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diff --git a/19460-tei/19460-tei.tei b/19460-tei/19460-tei.tei new file mode 100644 index 0000000..84a2527 --- /dev/null +++ b/19460-tei/19460-tei.tei @@ -0,0 +1,38458 @@ +<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?> +<!DOCTYPE TEI.2 SYSTEM "http://www.gutenberg.org/tei/marcello/0.4/dtd/pgtei.dtd"> +<!-- "/Users/ke/pgtei.pglaf.org/marcello/0.4/dtd/pgtei.dtd"> --> +<!-- +The Project Gutenberg EBook of Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. 1, 1914 + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org/license + +Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, 1914 +Author: Georg Dehio + +Release Date: October 4, 2006 [Ebook #19460] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + +***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DEHIO, HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD. 1*** + +--> +<TEI.2 lang="de"> + <teiHeader> + <fileDesc> + <titleStmt> + <title>Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914</title> + <author><name reg='Dehio, Georg'>Georg Dehio</name></author> + </titleStmt> + <editionStmt> + <edition n="10">Draft Edition!</edition> + </editionStmt> + <publicationStmt> + <publisher>Project Gutenberg</publisher> + <pubPlace>Urbana</pubPlace> + <date value='2006-10-04'>October 4, 2006</date> + <idno type='etext-no'>19460</idno> + <idno type='DPid'>projectID40d0b2969bd01</idno> + <availability><p>Public Domain</p></availability> + </publicationStmt> + <sourceDesc> + <p>2. Aufl. 1914</p> + </sourceDesc> + </fileDesc> + <encodingDesc> + <projectDesc> + <p>Produced by Karl Eichwalder (http://www.gnu.franken.de/ke/), + <!-- [ocr?], --> + and the Online Distributed Proofreading Team at + <http://www.pgdp.net/c>.</p> + <p>Page-images available at + <http://www.pgdp.net/projects/projectID40d0b2969bd01/></p> + <p>To-do list:</p> + <p>check project comments</p> + <p>small print problems: 1/2, 5/8, etc.</p> + <p>add internal linking</p> + <p>milestone / line numbering</p> + <p>normalizing?</p> + <p>Semantic Markup, lack of</p> + <p>add newline before every place or town; use div elements</p> + <p>improve title page</p> + <p>add map</p> + </projectDesc> + </encodingDesc> + <profileDesc> + <langUsage> + <language id="de">German</language> + <language id="en">English</language> + <language id="fr">French</language> + </langUsage> + </profileDesc> + + <revisionDesc> + <change> + <date value="2006-10">October 2006</date> + <respStmt> + <name>Karl Eichwalder<lb /></name> + </respStmt> + <item>Draft Edition</item> + </change> + <change> + <date value="2006-09">September 2006</date> + <respStmt> + <name>Karl Eichwalder<lb /></name> + <name>Online Distributed Proofreading Team</name> + </respStmt> + <item>Preparing Project Gutenberg Edition (proofing finished)</item> + </change> + </revisionDesc> + </teiHeader> + +<pgExtensions> + <!-- pgExcludeFormats formats="txt.utf8" --> + <pgStyleSheet> +/* + figure { text-align: center; page-float: 'htb' } + .floatleft { float: left; margin-right: 2em } + .floatright { float: right; margin-left: 2em } +*/ +hi.g { letter-spacing: 0.15em } +hi.italic { x-default-italic: 1 } +hi.ort { font-weight: bold; letter-spacing: 0.15em } +hi.bold { font-weight: bold } +abbr.bold { font-weight: bold } +abbrbr.bo { font-weight: bold } +/* +hi.lno:before { content: "[" ; } +hi.lno:after { content: "]" ; } +*/ + + + /* make the html and txt converters happy */ + .w100 { } + .w75 { } + .w66 { } + .w50 { } + .w25 { } + @media pdf { + .w100 { width: 100% } + .w75 { width: 75% } + .w66 { width: 66% } + .w50 { width: 50% } + .w25 { width: 25% } + } + </pgStyleSheet> +</pgExtensions> + +<text> +<front> + <div> + <divGen type="pgheader" /> + </div> + + <div> + <divGen type="encodingDesc" /> + </div> + + + <div> + <p><figure rend='width: 50%' url='images/dehio-mdtl-map-small-1914.png'> + <head></head> + <figDesc>Mitteldeutschland</figDesc> + </figure></p> + </div> + + <div rend="page-break-before: right"> + <divGen type="titlepage" /> + </div> + +<!-- +[**Karte!] +<pb id='i001.png'/> + +<p> +[Blank Page] +</p> +--> + +<pb n='I' id='i002.png'/> + +<titlePage> +<!--FIXME--> +<docAuthor>Deutscher Verein für Kunstwissenschaft<lb /></docAuthor> +<docAuthor>Georg Dehio<lb /></docAuthor> +<docTitle> +<titlePart type='main'> +Handbuch der Deutschen<lb /> +Kunstdenkmäler<lb /> +</titlePart> +<titlePart> +Begründet vom Tage für Denkmalspflege<lb /> +</titlePart> +<titlePart> +Erster Band<lb /> +</titlePart> +<titlePart> +Mitteldeutschland<lb /> +</titlePart> +</docTitle> +<docEdition> +Zweite Auflage<lb /> +</docEdition> +<docImprint> +BERLIN<lb /> +Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.<lb /> +<docDate>1914</docDate> +</docImprint> +</titlePage> + <div rend="page-break-before: right"> + <index index="html" /> + <head>Inhalt</head> + <divGen type="toc" /> + </div> +</front> + +<body> + + +<pb n='II' id='i003.png'/> + +<p> +[Blank Page] +</p> + + +<div> +<pb n='III' id='i004.png'/> +<index index="toc" /> +<head><title>Vorwort.</title></head> + +<p> +Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden +in den Jahren 1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem +Ausdruck des Dankes an alle, die mich bei der Ausführung +der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so groß, daß ich +sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die Dankespflicht +gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf +Antrag des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten +Erlaß vom 27. März 1904 die finanzielle Grundlage des Unternehmens +sichergestellt hatte. Die erste Anregung war von +dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg +tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine +gegeben worden. Der erste Tag für Denkmalpflege, +Dresden 1900, setzte die Erörterung fort und erklärte sich +hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft zustimmend, die Ausführbarkeit +allerdings wurde mehrfach angezweifelt. Unter +diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen, +wohl wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren +vollständig in Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen +Ende zu führen wäre mir auch nicht möglich gewesen +ohne die treue und unermüdliche Unterstützung der mir beigegebenen +Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius +Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen +Tod wir im Jahre 1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen +ein. Die Jahre des Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir +stets in dankbarer Erinnerung bleiben. +</p> + +<p> +Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter +die Fürsorge des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. +Die grundlegende erste Bearbeitung hatte notwendig das Werk +eines einzelnen sein müssen; die nun folgende nachprüfende +und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der Verteilung +auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die +Herren Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten, +bei ihren amtlichen Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer +Kenntnisnahme von der lokalen Forschung stets einen Blick +<pb n='IV' id='i005.png'/> +<!-- [P: IV] --> +auf das Handbuch zu werfen und die ihnen nötig erscheinenden +Berichtigungen und Nachträge gleichlaufend einzuzeichnen. +Auf diese Weise würde ohne besondere Mühewaltung, fast +automatisch, die Sammlung des Materials sich bewerkstelligen +lassen. Außerdem wiederhole ich meine an alle Benutzer gerichtete +alte Bitte, mich auf etwaige Irrtümer oder Lücken, +mögen sie auch noch so geringfügig sein, aufmerksam zu +machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer +sich verdienen. +</p> + +<p> +Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich +oder schriftlich zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, +daß die Einrichtung des Buches sich bewährt hat, sie konnte +somit ohne wesentliche Veränderungen in die neue Auflage +herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden, +daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit, +die ein Vorrecht der amtlichen Inventare bleiben muß, nur +Sichtung und Auswahl gibt. Welche Gegenstände aufzunehmen, +welche auszuschließen seien, das wird immer erneuter +Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht +mir mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls +sollte der bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände +in Zukunft wesentlich anschwellen dürfen. +</p> + +<p> +Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen +dennoch eingetreten ist, so ist es eine Folge des +gerade hier sehr starken Nachschubs der Inventare. Zur Zeit +der ersten Auflage waren etwa zwei Fünftel des Gebietes noch +nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der bayrische Bezirk +Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem +Königreich Sachsen. +</p> + +<p> +Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht +zweifle, besteht in der Einschränkung der Abkürzungen. +Ganz zu entbehren waren sie nicht, wenn anders eine noch +weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden werden +sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung +sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich +dazu erst nach langer Überlegung entschlossen. Die Gründe +sind folgende: 1. Vollständigkeit ist von vornherein ausgeschlossen; +soll aber nur eine Auswahl gegeben werden, so +fehlt dafür jede konsequent anwendbare Begrenzung. 2. Es +kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur Beurteilung +eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden +Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten +ist; die Nachweise so weit auszudehnen, würde aber +in der Summe viel zu viel Raum in Anspruch nehmen. 3. Bei +der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den <reg orig='Literatur-|angaben'>Literaturangaben</reg> +<pb n='V' id='i006.png'/> +<!-- [P:V] --> +kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause +ein, so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren +sein, und dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur +bereits verzeichnet. Die Bibliographie der deutschen +Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich, und zwar eine sehr +umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von diesem +Handbuch verlangt werden. +</p> + +<p> +Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten +Auflage, wofern nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen, +zum Schluß ein alle fünf Bände zusammenfassendes Sachregister +zu bringen. +</p> + +<p> +Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt +nichts, als eine summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt +sich auf Verzeichnung der Kreisstädte, durch die +im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird. Weiterzugehen, +sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte — es sind mehr +als 2000 — aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit +gewesen. +</p> + +<p> +Straßburg, 31. Dezember 1913. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>G. Dehio.</hi> +</p> + +<pb n='VI' id='i007.png'/> + +<p> +[Blank Page] +</p> +</div> + + +<div> +<pb n='VII' id='i008.png'/> +<index index="toc" /> +<head><title>Verzeichnis der Abkürzungen.</title></head> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>a) Nach Begriffsgruppen.</title></head> + +<div> +<p> +<abbr rend="bold">beg.</abbr> begonnen.<lb /> +<abbr rend='bold'>erb.</abbr> erbaut.<lb /> +<abbr rend="bold">voll.</abbr> vollendet.<lb /> +<abbr rend='bold'>gew.</abbr> geweiht.<lb /> +<abbr rend='bold'>zerst.</abbr> zerstört.<lb /> +<abbr rend='bold'>Rest.</abbr> <abbr rend='bold'>rest.</abbr> Restauration, restauriert.<lb /> +<abbr rend='bold'>Jh.</abbr> Jahrhundert. <hi rend='italic'>In Verbindung damit</hi> <abbr rend='bold'>A.</abbr> Anfang, <abbr rend='bold'>M.</abbr> Mitte, <abbr rend='bold'>E.</abbr> Ende, <abbr rend='bold'>H.</abbr> Hälfte, <abbr rend='bold'>V.</abbr> Viertel.<lb /> +<abbr rend='bold'>bez.</abbr> bezeichnet.<lb /> +<abbr rend='bold'>I.</abbr> Inschrift.<lb /> +</p> +</div> + +<!-- <tb> --> + +<div> +<p> +<abbr rend='bold'>rom.</abbr> romanisch.<lb /> +<abbr rend='bold'>got.</abbr> gotisch.<lb /> +<abbr rend='bold'>Ma.</abbr> <abbr rend='bold'>ma.</abbr> Mittelalter, mittelalterlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>Renss.</abbr> <abbr rend='bold'>renss.</abbr> Renaissance <hi rend='italic'>als Substantivum und Adjektivum.</hi><lb /> +<abbr rend='bold'>Bar.</abbr> <abbr rend='bold'>bar.</abbr> Barock, barock.<lb /> +<abbr rend='bold'>Rok.</abbr> <abbr rend='bold'>rok.</abbr> Rokoko, rokoko. <hi rend='italic'>In Verbindung mit diesen Stilbezeichnungen.</hi><lb /> +<abbr rend='bold'>fr.</abbr> früh, <abbr rend='bold'>sp.</abbr> spät.<lb /> +</p> + +<!-- <tb> --> +</div> + +<div> +<p> +<abbr rend='bold'>K.</abbr> Kirche<lb /> +<abbr rend='bold'>Kap.</abbr> Kapelle.<lb /> +<abbr rend='bold'>Klst.</abbr> Kloster.<lb /> +<abbr rend='bold'>Basl.</abbr> Basilika.<lb /> +<abbr rend='bold'>Hllk.</abbr> Hallenkirche.<lb /> +<abbr rend='bold'>Gr.</abbr> Grundriß.<lb /> +<abbr rend='bold'>Sch.</abbr> Schiff, <abbr rend='bold'>3sch.</abbr> dreischiffig.<lb /> +<abbr rend='bold'>Msch.</abbr> Mittelschiff.<lb /> +<abbr rend='bold'>Ssch.</abbr> Seitenschiff.<lb /> +<abbr rend='bold'>Qsch.</abbr> Querschiff.<lb /> +<abbr rend='bold'>Fig.</abbr> <abbr rend='bold'>Figg.</abbr> Figur, Figuren.<lb /> +<abbr rend='bold'>Lhs.</abbr> Langhaus.<lb /> +<abbr rend='bold'>Bg.</abbr> Bogen.<lb /> +<abbr rend='bold'>Ark.</abbr> Arkade.<lb /> +<abbr rend='bold'>Pfl.</abbr> Pfeiler.<lb /> +<abbr rend='bold'>Sl.</abbr> Säule.<lb /> +<abbr rend='bold'>Kapt.</abbr> Kapitell.<lb /> +<abbr rend='bold'>Gwb.</abbr> Gewölbe.<lb /> +<abbr rend='bold'>Epit.</abbr> Epitaph.<lb /> +</p> + +</div> +<!-- <tb> --> + +<div> +<p> +<abbr rend='bold'>Quadr.</abbr> <abbr rend='bold'>quadr.</abbr> Quadrat, quadratisch.<lb /> +<abbr rend='bold'>Rck.</abbr> <abbr rend='bold'>rck.</abbr> Rechteck, rechteckig.<lb /> +<abbr rend='bold'>1/2 kr.</abbr> halbkreisförmig.<lb /> +<abbr rend='bold'>5/8 Schluß.</abbr> Schluß aus fünf Seiten des Achtecks.<lb /> +</p> +</div> +<!-- <tb> --> +<div> +<pb n='VIII' id='i009.png'/> +<!-- [P: VIII] --> + +<p> +<abbr rend='bold'>N</abbr> <abbr rend='bold'>n</abbr> Nord, nördlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>S</abbr> <abbr rend='bold'>s</abbr> Süd, südlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>O</abbr> <abbr rend='bold'>o</abbr> Ost, östlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>W</abbr> <abbr rend='bold'>w</abbr> West, westlich.<lb /> +</p> +</div></div> + + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>b) Nach dem Alphabet.</title></head> + + +<p> +<abbr rend='bold'>A.</abbr> Anfang.<lb /> +<abbr rend='bold'>Abb.</abbr> Abbildung.<lb /> +<abbr rend='bold'>Ark.</abbr> Arkade.<lb /> +<abbr rend='bold'>bar.</abbr> barock.<lb /> +<abbr rend='bold'>beg.</abbr> begonnen.<lb /> +<abbr rend='bold'>bez.</abbr> bezeichnet.<lb /> +<abbr rend='bold'>Bg.</abbr> Bogen.<lb /> +<abbr rend='bold'>bmkw.</abbr> bemerkenswert.<lb /> +<abbr rend='bold'>E.</abbr> Ende.<lb /> +<abbr rend='bold'>ehem.</abbr> ehemalig.<lb /> +<abbr rend='bold'>Epit.</abbr> Epitaph.<lb /> +<abbr rend='bold'>erb.</abbr> erbaut.<lb /> +<abbr rend='bold'>Fig.</abbr> Figg. Figur, Figuren.<lb /> +<abbr rend='bold'>fr.</abbr> früh.<lb /> +<abbr rend='bold'>gegr.</abbr> gegründet.<lb /> +<abbr rend='bold'>gest.</abbr> gestiftet.<lb /> +<abbr rend='bold'>gew.</abbr> geweiht.<lb /> +<abbr rend='bold'>got.</abbr> gotisch.<lb /> +<abbr rend='bold'>Gwb.</abbr> Gewölbe.<lb /> +<abbr rend='bold'>Gr.</abbr> Grundriß.<lb /> +<abbr rend='bold'>H.</abbr> Hälfte.<lb /> +<abbr rend='bold'>h.</abbr> heilig.<lb /> +<abbr rend='bold'>Hllk.</abbr> Hallenkirche.<lb /> +<abbr rend='bold'>I.</abbr> Inschrift.<lb /> +<abbr rend='bold'>Jh.</abbr> Jahrhundert.<lb /> +<abbr rend='bold'>K.</abbr> Kirche.<lb /> +<abbr rend='bold'>Kp.</abbr> Kapelle.<lb /> +<abbr rend='bold'>Kapt.</abbr> Kapitell.<lb /> +<abbr rend='bold'>Klst.</abbr> Kloster.<lb /> +<abbr rend='bold'>1/2 kr.</abbr> halbkreisförmig.<lb /> +<abbr rend='bold'>Lhs.</abbr> Langhaus.<lb /> +<abbr rend='bold'>M.</abbr> Mitte.<lb /> +<abbr rend='bold'>Ma.</abbr> <abbr rend='bold'>ma.</abbr> Mittelalter, mittelalterlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>Msch.</abbr> Mittelschiff.<lb /> +<abbr rend='bold'>N</abbr> <abbr rend='bold'>n</abbr> Nord, nördlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>O</abbr> <abbr rend='bold'>o</abbr> Ost, östlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>Pfl.</abbr> Pfeiler.<lb /> +<abbr rend='bold'>quadr.</abbr> quadratisch.<lb /> +<abbr rend='bold'>Qsch.</abbr> Querschiff.<lb /> +<abbr rend='bold'>Rck.</abbr> <abbr rend='bold'>rck.</abbr> Rechteck, rechteckig.<lb /> +<abbr rend='bold'>Renss.</abbr> Renaissance.<lb /> +<abbr rend='bold'>Rest.</abbr> <abbr rend='bold'>rest.</abbr> Restauration, restauriert.<lb /> +<abbr rend='bold'>Rok.</abbr> <abbr rend='bold'>rok.</abbr> Rokoko, rokoko.<lb /> +<abbr rend='bold'>rom.</abbr> romanisch.<lb /> +<abbr rend='bold'>S</abbr> <abbr rend='bold'>s</abbr> Süd, südlich.<lb /> +<abbr rend='bold'>1 sch.</abbr> <abbr rend='bold'>2 sch.</abbr> etc. einschiffig, zweischiffig etc.<lb /> +<abbr rend='bold'>Ssch.</abbr> Seitenschiff.<lb /> +<abbr rend='bold'>Sl.</abbr> Säule.<lb /> +<abbr rend='bold'>sp.</abbr> spät.<lb /> +<abbr rend='bold'>ursp.</abbr> ursprünglich.<lb /> +<abbr rend='bold'>V.</abbr> Viertel.<lb /> +<abbr rend='bold'>voll.</abbr> vollendet.<lb /> +<abbr rend='bold'>W</abbr> <abbr rend='bold'>w</abbr> West, westlich,<lb /> +<abbr rend='bold'>whgest.</abbr> wiederhergestellt.<lb /> +<abbr rend='bold'>zerst.</abbr> zerstört. +</p> +</div> +</div> + +<div> +<pb n='1' id='i010.png'/> + + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>A</title></head> + + +<p> +<hi rend='ort'>ABLASS.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. +Fenster E. 13. Jh., seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. +Wohlerhaltenes rom. SPortal, dessen 2 Säulen mit zierlichen +Blätterkapitellen. Im übrigen anspruchsloser Umbau in <milestone unit='line' n='5'/> +spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken aus dem +1539 aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh. +— <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> um 1480; großes <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> +in kraftvollen Formen um 1560; <hi rend='g'>Altarkruzifix</hi> +Meißener Porzellan bester Zeit. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ABTERODE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Seit 1809 Ruine. +</p><p> +[<hi rend='bold'>K.</hi> des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ABTLÖBNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich noch der rom. Urbau, +flachgedecktes <milestone unit='line' n='15'/> +Schiff, stark eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber +der Turm. — Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <hi rend='g'>Kanzel</hi> +in Renss.-Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ABTSWIND.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Protest. Pfarr-K.</hi> Spgot. mit jüngeren +Veränderungen. Am <milestone unit='line' n='20'/> +WTurm sehr hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter +Laterne und doppelter Kuppel. — Bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> +um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas, kraftvoll und +originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links +Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei +<milestone unit='line' n='25'/> +der Außenseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert. +— Eine zweite, vollplastische <hi rend='g'>Pietas</hi>. — Reste +von <hi rend='g'>Gaden</hi>. — Im Ort charakteristische <hi rend='g'>Hoftore</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ACHELSTÄDT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf.-K.</hi> modern bis auf den rom. Turm an der +SSeite, die <milestone unit='line' n='30'/> +Ausbildung der Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ADELSBERG.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus +1732. <hi rend='g'>Altarblätter</hi> von <hi rend='italic'>G. M. Bolster</hi> 1737. Über dem +Westeingang <hi rend='g'>Rotsandsteinfigur</hi> St. Laurentius um +1400. +</p> + + +<pb n='2' id='i011.png'/> + +<!-- [P: 2] --> + +<p> +<hi rend='ort'>ADELSBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß.</hi> Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ADELSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende +quadr. Chor älter. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ADOLFSECK</hi> siehe Fulda. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AHORN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm +des letzteren mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das +Lhs. mit geputzter Flachdecke. — An den Chorwänden <hi rend='g'>Bronzetafeln</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +mit Wappen und Inschr., von Grabsteinen abgelöst. +<hi rend='g'>Wandgrab</hi> (Sandstein) <hi rend='g'>des Wilhelm v. Streitberg</hi> +1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschäftigten +Nürnbergers <hi rend='italic'>Hans Werner</hi> (unter Mitwirkung +seines Schwiegersohnes <hi rend='italic'>Veit Dümpel</hi> aus +Altenstein). Wandgrab <milestone unit='line' n='15'/> +des <hi rend='g'>Wilh. Ludwig v. Streitberg</hi> † 1638, Holz +in steingrauem Anstrich. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut +1621 von W. v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der +Traufe nach vorn; mächtige runde Flankentürme mit überkragendem +<milestone unit='line' n='20'/> +8eck. Aufsatz und Haubendach. <hi rend='g'>Mobiliar</hi> +17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AIDHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen +Lhs.Decke gute Stuckatur um 1770. Gute <hi rend='g'>Holzfig.</hi> des +<milestone unit='line' n='25'/> +hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte <hi rend='g'>Glocken</hi>, eine mit +Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. — In der Nähe mehrere +<hi rend='g'>Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1405. 1sch. mit Achteckschluß. +<milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALBERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um +1720; mit gutproportionierter Fassade. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALBERSRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen +zwischen <milestone unit='line' n='35'/> +spgot. 3/8Chor und dem Schiff von 1823, <hi rend='g'>Altarwerk</hi> mit +Figuren, außen Gemälde von einem eigenartigen <hi rend='italic'>Cranachschüler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALBSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit +skulpierten Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714. <milestone +unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALEXANDERBAD.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> 1782 von <hi rend='italic'>Riedel</hi> nach »französischer« Bauart. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALITZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im +Dorf <hi rend='g'>Bildstöcke</hi> von 1581, 1682 und um 1750 (gut). +</p> + + +<pb n='3' id='i012.png'/> + +<!-- [P:3] --> + +<p> +<hi rend='ort'>ALKERSLEBEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALLENDORF</hi> b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> der Schule von Erfurt (?) M. 14. +Jh. Ein <hi rend='g'>gleicher</hi> aus der Schule von Saalfeld 1485, +Flügel <milestone unit='line' n='5'/> +beiderseitig bemalt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALLENDORF</hi> a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, +bei welchem Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der +Kappen an die Schildwand noch sichtbar), 1sch. mit flacher +<milestone unit='line' n='10'/> +Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der Mittelachse nach +S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade nördl. +am Sch. bez. 1427. 1898 durch <hi n="0" rend="italic">Schönermark</hi> restauriert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi> nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele +des Fachwerkbaus. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Totenhalle</hi> a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Ringmauern.</hi> Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten, +3 Tortürme neuerlich abgebrochen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALLENDORF.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> hübscher Bau A. 18 Jh. <milestone +unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALLENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnenklst.</hi>, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt +zu ländlichen Gebäuden vernutzt. — Im Dorf alte <hi rend='g'>Fachwerkhäuser</hi> +— Die Burg <hi rend='g'>Frankenstein</hi> ohne +Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb. 1888!). +<milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALLMENHAUSEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bez. 1581. — <hi rend='g'>Grabmal</hi> zweier Herren von Schlotheim +1589, 1619. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALLSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Johannis</hi>, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. <milestone unit='line' n='30'/> +Chor, Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem +Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Wigperti</hi>, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg +zerstört; der spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten +der breite rom. Turm auf rck. Chor, im Obergeschoß an den <milestone unit='line' n='35'/> +Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3 Kuppelfenster, deren +feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der Teilungssäulchen, +in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen Charakter +des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk +verschleppt? <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige +16. und 17. Jh; die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; +zuletzt bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände +der Landgrafen übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr +<pb n='4' id='i013.png'/> +<!-- [P: 4] --> +ausgedehnte Gebäudekomplex aus dem sp.Ma. und der Renss.; +maßvoll rest. Das Obergeschoß des hinteren Schlosses hat +E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von welcher +die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind +(ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg); ferner ein <milestone unit='line' n='5'/> +Kamin, gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane +und Tapeten aus 18. Jh.; reizender Ofenschirm von 1720. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche </hi> spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten +Fenstern und 2 schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant <milestone unit='line' n='10'/> +verstrebt ist. Das Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, +die alte Apsis abgebrochen. Außen 2 Inschr. über +Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine (Almosen) +Stiftung 1377 in Majuskeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Steinkreuz</hi> mit Schwert. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kap. zum hl. Kreuz</hi>, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten +als Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, +polyg. Chor, deformiert, wenn auch im Kern alt. — <hi rend='g'>Hochaltar</hi> +E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALSLEBEN</hi> (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose, +Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALSLEBEN</hi> (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis. +</p><p> +Die vorm. <hi rend='bold'>Kloster-K</hi>. abgetragen. Ein rom. <hi rend='g'>Tympanon</hi> (Löwe <milestone unit='line' n='25'/> +und Drache durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode +gebracht. Ebendort ein merkwürdiger rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>, +8seitig, mit rohen Reliefs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTBESSINGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist. <milestone unit='line' n='30'/> +Stuckaturen). Einheitliche <hi rend='g'>Altarausstattung</hi> um +1690. <hi rend='g'>Geräte</hi> augsburgisch, von <hi rend='italic'>F. X. Stipeldey</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALT-BURXDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von +Klst. Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. <milestone unit='line' n='35'/> +Schiff u. rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel +3 spitzbg. Fenster, darüber Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt +mit vortretenden Anfängern. — <hi rend='g'>Holzbildwerke</hi> des +spgot. Altars. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALT-CHEMNITZ.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Portal 13. Jh. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. +1695 <corr sic='uud'>und</corr> 1838. — Holzfigg. von einem spgot. <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>. +</p> +<pb n='5' id='i014.png'/> +<!-- [P: 5] --> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBERGE.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot. — Stattliches <hi rend='g'>Epitaph</hi> aus Stuck für A. L. +v. Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter +<hi rend='g'>Ofen</hi> aus Gußeisen A. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBEUTHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher +rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBURG.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Unterkirche (S. Bartholomäi)</hi>. Von den Hussiten 1430 zerstört, +1459 wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze <milestone unit='line' n='10'/> +SSeite) umgebaut. 3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was +für die vermutete Benutzung des älteren Chors im 13. Jh. +sprechen würde) und ungewöhnlichem östl. Abschluß: das +Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die +Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte <milestone unit='line' n='15'/> +Doppeltürme). — Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer +rom. K. weit kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit +4grätigen Kreuzgewölben zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze +aus 4 derben Rundpfeilern gebündelt; anschließend 1/2kr. +Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Oberkirche (Franziskaner)</hi>. 1sch. Anlage vor 1238, sehr +schlicht behandelt, Veränderungen A. 16. Jh. +</p><p> +<hi rend='bold'>Bergerkloster (Augustinerchorherren)</hi> gew. 1172; durch Brand +1588 zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des +Lhs. erhalten. Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder <milestone unit='line' n='25'/> +Nachahmung von Sandsteinmotiven in Backstein. Die Backsteine +scharriert ähnlich wie an den ältesten Backsteinbauten +an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine regelmäßige +kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die hohen +Türme haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar <milestone unit='line' n='30'/> +gekuppelter Fenster, breite Ecklisenen und Stockwerkteilung +durch Bogenfriese. +</p><p> +Von der ehemaligen <hi rend='bold'>Nikolai-K</hi>. nur der breite WTurm übrig, +rom., mehrfach umgebaut. +</p><p> +<hi rend='bold'>Rathaus 1562-1564</hi> vom weimarischen Hofbaumeister <hi rend="italic">Nik. <milestone unit='line' n='35'/> +Grohmann</hi>; gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern +der deutschen Renaissance; 1663 renoviert. Gr. +annähernd quadr. Die Komposition der Hauptfront erinnert +an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger +Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des <milestone unit='line' n='40'/> +Dachgesimses allseitig frei werdend und das Gebäude weit +überragend; Krönung mit einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß +4eck. Vorbau mit Balustrade. Das Hauptgebäude +trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert +(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer +<pb n='6' id='i015.png'/> +<!-- [P: 6] --> +Schmuck: zwei Eckerker und mehrere Portale in italisierenden +Formen. Am NOErker ein <hi rend="g">Fries</hi> mit nackten Knaben, +an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd; der entsprechende +Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die Halbfiguren +der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die Fenstergewände <milestone unit='line' n='5'/> +gotisierend, das Dachgesims im Verhältnis zu sonstigen +deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich hervorgehoben: +das Motiv des dorischen Frieses allerdings mißverstanden. — Inneres. +Im Obergeschoß Vorsaal von mächtiger +Erscheinung, durch 3 Holzsäulen in 2 Schiffe geteilt; Einfassungen <milestone unit='line' n='10'/> +der Türen aus Stein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Amtshaus</hi> 1725. <hi rend='bold'>Magdalenenstift</hi> 1665 als herzogl. Witwensitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi> aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse +2; aus 17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche +Str. 14b; 18. Jh.: Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und <milestone unit='line' n='15'/> +besonders stattlich das v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724. +</p><p> +<hi rend='bold'>Herzogl. Schloß.</hi> Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige +sehr große Komplex aus 15.-18. Jh. — <hi rend='g'>Schloßkirche</hi> +(mit Kollegiatstift). Im Unterbau Reste aus 12. Jh.; Chor +1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4 Langjoche <milestone unit='line' n='20'/> +und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor außen +mit überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener +Dekoration der Streben. Das innere ohne höheren architektonischen +Gehalt, aber malerisch von großer Wirkung, wozu +die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen Ausstattungsstücke <milestone unit='line' n='25'/> +wesentlich beitragen. Im <hi rend='g'>Hochaltar</hi> Grablegung +Holz bez. CTR 1647. Das <hi rend='g'>Chorgestühl</hi> (1516, +überarbeitet 1576) gerade in seiner Stilmengerei nicht ohne +Reiz; prachtvolle <hi rend='g'>Orgel</hi> 1735 von <hi rend='italic'>G. H. Trost</hi>; <hi rend='g'>Kanzel</hi> +1595; <hi rend='g'>Grabmal</hi> des Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp. <milestone unit='line' n='30'/> +freistehende Tumba; <hi rend='g'>Grabplatte</hi> der Kurfürstin Margarethe +(† 1486) Bronze, die lebensgroße Figur graviert, der +Rahmen in flachem Relief, mit großer Wahrscheinlichkeit +als Jugendwerk <hi rend='italic'>Peter Vischers</hi> anzusprechen. Auch unter +den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. — <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend='g'>Hauptschloß</hi>. Der von den Zeitgenossen gerühmte +Bau Friedrichs des Weisen (seit 1518) durch die Bauten +von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils beseitigt. Von 1530 (?) +der Rest der Hofgalerien im N der Kirche; interessante Verdeutschung +römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen <milestone unit='line' n='40'/> +auf toskanischen Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen +von sukzessive abnehmender Höhe Korbbögen, zuletzt jonische +Säulen. Die jetzige Haupterscheinung bedingt durch den +Umbau 1706 bis 1744; Architektur von <hi rend='italic'>G. S. Vater</hi>, Malereien +von <hi rend='italic'>J. H. Ritter</hi>, Stuckaturen von den Brüdern <hi rend='italic'>Castelli</hi>; +<pb n='7' id='i016.png'/> +<!-- [P:7] --> +der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den +sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das <hi rend='g'>Schönhaus</hi>, +ein Kasino im Sinne römischer Gärten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBURG</hi> b. Bamberg OFranken.</p> +<p> +Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen <hi rend="bold">Burg</hi> moderner <milestone unit='line' n='5'/> +Phantasiebau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rundturm von 1388. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENBURG</hi> b. Naumburg, Pr. Sachsen.</p> +<p> +Spuren der 1010 zerstörten <hi rend="bold">Burg</hi> des Markgr. Gunzelin. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTEN-DAMBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1617 ähnlich Hinternah. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENDORF.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, +Wehrgang, Scharten. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENGÖNNA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> des 17. Jh. — <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> um 1500, einer +der besten des Gebietes, auch gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENGRONAU.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Wasserburg</hi> mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENHASSLAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Martins-K.</hi> (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. +flachgedeckt; im O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß +als Altarhaus. — Innere Ausstattung 1752. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Lutherische K.</hi> 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Amtshaus</hi> bez. 1593 und 1684. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENHOF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit +Apsis, auch noch einige Detailsrom. — Schöner <hi rend='g'>Kelch</hi> A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENKUNDSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen +und Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl <hi rend='g'>Grabsteine</hi> +aus 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das <milestone unit='line' n='35'/> +Schiff nach »der Architektur und Direktion« des Pfarrers +<hi rend='italic'>H. G. Zincke</hi> 1718, der seit 1711 mehrere Kirchen (Großwangen, +Wippach) gebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENSCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Prot. Dorf-K.</hi> Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) <milestone unit='line' n='40'/> +von 1496; Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten +Balkendecke viele Wappen des fränkischen Adels. — <hi rend='g'>Epitaphe</hi> +der Frh. v. Crailsheim und Geier; hervorzuheben das +in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von +Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600. +</p> + + +<pb n='8' id='i017.png'/> + +<!-- [P: 8] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg</hi> der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit +quadr. Bergfried und polyg. Bering. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der +ma. Burg schwache Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage <milestone unit='line' n='5'/> +von 1798-1803 und für diese Zeit bezeichnend; chinesisches +Häuschen, aber auch schon Ritterkapelle, Sennhütte, Aeolsharfe. +Schöne steinerne Halbrundbank mit Büste der Herzogin +Charlotte Amalie 1801. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Ehem. Dorf-K.</hi> (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes +Beispiel einer intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß +der Stein zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. +In dem von einem tiefen Graben umschlossenen Mauerring <milestone unit='line' n='15'/> +noch große Reste einer starken Renss.-Befestigung +(2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom. Bergfried +(quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente +der stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Ehem. Schloß</hi>, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine +nach 1438. Wohnbau bez. 1620. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Koburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem +Chor. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTHAUSEN.</hi> UFranken. BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus +1693. — <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> (Triumph des Kreuzes) +von <hi rend='italic'>Joh. Peter Herrlein</hi>, gegen 1777. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTHÖRNITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1650-54 von Meister <hi rend='italic'>Valentin</hi> in Zittau für den Zittauer +Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen +und großzügigen Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der +Tradition der deutschen Renaissance; 3geschossiger Hochbau +auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig und zugleich flüssig <milestone unit='line' n='35'/> +gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den Schmalseiten; +1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe +lag im Innern). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTJESSNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In der Anlage rom. Der spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +von den besseren. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTMÜGELN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und +Langhaus unter B. Johann VI. von Meißen (1487-1512). +Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl. unausgeführt; jetzt +<reg orig="Flach-|decke">Flachdecke</reg><pb n='9' id='i018.png'/>, +<!-- [P:9] --> +mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor reiches Netzgwb. +— Bmkw. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 1536, 1579. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTOSCHATZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende +Rundbau alter Karner (?) — Stattliche ren. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +aus Dresdener Werkstatt 1578, 1599; geringer das +von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785. [Spgot. Flügelaltar +im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTSCHÖNFELS.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. — Ausstattung <milestone unit='line' n='10'/> +17. Jh. Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte +Balkendecken auf reich behandeltem Ständer.</p> +<p> +In der <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Altarwerk</hi> um 1500 und <hi rend='g'>Grabsteine</hi> +der v. Wilkau A. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl +sprom. Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; +die Einzelheiten an die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. +Unterspitzer Triumphbg. und 1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen +Seitenapsiden. — <hi rend='g'>Altarwerk</hi> 1664. Reste eines <milestone unit='line' n='20'/> +spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltars</hi> auf dem Kirchenboden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALTZELLE.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Cisterc.-Klst.</hi> (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes +der Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude +bezogen, 1198 Weihung der K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. <milestone unit='line' n='25'/> +sämtlicher Hauptgebäude, 1540 Auflösung des Klst., 1599 +Blitzschlag und Verfall. — <hi rend='g'>Kirche</hi>. Erhalten nur 2 Bruchstücke +der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in +diesem Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik +glaubt Stiehl einen italienischen Werkmeister zu erkennen). <milestone unit='line' n='30'/> +An Stelle des alten Chors 1787-1804 Mausoleum in nüchtern +klassizistischen Formen. — Kreuzgang und Klostergebäude +(wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis +Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebäude. +Am besten erhalten das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend='g'>Das Tor</hi>; rom.; bedeutende Abmessungen; +Gewände (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt; Basaltquadern +mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit +Basaltrundstäben, Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. <hi rend='g'>Winter-Refektorium</hi> +(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang <milestone unit='line' n='40'/> +und in gleicher Flucht mit dem Paradies der Kirche. +Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn. Niedrige +in 2 Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt +und 1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten +WWand Strebepfeiler aus Backstein, an der OWand die frgot. +<pb n='10' id='i019.png'/> +<!-- [P:10] --> +Konsolen und rundbg. Schildbogen des ehem. Kreuzgangs. +Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoß ein holzgetäfelter +Saal mit großen Vorhangbg. — <hi rend='g'>Andreas-Kap</hi>. (Wettinisches +Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den +quadr. Grundmauern erhalten. — Vom <hi rend='g'>Sommer-Refektorium</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit +4 hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. +<hi rend='g'>Portale</hi> in die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das +<hi rend='g'>Kapitelhaus</hi> an der OSeite war ein rom. Steinbau. — +<hi rend='g'>Skulpturen</hi>: a) im Mausoleum 4 wettinische Hochrelief-Grabplatten <milestone unit='line' n='10'/> +um 1300, prachtvolle frgot. Gewölbeschlußsteine, +Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein vollständiger +Flügelaltar in Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten +A. 15. Jh.; c) im Garten got. Betsäule um 1300. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ALZENAU.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMALIENRUHE</hi> b. Meiningen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Herzogl. Gutshof</hi>. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMMELSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im <milestone unit='line' n='20'/> +Turm gekuppelte spitzbg. Fenster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMMERBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> +mit Doppelflügeln. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMMERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern. Bmkw. <hi rend='g'>Taufstein</hi> A. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMÖNEBURG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +[<hi rend='bold'>Kathol. K.</hi> Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche +aus sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.] +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, <milestone unit='line' n='30'/> +1762, 1866. Noch immer großartige Ruine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMORBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Benediktinerabtei-K.</hi>, jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt +als Umbau einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern +des Lhs. beibehalten. Der WFront eine <milestone unit='line' n='35'/> +Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom. die 3 Freigeschosse +der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen, +Detail ohne Feinheit. — Der neue Plan vom kurmainzischen +Hofarchitekten General <hi rend='italic'>v. Welsch</hi>, ausgeführt vom Fähnrich +<hi rend='italic'>Schick</hi>, der anscheinend auch einige Umänderungen vornahm. <milestone unit='line' n='40'/> +Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs. Die breiten Pfll. +mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit Stichkappen +ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile +durchweg von mäßigem Relief. — Im Chor setzt sich das +System des Lhs. in 2 Joch fort, Schluß 1/2kr. — Das Bedeutendste +<pb n='11' id='i020.png'/> +<!-- [P:11] --> +an der K. ist die in unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung +durchgeführte Dekoration. Sie rückt den Bau in +die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die <hi rend='g'>Stuckierung</hi> +von <hi rend='italic'>J. M. Feichtmayer</hi> und <hi rend='italic'>Gg. Uebelher</hi>. (Beide aus +der Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansässig, <milestone unit='line' n='5'/> +letzterer vorher in den »reichen Zimmern« der Münchener +Residenz und der Klst.K. Diessen tätig). Sie vertritt die +deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiß, hie und +da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blaßrot gestreiftem +Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den <hi rend='g'>Deckengemälden</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +zugewiesen; voll. 1749 von <hi rend='italic'>Math. Günther</hi> aus Augsburg +(einem Schüler der Asam, auch von Tiepolo beeinflußt; +bedeutendster deutscher Freskomaler des 18. Jh.); im einzelnen +flüchtig und maniriert, stupend sicher in Massenverteilung und +Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich angepaßt. <milestone unit='line' n='15'/> +Die Seitenaltäre stehen zum Glück nicht an den +Schiffspfeilern, sondern an den Seitenwänden unter den Fenstern; +die antitektonische Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen +sehr unumwunden aus; einige sehen aus wie aus Korallenriffen +aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von Künstlern aus <milestone unit='line' n='20'/> +Würzburg. Ebendaher die <hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Joh. Wolfg. van der +Auwera</hi> und die prachtvollen <hi rend='g'>Abschlußgitter</hi> des Lhs. +von <hi rend='italic'>Gattinger</hi>. Verhältnismäßig sehr einfach die <hi rend='g'>Chorstühle</hi>; +ein Teil soll zu Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K. +umgearbeitet sein. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Klostergebäude</hi>. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür +im 2. Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen +Korridor über dem Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen +von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh., erhalten. Die Hauptgebäude +aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten von Leiningen) <milestone unit='line' n='30'/> +groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. +der Bibliotheksaal von ca. 1790. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kathol. Pfarr-K</hi>. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem +im Rok. selten angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter +in Mainz, beide vermutungsweise von <hi rend='italic'>Jos. Val. Thoman</hi>; das <milestone unit='line' n='35'/> +Äußere in Quadern von rotem Sandstein, durch Doppelpilaster +gegliedert, von guter Wirkung die mit der Chorapsis +gruppierten Türme. <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> von <hi rend='italic'>Zick</hi>. Die +trefflichen <hi rend='g'>Skulpturen</hi> des Hochaltars von <hi rend='italic'>Joseph Keilwerth</hi> +aus Würzburg (einem sonst unbekannten Künstler); <milestone unit='line' n='40'/> +besonders der h. Sebastian durch feine Empfindung und +ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgenössischen +Produktion hervorragend. — <hi rend="bold">Klostermühle</hi> 1448. (Inschr.) +</p> +<p> +<hi rend="bold">Kurmainzisches Amtshaus</hi> mit dem Wappen der Erzbischöfe +Dither v. Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504). +</p> + + +<pb n='12' id='i021.png'/> + +<!-- [P: 12] --> +<p> +<hi rend='ort'>AMORSBRUNN</hi> bei Amorbach. UFranken.</p> +<p> +<hi rend="bold">Kapelle.</hi> 1521. Geschnitzter <hi rend='g'>Flügelaltar</hi> mit der Wurzel +Jesse, recht gute Arbeit um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansf. Seekreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi>, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ANNABERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Anna-K.</hi> 1499-1520. Hauptbaumeister <hi rend='italic'>Peter von Pirna</hi> (?), +seit 1515 <hi rend='italic'>Jakob von Schweinfurt</hi>. — 3sch. Halle von 7 Joch +auf 56 m L., östl. Schluß in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die +Sschiffe sind fast ebenso breit wie das Msch., doch sind die <milestone unit='line' n='10'/> +Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und zwischen sie steinerne +Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die oberhalb ihrer +eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die +Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige +Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S <milestone unit='line' n='15'/> +im Erdgeschoß geschlossene Sakristeien und über ihnen gegen +das Sch. geöffnete Kapp. Die Unregelmäßigkeiten durch +schräge Stellung der WWand und den im SW einspringenden +Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch einnehmende +Empore ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, <milestone unit='line' n='20'/> +die Pfll. sehr schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die +Decke mit Beseitigung aller Erinnerung an das Kreuzgwb. +möglichst als Einheit behandelt; hergestellt von <hi rend='italic'>Barthel +v. Durbach</hi> und <hi rend='italic'>Conrad v. Buttigen</hi> (<hi rend="italic">Büdingen?</hi>). Ihre Rippen, +auch in der Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene <milestone unit='line' n='25'/> +Reihungen«, für die sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend), +wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansätze +an den Pfll. mit gesuchter Willkür in ungleichen Höhen, +auf ihren Knotenpunkten phantastisch geformte Schlußsteine. +Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb. der südl. Sakristei. <milestone unit='line' n='30'/> +Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die Fenster +schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen +Fischblasen. Das Äußere von fast ärmlicher Schlichtheit; +Strebepfll. nur am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische +Absicht des stilgeschichtlich wichtigen Gebäudes ist <milestone unit='line' n='35'/> +nur im Innern zu erkennen; sie geht auf Schaffung eines weiten, +übersichtlichen, rhythmisch wenig bewegten Raumbildes bei +Unterdrückung der »organischen« Strukturformen. +</p> + +<p> +Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene +plastische Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis <milestone unit='line' n='40'/> +zu den Strukturformen, als in der echten Gotik. — Die »<hi rend='g'>schöne +Tür</hi>« am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597 vom Franziskaner-Klst. +hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder +beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich +zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken +<pb n='13' id='i022.png'/> +<!-- [P: 13] --> +sich entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, +darüber zwei Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs +und seiner Gemahlin; im Hauptfeld über dem Türsturz die +Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoße des Vaters, +umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre), tiefer <milestone unit='line' n='5'/> +der h. Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes, +Adam und Eva, über der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso +klare als freie Komposition, die Energie der sehr persönlichen +Stilisierung, der poetische Schwung der gegenständlichen Auffassung +bringen dies Werk dem Besten der zeitgenössischen <milestone unit='line' n='10'/> +deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die Identität +mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer +Pulthalter im Dresdener Museum. — <hi rend='g'>Tür der »alten« +Sakristei</hi>; vollendet 1518 in der Zeit der Bauleitung +durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes größeres Werk der Renss. <milestone unit='line' n='15'/> +in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got. Erinnerungen +fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht +ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der »schönen +Tür« nahe, besonders frei und glücklich die Familienszene +zwischen Anna und Maria. — Von derselben Hand oder <milestone unit='line' n='20'/> +mindestens aus derselben Werkstatt der <hi rend='g'>Taufstein</hi> +(ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in +genauer Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende +nackte Engel, am Fuß Taufkinder. — Die 100 Felder +der <hi rend='g'>Emporenbrüstung</hi> (1514-1517) mit Reliefs von <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend='italic'>Franz von Magdeburg</hi>; die ausführlichste Illustration des +Neuen Testaments, die je in monumentaler Form versucht +worden; ferner die Lebensalter. — <hi rend='g'>Stuhlwerk</hi> von 1526, +nicht mehr vollständig. — <hi rend='g'>Singechor</hi> 1688 von <hi rend='italic'>J. H. +Böhme</hi>. — <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1516, noch rein got. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Altäre</hi>. a) Hauptaltar. 1522 von <hi rend='italic'>Adolf Dowher</hi> (Daucher) +in Augsburg angefertigt, die architektonischen und ornamentalen +Teile vielleicht nach Entwurf <hi rend='italic'>Peter Flötners</hi>; entschieden +gewollte aber noch nicht ganz geklärte Renss.; Archt. aus +mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer Kalkstein; Hauptgegenstand <milestone unit='line' n='35'/> +Wurzel Jesse. — b) Bergaltar (im nördl. Nebenchor) +1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer +FrRenss. Das zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit +Motiven aus Dürers Marienleben. — c) Münzeraltar (im südl. +Nebenchor) 1522, dem vorigen ähnlich. — d) Bäckeraltar <milestone unit='line' n='40'/> +(zunächst dem vorigen). — e) Pflockscher Altar nach 1521, +durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung +des Schongauerschen Kupferstichs. — f) Altar des +Münzmeisters Melch. Jomisch 1537. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Epitaph</hi> für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein. +</p> + + +<pb n='14' id='i023.png'/> + +<!-- [P:14] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Berg-K. S. Marien</hi>. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; +Halle; die Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte +Renss. — <hi rend='g'>Altarwerk</hi> der Bäckerzunft A. 17. Jh., später +entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Hospital-K.</hi> 1683, architekturlos. — Bmkw. <hi rend='g'>Gemälde</hi> der <milestone unit='line' n='5'/> +Cranach-Schule 1557. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. — <hi rend='g'>Erzgebirgsmuseum</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ANNABURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert <milestone unit='line' n='10'/> +mit bar. Grisaillemalerei. — <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1674; <hi rend='g'>Orgel</hi> rok. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August. +a) Das vordere Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken +und über dem Mittelportal schwere Rundtürme. An der +offenen vierten Seite steht b) das hintere Schloß, vierstöckig, <milestone unit='line' n='15'/> +nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen; 3 Risalite +mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache +Renss.-Portale mit Stuckdecken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ANNERODE.</hi> Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Erster Bau voll. 1269. Neubau <milestone unit='line' n='20'/> +nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. +Ecke mit figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. +Mustern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ANZEFAHR.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711 mit spgot. polyg. Chor. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>APFELSTEDT.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, +der Turm nördl. des Chors. — <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> +1434, darüber Kreuzigungsgruppe. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>APOLDA.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse. +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ARNSHAUGK.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1688. — <hi rend='g'>Altargemälde</hi> (Kreuzigung) +von <hi rend='italic'>Paul Keil</hi> 1616. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ARNSTADT.</hi> Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Liebfrauen-K.</hi> Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom +von Naumburg, jedoch in bedeutendem Abstand, der bedeutendste +Bau Thüringens aus dem 13. Jh., sehr lehrreich für +das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er <milestone unit='line' n='40'/> +zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus +sprom., Qsch. und Chor entwickelt got. 1. <hi rend='g'>Langhaus</hi>. +Schwankende Bauführung und wiederholte Restaurationen (im +19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den Bauhergang äußerst +unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A. 13. Jh. + + +<pb n='15' id='i024.png'/> + +<!-- [P: 15] --> + +ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler +der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter +Einfluß des Halberstädter Doms (so Giesau). Er äußert sich +in veränderter Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen, +Einführung von Emporen über den Seitenschiffen, welche <milestone unit='line' n='5'/> +jedoch nicht als selbständige Geschosse ausgebildet sind; +sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen +sehr schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. +1888. — Die WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie +bildet bis zum Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte <milestone unit='line' n='10'/> +Masse; die einzige Öffnung das sehr ansehnliche +Portal, das seine Gestalt erst zum Schluß dieser Bauzeit erhielt +(in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die Wendeltreppen +der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über +dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt <milestone unit='line' n='15'/> +indes mit der Mitte der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung +der Fassade. Das letzte, was die rom. Bauperiode +ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem +niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8 +kleine Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide <milestone unit='line' n='20'/> +emporsteigt. In der Kraft und Leichtigkeit der Verhältnisse +und Formen ein Muster seiner Gattung (nahe verwandt den +Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail stehen +spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar +nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von <milestone unit='line' n='25'/> +verschiedener Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe +Einteilung, doch größere Höhe der Geschosse; die obersten +schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt aus der +rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch. +(welches damals noch das alte), sondern westl. desselben über <milestone unit='line' n='30'/> +dem letzten Joch des Langhauses; daher auch der verschoben +quadratische Grundriß (das zerstört vorgefundene oberste +Geschoß freie Komposition von 1890). — 2. <hi rend='g'>Querschiff +und Chor</hi> sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant +und begonnen. Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, <milestone unit='line' n='35'/> +ohne jedoch zu den älteren Bauteilen (wie so oft!) +in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch. dürfte sich +den Grundmauern des einstigen romanischen anschließen, nur +sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der +Chor beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. <milestone unit='line' n='40'/> +ihm gestattete Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip +der Halle, d. h. in allen 3 Schiffen in gleicher Höhe, das System +des Qsch. fort. Hierauf schließen die Abseiten mit Kapellen +in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt sich ein quadr. +Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das Ergebnis ist bei + + +<pb n='16' id='i025.png'/> + +<!-- [P: 16] --> + +beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende Raumwirkung +(die Ähnlichkeit mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). +Die Form der Rippen spricht für Vollendung im vorgerückten +14. Jh. — Nach der 1309 erfolgten Übergabe der K. an einen +Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl. <milestone unit='line' n='5'/> +Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste +Rest. entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei +wiederverwendet). Die 3 Chorkapellen von gleicher Höhe, +die mittlere durch Fialen und Giebel über jeder Polygonseite +ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansätzen). — An der <milestone unit='line' n='10'/> +NSeite 2 prächtige Portale, ein größeres an der QschFront, +ein kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. — +Doppelflügeliges <hi rend='g'>Altarwerk</hi> im südl. Nebenchor, bedeutendes +Stück, bez. 1489 (wohl von <hi rend='italic'>Jakob Naumann</hi>); im +Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und Bonifatius <milestone unit='line' n='15'/> +geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist +nicht festgestellt. — Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber +der Grafen v. Schwarzburg. Hauptstücke: große <hi rend='g'>Tumba</hi> +Günthers XXV. † 1368 und seiner Gemahlin Elisabeth † 1381, +die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, an der Spitze <milestone unit='line' n='20'/> +ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog. +»treuer Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab +Heinrichs IV. in Breslau, Kreuz-K.). — Großes <hi rend='g'>Prachtepitaph</hi> +Günthers XLI. und der Katharina v. Nassau, errichtet +1590. — <hi rend='g'>Skulpturen</hi>. Am Portal des nördl. <milestone unit='line' n='25'/> +Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. +und sein Sohn Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige +Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben dem Portal des nördl. Qsch. +2 Fürstenstatuen, männlich und weiblich, E. 13. Jh., von +mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Oberkirche</hi> (Franziskaner) beg. 1246. — 1sch. Rck. 11 m br., +60 m l, Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr +gute Akustik. Der Chor nicht abgesondert. Fenster nur an +der NSeite und der Schlußwand. Vortreffliches Maßwerk. +Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der schlicht, fast <milestone unit='line' n='35'/> +roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand +erst 1461 angefügt. — <hi rend='g'>Epitaph</hi> des G. Fischer 150S; bmkw. +durch gute Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. — +<hi rend='g'>Flügelaltar</hi> 1594, das Gemälde niederländisch. Zahlreicher +die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17. Jh.: 3geschossiger <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz; +<hi rend='g'>Taufstein</hi> mit 5 m hohem Baldachin; der <hi rend='g'>fürstl. Kirchenstand</hi>, +ein auf 6 Säulen ruhender, sehr reich behandelter +Einbau; der <hi rend='g'>adlige Kirchenstand</hi>; die <hi rend='g'>Gemeindeempore</hi> +in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksmäßig. +</p> + + +<pb n='17' id='i026.png'/> + +<!-- [P: 17] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Neue Kirche</hi>. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer +niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen +Decke mit Emporen angefüllt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> 1738-43. Typisch für die thüringischen +Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse <milestone unit='line' n='5'/> +verschobenes Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. +Auf dem Friedhof bmkw. Grabsteine des 16.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Neidechsburg</hi>. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der +runde Bergfried erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 +nur wenige Reste erhalten, darunter hübsches Portal. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Fürstl. Schloß</hi> neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau +mit großem Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; +Porzellane. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt +unter dem Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe <milestone unit='line' n='15'/> +mit säulengestütztem Erkervorbau; in Nischen 2 <hi rend='g'>got. Statuen</hi>, +Erfurter Arbeit um 1730 in der Art des <hi rend='italic'>Joh. Gehart</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Zierbrunnen</hi>. 1573. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Bürgerhäuser</hi>. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche +Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. <milestone unit='line' n='20'/> +Von der ma. <hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> das Riedtor und das Neutor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolaus</hi>. Gotisierend 1617, nach W erweitert +1725. Gute klassizistische <hi rend='g'>Seitenaltäre</hi> von <hi rend='italic'>Georg +Winterstein</hi> in Würzburg 1790. Reicher, meisterhafter <hi rend='g'>Orgelbau</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +um 1700 aus der Karmeliter-K. in Würzburg. — +<hi rend='g'>Deckengemälde</hi> im Chor von <hi rend='italic'>S. Urlaub</hi> 1726. Älteste +<hi rend='g'>Glocke</hi> 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='italic'>Wallfahrts-K. Maria-Sondheim</hi>. Erb. M. 15. Jh., unvollständig +ausgeführt. Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte <milestone unit='line' n='30'/> +durchquert von einer 3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen +Ansätze zu Gewölben (geplant war 3sch. Hallenkirche). — +<hi rend='g'>Deckengemälde</hi>: Schlacht bei Lepanto mit Maria +Victoria, bez. <hi rend='italic'>J. Ph. Rudolph</hi> 1770. Im Ossarium 2 interessante +<hi rend='g'>Steinreliefs</hi> von der alten Kanzel, Johannes und <milestone unit='line' n='35'/> +Markus in Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil +verwandt der Backofenschule (der das Werk übrigens nicht +angehört). Schöne <hi rend='g'>Sandsteinmadonna</hi> um 1410, +typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei +um 1480. — <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> in sehr großer Zahl und <milestone unit='line' n='40'/> +z. T. hoher Qualität, am reichsten vertreten die Familie v. +Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag vernutzt, jetzt +im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere außen. Von +<hi rend='g'>Bildnissteinen</hi> hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, +fast vollrund, starre Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; +<pb n='18' id='i027.png'/> +<!-- [P: 18] --> +Ludwig v. H. 1517. Von <hi rend='g'>Epitaphen</hi>: Philipp v. Hutten +(1546 <corr sic='ini'>in</corr> Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von <hi rend='italic'>Loy +Hering</hi> <corr sic='n'>in</corr> Eichstätt; Bernhard v. H., Art des älteren <hi rend='italic'>Peter +Dell</hi>; Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (<hi rend='italic'>P. Dell</hi>, wahrscheinlich +der Jüngere); vom selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; <milestone unit='line' n='5'/> +Stephan Zobel mit Frau und Kindern 1597. — <hi rend="g">Ölberg</hi> um +1500, besser als die meisten dieser Gattung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, +Wohnbau M. 16. Jh., im Innern einiges zu beachten. — +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Spital</hi>, große Anlage von 1713-30. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg</hi>. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, +Fenster rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose +Kreuzgewölbe. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas +5 stöckig erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ARTERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. <milestone unit='line' n='20'/> +Ältester Bestandteil der jetzt in der M. stehende Turm auf +oblongem Gr.; in seinem oberen freien Teil hat er auf der +breiten Seite 3 Paar gekuppelte Rundbogenfenster, an der +schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog. Kreuzgwb.; +nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein <milestone unit='line' n='25'/> +platt geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., +jetzige Gwbl. und Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als +der Turm, 1sch., polyg. WSchluß. Fenster noch spitzbg. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Veit</hi> in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges +lat. Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor <milestone unit='line' n='30'/> +(ohne Apsis) spitzbg. Gwb., Kreuzarm und das (kaum ursp.) +1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit Satteldach +und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster +der K. rundbg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ASCHACH.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-<hi rend='g'>Epitaph</hi> +von Bildhauer <hi rend='italic'>Julius Emes</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In +der Halle geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter +<hi rend='g'>Ofen</hi> aus 1. H. 17. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ASCHAFFENBURG.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Peter und Alexander</hi>. Ältere Baudaten fehlen. +Rom. 12. und 13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713 + + +<pb n='19' id='i028.png'/> + +<!-- [P: 19] --> + +und 1880. — <hi rend='g'>Inneres</hi>. Hier hat der rom. Stilcharakter +noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte Pfeilerbasilika +(jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite Querschnittsproportion; +9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich profilierten +Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch. <milestone unit='line' n='5'/> +der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. +12 Jh. — Eine zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau +ein, nahe verwandt der Peters-K. in Gelnhausen. Empore +zwischen den (damals unausgeführt gebliebenen) Fronttürmen; +sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen Halle; rippenlose <milestone unit='line' n='10'/> +Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle +der stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der +WWand prachtvoll umrahmtes Portal, im <hi rend='g'>Tympanon</hi> +Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um 1250 der OBau. +Der Einfluß von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr vonseiten <milestone unit='line' n='15'/> +der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor +2 quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster vermauert; +die Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien +unterspitz. Die rck. Gurten auf Auskragungen; die +Kreuzrippen, geschärfte Wulstform, auf Diensten mit Schaftringen; <milestone unit='line' n='20'/> +rom. Blätterkpatt. — Die Sschiffe des Lhs. durch flache +Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die große, über den äußeren +Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe +zugängliche <hi rend='g'>Maria-Schnee-Kap</hi>., erb. 1516 vom +Kardinal Albrecht v. Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen <milestone unit='line' n='25'/> +Reihungen, entartetes Maßwerk; die äußere Giebeldekoration +erinnert mit ihrem schreinermäßigen Reichtum an die sächsischen +Bauten des Kardinals. — <hi rend='g'>Äußeres</hi>. Chor und +Langseiten verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt +Bauteile aus vier Stilperioden zu einer überaus malerischen <milestone unit='line' n='30'/> +Gruppe. Eine in der Seitenachse liegende hohe +Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit +schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt. Der NTurm nicht +ausgebaut; dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der +hohe Giebel der Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der <milestone unit='line' n='35'/> +Empore entsprechend, 3 sprom. Fenster. Der STurm wurde im +14. Jh. in kolossalem Maßstab begonnen; über dem zweiten +Geschoß brechen die Motive ab und es folgt ein spätestgot. +Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hölzernen +Helm. Das Lhs. hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +— An der NOSeite schöner sprom. <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>. Von +ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang +zum <hi rend='g'>Paradies</hi>, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit +dem OBau zusammengeht. — <hi rend='g'>Ausstattung</hi>. Großer +<hi rend='g'>Hochaltar</hi> in Ciborienform aus dem 18. Jh. Die ehemals + + +<pb n='20' id='i029.png'/> + +<!-- [P: 20] --> + +zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört. Die <hi rend='g'>Beweinung</hi> +von <hi rend='italic'>Math. Grünewald</hi> bildete die Predella eines +Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild +jetzt in der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap. +ein mit 1519 bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria <milestone unit='line' n='5'/> +von <hi rend='italic'>Grünewald</hi> einschloß; wahrscheinlich identisch mit dem +jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd. III) befindlichen +Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant als +Dokument der Veränderung der Altarform im Übergang von +der Gotik zur Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers <milestone unit='line' n='10'/> +Allerheiligenbild. In einer südl. Seitenkp. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> +der 14 Nothelfer von merkwürdigem staffelförmigem Aufbau +A. 16. Jh. — <hi rend='g'>Chorstühle</hi> von 1659 jetzt im Qsch. +— In der nördl. Turmhalle <hi rend='g'>Taufstein</hi> von 1487. — Im +nördl. Ssch. (früher im Chor) ein eherner <hi rend='g'>Baldachin</hi> aus <milestone unit='line' n='15'/> +der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Hütte bez. 1536; vier mit graviertem Laubornament +geschmückte Pfosten tragen einen an der unteren +Fläche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die +Zeichnung erinnert an das (zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger +Rathauses. Der Baldachin scheint für das von Kardinal <milestone unit='line' n='20'/> +Albrecht in Halle projektierte Grabmal bestimmt gewesen +zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von Brandenburg +und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen +Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. — <hi rend='g'>Kanzel</hi> +aus Sandstein und Alabaster, sehr reich, um 1590. — An <milestone unit='line' n='25'/> +der WWand kolossales <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> aus A. 13. Jh. — +Außen über der Freitreppe steinerne <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi> +1699. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Grabmonumente</hi> und <hi rend='g'>Gedenktafeln</hi> in großer +Zahl. Davon die wichtigsten: <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Im Chor:</hi> SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen +† 982, gesetzt 1524; korrespondierend auf der Nseite das +seiner Frau und Tochter, Liudgard und Hildegard. — Ehernes +Epitaph des Kardinals Albrecht von Brandenburg † 1545, gegossen +1525 in der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Hütte, großartiges Reliefbildnis <milestone unit='line' n='35'/> +mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus +18. Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück +gedacht, Madonnenrelief von <hi rend='italic'>Hans Vischer</hi> 1530: beide aus +Halle hierher übergeführt. — Epitaph für Kurfürst Schenk +v. Erbach † 1459, ausgeführt im 16. Jh. — Desgl. für Kurfürst <milestone unit='line' n='40'/> +Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw. durch lebendige +Porträtauffassung. +</p> + +<p> +Im <hi rend='g'>Mittelschiff</hi> kurfürstliche Beamte. a) Südliche +Reihe: Caspar v. d. Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. +— Wolf Beheim 1539. — Dr. Sachs 1570. — Stephan + + +<pb n='21' id='i030.png'/> + +<!-- [P: 21] --> + +v. Fechenbach 1577. — b) Nördliche Reihe: Melchior von +Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision, 1584 +von <hi rend='italic'>Hieronymus Heck</hi>. — Georg v. Liebenstein 1533 mit +Anklängen an die Schule <hi rend='italic'>Backofens</hi>; feste Rittergestalt, das +Knien an dem (ganz an die Seite geschobenen) Kruzifix vorzüglich <milestone unit='line' n='5'/> +gegeben. — Brendel von Homburg 1573. — Ch. Math. +v. Albersweiler 1567. — Dr. Eisenberger 1575. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Im Kreuzgang</hi>. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421, +kniend in Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken, +schöne manierfreie Arbeit. — b) NFlügel. Joh. v. Cronberg <milestone unit='line' n='10'/> +1439, adoriert den h. Christoph. — c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt +1437, adoriert die Madonna auf der Mondsichel. — +d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter +1493. — <hi rend='g'>Wandgemälde</hi>, der Gekreuzigte u. Heilige, +E. 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +In der Sakristei 2 vorzügliche <hi rend='g'>Reliquienbüsten</hi> 1473 +von <hi rend='italic'>Hans Dirnstein</hi> von Frankfurt. Degl. <hi rend='g'>Monstranz</hi>. +Rom. <hi rend='g'>Schachbrett</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Agathen-K.</hi> Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet, +unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm <milestone unit='line' n='20'/> +sehr einfach rom. Außen <hi rend='g'>Ölbergsgruppe</hi> aus +16. Jh., beschädigt, in Renss.Gehäuse. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>U.L.F. Pfarr-K.</hi> 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen +Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm, +das Obergeschoß rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat <milestone unit='line' n='25'/> +übereinander, durch kein Gesims getrennt, 2 gekuppelte +Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg. +Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner +got. Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert. +</p> + +<p> +Im Erdgeschoß eingemauert sprom. <hi rend='g'>Tympanon</hi>, thronende <milestone unit='line' n='30'/> +Maria zwischen Heiligen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Studien(Jesuiten)-K.</hi> 1619-21. In WDeutschland der erste dem +römischen Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen +Molsheim u. Köln Bd. IV, V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen +Nischen, feines Flachornament in Stuck, Beschlägemuster. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606. +Neues (jetziges) Schloß 1605-1614 von <hi rend='italic'>Georg Ridinger</hi> aus +Straßburg (von ihm selbst in einem umfänglichen Kupferstichwerk, +Mainz 1616, publiziert). Waren die wichtigeren Schloßbauten +der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten <milestone unit='line' n='40'/> +mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck +zum erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage +gegeben (etwas älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel +um einen quadratischen Hof von ca. 79 m äußerer, 51 m +innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig vorspringende quadr. + + +<pb n='22' id='i031.png'/> + +<!-- [P: 22] --> + +Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem aus +dem alten Schloß herübergenommenen Bergfried, jetzt mit +dem NFlügel hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig +Tiefe (kaum 10 m im Lichten) und in der inneren Teilung folgt +Raum auf Raum ohne Korridorverbindung. Aufgänge durch <milestone unit='line' n='5'/> +Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. — Die allgemeine +Idee, aus dem Wasserschloß entwickelt, hier wohl sicher durch +französ. Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Übereinstimmung +mit dem Kaufhaus in Straßburg, dem Friedrichsbau +in Heidelberg, dem Schloß Gottesau und dem etwas <milestone unit='line' n='10'/> +jüngeren Schloß in Mainz) mit der ostfranzösisch-lothringischen +Weise zusammenhängt; vgl. besonders die Fensterverdachungen. +Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten Geschosse durch +sehr kräftige Gesimse, während vertikale Teilungslinien fehlen. +Der Fassadenlänge von 85 m (mit Einschluß der Türme) <milestone unit='line' n='15'/> +entspricht eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und +Teilung in 15 Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12 m H. +In der Mitte wird es durch einen reicher als alle übrigen Teile +(ursp. jedoch einfacher beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. +Einziger Zugang durch das mäßig große Rustikaportal <milestone unit='line' n='20'/> +der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den Burggraben, +einst vorn durch eine <hi rend='g'>porta triumphalis</hi> geschmückt. +(Der Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der Türme +nimmt nach oben etwas ab, sie werden gekrönt durch eine +Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher Haube. Die <milestone unit='line' n='25'/> +östl. und nördl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie +die Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der +WSeite. — In der Nähe erscheinen die Verhältnisse zu schwer, +wie bei den meisten Bauten dieser Zeit; aus gehöriger Entfernung +betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse meisterhaft <milestone unit='line' n='30'/> +aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur +Anlage einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mächtige +Wappen des Bauherrn Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. +Erwähnenswert, daß Ridinger vorher hauptsächlich an +Festungsbauten beschäftigt war. — Die <hi rend='g'>Hoffassaden</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß +das Erdgeschoß sich in Arkaden öffnete (unglücklicherweise +später zugemauert). — Die <hi rend='g'>innere Ausstattung</hi>, +deren geschnitzte Türen, Mosaikböden, Stuckdecken, Wandgemälde +(im Kaisersaal Historien von <hi rend='italic'>Georg Keller</hi>, einem <milestone unit='line' n='40'/> +Schüler <hi rend='italic'>Jost Ammanns</hi>), ein Besucher des J. 1614 überschwänglich +bewunderte, wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört. Einigermaßen +verschont nur die <hi rend='g'>Kapelle</hi>; 1sch. Raum mit Netzgwb., +Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor von <hi rend='italic'>Hans Junker</hi>; +Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet + + +<pb n='23' id='i032.png'/> + +<!-- [P: 23] --> + +mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem. +Wand-, Decken- und Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles +Portal. — Im Schloß bmkw. <hi rend='g'>Gemäldegalerie</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ASCHERODE.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606-15 nachgot. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ASCHFELD.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1679. Wirkungsvoller <hi rend='g'>Hochaltar</hi> in elegantem +fr. Rok., gegen 1740, Richtung der Auwera. — <hi rend='g'>Kirchhofsbefestigung</hi> +mit Gaden 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ASMUSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster +Spitzbg. mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ASTHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Karthäuser-Klst.</hi> gegr. 1409 durch Erkinger v. Seinheim-Schwarzenberg. +Kirche charakteristisch nachgot. Bau <milestone unit='line' n='15'/> +(1603 f.) auf älteren Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen +geschmückte Renss.-Portal an die Prokuratie versetzt. Treffliches +<hi rend='g'>Chorgestühl</hi> renss., spätbar, umgearbeitet. Mächtiger +<hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1730, Seinsheimsche <hi rend='g'>Epitaphe</hi>. — Vom +Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) <milestone unit='line' n='20'/> +Nikolauskap. und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes +<hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> um 1520. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von <hi rend='italic'>P. +Dell</hi> d. Ä., Moritz v. Sch. 1565 von <hi rend='italic'>Thomas Kissner</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ATZENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten +Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUA.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim +verlegten Klosters; ein rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi> Träger der <milestone unit='line' n='30'/> +Altarmensa. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUB.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus +der Juliuszeit (1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage +umgewandelt. Aus 13. Jh. erhalten der WBau, ein sehr bmkw. <milestone unit='line' n='35'/> +Dokument aus der ersten Rezeption des got. Stils. 1275 und +1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die Bauformen +passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt +in 3 Sch. und 2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel +rom. Erinnerungen, woraus nicht notwendig ein nennenswert <milestone unit='line' n='40'/> +höheres Alter folgt. Doppelt gekehlte Rippen mit Anläufen +auf diagonal gestellten Kämpfern. Die oberen Pfll. aus 8 Runddiensten +gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll. +mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung +von Masken und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk + + +<pb n='24' id='i033.png'/> + +<!-- [P: 24] --> + +Nasen, z. T. in Blumen endigend. Das Portal spitzbg. in +rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelöst. Im Obergeschoß +Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fränkischen Bauten +dieser Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den Oberrhein +und über diesen hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft <milestone unit='line' n='5'/> +mit der französischen Gotik, namentlich gilt dies von der +Komposition der Rosen. — <hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1682. <hi rend='g'>Kanzel</hi> +1790. Hauptschmuck des Turms die schöne <hi rend='g'>Kreuzgruppe</hi> +aus <hi rend='italic'>Riemenschneiders</hi> Werkstatt, dem Meister selbst nahe +stehend. Bmkw. <hi rend='g'>Steinrelief</hi> aus 14. Jh., die Jünger <milestone unit='line' n='10'/> +am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche <hi rend='g'>Renss.-Grabmäler</hi>. +Das des Truchsessen von Baldersheim aus der <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi>schen +Werkstatt um 1520. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß +1580-1620. In den Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration <milestone unit='line' n='15'/> +um 1770, vielleicht von <hi rend='italic'>Matteo Basti</hi> (vgl. die +Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz). Die Kap. +in typischer unterfränkischer Nachgotik. — <hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1671. — +In der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche <hi rend='g'>Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUBSTADT.</hi> UFranken BA Königshofen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> renss. 1618, mit Friedhofbefestigung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten +Portal die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im +Tympanon der Gekreuzigte in langem Rock. Empore und <milestone unit='line' n='25'/> +Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein farbenreiches Innenbild. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUE AM BERG.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen +got. und später. — Gemaltes <hi rend='g'>Triptychon</hi> um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUERBACH.</hi> K. Sachsen. Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUERSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage +die östl. Stellung des Turms. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUERSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. +rom. Gr. und Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus +fast quadr.; Chor ebenfalls quadr., doch kleiner; beide +Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum gegliederter Rundbg., +Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes Kreuz, am <milestone unit='line' n='40'/> +Altar rom. Mensa. — <hi rend='g'>Altarschrein</hi>, schöne Arbeit aus +Altenburger Werkstatt, 1503. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUFENHAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm, +einfachste Formen. — Gemaltes Triptychon M. 15. Jh. +</p> + + +<pb n='25' id='i034.png'/> + +<!-- [P: 25] --> + +<p> +<hi rend='ort'>AUFSESS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg</hi> aus Ma. gut erhalten.</p> +<p> +In der <hi rend="bold">Schloß-K.</hi> Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles +zinnernes Taufbecken von <hi rend='italic'>Caspar Enderlein</hi> († 1633). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUGSFELD.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter +Gewohnheit im OTurm. — Dekoration und Mobiliar in +munterem, ländlich splendidem Rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUGUSTUSBURG.</hi> K. Sachsen AH Flöha. +</p><p> +Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. <milestone unit='line' n='10'/> +Baumeister <hi rend='italic'>Hieronymus Lotter</hi> aus Leipzig, zum Schluß <hi rend='italic'>Erhard +van der Meer</hi> unter Oberaufsicht des Grafen <hi rend='italic'>Rochus v. Linar</hi>. +Der allgemeine Charakter ist der eines Residenzschlosses mit +festungsmäßigen Anklängen (Gräben, Kasematten usw.). Der +Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86 m, in <milestone unit='line' n='15'/> +der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch +schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich +kreuzf. wird. Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung +und in sehr niedrigen Proportionen, die 4 eckigen Fenster +mit got. Profilen sind die einzige Belebung der glatten Wand, <milestone unit='line' n='20'/> +dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in Rustika, derbe +Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über dem +weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. +Starke Akzente geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern, +steilen Walmdächern und hohen Schornsteinen (durch späteren <milestone unit='line' n='25'/> +Umbau vereinfacht). Die <hi rend='g'>Ausstattung</hi> der Wohn- und +Festräume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Säle, +7 Vorsäle, 74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet +den mittleren Verbindungsbau die +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloßkirche</hi> nach dem Plan <hi rend='italic'>v. d. Meers</hi>. Zwischen den tiefen <milestone unit='line' n='30'/> +Streben ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen +mit Halbsäulen in unten dor., oben jon. Ordnung, +alles in schwerster Behandlung, das Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk +stuckiert. Über dem Altar großes <hi rend='g'>Gemälde</hi> +von <hi rend='italic'>L. Cranach d. J.</hi> von 1571, Kurfürst August mit seiner <milestone unit='line' n='35'/> +zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. <hi rend='g'>Kanzel</hi> mit +Gemälden von Hans Schröer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AULIGK.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. +Grabsteine des 16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='italic'>Gottfr. Silbermann</hi>, aus Chemnitz versetzt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUMA.</hi> Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1520 und 1793. — Reste eines <hi rend='g'>Schnitzaltars</hi> +A. 16. Jh. +</p> + + +<pb n='26' id='i035.png'/> + +<!-- [P: 26] --> + +<p> +<hi rend='ort'>AURA.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Benedikt.-Kloster</hi>, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. +Im Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört, +teils umgestaltet. Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von +9 Achsen, im O platter Schluß. Ausstattung E. 17. Jh. Im <milestone unit='line' n='5'/> +ganzen entstellter Überrest einer urspr. bedeutenden Anlage. +Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben vom +rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus +Stützenwechsel im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; +Schluß in 3 Apsiden. Ein westl. Atrium mit Doppeltürmen <milestone unit='line' n='10'/> +1689 abgetragen. — In der jetzigen Stallung Rest eines spgot. +Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufsäulen in den Arkaden +des jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AUWALLENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine Wallenburg</hi>, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m <milestone unit='line' n='15'/> +hoher Turm, rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>AXIEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen +in 2 Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries <milestone unit='line' n='20'/> +im N einfach, im S verschränkt. — Aus frgot. Zeit +<hi rend='g'>Taufstein</hi> und Reste von <hi rend='g'>Wandmalerei</hi>. +</p> +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>B</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>BAALSDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage des 13. Jh. — <hi rend='g'>Glocke</hi> E. 13. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +mit der Inschr. »<hi rend='italic'>Heinricus Filius Tiderici me fecit</hi>« (ein +Glockengießer <hi rend='italic'>Thidericus</hi> erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; +die gleiche Inschr., wie die vorliegende, haben in der +Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch, Geringswalde, +Niedergräfenhein, Oetzsch). <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAHRA.</hi> UFranken B A Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>. <hi rend='g'>Glocke</hi> mit +Apostelnamen um 1300. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BALDERSHEIM.</hi> UFranken. BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1611, verändert 1901. Sehr guter <hi rend='g'>Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +1493; andere 16. u. 17. Jh. — <hi rend='g'>Hochaltar</hi> um 1700 mit +guten <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. vom spätgot. Altare (nach 1500). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BALGSTEDT A. U.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen +und im 18. Jh. im W des Turms neu errichtet. — <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Glocke</hi> 1311. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAMBERG.</hi> OFranken. BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dom S. Peter u. S. Georg</hi>. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. +<pb n='27' id='i036.png'/> +<!-- [P: 27] --> +1004-1012; Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf +Rest. und zweite Weihe 1111; neuer Brand 1185; Umfang des +Schadens und Beginn der Erneuerung nicht bekannt; 1231 der +Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch nicht völliger +Abschluß der Arbeiten. — Der gegenwärtige Bau ist ein Werk <milestone unit='line' n='5'/> +des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und +wieviel aufgehende Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den +Neubau hinübergenommen, ist noch nicht sicher festgestellt. +Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, Br. 28,50 m, +H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung, <milestone unit='line' n='10'/> +daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des +Msch. mitumfassend, S. Georg gewidmet; WChor, die Vierung +einschließend, S. Peter; zu beiden führen Stufen hinauf. Der +der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m reduziert. +Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. <milestone unit='line' n='15'/> +— Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in +welcher von Frankreich her das gotische Bausystem in Deutschland +eindrang, weist stilistisch drei Phasen auf: spätromanisch +ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in seiner Außenansicht; +frühgotisch, jedoch nicht von der französischen, <milestone unit='line' n='20'/> +sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen +Frühgotik abgeleitet<note +place='foot'><p>Die Vermutung, daß hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt habe, liegt +nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht die Rede sein kann.</p></note>, der innere Aufbau des Lhs.; +französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz +zu verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht +möglich. Der OChor ist im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung <milestone unit='line' n='25'/> +so vorgeschritten, daß er vor 1200 nicht denkbar; +die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet waren, +schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert +von Andechs (1203-1237), <corr sic='Jedoch'>jedoch</corr> die Ausführung des WChors +und der WTürme später. Die plastische Ausschmückung (s. <milestone unit='line' n='30'/> +unten) beweist, daß noch vor ihrer Aufstellung der Bau unterbrochen +worden ist. Will man als Ursache dafür die unruhige +Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich +als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile +im Anfang dieser Regierung, Vollendung nach längerer <milestone unit='line' n='35'/> +Pause unter B. Berthold von Leiningen (1257-85). — Aus +der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die Sepultur. +Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, +der Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration +und Purifikation 1828-37 durch <hi rend='italic'>Heideloff</hi> und <hi rend='italic'>Gärtner</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Ostbau</hi> (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen +Raum unter dem hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die <reg orig='Kreuz-|rippen'>Kreuzrippen</reg> +<pb n='28' id='i037.png'/> +<!-- [P: 28] --> +gestatten, das Msch. breiter anzulegen, während die +Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf gleiche Breite +der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher +und luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die +Stützen sind Sll., ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem <milestone unit='line' n='5'/> +Blattwerk und hohen 8eckigen, schon frgot. Einfluß +verratenden Deckplatten. Die Rippen mit derben Rundstäben +besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen haben; +die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem +ehemaligen Podest. — Die Apsis des hohen Chors, im Gr. <milestone unit='line' n='10'/> +5 Seiten des 8Ecks, legt sich, besonders in der Außenansicht +hervorragend schön kombiniert, an die große Wandfläche, +die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in gleicher +Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der +Aufbau <sic>3 teilig</sic> in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, <milestone unit='line' n='15'/> +Fenstergeschoß, Zwerggalerie gesondert durch überaus reich +gebildete Friese, vertikale Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger +Vorsprünge und stärkerer und schwächerer Dreiviertelsäulen. +An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv +in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen <milestone unit='line' n='20'/> +der reich abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen +besetzt. Das Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie +entspricht im inneren Aufbau das als glatte Kugelkalotte +gestaltete Gwb.; unter den Fenstern Arkatur; bezeichnend +das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel <milestone unit='line' n='25'/> +auch in der Form ihrer Säulenschafte. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Langhaus.</hi> Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt +nach dem gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben +Kreuzrippen und sind in den Quer- wie in den Schildgurten +spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung, die dadurch <milestone unit='line' n='30'/> +möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das +sog. gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich +behindernd geltend, daß die Grundrißabmessungen auf diese +Teilung ursp. nicht eingerichtet waren: so ergeben sich von +den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl. Chorpfll. nur 4+1/2 <milestone unit='line' n='35'/> +Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt deshalb +sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen +Gwbb., hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich +wichtige Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden, +ebenso an der N- wie an der SSeite: von W <milestone unit='line' n='40'/> +gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten Fenster +vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die +offenen, und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte +anfallen. Um als Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten, +sind sie zu groß; ich kann sie nur auf eine jüngere <reg +orig='Restau-|ration'>Restauration</reg><note +place='foot'><pb n='29u'/> +<p>Öfters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die Rede, <milestone unit='line' n='40'/> +woraus gefolgert wird, daß dieses den Brand von 1185 überdauert habe, also +ottonisch sei. Nach Versicherung eines materialkundigen Gewährsmannes ist die +rote Färbung einzelner Steine in der Tat nur durch Erhitzung zu erklären. Allein +diese Steine bilden keine zusammenhängenden Flächen, sondern sind zwischen naturfarbenen +zerstreut. Es kann sich also nur um Benutzung einzelner Werkstücke +aus dem abgebrochenen älteren Bau handeln. +</p> +</note><pb n='29' id='i038.png'/><!-- [P: 29] --> +beziehen, etwa nach Brand 1185, die <hi rend='g'>noch nicht +mit Gewölben rechnete</hi>. Aus dem bei währendem +Neubau eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die +Unregelmäßigkeiten im östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, +alternieren regelmäßig stärkere und schwächere Pfll., kreuzförmig <milestone unit='line' n='5'/> +mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der Hauptpfll. +das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner +Leere wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade +Scheitel (wie in Ebrach), während der Übergangsstil sonst +starke Busung liebt. Die Gurten einfach rck., aber verhältnismäßig <milestone unit='line' n='10'/> +schmal, die Rippen Rundstäbe mit mandelförmiger +Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl +noch nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion +aber die klare Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden +Hauptpfll. und des mit ihnen verbundenen Gurtensystems, <milestone unit='line' n='15'/> +andererseits der füllenden Wandflächen. Die Anregung durch +Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen +System auffallend. Querschnitt. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Westbau</hi> (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges +Gwb. beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale <milestone unit='line' n='20'/> +gerade Joche erhalten und in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. +mit hohen Schildbgg., die einer zweiten Fensterreihe +Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich französischen +Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters +Ebrach ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere <milestone unit='line' n='25'/> +Meister tätig, zuerst burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch +gerichtet. Die Krypta klein und jetzt unzugänglich. +— WChor und OChor sind in ihren ins Schiff vorspringenden +Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen +mit Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne <milestone unit='line' n='30'/> +Gesims; die SSchranke des WChors mit Spuren von rom. +Malerei. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Äußeres</hi>. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in +den bisherigen Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. +Die Gesimse haben sich mit den Dächern in wiederholten <milestone unit='line' n='35'/> +Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den OTürmen +(Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der +ersteren wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das +Kehlungsprofil der Pfosten der Georgenpforte hinweist); + + +<pb n='30' id='i039.png'/> + +<!-- [P: 30] --> + +2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am nördl. Ssch. (Fürstentor) +und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte). Denselben rein +rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des Mittelschiffhauptgesimses; +hier treten frgot. Formen ein, doch unter +Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im <milestone unit='line' n='5'/> +2. Fenstergeschoß noch während des Baus eingezogen; die +Fenstergliederung der beiden letzten Geschosse entsprechend +geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den WTürmen; +im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der +Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder <milestone unit='line' n='10'/> +zum charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören; +weiter nach oben tritt der Wandel ein: oktogonaler +Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer tabernakelartigen +Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks umschreiben; +diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast gleiche <milestone unit='line' n='15'/> +Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne +der französischen Schule. Aber auch die Komposition im +ganzen geht auf ein bestimmtes französisches Vorbild zurück: +die Kathedrale von Laon. Doch ist dasselbe in einem wichtigen, +ohne Abb. nicht verständlich zu machenden Punkte <milestone unit='line' n='20'/> +mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, +im Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten +hat: jetzt auf dem Baldachin über der Statue des h. Dionysius +am letzten Pfl. des OChors, NSeite. (Zuerst bemerkt von K. +Franck und ansprechend so gedeutet, daß die französisch geschulten <milestone unit='line' n='25'/> +Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg +brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) +Dieselben Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des +WChors durch einen französischen Kapellenkranz das Wort +geredet zu haben; vgl. das Modell in der Hand der h. Kunigunde <milestone unit='line' n='30'/> +am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter +das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. +am Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für +die Entwicklung der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am +oberen Abschluß vollständig ein Werk des 18. Jh. ist, den <milestone unit='line' n='35'/> +Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer erneuerte; +ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem +größeren 8seitigen Helm in der Mitte, 4 kleineren an den +Ecken. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Innere Ausstattung</hi>. Aus Ma. nur das Chorgestühl; <milestone unit='line' n='40'/> +im WChor reicher, E. 14. Jh., im OChor etwas jünger. Die +hie und da zerstreuten Schnitzaltäre sind in neuerer Zeit aus +andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand allein +der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war, +»daß das heilige und großartige Denkmal in seinen <reg orig='Verun-|staltungen'>Verunstaltungen</reg> +<pb n='31' id='i040.png'/> +<!-- [P: 31] --> +verbessert und der ungestörte Anblick dieses erhabenen +Tempels im ursprünglichen Stile wieder hergestellt +werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835 +<hi rend='italic'>Heideloff</hi>, 1835-38 <hi rend='italic'>Gärtner</hi>. Sie entfernten nicht nur alle +nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe <milestone unit='line' n='5'/> +(jetzt in der Michaels-K.), sondern drängten auch +dem der Spuren seines Lebens in der Geschichte beraubten +Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf. (Selbst Führig, +ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene +Vernüchterung.) <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte +der <hi rend='g'>monumentalen Plastik</hi> im 13. Jh. +Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen, jede durch eine führende +Künstlerindividualität vertreten: Meister des Georgenchors, +Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. <milestone unit='line' n='15'/> +a) Die Arkaturen an den <hi rend='g'>Schranken des Georgenchors</hi> +enthalten in ihren 2×6 Blenden die Reliefgestalten +von <hi rend='g'>Propheten</hi> (NSeite) <hi rend='g'>und Aposteln</hi> (SSeite); +die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen, +weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. <milestone unit='line' n='20'/> +Je zwei im Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens +einer säkular an die Kleinkunst gebunden gewesenen +Darstellungsweise zum monumentalen Stil; zugleich in ergreifendster +Weise den Zusammenstoß konventioneller Gebundenheit, +in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings <milestone unit='line' n='25'/> +aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, +und eines zur Freiheit erwachten leidenschaftlichen +Naturalismus. Mannigfaltigkeit der Charaktere, Eindringlichkeit +der <sic>Geberdensprache</sic> sind das Hauptanliegen; die Körperbildung +noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. <milestone unit='line' n='30'/> +Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite +in stürmisch erregter Stimmung. Der Unterschied wird so +gedeutet, daß der Künstler, noch zaghaft, mit jener angefangen +habe; es könnte aber auch sehr wohl eine bewußte +Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung <milestone unit='line' n='35'/> +der SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. +<hi rend='g'>Michael</hi>. Das <hi rend='g'>Verkündigungsrelief</hi> am Pfl. +rechts von der Chortreppe saß früher an der NSeite, wo die +Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen +Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken <milestone unit='line' n='40'/> +dann ohne plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in +den Feldern, zur Ausführung kamen) zeigt es, wie weit +dem Meister das Formalschöne zur Verfügung stand. +Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten +ist mir die Zeit rund 1225-35. — b) <hi rend='g'>Die Adamspforte</hi>, + + +<pb n='32' id='i041.png'/> + +<!-- [P: 32] --> + +links (SO) vom Georgenchor. Am rechten Gewände Petrus, +Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, Kunigunde, S. Stephan. +Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für dieses Portal, +auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte +der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit <milestone unit='line' n='5'/> +Säulen verwachsen, die in dem Organismus <hi rend='g'>dieses</hi> Portals +keinen Platz finden; Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. +Dieser Bauteil ist es, mit dem architektonisch die +<hi rend='g'>französische</hi> Schule einsetzt, und daß der Bildhauer +der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, <milestone unit='line' n='10'/> +habe ich nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere +Statuen her, die jetzt im Innern an den den Georgenchor +nördlich begrenzenden Pfeilern sehr ungeschickt aufgestellt +sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal gedacht; +vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch. vorgeblendeten <milestone unit='line' n='15'/> +S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal. +Am Mittelpfeiler <hi rend='g'>Maria</hi>, von ihr getrennt <hi rend='g'>Elisabeth</hi> +(als Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern +Seite ein Engel (Verkündigung); am linken Pfl. ein <hi rend='g'>Papst</hi>, +am rechten der <hi rend='g'>h. Dionys</hi>, an seiner Front ein lebensgroßer <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend='g'>Reiter</hi>. Dieser künstlerisch und ikonographisch ein +Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an südwestfranzösischen +rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen +wurden bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan +von Ungarn, einer der hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. <milestone unit='line' n='25'/> +Wahrscheinlicher ist mir, indem ich von der Bedeutung der +Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die Benennung S. Georg. +Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und in +Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B. beabsichtigt. +Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei <milestone unit='line' n='30'/> +Maria und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem +muß der Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale +von Langres, gekannt haben, wie die spezifische Behandlung +des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an einigen Statuensockeln +der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft <milestone unit='line' n='35'/> +dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben +sind, ist nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er +gehört zu den ersten künstlerischen Kräften des 13. Jh. Um +so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in dem von +ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie <milestone unit='line' n='40'/> +ja auch sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung +des WChors unausgeführt blieb). Viele interessante architektonische +Reminiszenzen und Phantasien stecken in den +Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter +Reimser Maßwerk der frühesten Art. — c) <hi rend='g'><reg orig='Das Fürsten-|portal'>Das Fürstenportal</reg></hi> +<pb n='33' id='i042.png'/> +<!-- +[P: 33] +--> +am nördl. Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf +den Schultern von Propheten (in ikonographischer Hinsicht +vgl. den Taufstein in der Vorhalle des Merseburger Doms), +am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische Anordnung +ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, <milestone unit='line' n='5'/> +daß die Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene +Pforte in Freiberg); der Stil geht von dem lokalen der Schranken +des Georgenchors aus, durchdringt sich aber mehr und mehr +mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als ältere, +die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser <milestone unit='line' n='10'/> +Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder +<hi rend='g'>der Ecclesia und Synagoge</hi> haben mit dem +Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem Vorrat der vom Meister +der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen; ebenso +gehören der Werkstatt des letzteren der <hi rend='g'>Posaunenengel</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +und der <hi rend='g'>Abraham</hi> über dem linksseitigen Kämpfer. +— d) Aus der älteren einheimischen Schule das Bogenfeld +und die Apostelbrustbilder des Portals rechts vom +Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade +von einem später veränderten Portal nach 1185. — <hi rend='g'>Grabdenkmäler <milestone unit='line' n='20'/> +des 13. Jh.</hi> Auf dem Peterschor Tumba +des B. Suitger, nachmals <hi rend='g'>Papst Clemens</hi> II. († 1047); +glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien +der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod +des Papstes und der Christus der Apokalypse (?), früher irrig <milestone unit='line' n='25'/> +als italienische Arbeit ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., +genauer den Meister der Adamspforte. Indes halte ich, was +wir jetzt vor uns haben, für eine nachmittelalterliche Kopie. +Gründe: die Schriftform und die arabischen Ziffern der Deckplatte; +die Gleichheit des Materials der Deckplatte und der <milestone unit='line' n='30'/> +Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des +Ma. vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, +die nur als Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der +Papst am Georgenchor, jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). +— Die 2 Tumben des Georgenchors; B. Gunther <milestone unit='line' n='35'/> +(† 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief, ungewöhnlicherweise +in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte Linearzeichnung, +Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. — +Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237, +ähnlich dem des B. Gunther; Standort jetzt am Eingang in <milestone unit='line' n='40'/> +die Antoniuskap. — Noch immer nach demselben Schema der +Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s. unten. +— <hi rend='g'>Grabdenkmäler aus dem</hi> 14.-17. Jh. a) <hi rend='g'>im +südl.</hi> Qsch.: rechts vom Altar großartiges Bildnisepitaph des +B. Phil. v. Henneberg 1487 (von derselben Hand wie Diether + + +<pb id='i043.png'/> + +<!-- [P: 34] --> + +von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also trotz der +individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den +Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von <hi rend='italic'>Jakob +Weinmann</hi> von Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs +von Rügheim 1561 von <hi rend='italic'>Kilian Sorg</hi>; Bronzemonument B. <milestone unit='line' n='5'/> +Phil. Voit v. Rieneck 1672. — b) <hi rend='g'>Im Peterschor</hi>: Epit. +des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von <hi rend='italic'>Loy Hering</hi> +in Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an +den Wänden mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren +in Flachrelief, herkömmlich der <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>schen Hütte zugeschrieben. <milestone unit='line' n='10'/> +— c) <hi rend='g'>Im nördl. Ssch.</hi>: im 2. Joche B. Albert +v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide +ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang +an stehend (also technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft +die bloß mit Inschrift versehenen Bodenplatten von <milestone unit='line' n='15'/> +Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige Epitaphe jetzt in S. +Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten Fürstbischofs +Georg V. v. Fechenbach 1826. — d) <hi rend='g'>An dem südl. +Arkadenpfl. des Msch.</hi>: B. Berthold v. Leiningen +1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B. Friedrich v. Hohenlohe <milestone unit='line' n='20'/> +1351, künstlerisch das wertvollste unter den spätmittelalterlichen. +— e) <hi rend='g'>Monument des kaiserlichen +Stifterpaares Heinrich und Kunigunde</hi> von +<hi rend='italic'>Tilman Riemenschneider</hi>, beg. 1499, voll. und aufgestellt +1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form <milestone unit='line' n='25'/> +Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief +gehaltenen Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; +Reliefs an den Wänden; wenig Architekturformen. Die +Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens Feuerprobe, 2. Kunigunde +bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche, <milestone unit='line' n='30'/> +3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den +h. Benedikt von seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs +Seelenwägung. — <hi rend='g'>Sepultur der Domherren in +der h. Nagel-Kap.</hi> Die Wände, soweit sie nicht von Altären +eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher <milestone unit='line' n='35'/> +Größe 64 ikon. Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung +in bloßen Umrissen, 1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 +war der Platz besetzt und wurden in größerer Höhe bloße +Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß in +der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='italic'>P. Vischer</hi>sche in Frage käme, wäre noch zu untersuchen; +wahrscheinlich ist es für die Platte des Joh. v. Limpurg († 1475), +die dann die älteste in der Klasse der gravierten von <hi rend='italic'>P. Vischer</hi> +wäre. — Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltäre</hi> im nördl. Ssch. (aus +Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. — <hi rend='g'>Kaiserglocken</hi> + + +<pb n='35' id='i044.png'/> + +<!-- [P: 35] --> + +aus A. 14. Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311, +im Durchmesser 179 cm, Höhe 140 cm. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Schatzkammer</hi> (seit 1907 in neuen Räumen geordnet) +ist in ganz hervorragender Weise reich an <hi rend='g'>Textilien</hi>: +drei den Reichskleinodien beigezählte Kaisermäntel, Rationale, <milestone unit='line' n='5'/> +Grabtuch des Bischofs Günther (sämtlich 11. Jh.), Mitra des +h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit der Passion (15.Jh.), +ferner Kleinodien aus <hi rend='g'>Metall</hi>: zwei rom. Tragaltärchen +mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter +für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit <milestone unit='line' n='10'/> +Email (13. Jh.), Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel +aus <hi rend='g'>Glasfluß</hi> (Opus Alexandrinum 1. Jh.). Gegenstände +aus <hi rend='g'>Elfenbein</hi>: Messerscheide (spätestens 9. Jh.), Pontifikalkämme +(roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. — Bis ins +16. Jh. fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« <milestone unit='line' n='15'/> +(öffentliche Ausstellung der zahlreichen Reliquien) statt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kreuzgang</hi>. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel +und Lisenen der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene +ist spgot. An seinen OFlügel stößt das +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kapitelhaus</hi> 1731, angeblich von <hi rend='italic'>Balth. Neumann</hi>. Die Behandlung <milestone unit='line' n='20'/> +prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal +eine Stuckdecke in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen +unberührt. 2 ehemals im Dom befindliche +<hi rend='g'>Altarbilder</hi> von <hi rend='italic'>Merian</hi> und <hi rend='italic'>Sandrart</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Alte Hofhaltung</hi>. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern <milestone unit='line' n='25'/> +mit Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen +den Domplatz eine Hofmauer mit prächtigem Einfahrtstor +und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, so daß +es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; +diese ist durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen <milestone unit='line' n='30'/> +Gruppenbildung eine der allerglücklichsten und bezeichnendsten +Schöpfungen der deutschen Renaissance, erbaut unter B. Voit +v. Würzburg † 1577. Der entwerfende Baumeister (<hi rend='italic'>Erasmus +Braun? Caspar Vischer?</hi>) unbekannt. — In demselben Gebäudekomplex +eingeschlossen die Überreste der <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Andreas-Kap</hi>., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die +<hi rend='bold'>Katharinen-Kap</hi>. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Neue Residenz</hi>. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther +Schloß (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) +und in einem verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg <milestone unit='line' n='40'/> +residiert hatten, wurde 1695 von B. Lothar Franz v. Schönborn +der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister <hi rend='italic'>Leonhard +Dientzenhofer</hi>. Stückweise geplant und nicht vollständig ausgeführt; +Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten +Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der <reg orig='Schul-|regel'>Schulregel</reg> +<pb n='36' id='i045.png'/> +<!-- [P: 36] --> +die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind +sie fast gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung +und der Abschluß durch ein nachdrückliches Kranzgesims. +Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von +Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten <milestone unit='line' n='5'/> +der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer +nur der große Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, +in diesen Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem +Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung +durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum <milestone unit='line' n='10'/> +in der Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner +Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr +durch den schweren Prunk der Dekoration. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Domherrenhöfe</hi>. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit +er nicht durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen <milestone unit='line' n='15'/> +ist, breiten sich die Wohnsitze der Domherren aus. +Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in der Klausur +in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel +eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, +im Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten <milestone unit='line' n='20'/> +Kurien mit ihren von Galerien umgebenen Höfen und ihren +terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele haben ihre +Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber +dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch +am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die <milestone unit='line' n='25'/> +Domdechantei von <hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi>, einem Gehilfen Neumanns +(jetziges erzbischöfl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof. +Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt sich durch die +Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der +<hi rend='bold'>Langheimer Hof</hi> und der <hi rend='bold'>Ebracher Hof</hi>, beide noch M. 18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +von <hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Antoniterhof</hi> mit <hi rend='bold'>Laurenzi-Kap.</hi>, got. Anlage, 1629 umgebaut, +unbedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Clarissen-Klst.</hi>, gegr. 1341, profaniert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dominikaner-K.</hi> (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der <milestone unit='line' n='35'/> +gewöhnlichen polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher +Höhe mit flachen Decken. (Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang +verwüstet. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Gangolf</hi>. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern +gehören einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit <milestone unit='line' n='40'/> +rom. Fenstern. Die Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe +got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. eingewölbt. +Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme +der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In +den sehr verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs. +</p> + + +<pb n='37' id='i046.png'/> + +<!-- [P: 37] --> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Elisabeth</hi>. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — +Ein paar <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> aus der Schule <hi rend='italic'>Riemenschneiders</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Franziskaner-Klst.</hi> Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude +als Landgericht umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Getreu</hi> (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich <milestone unit='line' n='5'/> +erneuert, unansehnlicher Barockbau. In ihm große <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>, +welche Endpunkt von <hi rend='g'>Stationsbildern</hi> +war, die sich von S. Elisabeth den Berg heraufziehen; +gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung +an <hi rend='italic'>Adam Krafft</hi>, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle <milestone unit='line' n='10'/> +gezogen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe</hi>. Als Militärlazarett +umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Jacob</hi> (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im +wesentlichen erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des <milestone unit='line' n='15'/> +Innern seit 1866 entfernt; anspruchslos im rom. Sinn restauriert, +störend die neurom. Ausstattung. — Flachgedeckte doppelchörige +kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms das +Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte +Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das <milestone unit='line' n='20'/> +Mittelglied von der normalen Form abweichend; Würfelkaptt. +mit einfacher 2gliedriger Deckplatte. Die östl. Apsis +durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die Erdgeschosse +der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im +Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der <milestone unit='line' n='25'/> +WChor einfach got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre +rom. Fenster hinter den Chorstühlen erkennbar. An der +OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr schlicht behandelten +Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der Außenbau +sich noch bewahrt hat. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Karmeliter-K.</hi> 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. +Die K. 1694 ff. von <hi rend='italic'>Leonhard Dientzenhofer</hi>, ein mittelgroßer +Barockbau der nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich +zu zerstören, wurde der Chor (mit verkehrter Orientierung) +zwischen dessen Fassadentürme eingebaut; von diesen jetzt <milestone unit='line' n='35'/> +nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit Zickzackornament +eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher schon +ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen +Räumen unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das +Niveau der rom. K. muß tiefer gelegen haben. Interessant <milestone unit='line' n='40'/> +der große rom. <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>. Am OFlügel Bogenfragmente +des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst +ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau +hat ihn sehr entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener +Nat.-Mus.] Zur Geschichte der Bamberger Lokalarchitektur + + +<pb n='38' id='i047.png'/> + +<!-- [P: 38] --> + +bmkw. der sog. <hi rend='g'>Fremdenbau</hi> (links von der jetzigen +Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Katharinen-Kap</hi>. s. Alte Hofhaltung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Liebfrauen</hi>- oder <hi rend='bold'>Obere Pfarr-K.</hi> — Der einzige bedeutendere +got. Bau, der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen <milestone unit='line' n='5'/> +1320; wann wirklich begonnen, unbekannt; +Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh. Umbau +des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene +Bau flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die +nur verstärkt zu werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern <milestone unit='line' n='10'/> +irrig auf rom. Stil gedeutet; die Mauern des Lhs. +sind, wie Sockel und Gesimse beweisen, durchaus got., auch +sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got. Bau +möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der +Art der Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das <milestone unit='line' n='15'/> +Innere jedes Interesses beraubt. — Ein neuer Plan tritt mit +dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß 5/8, Umgang 9/16 mit +Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den Strebepfll. +flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als +dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen <milestone unit='line' n='20'/> +sie durch das Dach durch und nehmen Strebebgg. auf. Das +Äußere ist mit reichem, aber wenig edlem Schmuckwerk +überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor Flächendekoration +durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen +war vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), <milestone unit='line' n='25'/> +kam aber nicht zur Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür« +unter einem hohen Baldachinvorbau. Der an der +SWEcke stehende Turm gehört der zweiten Bauperiode +an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie +begonnen. — <hi rend='g'>Das Innere</hi> übervoll von Altären und <milestone unit='line' n='30'/> +einzelnen Kunstwerken; überwiegend 18. Jh. und modern. +Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh. Darunter +(jetzt hinten im Chor) 3 große <hi rend='g'>Holztafeln</hi>, Reste eines +Altars, beglaubigtes Hauptwerk des <hi rend='italic'>Veit Stoss</hi> bez. 1523, +das Mittelstück ca. 2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; <milestone unit='line' n='35'/> +aber technisch nicht Relief, da die Vordergrundfiguren völlig +rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die Musikinstrumente +der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die +Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb. +bei Schellenberg). — Gegenüber in einer Kap. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +bez. 1492; Wandkomposition; unten Grablegung; +zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2 Reihen übereinander; +die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte Beleuchtung +erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige +Arbeit. — <hi rend='g'>Taufstein</hi> mit eingelegten Holzreliefs. + + +<pb n='39' id='i048.png'/> + +<!-- [P: 39] --> + +— Als Beispiele für die Lokalkunst des 18. Jh. wären noch +zu nennen: die <hi rend='g'>Hochaltarplastik</hi> von <hi rend='italic'>J. J. Vogel</hi> und +am westl. Ende des nördl. Ssch. <hi rend='g'>Gemälde</hi>, der verlorene +Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden <hi rend='italic'>Joh. Nik. Treu</hi>. — +An der <hi rend='g'>Brauttür</hi>, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und <milestone unit='line' n='5'/> +törichten Jungfrauen, im Tympanon Vermählung Christi mit +der Ecclesia. — An der WFront roher <hi rend='g'>Ölberg</hi> 1502. — +In der Schatzkammer bmkw. <hi rend='g'>Monstranz</hi> 1477. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Martin.</hi> 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf +von <hi rend='italic'>Georg Dientzenhofer</hi>, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. <milestone unit='line' n='10'/> +Anlage nach dem seit S. Michael in München für kathol. +Barockkirchen beliebtesten Schema. Imposantes tonnengewölbtes +Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und Emporen, +geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich +auf der Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, <milestone unit='line' n='15'/> +so daß die Vierung kein volles Quadrat bildet. Überwiegend +Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel perspektivisch gemalte +Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten +<hi rend='italic'>Pozzo</hi>, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen +wurde, sondern von einem sonst <corr sic='unkekannten'>unbekannten</corr> <hi rend='italic'>Fr. Marcolini</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +Fassade in reicher, schwerer, unruhiger Gliederung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Matern.</hi> Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne +Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Michaelis-K.</hi> Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 +bis 1021, zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere <milestone unit='line' n='25'/> +nach Brand 1620 und 1700 ff. — Die rom. Basilika in der +Substanz, wenn auch nicht in der Formenerscheinung, erhalten. +Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50 br.; rechnet +man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge +von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, <milestone unit='line' n='30'/> +gerade im O und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. +Der Hauptchor got. umgearbeitet, die Nebenchöre +in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und +spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so +auch der Kern der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der <milestone unit='line' n='35'/> +Pilaster des Hochschiffes der Reparatur von 1610 angehören. +Echte rom. Profile am letzten östl. Pfeilerpaar; dasselbe ist +durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt Gurten im +Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom. +Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; <milestone unit='line' n='40'/> +der ursp. Sinn die Absicht auf Türme im Winkel zwischen +Lhs. und Qsch. (vgl. Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters +so auch hier, nicht ausgeführt worden zu sein. Eine Krypta, +auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung des Chors erst +im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über + + +<pb n='40' id='i049.png'/> + +<!-- [P: 40] --> + +dem Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage +keinen Raum gewährt (vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores +rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch. kleiner Rest des rom. +Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die Fenster +rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar <milestone unit='line' n='5'/> +und eine vorgeblendete Barockfassade. 1700 von <hi rend='italic'>Leonhard +Dientzenhofer</hi>. — <hi rend='g'>Innere Ausstattung</hi>, 1725-48, im +Gesamteindruck durch die moderne Rest. beeinträchtigt. +Alle Mobilien aus Holz, die prächtige <hi rend='g'>Kanzel</hi> von zwei +Bamberger Künstlern, dem Tischler <hi rend='italic'>Franz Böhm</hi> und dem <milestone unit='line' n='10'/> +Bildhauer <hi rend='italic'>Reuss</hi>. Das <hi rend='g'>Altarbild</hi> im Chor von <hi rend='italic'>J. J. +Scheubel</hi> 1750. — <hi rend='g'>Grab</hi> des h. Otto in Tumbenform 14. Jh., +mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon. <hi rend='g'>Grabstein</hi> +in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. — Die +<hi rend='g'>Epitaphe</hi> von Bischöfen wurden auf Anordnung König <milestone unit='line' n='15'/> +Ludwigs I. aus dem Dom hierher versetzt. Hervorzuheben +im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. Giebelstadt und B. +Voit v. Würzburg, von <hi rend='italic'>Hans Wemding</hi> 1577, 1580; no 4 B. +Ernst v. Mengersdorf, von <hi rend='italic'>Hans Werner</hi> 1596; no 6 B. Neidhard +v. Thüngen von <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1598. Die Reihe des südl. <milestone unit='line' n='20'/> +Ssch. bar. und rok. — <hi rend='g'>Klostergebäude</hi>. Hauptbau +1696-1702 von <hi rend='italic'>L. Dientzenhofer</hi>, andere Teile jünger. Gänzlich +schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Stephan.</hi> Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. +Jh. übrig geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und <milestone unit='line' n='25'/> +Ecklisenen geteilt, in dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen +in frgot. Form. Die K. völlig umgebaut; Chor +1628 von <hi rend='italic'>Giov. Bonalino</hi>, nach dem Plan des Brandenburgischen +Baumeisters <hi rend='italic'>Valentin Junker</hi>; Sch. 1677 von <hi rend='italic'>Petrini</hi>. +Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen <milestone unit='line' n='30'/> +Stellen, besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. +— Das Stuckrelief über der Vierung von <hi rend='italic'>J. J. Vogel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Propsteigebäude</hi> (jetzt Präparandenschule) von <hi rend='italic'>J. +M. Küchel</hi> um 1760. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Friedhofs-Kap.</hi> an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), <milestone unit='line' n='35'/> +gestiftet 1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere +in eleganten Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko +herausstrebend. Um das flache Dach laufen Balustraden +mit Kindergruppen. Die Fenster schließen geradlinig mit +gerader Verdachung. An der Fassade große <hi rend='g'>Relieftafel</hi>, <milestone unit='line' n='40'/> +die Stifter vor dem Gekreuzigten. — <hi rend='bold'>Älteres Jesuitenkollegium</hi> +(Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Jüngeres Jesuitenkollegium</hi> (jetzt öffentl. Bibliothek und +Lyceum) 2. H. 17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition +der deutschen Spätrenaissance. +</p> + + +<pb n='41' id='i050.png'/> + +<!-- [P: 41] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Ernestinisches Klerikalseminar</hi> am Maximiliansplatz. 1733 +nach Entwurf <hi rend='italic'>B. Neumanns</hi> von <hi rend='italic'>Justus Heinrich Dientzenhofer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Altes Rathaus</hi> (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser +Renss.Bau. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Neues Rathaus</hi> auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. +Brückenturm (z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei +von <hi rend='italic'>Jos. Anwander</hi>, neuerlich mit Glück rest.; Altane, +Stuckdekoration, plastische Gruppe auf der Brücke von +<hi rend='italic'>B. Mutschelle</hi>; alles zusammen überaus glücklich und originell <milestone unit='line' n='10'/> +in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein malerisches +Architekturbild ersten Ranges. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Hochzeitshaus</hi> am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 +zerstört. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Hauptwache 1774</hi>, Bildhauerarbeit von <hi rend='italic'>Kamm</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Gangolfstor</hi>, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer +Ehrenpforte 1697 von <hi rend='italic'>J. L. Dientzenhofer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Privathäuser</hi>. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht +vertreten. Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen +Kriege eine sehr lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge <milestone unit='line' n='20'/> +zum Üppigen, dem eine vortrefflich ausgebildete Stucktechnik +die Mittel gab. — Hauptbeispiel das <hi rend='g'>Prellsche Haus, +Judengasse</hi> 14, und das <hi rend='g'>Concordiahaus</hi>. Beide +für denselben Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr +gleichzeitig (angeblich 1721-31). In beiden erinnert die <milestone unit='line' n='25'/> +Grundrißdisposition auf ansteigendem Gelände und dessen Ausnutzung +zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, speziell +genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist +ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen +Innenräume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, <milestone unit='line' n='30'/> +in der noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und +beinahe roh, aber von großer Kraft der malerischen Effekte; +ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau in +ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer +(welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch <milestone unit='line' n='35'/> +das sehr bmkw. <hi rend='g'>Concordiahaus</hi>; ohne sehr groß zu sein +in der Haltung eines monumentalen Palastes. Den <hi rend='italic'>Dientzenhofer</hi> +zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, Nonnenbrücke +no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). — Von +<hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi> (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg <milestone unit='line' n='40'/> +no 7, Judengasse 7, 12. — Von <hi rend='italic'>Fink</hi> 1789: Langgasse no 13.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Brunnen</hi>. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt +1698; an der Domterrasse 1777 von <hi rend='italic'>Trautmann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Sammlungen</hi>. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften. +<hi rend='g'>Gemäldegalerie</hi> auf dem Michaelsberg. +</p> + + +<pb n='42' id='i051.png'/> + +<!-- [P: 42] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BANZ.</hi> OFranken BA Staffelstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Benediktiner-Klst</hi>. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich +von <hi rend='italic'>Joh. Dientzenhofer</hi>. — Das typische Schema der +Barockkirche — Langschiff mit Seitenkapellen und Emporen +und eingezogenem Chor — ist nur im allgemeinsten beibehalten, <milestone unit='line' n='5'/> +in der Einzelausbildung unterliegt sie einer Umbildung, +die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie Borromini +und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie +ist im Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb +schräg und die Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große <milestone unit='line' n='10'/> +Pfeilermasse, die das Sch. in zwei Querräume zerlegt, setzt sich +aus den Segmenten größerer und kleinerer Ellipsen, die im +Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen werden, zusammen. +Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je +2 Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für <milestone unit='line' n='15'/> +das Auge unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund +nicht und soll es auch nicht sein. Nur um Einheit im +malerischen Sinne handelt es sich, und auch nur für einen einzigen +Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche, ordnen sich +die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist <milestone unit='line' n='20'/> +es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung +noch erhöht durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es +bleiben nämlich dem Beschauer die Fensteröffnungen, immer +den genannten maßgebenden Standpunkt vorausgesetzt, unsichtbar, +vergleichbar den Lampen einer Theaterdekoration, <milestone unit='line' n='25'/> +an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert wird. +Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den +Altarraum von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor; +der geheimnisvolle Durchblick ist wieder ein ganz malerischer +und als solcher vorzüglich durchgeführter Gedanke. <milestone unit='line' n='30'/> +Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja roh behandelt +und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold +gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in +Betracht. — Die Außenarchitektur kann an den, zum Glück +wenig sichtbaren, Langseiten nur abstoßend heißen; sie hat <milestone unit='line' n='35'/> +die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung zu zahlen; +recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der +Fernwirkung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Klostergebäude</hi>. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger. +Der kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe <milestone unit='line' n='40'/> +umfassende Hauptbau, 1698-1704 von <hi rend='italic'>Joh. Dientzenhofers</hi> +älterem Bruder <hi rend='italic'>Leonhard</hi>. Der Mittelbau der Fassade jünger. +Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, auf einer tieferen +Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach Angaben +von <hi rend='italic'>Balth. Neumann</hi>. Die Kunstformen durchweg einfach; + + +<pb n='43' id='i052.png'/> + +<!-- [P: 43] --> + +das gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung +der Terrainbewegung wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck +zusammen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BARCHFELD.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen <milestone unit='line' n='5'/> +Verließ originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen +ausgekratzt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Landgräfliches Schloß</hi>, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, +mit gut eingerichteten Zimmern in Rokoko und +Empire. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÄRENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung +von <hi rend='italic'>J. Ch. Simon</hi> erneuert. Reste eines stattlichen <hi rend='g'>Altarwerks</hi>, +Renss. 16. Jh., mit Sandsteinreliefs. <hi rend='g'>Grabst.</hi> 1522, +1612, 1703 <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 15. und 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BARNSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff +1748, stuckiert, Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BARUTH.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. — +v. Gersdorfsche <hi rend='g'>Grabsteine</hi>, 1597, 1620, 1628, +1629, 1658. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. +Ansprechende Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit <milestone unit='line' n='25'/> +schöner Stuckdecke und zahlreichen <hi rend='g'>Porträts</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BASDORF.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Gerichtslinde</hi> mit Bänken und von Steinsäulen getragenem +Gebälk zur Unterstützung des Astwerks. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAUERBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus +rom. Anlage wie auch an der WWand 2 vermauerte rom. +Fenster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAUMERSRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAUNACH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <sic>1 sch.</sic> spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch +der Helm mit vier Ecktürmchen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi> (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit +polyg. Chor und reicher Außengliederung. — Von der <hi rend='g'>Einrichtung</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +(bar. um 1680) erwähnenswert die spgot. + + +<pb n='44' id='i053.png'/> + +<!-- [P: 44] --> + +<hi rend='g'>Tumba</hi> des seel. Überkomm im Chor mit einh. Spitzbogenblenden. — +<hi rend='g'>Johannesschüssel</hi>, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. — +Verschiedene spgot. <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> um 1500; teilw.l +Bamberger Stils. — Auf dem freien Platz um die Kapelle +<hi rend='g'>Predigtkanzel</hi>; spgot. um 1500. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Amtshaus</hi>. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit +Treppenturm. A. 18. Jh. Innen guter <hi rend='g'>Kachelofen</hi> der +Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. M. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Hoftor</hi> in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. <milestone unit='line' n='10'/> +Typische Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief +geschnitzte Reisige in barocker Tracht stützen; das Ganze +mit Pultdach gedeckt; bez. 1710. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAUTZEN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dom S. Peter</hi>. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten <milestone unit='line' n='15'/> +der Meißener Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis +1106) hat sich nichts erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293 +bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15. Jh.; Vollendung 1497. +Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und 1813. Im +16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den <milestone unit='line' n='20'/> +Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken +verblieb. — a) <hi rend='g'>Westbau</hi>. Ältester Teil das vorspringende +Mittelstück. Ein starker Einzelturm war beabsichtigt, wurde +aber nur bis zum Zickzackfries des Erdgeschosses ausgeführt. +Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am Gewände je 1 Sl. <milestone unit='line' n='25'/> +zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf Übergang +zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach +Brand 1441 erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der +Bar. Helm in vortrefflichem Umriß 1664 von <hi rend="italic">Martin Pötzsch</hi>. +Die Mitte und der rechte Flügel der Fassade blieb unvollendet, <milestone unit='line' n='30'/> +ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b) <hi rend='g'>Langhaus</hi>. +3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem +Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der +Fluchtlinie nach S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch +Teile der NWand älter sind. Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., <milestone unit='line' n='35'/> +Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein viertes Schiff +angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige +Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen +4 Schiffen gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die +Gwb.Scheitel nur 16m haben. Ganze innere L. 60 m. Material <milestone unit='line' n='40'/> +in den älteren wie in den jüngeren Teilen Granit. — <hi rend='g'>Ausstattung +des protestantischen Teils</hi>. Landständische +Empore unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge +1673. Altar 1644, 2geschossig mit je einem großen Reliefbild. + + +<pb n='45' id='i054.png'/> + +<!-- [P: 45] --> + +Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. — <hi rend='g'>Ausstattung +des katholischen Teils</hi>. Vieles in +neuerer Zeit beseitigt, z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar +bar. Säulenbau aus Marmor 1722 von <hi rend='italic'>Fossati</hi>. [Die +Statuen zweier Kirchenväter von <hi rend='italic'>Permoser</hi>, zu seinen besten <milestone unit='line' n='5'/> +Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von +<hi rend='g'>Pellegrini</hi>.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes <hi rend='g'>Kruzifix</hi> +von <hi rend='italic'>Permoser</hi>. <hi rend='g'>Chorgestühl</hi> A. 18. Jh., reich geschnitzt, +im Aufbau unbedeutend. Reizvoller <hi rend='g'>Rok.-Altar</hi> in +der Sakristei. — <hi rend='g'>Domschatz</hi>. Tragaltäre 1398 und 1450. <milestone unit='line' n='10'/> +Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um 1500. Eine +Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des +hl. Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. — +<hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> des 16. und 17. Jh. in großer Zahl. +Hölzerne <hi rend='g'>Wandepitaphe</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Liebfrauen-K.</hi> 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig +umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Nikolai-K.</hi> Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. +Seit dem Stadtbrande 1634 Ruine. — Auf dem Kirchhof +<hi rend='g'>Denkmäler</hi> des 18. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Michaelis-K.</hi> Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Mönchs-K.</hi> (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. +Um 1400 in Backstein gegen O erweitert. Ruine. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Täufer-K.</hi> Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft +verändert. — Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen <milestone unit='line' n='25'/> +und z. T. aufwändigen Denkmälern des 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Ortenburg</hi>. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus +neu gebaut 1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von +Ungarn. Im 30j. Kriege stark beschädigt, im 19. Jh. z.T. +umgebaut. — Die aus mehreren Gebäuden bestehende Anlage <milestone unit='line' n='30'/> +folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot. Durchgreifende +Rest. 2. H. 17. Jh. durch <hi rend='italic'>Ezechiel Eckhardt</hi>. Mächtiges +Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal +mit ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das +Figürliche überwiegt; 8 Felder mit Darstellungen aus der <milestone unit='line' n='35'/> +Fürstengeschichte von Böhmen, Österreich, Schlesien und +Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. — Der +bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten +Torfahrt; darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische +<hi rend='g'>König Matthias Corvinus</hi> thronend, von <milestone unit='line' n='40'/> +Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die Wappen der +Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im +zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur. +</p> +<p><hi rend="bold">Domstift.</hi> Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal +1753. +</p> + + +<pb n='46' id='i055.png'/> + +<!-- [P: 46] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch +feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk +spgot. 8 Eck-Turmes. Die <hi rend='g'>Sandsteinstatue</hi> des +sog. Ritters Deutschmann krönte ursp. einen Brunnen; 1576 +von <hi rend='g'>Chr. Wolter</hi> in Dresden. Treppenhaus der NSeite 1729. <milestone unit='line' n='5'/> +Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von <hi rend='g'>Bildnissen</hi>. +[Der Ratsschatz jetzt im Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Gewandhaus</hi>. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. +Ratskeller; das Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen +Mittelpf. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schießhaus</hi>. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und +Scheibenbilder. — Von der einst sehr starken <hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> +hat sich ein beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten. +Ferner: der Lauenturm 1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, +schlanker spgot. Rundbau mit steinerner Bar.Krönung <milestone unit='line' n='15'/> +1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf II. von +<hi rend='italic'>Martin Michael</hi> 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische +Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. +Der Schülerturm mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die +Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m starken Mauern, erb. <milestone unit='line' n='20'/> +1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch interessant +und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, +erb. nach 1558 von <hi rend='italic'>Wenzel Röhrscheidt</hi>. Die »neue +Wasserkunst« 1600. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des <milestone unit='line' n='25'/> +Barockstils erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so +umgestaltet, daß sie sich nur aus wenigen Resten erkennen +lassen, a) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1634 (<hi rend='g'>Stadtbrand</hi>) <hi rend="g" n='0'>und</hi> 1709. +Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern +Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. <milestone unit='line' n='30'/> +Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — +b) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1709 <hi rend='g'>und</hi> 1720. Reichenstr. no 14, Innere +Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt +no 8 Hof und Innenräume zu beachten. — c) <hi rend='g'>Zwischen</hi> +1720 <hi rend='g'>und</hi> 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. <milestone unit='line' n='35'/> +Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. +Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. — d) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1740 +<hi rend='g'>und</hi> 1780. Reichenstr. no 24, Töpferstr. 34. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadtmuseum</hi> am Kornmarkt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BAYREUTH.</hi> OFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente +der WTürme; sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, +Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße 6jochige Basilika, Chor +in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß. Netzgwb. +17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen +<pb n='47' id='i056.png'/> +äußerst nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät +wenig die Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche +Behandlung des Strebewerkes mit offenen Bögen; an +den Fenstern mäßige Verwendung von Fischblasen. Brauttür +am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme 5geschossig <milestone unit='line' n='5'/> +geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit +welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des +19. Jh. seiner prächtigen Barockausstattung beraubt; nur +der treffliche <hi rend='g'>Hochaltar</hi> von 1615 und der gleichzeitige +Taufstein mit Reliefs von <hi rend='italic'>H. Werner</hi> erhalten. Die wenigen <milestone unit='line' n='10'/> +übrig gebliebenen <hi rend='g'>Statuen</hi> an den Chorstreben A. 15. Jh. +geringwertig. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß-K.</hi> 1753 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>; einfacher, niedriger Saal mit +Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte +zierliche Stuckierung von <hi rend='italic'>Martino Petrozzi</hi>. Gruftkap, für das <milestone unit='line' n='15'/> +Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine in trockenstem +Zopf. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> 1748 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>; über dem schlichten quadr. +Raum Deckenbild von <hi rend='italic'>Wunder</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Ordens-K.</hi> in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la <milestone unit='line' n='20'/> +sincérité« (nachmals Roten Adlers) 1705-11 von <hi rend='italic'>G. v. Gedeler</hi>. +Griechisches Kreuz mit Emporen. Stuckaturen und Malereien +von einheimischen Meistern. Im Aufriß toskanische Pilaster. +(In der Sakristei interessantes Gemälde von <hi rend='italic'>H. S. Beham</hi>, +früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.) <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +Betsaal der <hi rend='bold'>Gravenreuther Stiftung</hi> 1741 von <hi rend='italic'>J. G. Weiss</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kanzlei</hi>. 1625 von <hi rend='italic'>Abraham Schade</hi>. Streng klassizistische, die +niederländische Schulung <hi rend='italic'>Schades</hi> verratende Formen. Die +Temperantia und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel +von <hi rend='italic'>Abr. Gross</hi> aus Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus <milestone unit='line' n='30'/> +zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden symmetrisch +verlängert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Altes Schloß</hi>. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen +Turms; die fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau +und Erweiterung seit 1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz <milestone unit='line' n='35'/> +(»Maximilianstr.«) offenes Quadrat. Die Fassaden von +dem Hugenotten <hi rend='italic'>Ch. Ph. Dieussart</hi>. Auffallender Weise hat +das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische +Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in +vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß <milestone unit='line' n='40'/> +nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach +dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang +alt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi>. 1754 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>. Lang gestreckt, wenig +tief, nur der 3 achsige Mittelbau in bedeutenderen <reg orig='Architektur-|formen'>Architekturformen</reg><pb n='48' id='i057.png'/><!-- [P: 48] -->. +Eingangshalle und Treppenhaus verhältnismäßig +bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß, ihre Ausstattung +entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen Fürstensitzen +aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren +geringer, doch auch der Geschmack in der Wendung zum <milestone unit='line' n='5'/> +Intimen und Natürlichen. Im Festsaal Wandgliederung durch +gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem Relief; das Gebälk +nicht verkröpft; Rokokoornament (von <hi rend='italic'>Petrozzi</hi>) nur +an der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von <hi rend='italic'>Wunder</hi>) +jetzt übertüncht. Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, <milestone unit='line' n='10'/> +das Musikzimmer, die mit Cedernholz vertäfelte Speisegalerie. +— Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete »italienische +Bau«; der von <hi rend='italic'>Petrozzi</hi> dekorierte Festsaal gibt eine +wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen. + <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Opernhaus</hi>. 1744-48, Fassade von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>, innere Einrichtung +von <hi rend='italic'>Carlo Bibiena</hi> aus Bologna nach Entwurf seines +Vaters <hi rend='italic'>Giuseppe</hi>. Die Bühne überrascht durch ihre Tiefe +(30 m), die ebenso groß ist, als die des Zuschauerraums. Der +letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen und <milestone unit='line' n='20'/> +vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. +Das Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber +die Fürstenloge, zu beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. +Das Ganze für die Hofgesellschaft, die sich selbst +ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, <milestone unit='line' n='25'/> +der denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen. +Die Flüchtigkeit der Ausführung bei der schwachen Beleuchtung +damaliger Zeit nicht störend. Farbe: blaugrauer Grundton +mit ockergelbem, in den plastischen Teilen vergoldetem Ornament. +Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV. <milestone unit='line' n='30'/> +noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist +nicht »Rokoko«, sondern eine spielende Abart des italienischen +Barock, in der immer noch viel mehr konstruktive Konsequenz +übrig geblieben ist, als das Rokoko duldet. — Die +Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. verleiht <milestone unit='line' n='35'/> +dem Bayreuther erhöhten Wert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kaserne</hi>. 1740 von <hi rend='italic'>J. F. Graul</hi>; großer 3flügeliger Bau von +geschickter Massenverteilung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Privathäuser</hi>. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige +Erker gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. <milestone unit='line' n='40'/> +Rathaus an der Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf +Friedrich ein neuer, französisierender entgegen; Hauptmeister +<hi rend='italic'>St. Pierre</hi> und besonders <hi rend='italic'>Karl Philipp Gontard</hi>. Die splendide +Ausführung in Sandsteinquadern heute durch starke Rußschwärzung +beeinträchtigt. Von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>: Friedrichstr. 2 und 7. +</p> + + +<pb n='49' id='i058.png'/> + +<!-- [P: 49] --> + +<p> +Von <hi rend='italic'>Gontard</hi>: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz +15, Haus der Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß, +in der Nähe sein eigenes Haus. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Reiterstandbild</hi> für Christian Ernst 1698 von <hi rend='italic'>Elias Ränz</hi> nach +Entwurf von <hi rend='italic'>Leonhard Dientzenhofer</hi>; früher vor dem alten, <milestone unit='line' n='5'/> +jetzt vor dem neuen Schloß; eine wunderlich überfüllte und +dadurch kleinlich wirkende Barockkomposition. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Markgräfliche Schlösser</hi> in der Umgegend: +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>St. Georgen</hi>. 1725 von <hi rend='italic'>J. D. Ränz d. J.</hi> Nur als Bruchstück +erhalten (jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend='italic'>Decker</hi> vermittelten) Zusammenhang mit Schlüter erkennen; +der Fries und die neuerfundenen Kaptt. der Pilaster erinnern +an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten Adlers. +Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Eremitage</hi>. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +eine Illustration von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges +dergleichen hat sich so gut erhalten. Begonnen von Georg +Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst durchgeführte +Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen +die »Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes <milestone unit='line' n='20'/> +als »Eremiten« zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. +Die Markgräfin Wilhelmine schuf sich hieraus (seit +1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach einem natürlicheren +Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer +noch mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck <milestone unit='line' n='25'/> +kommt. Die ältere Einrichtung blieb erhalten in den +beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und dem »Refektorium«; +letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht, phantastisch zu +wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den Gemächern +Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine <milestone unit='line' n='30'/> +Meisterleistung feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, +echtes Rokoko, also ganz ohne Architekturformen, +nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate Chinesische +Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln +wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von <milestone unit='line' n='35'/> +Interesse und ihre Benennung nicht überall gesichert. — Aus +den 40er Jahren die »Orangerie«, erbaut von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>. Eine +im Halbkreis angeordnete Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; +im Scheitel eine Unterbrechung, in welcher als selbständiger +kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den <milestone unit='line' n='40'/> +regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier +ein phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine +Inkrustation von bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall +tragen. Dagegen das Innere des Sonnentempels sehr +ernsthaft und imposant. (Der reiche Skulpturenschmuck + + +<pb n='50' id='i059.png'/> + +<!-- [P: 50] --> + +nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen Gemächer +haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht +hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das +Relief von schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als +Ausführende werden Italiener genannt). Erst aus den 70er <milestone unit='line' n='5'/> +Jahren dürfte das »Gartenzimmer« stammen, an dem der +modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. — Die +Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet; +daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste +in ihrem Zusammenhange nicht mehr verständlich. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Fantaisie</hi>. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758), +vollendet 1765 (von <hi rend='italic'>Rud. Heinr. Richter</hi>?). Ein Schlößchen +im Sinne des vordringenden Klassizismus; seither mehrfach +verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Sanspareil</hi>. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater <milestone unit='line' n='15'/> +usw. Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BECHSTEDTWAGD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm und Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEDHEIM.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. <milestone unit='line' n='20'/> +Chor turmtragend, in der Anlage von 1290. — <hi rend='g'>Ikonische +Grabsteine</hi> der Familie v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, +namentlich der letztere tüchtig. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf +zwei Zeiten stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEERENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden <hi rend='g'>Hochreliefs</hi> +der Madonnna und eines nicht erklärten männlichen +Heiligen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEERWALDE.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1783. — 3 <hi rend='g'>Alabasterreliefs</hi> aus der Schule +der <hi rend='italic'>Walther</hi> (2. H. 16. Jh.), von einem Grabmal. Andere <hi rend='g'>Denkmäler</hi> +1574, 1683, 1724. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEESENLAUBLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, <milestone unit='line' n='35'/> +im Tympanon rohes <hi rend='g'>Relief</hi>, Christus zwischen Petrus und +Paulus. — Einfacher rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEHRUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter +erhalten; Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEICHLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1710. — Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEIERNAUMBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm +3 teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung. +</p> + + +<pb n='51' id='i060.png'/> + +<!-- [P: 51] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BELGERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, +1sch. 6achsig, Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. — +<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> 1660 in Knorpelbarock, <hi rend='g'>Emporen</hi> +1632 mit interessanten Kerbschnitzmustern, hölzerne <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend='g'>Epitaphe</hi> 1658, 1769. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Klosterhof und Diakonatsgebäude</hi>. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. +Die älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, +4 Ecktürme. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher <milestone unit='line' n='10'/> +Haube. An der SWEcke ein +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Roland</hi>, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Privathäuser</hi> verschiedentlich mit renss. Portalen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Meilenzeiger</hi> als Obelisk 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BELGERSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung +zu malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der +<hi rend='g'>Altarbau</hi> getragen von 2 Palmbäumen, im Mittelfeld +Kopie von <hi rend='italic'>Rubens</hi>' Kreuzabnahme. <hi rend='g'>Denkmäler</hi> der +Familie v. Ponickau. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BELRIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi> mit Spuren doppelter Ringmauer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BELVEDERE.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar. +</p><p> +<hi rend="bold">Herzogl. Jagdschloß.</hi> 1724-1732. Äußeres in symmetrischer <milestone unit='line' n='25'/> +Anlage, bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach +ländlich. Inneres: bescheidenes Rokoko. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BENDELEBEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Umbau 1588. — Über dem Altar <hi rend='g'>Holzrelief</hi>, +Abendmahl, um 1590; <hi rend='g'>Kanzel</hi>, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; <milestone unit='line' n='30'/> +über dem Eingang zur Gruft des Herrn v. B. <hi rend='g'>Epit</hi>. +1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung, Auferstehung) +in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BENKENDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. +Kuppelfenster des Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung +von einigem Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BENNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. <milestone unit='line' n='40'/> +Anlage, E. 12. Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BENNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher +Rok.-Altar. +</p> + + +<pb n='52' id='i061.png'/> + +<!-- [P:52] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BERGEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>K</hi>., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg</hi>. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 +umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Ringmauer</hi> mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut <milestone unit='line' n='5'/> +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Berger Warte</hi>. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERGRHEINFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler. +Auf der OSeite die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem <milestone unit='line' n='10'/> +Schluß. 1. H. 14. Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. +von <hi rend='italic'>Peter Wagner</hi> 1781. <hi rend='g'>Gemälde</hi> der Nebenaltäre von +<hi rend='italic'>Oswald Onghers</hi> 1695. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERGTHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des <milestone unit='line' n='15'/> +ma. OTurmes. Juliuswappen. — <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>; +2 Kandelaberpfll. tragen einen got. Giebel. — Beim Schulhaus +<hi rend='g'>Bildstock</hi> um 1600 mit Abendmahlrelief in der Richtung +des <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi>; mehrere andere 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERKA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1739. — <hi rend='g'>Taufbecken</hi> von der Gruppe Christi +und Johannis getragen. — Stattlicher <hi rend='g'>Kanzelbau</hi>. +</p> + <p>Von dem 1251 gest. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst.</hi> schwache Reste im Pfarrhaus. +Burgruine gering. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERKA A. D. WERRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Der quadr. Chor im spgot. OTurm. Hauptraum +1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2 Rängen, hölzernes +kassettiertes Tonnengwb. — Spätgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi> um +1530. Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer <hi rend='g'>Crucifixus</hi> +um 1500. Orgel mit reichem Gehäuse 1667. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser.</hi> Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. +1521 neu). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERLEPSCH.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg</hi>. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und +Renss. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERMBAGH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. neu. <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1610 mit merkwürdigem, an die +Holzarchitektur der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der +Orgelempore 3 <hi rend="g">Holzfigg.</hi> A. 18. Jh. — Geschnitztes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> +(no 27) aus 17. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERNBRUCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. <hi rend='g'>Flügelaltar</hi> +um 1480. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERNECK.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg</hi>, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und + + +<pb n='53' id='i062.png'/> + +<!-- [P:53] --> + +hoher 4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine +zweite Burg, <hi rend='g'>Hohenberneck</hi>, erb. 1485. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1657. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERNECKE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Anlage rom. wie in Hain. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERNSTADT.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='g'>Stadt-K</hi>. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt, +nach Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. — +<hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 17. und 18. Jh. in großer Zahl. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERNTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus +der eichsfeldischen Kirchen <hi rend='g'>vor</hi> der, den meisten von ihnen +widerfahrenen, Barockisierung. Ausstattung rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERTELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar <milestone unit='line' n='15'/> +1771. — <hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> derer v. Gersdorf 1580 ff. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi>. 1722 und 1790. — Häuser der Herrenhuter +Unität 1790. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERTSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1672 nach Riß von <hi rend='italic'>Klengel</hi>. 1sch. mit polyg. (5/10) <milestone unit='line' n='20'/> +OSchluß. Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen +gezogenen Strebepfll. hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster. +WTurm über Dach 8eckig. — <hi rend='g'>Kirchhof</hi>; Portal +Renss., Denkmäler 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BERZDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch +den Brand im Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom. +Rundbg.Fenster nach der Chronologie dieser Gegend um oder +nach 1300. — <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> ca. 1480. Emporen 1608. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BESENHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> erb. 1686 von General v. Hanstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BESSE.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. — +<hi rend='g'>Sandsteinrelief</hi>, Kreuztragung, von +spgot. Gliederungen umgeben. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BETTENBURG.</hi> UFranken. BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen. +Neubau nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. +Inschr. 1535, 1627. Englischer <hi rend='g'>Garten</hi> 1790 mit romantischen +Denkmälern für Götz v. Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BETTENHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal, +Deckenmalerei und Mobiliar 1770. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BETZENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloßruine</hi>. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört. +</p> + + +<pb n='54' id='i063.png'/> + +<!-- [P: 54] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BEUCHLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEUREN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Kloster-K</hi>. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger +Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. <milestone unit='line' n='5'/> +Bar. Stuckdecke mit Malerei. Turm unten sprom., +dann frgot., bar. Obergeschoß mit Schieferhaube. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wach-Turm</hi> aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit +4 herausgebauten Erkern. <hi rend='g'>Häuser</hi> in Fachwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEUTNITZ</hi> b. Jena Sachsen-Weimar. <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Rechteck, frühgot. Chor, Langhaus spätgot. mit +Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur Verteidigung eingerichtet. +<hi rend='g'>Kruzifix</hi> A. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BEYERSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIBRA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. In der Anlage rom. — Rom. <hi rend='g'>Rauchfaß</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIBRA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi>. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren <milestone unit='line' n='20'/> +Archit. von künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit +rok. Emporen, gewölbter 5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, +Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger Schule. — Ausstattung +einheitlich um 1500-1520. Vom <hi rend='g'>Hochaltar</hi> +4 Flügel erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur <milestone unit='line' n='25'/> +mit entfernter Beziehung zu <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi>. Dasselbe gilt von +den Seitenaltären. Näher steht ihm eine Standfig. des S. Kilian +und ein sitzender Papst (in der Sakristei). — Schlichte steinerne +<hi rend='g'>Maßwerkkanzel</hi>. — Von den <hi rend='g'>Glasgemälden</hi> +alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und Dompropst <milestone unit='line' n='30'/> +Albert v.Bibra). — Eine Reihe guter <hi rend='g'>Grabsteine</hi>. +Georg v. B. 1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen +Werkstatt (Wiederholung des Schaumbergdenkmals in +der Marienkap, in Würzburg). Auf 7 Steinen (6 Bibra, +1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem Zug <milestone unit='line' n='35'/> +ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine +von einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung +mehrfach viele Jahre vor dem Tode. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIEBELRIED.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. — <milestone unit='line' n='40'/> +Im neuen Hochaltar schöner <hi rend='g'>Kruzifixus</hi> vielleicht von +<hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> oder ihm nahestehend; ebenso der <hi rend='g'>Salvator</hi> +(vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg). +</p> +<p><hi rend='bold'>Johanniterkastell</hi>. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten +Teile der Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom +<pb n='55' id='i064.png'/> +<!-- [P: 55] --> +Bau von 1275. An der SOEcke ein vorgekragtes Chörlein von +der ehemal. Kapelle. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIEBEREHREN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. — +Im Pfarrhof gutes <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> um 1520. An der <milestone unit='line' n='5'/> +Brücke <hi rend='g'>Bildstock</hi> bez. 1432. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIEBERGAU.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. 1733. Bmkw. schöne <hi rend='g'>Kanzel</hi> mit 4 Evangelisten, +um 1750. +</p> +<p><hi rend='bold'>Schlößchen</hi>, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIEBERSTEIN</hi> siehe Fulda. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIEBERSTEIN.</hi> Kr. Sachsen AH Meißen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. <hi rend='g'>Altaraufsatz</hi> +mit ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von <hi rend='italic'>Körmser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIELEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem +Kreuzgwb. und Fenstergruppe gleich Windhausen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BILDHAUSEN.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Klst</hi>. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, +Altäre nach Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch <milestone unit='line' n='20'/> +gebracht. — Von der alten Anlage ist erhalten: +Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter, zweischiffiger +Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen +noch sichtbar, wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. +Daneben zwei frgot. Räume. — <hi rend='g'>Torhaus</hi> mit rundbg. <milestone unit='line' n='25'/> +Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14. Jh. +Daneben die alte rom. Torkapelle. — <hi rend='g'>Alte Procuratie</hi>. +17. Jh. Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus. +Erkerzimmer mit reich geschnitzter Türumrahmung im Stil +des grünen Zimmers der Würzburger Residenz. Die übrigen <milestone unit='line' n='30'/> +Zimmer mit Rok.Stuckdecken. — Hübscher <hi rend='g'>Gartenpavillon</hi> +von 1756. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIMBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BINDLACH.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIRKENFELD.</hi> UFranken. BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, +Hauptbau quadr., die langen Flügel abgesondert. Hübsche, +vollständig erhaltene Inneneinrichtung nach Zeichnungen des <milestone unit='line' n='40'/> +Malers <hi rend='italic'>Gout</hi> von einheimischen Dekorateuren. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIRKENFELDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +Zwei ansehnliche <hi rend='bold'>Herrenhäuser</hi> derer v. Linsingen: Steinerhof +1555 und Roterhof (Fachwerk) 1659. +</p> + + +<pb n='56' id='i065.png'/> + +<!-- [P:56] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BIRNFELD.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph. +v. Greifenklau und J. Ph. Fr. v. Schönborn. — <hi rend='g'>Dorfhaus</hi> +no 1 schöner Fachwerkbau. »Tausendjährige« <hi rend='g'>Gerichtslinde</hi>; +der Stützbau mit 2 konzentrischen Kreisen von <milestone unit='line' n='5'/> +steinernen Säulen 1719. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BIRSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1556. — <hi rend='g'>Epit</hi>. einer Gräfin v. Isenburg 1596. +</p> +<p><hi rend='bold'>Burg</hi>. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert +sich um 3 Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen <milestone unit='line' n='10'/> +ma. Burg. Am geschlossenen mittleren Hofe westl. der +Küchenbau, umgebaut 1549, und der »neue« Bau von 1527, +noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der nördl. +Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733. +Neubau des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend='italic'>A. W. Faber</hi>, einem Schüler <hi rend='italic'>Stengels</hi>, als standesgemäßes +fürstliches Residenzpalais, doch verhältnismäßig +einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHHAUSEN</hi> b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1742 Umbau aus spgot. — Großes handwerkliches <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend='g'>Epitaph</hi> der Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, +bmkw. durch starke got. Reminiszenzen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHHEIM.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche +Behandlung nicht ohne Reiz. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> und Park um 1800. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFFERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Gemeindeschänke</hi> reicher Fachwerkbau um 1560. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFSGRÜN.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. <hi rend='g'>Altargemälde</hi>, Ankunft Christi zum Gericht +mit der unechten Inschr. 1304. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFSHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem +vortretendem WTurm mit Zinnenkranz. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFSHEIM.</hi> UFranken BA Neustadt a. S. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich +reich behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner <hi rend='g'>Renss.-Laufbrunnen</hi> +mit bmkw. Reliefplatten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFSRODA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. +Am Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, +ornament- und profillos. — <hi rend='g'>Grabsteine</hi> 1516. — Reich +geschnitztes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> 17. Jh. (no 54). Im Herrenhaus +ornamentale rok. <hi rend='g'>Malerei</hi>. +</p> + + +<pb n='57' id='i066.png'/> + +<!-- [P: 57] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1747 von <hi rend='italic'>Chr. Heinemann</hi> für den Landesherrn Kurfürst +Joh. Friedrich v. Mainz. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi>, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BISCHOFSWERDA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand +1813 Wiederaufbau durch <hi rend='italic'>J. G. Michael</hi>. Einige <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> +des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Begräbnis-K</hi>. 1573, erneuert 1814. — Kolossales <hi rend='g'>Sandsteinkruzifix</hi> +E. 16. Jh. Sandsteinkanzel, <milestone unit='line' n='10'/> +einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. +um 1500. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> des 18. Jh. in großer Zahl. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1818 von <hi rend='italic'>Thormeyer</hi>. Wohnhäuser aus derselben Zeit, +sehr bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das +Gasthaus zum goldenen Löwen. — <hi rend='g'>Stadtmuseum</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BITTERFELD.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Gering spgot. — Großer <hi rend='g'>Wandelaltar</hi> mit +Doppelflügeln, die Gemälde angebl. von dem Meister des +Marktkirchenaltars in Halle. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLANKENAU.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-K</hi>. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf +kreuzf. Gr. Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLANKENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau <milestone unit='line' n='25'/> +auf eiförmigem Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer +Zeit dürftig hergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLANKENBURG.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Turm von 1385, im übrigen modernisiert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLANKENHAIN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot., verbaut. — Reste von Altarwerken, darunter +bmkw. das <hi rend="g">Relief</hi> der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um +1525. — <hi rend='g'>Epit</hi>. v. 1722. — <hi rend='g'>Grabst</hi>. — <hi rend='g'>Glasbilder</hi> aus 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden +1527 und 1667 erneuert. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLANKENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten +rundbg. Turm ohne Bogenfeld. — 5 <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. von einem +zerstörten Altarwerk des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLANKENHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Nonnen-Klst.-K</hi>. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. +Anlage im Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut. +Reichskulpierte Kragsteine am OGiebel und spitzbg. +Fenster mit Säulchen und reichen Kapitellen. Interessantes +Portal am nördl. Ssch. +</p> + + +<pb n='58' id='i067.png'/> + +<!-- [P: 58] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BLEICHERODE.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in +Breite des MSch. 1711 völlig verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLINTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und <milestone unit='line' n='5'/> +kleinem WTurm. — Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen +aus dieser im Kirchenbau toten Epoche von Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLOCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von +1668. Sandsteinkanzel 1550. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLOSSWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß, +Fenster spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter <hi rend='g'>Holzplastik</hi> +um 1510. <hi rend='g'>Kanzelaltar</hi> von <hi rend='italic'>Valentin Walter</hi> +1705. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 16.-18. Jh. in großer Zahl, <milestone unit='line' n='15'/> +die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BLUMBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige +Innere durch Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. +— 9 <hi rend='g'>Epitaphe</hi>, hervorzuheben das des Joh. Chr. Weißenbach <milestone unit='line' n='20'/> +† 1690. <hi rend="g">Glocke</hi> 1475. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BOCKENHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Edelhof</hi> ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal +bez. 1582, Wappen 1593. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BOCKLET.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Badanlage</hi> 1754. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BODELWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BODENLAUBEN</hi> (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi> mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto <milestone unit='line' n='30'/> +v. Henneberg (vgl. Frauenroth). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BODENRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit +gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. — Ausstattung bar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BODENSTEIN</hi> b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis. <milestone unit='line' n='35'/></p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem +Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. +— Außen nach W Trümmer eines ma. Gebäudes. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÖLLBERG.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, eingezogene <milestone unit='line' n='40'/> +Apsis, kein Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke +spgot. <hi rend="g">Malerei</hi>, Teppichmuster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BOLZHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor 1614, Lhs. 1730. — Außen <hi rend='g'>Madonna</hi>, +treffliche Holzfig. um 1540. +</p> + + +<pb n='59' id='i068.png'/> + +<!-- [P: 59] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BONNLAND.</hi> U Franken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. +Zahlreiche <hi rend='g'>Grabsteine</hi> der Herren v. Thüngen und v. +Rußwurm. — <hi rend='g'>Abendmahlskelch</hi> A. 15. Jh. +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische <milestone unit='line' n='5'/> +2flügelige Gruppe aus sp. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORAGK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der +Chor nach dem Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich modern. Bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> ca. +1500-1520, einer der besten in sächs. Dorf-K., angeblich +aus dem Meißener Dom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Haupt-K.</hi> Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, <milestone unit='line' n='15'/> +das Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 +Seiten des 6 Ecks geschl. — <hi rend='g'>Altarwerk</hi> 1512, wohl +das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4 bewegliche +und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur +Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, <milestone unit='line' n='20'/> +bez. H W Z, dem Stil nach identisch mit dem Meister +der »schönen Tür« in Annaberg (Flechsig). — Schöne <hi rend='g'>Glocke</hi> +1493. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kunigunden-K.</hi> nach 1200. Unter starker Verunstaltung +erkennt man als Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika <milestone unit='line' n='25'/> +aus Backstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg. +geschlossen. <hi rend='g'>Sandsteinkanzel</hi> um 1550 mit hübschem +Relief an der kreisrunden Brüstung. Stattlicher <hi rend='g'>Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +um 1610. <hi rend='g'>Denkmäler</hi> 17. und 18. Jh., recht +gut das des Pastors D. Wagner 1617. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1753. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> aus buntem Marmor 1756 von +<hi rend='italic'>Andrea Salvatore Aglio</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORNITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. +um 1580, der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches +Bemerkenswerte. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BORSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dormbach. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kath. Dorf-K.</hi> In reicheren Barockformen um 1730, so auch +die Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars <hi rend='g'>Schnitzwerk</hi> +um 1500 (in dieser Gegend nicht oft erhalten). — +<hi rend='g'>Fachwerkhäuser</hi> 17-18. Jh. +</p> +<pb n='60' id='i069.png'/> + +<!-- [P:60] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BORTHEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Altes Schloß</hi> 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes +rundbg. Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi> 1700. <hi rend='g'>Bildnis</hi> der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk +von <hi rend='bold'>Antoine Pesne</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BOSAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BOTTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, +guter Kanzelaltar A. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÖTTIGHEIM.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1701. Gute Innenausstattung. <hi rend='g'>Hochaltarblatt</hi> +von <hi rend='italic'>Mart. Bolster</hi> 1706. <hi rend='g'>Holzfig.</hi> St. Sebastian E. +15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BOYNEBURG.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg</hi>. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten <milestone unit='line' n='15'/> +der 4 Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRACHSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +Rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. umgebaut. Got. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRAMBERG.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. <milestone unit='line' n='20'/> +Die vorhandenen Bauten spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRANDENBURG</hi> bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine</hi> an der Werra. Eine der umfangreichsten und +malerischsten Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der +»hinteren« Burg 13. Jh., unten 6eck., oben rund; der der »vorderen« <milestone unit='line' n='25'/> +A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin Wohnturm mit +Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell +für Feuergeschütz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRANDENFELS.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Ansehnliche Burgruine</hi>, Kap. 1248 (?). <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRANDERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. +Gute <hi rend='g'>Holzmadonna</hi>. <hi rend='g'>Grabst.</hi> 1559, 1640. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRANDIS.</hi> K. Sachsen AH. Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 15.-17. Jh. — <hi rend='bold'>Herrschaftshaus</hi> 1696, recht stattlich. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRAUNA.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1700. Gemäldesammlung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu +Stolberg Besitzer war. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRÄUNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W +erweitert. Der alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges +<hi rend='g'>Altarwerk</hi> bez. 1512. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRAUNSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., + + +<pb n='61' id='i070.png'/> + +<!-- [P: 61] --> +wobei treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg +verwandt, gefunden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRAUNSDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und +umgebaut. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen. + <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENAU.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Benedikt.-Klst.-K.</hi> Gegr. 1113, voll. 1142. Einige +spgot. Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die +Arkaden und Fenster zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. +— Rom. flachged. Pfl.-Basilika auf kreuzf. Gr.; der Chor <milestone unit='line' n='15'/> +nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so geordnet, +daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel; +Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. — Der Hauptchor +von den Nebenchören durch eine Doppelarkade getrennt. +Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von schlankem Aufbau, mit <milestone unit='line' n='20'/> +verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt. Über den +Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims +sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung +ergeben (vgl. Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). +Am WEnde zwischen den Türmen eine gegen das Sch. mit <milestone unit='line' n='25'/> +3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine desgl. Empore; +das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem +Kapt. eine männliche Figur mit der Beischrift <hi rend='italic'>Henricus</hi>. — +Außenbau: Lisene mit einfachem Dachgesims, an den Apsiden +bereichert durch Bogenfries. Das WPortal verstümmelt. <milestone unit='line' n='30'/> +Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch die +Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen? +oder nie ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger +Glockenturm, 1898 errichtet. — An den spgot. Gwbb. des +Qsch. ziemlich gut erhaltene <hi rend='g'>Malereien</hi> (so 1866; jetzt <milestone unit='line' n='35'/> +übertüncht). Von den Klostergebäuden und Ringmauern +unerhebliche Reste. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Reichsburg</hi>. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz +geschenkt. Die 1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. <milestone unit='line' n='40'/> +Ringmauern 2,20 m stark. Bergfried 9 m im Geviert, +Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem vorgeschichtlichen +doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog. +Kemnate. +</p> + + +<pb n='62' id='i071.png'/> + +<!-- [P: 62] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENBACH.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen, +innen Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem +Spitzhelm und Erkertürmchen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENHAIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENSEE.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher +Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit +Reliefs, Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von <milestone unit='line' n='10'/> +Renss.Malerei [übertüncht] an den Langhauswänden). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITENWORBIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit +umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREITUNGEN</hi> s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREMEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda +Ad. v. Dalberg, Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter +Formbehandlung. Der 1sch. flachged. Innenraum mit würdevollem +Reichtum ausgestattet. — <hi rend='g'>Kanzel</hi> und 3 <hi rend='g'>Altäre</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte <hi rend='g'>Kommunionbank</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREND-LORENZEN</hi> bei Neustadt a. S. UFranken.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. +Vom alten Lhs. nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl. +Frontmauer erhalten; der übrige Teil des Lhs. durch Abbruch <milestone unit='line' n='25'/> +der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. gemacht. Einfache +rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver +Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung, +die bis in die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb); +außen das rom. Gepräge wenig verändert; die Giebel, auf <milestone unit='line' n='30'/> +denen das Satteldach sitzt, haben frgot. Klangarkaden; die +tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit Würfelknäufen. +— Ausstattung bar. — Außen an der NS. <hi rend='g'>Ölberg</hi> +bez. 1497, Figg. lebensgroß, roh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Laurentius-Kap.</hi> mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen <milestone unit='line' n='35'/> +Zuflucht. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BREUNA.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., +breite ungegliederte Gurten. — <hi rend='g'>Steinkanzel</hi> 1561 mit +4 Evangelisten. <hi rend='g'>Taufstein</hi> rom. reich mit Blattwerk. <milestone unit='line' n='40'/> +3 <hi rend='g'>Epitaphe</hi> derer v. d. Malsburg gering, gut die +<hi rend='g'>Bronzetafel</hi> 1631 von <hi rend='italic'>Gottfr. Köhler</hi> aus Cassel. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRIESSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter +Saal mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der + + +<pb n='63' id='i072.png'/> + +<!-- [P: 63] --> +eigenartig profilierte Triumphbg. und die Umfassungsmauern +des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot. Maßwerkfenster, 3teilig mit +spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. — [Fragmentierter +<hi rend='g'>Flügelaltar</hi> E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no +2621-23. <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi> 1529, Bemalung <milestone unit='line' n='5'/> +17. Jh. ebenda no 2515.] <hi rend='g'>Glasgemälde</hi> um 1500. Rom. +Taufstein. Mehrere <hi rend='g'>Denkmäler</hi> 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRINNIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Unterbau, spgot. erneuert. — Der spgot. +<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> gehört zu den besseren. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRONN.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRUCHKÖBEL.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten +Ecken, steinernem Helm. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRÜCKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRÜCKENAU.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten +von Fulda. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRÜNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. +Fenster spitzbg. und auch sonst noch got. Reminiszenzen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BRUNNHARDTSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> von 1732. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCH.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Cisterc.-Klst.</hi> A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken +und ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. +Gr. normal kreuzf. Seitlich vom Chorquadrat je +2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in gleicher Flucht <milestone unit='line' n='30'/> +schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch., also +gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß +die Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. +Baustoff: Bruchstein mit Hausteingliedern. — <hi rend='g'>Klostergebäude</hi>. +Auf der WSeite des Hofes das 2sch. 5jochige <milestone unit='line' n='35'/> +Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte +Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im +OTurm. Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCHA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von +Erweiterungen in der Mitte. — <hi rend='g'>Kanzelaltar</hi> 17. Jh. +</p> + + +<pb n='64' id='i073.png'/> + +<!-- [P: 64] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCHAU.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner +Giechscher <hi rend='g'>Grabstein</hi> 2. H. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden +Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCHBRUNN.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Ev. Pfarr-K.</hi> Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach +M. 13. Jh. — Bmkw. spgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1522. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kath. Pfarr-K.</hi> um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCHELOH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +Große <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; +Lhs. 1729; aus derselben Zeit die <hi rend='g'>Kanzel</hi> und der +hübsche <hi rend='g'>Taufengel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUCHHOLZ.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Katharinen-K.</hi> 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit <milestone unit='line' n='15'/> +Emporen, jedoch unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. +Die jetzigen Emporen 1872. — Die <hi rend='g'>Gemälde</hi> +an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der +Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht +oberdeutschen) Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von <milestone unit='line' n='20'/> +Dürers Marienleben. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Begräbnis-Kap.</hi> <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>, im Mittel Gemälde mit dem +hl. Wolfgang und der Sage vom Traum des Bergmanns David +und dem Ursprung des Annaberger Bergbaus, um 1520. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÜCHOLD.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. +Lhs. und die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme +1619. Gleichzeitig die <hi rend='g'>dekorative Ausmalung</hi>, +hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen und +Chorbg., von <hi rend='italic'>W. Ritterlein</hi>, und die <hi rend='g'>Altargemälde</hi> in <milestone unit='line' n='30'/> +frbar. Aufbau. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÜCHENBACH.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spuren von Befestigung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÜHLER.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor. +<hi rend='g'>Sandsteinkanzel</hi> 1594. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BULLENHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. — +Einheitliche <hi rend='g'>Ausstattung</hi> um 1660. Stattliches <hi rend='g'>Bildnisepitaph</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +eines Gf. v. Schwarzenberg † 1579. +</p> + +<p> +Im Dorf eine Reihe gefälliger <hi rend='bold'>Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUNDORF.</hi> UFranken. BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. +NFlügel um 1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh. +</p> + + +<pb n='65' id='i074.png'/> + +<!-- [P: 65] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BÜRABERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kapelle</hi>. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius +gegr. Jetzt einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung +der rom. Anlage hergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGEBRACH.</hi> OFranken BA Bamberg II. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm 1454, Schiff 1731. — <hi rend='g'>Ölberg</hi> aus +Fürnbach übertragen, ca. 1580-1600. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BÜRGEL.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden +Epochen zusammengearbeitet. — Reste der Stadtbefestigung. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Klst. Bürgel</hi> s. Talbürgel. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGGAILENREUTH.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg +einfach hergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGGEHAIG.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Zahlreiche schöne <hi rend='bold'>Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGGRUMBACH.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. — Reiche +<hi rend='g'>Bar. Kanzel</hi> A. 18. Jh. <hi rend='g'>Gemälde</hi> des ehemal. Hochaltars +bez. <hi rend='italic'>Francesco Mica</hi> 1714. <hi rend='g'>Grabmal</hi> der Anna <milestone unit='line' n='20'/> +v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in Renss.-Aedikula. +— Im Dorf 4 bar. <hi rend='g'>Bildstöcke</hi> mit reicher +Plastik. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der +Grumbach; kam dann an die Wolfskeel, die sich nach G. <milestone unit='line' n='25'/> +nannten. Die bestehenden Bauten unbedeutend, E. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGHÄSELER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>»Alte Kapelle«</hi> (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach +rätselhafter 3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau +aus A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit gut erhaltenem rom. OTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGHASUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Turmruine</hi> sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. +4seitiges Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß. +Im Jahre 1896 stürzte dieser Turmrest ein. Ecklisenen, keine <milestone unit='line' n='35'/> +horizontale Gliederung bis auf den Zahnschnitt unter dem +Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten Schallöffnungen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGISDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle <milestone unit='line' n='40'/> +mit gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des +Schiffes. An der Tür äußerst primitive <hi rend='g'>Plastik</hi>. An der +OWand großes frühgot. <hi rend='g'>Wandgemälde</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGJOSSA.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Wasserburg</hi>. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus <reg orig='Buckel-|quadern'>Buckelquadern</reg> +<pb n='66' id='i075.png'/><!-- [P: 66] -->; +die Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds +des 12. Jh. sei, hat sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus +einfache Anlage bez. 1573. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGK.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Fürstl. Schloß</hi> aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne <milestone unit='line' n='5'/> +archit. Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGKUNDSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch +sonst viel vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser <milestone unit='line' n='10'/> +17. bis 19. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGLAUER.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. — +Würzburger Schule. <hi rend='g'>Holzfigur</hi> der Madonna, A. 16. Jh. +<hi rend='g'>Grabsteine</hi> des Ritters Bernhard von Steinau und seiner <milestone unit='line' n='15'/> +drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGLEMNITZ.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von rom. Anlage. — Hübscher <hi rend='g'>Taufstein</hi> aus 1. H. +17. Jh., Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. +<hi rend='g'>Altarwerken</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGREPPACH.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Ev. Pfarr-K.</hi> Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. — Bar. <hi rend='g'>Grabsteine</hi> +der Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, +Gr. triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, <milestone unit='line' n='25'/> +Details in der Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit +guten Stuckaturen und Gobelins. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGSCHEIDUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. +Bedeutend die 3 <hi rend="g">Epit.</hi> der Familie v. Wiehe 1568, <milestone unit='line' n='30'/> +1596, 1598, wohl alle drei von <hi rend='italic'>Christoph Weber</hi>, in dem man +hier einen hervorragend tüchtigen Meister kennen lernt; von +ihm wohl auch die <hi rend='g'>Kanzel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und +A. 17. Jh. regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite <milestone unit='line' n='35'/> +nach der Unstrut offen. Ausgebaut 1724 ff. von <hi rend='italic'>Daniel Scholz</hi> +für Gf. Levin v. d. Schulenburg. Vom älteren Bau der SOFlügel +mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. 1633. Der Scholzsche +Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider +Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. <milestone unit='line' n='40'/> +Ungemein reich, aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt +(ein späterer Gedanke) der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal +führt eine Freitreppe mit geschwungenem Doppellauf zum +Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und Statuen reich ausgestattet. +</p> + + +<pb n='67' id='i076.png'/> + +<!-- [P: 67] --> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGSINN.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> neu. Guter, klassizist. <hi rend='g'>Hochaltar</hi> um 1770. — +An den Langhauswänden gute <hi rend='g'>Epitaphien</hi> des 16. und +17. Jh. Neben dem Hochaltar <hi rend='g'>Ölgemälde</hi>, die drei +Frankenapostel, um 1700, in der Art des <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wasserschloß</hi>. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und +einem runden Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried +aus 11. Jh.; aus dieser Zeit noch die Anlage des teilw. erneuerten +Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh. Das ursp. +Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Fronhofschlößchen</hi>. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau +mit ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi>. 1620. Einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGSTÄDT.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks, <milestone unit='line' n='15'/> +bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGWALDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Umbau von 1700, bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> +aus 2. H. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGWENDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren +einer Apsis. Lhs. 1695 erweitert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGWERBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des +13. Jh., die im 30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das <milestone unit='line' n='25'/> +polyg. Altarhaus 1581. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURGWINDHEIM.</hi> OFranken BA Bamberg II. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> einheitlich bar., nicht bedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kurie</hi> des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für <hi rend='italic'>B. Neumann</hi> +in Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus <milestone unit='line' n='30'/> +einem quadr. Mittelbau, der einen einzigen großen Saal enthält, +entwickelten sich in dreifachem Vorsprung 4 Eckpavillons; +bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURKARTSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute <hi rend='g'>Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURKAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725 und 1897. — Vortreffliches Relief der hl. <hi rend='g'>Sippe</hi> +A. 16. Jh. — <hi rend='g'>Altar</hi> im Ohrmuschelstil. — v. Braun- und +Wartenbergsche <hi rend='g'>Gruft</hi> A. 18. Jh., mit Denkmälern. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURKHARDRODA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi>. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BURKHARTSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu +Ende geführt. — <hi rend='g'>Altaraufsatz</hi> ca. 1640, reich in der <reg orig='Deko-|ration'>Dekoration</reg><pb n='68' id='i077.png'/>, +<!-- [P: 68] --> +das Statuarische mittelmäßig. Got. <hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi> +14. Jh., ziemlich derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. +3 <hi rend='g'>Epit.</hi> E. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUSCHDORF.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +Rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. umgebaut. Bmkw. das rom. <hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUTTENHEIM.</hi> OFranken BA Bamberg I. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. +10 Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Frhh. v. Seefried. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUTTHART.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1769 von <hi rend='italic'>Geigel</hi>, Turm 1594. — <hi rend='g'>Ölberggruppe</hi> +17. Jh., überlebensgroß, nicht schlecht. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUTTLAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. — <hi rend='g'>Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +und <hi rend='g'>Hauptaltar</hi> von auffallend feiner Qualität (aus +Klst. Amöneburg). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>BUTTSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus +18. Jh. Der seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. <milestone unit='line' n='20'/> +zu Jena. Das Ganze typisch für eine barockisierte thüringische +Kleinstadtkirche. — Prunkvoller, sehr »katholisch« aussehender +<hi rend='g'>Altar- und Kanzelbau</hi> 1727. Deckenmalerei +von <hi rend='italic'>Fr. Dom. Minetti</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Friedhof</hi> mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. <milestone unit='line' n='25'/> +Unter den <hi rend='g'>Grabsteinen</hi> vom 16. Jh. ab viel Gutes. +</p> +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>C</title></head> + +<p> +(Siehe im übrigen <hi rend="bold">K</hi>) +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CHEMNITZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß-K.</hi> (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. <milestone unit='line' n='30'/> +1499 ff., der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das +Chorquadrat, die außen platt, innen mit 1/2kr. Nischen schließenden, +mit Tonnen überwölbten Nebenchöre und das südl. +Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die (vermauerten) +Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., <milestone unit='line' n='35'/> +wo eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende +Empore gewesen zu sein scheint, rom. zu got. Der anschließende +OFlügel des Kreuzgangs frgot. Das Lhs. spgot. von ähnlichem +Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna, +nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen <milestone unit='line' n='40'/> +rom. Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke +<pb n='69' id='i078.png'/> +<!-- [P: 69] --> +besonders konsequent durchgeführt; die Gurtrippen fehlen +ganz. Empore nur im nördl. Ssch. Außerhalb der westl. +Stirnmauer eine Vorhalle und über ihr zwei, nur bis zur Schiffshöhe +ausgeführte Türme. Über der kleinen Tür des nördl. +Ssch. erhebt sich in voller Höhe der Wand eine eigentümliche <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend='g'>plastische Dekoration</hi>, bez. 1525. Sie ahmt ein +Baugerüst von rohen Stämmen nach; die Äste teils gekappt, +teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen liegenden +Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber, +in Höhe der Türgewände, der Kaiser Lothar und die <milestone unit='line' n='10'/> +Kaiserin Richenza als Stifter; im folgenden Geschoß die +Maria und 4 Heilige, im dritten die Trinität und Engel. Neben +der »schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste plastische +Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Körperbildung +hat Wucht und Würde, die Behandlung des Fleisches ist <milestone unit='line' n='15'/> +weich und breit, die Gewandung erinnert an die Würzburger +und noch mehr an die Mainzer Schule; eventuell Vermittlung +durch den <hi rend='italic'>Backofenschüler</hi> in Halle. — Im Innern die aus +einem einzigen Stamm geschnitzte <hi rend='g'>Gruppe</hi> der Stäupung +Christi; die gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, <milestone unit='line' n='20'/> +die künstlerische Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt +der Tulpenkanzel im Freiberger Dom. [Die schöne +Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kloster</hi>. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein +E. 15. Jh., dekorative Bruchstücke von einem Bau des <milestone unit='line' n='25'/> +Kf. Moritz. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Jakobi-K.</hi> 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. — Hallenkirche +von 4 Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor +zu einer 3sch. Anlage mit 7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert +in südwestl. Richtung. — [<hi rend='g'>Heiliges Grab</hi> aus Holz <milestone unit='line' n='30'/> +geschnitzt von <hi rend='italic'>Georg Johann Kil</hi> 1480; es ist 2,75 m l., 1,25 m +br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer +Laube auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je +ein schlafender Wächter; im Obergeschoß der Leichnam +Christi; draußen vor den 8 Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten <milestone unit='line' n='35'/> +und 1 an den Schmalseiten) standen auf Konsolen +ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus +usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab +<hi rend='italic'>P. Vischers</hi>. Das Figürliche derb handwerksmäßig, +das Architektonische mit seinen geschmeidigen Maßwerkformen <milestone unit='line' n='40'/> +in seiner Art vortrefflich. Das stark beschädigte und +mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des Chemnitzer +Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K. +stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des abgebrochenen +Hochaltars aus A. 16. Jh. im Museum.] Auch der an seine + + +<pb n='70' id='i079.png'/> + +<!-- [P:70] --> + +Stelle getretene Bar.-Altar entfernt; seine Gemälde, von <hi rend='italic'>A. F. +Oeser</hi>, jetzt in der Sakristei. — 2 <hi rend='g'>Abendmahlskannen</hi> +1663, Augsburger Arbeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Johannis-K.</hi> Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung +1547 erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal <milestone unit='line' n='5'/> +mit ähnlicher Umrahmung von Astwerk wie das der Schloß-K.; +im Mittel <hi rend='g'>Relief</hi> mit der Auferstehung der Toten nach +Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten Gericht. +— <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. +— <hi rend='g'>Taufstein</hi>, am Fuße betende Kinderfiguren <milestone unit='line' n='10'/> +(vgl. Annaberg; das Motiv erhält sich bis A. 17. Jh., s. Weißbach +AH Flöha). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>S. Pauli-K.</hi> 1760. <hi rend='g'>Altarbau</hi> von reicher Archit., steinerne +Freifiguren der beiden Johannes, Gemälde v. <hi rend='italic'>Ch. W. E. +Dietrich</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen +Räumen Einzelheiten aus Fr.Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und +andere im 18. Jh. viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß +Chemnitz eine reiche Fr.Renss. der lombardischen Richtung <milestone unit='line' n='20'/> +besaß. Das Portal im Hofe der inneren Klosterstr. no 8 bez. +1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den Hallenser +<hi rend='italic'>Backofenschüler</hi> (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das +Portal Markt no 15 bez. 1559. +</p> + +<p> +<hi rend='g'>Altertümersammlung</hi> im König-Alberts-Museum. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CHRISTENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 +erhöht und modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle +als Kanzel. Fränkischer <hi rend='g'>Steinsarg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CHRISTES.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi> am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. +Basilika von 3 Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. +<hi rend='g'>Wandmalerei</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Bauernhaus</hi>. Reicher Fachwerkbau 1619. +</p> +</div> + + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>D</title></head><p> <milestone unit='line' n='35'/> +</p> +<p> +<hi rend='ort'>DAGOBERTSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit +Spindeltreppe. Rom. Altarmensa. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DAHLEN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. <milestone unit='line' n='40'/> +3sch. Halle aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit <reg orig='schwäch-|lich'>schwächlich</reg> +<pb n='71' id='i080.png'/> +<!-- [P: 71] --> +profilierten Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu +reicher Renss. — Stattlicher spgot. <hi rend='g'>Sakramentshaus.</hi> +<hi rend='g'>Mosesstatue</hi> (Kanzelfuß) um 1500. Schöner, interessanter +v. Schleinitzscher <hi rend='g'>Grabstein</hi> um 1530 in der Art +des <hi rend='italic'>Hans Schickentanz</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in +Form eines H. Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern +besonders bmkw. der Saal in weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs +in der Art <hi rend='italic'>Knöflers</hi>, die Deckenmalerei 1756-59 von + <hi rend='italic'>A. F. Oeser</hi>; von demselben das Treppenhaus und der Kaisersaal. <milestone unit='line' n='10'/> +Bmkw. <hi rend='g'>Bildnisreihe</hi> von <hi rend='italic'>Silvestre</hi>, <hi rend="italic">Liotard</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi>, +<hi rend="italic">Oeser</hi>, <hi rend="italic">Vogel</hi>. Meißener <hi rend='g'>Porzellan</hi> z. T. ersten Ranges. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DANKMARSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm +von 1431, das Kielbogenportal 1586. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DARSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen +Zobel-Echter. — <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> bez. <hi rend='italic'>Thalheimer</hi> 1765. +<hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit reicher und tüchtiger Sandsteinplastik +(Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von <hi rend='italic'>Joh. Juncker</hi>. <hi rend='g'>Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +aus derselben Zeit, Holz. — <hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> der +Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des <hi rend='italic'>Peter Dell</hi>), 1554, 1560, +1772. — <hi rend='g'>Kelch</hi> von <hi rend='italic'>Stipeldey</hi> in Augsburg 1777. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau +verbundene Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. <milestone unit='line' n='25'/> +17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DAUMITSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig +erneuert; die Brüstungen der Emporen und die flache Decke +ganz bemalt; besonders reich der <hi rend='g'>Altarbau</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DAUTZSCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen. +Schiff, Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. +— Rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DEHLITZ U. B.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> +<p><hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen, +platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DELITZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche +1404, Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch <milestone unit='line' n='40'/> +eingefügte WTurm auf älteren Grundmauern. Die Emporen +sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein. <hi rend='g'><sic>Oelberg</sic></hi> 1410; +<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt +ein <hi rend='g'>Triptychon</hi> von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. +ansehnliche Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615. +</p> + + +<pb n='72' id='i081.png'/> + +<!-- [P: 72] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> Wertvoller <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. +(das J. 1550 das der Übertragung, nicht der Entstehung). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> spgot. 1sch. Doppelflügeliger <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +An <hi rend='bold'>Bürgerhäusern</hi> einige Renss.Portale. <hi rend='bold'>Stadtmauern</hi> und +2 Türme. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DERMBACH.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kathol. Pfarrk.</hi> Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den +Kirchen in Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben +über reicher Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische +der imposante <hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit korinth. Sll. aus <milestone unit='line' n='10'/> +farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten Figg. +<hi rend='g'>Kanzel</hi> und Schalldeckel in Stuckmarmor. <hi rend='g'>Gestühl</hi> +und 4 Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. <hi rend='g'>Wappentafel</hi> +des Abts v. Dalberg. — Daneben das 1730 erbaute +Franziskaner-Kloster. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Evangel. Pfarrk.</hi> Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. +mit Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf +Rundsäulen. 2 gute reiche <hi rend='g'>Barockportale</hi>. <hi rend='g'>Holzrelief</hi> +des Abendmahls um 1475, nach der Tradition aus +der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. <milestone unit='line' n='20'/> +Bar. <hi rend='g'>Epitaph</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. +— <hi rend='g'>Gasthaus</hi>, Fachwerkbau 1613. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DETTELBACH.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte <milestone unit='line' n='25'/> +als Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden +Kapellen, Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein +ebenfalls polyg. schließender WBau angefügt. — Reichliches +<hi rend='g'>Altargerät</hi> um und nach 1700, durchweg augsburgisch. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi>, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. <milestone unit='line' n='30'/> +Ein Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses +von SpGotik und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. +der graziöse spgot. Chor. Das Gwb. in kunstvollen »gewundenen +Reihungen«, an den Schlußsteinen die Wappen der +Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad <milestone unit='line' n='35'/> +v. Thüngen (1519-40). — Der Juliusbau nach neuem +Plan und in größerem Maßstab (aus den Akten geht nicht +hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf +zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l., +11,5 m br. Der Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich <milestone unit='line' n='40'/> +nähernd, in seiner bequemen Weite renss.-mäßig. Decke +Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf Renss.Pilastern. +Die Mönchsempore im nördl. Qsch. 1659 eingebaut. +— Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got. +in den spitzbg. Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den + +<pb n='73' id='i082.png'/> + +<!-- [P: 73]--> + +abgetreppten Strebepfeilern, renss. in den Gesimsen und dem +schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt eine große glatte +Fläche als Folie für einen der prunkvollsten Portalbaue. Dieser +in frbar. Formcharakter, von <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1611-13. Um die +nicht große rundbg. Türöffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, <milestone unit='line' n='5'/> +die in ihren Motiven sich den Altarbauten dieser +Zeit eng anschließt; ebenso in der Anordnung des überreichen +plastischen Figurenwerks. — <hi rend='g'>Innenausstattung</hi>. Aus +der Juliuszeit nur die überaus prunkvolle <hi rend='g'>Kanzel</hi> (Sandstein +und Alabaster) erhalten, 1626 von <hi rend='italic'>M. Kern</hi>; gegenständliches <milestone unit='line' n='10'/> +Motiv die Wurzel Jesse; in der dekorativen Empfindung +noch viel Spätgotisches. Im Zentrum großer <hi rend='g'>Gnadenaltar</hi> +in Stuckmarmor, von <hi rend='italic'>Augustin Bossi</hi> 1779; das Gnadenbild +(Pietasgruppe) um 1500. — Im <hi rend='g'>Kirchenschatz</hi> hervorragendstes +Stück Monstranz von <hi rend='italic'>Joh. Zeckel</hi> (Augsbg)<corr sic='.'>,</corr> um 1700. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p><hi rend='bold'>Klostergebäude</hi> 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich +nicht ohne monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe +auf, über dem Podest eine Laube und über dieser ein polyg. <milestone unit='line' n='20'/> +Chörlein; die einfach behandelten Fenster asymmetrisch verteilt; +die Giebel der Schmalseiten mit derber Blendengliederung. +Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und bmkw. +die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem <milestone unit='line' n='25'/> +Zustande. 36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m. +Gewöhnlich folgt auf 2 kleinere ein größerer. Von den einst +5 Toren noch zwei. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIEBACH.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. <milestone unit='line' n='30'/> +Querschiff und Langhaus stark verändert. — 3 spätgot. +<hi rend='g'>Holzfigg.</hi> E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIEDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel +in charakteristischer Zusammenordnung. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIENSTADT.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. — +<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> nach 1500, wohl der beste der Gegend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIETENBORN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Kloster</hi>. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. <milestone unit='line' n='40'/> +wenige rom. Reste der K. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIETERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter +Blankverglasung. Gestühl rok. +</p> + +<p> +Schönes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> mit Zahnschnitten 17. Jh. +</p> + + +<pb n='74' id='i083.png'/> + +<!-- [P: 74] --> + +<p> +<hi rend='ort'>DIETLAS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß Feldeck</hi>, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. +Rechteckige Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. +Viereckiger Bergfried. In der 8 Meter hohen Ringmauer des +Hofes ein Rundbogenportal. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIMBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg. +1325 (Inschr.) noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., +2 gerade Joche und 5/8 Schluß. Langhaus flachgedeckt, Basilika +in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit Mittelturm. Binnenpfeiler <milestone unit='line' n='10'/> +8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!); Scheidbogen +in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor +quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl. +die Doppeltürme in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr., +hier jedenfalls an den analog disponiert gewesenen rom. Bau <milestone unit='line' n='15'/> +von Münster-Schwarzach angeknüpft und in der Gegend das +früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute <hi rend='g'>Altäre</hi> +um 1720. Im Hochaltar <hi rend='g'>Gnadenbild</hi>, Madonna um 1400, +Holz, von mäßiger Qualität, aber mit originellen Zügen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DINGELSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> 1688. +</p> + +<p> +Das <hi rend='bold'>Franziskaner-Klst.</hi> auf dem Korbschen Berge neu. +Die Altäre enthalten alte <hi rend='g'>Schnitzfigg.</hi> aus einem +der früheren eichsfeldischen Klöster. Bmkw. die <hi rend='g'>Stationsbilder</hi> +der Wallfahrt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DINGSLEBEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches +Rok. mit Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und +bezeichnendes Gesamtbild. — Vom älteren Bestande der +spgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIPPACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. — +<hi rend='g'>Taufstein</hi> 1649 mit guten Skulpturen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DIPPOLDISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; <milestone unit='line' n='35'/> +die 4 durch gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke +treppen sich zurück. Das Portal rom. organisiert, aber spitzbg. +geschlossen; es war eine offene laubenartige Vorhalle beabsichtigt +wie in Wechselburg. Im übrigen spgot. Halle auf fast +quadr. Gr. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Nikolai-K.</hi> Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach +M. 13. Jh. (im 20. Jh. erneuert von <hi rend='italic'>Lossow</hi> und <hi rend='italic'>Kühne</hi>); Lhs. +flach gedeckt, Chor mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. +frgot. Laubkaptt. Das 3sch. Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr +breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis unregelmäßig polyg. (5/10). + + +<pb n='75' id='i084.png'/> + +<!-- [P: 75] --> + +Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch. eine eckige Vorlage, +um welche sich das Gesims verkröpft, die Arkaden spitzbg., +ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie +schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. +Sonst das Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein <milestone unit='line' n='5'/> +Turm ist nicht und war nie vorhanden. — Das Innere war +reich <hi rend='g'>bemalt</hi>; zwischen Arkaden und Fenstersohlbank Einteilung +von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. — <hi rend='g'>Flügelaltar</hi> +(rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der +Innenseite bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten +Teil bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter +der Bauten des Kurfürsten Moritz, also um 1530-40. Interessant +die Pilasterordnung nach ital. Vorbild. Proportionen +nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem +got. Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen +bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute Statuen, Maria und Laurentius, +A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Haus</hi> am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern <milestone unit='line' n='20'/> +ähnlich denen am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DITTERSBACH.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. — +<hi rend='g'>Grabstein</hi> der Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DITTMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen +Emporen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DÖBELN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolai</hi>. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885. +Hallenkirche von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. <milestone unit='line' n='30'/> +Pfll. glatt 8eckig, Gwbb. auf Konsolen, in dem +Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermaßwerk z. T. aus +14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach Bränden 1629 +und 1730. — Bedeutender <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. vielleicht +von <hi rend='italic'>Hans Degen</hi>; im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, <milestone unit='line' n='35'/> +auf den Flügeln je 2 Heilige in Hochrelief, reiche durchbrochene +Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m h. — <hi rend='g'>Kanzel</hi> vom +Tischler <hi rend="italic">David Schatz</hi> 1599. — <hi rend='g'>Taufstein</hi> , prächtig aus +Sandstein und Marmor, 1603. — <hi rend='g'>Epitaphe</hi> des Bürgermeisters +Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, <milestone unit='line' n='40'/> +1617. — Bmkw. <hi rend='g'>Kelch</hi> ca. 1470. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> neu; von der alten verwendet die bemalte +hölzerne <hi rend='g'>Decke</hi> von Hans Dittmann 1685. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. Umbau 1571, 1733. — <hi rend='g'>Altertumsmuseum</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Einige Renss. Tore und Fenster. +</p> + + +<pb n='76' id='i085.png'/> + +<!-- [P: 76] --> + +<p> +<hi rend='ort'>DÖBEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. — <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> +1594, wohl vom Leipziger <hi rend='italic'>Valentin Silbermann</hi>. — +Rom. <hi rend='g'>Grabst.</hi>, wohl für den Burggrafen Konrad v. Döben, +andere 1605, 1633. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DOBERGAST.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch +das Material eine für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche +Erscheinung. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DOBICHAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi>. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den +Kirchenbau wenig übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher +Gestalt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DÖHLEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu; zahlreiche <hi rend='g'>ikon. Grabst.</hi> 16. und 17. Jh., +darunter einige gut charakterisierte martialische Gestalten aus +dem 30j. Kriege. Auf dem Kirchhof feiner jonischer Rundtempel +als <hi rend='g'>Denkmal</hi> für A. Ch. v. Schönberg 1801. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DOHNA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert. +Der Formcharakter paßt zu der an der OChorwand +befindlichen Inschr. 1489. Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle. +Die Rippen sitzen am Schaft wie abgebrochen und greifen, +einander überschneidend, aus einem Joch ins andere über. <milestone unit='line' n='25'/> +An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke eingreifende +Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche; +Achteckchor. — <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> um 1500, mit besonders +reicher in Laubwerk aufgelöster Krönung. — <hi rend='g'>Taufstein</hi>, +6eckig, überzogen mit Maß- und Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. <milestone unit='line' n='30'/> +— <hi rend='bold'>Pfarrhaus</hi> 1493. Tür mit Vorhangbg. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente +erkennbar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DOMMITSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im <milestone unit='line' n='35'/> +7j. Kriege zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter +Renss.Bau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DORFPROZELTEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gute <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> der Madonna um 1460 und St. Sebastian +um 1500. — Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna <milestone unit='line' n='40'/> +1. H. 17. Jh. von <hi rend='italic'>Hans Klanbacht</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DÖRINGSTADT.</hi> OFranken BA Staffelstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor 1412, Lhs. 1716. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DÖRNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Großer <hi rend='g'>Taufstein</hi> mit Maßwerk etwa 14. Jh. +</p> + + +<pb n='77' id='i086.png'/> + +<!-- [P: 77] --> + +<p> +<hi rend='ort'>DORNBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1576, spgot., 1717 umgebaut. — <hi rend='g'>Weinkanne</hi> und +<hi rend='g'>Kelch</hi> schöne Augsburger Arbeiten. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>3 Schlösser</hi>, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend. +1. <hi rend='g'>Das nördliche</hi><corr sic=''>.</corr> Rom. 8eck. Hauptturm, Palas <milestone unit='line' n='5'/> +und Nebengebäude rom. und spgot., großer Küchenbau. Im +sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei des +16. Jh. 2. <hi rend='g'>Das mittlere</hi>. Reizender Rok.Bau um 1740. +Von Italienern erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken. +Von jedem der 3 Geschosse gelangt man auf eine andere <milestone unit='line' n='10'/> +Terrasse des Gartens. 3. <hi rend='g'>Das südliche</hi>. Spätrenss. Am +Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien. Die drei +Goethezimmer in Empire. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DORNDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O <milestone unit='line' n='15'/> +über mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DORNHAGEN.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des +Lhs. erhalten, ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus +ursp. in voller Br. des Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade <milestone unit='line' n='20'/> +verbunden. Sprom. Umbau, aus welchem die Fenster des +Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. — Reste der ma. <hi rend='g'>Friedhofsbefestigung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DORNHEIM.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> alt. — <hi rend="g">Epit.</hi> des Chr. v. Entzenberg. 1585. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DORNREICHENBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> erneuert 1653. — <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> des 16. und +17. Jh., schlichte tüchtige Arbeiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DÖTHEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., umgebaut. — <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>, <milestone unit='line' n='30'/> +lebensgroß, Holz, 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DRACKENDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und 1653. — Bmkw. 3 <hi rend='g'>Ölgemälde</hi>, die +einst den Kanzelbau von 1643 schmückten. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Lobdaburg</hi>. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des <milestone unit='line' n='35'/> +Bergplateaus, ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas +in 3 Geschossen, rom., 12. Jh.; an der SSeite des Rittersaales +kunstreiche Arkadenfenster. Kaminanlage. Der NFlügel +enthielt eine geräumige Kapelle, von ihr erhalten 2 Rundbogenfenster +und eine als Erker vorgekragte Altarnische. <milestone unit='line' n='40'/> +Am Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. — Die untere +Burg gehört zu Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DREITZSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen +mit historischen und ornamentalen <hi rend='g'>Malereien</hi> reich staffiert. +</p> + + +<pb n='78' id='i087.png'/> + +<!-- [P: 78] --> + +<p> +<hi rend='ort'>DRESDEN.</hi> K. Sachsen. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend="g">Kirchen</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Annen-K</hi>. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut +1765-69 von <hi rend='italic'>J. G. Schmidt</hi>. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr. +Abschlüssen. Emporen zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. <milestone unit='line' n='5'/> +Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau zur Gewinnung besserer +Beleuchtung 1907 von <hi rend='italic'>R. Schleinitz</hi>. [Denkmäler in mehrere +Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von +<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>.] +</p> + +<p> +[<hi rend='bold'>Bartholomäus-K</hi>. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, <milestone unit='line' n='10'/> +abgebrochen 1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien, +jetzt im Stadtmuseum.] +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dreikönigs-K</hi>. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau +1732-39. Der Plan von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, der innere Ausbau von +<hi rend='italic'>Bähr</hi>. Einfaches Rck. Im W eingebaut ein quadr. Turm. An <milestone unit='line' n='15'/> +dessen Innenseite eine hohe Nische für den Altar. Seitlich +Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das +Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein +ovaler Mittelraum abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge +Emporen. Muldenförmiges Holzgwb. (Die oberste Empore <milestone unit='line' n='20'/> +1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz einfach. +Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der +Turm 1854 vollendet. +</p> + +<p> +[<hi rend='g'>Dreikönigsaltar</hi>; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.), +vielleicht von <hi rend='italic'>Hans Eiffländer</hi> A. 16. Jh.; die Flügelreliefs <milestone unit='line' n='25'/> +von geringerer Hand.] — Der jetzige <hi rend='g'>Altar</hi> 1738 mit +schönem Gitter, die Plastik von <hi rend='italic'>B. Thomä</hi>. <hi rend='g'>Kanzel</hi> aus der +älteren K., 1688. — Statue der <hi rend='g'>Dorothea Stubing</hi> +(† 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.). +— <hi rend='g'>Gemälde</hi>: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der <milestone unit='line' n='30'/> +Art <hi rend='italic'>Wolgemuts</hi>, doch geringer; <hi rend='g'>Pastorenbildnisse</hi> +1698-1818. — Unter dem <hi rend='g'>Altargerät</hi> manches bmkw. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Frauen-K</hi>. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom +Ratszimmermeister <hi rend='italic'>George Bähr</hi>, letzte Arbeiten bis 1743. +Nach einer langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt <milestone unit='line' n='35'/> +sich hier der protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder +seit Paul Frankes Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem +großen und freudigen monumentalen Entschluß. Das Zweckliche +der Predigtkirche ist sorgfältig durchdacht, aber Bähr +bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den geometrischen Spielereien <milestone unit='line' n='40'/> +in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den Rücken +und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der +einfachen Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m +im Lichten gespannte Kuppel wird getragen von 8 durch +Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen ihnen <reg orig="Em-|poren">Emporen</reg> +<pb n='79' id='i088.png'/> +<!-- [P: 79] --> +in 7 Rängen, seitwärts gegen die Umfassungsmauern +Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und ausgiebigen +Treppen, so daß die 3600 Sitzplätze fassende Kirche sich +schnell und sicher entleeren kann. Zuzugeben ist, daß die +Lösung ästhetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn die Emporen <milestone unit='line' n='5'/> +sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom +baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine +Unruhe in den Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen +kann. Zur Entschädigung hat Bähr es gewagt, dem +Außenbau eine an einer protestantischen Kirche bisher unbekannte <milestone unit='line' n='10'/> +Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine +Pracht. Die Formen sogar von ziemlich trockener Bürgerlichkeit. +Aber der Hauptumriß ganz ausgezeichnet gut, würdevoll +und zugleich graziös elastisch. Der Grundriß erscheint hier +quadratisch, in den Mitten und an den abgestutzten Ecken <milestone unit='line' n='15'/> +durch Risalite belebt, welche die Aufwärtsbewegung der Masse +sehr glücklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei +konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der konkav geschwungene +Kuppelhals. +</p> + +<p>Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 <milestone unit='line' n='20'/> +Kunstwert. Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum. +In der K. ein <hi rend='g'>Schmerzensmann</hi> in Marmor +vom zerstörten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um 1634, von +<hi rend="italic">Hegewald</hi> oder einem andern Schüler <hi rend='italic'>Nossenis</hi>. [Epit. Bünau <milestone unit='line' n='25'/> +von <hi rend='italic'>Hans Kramer</hi> im Alt. Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Friedrichstädter-K</hi>. 1728-32. Die Anlage erinnert an die +Dreikönigs-K. und soll, gleich dieser, von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> herrühren. +Das Äußere zeigt den Meister des Zwingers in einer +bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich herbeilassenden Beschränkung. — <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,</hi> erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Josephinenstift und Kirche</hi>, 1760 von <hi rend='italic'>Ch. F. Exner</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Reformierte K</hi>. 1760 von <hi rend='italic'>Samuel Locke</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kathol. Hof-K</hi>. von <hi rend='italic'>Gaetano Chiaveri</hi> aus Rom 1738-46; +nach Unterbrechung fortgesetzt von <hi rend='italic'>Knöffel</hi> und <hi rend='italic'>Schwarze</hi>, +aber ohne Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock, +die Anlage unrömisch. Als basilikaler Langbau mit +Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie, ganz allgemein <milestone unit='line' n='40'/> +gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei +auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In allen Einzelheiten +ist die Grundrißlösung originell. Das hochräumige, +52 m lange Msch. schließt am östl. wie am westl. Ende im +1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ enge Joche. <reg orig='Ver-|doppelte'>Verdoppelte</reg> +<pb n='80' id='i089.png'/> +<!-- [P: 80] --> +Sschiffe. Über den inneren eine Empore, die auch +über die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau +scheint in der Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung +mit dem Gewölbe (Tonne mit Stichkappen) gotisch +inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette. Die Dächer <milestone unit='line' n='5'/> +ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und +dichtem Statuenkranz verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale +Abschlüsse entstehen. Der in Pfeiler- und Säulengruppen +aufgelöste Turm (83 m H. gegen 93 m Gesamtlänge) +führt einen Gedanken weiter, den zuerst <hi rend='italic'>Borromini</hi> in Sta. <milestone unit='line' n='10'/> +Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu allen +römischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im +Sinne einer gotischen Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig +an allen Seiten durchgeführte Pracht. Dagegen fehlt +dem Innern die spezifische Barockpoesie, die an gleichzeitigen <milestone unit='line' n='15'/> +süddeutschen Kirchen so stark ist; es wirkt bei aller Wucht +der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe Rolle der +Stuckdekoration. — <hi rend='g'>Hochaltar</hi>, mit dem über 9 m hohen +Gemälde von Christi Himmelfahrt, von <hi rend='italic'>Raf. Mengs</hi> 1752 ff. +Seitlich <hi rend="g">Marienaltar</hi> und <hi rend='g'>Josephsaltar</hi> von demselben <milestone unit='line' n='20'/> +1750 und 1751. Die Gemälde in den Kapellen von Italienern +und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den <hi rend='g'>Deckenbildern</hi> +möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von <hi rend='italic'>Anton Maulbersch</hi> +sein. In der Nepomuk-Kap. malte <hi rend='italic'>Karl Palko</hi>. — +<hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Permoser</hi> und <hi rend='italic'>Hackl</hi>, Holz in Weiß und Gold <milestone unit='line' n='25'/> +staffiert; die Bühne von einem schwebenden Wolkenknäuel mit +Evangelisten und Engeln getragen; im Gegensatz dazu Brüstung +und Treppengeländer in einfachen Flächen; am Schalldeckel +Trophäe der Marterwerkzeuge. — <hi rend='g'>Weihwasserbecken</hi>, +Muschel auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. — <milestone unit='line' n='30'/> +Im Umgang <hi rend='g'>Beichtstühle</hi> von <hi rend='italic'>Hackl</hi>. — Im NWSchiff +weichlich virtuose <hi rend='g'>Statue der h. Magdalena</hi> von +<hi rend='italic'>Francesco Baratta</hi>. <hi rend='g'>Johannes d. T.</hi> in der Tauf-K. des +SOSchiffes angebl. von <hi rend='italic'>Lorenzo Bernini</hi> (??). In der Gruft <hi rend='g'>Statue +Christi</hi> an der Martersäule von <hi rend='italic'>Balthasar Permoser</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +1721. Die 59 doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden +von <hi rend='italic'>Lorenzo Mattielli</hi>. — Ausgezeichnet vertreten +ist die Goldschmiedekunst der Zeit durch Arbeiten von <hi rend='italic'>Drentwett</hi> +und <hi rend='italic'>Bauer</hi>, beide Augsburger. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kreuz-K</hi>. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal <milestone unit='line' n='40'/> +vollständig erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind +Grundriß und Ansichten erhalten: Hallenbau in der Richtung +der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere Chor war in seiner +reichen Dekoration an Streben und Fenstern der Marien-K. zu +Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her, <hi rend='italic'>Hanns</hi> + + +<pb n='81' id='i090.png'/> + +<!-- [P: 81] --> +und <hi rend='italic'>Matthias Kumoller</hi>. — Der jetzige Bau nach der Zerstörung +des vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit +um den Plan zwischen dem Ratszimmermeister <hi rend='italic'>J. G. Schmidt</hi> +(Schüler <hi rend='italic'>Bährs</hi> und dadurch Vertreter der deutschen Barocktradition) +und dem Hofbaumeister und Akademiker <hi rend='italic'>Krubsacius</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +(der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus +zuneigte). Ein Gutachten <hi rend='italic'>Chiaveris</hi> verhalf <hi rend='italic'>Schmidt</hi> zum Siege. +Die Anlage ein Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler +Grundform. Von dem rechteckigen Umfang kommt +der WBau für Turm und Emporentreppen in Abzug; ferner <milestone unit='line' n='10'/> +sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt +ein Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen +Grundriß der Emporen die west-östl. Achse stärker betont ist. +Die Emporen gestützt auf wenige schlanke, die Übersicht +nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives Gewölbe, <milestone unit='line' n='15'/> +sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Außenbau +nach <hi rend='italic'>Schmidts</hi> Tode (1774) von <hi rend='italic'>Chr. F. Exner</hi>. Der Turm erst +1788 von <hi rend='italic'>G. A. Hölzer</hi>, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen +wohlproportionierten Maßen ein sehr glückliches Element in +der Stadtsilhouette. — Das Innere nach Brand 1897 von <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend='italic'>Schilling</hi> und <hi rend='italic'>Gräbner</hi> durchgreifend umgestaltet, in der Lichtführung +verbessert und in der Dekoration mit frei modernen +Einzelheiten. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Sophien-K</hi>. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche +Teile ihrer ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für <milestone unit='line' n='25'/> +das (1265 gegr.) Barfüßerklst. Hallenkirche von 2 Schiffen +und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie Busmann angebaut, +Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. — 1421 Erweiterung +der K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als +K. umgebaut. 1737 der protestantische Hofgottesdienst aus <milestone unit='line' n='30'/> +der Schloßkapelle hierher verlegt, wobei sämtliche Ausstattungsstücke +mit übernommen. 1834 und 1864 Überarbeitung +im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung +1910. — Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt. +<hi rend='g'>Hauptaltar</hi> 1606 von dem Hofarchitekten <hi rend='italic'>Giovanni <milestone unit='line' n='35'/> +Maria Nosseni</hi> aus Lugano unter Mitwirkung von <hi rend='italic'>Sebastian +Walther</hi>. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in schulmäßiger +italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umriß belebende +Schnörkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das +h. Grab der Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Grabmal Nossenis</hi> († 1620) beg. 1616; wohl +von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein Meisterwerk +vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von +seinen Schülern <hi rend='italic'>Sebast. Walther</hi> und <hi rend='italic'>Hegewald</hi> der Schmerzensmann, +eine Transposition von Michelangelos Christus in der + + +<pb n='82' id='i091.png'/> + +<!-- [P: 82] --> +Minerva zu Rom. <hi rend='g'>Epitaphe</hi>: v. Osterhausen 1615 von +<hi rend='italic'>Hans Reis</hi>; Marcus Gerstenberger 1613, wohl dazu gehörig +das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch falsches Pathos +bei meisterhafter Durchbildung (von <hi rend='italic'>Nosseni</hi>?). Großes Alabasterrelief +der <hi rend='g'>Kreuztragung</hi> von einem Unbekannten <milestone unit='line' n='5'/> +aus A. 17. Jh. Epitaphe für Paul John 1631, R. v. Bünau +1643 (Stadtmuseum), Herzogin Sophie 1653, A. v. Schönberg +1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen; Engelschall +von <hi rend='italic'>R. Mengs</hi>, Strauß und Hermann von <hi rend='italic'>A. Graff</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Profanbauten</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Königl. Schloß</hi>. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile +infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr +leicht historisch scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung +1471-76) sind einzelne Mauerteile (Flügel an der +Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten. Das 16. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer +Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit +Pracht neu eingerichtet, das Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig +instand gesetzt. Der König trug sich längere Zeit mit dem +Plane eines neuen Schloßbaues an anderer Stelle. — Mit dem <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend='g'>Georgenbau</hi> 1533 (nach der Überlieferung von <hi rend='italic'>Hans +Schickentanz</hi>) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim +Brande 1701 nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der +beiden <hi rend='g'>Portale</hi> beim Umbau 1899 in den Winkel gegenüber +der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor in ausgeprägt <milestone unit='line' n='25'/> +lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu +ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit +<hi rend='g'>Totentanz</hi> im Mus. des Gr. Gartens. — <hi rend='g'>Moritzbau</hi>. +Ein vollständiger Um- und Vergrößerungsbau begann 1548. +Entwurf von <hi rend='italic'>Caspar Vogt</hi>, Oberaufsicht von <hi rend='italic'>Hans Dehn</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten. +Den Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im +Grünen Gewölbe. Als Hauptfassade hat die WSeite des großen +Hofes zu gelten. In der Mitte erhebt sich der mächtige, aus +dem ma. Bau herübergenommene Hausmannsturm, überhöht <milestone unit='line' n='35'/> +und mit Bar.Helm versehen 1674 von <hi rend='italic'>Klengel</hi>. Vor ihn legte +sich der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er +sollte, da der Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen +den beiden Hälften vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt). +Das jetzt das Erdgeschoß des Hausmannsturms <milestone unit='line' n='40'/> +durchbrechende Grüne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens +stammen die in die Winkel des Hofes verlegten großen Treppentürme +(»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und +die ihnen zunächst liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken + + +<pb n='83' id='i092.png'/> + +<!-- [P: 83] --> + +und der Altan haben architekt. Gliederung; die sonstige Fassade +ist glatter Verputzbau; die sie schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei +(von den Italienern <hi rend='italic'>Ricchini</hi> und <hi rend='italic'>de Thola</hi>) ist verschwunden. +Am Altan die erste Brüstung mit Reliefs, wohl von +<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>. — Das Tor an der Schloßstraße 1589; kräftige <milestone unit='line' n='5'/> +Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der +Aufsatz umgestaltet. Der <hi rend='g'>Kleine Schloßhof</hi> 1592 von +<hi rend='italic'>Paul Buchner</hi> in derber deutscher Renss. Der Durchgang zum +Großen Hof nebst Portal in vornehmeren Barockformen 1682. — +Von der <hi rend='g'>inneren Einrichtung</hi> der älteren Teile ist <milestone unit='line' n='10'/> +infolge von Bränden und Umbauten wenig übrig: Die Deckenmalerei +im sog. Wettinzimmer von <hi rend='italic'>Hans Willkomm</hi> und +<hi rend='italic'>Gg. Fleischer</hi>; dagegen von Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers +im Hausmannsturm; zartes Groteskenornament +in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der raffaelischen <milestone unit='line' n='15'/> +Loggien, speziell an dessen in Genua tätigen Schüler <hi rend='italic'>Perino +del Vaga</hi> erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Künstlertruppe, +die 1538 nach Prag berufen war). — Aus der ersten +Zeit August des Starken stammt die Ausstattung der Chambre +de lit und des Thronsaals. — Von den 7 Räumen des Grünen <milestone unit='line' n='20'/> +Gewölbes besitzen das »Silberzimmer« und der »Preziosensaal« +Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre Dekoration +erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen +Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute +dort bewahrt wird, aufstellen ließ. — Aus letzterer Zeit auch <milestone unit='line' n='25'/> +der »Gardesaal« nahe der »englischen Treppe«; diese ist älter, +von 1669. — Verschiedene Nebengebäude, wie das Ballhaus +und das Komödienhaus, sind verschwunden. — Die <hi rend='g'>Schloßkapelle</hi>, +im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde +1602 und 1662 umgebaut, nach dem Übertritt des Kurfürsten <milestone unit='line' n='30'/> +Friedr. August I. zur kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst +entzogen und zu den Wohnräumen geschlagen. Der erste Bau +unter Moritz folgte dem Typus der Schloßkapelle zu Torgau. +Davon hat sich das (an den Jüdenhof versetzte) herrliche +<hi rend='g'>Portal</hi> erhalten, bez. 1555, Formen und Verhältnisse in rein <milestone unit='line' n='35'/> +italienischem Geist, doch von einem Deutschen (<hi rend='italic'>Hans Walther ?, +Christoph Walther</hi>?) Der <hi rend='g'>Altarbau</hi> von 1602, von einem +der <hi rend='italic'>Walther</hi>, ist in die Schloßkapella zu Torgau übergeführt. +Der <hi rend='g'>Taufstein</hi> jetzt in der Sophienkirche, um +1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin gelangten die <milestone unit='line' n='40'/> +wertvollen <hi rend='g'>Altargeräte</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Palais am Taschenberg</hi>. 1707 ff. unter starkem Anteil von +<hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>. Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und +4 Geschosse. Das Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch +reichen Fensterschmuck ausgezeichnet. Im Innern eine <reg orig='groß-|artige'>großartige</reg> +<pb n='84' id='i093.png'/> +<!-- [P: 84] --> +(nur zur Hälfte erhaltene) Treppenanlage. 1756 ff. die +seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von <hi rend='italic'>Schwartze</hi>. Die +köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von +<hi rend='italic'>Gottfr. Knöffler</hi>. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die +Kapelle. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kanzleihaus</hi> (jetzt Hofapotheke), 1567 von <hi rend='italic'>Hans Irmisch</hi>; die +Sgraffitomalerei, von <hi rend='italic'>Benedikt de Thola</hi>, zerstört; einige +Mobilien aus der Erbauungszeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stallhof</hi> (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl. +Stall, 1586 ff. von <hi rend='italic'>Paul Buchner</hi>; nach Ausweis alter Zeichnungen <milestone unit='line' n='10'/> +eine nicht nur sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend +glänzende Anlage, Sgraffitomalerei an den Wänden, +reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen Dach; jetzt ganz +verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als Gewehrgalerie +benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von <hi rend='italic'>Heinrich Göding</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder +nur kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige +»Jagdtor«, die Bildwerke von <hi rend='italic'>Andreas Walther</hi>. 3. Der »Stallhof« +selbst; im 18. Jh. für die Gemäldegalerie umgebaut; +seither weiter verändert. Zwei prachtvolle bronzene Säulen <milestone unit='line' n='20'/> +(1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Zeughaus</hi> (heute Albertinum) 1559-63 von <hi rend='italic'>Paul Buchner</hi>, +gebürtig aus Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig, +von wo er die reiferen Renaissanceformen einführte. 4 Flügel +umgeben ein gestrecktes etwas verschobenes Rechteck. Das <milestone unit='line' n='25'/> +Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt erhalten hat), +wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe geteilt; +erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Zwinger</hi>. 1711-22 von <hi rend='italic'>Matthäus Daniel Pöppelmann</hi> (1662 +bis 1736). Die monumentale Gestaltung eines Renn- und <milestone unit='line' n='30'/> +Festspielplatzes, dergleichen um jene Zeit in Florenz, Wien +und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre 1709, in provisorischer +Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen waren. +Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur +ist auf die Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine <milestone unit='line' n='35'/> +hohe, klare und für den gegebenen Zweck überaus glückliche +Grundrißdisposition. Den Zwinger von der SWHauptpforte +betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe und +107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit Segmentbogenschluß +hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt <milestone unit='line' n='40'/> +erhält, mit Erweiterung der Querachse auf 204 m. Die dem +Eingang gegenüberliegende Seite (wo jetzt <hi rend='italic'>Sempers</hi> Galeriegebäude +steht) blieb offen und man weiß nicht genau, mit +welchem Programm <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> hier zu rechnen hatte. (Vor +der Eingangseite zog sich der breite Stadtgraben [jetzt <reg orig='Ostra-|allee'>Ostraallee</reg>] +<pb n='85' id='i094.png'/> +<!-- [P: 85] --> +hin und links schlossen sich die hohen, schon damals +mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen Hof umgibt +eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr +erheben sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des +Mittelhofs und 2 am Schluß der Kreuzflügel. Von ihnen aus <milestone unit='line' n='5'/> +schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu, während die Arkadengänge +eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck +hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen. +— Über der genialen Phantastik der Behandlung +darf der Wert der Gesamtanlage nicht übersehen werden: <milestone unit='line' n='10'/> +der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe +Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil +der Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts +zu schaffen, ist ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist +aus umfassenden italienischen Studien hervorgegangen; selbst <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend='italic'>Palladio</hi> dürfte mit seinen Villenentwürfen nicht ohne Einfluß +gewesen sein. Charakteristisch für den Zwingerstil ist +die enge Verbindung von Architekturformen mit <hi rend='g'>figürlicher +Plastik</hi>. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner +Dekoration Jupiter, Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. <milestone unit='line' n='20'/> +Von <hi rend='italic'>Permoser</hi> der Atlas auf dem Wallpavillon, die vier Jahreszeiten +am Eingangspavillon, die Entwürfe zu den Faunen +unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T. +spät; so die Statuen am Uhrpavillon von <hi rend='italic'>J. B. Dorsch</hi> 1785. +— Außerhalb des Hofes im nördl. Winkel das Nymphenbad; <milestone unit='line' n='25'/> +das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus ist nach Brand +1849, das kleine 1841 abgebrochen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Palais im Großen Garten</hi>. Der Garten beg. 1676 unter Johann +Georg II.; schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele, +Naturtheater, Irrgarten, Wasserkünste, zahlreiche Pavillons <milestone unit='line' n='30'/> +(im heutigen Bestande aber nur in einzelnen Andeutungen +noch zu erkennen). In der Mitte das <hi rend='g'>Palais</hi>, 1679 von +Oberlandbaumeister <hi rend='italic'>J. G. Starke</hi>. Es sollte »italienisch« +gebaut werden. Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas +(durch das Buch von Rubens sehr bekannt) nicht zu <milestone unit='line' n='35'/> +verkennen. In der Verbindung des Monumentalen mit dem +Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr. gestreckter +Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden +Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika; +Hauptgeschoß mit Pilastern und großen Fenstern; Attika <milestone unit='line' n='40'/> +als Halbgeschoß. Der Mittelbau hat auf beiden Seiten eine +weitläufige Freitreppe in der Höhe des Erdgeschosses und +ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im Erdgeschoß, +jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben +ihr und über den Fenstern sind mit Festons und Draperien + + +<pb n='86' id='i095.png'/> + +<!-- [P: 86] --> + +geschmückt; ferner spielen Nischen mit Statuen und (im +Attikageschoß) Büsten eine Rolle. Auf dem mittl. Dachfirst +eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade +Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen +als barocken Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende <milestone unit='line' n='5'/> +Saal in seinem gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll; +Gliederung der Wand durch Nischen mit überlebensgroßen +Standbildern antiker Göttinnen (vom Niederländer +<hi rend='italic'>Dierks</hi>), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem Hauptgesims, +Spiegelgewölbe — alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. <milestone unit='line' n='10'/> +— Die <corr sic="Mormarstatuen">Marmorstatuen</corr> und Vasen des Gartens (einst +150) in Rom und Venedig bestellt, von <hi rend='italic'>Baratta</hi>, <hi rend="italic">Balestra</hi>, <hi rend="italic">Corradini</hi> +und angebl. auch <hi rend='italic'>Bernini</hi>, von dem aber heute nichts +mehr nachzuweisen. Die in entfernteren Teilen zerstreuten +Sandsteinbildwerke meist von deutschen Künstlern; bmkw. <milestone unit='line' n='15'/> +die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von <hi rend='italic'>Permoser</hi> +(ursp. an anderem Ort). — +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Japanisches Palais</hi> in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«. +Erster Bau 1715 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> für Gf. Flemming. +Dann vom König angekauft und 1729-41 umgebaut und <milestone unit='line' n='20'/> +vergrößert von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> († 1733) und <hi rend='italic'>Longuelune</hi> unter +Oberleitung des Generalintendanten <hi rend='italic'>Jan de Bodt</hi>. <hi rend="italic">Pöppelmann</hi> +gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. — 4 Flügel +im Rck., außen 74 : 56 m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, +jede Vorlage durch Pavillondach herausgehoben. <milestone unit='line' n='25'/> +Die kräftigste <sic>wagerechte</sic> Teilungslinie über dem Erdgeschoß; +es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch senkrechte +Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel, +getragen von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig +geschwungenen Linien des Kupferdachs sollen an Japanisches <milestone unit='line' n='30'/> +erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere einheitlich mit +Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur Ausführung. +— Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof, +von <hi rend='italic'>J. Ch. Kirchner</hi>. Die Gartenanlage von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, +früher reichlicher mit Vasen und Statuen dekoriert. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kurländer Palais</hi>. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718, +Umbau 1728 wahrscheinlich durch <hi rend='italic'>Joh. Christoph Knöffel</hi>. +Die Anlage gruppiert sich unregelmäßig, doch mit trefflicher +Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die nicht sehr ausgedehnte +Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß <milestone unit='line' n='40'/> +und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern +hat der Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten; +die <hi rend='g'>Ölgemälde</hi> über den Türen von <hi rend='italic'>Silvestre</hi> +und <hi rend='italic'>Casanova</hi>, die <hi rend='g'>Bildwebereien</hi> mit Darstellungen aus +dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brüsseler + + +<pb n='87' id='i096.png'/> + +<!-- [P: 87] --> + +<hi rend="italic">van dem Borcht</hi> nach David Teniers d. J. Der Festsaal von +<hi rend="italic">Joseph Deibel</hi> in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer +war (um 1761). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Landhaus.</hi> An der Stelle des in der Belagerung von 1760 +beschädigten Flemmingschen Palais 1770 von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +Die 77 m lange Schauseite auf die Wirkung in enger Straße +berechnet. Die Hofseite gab Gelegenheit zu einem kräftig +vortretenden Mittelbau mit riesigem Treppenhaus. Die Einzelformen +sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz +verzichtend. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Regimentshaus</hi> 1710. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hotel de Saxe</hi> und <hi rend="bold">British Hotel</hi>. Ursp. vornehme Adelshäuser, +um 1720 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Geistvolle und prächtige, lebhaft +bewegte Kompositionen bei recht derber Detailbildung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hoymsches Palais</hi> (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße <milestone unit='line' n='15'/> +von <hi rend="italic">Knöffel</hi>, die gegen die Rampische Str. von <hi rend="italic">Krubsacius</hi>, +Lisenengliederung von guten Verhältnissen, sparsames +Zierwerk. Im Hofe reizender <hi rend="g">Brunnen</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Coselsches Palais</hi>. Gleich dem vorigen für das sächsische +Spätbarock besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 <milestone unit='line' n='20'/> +von <hi rend="italic">Knöffel</hi> in der bei ihm beliebten Lisenenarchitektur mit +schwachen Gruppierungskontrasten. Die vorspringenden +niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Palais des Chevalier de Saxe</hi> (Palais Prinz Johann Georg) +1764-70 von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>. 1855 umgebaut. Es hatte <milestone unit='line' n='25'/> +ursp. ein einziges Hauptgeschoß, darüber ein Halbgeschoß +und die in dem hohen Dach angebrachten Mansardenzimmer. +Charakter: vornehme <corr sic='Einfacheit'>Einfachheit</corr>. Die Trophäen und Putten +von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. Im Park Zierbauten — Ruine, Tempel, +Einsiedelei (1799) und dergl. — von <hi rend="italic">Weinlig</hi> (<hi rend="italic">?</hi>), Vorahnungen <milestone unit='line' n='30'/> +der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ministerpalais in der Seestraße.</hi> 1753 als Privatgebäude, in +der Art <hi rend="italic">Knöffels</hi>. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur; +4 Geschosse, von denen nur das erste und das +letzte durch Gurtgesimse abgesondert, so daß doch wieder <milestone unit='line' n='35'/> +ein Dreiklang entsteht. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Palais des Grafen Brühl, später Marcolini</hi> (jetzt Stadtkrankenhaus) +1746. Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur. +In der Achse kleiner Ehrenhof. Die Hermen +an den Torpfeilern von <hi rend="italic">Wiskotschill<hi></hi>, die wunderlichen Löwen <milestone unit='line' n='40'/> +(nach chinesischen Mustern?) von J. B. Dorsch</hi>. Von der +Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal +und ein pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige +<hi rend="g">Neptunsbrunnen</hi> nach <hi rend="italic">Longuelunes</hi> Entwurf von <hi rend="italic">Lorenzo +Mattielli</hi> 1741-44, eine Fels- und Grottenarchitektur + + +<pb n='88' id='i097.png'/> + +<!-- [P: 88] --> + +mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem Gruppenbau. +[Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von <hi rend="italic">Knöffler</hi> +jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten +Vasen und <hi rend="g">Einzelstatuen</hi> auf der Bürgerwiese.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. Stallgebäude</hi>. 1794 von <hi rend="italic">Ch. Weinlig</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Justizministerium.</hi> 1733 angeblich von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Blockhaus</hi> (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von <hi rend="italic">Zacharias +Longuelune</hi>, als wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge +der Neustadt. Ein wesentlicher Bestandteil, die Krönung +durch Pyramide und Obelisk mit dem Bilde Augusts des <milestone unit='line' n='10'/> +Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige Obergeschoß über +dem Hauptsims nach 1880. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Palais des Grafen Wackerbarth,</hi> begonnen 1725 als Kadettenhaus, +dazu Reitbahn. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus der Altstadt.</hi> 1741-45 nach <hi rend="italic">Knöffels</hi> Entwurf. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus der Neustadt</hi>. 1750-54 von <hi rend="italic">Berger</hi> und <hi rend="italic">Winkler</hi>; +sehr schlicht, nur durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse +wirkend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gewandhaus</hi> 1768 von <hi rend="italic">J. G. Schmidt</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende <milestone unit='line' n='20'/> +Stadt. Von ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht +glänzende Bautätigkeit, die durch den 30j. Krieg unterbrochen +wurde. Von dessen Ende bis zum 7j. Kriege ist Dresdens +klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist diese +Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz <milestone unit='line' n='25'/> +großer Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung +von 1760 und die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen +Menschenalters. Im Folgenden nur eine Auswahl +charakteristischer Beispiele. +</p> + +<p> +a) <hi rend="g">Aus der Spätgotik</hi>. Marien-Apotheke; spitzbg. <milestone unit='line' n='30'/> +Tor um 1460-70, im schrägen Gewände Sitznischen mit +Baldachin, in Bgg. verschränktes Stabwerk; jetzt im Zoologischen +Garten; ein zweites kleineres an der Hofseite des Hausflurs. +— Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. — Gewölbte +Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem <milestone unit='line' n='35'/> +Netzwerk. — [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene +Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.]. +</p> + +<p> +b) <hi rend="g">Frührenaissance</hi>. Ecke Frauenstr. und Neumarkt +Runderker mit reizendem Kinderfries um 1530. — +Reich mit Masken belebte Treppentür in Schloßstr. 1 und 20. — <milestone unit='line' n='40'/> +Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538. +</p> + +<p> +c) <hi rend="g">Hoch- und Spätrenaissance</hi> 1550-1650. In +sonst umgebauten Häusern Fenster aus dieser Epoche: Webergasse +3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13; Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, +13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18, 23; Schössergasse 5, + + +<pb n='89' id='i098.png'/> + +<!-- [P: 89] --> + +11, 17, 27. — Da in dieser Epoche die Firste regelmäßig parallel +zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur an +Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw. +Exemplare haben sich nicht erhalten. — Ganze Fassaden: +Schreibergasse 12 mit 3geschossigem rck. Erker an der Ecke. — <milestone unit='line' n='5'/> +Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. — Wilsdruffer Str. 15 +Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter Stellung, +Details nach Serlios Musterbuch. — Schloßstr. 11 Hotel Stadt +Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, +vor A. 1591. — Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten <milestone unit='line' n='10'/> +Ecklisenen. — Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren +des Kurf. Christian II. und seiner Gemahlin, 1612 von +<hi rend="italic">Hans Steyer</hi>. — Schloßstr. 11 und 34, wo auch ein größerer +Giebel. — Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale: +Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. <milestone unit='line' n='15'/> +— Reste alten Holzbaus selten. +</p> + +<p> +d) <hi rend="g">Barockbauten</hi> 1650-1690. Ecke Wilsdruffer +Str. 14 und Große Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14 +um 1660 — mit Kartuschenumrahmung der Fenster —, Wilsdruffer +Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um 1680. — <milestone unit='line' n='20'/> +Ebenda 42 um 1690. — Rampische Str. 9 große Fassade in +niederländischer Art um 1690. +</p> + +<p> +e) <hi rend="g">Barockbauten</hi> 1690-1715. Sporergasse 2, großes +Haus, mit einfachen Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art +<hi rend="italic">Klengels</hi> nahestehend, um 1695. — Portal Neumarkt 12, jetzt <milestone unit='line' n='25'/> +als Fenster umgebildet. — Scheffelstr. 5, dor., jon. und korinth. +Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte +Tücher, um 1700. — Landhausstr. 13 um 1710. — Große +Brüdergasse 39 unter <hi rend="italic">Pöppelmanns</hi> Einfluß um 1710, polyg. +Erker. — Häuser derselben Richtung von zunehmender Stattlichkeit <milestone unit='line' n='30'/> +sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von <hi rend="italic">J. G. Fehre</hi>, +einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke durchgehende +Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung +geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von <hi rend="italic">G. Hase</hi>; Große Brüdergasse +31; An der Mauer 2 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>, für sich selbst, <milestone unit='line' n='35'/> +3achsig, originelle Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von +<hi rend="italic">Georg Hase</hi>, 5achsig, flacher Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. +— Frauenstr. 9, tiefes Grundstück, Fassade +3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5 Stockwerke. +— Schloßstr. 5 um 1710. — Jüdenhof 5 (für den berühmten <milestone unit='line' n='40'/> +Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll +rhythmischen Lebens, eine der feinsten unter den <hi rend="italic">Pöppelmann</hi> +nahestehenden, mit Ausnahme des Erdgeschosses ganz unverändert. +— Große Klostergasse 2, wohl von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi> selbst +bez. 1715. — Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5. + + +<pb n='90' id='i099.png'/> + +<!-- [P: 90] --> + +f) <hi rend="g">Barockhäuser</hi> 1715-40. Wilsdruffer Str. 7, +Goldener Engel, die 4 mittleren der 6 Achsen durch reiche +Fensterverdachung ausgezeichnet und über dem Dachgesims +mit einem Stichbogengiebel gekrönt. — Ähnlicher Kompositionsgedanken +auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische <milestone unit='line' n='5'/> +Str. 33. — Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front, +durch Wechsel der Verdachungen rhythmisiert. — Heinrichsstr. +2 von <hi rend="italic">Fehre</hi> 1720. — Hauptstr. 26 um 1730. — Jüdenhof +2 bez. 1736. — Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5. +</p> + +<p> +g) <hi rend="g">Rokokohäuser vor</hi> 1760. Frauenstr. 14 um 1750 <milestone unit='line' n='10'/> +mit reizendem plastischem Schmuck von <hi rend="italic">Knöffler</hi>. — Sophienstr. +1, Gliederung durch Lisenen, zwischen den Fenstern +trefflich gezeichnete Kartuschen. — Altmarkt 1 von <hi rend="italic">Knöffel</hi> 1741. +</p> + +<p> +h) <hi rend="g">Rokokohäuser nach</hi> 1760. An der Frauenkirche +20 von 1764. — Breitestr. 12. — Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische <milestone unit='line' n='15'/> +Glieder, nur mit frei über die Fläche verteiltem +Stuckornament. — Ähnlich Landhausstr. 4. — Im ganzen +jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der +Flächen, z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; +Augustusstr. 2. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +i) <hi rend="g">Der Klassizismus</hi>: Landhausstr. 18 und 27. — +Pillnitzer Str. 26. — Johannesstr. 23. — Pirnaische Str. 50. — +Polierstr. 19. — Gewandhausstr. 7 dorisch. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Museen</hi>: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung +für Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im <milestone unit='line' n='25'/> +neuen Rathaus; M. d. Ver. f. sächs. Volkskunde. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Denkmäler.</hi> Reiterstandbild <hi rend="g">Augusts des Starken</hi> +auf dem Markt der von ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von +<hi rend="italic">Ludwig Wiedemann</hi>. Denkmal für den <hi rend="g">Kurfürsten +Moritz</hi> nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in <milestone unit='line' n='30'/> +einer Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg. +vor festem Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt, +übergibt seinem Bruder August das Kurschwert. +Meister unbekannt [<hi rend="italic">Hans Walther?</hi>]. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DROYSSIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. +Fenstern deutet auf 13. Jh. — Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5 +(ursp. 6) halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und <milestone unit='line' n='40'/> +bar. Reizvoll malerischer Eindruck. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>DRÜGENDORF.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1775. Altäre und Kanzel von <hi rend="italic">J. B. Kamm</hi>, Deckenfresken +von <hi rend="italic">Wunder</hi> bez. 1770, Hochaltargemälde von <hi rend="italic">Mattenheimer</hi>. +</p> + + +<pb n='91' id='i100.png'/> + +<!-- [P: 91] --> + +<p> +<hi rend='ort'>DUTTENBRUNN.</hi> U Franken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung +17. Jh. +</p> +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>E</title></head> + + +<p> +<hi rend='ort'>EBELEBEN.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. +Epit. der Herren v. E. 1569. — +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 16.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBELSBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß.</hi> Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren <milestone unit='line' n='10'/> +v. Rotenhan. Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern +regelmäßiges Rok. mit Ecktürmen. Nur an 2 Seiten +wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über Quaderunterbau. +Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBENHARD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der +Anlage frgot., Lhs. rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBERN.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. +Die letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende <milestone unit='line' n='20'/> +(ältere) Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger +Bildung, im Chor und in den Ssch. einfache Kreuzgwbb. Die +runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims. WEmpore +jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest. +Turm im W. Im nördl. Sschiff prächtiger <hi rend="g">Bar.-Altar</hi>, <milestone unit='line' n='25'/> +Bamberger Arbeit. <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> ca. 1610. — +Rotenhansche <hi rend="g">Epitaphe</hi>, ein bronzenes 1539, ein steinernes +1559 vielleicht von <hi rend="italic">Kilian Sorg</hi>. — Neben der K. 2stöckige +<hi rend="bold">Michaelis-Kap.</hi> 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor, +kleines <hi rend="g">Relief</hi> mit Jüngstem Gericht. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marien-K.</hi> auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem +polyg. Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518), +die Strebepfeiler auf statuarische Ausstattung berechnet. — +Wirkungsvoller <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1750, Altarblätter von <hi rend="italic">J. A. +Glantschnigg</hi> 1745, 1746. <hi rend="g">Pietas</hi> um 1480. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +Ehem. fürstbischöfl. <hi rend="bold">Amthaus</hi> (jetzt Gericht), renss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet, +Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am +Giebel Dachreiter. Mehrere wohlerhaltene Tor- und <hi rend="bold">Mauertürme,</hi> +2 bar. <hi rend="bold">Brunnen,</hi> Neptun und Pallas. +</p> + + +<pb n='92' id='i101.png'/> + +<!-- [P: 92] --> + +<p> +<hi rend='ort'>EBERSBACH.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung +eines zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus +an einen älteren Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. +Ringsum Emporen in 3 Geschossen. Die <hi rend="g">Inneneinrichtung</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +ein besonders stattliches Paradigma der +Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den +Emporen 54 biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar +1787. Hübsches Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen +Orgel von 1738 ist einer der prachtvollsten Sachsens. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBERSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine.</hi> Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten. +1274 zerstört, 1396 wieder aufgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBERSDORF.</hi> Reuß j.L. LA Schleiz. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1690-93. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Flöha. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Stifts-K.</hi> um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und +A. 16. Jh. — Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues +durch Einziehung von Pfll. in ein 2sch., ein weiteres und ein <milestone unit='line' n='20'/> +schmäleres geteilt; dadurch schneidet ein Pfl. unsymmetrisch +in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb., Chor gestreckt +mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der +SWEcke. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1513 mit 4 beweglichen und +2 festen Flügeln. Aus derselben Zeit Reste eines schönen <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="g">Chorgestühls</hi>. <hi rend="g">Ikon. Grabst.</hi> des Dietrich v. Harras, +des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert +die <hi rend="g">geschnitzten Figg.</hi> eines Engels und eines Diakons +als Lesepulthalter, jetzt im <corr sic='Atert'>Altert</corr>.-Ver. in Dresden: nach +Flechsig vom Meister der »schönen Tür« in Annaberg.] <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBERSRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBRACH.</hi> OFranken BA Bamberg II. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste +Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende <milestone unit='line' n='35'/> +Kirche Neubau des 13. Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht +lange nach Beginn des Baues, 1218 und 1221. Letzte Vollendung +1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich im +Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren +Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den <milestone unit='line' n='40'/> +Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91) +durch <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> den ganzen Innenbau in einer dem französischen +Louis XVI. verwandten Manier neu dekorieren ließ. +Der großartigste frgot. Bau, den Deutschland hervorgebracht +hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch ästhetisch + + +<pb n='93' id='i102.png'/> + +<!-- [P: 93] --> + +vernichtet. Immerhin verdient <hi rend="italic">Bossi</hi> insofern Dank, als er +nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen +vor ihm viele Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich +eng an den alten Gliederbau anschmiegen, so daß man den +kühnen und strengen Rhythmus desselben noch immer herausfühlt. <milestone unit='line' n='5'/> +Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil +zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen, +sondern in jenen burgundischen Schulformen, die wir +heute am besten in den südlich von Rom gelegenen Cistercienserkirchen +Fossanova und Casamari kennen lernen. Wer <milestone unit='line' n='10'/> +jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des +Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. — Die Anlage als +kreuzf. Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in +die Erscheinung. Auf das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor +3 Joche in gleichem System, bei engeren Intervallen. Der <milestone unit='line' n='15'/> +östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die Sschiffe als +Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in +Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl. +und südl. Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan +noch nicht enthalten (Scheidewände dünner als im OFlügel <milestone unit='line' n='20'/> +und nicht in den Pfeilerachsen; Gegenprobe in der von Ebrach +abgeleiteten K. in Riddagshausen bei Braunschweig). L. bis zum +Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der Kap. 87 m. +Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den +Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen <milestone unit='line' n='25'/> +3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen. +Die Gwbb. sind im Msch. rok., in den Ssch. annähernd quadr. +Das Qsch. etwas schmäler als das Msch. und stark ausladend, +so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält (Rekonstruktion des +Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll. kreuzf. und <milestone unit='line' n='30'/> +mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis zur +Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie, +wo sie jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen +haben. Die Gewölbescheitel, was für die französische Filiation +bezeichnend ist, wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und <milestone unit='line' n='35'/> +Rippen und die mit frgot. Laubkränzen geschmückten Schlußsteine +sind erhalten; ebenso die spitzbg. Form der Arkaden und +Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch einige +frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben. +Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den <milestone unit='line' n='40'/> +Fronten des Qsch. frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet +wie in Fossanova; ein solches muß sich auch an der WFront +befunden haben, wurde aber durch eine größere hochgot. Rose +(jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.) ersetzt; +die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch. + + +<pb n='94' id='i103.png'/> + +<!-- [P: 94] --> + +der Notre-Dame in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar +auf sie zurück, sondern auf eine in den Entwürfen +zum Straßburger Münster vorkommende Variante (ausgeführt +in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig durch +Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg. <milestone unit='line' n='5'/> +fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die +Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß +am Chor und an der OWand des Qsch. Konsolengesimse von +spezifisch burgundischer Fassung angewandt sind, während an +der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche Rundbg.-Friese <milestone unit='line' n='10'/> +auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Ausstattung</hi>. <hi rend="italic">Bossi</hi> hat einige Prachtstücke aus 17. +und A. 18. Jh., die ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung +ungefährlich waren, beibehalten, die meisten aber neu hergestellt; +verschwunden ist alles Mittelalterliche mit Ausnahme <milestone unit='line' n='15'/> +einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin Gertrud, +Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg +(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. +Zahlreicher, doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der +Renss.Epoche. Das sog. <hi rend="g">Mausoleum</hi> des ersten Abtes, <milestone unit='line' n='20'/> +Adam, ist ein wunderlicher gotisierender Versuch italienischer +Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 <hi rend="g">Orgeln</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Michaels-Kap.</hi> 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. +Die Art, wie das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der +K. eingreift, beweist, daß sie vor dieser begonnen war, wozu <milestone unit='line' n='25'/> +das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt. Indes ist der vorhandene +Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs deckt sich +nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen mehrfachen +Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer +Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die <milestone unit='line' n='30'/> +westl. Teile unter Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch +verhältnismäßig unfein und in einer den Cisterciensern sonst +fremden Weise überladen, immerhin eindrucksvoll. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klostergebäude.</hi> Sie eröffnen für Franken die Reihe jener +im Verhältnis zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, <milestone unit='line' n='35'/> +in denen die süddeutschen Klöster im letzten Jahrhundert +vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten. 1687 bis +1698 von <hi rend="italic">Leonhard Dientzenhofer</hi>, Umbau und Erweiterung +1716 ff. nach Plänen <hi rend="italic">Balthasar Neumanns</hi>, ausgeführt von +<hi rend="italic">Joseph Greising</hi> († 1722). Die Scheidung der verschiedenen <milestone unit='line' n='40'/> +Anteile nicht überall leicht. Die Gebäude wurden weit nach +W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache der ma. +Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe. +Die NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen +des deutschen Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; + + +<pb n='95' id='i104.png'/> + +<!-- [P: 95] --> + +den in seiner Länge eintönigen Bau unterbrach <hi rend="italic">Neumann</hi> +durch ein machtvolles Mittelmotiv mit brillantem Treppenhaus. +Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet sich nach W +zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren +Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von <hi rend="italic">Jakob <milestone unit='line' n='5'/> +van der Auvera</hi>. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal) +liegt stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und +Rokoko; Stuckatur von <hi rend="italic">Hönnicke</hi> (der von hier nach Pommersfelden +ging), die Fresken von <hi rend="italic">Lünenschloss</hi> (1722), <hi rend="italic">Antonio +Nave</hi>, <hi rend="italic">Jo. Ad. Remela</hi> (später in Bronnbach tätig). <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EBSDORF.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in +S und N. Spgot. Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ECKARDSHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-</hi> jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus <milestone unit='line' n='15'/> +mehreren Bauführungen 1467-1525. Spätgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>. +Im klassiz. Hochaltar <hi rend="g">Gemälde</hi> +bez. Asam 1760. <hi rend="g">Renss.Epitaphe</hi> 1544, 1547. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ECKARTSBERGA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung <milestone unit='line' n='20'/> +eines größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die +Kanzel; Altarbau 1607. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine,</hi> große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ECKERSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. — <hi rend="g">Grabst</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ECKSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein +kleineres 1/2 8Eck anschließt. — <hi rend="g">Taufgestell</hi>: Muschel +auf Delphinen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EFFELDER.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht +noch rom. Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet, +das flachged. Lhs. im 17. Jh. überarbeitet. — Grabsteine +unerheblich. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß.</hi> Hauptbau 1470 und 1533. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EFFELDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten. +Lhs. 1753. Hübsche <hi rend="g">Ausstattung</hi> bar., rok. und klass. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EFFELTRICH.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht <milestone unit='line' n='40'/> +seltenen Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang +und 3 spitzged. Ecktürme erhalten; über dem Eingang +der Ringmauer 3 <hi rend="g">Holzfigg</hi>. aus A. 16. Jh., um einiges älter +daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg. Weitere +Holzplastik im Innern. +</p> + + +<pb n='96' id='i105.png'/> + +<!-- [P: 96] --> + +<p> +<hi rend='ort'>EGENHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und +Freitreppe, von Oberstleutnant <hi rend="italic">Joh. Mich. Müller</hi> um 1766. +Ostturm 1585 nachgot. Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem +Klassizismus. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EGGOLSHEIM.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1826, erhalten der frrom. T. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EHLEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirch-Turm</hi> rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß +kuppeliges Kreuzgewölbe. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EHRENFRIEDERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., +der unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor +aus 14. Jh. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit 4 beweglichen und 2 festen +Flügeln, wichtig; die hervorragend schönen Schnitzfigg. im <milestone unit='line' n='15'/> +Stil des Annaberger Meisters <hi rend="italic">W Z</hi> von 1512; auch die Flügelgemälde +bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und Tannenberg). +— Ausgezeichneter spgot. <hi rend="g">Kelch</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EHRINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. <milestone unit='line' n='20'/> +Chor, WTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EHRINGSDORF.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte +<hi rend="g">Apostel</hi> von einem spätgot. Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EIBAU.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde +von Bertsdorf; 15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den +eingezogenen Strebepfeilern 3fache Emporen, auch um den +Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof zahlreiche Denkmäler. +Die <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. zeugen von großer Wohlhabenheit, <milestone unit='line' n='30'/> +viele mit Türen aus Sandstein oder Granit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EIBELSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, +wurde 1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. +3 sch. 3jochige Hallenkirche mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf <milestone unit='line' n='35'/> +leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk, charakteristisch für +die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624. — +Auf den stattlichen <hi rend="g">Bar. Altären</hi> von E. 17. Jh. sind +spätgot. <hi rend="g">Holzfigg.</hi>, z.T. von hoher Qualität, und Renss-.<hi rend="g">Reliefs</hi> +von 1625 wiederverwendet; <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Osw. <milestone unit='line' n='40'/> +Onghers</hi>. <hi rend="g">Taufstein</hi> um 1600, Alabaster, originell komponiert +und im Figürlichen hervorragend gut. Vielleicht +von derselben Hand <hi rend="g">Grabstein</hi> eines kleinen Mädchens +mit Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi> +aus der Umgebung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Unter den <hi rend="g"><reg orig='Altar-|geräten'>Altargeräten</reg> </hi> +<pb n='97' id='i106.png'/> +<!-- [P: 97] --> + gute Augsburger Arbeiten des 17. und 18. Jh. — Außen +am Lhs. <hi rend="g">Ölbergkap</hi>. mit überlebensgroßen Figg. +um 1620. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hl. Kreuz-Kap</hi>. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. +Qsch und 1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, <milestone unit='line' n='5'/> +einer mit <hi rend="g">Gemälde</hi> bez. <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> 1660. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1706 vom Würzburger <hi rend="italic">Peter Zwenger</hi> in schwerem sp. +Barock, Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. +— Hübsche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. <milestone unit='line' n='10'/> +15 Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das +vierte abgebrochen). — <hi rend="g">Mariensäule</hi> 1660 und <hi rend="g">Sebastianssäule</hi> +1773, vortrefflich. In einem Privatgarten bmkw. steinerne +<hi rend="g">Madonnenstatue</hi> 2. H. 14. Jh. Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi> +mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EIBSTADT</hi> (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.</p> +<p> +<hi rend="bold">Dorfkirchen.</hi> Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese +Verbindung ist für das ganze Gebiet, in rom. wie in got. +Zeit, typisch. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EICHELSDORF.</hi> Ufranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EICHSTAEDT</hi> (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p> +<p> +An beiden <hi rend="bold">Kirchen</hi> querrck. WTürme, in der Anlage rom. — <milestone unit='line' n='25'/> +In beiden Reste von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EILENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus +15. und 16. Jh. — <hi rend="g">Altaraufbau</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> 1684.</p> +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. 1544. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EINBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien +18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EINHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen <milestone unit='line' n='35'/> +Tortürmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EINSIEDEL.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit ausgezeichneten Flügelgemälden +von einem Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. +Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter <hi rend="g">Kelch</hi> in der Art des <milestone unit='line' n='40'/> +Freiberger Meisters <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>, 2. H. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EISENACH.</hi> Sachsen-Weimar BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai</hi>. Baugeschichte unbekannt, +wohl E. 12. Jh. — Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel +von Sll. und Pfll. und zwar so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt + + +<pb n='98' id='i107.png'/> + +<!-- [P: 98] --> + +und schließt. Ornamentierte Kaptt. Kein Qsch., aber südl. +am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch vier Geschosse +8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden +Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des +Inneren 1894. An der NSeite das ehem. Klst. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224 +in Erfurt Fuß. 1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive +Kirche. Sie wurde 1597 abgebrochen, 1883 in den Fundamenten +freigelegt. Anlage rck., enorm gestreckt, 55 m l., +nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite Schiffe <milestone unit='line' n='10'/> +geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dominikaner-(Prediger-)K</hi>. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 +dem neuen Orden übergeben und schlicht got. weitergebaut. +Anlage 2sch. Auf derben 8eck. Pfll. sehr hohe und weite +spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk des 14. <milestone unit='line' n='15'/> +Jh. — Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. — <hi rend="g">Grabrelief</hi> +mit Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste +Beispiel der Epitaphform in Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt +jetzt das Thüringische Museum.) +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Markt-K. S. Georg</hi>. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert <milestone unit='line' n='20'/> +1560 und 1598. 3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Annen-K</hi>. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal +1634. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1692-97 von <hi rend="italic">Joh. Münzel</hi> in der Grundform +des griech. Kreuzes. Geputzte Holzdecke. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Residenzhaus</hi>. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg. +Portal 1559 von <hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtschloß</hi> 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner +Festsaal; wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich +rok. geschnitzte Pferdestände. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von +<hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit S. Georg. 1549, erneuert 1708. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Lutherhaus</hi>. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563 +von <hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolaitor</hi> spätrom. und einige got. Stadttürme.</p> + +<p> +Im <hi rend="bold">Museum</hi> einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. +des 15.-16. Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EISENBERG.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1494, einfacher 1sch. Bau. <milestone unit='line' n='40'/></p> +<p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. bis auf geringe Spuren zerstört. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1579. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Hauptbau v. 1677 von <hi rend="italic">Wilh. Gundermann</hi> aus Altenburg. +Bmkw. die Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit +geradem Gebälk trägt 2geschossige Emporen. Stuckierung + + +<pb n='99' id='i108.png'/> + +<!-- [P: 99] --> + +in vollen schweren klassizistischen Barockformen, wohl von +Italienern ausgeführt. — <hi rend="bold">Superintendentur</hi>. Ansehnlich spätrenss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EISFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk <milestone unit='line' n='5'/> +der südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. +25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche, die Gwbb. nach Brand 1632 durch +Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im Zweifel, ob der Querschnitt +Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit Netzgwb. Der +im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale <milestone unit='line' n='10'/> +in W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die +Strebepfll. eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen +macht sich das verschränkte Stabwerk in gehäufter Anwendung +bemerklich. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die <milestone unit='line' n='15'/> +Pastoren Jonas † 1553 und Kindt † 1549, treffliches <hi rend="g">Sandsteinrelief</hi>. +Die zahlreichen übrigen Gedenktafeln von +geringem Kunstwert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; +der runde Haupt-Turm im Kern ma. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schulhaus</hi>. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte +Steinfigur (»Hirt«). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Superintendentur</hi>. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EISINGEN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 19. Jh. — Am Chorbg. <hi rend="g">Kruzifix</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, <milestone unit='line' n='25'/> +der Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EISLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Andreas-K</hi>. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) +mit rom. und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau +2 schlanke 8eck. Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. <milestone unit='line' n='30'/> +Bogenfries, am 3. mit got. Gesims. Die Fenster der Sschiffe +anscheinend frgot., was überraschenderweise auf eine schon +frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf ungewöhnliche +Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen +ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des <milestone unit='line' n='35'/> +Triumphbogens rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine +Tür mit Eselsrücken und magerem Stabwerk, abschreckendste +Spgot., in einen großen Seitenturm; untere Geschosse 1486, +obere 17. Jh. — Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, einer von den +besseren, <hi rend="g">Kanzel</hi> A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor <milestone unit='line' n='40'/> +ein auf beiden (!) Seiten bearbeiteter <hi rend="g">Grabst</hi>.; die eine +zeigt in eingeritzter trefflicher Umrißzeichnung den Grafen +Burkhard v. Mansfeld († 1229), die andere in äußerst rohem und +altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem Mansfeldschen +Wappen, ohne Umschrift; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Äbtissin Oda + + +<pb n='100' id='i109.png'/> + +<!-- [P: 100] --> + +(† 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans +Georg († 1579); der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz +gegossene <hi rend="g">Tumba</hi> des Gf. Hoyer v. M. († 1541), der Tote, +gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken überragt von +4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Tumba</hi> aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist +nicht nachweisbar. Von sonstigen <hi rend="g">Grabst</hi>. und <hi rend="g">Epit</hi>. ist +vieles verschwunden. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., +kurzer Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. — <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> spgot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Petri-Pauli-K</hi>. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas +geschmückter, Netzgwb. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Annen-K</hi>. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte +Chor 1514, das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips <milestone unit='line' n='15'/> +um 1600. (Wiederhergestellt 1908.) Im W Mansfeldische +Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. — <hi rend="g">Grabmal</hi> +des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung +auf einfachem Sarkophag. Steinerne <hi rend="g">Moseskanzel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Geburtshaus Luthers,</hi> 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr <milestone unit='line' n='20'/> +von seinem ursp. Aussehen. — <hi rend="g">Gemälde</hi> von 1569, Luthers +letzte Ordination darstellend, mit vielen Porträts, nebst +anderen Gemälden des 16. Jh., aus den Hallen des alten Gottesackers +stammend. +</p> + +<p> +Besser erhalten <hi rend="bold">Luthers Sterbehaus,</hi> aus A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut +gehörig; hoher frma. Bergfried. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Altstädtisches Rathaus</hi> 1519-1530. Die großen Fenster durch +3 Pfosten geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der +NOEcke ein gekrönter <hi rend="g">Kopf</hi>, nach der Abb. im Inv. zu <milestone unit='line' n='30'/> +urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im Volksmunde <hi rend="g">Kopf +des »Knoblauchkönigs«</hi> Herman v. Luxemburg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neustädtisches Rathaus</hi> mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. +1580. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELGERSBURG.</hi> Sachsen-Gotha LA <corr sic="Dhrdruf">Ohrdruf</corr>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt +A. 20. Jh. von Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen +Kunstformen weisen auf 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELGERSHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. WTurm. — <hi rend="g">Kindergrabstein</hi> 1626. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELISABETHBRUNNEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi>. Renss. 1596. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELISABETHENBURG</hi> siehe Meiningen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELLINGSHAUSEN.</hi> Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1775. Gute <hi rend="g">ikon. Grabst</hi>. der Familie v. Bose + + +<pb n='101' id='i110.png'/> + +<!-- [P: 101] --> + +16. und 17. Jh. Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. — Geschnitzte +<hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELMARSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und <milestone unit='line' n='5'/> +malerische Baugruppe. Großer <hi rend="g">Ofen</hi> bez. 1596. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELSA.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen +Strebepfll. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELSNIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der +Schlacht bei T. berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem +Chor und 1/2kr. Apsis, rck. Turm im W. — In der +Nähe kreisrunder <hi rend="bold">Burgwall</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELSTER.</hi> K. Sachsen AH Olsnitz. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Petri-Pauli-K</hi>. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte +Emporenbrüstungen. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1682, <hi rend="g">Altar</hi> 1737. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELSTERTREBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich +interessantes <hi rend="g">Tympanonrelief</hi>. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1500. +Figurierte <hi rend="g">Glocke</hi> 1460, bez. <hi rend="italic">Nik. Eysenberg</hi> von Leipzig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELSTERWERDA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. — +12 v. Maltitzsche <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>, 9 aus 16. Jh., <milestone unit='line' n='25'/> +die übrigen 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von +König August II. weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher +Behandlung. — <hi rend="g">Pestsäule</hi> 1738. +</p> + +<p> +ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1726. 3sch. kreuzgewölbte Hallenkirche in einfachen +Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. — Ansehnlicher +Hochaltar aus Marmor und Sandstein, <hi rend="g">Gemälde</hi> (Kreuzabnahme) +von <hi rend="italic">Chr. W. E. Dietrich</hi> 1733 in Anlehnung an +Rubens. Prächtige <hi rend="g">Kanzel</hi>; als Fuß (anstatt der im 16. <milestone unit='line' n='35'/> +und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn bewegter +Engel. Gute <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 18. Jahrh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1717, ganz schlicht. — Im ehemaligen Schloßpark +(das Schloß abgebrannt) <hi rend="g">Sandsteingruppe</hi>, Apotheose +eines Helden (wohl Augusts des Starken) von <hi rend="italic">Balt. Permoser</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELTERLEIN.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke; +einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und +Ausstattung. — <hi rend="g">Taufstein</hi> von Engeln getragen, bez. +<hi rend="italic">Sebald Teuscher</hi> 1697. +</p> + + +<pb n='102' id='i111.png'/> + +<!-- [P: 102] --> + +<p> +<hi rend='ort'>ELTINGSHAUSEN.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., Chor und Lhs. 1745. <hi rend="g">Decken-</hi> und +<hi rend="g">Hochaltargemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. A. Herrlein</hi> 1746, auf den +architekturlosen Seitenaltären je 1 <hi rend="g">Holzstatue</hi>, gut rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ELTMANN.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Rest. 1835 von <hi rend="italic">Klenze</hi>, erhalten blieb der got. Chorturm +(E. 13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). — Zierliche spätgot. +<hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Heil. Kreuz-Kap</hi>. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf +ellipt. Gr. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhof</hi> angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet. +Grabsteine got. und Renss. +</p> + +<p> +Im S der Stadt <hi rend="bold">Wallburg</hi> mit gut erhaltenem rundem Bergfried +aus 12.-13. Jahrh., Zinnenkranz neu. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EMPFERTSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach, <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> von 1719. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EMTMANNSBERG.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ENGELSBERG.</hi> UFranken BA Miltenberg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kapuzinerklst</hi>. 1629. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ENGELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage mit OTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ENGENTAL.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nachgot. aus der »Juliuszeit«. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EPPRECHTSTEIN.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERBENHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert. +<hi rend="g">Grabstein</hi> des Försters Martin Rod 1716. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERBSHAUSEN.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar +gute <hi rend="g">Skulpturen</hi> aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Wagners</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERDMANNSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. wie Fremdiswalde. — Auf dem Altar <hi rend="g">Kopie</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +von <hi rend="italic">Rubens'</hi> Antwerpener Kreuzabnahme. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERFURT.</hi> Fr. Sachsen. +</p><p> +Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und +Kapellen, darunter 36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung +nach vielleicht am ältesten die kleine Bonifaziuskap. auf dem <milestone unit='line' n='40'/> +Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter kleiner Steinbau, +im sp. Ma. umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stifts-K. S. Marien (»Dom«).</hi> Gegr. angeblich 741. Neubau +seit 1154. Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung +des Chors 1349-70. Zweiter Umbau des Lhs. 1452 ff. und + + +<pb n='103' id='i112.png'/> + +<!-- [P: 103] --> + +Hinzufügung der dritten Turmspitze durch Meister <hi rend="italic">Hans von +Straßburg</hi>. Ausbesserung nach Brand 1472 durch <hi rend="italic">Hans Pfau</hi>. +Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. — Vom rom. Bau des +12. Jh. haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl. +und südl. Flügel bis zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des <milestone unit='line' n='5'/> +Chors angeordneten Türme im 1. und 2. Geschoß; im Innern +die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme anstoßen. +Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse +sprom. 13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet +worden sein). Den rom. Bau haben diese Türme stattlich <milestone unit='line' n='10'/> +überragt, durch die späterhin eingetretene Erhöhung +und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich als +dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, +wurden sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als +die unvergleichlich günstige Lage am Bergrande zur Schaffung <milestone unit='line' n='15'/> +einer kräftigen Silhouette die Aufforderung gab. Dieser +folgte <hi rend="italic">Hans v. Straßburg</hi> in der Weise, daß er die wohl schon +vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau +verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. +Der Helm brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine <milestone unit='line' n='20'/> +Erneuerung 1850 folgt den durch alte Ansichten überlieferten +Umrißlinien. — Der zwischen den Türmen liegende rom. +<hi rend="g">Chor</hi> war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den Durchgang +zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden +viel breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, <milestone unit='line' n='25'/> +das letzte im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten +Haupt zusammengezogen (34 m lang, bei 88 m +Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau des +Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der +späteren Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse <milestone unit='line' n='30'/> +ausgezeichnet. Mit dem Chorbau ging die künstliche Verschiebung +des Bergrandes durch eine auf gewaltigen offenen +Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische +Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und +die notwendig gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur <milestone unit='line' n='35'/> +Anlage einer <hi rend="g">Krypta</hi> (inschriftl. voll. 1353), dergleichen +sonst nicht in den got. Baugewohnheiten liegt. — Die im +15. Jh. geforderte Erweiterung des <hi rend="g">Langhauses</hi> als +Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung erfolgen; +da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden <milestone unit='line' n='40'/> +sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m) +angelegt, was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte. +Einfache Sterngwbb. — Am <hi rend="g">Äußern</hi> ist vor allem die +Massenverteilung und Silhouette der Ostansicht eigentümlich +und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K. eine der + + +<pb n='104' id='i113.png'/> + +<!-- [P: 104] --> + +schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters +zeigt sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven +Ausnutzung zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde +Geschlechter, als in der folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen +Idee. Die mit dem Chor nicht parallele, sondern <milestone unit='line' n='5'/> +auf die NSeite konvergierende Richtung des Treppenaufgangs +gab den Gedanken zu der prächtigen <hi rend="g">Torhalle</hi> auf dreieckigem +Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden +freiliegenden Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit +hohen Wimpergen eingenommen; ein zweites, mit je einem <milestone unit='line' n='10'/> +Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück. Die Formen +sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas +älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. +von 1868 über jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, +während der Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, <milestone unit='line' n='15'/> +niedriger gelegt wurde. Neu ist auch der obere Abschluß +der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den spgot. Bau +nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem +got. Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Kreuzgang und Stiftsgebäude</hi>. OFlügel: spgot. <milestone unit='line' n='20'/> +2sch. Halle, die dem Hof zugekehrte Seite in sprom. Formen +mit einzelnen gotischen; diese überwiegen bereits am letzten +Fenster; nach außen gegen die Terrasse springt die 1451 gest. +Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm das +Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen <milestone unit='line' n='25'/> +Decke dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der +Universität zu Promotionen und sonstigen Festlichkeiten +diente; jetzt sehr verwahrlost. Der W- und SFlügel entsprechen +der fortschreitenden got. Stilentwicklung; mit Ausnahme des +nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite <milestone unit='line' n='30'/> +gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle +Gebäude haben durch den Brand 1472, sodann durch spätere +Veränderungen gelitten. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. Durch die Rest, des 19. Jh. +von ihren »stilwidrigen« Elementen befreit. — Prachtvolles <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Chorgestühl</hi> bez. 1469, 1484. <hi rend="g">Hochaltar</hi> mächtiger +Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, +in der Mitte die Einhornjagd. — Mitten im Chor +lebensgroße bronzene <hi rend="g">Leuchterfigur</hi>, bekleidet, von starrster +Bildung bei sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung <milestone unit='line' n='40'/> +von Zeit und Ort der Entstehung nicht zu geben. +Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg. <hi rend="g">Glasgemälde</hi> im +Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die Thüringen +besitzt. — An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr +Inhalt aus Altem und Neuem gemischt. Besonders <reg orig='merk-|würdig'>merkwürdig</reg>'> +<pb n='105' id='i114.png'/> +<!-- [P: 105] --> +ein bogenförmiger rom. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Stuck, +an der Stirnseite Christus und die heil. Eoban und Adolar, +darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische +Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den +Knien, archäische Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. <milestone unit='line' n='5'/> +Es ist möglich, daß die Madonna nicht ursp. +für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die Reliefs +der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere +Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. — An entsprechender +Wand des südl. Qsch. <hi rend="g">Sakramentshaus</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +von <hi rend="italic">Hans Friedemann</hi> 1560, trefflich aufgebaut, doch schwach, +wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister der Erfurter +Sprenss., in der Figurenplastik. <hi rend="g">Holzrelief</hi> der Beweinung +E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um +1400. — Im südl. Ssch. eiserner <hi rend="g">Leuchter</hi> mit Schmerzensmann <milestone unit='line' n='15'/> +um 1450. Links vom WEingang Taufstein mit großem +phantastischem Überbau von <hi rend="italic">Hieronymus Preißer</hi> 1587. +An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene <hi rend="g">Tafelgemälde</hi> +um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen <milestone unit='line' n='20'/> +mit zwei Frauen (wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa +zwei Jahrzehnte später). Epitaph des Joh. v. Allenblumen +† 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit Eleganz repräsentierend. +Bronzeepitaph des Henning Göden von <hi rend="italic">P. Vischer</hi> +1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative <milestone unit='line' n='25'/> +Steinepitaphe der Familien v. Herstall von <hi rend="italic">H. Friedemann +d. J</hi>. und v. d. Weser von <hi rend="italic">Enders Gutschell</hi> 1576. — Wichtig +ist der Dom durch eine größere Reihe von <hi rend="g">bronzenen +Grabplatten</hi> (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang +junger Geistlicher, schöne flandrische Gravierung <milestone unit='line' n='30'/> +um 1350. Als älteste einheimische Arbeit bmkw. Herm. +Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt † 1451, ausgeführt +nach 1472 in der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt in Nürnberg; desgl. +Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh. +v. Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte <milestone unit='line' n='35'/> +(Halbfigur) von strahlender Renaissanceschönheit, wird als +ein Werk <hi rend="italic">Hermann Vischers d. J.</hi> anzusehen sein. — Gegossene +Bronzeplatten Erfurter Ursprunges: Eoban Ziegler +1561 (von <hi rend="italic">Eckhard Kücher</hi>) und G. Oland 1597 (von <hi rend="italic">Melchior +Möhring</hi>). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. <milestone unit='line' n='40'/> +Breitenbach † 1579 von <hi rend="italic">Friedemann d. <corr sic="A">Ä</corr>.</hi></p> + +<p> +<hi rend="g">Skulpturen am Äußeren</hi>. Am reichsten ausgestattet +die beiden Portale am Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, +Apostel, kluge und törichte Jungfrauen, Ecclesia und +Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre älteren +<pb n='106' id='i115.png'/> +<!-- [P: 106] --> +Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit +niedriger. Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens +Rechtfertigung, außen Kreuzigung. An den Chorpfeilern +3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus A. 15. +Jh. mit dem Zeichen <hi rend="italic">i</hi> eines damals in Erfurt vielbeschäftigten <milestone unit='line' n='5'/> +Meisters. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Im Dommuseum</hi>. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte +sprom. Ampel für 12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste +E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh. »<hi rend="g">Kasel</hi> der hl. Elisabeth« +E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf Leinwand E. 13. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei Reste +von Holzplastiken und Malerei. +</p> + +<p> +<hi rend="g">In der Domkurie</hi>. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420. +3 Tafeln mit männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung +ca. 1490. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Collegiat-K. S. Severi</hi>. Erste Nennung 836. Auf Neubau +deutende Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um +1450. — Anlage und Einzelheiten enthalten manches Eigentümliche. +Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche kommt +der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum <milestone unit='line' n='20'/> +Ausdruck. Das erste und letzte Joch breiter als die übrigen; +man ist hierbei von einem ehemaligen Qsch. ausgegangen, +das an dem großen Rosenfenster der NSeite noch +zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen +Vorbild im O. später um einen dritten mittleren vermehrt; <milestone unit='line' n='25'/> +schlanke hölzerne Helme. Bei schlichtester Einzelbildung +wird durch bloße Linien und Massen ein echt künstlerischer +Eindruck erreicht. — Im Chor <hi rend="g">Sediliennische</hi> um +1300. — <hi rend="g">Taufstein</hi> 1467, überstiegen von einem dreiseitigen +mit der Spitze bis zum Gewölbe hinanreichenden <milestone unit='line' n='30'/> +Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur erinnernd, höchster +Handwerkstriumph in der Bewältigung des Steinmaterials. +— Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Hans Friedemann d. Ä.</hi> 1576. — +<hi rend="g">Orgelbau</hi> in großzügigem Barock. — Im südl. Ssch. gemalter +<hi rend="g">Flügelaltar</hi> von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule <milestone unit='line' n='35'/> +des Peter von Mainz«). — In der Blasiuskap. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +um 1500, bedeutend, doch sehr verrestauriert. — Die Kirche ist +reich an bmkw. Steinplastik. <hi rend="g">Denkmal des hl. Severus,</hi> +um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472) +auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen <milestone unit='line' n='40'/> +aus dem Leben des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar +im nördl. Qsch. einverleibt; die vierte mit der Anbetung +der Könige jetzt im südl. Ssch. (fast genaue Wiederholung +derselben Komposition am WPortal der Nürnberger Lorenzkirche). +Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus + + +<pb n='107' id='i116.png'/> + +<!-- [P: 107] --> + +zwischen Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in +der Qualität den Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern +nicht unbedingt überzeugend dem sog. <hi rend="italic">Meister der +Barfüßer-K.</hi> zugeschrieben. — Feine <hi rend="g">Madonna</hi> am Chorbogen +um 1370-80 von <hi rend="italic">Joh. Gehart</hi>; von demselben Johannes d. T. <milestone unit='line' n='5'/> +und Katharina. — Im Chor Alabasterrelief des <hi rend="g">hl. Michael</hi> +bez. 1467, künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der +Zeit schwer einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister +des Taufsteines. — Die <hi rend="g">Madonna am NPortal</hi> ist älter als +dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit um 1370. Bedeutend <milestone unit='line' n='10'/> +der daneben befindliche große <hi rend="g">Crucifixus</hi>, um 1500.</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schotten-Klst.-K. S. Jakob.</hi> Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen. +Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so +weiten Abstand, daß ausgebrochene Zwischenstützen, wohl +Sll., vermutet werden müssen. Die ursp. Flachdecke durch <milestone unit='line' n='15'/> +Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade (1772). +Got. Turm mit welscher Haube. — <hi rend="g">Grabstein</hi> des Walter +v. Glizberg und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem +Relief auf vertieftem Grunde, Behandlung sorgfältig aber +wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch später?). Gute <hi rend="g">Holzmadonna</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Prediger-K</hi>. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht +von 1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude +bezogen werden; dieses beg. 1308. — Sehr lang gestreckte, +querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m, geteilt in 15 Joche <milestone unit='line' n='25'/> +von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen platt (mit +Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche +von der Laienkirche durch eine Schranke und einen +späteren Lettner (1410) geschieden. Das Msch. scheint in +Absicht auf flache Decke begonnen zu sein; die Hochwand <milestone unit='line' n='30'/> +hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf vorgekragte +kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal +des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme +am Chor eine jüngere Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, +das Kapitelhaus erhalten. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="g">Hochaltar</hi>; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; +Retabulum, große in 5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des +figürlichen Schmucks, wohl Gemälde, beraubt und verstellt +durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der bedeutendste +Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut <milestone unit='line' n='40'/> +ähnlich«, überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein +steinerner Zierbau in Laternenform, 5seitig auf schlankem +Fuß, hinten mit einer steinernen Wand verwachsen und +durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>; +in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden +<pb n='108' id='i117.png'/> + +<!-- [P: 108] --> + +gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne +Umrahmung für einen <hi rend="g">Celebrantensitz</hi> älter +ist; in der Nische gutes <hi rend="g">Fresko</hi>, etwa M. 14. Jh. — In +die innere Schranke eingelassen ein <hi rend="g">Tafelbild</hi>, figurenreiche +Kreuzigung, nach M. 14. Jh. — Im Chor <hi rend="g">Marienstatue</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +um 1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch +die delikate Behandlung. — <hi rend="g">Grabsteine</hi>. Dieser Zweig +der Plastik ist in Erfurt, vgl. auch die übrigen Kirchen, reich +und gut vertreten und läßt u. a. die Entstehung des Epitaphs +neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die beiden Typen <milestone unit='line' n='10'/> +noch nicht deutlich gesondert am <hi rend="g">Ehegrabstein</hi> des +Rudolf Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes +Beispiel gotischer Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v. +Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend in Profilansicht, +die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief, Bemalung <milestone unit='line' n='15'/> +neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls +kniend und mit Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden. +Gottschalk Legat † 1422, Epitaphform, Mann +und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem +Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche <milestone unit='line' n='20'/> +Anordnung. Über dem SEingang Gethsemanerelief bez. 1484; +der Künstler <hi rend="italic">Joh. Wydemann</hi> zugleich Donator; sein Stil +von Nürnberg abhängig. <hi rend="g">Wandepitaph</hi> für Paul Mues +von <hi rend="italic">Friedemann d. Ä.</hi> 1579. <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des +Superintendenten Aurifaber † 1575. Großes <hi rend="g">Steinepitaph</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit eines Unbekannten. +<hi rend="g">Bildnisepitaph</hi> des Kriegsrats Burchard +† 1632, Von derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl. +Epit. Mohr in der Barfüßer-K.). — Prächtige <hi rend="g">Abendmahlskanne</hi> +1618 von <hi rend="italic">Erasmus Wagner</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Barfüßer-K</hi>. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige +K. voll. 1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor +hinzugefügt; Einwölbung des Lhs. A. 15. Jh. — Querschifflos. +Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit gestellt, auf je 1 von ihnen +fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb. auf abwechselnd <milestone unit='line' n='35'/> +kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde reichenden +Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl. +einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche, +ganze L. 78. Formencharakter von edler Einfachheit, weniger +herb als in der Prediger-K. Der in der zweiten Bauperiode <milestone unit='line' n='40'/> +hinzugefügte Turm in verwegener Übereckstellung über dem +letzten Joch des nördl. Ssch. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Hochaltar</hi> ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur +falsch zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich +noch nicht genügend gewürdigten Gemälde + + +<pb n='109' id='i118.png'/> + +<!-- [P: 109] --> + +nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber nicht +notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. — Im südl. +Ssch. reiche <hi rend="g">Schlußsteine</hi> mit dem Zeichen <hi rend="italic">i</hi> (vgl. +Epit. Legat in der Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). +— <hi rend="g">Chorstühle</hi> um 1325-50 sehr einfach. — <hi rend="g">Grabmäler</hi>: <milestone unit='line' n='5'/> +in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor +Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba; +vorzügliche Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten +Seite zeigt; Saalfeldsche Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.; +Margarete v. Mila 1494, dem Gegenstand nach, <milestone unit='line' n='10'/> +Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen Form +nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen +† 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«) +wie der Grabstein der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung +durchaus statuarisch. Grabstein Berld v. Vitztum 1478. <milestone unit='line' n='15'/> +Epit. Balth. Hirschbach 1583 von <hi rend="italic">H. Friedemann d. Ä.</hi> Epit. +Nacke 1587. Epit. <hi rend="g">Mohr</hi> 1626. — <hi rend="g">Gemälde</hi>: in der Saalfeld-Kap. +Flügelaltar A. 15. Jh. — <hi rend="g">Abendmahlskannen</hi> +von <hi rend="italic">Erasmus Wagner</hi> 1621 und <hi rend="italic">Andr. Jörg</hi> 1679. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Regler-K.</hi> (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. <milestone unit='line' n='20'/> +Bau die 2türmige WFassade (alt indes nur der südl. Turm). +Ganz schlichte Anlage. Unvollständige Flachdeckbasilika; +das nördl. Ssch. zum Kreuzgang geschlagen, darüber eine +gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore. Gestreckter +platt geschlossener Chor. — Großes doppelflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; +früher irrig <hi rend="italic">Wolgemut</hi> zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern +(an Außentafeln, Innentafeln und Predella drei +verschiedene Hände). An der Außenwand und sehr verwittert: +<hi rend="g">Epitaph</hi> des Heinrich Frimar 1417, Kreuzigungsgruppe, darunter <milestone unit='line' n='30'/> +2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). +1289-1325; 1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika +mit sehr hohen Ssch. erweitert, dazu langgestreckter Chor; +in allen Teilen Holzdecke. Der 8eckige Turm sitzt über einem <milestone unit='line' n='35'/> +Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut, von einem Nachfolger +des <hi rend="italic">Meisters i.</hi> — <hi rend="g">Kreuzgang</hi> aus 15. Jh. Über +dem NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die +<hi rend="g">Lutherzelle</hi> nach Brand 1872 erneuert. +</p> + +<p> +Im Innern der K. die Steinumrahmung eines <hi rend="g">Levitensitzes</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +A. 14. Jh. — <hi rend="g">Glasmalereien</hi> im Chor 2 H. +14. Jh. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Adelheid v. Amera † 1298, +gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung. +<hi rend="g">Grabst</hi>. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und +Ludwig v. Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v. + + +<pb n='110' id='i119.png'/> + +<!-- [P: 110] --> + +Frimar † 1354, alle drei ausgeführt ca. 1370-80 von derselben, +geschmackvoll und eigentümlich arbeitenden Hand (Meister +der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v. Meiningen † 1382 +(Art des <hi rend="italic">Joh. Gehart</hi>); Theodor Brun † 1462 (vom Meister +des hl. Michael in S. Severi??). <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ursulinerinnen-K</hi>. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem +später ein nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen +mit 3 hohen Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. +mit hübschem leichtem Rokokoornament. Über dem +Eingang <hi rend="g">Steinrelief</hi> mit der Anbetung der Könige. — <milestone unit='line' n='10'/> +Zahlreiche Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung +1313-1445, mit reliefierter 1436-1540. Hochaltar mit gemalten +Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem Nebenaltar +<hi rend="g">Pietas</hi> (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß, +im Klst. Ebendort <hi rend="g">Wandteppiche</hi> aus 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kaufmanns-K</hi>. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. +rom., Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors +erneuert, der nördl. 1684, der südl. 1859. — Taufstein 15. Jh. +mit 7 sitzenden Prophetenfigg. — Gut kennen zu lernen die +Erfurter Renaissancemeister <hi rend="italic">Friedemann</hi> Vater und Sohn: <milestone unit='line' n='20'/> +Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau +1585, v. d. Sachsen 1592. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Allerheiligen-K</hi>. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller +Weise der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh. +— Hochaltar 1757. Pietas E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter <milestone unit='line' n='25'/> +Zeichnung 1381, 1405, mit Relief 1418, 1422, 1536; +des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von +<hi rend="italic">Friedemann d. J.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Martins-K</hi>. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 +1sch. Langhaus 1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. <milestone unit='line' n='30'/> +— <hi rend="g">Ausstattung</hi> bar. <hi rend="g">Monstranz</hi> von <hi rend="italic">C. X. +Stipeldey</hi> in Augsburg 1780. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Michaelis-K</hi>. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot. +Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau. +— <hi rend="g">Crucifixus</hi> 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="italic">i</hi>, des tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. +Im Innern und auf dem kleinen Friedhof <hi rend="g">Grabmäler</hi> von Renss. +bis Klassizismus. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-Kap</hi>. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Andreas-K</hi>. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. — Über <milestone unit='line' n='40'/> +dem Haupteingang <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> um 1730 (zu vgl. mit +dem Severisarkophag). Sandsteingruppe der <hi rend="g">Beweinung</hi> +ca. 1430-40 von einem Nachfolger des Meisters <hi rend="italic">i</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. des großen Hospitals</hi>. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit +3seit. Schluß. — <hi rend="g">Epit</hi>. Ziegler 1462, tüchtig. +</p> + + +<pb n='111' id='i120.png'/> + +<!-- [P: 111] --> + +<p> +<hi rend="bold">K. des kleinen Hospitals</hi>. <hi rend="g">Gedenkstein</hi> der Stifter, der +Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von +Leubingen, ca. 1420-30. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Thomas-K</hi>. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> M. 15. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wigperti-K</hi>. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. — An der +WFront 3 Statuen um 1430, handwerklich. Besser eine +<hi rend="g">Madonna</hi> um 1450. Im Kreuzgang <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> +aus der Nachfolge des Meisters <hi rend="italic">i</hi>. — Sakristei mit guter +SpRenss.-Einrichtung. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neuwerks-K</hi>. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. +— Außen <hi rend="g">Madonna</hi> um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt, +als das meiste dieser Zeit (nicht von <hi rend="italic">Joh. Gerhart</hi>). Eine +zweite im Innern um 1400. Ziemlich prächtiger <hi rend="g">Hochaltar</hi> +um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Lorenz-K</hi>. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh. +— Am SPortal <hi rend="g">Sandsteinstatue</hi> des hl. Wenzel um 1450. +Außen neben dem Eingang <hi rend="g">Epit. Buseloyben</hi> um 1430, an +der SWand <hi rend="g">Epit. Salfeld</hi> 1405. Im Innern Epit. der <hi rend="g">Gebr. +Eberbach</hi> 1581 von <hi rend="italic">Friedemann d. Ä.</hi> — Die Holzskulpturen <milestone unit='line' n='20'/> +der modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Egidien-K</hi>. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung. +Jetzt zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand +zeigt kirchliche Bauformen. Unter der K. Durchfahrt +vom Wenigenmarkt zu der einst befestigten Krämerbrücke. <milestone unit='line' n='25'/> +Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen haben sich +die Türme erhalten: +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm</hi> +(mit <hi rend="g">Ölbergrelief</hi> vom E. 15. Jh.), <hi rend="bold">Pauls-Turm, +Georgen-Turm</hi>. Durchweg einfache spgot. Bauten. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">Rathaus<corr sic=''>.</corr></hi> Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen; +Einzelheiten im städtischen Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Alte Universität</hi> (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite +nach der Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im +Innern und an Nebengebäuden vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. <milestone unit='line' n='35'/> +— Die sehr konservativ gesinnte Körperschaft hat +die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der +Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng +symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß +des neuen Stils erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige <milestone unit='line' n='40'/> +Front hat 7 Achsen. Das große Tor in der Mitte ist ein Prunkstück +geometrischer Künstelei. An den Doppelfenstern des +Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß- und +Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig +rck.; an der Schmalseite verändertes System; der alte + + +<pb n='112' id='i121.png'/> + +<!-- [P: 112] --> + +Giebel im 17. Jh. durch einen Halbwalm ersetzt. Das Auditorium +maximum »möglichst im Anschluß an die frühere Form« wiederhergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Collegium Saxonicum</hi> in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener +FrRen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> <hi rend="g">Haus zum Rebstock</hi> (Futterstr. 2) +1447. In einer Nische des dritten Stockes feine gleichzeitige +<hi rend="g">Madonna</hi>. Der spgot. Bau noch in wesentlichen Zügen +erhalten. — <hi rend="g">Haus zum roten Stern</hi> (Allerheiligengasse +11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — +<hi rend="g">Haus zur hohen Lilie</hi> (Friedrich-Wilhelmsplatz) +1538. Feine frühe Renss. — <hi rend="g">Haus zum Greifenstein</hi> +(Michaelisstr. 48). 1549. — <hi rend="g">Haus zum goldenen +Rade</hi> (Marktstr. 50) 1554. — <hi rend="g">Haus zum goldenen +Hecht</hi> (Anger 37) 1557. Typisches Portal mit Sitznischen <milestone unit='line' n='15'/> +am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden <hi rend="italic">Hans Friedemann</hi>. +— <hi rend="g">Haus zum roten Ochsen</hi> (Fischmarkt 7) +1562. Im 1. und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß +Fenster mit gotisierenden Gewänden; am Zwerchgiebel +wieder Ordnungen. — <hi rend="g">Haus zum breiten Heerd</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von <hi rend="italic">Hans Friedemann d. Ä.</hi> +Die Ordnungen gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges, +an Heidelberg erinnerndes Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.; +im Obergeschoß mächtiger Hausflur; Wendeltreppe. Die +Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — <hi rend="g">Haus <milestone unit='line' n='25'/> +zum großen Christoph</hi> (Regierungsstr. 62). Altes +Gasthaus. 1605. — <hi rend="g">Haus zum Stockfisch</hi> (Johannisstr. 169) +1607. Langbau, die Giebel über den Brandmauern. +Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und ornamentierter +Quadern, nach niederländischer Art. — <hi rend="g">Haus <milestone unit='line' n='30'/> +zum Mohrenkopf</hi> (Johannisstr. 168) 1610, +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. Regierung,</hi> ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte +Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts +Patrizierhaus der Renss. »zum stolzen Knecht« +mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und linker Flügel unter <milestone unit='line' n='35'/> +Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den +Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister +(<hi rend="italic">M. v. Welsch?</hi> <hi rend="italic">M. Dreysigmark?</hi>). Schöner Festsaal in maßvollem +Spätbarock, die Stuckaturen von <hi rend="italic">August Gröninger</hi> aus +der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die Plafondmalerei <milestone unit='line' n='40'/> +schwach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. Haupt-Steueramt</hi> 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. +von Mainz und B. von Bamberg. +</p> + +<p> +Auf dem Fischmarkt <hi rend="bold">Roland</hi> als römischer Krieger, 1691 von +<hi rend="italic">Israel v. d. Milla</hi>, einem niederländischen (?) Italisten, der + + +<pb n='113' id='i122.png'/> + +<!-- [P: 113] --> + +Kopf nach dem Moses Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und +Eichenstr. <hi rend="bold">Neptun</hi> von einem ehemaligen Brunnen +um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERLABRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte <milestone unit='line' n='5'/> +Flachdecke, Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. +— <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> aus der Erbauungszeit. — +<hi rend="g">Bildstock</hi> 1601, gotisierend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERLACH.</hi> UFranken B A Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got., im 18. Jh. verändert. — 7 adlige <hi rend="g">Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +(meist Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493). +<hi rend="g">Bronzeplatte</hi> mit Inschr. und Wappen (Hauschild von +Hirschau). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche +Renss.Laube 1545. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERLAU.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger +Durchbildung. Das 4flügelige <hi rend="g">Altarwerk</hi> (aus der Rochlitzer +Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A. +16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERMLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus; +keine Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERMSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger <milestone unit='line' n='25'/> +rom. OTürme. — <hi rend="g">Grabst</hi>. 1561, 1602. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESCHDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> +1524. Gemaltes <hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. 1588. +C G (<hi rend="italic">Christoph Grohmann?</hi>). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESCHEFELD.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. — Spgot. <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Altarwerk</hi> mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln. +<hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESCHENSTRUTH.</hi> Kr Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau +erhalten, am besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang <milestone unit='line' n='40'/> +ins Schiff. Im Fenster des schon ursp. rck. Chores kleines +spgot. <hi rend="g">Glasgemälde</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESCHWEGE.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Markt-K. S. Dionys.</hi> Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. +— Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte + + +<pb n='114' id='i123.png'/> + +<!-- [P: 114] --> + +rund mit 4 Diensten, nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. +des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher als die Scheidbgg. WTurm +einspringend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neustädter S. Katharinen-K</hi>. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, +Turm 1374 mit neugot. Aufbau. — Hallenkirche von 4 Jochen, <milestone unit='line' n='5'/> +Schafte rund mit 4 Diensten und Laubkaptt., welche sich +auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. — <hi rend="g">Kanzel</hi> +1589 mit 3 Reliefs. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Nicolaus-Turm</hi>. 1455, Zopfdach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schwarzer Turm</hi>. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei. <milestone unit='line' n='10'/> +Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. +Fenstern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospitals-K. S. Elisabeth</hi>. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die +südl. Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ballhaus</hi>. 1578. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESPENFELD.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen. +<milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESPERSTADT.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und +vermauerter Rundbogentür. Umbau 1612. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESSELBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. — <hi rend="g">Holzfig</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +St. Barbara aus <hi rend="italic">Riemenschneiders Werkstätte</hi>. — Spgot. +<hi rend="g">Glocken</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESSFELD.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm, +13. Jh., bar. Haubendach. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ESTENFELD.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. +Bar. Portal 1690. Stuckdecke um 1720. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> +E. 18. Jh. mit Gemälde von <hi rend="italic">Bolsterer</hi> 1708. Reiche <hi rend="g">Kanzel</hi> +von <hi rend="italic">J. G. Moritz</hi> 1753. <hi rend="g">Marienstatue</hi>, Holz, 1. H. <milestone unit='line' n='35'/> +14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hof des Karthäuserklst</hi>. Engelgarten 1668. — An den Straßen +der nächsten Umgebung zahlreiche (9) <hi rend="g">Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ETTENHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ETTERSBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +In der modernen <hi rend="bold">K.</hi> <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> des Ludwig +von Blankenhain und seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte +aus der Klosterkirche Oberweimar hierher verschleppt sein).</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> ganz einfach. +</p> + + +<pb n='115' id='i124.png'/> + +<!-- [P: 115] --> + +<p> +<hi rend='ort'>ETTLEBEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dorf-Brunnen</hi>. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen +mit Kuppel. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ETWASHAUSEN.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke <hi rend="italic">Balthasar +Neumanns.</hi> Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm; +das Mittel in den Winkeln durch Kreissegmente erweitert; +nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4 Paar gekuppelter +dorischer Säulen, durch einen Durchgang von <milestone unit='line' n='10'/> +der Wand getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche +voll perspektivischen Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. +Die Kuppel ganz flach und durch Stichkappen von den Kreuzarmen +her zerschnitten. Nicht glücklich, wie öfters bei Neumann, +die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm, <milestone unit='line' n='15'/> +neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EUERBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Kath. Dorf-K</hi>. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Prot. Dorf-K</hi>. Chor und Turm spgot. Verschiedene <hi rend="g">Renss.-Epitaphe</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1600. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EUERDORF.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 +stark erneuert. Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi> in der Richtung +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; der Salvator ähnlich dem in Bibelried. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EUERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung. +Der isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, +umgebaut E. 16. Jh., Juliuswappen. — +<hi rend="g">Glocke</hi> 13.-14. Jh. <milestone unit='line' n='30] [L:30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EUSSENHAUSEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am +Turm eingemauert interessante frgot. sitzende <hi rend="g">Madonna</hi> +(stark beschädigt). Hinter dem Hochaltar Reste von <hi rend="g">Wandmalereien</hi> +aus 1. H. 15. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EUSSENHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. — <hi rend="g">Pietas</hi> um 1500. — +Vor der K. großer, reicher steinerner <hi rend="g">Prozessionsaltar</hi> +A. 17. Jh. + <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="bold">Kellerei</hi>. Charaktervoller Bau von 1638. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EYBA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Edelhof</hi> der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen +dieser Art aus dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.). +</p> + + +<pb n='116' id='i125.png'/> + +<!-- [P: 116] --> + +<p> +<hi rend='ort'>EYERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit +WTurm. Elegante gleichzeitige Einrichtung. <hi rend="g">Deckenbild</hi> +(Huldigung der hl. 3 Könige) von <hi rend="italic">Gg. Anton Urlaub</hi> 1753 +(1909 restaur.). <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>EYRICHSHOF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und +1883), 2flügelig mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt +sich ein Rokokoflügel (um 1730) an. Inmitten eines prächtigen +Parkes. — Bmkw. <hi rend="g">Einrichtung</hi>: besonders gute <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="g">Renss. Schränke</hi> (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische +<hi rend="g">Porzellansammlung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloßkap.</hi> Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. — +Zinnerne <hi rend="g">Taufschüssel</hi>, schön sprenss. +</p> +</div> + + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>F</title></head> +<p> + <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FAHR.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Auf dem Friedhof bmkw. <hi rend="bold">Kreuzigungsgruppe</hi>, Sandstein, +3/4 lebensgroß, ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben +(wie das bei handwerklichen Arbeiten oft vorkommt) +auf der Stilstufe von 1400. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FÄHRBRÜCK.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt</hi>. 1686-98. Kraftvoller +Bar. Bau in der Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., +gute Außenarchitektur. Turm im NO. <hi rend="g">Ausstattung</hi> +aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Blatt</hi> des Hochaltars von <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="italic">O. Onghers</hi> 1695. Große <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, von <hi rend="italic">P. Wagner</hi> +1798. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FALKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor +frgot. [Eine rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.] <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +Das <hi rend="bold">»Schlößchen«</hi> von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches +Gerichtshaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FALKENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Homburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. War 1250 schon vorhanden. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FALKENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. — 6 <hi rend="g">Grabmäler</hi> 1579-1725. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>. Ursp. Wasserburg des 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FALKENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen <milestone unit='line' n='40'/> +aus 16. Jh. +</p> + + +<pb n='117' id='i126.png'/> + +<!-- [P: 117] --> + +<p> +<hi rend='ort'>FAMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im +spgot. Langhaus Emporen und bemalte Decke. 1778. — +<hi rend="g">Kanzel und Altar</hi> 1617, 1623, Holz, in guter SpRenss. +</p> + +<p> +FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1667. Gute <hi rend="g">Schnitzbilder</hi> von ehemaligen +Altären um 1508. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FASANERIE.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die +im klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales <milestone unit='line' n='10'/> +und einzelner Zimmer mit den alten Tapeten und den auf +die Wände geklebten allegorischen Bildern, auch einzelnen +charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit, großenteils +unversehrt erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FECHENBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1732. Am <hi rend="g">Pfarrhof</hi> Sandsteinfig. der Madonna +um 1400. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine Kollenburg</hi>. Ziemlich gut erhaltene, typische +Renss. Anlage mit älteren Resten, an der SSeite des Palas +rom. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FECHHEIM.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm +steht zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. +(Emporensaal) von 1702. — 3teiliges <hi rend="g">Altargemälde</hi> bez. +1480, sehr rest. — Befestigter <hi rend="g">Kirchhof</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FEILITSCH.</hi> OFranken BA Hof. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1747. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FELDECK</hi> siehe Dietlas. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FELSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kirchhofs-Kap.</hi> Rom. und spgot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit hohem Rund-Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FILKE.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Mauerschedel.</hi> Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung. +Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten <milestone unit='line' n='35'/> +Gaden. Kirchenruine rom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FINDELBERG.</hi> UFranken B A Königshofen. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> 1570, 1672, 1780. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FISCHBACH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle <milestone unit='line' n='40'/> +von 1756 mit hübscher Außengliederung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FLADUNGEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung +aus M. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln. +</p> + + +<pb n='118' id='i127.png'/> + +<!-- [P: 118] --> + +<p> +Gut erhaltene <hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit starken Türmen, interessant +die auf den Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore +abgebrochen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FLEMMINGEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. <milestone unit='line' n='5'/> +Chor-Turm; Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom. +Portal um 1200. Im <hi rend="g">Tympanon</hi> 2 Quadranten mit +stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit senkrechter +Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FLEMMINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm, +Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. <hi rend="g">Kanzelaltar</hi> +1739. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FLÖHA.</hi> K. Sachsen AHauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1741 (rest. 1880). — Altar mit bmkw. Gemälden <milestone unit='line' n='15'/> +um 1525, verwandt dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FORCHHEIM.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719 von <hi rend="italic">George Bähr</hi> und <hi rend="italic">Fehre</hi>, zentrale Anlage +ähnlich der K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch +aus der Erbauungszeit. — <hi rend="g">Taufstein</hi> 1725, reiche, tüchtige <milestone unit='line' n='20'/> +Arbeit. Altar mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Butzäus</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Einfacher Bau von 1558. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FORCHHEIM.</hi> OFranken BAmtstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Martins-K</hi>. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift. +— 3sch. Halle mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, <milestone unit='line' n='25'/> +Sschiffe und Chor Rippengwbb., die 1720 durch <hi rend="italic">J. +Vogel</hi> aus Bamberg stuckiert wurden. Im S Reste eines rom. +Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher +Haube von 1669. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1696 von <hi rend="italic">Neuner</hi>, 1837 +verändert; <hi rend="g">Apostelaltar</hi> 18. Jh., Gemälde von <hi rend="italic">Oswald <milestone unit='line' n='30'/> +Onghers,</hi> Skulpturen von <hi rend="italic">Goldwitzer</hi>. — An den Pfll. des +Msch. 8 <hi rend="g">Gemälde</hi> auf Holz in der Richtung <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>, +vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin; 3 <hi rend="g">Gemälde</hi> +(Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten +Hochaltar. — <hi rend="g">Skulpturen</hi>. Im <hi rend="g">Inneren</hi>: Im Msch. <milestone unit='line' n='35'/> +und Chor 12 <hi rend="g">Apostel</hi>, Holz, aus E. 15. Jh., doch nur in +einem entfernteren Sinn der Schule des <hi rend="italic">Veit Stoß</hi> zuzurechnen. +In der Marien-Kap. <hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, recht tüchtige Arbeit +des frühen 16. Jh. <hi rend="g">Derselbe</hi> Gegenstand in veränderter, +dem Schönheitsideal des Klassizismus besser zusagender <milestone unit='line' n='40'/> +Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar vom bambergischen +Hofbildhauer <hi rend="italic">Kamm</hi> 1786. Sehr interessant das 8figurige +Relief in Lindenholz mit dem <hi rend="g">Abschied Christi von +seiner Mutter</hi>, nach 1520 von einem guten, noch nicht +näher festgestellten Nürnberger Künstler mit Erinnerungen + + +<pb n='119' id='i128.png'/> + +<!-- [P: 119] --> + +an <hi rend="italic">Stoß</hi> und <hi rend="italic">Dürer</hi>. <hi rend="g">Epitaphe</hi> des Ph. v. Egloffstein 1558 von +<hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 +von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> in Bamberg. Am <hi rend="g">Äußeren</hi>: Neben dem +WPortal Martin und Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., +am Chor Kolossalfigur Christi 14. Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., <milestone unit='line' n='5'/> +recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh. im gewöhnlichen +Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige Gewandung +die Durchschnitts-Ölberge überragend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marien-Kap</hi>. soll von <hi rend="italic">Otto v. Bamberg</hi> A. 12. Jh. erbaut sein; +rom. Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter <milestone unit='line' n='10'/> +Raum, jetzt mit Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar +spgot. <hi rend="g">Skulpturen</hi>. <hi rend="g">Ölberg</hi> von Ton M. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. +5 <hi rend="g">Tafelgemälde</hi> der Nürnberger Schule E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. 1690. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus +rom. Zeit das an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. +1353-63 als Bischöfl. Bambergische Residenz hergestellt; +noch öfters umgestaltet; 4geschossiger steinerner +Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558. Stilgeschichtlich <milestone unit='line' n='20'/> +wichtige <hi rend="g">Wandgemälde</hi> 1831 und 1907 +freigelegt; nur die letzteren befriedigend rest. Rest eines +größeren Zyklus um 1353 die 3 Propheten der Hauskapelle. +Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung Mariä und +Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich <milestone unit='line' n='25'/> +einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch +böhmische Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger +Stil des frühen 15. Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen, +die von H. Kehrer als Satiren auf König Wenzel (?) gedeutet +wurden. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Katharinenspital</hi>. Schöner Holzbau 1611. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nürnberger Tor</hi>. 1698. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FÖRDERGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Architekturlos; hübscher <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit <milestone unit='line' n='35'/> +Reliefflügeln um 1510. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> K. Sachsen AH Flöha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1741. — <hi rend="bold">Herrenhaus</hi>. 1553. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen <milestone unit='line' n='40'/> +Geschlechtes. Der Bergfried aus sehr großen Buckelquadern +noch 24 m hoch erhalten. Sonst zusammenhanglose Trümmer. +Zerst. 1448 und 1525. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Liebfrauen-K</hi>. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. + + +<pb n='120' id='i129.png'/> + +<!-- [P: 120] --> + +1359. Gr. und System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, +und die Ähnlichkeit der Anlage würde noch größer sein, wäre +nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem ursp. Plan ausgeführt, +dann aber breiter und höher fortgesetzt. Einspringender +WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. <milestone unit='line' n='5'/> +Ganze L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), +H. 12. Die runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig +sehr stark. Das lockere Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. +Im Querschnitt die Gwbb. von genau gleicher Scheitelhöhe, +die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch. stark gestelzt. <milestone unit='line' n='10'/> +Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht +übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß +mit 2 Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich +und deshalb im First höher als das Dach des Qsch. Das +Kranzgesims um die Strebepfll. herumgekröpft. Einfach <milestone unit='line' n='15'/> +röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach abgewalmt, +so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm +steckt mit seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß +erst das dritte (letzte) ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden +und leicht zurückspringenden 4 Giebeln, der mäßig <milestone unit='line' n='20'/> +hohe Helm 8seitig. — Hübsches <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> +2. H. 14. Jh. — <hi rend="g">Kanzel</hi> von Stein 1554. — <hi rend="g">Balkenköpfe</hi> +der ehemaligen Empore, meisterlich geschnitzt von +<hi rend="italic">Phil. Soldan</hi> 1529. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Marien-Kap.</hi> Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der <milestone unit='line' n='25'/> +südöstl. Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche +angebaut. Da auf normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, +hat der Gr. unregelmäßig zentralisierende Gestalt: der größere +Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks, ein 3 eck. Raum vermittelt +zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist der <milestone unit='line' n='30'/> +des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke +Polygon. Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in +jener schulgemäßen Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für +jene Epoche das Höchste war. Demn Äußeren war ein sehr +reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und scheint <milestone unit='line' n='35'/> +auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des +Innern vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. <hi rend="g">Altar</hi>. +Die Mensa getragen von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes, +3teiliges Retabulum von feinster Arbeit. Erstes Glied eine +niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat der Strebepfll., Fialen <milestone unit='line' n='40'/> +usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß 3 Blendbgg. +für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im dritten +Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon +einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter +einer etwas pedantischen Hochgotik streng festgehalten. +</p> + + +<pb n='121' id='i130.png'/> + +<!-- [P: 121] --> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. +die reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten +Kragsteine 1515. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und +sehr verbaut. Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und <milestone unit='line' n='5'/> +A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau, +die 2 Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere +Erker mit Spitzdächern; trotz der dürftigen Herstellung aus +neuerer Zeit wirkt der Bau in der Gruppierung noch immer <milestone unit='line' n='10'/> +hübsch und lebendig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENHAUSEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Oberkirche</hi>. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer +zu erraten. — <hi rend="g">Grabdenkmäler v. Biela</hi> 1773; Oberst +<hi rend="g">Mayer</hi> 1667 saubere, tüchtige Arbeit; andere wenigstens <milestone unit='line' n='15'/> +kostümgeschichtlich bmkw. <hi rend="g">Werner</hi>sches <hi rend="g">Erbbegräbnis</hi> +mit Eisengitter A. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Unterkirche</hi>. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse. +Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf +massiven Pfll. mit Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. <milestone unit='line' n='20'/> +— <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Marmor, <hi rend="g">Altarleuchter</hi> und +<hi rend="g">Taufschale</hi>, alles für diese Zeit und Gegend bmkw. +gut gearbeitet. <hi rend="g">Tafel</hi> mit den Porträts von Luther, Melanchthon +und Johann dem Beständigen (Schule <hi rend="g">Cranachs</hi>). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den <milestone unit='line' n='25'/> +alten Bestand.) +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pfännerschafts-Haus</hi>. Sitzungszimmer 1615. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi>. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhaus</hi> Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im +Übergang von Got. zu Renss. Alte Decken. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENHAUSEN</hi> (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.</p> +<p> +<hi rend="bold">Kirche</hi>. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle +— An der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, <hi rend="g">Jüngstes +Gericht,</hi> um 1300. Darüber zweite Farbenschicht mit +spgot. Rankenwerk. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENSTEIN</hi> b. Salzungen Kr. Meiningen.</p> +<p> +Von der alten <hi rend="bold">Burg</hi> nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige +burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRANKENTAL.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1587 und 1607. — Schönes <hi rend="g">Altargerät</hi> E. 17. <milestone unit='line' n='40'/> +Jh., Dresdener Beschau. — <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. 1252. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENBREITUNGEN.</hi> Sachs.-Mein. LA Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit + + +<pb n='122' id='i131.png'/> + +<!-- [P: 122] --> + +spitzbg. Fenstern und Emporen, an deren Brüstungen 49 +<hi rend="g">Gemäldefelder</hi>. Wertvoller <hi rend="g">Flügelaltar</hi> bez. +1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem +Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde +nach der Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich <milestone unit='line' n='5'/> + — <hi rend="g">Glocken</hi> 1616. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Edelhof</hi> (v. Gleichen) renss., malerische Diele. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gerichtslinde</hi>. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENHAYN.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi>. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über +dem Chor bmkw. got. Dachstuhl. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENHORST.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. +Fenstern in der OWand. — Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENPRIESSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig +mit polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, +2geschossiger Anbau mit Herrschaftsempore und Gruft der +Schenken v. Tautenburg; schöne Metallsärge. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Domänengebäude</hi> mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll., +Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig +guter Bildung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENROTH.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cist.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte <milestone unit='line' n='25'/> +sprom. Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. +(Empore ausgebrochen). — Ein kostbarer Schatz das <hi rend="g">Grabmal</hi> +des Minnesängers Otto v. Botenlauben (aus dem Geschlecht +der Grafen v. Henneberg) † 1266 und seiner Gemahlin +Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen <milestone unit='line' n='30'/> +Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch +mit der thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang, +den verwandten Stücken in Reinhardtsbrunn und Erfurt +künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von Groitzsch in Pegau +nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth verschleppt <milestone unit='line' n='35'/> +und von demselben Meister die Madonna in Lauter. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENSEE.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +Ehemalige <hi rend="bold">Cisterc.-Klst.-K</hi>. 1860 abgebrochen. Erhalten +ein rom. Kragstein mit Löwenkopf. — <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1632. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern +erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von +1614. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß.</hi> 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig <reg orig='zusammen-|toßend'>zusammentoßend</reg><pb n='123' id='i132.png'/><!-- [P: 123] -->, +durch stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau +in strenger toskan. Ordnung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRAUREUTH.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1733, groß, nüchtern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FREIBERG.</hi> K. Sachsen. A Hauptstadt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. +Bei dieser Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von +E. 12. Jh. für den OBau vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige +Gestaltung; ferner erhielt sich unversehrt die »goldene +Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten WTürme <milestone unit='line' n='10'/> +setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher +Zeit stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist +Hallenkirche. Die 3 Schiffe von gleicher Breite, sehr schlanke +kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven Flächen, Netzgwb. +ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach innen <milestone unit='line' n='15'/> +gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung +um jeden Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene +Emporenanlage hier zum ersten Mal. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Die goldene Pforte</hi>. So genannt nach der ehemaligen +Vergoldung einzelner Teile, die zum polychromen System <milestone unit='line' n='20'/> +gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur Datierung fehlen; +die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13. Jh. Dank +langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten) +spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. +— Der Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. <milestone unit='line' n='25'/> +Die erreichte Harmonie der Erscheinung ist um so +bewunderungswerter, als hier zwei grundverschiedene Traditionslinien, +die deutschrom. und die französisch-got., zusammentreffen. +Die erste behält im künstlerischen Wollen +die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die <milestone unit='line' n='30'/> +umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher +Plastik. (Ein Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit +dem Fürstenportal am Bamberger Dom; er kann nicht mit +Sicherheit entschieden werden; im architektonischen Detail +manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit <milestone unit='line' n='35'/> +der italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch +der Architekt und der Plastiker verschiedene Personen, so ist +doch die Komposition, die nur dem ersteren angehören kann, +ganz einheitlich. Um den verlangten Reichtum voll entwickeln +zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9 Rücksprünge <milestone unit='line' n='40'/> +mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der Bogenläufe<note +place='foot'><p> +Die rechtwinklige Umrahmung mit abschließendem Bogenfries ist neu +und so wenig organisch, daß sie schwerlich auf alte Ansätze zurückgehen kann +(bei Puttrich nichts davon zu erkennen). +</p></note> +und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige + + + + +<pb n='124' id='i133.png'/> + +<!-- [P: 124] --> +Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an +dem übrigens nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der +entscheidende Unterschied gegenüber dem franz.-got. Schema +liegt darin, daß die Statuen (dort in dichter Reihung) mit +den Sll. wechseln und daß sie, was für das statuarische Motiv <milestone unit='line' n='5'/> +eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll. verwachsen sind, +sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen. +Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende +Besetzung der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche +Programm ist französisch; es drängt in ein einziges <milestone unit='line' n='10'/> +Portal zusammen, was an französischen Kathedralen meist +auf drei verteilt wurde. — Im Mittelpunkt der ganzen Komposition +steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei +Könige — Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande. +Darüber, in der ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; <milestone unit='line' n='15'/> +von ihr, wie von Christus, werden nur Kopf und Schultern +sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die übrigen drei Archivolten +tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die äußerste +die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein +merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr <milestone unit='line' n='20'/> +achtbare Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, +Evangelisten, Abraham, der die Seelen in Empfang nimmt, +die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten am Gewände +erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo, +Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die <milestone unit='line' n='25'/> +Ecclesia. — Aus derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch +einige andere Werke, sehr verstümmelt, aber doch mit Spuren +hohen Wertes, erhalten: zwei kleine <hi rend="g">Bogenfelder</hi> und +eine <hi rend="g">Hochrelief-Platte</hi>, aus den Umrissen Moses +und die eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel <milestone unit='line' n='30'/> +gehörig (vgl. Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf +dem zerstörten rom. <hi rend="g">Lettner</hi>, der, nach Fragmenten zu +urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war, stand +die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte +<hi rend="g">Kolossalgruppe</hi> der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, <milestone unit='line' n='35'/> +die Figuren 2,2 m h.]. — <hi rend="g">»Tulpenkanzel«</hi> +um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung, +künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität +der aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer +Blätterkelch mit den Halbfiguren der Kirchenväter, getragen <milestone unit='line' n='40'/> +von 4 ganz ins Lichte ausgearbeiteten Stengeln, zwischen +deren Verschlingungen Engelskinder sich tummeln. Der +Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste +und Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht +(etwa der Meister, der Predigt lauschend), höher auf + + +<pb n='125' id='i134.png'/> + +<!-- [P: 125] --> + +dem mittleren Baumstamm ein jüngerer Mann (wohl der +Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu stützen +sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während +auf der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. — <hi rend="g">»Bergmannskanzel«</hi> +1638, die Architekturformen noch in <milestone unit='line' n='5'/> +ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am Treppengeländer +ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren +zweier Bergleute. — Chor und Qsch. dienen als <hi rend="g">Fürstengruft</hi>. +In der Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten +Moritz, 1558-63. Eine für diese Stufe der Renss. charakteristische <milestone unit='line' n='10'/> +Kollektivarbeit vieler Meister aus vieler Herren +Länder. Die Brüder <hi rend="italic">Gabriel</hi> und <hi rend="italic">Benedikt Thola</hi> aus Brescia +zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte <hi rend="italic">Hans v. Dehn-Rothfelser</hi>; +der Hoftischler <hi rend="italic">Georg Fleischer</hi> schnitzte das +Modell. Die eigentliche bildnerische Arbeit von <hi rend="italic">Anton von <milestone unit='line' n='15'/> +Zerroen</hi> aus Antwerpen. Der Guß von <hi rend="italic">Wolff Hilger</hi>. Nicht +klar die Rolle des Lübecker Goldschmiedes Wessel. Auf rck. +Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von gekuppelten toskan. +Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12 +allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem <milestone unit='line' n='20'/> +Gebälk antike Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile, +auf den Wandflächen Inschrifttafeln; Material schwarzer +und farbiger belgischer Marmor. Als Krönung eine sarkophagartig +ausgebildete schwarze Platte und auf dieser, in weißem +Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens <milestone unit='line' n='25'/> +mit dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen +Profile und das sonstige Ornament sind vortrefflich, +die Figg. ungleich, meist nicht mehr als handwerklich. +Früher umstanden das Monument die von Moritz +in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; <milestone unit='line' n='30'/> +das Gitter von 1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). — +Der eigentliche Chor erhielt seine jetzige Gestalt seit 1585, +wesentlich ein Werk des Bildhauers und Architekten <hi rend="italic">Nosseni</hi> +aus Lugano; Guß der Figg. von <hi rend="italic">Carlo di Cesare</hi> aus Florenz. +Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern <milestone unit='line' n='35'/> +erhielten eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, +unten gekuppelte Sll., oben Pilaster. Sockel und +Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen höchst nachdrücklich, +eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor, oben +Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer <milestone unit='line' n='40'/> +und Frauen des kurfürstlichen Hauses überlebensgroß, +vergoldete Bronze, tüchtige, lebensvolle Auffassung, gediegene +Materialbehandlung; in der oberen Reihe 8 Propheten; +an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts, +sehr manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix, + + +<pb n='126' id='i135.png'/> + +<!-- [P: 126] --> + +dahinter Charitas und Justitia; oben gegen das Fenster sich +abzeichnend die großartige Fig. des Auferstandenen. Der +Stil dieser Arbeiten des <hi rend="italic">Carlo di Cesare</hi> steht etwa zwischen +<hi rend="italic">Jacopo Sansovino</hi> und <hi rend="italic">Giovanni da Bologna</hi>, während <hi rend="italic">Nossenis</hi> +Bildnisfigg. mit <hi rend="italic">Leone Leoni</hi> zu vergleichen sind. Auf dem <milestone unit='line' n='5'/> +Fußboden des Chors messingne gravierte <hi rend="g">Grabplatten</hi> +von 28 Familienmitgliedern, von Heinrich dem Frommen +† 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das <hi rend="g">Grabmal +der Kurfürstinnen Anna</hi> und <hi rend="g">Wilhelmine</hi> +aus Schloß Lichtenberg hierher versetzt, bez. <hi rend="italic">Balthasar <milestone unit='line' n='10'/> +Permoser</hi> 1703. — Im Schiff und in der Turmhalle viele +<hi rend="g">Epit</hi>.; anderes in der St. Annakap. [Die ma. Ausstattung +großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum +und im Dresdener Altert.-Ver.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Jakobi-K</hi>. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und <milestone unit='line' n='15'/> +verbaut; um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. — +<hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. <hi rend="italic">Bernhard Diterich</hi> 1610. — <hi rend="g">Kanzel</hi> +1564, schöne Sandsteinarbeit. — <hi rend="g">Taufstein</hi> bez. 1555 +H. W. (<hi rend="italic">Hans Walter</hi>), glänzend reiche Komposition, am Fuß +vier Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange <milestone unit='line' n='20'/> +beliebt: um 1510 in Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in +Pfaffroda). In der Sakristei großes bar. Elfenbeinkruzifix, +<hi rend="italic">Balth. Permoser</hi> zugeschrieben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und +mittleren Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung <milestone unit='line' n='25'/> +1752. An der NSeite ein schöner rom. Kopf eingemauert. — +Chor 1386. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Petri-K</hi>. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« +erhalten; sonst Neubau 1401 und 1728. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Thümerei</hi> (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte <milestone unit='line' n='30'/> +Räume, im Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken +mit Holzpfll. Das Äußere wenig verändert; in den +Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und Blumenmuster +beschädigt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Freudenstein</hi>. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. <milestone unit='line' n='35'/> +durch <hi rend="italic">Hans Irmisch</hi>, seit 1572 unter <hi rend="italic">Gf. Rochus v. Linar</hi>. +An der künstlerischen Ausstattung waren der Hofmaler <hi rend="italic">H. +Göding</hi> und der Lütticher <hi rend="italic">H. Schröer</hi> beteiligt. Im 18. Jh. +verfallen, im, 19. Militärmagazin. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. 1410, nach Brand 1471 verändert. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kaufhaus</hi>. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne +lombardischer Ornamentik. Trinkstube 1545. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz +10; Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; +Untermarkt 16, Innenraum 1510; Obermarkt 1 17. Jh.; <reg orig='Ei-|bische '>Eibische</reg> +<pb n='127' id='i136.png'/> + +<!-- [P: 127] --> +Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus; Obermarkt 17 +mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. +1553; ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker +und schöner Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Museen</hi>: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver. <milestone unit='line' n='5'/></p> +<p> +Südl. vor der Stadt die drei <hi rend="bold">Kreuze</hi>, die Körper jetzt im Alt.-V. +Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh. +</p> + +<p> +FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +<hi rend='bold'>Stadt-K. U. L. F.</hi> etwa 1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise +got. umgebaut. Die K. ist nicht groß (ganze L. ursp. 37 m), <milestone unit='line' n='10'/> +aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit Vierungs-Turm +und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der +(im ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) +Formensprache von nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis +in zierlicher Gotik erneuert um 1400; das Netzgwb. <milestone unit='line' n='15'/> +erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die Kreuzarme +flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom. Nebenapsiden, +in der Außenarchitektur besonders wuchtig und +gedrungen. Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) +Rhombendach zwischen den 4 Giebeln. Ein charakteristisches <milestone unit='line' n='20'/> +Formelement die rautenförmigen Öffnungen in +den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß), +im Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten +Fenster. Das Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung +der rom. Jochteilung; an der Umfassungsmauer <milestone unit='line' n='25'/> +noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries +des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten +des Lhs. seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen +des Naumburger OPaares in ihrer ursp. Gestalt; +sie dürfen unter die vornehmsten Architekturbilder, die Thüringen <milestone unit='line' n='30'/> +zu bieten hat, gerechnet werden. Im Einzelnen bemerke +man, daß vom STurm die Fenster des ersten Fenstergeschosses +frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, +also nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren. +Zwischen den Türmen springt jetzt ein einfach <milestone unit='line' n='35'/> +gehaltenes got. Paradies vor, nach 3 Seiten offen. — Im SKreuz +jetzt ein vermauert vorgefundenes rom. <hi rend="g">Tympanon</hi>, Maria +zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen, +parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind, +Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +Im Altarhaus bmkw. <hi rend="g">Tafel</hi> mit h. Sippe. <hi rend="g">Taufstein</hi> +mit Puttenfries um 1600 (vgl. Markrölitz). Zahlreiche +<hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>, bmkw. das des Ritters v. Taubenheim +1536 in frührenss. Umrahmung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>, got. Steinbau, oft verändert. +</p> + + +<pb n='128' id='i137.png'/> + +<!-- [P: 128] --> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Neuenburg</hi>. Einst die stärkste und nächst der Wartburg +wohl glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck +nüchtern, fast kasernenmäßig; schon Kurfürst +August 1552 und die Herzöge von Sachsen-Weissenfels 1666 +bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der erste <milestone unit='line' n='5'/> +Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige +Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, +was vom rom. Bau sich erhalten hat, ist eine <hi rend="g">Doppelkapelle</hi>, +die zum Besten und Bezeichnendsten gehört, +was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben <milestone unit='line' n='10'/> +ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die +beiden Geschosse — das untere für das Gesinde, das obere +für die Herrschaft — durch eine (1856 in historisch unmöglicher +Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel kleinerer +als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere <milestone unit='line' n='15'/> +östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung +durch das alte Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten +freien Verhältnissen, 4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten +Wandsll. und einer aus 4 schlanken Schaften zusammengesetzten +Mittelstütze; die Quergurte in Zackenbgg. aufgelöst <milestone unit='line' n='20'/> +(morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und Rankenwerk +der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen +gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender, +die Form fast frei vom Grunde lösender Technik (jetzt in +verständnislos greller Bemalung und Vergoldung). Zu beachten <milestone unit='line' n='25'/> +ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got. Stil nach der +formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. — +Von einigem Interesse der <hi rend="g">Fürstensaal</hi> von 1552 und +das sog. <hi rend="g">Königin Luisenzimmer</hi> in gutem Zopfgeschmack. + <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FREIENFELS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1700. — <hi rend="bold">Schloß</hi>. 1690. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FREIENHAGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sandsteinquaderbau 1777. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FREMDISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRENSDORF.</hi> OFranken BA Bamberg II. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen +späterer Zeit fehlen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi>. Von <hi rend="italic">G. Bonalino</hi>, dem Erbauer der Stephans-K. <milestone unit='line' n='40'/> +in Bamberg und der Ehrenburg in Coburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FREYBURG</hi> siehe Freiburg a. Unstrut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRICKENDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +Elegante 3jochige <hi rend="bold">Brücke</hi> über die Baunach um 1750 mit +rok. Brückenfigg. +</p> + + +<pb n='129' id='i138.png'/> + +<!-- [P: 129] --> + +<p> +<hi rend='ort'>FRICKENHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in +der Regel nur aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich +hier in unberührter Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken +bildet ein schmales Rechteck zwischen Mainufer und Weinbergen, <milestone unit='line' n='5'/> +einzige Hauptstraße dem Fluß parallel; in der Mitte +zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein +drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 <milestone unit='line' n='10'/> +(vorher Flachdecke). 4jochige Hallenkirche von klaren weiten +Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als Tonne konstruiert mit +aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss. Profil und +Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit +spgot. Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) <milestone unit='line' n='15'/> +tangiert den Chor des 17. Jh. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1617, Holz, +hoher vielgliedriger Etagenbau mit zahlreichen Statuen; auf +der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel. <hi rend="g">Seitenaltäre</hi>: +nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor +um 1730 mit Gemälde von <hi rend="italic">J. M. Wolcker</hi>. Am Chorbg. großes <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Kruzifix</hi> 17. Jh., interessant ein <hi rend="g">Sebastian</hi> aus M. 16. Jh. +— 13 <hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Renss. — +Außen <hi rend="g">Ölberg</hi> A. 16. Jh., einer der besseren; nicht ein +Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne <milestone unit='line' n='25'/> +dea spgot. Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte +bar. <hi rend="g">Mariensäule</hi> bez. 1710. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Knabenschule</hi> (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. — Domkapitelscher +<hi rend="bold">Kellerei</hi> 1475 (mit hübscher Kelter von 1753) +und mehrere stattliche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des Barock. — <milestone unit='line' n='30'/> +Zahlreiche herrenmäßige <hi rend="bold">Häuser</hi> aus 16. und 17. Jh. und +vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte <hi rend="bold">Ringmauer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIEDERSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Ursp. rom., sehr verbaut. — Großer spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +mit Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem <milestone unit='line' n='35'/> +Leipziger Meister, der sich auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) +findet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIEDERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß.</hi> Neubau 1887. Lange Reihe von <hi rend="g">Bildnissen</hi> +der Familie von Oppell, 1563 bis A. 19. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIEDEWALD.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken +runden Ecktürmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIEDRICHRODA.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1538, sonst 1770. +</p> + + +<pb n='130' id='i139.png'/> + +<!-- [P: 130] --> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIEDRICHSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. spgot., renov. 1566. — Der <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +gehört zu den wertvolleren aus A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIEDRICHSWERTH.</hi> Sachs.-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. 1680-89 von <hi rend="italic">Jeremias Tütleb</hi> für Friedrich I., Trikliniengrundriß. <milestone unit='line' n='5'/> +Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. +die Kapelle mit üppiger <hi rend="g">Stuckdecke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIESAU.</hi> Reuß ä. L. LA Burgk. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. — +Tüchtiger <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1446. Etwas jünger ein <milestone unit='line' n='10'/> +zweiter. — Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> bez. 1509. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIESENHAUSEN.</hi> UFranken Kr. Hofheim. +</p><p> +<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K</hi>. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn +Fuchs v. Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne +auf toskan. Pilastern, reiche Stuckdekoration. Außen desgl. <milestone unit='line' n='15'/> +Pilaster in Haustein und profilierte Fenstereinrahmung. Der +Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die +Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe +verwandt den Würzburger Bauten <hi rend="italic">Jos. Greisings</hi>. — <hi rend="g">Marmoraltäre</hi> +aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Orgelgehäuse</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +um 1750. Großes <hi rend="g">Ölgemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. M. Bolster</hi> 1707. +<hi rend="g">Kelch</hi> 1467; anderes bar. und rok. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> 1521, einfach spgot. <hi rend="g">Epitaphe</hi> v. Ostheim +1515, 1573. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. <milestone unit='line' n='25'/> +Quaderbau in guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke +vor dem Eingangstor (bez. 1700) flankieren 2 lebensgroße +steinerne Turnierritter. Schönes äußeres Gittertor um 1730. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRIESSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. <milestone unit='line' n='30'/> +Apsis. — Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> 1605. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRITZLAR.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Peter.</hi>. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem +durch Brand 1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten) +haben sich die unteren Teile des heutigen Stiftschors erhalten; <milestone unit='line' n='35'/> +sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von der um 1100 errichteten +größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden kreuzf. +Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren +Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung +als Gwb.Bau im 1. Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. <milestone unit='line' n='40'/> +Nachrichten fehlen. Welche Rolle die bei der Erstürmung +der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna gravia» +gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht +mehr wesentlich verändert. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Krypta</hi>. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum + + +<pb n='131' id='i140.png'/> + +<!-- [P: 131] --> + +in 3 Sch. zu 6 Jochen, grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf +Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und steilen Basen mit Ecksporen; +zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende zugleich +mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. — Die nördl. +Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit <milestone unit='line' n='5'/> +breitem Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K. +gedeutet; der vordere Abschnitt (unter dem Martinschor, +d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der Hauptkrypta gleichzeitig. +— Die Nebenräume der SSeite bilden die untere Sakristei +und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«). <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="g">Oberkirche</hi>. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen +Formen ohne größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern +des Qsch. an den Ecken verstärkt. Chor quadr. mit polyg. +(5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in 3 Doppeljoche nicht +regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites überquadr. <milestone unit='line' n='15'/> +(8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und +Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach +abgetreppten Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull. +Arkaden-Öffnungen unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze +zusammengefaßt, Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., <milestone unit='line' n='20'/> +die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur Pfl.-Gliederung, +derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7 m +über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster +in den Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus +gequetschtem Pfühl und hoher vielgliedriger Deckplatte <milestone unit='line' n='25'/> +(woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom behauptet wird; +die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). — Das +südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. — Die schlanken WDoppeltürme +in 6 Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit +Lisenen und Bgfriesen gegliederten vom Bau des 12. Jh., <milestone unit='line' n='30'/> +die beiden letzten, jederseits mit 2 Doppelarkaden geöffneten, +aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des Zwischenbaues, +Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende +Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden +geöffnet, 12. Jh. Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 <milestone unit='line' n='35'/> +Joche tief, links von der rundbg. Mittelöffnung 2 spitzbgg., +rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch. Obergeschoß: 18. Jh. +— Die Langseiten klar und zierlich mit fein profilierten Lisenen +und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel +aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. <milestone unit='line' n='40'/> +— Reiche bar. <hi rend="g">Altarausstattung</hi> E. 17. Jh. +bis A. 18. Jh. <hi rend="g">Pfarraltar</hi> 1724. Daneben das turmartige +<hi rend="g">Sakramentshaus</hi> aus 2. H. 15. Jh. Lettner abgebrochen. +Reste von spgot. <hi rend="g">Schnitzaltären</hi> unbedeutend. +Verstümmelter <hi rend="g">Celebrantenstuhl</hi> 14. Jh. + +<pb n='132' id='i141.png'/> + +<!-- [P: 132] --> + +<hi rend="g">Kanzel</hi> 1696. Etwa gleichzeitig das <hi rend="g">Gestühl</hi> im Sch. +mit geschnitzten Wangen. — In der Krypta schlichte got. +<hi rend="g">Tumba</hi> des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule +sein Bild, sitzend, Hochrelief. +</p> + +<p> +Die <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi> bilden mit der K. eine malerische <milestone unit='line' n='5'/> +Gruppe. Der große 8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; +geschlossene Wände mit Fenstern. Im Obergeschoß des Ost-Flügels +»Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler Wanddekoration. +Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes +<hi rend="g">Hochrelief des hl. Petrus</hi>, sitzend, wohl <milestone unit='line' n='10'/> +spätestes 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten +(M. 14. Jh.) in der Falkenberger Kap. Was aus späteren +Zeiten stammt, ist durchweg von geringer Qualität. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Schatzkammer</hi>. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. <milestone unit='line' n='15'/> +Altarkreuz um 1000, dicht mit Edelsteinen besetzt und daher +ornamentlos, Gravierung der Rückseite und Fuß um 1200. +— Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel, braunes +Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß +und Nodus um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. <milestone unit='line' n='20'/> +Scheibenform, in Elfenbein geschnitzt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Evang. Pfarr-K.</hi> (ehem. <hi rend="bold">Minoriten</hi>). Unsymmetrisch 2sch. +Hallenkirche aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je +4 Fenstern, polyg. Schluß. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ursulinerinnen-K</hi>. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Frauenmünster-K</hi>. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau +im 19. Jh. gänzlich entwertet. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hochzeitshaus</hi>. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. +Steinernes Erdgeschoß. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. +Mehrere Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner +spgot. Kamin. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Rittersäule 1564. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> und <hi rend="bold">Tore,</hi> ferner 6 an der Gemarkungsgrenze <milestone unit='line' n='35'/> +verteilte <hi rend="bold">Warttürme,</hi> schlecht erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FROHBURG.</hi> K. Sachsen AH. Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. — +Ikon. <hi rend="g">Grabplatten</hi> 1555, 1668. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Starker schlichter Bau von 1544. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRÖHSTOCKHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. — +Am Chorbg. <hi rend="g">Reliefbrustbild</hi> in Renss. Umrahmung um 1525, +Wappen der Haßberg. Bedeutendes <hi rend="g">Grabmal</hi> des Ernst +v. Crailsheim † 1569; auf einfachem Sockelbau knien vor + + +<pb n='133' id='i142.png'/> + +<!-- [P: 133] --> + +dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen, wuchtige, +tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene +Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das +Ganze gehört zu den besten Kompositionen der in der Regel +zu wüster Überladung neigenden Zeit. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +Crailsheimsches <hi rend="bold">Schloß,</hi> einfache Wasseranlage mit 4 runden +Ecktürmen, sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FRONHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus +stehende Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor <milestone unit='line' n='10'/> +polygon seiner Gwbb. beraubt. Spgot. Um- und Zubauten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Steinhaus</hi> (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FUCHSSTADT.</hi> UFranken. BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann +<hi rend="italic">J. M. Fischer</hi>. Ausstattung einheitlich und von bedeutender <milestone unit='line' n='15'/> +Wirkung. Die <hi rend="g">Stuckmarmoraltäre</hi> und Stuckaturen +von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>. Der gediegene Bau durch moderne Rest. +stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FULDA.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dom</hi>. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. <milestone unit='line' n='20'/> +Zweiter Bau 792-819; Basilika mit O. und WChor. Wiederholte +Brände und Restaurationen ließen angeblich die Grundsubstanz +des karolingischen Baues unverändert, bis 1704 +bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> +aus Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung <milestone unit='line' n='25'/> +alter Mauerteile. — Der wertvollste Teil der Leistung +ist das Innere, das dem Besten der Epoche zuzuzählen ist. +Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an die +Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, +im Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der <milestone unit='line' n='30'/> +Weise fortentwickelt, daß die Pilasterpaare nicht in einem +geschlossenen, nur durch Nischen gegliederten Pfeiler liegen, +sondern daß sich zwischen ihnen ein wirklicher Durchgang +in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr nachdrücklich behandelte +Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere <milestone unit='line' n='35'/> +eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen +(3 an der Zahl) entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete +Kuppelräume; diesen (2 an der Zahl) schmale, +schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So begleitet +den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer <milestone unit='line' n='40'/> +Rhythmus des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr +hellen Raum unter der Hauptkuppel findet. Das Motiv der +Statuennischen ist im Qsch. und Chor fortgesetzt. Beide +haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen Altarbauten +des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und + + +<pb n='134' id='i143.png'/> + +<!-- [P: 134] --> + +der Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen +den Mönchschor, woraus sich prächtige malerische Blicke +ergeben. Die Formengebung ist nicht so extrem barock, +wie an anderen Bauten <hi rend="italic">Dientzenhofers</hi>, die Färbung weiß +und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. <milestone unit='line' n='5'/> +Die alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch +den Umbau stimmungslos geworden. — Nicht ganz so gut +geraten ist das Äußere, zumal in den Seitenansichten. Übrigens +solide Quadertechnik. Das System der römischen Barockfassade +mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. <milestone unit='line' n='10'/> +In den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren +Wendeltreppen erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten +auf die Schrägansicht von der Schloßterrasse her gerechnet, +wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift; seitlich erweitert +sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte Kapp. <milestone unit='line' n='15'/> +— Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) +großenteils schon 1668. — Im Innern der K. einige nicht bedeutende +<hi rend="g">Skulpturen</hi> aus der alten K., darunter (rechts vom +Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in eine karolingische Sl. +gemeißelt. — Annexe der alten Klosterk. waren im O eine 973 <milestone unit='line' n='20'/> +errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies +verbunden, im N die noch vorhandene: +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Michaelis-K.</hi> Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes +der Mönche. Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten +Kern unverändert gelassen. Die Anlage gibt den am meisten <milestone unit='line' n='25'/> +gebräuchlichen Typus altchristlicher Grabkirchen: Rotunde +mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5, Mauerstärke +0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen +verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden +Mauerzylinder, ursp. mit Steinkuppel. Im O für den Altar <milestone unit='line' n='30'/> +eine kleine 1/2runde, außen rck. Apsis. Die Mitte nahm eine +Nachbildung des h. Grabes ein (bei der Neuausstattung 1731 +vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und Mittelraum +durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring +getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; <milestone unit='line' n='35'/> +der innere Kreis mit einem ebensolchen, das in der Mitte +von einer kurzen Sl. mit rohest jonischem Kapt. getragen +wird. In diese noch unverändert bestehende karolingische +Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung +eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche <milestone unit='line' n='40'/> +gab man 1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang +ein zweites Geschoß; beide Geschosse mit Balkendecke, +der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz gedeckt; ferner +wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem +Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des + + +<pb n='135' id='i144.png'/> + +<!-- [P: 135] --> + +17. und 18. Jh. bei der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von +altem Detail vorhanden ist, gehört zum größten Teil der +rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des Erdgeschosses. +4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt. +Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der <milestone unit='line' n='5'/> +Lagerfugen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung +ähnlich Neumanns Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen +ein ermattetes Rok., jedoch noch ohne klassizistische +Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der nördl. <milestone unit='line' n='10'/> +got. 1447. — Fresken von Herlein. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst. Frauenberg</hi> (<corr sic="Fransziskaner">Franziskaner</corr>) 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. 1626. Unter den Hervorbringungen der +Nachgotik eine der merkwürdigsten. Falls nicht die neueste +Rest. das got. Element sehr verstärkt hat, so hätte sich dasselbe <milestone unit='line' n='15'/> +noch fast ungebrochen erhalten. Großer 1sch. Raum +mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen +Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. +Im Außenbau Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hl. Geist-K. u. Spital</hi>. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche <milestone unit='line' n='20'/> +und 2 Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Abtsburg (Schloß)</hi>. 1315 an diese Stelle verlegt und stark +befestigt. Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen +Flügel der tiefen triklinienförmigen Anlage von <hi rend="italic">Andrea Gallasini</hi>. +Hauptstück des Inneren der Kaisersaal von <hi rend="italic">F. J. <milestone unit='line' n='25'/> +Stengel</hi>, die mächtigen Hermen, welche die Decke tragen, +von <hi rend="italic">D.F. Humbach</hi>. Die bedeutende (heute entstellte) Gartenanlage +nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters +<hi rend="italic">M. v. Welsch</hi> ausgeführt von <hi rend="italic">Stengel</hi> 1722. Das Orangeriegebäude +eines der besten seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen <milestone unit='line' n='30'/> +von <hi rend="italic">Andreas Schwartzmann</hi> (?), Deckengemälde von +<hi rend="italic">E. Wohlhaupter</hi>. — In der Umgebung des Schlosses noch mehrere +einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des +geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: <hi rend="g">Priesterseminar</hi>, +<hi rend="italic">H. Geistspital</hi>, <hi rend="g">Alte Universität</hi>, <milestone unit='line' n='35'/> +3flügelige Anlage des 18. Jh. mit stuckiertem Prunksaal von +<hi rend="italic">Gallasini</hi>, <hi rend="g">Landesbibliothek</hi> 1771-78, mit schön und +zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. +<hi rend="g">Haartor</hi> 16. Jh. Das monumentale <hi rend="g">Paulustor</hi> 1711, <milestone unit='line' n='40'/> +1771 versetzt. Auf den Höhen der Umgebung mehrere Warttürme. +</p> + + +<pb n='136' id='i145.png'/> + +<!-- [P: 136] --> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>G</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>GAIBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1740 nach Plänen von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> von einem +Maurermeister aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die +Vierung im Grundriß elliptisch, ebenso die von ihr ausstrahlenden <milestone unit='line' n='5'/> +3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe pikante +Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. +Für Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie +des Haubenhelmes. Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. +Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw. Orgelgehäuse. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kreuz-Kapelle</hi> im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von +einem der <hi rend="italic">Dientzenhofer</hi>. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, +innen quadr. Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; +Polygonkuppel über toskan. Pilastern. — Altäre spbar., gut +in den Raum komponiert. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter +v. Mespelbrunn als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen +über mächtigen Fundamentbauten mit Bastionen +(davon 2 erhalten); unter Fürstbischof Lothar Franz von +Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="italic">Johann Leonhard Dientzenhofer</hi> umgebaut, vielleicht nur +Ausführung von Plänen des Mainzers <hi rend="italic">M. v. Welsch</hi>. Besonders +beachtenswert die Treppenanlage, die als Vorstufe +zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern aus dieser Zeit +Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im Charakter <milestone unit='line' n='25'/> +nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung +Empire und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im +2. Geschoß ein typischer Repräsentationsraum um 1825, im +Vorsaal Bilder von gleichzeitigen Münchenern. Reichhaltige +Sammlung von chinesischem und europäischem Porzellan. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GAMIG.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront +16. Jh., sonst 18. und 19. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kapelle</hi> aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke +8eckige Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 <milestone unit='line' n='35'/> +Rck. und 4 kleineren Quadraten an den Ecken umschlossen +wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige Sterngwbb. Äußeres +modernisiert. In der Betstube schöner <hi rend="g">Grabstein</hi> des +Hans v. Carlowitz † 1578. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GANGLOFFSÖMMERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißensee. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K. + + +<pb n='137' id='i146.png'/> + +<!-- [P: 137] --> + +vermuten. Aus rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben +Weise wie es an den WTürmen Niedersachsens gewöhnlich ist, +aus querhausartigem Unterbau erheben und eine Galerie +mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. +platt geschlossener Chor. — Sch. 1785. — Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Sakramentshaus</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÄNHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. +Im Lhs. bmkw. Rest eines <hi rend="g">Steinaltars</hi>, die Hochreliefgruppe +um 1639, Richtung <hi rend="italic">M. Kerns</hi>. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schulhaus</hi> 1614. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GARSTADT.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorfkirche</hi>. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÄRTENROTH.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes <hi rend="g">Wandgrab</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +für M. A. v. Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet +man in Wernstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GATTERSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Klauskirche</hi> S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im +wesentlichen intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem <milestone unit='line' n='20'/> +türlosem Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GAUASCHACH.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1786 von <hi rend="italic">A. S. Fischer</hi> in Würzburg, in der Anlage +den Landkirchen Neumanns folgend. <hi rend="g">Deckenstuckatur</hi>, +<hi rend="g">Altäre</hi> und reliefgeschmückte <hi rend="g">Kanzel</hi> gut <milestone unit='line' n='25'/> +klassizistisch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GAUERSTADT.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem +quadr. turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GAUKÖNIGSHOFEN.</hi> UFranken B A Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1724-30 (nach Entwurf von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>??). +Reiches und vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration +1776, schon mit klassizistischen Anklängen, recht gut. +<hi rend="g">Deckengemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. A. Urlaub</hi> 1777. Vornehmer +<hi rend="g">Hochaltar</hi> in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Seitenaltäre</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1750. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schlößchen</hi> der Rosenbach rok. — Am Haus no 33 <hi rend="g">Steinrelief</hi> +des Marientodes, gute Arbeit um 1450. — Zahlreiche +<hi rend="g">Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GAUSSIG.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in +palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere +Gemäldesammlung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GAUTZSCH.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des + + +<pb n='138' id='i147.png'/> + +<!-- [P: 138] --> +protestantischen Kirchenbaues gerechnet. — <hi rend="g">Büste</hi> des +<hi rend="g">Grafen E. Ch. v. Manteuffel</hi>, dem <hi rend="italic">Andreas Schlüter</hi> +nahestehend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEFELL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. <milestone unit='line' n='5'/>r +Chor mit Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEFREES.</hi> OFranken BA Berneck. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got., »reich geschnitzter« Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEHREN.</hi> Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> neu. <hi rend="g">Grabst</hi>. des Herrn v. Bernstedt 1597. — <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen +Schloß Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEILSDORF.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut; +reiche Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener <milestone unit='line' n='15'/> +Großen Garten; in Verfall. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEISA.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor +mit Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. — Got. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +<hi rend="g">Opferstock</hi> 1517. <hi rend="g">Kanzel</hi> A. 18. Jh. — <milestone unit='line' n='20'/> +W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes +got. Portal bez. 1497. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gangolfs-Kap</hi>. mit <hi rend="g">Außenkanzel</hi> in reicher Renss. Zahlreiche +<hi rend="g">Grabsteine</hi> 16. Jh. 2 <hi rend="g">Schnitzfigg</hi>., Reste +eines Altars um 1490-1500. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen; +der große Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der +Steingasse eingemauert. Auf dem Gangolfsberg Reste eines +alten <hi rend="bold">Schöffenstuhls</hi>. +</p> + +<p> +Einfaches <hi rend="bold">Schloß</hi> (Fürstabt von Fulda) 1719. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1484-1513, umgebaut 1689. Rck. mit Schluß aus +8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses Maßwerk. +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> und <hi rend="g">Kruzifix</hi> E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kaufhaus</hi> 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEISLEDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen +noch ganz bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. +Der große, gut komponierte <hi rend="g">Hauptaltar</hi> im Formcharakter <milestone unit='line' n='40'/> +E. 17. Jh. Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + + +<pb n='139' id='i148.png'/> + +<!-- [P: 139] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GEISMAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Großenteils neu. — <hi rend="g">Hauptaltar</hi> um +1700. Linker Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, +vielleicht einem Altar des 17. Jh. entnommenen) +Statuen der 14 Nothelfer. Rechter <hi rend="g">Seitenaltar</hi> Schnitzwerk <milestone unit='line' n='5'/> +um 1500, Qualität gering. <hi rend="g">Kanzel</hi> 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEISMAR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus +dem ehemaligen Klst. Teistenburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEISSEN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, verunstaltet. — <hi rend="g">Kanzelbau</hi> hinter +dem Altar um 1750. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500, nach Flechsig +vom Meister von Chemnitz. (Erfurter Ausstellung 1903.) +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEITHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten <milestone unit='line' n='15'/> +sprom. Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom. +Portal mit 3 Rücksprüngen, in die Kanten eingelegt Viertelssäulen. +Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus spgot. +Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen +höher als diese empor. — 1593 im Msch. flache Felderdecke <milestone unit='line' n='20'/> +mit umfänglichen <hi rend="g">Malereien</hi> nach evangelischem Programm. +Aus gleicher Zeit der <hi rend="g">Altarbau</hi> von <hi rend="italic">Michael +Grünberger</hi> in Freiberg und die <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Peter Basler</hi> +ebenfalls in Freiberg. <hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GELCHSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Anlage in bar. Umbau. — <hi rend="g">Grabstein</hi> +mit Familienrelief 1593. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Joh. Nepomuk-Kap</hi>. 1754. — Statue des <hi rend="g">gegeißelten +Heilands</hi> unter prächtigem Baldachinbau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Tüchtiger Fachwerkbau 1666. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +Deutschherrische <hi rend="bold">Wasserburg,</hi> im Bauernkrieg zerstört, bescheiden +whgest. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GELDERSHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und +die Kreuzrippengwbb. der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., <milestone unit='line' n='35'/> +die Formen verwandt der Michaelskap, in Ebrach. Lhs. +nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca. 1760-70. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GELENAU.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. <hi rend="g">Altarwerk</hi> +1724. <hi rend="g">Taufstein</hi> vortreffliche Arbeit des <hi rend="italic">Andreas <milestone unit='line' n='40'/> +Lorentz</hi> 1581. Von demselben die eigenartig entworfene, reich +skulptierte sandsteinerne <hi rend="g">Kanzel</hi>. Großes <hi rend="g">Epitaph</hi> +(4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg, lebhaft an die +Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von <hi rend="italic">A. Lorentz</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GELLERSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. +</p><p> +</p> + + +<pb n='140' id='i149.png'/> + +<!-- [P: 140] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714 +von <hi rend="italic">A. Brückner</hi> aus Schweinfurt. WTurm 1557. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GELNHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im +Qsch. und Chor gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. <milestone unit='line' n='5'/> +Im wesentlichen aus den 3 ersten Dezennien des 13. Jh. Doch +sind einige Reste einer älteren Anlage eingebaut. Aus ihr +der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der +OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der +K. sichtbar). Der Turm schließt mit Rhombendach. — Gegen <milestone unit='line' n='10'/> +1220 Neubau als flachgedeckte Basilika. Gegen 1230 Ausbau +der OTeile in glänzender romanisierender Frühgotik durch +Meister <hi rend="italic">Heinrich Vingerhut</hi> (wofern man die betr. Inschrift +an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als Architekteninschrift +gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze <milestone unit='line' n='15'/> +Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere +Hälfte der Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. +flachgedeckt mit spitzbg., weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb. +der Nebenchöre grätig. Die Bauerscheinung in den Hauptpunkten +rom., nur in den Zierformen frgot. berührt, aber <milestone unit='line' n='20'/> +unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht voraussetzend. +Der zweite Meister (<hi rend="italic">Vingerhut</hi>) war am Mittelrhein +und in Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der +er beide Elemente zu verschmelzen verstand, erwarb er sich +großen Beifall und wurde für die Vermittlung der frühen <milestone unit='line' n='25'/> +Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den Plan +der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors +und die den Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel +mit Zentral-Turm. Im übrigen gibt er dem Bau eine neue +Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W nach O. <milestone unit='line' n='30'/> +Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll. +Die Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten +die reichen französischen Profile der Vierungsbgg. +und an den Eckdiensten die diagonale Stellung der Basen +und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts durch eine <milestone unit='line' n='35'/> +Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten +ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit +— gemeinsame burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig +in der Vierungskuppel die dekorative Verwertung der Rippen; +um den großen ringförmigen mit Blattkranz geschmückten <milestone unit='line' n='40'/> +Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8 Winden; +die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. — An die Wände +des Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore +vorgeblendet; die Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie +hat über der Arkatur schlanke spitzbg. Fenster und über +<pb n='141' id='i150.png'/> +<!-- [P: 141] --> +diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte Öffnungen. Die +Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von +der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; +er wird von einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal +von Schaftringen durchbrochen sind. Sind auch die <milestone unit='line' n='5'/> +Mauermassen tatsächlich erst wenig aufgelöst, so herrscht +doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen dem Gotischen +verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch +dieser Bauteil auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich +umbildet, zurückgeht: die Notre-Dame in Dijon. Das Ornament <milestone unit='line' n='10'/> +an Kapitellen und Konsolen zeigt rom. und frgot., +konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive nebeneinander, +immer in lebensvoller und technisch meisterhafter +Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche +in Deutschland hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß <milestone unit='line' n='15'/> +(um M. 13. Jh.) mit dem polygonal (3/6) in den Vierungsraum +vorspringenden Lettner. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Äußeres</hi>. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. +Auf engem Gr. entwickelt sich eine höchst belebte +Massengliederung. Jede der 5 Polyg. Seiten des Chors schließt <milestone unit='line' n='20'/> +mit einem kleinen Giebel, darüber ein spitziges 8seitiges Zeltdach +(vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den Nebenapsiden +steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh. +zu gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so +schlank wie jetzt. In der Mitte beherrschend und zusammenfassend <milestone unit='line' n='25'/> +der Vierungs-Turm, auch er 8seitig und mit 8 Giebeln. +Auffallend groß die Zahl der Türen. An den Sschiffen ihrer +3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich +ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie <corr sic='durcheine'>durch eine</corr> noch +prächtigere Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die <milestone unit='line' n='30'/> +keineswegs große K. schließlich 5 Portale hat. — Die Sakristei +M. 14. Jh. hinzugebaut, die Obergeschosse der Sschiffe 1446. +<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. <hi rend="g">Hochaltar</hi>; Mensa 13. +Jh., Schrein bez. 1500 <hi rend="italic">Nikolaus Schit</hi>. Madonna mit 4 Heiligen, +lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über <milestone unit='line' n='35'/> +dem Schrein reiche Krönung mit dem Schmerzensmann. — +Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend, die <hi rend="g">Seitenaltäre</hi>. +— Der hl. <hi rend="g">Kreuzaltar</hi> (Laien-A.) am Lettner kann ursp. +keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen +zum Jubeljahr 1500. — Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. <milestone unit='line' n='40'/> +schönes frgot. <hi rend="g">Weihwasserbecken</hi>. — Ein hohes +<hi rend="g">Chorgestühl</hi> 2. H. 14. Jh. — Von den zahlreichen, jetzt +meist entfernten <hi rend="g">Grabsteinen</hi> trugen nur wenige Bildnisfiguren; +darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie +stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, <reg orig='ausge-|zeichnetet'>ausgezeichnetet</reg> +<pb n='142' id='i151.png'/> +<!-- [P: 142] --> +Entwurf in mäßiger Ausführung; eine andere +gute Arbeit der Stein des Schultheißen Koch 1603; im südl. +Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh. +— <hi rend="g">Glasmalerei</hi> der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn +auch stark ergänzt. — Die oberen Blenden des Chorquadr. <milestone unit='line' n='5'/> +waren ausgemalt, 15. Jh., darunter Schicht des 13. Jh., sehr +beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die letzte, hinsichtlich +der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den +Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Skulpturen</hi>. Tympanon des NW-Portals: Christus <milestone unit='line' n='10'/> +thronend zwischen Maria und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. +heiliger Bischöfe. Tympanon am südl. Qsch.: Maria mit +dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden +Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung. +Die Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale <milestone unit='line' n='15'/> +umrahmende Rankenornament. — Im besten got. Naturalismus +das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln <hi rend="g">figürliche +Reliefs</hi> (weit geringer) mit Totenerweckung und +Hölle; die Statue Christi jetzt in der Sakristei. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Peters-K</hi>. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). <milestone unit='line' n='20'/> +Ursp. kreuzf. Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, +3 Jochen im Lhs. Die OTeile um 1200-1220, in +halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten das +Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des +Lhs. darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und <milestone unit='line' n='25'/> +Ecksll. lassen für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. +als beabsichtigt vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte +Basilika mit einfachen Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt +nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den Nebenapsiden +erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und <milestone unit='line' n='30'/> +Lisenen geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein +vom Triumphbogen stammendes prachtvolles Blattkapt. +liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das nördl. Seitenportal +mit sitzender Fig. des <hi rend="g">hl. Petrus</hi> vom ersten Meister +(vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf <milestone unit='line' n='35'/> +Löwen, in der Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung +an den Kaiserpalast erinnernd. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospital zum h. Geist</hi>. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war +eine kleine flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem +Ssch., das Chorquadrat gewölbt; 1893 fast ganz zerstört. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">S. Michaels-Kap</hi>. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus, +zuerst erwähnt 1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; +nach einer Zeichnung zu urteilen beste fr. Gotik in der Art +der jüngsten Teile der Marienk.] +</p> + + +<pb n='143' id='i152.png'/> + +<!-- [P: 143] --> + +<p> +[<hi rend="bold">Brücken-Kap</hi>. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung +wegen abgebrochen.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 +(erste Erwähnung des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren +von grätigem Kreuzgwbb. über 1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; <milestone unit='line' n='5'/> +rundbg. Fenster; Apsis zerstört. — Kreuzgang (jetzt Stall) +E. 13. Jh. — Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh. +errichtete größere K. 1826 abgebrochen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pfalz</hi>. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 +mainzisch, erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. <milestone unit='line' n='10'/> +Seit 1363 Beginn der Zerstörung, nach Ruprecht von keinem +Kaiser mehr besucht. Seit 1858 Erhaltungsarbeiten. — Angelegt +als Wasserburg (vgl. Büdingen, Wächtersbach, Burgjossa). +Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur in den +Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon <milestone unit='line' n='15'/> +im 14. Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen +Pfalzen die relativ besterhaltene und künstlerisch edelste, +wenn auch weitaus nicht die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen +und der technischen Eigenschaften Bau aus +einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die Eingangshalle <milestone unit='line' n='20'/> +vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der +schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen +Winkel davon abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite +und der polyg. gebrochenen OSeite Ringmauern, an die sich +Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die Ringmauer 2,10 m <milestone unit='line' n='25'/> +stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und Mörtelguß; +Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der +Zange. — Der quadr. <hi rend="g">Bergfried</hi>, als Wehrbau nicht +sehr bedeutend, im Winkel zwischen der SMauer und der +Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach <milestone unit='line' n='30'/> +dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine +größere auf eine von Kragsteinen getragene Plattform, vom +Hof aus mit Leitern zu ersteigen; der obere Teil des Turms +in got. Zeit restauriert. — Das <hi rend="g">Eingangstor</hi> zeigt keine +Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem <milestone unit='line' n='35'/> +(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach +dem Hof offene Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. +ursp., im Ssch. got. erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe +mit 2teiligem Schild (eine sonst nur im Elsaß nachgewiesene +Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf eingemauert, <milestone unit='line' n='40'/> +jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt +ihrer Gwbb. beraubte, ebenfalls 2sch. <hi rend="g">Kapelle</hi>. — Der +<hi rend="g">Palas</hi> lehnt sich an die nördl. Ringmauer, die Schauseite +nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit kleinen Fensterschlitzen +und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine + + +<pb n='144' id='i153.png'/> + +<!-- [P: 144] --> + +Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse +(außerdem eine noch erhaltene innere Treppenverbindung +zur Torhalle). Sie führte direkt in den Saal (13:12 m) mit +einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines Verschlusses); +die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke <milestone unit='line' n='5'/> +trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der +Tür sind die Ark. durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. +Am Saal entlang lief ein Gang und hinter diesem lagen 2 getrennte +Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher vorhanden; auch +hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon <milestone unit='line' n='10'/> +jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas +gehört zum formenschönsten und delikatesten, was rom. +Meisselarbeit hervorgebracht hat; jedenfalls kann sich kein +anderer Profanbau damit messen. — Am OEnde des Hofes +sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) <milestone unit='line' n='15'/> +von ungewisser Bestimmung gefunden. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johanniterhof,</hi> vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; +kleines sehr herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die +paarweise gestellten Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen +für 14. Jh., der SGiebel mit Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/> +Daneben kleine Kapelle. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Deutschordenshäuser</hi>. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch +die landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei +Sachsenhausen; 14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; +im Hof Brunnen aus Renss. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hof der Abtei Arnsberg</hi>. 1742 erneuert; die einfache got. +Kap. aus A. 14. Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hof der Abtei Haina</hi>. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">»Steitz«,</hi> Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im <milestone unit='line' n='30'/> +Innern ein Lavabo und andere interessante Einzelheiten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Romanisches Rathaus,</hi> spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein +Fachwerkhaus verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich +von Kunstformen: die im Kleeblatt geschlossene Tür über +einer vorgebauten Plattform und im dritten Geschoß 3 Gruppen <milestone unit='line' n='35'/> +dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze Ausdehnung +des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten. +Daß das Haus öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; +unter den in Frage kommenden gilt die Bestimmung +als Rathaus für die wahrscheinlichste. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gotisches Rathaus,</hi> wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für +Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstenhof,</hi> langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz +der pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; +aus dieser Zeit einige gute Einzelheiten. +</p> + + +<pb n='145' id='i154.png'/> + +<!-- [P: 145] --> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. 4 <hi rend="g">romanische</hi> mit mehr oder weniger bedeutenden +Resten aus der Erbauungszeit: Langgasse 257, +ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285 [Obermarkt 101, +1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten +Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. <hi rend="g">Gotisch</hi>: <milestone unit='line' n='5'/> +Bischofshof, jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; +Töpfergasse 69; Untermarkt 443 Hinterhaus; Obermarkt 341, +altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle Steinhäuser. Ein got. +Fachwerkhaus Langgasse 264. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEMÜNDEN.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus +1488. Turm zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. +1486 auf älterer Grundlage. Das Äußere einfach; WPortal +erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen geschmückte Turm +macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute Figur im <milestone unit='line' n='15'/> +Stadtbild. — Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E. +18. Jh. Glocken 14. Jh. und später. — An der äußeren OWand +des Langhauses <hi rend="g">Relief</hi> Christus am Kreuz zwischen den +Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und Soldaten, M. 15. Jh. +An der Kirchenmauer das ehem. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +von 1488; ruinös. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1593. Giebel erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rentamt</hi>. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten +Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Scherenburg</hi>. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, <milestone unit='line' n='25'/> +sowie ein großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). +Nur wenige Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer +hübsches Ortsbild. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GENSUNGEN.</hi> RB Kassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEORGENTHAL.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. +</p><p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Klst.-K</hi>. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie +erweisen einen höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge. +Nach den jüngsten Untersuchungen von H. Giesau 2 Bauperioden +in folgender Weise zu unterscheiden: 1. Zugrunde <milestone unit='line' n='35'/> +liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema, +am Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im +Lhs. 10 Arkaden, Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll. +Reste eines WPortals mit einfach abgetreppten Gewänden. +Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des 12. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden +wurden niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß +des Hauptchores. Um ihn wurde ein rck. Umgang von +4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner äußeren Wand rck. +Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit <reg orig='Um-gang'>Umgang</reg> +<pb n='146' id='i155.png'/> +<!-- [P: 146] --> +und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach +Giesau nicht haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues +unter Leitung eines Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch +auch das gesamte Detail. An der +Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m Seitenlänge). <milestone unit='line' n='5'/> +— Von der großartigen Klosteranlage erhalten: +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klausur</hi> auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen +von Pfarrer Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt +cisterciensischem Gepräge, der von Maulbronn sehr verwandt. +Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in Maulbronn mit der <milestone unit='line' n='10'/> +Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich 3schiffig. +Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang +vom Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke, +Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch +im Stil fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. <milestone unit='line' n='15'/> +Auf der Nordseite des Chores, in geringer Entfernung von ihm +zwei 3sch. Säulensäle, durch einen von N nach S laufenden +schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung ungewiß, +vielleicht <hi rend="g">Abtshaus</hi>. Ornamentierte Säulenschäfte mit +Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. — <hi rend="g">Kornhaus</hi>, got. mit interessantem <milestone unit='line' n='20'/> +Maßwerkfenster. — In der Nähe rom. <hi rend="g">Palas</hi> der +Grafen v. Kefernburg, verbaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEPUTZIG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Wallwitz) 1735 von <hi rend="italic">David Schatz</hi>, einfach +tüchtig. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERA.</hi> Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums. +</p><p> +<hi rend="bold">Salvator-K</hi>. 1717-20, erneuert nach Brand 1780. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Trinitatis-K</hi>. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die +got. Außenkanzel. — <hi rend="g">Grabmal</hi> des Kanzlers Joh. v. Freiersleben +† 1770, um einiges später ausgeführt, klassizistische <milestone unit='line' n='30'/> +Richtung. — Großes <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> mit Stifter, +1630. — Auch von den <hi rend="g">Denkmälern</hi> auf dem Kirchhof +verdienen einige Beachtung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck. +Turm, dem zu Altenburg nachgebildet. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Regierung</hi>. 1722. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Waisenhaus</hi>. 1724, erneuert nach Brand 1780. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtapotheke</hi> mit renss. Erker. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Privathäuser</hi> des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Simson, 1685. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERA.</hi> Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom. +Einzelheiten. Hoher <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERBERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß. +</p> + + +<pb n='147' id='i156.png'/> + +<!-- [P: 147] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GERBRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. +— <hi rend="g">Kanzel</hi> mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. — Hübsche +<hi rend="g">Holzfigg</hi>. des Rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERBSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mansfeld. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +[<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb. +bekannt, auch einige formierte Reste erhalten, hier und im +Museum zu Halle.] +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Nüchternstes 18. Jh. — Großer interessanter +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um oder vor M. 15. Jh. — <hi rend="bold">Rathaus</hi> in <milestone unit='line' n='10'/> +schlichter Renss. Im Keller gekuppelte rom. Lichtöffnung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GEREUTH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In +der Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten +derselben Zeit. + <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths +3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter +Außengliederung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERLACHSHAUSEN.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Ausstattung</hi>, besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl +von <hi rend="italic">Andreas Mayer</hi>, Gemälde von <hi rend="italic">Dahlwein</hi>. — An der Straße +nach Sommerach reich skulptierter <hi rend="g">Bildstock</hi> 1511, einer +der schönsten in Unterfranken, ruinös. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERMERODE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">K</hi>. des ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Nonnen-Klst</hi>. Gewölbte rom. +Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher +Flucht mit 3 Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. +WBau doppeltürmig (wegen Baufälligkeit niedergelegt, 1905 +in der alten Gestalt wieder aufgebaut). Dazwischen, zugleich <milestone unit='line' n='30'/> +das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore, die +von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System +des Msch. nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten +Gurt- und Schildbgg. auf; keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. +quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die Sschiffe abgebrochen. — <milestone unit='line' n='35'/> +Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit gurtenlosen +Gwbb. — Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der +Fachwerkarchitektur. — Am Außenbau ist nur die OAnsicht +einigermaßen intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, +sonst ungegliedert. + <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="bold">Klostergebäude</hi>. Einige Reste mit rom. Fenstern in den +Domänenhof eingebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. Jetzige <hi rend="bold">K</hi>. 1778. <hi rend="bold">Scheune</hi>. Großartiger +Quaderbau in Hufeisenform 1672. +</p> +<pb n='148' id='i157.png'/> +<!-- [P: 148] --> +<p> +<hi rend='ort'>GEROLZHOFEN.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Stadtpfarr-K</hi>. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. +1479. Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere +1899 hinzugefügt). Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei +Türmen, deren Erdgeschosse sich als Kapellen gegen Chor <milestone unit='line' n='5'/> +und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler und gekehlte +Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf +Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg +Strebepfeiler, z. T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., +gute Arbeiten aus A. 16. Jh.). — Einrichtung <milestone unit='line' n='10'/> +spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg. <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> +mit Naturstamm, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> nahestehend. +Geschnitzte <hi rend="g">Rosenkranzmadonna</hi> nachgot. Gruppe +der <hi rend="g">Taufe Christi</hi> vermutlich von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi> um 1760. +— Gutes <hi rend="g">Ciborium</hi>, würzburgisch um 1680. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johannis-Kap</hi>. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß +1sch. in 3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe +und reich gegliederte Fenster. Außen (W) einläufiger +Treppenaufgang. [Schnitzaltar, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> zugeschrieben, +jetzt im Nat.-Mus. München.] <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1737. Altarbilder von <hi rend="italic">Chr. Urlaub</hi> (1745, 1748) +und <hi rend="italic">Wolker</hi> (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor +(2. H. 17. Jh.) stammt aus Klst. Ebrach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bezirksamtsgebäude</hi>. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus, +um 1614. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rentamtsgebäude</hi>. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus. +Turm und Anlage im Kern mittelalterlich (von einer +Burg der Herren v. Fuchs), Erscheinung wesentlich aus +A. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital</hi>. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Interessant durch den doppelten Mauergürtel, +Abstand stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht +für die umliegenden Dörfer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., mit ma. Resten: <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>, <milestone unit='line' n='35'/> +der Eingang von Engeln bewacht; <hi rend="g">Altarfigg</hi>.; +vorzüglich ein lebensgroßer <hi rend="g">Crucifixus</hi> A. 16. Jh.; diese +jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener Altert.-Ver. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERSFELD.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und <milestone unit='line' n='40'/> +WTurm. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> der v. Ebersberg 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1632, an den Emporen Malereien. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GERSTUNGEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi>. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in + + +<pb n='149' id='i158.png'/> + +<!-- [P: 149] --> + +3 Geschossen, um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen +öffnet sich gegen das spgot. gewölbte Altarhaus, über welchem +der 8eck. Turm. — Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1588. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +(v. Boyneburg) 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus <milestone unit='line' n='5'/> +aus A. 17. Jh. (jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische +am Markt (Apotheke). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GESEES.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen; +Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm <milestone unit='line' n='10'/> +in N. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1673, noch im Aufbau gotischer +Flügelaltäre. Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1562. — Befestigter Friedhof. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GESTUNGSHAUSEN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich +anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich <milestone unit='line' n='15'/> +reich und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. +tragen zwischen Stuckornament kleine Gemäldefelder vom +Coburger <hi rend="italic">J. Schuster</hi> 1714. 3geschossige Empore bez. 1712. +<hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1727. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1643. Um den Kirchhof +Mauer mit hohem Torturm. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GIEBELSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. — <hi rend="g">Kanzel</hi> +in strenger Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes <hi rend="g">Epitaph</hi> +einer Frau v. Zobel 1606. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß der Zobel,</hi> whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte <milestone unit='line' n='25'/> +Wasseranlage mit runden Ecktürmen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß der Geyer,</hi> Ruine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GIEBICHENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +1474, 1560. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GIECH.</hi> OFranken BA Bamberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloßruine</hi> bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GIESEL.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +<hi rend="bold">Jagdschlößchen</hi>, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle <milestone unit='line' n='35'/> +einer Burg des 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GIESSMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in +der Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger +Aufbau mit durchlaufenden tosk. Pilastern. Über <milestone unit='line' n='40'/> +dem Dach schmälerer Oberbau in Fachwerk. Dachreiter. +Einfluß böhmischer Schlösser. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLASHÜTTE.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. +ausgeführt — 18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und + + +<pb n='150' id='i159.png'/> + +<!-- [P: 150] --> + +9Eckschluß. Kunstlos bemalte Felderdecke 1669. — Rest +wertvoller <hi rend="g">Altarmalerei</hi> aus derselben Zeit; ebenso die +<hi rend="g">Glasgemälde</hi> im Chor. — <hi rend="g">Taufbecken</hi> aus Messing +A. 16. Jh., gestanzte Zeichnung der Verkündigung. — +<hi rend="g">Schöne Grabplatte</hi> des Pfarrers M. Kittel † 1639, bemalt, <milestone unit='line' n='5'/> +ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLASTEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm +mit 4 gekuppelten Fenstern und Satteldach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLAUCHAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs +aus 15. Jh. — <hi rend="g">Orgel</hi> 1730 von <hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals +schönen Reliefs. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hinterglauchen</hi>. Schönburgisches <hi rend="bold">Schloß</hi>. Die Erscheinung <milestone unit='line' n='15'/> +wesentlich bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, +ganz einfach behandelte Hauptfront durch 4 +Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze nach dem verbreiteten +Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise +gebildet sind. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLAUSCHNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLEINA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. <hi rend="g">Fresken</hi>. +— Gute Typen von <hi rend="g">Bauernhöfen</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLEISBERG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz +einer dem Chor nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. +— <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Porphyr mit primitiv eingeritztem +Ornamente. — <hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1510-20, bäurische <milestone unit='line' n='30'/> +Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der Außenflügel +stehen höher. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLEISENAU.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Prot. Dorf-K</hi>. 1711. <hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. +— <hi rend="bold">Schloß</hi> (Groß von Torckau) 1773. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLEUSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung +sehr malerisch zwischen Bäumen. — Innendecken +mit <hi rend="g">Muschelwerkstuck</hi> und eiserner Ofen von 1769. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GLOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage, +Formen einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GNANDSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster) +aus A. 16. Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in + + +<pb n='151' id='i160.png'/> + +<!-- [P: 151] --> + +Stuck wie in Geithain. Gute <hi rend="g">Steinkanzel</hi> mit Maßwerkschmuck +bez. 1518. In den Chorfenstern <hi rend="g">Glasgemälde</hi> +aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Betstube</hi> mit reicher Sammlung +von Wappen des sächsischen Adels. <hi rend="g">Epitaph</hi> H. v. Einsiedel +1557 mit langem von Melanchthon verfaßtem Gedicht. <milestone unit='line' n='5'/> +Epit. Joh. v. Einsiedel 1582, Sandstein, Marmor und Serpentin, +z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche Grabsteine mit lebensgroßen +Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung gleichzeitig +um 1640. 4 weitere bis 1756. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). <milestone unit='line' n='10'/> +Anlage langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend. +Im innersten Hof freistehender runder Bergfried. Am selben +Hof rom. Palas mit 3teilig gekuppelten rundbgg. Fenstern; +eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An einem zweiten +größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit Einrichtung <milestone unit='line' n='15'/> +des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GNÖTZHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes +Beispiel einer vornehm schlichten Landarchitektur. — 1sch. +Lhs., quadr. Chor, WTurm (ohne Eingang). Das gut gegliederte, <milestone unit='line' n='20'/> +ornamentlose Portal an der SSeite. — Reizende +<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> E. 15. Jh. Interessantes, leider +verstümmeltes <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Konrad v. Rosenberg † 1596. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOCHSHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung, <milestone unit='line' n='25'/> +ins 14. Jh, hinaufreichend. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus +(no 183) von 1612. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖDA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus <milestone unit='line' n='30'/> +1. H. 13. Jh. einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. — +Hübsche <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 1514. Zahlreiche <hi rend="g">Bildnissteine</hi> +des 17. Jh., recht gut der des Heinrich v. Bünau +1605. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖDEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, 2 einfache rom. Tympana. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖHREN.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, kleine apsidenlose rom. Anlage. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +1512. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖHRENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., Chor frgot., Schiff bar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOLDKRONACH.</hi> OFranken BA Berneck. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖLLINGEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.,</hi> eines der ältesten in Thüringen. Von der +<pb n='152' id='i161.png'/> +<!-- [P:152] --> +sprom. K. wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer, +2. der viel Eigentümliches bietende WBau. Er ist +als breiter Turm ausgebildet. Die an die K. anschließende +Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und verdeckt. +Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen <milestone unit='line' n='5'/> +je 6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; +die breiten Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; +als Stützen kräftige Sll. (auch an den Wänden) mit Eckblattbasen +und flach skulptierten Würfelkaptt. Die Formen, von +trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über <milestone unit='line' n='10'/> +der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum +sich anscheinend als Empore gegen die K. geöffnet hat. Am +nördl. und südl. Ende desselben Vorraums Türen zu kleinen +Treppentürmen, die in die oberen Teile des Haupt-Turmes +hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit <milestone unit='line' n='15'/> +Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; +im letzten Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit +profilierten Gewänden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOLLMUTHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit <milestone unit='line' n='20'/> +(1819). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖLSOORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Granit einfach frgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOMPERTSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen <milestone unit='line' n='25'/> +Sll. 1808; alt im Unterbau der östl. Turmchor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GONNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm. — <hi rend="g">Taufstein</hi> E. 16. Jh. mit 6 +Reliefs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GORNOORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +1490 vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖRSBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Der spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> nächst dem in +S. Jakob in Sangerhausen der bedeutendste des Kreises. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖRSCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, +das übrige 16. Jh. und neuer. — <hi rend="g">Crucifixus</hi> bez. +HF, energische Arbeit E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GORSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. — Reicher <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> spgot., <hi rend="g">Kanzel</hi> +und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖSCHWITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im +OFenster Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln. +</p> + + +<pb n='153' id='i162.png'/> + +<!-- [P: 153] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GOSECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem +Sohne dieses Hauses, dem großen Erzbischof Adalbert von +Bremen, in ein <hi rend="bold">Kloster</hi> umgewandelt. Die 1043 und 1056 +gew. <hi rend="bold">Kirche</hi> hat sich in den OTeilen erhalten, welche 1625 <milestone unit='line' n='5'/> +als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger +rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung +(veranlaßt durch abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das +Schloß (ein wenig interessanter Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut +ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh. — <hi rend="g">Ecce <milestone unit='line' n='10'/> +homo</hi>, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit +eines sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen +Künstlers. <hi rend="g">Altartafel</hi>, Hinrichtung der h. +Katharina, von <hi rend="g">L. Cranach d. Ä</hi>. Großes reiches <hi rend="g">Epitaph</hi> +des Bernh. v. Pölnitz † 1628. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOSSMANNSDORF.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern, +Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOSSMANNSDORF.</hi> UFranken BA Hofheim. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich +von <hi rend="italic">B. Neumann?</hi>). Stattliche Fassade. Hochaltar um +1730. Reiche Seitenaltäre um 1760. — Interessante <hi rend="g">Kirchhofsbefestigung</hi>, +wohl 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Vogteihaus,</hi> charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes <milestone unit='line' n='25'/> +schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein +ähnliches in Manau). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖSSNITZ.</hi> Sachsen-Altenburg. LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im +16. verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÖSSWEINSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. 1730-39 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Doch hatte +schon 1728 der angesehene Mainzer Architekt <hi rend="italic">F. A. v. Ritter</hi> +Pläne eingeliefert. Inwieweit Neumann diese berücksichtigt +hat, ist eine offene Frage. Anlage im lat. Kreuz. Das Qsch. <milestone unit='line' n='35'/> +schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand beginnend, +Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen +Gang verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. +Das Tonnengwb. mit starken Quergurten ist reich stuckiert. +Die innere Ausstattung schon in den Formen des Rok.; der <milestone unit='line' n='40'/> +Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung von konstruktiv +nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben +an Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach, +mit 2 Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige +<hi rend="g">plastische Gruppe</hi>, die h. Dreifaltigkeit. An + + +<pb n='154' id='i163.png'/> + +<!-- [P: 154] --> + +der Rückseite eingemauert ein <hi rend="g">Grabdenkmal</hi> von <hi rend="italic">Hans +Werner</hi> 1588. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOTHA.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Gotha. +</p><p> +<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, +turmloses Rck. von 49 : 14,5. — <hi rend="g">Fürstenstand</hi> am <milestone unit='line' n='5'/> +Chor in derbem Bar.; desgl. die <hi rend="g">Kanzel</hi>; Rest eines got. +<hi rend="g">Altarwerks</hi>. Die große <hi rend="g">Gedenktafel</hi> für Herzog +Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. +verbaut; der Kreuzgang rest. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Margarethen-K</hi>. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und <milestone unit='line' n='10'/> +1725; ursp. 3sch. Hallenkirche. — <hi rend="g">Denkmal</hi> für Herzog +Ernst den Frommen 1728 von dessen Enkel errichtet. — +<hi rend="g">Taufstein</hi> bez. 1687. — Sehr schöne bar. Engelsfigg., Holz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Friedenstein</hi>. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von +<hi rend="italic">Andreas Rudolfi</hi>. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung <milestone unit='line' n='15'/> +sparsam, nüchtern, schwerfällig, fast noch mehr im +Charakter einer Zitadelle als eines fürstlichen Wohnhauses, +ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am Ende +des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, +wird von 3 Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, <milestone unit='line' n='20'/> +an den Ecken breite Türme mit welscher Haube. Die in der +deutschen Renss. an einem Kunstbau nie fehlenden Giebel +sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren +gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung. +Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die <milestone unit='line' n='25'/> +1685 ff. hinzugefügte prunkhaft derbe Barockdekoration. — +Einige Räume M. 18. Jh. Das Porzellankabinett und anderes, +was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751 vom Nassau-Saarbrückener +Hofarchitekten <hi rend="italic">Stengel</hi>. Die Schloß-K. nahe verwandt +der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft <milestone unit='line' n='30'/> +viele, z. T. aufwandreiche, Särge. Orangerie von <hi rend="italic">G. H. Krohne</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Friedrichstal</hi>. 1711. Nach französischen Mustern in +vereinfachter Formgebung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von +auserlesener Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. <milestone unit='line' n='35'/> +1574, aber noch im Charakter der FrRenss. An der SFront +eingemauertes <hi rend="g">Reliefbild</hi> eines h. Bischofs aus 13. Jh. +</p> + +<p> +Gute <hi rend="bold">Barockhäuser</hi> die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische +Hof. +</p> + +<p> +Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit <milestone unit='line' n='40'/> +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOTTESBÜREN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im +15. Jh. hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. +auf kurzen Diensten. Vortreffliches Detail. +</p> + + +<pb n='155' id='i164.png'/> + +<!-- [P: 155] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GOTTESGRÜN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher +Altaraufbau; das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist +älter, um 1500, anziehendes Stück. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOTTLEUBA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen +und Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff +renss. Portal bez. 1553. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GOTTSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten <milestone unit='line' n='10'/> +Fenstern Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. +— Überreste eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> aus 15. Jh. +</p> + +<p> +GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Vom spgot. Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen +mit Sterngwb. und der Turm an der NSeite des Schiffes; dieses <milestone unit='line' n='15'/> +erweitert 1775. — Mehrere <hi rend="g">Holzbildwerke</hi> in der Art +<hi rend="italic">Lendenstreichs</hi>. Der bar. <hi rend="g">Marmor-Altar</hi> aus der Barfüßer-K. +in Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche +Schmiedekreuze des 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRADITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> mit Nebengebäuden E. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÄFENBERG.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh. einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRAFENGEHAIG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht <milestone unit='line' n='25'/> +vom Umbau 1448. Großes <hi rend="g">Kruzifix</hi> 1532. +</p> + +<p> +GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, der Turm über dem Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÄFENRODA.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stark modernisiert. Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRAFENRHEINFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von <hi rend="italic">Joh. Mich. +Fischer</hi>, einem Schüler <hi rend="italic">Neumanns</hi>. Besonders die Fassade +reich ausgebildet. Von den 2 OTürmen nur der südl. got. <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Deckengemälde</hi> bez. <hi rend="italic">Joh. Zick</hi> 1756. Vorzüglicher, +triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem <hi rend="g">Gemälde</hi>, +wohl von <hi rend="italic">Onghers</hi>; von demselben 1671 der hl. Sebastian +auf einem Nebenaltar. <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> und +<hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">J.P. Wagner</hi> 1766. <hi rend="g">Chorstühle</hi>, <hi rend="g">Taufstein</hi>, <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="g">Stationsbilder</hi> in späterem Rok. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Giebelhaus in Fachwerk 1602. — Großer <hi rend="g">Bildstock</hi> +1628. Ein kleinerer 1694. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÄFENTAL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich Erneuerung 1724. — Stattlicher <hi rend="g"><reg orig='Kan-|zelbau'>Kanzelbau</reg></hi> +<pb n='156' id='i165.png'/> +<!-- [P: 156] --> +hinter dem Altar. Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> der Familie +v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste von mittelalterl. +<hi rend="g">Wandmalerei.</hi></p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß Wespenstein</hi>. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit +interessanter Torhalle. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÄFENTONNA.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. — +<hi rend="g">Altarwerk</hi>, wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt. +Die 3geschossige Archit. 1646 (oder eher 1687?). Die +Reliefs von einem auseinander genommenen Flügelaltar des <milestone unit='line' n='10'/> +Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 <hi rend="g">Grabsteine</hi> +der Grafen v. Gleichen 1525-75. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kettenburg</hi>. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt +Zuchthaus und ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke +14. Jh. Andere Bauteile zeigen Formen der Renss. des 16. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRAMSCHATZ.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung +um 1740. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GREBEHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit <milestone unit='line' n='20'/> +stilisiertem Baum. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GREBENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von +niedrigen Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch +ein besonderes Dach mit einfachem Giebel. Reich skulptiertes <milestone unit='line' n='25'/> +Portal, die Figg. sehr verwittert. WTurm 1905 rest. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> in Fachwerk A. 17. Jh. +</p> + +<p> +2 <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> um 1480. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Der Palas um 1500. +</p> + +<p> +Gut erhaltene <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. + <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GREIFENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor. +Gleichzeitig die WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GREIFENSTEIN</hi> b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.</p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch <milestone unit='line' n='35'/> +Gräben getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt +1137, zerfallen seit 1560. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GREITZ.</hi> Hauptstadt von Reuß ä. L. +</p><p> +<hi rend="bold">Oberschloß</hi>. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm, +im Innern hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, <milestone unit='line' n='40'/> +auch Reste von Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRETHEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. — Tür +mit rom. Eisenbeschlag. +</p> + + +<pb n='157' id='i166.png'/> + +<!-- [P: 157] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GRETTSTADT.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen. +Lhs. mit stattlicher Fassade von Hauptmann <hi rend="italic">J. M. Fischer.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau +mit Freitreppe. Davor <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit Stützenbau. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRIESHEIM.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Details. — Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>, +z. T. nicht übel. — Stattliches adl. <hi rend="bold">Schloß</hi> aus A. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRILLENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRILLENBURG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1558 unter Oberleitung von <hi rend="italic">Hans Dehn-Rotfelser</hi>, +jetzt völlig verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße <hi rend="g">Jäger</hi> +in Sandstein um 1600 in der Art des <hi rend="italic">Chr. Walther.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRIMMA.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron</hi>. 1251, erweitert 1277. +Reste in der jetzigen Superintendentur. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von +regelmäßiger kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, +am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre. Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. <milestone unit='line' n='20'/> +etwas schmäler als das Lhs., noch in rein rom. Formen; die +Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube mit +3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest. +1888. Das Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. +Formen, die ursp. flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. <milestone unit='line' n='25'/> +Am Chorschluß Gruppe von 3 hohen schmalen spitzbg. +Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot. — +<hi rend="g">Denkmäler</hi> 1693-1760. +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">Nicolai-K</hi>. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. +— Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren <milestone unit='line' n='30'/> +Wertes die Gemälde von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. +Schallgefäße. Lange Reihe von Bildnissen jetzt im Stadthause.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Augustiner</hi>-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet +A. 15. Jh. Rck. von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. — <milestone unit='line' n='35'/> +Denkmäler und Bildnisse ohne Bedeutung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1556, einfach rck. — Grabplatten und Denkmäler +ohne Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische +Arbeiten des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, <milestone unit='line' n='40'/> +vier schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene +Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen +zusammengefaßt, in dessen Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut +E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden Epochen Bauformen erhalten. +— <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1442, Freitreppe 1585, Giebel um 1600, — <hi rend="bold"><reg orig='Knaben-|schule'>Knabenschule</reg></hi> +<pb n='158' id='i167.png'/> +<!-- [P: 158] --> +an der Frauen-K. 1614. — An <hi rend="bold">Wohnhäusern</hi> meist nur +einzelne Teile aus älteren Epochen. — <hi rend="bold">Altertums-Museum</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRIMMENTAL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 +neben dem Portal des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Altar</hi> jetzt in Gräfentonna.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Linde</hi> mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der +ältesten Bäume Deutschlands. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÖDITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, <milestone unit='line' n='10'/> +Granit. — <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh., v. Ziegler +und v. Metzrodt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des <milestone unit='line' n='15'/> +Schiffes; sonst verändert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Aegidien-K</hi>. Von der rom. Anlage der Turm erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi>. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender +Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; +lichter Durchmesser 3,3. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSBARTLOFF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., +außen Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. — +2 <hi rend="g">Nebenaltäre</hi> in Stuckmarmor. Schöne <hi rend="bold">Kanzel.</hi> +<hi rend="g">Taufstein</hi> aus der älteren K. bez. 1606. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSBODUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bar. — <hi rend="bold">Schloß</hi>. Quaderbau von 1331, Türen und +Fenster 1584. — <hi rend="bold">Amtsgericht</hi>. Schöner Fachwerkbau mit +Erker 1660. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSBREITENBACH.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1680, einfach geräumig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSCORBETHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht +ursp.), Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von +<hi rend="g">Antonio Perri</hi>. — Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSDITTMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. und renss. Portalen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSECKMANNSDORF.</hi> K.Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes +Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter <hi rend="g">Altar</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +1706; Emporen mit biblischen <hi rend="g">Malereien</hi>, handwerklich, +aber nicht ungeschickt; flache Decke mit Kehle; bewegte +Dachlinie. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSENBEHRINGEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> der Herren v. Wangenheim 1547. +</p> + + +<pb n='159' id='i168.png'/> + +<!-- [P: 159] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSENHAIN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert +und erweitert von <hi rend="italic">J. G. Schmidt</hi> in Dresden (Schüler +<hi rend="italic">Bährs</hi>). Die Idee der protestantischen Predigtkirche klar und +nachdrücklich ausgesprochen. Über dem alten (5/8) Chor der <milestone unit='line' n='5'/> +Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O durch eine +gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel +und Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber +an der SSeite vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung +der »Querkirche« zu T-förmigem Gr. Die Muldendecke <milestone unit='line' n='10'/> +wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll., die der +Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt +2000 Personen. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1499, die Flügelgemälde +bez. E.W. Schöne got. <hi rend="g">Kelche.</hi></p> +<p> +Ruine des <hi rend="bold">Nonnen-Klst</hi>. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit <milestone unit='line' n='15'/> +Zellengwb. jetzt Bierkeller. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSENLÜDER.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh. +Quadr. Vorchor mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, +der beschieferte Helm mit Erkertürmchen 16. Jh. Die <milestone unit='line' n='20'/> +Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit rom. Gewändform. +An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte +Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches +Portal mit Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten +Stiftswappen. Die Sakristei mit Tonnengwb. und <milestone unit='line' n='25'/> +1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten Kirche (gegr. 822). — +<hi rend="g">Grabmal</hi> der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSENSEE.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSFAHNER.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch +5 rom. Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu +erkennen. — 2 <hi rend="bold">Schlösser</hi> der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. +<hi rend="g">Wappentafel</hi> bez. 1502. Im Innern einige Räume in +reicher Barockausstattung. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSFURRA.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen +überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. +Türen am Ostende des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem +Chor. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSHARTHAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1794. Feines <hi rend="g">Buchsbaumkruzifix</hi> um +1700. Schöner <hi rend="g">Wappengrabstein</hi> um 1500. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die +stattliche französische <hi rend="g">Parkanlage</hi> mit Sandsteindekoration. +</p> + + +<pb n='160' id='i169.png'/> + +<!-- [P: 160] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSHEIRATH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige +Empore 17. Jh. Der sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. +mit Schweifkuppel und Arkaden 1720. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung +älterer Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht +und erweitert. Verwahrlost. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Katharinenhof</hi>. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und +Waisenhaus. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSHEUBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß +16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSKMEHLEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau des 18. Jh. — Im Altarbau von ca. 1620 <milestone unit='line' n='15'/> +sind 2 niederländische <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> (von <hi rend="italic">Jan Bormann</hi>?) +kombiniert, wahrscheinlich Geschenke der dänischen +Gemahlin des Kurf. Christian II. (vgl. Prettin). Die Flügelgemälde +sehr verdorben und schwer zu beurteilen. <hi rend="g">Moseskanzel</hi> +aus Stein. In der Turmhalle großes <hi rend="g">Triumphkreuz</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Grabsteine</hi> des sp. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden +Ecktürmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSKOCHBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. <milestone unit='line' n='25'/> +und 18. Jh. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> vom Saalfelder »Meister +der Baldachine«, E. 15. Jh. — <hi rend="bold">Schloß,</hi> einfache Sprenss. 16. +und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSKRÖBLITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda +</p><p> +Vom ehemaligen <hi rend="bold">Edelhof</hi> das schöne sprenss. Hoftor. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSLANGHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Umbau von 1596, Turm um 1400. — Lobenswerter +<hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1700, gleichzeitig der <hi rend="g">Taufstein,</hi> +später das <hi rend="g">Chorgestühl</hi>. Auf den Seitenaltären gute +(leider neu bemalte) <hi rend="g">Holzskulpturen</hi> des fr. 16. Jh., <milestone unit='line' n='35'/> +ausgezeichnet besonders eine <hi rend="g">Pietas</hi> von einem mit Riemenschneider +nur entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen +<hi rend="g">Ölberg</hi>, lebensgroße Sandsteinfigg., handwerklich. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Antonius-Kap.</hi> 1399. Über dem Portal Figurennische mit +dem Wappen der Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, <milestone unit='line' n='40'/> +um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar <hi rend="g">Grablegungsgruppe</hi> +um 1500, als Antependium interessantes Relief, +Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. +Die großen Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, +in etwas manierierter Gefühlsseligkeit. Reich bewegte <hi rend="g"><reg orig='Kreu-|zigungsgruppe'>Kreuzigungsgruppe</reg></hi> +<pb n='161' id='i170.png'/> +<!-- [P: 161] --> +um 1750 (vom ehemaligen Hochaltar). +</p> + +<p> +Stattliche <hi rend="bold">Häuser,</hi> mehrfach mit Marienbildern des +18. Jh. geschmückt. — <hi rend="g">Bildstöcke</hi> 1501, 1513, 1713, +1795. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSLÖBICHAU.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Chor <hi rend="g">Sakramentshaus</hi> 16. Jh. Frgot. +<hi rend="g">Kruzifix</hi>. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus Altenburger Werkstatt, +vgl. Maua. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSMÖLSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; <milestone unit='line' n='10'/> +das jetzige Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. +— Taufgestell, Kanzel und Gestühl 1723; dem Kanzelbau +eingefügt 2 gemalte <hi rend="g">Flügel</hi> 1520 von <hi rend="italic">Peter v. Mainz</hi> +mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> 1612. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSNEUHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Stattliche <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1729 mit opulenter Ausstattung. — <hi rend="bold">Schloß</hi> +der Grafen v. Werthern-Beichlingen 1710. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSOLBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau 16.-18. Jh., <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1645 +mit den knienden Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand <milestone unit='line' n='20'/> +v. Einsiedel, wohl von <hi rend="italic">Joh. Böhm</hi> in Schneeberg. Eigenartig +prächtiger <hi rend="g">Kelch</hi> des Freibergers <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSOSTERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der +Streben und Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses <milestone unit='line' n='25'/> +weisen auf ca. 1500; wohl älter in der Anlage der breite, nur +vom Schiff aus durch ein Pförtchen zugängliche WTurm, dem +ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen einen charaktervollen +Umriß gibt. — Bmkw. spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +mit den 14 Nothelfern. Eleganter renss. <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +1594. <hi rend="g">Pastorengrabsteine</hi> 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSOSTHEIM.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe +der <hi rend="g">Beweinung Christi</hi>, Holz, um 1501. — Vor dem +Ort <hi rend="g">Kapelle</hi> mit dem Wappen des Mainzer Kurfürsten <milestone unit='line' n='35'/> +Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige Kreuzigungsgruppe +aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen +könnte eine Arbeit aus der Werkstatt <hi rend="italic">Backofens</hi> vermutet +werden, was näher untersucht werden müßte. +</p> + +<p> +Fast vollständig erhaltene ma. <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSPÖTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. +Die außen eingemauerten Reliefs scheinen älter. — Großer +und vortrefflich erhaltener <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>; <hi rend="g">Sakramentsnische.</hi> +</p> + + +<pb n='162' id='i171.png'/> + +<!-- [P: 162] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSRÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. +Einige Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSSCHÖNAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. <milestone unit='line' n='5'/> +Schluß. — <hi rend="g">Altarbau</hi> 1802 mit Gemälde von <hi rend="italic">J. E. Zeissig</hi> +in Dresden, genannt Schenau, 1786. — <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> +des H. v. Nostitz † 1607, des Malers Schenau † 1806. +— Ansehnliche <hi rend="g">Bauernhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSSCHWABHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle; +got. und bar. verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSSEDLITZ</hi> s. Sedlitz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSSTECHAU.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +Hübsche spgot. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSTHIEMING.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. +— Guter <hi rend="g">Renss.Altar</hi> mit Gemälde um 1620. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSWALBUR.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und <milestone unit='line' n='20'/> +bar. Helm steht seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; +das Lhs. noch einmal 1748 erneuert. — Hübsche spgot. +<hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1538. Mehrere gute +<hi rend="g">Kelche</hi> aus 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSWEITZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. — +[<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSWENKHEIM.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. <hi rend="g">Deckenbild</hi> +von <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi>. Pietas aus Gußstein 1. H. <milestone unit='line' n='30'/> +15. Jh. <hi rend="g">Monstranz</hi> E. 16. Jh. Auf dem Kirchhof: +<hi rend="g">Denkmal</hi> des letzten Abtes von Bildhausen † 1812. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GROSSZSCHOCHER.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar +und Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom. Anlage mit spgot. und noch späteren Veränderungen. +Holzdecke 16. Jh. — Geschnitzte <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> +17. Jh. — <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. +16. und 17. Jh. — <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 16. Jh. — <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit Tritonen und Nereiden 1720. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRUBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, Kernbau wesentlich rom. +</p> + + +<pb n='163' id='i172.png'/> + +<!-- [P: 163] --> + +<p> +<hi rend='ort'>GRUMBACH.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von <hi rend="italic">Gottfr. +Unger</hi> mit lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt. +Prunkvoller Altarbau 1688, das exaltierte <hi rend="g">Statuenwerk</hi> +von <hi rend="italic">J. F. Richter</hi> aus Meißen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRUNAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. 1739 +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÜNAU.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Karthause,</hi> gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich +ausgedehnten Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende <milestone unit='line' n='10'/> +Reste des 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÜNHAIN.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg. +</p><p> +Vor der Stadt die Trümmer des reichen <hi rend="bold">Cistercienser-Klst.</hi> +gleichen Namens. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GRÜNLICHTENBERG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. +— Lebensgroßer <hi rend="g">Crucifixus</hi> A. 16. Jh. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +1431; ein zweiter E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GUDENSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler <milestone unit='line' n='20'/> +beraubt. Der etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß +aus dem 6Eck. Rippenprofil geschärfter Rundstab. Im Maßwerk +2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer 3Paß. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-Kap,</hi> spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig +erhalten. — <hi rend="bold">Schloßruine</hi>, seit 1388 in Trümmern. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÜGEL.</hi> OFranken BA Bamberg. +</p><p> +Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders +1612. — <hi rend="g">Hochaltarblatt</hi> 1620 von <hi rend="italic">Fuger</hi>, <hi rend="g">Statuen</hi> +der 12 Apostel von <hi rend="italic">M. Kern</hi>. Schöne <hi rend="g">Wappensteine</hi> +mehrerer Bischöfe. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GUMPERDA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger +tief ein, als gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen <hi rend="g">Tympanonskulpturen</hi>, +ungewöhnlich der Gegenstand: +Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes), +13 Heilige unter Baldachinen, Abschluß nach oben gerade. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung +A. 18. Jh. [<hi rend="g">Flügelaltar</hi> gegen 1400 im Dresdener <milestone unit='line' n='40'/> +Altert.-Ver.]. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÜNTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Wertvoller got. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> (aus Erfurt?). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÜNTERSLEBEN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon + + +<pb n='164' id='i173.png'/> + +<!-- [P: 164] --> + +mit blindem Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind. +— <hi rend="g">Rok.Altar</hi> mit guter Kreuzigungsgruppe. Schöne +<hi rend="g">Monstranz</hi> um 1710, augsburgisch. — An einem Hause +gute got. <hi rend="g">Madonna</hi>, Stein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÜNTHERSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha Kr. Gotha. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. WTurm, sonst 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GUTMANNSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., gut rest. <hi rend="g">Gutsgebäude</hi>, wirkungsvoller +Bau um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GUTTAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nach Brand 1813. — Aus derselben Zeit das strenganmutige +<hi rend="bold">Herrenhaus,</hi> 1stöckig, in der Mitte offene Halle +mit dor. Sll. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GUTTENBERG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger +und Tor aus sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>GÜTZINGEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger +Hofspital); <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Onghers</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>H</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>HAARHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. OTurm, sonst got. und bar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HABESBURG</hi> (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.</p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> sehr zerstört. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAFENLOHE.</hi> UFranken. BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <hi rend="g">Holzfig</hi>. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des +späten 13. Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. <hi rend="g">Sandsteinfig</hi>. +St. Eucharius um 1350. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> modern. Turm in zierlichen sprom. Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAIN B. HERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAIN B. STOLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage wie in Hain b. Heringen. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAINA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. — +Kanzel 1622; Altarbau 1733; ziemlich guter <hi rend="g">ikon. Grabstein</hi> +1424. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAINA.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Klst.</hi> Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt +<pb n='165' id='i174.png'/> +<!-- [P: 165] --> +1224 kann sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues +beziehen. Weiterhin fehlen alle sicheren Nachrichten. Der +Grundriß einheitlich im normalen Schema des Ordens: Chor +rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je 3 Kapp., +Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau <milestone unit='line' n='5'/> +der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang +(OFlügel) in das erste Joch des Lhs. führende Tür rundbg., +wenn auch mit gotisierendem Blattwerk. 2. Übergang zum +Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer wesentlich +französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen <milestone unit='line' n='10'/> +Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte +von H. (O. Liemke) setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis +1228 und erklärt H. für den zweitältesten rein got. Bau in +Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und vor Marburg. +Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber <milestone unit='line' n='15'/> +es fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung +ist dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), +und ich halte es noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie +in Hessen zuerst hier eingesetzt hat. Danach wären die ältesten +got. Teile in H. in die 40er Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau <milestone unit='line' n='20'/> +von Chor und Qsch. Die Fenster sind hier 2teilig, der große +Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in Marburg noch +glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des +Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben +2teilig, nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung <milestone unit='line' n='25'/> +eine Gruppe von Dreipässen. — Das angenommene Verhältnis +zu Marburg bezieht sich nur auf die OTeile. Mit der Annahme +des Hallensystems könnte H. im Vorsprung gewesen sein. +Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und der +starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger <milestone unit='line' n='30'/> +steilen Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen. +Enorm stark im Verhältnis zur Arkadenöffnung sind die +Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg, nur daß der +dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen Kragstein +gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß <milestone unit='line' n='35'/> +sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit +kleinen Fenstern gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) +ohne Durchbrechung; im 2. Geschoß dünne Wandung, +Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4 WJoche und die +WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert <milestone unit='line' n='40'/> +ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. — Am +6. Pfeilerpaar <hi rend="g">Lettner</hi> E. 13. Jh. in schlichten, spröden +got. Formen. Im Chor <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> 1. H. 14. Jh. +von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. — <hi rend="g">Chorstühle</hi> +14. Jh. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Grafen v. Ziegenhain (der + + +<pb n='166' id='i175.png'/> + +<!-- [P: 166] --> + +letzte † 1450). <hi rend="g">Steinrelief</hi>, auf Landgraf Philipps Klosterreformation +bezüglich, 1542. — <hi rend="g">Glasmalereien</hi> des +14. Jh., grau in graue Teppichmuster (mehrere neu). — <hi rend="g">Glocke</hi> +im Dachreiter älter als dieser, 1225 vom Erzbischof von Mainz +geweiht und mit dessen Siegel versehen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klostergebäude</hi> (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs +E. 13. Jh., S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O +2 Säle, jeder mit 2×3 Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5 +Gwbb. (Obergeschoß neu), westl. anschließend die Küche, +östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am westl. Flügel <milestone unit='line' n='10'/> +mit dem Sommerrefektorium 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAINDORF.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor +entspricht dem Msch. WTurm. — <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> +spgot. — <hi rend="g">Steinskulptur</hi> (Krippe) unter einem <milestone unit='line' n='15'/> +von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. — In +der Sakristei <hi rend="g">Gewölbemalerei</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAINEWALDE.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. +<hi rend="g">Innenausstattung</hi> im ursp. Zustande. Recht hübsch <milestone unit='line' n='20'/> +die Orgel. Charakteristische Denkmäler. — Auf dem Friedhof +Kanitz-Kyausche <hi rend="g">Gruftkapelle</hi> in reicher bar. Nischenarchitektur +mit allegorischen Figuren. +</p> + +<p> +Altes und neues <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten. +<milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAINICHEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HALLBURG.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Von der <hi rend="bold">Burg</hi> (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch +der ma. Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HALLE A. S.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.</p> +<p> +<hi rend="bold">Dom</hi> (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal +Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, +aus einer Dominikaner-K. der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende +Veränderungen umgebaut. Eingehende Untersuchung <milestone unit='line' n='35'/> +steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch +geht die bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück, +sicher der ganze Chor (totale L. 68 m). Das Äußere ist in +Tradition der Bettelordenskirche turmlos. Das Dach nach den +3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in dichter Reihung <milestone unit='line' n='40'/> +Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von +erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die <hi rend="g">plastische +Ausstattung</hi>. Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in +Obersachsen. Die erstaunlich kurze Zeit der Ausführung (1523 + + +<pb n='167' id='i176.png'/> + +<!-- [P: 167] --> + +bis 1526) setzt eine stark besetzte Werkstatt voraus. An ihrer +Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch als Dirigent des +Ornaments, ein Schüler <hi rend="italic">Hans Backofens</hi> aus Mainz (wohl von +demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). +Auch das Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat <milestone unit='line' n='5'/> +ein Architekt hinzu, der eingehende und verständnisvolle +Studien in der Lombardei (Certosa, Como) gemacht hatte. 1. Die +zwei <hi rend="g">Weihetafeln</hi> an der NWand des Innern, bez. 1523, +das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die +hll. Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. <hi rend="g">Sakristeitür</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +und südl. <hi rend="g">Außenportal</hi> bez. 1525. 3. <hi rend="g">Kanzel</hi> bez. 1526, +nicht groß, aber von höchstem plastischem Reichtum. 4. An +den Pfeilern des Inneren großartiger <hi rend="g">Statuenzyklus</hi> +(Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei +Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und <milestone unit='line' n='15'/> +Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der +Köpfe, das ganze Pathos der Empfindung und das malerische +Formgefühl, dies alles ist im Wesen schon barock. +[Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, +als Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="italic">Grünewalds</hi> Tafel mit den hll. Erasmus und Mauritius jetzt +in der Pinakothek zu München.] <hi rend="g">Chorgestühl</hi> von +spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. <hi rend="g">Emporen</hi> +und Altar M. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Markt-K. U. L. Fr</hi>. Ursp. standen hier dicht hintereinander <milestone unit='line' n='25'/> +2 Kirchen, S. Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht +von Brandenburg ließ sie 1529 abbrechen bis auf die Türme +und verband diese durch einen Neubau, das jetzige Lhs. +Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an +die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche <milestone unit='line' n='30'/> +von 10 schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal +geteilt durch eingebaute steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit +glatten, im Gr. konkav gekrümmten Flächen. Das wirre +Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive Bedeutung +mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit <milestone unit='line' n='35'/> +den Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar +(vor der Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine +Brücke verbunden. Die Hauben von 1551 aus Spgotik und +Renss. gemischt, interessant als Vorstufe zu dem norddeutschen +Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom. Resten, <milestone unit='line' n='40'/> +ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von +8 kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der +Kirche (ca. 1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal +ein Muster jener komplizierten Stabwerkverflechtungen +und Überschneidungen, in denen sich besonders die sächsische + + +<pb id='i177.png'/> + +Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der Fenstergewände +herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals +reich bemalten und vergoldeten <hi rend="g">Emporen</hi> (von <hi rend="italic">Nickel Hofman</hi> +1550-1554) geben eine interessante Verbindung von got. Strukturformen +mit renss. Ornament. Eine zierliche, doch höchst <milestone unit='line' n='5'/> +verzwickte, lediglich mit geometrischem Ornament rechnende +Komposition ist die <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Sandstein; der Meister sucht +nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. +Ausgeprägte Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den +Emporen, 1562-1575 von <hi rend="italic">Ant. Pauwart</hi> aus Ypern in Flandern. <milestone unit='line' n='10'/> +Die weiteren Wandlungen des Ornaments veranschaulichen +die <hi rend="g">Bräutigamsstühle</hi>, eine ausgezeichnete +Arbeit von 1595. Aus derselben Zeit der originelle <hi rend="g">Schalldeckel</hi> +der Kanzel (1596). Taufkessel 1430 gegossen +in Magdeburg von <hi rend="italic">Ludolf v. Braunschweig</hi> u. s. Sohne Heinrich. <milestone unit='line' n='15'/> +Großer <hi rend="g">Wandelaltar</hi> mit je 3 Flügeln, in allen +Teilen gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der +OWand des nördl. Ssch. <hi rend="g">Tafelbild</hi>, Christus die Wechsler +vertreibend, bez. 1498, in der Sakristei gotischer Schrank +mit reichem Beschlagwerk. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Moritz-K</hi>. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem +Msch.; Schluß mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die +4 OJoche und der Chor 1388 ff.; die westl. Hälfte (an Stelle +des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M. 15. Jh. Die beabsichtigten +westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb. <milestone unit='line' n='25'/> +1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte +mit Stäben, Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert; +die westl. einfach; die Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. +— Im Innern mehrere <hi rend="g">Steinskulpturen</hi> von +<hi rend="italic">Konrad v. Einbeck</hi> (welcher auch die äußere Dekoration der <milestone unit='line' n='30'/> +östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte +Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, +Anbetung des Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, +alles andere in Kopfdarstellungen): an einem Pfl. <hi rend="g">S. Moritz</hi> +v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in der <milestone unit='line' n='35'/> +SOVorhalle <hi rend="g">Eccehomo</hi> von 1416, im Nackten aufmerksame +Naturbeobachtung, klagende Maria und <hi rend="g">Christus</hi> +an der Martersäule und ein <hi rend="g">Relief</hi> mit der Anbetung +der drei Könige — alles mit Künstlerinschrift. Eine <hi rend="g">Büste</hi> +im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der <milestone unit='line' n='40'/> +Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber +erheblich jünger. — <hi rend="g">Altar</hi>: Mensa mit rom. Ornament, +großes und wertvolles Retabel mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein +Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von <hi rend="italic">Georg Jhener</hi> von +Orlamünde. — Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> mit ausgedehnten Reliefs + + +<pb n='169' id='i178.png'/> + +<!-- [P: 169] --> + +in konventionell italisierendem Stil, 1592 von <hi rend="italic">Zacharias +Bogenkrantz</hi>; Schalldeckel 1604. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ulrichs-K</hi>. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). +Spgot. unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.; +beg. 1339, Gwb. in Netzform 1510. Tympanon (Marientod) <milestone unit='line' n='5'/> +14. Jh. — Einfaches modern ergänztes <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. +14. Jh. <hi rend="g">Taufkessel</hi> v. 1430, ähnlich dem der Markt-K. +und von denselben Meistern. — Altar: Mensa mit blindem +got. Maßwerk bald nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln +1488. — <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> um 1525, für die <milestone unit='line' n='10'/> +barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula +in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm +und umspielt von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung. +— <hi rend="g">Kanzel</hi>, Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. +— In der Sakristei wertvolle <hi rend="g">Gefäße</hi>, darunter Weinkanne <milestone unit='line' n='15'/> +und Hostienbüchse 1580, emaillierter Kelch 1654. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neumarkt-K</hi>., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten. Sandstein-Taufstein +von 1478. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Glauchaische K.,</hi> 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen. +</p> + +<p> +Der <hi rend="bold">»rote Turm«,</hi> freistehender selbständig gebauter Glockenturm <milestone unit='line' n='20'/> +1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden +verzogenes 8Eck. Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht +erst aus M. 16. Jh. Der Sockelumbau aus Backstein +neugot. 1825. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Betsäule</hi> 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der <milestone unit='line' n='25'/> +Kreuzigung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Moritzburg,</hi> 1484-1503 erb. von Erzbischof <hi rend="italic">Ernst v. Magdeburg</hi>, +beendet durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. +Abrecht v. Brandenburg; durch einen Brand im 30j. Kriege +schwer entstellt; von Kunstformen wenig übriggeblieben, zum <milestone unit='line' n='30'/> +Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende Beispiele +der sich auflösenden Spätgotik. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue +Laube« von 1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers +<hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, <milestone unit='line' n='35'/> +deformiert. Die Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung +in ödester Entartung. — Der <hi rend="bold">»kühle Brunnen«,</hi> Haus des +erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz, vollständig verbauter +Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher Innenausstattung. +Im selben Charakter die <hi rend="bold">Residenz</hi> seit 1530, ursp. <milestone unit='line' n='40'/> +als Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität +bestimmt. — <hi rend="bold">Wage</hi> vor 1575, mit gutem Portal. — +2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus dem <hi rend="bold">Talhaus</hi> jetzt +im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtgottesacker</hi> auf dem Martinsberg, östlich vor der alten + + +<pb n='170' id='i179.png'/> + +<!-- [P: 170] --> + +Stadtmauer. Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, +einen verschoben vierseitigen Begräbnisplatz umgebend. 1558 +von <hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> begonnen, mit dem 94. Bogen erst 1594 +vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert mit +Benutzung von Aldegrever Stichen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Leipziger Turm,</hi> letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor +dem Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, +15. Jh., Haube 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HALLENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HALLSTADT.</hi> OFranken BA Bamberg. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. — Ansprechendes +Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten +Kleinstadtkirche. Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch +und gleich breit, Rundpfll., Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, <milestone unit='line' n='15'/> +im W Empore, sehr hohes Dach, ausgebauter Chor. +Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem Geschmack. +Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm +im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit <hi rend="g">Ölberg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAMMELBURG.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage +mit flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der +Unterschied zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und +der spielerischen, derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend; +immerhin gehört der ganze Bau noch zu den besseren in dieser <milestone unit='line' n='25'/> +Gegend. — An der Außenseite got. und renss. <hi rend="g">Grabsteine</hi>, +der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von <hi rend="italic">Peter Dell +d. Ä.</hi> 3 figurenreiche <hi rend="g">Kreuzwegreliefs</hi> um 1520. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. +Einheitlicher Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. <milestone unit='line' n='30'/> +Vier Flügel um einen rechteckigen Innenhof, trockenes +Spätbarock. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>. 1541 von <hi rend="italic">Joh. Schoner</hi>. Frische und exakt +durchgebildete Frührenss.Arbeit. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst. Altstadt</hi>. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen <milestone unit='line' n='35'/> +der einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen +die harte Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast +ganz schmucklos. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Saaleck</hi>. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der +massige, runde Bergfried aus großen Buckelquadern. Die <milestone unit='line' n='40'/> +Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich erneuert. Das ganze Schloß +steht prächtig in der Landschaft. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HANAU.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die <reg orig='Er-|bauung'>Erbauung</reg> +<pb n='171' id='i180.png'/> +<!-- [P: 171] --> +eines neuen größeren und mit Aufwand durchgeführten +Chors 1487. 4 Joche im Längsteil, 3/8 Schluß; Netzgwbb. mit +Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher Meißelarbeit +an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit +reichem Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung <milestone unit='line' n='5'/> +der Strebepfll. Das Lhs. erneuert 1558-61; hölzerne Emporen +in 2 Rängen; die Mauern niedriger als die des Chors, der Dachfirst +in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. — Der Chor +diente 1451-1612 als <hi rend="g">Begräbnisstätte</hi> für das gräfliche +Haus Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg <milestone unit='line' n='10'/> +heraldisch, und es ist der Brauch festgehalten, Wappen und +Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand zu setzen. Einigen +Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v. Nassau +† 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561, +Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und <milestone unit='line' n='15'/> +Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, +im Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von +Rollwerk; Helene von der Pfalz † 1579, Seitenstück zum +vorigen, die Archit. pompöser, das Rollwerk hat breitere Ausdehnung +gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles auf niederländischen <milestone unit='line' n='20'/> +Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580, künstlerisch +das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der internationalen +Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar +disponiert und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches +Ornament, das Rollwerk mit großer Zurückhaltung. — Vom <milestone unit='line' n='25'/> +got. <hi rend="g">Chorgestühl</hi> 2 Wangenteile erhalten, ungewöhnlicherweise +mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. — +<hi rend="g">Orgel</hi> 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr +Prachtgehäuse (von <hi rend="italic">Franz Nagel</hi> aus Miltenberg) auffallend +abstechend. — An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt <milestone unit='line' n='30'/> +und rest. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wallonisch-Niederländische K</hi>. (reformiert). Gegr. 1599. +Doppelkirche, veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter +der Gemeinde, die doch ihre Zusammengehörigkeit auch äußerlich +betonen wollte. Ein größerer und ein kleinerer Zentralbau, <milestone unit='line' n='35'/> +jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von 23 m +Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von +12 resp. 8 Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die +nur 1geschossige Empore. Zugang zu den letzteren durch +Treppentürmchen in den einspringenden Winkeln zwischen den <milestone unit='line' n='40'/> +beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch den +in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig +ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster +rundbg. mit Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders +durch die ungeheuren, unter sich nicht gleichhohen, aber die + + +<pb n='172' id='i181.png'/> + +<!-- [P: 172] --> + +Mauern an Höhe weit übertreffenden Walmdächer empfängt +das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johannes-K</hi>. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in +3 Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk, +schwere Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. <milestone unit='line' n='5'/> +Gleichzeitig neue Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem +Orgelprospekt. Begräbnisstätte der letzten Grafen von +Hanau-Lichtenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtschloß</hi>. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im +heutigen Zustand kunstarm und interesselos. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Altstädter Rathaus</hi>. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest. +Erdgeschoß ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk +mit Erkern. Eingebauter Justitiabrunnen. — Ein gegenüberliegender +spgot. Erker vom älteren Rathaus. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neustädter Rathaus</hi>. 1725-33 von Baudirektor <hi rend="italic">Hermann</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +Gute Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß +Arkaden, teils offen, teils verblendet; 2 Obergeschosse mit +leichtem Mittelrisalit, dessen Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt +ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem First kleines Uhrtürmchen <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gymnasium</hi>. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der +Spätrenss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 16.-17. Jh., Stadtmauerreste. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HANNBERG.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> befestigt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HANSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +Bedeutende <hi rend="bold">Burgruine</hi>. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung +durch König Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos +von Northeim). Später welfisch und seit 1209 mainzisch. Neubau +1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren v. H., Erweiterungen <milestone unit='line' n='30'/> +1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. — Die Hochburg +umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen +Räume nicht sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk +und Details mit einer im 14. Jh. nicht mehr gewöhnlichen +Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem Kreise die Zingelmauer. <milestone unit='line' n='35'/> +A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit Rondellen. +Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAPPERTSHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modernisiert. Ausstattung und <hi rend="g">Holzfigg</hi>. 18. Jh. +Bmkw. <hi rend="g">Madonna</hi> A. 15. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HARDISLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die +Ausstattung in Stuck und Farben einheitlich. — <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> +»recht bedeutend«. +</p> + + +<pb n='173' id='i182.png'/> + +<!-- [P: 173] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HARLE.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer +WTurm, öffnet sich gegen das Schiff mit einer hölzernen +Empore von 1589. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HARRA.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau spgot. und barock. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> +A. 16. Jh. »sehr interessant« (so im Inv.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HARRBACH.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gute, klassizistische <hi rend="g">Ausstattung</hi>, gefertigt +vom Schreiner <hi rend="italic">Schmidt</hi> in Nordheim 1788. — An der Südseite <milestone unit='line' n='10'/> +Holzfig. der <hi rend="g">Madonna</hi>; teilweise ergänzt, würzburgisch, +E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HARSDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÄRTENSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester +Ringmauer. — Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> A. 16. Jh. <hi rend="g">Taufstein</hi> und +<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> um 1500, in reicher aber unfeiner +Steinarbeit. <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> v. Wildenfels 1558, +1602. <hi rend="g">Glocke</hi> mit Reliefs M. 15. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HARTENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der +Vorburg erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von +<hi rend="italic">Meyner</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi> u. a. — Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, +ansehnlicher Fachwerkbau des 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HASLOCH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Am neuen Altar spgot. <hi rend="g">Flügelbilder</hi> von nicht +übler Qualität; Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. +15. J., schwäbisch? +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HASSEL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal +mit <hi rend="g">Tympanonskulptur</hi> ähnlich dem in Aue. — Auf +dem Altar ein guter geschnitzter Rok.Aufsatz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HASSENBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken <milestone unit='line' n='35'/> +von einem der in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten +Italiener (Castelli?). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende +Pilaster nach palladianischem Muster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HASSENHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., +über dem quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an +der mittleren Saale; erhalten noch das Hauptgesims und der +WGiebel mit Steinkreuz; bar. verändert. +</p> + + +<pb n='174' id='i183.png'/> + +<!-- [P: 174] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HASSFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, +in manchen Beziehungen verwandt der von demselben +Würzburger Bischof erb. K. in Königsberg i. Fr. — Breiträumige +Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark überhöht. Steinerne <milestone unit='line' n='5'/> +WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht +ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer +Anlage). — Die bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. — +Am Chorbg. unbemalte <hi rend="g">Holzstatue Joh. d. Täufers</hi>, +sehr vorzüglich, die Zuschreibung an <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> für mich <milestone unit='line' n='10'/> +nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt <hi rend="g">Madonna</hi> (durch +moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen) Hochaltar +die 3 <hi rend="g">irischen Heiligen</hi>, S. Kilian durch das +Schwert als Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger +<hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ritterkapelle</hi>. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und +für die sie gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg. +1390, Lhs. 1431, Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. +unter Fürstb. Julius von Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) +M. 19. Jh. durch<hi rend="italic"> Heideloff</hi>. — 1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; <milestone unit='line' n='20'/> +Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich und schwerlich +dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen +Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken +in die Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig. +Das Lhs. wird ursprünglich 3sch. geplant gewesen sein, es <milestone unit='line' n='25'/> +wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt; erst 1603 erhielt +es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die zugehörigen +Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot. +umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt +sich der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. <milestone unit='line' n='30'/> +Mit dem unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade +und Fialen von Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder +verbunden, andere im Innern an den Schlußsteinen +der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr, da der +Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog <milestone unit='line' n='35'/> +(jetzt unter dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner +war außen an den Fenstern und Strebepfll. ein ganzes Heer +von <hi rend="g">Statuen</hi> in Aussicht genommen; zählt man die durch +Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer gebliebenen +Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen <milestone unit='line' n='40'/> +müssen. Zur Ausführung kamen die <hi rend="g">Bogenfelder</hi> +am S- und WPortal, bewegte, gemäldemäßige Kompositionen, +in der plastischen Ausführung stümperhaft (Zug der hll. drei +Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst noch +zahlreicheren <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> sind 15 innen und + + +<pb n='175' id='i184.png'/> + +<!-- [P: 175] --> + +11 außen erhalten; mehrere urspr. von guter Qualität, aber +durch. Ölfarbkrusten entstellt. Ausstattung neugot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-Kap. z. Hl. Geist</hi>. 2. H. 15. Jh. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +mit interessanten bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter, +Aposteltrennung in reicher Landschaft). — Das Spitalgebäude <milestone unit='line' n='5'/> +einfacher Bau des B. Julius 1614. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bischöfl. Amtshaus</hi> (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger +Schule um 1725. — Stattliche <hi rend="g">Zehntscheuer</hi> +15. Jh., rest. 1617. +</p> + +<p> +Von der <hi rend="g">Stadtbefestigung</hi> 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HASTRUNGSFELD.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, Turm im O. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HATTENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unscheinbarer kleiner rom. Bau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAUEDA.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAUNECK.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAURÖDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die <milestone unit='line' n='20'/> +reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. — Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Familie +v. Dörnberg. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAYNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +Sprom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HAYNSBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Ruine</hi> der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder +rom. Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge <milestone unit='line' n='30'/> +erhalten. Wohnbau renss. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof +hübsche klassizist. Grabdenkmäler. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEICHELHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O <milestone unit='line' n='35'/> +erweitert, Lhs. mit Holztonne 1686. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEIDAU.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh. +1sch. in 5 Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen +auf Kragsteinen, die Strebepfll. entsprechen nicht den <milestone unit='line' n='40'/> +Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen Nonnenempore über 2sch. +Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem Ofen von +1669. Sehr einfacher ungewölbter <hi rend="bold">Kreuzgang</hi>, etwas reicher +das Refektorium. A. 17. Jh. ein <hi rend="g">Schloß</hi> eingebaut; Saal +mit Brettertonne; Alabasterkamin 1619. +</p> + + +<pb n='176' id='i185.png'/> + +<!-- [P: 176] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HEIDENFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">August.-Chorherrenstift</hi> (jetzt Nonnen). Die K. (got.) +A. 19. Jh. abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock +1726-34. Gleichzeitige Stuckdekoration. Die Gastzimmer +ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal (jetzt Kapelle) <milestone unit='line' n='5'/> +1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien +und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf <hi rend="italic">B. Neumanns</hi> +für Neubau der K. um 1750 nicht ausgeführt.) +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit vollständiger Ausstattung von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi> +1791. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEIDINGSFELD.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter +Rest. die genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). +Im Lhs. 6 Arkaden auf schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und +Fußgesims. Das Qsch. in seinen Fronten gleichfluchtig <milestone unit='line' n='15'/> +mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus gleicher Zeit +die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit +Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite +(Lhs. 23,5 m l., 20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm +in der SOEcke. 2 rom. Portale, an der WFront und am nördl. <milestone unit='line' n='20'/> +Kreuzarm. — Großer <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1712. Feines <hi rend="g">Sakramentstürmchen</hi> +M. 15. Jh. Spätestgot. <hi rend="g">Kanzel</hi>, +Stein, das Maßwerk in Astverschlingungen umgedeutet, an +der Brüstung Statuetten (nur 3 alt); das Meisterzeichen h b +auf den Würzburger <hi rend="italic">Hans Bock</hi> zu beziehen. <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +renss. 1581. <hi rend="g">Chorstühle</hi> um 1710, ziemlich einfach. +Im Chor <hi rend="g">Steinrelief</hi> mit Beweinung Christi bez. 1508, +allgemein als Werk <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> anerkannt, auch in +seinen Schwächen für ihn charakteristisch. Aus seiner Werkstatt +die <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi> am Chorbg. Bürgerliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das Ehepaar +Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. — An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap. +1510. <hi rend="g">Totenleuchter</hi>. <hi rend="g">Michaeliskap</hi>. +Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> spgot. und bar. — Haus no 380 frgot. Giebelbau. +— <hi rend="bold">Zehnthof</hi> von S. Burkard in Würzburg 1574. — An mehreren +Häusern steinerne <hi rend="g">Marien-</hi> und <hi rend="g">Heiligenstatuen</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +16.-18. Jh. Got. <hi rend="g">Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILGERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sandstein-<hi rend="g">Epitaphe</hi> der Stein-Lichtenstein, +M. bis E. 16. Jh.</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen. +</p> + + +<pb n='177' id='i186.png'/> + +<!-- [P: 177] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILIGENKREUZ</hi> b. Meißen. K. Sachsen.</p> +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Profanierte Bruchstücke. +Wesentlich rom. Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat +mit Apsis, und Nebenapsis vom südl. Qsch. Auch +die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der Klostergebäude, <milestone unit='line' n='5'/> +rom. Anlage mit got. Zusätzen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILIGENSTADT.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter« +Taufstein, Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler +1670, 1672. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILIGENSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">S. Marien-K.</hi> (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon +in 1. H. 9. Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen +1276, beg. angeblich erst 1304, womit die Formen +nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist älter, M. 13. Jh. (?) <milestone unit='line' n='15'/> +— 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem Chor. Die +Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die +Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem +regelmäßigen 5/8 Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken +OTürmen (nur einer ausgeführt) flankiert werden. Das Lhs. <milestone unit='line' n='20'/> +beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3 sehr schmale +und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung +der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht +ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch. +die Gwb.Grundrisse sich stark verschieben. Am Ende des <milestone unit='line' n='25'/> +nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer älteren Anlage (M. +13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite symmetrisch +eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung. +Lhs. und Chor in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt +nach dem gleichs. 3Eck. Die sehr mächtigen Pfll. sind rom. <milestone unit='line' n='30'/> +gegliedert (vielleicht, gleich der sog. Krypta, aus älterem +Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener Weise +Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die +turmlose WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von +<hi rend="italic">Joh. Wirauch</hi>. — Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> hat unter der puristischen <milestone unit='line' n='35'/> +Rest. 1863 schwer gelitten. [Die schöne Kanzel +von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got. +<hi rend="g">Taufkessel</hi>. <hi rend="g">Tumba</hi> des Erzbischofs Adolf v. Mainz +† 1390. — Bmkw. <hi rend="g">Statue</hi> eines Chorknaben mit Lesepult, +im Motiv dem bekannten Naumburger nahe verwandt, doch <milestone unit='line' n='40'/> +jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal <hi rend="g">Tympanonrelief</hi> +S. Martin und der Bettler, stark verwittert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Marien-K.</hi> (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen. +Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: +1. die WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind +<pb n='178' id='i187.png'/> + +<!-- [P: 178] --> + +als Abschluß eines älteren (vielleicht im Stadtbrande 1333 +zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen. Formcharakter +um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in Sachsen +und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil +ein glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder <milestone unit='line' n='5'/> +gegliedertes Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit +Giebelchen gekrönt, und zwischen diesen in mäßiger Höhe +aufsteigend eine steinerne Dachpyramide. Sowohl am Mauerteil +als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig +profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon <milestone unit='line' n='10'/> +weder groß noch reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit +den besten der Zeit zuzuzählen. — 2. Lhs. +um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5 Jochen, das +Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll. +mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. — 3. Chor <milestone unit='line' n='15'/> +A. 15. Jh., 1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap. +<corr sic='tichtet'>richtet</corr> ihren polygonalen Schluß nach Norden und ergibt +in der Außenansicht eine gut wirkende Gruppe. — Die bei +der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren umfangreicher spgot. +<hi rend="g">Wandmalerei</hi> wurden bei der Neubemalung nicht berücksichtigt. <milestone unit='line' n='20'/> +Auch die prächtige bar. <hi rend="g">Altarausstattung</hi> +(1675) ist beseitigt. Ebenso die meisten <hi rend="g">Grabsteine</hi>. +Erhalten ein Taufkessel von 1492. [Interessanter +Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Aegidien-K</hi>. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der <milestone unit='line' n='25'/> +rck. Chor, beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. +in nüchterner Hochgotik. Hallenkirche von 5 Jochen, im +Querschnitt mit der in Mitteldeutschland nicht häufigen +Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre +Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch <milestone unit='line' n='30'/> +wird die Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt. +Die WFassade (beg. 1370) schließt sich der von +S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur einer (s) ausgeführt. +Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit Ecktürmchen +an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). <milestone unit='line' n='35'/> +NTurm 1853, Sakristei 1904. — <hi rend="g">Vierzehnnothelfer-Altar</hi> +1638, reicher und origineller Aufbau in Sprenss. +<hi rend="g">Kanzel</hi> spbar. 18. Jh. <hi rend="g">Chorstühle</hi> E. 17. Jh., aus +dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener <hi rend="g">Taufkessel</hi> +1507. <hi rend="g">Denkmal</hi> der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete <milestone unit='line' n='40'/> +Arbeit aus 3. Drittel 14. Jh. <hi rend="g">Grabstein</hi> des Kantors +Koch † 1605, Ausführung später, in krausem, schwulstigem +Fr.-Bar. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Annen-Kap.</hi> 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem +Wurf. Der Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die +<pb n='179' id='i188.png'/> +<!-- [P: 179] --> +Gotik ungewöhnlich das Thema der zentralen Anlage: Regelmäßiges +8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von +S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, +wie dort, aus einem Kranz von 8 Giebelchen und endet in +einer Laterne, die verkleinert die Komposition des Ganzen <milestone unit='line' n='5'/> +wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die kraftvolle +Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser +6,5; H. bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3; +von dort bis Laternenspitze 6,3. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1738. Davor Neptunsbrunnen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von <hi rend="italic">Chr. Heinemann</hi>. +Solider Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei +Geschosse zu 13 Achsen. Einziger Kontrast der Segmentgiebel +über dem flachen Mittelrisalit. Mansarddach. Im Innern +Stuckdekorationen an Wänden und Decken. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gymnasium</hi> (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von <hi rend="italic">Heinemann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gefängnis</hi>. Erb. 1740 als Waisenhaus. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück. +Stattliche Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der <milestone unit='line' n='20'/> +»Preußische Hof«, das »Deutsche Haus«, der »Eichsfelder +Hof« und das Ilbergsche Haus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILIGENTAL.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cist.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die +K. (z. T. Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter <milestone unit='line' n='25'/> +Anlage mit 7/12 Schluß. Die Formen einfache frische Frühgotik, +etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor Rippengwbb. mit Wulstprofil +und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen mit +Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus +flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der <milestone unit='line' n='30'/> +WEmpore zeigt zwischen den beiden Eingängen Ansätze +eines ehemaligen Baldachinaltars. — 2 gute <hi rend="g">Rittergrabsteine</hi> +(v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILIGENTAL.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; <milestone unit='line' n='35'/> +Figuren von größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle +scheinen von hohem Alter. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEILSBERG.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. +WTurm. — Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit <milestone unit='line' n='40'/> +17 <hi rend="g">Figuren</hi> aus Altarwerken um 1500, aus einer »trefflichen, +von Franken beeinflußten, aber selbständigen Werkstatt«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Rotenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 +von <hi rend="italic">A. Rossini</hi>. +</p> + + +<pb n='180' id='i189.png'/> + +<!-- [P: 180] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HEINITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen +Sees; im 1. V. 16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen +Gratformation der Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen +im Sinne eines heiterprächtigen Landsitzes. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEINRICHS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Inschr. 1453 und 1503. Die <hi rend="g">Wandmalereien</hi> +im Chor und Lhs. bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung +bis zum Jüngsten Gericht; letzteres zerstört. — Gute +<hi rend="g">Fachwerkbauten</hi> im Ort. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELBA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Gutshaus</hi> 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELDBURG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb. +wohl noch mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; <milestone unit='line' n='15'/> +Fischblasenfenster; reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl. +am Chor. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1536 in Frührenss., die Reliefs Übertragungen +Cranachscher Gemälde; von derselben Hand der +<hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. E. 15. Jh. — Mehrere ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>, <milestone unit='line' n='20'/> +gut der an der WFront von 1541. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtsgericht</hi>. Fachwerkbau 17. Jh. — Sonstige <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>; +hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner +steinerner Wappentafel. +</p> + +<p> +Bmkw. Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Veste</hi>. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes +Viereck. Der künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau« +(später und jetzt »französischer Bau«) 1560-64 von <hi rend="italic">Nic. +Gromann</hi>; gestrecktes Rck. von geringer Tiefe; nach dem +Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn Erinnerungen <milestone unit='line' n='30'/> +an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird, +so können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht +werden: 2teilig mit Giebelverdachung, die Gewände durch +Zahnschnitt gegliedert; Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke +sind die 2 Erker; sie springen von der Erde auf als rck. Risalite <milestone unit='line' n='35'/> +vor und sind mit antikisierend flachem Giebel geschlossen; +an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche Flächenfüllung +mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang +durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach +mit Kamin in reicher Meißelarbeit; ein anderer im <milestone unit='line' n='40'/> +Fürstengemach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1663-65 jetzt in Verfall. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELDRUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut. +</p> + + +<pb n='181' id='i190.png'/> + +<!-- [P: 181] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HELFTA.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.,</hi> jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. +ohne gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore +und einiges auf die 2. H. 13. Jh. weisende Detail. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELLINGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wasserburg</hi> (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und +4 Ecktürmen, erneuert im 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELMARSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend="bold">Klosterhof</hi>. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. <milestone unit='line' n='10'/> +umgebaut, von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. +erhalten sind. Auch die Kirche im Kernbau rom. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauern</hi> mit Turm teilweise erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>, niedersächsischer Fachwerkbau in guten <milestone unit='line' n='15'/> +Exemplaren. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELMBRECHTS.</hi> OFranken BA Münchberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. mit Flachdecke. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELMERS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELMERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. +Ländlich reiche Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, +meist heraldische <hi rend="g">Grabsteine</hi> des 17. Jh., Familien +v. Heldritt, v. Zweiffel, v. Wangenheim. +</p> + +<p> +Hennebergischer <hi rend="bold">Freihof,</hi> Amtswohnung des Amtsrichters, <milestone unit='line' n='25'/> +Fachwerkbau um 1600. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. <hi rend="g">Taufstein</hi> 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk +geschmückt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HELSA.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, +daß die Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein +kleineres Quadr. umschreibenden Steinsll. getragen wird. +Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben Zeit. Der Turm +steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung verbunden, <milestone unit='line' n='35'/> +die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HENFSTEDT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die +typische: 1sch. mit eingezogenem, turmtragenden quadr. +Chor. Im 17. Jh. erneuert. — Ikon. Grabstein 1521; <milestone unit='line' n='40'/> +mehrere heraldische aus 18. Jh. — <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1595. — <hi rend="bold">Ruine +Osterburg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HENNEBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das +älteste Beispiel vom Fachwerkbau im Werratal. +</p> +<pb n='182' id='i191.png'/> +<!-- [P: 182] --> +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi> der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den +thüringischen Landen. Am besten erhalten der Bergfried, +rund, 14 m h., die Ringmauern noch in 10-15 m H. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> architekturlos. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> ursp. doppelflügelig, <milestone unit='line' n='5'/> +von demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in +der Nikolai-K. in Dippoldiswalde begegnet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERBSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Anlage. — Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>. <hi rend="g">Doppel-Wandgrab</hi> +des Junkers Christoph Knobloch und <milestone unit='line' n='10'/> +seiner Frau † 1612. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 +und 1594. Im »Rittersaal« schöne Stuckdecke. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERCHSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche <milestone unit='line' n='15'/> +Patronatswappen. — <hi rend="g">Altar</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> interessante +Arbeiten aus der Erbauungszeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar. +Haube. Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +um 1500. — Schlichtes <hi rend="bold">Herrenhaus</hi>, reicher Ofen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1731. — <hi rend="bold">Schloß</hi> (der Grafen v. Schwarzburg) nach +1590, Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERLESHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., +das Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606, +Westtür 1777. — <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Georg v. Reckrath † 1558, +der Verstorbene in einer Nische stehend, Sandstein. (Er war +Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten Schlosses.) <milestone unit='line' n='30'/> +Schöne <hi rend="g">Glocke</hi> 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERMANNSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +Rest, nach Brand 1739 durch <hi rend="italic">George Bähr</hi>. — Umfassungsmauer +mit runden Ecktürmen (vgl. Moritzburg). Hauptbau: +Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig; Aufbau 2geschossig, +in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an den +Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige <milestone unit='line' n='40'/> +Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß +auf der Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der +Rückseite die meist quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet. +— <hi rend="g">Wandteppiche</hi> mit Darstellungen aus +dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. — +</p> + + +<pb n='183' id='i192.png'/> + +<!-- [P: 183] --> + +<p> +Großer <hi rend="g">Park</hi> Mischung französischer und englischer Gartenkunst. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERPF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen +durchsetzt, deren Schnitzereien zu den besten der <milestone unit='line' n='5'/> +Gegend gehören. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1620. <hi rend="g">Deckenmalereien</hi> +1772. <hi rend="g">Porträts</hi> von 3 Hennebergischen Fürsten des +16. Jh. — Geschnitzte <hi rend="bold">Fachwerkbauten</hi> 17.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERRENBREITUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K</hi>. An Stelle einer im 10. Jh. genannten <milestone unit='line' n='10'/> +königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach +Aufhebung des Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im +30jähr. Kriege schwer beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung +und Bemalung aus dieser Zeit gut erhalten. 1911 +der Chor ausgegraben. — Sächsisch-thüringischer Schulcharakter, <milestone unit='line' n='15'/> +Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der +Fassade Spuren einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein +Turm (W) und zwar ganz in das Msch. einspringend. Dieses +wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt. Stützen +auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf <milestone unit='line' n='20'/> +der SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor +und Nebenchöre kommunizierten durch Doppelarkaden. +— <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des letzten Abtes † 1541 gefunden. +Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried +von Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist <milestone unit='line' n='25'/> +seitdem verschwunden, [hölzerne Nachbildung der Renss. in +der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein im Lhs. liegendes +<hi rend="g">Weihwasserbecken</hi> zeigt hochaltertümliches Ornament, +vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen <milestone unit='line' n='30'/> +Michaels-Kap. +</p> + +<p> +Im Dorf einige gute <hi rend="bold">Fachwerkbauten</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERRMANNSGRÜN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERRNHUT.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Gemeinhaus der Societät</hi>. Erb. als Erziehungshaus 1724 von +Gf. Zinzendorf durch den Zimmermann <hi rend="italic">Chr. David</hi>. Schlichter +Bruchsteinbau mit Obergeschoß in verputztem Fachwerk. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gemeinsaal</hi> (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit +Flachdecke und Mansardendach. Einrichtung einfachst. An <milestone unit='line' n='40'/> +einer Langseite Podium mit den Bänken der Ältesten +und dem den Altar vertretenden Tisch. — Der rck. Platz, +in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den +Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrschaftshaus</hi>. Der 1725 von Zinzendorf errichtete <reg orig='Fach-|werkbau'>Fachwerkbau</reg> +<pb n='184' id='i193.png'/> +<!-- [P: 184] --> +machte 1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der +Unität). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Vogtshof</hi>. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert. +Großer, einfacher, schloßartiger Bau. +</p> + +<p> +Die <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von <milestone unit='line' n='5'/> +schlichter Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERRNSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau +18. Jh.) zugängliche WTurm E. 12. Jh. — Bezeichnete +<hi rend="g">Glocke</hi> 1308. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERSFELD.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +<hi rend="bold">K</hi>. des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. Gegr. 769, erster Neubau 831, +zweiter Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. +gew. 1144, 1761 von den Franzosen niedergebrannt, jetzt +Ruine. — Großartige Raumschöpfung in schlichten strengen <milestone unit='line' n='15'/> +rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz und +sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten +wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem +Gr. Ganze lichte Länge (nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, +Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13, Langchor 20:13. Abweichend <milestone unit='line' n='20'/> +von der normalen Anlage des ausgebildeten rom. +Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen +einer Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der +über das Quadrat verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen +und anderen Gründen kann vermutet werden, daß der bestehende <milestone unit='line' n='25'/> +Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9. angeschlossen +habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr. +Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit +steilen attischen Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, +in jeder Blende 2 kleine Fenster; der unter der Apsis <milestone unit='line' n='30'/> +liegende Raumteil durch stärkere Pfll. abgesondert und mit +3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden gegliedert +(Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 +Fenster, die Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine +Apsis und 3 Türen, die Apsiden von ungewöhnlich schlanker, <milestone unit='line' n='35'/> +hoher Figur, so daß sie in die Fensterregion hineinragen und +hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!) Platz lassen. Im Lhs. +je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit monolithen verjüngten +Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr als +1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst <milestone unit='line' n='40'/> +profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig +abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der +unter gleicher Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). +Sehr eigentümlich der WBau, ein Kompromiss von Chor und +Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes Rck., zur Hälfte + + +<pb n='185' id='i194.png'/> + +<!-- [P: 185] --> + +über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das +Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen, +nach O Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle +dienen als Substruktion eines 1/2kreisförmig zwischen +den Türmen vorspringenden Chors. Breite Treppen innerhalb <milestone unit='line' n='5'/> +der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein +vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in +<corr sic='situerhalten'>situ erhalten</corr>). Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der +südl. erhalten; die 2 obersten Geschosse haben jederseits zwei +Doppelfenster und Blenden. Im letzten Geschoß ein rundbg. <milestone unit='line' n='10'/> +gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen, die nahe +dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. +— Das Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert +nur die OApsis: 4 Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims, +darüber das interessante Motiv eines Kranzes kleiner <milestone unit='line' n='15'/> +flacher Nischen, Vorläufer des Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese +fehlen überall. Durch einen Sockel mit attischer Basis +nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter Bruchstein, +an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel +von weiß und rot. — <hi rend="g">Vorbau</hi> am nördl. Kreuzarm, Tür <milestone unit='line' n='20'/> +und Fenster in reichen sprom. Formen, an den Kapitellen +der Ziersäulchen mannigfache figürliche Darstellungen. — +In einiger Entfernung (SO) von der K. ein <hi rend="g">Einzelturm</hi> in +reichen Formen des 12. Jh. — <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi> am südl. +Kreuzarm mit sprom. Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. <milestone unit='line' n='25'/> +Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12 Apostel, in den Zwickeln +Vögel, Tiere, Engel. — <hi rend="g">Lullusglocke</hi> angebl. M. 11. +Jahrhunderts. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als +Hallenkirche von 4 Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und <milestone unit='line' n='30'/> +polyg. Schluß, im W vortretender Turm von 6 Geschossen. +Reste von Glasmalerei in Teppichmustern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal +gruppierten Fenstern unverändert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. <milestone unit='line' n='35'/> +Aller Schmuck auf die Giebel geworfen, die das hohe Dach +vollständig einschließen, je 2 an den Langseiten, je einer an +den Schmalseiten, bez. 1597, 1612. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kantorwohnung</hi> bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das +Datum gültig wohl nur für den Unterbau.) <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +Vor der Stadt <hi rend="bold">Schloss Eichhof,</hi> got., spgot. u. renss. Über +dem Tor Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERWIGSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als +Emporensaal mit einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher + + +<pb n='186' id='i195.png'/> + +<!-- [P: 186] --> + +Dachreiter 1727. — Auf dem Kirchhof v. Gersdorfsche +<hi rend="g">Grabmäler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERWIGSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. +und Altarhaus stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische <milestone unit='line' n='5'/> +Außenansicht. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERZBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, +am nordwestl. Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt +1643. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERZBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. +Netz-Gwbb. Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone +im Chorschluß. — Die <hi rend="g">Bemalung</hi> der Gwbb., Evangelisten, +Propheten, Verkündigung, Jüngstes Gericht, hat sich gut <milestone unit='line' n='15'/> +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HERZOGENAURACH.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom. +Säulenbasen stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. +mit hölzerner Tonnendecke. — <hi rend="g">Steinskulptur</hi> 15. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +»betender Tempelritter«. — Got. +<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>. +</p> + +<p> +2 ansehnliche <hi rend="bold">Tortürme</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HESSBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +— <hi rend="g">Taufstein</hi> gemischt got. und renss. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> +der Familie v. Heßberg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HESSENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HESSENTAL.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kapelle.</hi> Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem +Tuff, angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten +Schüler <hi rend="italic">Backofens</hi> (demselben, der im Dom von Halle gearbeitet +hat). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HETTSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. <hi rend="g">Kanzel</hi> +1587. Gute <hi rend="g">Beweinung</hi>, Stein, ca. 1500. — Ruinen eines +bedeutenden got. <hi rend="bold">Schlosses</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HETZLAS.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit befestigtem Kirchhof. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HEUSTREU.</hi> UFranken BA Neustadt a. S. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe +Ecktürme. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Berg-K</hi>. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und +17. Jh. +</p> + + +<pb n='187' id='i196.png'/> + +<!-- [P: 187] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HEUTHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige +Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HILDBURGHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1785 von <hi rend="italic">A. F. v. Keßlau</hi>. Kuppelraum umgeben von <milestone unit='line' n='5'/> +Emporen in 2 Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum. +Die Kuppel aus Holz, im Außenbau nicht zum Ausdruck kommend; +überhaupt die ganze Behandlung sehr sparsam. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neustädter</hi> oder <hi rend="bold">Waisen-K</hi>. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten +Ecken; die Emporen haben auch im W analogen Gr., <milestone unit='line' n='10'/> +so daß im Innern ein gestrecktes 8Eck. Das Äußere Putzbau +mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber Triglyphengebälk. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Reformierte K</hi>. (jetzt kathol.) 1722. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, +doch von charakteristischer Massengruppierung; großer <milestone unit='line' n='15'/> +schlichter Renss.Giebel, seitlich runder Treppenturm mit +welscher Haube. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Regierungsgebäude</hi> 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Kaserne) 1685-1707 von <hi rend="italic">E. Gedeler</hi>. Ein mittlerer +Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen <milestone unit='line' n='20'/> +Ehrenhof. Im Innern stuckierte Decken, an die Schlösser in +Gotha und Friedrichswerth erinnernd. +</p> + +<p> +Im Schloßpark <hi rend="bold">Denkmal</hi> für die Königin Luise von Preußen +1815 von <hi rend="italic">Schulze</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HILFENSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor +rom. Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich +mit großem Rundbogen gegen W ins Freie — <hi rend="g">Crucifixus</hi> +aus fr. Ma. <hi rend="g">Statue</hi> des h. Bonifatius 1661. <hi rend="g">Grabplatte</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIMMELKRON.</hi> OFranken BA Berneck. +</p><p> +<hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.</hi> Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl +nicht viel später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in +der westl. Hälfte Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. <milestone unit='line' n='35'/> +Die Bauführung zeigt zwei Abschnitte. Vom ersten +der WBau und die an die Klostergebäude stoßende SWand im +ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen +Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt, +wie die mit der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte <milestone unit='line' n='40'/> +der NWand anzeigen; ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch +5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser Bauperiode (E. 14. Jh.) +die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige Erdgeschoßhalle +unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb flachgedeckt; +der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt +<pb n='188' id='i197.png'/> +<!-- [P: 188] --> +stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut. +Kleiner Dachreiter. — <hi rend="g">Kreuzgang</hi> 1473 (Inschr.), nur ein +Flügel vorhanden; er zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll +und glänzend, wie weit und breit nichts Ähnliches +zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb. ruhen auf <milestone unit='line' n='5'/> +spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.; +über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine; +in den mittleren Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde +Engel aus Stuck, an den Wänden Passionsreliefs. Die auf einer +Konsole kniende <hi rend="g">Statue der Stifterin</hi> Elisabeth <milestone unit='line' n='10'/> +v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu +denken. — Große Zahl von <hi rend="g">Grabsteinen</hi>: am Boden +Burggräfin Anna v. Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst +dem Eingang Agnes v. Orlamünde † 1300, dem Stil nach +50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit dem <milestone unit='line' n='15'/> +meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem +Interesse. — <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> nicht von <hi rend="italic">Veit Stoß</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Markgräfl. Schloß</hi> (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von <hi rend="italic">St. Pierre</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIMMELPFORTEN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Erb. angeblich 1264. Rck. mit <milestone unit='line' n='20'/> +leicht eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in +2 Joche gewölbt; derbe Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. +Die Strebepfll. am Schiff lassen auch für dieses auf ehemalige +Wölbung schließen; bei der Rest. unter der Äbtissin Katharina +<hi rend='ort'>IV.</hi> (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. +Fenster maßwerklos. Die westl. Hälfte des Sch. von der +Nonnenempore eingenommen; die 3sch. gewölbte Halle, auf +der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet. Hübsche +<hi rend="g">Wendeltreppe</hi>, in der sich got. Maßwerkmotive mit <milestone unit='line' n='30'/> +späten Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W +Renss.Giebel und ein zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal +in frgot. Formen jetzt neu, doch wohl nach dem alten kopiert, +bezeichnend für die cisterciensische Auffassung der got. +Formen. <hi rend="g">Grabsteine</hi>: Elisabeth v. Hutten † 1383, <milestone unit='line' n='35'/> +Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414, +Katharina v. Hutten † 1415. — Die <hi rend="g">Klostergebäude</hi> +renss., der Kreuzgang noch got. Auch die ältere Ummauerung +des Klosterbezirks erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIMMELSTADT.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer +Hochaltar aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Wagners.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIMMELTAL.</hi> UFranken BA Obernburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> gegr. 1232, barock umgebaut. — +<hi rend="g">Grabstein</hi> des Konrad v. Bickenbach 1354. +</p> + + +<pb n='189' id='i198.png'/> + +<!-- [P: 189] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HINTERNAH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. +Nach alter Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. +Altarhaus mit Turm. In dieser Zeit und noch später sind in +genauer Wiederholung dieses Schemas, nur in den Maßen <milestone unit='line' n='5'/> +wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen +errichtet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIRSCHBERG.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. +</p><p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> erb. 1678, verödet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. +1sch. Lhs. 1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau +deuten, 1508 nach O erweitert. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1518. <milestone unit='line' n='15'/> +Gute <hi rend="g">Sandsteinepitaphe</hi> 1623, 1732. Rom. <hi rend="g">Türbeschlag</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um +1780, die <hi rend="g">Statuen</hi> und <hi rend="g">Reliefs</hi> in der Art <hi rend="italic">J. P. <milestone unit='line' n='20'/> +Wagners</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HIRSCHFELDE.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf +2 schlanken 8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte +Chor. — Emporen und Stuckdekoration 1718. Ausstattung <milestone unit='line' n='25'/> +großenteils aus derselben Zeit. — Schöne <hi rend="g">Glocke</hi> +1573. Hübsche <hi rend="g">Sandsteindenkmäler</hi> rok. und +klassizistisch. +</p> + +<p> +Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von <hi rend="g">Häusern</hi> in Lausitzer +Bauart, z. T. mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOCHBERG.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Großenteils neu. — Bmkw. Ausstattung 1772-88. +Sehr gut die <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi>, klassizistisch. +<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1480. — <hi rend="g">Stationsbilder</hi> (Steinreliefs) +und Kreuzigungsgruppe 1626. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOCHKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau von 1717. — <hi rend="g">Denkmal</hi> für den in +der Schlacht bei H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den +Formen nach um 1780. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖCHST</hi> b. Gelnhausen RB Cassel. <milestone unit='line' n='40'/></p> +<p> +<hi rend="bold">Wendelin-Kap</hi>. 1415 (?), rest. im 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOCHSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die +Gemälde bez. S im Ring mit 3 Herzen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kapelle</hi> in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer +<pb n='190' id='i199.png'/> +<!-- [P: 190] --> +Burg. Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von +Langheim † 1473. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOCHSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch., +Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm <milestone unit='line' n='5'/> +wahrscheinlich ehemaliger Torturm. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk. +</p> + +<p> +HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> um 1400, aus welcher Zeit der gewölbte polyg. Chor; +die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und mit Emporen versehen; <milestone unit='line' n='10'/> +Fassade italisierend bar. — <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> +14. Jh. <hi rend="g">Altäre</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> rok. Im Chor auf schöner +got. Konsole S. <hi rend="g">Georg</hi> E. 15. Jh. Hölzerne <hi rend="g">Pietas</hi> A. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 1517, unbedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Torturm</hi> aus sp. Ma. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> +mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. — +<hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Wappentafeln</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 19. Jh. Ausstattung und <hi rend="g">Denkmäler</hi> 16. und +17. Jh., nicht ohne Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOF.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Michael 1230.</hi> Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, <milestone unit='line' n='25'/> +erhalten nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der +alte Gr. scheint dem der gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in +Bayreuth ähnlich gewesen zu sein. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Lorenz-K.</hi> Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des +WTurms; sonst Umbau des 16. und 19. Jh. — <hi rend="g">Flügelaltar</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +1470. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> A. 17.Jh. <hi rend="g">Bronzeepitaph</hi> 1730. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke +mit 90 Gemälden von <hi rend="italic">M.H. Lohe</hi>; weitere 53 auf den Brüstungen +der Doppelempore. Originelle Ausstattung. Schnitzaltar +1511. Gemaltes Epitaph eines Cranachschülers 1573; ein <milestone unit='line' n='35'/> +anderer bez. H H B 1556 (wohl <hi rend="italic">Joh. Hagenberger d. Ä.</hi>). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1563-66 von <hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> von Halle; 1823 eingreifend +verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOF.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 <milestone unit='line' n='40'/> +wesentlich umgestaltet. Mächtiges <hi rend="g">Altarwerk</hi> aus Sandstein, +Alabaster und Holz mit Malereien auf Zinkblech, zum +Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612. <hi rend="g">Taufstein</hi> um +1600. <hi rend="g">Denkmäler</hi>: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in +Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende + + +<pb n='191' id='i200.png'/> + +<!-- [P: 191] --> + +Ritterfigur wäre des <hi rend="italic">Hans Schickentanz</hi> würdig; S.J. v. Schleinitz +† 1559, von einem geringeren Dresdener Meister; andere +aus derselben Familie 1595, 1612, 1660. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach +M. 18. Jh. Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus <milestone unit='line' n='5'/> +dem Boxbergschen Palais in Dresden stammend. <hi rend="g">Gemälde</hi> +von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>. Zahlreiche <hi rend="g">Sandsteinfiguren</hi> aus +18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOFGEISMAR.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend="bold">Liebfrauen-K</hi>. in der Altstadt. — Übergangsstil, z. T. got. umgebaut <milestone unit='line' n='10'/> +(Inschr. 1330). — Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus +dem 12Eck geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am +südl. Ssch. zierliches got. Portal von eigentümlicher Anlage. +Am WTurm rundbg. Portal mit Würfelknauf-Säulen. — +<hi rend="g">Chorgestühl</hi> 14. Jh., an den Wangen große Blätter. — <milestone unit='line' n='15'/> +Über dem Pfarrstand spgot. <hi rend="g">Altarflügel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. in der Neustadt</hi>. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit +einfachen Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, +Der 1sch. Chor mit polyg. Schluß höher und schlanker. Der +WTurm hat diagonal gestellte Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, <milestone unit='line' n='20'/> +oberer 1460. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gilde- und Hochzeitshaus</hi>. FrRenss. Modern umgebaut. +<hi rend="bold">Schlößchen Montcheri</hi>. 1789 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>, eine fast genaue +Wiederholung des Schlößchens in Bad Nenndorf. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOFHEIM.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von +Wolf Behringer) und besonders eingreifend 1740. — Mehrere +Reste von <hi rend="g">Holzplastik</hi>, u. a. ein hl. Diakon, Richtung +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. +</p> + +<p> +Wohlerhaltene <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOFSTETTEN.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte +<hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, 1. H. 16. Jh. — Am Chorbogen <hi rend="g">Selbdritt</hi> +um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENBERG.</hi> OFranken BA Rehau. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Burg,</hi> gut erhalten und sehenswert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENEICHE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. Rom. Tympanon. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENGANDERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in <milestone unit='line' n='40'/> +Heiligenstadt von <hi rend="italic">E. Rickmann</hi> um 1760; auf ihm spgot. +<hi rend="g">Pietas</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENKIRCHEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. — +<hi rend="g">Kanzelaltar</hi> 1776. +</p> + + +<pb n='192' id='i201.png'/> + +<!-- [P: 192] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENLEUBEN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. +</p><p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich +geworden. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENLOHE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.,</hi> erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage, +fast gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale +an den Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt +(Veränderungen 1889). Schöner <hi rend="g">Taufstein</hi> 1764. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENSTEIN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 16.-18. Jh. <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit Abendmahl, Sockel eines +Altarwerkes aus 16. Jh. Großes reiches <hi rend="g">Grabmal</hi> des Generals <milestone unit='line' n='15'/> +v. Imhof † 1768. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener +Empire-Saal. Reste von rok. Gartendekoration. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHENTURM.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus <milestone unit='line' n='20'/> +mit 1/2 kr. Apsis, feine rom. Tür. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHLSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. <hi rend="g">Pietas</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOHNSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1725 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Die Umfassungsmauern einer <milestone unit='line' n='25'/> +älteren K. mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr. +mit abgestutzten Ecken, eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; +Emporen und Bänke zentrisch aus Kreissegmenten; +Kanzel und Orgel über dem Altar. — Äußeres schlichte +Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der <milestone unit='line' n='30'/> +Dächer und des südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne +Reiz. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende +seines Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. +[<hi rend="g">Kanzel</hi> im Dresdener Altert.-Ver.] <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOLLFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1774-77 von <hi rend="italic">Neumann d. J.</hi> und <hi rend="italic">Vogel</hi>. — <hi rend="g">Statuen</hi> +der Fassade und des Hochaltars von <hi rend="italic">J.L. Kamm</hi>, +<hi rend="g">Gemälde</hi> der Seitenaltäre von <hi rend="italic">Anwander</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖLLRICH.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit +4 Ecktürmchen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ruine Reußenberg</hi>. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht +stehen der Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des +Beringes. +</p> + + +<pb n='193' id='i202.png'/> + +<!-- [P: 193] --> + +<p> +<hi rend='ort'>HOLLSTADT.</hi> UFranken BA Neustadt a. S. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, +Eckturm. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Hof</hi> des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten. +<hi rend="g">Stuckdecken</hi> 18. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOLZHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch +um 1780. Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen <hi rend="g">Holzfigg</hi>. +St. Kilian und St. Rochus nach 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOLZKIRCHEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Kloster-K.</hi> erb. von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1730. Signierter +Gr. in der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die +interessanten Konkurrenzpläne <hi rend="italic">L. Dientzenhofers</hi>. Reiner +Zentralbau, in der Komposition für Neumann auffallend einfach. +Fast reguläres Achteck, im Innern abgerundet. An den <milestone unit='line' n='15'/> +Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein architraviertes +Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz +halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen +die Glieder aus rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken +korinth. Pilaster, dann Gebälk und Attika. Auf dem Pyramidendach <milestone unit='line' n='20'/> +zierliche Laterne in Form eines Tempietto. Trotz +der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe +20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen +nach einem genau durchgeführten Triangulationssystem. +Die stark klassizistische Architektur ist für <hi rend="italic">Neumann</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die (nicht erstklassigen) +Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen, daß +wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. — An der Außenseite +eingemauertes <hi rend="g">Rotsandsteinrelief</hi> des 12. Jh., aus zwei +nicht zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines <milestone unit='line' n='30'/> +Heiligen; Christus auf der Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. +Die ikonographische Idee nicht recht verständlich. — <hi rend="italic">Neumanns</hi> +Risse für das <hi rend="g">Klostergebäude</hi> kamen nicht zur Ausführung. +Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste +des sprom. Kreuzgangs. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOLZZELLE.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung +der Ruine zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel +zwischen Lhs. und Qsch. (ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf +welche jedoch der Chor nicht hinweist). [Ein figurenreiches, <milestone unit='line' n='40'/> +nach der flüchtigen Abb. zu urteilen, bedeutendes <hi rend="g">Tympanon</hi> +jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOMBERG.</hi> RB Cassel Kr. Homberg. +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Maria. Beg. 1340, Turm 1374 von <hi rend="italic">Heinrich v. Hesserode</hi> +(Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen, Chor 1sch. 3 Joche +<pb n='194' id='i203.png'/> +<!-- [P: 194] --> +und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten. Gwbb. +der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände +reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen +Formen. Stattliches WPortal. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der <milestone unit='line' n='5'/> +Passion wohl von einem Stationsweg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Got. Häuser</hi> hinter der Kirche und Gasthaus Krone. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit Türmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOMBURG A. MAIN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.</p> +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi>. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. — <milestone unit='line' n='10'/> +In der <hi rend="g">Burkhardusgrotte</hi> (im Schloßberg) guter +<hi rend="g">Altar</hi> von 1613 mit Figuren und Reliefs aus Alabaster, in +der Art des <hi rend="italic">M. Kern</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOMBURG</hi> a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.</p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll <milestone unit='line' n='15'/> +gelegen. Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei +Teile, die Hauptburg, die im Bering und in einigen Bauteilen +auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch Halsgraben geschieden von +der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit Kapelle, Wirtschaftsbauten +und starker, von großen Mauertürmen bewehrter <milestone unit='line' n='20'/> +Ringmauer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOPFERSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. — Guter <hi rend="g">Ölberg</hi> um 1500. — An der Auber +Straße bmkw. <hi rend="g">Bildstock</hi> A. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖRNITZ (ALT-).</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1651 vom Zittauer Meister <hi rend="italic">Valentin</hi>. Die Giebel der rck. +Anlage mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖRNITZ (NEU-).</hi> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung <milestone unit='line' n='30'/> +der dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle +Wirkung erreicht werden konnte (jetzt Brauerei). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖRSELGAU.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh. mit ungewöhnlich +großen, nicht üblen Figg. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÖRSTEIN.</hi> UFranken BA Alzenau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Schiff rom., Chor got. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HOSTERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. — <hi rend="g">Altar</hi> um +1580 in der Art des <hi rend="italic">Hans Walther</hi>, später umgearbeitet; <hi rend="g">Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +1641, 1788. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HUBERTUSBURG.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend="bold">Jagdschloß</hi>. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August +von <hi rend="italic">J. Ch. Naumann</hi>, fast ganz neu gebaut 1743-51 von +<hi rend="italic">Joh. Chr. Knöfel</hi>, eine Hauptleistung der Dresdener Schule. + + +<pb n='195' id='i204.png'/> + +<!-- [P: 195] --> + +Sehr großräumige Anlage inmitten weiter Forsten. Zuerst in +Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch einen kräftigen +polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die +Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit +stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte <milestone unit='line' n='5'/> +die Seitenflügel und schloß das Ganze zu einem großen Viereck +von 97,5 : 80,5 m ab. Das Äußere blieb einfach in der Behandlung; +die innere Ausstattung, an der <hi rend="italic">Matielli</hi>, <hi rend="italic">Knöffler</hi>, <hi rend="italic">Dieterici</hi> +und <hi rend="italic">Oeser</hi> teilnahmen, ist großenteils zerstört; eine Ausnahme +macht der westl. Ecksaal und die Kapelle; letztere in einfachen <milestone unit='line' n='10'/> +Architekturformen, aber durch die durchgehende Verwendung +von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die Plastik +des Hochaltars von <hi rend="italic">Matielli</hi> dürfte dessen Kunst in ihrem Höhepunkt +darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von <hi rend="italic">Silvestre</hi>; +die reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem <milestone unit='line' n='15'/> +Weihwasserbecken wohl von <hi rend="italic">Knöffler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÜLFENSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings +ausgebaut. Der <hi rend="g">Crucifixus</hi> (»Hülfenskreuz«) gilt für +Arbeit des 12. Jh.; vielleicht eher archaistische Nachahmung. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HUMMELSHAIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus der Saalfelder Schule. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÜMPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> got. 1603, rest. 1725 und 1826. <hi rend="italic">Schule</hi> 1623. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÜNFELD.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Protest. K</hi>. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig +vom ma. Bau übrig gelassen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. — <hi rend="g">Taufstein</hi> +1495. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> gut erhalten. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HUTSBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. +An der Ringmauer Reste des Wehrganges. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>HÜTTENGESÄSS.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>I</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>ICHSTEDT.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ICHTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches <milestone unit='line' n='40'/> +Schema. 3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. +1154). Das Qschiff über die Sschiffe nicht hinausragend. Im + + +<pb n='196' id='i205.png'/> + +<!-- [P: 196] --> + +17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die Doppeltürme im W verderbt +erhalten. — Herabgekommenes Schloß 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>IHLEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. +Rechteck mit eingezogener 1/2 kr. Apsis. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ILMENAU.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl. +Teile. Hinter dem Altar hoher <hi rend="g">Kanzelbau</hi> etwa 1760-70. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. — <hi rend='bold'>Marktbrunnen</hi> +1702. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>IMMENHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. +Chor und WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren +Gwbb. Schafte 8eck. mit einfachem Kämpferglied. Scheidebgg. +aus derselben Grundform profiliert. — <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>, <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Weihwasserstein</hi>, <hi rend="g">Chorstühle</hi> spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau des 17. Jh. +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Ringmauern und Türme</hi> z. T. erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>IMMICHENHAIN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen, <milestone unit='line' n='20'/> +nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>INGERSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Mischbau, älteste Teile 1398. — Am <hi rend="bold">Herrenhof</hi> Hoftor +mit Nebenpförtchen in guter Renss. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>INGOLSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. 1sch. flachgedeckte +Anlage mit WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils +gleichzeitig (Hochaltar), teils älter. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Herren +v. Geyer 1570, 1601. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>IPTHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch +wegen der inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich +sind es Würzburger Künstler, die sich in diesem volkstümlich +abgestimmten Rokoko munter und dreist, dabei mit entschiedener <milestone unit='line' n='35'/> +Begabung, haben gehen lassen. <hi rend="g">Deckengemälde</hi> +bez. <hi rend="italic">G.A. Urlaub</hi> 1762. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>IRMELSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Zahlreiche v. Bibrasche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 16.-18. Jh.</p> +<p> +<hi rend="bold">Wasserburg</hi> der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus <milestone unit='line' n='40'/> +Ma. und Renss. — Kamin 1561. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ISLING.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben +Zeit die Ausstattung. +</p> + + +<pb n='197' id='i206.png'/> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>J</title></head> +<!-- [P: 197] --> + +<p> +<hi rend='ort'>JÄGERSBURG</hi> b. Forchheim. OFranken.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1718-21 von <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> für Bischof Lothar +Franz v. Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit +Ecklisenen, giebelgekröntem Mittelrisalit, hohem Dach. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JAHNA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes +Sch., eingezogener polyg. Chor mit <hi rend="italic">Glasgemälden</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JAKOBSTAL.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JECHABURG.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. — Auf dem Frauenberg +Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt +mit Chorquadrat, Apsis und Nebenapsiden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JENA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Michael</hi>. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. +13. Jh., Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach +erneuert, sehr verständnislos 1873. Noch immer prächtige +Raumwirkung. Hallenkirche mit 7 Jochen und Langchor; +früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst. verbunden: <milestone unit='line' n='20'/> +unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der +Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit +Piscine und got. Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft +eingerichtet und mit Metallarbeiten von schöner Arbeit. +In den Westjochen kunstvolle Bienenzellengewölbe. Im <milestone unit='line' n='25'/> +Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873 nach O +verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und +neue Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches +spgot. Portal, von gekünstelter Komposition, aber malerisch +wirksam; Kielbogen mit Teilungspfosten, das Ganze in einer <milestone unit='line' n='30'/> +tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an deren Vorderkante +ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe. +Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms nachträglich +(E. 15. Jh.) hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen. +Über der Eckvermittlung vom 4Eck zum 8Eck <milestone unit='line' n='35'/> +befanden sich (jetzt zerstört) Fialen, von welchen dünne, +mit Kantenblumen gezierte Strebebögen ausgingen. — Spgot. +<hi rend="g">Taufstein</hi>; spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi> ganz rest.; bronzene <hi rend="g">Grabplatte +Martin Luthers</hi> nach dem Gemälde von +<hi rend="italic">Cranach</hi>, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt; <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="g">Grabstein</hi> der Familie <hi rend="g">Cospoth</hi> 1632-1676; zahlreiche +<hi rend="g">Gedenktafeln</hi>. — [Von den einst 16 Altären +nur das Mittelstück eines einzigen erhalten, jetzt im Museum, + + +<pb n='198' id='i207.png'/> + +<!-- [P: 198] --> + +wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350]. +Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes +<hi rend="g">Selbdritt</hi> und (am Turm) ein stilgeschichtlich +interessantes Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer +<hi rend="italic">Hans Gronig</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Collegienkirche</hi> (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges +Ssch. im N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp. +flache Balkendecke vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang +z. T. erhalten. <hi rend="g">Orgel</hi> 1701, mit reichem Prospekt, +große Menge von <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> und <hi rend="g">Wandgräber</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +für Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am +Turm großes dekoratives sächsisches <hi rend="g">Wappen</hi> 1557 mit +Inschr. betreffend die Gründung der Universität. — Vom anstoßenden +ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858 Universität, +sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Garnisons-K</hi>. 1686. Viele Gedenktafeln. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Katholische K. Joh. Bapt.,</hi> rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt. +am ehemaligen Apsidenbogen könnten noch spätottonisch +sein. Sonst der Chor spgot. umgebaut. Dagegen im Langhaus +3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus der thüringischen <milestone unit='line' n='20'/> +Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus +und andere Vergrößerungen entstellt. — Neben dem +SPortal <hi rend="g">Grabplatte</hi> der Jutta Sellerz 1382. Auf dem +Friedhof doppelseitige <hi rend="g">Passionsstatue</hi> auf Säule bez. +<hi rend="italic">Hans Gronig</hi> 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle <milestone unit='line' n='25'/> +unter den <hi rend="g">Grabmälern</hi> des 17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest. +1700. Bmkw. der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung +des 17. Jh. — <hi rend="bold">Burgkeller,</hi> derbe Renss. um 1546. +— <hi rend="bold">»Göhre«</hi> (Weinhaus) am Markt, mit spgot. Portal. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Haus Weimar</hi>. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken +— Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh. +— Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung,</hi> dazu der malerische runde +Pulverturm (13. Jh.?) über Bastei von 1430. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JESBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Seit 15. Jh. in Trümmern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JESTÄDT.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten +Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588, +1599 (Inschr.). Hölzerne Emporen. — <hi rend="g">Grabmal</hi> des Wallrab <milestone unit='line' n='40'/> +von Boyneburg † 1572, der Ritter in voller Rüstung kniet +vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Edelhof</hi> 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JOACHIMSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend="bold">Fräuleinstift</hi>. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. +<pb n='199' id='i208.png'/> +<!-- [P: 199] --> +Große prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln +in der Mitte und an den Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, +Erdgeschoß als Sockelbau, die Obergeschosse in den +Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel und +geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül <milestone unit='line' n='5'/> +und Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse, +im kreuzgewölbten Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume, +im 1. Obergeschoß Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer +der 12 Stiftsfräulein. <hi rend="g">Bildnisse</hi> der sächsischen +Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. — Der französische <milestone unit='line' n='10'/> +Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik. +2 gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JOHANNESBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Propstei,</hi> gestiftet 1013. Von den Gebäuden +nur das Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen <milestone unit='line' n='15'/> +rom. Fenstern keine formierte Architektur. Für die K. erwiesen +zufällige Grabungen kreuzf. Gr., auch wurden rom. +Kapitelle gefunden (verschleudert). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JOHANNISBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> der 812 gegr. <hi rend="bold">Benedikt.-Propstei</hi>. Am WTurm, dessen <milestone unit='line' n='20'/> +bar. Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes +sprom. Portal mit Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. +Inneres barock. — <hi rend="bold">Schloßbau,</hi> jetzt Domäne, 1769 +umgebaut von <hi rend="italic">Herwarthel</hi> aus Mainz (nach Entwurf von +<hi rend="italic">Welsch</hi>?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen <milestone unit='line' n='25'/> +Gartenanlagen z. T. erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JÖHSTADT.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1675. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> von <hi rend="italic">Andreas Petzold</hi> 1676, +Holz, 6,3 m Br. : 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien +Figuren die Anbetung der Könige. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JÜCHSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JUNKERSDORF.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Turmchor mit umfänglichen <hi rend="g">Wandgemälden</hi> +aus M. 15. Jh. (rest. 1906), an der OWand Jüngstes <milestone unit='line' n='35'/> +Gericht; ferner S. Michael und Szenen aus der Geschichte +von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht des +Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der WWand +des Lhs. S. Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem +Grund mit roten Sternen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>JUNKERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. +— Schönes <hi rend="bold">Fachwerkhaus</hi> von 1617. +</p> + + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>K und C</title></head> +<pb n='200' id='i209.png'/> + +<!-- [P:200] --> + +<p> +<hi rend='ort'>CABARZ.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1670. Mit hübscher <hi rend="g">Kanzel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KADITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500. — <hi rend="g">Altar</hi> 1756 von <hi rend="italic">F. G. Knöfel</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAHLA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller +Chor. Die Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert +(vgl. Jena). In der Sakristei Reste von Schnitzaltären. — +Steinfigg. von einer <hi rend="g">Ölberggruppe</hi> um 1500. — <milestone unit='line' n='10'/> +Reste von <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. — <hi rend="bold">Leuchtenburg,</hi> 3/4 Stunden östl. +auf hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem +Bergfried des 12. Jh., Geschütztürme 16. Jh. Alles andere +rettungslos verrestauriert (Burghotel). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÄLBERAU.</hi> UFranken BA Alzenau. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Wallfahrts-K. got. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CALBITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von <hi rend="italic">David +Schatz</hi>, eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. +Reiche Barockausstattung. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KALBSRIETH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. — Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CALDERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. +Der Bau um weniges älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. <milestone unit='line' n='25'/> +Hauptsch. mit 3 rippenlosen spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an +der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes Ssch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CALLENBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Unterschloß</hi>. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und +16. Jh., dessen obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau <milestone unit='line' n='30'/> +1857 im engl.-gotischen Stil vollständig umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Oberschloß</hi>. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. +Von dem damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau +des Herzogs Johann Casimir ist nur die <hi rend="g">Schloß-K</hi>. erhalten, +bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche in got. renss. <milestone unit='line' n='35'/> +Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und +Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf +Kreuzgewölben. Reich geschnitzte Holztür von 1639 auf der +Empore. Rest. 1845 und 1882. — Die farbigen <hi rend="g">Glasfenster</hi> +aus alten und neuen Teilen gemischt. — <hi rend="g">Steinkanzel</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +und <hi rend="g">Taufstein</hi> mit kopiösem Schmuck in +originellem Frühbarock. — Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882. +</p> + + +<pb n='201' id='i210.png'/> + +<!-- [P: 201] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KALTENBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Augustiner-Chorherrenstift</hi>. Wenige Ornamentreste der rom. K. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KALTENLENGSFELD.</hi> Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal +von 1721. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KALTENNORDHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend="bold">Martinsburg</hi>. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß« +1752-54 schlichter Bau für die Behörden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KALTENSUNDHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen <milestone unit='line' n='10'/> +Wolframsburg. Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. +1604. Turm über dem Chor. — <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 17. und +18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KALTENWESTHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf <milestone unit='line' n='15'/> +der flachen Bretterdecke großes <hi rend="g">Gemälde</hi> der Himmelfahrt.</p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CAMBURG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage, +sonst spgot. Hallenkirche mit Veränderungen 1703. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">S. Cyriacus</hi> (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen +rom. Pfl.Basilika.</p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAMENZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung <milestone unit='line' n='25'/> +nach Brand im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. +Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff erweitert, gestreckter +1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das Langhaus +aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet +sind, daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt <milestone unit='line' n='30'/> +werden. Der Turm springt in die NWEcke ein. Steinerne +spgot. Empore im W. — Mittelalterliche Einrichtung. +Bmkw. <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> (ehemals auf dem Triumphbogen), +Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., +aber mit altertümelnden Zügen. <hi rend="g">Michaelisaltar</hi> 1498, <milestone unit='line' n='35'/> +im Schreine die Figur des Seelenwägers, Flügel bemalt. +<hi rend="g">Hauptaltar</hi> um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein, je eine +an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in +der Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge. +Protestantische Einrichtung: <hi rend="g">Kanzel</hi> 1566. <hi rend="g">Holzemporen</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +an den Langseiten 1675-1709. — <hi rend="g">Votivgemälde</hi> +von einem Nachfolger Cranachs (wohl <hi rend="italic">Wolf +Krodel</hi>). <hi rend="g">Epitaph</hi> mit Jüngstem Gericht von <hi rend="italic">Andr. Dreßler</hi> +1554. Sonstige <hi rend="g"></hi>Epitaphgemälde E. 16. und A. 17. +Jh. <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> (v. Lüttichau, v. Nischwitz) +<pb n='202' id='i211.png'/> +aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 +u. a. m. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im +Grundriß der Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. +Reste spätgot. Gestühls. Mehrere <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3. Jahrzehnt des +16. Jh. +</p> + +<p> +Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind +die Katechismus-K. und die Just-K. +</p> + +<p> +Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 <milestone unit='line' n='10'/> +vieles zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit +wie z. B. die jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen +auf dem Markt 1570, in der Art <hi rend="italic">Chr. Walthers.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÄMMERZELL.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. <milestone unit='line' n='15'/> +— <hi rend="g">Bilder</hi> aus der ehemal. Universität in Fulda. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CANITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1697; auf rom. Grundlage. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts. +Der Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. <milestone unit='line' n='20'/> +Park in französischer Anlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KANNAWURF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CANNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got. Prächtige <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> A. 17. Jh., <milestone unit='line' n='25'/> +darunter kniender Ritter, wohl Wolf v. Starschedel. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAPELLENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,</hi> gegr. 1235 mit +Resten einer älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, +und das Lhs. erhöht, neue Nonnenempore in Länge des alten <milestone unit='line' n='30'/> +Schiffs. Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Epitaphe</hi>, interessant +das für den Markgrafen von Kirchberg und seine Frau +von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi> (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. <milestone unit='line' n='35'/> +Palas 14. Jh. mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, +Türme 12.-16. Jh., Haupttor Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KARBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) +Seitenaltar gute Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KARLBURG.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen +Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. und 17. Jh. +</p> + + +<pb n='203' id='i212.png'/> + +<!-- [P: 203] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KARLSDORF.</hi> RB Cassel. Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (französ. Kolonie). 1704 von <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CARLSFELD.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K</hi>. 1684-88, von <hi rend="italic">Hans Georg Roth</hi>, angeblich +nach, dem Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform <milestone unit='line' n='5'/> +des später von <hi rend="italic">George Bähr</hi> gepflegten Typus von Zentralbauten; +Gr. quadr. mit abgestutzten Ecken, durch Anbauten +im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit Treppen für die Emporen) +in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. — Die +virtuos geschnitzten <hi rend="g">Altarfiguren</hi> italienischen Stils <milestone unit='line' n='10'/> +vielleicht von <hi rend="italic">Andreas Petzold</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KARLSFRIED.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi>. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. +Die Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KARLSTADT.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler +Umbau einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: +der WTurm ganz, die unteren Teile der Umfassungsmauern +des Lhs., die Vierungspfll. und die alte Sakristei. Im letzten +Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 Schluß (wohl <milestone unit='line' n='20'/> +von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach), +das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen +Pfll. und Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne +Querempore. Das hohe Dach verdeckt die OSeite des schönen +rom. Turms. — 1614 <hi rend="g">dekorative Bemalung</hi> von <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="italic">W. Ritterlein</hi> (vgl. Buchold). Spgot. <hi rend="g">Wandgemälde</hi> +im Chor und Qsch. (sehr rest.). Zierliche <hi rend="g">Steinkanzel</hi> +mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. In +der Rienecker-Kap. großer steinerner <hi rend="g">Salvator</hi> 2. H. +14. Jh. Vortreffliche <hi rend="g">Holzfig</hi>. des hl. Nikolaus von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +Am Turm interessante Steinstatue, <hi rend="g">S. Georg</hi> +zu Pferde, um 1520. — Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>: +hervorzuheben die Bildnissteine der Vögte von Rieneck, +aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von <hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> +Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. <milestone unit='line' n='35'/> +— In der <hi rend="g">Sakristei</hi>: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende +Arbeit von <hi rend="italic">Ph. H. Drentwett</hi> in Augsburg 1710, +Maria immaculata, Silber, von <hi rend="italic">J. M. Maurer</hi> in Augsburg +1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. +— 2 <hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh., eine 1502. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 15. Jh., flachgedeckt. — Altäre einheitlich 1689. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. +Bmkw. Einrichtung aus fr. 17. Jh. +</p> + +<p> +Zahlreiche gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>: ältestes no 82 von 1449; + + +<pb n='204' id='i213.png'/> + +<!-- [P: 204] --> + +no 341 Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 +guter Bar.-Bau von 1721. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bezirksamt</hi>. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauern und Türme,</hi> 14. Jh., großenteils erhalten. +</p> + +<p> +Über der Stadt die <hi rend="bold">Karlsburg</hi> (Ruine). Die erste Gründung <milestone unit='line' n='5'/> +wird auf den Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit +ca. 1080 Besitz der Bischöfe von Würzburg. Aus karoling. +Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des Berings und der +Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische sehr +schöne <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1490. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CARTHAUSE.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Kloster-K</hi>. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. +A. 13. Jh. An den Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KASENDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes <milestone unit='line' n='15'/> +Rck., netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. <hi rend="g">Glasgemälde</hi> +1486. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1560 bez. <hi rend="italic">FH</hi>, +ein anderer 1688. <hi rend="g">Gemälde</hi> des 17. Jh. mit interessanter +Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem +Augsburger Reichstag 1530. <hi rend="g">Altar</hi> 1662. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CASSEL.</hi> Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Brüder-K</hi>. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. +1331, Sch. voll. 1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, +gewölbt, im Hauptschiff 8 Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, +gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck. Über dem Choranfang <milestone unit='line' n='25'/> +schlanker 6eck. Dachreiter. — <hi rend="g">Relief</hi> vom Tympanon des +NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — <hi rend="g">Epitaphe</hi> +mit Relieffigg. aus 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Martin.</hi> Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach +Einsturz neue Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem <milestone unit='line' n='30'/> +5/8 Chor und 2 WTürmen. Im Sch. 6, im Chor +2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit einem +Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche Schiffsbreite +hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung +der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel <milestone unit='line' n='35'/> +geführt. An den Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. +Gegen die festlich reiche Wirkung des Innern fällt das Äußere +ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, zum Schluß +in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen, +der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor <hi rend="g">Marmorgrab</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +Philipps des Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin +von <hi rend="italic">Elias Godefroy</hi> (<hi rend="italic">Gottfro</hi>) aus Cambray (Kämerich) † 1569, +vollendet 1570 von seinem Schüler <hi rend="italic">Adam Beaumont</hi>; davor +im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und +Allegorien. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Landgräfin Christine mit <reg orig='Bronze-|relief'>Bronzerelief</reg> +<pb n='205' id='i214.png'/> +<!-- [P: 205] --> +von <hi rend="italic">Phil. Soldan</hi> 1550, des Prinzen Philipp 1619. +In der Gruft <hi rend="g">Särge</hi> der landgräflichen Familie. — <hi rend="g">Orgel</hi> +1600 von <hi rend="italic">Hans Scherer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Luther-K</hi>. am Graben 1734 von <hi rend="italic">G. Ghezzi</hi>. Einfacher, turmloser +Saalbau in Straßenflucht. <hi rend="g">Ölgemälde</hi> von <hi rend="italic">J. G. <milestone unit='line' n='5'/> +Tischbein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Oberneustädter (französische) K.</hi> 1698-1706 vom Hugenotten +<hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt +von einer schweren Laterne, die Formen innen und außen +die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein profilierten <milestone unit='line' n='10'/> +toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule +nicht verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen +1874. <hi rend="g">Graumarmordenkmal</hi> des Grafen v. Broglie, +gefallen 1758. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. 1770-1776 von <hi rend="italic">Simon Louis Du Ry</hi>. Da den <milestone unit='line' n='15'/> +Katholiken damals nicht das Recht freier Religionsübung +zustand, erhielt die in fortlaufender Straßenflucht stehende +Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen, Privathauses. +Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizität, das +Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. <milestone unit='line' n='20'/> +Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, +von <hi rend="italic">Gérin</hi>. Spgot. <hi rend="g">Altarflügel</hi> angeblich aus Hersfeld. +<hi rend="g">Ölbilder</hi> von <hi rend="italic">L. Cranach</hi> und <hi rend="italic">J.H. Tischbein</hi>. Bronzene +<hi rend="g">Standleuchter</hi> 1626. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hof- und Garnison-K</hi>. 1757-1770. Saalbau. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Unterneustädter K.</hi> 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel +und Laterne in der Mitte der flachen Decke. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bettenhäuser K</hi>. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospital S. Elisabeth mit K</hi>. Gegr. 1383, erneuert 1587. +<hi rend="g">Sandsteinstatue</hi> der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. <milestone unit='line' n='30'/> +Nische. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Renthof</hi>. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere +reich durchgebildete Portale und ein <hi rend="g">Brunnen</hi> mit sitzender +Statue in römischer Feldherrntracht. Im Innern spärliche +Reste alter Bemalung. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marstall,</hi> voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. +Treppentürme in den Ecken des Binnenhofes. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zeughaus</hi> 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen +Stellen reiche Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Druselturm</hi> und <hi rend="bold">Zwehrenturm</hi>, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. <milestone unit='line' n='40'/> +1415 angelegten Stadtbefestigung. +</p> + +<p> +Sog. <hi rend="bold">Kunsthaus,</hi> ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. +Moritz den Gelehrten, umgebaut 1696 von <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Orangerieschloß</hi> 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen +Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung + + +<pb n='206' id='i215.png'/> + +<!-- [P: 206] --> + +des malerisch empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden +Gebäudes französisch. Architekt <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi> +(nicht sicher). <corr sic="Derinnere">Der innere</corr> Ausbau erst 1730 voll. In der Mitte +Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen Statuenschmuck +vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon <milestone unit='line' n='5'/> +das <hi rend="bold">Marmorbad</hi> 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten +Skulpturen von <hi rend="italic">Pierre Monot</hi>. Als Gegenstück das <hi rend="bold">Küchenschloß</hi> +1765. Unterhalb der Orangerie breitet sich der großartige +<hi rend="bold">Augarten</hi> aus, entworfen von <hi rend="italic">Le Notre</hi>, E. 18. Jh. +anglisiert. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Alte Gemäldegalerie</hi>. 1751 von <hi rend="italic">Charles Du Ry</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Garde du Corps-Kaserne</hi>. 1768 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Museum Fridericianum</hi> (Bibliothek). 1769-79 von <hi rend="italic">S. L. Du +Ry</hi>, klassizistisch in besonders strenger und trockener, an +englische Bauten dieser Richtung erinnernder Auffassung; <milestone unit='line' n='15'/> +lang gestreckt in 19 Achsen; einzige Pilasterordnung, jonisch, +mit untergeordneter Behandlung der in 2 Geschossen angeordneten +Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit +Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Au-Tor</hi>. 1782 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>, die 2 Wachthäuser abgebrochen. <milestone unit='line' n='20'/> +Der Triumphbogen (1824 von <hi rend="italic">Bromeis</hi>) auf den +Platz vor dem Regierungsgebäude versetzt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Privathäuser.</hi> Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher +Menge, einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen +gebracht. Eines der ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 <milestone unit='line' n='25'/> +ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597; Oberste Gasse 17 ao. 1651. +Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8 hübsches +Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des +17. Jh. mit Diamantquadereinfassung der Fenster. Von +<hi rend="italic">Charles Du Ry</hi> das Haus Theodor Landré Ecke Karls- und <milestone unit='line' n='30'/> +Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch das Haus +am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast +mit dem Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade +Königsplatz 55. Das Haus des Ministers v. Jungken Ecke +Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß) bmkw. als <milestone unit='line' n='35'/> +erstes rein klassizistisches Werk <hi rend="italic">S. L. Du Rys</hi> beg. 1767 +(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais +eingerichtet). Von <hi rend="g">demselben</hi> 1773 das v. Waitzsche +Haus, 1775 das französische Rathaus. Zahlreiche Bauten +in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CASTELL.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Oberes und unteres <hi rend="bold">Schloß</hi>; jenes die Stammburg der jetzigen +Fürsten Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und +Reste eines Renss.Baus auf dem Burgberg erhalten. Jetziges +Schloß spätbarock. +</p> + + +<pb n='207' id='i216.png'/> + +<!-- [P: 207] --> + +<p> +<hi rend="bold">Pfarr- und Schloß-K.</hi> 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. +Große umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer +Kanzelaltar in Alabaster (sog. Castellscher +Marmor). In der Anordnung des WTurmes Nachklang des +Neumannschen Kirchentypus. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KATHARINENBERG</hi> b. Wunsiedel, OFranken.</p> +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAUERN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau +1701 ff.; in der Kapelle ein <hi rend="g">Reisealtärchen</hi> aus <milestone unit='line' n='10'/> +Elfenbein, gute französische Arbeit des 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAUFUNGEN.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. +Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAUFUNGEN.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Gegr. 1017 von Kunigunde, der +Gemahlin Heinrichs II. auf einem Königshof. Gew. 1025. +Unter den sprom. und spgot. Veränderungen hat sich vom +Stiftungsbau so viel erhalten, daß die Rekonstruktion, wo +nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten gesichert <milestone unit='line' n='20'/> +ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders +interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. +56 (eventuell 60 m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme +nicht das volle Maß der Vierung haben, so ist das wohl +nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist die unterquadr. <milestone unit='line' n='25'/> +Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau +dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der +Hauptchor eine Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis +am nördl. Kreuzarme. Die sehr hohe Öffnung bezeichnend +für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg, Hersfeld u. a. m.). Eine <milestone unit='line' n='30'/> +Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden des Lhs. läßt +sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die +Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) +ist wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich +sie nicht breit sind (genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit <milestone unit='line' n='35'/> +einer Doppelarkade schlossen (vgl. S. Michael in Hildesheim). +Sehr interessant wäre es, wenn es sich bestätigte, daß auch +das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der Lettnereinrichtung +jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In +der Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit <milestone unit='line' n='40'/> +eingetretene Veränderungen mehreres unklar geworden. Das +Erdgeschoß stand durch 3 Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. +Nach ihrer Zusetzung wurde die Eingangstür der +Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere +Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der + + +<pb n='208' id='i217.png'/> + +<!-- [P: 208] --> + +westl. Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen +sie durch die oben erwähnten Doppelarkaden kommunizierten. +Besser gesichert ist Gestalt und Bestimmung des 2. Turmgeschosses: +es enthielt die Nonnenempore und öffnete sich +gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse, <milestone unit='line' n='5'/> +das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen +erinnert der WBau sehr an westfälische und niederrheinische +Anlagen dieser Zeit, von denen es sich immerhin durch die +westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der verhältnismäßig +große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit <milestone unit='line' n='10'/> +dem übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang. +Holtmeyer erklärt ihn für älter als die K. +und vermutet in ihm einen Überrest (Bergfried?) der Königspfalz. +— Technische Ausführung von größter Einfachheit: +Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale rechtwinklige <milestone unit='line' n='15'/> +Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel. +— Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. +Jh. kam nicht zur Vollendung; mit der Marburger Schule +kein Zusammenhang, eher mit Westfalen. Am Chor wiederholte +Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. — Reste der <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Ausstattung</hi> unerheblich. 2 spgot. <hi rend="g">Holzreliefs</hi> +mit Heinrich und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört +haben. <hi rend="g">Grabsteine</hi> meist sehr beschädigt, gut der der Äbtissin +Anna v. d. Borch 1521. — <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi>. Zu +modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, <milestone unit='line' n='25'/> +ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das +Inventar bejaht sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur +stößt eine Kap. mit 1/2 Apsis, sicher rom., vielleicht +noch etwas älter als die Klst.-K. (in den Quellen von einer +S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei« <milestone unit='line' n='30'/> +am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines +quadr. Raumes mit quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. +Auf Grund dieser Reste von Holtmeyer im Inventar +eine interessante Idealrestauration der ganzen Pfalzanlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KAUSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten +eines Weihers; hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender +Durchsicht; Treppenanbau in Fachwerk; das Ganze voll +Seltsamkeit und malerischen Reizes. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CAVERTITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. — +Reicher Altarbau 3teilig mit dominierenden großen <hi rend="g">Sandsteinreliefs</hi>; +um 1580; angeblich von <hi rend="italic">Aegidius de Bruigt</hi> +(de Brugk). Reizvolle geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1600. — +</p> + + +<pb n='209' id='i218.png'/> + +<!-- [P: 209] --> + +<p> +Mehrere bmkw. <hi rend="g">Denkmäler</hi> 16. und 18. Jh., besonders +das der Esther v. Schleinitz 1584. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KEFFERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, +Hauptaltar ähnlich dem zu Ershausen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KEILA.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1696, unbedeutend. — im Chor <hi rend="g">Gemälde</hi> +(Kreuzigung) von <hi rend="italic">Paul Keil</hi> aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz +und Arnshaugk). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KELBRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> des 1251 gegr. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Von einem älteren +Bau der rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, +in der Spätgotik durch 1 Nebenschiff erweitert. +Nach Brand 1607 stark restauriert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KEMBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Ziegelrohbau. — <hi rend="g">Altartriptychon</hi> +mit Gemälden von <hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi> — <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>, +zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein, in der Art +der gewöhnlich <hi rend="italic">Adam Krafft</hi> zugerechneten fränkischen Arbeiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KENTZGAU.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. +— Reste des ehemaligen <hi rend="bold">Wasserschlosses</hi>. — Überlebensgroße +<hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> um 1620. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KERSBACH.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1744 von <hi rend="italic">Küchel</hi>, einem Schüler Neumanns. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KERPSLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +</p> + +<p> +Große <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1720 mit WTurm von 1456. — Daran außen +<hi rend="g">Relief</hi>, Kreuzigungsgruppe. — Pomphafter <hi rend="g">Kanzelbau</hi> +3geschossig, bis zur Decke aufsteigend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KESSELSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Philippsruhe</hi> 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. +Bedeutende Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons. +Großer Park und Orangerie. Umbauten 1873. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KEUDELSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +</p> + +<p> +Ansehnliches <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., <milestone unit='line' n='35'/> +Anlage im Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse +in Fachwerk. Schöner Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte +Zimmerdecken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KEULA.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1662. — Über dem Altar großes anscheinend nicht <milestone unit='line' n='40'/> +wertloses <hi rend="g">Relief</hi> mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung +17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIESELBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. +verändert. +</p> + + +<pb n='210' id='i219.png'/> + +<!-- [P: 210] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHAICH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet +A. 18. Jh. — <hi rend="g">Holzmadonna</hi>, gute ländliche Arbeit +E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHBRACHT.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes +Sch. und eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details +weisen auf E. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHENEHRENBACH.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1796. — Altarstatuen von <hi rend="italic">B. Mutschelle</hi> aus Bamberg. <milestone unit='line' n='10'/> +— Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, +1595, eines bez. H. W. (<hi rend="italic">Hans Werner</hi>). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHENLAMITZ.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erweitert 1596 durch <hi rend="italic">Georg Zapf</hi>. Altar 1687.</p> +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1660. — <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1705. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHGANDERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger <hi rend="g">Hochaltar</hi> +1691. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHHAIN.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche <milestone unit='line' n='20'/> +aus 2. H. 14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr +entstellt. — Zierlicher spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHHASEL.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm +gelehnt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur +und Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von <hi rend="italic">M. Bossi</hi> im Charakter +Louis XVI. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Synagoge</hi> 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken). <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHLAUTER.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs +Joh. Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark +artikulierte Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Stuckdecken</hi> um 1720. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHOHMFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien +um 1670. — <hi rend="g">Epitaph</hi> Wintzingerode 1634, Sandstein mit +aufgelegten Wappen und Inschriften in Bronze. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHSCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um +1700. Innen gute Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen +Parks. +</p> + + +<pb n='211' id='i220.png'/> + +<!-- [P: 211] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRCHWORBIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend="bold">Kap. S. Valentin.</hi> 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.</p> +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv +des Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld +in dieser Zeit, konserviert. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KIRSCHKAU.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und +gleicharmigem Kreuz. Im Innern keine Teilungen. Außen +mächtiger dorischer Fries auf desgl. Pilastern. Über dem +nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KISSINGEN.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Alte Pfarr-K.</hi> Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender +Empore von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, +in der Art des <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> Chor von 1446. Lhs. 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Salinengebäude.</hi> Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KITTLITZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem +Gr. Sie, sowie das gegipste Holztonnengwb. in Formen +akademischer Steinarchitektur. — [Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +im Museum zu Bautzen]. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KITZINGEN.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K. Joh. Bapt.</hi> Der unregelmäßig an der NSeite stehende +Turm mit dem anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt +1sch. Anlage voraus. Um 1416 Planänderung. 3sch. Hallenkirche. <milestone unit='line' n='25'/> +Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der NSeite nur in +5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage +die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich +auch an der WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche +und 5/8 Schluß. In allen Teilen Netzgwbb. in einheitlicher <milestone unit='line' n='30'/> +Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge 55 m. — Die Formen +zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten Hochgotik +zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse. +— Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, +die in die Außenansicht einen asymmetrisch malerischen <milestone unit='line' n='35'/> +Zug bringt. Der turmlose WBau auf reiche ornamentale +und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz +vollendet und jetzt in starker Zersetzung. — Rest. 1885 +und 1909. — <hi rend="g">Inneneinrichtung</hi> großenteils neugot. +1885. Ansehnlicher <hi rend="g">Sakramentsturm</hi> um 1470. Ziemlich <milestone unit='line' n='40'/> +reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische +<hi rend="g">Marmorkanzel</hi> von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> 1793. An der +Chorwand 4 <hi rend="g">Passionsreliefs</hi>, Holz, vom ehemaligen +Hochaltar, aus der Zeit, aber nicht aus der Werkstatt +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Flotte <hi rend="g">Alabasterreliefs</hi> um 1700. + + +<pb n='212' id='i221.png'/> + +<!-- [P: 212] --> + +An der Sakristeitür schöne <hi rend="g">got. Beschläge</hi>. <hi rend="g">Familien-Epitaph</hi> +des Wolf v. Crailsheim, 1556 von <hi rend="italic">P. Dell +d. J.</hi> — Hauptportal mit Altan an der NSeite, um 1400, am +<hi rend="g">Tympanon</hi> Jüngstes Gericht. Am WPortal <hi rend="g">Marienkrönung</hi> +gegen 1450. — <hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. und 18. <milestone unit='line' n='5'/> +Jh., die besten Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen +Meistern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Protestant. K.,</hi> (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen, +angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von <hi rend="italic">Ant. +Petrini</hi>. 1sch. flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener <milestone unit='line' n='10'/> +gewölbter 3/8 Chor mit seitl. Turm. Die Fensterarchitektur +der SSeite und besonders die Fassade in schweren ernsten +Barockformen. — Gute <hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kapuziner-K.</hi> 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser +im allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="italic">Osw. Onghers</hi> 1679. Virtuoses lebensgroßes <hi rend="g">Kruzifix</hi> um +1650; ein zweites desgl. am Chorbg. und ein reich dekoriertes +<hi rend="g">hl. Grab</hi> für Prozessionen, beide um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hl. Kreuz-K</hi>. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von +<hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches <milestone unit='line' n='20'/> +Kreuz mit leichten asymmetrischen Abweichungen am O- und +WTurm. Der Vierungsraum dominiert; vor die konkav +abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt, +von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar +über ihren Kämpfern sitzende Kuppel wird von <milestone unit='line' n='25'/> +den Kappen der Kreuzarme angeschnitten. Die letzteren +schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch +Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition, +in der die Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, +nicht aufgehoben ist, würde noch bedeutender <milestone unit='line' n='30'/> +zur Wirkung kommen, wäre nicht die Lichtführung wenig +glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel). +Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos +beabsichtigt gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. +Die Ausstattung ist etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter <milestone unit='line' n='35'/> +um 1750. — Schön und echt neumannisch das Herauswachsen +des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. Beachtung +verdient die <hi rend="bold">Friedhofsanlage</hi> (in SW der Stadt) von 1542. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1561-63 von <hi rend="italic">Hans Eckhart</hi> von Schaffhausen. +Eckbau. 3 Geschosse mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, <milestone unit='line' n='40'/> +die Abtreppung der Giebel mit Segmentstücken überbaut. +Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige Halle, +Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten +Geschoß getäfelte Ratsstube. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Häuser</hi>. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen + + +<pb n='213' id='i222.png'/> + +<!-- [P: 213] --> + +und Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken +in fr. Rok. Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit S. Kilian 1. H. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mainbrücke</hi> aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs +Joh. Phil. v. Schönborn) erneuert. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Befestigung</hi>. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege +angelegt. In Resten erhalten, besonders der mächtige +Marktturm. Vom äußeren Bering die Mainstrecke mit +8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe +runde Falterturm 1469. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINBARDORF.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit +hübscher Fassade. — <hi rend="g">Deckenbild</hi> von <hi rend="italic">Joh. Peter +Herrlein</hi> 1781. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINBAUTZEN.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn +C. H. v. Nostitz gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar +und dem Betstübchen höchst prächtige <hi rend="g">Holzschnitzwerke</hi>, +noch im Charakter des FrBarock. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, +v. Rechenberg, v. Nostitz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINEBERSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Turmchor. — Spgot. <hi rend="g">Altarwerk</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINFURRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINGESTEWITZ.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage +mit Chorturm und Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINHEILIGKREUZ.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINHERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus +gleicher Zeit. Interessantes <hi rend="g">Triumphkreuz</hi> bez. <hi rend="italic">HF</hi> +(vgl. Görschen). <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINHEUBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter +Bau in Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als +Baumeister in Anspruch genommene Bamberger <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> +war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines fremden <milestone unit='line' n='40'/> +Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters <hi rend="italic">de la Fosse</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINLANGHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh., Turm (O) um 1300. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> der +Zolner 1574, 1577, 1584. — <hi rend="g">Friedhofsbefestigung</hi> +13.-14. Jh. +</p> + + +<pb n='214' id='i223.png'/> + +<!-- [P: 214] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINLAUCHSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom. +Anlage von ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINOCHSENFURT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Kern rom., verändert A. 17. Jh. — Ansehnliche <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Altäre</hi> mit Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 +bis 1698). — <hi rend="g">Wartturm</hi> am Main. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINRINDERFELD.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1740 <hi rend="italic">B. Neumann</hi> wegen des übernommenen Risses +moniert. Der Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf <milestone unit='line' n='10'/> +Neumanns Riß zurückgehen. Die Anordnung des WTurms in +seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. — <hi rend="g">Altäre</hi>, +A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. <hi rend="g">Kanzel</hi> +gute Rok.Arbeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINSCHIRMA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des +Zimmerwerks an Decke und Emporen, 16. Jh. — <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> +und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1557. <hi rend="g">Altarwerk</hi>, +geschnitzt von <hi rend="italic">B. Diterich</hi> 1614. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINSCHWABHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINWERTHERN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +Einfache <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. +Großes <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> des Ph. v. Werthern 1588, +die einzige bedeutendere derartige Arbeit in diesem Gebiet. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLEINWOLMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und +1712. — <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> um 1720. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CLETZEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +Verbaute rom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLINGA.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche +Schöpfung des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. +Altarhaus mit 1/2kr. Apsis; einiges rom. Detail. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLINGENBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der +große Kanzelaltar. — <hi rend="bold">Herrschaftshaus</hi> einheitlich 1682. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLINGENBERG.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei +Flügel, die durch einen schmalen Zwischenbau verbunden <milestone unit='line' n='40'/> +werden. Teilweise noch mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg +neugebaut. Mit Mauern, Tor und Graben hoch umgeben. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLINGENTAL.</hi> K. Sachsen AH Auerbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl. +Carlsfeld, Schmiedeberg und Loschwitz). +</p> + + +<pb n='215' id='i224.png'/> + +<!-- [P: 215] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KLIX.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Auf dem <hi rend="g">Altar</hi> Sandsteintafel, 3 Streifen mit +Kreuzigung, Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge +kleiner Figuren, um 1580 in der Art des <hi rend="italic">Chr. Walther</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> +1702. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Familien v. Nostitz <milestone unit='line' n='5'/> +und Faber, am anspruchsvollsten das große <hi rend="g">Wandgrab</hi> +des Ch. F. v. Gersdorf 1725. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CLÖDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Backsteinbau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLOSTERLAUSNITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im +16. Jh. Lhs. und Türme abgetragen und der OBau stark verändert. +1863 ff. nach den Plänen von <hi rend="italic">v. Quast</hi> rekonstruiert, +die formierten Teile unter Benutzung der in den Trümmern +gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von Paulinzelle <milestone unit='line' n='15'/> +und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher +festgestellt? +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLÖSTERLEIN-ZELLE.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.</p> +<p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am +OGiebel unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in <milestone unit='line' n='20'/> +Umrißzeichnung die h. Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt +sind. Inschr. <hi rend="italic">Martinus me fecit</hi>; der Stil weist auf 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLOSTERRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.,</hi> gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur +ein gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; <milestone unit='line' n='25'/> +kleine Nebenräume mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten +Würfelkapitellen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KLOSTERVEILSDORF.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Klst. Michaelisberg</hi> (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit +A. 16. Jh. — Für landwirtschaftliche und industrielle <milestone unit='line' n='30'/> +Zwecke aufgebraucht, so daß nur noch verstreute und verbaute +Gebäudeteile erhalten sind. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KNAUTHAIN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar +aus A. 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Denkmals</hi> der Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil +des Moritzdenkmals in Dresden. — Stattliches Schloß um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KNAUTNAUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus +A. 12. Jh., ähnlich der zu Groitzsch. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KNOBELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein +Portal von einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung; +merkwürdig der 1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige) +Rücksprung für die Sll. Im übrigen stillos verbaut. +</p> + + +<pb n='216' id='i225.png'/> + +<!-- [P: 216] --> + +<p> +<hi rend='ort'>COBURG.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Coburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Moritz-K</hi>. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., +mit erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen +der Strebepfll. und Fenster 1520 ff. von <hi rend="italic">Konrad Krebs</hi> (vgl. +Torgau). Das Innere 1701 barockisiert, geputzte Flachdecke <milestone unit='line' n='5'/> +auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), +die 2geschossigen Emporen der Ssch. durchschneiden die +Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8 Schluß. +Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme +einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen <milestone unit='line' n='10'/> +(jetzt durch die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen +Reihungen und reichem skulptiertem Detail. Die Doppeltürme +bauen sich in 5 niedrigen, durch Wasserschläge geteilten Geschossen +schwerfällig auf; nur der linke (nördl.) trägt, durch +3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, reich geschmücktes <milestone unit='line' n='15'/> +Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß +und der Bar.Helm A. 17. Jh. — Das Hauptportal ist +mit glücklicher malerischer Wirkung dem WChor angegliedert; +<hi rend="g">Statuen</hi>, einerseits Adam und Eva, andererseits Maria und +Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl. Strebepfll. <milestone unit='line' n='20'/> +nach 1520. — <hi rend="g">Mobilien</hi> 18. Jh. — <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>: +am Schluß des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. +† 1595, ausgeführt bis 1605 von <hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>, einem thüringischen +Meister (aus Rudolstadt?); der Sockel und das Hauptgeschoß +nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal (entsprechend <milestone unit='line' n='25'/> +den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe abnehmende +Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen +der überaus reich geschmückten Rahmenarchitektur große +Reliefbilder; auf dem Sockel die reichlich lebensgroßen knienden +Freifigg. des Herzogs und seiner Familie. In Größe und <milestone unit='line' n='30'/> +Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die ihm am +nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten +jetzt an der Wand. — Heraldische <hi rend="g">Grabplatte</hi>, Bronze, +für Joh. Ernst † 1553, gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister +<hi rend="italic">Bernh. Eberlein</hi>. — Ikon. Grabplatte, Bronze, für <milestone unit='line' n='35'/> +Joh. Casimir † 1633, handwerklich. — Bronzeteile von anderen +Grabplatten. — Im Lhs. (Ssch.) ikon. <hi rend="g">Hochreliefplatte</hi>, +Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. — Viele Grabsteine +an der Außenwand, verwittert. — <hi rend="g">Kelche</hi> und +sonstige Altargeräte in größerer Zahl. Von eigenartiger Anlage <milestone unit='line' n='40'/> +und vorzüglicher Arbeit ein <hi rend="g">Hostienschrank</hi> +von 1607. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ehrenburg.</hi> Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung +von der Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in +Landshut i. Baiern), Erbauung der neuen Residenz 1543-49 + + +<pb n='217' id='i226.png'/> + +<!-- [P: 217] --> + +und Benutzung des ehem. Barfüßerklst. Erweiterungsbau +unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister <hi rend="italic">Bonallino</hi>. Nach +schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 +Ausbau in neugot.-englischem Stil durch <hi rend="italic">Rénier</hi>. — Die alte +Anlage umschloß 3 große Höfe. Der Haupteingang war von <milestone unit='line' n='5'/> +der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel vorgenommen +unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner Wirtschaftsgebäude +und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der +alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden +die alten Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die <milestone unit='line' n='10'/> +doppelte Durchfahrt seines Mitteltrakts, so kommt man in den +alten Vorderhof, der den Charakter der Renss. und des Bar. +im wesentlichen bewahrt hat. Die Außenfronten an der Stein- und +Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit 1543-49; 2geschossig; +Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach <milestone unit='line' n='15'/> +Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im +W und S mit mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front +des OFlügels (»Altane«) 1626 in kräftigem italienischem Bar., +jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen; die obere Loggia +später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die <milestone unit='line' n='20'/> +Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. — <hi rend="g">Inneres</hi>: +Die Räume des 16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten +Gwbb. bewahrt, nicht mehr die Dekoration. Zu beachten vornehmlich +die zu den prächtigsten ihrer Zeit gehörenden Bar.Räume +nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter <milestone unit='line' n='25'/> +der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in +Gotha, Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«; +28 »Riesen«, von der Hüfte ab aus hermenartigen +Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht hohe) Decke, die sie +mit dem einen Arm stützen, während der andere jedesmal <milestone unit='line' n='30'/> +einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich +stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke +des »Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal +um 1730. Die Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste +dieser Epoche in Thüringen; stilistisch noch unberührt <milestone unit='line' n='35'/> +vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die Ausstattung. +1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner +Zimmer in vorzüglicher klassizistischer Behandlung. — +Deutsche <hi rend="g">Gemälde</hi> des 16. und 17. Jh., darunter 4 von +<hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Justizgebäude</hi> am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. +Der Maler <hi rend="italic">Peter Sengelaub</hi>, von dem die umfangreichen +(verschwundenen) Fassadenmalereien herrührten, soll +auch die Architektur entworfen haben. Gestrecktes, nach +3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter Horizontalkomposition, + + +<pb n='218' id='i227.png'/> + +<!-- [P: 218] --> + +darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten Giebeln und +Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der Komposition +nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: +der vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich +hinziehende offene Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht <milestone unit='line' n='5'/> +unter die Luken des Mezzanins reichte. Die glückliche Massenverteilung +in Verbindung mit dem reichen plastischen Schmuck +der Türme, Erker und Giebel (von <hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>) und der Bemalung +der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten +Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 <milestone unit='line' n='10'/> +gänzlich verändert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gymnasium Casimirianum.</hi> 1601 ff. von <hi rend="italic">P. Sengelaub</hi> und +<hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>. Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich, +jedoch nur 2geschossig, dadurch ohne Kontrastwirkung des +Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der Dachregion, <milestone unit='line' n='15'/> +deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen. +Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In +den Details kommen noch Fr.Renss.-Formen (der venezianische +Pilaster) und sogar einzelne got. vor (wie auch an Joh. Casimirs +Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild des Gründers <milestone unit='line' n='20'/> +von <hi rend="italic">Veit Dümpel</hi> 1628. Das Innere enthielt 3 große Auditorien +(also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der gleichzeitigen +Universität in Helmstädt). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zeughaus</hi> 1616-21 von <hi rend="italic">P. Sengelaub</hi>. Der Formencharakter +den beiden vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter <milestone unit='line' n='25'/> +(am Portal Rustikasäulen). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade +(1750) unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der +Ecke schöner Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. +Großer Saal mit geschnitzter Holzdecke. <milestone unit='line' n='30'/> +Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von <hi rend="italic">Sengelaub</hi>). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hofapotheke,</hi> Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil +aus einem Bau des 16. Jh. adaptiert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten; +namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. — <milestone unit='line' n='35'/> +Besterhaltenes Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; +ebenda no 4 sog. Kemnate (Trinkstube der fürstl. Beamten); +Spitalgasse no 25 mit steinernen Hofarkaden. Zahlreiche +Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse. Erker in der +Judengasse, Spitalgasse und am Markt. — SpBarock: Gymnasiumsgasse <milestone unit='line' n='40'/> +no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda +no 12 mit reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach +vertreten (ganz hübsch Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher +der Klassizismus. — Die einst zahlreichen Fachwerkhäuser + + +<pb n='219' id='i228.png'/> + +<!-- [P: 219] --> + +zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben; von ihm +kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brunnen</hi> Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Veste</hi> (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches +Gut erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der <milestone unit='line' n='5'/> +Grafen von Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). +1353 durch Erbgang an das Haus Wettin, dem es verblieben +ist. — 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen »Fürstenbaues« +sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte 1840 +Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr <milestone unit='line' n='10'/> +zu kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte +Doppelkap. ist verschwunden. Im heutigen Bestande der +Veste ist nur weniges (das Zeughaus in den Außenmauern) +älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine umfassende +Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende <milestone unit='line' n='15'/> +war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß. +Der Plan von 1553 zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen +Bestande eine doppelte Ringmauer mit Zwinger. Verstärkung +der Außenwerke unter Johann Kasimir durch <hi rend="italic">Gideon Bacher</hi> +1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung <milestone unit='line' n='20'/> +1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die +bauliche Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht +zu empfehlen ist. — Die Ringmauern umschreiben, dem natürlichen +Fels sich anschließend, ein ungefähres Oval von ungefähr +230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein imposantes <milestone unit='line' n='25'/> +Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem +Tor über der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). +Die beiden keilförmigen SBasteien mit ihren malerischen +kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen von 1625 und +1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. <milestone unit='line' n='30'/> +Der Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist +moderne Imitation. Der vom NWEingang ausgehende Tunnel +um 1553. Der ihn schützende Rote Turm verschwunden. Die +Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete OSpitze +durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier <milestone unit='line' n='35'/> +wird der Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende +»hohe Bastei« eine künstliche Aufschüttung nach dem +30jährigen Kriege. — Das Innere des Berings wird durch eine +Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne geschlossene Gebäudefolge +zerlegt. a) <hi rend="g">der östl. Burghof</hi>. Das Hauptgebäude <milestone unit='line' n='40'/> +besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden +Flügeln: »Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere +auf den Grundmauern des rom. Palas, die spgot. Teile nach +1501, die in Fr.Renss.-Formen ausgeführten von <hi rend="italic">Nik. Grohmann</hi> +1553-58; im wesentlichen jedoch die Fassade M. 19. Jh. + + +<pb n='220' id='i229.png'/> + +<!-- [P: 220] --> + +Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen, z. T. +reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen +aus A. 17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben. +Im O. schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, <milestone unit='line' n='5'/> +namentlich auch im 19. Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung« +beabsichtigt. Der WFlügel (»Hohe Kemnate«) +hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte Bankettsaal +jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der +eiserne Ofen mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß +das sog. Lutherzimmer; die Erscheinung wesentlich <milestone unit='line' n='10'/> +neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer, in dem Luther +1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und vollständig +verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist +Altes und Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer +mit spgot. Türgestell und renss. Kachelofen (wohl fremd). <milestone unit='line' n='15'/> +Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die Wandbekleidung mit +Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg übergeführt; +sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland +zu finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von <hi rend="italic">Wolfgang +Birkner</hi>; die Möbel verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten <milestone unit='line' n='20'/> +der Veste zusammengestellt. — b) <hi rend="g">der westl. Burghof</hi>. +An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus +(»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger +Giebelbau, von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus +Zink 1850); der Turm hat den ma. Charakter eingebüßt. Die <milestone unit='line' n='25'/> +Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um 1540. Im übrigen +enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. — Die Verlegung +der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die +baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze +nicht fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im <milestone unit='line' n='30'/> +einzelnen ärgerlich und irreführend genug, für den summarischen +Eindruck aber sind sie ziemlich unschädlich, und zumal die +Außenansichten von unvergänglichem Reiz. Ein wertvoller +Zuwachs die im 19. Jh. angelegten <hi rend="g">Kunstsammlungen</hi>, +aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., <milestone unit='line' n='35'/> +12 Tafelbilder von <hi rend="italic">Cranach</hi> und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder +von <hi rend="italic">Jost Stettner</hi> M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus +2. H. 16. und 17. Jh.; karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; +Sandsteinmadonna aus Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna +A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in Coburg; von einem <milestone unit='line' n='40'/> +ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von demselben +Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von <hi rend="italic">Veit +Stoß</hi> (?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh. +Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, +auch mit Miniaturen und Handzeichnungen. +</p> + + +<pb n='221' id='i230.png'/> + +<!-- [P: 221] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KOHREN.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt +überarbeitet; 1878 rest. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1616, Holzaufbau mit +bmkw. Gemälden. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi>. 2 starke Rundtürme erhalten. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>COLDITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend="bold">Gottesackerk. St. Nikolai</hi>. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. +Denkmäler des 16.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1540, Giebel 1650. — <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 16. und 17. Jh. — <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert +1578-91 von <hi rend="italic">Hans Irmisch</hi> unter Beibehaltung got. Teile. +Später verwahrlost. Am besten erhalten die eingebaute +Allerheiligen-Kap. mit <hi rend="g">Portal</hi> in prunkvoll derben Formen +von 1584. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CÖLLEDA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend="bold">Peter-Pauls-K</hi>. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. +3sch. Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine +rundbg. Fenster, dagegen die Arkaden spitzbg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wiperti-K</hi>. Bmkw. großes <hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> der <milestone unit='line' n='20'/> +Familie v. Werthern 1586. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KOLMDORF</hi> bei Bayreuth OFranken.</p> +<p> +<hi rend="bold">Schlößchen</hi> Karolinenruhe 1760. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSBERG I. FR.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, <milestone unit='line' n='25'/> +mit Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege +sehr beschädigt. (Rest. A. 20. Jh.) — Hallenkirche von 3 Sch. +und 5 Jochen. Langchor von 2 Jochen und 5/8 Schluß. Im +nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei. Der Chor war +durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe <milestone unit='line' n='30'/> +der Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. +Außen die Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in +diese eingeordneten <hi rend="g">Statuen</hi> nur die eine der Maria verschont; +von den übrigen wenigstens die Konsolen mit Tragefiguren. +Unter dem Mittelfenster Blende mit 3 Baldachinen, <milestone unit='line' n='35'/> +denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem Kaffgesims +Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei <hi rend="g">Ölberg-Relief</hi>. +— Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, +voll. 1446; davon erhalten, doch mit Beschädigung und Umarbeitung +im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese, rundbg. <milestone unit='line' n='40'/> +mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen +und übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit +Statuenblenden und Baldachinen geschmückt. Das letzte +Geschoß E. 17. Jh. — Viel stärker hat das Lhs. gelitten; das +Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. — Die <hi rend="bold"><reg orig='Ausstat-|tung'>Ausstattung</reg></hi> +<pb n='222' id='i231.png'/> +<!-- [P: 222] --> +des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und +Kanzel sprenss. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> 1593, 1675, 1676, 1682, 1703. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. — Unter +den zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, +andere gegenständlich interessant. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; +reiche Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen +Fachwerkbaues, sondern vom Steinbau beeinflußt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSBRÜCK.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1682 von <hi rend="italic">Chr. Gottschick</hi> und <hi rend="italic">G. J. Spieß</hi>. Prächtiger <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="g">Altar</hi> 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes <hi rend="g">Epitaph</hi> +M. v. Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. — Auf dem +<hi rend="bold">Friedhof</hi> charakteristische Gruftkapellen und Denkmäler des +18. Jh. +</p> + +<p> +Die <hi rend="bold">Wohnhausarchitektur</hi> bietet zahlreiche schlicht reizvolle <milestone unit='line' n='15'/> +Stücke aus 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSFELD.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> erneuert 1754. — Kostbarer Altarbau aus Marmor, +Serpentin und Alabaster 1613. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K</hi>. 1766 von <hi rend="italic">J. J. Kuntz</hi> in Reichenberg, +1sch. Rck., gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der +Längswände unter den Fenstern Emporen auf gewölbten Arkaden. +— <hi rend="g">Hochaltar</hi>; über dem Tabernakel großes <milestone unit='line' n='25'/> +Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. <hi rend="italic">Phil. +Leubner</hi> 1780. — Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSHOFEN</hi> im Grabfeld UFranken.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher +Qualität. Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig <milestone unit='line' n='30'/> +gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die Raumverhältnisse ungewöhnlich +in die Breite gehend, zum Ausgleich das Msch. stark +überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale, +leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung +ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; <milestone unit='line' n='35'/> +aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden +Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut +ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige Schneckenstiege. — +Das Relief des <hi rend="g">Jüngsten Gerichts</hi> im Bogenfeld des +WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='40'/> +Mehrere <hi rend="g">Messingkronleuchter</hi> 17.-18. Jh. Überlebensgroße +<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1500. Andere spgot. +<hi rend="g">Skulpturen</hi> in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer +frgot. <hi rend="g">Aquamanile</hi> (Pferdchen) und elegante <hi rend="g">Elfenbeingruppe</hi> +der Kreuzigung, 18. Jh. +</p> + + +<pb n='223' id='i232.png'/> + +<!-- [P: 223] --> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung +städtischer Altertümer.) +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> am Markt, bar. und rok., im Übergang zum +thüringischen Typus. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen,</hi> Schmiedeeisen, 16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Befestigung</hi> (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem +System, einige Bastionen erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1810. — <hi rend="bold">Festung</hi>. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh. +Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang <milestone unit='line' n='10'/> +nach den Plänen des Nürnbergers <hi rend="italic">P. Buchner</hi> 1591. Die +Christiansburg 1589-91 von <hi rend="italic">Buchner</hi> und <hi rend="italic">Irmisch</hi>. Johannissaal +(»Neues Zeughaus«) 1631. Die Friedrichsburg 1721 erweitert; +ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerstört. +Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) 1598, <milestone unit='line' n='15'/> +beide von <hi rend="italic">Buchner</hi>. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, +die Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach +Brand 1806. Bildnisse in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul +und Chevalier de Saxe 1768 von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. Der 180 m tiefe +Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von <hi rend="italic">Joh. v. Bodt</hi>. Die <milestone unit='line' n='20'/> +Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., +vgl. Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. — Schönes <hi rend="g">Elfenbein-Kruzifix</hi> +von <hi rend="italic">Melchior Barthel</hi> um 1670. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — <milestone unit='line' n='25'/> +Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖNIGSWARTHA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> +in großer Menge. +</p> + +<p> +Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne <milestone unit='line' n='30'/> +Lisenenarchitektur. — <hi rend="g">Bildnisse</hi> des wenig bekannten +aber vortrefflichen Malers <hi rend="italic">Hagelganß</hi> 1755. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CÖNNERN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm +im Kern rom. — Spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CONRADSBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger +Bau undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. +Qsch. und Lhs. fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur +Ausführung gekommen?). Der Chor nach dem Hirsauer <milestone unit='line' n='40'/> +Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor +durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. +Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den +Fasen Rundstäbe, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. +Die grätigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf + + +<pb n='224' id='i233.png'/> + +<!-- [P: 224] --> + +Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine +abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig eingedeckt. In der +wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen Prachtstücke +blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte +wechseln regellos mit spiralisch kannelierten. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CONSTAPPEL.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der +ältesten des Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes +Qsch., Chorquadrat (bei der Erweiterung 1884 die Schlußwand +durchbrochen und im W ein Turm hinzugefügt). — <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +mit Reliefs 16. Jh. <hi rend="g">Altartafel</hi>, Beweinung, von +einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe <hi rend="italic">Cranachs</hi>. +Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus <hi rend="italic">Cranachs</hi> +Werkstatt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CORBETHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rck. WTurm im Übergangsstil. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KORBUSSEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert +um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KORNBERG.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Ganz schmuckloser +1sch. got. Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß +aus 8Eck, WEmpore über 2sch. Halle. — Zweistöckige +Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KOSELITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. Altargemälde von <hi rend="italic">C. Roesler</hi> 1800. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖSSERN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. +In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf +von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>; besonders stattlich der große Saal. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖSTRITZ.</hi> Reuß j. L. LA Gera. +</p><p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage +der klassizistischen Zeit; Tempelchen usw. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>COSWIG.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln <milestone unit='line' n='35'/> +versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus +an der Empore und der flachen Decke. — +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖTIZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Herrenhaus.</hi> M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von <hi rend="italic">Samuel <milestone unit='line' n='40'/> +Locke</hi>; in der Ausstattung manches Hübsche. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÖTZSCHENBRODA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — +<hi rend="g">Altar</hi> 1638 von <hi rend="italic">Zach. Hegewald</hi>, auseinandergenommen, +von Interesse die Alabasterreliefs und Sandsteinstatuetten; + + +<pb n='225' id='i234.png'/> + +<!-- [P: 225] --> + +<hi rend="g">Denkmäler</hi> 1675, 1738. — Im Dorf reizende renss. +<hi rend="g">Brunneneinfassung</hi> mit Puttenrelief von <hi rend="italic">Hans +Walther</hi> (?). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KOTTMARSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und <milestone unit='line' n='5'/> +Löbauer Ratslogen) gleichzeitig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRAKAU.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> +17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRANICHFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. +Änderungen 1702. — Hübsches <hi rend="g">Gestühl</hi> 1520; <hi rend="g">Grabstein</hi> +einer Gräfin Gleichen 1570. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr +stattliche Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil <milestone unit='line' n='15'/> +der sog. dicke Turm, aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches +Quadrat, Kreuzrippengewölbe, Ecksäulen mit Würfelknäufen; +die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. — Sonst das +Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine +Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. <milestone unit='line' n='20'/> +(allein an der SSeite ihrer 8). — <hi rend="bold">Unterschloß</hi> mit umfänglichen +ma. Resten, jetzt modernisiert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRANLUCKEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRAUTHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1710 einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CRAWINKEL.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRAYENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi>. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der +Zeit der Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. +der Wartburg verwendet.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KREINITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> seit 1776. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KREIPITZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm +1611 und die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt +mit Seitenpförtchen 1628. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KREUSSEN.</hi> OFranken BA Pegnitz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>. +Großer <hi rend="g">Altar</hi> 1688. — An der SSeite +2stöckige got. Kapelle, jetzt Sakristei. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KREUZBERG.</hi> UFranken BA Neustadt a. S. +</p><p> +<hi rend="bold">Franziskaner-Klst</hi>. 1681-95. +</p> + + +<pb n='226' id='i235.png'/> + +<!-- [P: 226] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KREUZBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in +7 Nischen je 1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt +abgebrannt, erneuert 1785. Hoher WTurm 1428. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Liborius-Kap</hi>. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen <milestone unit='line' n='5'/> +Diensten; Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 +haben von den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor +reich renss. 1624. +</p> + +<p> +Got. <hi rend="bold">Klst.-K</hi>. vor der Stadt, jetzt Scheune. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> mit Renss.Portalen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, +Zinnenkranz und Spuren des Wehrgangs. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Werrabrücke</hi> 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KREUZEBER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster +und Fenstereinfassungen in Sandstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KREUZWERTHEIM.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> ca. 1510-20. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. +1736, unbedeutend und verrenoviert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRIEBSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte <milestone unit='line' n='25'/> +unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 +ausgebaut. An den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der +Rüstkammer gut erhaltenes <hi rend="g">Wandgemälde</hi> um 1400. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CRIMMITSCHAU.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau <milestone unit='line' n='30'/> +von 15 : 22 m, geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch +anschließende rck. Chor mit NTurm aus 14. Jh. — +<hi rend="g">Epitaph</hi> v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit vielen +Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der +Schule <hi rend="italic">Nossenis</hi>. Halbzerstörter <hi rend="g">Taufstein</hi> mit Reliefs, treffliche <milestone unit='line' n='35'/> +Arbeit aus 1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne <hi rend="g">Kelche</hi> +aus M. 15. und A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CRÖBERN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1750-55, stattlich. — <hi rend="g">Denkmäler</hi> der Familien +v. Breitenbach und v. Seydewitz aus 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CROCK.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt +nicht sehr verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. +polyg. Chor. Vorspringender WTurm. Charakteristischer +spätestgot. <hi rend="g">Taufstein</hi> 16. Jh. +</p> + + +<pb n='227' id='i236.png'/> + +<!-- [P: 227] --> + +<p> +<hi rend='ort'>CRÖLLWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, +einen in dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRONACH.</hi> OFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, +interessant durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. +Chor 2 Joche und 5/8 Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten +Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. — Lhs. 5jochige Halle +nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh. Verlängerung <milestone unit='line' n='10'/> +nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal +mit reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. +Bapt. 1540. — Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. +<hi rend="g">Pietas</hi> M. 15. Jh. <hi rend="g">Grabdenkmal</hi> von 1580 von einem +Nachfolger des Eichstädters <hi rend="italic">Loy Hering</hi>. — In der Nähe (NO) <milestone unit='line' n='15'/> +zierliche 2stöckige Kap. 1512. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der +Plassenburg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit S. Michael um 1650. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe +zu ihrer Modernisierung von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> 1741. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Veste Rosenberg,</hi> ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, +für die Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. +In der Kernburg hoher 4eck. Buckelquader-Bergfried aus <milestone unit='line' n='25'/> +13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer Stelle bez. 1487. +Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. Befestigungsgürtel +17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in Forchheim. +(Kleines Museum zur Stadtgeschichte.) +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KROSIGK.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, Ruine einer typischen rom. Anlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KRUKENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. +In der Mitte kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, +ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. Anbauten mit Tonnengwbb, <milestone unit='line' n='35'/> +schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus der Zeit +des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen +Teilen erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CRUMBACH.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant <milestone unit='line' n='40'/> +der runde WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom +Kirchenschiff aus; an der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÜHNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk + + +<pb n='228' id='i237.png'/> + +<!-- [P: 228] --> + +1323. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung +bmkw. die bäuerlichen <hi rend="g">Epitaphien</hi>.</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau +noch mittelalterl., Nebenturm renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KULM.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. +mit quadr. Chor und 1/2kr. Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KULMBACH.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439. +Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener <milestone unit='line' n='10'/> +Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. +modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm mit Maßwerkfriesen +und Spitzhelm. — Imposanter <hi rend="g">Barockaltar</hi> mit flotten +Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian +(1603-55). <hi rend="g">Taufstein</hi> mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., <milestone unit='line' n='15'/> +vielleicht von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> von Bamberg. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgemälde +ca. 1550. — Pfarrhaus 1730. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom +Hofbaudirektor <hi rend="italic">Fr. Grael</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und +18. Jh., zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rentamt</hi> (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter +und geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.</p> +<p> +<hi rend="bold">Bezirksamt</hi> (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften <milestone unit='line' n='25'/> +Giebeln wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 <hi rend="italic">Caspar +Vischer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 16. Jh., Fassade 1752. — Einige <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> +der Renss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich <milestone unit='line' n='30'/> +rot angestrichen, und Pranger. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CUNEWALDE.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel +1656. Bmkw. Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi>. Zahlreiche +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KUNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges <hi rend="g">Altargemälde</hi>. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). +Vom rom. Bau der Bergfried und die Südwand des +Palas erhalten. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÜNITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich von 1706. — Zwölf <hi rend="g">Denkmäler</hi> +1608-1782. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÜNSBERGK.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +Bedeutende <hi rend="bold">Burgruine</hi>, z. T. rom. +</p> + + +<pb n='229' id='i238.png'/> + +<!-- [P: 229] --> + +<p> +<hi rend='ort'>KUPFERBERG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. — +Ansehnliches Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich +unter Einfluß von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> (?). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÜRBITZ.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für +diese dem Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich +stattlicher Bau, dem protestantischen Kultus angepaßt. Der +Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß +5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. Altarhaus, im <milestone unit='line' n='10'/> +W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel +dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe +(im ganzen 4) eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten +hervortretend. Auf der WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube, +ehemals reich und behaglich eingerichtet (erhalten <milestone unit='line' n='15'/> +ein <hi rend="g">Kamin</hi> von einfach vornehmen Formen, die als Hermen +fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche +Arbeiten). Die Formen außen und innen ernst und schlicht, +mit manchen got. Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren +Reihe spitzbg., der oberen rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger <milestone unit='line' n='20'/> +nur das Hauptportal, Rustika mit toskan. Ordnung, +übrigens von strengster Behandlung. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> aus +der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. +— <hi rend="g">Kanzel</hi> bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die +Evangelisten der Brüstung, überraschend durch Formenreinheit <milestone unit='line' n='25'/> +im Sinne der Hochrenss., von derselben ausgezeichneten +Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in +äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von +puritanischer Einfachheit und Trockenheit. — <hi rend="g">Familiengruft</hi> +der Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von <milestone unit='line' n='30'/> +1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben Familie aus 17. +und 18. Jh. Vierflügeliger <hi rend="g">Altar</hi> um 1500 (schlecht rest.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KÜRNACH.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1723, vielleicht nach Angaben <hi rend="italic">B. Neumanns</hi>. Eingezogener +Chor mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, <milestone unit='line' n='35'/> +Lhs. flachgedeckt, Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster +mit reicher Hausteinumrahmung. — Im Dorf 4 <hi rend="g">Bildstöcke</hi>, +einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr stattlich +die große Freigruppe der <hi rend="g">Kreuzigung</hi> bei der Grießmühle, +Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>CORSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>KYFFHÄUSER.</hi> Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz +Tilleda gegr. Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf +<pb n='230' id='i239.png'/> +<!-- [P: 230] --> +höheres Alter (?). Von der sehr ausgedehnten Anlage fast nur +noch die Grundmauern zu erkennen. — Die <hi rend="g">Kapelle</hi> von derselben +einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser Gegend. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>L</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>LAAS.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, +eingezogener quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. +Kunstformen nichts erhalten, +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAMPERTSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener <milestone unit='line' n='10'/> +Saal. — Denkmäler. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1690-1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANDESWEHR</hi> bei Meiningen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg +am Boden liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch <milestone unit='line' n='15'/> +Pulver gesprengt. Die Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der +Elisabethenburg, des Residenzschlosses in Meiningen, verwendet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANDSBERG</hi> bei Meiningen.</p> +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 +von <hi rend="italic">Döbner</hi>. Innen große Kunst- und Waffensammlung. <milestone unit='line' n='20'/> +2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld. Wertvoll 4 geschnitzte und +gemalte thüringische <hi rend="g">Altäre</hi> E. 15. bis A. 16. Jh. Vertreten +sind: <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi>, der <hi rend="italic">Meister der architektonischen +Baldachine</hi> und der <hi rend="italic">Meister des Neusitzer Altars</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANDSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in +gleicher Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. +Rom. Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Doppelkapelle</hi> der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus +interessanteste Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — <milestone unit='line' n='30'/> +Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 gesonderten Geschossen, +die durch eine Öffnung im Boden des oberen in Verbindung +stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe. +2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke +elegant dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante <milestone unit='line' n='35'/> +Weiterbildung des Königslutterer Typus); im W ein quer +durchlaufender Gang, im O 3 durch beide Geschosse durchgehende +Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der SWand +und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum +dienend, ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="g">Portale</hi> in Sachsen analogielos. Das größere in der Architekturform +einfach, nur Rücksprung, aber die Leibungsfläche + + +<pb n='231' id='i240.png'/> + +<!-- [P: 231] --> + +reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im Tympanon +Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles +sehr verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg. +Schnitzaltar, um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGBURKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem +8eckigen Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten +1749. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENAUE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und <milestone unit='line' n='10'/> +Portal; <hi rend="g">skulptiertes Tympanon</hi>, Christus im langen +Rock am Kreuze stehend, zu Füßen die Weltkugel, oben Sonne +und Mond in ornamentaler Stilisierung, neben ihm 2 Palmenbäume; +höchst bäuerisch, wohl 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 +whgest., 1873 rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. +Nonnenempore auf 3sch. Kreuzgewölbehalle. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENHESSEN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Altarwerk</hi> von 1502 mit 4 beweglichen und 2 festen +Flügeln, in den Gemälden Einfluß der fränkischen Schule. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENLEUBA.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren +1841 zwecklos zerstört. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENLEUBA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche +Ausstattung im 18. Jh. — Vornehmes <hi rend="g">Grabmal</hi> für Joh. +v. Kuntsch † 1714. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENNAUNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. +Ausstattung fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENREINSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die +westl. Vorhalle mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENSALZA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Bonifazius-K</hi>. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im <milestone unit='line' n='40'/> +15. Jh. weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit +hohem Dach und eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der +Hauptachse und hat im Innern nur eine hölzerne Flachdecke. +Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf kunstreichen +Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert, + + +<pb n='232' id='i241.png'/> + +<!-- [P: 232] --> + +von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau +erreicht die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe +von 81 m. Das große WPortal hat seinen <hi rend="g">plastischen +Schmuck</hi> im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände +12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den <milestone unit='line' n='5'/> +Bogenläufen; das von einem Mittelpfosten getragene Tympanon +enthält (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das +<hi rend="g">Jüngste Gericht</hi>, Kompositionsschema von S. Lorenz +in Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein +<hi rend="g">Opferstock</hi>. Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, <milestone unit='line' n='10'/> +im Tympanon <hi rend="g">Kreuzigung</hi>. — Das Obergeschoß +über der Sakristei hat eine bmkw. <hi rend="g">bemalte Bretterdecke</hi> +aus A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stephans-K</hi>. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht +im Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung <milestone unit='line' n='15'/> +gab nur Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte +Stichbogenfenster erhielt. Reichere Bauformen enthält nur +die gerettete Außenansicht der Sschiffe. Sie sind mit einer +Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, zwischen denen +die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster des <milestone unit='line' n='20'/> +Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes +Portal. Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm +scheint im Unterbau aus einer älteren Anlage zu stammen; +der Oberbau neugot. 1860. — Unter den <hi rend="g">Grabsteinen</hi> +sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und Günther <milestone unit='line' n='25'/> +v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches +Rechteck; abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1742. — <hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1582. — Zahlreiche Reste der <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENSELBOLD.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. +Im Garten <hi rend="g">Grabstein</hi> eines Abtes aus 15. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor +hat Netzgwb. mit doppeltem Rippensystem, das untere frei +schwebend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGEWIESEN.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1675. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGHEIM.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend="bold">Cistercienser-Klst.,</hi> gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des +Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des +Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, + + +<pb n='233' id='i242.png'/> + +<!-- [P: 233] --> + +darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap. +vor dem Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt +Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb., +deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie +im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem <milestone unit='line' n='5'/> +Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, +platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die +Klosterbauten wetteiferten in Größe und Opulenz mit denen +von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am Giebel die Zahl 1792, +die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich <milestone unit='line' n='10'/> +von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>; Pläne desselben für Langheim in der +Sammlung Eckart in Würzburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten +Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. <milestone unit='line' n='15'/> +Glasgemälde. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LANGULA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern, reich geschmückter spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUB.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bedeutende überlebensgroße <hi rend="g">Sandsteinmadonna</hi>, <milestone unit='line' n='20'/> +stilistisch der Madonna im Würzburger Dom +nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der Konsole +datierbar auf ca. 1320. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUCHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter <milestone unit='line' n='25'/> +Saal, aber vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern +und ringsum Strebepfll. WTurm über nach S und W +offener Halle. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. — +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> teilweise erhalten, am besten das Obertor. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUCHRÖDEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte +der Gegend im W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — +[Schnitzaltar jetzt in der Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln +18.Jh. — <hi rend="g">Kemenate</hi> der v. Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. <milestone unit='line' n='35'/> +Hübsches Hoftor. Kamin. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUCHSTÄDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, +als L. zu E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter +Mitwirkung Goethes 1802 errichtete Sommertheater jetzt geschickt <milestone unit='line' n='40'/> +wiederhergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUDENBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf,</hi> Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe +am hohen Mainufer. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Charakteristischer Juliusbau von 1613. +</p> + + +<pb n='234' id='i243.png'/> + +<!-- [P: 234] --> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi>. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, +im Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. +kolossalen Quadern (1,50 m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im +Dorf einfach renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUENSTEIN.</hi> OFranken BA Teuschnitz. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der +Stumpf des Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile +der Ringmauer und die Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. +Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) 1551 bis 1554, von +dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit Rippengwbb., <milestone unit='line' n='10'/> +Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in +der Kap. Fresken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUENSTEIN.</hi> K.Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594 +erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. <milestone unit='line' n='15'/> +Elementen. <hi rend="g">Altarbau</hi> aus Sandstein, zugleich als Epit. +des Rudolf v. Bünau † 1609 und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz +† 1591; großartiges, in 3 Stockwerken staffelförmig sich +verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen Reliefbilder; +auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der kniende <milestone unit='line' n='20'/> +Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk +stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen +gemischt, gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in +Deutschland. — Von demselben Künstler die große <hi rend="g">Moseskanzel</hi> +und der <hi rend="g">Taufstein</hi>; Mäßigung der Architekturformen, <milestone unit='line' n='25'/> +Übergewicht der figürlichen Plastik. — <hi rend="g">Bünaukapelle</hi> +(Erbbegräbnis) beg. 1609 von <hi rend="italic">Lorentz Hornung</hi>, +einem aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in +Pirna. Hauptstücke das Portal und das Epit. von 9 m H. und +5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von Alabaster, Achat <milestone unit='line' n='30'/> +und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung; +virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken +jener niederländischen Tradition, deren bedeutendstes +Beispiel das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere <milestone unit='line' n='35'/> +Erneuerung und Ausschmückung durch Günther +v. Bünau aus Bruchstücken zu ahnen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUSA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch +nicht ganz vergessen. — <hi rend="g">Altar-Kanzel</hi> 1789. — <hi rend="g">Sandstein-Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768, +1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine stilgeschichtlich bezeichnende +Reihe. — <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> um 1650. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUSIGK.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen + + +<pb n='235' id='i244.png'/> + +<!-- [P: 235] --> + +völlig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. +Gr., keine Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat +flachgeritztes Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck. +Umrahmung mit Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gewände +1/4 Rundstäbe anstatt Sll. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUSKE.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die +ital. Renss. sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde +Speisesaal mit kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und +Möbel. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUSNITZ,</hi> s. Klosterlausnitz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus +derselben Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUTER.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 3/4 lebensgroße <hi rend="g">Steinmadonna</hi> E. 13. Jh., +eine der allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister +des Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich +von dort verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUTERBACH.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl +(ein gleicher in Großrückerswalde). Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +A. 16. Jh. und Reste der Altarbekleidung. <hi rend="g">Kindergrabsteine</hi> +1585, 1586. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAUTERBACH.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. +Hübsches Gartenhaus um 1770. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LAWALDE.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. <hi rend="g">Kirchhof</hi>, +Torturm 17. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEBIEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, +spgot. Netzgwb. — Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEHESTEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; <milestone unit='line' n='35'/> +Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEIDENHOFEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), +schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, +der Chor im Erdgeschoß des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. <milestone unit='line' n='40'/> +mit spitzen Bogenlinien. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEIHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit +eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. +Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut. +</p> + + +<pb n='236' id='i245.png'/> + +<!-- [P: 236] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LEIMBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEIPZIG.</hi> K. Sachsen. Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof +von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von <milestone unit='line' n='5'/> +St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom. +WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen, +an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und Hohlkehle +schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube, +etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; <milestone unit='line' n='10'/> +im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei +8eckige Türme; 1555 durch <hi rend="italic">Hieronymus Lotter</hi> der Mittelturm +erhöht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit +Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor +vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; <milestone unit='line' n='15'/> +die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle +von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert, +ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem +30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung +ist vieles beseitigt. [Die <hi rend="g">Gemälde</hi> im Museum, <milestone unit='line' n='20'/> +anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] +<hi rend="g">Kanzel</hi> spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. +— 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch +Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik +kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem <milestone unit='line' n='25'/> +Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — +offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — +<hi rend="g">Altartisch</hi>, <hi rend="g">Leuchter</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Stuckmarmor +zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die <hi rend="g">malerische</hi> +Ausschmückung von <hi rend="italic">Oeser</hi>. Schmerzensmann Stein <milestone unit='line' n='30'/> +ca. 1400. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Thomas-K</hi>. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. +Oft umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, +14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die +Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 völlig neu aufgebaut <milestone unit='line' n='35'/> +von <hi rend="italic">Claus Roder</hi>; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche, +schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. — [<hi rend="g">Altar</hi> 1721 +jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1614 +von <hi rend="italic">Georg Kriebel</hi>. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel +im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, <milestone unit='line' n='40'/> +dessen Trophäenkrönung an die Befreiung Wiens aus der +Türkengefahr erinnern soll.] <hi rend="g">Grabstein</hi> des Ritters +<hi rend="g">Hermann v. Harras</hi> † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte +später). Stein für Georg und Apollonia <hi rend="g">v. Wiedebach</hi> +1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, <reg orig='vorzüg-|liches'>vorzügliches</reg> +<pb n='237' id='i246.png'/> +<!-- [P: 237] --> +spgot. Rankenwerk. — Großes Alabasterdenkmal der +Familie <hi rend="g">Bachofen</hi> nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung. +— Epitaph für <hi rend="g">Seb. Hillger</hi> † 1570, Messing +mit Email. — Bronzeplatte für <hi rend="g">Nic. Selneccer</hi> † 1592, +saubere Arbeit. — Denkmal des <hi rend="g">Joh. Jenitz</hi> 1593 in mehrfarbigem <milestone unit='line' n='5'/> +Marmor aus der Schule <hi rend="italic">Nossenis</hi>. — Großes Hängeepitaph +für <hi rend="g">Daniel Leicher</hi> † 1617; wohl von <hi rend="italic">Georg +Kriebel</hi> aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten +Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; +das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. — Vortreffliche <milestone unit='line' n='10'/> +Sandsteinplatte für <hi rend="g">Georg Weinrich</hi> 1687. — +Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 +von <hi rend="italic">Johann de Perre</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pauliner-K</hi>. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) +nichts erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt <milestone unit='line' n='15'/> +durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. +Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.: +Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler +gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt +die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. <milestone unit='line' n='20'/> +Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden +Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche +mit Netzgwbb. — <hi rend="g">Flügelaltar</hi> A. 16. Jh., die Teile zerstreut; +im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole +aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem <milestone unit='line' n='25'/> +Nebenaltar stammen zwei wertvolle <hi rend="g">gemalte Tafeln</hi> des +14. Jh. — Holzstatue des <hi rend="g">h. Dominicus</hi>, sitzend, in +Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende +Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein +des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — <milestone unit='line' n='30'/> +Holzstatue des <hi rend="g">Markgrafen Diezmann</hi> † 1307, im +Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer +noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des <hi rend="g">Nickel +Pflugk</hi> † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der +Herzogin <hi rend="g">Elisabeth von Sachsen</hi> † 1484, flaches <milestone unit='line' n='35'/> +Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. — +Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines <hi rend="g">Unbekannten</hi> +1515. — Wandgrab des <hi rend="g">Lorenz v. Reutlingen</hi> +1528. — Desgl. des <hi rend="g">Caspar Börner</hi> 1547. — Drei Bronzeepitaphe +von gleichartiger Behandlung: des <hi rend="g">Christopher <milestone unit='line' n='40'/> +v. Kruschwitz</hi> † vor 1549, keine Figg., nur Inschr., +Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen +Renss.Formen (Meister <hi rend="italic">NT</hi>, Gießer <hi rend="italic">J. Behem</hi>); des <hi rend="g">Adam +Moller</hi> 1549; des Dr. <hi rend="g">Joachim v. Kneitlingen</hi> 1553; +drei Grabplatten der <hi rend="g">Familie Maw</hi> 1616-20, Sandstein, + + +<pb n='238' id='i247.png'/> + +<!-- [P: 238] --> + +ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und +gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. — Hängeepitaph +des <hi rend="g">B. Golnitz</hi> † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht +des Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele +aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler <milestone unit='line' n='5'/> +des <hi rend="g">J. J. Pantzer</hi> von 1673 und des <hi rend="g">G. T. Schwendendörffer</hi> +von 1685. — Mehrere <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> in +der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie +Lawe 1548 von einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein +zu mir kommen« von <hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> — Die sehr stattlichen <milestone unit='line' n='10'/> +spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein +Teil der umfangreichen <hi rend="g">Wandmalereien</hi> (abgehoben, +jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw. +Kunstwerke). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Barfüßer-K</hi>. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau <milestone unit='line' n='15'/> +nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. +Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; +im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete +Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698. +Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der <milestone unit='line' n='20'/> +SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 +gotisierend. +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">Johannes-K.,</hi> ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen +Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. +Mobilien und Denkmäler erhalten. Bmkw. das Epitaph der <milestone unit='line' n='25'/> +Familien <hi rend="g">Meyer</hi> und <hi rend="g">Perger</hi> 1616, eine 3,8 m breite und +bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament, +die Gemälde von <hi rend="italic">Johann de Perre</hi>; Marmorepitaph +des <hi rend="g">Andr. Winckler</hi> 1675, in der Mitte die lebensgroße +Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — <milestone unit='line' n='30'/> +Marmorepitaph des <hi rend="g">J. G. Sieber</hi> von 1680, Relief der Kreuzigung, +wohl von <hi rend="italic">Melchior Barthel</hi>. — Marmordenkmal für +Ch. F. <hi rend="g">Gellert</hi> † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den +trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt +des Dichters haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue <milestone unit='line' n='35'/> +nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.<corr sic=''>]</corr> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johanneskirchhof</hi>. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die +schmiedeeisernen Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] +Charakteristische Grabmäler des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. zu Eutritzsch,</hi> stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und <milestone unit='line' n='40'/> +spgot. Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um +1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus +A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Paulinum</hi> (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch +der Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck + + +<pb n='239' id='i248.png'/> + +<!-- [P: 239] --> + +zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen +Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. — +Die <hi rend="g">Wandgemälde</hi> im Durchgang zur Paulinumsbibliothek +(jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden +der Universität hat sich nur erhalten: das <hi rend="g">Fürstenhaus</hi>, <milestone unit='line' n='5'/> +erb. 1558, wahrscheinlich von <hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>, als Privathaus, +seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got. profilierten +rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen +Erker. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus <milestone unit='line' n='10'/> +Lotter von <hi rend="italic">Sittich Pfretschner</hi> und <hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>, +1907 vollständig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut. +In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen +Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau +gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. <milestone unit='line' n='15'/> +Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je +7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchhäusern. +Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein +8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, wohlverstandener, +jon. Ordnung (<hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>). In verwandter <milestone unit='line' n='20'/> +Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, +die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer +Art der Erker am Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt. +Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube +Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an <milestone unit='line' n='25'/> +das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, +das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Börse,</hi> 1678 von <hi rend="italic">Christian Richter</hi> (?). Ein nicht großer, aber +prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. +Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. <milestone unit='line' n='30'/> +Pilastern besetzt, darauf holländisch-naturalistisches Laubwerk. +Abschluß durch Balustrade. An der Schmalseite geräumige +Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament +der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister +<hi rend="italic">Giov. Simonetti</hi>. Deckengemälde von <hi rend="italic">Hans am Ende</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +1687. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wage,</hi> 1555 und 1570. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fleischbänke,</hi> um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel. +</p> + +<p> +Die <hi rend="bold">Nikolaischule,</hi> 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache. +</p> + +<p> +Die <hi rend="bold">Innungshäuser,</hi> soweit erhalten, nur durch Bildnis- und <milestone unit='line' n='40'/> +sonstige Sammlungen von Interesse. +</p> + +<p> +Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt +Leipzig eine lehrreiche Folge von <hi rend="bold">Wohnhäusern</hi> des +16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5; +Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. <hi rend="g">Renaissance</hi>: + + +<pb n='240' id='i249.png'/> + +<!-- [P: 240] --> + +1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); Auerbachs +Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit +Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, +Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers +Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 <milestone unit='line' n='5'/> +bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12 +bez. 1690. — Gute Beispiele von <hi rend="g">Höfen mit Holzgalerien</hi> +Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. +— <hi rend="g">Erker</hi> in reicher <hi rend="g">Holzschnitzerei</hi>: Katharinenstraße +21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische <milestone unit='line' n='10'/> +Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680; +Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. — Fassaden unter +<hi rend="g">holländischem</hi> Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, +Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße +15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes <milestone unit='line' n='15'/> +altes Geschäftshaus. — In <hi rend="g">deutschem Barock</hi>: +Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; <corr sic='Heinstr.'>Hainstr.</corr> 23, Bärmanns +Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig Katharinenstraße +31 vom Maurermeister <hi rend="italic">Fuchs</hi> 1701-4; vom selben +ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, <milestone unit='line' n='20'/> +und Markt 17 Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger +Barocks; Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem +Grundriß, das Detail der Fassade sehr manieriert. In +Pöppelmanns Art von <hi rend="italic">G. Werner</hi> Hohmanns Hof 1728 Petersstraße +15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner <milestone unit='line' n='25'/> +Richtung gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. +22; Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; +Stiglitzens Hof Markt 13 und Klostergasse 6 um 1740; etwa +gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem Mansardendache. — +<hi rend="g">Rokokobauten</hi>: Katharinenstr. 27, das Portal im Grundgedanken <milestone unit='line' n='30'/> +noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten +Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen; +Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; +Thomasgäßchen 5 und Petersstr. 22 mit Erkern. — Kleine +Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens (1694) hat <milestone unit='line' n='35'/> +darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe +von etwa 1720. +</p> + +<p> +Ehemalige <hi rend="bold">Landhäuser,</hi> schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für +Kammerrat Richter, die Fassade in <hi rend="italic">Knöffels</hi> Art; 1845 abgebr., +Abb. im Inventar]; Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="italic">A. F. Oeser</hi> um 1780; Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei +bmkw. Statuen von <hi rend="italic">Pierre Coudroy</hi> um 1780. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Denkmal</hi> des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem +Königsplatz, 1780 nach <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>, Sockel von <hi rend="italic">Dauthe</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtgeschichtliches Museum</hi> im alten Rathaus. +</p> + + +<pb n='241' id='i250.png'/> + +<!-- [P: 241] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LEISLAU.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. +verbaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEISNIG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in <milestone unit='line' n='5'/> +stilistisch älteren Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich +breiten Schiffen und 4 Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des +Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig mit leicht konkaven Flächen, +Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm in charakteristischen +Formen der Spätzeit des 15. Jh. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +1663 von <hi rend="italic">J. Richter</hi> und <hi rend="italic">V. Otte</hi>; der Aufbau setzt das spgot. +Schema in Barockformen um (ca. 9 m h.). — <hi rend="g">Taufstein</hi> +1638 unbedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. S. Nikolai 1540 und 1674. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +1509. — Auf dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Wanddenkmäler</hi> 1592, 1671, 1708, 1725, 1727, letzteres +an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Mildenstein</hi>. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; +Portal und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. +12. Jh. Großer runder Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, <milestone unit='line' n='20'/> +oben Backstein. Die Wohngebäude 14. und 15. Jh. mit +starken Veränderungen im 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Sammlung des Altertumsvereins</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LENGEFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +Rom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Anlage wie in Hain. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LENGENFELD UNTERM STEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.</p> +<p> +<hi rend="bold">Kath. K</hi>. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.</p> +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhaus</hi> 1619 aus Buchenholz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LENGFURT.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus +der Zeit um 1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung +<hi rend="italic">P. Wagners</hi>. Auf dem linken Seitenaltar Elfenbeinkruzifix +um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung des hageren +Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dreifaltigkeitssäule</hi> am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus +Wolkenballen und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer +österreichischen Sitte nach Franken erklärt sich aus der Person +des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener Hofkammerrats +v. Neuff. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LENGSFELD.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, +einheitlich klassizistische Ausstattung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zwei Schlösser</hi>. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma. +</p> + + +<pb n='242' id='i251.png'/> + +<!-- [P: 242] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUBA.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und +18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz. + <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend='ort'>LEUBACH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade +und Mittelturm. <hi rend="g">Ausstattung</hi> feine Rok.Altäre (aus +Kloster Bildhausen stammend). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUBEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu; aus der alten <hi rend="g">Glasgemälde</hi> von 1512 und +das schöne <hi rend="g">Denkmal</hi> des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der +Frauen-K. zu Dresden). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUBEN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. <milestone unit='line' n='15'/> +Möbel, Porzellan, Bildnisse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUBINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, quadr. Chor und Apsis rom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., <milestone unit='line' n='20'/> +der OTeil 1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische +Innenansicht. Die Felderdecke ausgemalt 1671 von <hi rend="italic">Gottfr. +Lucas</hi>; von demselben die Brüstungen der 3geschossigen Empore. +<hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> mit großfiguriger Plastik 1730 +von <hi rend="italic">J. B. Reinboth</hi> und <hi rend="italic">J. Ch. Ebhardt</hi>. <hi rend="g">Sandsteinepitaphe</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte +des Hans Allnpeck d. J. in der Art der <hi rend="italic">Walther</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUTENBERG.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> neuklassisch 1812. — <hi rend="bold">Friedhofs-Kap.,</hi> geschnitzter +sitzender <hi rend="g">Schmerzensmann</hi> aus 16. Jh. — Schloß <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="bold">Friedensburg</hi>, große unregelmäßige Anlage aus 15. und 17. Jh. +in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher Verwendung +von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; +die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem +Einfluß. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUTERSDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche,</hi> rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf +geschnitzten Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau +3 abgestufte Fachwerkgeschosse. — Der Friedhof mit starker +Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wirtshaus</hi> Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau +des 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUTRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, +stark verbaut. +</p> + + +<pb n='243' id='i252.png'/> + +<!-- [P: 243] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LEUZENDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung, +geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter +Ausführung. — In der Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. +Malerisch gelegenes <hi rend="bold">Renss.Schlößchen</hi> mit Wassergraben; <milestone unit='line' n='5'/> +innen Stuckdecken um 1750. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENAU.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — <hi rend="bold">Stadtmauer</hi> +z. T. erhalten, u. a. bedachter Rundturm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENBERG.</hi> OFranken BA Naila. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1560. — <hi rend="bold">Schloß</hi> 1562, 1628 (Ruine). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf +3 Pfll. Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1600. 2sch. mit WEmpore. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst +A. 19. Jh. verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche +Anlage mit doppeltem Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. +Die Kemenate bez. 1604, an der NSeite kleiner rom. <milestone unit='line' n='20'/> +Mauerrest. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENFELS.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende +Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm +seitlich. — Außen am Turm spgot. <hi rend="g">Ölberg</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klosterlangheimer Hof,</hi> jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem +Markt S. <hi rend="bold">Florianssäule</hi>. — Zwei stattliche ma. <hi rend="bold">Tortürme</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENHAIN.</hi> Vorort von Jena Sachsen-Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. +An der NWand außen <hi rend="g">Wandgemälde</hi> 14. Jh., Szenen aus <milestone unit='line' n='30'/> +dem Alten Testament. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen +Richtung, dabei der traditionelle Charakter der +protestantischen Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten <milestone unit='line' n='35'/> +Ecken, ringsum Emporen. — <hi rend="g">Altargemälde</hi> von +<hi rend="italic">Christ. Leberecht Vogel</hi> 1790. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENSTEIN.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. <milestone unit='line' n='40'/> +Stammburg der Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren +Burgberg liegen 3 Höhenburgen nebeneinander; die +östliche fast intakt erhalten mit starkem Torbau. Rom. Reste +(12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die übrigen +Bauten got. und später. +</p> + + +<pb n='244' id='i253.png'/> + +<!-- [P: 244] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENTANNE.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. +polyg. Chor. — Rest eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> um 1500 aus +einer »sehr guten oberfränkischen Schule«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LICHTENWALDE.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Aus dem rom. Bau ein <hi rend="g">Tympanon</hi>, Kampf eines +Löwen mit einem Drachen, großartig stilisiert. — Großer +Neubau für Graf v. Watzdorf, 1722-26; höchst stattliche Anlage +bei einfacher Formbehandlung; berühmter, gut erhaltener +Garten. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIEBENGRÜN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. +Die Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden +dörflichen Kunst. — <hi rend="g">Bauernhäuser</hi> in Blockverband. +<milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIEBENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 1822 nach Idee eines antiken Theaters. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIEBENWERDA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). <milestone unit='line' n='20'/> +Turm neu (1903). <hi rend="g">Taufstein</hi> 1671. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1800. — <hi rend="bold">Schloß</hi>. Vom got. Bau der mächtige Torturm +(Lubwort) erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — <hi rend="g">Amtsgericht</hi> +1579 und 1766. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIEBSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. +Die Portale ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — <hi rend="g">Altargemälde</hi> +aus 15. Jh. (nicht <hi rend="italic">Dirk Bouts</hi>) mit Umrahmung +von 1673. — <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> des Rudolf v. Bünau +† 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister <milestone unit='line' n='30'/> +des Kademannschen Epitaphs in Pirna). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Kukukstein</hi>. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. +Besitz der Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten +Substruktionen nach 1402, der obere 16. Jh. Das Innere 1726 +ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u. a. von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIEBSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an +Kunstformen erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit +Hinneigung zur Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIMBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. +und ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach +Entwurf von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>. Bedeutende Raumdisposition, +Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. Großartiger +Hochaltar von <hi rend="italic">P. Wagner</hi>, um die freistehende Mensa + + +<pb n='245' id='i254.png'/> + +<!-- [P: 245] --> + +eine 1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. +<hi rend="g">Madonna</hi> E. 15. Jh. <hi rend="g">Pietas</hi> A. 15. Jh. — Hübsche, +charakteristische Dorfstraße. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LINDENHART.</hi> OFranken BA Pepnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., übrigens 1684. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LINDENTAL.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden +<hi rend="g">Schnitzaltars</hi> um 1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LINDEWERRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit Flügelgemälden.<milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LINDFLUR.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +Evang. K. 1596, rest. 1782. — <hi rend="g">Epit. Wolfskeel</hi> 1562, +das Ehepaar symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut +angeordnet und kraftvoll im Ausdruck; wohl vom Meister des <milestone unit='line' n='15'/> +Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIPPERSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von <hi rend="italic">Michael +Zanck</hi> ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament +in kleinen quadr. Feldern. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LIPPOLDSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Rom. 2. H. 12. Jh. +Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes +System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den +Raum zwischen dem WTurm und dem ersten Doppeljoch des <milestone unit='line' n='25'/> +Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der Ssch. +haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der +Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes +werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. +grätig, verstärkt durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die <milestone unit='line' n='30'/> +Hauptpfll. und nur deren Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig +rck., versehen, welche die 1/2kr. Schildbgg. aufnehmen. Die +Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die Zwischenpfll. an den +Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen; der +sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze <milestone unit='line' n='35'/> +System zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen +Auffassung. Sehr schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und +Lisenen. Das größte Portal im südl. Ssch. Sein gerader Sturz, +an dessen beiden Seiten die Wülste der Sockelgliederung mit +kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich mit vertieften <milestone unit='line' n='40'/> +Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. — +<hi rend="g">Taufstein</hi> rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden +Türmchen, in denen Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; +stark verwittert. +</p> + + +<pb n='246' id='i255.png'/> + +<!-- [P: 246] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LIPTITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes +Schiff. — Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode +A. 17. Jh., Porträtfiguren von tüchtiger Charakteristik. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LISBERG.</hi> OFranken BA Bamberg II. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Gilt für eine der ältesten in Franken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LISSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi>, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden, +verstümmelte kleine got. Basilika. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LITZENDORF.</hi> OFranken BA Bamberg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1715-1718 von <hi rend="italic">L. Dientzenhofer</hi>. Saalbau. Die +SSeite als Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in +der Mitte das in dieser Verwendung originelle Motiv einer +großen durchgehenden Nische, in welcher das Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÖBAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. +stark verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung +fiel der Rest. zum Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, +die Denkmäler in das Rathaus übergeführt.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johannis-K</hi>. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. <milestone unit='line' n='20'/> +1sch. Lhs., gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker +Turm mit zierlicher 8eck. Krönung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">H. Geist-K</hi>. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. +Die Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten +tiefausgehöhlten Kappen. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kirchhof</hi> der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler +des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer +Mauerteile. — <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOBEDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — +Got. <hi rend="g">Kirchenstühle</hi>; <hi rend="g">Lesepult</hi> 1622; <hi rend="g">Kanzel</hi> +1556; sitzende <hi rend="g">Madonnenstatue</hi> spgot. In der Turmhalle +spgot. <hi rend="g">Wandgemälde</hi>. <hi rend="g">Grabstein</hi> renss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOBENSTEIN.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. +</p><p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> A. 18. Jh., ganz einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÖBICHAU.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel +des neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege <milestone unit='line' n='40'/> +in seltener Einheitlichkeit erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÖBSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor got., <sic>Sonstiges</sic> 1616 und 1712. Kanzelbau über +dem Altar. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh., gehört zu den +besseren. — Bmkw. rom. <hi rend="g">Altarleuchter</hi>. +</p> + + +<pb n='247' id='i256.png'/> + +<!-- [P: 247] --> + +<p> +<hi rend='ort'>LOCKWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal +mit 2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. +Das Ganze ein bezeichnendes Stilbild. Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> +1. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LODERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau +Musterstücke üppigen Barocks. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÖFFELSTEIG.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1732 im <hi rend="italic">Greising</hi>'schen Typus. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOHMEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1786. Aus der Schule <hi rend="italic">G. Bährs</hi>. Gr. 8eckig mit verlängerter +westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, +an der nördl. der ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des +alten Flügelaltars 1575. — <hi rend="bold">Schloß</hi> 1524. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOHR.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei +und ein merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit +Kleebogen, eingemauert an der nördl. Seitenwand. — Im +übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden rundbg. auf got. <milestone unit='line' n='20'/> +überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe 1488 +(Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde +von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen +Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche <hi rend="g">Bildnissteine</hi> +sind noch vorhanden; hervorzuheben der des <milestone unit='line' n='25'/> +Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518 und +Agnes † 1519. <corr sic='die'>Die</corr> Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell +d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im +Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich +v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. Kern. — <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +1488. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus.</hi> 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. +Im Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, +die Pfll. in ganz ma. Weise aus lebhaftem Wechsel +von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden Obergeschosse <milestone unit='line' n='35'/> +modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige +Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten +polyg. Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. +Decken. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kurmainzisches Schloß,</hi> jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere <milestone unit='line' n='40'/> +schlanke Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden, +Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh. +</p> + +<p> +Mächtiger <hi rend="bold">Stadtturm</hi> mit großem Gußerker (14. Jh.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOHRA.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika + + +<pb n='248' id='i257.png'/> + +<!-- [P: 248] --> + +ohne Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. +Rippengwbb. Die Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster +rundbg. Bmkw. Orgel 1695. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOHRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. <hi rend="bold">Doppelkapelle</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +Im Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener +Kannelierung, 3×3 grätige, zwischen Gurten eingespannte +Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt; Altarhaus quadr. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOHRHAUPTEN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der <milestone unit='line' n='10'/> +ma. Turm (vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals +der Chor; die Fenster der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOMMATZSCH.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. 1504-14 von <hi rend="italic">Peter Ubrich</hi> von Pirna; als 3sch. +Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, <milestone unit='line' n='15'/> +neuerdings gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses +Bild gewährt der WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., +nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal modern), +wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der Hallenkirche +zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe <milestone unit='line' n='20'/> +von 3 Spitzhelmen bekrönt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOMNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu, spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LONNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer <hi rend="g">Flügelaltar</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +um 1510. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LORENZKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas +größer als diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle +sonstigen Formen sind jüngere Umgestaltungen. — <hi rend="g">Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LOSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 1705 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>, verändert 1848. — Flachgedeckter +Saal in länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, +Kanzel-Altar, Mansarddach mit Dachreiter, Formen sehr einfach. <milestone unit='line' n='35'/> +— Mehrere <hi rend="g">Gedächtnistafeln</hi> in Bronze. — +Charakteristische <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> E. 18. und A. 19. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÖSSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem +Gemälde, bez. 1522 <hi rend="italic">J. L.</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1606. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÜCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> 1690. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUDWIGSCHORGAST.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p> +<pb n='249' id='i258.png'/> +<!-- [P: 249] --> +<p> +<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. +Hallenkirche, ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. +— Schöner messingner <hi rend="g">Kronleuchter</hi> 1697. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUDWIGSTADT.</hi> OFranken BA Teuschnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh., ältere Grabsteine. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marien-Kap.</hi> (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit +8 halbrunden Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf +dem Marienberg in Würzburg und der karoling. Pfalzkap. +in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen die +Grundlagen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUDWIGSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Nicht bedeutend, doch gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUGAU.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> neu. Bmkw. Reste von <hi rend="g">Plastik</hi> des fr. 16. Jh. +Darunter ein großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren <milestone unit='line' n='15'/> +der Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUNGWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +Wohlerhaltener <hi rend="bold">Landsitz</hi> aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten +Winkel, Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische +Gruppe bei einfacher Behandlung des Einzelnen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUPPA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, +doch von stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in +gleicher Breite mit dem Sch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LUSAN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., +1sch. Lhs. M. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>LÜTZEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>M</title></head> +<p> + <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MACHERN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. 1615. — Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>, meist der +Familie v. Lindenau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel +der Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte <milestone unit='line' n='35'/> +Bruchstücke eingebaut sind. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAGDALA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — +Mehrere <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> aus 17. Jh. <hi rend="g">Kanzelbau</hi> 1739. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit schönem renss. Portal 1571. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAIBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. +Nebenaltäre schweres Rok. um 1750. +</p> + + +<pb n='250' id='i259.png'/> + +<!-- [P: 250] --> + +<p> +<hi rend='ort'>MAIDBRONN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt +und noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, +ziemlich kleine Bau frgot. E. 13. Jh. Am besten erhalten der +platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit flacher Nonnenempore <milestone unit='line' n='5'/> +ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit +der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — +Auf dem bar. steinernen Hochaltar <hi rend="g">Steinrelief</hi> der Beweinung +von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, nach 1520. Die Grabsteine +liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAIENLUFT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +Von der 1444 zerstörten <hi rend="bold">Burg</hi> ist der sehr hohe Bergfried aus +Quadersteinen gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAINBERG.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, <milestone unit='line' n='15'/> +teils 1686. Einrichtung spgot. und bar. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um +rechteck. Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen +Teile 16. Jh. mit Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der +netzgewölbten spgot. Kapelle drei <hi rend="g">weibl. Heilige</hi>, <milestone unit='line' n='20'/> +Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse <hi rend="g">Steinfig</hi>. der Katharina +v. Henneberg E. 15. Jh. und <hi rend="g">Grabstein</hi> des Wilh. v. H. +† 1534. <hi rend="g">Kachelöfen</hi> 17. Jh. — Stattlicher <hi rend="g">Pflegamtshof</hi> +um 1700 in der Art <hi rend="italic">Greisings</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAINBERNHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — +Gutes <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> 1498. +</p> + +<p> +Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> +(Herrenstr. no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und +vollständig erhaltene <hi rend="bold">Befestigung</hi> (21 Türme, teils halb-, teils <milestone unit='line' n='30'/> +vollrund). Am Obertor die Barockkrönung um ihres trefflich +geführten Umrisses willen zu beachten. Vor der Stadt Friedhof +mit Renss. Portal von 1546 und steinerner Freikanzel +von 1816. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAINROT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der +gleichzeitigen Bamberger Architektur. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1733. Mehrere <hi rend="bold">Häuser</hi> in gut erhaltener Holzarchit. +17. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAINSONDHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> nachgot. 1583. — <hi rend="g">Altäre</hi> um 1700, gute Kanzel +mit Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der <hi rend="g">Taufstein</hi>. — +4 Bechtolsheimsche <hi rend="g">Grabmäler</hi> 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi> (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, +vorher Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um + + +<pb n='251' id='i260.png'/> + +<!-- [P: 251] --> + +3eck. Innenhof, ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit +schwerer Stuckdekoration bez. <hi rend="italic">H</hi> 1628. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAINSTOCKHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1717 mit got. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ebracher Klosterhof</hi>. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit <milestone unit='line' n='5'/> +Ecktürmen, reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, +vierarmig um 4 freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, +zu oberst Rundbgg. Halle mit jon. Sll. — +In mehreren architektonisch reich durchgeführten Terrassen +geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MALITZSCHKENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got. um 1300, Granitquaderbau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MALSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher <milestone unit='line' n='15'/> +Menge. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MANGERSREUTH.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MANNSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in <milestone unit='line' n='20'/> +3 Rängen. Kanzelaltar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MANSFELD.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. +(Stadt), 3. Kloster-M. (Dorf). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Georg</hi>. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten <milestone unit='line' n='25'/> +Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor +spgot. — 2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>; eherne <hi rend="g">Grabplatte</hi> des +Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; <hi rend="g">Wandgrab</hi> 1572; ein +<hi rend="g">zweites</hi>, prunkvolleres 1712; <hi rend="g">Tafel</hi> mit dem Bildnis M. +Luthers 1540. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian +zeigt einen großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und +Bastionen; jetzt Gemisch von Ruinen und modernen Wohngeb. +— Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine stattliche Anlage, etwa um +1400, die Schloßkap. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> mit umfänglicher, <milestone unit='line' n='35'/> +einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei +der Renss. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1522. Schönes +<hi rend="g">Epitaph</hi> 1525, dem <hi rend="italic">Backofenschüler</hi> des Hallenser Doms +nahestehend. — Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb +launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus und <milestone unit='line' n='40'/> +eine Zechgesellschaft; um 1530. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige +Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint, +Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles +ähnlich den Kirchen des Nordharzes. +</p> + + +<pb n='252' id='i261.png'/> + +<!-- [P: 252] --> + +<p> +<hi rend='ort'>MARBACH.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose +Mauermasse, oben frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. +[<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> im Altert.-Ver. Dresden.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARBURG.</hi> RB Cassel Kreisstadt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung +und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren +der h. Elisabeth † 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher +deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen; sie lag im +Bereich des jetzigen nördl. Querarms. — Neben der Liebfrauen-K. <milestone unit='line' n='10'/> +in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau +Deutschlands in einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung. +Die in jüngster Zeit für Wetzlar und +Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen genügend +festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen <milestone unit='line' n='15'/> +nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, +(in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe +Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer Liebfrauen-K. +tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr selbständig. +Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung <milestone unit='line' n='20'/> +eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit +einem streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses +dieser beiden Bestandteile ist jedoch nicht +vollkommen harmonisch gelöst. Von der Vierung ausgehend, +entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau symmetrisch; <milestone unit='line' n='25'/> +jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein Halbjoch, +an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein +halbes 10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die +Ostpartie vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch +entstehen, abweichend von den westfälischen Hallenanlagen, <milestone unit='line' n='30'/> +für die Sschiffe sehr schmale Joche und enger Querschnitt. +Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie +auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt +werden mußten, um die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu +erreichen (formal eine empfindliche Härte, die von nun ab <milestone unit='line' n='35'/> +auf längere Zeit in der hessischen Schule die Regel blieb). +Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2 Fenstergeschosse geteilt +(nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und St. Yved +in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs. +übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. <milestone unit='line' n='40'/> +Die Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Größe und +Form und dank der Abwesenheit von Sschiffsdächern von geringem +Abstand, so daß die Auflösung der Wand schon weit +gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg. +getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung. + + +<pb n='253' id='i262.png'/> + +<!-- [P: 253] --> + +Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut +zur Höhe gestimmt, weniger gut zu den sehr eng genommenen +Arkadenöffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im Verhältnis +zu der hohen Raumschönheit der Zentralpartie einen +unfreien Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in seiner <milestone unit='line' n='5'/> +Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier +nichts mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade +klar, die Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt +sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist, streng +auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich <milestone unit='line' n='10'/> +Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll. +steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen Fensterbögen +einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge, +entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern +sie; ihr oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse <milestone unit='line' n='15'/> +verkröpft, so daß sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln +ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders +wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims, +sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen +dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen <milestone unit='line' n='20'/> +und es haben demgemäß die Strebepfll. Durchlässe erhalten. — +Trotz der nur mittelgroßen Abmessungen (innere L. ohne +Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39, +H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl. +Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) <milestone unit='line' n='25'/> +beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum +ersten Gesims beendigt 1270, Wölbung der OTeile und feierliche +Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der +Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig +Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des <milestone unit='line' n='30'/> +Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres spräche +dafür, daß ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft +der älteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der +Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten +im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders <milestone unit='line' n='35'/> +zwischen dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau +dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so dürfte doch die Idee +der Hallen-K. von dort entlehnt sein. — Die Fassade ist sehr +einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische +Führung der großen Linien vertrauend. Wenig <milestone unit='line' n='40'/> +stimmt nur das von der Cölner Schule beeinflußte große +mittlere Prachtfenster, noch weniger der überreich geschmückte +westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört wohl der Bauzeit +kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von +französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in + + +<pb n='254' id='i263.png'/> + +<!-- [P: 254] --> + +got. Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten +(um 1255) noch rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne +feineres Stilgefühl durchgeführt und hat manche baugeschichtlich +wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört u. a. der Dachreiter +aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines einfachen <milestone unit='line' n='5'/> +älteren, und die Umgestaltung der Dächer. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Ausstattung</hi>. Sie ist von seltener Vollständigkeit und +Stileinheit. — <hi rend="g">Mausoleum der h. Elisabeth</hi> im +nördl. Kreuzflügel. Der das Grab übersteigende steinerne +Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt und stand <milestone unit='line' n='10'/> +vermutlich früher über dem Hochaltar. Das <hi rend="g">Gemälde</hi> der +Rückwand (Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. +entwertet. Der <hi rend="g">Sarkophag</hi> jetzt in der Sakristei, an der +Vorderseite des Untersatzes <hi rend="g">Relief</hi>. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> +um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars ein <milestone unit='line' n='15'/> +wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten +Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält +3 gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen, +letztere schon übereck gestellt; das Ornament von +vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; <milestone unit='line' n='20'/> +es scheint, daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare +Holztafeln, welche bemalt zu denken sind, +verschlossen werden konnten; an der Rückwand Ansätze zu +einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den +metallenen Reliquienschrein tragen sollte. — 4 <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +an den östl. Querschiffswänden; Katharinen- und +Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im +SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck +nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie +mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln <milestone unit='line' n='30'/> +bez. 1511, 1512, 1514. — <hi rend="g">Lettner</hi> unter dem westl. Vierungsbg. +um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und verändert, +namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar, +welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt +Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. <milestone unit='line' n='35'/> +13. Jh. gehörte zum alten <hi rend="g">Kreuzaltar</hi>; neben ihm ursp. +die jetzt in die Sschiffe verwiesenen <hi rend="g">Kredenztische</hi>. +Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite (welche +1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff +zu eine Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="g">Celebrantenstuhl</hi> 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen +des Steinstils nachgehend. Die reizende <hi rend="g">Statue der h. +Elisabeth</hi> aus sp. 15. Jh., die Nebenfigg. neu. — Hinter +dem Hochaltar <hi rend="g">Piscina</hi>. — An der NSeite <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> +aus 15. Jh. — Unter der Vierung die <hi rend="g">Chorstühle + + +<pb n='255' id='i264.png'/> + +<!-- [P: 255] --> +der Ritter</hi>, einfach, E. 13. Jh. — <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. +Die Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, +Aufstellung nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend +neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen, +Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis <milestone unit='line' n='5'/> +† nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher +irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach +1297; 4. Johannes † 1311; 5. Ludwig I. † 1458, ausgeführt +1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471, ausgeführt 1478, +und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm II. <milestone unit='line' n='10'/> +† 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von +Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, +Kinder Hermanns des Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe +von Nürnberg. Die künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3 +und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben ausgezeichneten, <milestone unit='line' n='15'/> +in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal +in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in +Bielefeld gehört. Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen +Zeit die Ausführung fällt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten +Grafen von Ravensberg zur Gemahlin hatte. — Die <milestone unit='line' n='20'/> +an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. — +Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden, +Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. +die <hi rend="g">Schilde</hi> Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. — Im +nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte <hi rend="g">Platten</hi> des <milestone unit='line' n='25'/> +Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. — +Ornamentale <hi rend="g">Gewölbemalerei</hi> im Chor spgot. — <hi rend="g">Glasmalerei</hi>. +Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt +aus den Teilen einer ursprünglich größeren Folge. Das nordöstl. +und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles <milestone unit='line' n='30'/> +übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht. +Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil +würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr +fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet +war. Sicher ist aber der Stilcharakter unfranzösisch, <milestone unit='line' n='35'/> +aus der byzantinisierenden Epoche der deutschen Monumentalmalerei +zu erklären. Kunstwert vom Besten. Ikonographisch +besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. Elisabeth. +— <hi rend="g">Schrein der h. Elisabeth</hi> in der Sakristei, rck. +Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, <milestone unit='line' n='40'/> +Statuetten Christi, Maria, der hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, +am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck +der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 gestohlen; +zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend. +<hi rend="g">Kruzifix</hi> auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. <corr sic='Jh..'>Jh.</corr> +</p> + + +<pb n='256' id='i265.png'/> + +<!-- [P: 256] --> + +<p> +<hi rend="bold">Dominikaner-K</hi>. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische +Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. +Die Strebepfll. an der SSeite wegen des anstoßenden Kreuzgangs +nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 Eck geschlossene +Chor höher als das Sch. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Barfüßer-Klst</hi>. zur Bibliothek umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Karner</hi> bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. +Kreuzgwbb. Das höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte +Kap., 1684 als Pfarrwohnung umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Kilians-Kap</hi>. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, <milestone unit='line' n='10'/> +<sic>jezt</sic> Schule. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kugel-K.</hi> Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, +gew. 1482. 1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches +Netzgwb. mit ursp. Bemalung. Großes Sakramentstabernakel +um 1482 (von gleicher Hand wie das Fritzlarer). — Das Fraterhaus <milestone unit='line' n='15'/> +rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-Kap. S. Michael</hi>. Einfach frgot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Luth. Marien-Pfarr-K</hi>. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm +1447-1473. Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem +Chor. Letzterer hat nach innen gezogene, keilförmige, <milestone unit='line' n='20'/> +an der Stirn mit starken Diensten besetzte Strebepfll. +Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere des +Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit +dem darüber befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. +Die Streben mit Blenden und Kragsteinen für (jetzt fehlende) <milestone unit='line' n='25'/> +Statuen. Das Dachsims reich gegliedert. Der Turm hat mächtige +ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß mit Gruppen größerer +und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4 Holzgiebeln +umgebenem Holzhelm. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> 1625 mit +vielen Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="g">Messingtaufkessel</hi> um 1590. <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> +um 1350 mit Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren, +Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das +schmiedeeiserne Gitter 1503. <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Landgrafen +Ludwig III. † 1604 und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg <milestone unit='line' n='35'/> +† 1590, lebensgroße Bildnisfigg. in Alabaster, reiche +architektonische Umrahmung. — <hi rend="g">Desgleichen</hi> für Ludwig +<hi rend='ort'>IV.</hi> † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, errichtet +</p><p> +1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter +1592 und 1831. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Siechenhaus-Kap</hi>. Einfach got. E. <corr sic='13'>13.</corr> bis A. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus.</hi> 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher +3stöckiger Aufbau mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält +einen kräftigen Akzent durch den Treppenturm mit +originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die Nebenakzente + + +<pb n='257' id='i266.png'/> + +<!-- [P: 257] --> + +der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die +spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von <hi rend="italic">Ludwig Jupe</hi> 1524. +Getäfelter Saal. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstl. Kanzlei</hi> (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau +von 1575. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Deutsches Haus</hi>. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden +Zwecken adaptierte Gebäudekomplex <corr sic=''>(</corr>jetzt zum Teil für Universitätsinstitute) +bildet die Umgebung der Elisabeth-K., +früher mit einer hohen Mauer klösterlich abgeschlossen. Seit +der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen. Erhalten ist, <milestone unit='line' n='10'/> +jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus mit dem +vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. +Als Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und +Erker. Ausgedehnt waren die landwirtschaftlichen Gebäude, +davon erhalten der Fruchtspeicher von 1515 und die Mühle <milestone unit='line' n='15'/> +von 1513. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. +Nikolaistr. 133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne +Türmchen mit Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse +296 stattliches Haus des Vizekanzlers Vultejus um 1600, <milestone unit='line' n='20'/> +Erdgeschoß spgot. Mehrere gute Fachwerkhäuser und Portale +der Sp.Gotik und Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, +daß sie einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. +Der Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß <milestone unit='line' n='25'/> +einem großartigen Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen +Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese beiden +Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schloßarchitektur +der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet +hat. Der <hi rend="g">Saalbau</hi> hat über dem hohen Keller <milestone unit='line' n='30'/> +zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang liegenden +W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die +sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem Dachgesims +in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen +auslaufen. (Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) <milestone unit='line' n='35'/> +In der Mitte der NSeite ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch +der wichtigste Bestandteil ist der das ganze Obergeschoß +einnehmende sogenannte Rittersaal <corr sic=''>(</corr>33,5 l., 14 br., 7,8 h.). +Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien. +Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die <milestone unit='line' n='40'/> +von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, +unter sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab, +begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg) +wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch ganz +kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der +<pb n='258' id='i267.png'/> +<!-- [P: 258] --> +8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind. +An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten +Schlußsteine sind das einzige Ornament. Der räumliche +Rhythmus erhält seinen Charakter durch die tiefe Lage der +Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 Scheitelhöhe). <milestone unit='line' n='5'/> +An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige +Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe +bildend, alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen +mit der Elisabeth-K. eine Rückbildung des Maßwerks). — Die +3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 mit üppigem <milestone unit='line' n='10'/> +Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer +willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin +durch einen neugot. ersetzte). — <hi rend="g">Kapelle</hi>. Zweistöckig, +mit größter Raumausnutzung den engen Ortsverhältnissen +angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr. <milestone unit='line' n='15'/> +verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale +Anlage. An ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen +sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, +im N und S flache, trapezförmig sich verengende Nischen, für +die der Raum durch erkerartigen Ausbau über der stärkeren <milestone unit='line' n='20'/> +Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl. +Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende +Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen +Moment des Überganges von der Frügotik zur Hochgotik +in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der <milestone unit='line' n='25'/> +Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren Beziehung. Von +Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen +Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige +Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit +mehrfach gebrochenem Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik <milestone unit='line' n='30'/> +aus farbig glasierten Tonplättchen. Die Polychromie +des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer entfernt +und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler +S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck. +Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere <milestone unit='line' n='35'/> +hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck +des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt +eine Renss.Laube, die zur malerischen Belebung des Schloßbildes +günstig beiträgt. — Der südl. und westl. Flügel wurde +in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. — <milestone unit='line' n='40'/> +Abgesondert steht der <hi rend="g">neue Bau</hi>, 1489 ff. — Von der +<hi rend="g">Schloßbefestigung</hi>, die noch im 18. Jh. das ganze +Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten; dazu die bis +zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung. +</p> + + +<pb n='259' id='i268.png'/> + +<!-- [P: 259] --> + +<p> +<hi rend='ort'>MARGETSHÖCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung +nach W 1614, Juliuswappen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARGRETENHAUN.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIABUCHEN.</hi> UFranken BA Lohr. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte +Architektur unter Einfluß Petrinis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIABURGHAUSEN.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.-K</hi>. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal <milestone unit='line' n='10'/> +hierher verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. +Typische, schmale langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., +50 m l., turmlos. Die WHälfte flachgedeckt, mit Nonnenempore +auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 Joche), die +OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die <milestone unit='line' n='15'/> +beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. +bis zu den Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf +eine flache Empore. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> streng bar. A. 18. Jh. +Auf einem Seitenaltar (um 1750) reizende <hi rend="g">Madonna</hi>, +Holz, E. 15. Jh. Von den <hi rend="g">Grabsteinen</hi> interessant der <milestone unit='line' n='20'/> +des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des +15. Jh. in der Universitätssammlung Würzburg.] — <hi rend="g">Klostergebäude</hi>. +Erhalten zwei Flügel aus 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIA-EHRENBERG.</hi> UFranken BA Brückenau.</p> +<p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1666, erweitert 1732. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIASONDHEIM</hi> s. Arnstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIENBERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. +Hallenkirche 25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig +5seitig; an den Gwbb. spgot. Rippendurchsteckungen. — Am <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="g">Altaraufbau</hi> von 1617 großes Gemälde des Hofmalers +<hi rend="italic">Kilian Fabritius</hi>, manieristisch gewandt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospital-K</hi>. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> aus der Schule <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>.</p> +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1533-39; der Plan aus Halle, von <hi rend="italic">Joh. Hofmann</hi>, +wohl einem Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in <milestone unit='line' n='35'/> +tüchtiger, etwas derber Renss. ohne got. Reminiszenzen; +sonst hat das Gebäude durch Brände gelitten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Haus</hi> Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer +Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIENSTERN.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, +die über E. 13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, +das südl. Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, +welche das Klst. mit dem 2 WJoche einnehmenden +Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., + + +<pb n='260' id='i269.png'/> + +<!-- [P: 260] --> + +ohne Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden. +Ähnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch +vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkränze an den +Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem, +dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="g">Hochaltar</hi> 1751 von <hi rend="italic">Franz Lauermann</hi> aus Prag; seine +4 Kolossalstatuen 1889 in den Kreuzgang verbannt und +durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit der Kanzel und den +Nebenaltären verfahren. 2 spgot. <hi rend="g">Nebenaltäre</hi>, nicht +übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand <hi rend="g">Glasgemälde</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +ca. 1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung +der K. vorausgegangen, bald nach 1250. Sehr einfach. +Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. — +Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent; +geräumig, in der Behandlung anspruchslos. — <hi rend="g">Bar.Plastik</hi>: <milestone unit='line' n='15'/> +12 Statuen auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule +1720, Dreifaltigkeitssäule 1723, Kruzifix und schmerzhafte +Mutter 1725; vermutlich von <hi rend="italic">Jäkel</hi> aus Prag. — Im Schatz +ein interessanter überaus reicher rom. <hi rend="g">Speisekelch</hi> nach +1250 und 2 gotische. <hi rend="g">Kaselkreuz</hi> in Reliefstickerei um <milestone unit='line' n='20'/> +1530. — <hi rend="g">Denkmäler</hi>: Bronzene Grabplatten für Bernhard +v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, Bischof von Meißen +† 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für Äbtissinnen +1664, 1697, 1710. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIENTAL.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung +wesentlicher alter Teile. — In der K. großer <hi rend="g">Crucifixus</hi> +und anmutiges <hi rend="g">Selbdritt</hi>, um 1515. — <hi rend="g">Brunnen</hi> +um 1700. — <hi rend="g">Stationsberg</hi> mit kolossaler Kreuzigungsgruppe +1728. — Auf dem Kirchhof bmkw. <hi rend="g">Bildnissteine</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +der Äbtissinnen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARIENWEIHER.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der +Turm 1742 (<hi rend="g">Balth. Neumann zu Rate gezogen</hi>). +Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Schluß. Decke und <milestone unit='line' n='35'/> +Wand <hi rend="g">reich stuckiert</hi>, im Scheitel 6 größere Gemälde. +Klassizist. Hochaltar mit <hi rend="g">Gnadenbild</hi> von ca. 1480. +<hi rend="g">Nebenaltäre</hi> 1770. <hi rend="g">Regina coeli</hi> 1695. <hi rend="g">Grabstein</hi> +einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> +um 1520-30 — Auf einer Anhöhe gelegen, <milestone unit='line' n='40'/> +bietet die K. nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die +Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um 1745. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARISFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem + + +<pb n='261' id='i270.png'/> + +<!-- [P: 261] --> + +Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi>. +Fachwerkbau M. 17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, +Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte Kuppeldächer. <hi rend="g">Hofportal</hi> +reich geschmückt, doch von roher Arbeit. <hi rend="g">Stuckdecke</hi> +1670. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk +von <hi rend="italic">Jak. Müller</hi> im Museum des Sächsischen Altert. +Ver. in Dresden.] +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKRÖLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. <corr sic="Qerfurt">Querfurt</corr>. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Großenteils Neubau 1694. Bmkw. <hi rend="g">Epitaph</hi> für +Friedrich und Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) +bez. <hi rend="italic">HK</hi>; von derselben Hand (der man auch in Freyburg +und Zorbau begegnet) der reiche und geschmackvolle <hi rend="g">Taufstein</hi> +von 1599. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKSUHL.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche</hi> 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse +Emporen auf geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit +Kreuzgwb. Geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi>, ehemals auf einer Figur +des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum zu <milestone unit='line' n='20'/> +Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit +guten Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, +2. Unter den beiden Eckerkern je eine männliche Halbfigur +als Konsol. 3. Reiches Portal des Treppenturms. 4. Portal <milestone unit='line' n='25'/> +des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm hat oben +3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T. +ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen +Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKTBREIT.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K</hi>. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten +spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt +erweitert. Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, +behaglich malerisch. A. 18. Jh. — Eine Reihe tüchtiger <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>. Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim +† 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch +aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. +Außen Wolf Eckhardt 1555 bez. <hi rend="italic">W.E.</hi> — Unter den <hi rend="g">Glocken</hi> +die älteste mit Alphabet in got. Minuskeln 13. bis 14. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhof</hi> vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen +in Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe +von Bildnisepitaphen der Renss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. +Die kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem + + +<pb n='262' id='i271.png'/> + +<!-- [P: 262] --> + +Maintor (ao. 1600), die Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« +zu prächtigen Architekturbildern. Im 2. Geschoß große Diele +mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte Ratsstube; +desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses. +</p> + +<p> +Seinsheimsches <hi rend="bold">Schloß</hi> (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern <milestone unit='line' n='5'/> +einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch +zueinander angelegten Erkerfassaden am Eingang +der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung. +Gegenüber dem Amtsgericht schöner <hi rend="bold">Fachwerkbau</hi> +1607 und <hi rend="bold">Mainkran</hi> 1773. Auch von außen gesehen ist das <milestone unit='line' n='10'/> +Stadtbild von großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils +erhalten. Die hohen schlanken Rundtürme teils mit +spgot., teils mit bar. Dächern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKTHEIDENFELD.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1613. — Hübsches <hi rend="bold">Bürgerhaus</hi> (Kaufhaus Flasch) <milestone unit='line' n='15'/> +1745, die Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, +die innere Dekoration im Stiegenhaus und Saal gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKTLEUGAST.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke +mit eleganter aber sparsamer Stuckierung. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKTSCHORGAST.</hi> OFranken BA Berneck. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?)<corr sic=''>.</corr> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKTSTETT.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; +— Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — <hi rend="g">Wohnhaus</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +Herrenstr. Nr. 144, sehr hübsche Anlage 1750. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKTZEULN.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit Stiegenturm 1588. <hi rend="g">Holzhäuser</hi>, 16. und 17. Jh. +in guter Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim] <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARKWERBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. rom. mit Chorturm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARTINFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. <milestone unit='line' n='35'/> +Der schöne <hi rend="g">Stuckmarmoraltar</hi> aus dem ehemaligen +Klst. Beuren. <hi rend="g">Schnitzrelief</hi> von einem älteren Altar +A. 16. Jh. — Stattliche <hi rend="bold">Edelsitze</hi> (v. Bodungen) 1580 und 1611. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MARTINSKIRCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. <milestone unit='line' n='40'/> +Querturm und eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren +1699 durchbrochen und Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. +1904. — Mehrere bar. <hi rend="g">Grabsteine</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten +Ministers). Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem + + +<pb n='263' id='i272.png'/> + +<!-- [P: 263] --> + +Rok. Die innere Einteilung ist ungestört geblieben, auch die +Ausstattung gut erhalten und anziehend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MASSENBUCH.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1702. Gutes <hi rend="g">Hochaltarblatt</hi> von <hi rend="italic">Nikolaus +Treu</hi> 1776. Über dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) <milestone unit='line' n='5'/> +eingemauert; angeblich aus Schönrain. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAUA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit got. Chor. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus derselben +ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar +von 1498 in Arnstadt und der in Großlöbichau. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAUERSCHEDL</hi> bei Mellrichstadt UFranken.</p> +<p> +Kleine 1sch. <hi rend="bold">Kirche</hi> mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die +etwa gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 +<hi rend="bold">Zellen</hi> aus etwa 14. Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage +für das schon 1424 nicht mehr bestehende Dorf Bischofs. <milestone unit='line' n='15'/> +Die Grundmauern 1903 ausgegraben. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MAXEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles <hi rend="g">Altarwerk</hi> +aus Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem +Kirchboden gute <hi rend="g">Holzplastik</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. +Anbau 1727. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MECKENRIED.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — +<hi rend="g">Mobilien</hi> E. 17. und A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des +ehemals befestigten Friedhofes. — <hi rend="g">Bildstöcke</hi> bar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MECKFELD.</hi> Sachsen-Altenburg Kr. Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1500, vom <hi rend="g">»Meister der +Baldachine«</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEEDER.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, +durch eine geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt +(vgl. aus der Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die +reiche und gut erhaltene Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen <milestone unit='line' n='35'/> +und Bogenfriesen; die große Stärke der nördl. und südl. Mauer +läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das dritte rom. +Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen +von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches +<hi rend="g">Wandgrab</hi> 1576. — <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (jetzt <milestone unit='line' n='40'/> +Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, reichen Stuckdekoration. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEERANE.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der +zwischen Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines großen +Altarwerks von <hi rend="italic">Jak. Müller</hi> in Altenburg 1506. +</p> + + +<pb n='264' id='i273.png'/> + +<!-- [P: 264] --> + +<p> +<hi rend='ort'>MEERHOLZ.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +Isenburgisches <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. +umgebaut; hat großenteils seinen alten Charakter verloren. +Der SFlügel enthält die <hi rend="bold">Pfarr-K.,</hi> an den Fenstern entartetes +Fischblasenmaßwerk. — Neben dem Gemeindehaus <milestone unit='line' n='5'/> +ein alter <hi rend="bold">Wartturm.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEINEWEH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes +<hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> des Günther v. Bünau † 1706. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEININGEN.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen +Rest. 1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. +die Fundamente einer rom. Basilika. Von ihr ist über der +Erde erhalten der nördl. Fassadenturm bis zur Firsthöhe des +Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884 <milestone unit='line' n='15'/> +(vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der +runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, +das got. WPortal durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke +in der Bibliothek der K. Rom. Fußbodenfliesen im +Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. Aus <milestone unit='line' n='20'/> +got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher +got.) ganz neu. — Von den <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> nur ein +kleiner Teil wieder aufgestellt. Interessanter Wappenstein +des Hans Volker 1425. Bildnissteine des Stadtschultheißen +Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu Schweinsberg <milestone unit='line' n='25'/> +1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen +1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste <hi rend="g">Glocke</hi> +M. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Residenzschloß</hi> (der Name Elisabethenburg neu). Ältester +Teil der 1511 durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, <milestone unit='line' n='30'/> +erbaute NFlügel; stark neugot. verändert. Das neue Schloß +1682. Auch dieses modern umgebaut, mit Erhaltung einiger +Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die +bar. Stuckdecke des Riesensaals von <hi rend="italic">J. N. Bestheimer</hi> unter +Leitung des Römers <hi rend="italic">Alessandro Rossini</hi>. — Im SFlügel die <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Schloß-K</hi>. 1682-92, mit Stuckdecke, schöner Kanzel +und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. Flügelgemälde +eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. — Reiche <hi rend="g">Kunstsammlung</hi>. +Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen. +Porzellan aus Klst. Veilsdorf. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +Im <hi rend="g">Hennebergischen Haus</hi> die Kunst- und Altertumssammlungen +des Hennebergischen Geschichtsvereins. An +der Fassade Relieftafel von 1603 aus der Schloßkapelle zu +Ellingshausen. Auf dem <hi rend="g">Friedhof</hi> treffliches Grabrelief + + +<pb n='265' id='i274.png'/> + +<!-- [P: 265] --> +des Reinhard von Wechmar 1488. Im <hi rend="g">Englischen Garten</hi> +künstliche Ruinen 1793.</p> +<p> +Teil der ma. <hi rend="bold">Ringmauer</hi> hinter der Burggasse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEISSEN.</hi> K. Sachsen. Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dom und Schloß</hi>. Beide bilden zusammen einen geschlossenen <milestone unit='line' n='5'/> +3eck. Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum +freien Felsen über der Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen +mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. springt frei in den +Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster Haupteindruck +entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten <milestone unit='line' n='10'/> +Zubau zweier Türme (von <hi rend="italic">Carl Schäfer</hi>) das historische Bild +wesentlich verändert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dom</hi>. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter +mehrfachem Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. +1. Dem ersten Plan gehört der Gr. mit Ausnahme der beiden <milestone unit='line' n='15'/> +Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; das Qsch. +aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch. +vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des +13. Jh. waren fertig: das <hi rend="g">Qsch</hi>. das erste Joch des Chors +mit Sechskappengwb., das erste (östl.) Joch des Lhs., die <milestone unit='line' n='20'/> +Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch weitere Teile des Lhs., +deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau des 14. Jh. +Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer +der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie +an der anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. <milestone unit='line' n='25'/> +Kreuzflügel schöne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige +Johanneskap, (urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen +im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das Obergeschoß ursp. +freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am ganzen +Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. — <milestone unit='line' n='30'/> +3. Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau +des 1. Jochs geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung +des Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde; +Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm, sein durchbrochener +Helm wohl noch jünger. — 4. Von den um 1400 <milestone unit='line' n='35'/> +weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk +unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das +große (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk. +— 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle +gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schluß; <milestone unit='line' n='40'/> +letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung +ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6. Seit 1479 das hohe +Fenstergeschoß des WBaus, wohl von <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi>, +dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang +zum Hallensystem massig vergrößerten) Giebel des Lhs. + + +<pb n='266' id='i275.png'/> + +<!-- [P: 266] --> + +maskieren; wie der obere Abschluß beabsichtigt war, ist nicht +mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl hölzerne) +Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau +steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter +der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. <milestone unit='line' n='5'/> +— 7. Sakristei ca. 1500-1506. — 8. Begräbniskap. +Georg des Bärtigen 1534. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Inneres</hi>. — <hi rend="italic">Lettner</hi> frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, +an die Naumburger Schule anschließend, ersten +Ranges; aus derselben Zeit die steinerne Rückwand der Chorherrensitze; <milestone unit='line' n='10'/> +die Balustrade und die seitliche Erweiterung des +Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms großenteils +verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — <hi rend="g">Hochaltar</hi>. +Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, +ca. 1520. Der Meister des singulären, sehr hervorragenden <milestone unit='line' n='15'/> +Werkes steht der niederländischen Kunst nahe (jedenfalls +nicht <hi rend="italic">A. Dürer</hi>!). — <hi rend="g">Lettneraltar</hi>, unter Einfluß +<hi rend="italic">Cranachs</hi>; eher von diesem selbst das <hi rend="g">Triptychon mit +dem Schmerzensmann</hi> in der S. Georgskap, bez. 1534. — +Im Stirnfenster des Chorhaupts <hi rend="g">Glasgemälde</hi> aus 13. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +— <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> mit Tabernakel ca. 1506. — +<hi rend="g">Chorstühle</hi> unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. — +An der OWand des Qsch. Spuren von <hi rend="g">Wandgemälden</hi> +des 14. Jh., Jüngstes Gericht. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 2. H. 16. Jh. — +<hi rend="g">Statuen</hi> aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein <milestone unit='line' n='25'/> +Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, +wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster +Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes +und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der +Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus <milestone unit='line' n='30'/> +A. 15. Jh. der massenhafte <hi rend="g">Schmuck des WPortals</hi> +in einer fleißigen kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. +— <hi rend="g">Die Gräber der Fürstenkap</hi>. In der +Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren † 1428, +ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem <milestone unit='line' n='35'/> +Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten +24 kleine gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter; +Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen +Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des sächsischen Hauses. +Diese sämtlich aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt in Nürnberg. <milestone unit='line' n='40'/> +Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief; +1472 lebte noch <hi rend="italic">Hermann V.</hi> und war <hi rend="italic">Peter V.</hi> noch +nicht zwanzig Jahre alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der +1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird die +Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen könnte das <reg orig='Denk-|mal'>Denkmal</reg> +<pb n='267' id='i276.png'/> +<!-- [P: 267] --> +Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte +(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche +Platte des B. Kaspar v. Schönberg † 1463 von <hi rend="italic">Hermann V.</hi> +herrühren. Von <hi rend="italic">Peter</hi> Kurfürst Ernst † 1486 und die in der +Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn Heinrich <milestone unit='line' n='5'/> +Strecker † 1486. Seinem Sohne <hi rend="italic">Hermann d. J.</hi> werden von +Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie +von Bayern † 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören +zum Besten, was auf diesem Gebiete in Deutschland +je geleistet worden. Erheblich geringer Friedrich II. und Johann, <milestone unit='line' n='10'/> +ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara in +in der Georgenkap.). — <hi rend="g">Grabplatten im Langhause</hi>: +Bischof Dietrich III. von Schönberg † 1472, im Charakter der +<hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. +von Weißenbach † 1487; Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, <milestone unit='line' n='15'/> +Bronzeguß aus einer sächsisch-thüringischen Werkstatt, +aus der im Naumburger Dom die Platten für Dietrich +von Schönberg und Andreas von Könritz. — <hi rend="g">Georgenkapelle</hi>: +Triptychon von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>. Marmorrelief der +Grablegung, ausgezeichnete Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte <milestone unit='line' n='20'/> +Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte der Herzogin +Barbara † 1534. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Kreuzgang</hi>. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor +und südl. Quersch. Der älteste Teil der nördl. Flügel und +<hi rend="g">Maria-Magdalena-Kap</hi>. vor 1274; die übrigen <milestone unit='line' n='25'/> +Flügel 1491. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) +erbaut 1471 bis ca. 1485 von <hi rend="italic">Arnold von Westfalen</hi> (<hi rend="italic">Westveling</hi>). +Epochemachend in der Geschichte der deutschen Burgarchitektur, +die hier im Begriff ist, in den Palast überzugehen. <milestone unit='line' n='30'/> +Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in jedem +Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher +Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit +im Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur +im 1. Geschoß Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige <milestone unit='line' n='35'/> +Zellen. Die sehr großen Fenster verzichten auf Maßwerk, +als oberer Abschluß ist der seither in der sächsischen +Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere +für die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten +Geschosses und die große in einem Turmgehäuse aus der <milestone unit='line' n='40'/> +Fassade vorspringende Wendeltreppe. Höchst originell die +Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so daß sich +tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken +von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub +der Gewölbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein + + +<pb n='268' id='i277.png'/> + +<!-- [P: 268] --> + +Gedanke, der im Obergeschoß der Domfassade wiederkehrt). +Die Fassade entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür +betonen Gurtgesimse die Bedeutung der Stockwerkgliederung. +Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der eigentlich +got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit <milestone unit='line' n='5'/> +Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande +kommende) malerische Kontrastierung der Massen. — +Die an einigen Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und +Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich zeigende Einmischung +von Renaissanceformen geht auf <hi rend="italic">Jakob von Schweinfurt</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +ca. 1525-30. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Afra,</hi> gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift, +durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika +in schlichtesten got. Formen, der 1sch. gerade schließende +Chor in gleicher L. mit dem Msch. des Lhs. Die Sakristei <milestone unit='line' n='15'/> +Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). Um 1390-1400 +das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude +nach 1600. — Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1657. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +des 16. und 17. Jh. in der v. Schleinitzschen Grabkapelle. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, <milestone unit='line' n='20'/> +zweiter (jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe +kreuzgewölbte 3sch. Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie +die Ssch., abgekantet quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift +in das südl. Ssch. ein. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. <milestone unit='line' n='25'/> +Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und +5/8 Schluß; Netzgwb.; in die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. +eingebaut, deren Obergeschoß eine Sängertribüne trägt. Das +Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. Mächtiger +WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, <milestone unit='line' n='30'/> +ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem +Dach, an den Ssch. quergestellte Dächer über jedem +Joch. — Kirchhofstor gut renss. — In der Sakristei <hi rend="g">Tafelbild</hi> +1496. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johannes-K</hi>. und <hi rend="bold">Jakobs-Kap</hi>. unbedeutend und jetzt profaniert. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Martins-K.,</hi> kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch. +flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. +Apsis folgen sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür +an der SSeite in Formen aus A. 13. Jh. Aufgedeckte <hi rend="g">Wandgemälde</hi> +aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 wieder überstrichen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in +got. Zeit umgebaut. Sehr beschädigte <hi rend="g">Wandgemälde</hi> +13. Jh. Interessantes gemaltes <hi rend="g">Triptychon</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Wolfgang,</hi> Begräbniskap. im Meisetal, in der Art <hi rend="italic">Arnolds + + +<pb n='269' id='i278.png'/> + +<!-- [P: 269] --> + +von Westfalen</hi>, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten +Apsiden am rck. Schiff. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> stattlich spgot. seit 1479. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kornhaus</hi> 1520-24 von Meister <hi rend="italic">Jakob von Schweinfurt</hi>. — +Haus gegenüber dem SEingang des Doms 1526; wohl von <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="italic">demselben</hi>; letztes Kämpfen der Got. gegen die Renss. — +Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B. das +Hirschhaus mit gutem Renss.Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MELKENDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte <milestone unit='line' n='10'/> +Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei +2 sprom. Säulenkaptt. eingemauert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MELKERS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front +niedriger Aufbau als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der <milestone unit='line' n='15'/> +Erbauungszeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MELLINGEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +Große <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — +Hölzernes <hi rend="g">Brunnenhaus</hi> 1667. — <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit +Steintisch. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MELLNAU.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine,</hi> erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MELLRICHSTADT.</hi> UFranken BAmtsstadt +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit +rom. Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor <milestone unit='line' n='25'/> +wird flankiert von 2 mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). +Ihr Erdgeschoß bildet Nebenchöre, die sich sowohl +gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in einer spitzbogigen +Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom. Profil. +Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. <milestone unit='line' n='30'/> +Die zwei Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen +rck., das andere quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., +wofür die in der SWEcke des Chores erhaltene Konsole +spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen ehemaligen +breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger <milestone unit='line' n='35'/> +Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden +Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), +in der Mitte und an den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß +und Rundseiten mit Spitzbogenfries. Turm zu 6 Geschossen +mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. <milestone unit='line' n='40'/> +In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige +Schallöffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. +ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen +Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. verändert. — + + +<pb n='270' id='i279.png'/> + +<!-- [P: 270] --> + +<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> feine, originelle Arbeit aus A. +15. Jh. — <hi rend="g">Grabplatte</hi> eines Herrn von der Ker † 1387. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-Kap.</hi> mit mehreren guten spgot. Holzfiguren. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Grossenberg-Kap.,</hi> kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> +und 3 <hi rend="g">Altäre</hi> aus A. 17. Jh., Sandstein. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MELSUNGEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">S. Nikolaus-K</hi>. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche +mit 1sch. polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über +den Sschiffen Walmdächer. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In +der Nähe ansehnliche Holzhäuser des 17. Jh. — <hi rend="bold">Fuldabrücke</hi> +1569. — <hi rend="bold">Ringmauern</hi> aus Ma. großenteils erhalten; der Eulenturm, +mit hohem Kegeldach. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEMLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.-K</hi>. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, +jetzt dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. +Die Stilformen weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich +mit Beibehaltung des älteren Grundrisses. Chor und Qsch. <milestone unit='line' n='20'/> +genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme +mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. — Wohlerhalten +nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. +Grätige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal. +Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den <milestone unit='line' n='25'/> +ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat +spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit +2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig, +undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten +Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere <milestone unit='line' n='30'/> +Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen +die im Gr. indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon +zerstört, vielleicht auch unausgeführt geblieben. — Die <hi rend="g">Klausur</hi> +lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. — Ältere Besucher +sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche <milestone unit='line' n='35'/> +Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft +sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief +mit Beweinung Christi 1500. +</p> + +<p> +Von der ehemaligen <hi rend="bold">Kaiserpfalz</hi> ein Torweg und Mauerreste <milestone unit='line' n='40'/> +von 5 m Stärke. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MENGERSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1521, Veränderungen 1668, 1736. +</p> + + +<pb n='271' id='i280.png'/> + +<!-- [P: 271] --> + +<p> +<hi rend='ort'>MENGERSREUTH.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne +Tonne mit <hi rend='g'>Gemälde</hi> um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MERGELSHÖCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MERKERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1737. Deckenfresko von <hi rend='italic'>J. P. Herrlein</hi> 1777 (vgl. +Oberaßfeld).</p> +<p> +<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got. +<hi rend='g'>Steinmadonna</hi> von ca. 1350. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MERKWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte +Koncha der alten rom. K. jetzt Sakristei. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MERSEBURG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt</hi>. Die rom. Epoche, <milestone unit='line' n='15'/> +die des Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf +gegeneinander. 1. Der erste Bau, gegr. 1015, gew. schon +1021, war vielleicht nur als Provisorium beabsichtigt. Nach +teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors und +nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines <milestone unit='line' n='20'/> +Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. +als 1. H.) geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen +Kreuzbasilika zurück; dann noch einzelne Mauerteile: +am Chorquadrat, an den dasselbe flankierenden OTürmen +(die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken sind), <milestone unit='line' n='25'/> +am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der +Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen +Gräten ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Flächen +und feinen Säulchen an den Ecken. — 2. Formen der Übergangszeit +(dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die Konstruktionen <milestone unit='line' n='30'/> +des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch entbehrenden, +jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und +Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; +das Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von +schwerer und nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser <milestone unit='line' n='35'/> +Zeit der Priesterchor unter die Vierung vorgerückt und mit +Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den Vierungspfll. +bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle +errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — +3. Die spgot. Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo <milestone unit='line' n='40'/> +v. Trotha das Lhs. zur Hallenkirche um, wobei die Stellung +der Fensterachsen zu der Jocheinteilung unregelmäßig blieb; +Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine Folge von Staffelgiebeln +mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner erhielten das +Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als <reg orig='Spe-|cimina'>Specimina</reg> +<pb n='272' id='i281.png'/> +<!-- [P: 272] --> +der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. — +Rest, von <hi rend='italic'>Fr. Adler</hi> E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche <hi rend='g'>Kreuzgang</hi> +spgot. mit älteren Resten. — <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1514 mit Zusätzen +von 1526, die letzteren schon mit RenssElementen. — +<hi rend='g'>Chorgestühl</hi> von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand <milestone unit='line' n='5'/> +von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, +der sich <hi rend='italic'>Caspar Schockholz</hi> zeichnet. Viel besser der <hi rend='g'>Fünfsitz</hi> +von ca. 1480-90. — Reste von <hi rend='g'>Schnitzaltären</hi> +zerstreut. — In der Vorhalle steinernes <hi rend='g'>Taufbecken</hi> +12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer <milestone unit='line' n='10'/> +dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter +Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren +Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher +versetzt, zum Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und später +das Fürstenportal am Bamberger Dom). — In der Kap. am <milestone unit='line' n='15'/> +WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief +eines <hi rend='g'>h. Georg</hi>, E. 14. Jh. — Zahlreiche <hi rend='g'>Grabdenkmäler,</hi> +unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung +Gegenkönig <hi rend='g'>Rudolf v. Schwaben</hi> † 1080, Bronzeplatte +auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger <milestone unit='line' n='20'/> +Gießhütte; flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend; +etwas unter Lebensgröße; alle Formen, auch die +Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und sorgfältig; +die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, ebenso das +Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen <milestone unit='line' n='25'/> +muß Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. +Also der älteste datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. +Im nördl. Qsch. Bischof <hi rend='g'>Thilo v. Trotha</hi> † 1514, wahrscheinlich +von <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>, eherne Tumba in Kistenform, mit +der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne architektonische <milestone unit='line' n='30'/> +Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige +Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der +Trinität. An der NWand Epitaph des Bischofs <hi rend='g'>Adolf v. +Anhalt</hi>, im südl. Qsch. große hölzerne Barockepitaphe +ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein des Bischofs <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend='g'>Friedrich v. Hoym</hi> † 1382, interessant durch den +erstrebten Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der +Vorhalle Grabstein des Bischofs <hi rend='g'>Sigismund v. Lindenau</hi> +† 1544, an einem Pfl. das zugehörige Epitaph, bezeichneter +Bronzeguß von <hi rend='italic'>Hans Vischer</hi> aus Nürnberg. — Im östl. Kreuzgang <milestone unit='line' n='40'/> +(soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden) <hi rend='g'>Rittergrabstein</hi> +um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte +Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters +(nach H. Giesau von diesem selbst). — <hi rend='g'>Gregoriusaltar</hi> +und <hi rend='g'>Marienaltar</hi> um 1515-20, von einem Leipziger Meister +<pb n='273' id='i282.png'/> +<!-- [P: 273] --> +(vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes allegorisches Gemälde +auf die <hi rend="g">unbefleckte Empfängnis</hi> 1518. Mehrere +ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584, +Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian +v. Zoch 1728. Von den <hi rend="g">Glocken</hi> wird eine (die »Schnurre«) <milestone unit='line' n='5'/> +dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. und Klst. St. Petri,</hi> gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der +rom. Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) +die Apsis des nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen +Bau. — Teile des Klst., darunter das große Herrenrefektorium, <milestone unit='line' n='10'/> +1sch., 3 rippenlose, stark steigende Gewölbe im +Stil der Übergangsteile des Doms. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neumarkts-K. S. Thomas,</hi> ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, +flacher Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor +unverändert; zwei reiche Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, <milestone unit='line' n='15'/> +A. 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K. des Collegiatstiftes St. Sixti,</hi> erster Bau 1045; E. 15. Jh. +als got. Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. St. Maximin,</hi> spgot. und modern; die letzten rom. +Reste im 19. Jh. beseitigt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K.,</hi> 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg. +<hi rend="g">Portaltympanon</hi> mit ausgezeichnet schönem +Rankenornament im Übergangsstil, verwandt den gleichen +Bauteilen des Magdeburger Doms. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut <milestone unit='line' n='25'/> +1605 ff. unter Herzog Georg von Sachsen durch <hi rend="italic">Melchior +Brunner</hi>; die Wirkung ist gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal +der geräumige, annähernd quadratische Hof (die vierte +Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu den eindruckvollsten, +großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, <milestone unit='line' n='30'/> +Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen +Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen +Fronten so verteilt, daß sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, +aber doch nicht ganz aufheben. — Ausgezeichnetes +<hi rend="g">Brunnenhaus</hi>. — An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +erinnern vier Obelisken. — <hi rend="g">Gartensaalbau</hi> 1727. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). +Marktbrunnen A. 17. Jh. +</p> + +<p> +Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente +der <hi rend="bold">Burg</hi> König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter <milestone unit='line' n='40'/> +und daneben eine vorgeschichtliche Anlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MERXHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +Ehemalige <hi rend="bold">Augustiner-Klst.-K.</hi> gestiftet 1213. Flachgedecktes +Schiff mit got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil +zerstört. Schönes rom. Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten + + +<pb n='274' id='i283.png'/> + +<!-- [P: 274] --> + +ausgekehlt. Die Klostergebäude modernisiert, bmkw. nur ein +Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, reichgegliederte Fenster mit +Vorhangbgg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MESCHENBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., dann öfters verändert. — Spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MESPELBRUNN.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. +Restauration und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von +Ingelheim. Wasserburg, berühmt durch die malerisch-poetische +Lage in einem Waldsee des Spessart. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>METZELS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +Geschnitztes <hi rend="bold">Holzfachwerkhaus,</hi> bez. 1511 auf dem got. Türbalken. +Kleines Museum bäuerlicher Altertümer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEUSELBACH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee. +</p><p> +Kirche, 1743. Die <hi rend="g">Kanzel</hi> und das originelle <hi rend="g">Taufbecken</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +aus derselben Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MEUSELWITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1724 für +Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem +Mittelhof; pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch <milestone unit='line' n='20'/> +die geringwertigen Surrogatmaterialien. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MICHAELISBERG</hi> s. Klosterveilsdorf. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MICHELAU.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MICHELBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau +mit schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. +Im Schiff 3 rck. Kreuzgwbb. ohne Rippen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MICHELFELD.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. <milestone unit='line' n='30'/> +— Guter <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> 1626. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MICHELSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem +rck. Chor, kein Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MIEKEL.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer +Kanzelaltar 1686. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der v. Gersdorf, +v. Löben und v. Ponickau. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im +kleinen an Schloß Moritzburg. Kurfürstliche <hi rend="g">Bildnisse</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +des 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MIHLA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes <hi rend="g">Steinrelief</hi> +des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, +gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore +<pb n='275' id='i284.png'/> +<!-- [P: 275] --> +zum Teil verdeckt. Geschnitzter <hi rend="g">Flügelaltar</hi> E. 15. Jh., +eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien +auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs. +Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt. +<hi rend="g">Grabstein</hi> mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall <milestone unit='line' n='5'/> +in reicher Rüstung, um 1660. Großes <hi rend="g">Kruzifix</hi>, +aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung. +Große <hi rend="g">Truhe</hi> mit sehr reichen spgot. Beschlägen +aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der +Familie v. Herstall. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +Das <hi rend="bold">Graue Schloß</hi> bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger +Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. +Das recht gut gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall, +aus M. 15. Jh., ist später in der Gartenmauer angebracht. +Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +Das <hi rend="bold">Rote Schloß</hi>. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das +Erdgeschoß aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber +3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im +Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In der unteren +Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele <milestone unit='line' n='20'/> +die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. +Einer der besten Holzbauten Thüringens. +</p> + +<p> +Geschnitztes <hi rend="bold">Holzfachwerkhaus</hi> mit guten Schnitzereien no 30. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MILDENFURT.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +Ehemalige <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.-K.</hi> gegr. 1193, Hauptbauzeit <milestone unit='line' n='25'/> +um 1225-50. Nächst dem Dom von Naumburg der +bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als +Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. Von +der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor +zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor <milestone unit='line' n='30'/> +und Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; +sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel. +Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 Doppeljoche; +die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig +8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. <milestone unit='line' n='35'/> +Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den <hi rend="g">Klostergebäuden</hi> +haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal +und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MILTENBERG.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck +die zahlreichen Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das <hi rend="bold">Gasthaus +zum Riesen</hi> 1590. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. + + +<pb n='276' id='i285.png'/> + +<!-- [P: 276] --> + +vollständig umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher +Quaderbau mit 2 OTürmen. — <hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> barock. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte +Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. +— Am Wochenmarkt hübsches Rok.-Wohnhaus von dem <milestone unit='line' n='5'/> +mit <hi rend="italic">Ritter</hi> in Mainz in Verbindung stehenden Lokalmeister +<hi rend="italic">J. M. Schmidt</hi>. +</p> + +<p> +Schöner Renss. <hi rend="bold">Laufbrunnen</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, +gut erhaltener Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MILTITZ.</hi> K Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher +<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> mit Sandsteinreliefs und Statuetten der +Stifter 1622. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung <milestone unit='line' n='15'/> +auf Umbau 1663. +</p> + +<p> +MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als +Ganzes bmkw. — Viel <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MISTELBACH.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit +bmkw. Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MISTELFELD.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. +Flachgedecktes Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, <milestone unit='line' n='25'/> +darüber Turm. An der 5achsigen Langseite in der Mitte Tür +und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei Maßwerkfenster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MITTELDORF.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen +Kreuzgwbb., etwas schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. <milestone unit='line' n='30'/> +Apsis. Der WTurm jünger. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MITTELSTREU.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden +Holzfiguren um 1600. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Karner</hi> mit Fragmenten von Steinplastik der Renss. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MITTWEIDA.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Erneuert nach Brand 1454 durch Meister <hi rend="italic">Arnold +v. Westfalen</hi> bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; +er entspricht zweien Schiffen des als 3sch. Halle angelegten +Lhs. in der Weise, daß seine Achse auf die südl. Pfeilerreihe <milestone unit='line' n='40'/> +fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; diese Unregelmäßigkeiten +von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl. +Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken +elegant, der Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache +WTurm 1516. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit reicher Holzschnitzerei 1661 + + +<pb n='277' id='i286.png'/> + +<!-- [P: 277] --> +von <hi rend="italic">Valentin Otto</hi> und <hi rend="italic">Joh. Richter</hi>, beide aus Meißen. <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi>, +von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen +der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten; +gefertigt 1667 von <hi rend="italic">Cl. K. Buchau</hi> in Dresden. +</p> + +<p> +An einigen Wohnhäusern hübsche <sic>Fr.Renss</sic> Türen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MITTWITZ.</hi> OFranken BA Kronach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1525. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MOGGENBRUNN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. +Wasserburg. Der Graben noch erkennbar. Stattliches Portal <milestone unit='line' n='10'/> +mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16. und 17. Jh. Das Innere im +17., 18. und 19. Jh. umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MOHORN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — +<hi rend="g">Schnitzwerke</hi>: Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten <milestone unit='line' n='15'/> +A. 15. Jh. Großer <hi rend="g">Altarbau</hi> 1604 von ernster, monumentaler +Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief. +Treffliche <hi rend="g">Bildnisreliefs</hi> 1686, 1711. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÖHRA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. <milestone unit='line' n='20'/> +Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche +<hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi> 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden, +die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M. Luthers Stammhaus«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÖLBIS.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1688. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. <hi rend="g">Bosesche <milestone unit='line' n='25'/> +Grabmäler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Bose) 1714, einfach vornehm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MOLSCHLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. — Doppelflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1518; im +Schrein ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit <milestone unit='line' n='30'/> +6 Szenen aus der Legende des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem +landschaftlichem Hintergrund. — Schönes Fragment +eines zweiten <hi rend="g">Schnitzaltars</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MOLSDORF.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. <milestone unit='line' n='35'/> +Luxuriöse Innenausstattung. Großer Park. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÖMBRIS.</hi> UFranken BA Alzenau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Grabsteine 1548, 1562. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÖNCHRÖDEN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in <milestone unit='line' n='40'/> +landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. +Das Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) +zeigen Reste schmuckreicher Behandlung in der Weise des +fr. 16. Jh. — An der <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Unterbau einer rom. Apsis; +sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl. <reg +orig='Außen-|wand'>Außenwand</reg> +<pb n='278' id='i287.png'/> +<!-- [P: 278] --> +3 <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> von Äbten 1367, <sic>14..</sic>, +1474. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MORITZBURG.</hi> K. Sachsen AH Dresden N. +</p><p> +<hi rend="bold">Jagdschloß.</hi> 1542-46 von <hi rend="italic">Hans Dehn-Rotfelser</hi> für Kurfürst +Moritz; kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="italic">W. C. v. Klengel</hi>; 1722-30 Umbau und Erweiterung durch +<hi rend="italic">Pöppelmann</hi>. — Die Anlage des 16. Jh. hatte eine hohe Ringmauer +im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken +runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem +dadurch gebildeten weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter <milestone unit='line' n='10'/> +rck. Bau (15 : 30 m); erst <hi rend="italic">Buchner</hi> schmückte ihn +1593 mit den auf älteren Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln. +<hi rend="italic">Pöppelmann</hi> legte die Hofmauer nieder, vergrößerte +das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite, +verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das <milestone unit='line' n='15'/> +Ganze mit Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere +Einteilung steht unter dem Zwang des Umbaus. Die Außenwände +sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch +(längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht +der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung <milestone unit='line' n='20'/> +und der Lage inmitten eines (auch erst von +<hi rend="italic">Pöppelmann</hi> erweiterten) Waldsees. Im Innern fällt der ungeheure +Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die +Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von <hi rend="italic">Joh. Fink</hi>, +die porzellanene Altarplastik von <hi rend="italic">J. J. Kändler</hi>. Der Schmuck <milestone unit='line' n='25'/> +der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4 größere +Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene +Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, wahrscheinlich +1602 von <hi rend="italic">Christoph Walther</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fasanerieschloß</hi> 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das <milestone unit='line' n='30'/> +Hauptschloß. Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des +französischen Geschmacks; hier die andere Grenze des Rok. +schon überschritten, gesuchte Einfachheit in spielend antikisierenden +Formen, daneben chinesische und indianische +Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig <milestone unit='line' n='35'/> +für intimste Zurückgezogenheit eines Liebesidylls. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÖRSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, +sehr hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MOTZLAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. +Am <hi rend="g">Hochaltar</hi> 2 auffallend gute Holzstatuen. <hi rend="g">Kruzifix</hi>, +<hi rend="g">Pietas</hi> und <hi rend="g">Altarreste</hi> spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜCHELN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +Kleine frgot. <hi rend="bold">Templer-(?)K.</hi> Sorgfältige Ausführung in <reg orig='Sand-|stein'>Sandstein</reg><pb n='279' id='i288.png'/><!-- [P: 279] -->. +1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W +Empore. Die Rippen auf geschmückten Konsolen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜCHELN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung +1. H. 18. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale +in malerischer Gruppierung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜCKENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. +Hufeisenanlage in anspruchloser Behandlung. Von dem einst <milestone unit='line' n='10'/> +reich dekorierten Inneren nur das Treppenhaus erhalten. +Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte Schloßkap. 1746, +auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener Porzellan. +Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit +Motiven vom Brandenburger Tor in Berlin. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜCKERN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜDESHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes +Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben <milestone unit='line' n='20'/> +Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-Kap</hi>. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> in der Richtung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜGELN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein <milestone unit='line' n='25'/> +bez. 1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das +4. Joch der Turm eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr +schmal, Sterngwb. auf 8eck. Pfll. mit konkaven Flächen; +Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem Maßwerk; Chor 1 Joch +und 5/8 Schluß. — <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> mit Halbfiguren <milestone unit='line' n='30'/> +von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix. +[<hi rend="g">Flügelaltar</hi> von <hi rend="italic">M. Krodel</hi> 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] +Vor der südl. Vorhalle großes prachtvolles +Gitter bez. 1648. — <hi rend="g">Grabmal</hi> des Melchior v. Saalhausen +† 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller <milestone unit='line' n='35'/> +Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz +† 1591 und des Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem +Marmor für Sophie und Georg Dietrich +v. Wolframsdorf 1691, 1694. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Ruhetal</hi>. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts <milestone unit='line' n='40'/> +nachweisbar. Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. +entwertet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜGLENZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die <reg orig='ver-|ständnisvolle'>verständnisvolle</reg> +<pb n='280' id='i289.png'/> +<!-- [P: 280] --> +Durchführung eines got. Netzgwb., für jene +Zeit etwas Unerhörtes. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜHLBECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von einfach rom. Anlage. Rasenstein. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> +und doppelflügeliger <hi rend="g">Altarschrein</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜHLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +Ehemaliges <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern</hi>. Ein südl. +Ausläufer der märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, +die maßgebenden Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen <milestone unit='line' n='10'/> +1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen 1330-50 +Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders +der kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis +1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem +Chor. Ganze Länge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, <milestone unit='line' n='15'/> +das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den Qsch.Apsiden die im +N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten Fenstern), +oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. Die +Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. +oder 15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte <milestone unit='line' n='20'/> +Blendnischen, die Kaptt. der Säulchen erneuert (frgot. +Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen durchgemacht, +besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die Nonnenempore +reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in +guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen <milestone unit='line' n='25'/> +eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht +rätselhaft das rom. Portal der SSeite. Die WFassade +15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch Blendnischen +(in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und +auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden <milestone unit='line' n='30'/> +sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter +auf der Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539 +eingestürzt). — Eingreifende Wiederherstellung 1901-06. — +Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher +Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, <milestone unit='line' n='35'/> +bez. H. G. B. (<hi rend="italic">Heinrich Godechen</hi>), Kanzel 1621. Lange Reihe +von Grabdenkmälern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. +Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig, +die meisten in geritztem Umriß. Von denen des 16. +bis 18. Jh. einige leidlich gut. — <hi rend="g">Klausurgebäude</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, +das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W) +1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgeschoß +deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um 1500; +demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz + + +<pb n='281' id='i290.png'/> + +<!-- [P: 281] --> + +aus sich schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von +dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und der Kirchenfront +führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits +gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten +schlicht, das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der <milestone unit='line' n='5'/> +Abtei, aber in einem anderen Muster, einem Flechtwerk aus +Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in schlichter Fr.Renss. +nach 1554. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neustädter-K</hi>. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. +— Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1525, später in <milestone unit='line' n='10'/> +Renss.-Rahmen gebracht. Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhof</hi> 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. <hi rend="g">Altargemälde</hi> +1614. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt +1535) nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude <milestone unit='line' n='15'/> +einfachst erneuert. In der Kap. neugot. Altar mit +guten <hi rend="g">Figuren</hi> des 15. Jh. (in Erfurt angekauft). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit +Maßwerk ähnlich der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich +aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur der WGiebel dem Jahre <milestone unit='line' n='20'/> +1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des Geschichtsvereins) +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜHLFELD.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Lhs. 1593. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> 1481, +1611, 1704. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne <hi rend="g">Bildhauerarbeiten</hi> +des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, <hi rend="g">Bilder</hi> +aus der Schule <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>(?), <hi rend="g">Grabmal</hi> von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> +1613. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben +Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 <milestone unit='line' n='35'/> +im kirchlichen Gebrauch. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Blasien</hi>. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen +Ordens gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der +vorauszusetzenden rom. Basilika könnte der WBau bis zu +dem in Höhe von 14,5 m liegenden Rundbogenfries entstammen. <milestone unit='line' n='40'/> +Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. Von reicher +und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in Umriß +und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den +Einzelheiten verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition +und Einzelheiten durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in + + +<pb n='282' id='i291.png'/> + +<!-- [P: 282] --> + +Arnstadt; offenbar dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse +von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je 6,7 m Höhe. +Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück. +am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam +ist die Verstärkung der Ecken durch Bündel von <milestone unit='line' n='5'/> +je 3 Runddiensten, die sich mit den kräftigen Gesimsen verkröpfen +und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels Ringsteinen +in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur +des WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen +Formen hält, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen, <milestone unit='line' n='10'/> +ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot. +im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm +(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot. +Schmuckformen auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie +auch die lotrechten Linien gegenüber den wagrechten stärker <milestone unit='line' n='15'/> +betont sind, worauf schon die veränderte Stockwerkteilung +hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau erneuert, +unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit +quergestelltem Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die +Ecken starke kreuzförmige Strebepfll. und noch später in der <milestone unit='line' n='20'/> +Mitte eine formlose Strebemauer. — Um 1260 die Erneuerung +der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. Übergangsformen +mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines basilikalen +Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche +von 5 Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund <milestone unit='line' n='25'/> +mit 4 alten und 4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, +unter ihnen als Kapt. ein ringsumlaufender Blätterkranz; die +Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen weiten Fenster 3teilig, +Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern haben +besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; <milestone unit='line' n='30'/> +im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes +Portal, von einem oben abgestutzten Giebel überstiegen; +darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus einfachen Kreisen. +An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit Fialenkrönung. +Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk <milestone unit='line' n='35'/> +besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. +An der nördl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg +des Portals im Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend +größer und aus 14 radianten Blättern gebildet; vor dem Giebeldreieck +freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen kleinere <milestone unit='line' n='40'/> +Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern +entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd +mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas +monotone Lebhaftigkeit entsteht. Beeinträchtigt werden die +Proportionen durch die mehr als 1 m hohe Aufschüttung + + +<pb n='283' id='i292.png'/> + +<!-- [P: 283] --> + +des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. — Großer +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh. — Steinerner <hi rend="g">Levitensitz</hi> +A. 14. Jh. — Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> E. 15. Jh. — <hi rend="g">Taufstein</hi> +1596. — <hi rend="g">Epitaph</hi> des Hermann von Heylingen † 1422, +der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der betende <milestone unit='line' n='5'/> +Stifter. — An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes <hi rend="g">Gitter</hi> +von 1707. — Unter den <hi rend="g">Altargeräten</hi> der Sakristei +mehreres bmkw. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Marien.</hi> Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen +Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm <milestone unit='line' n='10'/> +unverstümmelt, im Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau +mit bar. Oberbau, so daß die Fassade (vor Zerstörung des +südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. — Im übrigen ist die +K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der +einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange <milestone unit='line' n='15'/> +Bauzeit schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche +mit einer für dieses System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. +Das Lhs. ist bei 5 Schiffen und 5 Jochen etwas +breiter als lang (26,3 : 28,4; der Breitenüberschuß fällt auf +das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die Fluchtlinie der <milestone unit='line' n='20'/> +Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere Breite +von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich +die inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und +Schluß aus 8 Eck), das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und +8 Eck-Schluß) fort. Die tief ausgekehlten Pfll. von individueller <milestone unit='line' n='25'/> +Bildung. Statt der Schlußsteine dienen mehrfach +tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem +Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung +der Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem +Schmuck gesucht. Über jeder Fensterachse ein in Maßwerk <milestone unit='line' n='30'/> +aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an der Liebfrauen-K. +in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den Hauptchor; +hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton, +vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, +als Staffelgiebel ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der <milestone unit='line' n='35'/> +Profanarchitektur entlehnte Form des Staffelgiebels an den +Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert als Hauptportal; +darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein +Altan. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Ausstattung</hi>. Hauptaltar mit spgot. <hi rend="g">Flügelschrein</hi>, <milestone unit='line' n='40'/> +in der Mitte Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in +2 Ordnungen, gemalte Außenflügel, Predella jünger. Dahinter +<hi rend="g">S. Nikolausaltar</hi> (versetzt). Im nördl. Ssch. 2 gemalte +<hi rend="g">Triptycha</hi>. Steinerner <hi rend="g">Levitensitz</hi> M. 14. Jh. +<hi rend="g">Ratsstuhl</hi> 1604. In den Chorfenstern beschädigte <hi rend="g"><reg orig='Glas-|gemälde'>Glasgemälde</reg></hi> +<pb n='284' id='i292a.png'/> +<!-- [P:284] --> +aus 14. Jh. <hi rend="g">Skulpturen</hi>: Der Schmuck des +Hauptportals in den Münzerischen Unruhen zerstört: An der +Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach der +örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit +Gefolge, die alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen <milestone unit='line' n='5'/> +hätten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten +Figuren die Anbetung der h. drei Könige. An der +Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung. +— Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit +Kirchenmodell. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Jacobi</hi>. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne +Gwbb. wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. +Von Interesse jetzt nur das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete +Äußere. Die WFassade über ungegliedertem Unterbau +2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig, gleichzeitig <milestone unit='line' n='15'/> +die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen +begleitet sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den +geraden Seiten des 8Ecks haben. Die in der Mitte einer jeden +Langseite angeordneten Türen sind mit den Fenstern zusammenkomponiert, +letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Kiliani</hi>. Unbedeutender Bau des 14. Jh. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Allerheiligen</hi>. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. +1 Schiff unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig +hoher WTurm, unten schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse +und welsche Haube. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. +Jetzt Turnhalle. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Barfüßer-K.</hi> Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn +1232. 1sch. Rck. von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem +wenig eingezogenem Chor; also Typus der reinen Predigtkirche. <milestone unit='line' n='30'/> +Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier auch die 3 Türen. +Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck. +75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk +und ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt +Packhof. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">Prediger-K.</hi> beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. +10 Joch lange Hallenkirche.] +</p> +<p> +<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> Ganz kunstlos; jetzt Magazin. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Petri.</hi> E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem +Chor, jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst <milestone unit='line' n='40'/> +entstellt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Georg</hi>. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger +Quaderbau mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen +3 an der östl. Schlußwand. Die an beiden Langseiten angeordneten +Türen mit den Fenstern zusammengezogen, in <reg orig='ein-|facherer'>einfacherer</reg> +<pb n='285' id='i292b.png'/> +<!-- [P:285] --> +Fassung das Motiv der Jakobi-K. — Angebaut eine +6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Martini.</hi> Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem +aus dem 6Eck geschlossenem Chor. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Nikolai.</hi> Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere <milestone unit='line' n='5'/> +verbaut, jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. +Der im südl. Chorwinkel stehende Turm im Unterbau romanisierend +frgot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus.</hi> Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. +Die Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung.</hi> Erhebliche Teile erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜLLERDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert +zwei »heidnische Götterbilder« (??). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜNCHAURACH.</hi> OFranken BA Höchstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf +unverjüngten Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. +Schlichtes WPortal. Chor spgot. Turm am +NEnde des Qsch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜNCHENBERNSDORF.</hi> Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 2 <hi rend="g">Altarflügel</hi> von <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi> aus +Saalfeld 1503. — Typische <hi rend="bold">Wasserburg</hi> aus 2. H. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜNCHENGOSSERSTÄDT.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., +Lhs. 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜNCHENLOHRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Hohenstein. +</p> +<p> +Ehemalige <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf +normal kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei +Doppeljoche. Die Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. +Die Pfeilerbasen mit kräftigem attischem Profil; die Kämpfer <milestone unit='line' n='30'/> +teils mit demselben, teils mit Blatt- und Rankenwerk geschmückt. +Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh. +Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte +des Lhs. wird von einer Nonnenempore eingenommen; sie +ruht auf gewölbter Halle von 2 Schiffen und 4 Jochen. Die <milestone unit='line' n='35'/> +Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und stark ausgebildete +Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne +3/4 Sll.; dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme +mit Glockenhaus über der Empore) war zerstört, jetzt erneuert. +(Grundmauern eines älteren WChors.) <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜNNERSTADT.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. +neu aufgebaut, erhalten blieben der rom. WTurm und der +spgot. Chor. Das rom. Portal führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. +Im ersten Geschoß ehemals Kap., die sich im <reg orig='Rund-|bg.'>Rundbg.</reg> +<pb n='286' id='i293.png'/> +<!-- [P: 286] --> +gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck +um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. +Geschiefertes Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau +der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff +(erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der durch den <milestone unit='line' n='5'/> +got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der flachgedeckten +Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries +mit den alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte +rundbg. Arkaden, von W nach O in der Öffnungsweite +abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem <milestone unit='line' n='10'/> +Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert. +WEmpore aus der Juliuszeit. — Der spgot. Chor (1+5/8) am +Anschluß an das Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten +Türmen (völlig ausgeführt nur der im SO). — <hi rend="g">Hochaltar</hi> +neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen <milestone unit='line' n='15'/> +Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar, +Frühwerke <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; die Flügelreliefs jetzt +auf der Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener +Nat.-Mus. Ferner enthält der Altar ein interessantes +Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg erstanden) <milestone unit='line' n='20'/> +und ein großes Hochrelief, <hi rend="g">Kreuzigung</hi>, wohl mit Recht +<hi rend="italic">Veit Stoß</hi> zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter +Charakteristik. Als <hi rend="g">Flügel</hi> des <hi rend="italic">Stoß</hi>schen Altarwerks, ja +sogar als eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von +H. Weizsäcker) die 4 jetzt im Chor hängenden Tafeln in <milestone unit='line' n='25'/> +Anspruch genommen. — <hi rend="g">Einzelne Schnitzbilder</hi> +von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner <hi rend="g">Salvator +und 12 Apostel</hi> aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben +bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von +1428 mit großem rohem <hi rend="g">Ölberg</hi>, einem <hi rend="g">Heiligen <milestone unit='line' n='30'/> +Grab</hi>, einer <hi rend="g">Messe des h. Gregor</hi>, verdorbenen +<hi rend="g">Epitaphen</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Markt-Kap.</hi> Einfacher Bau von 1410. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur +nichtssagend, die Dekoration wird allein durch die sehr großen <milestone unit='line' n='35'/> +und vordringlichen Mobilien bewirkt. — <hi rend="g">Deckenbilder</hi> +von <hi rend="italic">Joh. Anwander</hi>. Reicher <hi rend="g">Schatz</hi> des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Aula</hi> im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. +von <hi rend="italic">Zeni</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> mit interessanten Turmanlagen, an zweien <milestone unit='line' n='40'/> +Steinmadonnen aus E. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rentamt</hi> (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, +im Hof großer Erker 1671 und Portal 1611 von <hi rend="italic">Julius Ernes</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜNSTERSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benediktinerabtei</hi>. Die Gründung wird auf Karl d. Gr. + + +<pb n='287' id='i294.png'/> + +<!-- [P: 287] --> + +zurückgeführt. Großartiger Neubau durch <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> +1727-1743, eine seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die +Innenausstattung von den ersten Künstlern der Zeit. Nach +Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil weder Staat +noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten <milestone unit='line' n='5'/> +haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus +der Zeit vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 +Torhaus. Von <hi rend="italic">Neumann</hi> ein kleiner 2geschossiger Bau der +SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. — Mainbrücke +mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata <milestone unit='line' n='10'/> +um 1750. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MUPPERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 +umfangreiche Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle <hi rend="g">Moseskanzel</hi>. +— <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des Hans von <milestone unit='line' n='15'/> +Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit +ausgezeichnet. — Reste von ma. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MÜRSBACH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. +<hi rend="g">Einrichtung</hi>. — <hi rend="g">Renss. Epitaphien</hi> um M. 16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-Kap.</hi> Spgot. um 1516. Gute spgot. <hi rend="g">Ho1zfiguren</hi>. +</p> + +<p> +Im Dorf <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MUTZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil <milestone unit='line' n='25'/> +aus einer stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. +Chor; der Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>MYLAU.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi> in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden +Bergfried mit hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung <milestone unit='line' n='30'/> +aus der Zeit Kaiser Karls IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die +Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. Jh.), umgebaut +unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.). +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>N</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>NÄGELSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Untere K.</hi> Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. +In sehr verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit +Zentralturm, schlicht romanisierend frgot. Detail. +</p> + +<p> +2 überdachte <hi rend="bold">Brunnen</hi> 1660 und 1568. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NANKENDORF.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. — Von dem + + +<pb n='288' id='i295.png'/> + +<!-- [P: 288] --> + +ehem. spgot. Hochaltar 2 schöne <hi rend="g">Reliefflügel</hi> erhalten. — +Spuren ehem. Befestigung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NASSWANG.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend="bold">Ökonomiegebäude</hi> des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich +die zentrische Anlage. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUENDORF.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig +aufwandreich. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. — Treffliche <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1580, in rein archit. <milestone unit='line' n='10'/> +Formen, ohne figürl. Beiwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUHAIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß +12. Jh. — Hübscher kleiner <hi rend="g">Altar</hi> aus A. 16. Jh., +im Schrein Anna selbdritt, die Flügel beiderseits mit tüchtiger <milestone unit='line' n='15'/> +Malerei. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUMBURG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. +Die Gwbb. in Holz erneuert. — Der 1866 verzeichnete Flügelaltar +nicht mehr vorhanden. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUMBURG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dom SS. Peter und Paul.</hi> Sprom. und frgot. Hauptmasse +1. H. 13. Jh. Für Thüringen das Hauptwerk der schönsten +Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf. Gwb.-Basilika mit doppeltem +Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne Zentralturm. <milestone unit='line' n='25'/> +Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert +auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, +eine regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca. +46 m L., die Gestaltung des WBaus ungewiß. Der Neubau +begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter dem OQuadrum <milestone unit='line' n='30'/> +liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen +am Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit +facettierten oder geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. +Die Vorkrypta unter der Vierung um 1220 oder noch +später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen schlanken quadr. <milestone unit='line' n='35'/> +Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles Blattwerk. +Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht +der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die +Formen ähnlich denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu +den schönsten des Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem <milestone unit='line' n='40'/> +mit Schlußsteinen (nur einer, Löwenkopf mit hängender Zunge, +erhalten). +</p> + +<p> +<hi rend="g">Oberkirche, romanische Teile</hi>. Sie umfassen +den ganzen Dom mit Ausnahme der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten +fehlen fast ganz. Der Formcharakter deutet durch + + +<pb n='289' id='i296.png'/> + +<!-- [P: 289] --> + +seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig kurze Bauzeit; +sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard (1207-42). +1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung +schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In +letzterem erkennt man nach Vollendung des ersten Doppeljochs <milestone unit='line' n='5'/> +(von O gerechnet) eine kurze Pause. Erst in den folgenden +Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein. Innerhalb +des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen +Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg +sind vorhanden, aber vom got. Element wird nur zurückhaltend <milestone unit='line' n='10'/> +Gebrauch gemacht. Die Gesamtanlage erinnert am +meisten an Bamberg, ebenso das innere System, jedoch in den +Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in +gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine +Diagonalrippen (diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte <milestone unit='line' n='15'/> +Schlußsteine, Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu +Magdeburg, Chorumgang, und öfters in Westfalen). Gerader, +mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in Stärke von 50 cm. — +Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr. +(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit <milestone unit='line' n='20'/> +vorgelegten 3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln; +die Vorlagen steigen ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. +auf, wo sich die Kämpfer mit einem durchlaufenden Gesims +verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage abzüglich +der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk <milestone unit='line' n='25'/> +ohne gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des +Magdeburger Chorumgangs zusammengehend. Die Fenster +des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in den Arkadenachsen. +Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der +Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden <milestone unit='line' n='30'/> +Lagerfugen. Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm +und streng; an der NWand Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben +wurde. — <hi rend="g">Hauptportal</hi> am südl. Qsch. in einer +dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das +Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer <milestone unit='line' n='35'/> +dem Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im +Innern des Altarhauses 2 <hi rend="g">Türen</hi> (zu den Turmtreppen) mit +auserlesen schöner Blattwerkfüllung der Bogenfelder im Stil +der Krypta. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Die Türme</hi>. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe <milestone unit='line' n='40'/> +des (um sie herumgeführten) Dachgesimses von Chor und +Qsch., dann 8seitig; schon in rom. Zeit, dann noch einmal in +got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der ursp. Gestalt gibt +die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in Freiburg +a. U.) — Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode, <reg orig='weiter-|geführt'>weitergeführt</reg> +<pb n='290' id='i297.png'/> +<!-- [P: 290] --> +um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme; +doch kam nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb +ganz liegen (erst 1894 ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit +2 weiteren Geschossen versehen, die sich im Motiv an das erste +anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor eine <milestone unit='line' n='5'/> +Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer +verdeckt. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Die Chöre</hi>. a) <hi rend="g">Der westliche</hi>. Obgleich zeitlich dem +Hauptbau unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach +1270), macht er stilistisch einen großen Sprung in die gereifte <milestone unit='line' n='10'/> +Gotik. Vorderteil Quadr. mit 6teiligem Gwb., Schluß aus +5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch breiten, gegliederten +Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen einfach +abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus +2 Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste <milestone unit='line' n='15'/> +Platte. Höchst eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen +von besonders glänzender Wirkung die Wanddekoration +über dem Chorgestühl: unten eine tiefnischige +Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die +vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk <milestone unit='line' n='20'/> +der jüngsten Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer +Schönheit, jedoch die Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite, +von der Wand als Laufgang sich absetzende Kleinbogenstellung; +auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste gesetzt, +Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt <milestone unit='line' n='25'/> +der Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims +Fortsetzung des Laufgangs und der Standbilder. Das +Äußere in knappen Formen; reicher nur das in der Kehle mit +überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und die +originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach <milestone unit='line' n='30'/> +gehaltenen Strebepfll. — b) <hi rend="g">Ostchor</hi>. Schmal rck. Vorderjoch +und Schluß aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der +Mittelachse (frühestes Beispiel für diese erst in der Spätgotik +häufiger vorkommende Abweichung von der Regel). In den +Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert; andere, <milestone unit='line' n='35'/> +namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel +einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen +und Baldachine an den Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, +jedoch nicht zur Ausführung gekommene Statuen. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Die Lettner</hi>. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der <milestone unit='line' n='40'/> +Vorkrypta, an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von +3 Jochen, Kreuzgwbb. auf Bündelpfll., tragen die Bühne. Die +Rückwand hat in der Mitte den Laienaltar, zu dessen Seiten +2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte Stufen hinaufführen; +aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne; gegen + + +<pb n='291' id='i298.png'/> + +<!-- [P: 291] --> + +Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur +Krypta aus den Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel +eines ausgebildeten Lettners von besonderem Interesse. — +WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig. Die Anlage unterscheidet +sich von der des östl. dadurch, daß der Chor keine <milestone unit='line' n='5'/> +Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher +liegt, als das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene +Bühne. Durchgang in der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. +Die Verbindung von Architektur, Ornament und +figürlicher Plastik ist eine dekorative Meisterleistung höchsten <milestone unit='line' n='10'/> +Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum Vollendetsten, +was Deutschland in dieser Art besitzt. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Monumentale Skulpturen</hi>: a) <hi rend="g">Am rom. Bau</hi>. +Tympanon am Portal des südl. Qsch. Christus stehend mit +segnender Geberde, in der von 2 Engeln getragenen Mandelglorie; <milestone unit='line' n='15'/> +die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief; gut in +den Raum komponiert; Formen naturlos. — In der Erdgeschoß-Kap. +des NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. +Konsole; von einem mäßig begabten Mann aus dem Kreise +der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach Bamberger <milestone unit='line' n='20'/> +Muster ausführten. — b) <hi rend="g">Am WChor</hi>. Mit der architektonischen +Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig +ausgeführt, mit den Säulenbündeln aus einem Block. +Dargestellt sind in 12 Standbildern die Stifter und Wohltäter +der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 Wettiner mit <milestone unit='line' n='25'/> +ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus +im Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt +wurde, gehörte selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge +ist, an der SWand begonnen: 1. Gerburg, 2. Konrad (Gesicht +und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und Regelindis, <milestone unit='line' n='30'/> +5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III. angeklagt, +im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes +occisus«), 6. Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und +Uta, 11. Gepa, als Witwe geschildert; nach anderer Deutung +Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12. Dietrich. Werkstoff: <milestone unit='line' n='35'/> +grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals wiederholt, +zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile — +Augen, Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen — mit +dünner Lasurfarbe hervorgehoben. Die Tracht ist genau die +zeitgenössische, Loden und Leder ihr Material. Der Künstler <milestone unit='line' n='40'/> +hat alles Konventionelle abgestreift; er steht der Natur mit +offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer +Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen +Schulung seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit +unbefangener statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese + + +<pb n='292' id='i299.png'/> + +<!-- [P: 292] --> + +Gestalten sind nicht Porträts, aber sie könnten dafür gelten. +Sehr merkwürdig an einigen von ihnen, besonders am »comes +occisus« und der ihm zunächst stehenden, der Ausdruck momentaner +Gemütsbewegung. — c)<hi rend='g'>Am WLettner</hi>. Die Balustradenreliefs +stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme, <milestone unit='line' n='5'/> +Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung +(die beiden letzten Felder 1734 von einem Stümper +ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte Fragmente). Das +Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede Platte +bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein <milestone unit='line' n='10'/> +Werk des Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit; +jene um 1250-60 begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung +von unerhörter Selbständigkeit gegenüber der Tradition; +der Realismus der Form noch ungeschminkter; Charaktere +und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der Schilderung, <milestone unit='line' n='15'/> +die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte +Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen +zugedeckt. Die an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der +Lettnertür, angebrachte <hi rend='g'>Kreuzgruppe</hi> zeigt die letzte +Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden des Hauptmeisters. <milestone unit='line' n='20'/> +Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem +Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung! +Bei Maria und Johannes das Pathos bis zu greller +Heftigkeit gesteigert, selbst die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. — +Von einem andersgestimmten Schüler des Hauptmeisters <milestone unit='line' n='25'/> +der <hi rend='g'>Diakon</hi> mit Lesepult, ursp. wohl im Chor, +jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow +vorgeschlagene Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). — +Im OChor Türbogenfeld mit <hi rend='g'>Weltenrichter</hi> zwischen +Maria und Johannes dem Täufer; durch den unvollendeten <milestone unit='line' n='30'/> +Zustand für das Technische von besonderem Interesse; Komposition +und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe +am OPortal des Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger +Meister zugeschrieben werden muß; das Naumburger +Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird also <milestone unit='line' n='35'/> +nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen +in Arbeit genommen sein. — Ebenfalls aus der Schule +des Lettnermeisters das <hi rend='g'>Brustbild Johannes des +Täufers</hi> über der Tür der Johanneskap. im Domkirchhof. — +<hi rend='g'>Altäre</hi>. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt. <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Hauptaltar</hi>; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in +wunderlicher Stilmischung. — Auf dem Nebenaltar im letzten +Joch des südl. Ssch. <hi rend='g'>steinernes Retabulum</hi> mit +Crucifixus und vier Frauen, um 1350. — Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltäre</hi> +in der Krypta ohne Bedeutung. — Reste von 3 oder + + +<pb n='293' id='i300.png'/> + +<!-- [P:293] --> + +4 <hi rend='g'>Tafelaltären</hi> aus der Werkstatt <hi rend='italic'>Cranachs</hi> im Dom +zerstreut. Der Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber +in schlechtem Erhaltungszustand.</p> +<p> +<hi rend="g">Gestühl</hi>: a) <hi rend="g">Im OChor</hi>: schöner frgot. Viersitz, spgot. +ihm gegenüber ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und <milestone unit='line' n='5'/> +Dreisitz am Lettner. b) <hi rend="g">Im WChor</hi>: Stuhlwerk bez. +1516. — <hi rend="g">Kanzel</hi> von 1466 jetzt in der Johannis-Kap.</p> +<p> +<hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: +Im OChor Hochreliefplatte eines unbekannten +Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des Kirchengründers Hildeward, <milestone unit='line' n='10'/> +ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein der beste, +nachher sinkt der Durchschnittswert. — Im südl. Ssch. Grabstein +Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie +der Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck +† 1576, bez. <hi rend='italic'>M. S.</hi>; Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein <milestone unit='line' n='15'/> +des Domherrn Schleinitz um 1520, eines der besten im +Dom erhaltenen Stücke. — Im nördl. Ssch. Bronzemedaillon +für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. <hi rend='italic'>H. K.</hi> +— Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 +(von derselben Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung <milestone unit='line' n='20'/> +an die Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein +Bischof v. Goch † 1422; Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; +Bronzebildnis (in Stein eingelassen) des A. v. Könritz 1496; +gravierte Platte des Bischofs Dietrich III. von Bocksdorf +† 1466, aus der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Werkstatt, wohl Jugendwerk <milestone unit='line' n='25'/> +Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer sächsisch-thüringischen. +— In der Vorhalle <hi rend='g'>Marmordenkmäler</hi> der +Maria v. Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich +v. Marschall 1771.</p> +<p> +<hi rend='g'>Glasgemälde</hi>. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der <milestone unit='line' n='30'/> +Erbauungszeit (?), im OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen +von ursp. 8 zusammengesetzt). — 2 <hi rend='g'>Teppiche</hi> aus 16. Jh., +einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der Schleinitz +(wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). — 8 <hi rend='g'>Meßbücher</hi> +aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. — <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend='g'>Klausur</hi>. Ursp. für die NSeite des Doms beabsichtigt, +wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die für diesen bestimmte +Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor 1228 +an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt +um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Domkirchhof</hi> mit manchen der Beachtung nicht unwerten +Denkmälern des 16. Jh.</p> +<p> +<hi rend='g'>Dreikönigs-Kap.</hi> 1416, Untergeschoß älter, das Ganze +sehr verwahrlost. An der Außenwand bmkw. gleichzeitige +Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen. +</p> + + +<pb n='294' id='i301.png'/> + +<!-- [P: 294] --> + +<p> +<hi rend='g'>Dompfarr-K. S. Marien</hi>. Nur der Chor erhalten; +1343; bmkw. die großenteils nach innen gezogenen Strebepfll. +sowie geringe rom. Mauerreste des Schiffs.</p> +<p> +<hi rend='g'>Johannis-Kap.</hi> Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von +3 Gwb.Jochen. Das Detail zierlich und geistreich im Stil des <milestone unit='line' n='5'/> +WChors.</p> +<p> +<hi rend='g'>Domherrenkurien</hi>, a) Ägidienkurie; der vom rom. +Bau (ca. 1200-1210) erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich +am Erkerchor; giebelförmige Umbildung des Bg.Frieses; +der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel; originelle Überführung <milestone unit='line' n='10'/> +aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot. +Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in +Zeitz). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Moritz-K.</hi> Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen +Klst. Die jetzige K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die <milestone unit='line' n='15'/> +neue Ausstattung 1705-21 wurde durch die Rest. 1875 entfernt. +— Ein im Innern und Äußern gleich einfacher Bau. +Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der +langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur +durch einen Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, <milestone unit='line' n='20'/> +alles unter einem Dach. Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme +gehen auf rom. Anlage zurück.</p> +<p> +Großer <hi rend='g'>Crucifixus</hi> aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger +Typus in vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend +in seiner heroischen Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit <milestone unit='line' n='25'/> +eigentümlich barocker Häufung der Gewandmotive, kaum von +derselben Hand. — Verdorbener <hi rend='g'>Ölberg</hi> (? 13. Jh.). — +Trümmer sp. ma. <hi rend='g'>Altarplastik</hi>. — <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> +ohne höheren Wert; archäologisch von Interesse der +giebelförmig abschließende, jedoch mit umlaufender Inschrift <milestone unit='line' n='30'/> +versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin † 1125, +ausgeführt etwa E. 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Wenzel.</hi> Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden +Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. +1411-73 die östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt <milestone unit='line' n='35'/> +sie einen normal angelegten, langgestreckten 1sch. Chor mit +5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen, zu beiden Seiten +2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen +(das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite); +ob die jetzige Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 <milestone unit='line' n='40'/> +getroffen wurde, ist zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die +Rücksicht auf die an dem Choreingang angeordnete Kanzel. +Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen und polygonalem, +einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl. Abschluß +(1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu +<pb n='295' id='i302.png'/> +<!-- [P: 295] --> +einem Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. +Das Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. +Die Decken flach, in letzter Gestalt 1724. Bei bedeutender +Höhe ist der Raumeindruck ein sehr eigentümlicher. Am +Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit viel <milestone unit='line' n='5'/> +eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer Gesamtwirkung; +die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen +die 3 Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der +nördl. ausgeführt. Um 1600 baute <hi rend="italic">K. Steiner</hi> das Obergeschoß +der Sakristei in gut verstandenen got. Formen, gleichzeitig die <milestone unit='line' n='10'/> +Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma. <hi rend="g">Altären</hi> +nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die +Kindlein zu mir kommen« 1529 von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>, eine der +besten Arbeiten seiner späteren Zeit; Anbetung der drei +Könige 1522, Frühbild <hi rend="italic">Cranachs</hi>? Heilige Nacht von <hi rend="italic">Barth. <milestone unit='line' n='15'/> +Spranger</hi>, A. 17. Jh. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> riesiges Schreinerwerk +von 1680 mit Gemälde von <hi rend="italic">Hermes</hi> in Dresden. — <hi rend="g">Kanzel</hi> +um 1740. — Messingenes <hi rend="g">Taufbecken</hi> 1441, am 6seitigen +Kessel Reliefs, Fuß neu. — Von historischem Interesse der +<hi rend="g">Grabstein</hi> des Pagen Gustav Adolfs, Augustus v. Leubelfing <milestone unit='line' n='20'/> +— Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630, +u.a. Standbild der Caritas. — Im <hi rend="g">Schatz</hi> gute Arbeiten +des Ratsgoldschmiedes <hi rend="italic">Krugelstein</hi> 1680. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Othmar.</hi> 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender, +gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in <milestone unit='line' n='25'/> +2 Jochen 3sch., der westl. mit flacher Holzdecke; der erst +quadr., dann 8eck. Turm über dem Altarhaus. Architekturformen +und Ausstattung sehr schlicht. — Aus älterer Zeit, +ca. 1520, ein guter 3flügeliger <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. — Im +SFenster des Altarhauses <hi rend="g">Glasgemälde</hi> 1539. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Marien.</hi> 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem +Spiegelgwb. aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde. +Das Äußere nüchternster Art. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wenzelskirchhof.</hi> Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse, +z. B. das des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke <milestone unit='line' n='35'/> +links vom Eingang. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube, +1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront +hat 3 Geschosse, am hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert +mit blinden verschränkten Kielbgg. in trockenster Spätgotik, <milestone unit='line' n='40'/> +aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen seltene Technik) und +wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen in +feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, +dessen Stuckdecke jedoch 1655. — <hi rend="g">Trinkhorn</hi> etwa +M. 14. Jh. mit schönem Lederfutteral. +</p> + + +<pb n='296' id='i303.png'/> + +<!-- [P: 296] --> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517 +und 1532 durch Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, +jedoch nichts eigentlich Hervorragendes darunter. — <hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> +mit S. Wenzelstatue 1579. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das <milestone unit='line' n='5'/> +Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am <corr sic='JenaerTor'>Jenaer Tor</corr>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten +Gewände je 2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, +dessen Spitzen in Dreiblätter ausgehen, kannelierten Schaften; <milestone unit='line' n='10'/> +das Tympanon in 2 Quadranten geteilt, Rosetten und freies +Randornament. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung +aus Renovation 1737. — Mehrere <hi rend="g">Grabmäler</hi> des <milestone unit='line' n='15'/> +16.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus +der ersten Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. +— Reichhaltige <hi rend="g">Porträtgalerie</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NAUSTADT.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem +Chor und 5/8 Schluß. — <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> um 1600, +heiter und vornehm; Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. — +<hi rend="g">Sandstein-Wandgrab</hi> des A. v. Miltitz † 1629, +prächtige und gute Arbeit. — Ein <hi rend="g">anderes in Marmor</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +von <hi rend="italic">J. J. Kändler</hi>, dem berühmten Porzellanformer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEBELSCHITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +Vornehme bar. <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. +Der interessante Plan angeblich von <hi rend="italic">Gaetano Chiaveri</hi>, dem Erbauer +der kath. Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die <milestone unit='line' n='30'/> +halbrunden Abschlüsse im O und W. Im Innern gut organisierte +Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung steht nicht +auf der Höhe der Architektur. <hi rend="g">Gemälde</hi> des Hochaltars +von <hi rend="italic">Palko</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEBRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm +mit reichem Portal, im <hi rend="g">Bogenfeld</hi> S. Georgs Kampf mit +dem Drachen. Das Schiff nach Brand 1666 dürftig hergestellt. +Ansehnliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1670, 1678 bez. <hi rend="italic">C. P.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEIDECK.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> bedeutend, zerstört 1553. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEMMERSDORF.</hi> OFranken BA Berneck. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W. +<hi rend='bold'>Schloß</hi> A. 16. Jh., schlicht. +</p> + + +<pb n='297' id='i304.png'/> + +<!-- [P: 297] --> + +<p> +<hi rend='ort'>NENKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. +— <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen +Flügeln. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NENNSDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines +Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NENTERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm <milestone unit='line' n='10'/> +so verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb +vor- und halb einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. +ein originelles Ansehen gewinnt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NESCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. — <milestone unit='line' n='15'/> +Bmkw. <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> nach 1600. Ein zweiter in der +Sakristei. Menge von <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Altes Schloß</hi> 1723 für den österreichischen General Herzog +Ludwig v. Teck. Französischer <hi rend="g">Park</hi> mit viel und guter +<hi rend="g">Sandsteinplastik</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neues Schloß</hi> 1766-75 für W. v. Riesch von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi> +aus Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, +von sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale, +zur Hälfte aus der Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält +2 Treppenarme mit Podest. In derselben Achse nach der <milestone unit='line' n='25'/> +andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit wenigen Nebenzimmern, +unten eine Halle, deren Langseiten in jon. Säulenstellungen +aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu +den langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die +300 Bäume fassende <hi rend="g">Orangerie</hi> enthielten; die reizenden <milestone unit='line' n='30'/> +Wandbrunnen in der Art <hi rend="italic">Gottfr. Knöfflers</hi>. Die Formbehandlung +des Äußeren im Übergang zum Klassizismus, ohne +Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. — Der +neuere <hi rend="g">Park</hi> im englischen Geschmack. Springbrunnen: +Delphin mit reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten <milestone unit='line' n='35'/> +behagliches Jagdhäuschen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NESSELRÖDEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der +Front, 1592. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NETRA.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus +diente. Epitaph v. Baumburg 1600. — <hi rend="g">Schloß</hi> aus Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NETZSCHKAU.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> modern. Von einem großen und bedeutenden <hi rend="g">Altarwerk</hi> +von 1659 nur die Predella erhalten, elegante <reg orig='Alabaster-|arbeit'>Alabasterarbeit</reg> +<pb n='298' id='i305.png'/> +<!-- [P: 298] --> +wahrscheinlich von <hi rend="italic">Joh. Heinr. Böhm d. Ä.</hi>, die Komposition +dem <hi rend="italic">Cranach</hi>schen Altar in der Stadt-K. zu Schneeberg +entnommen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. +geschlossen, ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant <milestone unit='line' n='5'/> +spgot. Tür derselben Zeit zuzuschreiben, ist kaum möglich. +Der große Saal des obersten Geschosses mit mächtiger Balkendecke +erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes <hi rend="g">Porträt</hi> +Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUBRUNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. — +Mehrere bmkw. <hi rend="g">Häuser</hi> in Fachwerk. (Die Datierung des +ältesten auf 1400 muß Zweifeln begegnen.) +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUDROSSENFELD.</hi> OFranken BA Berneck. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit <milestone unit='line' n='15'/> +(ca. 1760); Stuckaturen von <hi rend="italic">G. B. Petrozzi</hi>, Malerei +von <hi rend="italic">J. M. Wolker</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst. Andreasberg</hi>. Die Kirche aus rom. Zeit +(Weihedatum zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. <milestone unit='line' n='20'/> +Apsis, Triumphbg. und Teil des Qsch., Krypta mit gurtenlosen +Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen ohne Eckblätter. +Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen Teile +der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine +von Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten <milestone unit='line' n='25'/> +wieder rom. Formen auf. — <hi rend="g">Klostergebäude</hi>. im +Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUENGÖNNA</hi> bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> in der Art des <hi rend="italic">V. Lendenstreich</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus Ma., 1639 erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher Saalbau 1738. — <hi rend="g">Kanzelaltar</hi> 1753, von +Gebr. <hi rend="italic">Herzog</hi>, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSHAUS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1591-95 noch stark gotisierend. — <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> +des Hans Gottsmann † 1611 und seiner +Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung, vielleicht +aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche +Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. <milestone unit='line' n='40'/> +wohl zu Füßen des großen <hi rend="g">Epitaphs</hi> im Chor; dieses aus +Alabaster; der architektonische Aufbau vortrefflich, weniger +die figürliche Plastik. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUHOF.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +</p> + + +<pb n='299' id='i306.png'/> + +<!-- [P: 299] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, +4 Ecktürme. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUHOF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die +Gwbb. im Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, <milestone unit='line' n='5'/> +ein Rundturm mit Wendeltreppe. Umbau 1866. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUHÜTTEN.</hi> UFranken BA Lohr. +</p><p> +In der unscheinbaren <hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> eine wertvolle rom. <hi rend="g">Kreuzpartikel</hi> +des 11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, +Fuß sp. 18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolaus.</hi> 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche +von 3 Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter +Polygonalchor. Im Chor und Msch. <hi rend="g">Wandmalereien</hi>, +kolossaler S. Christoph u. a. m. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. +</p><p> +Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß +der kreuzgewölbte Chor. — <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> +1560, <hi rend="g">Taufstein</hi> 1588 von Meister <hi rend="italic">Henthoos</hi>. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> +A. 16. Jh. — Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß und <milestone unit='line' n='20'/> +hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei +Tür mit rom. Beschlägen wiederverwendet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung +durch die Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUMARK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. +mit Chorturm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUMARK.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem <milestone unit='line' n='30'/> +Kirchboden spgot. <hi rend="g">Triumphkreuz</hi> und <hi rend="g">Glasgemälde</hi> +von 1489. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von +<hi rend="g">Familienporträts</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUNHOFEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; +der letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen +reich dekoriert. — Spgot. <hi rend="g">Altarwerke</hi> 1487, 1519. +Das erstere vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. — Außen +<hi rend="g">Gedenktafeln</hi> von 1367, Sandsteinreliefs. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUNKIRCHEN A. BR.</hi> OFranken BA Forchheim.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch +2sch., d. i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und +niedrigeres nördl. Ssch. mit Rippengwbb. Im W Turm aus +13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die 8seitigen <reg orig='Ober-|geschosse'>Obergeschosse</reg> +<pb n='300' id='i307.png'/> +<!-- [P: 300] --> +spgot. — Im Innern <hi rend="g">Steinfigg.</hi> der hh. 3 Könige +und der h. Jungfrau um 1400; <hi rend="g">Marientod</hi>, derbes Holzrelief +um 1500; <hi rend="g">Marienstatue</hi> des Nebenaltars um 1500. +<hi rend="g">Grabsteine</hi> 14. und 15. Jh., darunter ein kniender +Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor 1459. <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Epitaph</hi> mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen, +feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. <hi rend="g">Epitaphe</hi> Buttenberg +1600, Stauffenberg 1698. Zahlreiche <hi rend="g">Gemälde</hi> 16. Jh., +darunter Übertragungen des Dürerschen Marienlebens. Außen +<hi rend="g">Ölberg</hi> roher Art. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">H. Grab-Kap</hi>. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1718, unbedeutend. — <hi rend="bold">Stadttore</hi> E. 15. bis E. 16. Jh., +z. T. mit schönen Wappensteinen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSALZA.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtanlage</hi> und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem +Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEU-SCHÖNFELS.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf +er in das Datum 1524 eingeschlossen werden? <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSES.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht +noch aus rom. Zeit. Umbau 1785. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1723. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, bez. 1515, in der Bemalung <milestone unit='line' n='25'/> +gut erhalten, irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, +eher Arbeiten eines Schnitzers, der flüchtig durch <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> +Werkstatt gegangen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSORGE.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage <milestone unit='line' n='30'/> +in Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative +<hi rend="g">Skulpturen</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., +welches bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen <milestone unit='line' n='35'/> +aus den schlanken runden Schäften in ungleicher Höhe hervor, +gegen das Msch. erheblich tiefer. — <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> +spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit gering. — +Spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>. — Außen am Chor schöner +ikonischer <hi rend="g">Grabstein</hi> des Ritters v. Fischbach und seiner <milestone unit='line' n='40'/> +Frau † 1448, ausgeführt später. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Toten-Kap.</hi> 1576, noch got. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Spgot. und Renss. Ohne Interesse. +</p> + +<p> +Daneben <hi rend="bold">Junker Hansens Turm</hi>. Rundbau von ca. 50 m +Höhe, hübsche Krönung in Fachwerk. +</p> + + +<pb n='301' id='i308.png'/> + +<!-- [P: 301] --> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhaus</hi> in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche +Fr.Renss., Oberbau aus Fachwerk jünger. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTADT A. MAIN.</hi> UFranken BA Lohr.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des +Chores nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung <milestone unit='line' n='5'/> +durch <hi rend="italic">H. Hübsch</hi>; bis dahin eine der bedeutendsten +rom. K. Unterfrankens. — Gr. kreuzförmig, der Chor nach +Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt Turmuntergeschosse; +unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit +Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg. <milestone unit='line' n='10'/> +zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis +der ihm mitgeteilten Maße durch <hi rend="italic">Hübsch</hi> gesteigert. Alt die +ganze NMauer, die zwei Turmuntergeschosse und einige der +steilen attischen Basen. In der Sakristei wertvolles <hi rend="g">Epitaph</hi> +von 1381. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> an den Langhauswänden <milestone unit='line' n='15'/> +von gutem Mittelschlag. — Außen eingemauerte bedeutende +Reste von frgot. <hi rend="g">Skulpturen</hi> (um 1300), St. Martinus, +S. Maria, S. Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren, +Drachen u. a. unter einer Blende zusammengestellt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst.-Gebäude</hi> gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. <milestone unit='line' n='20'/> +Reiche Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTADT A. D. SAALE.</hi> UFranken BAmtsstadt.</p> +<p> +<hi rend="bold">Kloster-K.</hi> Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten. +Aus ihnen läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, +ohne Qsch., rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. <milestone unit='line' n='25'/> +eingewölbt, wobei je ein Pfl. alternierend ausgebrochen wurde. +Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und mit dem Msch. zu +einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen. +Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. — Die zahlreichen +<hi rend="g">Barockaltäre</hi> Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="g">Epitaphe</hi> des 16. Jh.; besser eines von 1669. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die +Decke und sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. +Die 1/2kr. Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert +mit einer Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere <milestone unit='line' n='35'/> +denkbarst nüchtern. — Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal. +</p> + +<p> +Reste der ma. <hi rend="bold">Umfestigung</hi>; unerheblich bis auf das <hi rend="g">Hohetor</hi> +(1578), das zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung +gehört; der obere Teil im Dreißigjährigen Kriege zerstört und +danach etwas verändert wieder hergestellt; die Hauptmasse <milestone unit='line' n='40'/> +des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal geteilt; über +dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit Volutengiebeln. +</p> + +<p> +In der Nähe <hi rend="bold">Schloß Neuhaus</hi> 1767 von <hi rend="italic">Heinrich Todesco</hi> für +Herrn v. Borrié; bmkw. innere Ausstattung. +</p> + + +<pb n='302' id='i309.png'/> + +<!-- [P: 302] --> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTADT A. D. ORLA.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe +mit flacher Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; +unter dem Chor ein ehemals offener Durchgang wie an +den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster 3teilig mit reichem <milestone unit='line' n='5'/> +Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein hoher +Turm in der Art des Jenaischen. — Formenreicher <hi rend="g">Taufstein</hi> +1494. — Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit beiderseits gemalten +Flügeln aus 2. V. 16. Jh. (nicht von <hi rend="italic">Cranach</hi>). Zahlreiche +Grabsteine und Gedenktafeln. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +Hospital-K. got. und 1706. — Gemaltes <hi rend="g">Triptychon</hi> von +1495 (?). Got. <hi rend="g">Schnitzfigg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten; +sehr verbaut. Hintergebäude 1674. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus;</hi> spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront <milestone unit='line' n='15'/> +ist der ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; +dadurch der große Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm +gruppiert sich glücklich die Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung +des Erkers höchst charakteristisch für die späteste +Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große <milestone unit='line' n='20'/> +OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront +von 2 hohen got. Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern +mehrere Balkendecken bmkw., durch Rest. des 19. Jh. außen und +innen mehrfach verändert. — <hi rend="bold">Ratskeller,</hi> 16. und 17. Jh. — +<hi rend="bold">Haus</hi> der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. — <hi rend="g">Grabstein</hi> +1581 wird gelobt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +Wertvolle <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> um 1600. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUSTÄDTEL.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. — Bedeutender +<hi rend="g">Altarbau</hi> aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht +von <hi rend="italic">J. C. Hähnel</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi>, ausgezeichnetes Schnitzwerk. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NEUTZ.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches +kleines Portal mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit +Perlstab umsäumt, wie auf dem Petersberg, A. 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEBRA.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Ansehnliche got. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> — Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit +4 Flügeln. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDER-ASPHE.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer +OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter + + +<pb n='303' id='i310.png'/> + +<!-- [P: 303] --> + +Holzhelm. 1902 nach W um 2 Doppeljoche vergrößert und +im Innern rest. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERDORFELDEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERELSUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die +jetzige Verbindungstür zur K. jünger. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERFROHNA.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von <hi rend="italic">Andr. +Petzold</hi> 1690. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERFÜLLBACH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der +Familie von Reitzenstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERGRÄFENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende <milestone unit='line' n='15'/> +Chor; um 1500 der Chor erweitert und das Ganze +eingewölbt und zu stattlicher Wirkung gebracht; wohl von +demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf, Roda. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERGURIG.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden <milestone unit='line' n='20'/> +Seiten Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im +Gr. quadr., in der Mitte stattliches Treppenhaus und Lichthof, +die Frontbehandlung einfach. Unter den <hi rend="g">Porträts</hi> +eines von <hi rend="italic">Angelica Kaufmann</hi> 1786. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERHOLZHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung +zum Teil älter und nicht ganz ohne Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERLICHTENAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1746 mit geringen rom. Resten. — <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> +und <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 1615, saubere Arbeiten <milestone unit='line' n='30'/> +derselben Hand. — <hi rend="g">Glocke</hi> 1464. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERLÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen. AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend="bold">v. Minckwitzscher Weinberg.</hi> Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, +Winzerhaus, Pavillon 1713-29. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wackerbarths Ruhe.</hi> Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, <milestone unit='line' n='35'/> +Kapelle 1775 von <hi rend="italic">Knöffel</hi>, Jakobsturm 1743. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Weinberghaus Friedstein</hi> 1771. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERMITTLAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERMÖLLERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im +wesentlichen erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. <hi rend="g">Taufstein</hi> +mit rom. Kuppa auf spgot. Fuß. +</p> + + +<pb n='304' id='i311.png'/> + +<!-- [P: 304] --> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERMÖLLRICH.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirchturm</hi> spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERODERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf, <milestone unit='line' n='5'/> +noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge +Emporen. Einheitliche Ausstattung aus gleicher Zeit. — +<hi rend="g">Pfarrhaus</hi> 1746. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDEROPPURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die +Ssch. mit flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., <milestone unit='line' n='10'/> +derbe Stuckdekoration auf farbigem Grunde; wohl von Italienern +ausgeführt, die damals viel an den thüringischen Höfen +beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne Gitter. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg; +groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere <milestone unit='line' n='15'/> +Ausstattung bis M. 18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders +Öfen bmkw. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERPLANITZ.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer +Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne <milestone unit='line' n='20'/> +Felderdecke mit biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche +Rat und Professor in Wittenberg Dr. v. Beust. — Bmkw. +<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Sandstein bez. 1592. <hi rend="italic">S. L.</hi> (<hi rend="italic">Samuel +Lorenz</hi>). — <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> v. d. Planitz 16. Jh. +— <hi rend="g">Kelch</hi> 1656. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERPRETZSCHENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen, +also in der Richtung George Bährs; erbaut von <hi rend="italic">J. Ch. Simon</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERRABENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Taufstein</hi> mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren +(vgl. Weißbach), 1595 von <hi rend="italic">Michael Hogenwald</hi>. In der +Sakristei Sandsteinreliefs vom ehemaligen <hi rend="g">Altarwerk</hi>, +vermutlich vom selben Meister. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERROSSLA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +Gutes Beispiel einer größeren <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. des 18. Jh.; 3sch. mit +Emporen; großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERRUPPERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Nostitz) 1752 von <hi rend="italic">Andr. Hünigen</hi>. Inneneinrichtung +Rok. und Empire. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERSTEINBACH.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. +Apsis. — [<hi rend="g">Altarbehang</hi>, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt +im Dresdener Altert. Ver.]. +</p> + + +<pb n='305' id='i312.png'/> + +<!-- [P: 305] --> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERTREBRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und +Kanzelwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERWALGERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei <milestone unit='line' n='5'/> +kuppeligen Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm +rippenlose spitzbg. Gwbb. — 1898 durch Anbauten und Entfernung +der Gwbb. im Sch. verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NIEDERZWEHREN.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen <milestone unit='line' n='10'/> +Vertreter seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen +nach Brand 1552, im Erdgeschoß Reste von +<hi rend="g">Wandmalerei</hi> aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe +Wehrmauer mit Schießscharten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NISCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich 1752. Das <hi rend="g">Altarbild</hi> von <hi rend="italic">Stefano +Torelli</hi>, einst weit und breit berühmt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von <hi rend="italic">J. C. Knöffel</hi>, +im 7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. +<hi rend="g">Deckenmalerei</hi> von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>. Vor dem Mittelbau <milestone unit='line' n='20'/> +2 hübsche <hi rend="g">Sandsteinfiguren</hi>, Schäfer und Schäferin, +von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NÖDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, spgot. um 1500. — <hi rend="g">Grabstein</hi> einer Frau von +Milwitz 1597; ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NOHRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wie Wolkramshausen. <hi rend="g">Glocke</hi> 1. H. 13. Jh. (?) mit +drei figürl. Reliefs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NORDECK.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Die älteren Teile rom. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NORDHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dom</hi> (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde +als Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der +jetzige Bau: Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. — Chor +gestreckt rck. mit plattem Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum <milestone unit='line' n='35'/> +wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden +Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein rippenloses +Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte +2 rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der +Triumphbogen unterspitz mit gerader Leibung. Schmale <milestone unit='line' n='40'/> +spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gewände; an der OWand +zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am +Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.). +Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, +wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den + + +<pb n='306' id='i313.png'/> + +<!-- [P: 306] --> + +Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m Höhe abbrechen; unter +dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des +Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie +sind in drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten +erbaut; die unteren haben im O kleine Kapp. Die geschilderten <milestone unit='line' n='5'/> +Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst von einem +noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann +von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben +mehreren anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der +Quergurte). — Unter dem Chor rom. <hi rend="g">Krypta</hi> aus M. oder <milestone unit='line' n='10'/> +2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl. Hälfte +des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten +Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in +den Unterbau der Türme. — Das gegen M. 14. Jh. völlig +erneuerte, im 15. vollendete (oder überarbeitete?) <hi rend="g">Langhaus</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32 m. +Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. +8eckig mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; +Netzgwbb. etwa A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches +Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl. Ende des <milestone unit='line' n='20'/> +südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht +Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — +<hi rend="g">Hochaltar</hi> mit Statuen aus Holz, 1726. — <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> +1455. — <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. 14. +A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen <milestone unit='line' n='25'/> +Schnitzereien wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden +des Chors 6 <hi rend="g">Steinstatuen</hi>, 3 männliche und 3 weibliche, +in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern +des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die +Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; <milestone unit='line' n='30'/> +von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren +gewöhnt gewesen sein mag; die Körperformen ganz +ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die +Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum +Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters <milestone unit='line' n='35'/> +übereinstimmend). — An der O— und WWand des Lhs. Statuen +des 17. Jh. ohne Wert. — <hi rend="g">Ikon. Grabsteine</hi>: 2 aus +14. Jh., 5 aus 16. Jh. — <hi rend="g">Kreuzgang</hi>, nur geringe Reste, +rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Frauenbergs-K.</hi> (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, <milestone unit='line' n='40'/> +aber im Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. +von <hi rend="italic">Zeller</hi> 1912). Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. +Gr. normal kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden +auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer aus Platte und Schmiege. +Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta. + + +<pb n='307' id='i314.png'/> + +<!-- [P: 307] --> + +— <hi rend="g">Hochaltar</hi>; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte +Inschrift nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, +an den Seiten je 4 Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten +Gruppen; das ornamentale Beiwerk zerstört. +— <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufgestell</hi> 1768. — An der südl. <milestone unit='line' n='5'/> +Außenwand <hi rend="g">Grabstein</hi>, 1370 mit eingeritzter Figur +<hi rend="g">Klostergebäude</hi> verbaut, Kreuzgang abgebrochen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der +Unterbau der turmlosen WFassade einfachst rom. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> +um 1600, wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordhäuser <milestone unit='line' n='10'/> +(später vornehmlich in Magdeburg tätigen) Bildhauers +<hi rend="italic">Christoph Kapup</hi>, erst 1646 zusammengesetzt von <hi rend="italic">Joh. Duck</hi>. +Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. — +<hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufgestell</hi> 1588. — Umfangreiches +<hi rend="g">Marmorepitaph</hi> des Dr. Conrad Frommann † 1683 mit <milestone unit='line' n='15'/> +Relief der Grablegung. — <hi rend="g">Epitaph</hi> der Elisabeth Stromer +† 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde +ohne Bedeutung. — Weitere <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 1664, +1676, 1774. — Bronzene <hi rend="g">Epitaphplatte</hi> von 1577. — +Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. <hi rend="g">Schnitzwerk</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +— 9 <hi rend="g">Kelche</hi>, der älteste 1351, die anderen 15. +bis 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Blasien-K.</hi> Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche +got. Sch. mit gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor +deutet auf bedeutendere Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, <milestone unit='line' n='25'/> +teils Fischblasen); indessen kamen vom Lhs. nur +3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der sprom., +von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau +geschont blieb. <hi rend="g">Hochaltar</hi> und <hi rend="g">Gestühl</hi> 1735. — +<hi rend="g">Kanzel</hi> 1592. An den 6 Brüstungsfeldern <hi rend="g">Reliefs</hi>. — <milestone unit='line' n='30'/> +Reich geschnitztes hölzernes <hi rend="g">Epitaph</hi> des Cyriacus Ernst +1585. — <hi rend="g">Alabastergrabmal</hi> W. v. Eberstein 1700. — +<hi rend="g">Grabgemälde</hi> 1592. — <hi rend="g">Epitaphgemälde</hi> für +Ursula Meienburg von <hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> 1529. — <hi rend="italic">Desgl.</hi> +für Michael Meienburg † 1555, große bedeutende Arbeit von <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi> bez. 1558, Auferweckung des Lazarus unter +Assistenz der Reformatoren und der Familie M. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Petri-K.</hi> Der gerade geschlossene Chor in romanisierender +fr. Gotik. Das Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut +und geflickt. — <hi rend="g">Kanzel</hi> reiche Renss. E. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +— Bronzener <hi rend="g">Taufkessel</hi> 1429; an der Wandung 16 +Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe +Handwerksarbeit bez. <hi rend="italic">Mester Tile</hi>. — <hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> +mit lebensgroßer Figur des Stadtschreibers Joh. +Pfeiffer † 1552. +</p> + + +<pb n='308' id='i315.png'/> + +<!-- [P: 308] --> + +<p> +<hi rend="bold">Altendorfer K</hi>. Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.,</hi> um 1350. Ungewöhnlicher +Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe +platt geschlossen. Nonnenempore Südschiff. Das Ganze +sehr entstellt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Jakobi-K.</hi> 1744 an Stelle eines rom. Baues. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kirchhof S. Cyriaci</hi>. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. +In der Kapelle bmkw. <hi rend="g">gravierte Grabplatten</hi>, +darunter die bedeutendste für die Brüder Segemund 1412; +die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die zwischen +1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben (niederdeutschen? <milestone unit='line' n='10'/> +niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — +[3 andere Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, +sind untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen +der Stadt. Dem Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich +wichtige Reihe gravierter <hi rend="g">Messingplatten</hi> (Gedenktafeln <milestone unit='line' n='15'/> +der Familien v. Urbach und v. Werther) aus E. +14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen +Werkstatt; jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke +aus den Kirchen der Stadt.] +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine <milestone unit='line' n='20'/> +Laube von 6 Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In +den zwei Obergeschossen rck. gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut +1733 und 1883. Einige Gemächer des 17. Jh. erhalten. +— <hi rend="bold">Ratskeller</hi> 1710. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NORDHEIM.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche +innere Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche +<hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> aus 2. H. 16. Jh., die meisten von +der Hand des Meisters <hi rend="italic">I H</hi> (vgl. Meiningen, Bibra, Ellingshausen). +<hi rend="g">Bronzeplatte</hi> für Caspar v. Stein, gegossen <milestone unit='line' n='30'/> +1633 von <hi rend="italic">Georg Werter</hi> aus Coburg. Größere <hi rend="g">Epitaphe</hi> +der Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit +4 Gaden, bez. 1583. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — <hi rend="bold">Häuser</hi> +in geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dorftor</hi> mit Steinschem Wappen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau +wirkungsvoll gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe +mit Laube. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NORDHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar., mit got. Chor. — Schnitzbild der <hi rend="g">Pietas</hi> +um 1500, bei starken Mißgriffen in den Proportionen doch +ein bedeutender Wurf. +</p> + +<p> +Ehem. fürstbischöfl. <hi rend="bold">Amtshaus,</hi> schmucker Renss.-Bau um +1600. An einem anderen Hause <hi rend="g">Steinmadonna</hi> um 1350. +</p> + + +<pb n='309' id='i316.png'/> + +<!-- [P: 309] --> + +<p> +<hi rend='ort'>NORDHEIM V. D. RHÖN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus +1696. Reste der alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes +Architekturbild. +</p> + +<p> +Im Dorfe 2 v. d. Tannsche <hi rend="bold">Schlösser,</hi> das eine, der sog. Judentempel, <milestone unit='line' n='5'/> +im Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von +1640. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Zehenthaus.</hi> Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.</p> +<p> +Reste der alten <hi rend="bold">Befestigung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Sebastians-Kapelle.</hi> Erb. 1636. Gute <hi rend="g">Holzfigur</hi> des <milestone unit='line' n='10'/> +hl. Sebastian A. 16. Jh. Sehr originelle Darstellung des +<hi rend="g">Abendmahls</hi> mit 30 cm hohen Holzfigürchen, M. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NORDSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Cassel. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. +ohne charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest <milestone unit='line' n='15'/> +got., noch M. 13. Jh., die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im +W Nonnenemporen. Der WTurm älter als die K., anscheinend +Wehrbau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NOSCHKOWITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen <milestone unit='line' n='20'/> +spärlich. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster +Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen +Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, <milestone unit='line' n='25'/> +das andere aus fränkischer Tradition. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 +das »alte Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, +wohl von einem Schüler <hi rend="italic">Paul Buchners</hi>; 1667 gründliche +Umgestaltung der ma. Teile. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NOSTIZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt +A. 18. Jh. — v. Zieglersche <hi rend="g">Denkmäler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NÖTHNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. <milestone unit='line' n='35'/> +Der aus der Lebensgeschichte Winckelmanns +bekannte Bibliotheksaal nicht mehr in seiner Gestalt von +damals. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>NOTTLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1521. Der spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> wird zu den <milestone unit='line' n='40'/> +besten des Gebietes gerechnet. +</p> + + +<pb n='310' id='i317.png'/> + +<!-- [P: 310] --> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>O</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>OBBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. +Jh. Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 +bis 1747, in der Richtung <hi rend="italic">Balth. Neumanns</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERAILSFELD.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1760. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERAUFSESS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1690. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERBIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. +rippenloses Kreuzgwb. — Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. — +Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2 Rundtürmen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERBOBRITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und +Dachreiter. — Das 6flügelige <hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. 1521 gehört zu +den bedeutendsten des ganzen Landes, die Gemälde von demselben +liebenswürdigen Freiberger Meister, dem man in Seifersdorf, +Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERCRUMPA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche +Gr. erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau +einer rom. Kreuzkirche. Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern +und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen erhalten. 1751 wurde <milestone unit='line' n='25'/> +die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel versehen, das +Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und +innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERCUNNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete <milestone unit='line' n='30'/> +Emporen. — Die <hi rend="g">Denkmäler</hi> des Kirchhofs mit +Aufwand. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERDÜRRBACH.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBEREICHSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite +mit dem Schiff und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; +aus Umbau 14. Jh. die 3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. +Im bar. Kanzelaltar gute spgot. <hi rend="g">Schnitzbilder</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBEREISENHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Nicht uninteressant die Reste der ehem. <hi rend="bold">Marktbefestigung</hi>, +ein Rundturm bez. 1536. +</p> + + +<pb n='311' id='i318.png'/> + +<!-- [P: 311] --> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERELLEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, +im <hi rend="g">Bogenfeld</hi> Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; +rom. Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). <milestone unit='line' n='5'/> +Obergeschoß in Holzfachwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERESSFELD.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> in spätem Rok. Gleichzeitiges <hi rend="g">Deckenbild</hi> +von <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi> 1777 (vgl. Markershausen). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBEREUERHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +Stattliche <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. +Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Euerburg</hi> (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. +Eingangstür mit korinthischen Säulen und Reliefs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERFLADUNGEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. +<hi rend="g">Kelch</hi> 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere +sauber, mit Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen <milestone unit='line' n='20'/> +gemalten <hi rend="g">Flügelaltars</hi> um 1550, vielleicht von +<hi rend="italic">Andreas Dreßler</hi> in Kamenz. — Charakteristisch zopfige +<hi rend="g">Denkmäler</hi> von guter Qualität. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERGREISLAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon <milestone unit='line' n='25'/> +das Lamm und die Evangelistenzeichen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERGRÜNBERG.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. +Gwb., darüber Turm mit rom. Kuppelfenstern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERHASEL.</hi> Sachsen-Altenburg Kr. Roda. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> vom Saalfelder »Meister der +Baldachine«, trefflich erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERKAUFUNGEN</hi> s. Kaufungen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERKOTZAU.</hi> OFranken BA Hof. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., <milestone unit='line' n='35'/> +im Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — <hi rend="g">Altar</hi> mit +gut geschnitzter Kanzel 1691. Zahlreiche <hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> +meist 2. H. 16. Jh. — <hi rend="bold">Schloß,</hi> großer Komplex, überwiegend +aus 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERLAURINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim, <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. <hi rend="g">Kanzel</hi> +1705, reich mit Reliefs besetzt. 4 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Hutten +und Wetzenhausen, 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERLEINACH.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der + + +<pb n='312' id='i319.png'/> + +<!-- [P: 312] --> + +SSeite schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, +an den Bogenläufen stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche +<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> um 1400, gleichzeitige <hi rend="g">Steinfig</hi>. +am Emporenaufgang. Guter klassizistischer <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERLICHTENAU.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff +1742. Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von +Chr. v. Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch +einige mit Aufwand dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß <milestone unit='line' n='10'/> +um 1730, kleinere Zimmer im fortgeschrittenen Rok. +(rest.). Im modernisierten Park Überreste von Kaskaden- und +Brunnenfigg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERLIND.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. <milestone unit='line' n='15'/> +1455, überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>. — +Von Interesse die wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERLÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend="bold">Bennoschlößchen</hi> um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel +und 2 Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hoflößnitz.</hi> Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung +erhaltene Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise +des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spitzhaus</hi> (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, +rundbg. Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte <milestone unit='line' n='25'/> +Dach mit Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Haus Sorgenfrei</hi> 1786 mit bmkw. Gartenhaus. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Meinholds Weinberg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERMASSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen <milestone unit='line' n='30'/> +auf jon. und korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform +(aus der Schloß-K. zu Meiningen). — Torturm, befestigte +Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; einer bez. 1565. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kapelle</hi> an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem +Wappenschild 1534. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> 1638 (1688?). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> von 1573, 1578, 1595. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dorflinde</hi>. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung, +ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die +Platte vertieften Rundmaßen bez. 1525. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Werrabrücke</hi>, 5jochig, 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERMERZBACH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 +rest.), Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das +figürliche Detail am Chorbogenkämpfer. +</p> + + +<pb n='313' id='i320.png'/> + +<!-- [P: 313] --> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERNBREIT.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K.</hi> 1731. — <hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1696. Altargeräte +augsburgisch 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor +Brandenburger Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Bäckerhaus</hi> des 18. Jh. mit steinernem Verkaufstisch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERNDORF.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe +abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren +Formen (E. 12. Jh.) eine rck. schließende Chorerweiterung, <milestone unit='line' n='10'/> +Ecklisenen und Bogenfries, Teilung durch 1/2 Sll. mit attischen +Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer Landkirche geht +dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung? +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERNEUKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau <milestone unit='line' n='15'/> +(1500 Stände), Ausstattung um 1750. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>: +v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, mehrere v. Haugwitz und +v. Huldenberg 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche <hi rend="g">Bildnisse</hi> der +Frhr. v. Huldenberg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERNSEES.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend="bold">Kap. S. Rupert.</hi> Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum +1080 falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. +Chor und bar. Lhs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERODERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1816 von <hi rend="italic">K. Ch. Eschke</hi>, großer Emporensaal in nüchternstem +Klassizismus. +</p> + +<p> +OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., mächtiger Turm mit 4 Schützenerkern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERPESTERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach +dem 30j. Kriege. — Lebensvoller <hi rend="g">Pastorengrabstein</hi> +1637. Auf dem Kirchhof Gruft der Familie Opitz 1770. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERREICHENBACH.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERREINSBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens +und der Kunstformen 1500-1650. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERROSPHE.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. <milestone unit='line' n='40'/> +Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERROTTENBACH.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1498, Art des <hi rend="g">V. Lendenstreich</hi>. +</p> + + +<pb n='314' id='i321.png'/> + +<!-- [P: 314] --> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERSCHWAPPACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre +aus M. und E. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. +von <hi rend="italic">Joh. Leonhard Dientzenhofer</hi> (?), der Formcharakter nahe <milestone unit='line' n='5'/> +verwandt dem Klst. Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die +langgestreckte Hauptfront gegen den Garten; 16 Fensterachsen; +Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen Proportionen; +3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung kommende +Risalite. Ausgedehnter <hi rend="g">Garten</hi> in 3 Terrassen, <milestone unit='line' n='10'/> +Treppen mit Brunnenbecken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Fürstbischöfl. <hi rend="bold">Jagdschlößchen</hi> (Forstamt) um 1600. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERSEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender <milestone unit='line' n='15'/> +Wirkung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERSTREU.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die +nahezu vollständig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen +Gaden des 16. und 17. Jh. — Reste der <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Bildstock</hi> vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem, +verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERTHERES.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt-Abtei.</hi> Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. +Völliger Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich <milestone unit='line' n='25'/> +von <hi rend="italic">Joh. Greising</hi>, 1809 abgebrochen. Erhalten blieb (als +Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz mit Sandsteingliedern +in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden +Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem. +Verwaltungsgebäude 1696. — <hi rend="g">Rathaus</hi> 1727 und einige <milestone unit='line' n='30'/> +hübsche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi>; über einem Hoftor der Renss. +effektvolle <hi rend="g">Pietasgruppe</hi> des 18. Jh. — Originell aufgebauter +<hi rend="g">Bildstock</hi> 1630. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERWALGERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +Kleine, rohe rom. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERWEIMAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.,</hi> M. 13. Jh.; Umbau 1361; +sehr entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore +auf gewölbter 2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes +hochgot. Portal; im Tympanon Relief des <hi rend="g">Jüngsten <milestone unit='line' n='40'/> +Gerichts.</hi> — <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> des Grafen +Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. +<hi rend="g">Grabstein</hi> des herzogl. Kindes Johann † 1519. — <hi rend="g">Altarbild</hi> +von <hi rend="italic">Cranach d. J.</hi> Reste von frgot. <hi rend="g">Malerei</hi> in den +Fensterleibungen. +</p> + + +<pb n='315' id='i322.png'/> + +<!-- [P: 315] --> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERWIRBACH.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. +Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBERZELL</hi> b. Würzburg s. Zell.</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBHAUSEN S. PETRI.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das +landesübliche rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. +Form der Fenster trägt dem neuen Stil Rechnung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OBSCHITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OCHSENFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat +sich der in der NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker +6geschossiger Aufbau, in den mittleren Etagen mit frgot., in +den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. Die ganze übrige <milestone unit='line' n='15'/> +K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs. 7jochige +Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen +Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine +Basilika beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation +durch Überhöhung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. <milestone unit='line' n='20'/> +mit unverändertem Profil in die Scheidbgg. übergehend, +Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches Maßwerk, +vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne +WEmpore durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der +Hochaltar von 1612, der ähnlich dem in Frickenhausen war. <milestone unit='line' n='25'/> +1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das große +<hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi>. Die Seitenaltäre aus derselben +Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht sehr großes +<hi rend="g">Sakramentstürmchen</hi> 1496. Außerdem <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> +E. 14. Jh. — Bronzenes <hi rend="g">Taufbecken</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +mit reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler +Hinsicht ähnlich dem von <hi rend="italic">Hermann Vischer d. <corr sic='A.'>Ä.</corr></hi> in Wittenberg +von 1457 (der von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> gefertigte Deckel +nicht mehr vorhanden). — <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. 14. Jh. +(Brüstungswände und oberer Abschluß neu). — Auf der <milestone unit='line' n='35'/> +Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 <hi rend="g">Steinstatuen</hi> aus +2. H. 14. Jh. — Bmkw. <hi rend="g">Holzstatue</hi> einer schmerzhaften +Muttergottes, geistreich in Bewegung und Gewandung, bei +sehr verfehlten Proportionen, um 1520. <hi rend="g">Holzstatue</hi> des +h. Nikolaus, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> nahestehend. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +Neben der Kirche <hi rend="bold">Michaelis-Kap.</hi> (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung +1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer <hi rend="italic">Hans Pauer</hi> +war erster Polier bei S. Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige +Anlage, wie sie namentlich in Mitteldeutschland für derartige +Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt mit mehr + + +<pb n='316' id='i323.png'/> + +<!-- [P: 316] --> + +als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und +klar mit fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und +WEmpore. An der Front doppelflügelige Freitreppe und +reiches Portal, im <hi rend="g">Tympanon</hi> Jüngstes Gericht in 2 Streifen. +Auf dem Altar <hi rend="g">Steinmadonna</hi>, seitlich 2 <hi rend="g">Holzstatuen</hi>, <milestone unit='line' n='5'/> +S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle +Arbeiten, von der Würzburger Schule unabhängig. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K.</hi> (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem +Chor von 1499. Im <hi rend="g">Tympanon</hi> des WPortals die +Liebeswerke der h. Elisabeth, um 1450. — <hi rend="g">Spitalhof</hi> mit <milestone unit='line' n='10'/> +hübscher Laube in Holzarchitektur 1551. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kapuziner-K.</hi> 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). <hi rend="g">Altarblätter</hi> +von <hi rend="italic">Onghers</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kap. S. Wolfgang.</hi> Bez. 1463. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> mit nicht +üblem Gemälde 1699. Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1551. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +Die meist starke <hi rend="bold">Befestigung</hi> aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen +Teil erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen +(1567) bestehen noch. Die Mauertürme rund. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, +an der längeren Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Steinmadonna</hi> (1498) an der Ecke — +einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß +Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und +Ratssaal. Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener +Eicheimer. Ortsmuseum. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +Stattliche Beispiele von <hi rend="bold">Amtsgebäuden</hi> aus 1. V. 16. Jh., ehemals +domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. +— Am Marktplatz <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> A. 17. Jh. In der +Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau von 1717. — Auf +dem Markt <hi rend="g">Ziehbrunnen</hi> von 1573. — An der Landstraße <milestone unit='line' n='30'/> +zahlreiche <hi rend="g">Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OCHSENSAAL.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ÖDERAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete +spgot. Anlage; weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven +Emporen zwischen den eingezogenen Strebepfll. Gründlich +überarbeitet 1709-25. — <hi rend="g">Ausstattung</hi> um 1720. — +— <hi rend="g">Orgel</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi> 1727. — <hi rend="g">Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +des Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. — +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> fr. Renss., verändert 1785. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OHRDRUF.</hi> Sachsen-Gotha Amtsstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Michaelis-K.</hi> 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. +Rck. von 27 : 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in + + +<pb n='317' id='i324.png'/> + +<!-- [P: 317] --> + +einer derselben, und zwar an der Langseite, der Altar- und +Kanzelbau; auf der anderen Langseite der Turm. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Trinitatis-K.</hi> 1709. Einfacher Emporensaal. <hi rend="g">Grabstein</hi> +18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1546. — <hi rend="bold">Schloß.</hi> Einfache Fr. Renss. mit guten <milestone unit='line' n='5'/> +Einzelheiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OLBERNHAU.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1639 und 1790. — <hi rend="g">Altargemälde</hi> von <hi rend="italic">J. Finck</hi> +1648. Mehrere wertvolle <hi rend="g">Kelche</hi>, ein Augsburger bez. +<hi rend="italic">A. L.</hi> und ein Freiberger von <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OLDISLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.</hi> bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus +eingebaut) zerstört. — <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OLLENDORF.</hi> Sachsen-Weimar BV Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und bar. — Großer <hi rend="g">Kanzelbau</hi>, die ganze <milestone unit='line' n='15'/> +Breite des Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 +von <hi rend="italic">Valentin Ditmar</hi> aus Erfurt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OELSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., verändert 1654. Rom. Tympanon. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OELSNITZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten +got. Umbauten ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche +hervor. 1888 stark rest. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OEPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="g">Epitaph</hi> des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. +— <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> Hans Wilh. v. Haßberg † 1555. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OPPERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit rom. OTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ORB.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter +polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. +Das Hauptportal auf der NSeite mit massivem Schutzdach +auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an der Sakristei +unter zierlichen Baldachinen zwei <hi rend="g">Statuen</hi>: Schmerzensmann <milestone unit='line' n='35'/> +(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). +Innen <hi rend="g">Grabfigur</hi>, 1354. — <hi rend="g">Heiliges Grab</hi> um 1500. +— Aus derselben Zeit stark übermalte <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. — +Sonstige innere Ausstattung 1683. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ORLAMÜNDE.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne +besonderen Wert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1493, Uhrturm 1670 +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte +Kemnate«, ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der + + +<pb n='318' id='i325.png'/> + +<!-- [P: 318] --> + +Eingang (für Leiter) 10 m über dem Erdboden, in den oberen +Stockwerken kleine rundbg. Fenster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ORTRAND.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, +3sch. Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem <milestone unit='line' n='5'/> +rck. Altarhaus hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. mit Epitaph v. Lüttichau 1548. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSCHATZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten +1443; weitere Brände 1616 und 1842; nach dem letzten von <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="italic">Heideloff</hi> mit Willkür rest. — Hallenkirche von 3 fast gleich +breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender Hauptchor, rückspringende +Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die +Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors +eine als regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. <milestone unit='line' n='15'/> +auf Mittelpfl.; Zugang durch 5 Portale. Am Äußeren +zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen Schmuckes, der +aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2 stattliche +WTürme. — Von der ma. <hi rend="g">Ausstattung</hi> wenig übrig: +3 Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, <milestone unit='line' n='20'/> +Grabdenkmäler der Sp.Renss. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne +die modernen Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. +Saal. In einer dritten Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert +und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen <milestone unit='line' n='25'/> +der Chor nicht mehr in der Mittelachse. Unbedeutender +8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer +<hi rend="g">Taufstein</hi> aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar +und mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — +Die Klst. Gebäude nur aus älteren Abb. bekannt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch +got., auch mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore +im W. Unter den <hi rend="g">Denkmälern</hi> ist das der Susanna +Taucher † 1622, junge Frau mit Wickelkind, eine tüchtige, +lebensvolle Arbeit. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. +die Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, +im Stil des Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brunnen</hi> 1588 von <hi rend="italic">Gregor Richter</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloßruine Osterland</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSCHÄTZCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für +die Epoche nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende <reg orig='Ärm-|lichkeit'>Ärmlichkeit</reg>. +<pb n='319' id='i326.png'/> +<!-- [P: 319] --> +— <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh. Ein <hi rend="g">zweiter</hi>, +besserer, im Stall des Schulhauses. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ÖSLAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse +die Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und <milestone unit='line' n='5'/> +WSeite 2geschossige Empore mit ungewöhnlich reichem, wenn +auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, Holz und Stuck; +die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls +stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit die <hi rend="g">Kanzel</hi>. +<hi rend="g">Chorbänke</hi> um 1700. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhof</hi> 16. Jh. — <hi rend="bold">Herrgottsmühle,</hi> am Mühlwerk Schnitzerei, +bez. 1617. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSSA.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, +A. 13. Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. <milestone unit='line' n='15'/> +mit Säulenportal; die WWand. — <hi rend="g">Ausstattung</hi> 1680. +Verstümmeltes <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1490. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSSLING.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi> +aus 18. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSSMANNSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. +Taufstein, Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSTERBURG.</hi> UFranken BA Neustadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder <milestone unit='line' n='25'/> +deuten auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSTHEIM.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. <hi rend="g">Kanzel</hi> +1727. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1774 mit entsprechendem Gemälde +von <hi rend="italic">Herrlein</hi>. — <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schmerzhafte Kap</hi>. 1675, noch wesentlich got. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSTHEIM V. D. RHÖN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) +mit hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, +zwischen die Säulen der NSeite Emporen eingespannt, Fenster <milestone unit='line' n='35'/> +spitzbg., Turm über dem Altar. Das Äußere einfach, Verputzbau, +bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen ausgeführten +Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An +der SWand ein eigentümliches <hi rend="g">Holzschnitzwerk</hi>: +Szenen aus der Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; <milestone unit='line' n='40'/> +sie sind älter als die um 1738 ausgeführte umrahmende +Sll.Architektur. — Eine Reihe von <hi rend="g">Bildnisgrabsteinen</hi> +<pb n='320' id='i327.png'/> +<!-- [P: 320] --> +in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz +† 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573 als +Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl. +Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und +Anna v. Ostheim; G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein <milestone unit='line' n='5'/> +† 1575, bez. I. H. 1580; weitere Glieder dieser Familie 1638, +1684, 1690. Eigentümlich durch das Material, Gußeisen, die +Platte des Konrad v. Thüngen † 1626. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Befestigter Kirchhof</hi>. In der alten Herrschaft +Henneberg und weiter südl. in den fränkischen Gebieten <milestone unit='line' n='10'/> +kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft vor; hier eine +wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen +und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage +im Ganzen aus 1. H. 15. Jh. +</p> + +<p> +Von den im 17. Jh. genannten 7 <hi rend="g">Adelshöfen</hi> gut erhalten, <milestone unit='line' n='15'/> +der Hansteinsche aus E. 16. Jh. +</p> + +<p> +In der Nähe ein runder <hi rend="bold">Wartturm</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OSTRITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil +des 13. Jh., Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; <milestone unit='line' n='20'/> +bezeichnend dafür das feingegliederte NPortal. Das Lhs. +war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> rck., +im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde +ebenfalls von <hi rend="italic">Leubner</hi> in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem +nördl. Nebenaltar <hi rend="g">Pietas</hi> um 1480. — <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +1609. — Prächtige <hi rend="g">Monstranz</hi> um 1500. — +<hi rend="g">Kelche</hi> des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg und Prag. +— Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh., +hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H. +Dorn v. Dornfeld † 1661. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OTTENDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — +<hi rend="g">Altarwerk</hi> 1591. — <hi rend="bold">Schloß.</hi> Gemengbau 15.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OTTENDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., <hi rend="g">Emporen</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +mit Bildern. Gemalte <hi rend="g">Glasscheiben</hi> bez. +1624. — Im Dorf gute <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OTTENHAUSEN.</hi> RB Erfurt Kr. Weißensee. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von +gleicher Anlage wie die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. <milestone unit='line' n='40'/> +got. Chor. — Ziemlich reicher spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OTTERWISCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche <hi rend="g">Denkmäler</hi> +der Familie von Hirschfeld 1545-1578. +</p> + + +<pb n='321' id='i328.png'/> + +<!-- [P:321] --> + +<p> +<hi rend='ort'>OTTOWIND.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OTTRAU.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche,</hi> zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. +in zwei Absätzen errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem <milestone unit='line' n='5'/> +4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen Holzdecke. In den östl. Ecken +des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene Dienste als Träger +ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor +schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. +Die übrigen neu. — <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> E. 14. Jh. — <milestone unit='line' n='10'/> +Spgot. <hi rend="g">Wandgrab</hi> von ungewöhnlicher Anlage; große, +reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt. +— <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1604, roh. — Bmkw. <hi rend="g">Kanzel</hi> +von 1544, noch in spgot. Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OTZDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. <hi rend="g">Madonna</hi> +aus Holz. Eine <hi rend="g">zweite</hi> desgl. wenig jünger. <hi rend="g">Johannes</hi>, +ebenfalls Holz, 2. H. 13. Jh., Arbeit eines geringen +Handwerkers aus großer Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>OYBIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi> und <hi rend="bold">Kloster</hi>. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. +Erb. um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner +Zeit die beiden Tortürme, die Zwingermauer, die westl. Burgmauer +und Teile des Hauses vor der K.; man erkennt sie +an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. <milestone unit='line' n='25'/> +1319 gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar +an die Krone Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte +rck. Bau am nördl. Felsenrand. 1365 richtete +der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er +mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. <milestone unit='line' n='30'/> +voll. und gew. 1384. 1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, +1681 Felssturz. Aufnutzung als Steinbruch- — <hi rend="g">Kirche</hi>. +Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut erhalten. +Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, +1 gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand <milestone unit='line' n='35'/> +ist aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf +Fensterhöhe zurücktritt. Die NSeite wird durch weitläufige +Substruktionen mit 2geschossiger Galerie gestützt; das obere +Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält +Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen <milestone unit='line' n='40'/> +gehöhlt. Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. +auf gestielten Konsolen. Die Reste des Maßwerkes zeigen +reiche, streng geometrische Muster, die Bogenprofile in der +lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von Prag. +(Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der + + +<pb n='322' id='i329.png'/> + +<!-- [P: 322] --> + +<hi rend="italic">Parler</hi> gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der +Konsolen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Museum</hi> im Burgsaale. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>P</title></head> + +<p> + <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PAHNSTANGEN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm<corr sic='.'></corr>, wie in +diesem Gebiet die Regel, über dem Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PANNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend="bold">Rittergut</hi> 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung <milestone unit='line' n='10'/> +der Wohn- und Wirtschaftsräume. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PAULINZELLA.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald +darauf verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen +und zum Teil abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des <milestone unit='line' n='15'/> +Materials haben sich in den aufrecht gebliebenen Teilen die +Formen gut erhalten und lassen eine der stilkräftigsten +Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen; Ruinenschönheit +und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen +Waldtal vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. <milestone unit='line' n='20'/> +— Gegr. vor 1109. Der bestehende Bau beg. 1112 von den +aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der Weihe 1132 mindestens +die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des +Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause +vollendet etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. <milestone unit='line' n='25'/> +13. Jh. — Die Anlage nach dem »Hirsauer«, d. i. aus +dem burgundischen Cluny herübergenommenen Bauschema: +lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele +Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., +Schluß in 3 parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der <milestone unit='line' n='30'/> +OSeite der Qschiffsflügel, die ihretwegen etwas überhöhtes +Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) in 8 Arkaden. +Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem +Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme +vorbereitet, sind aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer <milestone unit='line' n='35'/> +Merkmale. Dazu als Negatives die Abwesenheit von +Krypta und WChor, welche beiden einer sächs.-thüringischen +Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An Stelle +des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum +der Aufbau als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, <milestone unit='line' n='40'/> +in der Moritz-K. bei Hildesheim, auch hier unter +süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind ganz zerstört, konnten + + +<pb n='323' id='i330.png'/> + +<!-- [P: 323] --> + +aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. Die +Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz +ihrer Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der +Linienführung zu den schönsten der ganzen Stilperiode. +Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die Eckzähne der Kapitelle, <milestone unit='line' n='5'/> +die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims +aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, +die Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch +Herumführung des Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt +das großartige Hauptportal in Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen <milestone unit='line' n='10'/> +Gebiet das erste große Sll.-Portal; je 4 schlanke +Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die Bogenläufe in +straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich +wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand +gleichzeitig entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. <milestone unit='line' n='15'/> +1160-70. Über dem Mauermassiv des Portals eine Empore +(ausgesparte Wendeltreppe). Die mit der Wand bündigen +Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im ersten +Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt +war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale <milestone unit='line' n='20'/> +Vorkirche gemacht. Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen +Gliederung (vgl. Talbürgeln und Petersberg b. Erfurt). +— Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom. Steinbau +mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses eingebaute) +Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der <milestone unit='line' n='25'/> +Tonsur. — Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PEGAU.</hi> K. Sachsen AH Borna.</p> +<p> +<hi rend="bold">Laurentius-K.</hi> Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der +schmucklose, zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., +16. und 19. Jh. erneuert. — <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. — <hi rend="g">Grabmal</hi> +des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen +Klst.-K., eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. +Genauere Entstehungszeit schwer festzustellen, etwa zwischen +1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh., also Idealporträt. Die <milestone unit='line' n='35'/> +1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des Kissens +unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch +sich über das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur +mit Rankenornament gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen +(durch Glasfüsse dargestellt) besetzter Leibrock, roter <milestone unit='line' n='40'/> +pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes Lockenhaar. +Material: Sandstein mit Bemalungsresten. — Bibliothek mit +bmkw. Handschriften und frühen Drucken. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> erbaut 1559 nach den Plänen von <hi rend='italic'>Hieronymus Lotter</hi>, +die Anlage ähnlich dessen Leipziger Rathaus. +</p> + + +<pb n='324' id='i331.png'/> + +<!-- [P: 324] --> + +<p> +<hi rend='ort'>PEGNITZ.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte +Schnitzereien.« +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PEISSEN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PENIG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Bergkirche.</hi> Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m) +1sch. Anlage mit 7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt; +beabsichtigt war eine Halle mit sehr schmalen Sschiffen und +vielleicht auch massiver Empore ähnlich Schneeberg. An <milestone unit='line' n='10'/> +der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der +K. nicht in Verband ausgeführter Turm. — Großer und +prächtiger <hi rend="g">Steinaltar</hi> 1564 von <hi rend="italic">Christoph Walther</hi> (gest. +von Wolf v. Schönburg), Architektur in korrekter ital. HochRenss., +große Menge von Alabasterreliefs, protestantisches <milestone unit='line' n='15'/> +Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. — <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> +mit alabasterner Marienfigur 1660. — <hi rend="g">Taufstein</hi> +1609 vom Meister von Seyda (<hi rend="italic">Ulrich Eckhardt</hi>) +<hi rend="g">Kanzel</hi> 1607 von <hi rend="italic">Nik. Schwarz</hi>. Hinter dem Altar +<hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt <milestone unit='line' n='20'/> +der <hi rend="italic">Lorenz</hi> zu Freiberg. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> +eines Altaristen 1517. Über der Sakristeitür <hi rend="g">Bronzeplatte</hi> +1530. Bmkw. <hi rend="g">Lutherbildnis</hi> von 1521 +(<hi rend="italic">Cranach</hi>?). <hi rend="g">Reliefbildnis</hi> Luthers aus Papierteig, vielleicht +nach der Form <hi rend="italic">Alberts v. Soest</hi>. — Die Kapelle der <milestone unit='line' n='25'/> +NSeite enthielt früher Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig, +jetzt der von Schönburg. Schönes <hi rend="g">Leichenschild</hi> +des letzten Leisnigers † 1538. <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> +Ph. v. Hassenstein † 1557. <hi rend="g">Sandsteinplatte</hi> der +Gräfin Agnes mit deren Relieffigur und den Wappen von <milestone unit='line' n='30'/> +Leisnig und Mansfeld. Großes <hi rend="g">Renss.Epitaph</hi> für +Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. <hi rend="italic">Samuel Lorentz</hi>. +<hi rend="g">Epitaph</hi> Ch. H. v. Sch. 1607 bez. <hi rend="italic">Uriel Lorentz</hi>. Beschädigte +<hi rend="g">Sandsteinfig</hi>. des sitzenden Christkindes, (von +einer Madonnenstatue) E. 12. Jh. <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1510. Interessante <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Prozessionsfahnen</hi>. Auf dem Kirchhof +<hi rend="g">Erbbegräbnisse</hi> der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener +Georgenbaues. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +Vorstadtkirche <hi rend="bold">Altpenig</hi>. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis +und ein schönes Portal, E. 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PETERSBERG B. ERFURT.</hi> Prov. Sachsen.</p> +<p> +<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.-K</hi>. Brände der älteren K. 1069, 1080, +Neubau der bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders + + +<pb n='325' id='i332.png'/> + +<!-- [P: 325] --> + +<hi rend="italic">Ditmar</hi> 1103, als ältester Bau der »Hirsauer Schule« in +Thüringen. Weihung der östl. Teile 1109, Brandschaden 1142, +Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe 1147. +Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende +Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, <milestone unit='line' n='5'/> +bis auf den Brand bei der Beschießung 1813; worauf +1816-18 die Obermauern des Msch. und Qsch., sowie die +Türme abgetragen und die Kirche als Militärmagazin eingerichtet +wurde. Durch Größe und technische Vollkommenheit +neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau Thüringens <milestone unit='line' n='10'/> +aus der Zeit des reifen rom. Stils. — Flachgedeckte +Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer +Schema. Dahin gehört auch die starke Streckung der +Längsachse (79 m) d. i. etwas mehr als das sechsfache der +Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von schmalen Nebenchören, <milestone unit='line' n='15'/> +mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung, +zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. +An das östl. Ende der Nebenchöre schließen sich Türme, +deren Erdgeschoß sich gegen jene als Kap. öffnet; der Hauptchor +um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine gerade Abschlußlinie <milestone unit='line' n='20'/> +gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis +vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel +des Qsch. etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je +einer 1/2 kr. Apsis eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, +in der Grundrißstellung mit sorgfältig durchgeführtem quadr. <milestone unit='line' n='25'/> +Schematismus. Die beiden östl. Arkaden des Lhs. waren +zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche +der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne); +außer durch zu vermutende Schranken war die Grenze durch +stärkere Bildung der Pfll. bezeichnet; über ihnen im Hochschiff <milestone unit='line' n='30'/> +ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg. Dieser Teil der +Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der Tonne +gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: +sie bildete eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren +im Gr. etwas über die Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. <milestone unit='line' n='35'/> +Sonach bleiben für das Laienschiff 7 Arkaden. Die Pfll. +dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken Halbsll. +besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite +des Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen +Ecksporen; einfache Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer <milestone unit='line' n='40'/> +nach attischem Profil; gegliederte Archivolten; Gurtgesims +mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese Eigentümlichkeiten +die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln, +Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten +rippenlosen Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. + + +<pb n='326' id='i333.png'/> + +<!-- [P: 326] --> + +— Das Äußere erhält durch sein vollendet schön behandeltes +Großquaderwerk (eine Errungenschaft der Hirsauer Schule +aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und +zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale +Würde. Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse <milestone unit='line' n='5'/> +nur die O und SSeite, die letztere am besten +erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren Abschnitt (etwa 2/5) +gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus dem +sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und +Würfelkaptt. erheben; besonders energisch empfunden und <milestone unit='line' n='10'/> +mit größter technischer Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß +durch Schachbrettfries und stark schattendes Gesims, +darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe Gliederung +wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert +um das Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch <milestone unit='line' n='15'/> +die Gliederung der Apsiden — ein nach den ma. Baugewohnheiten +ungewöhnlich strenges Gleichmaß. Ungewiß bleibt +die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie schon in +spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der +Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am <milestone unit='line' n='20'/> +SKreuz ist am Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die +Verbindung der Umrahmung mit dem Sockel im Sinne der +Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die OstTürme +zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den +zwei Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. <milestone unit='line' n='25'/> +Die jetzt ganz beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst +Kreuzgang neugebaut 1463-80; Obergeschosse Fachwerk. +— Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> war in der letzten Zeit des Klst. +barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine) +nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte <milestone unit='line' n='30'/> +Grabstein des Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. +Jh. und am Ort ein <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> außen neben +dem SPortal, dem Meister des Severisarkophages nahe stehend, +2. H. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PETERSBERG B. FULDA.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K</hi>. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem +Basalt und hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich +architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau +von 837 die Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen +Kappen. Marmormensen mit Weihinschriften des Rhabanus <milestone unit='line' n='40'/> +Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen Conchen. Im +Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh. +eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen, +schlicht, fast roh ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht +näher zu bestimmender Zeit; 1479 1sch. umgebaut. <reg orig='Acht-|eckiger'>Achteckiger</reg> +<pb n='327' id='i334.png'/> +<!-- [P: 327] --> +Vierungsturm 12. Jh. — Rom. <hi rend="g">Steinreliefs</hi>: +Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht so +alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PETERSBERG B. HALLE.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.</p> +<p> +<hi rend="bold">Benediktiner-Klst</hi>. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor <milestone unit='line' n='5'/> +und Qsch. unter Abt Eckehard 1184. — Kreuzf. Basilika nach +dem Hirsauer Schema. Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne +Apsiden; anscheinend vor ihnen ausgeführt die Apsidiole am +nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt. Die Nebenchöre +mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern <milestone unit='line' n='10'/> +sind später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch +diesen Umbau die Hochfenster des Hauptchors verdunkelt +und alle 3 Chorschiffe nach außen unter einen einzigen kolossalen +Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem rom. Stil sonst fremde +Gestaltung. — Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend schmalem <milestone unit='line' n='15'/> +Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der +WBau erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem +Gr. und endet in ein Satteldach. Nach innen öffnete +er sich mit Empore. — Außen die älteren WTeile sehr formenarm, +die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende Rest. <milestone unit='line' n='20'/> +von <hi rend="italic">Quast</hi> 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal +des NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil +fortsetzt (hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren, +Maria mit Engeln. Ein zweites hat am Gewände je +3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die Türöffnung von <milestone unit='line' n='25'/> +Perlstab umsäumt. — Im 13. Jh. erhielt die K. ein großartiges +<hi rend="g">Denkmal</hi> der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus +Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen +sein (?); die 1567 hergestellten Nachbildungen in Sandstein, +an sich geringwertig, zeigen in der Tracht und Haltung wohl <milestone unit='line' n='30'/> +ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. — Am <hi rend="g">Konventsgebäude</hi> +schöne Details aus A. 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PETTSTÄDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; +Spuren einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. <milestone unit='line' n='35'/> +— <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> und <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, auf +den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PFAFFENDORF.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter +Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PFAFFRODA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1645 erneuert, architekturlos. — <hi rend="g">Taufstein</hi>, am +Fuße 4 der im Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf +den Köpfen, 1655. +</p> + + +<pb n='328' id='i335.png'/> + +<!-- [P: 328] --> + +<p> +<hi rend='ort'>PFARRWEISACH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. +Chor; spitze Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. +<hi rend="g">Epitaphien</hi> der Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein +(1504, 1506, 1507 und 1530). <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PFERDINGSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. — Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, die <hi rend="g">Gemälde</hi> +»interessant«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PFORTA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta</hi> gegr. 1136, seit 1543 <milestone unit='line' n='10'/> +Sitz der berühmten Schule. — Der künstlerische Charakter des +Kirchengebäudes wird wesentlich bestimmt durch den 1251 +(Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268 (I.) der Chor vollendet; +Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis auf den östl. +und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund <milestone unit='line' n='15'/> +gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung +anzusetzen; also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß +für Deutschland das älteste Beispiel einer Cistercienser-K. von +schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf. Basilika mit stark gestrecktem +Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite des Qsch. <milestone unit='line' n='20'/> +Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt +sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den +gleichzeitigen Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist +die älteste Fassung des Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte +stützenwechselnde Basilika von 4 Doppeljochen, das <milestone unit='line' n='25'/> +letzte Joch im O zum Chor gezogen und voraussetzlich durch +eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff abgeschlossen. Erhalten +haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je eine +Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich +niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die <milestone unit='line' n='30'/> +ganz schlichten Profile der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf +75 m. — Der got. Umbau begann nach M. 13. Jh. mit der Einwölbung +des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich, romanische +Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen; +nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +niedriger angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal +überarbeitet. — <hi rend="g">Chor</hi>. Inschr. am südöstl. Strebepfl. +nennt das Jahr der Grundsteinlegung 1251. Anlage und Ausführung +zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des Jahrhunderts. +Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. <milestone unit='line' n='40'/> +Im Gr. ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß. +Das Erdgeschoß, (4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine +Folge vom Sitznischen, Piscinen und Wandschränken. Das +Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der 2 m starken Sockelmauer +ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren + + +<pb n='329' id='i336.png'/> + +<!-- [P: 329] --> + +Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln +keilförmig verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, +im geraden Teil 4teilig (Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m +breit). Maßwerk aus Dreipässen, schon mit Nasen; an Kaptt. +und Schlußsteinen reiches naturalistisches Laubwerk. Schulcharakter <milestone unit='line' n='5'/> +mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System +im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die +über den alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen +(S. Trinitatis und S. Margarethe) und über diesen ist +die Fensteröffnung als reich gemusterte Rose gestaltet. — <milestone unit='line' n='10'/> +Im Gegensatz zum vornehm formenreichen Charakter des +Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche +gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die +Strebepfll. ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims +ohne Laubfries. — Verhältnismäßig unerfreulich wirkt <milestone unit='line' n='15'/> +das <hi rend="g">Langhaus</hi>; Altes und Neues sind im Umbau ungeschickt +verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte +Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten +mit der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze +höhere Kämpfer hat als die Hauptstütze, woraus für die <milestone unit='line' n='20'/> +Arkadenbögen ungleiche Schenkel entstehen. Erst das Hochschiff +gewinnt reinere Formen in Anlehnung an diejenigen des +Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf +Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung +durch offene Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). <milestone unit='line' n='25'/> +Das äußere System hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von +Wandpfll. direkt gegen die Mauer stoßen. Die Strebepfll. am +Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren gebundenen +Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung +um 2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. <milestone unit='line' n='30'/> +um das Qsch. — Die, wie immer bei den Cisterciensern, turmlose +WFassade hat außerdem das Eigentümliche, daß sie allein +auf das Msch. komponiert ist, während die Sschiffsfronten zurückspringen +und durch wagerechten Abschluß mit abgewalmtem +Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche <milestone unit='line' n='35'/> +Fassade ist also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt +zwischen 2 weit vorspringende Strebepfll., horizontal +geteilt in 3 jedesmal zurückspringende Stockwerke: zu unterst +großer Nischenvorbau, in dessen Hintergrund das an sich einfache +Portal und über diesem an der Wand eine Statuengruppe; <milestone unit='line' n='40'/> +im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu oberst +vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische +mit reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle +Idee! Aber um sie überzeugend auszugestalten, reichte die +künstlerische Kraft des Meisters nicht hin (von den Einzelheiten + + +<pb n='330' id='i337.png'/> + +<!-- [P: 330] --> + +Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). Völlig ungenügend +waren dann die Hände, denen die Ausführung des Statuenschmuckes, +der in der Gesamtkomposition eine so wichtige +Rolle spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend +deutlich, daß der große Naumburger Meister keine Schule <milestone unit='line' n='5'/> +hinterlassen hatte. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. Spärlich erhalten; bedeutender +nur der prächtige Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot. +Mensa des Hochaltars. Unter den <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> +das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v. Meißen <milestone unit='line' n='10'/> +† 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig +wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; +an den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß, +in den 14 Nischen das leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, +Querfurt); das Werk läßt hohe Tüchtigkeit der Ausführung <milestone unit='line' n='15'/> +ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen Grabsteinen +fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters Heinrich +Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger +Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und +der eines »bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus <milestone unit='line' n='20'/> +1. H. 14. Jh. (3. Pfl. der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von +Magisterdenkmälern. — Sonst zu beachten: Christuskopf aus +Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom. Triumphkreuzes; +got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt; +Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas <milestone unit='line' n='25'/> +aus Stein (Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger +Typus vermuten. Bronzener Schmerzensmann aus der letzten +Klosterzeit. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Klausur</hi>. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser +Fall, auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der <milestone unit='line' n='30'/> +Zeit völlig entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. +Die nördl., südl. und westl. Front vom rom. Bau, wenn +auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. und Bgg. umschlossen +eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden auf +Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene <milestone unit='line' n='35'/> +Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, +ungewölbt. Das Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu +erkennen, aber ohne ältere Kunstformen. — Die <hi rend="g">Abtwohnung</hi> +lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß des +späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die <hi rend="g">Abtskapelle</hi>, <milestone unit='line' n='40'/> +eine der feinsten Leistungen des Übergangsstils in +Deutschland; um 1230-40 von einem Meister der Maulbronn-Magdeburger +Schule, Ornament mehr thüringisch. +Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler +(5/10) Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden +<pb n='331' id='i338.png'/> +<!-- [P: 331] --> +ein reicher Apparat gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke +Betonung des Anlaufs und somit der Entwicklung der reichen +Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die Fenster gepaart, +bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe durch +Okulus. — Aus rom. Zeit noch die <hi rend='g'>Klostermühle</hi>, <milestone unit='line' n='5'/> +wenn auch stark verändert. — <hi rend='g'>Friedhofslaterne</hi> südöstl. +vom Chor, gestiftet 1268, archäologisch eine große Merkwürdigkeit. — +<hi rend='g'>Betsäule</hi> 1521, das Bildwerk stark verwittert. — +In der Schulbibliothek <hi rend='g'>Bilderhandschr.</hi> +(Augustin) des sp. 12. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PFÜNDHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und +Inneneinrichtung gleichzeitig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PFÜTZENTAL.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PHILIPPSTAL.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld. +</p><p> +Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.</hi> gegr. 1190. Der vorhandene +Bau aus dieser Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos. +Die Ssch. schließen mit 1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem +Triumphbg., jenseits dessen der quadr. Vorchor und große <milestone unit='line' n='20'/> +3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem ganzen Chor!) +kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. +6 gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt; +Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme +und zwischen ihnen Empore. An der Hauptapsis lebhafte <milestone unit='line' n='25'/> +Gliederung durch Lisenen und Halbsll. in 3 sich stark verjüngenden +Geschossen. — In got. und neuerer Zeit das alte +Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. — In der westl. Vorhalle +landgräfliche Familiengruft 1743. — Die Klostergebäude zu +landgräfl. <hi rend="bold">Schloß</hi> umgebaut. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PILGRAMSREUTH.</hi> OFranken BA Rehau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt. +<hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi> spgot. <hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1710. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PILLNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Bergkirche</hi> 1723 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, einfaches Rck. mit Flachdecke <milestone unit='line' n='35'/> +und Emporen; <hi rend='g'>Altarbau</hi> aus Sandstein mit großem +Relief um 1650, das Ornament in sog. Knorpelmanier; großes +<hi rend="g">Epitaph</hi> eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh., Schule des +<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>; <hi rend='g'>Grabstein</hi> v. Loß 1609; <hi rend='g'>Grabstein</hi> +eines Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Gedenktafel</hi> für Sophie v. Bünau 1640. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Der <hi rend='g'>alte Bau</hi> (1610-33) brannte 1818 ab. <hi rend='g'>Wasserpalais</hi> +(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken +1720 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> und <hi rend='italic'>Longuelune</hi>; das als große Hohlkehle +gebildete Gesims und die über den Mittel- und Eck-<pb +n='332' id='i339.png'/><!-- [P: 332] -->Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit phantastischen +Schornsteinen sollen exotisch wirken. — Eine symmetrische +Wiederholung das <hi rend="g">Bergpalais</hi> 1723. — <hi rend="g">Flügelbauten</hi> +1788-91 von <hi rend="italic">Exner</hi> und <hi rend="italic">Weinlig</hi>. — Das <hi rend="g">neue Palais</hi> +1818-26. — Die <hi rend="g">Orangerie</hi> nach 1731, wahrscheinlich <milestone unit='line' n='5'/> +von <hi rend="italic">Longuelune</hi>. — Der <hi rend="g">englische Pavillon</hi> (im englischen +Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art +<hi rend="italic">Weinligs</hi>. Daneben Statue einer Vestalin 1781 von <hi rend="italic">Trippel</hi>. +— <hi rend="g">Chinesischer Pavillon</hi> 1804. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PINZBERG.</hi> OFranken BA Forchheim. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. +Der Kirchhof umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der +untere got., oben bar. Glockenturm dient als Tor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PIRNA.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> Schon die vorangehende K. war bedeutend; <milestone unit='line' n='15'/> +die Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem +1466 begonnenen Neubau der unregelmäßig in die SWEcke +eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546. — Hallenkirche +mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen +gerade mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des <milestone unit='line' n='20'/> +8Ecks. Der 47 m lange Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite +25 m, die Ssch. wenig schmäler als das Msch., H. 18 m. +Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die 8eckigen +Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule +zum Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung <milestone unit='line' n='25'/> +der Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt; +Grundform des Gwb. 1/2kr. Tonne mit Stichkappen, +darauf einmaschiges Rippennetz im Msch., Sterne in den +Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz +abgelöst und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene <milestone unit='line' n='30'/> +Reihungen«) gebracht, etwa an Hobelspäne erinnernd; die +tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als Baumstämme charakterisiert; +»wilde Männer« klettern an ihnen empor; die +Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern +des Lhs. befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). <milestone unit='line' n='35'/> +Fenster hoch, schmal, mit abgeflachtem Spitzbg. +geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als Beispiel +spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An +der NSeite Renss.Emporen von 1570. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Altarwerk</hi> aus Sandstein 1611 von <hi rend="italic">David Schwenke</hi>, Skulpturen <milestone unit='line' n='40'/> +von <hi rend="italic">Antonius v. Saalhausen</hi>; 10 m hoch, 5 m br., ursp. +reich in Farbe und Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl +zwischen Geburt und Kreuzigung; in der Mitte des Hauptgeschosses +Sintflut und Auferstehung des Herrn, seitlich Jakobsleiter +und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des <reg orig='Ober-|geschosses'>Obergeschosses</reg> +<pb n='333' id='i340.png'/> +<!-- [P: 333] --> +die Geschichten des Jonas und Simson, in dem +Hauptfeld Christi Himmelfahrt. — <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Sandstein +1543 verkünstelt spgot., Schalldeckel 1576. — <hi rend="g">Taufstein</hi> +1561, Fuß 1802 (der alte zeigte Kindergruppen wie in Annaberg). +— Unter den zahlreichen <hi rend="g">Grabsteinen</hi> und <hi rend="g">Epitaphen</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf +1585; M. L. Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders +Sup. Kademann 1607, höchst lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung +nüchtern. Unter den Grabsteinen an der Außenwand +hervorzuheben H. W. v. Schönberg † 1645. — <hi rend="g">Epitaphgemälde</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +von <hi rend='italic'>H. Göding d. Ä.</hi> [<hi rend="g">Antependium</hi> +aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt Altert. Ver. Dresden.] — +An den Gwbb. großer <hi rend='g'>Gemäldezyklus</hi> aus M. 16. Jh., +»ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und +Seltenheit«. — <hi rend='g'>Orgel</hi> 16. Jh., verändert 1678. — <hi rend='g'>Glocke</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +2. H. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dominikaner-Klst.</hi> Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die +K. Rck. 35 : 12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen +(zerstört). Im Schiff 8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit, +Kreuzrippengwbb. auf reich skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), <milestone unit='line' n='20'/> +der Kämpferpunkt an den Pfll. selbst nicht betont. +Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke angefügte +Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige +Kapitelhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; <milestone unit='line' n='25'/> +aus der ersten Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Privathäuser.</hi> Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte +Sachsens vom Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. <hi rend='g'>Spätgotisches</hi> +z. B. Markt 3 und 46, Dohnaische Str. 24, <milestone unit='line' n='30'/> +Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. — Aus <hi rend='g'>Renss.</hi> +besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in +den Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit +dem Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, +Schuhgasse 15, Markt 12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues <milestone unit='line' n='35'/> +am Dresdener Schloß; Ecke Barbiergasse und Dohnaische +Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, Schustergasse 4; Obere +Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, Schustergasse 2 von +1676. <hi rend='g'>Rokoko</hi>: Langestr. 10, Badergasse 5. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Sonnenstein</hi>, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten <milestone unit='line' n='40'/> +kaum etwas erkennbar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PLASSENBURG B. KULMBACH.</hi> OFranken.</p> +<p> +Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, <hi rend='italic'>Caspar Vischer</hi> +unter Mitwirkung der Württemberger <hi rend='italic'>Alberlin Tretsch</hi> und +<hi rend='italic'>Blasius Berwart</hi>. Hauptbauzeit 1559-1569. Die berühmten + + +<pb n='334' id='i341.png'/> + +<!-- [P: 334] --> + +Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das meiste +künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof +Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, +im mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian +zu Roß; Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten <milestone unit='line' n='5'/> +Dekorationsstücke der ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. +Die großartige Wirkung der letzteren beruht auf +dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen Erdgeschosses +und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an +den Flächen über und über mit Flachreliefornament bedeckten <milestone unit='line' n='10'/> +Obergeschosse; abweichend der NFlügel, der ehemals den +großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme mit den zur Kommunikation +unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache +Massen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>FLAUE.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Liebfrauen-K.</hi> mit rom. Resten. Ruine <hi rend="bold">Ehrenburg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PLAUEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das +einfache WPortal und die kleine Sakramentsnische. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PLAUEN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Johannis-K.</hi> Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und +die OWand des Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. +Hallenkirche im Stil der K. von Annaberg, Schneeberg usw., +doch unbedeutender als diese, stark rest. nach Brand 1548. — +In die <hi rend="g">Superintendentur</hi> eingebaut die Reste des <milestone unit='line' n='25'/> +Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld +der älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck +mit polygonem Chor und vorspringendem Turm im W, innen +Emporen und Holzdecke. — Kleiner 4flügeliger <hi rend="g">Altar</hi> aus der <milestone unit='line' n='30'/> +Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von <hi rend="italic">Valentin +Silbermann</hi>, die feinen figürlichen Reliefs um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold +v. Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie +die Schlösser in Sachsenburg und Netzschkau (<hi rend="italic">Hans Reinhart</hi>). <milestone unit='line' n='35'/> +Der breite Backsteingiebel nach Brand 1548, gegliedert +durch 5 nach der Höhe wachsende Pilasterordnungen, Eckfüllungen +in Wellenlinien. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PLÖSSNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. <milestone unit='line' n='40'/> +OTurm, darunter Altarhaus und 1/2 kr. Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PÖDELISL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten +Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. +ziemlich reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht + + +<pb n='335' id='i342.png'/> + +<!-- [P: 335] --> + +bar. Schiff. — <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> bez. <hi rend='italic'>H F</hi> und <hi rend='italic'>Pflugschar</hi> +(derselbe Meister in Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz +in Naumburg). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PODELWITZ.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, <milestone unit='line' n='5'/> +aber im 19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und +dadurch von einem leider nicht mehr oft anzutreffenden +Stimmungswert des Ensembles. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PÖHL.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte +Halle. <hi rend='g'>Gemäldesammlung</hi>. Bmkw. ein reicher +Rahmen von <hi rend='italic'>J. H. Böhm.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POLENZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von <milestone unit='line' n='15'/> +Flur und Treppenhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POLLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in +Würfelform. Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POMMERSFELDEN.</hi> OFranken BA Höchstadt <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische <hi rend='g'>Grabsteine</hi> +1543-1685. Einer um 1560 von <hi rend='italic'>Peter Dell d. J.</hi></p> +<p> +<hi rend="bold">Altes Schloß</hi>. Wasserburg des 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neues Schloß Weißenstein</hi>. 1711 bis 1718 für Lothar Franz +v. Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. <milestone unit='line' n='25'/> +Entwurf von <hi rend='italic'>M. v. Welsch</hi> in Mainz, Ausführung von <hi rend='italic'>Joh. +Dientzenhofer</hi> in Bamberg. Nach Größe und Wert einer der +vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant +für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts +Marquardsburg). Gr. in Tricliniumform; nach der anderen <milestone unit='line' n='30'/> +Seite umgrenzt den großen Hof der Halbkreis der Stallungsgebäude. +Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch einen +beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau +durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An +der Gartenfront 27 Achsen, an den Flügelfronten 15. Der <milestone unit='line' n='35'/> +Aufbau in 3 differenzierten Geschossen. Die tragenden +Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je nach der Bedeutung +des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach. +Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und +der Festsaal, beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='g'>Treppenhaus</hi> war, bevor die Neumannschen Schloßbauten +es überboten, das großartigste in Deutschland und +wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat +sich näherndes Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen +umgeben; die im freien Mittelraum in 2 Läufen sich + + +<pb n='336' id='i343.png'/> + +<!-- [P:336] --> + +entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten Obergeschoß; +zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt +zum obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende +Gang zu einem kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, +aus dem man in den Festsaal gelangt. Dieser geht durch <milestone unit='line' n='5'/> +beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, als Grotte charakterisierter +Gartensaal. Im <hi rend="g">Festsaal</hi> ein schwerer, zugleich +unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen; +das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; +eine sehr große, durch Stuck und Malerei in heftige <milestone unit='line' n='10'/> +Bewegung versetzte Kehle führt zum freskierten Spiegel über. +Unter den übrigen Räumen ist das Vorhandensein einer Galerie +für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren Gemächer haben +viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten) +verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen <milestone unit='line' n='15'/> +Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. — +Der prächtige im Zirkel laufende Marstall 1717 von <hi rend="italic">Welsch</hi>. Für +andere Nebengebäude <hi rend="italic">B. Neumann</hi> zu Rate gezogen. — Sehr +bedeutend waren die Gartenanlagen; sie sind A. 19. Jh. »englisch« +umgearbeitet. — Die große, früher über Deutschland <milestone unit='line' n='20'/> +hinaus berühmte <hi rend="g">Gemäldegalerie</hi> hat M. 19. Jh. ihre +wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer +beachtenswert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POMSSEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. — Die Ausstattung, renss, und bar., <milestone unit='line' n='25'/> +gibt ein malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für +sich bmkw. Großes <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> der Familie +v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler dieser Familie bis 1725. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PONICKAU.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm <milestone unit='line' n='30'/> +von 1726. — <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, geschnitzt und gemalt, A. +16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PONITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. — +Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> 1574, stattliche Außenerscheinung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PORSTENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche +Baugruppe meist aus 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POSA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Die Nachgrabungen von 1875 und +1899 ergaben für den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle +genau übereinstimmende Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). +Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt mit Talbürgel. WTürme +durch Merians Stich bezeugt. +</p> + + +<pb n='337' id='i344.png'/> + +<!-- [P: 337] --> + +<p> +Am WAbhang des Berges rom. <hi rend="g">Palas</hi>, von den Rundbogenfenstern +nur eines unvermauert, mit schöner Mittelsäule. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POSSENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige +Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig <milestone unit='line' n='5'/> +gezierten Schlußsteine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PÖSSNECK.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe +beraubt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1443, Erweiterungen 1449<corr sic='.'>,</corr> 1531. Stattliche Anlage <milestone unit='line' n='10'/> +in eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik +und früher Renss. (A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck +der Fassade die in glücklichem Wurf unsymmetrisch an die +Seite geschobene Freitreppe; über den Treppenläufen offene +Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel, staffelförmig <milestone unit='line' n='15'/> +ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die +beiden großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln +4 Streifen von Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner +gardinenförmig geschlossener Blendbögen. Im Innern hat +sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst aber wenig von <milestone unit='line' n='20'/> +älteren Kunstformen erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal +von 1565 noch ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; +andere Portale Haus Fischer am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; +Krautgasse ao. 1564. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1522 mit der Statue des hl. Mauritius. +</p> + +<p> +Bmkw. <hi rend="bold">Friedhof</hi> mit K. und vielen Denkmälern des 17. und +18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POSTERSTEIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und 17. bis 18. Jh. — Bmkw. die reich geschnitzte <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="g">Herrschaftsempore</hi> 1689 und der <hi rend="g">Altaraufbau </hi> +aus derselben Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich +16. Jh., umlagert einen großen ma. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PÖTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. +— Bmkw. spgot. <hi rend="g">Schreinaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>POTTENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?) +Formen erhielt«, Ausstattung bar. — <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PREDEL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche +Turm Fr.Renss. — <hi rend="g">Schreinaltar</hi> um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PRESSECK.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., Sch. bar. +</p> + + +<pb n='338' id='i345.png'/> + +<!-- [P: 338] --> + +<p> +<hi rend='ort'>PRETTIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von +3 Gewölbejochen. — Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500, +nordwestdeutsch, oder niederländisch, 1614 von der Kurfürstin +Hedwig, einer dänischen Prinzessin, geschenkt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> +<p>Runder got. <hi rend="bold">Torturm</hi> in Backstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PRETZFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 18. Jh. unbedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 16. Jh. auf ma. Grundlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PRETZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. — <hi rend="g">Altar</hi> 1652 +von <hi rend="italic">J. G. Kretschmer</hi> aus Dresden. <hi rend="g">Gemälde</hi>, Kreuzigung, +von <hi rend="italic">D. Heuer</hi> aus Leipzig. <hi rend="g">Grabmal</hi> der Königin Eberhardine. +Arnimsche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 18. Jh. Außen am Turm +Rittergrabstein 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1634. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PRICHSENSTADT.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Ein altfränkisches <hi rend="bold">Stadtbild</hi>, an dem man, wenn sich die Gelegenheit +bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer +Weiher. Fast der ganze Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. <milestone unit='line' n='20'/> +Charaktervolle Torgruppe mit 2 runden Flankentürmen, +in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen +großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem +sprenss. Dachwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne <milestone unit='line' n='25'/> +Interesse, doch enthält sie eine originelle bemalte <hi rend="g">Steinkanzel</hi> +des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PRIESSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack +niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders <milestone unit='line' n='30'/> +die herrschaftlichen Betstuben. Die <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Johann +de Perre</hi> aus Antwerpen, ansässig in Leipzig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PRIETITZ.</hi> K.Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1881 fast ganz erneuert. — <hi rend="g">Altar</hi>, gute Tischlerarbeit +von 1646. <hi rend="g">Denkmäler</hi> des 18. Jh., über die in der <milestone unit='line' n='35'/> +Lausitz recht gute Durchschnittsqualität noch hinausgehend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe, +u. a. von <hi rend="italic">Anton Graff</hi> und <hi rend="italic">Chr. Leberecht Vogel</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PROBSTZELLA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1755. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> fränkisch um 1500. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PROFEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. — Ausstattung +in guter Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger +Polychromie. +</p> + + +<pb n='339' id='i346.png'/> + +<!-- [P: 339] --> + +<p> +<hi rend='ort'>PRÖLSDORF.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des +WTurmes mit der Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. +— Im Pfarrhof bmkw. <hi rend="g">Kaselkreuz</hi> 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PROSSELSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Posthum got. Neubau 1614. — Derb wirkungsvolle +Ausstattung um 1700. — <hi rend="g">Dorfbrunnen</hi> unter +einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PROZELTEN</hi> siehe Stadtprozelten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PULSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal +aus M. 18. Jh. — Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler +der Barockzeit. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen +Epochen des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PURSCHENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende +Anlage von 5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt; +davon jetzt nur einer erhalten; sonstige Kunstformen spärlich. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>PUSCHENDORF.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus +Holztonne. Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten +Fenstern. Malerischer Innenraum. 3 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> +aus der Erbauungszeit. Gemalte <hi rend="g">Wappenscheiben</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +nürnbergischer Familien. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>Q</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>QUEIENFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um +1546, die Fenster in got. Formen. — Auf dem nahen Weinberg <milestone unit='line' n='30'/> +die Grundmauern der ehemals berühmten <hi rend="g">Wallfahrts-K.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>QUERFURT.</hi> Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch +Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., <milestone unit='line' n='35'/> +welche die Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. +Marienzelle. Am WTurm gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. — +Großer bar. <hi rend="g">Altarbau</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-K.</hi> Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen +<hi rend="g">Epitaphen</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Schlicht sprenss. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Weitläufiger Komplex von Festungswerken, <reg orig='Be-|amten-'>Beamten-</reg> +<pb n='340' id='i347.png'/> +<!-- [P: 340] --> +und Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des +12. und 13. Jh. Imposanter runder Bergfried (der »dicke +Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5 Mauerstärke; dann +ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom +Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. <milestone unit='line' n='5'/> +Die mitten im weitläufigen Bering freistehende <hi rend="g">Kapelle</hi> +etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor normale Kreuzanlage mit +Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung, im W +Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die +schlichten rom. Formen noch gut zu verfolgen, das Innere <milestone unit='line' n='10'/> +1716 barockisiert. Über der Vierung 8seitiger Turm mit +Lisenen und Bogenfries. — Grabkapelle E. 14. Jh. <hi rend="g">Tumba</hi> +des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das +Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit +merkwürdiger Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an <milestone unit='line' n='15'/> +der Tumba Herzog Georgs in Pforta. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>R</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>RABENECK.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RABENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi> mit Wappenstein von 1495. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RABOLDSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604 +und seiner Ehefrau Ch. v. Berlepsch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÄCKNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Denkmal</hi> für General Moreau † 1813. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RADEBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend="bold">Stadt-K.</hi> Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. — +<hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1730 von <hi rend="italic">J. C. Feige</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen <milestone unit='line' n='30'/> +Meister aus dem Kreise des <hi rend="italic">Hans Schickentanz</hi>, erneuert 1628 +durch <hi rend="italic">Ezechiel Eckhardt</hi>. — Hauptbau auf 3eck. Gr., nur +2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin interessante +Beispiele der Dresdener Frührenaissance. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RADEFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm sprom., Sch. spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RADIBOR.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke +16. bis 18. Jh. — <hi rend="g">Holzplastik</hi> in auffallender +Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh., ausgezeichnet, sicher <milestone unit='line' n='40'/> +Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite desgl. und +eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und + + +<pb n='341' id='i348.png'/> + +<!-- [P: 341] --> + +gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen +um 1480 u. a. m. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in +der Mitte Lichthof und Treppenhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RADMERITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1702. Ansehnliches <hi rend="g">Grabmal</hi> des J. v. +Ziegler, Stifters v. Joachimstein † 1734. Ausstattung um +1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RALBITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung <milestone unit='line' n='10'/> +charakteristisch katholisch. — Im Dorf <hi rend="g">Dreifaltigkeitssäule</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RAMMELBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 +die den unteren Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, <milestone unit='line' n='15'/> +Decke und Oberteil der Seitenwände bedeckt mit +biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem Bildwerk«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RAMMENAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die +Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. <milestone unit='line' n='20'/> +Geräumiges, vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen +in der Art <hi rend="italic">Oesers</hi>. Die sonstige Inneneinrichtung +zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten Erbauers mit reichen +Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700 und +die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RANDERSACKER.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. +Gut erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in +ungewöhnlich reicher Gliederung, die unteren Teile E. 12., +die oberen gegen M. 13. Jh. — Ausstattung um 1700. Auf <milestone unit='line' n='30'/> +den Seitenaltären <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi>, 1683 +und 1704. Seinsheimsche <hi rend="g">Grabsteine</hi> E. 14. Jh. — +<hi rend="g">Friedhofsbefestigung</hi> nach 1609. +</p> + +<p> +Großer <hi rend="bold">Zehnthof</hi> des Würzburger Domkapitels, angelegt +(Inschr.) 1332, verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Häuser</hi> 16.-18. Jh. Am Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, +Schule <hi rend="italic">Neumanns</hi>. — <hi rend="g">Bildstöcke</hi> in +großer Zahl, meist 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RANIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im <milestone unit='line' n='40'/> +N. Von der ehemals reichen Ausstattung wenig übrig. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RASDORF.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). +Rom. 11. Jh., im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und + + +<pb n='342' id='i349.png'/> + +<!-- [P: 342] --> + +spgot. Nachbesserungen. — Basilika auf kreuzf. Gr. Je +5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile spitzbg. Bgg. auf +3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt im +Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, +hohe Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende <milestone unit='line' n='5'/> +Emporeneinbau (verbaut). Die flache Decke bei der got. +Erneuerung des Obergadens beibehalten. Die Vierungspfll. +rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb. Über der +Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine +steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der <milestone unit='line' n='10'/> +Chor mit 5/8 Rippengwb. — Die ganze L. ca. 40 m, H. des +Turms über 50 m. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RATENDORF.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und +Apsis, Turm über dem Chor. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1510. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RATSFELD.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen. +</p><p> +Fürstl. <hi rend="bold">Jagdschloß</hi> 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in +strengem Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RATTELSDORF.</hi> OFranken BA Bamberg I. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen <milestone unit='line' n='20'/> +und erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RAUENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi> erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer +Durchbildung. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RAUHENECK.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas +noch rom. Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RAUSCHENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst +den nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende +Kreuzgwbb. auf Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. +das Msch. erneuert, 3 rck. Kreuzgwbb., Fenster nur an der +südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt; renoviert 1453. Chor <milestone unit='line' n='35'/> +2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in gewundenen +Reihungen. Schmuckloser WTurm. — <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> +1584. — <hi rend="g">Holzstatuette</hi> der h. Jungfrau, gute spgot. +Handwerksarbeit. — <hi rend="g">Kruzifix</hi> aus gleicher Zeit. — +<hi rend="g">Altarflügel</hi> um 1400. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm +M. 13. Jh. interessant in Anlage und Einzelheiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REDWITZ.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit +eingezogenem Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche. + + +<pb n='343' id='i350.png'/> + +<!-- [P: 343] --> + +Rundpfll. mit einfachen Kaptt. Kreuzgwbb. — Hübsches +<hi rend="g">Sakramentshaus</hi> 1498, ca. 4 m h. Außen <hi rend="g">Ölberg</hi> +2. H. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kathol. K.,</hi> gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere <milestone unit='line' n='5'/> +Bauteile 1509, 1593, 1642. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REGENSBERG.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> ziemlich erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REIBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. <milestone unit='line' n='10'/> +Kanzelaltar 1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. +Gräfl. Einsiedelsche Gruft 1746. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1763 von <hi rend="italic">Andreas Hünigen</hi> in Zittau. Uförmige Anlage, +die kurzen Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, +schon dem Klassizismus zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration <milestone unit='line' n='15'/> +z. T. erhalten. Prächtige Empiremöbel. Zahlreiche +Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf Joh. +Georg v. E. von <hi rend="italic">A. Graff</hi>, Graf Heinrich v. E. in der Art +<hi rend="italic">J. F. A. Tischbeins</hi>. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden +Stücken. — Die ursp. französische <hi rend="g">Parkanlage</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +in der englischen Umwandlung noch zu erkennen. Reizender +<hi rend="g">Gartentempel</hi> von <hi rend="italic">Eschke</hi> 1796 (etwas verändert 1830). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHELSBERG.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. +1525 zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit <milestone unit='line' n='25'/> +der Anlage deutet auf späteres Ma. Die Zwingermauer hat +7 Rundtürme. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHELSBURG b. AUB.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHENAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1690 von <hi rend="italic">Heinrich Proscher</hi>. Weiträumiger Saal mit +Doppelempore und flacher Holzdecke. Reste von spgot. +<hi rend="g">Altarplastik</hi> [z. T. im Dresdener Altert.-Ver.]. <hi rend="g">Altar</hi> +1819, die <hi rend="g">Holzfigg</hi>. von <hi rend="italic">Gareis</hi> in Ostritz. Prächtige +<hi rend="g">Orgel</hi> 1769. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika +ohne Qsch., Chor quadr., überall Holzdecken. Im Schiff +6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen wechseln mit 1 Pfl. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHENBACH.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1720 mit rom. Mauerresten. — Schönes <hi rend="g">Altargerät</hi> +E. 17. und A. 18. Jh., augsburgisch. — <hi rend="g">Orgel</hi> von +<hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi> 1725. +</p> + + +<pb n='344' id='i351.png'/> + +<!-- [P: 344] --> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHENBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. — 2 Taufsteine, der +eine rom. 13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. — +<hi rend="g">Denkmäler</hi>: 1621 Kind von zwei Engeln getragen, 1625 +die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHENBERG.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im +Bauernkriege whgest. im 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHENFELS.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon <milestone unit='line' n='10'/> +Ruine geworden. Museum des <hi rend="g">Voigtl. Altert.-Ver.</hi> +mit Resten von spgot. Altarplastik. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REICHMANNSHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1607-15. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben <milestone unit='line' n='15'/> +teilweise erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen, +südl. Bergfrieds. 14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REIDEBURG.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REIFENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff +5 Joche, im Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste +des got. Kreuzgangs. Klostergebäude bar. mit stattlichem +Treppenhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINHARDSBRUNN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Herzogl. Schloß</hi> an Stelle eines einst hoch berühmten <hi rend="bold">Klosters</hi>; +gegr. im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten +eine Reihe von <hi rend="g">Grabsteinen</hi> thüringischer Landgrafen +bis auf Ludwig den Springer † 1123 zurückgehend, jedoch +sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach derselben <milestone unit='line' n='30'/> +Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei +Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und +Meißen. Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände, +beide nicht ersten Ranges, zu unterscheiden: von der ersten +sind Ludwig der Springer, Ludwig III., Ludwig IV.; von der <milestone unit='line' n='35'/> +zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der +Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des +Gebissenen † 1324, einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINHARDTSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit <milestone unit='line' n='40'/> +schönem Portal, bez. 1675. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINHARDTSGRIMMA.</hi> K.Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten; +ungewöhnlich langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. — +Sandsteinaltar mit Abendmahlsrelief 1601. Orgel von <hi rend="italic">Gottfr. + + +<pb n='345' id='i352.png'/> + +<!-- [P: 345] --> + +Silbermann</hi> 1731 — <hi rend="g">Ikon. Doppelgrabstein</hi> für +H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller Charakteristik. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1767 in der Richtung <hi rend="italic">Knöffels</hi>. Im Park Marmordenkmal +für Anna v. Bülow von <hi rend="italic">L. Grossi</hi> 1790. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINHARZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. +Großer Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger +Turm mit Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung <milestone unit='line' n='10'/> +erhaltene Zimmer. Altmeißener Porzellan. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINHOLTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges +Mobiliar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.,</hi> gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., +im 17. Jh. als evang. Pfarr-K. umgebaut. — <hi rend="g">Tympanon</hi>, Maria +zwischen Engel und Bischof, A. 13. Jh., zu vergleichen mit +Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich stuckiert, weniger gut +die Gemälde. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REINSTADT.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche +Reste von got. <hi rend="g">Schnitzaltären</hi>. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi> in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem <milestone unit='line' n='25'/> +spgot. Aufbau gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REITZENGESCHWENDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem +Geschmack. — <hi rend="g">Bauernhäuser</hi> im Blockverband. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REITZENSTEIN.</hi> OFranken BA Naila. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1557 an Stelle älterer Burg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REMLINGEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +Sog. <hi rend="bold">Würzburgerschloß,</hi> erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. +von Wertheim. Typische Wasserburg, unvollständig erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kastellsches Schloß</hi>. Komplex einfacher Bauten um 1560. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REMSE.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich +noch rom. Steinempore (Reste) könnte durch das +nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt sein. — <hi rend="bold">Kloster</hi>. Erhalten +ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='40'/> +Bestimmung ungewiß. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RENGELRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RENGERSBRUNN.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar <hi rend="g">Holzfigur</hi> + + +<pb n='346' id='i353.png'/> + +<!-- [P: 346] --> + +der Madonna um 1460. — Gute <hi rend="g">Kanzel</hi> in der Art der <hi rend="italic">Bossiarbeiten</hi>, +E. 18. Jh. — <hi rend="g">Hochzeitsbecher</hi>, Silber vergoldet, +bessere Augsburger Arbeit von 1670. — Großes prächtiges +<hi rend="g">Ciborium</hi>, würzburgisch, um 1720. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RENTWEINSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Große Anzahl von <hi rend="g">Epitaphien</hi> der Freih. +v. Rotenhan, darunter gute Renss. Arbeiten in Sandstein. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 +mit langem Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter +bambergisch. Im Schloßpark schöne <hi rend="g">Orangerie</hi> um 1750. <milestone unit='line' n='10'/> +Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und Wehrbauten +des <hi rend="g">alten Schlosses</hi> um 1520. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REPPERNDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen +aus 2. H. 13. Jh. — <hi rend="g">Altar</hi> 1608 mit <hi rend="g">Gemälden</hi> von <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="italic">Hans Haunisch</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RETZBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1736-40 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>. Typisch für die kleineren +Landkirchen des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. +auf toskanischen Pilastern, eingezogener polyg. Chor, <milestone unit='line' n='20'/> +schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten Sandsteinpilastern. +— <hi rend="g">Altarblatt</hi> von <hi rend="italic">Zaner</hi> 1741. — Prächtiges +<hi rend="g">Rok.Ciborium</hi> um 1770 bez. <hi rend="italic">D</hi> (<hi rend="italic">Joh. Dörffer</hi> in Würzburg). +Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> Chor 14. Jh., Lhs. 1625. — <hi rend="g">Gnadenbild</hi> der <milestone unit='line' n='25'/> +Madonna 14. Jh. — Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Hübscher Fachwerkbau um 1574. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RETZSTADT.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) +hat im 3. Geschoß gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit <milestone unit='line' n='30'/> +zierlich behandelten Säulchen aus sp. 12. Jh. Am Aufgang +zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines Kruzifixes +wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg. phantastische +Tierfigg. — <hi rend="g">Deckenbilder</hi> von <hi rend="italic">S. Urlaub</hi> 1728. +<hi rend="g">Hauptaltar</hi> vom Schreinermeister <hi rend="italic">Joh. Uhl</hi> (der Riß von <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="italic">B. Neumann</hi> approbiert). <hi rend="g">Monstranz</hi> von <hi rend="italic">Stipeldey</hi> in +Augsburg 1793. <hi rend="g">Prozessionstafel</hi> (»Blutschild«) aus +Silber, um 1700. +</p> + +<p> +Gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser,</hi> meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. +— Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi> 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REUCHELHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die <hi rend="g">Altäre</hi> +in derbem Rok., dekorativ von famoser Wirkung. <hi rend="g">Deckengemälde</hi> +bez. <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi> 1753. +</p> + + +<pb n='347' id='i354.png'/> + +<!-- [P: 347] --> + +<p> +<hi rend='ort'>REURIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. +Chor der rom. K. Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit +zierlichem Renss.Ornament bemalte <hi rend="g">Bretterdecke</hi> bez. +1596. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg,</hi> ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>REYERSBACH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sehr feine <hi rend="g">Rokokoaltäre</hi> (aus Kloster Bildhausen +stammend). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RIEDE.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 16. Jh. Noch bewohnt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RIENECK.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend="bold">Kreuzkapelle</hi> um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem +<hi rend="g">Relief</hi> der Kreuzigung, bez. 1628. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die <milestone unit='line' n='15'/> +Wohnbauten und der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. +Zeit der NBergfried, der WBergfried und die rom. Kapelle an +der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13. Jh. Der NBergfried ein +Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen Buckelquadern. +In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m erreicht, <milestone unit='line' n='20'/> +oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m, Durchmesser +5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen +schwachen Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene +3/4 Säulen, auf denen die Diagonalgurten ruhen; diese +von einfach rechteckigem Grundriß; die Säulen haben attische <milestone unit='line' n='25'/> +Basis mit den zum Überfang umgebildeten Eckblättern der +Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried, +ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres +Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite +einschiffig, flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, <milestone unit='line' n='30'/> +später eingefügt, 2 gute <hi rend="g">Grabsteine</hi> des 13. Jh., wahrscheinlich +eines Herrn von Rieneck und seiner Frau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RIESA.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi> Einfache spgot. Kirche, 1848 +durchgreifend erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die <milestone unit='line' n='35'/> +kleinen renss Fenster der Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium +mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E. 16. Jh., jetzt +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr. +Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1682, rom. OTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RIMBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> von besserer Qualität, +v. Hansteinsche <hi rend="g">Grabsteine</hi> roh. +</p> + + +<pb n='348' id='i355.png'/> + +<!-- [P: 348] --> + +<p> +<hi rend='ort'>RIMPAR.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 19. Jh. <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi>, reiche Arbeit des +fr. Barock, Wappen des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). +Zahlreiche (8) <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> der Grumbach; hervorzuheben +Eberhard † 1487, mit Unrecht <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527, Kunigunde +† 1507. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, +wesentlich Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar +zu seinem Sommersitz machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, <milestone unit='line' n='10'/> +an der Außenecke mächtiger Rundturm. Das Äußere +hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 Repräsentationsräume; +im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte +Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter +Figurenfries in Stuck mit Szenen aus der römischen Geschichte. <milestone unit='line' n='15'/> +Stilrichtung italistisch, im Ornament Floriselemente. — +<hi rend="g">Lusthaus</hi> des Schloßgartens, seiner Dekoration beraubt +(Mädchenschule). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1614. — Menge von <hi rend="g">häuslichen Heiligenbildern</hi> +und <hi rend="g">Bildstöcken</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RITTERSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. <hi rend="g">Altarbau</hi> +von <hi rend="italic">Winterstein</hi>, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen +Gruppe zusammengeschlossen. — Hinter dem +Chor Turm aus M. 13. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROCHLITZ.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend="bold">Petri-K.</hi> Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., +voll. 1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe +und 3 Joche, das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein +Turm. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1548 noch mit got. Ornament. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kunigunden-K.</hi> von <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi> (dem Meister des +Meißener Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der +Petri-K., nur der Schluß aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. +Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der später angelegten +Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um <milestone unit='line' n='35'/> +diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach +Brand 1688 den hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme +niedrige Hauben erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig). +Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die Südseite verlegt. Tür +und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, dazu <milestone unit='line' n='40'/> +Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander +an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und +Flächen kleine Figürchen hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. +Nach alter Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen +Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der ganze + + +<pb n='349' id='i356.png'/> + +<!-- [P: 349] --> + +Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und +Starres. — Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1500, 4 bewegliche und +2 feste Flügel, mit der Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer +Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] — Im Chor Reste +von <hi rend="g">Glasmalerei</hi> um 1500. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> sehr reduziert; einzelne Teile Werk <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi>, +<hi rend="g">Museum</hi> mit örtlichen Kunstaltertümern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROCHSBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der +Wechselburger Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes <hi rend="g">Freigrab</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +des Wolf v. Schönburg † 1581 und seiner Gemahlin +† 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die zwölf Apostel, +oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen +4eck. Hof, ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch <milestone unit='line' n='15'/> +interessanter der Ausbau 1470 f. unter Hugold v. Schleinitz +durch <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi>. Rest. nach Bränden 1547 und 1582. +In der Kap. bedeutendes <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1576, die 10 steinernen +Reliefs von <hi rend="italic">Andreas Lorentz</hi> aus Freiberg. In einem Nebenraum +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> von 1522. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖCKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und spätestgot. Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RODA.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem +Meister der Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in <milestone unit='line' n='25'/> +Kohren tätig war. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RODA.</hi> Sachsen-Altenburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen. +Durch häufige Umbauten charakterlos und +unansehnlich geworden. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen +(21 m Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut +1650, Freitreppen von außen; flache Decke; der polyg. +Chor spgot. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.</hi> Gestrecktes Rechteck von 37,5 : <milestone unit='line' n='35'/> +14,7 m. Die OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg. +Fenster im Stilcharakter von A. 1300. Im W 3 quergestellte +Arkaden, welche eine Empore trugen. Die Langseiten könnten +dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2 +gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="g">Madonnenrelief</hi>. Auf der NSeite nebenschiffartige +Erweiterung mit Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RODACH.</hi> Sachsen-Coburg Amtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche, + + +<pb n='350' id='i357.png'/> + +<!-- [P: 350] --> + +polyg. geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert; +seitlicher Turm 1471. — Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> von 1550. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖDELSEE.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K.</hi> 1779. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K</hi>. 1770. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +Stattliche Profanbauten: das <hi rend="g">Crailsheimsche Schloß</hi>, +der <hi rend="g">Ebracher Zehnthof</hi> (beide ca. 1600) und das gräfl. +<hi rend="g">Castellsche Zehnthaus</hi> (Gasth. zum Löwen) von 1648. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖDERAU.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1786-1817. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖDERSDORF.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Mehrere <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RODERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche,</hi> ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher +WEmpore. Die kunstvolle <hi rend="g">Altarbekleidung</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +ursp. für die Feldgottesdienste Gustav Adolfs von Schweden. — +Gute schmiedeeiserne <hi rend="g">Grabkreuze</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RODEWISCH.</hi> K. Sachsen AH Auerbach, +</p><p> +<hi rend="bold">Petri-K</hi>. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. +Löblicher Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem <milestone unit='line' n='20'/> +Kirchboden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RODIGAST.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROHR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. (von Fulda abhängig). Erb. nach <milestone unit='line' n='25'/> +M. 13. Jh., jetzt Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer +in 2 gleiche Hälften geteilt; die westl. enthielt die +Nonnenempore über hölzerner Zwischendecke. Schmale spitzbg. +Fenster. An die SSeite lehnte sich ein quadr. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte <milestone unit='line' n='30'/> +S. Michaelis-K. (Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf +einem Hügel haben an eine ehemalige heidnische Kultstätte +denken lassen.) Ältester Teil die Krypta; Gr. überhöhter 1/2 Kr. +mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als Unterbau +eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in <milestone unit='line' n='35'/> +primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte +Gwb. ruht auf 4 formlosen Pfll.; die Steine über der nördl. +Stollentür zeigen Riefelung. Alles dieses weist auf hohes Alter, +wahrscheinlich vor 950. — Die K. rck. 28,7 : 8,7 m. Form +und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere Klst.-K. <milestone unit='line' n='40'/> +war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster +übrig gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. — +Befestigter Kirchhof, Wall, Graben, Tor; letzteres rom., +später mit neuem Wehrturm überbaut; davor eine Art Zwinger +mit Vortor. +</p> + + +<pb n='351' id='i358.png'/> + +<!-- [P: 351] --> + +<p> +<hi rend="bold">Baderei,</hi> reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes +Hoftor mit Sitzkonsolen 1619. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROHRBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1778 von <hi rend="italic">Geigel</hi>. Sehr gute klassizist. Einrichtung, +die <hi rend="g">Altarfigg</hi>. in der Richtung <hi rend="italic">P. Wagners</hi>. Bmkw. <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Monstranz</hi> und <hi rend="g">Kelche</hi> von <hi rend="italic">Stipeldey</hi> in Augsburg 1797. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kreuz-Kap.</hi> 1712. Reste guter <hi rend="g">Altarplastik</hi> um 1500, +Richtung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>, wohl von derselben Hand wie die +Figg. in Großlangheim. Gute <hi rend="g">Pietas</hi> um 1490, verwandt +der in Eußenheim. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROHRBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißensee. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm aus rom. Anlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖHRIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten +3/8 Chor. — Ein gutes Stück die renss. <hi rend="g">Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +mit unten eingebautem Beichtstuhl. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Herrenhaus.</hi> Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720. +Die hübsche Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Architekturlos. — Die <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Porphyrtuff, +bez. 1565, im Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche +Plastik allerdings minderen Wertes. Große <hi rend="g">Glocke</hi> A. 15. Jh. +Die zwei großen <hi rend="g">Ölgemälde</hi> auf Holz aus A. 17. Jh. +bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in +Wiesenstein. Porträts von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. Gartenstatuen bez. +<hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖMHILD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage +eines doppelten Chors im O und W, beide in Breite des +Msch. vorspringend und polyg. geschlossen, Turm im NO über +der Sakristei. — Üppig geschmückter Fuß eines zerstörten +spgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschens</hi>; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1686 <milestone unit='line' n='35'/> +tüchtig; <hi rend="g">Votivgemälde</hi> 1482. Ein wertvoller Besitz die +seit 1865 im Chor aufgestellten 7 <hi rend="g">Grabsteine</hi>: Georg I. +von Henneberg 1465; Johannetta 1481; Hermann VII. 1465; +Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v. Wirtemberg 1501; +Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die wichtigsten <milestone unit='line' n='40'/> +Stücke (Südkap.) das <hi rend="g">Erzbild Ottos</hi> IV. † 1502, doch +früher ausgeführt, aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt (Peter?), +und das <hi rend="g">Hochgrab Hermanns</hi> VIII. und der <hi rend="g">Elisabeth +von Brandenburg</hi>, nach (wahrscheinlich eine +längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der + + +<pb n='352' id='i359.png'/> + +<!-- [P: 352] --> + +Elisabeth; nahe verwandt dem Hohenzollerndenkmal in +Hechingen; die persönliche Urheberschaft <hi rend="italic">Peter Vischers</hi> +wird fast allgemein angenommen, aber es fehlt dafür nicht +nur die äußere Beglaubigung; die architektonische Dekoration +der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den <milestone unit='line' n='5'/> +Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht +von sehr lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten, +einander in Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte; +nicht gleichwertig die Eckstatuetten. — Zahlreiche Gemälde, +z.T. inhaltlich interessant, künstlerisch unerheblich; <milestone unit='line' n='10'/> +manches bmkw. unter den Geräten und Paramenten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1708-12 von <hi rend="italic">Chr. Richter</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Glücksburg</hi>. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern +(Hinterschloß und Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II. +1465 ff. Eine zweite Bauzeit 1540 ff. Eine dritte unter Leitung <milestone unit='line' n='15'/> +von <hi rend="italic">Chr. Richter</hi> 1676-78. Eine vierte 1724. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Prinzenpalais</hi> ca. 1770. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROMMERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend="bold">Edelhof</hi>. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus +auch das Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten <milestone unit='line' n='20'/> +des <hi rend="italic">Philipp Soldan</hi> von Frankenberg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROMSCHÜTZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725-33. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RONSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROPPERHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rom. Wohnturm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖPPISCH.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage wie Pahnstangen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSENAU</hi> bei Coburg.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSENTAL.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSENTAL.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung +gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne +<hi rend="g">Expositur</hi> bez. 1691. <hi rend="g">Kelche</hi> got. und bar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSSACH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. <milestone unit='line' n='40'/> +Spgot. Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSSDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte +Emporen und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. + + +<pb n='353' id='i360.png'/> + +<!-- [P: 353] --> + +Der in gutem Umriß aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer +mit Schießscharten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖSSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. mit OTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSSFELD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit +Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber +stehendem Turm, beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu +aufgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. +Lhs. 1690, sehr nüchtern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst.-K.</hi> fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine +sprom. Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule +4 Reliefs, Äbtissinnenbilder in Renss. Umrahmung, nach den <milestone unit='line' n='15'/> +stilistischen Merkmalen von <hi rend="italic">Arntz Semler</hi> von Freyburg. Das +neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSSRIETH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Wasserschloß</hi> mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß. +Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROSSWEIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, +Ausbau erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke +und Emporen. — <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1505, rest. nach Brand 1806. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Tuchmacherhaus</hi>, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes <milestone unit='line' n='25'/> +von Zelle; schmuckreiches Portal 1537. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENBUCH.</hi> UFranken BA Lohr. +</p><p> +Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige +Wasseranlage des 17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine +Brücke mit einer Kap. des 15. Jh. verbunden. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENBURG I. TH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im +Hauptteil aus sp. Ma. Künstlerisch interessant und relativ +gut erhalten der frgot. Wohnbau mit großem Saal im Obergeschoß. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENBURG.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Elisabeth,</hi> beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, +verstümmelt 1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche +mit ursp. 5 Jochen im Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen +2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine der größten K. Kurhessens. <milestone unit='line' n='40'/> +— <hi rend="g">Denkmal</hi> des Landgrafen Hermann † 1658 +und seiner Gemahlin † 1683. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Jakob,</hi> bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, +Gwb. nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., + + +<pb n='354' id='i361.png'/> + +<!-- [P: 354] --> + +spgot., aber mit Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner +marmorner Tisch aus der Schloß-K. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Georgs-Kap.</hi> (Hospital) an Stelle der alten Burg. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). Reichgeschnitzter +Hochaltar. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +Gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive +häufig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENFELS.</hi> UFranken BA Lohr. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik +des Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem <milestone unit='line' n='10'/> +Sterngwb. Lhs. dreiachsig, mit flacher Holzdecke, +gotisierende Maßwerkfenster. Aus der Erbauungszeit die +freundliche, dekorative Ausmalung von <hi rend="italic">W. Ritterlein</hi> (vgl. +Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar +<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, E. 14. Jh. — <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +Sandstein, 1613. <hi rend="g">Monstranz</hi> 1615, +Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in der +gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die +Bauten dieser Zeit tragen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. <milestone unit='line' n='20'/> +Bergfried, Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem +Aufwand ausgeführten Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit +ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden 16.-17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1595 in reicheren Renss.Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENHAN.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die +4 m starken Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rck. mit WTurm. Gilt für frührom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTENSTEIN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit spgot. Stabwerkportal. +</p> + +<p> +Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. <milestone unit='line' n='35'/> +E. 16. und 18. Jh. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1738, hübsch, nicht ganz +von der gewöhnlichen Art. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖTHA.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend="bold">Georgen-K.</hi> urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen +nur der nördl. ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. <milestone unit='line' n='40'/> +geteilt; der eingezogene gewölbte Chor nach 1510. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> +um 1620; das Hauptgemälde vielleicht von <hi rend="italic">Johann +de Perre</hi> (vgl. Prießnitz). v. Friesensche <hi rend="g">Epitaphe</hi> und +<hi rend="g">Bildnisse</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der + + +<pb n='355' id='i362.png'/> + +<!-- [P: 355] --> + +Rochlitzer Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit +3/8 Schluß. Durchweg Netzgwbb. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1520, +bmkw. durch frühen Anklang an die Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von <hi rend="italic">Chr. Bodenstein</hi> +in Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit <milestone unit='line' n='5'/> +Stücken von <hi rend="italic">Pierre Gaudreau</hi> (Marschall v. Sachsen), <hi rend="italic">Rigaud</hi> +(?), <hi rend="italic">Silvestre</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTTELSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTTENBAUER.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> von 1490, unbedeutend. — Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi> +der Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh. +</p> + +<p> +2 Wolfskeelsche <hi rend="bold">Schlösser,</hi> bar., im jetzigen Zustand unerheblich. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTTENDORF.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierender Umbau 1613. <hi rend="g">Deckengemälde</hi> +2. H. 18. Jh., nicht schlecht. Vortreffliche klassizist. <hi rend="g">Ausstattung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÖTTINGEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen <milestone unit='line' n='20'/> +A. 17. Jh. Interessant der einheitliche Chorbau +in früher Kompromißgotik (Ablaß 1287). Über dem quadr. +Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom. gegliederte +OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten +des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, <milestone unit='line' n='25'/> +primitive Wasserspeier. — Ausstattung 17. und 18. Jh. +— Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>. Ältester und interessantester +der Petronella Truchsessin von Baldersheim † 1414. Großer +<hi rend="g">Ölberg</hi> 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige <milestone unit='line' n='30'/> +feingefühlte Holzmadonna um 1470. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> großenteils erhalten. — Im Rentamtsgebäude +Reste der Hohenlohischen Burg des 13. Jh. — <hi rend="bold">Rathaus</hi> nach +1750. Alte <hi rend="g">Trinkgefässe</hi>. — Der sog. <hi rend="bold">hohe Bau</hi> im +unteren Teil 13. Jh., mit sprom. Fenstern, oben spgot. Fachwerk. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ROTWERNDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem +Rck. von 26 : 10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln +vor; Fassadengliederung durch Pilaster. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÜCKINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern +zahlreiche Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen +und von Rüdigheim. — 2 Schlösser dieser Adelsfamilien. +</p> + + +<pb n='356' id='i363.png'/> + +<!-- [P: 356] --> + +<p> +<hi rend='ort'>RUDELSBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile +gut erhalten, der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. +Die Vorburg, jetzt nur durch einen Mauerrest angedeutet, +war von außerordentlicher Ausdehnung als Wohnsitz zahlreicher <milestone unit='line' n='5'/> +Burgmannen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÜDENHAUSEN.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst +malerische Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und +2 Flankentürmen; innen einige charakt. Zimmer des frühen <milestone unit='line' n='10'/> +16. Jh. Erweiterungen 1910. +</p> + +<p> +Westl. davon das <hi rend="bold">neue Schloß;</hi> M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Grafen Castell, die ältesten (E. +13. Jh.) heraldisch. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RÜDIGHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis. +Teilweise erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer <hi rend="bold">Johanniter-Commende,</hi> +von welcher ein jetzt als Fruchtscheuer +der Domäne dienender Bau erhalten ist. An der SSeite gekuppelte <milestone unit='line' n='20'/> +spitzbg. Fenster aus 13. Jh. <hi rend="g">Grabstein</hi> des +Komturs Phil. v. Reifenberg 1495. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUDOLSTADT.</hi> Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. +3sch. Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen <milestone unit='line' n='25'/> +in 2 Rängen. Pfll. 8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal +in guter Renss. von älterem Bau beibehalten. — Hölzerne +<hi rend="g">Kanzel</hi> von einer Mosesfigur getragen 1636; derb +bar. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> mit wiederverwendeten spgot. Gemälden. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ludwigsburg</hi>. 1734. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Heidecksburg,</hi> nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer +Massenbau. Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden +gerichteten Kurven, Dekoration reich und nicht schlecht, +Deckengemälde von <hi rend="italic">Deisinger</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in +der Oberen Marktstraße no 8. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUGENDORF.</hi> OFranken BA Stadtsteinach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, <milestone unit='line' n='40'/> +Altar 1663. Gut ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit +biblischen Szenen bemalt. 2 gute <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1564, 1658. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUHLA.</hi> Sachsen-Gotha LA. Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe. +Derb prächtige <hi rend="g">Barockkanzel</hi>. +</p> + + +<pb n='357' id='i364.png'/> + +<!-- [P: 357] --> + +<p> +<hi rend='ort'>RUNDSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche <hi rend="g">Vierzehnnothelferaltar</hi> +um 1500, nicht ohne Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUPPENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. <milestone unit='line' n='5'/> +Umbau 1674. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUPPERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, +letztere sicher rom. — Zahlreiche v. Nostitzsche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> +16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUPPERTSGRÜN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau. +Das Emporensystem von Annaberg, Schneeberg usw. auf +eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig über ein Meter tiefen +Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum. In <milestone unit='line' n='15'/> +ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein +Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. +Fenster rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss. +frühestes Beispiel dafür im Kreise der ländlichen Architektur. +— Runde <hi rend="g">Kanzel</hi> mit derben Reliefs. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUSSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +Ansehnliche <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1729-33. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUSTENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; <milestone unit='line' n='25'/> +die frgot. Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. — +Ganz in der Nähe Spuren der <hi rend="bold">Kunzenburg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>RUSTENFELDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. — <hi rend="g">Altar</hi> +und <hi rend="g">Kanzel</hi> gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im <milestone unit='line' n='30'/> +Stil für die Entstehungszeit altmodisch. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>S</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>SAALBORN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom.-got. Übergang. — <hi rend="g">Altarkruzifix</hi> »ganz +ausgezeichnete Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SAALBURG.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein +renss. Ofen. Tüchtiger Altarbau 1665. +</p> + +<p> +Bmkw. Reste der <hi rend="g"><corr sic='Stadtbefstigung'>Stadtbefestigung</corr></hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst. Heiligenkreuz</hi> gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der <milestone unit='line' n='40'/> +Nonnen; die K. zerstört. +</p> + + +<pb n='358' id='i365.png'/> + +<!-- [P: 358] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SAALECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: +zwei durch Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. +12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SAALECK.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SAALFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Johannis-K</hi>. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden +OTürme am Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. +voll. 1456. — 3sch. Halle von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, <milestone unit='line' n='10'/> +wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor mit 8Eck-Schluß. +Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. +(1514). In den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der +Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W +und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört, erhalten die <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Tympanonreliefs</hi> (W Jüngstes Gericht, S Anbetung +der Könige und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung +der Sakristei NSeite <hi rend="g">Relief</hi> mit Schweißtuch der hl. Veronika +(nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895 +durch neugot. ersetzt. — Reste von spgot. <hi rend="g">Altären</hi>, einer <milestone unit='line' n='20'/> +von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar. +<hi rend="g">Kanzel</hi>; <hi rend="g">Relief</hi> von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) +mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem +Spielmann; <hi rend="g">Tumbendeckel</hi> eines Gf. v. Orlamünde, 14. +Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +in den Langhausfenstern, hervorragend, im +Entwurf Dürerische Anleihen. Im nördl. Sschiff hl. <hi rend="g">Grab</hi>, +15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Siechenkapelle,</hi> Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, +im 17. Jh. dürftig rest. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> M. <milestone unit='line' n='30'/> +15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Barfüßer-Klst.,</hi> 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. +umgebaut. Im 19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß +jetzt städt. Museum. Im obersten Geschoß <hi rend="g">Deckengemälde</hi> +des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. +Bau, der die Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, +nur die glatten Mauern und zugemauerte Rundbogenfenster +(1912 alles barbarisch verputzt). Auch die späteren Veränderungen +(1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht <milestone unit='line' n='40'/> +mehr erkennbar. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtsgebäude,</hi> 1610. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in +deren Mitte 8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend +und in kleinen Giebeln endigend; mit ihm gruppieren sich + + +<pb n='359' id='i366.png'/> + +<!-- [P: 359] --> + +rechts und links 2 Zwerchhäuser (in etwas jüngeren Formen); +2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene Symmetrie +der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang +zur Renss.; an den Wandflächen Spuren von ornamentaler +Malerei. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herzogl. Schloß.</hi> An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst. +Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. +Großes Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. +Einige Zimmer in reicher Ausstattung des 17. +Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hofapotheke</hi> um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im +15. Jh. Rathaus; nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, +mit Beseitigung aller Bestandteile eines spgot. Umbaues. +Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die Eckdienste, +das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein <milestone unit='line' n='15'/> +Teil der Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige +Details. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtapotheke.</hi> Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die +Giebel der 2 Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Haus Gerdts,</hi> 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben +Meister. — Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. +in größerer Zahl. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Kitzerstein;</hi> in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; +sieben kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst <milestone unit='line' n='25'/> +malerisch. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine Hoher Schwarm,</hi> erb. nach 1200 an der Stelle einer +weit älteren Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit +kleinen Rundtürmen an den Ecken. +</p> + +<p> +Von der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 4 Tore erhalten. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhof</hi> mit Resten einer Renss.Halle. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SAATHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den +vielen Fachwerkkirchen des Kreises. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus,</hi> schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SABABURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. +1589 zum Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SACHSENBURG.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1488 von <hi rend="italic">Hans Reynhart</hi>; bedeutende Anlage, seit +der Verheerung im 30j. Kriege entstellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SACHSENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> +</p> + + +<pb n='360' id='i367.png'/> + +<!-- [P: 360] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SACHSENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender +quadr. Chor; die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen +ausdrucksvolle <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi>, +16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SACHSENHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm +Mitte 16. Jh. — Spgot. Altarwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SALLMANNSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +um 1500, jetzt über dem Chorbogen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SALZ.</hi> UFranken BA Neustadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine +rom. Basilika zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm +4 kleine Schützenerker. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SALZBURG B. NEUSTADT.</hi> UFranken BA Neustadt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Eine der größten in Deutschland. Die Identität +mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen +nicht völlig sicher. Der vorhandene Bau gehört in der Anlage +wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen <milestone unit='line' n='20'/> +ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches +Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein +unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; +die Gebäude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt +(S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien <milestone unit='line' n='25'/> +bewohnt). — Torturm um 1200, schöne Buckelquadern, +beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und +zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin +rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen +erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm <milestone unit='line' n='30'/> +»Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte, +rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau, +noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich +»Münze« genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, +was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. <milestone unit='line' n='35'/> +Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen +der Spätgotik und Renaissance. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SALZUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. +Durch die Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude <milestone unit='line' n='40'/> +vernichtet. Von Wohnhäusern zu nennen der stattliche +»Hünische Hof« um 1624 und ein Fachwerkhaus von +1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser der +Zopfzeit. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Husenkirche</hi> vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt + + +<pb n='361' id='i368.png'/> + +<!-- [P: 361] --> + +ein ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. +von 1481. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur +des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualität. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANGERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen. Kreisstadt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Jakobi-K.</hi> Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit +höherem langgestrecktem Chor. — Der <hi rend="g">Flügelaltar</hi> der +größte und beste des Kreises. Einfacher spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. +Großes <hi rend="g">Grabmal</hi> von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl. +Hofbildhauers <hi rend="italic">J. M. Nosseni</hi>. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ulrichs-K</hi>. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 +den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. +Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, +Wimmelburg), die Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn +auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. <milestone unit='line' n='15'/> +Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungewöhnliche Anordnung, +daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind; +das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste +mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung +des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, <milestone unit='line' n='20'/> +haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die +Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzförmig, +einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif +gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten +Kreise, dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg <milestone unit='line' n='25'/> +(Liebfr.) begegnet. — Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen +rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie +vorhanden gewesen. <hi rend="g">Tympanon</hi> mit Ludwig dem Springer +und dem hl. Ulrich. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1620. — Figurierter +spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schlösser</hi>. <hi rend="g">Altes</hi> 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf +Bündelpfl. <hi rend="g">Neues</hi> 1586 und 1612. +</p> + +<p> +2 km vor der Stadt Ruine der <hi rend="bold">S. Katharinen-K</hi>. im Helmstal, +gew. 1220, flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT GOTTHARDSBERG</hi> b. Amorbach. UFranken. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Frauenkloster</hi> (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, +1629 hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika +von 7 Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims +mit Schachbrettmuster. Chor got. Portal sprenss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT HELENA</hi> b. Gräfenberg. OFranken. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, <hi rend="italic">Veit +Stoß</hi> (vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT JOHANNIS.</hi> OFranken BA Bayreuth.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617. +</p> + + +<pb n='362' id='i369.png'/> + +<!-- [P: 362] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT KILIAN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1689 im Typus Hinternah, noch got. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT KUNIGUND.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Kapelle.</hi> Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. +Kern nicht erheblich verändert. Derselbe stammt aus der <milestone unit='line' n='5'/> +Zeit bald nach der Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde +im Jahre 1200 und der davon ausgehenden Verbreitung des +Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau mit eingezogenem +Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt. +Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. <milestone unit='line' n='10'/> +Schiff flachgedeckt. An den Längsseiten einfache rom. Portale +und rom. Fenster. — Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem +Tympanon) führte zu einer <hi rend="g">Außenkanzel</hi>, wohl für Ausstellung +von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten +Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche <hi rend="g">diademtragende <milestone unit='line' n='15'/> +Figur</hi> vorgelegt (Kunigunde). — Friedhofsmauer +mit Torbau. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT MICHELN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. +Chor, rck. WTurm. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SANKT WOLFGANG.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.</p> +<p> +Von dem 1468 gegr. <hi rend="bold">Kloster</hi> wenig erhalten. Grundmauern +einer 3sch. Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm +trug auch die Glocken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SAYDA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller +Vorhalle. — 3 <hi rend="g">Wandgräber</hi> der Familie v. Schönberg, +besonders bmkw. das jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene +Architektur in der Art <hi rend="italic">Nossenis</hi>, ungenügend die +Bildnisfigg. — <hi rend="g">Taufstein</hi> mit figürl. Reliefs um 1500. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHAALA.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, +Mauern 13. Jh., spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen +und schlankem Helm von origineller Wirkung. Befestigter +Friedhof. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus der Saalfelder Schule um <milestone unit='line' n='35'/> +1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde nach +Stichen von <hi rend="italic">M. Schongauer</hi> (Erfurter Ausstellung 1903). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHACHTEBICH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein +<hi rend="g">spgot. Altar</hi> aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe <milestone unit='line' n='40'/> +und 4 Flügelgemälde. +</p> + +<p> +SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Das 1sch. Lhs. mehrmals verändert, der <reg orig='ver-|längerte'>verlängerte</reg> +<pb n='363' id='i370.png'/> +<!-- [P: 363] --> +polyg. Chor 1520. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Familie +v. Schaumberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine Schaumberg,</hi> wenig erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHANDAU.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> umgebaut 1645 und 1704. — <hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1706. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHARFENBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte +Hofstube). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHARFENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke <milestone unit='line' n='10'/> +3,25 m. Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein +Backsteingiebel mit derben spgot. Verschlingungen zwischen +dünnen Pfll. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHARFENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> frühes Ma. bis bar. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHEIBENBERG.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHELLSITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung +zwischen dem got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres <milestone unit='line' n='20'/> +hat gemalte Flachdecke. Bar. <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>. Der alte Hochaltar, +ein gutes spgot. <hi rend="g">Schnitzwerk</hi>, jetzt auf der Empore. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHENKENSCHLOSSHOF.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine Roßberg</hi>. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in +voller ursp. Höhe von 28 m. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHERNECK.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. +Kanzel um 1650 mit vielen Schnitzfigg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHESSLITZ.</hi> OFranken BA Bamberg I. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), <milestone unit='line' n='30'/> +rest. 1650. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> des Grafen Friedrich v. Truhendingen +und seiner Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau +1569, 1570. — <hi rend="g">Hochaltargemälde</hi> von <hi rend="italic">Mattenheimer</hi> +um 1780. — Auf dem Kirchhof schönes <hi rend="g">Steinbild</hi> +der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg <milestone unit='line' n='35'/> +stammend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHILDAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und +1829. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> der sächs. Schule 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHILDECK.</hi> UFranken BA Brückenau. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus 13. Jh., wenig erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHIRGISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kath. Stadt-K.</hi> 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem +Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch +namentlich die Kanzel mit Rok.Elementen. +</p> + + +<pb n='364' id='i371.png'/> + +<!-- [P: 364] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHIRMDING.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche,</hi> 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. +Fenstern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHKAUDITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an <milestone unit='line' n='5'/> +Dachgesims und Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHKEITBAR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHKÖLEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi> aus Ma., mächtige turmreiche Anlage. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLEBERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und +Taufengel geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLECHTSART.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606, rom. OTurm. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLEID.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda +(wohl von demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen +und innen durch dorische Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des +Altarhauses, der Turm hinter diesem. <hi rend="g">Hauptaltar</hi>: <milestone unit='line' n='20'/> +4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. +Aus der ev. K. ein hübscher <hi rend="g">spgot. Schnitzaltar</hi> und +Taufstein bez. 1529. — Am ehem. <hi rend="g">Pfarrhaus</hi> Hoftor 1591. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLEINITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst <milestone unit='line' n='25'/> +beengten Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe +im Stichbogen; Sakramentsnische bez. 1518. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLEIZ.</hi> Reuß j. L. Amtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. unbedeutend. — <hi rend="g">Altarbau</hi> 1721, für diese +Gegend ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl <milestone unit='line' n='30'/> +in einer Gruppe von Freifiguren in 2/3 Lebensgröße. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Berg-K</hi>. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor +mit Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem +Strebepfl. und Emporen. Der Turm auf der NSeite +am Beginn des Chors. — Das Innere durch Barockausstattung <milestone unit='line' n='35'/> +in malerische Wirkung gesetzt. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> 1635. +<hi rend="g">Tumba</hi> Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch +die Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; +die Figur unbedeutend. — <hi rend="g">Epitaph</hi> Heinrichs II. von +Reuß, † 1639, kolossal, künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln <milestone unit='line' n='40'/> +und Grabsteine in ungewöhnlich großer Menge. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden +im 18. Jh. erneuert. +</p> + + +<pb n='365' id='i372.png'/> + +<!-- [P: 365] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLETTAU.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Ulrichs-K.</hi> 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor +älter. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit +Vorhangbögen; das übrige entstellt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLETTAU.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., ziemlich gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLEUSINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der +Aegidienkap. 11 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Grafen v. Henneberg <milestone unit='line' n='10'/> +1444-1583. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLÜCHTERN.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.</hi> (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar +eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. +Zwischen dem rom. WTurm und den Klostergebäuden ein <milestone unit='line' n='15'/> +Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. mit Würfelknäufen +und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite +des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit +1 rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, +ebenfalls mit Tonne gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. <milestone unit='line' n='20'/> +Sockel. — <hi rend="g">S. Andreas-Kap.</hi> sprom. von 2 Kreuzrippengewölben +überdeckt. — <hi rend="g">Huttensche Kap.</hi> 1354 in guten +got. Formen. — <hi rend="g">Kreuzgang-Kap.</hi> mit Grabsteinen von +1377, 1383, 1480. — Got. <hi rend="g">Küche</hi>. Sonst die Klostergebäude +gänzlich verändert. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> renss. 1567. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLÜSSELAU.</hi> OFranken BA Bamberg II. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, +spätestgot. 1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. +Anlage mit polyg. Chor, am WGiebel steigender Spitzbogenfries. <milestone unit='line' n='30'/> +— <hi rend="g">Grabstein</hi> des Gottfr. v. Schlüsselberg 1308. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHLÜSSELFELD.</hi> OFranken BA Höchstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss. +(bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne <hi rend="g">Glasgemälde</hi>«. +<hi rend="g">Hochaltar</hi> aus der Universitätskirche in Würzburg. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1723. — <hi rend="bold">Brunnen</hi> mit Petrusstatue 1715. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMACHTENBERG.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMALKALDEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Georg.</hi> Beg. 1437 von <hi rend="italic">Jörg Meier</hi> aus Erfurt <milestone unit='line' n='40'/> +Gwb. im Chor 1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche +von 4 Jochen, 1sch. Chor von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. +Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 vorgekragte Dienste. Die +Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte) Statuen und Baldachine +unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen +<pb n='366' id='i373.png'/> +<!-- [P: 366] --> +Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht +aus den Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. +— Äußeres: Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, +Steinmetzporträt. Von 2 WTürmen ist der südl. im Unterbau +rom., die Turmdächer bar. Reiches 2teiliges WPortal, über dem <milestone unit='line' n='5'/> +Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit Kantblumen. — In +der »Lutherstube« über der Sakristei einige <hi rend="g">Bildwerke</hi>. — +<hi rend="g">Kanzel</hi> reich geschnitzt, <hi rend="g">Taufstein</hi> mit biblischen +Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 <hi rend="g">Tafelbilder</hi> +von 1503. <hi rend="g">Grabsteine</hi> 17. Jh. Großer got. <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="g">Sakristeischrank</hi> und ansehnliche got. <hi rend="g">Kelche</hi>. +<hi rend="g">Tafelbild</hi> mit Kreuzigung um 1450. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +um 1500. Prachtvoller messingener <hi rend="g">Kronleuchter</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospital-K</hi>. von 1339, neuerlich verrestauriert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — <milestone unit='line' n='15'/> +Das <hi rend="g">Gespring</hi>, gefaßte Quelle in Renss.Architektur. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hessenhof</hi>. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; +das steinerne Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In +einem als Herrentrinkstube gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten +Raum <hi rend="g">Wandgemälde</hi> aus 1. H. 13. Jh., Szenen <milestone unit='line' n='20'/> +aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig +wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten +Teile stark verändert, doch manches noch von Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhäuser</hi>. <hi rend="g">Große Kemnate</hi> in der Weidebrunnergasse, <milestone unit='line' n='25'/> +vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. <hi rend="g">Heilig-Grab-Haus</hi> +in der Pfaffengasse, später <hi rend="g">Henneberger +Hof</hi>, Westhälfte got., Osthälfte renss. <hi rend="g">Rosenapotheke</hi> +in der Steingasse 1545. <hi rend="g">Todtenwarthsche Kemnate</hi> +am Altmarkt 1575. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und +17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz +7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und +137 u. a. m.). +</p> + +<p> +Vor der Stadt zahlreiche <hi rend="bold">Gartenhäuser</hi> des 18. Jh., meist in <milestone unit='line' n='35'/> +feiner baulicher Gestaltung. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, +die Türme meist, die Tore alle abgetragen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Wilhelmsburg</hi>. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung +war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von <milestone unit='line' n='40'/> +Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch <hi rend="italic">Christoph</hi> und +<hi rend="italic">Hans Müller</hi>, »Hofschreiner und Baumeister«. Auf Benutzung +von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht +getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck +außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der + + +<pb n='367' id='i374.png'/> + +<!-- [P: 367] --> + +Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren +Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des +Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke +(3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische +Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung <milestone unit='line' n='5'/> +u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den +meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere +Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die +ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt allerdings +stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen auffallend <milestone unit='line' n='10'/> +ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende +an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. +Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung +der Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die +4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf <milestone unit='line' n='15'/> +jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die +in der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete +<hi rend="g">Kapelle</hi>. Die Anlage folgt dem in den +Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten +Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten <milestone unit='line' n='20'/> +von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen +sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden +Schmalseite übereinander — diese spezifisch protestantische +Anordnung tritt hier zum erstenmal auf — Altar, Kanzel +und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen <milestone unit='line' n='25'/> +etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in +Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte +Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die +Dekoration (vom Niederländer <hi rend="italic">Wilhelm Vernucken</hi>): Pilaster, +Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament in <milestone unit='line' n='30'/> +flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb +ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten +(offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). +Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von +Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen <milestone unit='line' n='35'/> +Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher +Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen +ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis +Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im +Anschluß an <hi rend="italic">Cranachs</hi> Holzschnittwerk »Passional Christi <milestone unit='line' n='40'/> +und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der +farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des +Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die +niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m +Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt; + + +<pb n='368' id='i375.png'/> + +<!-- [P: 368] --> + +nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal +erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; +Kamine; Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). +Die vollständigsten Ensemblewirkungen im <hi rend="g">»Riesensaal«</hi>, +hauptsächlich Malerei auf Wandverputz und gemalte <milestone unit='line' n='5'/> +Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne Deckenträger +auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer +Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 +m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle +dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut <milestone unit='line' n='10'/> +erhalten das <hi rend="g">Landgrafenzimmer</hi> im Erdgeschoß. +Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des +Hennebergischen Gesch.-Ver. Die <hi rend="g">Gartenterrassen</hi> +aus A. 17. Jh. sehr zerstört. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMERLENBACH.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Benedikt-Nonnen-Klst.</hi> 1769. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMIEDEBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines +älteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller +Breite der K. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Privathäuser</hi> mit renss. Portalen zahlreich. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMIEDEBERG.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K</hi>. 1713-16 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Griechisches +Kreuz mit sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten <milestone unit='line' n='25'/> +Emporen bilden im Gr. ein regelmäßiges 8Eck; der +Kanzelbau hinter dem Altar. <hi rend="g">Taufstein</hi> vom Dresdener +Hofbildhauer <hi rend="italic">Benjamin Thomae</hi>. In der Sakristei Wachsbüste, +wohl von <hi rend="italic">Dubut</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMIEDEHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der quadr. Turmchor rom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMOCHTITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Hauptgebäude 1764 vom jüngeren <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>. +Im (stark veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., +Sphinx (hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich <milestone unit='line' n='35'/> +August III. 1769 und P.A. v. Schönberg, den Gründer des Parks. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMÖLLN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Ronneburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, +seit Brand 1772 mit Holzgwb. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHMORKAU.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHNABELWEID.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein +17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> mit Rund-Turm einfach renss. +</p> + + +<pb n='369' id='i376.png'/> + +<!-- [P: 369] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHNEEBERG B. AMORBACH.</hi> UFranken.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne +Interesse. Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks +der <hi rend="g">Hochaltar</hi>, 2. V. 17. Jh., Stiftung eines Mainzer +Domherrn. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHNEEBERG.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang</hi> 1515-16. Baumeister +<hi rend="italic">Hans v. Torgau</hi>. — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; +Schiffsbreiten und Jochbreiten gleich; der östl. Abschluß +gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des 16Ecks nehmen <milestone unit='line' n='10'/> +die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m +Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. <corr sic=' eg'>weg</corr> ein +einheitliches Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg +und Chemnitz. Die Emporen, wie überall in dieser Schule, +aus Stein und dem System organisch eingefügt, laufen rings <milestone unit='line' n='15'/> +um den ganzen Raum, auch um den Chor; die Verbindung +zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in Annaberg +und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, +sondern durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer +<hi rend="g">Altarbau</hi> in strenger Barock-Architektur von 1712. Der <milestone unit='line' n='20'/> +alte <hi rend="g">Flügelaltar</hi> von 1539 teilweise in den neuen aufgenommen; +gute Arbeit aus der Werkstatt <hi rend="italic">Cranachs</hi>; interessant +als umfassende symbolische Darstellung des evangel. +Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht +auf der Rückseite. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1540, Sandstein mit Farbe <milestone unit='line' n='25'/> +und Vergoldung, in den Formen noch got. Erinnerungen; +überarbeitet 1607. — Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. — +Hinter dem Altar <hi rend="g">Gemälde</hi> des Schneebergers <hi rend="italic">Wolfgang +Krodel</hi> 1561. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> von 1567, erneuert 1737. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. +— Kurfürstenbilder von <hi rend="italic">Andr. Engelhard</hi> in +kunstreichen Rahmen von <hi rend="italic">Andr. Petzold</hi>. Kleine Holzädicula +mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 <hi rend="italic">W K</hi> (<hi rend="italic">Wolf Kreuter</hi>). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHNEY.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. +Grabmal. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus <hi rend="italic">Dientzenhoferscher</hi> Zeit auf ma. Burganlage. +</p> + +<p> +2 malerische <hi rend="bold">Torbauten</hi> und Mauerreste aus Ma. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖLLKRIPPEN.</hi> UFranken BA Alzenau. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. — <hi rend="bold">Schloß,</hi> aus einer alten Wasserburg umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNAU.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem +Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar + + +<pb n='370' id='i377.png'/> + +<!-- [P: 370] --> + +im Museum Bautzen]. <hi rend="g">Pastorengrabstein</hi> 1653, +tüchtig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNAU.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau +(1. H. 14. Jh.) erhalten der gerade geschlossene Chor und <milestone unit='line' n='5'/> +die jetzige Sakristei. 1699 (Umwandlung für Franziskaner) +das jetzige Langhaus angefügt und der Chor teilweise verändert, +die trockene derbe Architektur der Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi> +nahestehend. Die pompöse <hi rend="g">Ausstattung</hi> aus der Erbauungszeit, +<hi rend="g">Altarblätter</hi> (wahrscheinlich) von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +und von <hi rend="italic">Seb. Urlaub</hi> (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria +und die beiden Johannes, sehr gute Arbeiten, möglicherweise +eigenhändig von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter <milestone unit='line' n='15'/> +ziemlich gut bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. +Madonna auf der Mondsichel A. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (französ. Kolonie) 1706 von <hi rend="italic">Paul Du <corr sic="Ryn">Ry</corr></hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNBERG.</hi> K. Sachsen AH Oelsnitz. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen +1485-1669. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNBORN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Altarhaus. — <hi rend="g">Altarbild</hi> »an <hi rend="italic">Hans +v. Culmbachs</hi> Art erinnernd«(?) <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNBRUNN.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> +17. Jh. Kalkstein und Eisenguß. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen. <milestone unit='line' n='30'/> +Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m +hoch, darin ein Gemach mit Kamin in Formen, die am Naumburger +Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, also nicht +der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in +der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, <milestone unit='line' n='35'/> +doch auch hier rom. Kennzeichen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNERSTADT.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich +und sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — <hi rend="g">Holzstatuen</hi>, +Reste eines Altars aus A. 16. Jh., mit der beste <milestone unit='line' n='40'/> +aus dieser Gegend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNFELD.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar +mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Jonas Eywick</hi> zu Pirna 1658; einfache +<hi rend="g">Sandsteindenkmäler</hi> 18. Jh. +</p> + + +<pb n='371' id='i378.png'/> + +<!-- [P: 371] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines +Teiches. Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, +der mittlere von einem 6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die +innere Einteilung sehr regelmäßig. Im Erdgeschoß Gewölbe, +in den 2 oberen bemalte Balkendecken. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNFELD.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von +hochmalerischer Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNFELS,</hi> s. Alt- und Neuschönfels. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNHAGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 <hi rend="g">got. Altäre</hi> +verarbeitet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÖNRAIN.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHOTTENSTEIN.</hi> OFranken BA Staffelstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> bar. 1703, got. Turm. — <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> +16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHRAPLAU.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen <milestone unit='line' n='20'/> +(s. dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis +mit Lisenen und Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — +Von der »alten« Burg (ao. 979 »Scrapenlevaburg«) und der +»neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHREBITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +Große spgot. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1sch., Netzgwb., WTurm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHRECKSBACH.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1754. — <hi rend="bold">Schloß</hi> 1580. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHULPFORTE</hi> s. Pforta. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHÜPTITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um +1500. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 16. Jh.; <hi rend="g">Weihrauchgefäß</hi> +13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWALLUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. <milestone unit='line' n='35'/> +Dazu gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) +von 1537. — Von den Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jh. +sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute Beispiele +übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von +1663. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWANEBERG.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern +aus Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWAPPACH</hi> (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt. +</p> + + +<pb n='372' id='i379.png'/> + +<!-- [P: 372] --> + +<p> +Stattliche <hi rend="bold">Amtshöfe</hi> des Klosters Ebrach von <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZACH.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster, +Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. <hi rend="g">Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +1542, 1609. — <hi rend="bold">Wirtshaus</hi> schöner Fachwerkbau 1680. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich rom., neuerdings rest. — <hi rend="g">Glocke</hi> aus +13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche,</hi> in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. +Flache Decke mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel. +</p> + +<p> +Mehrere geschnitzte <hi rend="bold">Holzfachwerkhäuser</hi> des 17.-18. Jh. +mit gut geschnitzten Eckpfosten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZBURG.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast +ganz vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. +— 2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> von <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi>, +dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und +1503. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZENBERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1690-99 von <hi rend="italic">Joh. Georg Roth</hi> (vgl. Carlsfeld). +1sch. Saal von 34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle +Barockausstattung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZENBORN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener +quadr. Chor etwas jünger. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWARZENFELS.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloßruine</hi> 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein +bewohnbares Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches <milestone unit='line' n='30'/> +Barockportal und Brunnen von 1621. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEBDA.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. — v. <hi rend="g">Keudellsche</hi> Grabsteine. — +Got. <hi rend="bold">Wasserburg</hi> der v. Keudell. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEBENRIED.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien, +namentlich der Orgelgehäuse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEBHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, +von Türmen flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige <milestone unit='line' n='40'/> +Häuser mit Staffelgiebeln 1526, die Treppentürme 1574. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEINA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, +für diese Gegend reich. +</p> + + +<pb n='373' id='i380.png'/> + +<!-- [P: 373] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEINFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer +Qualität, durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. +Aus älterer rom. Bauzeit der Unterbau der 2 den Eingang +in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im 2. Viertel 13. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß es +durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die +Vierung und die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen +rck. mit Einkerbung in der Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, +jedoch unter sich verschieden. An ihren Kapitellen <milestone unit='line' n='10'/> +sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. Blattwerk +mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller Behandlung. +Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie +die beim spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen +anzeigen. Um dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon <milestone unit='line' n='15'/> +nur das südl. Portal in guter Arbeit des 14. Jh. erhalten; +sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren +interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal +nicht groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. +Im Obergeschoß entsprechend der Zweiteilung des Innern <milestone unit='line' n='20'/> +2 große Kreisfenster mit reich profiliertem Gewände, getrennt +durch eine die Mittellinie einnehmende Lisene. Am Giebel +Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf Säulchen +mit Knospenkaptt. — <hi rend="g">Taufstein</hi> 1367. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1694, +got. <hi rend="g">Grabsteine</hi> unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. <milestone unit='line' n='25'/> +Seinsheim 1369, Marg. Fuchs Art des <hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> um 1550. +An der Außenwand <hi rend="g">Epitaph</hi> des Berthold Rucker † 1377, +vor dem Heiland kniend; interessant für die Entwicklungsgeschichte +der Epitaphform. Schöne <hi rend="g">Abendmahlskanne</hi> +E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1570 ff. von <hi rend="italic">Niklas Hoffmann</hi> aus Sachsen. Es wird +den besten seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum +des Zierwerks wirkt es vornehmlich durch die malerische und +doch klare und wohlproportionierte Gliederung der Massen. +Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das traditionelle <milestone unit='line' n='35'/> +Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden Treppenturms +ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig +über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt +im Erdgeschoß. Das Innere besteht aus mehreren Hallen +und Sälen, die sich in einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen <milestone unit='line' n='40'/> +sind nach innen gelegt. Das Detail entspricht der +sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. Von +der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gymnasium</hi> 1582. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mühltor</hi> 1564. +</p> + + +<pb n='374' id='i381.png'/> + +<!-- [P: 374 --> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEINITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon, +wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, +die <hi rend="g">Schnitzerei</hi> gilt für Saalfelder Arbeit, die <hi rend="g">Gemälde</hi> +nicht aus <hi rend="italic">Wolgemuts</hi> Werkstatt (so Lehfeldt), die <milestone unit='line' n='5'/> +Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie +kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf +dem Altar in Schaala. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEINSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und <milestone unit='line' n='10'/> +Netzgwbb. ohne Strebepfeiler. — Ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi> der +Familie Schenk zu Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, +teils bewohnt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWEPNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und +rok. <hi rend="g">Denkmälern</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWETA.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Renss. Stattlicher Kamin. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWETA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751. Zentralbau unter Einfluß <hi rend="italic">G. Bährs</hi>. Gr. in +Form eines Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SCHWICKERSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude +1579, 1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m <milestone unit='line' n='25'/> +Spannung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher <hi rend="g">Altarbau</hi> +bez. <hi rend="italic">Martin Roth</hi> 1586. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1621. Gute <hi rend="g">Madonnenstatue</hi> +E. 15. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEDLITZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, +Entwurf von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>, verkürzt ausgeführt von <hi rend="italic">Knöffel</hi> +und <hi rend="italic">Longuelune</hi>; rest. 1846; im Garten dekorative Figuren, +Vasen usw. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEEBACH.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche <hi rend="g">Alabaster-Epitaphe</hi> +der Familie v. Berlepsch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEEBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes <hi rend="bold">Schloß</hi>. Hauptgebäude <milestone unit='line' n='40'/> +17. Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, +darunter die <hi rend="bold">Kapelle,</hi> nach dem Typus der Dorfkirchen +dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen). Außerdem größere +<hi rend="bold">Schloß-K.,</hi> spgot. +</p> + + +<pb n='375' id='i382.png'/> + +<!-- [P: 375] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SEEGA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> quadr. Chor mit romanisierend got. Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEEGNITZ.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1608. — Auf dem Friedhof kleines <hi rend="g">Epit</hi>. bez. TK +(<hi rend="italic">Thomas Kistner</hi>). <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEEHOF.</hi> OFranken BA Bamberg I. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß Marquardsburg.</hi> Bedeutende Anlage. 1686 von <hi rend="italic">Petrini</hi> +aus Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in +Quadr. gestellte Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme; +im wesentlichen noch der Schloßtypus von Aschaffenburg; <milestone unit='line' n='10'/> +hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme +1711 durch <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> verändert, die innere Ausstattung +durch <hi rend="italic">B. Neumann</hi> 1729. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEELITZ.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: <milestone unit='line' n='15'/> +Gr. ähnlich der Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die +Gwbb. nicht zur Ausführung gekommen. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. Aufbau +1771. — Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEIBELSDORF.</hi> OFranken BA Steinach. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. +Turm 1753. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEIDMANNSDORF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Emporen bez. 1538. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes +Rck., Gewölbe mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche +<hi rend="g">Altarwerk</hi> scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 +gefertigten <hi rend="g">Grabmals</hi> aus der Schule Hans Walthers; +unter den zahlreichen anderen <hi rend="g">Grabmälern</hi> besonders die <milestone unit='line' n='30'/> +des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet +1822. — Hervorragende <hi rend="g">Porträtreihe</hi>, u. a. Goethe +1787, Königin Luise v. Preußen 1788, beide von <hi rend="italic">Darbes</hi>, +mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie von <hi rend="italic">Graff</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +Das <hi rend="g">Seifersdorfer Tal</hi>, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde, +seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen +romantischen Park umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine +der Vergänglichkeit, Hütte des Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk +von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800). <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> architekturlos. Ansehnliches <hi rend="g">Altarwerk</hi> von +1518, die tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung +von FrRenss. und Got., die Malereien in der Art des Meisters +von Dippoldiswalde, doch von geringerer Qualität. +</p> + + +<pb n='376' id='i383.png'/> + +<!-- [P: 376] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SEIFHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern +klassizistisch, von <hi rend="italic">K. Ch. Eschke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEINSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Holzmadonna</hi> von einem der besseren Gesellen <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEITENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur +1760, im Innern spitzbg. im Übergang zur Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SELIGENTAL.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern +bemalt. — Mehrere gute <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SERRFELD.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit OTurm. — <hi rend="g">Alabasterreliefs</hi> um +1480. — Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische <milestone unit='line' n='15'/> +Gruppe reizvoll. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SESSLACH.</hi> OFranken BA Staffelstein. +</p><p> +Anziehendes altertümliches <hi rend="bold">Stadtbild</hi>. Mauern und Türme auf +größere Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in +stattlicher Anzahl, Stein und Fachwerk. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden +1522 durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das +Innere barockisiert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEUSSLINGS.</hi> OFranken BA Bamberg II. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere <milestone unit='line' n='25'/> +(rom.?) Krypta. <hi rend="g">Glasfenster</hi>. Relieftafeln vom ehemaligen +<hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1480. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SEUSSLITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. +Andere mit gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SIEMERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. +Ungewöhnlich gutes spgot. <hi rend="g">Holzrelief</hi> (hl. Sippe). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SIERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. 12. Jh. — Hübsche <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +1484. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SINNERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später +Gutshof. An der Gartenmauer rohe frgot. <hi rend="g">Steinfigur</hi>, +im Garten mehrere <hi rend="g">Rok.-Figuren</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SITTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. O.-Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SITTICHENBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-K</hi>. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation +scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert <reg orig='be-|standen'>bestanden</reg> +<pb n='377' id='i384.png'/> +<!-- [P: 377] --> +zu haben; auf ihn gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück +mit 1/2kr. Schilden wie in Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei +2 frühgot. <hi rend="g">Kapellen</hi>. Am Fenstermaßwerk auf Säulchen +der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SITZENRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +15. Jh. Mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1530-1626. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SODEN.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern. +</p><p> +<hi rend="bold">Huttensches Schlösschen</hi>. 1536 und 1591. Gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SODENBERG.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Ruine</hi>. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. +von den Thüngen. Sehr verfallen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SOMMERACH.</hi> UFranken B A Gerolzhofen. +</p><p> +Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen +spätmittelalterlichen <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SÖMMERDA.</hi> RB Erfurt Kr. Weißensee. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Bonifazius.</hi> 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem +Chor 1462; Turm nördl. daneben. — Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +Hinter ihm 2 <hi rend="g">Gemälde</hi> A. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1529 ff. ziemlich groß, entstellt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SOMMERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +Anmutiges <hi rend="bold">Mainstädtchen</hi> mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, +2 Figurenbrunnen. In der Kirche schöne geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi> +17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Rechteren. — <hi rend="g">Rathaus</hi> kräftiger <milestone unit='line' n='25'/> +Renaissancebau. — Auf dem Friedhof originelle <hi rend="g">Steinkanzel</hi> +mit Überdachung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SÖMMERSDORF.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1795 mit nachgot. Turm. <hi rend="g">Marmoraltar</hi> aus St. +Michael in Würzburg, um 1750. Reste eines <hi rend="g">spgot. Altars</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +um 1510. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SOMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der +NSeite scheint rom. [Reste eines großen <hi rend="g">Altarwerks</hi> um +1500 im Dresd. Altert.-Ver.] <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SONDERSHAUSEN.</hi> Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh. +</p><p> +<hi rend="bold">Trinitatis-K.</hi> nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, +in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; +darauf die 4 Evangelisten; schwebende Kinderengel halten +Gemälde. Reicher <hi rend="g">Kelch</hi> um 1400. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration +E. 17. Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. +mit Emporen in 2 Rängen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SONDHEIM V. D. RHÖN.</hi> Sachs.-Weimar VB Dermbach.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. + + +<pb n='378' id='i385.png'/> + +<!-- [P: 378] --> + +Die Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, +Kanzelaltar 1775, auf der hölzernen Flachdecke <hi rend="g">Kolossalgemälde</hi> +(Himmelfahrt) von <hi rend="italic">Peter Herrlein</hi> 1775. — +Hohe befestigte <hi rend="g">Kirchhofsmauer</hi>. — Von den +<hi rend="g">Adelshöfen</hi> ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig <milestone unit='line' n='5'/> +geblieben. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SONNEBORN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +Kirchenruine mit frgot. Chor. <hi rend="g">Grabsteine</hi> des M. v. +Wangenheim 1588 gehört zu den besseren. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SONNEFELD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> gegr. 1264. Der mächtige Chor, +3 Joche und 5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. +Lhs. Seine strengen und sorgfältig ausgeführten Formen +aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). — <hi rend="g">Grabsteine</hi> aus +der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht bewegter <milestone unit='line' n='15'/> +Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs; +Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, +vielleicht der beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SONTRA.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">K. S. Georg</hi>. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. +An den spitzbg. Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. +Turm 17. Jh. Unter den Kragsteinen der Sakristei +in der SOEcke der sog. Wodanskopf. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher <milestone unit='line' n='25'/> +Freitreppe. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SORNITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener +Tage. Kleines Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, +umschlossen von Wassergräben. Nüchterner Umbau 1742. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPANGENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer +1sch. Chor, gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm +aus E. 13. Jh. hat ein reich gegliedertes Portal, gekuppelte +Fenster, 4 Steingiebel und schlanken hölzernen Helm. — <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Tumba</hi> der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von +Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten +2 Engel, zu Füßen Löwe und Hund. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospitals-K.</hi> Schlicht spgot. 1sch. — <hi rend="g">Holzskulptur</hi>, +Pietas. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem +A. und E. des 16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von +tiefen, trocknen Gräben und kunstvollem Wall. In verschiedenen +Sälen figürliche und ornamentale Malerei. +</p> + + +<pb n='379' id='i386.png'/> + +<!-- [P: 379] --> + +<p> +Schöne alte <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> in neuester Zeit durch Brand +und Umbau zerstört. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> schlecht erhalten, besser 3 <hi rend="bold">Türme</hi> (1 runder und +2 viereckige). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPARNECK.</hi> OFranken BA Münchberg. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPIELBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich +intakt rom. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPIESSCAPPEL.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.-K.</hi> Erb. 2. H. 12. Jh. als +flachged. Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. +Um 1500 Chor, Qsch. und östl. Teile des Lhs. +niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6 Arkaden, +das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. <milestone unit='line' n='15'/> +Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln +quadr. Pfll. und verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem +Ornament bedeckt; an mehreren eine von Rankenwerk +umgebene menschliche Figur; an einem 8 Männer- und Weiberköpfe, +deren Haar und Bart in langen Strähnen durcheinandergeschlungen. <milestone unit='line' n='20'/> +Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig profiliertes +Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge +und Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge +mit 3/4 Sll. ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung +die Brustbilder des Salvators, der Mutter Gottes <milestone unit='line' n='25'/> +und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. — In der spgot. +Turmkapelle (S. Michael) ein <hi rend="g">Altarbaldachin</hi> in +spätesten und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle +<hi rend="g">Steinreliefs</hi> von 1500 und 1504. — <hi rend="g">Springbrunnenbecken</hi> +bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPITZKUNNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1712 von <hi rend="italic"><!--g!-->J. Kirschstein</hi>, dem Erbauer der +K. von Hainewalde und dieser gleich. Altar mit gediegenen +<hi rend="g">Schnitzfiguren</hi> von <hi rend="italic">Fr. Bühner</hi> aus Böhmen. Zahlreiche +bar. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPORA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SPREMBERG.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend="bold">K.</hi> 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> bar. und rok., unbedeutend <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADELHOFEN.</hi> OFranken BA Bamberg I. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADTILM.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. +Reste beibehalten, darunter das wichtigste die 2 Portale an + + +<pb n='380' id='i387.png'/> + +<!-- [P: 380] --> + +der N- und SSeite mit Vorhallen in reicher und guter Hochgotik. +Die hier aufgestellten <hi rend="g">Statuen</hi> der Madonna und +6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. +Der platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. +Das schöngegliederte Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. <milestone unit='line' n='5'/> +Im W 2 ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Geschoß +hochgot. mit niedriger Steinpyramide, Eckfialen und +Wimpergen — eine treffliche Komposition, aber neuerdings +völlig verrestauriert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ehem. Kloster</hi> der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der <milestone unit='line' n='10'/> +Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete <hi rend="bold">Schloß</hi>. +(Verständnisloser Anbau A. 20. Jh.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADTLAURINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> wesentlich 1731. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> schöner Fachwerkbau bez. 1563. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zehntscheuer</hi> mit gutem Bar.-Portal bez. 1628. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADTLENGSFELD.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und +18. Jh. umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADTPROZELTEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. +15. Jh. Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von +1628. — Im Innern gute <hi rend="g">Sandsteinfigur</hi> einer weibliehen +Heiligen, um 1430. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer, +zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm +und Erker. Im Sitzungssaal des Obergeschosses die +alten Durchzüge und ein Glasfenster, bez. 1600. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine Prozelten</hi> (auch unter anderen Namen bekannt: <milestone unit='line' n='30'/> +Klingenburg, Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit +der Gesamtanlage, die Harmonie der einzelnen +Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der schönsten Süddeutschlands. +Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die +Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas <milestone unit='line' n='35'/> +und die Ringmauer mit großen Bastionstürmen und dem +Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein unterirdischer +Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl. +Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung +der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die +Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADTSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser <hi rend="g">Hochaltar</hi> +um 1730, die feineren <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> um 1710. + + +<pb n='381' id='i388.png'/> + +<!-- [P:381] --> + +Spgot. <hi rend="g">Chorstuhl</hi> mit Flachschnitzerei. Sitzende <hi rend="g">Madonna</hi> +1. H. 14. Jh., bäuerisch. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STADTSTEINACH.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Marien-Kap.</hi> 1690, Apsis aus 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marter</hi> 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. <milestone unit='line' n='5'/> +Säulen. +</p> + +<p> +2 <hi rend="bold">Stadttürme</hi> und Strecke der Mauer. <hi rend="g">Burgruine Nordeck</hi> +(Hennebergisch); zerst. 1525. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STAFFELSTEIN.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte <milestone unit='line' n='10'/> +Turm, jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. +Sonst Neubau 1481, 1515. Inneres umgestaltet 1730. +Spgot. Hallenbau nach dem besonders in Mittelfranken häufigen +Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im bar. +Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt <milestone unit='line' n='15'/> +ein hübsches malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür +<hi rend="g">Rotmarmorrelief</hi> 1484; am Turm ein verwitterter +<hi rend="g">Rittergrabstein</hi> 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Annen-Kap.</hi> Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht +»<hi rend="italic">Veit Stoß</hi>.« <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal +ein an Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk. +</p> + +<p> +4 <hi rend="bold">Tortürme</hi> 14 Jh. (?). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STAUCHITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von <hi rend="italic">J. R. Petersell</hi>. +15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem +Mittelrisalit; am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. +Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal mit doppelläufiger +Treppe. Reihe von Bildnissen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STAUSEBACH.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus +8Eck geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte +Netzgwbb. — Einfache <hi rend="g">Kanzel</hi> etwa E. 15. Jh. +<hi rend="g">Weihwasserstein</hi> spätestgot. 16. Jh. — Befestigter Kirchhof. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STECKELBERG.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend +16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEDTEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig <milestone unit='line' n='40'/> +aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma + — <hi rend="bold">Schloß</hi> 1737, einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEDTEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +Rom. <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. +überarbeitet. Großer <hi rend="g">Flügelaltar</hi>. +</p> + + +<pb n='382' id='i389.png'/> + +<!-- [P: 382] --> + +<p> +<hi rend='ort'>STEDTLINGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1736, sehr reiche <hi rend="g">Kanzel</hi>. — Geschnitztes Fachwerkhaus +17.—18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage <milestone unit='line' n='5'/> +bmkw. und wohlerhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte +Dorf Steina abgegangen). <hi rend="g">Unterstein</hi> erb. 1544, stattlicher +steinerner Unterbau, Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher <milestone unit='line' n='10'/> +angelegt <hi rend="g">Oberstein</hi> 1582, 1594. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINACH.</hi> UFranken BA Kissingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <hi rend="g">Crucifixus</hi>; durch eine in der Seitenwunde +verborgene Urkunde von 1516 als eigene Arbeit <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> +beglaubigt; Holz; mit ausgeprägtem Streben nach <milestone unit='line' n='15'/> +weicher Schönheit in Haltung und Körperform. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINAU.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern. +</p><p> +<hi rend="bold">S. Katharinen-K.</hi> 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche +mit gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im +<hi rend='ort'>NO.</hi> — Geringe Steinfiguren, Reste eines <hi rend="g">h. Grabes</hi>. — <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +Spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi> von Stein. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige +Anlage, umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An +der NWSeite ein 3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das +Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 Mittelsäulen. Das 2. Geschoß <milestone unit='line' n='25'/> +enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von +Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 +Geschosse ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen +und Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit +bar. Bedachung. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1562 spgot. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gasthaus zum Schwan</hi> 1620. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> z. T. doppelt und <hi rend="bold">Stadttürme</hi> ziemlich gut erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration +— Stattliches <hi rend="g">Herrenhaus</hi> (v. Pflugk) 1715. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer +quadr. Chor und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> UFranken BA Lohr. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1723 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Den Typus der kleineren +Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem + + +<pb n='383' id='i390.png'/> + +<!-- [P: 383] --> + +Maßstabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns +Schule stark kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau: +eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem +WTurm. — Ausstattung gut. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> +etwas früher als der Bau. Linker <hi rend="g">Seitenaltar</hi> von <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="italic">Leunenschloss</hi> 1723.— Silbergetriebenes <hi rend="g">Kruzifix</hi>, Augsburger +Arbeit um Mitte 18. Jh. — <hi rend="g">Kreuzpartikel</hi>, Silber +vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise +nach <hi rend="italic">Neumanns</hi> Entwurf. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) <milestone unit='line' n='10'/> +von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Der ganz originelle Grundriß +Längsbau, von zwei Querflügeln rechtwinklig durchschnitten, +so daß der Längsflügel noch als Risalit an den Schmalseiten +vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet sind, +macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. <milestone unit='line' n='15'/> +Im Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit +guten Stuckaturen im Charakter des fr. Rokoko. Reiche +Ahnengalerie. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINBACH-HALLENBERG.</hi> KB Cassel Kr. Schmalkalden. <milestone unit='line' n='20'/></p> +<p> +<hi rend="bold">Burgruine Hallenburg</hi>. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der +Henneberger. Um 1600 verfallen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige +Empore mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente +Bar. Kanzel. — Befestigter Kirchhof, am Tor bez. 1605. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEINBERG.</hi> OFranken BA Kronach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> angeblich im 15. Jh. aus einer Burg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STELZEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung +älterer Teile. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen +dieser Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — +Die Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem. +Schloß in Verbindung. — <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi> 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STERNBERG.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (1673) mit guter Fassade. Stattlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen +(Schema wie bei dem Aschaffenburger Schloß). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STERPERSDORF.</hi> OFranken BA Höchstadt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-Kap.</hi> 1763. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STETTBACH.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zwei männliche <hi rend="g">Holzfigg</hi>. neben dem Hochaltar, +schwache Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. +</p> + + +<pb n='384' id='i391.png'/> + +<!-- [P: 384] --> + +<p> +<hi rend='ort'>STETTEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) +Kaptt. wiederbenutzt. Am <hi rend="g">Taufstein</hi> von 1651 Ölgemälde +in Kartuschen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STETTFELD.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus +gleicher Zeit. — Chorbg. <hi rend="g">Kruzifix</hi> überlebensgroß, um +1520, bmkw. — <hi rend="g">Glocke</hi> 1354. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mühle</hi> A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der +Gegend. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STEUDNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren +mit altem Beschlag. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STÖCKACH.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOCKHEIM.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +Altes <hi rend="bold">Zehnthaus</hi>. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.</p> +<p> +Ansehnliche Reste der <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Martin</hi> 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne <milestone unit='line' n='20'/> +bronzene <hi rend="g">Grabplatte</hi> der Elisabeth von Stolberg, geb. +Gräfin v. Wirttenberg, † 1505, nach allen Kennzeichen eine +Arbeit der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt, desgl. die <hi rend="g">Gedenktafel</hi> +für den schon 1488 verstorbenen Theologieprofessor +Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den <milestone unit='line' n='25'/> +gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. +Handwerkliche Bildnisse von <hi rend="g">Luther</hi> und <hi rend="g">Melanchthon</hi> +1611, besser die <hi rend="g">Pastorenporträts</hi> 1656, 1672. +</p> + +<p> +Die <hi rend="bold">alte Münze</hi> (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit +Schnitzerei gezierter Fachwerkbau 1535. — <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1482, <milestone unit='line' n='30'/> +rest. 1600. — <hi rend="bold">Schloß,</hi> große Gebäudegruppe, deren östl. Teile +aus 16. Jh., mit stattlichem renss. Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOLLBERG.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +Von der ma. <hi rend="bold">Höhenburg</hi> ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile +des sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten <milestone unit='line' n='35'/> +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOLLBERG.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) +umgebaut 1. H. 15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, +eingezogener Chor 1 gerades Joch und 5/8 Schluß. Über dem <milestone unit='line' n='40'/> +Chor Dachreiter. — Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit den 14 Nothelfern. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOLPEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, +einige Teile noch unter Dach. Prächtiges Renss.<reg orig='Eingangs-|tor'>Eingangstor</reg> +<pb n='385' id='i392.png'/> +<!-- [P: 385] --> +nach M. 16. Jh., nicht 1521; dieses Datum (ein sehr +frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt nur +der Nebenpforte zu. — <hi rend="g">Kapelle</hi> 1405 und 1440. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOLZENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine,</hi> mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STOLZENHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — +Intakte <hi rend="g">Ausstattung</hi> um 1680, recht gut der Altar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STÖRMTAL.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß <milestone unit='line' n='10'/> +angelegtem OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau +gotisierend 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STÖSITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige +Leistung von Dresdner Künstlern zweiten Ranges. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STRASSBERG.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse +spitzbg. Fenster, platter Chor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STREHLA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Von Interesse die Ausstattung. <hi rend="g">Hochaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +1605 von <hi rend="italic">Hans Ditterich</hi> aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, +am Sockel Abendmahl; die lebensgroßen +Statuen gehören zu den besten der Zeit. <hi rend="g">Kanzel</hi> von 1565, +ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur leider +überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem <milestone unit='line' n='25'/> +Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer +Reliefs. <hi rend="g">Denkmale</hi> des Hans v. Beschwitz † 1496, +tüchtige vollplastische Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; +des Otto Pflugk † 1568 (wohl von <hi rend="italic">Hans Walther</hi>); der Margarethe +Pflugk † 1573 (<hi rend="italic">Christoph Walther</hi> zugeschrieben); des <milestone unit='line' n='30'/> +Otto Pflugk † 1591, bez. <hi rend="italic">WK</hi>, das Ornament unter niederländischem +Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art <hi rend="italic">Ch. +Walthers</hi>). Die zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. +haben geringeres Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1751, schlicht. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STREITBERG.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine,</hi> umfängliche Anlage, wenig erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STREUFDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden +Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; <milestone unit='line' n='40'/> +noch einige rom. Formen. Um 1500 Verlängerung des Chors. +Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. — <hi rend="g">Moses-Kanzel</hi> 1650; +<hi rend="g">Taufstein</hi> 16. Jh.; im Chor <hi rend="g">Holzstatuen</hi> des Auferstandenen +und der Kriegsknechte von 1718; <hi rend="g">ikon. Grabst.</hi> +1701, 1716. +</p> + + +<pb n='386' id='i393.png'/> + +<!-- [P: 386] --> + +<p> +<hi rend='ort'>STRUPPEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; +bmkw. rom. Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit +spätestrom. Rippengwb. aus 2. H. 13. Jh. — Im <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> Reste +eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> aus E. 15 Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>STRUTH.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1771. — <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit ummauertem Tanzplatz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SUHL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher +Bar.Kanzelbau. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; +die äußere Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in +Dresden (?) erinnern. Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus +mit fein stuckierter Fassade. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; <milestone unit='line' n='15'/> +Portale und andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, +die Substruktionen gehen bis 13. Jh. zurück. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SULZA (DORF).</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich +15. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SULZA (STADT).</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen +Stuckator. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SÜLZENBRÜCKEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes <hi rend="g">Antependium</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +um 1400. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SULZFELD.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal +1710 (der got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich +verstärkt). An der Außenwand mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi>, das <milestone unit='line' n='30'/> +beste 1605. Großer <hi rend="g">Ölberg</hi> im bekannten Schema, 1497 +gestiftet vom Schultheißen <!--im orig. kursiv-->Lorenz Götz und zur Erinnerung +an diesen † 1534 eine Bronzetafel. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das +winzige Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb <milestone unit='line' n='35'/> +effektvoll umrahmte Portale. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Heiligenstatuen</hi> an den Häusern ungemein zahlreich und von +verhältnismäßig hoher Qualität. +</p> + +<p> +Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute +<hi rend="bold">Stadtbild</hi> mit manchem stattlichen Treppengiebel <milestone unit='line' n='40'/> +und vielen kleinen, meist zerbröckelten Mauertürmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SÜLZFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. +Mehrere bmkw. <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>, Datierungen 1612, 1619. — +<hi rend="bold">Dorflinde</hi> mit alter Steinbank. +</p> + + +<pb n='387' id='i394.png'/> + +<!-- [P: 387] --> + +<p> +<hi rend='ort'>SULZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher +Bau um 1720 (der Hinweis auf <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> sehr unsicher). +Gestreckter Mittelbau, an den Enden Querflügel vor- und +rückwärts ausspringend. Im Detail Kreuzung bambergischer <milestone unit='line' n='5'/> +und würzburgischer Formen (vgl. einerseits Oberschweppach, +andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den +Zimmern Rok.Tapeten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SULZTAL.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="italic">Bossi</hi> u. a., früher im Kloster Oberzell bei Würzburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SYHRA.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. <hi rend="g">Altarwerk</hi> +(Holz) 1598. Aus demselben Jahr die <hi rend="g">Kanzel</hi> mit Wiederverwendung +der got. Altarfiguren. Mehrere v. Einsiedelsche <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1620, Umbau einer ma. Wasserburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>SYLBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Dorfrathaus</hi> 1598. Allerliebster Fachwerkbau. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>T</title></head> +<p> +<milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TAL.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Wilhelmitenklst.</hi> A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh., +entstellt. — Ruine <hi rend="bold">Scharfenberg,</hi> fast nur der runde Bergfried +erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TALBÜRGEL.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Unter den rom. Denkmälern Thüringens +an Wert in vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung +desjenigen von Paulinzelle. OBau 1142-1150, WBau bis A. +13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201 nicht mehr sichtbar). +Lhs. nach 1200 fortgesetzt. — Der Chor zeigt das Hirsauer <milestone unit='line' n='30'/> +Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an +Cluniacenser- und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds +öfters vorkommenden Modifikation: neben dem Chorquadrat +mit Apsis je <hi rend="g">zwei</hi> Nebenchöre von gleicher Anlage, aber +sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze Gruppe <milestone unit='line' n='35'/> +der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser +Anordnung Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über +das gewöhnliche Maß verlängert. Die Chöre werden gewölbt +gewesen sein; alles übrige flachgedeckt. Eine Krypta war +nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh. nebst einem got. <milestone unit='line' n='40'/> +Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs. +enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch + + +<pb n='388' id='i395.png'/> + +<!-- [P: 388] --> + +nicht, wie dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern +als massive Mauer ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer +kleineren Doppelarkade geöffnet. Der zwischen diesen OTürmen +liegende Abschnitt des Msch. war gegen die Gemeinde-K. durch +eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners). — Das <milestone unit='line' n='5'/> +Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr. +ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den +Ecken und je 1 unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform +einen gestreckten Gr. erhält. Das Profil der Scheidbgg. +im Anschluß an die Pfeilergliederung aus 3 Wulsten und Rücksprüngen <milestone unit='line' n='10'/> +zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die +eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen, +einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, +welcher ebenso wie die Palmettendekoration des Gurtgesimses +der Nordwand erst nach 1200 ausgeführt sein kann. <milestone unit='line' n='15'/> +Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. — Im W ist dem +Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die +Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits +mit 4 Sll. besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben. +Ungemein charaktervolle Gestalt der stämmigen <milestone unit='line' n='20'/> +Sll., die Schäfte stark geschwellt; mächtige Würfelkapitelle +und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme nicht +vorhanden. — Gesamtlänge 72 m. — Jetzt ist nur das Lhs. +(mit zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 +sehr nüchtern whgest.; OBau und Vorhalle Ruine, südl. <corr sic="Sscb.">Ssch.</corr> +abgetragen, die Klostergebäude bis auf wenige Keller verschwunden. +— <hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, um 1500. — <hi rend="g">Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +des 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TALHEIM.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die +Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener +quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies <milestone unit='line' n='30'/> +ergibt eine 4fache von O nach W steigende Höhenabstufung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TALLEBEN.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit sprom. Chorturm. — <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> 1541, 1548. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TANN.</hi> RB Cassel Kr. Gersfeld. +</p><p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. mit großem v. Tannschem <hi rend="g">Epitaph</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadttor</hi> 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte +Hauben. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. +Brunnen mit bronzenen Delphinen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TANNEBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. — Schönes <hi rend="g">Wandgrabmal</hi> +von <hi rend="italic">Andreas Walther</hi> 1575. +</p> + + +<pb n='389' id='i396.png'/> + +<!-- [P: 389] --> + +<p> +<hi rend='ort'>TANNENBERG.</hi> K. Sachsen AH Annaberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. <hi rend="g">Altarwerk</hi>, bez. 1521. Die Gemälde in +der Dekoration schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand +wie die Altäre in Einsiedel und Ehrenfriedersdorf. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TANNENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Burg,</hi> teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus +16. und 17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter +Kapellenapside. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TAUBENHEIM.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor mit Zellengwb. in der Art <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi>. <milestone unit='line' n='10'/> +Rom. Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. — +<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter +<hi rend="g">Taufstein</hi> wenig älter. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TAUBENHEIM.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh. — Reich an <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TAUCHA.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. — Beweinung +Christi, lebensgroßes ausdrucksvolles <hi rend="g">Holzschnitzwerk</hi> +des 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TAUTENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit gemalten Flügeln. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit +Zinnenkranz. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TEICHA.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. <milestone unit='line' n='25'/> +Sakramentsnische. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, einer von den +besseren. Auf dem Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. +durch Ornamente und Trachten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TEICHWEIDEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage, spgot. umgebaut. — Guter spgot. <milestone unit='line' n='30'/> +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TEILHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches +Beispiel für den Formenkampf der Übergangszeit. — <hi rend="g">Altäre</hi> +um 1700, auf einem (nördl.) gute lebensgroße <hi rend="g">Holzfig.</hi>, <milestone unit='line' n='35'/> +Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. — <hi rend="g">Priestergrabstein</hi> +1496. — <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1525, früheste Renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TEISTUNGENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Die bestehende Kirche 1724, +Tonnengwb. mit aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, <milestone unit='line' n='40'/> +WPortal mit figurengeschmücktem Nischenaufbau. Reste +des Kreuzgangs. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TENNEBERG.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar. +<hi rend="g">Deckengemälde</hi>. +</p> + + +<pb n='390' id='i397.png'/> + +<!-- [P: 390] --> + +<p> +<hi rend='ort'>TENNSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 +(Inschr.). Das 3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken +hergestellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TETTENBORN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die +Fortdauer des got. Stils noch 1608. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TEUTLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; +Chorquadrat mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; <milestone unit='line' n='10'/> +im W eine Empore auf 2 rippenlosen Kreuzgewölben, +der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und Pflanzen-Ornamenten +in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. +— <hi rend="g">Taufstein</hi> 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige +<hi rend="g">Kanzel</hi> hinter dem Altar A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THALLWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor um 1440, Schiff 1626. — Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>, +meist der Familie v. Holtzendorff. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender <hi rend="g">Park</hi> +in französischer Art 1764. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THAMSBRÜCK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; +wohl in Nachwirkung einer rom. Anlage. — Großes +<hi rend="g">Renss.Epitaph</hi> der Familien v. Berlepsch und v. +Haugwitz. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THANGELSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. — +<hi rend="g">Altarwerk</hi> 1498. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THARANDT.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> charakterlos. In der Sakristei <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +um 1500, temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht +bekannten Künstlers von selbständiger Physiognomie. Die +darunter angebrachte <hi rend="g">Predella</hi> 17. Jh. Ungewisser Herkunft +das eingemauerte rom. <hi rend="g">Portal</hi>, von nicht gewöhnlicher +Feinheit, um 1220-30. — Tüchtige <hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +1634, 1667. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1446 unter Oberleitung <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi> (vgl. +Meißen) umgebaut, jetzt Ruine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THEKLA.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte <milestone unit='line' n='40'/> +Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter +Brüstung. — Glocke aus 13. Jh. — Am <hi rend="g">Abendmahlskelch</hi> +der Knauf hervorragende Arbeit des 13. Jh., Fuß +15. Jh., Kuppa neu. +</p> + + +<pb n='391' id='i398.png'/> + +<!-- [P: 391] --> + +<p> +<hi rend='ort'>THEMAR.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander. +1sch. mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem +Achteckchor; daneben Turm. Die 2geschossige Emporenanlage +von 1541 mit hübsch durchgebildeten Einzelheiten. — Im <milestone unit='line' n='5'/> +Chor 4 spgot. <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> mit gemalten Flügeln, der +älteste der an der SOSeite. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtshaus</hi> bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. — <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> +bez. 1601 (Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65). +— <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 1457. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THEUMA.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kirche,</hi> ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400. +— Vierflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THIERBACH.</hi> K. Sachsen AH Plauen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> in großem befestigtem Kirchhof. — <hi rend="g">Altar</hi> und <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Deckenstuck</hi> mit biblischen Darstellungen um 1680. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THIERSTEIN.</hi> OFranken BA Wunsiedel. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, +rest. 1640, verbrannt 1725. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vierflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1500; über der +Predella die liegende Stifterfigur. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THRENA.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. Stattlicher spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, +wohl aus dem Klst. Eiche. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THULBA.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi> Gegr. 1127. Das Klst. im +Bauernkrieg zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche +kreuzf. Pfeiler-Basilika. Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, +vielleicht urspr. Stützenwechsel. Rest eines <milestone unit='line' n='30'/> +Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. — Rok. <hi rend="g">Epitaphe</hi>.</p> +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Propsteihaus</hi> (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THÜNGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Protest. K.</hi> Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine +18. Jh. + <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="bold">Kath. K.</hi> neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer +Plastik, bez. <hi rend="italic">CB</hi> 1627. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche +v. Thüngensche <hi rend="g">Grabsteine</hi> aus dem. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THüNGERSHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. — <hi rend="g"><reg orig='Tauf-|stein'>Taufstein</reg></hi> +<pb n='392' id='i399.png'/> +<!-- [P: 392] --> +1590. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1605. <hi rend="g">Orgel</hi> und <hi rend="g">Chorstühle</hi> +rok. Bürgerliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> des 17. Jh. Kirchhofsmauer +mit Gaden. — 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751. Altertümliche +Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit ansehnlicher +Zimmerausstattung. An no 188 <hi rend="g">Madonna</hi> um <milestone unit='line' n='5'/> +1520, an no 189 <hi rend="g">Johannes</hi> um 1780. — Zahlreiche (9) +Bildstöcke 15.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> mit schöner <hi rend="g">Madonna</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THURM.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1729. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500. <hi rend="g">Kelch</hi> 1571. <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="g">Grabmal</hi> des Wolf v. Weißenbach, † 1584, von <hi rend="italic">Samuel</hi> +und <hi rend="italic">Uriel Lorentz</hi> aus Freiberg; reicher Aufbau in bedeutenden +Maßen, die lebensgroßen Gestalten des Verstorbenen und seiner +zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor mit Vergoldung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>THURNAU.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur +von derselben Hand wie in der Ordenskirche in +Bayreuth. — Großer Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer +Verkürzung. Kanzel auf 2 lebensgroßen Stuckfiguren, Moses +und Johannes. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Neptun um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog. +Kemenate; Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter +westl. einfacher Renss.-Bau 2. H. 16. Jh. Am Haupthof der +Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau 1729-31. <milestone unit='line' n='25'/> +Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an +Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der +Plassenburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TIEFENORT.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. <milestone unit='line' n='30'/> +Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. +<hi rend="g">Steinkanzel</hi> 1550, gotisierend. <hi rend="g">Grabst.</hi> des Grafen +Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr. Renss. Andere +<hi rend="g">Grabst.</hi> 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TIEFENSEE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen +Landsitzes E. 16. oder A. 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TIEFURT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 15. und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> ganz bescheidene Anlage von ca. 1760. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TINZ.</hi> Reuß j. L. LA Gera. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstl. Lustschloß</hi> 1748 ff. +</p> + + +<pb n='393' id='i400.png'/> + +<!-- [P: 393] --> + +<p> +<hi rend='ort'>TONNDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> WTurm rom., Lhs. 1494. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit Resten aus 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TORGAU.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien</hi> 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß <milestone unit='line' n='5'/> +mit 3 polyg. Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen +Langchor hinausgeschoben. Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im +Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront (der STurm +bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen, +deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und <milestone unit='line' n='10'/> +Fensterrosen. Renss. Sakristei. — Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> mit +Evangelisten 1582. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1693. Marmorner <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> +18. Jh. — <hi rend="g">Bronzeplatte</hi> der Sophie v. +Mecklenburg † 1503 aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Hütte, bez. 1504. +<hi rend="g">Grabst.</hi> der Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau <milestone unit='line' n='15'/> +† 1552, halbrundes bemaltes Relief. Zahlreiche <hi rend="g">Epitaphe</hi> +an der Außenwand, darunter das des Baumeisters Konrad +Krebs † 1540. — <hi rend="g">Triptychon</hi> bez. 1509. — <hi rend="g">Lutherporträt</hi> +in Papiermasse 16. Jh. — Bmkw. <hi rend="g">Altargeräte</hi>. +[Ein lange verschollen gewesenes Hauptbild <hi rend="italic">L. <milestone unit='line' n='20'/> +Cranachs</hi> jetzt im Mus. Frankfurt a. M.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Alltags-K.</hi> (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 +Achsen, verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die +Fenster des Lhs. 3teilig mit Vorhangbg. und überschnittenem +Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit rundbg. Maßwerk und <milestone unit='line' n='25'/> +Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. — <hi rend="g">Grabst.</hi> +1463. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten +Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. +Giebeln und Bischofsmützen. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon +jetzt noch der SOGiebel und ein prächtiger Erker. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden +Wichhäusern. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Privathäuser</hi>: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. <milestone unit='line' n='35'/> +354 mit Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale +häufig, hervorzuheben Schloßstr. 453. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Hartenfels</hi>. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. +und 14. Jh. Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten +1533-44 und 1616-23. Mit seinen vielen teils runden, <milestone unit='line' n='40'/> +teils viereckigen Türmen und hochragenden Mauermassen +gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine großartige +Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. <hi rend="italic">Cranach</hi>sche +Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne +verdorben. Architektonisch am bedeutendsten, eine <reg orig='Haupt-|leistung'>Hauptleistung</reg> +<pb n='394' id='i401.png'/> +<!-- [P: 394] --> +der FrRenss. in Deutschland, ist die Hoffront des +1533-35 von <hi rend="italic">Konrad Krebs</hi> erbauten OFlügels. Langgestreckter +4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot. +Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig +vorgekragten Laufgang; von durchschlagender Wirkung als <milestone unit='line' n='5'/> +Vertikalkontrast das aus der Mitte vorspringende Treppenhaus; +schlichter rck. Unterbau in Höhe des Erdgeschosses +mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche +Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; +der Aufbau in Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien <milestone unit='line' n='10'/> +der Stiege auch nach außen sichtbar gemacht sind; Pilaster +und Brüstungen mit reichstem FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein +von Dresdener Steinmetzen angefertigt); der krönende +Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die +renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß <milestone unit='line' n='15'/> +zu Meißen; Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch +nicht notwendig. Ein an die NSeite geschobener Erker von +höchster Pracht und Feinheit der Dekoration und ein aus der +SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen +vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen <milestone unit='line' n='20'/> +Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß +einnehmenden Saal von 14 : 70 m. — Schloßkirche +1543-44 von <hi rend="italic">Nickel Grohmann</hi>. Von Luther persönlich eingeweiht +und tatsächlich »die erste protestantische Kirche«. +Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus neuen Forderungen <milestone unit='line' n='25'/> +des protestantischen Gottesdienstes, als aus der +Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend +schon E. 15. Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). +Die Kirche ist lediglich ein in den NFlügel des Schlosses +eingebauter Saal, gleich den übrigen Teilen 3geschossig, was <milestone unit='line' n='30'/> +im Innern zur Anlage von Doppelemporen führt; dieselben +ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen +Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne +mit Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel +am Mittelpfeiler der SSeite. — Der prachtvolle <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> <milestone unit='line' n='35'/> +stammt aus der Schloß-K. zu Dresden; keine Künstlerbezeichnung; +Art der <hi rend="italic">Walther</hi>. Eine dekorativ vorzügliche +Arbeit die <hi rend="g">Dedikationstafel</hi> mit dem Porträt Luthers +zwischen denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, +gegossen 1545 durch <hi rend="italic">Wolf</hi> und <hi rend="italic">Oswald Hilger</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRAGNITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem +Chor. Das Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten +Felderdecke, seinen Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl +das malerischste in Sachsen«. Der <hi rend="g">Altar</hi> 1659 von + + +<pb n='395' id='i402.png'/> + +<!-- [P: 395] --> + +dem Bildhauer <hi rend="italic">V. Otte</hi> und dem Maler <hi rend="italic">J. Richter</hi> (vgl. +Leisnig). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRAPPSTADT.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616. +Guter, großfiguriger Ofen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRAUN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRAUSTADT.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zwei gute spgot. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> um 1500 im Stil <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Stattlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1680. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. +Voit-Rieneck. Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal +bmkw. Reste einer ernst-pompösen Dekoration in Stuck und +Malerei, besonders interessant durch die Zeitstellung, Epoche <milestone unit='line' n='15'/> +der ersten Wiederbelebung der Kunst nach dem 30 jährigen +Kriege. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRAUTZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem +Dach (wohl 17. Jh.). — Bmkw. <hi rend="g">Sandsteinwandgrab</hi> des <milestone unit='line' n='20'/> +Burgold Puster † 1567. — <hi rend="g">Glocke</hi> mit Reliefbildern bez. 1462. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREBEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1450, WTurm A. 13. Jh. — Große <hi rend="g">Gedenktafel</hi> +für H. v. Bünau 1600. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREBGAST.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der +Zeit des Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. +Am breiten, flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, <milestone unit='line' n='30'/> +darüber Turm. Da am Chorbg. noch got. Profile vorhanden +sind, wird die Disposition ins hohe Ma. zurückgehen. +Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert. An +den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der +Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung <milestone unit='line' n='35'/> +zuerst in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges +8Eck. Das Innere ganz einheitlich erhalten (nur die moderne +Färbung etwas störend); ringsum tiefe Emporen, schönes +Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond, Kronleuchter +mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über <milestone unit='line' n='40'/> +dem Altar zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das +Ganze zwischen Reichtum und Armut in anständiger Mitte, +von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich; nicht leicht kann +für den protestantischen Geist im Zeitalter des Rationalismus +ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. — Reste einer + + +<pb n='396' id='i403.png'/> + +<!-- [P: 396] --> + +prächtig skulptierten renss. <hi rend="g">Steinkanzel</hi> in der Holzlege +des Pfarrhauses. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rochus-Kap.</hi> anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREBSEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß,</hi> 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. +Der mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen +wohl älteren Rundturm; spgot. Giebel; Veränderungen 1783. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREFFURT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. +</p><p> +<hi rend="bold">S. Bonifazius-K.</hi> Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von <milestone unit='line' n='10'/> +S. Blasien in Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. +kreuzförmige Anlage in schmuckreicher Ausführung; einfacher +und etwas jünger, schon stark mit got. Elementen durchsetzt +das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und Qsch. mit +spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab <milestone unit='line' n='15'/> +begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit +Teilungsringen, an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und +Knospenwerk; Kleeblattpiscinen in der Art derer von +Walkenried. Das Lhs. jetzt mit Bretterdecke, Qsch. und Lhs. +mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne dasselbe. Die <milestone unit='line' n='20'/> +Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer +Tiefe halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen +Teile des Gewändes wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab +besetzt; ein nordwestfranzösisches Motiv; soll man +an einen von dort kommenden Arbeiter denken? Das Tympanon <milestone unit='line' n='25'/> +wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau +hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein +Fachwerkgeschoß. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und +Freitreppe. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg Normannstein</hi>. Stattliche Ruine; der Rundturm und das +zunächst anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene +Gebäude 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREISBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm. <milestone unit='line' n='35'/> +Strebepfll. Kleine Schlitzfenster. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRENDELBURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. <hi rend="g">Kanzel</hi> +1633. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>, h. Christophorus u. a. Vier <hi rend="g">Grabsteine</hi> +1577-1604. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben +von Gräben und Mauern mit 4 Ecktürmen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRENNFELD.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1614 umgebaut. <hi rend="g">Epitaphien</hi>; an der Außenseite +H. von Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von +<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>; vom selben Enders v. Bibra † 1553. +</p> + + +<pb n='397' id='i404.png'/> + +<!-- [P: 397] --> + +<p> +<hi rend='ort'>TREPPENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., +Lhs. spgot. und 1756. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1480. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TREYSA.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; <milestone unit='line' n='5'/> +beabsichtigt als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten +Sschiffen. Von diesem bis zu halber Höhe ausgeführten +Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare) +auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der +Marburger Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung <milestone unit='line' n='10'/> +des basilikalen Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als +Bündeldienste umgearbeitet, den Außenwänden Strebepfll. +vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom. rundbg., die +Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk. +Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. <milestone unit='line' n='15'/> +— Aus der SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls +einfache Turm auf; von Interesse nur die Krönung mit +4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal gestellten kleinen und +gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome System +noch erkennbar. — Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten <milestone unit='line' n='20'/> +Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dominikaner-K.</hi> (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch +2sch. Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an. +Das Sch. mit 8, der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. +Die Formen tunlichst vereinfacht, nur die Portale reicher. <milestone unit='line' n='25'/> +Die abwechselnd 8eck. und runden Schafte ohne Kaptt., die +Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch. standen Giebel +und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und +Chor ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört. +— Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> des Hermannus de Wildungen, episcopus <milestone unit='line' n='30'/> +[titular.] Scopiensis † 1396, kleinere Nebenfigg. zweier +Geistlichen. — <hi rend="g">Reliefs</hi> von gebranntem Ton, Stationsbilder, +an den Strebepfl. (15. Jh.). — Bmkw. die <hi rend="g">Totenleuchte</hi> +am Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. — <hi rend="g">Orgelbühne</hi> +von Holz bez. 1466. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K.</hi> zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und +3/8 Schluß. Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der +SWEcke angebrachten zierlichen 7seitigen Baldachin und dem +über dem steilen WGiebel aufsteigenden steinernen Glockentürmchen +einen eigentümlichen und anziehenden Schmuck. <milestone unit='line' n='40'/> +— Blende mit dem in Stein gehauenen <hi rend="g">Leichnam +Christi</hi>, schlichte Handwerksarbeit um 1400. — Bei der +Rest. 1910 wurden an allen Wänden Spuren von figürlicher +<hi rend="g">Malerei</hi> entdeckt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die + + +<pb n='398' id='i405.png'/> + +<!-- [P: 398] --> + +folgenden Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. — +<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit kleiner Rolandfig. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRIEFENSTEIN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.</hi> (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige <milestone unit='line' n='5'/> +Kirche erb. 1685 ff., wohl nach dem Risse von <hi rend='italic'>Valentin +Pezani</hi>, von welchem nachweisbar 1696 die Klostergebäude +aufgeführt wurden. Was den stattlichen, aber architektonisch +nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, ist die in den Jahren +um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786) hinzugekommene <milestone unit='line' n='10'/> +Ausstattung. Die Stuckaturen von <hi rend='italic'>Augustin Bossi</hi>, ebenso +von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. +Die Altargemälde von <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi> 1694 f. von +der früheren Ausstattung herübergenommen. Die großen +Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner das Chorgestühl, <milestone unit='line' n='15'/> +die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung <hi rend='italic'>P. A. Wagners</hi>, +die Deckengemälde von <hi rend='italic'>Januarius Zick</hi>. Die Tendenzen des +frühen Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen +Kirche ein Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf +ein Minimum, Ornamentik und Motive der klassischen Architektur <milestone unit='line' n='20'/> +und architektonische Funktionen vortäuschend; völliger +Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei der an das +Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster +durch eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber +fein berechnete Anwendung der Farbe im zarten, kühlen <milestone unit='line' n='25'/> +Dreiklang von meergrün, weiß und mattgold. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klostergebäude,</hi> erbaut 1696 ff., durch <hi rend='italic'>Valentin Pezani</hi>, mit +Verwendung weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß +des Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRIESTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, +Gestühl, Empore, Decke reich bemalt. <hi rend="g">Epitaph</hi> 1689, 1704. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRIMBERG.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend="bold">Burg-Ruine.</hi> Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten +Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden <milestone unit='line' n='35'/> +deutlich erkennbar. Die Innenburg in der Anlage rom.; jedoch +reichen nur mehr der Bergfried und die ihn einschließende +Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas 17. Jh. +Bering mit Bastionstürmen 15.—16. Jh. Ähnlichkeit in der +Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TROSSENFURT.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, +gut erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über +dem Quadrium Rippengwb. auf Eckpfll. mit Würfelkaptt. + + +<pb n='399' id='i406.png'/> + +<!-- [P: 399] --> + +schwerer, gediegener Quaderbau. — Üppige <hi rend="g">Ausstattung</hi> +in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig +durchgebildete <hi rend="g">Madonna</hi>, um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TROSTADT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Nonnen-Klst.</hi> Die Kirche einfaches <milestone unit='line' n='5'/> +Rck., in den unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt +zu landwirtschaftlichen Bedürfnissen eingerichtet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TRUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. — +<hi rend="g">Kindergrabstein</hi> 1570. Zinnerne <hi rend="g">Weinkanne</hi>, <milestone unit='line' n='10'/> +feine Renss. um 1550. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TÜCHERSFELD.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +2 <hi rend="bold">Burgen,</hi> geringe Reste. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>TÜCKELHAUSEN.</hi> BFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.</hi> Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als Prämonstratenserdoppelklst. <milestone unit='line' n='15'/> +1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung +im Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. +Im jetzigen Zustand Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. +Anlage nicht mehr sicher festzustellen. Rom. Formen, und +zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an der Außenwand des <milestone unit='line' n='20'/> +platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird an +der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries, +umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden +(durch Ausgrabung nachgewiesen); seine Flügel im +14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände abgesondert und <milestone unit='line' n='25'/> +zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit, verwandten +Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten +verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle +Portal in fr. Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung +ab; an den Kanten Diamantquadern. Außerdem geben die <milestone unit='line' n='30'/> +schweren bar. Giebeldekorationen der Außenansicht das Gepräge. +— Großer figurenreicher <hi rend="g">Hochaltar</hi> von <hi rend='italic'>Wolfgang +Auwera</hi> nach 1750. <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1720 aus S. Barbara in +Würzburg. Bedeutendes <hi rend="g">Chorgestühl</hi> in reicher Rocailledekoration +1746. Schöne <hi rend="g">Monstranz</hi> um 1720. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klostergebäude.</hi> Der typische Charakter der Karthause +gut erhalten. Der weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten +Zellen ist so angelegt, daß die Kirche den WFlügel in der Mitte +durchschneidet. Vor der Kirche das Verwaltungsgebäude. +Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale Becken <milestone unit='line' n='40'/> +mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Lambert</hi> (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem +4eck. Chor. Interessantes rom. Detail. +</p> + + +<pb n='400' id='i407.png'/> + +<!-- [P: 400] --> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>U</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>ÜBIGAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, +Rest. 1681. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ÜBIGAU.</hi> K. Sachsen Dresden-N. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau +von 20 : 13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern; +allseitig eine (1726 von <hi rend="italic">Eosander v. Göthe</hi> hinzugefügte) 2geschossige +Pfeiler- und Bogenhalle, deren der ital. Hochrenss. +nahestehende Haltung sich erheblich von der sonst in Dresden <milestone unit='line' n='10'/> +üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen +großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die +<hi rend="g">Kindergruppen</hi> auf der Brüstungsmauer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UDER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal <milestone unit='line' n='15'/> +1720. Die Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. +Einheitliche ungestörte Barockausstattung. Got. +<hi rend="g">Klappaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UDESTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar. +</p><p> +Große <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm <milestone unit='line' n='20'/> +um 1380. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1520 (in veränderter Anordnung) +wohl fränkische Arbeit, die bmkw. gemalten Flügel +jünger. — <hi rend="g">Glasscheiben</hi> 1594. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UHYST.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. +</p><p> +Große <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, <milestone unit='line' n='25'/> +Turm an der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel +an der anderen Längsseite. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ULBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Altar</hi>, die Gemälde bez. <hi rend="italic">Gottfr. Schaicker</hi> 1685 (Reste +des got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 <hi rend="g">Grabplatten</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +E. 16. bis A. 17. Jh., meist derer v. Hermsdorf. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UMMERSTADT.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, +darüber Turm. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/> +umgestaltet. Befestigter Kirchhof. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1743. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UMPFERSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. +Der Chor frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel <milestone unit='line' n='40'/> +mit Kruzifix. Lhs, 16. Jh. mit Holztonne. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNSLEBEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812 +erneuertem Turm. — 4 adlige <hi rend="g">Epitaphe</hi> 16. Jh. +</p> + + +<pb n='401' id='i408.png'/> + +<!-- [P: 401] --> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes, +älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich +jedoch renss. und bar. Einige getäfelte Zimmer mit +ornamentaler Bemalung 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERDÜRRBACH.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar +bmkw. Kreuzgruppe von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERERTHAL.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert. +Drei Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. <hi rend="italic">H R</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +1554. Werke des gleichen Meisters kommen in der Gegend +öfters vor (Thüngen, Windheim, Hammelburg). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERESSFELD.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699). +Reiche Fachwerkhäuser und charakteristische <hi rend="bold">Hofanlagen</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +mit skulptierten Toren, meist in schwerem Spätbarock. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERGREISSLAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen +Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch +schlanke Halbsäulen gegliedert, Sockel und Fenstergewände <milestone unit='line' n='20'/> +fein profiliert; desgl. Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERHOHENRIED.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K.</hi> 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle +und Giebel. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K.</hi> 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. — <milestone unit='line' n='25'/> +Wertvoller <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. +Eine <hi rend="g">zweite</hi> 1510. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERLAUTER.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> mit Wappenstein 1517. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> 1510 und 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERLEINACH.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierend A. 17. Jh. — Hochaltar 1743 von <hi rend="italic">Benedikt +Schlecht</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERLEITERBACH.</hi> OFranken BA Staffelstein. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1439-52, umgebaut im 18. Jh. — <hi rend="g">Kanzel</hi> 1590. +Großes <hi rend="g">Grabmal</hi> für L. v. Schaumburg von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> +1588. Großer <hi rend="g">Altar</hi> mit Reliefflügeln aus der Nürnberger +Schule um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERMASSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Wasserburg</hi> 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, +ähnlich Bibra, einer bez. 1669. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERMERZBACH.</hi> UFranken BA Ebern. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im + + +<pb n='402' id='i409.png'/> + +<!-- [P: 402] --> + +18. Jh. Große bar. Terrasse (früher anschließend der Garten) +hebt die schon von Natur schöne Lage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERMHAUS.</hi> Reuß j. L. LA Gera. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> einfach got. M. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fürstl. Residenzschloß Osterstein,</hi> einst Grenzveste gegen die <milestone unit='line' n='5'/> +Slawen, der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt +wesentl. 1686-1735; die <hi rend="g">Schloß-K.</hi> 1752. Das Äußere, +wie an den übrigen thüringischen Fürstenschlössern der Zeit +(Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld, Weißenfels usw.) +ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume; bmkw. <milestone unit='line' n='10'/> +Stuckdecken. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTER-NEUBRUNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1490, erweitert 1723. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERPLEICHFELD.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +Rest eines ehem. Grumbachschen <hi rend="bold">Schlosses.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERREICHENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. — <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> +zweier Gräfinnen v. Weilnau 1364. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERRISSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne +Tür, d. h. zur Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. +mit dem Sch. verbunden, an den Kämpfern rom. Ornamente, +Seitentür mit rom. Tympanon. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERRÖBLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +Beispiel einer größeren rom. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Sch. rck. mit 3 Fenstern +und 2 Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden +geöffnet; quadr. Vorchor und 1/2kr. Apsis. — Eine ähnliche +Kirche in Ober-Röblingen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERSIEMAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., +Gemälde der Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. — +<hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1557. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere +16. Jh. mit neuklassischem Saal. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pyramide</hi> zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs +Ernst Friedrich 1799. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERSTEINACH.</hi> OFranken BA Stadtsteinach, BA +Bamberg II, BA Bayreuth. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel <milestone unit='line' n='40'/> +und Altar in schöner Schnitzarbeit 1631. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERSUHL.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus +in 3/4kreis ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller +Dachhelm. +</p> + + +<pb n='403' id='i410.png'/> + +<!-- [P: 403] --> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERTHERES.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen +1760. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERWEID.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719. OTurm von alter Anlage. — Ummauerte <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="g">Dorflinde</hi>, bez. 1578. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERWEISSBACH.</hi> Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1767. Gut erhaltenes <hi rend="g">Altarwerk</hi>, Saalfelder +Arbeit von 1510. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERWELLENBORN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das +Innere mit bar. Emporen gefüllt. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1512, +die Figuren ungewöhnlich groß. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERWÖLLNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1743. Bäuerlicher Zentralbau. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UNTERZELL</hi> b. Würzburg s. Zell. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UTENBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, +eingezogener quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den +Einzelheiten der ursp. Stilcharakter verwischt. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UTENBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, +nach dem zu urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes +war; übel verunstaltet und verbaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>UTTERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1520, Sch. 1767. — 2 <hi rend="g">Sandsteinreliefs</hi>, +S. Georg und Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als +Vorderwand vorn im Altar eingemauert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ÜTTINGEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. <hi rend="italic">J. J. <milestone unit='line' n='30'/> +Siecht</hi> 1621. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>V</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>VACHA.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. +Portal und kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. — +in der Sakristei 2 <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> 1621; sorgfältige +Kostümbilder. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst.-K. der Serviten.</hi> Der allein erhaltene Chor um 1400 dient <milestone unit='line' n='40'/> +als Friedhofs-K. — <hi rend="g">Wandgemälde</hi> E. 15. Jh. (rest.). +<hi rend="g">Rittergrabsteine</hi> v. Mansbach 1483, v. d. Tann 1424. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Haus Widemark,</hi> sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem +Erdgeschoß, erb. 1613 von <hi rend="italic">Hans Weber</hi> aus Hersfeld in +hessischem Charakter. Die innere Ausstattung z. T. erhalten. + + +<pb n='404' id='i411.png'/> + +<!-- [P: 404] --> + +— Auch sonst mehrere gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser,</hi> namentlich das +ehem. Rathaus. (1878 brannten 64 Wohnhäuser ab.) +</p> + +<p> +Der <hi rend="bold">Brunnen</hi> von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten +in Thüringen gerechnet. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> in beträchtlichen Teilen erhalten. — In der <milestone unit='line' n='5'/> +Nähe die vorgeschichtliche <hi rend="bold">Burg Oechsen</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VACHDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. +Kirche nach 1626. Einfache, ansprechende <hi rend="g">Ausstattung</hi> +aus derselben Zeit. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VARGULA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VEITHÖCHSHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> von 1690 mit sprom. Turm. <hi rend="g">Ausstattung</hi> +aus der gleichen und der nächstfolgenden Zeit. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. — +Gute <hi rend="g">Bar. Plastik</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof +v. Dernbach, (1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche +1748. Erweiterung des Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, <milestone unit='line' n='20'/> +nach Plänen von <hi rend="italic">Neumann</hi>. Im Treppenhaus bmkw. Skulpturen +von <hi rend="italic">P. Wagner</hi> um 1770. Die hübsche, doch nicht bedeutende +Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. — +Den Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen +des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim <milestone unit='line' n='25'/> +1763-75 (Leiter, doch kaum Erfinder, der Bauamtmann +<hi rend="italic">Geigel</hi>). Der kleinere ältere Teil liegt in der Achse des Schlosses, +der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. — Die +räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m +lang, 200 m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und <milestone unit='line' n='30'/> +See, ganz verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in +der Veithöchsheim unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler +(mit Gehilfen): <hi rend="italic">Auwera</hi>, noch in bar. Tradition (Figg. des +Schloßparterres, Neptun an der nördl. Gartenmauer), <hi rend="italic">Dietz</hi>, +ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist (der sog. <milestone unit='line' n='35'/> +Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den +Tieren, die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer +Tracht), <hi rend="italic">P. Wagner</hi>, ein gediegener Vertreter des eigentlichen +Zopfes, d. h. des Überganges vom Rok. zum Klassizismus +(große Ruinenkaskade mit Neptun, Ceres, Saturn). Wagner <milestone unit='line' n='40'/> +arbeitete über 1775 hinaus. — Obschon der Eindruck der +Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und +auch die Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten +von Veithöchsheim einer der anschaulichsten Vertreter der +Gartenkunst des 18. Jh., die wir noch haben. +</p> + + +<pb n='405' id='i412.png'/> + +<!-- [P: 405] --> + +<p> +<hi rend='ort'>VEITLAHM.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. +mit eingebautem Treppen-Turm. — Gute ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +der Herren v. Künsberg 16. und 17. Jh. <hi rend="g">Bronzeepitaph </hi> +1551 gegossen von <hi rend="italic">Kunz Neilich</hi>. — Befestigter <milestone unit='line' n='5'/> +Kirchhof. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VEITSBERG.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch., +vielleicht von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle +der Grafen v. Gleisberg) und in diesem Fall der älteste <milestone unit='line' n='10'/> +erhaltene kirchliche Bau im thüringischen Vogtland. Das +Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt nach Mothes); +immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine +Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei +Armen gegen ihn stößt. — Die übrigen Teile der K. zeigen <milestone unit='line' n='15'/> +eine verworrene Folge von Erweiterungen und wiederum +Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. — gAltarwerk +um 1480. Außen an den Streben <hi rend="g">Reliefs</hi> aus der Passion +(nach Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). — Got. +<hi rend="g">Wandmalerei</hi> am Triumphbg. und am Chorgwb. — <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Glasbilder</hi> in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210 (?). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VESSRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend="bold">Kloster-K.</hi> (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum +von umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged. +Basilika mit strenger Quadratur in den Abmessungen des Gr. <milestone unit='line' n='25'/> +und Triangulatur des Querschnittes. Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden +auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches Profil, am +Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des +südl. Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl. +Ssch. got. erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. <milestone unit='line' n='30'/> +Gegen N und S sind keine Vierungsbgg. vorhanden. Der +quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die 1/2kr. Nebenapsiden +zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine Krypta; +(die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht +dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). <milestone unit='line' n='35'/> +Pfll. und Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. — +Der WBau wohl nach dem Brand von 1201. Zwei vierseitige +Türme flankieren die rck. Vorhalle; Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil +rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht geschärftem +Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen <milestone unit='line' n='40'/> +ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten +rundbg. Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes +sprom. Portal. Die Fassade beginnt mit energisch +profiliertem Sockel. Die wagerechte Teilung durch Gesims +und Bogenfries entspricht der Höhenabstufung der Schiffe; + + +<pb n='406' id='i413.png'/> + +<!-- [P: 406] --> + +schmälere und breitere Lisenen vollenden die wohlproportionierte, +von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung. +Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß +mit spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, +an der niederen Wand eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse <milestone unit='line' n='5'/> +aus späterer got. Zeit und in schlechterer Technik. +Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v. Henneberg, +gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist +ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? — +Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>, breite Schale mit säulenartigem Fuß. <milestone unit='line' n='10'/> +— In der Klostermauer eine <hi rend="g">Torfahrt</hi>; das Gewände +dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die Bg.Läufe mit +Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche +kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als +ehemalige Pförtnerei gedeutet. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VIERZEHNHEILIGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VIERZEHNHEILIGEN.</hi> OFranken BA Staffelstein. +</p><p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> und <hi rend="bold">Cistercienserpropstei</hi>. Beg. 1743 von <hi rend="italic">Balthasar +Neumann</hi>; nach seinem Tode (1753) genau in seinem <milestone unit='line' n='20'/> +Sinne weitergeführt; voll. 1772. — Die immer weiter ausgreifende +Phantasie des großen Rokokomeisters wagt in +diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die Außenansicht +verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer kreuzförmigen +Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich <milestone unit='line' n='25'/> +keiner einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich, +daß <hi rend="italic">Neumann</hi> die erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche +Banz empfangen hat; nur erscheint <hi rend="italic">Dientzenhofers</hi> Kühnheit +im Vergleich mit dem, was hier unternommen wurde, +schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische Prinzip, <milestone unit='line' n='30'/> +nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten +durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie +statisch unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern +und Säulen; alle zur Grundfläche parallel laufenden Linien +sind Kurven, und zwar Kurven zweiter Ordnung, ebenso die <milestone unit='line' n='35'/> +Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann folgendes +(vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse +steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm +eine ovale Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen +korinth. Sll. getragen; hieran schließt sich nach der <milestone unit='line' n='40'/> +Längsachse im O und W je ein kleineres Oval; wo sie sich mit +dem mittleren tangieren, werden Querachsen gebildet; eine +kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W; +eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend, +zwischen dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren + + +<pb n='407' id='i414.png'/> + +<!-- [P: 407] --> + +werden jedoch nur in den Gewölben selbst erkennbar, die +Grundrißstellung der Stützen bringt von ihnen nur Segmente +zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden +Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die +Kuppelflächen eingreifen. An den Kreuzungspunkten der <milestone unit='line' n='5'/> +beiden Querräume mit dem Längsraum, wo man sonst eine +zusammenhängende Form oder eine Höhensteigerung zu finden +gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien und sinken +sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische, +antiarchitektonische Willkür; was <hi rend="italic">Neumann</hi> sucht, ist die <milestone unit='line' n='10'/> +Poesie des Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem +abstrakt gewordenen Denken durch einige schwere Fehler sein +eigenes Werk gestört. Die ganz entsetzliche Gestalt der Nebenräume, +in denen man auf der einen Seite gerade Linien, auf +der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch hingehen. <milestone unit='line' n='15'/> +Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die +völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das +Bild an zahllosen Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die +keinen vollen Genuß an dem für sich sehr harmonischen +Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit Marmorstuck aufkommen <milestone unit='line' n='20'/> +lassen. — Die Frage, ob diese Architektur dem Bar. +oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen, +programmatischen Rokokocharakter haben aber die Altäre, +soweit sie von <hi rend="italic">Neumann</hi> selbst herrühren, vor allem der zentrale +Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an die architektonische <milestone unit='line' n='25'/> +Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre +von <hi rend="italic">J. M. Feichtmayer</hi>. Das Hochaltarblatt und sämtliche +Fresken von <hi rend="italic">Giuseppe Appiani</hi> (mehrere nach dem Brand +1835 erneuert). — Die Fassade bildet in der Mitte eine vorspringende +Kurve und wird von zwei von unten auf 8eck. <milestone unit='line' n='30'/> +Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht +beitragen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VIESELBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 17. Jh. — Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die +<hi rend="g">Figuren</hi> aus spgot. Altarwerken. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VITZENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von +1587 gab den Baumeisternamen <hi rend="italic">Nickel Delitzscher</hi>. NFlügel +1694. Treppenpavillon 1767. Alle Einzelheiten stark rest. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOIGTSBERG.</hi> K Sachsen AH Ölsnitz. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +Große <hi rend="bold">Burg,</hi> im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches +Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLKACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend="bold">Stadtpfarrk.</hi> 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor +(Baubeginn 1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch. + + +<pb n='408' id='i415.png'/> + +<!-- [P: 408] --> + +Lhs. (um 1474), das im 18. Jh. durch Herausschlagen der Pfll. +und Einziehung einer stuckierten Spiegeldecke 1sch. umgestaltet +wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot. Gliederung. +Details in der Art des Meisters <hi rend="italic">Hans Bock</hi> (Dommeister um +1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. <milestone unit='line' n='5'/> +vom Chor mit Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und +Kuppel. — Einrichtung Rok.; Würzburger Charakter um 1750. +— Taufstein um 1600 mit Wappen. — <hi rend="g">Pietas</hi> Gußstein, +südbairischer Import um 1420. — Reiche Paramente +des 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">St. Michaels-Kap.</hi> Vor dem Südtor. <hi rend="g">Tympanon</hi> um +1400-1420; Krönung Mariä. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, +jetzt 1sch. — Im Hochaltar <hi rend="g">Pietas</hi> (Gnadenbild); um +1380-1400 mit Resten der alten Fassung. — <hi rend="g">Rosenkranzmadonna</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +um 1500; hervorragende Arbeit, wohl +mit Recht <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> zugeschrieben. <hi rend="g">Epitaphe</hi> +16.-17. Jh. Überreste einer lebensgroßen <hi rend="g">Wachsgruppe</hi>, +einen Ritter und dessen Frauen darstellend; erhalten +nur einige Köpfe und der Holzkern. <hi rend="g">Großes Steinkruzifix</hi> <milestone unit='line' n='20'/> +bez. <!--in orig. nicht kursiv--><hi n='0' rend="italic">TK</hi> (<hi n="0" rend="italic">Thomas Kistner</hi>) 1555. — Am Weg zur +Kirche drei spgot. <hi rend="g">Reliefs</hi>, Stationsbilder (1521). — 2 <hi rend="g">Glasfenster</hi> +mit Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, +um 1450-80. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Renss.Bau mit Freitreppe (1544). <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtsgericht.</hi> Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke. +</p> + +<p> +Behäbige <hi rend="bold">Bürgerhäuser,</hi> spbar. und rok. — Eine hervorragende +Leistung des Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung <milestone unit='line' n='30'/> +das »Schelfenhaus«. Stuckierte Zimmer. Reicher und ansehnlicher, +großfiguriger, schwarz glasierter Kachelofen um 1700. +</p> + +<p> +Von der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> stehen noch 2 Tore; spgot. in der +Anlage, mit hübschen Renss.Giebeln. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLKENRODE.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. +</p><p> +<hi rend="bold">Klst.-K.</hi> Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig <milestone unit='line' n='35'/> +wieder hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. +Hauptapsis erhalten, Nebenapsiden untergegangen. +Am Triumphbogen abgebrochene Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). +Reste des Kreuzgangs rom. und got. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLKERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister +wie Geisleden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLKERSBERG.</hi> U Franken BA Brückenau. +</p><p> +<hi rend="bold">Einsiedelei</hi> von 1113 zum Klst. erweitert 1661. +</p> + + +<pb n='409' id='i416.png'/> + +<!-- [P: 409] --> + +<p> +<hi rend='ort'>VÖLKERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar +Kanzel und Orgel. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung +erhalten. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Oberförsterei</hi> 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLKMARITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. +geöffnet, im Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen). <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLKMARSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Maria.</hi> Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit +quadr. Chor und vortretendem WTurm. Msch. doppelt so +breit wie die Sschiffe, 3 Joche, starke Rundpfll. mit 4 alten +und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten, reiche Laubkaptt. <milestone unit='line' n='15'/> +Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen mit +Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr +reich und zierlich, <hi rend="g">Marienstatue</hi> im Tympanon, <hi rend="g">Petrus</hi> +und <hi rend="g">Paulus</hi> unter den Fialen des Wimpergs. Ein drittes +Portal am Turm, im Tympanon <hi rend="g">thronender Heiland</hi>. <milestone unit='line' n='20'/> +Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme +der Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und +welscher Haube. — Zwei <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>, E. 13. +und E. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Holzhäuser</hi> des 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> im SO erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>VOLSBACH.</hi> OFranken BA Pegnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung. +Innendekoration 1680. +<milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>W</title></head> + +<p> +<hi rend='ort'>WABERN.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Lustschloß</hi> 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von <hi rend="italic">S. L. Du +Ry</hi> (jetzt Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung, +durch Galerien verbunden. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WACHAU.</hi> K. Sachsen Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und +Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WACHSENBURG.</hi> Sachsen-Gotha LA. Gotha. +</p><p> +<hi rend="bold">Burg</hi> (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung <reg orig='ein-|gerichtet.'>eingerichtet.</reg> +<pb n='410' id='i417.png'/> +<!-- [P: 410] --> +Die ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr +entstellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÄCHTERSBACH.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> mit WTurm von 1519. +</p> + +<p> +Isenburgisches <hi rend="bold">Schloß,</hi> bedeutende ehem. Wasserburg mit <milestone unit='line' n='5'/> +4 Ecktürmen, von denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode +um 1525 die zierlichen Erker am WTurm. Dritter Umbau +um 1650. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WAHLHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche <milestone unit='line' n='10'/> +Emporen machen den evangel. Charakter in dem sonst kathol. +Kreise sofort kenntlich. Die Decke und alle Holzteile 1775 +von dem Schullehrer geschickt ausgemalt. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +der Herren von Hanstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WAHREN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. <milestone unit='line' n='15'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, frgot. Kernbau. <hi rend="g">Taufstein</hi> aus 13. Jh. Hübsches +geschnitztes <hi rend="g">Lesepult</hi> E. 15. Jh. <hi rend="g">Beschläge</hi> der Türflügel, +naive dörfliche Kunst, könnte ins 13. Jh. hinaufreichen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WAEHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766, <milestone unit='line' n='20'/> +stimmungsvolles Grabmal 1798. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WAISCHENFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze +Kirche überarbeitet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WAITZENBACH.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme +an den Ecken um 1680. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALBECK.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Kloster</hi> gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr +Material wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem <milestone unit='line' n='30'/> +der alte Klosterkreuzgang noch erkennbar. <hi rend="g">Rittergrabstein</hi> +mit eingeritzter Fig. um 1300. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1601 wie Hinternah. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDAU.</hi> RB Cassel Kr. Cassel. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirchturm</hi> spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten +Ecktürmchen umgeben. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDBÜTTELBRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar. — Krönung Mariä, <hi rend="g">Holzgruppe</hi>, um 1500, +nicht aus der Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>, doch ihr verwandt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDENBURG.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. +— <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Hugo v. Schönburg † 1566, +vom Dresdner Bildhauer <hi rend="italic">Chr. Walther</hi>, das bedeutendste Werk + + +<pb n='411' id='i418.png'/> + +<!-- [P: 411] --> + +dieser Gattung in Sachsen vor dem Auftreten <hi rend="italic">Nossenis</hi> (vgl. +auch Penig). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDHEIM.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß-K.</hi> E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb. +Die Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. <milestone unit='line' n='5'/> +mit got. Maßwerk. — <hi rend="g">Altar</hi> 1594 von <hi rend="italic">Joh. Maria Nosseni</hi>, +1716 umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDKIRCHEN.</hi> K. Sachsen AH Auerbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Portal, alte Beschläge. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALDSTEIN.</hi> OFranken BA Münchberg. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALLDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist +Bergfried der ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. <hi rend="g">Bildnisstein</hi> +der Marschalk v. Ostheim. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Synagoge,</hi> aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. — +Mehrere sehr ansehnliche <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>: Schmiede +1592, das »rote Haus« um 1600, Gasthaus zum freien Ritter +(Herrenhaus v. Marschall) 1697. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALLENBURG</hi> s. Auwallenburg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALLENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der +Ringmauer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALLRODA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ohne Interesse. — <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="g">Taufbecken</hi> aus Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. +Die <hi rend="g">Orgel</hi> das erste Werk <hi rend="italic">J. G. Silbermanns</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Schönes <hi rend="g">Denkmal</hi> des Vizekanzlers Reuß 1599. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha Amtsstadt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll. +in ellipt. Grundstellung. Turm 1458. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> +A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WALTERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal <milestone unit='line' n='35'/> +mit bemalter (allegor. Figg.) Holzdecke. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WANDERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Erweiterung eines rom. Baus. — Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gasthaus</hi>. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. — <hi rend="bold">Gehöft</hi> mit <milestone unit='line' n='40'/> +Jahreszahlen 1541-1605. — <hi rend="bold">Burg Gleichen,</hi> ausgedehnte +Ruine mit rom. Kapelle. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WANFRIED.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend="bold">Rathaus,</hi> früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus + + +<pb n='412' id='i419.png'/> + +<!-- [P: 412] --> + +dem E. d. 17. Jh. Oberstock — reicher Fachwerkbau; Innenräume +noch mit alten Tapeten usw. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gasthaus</hi> zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. +zerstörtem großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WANGENHEIM.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot.; 9 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Familie v. W. (vgl. +Sonneborn). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WARTBURG</hi> b. Eisenach Sachsen Weimar.</p> +<p> +Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. +Die ältesten erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem <milestone unit='line' n='10'/> +Ende der rom. Epoche. Im 13. und 14. Jh. war die Wartburg +Residenz der Landgrafen von Thüringen und Markgrafen +von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17. Jh. +zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem +Verfall überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten <milestone unit='line' n='15'/> +Gebäude abgetragen mit Ausnahme des Landgrafenhauses +und des hinteren Bergfrieds in der Hauptburg, des Ritterhauses +und der Vogtei samt den überdeckten Mauergängen in der Vorburg. +1838-1867 umfangreiche Restaurierung der erhaltenen +und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen Baulichkeiten <milestone unit='line' n='20'/> +unter Großherzog Carl Alexander von Weimar +durch Prof. <hi rend="italic">Hugo v. Ritgen</hi> aus Gießen. Als Ziel schwebte bei +der Wiederherstellung vor, die Wartburg in der Erscheinung +wiedererstehen zu lassen, die sie im 12. Jh. gehabt hatte. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mittelalterliche Bauten</hi>: 1. <hi rend="g">Das Landgrafenhaus</hi>, <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="g">Palas</hi>, großes dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein. +Berühmt als besterhaltener rom. Palasbau auf deutschem +Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht durchweg richtig +restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die +Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, <milestone unit='line' n='30'/> +deren Sll. und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen +sind. Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. +Über der Tür rom. Relief, früher in der Vorburg. Die Gestaltung +des Gurtgesimses zwischen 2. und 3. Geschoß läßt +vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das <milestone unit='line' n='35'/> +3. Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas +im oberen Teile erneuert, mit einem modernen Balkon. Die +OSeite, ursprünglich durchaus nicht als Schauseite gedacht, +bei der Restaurierung wesentlich »verschönert«. Der NGiebel, +das Dach und zwei der großen Rauchschlote erneuert. — Das <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="g">Innere</hi>: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen unveränderte +Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, +der mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus +Eisenach übertragene rom. Steinsäule gestützt wird, die +beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben überspannt, die + + +<pb n='413' id='i420.png'/> + +<!-- [P: 413] --> + +durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden. Fenster— +und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen. +Einer derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings +mit byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. — Wohl +erhaltene Innentreppe, die zum mittleren Geschoß emporführt. <milestone unit='line' n='5'/> +Hier das Landgrafenzimmer mit erneuerter Holzdecke +und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom. Stützsäule. +Wandgemälde von <hi rend="italic">M. v. Schwind</hi>. Der Sängersaal mit +Holzdecke und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von +Schwind, den sagenhaften Sängerkrieg darstellend. Anstoßend <milestone unit='line' n='10'/> +die Sängerlaube, zu der Stufen hinanführen, erneuert. Kapelle, +nicht im ursprünglichen Bauplan vorgesehen, wahrscheinlich +von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth eingebaut. +Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe. +Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. — Holzkanzel von <milestone unit='line' n='15'/> +1628. Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke. +— Elisabethgalerie mit Wandgemälden von <hi rend="italic">M. v. Schwind</hi>. +Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt zum Obergeschoß, das +einen einzigen großen Saal enthält, dessen Ausstattung durchweg +neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich alt, <milestone unit='line' n='20'/> +die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach +Ritgens Entwurf rekonstruiert. +</p> + +<p> +2. <hi rend="g">Der hintere Bergfried</hi> im Hofe der Hauptburg, got. +Sein hohes Dach wurde 1803 abgetragen und durch einen +Zinnenkranz ersetzt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +3. <hi rend="g">Ringmauer der Hauptburg</hi> gegen S und W im +Unterbau alt, in den oberen Teilen meist erneuert. +</p> + +<p> +4. <hi rend="g">Zisterne im Hofe der Hauptburg</hi>, jetzt ohne +Überdeckung und mit einem ganz irreführenden Zinnenkranze +aus dem 19. Jh. umgeben. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +5. <hi rend="g">Torturm</hi> in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im +16. Jh. abgetragen bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit +stammenden +</p> + +<p> +6. <hi rend="g">Ritterhauses</hi>, das aber bei der Restaurierung im +19. Jh. durch romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. <milestone unit='line' n='35'/> +Im Erdgeschoß Wachstube mit got. eisenbeschlagener Tür. +Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit spgot. Deckenbemalung. +Gegen S stößt an das Ritterhaus +</p> + +<p> +7. <hi rend="g">die Vogtei</hi>, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh., +der Oberstock aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut <milestone unit='line' n='40'/> +das got. geschnitzte »Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg +und die Lutherstube mit got. und Renss. Möbeln, Bildern +von <hi rend="italic">Cranach</hi> usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker +aus Nürnberg angebaut. + +8. <hi rend="g">Der Margarethengang</hi>, ein überdeckter <reg orig='Ver-|bindungsgang'>Verbindungsgang</reg> +<pb n='414' id='i421.png'/> +<!-- [P: 414] --> +auf der westlichen Ringmauer der Vorburg. +</p> + +<p> +9. <hi rend="g">Der Elisabethengang</hi>, überdeckter Verbindungsgang +mit angebautem Schützenerker auf der östlichen durchweg +wohlerhaltenen Ringmauer der Vorburg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bauten aus der Zeit der Restauration</hi> (1838-1867): Das an <milestone unit='line' n='5'/> +der SSeite des Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene +<hi rend="g">Badehaus</hi> an der Stelle eines früheren Fachwerkbaues. +An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in Fachwerkstil. +(Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.) +Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv <milestone unit='line' n='10'/> +erbaute <hi rend="g">neue Kemenate</hi> mit Wohnräumen für den Hof +(Keller mittelalterlich,), auf drei Seiten um den <hi rend="g">Hauptturm</hi> +herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten des +alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen +Hauptturmes neu errichtet ist. <hi rend="g">Torfahrtshaus</hi>, das <milestone unit='line' n='15'/> +Haupt- und Vorburg scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber +ein länglicher Wohnraum, die sog. <hi rend="g">Dirnitzlaube</hi>; endlich +an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in der Vorburg +stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten +z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Rüstsaal</hi>, in den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste. +Reich geschnitztes »Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der +Herren v. Salis-Soglio bei Chur, treffliche SpRenss.-Arbeit. +An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson mit dem Löwen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WARZA.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WASEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WASSERLOSEN.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Zwei virtuose <hi rend="g">Rokokoaltäre</hi> mit Altarblättern <milestone unit='line' n='30'/> +von <hi rend="italic">Nic. Treu</hi>. 1762. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÄSSERNDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einheitlich spgot. 1496. — <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um +1480. 5 <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Schwarzenberg und Seinsheim. +Das älteste und beste Stück die betende Profilfigur des Kilian <milestone unit='line' n='35'/> +v. Seinsheim † 1502, sehr feiner Porträtkopf, die untere Hälfte +der Platte zerschlagen. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im +16. Jh. an die Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger +Wohnbau, Ringmauer mit Türmen. Formen einfachst. Im <milestone unit='line' n='40'/> +Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh. +Fachwerkwände mit farbiger Bemalung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WASUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch. +mit 3/8 Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. <reg orig='Inneneinrich-|tung'>Inneneinrichtung</reg> +<pb n='415' id='i422.png'/> +<!-- [P: 415] --> +mit Holztonne und hübsch geschnitzten Emporen E. +17. Jh. +</p> + +<p> +An und in der ganz einfachen <hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> (mit rom. Mauerresten) +zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten <milestone unit='line' n='5'/> +des Gebiets. (Einige Veränderungen 1904). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß +mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches +Hoftor in origineller Rustika, bez. 1611. +</p> + +<p> +Mehrere <hi rend="bold">Höfe</hi> ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches <milestone unit='line' n='10'/> +Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof +1630, auch hier Stuckdecken in Quadraturwerk. — Bürgerhäuser +des 17. Jh. in guter Fachwerkarchitektur. — Reste +der <hi rend="bold">Stadtmauer</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burgruine Maienluft</hi>. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, <milestone unit='line' n='15'/> +Abschluß rest. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WATZENDORF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck. +mit rippenlosem Kreuzgwb. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WECHSELBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß-K.</hi> (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. +1168 von den Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; +die einheitliche Formengebung weist auf das 2. bis 3. +Jahrzehnt des 13. Jh. — Eine der spätesten Flachdeckbasiliken, +in der Erscheinung klar und frei. Normaler kreuzf. Gr., 54,3 m l. <milestone unit='line' n='25'/> +Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter Rochlitzer +Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der +Vierung mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen +als die spgot. Einwölbung des Lhs. im 15. und +die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme schließen eine nach dem <milestone unit='line' n='30'/> +Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne Eingang; +derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig +offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten +Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr +an Kreuzgang und Choreingang des Magdeburger Doms. Das <milestone unit='line' n='35'/> +Äußere durchgehend mit fein profilierten Lisenen und reichen +Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken feine Rundstäbe; +die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem +Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln +des Qsch. Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. <milestone unit='line' n='40'/> +Die WTürme nur bis zur Höhe des Schiffs ausgeführt; +nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des Stifters +zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. +— Das Innere birgt <hi rend="g">Bildhauerwerke</hi>, die unter +den edelsten Kleinoden deutscher Kunst zu nennen sind. <reg orig='Ein-|heitlich'>Einheitlich</reg> +<pb n='416' id='i423.png'/> +<!-- [P: 416] --> +nach Vollendung der K., also um 1230-35, leider +nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den eingreifenden +Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des +Chors, veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt; +zu ersehen aus der Höhenlage der Arkatur in der Apsis und <milestone unit='line' n='5'/> +der Basen der Ecksäulchen an den Triumphbogenträgern. +Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner abgeschlossen. +Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze +der Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch +in seiner Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum <milestone unit='line' n='10'/> +des Schlosses befinden sich formierte Trümmer, die +über die ursp. Gestalt Aufschluß geben könnten.) Der jetzige +Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es liegt nahe, +zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta +befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen <milestone unit='line' n='15'/> +führten. Seine Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in +den Zwickeln befindlichen Halbfiguren von Kain und Abel +haben diesen Platz erst bei der letzten Rest. erhalten; vorher +gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die zweite +Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, <milestone unit='line' n='20'/> +jetzt mit modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die +Kanzel; zu deren beiden Seiten in Wandnischen 4 Gestalten +des Alten Testaments (Daniel und David, Absalom und ein +ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs sind: +an der Front Christus in der Glorie umgeben von den Evangelistenzeichen <milestone unit='line' n='25'/> +und begleitet von Maria und Johannes d. T. +(»Dusis«); an der linken Schmalseite die eherne Schlange, +an der rechten Isaaks Opferung; die oben genannten Halbfiguren +Abels und Kains sowie zwei Halbfiguren von Engeln +werden schicklich auf die Zwickel der Bögen verteilt, von <milestone unit='line' n='30'/> +denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung +hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit +Maria und Johannes in stumpfem Winkel zurücksprangen. +Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln [**Illustration:]. Endlich die +Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale Kreuzigungsgruppe; <milestone unit='line' n='35'/> +die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und +die Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel +eines der frühesten Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß +der Kreuzesendigung die Halbfigur des Vaters mit der Taube; +zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in Dreipässen <milestone unit='line' n='40'/> +(vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in +Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte +weibliche Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl. +männliche, auf die überwundenen Mächte des Judentums +und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam, der + + +<pb n='417' id='i424.png'/> + +<!-- [P: 417] --> + +in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition +also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen +und antitypisch vorgebildeten, im neuen vollzogenen +Welterlösung. — An ihrem ursp. Platz zwei als Melchisedek +und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. — <milestone unit='line' n='5'/> +Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas +mehr als lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen +und harten Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis +zur letzten Rest. gut sichtbar. Der Stil eine freie Verarbeitung +byzantinischer Anregungen, den Freiberger Skulpturen in den <milestone unit='line' n='10'/> +Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu +ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe; +feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls, +Mäßigung und Verinnerlichung des Pathos und im +Zusammenklang aller dieser Eigenschaften eine Monumentalität, <milestone unit='line' n='15'/> +die für die deutsche Kunst damals eine neue Offenbarung +war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die +Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was +zu überwinden nötig gewesen war. Von anderer Hand die in +Stein ausgeführten Stücke; besonders die Kanzelreliefs mehr <milestone unit='line' n='20'/> +realistisch, voll Größe, schwierigen Aufgaben der Verkürzung +gewachsen. — Ungefähr derselben Zeit, doch in der Qualität +nicht auf gleicher Höhe das <hi rend="g">Grab der Stifter</hi>, des +Grafen Dedo von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; +lebensgroße Gestalten, auf der Tumba ruhend. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WECHTERSWINKEL.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold"><sic>Cisterc. Nonnen-Klst.</sic></hi> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. +rom. Basilika, nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, +auch der Nonnenchor abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. <milestone unit='line' n='30'/> +4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll. und glatten Rundbgg. +Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache WPortal +mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. — <hi rend="g">Barockaltar</hi> +aus Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild +einer Äbtissin 1558. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Propstei</hi> von 1792. Mit schönem Treppenhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEESENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich +von König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im +Besitz der Bünau. Aufbau, dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, <milestone unit='line' n='40'/> +die unteren die jüngsten, so daß die Kellereien im 5., +die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem +durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. +Mönchsboden <hi rend="g">Wandmalereien</hi> der frühesten Renss. +Einrichtung der Schloßkirche 1738-41. Der »steinerne Saal« + + +<pb n='418' id='i425.png'/> + +<!-- [P: 418] --> + +16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18. Jh. +Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel +gute klassizist. Ausstattung. <hi rend="g">Porträts</hi> von Rotari, +Mengs, Graff, Vogel, Leypoldt, Torelli. — Oben im Walde +Jagdschlößchen mit prachtvollen <hi rend="g">Rok.-Öfen</hi>. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEHNDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1670 gotisierender Barock. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEHRDA.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, +der Turm wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEHRDA.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem +Kirchhof. — Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEHRSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='15'/> +auf Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEIDA.</hi> Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß; +im 16. Jh. ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal +in einfachen frgot. Formen. — <hi rend="g">Kanzel</hi> und andere Ausstattungsstücke <milestone unit='line' n='20'/> +1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes <hi rend="g">Kruzifix</hi> +1680. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhof</hi>. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau +von 1608. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Peters-K.</hi> Ruine mit großem rom. Turm. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wieden-K.</hi> Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um +M. 14. Jh. begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet +wurde; ausgezeichnete Leistung der in diesem Teile +Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der Chor schließt +mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester <milestone unit='line' n='30'/> +Zeichnung. — In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei +(13. Jh.?). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nonnenklst.-K.</hi>, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, +später städt. Kornhaus. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg <milestone unit='line' n='35'/> +und Gera verwandt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Osterburg</hi>; eine noch immer bedeutende Baugruppe, +wenn auch nicht mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. +Großer runder Bergfried; der erste, ca. 30 m hohe Absatz +2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch, von kleinerem <milestone unit='line' n='40'/> +Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma. +Die Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, +ihrer Zwerchhäuser und sonstigen Schmuckes großenteils +beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll., ähnlich denen im Klst. +Mildenfurt. +</p> + + +<pb n='419' id='i426.png'/> + +<!-- [P: 419] --> + +<p> +<hi rend='ort'>WEIDELSBURG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große +Wohngebäude, umgeben von Mauern mit 9 halbrunden +Türmen und tiefem Graben. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEIKERSGRÜBEN.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Guter spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1490. — <hi rend="g">Holzfigur</hi> +St. Nikolaus, würzburgisch um 1500. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEILAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich 1740. — Hübscher Rok.Kanzelaltar, +mit der Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand <milestone unit='line' n='10'/> +mehrere <hi rend="g">Flügelgemälde</hi> E. 15. Jh. (in diesem Gebiet +selten). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und +der Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung. +</p> + +<p> +Auf dem Beyer vorgeschichtliche <hi rend="bold">Wallburg</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEIMAR.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. +spgot. — Steinkanzel spgot., Empore renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEIMAR.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Weimar. +</p><p> +<hi rend="bold">Haupt-</hi> und <hi rend="bold">Stadt-K.</hi> Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut <milestone unit='line' n='20'/> +1735. — Großer Reichtum an <hi rend="g">Grabmälern</hi> (im Inv. +werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6 große Wandgräber: +1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den +Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken +Zügen; — 2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin <milestone unit='line' n='25'/> +von <hi rend="italic">L. Tüttich</hi> und <hi rend="italic">H. Hünefeld</hi> aus Leipzig; die +Triumphbogenform klar durchgeführt, die Einzelheiten sehr +barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; — 3) für die +Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem +Fuß; — 4) für Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die <milestone unit='line' n='30'/> +Herzogin Freifiguren, kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld +flankiert von gekuppelten korinth. Sll. mit verkröpftem +Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika Relieftafeln; — +5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem +Epitaph der Kurfürstin Agnes; — 6) für die Herzogin Dorothea <milestone unit='line' n='35'/> +Susanna, Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische +Pilaster, vor welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene +dreimal, als Kind, Braut und Witwe (oder mit zwei +Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer. Unter +den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe <milestone unit='line' n='40'/> +† 1521; Bronzeguß aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Vischers</hi>, +flaches Bildnisrelief, Umrahmung durch einen Kleeblattbg. +mit leichter Andeutung von Maßwerk; am Rande der Platte +die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen Bordüre +von renss. Ornament; — 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus + + +<pb n='420' id='i427.png'/> + +<!-- [P: 420] --> + +et consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur +künstlerisch von mäßigem Wert; — 9) Herzog Wilhelm +d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung in kühnen derben +Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume +stehend, halb links gewendet; — 10) Joh. Friedrich d. Großmütige <milestone unit='line' n='5'/> +und Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze +auf steinernem Sockel; nur mit Wappen und Inschriften; +Umschließung durch ein schönes eisernes Gitter; Entwurf des +Ganzen vom Maler <hi rend="italic">Peter</hi> [<hi rend="italic">Gothland</hi>], die Bronzeplatten vom +Bildhauer <hi rend="italic">Hermann</hi> in Erfurt und dem Büchsengießer <hi rend="italic">Jacob <milestone unit='line' n='10'/> +Schlaf</hi> in Eisleben; — 11) Kurfürstin Agnes † 1555 (zusammengehörig +mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental +behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem +Relief. — <hi rend="g">Altartriptychon</hi> von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>; +des Meisters letztes Werk, in dem seine lange verwahrloste <milestone unit='line' n='15'/> +Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr vor seinem +Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde +in der Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als +Sieger über Tod und Teufel; rechts die Porträtgestalten +Luthers und Cranachs, von Johannes dem Täufer auf das <milestone unit='line' n='20'/> +Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der kurfürstlichen +Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt. +— Drei <hi rend="g">Lutherbildnisse</hi> zu einem Triptychon +zusammengestellt, das linke bmkw. Original von <hi rend="italic">Veit Thim</hi>, +die beiden anderen Kopien nach <hi rend="italic">Cranach</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Residenzschloß</hi>. Die seit 1651 von <hi rend="italic">Moritz Richter</hi> erbaute +Wilhelmsburg hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und +düsteren Charakter wie der Friedenstein in Gotha. Nach Brand +1774 unter <hi rend="italic">Goethes</hi> Leitung Um- und Neubau (bis 1803). +Architekten: <hi rend="italic">Steiner</hi>, <hi rend="italic">Ahrens</hi>, <hi rend="italic">Thouret</hi>, <hi rend="italic">Genz</hi>. Drei Flügel <milestone unit='line' n='30'/> +umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt; +mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der +SWEcke einige von dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: +der Schloßturm, im Unterbau von 1439, in den Obergeschossen +E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem renss. Tor <milestone unit='line' n='35'/> +um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rotes Schloß,</hi> 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; +der Erker beraubt und sonst einfach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gelbes Schloß,</hi> im selben Gebäudekomplex wie das vorige; +1702. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Grünes Schloß</hi> (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den +Schauseiten durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das +Äußere vereinfachend umgebaut, das Innere rok. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wittumspalais</hi>, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadthaus</hi> 1526-1547. — <hi rend="bold">Haus</hi> der Familie <hi rend="g">v. <reg orig='Lützel-|burg'>Lützelburg</reg></hi> +<pb n='421' id='i428.png'/> +<!-- [P: 421] --> +(jetzt Staatsanwaltschaft) 1568. — <hi rend="bold">Cranachhaus</hi> am +Markt (von C. bewohnt 1552-53), wesentlich E. 16. Jh. — +<hi rend="bold">Haus Herderplatz No.</hi> 16, ehemals dem Deutschorden gehörig, +1566, Renss. strengerer Richtung. — Das <hi rend="bold">Goethe-</hi> und das +<hi rend="bold">Schillerhaus</hi>; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des vornehmeren <milestone unit='line' n='5'/> +und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses +am E. 18. Jh. nicht uninteressant. — Ein ähnliches +Doppelinteresse bietet der <hi rend="g">Park</hi> mit seinen Ziergebäuden +aus Goethes Zeit. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISCHWITZ.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1792. — Drei Figuren von einem <hi rend="g">Altarwerk</hi> +um 1500 »zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der +Saalfelder Werkstatt zu rechnen«. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISMAIN.</hi> OFranken BA Lichtenfels. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; <milestone unit='line' n='15'/> +genauere Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht +mehr zu finden. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1634. — Gut erhaltenes Torhaus mit Turm. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENBERG.</hi> K. Sachsen AH Löbau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stattlicher <hi rend="g">Altar</hi> 1666. — Lange Reihe v. Gersdorfscher <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="italic">Grabsteine</hi> 16.-18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> nach Brand 1787, ältere Teile benützend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENBORN.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ohne ausgeprägten Stil. — Stattliches <hi rend="g">Epitaph</hi> +des Adolf v. Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen <milestone unit='line' n='25'/> +Arbeiten in Sayda und Lauenstein. — 3 ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +derselben Familie 1557, 1632, 1664. — Schloßruine. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENBORN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. — <hi rend="g">Selbdritt</hi>, +gutes Schnitzwerk um 1500. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh., <milestone unit='line' n='30'/> +mit 1489 und 1538. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENBRUNN AM WALD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753. +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1556. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENFELS.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift +1303; das übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, +doch wohl mit Benutzung der alten Grundmauern. Die Schmalseite +des Ssch. spricht für ehemalige Basilika. Jetzt die drei +Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch. nicht ausgeführt <milestone unit='line' n='40'/> +(Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen +der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. +schließen sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite +des Msch. vorgebaute Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine +Fenster und Strebepfll. sind sehr reich dekoriert, ungefähr in + + +<pb n='422' id='i429.png'/> + +<!-- [P: 422] --> + +der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während das Lhs. sparsam +gehalten ist. — <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1524, sonstige Ausstattung +1670-84. +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Klst. S. Clara</hi> (profaniert und ruinös). Im wesentlichen +der Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), <milestone unit='line' n='5'/> +der Chor nicht abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten +Lhs. unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige +Nonnenempore. Die schlanken Fenster 2teilig, als Maßwerk +einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. — Die spgot, Kanzel aus der +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> versetzt. — Die als Magazine vernutzten Klst.Gebäude <milestone unit='line' n='10'/> +in der Anlage noch zu erkennen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß Neu-Augustusburg.</hi> 1664-90 von <hi rend="italic">Erhard Lindner</hi>; der +Entwurf wohl von <hi rend="italic">Moritz Richter</hi>, ähnlichen Charakters wie +die Schlösser von Weimar und Gotha. Imposanter Massenbau +in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in Triklinienstellung. <milestone unit='line' n='15'/> +Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel. +Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel. +Die innere Ausstattung durch Umwandlung zur +Kaserne zerstört. Von namhaftem Interesse die von Leonhard +Sturm, dem Theoretiker des protestantischen Kirchenbaus, <milestone unit='line' n='20'/> +gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das +Schloß von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr +reiche »täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck +auf rosa und apfelgrünem Grunde. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. — <hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi> <milestone unit='line' n='25'/> +renss. und bar. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENOHE.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt. Klst.-K.</hi> gegr. im 11. Jh., neu erbaut und +ausgestattet 17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISSENSEE.</hi> RB Erfurt Kreisstadt. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit +got. Veränderungen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Petri-Paul-K.</hi> Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß +nach 1331, das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger. +2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> um 1500. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Landgrafenburg.</hi> Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich +dem Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von +demselben Meister erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß +des Turms rom. Sll. Erhalten auch das rom. Außentor. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEISTROPP.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. +— Schloß ohne Interesse. Porträts von <hi rend="italic">Graff</hi> und <hi rend="italic">Tischbein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEITERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil, +1700 rest. +</p> + + +<pb n='423' id='i430.png'/> + +<!-- [P: 423] --> + +<p> +<hi rend='ort'>WELKERS.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung +in 23 Figuren, E. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WENDELSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burg.</hi> Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als <milestone unit='line' n='5'/> +fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört; +jetzt größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter +Dach. Das 1596 für Wolf Dietrich v. Witzleben von <hi rend="italic">Friedrich +Fuss</hi> errichtete »Neue Schloß« zeigt im Hauptportal Hochrenss. +in vornehm behandelter jon. Ordnung; an der Tür <milestone unit='line' n='10'/> +des Treppenturms Elemente des Florisstils. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WENIGENJENA,</hi> Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. +Chor mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. +Dürftiges kleines 1sch. Lhs. aus A. 16. Jh. Außen <milestone unit='line' n='15'/> +an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig ausgeführtes, +aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit. +— <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>, auf der Grenze von Hoch- und +Spgot. — <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> aus 17. und 18. Jh. — +Im Chor <hi rend="g">Wandmalereien</hi> des 14. Jh., Jüngstes Gericht, <milestone unit='line' n='20'/> +Passion und Heiligenlegende. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WENKBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem +Erdgeschoß den Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. +Am flachged. Sch. nur die SMauer rom. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WERDAU.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1760 vom Dresdener Baudirektor <hi rend="italic">S. Locke</hi>. Hallenbau +mit Emporen. Stuckierung von <hi rend="italic">A. Vogel</hi>. Reicher <hi rend="g">Kelch</hi> +M. 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WERKEL.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Kirchturm</hi>, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, +woran 4 Ecktürmchen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WERLESHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +Ansehnlicher <hi rend="bold">Edelsitz</hi> der Herren v. Harstein 1565, steinerner +Unterbau, 2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und <milestone unit='line' n='35'/> +Erker. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WERNBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem +Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kap. S. Veit.</hi> Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel <milestone unit='line' n='40'/> +reiche Maßwerkblenden. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große +gewölbte Halle. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WERNECK.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend="bold">Sommerschloß</hi> des Fürstbischofs Karl Friedrich von <reg orig='Schön-|born,'>Schönborn,</reg> +<pb n='424' id='i431.png'/> +<!-- [P: 424] --> +1731 bis 1747 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>. Mit den sich anschließenden +Stallungen und Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte +Anlage; im Hauptbau 2 Säle und 100 Zimmer. Die +glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog +Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die <milestone unit='line' n='5'/> +Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen +bei der Einrichtung als Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore +von <hi rend="italic">Oegg</hi> in der Art jener des Würzburger Schlosses. Der +ausgedehnte Park anglisiert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WERNSTEIN.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner +Renss.-Bau 1567. Befestigung mit reicher Tordekoration +1576, anscheinend von <hi rend="italic">Caspar Vischer</hi>. Im Vorwerk +großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und Ornament im +Charakter der Plassenburg. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WESTENFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1579, verändert 1731. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WESTHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich +umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WETTER.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. +</p><p> +<hi rend="bold">K.</hi> des 1015 gegr. <hi rend="bold">adligen Jungfrauenstifts</hi>. Baudaten fehlen. +Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg +begonnen, ist sie doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, +mit Neigung zu etwas altertümlicherer Prägung der <milestone unit='line' n='25'/> +Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei bedeutend kleineren +Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied, +daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher +Weise gerade schließen. Das Qsch. enthält also außer der +quadr. Vierung je 2 rck. Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. <milestone unit='line' n='30'/> +Ganze innere L. 40 m. Von Marburg abweichende Züge sind +sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der OTeile; die +schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen +gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks +durch Ausschnitt aus Steinplatten; die Walmdächer auf den <milestone unit='line' n='35'/> +Kreuzflügeln (die jetzigen Dachgiebel eine willkürliche Zutat +von <hi rend="italic">G. G. Ungewitter</hi>). Das Hauptdach aus 15. Jh.; vorher +über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und quergestellte +Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant wahrscheinlich +2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. <milestone unit='line' n='40'/> +Die spgot. Bemalung des Innern von <hi rend="italic">C. Schäfer</hi> beseitigt und +nach vorgefundenen frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze +zutreffend, ist natürlich zweifelhaft. Auch am Äußeren des +Chors Spuren eines gemalten Frieses. — <hi rend="g">Stifterdenkmal</hi> +der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl + + +<pb n='425' id='i432.png'/> + +<!-- [P: 425] --> + +1466. <hi rend="g">Taufstein</hi> frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen +stützen das halbkugelige Becken. — <hi rend="g">Altar</hi> mit Retabelgemälde, +7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. — <hi rend="g">Wandmalereien</hi> +im Chor spgot. +</p> + +<p> +Von dem alten <hi rend="bold">Stiftsgebäude</hi> geringe Reste. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +Von der <hi n='0' rend="bold">Stadtbefestigung</hi> Teile mit Wehrgang erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WETTESINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, +ohne Tür. Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WETTIN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. unbedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi>, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WETTRINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi>, <milestone unit='line' n='15'/> +die Figg. in der Richtung <hi rend="italic">P. Wagners</hi>, ebenso die vortrefflichen +<hi rend="g">Kruzifixe</hi> auf den Seitenaltären. <hi rend="g">Pietas</hi> A. 16. Jh. — +Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WETZHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim. +</p><p> +<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. — <milestone unit='line' n='20'/> +Bmkw. durch Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität +die lange mit 1460 beginnende Reihe von <hi rend="g">Grabmälern</hi> der +Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der Zahl. — Bmkw. <hi rend="g">Kelch</hi> +14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., <milestone unit='line' n='25'/> +Einzelheiten got. und renss. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WEYER.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der +übrige Bau nebst Stuckaturen um 1730. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pfarrhaus.</hi> Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) <milestone unit='line' n='30'/> +erbaut. Gute Stuckdecken um 1730. +</p> + +<p> +Malerischer <hi rend="bold">Gemeindebrunnen</hi> auf zehn steinernen Säulen. Erneuert +1840. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bildstock</hi> der Kreuzigung mit Stifter von 1623. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WICKERSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='35'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und +Anbauten hat die ursp. rom. Anlage (von welcher der +turmtragende quadr. Vorchor und die WWand) eine sehr +unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von eigentümlicher +Verschiebung des polyg. Gr. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIEDERAU.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das +schöne Südportal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIEDERAU.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von <reg orig='vor-|nehmen'>vornehmen</reg> +<pb n='426' id='i433.png'/> +<!-- [P: 426] --> +Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung +des durch 2 Geschosse gehenden Saales. — Porträts von <hi rend="italic">Graff</hi>, +Venusstatue bez. <hi rend="italic">Balth. Permoser</hi> 1724, von demselben die +Jahreszeiten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE.</hi> Sachs.-Altenb. LA Roda. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten +eines von Waldbächen gebildeten Teiches. Nach +vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr willkürlich rest. Urspr. +ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und Ecktürmen mit +Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der <milestone unit='line' n='10'/> +Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. — +Die jetzige Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist +fremden Ursprungs. 4 <hi rend="g">Gemälde</hi> aus der Schule <hi rend="italic">Cranachs</hi> +schildern das Leben Joh. Friedrichs. <hi rend="g">Relief-Brustbild</hi> +desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in Thüringen <milestone unit='line' n='15'/> +beliebte Technik. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIEDERSBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1601, wie Hinternah. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIESENBRONN.</hi> UFranken BA Kitzingen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. — Altar A. 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/> +mit bmkw. <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Hans Heunisch</hi>. — <hi rend="g">Grabmal</hi> +des brandenbg. Geh. Rats Joh. Buttner † 1605 und seiner +Frau, 2 Tafeln in schönem <hi rend="g">Bronzeguß</hi> von <hi rend="italic">Joh. Weinmann</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIESENFELD.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">K.</hi> einer um 1200 gestifteten <hi rend="bold">Johanniter-Kommende</hi>. Frgot. +1260. Rck. mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. +An der NSeite großer 5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit +Leiter ersteigbar, also zu Verteidigungszwecken errichtet +(rest. 1903). <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Johanniterhaus</hi>. 1587, unbedeutend und verwahrlost. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIESENFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder +Bar.-Typus (vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, +Wüstheuterode). <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIESENTHAU.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., stark rest. — <hi rend="g">Altäre</hi> 17.-18. Jh. <hi rend="g">Kanzel</hi> +bar. mit spgot. Figg. Reich geschnitzter <hi rend="g">Beichtstuhl</hi> +18. Jh. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Familie v. Wiesenthau 1581, 1590, +1605. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen, +Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIESENTHEID.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1727-32 von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>; Bauführer der oft +von Neumann verwendete und später im Kurfürstentum + + +<pb n='427' id='i434.png'/> + +<!-- [P: 427] --> + +Trier selbständig auftretende <hi rend="italic">J. G. Seiz</hi>. In ihr gibt der große +Künstler seine Idee einer Landkirche, freilich mit ungewöhnlich +reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme Bauherr (Schönborn) +zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition +ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, <milestone unit='line' n='5'/> +eingezogener Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung. +Mansarddach. Im Detail neben spezifischen Rokokoformen +(Fenster) Elemente des dorischen Stils (Pilaster und Fries). +Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem Dach; +ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. <milestone unit='line' n='10'/> +Die Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur +an Wand und Decke, gut verbunden mit den +prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem Hochaltar bmkw. +gut die <hi rend="g">Statue</hi> des h. Mauritius. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kreuzigungsgruppe</hi> vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm <milestone unit='line' n='15'/> +theatralisch. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um +einen quadr. Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen +schlicht. Geschmackvoll eingerichtete Rok.Zimmer. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gräfl. Gruftkapelle</hi>, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur <milestone unit='line' n='20'/> +von dem Maler der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> in behäbigem fränkischem Fr.Rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILDBURG.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes <milestone unit='line' n='25'/> +Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILDENBERG.</hi> UFranken BA Miltenberg. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus +rom. Zeit erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht +nachstehend (die Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen <milestone unit='line' n='30'/> +Schloß Eulbach nicht einwandfrei). Die Anlage klar und +regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an Kunstformen: +rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker; +der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILDENFELS.</hi> OFranken BA Forchheim. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> bedeutend. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILDPRECHTSRODA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1683. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der <milestone unit='line' n='40'/> +Gegend, 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILHELMSBAD</hi> bei Hanau RB Cassel.</p> +<p> +<hi rend="bold">Badanlage</hi> 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; +im Park künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage. +</p> + + +<pb n='428' id='i435.png'/> + +<!-- [P: 428] --> + +<p> +<hi rend='ort'>WILHELMSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. +</p><p> +<hi rend="bold">K.</hi> des ehem. <hi rend="bold">Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen</hi>. Rom. +12. Jh. Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am +Chor und Qsch., im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. An +den Sll. attische Basen mit Eckblättern, Würfelknäufe mit <milestone unit='line' n='5'/> +Pflanzenornament. Eine Tür am südl. Kreuzflügel umrahmt +mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon +Agnus Dei. (Nebenapsiden und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892 +rest. und vielfach verändert. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILHELMSHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='10'/> +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die +Bauformen der Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen +Kriege halb zerstört, 1891 rest. — Kleine kreuzf. Basilika +(28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau dieselben +Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis <milestone unit='line' n='15'/> +alt. Im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige +Sll. mit kurzem, stark verjüngtem Schaft, an den Flächen +der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette. WFassade turmlos. +Rom. (?) <hi rend="g">Taufstein</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILHELMSHÖHE</hi> bei Cassel. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> +<p> +Ein im 12. Jh. gegr. <hi rend="bold">Nonnenklst.</hi> 1527 aufgehoben. Bescheidenes +landgräfl. <hi rend="bold">Schloß</hi>. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter +Landgraf Karl Neubau (Entwurf von <hi rend='italic'>de la Fosse</hi> 1710) mit +großartiger Parkanlage geplant. Nur die letztere wurde unter +Karl wirklich begonnen, von seinen Nachfolgern fortgesetzt. <milestone unit='line' n='25'/> +Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX. (Abbruch des +alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf +von <hi rend='italic'>Wailly</hi> 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer +Ausdehnung, der unter dem Einfluß Palladios entstandene, +künstlerisch sehr bedeutende Entwurf von <hi rend='italic'>H. Chr. Jussow</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +1786. Den Auftrag erhielt <hi rend='italic'>Salomon Louis Du Ry</hi> (aus der +in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen Hugenottenfamilie). +Die vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig, +übereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der +in seiner Jugend bei Blondel in Paris gebildete Künstler hatte <milestone unit='line' n='35'/> +sich unumwunden dem Klassizismus englischer Färbung zugekehrt. +Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der Mittelbau +1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. — Die Anlage +modifiziert mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung +an das bewegte Gelände und die ansteigenden Baummassen <milestone unit='line' n='40'/> +des Parkes, den traditionellen Hufeisengrundriß in der Weise, +daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige Gebäude aufgelöst, +dann aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder verbunden +werden, und zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude +zu dem Hauptgebäude in stumpfem Winkel anlaufen. +</p> + + +<pb n='429' id='i436.png'/> + +<!-- [P: 429] --> + +<p> +Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten; +sie waren auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse +teils unter Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie +sehr die apsidialen Schlüsse der Hauptbauten und überhaupt +der ganze Rhythmus durch sie gestört wird, leuchtet ohne <milestone unit='line' n='5'/> +weiteres ein. — Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt zusammen +mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem +Empire vorangehende Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied +der beiden Gebäude ist bezeichnend für den +Unterschied der strengeren, großzügigeren englischen (von <milestone unit='line' n='10'/> +den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der weicheren +französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt +sich der französische Geschmack wieder vor, doch schon im +Gepräge des eigentlichen Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde +von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen später noch manches <milestone unit='line' n='15'/> +hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den Gegenständen +überwiegt die römische Geschichte, auch ein Zyklus +aus Tasso war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche. +Die bekanntesten Namen <hi rend="italic">F. H. Tischbein</hi>, <hi rend="italic">Hackert</hi> und <hi rend="italic">Nahl</hi>. +</p> + +<p> +Der <hi rend="bold">Park</hi>. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung <milestone unit='line' n='20'/> +an die Gärten in Rom und Frascati durch den römischen +Architekten <hi rend="italic">Giov. Fr. Guernieri</hi> — vielleicht das +grandioseste, was irgendwo der Barockstil in der Verbindung +von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage, +die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich <milestone unit='line' n='25'/> +zur Ausführung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden +Naturpark im englischen Geschmack. Bei <hi rend="italic">Guernieri</hi> +war das Hauptmotiv die mit reichem architektonischem Beiwerk +ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der Höhe des +Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß <milestone unit='line' n='30'/> +rhein. l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit +Rundmotiven und eine breite Querallee mit vielen Becken +und Springbrunnen durchbrochen. Davon hat sich nur der +oberste Abschnitt erhalten, endend in das phantastisch-kolossalische +<hi rend="g">Oktogon</hi> mit dem Herkules (der »kleine <milestone unit='line' n='35'/> +Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der +englische Park wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht +verzichten. Doch in einem grundsätzlich anderen Sinn, als +das Barock. Nicht um architektonische Durchbildung des +Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um <milestone unit='line' n='40'/> +Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar) +freien Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche +Bedeutung Stimmung machen sollten. Künstliche +Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten Projekt <hi rend="italic">Du Rys</hi> +sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel erhalten. +<pb n='430' id='i437.png'/> +<!-- [P: 430] --> +Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der Vögel«. +Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung +der Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische +Schwärmerei für die Gotik. So entstand (erster +Plan 1790) die <hi rend="g">Löwenburg</hi>, anfangs als Ruine beabsichtigt. <milestone unit='line' n='5'/> +Auf Verlangen des Landgrafen ein vollständiges, wohnbares, +allerdings im Maßstab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes +Bergschloß — kulturhistorisch merkwürdig als eine der +frühesten Schöpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland. +Entwurf von <hi rend="italic">Jussow</hi>. Für die dem Schloße näher liegenden <milestone unit='line' n='10'/> +Zierbauten kehrte derselbe mit gutem Takt wieder +zu klassischen Formen zurück: <hi rend="g">Säulenhalle</hi> und <hi rend="g">Tempel</hi> +am Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgeführt) +zum Philosophentale. — Eine <hi rend="g">chinesische Galerie</hi>, +eine <hi rend="g">Moschee</hi> und eine <hi rend="g">Eremitage des <milestone unit='line' n='15'/> +Plato</hi> sind seither wieder verschwunden. — Unter den Nebengebäuden +des Schlosses das wichtigste das <hi rend="g">Theater</hi> von +1808 (jetzt mit starker Veränderung Tennishalle) und das +<hi rend="g">Pflanzenhaus</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILHELMSTAL</hi> bei Cassel. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten +unter den Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von +Mitgliedern der aus Frankreich stammenden, in mehreren Generationen +in Cassel ansässigen Architektenfamilie <hi rend="italic">Du Ry</hi>. +Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung. Anlage des <milestone unit='line' n='25'/> +Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von <hi rend="italic">Karl D.</hi> +Sein Sohn <hi rend="italic">Simon Ludwig D.</hi> war schon 1749 in Paris mit der +Durcharbeitung des Entwurfs für den Mittelbau (corps de +logis) unter den Augen <hi rend="italic">Blondels</hi> beschäftigt (ausgeführt erst +nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer Feinheit der Sandsteinarbeit <milestone unit='line' n='30'/> +etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine leise Tendenz +zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings +nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die +geistlichen Fürsten des katholischen Deutschlands huldigten, +auch in ihren Schlössern, sondern leichter in der Haltung, <milestone unit='line' n='35'/> +feiner und anheimelnder; wie denn auch der Gr. und die Abmessungen +in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. — +Zur Seite standen <hi rend="italic">Du Ry</hi> der Bildhauer <hi rend="italic">J. A. Nahl</hi> und der +Maler <hi rend="italic">J. H. Tischbein</hi>. — Die kleinen Wachthäuser um 1770 +in derjenigen Abwandlung des Rok., die man »Zopf« zu <milestone unit='line' n='40'/> +nennen pflegt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILHELMSTAL</hi> bei Eisenach Sachsen-Weimar.</p> +<p> +<hi rend="bold">Großherzogl. Schloß</hi>. Malerische Gruppe von niedrigen +schlicht bar. Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse +geordnet. Am NEnde ellipt. Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung + + +<pb n='431' id='i438.png'/> + +<!-- [P: 431] --> + +der beiden NHäuser unter Goethes Leitung 1790. Aus derselben +Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende +Zutaten 1850. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILLERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im <milestone unit='line' n='5'/> +Schiff je 4 schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft +sich windenden Ansätzen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILLMERSREUTH.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. <milestone unit='line' n='10'/> +1753 umgebaut. — <hi rend="g">Holzfigg.</hi> Reste eines <hi rend="g">Altars</hi> von +ca. 1520. Bmkw. <hi rend="g">Taufstein</hi> 2. H. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher +Br. mit dem Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WILSDRUFF.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal +aus ziemlich früher got. Zeit; <hi rend="g">Kanzel</hi> 17. Jh.; <hi rend="g">Epitaph</hi> +1731. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIMMELBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.</hi> gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil +der 2. H. 12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des +Chors und Qschiffs (lichte Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter +Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden. Nebenchöre (gewölbt) <milestone unit='line' n='25'/> +und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je zwei +niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den +dortigen Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters +von Königslutter. Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie +(wie in Klst. Mansfeld). <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WINDECKEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1455-96, 3sch. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Amtsgericht) 16.-17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rathaus</hi>, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit Wehrgang und Scharten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WINDHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land. +</p><p> +<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die +Anlagen des Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches +Beispiel des sentimentalen Naturparks und <milestone unit='line' n='40'/> +seiner Requisiten: Einsiedelei, Freundschaftsdenkmal, Altar, +Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WINDEHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, +am Gewände Ringsäulen. +</p> + + +<pb n='432' id='i439.png'/> + +<!-- [P: 432] --> + +<p> +<hi rend='ort'>WINDHEIM.</hi> UFranken BA Hammelburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich +von Hauptmann <hi rend="italic">Fischer</hi> (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher +<hi rend="g">Hochaltar</hi> von 1696, ehem. in Hammelburg. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WINDISCH-HOLZHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WINDISCHLEUBA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. +</p><p> +Ansehnliche spgot. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt. +Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude <milestone unit='line' n='10'/> +(SFlügel) im 1. und 2. Geschoß um 1450, das Obergeschoß +und die sehr stattlichen Giebel und Zwerchhäuser +1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw. Einzelheiten. +Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WINTERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten +Einzelheiten. +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom. +Geschosse. Bar. <hi rend="g">Hochaltar</hi> mit bmkw. spgot. <hi rend="g">Schnitzbildern</hi>; <milestone unit='line' n='20'/> +im Hauptfeld Kreuzigung, in der Predella +Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp. Ma. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mauritius-K.</hi> (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung +der Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem +quadr. Chor., Stilformen frgot. um 1300. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIPFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung +der Würzburger Schule. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIPPRA.</hi> Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Sehr verfallen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIRSBERG.</hi> OFranken BA Kulmbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im +sog. Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer +Einfluß). <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WIRTHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem +1/2 8eck. Chor; sorgfältiges Maßwerk. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WITTENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. <milestone unit='line' n='40'/> +Chor und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A. +15. Jh. Die 3 Sch. schließen platt in gleicher Flucht, das +nördl. ist verbreitert, daher die Unregelmäßigkeiten des +Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540 gemeldet. +Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers + + +<pb n='433' id='i440.png'/> + +<!-- [P: 433] --> + +(1543) in der Lutherhalle, das <hi rend="g">Altarwerk</hi> <hi rend="italic">L. Cranachs +d. Ä.</hi> modern verunstaltet. An der nördl. Chorwand Gemälde +von <hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi>, die Bekehrung Pauli, des Meisters letztes +Werk, 1586. <hi rend="g">Taufbecken</hi> in Rotguß von <hi rend="italic">Hermann +Vischer</hi> 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel Reliefs <milestone unit='line' n='5'/> +von Heiligen. Einfacher <hi rend="g">ikon. Grabstein</hi> Bugenhagens. +Großes <hi rend="g">Epitaph</hi> für Matth. v. Schulenburg 1S69 von +<hi rend="italic">G. Schröter</hi>. Das ausgezeichnete <hi rend="g">Alabasterrelief</hi>, +Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. † 1586 von <hi rend="italic">S. W.</hi> +(<hi rend="italic">Sebastian Walther</hi> in Dresden). Tafel für Kaspar Lindemann <milestone unit='line' n='10'/> +von <hi rend="italic">Ulrich Gretel</hi> in Leipzig. — Außen an der NSeite Relief, +Christus als <hi rend="g">Weltenrichter</hi> 1310; am WPortal <hi rend="g">Maria</hi> +mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor <hi rend="g">Judensau</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß-(Universitäts)-K.</hi> ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das +Äußere entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere <milestone unit='line' n='15'/> +durchaus rest. Rck. von 6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen +den nach innen gezogenen Pfll. eine ringsumlaufende, von +Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein niedriges +unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. — Große +<hi rend="g">Bronzegrabplatten</hi> für Friedrich den Weisen und <milestone unit='line' n='20'/> +Johann den Beständigen; jene bez. <hi rend="italic">Peter Fischer</hi> (sic) <hi rend="italic">Norimbergensis</hi> +A. 1527; diese, eine fast genaue Nachahmung, <hi rend="italic">H V</hi> +(<hi rend="italic">Hans Vischer</hi>). Außerdem dieselben beiden Kurfürsten in +lebensgroßen knienden <hi rend="g">Marmorstatuen</hi>. Die Bronzetafel +auf dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars <milestone unit='line' n='25'/> +in Jena. <hi rend="g">Bronze-Gedächtnistafel</hi> des Juristen +Henning Goeden von <hi rend="italic">P. Vischer</hi> 1521 (Wiederholung im +Dom zu Erfurt). +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt. +Bmkw. die beiden Treppenhäuser, die sich nach dem <milestone unit='line' n='30'/> +Hof in Lauben öffnen. Über dem Portal schön gemeißelte +Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr. Zustand +auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> spgot. und renss. An der langen Marktseite außer +dem (modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, <milestone unit='line' n='35'/> +Vorhangbögen; später hinzugefügt ein Renss.-Portal mit +Altan und 4 Renss. Zwerchhäusern. — <hi rend="bold">Apotheke L. Cranachs</hi>. +Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser erhalten +der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines Geharnischten. +<hi rend="bold">Häuser Melanchthons</hi> und <hi rend="bold">Bugenhagens</hi>. Das <milestone unit='line' n='40'/> +<hi rend="bold">Lutherhaus</hi> (urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840 +einen gänzlich falschen Charakter erhalten; unberührt das +1540 in Pirna gefertigte Portal und im ganzen auch Luthers +Wohnstube. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Alter Friedhof</hi> vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit + + +<pb n='434' id='i441.png'/> + +<!-- [P: 434] --> + +Relief des Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter +Elisabeth und Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WITTGENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1754. Gute <hi rend="g">Grabmäler</hi> E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WITZELRODA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um +1702. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WITZENHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem <milestone unit='line' n='10'/> +Msch. Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher. +— Grabmal der Familie v. Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße +Rundfigg. knien auf einer von Sll. getragenen Plattform, +darüber Relief mit der Auferstehung Christi. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wilhelmiter-Klst.</hi> 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit <milestone unit='line' n='15'/> +4Gwbb. auf 1 Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte, +aus deren Kanten die Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder +geteilt; Ähnlichkeit mit dem Rittersaal des Marburger +Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur Kolonialschule eingerichtet. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klus-Kap.</hi> am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom. +Profilen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospitals-Kap. S. Michael.</hi> Einfacher spgot. Bruchsteinbau +um 1392. Der sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen +bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch Eselsrücken verbunden, die <milestone unit='line' n='25'/> +Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit steinernem Helm. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration +nach einem Brande zur Unkenntlichkeit entstellt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> in Fachwerk. +</p> + +<p> +Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WITZLEBEN.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Resten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOFFLEBEN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den +Experimenten des protestantischen Kirchenbaues. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLFERSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLFHAGEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Anna</hi>. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in +schlichten, kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 <milestone unit='line' n='40'/> +(Inschr.), das bmkw. Dach 1501. +</p> + +<p> +Vor der Stadt <hi rend="bold">Kapelle</hi> in vorzüglichen hochgot. Formen. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLFMANNSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm +im Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730. +</p> + + +<pb n='435' id='i442.png'/> + +<!-- [P: 435] --> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLFSMÜNSTER.</hi> UFranken BA Gemünden. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit +urspr. guter gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). <hi rend="g">Glocken</hi> +1412, 1786. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Wolfsmünster</hi>. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLKENBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1794 nach Entwurf von <hi rend="italic">J. A. Giese</hi> in der Richtung +von <hi rend="italic">C. G. Langhans</hi>. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende +Empore von dor. Säulen getragen; der Altartisch ohne <milestone unit='line' n='10'/> +Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi> +und <hi rend="italic">H. V. Schnorr v. Carolsfeld</hi>. +</p> + +<p> +Die <hi rend="bold">ältere K.</hi> (um 1400) jetzt <hi rend="bold">Erbbegräbnis</hi> der Grafen Einsiedel. +Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete +Arbeit von <hi rend="italic">J. H. Böhm</hi>. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern <milestone unit='line' n='15'/> +gefallenen Gf. Friedrich v. E., Eisenguß aus Lauchhammer. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles +gründlich umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung +vom Besten. Familienbildnisse u. a. von <hi rend="italic">Mengs</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi> und <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="italic">Grassi</hi>. Großer Park, englisch umgearbeitet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLKENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Marienburg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> +aus mehrfarbigem Gestein 16S2 von <hi rend="italic">Joh. Böhme</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi>, in jetziger Gestalt ohne Interesse. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLKRAMSHAUSEN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLKSHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich +in das Architekturbild eingegliederten <hi rend="g">Altäre</hi> von <hi rend="italic">Auwera</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +und <hi rend="italic">Steuerwald</hi> (letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Sebastians-Kap.</hi> 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein +älterer <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> um 1650 an der NWand. Hinter +der Kap. bmkw. <hi rend="g">Bildstock</hi> um 1400. +</p> + +<p> +Im Dorf lebensgroße <hi rend="g">Standfig</hi>. des hl. Michael 1743. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOLMIRSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., 1sch., mit Netzgwb. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WOMMEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. +</p><p> +<hi rend="bold">Gutshaus</hi>, Portal Frührenaissance 1535. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WONFURT.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='40'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh. +Gute <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> um 1750. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695. +</p> + + +<pb n='436' id='i443.png'/> + +<!-- [P: 436] --> + +<p> +<hi rend='ort'>WONSEES.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh. — Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WORBIS.</hi> Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klst.-K.</hi>, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hardtkap.</hi> 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Amtsgericht</hi>, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WORMSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Angeblich älteste des Gebietes. — Jetzt stillos bis +auf ein primitiv aussehendes rom. Tympanon. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÜLFERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof +Julius begünstigten Nachgotik. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÜLFERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die <milestone unit='line' n='15'/> +guten Rok.-Mobilien in Würzburg gearbeitet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WUNSIEDEL.</hi> OFranken BAmtsstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi>, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Spital-K.</hi>, spgot., unbedeutend. — <hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1672. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÜRDENHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1577 und 1747. — Spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, zusammengesetzt +aus einem größeren und kleineren. Die Figuren nicht +übel. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÜRZBURG.</hi> UFranken <sic>B Amtsstadt</sic>. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Dom S. Kiliani</hi>. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter <milestone unit='line' n='25'/> +B. Burkard (931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner +noch, in rom. Zeit bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho +(1125-47) und B. Hermann (1225-54); Veränderungen 1606 +bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im Äußeren +wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. — <milestone unit='line' n='30'/> +Die Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage +ist: hat Embricho, auf dessen Zeit alles formale Detail am +Langhaus hinweist, dieses auf dem unveränderten Grundriß +Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen völligen Neubau +in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die erstere Alternative <milestone unit='line' n='35'/> +kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche +Eigenschaften zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau +des 11. Jh., der Klst.-K. in Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht +werden. Dann aber müßte der WBau mit seinen Doppeltürmen, +da er auf schmälere Schiffe hinweist<note place='foot'><p> +Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoßen auf die Fensteröffnungen an +der Ostseite der Türme.</p></note>, auf eine noch <milestone unit='line' n='40'/> +ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht wohl möglich ist, +weil die Anlage westlicher Doppeltürme mit Eingangshalle +nicht vor 2. Viertel 11. Jh. (zuerst in Straßburg) nachgewiesen +<pb n='437' id='i444.png'/> +<!-- [P: 437] --> +werden kann. Zwischen den beiden oben genannten Möglichkeiten +blieb dann nur noch eine dritte, rein hypothetische: +Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. — Der Ostbau +hat das volle Gepräge schon des 13. Jh. — Der Gr. ist kreuzförmig, +die Vierung genau quadr., die Flügel des Qsch. sowohl <milestone unit='line' n='5'/> +als der Chor gestreckt rechteckig (einzige aber genaue Analogie +die Kloster-K. Hersfeld); Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden +an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2 quadr. Türme. +Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch sichtbar. +Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen <milestone unit='line' n='10'/> +denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L. +ohne Turmhalle 97 (Hersfeld 95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30), +Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch. 24 (Hersfeld 23). Der +Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten Krypta. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Inneres</hi>. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben <milestone unit='line' n='15'/> +und von mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen +nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen eine ungewöhnliche, +nur mit einigen thüringischen Bauten vergleichbare Form; +Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewölbe +des Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof <milestone unit='line' n='20'/> +Julius beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im +Charakter der von ihm bevorzugten posthumen Gotik. Zur +Ausführung kamen nur die Gewölbe des Hochschiffes durch +<hi rend="italic">Lazzaro Agostino</hi>. Die ausgezeichnet schöne Stuckdekoration +1701 von <hi rend="italic">Pietro Magni</hi>. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="g">Äußeres</hi>. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom. +Epochen; durch die glättende und gleichmachende Rest. +1880 hat sie ihren historischen Charakter verloren; das Portal +neu erfunden; bis 1644 stand vor dem Erdgeschoß eine Paradieshalle. +— Die oberen Turmabschlüsse 1418. — Die Langseiten <milestone unit='line' n='30'/> +aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und Bogenfriesgliederung, +die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter +hat; vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. — Die +Osttürme im Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den +oberen Teilen 1225-50. Die Überführung vom Quadrat <milestone unit='line' n='35'/> +zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man glauben, daß +hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt, +vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen +Wirkungen durch Wechsel im Sandstein. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Ausstattung</hi>. <hi rend="g">Chor</hi>. [Von den 1701ff. beseitigten <milestone unit='line' n='40'/> +Kunstwerken waren die wichtigsten gewesen: <hi rend="g">Hochaltar</hi> +mit dem Standbild des Salvators unter einem von 4 Sll. getragenen +Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der Retabelwand +ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>; +von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes + + +<pb n='438' id='i445.png'/> + +<!-- [P: 438] --> + +<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>. Ehernes <hi rend="g">Singpult</hi> von +<hi rend="italic">Hans Wurzelbauer</hi> aus Nürnberg jetzt in der Sepultur.] Die +jetzigen <hi rend="g">Altäre</hi> gute Durchschnittsleistungen der Barockzeit. +Sie enthalten Gemälde von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> (Enthauptung +Johannis), <hi rend="italic">Sandrart</hi> (Kreuzabnahme), <hi rend="italic">Bueler</hi> (Grablegung), <milestone unit='line' n='5'/> +<hi rend="italic">Merian</hi> (Drei Könige). Die Altäre des Langhauses +an den Pfeilern aufgestellt; sie erhielten 1793 einheitliche +Umrahmung. — <hi rend="g">Chorstühle</hi> von <hi rend="italic">Jakob van der Auwera</hi> +1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren. +— <hi rend="g">Eisengitter</hi> von <hi rend="italic">Gattinger</hi>. — Spgot. <hi rend="g">Bischofsstuhl</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +jetzt in der Sakristei. — Im Langhaus Taufkessel, +Erzguß, bez. <hi rend="italic">Eckart von Worms</hi> 1279. — <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Mich. +Kern</hi> 1609. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Neben denen des Mainzer Doms die +großartigste Reihe, die Deutschland besitzt. Sie wurden im <milestone unit='line' n='15'/> +18. Jh. an Wänden und Pfeilern aufgestellt. Die älteren +bildeten Deckplatten von Tumben, die jüngeren sind Bildnisepitaphe; +die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten (über +der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an +den Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das <milestone unit='line' n='20'/> +Ädikulaepitaph mit Reliefbild auf. +</p> + +<p> +Im <hi rend="g">Querschiff</hi>: I. NFlügel. a) OWand. Über der +kleinen, zur Krypta führenden Tür Epitaph des Dechanten +J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610; B. Konrad v. Bibra +† 1544 im Stil des <hi rend="italic">Peter Dell d. Ä</hi>. b) WWand. Grabstein <milestone unit='line' n='25'/> +des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des +<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>; Grabstein des B. Gerhard von Schwarzburg +† 1400, überlebensgroß, die Gewandung dekorativ sehr +wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch das gesagt +wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte <milestone unit='line' n='30'/> +man ein fein gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge +nicht der von demselben Meister gefertigte Konrad von +Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Züge. Epitaph des +Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673. Unter dem +Durchgangsbogen zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz <milestone unit='line' n='35'/> +v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben) und des Erasmus Neustetter. +— II. SFlügel. a) WWand: Ehernes Epitaph des C. F. v. +Thüngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten +† 1552 von <hi rend="italic">Martin Hering</hi>, c) OWand: Epit. des B. +Konrad v.Thüngen 1540 von <hi rend="italic">Loy Hering</hi> aus Eichstätt; Kenotaph <milestone unit='line' n='40'/> +des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v. Bamberg, 1598. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Im Langhaus</hi>. — <hi rend="g">Nördliche Reihe</hi>. 1. Pfl. NSeite: +B. Gottfried III. v. Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher +Inschrift), das Schwert führen die Würzburger Bischöfe als +Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum Segnen <reg orig='er-|hoben.'>erhoben.</reg> +<pb n='439' id='i446.png'/> +<!-- [P: 439] --> +SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345, ausgezeichnetes +Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große Schleppfalte +von der linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der +Apostel des Kölner Doms. Rundfigur. — 2. Pfl. NSeite: Domdechant +Peter v. Aufseß † 1522, flacher Erzguß, wohl aus <milestone unit='line' n='5'/> +der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Hütte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe +† 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik +einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell +wirkt. — 3. Pfl. NSeite: Epit. des Erasmus Neustetter 1594 +(Grabplatte s. oben). — 4. Pfl. O. Seite: B. Johann v. Eglofstein <milestone unit='line' n='10'/> +1411, Standbild unter Baldachin, Porträtkopf. B. Wolfram +v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr, die +Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt, +überhaupt <corr sic=" edeutende">bedeutende</corr> Arbeit. — 5. Pfl. NSeite: +Dompropst v. Frankenstein 1789 vom Bamberger <hi rend="italic">Mutschelle</hi>. <milestone unit='line' n='15'/> +OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466, Standbild unter Baldachin, +fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger Meister +<hi rend="italic">Leonhard Strohmeier</hi>. — 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich +v. Seinsheim 1779 von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi> nach dem Entwurf des +Hofmalers <hi rend="italic">Christoph Fesel</hi>. — 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf <milestone unit='line' n='20'/> +v. Ehrenberg † 1631, ausgeführt 1664. — <hi rend="g">Südliche Reihe</hi>. +1. Pfl. NSeite: B. Mangold v. Neuenburg † 1303. Keinesfalls +wesentlich jünger, wichtig für den Übergang vom Stil des +13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen +geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle <milestone unit='line' n='25'/> +Kopf im 18. Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried +v. Spitzenberg † 1190 auf dem Kreuzzug; der Stein, trotz +der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes Zeugnis der Monumentalplastik +in Würzburg, — 3. Pfl. NSeite, neben der Kanzel: +B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. — 4. Pfl. OSeite: B. <milestone unit='line' n='30'/> +Johann v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell, +verraten aber nicht einen 80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf +v. Scherenberg 1493 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, dessen Stil von +seiner besten Seite zeigend. — 5. Pfl. NSeite: B. Lorenz v. +Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk zeigt, wie <milestone unit='line' n='35'/> +sich der alternde Meister <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> mit den eindringenden +Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch +unter Mitwirkung eines jüngeren Gehilfen; die Putten haben +auch in den Köpfen mit dem bekannten Engeltypus <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> +nichts gemein; übrigens ist das Verhältnis der Figur <milestone unit='line' n='40'/> +zur tektonischen Umgebung vorzüglich abgewogen und die +Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem Geschmack +durchgeführt. — 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg, +ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen +<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> — 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. <reg orig='Wirs-|berg'>Wirsberg</reg> +<pb n='440' id='i447.png'/> +<!-- [P: 440] --> +1573 von <hi rend="italic">W. Sarder</hi> aus Eichstätt. OSeite: B. Franz +Ludwig v. Ertal 1795. — 8. Pfl. NSeite: B. Julius Echter v. +Mespelbrunn 1617 von <hi rend="italic">M. Kern</hi>; Architektur gut, Figur nicht +bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs +Bruder, 1577. OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten <milestone unit='line' n='5'/> +Echter † 1665. — 9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen +† 1622. — Die Form des Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief. +An der südl. Sschiffswand eine Reihe bronzener Grabplatten, +ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe zu denken. +Von ihnen gehören der Gießhütte <hi rend="italic">Peter Vischers</hi>: Dompropst <milestone unit='line' n='10'/> +Georg v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511, +B. Lorenz v. Bibra † 1519, letztere vielleicht nach <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> +Entwurf in Nürnberg gegossen. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Sonstige Skulpturen</hi>. — Vom Triumphbogen herabhängend +überlebensgroßes <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> von 1478. — <milestone unit='line' n='15'/> +Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut <hi rend="g">Maria und die h.h. drei +Könige</hi>, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh., +durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung +in der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem vielleicht +ursp. für ein Portal gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des <milestone unit='line' n='20'/> +Lhs. <hi rend="g">Taufkessel</hi>, Erzguß, bez. <hi rend="italic">Eckart v. Worms</hi> 1279; +die zu dieser Zeit in Süddeutschland wenig geläufige Technik +erklärt die Roheit der Formen. — <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Mich. Kern</hi> +1609. — In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch. große +<hi rend="g">Gruppe</hi> des Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch <milestone unit='line' n='25'/> +Wahrheit und Stärke des Ausdrucks; am Eingang in die Kap. +ein <hi rend="g">Diakon</hi> mit Lesepult in einem zugleich an <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> +und <hi rend="italic">Backofen</hi> <corr sic='erinnern den'>erinnernden</corr> Stil, dann die 2 <hi rend="g">Säulen</hi> +»Booz« und »Jachim« vom ehemaligen Paradies. — Die spgot. +<hi rend="g">Standbilder</hi> an den ersten Pfll. des Lhs, von den <milestone unit='line' n='30'/> +Strebepfll. der Marienkap., wo sie zu verwittern drohten, +hierher geborgen. — In der Vorhalle Madonna um 1420. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Epitaphe am Äußeren</hi>. Meist sehr beschädigt. +Historisch interessant dasjenige <hi rend="italic">Tilman Riemenschneiders</hi>, +wohl von seinem Sohne <hi rend="italic">Jörg</hi>. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend="g">Schönborn-Kap.</hi> am nördl. Qsch. 1721-36 von <hi rend="italic">J. B. +Neumann</hi>. Kreisrunder Kuppelraum mit elliptischen Exedren +nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S. Vier <hi rend="g">Grabmäler</hi> +von Kirchenfürsten aus der Familie Schönborn. Das +Innere, als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, <milestone unit='line' n='40'/> +kommt infolge nicht glücklicher Lichtführung nicht nach +seinem Werte zur Geltung; das Äußere zeigt <hi rend="italic">Neumanns</hi> +Formensprache in aller Vollendung. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Kreuzgang</hi>. NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel +nach 1431, OFlügel 1449-53. Die 3rippige Wölbung, + + +<pb n='441' id='i448.png'/> + +<!-- [P: 441] --> + +deren mit Wappen geschmückte Schlußsteine im Gr. eine +Zickzacklinie bilden, wohl später. Stattliche Abmessungen, +etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O liegende +Sepultur 1461. 2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand +8 Kapp., deren Öffnungen in den Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5] +Konsequenz der sternförmigen Teilung des Gwb. Das Erdgeschoß +diente als Sepultur des Kapitels. Unter den überaus +zahlreichen <hi rend='g'>Denkmälern</hi> im Kreuzgang seien hervorgehoben: +Heinrich v. Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur +in engem Lederpanzer; Paul Fuchs † 1540 wohl von <hi n='0' rend="italic">Peter</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend='italic'>Dell</hi>; Martin v. Wiesenthau † 1554, bez. <hi rend="italic">T K</hi> (<hi rend='italic'>Thomas +Kistner</hi>), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg +† 1536; Oberst Baur v. Eisenberg, bez. <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1623. +In der Sepultur Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez. +<hi rend='italic'>Jörg Straubinger </hi> (Nürnberg) 1680. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Burkard.</hi> K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033, +eingreifende Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97. +— Kleine flachged. Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden +der Ssch. quadr. Türme, aus deren Mauermasse rundbg. Altarnischen +ausgespart sind; jetzt durch neue Einbauten verdeckt. <milestone unit='line' n='20'/> +Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort und +schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren +WTürme vorhanden, die 1677 abgetragen wurden; damals +auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden mit regelmäßigem +Stützenwechsel. Sll. mit Würfelkaptt. und eckblattlosen att. <milestone unit='line' n='25'/> +Basen. — Äußeres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt. +Interessant nur das Portal an der NSeite mit geschlossener +Vorhalle; dieselbe hat den Eingang im O und eine Altarnische +im W, an der NWand 2 gekuppelte große Lichtöffnungen. +Das Portal (nachträglich) durch seitwärts vorgeblendete <milestone unit='line' n='30'/> +Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle tektonische +Gliederung bei fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme +quadr. bis zur Firsthöhe des Msch., dann ins 8Eck umsetzend; +diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot. Formen. — Der +spgot. OBau in erheblich größerem Maßstab; das Qsch. so <milestone unit='line' n='35'/> +breit, daß zwischen Vierung und Flügeln je eine Stütze eingeschoben; +ursp. flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. — +<hi rend='g'>Chorstüle</hi> 1693 aus got. und bar. Teilen zusammengesetzt. — +Im nördl. Qsch. bmkw. <hi rend='g'>Opferstock</hi> mit +Reliefs E. 13. Jh. — <hi rend='g'>Votivrelief</hi> aus dem Leprosenhaus, <milestone unit='line' n='40'/> +Kreuzigung ca. 1370. — Großer <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>, noch in got. +Anordnung, 1589-91; die Gemälde vom Würzburger Bürger +<hi rend='italic'>Alexander Müller</hi> (die von demselben ausgeführte Wand- und +Deckenbemalung zerstört). — <hi rend='g'>Grabsteine</hi> der Äbte +Hermann Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann + + +<pb n='442' id='i449.png'/> + +<!-- ]P: 442] --> + +v. Waldenfels † 1427. — An der Wand <hi rend='g'>Gemälde</hi> der +Grablegung von <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi> 1676. — In der Pfarrei <hi rend="g">Holzmadonna</hi> +von <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> aus seiner Frühzeit. +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">Augustiner-Klst.</hi> Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante +Reste von dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang <milestone unit='line' n='5'/> +bekundend, im Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige +K. eine ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. +13. Jh. Der gewölbte Chor, größer als der erste, gegen 1289 +hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof Julius: Einziehung <milestone unit='line' n='10'/> +von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter ein +gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme +derer am O- und WSchluß) verändert. Vom frgot. +Bau geblieben: der Gr. (das 3sch. Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor +22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden des Msch. <milestone unit='line' n='15'/> +Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden charakteristischen +äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., +8eck. Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen +glatt bis auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster <milestone unit='line' n='20'/> +kreisrund mit Vierpaß. — Traurige Rest. 1882. — +Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in reicherer Behandlung. +— Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon +im ursp. Querschnitt. — Die Valentins-Kap. an der SSeite, +eine sehr alte Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. +Über ihr ein reich stuckierter Prunksaal, der vor der <milestone unit='line' n='25'/> +Erbauung der Universität den akademischen Festlichkeiten +als Aula diente. — An der steinernen Mensa des Hochaltars +Metallplatten mit frgot. <hi rend='g'>Schmelzarbeit</hi>, meist Tierbilder +nach dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine +<hi rend="g">Pietas</hi> von <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> (?). — Bmkw. <hi rend='g'>Meßgeräte</hi> <milestone unit='line' n='30'/> +18. Jh. — <hi rend='g'>Grabmäler</hi>: Bildnisplatte des Weihbischofs +Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der +Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407. +Dann im guten Würzburger Durchschnittscharakter mehrere +Rittergrabsteine: Balthasar v. Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen <milestone unit='line' n='35'/> +† 1513, Hans v. Grumbach † 1529, Peter v. Randersacker +† 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine +Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des +Heinrich Zobel v. Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern. +Ein ähnliches für die Familie v. Thüngen 1625 v. <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>. <milestone unit='line' n='40'/> +— Außen an der K. Ölberg von <hi rend='italic'>Georg Riemenschneider</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Deutschhaus-K.</hi> (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in +Würzburg (an Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher +der erhaltene rom. WTurm in Beziehung steht), beg. nicht +lange vor 1280, die WTeile nach 1296. — 1sch. Anlage von 7 + + +<pb n='443' id='i450.png'/> + +<!-- [P: 443] --> + +Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel der +Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit +Oppenheim verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken +und Figürliches, das letztere von sehr guter Hand. Dagegen das +Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten Architekturformen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dominikaner (Augustiner)-K.</hi> Erste Niederlassung 1228. +Der jetzige Bau ein Neubau von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1744, +bei dem der got. Chor (von 1308) beibehalten, nur dekorativ +umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende Pfl.Basilika, +hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; <hi rend="italic">Neumann</hi> selbst <milestone unit='line' n='10'/> +erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert +der schöne alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß +Neumann auch den got. Gr. vollständig beibehalten hat. Die Dekoration +ist einfach; es wird hauptsächlich, und zwar stark, +durch die Altäre gewirkt, deren einer auf jeden Pfl. des Lhs. <milestone unit='line' n='15'/> +Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der architektonische +Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier wollen +nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche. +Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors +hinter dem Hochaltar nachneumannisch. Gemälde des <milestone unit='line' n='20'/> +Hochaltars von <hi rend="italic">Treu</hi> aus Bamberg, Deckengemälde von +<hi rend="italic">G. A. Urlaub</hi> (Chor) und <hi rend="italic">Ermeltraut</hi> (Lhs.). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Gertraud</hi> in der Pleichach. Vor 1133 von Meister <hi rend="italic">Enzelin</hi>, +der später am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Stifts-K. Haug</hi>. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen <milestone unit='line' n='25'/> +und Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt. +Tympanon mit thronender Muttergottes und den beiden +Johannes, nach 1200, jetzt im Luitpold-Mus. — Neubau 1670 +bis 1691 von <hi rend="italic">Antonio Petrini</hi>. Die Anlage nach dem Typus +des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu <milestone unit='line' n='30'/> +die starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System +der seitlichen Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme +der Fassade. Die Einzelformen schwer und ernst, von +starker Ausladung. In allen Nischen mächtige Barockaltäre +italienischen Gepräges (Gemälde <hi rend="italic">Onghers</hi>). Im übrigen ist <milestone unit='line' n='35'/> +der Binnenraum farblos. — Am meisten weicht von den +italienischen Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll. +und hohe Dächer, welche die Fenster des hohen Kuppelanbaues +teilweise überschneiden. Immerhin wirkt die Kuppel sehr bedeutend. +Die Fassade hat durch die seitliche Stellung der <milestone unit='line' n='40'/> +Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen +Lebens, das sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt, +entbehrt sie. Schwere Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht +antike Ordnungen!) und Statuennischen ergeben vielfältige, +aber monotone Gliederung. — Prächtige <hi rend="g">Kanzel</hi>. +</p> + + +<pb n='444' id='i451.png'/> + +<!-- [P: 444] --> + +<p> +<hi rend="bold">S. Jakob.</hi> K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. +1146. Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit +3 parallelen Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten +Ssch. Joche mit stumpf grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten +Gurten (in urspr. Form nur im südl. Ssch.). Die quadr. Pfll. <milestone unit='line' n='5'/> +und alle übrigen Formen die einfachsten. Die rundbg. Friese +ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh. abgebrochen. +Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl. +einfachst got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: +über der im Unterbau beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein <milestone unit='line' n='10'/> +hoher polygonaler Chor. — An den Pfeilern Malereien des +Augsburgers <hi rend="italic">Leonhard Beck</hi> 1504. — Die K. jetzt Militärspeicher, +das Klst. Militärkrankenhaus. +</p> + +<p> +[<hi rend="bold">Johanniter-K.</hi> A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im +Münchener Nationalmuseum.] <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Karmeliter-K.</hi> 1662-1669 von <hi rend="italic">Antonio Petrini</hi>. Der erste +italisierende Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische +von den Jesuiten ausgebildete Form. Die Haltung derb und +schlicht. — <hi rend="g">Altarbilder</hi> aus der Erbauungszeit von den +Rubensschülern <hi rend="italic">Diepenbeck</hi> und <hi rend="italic">de Rul</hi>. — Im Klst. ein <milestone unit='line' n='20'/> +<hi rend="g">Holzkruzifix</hi> aus 13. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Liebfrauen-Kap.</hi> auf der Feste Marienberg. Der Kernbau +wahrscheinlich identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann +genannten cappella in honorem S. Mariae constructa, also +der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland. Rotunde <milestone unit='line' n='25'/> +Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke; +im Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge +im W und O<corr sic=')'></corr> gegliedert. Im 12. Jh. ein Obergeschoß von +nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht rückspringend. +Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen <milestone unit='line' n='30'/> +sein; für den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus +ähnlich sieht, ist Wölbung vorauszusetzen. — Renss.-Portal +vom Herstellungsbau nach Brand 1600. — Stuckdekoration +1699 ff. — Bmkw. spgot. <hi rend="g">Reliquiar</hi> bez. 1519. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Marien-Kap.</hi> auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung <milestone unit='line' n='35'/> +1348 zur christl. K. eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. +1392; die Ausschmückung setzte sich bis nach 1470 fort. — +Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4 Jochen und +5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne +hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch <milestone unit='line' n='40'/> +bezeichnender für die Zeit das in allem Schmuckreichtum +etwas dürr bleibende, in schematisch eleganten Formen durchgebildete +Äußere, an dem namentlich die Streben ein ungemein +glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben. Eigentümlich +die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel + + +<pb n='445' id='i452.png'/> + +<!-- [P: 445] --> + +herumgeführt ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale. +— Der Turm steht nördl. neben der Fassade, mit 3 Pfll. frei; +bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach, dann noch ein mit +Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, endlich +ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile <milestone unit='line' n='5'/> +1441-60 von <hi rend="italic">Eberhard Friedeberger</hi> aus Frankfurt. (Der +durchbrochene Steinhelm modern, vorher Bleidach.) +</p> + +<p> +<hi rend="g">Skulpturen</hi>. Am WPortal Madonna um 1440. Die +Bogenfelder der 3 Portale, am nördl. Verkündigung, am +südl. Marienkrönung, am westl. Jüngstes Gericht, das Verkündigungsrelief <milestone unit='line' n='10'/> +ausgezeichnet in der Füllung der Bildfläche, +der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der +Typen. Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). — +<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> <hi rend="g">Adam und Eva</hi> am NPortal, künstlerisch +von größter Bedeutung, wurden in jüngster Zeit entfernt <milestone unit='line' n='15'/> +(Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt. +Ebenfalls von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, 1500-1506, die <hi rend="g">Statuen</hi> +Christi, des Täufers und der zwölf Apostel an den Strebepfll., +durch moderne Rest. verdorben (die beiden Johannes neu, +Originale im Dom). <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; <hi rend="g">Marientod</hi>, +feierliche zarte Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition +altertümlich bis auf das perspektivisch schräg gestellte +Bett; von anderer Hand und in kräftigerem Pathos +die <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi>, der kniende Donator vielleicht Graf <milestone unit='line' n='25'/> +Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. <hi rend="g">Dorothea</hi> +und <hi rend="g">Margaretha</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, ca. 1510. <hi rend="g">Grabsteine</hi>: +Martin v. Seinsheim † 1434; Konrad v. Schaumburg +† 1499, Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; Ritter Schrimpf von +<hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> 1556, <!--im orig kursiv-->Valentin v. Münster von <hi n='0' rend="italic">demselben</hi>, 1558. <milestone unit='line' n='30'/> +Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform 1566, 1624, 1648. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S.Michaels-K.</hi> An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau +1766 <sic>Valèntin v. Münstèr</sic> 1858ff. von <hi rend="italic">J. P. Geigel</hi> und <hi rend="italic">Joh. Fischer</hi> +als Ordens-K. der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von +bedeutender Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren <milestone unit='line' n='35'/> +<corr sic='Wollenszwischen'>Wollens zwischen</corr> barockem Grundgefühl und modernistischem +Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als die die gleiche Übergangsstufe +hochbedeutend repräsentierende Klst.-K. zu Wiblingen +bei Ulm). Die Deckengemälde, reich an theologischen Finesen, +1770 vom Mainzer Hofmaler <hi rend="italic">Joseph Appiani</hi>, fortgesetzt vom <milestone unit='line' n='40'/> +Würzburger <hi rend="italic">Chr. Fesel</hi>. Stuckaturen von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>, +Hochaltar von <hi rend="italic">Gärtner</hi> 1798. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neubau-K.</hi> s. Universität. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neumünster-K.</hi> Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl. +den Stein am Chor mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon + + +<pb n='446' id='i453.png'/> + +<!-- [P: 446] --> + +in rom. Zeit wiederholte Bauveränderungen, überliefert für +die Zeit B. Adalberos (1045-1085), ferner Ablässe 1223-47. +Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der Barock-Umbau +nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und +Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz <milestone unit='line' n='5'/> +mit Barockformen umkleidet, außen die romanischen belassen. +— Urspr. flachgedeckte Basilika mit Doppelchor. Die OKrypta +erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre rom. Wandsll. erhalten; +in der westl. Hälfte Würfelkaptt. und an den Basen +primitive Eckblätter, in der östl. reiche sprom. Laubkaptt. <milestone unit='line' n='10'/> +Die WKrypta gänzlich umgebaut. — Der im NW stehende +Turm dürfte mit dem abgebrochenen WChor in Verbindung +gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark +bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an +die OTeile der Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil <milestone unit='line' n='15'/> +paßt zeitlich zu den Ablässen 1223ff. — Umbau in den 30er +Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten Würzburger Namen +geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher nachzuweisenden +auswärtigen Künstlern; u. a. <hi rend="italic">Gabrieli</hi> in Ansbach +zu Rate gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau <milestone unit='line' n='20'/> +von mächtiger Wirkung ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem +Grundriß, gut in den Proportionen und reich, auch +mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit +im Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen +engen Platz (Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche <milestone unit='line' n='25'/> +Freilegung hat ein gutes Teil der Wirkung zerstört. — Das +Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im nördl. Qsch. +eine der schönsten <hi rend="g">Madonnenstatuen</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> +bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. — <hi rend="g">Grabstein</hi> +des Abtes Joh. Trithemius † 1516 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die in Holz +geschnitzten <hi rend="g">Brustbilder</hi> der drei Frankenapostel von +<hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta +merkwürdiger <hi rend="g">Crucifixus</hi> um 1340, <hi rend="g">Selbdritt</hi> bez. +1417. Vier bedeutende <hi rend="g">Tafelbilder</hi> A. 16. Jh., Schulherkunft <milestone unit='line' n='35'/> +nicht festgestellt. [Ein Flügel des reichen +rom. Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen Museums.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge</hi> (»<hi rend="bold">Käppele</hi>«) 1747 +bis 1750 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi> neben der älteren Gnadenkap. <milestone unit='line' n='40'/> +Großer, zentraler Kuppelraum mit 3 elliptischen Apsiden, +Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die innere Dekoration +z.T. aus nachneumannscher Zeit. — Die <hi rend="g">Deckenfresken</hi>, +sehr farbig, bez. <hi rend="italic">M. Günther</hi> 1752. — Eine ausgezeichnete +Komposition der große, den Berg hinanführende Treppenweg; + + +<pb n='447' id='i454.png'/> + +<!-- [P: 447] --> + +die 14 <hi rend="g">Stationsbilder</hi> (Sandsteingruppen) von <hi rend="italic">Joh. +Peter</hi> und <hi rend="italic">Simon Wagner</hi> um 1775. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Peters-K.</hi> Umbau einer ma. K. 1717ff. durch <hi rend="italic">Greising</hi> und +<hi rend="italic">Pezzani</hi> (beide wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten). +Der rom. Turm, der got. Chor und Mauerteile des Langhauses <milestone unit='line' n='5'/> +sollten wiederverwendet werden. Im Verhältnis zu diesen +Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige Hallen-K. +mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade, +im Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck +klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben <milestone unit='line' n='10'/> +die rok. Kanzel von <hi rend="italic">Ant. Bossi</hi>, in Brillanz und +Grazie unübertroffen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S. Stephans-K.</hi> Von der rom. Basilika die Krypta und der +untere Teil der Türme erhalten. Im übrigen 1789 von <hi rend="italic">Geigel</hi> +(<hi rend="italic">Kleinholz</hi> nur Maurermeister) vollständig umgestaltet als <milestone unit='line' n='15'/> +weiträumiger, ungeteilter Saal ohne Emporen. Die dekorative +Ausstattung durch den Bildhauer <hi rend="italic">Georg Winterstein</hi>, eine +der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen, gibt +die Klärung der klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen +an der Michaels-K. zu beobachten sind. Die Wände <milestone unit='line' n='20'/> +ausschliesslich in Weiß und Gold; Gestühl und Kanzel in +natürlicher Holzfarbe. Stuckierung von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>. +Deckengemälde von <hi rend="italic">K. Huber</hi> von Weißensee. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Marienberg</hi>. Seit 1250 ständiger Sitz der Bischof-Herzöge. +Große Erweiterungen 1468-1495. Umfassende <milestone unit='line' n='25'/> +Neugestaltung, doch mit Benutzung der alten Teile (starker +runder rom. Bergfried) durch B. Julius nach Bränden 1572 +und 1600. Es wurde tunlichst für Regelmäßigkeit des Gr. +gesorgt, der ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche +Fassadenbildung fehlt, geschmücktere Formen nur an <milestone unit='line' n='30'/> +einzelnen Zwerchgiebeln, Türmen und Portalen, wovon seither +vieles wieder verschwunden. Eine interessante Folge von +Stiltypen geben die nach den Erbauern benannten Festungstore: +Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606, Neutor 1657, +Guttenbergtor 1684. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Den ältesten Teil bildet der »Graf-Eckhardturm«. +Entstanden aus einem rom. Wehrbau (Sitz der Würzburger +Burggrafen), doch schon im sp. Ma. umgebaut. Am östl. +Ende der jetzigen Straßenfront ein breites rom. Tor mit +spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgeschoß ursp. eine ungegliederte <milestone unit='line' n='40'/> +Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg. +M. 16. Jh. Die Obergeschosse, der WGiebel und der +Turm 1615. Die Uhr 1455 von <hi rend="italic">Hans Klein</hi> aus Haßfurt. Im +Mittelgeschoß ein Saal; eine prächtige Sl. trägt über 2 Rundbgg. +4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern + + +<pb n='448' id='i455.png'/> + +<!-- [P: 448] --> + +und mit zahlreichen Wappen der Reichsfürsten, vermutlich +1397 für den Besuch König Wenzels. — Das <hi rend="g">neue Rathaus</hi> +1659. Die Komposition der hohen Giebelfassade, wie +der malerisch gruppierten Treppen und Vorsäle steht noch +ganz auf dem Boden der deutschen Kunst vor dem großen <milestone unit='line' n='5'/> +Kriege, wenn auch mit einem Zusatz schweren Ernstes; Rustikabau +fast ohne Ornament. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Universität</hi>. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann +keinen bestimmten Baumeister nennen; Kompromiß, bei dem +viele mitgesprochen haben. Der erste Entwurf war von <milestone unit='line' n='10'/> +<hi rend="italic">Robin</hi> in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd. IV.). — 4 Flügel von +gleicher Höhe umgeben einen großen quadr. Hof; der südl. +enthält die Kirche und hat sein eigenes System; der östl. +und westl. entsprechen sich genau. Im Erdgeschoß Pfeilerhallen +(von <hi rend="italic">Petrini</hi> geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) <milestone unit='line' n='15'/> +in reicher diamantierter Rustika mit dorischem Fries. +Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte Fläche ohne jede +andere Gliederung als durch die breiten Fenster; Teilungspfosten; +gotisierende Gewände. In der Mitte unbedeutende +Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern <milestone unit='line' n='20'/> +nur solche mit gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein +völlig got. Netzgwb. Als äußere Schauseite hat die Front nach +der Schulstraße zu gelten; sie besitzt 3 Portale, unorganische +Vorsatzstücke in harten antikisierenden Formen. Dem Gesamteindruck +fehlt das Heitere und Behagliche, das der deutschen <milestone unit='line' n='25'/> +Renss. des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den +strengen und finsteren Geist der Epoche des Religionskrieges. +<hi rend="g">Die Kirche</hi>. In ihr scheint noch am meisten vom Robinschen +Plan beibehalten zu sein. Einer der wenigen bedeutenden +Kirchenbauten der deutschen Renss. In Deutschland galt es, <milestone unit='line' n='30'/> +mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu treten, +daher Ähnlichkeit mit dem Typus der protestantischen +Schloßkirchen. Die Ausstattung der rundbg. Fenster mit +Maßwerk (sehr grob) ist ein Zugeständnis an den noch immer +für vorzugsweise sakral geltenden got. Stil. Drei Ränge Galerien <milestone unit='line' n='35'/> +begleiten beiderseits ein hohes, langgestrecktes Msch. +Pfeiler- und Bogenstellungen mit vorgesetzten antiken Ordnungen; +Kreuzgwbb. Der groß gedachten Anlage sind die +Einzelformen und die Proportionen nicht ebenbürtig: sie entbehren +der feineren Belebung. Auch war die Konstruktion <milestone unit='line' n='40'/> +fehlerhaft; 1617 stürzte das Hauptgwb. ein und zerstörte +das Juliusdenkmal <hi rend="italic">Robins</hi> und die übrige reiche Ausstattung. +Wiederherstellung 1696. Der vorspringende WTurm in den +unteren Teilen vom Juliusbau erhalten, in den oberen von +<hi rend="italic">Petrini</hi>; eine bedeutende Kunstleistung; die Lösung wesentlich + + +<pb n='449' id='i456.png'/> + +<!-- [P: 449] --> + +anders und besser, als an den Türmen, die <hi rend="italic">Petrini</hi> vorher an +der Hauger K. errichtet hatte; der innerlich widerstrebende +antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee merkwürdig +glücklich dienstbar gemacht. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Juliusspital</hi>. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs <milestone unit='line' n='5'/> +Julius hat sich nichts erhalten. Brand 1699 und danach +völliger Umbau durch <hi rend="italic">Petrini</hi>; nach neuem Brande 1745 +von <hi rend="italic">Neumann</hi> instand gesetzt, erweitert 1791 von <hi rend="italic">Ickelsheimer</hi> +(Straßenfront). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hofspital</hi>. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von <hi rend="italic">A. S. Fischer</hi> <milestone unit='line' n='10'/> +klassizistisch umgebaut. Schönes <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit den +14 Nothelfern A. 16. Jh. (nicht von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>). <hi rend="g">Grabstein</hi> +des Ritters Christoph von Köln 1564 von <hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Josephsspital</hi> (»Hueberspflege«), gegr. 1794 durch Erweiterung +des v. Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Großes <hi rend="g">Relief</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +von <hi rend="italic">B. H. Nickel</hi>, zur Erinnerung an die Stiftung; von +ansprechender, entfernt an die Tendenzen Schadows erinnernder +Natürlichkeit. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bürgerspital</hi>. Gegr. 1319 vom reichen Bürger Johann vom +Stern (Johannes De Ariete). <hi rend="g">Madonna</hi> um 1420. Zwei <milestone unit='line' n='20'/> +ausgezeichnete <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>: Johann v. Stern +† 1329, Ekro v. Stern † 1343; man beachte den Stilwechsel +im Standmotiv. Außen Sternsches Familienepitaph ca. 1330. — +[Der schöne Portalstein im Museum.] +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Klerikalseminar</hi> (früher Jesuitenkollegium) als Werk <hi rend="italic">Jos. <milestone unit='line' n='25'/> +Greisings</hi> gesichert, 1716 f. Ernst und tüchtig, der Formengeist +in der Mitte zwischen der düsteren Schwerfälligkeit des +17. Jh. und der neuen Vornehmheit Neumanns. Die Portalskulpturen +von <hi rend="italic">Jakob v. d. Auwera</hi> aus Mecheln (nur die krönende +Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des <milestone unit='line' n='30'/> +Ordens durch guten Hirten ergänzt). +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rückermaingebäude</hi> (früher Amtshaus des Ritterstifts S. +Burkard) 1715-22 v. <hi rend="italic">J. Greising</hi>; derselbe knüpft, im Gegensatz +zu dem Hauptmeister der unmittelbar vorangehenden +Zeit, <hi rend="italic">Ant. Petrini</hi>, an die Traditionen des deutschen Frühbarok <milestone unit='line' n='35'/> +an. Im Innern bmkw. Stuckdecken. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zuchthaus</hi> in der Burkharderstraße. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne +der fürstbischöfl. Leibgarde von <hi rend="italic">Späth</hi>, in kräftiger +und origineller Verbindung von Rustika mit dor. Sll. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Deutschordenskomturei</hi>, mit dem Wappen des Komturs <milestone unit='line' n='40'/> +v. Ow 1694, Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Residenzschloß</hi>. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt +bis in die 70er Jahre) von den beiden Fürstbischöfen +aus dem durch großartigen Bausinn hervorragenden Geschlecht +der Schönborn (vgl. Pommersfelden, Werneck, <reg orig='Wie-|sentheid,'>Wiesentheid,</reg> +<pb n='450' id='i457.png'/> +<!-- [P: 450] --> +Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz, Koblenz, +Trier). Fürstbischof Johann Philipp wählte zum Baumeister +den noch jungen und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach +1716) bewährten Artillerie- und Geniehauptmann <hi rend="italic">Joh. Balthasar +Neumann</hi> (1687-1753). Nach der Sitte der Zeit <milestone unit='line' n='5'/> +wurde der Plan von auswärtigen Architekten (<hi rend="italic">M. v. Welsch</hi> +und <hi rend="italic">L. v. Hildenbrand</hi>), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte, +den Kurfürsten von Mainz und den Reichsvizekanzler +in Wien, begutachtet, ohne jedoch ihn irgend nennenswert +zu verändern. Erst als Neumann nach Paris geschickt <milestone unit='line' n='10'/> +wurde, mußte er sich durch den nüchternen Akademiker +<hi rend="italic">Boffrand</hi> eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen +lassen; nützlicher könnten die auf die Zimmereinteilung +bezüglichen Ratschläge <hi rend="italic">Robert de Cottes</hi> gewesen sein. 1729 +ging N. nach Wien, wo <hi rend="italic">L. v. Hildebrand</hi> diesmal größeren Einfluß <milestone unit='line' n='15'/> +gewann; die Gartenfassade bezeugt ihn. — Das Schloß +von Würzburg ist eines der größten architektonischen Kunstwerke, +die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen +deutscher, als die landläufige Meinung annimmt. Der französische +Geschmack beeinflußt nur, und auch nur teilweise, <milestone unit='line' n='20'/> +die Innendekoration. Den italienischen Bar. kannte N. nur +mittelbar durch die Wiener Schule. Der Stil seines Werkes +ist wesentlich persönlich auf Grund der international gewordenen +allgemeinen Barocküberlieferung. — Der Grundriß +erweitert das herkömmliche Triklinienschema zu einem <milestone unit='line' n='25'/> +Gruppenbau. In der Mitte ein 53 m tiefer und 60 m breiter +Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles Gitter abgeschlossen), +in den Flügeln je zwei Binnenhöfe, die gerade Gartenfront +160 m l., die Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da +das 2. und 4. Geschoß sich als Mezzanine völlig unterordnen. <milestone unit='line' n='30'/> +Von Risaliten wird maßvoller Gebrauch gemacht, auch die +Dachlinien sind nicht sehr bewegt, im ganzen sollen die Horizontalen +herrschen. Die Einzelheiten vorzüglich im Grad des +Reliefs und in der Präzision der Zeichnung, barocke Üppigkeit +nur in der Krönung des Mittelbaus. Das berühmte Treppenhaus <milestone unit='line' n='35'/> +bietet nur die Hälfte von Neumanns ursp. Plan; die +symmetrisch dazu gedachte zweite Treppe wurde ihm von +<hi rend="italic">Boffrand</hi> gestrichen; ausgeführt wäre es weitaus die großartigste +Treppenanlage der Welt geworden. — Die Stuckdekoration +ist von N. bis ins einzelne vorgezeichnet. Seine <milestone unit='line' n='40'/> +erste Manier im rechten Flügel, voll. 1737, das meiste A. 19. Jh. +umgeändert. Im Spiegelsaal und Thronsaal beginnt eine gewisse +Hinneigung zum französischen Louis XV., stärker wird +sie in der Salle des gardes. In der 1743 gew. <hi rend="g">Kapelle</hi> +verliert <hi rend="italic">Neumann</hi> die frühere Klarheit seiner Kunstsprache, + + +<pb n='451' id='i458.png'/> + +<!-- [P: 451] --> + +eine eigentümlich »schwüle, überhitzte« Stimmung tritt ein. +Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr. geben die Durchschneidung +mehrerer Ellipsen. In den jüngeren Räumen +allmähliche Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch +<hi rend="italic">N. A. de Salins</hi> umgestalteten verkünden den Sieg des Neuklassizismus. <milestone unit='line' n='5'/> +— 1750-53 führten <hi rend="italic">G. B. Tiepolo</hi> und sein Sohn +<hi rend="italic">Domenico</hi> die weltberühmten Deckengemälde im Treppenhaus +und Kaisersaal aus; die übrigen Maler waren durchweg Deutsche. +(Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung für den Fürstbischof +Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp <milestone unit='line' n='10'/> +und alle vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal +Geschichte Friedrich Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung +mit dem Herzogtum Franken verdankt.) Kurz vor +Tiepolo hatte <hi rend="italic">Joh. Zick</hi> die Decke des Gartensaales gemalt, 1750. +Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben <milestone unit='line' n='15'/> +den Deutschen (der beste war <hi rend="italic">Balthasar Esterbauer</hi>) mehrere +Italiener, die Niederländer <hi rend="italic">Jakob</hi> und <hi rend="italic">Wolfgang v. d. Auwera</hi>, +nur einen Franzosen, <hi rend="italic">Curé</hi>. Die unvergleichlich prachtvollen +Schmiedearbeiten sind vom Tiroler <hi rend="italic">J. G. Oegg</hi>. Die ältesten +Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von <hi rend="italic">Castelli</hi> 1724-28. <milestone unit='line' n='20'/> +Kaisersaal, Weißer Saal und andere Paradezimmer der Ostfront +von <hi rend="italic">Anton Bossi</hi>, das Grüne Zimmer von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> +1770, ebenso der schon zum Klassizismus übergehende Fürstensaal. +— 1765-70 die Abrundung des Residenzplatzes durch +die Arkaden und den »Gesandtenbau« von <hi rend="italic">J. Geigel</hi>; der <milestone unit='line' n='25'/> +korrespondierende »Rosenbachsche Hof« auf der NSeite ist älter +(vielleicht von <hi rend="italic">Greising</hi>). Die dekorative Plastik im Treppenhaus +und später die im Garten von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnbauten</hi>. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine +sich augenfällig machende Formen; gut, wenn auch nicht <milestone unit='line' n='30'/> +zahlreich vertreten die Renss. des 16. und 17. Jh., ganz hervorragend +das 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Adelshöfe der Renss.</hi>: Curia Tannenberg am Paradeplatz +1575. Das jetzige bischöfl. Palais, früher Echterscher +Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8 reicher Erker, in der Hauskapelle <milestone unit='line' n='35'/> +Alabasteraltar von <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>. Von demselben Meister +der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1. Der +Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll, namentlich +die Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil +einer einst umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. <milestone unit='line' n='40'/> +München]. Ehrmannsches Haus Augustinerstr. 1, im Hof +Fachwerk mit ausgezeichnet schönen Schnitzereien 1547. +Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien +stark unter Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche Haus +von 1634, Neubaustr. 2. Seebachhof Domerschulgasse 3 mit +<pb n='452' id='i459.png'/> +<!-- [P: 452] --> +got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von 1626. Hof zum +Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden +Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem +Eckerker aus dem 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Barock</hi>. Seit E. 17. Jh. Von <hi rend="italic">Petrini</hi> oder unter seinem <milestone unit='line' n='5'/> +Einfluß: Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90, +Pleicherschulhaus 1695. Von <hi rend="italic">Greising</hi> mehrere Häuser der +Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no 14 verändert 1736, +im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer und +Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, <milestone unit='line' n='10'/> +daneben 7 und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Rokoko</hi>. Von <hi rend="italic">Neumann</hi> oder unter seinem Einfluß: sein +eigenes Haus (Hof Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse; +Haus des Hofkanzlers v. Fühler, Bronnbachergasse 8, anno +1724. Huttenschlößchen 1725, in der Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. <milestone unit='line' n='15'/> +Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao. 1747. +Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie. +Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern +in der Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat +das Haus zum Falken (Marktplatz 9) mit Neumann nichts <milestone unit='line' n='20'/> +zu tun; stuckierte Fassadendekoration von glänzender Munterkeit, +echt deutsche Fassung des Rokoko. +</p> + +<p> +<hi rend="g">Im Übergang zum Klassizismus</hi>: Domstr. 19. +Bahnhofstr. 11. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Votivstatuen und Reliefs</hi> an Privathäusern noch in großer <milestone unit='line' n='25'/> +Menge erhalten; keine andere Stadt Deutschlands (außer +Mainz) kann sich darin mit Würzburg messen; gute got. Exemplare +Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und Johanniterstr. +ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die besten +von jüngeren Mitgliedern der Familie <hi rend="italic">v. d. Auwera</hi>. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brunnen</hi> auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der +<hi rend="g">Vierröhren-Br.</hi> 1766 von <hi rend="italic">Lucas v. d. Auwera</hi>, recht +»zopfig«. In anmutiger Maskereinatürlichkeit der <hi rend="g">Fischer-Brunnen</hi> +am Fischmarkt und der <hi rend="g">Bäcker-Br.</hi> in der +Semmelgasse, beide von <hi rend="italic">Michael Daniel Köhler</hi> † 1778. <milestone unit='line' n='35'/> +<hi rend="g">Dreikronen-Br.</hi> 1779. Ceres-Br. um 1790, von <hi rend="italic">Nickel</hi>. +</p> +<p> +<hi rend="bold">Luitpold-Museum</hi> mit wichtigen Resten Würzburger Plastik.</p> +<p> +<hi rend="bold">Universitäts-Bibliothek</hi>. Frühromanische Elfenbeinreliefs, +Bilderhandschriften, Skizzenbuch <hi rend="italic">Balthasar Neumanns</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Universitäts-Sammlungen</hi>, wichtig für fränkische Plastik und <milestone unit='line' n='40'/> +Malerei. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WURZEN.</hi> K Sachsen AH Grimma. +</p><p> +<hi rend="bold">»Dom«</hi>. Den ältesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m) +bildet im W eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden, +urspr. flachgedeckt, im ganzen ähnlich der Frauen-K. + + +<pb n='453' id='i460.png'/> + +<!-- [P: 453] --> + +zu Grimma. Erweiterungen 13., 14., 16. Jh., neugot rest. +1817. — <hi rend="g">Steinstatuen</hi>, zum Chorbau von 1513 gehörig, +jetzt im Lhs. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1491. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WÜSTHEUTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1804. Gewölbter Quaderbau, noch ganz in +dem herkömmlichen Eichsfelder Bar. Typus. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>WYHRA.</hi> K. Sachsen AH Borna. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher Bau von 1494; die auch für das Lhs. +(1sch. 3jochig) beabsichtigten Gewölbe nur im Chor (eingezogen <milestone unit='line' n='10'/> +2 Joche und 5/8 Schluß) zur Ausführung gelangt. +</p> + +</div> + +<div> +<index index="toc" /> +<head><title>Z</title></head> +<p> + <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZABELSTEIN.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung +im Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur +spärliche Reste. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZAHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch. +kreuzf. Von den urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. +Im W rck. Turm, unten Granit, oben got. Backstein. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEHISTA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend="bold">Schloß</hi>; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut +1736 vom Gf. Brühl. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEIGERHEIM.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der +Turm, wie oft üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; <milestone unit='line' n='30'/> +Chor verlängert und beide Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.; +Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken des O- und WGiebels +zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl. Chor-Joches +erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne +Emporen des Sch. 1715. — Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um <milestone unit='line' n='35'/> +1490, vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. — <hi rend="g">Glocke</hi> +1499. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEIL.</hi> UFranken BA Haßfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr +W). Im Chor reiches <hi rend="g">Deckengemälde</hi> von <hi rend="italic">J. P. <milestone unit='line' n='40'/> +Herrlein</hi> 1761. <hi rend="g">Altäre</hi> um 1730. — <hi rend="g">Glocke</hi> 1379, eine +zweite A. 14. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Golgatha-Kap.</hi> mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem +von 4 Sll. getragenen Dach, 1623. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk. +</p> + + +<pb n='454' id='i461.png'/> + +<!-- [P: 454] --> + +<p> +<hi rend="bold">Rentamt</hi> (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb. +von Lothar Franz v. Schönborn gegen 1700. +</p> + +<p> +Mehrere gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. No 126 von 1689 mit besonders +reichem Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEILFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='5'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische +ma. Anlage, 1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber +Turm. — <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEILITZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß</hi> des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen +Bauten der Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr. +Hof. Innen einige sehr vornehm dekorierte Zimmer. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEITHAYN.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. — Schleinitzsches <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Wandgrab</hi> 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur +in reicher Umrahmung von Marmorsll. <hi rend="g">Doppelgrab</hi> +1620. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEITZ.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Michael</hi>. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen <milestone unit='line' n='20'/> +und der Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere, +in Thüringen durch kein älteres Beispiel beglaubigte Motiv +ist das Fehlen genauerer Datierung besonders zu bedauern. +Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot. gegen 1300. +Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die <milestone unit='line' n='25'/> +bmkw. <hi rend="g">Wandgemälde</hi> des Chors mit Stuckauftrag an +Nimbus und Gewandsäumen. Von den einst 12 Kolossalfigg. +(2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. — Spätgot. Umbau +als Hallen-K. nach der Zerstörung durch die Hussiten 1429. +Spätgot. Wandgemälde, darunter <hi rend="g">Totentanz</hi>. Übermalt <milestone unit='line' n='30'/> +mit einem kolossalen <hi rend="g">S. Christophorus</hi>. Die Gemäldespuren +im Qsch. frühgot. In der Sakristei guter bar. <hi rend="g">Ölberg</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schloß-K. S. Peter u. Paul</hi>. (Bis zur Verlegung des Bistums +nach Naumburg im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die <milestone unit='line' n='35'/> +Krypta, erb. 974 ff., erweitert nach 1032, die Gwbb. aus +12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den Stand der ottonischen +Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4 Säulen, +in denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit +mühsamen Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend <milestone unit='line' n='40'/> +ein nach der Würfelform tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl +in flachem Relief aufgerollte Akanthusstengel ausgearbeitet +sind. — Von der Basilika des 12. Jh. hat sich erhalten +die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTürme. +— 1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den +ähnlich wie im Erfurter Dom gegliederten Bündelpfll. 13 +<pb n='455' id='i462.png'/> +<!-- [P: 455] --> +lebensgroße <hi rend="g">Standbilder</hi>. Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>, Becken +vierpaßförmig, Fuß als attische Basis. An den Wänden ein +<hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> in Alabaster aus 16. Jh. und 7 +<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche +Zinnsärge aus der Familie der Herzöge von Sachsen-Zeitz. <milestone unit='line' n='5'/> +16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration +mißhandelt) im Kreuzgang. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen +1400 verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum +Kreuzgang gezogen, oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). <milestone unit='line' n='10'/> +— In einem Raum des ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer +des Gymnasiums) bmkw. Spuren von <hi rend="g">Wandmalerei</hi> +des 15. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> neu. Aus der alten die <hi rend="g">Glocken</hi> (wahrscheinlich +von <hi rend="italic">F. Eisenberg</hi>), ein <hi rend="g">Gemälde</hi> <hi rend="italic">Cranachs d. Ä.</hi> <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stephans-K.</hi> An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1502-09 von <hi rend="italic">Sebald Waldstein</hi> aus Altenburg. Bezeichnend +für die letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition +beruht auf der Kontrastierung der ganz schlichten, <milestone unit='line' n='20'/> +durch unregelmäßige Fensterreihen schwach belebten Wände +mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus gebrannten +Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen +Satteldachs (rest. 1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit +4 Rippengwbb. eingedeckt. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme, +in den herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit +Kassettendecke. — Bmkw. <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 14-16. Jh., von +ihr 6 Türme erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZELL A. M.</hi> bei Würzburg UFranken. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> +<p> +<hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst. Oberzell</hi>. Gegr. 1128. Der Bau bald +darauf beg. Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838 +z. T. wieder abgetragen). M. 17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt, +unter Abt Hammerich (1692-1720) stuckiert, WFassade +bez. 1696. — Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom. Lhs. <milestone unit='line' n='35'/> +gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen +aus der Klasse der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden, +die Sll. verjüngt und geschwellt, die att. Basen eckblattlos, +die Würfel-Kaptt. jetzt vom Stuck verdeckt. Im WBau ist +die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der urspr. Anlage <milestone unit='line' n='40'/> +nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten Öffnungen +(jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am +1. Joch des südl. Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang. +Die 1696 vorgeblendete Sandsteinfassade ist mit jonischen +Pilastern 1geschossig gegliedert; Statuen von <hi rend="italic">Maucher</hi>. — + + +<pb n='456' id='i463.png'/> + +<!-- [P: 456] --> + +<hi rend="g">Stiftergrabmal</hi> 1604, wohl nach got. Vorbild. — +<hi rend="g">Klostergebäude</hi> 1744-60. Keine von den ganz +großen Anlagen, aber in der reichen und vornehmen Behandlung +ihres Meisters, <hi rend="italic">Balth. Neumanns</hi>, würdig. Die Fassade +in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke Hälfte <milestone unit='line' n='5'/> +(Abteiflügel) nicht ausgeführt; im Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß, +Mezzanin in ausgeprägter Kontrastierung; die +Endrisalite wenig, das mittlere stark herausgehoben. Im +Treppenhaus interessiert vor allem die Raumlösung; die +Dekoration nicht hervorragend. Die Innenräume (Kapitelsaal, <milestone unit='line' n='10'/> +Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck dekoriert. +Im Erdgeschoß <hi rend="g">Deckengemälde</hi> von <hi rend="italic">Franz +Asam</hi> 1758 (dem Sohn Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus +M. oder 2. H. 12. Jh., durch die Seltenheit derartiger Anlagen +(vgl. Bd. IV, Remagen) besonders interessant. Geteilt in <milestone unit='line' n='15'/> +Einfahrt für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen, Gewände +und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschluß +des Torbaues durch Rundbogenfries. — Reich behandelte +<hi rend="g">rom. Säulenreste</hi>, wohl vom Kreuzgang, an mehreren +Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell</hi>. Von dem urspr. +Doppelklst. abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte +Verlegung in größere Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt. +1609-11 Neubau von einem »welschen Baumeister«. Trotzdem +in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden Formen, <milestone unit='line' n='25'/> +1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk. Vom alten +Bau blieb erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite, +der 5geschossige rom. Turm. Die K. seit der Aufhebung des +Klst. 1803 profaniert. — <hi rend="g">Klausurgebäude</hi> renss., aus +der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720. <milestone unit='line' n='30'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZELLA-ST.-BLASII.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZELLA a. d. Werra.</hi> Sachsen-Weimar. VB Eisenach.</p> +<p> +<hi rend="bold">Propsteigebäude</hi>, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592. +Ringmauer. <milestone unit='line' n='35'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZELLA</hi> b. Dermbach. Sachsen-Weimar.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten +Leistungen aus der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften +Tätigkeit des katholischen Kirchenbaues in dieser Gegend. +Prächtige Sandsteinfassade auf geschweiftem Gr. und mit <milestone unit='line' n='40'/> +Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes +von Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Würdevolle +<hi rend="g">Altarausstattung</hi>. Gutes <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit +Grablegung Christi um 1500. Schönes <hi rend="g">Silbergerät</hi> + + +<pb n='457' id='i464.png'/> + +<!-- [P: 457] --> + +ca. 1780-90. — <hi rend="g">Propsteigebäude</hi> 1718. Reich dekorierter +Festsaal. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZELLA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi>, jetzt für landwirtschaftliche +Zwecke umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar <milestone unit='line' n='5'/> +eine ziemlich große 1sch. rom. Anlage. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZELLINGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1785 von <hi rend="italic">Geigel</hi>. 1sch. Saal mit Muldendecke und +eingezogener Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt +sich aus der Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. <milestone unit='line' n='10'/> +Das Innere ziemlich reich klassizistisch dekoriert von <hi rend="italic">Materno +Bossi</hi> (vgl. Kirchheim), mehr mit dem Pinsel als mit +Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem Stuckmarmor, +auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mariahilf-Kap.</hi> Bmkw. die <hi rend="g">Altäre</hi> von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi> 1788. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + <p><hi rend='bold'>Rathaus.</hi> A. 17. Jh., einfach. <hi rend="g">Markttor</hi> E. 15. Jh. mit +behäbiger Bar.Haube. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEUCHFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener +rck. Chor mit frgot. Dreifenstergruppe. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEUBELRIED.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen. +Um 1300. Im Detail noch rom. Erinnerungen. — Bmkw. +<hi rend="g">Renss. Kanzel</hi> 1598. Über dem NPortal <hi rend="g">Statue</hi> des +h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. <hi rend="g">Ölberg</hi> E. 15. Jh. — Gute <milestone unit='line' n='25'/> +<hi rend="g">Bildstöcke</hi> 18. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZEUZLEBEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung. +Turm nach 1602. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZIEGELHEIM.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. <milestone unit='line' n='30'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule. +Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und +dem langgestreckten Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus. +Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher Durchsteckung der Rippen. +— Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut. Gleichzeitig die <milestone unit='line' n='35'/> +Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis +Luthers. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZIEGENHAIN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. +</p><p> +<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich +spgot. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +Ehem. <hi rend="bold">Landratsamt</hi>, 1659 in noch ma. Weise. +</p> + +<p> +Große <hi rend="bold">Fruchtspeicher</hi> von 1543 und 1577. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> aus 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZIEGENHAIN</hi> b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh. + + +<pb n='458' id='i465.png'/> + +<!-- [P: 458] --> + +Langer Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus, +jetzt dachlos, Portal vom selben Steinmetzen, wie die Portale +der Stadt-K. in Jena. — Reste eines spgot. <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> +und spgot. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. Hübsche renss. +<hi rend="g">Weinkanne</hi> 1610; Rest einer <hi rend="g">Kirchenfahne</hi> aus <milestone unit='line' n='5'/> +2. H. 15. Jh. Bar. <hi rend="g">Kanzelbau</hi> auf 4 Palmbäumen. — Von +den 3 <hi rend="bold">Burgen</hi> oberhalb Ziegenhain jetzt nur ein runder frrom. +Bergfried erhalten, der sog. <hi rend="g">Fuchsturm</hi> (Haube 1909). +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZIEGENRÜCK.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> einfachst spgot. mit Flachdecke. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZIERENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose +Kaptt. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und +ehem. 4 Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590. <milestone unit='line' n='15'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> aus 16. und 17. Jh. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ringmauern</hi> z. T. erhalten. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZILLBACH.</hi> Sachsen-Weimar B Dermbach. +</p><p> +<hi rend='bold'>Kirche</hi> im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür +bez. 1595. Das neue <hi rend="g">Jagdschloß</hi> 1790. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZIPSENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste +got. Dorf-K. des Kreises. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZITTAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. +</p><p> +<hi rend="bold">Johannis-K.</hi> Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, <milestone unit='line' n='25'/> +durch Brand 1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf +von <hi rend="italic">Andr. Hünigen</hi> (mit Beibehaltung des alten NTurms). +3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden Enden in den 1/2Kr. +übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen durchsetzten +Sschiffe flachgedeckt. — Konstruktionsfehler nötigten <milestone unit='line' n='30'/> +im 19. Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von +<hi rend="italic">Schinkel</hi>. Das Mittelstück der Fassade neukomponiert, das +Innere mit schmucklosem Detail. — Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi> +des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des +Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. <milestone unit='line' n='35'/> +Interessantes <hi rend="g">Hungertuch</hi>, Ölmalerei auf Leinwand, +die 6,80 m br., 8,20 m h. Fläche in 90 Felder geteilt; wohl +vom Franziskanerkonventualen <hi rend="italic">Vincentius</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Petri-Pauli-K.</hi> (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht +planmäßig zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere <milestone unit='line' n='40'/> +Nikolaus-Kap., jetzt Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot. +Detail mit rom. Erinnerungen. 2) Chor gegen 1293. Gestrecktes +Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in Backstein) +auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in +Backsteinformen. — Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes + + +<pb n='459' id='i466.png'/> + +<!-- [P: 459] --> + +Chorgestühl 15. Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die +Kanzel. Empore in kräftigem Holzwerk. Am Ssch. die <hi rend="italic">Noack</hi>sche +<hi rend="g">Betstube</hi> mit guter Fassade, 1696. — <hi rend="g">Denkmäler</hi>. +Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen. +Auf dem Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit <milestone unit='line' n='5'/> +vorzüglichen eisernen Gittern. — <hi rend="g">Klostergebäude</hi>. +Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlügel +1662. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Frauen-K.</hi> Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört. +Nur der Chor mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) <milestone unit='line' n='10'/> +Die Formen im Übergangsstil, etwa 1260-80, weisen auf +böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit vorgotisch. Denkmäler +in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch. +werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine +Doppelarkade abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt <milestone unit='line' n='15'/> +sich die polyg. (5/8) Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster. +Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg., Rippen derb rck., teils +auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf gestielten +Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten +zierlich gegliedert. — Im <hi rend="g">Altarbau</hi> von 1619 eine schöne <milestone unit='line' n='20'/> +spgot. <hi rend="g">Madonna</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1619 von <hi rend="italic">Michel Greger</hi>. +Emporen aus derselben Zeit. Die Wände bergen einen reichen +Schmuck von hölzernen <hi rend="g">Bar. Epitaphen</hi>. Die <hi rend="g">steinernen +Denkmäler</hi> an den Außenseiten opulent und +meist von guter Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht. <milestone unit='line' n='25'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag. +Lhs. quadr. mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger +Stern entwickelt. Eingezogener Chor. Material Sandstein. — +Der <hi rend="g">Gekreuzigte</hi> mit Maria und Johannes, gute Schnitzw. +aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/> +außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich +von den Gruft-Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu +luxuriös, so die Mönchsche um 1710, die Schrönsche um 1720, +die Finksche um 1730. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K.</hi> (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. <milestone unit='line' n='35'/> +mit 3/8 Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke +des 17. Jh. Die Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest. +Portal und Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch +mannigfaltige Einbauten recht malerisch. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Altes Gymnasium</hi> 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs. +Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach. +† 1580. +</p> + +<p> +Vom <hi rend="bold">Rathaus</hi> des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die +Keller erhalten. +</p> + + +<pb n='460' id='i467.png'/> + +<!-- [P: 460] --> + +<p> +<hi rend="bold">Marstall</hi>, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511. +Der mächtige Dachraum im 18. Jh. umgebaut. +</p> + +<p> +Von den einst zahlreichen <hi rend="bold">Brunnen</hi> haben sich die folgenden, +durchweg plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen +1585, Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen <milestone unit='line' n='5'/> +1708, Schwanenbrunnen 1710. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände +1589 und 1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.) +a) <hi rend="g">Fr.Renss.</hi> Neustadt 32 und 34, prächtige Sandsteintore. +b) <hi rend="g">Sp.Renss.</hi> Markt 3 und 15, Bautzener Str. 2 und 11. <milestone unit='line' n='10'/> +c) <hi rend="g">Fr.Bar.</hi> Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23 +von 1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail, +Eindringen Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum Johanniskirchhof +zu beachten, d) <hi rend="g">Sp.Bar.</hi> Markt 9 von 1710, +7 Fenster br., guter Aufbau und prächtiges Detail; Weberstr. 20 <milestone unit='line' n='15'/> +von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt 16, Bautzener +Str. 6 von 1745. e) <hi rend="g">Rok.</hi> Lebhafte Bautätigkeit nach Stadtbrand +1757. Markt 13 von 1767. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Städtisches Museum</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZÖBLITZ.</hi> K. Sachsen Kr. Marienberg. <milestone unit='line' n='20'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1729 von <hi rend="italic">J. Ch. Simon</hi>, sehr einfach. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZORBAU.</hi> Pr. Sachsen AH Querfurt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für +die rom. Apsis; alles sehr entstellt. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZÖRBIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. <milestone unit='line' n='25'/> +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest. +ohne Interesse. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZÖSCHAU.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs. +flachgedeckt, der eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel <milestone unit='line' n='30'/> +zwischen mächtigen Gurtbgg., darüber der Turm (in jetziger +Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der Halbkugel gewölbt, die +Fenstergewände z. T. alt. — Granitener rom. <hi rend="g">Taufstein</hi> +im Gutspark. Spgot. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. Guter +<hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1520, besonders die Relieffig. des Schreins, <milestone unit='line' n='35'/> +S. Nikolaus, von sorgfältigster Ausbildung. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZSCHAITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken. +— Stattlicher <hi rend="g">Altarbau</hi> mit Gemälden 1655, <hi rend="g">Kanzel</hi> +1656. <milestone unit='line' n='40'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZSCHEILA.</hi> K. Sachsen AH Meißen. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor, +kreuzgewölbt, M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZSCHEIPLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. +</p><p> +Ehem. <hi rend="bold">Klst.K.</hi>, rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem + + +<pb n='461' id='i468.png'/> + +<!-- [P: 461] --> + +Typus einer Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs +ausgezeichnet. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZSCHEPPLIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Backsteinbau. — Frrenss. <hi rend="g">Taufstein</hi> mit +figürl. Reliefs. Mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi> des 17. Jh., für dieses <milestone unit='line' n='5'/> +Gebiet von guter Qualität. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZSCHOPAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha. +</p><p> +<hi rend="bold">Martins-K.</hi> E. 15. Jh., oft erneuert. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Burg</hi> alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz; +aus Ma. der starke runde Bergfried. <milestone unit='line' n='10'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZWÄTZEN</hi> b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.</p> +<p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen +Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge. +<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1517, guter thüringischer Durchschnitt. <hi rend="g">Grabsteine</hi> +von Deutschordensrittern, deren Embleme auch am <milestone unit='line' n='15'/> +<hi rend="g">Kanzelbau</hi> (Zopf). — Die Komtureigebäude gänzlich +verbaut. +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZWETHAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. +</p><p> +<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit +gekuppelten Schallöffnungen. <milestone unit='line' n='20'/> +</p> + +<p> +<hi rend='ort'>ZWICKAU.</hi> K. Sachsen Kreishauptstadt. +</p><p> +<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter +1465-1506. Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt +der Gr. viele Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau. +Querschifflose Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. <milestone unit='line' n='25'/> +Nur deutet der zuerst begonnene Chor auf die ursp. Absicht, +die Ssch. schmäler zu halten; er schließt mit 5 Seiten des 16Ecks. +Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h. Die äußere Erscheinung +reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der Erzgebirgsschule; +die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl <milestone unit='line' n='30'/> +als die zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender, +wenn auch einigermaßen einförmig wirkender Weise mit +blindem Stab- und Maßwerk, durchflochtenen Kielbögen usw. +überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht der Rundbogenfries +wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom. Motivs; <milestone unit='line' n='35'/> +an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters +naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). — +Die Kirche nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung +eine bevorzugte Stellung ein. Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> +von <hi rend="italic">Michael Wolgemut</hi> aus Nürnberg 1479; 4 bewegl. <milestone unit='line' n='40'/> +und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die +Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; +alles übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung, +Geburt, Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung +Ölberg, Geißelung. Kreuztragung, Kreuzigung. — + + +<pb n='462' id='i469.png'/> + +<!-- [P: 462] --> + +<hi rend="g">Taufstein</hi>, Kelchform in blühender FrRenss. 1536, vielleicht +von <hi rend='italic'>Hans Speck</hi>. — Sicher von diesem die <hi rend='g'>Kanzel</hi>, +z. T. in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür; +Schalldeckel 1651. — Reste von <hi rend='g'>Chorstühlen</hi> mit Laubwerk, +Getier und Fratzen, E. 15. Jh. Prunkvoller <hi rend='g'>Ratsstuhl</hi> <milestone unit='line' n='5'/> +von 1617. <hi rend='g'>Kalandstübchen</hi> in der südwestl. Turmempore +mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um +1540. Bemalte Orgeltürflügel 1627. — <hi rend='g'>Heiliges Grab</hi>, +bez. 1507; aus Lindenholz geschnitzter freistehender Schrein +mit hohem turmartigem Aufbau; das figürl. Element tritt <milestone unit='line' n='10'/> +gegen das architektonische zurück. — <hi rend='g'>Freigruppe</hi> der +Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz, +noch in der feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel +und tief gedacht; unter den deutschen Bildhauerarbeiten dieser +Epoche verdient dies anonyme (neuerdings von Flechsig dem <milestone unit='line' n='15'/> +Zwickauer <hi rend='italic'>Peter Bauer</hi> zugeschriebene) Werk einen hohen +Rang. — <hi rend='g'>Grabsteine</hi> und besonders <hi rend='g'>Gedenktafeln</hi> +in sehr großer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer +1560, die meisten heraldisch. Freigrab nebst Epitaph für +Karl v. Bose 1637. Von den über den Emporen hängenden <milestone unit='line' n='20'/> +Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der +Art des <hi rend='g'>Schreckenfuchs</hi>; Joh. Zochendorf 1662, farbiges, +plastisches Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich +† 1674, lebendgroße, lebendig behandelte Holzfig.; Bürgermeister +Mühlpfort † 1534; unbekannte Stifterfamilie 1559 <milestone unit='line' n='25'/> +bez. <hi rend='italic'>W. K.</hi> (<hi rend="italic">Wolf Kirchner</hi>?). — Unter den <hi rend='g'>Altargeräten</hi> +Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst. +Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister <hi rend='italic'>M W</hi> 1622, Hostienbüchse +<hi rend='italic'>C W</hi> 1661. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Katharinen-K.</hi> gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen <milestone unit='line' n='30'/> +umgebaut, zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor +und die Sakristei aus 14. Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufügung +von Ssch. in Hallenkirche umgewandelt. Das +schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh. entcharakterisiert. — +<hi rend='g'>Altarwerk</hi>, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von <milestone unit='line' n='35'/> +Hans v. Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. — +<hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Hans Speck</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante +<hi rend='g'>Glasgemälde</hi> bez. <hi rend='italic'>C. R.</hi> 1581. <hi rend='g'>Silberschatz</hi>. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Gewandhaus</hi> 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. <milestone unit='line' n='40'/> +Formen in einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration. +</p> + +<p> +<hi rend='bold'>Schloß Osterstein</hi>, für Kurfürst August ausgebaut von <hi rend='italic'>Hans +Irmisch</hi> 1565-85; sehr entstellt. +</p> + + +<pb n='463' id='i470.png'/> + +<!-- [P: 463] --> +<p> +<hi rend='ort'>ZWÖNITZ.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. +</p><p> +<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb. +durch Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung +aus Holz, gut erhalten, die Emporenträger in Gestalt von +Palmbäumen. +</p> + + +<pb id='i471.png'/> + +<p> +[Blank Page] +</p> +</div></div> + +<div> +<pb id='i472.png'/> +<index index="toc" /> +<head><title>Ortsverzeichnis<lb /> +geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken.</title></head> + +<div> +<head><title>Königreich Sachsen.</title></head> + +<div> +<head><title>Kreishauptmannschaft Bautzen.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Bautzen.</hi> Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental. +Gaussig. Göda. Gröditz. Großhartau. Guttau. Kleinbautzen. +Klix. Königswartha. Malschwitz. Miekel. Neschwitz. Niedergurig. +Oberneukirch. Pannewitz. Radibor. Rammenau. +Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kamenz.</hi> Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Großröhrsdorf. +Höckendorf. Königsbrück. Krakau. Marienstern. +Nebelschitz. Obergersdorf. Oberlichtenau. Ossling. Prietitz. +Pulsnitz. Ralbitz. Röhrsdorf. Rosental. Schwepnitz. + </p> + +<p> +<hi rend="bold">Löbau.</hi> Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach. +Eibau. Friedersdorf. Glossen. Großhennersdorf. Herrnhut. +Herwigsdorf. Hochkirch. Kittlitz. Kottmarsdorf. +Lauske. Lawalde. Neugersdorf. Neusalza. Niederruppersdorf. +Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz. Ruppersdorf. +Schönau. Spremberg. Taubenheim. Weißenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zittau.</hi> Althörnitz. Bertsdorf. Gießmannsdorf. Großschönau. +Grunau. Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhörnitz. +Joachimstein. Karlsfried. Königshain. Leuba. Lückendorf. +Mariental. Niederoderwitz. Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin. +Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau. Seifhennersdorf. Seitendorf. +Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Kreishauptmannschaft Dresden.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Dippoldiswalde.</hi> Bärenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising. +Glashütte. Hennersdorf. Höckendorf. Lauenstein. +Lungwitz. Niederpretzschendorf. Possendorf. <reg orig='Reichards-|grimma.'>Reichardsgrimma.</reg> +<pb n='466' id='i473.png'/> +<!-- [P: 466] --> +Ruppendorf. Schmiedeberg. Seebach. Seifersdorf. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dresden-Altstadt.</hi> Brießnitz. Döhlen. Fördergersdorf. Grillenburg. +Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nöthnitz. +Oberpesterwitz. Plauen. Räcknitz. Somsdorf. Tharandt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dresden-Neustadt.</hi> Großeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz. +Kaditz. Kleinwolmsdorf. Kötzschenbroda. Lausa. +Leuben. Lomnitz. Loschwitz. Moritzburg. Niederlößnitz. +Oberlößnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg. Schönfeld. +Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Freiberg.</hi> Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch. +Pfaffroda. Purschenstein. Sayda. Weißenborn. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Großenhain.</hi> Blochwitz. Frauenhayn. Großdittmannsdorf. +Koselitz. Lauterbach. Ponickau. Riesa. Röderau. Schönfeld. +Seußlitz. Zeithayn. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Meißen.</hi> Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig. +Grumbach. Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch. +Miltitz. Naustadt. Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg. +Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz. Tanneberg. +Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pirna.</hi> Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna. +Eschdorf. Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Großsedlitz. +Hohnstein. Königstein. Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen. +Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz. Reinhardtsdorf. +Röhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz. +Stolpen. Struppen. Ülbersdorf. Weesenstein. Zehista. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Kreishauptmannschaft Leipzig.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Borna.</hi> Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld. +Frohburg. Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch. +Kohren. Lausigk. Mölbis. Nenkersdorf. Niedergräfenhain. +Ossa. Pegau. Prießnitz. Roda. Roetha. Steinbach. Syhra. +Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Döbeln.</hi> Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg. +Großweitzschen. Grünlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf. +Kriebstein. Leisnig. Marbach. Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf. +Roßwein. Schönerstadt. Schweta. Tragnitz. Waldheim. +Zschaitz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Grimma.</hi> Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch. +Brandis. Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Döben. Dornreichenbach. +Erdmannswalde. Falkenhain. Fremdiswalde. +Glasten. Grethen. Grubnitz. Klinga. Kössern. Kunitzsch. +Machern. Müglenz. Mutzschen. Nischwitz. Otterwisch. +Pommssen. Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen. +Wasewitz. Wurzen. +</p> +<pb n='467' id='i474.png'/> +<!-- [P: 467] --> +<p> +<hi rend="bold">Leipzig.</hi> Baalsdorf. Cröbern. Engelsdorf. Gautzsch. Großzschocher. +Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal. +Markranstädt. Podelwitz. Störmtal. Taucha. Thekla. +Wahren. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Oschatz.</hi> Ablaß. Altmügeln. Altoschatz. Bloßwitz. Borna. +Bornitz. Calbitz. Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg. +Jahna. Jakobstal. Kötitz. Kreinitz. Laas. Lampertswalde. +Leuben. Liptitz. Lonnewitz. Lorenzkirch. Luppa. +Merkwitz. Mügeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau. +Schrebitz. Schweta. Stauchitz. Stösitz. Strehla. Zöschau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rochlitz.</hi> Burgstädt. Erlau. Geputzig. Göhren. Gräfenhain, +Ober-. Kaufungen. Königsfeld. Langenleuba. Markersdorf. +Mittweida. Neusorge. Niedersteinbach. Penig. Ratendorf. +Rochsburg. Seelitz. Wechselburg. Wiederau. Wolkenburg. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Kreishauptmannschaft Zwickau.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Annaberg.</hi> Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau. +Jöhstadt. Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Auerbach.</hi> Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Chemnitz.</hi> Altchemnitz. Bräunsdorf. Einsiedel. Glösa. +Lugau. Niederfrohna. Niederrabenstein. Röhrsdorf. Stollberg. +Zwönitz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Flöha</hi>. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg. +Lichtenau. Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg. +Zschopau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Glauchau.</hi> Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse. +Thurm. Waldenburg. Ziegelheim. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marienberg.</hi> Forchheim. Groß-Olbersdorf. Lauterbach. +Olbernhau. Scharfenstein. Wolkenstein. Zöblitz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ölsnitz.</hi> Elster. Schönberg. Voigtsberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Plauen.</hi> Geilsdorf. Kauschwitz. Kürbitz. Mylau. Netzschkau. +Neumark. Pöhl. Reichenbach. Rodersdorf. Straßberg. +Theuma. Thierbach. Thossen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schwarzenberg.</hi> Carlsfeld. Grünhain. Klösterlein-Zelle. Lößnitz. +Neustädtel. Schneeberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zwickau.</hi> Altschönfels. Blankenhain. Crimmitschau. Härtensdorf. +Hartenstein, Hirschfeld. Königswalde. Langenhessen. +Langenreinsdorf. Neuschönfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrünberg. +Ruppertsgrün. Schönfels. Stein. Weißenborn. +Werdau. +</p> +</div> +</div> + +<div> +<head><title>Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Apolda.</hi> <hi rend="italic">AG Allstedt</hi>: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt. +<hi rend="italic">Apolda</hi>: Hainichen. Nauendorf. Niederroßla. Niedertrebra. + + +<pb n='468' id='i475.png'/> + +<!-- [P: 468] --> + +Osmannstedt. Sulza. Utenbach. <hi rend="italic">Buttstedt</hi>: Großneuhausen. +Gutmannshausen. Hardisleben. Mannstedt. Teutleben. +<hi rend="italic">Jena</hi>: Altengönna. Ammerbach. Beutnitz. Bürgel. Dornburg. +Dothen. Frauenprießnitz. Göschwitz. Großlöbichau. +Großschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz. +Lehesten. Leutra. Lichtenhain. Lobeda. Löbstedt. Maua. +Nennsdorf. Neuengönna. Porstendorf. Rodigast. Rothenstein. +Steudnitz. Talbürgel. Tautenburg. Unterwöllnitz. +Wenigenjena. Ziegenhain. Zwätzen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Dermbach.</hi> Bremen. <hi rend="italic">Geisa</hi>: Bermbach. Borsch. Buttlar. +Geismar. Kranlucken. Motzlar. Schleid. <hi rend="italic">Kaltennordheim</hi>: +Brunnhardtshausen. Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen. +Helmershausen. Kaltensundheim. Kaltenwestheim. Unterweid. +Zella. Zillbach. <hi rend="italic">Ostheim</hi>: Lichtenburg. Sondheim. +Stetten. <hi rend="italic">Vacha</hi>: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort. +Völkershausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Eisenach.</hi> Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen. +Kreuzburg. Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal. +Zella a. d. Werra. <hi rend="italic">Gerstungen</hi>: Berka. Brandenburg. +Dankmarshausen. Dippach. Frauensee. Großensee. Herda. +Lauchröden. Sallmannshausen. Untersuhl. <hi rend="italic">Stadtlengsfeld</hi>: +Lengsfeld. Weilar. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Neustadt a. d. Orla.</hi> <hi rend="italic">Auma</hi>: Braunsdorf. Schönborn. Traun. +<hi rend="italic">Neustadt</hi>: Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz. +Neunhofen. Nieder- u. Oberoppurg. <hi rend="italic">Weida</hi>: Frießnitz. Mildenfurt. +Münchenbernsdorf. Schüptitz. Veitsberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Weimar.</hi> <hi rend="italic">Blankenhain</hi>: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn. +Thangelstedt. Tonndorf. (<hi rend="italic">Großrudestedt</hi>:) Eckstedt. Nöda. +<hi rend="italic">Ilmenau</hi>. <hi rend="italic">Vieselbach</hi>: Großmölsen. Kerspleben. Ollendorf. +Udestedt. <hi rend="italic">Weimar</hi>: Belvedere. Ehringsdorf. Ettersburg. +Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt. Mellingen. Oberweimar. +Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Herzogtum Sachsen-Altenburg.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Altenburg.</hi> Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschütz. +Rußdorf. Treben. Windischleuba. <hi rend="italic">Meuselwitz</hi>. +(<hi rend="italic">Ronneburg</hi>:) Großstechau. Kauern. Korbussen. Löbichau. +Mückern. Posterstein. <hi rend="italic">Schmölln</hi>: Gößnitz. Ponitz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Roda.</hi> <hi rend="italic">Eisenberg</hi>: Klosterlausnitz. <hi rend="italic">Kahla</hi>: Altenberge. Bibra. +Dienstädt. Großkröblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld. +Neusitz. Oberhasel. Orlamünde. Reinstädt. Schweinitz. +Wiederkunft. Fröhliche. <hi rend="italic">Roda</hi>: Drackendorf. Kleinebersdorf. +Lippersdorf. Ottendorf. +</p> +</div> + +<div> +<pb n='469' id='i476.png'/> + +<!-- [P: 469] --> +<head><title>Herzogtum Sachsen-Meiningen.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Hildburghausen.</hi> <hi rend="italic">Eisfeld</hi>: Brünn. Crock. Sachsendorf. Stelzen. +Unterneubrunn. <hi rend="italic">Heldburg</hi>: Gellershausen. Gompertshausen. +Hellingen. Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen. +<hi rend="italic">Hildburghausen</hi>: Adelshausen. Bedheim. Ebenhards. +Heßberg. Klosterveilsdorf. Michaelisberg. Roth. Streufdorf. +Zeilfeld. <hi rend="italic">Römhild</hi>: Behrungen. Haina. Milz. Westenfeld. +Wolfmannshausen. <hi rend="italic">Themar</hi>: Dingsleben. Henfstedt. Marisfeld. +Reurieth. Trostadt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Meiningen.</hi> Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra. +Einhausen. Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie. +Feldeck. Grimmental. Habesburg, Helba. Henneberg. Hermannsfeld. +Herpf. Hutsberg. Jüchsen. Landeswehr. Landsberg. +Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim. Obermaßfeld. +Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen. +Sülzfeld. Untermaßfeld. Vachdorf. Walldorf. <hi rend="italic">Salzungen</hi>: +Allendorf. Altenstein. Dietlas. Feldeck. Frankenberg. +Frankenstein. Frauenbreitungen. Helmers. Leimbach. +Liebenstein. Möhra. Oberellen. Schweina. Wildprechtsroda. +Witzelroda. <hi rend="italic">Wasungen</hi>: Hümpfershausen. Kaltenlengsfeld. +Maienluft. Metzels. Oepfershausen. Roßdorf. Schwallungen. +Schwarzbach. Sinnershausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Saalfeld.</hi> <hi rend="italic">Camburg</hi>: Kleingestewitz. Leislau. Münchengosserstädt. +Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. <hi rend="italic">Gräfental</hi>: +Lichtentanne. Probstzella. <hi rend="italic">Kranichfeld</hi>: Achelstädt. +<hi rend="italic">Saalfeld</hi>: Aue am Berg. Gorndorf. Graba. Großkochberg. +Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pößneck. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Sonneberg.</hi> <hi rend="italic">Schalkau</hi>: Effelder. Meschenbach. Rauenstein. +<hi rend="italic">Sonneberg</hi>: Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Coburg.</hi> Ahorn. Callenberg. Großheirath. Grub am Forst. +Hohenstein. Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfüllbach. +Rosenau. Rossach. Schermeck. Seidmannsdorf. Unterlauter. +Untersiemau. Watzendorf. Weißenbrunn. <hi rend="italic">Königsberg i. Fr.</hi>: +Altershausen. (<hi rend="italic">Neustadt</hi>:) Einberg. Fechheim. Mönchröden. +Oeßlau. <hi rend="italic">Rodach</hi>: Breitenau. Elsa. Gauerstadt. Großwalbur. +Meeder. Ottowind. Roßfeld. <hi rend="italic">Sonnefeld</hi>: Gestungshausen. +Hassenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gotha.</hi> Apfelstedt. Günthersleben. Haarhausen. Ichtershausen. +Ingersleben. Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben. +Stedten. Sülzenbrücken. Wachsenburg. Warza. <hi rend="italic">Gräfentonna</hi> +(Tonna): Großfahner. Herbsleben. Volkenrode. +</p> + + +<pb n='470' id='i477.png'/> + +<!-- [P: 470] --> + +<p> +<hi rend="bold">Ohrdruf.</hi> <hi rend="italic">Liebenstein</hi>: Elgersburg, Gera. Gräfenroda. <hi rend="italic">Ohrdruf</hi>: +Crawinkel. Georgental. Hohenkirchen. Zella. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Waltershausen.</hi> <hi rend="italic">Tenneberg</hi>: Cabarz. Friedrichroda. Hörselgau. +Reinhardtsbrunn. <hi rend="italic">Thal</hi>: Ruhla. <hi rend="italic">Wangenheim</hi>: Ettenhausen. +Friedrichswerth. Großenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Frankenhausen.</hi> Göllingen. Ichstedt. Kyffhäuser. Rathsfeld. +Rothenburg. Seega. Thalleben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rudolstadt.</hi> (<hi rend="italic">Königsee</hi>:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach. +Unterweißbach. <hi rend="italic">Leutenberg</hi>: Bucha. Burglemnitz. Eyba. +<hi rend="italic">Rudolstadt</hi>: Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach. +Schaala. Schwarzburg. Teichweiden. Zeigerheim. +<hi rend="italic">Stadtilm</hi>: Bücheloh. Griesheim. Paulinzelle. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Arnstadt.</hi> Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf. +Plaue. Witzleben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Sondershausen.</hi> <hi rend="italic">Ebeleben</hi>: Allmenhausen. Keula. Gehren: +Großbreitenbach. Langewiesen. <hi rend="italic">Sondershausen</hi>: Bendeleben. +Großfurra. Jechaburg. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Fürstentum Reuß ältere Linie.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Greitz.</hi> <hi rend="italic">Burgk</hi>: Friesau. Pahnstangen. Röppisch. <hi rend="italic">Greiz</hi>: Fraureuth. +Gottesgrün. Hermannsgrün. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>Fürstentum Reuß jüngere Linie.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Gera.</hi> Geißen. Köstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus. +<hi rend="italic">Hohenleuben</hi>: Reichenfels. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schleiz.</hi> <hi rend="italic">Hirschberg</hi>. <hi rend="italic">Lobenstein</hi>: Ebersdorf. Harra. <hi rend="italic">Schleiz</hi>: +Kirschkau. Rödersdorf. Saalburg. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Bitterfeld.</hi> Alt-Jeßnitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf. +Mühlbeck. Talheim. Zörbig. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Delitzsch.</hi> Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg. +Grebehna. Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld. +Tiefensee. Zschepplin. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Eckartsberga.</hi> Auerstedt. Beichlingen. Burghäseler. <reg orig='Burg-|wenden.'>Burgwenden.</reg> +<pb n='471' id='i478.png'/> +<!-- [P:471] --> +Cölleda. Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf. +Leubingen. Memleben. Niederholzhausen. Sachsenburg. +Steinbach. Wolmirstadt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Halle und Saalkreis.</hi> Beesenlaublingen. Böllberg. Brachstedt. +Buschdorf. Cönnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk. +Mücheln. Nauendorf. Neutz. Peissen. Petersberg. Reideburg. +Schlettau. Teicha. Wettin. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Liebenwerda.</hi> Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda. +Großkmehlen. Großthieming. Langennaundorf. Martinskirchen. +Mückenberg. Mühlberg. Ortrand. Oschätzchen. +Prettin. Saathain. Stolzenhain. Uebigau. Würdenhain. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mansfelder Gebirgskreis.</hi> Arnstein. Conradsburg. Ermsleben. +Falkenstein. Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben. +Walbeck. Wippra. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mansfelder Seekreis.</hi> Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf. +Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gödewitz. Heiligental. +Helfta. Holzzelle. Ihlewitz. Müllerdorf. Pfützental. +Polleben. Rottelsdorf. Schraplau. Seeburg. Stedten, Unterrißdorf. +Unterröblingen. Volkmaritz. Wimmelburg. Wormsleben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Merseburg.</hi> Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Cröllwitz. +Cursdorf. Dehlitz. Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt. +Lauchstedt. Lössen. Lützen. Röcken. Rössen. Rundstedt. +Schkeitbar. Treben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Naumburg.</hi> Abtlöbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen. +Görschen. Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermöllern. +Pforte. Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schönburg. +Schulpforte. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Querfurt.</hi> Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U. +Barnstedt. Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf. +Burgscheidungen. Dobichau. Ebersroda. Eichstädt. +Freyburg. Gatterstedt. Göhrendorf. Goseck. Großosterhausen. +Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrölitz. Mücheln. +Nebra. Neumark. Niedereichstädt. Obercrumpa. Obereichstädt. +Obhausen. Pettstädt. Plößnitz. Pödelist. Reinsdorf, +Roßleben. Sankt-Micheln. Schleberode. Sittichenbach. Spielberg. +Vitzenburg. Wendelstein. Wilsdorf. Zeuchfeld. Zorbau. +Zscheiplitz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Sangerhausen.</hi> Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen. +Brücken. Gonna. Görsbach. Grillenberg. Hain. Heringen. +Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode. Lengefeld. Sittendorf. +Stolberg. Windehausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schweinitz.</hi> Clöden. Frauenhorst. Gölsdorf. Herzberg. Malitschkendorf. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Torgau.</hi> Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch. + + +<pb n='472' id='i479.png'/> + +<!-- [P: 472] --> + +Elsnig. Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda. +Triestewitz. Zwethau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Weißenfels.</hi> Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Großcorbetha. +Großpötewitz. Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben. +Meineweh. Obergreißlau. Obschitz. Pötewitz. Schkölen. +Untergreißlau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wittenberg.</hi> Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg. +Zahna. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Zeitz.</hi> Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue. +Posa. Predel. Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Erfurt.</hi> Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg. +Windisch-Holzhausen. Wandersleben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Heiligenstadt.</hi> Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde. +Bischofsstein. Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen. +Freienhagen. Geisleden. Geismar. Gerbershausen. Groß-Bartloff. +Günterode. Hanstein. Heuthen. Hilfensberg. +Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern. +Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode +Rengelrode. Rimbach. Röhrig. Rustenberg. Rustenfelde. +Schachtebich. Schönhagen. Siemerode. Stein. Uder. +Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld. Wüstheuterode. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Langensalza.</hi> Nägelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrück. +Vargula. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mühlhausen.</hi> Ammern. Annerode. Dörna. Falken. Helmsdorf. +Langula. Treffurt. Zella. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Nordhausen</hi> u. Grafsch. <hi rend="bold">Hohenstein</hi>. Ascherode. Bleicherode. +Dietenborn. Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf. +Münchenlohra. Nohra. Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schleusingen.</hi> Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah. +Kühndorf. Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Veßra. Waldau. +Wiedersbach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Weißensee.</hi> Gangloffsömmern. Griefstedt. Ottenhausen. +Rohrborn. Sömmerda. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Worbis.</hi> Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode. +Bodenstein. Breitenworbis. Gerode. Groß-Bodungen. Hauröden. +Kirchohmfeld. Kirchworbis. Neustadt. Reifenstein. +Scharfenstein. Teistungenburg. Wehnde. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ziegenrück.</hi> Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz. +Liebengrün. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg. +</p> +</div> +<div> +<pb n='473' id='i480.png'/> + +<!-- [P:473] --> +<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Cassel.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Cassel.</hi> Breitenbach. Crumbach. Dörnhagen. Elgershausen. +Eschenstruth. Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren. +Nordshausen. Oberkaufungen. Waldau. Weimar. Wilhelmshausen. +Wilhelmshöhe. Wilhelmstal. Windhausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Eschwege.</hi> Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels. +Germerode. Herleshausen. Hoheneiche. Jestädt. Nesselröden. +Netra. Schwebda. Wanfried. Willershausen. Wommen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Frankenberg.</hi> Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fritzlar.</hi> Besse. Büraberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen. +Wabern. Werkel. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Fulda.</hi> Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Großenlüder. +Haimbach. Johannisberg. Kämmerzell. Kleinheilig-Kreuz. +Margretenhaun. Neuenberg. Neuhof. Oberbimbach. +Petersberg. Welkers. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gelnhausen.</hi> Alsberg. Altenhaßlau. Aufenau. Birstein. +Burgjossa. Höchst. Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz. +Niedermittlau. Orb. Unterreichenbach. Wächtersbach. +Wirtheim. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gersfeld.</hi> Tann. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hanau.</hi> Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchköbel, +Hochstadt. Hüttengesäß. Kesselstadt. Langenselbold. +Niederdorfelden. Rückingen. Rüdigheim. St. Wolfgang. +Wilhelmsbad. Windecken. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hersfeld.</hi> Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg. +Philippstal. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hofgeismar.</hi> Gottesbüren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen. +Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg. +Sababurg. Trendelburg. Wilhelmshausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Homberg.</hi> Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hünfeld.</hi> Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen. +Wehrda. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kirchhain.</hi> Albshausen. Allendorf. Amöneburg. Anzefahr. +Langenstein. Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg. +Stausebach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marburg.</hi> Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf. +Elisabethbrunnen. Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen. +Lohra. Mellnau. Michelbach. Nieder-Asphe. Nieder-Walgern. +Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern. Treisbach. Wehrda. +Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Melsungen.</hi> Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause. +<pb n='474' id='i481.png'/> +<!-- [P: 474] --> +Dagobertshausen. Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau. +Mörshausen. Niedermöllrich. Spangenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rinteln.</hi> (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rotenburg.</hi> Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg. +Nentershausen. Ronshausen. Sontra. Tannenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schlüchtern.</hi> Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg. +Steinau. Stolzenburg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schmalkalden.</hi> Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf. +Hallenberg. Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg. +Struth. Trusen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Witzenhausen.</hi> Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau. +Ludwigstein. Reichenbach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wolfhagen.</hi> Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen. +Ehringen. Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen. +Oelshausen. Riede. Volkmarsen. Weidelsburg. +Wettesingen. Zierenberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ziegenhain</hi>. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg. +Neukirchen. Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen. +Schönberg. Schrecksbach. Schwarzenborn. Spießkappel. +Treysa. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Bamberg I.</hi> Altenburg. Buttenheim. Giech. Gügel. Hallstadt. +Litzendorf. Rattelsdorf. Scheßlitz. Seehof. Stadelhofen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bamberg II.</hi> Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf. +Lisberg. Schlüsselau. Seußling. Walsdorf. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Bayreuth.</hi> Bindlach. Bischofsgrün. Eckersdorf. Emtmannsberg. +Gesees. Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach. +Obernsees. St. Johannis. Warmensteinach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Berneck.</hi> Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast. +Nemmersdorf. Neudrossenfeld. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ebermannstadt.</hi> Aufseß. Burggailenreuth. Drügendorf. +Freienfels. Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck. +Oberaufseß. Pretzfeld. Streitberg. Waischenfeld. Wonsees. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Forchheim.</hi> Effeltrich. Eggolsheim. Gräfenberg. Hetzlas. +Hilpoltstein. Jägersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach. +Leutenbach. Neideck. Neunkirchen. Pinzberg. Regensberg. +St. Helena. Weißenohe. Wiesenthau. Wildenfels. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Höchstadt a. A.</hi> Büchenbach. Hannberg. Herzogenaurach. +Mühlhausen. Münchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden. +Puschendorf. Schlüsselfeld. Sterpersdorf. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hof.</hi> Feilitsch. Oberkotzau. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kronach.</hi> Mitwitz. Steinberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kulmbach.</hi> Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf. + + +<pb n='475' id='i482.png'/> + +<!-- [P: 475] --> + +Mangersreuth. Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg. +Sanspareil. Schwarzach. Thurnau. Trebgast. Veitlahm. +Wernstein. Willmersreuth. Wirsberg. Zwernitz. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Lichtenfels.</hi> Altenkundstadt. Burgkundstadt. Gärtenroth. +Hochstadt. Isling. Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau. +Mistelfeld. Naßwang. Schney. Weismain. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Münchberg.</hi> Helmbrechts. Sparneck. Waldstein. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Naila.</hi> Lichtenberg. Reitzenstein. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Pegnitz.</hi> Betzenstein. Bronn. Creussen. Gößweinstein. +Lindenhart. Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein. +Schnabelweid. Tüchersfeld. Volsbach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Rehau.</hi> Hohenberg. Pilgramsreuth. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Stadtsteinach.</hi> Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg. +Marienweiher. Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck. +Rugendorf. Seibelsdorf. Untersteinach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Staffelstein.</hi> Banz. Döringstadt. Schottenstein. Seßlach. +Unterleiterbach. Vierzehnheiligen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Teuschnitz.</hi> Lauenstein. Ludwigstadt. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Wunsiedel.</hi> Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg. +Kirchenlamitz. Redwitz. Schirnding. Schönbrunn. Thierstein. +</p> +</div> + +<div> +<head><title>K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken.</title></head> + +<p> +<hi rend="bold">Alzenau.</hi> Hörstein. Kälberau. Mömbris. Schöllkrippen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Aschaffenburg.</hi> Großostheim. Hessental. Mespelbrunn. +Schmerlenbach. Schönrain. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Brückenau.</hi> Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ebern.</hi> Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach. +Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf. +Kirchlauter. Leuzendorf. Lichtenstein. Mürsbach. +Obermerzbach. Pfaffendorf. Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf. +Rotenhan. Untermerzbach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gemünden.</hi> Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten. +Höllrich. Homburg. Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck. +Schönau. Weikersgrüben. Wolfsmünster. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Gerolzhofen.</hi> Abtswind. Alitzheim. Altenschönbach. Astheim. +Bimbach. Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg. +Kirchschönbach. Laub. Nordheim. Obereisenheim. Oberschwarzach. +Prichsenstadt. Rüdenhausen. Sommerach. +Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid. +Zabelstein. Zeilitzheim. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hammelburg.</hi> Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt. +Saaleck. Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg. +Unterertal. Waitzenbach. Wasserlosen. Windheim. +</p> + + +<pb n='476' id='i483.png'/> + +<!-- [P: 476] --> + +<p> +<hi rend="bold">Haßfurt.</hi> Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau. +Kentzgau. Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried. +Obertheres. Prölsdorf. Schmachtenberg. Schönbach. +Schwappach, Ober- und Unter-. Steinbach. Stettfeld. Sylbach. +Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres. Wonfurt. +Zeil. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Hofheim.</hi> Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld. +Bramberg. Bundorf. Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen. +Goßmannsdorf. Happertshausen. Junkersdorf. Oberlauringen. +Ostheim. Stadtlauringen. Stöckach. Wettringen. +Wetzhausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Karlstadt.</hi> Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland. +Büchold. Bühler. Duttenbrunn. Erbshausen. Eußenheim. +Fährbrück. Gänheim. Gauaschach. Gramschatz. Himmelstadt. +Karlsburg. Laudenbach. Müdesheim. Retzbach. +Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thüngen. +Wülfershausen. Zellingen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kissingen.</hi> Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben. +Burglauer. Eltingshausen. Frauenroth. Großwenkheim. +Lauter. Münnerstadt. Steinach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Kitzingen.</hi> Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim. +Dettelbach. Efeldorf. Etwashausen. Fröhstockheim. Gerlachshausen. +Gnötzheim. Groß- und Kleinlangheim. Herrnsheim. +Mainbernheim. Mainsondheim. Mainstockheim. Marktbreit. +Marktstett. Michelfeld. Münsterschwarzach. Obernbreit. +Prosselsheim. Repperndorf. Rödelsee. Schwaneberg. +Segnitz. Seinsheim. Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wässerndorf. +Wiesenbronn. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Königshofen.</hi> Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt. +Eyershausen. Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen. +Kleinbardorf. Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld. +Sternberg. Trappstadt. Untereßfeld. Waltershausen. Wildburg. +Wülfershausen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Lohr.</hi> Maria-Buchen. Neuhütten. Neustadt a. M. Rotenbuch. +Rotenfels. Steinbach. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Marktheidenfeld.</hi> Böttigheim. Dorfprozelten. Esselbach. +Fechenbach. Grünau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen. +Homburg. Karbach. Kreuzwertheim. Lengfurt. Remlingen. +Stadtprozelten. Trennfeld. Triefenstein. Uttingen. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Mellrichstadt.</hi> Bahra. Eußenhausen. Filke. Fladungen. +Künsbergk. Leubach. Mauerschedel. Mittelstreu. Mühlfeld. +Nordheim. Oberfladungen. Oberstreu. Reyersbach. Roßrieth. +Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Miltenberg.</hi> Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Groß- und +Klein-Heubach. Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg. +</p> + + +<pb n='477' id='i484.png'/> + +<!-- [P: 477] --> + +<p> +<hi rend="bold">Neustadt a. S.</hi> Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu. +Hollstadt. Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Obernburg.</hi> Himmeltal. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Ochsenfurt.</hi> Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen. +Butthart. Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Eßfeld. Euerhausen. +Frickenhausen. Gaukönigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt. +Goßmannsdorf. Gützingen. Herchsheim. Hopferstadt. +Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg. Reichelsburg. +Rittersheim. Röttingen. Sommerhausen. St. Kunigund. +Tückelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Schweinfurt.</hi> Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen. +Ettleben. Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim. +Grafenrheinfeld. Grettstadt. Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld. +Holzhausen. Klingenberg. Löffelsterz. Maibach. Mainberg. +Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen. Reichmannshausen. +Schwebheim. Sömmersdorf. Werneck. Weyer. +Wipfeld. Zeuzleben. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Würzburg.</hi> Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn. +Estenfeld. Gerbrunn. Güntersleben. Heidingsfeld. +Himmelpforten. Höchberg. Kirchheim. Kleinrinderfeld. +Kürnach. Lindflur. Maidbronn. Margetshöchheim. Mergelshöchheim. +Mühlhausen. Oberdürrbach. Oberleinach. Oberzell. +Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer. +Rottendorf. Schenkenschloßhof. Stettbach. Teilheim. Thüngersheim. +Unterdürrbach. Unter-Leinach. Unterpleichfeld. +Unterzell. Veitshöchheim. Waldbüttelbrunn. Zell. +</p> +<pb id='i485.png'/> + +<p> +[Blank Page] +</p> +</div> +</div> + +<div> +<pb n='479' id='i486.png'/> +<index index="toc" /> +<head><title>Künstlerverzeichnis.</title></head> + + +<p> +<hi rend="bold">A</hi>B 110.<lb /> +A. L. 317.<lb /> +Adler, Fr. 272.<lb /> +Aglio, A. S. 59.<lb /> +Agostino, Lazzaro 437.<lb /> +Ahrens 420.<lb /> +Albert v. Soest 324.<lb /> +Ammann, Jost 22.<lb /> +Anwander, J. 41. 192. 286.<lb /> +Appiani, Gius. 407. 445.<lb /> +Arnold v. Westfalen +265. 267. 268. 269. 276. 334. +348. 349. 389. 390.<lb /> +Asam 11. 95. 456.<lb /> +Auwera, Jakob van der +95. 438. 449. 451.<lb /> +Auwera, Joh. Wolfgang v. d. +11. 399. 404. 435. 451.<lb /> +Auwera, Lucas v. d. 452.<lb /> +Auwera, Richt. der 23. 452. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">B</hi>acher, Gideon 219.<lb /> +Backofen u. s. Schule +21. 69. 70. 161. 167. 186. +251. 440.<lb /> +Bähr, George +78. 81. 87. 89. 118. 159. 182. +192. 203. 247. 248. 304. 368. +374.<lb /> +Balestra 86.<lb /> +Baratta, Franc. 80. 86.<lb /> +Barthel von Durlach 12.<lb /> +Barthel, Melch. 223. 238.<lb /> +Basler, Peter 139.<lb /> +Basti, Matteo 24.<lb /> +Bauer (Augsburg) 80.<lb /> +Bauer, Peter 462.<lb /> +Beaumont, Adam 204.<lb /> +Beck, Leonh. 444.<lb /> +Beham, H. S. 47.<lb /> +Behem, J. 237.<lb /> +Behringer, Wolf 191.<lb /> +Berger 88.<lb /> +Bergner, Nik. 216 f.<lb /> +Bernini, L. 80. 86. 95.<lb /> +Berwart, Blasius 333.<lb /> +Bestheimer, J. N. 264.<lb /> +Bibiena, Carlo 48.<lb /> +Bibiena, Giuseppe 48.<lb /> +Birkner, Wolfg. 220.<lb /> +Blondel 430.<lb /> +Bock, Hans 176. 408.<lb /> +Bodenstein, Chr. 355.<lb /> +Bodt, Jan de 86. 223.<lb /> +Boffrand, G. 450.<lb /> +Bogenkranz, Zach. 169.<lb /> +Böhm, Franz 40.<lb /> +Böhme d. Ä., Joh. Heinr. +13. 161. 298. 335. 435.<lb /> +Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130.<lb /> +Bonalino 40. 128. 217.<lb /> +Borcht v. d. 87.<lb /> +Bormann, Jan 160.<lb /> +Bossi, Ant. 447. 451.<lb /> +Bossi, Augustin 73. 398.<lb /> +Bossi, Materno +92 ff. 133. 210 f. 346. 387. +445. 447. 451. 457.<lb /> +Bouts, Dirk 244.<lb /> +Braun, Erasmus 35.<lb /> +Braunschweig, Heinrich u. +Ludolf v. 168 f.<lb /> +Bromeis 206.<lb /> +Brückner, A. 140.<lb /> +Bruigt, Ägid. de 208.<lb /> +Brunner, Melch. 273.<lb /> + + +<pb n='480' id='i487.png'/> + +<!-- [P: 480] --> + +Buchau, Cl. K. 277.<lb /> +Buchner, P, 83f. 223. 278. 309.<lb /> +Bühner 379.<lb /> +Bueler 438.<lb /> +Buttigen (Büdingen?), Conrad v. 12.<lb /> +Butzäus 118. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">C</hi>. B. 391.<lb /> +C. G. 113.<lb /> +C. P. 296.<lb /> +C. R. 462.<lb /> +C. T. R. 6.<lb /> +C. W. 462.<lb /> +Casanova 86.<lb /> +Castelli 6. 173. 451.<lb /> +Cesare, Carlo di 125f.<lb /> +Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296.<lb /> +Conrad von Buttigen 12.<lb /> +Corradini 86.<lb /> +Cotte, R. de 450.<lb /> +Coudroy, Pierre 240.<lb /> +Cranach d. Ä. u. s. Werkstatt +153. 197. 205. 217. 220. +224. 238f. 267. 293. 295. +298. 302. 307. 324. 367. 369. +393. 413. 419ff. 433. 455.<lb /> +Cranach d. J. +25. 209. 307. 314. 420. 433.<lb /> +Cranachschule +2. 14. 57. 121. 168. 180. 190. +201. 266. 426<corr sic=''>.</corr><lb /> +Curé 451. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">D</hi> 346.<lb /> +Dahlwein 147.<lb /> +Darbes 375.<lb /> +Daucher, Adolf 13.<lb /> +Dauthe 236. 240.<lb /> +David, Chr. 183.<lb /> +Decker 49.<lb /> +Degen, Hans 75.<lb /> +Dehn-Rothfelser, Hans v. +82. 125. 157. 242. 278. 340.<lb /> +Deibel, Jos. 87.<lb /> +Deisinger 356.<lb /> +Delitzscher, Nickel 407.<lb /> +Dell, Peter d. Ä. +18. 23. 373. 438. 441.<lb /> +Dell, Peter d. J. +438. 439. 445. <corr sic='445'>449</corr>.<lb /> +Dientzenhofer, einer der +41. 136. 369.<lb /> +Dientzenhofer, Georg 39.<lb /> +Dientzenhofer, Johann +42. 133. 134. 197. 213. 335. +372. 375.<lb /> +Dientzenhofer, Joh. Leonh. +136. 314.<lb /> +Dientzenhofer, Just. Heinr. 41.<lb /> +Dientzenhofer, Leonhard +35. 37. 40. 42. 49. 94. 136. +193. 246. 406.<lb /> +Diepenbeck 444.<lb /> +Dierks 86.<lb /> +Dieterici 195.<lb /> +Dietrich, Ch. W. E. 70. 101.<lb /> +Dietz 404.<lb /> +Dieussart, Ch. Ph. 47.<lb /> +Dirnstein, Hans 21.<lb /> +Diterich, Bernh. 126. 214.<lb /> +Ditmar (Laienbruder) 325.<lb /> +Ditmar, Valent. 317.<lb /> +Ditterich, Hans 385.<lb /> +Dittmann, Hans 75.<lb /> +Döbner 230.<lb /> +Dörffer, Joh. 346.<lb /> +Dorsch, J. B. 85. 87.<lb /> +Dowher s. Daucher.<lb /> +Drentwett, Ph. H. 80. 203<corr sic=''>.</corr><lb /> +Dreßler, Andr. 201, 311.<lb /> +Dreysigmark, M. 112.<lb /> +Dubut 368.<lb /> +Duck, Joh. 307.<lb /> +Dümpel, Veit 2. 218.<lb /> +Durlach, Barthel von 12.<lb /> +Dürer 13. 119. 266.<lb /> +Du Ry, Charles 206. 430.<lb /> +Du Ry, Paul 203. 205 f. 370.<lb /> +Du Ry, Salomon Louis 428 f.<lb /> + + +<pb n='481' id='i488.png'/> + +<!-- [P: 481] --> + +Du Ry, Simon Louis +191. 205. 206. 409. 430. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">E</hi>. W. 159.<lb /> +Eberlein, Bernh. 216.<lb /> +Ebhardt, J. Ch. 242.<lb /> +Eckart v. Worms 438. 440.<lb /> +Eckhardt, Ezech. 45. 340.<lb /> +Eckhardt, G. 324.<lb /> +Eckhart, Hans 212.<lb /> +Eiffländer, Hans 78.<lb /> +Einbeck, Konrad v. 168.<lb /> +Eisenberg, F. 455.<lb /> +Emes, Julius 18.<lb /> +Ende, Hans am 239.<lb /> +Enderlein, Caspar 25.<lb /> +Engelhard, Andr. 369.<lb /> +Ermeltraut 443.<lb /> +Ernes, Julius 286.<lb /> +Eschke, K. Ch. 313. 343. 376.<lb /> +Esterbauer, Balth. 451.<lb /> +Exner, Chr. F. 79. 81. 332.<lb /> +Eysenberg, Nik. 101.<lb /> +Eywick, Jonas 370. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">F</hi>. H. 204.<lb /> +Faber, A. W. 56.<lb /> +Fabritius, Kilian 259.<lb /> +Fehre, J. G. 89 f. 118.<lb /> +Feichtmayer, J. M. 11. 407.<lb /> +Feige, J. C. 340.<lb /> +Fesel, Christoph 439. 445.<lb /> +Finck, Joh. 41. 278. 317.<lb /> +Fischer, A. S. 137. 449.<lb /> +Fischer, J. M.<lb /> +133. 155. 157. 432. 445.<lb /> +Fleischer, Gg. 83. 125.<lb /> +Flötner, Peter 13.<lb /> +Fossati 45.<lb /> +Fosse, de la 213. 428.<lb /> +Franz v. Magdeburg 13.<lb /> +Friedeberger, Eberh. 445.<lb /> +Friedemann d. Ä., H.<lb /> +105 f. 108-112.<lb /> +Friedemann d. J., H., +105. 110. 112.<lb /> +Fuchs 240.<lb /> +Fuger 163.<lb /> +Fuss, Friedr. 423. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">G</hi>abrieli 446.<lb /> +Gallasini, Andrea 135.<lb /> +Gareis 343.<lb /> +Gärtner 27. 31. 445.<lb /> +Gattinger 11. 438.<lb /> +Gaudreau, Pierre 355.<lb /> +Gedeler, E. 187.<lb /> +Gedeler, G. v. 47.<lb /> +Gehart, Joh. 17. 107. 110 f.<lb /> +Geigel, J. P. +68. 351. 404. 445. 447. +451. 457.<lb /> +Genz 420.<lb /> +Gérin 205.<lb /> +Ghezzi, G. 205.<lb /> +Giese, J. A. 435.<lb /> +Glantschnigg, J.A. 91.<lb /> +Godechen, Hnrch. 280.<lb /> +Godefroy, Elias 204.<lb /> +Göding, Heinr. 84. 126. 333.<lb /> +Goldwitzer 118.<lb /> +Gontard, P. K. Ph. 48 f.<lb /> +Göthe, Eosander v. 400.<lb /> +Goethe, Wolfg. v. 233. 420.<lb /> +Gothland, Peter 420.<lb /> +Gottschick, Chr. 222.<lb /> +Gout 55.<lb /> +Gräbner 81. 100.<lb /> +Grael, Fr. 228.<lb /> +Graff, Anton +71. 82. 173. 223. 244. 338. +343. 351. 355. 375. 418. 422. +426. 435.<lb /> +Grassi 435.<lb /> +Graul, J. F. 48.<lb /> +Greger, Michel 459.<lb /> +Greising, Jos. +94. 130. 247. 250. 314. 408. +447. 449. 451 f.<lb /> +Gretel, Ulrich 433.<lb /> +Grohmann, Chr. 113.<lb /> + + +<pb n='482' id='i489.png'/> + +<!-- [P: 482] --> + +Grohmann, N. 5. 180. 219. 394.<lb /> +Gronig, Hans 198.<lb /> +Gröninger, Aug. 112.<lb /> +Groß, Abr. 47.<lb /> +Grossi, L. 345.<lb /> +Grünberger, Mich. 139.<lb /> +Grünewald, Math. 20. 167.<lb /> +Guernieri, G. F. 429.<lb /> +Gundermann, W. 98.<lb /> +Günther, Math. 11. 446.<lb /> +Gutschell, Enders 105. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">H</hi> 251.<lb /> +h. b. 176.<lb /> +H F 152. 213. 335.<lb /> +H G B 280.<lb /> +H H B 190.<lb /> +H K 261. 293.<lb /> +H R 401.<lb /> +H. V. 433.<lb /> +H. W. (Hans Walther) 126.<lb /> +H. W. (Hans Werner) 210.<lb /> +H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister +d. »schönen Tür« in Annaberg). +12, 59. 92. 96.<lb /> +Hackert 429.<lb /> +Hackl 80.<lb /> +Hagelganß 223.<lb /> +Hagenberger, Joh. 190.<lb /> +Hähnel, J. C. 302.<lb /> +Hans v. Straßburg 103.<lb /> +Hans v. Torgau 369.<lb /> +Hase, G. 89.<lb /> +Haunisch, Hans 346.<lb /> +Heck, Hieronymus 21.<lb /> +Hegewald 79. 81. 224.<lb /> +Heideloff 27. 31. 174. 219. 318.<lb /> +Heinemann, Chr. 57. 179.<lb /> +Heinrich v. Braunschw. 168 f.<lb /> +Heinrich v. Hesserode 193.<lb /> +Heinricus filius Tiderici 26.<lb /> +Henricus 61. 445.<lb /> +Henthoos 299.<lb /> +Hering, Loy. 18. 34. 227. 438.<lb /> +Hering, Martin 438, +Hermann 172. 420.<lb /> +Hermes 295.<lb /> +Herrlein, J. A. 102.<lb /> +Herrlein, Joh. Peter +8. 135. 162. 213. 271. 310. +319. 346. 378. 453.<lb /> +Herwarthel 199.<lb /> +Herzog 298.<lb /> +Hesserode, Heinrich v. 193.<lb /> +Heuer, D. 338.<lb /> +Heunisch, Hans 426.<lb /> +Hildebrand, L. v. 450.<lb /> +Hilger, Osw. 394.<lb /> +Hilger, Wolff 125. 394.<lb /> +Hofmann, Joh. 259.<lb /> +Hofmann, Nickel +168 ff. 190. 259. 373.<lb /> +Hogenwald, M. 304.<lb /> +Hölzer, G. A. 81.<lb /> +Hönnicke 95.<lb /> +Hornung, Lor. 234.<lb /> +Huber, K. 447.<lb /> +Hübsch, H. 301.<lb /> +Humbach, D. F. 135.<lb /> +Hünefeld, H. 419.<lb /> +Hünigen, Andr. 304. 343. 458. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">i</hi> 109 ff.<lb /> +Ickelsheimer 449.<lb /> +Ihener, Gg. 168.<lb /> +Irmisch, Hans +84. 126. 221. 223. 462. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">J</hi>. E. 54.<lb /> +J. H. 54. 308. 320.<lb /> +J. L. 248.<lb /> +Jacob v. Schweinfurt 12. 268f.<lb /> +Jäkel 260.<lb /> +Jörg, Andreas 109.<lb /> +Junker, Hans 22. 71.<lb /> +Junker, Valentin 40.<lb /> +Jupe, Ludw. 257.<lb /> +Jussow, H. Chr. 428. 430. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">K</hi>amm, J. B. 41. 90. 118. 192.<lb /> + + +<pb n='483' id='i490.png'/> + +<!-- [P: 483] --> + +Kändler, J. J. 278. 296.<lb /> +Kapup, Christoph 307.<lb /> +Kaufmann, Angel. 303.<lb /> +Keil, Paul 14. 209.<lb /> +Keilwerth, Jos. 11.<lb /> +Keller, Georg 22.<lb /> +Kern, Michael +40. 52. 73. 137. 163. 194. +247. 438. 440 ff. 451.<lb /> +Keßlau, A. F. v. 187.<lb /> +Kil, J. G. 69.<lb /> +Kirchner, J. Ch. 86.<lb /> +Kirchner, Wolf 462.<lb /> +Kirschstein, J. 379.<lb /> +Kistner, Thomas +23. 375. 408. 441.<lb /> +Klanbacht, Hans 76.<lb /> +Klein, Hans 447.<lb /> +Kleinholz 447.<lb /> +Klemm, Sam. 97. 161. 317.<lb /> +Klengel, 53. 82. 89. 278. +Klenze 102.<lb /> +Knauf 7.<lb /> +Knöfel, F. G. 200.<lb /> +Knöffel, Joh. Chr. +79. 86. 87. 88. 90. 194. 240. +303. 305. 345. 374.<lb /> +Knöffler, Gottfried +71. 84. 87. 88. 90. 195. 297. +300. 305. 351.<lb /> +Köhler, Gottfr. 62.<lb /> +Köhler, M. D. 452.<lb /> +Konrad v. Einbeck 168.<lb /> +Körmser 55.<lb /> +Krafft, Adam 37. 209.<lb /> +Kramer, Bastian 318.<lb /> +Kramer, Hans 79.<lb /> +Krebs, Konrad 216. 393.<lb /> +Kretschmer, J. G. 338.<lb /> +Kreuter, Wolf 369.<lb /> +Kriebel, Gg. 236 f.<lb /> +Krodel, M. 279.<lb /> +Krodel, Wolfg. 201. 369.<lb /> +Krohne, G. H. 154.<lb /> +Krubsacius 81. 87. 297.<lb /> +Krugelstein 295.<lb /> +Küchel, J. M. 36. 40. 41. 209.<lb /> +Kücher, Eckh. 105.<lb /> +Kühne 74.<lb /> +Kulmbach, Hans v. 370. 462.<lb /> +Kumoller, Hanns u. Matth. 81.<lb /> +Kunz, J. J. 222. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">L</hi>anghans, C. G. 435.<lb /> +Lauermann, Franz 260.<lb /> +Lendenstreich, Valentin +155. 230. 285. 298. 313. 372.<lb /> +Le Notre 206.<lb /> +Leubner, Phil. 222. 320.<lb /> +Leunenschloss 383.<lb /> +Leypoldt 418.<lb /> +Lindemann, H. 98.<lb /> +Lindner, Erhard 422.<lb /> +Liotard 71.<lb /> +Locke, Sam. 79. 224. 423.<lb /> +Lohe, M. H. 190.<lb /> +Longuelune, 86 ff. 31 f. 374.<lb /> +Lorentz, Andr. 139. 349.<lb /> +Lorentz, Sam. 304. 324. 392.<lb /> +Lorentz, Uriel 324. 392.<lb /> +Lorentz, Werkstatt der 324.<lb /> +Lossow 74.<lb /> +Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323.<lb /> +Lucas, Gottfr. 242.<lb /> +Ludolf v. Braunschweig 168 f.<lb /> +Lünenschloß 95.<lb /> +Lynar, Rochus v. 25. 126. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">M</hi>.S. 293.<lb /> +M W 462.<lb /> +Magdeburg, Franz v. 13.<lb /> +Magni, Pietro 437.<lb /> +Mainz, Peter von 106. 160.<lb /> +Marcolini, Fr. 39.<lb /> +Martinus 215.<lb /> +Mattenheimer 90. 363.<lb /> +Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195.<lb /> +Maucher 455.<lb /> +Maulbersch, Ant. 80.<lb /> +Maurer, J. M. 203.<lb /> + + +<pb n='484' id='i491.png'/> + +<!-- [P: 484] --> + +Mayer, Andr. 147.<lb /> +Meer, Erhard v. d. 25.<lb /> +Meier, Jörg 365.<lb /> +Meister der Baldachine +152. 160. 230. 263. 299. +311. 358. 362. 453.<lb /> +Meister der Barfüßerkirche in +Erfurt 107. 110.<lb /> +Meister der »schönen Tür« in +Annaberg (H. W. [Z.] u. W. +Z.) 12. 59. 92. 96.<lb /> +Meister d. Neusitzer Altars 230.<lb /> +Meister i von Erfurt 109 ff.<lb /> +Meister t von Erfurt 106. 109.<lb /> +Meister von Chemnitz 139.<lb /> +Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435.<lb /> +Merian 35. 438.<lb /> +Meyner 173.<lb /> +Mica, Franc. 65.<lb /> +Michael, J. G. 57.<lb /> +Michael, Martin 46.<lb /> +Milla, Isr. v. d. 112.<lb /> +Minetti, Fr. D. 68.<lb /> +Möhring, Melchior 105.<lb /> +Monot, Pierre 206.<lb /> +Moritz, J. G. 114.<lb /> +Müller, Alexander 441.<lb /> +Müller, Chr. 366.<lb /> +Müller, Hans 366.<lb /> +Müller, Jakob 261. 263.<lb /> +Müller, Joh. Mich. 96.<lb /> +Münzel, Joh. 98.<lb /> +Mutschelle, B. 41. 210. 439. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">N</hi>. T. 237.<lb /> +Nagel, Franz 171.<lb /> +Nahl, J. A. 429 f +Naumann, Jacob 16.<lb /> +Naumann, J. Ch. 194.<lb /> +Nave, Ant. 95.<lb /> +Neilich, Kunz 405.<lb /> +Neumann, Balthasar +35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff. +153. 155. 176. 193. 196. 211. +214. 227. 229. 233. 244. 260. +287. 310. 336. 341. 346. 375. +382 f. 387. 404. 406 f. 424. +426. 440. 443. 446. 449 f. +452. 456.<lb /> +Neumann, F. J. 192.<lb /> +Neuner 118.<lb /> +Nickel, B. H. 449. 452.<lb /> +Noack 459.<lb /> +Nosseni, Joh. Maria +79. 81. 82. 125. 126. 226. +237. 361. 362. 411. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">O</hi>egg 424. 451.<lb /> +Oeser, A. +70 f. 191. 195. 236. 240. 305. +341. 435.<lb /> +Onghers, Oswald +52. 67. 96. 97. 116. 118. +155. 164. 212. 316. 341. 370<corr sic=''>.</corr> +398. 438. 442. 443.<lb /> +Otte, V. 241. 394.<lb /> +Otto, Valentin 277. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">P</hi> D 18.<lb /> +Palko, Karl 80. 296.<lb /> +Parler 322.<lb /> +Pauer, Hans 315.<lb /> +Pauwart, Ant. 168.<lb /> +Pellegrini 45.<lb /> +Permoser, Balthasar +45. 80. 85 f. 101. 126. 426.<lb /> +Perre, J. de 237 f. 338. 354.<lb /> +Perri, Ant. 158.<lb /> +Pesne, Ant. 60.<lb /> +Peter v. Mainz 106. 161.<lb /> +Peter v. Pirna 12.<lb /> +Petersell, J. R. 381.<lb /> +Petrini +39. 40. 116. 212. 259. 370. +375. 443 f. 448 f. 452.<lb /> +Petrozzi, M. 47. 48. 298.<lb /> +Petzold, A. 199. 203. 303. 369.<lb /> +Pezani, Val. 398. 447.<lb /> +Pfau, Hans 103.<lb /> +Pflugschar 335.<lb /> + + +<pb n='485' id='i492.png'/> + +<!-- [P: 485] --> + +Pfretschner, Sittich 239.<lb /> +St. Pierre 47. 48. 49. 188.<lb /> +Pirna, Peter v. 12.<lb /> +Pöppelmann, M. D. +78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240. +278. 331. 368. 374.<lb /> +Pötzsch, Martin 44.<lb /> +Pozzo 39 +Preißer, Hieron. 105.<lb /> +Proscher, Hnrch. 343. +</p> + +<p> +v. <hi rend="bold">Q</hi>uast 215. 327. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">R</hi>T 105.<lb /> +Ränz, El. 49.<lb /> +Ränz, J. D. 49.<lb /> +Reinboth, J. B. 242.<lb /> +Reis, Hans 82.<lb /> +Remela, Jo. Ad. 95.<lb /> +Rénier 217.<lb /> +Reuß 40.<lb /> +Reynhart, Hans 334. 359.<lb /> +Ricchini 83.<lb /> +Richter, Chr. 239. 352. 422.<lb /> +Richter, Gregor 318.<lb /> +Richter, J. F. 163. 241. 277. 394.<lb /> +Richter, Moritz 420. 422.<lb /> +Richter, Rud. Heinr. 50.<lb /> +Rickmann, E. 191.<lb /> +Ridinger, Georg 21.<lb /> +Riedel 2.<lb /> +Riemenschneider, Jörg +440. 442.<lb /> +Riemenschneider, Tilman +24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f. +148. 160. 174. 176. 191. 202 f. +211. 250. 279. 286. 300. 315. +348. 351. 370. 376. 382 f. +392. 408. 410. 437. 439 f. +442. 445 f. 449.<lb /> +Rigaud 355.<lb /> +Ritgen, Hugo v. 412.<lb /> +Ritter, F. A. v. 153. 276.<lb /> +Ritter, J. H. 6.<lb /> +Ritterlein, W. 64. 203. 354.<lb /> +Robin 448.<lb /> +Roder, Claus 236.<lb /> +Röhrscheidt, Wenzel 46.<lb /> +Rösler, C. 224.<lb /> +Rossini, A. 179. 264.<lb /> +Rotari 418.<lb /> +Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372.<lb /> +Roth, Mart. 374.<lb /> +Rubens 51. 85. 101 f.<lb /> +Rudolfi, A. 154.<lb /> +Rudolph, J. Ph. 17.<lb /> +Rul, de 444. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">S</hi>. (im Ring m. 3 Herzen) 189.<lb /> +S. L. 304.<lb /> +S. W. 433.<lb /> +Saalhausen, Ant. v. 324.<lb /> +Salins, N. A. de 451.<lb /> +Sandrart 35. 438.<lb /> +Sarder, W. 440.<lb /> +Schade, Abr. 47.<lb /> +Schadow 449.<lb /> +Schaefer, C. 258. 265. 424.<lb /> +Schaicker, Gottf. 400.<lb /> +Schatz, David 75. 146. 200.<lb /> +Schenau 162.<lb /> +Scherer, Hans 205.<lb /> +Scheubel, J. J. 40.<lb /> +Schick, Fähnrich 10.<lb /> +Schickentanz, Hans +71. 82. 191. 340.<lb /> +Schilling 81.<lb /> +Schinkel 458.<lb /> +Schit, Nik. 141.<lb /> +Schlaf, Jakob 420.<lb /> +Schlecht, Bened. 401.<lb /> +Schleinitz, R. 78.<lb /> +Schlüter, A. 49. 138.<lb /> +Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159.<lb /> +Schmidt, J. M. 276.<lb /> +Schmidt (Schreiner) 173.<lb /> +Schnorr, H. V. 435.<lb /> +Schockholz, Casp. 272<corr sic=''>.</corr><lb /> +Scholz, Daniel 66.<lb /> +Schoner, Joh. 170.<lb /> + + +<pb n='486' id='i493.png'/> + +<!-- [P: 486] --> + +Schönermark 3<corr sic=''>.</corr><lb /> +Schongauer 13. 362. 374.<lb /> +Schreckenfuchs 462.<lb /> +Schröer, Hans 25. 126.<lb /> +Schröter, G. 433.<lb /> +Schulze 187.<lb /> +Schuster, J. 149.<lb /> +Schwartze, J. H. 79. 84.<lb /> +Schwartzmann, Andreas 135.<lb /> +Schwarz, Nic. 324.<lb /> +Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f.<lb /> +Schwenke, David 332.<lb /> +Schwind, Mor. v. 413.<lb /> +Seiz, J. G. 427.<lb /> +Semler, Arntz 353.<lb /> +Semper 84.<lb /> +Sengelaub, Peter 217 f.<lb /> +Siecht, J. J. 403.<lb /> +Silbermann, J. Gottfr. +25. 150. 316. 343 f. 411.<lb /> +Silbermann, Val. 76. 92. 334.<lb /> +Silvestre 71. 86. 195. 355.<lb /> +Simon, J. Ch. 43. 304. 460.<lb /> +Simonetti, Giov. 239.<lb /> +Soest, Albert von 324.<lb /> +Soldan, Phil. 120. 205. 352.<lb /> +Sorg, Kilian 34.<lb /> +Späth 449.<lb /> +Speck, Hans 462.<lb /> +Spieß, G. J. 222.<lb /> +Spranger, Barth. 295.<lb /> +Starke, J. G. 85.<lb /> +Steiner, K. 295. 420.<lb /> +Stengel, F. J. 56. 135. 154.<lb /> +Stettner, Jost 220.<lb /> +Steuerwald 435.<lb /> +Steyer, Hans 89.<lb /> +Stipeldey, F. X. +4. 71. 110. 346. 351.<lb /> +Stoß, Veit +38. 188. 220. 286. 361. 381.<lb /> +Stoß (Schule) 118 f.<lb /> +Straßburg, Hans v. 103.<lb /> +Straubinger, Jörg 441.<lb /> +Strohmeier, Leonh. 439. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">t</hi> 106. 109.<lb /> +T K (Thomas Kistner) +23. 375. 408. 441.<lb /> +Teuscher, Sebald 101.<lb /> +Thalheimer 71.<lb /> +Thim, Veit 420.<lb /> +Thola, B. de 83 f. 125.<lb /> +Thomä, B. 78. 368.<lb /> +Thoman, Jos. Val. 11.<lb /> +Thormeyer 57.<lb /> +Thouret 420.<lb /> +Tiepolo 11. 451.<lb /> +Tile 307.<lb /> +Tischbein (welcher?) 422.<lb /> +Tischbein, J. F. A. 343.<lb /> +Tischbein, J. G. 205.<lb /> +Tischbein, J. H. 205. 429 f.<lb /> +Todesco, Heinr. 301.<lb /> +Torelli, Stef. 305. 418.<lb /> +Torgau, Hans v. 369.<lb /> +Trautmann 41.<lb /> +Tretsch, Alberlin 333.<lb /> +Treu, J. N. 39. 263. 414. 443.<lb /> +Trippel 332.<lb /> +Trost, G. H. 6.<lb /> +Tütleb, Jer. 130.<lb /> +Tüttich, L. 419. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">U</hi>brich, Peter 248.<lb /> +Uebelher, G. 11.<lb /> +Uhl, Joh. 346.<lb /> +Unger, Gottfr. 163.<lb /> +Ungewitter, G. G. 424.<lb /> +Urlaub, Chr. 148.<lb /> +Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443.<lb /> +Urlaub, J. A. 137.<lb /> +Urlaub, S. 17. 346. 370. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">V</hi>aga, Perino del 83.<lb /> +Valentin 8. 194.<lb /> +Vater, G. S. 6.<lb /> +Vernucken, Willi. 367.<lb /> +Vincentius 458.<lb /> +Vingerhut, Heinr. 140.<lb /> + + +<pb n='487' id='i494.png'/> + +<!-- [P: 487] --> + +Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424.<lb /> +Vischer, Hans 20. 272. 433.<lb /> +Vischer, Herm, d. Ä. +266 f. 315. 433.<lb /> +Vischer, Herm, d. J. 105. 267.<lb /> +Vischer, Peter u. s. Werkstatt +6. 20. 34. 69. 105. 266 f. +272. 293. 351 f. 384. 393. +419. 433. 439. 440.<lb /> +Vogel (welcher?) 418.<lb /> +Vogel, A. 423.<lb /> +Vogel, Chr. Leber. 243. 338.<lb /> +Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192.<lb /> +Vogt, Caspar 82. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">W</hi>. B. 333.<lb /> +W K. 369. 385. 462.<lb /> +W. Z. (Meister der »schönen +Tür« in Annaberg) +12. 59. 92. 96.<lb /> +Wagner, Erasmus 108 f.<lb /> +Wagner, J. P. +52. 102. 116. 148. 155. 176. +188 f. 244. 351. 400. 404. +425. 439. 447. 451. 457.<lb /> +Wagner, P. A. 241. 398.<lb /> +Wagner, Simon 447.<lb /> +Wailly 428.<lb /> +Waldstein, Seb. 455.<lb /> +Walther, Andreas 84. 388.<lb /> +Walther, Christoph +46. 83. 157. 202. 215. 278. +324. 385. 410.<lb /> +Walther, Hans +78. 83. 90. 126. 194. 225. +331. 375. 385.<lb /> +Walther, Sebast. 81. 433.<lb /> +Walther, Val. 58.<lb /> +Walther, Werkst. u. Schule der +50. 83. 226. 242.<lb /> +Wamser, Chr. 21.<lb /> +Weber, Christoph 66.<lb /> +Weber, Hans 403.<lb /> +Weinlig, Ch. 87 f. 332.<lb /> +Weinmann, Jakob 34.<lb /> +Weinmann, Joh. 426.<lb /> +Weiß, J. G. 47.<lb /> +Welsch, General M. v. +10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450.<lb /> +Wemding, Hans 40.<lb /> +Werner, G. 240.<lb /> +Werner, Hans +2. 40. 47. 119. 154. 210. 228. +281. 401.<lb /> +Werter, Gg. 308.<lb /> +Wessel, Hans 125.<lb /> +Westfalen, Arnold v. +265. 267. 268. 269. 276. +334. 348. 349. 389. 390.<lb /> +Wiedemann, Ludwig 90.<lb /> +Wiedemann, Paul 239.<lb /> +Willkomm, Hans 83.<lb /> +Winkler 88.<lb /> +Winterstein, Gg. 17. 348. 447.<lb /> +Wirauch, Joh. 177.<lb /> +Wiskotschill 87.<lb /> +Wohlhaupter, E. 135.<lb /> +Wolgemut +78. 107. 109. 118. 259. 281. +374. 461.<lb /> +Wolker, J. M. 129. 148. 298.<lb /> +Worms, Eckart v. 438. 440.<lb /> +Wunder 47. 48. 90.<lb /> +Wurzelbauer, Hans 438.<lb /> +Wydemann, Joh. 108. +</p> + +<p> +<hi rend="bold">Z</hi>anck, Mich. 245.<lb /> +Zaner 346.<lb /> +Zapf, G. 210.<lb /> +Zeckel, Joh. 73.<lb /> +Zeissig, J. E. 162.<lb /> +Zeller 306.<lb /> +Zeni 286.<lb /> +Zerroen, A. v. 125.<lb /> +Zick, Januarius 398.<lb /> +Zick, Joh. 11. 155. 451.<lb /> +Zincke, H. G. 7.<lb /> +Zwenger, Paul 97. +</p> +</div> + +<div> +<pb n='488' id='i495.png'/> + +<p><!-- [**center]--> +Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H.,<lb /> +Berlin SW. 48 — Zossen. +</p> +</div> + </body> +<back rend="page-break-before: right"> +<div> +<pgIf output="pdf"> + <then> + <div> + <divGen type="footnotes" /> + </div> + </then> + <else> + <div> + <head>Footnotes</head> + <divGen type="footnotes" /> + </div> + </else> +</pgIf> +</div> + +<div rend="page-break-before: right"> +<divGen type="pgfooter" /> +</div> + +</back> + </text> +</TEI.2> +<!-- +A WORD FROM PROJECT GUTENBERG + + +This file should be named 19460-tei.tei. + +This and all associated files of various formats will be found in: + + + http://www.gutenberg.org/dirs/1/9/4/6/19460/ + + +Updated editions will replace the previous one — the old editions will be +renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no one +owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and +you!) can copy and distribute it in the United States without permission +and without paying copyright royalties. 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You may copy it, give it away + or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License + included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org + + +1.E.2. + + +If an individual Project Gutenberg™ electronic work is derived from the +public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with +permission of the copyright holder), the work can be copied and +distributed to anyone in the United States without paying any fees or +charges. 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It exists because of the +efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks +of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance +they need, is critical to reaching Project Gutenberg™’s goals and ensuring +that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for +generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation was created to provide a secure and permanent future for +Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations +can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at +http://www.pglaf.org. + + +Section 3. + + + Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation + + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of +Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. +The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541. +Its 501(c)(3) letter is posted at +http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full +extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws. + +The Foundation’s principal office is located at 4557 Melan Dr. +S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North +1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information +can be found at the Foundation’s web site and official page at +http://www.pglaf.org + +For additional contact information: + + + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. + + + Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive + Foundation + + +Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread +public support and donations to carry out its mission of increasing the +number of public domain and licensed works that can be freely distributed +in machine readable form accessible by the widest array of equipment +including outdated equipment. 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Hart is the originator of the Project Gutenberg™ +concept of a library of electronic works that could be freely shared with +anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg™ +eBooks with only a loose network of volunteer support. + +Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions, +all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright +notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance +with any particular paper edition. + +Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook’s eBook +number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed +(zipped), HTML and others. + +Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the +old filename and etext number. 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