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+Project Gutenberg's Dr A. Oetkers Grundlehren der Kochkunst, by August Oetker
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Dr A. Oetkers Grundlehren der Kochkunst
+ sowie preisgekrönte Rezepte für Haus und Küche
+
+Author: August Oetker
+
+Release Date: March 7, 2010 [EBook #31537]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DR A. OETKERS GRUNDLEHREN ***
+
+
+
+
+Produced by Norbert H. Langkau, Jens Nordmann and the
+Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
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+
+
+ Für die Küche!
+
+
+
+ Dr A. Oetkers Grundlehren
+
+ der Kochkunst
+
+
+ sowie
+
+
+ preisgekrönte Rezepte für Haus und Küche.
+
+
+
+
+ Jeder Nachdruck
+ ist nur mit Erlaubnis des Verfassers gestattet.
+
+
+
+
+ Dr. A. Oetker, Apothekenbesitzer,
+ Bielefeld.
+
+
+
+ Nachdruck des ersten Dr. Oetker Kochbuches aus dem Jahre 1895
+
+
+
+
+ Inhalts-Verzeichnis.
+
+ Seite
+
+ Vorwort 5
+
+ Was muß jede Frau von der Chemie der Nahrungsmittel
+ wissen? 7
+
+ Was ist ein schwacher Magen? 9
+
+ Welche Speisen sind leicht, welche sind schwer verdaulich? 11
+
+ Aufbewahrung der frischen Aepfel und Birnen während des
+ Winters 13
+
+ Das Backen 15
+
+ Das Backen der Kuchen in der Küche 16
+
+ Backwerke 17
+
+ Das Bier als Getränk und als Nahrungsmittel 19
+
+ Braten 20
+
+ Das Brot 22
+
+ Butter 23
+
+ Kakao und Chokolade 25
+
+ Vom Einlegen und Einmachen der Früchte für den Winterbedarf 25
+
+ Ob wirklich ein Ei dem andern gleicht? 28
+
+ Das Feuer 31
+
+ Die Fische &c. 32
+
+ Die verschiedenen Fleischsorten 33
+
+ Fleischbrühe 35
+
+ Gelée 36
+
+ Gemüse, Kräuter und Salate 37
+
+ Die Gewürze 39
+
+ Der Käse 42
+
+ Wie bereitet man einen guten Kaffee? 43
+
+ Kartoffeln 46
+
+ Das Kochen 48
+
+ Das Kochen der Hülsenfrüchte 49
+
+ Dr. Oetker's Konservierpulver für Fleisch 51
+
+ Die Luft 52
+
+ Milch 53
+
+ Der Thee 60
+
+ Die Verdauung 60
+
+ Das Wasser 62
+
+ Der Wein 63
+
+ Der Zucker 64
+
+ Frage und Antwort über Dr. Oetkers Fabrikate 65
+
+ Rezepte zu verschiedenen Kuchen und Backwerk 68
+
+ Entfernen der Rostflecken aus Weißwäsche 73
+
+ Anerkennungsschreiben 74
+
+ _Etwas »Praktisches« für die Küche!_
+
+ Alexanderwerk-Kochtopf 82
+ " -Fleischhackmaschinen 83
+ " -Eismaschinen 84
+ " -Frucht- und Saft-Presse, Brotschneidmaschinen,
+ Wringmaschinen, Wirtschaftswagen, Reibmaschinen 85
+
+ _Für die feinere Küche:_
+
+ R. v. Hünersdorff Nachf., Stuttgart, Blitzrührschüssel 86
+ " " Amerikaner-Quirltopf 87
+
+ * * * * *
+
+ »Vineta«, Spezialmarke des Westfälischen Margarine-Werks in
+ Bielefeld 88
+
+
+
+
+ Vorwort.
+
+
+In den gewaltigen Fortschritten, welche unserer Zeit ihr Gepräge geben und
+alle unsere Verhältnisse den Zielen des Praktischen, Schönen und Nützlichen
+entgegenführen, wird mehr und mehr auch der stille Wirkungskreis der
+Hausfrau ergriffen. Was in vergangenen Zeiten mühsame Arbeit war, das
+gestaltet sich unter dem Einfluß moderner Hilfsmittel zu angenehmer
+Beschäftigung; wo früher der Erfolg trotz aller Sorgfalt ein Spiel des
+Zufalles blieb, da ist gegenwärtig durch neue Methoden die Gewißheit des
+Gelingens gegeben, neue Gebiete ersprießlicher Thätigkeit sind der Hausfrau
+eröffnet, lästige und nutzlose Arbeiten ihr genommen worden und so ist die
+Vertreterin moderner Wirtschaftsweise nicht mehr verurteilt, in den
+ausgetretenen Geleisen ihrer Vorfahren zu wandeln, sondern sie kann mit
+freiem Geiste alle Gebiete ihres Wirkens überblicken, sich das Nützliche
+dienstbar machen und allen Nachteil erfolgreich vermeiden.
+
+Wie kommt es nun, daß die Fortschritte der Chemie sich so langsam im Haus-
+und Küchenwesen einbürgern?
+
+Zwei Ursachen kann man als die wahrscheinlichen angeben.
+
+Die Anweisungen, welche bisher für die Hausfrauen geschrieben sind, waren
+nicht so klar und kurz gefaßt, wie es zur Erreichung eines Erfolges
+notwendig ist, oder sie wurden am grünen Tische ohne Rücksicht auf die
+Praxis geschrieben, und waren in Folge dessen unbrauchbar.
+
+Andererseits werden auch vielfach die Anweisungen nicht genau genommen, man
+glaubt, daß es auf kleine Abweichungen und geringe Nachlässigkeiten nicht
+ankomme. Dem ist aber nicht so, denn gerade derjenige, der ein leicht
+verständliches Rezept geben will, muß sich so kurz und bestimmt wie
+möglich fassen und alles überflüssige Beiwerk streng vermeiden. Wer deshalb
+in seinem Hauswesen eine Neuerung einführen will, der höre nicht auf die
+klugen Ratschläge anderer, die nur zweifelhafte Resultate erzielt haben,
+sondern er verschaffe sich die Original-Anweisungen, um sie wörtlich und
+pünktlich zu befolgen.
+
+In der Natur der Sache liegt es, daß sich das wirklich Gute nur langsam
+Bahn bricht und erst nur kleinen Kreisen zu Gute kommt. Was sich aber in
+diesen erprobt und bewährt hat, das muß der Allgemeinheit erschlossen
+werden.
+
+Die Sammlung erhebt nicht den stolzen Anspruch auf Vollständigkeit, denn
+wann würde eine gründliche Reform des täglichen Lebens wohl jemals fertig.
+Aber es sind doch wesentliche Fortschritte, wenn gerade die wundesten
+Punkte dieses weiten Gebietes kritisch beleuchtet werden und wenn zu
+Aenderungen praktische Mittel gefunden und geeignete Ratschläge gegeben
+werden. Möge deshalb die deutsche Frauenwelt beherzigen, daß jede, auch die
+kleinste Verbesserung des Hauswesens nicht nur Arbeit spart, sondern auch
+Genuß schafft, nicht nur die Freude, sondern auch den praktischen Nutzen
+des Erfolges bringt.
+
+ $_Selbst_ prüfen!$
+
+ $_Selbst_ urteilen!$
+
+
+
+
+ Was muß jede Hausfrau von der Chemie der Nahrungsmittel wissen?
+
+
+Alle Nahrungsmittel, welche zum Aufbau unseres Körpers dienen und zum
+Fortleben notwendig sind, kann man einteilen in lösliche und unlösliche
+Nahrungsmittel.
+
+Zu den löslichen Nahrungsmitteln gehört der Zucker. Aufgelöst im Wasser
+oder im Magensaft tritt er in das Blut und wird hier zur Erzeugung von
+Wärme verbraucht.
+
+Die Zahl der Nahrungsmittel, welche sich im Wasser nicht lösen, ist viel
+größer, und deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Kochkunst,
+diese im Wasser unlöslichen Nahrungsmittel so vorzubereiten, daß sie sich
+unter den Einflüssen des Magen- und Darmsaftes leicht lösen. Denn jedes
+Nahrungsmittel muß ja zur Unterhaltung des Lebens im aufgelösten Zustande
+in das Blut treten können, sonst ist es zwecklos und ohne jeden Nährwert.
+
+Die Eiweißstoffe kommen in gelöstem oder in festem Zustande in den Magen.
+Das Pepsin und die Salzsäure des Magensaftes machen die ungelösten
+Eiweißstoffe löslich, damit sie in das Blut übergeführt werden können.
+
+Ebenfalls im Wasser unlöslich sind die Fette, welche wir täglich genießen;
+z. B. Butter. In dem Magen geht mit der Butter keinerlei Veränderung vor
+sich; sehr fette Speisen sind jedoch schwer verdaulich, weil das Fett die
+Eiweißstoffe umschließt und somit die Einwirkung des Magensaftes
+verhindert; die genossenen Speisen liegen wie Bleiklumpen im Magen; für
+solche Behandlung rächt sich der Magen; Druck und Schmerz stellen sich ein
+und am besten ist es noch, wenn der Magen sich durch eine kleine Explosion
+von dem Unverdaulichen befreit. Das Fett wandert bei normalen
+Verhältnissen durch den Magen in den Darm und wird hier unter dem Einflusse
+des Pankreatins so fein verteilt, daß es in die Blutbahn eintreten kann, um
+seinen Zweck zu erfüllen.
+
+Für die Köchin ist es eine Hauptaufgabe, alle fetten Speisen so
+zuzubereiten, daß das Fett mit den anderen Stoffen, z. B. Mehl, recht innig
+verbunden ist. Die Kuchen z. B., welche nach Dr. Oetker's Rezepten
+angefertigt werden, enthalten ja auch mehr oder weniger Butter, aber sind
+stets leicht verdaulich, weil durch die vielen Poren der Magensaft mit
+Leichtigkeit die Eiweißstoffe angreifen und lösen kann.
+
+Ein anderes wichtiges Nahrungsmittel, die Stärke oder das Stärkemehl, ist
+ebenfalls unlöslich im Wasser. Betrachtet man die Stärke unter dem
+Mikroskope, so erkennt man, daß sie aus Körnern besteht. Die Körner sind
+umschlossen von einer Zellwand, welche unverdaulich ist, und Stärkekörner,
+welche im rohen Zustande in den Körper kommen, haben gar keinen Nährwert,
+weil sie von den Säften nicht gelöst werden können.
+
+Deshalb ist es wiederum eine Hauptaufgabe der Köchin, die
+stärkemehlhaltigen Speisen so vorzubereiten, daß sie im Körper leicht
+gelöst werden können.
+
+Dies geschieht auf verschiedene Weise. Rührt man die Stärke, z. B.
+Weizenstärke, mit kaltem Wasser an, so setzt sich das Pulver bald am Boden
+ab; erwärmt man jedoch das Wasser, so platzt die Umhüllung jenes
+Stärkekornes, der Inhalt tritt heraus und nach dem Kochen erhält man einen
+Brei, welcher sehr leicht verdaut wird. Dieser Vorgang findet immer statt
+beim Kochen von Kartoffeln, Puddings und Flammeris.
+
+Beim Backen von Brot und Kuchen wird das an Stärkemehl reiche Weizenmehl
+mit den anderen Zuthaten gemischt und der hohen Temperatur des Ofens
+ausgesetzt. Jedes einzelne Stärkemehlkorn hat sich mit Wasser vollgesogen,
+kommt in den Ofen, platzt in der hohen Temperatur, weil das Wasser in Dampf
+übergeht und die Zellwand zerreißt, der Inhalt des Körnchens wird frei und
+zum Teil schon in lösliche Produkte verwandelt.
+
+Die Kochkunst hat den Zweck, die Nahrungsmittel so vorzubereiten, daß die
+verdauende Thätigkeit unserer Organe die Arbeit leicht bewältigen kann.
+Ferner liegt es einer intelligenten Köchin ob, alle auf den Tisch
+gebrachten Speisen so zu würzen und so tadellos herzustellen, daß das
+Einnehmen einer Mahlzeit nicht nur eine Notwendigkeit für das Leben ist,
+sondern auch ein Genuß wird, sodaß Mann, Frau und Kind so gestärkt sind, um
+mit neuem Mute die Arbeiten des Berufes bewältigen zu können.
+
+
+
+
+ Was ist ein schwacher Magen?
+
+
+Ein solcher, der viele Speisen nicht verträgt, welche gesunde und kräftige
+Personen gut verdauen, und gleichzeitig ein solcher, der nur relativ
+geringe Speisen aufnehmen und verdauen kann. Die Gründe sind mannigfach.
+Wenn Speisen, die sonst im allgemeinen bekömmlich sind, nicht vertragen
+werden, so hängt ein guter Teil dieses Fehlers von Gewohnheit, Geschmack
+und Vorstellung ab (verwöhnter Magen!). Viele Menschen vertragen die Milch
+nicht: manche aus subjektiver Abneigung, andere, weil sie Durchfall und
+selbst Erbrechen bekommen. Dies Letztere beruht auf starker übermäßiger
+Säurebildung im Magen. Sodann ist der schwache Magen klein und empfindlich:
+er verträgt nur geringe Mengen von Speisen, zuweilen fast nur flüssige oder
+weiche Speisen und er braucht lange Zeit, um sie durch den Pylorus zu
+entleeren. Vielleicht ist auch der Magensaft selbst schwach, es treten
+leichter Gährungen ein mit Gasbildung und Aufstoßen. -- Der schwache Magen
+ist auch von geringer motorischer Kraft und vermag größere Mengen von
+Speisen, besonders von kompakten Speisen nur sehr langsam zu entleeren;
+diese bleiben daher lange liegen, können sich zersetzen, gähren, oder
+Druckgefühle erzeugen. Sehr zu beachten ist auch für den sogenannten
+schwachen Magen die Fähigkeit zu kauen. Diese ist von der Beschaffenheit
+der Zähne und der Kraft der Kaumuskeln abhängig. Für gute Zähne und
+kräftige Kiefer ist vieles leicht verdaulich, was für andere schwer und
+unverdaulich ist. Es ist von großer Wichtigkeit, daß der Arzt bei seinen
+diätischen Verordnungen hierauf mit Sorgfalt achtet. Wer gute Zähne hat,
+kann Brot und Fleisch in reichlicher Menge essen; wer schlechte Zähne hat,
+wie z. B. alte Leute, den nähre man mit Milch, Mehlspeisen, Eiern und
+Fleischpurées. Schwächliche Menschen, zarte Kinder nähre man ebenfalls mit
+weichen Speisen, denn sie ermüden schnell beim Kauen härterer Speisen
+(besonders Fleisch) und mit der Ermüdung schwindet die Eßlust. Von großer
+Bedeutung ist dieser Gesichtspunkt auch bei schwachen Kranken und
+Rekonvalescenten, welche weder die Kraft noch die Lust haben, harte Dinge
+zu genießen. Werden aber harte Speisen schlecht gekaut und verschluckt, so
+bleiben sie lange Zeit unverdaut im Magen liegen: sie sind also in diesem
+Falle schwer verdaulich. Endlich kommt auch die Empfindlichkeit des Magens
+in Betracht. Der empfindliche Magen hat nach jeder reichlichen Mahlzeit ein
+Gefühl von Druck und Schwere, oft mit großer Belästigung verbunden. Dies
+Gefühl wird besonders durch harte (kompakte) Speisen bewirkt, welche lange
+im Magen liegen bleiben. Solche Speisen gelten dem empfindlichen Magen
+ebenfalls für schwerverdaulich. Auch der Geschmack, d. h. die Vorliebe oder
+Abneigung gegen gewisse Speisen, hat Einfluß auf den Begriff der Leicht-
+und Schwer-Verdaulichkeit. Das mit Widerwillen Genossene erzeugt ein
+unbehagliches Gefühl, vermindert den Appetit. »Diese Speise vertrage ich
+nicht«, hört man sagen. Dagegen wird die Lieblingsspeise in großen Mengen
+genossen und leicht befunden. Die psychische Vorstellung hat erheblichen
+Einfluß auf die Art, wie Speisen vertragen und verdaut werden. Hierbei ist
+aber wohl auch das Umgekehrte zu berücksichtigen, daß nämlich Jedermann,
+durch die Erfahrung belehrt, diejenige Speise mit Vorliebe genießen wird,
+welche ihm ein behagliches Gefühl erzeugt, und diejenige ungern, welche ihn
+belästigt. Gewohnheit, Vorstellung, Individualität greifen hier vielfach
+ineinander ein.
+
+Was sind ungesunde Speisen? Eigentlich nur solche, welche schädliche
+Beimischungen enthalten. Der populäre Begriff der ungesunden Speisen deckt
+sich zum Teil mit dem Begriff der schwer verdaulichen; als ungesund wird
+aber auch eine unzweckmäßige Vereinigung von Speisen zu einer Mahlzeit oder
+auch ihre schlechte Zubereitung verstanden. Individuell ungesund sind
+Speisen, gegen die eine Idiosyncrasie besteht, wie z. B. Krebse, Hummer,
+Erdbeeren, Spargel, Spinat; für manche ist selbst Milch eine schädliche
+Speise. Viele Speisen können im Momente ungesund sein, abhängig von äußeren
+Verhältnissen (Sommerhitze, Kälte, drohende Epidemieen) oder vom Zustande
+des Magens (Dyspepsie, Neigung zu Diarrhöe u. s. w.)
+
+
+
+
+ Welche Speisen sind leicht, welche sind schwer verdaulich?
+
+
+Gebratenes _Fleisch_ ist leicht verdaulich, weil die durch die Hitze
+gelockerten Fleischfasern vom Magensafte schnell angegriffen werden können.
+Tunkt man jedoch ein Fleischstück in dicke fette Sauce, so wird es sofort
+viel schwerverdaulicher, weil der wässerige Magensaft nicht durch das Fett
+dringen kann. Der Magensaft braucht infolge dessen viel längere Zeit um das
+Fleisch zu lösen.
+
+_Eier_, weich gekocht und mit Salz verspeist, sind sehr leicht verdaulich,
+denn das Eiweiß wird in diesem weichen schwammigen Zustande leicht vom
+Magensafte gelöst. Das Eigelb enthält das Fett sehr fein verteilt zwischen
+den anderen Bestandteilen und kann der Magensaft daher auch das im Eigelb
+vorhandene Eiweiß schnell in den löslichen Zustand überführen.
+
+_Milch_ ist leicht verdaulich, denn ihre Hauptbestandteile sind so fein
+verteilt, daß die Verdauungssäfte des Magens und des Darmes leicht
+einwirken können.
+
+_Käse_ ist ein leicht verdauliches Nahrungsmittel. Das ursprüngliche,
+unlösliche Eiweiß, aus welchem der Käse bereitet wird, ist durch die
+Gährung schon für die Verdauung vorbereitet und wird leicht vom Magensafte
+angegriffen und gelöst.
+
+_Stärkemehl_haltige Substanzen, z. B. Maismehl und Reis mit Milch gekocht,
+werden sehr gut verdaut, weil das Stärkemehl durch das Kochen
+aufgeschlossen ist und vom Darmsafte gelöst wird.
+
+_Kartoffeln_ in ihren verschiedenen Zubereitungen gekocht, geröstet &c.,
+werden im Körper langsamer verdaut wie Mais und Reis.
+
+_Nudeln_, Spätzle, Klöße werden leicht verdaut.
+
+_Wirsingkohl_ und _gelbe Rüben_ enthalten ja auch Stärkemehl und Eiweiß,
+aber der menschliche Organismus ist nicht im Stande, die Nährstoffe dieser
+Pflanzen vollkommen auszunutzen.
+
+_Fette_, z. B. Butter und Speck, werden leicht verdaut und vom Darmsafte so
+bearbeitet, daß sie ohne Mühe vom Körper aufgenommen werden können.
+
+Wenn aber eiweißhaltige Substanzen mit viel Fett genossen werden, so
+stellen sich bei empfindlichen Personen manchmal Magenschmerzen ein. Dies
+rührt wahrscheinlich daher, daß das Fett die Einwirkung des Magensaftes auf
+die Eiweißsubstanzen verhindert.
+
+_Brot_ genießen wir in Gestalt von:
+
+Weizenbrot. Dieses wird von allen Brotsorten am leichtesten verdaut, weil
+es sehr porös ist und den verdauenden Säften den Eintritt in die Poren am
+leichtesten gestattet.
+
+Ein Brot aus Weizen- und Roggenmehl gebacken wird weniger gut ausgenutzt
+wie ein Brot aus reinem Weizenmehl.
+
+Roggenbrot ist weniger porös und Pumpernickel hat nur sehr wenig Poren und
+die Folge ist, daß Pumpernickel am schwierigsten aufgenommen wird und dem
+Magensafte am meisten Arbeit verursacht.
+
+Die landläufige Redensart, daß ein dunkles Brot aus reinem Roggen kräftiger
+sei wie Weizenbrot, ist falsch. Man esse einmal vom Weizenbrote dem
+Gewichte nach ebensoviel wie Roggenbrot, dann wird wohl Niemand behaupten
+können, daß er sich in seinem Kräftegefühl geschädigt finde. Roggenbrot ist
+aber billiger als Weizenbrot und wenn man für 10 Pfennig Roggenbrot
+verzehrt hat, so hat man viel eher das Gefühl der Sättigung, als wenn man
+für 10 Pfennig Weizenbrot zu sich genommen hat.
+
+Manchmal hört man die Ansicht aussprechen, daß der Körper der Frau weniger
+Nahrungsmittel bedürfe wie der Körper des Mannes. Das ist in dieser
+Allgemeinheit ausgedrückt durchaus falsch.
+
+Die arbeitende Frau hat denselben Anspruch auf eine genügende Ernährung wie
+der arbeitende Mann. Je schwerer die Arbeit, um so reichlicher muß die
+Nahrung sein; einerlei, ob Mann oder Frau.
+
+
+
+
+ Aufbewahrung der frischen Aepfel und Birnen während des Winters.
+
+
+Folgende Anweisungen sind gegeben von Herrn Kgl. Gartenbau-Direktor
+Heinrich Gaerdt.
+
+1. Richtige Wahl der Sorten und dabei Sichtung der Exemplare.
+
+2. Man vermeide wurmstichige Früchte, verletzte, gedrückte Exemplare, weil
+jede Schadhaftigkeit, mag sie auch noch so gering erscheinen, stets ein
+Herd für Fäulnis ist. Unter allen Umständen gefährlich sind Wunden, durch
+welche die Wachshaut verletzt ist.
+
+3. Behutsames Pflücken der Früchte. Zum Pflücken wähle man heitere Tage,
+denn feuchtes Obst darf nicht eingewintert werden.
+
+4. Die Winterfrüchte sind möglichst lange am Baume hängen zu lassen, um zur
+vollsten Ausbildung zu gelangen.
+
+5. Es kommt nicht darauf an, ob die Stiele unverletzt oder gebrochen sind.
+
+6. Das vielfach empfohlene Abwaschen der Früchte vor der Aufbewahrung ist
+keineswegs als eine Bedingung und Notwendigkeit anzusehen, ja sogar
+nachteilig, weil leicht Verletzungen an zartschaligen Früchten dadurch
+entstehen können.
+
+7. Die Aufbewahrungsräume müssen eine möglichst gleichmäßige niedrige
+Temperatur haben und sollte dieselbe + 3 bis 5° =R=. nicht übersteigen;
+insbesondere sollen die Eingänge nach Nord oder Nordost gelegen sein.
+
+8. Nächst der niedrigen Temperatur ist Dunkelheit eine Bedingung und
+Notwendigkeit. Dunkelheit ist künstlich herzustellen.
+
+9. Als Aufbewahrungsräume dienen Keller, Kammern, Böden, Zimmer im
+allgemeinen.
+
+10. Hat man bei gleichen Eigenschaften die Wahl zwischen Keller und Kammer,
+so ist dem Raum über der Erde der Vorzug zu geben.
+
+11. Modernde Gegenstände oder solche, die einen üblen, multrigen Geruch
+verbreiten, auch Gemüse jeder Art, sind fern zu halten.
+
+12. Entspricht der Aufbewahrungsraum allen Anforderungen, so ist
+vorzuziehen, die Früchte frei, uneingehüllt höchstens dreischichtig
+übereinander zu legen. Entschieden hartschalige Sorten ertragen auch ein
+höheres Uebereinanderlegen. Andererseits ist das Einwickeln in
+Seidenpapier, sowie das schichtweise Lagern in Kisten, Fässern, zwischen
+Isoliersubstanzen, wie pulverisierte Holzkohle, Sand &c. zu empfehlen.
+
+13. Bewahrt man Früchte in Kisten, Fässern &c. auf, so soll man stets nur
+Sorten von gleicher Reifezeit in eine Kiste zu bringen suchen.
+
+14. Wenn möglich, sind die Früchte so zu stellen, daß der Kelch nach unten,
+der Stiel nach oben gekehrt sei.
+
+15. Man wische die Früchte mit einem weichen Tuche, bevor man sie zur Tafel
+giebt.
+
+16. Die Früchte mit einer dünnen, weichen Schale und feinem, lockeren
+Fleische konserviert man vorteilhafter bei Luftabschluß. Früchte mit
+rauher, lederartiger Schale und festerem Fleische ertragen einen luftigeren
+Platz.
+
+17. Unter Luftzutritt ausgesetzten Räumen sind Keller, Gewölbe, Kammern
+u. s. w. zu verstehen.
+
+
+
+
+ Das Backen.
+
+
+Das Backen in der Küche muß in zwei Teilen besprochen werden, weil sich das
+Backen in Fett und das Backen der Mehlspeisen und Kuchen sehr voneinander
+unterscheidet.
+
+Zum Backen in Fett gebraucht man ein reines Fett. Dieses kann sein
+ausgelassene oder sehr gut ausgewaschene Butter, Schweineschmalz,
+Rindschmalz oder Oel, je nach dem Gegenstande, welcher gebacken werden
+soll. Man bringt das Fett in der Pfanne zum Sieden, und es hat dann eine
+Temperatur von ungefähr 170° Celsius. Legt man den zu backenden Gegenstand
+jetzt hinein, so gerinnt das Eiweiß des Fleisches an der Oberfläche sofort
+und die feste Kruste verhindert das weitere Eindringen des Fettes in die
+Speise. Das Fett darf nicht eindringen und muß deshalb siedend heiß sein,
+damit die gebildete Kruste sofort die Poren schließt. Das Feuer, auf
+welchem gebacken werden soll, muß eine gute Flamme haben.
+
+Ob das Fett heiß genug ist, erfährt man durch einen Tropfen Wasser, welchen
+man in die Pfanne fallen läßt. Wenn der Tropfen den Boden der Pfanne
+berührt, muß er sich unter prasselndem Geräusch sofort in Dampf verwandeln.
+
+Man muß soviel Fett anwenden, daß die Speise schwimmt.
+
+Nimmt man Butter, so darf diese kein Salz enthalten. Das Salz sinkt sonst
+in dem geschmolzenen Fette zu Boden, wird auf der eisernen Fläche zu heiß,
+verkohlt organische Bestandteile und sitzt nachher als eine schwarze
+kohlige Masse an der Speise.
+
+Die Pfanne muß groß sein, damit das siedende Fett nicht überläuft.
+
+Das benutzte Fett ist nach dieser Methode nicht verloren. Man gießt das
+heiße Fett in kochendes Wasser, rührt kräftig um, damit sich
+hineingefallene Fleischstückchen oder Semmelkrumen trennen können. Nach dem
+Erkalten kann man das Fett in Gestalt eines festen Kuchens abnehmen. Von
+der Unterseite schabt man die rauhen Teile ab und kann dieses gereinigte
+Fett wieder zu allen anderen Speisen verwenden.
+
+Das Fett jedoch, welches man zum Backen von Fischen benutzt hat, kann man
+nur wieder zu diesen verwenden, weil es den Fischgeschmack und Geruch
+angenommen hat.
+
+Um gebackene Speisen von dem überschüssigen Fette zu befreien legt man sie
+auf Löschpapier oder ein Tuch; auch darf man sie niemals in einem warmen
+Ofen aufbewahren um sie warm zu erhalten, sonst werden sie weich und das
+Knusperige geht verloren. In diesem Falle ist das heiße Fett nur benutzt
+worden, um den zu bratenden Gegenstand schnell und in seinem eigenen Safte
+gar werden zu lassen.
+
+
+
+
+ Das Backen der Kuchen in der Küche!
+
+ Frau M. Aabel, Verfasserin des neuen Regensburger
+ Kochbuches, schreibt:
+
+
+Viel praktischer, sicherer und besser wie Hefe ist die Verwendung von Dr.
+Oetker's Backpulver. Die mit obigem Backpulver zubereiteten Bäckereien
+gelingen vorzüglich, haben einen sehr guten Geschmack, sind leichter
+verdaulich und kommen ungeheuer billig. Dieses Backpulver, welches in
+Päckchen =à= 10 Pfg. in allen feineren Delikatessen- und Drogen-Geschäften
+vorrätig ist, kann man auch zu allen Knödeln (Klößen), Torten, Mehlspatzen,
+Kartoffel-Speisen verwenden.
+
+Bei Anwendung gebe man das Backpulver zuletzt hinzu, mische schnell
+durcheinander und schiebe in heißen Ofen, ohne das Aufgehen abzuwarten.
+Langes Rühren ist nachteilig. Milch und Wasser werden kalt angewendet.
+
+
+
+
+ Backwerke.
+
+ Regeln beim Backen.
+
+
+Das Haupterfordernis zum guten Gelingen jeder Art von Backwerk ist, daß
+alle hierzu verwendeten Bestandteile, namentlich Butter, Eier, Dr.
+Oetker's Backpulver und Milch, recht frisch und von tadellosem Geschmack
+sind, sonst verdirbt man sich das ganze Gebäck. Mehl und Zucker müssen fein
+gesiebt werden und alles zum Backen gehörige, namentlich bei kälterer
+Jahreszeit, stellt man am besten schon Abends zuvor in ein warmes Zimmer
+oder früh in der Küche auf die erwärmte Herdplatte, sowie man auch den Teig
+im Warmen einrührt und aufgehen läßt, außer Butter und Blätterteigen, die
+man kalt stellt. Die Butter wäscht man gewöhnlich aus und knetet sie unter
+öfterem Uebergießen mit frischem Wasser gut durch, um die salzigen Teile zu
+entfernen; den meisten Wohlgeschmack giebt natürlich ganz frische Butter,
+doch kann man in deren Ermangelung auch gute eingelegte Butter anwenden,
+von der man weniger bedarf, weil sie fetter ist, dann hüte man sich jedoch,
+dieselbe heiß zu gebrauchen, was ihrem Geschmack großen Eintrag thut. Die
+Eier schlage man nie über dem Teig auf, damit derselbe nicht verdorben
+werde, falls ein schlechtes Ei darunter wäre; will man das Weiße zu Schnee
+schlagen, so lasse man nichts von dem Dotter darunter kommen und bereite
+den Schnee an einem kühlen Orte, denn z. B. in der Küche erhält er nie die
+erforderliche Steife. Das Einrühren der Kuchen oder Torten, wozu man einen
+tiefen, steinernen oder irdenen Napf und einen flachen Holzlöffel nimmt,
+muß stets nach einer bestimmten Seite hin geschehen, entweder von links
+nach rechts oder von rechts nach links, denn ein Rühren nach verschiedenen
+Seiten würde das Gebäck mißlingen machen; man rühre möglichst rasch und
+fasse den Löffel mit beiden Händen, was weniger ermüdet. Alle Formen zu
+Bäckereien streicht man mit einem, in geschmolzene Butter getauchten Pinsel
+gehörig aus und überstreut sie dann mit geriebener Semmel oder Zwieback,
+damit sich das Backwerk später leichter auslöst. Bäckt man kleines, süßes
+Gebäck auf einem Blech, so bestreicht man letzteres mit Butter und verreibt
+dieselbe mit weichem Papier, ebenso kann man das erwärmte Blech mit weißem
+Wachs einreiben; wenn man Butterteig bäckt, bestreut man das Blech mit Mehl
+oder geriebener Semmel. Den erforderlichen Hitzegrad des Ofens zum Backen
+erprobt man am besten, indem man ein Stück Papier hineinlegt; wird dasselbe
+schnell gelb, so kann man den Blätterteig in den Ofen setzen, am
+geeignetsten ist aber für das meiste Backwerk der zweite Hitzegrad, wenn
+das hineingelegte Papier langsam gelb wird. Allerlei kleines Gebäck, wie
+Makronen, spanischer Wind, Anisbackwerk und dergl., bedarf eines noch
+schwächeren Hitzegrades, da es mehr austrocknen als backen soll. Hat man
+eine Form mit zu backendem Teig im Ofen, so muß die Ofenthüre möglichst
+wenig geöffnet werden und keinerlei Topf oder Kasserol mit Wasser oder
+sonst etwas, darf dabei im Rohr stehen, weil der feuchte Dampf das Bräunen
+des Gebäcks verhindern würde. Um zu versuchen, ob der Kuchen völlig
+durchgebacken sei, nimmt man ein spitziges, dünnes Hölzchen oder eine
+Stricknadel und sticht in der Mitte hinein; bleiben noch kleine
+Teigkrümmelchen daran hängen, so ist der Kuchen noch nicht gar, hängt aber
+nichts daran, so kann man ihn, falls er braun genug ist, sofort
+herausnehmen und noch eine Weile in der Form stehen lassen, bevor man ihn
+ausschüttet, auch darf man ihn nicht gleich darauf ins Kalte bringen. Will
+man Torten oder Kuchen mit einer Glasur überziehen, so geschieht dies,
+sowie das Gebäck heiß aus dem Ofen kommt und man läßt die Glasur dann
+trocknen, indem man den Kuchen entweder in die obere Ofenröhre stellt oder
+in die Backröhre, nachdem sie durch Offenstehen der Ofenthüren etwas
+ausgekühlt ist.
+
+Es scheint, daß Magenkranke das Backwerk, welches mit gutem Backpulver
+bereitet ist, besser vertragen wie das mit Hefe gebackene Weißbrot. Es wird
+dies vielleicht daran liegen, daß die Backpulvergebäcke so sehr porös
+sind.
+
+Von den Gebäcken sind am leichtesten zu verdauen: Cakes, dann Zwieback,
+dann Weißbrot und zuletzt Schwarzbrot und Pumpernickel. Frisches Brot gilt
+im Volksmunde als schwerverdaulich weil es nicht so stark gekaut wird wie
+älteres oder härter gebackenes Brot. Je mehr die Speisen beim Kauen
+eingespeichelt werden, um so besser werden sie verdaut. Manche Menschen
+essen sehr schnell aus Angewohnheit und Unruhe, richtiger ist es immer
+langsam zu speisen und ordentlich zu kauen.
+
+
+
+
+ Das Bier
+
+ als Getränk und als Nahrungsmittel.
+
+
+Das Bier ist Genuß- und Nahrungsmittel. Von den alkoholischen Getränken,
+deren wir uns bedienen, ist das Bier das an Alkohol ärmste. Dem geringen
+Gehalte an Alkohol entsprechend, ist seine Wirkung beim Genusse, es wirkt
+erwärmend und belebend, es regt das Nervensystem genügend an, ohne es zu
+überreizen, es bringt, wenn es innerhalb der durch die Vernunft gesetzten
+Grenzen genossen wird, das Gefühl des Wohlbehagens hervor, ohne zu
+berauschen wie der Wein, und ohne sinnverwirrend zu sein, wie der
+Branntwein.
+
+Wenn die menschliche Natur des Genusses derartiger Getränke bedarf, so ist
+der des Bieres unzweifelhaft der dem Organismus am meisten zuträgliche,
+namentlich weil dieses Getränk, außer seiner nervenbelebenden Wirkung,
+einen nicht unbedeutenden Nährwert besitzt. Wegen seines geringen Gehaltes
+an Eiweißstoffen kann das Bier nie zur vollkommenen Ernährung des Körpers
+ausreichen. Als Zugabe zu Fleisch, Brot, Käse und anderen Stoffen ist es
+aber, wegen seines Gehaltes an Extraktivstoffen und phosphorsauren Salzen,
+ein wertvolles Nahrungsmittel. In dieser Beziehung steht es weit über dem
+Wein.
+
+Mit dem Branntwein ist es gar nicht zu vergleichen, da dieser dem Körper
+nichts giebt als den Alkohol. Ein kräftig genährter ausgewachsener
+gesunder Mann kann einen Schnaps ohne Schaden trinken, aber ein schwacher
+Körper wird schwächer wie vorher. Darin liegt der Fluch des
+Branntweintrinkens. Beim Biergenuß wird dagegen dem Körper ein Teil der zu
+verbrauchenden, oder durch vorangegangene Leistung verbrauchten Kraft
+ersetzt.
+
+
+
+
+ Braten.
+
+
+Welche Grundsätze sind beim Braten des Fleisches zu beachten?
+
+Fleisch besteht aus Fleischfasern und dem Fleischsafte. Erste Bedingung
+ist, dem Fleischstücke eine Kruste zu geben, damit der Fleischsaft nicht
+ausfließen kann.
+
+Dies geschieht dadurch, daß man das Fleisch in das _kochende_ Fett der
+Pfanne legt und die Oberfläche mit dem kochendheißen Fette übergießt.
+
+_Einfaches Verfahren_: Das zum Braten vorgerichtete Fleisch wird mit dem
+hierzu nötigen heißen Fett oder Butter auf beiden Seiten begossen und dann
+in die gut geheizte Bratröhre geschoben.
+
+Wodurch bildet sich jetzt eine Kruste? Durch das Eiweiß des Fleisches,
+welches durch die hohe Temperatur des heißen Fettes gerinnt und somit einen
+Austritt des Fleischsaftes aus dem Fleisch verhindert.
+
+Jetzt mäßigt man das Feuer, begießt das Fleisch mit etwas Fleischbrühe,
+damit sich kurze Sauce bildet, und nach einiger Zeit erhält man einen
+Braten, welcher beim Anschneiden den Fleischsaft austreten läßt und sehr
+saftige Stücke liefert. Jede Köchin wird finden, daß ein so behandelter
+Braten aufquillt und viel dicker wird, wie das Stück Fleisch war.
+
+Wie kommt das?
+
+Durch die Kruste, welche sich um das Fleisch gelegt hat, wird der Austritt
+des Saftes verhindert. Durch die hohe Temperatur des Fettes wird ein Teil
+des Fleischsaftes in Dampf verwandelt und dieser Dampf treibt das
+Fleischstück auseinander.
+
+Man darf aber nicht in das Fleisch stechen oder schneiden, sonst findet der
+Fleischsaft einen Ausweg und läuft in die Pfanne. Man erhält dann eine gute
+Sauce, aber kein saftiges Stück Fleisch.
+
+Wie hoch ist die Temperatur, welcher das Fleisch beim Braten ausgesetzt
+wird? Das Fett in der Pfanne erhält eine Temperatur bis 150° und siedet.
+Das Fleisch hat außen eine Temperatur von ca. 120° und ist im Inneren
+ungefähr 70° warm. Diese Temperatur genügt auch vollkommen, um das Fleisch
+weich zu braten, und es darf nicht heißer werden, damit nicht auch das
+Eiweiß im Innern gerinnt. Sticht man aber in den Braten, so fließt der
+Fleischsaft aus; die Temperatur steigt auch im Innern des Bratens, macht
+das Eiweiß unlöslich, und das Resultat ist ein Stück festes, lederartiges
+Fleisch ohne Saft und Kraft.
+
+Das Aroma des Bratens entsteht durch Einwirkung der hohen Temperatur auf
+das Fleisch; die genauere Zusammensetzung dieser aromatischen
+Zersetzungsprodukte kennt man noch nicht.
+
+Wie lange soll das Fleisch braten? Das hängt ganz und gar von der Natur des
+Fleisches ab und kann am Herde erlernt werden.
+
+Ist der Braten fertig, so darf er nicht lange stehen, sondern muß auf den
+Tisch gebracht werden, weil er sonst viel von seinem guten Aussehen
+einbüßt.
+
+Den Braten sofort nach dem Herausnehmen aus dem Ofen zu zerschneiden ist
+auch nicht richtig, weil sonst der Saft beim Durchschneiden herausfließt.
+10 bis 15 Minuten läßt man den aus dem Ofen genommenen Braten stehen, damit
+der Fleischsaft sich im Fleische gleichmäßig verteilt. Dann bleiben auch
+die Bratenreste, welche kalt genossen werden, noch saftig.
+
+Im Anfange muß jedes zu bratende Fleischstück einer hohen Temperatur
+ausgesetzt werden, damit sich eine Kruste bildet und der Saft nicht
+ausfließen kann. Dann läßt man das Feuer etwas zurückgehen, damit das
+Fleisch innerhalb der Kruste im eigenen Fleischsafte gar wird.
+
+Fleischstücke garniert man häufig mit Ei und Semmel. Dies hat den Zweck, um
+schnell eine Kruste bilden zu können, sonst fließt der Saft aus den
+Schnittflächen heraus. Die Eisubstanz, dieser hohen Temperatur ausgesetzt,
+gerinnt sofort und schließt die Poren.
+
+Das Braten und Kochen des Fleisches hat den Zweck, das Bindegewebe zwischen
+den Muskelfasern locker zu machen und zum Teil in eine leicht lösliche
+Substanz, den Leim, zu verwandeln.
+
+Gebratenes Fleisch von jungem Geflügel und vom Kalbe ist sehr leicht
+verdaulich, deshalb werden diese Fleischarten als Krankenkost bevorzugt.
+Wahrscheinlich beruht dies darauf, daß diese Fleischarten wenig Fett haben.
+Bei träger oder geschwächter Verdauung hat es sich immer gezeigt, daß
+fetthaltige Kost nachteilig ist.
+
+
+
+
+ Das Brot.
+
+
+Die Getreidekörner werden in den Mühlen von den Schalen befreit, weil diese
+für den Menschen unverdaulich sind. Ohne weitere Behandlung ist auch das
+Mehl unverdaulich, weil unsere Verdauungswerkzeuge nicht im Stande sind, es
+in lösliche aufnahmefähige Produkte zu verwandeln.
+
+Die Mehlspeisen werden deshalb gebacken oder mit Milch oder Wasser gekocht,
+damit die Stärkekörner platzen. Der gebildete Kleister wird von den
+Verdauungssäften angegriffen, in Zucker verwandelt und vom Körper
+aufgenommen. Auch beim Backen platzen die Stärkemehlkörner, werden
+verkleistert und durch die hohe Temperatur des Ofens zum Teil schon in
+lösliche Produkte übergeführt.
+
+Zur Herstellung des Roggenbrotes verwendet man Sauerteig, um das Brot porös
+zu machen. Im Sauerteig befinden sich lebende Hefezellen und wenn man nun
+den aus Mehl und Wasser bereiteten Teig mit dem Sauerteig vermengt, so
+findet ein lebhaftes Wachstum der Hefezellen statt. Die Hefezellen
+verbrauchen einen Teil des Mehles, entwickeln Kohlensäure und diese
+Kohlensäure treibt den Teig auf, macht ihn locker. Wird der Sauerteig etwas
+länger aufbewahrt, so entsteht neben der Hefegärung auch noch eine Essig-
+und Milchsäuregärung. Infolge der Bildung dieser Säuren schmeckt das
+Roggenbrot mehr oder weniger sauer.
+
+Zur Darstellung der Weißbrote benutzt man die käufliche Hefe. Wer aber Hefe
+benutzt, erleidet immer einen Verlust an Teig; denn die Hefe lebt ja von
+dem Teige.
+
+Früher benutzte man noch viel mehr wie heute das sogenannte Hirschhornsalz.
+Dieses treibt das Backwerk auch hoch, giebt demselben aber einen faden
+Geschmack.
+
+Zu dem Zwecke des Auftreibens von Brot verwendet man auch Fabrikate, welche
+unter dem Namen Backpulver in den Handel kommen. Im Jahre 1893 nahm ich die
+Fabrikation dieses Artikels auf und jetzt werden jährlich Millionen Kuchen
+mit Dr. Oetker's Backpulver hergestellt. Das ist ja der beste Beweis
+seiner Güte. Besonders sei noch erwähnt, daß beim Backen mit diesem
+Backpulver die verwendeten Zuthaten zum Backwerk keinerlei Verlust
+erleiden.
+
+Je feiner das Mehl gemahlen ist, um so leichter ist das aus diesem Mehle
+hergestellte Brot zu verdauen. Je vollkommener eine Speise vom Körper
+resorbiert werden kann, um so besser ist es für die Erhaltung der Kräfte.
+Vom Weißbrot werden 94% verdaut, vom Pumpernickel nur 70%.
+
+
+
+
+ Butter.
+
+
+Die Butter ist das erstarrte Fett der Milch, enthält aber noch ungefähr 15
+Prozent Milch in feinster Verteilung. Beim Schmelzen tritt eine Trennung
+ein; die Magermilch sinkt zu Boden, darüber steht eine klare Fettschicht.
+Läßt man diese erkalten, so erstarrt das klare Fett und hat den Namen
+Schmelzbutter oder Butterschmalz erhalten. Die in der Butter
+eingeschlossene Milch ist kein zufälliger Bestandteil, auch keine
+Verunreinigung oder Verfälschung, sondern ein notwendiger Bestandteil der
+Butter, der erst das Butterfett zu Butter macht.
+
+Der Geschmack der Butter ist abhängig davon, ob die Butter aus süßem oder
+sauerem Rahm hergestellt ist, ob sie gesalzen oder ungesalzen auf den Tisch
+kommt. Der Wohlgeschmack der Butter kann durch verschiedene Einflüsse
+beeinträchtigt werden. Zu langes Verweilen der Milch im Stalle verleiht der
+Butter einen Stallgeschmack. Scharfe Stoffe des Futters gehen in die Butter
+über, z. B. wenn größere Mengen Steckrüben oder Rapskuchen gefüttert
+werden. Die Butter wird sehr leicht ranzig wenn sie offen an der Luft
+steht, und ganz besonders wenn sie vom Lichte getroffen wird. Steht die
+Butter in einem Raume, welcher stark riechende Stoffe enthält, so nimmt die
+Butter diese Stoffe ungeheuer schnell auf und bekommt einen widerlichen
+Geschmack.
+
+Die Ursache des Verderbens der frischen Butter ist ihr Gehalt an Wasser und
+nicht völlig abgeschiedenen Eiweißstoffen.
+
+In wärmerer Temperatur wird die Butter sehr schnell ranzig. Dieser Geruch
+und Geschmack wird dadurch verursacht, daß die Fette der Butter in freie
+Fettsäuren und Glycerin zerlegt werden. Knetet man unter die Butter Salz,
+so wird die Butter nicht so leicht ranzig. Das Salz wirkt hier als
+wasserentziehendes Mittel. Die Molkereien bringen die Butter heute in
+Stücken =à= ½ und 1 Pfund, eingeschlagen in dünnes, nasses
+Pergamentpapier zum Konsumenten. Diese Methode des Verkaufes ist reinlich
+und nur zu empfehlen.
+
+Gute Butter ist ein teuerer Haushaltartikel und man muß immer bedenken, daß
+man den hohen Preis nur für den Wohlgeschmack bezahlt, denn bezüglich des
+Nährwertes leistet ein Pfund Schweineschmalz für den Körper ebensoviel wie
+ein Pfund Butter. Nur daher ist es zu erklären, daß die guten
+Kunstbuttersorten, welche unter dem Namen Margarine verkauft werden, sich
+so schnell eingeführt haben.
+
+
+
+
+ Kakao und Chokolade.
+
+
+Der Kakaobaum ist in Zentralamerika einheimisch und die Bohnen dieses
+Baumes werden in großen Mengen importiert. In den Bohnen befindet sich das
+Theobromin, eine Substanz, welche dem Coffein ähnlich ist und ebenfalls
+anregend auf das Nervensystem wirkt.
+
+Das Fett der Kakaobohnen wird durch Pressen entfernt und die Kakaobohnen zu
+feinstem Pulver gemahlen. Kocht man dieses Pulver mit Wasser so schmeckt es
+bitter und wird erst zu einem angenehmen Getränke, wenn man je nach
+Geschmack genügend Zucker und Gewürze beigefügt hat. Die zweckmäßigste
+Bereitung ist folgende: man reibt das Kakaopulver mit kaltem Wasser zu
+einem glatten dünnen Brei und läßt diesen in das kochende Wasser einlaufen
+und 2 Minuten kochen. Nimmt man an Stelle des Wassers Milch, so wird das
+Getränk nahrhafter.
+
+Vermischt man die enthülsten, gerösteten und gemahlenen Kakaobohnen mit
+Zucker und Gewürzen, so erhält man die Chokolade, welche infolge dieser
+Zusätze viel nahrhafter ist wie Kakao. Um eine gute Tasse Chokolade zu
+bereiten, nimmt man gewöhnlich pro Tasse 30 Gramm und kocht mit Milch.
+
+
+
+
+ Vom Einlegen und Einmachen der Früchte für den Winterbedarf.
+
+
+Zu den dankbarsten Arbeiten eines geordneten Hauswesens gehört in erster
+Linie das Einsetzen und die Aufbewahrung von Obst und anderen Früchten,
+damit während des ganzen Jahres eine angenehme und billige Zugabe zu den
+Mahlzeiten vorhanden ist. Wer den rechten Sinn für Häuslichkeit hat, der
+läßt es sich nicht ausstreiten, daß die im eigenen Hause hergestellten
+Konserven sehr gut schmecken und sehr billig sind. Eine rechte Hausfrau
+unterzieht sich gern der Mühe, größere Vorräte herzustellen und ihre
+geeignete Aufbewahrung zu überwachen; sie weiß, daß sich nicht nur
+Pfennige, sondern ganz erkleckliche Sümmchen auf solche Weise sparen
+lassen, von der Befriedigung, die darin liegt, auf der eignen Hände Arbeit
+blicken zu können, soll hierbei noch gar nicht einmal die Rede sein.
+
+Freilich wird die Freude an der eignen Arbeit manchmal bitter vergällt,
+wenn man die erforderliche Sorgfalt hat mangeln lassen und infolgedessen
+durch das Verderben einzelner Büchsen sich Schäden zeigen, die außerhalb
+der sorglich angestellten Berechnung liegen. Wenn auch in erster Linie
+peinliche Sauberkeit in der Zubereitung, strengste Sorgfalt in der Auswahl
+der Früchte erforderlich sind, um das Verderben zu verhüten, so giebt es
+doch andrerseits auch äußerliche Hilfsmittel, durch welche man den Schaden
+der wuchernden Schimmelpilze abwenden kann.
+
+Man hat hierzu in letzter Zeit hauptsächlich die luftdichte Verpackung
+empfohlen, indem man spekulierte, daß zur Existenz jener kleinen Lebewesen,
+welche die Zersetzung der organischen Substanz herbeiführen sollen, die
+atmosphärische Luft abgeschlossen werden muß. Die Patentverschlüsse sind
+meist so teuer und so wenig haltbar, daß sie sich bisher in den meisten
+Haushaltungen nicht einzubürgern vermochten. Ein sicheres Mittel gegen das
+Verderben der Speisen haben wir nur in den Salzen, und wenn sich auch das
+gewöhnliche Kochsalz, welches z. B. bei Fleisch und Fischen ganz
+vorzügliche Dienste leistet, nicht in allen Fällen eignet, so sind doch
+auch für eingemachte Früchte gewisse Zusätze als bestes Verhütungsmittel
+gegen das Verderben zu empfehlen. So wird in neurer Zeit Dr. _Oetker's
+Salicyl_ mit bestem Erfolg angewendet, weil es den Geschmack der Früchte
+nicht nur nicht beeinträchtigt, sondern ihn lange Zeit sogar frisch und
+kräftig erhält. Seine Anwendung ist einfach und sauber und sein Preis
+billig. Dieses Salicyl enthält reinste Salicylsäure, und ein Päckchen =à=
+10 Pfg. genügt, um 10 Pfd. eingemachte Früchte gegen Schimmel zu schützen.
+
+Die Hausfrau, welche dieses Präparat einmal kennen gelernt hat, wird es
+stets ihren einzumachenden Früchten zusetzen und braucht sich über
+verschimmelte Kompotts nie mehr zu ärgern.
+
+Im Interesse einer ausgedehnten Verwendung ist der Preis billigst gestellt.
+
+
+ Anwendung.
+
+Man kocht die Früchte mit dem Zucker wie bisher, nimmt sie vom Feuer, löst
+den Inhalt des Päckchens unter Umrühren in den 10 Pfd. Früchten auf, giebt
+sie in die sauberen Gläser oder Töpfe und läßt erkalten.
+
+Nach dem Abkühlen legt man ein Stück reines Papier auf die Früchte,
+befeuchtet mit etwas Rum oder Arrac und streut etwas Salicyl darauf. Jetzt
+überbindet man mit einfachem oder mit Pergamentpapier, und die Früchte
+halten sich vorzüglich und bewahren ihren reinen Geschmack.
+
+Will man Früchte, zum Beispiel Gurken, in Essig oder Salzwasser einlegen,
+so löst man in 5 Liter gutem Einmache-Essig ein Päckchen Salicyl und hat
+dann 5 Liter Salicyl-Essig, in welchem Gurken, Zwiebeln &c. niemals
+verderben oder auch nur anlaufen, sondern sich sehr gut halten.
+
+Wenn sich die Essigfrüchte und Gemüse lange Zeit halten sollen, so gießt
+man den Essig _kalt_ darüber. Sollen die Gemüse schnell genußfähig werden,
+so gießt man den Essig _heiß_ über die Gemüse oder Früchte.
+
+Nimmt man etwas mehr Salicyl, so schadet das auch nichts, weil Dr.
+_Oetker's Salicyl_ keinerlei schädliche Substanzen enthält.
+
+Zu welchen Früchten, Gemüsen und Konserven kann man Dr. _Oetker's
+Salicyl_ verwenden? Zu Amarellen; Annanas-Gelée und Marmelade; Apfel-Gelée;
+Apfelmarmelade und Kraut; Apfelsinen; Aprikosen; Artischocken; Birnen in
+Essig; Birnen mit Zucker; Bohnen in Salzwasser; Brombeerensaft; Brünellen;
+Kornelkirschen; Dreifruchtmarmelade; Dunstfrüchte; Erdbeeren in Gläsern;
+Gurken als Essig-Gurken; Gurken in Salz; Gurken als Senfgurken;
+Hagebuttenmarmelade; Heidelbeeren in Flaschen; Himbeergelée; Himbeersaft;
+Johannisbeergelée; Johannisbeersaft; Kapern; Kirschen in Essig; Kirschen in
+Zucker; Kirschensaft; Kirschen im eigenen Safte; Kraut als Sauerkraut;
+Kürbis; Marmeladen; Maulbeeren; Mirabellen in Dunst oder in Essig;
+Mixedpickles; Nüsse; Orangen; Perlzwiebeln; Pfirsiche, Pflaumen
+in Dunst oder in Essig oder in Zucker; Pflaumenmus; Pomeranzen;
+Preißelbeeren; Quitten; Reineklauden; Rote Rüben; Stachelbeeren;
+Tutti-frutti-Eingemachtes; Weinbeeren; Zwiebeln.
+
+
+ Als Grundsatz
+
+merke man sich, daß auf 10 Pfd. gekochte Früchte, oder Gelée, oder
+Marmelade, oder Mus, oder auf 5 Liter Himbeersaft, oder auf 5 Liter Essig
+_nur_ 1 Päckchen =à= 10 Pfg. genommen wird. Nimmt man jedoch etwas mehr, so
+schadet es auch nicht! Hat man jedoch nur 5 Pfd. eingemachte Früchte, so
+nimmt man selbstredend nur ein halbes Päckchen Dr. Oetker's Salicyl.
+
+Skala für Frucht wie Zuckerbedarf: Man rechnet auf: 1 =kg= geschälte Birnen
+1½ =kg= Zucker; 1 =kg= Aprikosen 1 =kg= Zucker; 1 =kg= Pfirsiche 1 =kg=
+Zucker; 1 =kg= Pflaumen 1½ =kg= Zucker; 1 =kg= Reineklauden 1½ =kg=
+Zucker; 1 =kg= Brombeeren ¾ =kg= Zucker; 1 =kg= Preißelbeeren ¼ =kg=
+Zucker; 1 =kg= Kirschen ¾ =kg= Zucker.
+
+
+
+
+ Ob wirklich ein Ei dem andern gleicht?
+
+
+Viel Verdruß und finanzieller Verlust entsteht trotz aller Vorsicht in
+umfangreicheren Wirtschaften dadurch, daß ein gewisser Prozentsatz der
+aufgespeicherten Vorräte dem Verderben anheimfällt. Auch die
+größtmöglichste Aufmerksamkeit ist diesem Uebelstande gegenüber vergebens,
+denn wenn die Zersetzung erst einmal, sei es auch in noch so geringem
+Umfange, Fuß gefaßt hat, dann greift sie mit Riesenschritten um sich; es
+ist vergebliche Mühe, sie zu bekämpfen; hat man die Gefahr an einer Seite
+beseitigt, so taucht sie dafür an drei anderen Ecken und Enden auf.
+
+Am empfindlichsten sind hierbei die Produkte der Hühnerzucht; es gehört
+nicht nur Geschick und Sachkenntnis, sondern auch viel Glück dazu, um den
+Winterbedarf verlustfrei zu konservieren. Trotzdem wird keine ordentliche
+Hauswirtin Bedenken tragen, den Wintervorrat selbst zu sammeln und in
+geeigneter Weise aufzubewahren; sie kennt den Unterschied zwischen dem
+Produkt ihrer sorglich gezüchteten Rassen und den minderwertigen Faß- und
+Kisteneiern und unterzieht sich gern der Arbeit des Konservierens, weil sie
+weiß, was sich dabei ersparen und welche Genüsse sich dabei gewinnen
+lassen.
+
+Aber auch in solchen Wirtschaften, wo man nicht selbst Geflügelzucht
+treibt, empfiehlt es sich, selbst Vorrat an Eiern zu halten und im Herbste
+ausreichend frische Ware zu beschaffen, damit der Bedarf für den Winter
+gedeckt ist. Werden die Eier erst kurz vor dem Gebrauch beim Händler
+geholt, so muß man wohl oder übel nehmen was da ist, nämlich Lagerware. In
+Fässern oder Kisten verpackt treiben sich diese Eier monate- und
+vierteljahrelang bei Spediteuren herum und, wenn auch das eigentliche
+Faulwerden verhütet wird, so leidet doch die Qualität der Ware so
+erheblich, daß auch eine ungeübte Zunge und noch mehr die Nase den
+Unterschied herausfindet. Mit einem einzigen solchen angegangenen Ei kann
+unter Umständen eine ganze kostspielig zubereitete Speise verdorben werden.
+
+Das Huhn ist nämlich ein Tier, welches sich in hohem Grade den
+Verhältnissen anpaßt, wie schon die große Zahl der Rassen und Spielarten
+beweist. Durch Zucht und geeignete Fütterung kann man das Huhn dahin
+bringen, sehr viel Eier zu legen, eine Methode, nach welcher in den großen,
+den Handelsbedarf deckenden Züchtereien gearbeitet wird. Es können dabei
+auch große, äußerlich recht schöne Eier erzielt werden -- aber nur auf
+Kosten der Qualität, und daraus erklärt es sich, daß 10 Faß- oder
+Kisteneier noch lange nicht so viel wert sind, als eine kleinere Zahl Eier
+von den im eigenen Haushalt gezüchteten Hennen.
+
+Die Sorge für Aufbewahrung des hierbei zu Zeiten sich ergebenden
+Ueberflusses ist kaum zu rechnen gegenüber den auf diese Weise sich
+bietenden Vorteilen; sie verschwindet vollständig, wenn man die frischen
+Eier nach folgendem Verfahren behandelt.
+
+Dieses Verfahren ist so einfach, daß man sich wundern muß, warum es nicht
+schon längst im Haushalte Fuß gefaßt hat.
+
+Man kauft also frische Eier, prüft sie abends, indem man jedes Ei mit
+Daumen und Zeigefinger umschließt und gegen eine helle Flamme hält.
+
+Ist das Ei hell durchscheinend, so ist es zum Einlegen zu verwenden. Ist es
+an einer Stelle dunkel, so verwendet man es sogleich, denn ein solches Ei
+wird auch in der besten Konservierflüssigkeit schlecht werden.
+
+Je nach der Menge der Eier, welche man einlegen will, nimmt man einen
+großen oder kleinen Behälter von Glas, Porzellan, Steingut oder Holz und
+übergießt die Eier nach dem Einlegen mit folgender Mischung:
+
+ =Liq. Natr. silicici crud. Ph. G. III=
+ (=Natronwasserglas=) 1 Liter
+ Wasser 10 Liter
+
+und zwar gießt man soviel auf, daß die Eier bedeckt sind. Vorher werden die
+Eier vom Schmutz gereinigt. Auf das Vorratsgefäß legt man einen Deckel oder
+Brett und nimmt die Eier nach Bedarf heraus.
+
+Hat man große Tonnen eingerichtet, so läßt man unten einen Holzkrahn
+einsetzen und kann dann die Flüssigkeit nach Belieben ablassen. Die
+entnommenen Eier werden abgewaschen und benutzt.
+
+Bedenkt man die außerordentlichen Summen, welche dem ganzen Volke durch
+diese genau angegebene Methode erhalten bleiben, so ist diese Art der
+Aufbewahrung von größter, ökonomischer Bedeutung für den Volkswohlstand.
+
+Die Konservierflüssigkeit verschließt die Poren der Eischale. Will man die
+Eier kochen, so muß man mit einer starken Nadel ein Loch hineinbohren,
+damit die Luft entweichen kann, sonst platzt die Eischale.
+
+Im weichgekochten Zustande sind Eier ein vorzügliches Nahrungsmittel,
+besonders für schwächliche Personen, weil die Bestandteile der Eier sehr
+leicht assimiliert werden.
+
+Man genießt die Eier in den verschiedenartigsten Zubereitungen und
+allgemein wird anerkannt, daß Eier eine sehr nahrhafte Speise sind. Den
+Nährwert der Eier überschätzt man jedoch. 7 Eier enthalten so viele
+Nährstoffe wie ein Liter Milch und die eigene Berechnung zeigt Jedermann,
+daß die Eier im Verhältnis zur Milch teuere Nahrungsmittel sind. Ein Ei hat
+ungefähr den Nährwert wie 40 =g= gutes fettes Fleisch.
+
+Das Durchschnittsgewicht eines Eies ist 53 =g= und kann man hiervon 6 =g=
+auf die aus kohlensaurem Kalk bestehende Schale, 31 =g= auf das Eiweiß und
+16 =g= auf das Eigelb rechnen. Das Ei ohne Schale enthält 6 =g= trockenes
+Eiweiß und 5 =g= Fett. Am leichtesten sind die Eier zu verdauen, wenn man
+die rohen gequierlten Eier in heiße Fleischbrühe laufen läßt und dann mit
+der Fleischbrühe genießt.
+
+Der ekelhafte Geruch fauler Eier entsteht durch Schwefelwasserstoff und
+Phosphorwasserstoff, welche sich bei der Zersetzung des Gehaltes bilden.
+
+
+
+
+ Das Feuer.
+
+
+Im gewöhnlichen Leben versteht man unter Verbrennung die Vereinigung eines
+Körpers mit dem Sauerstoffe der Luft unter gleichzeitiger Erscheinung von
+Wärme und Licht.
+
+Zur Einleitung einer Verbrennung ist eine bestimmte Temperatur nötig, bei
+welcher sich der Brennstoff entzündet. Die natürlichen festen Brennstoffe
+erleiden beim Erhitzen vor der Entzündung eine Zersetzung, bei welcher
+Dämpfe und gasförmige Körper gebildet werden; diese gasförmigen Produkte
+verbrennen mit Flamme, während der Rückstand (Kohlen oder Koks) beim
+Verbrennen nur glühen. In den häuslichen und gewerblichen Feuerungen
+verbrennt das Feuerungsmaterial nicht in reinem Sauerstoff, sondern in der
+Luft, einem Gemisch von Stickstoff und Sauerstoff.
+
+Der eigentliche verbrennliche Teil unseres Heizmaterials sind der
+Kohlenstoff und der Wasserstoff.
+
+Bei genügendem Luftzutritt verbrennt der Kohlenstoff zu Kohlensäure und der
+Wasserstoff zu Wasser. Kohlensäure und Wasserdampf entweichen in die Luft.
+Der Stickstoff der Luft wird hierbei nicht verändert.
+
+Also die Luft muß an das Brennmaterial herangeführt werden, geschieht dies
+nicht, weil im Ofen noch zu viel Asche liegt, so kann die beste Kohle nicht
+brennen und auch nicht erwärmen.
+
+Wie wird dieser einfache Vorgang so häufig mißachtet. Das Feuer brennt
+nicht, der Ofen zieht nicht mehr, die Kohlen taugen nichts! Das sind die
+Redensarten nachlässiger Dienstboten.
+
+Hält man die Oefen nicht in Ordnung, so sind auch direkte Verluste damit
+verknüpft. Die eingeworfenen Kohlen verschlacken, verbrennen aber nicht
+vollkommen. Den Schaden hat immer die Herrschaft zu tragen.
+
+
+
+
+ Die Fische &c.
+
+
+Das Fleisch der Fische ist ebenso nahrhaft und ebenso gesund und verdaulich
+wie das Fleisch anderer Tiere.
+
+Wenn möglich sollen die Fische erst kurz vor der Zubereitung getötet
+werden. Das Fleisch der Fische verdirbt sehr schnell und kommen die
+Seefische daher stets in Eis verpackt in das Binnenland. Flußfische, welche
+in sumpfigen Gewässern gelebt haben, verlieren ihren Wohlgeschmack. Das
+Fleisch nimmt einen moderigen Geschmack an.
+
+Für die Volksernährung kommen hauptsächlich der Häring und der Schellfisch
+in Betracht. Der erstere enthält reichlich Eiweiß und viel Fett und ist
+imstande eine allein nicht genügende Mahlzeit z. B. Kartoffeln oder Reis,
+zu einer völlig ausreichenden zu machen. Schellfische enthalten nur wenig
+Fett und werden stets mit Fett gegessen. Die seltenen Fische wie Forelle,
+Lachs, Karpfen &c. sind heute Luxusartikel und werden teuer bezahlt.
+
+Die Sardinen in Oel werden besonders aus Frankreich zu uns gebracht. Die
+Fische kommen in großen Mengen an die französische Küste, werden nach dem
+Fange gesalzen, abgewaschen, in kochendes Olivenöl ca. eine Minute
+eingetaucht, in Blechdosen verpackt und nach dem Zulöten versandt.
+
+Das Fleisch der _Krebse_, Krabben und Hummer ist hart und schwer
+verdaulich; sie gelten bei uns als Delikatesse und werden als solche hoch
+bezahlt.
+
+Das Fleisch der Auster ist sehr leicht verdaulich. Die Auster wird meistens
+lebend gegessen, weil das Fleisch außerordentlich schnell verdirbt.
+
+Beim Oeffnen der Schalen sieht man das Tier in einer wässerigen Flüssigkeit
+liegen, welche von Unerfahrenen als Meerwasser betrachtet und weggegossen
+wird. Dies ist nicht richtig, denn diese Flüssigkeit macht einen
+wesentlichen Teil des Tieres aus.
+
+
+
+
+ Die verschiedenen Fleischsorten.
+
+
+Das Rindfleisch ist von allen Fleischsorten am meisten mit rotem Blutsaft
+angefüllt. Es besitzt ein dichteres Gewebe als andere Fleischsorten,
+enthält daher in dem gleichen Volumen mehr Nahrungsstoffe; aus diesem
+Grunde, und weil außerdem sein Geschmack voller und reicher als der anderer
+Fleischsorten ist, hat sich allgemein die Ansicht geltend gemacht, das es
+von allem Fleisch das nahrhafteste ist.
+
+Das Sprichwort »Kalbfleisch ist Halbfleisch« hat eine gewisse Berechtigung,
+weil das Fleisch junger Kälber 80% Wasser enthält. Je älter das Kalb wird,
+um so besser wird auch das Fleisch.
+
+Hammelfleisch hat feinere Muskelfasern und ein loseres Gewebe wie
+Rindfleisch. Es gilt allgemein als leicht verdaulich und wird deshalb gerne
+als Krankenkost empfohlen.
+
+Die Art des Futters ist bei dem Schweine von größtem Einfluß auf die
+Qualität des Fleisches. Wegen des hohen Fettgehaltes gilt das
+Schweinefleisch als schwer verdaulich.
+
+Wild und Geflügel haben ein feinfaseriges Fleisch mit dichterem Gewebe als
+das Fleisch der landwirtschaftlichen Schlachttiere. Gekocht und gebraten
+bildet das Fleisch dieser Tiere eine zarte, wohlschmeckende und leicht
+verdauliche Speise. In Folge der stärkeren Bewegung haben diese Tiere
+nur wenig Fett.
+
+Das Fleisch der meisten Fische ist weiß von weißem Blut, es giebt aber auch
+rotblutige Fische, z. B. Lachs. Das Fleisch der Fische schmeckt sehr
+verschieden, hauptsächlich bedingt durch den Geschmack des Fettes. Das
+Fleisch der Fische ist ebenso nahrhaft und ebenso leicht verdaulich wie das
+Fleisch der Tiere.
+
+Fleischspeisen sind für den Einzelnen wie für ganze Völker von größtem
+Einfluß auf die Leistungsfähigkeit. Völker, welche viel Fleisch verzehren,
+zeigen große Kraft bei der Arbeit und infolge dieser körperlichen Kraft
+besitzen sie Selbstvertrauen und Energie. Völker, welche fast nur von
+Pflanzenkost leben, sind in geistiger Beziehung feige und vermögen keine
+besondere Kraftentwickelung zu zeigen. Für zivilisierte Völker hat sich
+herausgestellt, daß eine aus Fleisch und Pflanzenteilen hergestellte
+Nahrung am vorteilhaftesten ist.
+
+Erwärmt man das Fleisch bis 70°, so zersetzt sich der rote Blutfarbstoff
+und das Fleisch wird grau.
+
+Kinder mögen manchmal das Fleisch nicht, weil sie es nicht zerbeißen
+können. Die Kaumuskeln sind noch zu schwach und deshalb muß das Fleisch
+sehr fein zerschnitten sein.
+
+Frisches Fleisch wird beim Kochen nicht weich und muß deshalb einige Tage
+hängen. Es findet dann eine Veränderung des Fleisches, wahrscheinlich unter
+Einfluß von Bakterien statt. Jedes Fleisch ist um so leichter verdaulich,
+je besser es gekaut wird oder je feiner es in der Küche gehackt oder
+geschabt oder geklopft wird. Nach dem Schlachten der Tiere tritt die
+Totenstarre ein und diese beruht auf einem Festwerden der flüssigen
+Eiweißlösung, welche den Inhalt der Muskelfasern ausmacht; das Festwerden
+geschieht in ähnlicher Weise wie beim Eiweiß des Hühnereies wenn es erhitzt
+wird. Kurze Zeit nachher wird das Fleisch nach der Totenstarre wieder weich
+und dies ist die richtige Zeit zur Küchenverwendung. Liegt es länger, so
+tritt Fäulnis ein, welche mit einem vorsichtigen Ausdrucke bezeichnet auch
+=Kantgoût= genannt wird.
+
+
+
+
+ Fleischbrühe.
+
+
+Um eine gute Fleischbrühe oder Bouillon zu erhalten, verfährt man in
+folgender Weise.
+
+Man wäscht das Fleischstück schnell ab oder reinigt es, wenn nötig, durch
+Abreiben mit einem reinen Tuche. Das Fleisch wird mit kaltem Wasser
+aufgesetzt, ganz langsam erwärmt und im gelinden Kochen erhalten.
+
+Das kalte wie das lauwarme Wasser löst einen Teil des Eiweißes aus dem
+Fleische. Später gerinnt dieses Eiweiß, tritt als Schaum an die Oberfläche
+des Wassers und nun erst setzt man Salz hinzu, damit die Fleischsalze
+leichter in das umgebende Wasser dringen können, denn jetzt will man ja die
+Nährbestandteile des Fleisches in der Fleischbrühe haben.
+
+Um das Fleisch vollständig auszuziehen, muß man 5-7 Stunden schwach kochen
+lassen, je nach der Art und Größe des Fleischstückes. 1 Kilo muß 3 Stunden
+kochen.
+
+Das kalte Wasser entzieht dem Fleische zuerst Fleischsalze und Eiweiß. Die
+Fleischsalze bleiben in der Brühe, das Eiweiß gerinnt, wenn das Wasser heiß
+geworden ist.
+
+Das heiße Wasser verwandelt einen Teil des Bindegewebes in Leimsubstanz,
+und diese wird von der Brühe gelöst. Das Fett des Fleisches schmilzt und
+schwimmt auf der Fleischbrühe. Erkaltet die Fleischbrühe später, so
+erstarrt das Fett, und man nimmt es ab, um es bei nächster Gelegenheit zu
+verwenden.
+
+Vor allem entzieht das heiße Wasser dem Fleische die wichtigen
+Fleischsalze.
+
+Die so erhaltene Fleischbrühe schmeckt kräftig, ist aber kein
+Nahrungsmittel, sondern ein Genußmittel, regt die Verdauung an und wirkt
+auf das Nervensystem belebend.
+
+Häufig kocht man auch die Knochen mit aus und erhält in der Fleischbrühe
+auch die Substanzen, welche durch Wasser den Knochen entzogen werden
+können.
+
+Die Knorpelsubstanz wird in Leimsubstanz verwandelt und löst sich in der
+heißen Brühe.
+
+Die Fleischbrühe reagiert sauer und enthält von anorganischen Verbindungen
+hauptsächlich Phosphorsäure und Kali. Fleischbrühe von Rindfleisch ist am
+kräftigsten; vom Kalbfleisch und Hühnerfleisch milde und vom Wildpret am
+pikantesten.
+
+Verwendet man auch Knochen und Knorpel zu der Fleischbrühe, so wird diese
+reicher an Leim und dem Geschmacke nach vollmündiger.
+
+Fleischbrühe, in welcher ein Eigelb zerschlagen ist, wird Kindern, welche
+älter wie ein Jahr sind und Rekonvaleszenten gern verordnet. Einen Teller
+Bouillon vor dem Mittagessen zu nehmen kann man nur empfehlen. Die Brühe
+feuchtet den Magen an, erregt die Magensekretion und der Magensaft mischt
+sich leichter mit den festeren Speisen. Aus Rücksicht auf schnelle und
+vollständige Verdauung ist es praktisch, vor den festeren Speisen erst eine
+leichtere weichere Nahrung zu sich zu nehmen.
+
+
+
+
+ Gelée.
+
+
+Die Gelées sind durchsichtige kalte Speisen, welche mit oder ohne Anwendung
+von Gallertstoffen angefertigt werden. Als Gallertstoffe werden Gelatine,
+Agar Agar, Hausenblase oder Kalbsfüße benutzt.
+
+Löst man diese Gallertstoffe in einer gewissen Menge Flüssigkeit in der
+Wärme auf und läßt dann wieder erkalten, so erstarrt die gekochte
+Flüssigkeit zu einem Gelée.
+
+Der Nährwert dieser Gallertstoffe ist sehr gering, sie enthalten keine
+Nährstoffe, sondern sind Luxusspeisen, welche meistens als Nachtisch
+serviert werden.
+
+Bei den süßen Gelées oder den Fruchtgelées, denen man größere Mengen Zucker
+zusetzt, dient der Zucker als Würze, wirkt aber gleichzeitig als Nährstoff.
+
+Aus frischen, unvergohrenen Fruchtsäften, z. B. Johannisbeersaft, kann man
+nach Beigabe von Zucker Gelées kochen, ohne Gelatine hinzufügen zu müssen.
+Die frischen Fruchtsäfte enthalten Pektinstoffe, welche ein Erstarren des
+Saftes beim Erkalten hervorbringen. Läßt man die Fruchtsäfte jedoch gären,
+so werden die Pektinstoffe zersetzt und geben beim Erkalten keine Gelées
+mehr.
+
+
+ Gelée aus Agar Agar.
+
+Um ein Liter Gelée herzustellen verwendet man 5 Stangen Agar Agar. Diese
+Stangen werden ¼ Stunde in einem Liter Wasser eingeweicht,
+herausgenommen, ausgedrückt und zerzupft. Mit einem Liter Wasser stellt man
+sie 2 Stunden heiß, ohne die Flüssigkeit zum Kochen zu bringen.
+
+Will man das Gelée ganz klar haben, so zerquirlt man 2 Eiweiß in wenig
+Wasser, giebt sie in die etwas erkaltete Geléemasse, rührt um und stellt
+wieder aufs Feuer. Das Eiweiß gerinnt und bindet alle trübemachenden
+Fäserchen. Jetzt filtriert man durch ein ausgewaschenes leinenes Tuch und
+stellt zum Erkalten bei Seite.
+
+Will man ein Gelée aus Gelatine machen, so nimmt man auf ein Liter
+Flüssigkeit im Sommer 100 =g= und im Winter 80 =g= Gelatineblätter. Die
+Blätter wischt man mit kaltem Wasser ab und löst sie durch Kochen auf. Nach
+dem Lösen klärt man, wie oben mitgeteilt, durch 2 Eiweiß und filtriert.
+
+
+
+
+ Gemüse, Kräuter und Salate.
+
+
+Das Kochen der Gemüse hat den Zweck, diese für den menschlichen Organismus
+leichter verdaulich zu machen. Vollständig gereinigt legt man sie in die
+_kochende Fleischbrühe_ oder in kochendes, leicht gesalzenes Wasser und
+überläßt sie so lange der Siedetemperatur, bis sie weich sind.
+
+Auch hier ist es wichtig, daß der Pflanzensaft in den Blättern bleibt, denn
+mit kaltem Wasser ausgelaugt, bleibt nichts zurück, wie ein geschmackloses
+Zellengewebe.
+
+Um dem Gemüse die schöne grüne Farbe zu erhalten, muß man _kochende_
+Fleischbrühe verwenden und darf den Deckel nicht auf den Topf legen. Der
+Dampf mit seinen flüchtigen Bestandteilen muß entweichen können.
+
+Die grüne Farbe rührt her von dem in den Zellen befindlichen Blattgrün, und
+dieses Blattgrün behält seine Zusammensetzung nur bei obigem Verfahren.
+
+Die scharfen Bestandteile des Blattgrüns werden durch schnelles Abkochen
+zersetzt.
+
+Alle grünen Gemüse, alle Kohlarten und Rüben müssen in ihrem eigenen Safte
+gekocht werden, damit sie, ebenso wie das Fleisch, ihren Nährwert behalten.
+Viele dieser Gemüse geben an kochendes Wasser färbende und übelriechende
+Stoffe ab. Um diese Stoffe zu entfernen, werden diese Gemüse abgebrüht und
+das Wasser dann abgegossen.
+
+Uebergießt man die grünen Gemüse mit kochendem Wasser, so läßt sich im
+Dampfe das sehr unangenehm riechende Schwefelwasserstoffgas nachweisen.
+
+Giebt man in die Fleischbrühe oder in das Wasser, welches zum Kochen der
+Gemüse benutzt werden soll, einen halben Theelöffel voll Dr. _Oetker's
+Kochpulver_, so werden die Gemüse viel schneller weich und viel
+verdaulicher. Z. B. Spinat, Grünkohl, Schwarzwurzel, Weißkraut.
+
+Das Kochen der grünen Gemüse veranlaßt zuerst das Absterben der vorher
+lebenden Zellen. Der Zellsaft fließt aus und Wasser dringt in die Zellen.
+Am besten erkennt man dies beim Kochen der roten Rüben. In kaltes Wasser
+gelegt bleibt das Wasser hell, kocht man jedoch, so fließt der rote Saft
+der Zellen in das umgebende Wasser.
+
+Eine weitere Einwirkung der Hitze ist das Gerinnen des Eiweißes und ein
+Aufquellen der Stärkemehlkörner, welche fast in allen Gemüsen mehr oder
+weniger sich finden.
+
+Der Nährwert der Gemüse ist ein geringer und werden sie nur als eine
+angenehme Zuspeise genossen; sind aber trotzdem für das Wohlbefinden von
+großer Bedeutung, weil sie mit den Nahrungsstoffen den Magen füllen und
+hierdurch das angenehme Gefühl der Sättigung hervorrufen.
+
+Einige dieser Gewächse werden nur wegen ihrer eigentümlichen Bestandteile
+auf den Tisch gebracht. So rührt der sauere Geschmack des Sauerampfers vom
+saueren oxalsauren Kalk her. Der Kopfsalat enthält saueres zitronensaures
+Kalium. Der scharfe Geschmack des Rettigs, der Radieschen, der Zwiebeln und
+des Meerrettig ist bedingt durch Senföl. Diese Kräuter und Salate sind also
+Genußmittel, aber keine Nahrungsmittel.
+
+Das Einsalzen geschieht bei Kohl, Bohnen, Rüben und Gurken; Kohl und Bohnen
+werden nach dem Zerschneiden mit Salz und Gewürzen in einem Faß
+eingestampft. Das Salz entzieht dem Gemüse einen Teil des Wassers und
+bildet eine Salzlake. Die Menge des angewandten Salzes ist aber nicht groß
+genug um eine Gärung zu verhindern. Es findet eine Milchsäure-Gärung statt
+und die entstandene Milchsäure wirkt fäulnishemmend. Aus diesem Grunde
+haben Sauerkohl und Faßbohnen einen saueren Geschmack.
+
+Gurken und rote Rüben werden mit Essig und Gewürzen eingemacht. Hier
+verhindert der Essig das Verderben.
+
+
+
+
+ Die Gewürze.
+
+
+Unsere wichtigsten Nahrungsmittel wie reines Eiweiß, reine Stärke, reines
+Fett sind geschmacklos und nur durch Hinzugabe von Gewürzen ist es uns
+möglich, diese unbedingt notwendigen Nahrungsmittel mit Wohlbehagen zu
+genießen.
+
+Der Zucker ist Nahrungsmittel und gleichzeitig Genußmittel.
+
+Das _Kochsalz_ ist Nahrungsmittel und Genußmittel; kein Mensch kann ohne
+Kochsalz leben. Das Salz ist ein nie fehlender Bestandteil des Blutes. Alle
+pflanzenfressenden Tiere haben Heißhunger nach Salz; aber die Tiere, welche
+nur Fleisch fressen, haben kein Salz nötig, weil sie das salzhaltige
+Fleisch und Blut der gefangenen Tiere aufnehmen und so für ihren eigenen
+Körper genug Kochsalz aufnehmen.
+
+Je reiner das Salz ist, um so schöner für den Tisch. Dann bleibt es auch
+längere Zeit trocken. Ein feucht werdendes Salz ist nicht genug gereinigt.
+
+Manchmal hört man auch die Ansicht vertreten, die eine Sorte Salz sei
+kräftiger wie eine andere. Das ist eine falsche Ansicht, Salz ist Salz, und
+wenn man eine Speise mit abgewogenen Mengen Salz würzt, so wird nachher
+Niemand herausschmecken, ob man die eine oder die andere Sorte Salz benutzt
+hat.
+
+Den Würzstoffen unserer Speisen sind auch folgende zuzuzählen, welche alle
+auf dem Wege des Reflexes die Verdauungsthätigkeit erhöhen.
+
+Zucker, Kochsalz, scharfschmeckende Substanzen und ätherische Oele und
+Weine regen, auf die Zunge gebracht, die Sekretion der Speicheldrüsen und
+die Abscheidung des Magensaftes an. Aus diesem Grunde trinkt man vor
+größeren Mahlzeiten ein Glas starken Wein oder eine Tasse Bouillon oder man
+ißt ein Schnittchen mit Caviar.
+
+Als wirkliche
+
+ $Genußmittel$
+
+bezeichnet man die Substanzen, welche erst nach Aufnahme in den
+Blutkreislauf ihre Wirkung auf das Nervensystem ausüben können. Hierher
+gehören alle alkoholhaltigen Getränke, Kaffee, Thee und Tabak. Diese
+charakteristisch wirkenden organischen Stoffe könnte man passend als
+Nervenreizmittel bezeichnen und sind sie in vernünftigem Maaße benutzt
+keineswegs als etwas durchaus Schädliches zu bezeichnen.
+
+O. Funke giebt seiner Ansicht folgenden treffenden Ausdruck:
+
+»Es ist thöricht und unberechtigt, auch den bescheidensten Genuß der
+genannten Reizmittel zu verwerfen. Man braucht sie nicht damit in Schutz zu
+nehmen, daß der Trieb, sie in irgend welcher Form sich zu verschaffen,
+wiederum der Ausfluß eines untilgbaren Menscheninstinktes ist, der sich zu
+allen Zeiten und bei allen Völkern geltend gemacht hat.
+
+Man braucht sich nur zu fragen: »Muß denn unsere Maschine, wie das Pendel
+der Uhr, immer in demselben monotonen, langweiligen Tempo arbeiten? Was
+schadet es ihr denn, wenn sie von Zeit zu Zeit mit etwas stärker gespanntem
+Dampf etwas rascher pumpt, sobald sie nur in den darauffolgenden
+Intervallen bei langsamerer Arbeit die kleine Luxusausgabe von Kraft aus
+dem genügenden Vorrat wieder einbringen und etwaige kleinere Defekte ihres
+Mechanismus wieder ausbessern kann?« Wahrlich, manche leuchtende,
+fruchtbringende Idee ist schon aus einem Römer duftenden Rheinweines
+geboren, welche vielleicht nie den nüchternen Wasserkrügen der Vegetarianer
+entstiegen wäre; manch bitteres Herzweh, das bei Himbeerlimonade tiefer
+gefressen hätte, hat ein Schälchen Kaffee gemildert; manche Sorge, manche
+Grille hat sich mit dem Rauch einer Zigarre verflüchtigt und das ist doch
+auch etwas wert in so mancher armseligen Menschenexistenz.«
+
+
+ Gewürze!
+
+Es giebt eine Anzahl Kräuter, Samen und Früchte, welche sich im Haushalte
+eingebürgert haben ohne jedoch Nahrungsmittel zu sein. Diese Pflanzenteile
+haben einen auffallenden Geruch oder Geschmack und deshalb benutzt man sie
+um Speisen mit diesem Geschmacke zu durchtränken.
+
+Diese Gewürze gehören zu den Genußmitteln und sind deshalb von größter
+Bedeutung für den Wohlgeschmack unserer Hauptnahrungsmittel. Das was wir im
+Allgemeinen als Geschmack bezeichnen ist vielmehr ein Riechen wie ein
+Schmecken und wer einen tüchtigen Schnupfen hat wird finden, daß auch der
+Geschmack der Speisen sehr nachgelassen hat.
+
+Für alle Kuchen und Puddings hat sich nun Zitronen und Vanille am meisten
+eingeführt. Von der Zitrone reibt man die gelbe Außenhaut mit dem
+aetherischen Oele ab und verwendet nach Belieben.
+
+Die Vanille-Schoten zerstößt man mit Zucker oder kocht sie mit Milch aus.
+Da nun die Vanilleschoten sehr teuer sind, so hat sich in letzter Zeit
+Vanillin-Zucker eingeführt und die kleinen 10 Pfg. Päckchen, welche von
+Dr. Oetker versandt werden, finden immer mehr den Beifall der
+Hausfrauen.
+
+Was man früher mit 50-75 Pfg. bezahlen mußte, erhält man jetzt für 10 Pfg.
+Es giebt kaum einen anderen Küchenartikel, welcher sich so schnell
+eingeführt hat. Um Puddings, Getränke, Saucen, Kuchen &c. mit dem
+prächtigen Vanille-Aroma zu versehen, braucht man nur von diesem
+Vanillin-Zucker unterzurühren.
+
+
+
+
+ Der Käse.
+
+
+Alle scheinbar so verschiedenen Käse werden mit geringen Abweichungen auf
+die nämliche Art bereitet. Als Rohmaterial dient die Milch, welche mit
+Labessenz oder Labpulver versetzt den Käsestoff in festen Gerinnsel
+ausfallen läßt. Dieser Käsestoff wird gepreßt, damit alle Milch entfernt
+wird, gewürzt und in bestimmte Formen gebracht. Ein Hauptunterschied
+besteht darin, welche Art von Milch man verwendet.
+
+Stellt man den Käse aus frischer nicht abgerahmter Milch her, so erhält man
+Rahmkäse. Verwendet man abgerahmte süße Milch, so erhält man einen
+Süßmilchkäse. Hat man aber abgerahmte saure Milch benutzt, so ist
+Sauermilchkäse das Resultat.
+
+Sogenannte Handkäse oder Bauernkäse sind Sauermilchkäse, welche mit Salz
+und Kümmel vermischt überall auf den Markt kommen. Allgemeiner bekannt sind
+von diesen Sauermilchkäsen der Mainzer, Harzer und Nieheimer Käse.
+
+Ist der Käse geformt, so kommt er in die Keller zum Reifen. Unter dem
+Reifwerden des Käse versteht man eine Veränderung des Eiweißes. Diese
+Veränderung des Eiweißes bringt auch ein anderes Aroma des Käse hervor.
+Gleichzeitig findet in der ganzen Masse des Käse eine durch sehr kleine
+Lebewesen der Pflanzenwelt hervorgebrachte Gärung statt. Auch hierbei
+entstehen geringe Mengen riechender Substanzen, z. B. Buttersäure und die
+nicht riechende Kohlensäure. Durch diese Kohlensäure entstehen die Löcher,
+welche wir im Schweizerkäse sehen.
+
+Der Käse ist leicht verdaulich und wird umso leichter von den
+Verdauungssäften gelöst je lockerer er ist, je feiner er gekaut oder
+geraspelt wird.
+
+Käse ist in Bezug auf seinen hohen Nährwert ein billiges Nahrungsmittel und
+kann als solches nicht genug empfohlen werden. Die teueren ausländischen
+Käse sind Luxuskäse und müssen höher bezahlt werden.
+
+Aus Schafmilch wird der Roquefortkäse gemacht und die grüne Farbe wird
+durch Schimmelpilze bedingt.
+
+Der Käse ist ein außerordentlich wichtiges Nahrungsmittel, da er wegen
+seines hohen Eiweißgehaltes und seiner Fettsubstanz für den Organismus sehr
+wichtig ist, und so niedrig im Preise steht, daß er von Jedermann gekauft
+werden kann. Besonders die Quarkkäse mögen empfohlen sein als Beigabe für
+die Speisen, welche wenig Eiweiß enthalten.
+
+Der Käse wird sehr gut verdaut. Einige Menschen giebt es jedoch, welche
+behaupten, abends keinen Käse vertragen zu können. Die teuren Käse sind
+Luxusartikel und der hohe für sie verlangte Preis steht nicht im Einklange
+mit ihrem Nährwerte, sondern der Preis wird bezahlt für den angenehmen
+Geschmack und das pikante Aroma.
+
+
+
+
+ Wie bereitet man einen _guten_ Kaffee?
+
+
+Zu den edelsten Himmelsgaben gehört der braune Trank des Südens, der
+Kaffee, der überall, wo er bekannt wurde, trotz aller Verbote und
+Verdächtigungen, sich schnell zum eigentlichen Hausgetränk einbürgerte. Das
+liebliche Aroma dieser Bohnen mit seinen wohlthuenden Wirkungen auf
+Verdauungsorgane und Nervensystem erfüllt alle Voraussetzungen eines
+Genußmittels für den täglichen Gebrauch, es macht den Kopf klar und die
+Augen hell.
+
+Guter Kaffee ist eine Delikatesse, die ihres gleichen sucht. Aber wie vom
+Erhabenen zum Lächerlichen nur ein Schritt ist, so berühren sich auch die
+Gegensätze in der Kunst des Kaffeekochens und leider giebt es da so viele
+Hausfrauen, die ihr nach alter Schablone hergestelltes Getränk, für
+welches der Volksmund eine ganze Reihe lieblicher Kosenamen erfunden hat,
+noch übers Bohnenlied herausstreichen. Ueber den Geschmack läßt sich
+natürlich nicht streiten, wenn aber, wie es so manchmal geschieht, die
+fehlenden Vorzüge eines recht dünnen Getränkes darin gefunden werden
+sollen, daß starker Kaffee für Gesunde nervenschädlich sei, so ist das auf
+alle Fälle eine sehr kühne Behauptung, welche lebhaft an die schöne Fabel
+vom Fuchs und den sauren Trauben erinnert.
+
+Gerade diejenigen Stoffe, welche dem Kaffee seinen Wert geben, gehen bei
+der üblichen Weise seiner Bereitung häufig verloren; wenn die gemahlenen
+Bohnen in das siedende Wasser geschüttet werden, dann entwickelt sich
+schnell ein starkes, durch drei bis vier Zimmer dringendes Aroma -- aber
+wie selten kommt doch eine Hausfrau auf den naheliegenden Gedanken, daß die
+Würze, welche in die Luft entweicht, dem fertigen Getränk entzogen werden
+muß! Was nützt es dann, den faden Geschmack des Letzteren durch allerhand
+Zusatzmittel zu verbessern? Der Kenner findet die Täuschung nur zu leicht
+heraus, denn man kann den Kaffee auf solche Weise wohl bitter und schwarz,
+niemals aber wohlschmeckend machen.
+
+Etwas besser schon ist das Aufgußverfahren, bei welchem die Bohnen im
+Trichter mit heißem Wasser übergossen werden. Der auf diese Art gewonnene
+Kaffee ist zwar ziemlich gut, denn wenn das durchfließende Wasser auch
+einen Teil der Bestandteile auszieht, so bleibt doch stets noch ein Teil in
+den Bohnen zurück. Sucht man diesen Uebelstand durch besonders feines
+Mahlen der Bohnen zu beseitigen, so erhält man ein trübes oder graues
+Getränk, welches sich schon durch seine äußere Erscheinung nicht recht
+empfiehlt.
+
+Die Haupterfordernisse zur Bereitung eines tadellosen Kaffees sind
+reinschmeckende Bohnen und richtige zweckentsprechende Beschaffenheit des
+Wassers, denn dasselbe muß im Stande sein, die wirksamen Stoffe den Bohnen
+zu entziehen und sie vollständig zu binden. Man giebt dem Wasser diese
+Eigenschaft durch einen billigen Zusatz, genannt Dr. Oetker's Kochpulver.
+Dieses weiße Pulver ist eine Mischung von Substanzen, welche sich
+vorzüglich bewährt haben. Erst hierdurch gelingt es, den Kaffee zu dem zu
+machen, was er sein soll, zu einem kräftigen, würzigen, von allen
+unangenehmen Wirkungen freies Hausgetränk.
+
+Man verfahre folgendermaßen:
+
+Den frisch gemahlenen Kaffee z. B. 3 Lot (nach der alten Methode gemessen)
+giebt man auf den Trichter, füllt einen Löffel mit kochend heißem
+sprudelndem Wasser, giebt in den Löffel eine Messerspitze voll Dr.
+Oetker's Kochpulver und gießt diese Lösung über die gemahlenen Bohnen.
+
+Nach einigen Minuten giebt man das übrige, immer im Kochen erhaltene Wasser
+auf den Kaffee und erhält ein Getränk, wie es vorzüglicher nicht
+hergestellt werden kann, und wird der Kaffee den Beifall eines jeden
+Kenners finden.
+
+Wie kommt das denn, wird manche Hausfrau fragen, daß ein weißes Pulver dem
+Kaffee eine viel dunklere Farbe und einen volleren Geschmack verleihen
+kann?
+
+Wenn Kaffeebohnen geröstet werden, so entwickelt sich auf den Bohnen und in
+den Zellen ein Oel, welches die volle Einwirkung gewöhnlichen Wassers
+verhindert. Das Wasser kann nicht in die Zellen eindringen, kann also aus
+den Zellen auch nichts aufnehmen. Dr. Oetker's Kochpulver giebt dem
+Wasser nun die Eigenschaft, die abstoßenden Eigenschaften des Kaffeeöles zu
+überwinden. Der Kaffee wird also dunkler infolge seines höheren Gehaltes an
+Extrakt. Der Geschmack dieses Kaffees ist voller, runder wie man zu sagen
+pflegt, weil ein solcher Kaffee die Geschmacksnerven in angenehmer Weise
+beeinflußt.
+
+Ein guter Kaffee wirkt anreizend und belebend auf das Nervensystem; wer
+hungrig ist und Kaffee trinkt, merkt den Hunger nicht so sehr, aber
+gestillt wird der Hunger durch Kaffee niemals. Der anregende Bestandteil
+ist das Caffeïn.
+
+
+
+
+ Kartoffeln.
+
+
+Das Kochen der Kartoffeln hat den Zweck die in den Kartoffeln enthaltene
+Stärke leichter verdaulich zu machen. Wie soll man die Kartoffeln kochen?
+
+Die Kartoffeln werden sorgfältig abgewaschen und geschält.
+
+Die geschälten Kartoffeln legt man sofort wieder in kaltes Wasser, sonst
+werden sie mißfarbig.
+
+Man setzt sie mit kaltem, gesalzenen Wasser auf das Feuer und bedeckt den
+Topf mit einem Deckel.
+
+Der entstandene Schaum wird abgeschöpft und die Kartoffeln so lange
+gekocht, bis sie sich bei dem Stechen weich zeigen. Die Kochzeit ist eine
+viertel bis eine halbe Stunde und hängt von der Art der Kartoffeln ab.
+
+Hat man das Kochwasser rein abgegossen, so stellt man den Topf zugedeckt
+noch wenige Minuten auf das Feuer, damit das in den Kartoffeln noch
+vorhandene Wasser verdampfen kann. Man bringt die Kartoffeln in einer
+bedeckten Schüssel auf den Tisch.
+
+Je lockerer, je mehliger die Kartoffel geworden ist, um so schöner sieht
+sie aus, und um so leichter ist sie zu verdauen.
+
+Die Kartoffeln werden, wie oben gesagt, mit gesalzenem kalten Wasser
+aufgesetzt. Wird das Wasser nun warm, so wird gleichzeitig das Wasser in
+den Zellen der Kartoffel warm, und hat dieses Wasser die Siedehitze
+erreicht, so verlieren die Stärkekörner ihre Form und gehen in Kleister
+über. Gießt man jetzt das Kochwasser ab und läßt die Kartoffeln noch etwas
+auf dem Feuer, so wird das Wasser in den Zellen in Dampf verwandelt,
+zerreißt die Zellen, entweicht und die Kartoffel ist mehlig und
+wohlschmeckend.
+
+Noch besser ist es, die Kartoffeln nur im Dampfe gar zu kochen, aber in den
+meisten Haushaltungen haben sich die Dampfkochtöpfe noch nicht eingeführt.
+
+Dem Kochwasser der Kartoffeln setzt man Salz zu. Dies hat den Zweck, den
+Kartoffeln einen angenehmen Geschmack zu geben und außerdem den Austritt
+der Kartoffelsalze, welche für die Ernährung wichtig sind, zu verhindern.
+
+Will man Pellkartoffeln oder Kartoffeln in der Schale bereiten, so werden
+die Kartoffeln gewaschen und so gekocht, wie oben angegeben ist. Hat man
+das Kochwasser abgegossen, so legt man zwischen Topf und Deckel ein reines
+zusammengelegtes Tuch. Der Dampf kann aus dem Topfe dann nicht so schnell
+entweichen, die Kartoffeln werden noch mehliger, und die Schale platzt auf.
+
+Wird die Kartoffel einige Zeit einer Temperatur von 0° ausgesetzt, so geht
+ein kleiner Teil der Stärke in Zucker über und die Kartoffel schmeckt süß.
+Dieser Geschmack ist nicht angenehm, und um ihn zu entfernen, stellt man
+die Kartoffeln einige Tage in einen warmen Raum, z. B. in die Küche. Der
+Zucker verschwindet aus der Kartoffel, weil er durch den Sauerstoff der
+Luft zu Kohlensäure verbrannt wird. Die Kartoffel schmeckt nicht mehr süß
+und kann gebraucht werden.
+
+Je mehliger die Kartoffel beim Kochen wird, um so reicher ist sie an
+Stärkemehl, um so wertvoller als Nahrungsmittel.
+
+Besonders möge hervorgehoben werden, daß der Kartoffelbrei die beste Form
+ist, um den Nährstoff vollständig oder fast vollständig auszunutzen.
+
+Neben den Kartoffeln sind stets Eiweiß- und Fett enthaltende Nahrungsstoffe
+mit zu genießen, weil die Kartoffel gar kein Fett und nur sehr wenig Eiweiß
+enthält. Mit diesen Stoffen läßt sich die Kartoffel zu zahlreichen, sehr
+wohlschmeckenden Speisen vereinigen und ist deshalb für den täglichen
+Gebrauch gar nicht mehr zu entbehren.
+
+Die Mohrrüben und die weißen Rüben dienen ebenfalls nur als Beigabe zu
+Fleischkost. Ihr Gehalt an Nährstoffen ist sehr gering.
+
+Kartoffeln und Rüben sind für den Verdauungsvorgang sehr wichtig, weil sie
+Verstopfung verhindern; eine Erscheinung, welche häufig eintritt bei
+Menschen, welche viel Fleisch essen.
+
+
+
+
+ Das Kochen.
+
+
+Das Kochen eines Nahrungsmittels hat den Zweck, dieses Nahrungsmittel
+leichter verdaulich und schmackhafter zu machen.
+
+Will man ein Stück Fleisch kochen, um es als _Hauptspeise_ auf den Tisch zu
+bringen, so muß man in folgender Weise verfahren.
+
+Man bringt das Wasser, in welchem das Fleisch gekocht werden soll, zum
+Sieden und legt das Fleisch hinein. Durch das kalte Fleisch wird das Wasser
+abgekühlt. Man läßt das Wasser stehen, bis es wieder siedet. Jetzt stellt
+man den Topf bei Seite und läßt abkühlen, bis das Wasser nur noch lauwarm
+ist, rückt den Topf jetzt wieder auf das Feuer und läßt ganz schwach
+weiterkochen, bis das Fleisch weich genug ist.
+
+Warum muß man das Fleisch so und nicht anders kochen?
+
+Legt man das Fleisch in das kochende Wasser, so gerinnt das Eiweiß an der
+Oberfläche des Fleisches und schließt den Fleischsaft so völlig ein, das
+nichts entweichen kann. Würde man das Fleisch jetzt weiterkochen, so würde
+mehr und mehr Eiweiß gerinnen und das Fleisch zähe werden. Deshalb läßt man
+das Wasser abkühlen, damit das Innere des Fleischstückes die Temperatur des
+umgebenden Wassers annimmt.
+
+Jetzt stellt man es wieder auf das Feuer. Langsam wird das Wasser und mit
+ihm der Saft im Fleische heißer, und so kocht das Fleisch in seinem eigenen
+Safte weich. Das Resultat ist ein gutes Stück Fleisch, saftig und leicht
+verdaulich.
+
+Will man jedoch eine gute _Suppe_ kochen, so muß man gerade entgegengesetzt
+verfahren.
+
+Der Zweck ist eine Fleischbrühe zu erhalten, welche die löslichen
+Bestandteile des Fleisches enthält, und dies wird in folgender Weise
+erreicht:
+
+Das Fleisch wird in kleine Stücke zerschnitten, mit kaltem Wasser
+aufgesetzt und ganz langsam zum Kochen gebracht. Im Anfange fügt man kein
+Salz hinzu, damit die Fleischsalze um so leichter in das Wasser übergehen.
+Hat es genügend gekocht, so giebt man nach Geschmack Salz und Gewürz hinzu.
+
+Will man irgend ein Nahrungsmittel auskochen, so muß man nach diesen
+Grundsätzen handeln und immer wieder bedenken, daß der wichtigste
+Bestandteil des Fleisches und der Gemüse, nämlich das Eiweiß, durch die
+Hitze gerinnt.
+
+Beim Kochen des Fleisches werden diesem stets wichtige Bestandteile
+entzogen und deshalb ist es unbedingt erforderlich, die Fleischbrühe als
+Suppe auf den Tisch zu bringen oder das Gemüse in der Fleischbrühe zu
+kochen.
+
+
+
+
+ Das Kochen der Hülsenfrüchte.
+
+ (Erbsen, Bohnen, Linsen.)
+
+
+Die Hülsenfrüchte sind wegen ihres großen Gehaltes an Eiweißstoffen sehr
+wichtige Nahrungsmittel.
+
+Sie sind jedoch schwer verdaulich, müssen deshalb sehr weich gekocht sein
+und dürfen nicht in zu großen Mengen genossen werden.
+
+Der wichtigste Bestandteil ist das Eiweiß, Legumin genannt, und da dieses
+mit _hartem_ Wasser nicht weich wird, so muß man das harte Wasser erst
+weich machen. Dies geschieht durch Zusatz von Kochpulver; eine Messerspitze
+voll bis 1 Theelöffel, je nach der Menge der zu kochenden Früchte. Auf ein
+Pfund Erbsen genügen zwei Messerspitzen voll.
+
+Durch Beifügung des Kochpulvers wird auch das Stärkemehl der Hülsenfrüchte
+aufgeschlossen und ist dann viel leichter zu verdauen. Durch Beifügung von
+Dr. _Oetker's Kochpulver_ wird der Kalk des Wassers ausgeschieden und in
+den wichtigsten Bestandteil der Knochen umgewandelt. Das Kochpulver giebt
+man stets zuerst in das Wasser, dann erst die Hülsenfrüchte. Früher
+benutzte man zum scheinbaren Weichkochen der Hülsenfrüchte einen Zusatz
+von Soda oder auch doppelkohlensaurem Natron. Heute weiß man jedoch, daß
+das Pflanzeneiweiß sich nur in einem kombinierten Salzgemenge löst, wie es
+unter dem Namen »Dr. _Oetker's Kochpulver_« in den Vertrieb kommt. Der
+Preis ist ein sehr niedriger, damit es in _jeder_ Küche benutzt werden
+kann, zum Vorteil einer besseren Verdauung der wichtigsten Nahrungsmittel.
+
+Die grünen Erbsen wie Bohnen sind sehr leicht verdaulich, weil die
+Zellwände noch dünn sind und durch das Kochen auseinander gehen.
+
+Die getrockneten reifen Bohnen wie Erbsen und Linsen, müssen längere Zeit
+gekocht werden, um die mehr oder weniger verhärteten Zellwände zu
+erweichen, damit die verdauenden Säfte auf das Eiweiß und auf das
+gequollene Stärkemehl einwirken und in Lösung überführen können.
+
+Benutzt man ungeschälte Erbsen, so müssen diese nach dem Weichkochen durch
+ein Sieb gerieben werden, damit die ganz unverdaulichen Schalen entfernt
+werden können.
+
+Dürre Erbsen zu kochen. Dieselben werden mit Wasser gekocht, ohne Salz.
+Sind sie weich, dann treibt man sie durch ein Haarsieb, giebt auf 2 Pfund
+Erbsen einen halben Vierling frische Butter in eine gut verzinnte
+Kasserolle, 2 Eßlöffel voll feines Mehl, läßt dieses etwas anziehen, thut
+die durchpassierten Erbsen dazu, verrührt alles zusammen, bis die Masse
+schön glatt ist und giebt, wenn nötig, etwas Fleischbrühe bei. Dann kommt
+Salz, eine Prise weißen Pfeffers und 2 Knoblauchzwiebeln (fein gehackt)
+dazu. Man läßt das Gemüse auf der Platte kochen, damit es nicht anbrennt.
+Beim Anrichten giebt man etwas Jus oder braune Butter darüber. Man kann die
+Erbsen ebenfalls in einem Dampfkochtopf fertig machen, wodurch sie in der
+hälfte Zeit aufgetragen werden können.
+
+
+
+
+ Dr. Oetker's Konservierpulver für Fleisch.
+
+
+Frisches Fleisch verdirbt im Sommer sehr schnell. Nach 24 Stunden schon
+beginnt die Zersetzung; hervorgerufen durch die Bacterien, welche aus der
+Luft auf das Fleisch fallen. Da nun frisches Fleisch frei von Bacterien
+ist, so beruht alles Konservieren des Fleisches in einer Vernichtung der
+aufgefallenen Bacterien. Die Oberfläche des Fleisches muß so verändert
+werden, daß die Bacterien sich nicht entwickeln können.
+
+Will man das frische Fleisch für Küchenzwecke circa 8 Tage konservieren, so
+geschieht dies am einfachsten durch Einreiben des Fleisches mit Dr.
+Oetker's Konservierpulver. Das Fleisch nimmt dann keinen unangenehmen
+Geruch an, behält seine schöne Farbe und seinen vollen Nährwert.
+
+Wenn das vom Metzger bezogene Fleisch schon etwas riecht, so verliert es
+beim Einreiben mit diesem Pulver den Geruch sofort.
+
+Dieses Konservierpulver ist durchaus unschädlich. Will man das eingeriebene
+Fleisch verwenden, so spült man es vor dem Kochen oder Braten mit Wasser
+ab, wodurch das Konservierpulver entfernt wird.
+
+Es ist in den Küchen Gewohnheit geworden, Fleisch in Milch oder Essig zu
+legen, um das Fleisch längere Zeit aufbewahren zu können. Der Essig wirkt
+konservierend in Folge seines Gehaltes an Essigsäure.
+
+Die Milch wird nach wenigen Tagen sauer und dann wirkt die entstandene
+Milchsäure konservierend. Die Milch muß aber erneuert werden, damit sie
+keinen fauligen Geruch annimmt. Immer ist es praktisch, in dem Essig sowohl
+wie in der Milch einen Theelöffel voll Dr. Oetker's Konservierpulver zu
+lösen. Die Wirksamkeit wird hierdurch erhöht.
+
+Der Preis dieses Konservierpulvers ist ein niedriger. Jede Hausfrau wird es
+gern verwenden, wenn sie bedenkt, wie viel Fleischstücke sie noch
+verwenden kann, welche man früher in Folge eingetretener Verwesung
+wegwerfen mußte.
+
+In Päckchen =à= 10 Pfg. ist es in den Geschäften zu haben, welche den
+Vertrieb von Dr. Oetker's Küchenfabrikaten übernommen haben.
+
+
+
+
+ Die Luft.
+
+
+Für das Leben der Menschen, Tiere und Pflanzen ist die uns umgebende Luft
+von größter Wichtigkeit. Von Luft allein kann niemand leben, ohne Luft aber
+auch nicht.
+
+Bei der Atmung der Menschen und Tiere wird beständig Sauerstoff aufgenommen
+und Kohlensäure ausgeatmet.
+
+Wenn in einem geschlossenen Raume, z. B. Schulen, Konzertsälen &c., eine
+große Anzahl Menschen längere Zeit beieinander sind, so wird die Luft für
+alle unerträglich. Früher glaubte man, dies rühre von der Kohlensäure her,
+welche ausgeatmet wird. Versuche haben jedoch bewiesen, daß dies nicht der
+Fall ist.
+
+Die Luft in übermäßig besetzten Räumen wird schlecht und drückend durch
+andere uns noch unbekannte Produkte des Atems, sei es durch die ausgeatmete
+Lungenluft oder durch Schweißbildung oder durch Atmung der Hauptporen.
+
+Die Luft ist häufig mit Staub verunreinigt; der Wind nimmt ihn mit wo er
+ihn findet und läßt ihn nach Aufhören der Strömungen wieder fallen. Die
+Mineralsubstanzen, welche der Wind mit sich bringt, sind für die Menschen
+von geringer Bedeutung. Wichtig sind jedoch die organischen Bestandteile,
+welche vom Winde aufgerührt überall sich niederlassen.
+
+Die uns umgebende Luft ist erfüllt von einer großen Menge kleiner Lebewesen
+der verschiedensten Art, die mit den Bewegungen der Luft überall
+hinwandern. Fallen diese Lebewesen auf ihren Wanderungen auf einen Boden,
+welcher sie festhält und welcher ihrer Entwickelung günstig ist, so
+entwickeln sie sich weiter und geben zur Erscheinung der verschiedensten
+Pflanzengebilde Veranlassung.
+
+Diese sich so entwickelnden mikroskopisch kleinen Pflänzchen nützen uns
+Menschen oder bringen uns Schaden oder lassen uns gleichgültig.
+
+Bei der Gärung der Spiritusmaische, bei der Selbstgärung mancher Biere, bei
+der Essiggärung, bei der Brotgärung und bei der Weingärung nützen sie uns.
+Fallen sie jedoch auf unsere Nahrungsmittel, z. B. Brot, so entsteht
+Schimmel und wir können es nicht mehr genießen. Fallen die Pilze &c. in die
+Milch, so wird diese sauer; kommen diese kleinen Lebewesen in eine Wunde,
+welche wir uns zugezogen haben, so fängt die Wunde an zu eitern. Ein
+Fleischstück wird an der Luft faul, weil die kleinen Pflanzen auf das
+Fleisch fallen, sich zu Milliarden vermehren und es ungenießbar machen.
+
+Das Konservieren unserer Nahrungsmittel beruht darauf, daß wir versuchen,
+in irgend einer Weise das Auffallen dieser kleinen Lebewesen zu verhindern.
+
+Die Luft großer Städte wird durch die Verbrennungsprodukte der Steinkohlen
+verschlechtert. Die Kohlen enthalten stets Schwefel, der Schwefel verbrennt
+zu schwefliger Säure.
+
+Bei jeder Beleuchtung wird die Luft der Wohnräume verschlechtert durch die
+Verbrennungsprodukte. Bei Gasbeleuchtung bildet sich auch salpetrige Säure.
+Vielleicht ist dies die Ursache, daß in Zimmern mit Gasbeleuchtung,
+empfindliche Pflanzen nicht gedeihen.
+
+
+
+
+ Milch.
+
+
+Die Milch ist für die Ernährung des Menschen von größter Wichtigkeit.
+
+Da man der Milch nicht ansehen kann, ob sie von einem gesunden oder kranken
+Tiere stammt, so genieße man die Milch niemals ungekocht.
+
+Läßt man die Milch einige Zeit stehen, so steigen die leichteren
+Fetttröpfchen in die Höhe und bilden den Rahm.
+
+Läßt man Milch einige Zeit stehen, so zersetzt sich der Milchzucker unter
+dem Einfluß von Organismen in Milchsäure. Durch diese Milchsäure wird der
+Käsestoff der Milch abgeschieden.
+
+Will man das Sauerwerden einige Tage lang verhindern, so muß die Milch
+sofort nach Empfang aufgekocht werden, damit die Organismen, welche das
+Sauerwerden hervorrufen, vernichtet werden.
+
+Hat die Milch eine auffallende Farbe, besonderen Geruch oder Geschmack, so
+weise man sie zurück.
+
+Es ist allgemein bekannt, daß man Milch durch Kochen haltbar machen kann;
+wenigstens 1 bis 2 Tage, wie es für den Haushalt meistens genügt.
+
+Kocht man die Milch zu lange, so wird der Käsestoff verändert und löst sich
+nicht mehr so schnell im Magensaft.
+
+Eine große Anzahl der Pilze, welche sich in ungekochter Milch befinden,
+wird durch dieses Kochen unschädlich gemacht. Einigen Arten schadet das
+Aufkochen jedoch nicht und diese sind es, welche im Sommer den Säuglingen
+so sehr viele Beschwerden machen und häufig den Tod herbeiführen.
+
+Besonders sind es die Milchsäurebakterien, welche den Milchzucker unter
+starker Gasbildung zersetzen. Die Krankheiten, welche dabei auftreten,
+haben ihren Sitz im Magen und dann stellt sich nach genossener Milch
+Erbrechen ein; oder die Zersetzung des Milchzuckers findet im Dünndarm oder
+Dickdarm statt; die gebildete Milchsäure reizt die empfindlichen
+Schleimhäute und Diarrhöe ist die Folge.
+
+Was kann man nun thun, um die Säuglinge, welche auf künstliche Ernährung
+angewiesen sind, über die gefährliche Sommerzeit hinüberzubringen und
+soweit es möglich ist gegen diese Krankheiten zu schützen?
+
+ 1. Die Auswahl eines Milchlieferanten, welcher stets
+ frische, mit möglichster Reinlichkeit gemolkene Milch
+ liefert.
+
+ 2. Sofortiges Aufkochen der Milch nach dem Empfange.
+
+ 3. Beziehen der Milch in weißen Glasflaschen, deren
+ Reinlichkeit leichter zu kontrollieren ist wie die der
+ großen Blechkannen.
+
+Treten trotzdem Erbrechen und Diarrhöe ein, so ist der Arzt der allein
+maßgebende Berater. Man warte nicht in der Hoffnung, daß es am nächsten
+Tage besser werde, sondern man schicke sofort zum Arzte.
+
+Ein Kind im Alter bis zu 6 oder 7 Monaten ist nicht im Stande, Stärkemehl
+oder stärkemehlhaltige Nahrungsmittel zu verdauen. Wenn trotzdem den
+Kindern derartige Speisen gegeben werden, so ist eine Störung der Verdauung
+die Folge. Ist ein Kind ein Jahr alt, so werden stärkemehlhaltige Speisen
+schon vertragen, besonders wenn diese durch Kochen in Milch vollkommen
+aufgeschlossen sind. Ein Kind soll auch keine von den schweren verdaulichen
+Speisen, wie Roggenbrot oder Kartoffeln, in größeren Mengen genießen, weil
+die Organe zu sehr angefüllt werden.
+
+Von den leicht verdaulichen Speisen lasse man ein Kind so lange essen bis
+es aufhört. Eine Gefräßigkeit unter Kindern giebt es nicht. Jedes Kind wird
+nur soviel verlangen bis es satt ist. Ein Kind braucht aber im Verhältnis
+zum Erwachsenen weit mehr Nahrung; der Körper will doch größer werden,
+während der Erwachsene nur soviel gebraucht, wie er zur Erhaltung seiner
+Kräfte nötig hat.
+
+Es kommt vor, daß ein Kind gegen gewisse Nahrungsmittel einen
+ausgesprochenen Widerwillen hat; dann zwinge man das Kind nicht zur
+Aufnahme, sonst tritt Brechreiz ein. Die sogenannte Leckerheit des Kindes
+verliert sich, wenn ihm nach und nach die Speisen der Erwachsenen in
+_kleinen_ Mengen vorgesetzt werden. Ein lebhaftes Kind verlangt mehr
+Nahrung wie ein ruhiges Kind. Je lebhafter ein Kind ist, um so mehr Arbeit
+leistet es und um so mehr Nahrung muß es haben, damit die verbrauchten
+Stoffe ersetzt werden.
+
+Je besser das Futter ist, welches eine Kuh bekommt, um so besser ist die
+Milch. Manche scharfe Stoffe gehen in die Milch über und erteilen dieser
+einen unangenehmen Geschmack, z. B. Steckrüben oder Rapskuchen.
+
+Die Milch für Kinder muß stets aufgekocht werden und nach dem Kochen muß
+der Milchtopf zugedeckt werden damit aus der Luft keine Pilze, Bakterien
+und Fliegen hineinfallen.
+
+Der Milchkochapparat nach Professor Soxleth ist sehr verbreitet und gebe
+ich hier die Vorschrift zu seiner Benutzung, damit die Mütter sich zum
+Vorteile der Säuglinge danach richten können.
+
+ _Gebrauchs-Anweisung._
+
+1. Man verwendet möglichst frische Milch, und zwar Mischmilch von mehreren
+Kühen, nicht die Milch _einer_ Kuh, verdünnt die Milch mit Wasser, giebt
+ihr passende Zusätze -- bevor man sie erhitzt -- oder verwendet sie im
+unverdünnten Zustande, nach Angabe des Arztes. Zur Bereitung der Mischungen
+dient das geschnäbelte Misch- und Einfüllglas, welches 1½ Liter faßt und
+in 1/10 Liter eingeteilt ist.
+
+2. Man füllt die für einen Tagesverbrauch ausreichende Menge der Milch oder
+der Milchmischung mittelst des Einfüllglases in die einzelnen Flaschen,
+welche 150, 200 oder 250 =g= fassen. Die Flaschen werden höchstens so
+voll gefüllt, wie vorstehende Zeichnung anzeigt, können aber auch zu ½,
+¼ &c. voll gefüllt werden.
+
+3. Man stellt die gefüllten Flaschen in den Flascheneinsatz, legt auf die
+Mündung jeder Flasche eine Gummischeibe, stülpt über den Hals der Flasche
+die Schutzhülse, stellt den Einsatz in den Kochtopf, füllt letzteren mit so
+viel kaltem Wasser, daß das Wasser im Kochtopf in gleicher Höhe mit der
+Milch in den Flaschen steht, drückt den Blechdeckel in den Topf -- er darf
+nicht lose aufliegen -- und erhitzt auf dem Herde, oder mittelst Gas- oder
+Petroleumofens, zum Kochen. Nachdem man das Wasser ¾ Stunden lang im
+lebhaften Kochen erhalten hat -- wobei der Dampf stets am Deckelrande
+herausblasen muß -- hebt man den Deckel ab, wartet bis sich der Dampf etwas
+verzogen hat und nimmt nun den Einsatz samt Flaschen aus dem Kochtopf. Die
+Flaschen verschließen sich schon beim Abheben des Topfdeckels infolge
+eintretender Abkühlung von selbst (durch den Luftdruck). Sobald, nach etwa
+zehn Minuten, die Gummischeiben sich etwas eingezogen haben, kann man die
+Schutzhülsen abheben; zweckmäßiger ist es jedoch, hiermit bis zum völligen
+Erkalten der Flaschen zu warten, oder die Schutzhülsen überhaupt auf den
+Flaschen bis vor dem Oeffnen zu lassen. Da die Gummischeiben nach der
+Benützung etwas eingedrückt bleiben, so legt man sie bei der nächsten
+Kochung so auf die Flaschenmündung, daß die gewölbte Seite nach oben kommt.
+
+4. Soll dem Kinde Milch gereicht werden, so stelle man eine der Flaschen in
+den Wärmebecher, fülle diesen mit kaltem oder lauwarmem Wasser und erhitze
+letzteres mittelst einer kleinen Spirituslampe oder auf dem Herde bis die
+Milch trinkwarm ist, d. h. bis die Flasche nach mehrmaligem Umschütteln an
+das Auge gedrückt, weder das Gefühl von Kühle noch Hitze hervorruft, also
+annähernd Körperwärme angenommen hat. Häufiges Schütteln der Flasche und
+Wiedereinstellen derselben in das Wasser beschleunigt die Erwärmung.
+Einstellen der kalten Flaschen in heißes Wasser oder rasches Abkühlen der
+noch heißen Flaschen im kalten Wasser bewirkt -- wenn die Flasche auch
+nicht sofort springt -- eine solche Veränderung im Glase, daß die Flaschen
+beim nächsten Kochen zerspringen. -- Absolut unstatthaft ist es, sich von
+der Wärme der Milch durch Probieren zu überzeugen, da hierdurch leicht
+Gährungserreger oder Ansteckungsstoffe in die Milch gelangen können.
+
+5. Für Spaziergänge oder Reisen können die Milchflaschen auf mehrere
+Stunden dadurch warm erhalten werden, daß man sie heiß macht -- jedoch nur
+so weit, daß die Gummischeiben noch gut eingezogen bleiben -- und dann in
+wollene Tücher einwickelt; hierbei müssen die Schutzhülsen auf den Flaschen
+bleiben.
+
+6. Erst wenn die Milch trinkwarm geworden ist und unmittelbar vor der
+Verabreichung derselben öffnet man die Flasche, indem man den Rand der
+Gummischeibe nach aufwärts drückt; hierbei tritt Luft in die Flasche und
+die Gummischeibe liegt nun lose auf der Flaschenmündung.
+
+7. Von dem Kinde übrig gelassene Milch soll für die Ernährung des Säuglings
+nicht mehr verwendet werden. Verschlossen gebliebene Flaschen können aber
+am 2. oder 3. Tage ohne Anstand noch benutzt werden.
+
+8. Behufs Reinigung der Milchflaschen fülle man dieselben sofort nach dem
+Gebrauch mit Wasser, damit die Milchreste nicht eintrocknen, säubere sie
+mit breiförmig nasser Holzasche und mit Zuhilfenahme der Drehbürste, oder
+man fülle die Flaschen halbvoll mit Emailschrot und Wasser und schüttle sie
+kräftig. Die spiegelblank gereinigten Flaschen stellt man umgekehrt in das
+Holzgestell oder in den Flascheneinsatz. Die von den Flaschen abgenommenen
+Gummischeiben legt man ins Wasser und entfernt vor deren Wiederverwendung
+alle Milchreste durch gründliches Abwischen. Sie erhalten sich am längsten
+gebrauchsfähig, wenn man sie alle 4-6 Wochen mit Lauge -- 1 Teil
+Laugenessenz und 2 Teile Wasser -- eine Stunde lang auskocht. Ebenso sauber
+müssen die Schliffflächen an den Flaschenmündungen sein, sonst ziehen sich
+die Gummiplättchen nicht ein. Flaschen, deren Schliffflächen verletzt sind,
+lassen sich nicht verschließen, sind also durch neue zu ersetzen.
+
+Wenn der Arzt keine andere Vorschrift giebt, so gelten für die Anwendung
+folgende Mischverhältnisse von Milch, Wasser und Milchzucker nach dem Alter
+des Kindes:
+
+ Spaltenüberschriften A = _Alter:_
+ B = Kuhmilch Eßlöffel
+ C = Abgekochtes Wasser
+ D = Verdünnungs-Verhältnis
+ E = Milchzucker-Zusatz Theelöffel
+
+ =========================================================================
+ A | B | C | D | E
+ ------------------------------+-----+-----+-----+------------------------
+ bis zur 2. Woche | 1 | 4 | 1:4 | 1 gehäufter
+ bis zum Ende des 2. Monats | 1 | 3 | 1:3 | etwas über 1 gestrichener
+ bis zum 4. Monat | 1 | 2 | 1:2 | 1 gestrichener
+ bis zum 6. Monat | 2 | 2 | 1:1 | knapp 1 gestr.
+ bis zum 8. Monat | 2 | 1 | 2:1 | knapp 1 gestr.
+
+und von da ab auf 6 Eßlöffel ungemischte Kuhmilch ein gestrichener
+Theelöffel Milchzucker.
+
+Die Kuhmilch unterscheidet sich von der Muttermilch durch ihren hohen
+Gehalt an Eiweiß und deshalb muß die Kuhmilch so weit verdünnt werden, daß
+der Gehalt an Eiweiß dem Verhältnisse wie es in der Muttermilch enthalten
+ist, möglichst nahe kommt.
+
+Kommt diese verdünnte Kuhmilch in den Magen des Kindes, so gerinnt das
+Eiweiß zu einer dicken Masse und um dies zu verhindern, koche man die Milch
+mit einer Messerspitze voll Gustin, dann scheidet sich das Eiweiß in feinen
+Flocken ab, schließt die Fettkügelchen der Milch ein und der Magensaft kann
+das Eiweiß leicht in Lösung bringen.
+
+
+ Magermilch.
+
+Nach dem Buttern erhält man je nach der Methode, welche man angewandt hat,
+eine Magermilch von verschiedener Zusammensetzung.
+
+In einem Liter Magermilch sind enthalten 40 Gramm Eiweißstoffe, welche in
+dem Nährwerte 160 Gramm magerem knochenfreien Fleische entsprechen.
+
+Ferner sind darin enthalten 47 Gramm Milchzucker, welche einem Nährwerte
+von 20 Gramm Butter entsprechen. Außerdem noch 2½ Gramm Butterfett in
+Gestalt feinst verteilter Tropfen. Rechnet man diese Werte zusammen, so ist
+ein Liter Centrifugenmilch einer Fleischmenge von 182 Gramm gleichwertig.
+
+Kostet das Pfund knochenfreies Kochfleisch 75 Pfennig, so haben diese
+182 Gramm einen Wert von 27 Pfennig, während die Molkereien das Liter
+Magermilch gern mit 6 Pfennig verkaufen. Die Nahrungsmittel sind in der
+Magermilch also 4½ mal so billig wie im Fleische.
+
+Es giebt für die Menschen, besonders für heranwachsende Kinder, kaum ein
+billigeres Nahrungsmittel, schmeckt dabei sehr angenehm und löscht den
+Durst. Wo es immer möglich ist, gebe man den Kindern die Magermilch als ein
+schönes Sommergetränk. Die süße Magermilch ist eine der billigsten Quellen
+für tierisches Eiweiß. Insbesondere empfiehlt es sich, diese süße
+Magermilch zum backen von Weißbrot zu benutzen.
+
+
+
+
+ Der Thee.
+
+
+Eines der angenehmsten Genußmittel ist der Thee und seine anregende Wirkung
+auf das Nervensystem ist der Wirkung des Kaffees ähnlich. Diese Wirkung
+verdankt der Thee seinem Gehalte an Coffeïn und seinen aromatischen
+Bestandteilen.
+
+Die sachgemäße Herstellung eines guten Getränkes muß darauf gerichtet sein,
+daß man dem Thee seinen Gehalt an Coffeïn und sein Aroma entzieht, aber die
+bitteren Gerbstoffe der Theeblätter aufzunehmen vermeidet. Man übergießt
+mit sprudelnd kochendem Wasser, läßt 5 Minuten ziehen und gießt dann von
+den Blättern ab.
+
+In dem kochenden Wasser löst sich das Coffeïn oder Theïn und läßt man einen
+starken Theeaufguß erkalten, so trübt er sich, weil etwas von dem gelösten
+Gerbstoffe mit Theïn ausscheidet.
+
+Wenn man nach deutscher Art Kaffee bereitet und mit dem Theeaufguß
+vergleicht, so enthält 1 Tasse Kaffee ungefähr viermal so viel wirksames
+anregendes Ponicip wie eine gleiche Menge Thee. In England trinkt man den
+Thee viel stärker. In mancher Beziehung vermag der Thee den Alkohol zu
+ersetzen und es ist nur zu wünschen, daß das Theetrinken sich immer mehr
+einführt als ein wichtiger Hebel zum Bekämpfen der Trunksucht.
+
+
+
+
+ Die Verdauung.
+
+
+Der Vorgang der Verdauung beginnt mit der Einführung der Speisen in den
+Mund, und schon in der Mundhöhle vollziehen sich verschiedene Prozesse.
+
+Alle festen Nahrungsmittel werden gekaut und je besser sie gekaut werden,
+um so günstiger werden sie für den Magen und die weitere Verdauung
+vorbereitet.
+
+Während des Zerkleinerns der Speisen durch die Zähne mischt sich der
+Speichel mit den Speisen. Durch Einwirkung des Speichels auf das Stärkemehl
+wird ein Teil des letzteren in Zucker verwandelt.
+
+Haben die Speisen den Magen erreicht, so unterliegen die Eiweißverbindungen
+der Einwirkung des Magensaftes. Freie Salzsäure und Pepsin verwandeln die
+unlöslichen Eiweißverbindungen in lösliche, welche vom Organismus
+aufgenommen werden können.
+
+Hat der Magensaft seine Arbeit vollendet, so geht der Speisebrei in den
+Darm und unterliegt hier der Einwirkung, des Darmsaftes. Was vom Stärkemehl
+in Zucker verwandelt werden kann, geschieht hier; etwa unlöslich gebliebene
+Eiweißstoffe werden hier in aufnahmefähigen Zustand verwandelt; die Fette
+werden so fein verteilt und in so feine mikroskopische Tropfen zerlegt, daß
+sie in die Blutbahn übergehen können.
+
+Von den Speisen kann der Körper nur das für sich verwenden, was sich schon
+in Lösung befindet oder durch Einwirkung der verdauenden Säfte aus dem
+unlöslichen in den löslichen Zustand übergeführt werden kann.
+
+Jedes Nahrungsmittel muß zu einem Bestandteile des Blutes werden. Ist dies
+nicht möglich, so ist die Substanz auch kein Nahrungsmittel.
+
+Alle verdauenden Säfte unsers Organismus können nur auf die Speisen wirken
+bei innigster Berührung und diese völlige Vermischung ist nur wieder
+möglich, wenn die Nahrungsmittel auf das beste vorbereitet sind und so gut
+wie es eben geht gekaut werden. Kartoffelbrei und Erbsenbrei sind viel
+besser zu verdauen wie Kartoffelstücke und ganze Erbsen. Gehacktes Fleisch
+und geriebene Fleischspeisen wie z. B. Lungen-Haché werden viel eher gelöst
+wie ganze Fleischstücke.
+
+Leute mit schlechten Zähnen müssen in ihrem eigensten Interesse dafür
+sorgen ihr Gebiß wieder so herstellen zu lassen, daß die Speisen gekaut
+werden können und es ist sehr bedauernswert, daß man nicht alle Fehler
+unseres Körpers in so vollkommener Weise ersetzen kann, wie gerade die
+Zähne.
+
+Folgendes ist auch noch zu bedenken und von großer Wichtigkeit für das
+Wohlbefinden. Wenn die Speisen nicht im Magen und Darm gelöst und vom Blute
+aufgenommen werden können, weil die größern Stücke zu widerstandsfähig
+sind, dann beginnen diese Stücke sich im Darm zu zersetzen und in Fäulnis
+überzugehen. Es entwickeln sich Gase, spannen den Unterleib und das
+Mißbehagen ist da.
+
+Für Kinder, denen man zu viel Milch eingegeben hat, ist es noch viel
+schlimmer, weil der zarte Organismus leicht Diarrhöe bekommt &c.
+
+
+
+
+ Das Wasser.
+
+
+Ein Quellwasser aus Granitgestein oder aus Kalkbergen bezeichnet man im
+Allgemeinen als das wohlschmeckendste und gesundeste. Das aus diesen
+Gesteinen entspringende Wasser ist absolut klar, farblos, geruch- und
+geschmacklos. Geringe Mengen Erdsalze, Kali- und Kalkverbindungen,
+Kohlensäure und Sauerstoff sind in ihm gelöst.
+
+Ein hartes Wasser, welches infolge seines Gypsgehaltes als hart bezeichnet
+werden muß, ist zu verwerfen.
+
+Leider ist man gezwungen, das Wasser zu verwenden, wie man es in der Nähe
+der Wohnungen findet. Große und kleine Städte können ja mit immensen
+Kapitalien Wasserleitungen bauen und ihren Bewohnern ein gutes Trinkwasser
+zuführen, aber in den vielen Dörfern und einzelnstehenden Häusern ist man
+gezwungen, das vorhandene Wasser zum Trinken zu verwenden.
+
+Für die Bewohner dieser kleinen Ortschaften ist es aber dringend zu raten,
+die Brunnen so weit wie irgend möglich von den Düngergruben zu entfernen,
+damit in die Brunnen keine verwesenden Substanzen eindringen können.
+
+Kann man dies nicht erreichen, so gewöhne man sich das Trinken des Wassers
+ganz ab und genieße es nur in Gestalt von Kaffee oder Thee. Durch das
+Kochen des Wassers werden die etwa vorhandenen Ansteckungsstoffe
+vernichtet.
+
+An heißen Tagen oder bei sehr anstrengenden körperlichen Arbeiten stellt
+sich das Durstgefühl in erhöhtem Maße ein. Was soll man dann zur Stillung
+des Durstes trinken? Wasser versetzt mit Zitronensaft und etwas Zucker ist
+ein vorzügliches Getränk. Ebenso kalter Thee und Kaffee.
+
+Leider giebt es kein einfaches Mittel, um ein schlechtes Wasser in ein
+gutes zu verwandeln.
+
+Ob ein Wasser gut oder schlecht ist, kann nur der Chemiker feststellen. Für
+den Familienvater, welcher das Wasser aus Brunnen beziehen muß, ist es nur
+zu empfehlen, dieses Wasser zeitweise untersuchen zu lassen, damit man ein
+Durchdringen von Schmutzwasser in das Brunnenwasser früh genug erkennt und
+Abhülfe zu schaffen vermag. Es genügt in diesem Falle festzustellen, ob das
+Wasser Amoniaksalze oder Verbindungen der Salpetrigen oder Salpetersäuren
+enthält. Sind diese Verbindungen vorhanden, so muß unter Berücksichtigung
+der jedesmaligen Verhältnisse eine Verbesserung des Wassers angestrebt
+werden.
+
+
+
+
+ Der Wein.
+
+
+Ein Genußmittel ersten Ranges ist der Wein, welcher anregend auf die Nerven
+wirkt. Diese Anregung verdankt er seinen Bestandteilen Alkohol, Zucker,
+organischen Säuren und gewissen uns angenehmen Riechstoffen.
+
+In der Meinung des großen Publikums gilt der Wein als ein Kräftigungs- und
+Stärkungsmittel. Wohl mit Unrecht, denn der geringe Gehalt des Weines an
+nährenden Bestandteilen steht zu dem Preise des Weines in gar keinem
+Verhältnis.
+
+Bezahlt man für einen Wein einen hohen Preis, so bezahlt man nicht den
+Alkohol, auch nicht die Säuren, sondern nur das Bouquet, die Blume des
+Weines.
+
+Der Wein ist vor allen Dingen Genußmittel, er reizt die Nerven zu neuer
+Thätigkeit, er veranlaßt eine größere Thätigkeit der sekretausscheidenden
+Drüsen und hierdurch werden die aufgenommenen Speisen leichter verdaut.
+
+Von dieser die Herzthätigkeit und die Zirkulation anspornenden Wirkung
+eines Glases Wein machen Gesunde, welche stark arbeiten und Kranke, deren
+Herz- und Verdauungsthätigkeit darniederliegt, den wohlthätigsten Gebrauch.
+
+
+
+
+ Der Zucker.
+
+
+Ehemals wurde der Zucker nur als Arzneimittel gebraucht, dann wurde er ein
+Genußmittel und heute ist er infolge seines billigen Preises eines unserer
+wichtigsten Nahrungsmittel. Zucker löst sich, wie jedermann weiß, leicht im
+Wasser, kommt in den Körper und wird sofort aufgenommen, um speziell zur
+Wärmebildung verwandt zu werden.
+
+Der Zuckerkonsum ist außerordentlich gewachsen und muß noch immer mehr
+zunehmen. Wie kann man den Zuckerkonsum heben? Nur dadurch, daß
+zuckerhaltige Fabrikate zu Nationalspeisen werden.
+
+Früchte mit Zucker in sachgemäßer Weise zu Marmeladen verarbeitet, geben
+sehr wohlschmeckende, sehr gesunde, sehr nahrhafte Speisen und sollten in
+keinem Haushalte fehlen.
+
+Es ist allgemein bekannt, daß Menschen, welche zum Fettansatz neigen, sich
+nach Möglichkeit der Zuckerspeisen und Stärkemehl haltigen Nahrungsmittel
+enthalten sollen. Das Stärkemehl verwandelt sich im Organismus auch in
+Zucker und diese Zucker werden zuerst im Lebensprozeß verbrannt und die
+Fette werden gespart. Ißt man jedoch wenig zuckerhaltige Speisen, dann wird
+eben das Fett des Körpers mit verbrannt. Nimmt man sehr viel stärkehaltige
+Speisen zu sich, also viel Kartoffeln, Nudeln, Reis &c. dann verwandelt
+sich das Stärkemehl im Körper in Fett und lagert sich als solches ab.
+
+Dies alles aber nur bei solchen Menschen, welche dafür disponiert sind,
+anderen schadet es wieder garnichts und sie bleiben so schlank wie vorher.
+
+
+
+
+ Frage und Antwort
+
+ über
+
+ Dr. Oetker's Fabrikate
+
+ für
+
+ Küche und Haus.
+
+
+$1. Welchen Zweck hat Dr. Oetker's Backpulver?$
+
+Es soll die Hefe ersetzen!
+
+$2. Wie viel Zeit bedarf man zur Herstellung der Kuchen mit Dr. Oetker's
+Backpulver?$
+
+Wenn das Mehl, Butter, Zucker &c. abgewogen sind, so kann der Kuchen nach
+15 Minuten in den Ofen kommen. Um 11 Uhr in den Herd geschoben, um 12 Uhr
+herausgenommen, kann er schon um 4 Uhr serviert werden.
+
+$3. Welche Arten Kuchen kann man auf diese Weise herstellen?$
+
+Vom Unterzeichneten sind die Rezepte zu Gesundheitsgebäck, Topfkuchen,
+Sandtorte, Englischen Kuchen oder Königskuchen, Chokoladenkuchen,
+Spekulatius, Eiweißkuchen, Stollen, Christbaumkonfekt herausgegeben.
+
+$4. Sind diese Rezepte bewährt?$
+
+An die Hausfrauen sind jetzt ca. 20 Millionen Rezepte verteilt und haben
+überall höchste Anerkennung gefunden.
+
+$5. Mißraten die Kuchen leicht?$
+
+Nach Dr. Oetker's Rezepten angefertigt _niemals_! Ob man ein Ei mehr oder
+weniger, ob man etwas Butter mehr oder weniger nimmt, hat für das Gelingen
+keinerlei Einfluß und hat es die Hausfrau ganz in der Hand, billige oder
+teuere Kuchen herzustellen.
+
+$6. Sind die Kuchen auch für Personen mit schwacher Verdauung zu
+empfehlen?$
+
+Diese mit Dr. Oetkers Backpulver bereiteten Kuchen sind sehr porös und in
+Folge dessen sehr leicht verdaulich.
+
+$7. Kann man Dr. Oetker's Backpulver längere Zeit aufbewahren?$
+
+An einem trockenen Orte aufbewahrt, hält sich dieses Backpulver unbegrenzte
+Zeit. Das ist ein sehr großer Vorteil für alle Familien, welche fern von
+den größeren Städten wohnen.
+
+$8. Welches Gewürz gibt man zu diesem Kuchen?$
+
+Am besten schmeckt frische abgeriebene Zitrone oder einige Tropfen gutes
+Zitronenöl.
+
+$9. Ist Hirschhornsalz als Triebmittel der Kuchen zu empfehlen?$
+
+Dieses chemische Präparat ist durchaus verwerflich! Es macht die Kuchen
+wohl porös, nimmt jedoch den frischen natürlichen Geschmack und macht den
+Kuchen trocken, während die Kuchen, mit Dr. Oetkers Backpulver bereitet,
+nach acht Tagen noch ebenso frisch schmecken, wie am ersten Tage.
+
+$10. Was ist denn die manchmal annoncierte Trockenhefe?$
+
+Fabrikanten, welche ihr Backpulver als Trockenhefe verkaufen, beweisen mit
+diesem Worte, daß sie von der Chemie keine Ahnung haben. Das Backpulver
+wird dann auch wohl diesem Wissen entsprechen.
+
+$11. Was versteht man unter selbstthätigem Kuchenmehl?$
+
+Eine Mischung von Mehl mit Backpulver. 1 Päckchen Dr. Oetkers Backpulver
+und 1 Pfund Mehl kosten je nach der Güte des Mehles 25 bis 30 Pfg. Es ist
+daher eine sinnlose Verschwendung, für 1 Pfund Backmehl 40 Pfg. und noch
+mehr zu bezahlen.
+
+$12. Wo erhält man Dr. Oetker's Backpulver?$
+
+In allen besseren Kolonialwaren-Geschäften und Drogerien der Städte.
+Niemals lose, sondern immer in den 10 Pfg.-Paketchen mit dem Namen des
+Fabrikanten.
+
+$13. Kann man Dr. Oetkers Backpulver auch direkt beziehen?$
+
+Jawohl! aber nur nach den Orten, in welchen sich noch keine Verkaufsstelle
+befindet.
+
+$14. Wird die Güte dieses Backpulvers auch von maßgebender Seite
+anerkannt?$
+
+Ohne Aufforderung sind die schmeichelhaftesten Briefe eingelaufen, in
+welchen anerkannt wird, daß =$Dr. Oetker's$= Backpulver den größten Beifall
+gefunden hat.
+
+$15. Kann man dieses Backpulver auch zu Klößen benutzen?$
+
+Für Klöße jeder Art ist $Dr. =Oetker's=$ Backpulver sehr gut zu verwenden.
+Die Klöße werden lockerer, schmackhafter und sind wegen der vielen kleinen
+Hohlräume im Innern auch wesentlich leichter zu verdauen. Verwendet man
+dieses Backpulver, so kann man an Eiern sparen, weil ja die Klöße trotzdem
+locker werden.
+
+$16. Darf man $Dr. Oetker's$ Backpulver auch zu Pfannkuchen benutzen?$
+
+Mit bestem Erfolge! Gibt man zu dem weichen Teig einen halben Theelöffel
+voll Backpulver, so sieht man, wie der Pfannkuchen, in das heiße Fett
+gebracht, aufgeht und außerordentlich porös, schmackhaft, knusperig und
+infolge dessen verdaulich wird.
+
+
+
+
+ Dr. Oetker's Recepte.
+
+ 1 000 000fach bewährt.
+
+
+ Gesundheitsgebäck.
+
+Man rühre 100 =g= Butter und 100 =g= Zucker recht schaumig, thue nach und
+nach 4 Eigelb und 4 Eßlöffel voll Milch und etwas Zitronenschale hinzu,
+schlage 4 Eiweiß zu Schnee und menge das Ganze mit 250 =g= Mehl. Ist das
+geschehen, so streue man 1 Paket $Dr. Oetker's Backpulver$ darüber und
+ziehe es leicht durch die Masse, fülle dieselbe in die mit Butter
+ausgestrichene Form und stelle dieselbe schnell in den heißen Ofen.
+½ Stunde Backzeit. Sehr zu empfehlen für Kinder und für Magenkranke, weil
+leicht verdaulich.
+
+
+ Topfkuchen.
+
+250 =g= Butter und 200 =g= Zucker rühre man recht schaumig, zerschlage
+7 Eigelb mit ein achtel bis ein viertel Liter kalter Milch, und rühre
+dieses nach und nach mit circa der Hälfte des dazu gehörigen Pfundes Mehl
+unter die Butter. Wenn alles recht innig mit einander verbunden ist, füge
+man 100 =g= Korinthen, 100 =g= Rosinen und 50 =g= Succade (oder Orangeat)
+hinzu und zuletzt das Abgeriebene einer halben Zitrone, schlage das Eiweiß
+zu Schnee und menge mit dem Schnee den Rest des Mehles unter den Teig. Ist
+das geschehen, so streue man 1 Paket $Dr. Oetker's Backpulver$ =à= 10 Pfg.
+darüber und ziehe es leicht durch die Masse, fülle dieselbe in die mit
+Butter ausgestrichene und mit Mandeln ausgestreute Form, stelle dieselbe
+schnell in den heißen Ofen und backe bei mäßiger Hitze in ungefähr
+1½ Stunde. Wer diesen Kuchen backt, wird sich über Geschmack und
+Schönheit wundern. Feinster Kaffeekuchen und in allen Gesellschaften sehr
+beliebt.
+
+
+ Sandtorte.
+
+250 =g= Butter und 250 =g= feinstes Weizenmehl rühre man an einem kühlen
+Orte recht schaumig, füge unter stetem Umrühren ½ Pfund Zucker und 4 Eier
+hinzu. Immer ein Ei und etwas Zucker zur Zeit. Zuletzt das Abgeriebene
+einer Zitrone und einen _gehäuften_ Theelöffel voll $Dr. Oetker's
+Backpulver$. Man fülle die Masse schnell in eine mit Butter ausgestrichene
+Form und stelle _diese sofort_ in den Ofen. Besonders beliebt zum Thee und
+Wein. Wintergesellschaften. Backzeit circa 45 Minuten.
+
+
+ Englischer Kuchen.
+
+250 =g= Butter und 250 =g= Zucker rühre man recht schaumig, füge nach und
+nach 12 Eigelb hinzu, schlage die 12 Eiweiß zu einem steifen Schnee und
+meliere das Ganze mit 400 =g= Mehl, unter welches man zuvor 150 =g=
+Korinthen, das Abgeriebene einer Zitrone und einen gehäuften Theelöffel
+voll Dr. $Oetker's Backpulver$ gemischt hat. Fülle die Masse in eine
+längliche Form und backe den Kuchen langsam bei mäßiger Hitze in 1 bis
+1¼ Stunde. Hochfein und doch leicht verdaulich. Beliebter Kuchen bei
+allen Familienfesten, Geburtstagen, Verlobungen &c.
+
+
+ Chokolade-Kuchen.
+
+Ein halb Pfund Butter wird langsam mit 1 Pfund feinem Zucker eine
+Viertelstunde gerührt und dann hinzugefügt 6 Eigelb, 1 Tasse Milch und ein
+Pfund Mehl. Jetzt giebt man den Schnee von 6 Eiern hinzu und zuletzt rührt
+man für 10 Pfg. Dr. $Oetker's Backpulver$ unter den Teig. Etwas
+Vanillezucker oder abgeriebene Zitrone giebt den gewünschten Geschmack. Die
+Hälfte des Teiges wird mit einem viertel Pfund Kakao gefärbt und dann
+abwechselnd beide Teige eßlöffelweise in die mit Butter ausgestrichene Form
+gegeben und bei mäßiger Hitze 1 Stunde gebacken. Der Kuchen schmeckt sehr
+angenehm.
+
+
+ Spekulatius.
+
+½ Pfund Butter, ½ Pfund Zucker, 1 Pfund Mehl und 2 ganze Eier werden
+auf einem Backbrett mit einem Päckchen $Dr. Oetker's Backpulver$ unter
+einander gemengt, dann zu einem Kuchen gut messerrückendick auseinander
+gewellt, in Blechformen ausgestochen und auf ein mit Butter bestrichenes
+Blech gelegt und schön knusperig gebacken. Es empfiehlt sich, das Gebäck in
+Blechdosen aufzubewahren, damit es längere Zeit knusperig bleibt.
+
+
+ Eiweiß-Kuchen
+
+für Zuckerkranke nach Vorschrift des Herrn Professor W. Ebstein in
+Göttingen. In einer Schüssel mischt man 200 =g= Weizenmehl mit 200 =g=
+Aleuronatpulver, rührt nach und nach 125 =g= Butter und soviel Milch dazu,
+daß man einen ziemlich festen Teig bekommt. Ist der Teig fertig, so
+arbeitet man noch 1 gestrichenen Theelöffel voll Salz und 20 =g= $Dr.
+Oetker's Backpulver$ (= 1 Paket für 10 Pfg.) unter den Teig. So bereitet
+kommt der Teig in eine mit Butter ausgestrichene Form und wird bei guter
+Ofenhitze gebacken. Der fertige Kuchen enthält circa 50% Eiweiß in der
+Trockensubstanz.
+
+
+ Stollen.
+
+100 =g= Butter werden zur Sahne gerührt. Dann fügt man 15 =g= Succade
+(gezuckerte Orangenschale), 30 =g= gestoßene süße Mandeln, 30 =g=
+Korinthen, 30 =g= Rosinen und 60 =g= Zucker hinzu. Unter Beigabe von
+¼ Liter Milch, 2 Eiern und ½ Pfund Mehl macht man einen Teig. Das
+zweite halbe Pfund Mehl mischt man mit einem Päckchen $Dr. Oetker's
+Backpulver$ =à= 10 Pfg. (oder 20 =g=) und arbeitet dieses unter den weichen
+Teig und formt zu einem länglichen Kuchen, welcher in 1 bis 1¼ Stunde
+bei gutem Feuer gebacken werden muß. Schmeckt vorzüglich.
+
+
+ Christbaumkonfekt.
+
+Man mischt 1 Pfund Mehl mit einem Päckchen $Dr. Oetker's Backpulver$ =à=
+10 Pfg. gut durcheinander, fügt 200 =g= Zucker und 100 =g= Butter hinzu,
+schüttet das Ganze auf ein Backbrett, wo man es mit 2 Eiern und 4 bis
+6 Eßlöffel voll Milch, zu einem feinen Teige verarbeitet. Davon nimmt man
+soviel, als man zu einer Brezel gebraucht, bildet davon durch Rollen mit
+der Hand einen runden Streifen, den man in der bekannten Brezelform
+übereinanderlegt, mit zerquirltem Ei bestreicht auf ein gut mit Butter oder
+Wachs bestrichenes Kuchenblech setzt und in ziemlich heißem Ofen schön gelb
+backen läßt! In Blechbüchsen aufbewahrt, halten sich die Brezel lange Zeit
+frisch und knusperig.
+
+Besonders zu empfehlen als feinstes Gebäck bei Kaffee, Thee und Wein.
+
+
+ Biskuitkuchen.
+
+Man rührt 10 Eidotter mit 375 =g= feinem Zucker eine viertel Stunde lang zu
+Schaum, fügt das zu Schnee geschlagene Eiweiß der 10 Eier und 400 =g=
+feinstes Weizenmehl und 1 Päckchen $Dr. Oetker's Backpulver$ hinzu.
+Nachdem alles noch durchgearbeitet ist, füllt man die Masse in eine mit
+Butter ausgestrichene Blechform und backt bei mäßiger Hitze eine Stunde
+lang.
+
+Dieser Biskuit ist sehr leicht verdaulich und für Kinder, Kranke und
+Genesende sehr zu empfehlen. Mit Milch aufgeweicht, ist er für kleine
+Kinder im Alter von einem halben Jahre ab als ein vorzügliches
+Nahrungsmittel zu bezeichnen.
+
+Diesen Biskuitteig kann man auch in kleine Blechförmchen thun, welche
+dunkelgelb gebacken und mit Zucker bestreut, ein Gebäck geben, wie es
+feiner nicht hergestellt werden kann.
+
+
+
+
+ So sehen die
+ 10 Pfg.-Päckchen von Dr. Oetker's Backpulver aus:
+
+ [Illustration: Dr. A. Oetker's
+ Backpulver
+
+ -- ist das beste! --
+
+ Dieses Päckchen genügt für 1 Pfund Mehl.
+
+ Rezepte zu Gesundheitsgebäck,
+ Topfkuchen, Sandtorte und Englischem
+ Kuchen gratis von
+
+ Dr. A. Oetker, Bielefeld.
+
+ 1 Päckchen 10 Pfg.]
+
+Seit Einführung meines Backpulvers wird dieses, wie es ja bei guten
+Präparaten immer der Fall ist, von Leuten nachgemacht, die von der Chemie
+gerade so viel verstehen, wie neugeborene Kinder! Diese Leute nennen ihre
+zweifelhaften Produkte dann Trockenhefe und bedenken garnicht, wie sie
+durch dieses eine Wort schon ihre Unwissenheit beweisen, oder sie nennen es
+amerikanisches Backpulver und wissen wiederum nicht, daß in Amerika eine
+ganze Anzahl Backpulver mit dem giftigen Alaun bereitet werden, daß also
+das Wort amerikanisches Backpulver eine sehr zweifelhafte Empfehlung ist.
+
+Ich bitte deshalb von obiger Zeichnung Kenntnis zu nehmen, stets das
+_echte_ Backpulver zu verlangen, und werde stets eine Ehre darin suchen,
+das vollkommenste, was überhaupt gemacht werden kann, zu liefern.
+
+ $Dr. A. Oetker,$ Apothekenbesitzer in Bielefeld.
+
+
+
+
+ Entfernen der Rostflecken aus Weißwäsche.
+
+
+Nach folgender Methode ist dies sehr einfach:
+
+Den Flecken feuchtet man mit Wasser an, streut etwas pulverisiertes
+Kleesalz darauf, füllt einen zinnernen Löffel mit _heißem_ Wasser und hält
+den gefüllten Löffel auf den mit dem Kleesalz bestreuten Rostfleck, bewegt
+den Löffel auf dem Flecken hin und her und in wenigen Minuten ist der
+Flecken verschwunden. Der Stoff wird dann sofort ausgewaschen. Es muß ein
+_zinnerner_ Löffel sein. Alle anderen Löffel haben keinen Erfolg.
+
+Unter dem Einfluß des Zinnes und des Kleesalzes wird das Eisenoxyd zu
+Eisenoxydul reduziert und verbindet sich dann mit der Oxalsäure zu dem
+leichtlöslichen, farblosen, oxalsauren Eisenoxydul, welches man durch das
+Auswaschen entfernt.
+
+
+
+
+ Anerkennungsschreiben.
+
+
+Frau Dr. H. D. schreibt:
+
+Ich habe das Back- und Pudding-Pulver an verschiedenen Rezepten erpropt,
+und kann ich nur sagen, daß sie sich stets ausgezeichnet bewährten.
+Dieselben sind daher jeder Hausfrau, der an schnellem und sicherem
+Gelingen ihres Backwerks etwas liegt, warm zu empfehlen &c.
+
+Frau Direktor E. Th. schreibt:
+
+Ich spreche Ihnen hierdurch meine volle Anerkennung aus. Einfacherer und
+sicherer läßt sich wohl kaum ein Kuchen oder eine Torte herstellen. Das
+Gebäck ist gut von Geschmack, fand vielen Beifall und ist selbst einem
+schwachen Magen zuträglich. Ganz besonders angenehm ist es, daß man das
+Gebackene schon nach wenigen Stunden ohne Schaden genießen kann; ein
+Vorteil, der besonders auf dem Lande oder in kleinen Orten zu schätzen
+ist &c.
+
+Frau Freiin L. v. P. schreibt:
+
+Bei Gelegenheit einer kleinen Thee-Gesellschaft ist dann Ihr wirklich
+vortrefflicher Topfkuchen gebacken worden und hat den ungeteilten Beifall
+aller anwesenden Damen gefunden &c.
+
+Frau Dr. L. H. schreibt:
+
+Der erste Versuch mit Ihrem Backpulver war sehr günstig &c. &c.
+
+Frau H. K. schreibt:
+
+Ich habe Ihr Backpulver nach Ihren Rezepten verwendet und kann Ihnen
+mitteilen, daß es in jeder Hinsicht zu loben ist und die damit
+hergestellten Gebäcke sowohl im Aussehen, oder auch im Wohlgeschmack
+ganz vorzüglich geraten sind.
+
+Löffler's Illustriertes Kochbuch schreibt:
+
+Sehr empfehlenswert ist das Backpulver von Dr. A. Oetker in Bielefeld.
+Der Gebrauch des Backpulvers ist für die Hausfrau eine große Erleichterung
+und bei rechter Befolgung der Vorschriften ist ein rasches, sicheres
+Gelingen der Lohn.
+
+Frau Oberlehrer Z. schreibt:
+
+Senden Sie wieder Backpulver. Wir waren mit demselben sehr zufrieden.
+
+Frau E. P. schreibt:
+
+Ihr Backpulver habe ich wiederholt gebraucht, und sind die Kuchen stets zu
+meiner vollsten Zufriedenheit ausgefallen.
+
+Frau Dr. H. schreibt:
+
+Senden Sie mir wieder Backpulver, es gefällt mir sehr gut.
+
+Frau W. F., Verfasserin der 115 Rezepte zu Mehlspeisen, Kaffee- und
+Theegebäck, Torten, Kuchen und Pudding, schreibt:
+
+Es wurde zu diesem Zwecke das Oetker'sche Backpulver eingehend und
+vielseitig längere Zeit erprobt und kann als ein sehr billiges und
+vorzügliches Präparat empfohlen werden.
+
+Herr Wilh. Ecke (Hotel zur Roßtrappe im Harz) schreibt:
+
+Ich bin jetzt in der Lage, mit Ihrem Pulver einen guten wohlschmeckenden
+Kuchen selbst bereiten zu können, wozu ich früher mit ähnlichen Fabrikaten
+nicht im Stande war. Ihr Backpulver kann ich daher Jedermann bestens
+empfehlen.
+
+Frau Therese Sch. in Sonneberg schreibt:
+
+Nachdem ich Ihr Backpulver versucht und es ganz vorzüglich gefunden
+habe &c. &c.
+
+Frau Dr. Sch. in Mittweida schreibt:
+
+Ersuche Sie um Zusendung Ihres vorzüglichen Backpulvers &c.
+
+Frau Rentier G. in Berlin schreibt:
+
+Ein Versuch mit Ihrem Backpulver hat mir ganz außerordentlich gefallen.
+
+Frau Professor E. schreibt:
+
+Die häufige und günstige Anwendung Ihres vortrefflichen Backpulvers
+veranlaßt mich &c.
+
+Frau Direktor B. schreibt:
+
+Gerne stelle ich Ihnen das Zeugnis aus, daß Ihre Backpulver sich aufs
+Beste bewähren und ein ganz vorzügliches Mittel für jede Küche sind &c.
+
+Frau Architekt G. in Rummelsburg schreibt:
+
+Habe kürzlich in der Berliner Kochkunst-Ausstellung eine Probe von
+Ihrem Backpulver gekauft, welches mir sehr gefiel &c.
+
+Frau K. in Berlin schreibt:
+
+Ihr Backpulver ist vorzüglich &c.
+
+Aus Mannheim schreibt Fr. S.:
+
+Würden Sie mir für ... Mark Backpulver senden. Es ist ganz vorzüglich &c.
+
+Frl. M. (Restaurant Lindenruh) schreibt:
+
+Bitte umgehend von dem bekannten guten Backpulver für .... Mark zu senden.
+
+Aus Berlin schreibt Frau I.:
+
+Auf der hiesigen Kochkunst-Ausstellung kaufte ich von Ihrem Backpulver,
+welches mir ganz vorzüglich gefallen hat &c.
+
+Aus Berlin schreibt Frau B.:
+
+Ersuche um Zusendung von .... Päckchen Ihres vorzüglichen Backpulvers &c.
+
+Frau G. aus Berlin schreibt:
+
+Ich habe in der Kochkunst-Ausstellung von ihrem vorzüglichen Backpulver
+gekauft, aber leider zu wenig &c.
+
+Frau K. in Berlin schreibt:
+
+Ich hatte auf der Berliner Kochkunst-Ausstellung Dr. Oetker's
+Backpulver gekauft, und da es mir sehr gut gefallen hat, so ersuche
+ich um &c.
+
+Das illustrierte Kochbuch von Kurih & Petit schreibt:
+
+Als vorzüglich erprobt sind die Präparate von Dr. Oetker in Bielefeld.
+
+Frankfurt a. M. Herr E. E. schreibt:
+
+Meine Frau gebraucht Ihr Backpulver schon seit mehreren Jahren und ersuche
+ich Sie um Zusendung der Rezepte.
+
+Gotha. Frau Amtsgerichtsrat B. schreibt:
+
+Die Rezepte sind zuverlässig, die Zubereitung bequem und das Backwerk sehr
+wohlschmeckend; &c.
+
+Erfurt. Frl. A. M. schreibt:
+
+Senden Sie 10 Päckchen Ihres vortrefflichen Backpulvers &c.
+
+Coburg. Ein herzogl. Oberkoch schreibt:
+
+Habe verschiedentlich Ihr Backpulver probiert, und habe stets guten Erfolg
+gehabt und kann es bestens empfehlen.
+
+Weimar. Der Herr Obermundkoch schreibt:
+
+Ich habe Ihr Backpulver zu verschiedenen Rezepten propiert und muß
+gestehen, daß es ein vorzügliches Präparat und für jede Küche zu empfehlen
+ist ....
+
+Münster. Herr C. K. (Kaffeewirtschaft) schreibt:
+
+Die Kuchen, mit Ihrem Backpulver gebacken, geraten ganz vorzüglich und
+werden dieselben von sämtlichen Gästen nur verlangt.
+
+Bochum. Frau Sanitätsrat R. schreibt:
+
+Seit fast 2 Jahren brauche ich zum Kuchenbacken Ihr ganz vorzügliches
+Backpulver, und ist mir seitdem kein Kuchen mißlungen.
+
+Berlin. Frau B. W. schreibt:
+
+Senden Sie mir für .... von Ihrem vorzüglichen Backpulver .....
+
+Bruchmühlen. Herr F. B. schreibt:
+
+Wir haben heute Ihr Backpulver probiert; die Probe ist ausgezeichnet
+geraten &c.
+
+Berlin. Frau A. F. schreibt:
+
+Von der Vorzüglichkeit Ihres Backpulvers habe Kenntnis erhalten und bitte
+um &c.
+
+Ruhrort. Frl. C. B. schreibt:
+
+Da ich viele Gelegenheit habe, Ihr vorzügliches Backpulver zu gebrauchen,
+so bitte ich um ....
+
+Neumühl. Frau Dr. med. L. schreibt:
+
+Da ich eifrige Abnehmerin Ihres vorzüglichen Backpulvers bin, bitte ich
+um ....
+
+Frankfurt a. O. Frau M. B. schreibt:
+
+Schon längere Zeit benutze ich Ihr Backpulver und bin sehr damit
+zufrieden ....
+
+Stolberg. Frau von H. schreibt:
+
+Für einliegende ... bitte um ... Päckchen Ihres ausgezeichneten
+Backpulvers.
+
+Vorhalle. Frau N. schreibt:
+
+Ich bin in hohem Maße davon befriedigt und mache mir ein Vergnügen daraus,
+die Sache in meinen Bekanntenkreise zu vertreten ....
+
+Hamburg. Frau W. Sch. schreibt:
+
+Ich bemerke noch gern, daß mir Ihr Backpulver ganz außerordentlich gefällt.
+
+Garding. Herr Kaufmann W. S. schreibt:
+
+Ihr Backpulver ist vorzüglich .......
+
+Lenzen. Herr E. schreibt:
+
+Erbitte mir sofort wieder ein Poststück Ihres ganz vorzüglichen
+Backpulvers.
+
+Aus Brandenburg (Pr.) schreibt Frau Baronin v. B.:
+
+Ich bin von den Kuchen, die ich schon so oft gebacken habe, sehr
+entzückt ......
+
+Kiel. Herr L. schreibt:
+
+Senden Sie sofort 400 St. von Ihrem weltberühmten Backpulver &c.
+
+Ebersbach. Frau Chr. K. schreibt:
+
+Ich habe schon seit längerer Zeit Ihr praktisches Backpulver verwendet und
+bitte um ......
+
+Von der Ruhr schreibt Frau Pastor B.:
+
+Hierdurch ersuche ich Sie um .... Päckchen Ihres schönen Backpulvers ......
+
+Berlin. Frau K. schreibt:
+
+...... ohne Ihr Backpulver schmeckt kein Kuchen mehr.
+
+Fürst. Waldeck. Frau L. E. schreibt:
+
+...... bei Drogisten hier bekommt man auch Backpulver, welches er aber
+selbst mischt und uns nicht so gut gefällt. Ich brachte mir aus der
+Kunst-Ausstellung in Berlin im vorigen Jahre Ihr Backpulver mit, und es
+hat mir ausgezeichnet gefallen.
+
+Barmen. Frau D. A. schreibt:
+
+Wegen der bewährten Güte Ihres Backpulvers nehme ich nicht gern ein
+anderes und bitte mir ....
+
+
+
+
+Das Deutsche Reich hat ungefähr 55 Millionen Einwohner und wenn man auf
+jede Familie 5 Personen rechnet, so sind 11 Millionen Küchen vorhanden.
+
+Ich habe die Ueberzeugung, daß in jeder dieser Küchen mindestens täglich
+10 Pfennig aus Unkenntnis mit den Grundlehren der Chemie verloren gehen.
+Das macht täglich einen Verlust von 1 100 000 Mark, im Jahre 396 Millionen
+Mark! Eine ganz enorme Summe und trotzdem glaube ich, daß die Berechnung
+annähernd stimmt. Wenn in den kleinen Küchen weniger wie 10 Pfennig
+verloren gehen, dann gehen in den größeren Küchen täglich viel mehr wie je
+10 Pfennig verloren.
+
+Wie häufig wird in den Küchen Fleisch anrüchig, weil es nicht richtig
+aufbewahrt wird! Wie oft wird die Milch im Sommer sauer, weil sie nicht
+ordnungsmäßig behandelt wurde! Wie oft wird Fett ranzig, weil es nicht
+zeitig genug wieder zur Verwendung gelangte! Welche Mengen eingemachter
+Früchte werden auf der Oberfläche schimmelig und hierdurch zum Teil
+ungenießbar! Wieviel verschwindet von den mehr oder weniger teueren
+Nahrungs- und Genußmitteln in den Ascheeimern, ohne daß die Hausfrau es
+bemerkt.
+
+Wie viele Verluste entstehen allein durch das ungenügende Ausziehen der
+Kaffeebohnen in unpraktischen Maschinen.
+
+Alle die Speisen, welche nicht tadellos auf den Tisch kommen, beweisen doch
+nur, daß gerade in der Küche noch wesentliche Fortschritte gemacht werden
+müssen. Wie viel Zeit kann man durch die richtige Verwendung der modernen
+Hülfsmittel in der Küche ersparen, und Zeit ist Geld!
+
+Die Trunksucht mancher Männer hat sehr häufig ihre ersten Ursachen in einem
+schlecht geführten Haushalte. Frauen, welche schlecht kochen und welche
+kein gemütliches Heim zu schaffen vermögen, treiben ihren Mann aus dem
+Hause und dem Schnapsteufel in die Arme.
+
+Von diesen zweifellosen Verlusten an Geld und Zeit könnte viel gerettet
+werden, wenn die jungen Damen sich mit den Grundlehren der Küchenchemie und
+Haushaltkunde vertrauter machen wollten. Wenn diese kleine Broschüre hierzu
+Anregung gegeben hat, so hat sie ihren Zweck erreicht, denn sie soll nur
+zum _eigenen_ Nachdenken aufmuntern, damit auch in der Küche mehr wie
+bisher nach dem »Warum« und »Weil« geforscht wird.
+
+
+
+
+ Etwas Praktisches für die Küche!
+
+
+Im $Alexanderwerk-Kochtopf$, erfunden von Frau Professor Böhmer in Warburg,
+der trotz seiner vielen Vorzüge nicht viel teuerer ist, als ein
+gewöhnlicher Kochtopf, werden alle Arten Klöße und Puddings ganz
+vorzüglich, wenn man der Masse entsprechend von Dr. Oetkers Backpulver
+beimischt.
+
+Man verfährt dabei wie folgt: Kartoffelklöße: 750 =g= gekochte, geriebene
+Kartoffeln werden mit 4 Eiern, etwas Salz und Muskatnuß sowie 40 =g=
+Butter, Speck oder Bratenfett tüchtig durchgerührt. Dann giebt man 200 =g=
+Weizenmehl, 8 =g= in Würfel geschnittene und in 40 =g= Fett geröstete
+Semmel, sowie ½ Päckchen Dr. Oetkers Backpulver hinzu, und formt daraus
+Klöße.
+
+Unterdeß hat man im Alexanderwerk-Kochtopf Wasser bis knapp an den Einsatz
+zum Kochen gebracht; man nimmt den Einsatz heraus, fettet ihn oben mit
+einer Speckschwarte und legt Kloß neben Kloß. Darauf setzt man den Einsatz
+in den Topf, schließt den Deckel und läßt 10 Minuten flott kochen.
+
+So verfährt man mit allen beliebigen Kloßarten und Suppeneinlagen, jedoch
+versäume man nicht, ein halbes Päckchen Dr. Oetkers Backpulver
+hinzuzufügen. Der Erfolg ist überraschend. Längeres Stehen im Topfe
+schadet der Speise nicht.
+
+Auch jeder Art Pudding setze man mit dem Eiweiß-Schaum Dr. Oetkers
+Puddingpulver =à= 10 Pfg. zu und gebe diese Masse sofort in die Form.
+
+Der Alexanderwerk-Kochtopf ist schon mit lauwarmem Wasser gefüllt bis zu
+dem Teilstrich, wie es im Gratiskochbüchlein angegeben ist.
+
+Die Puddingform oder Senniette wird auf den Einsatz gestellt und dann wird
+flott gekocht, bis die Masse über dem Deckel ruht, ein Zeichen, daß der
+Pudding gar ist.
+
+Bei Anwendung von Dr. Oetkers Puddingpulver und Kochen desselben im
+Alexanderwerk-Kochtopf ist jede Art Pudding ohne Beaufsichtigung vorzüglich
+geworden, stets war derselbe zur angegebenen Zeit gar, locker und leicht
+verdaulich.
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+ Der Alexanderwerk-Kochtopf
+
+ $mit Patent-Einsatz$
+
+ ist in jeder Haus- und Küchengeräte-Handlung zu haben.
+
+[Illustration: Nr. 550 schräge Kochtöpfe]
+
+ $=Preise:=$
+
+ $Nr. 550 schräge Kochtöpfe,$
+
+ weiß emailliert, mit verzinntem Einsatz
+
+ oberer Durchmesser =cm= 22 24 26
+ --------------
+ Preis das Stück Mk. 4.30 4.70 5.30
+
+[Illustration: Nr. 555 gerade Kochtöpfe]
+
+ $Nr. 555 gerade Kochtöpfe,$
+
+ weiß emailliert, mit verzinntem Einsatz
+
+ Durchmesser =cm= 22 24 26
+ --------------
+ Preis d. St. Mk. 5.40 6.-- 6.50
+
+ Weitere Größen sind in Vorbereitung.
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+ Alexanderwerk-Haushalt-Maschinen
+
+ sind in jeder Haus- und Küchengeräte-Handlung zu haben.
+
+
+ Wo nicht zu haben,
+
+ schreibe man wegen der nächsten Bezugsquelle an das
+
+ _Alexanderwerk_, Remscheid.
+
+
+ Wichtig! Verlangen Sie beim Einkauf ausdrücklich
+
+ $Alexanderwerk-Maschinen$.
+
+ Jede Maschine trägt unsere Schutzmarke »Alexanderwerk«.
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+Alexanderwerk-Fleischhack-Maschinen
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Fleischhack-Maschinen]
+
+sind _thatsächlich unentbehrlich_ in jeder Küche. Die Maschinen schneiden
+das Fleisch, anstatt es zu zerquetschen, wie andere minderwertige
+Maschinen. Alle Sehnen und Fasern werden vollständig durchschnitten.
+
+ +---------------------+ +---------------------+
+ | Ausführliche | | |
+ |Gebrauchs-Anweisungen| | Lesen! |
+ | mit vielen Rezepten | | |
+ | kostenlos. | | |
+ +---------------------+ +---------------------+
+
+Zum Hacken von rohem und gekochtem Fleisch, Leber, Fett, Fisch, Spinat und
+anderen Gemüsen giebt es nichts Besseres. Dabei ist Handhabung der
+Maschinen einfach und bequem, die Reinigung leicht und rasch ausführbar.
+Die Maschinen dienen zur Bereitung zahlreicher schmackhafter Speisen,
+ermöglichen die Verwendung von kaltem und übriggebliebenem Fleisch zu den
+verschiedensten Gerichten und sind vorzüglich zum Schneiden von Fett zum
+Ausbraten, welches bei ihrer Benutzung viel reichere Ausbeute ergiebt. Die
+_Alexanderwerk-Fleischhack-Maschinen_ sind innen sauber emailliert, außen
+fein rot lackiert mit Goldverzierungen und kosten die gangbarsten Größen
+für den Haushalt im Laden Mk. 6.-- bis Mk. 9.--, dieselben werden auch ganz
+verzinnt oder verzinkt geliefert. Jede Maschine wird mit einer Lochscheibe
+4½ =mm= Durchmesser geliefert. Um feiner zu schneiden, (z. B. Spinat,
+Leber u. s. w.) werden Lochscheiben von 2 =mm=, um gröber zu schneiden
+solche von 6, 8, 10 oder 12-20 =mm= geliefert.
+
+ _Gebrauchsanweisung._
+
+Nachdem man den Zapfen und die daran anstoßende blanke Fläche der Schnecke
+gut eingeölt hat, stecke man die Schnecke in das Gehäuse, setze das
+kreuzförmige Messer mit der _abgerundeten Seite nach innen_ auf den
+viereckigen Zapfen der Schnecke, setze darauf die Lochscheibe ein und
+drücke dieselbe gegen die Schneiden des Messers, indem man den Ring mäßig
+fest anschraubt. Hierauf stecke man die Kurbel auf und befestige dieselbe
+mit der Ringschraube.
+
+Das Fleisch schneide man, nachdem es von Knochen sorgfältig befreit ist, in
+eigroße Stücke und werfe diese in den Trichter.
+
+Nach dem Gebrauch nehme man die Maschine zur Reinigung auseinander, trockne
+sie gut ab und bewahre sie an einem trockenen Ort auf. -- Für verlorene
+oder zerbrochene Teile werden jederzeit billigst Ersatzstücke geliefert.
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+Alexanderwerk-Eismaschinen
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Eismaschine]
+
+ $zur Herstellung von Eis-Crême und
+ Gefrorenem aller Art.$
+
+ Ueberraschende Einfachheit im System.
+
+ $Geschmackvolle Ausstattung
+ und größte Dauerhaftigkeit.$
+
+ Erfordert zum Gebrauch weder besondere
+ Uebung noch Anstrengung.
+
+ $Preise je nach Grösse von 8 Mk. an.$
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+ Alexanderwerk-Frucht- u. Saft-Presse.
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Frucht- und Saft-Presse]
+
+ Die Presse kann zu verschiedenen Zwecken
+ verwandt werden und eignet sich besonders
+ zur Gewinnung des Saftes aus:
+
+ ~Weintrauben, Stachelbeeren, Johannisbeeren,
+ Brombeeren, Heidelbeeren,
+ Erdbeeren, Quitten und anderen Früchten.~
+
+ $Größter Saftgewinn.$
+
+ Preis 12 Mk. Ein Paar Gefäße zum Unterstellen Mk. 2.50.
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+ Alexanderwerk-Brotschneidemaschinen
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Brotschneidemaschine]
+
+ sind die beste Marke, welche je in den
+ Handel gebracht worden ist. Sie zeichnen
+ sich durch Eleganz und gute Bauart aus,
+ die Messer sind aus bestem Stahl und
+ brauchen selten geschliffen zu werden.
+ Schneiden selbst ganz frisches Brot.
+
+ $Preis Mk. 4.50 bis Mk. 15.--.$
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+ Alexanderwerk-Wringmaschinen
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Wringmaschine]
+
+ bewähren sich überall durch ihre
+ leichte Handhabung.
+
+ _Beste Walzen._
+
+ $Alexanderwerk-
+ Waschmaschinen$
+
+ sind trotz ihrer vielen Vorzüge
+ die billigsten.
+
+ Preis Mk. 36.--.
+
+---------------------------------------------------------------------------
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Wirtschaftswage]
+
+[Illustration: Alexanderwerk-Reibemaschine]
+
+ Alexanderwerk-
+ Wirtschaftswagen
+
+ Alexanderwerk-
+ Reibemaschinen
+
+ sind die
+ besten und beliebtesten Marken.
+
+
+
+
+ =Für die feinere Küche=
+
+seien der verehrten Damenwelt 2 neue Küchenartikel empfohlen (Erfindungen
+einer praktischen Hausfrau) die ihrer außerordentlich praktischen
+Eigenschaften wegen verdienen, bald in jeder besseren Küche Eingang zu
+finden, nämlich
+
+ =Blitzrührschüssel=
+
+ (Schutzmarke mit dem Bären)
+
+deren genaue Ausführung aus der unten beigedruckten Abbildung deutlich
+ersichtlich ist.
+
+$Die Blitzrührschüssel dient zur Herstellung aller Mehlspeisen, wie
+Puddings, feineren Bäckereien, Kaltschaum, Saucen und bietet hierbei 80%
+Zeit- und Kraftersparnis gegenüber früher bei bisher unerreichten,
+prachtvollen Backresultaten.$
+
+[Illustration: Blitzrührschüssel]
+
+$Preis der Blitzrührschüssel inkl. Mayonnaisetrichter und Rezeptsammlung$
+
+mit Vorrichtung z. Befest. Mk. 15.--, ohne Vorrichtung z. Befest.
+Mk. 13.--.
+
+
+
+
+ =Amerikaner-Quirltopf=
+
+ebenfalls aus bestem =Ia= Email zum Quirlen von Schokolade, Warmbier,
+Chaudeau, holl. Saucen, Crêmes, für Gefrorenes etc., zum Herstellen von
+Schlagsahne, kalte Saucen, sowie zum Schneeschlagen (in ½ Minute steifen
+Schnee) 2 Liter-Größe Mk. 5.--, 4 Liter Mk. 8.--.
+
+Beide Artikel sind äußerst elegant und solid ausgeführt und nach Abheben
+des Triebwerks (ein Griff!) zu allen sonstigen Küchenzwecken praktisch. --
+Sie sind in den meisten einschläg. feinen Geschäften zu haben, sonst
+direkter Versandt durch den alleinigen Fabrikanten
+
+ $R. v. Hünersdorff Nachf.$,
+ Stuttgart,
+
+der auf Wunsch auch ausführl. Prospekte und Zeugnisse gratis und franko
+versendet.
+
+ * * * * *
+
+Eine der maßgebendesten Hausfrauen auf dem Gebiete der Kochkunst, nämlich
+die Herausgeberin des bekannten »Davidis-Holles Kochbuches«, schreibt mir:
+
+
+ $Sehr geehrter Herr!$
+
+ Da ich hier weder Ihre Backrezepte noch Ihre neue Broschüre bekommen
+ kann, darf ich Sie wohl direkt um Zusendung bitten.
+
+ Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen mitteilen, daß ich bei
+ vergleichenden Erproben von circa 8 verschiedenen Backpulvern das
+ Ihrige als das Beste befunden und viele neue Backwerke, auch feinere
+ Sachen, mit ihm gebacken habe.
+
+ Hochachtungsvoll!
+
+ $Frau L. H.$
+
+ Herausgeberin von »Davidis Kochbuch«.
+
+Hierzu erlaube ich mir noch zu bemerken, daß ich diese Dame nicht
+um ihr Urteil gefragt habe und daß mir dieses vorzügliche
+Zeugnis über mein Backpulver nur aus Interesse an den Fortschritten
+der Kochkunst übermittelt wurde.
+
+ Backpulverfabrik. Dr. A. Oetker,
+ Bielefeld.
+
+
+
+
+Anmerkungen zur Transkription:
+
+Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Schreibweise
+und Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.
+
+Der Kreis als Zeichen für Durchmesser auf der Seite 84 wurde durch das
+Wort Durchmesser ersetzt.
+
+Der Nachdruck enthält nicht die Werbung »Vineta« auf Seite 88, wie im
+Inhaltsverzeichnis beschrieben.
+
+Formatierung:
+
+Gesperrter Text wurde mit Unterstrich (_Text_), fett gedruckter Text mit
+Dollarzeichen ($Text$), unterstrichener Text mit Tilde (~Text~) und Text
+in Antiqua wurde mit Gleichheitszeichen (=Text=) markiert.
+
+Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem
+Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
+
+ p 11: zu Diarrhöe u. s. w.) -> [Klammer hinzugefügt]
+ p 14: Holzkohle, Sand &c, -> Holzkohle, Sand &c.
+ p 18: so sehr porrös -> porös
+ p 19: Brot gilt im Volksmunde aus -> als
+ p 22: Produkte zu verwandeln. -> [Punkt hinzugefügt]
+ p 36: enthält von emorganischen -> anorganischen
+ p 53: beruht darauf, das -> daß
+ p 53: dies die Ursache, das -> daß
+ p 55: im Verhältnis zum Ewachsenen -> Erwachsenen
+ p 55: besser ist die Milch. -> [Punkt hinzugefügt]
+ p 56: 200 oder 250 =gr.= -> 200 oder 250 =g=
+ p 59: von 27 Pfennig, wahrend -> während
+ p 62: man gezwungen, daß -> man gezwungen, das
+ p 71: zu Schnee geschlagene Eiweis -> Eiweiß
+ p 75: stelle ich Ihnen des -> das
+ p 78: schreibt Frau Baronin v. B.: -> [Doppelpunkt hinzugefügt]
+ p 78: gern ein anderes nnd -> und
+
+
+
+
+Transcriber's Notes:
+
+The original spelling and minor inconsistencies in the spelling and
+formatting have been maintained.
+
+On page 84 the circle-sign as the abbreviation for diameter was replaced by
+the word >Durchmesser<.
+
+The advertisement of »Vineta« referenced on page 88 in the table of
+contents is not part of this reprint.
+
+Formatting:
+
+Spaced text was marked using underscores (_text_), text in Antiqua using
+equals (=text=), underlined Text using tilde (~text~) and bold text using
+the Dollar sign ($text$).
+
+The table below lists all corrections applied to the original text.
+
+ p 11: zu Diarrhöe u. s. w.) -> [closing parenthesis added]
+ p 14: Holzkohle, Sand &c, -> Holzkohle, Sand &c.
+ p 18: so sehr porrös -> porös
+ p 19: Brot gilt im Volksmunde aus -> als
+ p 22: Produkte zu verwandeln. -> [period added]
+ p 36: enthält von emorganischen -> anorganischen
+ p 53: beruht darauf, das -> daß
+ p 53: dies die Ursache, das -> daß
+ p 55: im Verhältnis zum Ewachsenen -> Erwachsenen
+ p 55: besser ist die Milch. -> [period added]
+ p 56: 200 oder 250 =gr= -> 200 oder 250 =g=
+ p 59: von 27 Pfennig, wahrend -> während
+ p 62: man gezwungen, daß -> man gezwungen, das
+ p 71: zu Schnee geschlagene Eiweis -> Eiweiß
+ p 75: stelle ich Ihnen des -> das
+ p 78: schreibt Frau Baronin v. B.: -> [colon added]
+ p 78: gern ein anderes nnd -> und
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Dr A. Oetkers Grundlehren der Kochkunst, by
+August Oetker
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DR A. OETKERS GRUNDLEHREN ***
+
+***** This file should be named 31537-8.txt or 31537-8.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/3/1/5/3/31537/
+
+Produced by Norbert H. Langkau, Jens Nordmann and the
+Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+http://gutenberg.org/license).
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+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
+all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
+
+1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
+access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
+whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
+copied or distributed:
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
+and distributed to anyone in the United States without paying any fees
+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
+1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
+
+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
+performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
+unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
+access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
+property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
+computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
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+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
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+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
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+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
+written explanation to the person you received the work from. If you
+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.