diff options
| -rw-r--r-- | .gitattributes | 3 | ||||
| -rw-r--r-- | 19971-8.txt | 1348 | ||||
| -rw-r--r-- | 19971-8.zip | bin | 0 -> 26009 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h.zip | bin | 0 -> 258497 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/19971-h.htm | 1947 | ||||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img001.png | bin | 0 -> 25627 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img007.png | bin | 0 -> 6785 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img009.png | bin | 0 -> 2295 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img011a.png | bin | 0 -> 2419 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img011b.png | bin | 0 -> 3298 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img014.png | bin | 0 -> 3745 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img015.png | bin | 0 -> 3972 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img017.png | bin | 0 -> 7782 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img018.png | bin | 0 -> 17439 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img020a.png | bin | 0 -> 2909 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img020b.png | bin | 0 -> 4043 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img022a.png | bin | 0 -> 3359 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img022b.png | bin | 0 -> 3114 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img024.png | bin | 0 -> 6401 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img025.png | bin | 0 -> 9599 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img026.png | bin | 0 -> 3333 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img028.png | bin | 0 -> 2274 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img029.png | bin | 0 -> 11346 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img031.png | bin | 0 -> 7533 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img032.png | bin | 0 -> 4592 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img033.png | bin | 0 -> 6555 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img034.png | bin | 0 -> 9010 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img037.png | bin | 0 -> 5276 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img039.png | bin | 0 -> 5794 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img042.png | bin | 0 -> 8434 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img046.png | bin | 0 -> 4219 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img047.png | bin | 0 -> 2080 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img048.png | bin | 0 -> 4534 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img051.png | bin | 0 -> 9169 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img053.png | bin | 0 -> 3661 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img055.png | bin | 0 -> 3944 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img057.png | bin | 0 -> 7785 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img058.png | bin | 0 -> 3603 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img059.png | bin | 0 -> 3555 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img060.png | bin | 0 -> 3531 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img062.png | bin | 0 -> 3133 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 19971-h/images/img063.png | bin | 0 -> 4803 bytes | |||
| -rw-r--r-- | LICENSE.txt | 11 | ||||
| -rw-r--r-- | README.md | 2 |
44 files changed, 3311 insertions, 0 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes new file mode 100644 index 0000000..6833f05 --- /dev/null +++ b/.gitattributes @@ -0,0 +1,3 @@ +* text=auto +*.txt text +*.md text diff --git a/19971-8.txt b/19971-8.txt new file mode 100644 index 0000000..28fabcc --- /dev/null +++ b/19971-8.txt @@ -0,0 +1,1348 @@ +The Project Gutenberg eBook, Hansi, by Ida Frohnmeyer, Illustrated by +Hedwig Schwegelbaur + + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + + + + +Title: Hansi + + +Author: Ida Frohnmeyer + + + +Release Date: November 29, 2006 [eBook #19971] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + + +***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANSI*** + + +E-text prepared by Norbert H. Langkau, Ralph Janke, and the Project +Gutenberg Online Distributed Proofreading Team (https://www.pgdp.net/) + + + +Note: Project Gutenberg also has an HTML version of this + file which includes the original illustrations. + See 19971-h.htm or 19971-h.zip: + (https://www.gutenberg.org/dirs/1/9/9/7/19971/19971-h/19971-h.htm) + or + (https://www.gutenberg.org/dirs/1/9/9/7/19971/19971-h.zip) + + +Anmerkung zur Transkription: + + Im Original gesperrt gesetzte Worte sind mit _ gekenntzeichnet + + Im Original in Fettdruck gesetzte Worte sind mit = gekenntzeichnet + + + + + +Sonne und Regen im Kinderland +Das zweite Bändchen + +HANSI + +von + +IDA FROHNMEYER + +Zwei Erzählungen + +Mit Scherenschnitten von Hedwig Schwegelbaur + + + + + + + +[Illustration] + + + + +12.-26. Tausend +1922 +D. Gundert / Verlag / Stuttgart + +Druck der Stuttgarter +Vereins-Buchdruckerei + + + +Hansi + +[Illustration] + + +»Und wenn wir uns wiedersehen, ist mein Hansi ein großer, strammer Bub! +Ach, wie ich mich jetzt schon freue!« + +Das hatte Mutterchen gesagt, als sie zum letzten Male an ihres Jungen +Bett gesessen hatte. Am andern Morgen, noch ehe Hansi die Augen +geöffnet, waren sie und der Vater weggereist, weit weg, zurück in das +heiße Land, in dem Hansi geboren war und als kleiner Junge gespielt +hatte. + +Wie war es da so schön! Wie ein langer, leuchtender Sonnentag! Ein +bißchen heiß war es ja manchmal gewesen, aber dann hatte ihn die +freundliche, braune Ayah gefächelt, und Mutterchen hatte ihm erlaubt, +wie ein kleiner Hindujunge, nur mit einem Lendentuch bekleidet, +herumzuspringen. Und da war eine große, mattenbedeckte Veranda gewesen +und ein prächtiger Blumengarten und das weite, blaue Meer, in dem er +jeden Morgen gebadet, und das ihm so viele schöne Muscheln geschenkt. +Ja, und einmal war eine dabei gewesen, die sah drein, als habe sie ein +Tigerfellchen angezogen, und sie hatte etwas ganz Wunderbares in sich +verborgen -- -- das Rauschen des Meeres. Man mußte sie nur dicht ans Ohr +halten, dann hörte man es deutlich, und wenn man die Augen schloß, +konnte man denken, nahe bei Vater und Mutter zu sein. + +Jetzt wohnte Hansi in einem großen Haus mit vielen andern Buben +zusammen. Eine Veranda gab es da nicht, nur weite, helle Stuben, die ein +wenig leer und nüchtern dreinsahen. An den Wänden hingen keine Bilder, +und nirgends standen Blumentöpfe oder schön geformte Vasen. Natürlich, +in einem Haus mit so vielen wilden Buben konnte man derartiges nicht +haben. Mutterchen wenigstens hatte den Mangel so erklärt. + +[Illustration] + +Wenn sie nur ein bißchen weniger wild gewesen wären, diese Buben! Hansi +fürchtete sich vor ihnen, oft unnötigerweise, denn im Grund meinten sie +es gut mit dem neuen Kameraden. Aber er war so verträumt und so +fabelhaft leichtgläubig, der kleine Hansi. Das verlockte sie immer aufs +neue zu Neckereien aller Art. »Hansi, du mußt einmal ein Sandmännchen +werden und mit einem Karren herumziehen und Sand verkaufen!« sagte einer +der Buben. Hansi schaute kläglich drein und meinte: »Ich will aber +nicht!« -- »Ja, du mußt eben, du mußt!« gröhlte die ganze Bande. Sie +lachten aus vollem Halse und sahen ohne alles Mitleid, wie in Hansis +Augen eine heiße Angst aufwachte. Vielleicht daß ihnen die dummen Worte +leid gewesen wären, wenn sie gewußt hätten, daß sie wochenlang wie ein +schweres Gewicht auf Hansis Herzen lagen. Ja, wochenlang. Dann auf +einmal kamen ihm Mutterchens Worte in den Sinn: »Wenn wir uns +wiedersehen, ist mein Hansi ein großer, strammer Bub.« Also noch ein +Bub! Da konnte Mutter doch gewiß verhindern, daß er ein Sandmännchen +werde. Hansi ward darüber so froh, daß er einen bescheidenen kleinen +Luftsprung machen mußte. Dann lief er in den großen Hof hinunter, wo die +andern Jungen spielten und schrien, und schrie zum erstenmal in seinem +Leben tüchtig mit. + +Der Hof erinnerte in nichts an den herrlichen Blumengarten. Nur in einer +Ecke war ein kleiner Abglanz davon. Da hatten die größeren Buben ihre +Gärtchen. Jedem gehörte ein schmales Beet, das er selbst bepflanzen +durfte. Wie sehr liebte Hansi diese kleinen Gärten! Keiner der eigenen +Besitzer wartete mit größerer Spannung auf das Erblühen einer Knospe, +auf das Aufgehen irgend eines geheimnisvollen Blumensamens. + +[Illustration] + +Die großen Jungen fanden es oft recht angenehm, den Kleinen helfen zu +lassen. »Er tut es ja so gern,« entschuldigten sie sich vor sich selbst, +wenn sie sahen, wie er mit glühendem Gesicht die Beete von Unkraut und +Steinen säuberte. Aber keiner dachte daran, dem kleinen Hansi ein +Stückchen, ach! nur ein winziges Stückchen zu geben. Und er mußte noch +so lange auf ein eigenes Gärtchen warten! Wer in die dritte Klasse +eintrat, bekam eines zugewiesen. Hansi aber gehörte noch zu den +»Nullten«. So nannte man die Bürschchen unter sechs Jahren, die noch +nicht zur Schule gingen. Manchmal waren deren zwei, drei, oder noch mehr +beisammen, aber als Hansi ins Haus gekommen, waren eben alle Nullten +stolze »Erstklässler« geworden, und Hansi war die einzige kleine Null. +Das war dem guten Mutterchen gar hart erschienen. Sie hatte wohl +vorausgesehen, wie verloren die kleine Null in dem großen Hause +herumwandern werde. Den ganzen Vormittag hindurch waren Lektionen; für +Hansi war niemand da, und so ging er mit seinen kleinen, immer noch ein +bißchen trippelnden Schritten treppauf, treppab. Oft blieb er vor einem +Klassenzimmer stehen und hörte ein Weilchen zu. Es freute ihn, wenn er +die verschiedenen Stimmen unterscheiden konnte. »Das ist Gerhard und das +Karl und das Fritz.« Er konnte sich beinahe einbilden, mit im +Klassenzimmer zu sein wie ein richtiger großer Junge. Ach, wenn doch das +Frühjahr bald kommen wollte! + +Aber vorerst war es Juni. Im Juli und August waren lange Ferien, das +wußte Hansi. Alle Jungen sprachen von diesen Ferien. Jeder war +irgendwohin eingeladen, zu Verwandten oder guten Freunden, und jeder +hatte etwas Schönes von den kommenden Wochen zu erzählen. + +Nur Hansi nicht. Er wußte nicht, daß ihn eine Tante längst eingeladen, +und niemand dachte daran, ihm etwas davon mitzuteilen. Da überkam ihn +nach und nach eine große Traurigkeit. »Alle werden sie fortgehen, dann +bin ich ganz allein,« dachte das Hänschen, und in Gedanken durchwanderte +er das große Haus und horchte vergeblich an den totenstillen +Klassenzimmern. Mit einem Mal hatte er die vielen wilden Buben lieb. Er +konnte es ihnen nicht sagen, er schaute sie nur an mit bittenden Augen, +die so deutlich sagten: »Geh nicht fort! Weißt du denn nicht, daß ich +dann ganz allein bin?« + +Aber frische, lebenslustige Buben verstehen eine leise Augensprache +schlecht. Hansi mußte deutlicher reden, und das tat er auch eines Tages. +Der Größte der ganzen Schar, der schon beinahe wie ein Herr dreinsah, +hatte Hansi erlaubt, sein Gärtchen zu begießen. Eifrig trippelte der +Kleine hin und her. Das Wasser lief aus der Kanne nicht nur auf die +Blumen hinab, sondern auch auf Hansis Schürze und Schuhe. Ängstlich +beschaute er den Schaden aber der Große wußte Rat. + +[Illustration] + +»Komm, die Schürze hängen wir an die Mauer, da scheint noch Sonne hin. +Die trocknet bald.« + +Er tätschelte bei diesen Worten Hansis Haarschopf -- das tat wohl bis +tief ins kleine Herz hinein. Hansi faßte plötzlich Mut. + +»Du, Ernst, kann ich nicht mit dir in die Ferien gehen? Weißt du, ich +muß sonst allein dableiben.« + +Noch ehe Ernst antworten konnte, erklang ein unbändiges Gelächter. +Hinter den beiden stand Hansis schlimmster Quälgeist, ein lang +aufgeschossener Junge mit schlenkrigen Gliedern. »Nun meint das Kindle, +es bleibe allein zu Hause! Ha, ha, das ist ja rein zum Totlachen! Aber +halt!« -- der lustige Ton schlug plötzlich in einen ernsthaften um -- +»du hast ganz recht. Du mußt freilich allein dableiben. Ganz allein ... +Die Hauseltern gehen weg, und die Mägde gehen weg, und die Lehrer gehen +weg, und natürlich alle Buben -- nur du allein mußt dableiben und das +Haus hüten.« + +Hansi starrte den Sprechenden an mit weit aufgerissenen, entsetzten +Augen, und nun geschah etwas völlig Unerwartetes. Er schrie auf, so +jammervoll, daß es sogar dem dummen Buben ins Herz drang, und dann +stürzte er, immer den gleichen schmerzlichen Schrei ausstoßend, aufs +Haus zu. + +[Illustration] + +»Du Esel!« knurrte der große Ernst und gab dem Quälgeist einen +Rippenstoß. Dann rannte er in großen Sprüngen dem kleinen Kameraden +nach. Drinnen im Haus fand er ihn. Die Hausmutter, eine rüstige Frau, +mit einem freundlichen, tüchtigen[TN1] Gesicht, hielt Hansi auf dem +Schoß und strich ihm beruhigend über die tränennassen Bäckchen. + +»Nun weine nur nicht mehr! Hat es denn gar so weh getan? Wo bist du denn +gefallen? Komm, jetzt machen wir: Heile, heile Segen! Drei Tag' Regen, +drei Tag' Schnee -- tut dem Kindchen nimmer weh!« + +In ihrer Stimme lag etwas so Beruhigendes, daß Hansis wildes Schluchzen +allmählich verstummte. Da stellte ihn die Frau wieder auf die Erde, +putzte ihm das Näschen und ging eilig, um in der Küche ihre Befehle für +das Abendbrot zu geben. + +Der große Ernst stand etwas verlegen neben dem kleinen Kameraden. +»Hansi,« sagte er, »nun paß einmal auf: du mußt nicht allein dableiben. +Du bist auch eingeladen, zu deiner Tante in den Schwarzwald. Dort ist's +schön, freu' dich nur! Auf Karl brauchst du nicht zu hören, der schwatzt +nur dummes Zeug.« + +Hansi sagte nur das eine Wörtchen »O«, aber seine Augen sahen dabei so +glücklich und dankbar drein, daß es dem großen Ernst ganz merkwürdig +warm ums Herz wurde. Zärtlichkeiten waren unter den Jungen verpönt. Aber +nun konnte er nicht anders: er bückte sich und küßte das strahlende +Gesichtchen vorsichtig und rasch. + +[Illustration] + +[Illustration] + +Ende August rückte Hansi wieder in die Anstalt ein. Er brachte ein +sonnenverbranntes Gesichtchen mit und frohe, blanke Augen, in denen sich +viel Liebes gespiegelt hatte. Das war deutlich zu sehen. Und ebenso +deutlich war zu sehen, wie die Augen allmählich den frohen Glanz +verloren und wieder den alten suchenden, verträumten Ausdruck gewannen. + +Und doch war eigentlich niemand unfreundlich mit dem Kleinen. Nur ... es +hatte niemand Zeit für ihn. Das war es. Die Hausmutter und die Mägde +hatten alle Hände voll mit dem großen Haushalt. Der Hausvater und die +Lehrer beschäftigten sich wohl auch außer den Stunden mit den Buben, +aber Hansi war meist zu klein, um bei den verschiedenen Unternehmungen +mittun zu können. Nur der Singlehrer gab sich hie und da mit ihm ab. Der +hatte ihn einmal ein Lied, das ihn seine Ayah gelehrt, singen hören, und +seither durfte Hansi in der Singstunde der Kleinen mitsingen. Ja, und +manchmal durfte er auch noch nach der Stunde eine Weile bei dem +freundlichen Herrn bleiben, der ihm auf dem Klavier allerlei vorspielte. + +Gleich nach Vater und Mutter und den Blumen liebte Hansi die Musik. Aber +es mußte schöne sein. Die Übungsstücke der Buben waren ihm zuwider. Auch +der Lehrer spielte nicht immer schön nach Hansis Meinung. »Schön« waren +nur die feinen, zarten Töne, die einen wie liebe Hände streichelten. -- -- + +Der Herbst brachte eine große Freude für Hansi. Bei Vater und Mutter war +ein Kindchen angekommen, ein kleines Schwesterlein, das mit ebenso +erstaunten Blauaugen in die Welt gucke, wie es Hansi getan. Als das +kleine Ding ein paar Wochen alt war, wurde es photographiert, und Hansi +erhielt ein Bildchen. + +Er betrachtete es mit strahlenden Augen, dann lief er zur Hausmutter. +»Nicht wahr, Tante, einmal hat der liebe Gott gedacht: Nun will ich mal +ein süßes, kleines Mädchen machen, und da hat er Käthe gemacht.« + +[Illustration] + +»Ja, ja, das wird wohl so sein,« lächelte die Tante. Dabei setzte sie +den großen Wäschekorb, den sie eben auf den Boden tragen wollte, wieder +ab, um Hansi einen Kuß zu geben. + +Hansi trug das Bildchen immer bei sich in der Tasche seiner +Matrosenbluse. Wenn er sich sehr klein und verlassen vorkam, zog er es +hervor und setzte sich damit in die Nähe der Gärtchen, um den Blumen von +der kleinen Schwester zu erzählen. Sie verstanden ihn sehr gut, +besonders die Dahlien, die mit ihren dicken Köpfen so vergnügt und +wohlgenährt dreinsahen. Sie erinnerten Hansi immer an einen Buben des +Hauses, der rote Pausbacken hatte und immer zufrieden war. Die Blumen +waren überhaupt wie die Menschen. Sie hatten ihre eigenen Gesichter und +ihr eigenes Wesen. Die Stiefmütterchen waren wie liebe, freundliche +Kinderchen, aber die Rosen trugen sich stolz und hatten wundervolle +Seidenkleider, daß man sie gar nicht anzufassen wagte. Noch schlimmer +waren die Lilien, die so steif und gerade standen, nie sich hin und her +wiegten und flüsterten wie die bunten Nelken. Doch die Liebste von allen +war die Sonnenblume. Sie war die Mutter aller Blumen. Es konnte nicht +anders sein. Sie glich ganz und gar einer freundlichen, liebespendenden +Mutter. + +[Illustration] + +Aber nun waren die Sonnenblumenmutter und alle ihre Sommerkinder +verblüht. In den Gärten standen außer Dahlien nur noch Chrysanthemen. +Der große Ernst hatte sein ganzes Stückchen Land damit bepflanzt. Da +waren violette und bronzefarbene, blaßgelbe und weiße. Hansi liebte die +weißen am meisten, denn sie sahen drein wie Sterne, und er mußte bei +ihrem Anblick immer an den Stern von Bethlehem, an Weihnachten denken. + +[Illustration] + +Und Hansi freute sich auf Weihnachten! Ganz weh tat ihm oft das Herz, +weil es so voller Freude und Erwartung war. Zwar war es traurig, daß +auch die bunten Herbstblumen verblühen mußten, und daß der weiße Schnee, +der so naß und kalt war, alles zudeckte. Hansi konnte nicht verstehen, +daß er die Blumen warm halte, wenn es ihm die andern auch noch so oft +vorsagten. Nein, die Blumen waren alle tot und konnten sich nie mehr +durch den dicken Schnee hinausfinden. + +Das war furchtbar traurig. Aber Hansi wollte nicht daran, sondern an das +wunderschöne Christfest denken. Er lernte viele Weihnachtslieder. Ja, +der Lehrer ließ ihn ganz allein ein altes Lied singen, das fing an: »O +Jesulein süß, o Jesulein mild.« Es waren ein paar Worte drin, die Hansi +nicht verstand. Aber das schadete nichts. Die Melodie war süß und zart, +gerade wie ein Lied sein muß, das man dem Jesuskindlein in der Krippe +singen darf. + +Hansi sang es oft. Wenn er allein in dem großen Kinderzimmer saß und +mit dem alten Baukasten spielte, baute er einen wunderschönen Stall mit +vielen Türmchen und Erkern. Dann legte er den blonden Kopf auf die +Tischplatte, um durch das winzige Fensterchen in das dämmrige Innere zu +sehen. Dazu sang er mit lieber, feiner Stimme, und seine Augen gewannen +dabei einen Ausdruck, als wachse das winzige Ställchen zu einem großen, +als stehe die Tür weit offen und das Hänschen wandere hinein in den +seligen Glanz, der von dem Kindlein in der Krippe ausgeht. + +[Illustration] + +[Illustration] + +In der Stadt war Weihnachtsmarkt. Von dem alten Stadttor, das einst +trutzig jedem Fremden den Einlaß verweigert hatte, nun aber längst +friedlich, mit efeuumsponnenen Türmen innerhalb der Stadt stand, führte +eine breite Straße auf den Andreasplatz hinunter. Und hier standen alle +die Weihnachtsbäume. Prächtige Weißtannen, die wohl dafür bestimmt +waren, einen großen Saal zu schmücken; schlanke Rottannen, deren Zweige +verlangend ausgestreckt waren, als könnten sie es kaum erwarten, die +strahlenden Kerzen und goldenen Ketten zu tragen. Da waren auch putzige, +kleine Bäume, zu denen sich Hansi ganz besonders hingezogen fühlte. Er +schritt neben der Hausmutter die grüne Tannenstraße auf und ab; aber +während diese die großen Bäume musterte, betrachtete Hansi mit +zärtlichen Blicken die kleinen. Endlich wurde eine große, stolze Tanne +gewählt, und Elise, die neueingetretene Magd, und der große Ernst, der +zur Hilfe mitgekommen, packten sie vorsichtig und machten sich auf den +Nachhauseweg. + +»Komm, Hansi,« sagte die Tante, »wir gehen jetzt auch.« + +Hansi streckte gehorsam seine Hand aus, aber er konnte nicht hindern, +daß ihm dabei ein kleiner Seufzer entschlüpfte. Er hatte, während die +Tante mit dem Verkäufer verhandelt, die ganze + +[Illustration] + +Zeit neben einem zierlichen Bäumchen gestanden, dessen grüne Spitze nur +eben an sein Näschen reichte. + +»Gefällt dir das Bäumchen? Möchtest du es haben?« fragte mit einem Mal +die Verkäuferin. »Ich schenke es dir. Die Frau Mama haben ja eine so +große Tanne gekauft, da geht das Kleine noch drein.« + +Hansi konnte sein Glück kaum fassen. Er dankte mehr mit den Augen als +mit dem Mund, dann schritt er neben der Tante, vorsichtig die grüne Last +gegen das dankbare Herzchen gedrückt. + +Es war merkwürdig. Als der Morgen des Festes dämmerte, auf das sich +Hansi wochenlang von ganzem Herzen gefreut, war die Freude mit einem +Schlag wie weggewischt. Noch nie war er sich so klein und so verlassen +vorgekommen, wie in dem unruhigen, frohen Treiben, das den ganzen Tag +beherrschte. Er wurde erst ein bißchen froher, als ihm die Tante zwei +beschädigte Glaskugeln, ein paar schillernde Goldfäden und sogar einige +Halter mit Lichtstümpchen darin schenkte. Nun konnte er doch sein +Bäumchen, sein eigenes, liebes Bäumchen schmücken. Er hatte sich selbst +einigen Schmuck gefertigt: wundersam gezackte Sterne, auch Blumen und +Vögel und allerlei Getier. Sie sahen zwar ein bißchen seltsam drein -- +Mutterchen hatte das entschieden besser gekonnt -- aber im Grund +schadete es nichts. Die langgeschwänzten Vögel wiegten sich vergnüglich +in den grünen Zweigen, die Goldsterne und Goldfäden leuchteten prächtig, +und die Glaskugeln waren so schön, daß Hansi eine Weile seine Arbeit +unterbrechen mußte, um das Bäumchen von allen Seiten bewundern zu +können. Nun wurden noch die fünf Kerzen angesteckt, und das Bäumchen war +geschmückt. + +[Illustration] + +Es stand in einem Rumpelkämmerchen auf einem alten Schemel, den Hansi +erst fein säuberlich mit einem Taschentuch bedeckt hatte. Es war kalt in +der Dachkammer, und Hansi hatte nahezu blaugefrorene Hände und ein +rotes Näschen. Aber er schien es gar nicht zu beachten. Er war ganz +versunken in den Anblick seines Bäumchens, und erst als die Glocke zum +Vieruhrbrot rief, verließ er das Kämmerchen. + +[Illustration] + +Um ½6 Uhr sollte die Weihnachtsfeier beginnen. Vorher mußten alle die +vielen Buben noch einmal gewaschen und gekämmt, gebürstet und +gestriegelt werden. Da konnte es leicht passieren, daß ein so kleines +Männchen wie Hansi übersehen wurde. + +Niemand vermißte ihn, bis es an das Ordnen des Zuges ging. Den mußte ja +der Kleinste anführen. Aber wo war er nur? Nicht im Wohnzimmer, nicht in +der Kinderstube, in keinem der Lehr-, in keinem der Schlafsäle. Die +Buben lachten und stellten die ungeheuerlichsten Vermutungen auf. »Er +hat vielleicht gemeint, die Krippe sei im Kohlenkeller,« meinte der +lange Karl. Das schien der Tante gar nicht so unmöglich. Sie ging selbst +die Kellertreppe hinunter; die Elise aber, die neue Magd, schickte sie +auf den Boden, nach Hansi zu suchen. + +Langsam schritt das junge Mädchen die steile Stiege hinauf. Oben +angekommen, lehnte sie einen Augenblick den Kopf an die Wand und +schluchzte laut und schmerzlich. Es war zum erstenmal, daß sie in der +Fremde Weihnacht feiern mußte... Ach, wie sie sich nach Hause sehnte, wo +sie von allen geliebt worden! Hier fragte niemand nach ihr, niemand +brauchte sie. Es war gleichgültig, ob sie da war oder nicht... Doch -- +sie mußte ja Hansi suchen gehen. + +[Illustration] + +Ein, zwei Türen hatte Elise schon geöffnet und umsonst in dem Halbdunkel +herumgespäht, da sah sie einen Lichtstrahl aus dem alten +Rumpelkämmerchen fallen. Die Türe war nur angelehnt. Ganz leise schob +sich Elise hinein, und da sah sie das verlorene Hänschen auf einer Kiste +sitzen. Vor ihm stand das wundersam geschmückte Bäumchen und leuchtete +mit seinen fünf Kerzen. + +Wie arm und wehmütig sah das drein... Aber das Kind saß davor mit +glückstrahlenden Augen und sang: + +[Illustration] + + »O Jesulein süß! + O Jesulein mild! + Des Vaters Will'n + Hast du erfüllt, + Bist kommen aus dem Himmelreich, + Uns armen Menschen worden gleich. + O Jesulein süß! + O Jesulein mild!« + +Die blonde Elise lehnte unter der Türe. In ihre guten Augen, die schon +so mütterlich schauen konnten, traten heiße Tränen, die langsam über ihr +Gesicht rollten. Sie achtete es nicht. Hier in dem kleinen +Dachkämmerchen, als sie das Kind so einsam sitzen sah, war plötzlich +eine große Freude in ihr aufgewacht... Der brauchte sie und ihre Liebe! +Der war ja auch ganz allein. Es tat ihm gewiß not, daß ihn jemand mit +großer, warmer Liebe umfasse. Ach, und sie war ja froh, wenn sie Liebe +schenken durfte ... + +»Hansi,« sagte Elise, »komm, Bubele, wir haben dich gesucht, weil man +zur Bescherung geht. Du kannst jetzt nicht dableiben, aber dein schönes +Bäumle zünden wir morgen wieder an, gelt?« + +»Nicht wahr, es ist wunderschön?« Hansi kletterte von seiner Kiste +herunter. Dann faßte er mit seinem kalten Händchen die braune, warme +Hand des Mädchens, und als er in ihr gutes Gesicht schaute, kam auch +über ihn eine große, helle Freude. + +[Illustration] + + + + +[Illustration] + +Die alte Bodenkammer + + +Wohl jeder trägt in sich verborgen die Erinnerung an einen Ort, über dem +der Stern der Kindheit mit besonders hellem Glanze leuchtet. + +Vielleicht ist es ein Garten, ein weltfremder, drin prunkende +Pfingstrosen und hohe Malvenstauden stehen; oder ein trauliches +Zimmerchen mit herabgelassenen Vorhängen, und man sieht sich selbst +klein und schmal an Mutters Knie lehnen und ihren Geschichten lauschen. +Wieder zaubert die Erinnerung schneeige Berge, leuchtende Seen oder +auch einen alten Hof, eine Scheuer -- eine Bodenkammer. + +Sie lag nicht in unserm Haus. Bei uns war alles hell und neu und sauber, +sogar auf dem Boden. Aber im Nachbarhaus, schräg über der Straße, war +eine richtige alte Bodenkammer, durch deren halbblindes Fenster das +Licht nur spärlich eindringen konnte. Gegen Abend wurde es daher düster +und schön gruselig. Man hockte so nahe wie möglich zusammen auf der +riesigen alten Kiste und erzählte sich Geistergeschichten, bis einem vor +Angst beinahe die Stimme versagte. Ich hatte an unserer Köchin eine sehr +ergiebige Quelle und wußte u. a. von »den Mädchen, die noch Erbsen +einlegen wollten« und von dem fürchterlichen Telegramm »Habe acht auf +den Sarg« zu erzählen. + +Anni, die Älteste unserer kleinen Schar, behandelte Hauffs +»Gespensterschiff«. Wir kannten ja die Geschichte längst auswendig, aber +Anni sorgte für Variationen, so daß wir immer neuen Grund zum Kreischen +fanden. + +Die andern zwei erzählten nie. Dem dicken Gretchen fiel nichts ein und +das kleine Elschen zählte noch gar nicht recht mit. Sie mußte sich +überhaupt geschmeichelt fühlen, daß wir großen acht- und neunjährigen +Mädels sie mittun ließen. Wenn man erst fünf Jahre alt ist und noch +nicht einmal lesen kann! + +Sie, Klein-Elschen, war übrigens manchmal recht angenehm. Wenn man statt +der Puppen gerne ein lebendiges Kindchen gehabt hätte, ließ sie sich +geduldig in einen großen Schal wickeln und herumschleppen. Ja, sie nahm +sogar mit sichtlichem Vergnügen den Schnuller in den Mund, den wir dem +richtigen Baby entwendet hatten. Mit unserer Moral war es überhaupt +etwas lax bestellt. Wurde in unserm Haushalt irgend ein Mangel entdeckt, +so unternahm das für die Sache am meisten Befähigte einen Beutezug nach +unten, wir nannten es einen Ausgang in die Stadt. + +[Illustration] + +Die Bodenkammer war sehr geräumig. Wir hatten uns in einer Ecke ein ganz +behagliches Wohnzimmerchen eingerichtet, dessen Hauptstolz ein +dreibeiniges Sofa -- an Stelle des vierten Beines stand eine Kiste -- +und eine wacklige Kinderbettlade bildete. Wir waren auch im Besitz einer +Truhe, deren Deckel so schwer war, daß wir ihn nur mit Lebensgefahr +aufheben konnten. Lange war es uns überhaupt nicht gelungen, und wir +hatten uns schon darein ergeben, nie etwas von den darin verborgenen +Schätzen zu Gesicht zu bekommen. Aber einmal packte uns die Neugierde so +mächtig, daß sie uns wahre Riesenkräfte zu verleihen schien; unter +Stöhnen und Ächzen gelang es uns, den Deckel zurückzuschlagen. Eine +dicke Staubdecke war das erste, was sich den vier neugierig gesenkten +Kinderköpfen darbot. Sie lag über einer Menge Bücher und vergilbter +Blätter und hatte sich auf einem rundlichen, mit einem Tuch bedeckten +Gegenstand, der in der untersten Tiefe sichtbar ward, angesammelt. Was +stak wohl unter dem Tuch? + +»Ein Ball!« riet das kleine Elschen. »Ein Goldklumpen!« meinte Gretchen +mit bedächtiger Stimme. + +»Wir wollen es herausholen,« schlug Anni vor. »Steig' du hinein, Mixi, +du bist die Dünnste.« + +Dagegen ließ sich nichts einwenden. Ich hockte zwischen den staubigen +Büchern nieder und fing an, das runde Ding aus seiner Umhüllung zu +schälen. Ich versuchte dabei mit Kopf und Schultern den andern die +Aussicht zu verdecken. Mußte ich in die staubige Kiste kriechen, so +wollte ich wenigstens die Entdeckerfreude erst allein genießen. + +[Illustration] + +Die letzte Hülle fiel und -- -- ein Totenschädel grinste mich an aus +leeren Augenhöhlen ... in dem Oberkiefer staken noch ein paar gelbliche +Zähne. + +Ein eisiges Grauen packte mich, aber ich ließ den Schädel nicht fallen. +Langsam, wie von einer unsichtbaren Hand gezogen, richtete ich mich auf +und hielt meinen Spielgefährten den unheimlichen Fund entgegen. + +Anni stieß einen gellenden Schrei aus. Das sonst etwas schwerfällige +Gretchen flüchtete mit ein paar jähen Sätzen. Nur Elschen blieb stehen +und tippte mit seinen rosigen Fingerchen auf den bleichen Schädel. Sie +lachte dazu und sagte: »Was für ein komischer alter Mann!« + +Die kalte Hand des Grauens ließ mich los. Ich lachte, lachte, daß mir +beinahe die Tränen kamen. Dabei entglitt mir der Schädel und rollte mit +merkwürdigem Ton über den Fußboden. Elschen hob ihn beinahe mitleidig +auf und wickelte ihn in ihr Schürzchen. + +Wir drei andern standen etwas verlegen beiseite. Zum erstenmal war sie +die Überlegene, die Tonangebende. + +»Wollen wir ihn begraben?« fragte die Kleine plötzlich, und wir stimmten +begeistert zu. + +Anni mußte sich unten nach einer passenden Schachtel, will sagen nach +einem Sarg umsehen. Gretchen ging auf die Suche nach der Begräbnisstätte +und dem Grabstein. Ich übernahm es, die Inschrift zu schreiben. Elschen, +immer noch den Schädel im Schürzchen, lehnte neben mir und schaute +bewundernd zu, wie ich mit krampfhaft festgehaltenem Federhalter meine +großen, steifen Buchstaben malte. + +»Lies es mir einmal vor!« bat sie, als das Werk beendet war, und ich +las: + + +------------------------------------------+ + | | + | Hier ruht unser liber Uhruhrgroßvater. | + | -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- | + | Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. | + | -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- | + +------------------------------------------+ + +»Du hättest nicht diesen Spruch schreiben sollen,« sagte Anni, +mißbilligend das Schriftstück betrachtend. »Auf Gräber schreibt man ganz +andere Sachen. Etwas von Auferstehen oder Wiedersehen.« + +»Das ist mir einerlei!« entgegnete ich unerschüttert. »Mir gefällt der +Spruch und ich habe den Ururgroßvater gefunden.« + +Gretchen stand unter der Türe, die Hacke über der Schulter. + +»Ich habe einen feinen Platz, kommt schnell!« + +[Illustration] + +Eiligst wurde der Schädel in Annis Schachtel gesteckt. Der Deckel wollte +zwar nicht zugehen, aber das schadete nichts. Wir legten einen Fetzen +schwarzes Tuch darüber und nun ordnete sich der Zug. Voraus ging +Gretchen, der Totengräber, dann Anni, der Pfarrer; Elschen, die den +Schädel trug, war der Leichenwagen, ich stellte das Trauergeleite dar. + +Wir gingen mit ernsten Köpfen und bedächtigem Schritt die Treppe +hinunter. Unter der Türe begegnete uns die kleine Mutter des Hauses. Sie +war eine zierliche, bewegliche Frau mit lebhaften Augen, die sich stets +zu freuen schienen, obwohl sie oft genug Grund gehabt hätten, ärgerlich +und müde drein zu sehen. Außer meinen drei Freundinnen waren noch zwei +größere und zwei ganz kleine Brüder zu versorgen. Das zappelte und +schrie, lachte und kreischte den ganzen Tag um die Mutter herum, zerriß +Kleider und Strümpfe, beschmutzte Fußböden und Fensterscheiben, wollte +gewaschen und gefüttert sein. In dem allem stand die kleine Mutter, trug +den Kopf mit dem tiefschwarzen Haar froh und aufrecht und hatte +lachende, warme Augen. + +Wir waren das so gewohnt und es erschien uns nichts Absonderliches. Erst +viele Jahre später verstanden wir, was für eine tapfere Seele in der +kleinen Mutter gewohnt hatte. + + * * * * * + +»Mama, wir müssen ganz still sein, wir spielen Begraben!« krähte Elschen +im Vorübergehen, und die Mutter stand denn auch andächtig und still. + +Das Haus lag inmitten eines großen Gartens, der in verschiedene +Abteilungen zerfiel. Da war ein freier Platz mit einem Sandhaufen für +die Kinder. In einem andern Teil standen Blumen und Ziersträucher und +wieder in einem andern lagen in schönen Reihen Gemüsebeete, daneben zog +sich eine dichte Himbeerhecke. Am Ende dieser Hecke war der von Gretchen +gewählte Begräbnisplatz. Sie hatte schon ein Loch gegraben, das sich +aber als viel zu flach erwies. So arbeiteten Totengräber, Pfarrer und +Trauergeleite mit vereinten Kräften, bis das Loch tief genug war, den +Ururgroßvater aufzunehmen. + +Die Grabrede fiel kurz aus, um so kräftiger und anhaltender war der +Gesang. Wir hatten als passende Lieder gewählt: »Morgenrot, Morgenrot! +Leuchtest mir zum frühen Tod!« und: »Der Pilger aus der Ferne zieht +seiner Heimat zu.« + +Elschen hatte noch vorgebracht »Wenn ich groß bin,« aber das war als +völlig unmöglich abgeschlagen worden. Überdies sank sie durch diese +Forderung in unserer Achtung wieder auf die frühere Stufe zurück. + +An diesem Tag blieben wir bis zum Abendbrot im Garten. Der Sonnenschein +war so hell und freundlich, während über der alten Bodenkammer immer +noch etwas Unheimliches zu lagern schien. Aber am nächsten Tag +unterzogen wir den Inhalt der Truhe einer weiteren Besichtigung. + +Die Bücher rochen uralt und hatten schwere, feste Einbanddecken. Die +Schrift war merkwürdig schnörkelig und ließ sich nicht ohne Mühe +entziffern. Wir strengten uns auch nicht sonderlich an. Eine Menge der +Bücher wurden mit Abscheu zur Seite gelegt, weil sie sich als +»Doktorsbücher« erwiesen. Dasselbe Schicksal teilten ein paar +Andachtsbücher »auf Kosten einer wahrheitliebenden Gesellschaft +gedruckt«. Dann stieß Anni einen Schrei des Entzückens aus, denn sie +hatte ein Geschichtenbuch, nein, noch schöner, ein Märchenbuch entdeckt. +Wer hätte der Truhe diesen köstlichen Schatz angesehen! + +[Illustration] + +Anni fing gleich an, uns »die Geschichte von dem tugendhaftigen Prinzen +Treuherz und der wonnesamen Prinzessin Herzelaide« vorzulesen, aber der +Genuß war nur mäßig. Sie blieb immer wieder an den feinen Schnörkelchen +der Buchstaben hängen, und da die Sätze endlos lang waren, hielt sie an, +wenn der Atem ausging, was nicht zur Erleichterung des Verständnisses +beitrug. + +Gretchen gähnte unverhohlen. Elschen spielte längst mit ihrer Puppe, da +ging auch mir die Geduld aus. + +»Laß doch die gräßlichen alten Prinzen und Prinzessinnen in Ruh! Man +versteht ja gar nicht, was sie miteinander sprechen. Und richtig +ordentlich schreiben konnten die Leute früher scheint's auch nicht. Wir +wollen das Buch wieder in die Truhe werfen.« + +Das Schließen des Deckels war viel leichter zu bewerkstelligen als das +Öffnen. Mit einem dumpfen Knall schloß sich die Truhe, und fortan war +sie vor unserer Neugier sicher. + +[Illustration] + + + + +[Illustration] + +Ein paar Tage lang besuchten wir regelmäßig Ururgroßvaters Grab und +schmückten es mit Blumen. Auch mußte die Inschrift zweimal erneuert +werden. Das eine Mal hatte sie der Regen zerstört, das andere Mal war +sie den Buben in die Hände gefallen. + +Diese schrecklichen Buben! Wie viel schöner wäre die Welt gewesen ohne +sie! Wenn man mit den Puppen spazieren ging, äfften sie die Unterhaltung +nach oder versuchten einen Überfall auf die Kinder. Wenn man im +Bodenkammerzimmer eine Einladung an sie ergehen ließ, aßen und tranken +sie all das mühsam Gekochte im Augenblick weg, und statt des Dankes +brummten sie über »das bißchen Zeug«. + +Nur bei den Ball- und Springspielen, hauptsächlich bei dem +unvergleichlichen »Pflumeboppi, 's Hüsli brennt!« gingen wir Mädel und +Buben gemeinsame Wege. Ja, und dann noch bei einem ganz besonderen +Anlaß. + +Unsere Vaterstadt feierte die 400jährige Wiederkehr des Tages, an dem +sich die beiden, durch den Strom getrennten Stadthälften +zusammengeschlossen hatten, mit der Aufführung eines historischen, +eigens für die Gelegenheit verfaßten Festspiels. + +Weit draußen vor der Stadt war die Bühne errichtet worden. Am zweiten +Tag -- die Stadt schwelgte eine halbe Woche lang in ihren Erinnerungen +-- waren bei der Vorstellung sämtliche Schulkinder zugegen. + +Das war ein Ereignis, vor dem alles andere, das sonst unser Leben +ausfüllte, zurücktreten mußte. Während der Vorstellung saßen wir +getrennt, aber auf dem Nachhauseweg fanden wir uns zusammen und konnten +das Geschaute besprechen. + +Anni schwärmte besonders für den König Rudolf. Wie er sich hielt, wie er +sich neigte! Sie streckte ihren schwarzen Wuschelkopf und die kurze +Stumpfnase höher in die Luft, als erwerbe sie sich dadurch etwas von der +königlichen Würde. + +Gretchen war entzückt von all den holdseligen Frauengestalten, auch von +den Kindern, die so niedliche, lange Kleider trugen. »Ich wollte, wir +hätten auch welche!« meinte sie seufzend. »Unsere kurzen Röcke und +Socken sehen gar nicht schön aus.« + +Damit war ich jedoch nicht einverstanden. + +»Denk dir doch, wie unangenehm die dummen, langen Kleider beim Springen +wären! Der 'Pflumeboppi' z. B. fiele alle Augenblicke auf die Nase.« + +»Ja, das ist wahr!« stimmte mir Anni zu. »Wer hat denn dir am besten +gefallen, Mixi? -- Seht, nun wird sie schon wieder ganz rot!« + +»Gar nicht!« wehrte ich ab, obwohl ich die Glut bis unter die +Haarwurzeln steigen fühlte. + +[Illustration] + +»Ihr werdet natürlich lachen, aber das ist mir einerlei. Mir hat der +Priester am besten gefallen.« + +»Der alte, heidnische Kerl!« Anni war entrüstet. Das gutmütige Gretchen, +wohl um mir wieder zu meiner natürlichen Gesichtsfarbe zu verhelfen, +meinte tröstlich: »Sie hatten ihn, glaube ich, alle sehr gern.« + +»Ja, und hörtest du nicht, wie sie alle so jammervoll aufschrieen, als +er sich den Dolch ins Herz stieß?« + +»Du tust gerade, wie wenn er es richtig getan hätte, Mixi! Du brauchst +gar keine so fürchterlichen Augen zu machen, es ist ja doch alles nicht +wahr.« + +Ich duckte mich und schwieg. Da war wieder das Wort, das ich am meisten +fürchtete und haßte -- -- es ist nicht wahr. + +Wozu hatte man denn all die seltsamen Gedanken und Träume, die einen +halb froh, halb traurig stimmten, wenn alles nicht wahr sein sollte! + +Freilich, das auf der Bühne war vielleicht nicht wahr gewesen. Das waren +ja alles gewöhnliche Menschenkinder. Unter den langlockigen Pagen hatte +ich einen Knaben entdeckt, von dem ich genau wußte, daß er in +Wirklichkeit einen struppigen roten Haarschopf besitze. Aber wozu daran +denken? Das ließ sich alles so hübsch beiseite schieben. Das gehörte in +die Welt, die Schule, Aufgaben, Stricken und Gemüse-essen hieß. + +[Illustration] + +Die andere Welt, die man in sich trug, und die sich doch so seltsam weit +ausbreitete, bis zu den weichen, weißen Wolken hinauf, bis zu den +winzigen Maßliebchen und Marienkäferchen hinab -- diese Welt war weit +schöner und heimatlicher. + + * * * * * + +»Mixi, was träumst du wieder! So hör' doch! Ich habe einen wunderschönen +Plan. Wir wollen das Festspiel aufführen, daheim in unsrer Bodenkammer. +Dann kannst du ja deinen alten Priester spielen.« + +»Nein, nein! Das soll Teddy tun. Ich will den Kaiser Valentinian, du +nimmst König Rudolf und Gretchen kann Bischof fein. Ach, und für Elschen +müssen wir auch eine Rolle finden. Wie herrlich wird das werden, ich +freue mich halb zu Tod!« + +Hatte uns schon die große Vorstellung die Köpfe verdreht, so tat es +unsere eigene noch weit mehr. Die Mutter mußte natürlich in die Sache +eingeweiht werden, denn die Blumentöpfe, die wir als Kulissen brauchten +und die langen Kleider, auf denen Gretchen mit großer Energie bestand, +waren alle in ihrer Verwahrung und konnten denn doch nicht ohne weiteres +herbeigeschafft werden. Meine Großmutter steuerte zu unserer +Kostümierung einige Umlegtücher und Schmucksachen bei. + +Wir arbeiteten täglich stundenlang an unsern Vorbereitungen. Natürlich, +das ganze Festspiel konnten wir nicht aufführen; wir mußten uns auf +solche Szenen, in denen möglichst wenig Personen austraten, beschränken. +Aber wir trösteten uns damit, daß sich ja das Publikum das übrige dazu +denken könne. + +Der große Tag nahte. Punkt 2 Uhr sollte die Vorstellung beginnen; ein +paar Minuten früher fanden sich die Zuschauer ein. Wir hatten ihrer nur +wenige gebeten. Natürlich die kleine Mutter, die sich beinahe ebenso +sehr wie wir auf das Festspiel freute, dann Großmutter und eine Tante, +die auf Besuch gekommen. Großmutter erhielt den gedruckten Text, da sie +die richtige Aufführung nicht mit angesehen hatte. Sie hielt das +Heftchen weit von sich, denn ihre alten Augen konnten nicht mehr in die +Nähe sehen. Das imponierte mir immer gewaltig, und es verfehlte auch +seinen Eindruck auf meine Spielgefährten nicht. Es hat nicht jeder eine +Großmutter, die so merkwürdig liest. + +[Illustration] + +Die Zuschauer saßen auf dem alten Sofa. Wir hielten uns in einer +Nebenkammer verborgen, bis es 2 Uhr schlug. + +Das erste Bild stellte die Gründung unserer Stadt durch Kaiser +Valentinian im Jahre 374 dar. Anni, Gretchen, Elschen und Teddy zogen +als raurakischer Volkshaufe auf die »Bühne« und sangen ein Lied, von +dessen sanfter, fließender Weise uns allerdings nur zwei Zeilen im +Gedächtnis geblieben waren, weshalb das übrige mehr rezitativartig +vorgetragen wurde. Dann stürzte Willy herein und verkündete das Nahen +römischer Scharen, was erregtes Sprechen und Schreien zur Folge hatte. +Er verschwand blitzschnell, um nach wenigen Augenblicken als römischer +Hauptmann aufzutreten, der an Stelle der uns fehlenden Kriegerhaufen +einen seltsamen Schwerttanz aufführte. Mit einem Male wandte er sich +gegen die Türe und während seines Jubelrufs: »Großer Cäsar, Imperator, +Heil sei dir, du starker Held!« ritt ich auf schnaubendem Roß auf die +Bühne. + +Das ging so zu: Wir hatten ein Schaukelpferd, das bei jeder starken +schwingenden Bewegung einige Zoll vorwärts glitt; so konnte man also +tatsächlich reiten. + +Kaiser Valentinian trug ein Barett mit weißen [Illustration] + +Gänsefedern und einen malerisch umgeworfenen roten Mantel. Außer dem +Szepter hielt er merkwürdigerweise auch ein Heftchen in der Hand, denn +es war ihn das Genieren angekommen, und die rasch eingelernten und nur +halb verstandenen Worte schienen sich alle verflüchtigt zu haben. So las +denn der gute Kaiser Valentinian seine wohlmeinenden Worte an die +verängsteten Rauraker. Ihre freudigen Zurufe wurden durch den Priester +übertönt, der vor dem neuen Leben sich zu den alten Göttern flüchtet. + + »Nehmet mich auf! von mannigfaltigen + Greueln und Sünden, von Schand und Not + Löse mich leicht der heilige Tod!« + +Teddy in einem langen, dunkeln Gewand, mit mächtigem weißem Bart sah +nach Annis Urteil ganz wie »so ein heidnischer Kerl« aus. Die letzten +Worte heulte er geradezu. Dann ließ er sich, in dem schönen Glauben, die +klagenden Weiber würden ihn auffangen, rücklings zu Boden stürzen. Aber +o weh! Keine schützenden Arme umfingen seinen sinkenden Leib. Er schlug +mit solchem Dröhnen auf den harten Fußboden, daß aus dem Zuschauerraum +ein Entsetzensschrei erscholl, der freilich in ein Lachen überging, als +der tote Priester wütend zischte: »Na, wartet nur bis nachher!« + +[Illustration] + +Kaiser Valentinian stellte die Stimmung wieder her, indem er ein +leuchtendes Bild der zukünftigen Stadt Basilea entwarf. + +[Illustration] + +Unter dem Jubelchor des Volkes und von ihrer Schar begleitet und +hilfreich geschoben, ritt seine Majestät davon. + +Die zweite Szene, die den Bau der alten Rheinbrücke im Jahre 1225 +behandelte, überschlugen wir, der vielen Personen wegen. Um sie aber +nicht ganz unerwähnt zu lassen, wandelte Gretchen langsam und heimlich +als Bischof über die Bühne; Elschen trippelte, ein Meßglöcklein +schwingend, hintendrein. + +Das dritte Bild brachte den Höhepunkt des Festes: Anni als König Rudolf. +Ihre schwarzen Zöpfe waren unter einem Turban verborgen. Sie stak in +einem deutschen Militärrock und schulterte einen uralten Schießprügel. +Um den Hals hing ihr eine goldene Kette, und ihre Beine waren mit +Reiterstiefeln bekleidet. König Rudolf versprach mit großem Pathos der +Stadt ihre Freiheit; Schultheiß Gretchen dankte tief. + +[Illustration] + +Die kriegerischen Rollen des vierten Bildes, wo es sich um den in die +Schlacht von Sempach abziehenden Herzog Leopold handelte, wurden +durchweg von den Buben gespielt, deren schauspielerische Begabung sich +hauptsächlich in einem ungeheuren Stimmenaufwand äußerte. Auch die +feierliche Vereinigung der beiden links und rechts vom Strom gelegenen +Städte, des mehrern und mindern Basel, wurden von den Buben in stark +verkürzter Form vorgetragen. + +Den erhebenden Schluß bildete das Auftreten der drei Frauengestalten: +Helvetia, Basilea, Klio. Unter dem völlig programmwidrigen +Hurrahgeschrei der Buben sank Basilea in die mütterlichen Arme +Helvetias. + +Das Publikum erwies sich sehr aufmerksam. Die kleine Mutter lachte +Tränen. Die Tante fühlte sich »bewegt«, und auch Großmutters alte Augen +schauten freundlich zu uns herüber. In die Ferne konnte sie ja gut +sehen, und so war ihr keine Einzelheit unserer Kostüme, keine einzige +fürstliche Geste und dramatische Bewegung entgangen. + +Nach dem wirklichen Festspiel hatte ein großes Festessen stattgefunden. +Auch uns ward eines zu Teil. + +Als die Vorstellung zu Ende war, lud uns die kleine Mutter feierlich +ein, hinunter zu kommen. Der Tisch im Eßzimmer war gedeckt. In der Mitte +stand eine Riesenplatte mit Erdbeeren. Hei! Wie da König Rudolf, Kaiser +Valentinian und Herzog Leopold fröhlich schmausten. Auch der alte +Priester vergaß seinen Groll, während er eine saftige Beere nach der +andern in den Mund schob. + +Diese Aufführung blieb nicht die einzige, die die alte Bodenkammer +erlebt hat. Das Bühnenfieber hatte uns gepackt, und eine Zeit lang +mußten sich Großmutter und die kleine Mutter wieder und wieder zu dem +alten Sofa hinaufbequemen, um unsere »Lebenden Bilder«, Komödien und +Tragödien anzusehen. + +Der Winter machte diesen Vorstellungen ein Ende, und der Winter brachte +auch eine schmerzliche Trennung. Meine Freunde verließen die Stadt. Das +alte Haus wurde eingerissen, und in dem zierlichen Neubau, der sich an +seiner Stelle erhob, war keine alte Bodenkammer mehr zu finden. + +[Illustration] + +[Illustration] + +=Sonne und Regen im Kinderland= + + * * * * * + +_Eine Reihe bunter Geschichten mit Bildern für kleine und große Leute_ + +1. _Agnes Sapper_: =Frieder=. Die Geschichte vom kleinen Dummerle mit + Scherenschnitten von Hedwig Schwegelbaur. + +2. _Ida Frohnmeyer_: =Hansi=. Zwei Erzählungen, von einem einsamen Bub u. + vom Spiel froher Mädchen mit Scherenschnitten von Hed. Schwegelbaur. + +3. _Charlotte Wörner_: =Prinzeß Gänselore=. Ein Märchen für brave Kinder + mit Orignialholzschnitten von Martha Welsch. + +4. _Charlotte Wörner_: =Die Männlein vom Mummelsee=. Ein Märchen aus dem + Schwarzwald mit Zeichnungen von Martha Welsch. + +5. _Charlotte Wörner_: =Im Reich der Blumen-Königin=. Ein Elfenmärchen mit + Zeichnungen von Martha Welsch. + +6. _Anna Schieber_: =Annegret=. Eine Kindergeschichte mit Bildern von + Elisabeth Sauer. + +=Jedes Bändchen ist fein gebunden u. einfach kartoniert lieferbar= + +Von Sonne und Regen im Kinderland, von Kinderlust und Kinderleid +erzählen diese lieblich ausgestatteten Bändchen. Den Kleinen bringen sie +lebendige, gemütvolle Unterhaltung und den Großen rufen sie die ganze +Schönheit des Kinderlebens in warme Erinnerung + + * * * * * + +=D. Gundert / Verlag / Stuttgart= + + + + +Anmerkungen zur Transkription + +[Anmerkung TN1: In Original steht hier tüchigen.] + + + +***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANSI*** + + +******* This file should be named 19971-8.txt or 19971-8.zip ******* + + +This and all associated files of various formats will be found in: +https://www.gutenberg.org/dirs/1/9/9/7/19971 + + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project +Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you +charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you +do not charge anything for copies of this eBook, complying with the +rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose +such as creation of derivative works, reports, performances and +research. They may be modified and printed and given away--you may do +practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is +subject to the trademark license, especially commercial +redistribution. + + + +*** START: FULL LICENSE *** + +THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE +PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK + +To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free +distribution of electronic works, by using or distributing this work +(or any other work associated in any way with the phrase "Project +Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project +Gutenberg-tm License (available with this file or online at +https://www.gutenberg.org/license). + + +Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm +electronic works + +1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm +electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to +and accept all the terms of this license and intellectual property +(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all +the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy +all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. +If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project +Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the +terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or +entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. + +1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be +used on or associated in any way with an electronic work by people who +agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few +things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works +even without complying with the full terms of this agreement. See +paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project +Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement +and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic +works. See paragraph 1.E below. + +1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" +or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project +Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the +collection are in the public domain in the United States. If an +individual work is in the public domain in the United States and you are +located in the United States, we do not claim a right to prevent you from +copying, distributing, performing, displaying or creating derivative +works based on the work as long as all references to Project Gutenberg +are removed. Of course, we hope that you will support the Project +Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by +freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of +this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with +the work. You can easily comply with the terms of this agreement by +keeping this work in the same format with its attached full Project +Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. + +1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern +what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in +a constant state of change. If you are outside the United States, check +the laws of your country in addition to the terms of this agreement +before downloading, copying, displaying, performing, distributing or +creating derivative works based on this work or any other Project +Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning +the copyright status of any work in any country outside the United +States. + +1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: + +1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate +access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently +whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the +phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project +Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, +copied or distributed: + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + +1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived +from the public domain (does not contain a notice indicating that it is +posted with permission of the copyright holder), the work can be copied +and distributed to anyone in the United States without paying any fees +or charges. If you are redistributing or providing access to a work +with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the +work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 +through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the +Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or +1.E.9. + +1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted +with the permission of the copyright holder, your use and distribution +must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional +terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked +to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the +permission of the copyright holder found at the beginning of this work. + +1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm +License terms from this work, or any files containing a part of this +work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. + +1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this +electronic work, or any part of this electronic work, without +prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with +active links or immediate access to the full terms of the Project +Gutenberg-tm License. + +1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, +compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any +word processing or hypertext form. However, if you provide access to or +distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than +"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version +posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), +you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a +copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon +request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other +form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm +License as specified in paragraph 1.E.1. + +1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, +performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works +unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. + +1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing +access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided +that + +- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from + the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method + you already use to calculate your applicable taxes. The fee is + owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he + has agreed to donate royalties under this paragraph to the + Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments + must be paid within 60 days following each date on which you + prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax + returns. Royalty payments should be clearly marked as such and + sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the + address specified in Section 4, "Information about donations to + the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." + +- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies + you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he + does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm + License. You must require such a user to return or + destroy all copies of the works possessed in a physical medium + and discontinue all use of and all access to other copies of + Project Gutenberg-tm works. + +- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any + money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the + electronic work is discovered and reported to you within 90 days + of receipt of the work. + +- You comply with all other terms of this agreement for free + distribution of Project Gutenberg-tm works. + +1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm +electronic work or group of works on different terms than are set +forth in this agreement, you must obtain permission in writing from +both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael +Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the +Foundation as set forth in Section 3 below. + +1.F. + +1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable +effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread +public domain works in creating the Project Gutenberg-tm +collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic +works, and the medium on which they may be stored, may contain +"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or +corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual +property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a +computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by +your equipment. + +1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right +of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project +Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project +Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all +liability to you for damages, costs and expenses, including legal +fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT +LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE +PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE +TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE +LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR +INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH +DAMAGE. + +1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a +defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can +receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a +written explanation to the person you received the work from. If you +received the work on a physical medium, you must return the medium with +your written explanation. The person or entity that provided you with +the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a +refund. If you received the work electronically, the person or entity +providing it to you may choose to give you a second opportunity to +receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy +is also defective, you may demand a refund in writing without further +opportunities to fix the problem. + +1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth +in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER +WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO +WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. + +1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied +warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. +If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the +law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be +interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by +the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any +provision of this agreement shall not void the remaining provisions. + +1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the +trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone +providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance +with this agreement, and any volunteers associated with the production, +promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, +harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, +that arise directly or indirectly from any of the following which you do +or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm +work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any +Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. + + +Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm + +Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of +electronic works in formats readable by the widest variety of computers +including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at https://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at https://www.gutenberg.org/about/contact + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. Compliance requirements are not uniform and it takes a +considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up +with these requirements. We do not solicit donations in locations +where we have not received written confirmation of compliance. To +SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any +particular state visit https://www.gutenberg.org/fundraising/donate + +While we cannot and do not solicit contributions from states where we +have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition +against accepting unsolicited donations from donors in such states who +approach us with offers to donate. + +International donations are gratefully accepted, but we cannot make +any statements concerning tax treatment of donations received from +outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. + +Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation +methods and addresses. Donations are accepted in a number of other +ways including checks, online payments and credit card donations. +To donate, please visit: +https://www.gutenberg.org/fundraising/donate + + +Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic +works. + +Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm +concept of a library of electronic works that could be freely shared +with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project +Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. + +Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed +editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. +unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + https://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. + diff --git a/19971-8.zip b/19971-8.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..d7377f4 --- /dev/null +++ b/19971-8.zip diff --git a/19971-h.zip b/19971-h.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..8973a5d --- /dev/null +++ b/19971-h.zip diff --git a/19971-h/19971-h.htm b/19971-h/19971-h.htm new file mode 100644 index 0000000..9193986 --- /dev/null +++ b/19971-h/19971-h.htm @@ -0,0 +1,1947 @@ +<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" + "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> +<html> +<head> +<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=ISO-8859-1" /> +<title>The Project Gutenberg eBook of Hansi, by Ida Frohnmeyer</title> + <style type="text/css"> +/*<![CDATA[ XML blockout */ +<!-- + a[title].page { + position: absolute; + right: 2%; + font-size: x-small; + font-style: normal; + font-weight: normal; + color: gray; + background-color: inherit; + display: inline; /* set to "none" to make page numbers disappear */ + } + a[title].page:after { + content: attr(title); + } + p { text-indent: 1.5em; + margin-top: .75em; + text-align: justify; + margin-bottom: .75em; + } + h1,h2,h3,h4,h5,h6 { + text-align: center; /* all headings centered */ + clear: both; + } + hr { width: 33%; + margin-top: 2em; + margin-bottom: 2em; + margin-left: auto; + margin-right: auto; + clear: both; + } + + em.gesperrt { + letter-spacing: 0.35ex; + padding-left: 0.35ex; + font-style: normal; + } + + em.antigua { + font-family: monospace; + font-style: normal; + } + + table {margin-left: auto; margin-right: auto;} + + body{margin-left: 10%; + margin-right: 10%; + } + + .contents {margin-left: 25%;} + .contents_chapter { + } + .contents_section {margin-left: 3.5em; + text-indent: -1.5em; + } + + .linenum {position: absolute; top: auto; left: 4%;} /* poetry number */ + .blockquot{margin-left: 5%; margin-right: 10%;} + .sidenote {width: 20%; padding-bottom: .5em; padding-top: .5em; + padding-left: .5em; padding-right: .5em; margin-left: 1em; + float: right; clear: right; margin-top: 1em; + font-size: smaller; color: black; background: #eeeeee; border: dashed 1px;} + + .bb {border-bottom: solid 2px;} + .bl {border-left: solid 2px;} + .bt {border-top: solid 2px;} + .br {border-right: solid 2px;} + .bbox {border: solid 2px;} + + .center {text-align: center; text-indent: 0em;} + .noindent {text-align: justify; text-indent: 0em;} + .right {text-align: right;} + .right-indent {text-align: right; margin-right: 1.5em; } + .smcap {font-variant: small-caps;} + .u {text-decoration: underline;} + .tocheader {font-size: 130%;} + + .letterdate {text-align: right; margin-top: 2em;} + + .lettersig {text-align: right; margin-bottom: 2em;} + + .caption {font-weight: bold;} + + .figcenter {margin: auto; text-align: center;} + + .figleft {float: left; clear: left; margin-left: 0; margin-bottom: 1em; margin-top: + 1em; margin-right: 1em; padding: 0; text-align: center;} + + .figright {float: right; clear: right; margin-left: 1em; margin-bottom: 1em; + margin-top: 1em; margin-right: 0; padding: 0; text-align: center;} + + .footnotes {border: dashed 1px;} + .footnote {margin-left: 10%; margin-right: 10%; font-size: 0.9em;} + .footnote .label {position: absolute; right: 84%; text-align: right;} + .trnotes {border: dashed 1px; background-color: silver; color: inherit;} + .trnote {margin-left: 10%; margin-right: 10%; font-size: 0.9em;} + .trnote .label {position: absolute; left: 9%; text-align: right;} + + .index {text-indent: 0em;} + .fnanchor {vertical-align: super; font-size: .8em; text-decoration: none;} + + .poem {margin-left:10%; margin-right:10%; text-align: left;} + .poem br {display: none;} + .poem .stanza {margin: 1em 0em 1em 0em;} + .poem span.i0 {display: block; margin-left: 0em; padding-left: 3em; text-indent: -3em;} + .poem span.i2 {display: block; margin-left: 2em; padding-left: 3em; text-indent: -3em;} + .poem span.i4 {display: block; margin-left: 4em; padding-left: 3em; text-indent: -3em;} + .poem span.i8 {display: block; margin-left: 8em; padding-left: 3em; text-indent: -3em;} + hr.full { width: 100%; } + pre {font-size: 75%;} + // --> + /* XML end ]]>*/ + </style> +</head> +<body> +<h1>The Project Gutenberg eBook, Hansi, by Ida Frohnmeyer, Illustrated by +Hedwig Schwegelbaur</h1> +<pre> +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at <a href = "http://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a></pre> +<p>Title: Hansi</p> +<p>Author: Ida Frohnmeyer</p> +<p>Release Date: November 29, 2006 [eBook #19971]</p> +<p>Language: German</p> +<p>Character set encoding: ISO-8859-1</p> +<p>***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANSI***</p> +<p> </p> +<h3>E-text prepared by Norbert H. Langkau, Ralph Janke,<br /> + and the Project Gutenberg Online Distributed Proofreading Team + (http://www.pgdp.net/)</h3> +<p> </p> +<hr class="full" /> +<p> </p> + + + + + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img001.png" width="400" height="473" alt="" title="" /> +</div> + +<h1>Hansi</h1> + + + +<hr style="width: 65%;" /> +<h3><a name="Sonne" id="Sonne"></a>Sonne</h3> +<h3>und Regen</h3> +<h3>im Kinderland</h3> + +<h4><em class='gesperrt'>Das zweite</em></h4> +<h4><em class='gesperrt'>Bändchen</em></h4> + + + +<hr style="width: 65%;" /> +<h4><em class='gesperrt'>Ida Frohnmeyer</em></h4> + +<h2><em class='gesperrt'>Hansi</em></h2> + +<h4><em class='gesperrt'>Zwei Erzählungen</em></h4> + +<hr style="width: 15%;" /> + +<h4><em class='gesperrt'>Mit Scherenschnitten von</em></h4> +<h4><em class='gesperrt'>Hedwig Schwegelbaur</em></h4> + +<hr style="width: 15%;" /> + +<h4><em class='gesperrt'>12.-26. Tausend</em></h4> + +<p> </p> +<hr style="width: 15%;" /> +<p> </p> + +<h3><em class='gesperrt'>1922</em></h3> + +<hr style="width: 45%; height: 1ex; border-style: solid; border-width: thick; border-color: black;" /> + +<h3>D. Gundert / Verlag / Stuttgart</h3> + + + +<hr style="width: 65%;" /> + +<h5>Druck der Stuttgarter</h5> +<h5>Vereins-Buchdruckerei</h5> + + + +<hr style="width: 65%;" /> + +<h2><a class='page' name ='Page_7' id='Page_7' title='7'></a><a name="Hansi" id="Hansi"></a>Hansi</h2> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img007.png" width="400" height="203" alt="" title="" /> +</div> + + +<p>»Und wenn wir uns wiedersehen, ist mein +Hansi ein großer, strammer Bub! Ach, wie ich +mich jetzt schon freue!«</p> + +<p>Das hatte Mutterchen gesagt, als sie zum +letzten Male an ihres Jungen Bett gesessen hatte. +Am andern Morgen, noch ehe Hansi die Augen +geöffnet, waren sie und der Vater weggereist, weit +weg, zurück in das heiße Land, in dem Hansi geboren +war und als kleiner Junge gespielt hatte.</p> + +<p>Wie war es da so schön! Wie ein langer, +leuchtender Sonnentag! Ein bißchen heiß war es +ja manchmal gewesen, aber dann hatte ihn die +<a class='page' name ='Page_8' id='Page_8' title='8'></a>freundliche, braune Ayah gefächelt, und Mutterchen +hatte ihm erlaubt, wie ein kleiner Hindujunge, nur +mit einem Lendentuch bekleidet, herumzuspringen. +Und da war eine große, mattenbedeckte Veranda +gewesen und ein prächtiger Blumengarten und das +weite, blaue Meer, in dem er jeden Morgen gebadet, +und das ihm so viele schöne Muscheln geschenkt. +Ja, und einmal war eine dabei gewesen, +die sah drein, als habe sie ein Tigerfellchen angezogen, +und sie hatte etwas ganz Wunderbares +in sich verborgen — — das Rauschen des Meeres. +Man mußte sie nur dicht ans Ohr halten, dann +hörte man es deutlich, und wenn man die Augen +schloß, konnte man denken, nahe bei Vater und +Mutter zu sein.</p> + +<p>Jetzt wohnte Hansi in einem großen Haus +mit vielen andern Buben zusammen. Eine Veranda +gab es da nicht, nur weite, helle Stuben, die ein +wenig leer und nüchtern dreinsahen. An den +Wänden hingen keine Bilder, und nirgends standen +Blumentöpfe oder schön geformte Vasen. Natürlich, +<a class='page' name ='Page_9' id='Page_9' title='9'></a>in einem Haus mit so vielen wilden Buben +konnte man derartiges nicht haben. Mutterchen +wenigstens hatte den Mangel so erklärt.</p> + +<div class="figright" style="width: 200px;"> +<img src="images/img009.png" width="200" height="135" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Wenn sie nur ein bißchen weniger wild gewesen +wären, diese Buben! Hansi fürchtete sich +vor ihnen, oft unnötigerweise, denn im Grund +meinten sie es gut mit dem neuen Kameraden. +Aber er war so verträumt +und so fabelhaft leichtgläubig, +der kleine Hansi. Das verlockte +sie immer aufs neue zu +Neckereien aller Art. »Hansi, +du mußt einmal ein Sandmännchen +werden und mit einem Karren herumziehen +und Sand verkaufen!« sagte einer der +Buben. Hansi schaute kläglich drein und meinte: +»Ich will aber nicht!« — »Ja, du mußt eben, +du mußt!« gröhlte die ganze Bande. Sie lachten +aus vollem Halse und sahen ohne alles Mitleid, +wie in Hansis Augen eine heiße Angst +aufwachte. Vielleicht daß ihnen die dummen +Worte leid gewesen wären, wenn sie gewußt hätten,<a class='page' name ='Page_10' id='Page_10' title='10'></a> +daß sie wochenlang wie ein schweres Gewicht auf +Hansis Herzen lagen. Ja, wochenlang. Dann +auf einmal kamen ihm Mutterchens Worte in den +Sinn: »Wenn wir uns wiedersehen, ist mein Hansi +ein großer, strammer Bub.« Also noch ein Bub! +Da konnte Mutter doch gewiß verhindern, daß +er ein Sandmännchen werde. Hansi ward darüber +so froh, daß er einen bescheidenen kleinen Luftsprung +machen mußte. Dann lief er in den großen +Hof hinunter, wo die andern Jungen spielten und +schrien, und schrie zum erstenmal in seinem Leben +tüchtig mit.</p> + +<p>Der Hof erinnerte in nichts an den herrlichen +Blumengarten. Nur in einer Ecke war ein kleiner +Abglanz davon. Da hatten die größeren Buben +ihre Gärtchen. Jedem gehörte ein schmales Beet, +das er selbst bepflanzen durfte. Wie sehr liebte +Hansi diese kleinen Gärten! Keiner der eigenen +Besitzer wartete mit größerer Spannung auf das +Erblühen einer Knospe, auf das Aufgehen irgend +eines geheimnisvollen Blumensamens.<a class='page' name ='Page_11' id='Page_11' title='11'></a></p> + +<div class="figleft" style="width: 150px;"> +<img src="images/img011a.png" width="150" height="128" alt="" title="" /> +</div> <div class="figright" style="width: 150px;"> +<img src="images/img011b.png" width="150" height="186" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die großen Jungen fanden es oft recht angenehm, +den Kleinen helfen zu lassen. »Er tut +es ja so gern,« entschuldigten sie sich vor sich selbst, +wenn sie sahen, wie er mit glühendem Gesicht die +Beete von Unkraut und Steinen säuberte. Aber +keiner dachte daran, dem kleinen Hansi ein Stückchen, +ach! nur ein winziges Stückchen zu geben. +Und er mußte noch so lange auf ein eigenes +Gärtchen warten! Wer in die dritte Klasse eintrat, +bekam eines zugewiesen. Hansi aber gehörte +noch zu den »Nullten«. So nannte man die +Bürschchen unter sechs Jahren, +die noch nicht zur Schule gingen. +Manchmal waren deren zwei, +drei, oder noch mehr beisammen, +aber als Hansi +ins Haus gekommen, +waren eben<a class='page' name ='Page_12' id='Page_12' title='12'></a> +alle Nullten stolze »Erstklässler« geworden, und +Hansi war die einzige kleine Null. Das war +dem guten Mutterchen gar hart erschienen. +Sie hatte wohl vorausgesehen, wie verloren +die kleine Null in dem großen Hause herumwandern +werde. Den ganzen Vormittag hindurch +waren Lektionen; für Hansi war niemand +da, und so ging er mit seinen kleinen, immer noch +ein bißchen trippelnden Schritten treppauf, treppab. +Oft blieb er vor einem Klassenzimmer stehen und +hörte ein Weilchen zu. Es freute ihn, wenn er +die verschiedenen Stimmen unterscheiden konnte. +»Das ist Gerhard und das Karl und das Fritz.« +Er konnte sich beinahe einbilden, mit im Klassenzimmer +zu sein wie ein richtiger großer Junge. +Ach, wenn doch das Frühjahr bald kommen +wollte!</p> + +<p>Aber vorerst war es Juni. Im Juli und +August waren lange Ferien, das wußte Hansi. +Alle Jungen sprachen von diesen Ferien. Jeder +war irgendwohin eingeladen, zu Verwandten oder<a class='page' name ='Page_13' id='Page_13' title='13'></a> +guten Freunden, und jeder hatte etwas Schönes +von den kommenden Wochen zu erzählen.</p> + +<p>Nur Hansi nicht. Er wußte nicht, daß ihn +eine Tante längst eingeladen, und niemand dachte +daran, ihm etwas davon mitzuteilen. Da überkam +ihn nach und nach eine große Traurigkeit. +»Alle werden sie fortgehen, dann bin ich ganz +allein,« dachte das Hänschen, und in Gedanken +durchwanderte er das große Haus und horchte +vergeblich an den totenstillen Klassenzimmern. Mit +einem Mal hatte er die vielen wilden Buben lieb. +Er konnte es ihnen nicht sagen, er schaute sie nur +an mit bittenden Augen, die so deutlich sagten: +»Geh nicht fort! Weißt du denn nicht, daß ich +dann ganz allein bin?«</p> + +<p>Aber frische, lebenslustige Buben verstehen +eine leise Augensprache schlecht. Hansi mußte deutlicher +reden, und das tat er auch eines Tages. +Der Größte der ganzen Schar, der schon beinahe +wie ein Herr dreinsah, hatte Hansi erlaubt, sein +Gärtchen zu begießen. Eifrig trippelte der Kleine<a class='page' name ='Page_14' id='Page_14' title='14'></a> +hin und her. Das +Wasser lief aus der +Kanne nicht nur auf die +Blumen hinab, sondern +auch auf Hansis Schürze +und Schuhe. Ängstlich +beschaute er den Schaden +aber der Große wußte Rat.</p> + +<div class="figleft" style="width: 200px;"> +<img src="images/img014.png" width="200" height="139" alt="" title="" /> +</div> + +<p>»Komm, die Schürze hängen wir an die Mauer, +da scheint noch Sonne hin. Die trocknet bald.«</p> + +<p>Er tätschelte bei diesen Worten Hansis Haarschopf — das +tat wohl bis tief ins kleine Herz +hinein. Hansi faßte plötzlich Mut.</p> + +<p>»Du, Ernst, kann ich nicht mit dir in die +Ferien gehen? Weißt du, ich muß sonst allein +dableiben.«</p> + +<p>Noch ehe Ernst antworten konnte, erklang +ein unbändiges Gelächter. Hinter den beiden stand +Hansis schlimmster Quälgeist, ein lang aufgeschossener +Junge mit schlenkrigen Gliedern. »Nun +meint das Kindle, es bleibe allein zu Hause! Ha,<a class='page' name ='Page_15' id='Page_15' title='15'></a> +ha, das ist ja rein zum Totlachen! Aber halt!« +— der lustige Ton schlug plötzlich in einen ernsthaften +um — »du hast ganz recht. Du mußt +freilich allein dableiben. Ganz allein ... Die +Hauseltern gehen weg, und die Mägde gehen +weg, und die Lehrer gehen weg, und natürlich alle +Buben — nur du allein mußt dableiben und das +Haus hüten.«</p> + +<p>Hansi starrte den Sprechenden an mit weit +aufgerissenen, entsetzten Augen, und nun geschah +etwas völlig Unerwartetes. +Er schrie +auf, so jammervoll, +daß es sogar dem +dummen Buben ins +Herz drang, und dann +stürzte er, immer den +gleichen schmerzlichen +Schrei ausstoßend, +aufs Haus zu.</p> + +<div class="figright" style="width: 200px;"> +<img src="images/img015.png" width="200" height="233" alt="" title="" /> +</div> + +<p>»Du Esel!« knurrte<a class='page' name ='Page_16' id='Page_16' title='16'></a> +der große Ernst und gab dem Quälgeist einen +Rippenstoß. Dann rannte er in großen Sprüngen +dem kleinen Kameraden nach. Drinnen im Haus +fand er ihn. Die Hausmutter, eine rüstige Frau, +mit einem freundlichen, tüchtigen<a name="FNanchor_TN1_1" id="FNanchor_TN1_1"></a><a href="#Footnote_TN1_1" class="fnanchor">[TN1]</a> Gesicht, hielt Hansi +auf dem Schoß und strich ihm beruhigend über +die tränennassen Bäckchen.</p> + +<p>»Nun weine nur nicht mehr! Hat es denn +gar so weh getan? Wo bist du denn gefallen? +Komm, jetzt machen wir: Heile, heile Segen! Drei +Tag' Regen, drei Tag' Schnee — tut dem Kindchen +nimmer weh!«</p> + +<p>In ihrer Stimme lag etwas so Beruhigendes, +daß Hansis wildes Schluchzen allmählich verstummte. +Da stellte ihn die Frau wieder auf die +Erde, putzte ihm das Näschen und ging eilig, um +in der Küche ihre Befehle für das Abendbrot zu +geben.</p> + +<p>Der große Ernst stand etwas verlegen neben +dem kleinen Kameraden. »Hansi,« sagte er, »nun +paß einmal auf: du mußt nicht allein dableiben.<a class='page' name ='Page_17' id='Page_17' title='17'></a> +Du bist auch eingeladen, zu deiner Tante in den +Schwarzwald. Dort ist's schön, freu' dich nur! +Auf Karl brauchst du nicht zu hören, der schwatzt +nur dummes Zeug.«</p> + +<p>Hansi sagte nur das eine Wörtchen »O«, aber +seine Augen sahen dabei so glücklich und dankbar +drein, daß es dem großen Ernst ganz merkwürdig +warm ums Herz wurde. Zärtlichkeiten waren unter +den Jungen verpönt. Aber nun konnte er nicht +anders: er bückte sich und küßte das strahlende +Gesichtchen vorsichtig und rasch.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img017.png" width="400" height="295" alt="" title="" /> +</div> + +<hr style="width: 65%;" /> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_18' id='Page_18' title='18'></a> +<img src="images/img018.png" width="400" height="298" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Ende August rückte Hansi wieder in die Anstalt +ein. Er brachte ein sonnenverbranntes Gesichtchen +mit und frohe, blanke Augen, in denen +sich viel Liebes gespiegelt hatte. Das war deutlich +zu sehen. Und ebenso deutlich war zu sehen, +wie die Augen allmählich den frohen Glanz verloren +und wieder den alten suchenden, verträumten +Ausdruck gewannen.<a class='page' name ='Page_19' id='Page_19' title='19'></a></p> + +<p>Und doch war eigentlich niemand unfreundlich +mit dem Kleinen. Nur ... es hatte niemand +Zeit für ihn. Das war es. Die Hausmutter und +die Mägde hatten alle Hände voll mit dem großen +Haushalt. Der Hausvater und die Lehrer beschäftigten +sich wohl auch außer den Stunden mit +den Buben, aber Hansi war meist zu klein, um +bei den verschiedenen Unternehmungen mittun zu +können. Nur der Singlehrer gab sich hie und da +mit ihm ab. Der hatte ihn einmal ein Lied, das +ihn seine Ayah gelehrt, singen hören, und seither +durfte Hansi in der Singstunde der Kleinen mitsingen. +Ja, und manchmal durfte er auch noch +nach der Stunde eine Weile bei dem freundlichen +Herrn bleiben, der ihm auf dem Klavier allerlei +vorspielte.</p> + +<p>Gleich nach Vater und Mutter und den +Blumen liebte Hansi die Musik. Aber es mußte +schöne sein. Die Übungsstücke der Buben waren +ihm zuwider. Auch der Lehrer spielte nicht immer +schön nach Hansis Meinung. »Schön« waren nur<a class='page' name ='Page_20' id='Page_20' title='20'></a> +die feinen, zarten Töne, die einen wie liebe Hände +streichelten. — —</p> + +<div class="figleft" style="width: 150px;"> +<img src="images/img020a.png" width="150" height="167" alt="" title="" /> +</div> + +<div class="figright" style="width: 150px;"> +<img src="images/img020b.png" width="150" height="188" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Der Herbst brachte eine große Freude für +Hansi. Bei Vater und Mutter war ein Kindchen +angekommen, ein kleines Schwesterlein, das mit +ebenso erstaunten Blauaugen in die Welt gucke, +wie es Hansi getan. Als das kleine Ding ein +paar Wochen alt war, wurde es photographiert, +und Hansi erhielt ein Bildchen.</p> + +<p>Er betrachtete es mit strahlenden Augen, dann +lief er zur Hausmutter. »Nicht wahr, Tante, +einmal hat der liebe Gott gedacht: Nun +will ich mal ein süßes, kleines Mädchen +machen, und da hat er Käthe gemacht.«</p> + +<p><a class='page' name ='Page_21' id='Page_21' title='21'></a>»Ja, ja, das wird wohl so sein,« lächelte die +Tante. Dabei setzte sie den großen Wäschekorb, +den sie eben auf den Boden tragen wollte, wieder +ab, um Hansi einen Kuß zu geben.</p> + +<p>Hansi trug das Bildchen immer bei sich in der +Tasche seiner Matrosenbluse. Wenn er sich sehr +klein und verlassen vorkam, zog er es hervor und +setzte sich damit in die Nähe der Gärtchen, um den +Blumen von der kleinen Schwester zu erzählen. +Sie verstanden ihn sehr gut, besonders die Dahlien, +die mit ihren dicken Köpfen so vergnügt und wohlgenährt +dreinsahen. Sie erinnerten Hansi immer +an einen Buben des Hauses, der rote Pausbacken +hatte und immer zufrieden war. Die +Blumen waren überhaupt wie die Menschen. +Sie hatten ihre eigenen Gesichter und ihr eigenes +Wesen. Die Stiefmütterchen waren wie liebe, +freundliche Kinderchen, aber die Rosen trugen sich +stolz und hatten wundervolle Seidenkleider, daß +man sie gar nicht anzufassen wagte. Noch schlimmer +waren die Lilien, die so steif und gerade standen,<a class='page' name ='Page_22' id='Page_22' title='22'></a> +nie sich hin und her wiegten und flüsterten +wie die bunten Nelken. Doch die Liebste +von allen war die Sonnenblume. Sie war +die Mutter aller Blumen. Es konnte nicht +anders sein. Sie glich ganz und gar einer +freundlichen, liebespendenden Mutter.</p> + +<div class="figleft" style="width: 80px;"> +<img src="images/img022a.png" width="80" height="259" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Aber nun waren die Sonnenblumenmutter +und alle ihre Sommerkinder +verblüht. In den Gärten standen +außer Dahlien nur noch +Chrysanthemen. Der +große Ernst hatte sein +ganzes Stückchen Land +damit bepflanzt. Da waren violette +und bronzefarbene, blaßgelbe +und weiße. Hansi liebte +die weißen am meisten, denn sie +sahen drein wie Sterne, und er +mußte bei ihrem Anblick immer +an den Stern von Bethlehem, an +Weihnachten denken.</p> + +<div class="figright" style="width: 90px;"> +<img src="images/img022b.png" width="90" height="182" alt="" title="" /> +</div> + +<p><a class='page' name ='Page_23' id='Page_23' title='23'></a>Und Hansi freute sich auf Weihnachten! Ganz +weh tat ihm oft das Herz, weil es so voller +Freude und Erwartung war. Zwar war es traurig, +daß auch die bunten Herbstblumen verblühen +mußten, und daß der weiße Schnee, der so naß +und kalt war, alles zudeckte. Hansi konnte nicht +verstehen, daß er die Blumen warm halte, wenn +es ihm die andern auch noch so oft vorsagten. +Nein, die Blumen waren alle tot und konnten sich +nie mehr durch den dicken Schnee hinausfinden.</p> + +<p>Das war furchtbar traurig. Aber Hansi +wollte nicht daran, sondern an das wunderschöne +Christfest denken. Er lernte viele Weihnachtslieder. +Ja, der Lehrer ließ ihn ganz allein ein altes Lied +singen, das fing an: »O Jesulein süß, o Jesulein +mild.« Es waren ein paar Worte drin, die Hansi +nicht verstand. Aber das schadete nichts. Die +Melodie war süß und zart, gerade wie ein Lied +sein muß, das man dem Jesuskindlein in der +Krippe singen darf.</p> + +<p>Hansi sang es oft. Wenn er allein in dem<a class='page' name ='Page_24' id='Page_24' title='24'></a> +großen Kinderzimmer saß und mit dem alten Baukasten +spielte, baute er einen wunderschönen Stall +mit vielen Türmchen und Erkern. Dann legte er +den blonden Kopf auf die Tischplatte, um durch +das winzige Fensterchen in das dämmrige Innere +zu sehen. Dazu sang er mit lieber, feiner Stimme, +und seine Augen gewannen dabei einen Ausdruck, +als wachse das winzige Ställchen zu einem großen, +als stehe die Tür weit offen und das Hänschen +wandere hinein in den seligen Glanz, der von +dem Kindlein in der Krippe ausgeht.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img024.png" width="400" height="236" alt="" title="" /> +</div> + +<hr style="width: 65%;" /> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_25' id='Page_25' title='25'></a> +<img src="images/img025.png" width="400" height="240" alt="" title="" /> +</div> + +<p>In der Stadt war Weihnachtsmarkt. Von +dem alten Stadttor, das einst trutzig jedem Fremden +den Einlaß verweigert hatte, nun aber längst friedlich, +mit efeuumsponnenen Türmen innerhalb der +Stadt stand, führte eine breite Straße auf den +Andreasplatz hinunter. Und hier standen alle die +Weihnachtsbäume. Prächtige Weißtannen, die +wohl dafür bestimmt waren, einen großen Saal +zu schmücken; schlanke Rottannen, deren Zweige +verlangend ausgestreckt waren, als könnten sie es<a class='page' name ='Page_26' id='Page_26' title='26'></a> +kaum erwarten, die strahlenden Kerzen und goldenen +Ketten zu tragen. Da waren auch putzige, kleine +Bäume, zu denen sich Hansi ganz besonders hingezogen +fühlte. Er schritt neben der Hausmutter +die grüne Tannenstraße auf und ab; aber während +diese die großen Bäume musterte, betrachtete Hansi +mit zärtlichen Blicken die kleinen. Endlich wurde +eine große, stolze Tanne gewählt, und Elise, die +neueingetretene Magd, und der große Ernst, der +zur Hilfe mitgekommen, packten sie vorsichtig und +machten sich auf den Nachhauseweg.</p> + +<p>»Komm, Hansi,« sagte die Tante, »wir gehen +jetzt auch.«</p> + +<p>Hansi streckte gehorsam seine Hand aus, aber +er konnte nicht hindern, +daß ihm dabei +ein kleiner Seufzer +entschlüpfte. Er hatte, +während die Tante +mit dem Verkäufer +verhandelt, die ganze</p> + +<div class="figleft" style="width: 200px;"> +<img src="images/img026.png" width="200" height="148" alt="" title="" /> +</div> + +<p><a class='page' name ='Page_27' id='Page_27' title='27'></a>Zeit neben einem zierlichen Bäumchen gestanden, +dessen grüne Spitze nur eben an sein Näschen +reichte.</p> + +<p>»Gefällt dir das Bäumchen? Möchtest du +es haben?« fragte mit einem Mal die Verkäuferin. +»Ich schenke es dir. Die Frau Mama haben ja +eine so große Tanne gekauft, da geht das Kleine +noch drein.«</p> + +<p>Hansi konnte sein Glück kaum fassen. Er +dankte mehr mit den Augen als mit dem Mund, +dann schritt er neben der Tante, vorsichtig die +grüne Last gegen das dankbare Herzchen gedrückt.</p> + +<div class="figleft" style="width: 80px;"> +<img src="images/img028.png" width="80" height="367" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Es war merkwürdig. Als der Morgen des +Festes dämmerte, auf das sich Hansi wochenlang +von ganzem Herzen gefreut, war die Freude mit +einem Schlag wie weggewischt. Noch nie war er +sich so klein und so verlassen vorgekommen, wie +in dem unruhigen, frohen Treiben, das den ganzen +Tag beherrschte. Er wurde erst ein bißchen froher, +als ihm die Tante zwei beschädigte Glaskugeln, +ein paar schillernde Goldfäden und sogar einige<a class='page' name ='Page_28' id='Page_28' title='28'></a> +Halter mit Lichtstümpchen darin schenkte. Nun +konnte er doch sein Bäumchen, sein eigenes, liebes +Bäumchen schmücken. Er hatte sich selbst einigen +Schmuck gefertigt: wundersam gezackte +Sterne, auch Blumen und Vögel und allerlei +Getier. Sie sahen zwar ein bißchen +seltsam drein — Mutterchen hatte das +entschieden besser gekonnt — aber im +Grund schadete es nichts. Die langgeschwänzten +Vögel wiegten sich vergnüglich +in den grünen Zweigen, die Goldsterne +und Goldfäden leuchteten prächtig, +und die Glaskugeln waren so schön, daß +Hansi eine Weile seine Arbeit unterbrechen +mußte, um das Bäumchen von allen +Seiten bewundern zu können. Nun +wurden noch die fünf Kerzen angesteckt, +und das Bäumchen war geschmückt.</p> + +<p>Es stand in einem Rumpelkämmerchen auf einem +alten Schemel, den Hansi erst fein säuberlich mit +einem Taschentuch bedeckt hatte. Es war kalt in der<a class='page' name ='Page_29' id='Page_29' title='29'></a> +Dachkammer, und Hansi hatte nahezu blaugefrorene +Hände und ein rotes Näschen. Aber er schien +es gar nicht zu beachten. Er war ganz versunken +in den Anblick seines Bäumchens, und erst als +die Glocke zum Vieruhrbrot rief, verließ er das +Kämmerchen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img029.png" width="400" height="455" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Um ½6 Uhr sollte die Weihnachtsfeier beginnen. +Vorher mußten alle die vielen Buben +noch einmal gewaschen und gekämmt, gebürstet +und gestriegelt werden. Da konnte es leicht passieren, +daß ein so kleines Männchen wie Hansi übersehen +wurde.</p> + +<p>Niemand vermißte ihn, bis es an das Ordnen<a class='page' name ='Page_30' id='Page_30' title='30'></a> +des Zuges ging. Den mußte ja der Kleinste +anführen. Aber wo war er nur? Nicht im +Wohnzimmer, nicht in der Kinderstube, in keinem +der Lehr-, in keinem der Schlafsäle. Die +Buben lachten und stellten die ungeheuerlichsten +Vermutungen auf. »Er hat vielleicht gemeint, die +Krippe sei im Kohlenkeller,« meinte der lange +Karl. Das schien der Tante gar nicht so unmöglich. +Sie ging selbst die Kellertreppe hinunter; +die Elise aber, die neue Magd, schickte sie auf den +Boden, nach Hansi zu suchen.</p> + +<p>Langsam schritt das junge Mädchen die steile +Stiege hinauf. Oben angekommen, lehnte sie einen +Augenblick den Kopf an die Wand und schluchzte +laut und schmerzlich. Es war zum erstenmal, daß +sie in der Fremde Weihnacht feiern mußte... +Ach, wie sie sich nach Hause sehnte, wo sie von +allen geliebt worden! Hier fragte niemand nach +ihr, niemand brauchte sie. Es war gleichgültig, +ob sie da war oder nicht... Doch — sie mußte +ja Hansi suchen gehen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_31' id='Page_31' title='31'></a> +<img src="images/img031.png" width="400" height="235" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Ein, zwei Türen hatte Elise schon geöffnet +und umsonst in dem Halbdunkel herumgespäht, +da sah sie einen Lichtstrahl aus dem alten Rumpelkämmerchen +fallen. Die Türe war nur angelehnt. +Ganz leise schob sich Elise hinein, und da sah sie +das verlorene Hänschen auf einer Kiste sitzen. Vor +ihm stand das wundersam geschmückte Bäumchen +und leuchtete mit seinen fünf Kerzen.</p> + +<p>Wie arm und wehmütig sah das drein... +Aber das Kind saß davor mit glückstrahlenden +Augen und sang:</p> + +<div class="figleft" style="width: 200px;"><a class='page' name ='Page_32' id='Page_32' title='32'></a> +<img src="images/img032.png" width="200" height="213" alt="" title="" /> +</div> + +<div class="poem" ><div class="stanza"> +<span class="i8"> <br /></span> +<span class="i8"> <br /></span> +<span class="i8"> <br /></span> +<span class="i8">»O Jesulein süß!<br /></span> +<span class="i8">O Jesulein mild!<br /></span> +<span class="i8">Des Vaters Will'n<br /></span> +<span class="i8">Hast du erfüllt,<br /></span> +<span class="i8">Bist kommen aus dem Himmelreich,<br /></span> +<span class="i8">Uns armen Menschen worden gleich.<br /></span> +<span class="i8">O Jesulein süß!<br /></span> +<span class="i8">O Jesulein mild!«<br /></span> +</div></div> + +<p>Die blonde Elise lehnte unter der +Türe. In ihre guten Augen, die schon so +mütterlich schauen konnten, traten heiße Tränen, +die langsam über ihr Gesicht rollten. Sie achtete +es nicht. Hier in dem kleinen Dachkämmerchen, +als sie das Kind so einsam sitzen sah, war plötzlich +eine große Freude in ihr aufgewacht... +Der brauchte sie und ihre Liebe! Der war ja +auch ganz allein. Es tat ihm gewiß not, daß ihn<a class='page' name ='Page_33' id='Page_33' title='33'></a> +jemand mit großer, warmer Liebe umfasse. Ach, +und sie war ja froh, wenn sie Liebe schenken durfte ...</p> + +<p>»Hansi,« sagte Elise, »komm, Bubele, wir +haben dich gesucht, weil man zur Bescherung geht. +Du kannst jetzt nicht dableiben, aber dein schönes +Bäumle zünden wir morgen wieder an, gelt?«</p> + +<p>»Nicht wahr, es ist wunderschön?« Hansi +kletterte von seiner Kiste herunter. Dann faßte +er mit seinem kalten Händchen die braune, warme +Hand des Mädchens, und als er in ihr gutes +Gesicht schaute, kam auch über ihn eine große, +helle Freude.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img033.png" width="400" height="153" alt="" title="" /> +</div> + + + +<hr style="width: 65%;" /> +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_34' id='Page_34' title='34'></a> +<img src="images/img034.png" width="400" height="249" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die alte Bodenkammer</p> + + +<p>Wohl jeder trägt in sich verborgen die Erinnerung +an einen Ort, über dem der Stern der +Kindheit mit besonders hellem Glanze leuchtet.</p> + +<p>Vielleicht ist es ein Garten, ein weltfremder, +drin prunkende Pfingstrosen und hohe Malvenstauden +stehen; oder ein trauliches Zimmerchen +mit herabgelassenen Vorhängen, und man sieht sich +selbst klein und schmal an Mutters Knie lehnen +und ihren Geschichten lauschen. Wieder zaubert die<a class='page' name ='Page_35' id='Page_35' title='35'></a> +Erinnerung schneeige Berge, leuchtende Seen oder +auch einen alten Hof, eine Scheuer — eine Bodenkammer.</p> + +<p>Sie lag nicht in unserm Haus. Bei uns war +alles hell und neu und sauber, sogar auf dem +Boden. Aber im Nachbarhaus, schräg über der +Straße, war eine richtige alte Bodenkammer, durch +deren halbblindes Fenster das Licht nur spärlich +eindringen konnte. Gegen Abend wurde es daher +düster und schön gruselig. Man hockte so nahe +wie möglich zusammen auf der riesigen alten Kiste +und erzählte sich Geistergeschichten, bis einem vor +Angst beinahe die Stimme versagte. Ich hatte an +unserer Köchin eine sehr ergiebige Quelle und +wußte u. a. von »den Mädchen, die noch Erbsen +einlegen wollten« und von dem fürchterlichen +Telegramm »Habe acht auf den Sarg« zu erzählen.</p> + +<p>Anni, die Älteste unserer kleinen Schar, behandelte +Hauffs »Gespensterschiff«. Wir kannten +ja die Geschichte längst auswendig, aber Anni<a class='page' name ='Page_36' id='Page_36' title='36'></a> +sorgte für Variationen, so daß wir immer neuen +Grund zum Kreischen fanden.</p> + +<p>Die andern zwei erzählten nie. Dem dicken +Gretchen fiel nichts ein und das kleine Elschen +zählte noch gar nicht recht mit. Sie mußte sich +überhaupt geschmeichelt fühlen, daß wir großen +acht- und neunjährigen Mädels sie mittun ließen. +Wenn man erst fünf Jahre alt ist und noch nicht +einmal lesen kann!</p> + +<p>Sie, Klein-Elschen, war übrigens manchmal +recht angenehm. Wenn man statt der Puppen +gerne ein lebendiges Kindchen gehabt hätte, ließ +sie sich geduldig in einen großen Schal wickeln +und herumschleppen. Ja, sie nahm sogar mit +sichtlichem Vergnügen den Schnuller in den Mund, +den wir dem richtigen Baby entwendet hatten. +Mit unserer Moral war es überhaupt etwas lax +bestellt. Wurde in unserm Haushalt irgend ein +Mangel entdeckt, so unternahm das für die Sache +am meisten Befähigte einen Beutezug nach unten, +wir nannten es einen Ausgang in die Stadt.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_37' id='Page_37' title='37'></a> +<img src="images/img037.png" width="400" height="178" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die Bodenkammer war sehr geräumig. Wir +hatten uns in einer Ecke ein ganz behagliches +Wohnzimmerchen eingerichtet, dessen Hauptstolz +ein dreibeiniges Sofa — an Stelle des vierten +Beines stand eine Kiste — und eine wacklige Kinderbettlade +bildete. Wir waren auch im Besitz einer +Truhe, deren Deckel so schwer war, daß wir ihn +nur mit Lebensgefahr aufheben konnten. Lange +war es uns überhaupt nicht gelungen, und wir +hatten uns schon darein ergeben, nie etwas von +den darin verborgenen Schätzen zu Gesicht zu bekommen. +Aber einmal packte uns die Neugierde +so mächtig, daß sie uns wahre Riesenkräfte zu<a class='page' name ='Page_38' id='Page_38' title='38'></a> +verleihen schien; unter Stöhnen und Ächzen gelang +es uns, den Deckel zurückzuschlagen. Eine dicke +Staubdecke war das erste, was sich den vier neugierig +gesenkten Kinderköpfen darbot. Sie lag +über einer Menge Bücher und vergilbter Blätter +und hatte sich auf einem rundlichen, mit einem +Tuch bedeckten Gegenstand, der in der untersten +Tiefe sichtbar ward, angesammelt. Was stak wohl +unter dem Tuch?</p> + +<p>»Ein Ball!« riet das kleine Elschen. »Ein +Goldklumpen!« meinte Gretchen mit bedächtiger +Stimme.</p> + +<p>»Wir wollen es herausholen,« schlug Anni +vor. »Steig' du hinein, Mixi, du bist die Dünnste.«</p> + +<p>Dagegen ließ sich nichts einwenden. Ich +hockte zwischen den staubigen Büchern nieder und +fing an, das runde Ding aus seiner Umhüllung +zu schälen. Ich versuchte dabei mit Kopf und +Schultern den andern die Aussicht zu verdecken. +Mußte ich in die staubige Kiste kriechen, so wollte +ich wenigstens die Entdeckerfreude erst allein genießen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_39' id='Page_39' title='39'></a> +<img src="images/img039.png" width="400" height="204" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die letzte Hülle fiel und — — ein Totenschädel +grinste mich an aus leeren Augenhöhlen +... in dem Oberkiefer staken noch ein paar gelbliche +Zähne.</p> + +<p>Ein eisiges Grauen packte mich, aber ich ließ +den Schädel nicht fallen. Langsam, wie von einer +unsichtbaren Hand gezogen, richtete ich mich auf +und hielt meinen Spielgefährten den unheimlichen +Fund entgegen.</p> + +<p>Anni stieß einen gellenden Schrei aus. Das +sonst etwas schwerfällige Gretchen flüchtete mit ein +paar jähen Sätzen. Nur Elschen blieb stehen und +tippte mit seinen rosigen Fingerchen auf den bleichen<a class='page' name ='Page_40' id='Page_40' title='40'></a> +Schädel. Sie lachte dazu und sagte: »Was für +ein komischer alter Mann!«</p> + +<p>Die kalte Hand des Grauens ließ mich los. +Ich lachte, lachte, daß mir beinahe die Tränen +kamen. Dabei entglitt mir der Schädel und rollte +mit merkwürdigem Ton über den Fußboden. Elschen +hob ihn beinahe mitleidig auf und wickelte ihn in +ihr Schürzchen.</p> + +<p>Wir drei andern standen etwas verlegen beiseite. +Zum erstenmal war sie die Überlegene, die +Tonangebende.</p> + +<p>»Wollen wir ihn begraben?« fragte die Kleine +plötzlich, und wir stimmten begeistert zu.</p> + +<p>Anni mußte sich unten nach einer passenden +Schachtel, will sagen nach einem Sarg umsehen. +Gretchen ging auf die Suche nach der Begräbnisstätte +und dem Grabstein. Ich übernahm es, die +Inschrift zu schreiben. Elschen, immer noch den +Schädel im Schürzchen, lehnte neben mir und +schaute bewundernd zu, wie ich mit krampfhaft<a class='page' name ='Page_41' id='Page_41' title='41'></a> +festgehaltenem Federhalter meine großen, steifen +Buchstaben malte.</p> + +<p>»Lies es mir einmal vor!« bat sie, als das +Werk beendet war, und ich las:</p> + + + +<div class='center'> +<table border="2" frame="box" rules="none" cellpadding="8" cellspacing="8" summary=""> +<tr><td align='center' style="border-bottom: thin dashed black;">Hier ruht unser liber Uhruhrgroßvater.</td></tr> +<tr><td align='center' style="border-bottom: thin dashed black;">Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle.</td></tr> +</table></div> + +<p>»Du hättest nicht diesen Spruch schreiben +sollen,« sagte Anni, mißbilligend das Schriftstück +betrachtend. »Auf Gräber schreibt man ganz +andere Sachen. Etwas von Auferstehen oder +Wiedersehen.«</p> + +<p>»Das ist mir einerlei!« entgegnete ich unerschüttert. +»Mir gefällt der Spruch und ich habe +den Ururgroßvater gefunden.«</p> + +<p>Gretchen stand unter der Türe, die Hacke +über der Schulter.</p> + +<p>»Ich habe einen feinen Platz, kommt schnell!«</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_42' id='Page_42' title='42'></a> +<img src="images/img042.png" width="400" height="189" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Eiligst wurde der Schädel in Annis Schachtel +gesteckt. Der Deckel wollte zwar nicht zugehen, +aber das schadete nichts. Wir legten einen Fetzen +schwarzes Tuch darüber und nun ordnete sich der +Zug. Voraus ging Gretchen, der Totengräber, +dann Anni, der Pfarrer; Elschen, die den Schädel +trug, war der Leichenwagen, ich stellte das Trauergeleite +dar.</p> + +<p>Wir gingen mit ernsten Köpfen und bedächtigem +Schritt die Treppe hinunter. Unter der +Türe begegnete uns die kleine Mutter des Hauses. +Sie war eine zierliche, bewegliche Frau mit leb<a class='page' name ='Page_43' id='Page_43' title='43'></a>haften +Augen, die sich stets zu freuen schienen, +obwohl sie oft genug Grund gehabt hätten, ärgerlich +und müde drein zu sehen. Außer meinen drei +Freundinnen waren noch zwei größere und zwei +ganz kleine Brüder zu versorgen. Das zappelte +und schrie, lachte und kreischte den ganzen Tag +um die Mutter herum, zerriß Kleider und Strümpfe, +beschmutzte Fußböden und Fensterscheiben, wollte +gewaschen und gefüttert sein. In dem allem stand +die kleine Mutter, trug den Kopf mit dem tiefschwarzen +Haar froh und aufrecht und hatte +lachende, warme Augen.</p> + +<p>Wir waren das so gewohnt und es erschien +uns nichts Absonderliches. Erst viele Jahre später +verstanden wir, was für eine tapfere Seele in der +kleinen Mutter gewohnt hatte.</p> + +<hr style='width: 45%;' /> + +<p>»Mama, wir müssen ganz still sein, wir +spielen Begraben!« krähte Elschen im Vorübergehen, +und die Mutter stand denn auch andächtig +und still.<a class='page' name ='Page_44' id='Page_44' title='44'></a></p> + +<p>Das Haus lag inmitten eines großen Gartens, +der in verschiedene Abteilungen zerfiel. Da war +ein freier Platz mit einem Sandhaufen für die +Kinder. In einem andern Teil standen Blumen +und Ziersträucher und wieder in einem andern +lagen in schönen Reihen Gemüsebeete, daneben +zog sich eine dichte Himbeerhecke. Am Ende dieser +Hecke war der von Gretchen gewählte Begräbnisplatz. +Sie hatte schon ein Loch gegraben, das sich +aber als viel zu flach erwies. So arbeiteten Totengräber, +Pfarrer und Trauergeleite mit vereinten +Kräften, bis das Loch tief genug war, den Ururgroßvater +aufzunehmen.</p> + +<p>Die Grabrede fiel kurz aus, um so kräftiger +und anhaltender war der Gesang. Wir hatten +als passende Lieder gewählt: »Morgenrot, Morgenrot! +Leuchtest mir zum frühen Tod!« und: »Der +Pilger aus der Ferne zieht seiner Heimat zu.«</p> + +<p>Elschen hatte noch vorgebracht »Wenn ich +groß bin,« aber das war als völlig unmöglich +abgeschlagen worden. Überdies sank sie durch diese<a class='page' name ='Page_45' id='Page_45' title='45'></a> +Forderung in unserer Achtung wieder auf die +frühere Stufe zurück.</p> + +<p>An diesem Tag blieben wir bis zum Abendbrot +im Garten. Der Sonnenschein war so hell +und freundlich, während über der alten Bodenkammer +immer noch etwas Unheimliches zu lagern +schien. Aber am nächsten Tag unterzogen wir den +Inhalt der Truhe einer weiteren Besichtigung.</p> + +<p>Die Bücher rochen uralt und hatten schwere, +feste Einbanddecken. Die Schrift war merkwürdig +schnörkelig und ließ sich nicht ohne Mühe entziffern. +Wir strengten uns auch nicht sonderlich an. Eine +Menge der Bücher wurden mit Abscheu zur Seite +gelegt, weil sie sich als »Doktorsbücher« erwiesen. +Dasselbe Schicksal teilten ein paar Andachtsbücher +»auf Kosten einer wahrheitliebenden Gesellschaft +gedruckt«. Dann stieß Anni einen Schrei des Entzückens +aus, denn sie hatte ein Geschichtenbuch, +nein, noch schöner, ein Märchenbuch entdeckt. Wer +hätte der Truhe diesen köstlichen Schatz angesehen!</p> + +<div class="figcenter" style="width: 300px;"><a class='page' name ='Page_46' id='Page_46' title='46'></a> +<img src="images/img046.png" width="300" height="223" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Anni fing gleich an, uns »die Geschichte von +dem tugendhaftigen Prinzen Treuherz und der +wonnesamen Prinzessin Herzelaide« vorzulesen, +aber der Genuß war nur mäßig. Sie blieb immer +wieder an den feinen Schnörkelchen der Buchstaben +hängen, und da die Sätze endlos lang waren, hielt +sie an, wenn der Atem ausging, was nicht zur +Erleichterung des Verständnisses beitrug.</p> + +<p>Gretchen gähnte unverhohlen. Elschen spielte +längst mit ihrer Puppe, da ging auch mir die +Geduld aus.</p> + +<p>»Laß doch die gräßlichen alten Prinzen und<a class='page' name ='Page_47' id='Page_47' title='47'></a> +Prinzessinnen in Ruh! Man versteht ja gar nicht, +was sie miteinander sprechen. Und richtig ordentlich +schreiben konnten die Leute früher scheint's auch +nicht. Wir wollen das Buch wieder in die Truhe +werfen.«</p> + +<p>Das Schließen des Deckels war viel leichter +zu bewerkstelligen als das Öffnen. Mit einem +dumpfen Knall schloß sich die Truhe, und fortan +war sie vor unserer Neugier sicher.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 100px;"> +<img src="images/img047.png" width="100" height="57" alt="" title="" /> +</div> + + + +<hr style="width: 65%;" /> +<div class="figcenter" style="width: 300px;"><a class='page' name ='Page_48' id='Page_48' title='48'></a> +<img src="images/img048.png" width="300" height="136" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Ein paar Tage lang besuchten wir regelmäßig +Ururgroßvaters Grab und schmückten es mit Blumen. +Auch mußte die Inschrift zweimal erneuert +werden. Das eine Mal hatte sie der Regen zerstört, +das andere Mal war sie den Buben in die +Hände gefallen.</p> + +<p>Diese schrecklichen Buben! Wie viel schöner +wäre die Welt gewesen ohne sie! Wenn man mit +den Puppen spazieren ging, äfften sie die Unterhaltung +nach oder versuchten einen Überfall auf +die Kinder. Wenn man im Bodenkammerzimmer +eine Einladung an sie ergehen ließ, aßen und +tranken sie all das mühsam Gekochte im Augenblick +weg, und statt des Dankes brummten sie über +»das bißchen Zeug«.<a class='page' name ='Page_49' id='Page_49' title='49'></a></p> + +<p>Nur bei den Ball- und Springspielen, hauptsächlich +bei dem unvergleichlichen »Pflumeboppi, +'s Hüsli brennt!« gingen wir Mädel und Buben +gemeinsame Wege. Ja, und dann noch bei einem +ganz besonderen Anlaß.</p> + +<p>Unsere Vaterstadt feierte die 400jährige Wiederkehr +des Tages, an dem sich die beiden, durch +den Strom getrennten Stadthälften zusammengeschlossen +hatten, mit der Aufführung eines historischen, +eigens für die Gelegenheit verfaßten Festspiels.</p> + +<p>Weit draußen vor der Stadt war die Bühne +errichtet worden. Am zweiten Tag — die Stadt +schwelgte eine halbe Woche lang in ihren Erinnerungen +— waren bei der Vorstellung sämtliche +Schulkinder zugegen.</p> + +<p>Das war ein Ereignis, vor dem alles andere, +das sonst unser Leben ausfüllte, zurücktreten mußte. +Während der Vorstellung saßen wir getrennt, aber +auf dem Nachhauseweg fanden wir uns zusammen +und konnten das Geschaute besprechen.<a class='page' name ='Page_50' id='Page_50' title='50'></a></p> + +<p>Anni schwärmte besonders für den König +Rudolf. Wie er sich hielt, wie er sich neigte! Sie +streckte ihren schwarzen Wuschelkopf und die kurze +Stumpfnase höher in die Luft, als erwerbe sie sich +dadurch etwas von der königlichen Würde.</p> + +<p>Gretchen war entzückt von all den holdseligen +Frauengestalten, auch von den Kindern, die so +niedliche, lange Kleider trugen. »Ich wollte, wir +hätten auch welche!« meinte sie seufzend. »Unsere +kurzen Röcke und Socken sehen gar nicht +schön aus.«</p> + +<p>Damit war ich jedoch nicht einverstanden.</p> + +<p>»Denk dir doch, wie unangenehm die +dummen, langen Kleider beim Springen wären! +Der ‘Pflumeboppi’ z. B. fiele alle Augenblicke auf +die Nase.«</p> + +<p>»Ja, das ist wahr!« stimmte mir Anni zu. +»Wer hat denn dir am besten gefallen, Mixi? +— Seht, nun wird sie schon wieder ganz rot!«</p> + +<p>»Gar nicht!« wehrte ich ab, obwohl ich die +Glut bis unter die Haarwurzeln steigen fühlte.<a class='page' name ='Page_51' id='Page_51' title='51'></a></p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"> +<img src="images/img051.png" width="400" height="297" alt="" title="" /> +</div> + +<p>»Ihr werdet natürlich lachen, aber das ist mir +einerlei. Mir hat der Priester am besten gefallen.«</p> + +<p>»Der alte, heidnische Kerl!« Anni war entrüstet. +Das gutmütige Gretchen, wohl um mir +wieder zu meiner natürlichen Gesichtsfarbe zu verhelfen, +meinte tröstlich: »Sie hatten ihn, glaube +ich, alle sehr gern.«</p> + +<p>»Ja, und hörtest du nicht, wie sie alle so<a class='page' name ='Page_52' id='Page_52' title='52'></a> +jammervoll aufschrieen, als er sich den Dolch ins +Herz stieß?«</p> + +<p>»Du tust gerade, wie wenn er es richtig getan +hätte, Mixi! Du brauchst gar keine so fürchterlichen +Augen zu machen, es ist ja doch alles +nicht wahr.«</p> + +<p>Ich duckte mich und schwieg. Da war wieder +das Wort, das ich am meisten fürchtete und haßte +— — es ist nicht wahr.</p> + +<p>Wozu hatte man denn all die seltsamen Gedanken +und Träume, die einen halb froh, halb +traurig stimmten, wenn alles nicht wahr sein sollte!</p> + +<p>Freilich, das auf der Bühne war vielleicht +nicht wahr gewesen. Das waren ja alles gewöhnliche +Menschenkinder. Unter den langlockigen Pagen +hatte ich einen Knaben entdeckt, von dem ich genau +wußte, daß er in Wirklichkeit einen struppigen roten +Haarschopf besitze. Aber wozu daran denken? Das +ließ sich alles so hübsch beiseite schieben. Das gehörte +in die Welt, die Schule, Aufgaben, Stricken +und Gemüse-essen hieß.<a class='page' name ='Page_53' id='Page_53' title='53'></a></p> + +<div class="figright" style="width: 200px;"> +<img src="images/img053.png" width="200" height="125" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die andere Welt, die +man in sich trug, und die +sich doch so seltsam weit +ausbreitete, bis zu den +weichen, weißen Wolken +hinauf, bis zu den winzigen Maßliebchen und +Marienkäferchen hinab — diese Welt war weit +schöner und heimatlicher.</p> + +<hr style='width: 45%;' /> + +<p>»Mixi, was träumst du wieder! So hör' +doch! Ich habe einen wunderschönen Plan. Wir +wollen das Festspiel aufführen, daheim in unsrer +Bodenkammer. Dann kannst du ja deinen alten +Priester spielen.«</p> + +<p>»Nein, nein! Das soll Teddy tun. Ich will +den Kaiser Valentinian, du nimmst König Rudolf +und Gretchen kann Bischof fein. Ach, und für +Elschen müssen wir auch eine Rolle finden. Wie +herrlich wird das werden, ich freue mich halb zu +Tod!«</p> + +<p>Hatte uns schon die große Vorstellung die<a class='page' name ='Page_54' id='Page_54' title='54'></a> +Köpfe verdreht, so tat es unsere eigene noch weit +mehr. Die Mutter mußte natürlich in die Sache +eingeweiht werden, denn die Blumentöpfe, die wir +als Kulissen brauchten und die langen Kleider, +auf denen Gretchen mit großer Energie bestand, +waren alle in ihrer Verwahrung und konnten denn +doch nicht ohne weiteres herbeigeschafft werden. +Meine Großmutter steuerte zu unserer Kostümierung +einige Umlegtücher und Schmucksachen bei.</p> + +<p>Wir arbeiteten täglich stundenlang an unsern +Vorbereitungen. Natürlich, das ganze Festspiel +konnten wir nicht aufführen; wir mußten uns auf +solche Szenen, in denen möglichst wenig Personen +austraten, beschränken. Aber wir trösteten uns +damit, daß sich ja das Publikum das übrige dazu +denken könne.</p> + +<p>Der große Tag nahte. Punkt 2 Uhr sollte +die Vorstellung beginnen; ein paar Minuten früher +fanden sich die Zuschauer ein. Wir hatten ihrer +nur wenige gebeten. Natürlich die kleine Mutter, +die sich beinahe ebenso sehr wie wir auf das Fest<a class='page' name ='Page_55' id='Page_55' title='55'></a>spiel +freute, dann Großmutter und eine Tante, +die auf Besuch gekommen. Großmutter erhielt den +gedruckten Text, da sie die richtige Aufführung +nicht mit angesehen hatte. Sie hielt das Heftchen +weit von sich, denn ihre alten Augen konnten +nicht mehr in die Nähe sehen. Das imponierte +mir immer gewaltig, und es verfehlte auch seinen +Eindruck auf meine Spielgefährten nicht. Es +hat nicht jeder eine Großmutter, die so merkwürdig +liest.</p> + +<div class="figright" style="width: 200px;"> +<img src="images/img055.png" width="200" height="216" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die Zuschauer saßen auf dem alten Sofa. +Wir hielten +uns in einer +Nebenkammer +verborgen, +bis es +2 Uhr +schlug.</p> + +<p>Das erste +Bild stellte +die Gründung +unserer +Stadt +durch Kaiser +Valentinian +im +Jahre 374 +dar. Anni, +Gretchen, +Elschen +und Teddy +<a class='page' name ='Page_56' id='Page_56' title='56'></a>zogen als raurakischer Volkshaufe auf die »Bühne« +und sangen ein Lied, von dessen sanfter, fließender +Weise uns allerdings nur zwei Zeilen im Gedächtnis +geblieben waren, weshalb das übrige mehr +rezitativartig vorgetragen wurde. Dann stürzte +Willy herein und verkündete das Nahen römischer +Scharen, was erregtes Sprechen und Schreien zur +Folge hatte. Er verschwand blitzschnell, um nach +wenigen Augenblicken als römischer Hauptmann +aufzutreten, der an Stelle der uns fehlenden +Kriegerhaufen einen seltsamen Schwerttanz aufführte. +Mit einem Male wandte er sich gegen +die Türe und während seines Jubelrufs: »Großer +Cäsar, Imperator, Heil sei dir, du starker +Held!« ritt ich auf schnaubendem Roß auf die +Bühne.</p> + +<p>Das ging so zu: Wir hatten ein Schaukelpferd, +das bei jeder starken schwingenden Bewegung +einige Zoll vorwärts glitt; so konnte man +also tatsächlich reiten.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 400px;"><a class='page' name ='Page_57' id='Page_57' title='57'></a> +<img src="images/img057.png" width="400" height="299" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Kaiser Valentinian trug ein Barett mit weißen +Gänsefedern und einen malerisch umgeworfenen +roten Mantel. Außer dem Szepter hielt er merkwürdigerweise +auch ein Heftchen in der Hand, +denn es war ihn das Genieren angekommen, und +die rasch eingelernten und nur halb verstandenen +Worte schienen sich alle verflüchtigt zu haben. So +las denn der gute Kaiser Valentinian seine wohlmeinenden +Worte an die verängsteten Rauraker. +Ihre freudigen Zurufe wurden durch den Priester<a class='page' name ='Page_58' id='Page_58' title='58'></a> +übertönt, der vor dem neuen Leben sich zu den +alten Göttern flüchtet.</p> + +<div class="poem"><div class="stanza"> +<span class="i0">»Nehmet mich auf! von mannigfaltigen<br /></span> +<span class="i0">Greueln und Sünden, von Schand und Not<br /></span> +<span class="i0">Löse mich leicht der heilige Tod!«<br /></span> +</div></div> + +<p>Teddy in einem langen, dunkeln Gewand, mit +mächtigem weißem Bart sah nach Annis Urteil +ganz wie »so ein heidnischer Kerl« aus. Die letzten +Worte heulte er geradezu. Dann ließ er sich, in +dem schönen Glauben, die klagenden Weiber würden +ihn auffangen, rücklings zu Boden stürzen. +Aber o weh! Keine schützenden Arme umfingen +seinen sinkenden Leib. Er +schlug mit solchem Dröhnen +auf den harten Fußboden, +daß aus dem Zuschauerraum +ein Entsetzensschrei erscholl, +der freilich in ein Lachen +überging, als der tote Priester +wütend zischte: »Na, wartet +nur bis nachher!«</p> + +<div class="figleft" style="width: 200px;"> +<img src="images/img058.png" width="200" height="217" alt="" title="" /> +</div> + +<p><a class='page' name ='Page_59' id='Page_59' title='59'></a>Kaiser Valentinian +stellte die Stimmung +wieder her, indem er +ein leuchtendes Bild +der zukünftigen Stadt +Basilea entwarf.</p> + +<div class="figright" style="width: 200px;"> +<img src="images/img059.png" width="200" height="151" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Unter dem Jubelchor +des Volkes und +von ihrer Schar begleitet und hilfreich geschoben, +ritt seine Majestät davon.</p> + +<p>Die zweite Szene, die den Bau der alten +Rheinbrücke im Jahre 1225 behandelte, überschlugen +wir, der vielen Personen wegen. Um sie aber nicht +ganz unerwähnt zu lassen, wandelte Gretchen langsam +und heimlich als Bischof über die Bühne; Elschen +trippelte, ein Meßglöcklein schwingend, hintendrein.</p> + +<p>Das dritte Bild brachte den Höhepunkt des +Festes: Anni als König Rudolf. Ihre schwarzen +Zöpfe waren unter einem Turban verborgen. Sie +stak in einem deutschen Militärrock und schulterte +einen uralten Schießprügel. Um den Hals hing<a class='page' name ='Page_60' id='Page_60' title='60'></a> +ihr eine goldene Kette, und ihre +Beine waren mit Reiterstiefeln +bekleidet. König Rudolf versprach +mit großem +Pathos der +Stadt ihre +Freiheit; +Schultheiß +Gretchen +dankte tief.</p> + +<div class="figleft" style="width: 200px;"> +<img src="images/img060.png" width="200" height="156" alt="" title="" /> +</div> + +<p>Die kriegerischen Rollen des vierten Bildes, +wo es sich um den in die Schlacht von Sempach +abziehenden Herzog Leopold handelte, wurden durchweg +von den Buben gespielt, deren schauspielerische +Begabung sich hauptsächlich in einem ungeheuren +Stimmenaufwand äußerte. Auch die feierliche Vereinigung +der beiden links und rechts vom Strom +gelegenen Städte, des mehrern und mindern Basel, +wurden von den Buben in stark verkürzter Form +vorgetragen.</p> + +<p>Den erhebenden Schluß bildete das Auftreten<a class='page' name ='Page_61' id='Page_61' title='61'></a> +der drei Frauengestalten: Helvetia, Basilea, Klio. +Unter dem völlig programmwidrigen Hurrahgeschrei +der Buben sank Basilea in die mütterlichen Arme +Helvetias.</p> + +<p>Das Publikum erwies sich sehr aufmerksam. +Die kleine Mutter lachte Tränen. Die Tante +fühlte sich »bewegt«, und auch Großmutters alte +Augen schauten freundlich zu uns herüber. In +die Ferne konnte sie ja gut sehen, und so war ihr +keine Einzelheit unserer Kostüme, keine einzige +fürstliche Geste und dramatische Bewegung entgangen.</p> + +<p>Nach dem wirklichen Festspiel hatte ein großes +Festessen stattgefunden. Auch uns ward eines +zu Teil.</p> + +<p>Als die Vorstellung zu Ende war, lud uns +die kleine Mutter feierlich ein, hinunter zu kommen. +Der Tisch im Eßzimmer war gedeckt. In der +Mitte stand eine Riesenplatte mit Erdbeeren. Hei! +Wie da König Rudolf, Kaiser Valentinian und +Herzog Leopold fröhlich schmausten. Auch der<a class='page' name ='Page_62' id='Page_62' title='62'></a> +alte Priester vergaß seinen Groll, während er +eine saftige Beere nach der andern in den +Mund schob.</p> + +<p>Diese Aufführung blieb nicht die einzige, die +die alte Bodenkammer erlebt hat. Das Bühnenfieber +hatte uns gepackt, und eine Zeit lang mußten +sich Großmutter und die kleine Mutter wieder +und wieder zu dem alten Sofa hinaufbequemen, +um unsere »Lebenden Bilder«, Komödien und +Tragödien anzusehen.</p> + +<p>Der Winter machte diesen Vorstellungen ein +Ende, und der Winter brachte auch eine schmerzliche +Trennung. Meine Freunde verließen die +Stadt. Das alte Haus wurde eingerissen, und in +dem zierlichen Neubau, der sich an seiner Stelle +erhob, war keine alte Bodenkammer mehr zu finden.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 150px;"> +<img src="images/img062.png" width="150" height="107" alt="" title="" /> +</div> + +<hr style='width: 45%;' /> + +<div class="figcenter" style="width: 300px;"> +<img src="images/img063.png" width="300" height="242" alt="" title="" /> +</div> + +<p> </p> +<p> </p> + + +<div style="border: thick solid black; padding: 10px;"> +<h2><b>Sonne und Regen im Kinderland</b></h2> + +<hr style='width: 100%; height: 1ex; border-style: solid; border-width: thick; border-color: black;' /> + +<p class="center"><em class='gesperrt'>Eine Reihe bunter Geschichten mit Bildern</em></p> +<p class="center"><em class='gesperrt'>für kleine und große Leute</em></p> + +<p> </p> + +<table border="0" summary=""> +<tr><td align="right" valign="top">1.</td><td align="left"><em class='gesperrt'>Agnes Sapper</em>: <b>Frieder</b>. Die Geschichte vom +kleinen Dummerle mit Scherenschnitten von Hedwig +Schwegelbaur.</td></tr> + +<tr><td align="right" valign="top">2.</td><td align="left"><em class='gesperrt'>Ida Frohnmeyer</em>: <b>Hansi</b>. Zwei Erzählungen, +von einem einsamen Bub u. vom Spiel froher Mädchen +mit Scherenschnitten von Hed. Schwegelbaur.</td></tr> + +<tr><td align="right" valign="top">3.</td><td align="left"><em class='gesperrt'>Charlotte Wörner</em>: <b>Prinzeß Gänselore</b>. +Ein Märchen für brave Kinder mit Orignialholzschnitten +von Martha Welsch.</td></tr> + +<tr><td align="right" valign="top">4.</td><td align="left"><em class='gesperrt'>Charlotte Wörner</em>: <b>Die Männlein vom +Mummelsee</b>. Ein Märchen aus dem Schwarzwald +mit Zeichnungen von Martha Welsch.</td></tr> + +<tr><td align="right" valign="top">5.</td><td align="left"><em class='gesperrt'>Charlotte Wörner</em>: <b>Im Reich der Blumen-Königin</b>. +Ein Elfenmärchen mit Zeichnungen von +Martha Welsch.</td></tr> + +<tr><td align="right" valign="top">6.</td><td align="left"><em class='gesperrt'>Anna Schieber</em>: <b>Annegret</b>. Eine Kindergeschichte +mit Bildern von Elisabeth Sauer.</td></tr> +</table> + + +<p class="center"><b>Jedes Bändchen ist fein gebunden u. einfach kartoniert lieferbar</b></p> + +<p class="noindent">Von Sonne und Regen im Kinderland, von Kinderlust und Kinderleid +erzählen diese lieblich ausgestatteten Bändchen. Den Kleinen +bringen sie lebendige, gemütvolle Unterhaltung und den Großen +rufen sie die ganze Schönheit des Kinderlebens in warme Erinnerung</p> + +<hr style='width: 100%; height: 1ex; border-style: solid; border-width: thick; border-color: black;' /> + +<h2><b>D. Gundert / Verlag / Stuttgart</b></h2> +</div> + +<p> </p> +<p> </p> + + +<div class="footnotes"><h3>Anmerkungen zur Transkription</h3> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_TN1_1" id="Footnote_TN1_1"></a><a href="#FNanchor_TN1_1"><span class="label">[TN1]</span></a> In original steht here tüchigen.</p></div> +</div> +<p> </p> +<p> </p> +<hr class="full" /> + +<p>***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANSI***</p> +<p>******* This file should be named 19971-h.txt or 19971-h.zip *******</p> +<p>This and all associated files of various formats will be found in:<br /> +<a href="http://www.gutenberg.org/dirs/1/9/9/7/19971">http://www.gutenberg.org/1/9/9/7/19971</a></p> +<p>Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed.</p> + +<p>Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project +Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you +charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you +do not charge anything for copies of this eBook, complying with the +rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose +such as creation of derivative works, reports, performances and +research. They may be modified and printed and given away--you may do +practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is +subject to the trademark license, especially commercial +redistribution.</p> + + + +<pre> +*** START: FULL LICENSE *** + +THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE +PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK + +To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free +distribution of electronic works, by using or distributing this work +(or any other work associated in any way with the phrase "Project +Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project +Gutenberg-tm License (available with this file or online at +<a href="http://www.gutenberg.org/license">http://www.gutenberg.org/license)</a>. + + +Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm +electronic works + +1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm +electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to +and accept all the terms of this license and intellectual property +(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all +the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy +all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. +If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project +Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the +terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or +entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. + +1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be +used on or associated in any way with an electronic work by people who +agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few +things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works +even without complying with the full terms of this agreement. See +paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project +Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement +and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic +works. See paragraph 1.E below. + +1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" +or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project +Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the +collection are in the public domain in the United States. If an +individual work is in the public domain in the United States and you are +located in the United States, we do not claim a right to prevent you from +copying, distributing, performing, displaying or creating derivative +works based on the work as long as all references to Project Gutenberg +are removed. Of course, we hope that you will support the Project +Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by +freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of +this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with +the work. You can easily comply with the terms of this agreement by +keeping this work in the same format with its attached full Project +Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. + +1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern +what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in +a constant state of change. If you are outside the United States, check +the laws of your country in addition to the terms of this agreement +before downloading, copying, displaying, performing, distributing or +creating derivative works based on this work or any other Project +Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning +the copyright status of any work in any country outside the United +States. + +1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: + +1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate +access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently +whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the +phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project +Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, +copied or distributed: + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + +1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived +from the public domain (does not contain a notice indicating that it is +posted with permission of the copyright holder), the work can be copied +and distributed to anyone in the United States without paying any fees +or charges. If you are redistributing or providing access to a work +with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the +work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 +through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the +Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or +1.E.9. + +1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted +with the permission of the copyright holder, your use and distribution +must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional +terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked +to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the +permission of the copyright holder found at the beginning of this work. + +1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm +License terms from this work, or any files containing a part of this +work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. + +1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this +electronic work, or any part of this electronic work, without +prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with +active links or immediate access to the full terms of the Project +Gutenberg-tm License. + +1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, +compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any +word processing or hypertext form. However, if you provide access to or +distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than +"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version +posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), +you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a +copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon +request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other +form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm +License as specified in paragraph 1.E.1. + +1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, +performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works +unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. + +1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing +access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided +that + +- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from + the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method + you already use to calculate your applicable taxes. The fee is + owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he + has agreed to donate royalties under this paragraph to the + Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments + must be paid within 60 days following each date on which you + prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax + returns. Royalty payments should be clearly marked as such and + sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the + address specified in Section 4, "Information about donations to + the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." + +- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies + you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he + does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm + License. You must require such a user to return or + destroy all copies of the works possessed in a physical medium + and discontinue all use of and all access to other copies of + Project Gutenberg-tm works. + +- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any + money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the + electronic work is discovered and reported to you within 90 days + of receipt of the work. + +- You comply with all other terms of this agreement for free + distribution of Project Gutenberg-tm works. + +1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm +electronic work or group of works on different terms than are set +forth in this agreement, you must obtain permission in writing from +both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael +Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the +Foundation as set forth in Section 3 below. + +1.F. + +1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable +effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread +public domain works in creating the Project Gutenberg-tm +collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic +works, and the medium on which they may be stored, may contain +"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or +corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual +property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a +computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by +your equipment. + +1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right +of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project +Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project +Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all +liability to you for damages, costs and expenses, including legal +fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT +LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE +PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE +TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE +LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR +INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH +DAMAGE. + +1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a +defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can +receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a +written explanation to the person you received the work from. If you +received the work on a physical medium, you must return the medium with +your written explanation. The person or entity that provided you with +the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a +refund. If you received the work electronically, the person or entity +providing it to you may choose to give you a second opportunity to +receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy +is also defective, you may demand a refund in writing without further +opportunities to fix the problem. + +1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth +in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS,' WITH NO OTHER +WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO +WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. + +1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied +warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. +If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the +law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be +interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by +the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any +provision of this agreement shall not void the remaining provisions. + +1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the +trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone +providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance +with this agreement, and any volunteers associated with the production, +promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, +harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, +that arise directly or indirectly from any of the following which you do +or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm +work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any +Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. + + +Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm + +Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of +electronic works in formats readable by the widest variety of computers +including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at http://www.gutenberg.org/about/contact + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. Compliance requirements are not uniform and it takes a +considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up +with these requirements. We do not solicit donations in locations +where we have not received written confirmation of compliance. To +SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any +particular state visit http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf + +While we cannot and do not solicit contributions from states where we +have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition +against accepting unsolicited donations from donors in such states who +approach us with offers to donate. + +International donations are gratefully accepted, but we cannot make +any statements concerning tax treatment of donations received from +outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. + +Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation +methods and addresses. Donations are accepted in a number of other +ways including checks, online payments and credit card donations. +To donate, please visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate + + +Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic +works. + +Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm +concept of a library of electronic works that could be freely shared +with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project +Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. + +Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed +editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. +unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + +Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's +eBook number, often in several formats including plain vanilla ASCII, +compressed (zipped), HTML and others. + +Corrected EDITIONS of our eBooks replace the old file and take over +the old filename and etext number. The replaced older file is renamed. +VERSIONS based on separate sources are treated as new eBooks receiving +new filenames and etext numbers. + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + +<a href="http://www.gutenberg.org">http://www.gutenberg.org</a> + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. + +EBooks posted prior to November 2003, with eBook numbers BELOW #10000, +are filed in directories based on their release date. If you want to +download any of these eBooks directly, rather than using the regular +search system you may utilize the following addresses and just +download by the etext year. + +<a href="http://www.gutenberg.org/dirs/etext06/">http://www.gutenberg.org/dirs/etext06/</a> + + (Or /etext 05, 04, 03, 02, 01, 00, 99, + 98, 97, 96, 95, 94, 93, 92, 92, 91 or 90) + +EBooks posted since November 2003, with etext numbers OVER #10000, are +filed in a different way. The year of a release date is no longer part +of the directory path. The path is based on the etext number (which is +identical to the filename). The path to the file is made up of single +digits corresponding to all but the last digit in the filename. For +example an eBook of filename 10234 would be found at: + +http://www.gutenberg.org/dirs/1/0/2/3/10234 + +or filename 24689 would be found at: +http://www.gutenberg.org/dirs/2/4/6/8/24689 + +An alternative method of locating eBooks: +<a href="http://www.gutenberg.org/dirs/GUTINDEX.ALL">http://www.gutenberg.org/dirs/GUTINDEX.ALL</a> + +*** END: FULL LICENSE *** +</pre> +</body> +</html> diff --git a/19971-h/images/img001.png b/19971-h/images/img001.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..b36a77d --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img001.png diff --git a/19971-h/images/img007.png b/19971-h/images/img007.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..89fccca --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img007.png diff --git a/19971-h/images/img009.png b/19971-h/images/img009.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..a26ecf4 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img009.png diff --git a/19971-h/images/img011a.png b/19971-h/images/img011a.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..6591053 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img011a.png diff --git a/19971-h/images/img011b.png b/19971-h/images/img011b.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..f8b0582 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img011b.png diff --git a/19971-h/images/img014.png b/19971-h/images/img014.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..ac0d2a7 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img014.png diff --git a/19971-h/images/img015.png b/19971-h/images/img015.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..1dfd0da --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img015.png diff --git a/19971-h/images/img017.png b/19971-h/images/img017.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..9063e7b --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img017.png diff --git a/19971-h/images/img018.png b/19971-h/images/img018.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..0722e06 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img018.png diff --git a/19971-h/images/img020a.png b/19971-h/images/img020a.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..5f7a0b4 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img020a.png diff --git a/19971-h/images/img020b.png b/19971-h/images/img020b.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..e74811e --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img020b.png diff --git a/19971-h/images/img022a.png b/19971-h/images/img022a.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..36dd5b0 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img022a.png diff --git a/19971-h/images/img022b.png b/19971-h/images/img022b.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..fff933e --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img022b.png diff --git a/19971-h/images/img024.png b/19971-h/images/img024.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..f568a3e --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img024.png diff --git a/19971-h/images/img025.png b/19971-h/images/img025.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..befeec9 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img025.png diff --git a/19971-h/images/img026.png b/19971-h/images/img026.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..42956fc --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img026.png diff --git a/19971-h/images/img028.png b/19971-h/images/img028.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..84b3a69 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img028.png diff --git a/19971-h/images/img029.png b/19971-h/images/img029.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..52ef9f8 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img029.png diff --git a/19971-h/images/img031.png b/19971-h/images/img031.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..d0b5447 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img031.png diff --git a/19971-h/images/img032.png b/19971-h/images/img032.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..da03cbe --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img032.png diff --git a/19971-h/images/img033.png b/19971-h/images/img033.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..395ff05 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img033.png diff --git a/19971-h/images/img034.png b/19971-h/images/img034.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..52e0ad1 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img034.png diff --git a/19971-h/images/img037.png b/19971-h/images/img037.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..a126ab4 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img037.png diff --git a/19971-h/images/img039.png b/19971-h/images/img039.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..20733b9 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img039.png diff --git a/19971-h/images/img042.png b/19971-h/images/img042.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..218600c --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img042.png diff --git a/19971-h/images/img046.png b/19971-h/images/img046.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..042014d --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img046.png diff --git a/19971-h/images/img047.png b/19971-h/images/img047.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..b249143 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img047.png diff --git a/19971-h/images/img048.png b/19971-h/images/img048.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..207d81c --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img048.png diff --git a/19971-h/images/img051.png b/19971-h/images/img051.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..c5e853c --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img051.png diff --git a/19971-h/images/img053.png b/19971-h/images/img053.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..dc90bb1 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img053.png diff --git a/19971-h/images/img055.png b/19971-h/images/img055.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..e0d3d6d --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img055.png diff --git a/19971-h/images/img057.png b/19971-h/images/img057.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..646d2ab --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img057.png diff --git a/19971-h/images/img058.png b/19971-h/images/img058.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..dcc6b1c --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img058.png diff --git a/19971-h/images/img059.png b/19971-h/images/img059.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..34dd134 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img059.png diff --git a/19971-h/images/img060.png b/19971-h/images/img060.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..293d72a --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img060.png diff --git a/19971-h/images/img062.png b/19971-h/images/img062.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..26c2c36 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img062.png diff --git a/19971-h/images/img063.png b/19971-h/images/img063.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..5603582 --- /dev/null +++ b/19971-h/images/img063.png diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt new file mode 100644 index 0000000..6312041 --- /dev/null +++ b/LICENSE.txt @@ -0,0 +1,11 @@ +This eBook, including all associated images, markup, improvements, +metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be +in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES. + +Procedures for determining public domain status are described in +the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org. + +No investigation has been made concerning possible copyrights in +jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize +this eBook outside of the United States should confirm copyright +status under the laws that apply to them. diff --git a/README.md b/README.md new file mode 100644 index 0000000..05eef10 --- /dev/null +++ b/README.md @@ -0,0 +1,2 @@ +Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for +eBook #19971 (https://www.gutenberg.org/ebooks/19971) |
