &mdash; Gute spbar.
+<hi rend="g">Einrichtung</hi>. &mdash; <hi rend="g">Renss. Epitaphien</hi> um M. 16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-Kap.</hi> Spgot. um 1516. Gute spgot. <hi rend="g">Ho1zfiguren</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorf <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MUTZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil <milestone unit='line' n='25'/>
+aus einer stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot.
+Chor; der Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>MYLAU.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden
+Bergfried mit hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung <milestone unit='line' n='30'/>
+aus der Zeit Kaiser Karls IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die
+Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. Jh.), umgebaut
+unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>N</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NÄGELSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Untere K.</hi> Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende.
+In sehr verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit
+Zentralturm, schlicht romanisierend frgot. Detail.
+</p>
+
+<p>
+2 überdachte <hi rend="bold">Brunnen</hi> 1660 und 1568.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NANKENDORF.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. &mdash; Von dem
+
+
+<pb n='288' id='i295.png'/>
+
+<!-- [P: 288] -->
+
+ehem. spgot. Hochaltar 2 schöne <hi rend="g">Reliefflügel</hi> erhalten. &mdash;
+Spuren ehem. Befestigung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NASSWANG.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Ökonomiegebäude</hi> des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich
+die zentrische Anlage. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUENDORF.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig
+aufwandreich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Treffliche <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1580, in rein archit. <milestone unit='line' n='10'/>
+Formen, ohne figürl. Beiwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUHAIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß
+12. Jh. &mdash; Hübscher kleiner <hi rend="g">Altar</hi> aus A. 16. Jh.,
+im Schrein Anna selbdritt, die Flügel beiderseits mit tüchtiger <milestone unit='line' n='15'/>
+Malerei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUMBURG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm.
+Die Gwbb. in Holz erneuert. &mdash; Der 1866 verzeichnete Flügelaltar
+nicht mehr vorhanden. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUMBURG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dom SS. Peter und Paul.</hi> Sprom. und frgot. Hauptmasse
+1. H. 13. Jh. Für Thüringen das Hauptwerk der schönsten
+Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf. Gwb.-Basilika mit doppeltem
+Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne Zentralturm. <milestone unit='line' n='25'/>
+Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert
+auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen,
+eine regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca.
+46 m L., die Gestaltung des WBaus ungewiß. Der Neubau
+begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter dem OQuadrum <milestone unit='line' n='30'/>
+liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen
+am Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit
+facettierten oder geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse.
+Die Vorkrypta unter der Vierung um 1220 oder noch
+später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen schlanken quadr. <milestone unit='line' n='35'/>
+Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles Blattwerk.
+Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht
+der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die
+Formen ähnlich denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu
+den schönsten des Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem <milestone unit='line' n='40'/>
+mit Schlußsteinen (nur einer, Löwenkopf mit hängender Zunge,
+erhalten).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Oberkirche, romanische Teile</hi>. Sie umfassen
+den ganzen Dom mit Ausnahme der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten
+fehlen fast ganz. Der Formcharakter deutet durch
+
+
+<pb n='289' id='i296.png'/>
+
+<!-- [P: 289] -->
+
+seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig kurze Bauzeit;
+sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard (1207-42).
+1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung
+schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In
+letzterem erkennt man nach Vollendung des ersten Doppeljochs <milestone unit='line' n='5'/>
+(von O gerechnet) eine kurze Pause. Erst in den folgenden
+Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein. Innerhalb
+des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen
+Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg
+sind vorhanden, aber vom got. Element wird nur zurückhaltend <milestone unit='line' n='10'/>
+Gebrauch gemacht. Die Gesamtanlage erinnert am
+meisten an Bamberg, ebenso das innere System, jedoch in den
+Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in
+gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine
+Diagonalrippen (diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte <milestone unit='line' n='15'/>
+Schlußsteine, Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu
+Magdeburg, Chorumgang, und öfters in Westfalen). Gerader,
+mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in Stärke von 50 cm. &mdash;
+Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr.
+(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit <milestone unit='line' n='20'/>
+vorgelegten 3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln;
+die Vorlagen steigen ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb.
+auf, wo sich die Kämpfer mit einem durchlaufenden Gesims
+verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage abzüglich
+der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk <milestone unit='line' n='25'/>
+ohne gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des
+Magdeburger Chorumgangs zusammengehend. Die Fenster
+des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in den Arkadenachsen.
+Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der
+Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden <milestone unit='line' n='30'/>
+Lagerfugen. Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm
+und streng; an der NWand Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben
+wurde. &mdash; <hi rend="g">Hauptportal</hi> am südl. Qsch. in einer
+dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das
+Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer <milestone unit='line' n='35'/>
+dem Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im
+Innern des Altarhauses 2 <hi rend="g">Türen</hi> (zu den Turmtreppen) mit
+auserlesen schöner Blattwerkfüllung der Bogenfelder im Stil
+der Krypta.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Die Türme</hi>. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe <milestone unit='line' n='40'/>
+des (um sie herumgeführten) Dachgesimses von Chor und
+Qsch., dann 8seitig; schon in rom. Zeit, dann noch einmal in
+got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der ursp. Gestalt gibt
+die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in Freiburg
+a. U.) &mdash; Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode, <reg orig='weiter-|geführt'>weitergeführt</reg>
+<pb n='290' id='i297.png'/>
+<!-- [P: 290] -->
+um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme;
+doch kam nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb
+ganz liegen (erst 1894 ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit
+2 weiteren Geschossen versehen, die sich im Motiv an das erste
+anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor eine <milestone unit='line' n='5'/>
+Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer
+verdeckt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Die Chöre</hi>. a) <hi rend="g">Der westliche</hi>. Obgleich zeitlich dem
+Hauptbau unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach
+1270), macht er stilistisch einen großen Sprung in die gereifte <milestone unit='line' n='10'/>
+Gotik. Vorderteil Quadr. mit 6teiligem Gwb., Schluß aus
+5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch breiten, gegliederten
+Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen einfach
+abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus
+2 Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste <milestone unit='line' n='15'/>
+Platte. Höchst eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen
+von besonders glänzender Wirkung die Wanddekoration
+über dem Chorgestühl: unten eine tiefnischige
+Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die
+vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk <milestone unit='line' n='20'/>
+der jüngsten Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer
+Schönheit, jedoch die Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite,
+von der Wand als Laufgang sich absetzende Kleinbogenstellung;
+auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste gesetzt,
+Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt <milestone unit='line' n='25'/>
+der Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims
+Fortsetzung des Laufgangs und der Standbilder. Das
+Äußere in knappen Formen; reicher nur das in der Kehle mit
+überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und die
+originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach <milestone unit='line' n='30'/>
+gehaltenen Strebepfll. &mdash; b) <hi rend="g">Ostchor</hi>. Schmal rck. Vorderjoch
+und Schluß aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der
+Mittelachse (frühestes Beispiel für diese erst in der Spätgotik
+häufiger vorkommende Abweichung von der Regel). In den
+Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert; andere, <milestone unit='line' n='35'/>
+namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel
+einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen
+und Baldachine an den Wanddiensten deuten auf beabsichtigte,
+jedoch nicht zur Ausführung gekommene Statuen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Die Lettner</hi>. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der <milestone unit='line' n='40'/>
+Vorkrypta, an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von
+3 Jochen, Kreuzgwbb. auf Bündelpfll., tragen die Bühne. Die
+Rückwand hat in der Mitte den Laienaltar, zu dessen Seiten
+2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte Stufen hinaufführen;
+aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne; gegen
+
+
+<pb n='291' id='i298.png'/>
+
+<!-- [P: 291] -->
+
+Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur
+Krypta aus den Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel
+eines ausgebildeten Lettners von besonderem Interesse. &mdash;
+WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig. Die Anlage unterscheidet
+sich von der des östl. dadurch, daß der Chor keine <milestone unit='line' n='5'/>
+Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher
+liegt, als das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene
+Bühne. Durchgang in der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen.
+Die Verbindung von Architektur, Ornament und
+figürlicher Plastik ist eine dekorative Meisterleistung höchsten <milestone unit='line' n='10'/>
+Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum Vollendetsten,
+was Deutschland in dieser Art besitzt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Monumentale Skulpturen</hi>: a) <hi rend="g">Am rom. Bau</hi>.
+Tympanon am Portal des südl. Qsch. Christus stehend mit
+segnender Geberde, in der von 2 Engeln getragenen Mandelglorie; <milestone unit='line' n='15'/>
+die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief; gut in
+den Raum komponiert; Formen naturlos. &mdash; In der Erdgeschoß-Kap.
+des NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot.
+Konsole; von einem mäßig begabten Mann aus dem Kreise
+der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach Bamberger <milestone unit='line' n='20'/>
+Muster ausführten. &mdash; b) <hi rend="g">Am WChor</hi>. Mit der architektonischen
+Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig
+ausgeführt, mit den Säulenbündeln aus einem Block.
+Dargestellt sind in 12 Standbildern die Stifter und Wohltäter
+der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 Wettiner mit <milestone unit='line' n='25'/>
+ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus
+im Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt
+wurde, gehörte selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge
+ist, an der SWand begonnen: 1. Gerburg, 2. Konrad (Gesicht
+und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und Regelindis, <milestone unit='line' n='30'/>
+5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III. angeklagt,
+im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes
+occisus«), 6. Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und
+Uta, 11. Gepa, als Witwe geschildert; nach anderer Deutung
+Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12. Dietrich. Werkstoff: <milestone unit='line' n='35'/>
+grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals wiederholt,
+zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile &mdash;
+Augen, Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen &mdash; mit
+dünner Lasurfarbe hervorgehoben. Die Tracht ist genau die
+zeitgenössische, Loden und Leder ihr Material. Der Künstler <milestone unit='line' n='40'/>
+hat alles Konventionelle abgestreift; er steht der Natur mit
+offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer
+Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen
+Schulung seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit
+unbefangener statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese
+
+
+<pb n='292' id='i299.png'/>
+
+<!-- [P: 292] -->
+
+Gestalten sind nicht Porträts, aber sie könnten dafür gelten.
+Sehr merkwürdig an einigen von ihnen, besonders am »comes
+occisus« und der ihm zunächst stehenden, der Ausdruck momentaner
+Gemütsbewegung. &mdash; c)<hi rend='g'>Am WLettner</hi>. Die Balustradenreliefs
+stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme, <milestone unit='line' n='5'/>
+Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung
+(die beiden letzten Felder 1734 von einem Stümper
+ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte Fragmente). Das
+Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede Platte
+bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein <milestone unit='line' n='10'/>
+Werk des Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit;
+jene um 1250-60 begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung
+von unerhörter Selbständigkeit gegenüber der Tradition;
+der Realismus der Form noch ungeschminkter; Charaktere
+und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der Schilderung, <milestone unit='line' n='15'/>
+die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte
+Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen
+zugedeckt. Die an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der
+Lettnertür, angebrachte <hi rend='g'>Kreuzgruppe</hi> zeigt die letzte
+Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden des Hauptmeisters. <milestone unit='line' n='20'/>
+Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem
+Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung!
+Bei Maria und Johannes das Pathos bis zu greller
+Heftigkeit gesteigert, selbst die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. &mdash;
+Von einem andersgestimmten Schüler des Hauptmeisters <milestone unit='line' n='25'/>
+der <hi rend='g'>Diakon</hi> mit Lesepult, ursp. wohl im Chor,
+jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow
+vorgeschlagene Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). &mdash;
+Im OChor Türbogenfeld mit <hi rend='g'>Weltenrichter</hi> zwischen
+Maria und Johannes dem Täufer; durch den unvollendeten <milestone unit='line' n='30'/>
+Zustand für das Technische von besonderem Interesse; Komposition
+und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe
+am OPortal des Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger
+Meister zugeschrieben werden muß; das Naumburger
+Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird also <milestone unit='line' n='35'/>
+nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen
+in Arbeit genommen sein. &mdash; Ebenfalls aus der Schule
+des Lettnermeisters das <hi rend='g'>Brustbild Johannes des
+Täufers</hi> über der Tür der Johanneskap. im Domkirchhof. &mdash;
+<hi rend='g'>Altäre</hi>. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt. <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Hauptaltar</hi>; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in
+wunderlicher Stilmischung. &mdash; Auf dem Nebenaltar im letzten
+Joch des südl. Ssch. <hi rend='g'>steinernes Retabulum</hi> mit
+Crucifixus und vier Frauen, um 1350. &mdash; Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltäre</hi>
+in der Krypta ohne Bedeutung. &mdash; Reste von 3 oder
+
+
+<pb n='293' id='i300.png'/>
+
+<!-- [P:293] -->
+
+4 <hi rend='g'>Tafelaltären</hi> aus der Werkstatt <hi rend='italic'>Cranachs</hi> im Dom
+zerstreut. Der Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber
+in schlechtem Erhaltungszustand.</p>
+<p>
+<hi rend="g">Gestühl</hi>: a) <hi rend="g">Im OChor</hi>: schöner frgot. Viersitz, spgot.
+ihm gegenüber ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und <milestone unit='line' n='5'/>
+Dreisitz am Lettner. b) <hi rend="g">Im WChor</hi>: Stuhlwerk bez.
+1516. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von 1466 jetzt in der Johannis-Kap.</p>
+<p>
+<hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben:
+Im OChor Hochreliefplatte eines unbekannten
+Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des Kirchengründers Hildeward, <milestone unit='line' n='10'/>
+ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein der beste,
+nachher sinkt der Durchschnittswert. &mdash; Im südl. Ssch. Grabstein
+Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie
+der Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck
+† 1576, bez. <hi rend='italic'>M. S.</hi>; Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein <milestone unit='line' n='15'/>
+des Domherrn Schleinitz um 1520, eines der besten im
+Dom erhaltenen Stücke. &mdash; Im nördl. Ssch. Bronzemedaillon
+für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. <hi rend='italic'>H. K.</hi>
+&mdash; Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406
+(von derselben Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung <milestone unit='line' n='20'/>
+an die Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein
+Bischof v. Goch † 1422; Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492;
+Bronzebildnis (in Stein eingelassen) des A. v. Könritz 1496;
+gravierte Platte des Bischofs Dietrich III. von Bocksdorf
+† 1466, aus der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Werkstatt, wohl Jugendwerk <milestone unit='line' n='25'/>
+Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer sächsisch-thüringischen.
+&mdash; In der Vorhalle <hi rend='g'>Marmordenkmäler</hi> der
+Maria v. Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich
+v. Marschall 1771.</p>
+<p>
+<hi rend='g'>Glasgemälde</hi>. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der <milestone unit='line' n='30'/>
+Erbauungszeit (?), im OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen
+von ursp. 8 zusammengesetzt). &mdash; 2 <hi rend='g'>Teppiche</hi> aus 16. Jh.,
+einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der Schleinitz
+(wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). &mdash; 8 <hi rend='g'>Meßbücher</hi>
+aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend='g'>Klausur</hi>. Ursp. für die NSeite des Doms beabsichtigt,
+wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die für diesen bestimmte
+Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor 1228
+an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt
+um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Domkirchhof</hi> mit manchen der Beachtung nicht unwerten
+Denkmälern des 16. Jh.</p>
+<p>
+<hi rend='g'>Dreikönigs-Kap.</hi> 1416, Untergeschoß älter, das Ganze
+sehr verwahrlost. An der Außenwand bmkw. gleichzeitige
+Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen.
+</p>
+
+
+<pb n='294' id='i301.png'/>
+
+<!-- [P: 294] -->
+
+<p>
+<hi rend='g'>Dompfarr-K. S. Marien</hi>. Nur der Chor erhalten;
+1343; bmkw. die großenteils nach innen gezogenen Strebepfll.
+sowie geringe rom. Mauerreste des Schiffs.</p>
+<p>
+<hi rend='g'>Johannis-Kap.</hi> Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von
+3 Gwb.Jochen. Das Detail zierlich und geistreich im Stil des <milestone unit='line' n='5'/>
+WChors.</p>
+<p>
+<hi rend='g'>Domherrenkurien</hi>, a) Ägidienkurie; der vom rom.
+Bau (ca. 1200-1210) erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich
+am Erkerchor; giebelförmige Umbildung des Bg.Frieses;
+der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel; originelle Überführung <milestone unit='line' n='10'/>
+aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot.
+Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in
+Zeitz).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Moritz-K.</hi> Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen
+Klst. Die jetzige K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die <milestone unit='line' n='15'/>
+neue Ausstattung 1705-21 wurde durch die Rest. 1875 entfernt.
+&mdash; Ein im Innern und Äußern gleich einfacher Bau.
+Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der
+langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur
+durch einen Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, <milestone unit='line' n='20'/>
+alles unter einem Dach. Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme
+gehen auf rom. Anlage zurück.</p>
+<p>
+Großer <hi rend='g'>Crucifixus</hi> aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger
+Typus in vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend
+in seiner heroischen Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit <milestone unit='line' n='25'/>
+eigentümlich barocker Häufung der Gewandmotive, kaum von
+derselben Hand. &mdash; Verdorbener <hi rend='g'>Ölberg</hi> (? 13. Jh.). &mdash;
+Trümmer sp. ma. <hi rend='g'>Altarplastik</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>
+ohne höheren Wert; archäologisch von Interesse der
+giebelförmig abschließende, jedoch mit umlaufender Inschrift <milestone unit='line' n='30'/>
+versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin † 1125,
+ausgeführt etwa E. 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Wenzel.</hi> Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden
+Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen.
+1411-73 die östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt <milestone unit='line' n='35'/>
+sie einen normal angelegten, langgestreckten 1sch. Chor mit
+5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen, zu beiden Seiten
+2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen
+(das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite);
+ob die jetzige Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 <milestone unit='line' n='40'/>
+getroffen wurde, ist zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die
+Rücksicht auf die an dem Choreingang angeordnete Kanzel.
+Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen und polygonalem,
+einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl. Abschluß
+(1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu
+<pb n='295' id='i302.png'/>
+<!-- [P: 295] -->
+einem Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt.
+Das Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief.
+Die Decken flach, in letzter Gestalt 1724. Bei bedeutender
+Höhe ist der Raumeindruck ein sehr eigentümlicher. Am
+Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit viel <milestone unit='line' n='5'/>
+eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer Gesamtwirkung;
+die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen
+die 3 Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der
+nördl. ausgeführt. Um 1600 baute <hi rend="italic">K. Steiner</hi> das Obergeschoß
+der Sakristei in gut verstandenen got. Formen, gleichzeitig die <milestone unit='line' n='10'/>
+Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma. <hi rend="g">Altären</hi>
+nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die
+Kindlein zu mir kommen« 1529 von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>, eine der
+besten Arbeiten seiner späteren Zeit; Anbetung der drei
+Könige 1522, Frühbild <hi rend="italic">Cranachs</hi>? Heilige Nacht von <hi rend="italic">Barth. <milestone unit='line' n='15'/>
+Spranger</hi>, A. 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> riesiges Schreinerwerk
+von 1680 mit Gemälde von <hi rend="italic">Hermes</hi> in Dresden. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
+um 1740. &mdash; Messingenes <hi rend="g">Taufbecken</hi> 1441, am 6seitigen
+Kessel Reliefs, Fuß neu. &mdash; Von historischem Interesse der
+<hi rend="g">Grabstein</hi> des Pagen Gustav Adolfs, Augustus v. Leubelfing <milestone unit='line' n='20'/>
+&mdash; Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630,
+u.a. Standbild der Caritas. &mdash; Im <hi rend="g">Schatz</hi> gute Arbeiten
+des Ratsgoldschmiedes <hi rend="italic">Krugelstein</hi> 1680.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Othmar.</hi> 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender,
+gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in <milestone unit='line' n='25'/>
+2 Jochen 3sch., der westl. mit flacher Holzdecke; der erst
+quadr., dann 8eck. Turm über dem Altarhaus. Architekturformen
+und Ausstattung sehr schlicht. &mdash; Aus älterer Zeit,
+ca. 1520, ein guter 3flügeliger <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. &mdash; Im
+SFenster des Altarhauses <hi rend="g">Glasgemälde</hi> 1539. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Marien.</hi> 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem
+Spiegelgwb. aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde.
+Das Äußere nüchternster Art.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wenzelskirchhof.</hi> Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse,
+z. B. das des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke <milestone unit='line' n='35'/>
+links vom Eingang.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube,
+1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront
+hat 3 Geschosse, am hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert
+mit blinden verschränkten Kielbgg. in trockenster Spätgotik, <milestone unit='line' n='40'/>
+aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen seltene Technik) und
+wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen in
+feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal,
+dessen Stuckdecke jedoch 1655. &mdash; <hi rend="g">Trinkhorn</hi> etwa
+M. 14. Jh. mit schönem Lederfutteral.
+</p>
+
+
+<pb n='296' id='i303.png'/>
+
+<!-- [P: 296] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517
+und 1532 durch Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten,
+jedoch nichts eigentlich Hervorragendes darunter. &mdash; <hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>
+mit S. Wenzelstatue 1579.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das <milestone unit='line' n='5'/>
+Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am <corr sic='JenaerTor'>Jenaer Tor</corr>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten
+Gewände je 2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack,
+dessen Spitzen in Dreiblätter ausgehen, kannelierten Schaften; <milestone unit='line' n='10'/>
+das Tympanon in 2 Quadranten geteilt, Rosetten und freies
+Randornament.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung
+aus Renovation 1737. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Grabmäler</hi> des <milestone unit='line' n='15'/>
+16.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus
+der ersten Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen.
+&mdash; Reichhaltige <hi rend="g">Porträtgalerie</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NAUSTADT.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem
+Chor und 5/8 Schluß. &mdash; <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> um 1600,
+heiter und vornehm; Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. &mdash;
+<hi rend="g">Sandstein-Wandgrab</hi> des A. v. Miltitz † 1629,
+prächtige und gute Arbeit. &mdash; Ein <hi rend="g">anderes in Marmor</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+von <hi rend="italic">J. J. Kändler</hi>, dem berühmten Porzellanformer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEBELSCHITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+Vornehme bar. <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern.
+Der interessante Plan angeblich von <hi rend="italic">Gaetano Chiaveri</hi>, dem Erbauer
+der kath. Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die <milestone unit='line' n='30'/>
+halbrunden Abschlüsse im O und W. Im Innern gut organisierte
+Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung steht nicht
+auf der Höhe der Architektur. <hi rend="g">Gemälde</hi> des Hochaltars
+von <hi rend="italic">Palko</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEBRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm
+mit reichem Portal, im <hi rend="g">Bogenfeld</hi> S. Georgs Kampf mit
+dem Drachen. Das Schiff nach Brand 1666 dürftig hergestellt.
+Ansehnliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1670, 1678 bez. <hi rend="italic">C. P.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEIDECK.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> bedeutend, zerstört 1553.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEMMERSDORF.</hi> OFranken BA Berneck.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W.
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> A. 16. Jh., schlicht.
+</p>
+
+
+<pb n='297' id='i304.png'/>
+
+<!-- [P: 297] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NENKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage.
+&mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen
+Flügeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NENNSDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines
+Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NENTERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm <milestone unit='line' n='10'/>
+so verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb
+vor- und halb einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K.
+ein originelles Ansehen gewinnt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NESCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
+Bmkw. <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> nach 1600. Ein zweiter in der
+Sakristei. Menge von <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Altes Schloß</hi> 1723 für den österreichischen General Herzog
+Ludwig v. Teck. Französischer <hi rend="g">Park</hi> mit viel und guter
+<hi rend="g">Sandsteinplastik</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neues Schloß</hi> 1766-75 für W. v. Riesch von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>
+aus Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig,
+von sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale,
+zur Hälfte aus der Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält
+2 Treppenarme mit Podest. In derselben Achse nach der <milestone unit='line' n='25'/>
+andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit wenigen Nebenzimmern,
+unten eine Halle, deren Langseiten in jon. Säulenstellungen
+aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu
+den langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die
+300 Bäume fassende <hi rend="g">Orangerie</hi> enthielten; die reizenden <milestone unit='line' n='30'/>
+Wandbrunnen in der Art <hi rend="italic">Gottfr. Knöfflers</hi>. Die Formbehandlung
+des Äußeren im Übergang zum Klassizismus, ohne
+Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. &mdash; Der
+neuere <hi rend="g">Park</hi> im englischen Geschmack. Springbrunnen:
+Delphin mit reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten <milestone unit='line' n='35'/>
+behagliches Jagdhäuschen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NESSELRÖDEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der
+Front, 1592.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NETRA.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus
+diente. Epitaph v. Baumburg 1600. &mdash; <hi rend="g">Schloß</hi> aus Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NETZSCHKAU.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> modern. Von einem großen und bedeutenden <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+von 1659 nur die Predella erhalten, elegante <reg orig='Alabaster-|arbeit'>Alabasterarbeit</reg>
+<pb n='298' id='i305.png'/>
+<!-- [P: 298] -->
+wahrscheinlich von <hi rend="italic">Joh. Heinr. Böhm d. Ä.</hi>, die Komposition
+dem <hi rend="italic">Cranach</hi>schen Altar in der Stadt-K. zu Schneeberg
+entnommen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg.
+geschlossen, ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant <milestone unit='line' n='5'/>
+spgot. Tür derselben Zeit zuzuschreiben, ist kaum möglich.
+Der große Saal des obersten Geschosses mit mächtiger Balkendecke
+erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes <hi rend="g">Porträt</hi>
+Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUBRUNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. &mdash;
+Mehrere bmkw. <hi rend="g">Häuser</hi> in Fachwerk. (Die Datierung des
+ältesten auf 1400 muß Zweifeln begegnen.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUDROSSENFELD.</hi> OFranken BA Berneck.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit <milestone unit='line' n='15'/>
+(ca. 1760); Stuckaturen von <hi rend="italic">G. B. Petrozzi</hi>, Malerei
+von <hi rend="italic">J. M. Wolker</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst. Andreasberg</hi>. Die Kirche aus rom. Zeit
+(Weihedatum zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. <milestone unit='line' n='20'/>
+Apsis, Triumphbg. und Teil des Qsch., Krypta mit gurtenlosen
+Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen ohne Eckblätter.
+Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen Teile
+der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine
+von Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten <milestone unit='line' n='25'/>
+wieder rom. Formen auf. &mdash; <hi rend="g">Klostergebäude</hi>. im
+Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUENGÖNNA</hi> bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> in der Art des <hi rend="italic">V. Lendenstreich</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus Ma., 1639 erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher Saalbau 1738. &mdash; <hi rend="g">Kanzelaltar</hi> 1753, von
+Gebr. <hi rend="italic">Herzog</hi>, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSHAUS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1591-95 noch stark gotisierend. &mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi>
+des Hans Gottsmann † 1611 und seiner
+Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung, vielleicht
+aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche
+Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. <milestone unit='line' n='40'/>
+wohl zu Füßen des großen <hi rend="g">Epitaphs</hi> im Chor; dieses aus
+Alabaster; der architektonische Aufbau vortrefflich, weniger
+die figürliche Plastik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUHOF.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+</p>
+
+
+<pb n='299' id='i306.png'/>
+
+<!-- [P: 299] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof,
+4 Ecktürme.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUHOF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die
+Gwbb. im Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, <milestone unit='line' n='5'/>
+ein Rundturm mit Wendeltreppe. Umbau 1866.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUHÜTTEN.</hi> UFranken BA Lohr.
+</p><p>
+In der unscheinbaren <hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> eine wertvolle rom. <hi rend="g">Kreuzpartikel</hi>
+des 11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz,
+Fuß sp. 18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolaus.</hi> 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche
+von 3 Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter
+Polygonalchor. Im Chor und Msch. <hi rend="g">Wandmalereien</hi>,
+kolossaler S. Christoph u. a. m. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
+</p><p>
+Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß
+der kreuzgewölbte Chor. &mdash; <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
+1560, <hi rend="g">Taufstein</hi> 1588 von Meister <hi rend="italic">Henthoos</hi>. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>
+A. 16. Jh. &mdash; Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß und <milestone unit='line' n='20'/>
+hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei
+Tür mit rom. Beschlägen wiederverwendet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung
+durch die Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUMARK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K.
+mit Chorturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUMARK.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem <milestone unit='line' n='30'/>
+Kirchboden spgot. <hi rend="g">Triumphkreuz</hi> und <hi rend="g">Glasgemälde</hi>
+von 1489.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von
+<hi rend="g">Familienporträts</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUNHOFEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor;
+der letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen
+reich dekoriert. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Altarwerke</hi> 1487, 1519.
+Das erstere vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. &mdash; Außen
+<hi rend="g">Gedenktafeln</hi> von 1367, Sandsteinreliefs. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUNKIRCHEN A. BR.</hi> OFranken BA Forchheim.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch
+2sch., d. i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und
+niedrigeres nördl. Ssch. mit Rippengwbb. Im W Turm aus
+13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die 8seitigen <reg orig='Ober-|geschosse'>Obergeschosse</reg>
+<pb n='300' id='i307.png'/>
+<!-- [P: 300] -->
+spgot. &mdash; Im Innern <hi rend="g">Steinfigg.</hi> der hh. 3 Könige
+und der h. Jungfrau um 1400; <hi rend="g">Marientod</hi>, derbes Holzrelief
+um 1500; <hi rend="g">Marienstatue</hi> des Nebenaltars um 1500.
+<hi rend="g">Grabsteine</hi> 14. und 15. Jh., darunter ein kniender
+Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor 1459. <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Epitaph</hi> mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen,
+feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. <hi rend="g">Epitaphe</hi> Buttenberg
+1600, Stauffenberg 1698. Zahlreiche <hi rend="g">Gemälde</hi> 16. Jh.,
+darunter Übertragungen des Dürerschen Marienlebens. Außen
+<hi rend="g">Ölberg</hi> roher Art. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">H. Grab-Kap</hi>. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1718, unbedeutend. &mdash; <hi rend="bold">Stadttore</hi> E. 15. bis E. 16. Jh.,
+z. T. mit schönen Wappensteinen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSALZA.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtanlage</hi> und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem
+Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEU-SCHÖNFELS.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf
+er in das Datum 1524 eingeschlossen werden? <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSES.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht
+noch aus rom. Zeit. Umbau 1785.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1723. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, bez. 1515, in der Bemalung <milestone unit='line' n='25'/>
+gut erhalten, irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben,
+eher Arbeiten eines Schnitzers, der flüchtig durch <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
+Werkstatt gegangen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSORGE.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage <milestone unit='line' n='30'/>
+in Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative
+<hi rend="g">Skulpturen</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch.,
+welches bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen <milestone unit='line' n='35'/>
+aus den schlanken runden Schäften in ungleicher Höhe hervor,
+gegen das Msch. erheblich tiefer. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
+spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit gering. &mdash;
+Spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>. &mdash; Außen am Chor schöner
+ikonischer <hi rend="g">Grabstein</hi> des Ritters v. Fischbach und seiner <milestone unit='line' n='40'/>
+Frau † 1448, ausgeführt später.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Toten-Kap.</hi> 1576, noch got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Spgot. und Renss. Ohne Interesse.
+</p>
+
+<p>
+Daneben <hi rend="bold">Junker Hansens Turm</hi>. Rundbau von ca. 50 m
+Höhe, hübsche Krönung in Fachwerk.
+</p>
+
+
+<pb n='301' id='i308.png'/>
+
+<!-- [P: 301] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhaus</hi> in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche
+Fr.Renss., Oberbau aus Fachwerk jünger.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTADT A. MAIN.</hi> UFranken BA Lohr.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des
+Chores nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung <milestone unit='line' n='5'/>
+durch <hi rend="italic">H. Hübsch</hi>; bis dahin eine der bedeutendsten
+rom. K. Unterfrankens. &mdash; Gr. kreuzförmig, der Chor nach
+Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt Turmuntergeschosse;
+unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit
+Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg. <milestone unit='line' n='10'/>
+zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis
+der ihm mitgeteilten Maße durch <hi rend="italic">Hübsch</hi> gesteigert. Alt die
+ganze NMauer, die zwei Turmuntergeschosse und einige der
+steilen attischen Basen. In der Sakristei wertvolles <hi rend="g">Epitaph</hi>
+von 1381. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> an den Langhauswänden <milestone unit='line' n='15'/>
+von gutem Mittelschlag. &mdash; Außen eingemauerte bedeutende
+Reste von frgot. <hi rend="g">Skulpturen</hi> (um 1300), St. Martinus,
+S. Maria, S. Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren,
+Drachen u. a. unter einer Blende zusammengestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst.-Gebäude</hi> gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. <milestone unit='line' n='20'/>
+Reiche Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTADT A. D. SAALE.</hi> UFranken BAmtsstadt.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Kloster-K.</hi> Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten.
+Aus ihnen läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden,
+ohne Qsch., rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. <milestone unit='line' n='25'/>
+eingewölbt, wobei je ein Pfl. alternierend ausgebrochen wurde.
+Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und mit dem Msch. zu
+einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen.
+Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. &mdash; Die zahlreichen
+<hi rend="g">Barockaltäre</hi> Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="g">Epitaphe</hi> des 16. Jh.; besser eines von 1669.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die
+Decke und sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage.
+Die 1/2kr. Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert
+mit einer Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere <milestone unit='line' n='35'/>
+denkbarst nüchtern. &mdash; Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.
+</p>
+
+<p>
+Reste der ma. <hi rend="bold">Umfestigung</hi>; unerheblich bis auf das <hi rend="g">Hohetor</hi>
+(1578), das zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung
+gehört; der obere Teil im Dreißigjährigen Kriege zerstört und
+danach etwas verändert wieder hergestellt; die Hauptmasse <milestone unit='line' n='40'/>
+des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal geteilt; über
+dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit Volutengiebeln.
+</p>
+
+<p>
+In der Nähe <hi rend="bold">Schloß Neuhaus</hi> 1767 von <hi rend="italic">Heinrich Todesco</hi> für
+Herrn v. Borrié; bmkw. innere Ausstattung.
+</p>
+
+
+<pb n='302' id='i309.png'/>
+
+<!-- [P: 302] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTADT A. D. ORLA.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe
+mit flacher Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.;
+unter dem Chor ein ehemals offener Durchgang wie an
+den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster 3teilig mit reichem <milestone unit='line' n='5'/>
+Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein hoher
+Turm in der Art des Jenaischen. &mdash; Formenreicher <hi rend="g">Taufstein</hi>
+1494. &mdash; Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit beiderseits gemalten
+Flügeln aus 2. V. 16. Jh. (nicht von <hi rend="italic">Cranach</hi>). Zahlreiche
+Grabsteine und Gedenktafeln. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+Hospital-K. got. und 1706. &mdash; Gemaltes <hi rend="g">Triptychon</hi> von
+1495 (?). Got. <hi rend="g">Schnitzfigg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten;
+sehr verbaut. Hintergebäude 1674.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus;</hi> spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront <milestone unit='line' n='15'/>
+ist der ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau;
+dadurch der große Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm
+gruppiert sich glücklich die Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung
+des Erkers höchst charakteristisch für die späteste
+Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große <milestone unit='line' n='20'/>
+OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront
+von 2 hohen got. Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern
+mehrere Balkendecken bmkw., durch Rest. des 19. Jh. außen und
+innen mehrfach verändert. &mdash; <hi rend="bold">Ratskeller,</hi> 16. und 17. Jh. &mdash;
+<hi rend="bold">Haus</hi> der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi>
+1581 wird gelobt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+Wertvolle <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> um 1600. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUSTÄDTEL.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. &mdash; Bedeutender
+<hi rend="g">Altarbau</hi> aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht
+von <hi rend="italic">J. C. Hähnel</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi>, ausgezeichnetes Schnitzwerk. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NEUTZ.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches
+kleines Portal mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit
+Perlstab umsäumt, wie auf dem Petersberg, A. 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEBRA.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Ansehnliche got. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit
+4 Flügeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDER-ASPHE.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer
+OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter
+
+
+<pb n='303' id='i310.png'/>
+
+<!-- [P: 303] -->
+
+Holzhelm. 1902 nach W um 2 Doppeljoche vergrößert und
+im Innern rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERDORFELDEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERELSUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die
+jetzige Verbindungstür zur K. jünger.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERFROHNA.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von <hi rend="italic">Andr.
+Petzold</hi> 1690. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERFÜLLBACH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der
+Familie von Reitzenstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERGRÄFENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende <milestone unit='line' n='15'/>
+Chor; um 1500 der Chor erweitert und das Ganze
+eingewölbt und zu stattlicher Wirkung gebracht; wohl von
+demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf, Roda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERGURIG.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden <milestone unit='line' n='20'/>
+Seiten Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im
+Gr. quadr., in der Mitte stattliches Treppenhaus und Lichthof,
+die Frontbehandlung einfach. Unter den <hi rend="g">Porträts</hi>
+eines von <hi rend="italic">Angelica Kaufmann</hi> 1786.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERHOLZHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung
+zum Teil älter und nicht ganz ohne Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERLICHTENAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1746 mit geringen rom. Resten. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi>
+und <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 1615, saubere Arbeiten <milestone unit='line' n='30'/>
+derselben Hand. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 1464.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERLÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen. AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend="bold">v. Minckwitzscher Weinberg.</hi> Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus,
+Winzerhaus, Pavillon 1713-29.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wackerbarths Ruhe.</hi> Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, <milestone unit='line' n='35'/>
+Kapelle 1775 von <hi rend="italic">Knöffel</hi>, Jakobsturm 1743.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Weinberghaus Friedstein</hi> 1771.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERMITTLAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERMÖLLERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im
+wesentlichen erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. <hi rend="g">Taufstein</hi>
+mit rom. Kuppa auf spgot. Fuß.
+</p>
+
+
+<pb n='304' id='i311.png'/>
+
+<!-- [P: 304] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERMÖLLRICH.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirchturm</hi> spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERODERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf, <milestone unit='line' n='5'/>
+noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge
+Emporen. Einheitliche Ausstattung aus gleicher Zeit. &mdash;
+<hi rend="g">Pfarrhaus</hi> 1746.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDEROPPURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die
+Ssch. mit flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., <milestone unit='line' n='10'/>
+derbe Stuckdekoration auf farbigem Grunde; wohl von Italienern
+ausgeführt, die damals viel an den thüringischen Höfen
+beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne Gitter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg;
+groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere <milestone unit='line' n='15'/>
+Ausstattung bis M. 18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders
+Öfen bmkw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERPLANITZ.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer
+Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne <milestone unit='line' n='20'/>
+Felderdecke mit biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche
+Rat und Professor in Wittenberg Dr. v. Beust. &mdash; Bmkw.
+<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Sandstein bez. 1592. <hi rend="italic">S. L.</hi> (<hi rend="italic">Samuel
+Lorenz</hi>). &mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> v. d. Planitz 16. Jh.
+&mdash; <hi rend="g">Kelch</hi> 1656. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERPRETZSCHENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen,
+also in der Richtung George Bährs; erbaut von <hi rend="italic">J. Ch. Simon</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERRABENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Taufstein</hi> mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren
+(vgl. Weißbach), 1595 von <hi rend="italic">Michael Hogenwald</hi>. In der
+Sakristei Sandsteinreliefs vom ehemaligen <hi rend="g">Altarwerk</hi>,
+vermutlich vom selben Meister.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERROSSLA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+Gutes Beispiel einer größeren <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. des 18. Jh.; 3sch. mit
+Emporen; großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERRUPPERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Nostitz) 1752 von <hi rend="italic">Andr. Hünigen</hi>. Inneneinrichtung
+Rok. und Empire. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERSTEINBACH.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr.
+Apsis. &mdash; [<hi rend="g">Altarbehang</hi>, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt
+im Dresdener Altert. Ver.].
+</p>
+
+
+<pb n='305' id='i312.png'/>
+
+<!-- [P: 305] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERTREBRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und
+Kanzelwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERWALGERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei <milestone unit='line' n='5'/>
+kuppeligen Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm
+rippenlose spitzbg. Gwbb. &mdash; 1898 durch Anbauten und Entfernung
+der Gwbb. im Sch. verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NIEDERZWEHREN.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen <milestone unit='line' n='10'/>
+Vertreter seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen
+nach Brand 1552, im Erdgeschoß Reste von
+<hi rend="g">Wandmalerei</hi> aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe
+Wehrmauer mit Schießscharten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NISCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich 1752. Das <hi rend="g">Altarbild</hi> von <hi rend="italic">Stefano
+Torelli</hi>, einst weit und breit berühmt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von <hi rend="italic">J. C. Knöffel</hi>,
+im 7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt.
+<hi rend="g">Deckenmalerei</hi> von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>. Vor dem Mittelbau <milestone unit='line' n='20'/>
+2 hübsche <hi rend="g">Sandsteinfiguren</hi>, Schäfer und Schäferin,
+von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NÖDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, spgot. um 1500. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> einer Frau von
+Milwitz 1597; ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NOHRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wie Wolkramshausen. <hi rend="g">Glocke</hi> 1. H. 13. Jh. (?) mit
+drei figürl. Reliefs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NORDECK.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Die älteren Teile rom. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NORDHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dom</hi> (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde
+als Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der
+jetzige Bau: Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. &mdash; Chor
+gestreckt rck. mit plattem Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum <milestone unit='line' n='35'/>
+wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden
+Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein rippenloses
+Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte
+2 rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der
+Triumphbogen unterspitz mit gerader Leibung. Schmale <milestone unit='line' n='40'/>
+spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gewände; an der OWand
+zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am
+Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.).
+Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln,
+wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den
+
+
+<pb n='306' id='i313.png'/>
+
+<!-- [P: 306] -->
+
+Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m Höhe abbrechen; unter
+dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des
+Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie
+sind in drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten
+erbaut; die unteren haben im O kleine Kapp. Die geschilderten <milestone unit='line' n='5'/>
+Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst von einem
+noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann
+von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben
+mehreren anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der
+Quergurte). &mdash; Unter dem Chor rom. <hi rend="g">Krypta</hi> aus M. oder <milestone unit='line' n='10'/>
+2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl. Hälfte
+des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten
+Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in
+den Unterbau der Türme. &mdash; Das gegen M. 14. Jh. völlig
+erneuerte, im 15. vollendete (oder überarbeitete?) <hi rend="g">Langhaus</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32 m.
+Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll.
+8eckig mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk;
+Netzgwbb. etwa A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches
+Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl. Ende des <milestone unit='line' n='20'/>
+südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht
+Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. &mdash;
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> mit Statuen aus Holz, 1726. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
+1455. &mdash; <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. 14.
+A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen <milestone unit='line' n='25'/>
+Schnitzereien wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden
+des Chors 6 <hi rend="g">Steinstatuen</hi>, 3 männliche und 3 weibliche,
+in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern
+des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die
+Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; <milestone unit='line' n='30'/>
+von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren
+gewöhnt gewesen sein mag; die Körperformen ganz
+ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die
+Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum
+Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters <milestone unit='line' n='35'/>
+übereinstimmend). &mdash; An der O&mdash; und WWand des Lhs. Statuen
+des 17. Jh. ohne Wert. &mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabsteine</hi>: 2 aus
+14. Jh., 5 aus 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang</hi>, nur geringe Reste,
+rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frauenbergs-K.</hi> (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, <milestone unit='line' n='40'/>
+aber im Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest.
+von <hi rend="italic">Zeller</hi> 1912). Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung.
+Gr. normal kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden
+auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer aus Platte und Schmiege.
+Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta.
+
+
+<pb n='307' id='i314.png'/>
+
+<!-- [P: 307] -->
+
+&mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte
+Inschrift nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung,
+an den Seiten je 4 Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten
+Gruppen; das ornamentale Beiwerk zerstört.
+&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufgestell</hi> 1768. &mdash; An der südl. <milestone unit='line' n='5'/>
+Außenwand <hi rend="g">Grabstein</hi>, 1370 mit eingeritzter Figur
+<hi rend="g">Klostergebäude</hi> verbaut, Kreuzgang abgebrochen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der
+Unterbau der turmlosen WFassade einfachst rom. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+um 1600, wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordhäuser <milestone unit='line' n='10'/>
+(später vornehmlich in Magdeburg tätigen) Bildhauers
+<hi rend="italic">Christoph Kapup</hi>, erst 1646 zusammengesetzt von <hi rend="italic">Joh. Duck</hi>.
+Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. &mdash;
+<hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufgestell</hi> 1588. &mdash; Umfangreiches
+<hi rend="g">Marmorepitaph</hi> des Dr. Conrad Frommann † 1683 mit <milestone unit='line' n='15'/>
+Relief der Grablegung. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> der Elisabeth Stromer
+† 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde
+ohne Bedeutung. &mdash; Weitere <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 1664,
+1676, 1774. &mdash; Bronzene <hi rend="g">Epitaphplatte</hi> von 1577. &mdash;
+Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. <hi rend="g">Schnitzwerk</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+&mdash; 9 <hi rend="g">Kelche</hi>, der älteste 1351, die anderen 15.
+bis 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Blasien-K.</hi> Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche
+got. Sch. mit gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor
+deutet auf bedeutendere Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, <milestone unit='line' n='25'/>
+teils Fischblasen); indessen kamen vom Lhs. nur
+3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der sprom.,
+von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau
+geschont blieb. <hi rend="g">Hochaltar</hi> und <hi rend="g">Gestühl</hi> 1735. &mdash;
+<hi rend="g">Kanzel</hi> 1592. An den 6 Brüstungsfeldern <hi rend="g">Reliefs</hi>. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Reich geschnitztes hölzernes <hi rend="g">Epitaph</hi> des Cyriacus Ernst
+1585. &mdash; <hi rend="g">Alabastergrabmal</hi> W. v. Eberstein 1700. &mdash;
+<hi rend="g">Grabgemälde</hi> 1592. &mdash; <hi rend="g">Epitaphgemälde</hi> für
+Ursula Meienburg von <hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> 1529. &mdash; <hi rend="italic">Desgl.</hi>
+für Michael Meienburg † 1555, große bedeutende Arbeit von <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi> bez. 1558, Auferweckung des Lazarus unter
+Assistenz der Reformatoren und der Familie M.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Petri-K.</hi> Der gerade geschlossene Chor in romanisierender
+fr. Gotik. Das Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut
+und geflickt. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> reiche Renss. E. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+&mdash; Bronzener <hi rend="g">Taufkessel</hi> 1429; an der Wandung 16
+Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe
+Handwerksarbeit bez. <hi rend="italic">Mester Tile</hi>. &mdash; <hi rend="g">Alabasterepitaph</hi>
+mit lebensgroßer Figur des Stadtschreibers Joh.
+Pfeiffer † 1552.
+</p>
+
+
+<pb n='308' id='i315.png'/>
+
+<!-- [P: 308] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Altendorfer K</hi>. Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.,</hi> um 1350. Ungewöhnlicher
+Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe
+platt geschlossen. Nonnenempore Südschiff. Das Ganze
+sehr entstellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Jakobi-K.</hi> 1744 an Stelle eines rom. Baues. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kirchhof S. Cyriaci</hi>. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut.
+In der Kapelle bmkw. <hi rend="g">gravierte Grabplatten</hi>,
+darunter die bedeutendste für die Brüder Segemund 1412;
+die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die zwischen
+1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben (niederdeutschen? <milestone unit='line' n='10'/>
+niederländischen?) Werkstatt zu stammen. &mdash;
+[3 andere Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth,
+sind untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen
+der Stadt. Dem Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich
+wichtige Reihe gravierter <hi rend="g">Messingplatten</hi> (Gedenktafeln <milestone unit='line' n='15'/>
+der Familien v. Urbach und v. Werther) aus E.
+14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen
+Werkstatt; jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke
+aus den Kirchen der Stadt.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine <milestone unit='line' n='20'/>
+Laube von 6 Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In
+den zwei Obergeschossen rck. gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut
+1733 und 1883. Einige Gemächer des 17. Jh. erhalten.
+&mdash; <hi rend="bold">Ratskeller</hi> 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NORDHEIM.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche
+innere Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche
+<hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> aus 2. H. 16. Jh., die meisten von
+der Hand des Meisters <hi rend="italic">I H</hi> (vgl. Meiningen, Bibra, Ellingshausen).
+<hi rend="g">Bronzeplatte</hi> für Caspar v. Stein, gegossen <milestone unit='line' n='30'/>
+1633 von <hi rend="italic">Georg Werter</hi> aus Coburg. Größere <hi rend="g">Epitaphe</hi>
+der Familie v. Stein 1706, 1745. &mdash; Befestigter Friedhof mit
+4 Gaden, bez. 1583.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. &mdash; <hi rend="bold">Häuser</hi>
+in geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dorftor</hi> mit Steinschem Wappen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau
+wirkungsvoll gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe
+mit Laube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NORDHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar., mit got. Chor. &mdash; Schnitzbild der <hi rend="g">Pietas</hi>
+um 1500, bei starken Mißgriffen in den Proportionen doch
+ein bedeutender Wurf.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. fürstbischöfl. <hi rend="bold">Amtshaus,</hi> schmucker Renss.-Bau um
+1600. An einem anderen Hause <hi rend="g">Steinmadonna</hi> um 1350.
+</p>
+
+
+<pb n='309' id='i316.png'/>
+
+<!-- [P: 309] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NORDHEIM V. D. RHÖN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus
+1696. Reste der alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes
+Architekturbild.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorfe 2 v. d. Tannsche <hi rend="bold">Schlösser,</hi> das eine, der sog. Judentempel, <milestone unit='line' n='5'/>
+im Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von
+1640.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Zehenthaus.</hi> Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.</p>
+<p>
+Reste der alten <hi rend="bold">Befestigung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Sebastians-Kapelle.</hi> Erb. 1636. Gute <hi rend="g">Holzfigur</hi> des <milestone unit='line' n='10'/>
+hl. Sebastian A. 16. Jh. Sehr originelle Darstellung des
+<hi rend="g">Abendmahls</hi> mit 30 cm hohen Holzfigürchen, M. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NORDSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Cassel.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb.
+ohne charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest <milestone unit='line' n='15'/>
+got., noch M. 13. Jh., die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im
+W Nonnenemporen. Der WTurm älter als die K., anscheinend
+Wehrbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NOSCHKOWITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen <milestone unit='line' n='20'/>
+spärlich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster
+Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen
+Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, <milestone unit='line' n='25'/>
+das andere aus fränkischer Tradition.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556
+das »alte Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite,
+wohl von einem Schüler <hi rend="italic">Paul Buchners</hi>; 1667 gründliche
+Umgestaltung der ma. Teile. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NOSTIZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt
+A. 18. Jh. &mdash; v. Zieglersche <hi rend="g">Denkmäler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NÖTHNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. <milestone unit='line' n='35'/>
+Der aus der Lebensgeschichte Winckelmanns
+bekannte Bibliotheksaal nicht mehr in seiner Gestalt von
+damals.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>NOTTLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1521. Der spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> wird zu den <milestone unit='line' n='40'/>
+besten des Gebietes gerechnet.
+</p>
+
+
+<pb n='310' id='i317.png'/>
+
+<!-- [P: 310] -->
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>O</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17.
+Jh. Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746
+bis 1747, in der Richtung <hi rend="italic">Balth. Neumanns</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERAILSFELD.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1760.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERAUFSESS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1690.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERBIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg.
+rippenloses Kreuzgwb. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. &mdash;
+Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2 Rundtürmen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERBOBRITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und
+Dachreiter. &mdash; Das 6flügelige <hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. 1521 gehört zu
+den bedeutendsten des ganzen Landes, die Gemälde von demselben
+liebenswürdigen Freiberger Meister, dem man in Seifersdorf,
+Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERCRUMPA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche
+Gr. erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau
+einer rom. Kreuzkirche. Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern
+und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen erhalten. 1751 wurde <milestone unit='line' n='25'/>
+die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel versehen, das
+Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und
+innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERCUNNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete <milestone unit='line' n='30'/>
+Emporen. &mdash; Die <hi rend="g">Denkmäler</hi> des Kirchhofs mit
+Aufwand.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERDÜRRBACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBEREICHSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite
+mit dem Schiff und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet;
+aus Umbau 14. Jh. die 3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert.
+Im bar. Kanzelaltar gute spgot. <hi rend="g">Schnitzbilder</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBEREISENHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Nicht uninteressant die Reste der ehem. <hi rend="bold">Marktbefestigung</hi>,
+ein Rundturm bez. 1536.
+</p>
+
+
+<pb n='311' id='i318.png'/>
+
+<!-- [P: 311] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERELLEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal,
+im <hi rend="g">Bogenfeld</hi> Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.;
+rom. Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). <milestone unit='line' n='5'/>
+Obergeschoß in Holzfachwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERESSFELD.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> in spätem Rok. Gleichzeitiges <hi rend="g">Deckenbild</hi>
+von <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi> 1777 (vgl. Markershausen).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBEREUERHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+Stattliche <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600.
+Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Euerburg</hi> (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage.
+Eingangstür mit korinthischen Säulen und Reliefs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERFLADUNGEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung.
+<hi rend="g">Kelch</hi> 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere
+sauber, mit Felderdecke und Emporen. &mdash; Reste eines wertvollen <milestone unit='line' n='20'/>
+gemalten <hi rend="g">Flügelaltars</hi> um 1550, vielleicht von
+<hi rend="italic">Andreas Dreßler</hi> in Kamenz. &mdash; Charakteristisch zopfige
+<hi rend="g">Denkmäler</hi> von guter Qualität.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERGREISLAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon <milestone unit='line' n='25'/>
+das Lamm und die Evangelistenzeichen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERGRÜNBERG.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot.
+Gwb., darüber Turm mit rom. Kuppelfenstern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERHASEL.</hi> Sachsen-Altenburg Kr. Roda. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> vom Saalfelder »Meister der
+Baldachine«, trefflich erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERKAUFUNGEN</hi> s. Kaufungen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERKOTZAU.</hi> OFranken BA Hof.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., <milestone unit='line' n='35'/>
+im Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> mit
+gut geschnitzter Kanzel 1691. Zahlreiche <hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi>
+meist 2. H. 16. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> großer Komplex, überwiegend
+aus 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERLAURINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim, <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1705, reich mit Reliefs besetzt. 4 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Hutten
+und Wetzenhausen, 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERLEINACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der
+
+
+<pb n='312' id='i319.png'/>
+
+<!-- [P: 312] -->
+
+SSeite schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft,
+an den Bogenläufen stilisiertes Rankenwerk. &mdash; Hübsche
+<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> um 1400, gleichzeitige <hi rend="g">Steinfig</hi>.
+am Emporenaufgang. Guter klassizistischer <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERLICHTENAU.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff
+1742. Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von
+Chr. v. Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch
+einige mit Aufwand dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß <milestone unit='line' n='10'/>
+um 1730, kleinere Zimmer im fortgeschrittenen Rok.
+(rest.). Im modernisierten Park Überreste von Kaskaden- und
+Brunnenfigg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERLIND.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. <milestone unit='line' n='15'/>
+1455, überarbeitet 1748. &mdash; Hübscher spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>. &mdash;
+Von Interesse die wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERLÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Bennoschlößchen</hi> um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel
+und 2 Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hoflößnitz.</hi> Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung
+erhaltene Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise
+des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spitzhaus</hi> (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse,
+rundbg. Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte <milestone unit='line' n='25'/>
+Dach mit Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haus Sorgenfrei</hi> 1786 mit bmkw. Gartenhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Meinholds Weinberg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERMASSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen <milestone unit='line' n='30'/>
+auf jon. und korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform
+(aus der Schloß-K. zu Meiningen). &mdash; Torturm, befestigte
+Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; einer bez. 1565.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kapelle</hi> an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem
+Wappenschild 1534. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> 1638 (1688?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> von 1573, 1578, 1595.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dorflinde</hi>. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,
+ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die
+Platte vertieften Rundmaßen bez. 1525. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Werrabrücke</hi>, 5jochig, 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERMERZBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615
+rest.), Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das
+figürliche Detail am Chorbogenkämpfer.
+</p>
+
+
+<pb n='313' id='i320.png'/>
+
+<!-- [P: 313] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERNBREIT.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K.</hi> 1731. &mdash; <hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1696. Altargeräte
+augsburgisch 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor
+Brandenburger Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Bäckerhaus</hi> des 18. Jh. mit steinernem Verkaufstisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERNDORF.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe
+abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren
+Formen (E. 12. Jh.) eine rck. schließende Chorerweiterung, <milestone unit='line' n='10'/>
+Ecklisenen und Bogenfries, Teilung durch 1/2 Sll. mit attischen
+Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer Landkirche geht
+dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERNEUKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau <milestone unit='line' n='15'/>
+(1500 Stände), Ausstattung um 1750. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>:
+v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, mehrere v. Haugwitz und
+v. Huldenberg 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche <hi rend="g">Bildnisse</hi> der
+Frhr. v. Huldenberg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERNSEES.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kap. S. Rupert.</hi> Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum
+1080 falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got.
+Chor und bar. Lhs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERODERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1816 von <hi rend="italic">K. Ch. Eschke</hi>, großer Emporensaal in nüchternstem
+Klassizismus.
+</p>
+
+<p>
+OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar.
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., mächtiger Turm mit 4 Schützenerkern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERPESTERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach
+dem 30j. Kriege. &mdash; Lebensvoller <hi rend="g">Pastorengrabstein</hi>
+1637. Auf dem Kirchhof Gruft der Familie Opitz 1770.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERREICHENBACH.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERREINSBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens
+und der Kunstformen 1500-1650.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERROSPHE.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. <milestone unit='line' n='40'/>
+Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERROTTENBACH.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1498, Art des <hi rend="g">V. Lendenstreich</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='314' id='i321.png'/>
+
+<!-- [P: 314] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERSCHWAPPACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. &mdash; Bmkw. Altäre
+aus M. und E. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh.
+von <hi rend="italic">Joh. Leonhard Dientzenhofer</hi> (?), der Formcharakter nahe <milestone unit='line' n='5'/>
+verwandt dem Klst. Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die
+langgestreckte Hauptfront gegen den Garten; 16 Fensterachsen;
+Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen Proportionen;
+3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung kommende
+Risalite. Ausgedehnter <hi rend="g">Garten</hi> in 3 Terrassen, <milestone unit='line' n='10'/>
+Treppen mit Brunnenbecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Fürstbischöfl. <hi rend="bold">Jagdschlößchen</hi> (Forstamt) um 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERSEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender <milestone unit='line' n='15'/>
+Wirkung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERSTREU.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die
+nahezu vollständig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen
+Gaden des 16. und 17. Jh. &mdash; Reste der <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Bildstock</hi> vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem,
+verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERTHERES.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt-Abtei.</hi> Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg.
+Völliger Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich <milestone unit='line' n='25'/>
+von <hi rend="italic">Joh. Greising</hi>, 1809 abgebrochen. Erhalten blieb (als
+Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz mit Sandsteingliedern
+in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden
+Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. &mdash; Ehem.
+Verwaltungsgebäude 1696. &mdash; <hi rend="g">Rathaus</hi> 1727 und einige <milestone unit='line' n='30'/>
+hübsche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi>; über einem Hoftor der Renss.
+effektvolle <hi rend="g">Pietasgruppe</hi> des 18. Jh. &mdash; Originell aufgebauter
+<hi rend="g">Bildstock</hi> 1630.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERWALGERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+Kleine, rohe rom. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERWEIMAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.,</hi> M. 13. Jh.; Umbau 1361;
+sehr entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore
+auf gewölbter 2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes
+hochgot. Portal; im Tympanon Relief des <hi rend="g">Jüngsten <milestone unit='line' n='40'/>
+Gerichts.</hi> &mdash; <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> des Grafen
+Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth.
+<hi rend="g">Grabstein</hi> des herzogl. Kindes Johann † 1519. &mdash; <hi rend="g">Altarbild</hi>
+von <hi rend="italic">Cranach d. J.</hi> Reste von frgot. <hi rend="g">Malerei</hi> in den
+Fensterleibungen.
+</p>
+
+
+<pb n='315' id='i322.png'/>
+
+<!-- [P: 315] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERWIRBACH.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr.
+Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBERZELL</hi> b. Würzburg s. Zell.</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBHAUSEN S. PETRI.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das
+landesübliche rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg.
+Form der Fenster trägt dem neuen Stil Rechnung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OBSCHITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OCHSENFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat
+sich der in der NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker
+6geschossiger Aufbau, in den mittleren Etagen mit frgot., in
+den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. Die ganze übrige <milestone unit='line' n='15'/>
+K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs. 7jochige
+Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen
+Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine
+Basilika beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation
+durch Überhöhung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. <milestone unit='line' n='20'/>
+mit unverändertem Profil in die Scheidbgg. übergehend,
+Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches Maßwerk,
+vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne
+WEmpore durch alle 3 Schiffe. &mdash; Ganze L. 47 m. &mdash; Der
+Hochaltar von 1612, der ähnlich dem in Frickenhausen war. <milestone unit='line' n='25'/>
+1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das große
+<hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi>. Die Seitenaltäre aus derselben
+Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. &mdash; Zierliches, nicht sehr großes
+<hi rend="g">Sakramentstürmchen</hi> 1496. Außerdem <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>
+E. 14. Jh. &mdash; Bronzenes <hi rend="g">Taufbecken</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+mit reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler
+Hinsicht ähnlich dem von <hi rend="italic">Hermann Vischer d. <corr sic='A.'>Ä.</corr></hi> in Wittenberg
+von 1457 (der von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> gefertigte Deckel
+nicht mehr vorhanden). &mdash; <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. 14. Jh.
+(Brüstungswände und oberer Abschluß neu). &mdash; Auf der <milestone unit='line' n='35'/>
+Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 <hi rend="g">Steinstatuen</hi> aus
+2. H. 14. Jh. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Holzstatue</hi> einer schmerzhaften
+Muttergottes, geistreich in Bewegung und Gewandung, bei
+sehr verfehlten Proportionen, um 1520. <hi rend="g">Holzstatue</hi> des
+h. Nikolaus, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> nahestehend. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+Neben der Kirche <hi rend="bold">Michaelis-Kap.</hi> (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung
+1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer <hi rend="italic">Hans Pauer</hi>
+war erster Polier bei S. Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige
+Anlage, wie sie namentlich in Mitteldeutschland für derartige
+Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt mit mehr
+
+
+<pb n='316' id='i323.png'/>
+
+<!-- [P: 316] -->
+
+als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und
+klar mit fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und
+WEmpore. An der Front doppelflügelige Freitreppe und
+reiches Portal, im <hi rend="g">Tympanon</hi> Jüngstes Gericht in 2 Streifen.
+Auf dem Altar <hi rend="g">Steinmadonna</hi>, seitlich 2 <hi rend="g">Holzstatuen</hi>, <milestone unit='line' n='5'/>
+S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle
+Arbeiten, von der Würzburger Schule unabhängig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K.</hi> (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem
+Chor von 1499. Im <hi rend="g">Tympanon</hi> des WPortals die
+Liebeswerke der h. Elisabeth, um 1450. &mdash; <hi rend="g">Spitalhof</hi> mit <milestone unit='line' n='10'/>
+hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kapuziner-K.</hi> 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). <hi rend="g">Altarblätter</hi>
+von <hi rend="italic">Onghers</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kap. S. Wolfgang.</hi> Bez. 1463. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> mit nicht
+üblem Gemälde 1699. Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1551. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+Die meist starke <hi rend="bold">Befestigung</hi> aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen
+Teil erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen
+(1567) bestehen noch. Die Mauertürme rund.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel,
+an der längeren Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Steinmadonna</hi> (1498) an der Ecke &mdash;
+einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß
+Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und
+Ratssaal. Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener
+Eicheimer. Ortsmuseum. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+Stattliche Beispiele von <hi rend="bold">Amtsgebäuden</hi> aus 1. V. 16. Jh., ehemals
+domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt.
+&mdash; Am Marktplatz <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> A. 17. Jh. In der
+Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau von 1717. &mdash; Auf
+dem Markt <hi rend="g">Ziehbrunnen</hi> von 1573. &mdash; An der Landstraße <milestone unit='line' n='30'/>
+zahlreiche <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OCHSENSAAL.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ÖDERAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete
+spgot. Anlage; weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven
+Emporen zwischen den eingezogenen Strebepfll. Gründlich
+überarbeitet 1709-25. &mdash; <hi rend="g">Ausstattung</hi> um 1720. &mdash;
+&mdash; <hi rend="g">Orgel</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi> 1727. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+des Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. &mdash;
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> fr. Renss., verändert 1785.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OHRDRUF.</hi> Sachsen-Gotha Amtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Michaelis-K.</hi> 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K.
+Rck. von 27 : 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in
+
+
+<pb n='317' id='i324.png'/>
+
+<!-- [P: 317] -->
+
+einer derselben, und zwar an der Langseite, der Altar- und
+Kanzelbau; auf der anderen Langseite der Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Trinitatis-K.</hi> 1709. Einfacher Emporensaal. <hi rend="g">Grabstein</hi>
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1546. &mdash; <hi rend="bold">Schloß.</hi> Einfache Fr. Renss. mit guten <milestone unit='line' n='5'/>
+Einzelheiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OLBERNHAU.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1639 und 1790. &mdash; <hi rend="g">Altargemälde</hi> von <hi rend="italic">J. Finck</hi>
+1648. Mehrere wertvolle <hi rend="g">Kelche</hi>, ein Augsburger bez.
+<hi rend="italic">A. L.</hi> und ein Freiberger von <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OLDISLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.</hi> bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus
+eingebaut) zerstört. &mdash; <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OLLENDORF.</hi> Sachsen-Weimar BV Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und bar. &mdash; Großer <hi rend="g">Kanzelbau</hi>, die ganze <milestone unit='line' n='15'/>
+Breite des Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700
+von <hi rend="italic">Valentin Ditmar</hi> aus Erfurt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OELSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OELSNITZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten
+got. Umbauten ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche
+hervor. 1888 stark rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OEPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="g">Epitaph</hi> des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731.
+&mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> Hans Wilh. v. Haßberg † 1555.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OPPERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit rom. OTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ORB.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter
+polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400.
+Das Hauptportal auf der NSeite mit massivem Schutzdach
+auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an der Sakristei
+unter zierlichen Baldachinen zwei <hi rend="g">Statuen</hi>: Schmerzensmann <milestone unit='line' n='35'/>
+(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering).
+Innen <hi rend="g">Grabfigur</hi>, 1354. &mdash; <hi rend="g">Heiliges Grab</hi> um 1500.
+&mdash; Aus derselben Zeit stark übermalte <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. &mdash;
+Sonstige innere Ausstattung 1683.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ORLAMÜNDE.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, übel verbaut. &mdash; Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne
+besonderen Wert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1493, Uhrturm 1670
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte
+Kemnate«, ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der
+
+
+<pb n='318' id='i325.png'/>
+
+<!-- [P: 318] -->
+
+Eingang (für Leiter) 10 m über dem Erdboden, in den oberen
+Stockwerken kleine rundbg. Fenster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ORTRAND.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik,
+3sch. Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem <milestone unit='line' n='5'/>
+rck. Altarhaus hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSCHATZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten
+1443; weitere Brände 1616 und 1842; nach dem letzten von <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="italic">Heideloff</hi> mit Willkür rest. &mdash; Hallenkirche von 3 fast gleich
+breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender Hauptchor, rückspringende
+Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die
+Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors
+eine als regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. <milestone unit='line' n='15'/>
+auf Mittelpfl.; Zugang durch 5 Portale. Am Äußeren
+zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen Schmuckes, der
+aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2 stattliche
+WTürme. &mdash; Von der ma. <hi rend="g">Ausstattung</hi> wenig übrig:
+3 Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, <milestone unit='line' n='20'/>
+Grabdenkmäler der Sp.Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne
+die modernen Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch.
+Saal. In einer dritten Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert
+und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen <milestone unit='line' n='25'/>
+der Chor nicht mehr in der Mittelachse. Unbedeutender
+8eck. Turm im SWWinkel am Chor. &mdash; Großer
+<hi rend="g">Taufstein</hi> aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar
+und mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] &mdash;
+Die Klst. Gebäude nur aus älteren Abb. bekannt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch
+got., auch mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore
+im W. Unter den <hi rend="g">Denkmälern</hi> ist das der Susanna
+Taucher † 1622, junge Frau mit Wickelkind, eine tüchtige,
+lebensvolle Arbeit. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw.
+die Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss,
+im Stil des Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brunnen</hi> 1588 von <hi rend="italic">Gregor Richter</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloßruine Osterland</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSCHÄTZCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für
+die Epoche nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende <reg orig='Ärm-|lichkeit'>Ärmlichkeit</reg>.
+<pb n='319' id='i326.png'/>
+<!-- [P: 319] -->
+&mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh. Ein <hi rend="g">zweiter</hi>,
+besserer, im Stall des Schulhauses.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ÖSLAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse
+die Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und <milestone unit='line' n='5'/>
+WSeite 2geschossige Empore mit ungewöhnlich reichem, wenn
+auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, Holz und Stuck;
+die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls
+stuckiert in Quadratwerk. &mdash; Aus derselben Zeit die <hi rend="g">Kanzel</hi>.
+<hi rend="g">Chorbänke</hi> um 1700. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhof</hi> 16. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Herrgottsmühle,</hi> am Mühlwerk Schnitzerei,
+bez. 1617.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSSA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt,
+A. 13. Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. <milestone unit='line' n='15'/>
+mit Säulenportal; die WWand. &mdash; <hi rend="g">Ausstattung</hi> 1680.
+Verstümmeltes <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1490.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSSLING.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>
+aus 18. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSSMANNSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet.
+Taufstein, Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSTERBURG.</hi> UFranken BA Neustadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder <milestone unit='line' n='25'/>
+deuten auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSTHEIM.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1727. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1774 mit entsprechendem Gemälde
+von <hi rend="italic">Herrlein</hi>. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schmerzhafte Kap</hi>. 1675, noch wesentlich got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSTHEIM V. D. RHÖN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung)
+mit hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke,
+zwischen die Säulen der NSeite Emporen eingespannt, Fenster <milestone unit='line' n='35'/>
+spitzbg., Turm über dem Altar. Das Äußere einfach, Verputzbau,
+bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen ausgeführten
+Portale. &mdash; Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An
+der SWand ein eigentümliches <hi rend="g">Holzschnitzwerk</hi>:
+Szenen aus der Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; <milestone unit='line' n='40'/>
+sie sind älter als die um 1738 ausgeführte umrahmende
+Sll.Architektur. &mdash; Eine Reihe von <hi rend="g">Bildnisgrabsteinen</hi>
+<pb n='320' id='i327.png'/>
+<!-- [P: 320] -->
+in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz
+† 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573 als
+Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl.
+Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und
+Anna v. Ostheim; G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein <milestone unit='line' n='5'/>
+† 1575, bez. I. H. 1580; weitere Glieder dieser Familie 1638,
+1684, 1690. Eigentümlich durch das Material, Gußeisen, die
+Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Befestigter Kirchhof</hi>. In der alten Herrschaft
+Henneberg und weiter südl. in den fränkischen Gebieten <milestone unit='line' n='10'/>
+kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft vor; hier eine
+wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen
+und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage
+im Ganzen aus 1. H. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Von den im 17. Jh. genannten 7 <hi rend="g">Adelshöfen</hi> gut erhalten, <milestone unit='line' n='15'/>
+der Hansteinsche aus E. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+In der Nähe ein runder <hi rend="bold">Wartturm</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OSTRITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil
+des 13. Jh., Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; <milestone unit='line' n='20'/>
+bezeichnend dafür das feingegliederte NPortal. Das Lhs.
+war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> rck.,
+im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde
+ebenfalls von <hi rend="italic">Leubner</hi> in Reichenberg, bez. 1773. &mdash; Auf dem
+nördl. Nebenaltar <hi rend="g">Pietas</hi> um 1480. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+1609. &mdash; Prächtige <hi rend="g">Monstranz</hi> um 1500. &mdash;
+<hi rend="g">Kelche</hi> des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg und Prag.
+&mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh.,
+hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H.
+Dorn v. Dornfeld † 1661. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTTENDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. &mdash;
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> 1591. &mdash; <hi rend="bold">Schloß.</hi> Gemengbau 15.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTTENDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., <hi rend="g">Emporen</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+mit Bildern. Gemalte <hi rend="g">Glasscheiben</hi> bez.
+1624. &mdash; Im Dorf gute <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTTENHAUSEN.</hi> RB Erfurt Kr. Weißensee.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von
+gleicher Anlage wie die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. <milestone unit='line' n='40'/>
+got. Chor. &mdash; Ziemlich reicher spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTTERWISCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 17. Jh. &mdash; 12 zum Teil ansehnliche <hi rend="g">Denkmäler</hi>
+der Familie von Hirschfeld 1545-1578.
+</p>
+
+
+<pb n='321' id='i328.png'/>
+
+<!-- [P:321] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTTOWIND.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTTRAU.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche,</hi> zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh.
+in zwei Absätzen errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem <milestone unit='line' n='5'/>
+4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen Holzdecke. In den östl. Ecken
+des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene Dienste als Träger
+ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
+schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster.
+Die übrigen neu. &mdash; <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> E. 14. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+Spgot. <hi rend="g">Wandgrab</hi> von ungewöhnlicher Anlage; große,
+reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt.
+&mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1604, roh. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+von 1544, noch in spgot. Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OTZDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1713, unbedeutend. &mdash; Sitzende rom. <hi rend="g">Madonna</hi>
+aus Holz. Eine <hi rend="g">zweite</hi> desgl. wenig jünger. <hi rend="g">Johannes</hi>,
+ebenfalls Holz, 2. H. 13. Jh., Arbeit eines geringen
+Handwerkers aus großer Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>OYBIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> und <hi rend="bold">Kloster</hi>. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie.
+Erb. um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner
+Zeit die beiden Tortürme, die Zwingermauer, die westl. Burgmauer
+und Teile des Hauses vor der K.; man erkennt sie
+an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. <milestone unit='line' n='25'/>
+1319 gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar
+an die Krone Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte
+rck. Bau am nördl. Felsenrand. 1365 richtete
+der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er
+mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. <milestone unit='line' n='30'/>
+voll. und gew. 1384. 1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand,
+1681 Felssturz. Aufnutzung als Steinbruch- &mdash; <hi rend="g">Kirche</hi>.
+Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut erhalten.
+Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen,
+1 gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand <milestone unit='line' n='35'/>
+ist aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf
+Fensterhöhe zurücktritt. Die NSeite wird durch weitläufige
+Substruktionen mit 2geschossiger Galerie gestützt; das obere
+Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält
+Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen <milestone unit='line' n='40'/>
+gehöhlt. Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb.
+auf gestielten Konsolen. Die Reste des Maßwerkes zeigen
+reiche, streng geometrische Muster, die Bogenprofile in der
+lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von Prag.
+(Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der
+
+
+<pb n='322' id='i329.png'/>
+
+<!-- [P: 322] -->
+
+<hi rend="italic">Parler</hi> gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der
+Konsolen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Museum</hi> im Burgsaale.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>P</title></head>
+
+<p>
+ <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PAHNSTANGEN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm<corr sic='.'></corr>, wie in
+diesem Gebiet die Regel, über dem Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PANNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Rittergut</hi> 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung <milestone unit='line' n='10'/>
+der Wohn- und Wirtschaftsräume.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PAULINZELLA.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald
+darauf verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen
+und zum Teil abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des <milestone unit='line' n='15'/>
+Materials haben sich in den aufrecht gebliebenen Teilen die
+Formen gut erhalten und lassen eine der stilkräftigsten
+Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen; Ruinenschönheit
+und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen
+Waldtal vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. <milestone unit='line' n='20'/>
+&mdash; Gegr. vor 1109. Der bestehende Bau beg. 1112 von den
+aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der Weihe 1132 mindestens
+die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des
+Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause
+vollendet etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. <milestone unit='line' n='25'/>
+13. Jh. &mdash; Die Anlage nach dem »Hirsauer«, d. i. aus
+dem burgundischen Cluny herübergenommenen Bauschema:
+lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele
+Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs.,
+Schluß in 3 parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der <milestone unit='line' n='30'/>
+OSeite der Qschiffsflügel, die ihretwegen etwas überhöhtes
+Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) in 8 Arkaden.
+Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem
+Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme
+vorbereitet, sind aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer <milestone unit='line' n='35'/>
+Merkmale. Dazu als Negatives die Abwesenheit von
+Krypta und WChor, welche beiden einer sächs.-thüringischen
+Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An Stelle
+des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum
+der Aufbau als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, <milestone unit='line' n='40'/>
+in der Moritz-K. bei Hildesheim, auch hier unter
+süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind ganz zerstört, konnten
+
+
+<pb n='323' id='i330.png'/>
+
+<!-- [P: 323] -->
+
+aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. Die
+Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz
+ihrer Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der
+Linienführung zu den schönsten der ganzen Stilperiode.
+Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die Eckzähne der Kapitelle, <milestone unit='line' n='5'/>
+die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
+aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten,
+die Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch
+Herumführung des Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt
+das großartige Hauptportal in Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen <milestone unit='line' n='10'/>
+Gebiet das erste große Sll.-Portal; je 4 schlanke
+Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die Bogenläufe in
+straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich
+wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand
+gleichzeitig entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. <milestone unit='line' n='15'/>
+1160-70. Über dem Mauermassiv des Portals eine Empore
+(ausgesparte Wendeltreppe). Die mit der Wand bündigen
+Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im ersten
+Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt
+war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale <milestone unit='line' n='20'/>
+Vorkirche gemacht. Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen
+Gliederung (vgl. Talbürgeln und Petersberg b. Erfurt).
+&mdash; Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom. Steinbau
+mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses eingebaute)
+Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der <milestone unit='line' n='25'/>
+Tonsur. &mdash; Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PEGAU.</hi> K. Sachsen AH Borna.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Laurentius-K.</hi> Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der
+schmucklose, zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15.,
+16. und 19. Jh. erneuert. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi>
+des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen
+Klst.-K., eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen.
+Genauere Entstehungszeit schwer festzustellen, etwa zwischen
+1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh., also Idealporträt. Die <milestone unit='line' n='35'/>
+1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des Kissens
+unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch
+sich über das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur
+mit Rankenornament gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen
+(durch Glasfüsse dargestellt) besetzter Leibrock, roter <milestone unit='line' n='40'/>
+pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes Lockenhaar.
+Material: Sandstein mit Bemalungsresten. &mdash; Bibliothek mit
+bmkw. Handschriften und frühen Drucken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> erbaut 1559 nach den Plänen von <hi rend='italic'>Hieronymus Lotter</hi>,
+die Anlage ähnlich dessen Leipziger Rathaus.
+</p>
+
+
+<pb n='324' id='i331.png'/>
+
+<!-- [P: 324] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PEGNITZ.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte
+Schnitzereien.«
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PEISSEN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PENIG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Bergkirche.</hi> Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m)
+1sch. Anlage mit 7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt;
+beabsichtigt war eine Halle mit sehr schmalen Sschiffen und
+vielleicht auch massiver Empore ähnlich Schneeberg. An <milestone unit='line' n='10'/>
+der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der
+K. nicht in Verband ausgeführter Turm. &mdash; Großer und
+prächtiger <hi rend="g">Steinaltar</hi> 1564 von <hi rend="italic">Christoph Walther</hi> (gest.
+von Wolf v. Schönburg), Architektur in korrekter ital. HochRenss.,
+große Menge von Alabasterreliefs, protestantisches <milestone unit='line' n='15'/>
+Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. &mdash; <hi rend="g">Holzkruzifix</hi>
+mit alabasterner Marienfigur 1660. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
+1609 vom Meister von Seyda (<hi rend="italic">Ulrich Eckhardt</hi>)
+<hi rend="g">Kanzel</hi> 1607 von <hi rend="italic">Nik. Schwarz</hi>. Hinter dem Altar
+<hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt <milestone unit='line' n='20'/>
+der <hi rend="italic">Lorenz</hi> zu Freiberg. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi>
+eines Altaristen 1517. Über der Sakristeitür <hi rend="g">Bronzeplatte</hi>
+1530. Bmkw. <hi rend="g">Lutherbildnis</hi> von 1521
+(<hi rend="italic">Cranach</hi>?). <hi rend="g">Reliefbildnis</hi> Luthers aus Papierteig, vielleicht
+nach der Form <hi rend="italic">Alberts v. Soest</hi>. &mdash; Die Kapelle der <milestone unit='line' n='25'/>
+NSeite enthielt früher Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig,
+jetzt der von Schönburg. Schönes <hi rend="g">Leichenschild</hi>
+des letzten Leisnigers † 1538. <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi>
+Ph. v. Hassenstein † 1557. <hi rend="g">Sandsteinplatte</hi> der
+Gräfin Agnes mit deren Relieffigur und den Wappen von <milestone unit='line' n='30'/>
+Leisnig und Mansfeld. Großes <hi rend="g">Renss.Epitaph</hi> für
+Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. <hi rend="italic">Samuel Lorentz</hi>.
+<hi rend="g">Epitaph</hi> Ch. H. v. Sch. 1607 bez. <hi rend="italic">Uriel Lorentz</hi>. Beschädigte
+<hi rend="g">Sandsteinfig</hi>. des sitzenden Christkindes, (von
+einer Madonnenstatue) E. 12. Jh. <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1510. Interessante <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Prozessionsfahnen</hi>. Auf dem Kirchhof
+<hi rend="g">Erbbegräbnisse</hi> der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
+Georgenbaues. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+Vorstadtkirche <hi rend="bold">Altpenig</hi>. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis
+und ein schönes Portal, E. 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PETERSBERG B. ERFURT.</hi> Prov. Sachsen.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.-K</hi>. Brände der älteren K. 1069, 1080,
+Neubau der bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders
+
+
+<pb n='325' id='i332.png'/>
+
+<!-- [P: 325] -->
+
+<hi rend="italic">Ditmar</hi> 1103, als ältester Bau der »Hirsauer Schule« in
+Thüringen. Weihung der östl. Teile 1109, Brandschaden 1142,
+Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe 1147.
+Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende
+Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, <milestone unit='line' n='5'/>
+bis auf den Brand bei der Beschießung 1813; worauf
+1816-18 die Obermauern des Msch. und Qsch., sowie die
+Türme abgetragen und die Kirche als Militärmagazin eingerichtet
+wurde. Durch Größe und technische Vollkommenheit
+neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau Thüringens <milestone unit='line' n='10'/>
+aus der Zeit des reifen rom. Stils. &mdash; Flachgedeckte
+Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer
+Schema. Dahin gehört auch die starke Streckung der
+Längsachse (79 m) d. i. etwas mehr als das sechsfache der
+Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von schmalen Nebenchören, <milestone unit='line' n='15'/>
+mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
+zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs.
+An das östl. Ende der Nebenchöre schließen sich Türme,
+deren Erdgeschoß sich gegen jene als Kap. öffnet; der Hauptchor
+um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine gerade Abschlußlinie <milestone unit='line' n='20'/>
+gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis
+vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel
+des Qsch. etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je
+einer 1/2 kr. Apsis eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden,
+in der Grundrißstellung mit sorgfältig durchgeführtem quadr. <milestone unit='line' n='25'/>
+Schematismus. Die beiden östl. Arkaden des Lhs. waren
+zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche
+der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne);
+außer durch zu vermutende Schranken war die Grenze durch
+stärkere Bildung der Pfll. bezeichnet; über ihnen im Hochschiff <milestone unit='line' n='30'/>
+ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg. Dieser Teil der
+Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der Tonne
+gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug:
+sie bildete eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren
+im Gr. etwas über die Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. <milestone unit='line' n='35'/>
+Sonach bleiben für das Laienschiff 7 Arkaden. Die Pfll.
+dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken Halbsll.
+besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite
+des Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen
+Ecksporen; einfache Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer <milestone unit='line' n='40'/>
+nach attischem Profil; gegliederte Archivolten; Gurtgesims
+mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese Eigentümlichkeiten
+die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln,
+Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten
+rippenlosen Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh.
+
+
+<pb n='326' id='i333.png'/>
+
+<!-- [P: 326] -->
+
+&mdash; Das Äußere erhält durch sein vollendet schön behandeltes
+Großquaderwerk (eine Errungenschaft der Hirsauer Schule
+aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und
+zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale
+Würde. Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse <milestone unit='line' n='5'/>
+nur die O und SSeite, die letztere am besten
+erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren Abschnitt (etwa 2/5)
+gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus dem
+sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und
+Würfelkaptt. erheben; besonders energisch empfunden und <milestone unit='line' n='10'/>
+mit größter technischer Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß
+durch Schachbrettfries und stark schattendes Gesims,
+darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe Gliederung
+wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert
+um das Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch <milestone unit='line' n='15'/>
+die Gliederung der Apsiden &mdash; ein nach den ma. Baugewohnheiten
+ungewöhnlich strenges Gleichmaß. Ungewiß bleibt
+die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie schon in
+spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der
+Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am <milestone unit='line' n='20'/>
+SKreuz ist am Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die
+Verbindung der Umrahmung mit dem Sockel im Sinne der
+Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die OstTürme
+zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den
+zwei Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. <milestone unit='line' n='25'/>
+Die jetzt ganz beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst
+Kreuzgang neugebaut 1463-80; Obergeschosse Fachwerk.
+&mdash; Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> war in der letzten Zeit des Klst.
+barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine)
+nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte <milestone unit='line' n='30'/>
+Grabstein des Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13.
+Jh. und am Ort ein <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> außen neben
+dem SPortal, dem Meister des Severisarkophages nahe stehend,
+2. H. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PETERSBERG B. FULDA.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K</hi>. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem
+Basalt und hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
+architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau
+von 837 die Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen
+Kappen. Marmormensen mit Weihinschriften des Rhabanus <milestone unit='line' n='40'/>
+Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen Conchen. Im
+Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
+eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen,
+schlicht, fast roh ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht
+näher zu bestimmender Zeit; 1479 1sch. umgebaut. <reg orig='Acht-|eckiger'>Achteckiger</reg>
+<pb n='327' id='i334.png'/>
+<!-- [P: 327] -->
+Vierungsturm 12. Jh. &mdash; Rom. <hi rend="g">Steinreliefs</hi>:
+Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht so
+alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PETERSBERG B. HALLE.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Benediktiner-Klst</hi>. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor <milestone unit='line' n='5'/>
+und Qsch. unter Abt Eckehard 1184. &mdash; Kreuzf. Basilika nach
+dem Hirsauer Schema. Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne
+Apsiden; anscheinend vor ihnen ausgeführt die Apsidiole am
+nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt. Die Nebenchöre
+mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern <milestone unit='line' n='10'/>
+sind später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch
+diesen Umbau die Hochfenster des Hauptchors verdunkelt
+und alle 3 Chorschiffe nach außen unter einen einzigen kolossalen
+Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem rom. Stil sonst fremde
+Gestaltung. &mdash; Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend schmalem <milestone unit='line' n='15'/>
+Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der
+WBau erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem
+Gr. und endet in ein Satteldach. Nach innen öffnete
+er sich mit Empore. &mdash; Außen die älteren WTeile sehr formenarm,
+die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende Rest. <milestone unit='line' n='20'/>
+von <hi rend="italic">Quast</hi> 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal
+des NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil
+fortsetzt (hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren,
+Maria mit Engeln. Ein zweites hat am Gewände je
+3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die Türöffnung von <milestone unit='line' n='25'/>
+Perlstab umsäumt. &mdash; Im 13. Jh. erhielt die K. ein großartiges
+<hi rend="g">Denkmal</hi> der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus
+Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen
+sein (?); die 1567 hergestellten Nachbildungen in Sandstein,
+an sich geringwertig, zeigen in der Tracht und Haltung wohl <milestone unit='line' n='30'/>
+ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. &mdash; Am <hi rend="g">Konventsgebäude</hi>
+schöne Details aus A. 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PETTSTÄDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm;
+Spuren einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. <milestone unit='line' n='35'/>
+&mdash; <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> und <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, auf
+den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFAFFENDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
+Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFAFFRODA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1645 erneuert, architekturlos. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>, am
+Fuße 4 der im Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf
+den Köpfen, 1655.
+</p>
+
+
+<pb n='328' id='i335.png'/>
+
+<!-- [P: 328] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFARRWEISACH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch.
+Chor; spitze Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss.
+<hi rend="g">Epitaphien</hi> der Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein
+(1504, 1506, 1507 und 1530). <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFERDINGSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, die <hi rend="g">Gemälde</hi>
+»interessant«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFORTA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta</hi> gegr. 1136, seit 1543 <milestone unit='line' n='10'/>
+Sitz der berühmten Schule. &mdash; Der künstlerische Charakter des
+Kirchengebäudes wird wesentlich bestimmt durch den 1251
+(Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268 (I.) der Chor vollendet;
+Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis auf den östl.
+und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund <milestone unit='line' n='15'/>
+gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung
+anzusetzen; also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß
+für Deutschland das älteste Beispiel einer Cistercienser-K. von
+schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf. Basilika mit stark gestrecktem
+Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite des Qsch. <milestone unit='line' n='20'/>
+Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt
+sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den
+gleichzeitigen Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist
+die älteste Fassung des Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte
+stützenwechselnde Basilika von 4 Doppeljochen, das <milestone unit='line' n='25'/>
+letzte Joch im O zum Chor gezogen und voraussetzlich durch
+eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff abgeschlossen. Erhalten
+haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je eine
+Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich
+niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die <milestone unit='line' n='30'/>
+ganz schlichten Profile der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf
+75 m. &mdash; Der got. Umbau begann nach M. 13. Jh. mit der Einwölbung
+des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich, romanische
+Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen;
+nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+niedriger angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal
+überarbeitet. &mdash; <hi rend="g">Chor</hi>. Inschr. am südöstl. Strebepfl.
+nennt das Jahr der Grundsteinlegung 1251. Anlage und Ausführung
+zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des Jahrhunderts.
+Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. <milestone unit='line' n='40'/>
+Im Gr. ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß.
+Das Erdgeschoß, (4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine
+Folge vom Sitznischen, Piscinen und Wandschränken. Das
+Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der 2 m starken Sockelmauer
+ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren
+
+
+<pb n='329' id='i336.png'/>
+
+<!-- [P: 329] -->
+
+Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln
+keilförmig verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig,
+im geraden Teil 4teilig (Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m
+breit). Maßwerk aus Dreipässen, schon mit Nasen; an Kaptt.
+und Schlußsteinen reiches naturalistisches Laubwerk. Schulcharakter <milestone unit='line' n='5'/>
+mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System
+im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die
+über den alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen
+(S. Trinitatis und S. Margarethe) und über diesen ist
+die Fensteröffnung als reich gemusterte Rose gestaltet. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
+Im Gegensatz zum vornehm formenreichen Charakter des
+Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche
+gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die
+Strebepfll. ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims
+ohne Laubfries. &mdash; Verhältnismäßig unerfreulich wirkt <milestone unit='line' n='15'/>
+das <hi rend="g">Langhaus</hi>; Altes und Neues sind im Umbau ungeschickt
+verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte
+Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten
+mit der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze
+höhere Kämpfer hat als die Hauptstütze, woraus für die <milestone unit='line' n='20'/>
+Arkadenbögen ungleiche Schenkel entstehen. Erst das Hochschiff
+gewinnt reinere Formen in Anlehnung an diejenigen des
+Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf
+Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung
+durch offene Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). <milestone unit='line' n='25'/>
+Das äußere System hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von
+Wandpfll. direkt gegen die Mauer stoßen. Die Strebepfll. am
+Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren gebundenen
+Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung
+um 2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. <milestone unit='line' n='30'/>
+um das Qsch. &mdash; Die, wie immer bei den Cisterciensern, turmlose
+WFassade hat außerdem das Eigentümliche, daß sie allein
+auf das Msch. komponiert ist, während die Sschiffsfronten zurückspringen
+und durch wagerechten Abschluß mit abgewalmtem
+Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche <milestone unit='line' n='35'/>
+Fassade ist also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt
+zwischen 2 weit vorspringende Strebepfll., horizontal
+geteilt in 3 jedesmal zurückspringende Stockwerke: zu unterst
+großer Nischenvorbau, in dessen Hintergrund das an sich einfache
+Portal und über diesem an der Wand eine Statuengruppe; <milestone unit='line' n='40'/>
+im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu oberst
+vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische
+mit reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle
+Idee! Aber um sie überzeugend auszugestalten, reichte die
+künstlerische Kraft des Meisters nicht hin (von den Einzelheiten
+
+
+<pb n='330' id='i337.png'/>
+
+<!-- [P: 330] -->
+
+Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). Völlig ungenügend
+waren dann die Hände, denen die Ausführung des Statuenschmuckes,
+der in der Gesamtkomposition eine so wichtige
+Rolle spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend
+deutlich, daß der große Naumburger Meister keine Schule <milestone unit='line' n='5'/>
+hinterlassen hatte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. Spärlich erhalten; bedeutender
+nur der prächtige Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot.
+Mensa des Hochaltars. Unter den <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>
+das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v. Meißen <milestone unit='line' n='10'/>
+† 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig
+wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum;
+an den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß,
+in den 14 Nischen das leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt,
+Querfurt); das Werk läßt hohe Tüchtigkeit der Ausführung <milestone unit='line' n='15'/>
+ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen Grabsteinen
+fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters Heinrich
+Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger
+Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und
+der eines »bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus <milestone unit='line' n='20'/>
+1. H. 14. Jh. (3. Pfl. der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von
+Magisterdenkmälern. &mdash; Sonst zu beachten: Christuskopf aus
+Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom. Triumphkreuzes;
+got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
+Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas <milestone unit='line' n='25'/>
+aus Stein (Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger
+Typus vermuten. Bronzener Schmerzensmann aus der letzten
+Klosterzeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Klausur</hi>. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser
+Fall, auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der <milestone unit='line' n='30'/>
+Zeit völlig entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang.
+Die nördl., südl. und westl. Front vom rom. Bau, wenn
+auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. und Bgg. umschlossen
+eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden auf
+Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene <milestone unit='line' n='35'/>
+Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang,
+ungewölbt. Das Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu
+erkennen, aber ohne ältere Kunstformen. &mdash; Die <hi rend="g">Abtwohnung</hi>
+lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß des
+späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die <hi rend="g">Abtskapelle</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
+eine der feinsten Leistungen des Übergangsstils in
+Deutschland; um 1230-40 von einem Meister der Maulbronn-Magdeburger
+Schule, Ornament mehr thüringisch.
+Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler
+(5/10) Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden
+<pb n='331' id='i338.png'/>
+<!-- [P: 331] -->
+ein reicher Apparat gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke
+Betonung des Anlaufs und somit der Entwicklung der reichen
+Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die Fenster gepaart,
+bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe durch
+Okulus. &mdash; Aus rom. Zeit noch die <hi rend='g'>Klostermühle</hi>, <milestone unit='line' n='5'/>
+wenn auch stark verändert. &mdash; <hi rend='g'>Friedhofslaterne</hi> südöstl.
+vom Chor, gestiftet 1268, archäologisch eine große Merkwürdigkeit. &mdash;
+<hi rend='g'>Betsäule</hi> 1521, das Bildwerk stark verwittert. &mdash;
+In der Schulbibliothek <hi rend='g'>Bilderhandschr.</hi>
+(Augustin) des sp. 12. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFÜNDHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und
+Inneneinrichtung gleichzeitig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PFÜTZENTAL.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PHILIPPSTAL.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.</hi> gegr. 1190. Der vorhandene
+Bau aus dieser Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos.
+Die Ssch. schließen mit 1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem
+Triumphbg., jenseits dessen der quadr. Vorchor und große <milestone unit='line' n='20'/>
+3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem ganzen Chor!)
+kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs.
+6 gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt;
+Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme
+und zwischen ihnen Empore. An der Hauptapsis lebhafte <milestone unit='line' n='25'/>
+Gliederung durch Lisenen und Halbsll. in 3 sich stark verjüngenden
+Geschossen. &mdash; In got. und neuerer Zeit das alte
+Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. &mdash; In der westl. Vorhalle
+landgräfliche Familiengruft 1743. &mdash; Die Klostergebäude zu
+landgräfl. <hi rend="bold">Schloß</hi> umgebaut. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PILGRAMSREUTH.</hi> OFranken BA Rehau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt.
+<hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi> spgot. <hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PILLNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Bergkirche</hi> 1723 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, einfaches Rck. mit Flachdecke <milestone unit='line' n='35'/>
+und Emporen; <hi rend='g'>Altarbau</hi> aus Sandstein mit großem
+Relief um 1650, das Ornament in sog. Knorpelmanier; großes
+<hi rend="g">Epitaph</hi> eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh., Schule des
+<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>; <hi rend='g'>Grabstein</hi> v. Loß 1609; <hi rend='g'>Grabstein</hi>
+eines Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Gedenktafel</hi> für Sophie v. Bünau 1640.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Der <hi rend='g'>alte Bau</hi> (1610-33) brannte 1818 ab. <hi rend='g'>Wasserpalais</hi>
+(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken
+1720 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> und <hi rend='italic'>Longuelune</hi>; das als große Hohlkehle
+gebildete Gesims und die über den Mittel- und Eck-<pb
+n='332' id='i339.png'/><!-- [P: 332] -->Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit phantastischen
+Schornsteinen sollen exotisch wirken. &mdash; Eine symmetrische
+Wiederholung das <hi rend="g">Bergpalais</hi> 1723. &mdash; <hi rend="g">Flügelbauten</hi>
+1788-91 von <hi rend="italic">Exner</hi> und <hi rend="italic">Weinlig</hi>. &mdash; Das <hi rend="g">neue Palais</hi>
+1818-26. &mdash; Die <hi rend="g">Orangerie</hi> nach 1731, wahrscheinlich <milestone unit='line' n='5'/>
+von <hi rend="italic">Longuelune</hi>. &mdash; Der <hi rend="g">englische Pavillon</hi> (im englischen
+Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art
+<hi rend="italic">Weinligs</hi>. Daneben Statue einer Vestalin 1781 von <hi rend="italic">Trippel</hi>.
+&mdash; <hi rend="g">Chinesischer Pavillon</hi> 1804.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PINZBERG.</hi> OFranken BA Forchheim. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung.
+Der Kirchhof umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der
+untere got., oben bar. Glockenturm dient als Tor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PIRNA.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> Schon die vorangehende K. war bedeutend; <milestone unit='line' n='15'/>
+die Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem
+1466 begonnenen Neubau der unregelmäßig in die SWEcke
+eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546. &mdash; Hallenkirche
+mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen
+gerade mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des <milestone unit='line' n='20'/>
+8Ecks. Der 47 m lange Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite
+25 m, die Ssch. wenig schmäler als das Msch., H. 18 m.
+Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die 8eckigen
+Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule
+zum Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung <milestone unit='line' n='25'/>
+der Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt;
+Grundform des Gwb. 1/2kr. Tonne mit Stichkappen,
+darauf einmaschiges Rippennetz im Msch., Sterne in den
+Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz
+abgelöst und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene <milestone unit='line' n='30'/>
+Reihungen«) gebracht, etwa an Hobelspäne erinnernd; die
+tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als Baumstämme charakterisiert;
+»wilde Männer« klettern an ihnen empor; die
+Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern
+des Lhs. befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). <milestone unit='line' n='35'/>
+Fenster hoch, schmal, mit abgeflachtem Spitzbg.
+geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als Beispiel
+spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An
+der NSeite Renss.Emporen von 1570.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> aus Sandstein 1611 von <hi rend="italic">David Schwenke</hi>, Skulpturen <milestone unit='line' n='40'/>
+von <hi rend="italic">Antonius v. Saalhausen</hi>; 10 m hoch, 5 m br., ursp.
+reich in Farbe und Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl
+zwischen Geburt und Kreuzigung; in der Mitte des Hauptgeschosses
+Sintflut und Auferstehung des Herrn, seitlich Jakobsleiter
+und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des <reg orig='Ober-|geschosses'>Obergeschosses</reg>
+<pb n='333' id='i340.png'/>
+<!-- [P: 333] -->
+die Geschichten des Jonas und Simson, in dem
+Hauptfeld Christi Himmelfahrt. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Sandstein
+1543 verkünstelt spgot., Schalldeckel 1576. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
+1561, Fuß 1802 (der alte zeigte Kindergruppen wie in Annaberg).
+&mdash; Unter den zahlreichen <hi rend="g">Grabsteinen</hi> und <hi rend="g">Epitaphen</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf
+1585; M. L. Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders
+Sup. Kademann 1607, höchst lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung
+nüchtern. Unter den Grabsteinen an der Außenwand
+hervorzuheben H. W. v. Schönberg †  1645. &mdash; <hi rend="g">Epitaphgemälde</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+von <hi rend='italic'>H. Göding d. Ä.</hi> [<hi rend="g">Antependium</hi>
+aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt Altert. Ver. Dresden.] &mdash;
+An den Gwbb. großer <hi rend='g'>Gemäldezyklus</hi> aus M. 16. Jh.,
+»ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und
+Seltenheit«. &mdash; <hi rend='g'>Orgel</hi> 16. Jh., verändert 1678. &mdash; <hi rend='g'>Glocke</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+2. H. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dominikaner-Klst.</hi> Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die
+K. Rck. 35 : 12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen
+(zerstört). Im Schiff 8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit,
+Kreuzrippengwbb. auf reich skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), <milestone unit='line' n='20'/>
+der Kämpferpunkt an den Pfll. selbst nicht betont.
+Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke angefügte
+Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
+Kapitelhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; <milestone unit='line' n='25'/>
+aus der ersten Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Privathäuser.</hi> Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte
+Sachsens vom Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. <hi rend='g'>Spätgotisches</hi>
+z. B. Markt 3 und 46, Dohnaische Str. 24, <milestone unit='line' n='30'/>
+Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. &mdash; Aus <hi rend='g'>Renss.</hi>
+besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in
+den Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit
+dem Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13,
+Schuhgasse 15, Markt 12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues <milestone unit='line' n='35'/>
+am Dresdener Schloß; Ecke Barbiergasse und Dohnaische
+Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, Schustergasse 4; Obere
+Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, Schustergasse 2 von
+1676. <hi rend='g'>Rokoko</hi>: Langestr. 10, Badergasse 5.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Sonnenstein</hi>, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten <milestone unit='line' n='40'/>
+kaum etwas erkennbar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PLASSENBURG B. KULMBACH.</hi> OFranken.</p>
+<p>
+Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, <hi rend='italic'>Caspar Vischer</hi>
+unter Mitwirkung der Württemberger <hi rend='italic'>Alberlin Tretsch</hi> und
+<hi rend='italic'>Blasius Berwart</hi>. Hauptbauzeit 1559-1569. Die berühmten
+
+
+<pb n='334' id='i341.png'/>
+
+<!-- [P: 334] -->
+
+Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das meiste
+künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof
+Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607,
+im mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian
+zu Roß; Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten <milestone unit='line' n='5'/>
+Dekorationsstücke der ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden.
+Die großartige Wirkung der letzteren beruht auf
+dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen Erdgeschosses
+und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an
+den Flächen über und über mit Flachreliefornament bedeckten <milestone unit='line' n='10'/>
+Obergeschosse; abweichend der NFlügel, der ehemals den
+großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme mit den zur Kommunikation
+unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache
+Massen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>FLAUE.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Liebfrauen-K.</hi> mit rom. Resten. Ruine <hi rend="bold">Ehrenburg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PLAUEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das
+einfache WPortal und die kleine Sakramentsnische.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PLAUEN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Johannis-K.</hi> Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und
+die OWand des Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot.
+Hallenkirche im Stil der K. von Annaberg, Schneeberg usw.,
+doch unbedeutender als diese, stark rest. nach Brand 1548. &mdash;
+In die <hi rend="g">Superintendentur</hi> eingebaut die Reste des <milestone unit='line' n='25'/>
+Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld
+der älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck
+mit polygonem Chor und vorspringendem Turm im W, innen
+Emporen und Holzdecke. &mdash; Kleiner 4flügeliger <hi rend="g">Altar</hi> aus der <milestone unit='line' n='30'/>
+Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von <hi rend="italic">Valentin
+Silbermann</hi>, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold
+v. Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie
+die Schlösser in Sachsenburg und Netzschkau (<hi rend="italic">Hans Reinhart</hi>). <milestone unit='line' n='35'/>
+Der breite Backsteingiebel nach Brand 1548, gegliedert
+durch 5 nach der Höhe wachsende Pilasterordnungen, Eckfüllungen
+in Wellenlinien.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PLÖSSNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. <milestone unit='line' n='40'/>
+OTurm, darunter Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PÖDELISL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
+Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot.
+ziemlich reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht
+
+
+<pb n='335' id='i342.png'/>
+
+<!-- [P: 335] -->
+
+bar. Schiff. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> bez. <hi rend='italic'>H F</hi> und <hi rend='italic'>Pflugschar</hi>
+(derselbe Meister in Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz
+in Naumburg).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PODELWITZ.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, <milestone unit='line' n='5'/>
+aber im 19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und
+dadurch von einem leider nicht mehr oft anzutreffenden
+Stimmungswert des Ensembles.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PÖHL.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte
+Halle. <hi rend='g'>Gemäldesammlung</hi>. Bmkw. ein reicher
+Rahmen von <hi rend='italic'>J. H. Böhm.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POLENZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von <milestone unit='line' n='15'/>
+Flur und Treppenhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POLLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in
+Würfelform. Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POMMERSFELDEN.</hi> OFranken BA Höchstadt <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
+1543-1685. Einer um 1560 von <hi rend='italic'>Peter Dell d. J.</hi></p>
+<p>
+<hi rend="bold">Altes Schloß</hi>. Wasserburg des 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neues Schloß Weißenstein</hi>. 1711 bis 1718 für Lothar Franz
+v. Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. <milestone unit='line' n='25'/>
+Entwurf von <hi rend='italic'>M. v. Welsch</hi> in Mainz, Ausführung von <hi rend='italic'>Joh.
+Dientzenhofer</hi> in Bamberg. Nach Größe und Wert einer der
+vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant
+für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts
+Marquardsburg). Gr. in Tricliniumform; nach der anderen <milestone unit='line' n='30'/>
+Seite umgrenzt den großen Hof der Halbkreis der Stallungsgebäude.
+Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch einen
+beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau
+durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An
+der Gartenfront 27 Achsen, an den Flügelfronten 15. Der <milestone unit='line' n='35'/>
+Aufbau in 3 differenzierten Geschossen. Die tragenden
+Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je nach der Bedeutung
+des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach.
+Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und
+der Festsaal, beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='g'>Treppenhaus</hi> war, bevor die Neumannschen Schloßbauten
+es überboten, das großartigste in Deutschland und
+wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat
+sich näherndes Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen
+umgeben; die im freien Mittelraum in 2 Läufen sich
+
+
+<pb n='336' id='i343.png'/>
+
+<!-- [P:336] -->
+
+entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten Obergeschoß;
+zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt
+zum obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende
+Gang zu einem kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal,
+aus dem man in den Festsaal gelangt. Dieser geht durch <milestone unit='line' n='5'/>
+beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, als Grotte charakterisierter
+Gartensaal. Im <hi rend="g">Festsaal</hi> ein schwerer, zugleich
+unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen;
+das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen;
+eine sehr große, durch Stuck und Malerei in heftige <milestone unit='line' n='10'/>
+Bewegung versetzte Kehle führt zum freskierten Spiegel über.
+Unter den übrigen Räumen ist das Vorhandensein einer Galerie
+für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren Gemächer haben
+viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten)
+verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen <milestone unit='line' n='15'/>
+Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. &mdash;
+Der prächtige im Zirkel laufende Marstall 1717 von <hi rend="italic">Welsch</hi>. Für
+andere Nebengebäude <hi rend="italic">B. Neumann</hi> zu Rate gezogen. &mdash; Sehr
+bedeutend waren die Gartenanlagen; sie sind A. 19. Jh. »englisch«
+umgearbeitet. &mdash; Die große, früher über Deutschland <milestone unit='line' n='20'/>
+hinaus berühmte <hi rend="g">Gemäldegalerie</hi> hat M. 19. Jh. ihre
+wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
+beachtenswert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POMSSEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. &mdash; Die Ausstattung, renss, und bar., <milestone unit='line' n='25'/>
+gibt ein malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für
+sich bmkw. Großes <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> der Familie
+v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler dieser Familie bis 1725.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PONICKAU.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm <milestone unit='line' n='30'/>
+von 1726. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, geschnitzt und gemalt, A.
+16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PONITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. &mdash;
+Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> 1574, stattliche Außenerscheinung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PORSTENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche
+Baugruppe meist aus 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POSA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Die Nachgrabungen von 1875 und
+1899 ergaben für den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle
+genau übereinstimmende Fünfapsidenanlage (got. umgebaut).
+Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt mit Talbürgel. WTürme
+durch Merians Stich bezeugt.
+</p>
+
+
+<pb n='337' id='i344.png'/>
+
+<!-- [P: 337] -->
+
+<p>
+Am WAbhang des Berges rom. <hi rend="g">Palas</hi>, von den Rundbogenfenstern
+nur eines unvermauert, mit schöner Mittelsäule.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POSSENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige
+Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig <milestone unit='line' n='5'/>
+gezierten Schlußsteine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PÖSSNECK.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe
+beraubt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1443, Erweiterungen 1449<corr sic='.'>,</corr> 1531. Stattliche Anlage <milestone unit='line' n='10'/>
+in eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik
+und früher Renss. (A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck
+der Fassade die in glücklichem Wurf unsymmetrisch an die
+Seite geschobene Freitreppe; über den Treppenläufen offene
+Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel, staffelförmig <milestone unit='line' n='15'/>
+ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die
+beiden großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln
+4 Streifen von Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner
+gardinenförmig geschlossener Blendbögen. Im Innern hat
+sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst aber wenig von <milestone unit='line' n='20'/>
+älteren Kunstformen erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal
+von 1565 noch ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.;
+andere Portale Haus Fischer am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55;
+Krautgasse ao. 1564. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.
+</p>
+
+<p>
+Bmkw. <hi rend="bold">Friedhof</hi> mit K. und vielen Denkmälern des 17. und
+18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POSTERSTEIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und 17. bis 18. Jh. &mdash; Bmkw. die reich geschnitzte <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="g">Herrschaftsempore</hi> 1689 und der <hi rend="g">Altaraufbau </hi>
+aus derselben Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich
+16. Jh., umlagert einen großen ma. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PÖTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut.
+&mdash; Bmkw. spgot. <hi rend="g">Schreinaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>POTTENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?)
+Formen erhielt«, Ausstattung bar. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PREDEL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche
+Turm Fr.Renss. &mdash; <hi rend="g">Schreinaltar</hi> um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRESSECK.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., Sch. bar.
+</p>
+
+
+<pb n='338' id='i345.png'/>
+
+<!-- [P: 338] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRETTIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von
+3 Gewölbejochen. &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500,
+nordwestdeutsch, oder niederländisch, 1614 von der Kurfürstin
+Hedwig, einer dänischen Prinzessin, geschenkt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+<p>Runder got. <hi rend="bold">Torturm</hi> in Backstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRETZFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 18. Jh. unbedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 16. Jh. auf ma. Grundlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRETZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1652
+von <hi rend="italic">J. G. Kretschmer</hi> aus Dresden. <hi rend="g">Gemälde</hi>, Kreuzigung,
+von <hi rend="italic">D. Heuer</hi> aus Leipzig. <hi rend="g">Grabmal</hi> der Königin Eberhardine.
+Arnimsche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 18. Jh. Außen am Turm
+Rittergrabstein 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1634.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRICHSENSTADT.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Ein altfränkisches <hi rend="bold">Stadtbild</hi>, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
+bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer
+Weiher. Fast der ganze Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. <milestone unit='line' n='20'/>
+Charaktervolle Torgruppe mit 2 runden Flankentürmen,
+in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen
+großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem
+sprenss. Dachwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne <milestone unit='line' n='25'/>
+Interesse, doch enthält sie eine originelle bemalte <hi rend="g">Steinkanzel</hi>
+des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRIESSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
+niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders <milestone unit='line' n='30'/>
+die herrschaftlichen Betstuben. Die <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Johann
+de Perre</hi> aus Antwerpen, ansässig in Leipzig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRIETITZ.</hi> K.Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1881 fast ganz erneuert. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi>, gute Tischlerarbeit
+von 1646. <hi rend="g">Denkmäler</hi> des 18. Jh., über die in der <milestone unit='line' n='35'/>
+Lausitz recht gute Durchschnittsqualität noch hinausgehend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe,
+u. a. von <hi rend="italic">Anton Graff</hi> und <hi rend="italic">Chr. Leberecht Vogel</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PROBSTZELLA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1755. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> fränkisch um 1500. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PROFEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. &mdash; Ausstattung
+in guter Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger
+Polychromie.
+</p>
+
+
+<pb n='339' id='i346.png'/>
+
+<!-- [P: 339] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PRÖLSDORF.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des
+WTurmes mit der Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen.
+&mdash; Im Pfarrhof bmkw. <hi rend="g">Kaselkreuz</hi> 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PROSSELSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Posthum got. Neubau 1614. &mdash; Derb wirkungsvolle
+Ausstattung um 1700. &mdash; <hi rend="g">Dorfbrunnen</hi> unter
+einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PROZELTEN</hi> siehe Stadtprozelten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PULSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal
+aus M. 18. Jh. &mdash; Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler
+der Barockzeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen
+Epochen des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PURSCHENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende
+Anlage von 5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt;
+davon jetzt nur einer erhalten; sonstige Kunstformen spärlich. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>PUSCHENDORF.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus
+Holztonne. Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten
+Fenstern. Malerischer Innenraum. 3 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>
+aus der Erbauungszeit. Gemalte <hi rend="g">Wappenscheiben</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+nürnbergischer Familien.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>Q</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>QUEIENFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um
+1546, die Fenster in got. Formen. &mdash; Auf dem nahen Weinberg <milestone unit='line' n='30'/>
+die Grundmauern der ehemals berühmten <hi rend="g">Wallfahrts-K.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>QUERFURT.</hi> Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch
+Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., <milestone unit='line' n='35'/>
+welche die Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst.
+Marienzelle. Am WTurm gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. &mdash;
+Großer bar. <hi rend="g">Altarbau</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-K.</hi> Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen
+<hi rend="g">Epitaphen</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Schlicht sprenss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Weitläufiger Komplex von Festungswerken, <reg orig='Be-|amten-'>Beamten-</reg>
+<pb n='340' id='i347.png'/>
+<!-- [P: 340] -->
+und Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des
+12. und 13. Jh. Imposanter runder Bergfried (der »dicke
+Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5 Mauerstärke; dann
+ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom
+Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. <milestone unit='line' n='5'/>
+Die mitten im weitläufigen Bering freistehende <hi rend="g">Kapelle</hi>
+etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor normale Kreuzanlage mit
+Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung, im W
+Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die
+schlichten rom. Formen noch gut zu verfolgen, das Innere <milestone unit='line' n='10'/>
+1716 barockisiert. Über der Vierung 8seitiger Turm mit
+Lisenen und Bogenfries. &mdash; Grabkapelle E. 14. Jh. <hi rend="g">Tumba</hi>
+des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das
+Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit
+merkwürdiger Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an <milestone unit='line' n='15'/>
+der Tumba Herzog Georgs in Pforta.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>R</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RABENECK.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RABENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> mit Wappenstein von 1495.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RABOLDSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604
+und seiner Ehefrau Ch. v. Berlepsch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÄCKNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Denkmal</hi> für General Moreau † 1813.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RADEBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Stadt-K.</hi> Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. &mdash;
+<hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1730 von <hi rend="italic">J. C. Feige</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen <milestone unit='line' n='30'/>
+Meister aus dem Kreise des <hi rend="italic">Hans Schickentanz</hi>, erneuert 1628
+durch <hi rend="italic">Ezechiel Eckhardt</hi>. &mdash; Hauptbau auf 3eck. Gr., nur
+2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin interessante
+Beispiele der Dresdener Frührenaissance.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RADEFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm sprom., Sch. spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RADIBOR.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke
+16. bis 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Holzplastik</hi> in auffallender
+Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh., ausgezeichnet, sicher <milestone unit='line' n='40'/>
+Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite desgl. und
+eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und
+
+
+<pb n='341' id='i348.png'/>
+
+<!-- [P: 341] -->
+
+gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen
+um 1480 u. a. m.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in
+der Mitte Lichthof und Treppenhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RADMERITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1702. Ansehnliches <hi rend="g">Grabmal</hi> des J. v.
+Ziegler, Stifters v. Joachimstein † 1734. Ausstattung um
+1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RALBITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung <milestone unit='line' n='10'/>
+charakteristisch katholisch. &mdash; Im Dorf <hi rend="g">Dreifaltigkeitssäule</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RAMMELBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575
+die den unteren Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, <milestone unit='line' n='15'/>
+Decke und Oberteil der Seitenwände bedeckt mit
+biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem Bildwerk«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RAMMENAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
+Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. <milestone unit='line' n='20'/>
+Geräumiges, vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen
+in der Art <hi rend="italic">Oesers</hi>. Die sonstige Inneneinrichtung
+zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten Erbauers mit reichen
+Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700 und
+die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RANDERSACKER.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut.
+Gut erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in
+ungewöhnlich reicher Gliederung, die unteren Teile E. 12.,
+die oberen gegen M. 13. Jh. &mdash; Ausstattung um 1700. Auf <milestone unit='line' n='30'/>
+den Seitenaltären <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi>, 1683
+und 1704. Seinsheimsche <hi rend="g">Grabsteine</hi> E. 14. Jh. &mdash;
+<hi rend="g">Friedhofsbefestigung</hi> nach 1609.
+</p>
+
+<p>
+Großer <hi rend="bold">Zehnthof</hi> des Würzburger Domkapitels, angelegt
+(Inschr.) 1332, verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Häuser</hi> 16.-18. Jh. Am Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen,
+Schule <hi rend="italic">Neumanns</hi>. &mdash; <hi rend="g">Bildstöcke</hi> in
+großer Zahl, meist 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RANIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im <milestone unit='line' n='40'/>
+N. Von der ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RASDORF.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.).
+Rom. 11. Jh., im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und
+
+
+<pb n='342' id='i349.png'/>
+
+<!-- [P: 342] -->
+
+spgot. Nachbesserungen. &mdash; Basilika auf kreuzf. Gr. Je
+5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile spitzbg. Bgg. auf
+3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt im
+Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet,
+hohe Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende <milestone unit='line' n='5'/>
+Emporeneinbau (verbaut). Die flache Decke bei der got.
+Erneuerung des Obergadens beibehalten. Die Vierungspfll.
+rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb. Über der
+Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine
+steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der <milestone unit='line' n='10'/>
+Chor mit 5/8 Rippengwb. &mdash; Die ganze L. ca. 40 m, H. des
+Turms über 50 m.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RATENDORF.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und
+Apsis, Turm über dem Chor. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1510. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RATSFELD.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
+</p><p>
+Fürstl. <hi rend="bold">Jagdschloß</hi> 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in
+strengem Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RATTELSDORF.</hi> OFranken BA Bamberg I.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen <milestone unit='line' n='20'/>
+und erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RAUENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer
+Durchbildung. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RAUHENECK.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas
+noch rom. Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RAUSCHENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst
+den nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende
+Kreuzgwbb. auf Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh.
+das Msch. erneuert, 3 rck. Kreuzgwbb., Fenster nur an der
+südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt; renoviert 1453. Chor <milestone unit='line' n='35'/>
+2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in gewundenen
+Reihungen. Schmuckloser WTurm. &mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi>
+1584. &mdash; <hi rend="g">Holzstatuette</hi> der h. Jungfrau, gute spgot.
+Handwerksarbeit. &mdash; <hi rend="g">Kruzifix</hi> aus gleicher Zeit. &mdash;
+<hi rend="g">Altarflügel</hi> um 1400. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm
+M. 13. Jh. interessant in Anlage und Einzelheiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REDWITZ.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit
+eingezogenem Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche.
+
+
+<pb n='343' id='i350.png'/>
+
+<!-- [P: 343] -->
+
+Rundpfll. mit einfachen Kaptt. Kreuzgwbb. &mdash; Hübsches
+<hi rend="g">Sakramentshaus</hi> 1498, ca. 4 m h. Außen <hi rend="g">Ölberg</hi>
+2. H. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kathol. K.,</hi> gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere <milestone unit='line' n='5'/>
+Bauteile 1509, 1593, 1642.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REGENSBERG.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> ziemlich erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REIBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. <milestone unit='line' n='10'/>
+Kanzelaltar 1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619.
+Gräfl. Einsiedelsche Gruft 1746.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1763 von <hi rend="italic">Andreas Hünigen</hi> in Zittau. Uförmige Anlage,
+die kurzen Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes,
+schon dem Klassizismus zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration <milestone unit='line' n='15'/>
+z. T. erhalten. Prächtige Empiremöbel. Zahlreiche
+Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf Joh.
+Georg v. E. von <hi rend="italic">A. Graff</hi>, Graf Heinrich v. E. in der Art
+<hi rend="italic">J. F. A. Tischbeins</hi>. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden
+Stücken. &mdash; Die ursp. französische <hi rend="g">Parkanlage</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+in der englischen Umwandlung noch zu erkennen. Reizender
+<hi rend="g">Gartentempel</hi> von <hi rend="italic">Eschke</hi> 1796 (etwas verändert 1830).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHELSBERG.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch.
+1525 zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit <milestone unit='line' n='25'/>
+der Anlage deutet auf späteres Ma. Die Zwingermauer hat
+7 Rundtürme.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHELSBURG b. AUB.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHENAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1690 von <hi rend="italic">Heinrich Proscher</hi>. Weiträumiger Saal mit
+Doppelempore und flacher Holzdecke. Reste von spgot.
+<hi rend="g">Altarplastik</hi> [z. T. im Dresdener Altert.-Ver.]. <hi rend="g">Altar</hi>
+1819, die <hi rend="g">Holzfigg</hi>. von <hi rend="italic">Gareis</hi> in Ostritz. Prächtige
+<hi rend="g">Orgel</hi> 1769. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika
+ohne Qsch., Chor quadr., überall Holzdecken. Im Schiff
+6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen wechseln mit 1 Pfl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHENBACH.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1720 mit rom. Mauerresten. &mdash; Schönes <hi rend="g">Altargerät</hi>
+E. 17. und A. 18. Jh., augsburgisch. &mdash; <hi rend="g">Orgel</hi> von
+<hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi> 1725.
+</p>
+
+
+<pb n='344' id='i351.png'/>
+
+<!-- [P: 344] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHENBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. &mdash; 2 Taufsteine, der
+eine rom. 13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. &mdash;
+<hi rend="g">Denkmäler</hi>: 1621 Kind von zwei Engeln getragen, 1625
+die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHENBERG.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im
+Bauernkriege whgest. im 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHENFELS.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon <milestone unit='line' n='10'/>
+Ruine geworden. Museum des <hi rend="g">Voigtl. Altert.-Ver.</hi>
+mit Resten von spgot. Altarplastik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REICHMANNSHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1607-15.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben <milestone unit='line' n='15'/>
+teilweise erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen,
+südl. Bergfrieds. 14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REIDEBURG.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REIFENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff
+5 Joche, im Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste
+des got. Kreuzgangs. Klostergebäude bar. mit stattlichem
+Treppenhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINHARDSBRUNN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herzogl. Schloß</hi> an Stelle eines einst hoch berühmten <hi rend="bold">Klosters</hi>;
+gegr. im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten
+eine Reihe von <hi rend="g">Grabsteinen</hi> thüringischer Landgrafen
+bis auf Ludwig den Springer † 1123 zurückgehend, jedoch
+sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach derselben <milestone unit='line' n='30'/>
+Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei
+Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und
+Meißen. Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände,
+beide nicht ersten Ranges, zu unterscheiden: von der ersten
+sind Ludwig der Springer, Ludwig III., Ludwig IV.; von der <milestone unit='line' n='35'/>
+zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der
+Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des
+Gebissenen † 1324, einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINHARDTSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit <milestone unit='line' n='40'/>
+schönem Portal, bez. 1675.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINHARDTSGRIMMA.</hi> K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten;
+ungewöhnlich langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. &mdash;
+Sandsteinaltar mit Abendmahlsrelief 1601. Orgel von <hi rend="italic">Gottfr.
+
+
+<pb n='345' id='i352.png'/>
+
+<!-- [P: 345] -->
+
+Silbermann</hi> 1731 &mdash; <hi rend="g">Ikon. Doppelgrabstein</hi> für
+H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller Charakteristik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1767 in der Richtung <hi rend="italic">Knöffels</hi>. Im Park Marmordenkmal
+für Anna v. Bülow von <hi rend="italic">L. Grossi</hi> 1790. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINHARZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben.
+Großer Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger
+Turm mit Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung <milestone unit='line' n='10'/>
+erhaltene Zimmer. Altmeißener Porzellan.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINHOLTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges
+Mobiliar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.,</hi> gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch.,
+im 17. Jh. als evang. Pfarr-K. umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Tympanon</hi>, Maria
+zwischen Engel und Bischof, A. 13. Jh., zu vergleichen mit
+Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich stuckiert, weniger gut
+die Gemälde. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REINSTADT.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche
+Reste von got. <hi rend="g">Schnitzaltären</hi>. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem <milestone unit='line' n='25'/>
+spgot. Aufbau gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REITZENGESCHWENDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem
+Geschmack. &mdash; <hi rend="g">Bauernhäuser</hi> im Blockverband.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REITZENSTEIN.</hi> OFranken BA Naila. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1557 an Stelle älterer Burg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REMLINGEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+Sog. <hi rend="bold">Würzburgerschloß,</hi> erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I.
+von Wertheim. Typische Wasserburg, unvollständig erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kastellsches Schloß</hi>. Komplex einfacher Bauten um 1560. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REMSE.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich
+noch rom. Steinempore (Reste) könnte durch das
+nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt sein. &mdash; <hi rend="bold">Kloster</hi>. Erhalten
+ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='40'/>
+Bestimmung ungewiß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RENGELRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RENGERSBRUNN.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar <hi rend="g">Holzfigur</hi>
+
+
+<pb n='346' id='i353.png'/>
+
+<!-- [P: 346] -->
+
+der Madonna um 1460. &mdash; Gute <hi rend="g">Kanzel</hi> in der Art der <hi rend="italic">Bossiarbeiten</hi>,
+E. 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochzeitsbecher</hi>, Silber vergoldet,
+bessere Augsburger Arbeit von 1670. &mdash; Großes prächtiges
+<hi rend="g">Ciborium</hi>, würzburgisch, um 1720.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RENTWEINSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Große Anzahl von <hi rend="g">Epitaphien</hi> der Freih.
+v. Rotenhan, darunter gute Renss. Arbeiten in Sandstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751
+mit langem Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter
+bambergisch. Im Schloßpark schöne <hi rend="g">Orangerie</hi> um 1750. <milestone unit='line' n='10'/>
+Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und Wehrbauten
+des <hi rend="g">alten Schlosses</hi> um 1520.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REPPERNDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen
+aus 2. H. 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1608 mit <hi rend="g">Gemälden</hi> von <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="italic">Hans Haunisch</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RETZBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1736-40 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>. Typisch für die kleineren
+Landkirchen des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb.
+auf toskanischen Pilastern, eingezogener polyg. Chor, <milestone unit='line' n='20'/>
+schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten Sandsteinpilastern.
+&mdash; <hi rend="g">Altarblatt</hi> von <hi rend="italic">Zaner</hi> 1741. &mdash; Prächtiges
+<hi rend="g">Rok.Ciborium</hi> um 1770 bez. <hi rend="italic">D</hi> (<hi rend="italic">Joh. Dörffer</hi> in Würzburg).
+Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> Chor 14. Jh., Lhs. 1625. &mdash; <hi rend="g">Gnadenbild</hi> der <milestone unit='line' n='25'/>
+Madonna 14. Jh. &mdash; Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Hübscher Fachwerkbau um 1574.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RETZSTADT.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO)
+hat im 3. Geschoß gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit <milestone unit='line' n='30'/>
+zierlich behandelten Säulchen aus sp. 12. Jh. Am Aufgang
+zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines Kruzifixes
+wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg. phantastische
+Tierfigg. &mdash; <hi rend="g">Deckenbilder</hi> von <hi rend="italic">S. Urlaub</hi> 1728.
+<hi rend="g">Hauptaltar</hi> vom Schreinermeister <hi rend="italic">Joh. Uhl</hi> (der Riß von <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="italic">B. Neumann</hi> approbiert). <hi rend="g">Monstranz</hi> von <hi rend="italic">Stipeldey</hi> in
+Augsburg 1793. <hi rend="g">Prozessionstafel</hi> (»Blutschild«) aus
+Silber, um 1700.
+</p>
+
+<p>
+Gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser,</hi> meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen.
+&mdash; Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi> 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REUCHELHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die <hi rend="g">Altäre</hi>
+in derbem Rok., dekorativ von famoser Wirkung. <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
+bez. <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi> 1753.
+</p>
+
+
+<pb n='347' id='i354.png'/>
+
+<!-- [P: 347] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REURIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem.
+Chor der rom. K. Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit
+zierlichem Renss.Ornament bemalte <hi rend="g">Bretterdecke</hi> bez.
+1596. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg,</hi> ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>REYERSBACH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sehr feine <hi rend="g">Rokokoaltäre</hi> (aus Kloster Bildhausen
+stammend).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RIEDE.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 16. Jh. Noch bewohnt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RIENECK.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kreuzkapelle</hi> um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
+<hi rend="g">Relief</hi> der Kreuzigung, bez. 1628.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die <milestone unit='line' n='15'/>
+Wohnbauten und der Bering erneuert. Erhalten aus der rom.
+Zeit der NBergfried, der WBergfried und die rom. Kapelle an
+der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13. Jh. Der NBergfried ein
+Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen Buckelquadern.
+In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m erreicht, <milestone unit='line' n='20'/>
+oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m, Durchmesser
+5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen
+schwachen Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene
+3/4 Säulen, auf denen die Diagonalgurten ruhen; diese
+von einfach rechteckigem Grundriß; die Säulen haben attische <milestone unit='line' n='25'/>
+Basis mit den zum Überfang umgebildeten Eckblättern der
+Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
+ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres
+Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite
+einschiffig, flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, <milestone unit='line' n='30'/>
+später eingefügt, 2 gute <hi rend="g">Grabsteine</hi> des 13. Jh., wahrscheinlich
+eines Herrn von Rieneck und seiner Frau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RIESA.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi> Einfache spgot. Kirche, 1848
+durchgreifend erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die <milestone unit='line' n='35'/>
+kleinen renss Fenster der Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium
+mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E. 16. Jh., jetzt
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr.
+Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1682, rom. OTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RIMBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> von besserer Qualität,
+v. Hansteinsche <hi rend="g">Grabsteine</hi> roh.
+</p>
+
+
+<pb n='348' id='i355.png'/>
+
+<!-- [P: 348] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RIMPAR.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 19. Jh. <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi>, reiche Arbeit des
+fr. Barock, Wappen des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31).
+Zahlreiche (8) <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> der Grumbach; hervorzuheben
+Eberhard † 1487, mit Unrecht <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527, Kunigunde
+† 1507.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend,
+wesentlich Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar
+zu seinem Sommersitz machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, <milestone unit='line' n='10'/>
+an der Außenecke mächtiger Rundturm. Das Äußere
+hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 Repräsentationsräume;
+im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte
+Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter
+Figurenfries in Stuck mit Szenen aus der römischen Geschichte. <milestone unit='line' n='15'/>
+Stilrichtung italistisch, im Ornament Floriselemente. &mdash;
+<hi rend="g">Lusthaus</hi> des Schloßgartens, seiner Dekoration beraubt
+(Mädchenschule).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1614. &mdash; Menge von <hi rend="g">häuslichen Heiligenbildern</hi>
+und <hi rend="g">Bildstöcken</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RITTERSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. <hi rend="g">Altarbau</hi>
+von <hi rend="italic">Winterstein</hi>, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen
+Gruppe zusammengeschlossen. &mdash; Hinter dem
+Chor Turm aus M. 13. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROCHLITZ.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Petri-K.</hi> Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh.,
+voll. 1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe
+und 3 Joche, das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein
+Turm. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1548 noch mit got. Ornament. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kunigunden-K.</hi> von <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi> (dem Meister des
+Meißener Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der
+Petri-K., nur der Schluß aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl.
+Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der später angelegten
+Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um <milestone unit='line' n='35'/>
+diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach
+Brand 1688 den hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme
+niedrige Hauben erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig).
+Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die Südseite verlegt. Tür
+und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, dazu <milestone unit='line' n='40'/>
+Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander
+an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und
+Flächen kleine Figürchen hervor, oder bloß Köpfe oder Hände.
+Nach alter Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen
+Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der ganze
+
+
+<pb n='349' id='i356.png'/>
+
+<!-- [P: 349] -->
+
+Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und
+Starres. &mdash; Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1500, 4 bewegliche und
+2 feste Flügel, mit der Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer
+Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] &mdash; Im Chor Reste
+von <hi rend="g">Glasmalerei</hi> um 1500. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> sehr reduziert; einzelne Teile Werk <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi>,
+<hi rend="g">Museum</hi> mit örtlichen Kunstaltertümern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROCHSBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der
+Wechselburger Vorhalle, also ca. 1220-30. &mdash; Großes <hi rend="g">Freigrab</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+des Wolf v. Schönburg † 1581 und seiner Gemahlin
+† 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die zwölf Apostel,
+oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen
+4eck. Hof, ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch <milestone unit='line' n='15'/>
+interessanter der Ausbau 1470 f. unter Hugold v. Schleinitz
+durch <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi>. Rest. nach Bränden 1547 und 1582.
+In der Kap. bedeutendes <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1576, die 10 steinernen
+Reliefs von <hi rend="italic">Andreas Lorentz</hi> aus Freiberg. In einem Nebenraum
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> von 1522. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖCKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und spätestgot. Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RODA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem
+Meister der Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in <milestone unit='line' n='25'/>
+Kohren tätig war.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RODA.</hi> Sachsen-Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
+Durch häufige Umbauten charakterlos und
+unansehnlich geworden. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen
+(21 m Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut
+1650, Freitreppen von außen; flache Decke; der polyg.
+Chor spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.</hi> Gestrecktes Rechteck von 37,5 : <milestone unit='line' n='35'/>
+14,7 m. Die OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg.
+Fenster im Stilcharakter von A. 1300. Im W 3 quergestellte
+Arkaden, welche eine Empore trugen. Die Langseiten könnten
+dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2
+gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="g">Madonnenrelief</hi>. Auf der NSeite nebenschiffartige
+Erweiterung mit Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RODACH.</hi> Sachsen-Coburg Amtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche,
+
+
+<pb n='350' id='i357.png'/>
+
+<!-- [P: 350] -->
+
+polyg. geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert;
+seitlicher Turm 1471. &mdash; Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> von 1550.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖDELSEE.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K.</hi> 1779.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K</hi>. 1770. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+Stattliche Profanbauten: das <hi rend="g">Crailsheimsche Schloß</hi>,
+der <hi rend="g">Ebracher Zehnthof</hi> (beide ca. 1600) und das gräfl.
+<hi rend="g">Castellsche Zehnthaus</hi> (Gasth. zum Löwen) von 1648.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖDERAU.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1786-1817. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖDERSDORF.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Mehrere <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RODERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche,</hi> ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher
+WEmpore. Die kunstvolle <hi rend="g">Altarbekleidung</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+ursp. für die Feldgottesdienste Gustav Adolfs von Schweden. &mdash;
+Gute schmiedeeiserne <hi rend="g">Grabkreuze</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RODEWISCH.</hi> K. Sachsen AH Auerbach,
+</p><p>
+<hi rend="bold">Petri-K</hi>. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36.
+Löblicher Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem <milestone unit='line' n='20'/>
+Kirchboden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RODIGAST.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROHR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. (von Fulda abhängig). Erb. nach <milestone unit='line' n='25'/>
+M. 13. Jh., jetzt Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer
+in 2 gleiche Hälften geteilt; die westl. enthielt die
+Nonnenempore über hölzerner Zwischendecke. Schmale spitzbg.
+Fenster. An die SSeite lehnte sich ein quadr. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte <milestone unit='line' n='30'/>
+S. Michaelis-K. (Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf
+einem Hügel haben an eine ehemalige heidnische Kultstätte
+denken lassen.) Ältester Teil die Krypta; Gr. überhöhter 1/2 Kr.
+mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als Unterbau
+eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in <milestone unit='line' n='35'/>
+primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte
+Gwb. ruht auf 4 formlosen Pfll.; die Steine über der nördl.
+Stollentür zeigen Riefelung. Alles dieses weist auf hohes Alter,
+wahrscheinlich vor 950. &mdash; Die K. rck. 28,7 : 8,7 m. Form
+und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere Klst.-K. <milestone unit='line' n='40'/>
+war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster
+übrig gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. &mdash;
+Befestigter Kirchhof, Wall, Graben, Tor; letzteres rom.,
+später mit neuem Wehrturm überbaut; davor eine Art Zwinger
+mit Vortor.
+</p>
+
+
+<pb n='351' id='i358.png'/>
+
+<!-- [P: 351] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Baderei,</hi> reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes
+Hoftor mit Sitzkonsolen 1619.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROHRBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1778 von <hi rend="italic">Geigel</hi>. Sehr gute klassizist. Einrichtung,
+die <hi rend="g">Altarfigg</hi>. in der Richtung <hi rend="italic">P. Wagners</hi>. Bmkw. <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Monstranz</hi> und <hi rend="g">Kelche</hi> von <hi rend="italic">Stipeldey</hi> in Augsburg 1797.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kreuz-Kap.</hi> 1712. Reste guter <hi rend="g">Altarplastik</hi> um 1500,
+Richtung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>, wohl von derselben Hand wie die
+Figg. in Großlangheim. Gute <hi rend="g">Pietas</hi> um 1490, verwandt
+der in Eußenheim. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROHRBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißensee.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm aus rom. Anlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖHRIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten
+3/8 Chor. &mdash; Ein gutes Stück die renss. <hi rend="g">Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+mit unten eingebautem Beichtstuhl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Herrenhaus.</hi> Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720.
+Die hübsche Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Architekturlos. &mdash; Die <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Porphyrtuff,
+bez. 1565, im Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche
+Plastik allerdings minderen Wertes. Große <hi rend="g">Glocke</hi> A. 15. Jh.
+Die zwei großen <hi rend="g">Ölgemälde</hi> auf Holz aus A. 17. Jh.
+bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in
+Wiesenstein. Porträts von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. Gartenstatuen bez.
+<hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖMHILD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage
+eines doppelten Chors im O und W, beide in Breite des
+Msch. vorspringend und polyg. geschlossen, Turm im NO über
+der Sakristei. &mdash; Üppig geschmückter Fuß eines zerstörten
+spgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschens</hi>; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1686 <milestone unit='line' n='35'/>
+tüchtig; <hi rend="g">Votivgemälde</hi> 1482. Ein wertvoller Besitz die
+seit 1865 im Chor aufgestellten 7 <hi rend="g">Grabsteine</hi>: Georg I.
+von Henneberg 1465; Johannetta 1481; Hermann VII. 1465;
+Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v. Wirtemberg 1501;
+Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die wichtigsten <milestone unit='line' n='40'/>
+Stücke (Südkap.) das <hi rend="g">Erzbild Ottos</hi> IV. † 1502, doch
+früher ausgeführt, aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt (Peter?),
+und das <hi rend="g">Hochgrab Hermanns</hi> VIII. und der <hi rend="g">Elisabeth
+von Brandenburg</hi>, nach (wahrscheinlich eine
+längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der
+
+
+<pb n='352' id='i359.png'/>
+
+<!-- [P: 352] -->
+
+Elisabeth; nahe verwandt dem Hohenzollerndenkmal in
+Hechingen; die persönliche Urheberschaft <hi rend="italic">Peter Vischers</hi>
+wird fast allgemein angenommen, aber es fehlt dafür nicht
+nur die äußere Beglaubigung; die architektonische Dekoration
+der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den <milestone unit='line' n='5'/>
+Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht
+von sehr lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten,
+einander in Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte;
+nicht gleichwertig die Eckstatuetten. &mdash; Zahlreiche Gemälde,
+z.T. inhaltlich interessant, künstlerisch unerheblich; <milestone unit='line' n='10'/>
+manches bmkw. unter den Geräten und Paramenten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1708-12 von <hi rend="italic">Chr. Richter</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Glücksburg</hi>. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern
+(Hinterschloß und Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II.
+1465 ff. Eine zweite Bauzeit 1540 ff. Eine dritte unter Leitung <milestone unit='line' n='15'/>
+von <hi rend="italic">Chr. Richter</hi> 1676-78. Eine vierte 1724.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Prinzenpalais</hi> ca. 1770.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROMMERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Edelhof</hi>. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus
+auch das Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten <milestone unit='line' n='20'/>
+des <hi rend="italic">Philipp Soldan</hi> von Frankenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROMSCHÜTZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725-33.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RONSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROPPERHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rom. Wohnturm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖPPISCH.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage wie Pahnstangen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSENAU</hi> bei Coburg.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSENTAL.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSENTAL.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung
+gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne
+<hi rend="g">Expositur</hi> bez. 1691. <hi rend="g">Kelche</hi> got. und bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSSACH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. <milestone unit='line' n='40'/>
+Spgot. Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSSDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte
+Emporen und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697.
+
+
+<pb n='353' id='i360.png'/>
+
+<!-- [P: 353] -->
+
+Der in gutem Umriß aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer
+mit Schießscharten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖSSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. mit OTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSSFELD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit
+Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber
+stehendem Turm, beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu
+aufgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern.
+Lhs. 1690, sehr nüchtern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst.-K.</hi> fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine
+sprom. Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule
+4 Reliefs, Äbtissinnenbilder in Renss. Umrahmung, nach den <milestone unit='line' n='15'/>
+stilistischen Merkmalen von <hi rend="italic">Arntz Semler</hi> von Freyburg. Das
+neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSSRIETH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wasserschloß</hi> mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß.
+Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROSSWEIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb,
+Ausbau erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke
+und Emporen. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1505, rest. nach Brand 1806.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Tuchmacherhaus</hi>, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes <milestone unit='line' n='25'/>
+von Zelle; schmuckreiches Portal 1537.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENBUCH.</hi> UFranken BA Lohr.
+</p><p>
+Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige
+Wasseranlage des 17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine
+Brücke mit einer Kap. des 15. Jh. verbunden. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENBURG I. TH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im
+Hauptteil aus sp. Ma. Künstlerisch interessant und relativ
+gut erhalten der frgot. Wohnbau mit großem Saal im Obergeschoß. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENBURG.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Elisabeth,</hi> beg. 1370, weitergeführt 1484-1501,
+verstümmelt 1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche
+mit ursp. 5 Jochen im Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen
+2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine der größten K. Kurhessens. <milestone unit='line' n='40'/>
+&mdash; <hi rend="g">Denkmal</hi> des Landgrafen Hermann † 1658
+und seiner Gemahlin † 1683.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Jakob,</hi> bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor,
+Gwb. nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs.,
+
+
+<pb n='354' id='i361.png'/>
+
+<!-- [P: 354] -->
+
+spgot., aber mit Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner
+marmorner Tisch aus der Schloß-K.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Georgs-Kap.</hi> (Hospital) an Stelle der alten Burg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). Reichgeschnitzter
+Hochaltar. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+Gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive
+häufig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENFELS.</hi> UFranken BA Lohr.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik
+des Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem <milestone unit='line' n='10'/>
+Sterngwb. Lhs. dreiachsig, mit flacher Holzdecke,
+gotisierende Maßwerkfenster. Aus der Erbauungszeit die
+freundliche, dekorative Ausmalung von <hi rend="italic">W. Ritterlein</hi> (vgl.
+Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar
+<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, E. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+Sandstein, 1613. <hi rend="g">Monstranz</hi> 1615,
+Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in der
+gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die
+Bauten dieser Zeit tragen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. <milestone unit='line' n='20'/>
+Bergfried, Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem
+Aufwand ausgeführten Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit
+ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden 16.-17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1595 in reicheren Renss.Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENHAN.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die
+4 m starken Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTENSTEIN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit spgot. Stabwerkportal.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. <milestone unit='line' n='35'/>
+E. 16. und 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1738, hübsch, nicht ganz
+von der gewöhnlichen Art.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖTHA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Georgen-K.</hi> urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen
+nur der nördl. ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. <milestone unit='line' n='40'/>
+geteilt; der eingezogene gewölbte Chor nach 1510. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+um 1620; das Hauptgemälde vielleicht von <hi rend="italic">Johann
+de Perre</hi> (vgl. Prießnitz). v. Friesensche <hi rend="g">Epitaphe</hi> und
+<hi rend="g">Bildnisse</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der
+
+
+<pb n='355' id='i362.png'/>
+
+<!-- [P: 355] -->
+
+Rochlitzer Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit
+3/8 Schluß. Durchweg Netzgwbb. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1520,
+bmkw. durch frühen Anklang an die Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von <hi rend="italic">Chr. Bodenstein</hi>
+in Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit <milestone unit='line' n='5'/>
+Stücken von <hi rend="italic">Pierre Gaudreau</hi> (Marschall v. Sachsen), <hi rend="italic">Rigaud</hi>
+(?), <hi rend="italic">Silvestre</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTTELSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTTENBAUER.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> von 1490, unbedeutend. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+der Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+2 Wolfskeelsche <hi rend="bold">Schlösser,</hi> bar., im jetzigen Zustand unerheblich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTTENDORF.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierender Umbau 1613. <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
+2. H. 18. Jh., nicht schlecht. Vortreffliche klassizist. <hi rend="g">Ausstattung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÖTTINGEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen <milestone unit='line' n='20'/>
+A. 17. Jh. Interessant der einheitliche Chorbau
+in früher Kompromißgotik (Ablaß 1287). Über dem quadr.
+Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom. gegliederte
+OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten
+des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, <milestone unit='line' n='25'/>
+primitive Wasserspeier. &mdash; Ausstattung 17. und 18. Jh.
+&mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>. Ältester und interessantester
+der Petronella Truchsessin von Baldersheim † 1414. Großer
+<hi rend="g">Ölberg</hi> 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige <milestone unit='line' n='30'/>
+feingefühlte Holzmadonna um 1470.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> großenteils erhalten. &mdash; Im Rentamtsgebäude
+Reste der Hohenlohischen Burg des 13. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> nach
+1750. Alte <hi rend="g">Trinkgefässe</hi>. &mdash; Der sog. <hi rend="bold">hohe Bau</hi> im
+unteren Teil 13. Jh., mit sprom. Fenstern, oben spgot. Fachwerk. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ROTWERNDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem
+Rck. von 26 : 10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln
+vor; Fassadengliederung durch Pilaster. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÜCKINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern
+zahlreiche Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen
+und von Rüdigheim. &mdash; 2 Schlösser dieser Adelsfamilien.
+</p>
+
+
+<pb n='356' id='i363.png'/>
+
+<!-- [P: 356] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUDELSBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile
+gut erhalten, der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom.
+Die Vorburg, jetzt nur durch einen Mauerrest angedeutet,
+war von außerordentlicher Ausdehnung als Wohnsitz zahlreicher <milestone unit='line' n='5'/>
+Burgmannen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÜDENHAUSEN.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst
+malerische Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und
+2 Flankentürmen; innen einige charakt. Zimmer des frühen <milestone unit='line' n='10'/>
+16. Jh. Erweiterungen 1910.
+</p>
+
+<p>
+Westl. davon das <hi rend="bold">neue Schloß;</hi> M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Grafen Castell, die ältesten (E.
+13. Jh.) heraldisch. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RÜDIGHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis.
+Teilweise erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer <hi rend="bold">Johanniter-Commende,</hi>
+von welcher ein jetzt als Fruchtscheuer
+der Domäne dienender Bau erhalten ist. An der SSeite gekuppelte <milestone unit='line' n='20'/>
+spitzbg. Fenster aus 13. Jh. <hi rend="g">Grabstein</hi> des
+Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUDOLSTADT.</hi> Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten.
+3sch. Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen <milestone unit='line' n='25'/>
+in 2 Rängen. Pfll. 8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal
+in guter Renss. von älterem Bau beibehalten. &mdash; Hölzerne
+<hi rend="g">Kanzel</hi> von einer Mosesfigur getragen 1636; derb
+bar. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> mit wiederverwendeten spgot. Gemälden. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ludwigsburg</hi>. 1734.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Heidecksburg,</hi> nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer
+Massenbau. Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden
+gerichteten Kurven, Dekoration reich und nicht schlecht,
+Deckengemälde von <hi rend="italic">Deisinger</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in
+der Oberen Marktstraße no 8.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUGENDORF.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, <milestone unit='line' n='40'/>
+Altar 1663. Gut ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit
+biblischen Szenen bemalt. 2 gute <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1564, 1658.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUHLA.</hi> Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe.
+Derb prächtige <hi rend="g">Barockkanzel</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='357' id='i364.png'/>
+
+<!-- [P: 357] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUNDSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche <hi rend="g">Vierzehnnothelferaltar</hi>
+um 1500, nicht ohne Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUPPENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. <milestone unit='line' n='5'/>
+Umbau 1674. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUPPERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis,
+letztere sicher rom. &mdash; Zahlreiche v. Nostitzsche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>
+16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUPPERTSGRÜN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau.
+Das Emporensystem von Annaberg, Schneeberg usw. auf
+eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig über ein Meter tiefen
+Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum. In <milestone unit='line' n='15'/>
+ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein
+Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht.
+Fenster rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss.
+frühestes Beispiel dafür im Kreise der ländlichen Architektur.
+&mdash; Runde <hi rend="g">Kanzel</hi> mit derben Reliefs. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUSSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+Ansehnliche <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1729-33.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUSTENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; <milestone unit='line' n='25'/>
+die frgot. Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. &mdash;
+Ganz in der Nähe Spuren der <hi rend="bold">Kunzenburg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>RUSTENFELDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi>
+und <hi rend="g">Kanzel</hi> gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im <milestone unit='line' n='30'/>
+Stil für die Entstehungszeit altmodisch.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>S</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAALBORN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom.-got. Übergang. &mdash; <hi rend="g">Altarkruzifix</hi> »ganz
+ausgezeichnete Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAALBURG.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Mischbau ohne Interesse. &mdash; Im Fürstenstand ein
+renss. Ofen. Tüchtiger Altarbau 1665.
+</p>
+
+<p>
+Bmkw. Reste der <hi rend="g"><corr sic='Stadtbefstigung'>Stadtbefestigung</corr></hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst. Heiligenkreuz</hi> gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der <milestone unit='line' n='40'/>
+Nonnen; die K. zerstört.
+</p>
+
+
+<pb n='358' id='i365.png'/>
+
+<!-- [P: 358] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAALECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage:
+zwei durch Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M.
+12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAALECK.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAALFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Johannis-K</hi>. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden
+OTürme am Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs.
+voll. 1456. &mdash; 3sch. Halle von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, <milestone unit='line' n='10'/>
+wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor mit 8Eck-Schluß.
+Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb.
+(1514). In den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der
+Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W
+und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört, erhalten die <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Tympanonreliefs</hi> (W Jüngstes Gericht, S Anbetung
+der Könige und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung
+der Sakristei NSeite <hi rend="g">Relief</hi> mit Schweißtuch der hl. Veronika
+(nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895
+durch neugot. ersetzt. &mdash; Reste von spgot. <hi rend="g">Altären</hi>, einer <milestone unit='line' n='20'/>
+von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar.
+<hi rend="g">Kanzel</hi>; <hi rend="g">Relief</hi> von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle)
+mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem
+Spielmann; <hi rend="g">Tumbendeckel</hi> eines Gf. v. Orlamünde, 14.
+Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+in den Langhausfenstern, hervorragend, im
+Entwurf Dürerische Anleihen. Im nördl. Sschiff hl. <hi rend="g">Grab</hi>,
+15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Siechenkapelle,</hi> Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert,
+im 17. Jh. dürftig rest. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> M. <milestone unit='line' n='30'/>
+15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Barfüßer-Klst.,</hi> 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K.
+umgebaut. Im 19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß
+jetzt städt. Museum. Im obersten Geschoß <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
+des 17. Jh. &mdash; Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom.
+Bau, der die Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte,
+nur die glatten Mauern und zugemauerte Rundbogenfenster
+(1912 alles barbarisch verputzt). Auch die späteren Veränderungen
+(1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht <milestone unit='line' n='40'/>
+mehr erkennbar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtsgebäude,</hi> 1610.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in
+deren Mitte 8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend
+und in kleinen Giebeln endigend; mit ihm gruppieren sich
+
+
+<pb n='359' id='i366.png'/>
+
+<!-- [P: 359] -->
+
+rechts und links 2 Zwerchhäuser (in etwas jüngeren Formen);
+2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene Symmetrie
+der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang
+zur Renss.; an den Wandflächen Spuren von ornamentaler
+Malerei. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herzogl. Schloß.</hi> An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst.
+Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage.
+Großes Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden.
+Einige Zimmer in reicher Ausstattung des 17.
+Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hofapotheke</hi> um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im
+15. Jh. Rathaus; nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt,
+mit Beseitigung aller Bestandteile eines spgot. Umbaues.
+Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die Eckdienste,
+das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein <milestone unit='line' n='15'/>
+Teil der Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige
+Details.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtapotheke.</hi> Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die
+Giebel der 2 Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haus Gerdts,</hi> 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben
+Meister. &mdash; Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh.
+in größerer Zahl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Kitzerstein;</hi> in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend;
+sieben kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst <milestone unit='line' n='25'/>
+malerisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine Hoher Schwarm,</hi> erb. nach 1200 an der Stelle einer
+weit älteren Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit
+kleinen Rundtürmen an den Ecken.
+</p>
+
+<p>
+Von der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 4 Tore erhalten. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhof</hi> mit Resten einer Renss.Halle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAATHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den
+vielen Fachwerkkirchen des Kreises.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus,</hi> schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SABABURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV.
+1589 zum Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SACHSENBURG.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1488 von <hi rend="italic">Hans Reynhart</hi>; bedeutende Anlage, seit
+der Verheerung im 30j. Kriege entstellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SACHSENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
+</p>
+
+
+<pb n='360' id='i367.png'/>
+
+<!-- [P: 360] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SACHSENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender
+quadr. Chor; die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. &mdash; Am Triumphbogen
+ausdrucksvolle <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi>,
+16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SACHSENHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm
+Mitte 16. Jh. &mdash; Spgot. Altarwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SALLMANNSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. &mdash; Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+um 1500, jetzt über dem Chorbogen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SALZ.</hi> UFranken BA Neustadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine
+rom. Basilika zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm
+4 kleine Schützenerker. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SALZBURG B. NEUSTADT.</hi> UFranken BA Neustadt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Eine der größten in Deutschland. Die Identität
+mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen
+nicht völlig sicher. Der vorhandene Bau gehört in der Anlage
+wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen <milestone unit='line' n='20'/>
+ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches
+Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein
+unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt;
+die Gebäude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt
+(S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien <milestone unit='line' n='25'/>
+bewohnt). &mdash; Torturm um 1200, schöne Buckelquadern,
+beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und
+zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin
+rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen
+erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm <milestone unit='line' n='30'/>
+»Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte,
+rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau,
+noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich
+»Münze« genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste,
+was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. <milestone unit='line' n='35'/>
+Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen
+der Spätgotik und Renaissance.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SALZUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908.
+Durch die Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude <milestone unit='line' n='40'/>
+vernichtet. Von Wohnhäusern zu nennen der stattliche
+»Hünische Hof« um 1624 und ein Fachwerkhaus von
+1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser der
+Zopfzeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Husenkirche</hi> vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt
+
+
+<pb n='361' id='i368.png'/>
+
+<!-- [P: 361] -->
+
+ein ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K.
+von 1481.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur
+des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualität.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANGERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen. Kreisstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Jakobi-K.</hi> Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit
+höherem langgestrecktem Chor. &mdash; Der <hi rend="g">Flügelaltar</hi> der
+größte und beste des Kreises. Einfacher spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>.
+Großes <hi rend="g">Grabmal</hi> von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl.
+Hofbildhauers <hi rend="italic">J. M. Nosseni</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ulrichs-K</hi>. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265
+den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. &mdash; Kreuzf. rom.
+Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle,
+Wimmelburg), die Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn
+auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. <milestone unit='line' n='15'/>
+Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungewöhnliche Anordnung,
+daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind;
+das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste
+mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung
+des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, <milestone unit='line' n='20'/>
+haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die
+Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzförmig,
+einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif
+gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten
+Kreise, dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg <milestone unit='line' n='25'/>
+(Liebfr.) begegnet. &mdash; Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen
+rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie
+vorhanden gewesen. <hi rend="g">Tympanon</hi> mit Ludwig dem Springer
+und dem hl. Ulrich. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1620. &mdash; Figurierter
+spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schlösser</hi>. <hi rend="g">Altes</hi> 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf
+Bündelpfl. <hi rend="g">Neues</hi> 1586 und 1612.
+</p>
+
+<p>
+2 km vor der Stadt Ruine der <hi rend="bold">S. Katharinen-K</hi>. im Helmstal,
+gew. 1220, flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT GOTTHARDSBERG</hi> b. Amorbach. UFranken. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Frauenkloster</hi> (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg,
+1629 hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. &mdash; Rom. Pfeilerbasilika
+von 7 Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims
+mit Schachbrettmuster. Chor got. Portal sprenss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT HELENA</hi> b. Gräfenberg. OFranken. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, <hi rend="italic">Veit
+Stoß</hi> (vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT JOHANNIS.</hi> OFranken BA Bayreuth.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.
+</p>
+
+
+<pb n='362' id='i369.png'/>
+
+<!-- [P: 362] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT KILIAN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1689 im Typus Hinternah, noch got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT KUNIGUND.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Kapelle.</hi> Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom.
+Kern nicht erheblich verändert. Derselbe stammt aus der <milestone unit='line' n='5'/>
+Zeit bald nach der Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde
+im Jahre 1200 und der davon ausgehenden Verbreitung des
+Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau mit eingezogenem
+Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt.
+Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. <milestone unit='line' n='10'/>
+Schiff flachgedeckt. An den Längsseiten einfache rom. Portale
+und rom. Fenster. &mdash; Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem
+Tympanon) führte zu einer <hi rend="g">Außenkanzel</hi>, wohl für Ausstellung
+von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten
+Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche <hi rend="g">diademtragende <milestone unit='line' n='15'/>
+Figur</hi> vorgelegt (Kunigunde). &mdash; Friedhofsmauer
+mit Torbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT MICHELN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr.
+Chor, rck. WTurm. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SANKT WOLFGANG.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.</p>
+<p>
+Von dem 1468 gegr. <hi rend="bold">Kloster</hi> wenig erhalten. Grundmauern
+einer 3sch. Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm
+trug auch die Glocken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SAYDA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller
+Vorhalle. &mdash; 3 <hi rend="g">Wandgräber</hi> der Familie v. Schönberg,
+besonders bmkw. das jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene
+Architektur in der Art <hi rend="italic">Nossenis</hi>, ungenügend die
+Bildnisfigg. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> mit figürl. Reliefs um 1500. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHAALA.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm,
+Mauern 13. Jh., spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen
+und schlankem Helm von origineller Wirkung. Befestigter
+Friedhof. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus der Saalfelder Schule um <milestone unit='line' n='35'/>
+1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde nach
+Stichen von <hi rend="italic">M. Schongauer</hi> (Erfurter Ausstellung 1903).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHACHTEBICH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein
+<hi rend="g">spgot. Altar</hi> aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe <milestone unit='line' n='40'/>
+und 4 Flügelgemälde.
+</p>
+
+<p>
+SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Das 1sch. Lhs. mehrmals verändert, der <reg orig='ver-|längerte'>verlängerte</reg>
+<pb n='363' id='i370.png'/>
+<!-- [P: 363] -->
+polyg. Chor 1520. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Familie
+v. Schaumberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine Schaumberg,</hi> wenig erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHANDAU.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> umgebaut 1645 und 1704. &mdash; <hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1706. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHARFENBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte
+Hofstube).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHARFENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke <milestone unit='line' n='10'/>
+3,25 m. Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein
+Backsteingiebel mit derben spgot. Verschlingungen zwischen
+dünnen Pfll.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHARFENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> frühes Ma. bis bar. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHEIBENBERG.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1571. &mdash; Bmkw. Schnitzaltar um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHELLSITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung
+zwischen dem got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres <milestone unit='line' n='20'/>
+hat gemalte Flachdecke. Bar. <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>. Der alte Hochaltar,
+ein gutes spgot. <hi rend="g">Schnitzwerk</hi>, jetzt auf der Empore.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHENKENSCHLOSSHOF.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine Roßberg</hi>. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in
+voller ursp. Höhe von 28 m. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHERNECK.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb.
+Kanzel um 1650 mit vielen Schnitzfigg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHESSLITZ.</hi> OFranken BA Bamberg I.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), <milestone unit='line' n='30'/>
+rest. 1650. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> des Grafen Friedrich v. Truhendingen
+und seiner Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau
+1569, 1570. &mdash; <hi rend="g">Hochaltargemälde</hi> von <hi rend="italic">Mattenheimer</hi>
+um 1780. &mdash; Auf dem Kirchhof schönes <hi rend="g">Steinbild</hi>
+der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg <milestone unit='line' n='35'/>
+stammend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHILDAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und
+1829. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> der sächs. Schule 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHILDECK.</hi> UFranken BA Brückenau. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus 13. Jh., wenig erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHIRGISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kath. Stadt-K.</hi> 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem
+Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch
+namentlich die Kanzel mit Rok.Elementen.
+</p>
+
+
+<pb n='364' id='i371.png'/>
+
+<!-- [P: 364] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHIRMDING.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche,</hi> 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg.
+Fenstern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHKAUDITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an <milestone unit='line' n='5'/>
+Dachgesims und Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHKEITBAR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHKÖLEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> aus Ma., mächtige turmreiche Anlage. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLEBERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit interessantem rom. OTurm. &mdash; Kanzelaltar und
+Taufengel geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLECHTSART.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606, rom. OTurm. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLEID.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda
+(wohl von demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen
+und innen durch dorische Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des
+Altarhauses, der Turm hinter diesem. <hi rend="g">Hauptaltar</hi>: <milestone unit='line' n='20'/>
+4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel.
+Aus der ev. K. ein hübscher <hi rend="g">spgot. Schnitzaltar</hi> und
+Taufstein bez. 1529. &mdash; Am ehem. <hi rend="g">Pfarrhaus</hi> Hoftor 1591.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLEINITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst <milestone unit='line' n='25'/>
+beengten Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe
+im Stichbogen; Sakramentsnische bez. 1518.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLEIZ.</hi> Reuß j. L. Amtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. unbedeutend. &mdash; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1721, für diese
+Gegend ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl <milestone unit='line' n='30'/>
+in einer Gruppe von Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Berg-K</hi>. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor
+mit Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem
+Strebepfl. und Emporen. Der Turm auf der NSeite
+am Beginn des Chors. &mdash; Das Innere durch Barockausstattung <milestone unit='line' n='35'/>
+in malerische Wirkung gesetzt. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> 1635.
+<hi rend="g">Tumba</hi> Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch
+die Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks;
+die Figur unbedeutend. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> Heinrichs II. von
+Reuß, † 1639, kolossal, künstlerisch schwach. &mdash; Weitere Gedenktafeln <milestone unit='line' n='40'/>
+und Grabsteine in ungewöhnlich großer Menge.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden
+im 18. Jh. erneuert.
+</p>
+
+
+<pb n='365' id='i372.png'/>
+
+<!-- [P: 365] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLETTAU.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Ulrichs-K.</hi> 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor
+älter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit
+Vorhangbögen; das übrige entstellt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLETTAU.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., ziemlich gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLEUSINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der
+Aegidienkap. 11 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Grafen v. Henneberg <milestone unit='line' n='10'/>
+1444-1583.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLÜCHTERN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.</hi> (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar
+eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh.
+Zwischen dem rom. WTurm und den Klostergebäuden ein <milestone unit='line' n='15'/>
+Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. mit Würfelknäufen
+und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite
+des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit
+1 rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer,
+ebenfalls mit Tonne gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. <milestone unit='line' n='20'/>
+Sockel. &mdash; <hi rend="g">S. Andreas-Kap.</hi> sprom. von 2 Kreuzrippengewölben
+überdeckt. &mdash; <hi rend="g">Huttensche Kap.</hi> 1354 in guten
+got. Formen. &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang-Kap.</hi> mit Grabsteinen von
+1377, 1383, 1480. &mdash; Got. <hi rend="g">Küche</hi>. Sonst die Klostergebäude
+gänzlich verändert. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> renss. 1567.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLÜSSELAU.</hi> OFranken BA Bamberg II.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. gegr. 1280, niedergebrannt 1525,
+spätestgot. 1599 als Pfarr-K. erneuert. &mdash; Langgestreckte 1sch.
+Anlage mit polyg. Chor, am WGiebel steigender Spitzbogenfries. <milestone unit='line' n='30'/>
+&mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> des Gottfr. v. Schlüsselberg 1308.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHLÜSSELFELD.</hi> OFranken BA Höchstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss.
+(bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne <hi rend="g">Glasgemälde</hi>«.
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> aus der Universitätskirche in Würzburg. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1723. &mdash; <hi rend="bold">Brunnen</hi> mit Petrusstatue 1715.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMACHTENBERG.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMALKALDEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Georg.</hi> Beg. 1437 von <hi rend="italic">Jörg Meier</hi> aus Erfurt <milestone unit='line' n='40'/>
+Gwb. im Chor 1500 (Inschr.), im Schiff 1506. &mdash; Hallenkirche
+von 4 Jochen, 1sch. Chor von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck.
+Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 vorgekragte Dienste. Die
+Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte) Statuen und Baldachine
+unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen
+<pb n='366' id='i373.png'/>
+<!-- [P: 366] -->
+Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht
+aus den Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus.
+&mdash; Äußeres: Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert,
+Steinmetzporträt. Von 2 WTürmen ist der südl. im Unterbau
+rom., die Turmdächer bar. Reiches 2teiliges WPortal, über dem <milestone unit='line' n='5'/>
+Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit Kantblumen. &mdash; In
+der »Lutherstube« über der Sakristei einige <hi rend="g">Bildwerke</hi>. &mdash;
+<hi rend="g">Kanzel</hi> reich geschnitzt, <hi rend="g">Taufstein</hi> mit biblischen
+Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 <hi rend="g">Tafelbilder</hi>
+von 1503. <hi rend="g">Grabsteine</hi> 17. Jh. Großer got. <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="g">Sakristeischrank</hi> und ansehnliche got. <hi rend="g">Kelche</hi>.
+<hi rend="g">Tafelbild</hi> mit Kreuzigung um 1450. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+um 1500. Prachtvoller messingener <hi rend="g">Kronleuchter</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital-K</hi>. von 1339, neuerlich verrestauriert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
+Das <hi rend="g">Gespring</hi>, gefaßte Quelle in Renss.Architektur.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hessenhof</hi>. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben;
+das steinerne Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In
+einem als Herrentrinkstube gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten
+Raum <hi rend="g">Wandgemälde</hi> aus 1. H. 13. Jh., Szenen <milestone unit='line' n='20'/>
+aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig
+wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten
+Teile stark verändert, doch manches noch von Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhäuser</hi>. <hi rend="g">Große Kemnate</hi> in der Weidebrunnergasse, <milestone unit='line' n='25'/>
+vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. <hi rend="g">Heilig-Grab-Haus</hi>
+in der Pfaffengasse, später <hi rend="g">Henneberger
+Hof</hi>, Westhälfte got., Osthälfte renss. <hi rend="g">Rosenapotheke</hi>
+in der Steingasse 1545. <hi rend="g">Todtenwarthsche Kemnate</hi>
+am Altmarkt 1575. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und
+17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz
+7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und
+137 u. a. m.).
+</p>
+
+<p>
+Vor der Stadt zahlreiche <hi rend="bold">Gartenhäuser</hi> des 18. Jh., meist in <milestone unit='line' n='35'/>
+feiner baulicher Gestaltung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten,
+die Türme meist, die Tore alle abgetragen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Wilhelmsburg</hi>. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung
+war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von <milestone unit='line' n='40'/>
+Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch <hi rend="italic">Christoph</hi> und
+<hi rend="italic">Hans Müller</hi>, »Hofschreiner und Baumeister«. Auf Benutzung
+von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht
+getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck
+außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der
+
+
+<pb n='367' id='i374.png'/>
+
+<!-- [P: 367] -->
+
+Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren
+Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des
+Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke
+(3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische
+Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung <milestone unit='line' n='5'/>
+u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den
+meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere
+Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die
+ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt allerdings
+stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen auffallend <milestone unit='line' n='10'/>
+ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende
+an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma.
+Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung
+der Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die
+4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf <milestone unit='line' n='15'/>
+jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die
+in der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete
+<hi rend="g">Kapelle</hi>. Die Anlage folgt dem in den
+Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten
+Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten <milestone unit='line' n='20'/>
+von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen
+sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden
+Schmalseite übereinander &mdash; diese spezifisch protestantische
+Anordnung tritt hier zum erstenmal auf &mdash; Altar, Kanzel
+und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen <milestone unit='line' n='25'/>
+etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in
+Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte
+Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die
+Dekoration (vom Niederländer <hi rend="italic">Wilhelm Vernucken</hi>): Pilaster,
+Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament in <milestone unit='line' n='30'/>
+flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb
+ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten
+(offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina).
+Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von
+Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen <milestone unit='line' n='35'/>
+Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher
+Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen
+ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis
+Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im
+Anschluß an <hi rend="italic">Cranachs</hi> Holzschnittwerk »Passional Christi <milestone unit='line' n='40'/>
+und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der
+farbigen Dekoration. &mdash; Auch in den übrigen Teilen des
+Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die
+niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m
+Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt;
+
+
+<pb n='368' id='i375.png'/>
+
+<!-- [P: 368] -->
+
+nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal
+erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter;
+Kamine; Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584).
+Die vollständigsten Ensemblewirkungen im <hi rend="g">»Riesensaal«</hi>,
+hauptsächlich Malerei auf Wandverputz und gemalte <milestone unit='line' n='5'/>
+Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne Deckenträger
+auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer
+Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25
+m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle
+dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut <milestone unit='line' n='10'/>
+erhalten das <hi rend="g">Landgrafenzimmer</hi> im Erdgeschoß.
+Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des
+Hennebergischen Gesch.-Ver. Die <hi rend="g">Gartenterrassen</hi>
+aus A. 17. Jh. sehr zerstört.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMERLENBACH.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benedikt-Nonnen-Klst.</hi> 1769.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMIEDEBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines
+älteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller
+Breite der K. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Privathäuser</hi> mit renss. Portalen zahlreich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMIEDEBERG.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K</hi>. 1713-16 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Griechisches
+Kreuz mit sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten <milestone unit='line' n='25'/>
+Emporen bilden im Gr. ein regelmäßiges 8Eck; der
+Kanzelbau hinter dem Altar. <hi rend="g">Taufstein</hi> vom Dresdener
+Hofbildhauer <hi rend="italic">Benjamin Thomae</hi>. In der Sakristei Wachsbüste,
+wohl von <hi rend="italic">Dubut</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMIEDEHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der quadr. Turmchor rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMOCHTITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Hauptgebäude 1764 vom jüngeren <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>.
+Im (stark veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg.,
+Sphinx (hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich <milestone unit='line' n='35'/>
+August III. 1769 und P.A. v. Schönberg, den Gründer des Parks.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMÖLLN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche,
+seit Brand 1772 mit Holzgwb.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHMORKAU.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHNABELWEID.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein
+17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> mit Rund-Turm einfach renss.
+</p>
+
+
+<pb n='369' id='i376.png'/>
+
+<!-- [P: 369] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHNEEBERG B. AMORBACH.</hi> UFranken.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne
+Interesse. Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks
+der <hi rend="g">Hochaltar</hi>, 2. V. 17. Jh., Stiftung eines Mainzer
+Domherrn. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHNEEBERG.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang</hi> 1515-16. Baumeister
+<hi rend="italic">Hans v. Torgau</hi>. &mdash; Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen;
+Schiffsbreiten und Jochbreiten gleich; der östl. Abschluß
+gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des 16Ecks nehmen <milestone unit='line' n='10'/>
+die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m
+Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. <corr sic=' eg'>weg</corr> ein
+einheitliches Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg
+und Chemnitz. Die Emporen, wie überall in dieser Schule,
+aus Stein und dem System organisch eingefügt, laufen rings <milestone unit='line' n='15'/>
+um den ganzen Raum, auch um den Chor; die Verbindung
+zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in Annaberg
+und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler,
+sondern durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. &mdash; Großer
+<hi rend="g">Altarbau</hi> in strenger Barock-Architektur von 1712. Der <milestone unit='line' n='20'/>
+alte <hi rend="g">Flügelaltar</hi> von 1539 teilweise in den neuen aufgenommen;
+gute Arbeit aus der Werkstatt <hi rend="italic">Cranachs</hi>; interessant
+als umfassende symbolische Darstellung des evangel.
+Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht
+auf der Rückseite. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1540, Sandstein mit Farbe <milestone unit='line' n='25'/>
+und Vergoldung, in den Formen noch got. Erinnerungen;
+überarbeitet 1607. &mdash; Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. &mdash;
+Hinter dem Altar <hi rend="g">Gemälde</hi> des Schneebergers <hi rend="italic">Wolfgang
+Krodel</hi> 1561.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> von 1567, erneuert 1737. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke.
+&mdash; Kurfürstenbilder von <hi rend="italic">Andr. Engelhard</hi> in
+kunstreichen Rahmen von <hi rend="italic">Andr. Petzold</hi>. Kleine Holzädicula
+mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 <hi rend="italic">W K</hi> (<hi rend="italic">Wolf Kreuter</hi>).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHNEY.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw.
+Grabmal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus <hi rend="italic">Dientzenhoferscher</hi> Zeit auf ma. Burganlage.
+</p>
+
+<p>
+2 malerische <hi rend="bold">Torbauten</hi> und Mauerreste aus Ma.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖLLKRIPPEN.</hi> UFranken BA Alzenau. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> aus einer alten Wasserburg umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNAU.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem
+Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar
+
+
+<pb n='370' id='i377.png'/>
+
+<!-- [P: 370] -->
+
+im Museum Bautzen]. <hi rend="g">Pastorengrabstein</hi> 1653,
+tüchtig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNAU.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau
+(1. H. 14. Jh.) erhalten der gerade geschlossene Chor und <milestone unit='line' n='5'/>
+die jetzige Sakristei. 1699 (Umwandlung für Franziskaner)
+das jetzige Langhaus angefügt und der Chor teilweise verändert,
+die trockene derbe Architektur der Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>
+nahestehend. Die pompöse <hi rend="g">Ausstattung</hi> aus der Erbauungszeit,
+<hi rend="g">Altarblätter</hi> (wahrscheinlich) von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+und von <hi rend="italic">Seb. Urlaub</hi> (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria
+und die beiden Johannes, sehr gute Arbeiten, möglicherweise
+eigenhändig von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter <milestone unit='line' n='15'/>
+ziemlich gut bewahrt. &mdash; Mobiliar ca. 1650-1700.
+Madonna auf der Mondsichel A. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (französ. Kolonie) 1706 von <hi rend="italic">Paul Du <corr sic="Ryn">Ry</corr></hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNBERG.</hi> K. Sachsen AH Oelsnitz. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen
+1485-1669.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNBORN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Altarhaus. &mdash; <hi rend="g">Altarbild</hi> »an <hi rend="italic">Hans
+v. Culmbachs</hi> Art erinnernd«(?) <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNBRUNN.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi>
+17. Jh. Kalkstein und Eisenguß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen. <milestone unit='line' n='30'/>
+Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m
+hoch, darin ein Gemach mit Kamin in Formen, die am Naumburger
+Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, also nicht
+der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in
+der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, <milestone unit='line' n='35'/>
+doch auch hier rom. Kennzeichen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNERSTADT.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich
+und sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. &mdash; <hi rend="g">Holzstatuen</hi>,
+Reste eines Altars aus A. 16. Jh., mit der beste <milestone unit='line' n='40'/>
+aus dieser Gegend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNFELD.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. &mdash; Altar
+mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Jonas Eywick</hi> zu Pirna 1658; einfache
+<hi rend="g">Sandsteindenkmäler</hi> 18. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='371' id='i378.png'/>
+
+<!-- [P: 371] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines
+Teiches. Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite,
+der mittlere von einem 6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die
+innere Einteilung sehr regelmäßig. Im Erdgeschoß Gewölbe,
+in den 2 oberen bemalte Balkendecken. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNFELD.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von
+hochmalerischer Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNFELS,</hi> s. Alt- und Neuschönfels. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNHAGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 <hi rend="g">got. Altäre</hi>
+verarbeitet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÖNRAIN.</hi> UFranken BA Aschaffenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHOTTENSTEIN.</hi> OFranken BA Staffelstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> bar. 1703, got. Turm. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>
+16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHRAPLAU.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen <milestone unit='line' n='20'/>
+(s. dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis
+mit Lisenen und Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. &mdash;
+Von der »alten« Burg (ao. 979 »Scrapenlevaburg«) und der
+»neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHREBITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+Große spgot. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1sch., Netzgwb., WTurm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHRECKSBACH.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1754. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1580.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHULPFORTE</hi> s. Pforta.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHÜPTITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um
+1500. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 16. Jh.; <hi rend="g">Weihrauchgefäß</hi>
+13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWALLUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. <milestone unit='line' n='35'/>
+Dazu gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«)
+von 1537. &mdash; Von den Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jh.
+sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute Beispiele
+übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von
+1663. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWANEBERG.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern
+aus Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWAPPACH</hi> (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.
+</p>
+
+
+<pb n='372' id='i379.png'/>
+
+<!-- [P: 372] -->
+
+<p>
+Stattliche <hi rend="bold">Amtshöfe</hi> des Klosters Ebrach von <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZACH.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster,
+Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. <hi rend="g">Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+1542, 1609. &mdash; <hi rend="bold">Wirtshaus</hi> schöner Fachwerkbau 1680.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich rom., neuerdings rest. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> aus
+13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche,</hi> in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß.
+Flache Decke mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.
+</p>
+
+<p>
+Mehrere geschnitzte <hi rend="bold">Holzfachwerkhäuser</hi> des 17.-18. Jh.
+mit gut geschnitzten Eckpfosten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZBURG.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast
+ganz vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade.
+&mdash; 2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> von <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi>,
+dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und
+1503. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZENBERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1690-99 von <hi rend="italic">Joh. Georg Roth</hi> (vgl. Carlsfeld).
+1sch. Saal von 34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle
+Barockausstattung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZENBORN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener
+quadr. Chor etwas jünger.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWARZENFELS.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloßruine</hi> 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein
+bewohnbares Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches <milestone unit='line' n='30'/>
+Barockportal und Brunnen von 1621.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEBDA.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. &mdash; v. <hi rend="g">Keudellsche</hi> Grabsteine. &mdash;
+Got. <hi rend="bold">Wasserburg</hi> der v. Keudell.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEBENRIED.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien,
+namentlich der Orgelgehäuse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEBHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem,
+von Türmen flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige <milestone unit='line' n='40'/>
+Häuser mit Staffelgiebeln 1526, die Treppentürme 1574.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEINA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696,
+für diese Gegend reich.
+</p>
+
+
+<pb n='373' id='i380.png'/>
+
+<!-- [P: 373] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEINFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer
+Qualität, durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt.
+Aus älterer rom. Bauzeit der Unterbau der 2 den Eingang
+in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im 2. Viertel 13. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß es
+durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die
+Vierung und die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen
+rck. mit Einkerbung in der Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform,
+jedoch unter sich verschieden. An ihren Kapitellen <milestone unit='line' n='10'/>
+sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. Blattwerk
+mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller Behandlung.
+Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie
+die beim spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen
+anzeigen. Um dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon <milestone unit='line' n='15'/>
+nur das südl. Portal in guter Arbeit des 14. Jh. erhalten;
+sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren
+interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal
+nicht groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung.
+Im Obergeschoß entsprechend der Zweiteilung des Innern <milestone unit='line' n='20'/>
+2 große Kreisfenster mit reich profiliertem Gewände, getrennt
+durch eine die Mittellinie einnehmende Lisene. Am Giebel
+Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf Säulchen
+mit Knospenkaptt. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1367. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1694,
+got. <hi rend="g">Grabsteine</hi> unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. <milestone unit='line' n='25'/>
+Seinsheim 1369, Marg. Fuchs Art des <hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> um 1550.
+An der Außenwand <hi rend="g">Epitaph</hi> des Berthold Rucker † 1377,
+vor dem Heiland kniend; interessant für die Entwicklungsgeschichte
+der Epitaphform. Schöne <hi rend="g">Abendmahlskanne</hi>
+E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1570 ff. von <hi rend="italic">Niklas Hoffmann</hi> aus Sachsen. Es wird
+den besten seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum
+des Zierwerks wirkt es vornehmlich durch die malerische und
+doch klare und wohlproportionierte Gliederung der Massen.
+Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das traditionelle <milestone unit='line' n='35'/>
+Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden Treppenturms
+ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig
+über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt
+im Erdgeschoß. Das Innere besteht aus mehreren Hallen
+und Sälen, die sich in einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen <milestone unit='line' n='40'/>
+sind nach innen gelegt. Das Detail entspricht der
+sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. Von
+der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gymnasium</hi> 1582.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mühltor</hi> 1564.
+</p>
+
+
+<pb n='374' id='i381.png'/>
+
+<!-- [P: 374 -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEINITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon,
+wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen,
+die <hi rend="g">Schnitzerei</hi> gilt für Saalfelder Arbeit, die <hi rend="g">Gemälde</hi>
+nicht aus <hi rend="italic">Wolgemuts</hi> Werkstatt (so Lehfeldt), die <milestone unit='line' n='5'/>
+Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie
+kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf
+dem Altar in Schaala.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEINSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und <milestone unit='line' n='10'/>
+Netzgwbb. ohne Strebepfeiler. &mdash; Ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi> der
+Familie Schenk zu Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine,
+teils bewohnt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWEPNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und
+rok. <hi rend="g">Denkmälern</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWETA.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Renss. Stattlicher Kamin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWETA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751. Zentralbau unter Einfluß <hi rend="italic">G. Bährs</hi>. Gr. in
+Form eines Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SCHWICKERSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude
+1579, 1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m <milestone unit='line' n='25'/>
+Spannung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. &mdash; Reicher <hi rend="g">Altarbau</hi>
+bez. <hi rend="italic">Martin Roth</hi> 1586. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1621. Gute <hi rend="g">Madonnenstatue</hi>
+E. 15. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEDLITZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth,
+Entwurf von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>, verkürzt ausgeführt von <hi rend="italic">Knöffel</hi>
+und <hi rend="italic">Longuelune</hi>; rest. 1846; im Garten dekorative Figuren,
+Vasen usw. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEEBACH.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 18. Jh. mit rom. O-Turm. &mdash; Figurenreiche <hi rend="g">Alabaster-Epitaphe</hi>
+der Familie v. Berlepsch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEEBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes <hi rend="bold">Schloß</hi>. Hauptgebäude <milestone unit='line' n='40'/>
+17. Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück,
+darunter die <hi rend="bold">Kapelle,</hi> nach dem Typus der Dorfkirchen
+dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen). Außerdem größere
+<hi rend="bold">Schloß-K.,</hi> spgot.
+</p>
+
+
+<pb n='375' id='i382.png'/>
+
+<!-- [P: 375] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEEGA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEEGNITZ.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1608. &mdash; Auf dem Friedhof kleines <hi rend="g">Epit</hi>. bez. TK
+(<hi rend="italic">Thomas Kistner</hi>). <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEEHOF.</hi> OFranken BA Bamberg I.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß Marquardsburg.</hi> Bedeutende Anlage. 1686 von <hi rend="italic">Petrini</hi>
+aus Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in
+Quadr. gestellte Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme;
+im wesentlichen noch der Schloßtypus von Aschaffenburg; <milestone unit='line' n='10'/>
+hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme
+1711 durch <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> verändert, die innere Ausstattung
+durch <hi rend="italic">B. Neumann</hi> 1729.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEELITZ.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: <milestone unit='line' n='15'/>
+Gr. ähnlich der Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die
+Gwbb. nicht zur Ausführung gekommen. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. Aufbau
+1771. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEIBELSDORF.</hi> OFranken BA Steinach. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil.
+Turm 1753.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEIDMANNSDORF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Emporen bez. 1538.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes
+Rck., Gewölbe mit aufgeputzten Rippen. &mdash; Das umfangreiche
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595
+gefertigten <hi rend="g">Grabmals</hi> aus der Schule Hans Walthers;
+unter den zahlreichen anderen <hi rend="g">Grabmälern</hi> besonders die <milestone unit='line' n='30'/>
+des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet
+1822. &mdash; Hervorragende <hi rend="g">Porträtreihe</hi>, u. a. Goethe
+1787, Königin Luise v. Preußen 1788, beide von <hi rend="italic">Darbes</hi>,
+mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie von <hi rend="italic">Graff</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+Das <hi rend="g">Seifersdorfer Tal</hi>, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde,
+seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen
+romantischen Park umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine
+der Vergänglichkeit, Hütte des Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk
+von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800). <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> architekturlos. Ansehnliches <hi rend="g">Altarwerk</hi> von
+1518, die tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung
+von FrRenss. und Got., die Malereien in der Art des Meisters
+von Dippoldiswalde, doch von geringerer Qualität.
+</p>
+
+
+<pb n='376' id='i383.png'/>
+
+<!-- [P: 376] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEIFHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern
+klassizistisch, von <hi rend="italic">K. Ch. Eschke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEINSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Holzmadonna</hi> von einem der besseren Gesellen <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEITENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur
+1760, im Innern spitzbg. im Übergang zur Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SELIGENTAL.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern
+bemalt. &mdash; Mehrere gute <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SERRFELD.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit OTurm. &mdash; <hi rend="g">Alabasterreliefs</hi> um
+1480. &mdash; Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische <milestone unit='line' n='15'/>
+Gruppe reizvoll.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SESSLACH.</hi> OFranken BA Staffelstein.
+</p><p>
+Anziehendes altertümliches <hi rend="bold">Stadtbild</hi>. Mauern und Türme auf
+größere Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in
+stattlicher Anzahl, Stein und Fachwerk. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden
+1522 durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das
+Innere barockisiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEUSSLINGS.</hi> OFranken BA Bamberg II.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere <milestone unit='line' n='25'/>
+(rom.?) Krypta. <hi rend="g">Glasfenster</hi>. Relieftafeln vom ehemaligen
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1480.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SEUSSLITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh.
+Andere mit gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SIEMERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb.
+Ungewöhnlich gutes spgot. <hi rend="g">Holzrelief</hi> (hl. Sippe).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SIERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. 12. Jh. &mdash; Hübsche <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+1484.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SINNERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später
+Gutshof. An der Gartenmauer rohe frgot. <hi rend="g">Steinfigur</hi>,
+im Garten mehrere <hi rend="g">Rok.-Figuren</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SITTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. O.-Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SITTICHENBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-K</hi>. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation
+scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert <reg orig='be-|standen'>bestanden</reg>
+<pb n='377' id='i384.png'/>
+<!-- [P: 377] -->
+zu haben; auf ihn gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück
+mit 1/2kr. Schilden wie in Paulinzelle und deren Basen. &mdash; Nahebei
+2 frühgot. <hi rend="g">Kapellen</hi>. Am Fenstermaßwerk auf Säulchen
+der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SITZENRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+15. Jh. Mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1530-1626.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SODEN.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Huttensches Schlösschen</hi>. 1536 und 1591. Gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SODENBERG.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Ruine</hi>. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh.
+von den Thüngen. Sehr verfallen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SOMMERACH.</hi> UFranken B A Gerolzhofen.
+</p><p>
+Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen
+spätmittelalterlichen <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SÖMMERDA.</hi> RB Erfurt Kr. Weißensee.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Bonifazius.</hi> 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem
+Chor 1462; Turm nördl. daneben. &mdash; Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+Hinter ihm 2 <hi rend="g">Gemälde</hi> A. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1529 ff. ziemlich groß, entstellt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SOMMERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+Anmutiges <hi rend="bold">Mainstädtchen</hi> mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen,
+2 Figurenbrunnen. In der Kirche schöne geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi>
+17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Rechteren. &mdash; <hi rend="g">Rathaus</hi> kräftiger <milestone unit='line' n='25'/>
+Renaissancebau. &mdash; Auf dem Friedhof originelle <hi rend="g">Steinkanzel</hi>
+mit Überdachung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SÖMMERSDORF.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1795 mit nachgot. Turm. <hi rend="g">Marmoraltar</hi> aus St.
+Michael in Würzburg, um 1750. Reste eines <hi rend="g">spgot. Altars</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+um 1510.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SOMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der
+NSeite scheint rom. [Reste eines großen <hi rend="g">Altarwerks</hi> um
+1500 im Dresd. Altert.-Ver.] <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SONDERSHAUSEN.</hi> Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Trinitatis-K.</hi> nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration,
+in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume;
+darauf die 4 Evangelisten; schwebende Kinderengel halten
+Gemälde. Reicher <hi rend="g">Kelch</hi> um 1400. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration
+E. 17. Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck.
+mit Emporen in 2 Rängen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SONDHEIM V. D. RHÖN.</hi> Sachs.-Weimar VB Dermbach.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung.
+
+
+<pb n='378' id='i385.png'/>
+
+<!-- [P: 378] -->
+
+Die Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606,
+Kanzelaltar 1775, auf der hölzernen Flachdecke <hi rend="g">Kolossalgemälde</hi>
+(Himmelfahrt) von <hi rend="italic">Peter Herrlein</hi> 1775. &mdash;
+Hohe befestigte <hi rend="g">Kirchhofsmauer</hi>. &mdash; Von den
+<hi rend="g">Adelshöfen</hi> ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig <milestone unit='line' n='5'/>
+geblieben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SONNEBORN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+Kirchenruine mit frgot. Chor. <hi rend="g">Grabsteine</hi> des M. v.
+Wangenheim 1588 gehört zu den besseren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SONNEFELD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> gegr. 1264. Der mächtige Chor,
+3 Joche und 5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot.
+Lhs. Seine strengen und sorgfältig ausgeführten Formen
+aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> aus
+der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht bewegter <milestone unit='line' n='15'/>
+Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs;
+Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356,
+vielleicht der beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SONTRA.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">K. S. Georg</hi>. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche.
+An den spitzbg. Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk.
+Turm 17. Jh. Unter den Kragsteinen der Sakristei
+in der SOEcke der sog. Wodanskopf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher <milestone unit='line' n='25'/>
+Freitreppe.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SORNITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener
+Tage. Kleines Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen,
+umschlossen von Wassergräben. Nüchterner Umbau 1742. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPANGENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer
+1sch. Chor, gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm
+aus E. 13. Jh. hat ein reich gegliedertes Portal, gekuppelte
+Fenster, 4 Steingiebel und schlanken hölzernen Helm. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Tumba</hi> der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von
+Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten
+2 Engel, zu Füßen Löwe und Hund.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospitals-K.</hi> Schlicht spgot. 1sch. &mdash; <hi rend="g">Holzskulptur</hi>,
+Pietas. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem
+A. und E. des 16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von
+tiefen, trocknen Gräben und kunstvollem Wall. In verschiedenen
+Sälen figürliche und ornamentale Malerei.
+</p>
+
+
+<pb n='379' id='i386.png'/>
+
+<!-- [P: 379] -->
+
+<p>
+Schöne alte <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> in neuester Zeit durch Brand
+und Umbau zerstört.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> schlecht erhalten, besser 3 <hi rend="bold">Türme</hi> (1 runder und
+2 viereckige).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPARNECK.</hi> OFranken BA Münchberg. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPIELBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich
+intakt rom.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPIESSCAPPEL.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.-K.</hi> Erb. 2. H. 12. Jh. als
+flachged. Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen.
+Um 1500 Chor, Qsch. und östl. Teile des Lhs.
+niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6 Arkaden,
+das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. <milestone unit='line' n='15'/>
+Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln
+quadr. Pfll. und verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem
+Ornament bedeckt; an mehreren eine von Rankenwerk
+umgebene menschliche Figur; an einem 8 Männer- und Weiberköpfe,
+deren Haar und Bart in langen Strähnen durcheinandergeschlungen. <milestone unit='line' n='20'/>
+Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig profiliertes
+Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge
+und Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge
+mit 3/4 Sll. ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung
+die Brustbilder des Salvators, der Mutter Gottes <milestone unit='line' n='25'/>
+und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. &mdash; In der spgot.
+Turmkapelle (S. Michael) ein <hi rend="g">Altarbaldachin</hi> in
+spätesten und reichsten rom. Formen. &mdash; In der Vorhalle
+<hi rend="g">Steinreliefs</hi> von 1500 und 1504. &mdash; <hi rend="g">Springbrunnenbecken</hi>
+bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPITZKUNNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1712 von <hi rend="italic"><!--g!-->J. Kirschstein</hi>, dem Erbauer der
+K. von Hainewalde und dieser gleich. Altar mit gediegenen
+<hi rend="g">Schnitzfiguren</hi> von <hi rend="italic">Fr. Bühner</hi> aus Böhmen. Zahlreiche
+bar. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPORA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SPREMBERG.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">K.</hi> 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. &mdash; Zahlreiche
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> bar. und rok., unbedeutend <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADELHOFEN.</hi> OFranken BA Bamberg I.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADTILM.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got.
+Reste beibehalten, darunter das wichtigste die 2 Portale an
+
+
+<pb n='380' id='i387.png'/>
+
+<!-- [P: 380] -->
+
+der N- und SSeite mit Vorhallen in reicher und guter Hochgotik.
+Die hier aufgestellten <hi rend="g">Statuen</hi> der Madonna und
+6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt.
+Der platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen.
+Das schöngegliederte Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. <milestone unit='line' n='5'/>
+Im W 2 ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Geschoß
+hochgot. mit niedriger Steinpyramide, Eckfialen und
+Wimpergen &mdash; eine treffliche Komposition, aber neuerdings
+völlig verrestauriert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ehem. Kloster</hi> der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der <milestone unit='line' n='10'/>
+Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete <hi rend="bold">Schloß</hi>.
+(Verständnisloser Anbau A. 20. Jh.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADTLAURINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> wesentlich 1731.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> schöner Fachwerkbau bez. 1563. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zehntscheuer</hi> mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADTLENGSFELD.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und
+18. Jh. umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADTPROZELTEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H.
+15. Jh. Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von
+1628. &mdash; Im Innern gute <hi rend="g">Sandsteinfigur</hi> einer weibliehen
+Heiligen, um 1430. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer,
+zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm
+und Erker. Im Sitzungssaal des Obergeschosses die
+alten Durchzüge und ein Glasfenster, bez. 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine Prozelten</hi> (auch unter anderen Namen bekannt: <milestone unit='line' n='30'/>
+Klingenburg, Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit
+der Gesamtanlage, die Harmonie der einzelnen
+Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der schönsten Süddeutschlands.
+Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die
+Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas <milestone unit='line' n='35'/>
+und die Ringmauer mit großen Bastionstürmen und dem
+Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein unterirdischer
+Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl.
+Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung
+der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die
+Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADTSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. neu. Chor 1467. &mdash; Pompöser <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+um 1730, die feineren <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> um 1710.
+
+
+<pb n='381' id='i388.png'/>
+
+<!-- [P:381] -->
+
+Spgot. <hi rend="g">Chorstuhl</hi> mit Flachschnitzerei. Sitzende <hi rend="g">Madonna</hi>
+1. H. 14. Jh., bäuerisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STADTSTEINACH.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Marien-Kap.</hi> 1690, Apsis aus 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marter</hi> 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. <milestone unit='line' n='5'/>
+Säulen.
+</p>
+
+<p>
+2 <hi rend="bold">Stadttürme</hi> und Strecke der Mauer. <hi rend="g">Burgruine Nordeck</hi>
+(Hennebergisch); zerst. 1525.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STAFFELSTEIN.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte <milestone unit='line' n='10'/>
+Turm, jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm.
+Sonst Neubau 1481, 1515. Inneres umgestaltet 1730.
+Spgot. Hallenbau nach dem besonders in Mittelfranken häufigen
+Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im bar.
+Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt <milestone unit='line' n='15'/>
+ein hübsches malerisches Innenbild. &mdash; Neben der Haupttür
+<hi rend="g">Rotmarmorrelief</hi> 1484; am Turm ein verwitterter
+<hi rend="g">Rittergrabstein</hi> 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Annen-Kap.</hi> Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht
+»<hi rend="italic">Veit Stoß</hi>.« <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal
+ein an Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+4 <hi rend="bold">Tortürme</hi> 14 Jh. (?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STAUCHITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von <hi rend="italic">J. R. Petersell</hi>.
+15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem
+Mittelrisalit; am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten.
+Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal mit doppelläufiger
+Treppe. Reihe von Bildnissen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STAUSEBACH.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus
+8Eck geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte
+Netzgwbb. &mdash; Einfache <hi rend="g">Kanzel</hi> etwa E. 15. Jh.
+<hi rend="g">Weihwasserstein</hi> spätestgot. 16. Jh. &mdash; Befestigter Kirchhof. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STECKELBERG.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend
+16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEDTEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig <milestone unit='line' n='40'/>
+aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma
+ &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1737, einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEDTEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+Rom. <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> das Detail geschmückter als gewöhnlich; got.
+überarbeitet. Großer <hi rend="g">Flügelaltar</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='382' id='i389.png'/>
+
+<!-- [P: 382] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEDTLINGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1736, sehr reiche <hi rend="g">Kanzel</hi>. &mdash; Geschnitztes Fachwerkhaus
+17.&mdash;18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage <milestone unit='line' n='5'/>
+bmkw. und wohlerhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte
+Dorf Steina abgegangen). <hi rend="g">Unterstein</hi> erb. 1544, stattlicher
+steinerner Unterbau, Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher <milestone unit='line' n='10'/>
+angelegt <hi rend="g">Oberstein</hi> 1582, 1594.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINACH.</hi> UFranken BA Kissingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <hi rend="g">Crucifixus</hi>; durch eine in der Seitenwunde
+verborgene Urkunde von 1516 als eigene Arbeit <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
+beglaubigt; Holz; mit ausgeprägtem Streben nach <milestone unit='line' n='15'/>
+weicher Schönheit in Haltung und Körperform.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINAU.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
+</p><p>
+<hi rend="bold">S. Katharinen-K.</hi> 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
+mit gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im
+<hi rend='ort'>NO.</hi> &mdash; Geringe Steinfiguren, Reste eines <hi rend="g">h. Grabes</hi>. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+Spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi> von Stein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige
+Anlage, umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An
+der NWSeite ein 3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das
+Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 Mittelsäulen. Das 2. Geschoß <milestone unit='line' n='25'/>
+enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von
+Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3
+Geschosse ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen
+und Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit
+bar. Bedachung. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1562 spgot.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gasthaus zum Schwan</hi> 1620.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> z. T. doppelt und <hi rend="bold">Stadttürme</hi> ziemlich gut erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration
+&mdash; Stattliches <hi rend="g">Herrenhaus</hi> (v. Pflugk) 1715.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer
+quadr. Chor und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> UFranken BA Lohr.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1723 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Den Typus der kleineren
+Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem
+
+
+<pb n='383' id='i390.png'/>
+
+<!-- [P: 383] -->
+
+Maßstabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns
+Schule stark kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau:
+eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem
+WTurm. &mdash; Ausstattung gut. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+etwas früher als der Bau. Linker <hi rend="g">Seitenaltar</hi> von <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="italic">Leunenschloss</hi> 1723.&mdash; Silbergetriebenes <hi rend="g">Kruzifix</hi>, Augsburger
+Arbeit um Mitte 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kreuzpartikel</hi>, Silber
+vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise
+nach <hi rend="italic">Neumanns</hi> Entwurf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) <milestone unit='line' n='10'/>
+von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Der ganz originelle Grundriß
+Längsbau, von zwei Querflügeln rechtwinklig durchschnitten,
+so daß der Längsflügel noch als Risalit an den Schmalseiten
+vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet sind,
+macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. <milestone unit='line' n='15'/>
+Im Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit
+guten Stuckaturen im Charakter des fr. Rokoko. Reiche
+Ahnengalerie.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINBACH-HALLENBERG.</hi> KB Cassel Kr. Schmalkalden. <milestone unit='line' n='20'/></p>
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine Hallenburg</hi>. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der
+Henneberger. Um 1600 verfallen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige
+Empore mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente
+Bar. Kanzel. &mdash; Befestigter Kirchhof, am Tor bez. 1605. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEINBERG.</hi> OFranken BA Kronach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STELZEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung
+älterer Teile. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen
+dieser Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. &mdash;
+Die Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem.
+Schloß in Verbindung. &mdash; <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi> 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STERNBERG.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (1673) mit guter Fassade. Stattlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen
+(Schema wie bei dem Aschaffenburger Schloß).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STERPERSDORF.</hi> OFranken BA Höchstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-Kap.</hi> 1763.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STETTBACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zwei männliche <hi rend="g">Holzfigg</hi>. neben dem Hochaltar,
+schwache Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='384' id='i391.png'/>
+
+<!-- [P: 384] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STETTEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?)
+Kaptt. wiederbenutzt. Am <hi rend="g">Taufstein</hi> von 1651 Ölgemälde
+in Kartuschen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STETTFELD.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus
+gleicher Zeit. &mdash; Chorbg. <hi rend="g">Kruzifix</hi> überlebensgroß, um
+1520, bmkw. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 1354.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mühle</hi> A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der
+Gegend. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STEUDNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren
+mit altem Beschlag.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STÖCKACH.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOCKHEIM.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+Altes <hi rend="bold">Zehnthaus</hi>. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.</p>
+<p>
+Ansehnliche Reste der <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Martin</hi> 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne <milestone unit='line' n='20'/>
+bronzene <hi rend="g">Grabplatte</hi> der Elisabeth von Stolberg, geb.
+Gräfin v. Wirttenberg, † 1505, nach allen Kennzeichen eine
+Arbeit der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt, desgl. die <hi rend="g">Gedenktafel</hi>
+für den schon 1488 verstorbenen Theologieprofessor
+Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den <milestone unit='line' n='25'/>
+gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg.
+Handwerkliche Bildnisse von <hi rend="g">Luther</hi> und <hi rend="g">Melanchthon</hi>
+1611, besser die <hi rend="g">Pastorenporträts</hi> 1656, 1672.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="bold">alte Münze</hi> (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit
+Schnitzerei gezierter Fachwerkbau 1535. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1482, <milestone unit='line' n='30'/>
+rest. 1600. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> große Gebäudegruppe, deren östl. Teile
+aus 16. Jh., mit stattlichem renss. Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOLLBERG.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+Von der ma. <hi rend="bold">Höhenburg</hi> ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile
+des sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten <milestone unit='line' n='35'/>
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOLLBERG.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.)
+umgebaut 1. H. 15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche,
+eingezogener Chor 1 gerades Joch und 5/8 Schluß. Über dem <milestone unit='line' n='40'/>
+Chor Dachreiter. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit den 14 Nothelfern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOLPEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1490, durch Umbau 1793 entstellt. &mdash; Veste. Ruine,
+einige Teile noch unter Dach. Prächtiges Renss.<reg orig='Eingangs-|tor'>Eingangstor</reg>
+<pb n='385' id='i392.png'/>
+<!-- [P: 385] -->
+nach M. 16. Jh., nicht 1521; dieses Datum (ein sehr
+frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt nur
+der Nebenpforte zu. &mdash; <hi rend="g">Kapelle</hi> 1405 und 1440.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOLZENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine,</hi> mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STOLZENHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. &mdash;
+Intakte <hi rend="g">Ausstattung</hi> um 1680, recht gut der Altar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STÖRMTAL.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß <milestone unit='line' n='10'/>
+angelegtem OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau
+gotisierend 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STÖSITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige
+Leistung von Dresdner Künstlern zweiten Ranges. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STRASSBERG.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse
+spitzbg. Fenster, platter Chor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STREHLA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Von Interesse die Ausstattung. <hi rend="g">Hochaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+1605 von <hi rend="italic">Hans Ditterich</hi> aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief,
+am Sockel Abendmahl; die lebensgroßen
+Statuen gehören zu den besten der Zeit. <hi rend="g">Kanzel</hi> von 1565,
+ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur leider
+überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem <milestone unit='line' n='25'/>
+Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer
+Reliefs. <hi rend="g">Denkmale</hi> des Hans v. Beschwitz † 1496,
+tüchtige vollplastische Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557;
+des Otto Pflugk † 1568 (wohl von <hi rend="italic">Hans Walther</hi>); der Margarethe
+Pflugk † 1573 (<hi rend="italic">Christoph Walther</hi> zugeschrieben); des <milestone unit='line' n='30'/>
+Otto Pflugk † 1591, bez. <hi rend="italic">WK</hi>, das Ornament unter niederländischem
+Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art <hi rend="italic">Ch.
+Walthers</hi>). Die zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh.
+haben geringeres Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1751, schlicht. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STREITBERG.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine,</hi> umfängliche Anlage, wenig erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STREUFDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden
+Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; <milestone unit='line' n='40'/>
+noch einige rom. Formen. Um 1500 Verlängerung des Chors.
+Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. &mdash; <hi rend="g">Moses-Kanzel</hi> 1650;
+<hi rend="g">Taufstein</hi> 16. Jh.; im Chor <hi rend="g">Holzstatuen</hi> des Auferstandenen
+und der Kriegsknechte von 1718; <hi rend="g">ikon. Grabst.</hi>
+1701, 1716.
+</p>
+
+
+<pb n='386' id='i393.png'/>
+
+<!-- [P: 386] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STRUPPEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert;
+bmkw. rom. Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit
+spätestrom. Rippengwb. aus 2. H. 13. Jh. &mdash; Im <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> Reste
+eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> aus E. 15 Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>STRUTH.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1771. &mdash; <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit ummauertem Tanzplatz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SUHL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher
+Bar.Kanzelbau. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus;
+die äußere Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in
+Dresden (?) erinnern. Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus
+mit fein stuckierter Fassade.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; <milestone unit='line' n='15'/>
+Portale und andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661,
+die Substruktionen gehen bis 13. Jh. zurück.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SULZA (DORF).</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich
+15. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SULZA (STADT).</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen
+Stuckator.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SÜLZENBRÜCKEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau rom. bis 18. Jh. &mdash; Bmkw. gesticktes <hi rend="g">Antependium</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+um 1400.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SULZFELD.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal
+1710 (der got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich
+verstärkt). An der Außenwand mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi>, das <milestone unit='line' n='30'/>
+beste 1605. Großer <hi rend="g">Ölberg</hi> im bekannten Schema, 1497
+gestiftet vom Schultheißen <!--im orig. kursiv-->Lorenz Götz und zur Erinnerung
+an diesen † 1534 eine Bronzetafel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das
+winzige Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb <milestone unit='line' n='35'/>
+effektvoll umrahmte Portale.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Heiligenstatuen</hi> an den Häusern ungemein zahlreich und von
+verhältnismäßig hoher Qualität.
+</p>
+
+<p>
+Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute
+<hi rend="bold">Stadtbild</hi> mit manchem stattlichen Treppengiebel <milestone unit='line' n='40'/>
+und vielen kleinen, meist zerbröckelten Mauertürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SÜLZFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594.
+Mehrere bmkw. <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>, Datierungen 1612, 1619. &mdash;
+<hi rend="bold">Dorflinde</hi> mit alter Steinbank.
+</p>
+
+
+<pb n='387' id='i394.png'/>
+
+<!-- [P: 387] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SULZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher
+Bau um 1720 (der Hinweis auf <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> sehr unsicher).
+Gestreckter Mittelbau, an den Enden Querflügel vor- und
+rückwärts ausspringend. Im Detail Kreuzung bambergischer <milestone unit='line' n='5'/>
+und würzburgischer Formen (vgl. einerseits Oberschweppach,
+andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den
+Zimmern Rok.Tapeten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SULZTAL.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="italic">Bossi</hi> u. a., früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SYHRA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+(Holz) 1598. Aus demselben Jahr die <hi rend="g">Kanzel</hi> mit Wiederverwendung
+der got. Altarfiguren. Mehrere v. Einsiedelsche <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>SYLBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Dorfrathaus</hi> 1598. Allerliebster Fachwerkbau.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>T</title></head>
+<p>
+<milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TAL.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Wilhelmitenklst.</hi> A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh.,
+entstellt. &mdash; Ruine <hi rend="bold">Scharfenberg,</hi> fast nur der runde Bergfried
+erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TALBÜRGEL.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Unter den rom. Denkmälern Thüringens
+an Wert in vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung
+desjenigen von Paulinzelle. OBau 1142-1150, WBau bis A.
+13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201 nicht mehr sichtbar).
+Lhs. nach 1200 fortgesetzt. &mdash; Der Chor zeigt das Hirsauer <milestone unit='line' n='30'/>
+Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an
+Cluniacenser- und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds
+öfters vorkommenden Modifikation: neben dem Chorquadrat
+mit Apsis je <hi rend="g">zwei</hi> Nebenchöre von gleicher Anlage, aber
+sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze Gruppe <milestone unit='line' n='35'/>
+der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser
+Anordnung Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über
+das gewöhnliche Maß verlängert. Die Chöre werden gewölbt
+gewesen sein; alles übrige flachgedeckt. Eine Krypta war
+nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh. nebst einem got. <milestone unit='line' n='40'/>
+Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs.
+enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch
+
+
+<pb n='388' id='i395.png'/>
+
+<!-- [P: 388] -->
+
+nicht, wie dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern
+als massive Mauer ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer
+kleineren Doppelarkade geöffnet. Der zwischen diesen OTürmen
+liegende Abschnitt des Msch. war gegen die Gemeinde-K. durch
+eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners). &mdash; Das <milestone unit='line' n='5'/>
+Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr.
+ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den
+Ecken und je 1 unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform
+einen gestreckten Gr. erhält. Das Profil der Scheidbgg.
+im Anschluß an die Pfeilergliederung aus 3 Wulsten und Rücksprüngen <milestone unit='line' n='10'/>
+zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die
+eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen,
+einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck,
+welcher ebenso wie die Palmettendekoration des Gurtgesimses
+der Nordwand erst nach 1200 ausgeführt sein kann. <milestone unit='line' n='15'/>
+Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. &mdash; Im W ist dem
+Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die
+Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits
+mit 4 Sll. besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben.
+Ungemein charaktervolle Gestalt der stämmigen <milestone unit='line' n='20'/>
+Sll., die Schäfte stark geschwellt; mächtige Würfelkapitelle
+und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme nicht
+vorhanden. &mdash; Gesamtlänge 72 m. &mdash; Jetzt ist nur das Lhs.
+(mit zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860
+sehr nüchtern whgest.; OBau und Vorhalle Ruine, südl. <corr sic="Sscb.">Ssch.</corr>
+abgetragen, die Klostergebäude bis auf wenige Keller verschwunden.
+&mdash; <hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, um 1500. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+des 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TALHEIM.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die
+Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener
+quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies <milestone unit='line' n='30'/>
+ergibt eine 4fache von O nach W steigende Höhenabstufung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TALLEBEN.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit sprom. Chorturm. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> 1541, 1548.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TANN.</hi> RB Cassel Kr. Gersfeld.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. mit großem v. Tannschem <hi rend="g">Epitaph</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadttor</hi> 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte
+Hauben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680.
+Brunnen mit bronzenen Delphinen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TANNEBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. &mdash; Schönes <hi rend="g">Wandgrabmal</hi>
+von <hi rend="italic">Andreas Walther</hi> 1575.
+</p>
+
+
+<pb n='389' id='i396.png'/>
+
+<!-- [P: 389] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TANNENBERG.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. <hi rend="g">Altarwerk</hi>, bez. 1521. Die Gemälde in
+der Dekoration schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand
+wie die Altäre in Einsiedel und Ehrenfriedersdorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TANNENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg,</hi> teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus
+16. und 17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter
+Kapellenapside.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TAUBENHEIM.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor mit Zellengwb. in der Art <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
+Rom. Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. &mdash;
+<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter
+<hi rend="g">Taufstein</hi> wenig älter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TAUBENHEIM.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh. &mdash; Reich an <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TAUCHA.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. &mdash; Beweinung
+Christi, lebensgroßes ausdrucksvolles <hi rend="g">Holzschnitzwerk</hi>
+des 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TAUTENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit gemalten Flügeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit
+Zinnenkranz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TEICHA.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. <milestone unit='line' n='25'/>
+Sakramentsnische. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, einer von den
+besseren. Auf dem Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw.
+durch Ornamente und Trachten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TEICHWEIDEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage, spgot. umgebaut. &mdash; Guter spgot. <milestone unit='line' n='30'/>
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TEILHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches
+Beispiel für den Formenkampf der Übergangszeit. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi>
+um 1700, auf einem (nördl.) gute lebensgroße <hi rend="g">Holzfig.</hi>, <milestone unit='line' n='35'/>
+Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Priestergrabstein</hi>
+1496. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1525, früheste Renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TEISTUNGENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Die bestehende Kirche 1724,
+Tonnengwb. mit aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, <milestone unit='line' n='40'/>
+WPortal mit figurengeschmücktem Nischenaufbau. Reste
+des Kreuzgangs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TENNEBERG.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar.
+<hi rend="g">Deckengemälde</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='390' id='i397.png'/>
+
+<!-- [P: 390] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TENNSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418
+(Inschr.). Das 3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken
+hergestellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TETTENBORN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die
+Fortdauer des got. Stils noch 1608.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TEUTLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.;
+Chorquadrat mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; <milestone unit='line' n='10'/>
+im W eine Empore auf 2 rippenlosen Kreuzgewölben,
+der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und Pflanzen-Ornamenten
+in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail.
+&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige
+<hi rend="g">Kanzel</hi> hinter dem Altar A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THALLWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor um 1440, Schiff 1626. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>,
+meist der Familie v. Holtzendorff.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender <hi rend="g">Park</hi>
+in französischer Art 1764. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THAMSBRÜCK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus;
+wohl in Nachwirkung einer rom. Anlage. &mdash; Großes
+<hi rend="g">Renss.Epitaph</hi> der Familien v. Berlepsch und v.
+Haugwitz. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THANGELSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. &mdash;
+<hi rend="g">Altarwerk</hi> 1498.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THARANDT.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> charakterlos. In der Sakristei <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+um 1500, temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht
+bekannten Künstlers von selbständiger Physiognomie. Die
+darunter angebrachte <hi rend="g">Predella</hi> 17. Jh. Ungewisser Herkunft
+das eingemauerte rom. <hi rend="g">Portal</hi>, von nicht gewöhnlicher
+Feinheit, um 1220-30. &mdash; Tüchtige <hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+1634, 1667.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1446 unter Oberleitung <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi> (vgl.
+Meißen) umgebaut, jetzt Ruine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THEKLA.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte <milestone unit='line' n='40'/>
+Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter
+Brüstung. &mdash; Glocke aus 13. Jh. &mdash; Am <hi rend="g">Abendmahlskelch</hi>
+der Knauf hervorragende Arbeit des 13. Jh., Fuß
+15. Jh., Kuppa neu.
+</p>
+
+
+<pb n='391' id='i398.png'/>
+
+<!-- [P: 391] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THEMAR.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander.
+1sch. mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem
+Achteckchor; daneben Turm. Die 2geschossige Emporenanlage
+von 1541 mit hübsch durchgebildeten Einzelheiten. &mdash; Im <milestone unit='line' n='5'/>
+Chor 4 spgot. <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> mit gemalten Flügeln, der
+älteste der an der SOSeite.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtshaus</hi> bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>
+bez. 1601 (Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65).
+&mdash; <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 1457. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THEUMA.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirche,</hi> ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400.
+&mdash; Vierflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THIERBACH.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> in großem befestigtem Kirchhof. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> und <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Deckenstuck</hi> mit biblischen Darstellungen um 1680.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THIERSTEIN.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553,
+rest. 1640, verbrannt 1725.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vierflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1500; über der
+Predella die liegende Stifterfigur.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THRENA.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. Stattlicher spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>,
+wohl aus dem Klst. Eiche. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THULBA.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi> Gegr. 1127. Das Klst. im
+Bauernkrieg zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche
+kreuzf. Pfeiler-Basilika. Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen,
+vielleicht urspr. Stützenwechsel. Rest eines <milestone unit='line' n='30'/>
+Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. &mdash; Rok. <hi rend="g">Epitaphe</hi>.</p>
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Propsteihaus</hi> (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THÜNGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Protest. K.</hi> Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine
+18. Jh.
+ <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="bold">Kath. K.</hi> neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer
+Plastik, bez. <hi rend="italic">CB</hi> 1627.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche
+v. Thüngensche <hi rend="g">Grabsteine</hi> aus dem. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THüNGERSHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. &mdash; <hi rend="g"><reg orig='Tauf-|stein'>Taufstein</reg></hi>
+<pb n='392' id='i399.png'/>
+<!-- [P: 392] -->
+1590. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1605. <hi rend="g">Orgel</hi> und <hi rend="g">Chorstühle</hi>
+rok. Bürgerliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> des 17. Jh. Kirchhofsmauer
+mit Gaden. &mdash; 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751. Altertümliche
+Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit ansehnlicher
+Zimmerausstattung. An no 188 <hi rend="g">Madonna</hi> um <milestone unit='line' n='5'/>
+1520, an no 189 <hi rend="g">Johannes</hi> um 1780. &mdash; Zahlreiche (9)
+Bildstöcke 15.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> mit schöner <hi rend="g">Madonna</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THURM.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1729. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500. <hi rend="g">Kelch</hi> 1571. <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="g">Grabmal</hi> des Wolf v. Weißenbach, † 1584, von <hi rend="italic">Samuel</hi>
+und <hi rend="italic">Uriel Lorentz</hi> aus Freiberg; reicher Aufbau in bedeutenden
+Maßen, die lebensgroßen Gestalten des Verstorbenen und seiner
+zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor mit Vergoldung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>THURNAU.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur
+von derselben Hand wie in der Ordenskirche in
+Bayreuth. &mdash; Großer Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer
+Verkürzung. Kanzel auf 2 lebensgroßen Stuckfiguren, Moses
+und Johannes. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Neptun um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog.
+Kemenate; Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter
+westl. einfacher Renss.-Bau 2. H. 16. Jh. Am Haupthof der
+Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau 1729-31. <milestone unit='line' n='25'/>
+Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an
+Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der
+Plassenburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TIEFENORT.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. <milestone unit='line' n='30'/>
+Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform.
+<hi rend="g">Steinkanzel</hi> 1550, gotisierend. <hi rend="g">Grabst.</hi> des Grafen
+Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr. Renss. Andere
+<hi rend="g">Grabst.</hi> 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TIEFENSEE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen
+Landsitzes E. 16. oder A. 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TIEFURT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 15. und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> ganz bescheidene Anlage von ca. 1760. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TINZ.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Lustschloß</hi> 1748 ff.
+</p>
+
+
+<pb n='393' id='i400.png'/>
+
+<!-- [P: 393] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TONNDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> WTurm rom., Lhs. 1494.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit Resten aus 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TORGAU.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien</hi> 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß <milestone unit='line' n='5'/>
+mit 3 polyg. Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen
+Langchor hinausgeschoben. Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im
+Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront (der STurm
+bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen,
+deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und <milestone unit='line' n='10'/>
+Fensterrosen. Renss. Sakristei. &mdash; Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> mit
+Evangelisten 1582. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1693. Marmorner <hi rend="g">Altaraufsatz</hi>
+18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Bronzeplatte</hi> der Sophie v.
+Mecklenburg † 1503 aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Hütte, bez. 1504.
+<hi rend="g">Grabst.</hi> der Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau <milestone unit='line' n='15'/>
+† 1552, halbrundes bemaltes Relief. Zahlreiche <hi rend="g">Epitaphe</hi>
+an der Außenwand, darunter das des Baumeisters Konrad
+Krebs † 1540. &mdash; <hi rend="g">Triptychon</hi> bez. 1509. &mdash; <hi rend="g">Lutherporträt</hi>
+in Papiermasse 16. Jh. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Altargeräte</hi>.
+[Ein lange verschollen gewesenes Hauptbild <hi rend="italic">L. <milestone unit='line' n='20'/>
+Cranachs</hi> jetzt im Mus. Frankfurt a. M.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Alltags-K.</hi> (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4
+Achsen, verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die
+Fenster des Lhs. 3teilig mit Vorhangbg. und überschnittenem
+Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit rundbg. Maßwerk und <milestone unit='line' n='25'/>
+Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. &mdash; <hi rend="g">Grabst.</hi>
+1463.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten
+Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss.
+Giebeln und Bischofsmützen. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon
+jetzt noch der SOGiebel und ein prächtiger Erker.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden
+Wichhäusern.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Privathäuser</hi>: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. <milestone unit='line' n='35'/>
+354 mit Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale
+häufig, hervorzuheben Schloßstr. 453.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Hartenfels</hi>. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13.
+und 14. Jh. Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten
+1533-44 und 1616-23. Mit seinen vielen teils runden, <milestone unit='line' n='40'/>
+teils viereckigen Türmen und hochragenden Mauermassen
+gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine großartige
+Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. <hi rend="italic">Cranach</hi>sche
+Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne
+verdorben. Architektonisch am bedeutendsten, eine <reg orig='Haupt-|leistung'>Hauptleistung</reg>
+<pb n='394' id='i401.png'/>
+<!-- [P: 394] -->
+der FrRenss. in Deutschland, ist die Hoffront des
+1533-35 von <hi rend="italic">Konrad Krebs</hi> erbauten OFlügels. Langgestreckter
+4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot.
+Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig
+vorgekragten Laufgang; von durchschlagender Wirkung als <milestone unit='line' n='5'/>
+Vertikalkontrast das aus der Mitte vorspringende Treppenhaus;
+schlichter rck. Unterbau in Höhe des Erdgeschosses
+mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche
+Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors;
+der Aufbau in Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien <milestone unit='line' n='10'/>
+der Stiege auch nach außen sichtbar gemacht sind; Pilaster
+und Brüstungen mit reichstem FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein
+von Dresdener Steinmetzen angefertigt); der krönende
+Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die
+renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß <milestone unit='line' n='15'/>
+zu Meißen; Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch
+nicht notwendig. Ein an die NSeite geschobener Erker von
+höchster Pracht und Feinheit der Dekoration und ein aus der
+SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen
+vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen <milestone unit='line' n='20'/>
+Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß
+einnehmenden Saal von 14 : 70 m. &mdash; Schloßkirche
+1543-44 von <hi rend="italic">Nickel Grohmann</hi>. Von Luther persönlich eingeweiht
+und tatsächlich »die erste protestantische Kirche«.
+Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus neuen Forderungen <milestone unit='line' n='25'/>
+des protestantischen Gottesdienstes, als aus der
+Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend
+schon E. 15. Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt).
+Die Kirche ist lediglich ein in den NFlügel des Schlosses
+eingebauter Saal, gleich den übrigen Teilen 3geschossig, was <milestone unit='line' n='30'/>
+im Innern zur Anlage von Doppelemporen führt; dieselben
+ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen
+Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne
+mit Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel
+am Mittelpfeiler der SSeite. &mdash; Der prachtvolle <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
+stammt aus der Schloß-K. zu Dresden; keine Künstlerbezeichnung;
+Art der <hi rend="italic">Walther</hi>. Eine dekorativ vorzügliche
+Arbeit die <hi rend="g">Dedikationstafel</hi> mit dem Porträt Luthers
+zwischen denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich,
+gegossen 1545 durch <hi rend="italic">Wolf</hi> und <hi rend="italic">Oswald Hilger</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRAGNITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem
+Chor. Das Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten
+Felderdecke, seinen Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl
+das malerischste in Sachsen«. Der <hi rend="g">Altar</hi> 1659 von
+
+
+<pb n='395' id='i402.png'/>
+
+<!-- [P: 395] -->
+
+dem Bildhauer <hi rend="italic">V. Otte</hi> und dem Maler <hi rend="italic">J. Richter</hi> (vgl.
+Leisnig).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRAPPSTADT.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616.
+Guter, großfiguriger Ofen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRAUN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRAUSTADT.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zwei gute spgot. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> um 1500 im Stil <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Stattlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1680.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih.
+Voit-Rieneck. Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal
+bmkw. Reste einer ernst-pompösen Dekoration in Stuck und
+Malerei, besonders interessant durch die Zeitstellung, Epoche <milestone unit='line' n='15'/>
+der ersten Wiederbelebung der Kunst nach dem 30 jährigen
+Kriege.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRAUTZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem
+Dach (wohl 17. Jh.). &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Sandsteinwandgrab</hi> des <milestone unit='line' n='20'/>
+Burgold Puster † 1567. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> mit Reliefbildern bez. 1462.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREBEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1450, WTurm A. 13. Jh. &mdash; Große <hi rend="g">Gedenktafel</hi>
+für H. v. Bünau 1600.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREBGAST.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der
+Zeit des Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich.
+Am breiten, flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, <milestone unit='line' n='30'/>
+darüber Turm. Da am Chorbg. noch got. Profile vorhanden
+sind, wird die Disposition ins hohe Ma. zurückgehen.
+Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert. An
+den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der
+Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung <milestone unit='line' n='35'/>
+zuerst in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges
+8Eck. Das Innere ganz einheitlich erhalten (nur die moderne
+Färbung etwas störend); ringsum tiefe Emporen, schönes
+Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond, Kronleuchter
+mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über <milestone unit='line' n='40'/>
+dem Altar zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das
+Ganze zwischen Reichtum und Armut in anständiger Mitte,
+von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich; nicht leicht kann
+für den protestantischen Geist im Zeitalter des Rationalismus
+ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. &mdash; Reste einer
+
+
+<pb n='396' id='i403.png'/>
+
+<!-- [P: 396] -->
+
+prächtig skulptierten renss. <hi rend="g">Steinkanzel</hi> in der Holzlege
+des Pfarrhauses.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rochus-Kap.</hi> anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREBSEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß,</hi> 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen.
+Der mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen
+wohl älteren Rundturm; spgot. Giebel; Veränderungen 1783.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREFFURT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">S. Bonifazius-K.</hi> Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von <milestone unit='line' n='10'/>
+S. Blasien in Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch.
+kreuzförmige Anlage in schmuckreicher Ausführung; einfacher
+und etwas jünger, schon stark mit got. Elementen durchsetzt
+das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und Qsch. mit
+spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab <milestone unit='line' n='15'/>
+begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit
+Teilungsringen, an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und
+Knospenwerk; Kleeblattpiscinen in der Art derer von
+Walkenried. Das Lhs. jetzt mit Bretterdecke, Qsch. und Lhs.
+mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne dasselbe. Die <milestone unit='line' n='20'/>
+Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer
+Tiefe halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen
+Teile des Gewändes wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab
+besetzt; ein nordwestfranzösisches Motiv; soll man
+an einen von dort kommenden Arbeiter denken? Das Tympanon <milestone unit='line' n='25'/>
+wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau
+hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein
+Fachwerkgeschoß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und
+Freitreppe. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg Normannstein</hi>. Stattliche Ruine; der Rundturm und das
+zunächst anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene
+Gebäude 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREISBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm. <milestone unit='line' n='35'/>
+Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRENDELBURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1633. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>, h. Christophorus u. a. Vier <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+1577-1604. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben
+von Gräben und Mauern mit 4 Ecktürmen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRENNFELD.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1614 umgebaut. <hi rend="g">Epitaphien</hi>; an der Außenseite
+H. von Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von
+<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>; vom selben Enders v. Bibra † 1553.
+</p>
+
+
+<pb n='397' id='i404.png'/>
+
+<!-- [P: 397] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREPPENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb.,
+Lhs. spgot. und 1756. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1480.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TREYSA.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; <milestone unit='line' n='5'/>
+beabsichtigt als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten
+Sschiffen. Von diesem bis zu halber Höhe ausgeführten
+Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare)
+auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der
+Marburger Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung <milestone unit='line' n='10'/>
+des basilikalen Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als
+Bündeldienste umgearbeitet, den Außenwänden Strebepfll.
+vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom. rundbg., die
+Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk.
+Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. <milestone unit='line' n='15'/>
+&mdash; Aus der SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls
+einfache Turm auf; von Interesse nur die Krönung mit
+4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal gestellten kleinen und
+gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome System
+noch erkennbar. &mdash; Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten <milestone unit='line' n='20'/>
+Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dominikaner-K.</hi> (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch
+2sch. Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an.
+Das Sch. mit 8, der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck.
+Die Formen tunlichst vereinfacht, nur die Portale reicher. <milestone unit='line' n='25'/>
+Die abwechselnd 8eck. und runden Schafte ohne Kaptt., die
+Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch. standen Giebel
+und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und
+Chor ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört.
+&mdash; Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> des Hermannus de Wildungen, episcopus <milestone unit='line' n='30'/>
+[titular.] Scopiensis † 1396, kleinere Nebenfigg. zweier
+Geistlichen. &mdash; <hi rend="g">Reliefs</hi> von gebranntem Ton, Stationsbilder,
+an den Strebepfl. (15. Jh.). &mdash; Bmkw. die <hi rend="g">Totenleuchte</hi>
+am Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Orgelbühne</hi>
+von Holz bez. 1466. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K.</hi> zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und
+3/8 Schluß. Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der
+SWEcke angebrachten zierlichen 7seitigen Baldachin und dem
+über dem steilen WGiebel aufsteigenden steinernen Glockentürmchen
+einen eigentümlichen und anziehenden Schmuck. <milestone unit='line' n='40'/>
+&mdash; Blende mit dem in Stein gehauenen <hi rend="g">Leichnam
+Christi</hi>, schlichte Handwerksarbeit um 1400. &mdash; Bei der
+Rest. 1910 wurden an allen Wänden Spuren von figürlicher
+<hi rend="g">Malerei</hi> entdeckt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die
+
+
+<pb n='398' id='i405.png'/>
+
+<!-- [P: 398] -->
+
+folgenden Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. &mdash;
+<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit kleiner Rolandfig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRIEFENSTEIN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.</hi> (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige <milestone unit='line' n='5'/>
+Kirche erb. 1685 ff., wohl nach dem Risse von <hi rend='italic'>Valentin
+Pezani</hi>, von welchem nachweisbar 1696 die Klostergebäude
+aufgeführt wurden. Was den stattlichen, aber architektonisch
+nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, ist die in den Jahren
+um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786) hinzugekommene <milestone unit='line' n='10'/>
+Ausstattung. Die Stuckaturen von <hi rend='italic'>Augustin Bossi</hi>, ebenso
+von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor.
+Die Altargemälde von <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi> 1694 f. von
+der früheren Ausstattung herübergenommen. Die großen
+Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner das Chorgestühl, <milestone unit='line' n='15'/>
+die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung <hi rend='italic'>P. A. Wagners</hi>,
+die Deckengemälde von <hi rend='italic'>Januarius Zick</hi>. Die Tendenzen des
+frühen Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen
+Kirche ein Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf
+ein Minimum, Ornamentik und Motive der klassischen Architektur <milestone unit='line' n='20'/>
+und architektonische Funktionen vortäuschend; völliger
+Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei der an das
+Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster
+durch eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber
+fein berechnete Anwendung der Farbe im zarten, kühlen <milestone unit='line' n='25'/>
+Dreiklang von meergrün, weiß und mattgold.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klostergebäude,</hi> erbaut 1696 ff., durch <hi rend='italic'>Valentin Pezani</hi>, mit
+Verwendung weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß
+des Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRIESTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung,
+Gestühl, Empore, Decke reich bemalt. <hi rend="g">Epitaph</hi> 1689, 1704.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRIMBERG.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg-Ruine.</hi> Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten
+Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden <milestone unit='line' n='35'/>
+deutlich erkennbar. Die Innenburg in der Anlage rom.; jedoch
+reichen nur mehr der Bergfried und die ihn einschließende
+Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas 17. Jh.
+Bering mit Bastionstürmen 15.&mdash;16. Jh. Ähnlichkeit in der
+Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TROSSENFURT.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet,
+gut erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über
+dem Quadrium Rippengwb. auf Eckpfll. mit Würfelkaptt.
+
+
+<pb n='399' id='i406.png'/>
+
+<!-- [P: 399] -->
+
+schwerer, gediegener Quaderbau. &mdash; Üppige <hi rend="g">Ausstattung</hi>
+in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig
+durchgebildete <hi rend="g">Madonna</hi>, um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TROSTADT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Nonnen-Klst.</hi> Die Kirche einfaches <milestone unit='line' n='5'/>
+Rck., in den unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt
+zu landwirtschaftlichen Bedürfnissen eingerichtet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TRUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. &mdash;
+<hi rend="g">Kindergrabstein</hi> 1570. Zinnerne <hi rend="g">Weinkanne</hi>, <milestone unit='line' n='10'/>
+feine Renss. um 1550.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TÜCHERSFELD.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+2 <hi rend="bold">Burgen,</hi> geringe Reste.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>TÜCKELHAUSEN.</hi> BFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.</hi> Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als Prämonstratenserdoppelklst. <milestone unit='line' n='15'/>
+1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung
+im Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613.
+Im jetzigen Zustand Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom.
+Anlage nicht mehr sicher festzustellen. Rom. Formen, und
+zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an der Außenwand des <milestone unit='line' n='20'/>
+platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird an
+der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries,
+umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden
+(durch Ausgrabung nachgewiesen); seine Flügel im
+14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände abgesondert und <milestone unit='line' n='25'/>
+zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit, verwandten
+Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten
+verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle
+Portal in fr. Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung
+ab; an den Kanten Diamantquadern. Außerdem geben die <milestone unit='line' n='30'/>
+schweren bar. Giebeldekorationen der Außenansicht das Gepräge.
+&mdash; Großer figurenreicher <hi rend="g">Hochaltar</hi> von <hi rend='italic'>Wolfgang
+Auwera</hi> nach 1750. <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1720 aus S. Barbara in
+Würzburg. Bedeutendes <hi rend="g">Chorgestühl</hi> in reicher Rocailledekoration
+1746. Schöne <hi rend="g">Monstranz</hi> um 1720. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klostergebäude.</hi> Der typische Charakter der Karthause
+gut erhalten. Der weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten
+Zellen ist so angelegt, daß die Kirche den WFlügel in der Mitte
+durchschneidet. Vor der Kirche das Verwaltungsgebäude.
+Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale Becken <milestone unit='line' n='40'/>
+mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Lambert</hi> (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem
+4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.
+</p>
+
+
+<pb n='400' id='i407.png'/>
+
+<!-- [P: 400] -->
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>U</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ÜBIGAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau,
+Rest. 1681.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ÜBIGAU.</hi> K. Sachsen Dresden-N. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau
+von 20 : 13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern;
+allseitig eine (1726 von <hi rend="italic">Eosander v. Göthe</hi> hinzugefügte) 2geschossige
+Pfeiler- und Bogenhalle, deren der ital. Hochrenss.
+nahestehende Haltung sich erheblich von der sonst in Dresden <milestone unit='line' n='10'/>
+üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen
+großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die
+<hi rend="g">Kindergruppen</hi> auf der Brüstungsmauer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UDER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal <milestone unit='line' n='15'/>
+1720. Die Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich.
+Einheitliche ungestörte Barockausstattung. Got.
+<hi rend="g">Klappaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UDESTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+</p><p>
+Große <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm <milestone unit='line' n='20'/>
+um 1380. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1520 (in veränderter Anordnung)
+wohl fränkische Arbeit, die bmkw. gemalten Flügel
+jünger. &mdash; <hi rend="g">Glasscheiben</hi> 1594.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UHYST.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
+</p><p>
+Große <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, <milestone unit='line' n='25'/>
+Turm an der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel
+an der anderen Längsseite.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ULBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Altar</hi>, die Gemälde bez. <hi rend="italic">Gottfr. Schaicker</hi> 1685 (Reste
+des got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 <hi rend="g">Grabplatten</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+E. 16. bis A. 17. Jh., meist derer v. Hermsdorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UMMERSTADT.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor,
+darüber Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
+umgestaltet. Befestigter Kirchhof.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1743.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UMPFERSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern.
+Der Chor frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel <milestone unit='line' n='40'/>
+mit Kruzifix. Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNSLEBEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812
+erneuertem Turm. &mdash; 4 adlige <hi rend="g">Epitaphe</hi> 16. Jh.
+</p>
+
+
+<pb n='401' id='i408.png'/>
+
+<!-- [P: 401] -->
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes,
+älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich
+jedoch renss. und bar. Einige getäfelte Zimmer mit
+ornamentaler Bemalung 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERDÜRRBACH.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar
+bmkw. Kreuzgruppe von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERERTHAL.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert.
+Drei Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. <hi rend="italic">H R</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+1554. Werke des gleichen Meisters kommen in der Gegend
+öfters vor (Thüngen, Windheim, Hammelburg).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERESSFELD.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699).
+Reiche Fachwerkhäuser und charakteristische <hi rend="bold">Hofanlagen</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+mit skulptierten Toren, meist in schwerem Spätbarock.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERGREISSLAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen
+Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch
+schlanke Halbsäulen gegliedert, Sockel und Fenstergewände <milestone unit='line' n='20'/>
+fein profiliert; desgl. Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERHOHENRIED.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K.</hi> 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle
+und Giebel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K.</hi> 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. &mdash; <milestone unit='line' n='25'/>
+Wertvoller <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh.
+Eine <hi rend="g">zweite</hi> 1510.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERLAUTER.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> mit Wappenstein 1517. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> 1510 und 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERLEINACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierend A. 17. Jh. &mdash; Hochaltar 1743 von <hi rend="italic">Benedikt
+Schlecht</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERLEITERBACH.</hi> OFranken BA Staffelstein. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1439-52, umgebaut im 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1590.
+Großes <hi rend="g">Grabmal</hi> für L. v. Schaumburg von <hi rend="italic">Hans Werner</hi>
+1588. Großer <hi rend="g">Altar</hi> mit Reliefflügeln aus der Nürnberger
+Schule um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERMASSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wasserburg</hi> 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen,
+ähnlich Bibra, einer bez. 1669.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERMERZBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im
+
+
+<pb n='402' id='i409.png'/>
+
+<!-- [P: 402] -->
+
+18. Jh. Große bar. Terrasse (früher anschließend der Garten)
+hebt die schon von Natur schöne Lage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERMHAUS.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> einfach got. M. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fürstl. Residenzschloß Osterstein,</hi> einst Grenzveste gegen die <milestone unit='line' n='5'/>
+Slawen, der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt
+wesentl. 1686-1735; die <hi rend="g">Schloß-K.</hi> 1752. Das Äußere,
+wie an den übrigen thüringischen Fürstenschlössern der Zeit
+(Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld, Weißenfels usw.)
+ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume; bmkw. <milestone unit='line' n='10'/>
+Stuckdecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTER-NEUBRUNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1490, erweitert 1723.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERPLEICHFELD.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+Rest eines ehem. Grumbachschen <hi rend="bold">Schlosses.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERREICHENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. &mdash; <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi>
+zweier Gräfinnen v. Weilnau 1364.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERRISSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne
+Tür, d. h. zur Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg.
+mit dem Sch. verbunden, an den Kämpfern rom. Ornamente,
+Seitentür mit rom. Tympanon.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERRÖBLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+Beispiel einer größeren rom. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Sch. rck. mit 3 Fenstern
+und 2 Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden
+geöffnet; quadr. Vorchor und 1/2kr. Apsis. &mdash; Eine ähnliche
+Kirche in Ober-Röblingen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERSIEMAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh.,
+Gemälde der Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. &mdash;
+<hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1557.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere
+16. Jh. mit neuklassischem Saal. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pyramide</hi> zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs
+Ernst Friedrich 1799.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERSTEINACH.</hi> OFranken BA Stadtsteinach, BA
+Bamberg II, BA Bayreuth.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel <milestone unit='line' n='40'/>
+und Altar in schöner Schnitzarbeit 1631.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERSUHL.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus
+in 3/4kreis ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller
+Dachhelm.
+</p>
+
+
+<pb n='403' id='i410.png'/>
+
+<!-- [P: 403] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERTHERES.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen
+1760.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERWEID.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719. OTurm von alter Anlage. &mdash; Ummauerte <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="g">Dorflinde</hi>, bez. 1578.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERWEISSBACH.</hi> Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1767. Gut erhaltenes <hi rend="g">Altarwerk</hi>, Saalfelder
+Arbeit von 1510.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERWELLENBORN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das
+Innere mit bar. Emporen gefüllt. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1512,
+die Figuren ungewöhnlich groß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERWÖLLNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1743. Bäuerlicher Zentralbau. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UNTERZELL</hi> b. Würzburg s. Zell.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UTENBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck,
+eingezogener quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den
+Einzelheiten der ursp. Stilcharakter verwischt. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UTENBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail,
+nach dem zu urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes
+war; übel verunstaltet und verbaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>UTTERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1520, Sch. 1767. &mdash; 2 <hi rend="g">Sandsteinreliefs</hi>,
+S. Georg und Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als
+Vorderwand vorn im Altar eingemauert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ÜTTINGEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. <hi rend="italic">J. J. <milestone unit='line' n='30'/>
+Siecht</hi> 1621.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>V</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VACHA.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom.
+Portal und kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. &mdash;
+in der Sakristei 2 <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> 1621; sorgfältige
+Kostümbilder.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst.-K. der Serviten.</hi> Der allein erhaltene Chor um 1400 dient <milestone unit='line' n='40'/>
+als Friedhofs-K. &mdash; <hi rend="g">Wandgemälde</hi> E. 15. Jh. (rest.).
+<hi rend="g">Rittergrabsteine</hi> v. Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haus Widemark,</hi> sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem
+Erdgeschoß, erb. 1613 von <hi rend="italic">Hans Weber</hi> aus Hersfeld in
+hessischem Charakter. Die innere Ausstattung z. T. erhalten.
+
+
+<pb n='404' id='i411.png'/>
+
+<!-- [P: 404] -->
+
+&mdash; Auch sonst mehrere gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser,</hi> namentlich das
+ehem. Rathaus. (1878 brannten 64 Wohnhäuser ab.)
+</p>
+
+<p>
+Der <hi rend="bold">Brunnen</hi> von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten
+in Thüringen gerechnet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> in beträchtlichen Teilen erhalten. &mdash; In der <milestone unit='line' n='5'/>
+Nähe die vorgeschichtliche <hi rend="bold">Burg Oechsen</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VACHDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg.
+Kirche nach 1626. Einfache, ansprechende <hi rend="g">Ausstattung</hi>
+aus derselben Zeit. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VARGULA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VEITHÖCHSHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> von 1690 mit sprom. Turm. <hi rend="g">Ausstattung</hi>
+aus der gleichen und der nächstfolgenden Zeit. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. &mdash;
+Gute <hi rend="g">Bar. Plastik</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof
+v. Dernbach, (1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche
+1748. Erweiterung des Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, <milestone unit='line' n='20'/>
+nach Plänen von <hi rend="italic">Neumann</hi>. Im Treppenhaus bmkw. Skulpturen
+von <hi rend="italic">P. Wagner</hi> um 1770. Die hübsche, doch nicht bedeutende
+Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. &mdash;
+Den Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen
+des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim <milestone unit='line' n='25'/>
+1763-75 (Leiter, doch kaum Erfinder, der Bauamtmann
+<hi rend="italic">Geigel</hi>). Der kleinere ältere Teil liegt in der Achse des Schlosses,
+der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. &mdash; Die
+räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m
+lang, 200 m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und <milestone unit='line' n='30'/>
+See, ganz verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in
+der Veithöchsheim unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler
+(mit Gehilfen): <hi rend="italic">Auwera</hi>, noch in bar. Tradition (Figg. des
+Schloßparterres, Neptun an der nördl. Gartenmauer), <hi rend="italic">Dietz</hi>,
+ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist (der sog. <milestone unit='line' n='35'/>
+Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den
+Tieren, die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer
+Tracht), <hi rend="italic">P. Wagner</hi>, ein gediegener Vertreter des eigentlichen
+Zopfes, d. h. des Überganges vom Rok. zum Klassizismus
+(große Ruinenkaskade mit Neptun, Ceres, Saturn). Wagner <milestone unit='line' n='40'/>
+arbeitete über 1775 hinaus. &mdash; Obschon der Eindruck der
+Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und
+auch die Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten
+von Veithöchsheim einer der anschaulichsten Vertreter der
+Gartenkunst des 18. Jh., die wir noch haben.
+</p>
+
+
+<pb n='405' id='i412.png'/>
+
+<!-- [P: 405] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VEITLAHM.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs.
+mit eingebautem Treppen-Turm. &mdash; Gute ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+der Herren v. Künsberg 16. und 17. Jh. <hi rend="g">Bronzeepitaph </hi>
+1551 gegossen von <hi rend="italic">Kunz Neilich</hi>. &mdash; Befestigter <milestone unit='line' n='5'/>
+Kirchhof.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VEITSBERG.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch.,
+vielleicht von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle
+der Grafen v. Gleisberg) und in diesem Fall der älteste <milestone unit='line' n='10'/>
+erhaltene kirchliche Bau im thüringischen Vogtland. Das
+Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt nach Mothes);
+immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine
+Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei
+Armen gegen ihn stößt. &mdash; Die übrigen Teile der K. zeigen <milestone unit='line' n='15'/>
+eine verworrene Folge von Erweiterungen und wiederum
+Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. &mdash; gAltarwerk
+um 1480. Außen an den Streben <hi rend="g">Reliefs</hi> aus der Passion
+(nach Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). &mdash; Got.
+<hi rend="g">Wandmalerei</hi> am Triumphbg. und am Chorgwb. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Glasbilder</hi> in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210 (?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VESSRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kloster-K.</hi> (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum
+von umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged.
+Basilika mit strenger Quadratur in den Abmessungen des Gr. <milestone unit='line' n='25'/>
+und Triangulatur des Querschnittes. Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden
+auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches Profil, am
+Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des
+südl. Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl.
+Ssch. got. erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. <milestone unit='line' n='30'/>
+Gegen N und S sind keine Vierungsbgg. vorhanden. Der
+quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die 1/2kr. Nebenapsiden
+zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine Krypta;
+(die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht
+dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). <milestone unit='line' n='35'/>
+Pfll. und Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. &mdash;
+Der WBau wohl nach dem Brand von 1201. Zwei vierseitige
+Türme flankieren die rck. Vorhalle; Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil
+rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht geschärftem
+Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen <milestone unit='line' n='40'/>
+ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten
+rundbg. Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes
+sprom. Portal. Die Fassade beginnt mit energisch
+profiliertem Sockel. Die wagerechte Teilung durch Gesims
+und Bogenfries entspricht der Höhenabstufung der Schiffe;
+
+
+<pb n='406' id='i413.png'/>
+
+<!-- [P: 406] -->
+
+schmälere und breitere Lisenen vollenden die wohlproportionierte,
+von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung.
+Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß
+mit spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach,
+an der niederen Wand eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse <milestone unit='line' n='5'/>
+aus späterer got. Zeit und in schlechterer Technik.
+Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v. Henneberg,
+gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist
+ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? &mdash;
+Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>, breite Schale mit säulenartigem Fuß. <milestone unit='line' n='10'/>
+&mdash; In der Klostermauer eine <hi rend="g">Torfahrt</hi>; das Gewände
+dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die Bg.Läufe mit
+Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche
+kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als
+ehemalige Pförtnerei gedeutet. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VIERZEHNHEILIGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VIERZEHNHEILIGEN.</hi> OFranken BA Staffelstein.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> und <hi rend="bold">Cistercienserpropstei</hi>. Beg. 1743 von <hi rend="italic">Balthasar
+Neumann</hi>; nach seinem Tode (1753) genau in seinem <milestone unit='line' n='20'/>
+Sinne weitergeführt; voll. 1772. &mdash; Die immer weiter ausgreifende
+Phantasie des großen Rokokomeisters wagt in
+diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die Außenansicht
+verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer kreuzförmigen
+Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich <milestone unit='line' n='25'/>
+keiner einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich,
+daß <hi rend="italic">Neumann</hi> die erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche
+Banz empfangen hat; nur erscheint <hi rend="italic">Dientzenhofers</hi> Kühnheit
+im Vergleich mit dem, was hier unternommen wurde,
+schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische Prinzip, <milestone unit='line' n='30'/>
+nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten
+durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie
+statisch unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern
+und Säulen; alle zur Grundfläche parallel laufenden Linien
+sind Kurven, und zwar Kurven zweiter Ordnung, ebenso die <milestone unit='line' n='35'/>
+Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann folgendes
+(vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse
+steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm
+eine ovale Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen
+korinth. Sll. getragen; hieran schließt sich nach der <milestone unit='line' n='40'/>
+Längsachse im O und W je ein kleineres Oval; wo sie sich mit
+dem mittleren tangieren, werden Querachsen gebildet; eine
+kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W;
+eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend,
+zwischen dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren
+
+
+<pb n='407' id='i414.png'/>
+
+<!-- [P: 407] -->
+
+werden jedoch nur in den Gewölben selbst erkennbar, die
+Grundrißstellung der Stützen bringt von ihnen nur Segmente
+zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden
+Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die
+Kuppelflächen eingreifen. An den Kreuzungspunkten der <milestone unit='line' n='5'/>
+beiden Querräume mit dem Längsraum, wo man sonst eine
+zusammenhängende Form oder eine Höhensteigerung zu finden
+gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien und sinken
+sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische,
+antiarchitektonische Willkür; was <hi rend="italic">Neumann</hi> sucht, ist die <milestone unit='line' n='10'/>
+Poesie des Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem
+abstrakt gewordenen Denken durch einige schwere Fehler sein
+eigenes Werk gestört. Die ganz entsetzliche Gestalt der Nebenräume,
+in denen man auf der einen Seite gerade Linien, auf
+der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch hingehen. <milestone unit='line' n='15'/>
+Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die
+völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das
+Bild an zahllosen Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die
+keinen vollen Genuß an dem für sich sehr harmonischen
+Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit Marmorstuck aufkommen <milestone unit='line' n='20'/>
+lassen. &mdash; Die Frage, ob diese Architektur dem Bar.
+oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen,
+programmatischen Rokokocharakter haben aber die Altäre,
+soweit sie von <hi rend="italic">Neumann</hi> selbst herrühren, vor allem der zentrale
+Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an die architektonische <milestone unit='line' n='25'/>
+Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre
+von <hi rend="italic">J. M. Feichtmayer</hi>. Das Hochaltarblatt und sämtliche
+Fresken von <hi rend="italic">Giuseppe Appiani</hi> (mehrere nach dem Brand
+1835 erneuert). &mdash; Die Fassade bildet in der Mitte eine vorspringende
+Kurve und wird von zwei von unten auf 8eck. <milestone unit='line' n='30'/>
+Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht
+beitragen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VIESELBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 17. Jh. &mdash; Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die
+<hi rend="g">Figuren</hi> aus spgot. Altarwerken. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VITZENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von
+1587 gab den Baumeisternamen <hi rend="italic">Nickel Delitzscher</hi>. NFlügel
+1694. Treppenpavillon 1767. Alle Einzelheiten stark rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOIGTSBERG.</hi> K Sachsen AH Ölsnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+Große <hi rend="bold">Burg,</hi> im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches
+Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLKACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Stadtpfarrk.</hi> 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor
+(Baubeginn 1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch.
+
+
+<pb n='408' id='i415.png'/>
+
+<!-- [P: 408] -->
+
+Lhs. (um 1474), das im 18. Jh. durch Herausschlagen der Pfll.
+und Einziehung einer stuckierten Spiegeldecke 1sch. umgestaltet
+wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot. Gliederung.
+Details in der Art des Meisters <hi rend="italic">Hans Bock</hi> (Dommeister um
+1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. <milestone unit='line' n='5'/>
+vom Chor mit Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und
+Kuppel. &mdash; Einrichtung Rok.; Würzburger Charakter um 1750.
+&mdash; Taufstein um 1600 mit Wappen. &mdash; <hi rend="g">Pietas</hi> Gußstein,
+südbairischer Import um 1420. &mdash; Reiche Paramente
+des 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">St. Michaels-Kap.</hi> Vor dem Südtor. <hi rend="g">Tympanon</hi> um
+1400-1420; Krönung Mariä.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant,
+jetzt 1sch. &mdash; Im Hochaltar <hi rend="g">Pietas</hi> (Gnadenbild); um
+1380-1400 mit Resten der alten Fassung. &mdash; <hi rend="g">Rosenkranzmadonna</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+um 1500; hervorragende Arbeit, wohl
+mit Recht <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> zugeschrieben. <hi rend="g">Epitaphe</hi>
+16.-17. Jh. Überreste einer lebensgroßen <hi rend="g">Wachsgruppe</hi>,
+einen Ritter und dessen Frauen darstellend; erhalten
+nur einige Köpfe und der Holzkern. <hi rend="g">Großes Steinkruzifix</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
+bez. <!--in orig. nicht kursiv--><hi n='0' rend="italic">TK</hi> (<hi n="0" rend="italic">Thomas Kistner</hi>) 1555. &mdash; Am Weg zur
+Kirche drei spgot. <hi rend="g">Reliefs</hi>, Stationsbilder (1521). &mdash; 2 <hi rend="g">Glasfenster</hi>
+mit Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus,
+um 1450-80.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Renss.Bau mit Freitreppe (1544). <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtsgericht.</hi> Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke.
+</p>
+
+<p>
+Behäbige <hi rend="bold">Bürgerhäuser,</hi> spbar. und rok. &mdash; Eine hervorragende
+Leistung des Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung <milestone unit='line' n='30'/>
+das »Schelfenhaus«. Stuckierte Zimmer. Reicher und ansehnlicher,
+großfiguriger, schwarz glasierter Kachelofen um 1700.
+</p>
+
+<p>
+Von der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> stehen noch 2 Tore; spgot. in der
+Anlage, mit hübschen Renss.Giebeln.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLKENRODE.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Klst.-K.</hi> Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig <milestone unit='line' n='35'/>
+wieder hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau.
+Hauptapsis erhalten, Nebenapsiden untergegangen.
+Am Triumphbogen abgebrochene Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz).
+Reste des Kreuzgangs rom. und got.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLKERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister
+wie Geisleden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLKERSBERG.</hi> U Franken BA Brückenau.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Einsiedelei</hi> von 1113 zum Klst. erweitert 1661.
+</p>
+
+
+<pb n='409' id='i416.png'/>
+
+<!-- [P: 409] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VÖLKERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar
+Kanzel und Orgel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung
+erhalten. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Oberförsterei</hi> 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLKMARITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg.
+geöffnet, im Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen). <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLKMARSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Maria.</hi> Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit
+quadr. Chor und vortretendem WTurm. Msch. doppelt so
+breit wie die Sschiffe, 3 Joche, starke Rundpfll. mit 4 alten
+und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten, reiche Laubkaptt. <milestone unit='line' n='15'/>
+Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen mit
+Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr
+reich und zierlich, <hi rend="g">Marienstatue</hi> im Tympanon, <hi rend="g">Petrus</hi>
+und <hi rend="g">Paulus</hi> unter den Fialen des Wimpergs. Ein drittes
+Portal am Turm, im Tympanon <hi rend="g">thronender Heiland</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
+Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme
+der Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und
+welscher Haube. &mdash; Zwei <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>, E. 13.
+und E. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Holzhäuser</hi> des 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> im SO erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>VOLSBACH.</hi> OFranken BA Pegnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung.
+Innendekoration 1680.
+<milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>W</title></head>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WABERN.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Lustschloß</hi> 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von <hi rend="italic">S. L. Du
+Ry</hi> (jetzt Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung,
+durch Galerien verbunden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WACHAU.</hi> K. Sachsen Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und
+Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WACHSENBURG.</hi> Sachsen-Gotha LA. Gotha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung <reg orig='ein-|gerichtet.'>eingerichtet.</reg>
+<pb n='410' id='i417.png'/>
+<!-- [P: 410] -->
+Die ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr
+entstellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÄCHTERSBACH.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> mit WTurm von 1519.
+</p>
+
+<p>
+Isenburgisches <hi rend="bold">Schloß,</hi> bedeutende ehem. Wasserburg mit <milestone unit='line' n='5'/>
+4 Ecktürmen, von denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode
+um 1525 die zierlichen Erker am WTurm. Dritter Umbau
+um 1650.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WAHLHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche <milestone unit='line' n='10'/>
+Emporen machen den evangel. Charakter in dem sonst kathol.
+Kreise sofort kenntlich. Die Decke und alle Holzteile 1775
+von dem Schullehrer geschickt ausgemalt. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+der Herren von Hanstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WAHREN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, frgot. Kernbau. <hi rend="g">Taufstein</hi> aus 13. Jh. Hübsches
+geschnitztes <hi rend="g">Lesepult</hi> E. 15. Jh. <hi rend="g">Beschläge</hi> der Türflügel,
+naive dörfliche Kunst, könnte ins 13. Jh. hinaufreichen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WAEHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766, <milestone unit='line' n='20'/>
+stimmungsvolles Grabmal 1798.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WAISCHENFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze
+Kirche überarbeitet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WAITZENBACH.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme
+an den Ecken um 1680.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALBECK.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kloster</hi> gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr
+Material wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem <milestone unit='line' n='30'/>
+der alte Klosterkreuzgang noch erkennbar. <hi rend="g">Rittergrabstein</hi>
+mit eingeritzter Fig. um 1300.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1601 wie Hinternah.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDAU.</hi> RB Cassel Kr. Cassel. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirchturm</hi> spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten
+Ecktürmchen umgeben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDBÜTTELBRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar. &mdash; Krönung Mariä, <hi rend="g">Holzgruppe</hi>, um 1500,
+nicht aus der Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>, doch ihr verwandt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDENBURG.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut.
+&mdash; <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Hugo v. Schönburg † 1566,
+vom Dresdner Bildhauer <hi rend="italic">Chr. Walther</hi>, das bedeutendste Werk
+
+
+<pb n='411' id='i418.png'/>
+
+<!-- [P: 411] -->
+
+dieser Gattung in Sachsen vor dem Auftreten <hi rend="italic">Nossenis</hi> (vgl.
+auch Penig).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDHEIM.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß-K.</hi> E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb.
+Die Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. <milestone unit='line' n='5'/>
+mit got. Maßwerk. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1594 von <hi rend="italic">Joh. Maria Nosseni</hi>,
+1716 umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDKIRCHEN.</hi> K. Sachsen AH Auerbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Portal, alte Beschläge.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALDSTEIN.</hi> OFranken BA Münchberg. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALLDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist
+Bergfried der ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. <hi rend="g">Bildnisstein</hi>
+der Marschalk v. Ostheim. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Synagoge,</hi> aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. &mdash;
+Mehrere sehr ansehnliche <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>: Schmiede
+1592, das »rote Haus« um 1600, Gasthaus zum freien Ritter
+(Herrenhaus v. Marschall) 1697.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALLENBURG</hi> s. Auwallenburg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALLENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der
+Ringmauer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALLRODA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ohne Interesse. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="g">Taufbecken</hi> aus Sandstein feine renss. Arbeit um 1650.
+Die <hi rend="g">Orgel</hi> das erste Werk <hi rend="italic">J. G. Silbermanns</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Schönes <hi rend="g">Denkmal</hi> des Vizekanzlers Reuß 1599.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha Amtsstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll.
+in ellipt. Grundstellung. Turm 1458. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
+A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WALTERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal <milestone unit='line' n='35'/>
+mit bemalter (allegor. Figg.) Holzdecke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WANDERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Erweiterung eines rom. Baus. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gasthaus</hi>. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Gehöft</hi> mit <milestone unit='line' n='40'/>
+Jahreszahlen 1541-1605. &mdash; <hi rend="bold">Burg Gleichen,</hi> ausgedehnte
+Ruine mit rom. Kapelle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WANFRIED.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Rathaus,</hi> früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus
+
+
+<pb n='412' id='i419.png'/>
+
+<!-- [P: 412] -->
+
+dem E. d. 17. Jh. Oberstock &mdash; reicher Fachwerkbau; Innenräume
+noch mit alten Tapeten usw.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gasthaus</hi> zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T.
+zerstörtem großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WANGENHEIM.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot.; 9 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Familie v. W. (vgl.
+Sonneborn).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WARTBURG</hi> b. Eisenach Sachsen Weimar.</p>
+<p>
+Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070.
+Die ältesten erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem <milestone unit='line' n='10'/>
+Ende der rom. Epoche. Im 13. und 14. Jh. war die Wartburg
+Residenz der Landgrafen von Thüringen und Markgrafen
+von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17. Jh.
+zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem
+Verfall überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten <milestone unit='line' n='15'/>
+Gebäude abgetragen mit Ausnahme des Landgrafenhauses
+und des hinteren Bergfrieds in der Hauptburg, des Ritterhauses
+und der Vogtei samt den überdeckten Mauergängen in der Vorburg.
+1838-1867 umfangreiche Restaurierung der erhaltenen
+und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen Baulichkeiten <milestone unit='line' n='20'/>
+unter Großherzog Carl Alexander von Weimar
+durch Prof. <hi rend="italic">Hugo v. Ritgen</hi> aus Gießen. Als Ziel schwebte bei
+der Wiederherstellung vor, die Wartburg in der Erscheinung
+wiedererstehen zu lassen, die sie im 12. Jh. gehabt hatte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mittelalterliche Bauten</hi>: 1. <hi rend="g">Das Landgrafenhaus</hi>, <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="g">Palas</hi>, großes dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein.
+Berühmt als besterhaltener rom. Palasbau auf deutschem
+Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht durchweg richtig
+restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die
+Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, <milestone unit='line' n='30'/>
+deren Sll. und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen
+sind. Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert.
+Über der Tür rom. Relief, früher in der Vorburg. Die Gestaltung
+des Gurtgesimses zwischen 2. und 3. Geschoß läßt
+vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das <milestone unit='line' n='35'/>
+3. Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas
+im oberen Teile erneuert, mit einem modernen Balkon. Die
+OSeite, ursprünglich durchaus nicht als Schauseite gedacht,
+bei der Restaurierung wesentlich »verschönert«. Der NGiebel,
+das Dach und zwei der großen Rauchschlote erneuert. &mdash; Das <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="g">Innere</hi>: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen unveränderte
+Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume,
+der mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus
+Eisenach übertragene rom. Steinsäule gestützt wird, die
+beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben überspannt, die
+
+
+<pb n='413' id='i420.png'/>
+
+<!-- [P: 413] -->
+
+durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden. Fenster&mdash;
+und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen.
+Einer derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings
+mit byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. &mdash; Wohl
+erhaltene Innentreppe, die zum mittleren Geschoß emporführt. <milestone unit='line' n='5'/>
+Hier das Landgrafenzimmer mit erneuerter Holzdecke
+und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom. Stützsäule.
+Wandgemälde von <hi rend="italic">M. v. Schwind</hi>. Der Sängersaal mit
+Holzdecke und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von
+Schwind, den sagenhaften Sängerkrieg darstellend. Anstoßend <milestone unit='line' n='10'/>
+die Sängerlaube, zu der Stufen hinanführen, erneuert. Kapelle,
+nicht im ursprünglichen Bauplan vorgesehen, wahrscheinlich
+von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth eingebaut.
+Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe.
+Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. &mdash; Holzkanzel von <milestone unit='line' n='15'/>
+1628. Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke.
+&mdash; Elisabethgalerie mit Wandgemälden von <hi rend="italic">M. v. Schwind</hi>.
+Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt zum Obergeschoß, das
+einen einzigen großen Saal enthält, dessen Ausstattung durchweg
+neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich alt, <milestone unit='line' n='20'/>
+die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach
+Ritgens Entwurf rekonstruiert.
+</p>
+
+<p>
+2. <hi rend="g">Der hintere Bergfried</hi> im Hofe der Hauptburg, got.
+Sein hohes Dach wurde 1803 abgetragen und durch einen
+Zinnenkranz ersetzt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+3. <hi rend="g">Ringmauer der Hauptburg</hi> gegen S und W im
+Unterbau alt, in den oberen Teilen meist erneuert.
+</p>
+
+<p>
+4. <hi rend="g">Zisterne im Hofe der Hauptburg</hi>, jetzt ohne
+Überdeckung und mit einem ganz irreführenden Zinnenkranze
+aus dem 19. Jh. umgeben. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+5. <hi rend="g">Torturm</hi> in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im
+16. Jh. abgetragen bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit
+stammenden
+</p>
+
+<p>
+6. <hi rend="g">Ritterhauses</hi>, das aber bei der Restaurierung im
+19. Jh. durch romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. <milestone unit='line' n='35'/>
+Im Erdgeschoß Wachstube mit got. eisenbeschlagener Tür.
+Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit spgot. Deckenbemalung.
+Gegen S stößt an das Ritterhaus
+</p>
+
+<p>
+7. <hi rend="g">die Vogtei</hi>, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh.,
+der Oberstock aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut <milestone unit='line' n='40'/>
+das got. geschnitzte »Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg
+und die Lutherstube mit got. und Renss. Möbeln, Bildern
+von <hi rend="italic">Cranach</hi> usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker
+aus Nürnberg angebaut.
+
+8. <hi rend="g">Der Margarethengang</hi>, ein überdeckter <reg orig='Ver-|bindungsgang'>Verbindungsgang</reg>
+<pb n='414' id='i421.png'/>
+<!-- [P: 414] -->
+auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.
+</p>
+
+<p>
+9. <hi rend="g">Der Elisabethengang</hi>, überdeckter Verbindungsgang
+mit angebautem Schützenerker auf der östlichen durchweg
+wohlerhaltenen Ringmauer der Vorburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bauten aus der Zeit der Restauration</hi> (1838-1867): Das an <milestone unit='line' n='5'/>
+der SSeite des Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene
+<hi rend="g">Badehaus</hi> an der Stelle eines früheren Fachwerkbaues.
+An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in Fachwerkstil.
+(Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.)
+Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv <milestone unit='line' n='10'/>
+erbaute <hi rend="g">neue Kemenate</hi> mit Wohnräumen für den Hof
+(Keller mittelalterlich,), auf drei Seiten um den <hi rend="g">Hauptturm</hi>
+herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten des
+alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen
+Hauptturmes neu errichtet ist. <hi rend="g">Torfahrtshaus</hi>, das <milestone unit='line' n='15'/>
+Haupt- und Vorburg scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber
+ein länglicher Wohnraum, die sog. <hi rend="g">Dirnitzlaube</hi>; endlich
+an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in der Vorburg
+stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten
+z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Rüstsaal</hi>, in den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste.
+Reich geschnitztes »Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der
+Herren v. Salis-Soglio bei Chur, treffliche SpRenss.-Arbeit.
+An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson mit dem Löwen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WARZA.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WASEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WASSERLOSEN.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Zwei virtuose <hi rend="g">Rokokoaltäre</hi> mit Altarblättern <milestone unit='line' n='30'/>
+von <hi rend="italic">Nic. Treu</hi>. 1762.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÄSSERNDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einheitlich spgot. 1496. &mdash; <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um
+1480. 5 <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Schwarzenberg und Seinsheim.
+Das älteste und beste Stück die betende Profilfigur des Kilian <milestone unit='line' n='35'/>
+v. Seinsheim † 1502, sehr feiner Porträtkopf, die untere Hälfte
+der Platte zerschlagen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im
+16. Jh. an die Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger
+Wohnbau, Ringmauer mit Türmen. Formen einfachst. Im <milestone unit='line' n='40'/>
+Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh.
+Fachwerkwände mit farbiger Bemalung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WASUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch.
+mit 3/8 Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. <reg orig='Inneneinrich-|tung'>Inneneinrichtung</reg>
+<pb n='415' id='i422.png'/>
+<!-- [P: 415] -->
+mit Holztonne und hübsch geschnitzten Emporen E.
+17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+An und in der ganz einfachen <hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> (mit rom. Mauerresten)
+zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten <milestone unit='line' n='5'/>
+des Gebiets. (Einige Veränderungen 1904).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß
+mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches
+Hoftor in origineller Rustika, bez. 1611.
+</p>
+
+<p>
+Mehrere <hi rend="bold">Höfe</hi> ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches <milestone unit='line' n='10'/>
+Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof
+1630, auch hier Stuckdecken in Quadraturwerk. &mdash; Bürgerhäuser
+des 17. Jh. in guter Fachwerkarchitektur. &mdash; Reste
+der <hi rend="bold">Stadtmauer</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burgruine Maienluft</hi>. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, <milestone unit='line' n='15'/>
+Abschluß rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WATZENDORF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck.
+mit rippenlosem Kreuzgwb.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WECHSELBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß-K.</hi> (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr.
+1168 von den Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend;
+die einheitliche Formengebung weist auf das 2. bis 3.
+Jahrzehnt des 13. Jh. &mdash; Eine der spätesten Flachdeckbasiliken,
+in der Erscheinung klar und frei. Normaler kreuzf. Gr., 54,3 m l. <milestone unit='line' n='25'/>
+Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter Rochlitzer
+Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der
+Vierung mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen
+als die spgot. Einwölbung des Lhs. im 15. und
+die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme schließen eine nach dem <milestone unit='line' n='30'/>
+Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne Eingang;
+derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
+offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten
+Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr
+an Kreuzgang und Choreingang des Magdeburger Doms. Das <milestone unit='line' n='35'/>
+Äußere durchgehend mit fein profilierten Lisenen und reichen
+Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken feine Rundstäbe;
+die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem
+Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln
+des Qsch. Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. <milestone unit='line' n='40'/>
+Die WTürme nur bis zur Höhe des Schiffs ausgeführt;
+nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des Stifters
+zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen.
+&mdash; Das Innere birgt <hi rend="g">Bildhauerwerke</hi>, die unter
+den edelsten Kleinoden deutscher Kunst zu nennen sind. <reg orig='Ein-|heitlich'>Einheitlich</reg>
+<pb n='416' id='i423.png'/>
+<!-- [P: 416] -->
+nach Vollendung der K., also um 1230-35, leider
+nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den eingreifenden
+Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des
+Chors, veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt;
+zu ersehen aus der Höhenlage der Arkatur in der Apsis und <milestone unit='line' n='5'/>
+der Basen der Ecksäulchen an den Triumphbogenträgern.
+Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner abgeschlossen.
+Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze
+der Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch
+in seiner Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum <milestone unit='line' n='10'/>
+des Schlosses befinden sich formierte Trümmer, die
+über die ursp. Gestalt Aufschluß geben könnten.) Der jetzige
+Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es liegt nahe,
+zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta
+befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen <milestone unit='line' n='15'/>
+führten. Seine Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in
+den Zwickeln befindlichen Halbfiguren von Kain und Abel
+haben diesen Platz erst bei der letzten Rest. erhalten; vorher
+gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die zweite
+Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, <milestone unit='line' n='20'/>
+jetzt mit modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die
+Kanzel; zu deren beiden Seiten in Wandnischen 4 Gestalten
+des Alten Testaments (Daniel und David, Absalom und ein
+ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs sind:
+an der Front Christus in der Glorie umgeben von den Evangelistenzeichen <milestone unit='line' n='25'/>
+und begleitet von Maria und Johannes d. T.
+(»Dusis«); an der linken Schmalseite die eherne Schlange,
+an der rechten Isaaks Opferung; die oben genannten Halbfiguren
+Abels und Kains sowie zwei Halbfiguren von Engeln
+werden schicklich auf die Zwickel der Bögen verteilt, von <milestone unit='line' n='30'/>
+denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung
+hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit
+Maria und Johannes in stumpfem Winkel zurücksprangen.
+Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln [**Illustration:]. Endlich die
+Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale Kreuzigungsgruppe; <milestone unit='line' n='35'/>
+die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und
+die Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel
+eines der frühesten Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß
+der Kreuzesendigung die Halbfigur des Vaters mit der Taube;
+zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in Dreipässen <milestone unit='line' n='40'/>
+(vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in
+Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte
+weibliche Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl.
+männliche, auf die überwundenen Mächte des Judentums
+und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam, der
+
+
+<pb n='417' id='i424.png'/>
+
+<!-- [P: 417] -->
+
+in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition
+also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen
+und antitypisch vorgebildeten, im neuen vollzogenen
+Welterlösung. &mdash; An ihrem ursp. Platz zwei als Melchisedek
+und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. &mdash; <milestone unit='line' n='5'/>
+Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas
+mehr als lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen
+und harten Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis
+zur letzten Rest. gut sichtbar. Der Stil eine freie Verarbeitung
+byzantinischer Anregungen, den Freiberger Skulpturen in den <milestone unit='line' n='10'/>
+Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu
+ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe;
+feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls,
+Mäßigung und Verinnerlichung des Pathos und im
+Zusammenklang aller dieser Eigenschaften eine Monumentalität, <milestone unit='line' n='15'/>
+die für die deutsche Kunst damals eine neue Offenbarung
+war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die
+Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was
+zu überwinden nötig gewesen war. Von anderer Hand die in
+Stein ausgeführten Stücke; besonders die Kanzelreliefs mehr <milestone unit='line' n='20'/>
+realistisch, voll Größe, schwierigen Aufgaben der Verkürzung
+gewachsen. &mdash; Ungefähr derselben Zeit, doch in der Qualität
+nicht auf gleicher Höhe das <hi rend="g">Grab der Stifter</hi>, des
+Grafen Dedo von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis;
+lebensgroße Gestalten, auf der Tumba ruhend. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WECHTERSWINKEL.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold"><sic>Cisterc. Nonnen-Klst.</sic></hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch.
+rom. Basilika, nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten,
+auch der Nonnenchor abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. <milestone unit='line' n='30'/>
+4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll. und glatten Rundbgg.
+Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache WPortal
+mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. &mdash; <hi rend="g">Barockaltar</hi>
+aus Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild
+einer Äbtissin 1558. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Propstei</hi> von 1792. Mit schönem Treppenhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEESENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich
+von König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im
+Besitz der Bünau. Aufbau, dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, <milestone unit='line' n='40'/>
+die unteren die jüngsten, so daß die Kellereien im 5.,
+die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem
+durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog.
+Mönchsboden <hi rend="g">Wandmalereien</hi> der frühesten Renss.
+Einrichtung der Schloßkirche 1738-41. Der »steinerne Saal«
+
+
+<pb n='418' id='i425.png'/>
+
+<!-- [P: 418] -->
+
+16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18. Jh.
+Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel
+gute klassizist. Ausstattung. <hi rend="g">Porträts</hi> von Rotari,
+Mengs, Graff, Vogel, Leypoldt, Torelli. &mdash; Oben im Walde
+Jagdschlößchen mit prachtvollen <hi rend="g">Rok.-Öfen</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEHNDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1670 gotisierender Barock.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEHRDA.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut,
+der Turm wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEHRDA.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem
+Kirchhof. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEHRSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='15'/>
+auf Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEIDA.</hi> Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß;
+im 16. Jh. ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal
+in einfachen frgot. Formen. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und andere Ausstattungsstücke <milestone unit='line' n='20'/>
+1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes <hi rend="g">Kruzifix</hi>
+1680.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhof</hi>. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau
+von 1608.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Peters-K.</hi> Ruine mit großem rom. Turm. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wieden-K.</hi> Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um
+M. 14. Jh. begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet
+wurde; ausgezeichnete Leistung der in diesem Teile
+Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der Chor schließt
+mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester <milestone unit='line' n='30'/>
+Zeichnung. &mdash; In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei
+(13. Jh.?).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nonnenklst.-K.</hi>, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut,
+später städt. Kornhaus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg <milestone unit='line' n='35'/>
+und Gera verwandt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Osterburg</hi>; eine noch immer bedeutende Baugruppe,
+wenn auch nicht mehr so reich wie auf der Ansicht Merians.
+Großer runder Bergfried; der erste, ca. 30 m hohe Absatz
+2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch, von kleinerem <milestone unit='line' n='40'/>
+Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma.
+Die Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut,
+ihrer Zwerchhäuser und sonstigen Schmuckes großenteils
+beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll., ähnlich denen im Klst.
+Mildenfurt.
+</p>
+
+
+<pb n='419' id='i426.png'/>
+
+<!-- [P: 419] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEIDELSBURG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große
+Wohngebäude, umgeben von Mauern mit 9 halbrunden
+Türmen und tiefem Graben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEIKERSGRÜBEN.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Guter spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1490. &mdash; <hi rend="g">Holzfigur</hi>
+St. Nikolaus, würzburgisch um 1500.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEILAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich 1740. &mdash; Hübscher Rok.Kanzelaltar,
+mit der Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand <milestone unit='line' n='10'/>
+mehrere <hi rend="g">Flügelgemälde</hi> E. 15. Jh. (in diesem Gebiet
+selten).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und
+der Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung.
+</p>
+
+<p>
+Auf dem Beyer vorgeschichtliche <hi rend="bold">Wallburg</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEIMAR.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb.
+spgot. &mdash; Steinkanzel spgot., Empore renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEIMAR.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Weimar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Haupt-</hi> und <hi rend="bold">Stadt-K.</hi> Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut <milestone unit='line' n='20'/>
+1735. &mdash; Großer Reichtum an <hi rend="g">Grabmälern</hi> (im Inv.
+werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6 große Wandgräber:
+1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den
+Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken
+Zügen; &mdash; 2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin <milestone unit='line' n='25'/>
+von <hi rend="italic">L. Tüttich</hi> und <hi rend="italic">H. Hünefeld</hi> aus Leipzig; die
+Triumphbogenform klar durchgeführt, die Einzelheiten sehr
+barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; &mdash; 3) für die
+Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem
+Fuß; &mdash; 4) für Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die <milestone unit='line' n='30'/>
+Herzogin Freifiguren, kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld
+flankiert von gekuppelten korinth. Sll. mit verkröpftem
+Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika Relieftafeln; &mdash;
+5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem
+Epitaph der Kurfürstin Agnes; &mdash; 6) für die Herzogin Dorothea <milestone unit='line' n='35'/>
+Susanna, Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische
+Pilaster, vor welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene
+dreimal, als Kind, Braut und Witwe (oder mit zwei
+Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer. Unter
+den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe <milestone unit='line' n='40'/>
+† 1521; Bronzeguß aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Vischers</hi>,
+flaches Bildnisrelief, Umrahmung durch einen Kleeblattbg.
+mit leichter Andeutung von Maßwerk; am Rande der Platte
+die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen Bordüre
+von renss. Ornament; &mdash; 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus
+
+
+<pb n='420' id='i427.png'/>
+
+<!-- [P: 420] -->
+
+et consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur
+künstlerisch von mäßigem Wert; &mdash; 9) Herzog Wilhelm
+d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung in kühnen derben
+Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume
+stehend, halb links gewendet; &mdash; 10) Joh. Friedrich d. Großmütige <milestone unit='line' n='5'/>
+und Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze
+auf steinernem Sockel; nur mit Wappen und Inschriften;
+Umschließung durch ein schönes eisernes Gitter; Entwurf des
+Ganzen vom Maler <hi rend="italic">Peter</hi> [<hi rend="italic">Gothland</hi>], die Bronzeplatten vom
+Bildhauer <hi rend="italic">Hermann</hi> in Erfurt und dem Büchsengießer <hi rend="italic">Jacob <milestone unit='line' n='10'/>
+Schlaf</hi> in Eisleben; &mdash; 11) Kurfürstin Agnes † 1555 (zusammengehörig
+mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental
+behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem
+Relief. &mdash; <hi rend="g">Altartriptychon</hi> von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>;
+des Meisters letztes Werk, in dem seine lange verwahrloste <milestone unit='line' n='15'/>
+Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr vor seinem
+Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde
+in der Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als
+Sieger über Tod und Teufel; rechts die Porträtgestalten
+Luthers und Cranachs, von Johannes dem Täufer auf das <milestone unit='line' n='20'/>
+Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der kurfürstlichen
+Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt.
+&mdash; Drei <hi rend="g">Lutherbildnisse</hi> zu einem Triptychon
+zusammengestellt, das linke bmkw. Original von <hi rend="italic">Veit Thim</hi>,
+die beiden anderen Kopien nach <hi rend="italic">Cranach</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Residenzschloß</hi>. Die seit 1651 von <hi rend="italic">Moritz Richter</hi> erbaute
+Wilhelmsburg hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und
+düsteren Charakter wie der Friedenstein in Gotha. Nach Brand
+1774 unter <hi rend="italic">Goethes</hi> Leitung Um- und Neubau (bis 1803).
+Architekten: <hi rend="italic">Steiner</hi>, <hi rend="italic">Ahrens</hi>, <hi rend="italic">Thouret</hi>, <hi rend="italic">Genz</hi>. Drei Flügel <milestone unit='line' n='30'/>
+umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt;
+mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der
+SWEcke einige von dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten:
+der Schloßturm, im Unterbau von 1439, in den Obergeschossen
+E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem renss. Tor <milestone unit='line' n='35'/>
+um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rotes Schloß,</hi> 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut;
+der Erker beraubt und sonst einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gelbes Schloß,</hi> im selben Gebäudekomplex wie das vorige;
+1702. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Grünes Schloß</hi> (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den
+Schauseiten durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das
+Äußere vereinfachend umgebaut, das Innere rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wittumspalais</hi>, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadthaus</hi> 1526-1547. &mdash; <hi rend="bold">Haus</hi> der Familie <hi rend="g">v. <reg orig='Lützel-|burg'>Lützelburg</reg></hi>
+<pb n='421' id='i428.png'/>
+<!-- [P: 421] -->
+(jetzt Staatsanwaltschaft) 1568. &mdash; <hi rend="bold">Cranachhaus</hi> am
+Markt (von C. bewohnt 1552-53), wesentlich E. 16. Jh. &mdash;
+<hi rend="bold">Haus Herderplatz No.</hi> 16, ehemals dem Deutschorden gehörig,
+1566, Renss. strengerer Richtung. &mdash; Das <hi rend="bold">Goethe-</hi> und das
+<hi rend="bold">Schillerhaus</hi>; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des vornehmeren <milestone unit='line' n='5'/>
+und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses
+am E. 18. Jh. nicht uninteressant. &mdash; Ein ähnliches
+Doppelinteresse bietet der <hi rend="g">Park</hi> mit seinen Ziergebäuden
+aus Goethes Zeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISCHWITZ.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1792. &mdash; Drei Figuren von einem <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+um 1500 »zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der
+Saalfelder Werkstatt zu rechnen«.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISMAIN.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; <milestone unit='line' n='15'/>
+genauere Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht
+mehr zu finden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1634. &mdash; Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENBERG.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stattlicher <hi rend="g">Altar</hi> 1666. &mdash; Lange Reihe v. Gersdorfscher <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="italic">Grabsteine</hi> 16.-18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> nach Brand 1787, ältere Teile benützend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENBORN.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ohne ausgeprägten Stil. &mdash; Stattliches <hi rend="g">Epitaph</hi>
+des Adolf v. Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen <milestone unit='line' n='25'/>
+Arbeiten in Sayda und Lauenstein. &mdash; 3 ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+derselben Familie 1557, 1632, 1664. &mdash; Schloßruine.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENBORN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. &mdash; <hi rend="g">Selbdritt</hi>,
+gutes Schnitzwerk um 1500. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh., <milestone unit='line' n='30'/>
+mit 1489 und 1538.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENBRUNN AM WALD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753.
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1556.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENFELS.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift
+1303; das übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480,
+doch wohl mit Benutzung der alten Grundmauern. Die Schmalseite
+des Ssch. spricht für ehemalige Basilika. Jetzt die drei
+Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch. nicht ausgeführt <milestone unit='line' n='40'/>
+(Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen
+der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch.
+schließen sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite
+des Msch. vorgebaute Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine
+Fenster und Strebepfll. sind sehr reich dekoriert, ungefähr in
+
+
+<pb n='422' id='i429.png'/>
+
+<!-- [P: 422] -->
+
+der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während das Lhs. sparsam
+gehalten ist. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1524, sonstige Ausstattung
+1670-84.
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Klst. S. Clara</hi> (profaniert und ruinös). Im wesentlichen
+der Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), <milestone unit='line' n='5'/>
+der Chor nicht abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten
+Lhs. unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige
+Nonnenempore. Die schlanken Fenster 2teilig, als Maßwerk
+einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. &mdash; Die spgot, Kanzel aus der
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> versetzt. &mdash; Die als Magazine vernutzten Klst.Gebäude <milestone unit='line' n='10'/>
+in der Anlage noch zu erkennen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß Neu-Augustusburg.</hi> 1664-90 von <hi rend="italic">Erhard Lindner</hi>; der
+Entwurf wohl von <hi rend="italic">Moritz Richter</hi>, ähnlichen Charakters wie
+die Schlösser von Weimar und Gotha. Imposanter Massenbau
+in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in Triklinienstellung. <milestone unit='line' n='15'/>
+Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel.
+Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel.
+Die innere Ausstattung durch Umwandlung zur
+Kaserne zerstört. Von namhaftem Interesse die von Leonhard
+Sturm, dem Theoretiker des protestantischen Kirchenbaus, <milestone unit='line' n='20'/>
+gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das
+Schloß von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr
+reiche »täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck
+auf rosa und apfelgrünem Grunde.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. &mdash; <hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
+renss. und bar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENOHE.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt. Klst.-K.</hi> gegr. im 11. Jh., neu erbaut und
+ausgestattet 17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISSENSEE.</hi> RB Erfurt Kreisstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit
+got. Veränderungen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Petri-Paul-K.</hi> Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß
+nach 1331, das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger.
+2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> um 1500. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Landgrafenburg.</hi> Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich
+dem Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von
+demselben Meister erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß
+des Turms rom. Sll. Erhalten auch das rom. Außentor.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEISTROPP.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen.
+&mdash; Schloß ohne Interesse. Porträts von <hi rend="italic">Graff</hi> und <hi rend="italic">Tischbein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEITERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil,
+1700 rest.
+</p>
+
+
+<pb n='423' id='i430.png'/>
+
+<!-- [P: 423] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WELKERS.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung
+in 23 Figuren, E. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WENDELSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burg.</hi> Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als <milestone unit='line' n='5'/>
+fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört;
+jetzt größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter
+Dach. Das 1596 für Wolf Dietrich v. Witzleben von <hi rend="italic">Friedrich
+Fuss</hi> errichtete »Neue Schloß« zeigt im Hauptportal Hochrenss.
+in vornehm behandelter jon. Ordnung; an der Tür <milestone unit='line' n='10'/>
+des Treppenturms Elemente des Florisstils.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WENIGENJENA,</hi> Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet.
+Chor mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt.
+Dürftiges kleines 1sch. Lhs. aus A. 16. Jh. Außen <milestone unit='line' n='15'/>
+an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig ausgeführtes,
+aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit.
+&mdash; <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>, auf der Grenze von Hoch- und
+Spgot. &mdash; <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> aus 17. und 18. Jh. &mdash;
+Im Chor <hi rend="g">Wandmalereien</hi> des 14. Jh., Jüngstes Gericht, <milestone unit='line' n='20'/>
+Passion und Heiligenlegende.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WENKBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem
+Erdgeschoß den Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern.
+Am flachged. Sch. nur die SMauer rom. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WERDAU.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1760 vom Dresdener Baudirektor <hi rend="italic">S. Locke</hi>. Hallenbau
+mit Emporen. Stuckierung von <hi rend="italic">A. Vogel</hi>. Reicher <hi rend="g">Kelch</hi>
+M. 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WERKEL.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Kirchturm</hi>, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm,
+woran 4 Ecktürmchen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WERLESHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+Ansehnlicher <hi rend="bold">Edelsitz</hi> der Herren v. Harstein 1565, steinerner
+Unterbau, 2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und <milestone unit='line' n='35'/>
+Erker.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WERNBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem
+Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kap. S. Veit.</hi> Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel <milestone unit='line' n='40'/>
+reiche Maßwerkblenden.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große
+gewölbte Halle.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WERNECK.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Sommerschloß</hi> des Fürstbischofs Karl Friedrich von <reg orig='Schön-|born,'>Schönborn,</reg>
+<pb n='424' id='i431.png'/>
+<!-- [P: 424] -->
+1731 bis 1747 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>. Mit den sich anschließenden
+Stallungen und Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte
+Anlage; im Hauptbau 2 Säle und 100 Zimmer. Die
+glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog
+Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die <milestone unit='line' n='5'/>
+Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen
+bei der Einrichtung als Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore
+von <hi rend="italic">Oegg</hi> in der Art jener des Würzburger Schlosses. Der
+ausgedehnte Park anglisiert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WERNSTEIN.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner
+Renss.-Bau 1567. Befestigung mit reicher Tordekoration
+1576, anscheinend von <hi rend="italic">Caspar Vischer</hi>. Im Vorwerk
+großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und Ornament im
+Charakter der Plassenburg. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WESTENFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1579, verändert 1731.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WESTHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich
+umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WETTER.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">K.</hi> des 1015 gegr. <hi rend="bold">adligen Jungfrauenstifts</hi>. Baudaten fehlen.
+Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg
+begonnen, ist sie doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt,
+mit Neigung zu etwas altertümlicherer Prägung der <milestone unit='line' n='25'/>
+Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei bedeutend kleineren
+Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied,
+daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher
+Weise gerade schließen. Das Qsch. enthält also außer der
+quadr. Vierung je 2 rck. Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. <milestone unit='line' n='30'/>
+Ganze innere L. 40 m. Von Marburg abweichende Züge sind
+sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der OTeile; die
+schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen
+gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks
+durch Ausschnitt aus Steinplatten; die Walmdächer auf den <milestone unit='line' n='35'/>
+Kreuzflügeln (die jetzigen Dachgiebel eine willkürliche Zutat
+von <hi rend="italic">G. G. Ungewitter</hi>). Das Hauptdach aus 15. Jh.; vorher
+über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und quergestellte
+Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant wahrscheinlich
+2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. <milestone unit='line' n='40'/>
+Die spgot. Bemalung des Innern von <hi rend="italic">C. Schäfer</hi> beseitigt und
+nach vorgefundenen frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze
+zutreffend, ist natürlich zweifelhaft. Auch am Äußeren des
+Chors Spuren eines gemalten Frieses. &mdash; <hi rend="g">Stifterdenkmal</hi>
+der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl
+
+
+<pb n='425' id='i432.png'/>
+
+<!-- [P: 425] -->
+
+1466. <hi rend="g">Taufstein</hi> frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen
+stützen das halbkugelige Becken. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> mit Retabelgemälde,
+7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. &mdash; <hi rend="g">Wandmalereien</hi>
+im Chor spgot.
+</p>
+
+<p>
+Von dem alten <hi rend="bold">Stiftsgebäude</hi> geringe Reste. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+Von der <hi n='0' rend="bold">Stadtbefestigung</hi> Teile mit Wehrgang erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WETTESINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft,
+ohne Tür. Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WETTIN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. unbedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WETTRINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi>, <milestone unit='line' n='15'/>
+die Figg. in der Richtung <hi rend="italic">P. Wagners</hi>, ebenso die vortrefflichen
+<hi rend="g">Kruzifixe</hi> auf den Seitenaltären. <hi rend="g">Pietas</hi> A. 16. Jh. &mdash;
+Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WETZHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
+Bmkw. durch Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität
+die lange mit 1460 beginnende Reihe von <hi rend="g">Grabmälern</hi> der
+Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der Zahl. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Kelch</hi>
+14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., <milestone unit='line' n='25'/>
+Einzelheiten got. und renss.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WEYER.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der
+übrige Bau nebst Stuckaturen um 1730.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pfarrhaus.</hi> Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) <milestone unit='line' n='30'/>
+erbaut. Gute Stuckdecken um 1730.
+</p>
+
+<p>
+Malerischer <hi rend="bold">Gemeindebrunnen</hi> auf zehn steinernen Säulen. Erneuert
+1840.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bildstock</hi> der Kreuzigung mit Stifter von 1623.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WICKERSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und
+Anbauten hat die ursp. rom. Anlage (von welcher der
+turmtragende quadr. Vorchor und die WWand) eine sehr
+unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von eigentümlicher
+Verschiebung des polyg. Gr. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIEDERAU.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das
+schöne Südportal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIEDERAU.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von <reg orig='vor-|nehmen'>vornehmen</reg>
+<pb n='426' id='i433.png'/>
+<!-- [P: 426] -->
+Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung
+des durch 2 Geschosse gehenden Saales. &mdash; Porträts von <hi rend="italic">Graff</hi>,
+Venusstatue bez. <hi rend="italic">Balth. Permoser</hi> 1724, von demselben die
+Jahreszeiten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE.</hi> Sachs.-Altenb. LA Roda. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten
+eines von Waldbächen gebildeten Teiches. Nach
+vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr willkürlich rest. Urspr.
+ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und Ecktürmen mit
+Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der <milestone unit='line' n='10'/>
+Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. &mdash;
+Die jetzige Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist
+fremden Ursprungs. 4 <hi rend="g">Gemälde</hi> aus der Schule <hi rend="italic">Cranachs</hi>
+schildern das Leben Joh. Friedrichs. <hi rend="g">Relief-Brustbild</hi>
+desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in Thüringen <milestone unit='line' n='15'/>
+beliebte Technik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIEDERSBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1601, wie Hinternah.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIESENBRONN.</hi> UFranken BA Kitzingen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. &mdash; Altar A. 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
+mit bmkw. <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Hans Heunisch</hi>. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi>
+des brandenbg. Geh. Rats Joh. Buttner † 1605 und seiner
+Frau, 2 Tafeln in schönem <hi rend="g">Bronzeguß</hi> von <hi rend="italic">Joh. Weinmann</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIESENFELD.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">K.</hi> einer um 1200 gestifteten <hi rend="bold">Johanniter-Kommende</hi>. Frgot.
+1260. Rck. mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb.
+An der NSeite großer 5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit
+Leiter ersteigbar, also zu Verteidigungszwecken errichtet
+(rest. 1903). <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Johanniterhaus</hi>. 1587, unbedeutend und verwahrlost.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIESENFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder
+Bar.-Typus (vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode,
+Wüstheuterode). <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIESENTHAU.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., stark rest. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi> 17.-18. Jh. <hi rend="g">Kanzel</hi>
+bar. mit spgot. Figg. Reich geschnitzter <hi rend="g">Beichtstuhl</hi>
+18. Jh. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Familie v. Wiesenthau 1581, 1590,
+1605. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen,
+Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIESENTHEID.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1727-32 von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>; Bauführer der oft
+von Neumann verwendete und später im Kurfürstentum
+
+
+<pb n='427' id='i434.png'/>
+
+<!-- [P: 427] -->
+
+Trier selbständig auftretende <hi rend="italic">J. G. Seiz</hi>. In ihr gibt der große
+Künstler seine Idee einer Landkirche, freilich mit ungewöhnlich
+reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme Bauherr (Schönborn)
+zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition
+ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, <milestone unit='line' n='5'/>
+eingezogener Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung.
+Mansarddach. Im Detail neben spezifischen Rokokoformen
+(Fenster) Elemente des dorischen Stils (Pilaster und Fries).
+Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem Dach;
+ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. <milestone unit='line' n='10'/>
+Die Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur
+an Wand und Decke, gut verbunden mit den
+prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem Hochaltar bmkw.
+gut die <hi rend="g">Statue</hi> des h. Mauritius.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kreuzigungsgruppe</hi> vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm <milestone unit='line' n='15'/>
+theatralisch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um
+einen quadr. Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen
+schlicht. Geschmackvoll eingerichtete Rok.Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gräfl. Gruftkapelle</hi>, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur <milestone unit='line' n='20'/>
+von dem Maler der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> in behäbigem fränkischem Fr.Rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILDBURG.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes <milestone unit='line' n='25'/>
+Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILDENBERG.</hi> UFranken BA Miltenberg.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus
+rom. Zeit erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht
+nachstehend (die Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen <milestone unit='line' n='30'/>
+Schloß Eulbach nicht einwandfrei). Die Anlage klar und
+regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an Kunstformen:
+rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker;
+der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILDENFELS.</hi> OFranken BA Forchheim.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> bedeutend.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILDPRECHTSRODA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1683.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der <milestone unit='line' n='40'/>
+Gegend, 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILHELMSBAD</hi> bei Hanau RB Cassel.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Badanlage</hi> 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell;
+im Park künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage.
+</p>
+
+
+<pb n='428' id='i435.png'/>
+
+<!-- [P: 428] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILHELMSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
+</p><p>
+<hi rend="bold">K.</hi> des ehem. <hi rend="bold">Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen</hi>. Rom.
+12. Jh. Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am
+Chor und Qsch., im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. An
+den Sll. attische Basen mit Eckblättern, Würfelknäufe mit <milestone unit='line' n='5'/>
+Pflanzenornament. Eine Tür am südl. Kreuzflügel umrahmt
+mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon
+Agnus Dei. (Nebenapsiden und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892
+rest. und vielfach verändert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILHELMSHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die
+Bauformen der Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen
+Kriege halb zerstört, 1891 rest. &mdash; Kleine kreuzf. Basilika
+(28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau dieselben
+Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis <milestone unit='line' n='15'/>
+alt. Im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige
+Sll. mit kurzem, stark verjüngtem Schaft, an den Flächen
+der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette. WFassade turmlos.
+Rom. (?) <hi rend="g">Taufstein</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILHELMSHÖHE</hi> bei Cassel. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+<p>
+Ein im 12. Jh. gegr. <hi rend="bold">Nonnenklst.</hi> 1527 aufgehoben. Bescheidenes
+landgräfl. <hi rend="bold">Schloß</hi>. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter
+Landgraf Karl Neubau (Entwurf von <hi rend='italic'>de la Fosse</hi> 1710) mit
+großartiger Parkanlage geplant. Nur die letztere wurde unter
+Karl wirklich begonnen, von seinen Nachfolgern fortgesetzt. <milestone unit='line' n='25'/>
+Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX. (Abbruch des
+alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf
+von <hi rend='italic'>Wailly</hi> 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer
+Ausdehnung, der unter dem Einfluß Palladios entstandene,
+künstlerisch sehr bedeutende Entwurf von <hi rend='italic'>H. Chr. Jussow</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+1786. Den Auftrag erhielt <hi rend='italic'>Salomon Louis Du Ry</hi> (aus der
+in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen Hugenottenfamilie).
+Die vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig,
+übereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der
+in seiner Jugend bei Blondel in Paris gebildete Künstler hatte <milestone unit='line' n='35'/>
+sich unumwunden dem Klassizismus englischer Färbung zugekehrt.
+Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der Mittelbau
+1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. &mdash; Die Anlage
+modifiziert mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung
+an das bewegte Gelände und die ansteigenden Baummassen <milestone unit='line' n='40'/>
+des Parkes, den traditionellen Hufeisengrundriß in der Weise,
+daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige Gebäude aufgelöst,
+dann aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder verbunden
+werden, und zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude
+zu dem Hauptgebäude in stumpfem Winkel anlaufen.
+</p>
+
+
+<pb n='429' id='i436.png'/>
+
+<!-- [P: 429] -->
+
+<p>
+Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten;
+sie waren auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse
+teils unter Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie
+sehr die apsidialen Schlüsse der Hauptbauten und überhaupt
+der ganze Rhythmus durch sie gestört wird, leuchtet ohne <milestone unit='line' n='5'/>
+weiteres ein. &mdash; Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt zusammen
+mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem
+Empire vorangehende Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied
+der beiden Gebäude ist bezeichnend für den
+Unterschied der strengeren, großzügigeren englischen (von <milestone unit='line' n='10'/>
+den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der weicheren
+französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt
+sich der französische Geschmack wieder vor, doch schon im
+Gepräge des eigentlichen Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde
+von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen später noch manches <milestone unit='line' n='15'/>
+hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den Gegenständen
+überwiegt die römische Geschichte, auch ein Zyklus
+aus Tasso war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche.
+Die bekanntesten Namen <hi rend="italic">F. H. Tischbein</hi>, <hi rend="italic">Hackert</hi> und <hi rend="italic">Nahl</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Der <hi rend="bold">Park</hi>. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung <milestone unit='line' n='20'/>
+an die Gärten in Rom und Frascati durch den römischen
+Architekten <hi rend="italic">Giov. Fr. Guernieri</hi> &mdash; vielleicht das
+grandioseste, was irgendwo der Barockstil in der Verbindung
+von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage,
+die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich <milestone unit='line' n='25'/>
+zur Ausführung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden
+Naturpark im englischen Geschmack. Bei <hi rend="italic">Guernieri</hi>
+war das Hauptmotiv die mit reichem architektonischem Beiwerk
+ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der Höhe des
+Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß <milestone unit='line' n='30'/>
+rhein. l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit
+Rundmotiven und eine breite Querallee mit vielen Becken
+und Springbrunnen durchbrochen. Davon hat sich nur der
+oberste Abschnitt erhalten, endend in das phantastisch-kolossalische
+<hi rend="g">Oktogon</hi> mit dem Herkules (der »kleine <milestone unit='line' n='35'/>
+Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der
+englische Park wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht
+verzichten. Doch in einem grundsätzlich anderen Sinn, als
+das Barock. Nicht um architektonische Durchbildung des
+Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um <milestone unit='line' n='40'/>
+Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar)
+freien Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche
+Bedeutung Stimmung machen sollten. Künstliche
+Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten Projekt <hi rend="italic">Du Rys</hi>
+sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel erhalten.
+<pb n='430' id='i437.png'/>
+<!-- [P: 430] -->
+Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der Vögel«.
+Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung
+der Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische
+Schwärmerei für die Gotik. So entstand (erster
+Plan 1790) die <hi rend="g">Löwenburg</hi>, anfangs als Ruine beabsichtigt. <milestone unit='line' n='5'/>
+Auf Verlangen des Landgrafen ein vollständiges, wohnbares,
+allerdings im Maßstab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes
+Bergschloß &mdash; kulturhistorisch merkwürdig als eine der
+frühesten Schöpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland.
+Entwurf von <hi rend="italic">Jussow</hi>. Für die dem Schloße näher liegenden <milestone unit='line' n='10'/>
+Zierbauten kehrte derselbe mit gutem Takt wieder
+zu klassischen Formen zurück: <hi rend="g">Säulenhalle</hi> und <hi rend="g">Tempel</hi>
+am Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgeführt)
+zum Philosophentale. &mdash; Eine <hi rend="g">chinesische Galerie</hi>,
+eine <hi rend="g">Moschee</hi> und eine <hi rend="g">Eremitage des <milestone unit='line' n='15'/>
+Plato</hi> sind seither wieder verschwunden. &mdash; Unter den Nebengebäuden
+des Schlosses das wichtigste das <hi rend="g">Theater</hi> von
+1808 (jetzt mit starker Veränderung Tennishalle) und das
+<hi rend="g">Pflanzenhaus</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILHELMSTAL</hi> bei Cassel. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten
+unter den Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von
+Mitgliedern der aus Frankreich stammenden, in mehreren Generationen
+in Cassel ansässigen Architektenfamilie <hi rend="italic">Du Ry</hi>.
+Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung. Anlage des <milestone unit='line' n='25'/>
+Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von <hi rend="italic">Karl D.</hi>
+Sein Sohn <hi rend="italic">Simon Ludwig D.</hi> war schon 1749 in Paris mit der
+Durcharbeitung des Entwurfs für den Mittelbau (corps de
+logis) unter den Augen <hi rend="italic">Blondels</hi> beschäftigt (ausgeführt erst
+nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer Feinheit der Sandsteinarbeit <milestone unit='line' n='30'/>
+etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine leise Tendenz
+zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings
+nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die
+geistlichen Fürsten des katholischen Deutschlands huldigten,
+auch in ihren Schlössern, sondern leichter in der Haltung, <milestone unit='line' n='35'/>
+feiner und anheimelnder; wie denn auch der Gr. und die Abmessungen
+in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. &mdash;
+Zur Seite standen <hi rend="italic">Du Ry</hi> der Bildhauer <hi rend="italic">J. A. Nahl</hi> und der
+Maler <hi rend="italic">J. H. Tischbein</hi>. &mdash; Die kleinen Wachthäuser um 1770
+in derjenigen Abwandlung des Rok., die man »Zopf« zu <milestone unit='line' n='40'/>
+nennen pflegt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILHELMSTAL</hi> bei Eisenach Sachsen-Weimar.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Großherzogl. Schloß</hi>. Malerische Gruppe von niedrigen
+schlicht bar. Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse
+geordnet. Am NEnde ellipt. Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung
+
+
+<pb n='431' id='i438.png'/>
+
+<!-- [P: 431] -->
+
+der beiden NHäuser unter Goethes Leitung 1790. Aus derselben
+Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende
+Zutaten 1850.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILLERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im <milestone unit='line' n='5'/>
+Schiff je 4 schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft
+sich windenden Ansätzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILLMERSREUTH.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. <milestone unit='line' n='10'/>
+1753 umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Holzfigg.</hi> Reste eines <hi rend="g">Altars</hi> von
+ca. 1520. Bmkw. <hi rend="g">Taufstein</hi> 2. H. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher
+Br. mit dem Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WILSDRUFF.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal
+aus ziemlich früher got. Zeit; <hi rend="g">Kanzel</hi> 17. Jh.; <hi rend="g">Epitaph</hi>
+1731. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIMMELBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.</hi> gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil
+der 2. H. 12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des
+Chors und Qschiffs (lichte Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter
+Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden. Nebenchöre (gewölbt) <milestone unit='line' n='25'/>
+und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je zwei
+niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den
+dortigen Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters
+von Königslutter. Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie
+(wie in Klst. Mansfeld). <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINDECKEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1455-96, 3sch.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Amtsgericht) 16.-17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rathaus</hi>, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit Wehrgang und Scharten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINDHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die
+Anlagen des Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches
+Beispiel des sentimentalen Naturparks und <milestone unit='line' n='40'/>
+seiner Requisiten: Einsiedelei, Freundschaftsdenkmal, Altar,
+Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINDEHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe,
+am Gewände Ringsäulen.
+</p>
+
+
+<pb n='432' id='i439.png'/>
+
+<!-- [P: 432] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINDHEIM.</hi> UFranken BA Hammelburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich
+von Hauptmann <hi rend="italic">Fischer</hi> (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher
+<hi rend="g">Hochaltar</hi> von 1696, ehem. in Hammelburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINDISCH-HOLZHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINDISCHLEUBA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
+</p><p>
+Ansehnliche spgot. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt.
+Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude <milestone unit='line' n='10'/>
+(SFlügel) im 1. und 2. Geschoß um 1450, das Obergeschoß
+und die sehr stattlichen Giebel und Zwerchhäuser
+1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw. Einzelheiten.
+Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WINTERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten
+Einzelheiten.
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom.
+Geschosse. Bar. <hi rend="g">Hochaltar</hi> mit bmkw. spgot. <hi rend="g">Schnitzbildern</hi>; <milestone unit='line' n='20'/>
+im Hauptfeld Kreuzigung, in der Predella
+Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp. Ma.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mauritius-K.</hi> (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung
+der Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem
+quadr. Chor., Stilformen frgot. um 1300. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIPFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung
+der Würzburger Schule.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIPPRA.</hi> Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Sehr verfallen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIRSBERG.</hi> OFranken BA Kulmbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im
+sog. Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer
+Einfluß). <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WIRTHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem
+1/2 8eck. Chor; sorgfältiges Maßwerk.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WITTENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. <milestone unit='line' n='40'/>
+Chor und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A.
+15. Jh. Die 3 Sch. schließen platt in gleicher Flucht, das
+nördl. ist verbreitert, daher die Unregelmäßigkeiten des
+Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540 gemeldet.
+Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers
+
+
+<pb n='433' id='i440.png'/>
+
+<!-- [P: 433] -->
+
+(1543) in der Lutherhalle, das <hi rend="g">Altarwerk</hi> <hi rend="italic">L. Cranachs
+d. Ä.</hi> modern verunstaltet. An der nördl. Chorwand Gemälde
+von <hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi>, die Bekehrung Pauli, des Meisters letztes
+Werk, 1586. <hi rend="g">Taufbecken</hi> in Rotguß von <hi rend="italic">Hermann
+Vischer</hi> 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel Reliefs <milestone unit='line' n='5'/>
+von Heiligen. Einfacher <hi rend="g">ikon. Grabstein</hi> Bugenhagens.
+Großes <hi rend="g">Epitaph</hi> für Matth. v. Schulenburg 1S69 von
+<hi rend="italic">G. Schröter</hi>. Das ausgezeichnete <hi rend="g">Alabasterrelief</hi>,
+Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. † 1586 von <hi rend="italic">S. W.</hi>
+(<hi rend="italic">Sebastian Walther</hi> in Dresden). Tafel für Kaspar Lindemann <milestone unit='line' n='10'/>
+von <hi rend="italic">Ulrich Gretel</hi> in Leipzig. &mdash; Außen an der NSeite Relief,
+Christus als <hi rend="g">Weltenrichter</hi> 1310; am WPortal <hi rend="g">Maria</hi>
+mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor <hi rend="g">Judensau</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß-(Universitäts)-K.</hi> ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das
+Äußere entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere <milestone unit='line' n='15'/>
+durchaus rest. Rck. von 6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen
+den nach innen gezogenen Pfll. eine ringsumlaufende, von
+Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein niedriges
+unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. &mdash; Große
+<hi rend="g">Bronzegrabplatten</hi> für Friedrich den Weisen und <milestone unit='line' n='20'/>
+Johann den Beständigen; jene bez. <hi rend="italic">Peter Fischer</hi> (sic) <hi rend="italic">Norimbergensis</hi>
+A. 1527; diese, eine fast genaue Nachahmung, <hi rend="italic">H V</hi>
+(<hi rend="italic">Hans Vischer</hi>). Außerdem dieselben beiden Kurfürsten in
+lebensgroßen knienden <hi rend="g">Marmorstatuen</hi>. Die Bronzetafel
+auf dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars <milestone unit='line' n='25'/>
+in Jena. <hi rend="g">Bronze-Gedächtnistafel</hi> des Juristen
+Henning Goeden von <hi rend="italic">P. Vischer</hi> 1521 (Wiederholung im
+Dom zu Erfurt).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt.
+Bmkw. die beiden Treppenhäuser, die sich nach dem <milestone unit='line' n='30'/>
+Hof in Lauben öffnen. Über dem Portal schön gemeißelte
+Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr. Zustand
+auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> spgot. und renss. An der langen Marktseite außer
+dem (modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, <milestone unit='line' n='35'/>
+Vorhangbögen; später hinzugefügt ein Renss.-Portal mit
+Altan und 4 Renss. Zwerchhäusern. &mdash; <hi rend="bold">Apotheke L. Cranachs</hi>.
+Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser erhalten
+der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines Geharnischten.
+<hi rend="bold">Häuser Melanchthons</hi> und <hi rend="bold">Bugenhagens</hi>. Das <milestone unit='line' n='40'/>
+<hi rend="bold">Lutherhaus</hi> (urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840
+einen gänzlich falschen Charakter erhalten; unberührt das
+1540 in Pirna gefertigte Portal und im ganzen auch Luthers
+Wohnstube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Alter Friedhof</hi> vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit
+
+
+<pb n='434' id='i441.png'/>
+
+<!-- [P: 434] -->
+
+Relief des Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter
+Elisabeth und Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WITTGENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1754. Gute <hi rend="g">Grabmäler</hi> E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WITZELRODA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um
+1702.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WITZENHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem <milestone unit='line' n='10'/>
+Msch. Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher.
+&mdash; Grabmal der Familie v. Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße
+Rundfigg. knien auf einer von Sll. getragenen Plattform,
+darüber Relief mit der Auferstehung Christi.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wilhelmiter-Klst.</hi> 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit <milestone unit='line' n='15'/>
+4Gwbb. auf 1 Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte,
+aus deren Kanten die Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder
+geteilt; Ähnlichkeit mit dem Rittersaal des Marburger
+Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur Kolonialschule eingerichtet. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klus-Kap.</hi> am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom.
+Profilen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospitals-Kap. S. Michael.</hi> Einfacher spgot. Bruchsteinbau
+um 1392. Der sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen
+bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch Eselsrücken verbunden, die <milestone unit='line' n='25'/>
+Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit steinernem Helm.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration
+nach einem Brande zur Unkenntlichkeit entstellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> in Fachwerk.
+</p>
+
+<p>
+Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WITZLEBEN.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Resten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOFFLEBEN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den
+Experimenten des protestantischen Kirchenbaues. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLFERSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLFHAGEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Anna</hi>. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in
+schlichten, kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 <milestone unit='line' n='40'/>
+(Inschr.), das bmkw. Dach 1501.
+</p>
+
+<p>
+Vor der Stadt <hi rend="bold">Kapelle</hi> in vorzüglichen hochgot. Formen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLFMANNSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm
+im Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730.
+</p>
+
+
+<pb n='435' id='i442.png'/>
+
+<!-- [P: 435] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLFSMÜNSTER.</hi> UFranken BA Gemünden.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit
+urspr. guter gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). <hi rend="g">Glocken</hi>
+1412, 1786.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Wolfsmünster</hi>. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLKENBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1794 nach Entwurf von <hi rend="italic">J. A. Giese</hi> in der Richtung
+von <hi rend="italic">C. G. Langhans</hi>. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende
+Empore von dor. Säulen getragen; der Altartisch ohne <milestone unit='line' n='10'/>
+Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>
+und <hi rend="italic">H. V. Schnorr v. Carolsfeld</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Die <hi rend="bold">ältere K.</hi> (um 1400) jetzt <hi rend="bold">Erbbegräbnis</hi> der Grafen Einsiedel.
+Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete
+Arbeit von <hi rend="italic">J. H. Böhm</hi>. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern <milestone unit='line' n='15'/>
+gefallenen Gf. Friedrich v. E., Eisenguß aus Lauchhammer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles
+gründlich umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung
+vom Besten. Familienbildnisse u. a. von <hi rend="italic">Mengs</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi> und <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="italic">Grassi</hi>. Großer Park, englisch umgearbeitet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLKENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Marienburg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+aus mehrfarbigem Gestein 16S2 von <hi rend="italic">Joh. Böhme</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi>, in jetziger Gestalt ohne Interesse. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLKRAMSHAUSEN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLKSHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich
+in das Architekturbild eingegliederten <hi rend="g">Altäre</hi> von <hi rend="italic">Auwera</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+und <hi rend="italic">Steuerwald</hi> (letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Sebastians-Kap.</hi> 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein
+älterer <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> um 1650 an der NWand. Hinter
+der Kap. bmkw. <hi rend="g">Bildstock</hi> um 1400.
+</p>
+
+<p>
+Im Dorf lebensgroße <hi rend="g">Standfig</hi>. des hl. Michael 1743. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOLMIRSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., 1sch., mit Netzgwb.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WOMMEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Gutshaus</hi>, Portal Frührenaissance 1535.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WONFURT.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh.
+Gute <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> um 1750.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695.
+</p>
+
+
+<pb n='436' id='i443.png'/>
+
+<!-- [P: 436] -->
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WONSEES.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh. &mdash; Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WORBIS.</hi> Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klst.-K.</hi>, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hardtkap.</hi> 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Amtsgericht</hi>, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WORMSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Angeblich älteste des Gebietes. &mdash; Jetzt stillos bis
+auf ein primitiv aussehendes rom. Tympanon. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÜLFERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof
+Julius begünstigten Nachgotik.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÜLFERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die <milestone unit='line' n='15'/>
+guten Rok.-Mobilien in Würzburg gearbeitet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WUNSIEDEL.</hi> OFranken BAmtsstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi>, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Spital-K.</hi>, spgot., unbedeutend. &mdash; <hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1672.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÜRDENHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1577 und 1747. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, zusammengesetzt
+aus einem größeren und kleineren. Die Figuren nicht
+übel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÜRZBURG.</hi> UFranken <sic>B Amtsstadt</sic>.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Dom S. Kiliani</hi>. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter <milestone unit='line' n='25'/>
+B. Burkard (931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner
+noch, in rom. Zeit bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho
+(1125-47) und B. Hermann (1225-54); Veränderungen 1606
+bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im Äußeren
+wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
+Die Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage
+ist: hat Embricho, auf dessen Zeit alles formale Detail am
+Langhaus hinweist, dieses auf dem unveränderten Grundriß
+Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen völligen Neubau
+in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die erstere Alternative <milestone unit='line' n='35'/>
+kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche
+Eigenschaften zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau
+des 11. Jh., der Klst.-K. in Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht
+werden. Dann aber müßte der WBau mit seinen Doppeltürmen,
+da er auf schmälere Schiffe hinweist<note place='foot'><p>
+Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoßen auf die Fensteröffnungen an
+der Ostseite der Türme.</p></note>, auf eine noch <milestone unit='line' n='40'/>
+ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht wohl möglich ist,
+weil die Anlage westlicher Doppeltürme mit Eingangshalle
+nicht vor 2. Viertel 11. Jh. (zuerst in Straßburg) nachgewiesen
+<pb n='437' id='i444.png'/>
+<!-- [P: 437] -->
+werden kann. Zwischen den beiden oben genannten Möglichkeiten
+blieb dann nur noch eine dritte, rein hypothetische:
+Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. &mdash; Der Ostbau
+hat das volle Gepräge schon des 13. Jh. &mdash; Der Gr. ist kreuzförmig,
+die Vierung genau quadr., die Flügel des Qsch. sowohl <milestone unit='line' n='5'/>
+als der Chor gestreckt rechteckig (einzige aber genaue Analogie
+die Kloster-K. Hersfeld); Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden
+an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2 quadr. Türme.
+Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch sichtbar.
+Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen <milestone unit='line' n='10'/>
+denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L.
+ohne Turmhalle 97 (Hersfeld 95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30),
+Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch. 24 (Hersfeld 23). Der
+Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten Krypta.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Inneres</hi>. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben <milestone unit='line' n='15'/>
+und von mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen
+nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen eine ungewöhnliche,
+nur mit einigen thüringischen Bauten vergleichbare Form;
+Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewölbe
+des Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof <milestone unit='line' n='20'/>
+Julius beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im
+Charakter der von ihm bevorzugten posthumen Gotik. Zur
+Ausführung kamen nur die Gewölbe des Hochschiffes durch
+<hi rend="italic">Lazzaro Agostino</hi>. Die ausgezeichnet schöne Stuckdekoration
+1701 von <hi rend="italic">Pietro Magni</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Äußeres</hi>. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom.
+Epochen; durch die glättende und gleichmachende Rest.
+1880 hat sie ihren historischen Charakter verloren; das Portal
+neu erfunden; bis 1644 stand vor dem Erdgeschoß eine Paradieshalle.
+&mdash; Die oberen Turmabschlüsse 1418. &mdash; Die Langseiten <milestone unit='line' n='30'/>
+aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und Bogenfriesgliederung,
+die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter
+hat; vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. &mdash; Die
+Osttürme im Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den
+oberen Teilen 1225-50. Die Überführung vom Quadrat <milestone unit='line' n='35'/>
+zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man glauben, daß
+hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt,
+vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen
+Wirkungen durch Wechsel im Sandstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Ausstattung</hi>. <hi rend="g">Chor</hi>. [Von den 1701ff. beseitigten <milestone unit='line' n='40'/>
+Kunstwerken waren die wichtigsten gewesen: <hi rend="g">Hochaltar</hi>
+mit dem Standbild des Salvators unter einem von 4 Sll. getragenen
+Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der Retabelwand
+ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>;
+von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes
+
+
+<pb n='438' id='i445.png'/>
+
+<!-- [P: 438] -->
+
+<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>. Ehernes <hi rend="g">Singpult</hi> von
+<hi rend="italic">Hans Wurzelbauer</hi> aus Nürnberg jetzt in der Sepultur.] Die
+jetzigen <hi rend="g">Altäre</hi> gute Durchschnittsleistungen der Barockzeit.
+Sie enthalten Gemälde von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> (Enthauptung
+Johannis), <hi rend="italic">Sandrart</hi> (Kreuzabnahme), <hi rend="italic">Bueler</hi> (Grablegung), <milestone unit='line' n='5'/>
+<hi rend="italic">Merian</hi> (Drei Könige). Die Altäre des Langhauses
+an den Pfeilern aufgestellt; sie erhielten 1793 einheitliche
+Umrahmung. &mdash; <hi rend="g">Chorstühle</hi> von <hi rend="italic">Jakob van der Auwera</hi>
+1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren.
+&mdash; <hi rend="g">Eisengitter</hi> von <hi rend="italic">Gattinger</hi>. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Bischofsstuhl</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+jetzt in der Sakristei. &mdash; Im Langhaus Taufkessel,
+Erzguß, bez. <hi rend="italic">Eckart von Worms</hi> 1279. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Mich.
+Kern</hi> 1609.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Neben denen des Mainzer Doms die
+großartigste Reihe, die Deutschland besitzt. Sie wurden im <milestone unit='line' n='15'/>
+18. Jh. an Wänden und Pfeilern aufgestellt. Die älteren
+bildeten Deckplatten von Tumben, die jüngeren sind Bildnisepitaphe;
+die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten (über
+der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an
+den Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das <milestone unit='line' n='20'/>
+Ädikulaepitaph mit Reliefbild auf.
+</p>
+
+<p>
+Im <hi rend="g">Querschiff</hi>: I. NFlügel. a) OWand. Über der
+kleinen, zur Krypta führenden Tür Epitaph des Dechanten
+J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610; B. Konrad v. Bibra
+† 1544 im Stil des <hi rend="italic">Peter Dell d. Ä</hi>. b) WWand. Grabstein <milestone unit='line' n='25'/>
+des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des
+<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>; Grabstein des B. Gerhard von Schwarzburg
+† 1400, überlebensgroß, die Gewandung dekorativ sehr
+wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch das gesagt
+wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte <milestone unit='line' n='30'/>
+man ein fein gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge
+nicht der von demselben Meister gefertigte Konrad von
+Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Züge. Epitaph des
+Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673. Unter dem
+Durchgangsbogen zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz <milestone unit='line' n='35'/>
+v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben) und des Erasmus Neustetter.
+&mdash; II. SFlügel. a) WWand: Ehernes Epitaph des C. F. v.
+Thüngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten
+† 1552 von <hi rend="italic">Martin Hering</hi>, c) OWand: Epit. des B.
+Konrad v.Thüngen 1540 von <hi rend="italic">Loy Hering</hi> aus Eichstätt; Kenotaph <milestone unit='line' n='40'/>
+des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v. Bamberg, 1598.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Im Langhaus</hi>. &mdash; <hi rend="g">Nördliche Reihe</hi>. 1. Pfl. NSeite:
+B. Gottfried III. v. Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher
+Inschrift), das Schwert führen die Würzburger Bischöfe als
+Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum Segnen <reg orig='er-|hoben.'>erhoben.</reg>
+<pb n='439' id='i446.png'/>
+<!-- [P: 439] -->
+SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345, ausgezeichnetes
+Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große Schleppfalte
+von der linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der
+Apostel des Kölner Doms. Rundfigur. &mdash; 2. Pfl. NSeite: Domdechant
+Peter v. Aufseß † 1522, flacher Erzguß, wohl aus <milestone unit='line' n='5'/>
+der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Hütte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe
+† 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik
+einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell
+wirkt. &mdash; 3. Pfl. NSeite: Epit. des Erasmus Neustetter 1594
+(Grabplatte s. oben). &mdash; 4. Pfl. O. Seite: B. Johann v. Eglofstein <milestone unit='line' n='10'/>
+1411, Standbild unter Baldachin, Porträtkopf. B. Wolfram
+v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr, die
+Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt,
+überhaupt <corr sic=" edeutende">bedeutende</corr> Arbeit. &mdash; 5. Pfl. NSeite:
+Dompropst v. Frankenstein 1789 vom Bamberger <hi rend="italic">Mutschelle</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
+OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466, Standbild unter Baldachin,
+fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger Meister
+<hi rend="italic">Leonhard Strohmeier</hi>. &mdash; 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich
+v. Seinsheim 1779 von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi> nach dem Entwurf des
+Hofmalers <hi rend="italic">Christoph Fesel</hi>. &mdash; 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf <milestone unit='line' n='20'/>
+v. Ehrenberg † 1631, ausgeführt 1664. &mdash; <hi rend="g">Südliche Reihe</hi>.
+1. Pfl. NSeite: B. Mangold v. Neuenburg † 1303. Keinesfalls
+wesentlich jünger, wichtig für den Übergang vom Stil des
+13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen
+geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle <milestone unit='line' n='25'/>
+Kopf im 18. Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried
+v. Spitzenberg † 1190 auf dem Kreuzzug; der Stein, trotz
+der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes Zeugnis der Monumentalplastik
+in Würzburg, &mdash; 3. Pfl. NSeite, neben der Kanzel:
+B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. &mdash; 4. Pfl. OSeite: B. <milestone unit='line' n='30'/>
+Johann v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell,
+verraten aber nicht einen 80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf
+v. Scherenberg 1493 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, dessen Stil von
+seiner besten Seite zeigend. &mdash; 5. Pfl. NSeite: B. Lorenz v.
+Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk zeigt, wie <milestone unit='line' n='35'/>
+sich der alternde Meister <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> mit den eindringenden
+Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch
+unter Mitwirkung eines jüngeren Gehilfen; die Putten haben
+auch in den Köpfen mit dem bekannten Engeltypus <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
+nichts gemein; übrigens ist das Verhältnis der Figur <milestone unit='line' n='40'/>
+zur tektonischen Umgebung vorzüglich abgewogen und die
+Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem Geschmack
+durchgeführt. &mdash; 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg,
+ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen
+<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> &mdash; 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. <reg orig='Wirs-|berg'>Wirsberg</reg>
+<pb n='440' id='i447.png'/>
+<!-- [P: 440] -->
+1573 von <hi rend="italic">W. Sarder</hi> aus Eichstätt. OSeite: B. Franz
+Ludwig v. Ertal 1795. &mdash; 8. Pfl. NSeite: B. Julius Echter v.
+Mespelbrunn 1617 von <hi rend="italic">M. Kern</hi>; Architektur gut, Figur nicht
+bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs
+Bruder, 1577. OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten <milestone unit='line' n='5'/>
+Echter † 1665. &mdash; 9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen
+† 1622. &mdash; Die Form des Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief.
+An der südl. Sschiffswand eine Reihe bronzener Grabplatten,
+ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe zu denken.
+Von ihnen gehören der Gießhütte <hi rend="italic">Peter Vischers</hi>: Dompropst <milestone unit='line' n='10'/>
+Georg v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511,
+B. Lorenz v. Bibra † 1519, letztere vielleicht nach <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
+Entwurf in Nürnberg gegossen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Sonstige Skulpturen</hi>. &mdash; Vom Triumphbogen herabhängend
+überlebensgroßes <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> von 1478. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
+Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut <hi rend="g">Maria und die h.h. drei
+Könige</hi>, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh.,
+durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung
+in der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem vielleicht
+ursp. für ein Portal gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des <milestone unit='line' n='20'/>
+Lhs. <hi rend="g">Taufkessel</hi>, Erzguß, bez. <hi rend="italic">Eckart v. Worms</hi> 1279;
+die zu dieser Zeit in Süddeutschland wenig geläufige Technik
+erklärt die Roheit der Formen. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>
+1609. &mdash; In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch. große
+<hi rend="g">Gruppe</hi> des Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch <milestone unit='line' n='25'/>
+Wahrheit und Stärke des Ausdrucks; am Eingang in die Kap.
+ein <hi rend="g">Diakon</hi> mit Lesepult in einem zugleich an <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>
+und <hi rend="italic">Backofen</hi> <corr sic='erinnern den'>erinnernden</corr> Stil, dann die 2 <hi rend="g">Säulen</hi>
+»Booz« und »Jachim« vom ehemaligen Paradies. &mdash; Die spgot.
+<hi rend="g">Standbilder</hi> an den ersten Pfll. des Lhs, von den <milestone unit='line' n='30'/>
+Strebepfll. der Marienkap., wo sie zu verwittern drohten,
+hierher geborgen. &mdash; In der Vorhalle Madonna um 1420.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Epitaphe am Äußeren</hi>. Meist sehr beschädigt.
+Historisch interessant dasjenige <hi rend="italic">Tilman Riemenschneiders</hi>,
+wohl von seinem Sohne <hi rend="italic">Jörg</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Schönborn-Kap.</hi> am nördl. Qsch. 1721-36 von <hi rend="italic">J. B.
+Neumann</hi>. Kreisrunder Kuppelraum mit elliptischen Exedren
+nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S. Vier <hi rend="g">Grabmäler</hi>
+von Kirchenfürsten aus der Familie Schönborn. Das
+Innere, als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, <milestone unit='line' n='40'/>
+kommt infolge nicht glücklicher Lichtführung nicht nach
+seinem Werte zur Geltung; das Äußere zeigt <hi rend="italic">Neumanns</hi>
+Formensprache in aller Vollendung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Kreuzgang</hi>. NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel
+nach 1431, OFlügel 1449-53. Die 3rippige Wölbung,
+
+
+<pb n='441' id='i448.png'/>
+
+<!-- [P: 441] -->
+
+deren mit Wappen geschmückte Schlußsteine im Gr. eine
+Zickzacklinie bilden, wohl später. Stattliche Abmessungen,
+etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O liegende
+Sepultur 1461. 2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand
+8 Kapp., deren Öffnungen in den Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5]
+Konsequenz der sternförmigen Teilung des Gwb. Das Erdgeschoß
+diente als Sepultur des Kapitels. Unter den überaus
+zahlreichen <hi rend='g'>Denkmälern</hi> im Kreuzgang seien hervorgehoben:
+Heinrich v. Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur
+in engem Lederpanzer; Paul Fuchs † 1540 wohl von <hi n='0' rend="italic">Peter</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend='italic'>Dell</hi>; Martin v. Wiesenthau † 1554, bez. <hi rend="italic">T K</hi> (<hi rend='italic'>Thomas
+Kistner</hi>), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg
+† 1536; Oberst Baur v. Eisenberg, bez. <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1623.
+In der Sepultur Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez.
+<hi rend='italic'>Jörg Straubinger </hi> (Nürnberg) 1680. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Burkard.</hi> K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033,
+eingreifende Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97.
+&mdash; Kleine flachged. Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden
+der Ssch. quadr. Türme, aus deren Mauermasse rundbg. Altarnischen
+ausgespart sind; jetzt durch neue Einbauten verdeckt. <milestone unit='line' n='20'/>
+Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort und
+schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren
+WTürme vorhanden, die 1677 abgetragen wurden; damals
+auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden mit regelmäßigem
+Stützenwechsel. Sll. mit Würfelkaptt. und eckblattlosen att. <milestone unit='line' n='25'/>
+Basen. &mdash; Äußeres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt.
+Interessant nur das Portal an der NSeite mit geschlossener
+Vorhalle; dieselbe hat den Eingang im O und eine Altarnische
+im W, an der NWand 2 gekuppelte große Lichtöffnungen.
+Das Portal (nachträglich) durch seitwärts vorgeblendete <milestone unit='line' n='30'/>
+Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle tektonische
+Gliederung bei fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme
+quadr. bis zur Firsthöhe des Msch., dann ins 8Eck umsetzend;
+diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot. Formen. &mdash; Der
+spgot. OBau in erheblich größerem Maßstab; das Qsch. so <milestone unit='line' n='35'/>
+breit, daß zwischen Vierung und Flügeln je eine Stütze eingeschoben;
+ursp. flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. &mdash;
+<hi rend='g'>Chorstüle</hi> 1693 aus got. und bar. Teilen zusammengesetzt. &mdash;
+Im nördl. Qsch. bmkw. <hi rend='g'>Opferstock</hi> mit
+Reliefs E. 13. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Votivrelief</hi> aus dem Leprosenhaus, <milestone unit='line' n='40'/>
+Kreuzigung ca. 1370. &mdash; Großer <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>, noch in got.
+Anordnung, 1589-91; die Gemälde vom Würzburger Bürger
+<hi rend='italic'>Alexander Müller</hi> (die von demselben ausgeführte Wand- und
+Deckenbemalung zerstört). &mdash; <hi rend='g'>Grabsteine</hi> der Äbte
+Hermann Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann
+
+
+<pb n='442' id='i449.png'/>
+
+<!-- ]P: 442] -->
+
+v. Waldenfels † 1427. &mdash; An der Wand <hi rend='g'>Gemälde</hi> der
+Grablegung von <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi> 1676. &mdash; In der Pfarrei <hi rend="g">Holzmadonna</hi>
+von <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> aus seiner Frühzeit.
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Augustiner-Klst.</hi> Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante
+Reste von dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang <milestone unit='line' n='5'/>
+bekundend, im Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige
+K. eine ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H.
+13. Jh. Der gewölbte Chor, größer als der erste, gegen 1289
+hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof Julius: Einziehung <milestone unit='line' n='10'/>
+von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter ein
+gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme
+derer am O- und WSchluß) verändert. Vom frgot.
+Bau geblieben: der Gr. (das 3sch. Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor
+22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden des Msch. <milestone unit='line' n='15'/>
+Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden charakteristischen
+äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll.,
+8eck. Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen
+glatt bis auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster <milestone unit='line' n='20'/>
+kreisrund mit Vierpaß. &mdash; Traurige Rest. 1882. &mdash;
+Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in reicherer Behandlung.
+&mdash; Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon
+im ursp. Querschnitt. &mdash; Die Valentins-Kap. an der SSeite,
+eine sehr alte Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut.
+Über ihr ein reich stuckierter Prunksaal, der vor der <milestone unit='line' n='25'/>
+Erbauung der Universität den akademischen Festlichkeiten
+als Aula diente. &mdash; An der steinernen Mensa des Hochaltars
+Metallplatten mit frgot. <hi rend='g'>Schmelzarbeit</hi>, meist Tierbilder
+nach dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine
+<hi rend="g">Pietas</hi> von <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> (?). &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Meßgeräte</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
+18. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Grabmäler</hi>: Bildnisplatte des Weihbischofs
+Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der
+Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407.
+Dann im guten Würzburger Durchschnittscharakter mehrere
+Rittergrabsteine: Balthasar v. Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen <milestone unit='line' n='35'/>
+† 1513, Hans v. Grumbach † 1529, Peter v. Randersacker
+† 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine
+Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des
+Heinrich Zobel v. Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern.
+Ein ähnliches für die Familie v. Thüngen 1625 v. <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
+&mdash; Außen an der K. Ölberg von <hi rend='italic'>Georg Riemenschneider</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Deutschhaus-K.</hi> (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in
+Würzburg (an Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher
+der erhaltene rom. WTurm in Beziehung steht), beg. nicht
+lange vor 1280, die WTeile nach 1296. &mdash; 1sch. Anlage von 7
+
+
+<pb n='443' id='i450.png'/>
+
+<!-- [P: 443] -->
+
+Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel der
+Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit
+Oppenheim verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken
+und Figürliches, das letztere von sehr guter Hand. Dagegen das
+Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten Architekturformen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dominikaner (Augustiner)-K.</hi> Erste Niederlassung 1228.
+Der jetzige Bau ein Neubau von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1744,
+bei dem der got. Chor (von 1308) beibehalten, nur dekorativ
+umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende Pfl.Basilika,
+hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; <hi rend="italic">Neumann</hi> selbst <milestone unit='line' n='10'/>
+erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert
+der schöne alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß
+Neumann auch den got. Gr. vollständig beibehalten hat. Die Dekoration
+ist einfach; es wird hauptsächlich, und zwar stark,
+durch die Altäre gewirkt, deren einer auf jeden Pfl. des Lhs. <milestone unit='line' n='15'/>
+Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der architektonische
+Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier wollen
+nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche.
+Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors
+hinter dem Hochaltar nachneumannisch. Gemälde des <milestone unit='line' n='20'/>
+Hochaltars von <hi rend="italic">Treu</hi> aus Bamberg, Deckengemälde von
+<hi rend="italic">G. A. Urlaub</hi> (Chor) und <hi rend="italic">Ermeltraut</hi> (Lhs.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Gertraud</hi> in der Pleichach. Vor 1133 von Meister <hi rend="italic">Enzelin</hi>,
+der später am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Stifts-K. Haug</hi>. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen <milestone unit='line' n='25'/>
+und Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt.
+Tympanon mit thronender Muttergottes und den beiden
+Johannes, nach 1200, jetzt im Luitpold-Mus. &mdash; Neubau 1670
+bis 1691 von <hi rend="italic">Antonio Petrini</hi>. Die Anlage nach dem Typus
+des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu <milestone unit='line' n='30'/>
+die starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System
+der seitlichen Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme
+der Fassade. Die Einzelformen schwer und ernst, von
+starker Ausladung. In allen Nischen mächtige Barockaltäre
+italienischen Gepräges (Gemälde <hi rend="italic">Onghers</hi>). Im übrigen ist <milestone unit='line' n='35'/>
+der Binnenraum farblos. &mdash; Am meisten weicht von den
+italienischen Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll.
+und hohe Dächer, welche die Fenster des hohen Kuppelanbaues
+teilweise überschneiden. Immerhin wirkt die Kuppel sehr bedeutend.
+Die Fassade hat durch die seitliche Stellung der <milestone unit='line' n='40'/>
+Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen
+Lebens, das sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt,
+entbehrt sie. Schwere Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht
+antike Ordnungen!) und Statuennischen ergeben vielfältige,
+aber monotone Gliederung. &mdash; Prächtige <hi rend="g">Kanzel</hi>.
+</p>
+
+
+<pb n='444' id='i451.png'/>
+
+<!-- [P: 444] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Jakob.</hi> K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll.
+1146. Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit
+3 parallelen Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten
+Ssch. Joche mit stumpf grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten
+Gurten (in urspr. Form nur im südl. Ssch.). Die quadr. Pfll. <milestone unit='line' n='5'/>
+und alle übrigen Formen die einfachsten. Die rundbg. Friese
+ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh. abgebrochen.
+Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl.
+einfachst got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet:
+über der im Unterbau beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein <milestone unit='line' n='10'/>
+hoher polygonaler Chor. &mdash; An den Pfeilern Malereien des
+Augsburgers <hi rend="italic">Leonhard Beck</hi> 1504. &mdash; Die K. jetzt Militärspeicher,
+das Klst. Militärkrankenhaus.
+</p>
+
+<p>
+[<hi rend="bold">Johanniter-K.</hi> A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im
+Münchener Nationalmuseum.] <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Karmeliter-K.</hi> 1662-1669 von <hi rend="italic">Antonio Petrini</hi>. Der erste
+italisierende Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische
+von den Jesuiten ausgebildete Form. Die Haltung derb und
+schlicht. &mdash; <hi rend="g">Altarbilder</hi> aus der Erbauungszeit von den
+Rubensschülern <hi rend="italic">Diepenbeck</hi> und <hi rend="italic">de Rul</hi>. &mdash; Im Klst. ein <milestone unit='line' n='20'/>
+<hi rend="g">Holzkruzifix</hi> aus 13. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Liebfrauen-Kap.</hi> auf der Feste Marienberg. Der Kernbau
+wahrscheinlich identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann
+genannten cappella in honorem S. Mariae constructa, also
+der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland. Rotunde <milestone unit='line' n='25'/>
+Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke;
+im Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge
+im W und O<corr sic=')'></corr> gegliedert. Im 12. Jh. ein Obergeschoß von
+nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht rückspringend.
+Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen <milestone unit='line' n='30'/>
+sein; für den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus
+ähnlich sieht, ist Wölbung vorauszusetzen. &mdash; Renss.-Portal
+vom Herstellungsbau nach Brand 1600. &mdash; Stuckdekoration
+1699 ff. &mdash; Bmkw. spgot. <hi rend="g">Reliquiar</hi> bez. 1519.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Marien-Kap.</hi> auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung <milestone unit='line' n='35'/>
+1348 zur christl. K. eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew.
+1392; die Ausschmückung setzte sich bis nach 1470 fort. &mdash;
+Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4 Jochen und
+5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne
+hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch <milestone unit='line' n='40'/>
+bezeichnender für die Zeit das in allem Schmuckreichtum
+etwas dürr bleibende, in schematisch eleganten Formen durchgebildete
+Äußere, an dem namentlich die Streben ein ungemein
+glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben. Eigentümlich
+die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel
+
+
+<pb n='445' id='i452.png'/>
+
+<!-- [P: 445] -->
+
+herumgeführt ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale.
+&mdash; Der Turm steht nördl. neben der Fassade, mit 3 Pfll. frei;
+bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach, dann noch ein mit
+Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, endlich
+ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile <milestone unit='line' n='5'/>
+1441-60 von <hi rend="italic">Eberhard Friedeberger</hi> aus Frankfurt. (Der
+durchbrochene Steinhelm modern, vorher Bleidach.)
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Skulpturen</hi>. Am WPortal Madonna um 1440. Die
+Bogenfelder der 3 Portale, am nördl. Verkündigung, am
+südl. Marienkrönung, am westl. Jüngstes Gericht, das Verkündigungsrelief <milestone unit='line' n='10'/>
+ausgezeichnet in der Füllung der Bildfläche,
+der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der
+Typen. Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). &mdash;
+<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> <hi rend="g">Adam und Eva</hi> am NPortal, künstlerisch
+von größter Bedeutung, wurden in jüngster Zeit entfernt <milestone unit='line' n='15'/>
+(Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt.
+Ebenfalls von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, 1500-1506, die <hi rend="g">Statuen</hi>
+Christi, des Täufers und der zwölf Apostel an den Strebepfll.,
+durch moderne Rest. verdorben (die beiden Johannes neu,
+Originale im Dom). <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; <hi rend="g">Marientod</hi>,
+feierliche zarte Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition
+altertümlich bis auf das perspektivisch schräg gestellte
+Bett; von anderer Hand und in kräftigerem Pathos
+die <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi>, der kniende Donator vielleicht Graf <milestone unit='line' n='25'/>
+Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. <hi rend="g">Dorothea</hi>
+und <hi rend="g">Margaretha</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, ca. 1510. <hi rend="g">Grabsteine</hi>:
+Martin v. Seinsheim † 1434; Konrad v. Schaumburg
+† 1499, Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; Ritter Schrimpf von
+<hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> 1556, <!--im orig kursiv-->Valentin v. Münster von <hi n='0' rend="italic">demselben</hi>, 1558. <milestone unit='line' n='30'/>
+Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform 1566, 1624, 1648.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S.Michaels-K.</hi> An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau
+1766 <sic>Valèntin v. Münstèr</sic> 1858ff. von <hi rend="italic">J. P. Geigel</hi> und <hi rend="italic">Joh. Fischer</hi>
+als Ordens-K. der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von
+bedeutender Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren <milestone unit='line' n='35'/>
+<corr sic='Wollenszwischen'>Wollens zwischen</corr> barockem Grundgefühl und modernistischem
+Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als die die gleiche Übergangsstufe
+hochbedeutend repräsentierende Klst.-K. zu Wiblingen
+bei Ulm). Die Deckengemälde, reich an theologischen Finesen,
+1770 vom Mainzer Hofmaler <hi rend="italic">Joseph Appiani</hi>, fortgesetzt vom <milestone unit='line' n='40'/>
+Würzburger <hi rend="italic">Chr. Fesel</hi>. Stuckaturen von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>,
+Hochaltar von <hi rend="italic">Gärtner</hi> 1798.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neubau-K.</hi> s. Universität.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neumünster-K.</hi> Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl.
+den Stein am Chor mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon
+
+
+<pb n='446' id='i453.png'/>
+
+<!-- [P: 446] -->
+
+in rom. Zeit wiederholte Bauveränderungen, überliefert für
+die Zeit B. Adalberos (1045-1085), ferner Ablässe 1223-47.
+Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der Barock-Umbau
+nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und
+Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz <milestone unit='line' n='5'/>
+mit Barockformen umkleidet, außen die romanischen belassen.
+&mdash; Urspr. flachgedeckte Basilika mit Doppelchor. Die OKrypta
+erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre rom. Wandsll. erhalten;
+in der westl. Hälfte Würfelkaptt. und an den Basen
+primitive Eckblätter, in der östl. reiche sprom. Laubkaptt. <milestone unit='line' n='10'/>
+Die WKrypta gänzlich umgebaut. &mdash; Der im NW stehende
+Turm dürfte mit dem abgebrochenen WChor in Verbindung
+gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark
+bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an
+die OTeile der Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil <milestone unit='line' n='15'/>
+paßt zeitlich zu den Ablässen 1223ff. &mdash; Umbau in den 30er
+Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten Würzburger Namen
+geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher nachzuweisenden
+auswärtigen Künstlern; u. a. <hi rend="italic">Gabrieli</hi> in Ansbach
+zu Rate gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau <milestone unit='line' n='20'/>
+von mächtiger Wirkung ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem
+Grundriß, gut in den Proportionen und reich, auch
+mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit
+im Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen
+engen Platz (Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche <milestone unit='line' n='25'/>
+Freilegung hat ein gutes Teil der Wirkung zerstört. &mdash; Das
+Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im nördl. Qsch.
+eine der schönsten <hi rend="g">Madonnenstatuen</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>
+bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi>
+des Abtes Joh. Trithemius † 1516 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die in Holz
+geschnitzten <hi rend="g">Brustbilder</hi> der drei Frankenapostel von
+<hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta
+merkwürdiger <hi rend="g">Crucifixus</hi> um 1340, <hi rend="g">Selbdritt</hi> bez.
+1417. Vier bedeutende <hi rend="g">Tafelbilder</hi> A. 16. Jh., Schulherkunft <milestone unit='line' n='35'/>
+nicht festgestellt. [Ein Flügel des reichen
+rom. Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen Museums.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge</hi> (»<hi rend="bold">Käppele</hi>«) 1747
+bis 1750 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi> neben der älteren Gnadenkap. <milestone unit='line' n='40'/>
+Großer, zentraler Kuppelraum mit 3 elliptischen Apsiden,
+Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die innere Dekoration
+z.T. aus nachneumannscher Zeit. &mdash; Die <hi rend="g">Deckenfresken</hi>,
+sehr farbig, bez. <hi rend="italic">M. Günther</hi> 1752. &mdash; Eine ausgezeichnete
+Komposition der große, den Berg hinanführende Treppenweg;
+
+
+<pb n='447' id='i454.png'/>
+
+<!-- [P: 447] -->
+
+die 14 <hi rend="g">Stationsbilder</hi> (Sandsteingruppen) von <hi rend="italic">Joh.
+Peter</hi> und <hi rend="italic">Simon Wagner</hi> um 1775.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Peters-K.</hi> Umbau einer ma. K. 1717ff. durch <hi rend="italic">Greising</hi> und
+<hi rend="italic">Pezzani</hi> (beide wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten).
+Der rom. Turm, der got. Chor und Mauerteile des Langhauses <milestone unit='line' n='5'/>
+sollten wiederverwendet werden. Im Verhältnis zu diesen
+Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige Hallen-K.
+mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade,
+im Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck
+klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben <milestone unit='line' n='10'/>
+die rok. Kanzel von <hi rend="italic">Ant. Bossi</hi>, in Brillanz und
+Grazie unübertroffen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S. Stephans-K.</hi> Von der rom. Basilika die Krypta und der
+untere Teil der Türme erhalten. Im übrigen 1789 von <hi rend="italic">Geigel</hi>
+(<hi rend="italic">Kleinholz</hi> nur Maurermeister) vollständig umgestaltet als <milestone unit='line' n='15'/>
+weiträumiger, ungeteilter Saal ohne Emporen. Die dekorative
+Ausstattung durch den Bildhauer <hi rend="italic">Georg Winterstein</hi>, eine
+der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen, gibt
+die Klärung der klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen
+an der Michaels-K. zu beobachten sind. Die Wände <milestone unit='line' n='20'/>
+ausschliesslich in Weiß und Gold; Gestühl und Kanzel in
+natürlicher Holzfarbe. Stuckierung von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>.
+Deckengemälde von <hi rend="italic">K. Huber</hi> von Weißensee.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Marienberg</hi>. Seit 1250 ständiger Sitz der Bischof-Herzöge.
+Große Erweiterungen 1468-1495. Umfassende <milestone unit='line' n='25'/>
+Neugestaltung, doch mit Benutzung der alten Teile (starker
+runder rom. Bergfried) durch B. Julius nach Bränden 1572
+und 1600. Es wurde tunlichst für Regelmäßigkeit des Gr.
+gesorgt, der ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche
+Fassadenbildung fehlt, geschmücktere Formen nur an <milestone unit='line' n='30'/>
+einzelnen Zwerchgiebeln, Türmen und Portalen, wovon seither
+vieles wieder verschwunden. Eine interessante Folge von
+Stiltypen geben die nach den Erbauern benannten Festungstore:
+Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606, Neutor 1657,
+Guttenbergtor 1684. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Den ältesten Teil bildet der »Graf-Eckhardturm«.
+Entstanden aus einem rom. Wehrbau (Sitz der Würzburger
+Burggrafen), doch schon im sp. Ma. umgebaut. Am östl.
+Ende der jetzigen Straßenfront ein breites rom. Tor mit
+spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgeschoß ursp. eine ungegliederte <milestone unit='line' n='40'/>
+Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg.
+M. 16. Jh. Die Obergeschosse, der WGiebel und der
+Turm 1615. Die Uhr 1455 von <hi rend="italic">Hans Klein</hi> aus Haßfurt. Im
+Mittelgeschoß ein Saal; eine prächtige Sl. trägt über 2 Rundbgg.
+4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern
+
+
+<pb n='448' id='i455.png'/>
+
+<!-- [P: 448] -->
+
+und mit zahlreichen Wappen der Reichsfürsten, vermutlich
+1397 für den Besuch König Wenzels. &mdash; Das <hi rend="g">neue Rathaus</hi>
+1659. Die Komposition der hohen Giebelfassade, wie
+der malerisch gruppierten Treppen und Vorsäle steht noch
+ganz auf dem Boden der deutschen Kunst vor dem großen <milestone unit='line' n='5'/>
+Kriege, wenn auch mit einem Zusatz schweren Ernstes; Rustikabau
+fast ohne Ornament.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Universität</hi>. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann
+keinen bestimmten Baumeister nennen; Kompromiß, bei dem
+viele mitgesprochen haben. Der erste Entwurf war von <milestone unit='line' n='10'/>
+<hi rend="italic">Robin</hi> in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd. IV.). &mdash; 4 Flügel von
+gleicher Höhe umgeben einen großen quadr. Hof; der südl.
+enthält die Kirche und hat sein eigenes System; der östl.
+und westl. entsprechen sich genau. Im Erdgeschoß Pfeilerhallen
+(von <hi rend="italic">Petrini</hi> geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) <milestone unit='line' n='15'/>
+in reicher diamantierter Rustika mit dorischem Fries.
+Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte Fläche ohne jede
+andere Gliederung als durch die breiten Fenster; Teilungspfosten;
+gotisierende Gewände. In der Mitte unbedeutende
+Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern <milestone unit='line' n='20'/>
+nur solche mit gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein
+völlig got. Netzgwb. Als äußere Schauseite hat die Front nach
+der Schulstraße zu gelten; sie besitzt 3 Portale, unorganische
+Vorsatzstücke in harten antikisierenden Formen. Dem Gesamteindruck
+fehlt das Heitere und Behagliche, das der deutschen <milestone unit='line' n='25'/>
+Renss. des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den
+strengen und finsteren Geist der Epoche des Religionskrieges.
+<hi rend="g">Die Kirche</hi>. In ihr scheint noch am meisten vom Robinschen
+Plan beibehalten zu sein. Einer der wenigen bedeutenden
+Kirchenbauten der deutschen Renss. In Deutschland galt es, <milestone unit='line' n='30'/>
+mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu treten,
+daher Ähnlichkeit mit dem Typus der protestantischen
+Schloßkirchen. Die Ausstattung der rundbg. Fenster mit
+Maßwerk (sehr grob) ist ein Zugeständnis an den noch immer
+für vorzugsweise sakral geltenden got. Stil. Drei Ränge Galerien <milestone unit='line' n='35'/>
+begleiten beiderseits ein hohes, langgestrecktes Msch.
+Pfeiler- und Bogenstellungen mit vorgesetzten antiken Ordnungen;
+Kreuzgwbb. Der groß gedachten Anlage sind die
+Einzelformen und die Proportionen nicht ebenbürtig: sie entbehren
+der feineren Belebung. Auch war die Konstruktion <milestone unit='line' n='40'/>
+fehlerhaft; 1617 stürzte das Hauptgwb. ein und zerstörte
+das Juliusdenkmal <hi rend="italic">Robins</hi> und die übrige reiche Ausstattung.
+Wiederherstellung 1696. Der vorspringende WTurm in den
+unteren Teilen vom Juliusbau erhalten, in den oberen von
+<hi rend="italic">Petrini</hi>; eine bedeutende Kunstleistung; die Lösung wesentlich
+
+
+<pb n='449' id='i456.png'/>
+
+<!-- [P: 449] -->
+
+anders und besser, als an den Türmen, die <hi rend="italic">Petrini</hi> vorher an
+der Hauger K. errichtet hatte; der innerlich widerstrebende
+antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee merkwürdig
+glücklich dienstbar gemacht.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Juliusspital</hi>. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs <milestone unit='line' n='5'/>
+Julius hat sich nichts erhalten. Brand 1699 und danach
+völliger Umbau durch <hi rend="italic">Petrini</hi>; nach neuem Brande 1745
+von <hi rend="italic">Neumann</hi> instand gesetzt, erweitert 1791 von <hi rend="italic">Ickelsheimer</hi>
+(Straßenfront).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hofspital</hi>. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von <hi rend="italic">A. S. Fischer</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
+klassizistisch umgebaut. Schönes <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit den
+14 Nothelfern A. 16. Jh. (nicht von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>). <hi rend="g">Grabstein</hi>
+des Ritters Christoph von Köln 1564 von <hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Josephsspital</hi> (»Hueberspflege«), gegr. 1794 durch Erweiterung
+des v. Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Großes <hi rend="g">Relief</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+von <hi rend="italic">B. H. Nickel</hi>, zur Erinnerung an die Stiftung; von
+ansprechender, entfernt an die Tendenzen Schadows erinnernder
+Natürlichkeit.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bürgerspital</hi>. Gegr. 1319 vom reichen Bürger Johann vom
+Stern (Johannes De Ariete). <hi rend="g">Madonna</hi> um 1420. Zwei <milestone unit='line' n='20'/>
+ausgezeichnete <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>: Johann v. Stern
+† 1329, Ekro v. Stern † 1343; man beachte den Stilwechsel
+im Standmotiv. Außen Sternsches Familienepitaph ca. 1330. &mdash;
+[Der schöne Portalstein im Museum.]
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Klerikalseminar</hi> (früher Jesuitenkollegium) als Werk <hi rend="italic">Jos. <milestone unit='line' n='25'/>
+Greisings</hi> gesichert, 1716 f. Ernst und tüchtig, der Formengeist
+in der Mitte zwischen der düsteren Schwerfälligkeit des
+17. Jh. und der neuen Vornehmheit Neumanns. Die Portalskulpturen
+von <hi rend="italic">Jakob v. d. Auwera</hi> aus Mecheln (nur die krönende
+Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des <milestone unit='line' n='30'/>
+Ordens durch guten Hirten ergänzt).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rückermaingebäude</hi> (früher Amtshaus des Ritterstifts S.
+Burkard) 1715-22 v. <hi rend="italic">J. Greising</hi>; derselbe knüpft, im Gegensatz
+zu dem Hauptmeister der unmittelbar vorangehenden
+Zeit, <hi rend="italic">Ant. Petrini</hi>, an die Traditionen des deutschen Frühbarok <milestone unit='line' n='35'/>
+an. Im Innern bmkw. Stuckdecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zuchthaus</hi> in der Burkharderstraße. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne
+der fürstbischöfl. Leibgarde von <hi rend="italic">Späth</hi>, in kräftiger
+und origineller Verbindung von Rustika mit dor. Sll.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Deutschordenskomturei</hi>, mit dem Wappen des Komturs <milestone unit='line' n='40'/>
+v. Ow 1694, Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Residenzschloß</hi>. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt
+bis in die 70er Jahre) von den beiden Fürstbischöfen
+aus dem durch großartigen Bausinn hervorragenden Geschlecht
+der Schönborn (vgl. Pommersfelden, Werneck, <reg orig='Wie-|sentheid,'>Wiesentheid,</reg>
+<pb n='450' id='i457.png'/>
+<!-- [P: 450] -->
+Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz, Koblenz,
+Trier). Fürstbischof Johann Philipp wählte zum Baumeister
+den noch jungen und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach
+1716) bewährten Artillerie- und Geniehauptmann <hi rend="italic">Joh. Balthasar
+Neumann</hi> (1687-1753). Nach der Sitte der Zeit <milestone unit='line' n='5'/>
+wurde der Plan von auswärtigen Architekten (<hi rend="italic">M. v. Welsch</hi>
+und <hi rend="italic">L. v. Hildenbrand</hi>), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte,
+den Kurfürsten von Mainz und den Reichsvizekanzler
+in Wien, begutachtet, ohne jedoch ihn irgend nennenswert
+zu verändern. Erst als Neumann nach Paris geschickt <milestone unit='line' n='10'/>
+wurde, mußte er sich durch den nüchternen Akademiker
+<hi rend="italic">Boffrand</hi> eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen
+lassen; nützlicher könnten die auf die Zimmereinteilung
+bezüglichen Ratschläge <hi rend="italic">Robert de Cottes</hi> gewesen sein. 1729
+ging N. nach Wien, wo <hi rend="italic">L. v. Hildebrand</hi> diesmal größeren Einfluß <milestone unit='line' n='15'/>
+gewann; die Gartenfassade bezeugt ihn. &mdash; Das Schloß
+von Würzburg ist eines der größten architektonischen Kunstwerke,
+die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen
+deutscher, als die landläufige Meinung annimmt. Der französische
+Geschmack beeinflußt nur, und auch nur teilweise, <milestone unit='line' n='20'/>
+die Innendekoration. Den italienischen Bar. kannte N. nur
+mittelbar durch die Wiener Schule. Der Stil seines Werkes
+ist wesentlich persönlich auf Grund der international gewordenen
+allgemeinen Barocküberlieferung. &mdash; Der Grundriß
+erweitert das herkömmliche Triklinienschema zu einem <milestone unit='line' n='25'/>
+Gruppenbau. In der Mitte ein 53 m tiefer und 60 m breiter
+Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles Gitter abgeschlossen),
+in den Flügeln je zwei Binnenhöfe, die gerade Gartenfront
+160 m l., die Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da
+das 2. und 4. Geschoß sich als Mezzanine völlig unterordnen. <milestone unit='line' n='30'/>
+Von Risaliten wird maßvoller Gebrauch gemacht, auch die
+Dachlinien sind nicht sehr bewegt, im ganzen sollen die Horizontalen
+herrschen. Die Einzelheiten vorzüglich im Grad des
+Reliefs und in der Präzision der Zeichnung, barocke Üppigkeit
+nur in der Krönung des Mittelbaus. Das berühmte Treppenhaus <milestone unit='line' n='35'/>
+bietet nur die Hälfte von Neumanns ursp. Plan; die
+symmetrisch dazu gedachte zweite Treppe wurde ihm von
+<hi rend="italic">Boffrand</hi> gestrichen; ausgeführt wäre es weitaus die großartigste
+Treppenanlage der Welt geworden. &mdash; Die Stuckdekoration
+ist von N. bis ins einzelne vorgezeichnet. Seine <milestone unit='line' n='40'/>
+erste Manier im rechten Flügel, voll. 1737, das meiste A. 19. Jh.
+umgeändert. Im Spiegelsaal und Thronsaal beginnt eine gewisse
+Hinneigung zum französischen Louis XV., stärker wird
+sie in der Salle des gardes. In der 1743 gew. <hi rend="g">Kapelle</hi>
+verliert <hi rend="italic">Neumann</hi> die frühere Klarheit seiner Kunstsprache,
+
+
+<pb n='451' id='i458.png'/>
+
+<!-- [P: 451] -->
+
+eine eigentümlich »schwüle, überhitzte« Stimmung tritt ein.
+Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr. geben die Durchschneidung
+mehrerer Ellipsen. In den jüngeren Räumen
+allmähliche Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch
+<hi rend="italic">N. A. de Salins</hi> umgestalteten verkünden den Sieg des Neuklassizismus. <milestone unit='line' n='5'/>
+&mdash; 1750-53 führten <hi rend="italic">G. B. Tiepolo</hi> und sein Sohn
+<hi rend="italic">Domenico</hi> die weltberühmten Deckengemälde im Treppenhaus
+und Kaisersaal aus; die übrigen Maler waren durchweg Deutsche.
+(Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung für den Fürstbischof
+Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp <milestone unit='line' n='10'/>
+und alle vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal
+Geschichte Friedrich Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung
+mit dem Herzogtum Franken verdankt.) Kurz vor
+Tiepolo hatte <hi rend="italic">Joh. Zick</hi> die Decke des Gartensaales gemalt, 1750.
+Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben <milestone unit='line' n='15'/>
+den Deutschen (der beste war <hi rend="italic">Balthasar Esterbauer</hi>) mehrere
+Italiener, die Niederländer <hi rend="italic">Jakob</hi> und <hi rend="italic">Wolfgang v. d. Auwera</hi>,
+nur einen Franzosen, <hi rend="italic">Curé</hi>. Die unvergleichlich prachtvollen
+Schmiedearbeiten sind vom Tiroler <hi rend="italic">J. G. Oegg</hi>. Die ältesten
+Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von <hi rend="italic">Castelli</hi> 1724-28. <milestone unit='line' n='20'/>
+Kaisersaal, Weißer Saal und andere Paradezimmer der Ostfront
+von <hi rend="italic">Anton Bossi</hi>, das Grüne Zimmer von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>
+1770, ebenso der schon zum Klassizismus übergehende Fürstensaal.
+&mdash; 1765-70 die Abrundung des Residenzplatzes durch
+die Arkaden und den »Gesandtenbau« von <hi rend="italic">J. Geigel</hi>; der <milestone unit='line' n='25'/>
+korrespondierende »Rosenbachsche Hof« auf der NSeite ist älter
+(vielleicht von <hi rend="italic">Greising</hi>). Die dekorative Plastik im Treppenhaus
+und später die im Garten von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnbauten</hi>. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine
+sich augenfällig machende Formen; gut, wenn auch nicht <milestone unit='line' n='30'/>
+zahlreich vertreten die Renss. des 16. und 17. Jh., ganz hervorragend
+das 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Adelshöfe der Renss.</hi>: Curia Tannenberg am Paradeplatz
+1575. Das jetzige bischöfl. Palais, früher Echterscher
+Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8 reicher Erker, in der Hauskapelle <milestone unit='line' n='35'/>
+Alabasteraltar von <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>. Von demselben Meister
+der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1. Der
+Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll, namentlich
+die Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil
+einer einst umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. <milestone unit='line' n='40'/>
+München]. Ehrmannsches Haus Augustinerstr. 1, im Hof
+Fachwerk mit ausgezeichnet schönen Schnitzereien 1547.
+Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien
+stark unter Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche Haus
+von 1634, Neubaustr. 2. Seebachhof Domerschulgasse 3 mit
+<pb n='452' id='i459.png'/>
+<!-- [P: 452] -->
+got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von 1626. Hof zum
+Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden
+Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem
+Eckerker aus dem 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Barock</hi>. Seit E. 17. Jh. Von <hi rend="italic">Petrini</hi> oder unter seinem <milestone unit='line' n='5'/>
+Einfluß: Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90,
+Pleicherschulhaus 1695. Von <hi rend="italic">Greising</hi> mehrere Häuser der
+Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no 14 verändert 1736,
+im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer und
+Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, <milestone unit='line' n='10'/>
+daneben 7 und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Rokoko</hi>. Von <hi rend="italic">Neumann</hi> oder unter seinem Einfluß: sein
+eigenes Haus (Hof Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse;
+Haus des Hofkanzlers v. Fühler, Bronnbachergasse 8, anno
+1724. Huttenschlößchen 1725, in der Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. <milestone unit='line' n='15'/>
+Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao. 1747.
+Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie.
+Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern
+in der Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat
+das Haus zum Falken (Marktplatz 9) mit Neumann nichts <milestone unit='line' n='20'/>
+zu tun; stuckierte Fassadendekoration von glänzender Munterkeit,
+echt deutsche Fassung des Rokoko.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="g">Im Übergang zum Klassizismus</hi>: Domstr. 19.
+Bahnhofstr. 11.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Votivstatuen und Reliefs</hi> an Privathäusern noch in großer <milestone unit='line' n='25'/>
+Menge erhalten; keine andere Stadt Deutschlands (außer
+Mainz) kann sich darin mit Würzburg messen; gute got. Exemplare
+Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und Johanniterstr.
+ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die besten
+von jüngeren Mitgliedern der Familie <hi rend="italic">v. d. Auwera</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brunnen</hi> auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der
+<hi rend="g">Vierröhren-Br.</hi> 1766 von <hi rend="italic">Lucas v. d. Auwera</hi>, recht
+»zopfig«. In anmutiger Maskereinatürlichkeit der <hi rend="g">Fischer-Brunnen</hi>
+am Fischmarkt und der <hi rend="g">Bäcker-Br.</hi> in der
+Semmelgasse, beide von <hi rend="italic">Michael Daniel Köhler</hi> † 1778. <milestone unit='line' n='35'/>
+<hi rend="g">Dreikronen-Br.</hi> 1779. Ceres-Br. um 1790, von <hi rend="italic">Nickel</hi>.
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Luitpold-Museum</hi> mit wichtigen Resten Würzburger Plastik.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Universitäts-Bibliothek</hi>. Frühromanische Elfenbeinreliefs,
+Bilderhandschriften, Skizzenbuch <hi rend="italic">Balthasar Neumanns</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Universitäts-Sammlungen</hi>, wichtig für fränkische Plastik und <milestone unit='line' n='40'/>
+Malerei.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WURZEN.</hi> K Sachsen AH Grimma.
+</p><p>
+<hi rend="bold">»Dom«</hi>. Den ältesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m)
+bildet im W eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden,
+urspr. flachgedeckt, im ganzen ähnlich der Frauen-K.
+
+
+<pb n='453' id='i460.png'/>
+
+<!-- [P: 453] -->
+
+zu Grimma. Erweiterungen 13., 14., 16. Jh., neugot rest.
+1817. &mdash; <hi rend="g">Steinstatuen</hi>, zum Chorbau von 1513 gehörig,
+jetzt im Lhs.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1491.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WÜSTHEUTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1804. Gewölbter Quaderbau, noch ganz in
+dem herkömmlichen Eichsfelder Bar. Typus.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>WYHRA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher Bau von 1494; die auch für das Lhs.
+(1sch. 3jochig) beabsichtigten Gewölbe nur im Chor (eingezogen <milestone unit='line' n='10'/>
+2 Joche und 5/8 Schluß) zur Ausführung gelangt.
+</p>
+
+</div>
+
+<div>
+<index index="toc" />
+<head><title>Z</title></head>
+<p>
+ <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZABELSTEIN.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung
+im Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur
+spärliche Reste. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZAHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch.
+kreuzf. Von den urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale.
+Im W rck. Turm, unten Granit, oben got. Backstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEHISTA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend="bold">Schloß</hi>; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut
+1736 vom Gf. Brühl.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEIGERHEIM.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der
+Turm, wie oft üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; <milestone unit='line' n='30'/>
+Chor verlängert und beide Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.;
+Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken des O- und WGiebels
+zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl. Chor-Joches
+erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne
+Emporen des Sch. 1715. &mdash; Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um <milestone unit='line' n='35'/>
+1490, vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi>
+1499.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEIL.</hi> UFranken BA Haßfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr
+W). Im Chor reiches <hi rend="g">Deckengemälde</hi> von <hi rend="italic">J. P. <milestone unit='line' n='40'/>
+Herrlein</hi> 1761. <hi rend="g">Altäre</hi> um 1730. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 1379, eine
+zweite A. 14. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Golgatha-Kap.</hi> mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem
+von 4 Sll. getragenen Dach, 1623.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk.
+</p>
+
+
+<pb n='454' id='i461.png'/>
+
+<!-- [P: 454] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rentamt</hi> (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb.
+von Lothar Franz v. Schönborn gegen 1700.
+</p>
+
+<p>
+Mehrere gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. No 126 von 1689 mit besonders
+reichem Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEILFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='5'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische
+ma. Anlage, 1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber
+Turm. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEILITZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß</hi> des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen
+Bauten der Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr.
+Hof. Innen einige sehr vornehm dekorierte Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEITHAYN.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. &mdash; Schleinitzsches <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Wandgrab</hi> 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur
+in reicher Umrahmung von Marmorsll. <hi rend="g">Doppelgrab</hi>
+1620.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEITZ.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Michael</hi>. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen <milestone unit='line' n='20'/>
+und der Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere,
+in Thüringen durch kein älteres Beispiel beglaubigte Motiv
+ist das Fehlen genauerer Datierung besonders zu bedauern.
+Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot. gegen 1300.
+Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die <milestone unit='line' n='25'/>
+bmkw. <hi rend="g">Wandgemälde</hi> des Chors mit Stuckauftrag an
+Nimbus und Gewandsäumen. Von den einst 12 Kolossalfigg.
+(2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. &mdash; Spätgot. Umbau
+als Hallen-K. nach der Zerstörung durch die Hussiten 1429.
+Spätgot. Wandgemälde, darunter <hi rend="g">Totentanz</hi>. Übermalt <milestone unit='line' n='30'/>
+mit einem kolossalen <hi rend="g">S. Christophorus</hi>. Die Gemäldespuren
+im Qsch. frühgot. In der Sakristei guter bar. <hi rend="g">Ölberg</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schloß-K. S. Peter u. Paul</hi>. (Bis zur Verlegung des Bistums
+nach Naumburg im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die <milestone unit='line' n='35'/>
+Krypta, erb. 974 ff., erweitert nach 1032, die Gwbb. aus
+12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den Stand der ottonischen
+Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4 Säulen,
+in denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit
+mühsamen Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend <milestone unit='line' n='40'/>
+ein nach der Würfelform tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl
+in flachem Relief aufgerollte Akanthusstengel ausgearbeitet
+sind. &mdash; Von der Basilika des 12. Jh. hat sich erhalten
+die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTürme.
+&mdash; 1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den
+ähnlich wie im Erfurter Dom gegliederten Bündelpfll. 13
+<pb n='455' id='i462.png'/>
+<!-- [P: 455] -->
+lebensgroße <hi rend="g">Standbilder</hi>. Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>, Becken
+vierpaßförmig, Fuß als attische Basis. An den Wänden ein
+<hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> in Alabaster aus 16. Jh. und 7
+<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche
+Zinnsärge aus der Familie der Herzöge von Sachsen-Zeitz. <milestone unit='line' n='5'/>
+16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration
+mißhandelt) im Kreuzgang.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen
+1400 verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum
+Kreuzgang gezogen, oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). <milestone unit='line' n='10'/>
+&mdash; In einem Raum des ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer
+des Gymnasiums) bmkw. Spuren von <hi rend="g">Wandmalerei</hi>
+des 15. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> neu. Aus der alten die <hi rend="g">Glocken</hi> (wahrscheinlich
+von <hi rend="italic">F. Eisenberg</hi>), ein <hi rend="g">Gemälde</hi> <hi rend="italic">Cranachs d. Ä.</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stephans-K.</hi> An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1502-09 von <hi rend="italic">Sebald Waldstein</hi> aus Altenburg. Bezeichnend
+für die letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition
+beruht auf der Kontrastierung der ganz schlichten, <milestone unit='line' n='20'/>
+durch unregelmäßige Fensterreihen schwach belebten Wände
+mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus gebrannten
+Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen
+Satteldachs (rest. 1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit
+4 Rippengwbb. eingedeckt. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme,
+in den herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit
+Kassettendecke. &mdash; Bmkw. <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 14-16. Jh., von
+ihr 6 Türme erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZELL A. M.</hi> bei Würzburg UFranken. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst. Oberzell</hi>. Gegr. 1128. Der Bau bald
+darauf beg. Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838
+z. T. wieder abgetragen). M. 17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt,
+unter Abt Hammerich (1692-1720) stuckiert, WFassade
+bez. 1696. &mdash; Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom. Lhs. <milestone unit='line' n='35'/>
+gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen
+aus der Klasse der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden,
+die Sll. verjüngt und geschwellt, die att. Basen eckblattlos,
+die Würfel-Kaptt. jetzt vom Stuck verdeckt. Im WBau ist
+die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der urspr. Anlage <milestone unit='line' n='40'/>
+nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten Öffnungen
+(jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am
+1. Joch des südl. Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang.
+Die 1696 vorgeblendete Sandsteinfassade ist mit jonischen
+Pilastern 1geschossig gegliedert; Statuen von <hi rend="italic">Maucher</hi>. &mdash;
+
+
+<pb n='456' id='i463.png'/>
+
+<!-- [P: 456] -->
+
+<hi rend="g">Stiftergrabmal</hi> 1604, wohl nach got. Vorbild. &mdash;
+<hi rend="g">Klostergebäude</hi> 1744-60. Keine von den ganz
+großen Anlagen, aber in der reichen und vornehmen Behandlung
+ihres Meisters, <hi rend="italic">Balth. Neumanns</hi>, würdig. Die Fassade
+in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke Hälfte <milestone unit='line' n='5'/>
+(Abteiflügel) nicht ausgeführt; im Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß,
+Mezzanin in ausgeprägter Kontrastierung; die
+Endrisalite wenig, das mittlere stark herausgehoben. Im
+Treppenhaus interessiert vor allem die Raumlösung; die
+Dekoration nicht hervorragend. Die Innenräume (Kapitelsaal, <milestone unit='line' n='10'/>
+Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck dekoriert.
+Im Erdgeschoß <hi rend="g">Deckengemälde</hi> von <hi rend="italic">Franz
+Asam</hi> 1758 (dem Sohn Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus
+M. oder 2. H. 12. Jh., durch die Seltenheit derartiger Anlagen
+(vgl. Bd. IV, Remagen) besonders interessant. Geteilt in <milestone unit='line' n='15'/>
+Einfahrt für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen, Gewände
+und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschluß
+des Torbaues durch Rundbogenfries. &mdash; Reich behandelte
+<hi rend="g">rom. Säulenreste</hi>, wohl vom Kreuzgang, an mehreren
+Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell</hi>. Von dem urspr.
+Doppelklst. abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte
+Verlegung in größere Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt.
+1609-11 Neubau von einem »welschen Baumeister«. Trotzdem
+in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden Formen, <milestone unit='line' n='25'/>
+1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk. Vom alten
+Bau blieb erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite,
+der 5geschossige rom. Turm. Die K. seit der Aufhebung des
+Klst. 1803 profaniert. &mdash; <hi rend="g">Klausurgebäude</hi> renss., aus
+der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZELLA-ST.-BLASII.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZELLA a. d. Werra.</hi> Sachsen-Weimar. VB Eisenach.</p>
+<p>
+<hi rend="bold">Propsteigebäude</hi>, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592.
+Ringmauer. <milestone unit='line' n='35'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZELLA</hi> b. Dermbach. Sachsen-Weimar.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten
+Leistungen aus der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften
+Tätigkeit des katholischen Kirchenbaues in dieser Gegend.
+Prächtige Sandsteinfassade auf geschweiftem Gr. und mit <milestone unit='line' n='40'/>
+Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes
+von Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Würdevolle
+<hi rend="g">Altarausstattung</hi>. Gutes <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit
+Grablegung Christi um 1500. Schönes <hi rend="g">Silbergerät</hi>
+
+
+<pb n='457' id='i464.png'/>
+
+<!-- [P: 457] -->
+
+ca. 1780-90. &mdash; <hi rend="g">Propsteigebäude</hi> 1718. Reich dekorierter
+Festsaal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZELLA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi>, jetzt für landwirtschaftliche
+Zwecke umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar <milestone unit='line' n='5'/>
+eine ziemlich große 1sch. rom. Anlage.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZELLINGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1785 von <hi rend="italic">Geigel</hi>. 1sch. Saal mit Muldendecke und
+eingezogener Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt
+sich aus der Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. <milestone unit='line' n='10'/>
+Das Innere ziemlich reich klassizistisch dekoriert von <hi rend="italic">Materno
+Bossi</hi> (vgl. Kirchheim), mehr mit dem Pinsel als mit
+Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem Stuckmarmor,
+auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mariahilf-Kap.</hi> Bmkw. die <hi rend="g">Altäre</hi> von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi> 1788. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+ <p><hi rend='bold'>Rathaus.</hi> A. 17. Jh., einfach. <hi rend="g">Markttor</hi> E. 15. Jh. mit
+behäbiger Bar.Haube.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEUCHFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener
+rck. Chor mit frgot. Dreifenstergruppe. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEUBELRIED.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen.
+Um 1300. Im Detail noch rom. Erinnerungen. &mdash; Bmkw.
+<hi rend="g">Renss. Kanzel</hi> 1598. Über dem NPortal <hi rend="g">Statue</hi> des
+h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. <hi rend="g">Ölberg</hi> E. 15. Jh. &mdash; Gute <milestone unit='line' n='25'/>
+<hi rend="g">Bildstöcke</hi> 18. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZEUZLEBEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung.
+Turm nach 1602.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZIEGELHEIM.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. <milestone unit='line' n='30'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule.
+Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und
+dem langgestreckten Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus.
+Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher Durchsteckung der Rippen.
+&mdash; Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut. Gleichzeitig die <milestone unit='line' n='35'/>
+Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis
+Luthers.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZIEGENHAIN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich
+spgot. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+Ehem. <hi rend="bold">Landratsamt</hi>, 1659 in noch ma. Weise.
+</p>
+
+<p>
+Große <hi rend="bold">Fruchtspeicher</hi> von 1543 und 1577.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> aus 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZIEGENHAIN</hi> b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh.
+
+
+<pb n='458' id='i465.png'/>
+
+<!-- [P: 458] -->
+
+Langer Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus,
+jetzt dachlos, Portal vom selben Steinmetzen, wie die Portale
+der Stadt-K. in Jena. &mdash; Reste eines spgot. <hi rend="g">Schnitzaltars</hi>
+und spgot. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. Hübsche renss.
+<hi rend="g">Weinkanne</hi> 1610; Rest einer <hi rend="g">Kirchenfahne</hi> aus <milestone unit='line' n='5'/>
+2. H. 15. Jh. Bar. <hi rend="g">Kanzelbau</hi> auf 4 Palmbäumen. &mdash; Von
+den 3 <hi rend="bold">Burgen</hi> oberhalb Ziegenhain jetzt nur ein runder frrom.
+Bergfried erhalten, der sog. <hi rend="g">Fuchsturm</hi> (Haube 1909).
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZIEGENRÜCK.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> einfachst spgot. mit Flachdecke. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZIERENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose
+Kaptt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und
+ehem. 4 Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590. <milestone unit='line' n='15'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> aus 16. und 17. Jh.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ringmauern</hi> z. T. erhalten.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZILLBACH.</hi> Sachsen-Weimar B Dermbach.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Kirche</hi> im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür
+bez. 1595. Das neue <hi rend="g">Jagdschloß</hi> 1790. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZIPSENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste
+got. Dorf-K. des Kreises.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZITTAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Johannis-K.</hi> Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, <milestone unit='line' n='25'/>
+durch Brand 1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf
+von <hi rend="italic">Andr. Hünigen</hi> (mit Beibehaltung des alten NTurms).
+3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden Enden in den 1/2Kr.
+übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen durchsetzten
+Sschiffe flachgedeckt. &mdash; Konstruktionsfehler nötigten <milestone unit='line' n='30'/>
+im 19. Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von
+<hi rend="italic">Schinkel</hi>. Das Mittelstück der Fassade neukomponiert, das
+Innere mit schmucklosem Detail. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>
+des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des
+Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. <milestone unit='line' n='35'/>
+Interessantes <hi rend="g">Hungertuch</hi>, Ölmalerei auf Leinwand,
+die 6,80 m br., 8,20 m h. Fläche in 90 Felder geteilt; wohl
+vom Franziskanerkonventualen <hi rend="italic">Vincentius</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Petri-Pauli-K.</hi> (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht
+planmäßig zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere <milestone unit='line' n='40'/>
+Nikolaus-Kap., jetzt Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot.
+Detail mit rom. Erinnerungen. 2) Chor gegen 1293. Gestrecktes
+Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in Backstein)
+auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in
+Backsteinformen. &mdash; Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes
+
+
+<pb n='459' id='i466.png'/>
+
+<!-- [P: 459] -->
+
+Chorgestühl 15. Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die
+Kanzel. Empore in kräftigem Holzwerk. Am Ssch. die <hi rend="italic">Noack</hi>sche
+<hi rend="g">Betstube</hi> mit guter Fassade, 1696. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi>.
+Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen.
+Auf dem Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit <milestone unit='line' n='5'/>
+vorzüglichen eisernen Gittern. &mdash; <hi rend="g">Klostergebäude</hi>.
+Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlügel
+1662.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frauen-K.</hi> Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört.
+Nur der Chor mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) <milestone unit='line' n='10'/>
+Die Formen im Übergangsstil, etwa 1260-80, weisen auf
+böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit vorgotisch. Denkmäler
+in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch.
+werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine
+Doppelarkade abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt <milestone unit='line' n='15'/>
+sich die polyg. (5/8) Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster.
+Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg., Rippen derb rck., teils
+auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf gestielten
+Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten
+zierlich gegliedert. &mdash; Im <hi rend="g">Altarbau</hi> von 1619 eine schöne <milestone unit='line' n='20'/>
+spgot. <hi rend="g">Madonna</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1619 von <hi rend="italic">Michel Greger</hi>.
+Emporen aus derselben Zeit. Die Wände bergen einen reichen
+Schmuck von hölzernen <hi rend="g">Bar. Epitaphen</hi>. Die <hi rend="g">steinernen
+Denkmäler</hi> an den Außenseiten opulent und
+meist von guter Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag.
+Lhs. quadr. mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger
+Stern entwickelt. Eingezogener Chor. Material Sandstein. &mdash;
+Der <hi rend="g">Gekreuzigte</hi> mit Maria und Johannes, gute Schnitzw.
+aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
+außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich
+von den Gruft-Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu
+luxuriös, so die Mönchsche um 1710, die Schrönsche um 1720,
+die Finksche um 1730.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K.</hi> (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. <milestone unit='line' n='35'/>
+mit 3/8 Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke
+des 17. Jh. Die Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest.
+Portal und Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch
+mannigfaltige Einbauten recht malerisch. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Altes Gymnasium</hi> 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs.
+Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach.
+† 1580.
+</p>
+
+<p>
+Vom <hi rend="bold">Rathaus</hi> des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die
+Keller erhalten.
+</p>
+
+
+<pb n='460' id='i467.png'/>
+
+<!-- [P: 460] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marstall</hi>, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511.
+Der mächtige Dachraum im 18. Jh. umgebaut.
+</p>
+
+<p>
+Von den einst zahlreichen <hi rend="bold">Brunnen</hi> haben sich die folgenden,
+durchweg plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen
+1585, Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen <milestone unit='line' n='5'/>
+1708, Schwanenbrunnen 1710.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände
+1589 und 1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.)
+a) <hi rend="g">Fr.Renss.</hi> Neustadt 32 und 34, prächtige Sandsteintore.
+b) <hi rend="g">Sp.Renss.</hi> Markt 3 und 15, Bautzener Str. 2 und 11. <milestone unit='line' n='10'/>
+c) <hi rend="g">Fr.Bar.</hi> Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23
+von 1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail,
+Eindringen Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum Johanniskirchhof
+zu beachten, d) <hi rend="g">Sp.Bar.</hi> Markt 9 von 1710,
+7 Fenster br., guter Aufbau und prächtiges Detail; Weberstr. 20 <milestone unit='line' n='15'/>
+von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt 16, Bautzener
+Str. 6 von 1745. e) <hi rend="g">Rok.</hi> Lebhafte Bautätigkeit nach Stadtbrand
+1757. Markt 13 von 1767.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Städtisches Museum</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZÖBLITZ.</hi> K. Sachsen Kr. Marienberg. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1729 von <hi rend="italic">J. Ch. Simon</hi>, sehr einfach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZORBAU.</hi> Pr. Sachsen AH Querfurt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für
+die rom. Apsis; alles sehr entstellt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZÖRBIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. <milestone unit='line' n='25'/>
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest.
+ohne Interesse.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZÖSCHAU.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs.
+flachgedeckt, der eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel <milestone unit='line' n='30'/>
+zwischen mächtigen Gurtbgg., darüber der Turm (in jetziger
+Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der Halbkugel gewölbt, die
+Fenstergewände z. T. alt. &mdash; Granitener rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>
+im Gutspark. Spgot. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. Guter
+<hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1520, besonders die Relieffig. des Schreins, <milestone unit='line' n='35'/>
+S. Nikolaus, von sorgfältigster Ausbildung.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZSCHAITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken.
+&mdash; Stattlicher <hi rend="g">Altarbau</hi> mit Gemälden 1655, <hi rend="g">Kanzel</hi>
+1656. <milestone unit='line' n='40'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZSCHEILA.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor,
+kreuzgewölbt, M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZSCHEIPLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
+</p><p>
+Ehem. <hi rend="bold">Klst.K.</hi>, rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem
+
+
+<pb n='461' id='i468.png'/>
+
+<!-- [P: 461] -->
+
+Typus einer Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs
+ausgezeichnet.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZSCHEPPLIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Backsteinbau. &mdash; Frrenss. <hi rend="g">Taufstein</hi> mit
+figürl. Reliefs. Mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi> des 17. Jh., für dieses <milestone unit='line' n='5'/>
+Gebiet von guter Qualität.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZSCHOPAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
+</p><p>
+<hi rend="bold">Martins-K.</hi> E. 15. Jh., oft erneuert.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Burg</hi> alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz;
+aus Ma. der starke runde Bergfried. <milestone unit='line' n='10'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZWÄTZEN</hi> b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
+<p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen
+Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge.
+<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1517, guter thüringischer Durchschnitt. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
+von Deutschordensrittern, deren Embleme auch am <milestone unit='line' n='15'/>
+<hi rend="g">Kanzelbau</hi> (Zopf). &mdash; Die Komtureigebäude gänzlich
+verbaut.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZWETHAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit
+gekuppelten Schallöffnungen. <milestone unit='line' n='20'/>
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='ort'>ZWICKAU.</hi> K. Sachsen Kreishauptstadt.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter
+1465-1506. Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt
+der Gr. viele Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau.
+Querschifflose Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. <milestone unit='line' n='25'/>
+Nur deutet der zuerst begonnene Chor auf die ursp. Absicht,
+die Ssch. schmäler zu halten; er schließt mit 5 Seiten des 16Ecks.
+Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h. Die äußere Erscheinung
+reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der Erzgebirgsschule;
+die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl <milestone unit='line' n='30'/>
+als die zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender,
+wenn auch einigermaßen einförmig wirkender Weise mit
+blindem Stab- und Maßwerk, durchflochtenen Kielbögen usw.
+überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht der Rundbogenfries
+wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom. Motivs; <milestone unit='line' n='35'/>
+an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters
+naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). &mdash;
+Die Kirche nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung
+eine bevorzugte Stellung ein. Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi>
+von <hi rend="italic">Michael Wolgemut</hi> aus Nürnberg 1479; 4 bewegl. <milestone unit='line' n='40'/>
+und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die
+Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk;
+alles übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung,
+Geburt, Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung
+Ölberg, Geißelung. Kreuztragung, Kreuzigung. &mdash;
+
+
+<pb n='462' id='i469.png'/>
+
+<!-- [P: 462] -->
+
+<hi rend="g">Taufstein</hi>, Kelchform in blühender FrRenss. 1536, vielleicht
+von <hi rend='italic'>Hans Speck</hi>. &mdash; Sicher von diesem die <hi rend='g'>Kanzel</hi>,
+z. T. in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür;
+Schalldeckel 1651. &mdash; Reste von <hi rend='g'>Chorstühlen</hi> mit Laubwerk,
+Getier und Fratzen, E. 15. Jh. Prunkvoller <hi rend='g'>Ratsstuhl</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
+von 1617. <hi rend='g'>Kalandstübchen</hi> in der südwestl. Turmempore
+mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um
+1540. Bemalte Orgeltürflügel 1627. &mdash; <hi rend='g'>Heiliges Grab</hi>,
+bez. 1507; aus Lindenholz geschnitzter freistehender Schrein
+mit hohem turmartigem Aufbau; das figürl. Element tritt <milestone unit='line' n='10'/>
+gegen das architektonische zurück. &mdash; <hi rend='g'>Freigruppe</hi> der
+Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz,
+noch in der feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel
+und tief gedacht; unter den deutschen Bildhauerarbeiten dieser
+Epoche verdient dies anonyme (neuerdings von Flechsig dem <milestone unit='line' n='15'/>
+Zwickauer <hi rend='italic'>Peter Bauer</hi> zugeschriebene) Werk einen hohen
+Rang. &mdash; <hi rend='g'>Grabsteine</hi> und besonders <hi rend='g'>Gedenktafeln</hi>
+in sehr großer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer
+1560, die meisten heraldisch. Freigrab nebst Epitaph für
+Karl v. Bose 1637. Von den über den Emporen hängenden <milestone unit='line' n='20'/>
+Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der
+Art des <hi rend='g'>Schreckenfuchs</hi>; Joh. Zochendorf 1662, farbiges,
+plastisches Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich
+† 1674, lebendgroße, lebendig behandelte Holzfig.; Bürgermeister
+Mühlpfort † 1534; unbekannte Stifterfamilie 1559 <milestone unit='line' n='25'/>
+bez. <hi rend='italic'>W. K.</hi> (<hi rend="italic">Wolf Kirchner</hi>?). &mdash; Unter den <hi rend='g'>Altargeräten</hi>
+Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst.
+Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister <hi rend='italic'>M W</hi> 1622, Hostienbüchse
+<hi rend='italic'>C W</hi> 1661.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Katharinen-K.</hi> gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen <milestone unit='line' n='30'/>
+umgebaut, zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor
+und die Sakristei aus 14. Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufügung
+von Ssch. in Hallenkirche umgewandelt. Das
+schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh. entcharakterisiert. &mdash;
+<hi rend='g'>Altarwerk</hi>, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von <milestone unit='line' n='35'/>
+Hans v. Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. &mdash;
+<hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Hans Speck</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante
+<hi rend='g'>Glasgemälde</hi> bez. <hi rend='italic'>C. R.</hi> 1581. <hi rend='g'>Silberschatz</hi>.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Gewandhaus</hi> 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. <milestone unit='line' n='40'/>
+Formen in einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='bold'>Schloß Osterstein</hi>, für Kurfürst August ausgebaut von <hi rend='italic'>Hans
+Irmisch</hi> 1565-85; sehr entstellt.
+</p>
+
+
+<pb n='463' id='i470.png'/>
+
+<!-- [P: 463] -->
+<p>
+<hi rend='ort'>ZWÖNITZ.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
+</p><p>
+<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb.
+durch Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung
+aus Holz, gut erhalten, die Emporenträger in Gestalt von
+Palmbäumen.
+</p>
+
+
+<pb id='i471.png'/>
+
+<p>
+[Blank Page]
+</p>
+</div></div>
+
+<div>
+<pb id='i472.png'/>
+<index index="toc" />
+<head><title>Ortsverzeichnis<lb />
+geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken.</title></head>
+
+<div>
+<head><title>Königreich Sachsen.</title></head>
+
+<div>
+<head><title>Kreishauptmannschaft Bautzen.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bautzen.</hi> Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental.
+Gaussig. Göda. Gröditz. Großhartau. Guttau. Kleinbautzen.
+Klix. Königswartha. Malschwitz. Miekel. Neschwitz. Niedergurig.
+Oberneukirch. Pannewitz. Radibor. Rammenau.
+Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kamenz.</hi> Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Großröhrsdorf.
+Höckendorf. Königsbrück. Krakau. Marienstern.
+Nebelschitz. Obergersdorf. Oberlichtenau. Ossling. Prietitz.
+Pulsnitz. Ralbitz. Röhrsdorf. Rosental. Schwepnitz.
+ </p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Löbau.</hi> Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach.
+Eibau. Friedersdorf. Glossen. Großhennersdorf. Herrnhut.
+Herwigsdorf. Hochkirch. Kittlitz. Kottmarsdorf.
+Lauske. Lawalde. Neugersdorf. Neusalza. Niederruppersdorf.
+Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz. Ruppersdorf.
+Schönau. Spremberg. Taubenheim. Weißenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zittau.</hi> Althörnitz. Bertsdorf. Gießmannsdorf. Großschönau.
+Grunau. Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhörnitz.
+Joachimstein. Karlsfried. Königshain. Leuba. Lückendorf.
+Mariental. Niederoderwitz. Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin.
+Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau. Seifhennersdorf. Seitendorf.
+Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Kreishauptmannschaft Dresden.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dippoldiswalde.</hi> Bärenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising.
+Glashütte. Hennersdorf. Höckendorf. Lauenstein.
+Lungwitz. Niederpretzschendorf. Possendorf. <reg orig='Reichards-|grimma.'>Reichardsgrimma.</reg>
+<pb n='466' id='i473.png'/>
+<!-- [P: 466] -->
+Ruppendorf. Schmiedeberg. Seebach. Seifersdorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dresden-Altstadt.</hi> Brießnitz. Döhlen. Fördergersdorf. Grillenburg.
+Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nöthnitz.
+Oberpesterwitz. Plauen. Räcknitz. Somsdorf. Tharandt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dresden-Neustadt.</hi> Großeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz.
+Kaditz. Kleinwolmsdorf. Kötzschenbroda. Lausa.
+Leuben. Lomnitz. Loschwitz. Moritzburg. Niederlößnitz.
+Oberlößnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg. Schönfeld.
+Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Freiberg.</hi> Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch.
+Pfaffroda. Purschenstein. Sayda. Weißenborn.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Großenhain.</hi> Blochwitz. Frauenhayn. Großdittmannsdorf.
+Koselitz. Lauterbach. Ponickau. Riesa. Röderau. Schönfeld.
+Seußlitz. Zeithayn.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Meißen.</hi> Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig.
+Grumbach. Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch.
+Miltitz. Naustadt. Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg.
+Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz. Tanneberg.
+Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pirna.</hi> Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna.
+Eschdorf. Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Großsedlitz.
+Hohnstein. Königstein. Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen.
+Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz. Reinhardtsdorf.
+Röhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz.
+Stolpen. Struppen. Ülbersdorf. Weesenstein. Zehista.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Kreishauptmannschaft Leipzig.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Borna.</hi> Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld.
+Frohburg. Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch.
+Kohren. Lausigk. Mölbis. Nenkersdorf. Niedergräfenhain.
+Ossa. Pegau. Prießnitz. Roda. Roetha. Steinbach. Syhra.
+Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Döbeln.</hi> Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg.
+Großweitzschen. Grünlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf.
+Kriebstein. Leisnig. Marbach. Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf.
+Roßwein. Schönerstadt. Schweta. Tragnitz. Waldheim.
+Zschaitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Grimma.</hi> Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch.
+Brandis. Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Döben. Dornreichenbach.
+Erdmannswalde. Falkenhain. Fremdiswalde.
+Glasten. Grethen. Grubnitz. Klinga. Kössern. Kunitzsch.
+Machern. Müglenz. Mutzschen. Nischwitz. Otterwisch.
+Pommssen. Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen.
+Wasewitz. Wurzen.
+</p>
+<pb n='467' id='i474.png'/>
+<!-- [P: 467] -->
+<p>
+<hi rend="bold">Leipzig.</hi> Baalsdorf. Cröbern. Engelsdorf. Gautzsch. Großzschocher.
+Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal.
+Markranstädt. Podelwitz. Störmtal. Taucha. Thekla.
+Wahren.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Oschatz.</hi> Ablaß. Altmügeln. Altoschatz. Bloßwitz. Borna.
+Bornitz. Calbitz. Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg.
+Jahna. Jakobstal. Kötitz. Kreinitz. Laas. Lampertswalde.
+Leuben. Liptitz. Lonnewitz. Lorenzkirch. Luppa.
+Merkwitz. Mügeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau.
+Schrebitz. Schweta. Stauchitz. Stösitz. Strehla. Zöschau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rochlitz.</hi> Burgstädt. Erlau. Geputzig. Göhren. Gräfenhain,
+Ober-. Kaufungen. Königsfeld. Langenleuba. Markersdorf.
+Mittweida. Neusorge. Niedersteinbach. Penig. Ratendorf.
+Rochsburg. Seelitz. Wechselburg. Wiederau. Wolkenburg.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Kreishauptmannschaft Zwickau.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Annaberg.</hi> Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau.
+Jöhstadt. Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Auerbach.</hi> Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Chemnitz.</hi> Altchemnitz. Bräunsdorf. Einsiedel. Glösa.
+Lugau. Niederfrohna. Niederrabenstein. Röhrsdorf. Stollberg.
+Zwönitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Flöha</hi>. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg.
+Lichtenau. Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg.
+Zschopau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Glauchau.</hi> Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse.
+Thurm. Waldenburg. Ziegelheim.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marienberg.</hi> Forchheim. Groß-Olbersdorf. Lauterbach.
+Olbernhau. Scharfenstein. Wolkenstein. Zöblitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ölsnitz.</hi> Elster. Schönberg. Voigtsberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Plauen.</hi> Geilsdorf. Kauschwitz. Kürbitz. Mylau. Netzschkau.
+Neumark. Pöhl. Reichenbach. Rodersdorf. Straßberg.
+Theuma. Thierbach. Thossen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schwarzenberg.</hi> Carlsfeld. Grünhain. Klösterlein-Zelle. Lößnitz.
+Neustädtel. Schneeberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zwickau.</hi> Altschönfels. Blankenhain. Crimmitschau. Härtensdorf.
+Hartenstein, Hirschfeld. Königswalde. Langenhessen.
+Langenreinsdorf. Neuschönfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrünberg.
+Ruppertsgrün. Schönfels. Stein. Weißenborn.
+Werdau.
+</p>
+</div>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Apolda.</hi> <hi rend="italic">AG Allstedt</hi>: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt.
+<hi rend="italic">Apolda</hi>: Hainichen. Nauendorf. Niederroßla. Niedertrebra.
+
+
+<pb n='468' id='i475.png'/>
+
+<!-- [P: 468] -->
+
+Osmannstedt. Sulza. Utenbach. <hi rend="italic">Buttstedt</hi>: Großneuhausen.
+Gutmannshausen. Hardisleben. Mannstedt. Teutleben.
+<hi rend="italic">Jena</hi>: Altengönna. Ammerbach. Beutnitz. Bürgel. Dornburg.
+Dothen. Frauenprießnitz. Göschwitz. Großlöbichau.
+Großschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz.
+Lehesten. Leutra. Lichtenhain. Lobeda. Löbstedt. Maua.
+Nennsdorf. Neuengönna. Porstendorf. Rodigast. Rothenstein.
+Steudnitz. Talbürgel. Tautenburg. Unterwöllnitz.
+Wenigenjena. Ziegenhain. Zwätzen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Dermbach.</hi> Bremen. <hi rend="italic">Geisa</hi>: Bermbach. Borsch. Buttlar.
+Geismar. Kranlucken. Motzlar. Schleid. <hi rend="italic">Kaltennordheim</hi>:
+Brunnhardtshausen. Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen.
+Helmershausen. Kaltensundheim. Kaltenwestheim. Unterweid.
+Zella. Zillbach. <hi rend="italic">Ostheim</hi>: Lichtenburg. Sondheim.
+Stetten. <hi rend="italic">Vacha</hi>: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort.
+Völkershausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Eisenach.</hi> Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen.
+Kreuzburg. Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal.
+Zella a. d. Werra. <hi rend="italic">Gerstungen</hi>: Berka. Brandenburg.
+Dankmarshausen. Dippach. Frauensee. Großensee. Herda.
+Lauchröden. Sallmannshausen. Untersuhl. <hi rend="italic">Stadtlengsfeld</hi>:
+Lengsfeld. Weilar.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustadt a. d. Orla.</hi> <hi rend="italic">Auma</hi>: Braunsdorf. Schönborn. Traun.
+<hi rend="italic">Neustadt</hi>: Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz.
+Neunhofen. Nieder- u. Oberoppurg. <hi rend="italic">Weida</hi>: Frießnitz. Mildenfurt.
+Münchenbernsdorf. Schüptitz. Veitsberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Weimar.</hi> <hi rend="italic">Blankenhain</hi>: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn.
+Thangelstedt. Tonndorf. (<hi rend="italic">Großrudestedt</hi>:) Eckstedt. Nöda.
+<hi rend="italic">Ilmenau</hi>. <hi rend="italic">Vieselbach</hi>: Großmölsen. Kerspleben. Ollendorf.
+Udestedt. <hi rend="italic">Weimar</hi>: Belvedere. Ehringsdorf. Ettersburg.
+Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt. Mellingen. Oberweimar.
+Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Herzogtum Sachsen-Altenburg.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Altenburg.</hi> Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschütz.
+Rußdorf. Treben. Windischleuba. <hi rend="italic">Meuselwitz</hi>.
+(<hi rend="italic">Ronneburg</hi>:) Großstechau. Kauern. Korbussen. Löbichau.
+Mückern. Posterstein. <hi rend="italic">Schmölln</hi>: Gößnitz. Ponitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Roda.</hi> <hi rend="italic">Eisenberg</hi>: Klosterlausnitz. <hi rend="italic">Kahla</hi>: Altenberge. Bibra.
+Dienstädt. Großkröblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld.
+Neusitz. Oberhasel. Orlamünde. Reinstädt. Schweinitz.
+Wiederkunft. Fröhliche. <hi rend="italic">Roda</hi>: Drackendorf. Kleinebersdorf.
+Lippersdorf. Ottendorf.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<pb n='469' id='i476.png'/>
+
+<!-- [P: 469] -->
+<head><title>Herzogtum Sachsen-Meiningen.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hildburghausen.</hi> <hi rend="italic">Eisfeld</hi>: Brünn. Crock. Sachsendorf. Stelzen.
+Unterneubrunn. <hi rend="italic">Heldburg</hi>: Gellershausen. Gompertshausen.
+Hellingen. Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen.
+<hi rend="italic">Hildburghausen</hi>: Adelshausen. Bedheim. Ebenhards.
+Heßberg. Klosterveilsdorf. Michaelisberg. Roth. Streufdorf.
+Zeilfeld. <hi rend="italic">Römhild</hi>: Behrungen. Haina. Milz. Westenfeld.
+Wolfmannshausen. <hi rend="italic">Themar</hi>: Dingsleben. Henfstedt. Marisfeld.
+Reurieth. Trostadt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Meiningen.</hi> Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra.
+Einhausen. Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie.
+Feldeck. Grimmental. Habesburg, Helba. Henneberg. Hermannsfeld.
+Herpf. Hutsberg. Jüchsen. Landeswehr. Landsberg.
+Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim. Obermaßfeld.
+Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen.
+Sülzfeld. Untermaßfeld. Vachdorf. Walldorf. <hi rend="italic">Salzungen</hi>:
+Allendorf. Altenstein. Dietlas. Feldeck. Frankenberg.
+Frankenstein. Frauenbreitungen. Helmers. Leimbach.
+Liebenstein. Möhra. Oberellen. Schweina. Wildprechtsroda.
+Witzelroda. <hi rend="italic">Wasungen</hi>: Hümpfershausen. Kaltenlengsfeld.
+Maienluft. Metzels. Oepfershausen. Roßdorf. Schwallungen.
+Schwarzbach. Sinnershausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Saalfeld.</hi> <hi rend="italic">Camburg</hi>: Kleingestewitz. Leislau. Münchengosserstädt.
+Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. <hi rend="italic">Gräfental</hi>:
+Lichtentanne. Probstzella. <hi rend="italic">Kranichfeld</hi>: Achelstädt.
+<hi rend="italic">Saalfeld</hi>: Aue am Berg. Gorndorf. Graba. Großkochberg.
+Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pößneck.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Sonneberg.</hi> <hi rend="italic">Schalkau</hi>: Effelder. Meschenbach. Rauenstein.
+<hi rend="italic">Sonneberg</hi>: Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Coburg.</hi> Ahorn. Callenberg. Großheirath. Grub am Forst.
+Hohenstein. Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfüllbach.
+Rosenau. Rossach. Schermeck. Seidmannsdorf. Unterlauter.
+Untersiemau. Watzendorf. Weißenbrunn. <hi rend="italic">Königsberg i. Fr.</hi>:
+Altershausen. (<hi rend="italic">Neustadt</hi>:) Einberg. Fechheim. Mönchröden.
+Oeßlau. <hi rend="italic">Rodach</hi>: Breitenau. Elsa. Gauerstadt. Großwalbur.
+Meeder. Ottowind. Roßfeld. <hi rend="italic">Sonnefeld</hi>: Gestungshausen.
+Hassenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gotha.</hi> Apfelstedt. Günthersleben. Haarhausen. Ichtershausen.
+Ingersleben. Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben.
+Stedten. Sülzenbrücken. Wachsenburg. Warza. <hi rend="italic">Gräfentonna</hi>
+(Tonna): Großfahner. Herbsleben. Volkenrode.
+</p>
+
+
+<pb n='470' id='i477.png'/>
+
+<!-- [P: 470] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ohrdruf.</hi> <hi rend="italic">Liebenstein</hi>: Elgersburg, Gera. Gräfenroda. <hi rend="italic">Ohrdruf</hi>:
+Crawinkel. Georgental. Hohenkirchen. Zella.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Waltershausen.</hi> <hi rend="italic">Tenneberg</hi>: Cabarz. Friedrichroda. Hörselgau.
+Reinhardtsbrunn. <hi rend="italic">Thal</hi>: Ruhla. <hi rend="italic">Wangenheim</hi>: Ettenhausen.
+Friedrichswerth. Großenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frankenhausen.</hi> Göllingen. Ichstedt. Kyffhäuser. Rathsfeld.
+Rothenburg. Seega. Thalleben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rudolstadt.</hi> (<hi rend="italic">Königsee</hi>:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach.
+Unterweißbach. <hi rend="italic">Leutenberg</hi>: Bucha. Burglemnitz. Eyba.
+<hi rend="italic">Rudolstadt</hi>: Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach.
+Schaala. Schwarzburg. Teichweiden. Zeigerheim.
+<hi rend="italic">Stadtilm</hi>: Bücheloh. Griesheim. Paulinzelle.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Arnstadt.</hi> Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf.
+Plaue. Witzleben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Sondershausen.</hi> <hi rend="italic">Ebeleben</hi>: Allmenhausen. Keula. Gehren:
+Großbreitenbach. Langewiesen. <hi rend="italic">Sondershausen</hi>: Bendeleben.
+Großfurra. Jechaburg.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Fürstentum Reuß ältere Linie.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Greitz.</hi> <hi rend="italic">Burgk</hi>: Friesau. Pahnstangen. Röppisch. <hi rend="italic">Greiz</hi>: Fraureuth.
+Gottesgrün. Hermannsgrün.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>Fürstentum Reuß jüngere Linie.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gera.</hi> Geißen. Köstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus.
+<hi rend="italic">Hohenleuben</hi>: Reichenfels.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schleiz.</hi> <hi rend="italic">Hirschberg</hi>. <hi rend="italic">Lobenstein</hi>: Ebersdorf. Harra. <hi rend="italic">Schleiz</hi>:
+Kirschkau. Rödersdorf. Saalburg.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bitterfeld.</hi> Alt-Jeßnitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf.
+Mühlbeck. Talheim. Zörbig.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Delitzsch.</hi> Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg.
+Grebehna. Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld.
+Tiefensee. Zschepplin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Eckartsberga.</hi> Auerstedt. Beichlingen. Burghäseler. <reg orig='Burg-|wenden.'>Burgwenden.</reg>
+<pb n='471' id='i478.png'/>
+<!-- [P:471] -->
+Cölleda. Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf.
+Leubingen. Memleben. Niederholzhausen. Sachsenburg.
+Steinbach. Wolmirstadt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Halle und Saalkreis.</hi> Beesenlaublingen. Böllberg. Brachstedt.
+Buschdorf. Cönnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk.
+Mücheln. Nauendorf. Neutz. Peissen. Petersberg. Reideburg.
+Schlettau. Teicha. Wettin.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Liebenwerda.</hi> Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda.
+Großkmehlen. Großthieming. Langennaundorf. Martinskirchen.
+Mückenberg. Mühlberg. Ortrand. Oschätzchen.
+Prettin. Saathain. Stolzenhain. Uebigau. Würdenhain.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mansfelder Gebirgskreis.</hi> Arnstein. Conradsburg. Ermsleben.
+Falkenstein. Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben.
+Walbeck. Wippra.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mansfelder Seekreis.</hi> Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf.
+Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gödewitz. Heiligental.
+Helfta. Holzzelle. Ihlewitz. Müllerdorf. Pfützental.
+Polleben. Rottelsdorf. Schraplau. Seeburg. Stedten, Unterrißdorf.
+Unterröblingen. Volkmaritz. Wimmelburg. Wormsleben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Merseburg.</hi> Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Cröllwitz.
+Cursdorf. Dehlitz. Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt.
+Lauchstedt. Lössen. Lützen. Röcken. Rössen. Rundstedt.
+Schkeitbar. Treben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Naumburg.</hi> Abtlöbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen.
+Görschen. Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermöllern.
+Pforte. Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schönburg.
+Schulpforte.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Querfurt.</hi> Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U.
+Barnstedt. Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf.
+Burgscheidungen. Dobichau. Ebersroda. Eichstädt.
+Freyburg. Gatterstedt. Göhrendorf. Goseck. Großosterhausen.
+Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrölitz. Mücheln.
+Nebra. Neumark. Niedereichstädt. Obercrumpa. Obereichstädt.
+Obhausen. Pettstädt. Plößnitz. Pödelist. Reinsdorf,
+Roßleben. Sankt-Micheln. Schleberode. Sittichenbach. Spielberg.
+Vitzenburg. Wendelstein. Wilsdorf. Zeuchfeld. Zorbau.
+Zscheiplitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Sangerhausen.</hi> Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen.
+Brücken. Gonna. Görsbach. Grillenberg. Hain. Heringen.
+Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode. Lengefeld. Sittendorf.
+Stolberg. Windehausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schweinitz.</hi> Clöden. Frauenhorst. Gölsdorf. Herzberg. Malitschkendorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Torgau.</hi> Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch.
+
+
+<pb n='472' id='i479.png'/>
+
+<!-- [P: 472] -->
+
+Elsnig. Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda.
+Triestewitz. Zwethau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Weißenfels.</hi> Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Großcorbetha.
+Großpötewitz. Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben.
+Meineweh. Obergreißlau. Obschitz. Pötewitz. Schkölen.
+Untergreißlau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wittenberg.</hi> Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg.
+Zahna.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Zeitz.</hi> Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue.
+Posa. Predel. Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Erfurt.</hi> Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg.
+Windisch-Holzhausen. Wandersleben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Heiligenstadt.</hi> Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde.
+Bischofsstein. Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen.
+Freienhagen. Geisleden. Geismar. Gerbershausen. Groß-Bartloff.
+Günterode. Hanstein. Heuthen. Hilfensberg.
+Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern.
+Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode
+Rengelrode. Rimbach. Röhrig. Rustenberg. Rustenfelde.
+Schachtebich. Schönhagen. Siemerode. Stein. Uder.
+Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld. Wüstheuterode.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Langensalza.</hi> Nägelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrück.
+Vargula.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mühlhausen.</hi> Ammern. Annerode. Dörna. Falken. Helmsdorf.
+Langula. Treffurt. Zella.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Nordhausen</hi> u. Grafsch. <hi rend="bold">Hohenstein</hi>. Ascherode. Bleicherode.
+Dietenborn. Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf.
+Münchenlohra. Nohra. Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schleusingen.</hi> Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah.
+Kühndorf. Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Veßra. Waldau.
+Wiedersbach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Weißensee.</hi> Gangloffsömmern. Griefstedt. Ottenhausen.
+Rohrborn. Sömmerda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Worbis.</hi> Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode.
+Bodenstein. Breitenworbis. Gerode. Groß-Bodungen. Hauröden.
+Kirchohmfeld. Kirchworbis. Neustadt. Reifenstein.
+Scharfenstein. Teistungenburg. Wehnde.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ziegenrück.</hi> Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz.
+Liebengrün. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg.
+</p>
+</div>
+<div>
+<pb n='473' id='i480.png'/>
+
+<!-- [P:473] -->
+<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Cassel.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Cassel.</hi> Breitenbach. Crumbach. Dörnhagen. Elgershausen.
+Eschenstruth. Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren.
+Nordshausen. Oberkaufungen. Waldau. Weimar. Wilhelmshausen.
+Wilhelmshöhe. Wilhelmstal. Windhausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Eschwege.</hi> Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels.
+Germerode. Herleshausen. Hoheneiche. Jestädt. Nesselröden.
+Netra. Schwebda. Wanfried. Willershausen. Wommen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Frankenberg.</hi> Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fritzlar.</hi> Besse. Büraberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen.
+Wabern. Werkel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Fulda.</hi> Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Großenlüder.
+Haimbach. Johannisberg. Kämmerzell. Kleinheilig-Kreuz.
+Margretenhaun. Neuenberg. Neuhof. Oberbimbach.
+Petersberg. Welkers.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gelnhausen.</hi> Alsberg. Altenhaßlau. Aufenau. Birstein.
+Burgjossa. Höchst. Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz.
+Niedermittlau. Orb. Unterreichenbach. Wächtersbach.
+Wirtheim.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gersfeld.</hi> Tann.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hanau.</hi> Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchköbel,
+Hochstadt. Hüttengesäß. Kesselstadt. Langenselbold.
+Niederdorfelden. Rückingen. Rüdigheim. St. Wolfgang.
+Wilhelmsbad. Windecken.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hersfeld.</hi> Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg.
+Philippstal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hofgeismar.</hi> Gottesbüren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen.
+Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg.
+Sababurg. Trendelburg. Wilhelmshausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Homberg.</hi> Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hünfeld.</hi> Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen.
+Wehrda.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kirchhain.</hi> Albshausen. Allendorf. Amöneburg. Anzefahr.
+Langenstein. Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg.
+Stausebach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marburg.</hi> Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf.
+Elisabethbrunnen. Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen.
+Lohra. Mellnau. Michelbach. Nieder-Asphe. Nieder-Walgern.
+Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern. Treisbach. Wehrda.
+Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Melsungen.</hi> Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause.
+<pb n='474' id='i481.png'/>
+<!-- [P: 474] -->
+Dagobertshausen. Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau.
+Mörshausen. Niedermöllrich. Spangenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rinteln.</hi> (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rotenburg.</hi> Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg.
+Nentershausen. Ronshausen. Sontra. Tannenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schlüchtern.</hi> Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg.
+Steinau. Stolzenburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schmalkalden.</hi> Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf.
+Hallenberg. Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg.
+Struth. Trusen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Witzenhausen.</hi> Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau.
+Ludwigstein. Reichenbach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wolfhagen.</hi> Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen.
+Ehringen. Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen.
+Oelshausen. Riede. Volkmarsen. Weidelsburg.
+Wettesingen. Zierenberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ziegenhain</hi>. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg.
+Neukirchen. Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen.
+Schönberg. Schrecksbach. Schwarzenborn. Spießkappel.
+Treysa.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bamberg I.</hi> Altenburg. Buttenheim. Giech. Gügel. Hallstadt.
+Litzendorf. Rattelsdorf. Scheßlitz. Seehof. Stadelhofen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bamberg II.</hi> Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf.
+Lisberg. Schlüsselau. Seußling. Walsdorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Bayreuth.</hi> Bindlach. Bischofsgrün. Eckersdorf. Emtmannsberg.
+Gesees. Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach.
+Obernsees. St. Johannis. Warmensteinach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Berneck.</hi> Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast.
+Nemmersdorf. Neudrossenfeld.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ebermannstadt.</hi> Aufseß. Burggailenreuth. Drügendorf.
+Freienfels. Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck.
+Oberaufseß. Pretzfeld. Streitberg. Waischenfeld. Wonsees.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Forchheim.</hi> Effeltrich. Eggolsheim. Gräfenberg. Hetzlas.
+Hilpoltstein. Jägersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach.
+Leutenbach. Neideck. Neunkirchen. Pinzberg. Regensberg.
+St. Helena. Weißenohe. Wiesenthau. Wildenfels.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Höchstadt a. A.</hi> Büchenbach. Hannberg. Herzogenaurach.
+Mühlhausen. Münchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden.
+Puschendorf. Schlüsselfeld. Sterpersdorf.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hof.</hi> Feilitsch. Oberkotzau.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kronach.</hi> Mitwitz. Steinberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kulmbach.</hi> Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf.
+
+
+<pb n='475' id='i482.png'/>
+
+<!-- [P: 475] -->
+
+Mangersreuth. Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg.
+Sanspareil. Schwarzach. Thurnau. Trebgast. Veitlahm.
+Wernstein. Willmersreuth. Wirsberg. Zwernitz.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Lichtenfels.</hi> Altenkundstadt. Burgkundstadt. Gärtenroth.
+Hochstadt. Isling. Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau.
+Mistelfeld. Naßwang. Schney. Weismain.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Münchberg.</hi> Helmbrechts. Sparneck. Waldstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Naila.</hi> Lichtenberg. Reitzenstein.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Pegnitz.</hi> Betzenstein. Bronn. Creussen. Gößweinstein.
+Lindenhart. Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein.
+Schnabelweid. Tüchersfeld. Volsbach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Rehau.</hi> Hohenberg. Pilgramsreuth.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Stadtsteinach.</hi> Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg.
+Marienweiher. Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck.
+Rugendorf. Seibelsdorf. Untersteinach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Staffelstein.</hi> Banz. Döringstadt. Schottenstein. Seßlach.
+Unterleiterbach. Vierzehnheiligen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Teuschnitz.</hi> Lauenstein. Ludwigstadt.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Wunsiedel.</hi> Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg.
+Kirchenlamitz. Redwitz. Schirnding. Schönbrunn. Thierstein.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<head><title>K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken.</title></head>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Alzenau.</hi> Hörstein. Kälberau. Mömbris. Schöllkrippen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Aschaffenburg.</hi> Großostheim. Hessental. Mespelbrunn.
+Schmerlenbach. Schönrain.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Brückenau.</hi> Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ebern.</hi> Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach.
+Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf.
+Kirchlauter. Leuzendorf. Lichtenstein. Mürsbach.
+Obermerzbach. Pfaffendorf. Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf.
+Rotenhan. Untermerzbach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gemünden.</hi> Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten.
+Höllrich. Homburg. Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck.
+Schönau. Weikersgrüben. Wolfsmünster.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Gerolzhofen.</hi> Abtswind. Alitzheim. Altenschönbach. Astheim.
+Bimbach. Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg.
+Kirchschönbach. Laub. Nordheim. Obereisenheim. Oberschwarzach.
+Prichsenstadt. Rüdenhausen. Sommerach.
+Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid.
+Zabelstein. Zeilitzheim.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hammelburg.</hi> Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt.
+Saaleck. Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg.
+Unterertal. Waitzenbach. Wasserlosen. Windheim.
+</p>
+
+
+<pb n='476' id='i483.png'/>
+
+<!-- [P: 476] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Haßfurt.</hi> Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau.
+Kentzgau. Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried.
+Obertheres. Prölsdorf. Schmachtenberg. Schönbach.
+Schwappach, Ober- und Unter-. Steinbach. Stettfeld. Sylbach.
+Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres. Wonfurt.
+Zeil.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Hofheim.</hi> Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld.
+Bramberg. Bundorf. Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen.
+Goßmannsdorf. Happertshausen. Junkersdorf. Oberlauringen.
+Ostheim. Stadtlauringen. Stöckach. Wettringen.
+Wetzhausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Karlstadt.</hi> Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland.
+Büchold. Bühler. Duttenbrunn. Erbshausen. Eußenheim.
+Fährbrück. Gänheim. Gauaschach. Gramschatz. Himmelstadt.
+Karlsburg. Laudenbach. Müdesheim. Retzbach.
+Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thüngen.
+Wülfershausen. Zellingen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kissingen.</hi> Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben.
+Burglauer. Eltingshausen. Frauenroth. Großwenkheim.
+Lauter. Münnerstadt. Steinach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Kitzingen.</hi> Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim.
+Dettelbach. Efeldorf. Etwashausen. Fröhstockheim. Gerlachshausen.
+Gnötzheim. Groß- und Kleinlangheim. Herrnsheim.
+Mainbernheim. Mainsondheim. Mainstockheim. Marktbreit.
+Marktstett. Michelfeld. Münsterschwarzach. Obernbreit.
+Prosselsheim. Repperndorf. Rödelsee. Schwaneberg.
+Segnitz. Seinsheim. Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wässerndorf.
+Wiesenbronn.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Königshofen.</hi> Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt.
+Eyershausen. Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen.
+Kleinbardorf. Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld.
+Sternberg. Trappstadt. Untereßfeld. Waltershausen. Wildburg.
+Wülfershausen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Lohr.</hi> Maria-Buchen. Neuhütten. Neustadt a. M. Rotenbuch.
+Rotenfels. Steinbach.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Marktheidenfeld.</hi> Böttigheim. Dorfprozelten. Esselbach.
+Fechenbach. Grünau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen.
+Homburg. Karbach. Kreuzwertheim. Lengfurt. Remlingen.
+Stadtprozelten. Trennfeld. Triefenstein. Uttingen.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Mellrichstadt.</hi> Bahra. Eußenhausen. Filke. Fladungen.
+Künsbergk. Leubach. Mauerschedel. Mittelstreu. Mühlfeld.
+Nordheim. Oberfladungen. Oberstreu. Reyersbach. Roßrieth.
+Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Miltenberg.</hi> Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Groß- und
+Klein-Heubach. Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg.
+</p>
+
+
+<pb n='477' id='i484.png'/>
+
+<!-- [P: 477] -->
+
+<p>
+<hi rend="bold">Neustadt a. S.</hi> Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu.
+Hollstadt. Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Obernburg.</hi> Himmeltal.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Ochsenfurt.</hi> Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen.
+Butthart. Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Eßfeld. Euerhausen.
+Frickenhausen. Gaukönigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt.
+Goßmannsdorf. Gützingen. Herchsheim. Hopferstadt.
+Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg. Reichelsburg.
+Rittersheim. Röttingen. Sommerhausen. St. Kunigund.
+Tückelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Schweinfurt.</hi> Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen.
+Ettleben. Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim.
+Grafenrheinfeld. Grettstadt. Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld.
+Holzhausen. Klingenberg. Löffelsterz. Maibach. Mainberg.
+Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen. Reichmannshausen.
+Schwebheim. Sömmersdorf. Werneck. Weyer.
+Wipfeld. Zeuzleben.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Würzburg.</hi> Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn.
+Estenfeld. Gerbrunn. Güntersleben. Heidingsfeld.
+Himmelpforten. Höchberg. Kirchheim. Kleinrinderfeld.
+Kürnach. Lindflur. Maidbronn. Margetshöchheim. Mergelshöchheim.
+Mühlhausen. Oberdürrbach. Oberleinach. Oberzell.
+Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer.
+Rottendorf. Schenkenschloßhof. Stettbach. Teilheim. Thüngersheim.
+Unterdürrbach. Unter-Leinach. Unterpleichfeld.
+Unterzell. Veitshöchheim. Waldbüttelbrunn. Zell.
+</p>
+<pb id='i485.png'/>
+
+<p>
+[Blank Page]
+</p>
+</div>
+</div>
+
+<div>
+<pb n='479' id='i486.png'/>
+<index index="toc" />
+<head><title>Künstlerverzeichnis.</title></head>
+
+
+<p>
+<hi rend="bold">A</hi>B 110.<lb />
+A. L. 317.<lb />
+Adler, Fr. 272.<lb />
+Aglio, A. S. 59.<lb />
+Agostino, Lazzaro 437.<lb />
+Ahrens 420.<lb />
+Albert v. Soest 324.<lb />
+Ammann, Jost 22.<lb />
+Anwander, J. 41. 192. 286.<lb />
+Appiani, Gius. 407. 445.<lb />
+Arnold v. Westfalen
+265. 267. 268. 269. 276. 334.
+348. 349. 389. 390.<lb />
+Asam 11. 95. 456.<lb />
+Auwera, Jakob van der
+95. 438. 449. 451.<lb />
+Auwera, Joh. Wolfgang v. d.
+11. 399. 404. 435. 451.<lb />
+Auwera, Lucas v. d. 452.<lb />
+Auwera, Richt. der 23. 452.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">B</hi>acher, Gideon 219.<lb />
+Backofen u. s. Schule
+21. 69. 70. 161. 167. 186.
+251. 440.<lb />
+Bähr, George
+78. 81. 87. 89. 118. 159. 182.
+192. 203. 247. 248. 304. 368.
+374.<lb />
+Balestra 86.<lb />
+Baratta, Franc. 80. 86.<lb />
+Barthel von Durlach 12.<lb />
+Barthel, Melch. 223. 238.<lb />
+Basler, Peter 139.<lb />
+Basti, Matteo 24.<lb />
+Bauer (Augsburg) 80.<lb />
+Bauer, Peter 462.<lb />
+Beaumont, Adam 204.<lb />
+Beck, Leonh. 444.<lb />
+Beham, H. S. 47.<lb />
+Behem, J. 237.<lb />
+Behringer, Wolf 191.<lb />
+Berger 88.<lb />
+Bergner, Nik. 216 f.<lb />
+Bernini, L. 80. 86. 95.<lb />
+Berwart, Blasius 333.<lb />
+Bestheimer, J. N. 264.<lb />
+Bibiena, Carlo 48.<lb />
+Bibiena, Giuseppe 48.<lb />
+Birkner, Wolfg. 220.<lb />
+Blondel 430.<lb />
+Bock, Hans 176. 408.<lb />
+Bodenstein, Chr. 355.<lb />
+Bodt, Jan de 86. 223.<lb />
+Boffrand, G. 450.<lb />
+Bogenkranz, Zach. 169.<lb />
+Böhm, Franz 40.<lb />
+Böhme d. Ä., Joh. Heinr.
+13. 161. 298. 335. 435.<lb />
+Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130.<lb />
+Bonalino 40. 128. 217.<lb />
+Borcht v. d. 87.<lb />
+Bormann, Jan 160.<lb />
+Bossi, Ant. 447. 451.<lb />
+Bossi, Augustin 73. 398.<lb />
+Bossi, Materno
+92 ff. 133. 210 f. 346. 387.
+445. 447. 451. 457.<lb />
+Bouts, Dirk 244.<lb />
+Braun, Erasmus 35.<lb />
+Braunschweig, Heinrich u.
+Ludolf v. 168 f.<lb />
+Bromeis 206.<lb />
+Brückner, A. 140.<lb />
+Bruigt, Ägid. de 208.<lb />
+Brunner, Melch. 273.<lb />
+
+
+<pb n='480' id='i487.png'/>
+
+<!-- [P: 480] -->
+
+Buchau, Cl. K. 277.<lb />
+Buchner, P, 83f. 223. 278. 309.<lb />
+Bühner 379.<lb />
+Bueler 438.<lb />
+Buttigen (Büdingen?), Conrad v. 12.<lb />
+Butzäus 118.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">C</hi>. B. 391.<lb />
+C. G. 113.<lb />
+C. P. 296.<lb />
+C. R. 462.<lb />
+C. T. R. 6.<lb />
+C. W. 462.<lb />
+Casanova 86.<lb />
+Castelli 6. 173. 451.<lb />
+Cesare, Carlo di 125f.<lb />
+Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296.<lb />
+Conrad von Buttigen 12.<lb />
+Corradini 86.<lb />
+Cotte, R. de 450.<lb />
+Coudroy, Pierre 240.<lb />
+Cranach d. Ä. u. s. Werkstatt
+153. 197. 205. 217. 220.
+224. 238f. 267. 293. 295.
+298. 302. 307. 324. 367. 369.
+393. 413. 419ff. 433. 455.<lb />
+Cranach d. J.
+25. 209. 307. 314. 420. 433.<lb />
+Cranachschule
+2. 14. 57. 121. 168. 180. 190.
+201. 266. 426<corr sic=''>.</corr><lb />
+Curé 451.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">D</hi> 346.<lb />
+Dahlwein 147.<lb />
+Darbes 375.<lb />
+Daucher, Adolf 13.<lb />
+Dauthe 236. 240.<lb />
+David, Chr. 183.<lb />
+Decker 49.<lb />
+Degen, Hans 75.<lb />
+Dehn-Rothfelser, Hans v.
+82. 125. 157. 242. 278. 340.<lb />
+Deibel, Jos. 87.<lb />
+Deisinger 356.<lb />
+Delitzscher, Nickel 407.<lb />
+Dell, Peter d. Ä.
+18. 23. 373. 438. 441.<lb />
+Dell, Peter d. J.
+438. 439. 445. <corr sic='445'>449</corr>.<lb />
+Dientzenhofer, einer der
+41. 136. 369.<lb />
+Dientzenhofer, Georg 39.<lb />
+Dientzenhofer, Johann
+42. 133. 134. 197. 213. 335.
+372. 375.<lb />
+Dientzenhofer, Joh. Leonh.
+136. 314.<lb />
+Dientzenhofer, Just. Heinr. 41.<lb />
+Dientzenhofer, Leonhard
+35. 37. 40. 42. 49. 94. 136.
+193. 246. 406.<lb />
+Diepenbeck 444.<lb />
+Dierks 86.<lb />
+Dieterici 195.<lb />
+Dietrich, Ch. W. E. 70. 101.<lb />
+Dietz 404.<lb />
+Dieussart, Ch. Ph. 47.<lb />
+Dirnstein, Hans 21.<lb />
+Diterich, Bernh. 126. 214.<lb />
+Ditmar (Laienbruder) 325.<lb />
+Ditmar, Valent. 317.<lb />
+Ditterich, Hans 385.<lb />
+Dittmann, Hans 75.<lb />
+Döbner 230.<lb />
+Dörffer, Joh. 346.<lb />
+Dorsch, J. B. 85. 87.<lb />
+Dowher s. Daucher.<lb />
+Drentwett, Ph. H. 80. 203<corr sic=''>.</corr><lb />
+Dreßler, Andr. 201, 311.<lb />
+Dreysigmark, M. 112.<lb />
+Dubut 368.<lb />
+Duck, Joh. 307.<lb />
+Dümpel, Veit 2. 218.<lb />
+Durlach, Barthel von 12.<lb />
+Dürer 13. 119. 266.<lb />
+Du Ry, Charles 206. 430.<lb />
+Du Ry, Paul 203. 205 f. 370.<lb />
+Du Ry, Salomon Louis 428 f.<lb />
+
+
+<pb n='481' id='i488.png'/>
+
+<!-- [P: 481] -->
+
+Du Ry, Simon Louis
+191. 205. 206. 409. 430.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">E</hi>. W. 159.<lb />
+Eberlein, Bernh. 216.<lb />
+Ebhardt, J. Ch. 242.<lb />
+Eckart v. Worms 438. 440.<lb />
+Eckhardt, Ezech. 45. 340.<lb />
+Eckhardt, G. 324.<lb />
+Eckhart, Hans 212.<lb />
+Eiffländer, Hans 78.<lb />
+Einbeck, Konrad v. 168.<lb />
+Eisenberg, F. 455.<lb />
+Emes, Julius 18.<lb />
+Ende, Hans am 239.<lb />
+Enderlein, Caspar 25.<lb />
+Engelhard, Andr. 369.<lb />
+Ermeltraut 443.<lb />
+Ernes, Julius 286.<lb />
+Eschke, K. Ch. 313. 343. 376.<lb />
+Esterbauer, Balth. 451.<lb />
+Exner, Chr. F. 79. 81. 332.<lb />
+Eysenberg, Nik. 101.<lb />
+Eywick, Jonas 370.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">F</hi>. H. 204.<lb />
+Faber, A. W. 56.<lb />
+Fabritius, Kilian 259.<lb />
+Fehre, J. G. 89 f. 118.<lb />
+Feichtmayer, J. M. 11. 407.<lb />
+Feige, J. C. 340.<lb />
+Fesel, Christoph 439. 445.<lb />
+Finck, Joh. 41. 278. 317.<lb />
+Fischer, A. S. 137. 449.<lb />
+Fischer, J. M.<lb />
+133. 155. 157. 432. 445.<lb />
+Fleischer, Gg. 83. 125.<lb />
+Flötner, Peter 13.<lb />
+Fossati 45.<lb />
+Fosse, de la 213. 428.<lb />
+Franz v. Magdeburg 13.<lb />
+Friedeberger, Eberh. 445.<lb />
+Friedemann d. Ä., H.<lb />
+105 f. 108-112.<lb />
+Friedemann d. J., H.,
+105. 110. 112.<lb />
+Fuchs 240.<lb />
+Fuger 163.<lb />
+Fuss, Friedr. 423.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">G</hi>abrieli 446.<lb />
+Gallasini, Andrea 135.<lb />
+Gareis 343.<lb />
+Gärtner 27. 31. 445.<lb />
+Gattinger 11. 438.<lb />
+Gaudreau, Pierre 355.<lb />
+Gedeler, E. 187.<lb />
+Gedeler, G. v. 47.<lb />
+Gehart, Joh. 17. 107. 110 f.<lb />
+Geigel, J. P.
+68. 351. 404. 445. 447.
+451. 457.<lb />
+Genz 420.<lb />
+Gérin 205.<lb />
+Ghezzi, G. 205.<lb />
+Giese, J. A. 435.<lb />
+Glantschnigg, J.A. 91.<lb />
+Godechen, Hnrch. 280.<lb />
+Godefroy, Elias 204.<lb />
+Göding, Heinr. 84. 126. 333.<lb />
+Goldwitzer 118.<lb />
+Gontard, P. K. Ph. 48 f.<lb />
+Göthe, Eosander v. 400.<lb />
+Goethe, Wolfg. v. 233. 420.<lb />
+Gothland, Peter 420.<lb />
+Gottschick, Chr. 222.<lb />
+Gout 55.<lb />
+Gräbner 81. 100.<lb />
+Grael, Fr. 228.<lb />
+Graff, Anton
+71. 82. 173. 223. 244. 338.
+343. 351. 355. 375. 418. 422.
+426. 435.<lb />
+Grassi 435.<lb />
+Graul, J. F. 48.<lb />
+Greger, Michel 459.<lb />
+Greising, Jos.
+94. 130. 247. 250. 314. 408.
+447. 449. 451 f.<lb />
+Gretel, Ulrich 433.<lb />
+Grohmann, Chr. 113.<lb />
+
+
+<pb n='482' id='i489.png'/>
+
+<!-- [P: 482] -->
+
+Grohmann, N. 5. 180. 219. 394.<lb />
+Gronig, Hans 198.<lb />
+Gröninger, Aug. 112.<lb />
+Groß, Abr. 47.<lb />
+Grossi, L. 345.<lb />
+Grünberger, Mich. 139.<lb />
+Grünewald, Math. 20. 167.<lb />
+Guernieri, G. F. 429.<lb />
+Gundermann, W. 98.<lb />
+Günther, Math. 11. 446.<lb />
+Gutschell, Enders 105.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">H</hi> 251.<lb />
+h. b. 176.<lb />
+H F 152. 213. 335.<lb />
+H G B 280.<lb />
+H H B 190.<lb />
+H K 261. 293.<lb />
+H R 401.<lb />
+H. V. 433.<lb />
+H. W. (Hans Walther) 126.<lb />
+H. W. (Hans Werner) 210.<lb />
+H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister
+d. »schönen Tür« in Annaberg).
+12, 59. 92. 96.<lb />
+Hackert 429.<lb />
+Hackl 80.<lb />
+Hagelganß 223.<lb />
+Hagenberger, Joh. 190.<lb />
+Hähnel, J. C. 302.<lb />
+Hans v. Straßburg 103.<lb />
+Hans v. Torgau 369.<lb />
+Hase, G. 89.<lb />
+Haunisch, Hans 346.<lb />
+Heck, Hieronymus 21.<lb />
+Hegewald 79. 81. 224.<lb />
+Heideloff 27. 31. 174. 219. 318.<lb />
+Heinemann, Chr. 57. 179.<lb />
+Heinrich v. Braunschw. 168 f.<lb />
+Heinrich v. Hesserode 193.<lb />
+Heinricus filius Tiderici 26.<lb />
+Henricus 61. 445.<lb />
+Henthoos 299.<lb />
+Hering, Loy. 18. 34. 227. 438.<lb />
+Hering, Martin 438,
+Hermann 172. 420.<lb />
+Hermes 295.<lb />
+Herrlein, J. A. 102.<lb />
+Herrlein, Joh. Peter
+8. 135. 162. 213. 271. 310.
+319. 346. 378. 453.<lb />
+Herwarthel 199.<lb />
+Herzog 298.<lb />
+Hesserode, Heinrich v. 193.<lb />
+Heuer, D. 338.<lb />
+Heunisch, Hans 426.<lb />
+Hildebrand, L. v. 450.<lb />
+Hilger, Osw. 394.<lb />
+Hilger, Wolff 125. 394.<lb />
+Hofmann, Joh. 259.<lb />
+Hofmann, Nickel
+168 ff. 190. 259. 373.<lb />
+Hogenwald, M. 304.<lb />
+Hölzer, G. A. 81.<lb />
+Hönnicke 95.<lb />
+Hornung, Lor. 234.<lb />
+Huber, K. 447.<lb />
+Hübsch, H. 301.<lb />
+Humbach, D. F. 135.<lb />
+Hünefeld, H. 419.<lb />
+Hünigen, Andr. 304. 343. 458.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">i</hi> 109 ff.<lb />
+Ickelsheimer 449.<lb />
+Ihener, Gg. 168.<lb />
+Irmisch, Hans
+84. 126. 221. 223. 462.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">J</hi>. E. 54.<lb />
+J. H. 54. 308. 320.<lb />
+J. L. 248.<lb />
+Jacob v. Schweinfurt 12. 268f.<lb />
+Jäkel 260.<lb />
+Jörg, Andreas 109.<lb />
+Junker, Hans 22. 71.<lb />
+Junker, Valentin 40.<lb />
+Jupe, Ludw. 257.<lb />
+Jussow, H. Chr. 428. 430.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">K</hi>amm, J. B. 41. 90. 118. 192.<lb />
+
+
+<pb n='483' id='i490.png'/>
+
+<!-- [P: 483] -->
+
+Kändler, J. J. 278. 296.<lb />
+Kapup, Christoph 307.<lb />
+Kaufmann, Angel. 303.<lb />
+Keil, Paul 14. 209.<lb />
+Keilwerth, Jos. 11.<lb />
+Keller, Georg 22.<lb />
+Kern, Michael
+40. 52. 73. 137. 163. 194.
+247. 438. 440 ff. 451.<lb />
+Keßlau, A. F. v. 187.<lb />
+Kil, J. G. 69.<lb />
+Kirchner, J. Ch. 86.<lb />
+Kirchner, Wolf 462.<lb />
+Kirschstein, J. 379.<lb />
+Kistner, Thomas
+23. 375. 408. 441.<lb />
+Klanbacht, Hans 76.<lb />
+Klein, Hans 447.<lb />
+Kleinholz 447.<lb />
+Klemm, Sam. 97. 161. 317.<lb />
+Klengel, 53. 82. 89. 278.
+Klenze 102.<lb />
+Knauf 7.<lb />
+Knöfel, F. G. 200.<lb />
+Knöffel, Joh. Chr.
+79. 86. 87. 88. 90. 194. 240.
+303. 305. 345. 374.<lb />
+Knöffler, Gottfried
+71. 84. 87. 88. 90. 195. 297.
+300. 305. 351.<lb />
+Köhler, Gottfr. 62.<lb />
+Köhler, M. D. 452.<lb />
+Konrad v. Einbeck 168.<lb />
+Körmser 55.<lb />
+Krafft, Adam 37. 209.<lb />
+Kramer, Bastian 318.<lb />
+Kramer, Hans 79.<lb />
+Krebs, Konrad 216. 393.<lb />
+Kretschmer, J. G. 338.<lb />
+Kreuter, Wolf 369.<lb />
+Kriebel, Gg. 236 f.<lb />
+Krodel, M. 279.<lb />
+Krodel, Wolfg. 201. 369.<lb />
+Krohne, G. H. 154.<lb />
+Krubsacius 81. 87. 297.<lb />
+Krugelstein 295.<lb />
+Küchel, J. M. 36. 40. 41. 209.<lb />
+Kücher, Eckh. 105.<lb />
+Kühne 74.<lb />
+Kulmbach, Hans v. 370. 462.<lb />
+Kumoller, Hanns u. Matth. 81.<lb />
+Kunz, J. J. 222.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">L</hi>anghans, C. G. 435.<lb />
+Lauermann, Franz 260.<lb />
+Lendenstreich, Valentin
+155. 230. 285. 298. 313. 372.<lb />
+Le Notre 206.<lb />
+Leubner, Phil. 222. 320.<lb />
+Leunenschloss 383.<lb />
+Leypoldt 418.<lb />
+Lindemann, H. 98.<lb />
+Lindner, Erhard 422.<lb />
+Liotard 71.<lb />
+Locke, Sam. 79. 224. 423.<lb />
+Lohe, M. H. 190.<lb />
+Longuelune, 86 ff. 31 f. 374.<lb />
+Lorentz, Andr. 139. 349.<lb />
+Lorentz, Sam. 304. 324. 392.<lb />
+Lorentz, Uriel 324. 392.<lb />
+Lorentz, Werkstatt der 324.<lb />
+Lossow 74.<lb />
+Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323.<lb />
+Lucas, Gottfr. 242.<lb />
+Ludolf v. Braunschweig 168 f.<lb />
+Lünenschloß 95.<lb />
+Lynar, Rochus v. 25. 126.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">M</hi>.S. 293.<lb />
+M W 462.<lb />
+Magdeburg, Franz v. 13.<lb />
+Magni, Pietro 437.<lb />
+Mainz, Peter von 106. 160.<lb />
+Marcolini, Fr. 39.<lb />
+Martinus 215.<lb />
+Mattenheimer 90. 363.<lb />
+Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195.<lb />
+Maucher 455.<lb />
+Maulbersch, Ant. 80.<lb />
+Maurer, J. M. 203.<lb />
+
+
+<pb n='484' id='i491.png'/>
+
+<!-- [P: 484] -->
+
+Mayer, Andr. 147.<lb />
+Meer, Erhard v. d. 25.<lb />
+Meier, Jörg 365.<lb />
+Meister der Baldachine
+152. 160. 230. 263. 299.
+311. 358. 362. 453.<lb />
+Meister der Barfüßerkirche in
+Erfurt 107. 110.<lb />
+Meister der »schönen Tür« in
+Annaberg (H. W. [Z.] u. W.
+Z.) 12. 59. 92. 96.<lb />
+Meister d. Neusitzer Altars 230.<lb />
+Meister i von Erfurt 109 ff.<lb />
+Meister t von Erfurt 106. 109.<lb />
+Meister von Chemnitz 139.<lb />
+Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435.<lb />
+Merian 35. 438.<lb />
+Meyner 173.<lb />
+Mica, Franc. 65.<lb />
+Michael, J. G. 57.<lb />
+Michael, Martin 46.<lb />
+Milla, Isr. v. d. 112.<lb />
+Minetti, Fr. D. 68.<lb />
+Möhring, Melchior 105.<lb />
+Monot, Pierre 206.<lb />
+Moritz, J. G. 114.<lb />
+Müller, Alexander 441.<lb />
+Müller, Chr. 366.<lb />
+Müller, Hans 366.<lb />
+Müller, Jakob 261. 263.<lb />
+Müller, Joh. Mich. 96.<lb />
+Münzel, Joh. 98.<lb />
+Mutschelle, B. 41. 210. 439.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">N</hi>. T. 237.<lb />
+Nagel, Franz 171.<lb />
+Nahl, J. A. 429 f
+Naumann, Jacob 16.<lb />
+Naumann, J. Ch. 194.<lb />
+Nave, Ant. 95.<lb />
+Neilich, Kunz 405.<lb />
+Neumann, Balthasar
+35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff.
+153. 155. 176. 193. 196. 211.
+214. 227. 229. 233. 244. 260.
+287. 310. 336. 341. 346. 375.
+382 f. 387. 404. 406 f. 424.
+426. 440. 443. 446. 449 f.
+452. 456.<lb />
+Neumann, F. J. 192.<lb />
+Neuner 118.<lb />
+Nickel, B. H. 449. 452.<lb />
+Noack 459.<lb />
+Nosseni, Joh. Maria
+79. 81. 82. 125. 126. 226.
+237. 361. 362. 411.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">O</hi>egg 424. 451.<lb />
+Oeser, A.
+70 f. 191. 195. 236. 240. 305.
+341. 435.<lb />
+Onghers, Oswald
+52. 67. 96. 97. 116. 118.
+155. 164. 212. 316. 341. 370<corr sic=''>.</corr>
+398. 438. 442. 443.<lb />
+Otte, V. 241. 394.<lb />
+Otto, Valentin 277.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">P</hi> D 18.<lb />
+Palko, Karl 80. 296.<lb />
+Parler 322.<lb />
+Pauer, Hans 315.<lb />
+Pauwart, Ant. 168.<lb />
+Pellegrini 45.<lb />
+Permoser, Balthasar
+45. 80. 85 f. 101. 126. 426.<lb />
+Perre, J. de 237 f. 338. 354.<lb />
+Perri, Ant. 158.<lb />
+Pesne, Ant. 60.<lb />
+Peter v. Mainz 106. 161.<lb />
+Peter v. Pirna 12.<lb />
+Petersell, J. R. 381.<lb />
+Petrini
+39. 40. 116. 212. 259. 370.
+375. 443 f. 448 f. 452.<lb />
+Petrozzi, M. 47. 48. 298.<lb />
+Petzold, A. 199. 203. 303. 369.<lb />
+Pezani, Val. 398. 447.<lb />
+Pfau, Hans 103.<lb />
+Pflugschar 335.<lb />
+
+
+<pb n='485' id='i492.png'/>
+
+<!-- [P: 485] -->
+
+Pfretschner, Sittich 239.<lb />
+St. Pierre 47. 48. 49. 188.<lb />
+Pirna, Peter v. 12.<lb />
+Pöppelmann, M. D.
+78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240.
+278. 331. 368. 374.<lb />
+Pötzsch, Martin 44.<lb />
+Pozzo 39
+Preißer, Hieron. 105.<lb />
+Proscher, Hnrch. 343.
+</p>
+
+<p>
+v. <hi rend="bold">Q</hi>uast 215. 327.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">R</hi>T 105.<lb />
+Ränz, El. 49.<lb />
+Ränz, J. D. 49.<lb />
+Reinboth, J. B. 242.<lb />
+Reis, Hans 82.<lb />
+Remela, Jo. Ad. 95.<lb />
+Rénier 217.<lb />
+Reuß 40.<lb />
+Reynhart, Hans 334. 359.<lb />
+Ricchini 83.<lb />
+Richter, Chr. 239. 352. 422.<lb />
+Richter, Gregor 318.<lb />
+Richter, J. F. 163. 241. 277. 394.<lb />
+Richter, Moritz 420. 422.<lb />
+Richter, Rud. Heinr. 50.<lb />
+Rickmann, E. 191.<lb />
+Ridinger, Georg 21.<lb />
+Riedel 2.<lb />
+Riemenschneider, Jörg
+440. 442.<lb />
+Riemenschneider, Tilman
+24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f.
+148. 160. 174. 176. 191. 202 f.
+211. 250. 279. 286. 300. 315.
+348. 351. 370. 376. 382 f.
+392. 408. 410. 437. 439 f.
+442. 445 f. 449.<lb />
+Rigaud 355.<lb />
+Ritgen, Hugo v. 412.<lb />
+Ritter, F. A. v. 153. 276.<lb />
+Ritter, J. H. 6.<lb />
+Ritterlein, W. 64. 203. 354.<lb />
+Robin 448.<lb />
+Roder, Claus 236.<lb />
+Röhrscheidt, Wenzel 46.<lb />
+Rösler, C. 224.<lb />
+Rossini, A. 179. 264.<lb />
+Rotari 418.<lb />
+Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372.<lb />
+Roth, Mart. 374.<lb />
+Rubens 51. 85. 101 f.<lb />
+Rudolfi, A. 154.<lb />
+Rudolph, J. Ph. 17.<lb />
+Rul, de 444.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">S</hi>. (im Ring m. 3 Herzen) 189.<lb />
+S. L. 304.<lb />
+S. W. 433.<lb />
+Saalhausen, Ant. v. 324.<lb />
+Salins, N. A. de 451.<lb />
+Sandrart 35. 438.<lb />
+Sarder, W. 440.<lb />
+Schade, Abr. 47.<lb />
+Schadow 449.<lb />
+Schaefer, C. 258. 265. 424.<lb />
+Schaicker, Gottf. 400.<lb />
+Schatz, David 75. 146. 200.<lb />
+Schenau 162.<lb />
+Scherer, Hans 205.<lb />
+Scheubel, J. J. 40.<lb />
+Schick, Fähnrich 10.<lb />
+Schickentanz, Hans
+71. 82. 191. 340.<lb />
+Schilling 81.<lb />
+Schinkel 458.<lb />
+Schit, Nik. 141.<lb />
+Schlaf, Jakob 420.<lb />
+Schlecht, Bened. 401.<lb />
+Schleinitz, R. 78.<lb />
+Schlüter, A. 49. 138.<lb />
+Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159.<lb />
+Schmidt, J. M. 276.<lb />
+Schmidt (Schreiner) 173.<lb />
+Schnorr, H. V. 435.<lb />
+Schockholz, Casp. 272<corr sic=''>.</corr><lb />
+Scholz, Daniel 66.<lb />
+Schoner, Joh. 170.<lb />
+
+
+<pb n='486' id='i493.png'/>
+
+<!-- [P: 486] -->
+
+Schönermark 3<corr sic=''>.</corr><lb />
+Schongauer 13. 362. 374.<lb />
+Schreckenfuchs 462.<lb />
+Schröer, Hans 25. 126.<lb />
+Schröter, G. 433.<lb />
+Schulze 187.<lb />
+Schuster, J. 149.<lb />
+Schwartze, J. H. 79. 84.<lb />
+Schwartzmann, Andreas 135.<lb />
+Schwarz, Nic. 324.<lb />
+Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f.<lb />
+Schwenke, David 332.<lb />
+Schwind, Mor. v. 413.<lb />
+Seiz, J. G. 427.<lb />
+Semler, Arntz 353.<lb />
+Semper 84.<lb />
+Sengelaub, Peter 217 f.<lb />
+Siecht, J. J. 403.<lb />
+Silbermann, J. Gottfr.
+25. 150. 316. 343 f. 411.<lb />
+Silbermann, Val. 76. 92. 334.<lb />
+Silvestre 71. 86. 195. 355.<lb />
+Simon, J. Ch. 43. 304. 460.<lb />
+Simonetti, Giov. 239.<lb />
+Soest, Albert von 324.<lb />
+Soldan, Phil. 120. 205. 352.<lb />
+Sorg, Kilian 34.<lb />
+Späth 449.<lb />
+Speck, Hans 462.<lb />
+Spieß, G. J. 222.<lb />
+Spranger, Barth. 295.<lb />
+Starke, J. G. 85.<lb />
+Steiner, K. 295. 420.<lb />
+Stengel, F. J. 56. 135. 154.<lb />
+Stettner, Jost 220.<lb />
+Steuerwald 435.<lb />
+Steyer, Hans 89.<lb />
+Stipeldey, F. X.
+4. 71. 110. 346. 351.<lb />
+Stoß, Veit
+38. 188. 220. 286. 361. 381.<lb />
+Stoß (Schule) 118 f.<lb />
+Straßburg, Hans v. 103.<lb />
+Straubinger, Jörg 441.<lb />
+Strohmeier, Leonh. 439.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">t</hi> 106. 109.<lb />
+T K (Thomas Kistner)
+23. 375. 408. 441.<lb />
+Teuscher, Sebald 101.<lb />
+Thalheimer 71.<lb />
+Thim, Veit 420.<lb />
+Thola, B. de 83 f. 125.<lb />
+Thomä, B. 78. 368.<lb />
+Thoman, Jos. Val. 11.<lb />
+Thormeyer 57.<lb />
+Thouret 420.<lb />
+Tiepolo 11. 451.<lb />
+Tile 307.<lb />
+Tischbein (welcher?) 422.<lb />
+Tischbein, J. F. A. 343.<lb />
+Tischbein, J. G. 205.<lb />
+Tischbein, J. H. 205. 429 f.<lb />
+Todesco, Heinr. 301.<lb />
+Torelli, Stef. 305. 418.<lb />
+Torgau, Hans v. 369.<lb />
+Trautmann 41.<lb />
+Tretsch, Alberlin 333.<lb />
+Treu, J. N. 39. 263. 414. 443.<lb />
+Trippel 332.<lb />
+Trost, G. H. 6.<lb />
+Tütleb, Jer. 130.<lb />
+Tüttich, L. 419.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">U</hi>brich, Peter 248.<lb />
+Uebelher, G. 11.<lb />
+Uhl, Joh. 346.<lb />
+Unger, Gottfr. 163.<lb />
+Ungewitter, G. G. 424.<lb />
+Urlaub, Chr. 148.<lb />
+Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443.<lb />
+Urlaub, J. A. 137.<lb />
+Urlaub, S. 17. 346. 370.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">V</hi>aga, Perino del 83.<lb />
+Valentin 8. 194.<lb />
+Vater, G. S. 6.<lb />
+Vernucken, Willi. 367.<lb />
+Vincentius 458.<lb />
+Vingerhut, Heinr. 140.<lb />
+
+
+<pb n='487' id='i494.png'/>
+
+<!-- [P: 487] -->
+
+Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424.<lb />
+Vischer, Hans 20. 272. 433.<lb />
+Vischer, Herm, d. Ä.
+266 f. 315. 433.<lb />
+Vischer, Herm, d. J. 105. 267.<lb />
+Vischer, Peter u. s. Werkstatt
+6. 20. 34. 69. 105. 266 f.
+272. 293. 351 f. 384. 393.
+419. 433. 439. 440.<lb />
+Vogel (welcher?) 418.<lb />
+Vogel, A. 423.<lb />
+Vogel, Chr. Leber. 243. 338.<lb />
+Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192.<lb />
+Vogt, Caspar 82.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">W</hi>. B. 333.<lb />
+W K. 369. 385. 462.<lb />
+W. Z. (Meister der »schönen
+Tür« in Annaberg)
+12. 59. 92. 96.<lb />
+Wagner, Erasmus 108 f.<lb />
+Wagner, J. P.
+52. 102. 116. 148. 155. 176.
+188 f. 244. 351. 400. 404.
+425. 439. 447. 451. 457.<lb />
+Wagner, P. A. 241. 398.<lb />
+Wagner, Simon 447.<lb />
+Wailly 428.<lb />
+Waldstein, Seb. 455.<lb />
+Walther, Andreas 84. 388.<lb />
+Walther, Christoph
+46. 83. 157. 202. 215. 278.
+324. 385. 410.<lb />
+Walther, Hans
+78. 83. 90. 126. 194. 225.
+331. 375. 385.<lb />
+Walther, Sebast. 81. 433.<lb />
+Walther, Val. 58.<lb />
+Walther, Werkst. u. Schule der
+50. 83. 226. 242.<lb />
+Wamser, Chr. 21.<lb />
+Weber, Christoph 66.<lb />
+Weber, Hans 403.<lb />
+Weinlig, Ch. 87 f. 332.<lb />
+Weinmann, Jakob 34.<lb />
+Weinmann, Joh. 426.<lb />
+Weiß, J. G. 47.<lb />
+Welsch, General M. v.
+10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450.<lb />
+Wemding, Hans 40.<lb />
+Werner, G. 240.<lb />
+Werner, Hans
+2. 40. 47. 119. 154. 210. 228.
+281. 401.<lb />
+Werter, Gg. 308.<lb />
+Wessel, Hans 125.<lb />
+Westfalen, Arnold v.
+265. 267. 268. 269. 276.
+334. 348. 349. 389. 390.<lb />
+Wiedemann, Ludwig 90.<lb />
+Wiedemann, Paul 239.<lb />
+Willkomm, Hans 83.<lb />
+Winkler 88.<lb />
+Winterstein, Gg. 17. 348. 447.<lb />
+Wirauch, Joh. 177.<lb />
+Wiskotschill 87.<lb />
+Wohlhaupter, E. 135.<lb />
+Wolgemut
+78. 107. 109. 118. 259. 281.
+374. 461.<lb />
+Wolker, J. M. 129. 148. 298.<lb />
+Worms, Eckart v. 438. 440.<lb />
+Wunder 47. 48. 90.<lb />
+Wurzelbauer, Hans 438.<lb />
+Wydemann, Joh. 108.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend="bold">Z</hi>anck, Mich. 245.<lb />
+Zaner 346.<lb />
+Zapf, G. 210.<lb />
+Zeckel, Joh. 73.<lb />
+Zeissig, J. E. 162.<lb />
+Zeller 306.<lb />
+Zeni 286.<lb />
+Zerroen, A. v. 125.<lb />
+Zick, Januarius 398.<lb />
+Zick, Joh. 11. 155. 451.<lb />
+Zincke, H. G. 7.<lb />
+Zwenger, Paul 97.
+</p>
+</div>
+
+<div>
+<pb n='488' id='i495.png'/>
+
+<p><!-- [**center]-->
+Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H.,<lb />
+Berlin SW. 48 &mdash; Zossen.
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+A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
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+
+This file should be named 19460-tei.tei.
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+This and all associated files of various formats will be found in:
+
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+
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+Updated editions will replace the previous one — the old editions will be
+renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no one
+owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and
+you!) can copy and distribute it in the United States without permission
+and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the
+General Terms of Use part of this license, apply to copying and
+distributing Project Gutenberg™ electronic works to protect the Project
+Gutenberg™ concept and trademark. Project Gutenberg is a registered
+trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you
+receive specific permission. If you do not charge anything for copies of
+this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
+for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
+performances and research. They may be modified and printed and given away
+— you may do practically _anything_ with public domain eBooks.
+Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+
+
+_Please read this before you distribute or use this work._
+
+To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work (or
+any other work associated in any way with the phrase “Project Gutenberg”),
+you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg™
+License (available with this file or online at
+http://www.gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1.
+
+
+General Terms of Use & Redistributing Project Gutenberg™ electronic works
+
+
+1.A.
+
+
+By reading or using any part of this Project Gutenberg™ electronic work,
+you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the
+terms of this license and intellectual property (trademark/copyright)
+agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this
+agreement, you must cease using and return or destroy all copies of
+Project Gutenberg™ electronic works in your possession. If you paid a fee
+for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg™ electronic work
+and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may
+obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set
+forth in paragraph 1.E.8.
+
+
+1.B.
+
+
+“Project Gutenberg” is a registered trademark. It may only be used on or
+associated in any way with an electronic work by people who agree to be
+bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can
+do with most Project Gutenberg™ electronic works even without complying
+with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are
+a lot of things you can do with Project Gutenberg™ electronic works if you
+follow the terms of this agreement and help preserve free future access to
+Project Gutenberg™ electronic works. See paragraph 1.E below.
+
+
+1.C.
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation (“the Foundation” or
+PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg™ electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an individual
+work is in the public domain in the United States and you are located in
+the United States, we do not claim a right to prevent you from copying,
+distributing, performing, displaying or creating derivative works based on
+the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of
+course, we hope that you will support the Project Gutenberg™ mission of
+promoting free access to electronic works by freely sharing Project
+Gutenberg™ works in compliance with the terms of this agreement for
+keeping the Project Gutenberg™ name associated with the work. You can
+easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
+same format with its attached full Project Gutenberg™ License when you
+share it without charge with others.
+
+
+1.D.
+
+
+The copyright laws of the place where you are located also govern what you
+can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant
+state of change. If you are outside the United States, check the laws of
+your country in addition to the terms of this agreement before
+downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating
+derivative works based on this work or any other Project Gutenberg™ work.
+The Foundation makes no representations concerning the copyright status of
+any work in any country outside the United States.
+
+
+1.E.
+
+
+Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+
+1.E.1.
+
+
+The following sentence, with active links to, or other immediate access
+to, the full Project Gutenberg™ License must appear prominently whenever
+any copy of a Project Gutenberg™ work (any work on which the phrase
+“Project Gutenberg” appears, or with which the phrase “Project Gutenberg”
+is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or
+distributed:
+
+
+ This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+ almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away
+ or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License
+ included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org
+
+
+1.E.2.
+
+
+If an individual Project Gutenberg™ electronic work is derived from the
+public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with
+permission of the copyright holder), the work can be copied and
+distributed to anyone in the United States without paying any fees or
+charges. If you are redistributing or providing access to a work with the
+phrase “Project Gutenberg” associated with or appearing on the work, you
+must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7
+or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg™
+trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+1.E.3.
+
+
+If an individual Project Gutenberg™ electronic work is posted with the
+permission of the copyright holder, your use and distribution must comply
+with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed
+by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project
+Gutenberg™ License for all works posted with the permission of the
+copyright holder found at the beginning of this work.
+
+
+1.E.4.
+
+
+Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg™ License
+terms from this work, or any files containing a part of this work or any
+other work associated with Project Gutenberg™.
+
+
+1.E.5.
+
+
+Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
+the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate
+access to the full terms of the Project Gutenberg™ License.
+
+
+1.E.6.
+
+
+You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
+marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word
+processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg™ work in a format other than
+“Plain Vanilla ASCII” or other format used in the official version posted
+on the official Project Gutenberg™ web site (http://www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original “Plain Vanilla ASCII” or other form.
+Any alternate format must include the full Project Gutenberg™ License as
+specified in paragraph 1.E.1.
+
+
+1.E.7.
+
+
+Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
+copying or distributing any Project Gutenberg™ works unless you comply
+with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+1.E.8.
+
+
+You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or
+distributing Project Gutenberg™ electronic works provided that
+
+ - You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg™ works calculated using the method you
+ already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to
+ the owner of the Project Gutenberg™ trademark, but he has agreed to
+ donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60
+ days following each date on which you prepare (or are legally
+ required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments
+ should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4,
+ “Information about donations to the Project Gutenberg Literary
+ Archive Foundation.”
+
+ - You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg™ License.
+ You must require such a user to return or destroy all copies of the
+ works possessed in a physical medium and discontinue all use of and
+ all access to other copies of Project Gutenberg™ works.
+
+ - You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
+ any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
+ receipt of the work.
+
+ - You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg™ works.
+
+
+1.E.9.
+
+
+If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg™ electronic
+work or group of works on different terms than are set forth in this
+agreement, you must obtain permission in writing from both the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the
+Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set forth in
+Section 3 below.
+
+
+1.F.
+
+
+1.F.1.
+
+
+Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to
+identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain
+works in creating the Project Gutenberg™ collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg™ electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain “Defects,” such as, but not limited to,
+incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright
+or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk
+or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot
+be read by your equipment.
+
+
+1.F.2.
+
+
+LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES — Except for the “Right of
+Replacement or Refund” described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg™
+trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg™
+electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for
+damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE
+NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH
+OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE
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+PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY
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+
+
+1.F.3.
+
+
+LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND — If you discover a defect in this
+electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund
+of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to
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+The person or entity that provided you with the defective work may elect
+to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the
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+refund in writing without further opportunities to fix the problem.
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+
+
+Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+paragraph 1.F.3, this work is provided to you ’AS-IS,’ WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+
+1.F.5.
+
+
+Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the
+exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or
+limitation set forth in this agreement violates the law of the state
+applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make
+the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state
+law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement
+shall not void the remaining provisions.
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+
+1.F.6.
+
+
+INDEMNITY — You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark
+owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of
+Project Gutenberg™ electronic works in accordance with this agreement, and
+any volunteers associated with the production, promotion and distribution
+of Project Gutenberg™ electronic works, harmless from all liability, costs
+and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from
+any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of
+this or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration, modification, or
+additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any Defect
+you cause.
+
+
+Section 2.
+
+
+ Information about the Mission of Project Gutenberg™
+
+
+Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
+they need, is critical to reaching Project Gutenberg™’s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws.
+
+The Foundation’s principal office is located at 4557 Melan Dr.
+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation’s web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
+including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
+Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
+effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
+received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
+determine the status of compliance for any particular state visit
+http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
+not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
+accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
+with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
+statements concerning tax treatment of donations received from outside the
+United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+Section 5.
+
+
+ General Information About Project Gutenberg™ electronic works.
+
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg™
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
+anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg™
+eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions,
+all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
+with any particular paper edition.
+
+Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook’s eBook
+number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
+(zipped), HTML and others.
+
+Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
+old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
+_Versions_ based on separate sources are treated as new eBooks receiving
+new filenames and etext numbers.
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+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+
+ http://www.gutenberg.org
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+
+This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
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