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+The Project Gutenberg EBook of Zu Guter Letzt, by Wilhelm Busch
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Zu Guter Letzt
+
+Author: Wilhelm Busch
+
+Release Date: June 27, 2010 [EBook #32989]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ZU GUTER LETZT ***
+
+
+
+
+Produced by The Online Distributed Proofreading Canada
+Team at http://www.pgdpcanada.net (This file was produced
+from images generously made available by The Internet
+Archive/Canadian Libraries)
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+
+Zu guter Letzt
+
+[Illustration: Wilh. Busch.]
+
+
+
+
+Zu guter Letzt
+
+von
+
+Wilhelm Busch.
+
+
+Mit dem Portrait des Verfassers.
+
+
+
+31stes bis 35stes Tausend.
+
+
+
+München.
+Verlag von Fr. Bassermann.
+1905.
+
+Alle Rechte vorbehalten.
+
+
+
+
+ Halt dein Rösslein nur im Zügel,
+ Kommst ja doch nicht allzuweit.
+ Hinter jedem neuen Hügel
+ Dehnt sich die Unendlichkeit.
+
+ Nenne Niemand dumm und säumig,
+ Der das Nächste recht bedenkt.
+ Ach, die Welt ist so geräumig,
+ Und der Kopf ist so beschränkt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Dies für Den und Das für Jenen.
+ Viele Tische sind gedeckt.
+ Keine Zunge soll verhöhnen,
+ Was der andern Zunge schmeckt.
+
+ Lasse Jedem seine Freuden,
+ Gönn ihm, daß er sich erquickt,
+ Wenn er sittsam und bescheiden
+ Auf den eignen Teller blickt.
+
+ Wenn jedoch bei deinem Tisch er
+ Unverschämt dich neckt und stört,
+ Dann so gieb ihm einen Wischer,
+ Daß er merkt, was sich gehört.
+
+ * * * * *
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+
+
+
+ Nirgend sitzen todte Gäste.
+ Allerorten lebt die Kraft.
+ Ist nicht selbst der Fels, der feste,
+ Eine Kraftgenossenschaft?
+
+ Durch und durch aus Eigenheiten,
+ So und so zu sein bestrebt,
+ Die sich lieben, die sich streiten,
+ Wird die bunte Welt gewebt.
+
+ Hier gelingt es, da mißglückt es.
+ Wünsche finden keine Rast.
+ Unterdrücker, Unterdrücktes,
+ Jedes Ding hat seine Last.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Der Fährmann lag in seinem Schiff
+ Beim Schein des Mondenlichts,
+ Als etwas kam und rief und pfiff
+ Doch sehen that er nichts.
+
+ Ihm war, als stiegen hundert ein.
+ Das Schifflein wurde schwer.
+ Flink, Fährmann, fahr uns übern Rhein,
+ Die Zahlung folgt nachher.
+
+ Und als er seine Pflicht gethan,
+ Da ging es klinglingling,
+ Da warf ein Goldstück in den Kahn
+ Jedwedes Geisterding.
+
+ Husch, weg und weiter zog die Schar.
+ Verwundert steht der Mann:
+ So Seelen sind zwar unsichtbar
+ Und doch ist etwas dran.
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+ * * * * *
+
+
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+
+ Ob er gleich von hinnen schied,
+ Ist er doch geblieben,
+ Der so manches schöne Lied
+ Einst für uns geschrieben.
+
+ Unser Mund wird ihn entzückt
+ Lange noch erwähnen,
+ Und so lebt er hochbeglückt
+ Zwischen hohlen Zähnen.
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+ * * * * *
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+
+ Ein Künstler auf dem hohen Seil,
+ Der alt geworden mittlerweil,
+ Stieg eines Tages vom Gerüst
+ Und sprach: Nun will ich unten bleiben
+ Und nur noch Hausgymnastik treiben,
+ Was zur Verdauung nöthig ist.
+ Da riefen alle: Oh, wie schad!
+ Der Meister scheint doch allnachgrad
+ Zu schwach und steif zum Seilbesteigen!
+ Ha! denkt er, dieses wird sich zeigen!
+ Und richtig, eh der Markt geschlossen,
+ Treibt er auf's neu die alten Possen
+ Hoch in der Luft und zwar mit Glück,
+ Bis auf ein kleines Mißgeschick.
+ Er fiel herab in großer Eile
+ Und knickte sich die Wirbelsäule.
+ Der alte Narr! Jetzt bleibt er krumm
+ So äußert sich das Publikum.
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+ * * * * *
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+ Wenn die Tante Adelheide
+ Als Logierbesuch erschien,
+ Fühlte Fritzchen große Freude,
+ Denn dann gab es was für ihn.
+
+ Immer hat die liebe Gute
+ Tief im Reisekorb versteckt
+ Eine angenehme Tute,
+ Deren Inhalt köstlich schmeckt.
+
+ Täglich wird dem braven Knaben
+ Draus ein hübsches Stück beschert,
+ Bis wir schließlich nichts mehr haben
+ Und die Tante weiter fährt.
+
+ Mit der Post fuhr sie von hinnen.
+ Fritzchens Trauer ist nur schwach.
+ Einer Tute, wo nichts drinnen,
+ Weint man keine Thräne nach.
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+ * * * * *
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+ Gestützt auf seine beiden Krücken,
+ Die alte Kiepe auf dem Rücken,
+ Ging durch das Dorf ein Bettelmann
+ Und klopfte stets vergeblich an.
+ Erst aus dem allerletzten Haus
+ Kam eine gute Frau heraus,
+ Die grad den dritten Mann begraben,
+ Daher geneigt zu milden Gaben,
+ Und legt in seines Korbes Grund
+ Ein Brod von mehr als sieben Pfund.
+ Ein schmaler Steg führt gleich danach
+ Ihn über einen Rauschebach.
+ Jetzt hab ich Brod, jetzt bin ich glücklich!
+ So rief er froh, und augenblicklich
+ Fiel durch den Korb, der nicht mehr gut,
+ Sein Brod hinunter in die Fluth.
+ Das kommt von solchem Übermuth.
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+ In der ersten Nacht des Maien
+ Läßt's den Hexen keine Ruh.
+ Sich gesellig zu erfreuen,
+ Eilen sie dem Brocken zu.
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+ Dorten haben sie ihr Kränzchen.
+ Man verleumdet, man verführt,
+ Macht ein lasterhaftes Tänzchen,
+ Und der Teufel präsidiert.
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+ Willst du gelobt sein, so verzichte
+ Auf kindlich blödes Wesen.
+ Entschließ dich, deine himmlischen Gedichte
+ Den Leuten vorzulesen.
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+ Die Welt ist höflich und gesellig,
+ Und eh man dich beleidigt,
+ Sagt wohl ein jeder leicht, was dir gefällig,
+ Denn keiner ist beeidigt.
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+ * * * * *
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+ Sie ist ein reizendes Geschöpfchen,
+ Mit allen Wassern wohl gewaschen;
+ Sie kennt die süßen Sündentöpfchen
+ Und liebt es, häufig draus zu naschen.
+
+ Da bleibt den sittlich Hochgestellten
+ Nichts weiter übrig, als mit Freuden
+ Auf diese Schandperson zu schelten
+ Und sie mit Schmerzen zu beneiden.
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+ * * * * *
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+ Ganz unverhofft, an einem Hügel,
+ Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
+ Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht.
+ Kennst du des Königs Ordre nicht?
+ Ist nicht der Friede längst verkündigt,
+ Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
+ Der immer noch gerüstet geht?
+ Im Namen seiner Majestät,
+ Geh her und übergieb dein Fell.
+ Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
+ Lass' dir erst deine Zähne brechen,
+ Dann wollen wir uns weiter sprechen.
+ Und allsogleich macht er sich rund,
+ Schließt seinen dichten Stachelbund
+ Und trotzt getrost der ganzen Welt,
+ Bewaffnet, doch als Friedensheld.
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+ * * * * *
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+ Der Bauer sprach zu seinem Jungen:
+ Heut in der Stadt da wirst du gaffen.
+ Wir fahren hin und seh'n die Affen.
+ Es ist gelungen
+ Und um sich schief zu lachen,
+ Was die für Streiche machen
+ Und für Gesichter,
+ Wie rechte Bösewichter.
+ Sie krauen sich,
+ Sie zausen sich,
+ Sie hauen sich,
+ Sie lausen sich,
+ Beschnuppern dies, beknuppern das,
+ Und Keiner gönnt dem Andern was,
+ Und essen thun sie mit der Hand,
+ Und alles thun sie mit Verstand,
+ Und Jeder stiehlt als wie ein Rabe.
+ Paß auf, das siehst du heute.
+ Oh Vater, rief der Knabe,
+ Sind Affen denn auch Leute?
+ Der Vater sprach: Nun ja,
+ Nicht ganz, doch so beinah.
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+ * * * * *
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+
+ Zwiefach sind die Phantasieen,
+ Sind ein Zauberschwesternpaar,
+ Sie erscheinen, singen, fliehen
+ Wesenlos und wunderbar.
+
+ Eine ist die himmelblaue,
+ Die uns froh entgegen lacht,
+ Doch die andre ist die graue,
+ Welche angst und bange macht.
+
+ Jene singt von lauter Rosen,
+ Singt von Liebe und Genuß;
+ Diese stürzt den Hoffnungslosen
+ Von der Brücke in den Fluß.
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+ * * * * *
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+
+ Rötlich dämmert es im Westen
+ Und der laute Tag verklingt,
+ Nur daß auf den höchsten Ästen
+ Lieblich noch die Drossel singt.
+
+ Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
+ Wo es still verborgen blieb,
+ Rüstet sich das Volk der Schnecken
+ Für den nächtlichen Betrieb.
+
+ Tastend streckt sich ihr Gehörne.
+ Schwach nur ist das Augenlicht.
+ Dennoch schon aus weiter Ferne
+ Wittern sie ihr Leibgericht.
+
+ Schleimig, säumig, aber stete,
+ Immer auf dem nächsten Pfad,
+ Finden sie die Gartenbeete
+ Mit dem schönsten Kopfsalat.
+
+ Hier vereint zu ernsten Dingen,
+ Bis zum Morgensonnenschein,
+ Nagen sie geheim und dringen
+ Tief ins grüne Herz hinein.
+
+ Darum braucht die Köchin Jettchen
+ Dieses Kraut nie ohne Arg.
+ Sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
+ Ob sich nichts darin verbarg.
+
+ Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
+ Ihres lieben gnädgen Herrn.
+ Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
+ Mag der alte Kerl nicht gern.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Schon viel zu lang
+ Hab ich der Bosheit mich ergeben.
+ Ich lasse tödten, um zu leben,
+ Und bös macht bang.
+
+ Denn niemals ruht
+ Die Stimme in des Herzens Tiefe,
+ Als ob es zärtlich klagend riefe:
+ Sei wieder gut.
+
+ Und frisch vom Baum
+ Den allerschönsten Apfel brach ich.
+ Ich biss hinein, und seufzend sprach ich,
+ Wie halb im Traum:
+
+ Du erstes Glück,
+ Du alter Paradiesesfrieden,
+ Da noch kein Lamm den Wolf gemieden,
+ Oh komm zurück.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wohl tausendmal schon ist er hier
+ Gestorben und wiedergeboren,
+ Sowohl als Mensch, wie auch als Thier,
+ Mit kurzen und langen Ohren.
+
+ Jetzt ist er ein armer blinder Mann,
+ Es zittern ihm alle Glieder,
+ Und dennoch, wenn er nur irgend kann,
+ Kommt er noch tausendmal wieder.
+
+ * * * * *
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+
+
+
+ Es giebt ja leider Sachen und Geschichten,
+ Die reizend und pikant,
+ Nur werden sie von Tanten und von Nichten
+ Niemals genannt.
+
+ Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,
+ Sei zart und schweig auch du.
+ Bedenk: Man liebt den Käse wohl, indessen
+ Man deckt ihn zu.
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+ * * * * *
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+
+
+
+ Auguste, wie fast jede Nichte,
+ Weiß wenig von Naturgeschichte.
+ Zu bilden sie in diesem Fache,
+ Ist für den Onkel Ehrensache.
+ Auguste, sprach er, glaub es mir,
+ Die Meise ist ein nettes Thier.
+ Gar zierlich ist ihr Leibesbau,
+ Auch ist sie schwarz weiß gelb und blau.
+ Hell flötet sie und klettert munter
+ Am Strauch kopfüber und kopfunter.
+ Das härtste Korn verschmäht sie nicht,
+ Sie hämmert, bis die Schale bricht.
+ Mohnköpfen bohrt sie mit Verstand
+ Ein Löchlein in den Unterrand,
+ Weil dann die Sämerei gelind
+ Von selbst in ihren Schnabel rinnt.
+ Nicht immer liebt man Fastenspeisen,
+ Der Grundsatz gilt auch für die Meisen.
+ Sie gucken scharf in alle Ritzen,
+ Wo fette Käferlarven sitzen,
+ Und fangen sonst noch Myriaden
+ Insekten, die dem Menschen schaden,
+ Und hieran siehst du außerdem,
+ Wie weise das Natursystem. --
+ So zeigt er, wie die Sache lag.
+ Es war kurz vor Martinitag.
+ Wer dann vernünftig ist und kann's
+ Sich leisten, kauft sich eine Gans.
+ Auch an des Onkels Außengiebel
+ Hing eine solche, die nicht übel,
+ Um, nackt im Freien aufgehangen,
+ Die rechte Reife zu erlangen.
+ Auf diesen Braten freute sich
+ Der Onkel sehr und namentlich
+ Vor allem auf die braune Haut,
+ Obgleich er sie nur schwer verdaut.
+ Martini kam, doch kein Arom
+ Von Braten spürt der gute Ohm.
+ Statt dessen trat voll Ungestüm
+ Die Nichte ein und zeigte ihm
+ Die Gans, die kaum noch Gans zu nennen,
+ Ein Scheusal, nicht zum Wiederkennen,
+ Zernagt beinah bis auf die Knochen.
+ Kein Zweifel war, wer dies verbrochen,
+ Denn deutlich lehrt der Augenschein,
+ Es konnten nur die Meisen sein.
+ Also ade! du braune Kruste.
+ Ja, lieber Onkel, sprach Auguste,
+ Die gern, nach weiblicher Manier,
+ Bei einem Irrthum ihn ertappt:
+ Die Meise ist ein nettes Thier.
+ Da hast du wieder recht gehabt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Von Fruchtomletts da mag berichten
+ Ein Dichter aus den höhern Schichten.
+ Wir aber, ohne Neid nach oben,
+ Mit bürgerlicher Zunge loben
+ Uns Pfannekuchen und Salat.
+ Wie unsre Liese delikat
+ So etwas backt und zubereitet,
+ Sei hier in Worten angedeutet.
+ Drei Eier, frisch und ohne Fehl,
+ Und Milch und einen Löffel Mehl,
+ Die quirlt sie fleißig durcheinand
+ Zu einem innigen Verband.
+ Sodann, wenn Thränen auch ein Übel,
+ Zerstückelt sie und mengt die Zwiebel
+ Mit Öl und Salz zu einer Brühe,
+ Daß der Salat sie an sich ziehe.
+ Um diesen ferner herzustellen,
+ Hat sie Kartoffeln abzupellen.
+ Da heißt es, fix die Finger brauchen,
+ Den Mund zu spitzen und zu hauchen,
+ Denn heiß geschnitten nur allein
+ Kann der Salat geschmeidig sein.
+ Hierauf so geht es wieder heiter
+ Mit unserm Pfannekuchen weiter.
+ Nachdem das Feuer leicht geschürt,
+ Die Pfanne sorgsam auspoliert,
+ Der Würfelspeck hinein geschüttelt,
+ So daß es lustig brät und brittelt,
+ Pisch, kommt darüber mit Gezisch
+ Das ersterwähnte Kunstgemisch.
+ Nun zeigt besonders und apart
+ Sich Lieschens Geistesgegenwart,
+ Denn nur zu bald, wie allbekannt,
+ Ist solch ein Kuchen angebrannt.
+ Sie prickelt ihn, sie stockert ihn,
+ Sie rüttelt, schüttelt, lockert ihn
+ Und lüftet ihn, bis augenscheinlich
+ Die Unterseite eben bräunlich,
+ Die umgekehrt geschickt und prompt
+ Jetzt ihrerseits nach oben kommt.
+ Geduld, es währt nur noch ein bissel,
+ Dann liegt der Kuchen auf der Schüssel.
+ Doch späterhin die Einverleibung,
+ Wie die zu Mund und Herzen spricht,
+ Das spottet jeglicher Beschreibung,
+ Und darum endet das Gedicht.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Stark in Glauben und Vertrauen,
+ Von der Burg mit festen Thürmen
+ Kannst du dreist herniederschauen,
+ Keiner wird sie je erstürmen.
+
+ Lass sie graben, lass sie schanzen,
+ Stolze Ritter, grobe Bauern,
+ Ihre Flegel, ihre Lanzen
+ Prallen ab von deinen Mauern.
+
+ Aber hüte dich vor Zügen
+ In die Herrschaft des Verstandes,
+ Denn sogleich sollst du dich fügen
+ Den Gesetzen seines Landes.
+
+ Bald umringen dich die Haufen,
+ Und sie ziehen dich vom Rosse,
+ Und du mußt zu Fuße laufen
+ Schleunig heim nach deinem Schlosse.
+
+ * * * * *
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+ Wie es scheint, ist die Moral
+ Nicht so bald beleidigt,
+ Während Schlauheit allemal
+ Wüthend sich vertheidigt.
+
+ Nenn den Schlingel liederlich,
+ Leicht wird er's verdauen;
+ Nenn ihn dumm, so wird er dich,
+ Wenn er kann, verhauen.
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+ * * * * *
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+
+ Ich bin mal so, sprach Förster Knast,
+ Die Flunkerei ist mir verhasst,
+ Doch sieht man oft was Sonderbares.
+ Im Frühling vor fünf Jahren war es,
+ Als ich stockstill, den Hahn gespannt,
+ Bei Mondschein vor dem Walde stand.
+ Da läßt sich plötzlich flügelsausend
+ Ein Kranichheer, wohl an die tausend,
+ Ganz dicht zu meinen Füßen nieder.
+ Sie kamen aus Egypten wieder
+ Und dachten auf der Reise nun
+ Sich hier ein Stündchen auszuruhn.
+ Ich selbstverständlich, schlau und sacht,
+ Gab sehr genau auf alles acht.
+ Du, Hans, so rief der Oberkranich,
+ Hast heut die Wache, drum ermahn ich
+ Dich ernstlich, halt dich stramm und pass
+ Gehörig auf, sonst giebt es was.
+ Bald schlief ein Jeder ein und sägte.
+ Hans aber stand und überlegte.
+ Er nahm sich einen Kieselstein,
+ Erhob ihn mit dem rechten Bein
+ Und hielt sich auf dem linken nur
+ In Gleichgewicht und Positur.
+ Der arme Kerl war schrecklich müd,
+ Erst fiel das linke Augenlid,
+ Das rechte blinzelt zwar noch schwach,
+ Dann aber folgt's dem andern nach.
+ Er schnarcht sogar. Ich denke schon:
+ Wie wird es dir ergehn, mein Sohn?
+ So denk ich, doch im Augenblick,
+ Als ich es dachte, geht es klick!
+ Der Stein fiel Hänschen auf die Zeh,
+ Das weckt ihn auf, er schreit auweh!
+ Er schaut sich um, hat mich gewittert,
+ Pfeift, daß es Mark und Bein erschüttert,
+ Und allsogleich im Winkelflug
+ Entschwebt der ganze Heereszug
+ Ich rief hurrah! und schwang den Hut.
+ Der Vogel der gefiel mir gut.
+ Er lebt auch noch. Schon oft seither
+ Sah man ihn fern am schwarzen Meer
+ Auf einem Bein auf Posten stehn.
+ Dies schreibt mein Freund, der Kapitän,
+ Und was er sagt, ist ohne Frage
+ So wahr, als was ich selber sage.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Auf leichten Schwingen frei und flink
+ Zum Lindenwipfel flog der Fink
+ Und sang an dieser hohen Stelle
+ Sein Morgenlied so glockenhelle.
+ Ein Frosch, ein dicker, der im Grase
+ Am Boden hockt, erhob die Nase,
+ Strich selbstgefällig seinen Bauch
+ Und denkt: Die Künste kann ich auch.
+ Alsbald am rauhen Stamm der Linde
+ Begann er, wenn auch nicht geschwinde,
+ Doch mit Erfolg, empor zu steigen,
+ Bis er zuletzt von Zweig zu Zweigen,
+ Wobei er freilich etwas keucht,
+ Den höchsten Wipfelpunkt erreicht
+ Und hier sein allerschönstes Quacken
+ Ertönen läßt aus vollen Backen.
+ Der Fink, dem dieser Wettgesang
+ Nicht recht gefällt, entfloh und schwang
+ Sich auf das steile Kirchendach.
+ Wart, rief der Frosch, ich komme nach.
+ Und richtig ist er fortgeflogen,
+ Das heißt, nach unten hin im Bogen,
+ So daß er schnell und ohne Säumen
+ Nach mehr als zwanzig Purzelbäumen,
+ Zur Erde kam mit lautem Quack,
+ Nicht ohne großes Unbehagen.
+ Er fiel zum Glück auf seinen Magen,
+ Den dicken weichen Futtersack,
+ Sonst hätt er sicher sich verletzt.
+ Heil ihm! Er hat es durchgesetzt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Geld gehört zum Ehestande,
+ Hässlichkeit ist keine Schande,
+ Liebe ist beinah absurd.
+ Drum, du nimmst den Junker Jochen
+ Innerhalb der nächsten Wochen.
+ Also sprach der Ritter Kurt.
+
+ Vater, flehte Kunigunde.
+ Schone meine Herzenswunde,
+ Ganz umsonst ist dein Bemühn.
+ Ja, ich schwör's bei Erd und Himmel,
+ Niemals nehm ich diesen Lümmel,
+ Ewig, ewig hass ich ihn.
+
+ Nun, wenn Worte nicht mehr nützen,
+ Dann so bleibe ewig sitzen,
+ Marsch mit dir in's Burgverließ.
+ Zornig sagte dies der Alte,
+ Als er in die feuchte kalte
+ Kammer sie hinunterstieß.
+
+ Jahre kamen, Jahre schwanden,
+ Nichts im Schlosse blieb vorhanden
+ Außer Kunigundens Geist.
+ Dort, wo graue Ratten rasseln,
+ Sitzt sie zwischen Kellerasseln,
+ Von dem Feuermolch umkreist.
+
+ Heut noch ist es nicht geheuer
+ In dem alten Burggemäuer
+ Um die Mitternacht herum.
+ Wehe, ruft ein weißes Wesen,
+ Will denn Niemand mich erlösen?
+ Doch die Wände bleiben stumm.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Sei es freundlich, sei es böse,
+ Meist genügend klar und scharf
+ Klingt des Mundes Wortgetöse
+ Für den täglichen Bedarf.
+
+ Doch die Höchstgefühle heischen
+ Ihren ganz besondern Klang;
+ Dann sagt grunzen oder kreischen
+ Mehr als Rede und Gesang.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wie hat sich sonst so schön der Hahn
+ Auf unserm Thurm gedreht
+ Und damit Jedem kund gethan,
+ Woher der Wind geweht.
+
+ Doch seit dem letzten Sturme hat
+ Er keinen rechten Lauf;
+ Er hängt so schief, er ist so matt,
+ Und Keiner schaut mehr drauf.
+
+ Jetzt leckt man an den Finger halt
+ Und hält ihn hoch geschwind.
+ Die Seite, wo der Finger kalt,
+ Von daher weht der Wind.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Er liebte sie in aller Stille.
+ Bescheiden, schüchtern und von fern
+ Schielt er nach ihr durch seine Brille
+ Und hat sie doch so schrecklich gern.
+
+ Ein Mücklein, welches an der Nase
+ Des schönen Kindes saugend saß,
+ Ertränkte sich in seinem Glase.
+ Es schmeckt ihm fast wie Ananas.
+
+ Sie hatte Haare, wie 'ne Puppe,
+ So unvergleichlich blond und kraus.
+ Einst fand er eines in der Suppe
+ Und zog es hochbeglückt heraus.
+
+ Er rollt es auf zu einem Löckchen,
+ Hat's in ein Medaillon gelegt.
+ Nun hängt es unter seinem Röckchen
+ Da, wo sein treues Herze schlägt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein eigner Kerl war Krischan Bolte.
+ Er that nicht gerne, was er sollte.
+ Als Kind schon ist er so gewesen.
+ Religion, Rechtschreiben und Lesen
+ Fielen für ihn nicht ins Gewicht:
+ Er sollte zur Schule und wollte nicht.
+ Später kam er zu Meister Pfriem.
+ Der zeigte ihm redlich und sagte ihm,
+ Jedoch umsonst, was seine Pflicht:
+ Er sollte schustern und wollte nicht.
+ Er wollte sich nun mal nicht quälen,
+ Deßhalb verfiel er auf das Stehlen.
+ Man fasst ihn, stellt ihn vor Gericht:
+ Er sollte bekennen und wollte nicht.
+ Trotzdem verdammt man ihn zum Tode.
+ Er aber blieb, nach seiner Mode,
+ Ein widerspänstiger Bösewicht:
+ Er sollte hängen und wollte nicht.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Durch das Feld ging die Familie,
+ Als mit glückbegabter Hand
+ Sanft erröthend Frau Ottilie
+ Eine Doppelähre fand.
+
+ Was die alte Sage kündet,
+ Hat sich öfter schon bewährt:
+ Dem, der solche Ähren findet,
+ Wird ein Doppelglück beschert.
+
+ Vater Franz blickt scheu zur Seite.
+ Zwei zu fünf, das wäre viel.
+ Kinder, sprach er, aber heute
+ Ist es ungewöhnlich schwül.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Suche nicht apart zu scheinen,
+ Wandle auf betretnen Wegen.
+ Meinst du, was die andern meinen,
+ Kommt man freundlich dir entgegen.
+
+ Mancher, auf dem Seitensteige,
+ Hat sich im Gebüsch verloren,
+ Und da schlugen ihm die Zweige
+ Links und rechts um seine Ohren.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es hat einmal, so wird gesagt,
+ Der Löwe mit dem Wolf gejagt.
+ Da haben sie vereint erlegt
+ Ein Wildschwein stark und gut gepflegt.
+ Doch als es an's Vertheilen ging,
+ Dünkt das dem Wolf ein misslich Ding.
+ Der Löwe sprach: Was grübelst du?
+ Glaubst du, es geht nicht redlich zu?
+ Dort kommt der Fuchs, er mag entscheiden,
+ Was jedem zukommt von uns beiden.
+ Gut, sagt der Wolf, dem solch ein Freund
+ Als Richter gar nicht übel scheint.
+ Der Löwe winkt dem Fuchs sogleich:
+ Herr Doctor, das ist was für Euch.
+ Hier dieses jüngst erlegte Schwein,
+ Bedenkt es wohl, ist mein und sein.
+ Ich fasst es vorn, er griff es hinten;
+ Jetzt theilt es uns, doch ohne Finten.
+ Der Fuchs war ein Jurist von Fach.
+ Sehr einfach, spricht er, liegt die Sach.
+ Das Vordertheil, ob viel ob wenig,
+ Erhält mit Fug und Recht der König.
+ Dir aber, Vetter Isegrimm,
+ Gebührt das Hintertheil. Da nimm!
+ Bei diesem Wort trennt er genau
+ Das Schwänzlein hinten von der Sau.
+ Indess der Wolf verschmäht die Beute.
+ Verneigt sich kurz und geht beiseite.
+ Fuchs, sprach der Löwe, bleibt bei mir.
+ Von heut an seid Ihr Großvezier.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Mein Sohn, hast du allhier auf Erden
+ Dir vorgenommen, was zu werden,
+ Sei nicht zu keck;
+ Und denkst du, sei ein stiller Denker.
+ Nicht leicht befördert wird der Stänker.
+ Mit Demuth salbe deinen Rücken,
+ Voll Ehrfurcht hast du dich zu bücken,
+ Mußt heucheln, schmeicheln, mußt dich fügen,
+ Denn selbstverständlich nur durch Lügen
+ Kommst du vom Fleck.
+ Oh, thu's mit Eifer, thu's geduldig,
+ Bedenk, was du dir selber schuldig.
+ Das Gönnerherz wird sich erweichen,
+ Und wohl verdient wirst du erreichen
+ Den guten Zweck.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wie standen ehedem die Sachen
+ So neckisch da in ihrem Raum,
+ Schwer war's, ein Bild davon zu machen,
+ Und selbst der Beste konnt es kaum.
+
+ Jetzt, ohne sich zu überhasten,
+ Stellt man die Guckmaschine fest
+ Und zieht die Bilder aus dem Kasten,
+ Wie junge Spatzen aus dem Nest.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Er saß beim Frühstück äußerst grämlich,
+ Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich:
+ Aha, so ist es mit dem Orden
+ Für diesmal wieder nichts geworden.
+ Ja Freund, wer seinen Blick erweitert
+ Und schaut nach hinten und nach vorn,
+ Der preist den Kummer, denn er läutert.
+ Ich selber war ein Weizenkorn.
+ Mit vielen, die mir anverwandt,
+ Lag ich im rauhen Ackerland.
+ Bedrückt von einem Erdenkloß,
+ Macht ich mich muthig strebend los.
+ Gleich kam ein alter Has gehupft
+ Und hat mich an der Nas gezupft,
+ Und als es Winter ward, verfror,
+ Was peinlich ist, mein linkes Ohr,
+ Und als ich reif mit meiner Sippe,
+ O weh, da hat mit seiner Hippe
+ Der Hans uns rutschweg abgesäbelt,
+ Und zum Ersticken festgeknebelt
+ Und auf die Tenne fortgeschafft,
+ Wo ihrer vier mit voller Kraft
+ In regelrechtem Flegeltakte
+ Uns klopften, daß die Schwarte knackte.
+ Ein Esel trug uns nach der Mühle.
+ Ich sage dir, das sind Gefühle,
+ Wenn man, zerrieben und gedrillt
+ Zum allerfeinsten Staubgebild,
+ Sich kaum besinnt und fast vergisst,
+ Ob Sonntag oder Montag ist.
+ Und schließlich schob der Bäckermeister,
+ Nachdem wir erst als zäher Kleister
+ In seinem Troge baß gehudelt,
+ Vermengt, geknetet und vernudelt,
+ Uns in des Ofens höchste Gluth.
+ Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
+ Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
+ Greif zu und schneide nicht zu knapp
+ Und streiche tüchtig Butter drüber
+ Und gieb den Andern auch was ab.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Man ist ja von Natur kein Engel,
+ Vielmehr ein Welt- und Menschenkind,
+ Und rings umher ist ein Gedrängel
+ Von Solchen, die dasselbe sind.
+
+ In diesem Reich geborner Flegel,
+ Wer könnte sich des Lebens freun,
+ Würd es versäumt, schon früh die Regel
+ Der Rücksicht kräftig einzubläun.
+
+ Es saust der Stock, es schwirrt die Ruthe.
+ Du darfst nicht zeigen, was du bist.
+ Wie schad, o Mensch, daß dir das Gute
+ Im Grunde so zuwider ist.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Der Stoffel wankte frohbewegt
+ Spät in der Nacht nach Haus.
+ Da ging, wie das zu kommen pflegt,
+ Ihm seine Pfeife aus.
+
+ Wer raucht, der raucht nicht gerne kalt.
+ Wie freut sich Stoffel da,
+ Als er ganz dicht vor sich im Wald
+ Ein Kohlenfeuer sah.
+
+ Die Kohlen glühn in einem Topf.
+ Der frohe Stoffel drückt
+ Gleich eine in den Pfeifenkopf
+ Und zieht als wie verrückt.
+
+ Wohl sieht er, wie die Kohle glüht,
+ Nur daß sie gar nicht brennt.
+ Da überläuft es sein Gemüth,
+ Er flucht Potzzapperment.
+
+ Das Wort war hier nicht recht am Platz.
+ Es folgt ein Donnerschlag.
+ Versunken ist der Zauberschatz
+ Bis an den jüngsten Tag.
+
+ Die Pfeife fällt vor Schreck und Graus
+ Auf einen harten Stein.
+ Ein Golddukaten rollt heraus
+ Blitzblank im Mondenschein.
+
+ Von nun an, denkt der Stoffel schlau,
+ Schweig ich am rechten Ort.
+ Er kehrte heim zu seiner Frau
+ Und sprach kein einzig Wort.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wie dunkel ist der Lebenspfad,
+ Den wir zu wandeln pflegen.
+ Wie gut ist da ein Apparat
+ Zum Denken und Erwägen.
+
+ Der Menschenkopf ist voller List
+ Und voll der schönsten Kniffe;
+ Er weiß, wo was zu kriegen ist
+ Und lehrt die rechten Griffe.
+
+ Und weil er sich so nützlich macht,
+ Behält ihn jeder gerne.
+ Wer stehlen will, und zwar bei Nacht,
+ Braucht eine Diebslaterne.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Unter all den hübschen Dingen
+ In der warmen Sommerzeit
+ Ist ein Corps von Schmetterlingen
+ Recht ergötzlich insoweit.
+
+ Bist du dann zu deinem Wohle
+ In den Garten hinspaziert,
+ Siehst du über deinem Kohle
+ Muntre Tänze aufgeführt.
+
+ Weiß gekleidet und behende
+ Flattert die vergnügte Schar,
+ Bis daß Lieb und Lust zu Ende
+ Wieder mal für dieses Jahr.
+
+ Zum getreuen Angedenken,
+ Auf den Blättern kreuz und quer,
+ Lassen sie zurück und schenken
+ Dir ein schönes Raupenheer.
+
+ Leidest du, daß diese Sippe
+ Weiter frisst, wie sie begehrt,
+ Kriegst du, nebst dem Blattgerippe,
+ Nur noch Proben ohne Werth.
+
+ Also ist es zu empfehlen,
+ Lieber Freund, daß du dich bückst
+ Und sehr viele Raupenseelen,
+ Pitsch, aus ihren Häuten drückst.
+
+ Denn nur der ist wirklich weise,
+ Der auch in die Zukunft schaut.
+ Denk an deine Lieblingsspeise:
+ Schweinekopf mit Sauerkraut.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Fing man vorzeiten einen Dieb,
+ Hing man ihn auf mit Schnellbetrieb,
+ Und meinte man, er sei verschieden,
+ Ging man nachhaus und war zufrieden.
+ Ein Wandrer von der weichen Sorte
+ Kam einst zu solchem Galgenorte
+ Und sah, daß oben Einer hängt,
+ Dem kürzlich man den Hals verlängt.
+ Sogleich, als er ihn baumeln sieht,
+ Zerfließt in Thränen sein Gemüth.
+ Ich will den armen Schelm begraben,
+ Denkt er, sonst fressen ihn die Raben.
+ Nicht ohne Müh, doch mit Geschick,
+ Klimmt er hinauf und löst den Strick;
+ Und Jener, der im Wind geschwebt,
+ Liegt unten, scheinbar unbelebt.
+ Siehda, nach Änderung der Lage
+ Tritt neu die Lebenskraft zutage,
+ So daß der gute Delinquent
+ Die Welt ganz deutlich wiederkennt.
+ Zärtlich, als wär's der eigne Vetter,
+ Umarmt er seinen Lebensretter,
+ Nicht ein Mal, sondern noch ein Mal,
+ Vor Freude nach so großer Qual.
+ Mein lieber Mitmensch, sprach der Wandrer,
+ Geh in dich, sei hinfür ein Andrer.
+ Zum Anfang für dein neues Leben
+ Werd ich dir jetzt zwei Gulden geben.
+ Das Geben that ihm immer wohl.
+ Rasch griff er in sein Kamisol,
+ Wo er zur langen Pilgerfahrt
+ Den vollen Säckel aufbewahrt.
+ Er sucht und sucht und fand ihn nicht,
+ Und länger wurde sein Gesicht.
+ Er sucht und suchte, wie ein Narr,
+ Weit wird der Mund, das Auge starr,
+ Bald ist ihm heiß, bald ist ihm kalt.
+ Der Dieb verschwand im Tannenwald.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Die Tugend will nicht immer passen,
+ Im ganzen läßt sie etwas kalt,
+ Und daß man eine unterlassen,
+ Vergißt man bald.
+
+ Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,
+ Der von vergangnen Zeiten träumt,
+ An die Gelegenheit zum Laster,
+ Die er versäumt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein Fuchs voll flüchtiger Moral
+ Und unbedenklich, wenn er stahl,
+ Schlich sich beinacht zum Hühnerstalle
+ Von einem namens Jochen Dralle,
+ Der, weil die Mühe ihn verdross,
+ Die Thür mal wieder nicht verschloss.
+ Er hat sich, wie er immer pflegt,
+ So wie er war zubett gelegt.
+ Er schlief und schnarchte auch bereits.
+ Frau Dralle, welche ihrerseits
+ Noch wachte, denn sie hat die Grippe,
+ Stieß Jochen an die kurze Rippe.
+ Du, rief sie flüsternd, hör doch bloß,
+ Im Hühnerstall da ist was los;
+ Das ist der Fuchs der alte Racker.
+ Und schon ergriff sie kühn und wacker
+ Obgleich sie nur im Nachtgewand,
+ Den Besen, der am Ofen stand,
+ Indeß der Jochen leise flucht
+ Und erst mal Licht zu machen sucht.
+ Sie ging voran, er hinterdrein.
+ Es pfeift der Wind, die Hühner schrein.
+ Nur zu, mahnt Jochen, sei nur dreist
+ Und sag Bescheid, wenn er dich beißt.
+ Umsonst sucht sich der Dieb zu drücken
+ Vor Madam Dralles Geierblicken.
+ Sie schlägt ihm unaussprechlich schnelle
+ Zwei drei mal an derselben Stelle
+ Mit ihres Besens hartem Stiel
+ Auf's Nasenbein. Das war zuviel. --
+ Ein Jeder kriegt, ein Jeder nimmt
+ In dieser Welt, was ihm bestimmt.
+ Der Fuchs, nachdem der Balg herab,
+ Bekommt ein Armesündergrab.
+ Frau Dralle, weil sie leichtgesinnt
+ Sich ausgesetzt dem Winterwind
+ Zum Trotz der Selbsterhaltungspflicht,
+ Kriegt zu der Grippe noch die Gicht.
+ Doch Jochen kriegte hocherfreut
+ Infolge der Gelegenheit
+ Von Pelzwerk eine warme Kappe
+ Mit Vorder- und mit Hinterklappe.
+ Stets hieß es dann, wenn er sie trug:
+ Der ist es, der den Fuchs erschlug.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein gutes Thier
+ Ist das Klavier,
+ Still, friedlich und bescheiden,
+ Und muß dabei
+ Doch vielerlei
+ Erdulden und erleiden.
+
+ Der Virtuos
+ Stürzt darauf los
+ Mit hochgesträubter Mähne.
+ Er öffnet ihm
+ Voll Ungestüm
+ Den Leib, gleich der Hyäne.
+
+ Und rasend wild,
+ Das Herz erfüllt
+ Von mörderlicher Freude,
+ Durchwühlt er dann,
+ Soweit er kann,
+ Des Opfers Eingeweide.
+
+ Wie es da schrie,
+ Das arme Vieh,
+ Und unter Angstgewimmer
+ Bald hoch, bald tief
+ Um Hülfe rief,
+ Vergess ich nie und nimmer.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Dich freut die warme Sonne.
+ Du lebst im Monat Mai.
+ In deiner Regentonne
+ Da rührt sich allerlei.
+
+ Viel kleine Thierlein steigen
+ Bald auf- bald niederwärts,
+ Und, was besonders eigen,
+ Sie atmen mit dem Sterz.
+
+ Noch sind sie ohne Tücken,
+ Rein kindlich ist ihr Sinn.
+ Bald aber sind sie Mücken
+ Und fliegen frei dahin.
+
+ Sie fliegen auf und nieder
+ Im Abendsonnenglanz
+ Und singen feine Lieder
+ Bei ihrem Hochzeitstanz.
+
+ Du gehst zu Bett um zehne,
+ Du hast zu schlafen vor,
+ Dann hörst du jene Töne
+ Ganz dicht an deinem Ohr.
+
+ Drückst du auch in die Kissen
+ Dein werthes Angesicht,
+ Dich wird zu finden wissen
+ Der Rüssel, welcher sticht.
+
+ Merkst du, daß er dich impfe,
+ So reib mit Salmiak
+ Und dreh dich um und schimpfe
+ Auf dieses Mückenpack.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es geht ja leider nur soso
+ Hier auf der Welt, sprach Salomo.
+ Dies war verzeihlich. Das Geschnatter
+ Von tausend Frauen, denn die hatt er,
+ Macht auch den Besten ungerecht.
+ Uns aber geht es nicht so schlecht.
+ Wer, wie es Brauch in unsern Tagen,
+ Nur Eine hat, der soll nicht sagen
+ Und klagen, was doch mancher thut:
+ Ich bin für diese Welt zu gut.
+ Selbst, wem es fehlt an dieser Einen,
+ Der braucht darob nicht gleich zu weinen
+ Und sich kopfüber zu ertränken.
+ Er hat, das mag er wohl bedenken,
+ Am Weltgebäude mitgezimmert
+ Und allerlei daran verschlimmert.
+ Und wenn er so in sich gegangen,
+ Gewissenhaft und unbefangen,
+ Dann kusch er sich und denke froh:
+ Gottlob, ich bin kein Salomo;
+ Die Welt, obgleich sie wunderlich,
+ Ist mehr als gut genug für mich.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wer Bildung hat, der ist empört,
+ Wenn er so schrecklich fluchen hört.
+ Dies »Nasowolltich«, dies »Parblö«,
+ Dies ewige »Ojemineh«,
+ Dies »Eipotztausendnocheinmal«,
+ Ist das nicht eine Ohrenqual?
+ Und gar »Daßdichdasmäusleinbeiß«,
+ Da wird mir's immer kalt und heiß.
+ Wie oft wohl sag ich: Es ist häßlich,
+ Ist unanständig, roh und gräßlich.
+ Ich bitt und flehe: Lasst es sein,
+ Denn es ist sündlich. Aber nein,
+ Vergebens ring ich meine Hände,
+ Die Flucherei nimmt doch kein Ende.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand,
+ Die gingen immer Hand in Hand,
+ Und selbst in einer Herzensfrage
+ Trat ihre Einigkeit zutage.
+ Sie liebten beide Nachbars Käthchen,
+ Ein blondgelocktes kleines Mädchen.
+ Einst sagte die verschmitzte Dirne:
+ Wer holt mir eine Sommerbirne,
+ Recht saftig, aber nicht zu klein?
+ Hernach soll er der Beste sein.
+ Der Fritz nahm seinen Freund beiseit
+ Und sprach: Das machen wir zu zweit;
+ Da drüben wohnt der alte Schramm,
+ Der hat den schönsten Birnenstamm;
+ Du steigst hinauf und schüttelst sacht,
+ Ich lese auf und gebe acht.
+ Gesagt gethan. Sie sind am Ziel.
+ Schon als die erste Birne fiel,
+ Macht Fritz damit sich aus dem Staube,
+ Denn eben schlich aus dunkler Laube,
+ In fester Faust ein spanisch Rohr,
+ Der aufmerksame Schramm hervor.
+ Auch Ferdinand sah ihn beizeiten
+ Und thät am Stamm herunter gleiten
+ In Ängstlichkeit und großer Hast,
+ Doch eh er unten Fuß gefasst,
+ Begrüßt ihn Schramm bereits mit Streichen,
+ Als wollt er einen Stein erweichen.
+ Der Ferdinand, voll Schmerz und Hitze,
+ Entfloh und suchte seinen Fritze.
+ Wie angewurzelt blieb er stehn.
+ Ach hätt er es doch nie gesehn:
+ Die Käthe hat den Fritz geküsst,
+ Worauf sie eine Birne isst.
+ Seit dies geschah, ist Ferdinand
+ Mit Fritz nicht mehr so gut bekannt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wem's in der Unterwelt zu still,
+ Wer oberhalb erscheinen will,
+ Der baut sich, je nach seiner Weise,
+ Ein sichtbarliches Wohngehäuse.
+ Er ist ein blinder Architekt,
+ Der selbst nicht weiß, was er bezweckt.
+ Dennoch verfertigt er genau
+ Sich kunstvoll seinen Leibesbau,
+ Und sollte mal was dran passieren,
+ Kann er's verputzen und verschmieren,
+ Und ist er etwa gar ein solch
+ Geschicktes Thierlein, wie der Molch,
+ Dann ist ihm alles einerlei,
+ Und wär's ein Bein, er macht es neu.
+ Nur schad, daß, was so froh begründet,
+ So traurig mit der Zeit verschwindet,
+ Wie schließlich jeder Bau hienieden,
+ Sogar die stolzen Pyramiden.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es ist ein recht beliebter Bau.
+ Wer wollte ihn nicht loben?
+ Drin wohnt ein Mann mit seiner Frau,
+ Sie unten und er oben.
+
+ Er, als ein schlaugewiegter Mann,
+ Hält viel auf weise Lehren,
+ Sie, ungestüm und drauf und dran,
+ Thut das, was ihr Begehren.
+
+ Sie läßt ihn reden und begeht,
+ Blind, wie sie ist, viel Wüstes,
+ Und bringt sie das in Schwulität,
+ Na, sagt er kühl, da siehst es.
+
+ Vereinen sich jedoch die zwei
+ Zu traulichem Verbande,
+ Dann kommt die schönste Lumperei
+ Hübsch regelrecht zustande.
+
+ So geht's in diesem Hause her.
+ Man möchte fast erschrecken.
+ Auch ist's beweglich, aber mehr
+ Noch als das Haus der Schnecken.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ In einem Häuschen, sozusagen --
+ (Den ersten Stock bewohnt der Magen)
+ In einem Häuschen war's nicht richtig.
+ Darinnen spukt und tobte tüchtig
+ Ein Kobold, wie ein wildes Bübchen,
+ Vom Keller bis zum Oberstübchen.
+ Fürwahr, es war ein bös Getös.
+ Der Hausherr wird zuletzt nervös,
+ Und als ein desperater Mann
+ Steckt er kurzweg sein Häuschen an
+ Und baut ein Haus sich anderswo
+ Und meint, da ging es ihm nicht so.
+ Allein, da sieht er sich betrogen.
+ Der Kobold ist mit umgezogen
+ Und macht Spektakel und Rumor
+ Viel ärger noch, als wie zuvor.
+ Ha, rief der Mann, wer bist du, sprich.
+ Der Kobold lacht: Ich bin dein Ich.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Zu Olims Zeit, auf der Oase,
+ Am Quell, wo schlanke Palmen stehen,
+ Saß einst das Väterchen im Grase
+ Und hatte allerlei Ideeen.
+
+ Gern sprach davon der Hochverehrte
+ Zu seinen Söhnen, seinen Töchtern,
+ Und das Gelehrte, oft Gehörte
+ Ging von Geschlechte zu Geschlechtern.
+
+ Auch wir, in mancher Abendstunde,
+ Wenn treue Liebe uns bewachte,
+ Vernahmen froh die gute Kunde
+ Von dem, was Väterchen erdachte.
+
+ Und sicher klingt das früh Gewusste
+ So lang in wohlgeneigte Ohren,
+ Bis auf der kalten Erdenkruste
+ Das letzte Menschenherz erfroren.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Gehorchen wird jeder mit Genuss
+ Den Frauen, den hochgeschätzten,
+ Hingegen machen uns meist Verdruss
+ Die sonstigen Vorgesetzten.
+
+ Nur wenn ein kleines Missgeschick
+ Betrifft den Treiber und Leiter,
+ Dann fühlt man für den Augenblick
+ Sich sehr befriedigt und heiter.
+
+ Als neulich am Sonntag der Herr Pastor
+ Eine peinliche Pause machte,
+ Weil er den Faden der Rede verlor,
+ Da duckt sich der Küster und lachte.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Abends, wenn die Heimchen singen,
+ Wenn die Lampe düster schwehlt,
+ Hör ich gern von Spukedingen,
+ Was die Tante mir erzählt.
+
+ Wie es klopfte in den Wänden,
+ Wie der alte Schrank geknackt,
+ Wie es einst mit kalten Händen
+ Mutter Urschel angepackt,
+
+ Wie man oft ein leises Jammern
+ Grad um Mitternacht gehört,
+ Oben in den Bodenkammern,
+ Scheint mir höchst bemerkenswerth.
+
+ Doch erzählt sie gar das Märchen
+ Von dem Geiste ohne Kopf,
+ Dann erhebt sich jedes Härchen
+ Schaudervoll in meinem Schopf.
+
+ Und ich kann es nicht verneinen,
+ Daß es böse Geister giebt,
+ Denn ich habe selber einen,
+ Der schon manchen Streich verübt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Frau Welt, was ist das nur mit euch?
+ Herr Walter sprach's, der alte.
+ Ihr werdet grau und faltenreich
+ Und traurig von Gestalte.
+
+ Frau Welt darauf erwidert schnippsch:
+ Mein Herr, seid lieber stille.
+ Ihr scheint mir auch nicht mehr so hübsch
+ Mit eurer schwarzen Brille.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Lache nicht, wenn mit den Jahren
+ Lieb und Freundlichkeit vergehen,
+ Was Paulinchen ist geschehen,
+ Kann auch dir mal widerfahren.
+
+ Sieh nur, wie verändert hat sich
+ Unser guter Küchenbesen.
+ Er, der sonst so weich gewesen,
+ Ist jetzunder stumpf und kratzig.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Hans, der soeben in der Stadt
+ Sein fettes Schwein verwerthet hat,
+ Ging spät nachhaus bei Mondenschein.
+ Ein Fremder folgt und holt ihn ein.
+ Grüßgott, rief Hans, das trifft sich gut,
+ Zuzweit verdoppelt sich der Muth.
+ Der Fremde denkt: Ha zapperlot,
+ Der Kerl hat Geld, ich schlag ihn todt,
+ Nur nicht von vorn, daß er es sieht,
+ Dagegen sträubt sich mein Gemüth.
+ Und weiter gehn sie allgemach,
+ Der Hans zuvor, der Fremde nach.
+ Jetzt, denkt sich dieser, mach ich's ab,
+ Er hob bereits den Knotenstab.
+ Was gilt die Butter denn bei euch?
+ Fragt Hans und dreht sich um zugleich.
+ Der Fremde schweigt, der Fremde stutzt,
+ Der Knittel senkt sich unbenutzt.
+ Und weiter gehn sie allgemach,
+ Der eine vor, der andre nach.
+ Hier, wo die dunklen Tannen stehn,
+ Hier, denkt der Fremde, soll's geschehn.
+ Spielt man auch Skat bei euch zuland?
+ Fragt Hans und hat sich umgewandt.
+ Der Fremde nickt und steht verdutzt,
+ Der Knittel senkt sich unbenutzt.
+ Und weiter gehn sie allgemach,
+ Der eine vor, der andre nach.
+ Hier, denkt der Fremde, wo das Moor,
+ Hier hau ich fest ihm hinter's Ohr.
+ Und wieder dreht der Hans sich um.
+ Prost, rief er fröhlich, mögt ihr Rum?
+ Und zog ein Fläschlein aus dem Rock.
+ Der Fremde senkt den Knotenstock,
+ Thät einen Zug, der war nicht schwach,
+ Und weiter gehn sie allgemach.
+ Schon sind sie aus dem Wald heraus,
+ Und schau, da steht das erste Haus.
+ Es kräht der Hahn, es bellt der Spitz.
+ Dies rief der Hans, ist mein Besitz.
+ Tritt ein du ehrlicher Gesell
+ Und nimm den Dank für dein Geleit.
+ Doch der Gesell entfernt sich schnell,
+ Vermuthlich aus Bescheidenheit.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein weißes Kätzchen voller Schliche,
+ Ging heimlich, weil es gerne schleckt,
+ Des abends in die Nachbarküche.
+ Wo man es leider bald entdeckt.
+
+ Mit Besen und mit Feuerzangen
+ Gejagt in alle Ecken ward's.
+ Es fuhr zuletzt voll Todesbangen
+ Zum Schlot hinaus und wurde schwarz.
+
+ Ja, siehst du wohl, mein liebes Herze?
+ Wer schlecken will, was ihm gefällt,
+ Der kommt nicht ohne Schmutz und Schwärze
+ Hinaus aus dieser bösen Welt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es wächst wohl auf der Haide
+ Und in des Waldes Raum
+ Ein Baum zu Nutz und Freude,
+ Genannt der Birkenbaum.
+
+ Die Schuh, daraus geschnitzet,
+ Sind freundlich von Gestalt.
+ Wohl dem, der sie besitzet,
+ Ihm wird der Fuß nicht kalt.
+
+ Es ist die weiße Rinde
+ Zu Tabaksdosen gut,
+ Als theures Angebinde
+ Für den, der schnupfen thut.
+
+ Man zapfet aus der Birke
+ Sehr angenehmen Wein,
+ Man reibt sich, daß es wirke,
+ Die Glatze damit ein.
+
+ Dem Birkenreiserbesen
+ Gebühret Preis und Ehr;
+ Das stärkste Kehrichtwesen
+ Das treibt er vor sich her.
+
+ Von Birken eine Ruthe,
+ Gebraucht am rechten Ort,
+ Befördert oft das Gute
+ Mehr, als das beste Wort.
+
+ Und kommt das Fest der Pfingsten,
+ Dann schmückt mir fein das Haus,
+ Ihr, meine liebsten Jüngsten,
+ Mit Birkenzweigen aus.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Der Ruhm, wie alle Schwindelware,
+ Hält selten über tausend Jahre.
+ Zumeist vergeht schon etwas ehr
+ Die Haltbarkeit und die Kulör.
+ Ein Schmetterling voll Eleganz,
+ Genannt der Ritter Schwalbenschwanz,
+ Ein Exemplar von erster Güte,
+ Begrüßte jede Doldenblüthe
+ Und holte hier und holte da
+ Sich Nektar und Ambrosia.
+ Mitunter macht er sich auch breit
+ In seiner ganzen Herrlichkeit
+ Und zeigt den Leuten seine Orden
+ Und ist mit recht berühmt geworden.
+ Die jungen Mädchen fanden dies
+ Entzückend, goldig, reizend, süß.
+ Vergeblich schwenkten ihre Mützen
+ Die Knaben, um ihn zu besitzen.
+ Sogar der Spatz hat zugeschnappt
+ Und hätt ihn um ein Haar gehabt.
+ Jetzt aber naht sich ein Student,
+ Der seine Winkelzüge kennt.
+ In einem Netz mit engen Maschen
+ Thät er den Flüchtigen erhaschen,
+ Und da derselbe ohne Tadel,
+ Spießt er ihn auf die heiße Nadel.
+ So kam er unter Glas und Rahmen
+ Mit Datum, Jahreszahl und Namen
+ Und bleibt berühmt und unvergessen,
+ Bis ihn zuletzt die Motten fressen.
+ Man möchte weinen, wenn man sieht,
+ Daß dies das Ende von dem Lied.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Der schöne Sommer ging von hinnen,
+ Der Herbst, der reiche zog in's Land.
+ Nun weben all die guten Spinnen
+ So manches feine Festgewand.
+
+ Sie weben zu des Tages Feier
+ Mit kunstgeübtem Hinterbein
+ Ganz allerliebste Elfenschleier
+ Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.
+
+ Ja, tausend Silberfäden geben
+ Dem Winde sie zum leichten Spiel,
+ Die ziehen sanft dahin und schweben
+ An's unbewusst bestimmte Ziel.
+
+ Sie ziehen in das Wunderländchen,
+ Wo Liebe scheu im Anbeginn,
+ Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
+ Den Schäfer mit der Schäferin.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Habt ihr denn wirklich keinen Schimmer
+ Von Angst, daß ihr noch ruhig schlaft?
+ Wird denn in dieser Welt nicht immer
+ Das Leben mit dem Tod bestraft?
+
+ Ihr lebt vergnügt trotz dem Verhängniß,
+ Das näher stets und näher zieht.
+ So stiehlt der Dieb, dem das Gefängniß
+ Und später gar der Galgen blüht.
+
+ Hör auf, entgegnet frech die Jugend,
+ Du altes Jammerinstrument.
+ Man merkt es gleich: du bist die Tugend,
+ Die Keinem sein Vergnügen gönnt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein Philosoph von ernster Art
+ Der sprach und strich sich seinen Bart:
+ Ich lache nie. Ich lieb es nicht,
+ Mein ehrenwerthes Angesicht
+ Durch Zähnefletschen zu entstellen
+ Und närrisch wie ein Hund zu bellen;
+ Ich lieb es nicht durch ein Gemecker
+ Zu zeigen, daß ich Witzentdecker;
+ Ich brauche nicht durch Werthvergleichen
+ Mit Andern mich herauszustreichen,
+ Um zu ermessen, was ich bin,
+ Denn dieses weiß ich ohnehin.
+ Das Lachen will ich überlassen
+ Den minder hochbegabten Klassen.
+ Ist einer ohne Selbstvertraun
+ In Gegenwart von schönen Fraun,
+ So daß sie ihn als faden Gecken
+ Abfahren lassen oder necken,
+ Und fühlt er drob geheimen Groll
+ Und weiß nicht, was er sagen soll,
+ Dann schwebt mit Recht auf seinen Zügen
+ Ein unaussprechliches Vergnügen.
+ Und hat er Kursverlust erlitten,
+ Ist er moralisch ausgeglitten,
+ So giebt es Leute, die doch immer
+ Noch dümmer sind als er und schlimmer.
+ Und hat er etwa krumme Beine,
+ So giebt's noch krümmere als seine.
+ Er tröstet sich und lacht darüber
+ Und denkt: Da bin ich mir doch lieber.
+ Den Teufel lass ich aus dem Spiele.
+ Auch sonst noch lachen ihrer Viele,
+ Besonders jene ewig Heitern,
+ Die unbewusst den Mund erweitern.
+ Die so zu sagen, auserkoren
+ Zum Lachen bis an beide Ohren.
+ Sie freuen sich mit Weib und Kind
+ Schon bloß, weil sie vorhanden sind.
+ Ich dahingegen, der ich sitze
+ Auf der Betrachtung höchster Spitze,
+ Weit über allem Was und Wie,
+ Ich bin für mich und lache nie.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Was er liebt, ist Keinem fraglich;
+ Triumphirend und behaglich
+ Nimmt es seine Seele ein
+ Und befiehlt: So soll es sein.
+
+ Suche nie, wo dies geschehen,
+ Widersprechend vorzugehen,
+ Sintemalen im Gemüth
+ Schon die höchste Macht entschied.
+
+ Ungestört in ihren Lauben
+ Lass die Liebe, lass den Glauben,
+ Der, wenn man es recht ermisst,
+ Auch nur lauter Liebe ist.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Du liebes Plappermäulchen,
+ Bedenk dich erst ein Weilchen,
+ Und sprich nicht so geschwind.
+ Du bist wie unsre Mühle
+ Mit ihrem Flügelspiele
+ Im frischen Sausewind.
+
+ So lang der Müller thätig
+ Und schüttet auf was nöthig,
+ Geht alles richtig zu;
+ Doch ist kein Korn darinnen,
+ Dann kommt das Werk von Sinnen,
+ Und klappert so wie du.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Des morgens früh, sobald ich mir
+ Mein Pfeifchen angezündet,
+ Geh ich hinaus zur Hinterthür,
+ Die in den Garten mündet.
+
+ Besonders gern betracht ich dann
+ Die Rosen, die so niedlich;
+ Die Blattlaus sitzt und saugt daran
+ So grün, so still, so friedlich.
+
+ Und doch wird sie, so still sie ist,
+ Der Grausamkeit zur Beute;
+ Der Schwebefliegen Larve frißt
+ Sie auf bis auf die Häute.
+
+ Schluppwespchen flink und klimperklein,
+ So sehr die Laus sich sträube,
+ Sie legen doch ihr Ei hinein
+ Noch bei lebendgem Leibe.
+
+ Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
+ Durch Eier für Vermehrung;
+ Sie kriegt auch Junge hundertweis
+ Als weitere Bescherung.
+
+ Sie nährt sich an dem jungen Schaft
+ Der Rosen, eh sie welken;
+ Ameisen kommen, ihr den Saft
+ Sanft streichelnd abzumelken.
+
+ So seh ich in Betriebsamkeit
+ Das hübsche Ungeziefer
+ Und rauche während dieser Zeit
+ Mein Pfeifchen tief und tiefer.
+
+ Daß keine Rose ohne Dorn,
+ Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
+ Auch sag ich ohne jeden Zorn:
+ Kein Röslein ohne Läuschen!
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Stoffel hackte mit dem Beile.
+ Dabei that er sich sehr wehe,
+ Denn er traf in aller Eile
+ Ganz genau die große Zehe.
+
+ Ohne jedes Schmerzgewimmer,
+ Nur mit Ruh, mit einer festen,
+ Sprach er: Ja, ich sag es immer,
+ Nebenzu trifft man am besten.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Die Mutter plagte ein Gedanke.
+ Sie kramt im alten Kleiderschranke,
+ Wo Kurz und Lang, obschon gedrängt,
+ Doch friedlich, bei einander hängt.
+ Auf einmal ruft sie: Ei sieh da,
+ Der Schwalbenschwanz, da ist er ja!
+ Den blauen, längst nicht mehr benützten,
+ Den hinten zwiefach zugespitzten,
+ Mit blanken Knöpfen schön geschmückt,
+ Der einst so manches Herz berückt,
+ Ihn trägt sie klug und überlegt
+ Dahin, wo sie zu schneidern pflegt,
+ Und trennt und wendet, näht und misst,
+ Bis daß das Werk vollendet ist.
+ Auf die Art aus des Vaters Fracke
+ Kriegt Fritzchen eine neue Jacke.
+ Grad so behilft sich der Poet.
+ Du liebe Zeit, was soll er machen?
+ Gebraucht sind die Gedankensachen
+ Schon alle, seit die Welt besteht.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Als ich in Jugendtagen
+ Noch ohne Grübelei,
+ Da meint ich mit Behagen,
+ Mein Denken wäre frei.
+
+ Seitdem hab ich die Stirne
+ Oft auf die Hand gestützt
+ Und fand, daß im Gehirne
+ Ein harter Knoten sitzt.
+
+ Mein Stolz der wurde kleiner.
+ Ich merkte mit Verdruss:
+ Es kann doch Unsereiner
+ Nur denken, wie er muss.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Im Hochgebirg vor seiner Höhle
+ Saß der Asket;
+ Nur noch ein Rest von Leib und Seele
+ Infolge äußerster Diät.
+ Demüthig ihm zu Füßen kniet
+ Ein Jüngling, der sich längst bemüht,
+ Des strengen Büßers strenge Lehren
+ Nachdenklich prüfend anzuhören.
+ Grad schließt der Klausner den Sermon
+ Und spricht: Bekehre dich, mein Sohn.
+ Verlass das böse Weltgetriebe.
+ Vor allem unterlass die Liebe,
+ Denn grade sie erweckt auf's Neue
+ Das Leben und mit ihm die Reue.
+ Da schau mich an. Ich bin so leicht,
+ Fast hab ich schon das Nichts erreicht,
+ Und bald verschwind ich in das reine
+ Zeit- raum- und traumlos Allundeine.
+ Als so der Meister in Ekstase,
+ Sticht ihn ein Bienchen in die Nase.
+ Oh, welch ein Schrei!
+ Und dann das Mienenspiel dabei.
+ Der Jüngling stutzt und ruft: Was seh ich?
+ Wer solchermaßen leidensfähig,
+ Wer so gefühlvoll und empfindlich,
+ Der, fürcht ich, lebt noch viel zu gründlich
+ Und stirbt noch nicht zum letzten Mal.
+ Mit diesem kühlen Wort empfahl
+ Der Jüngling sich und stieg hernieder
+ Ins tiefe Thal und kam nicht wieder.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Nachbar Nickel ist verdrießlich,
+ Und er darf sich wohl beklagen,
+ Weil ihm seine Pläne schließlich
+ Alle gänzlich fehl geschlagen.
+
+ Unsre Ziege starb heut Morgen.
+ Geh und sag's ihm, lieber Knabe!
+ Daß er nach so vielen Sorgen
+ Auch mal eine Freude habe.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Er war nicht unbegabt. Die Geisteskräfte
+ Genügten für die laufenden Geschäfte.
+ Nur hatt er die Marotte,
+ Er sei der Papst. Dies sagt er oft und gern,
+ Für jedermann zum Ärgerniss und Spotte,
+ Bis sie zuletzt ins Narrenhaus ihn sperrn.
+ Ein guter Freund, der ihn daselbst besuchte,
+ Fand ihn höchst aufgeregt. Er fluchte:
+ Zum Kuckuck, das ist doch zu dumm.
+ Ich soll ein Narr sein und weiß nicht warum.
+ Ja, sprach der Freund, so sind die Leute.
+ Man hat an einem Papst genug.
+ Du bist der zweite.
+ Das eben kann man nicht vertragen.
+ Hör zu, ich will dir mal was sagen:
+ Wer schweigt, ist klug.
+ Der Narr verstummt, als ob er überlege.
+ Der gute Freund ging leise seiner Wege.
+ Und schau, nach vierzehn Tagen grade
+ Da traf er ihn schon auf der Promenade.
+ Ei, rief der Freund, wo kommst du her?
+ Bist du denn jetzt der Papst nicht mehr?
+ Freund, sprach der Narr und lächelt schlau,
+ Du scheinst zur Neugier sehr geneigt.
+ Das, was wir sind, weiß ich genau.
+ Wir alle haben unsern Sparren,
+ Doch sagen thun es nur die Narren.
+ Der Weise schweigt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Als Kind von angenehmen Zügen
+ War Röschen ein gar lustig Ding.
+ Gern zupfte sie das Bein der Fliegen,
+ Die sie geschickt mit Spucke fing.
+
+ Sie wuchs, und größere Objekte
+ Lockt sie von nun an in ihr Garn,
+ Nicht nur die jungen, nein, sie neckte
+ Und rupft auch manchen alten Narrn.
+
+ Inzwischen that in stillem Walten
+ Die Zeit getreulich ihre Pflicht.
+ Durch wundersame Bügelfalten
+ Verziert sie Röschens Angesicht.
+
+ Und locker wurden Röschens Zähne.
+ Kein Freier stellte sich mehr ein.
+ Und schließlich kriegt sie gar Migräne,
+ Und die pflegt dauerhaft zu sein.
+
+ Dies führte sie zum Aberglauben,
+ Obwohl sie sonst nicht gläubig schien.
+ Sie meinte fest, daß Turteltauben
+ Den Schmerz der Menschen an sich ziehn.
+
+ Zwei Stück davon hat sie im Bauer,
+ Ein Pärchen, welches zärtlich girrt;
+ Jetzt liegt sie täglich auf der Lauer,
+ Ob ihnen noch nicht übel wird.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein Dornstrauch stand im Wiesenthal,
+ An einer Stiege, welche schmal,
+ Und ging vorüber irgend wer,
+ Den griff er an und kratzte er.
+ Ein Lämmlein kam daher gehupft.
+ Das hat er ebenfalls gerupft.
+ Es sieht ihn traurig an und spricht:
+ Du brauchst doch meine Wolle nicht,
+ Und niemals that ich dir ein Leid.
+ Weßhalb zerrupfst du denn mein Kleid?
+ Es thut mir weh und ist auch schad.
+ Ei, rief der Freche, darum grad.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Miezel, eine schlaue Katze,
+ Molly, ein begabter Hund,
+ Wohnhaft an demselben Platze,
+ Hassten sich aus Herzensgrund.
+
+ Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
+ Bei gesträubter Haarfrisur,
+ Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
+ Ist von Liebe keine Spur.
+
+ Doch wenn Miezel in dem Baume,
+ Wo sie meistens hin entwich,
+ Friedlich dasitzt, wie im Traume,
+ Dann ist Molly außer sich.
+
+ Beide lebten in der Scheune,
+ Die gefüllt mit frischem Heu.
+ Alle beide hatten Kleine,
+ Molly zwei und Miezel drei.
+
+ Einst zur Jagd ging Miezel wieder
+ Auf das Feld. Da geht es bumm.
+ Der Herr Förster schoß sie nieder.
+ Ihre Lebenszeit ist um.
+
+ Oh, wie jämmerlich miauen
+ Die drei Kinderchen daheim.
+ Molly eilt, sie zu beschauen,
+ Und ihr Herz geht aus dem Leim.
+
+ Und sie trägt sie kurz entschlossen
+ Zu der eignen Lagerstatt,
+ Wo sie nunmehr fünf Genossen
+ An der Brust zu Gaste hat.
+
+ Mensch, mit traurigem Gesichte,
+ Sprich nicht nur von Leid und Streit,
+ Selbst in Brehms Naturgeschichte
+ Findet sich Barmherzigkeit.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Nachdem er am Sonntagmorgen
+ Vor seinem Spiegel gestanden,
+ Verschwanden die letzten Sorgen
+ Und Zweifel, die noch vorhanden.
+
+ Er wurde so verwegen,
+ Daß er nicht länger schwankte.
+ Er schrieb ihr. Sie dagegen
+ Erwidert: Nein, sie dankte.
+
+ Der Schreck, den er da hatte,
+ Hätt ihn fast umgeschmissen,
+ Als hätt ihn eine Ratte
+ Plötzlich ins Herz gebissen.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ach, wie eilte so geschwinde
+ Dieser Sommer durch die Welt.
+ Herbstlich rauscht es in der Linde,
+ Ihre Blätter mit dem Winde
+ Wehen über's Stoppelfeld.
+
+ Hörst du in den Lüften klingend
+ Sehnlich klagend das Kuru?
+ Wandervögel, flügelschwingend,
+ Lebewohl der Heimath singend,
+ Ziehn dem fremden Lande zu.
+
+ Morgen muß ich in die Ferne.
+ Liebes Mädchen, bleib mir gut.
+ Morgen lebt in der Kaserne,
+ Daß er exerziren lerne,
+ Dein dich liebender Rekrut.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es war die erste Maiennacht.
+ Kein Mensch im Dorf hat mehr gewacht.
+ Da hielten, wie es stets der Fall,
+ Die Thiere ihren Frühlingsball.
+ Die Gans, die gute Adelheid,
+ Fehlt nie bei solcher Festlichkeit,
+ Obgleich man sie nach altem Brauch
+ Zu necken pflegt. So heute auch.
+ Frau Schnabel, nannte sie der Kater,
+ Frau Plattfuß, rief der Ziegenvater;
+ Doch sie, zwar lächelnd, aber kühl,
+ Hüllt sich in sanftes Selbstgefühl.
+ So saß sie denn in ödem Schweigen
+ Allein für sich bei Spiel und Reigen,
+ Bei Freudenlärm und Jubeljux.
+ Sieh da, zum Schluß hat auch der Fuchs
+ Sich ungeladen eingedrängelt.
+ Schlau hat er sich herangeschlängelt.
+ Ihr Diener, säuselt er galant,
+ Wie geht's der Schönsten in Brabant?
+ Ich küss der gnäd'gen Frau den Fittig.
+ Ist noch ein Tänzchen frei, so bitt ich.
+ Sie nickt verschämt: O Herr Baron!
+ Indem so walzen sie auch schon.
+ Wie trippeln die Füße, wie wippeln die Schwänze
+ Im lustigen Kehraus, dem letzten der Tänze.
+ Da tönt es vier mit lautem Schlag.
+ Das Fest ist aus. Es naht der Tag, --
+ Bald drauf, im frühsten Morgenschimmer,
+ Ging Mutter Urschel aus, wie immer,
+ Mit Korb und Sichel, um verstohlen
+ Sich etwas fremden Klee zu holen.
+ An einer Hecke bleibt sie stehn:
+ Herrjeh, was ist denn hier geschehn?
+ Die Füchse, sag ich, soll man rädern.
+ Das sind wahrhaftig Gänsefedern.
+ Ein frisches Ei liegt dicht daneben.
+ Ich bin so frei es aufzuheben.
+ Ach, armes Thier, sprach sie bewegt.
+ Dies Ei hast du vor Angst gelegt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ach, wie vieles muß man rügen,
+ Weil es sündlich und gemein,
+ So, zum Beispiel, das Vergnügen,
+ Zuzusehn bei Prügelein.
+
+ Noch vor kurzem hab ich selber
+ Mir zwei Gockel angesehn,
+ Hier ein schwarzer, da ein gelber,
+ Die nicht gut zusammen stehn.
+
+ Plötzlich kam es zum Skandale,
+ Denn der schwarze macht die Kur,
+ Was dem gelben alle Male
+ Peinlich durch die Seele fuhr.
+
+ Mit den Krallen, mit den Sporen,
+ Mit dem Schnabel, scharf gewetzt,
+ Mit den Flügeln um die Ohren
+ Hat es Hieb auf Hieb gesetzt.
+
+ Manche Feder aus dem Leder
+ Reißen und zerschleißen sie,
+ Und zum Schlusse ruft ein jeder
+ Triumphirend Kickriki!
+
+ Voller Freude und mit wahrem
+ Eifer sah ich diesen Zwist,
+ Während jedes Huhn im Harem
+ Höchst gelassen weiter frisst.
+
+ Solch ein Weibervolk mit Flügeln
+ Meint, wenn Gockel früh und spät
+ Seinetwegen sich verprügeln,
+ Daß sich das vonselbst versteht.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ich ging zur Bahn. Der Abendzug
+ Kam erst um halber zehn.
+ Wer zeitig geht, der handelt klug,
+ Er kann gemüthlich gehn.
+
+ Der Frühling war so warm und mild,
+ Ich ging wie neubelebt,
+ Zumal ein werthes Frauenbild
+ Mir vor der Seele schwebt.
+
+ Daß ich sie heut noch sehen soll,
+ Daß sie gewiß noch wach,
+ Davon ist mir das Herz so voll,
+ Ich steh und denke nach.
+
+ Ein Häslein, das vorüber stiebt,
+ Ermahnt ich: Lass dir Zeit,
+ Ein guter Mensch, der glücklich liebt,
+ Thut keinem was zu leid.
+
+ Von ferne aus dem Wiesenteich
+ Erklang der Frösche Chor,
+ Und überm Walde stieg zugleich
+ Der goldne Mond empor.
+
+ Da bist du ja, ich grüße dich,
+ Du traulicher Kumpan.
+ Bedächtig wandelst du wie ich
+ Dahin auf deiner Bahn.
+
+ Dies lenkte meinen Denkersinn
+ Auf den Geschäftsverlauf;
+ Ich überschlug mir den Gewinn.
+ Das hielt mich etwas auf.
+
+ Doch horch, da ist die Nachtigall,
+ Sie flötet wunderschön.
+ Ich flöte selbst mit sanftem Schall
+ Und bleib ein wenig stehn.
+
+ Und flötend kam ich zur Station,
+ Wie das bei mir Gebrauch.
+ O weh, was ist das für ein Ton?
+ Der Zug der flötet auch.
+
+ Dort saust er hin. Ich stand versteint.
+ Dann sah ich nach der Uhr,
+ Wie jeder, der zu spät erscheint.
+ So will es die Natur.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Fritz, der mal wieder schrecklich träge,
+ Vermuthet, heute giebt es Schläge,
+ Und knöpft zur Abwehr der Attacke
+ Ein Buch sich unter seine Jacke,
+ Weil er sich in dem Glauben wiegt,
+ Daß er was auf den Buckel kriegt.
+ Die Schläge trafen richtig ein.
+ Der Lehrer meint es gut. Allein
+ Die Gabe wird für heut gespendet
+ Mehr unten, wo die Jacke endet,
+ Wo Fritz nur äußerst leicht bekleidet
+ Und darum ganz besonders leidet.
+ Ach, daß der Mensch so häufig irrt
+ Und nie recht weiß, was kommen wird!
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ein Mensch, der etwas auf sich hält,
+ Bewegt sich gern in feiner Welt,
+ Denn erst in weltgewandten Kreisen
+ Lernt man die rechten Redeweisen,
+ Verbindlich, aber zugespitzt,
+ Und treffend, wo die Schwäre sitzt.
+ Es ist so wie mit Rector Knaut,
+ Der immer lächelt, wenn er haut.
+ Auch ist bei Knaben weit berüchtigt
+ Das Instrument, womit er züchtigt.
+ Zu diesem Zweck bedient er nämlich,
+ Als für den Sünder gut bekömmlich,
+ Sich einer schlanken Haselgerte,
+ Zwar biegsam, doch nicht ohne Härte,
+ Die sich, von rascher Hand bewegt,
+ Geschmeidig um die Hüfte legt.
+ Nur wer es fühlte, der begreift es:
+ Vorn schlägt er zu und hinten kneift es.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Sag Atome, sage Stäubchen.
+ Sind sie auch unendlich klein,
+ Haben sie doch ihre Leibchen
+ Und die Neigung da zu sein.
+
+ Haben sie auch keine Köpfchen,
+ Sind sie doch voll Eigensinn.
+ Trotzig spricht das Zwerggeschöpfchen:
+ Ich will sein so wie ich bin.
+
+ Suche nur, sie zu bezwingen,
+ Stark und findig, wie du bist.
+ Solch ein Ding hat seine Schwingen,
+ Seine Kraft und seine List.
+
+ Kannst du auch aus ihnen schmieden
+ Deine Rüstung als Despot,
+ Schließlich wirst du doch ermüden,
+ Und dann heißt es: Er ist todt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Lange warst du im Gedrängel,
+ Aller Dinge tief versteckt,
+ Bis als einen kleinen Bengel
+ Unser Auge dich entdeckt.
+
+ Schreiend hast du Platz genommen,
+ Zum Genuß sofort bereit,
+ Und wir hießen dich willkommen,
+ Pflegten dich mit Zärtlichkeit.
+
+ Aber eh du recht empfunden,
+ Was daheim für Freuden blühn,
+ Hast dein Bündel du gebunden,
+ Um in fremdes Land zu ziehn.
+
+ Leichte lustige Gesellen
+ Finden sich an jedem Ort.
+ Weiber schelten, Hunde bellen,
+ Lachend zogst du weiter fort.
+
+ Sahst die Welt an beiden Enden,
+ Hast genippt und hast genascht.
+ Endlich fest mit Klammerhänden
+ Hat die Liebe dich erhascht.
+
+ Und du zogst den Kinderwagen,
+ Und du trugst, was dir bestimmt,
+ Seelenlast und Leibesplagen,
+ Bis der Rücken sich gekrümmt
+
+ Nur Geduld. Es steht ein Flieder
+ An der Kirche grau und alt.
+ Dort für deine müden Glieder
+ Ist ein kühler Aufenthalt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Wahrlich, sagte meine Tante,
+ Die fast alle Geister kannte,
+ Keine Täuschung ist die Trud.
+ Weißt du nicht, daß böse Seelen
+ Nächtlich aus dem Leibe rücken,
+ Um den Menschen zu bedrücken
+ Und zu treten und zu quälen,
+ Wenn er auf dem Rücken ruht?
+ Lautlos durch verschlossne Thüren
+ Immer näher siehst du's kommen,
+ Zauberhaft und wunderlich.
+ Und dir graust es vor dem Dinge,
+ Und du kannst dich doch nicht rühren,
+ Und du fühlst dich so beklommen,
+ Möchtest rufen, wenn's nur ginge,
+ Und auf einmal hat es dich.
+ Doch wer klug, weiß sich zu schützen:
+ Abends beim Zurruhegehn
+ Brauchst du bloß darauf zu sehn,
+ Daß die Schuhe mit den Spitzen
+ Abgewandt vom Bette stehn.
+ Außerdem hab ich gehört:
+ Leichtes Herz und leichter Magen,
+ Wie in andern Lebenslagen,
+ Sind auch hier empfehlenswerth.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Um acht, als seine werthe Sippe
+ Noch in den Federn schlummernd lag,
+ Begrüßt er von der Felsenklippe
+ Bereits den neuen Frühlingstag.
+
+ Und wie die angenehme Sonne
+ Liebreich zu ihm hernieder schaut,
+ Da ist in süßer Rieselwonne
+ Sein ganzes Wesen aufgethaut.
+
+ Es schmilzt die schwere Außenhülle.
+ Ihm wird so wohl, ihm wird so leicht.
+ Er schwebt im Geist als freier Wille
+ Hinaus, so weit das Auge reicht.
+
+ Fort überthal, zu fernen Hügeln,
+ Den Strom entlang, bis an das Meer,
+ Windeilig, wie auf Möwenflügeln,
+ Zieht er in hoher Luft einher.
+
+ Hier traf er eine Wetterwolke.
+ Die wählt er sich zum Herrschersitz.
+ Erhaben über allem Volke
+ Thront er in Regen, Sturm und Blitz.
+
+ Oweh, der Zauber ist zuende.
+ Durchweicht vom Hut bis in die Schuh,
+ Der Buckel steif und lahm die Lende,
+ So schleicht er still der Heimat zu.
+
+ Zum Trost für seine kalten Glieder
+ Empfängt ihn gleich ein warmer Gruß.
+ Na, hieß es, jetzt bekommst du wieder
+ Dein Reißen in den Hinterfuß.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es war ein Mägdlein froh und keck,
+ Stets lacht ihr Rosenmund,
+ Ihr schien die Liebe Lebenszweck
+ Und alles andre Schund.
+
+ Sie denkt an nichts, als an Pläsir,
+ Seitdem die Mutter todt,
+ Sie lacht und liebt, obgleich es ihr
+ Der Vater oft verbot.
+
+ Einst hat sie frech und unbedacht
+ Den Schatz, der ihr gefällt,
+ Sich für die Zeit um Mitternacht
+ Zum Kirchhof hinbestellt.
+
+ Und als sie kam zum Stelldichein,
+ O hört, was sich begab.
+ Da stand ein Geist im Mondenschein
+ Auf ihrer Mutter Grab.
+
+ Er steht so starr, er steht so stumm,
+ Er blickt so kummervoll.
+ Das Mägdlein dreht sich schaudernd um
+ Und rennt nach Haus wie toll.
+
+ Es wird, wer einen Geist gesehn,
+ Nie mehr des Lebens froh,
+ Er fühlt, es ist um ihn geschehn.
+ Dem Mägdlein ging es so.
+
+ Sie welkt dahin, sie will und mag
+ Nicht mehr zu Spiel und Tanz.
+ Man flocht ihr um Johannistag
+ Bereits den Todtenkranz.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Das Pfäfflein saß beim Frühstückschmaus.
+ Er schaut und zieht die Stirne kraus.
+ Wer, fragt er, hat die Wurst gebracht?
+ Die Köchin sprach: Es war die Liese,
+ Die Alte von der Gänsewiese.
+ Drum, rief er, sah ich in letzter Nacht,
+ Wie durch die Luft in feurigem Bogen
+ Der Böse in ihren Schlot geflogen.
+ Verdammte Hex,
+ Ich riech, ich schmeck's,
+ Der Teufel hat die Wurst gemacht.
+ Spitz, da geh her! -- Der Hund, nicht faul,
+ Verzehrt die Wurst und leckt das Maul.
+ Er nimmt das Gute, ohne zu fragen,
+ Ob's Beelzebub unter dem Schwanz getragen.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es fand der geizige Bauer Kniep
+ Im Grabe keine Ruhe.
+ Die Sehnsucht nach dem Gelde trieb
+ Ihn wieder zu seiner Truhe.
+
+ Die Erben wollten diesen Gast
+ Im Haus durchaus nicht haben,
+ Weil ihnen der Verkehr verhasst
+ Mit Einem, der schon begraben.
+
+ Sie dachten, vor Drudenfuß und Kreuz
+ Ergebenst verschwinden sollt er.
+ Er aber vollführte seinerseits
+ Nur um so mehr Gepolter.
+
+ Zum Glück kam gerade zugereist
+ Ein Meister, der vieles erkundet.
+ Der hat gar schlau den bösen Geist
+ In einem Fass verspundet.
+
+ Man fuhr es bequem, als wär es leer,
+ Bis an ein fließend Gewässer.
+ Da plötzlich machte sich Kniep so schwer,
+ Wie zehn gefüllte Fässer.
+
+ Gottlieb, der Kutscher, wundert sich.
+ Nach rückwärts blickt er schnelle.
+ Wumm, knallt der Spund. Der Geist entwich
+ Und spukt an der alten Stelle.
+
+ Wie sonst, besucht er jede Nacht
+ Die eisenbeschlagene Kiste
+ Und rumpelt, hustet, niest und lacht,
+ Als ob er von nichts was wüsste.
+
+ Kein Mittel erwies sich als probat.
+ Der Geist ward nur erboster.
+ Man trug, es blieb kein andrer Rath,
+ Den Kasten zum nächsten Kloster.
+
+ Der Pförtner sprach: Willkommen im Stift
+ Und herzlich guten Morgen!
+ Was Geld und böse Geister betrifft,
+ Das wollen wir schon besorgen.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ich bin ein armer Schreiber nur,
+ Hab weder Haus noch Acker,
+ Doch freut mich jede Kreatur,
+ Sogar der Spatz, der Racker.
+
+ Er baut von Federn, Haar und Stroh
+ Sein Nest geschwind und flüchtig,
+ Er denkt, die Sache geht schon so,
+ Die Schönheit ist nicht wichtig.
+
+ Wenn man den Hühnern Futter streut,
+ Gleich mengt er sich dazwischen,
+ Um schlau und voller Rührigkeit
+ Sein Körnlein zu erwischen.
+
+ Maikäfer liebt er ungemein,
+ Er weiß sie zu behandeln;
+ Er hackt die Flügel, zwackt das Bein
+ Und knackt sie auf wie Mandeln.
+
+ Im Kirschenbaum frisst er verschmitzt
+ Das Fleisch der Beeren gerne;
+ Dann hat, wer diesen Baum besitzt,
+ Nachher die schönsten Kerne.
+
+ Es fallt ein Schuß. Der Spatz entfleucht
+ Und ordnet sein Gefieder.
+ Für heute bleibt er weg vielleicht,
+ Doch morgen kommt er wieder.
+
+ Und ist es Winterzeit und hat's
+ Geschneit auf alle Dächer,
+ Verhungern thut kein rechter Spatz,
+ Er kennt im Dach die Löcher.
+
+ Ich rief: Spatz komm, ich füttre dich!
+ Er fasst mich scharf in's Auge.
+ Er scheint zu glauben, daß auch ich
+ Im Grunde nicht viel tauge.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Frau Grete hatt ein braves Huhn,
+ Das wusste seine Pflicht zu thun.
+ Es kratzte hinten, pickte vorn,
+ Fand hier ein Würmchen, da ein Korn,
+ Erhaschte Käfer, schnappte Fliegen
+ Und eilte dann mit viel Vergnügen
+ Zum stillen Nest, um hier geduldig
+ Das zu entrichten, was es schuldig.
+ Fast täglich tönte sein Geschrei:
+ Victoria, ein Ei, ein Ei!
+ Frau Grete denkt: Oh, welch ein Segen,
+ Doch könnt es wohl noch besser legen.
+ Drum reicht sie ihm, es zu verlocken,
+ Oft extra noch die schönsten Brocken.
+ Dem Hühnchen war das angenehm.
+ Es putzt sich, macht es sich bequem,
+ Wird wohlbeleibt, ist nicht mehr rührig
+ Und sein Geschäft erscheint ihm schwierig.
+ Kaum daß ihm noch mit Drang und Zwang
+ Mal hie und da ein Ei gelang.
+ Dies hat Frau Greten schwer bedrückt,
+ Besonders, wenn sie weiter blickt;
+ Denn wo kein Ei, da ist's vorbei
+ Mit Rührei und mit Kandisei.
+ Ein fettes Huhn legt wenig Eier.
+ Ganz ähnlich geht's dem Dichter Meier,
+ Der auch nicht viel mehr dichten kann,
+ Seit er das große Loos gewann.
+
+ * * * * *
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+
+
+
+ Wer einsam ist, der hat es gut,
+ Weil Keiner da, der ihm was thut.
+ Ihn stört in seinem Lustrevier
+ Kein Thier, kein Mensch und kein Klavier,
+ Und Niemand giebt ihm weise Lehren,
+ Die gut gemeint und bös zu hören.
+ Der Welt entronnen, geht er still
+ In Filzpantoffeln, wann er will.
+ Sogar im Schlafrock wandelt er
+ Bequem den ganzen Tag umher.
+ Er kennt kein weibliches Verbot,
+ Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
+ Geschützt vor fremden Späherblicken,
+ Kann er sich selbst die Hose flicken.
+ Liebt er Musik, so darf er flöten,
+ Um angenehm die Zeit zu tödten,
+ Und laut und kräftig darf er prusten,
+ Und ohne Rücksicht darf er husten,
+ Und allgemach vergisst man seiner.
+ Nur allerhöchstens fragt mal Einer:
+ Was, lebt er noch? Ei schwerenoth,
+ Ich dachte längst, er wäre todt.
+ Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
+ Läßt sich das Glück nicht schöner malen.
+ Worauf denn auch der Satz beruht:
+ Wer einsam ist, der hat es gut.
+
+ * * * * *
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+
+
+ Man sagt, ein Schnäpschen, insofern
+ Es kräftig ist, hat jeder gern.
+ Ganz anders denkt das Volk der Bienen,
+ Der Süffel ist verhasst bei ihnen,
+ Sein Wohlgeruch thut ihnen weh.
+ Sie trinken nichts wie Blüthenthee,
+ Und wenn wer kommt, der Schnäpse trank,
+ Gleich ziehen sie den Stachel blank.
+ Letzthin hat einem Bienenstöckel
+ Der brave alte Schneider Böckel,
+ Der nicht mehr nüchtern in der That,
+ Aus Neubegierde sich genaht.
+ Sofort von einem regen Leben
+ Sieht Meister Böckel sich umgeben.
+ Es dringen giftgetränkte Pfeile
+ In seine nackten Körpertheile,
+ Ja manche selbst durch die nur lose
+ Und leichtgewirkte Sommerhose,
+ Besonders, weil sie stramm gespannt.
+ Zum Glück ist Böckel kriegsgewandt.
+ Er zieht sich kämpfend wie ein Held
+ Zurück in's hohe Erbsenfeld.
+ Hier hat er Zeit, an vielen Stellen
+ Des Leibes merklich anzuschwellen,
+ Und als er wiederum erscheint,
+ Erkennt ihn kaum sein bester Freund.
+ Natürlich, denn bei solchem Streit
+ Verliert man seine Ähnlichkeit.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Es grünte allenthalben.
+ Der Frühling wurde wach.
+ Bald flogen auch die Schwalben
+ Hell zwitschernd um das Dach.
+
+ Sie sangen unermüdlich
+ Und bauten außerdem
+ Am Giebel rund und niedlich
+ Ihr Nest aus feuchtem Lehm.
+
+ Und als sie eine Woche
+ Sich redlich abgequält,
+ Hat nur am Eingangsloche
+ Ein Stückchen noch gefehlt.
+
+ Da nahm der Spatz, der Schlingel,
+ Die Wohnung in Besitz.
+ Jetzt hängt ein Strohgeklüngel
+ Hervor aus ihrem Schlitz.
+
+ Nicht schön ist dies Gebahren
+ Und wenig ehrenwerth
+ Von Einem, der seit Jahren
+ Mit Menschen viel verkehrt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Tugend will, man soll sie holen,
+ Ungern ist sie gegenwärtig;
+ Laster ist auch unbefohlen
+ Dienstbereit und fix und fertig.
+
+ Gute Thiere, spricht der Weise,
+ Mußt du züchten, mußt du kaufen,
+ Doch die Ratten und die Mäuse
+ Kommen ganz von selbst gelaufen.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Frau Urschel theilte Freud und Leid
+ Mit ihrer lieben Kuh,
+ Sie lebten in Herzeinigkeit
+ Ganz wie auf Du und Du.
+
+ Wie war der Winter doch so lang,
+ Wie knapp ward da das Heu,
+ Frau Urschel rief und seufzte bang:
+ O komm, du schöner Mai!
+
+ Komm schnell und lindre unsre Noth,
+ Der du die Krippe füllst;
+ Wenn ich und meine Kuh erst todt,
+ Dann komme, wann du willst.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Daß der Kopf die Welt beherrsche,
+ Wär zu wünschen und zu loben,
+ Längst vor Gründen wär die närrsche
+ Gaukelei in Nichts zerstoben.
+
+ Aber wurzelhaft natürlich
+ Herrscht der Magen nebst Genossen,
+ Und so treibt, was unwillkürlich,
+ Täglich tausend neue Sprossen.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Die laute Welt und ihr Ergötzen,
+ Als eine störende Erscheinung,
+ Vermag der Weise nicht zu schätzen.
+ Ein Maulwurf war der gleichen Meinung.
+ Er fand an Lärm kein Wohlgefallen,
+ Zog sich zurück in kühle Hallen
+ Und ging daselbst in seinem Fach
+ Stillfleißig den Geschäften nach.
+ Zwar sehen konnt er da kein Bissel,
+ Indessen sein getreuer Rüssel,
+ Ein Nervensitz voll Zartgefühl,
+ Führt sicher zum erwünschten Ziel.
+ Als Nahrung hat er sich erlesen
+ Die Leckerbissen der Chinesen,
+ Den Regenwurm und Engerling,
+ Wovon er vielfach fette fing.
+ Die Folge war, was ja kein Wunder,
+ Sein Bäuchlein wurde täglich runder,
+ Und wie das häufig so der Brauch,
+ Der Stolz wuchs mit dem Bauche auch.
+ Wohl ist er stattlich von Person
+ Und kleidet sich wie ein Baron,
+ Nur schad, ihn und sein Sammetkleid
+ Sah Niemand in der Dunkelheit.
+ So trieb ihn denn der Höhensinn,
+ Von unten her nach oben hin,
+ Zehn Zoll hoch, oder gar noch mehr,
+ Zu seines Namens Ruhm und Ehr
+ Gewölbte Tempel zu entwerfen,
+ Um denen draußen einzuschärfen,
+ Daß innerhalb noch einer wohne,
+ Der etwas kann, was nicht so ohne.
+ Mit Baulichkeiten ist es misslich.
+ Ob man sie schatzt, ist ungewisslich.
+ Ein Mensch von andrem Kunstgeschmacke,
+ Ein Gärtner, kam mit einer Hacke.
+ Durch kurzen Hieb nach langer Lauer
+ Zieht er an's Licht den Tempelbauer
+ Und haut so derb ihn übers Ohr,
+ Daß er den Lebensgeist verlor.
+ Da liegt er nun der stolze Mann.
+ Wer thut die letzte Ehr ihm an?
+ Drei Käfer, schwarz und gelb gefleckt,
+ Die haben ihn mit Sand bedeckt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ich schlief. Da hatt ich einen Traum.
+ Mein Ich verließ den Seelenraum.
+ Frei vom gemeinen Tagesleben,
+ Vermocht ich leicht dahin zu schweben.
+ So, angenehm mich fortbewegend,
+ Erreicht ich eine schöne Gegend.
+ Wohin ich schwebte, wuchs empor
+ Alsbald ein bunter Blumenflor,
+ Und lustig schwärmten um die Dolden
+ Viel tausend Falter, roth und golden.
+ Ganz nah auf einem Lilienstengel,
+ Einsam und sinnend, saß ein Engel,
+ Und weil das Land mir unbekannt,
+ Fragt ich: Wie nennt sich dieses Land?
+ Hier, sprach er, ändern sich die Dinge.
+ Du bist im Reich der Schmetterlinge.
+ Ich aber, wohlgemuth und heiter,
+ Zog achtlos meines Weges weiter.
+ Da kam, wie ich so weiter glitt,
+ Ein Frauenbild und schwebte mit,
+ Als ein willkommenes Geleite,
+ Anmuthig lächelnd mir zur Seite,
+ Und um sie nie mehr loszulassen,
+ Dacht ich die Holde zu umfassen;
+ Doch eh ich Zeit dazu gefunden,
+ Schlüpft sie hinweg und ist verschwunden.
+ Mir war so schwül. Ich mußte trinken.
+ Nicht fern sah ich ein Bächlein blinken.
+ Ich bückte mich hinab zum Wasser.
+ Gleich faßt ein Arm, ein kalter blasser,
+ Vom Grund herauf mich beim Genick.
+ Zwar zog ich eilig mich zurück,
+ Allein der Hals war steif und krumm,
+ Nur mühsam dreht ich ihn herum,
+ Und ach, wie war es rings umher
+ Auf einmal traurig, öd und leer.
+ Von Schmetterlingen nichts zu sehn,
+ Die Blumen, eben noch so schön,
+ Sämtlich verdorrt, zerknickt, verkrumpelt.
+ So bin ich seufzend fortgehumpelt,
+ Denn mit dem Fliegen, leicht und frei,
+ War es nun leider auch vorbei.
+ Urplötzlich springt aus einem Graben,
+ Begleitet vom Geschrei der Raben,
+ Mir eine Hexe auf den Nacken
+ Und spornt mich an mit ihren Hacken,
+ Und macht sich schwer, wie Bleigewichte,
+ Und drückt und zwickt mich fast zunichte,
+ Bis daß ich matt und lendenlahm
+ Zu einem finstern Walde kam.
+ Ein Jägersmann, dürr von Gestalt,
+ Trat vor und rief ein dumpfes Halt.
+ Schon liegt ein Pfeil auf seinem Bogen,
+ Schon ist die Sehne straff gezogen.
+ Jetzt trifft er dich in's Herz, so dacht ich,
+ Und von dem Todesschreck erwacht ich
+ Und sprang vom Lager ungesäumt,
+ Sonst hätt ich wohl noch mehr geträumt.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Der Winter ging, der Sommer kam.
+ Er bringt auf's neue wieder
+ Den vielbeliebten Wunderkram
+ Der Blumen und der Lieder.
+
+ Wie das so wechselt Jahr um Jahr,
+ Betracht ich fast mit Sorgen.
+ Was lebte, starb, was ist, es war,
+ Und heute wird zu morgen.
+
+ Stets muß die Bildnerin Natur
+ Den alten Thon benützen,
+ In Haus und Garten, Wald und Flur,
+ Zu ihren neuen Skizzen.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Ich schnürte meinen Ranzen
+ Und kam zu einer Stadt,
+ Allwo es mir im ganzen
+ Recht gut gefallen hat.
+
+ Nur eines macht beklommen,
+ So freundlich sonst der Ort:
+ Wer heute angekommen,
+ Geht morgen wieder fort.
+
+ Bekränzt mit Trauerweiden,
+ Vorüber zieht der Fluß,
+ Den jeder beim Verscheiden
+ Zuletzt passiren muß.
+
+ Wohl dem, der ohne Grauen,
+ In Liebe treu bewährt,
+ Zu jenen dunklen Auen
+ Getrost hinüber fährt.
+
+ Zwei Blinde, müd vom Wandern,
+ Sah ich am Ufer stehn,
+ Der eine sprach zum andern:
+ Leb wohl, auf Wiedersehn.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+München.
+Druck von Knorr & Hirth, G.m.b.H.
+
+
+Verlag von Fr. Bassermann in München.
+
+Humoristische Schriften von Wilhelm Busch:
+
+KRITIK DES HERZENS. 6 Bogen kl. 8º cart. 9. Aufl. 2 Mk.
+
+DER SCHMETTERLING. 6 Bogen kl. 8º mit 20 Zeichnungen, 3. Aufl., cart.
+2 Mk.
+
+EDUARD'S TRAUM. 4 Aufl. 5-1/2 Bog. 8º cart. 2 Mk.
+
+DIE FROMME HELENE. 7 Bogen mit 180 Holzschnitten. (151-155stes Tausend.)
+1 Mark 50 Pfg.
+
+PLISCH UND PLUM. 4 Bogen mit 100 Bildern. (37-40stes Tausend.) 1 Mark.
+
+PATER FILUCIUS. Allegorisches Zeitbild mit Portrait und Selbstbiographie
+Wilhelm Busch's. 2-1/2 Bogen mit 74 Holzschnitten. (54-58stes Tausend.)
+1 Mk.
+
+BILDER ZUR JOBSIADE. 4-1/2 Bogen mit 104 Holzschnitten (37-39stes
+Tausend.) 1 Mark.
+
+DIE HAARBEUTEL. 4 Bogen mit 112 Bildern. (35stes bis 37stes Tausend.)
+1 Mark.
+
+BALDUIN BÄHLAMM, der verhinderte Dichter. 4-1/2 Bogen mit 108 Bildern.
+(32-34stes Tausend.) 1 Mark.
+
+DER GEBURTSTAG oder DIE PARTIKULARISTEN. Schwank in 100 Bildern.
+4 Bogen. (44-46stes Tausend.) 1 Mark.
+
+FIPPS, DER AFFE. 5-1/2 Bogen mit 150 Bildern. (32-35stes Tausend.)
+1 Mk. 50 Pfg.
+
+DIDELDUM! 4 Bogen mit 100 Holzschnitten. (37-39stes Tausend.) 1 Mark.
+
+MALER KLECKSEL. 4 Bogen mit 100 Holzschnitten (35-37stes Tausend.)
+1 Mark.
+
+ABENTEUER EINES JUNGGESELLEN. 5-1/2 Bogen mit 156 Holzschnitten.
+(65stes bis 69stes Tausend.) 1 Mk. 50 Pfg.
+
+HERR UND FRAU KNOPP. 4-1/2 Bogen mit 100 Bildern. (64-68stes Tausend.)
+1 Mark.
+
+JULCHEN. 4 Bogen mit 104 Bildern. (64-68stes Tausend.) 1 Mark.
+
+Die drei letzten Werkchen enthalten zusammen:
+Knopp's Erlebnisse als Junggeselle, Ehemann und Vater.
+
+
+Kinderbücher von Wilhelm Busch:
+
+BILDERPOSSEN. Vier heitere Geschichten in Versen mit 72 Bildern. 3 Aufl.
+4-1/2 Bogen Quart. Gebunden. Schwarz 2 Mark. Colorirt 3 Mark.
+
+SECHS GESCHICHTEN FÜR NEFFEN UND NICHTEN. Märchen und Fabeln in Versen
+mit 73 Bildern in Farbendruck. 14-15stes Tausend. 12 Bogen. Quart.
+Gebunden 3 Mark 50 Pf.
+
+DER FUCHS. DIE DRACHEN. Zwei lustige Sachen. 5. Aufl. 4-1/2 Bogen
+8º mit 38 Bildern. Cartonnirt. Schwarz 2 Mark. Colorirt 2 Mark 50 Pf.
+
+
+Für alle, welche Sinn für echten Humor haben, ist das
+
+Wilhelm Busch-Album
+
+Humoristischer Hausschatz
+
+enthaltend 13 der besten Schriften des Humoristen mit 1500 Bildern u.
+das Porträt W. Busch's nach Franz von Lenbach, ein ergötzlicher Besitz
+und das passendste Geschenk bei jeglicher Gelegenheit.
+
+[Illustration]
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+13. Auflage. 81stes bis 85stes Tausend.
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+Preis: in roth oder grün Leinwand gebunden Mk. 20.--.
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+Dieses elegant und vornehm ausgestattete Werk enthält sämmtliche in
+unserm Verlag erschienene illustrirte humoristische Dichtungen Wilhelm
+Busch's für Erwachsene.
+
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+The Project Gutenberg EBook of Zu Guter Letzt, by Wilhelm Busch
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+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
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+Title: Zu Guter Letzt
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+Author: Wilhelm Busch
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+Release Date: June 27, 2010 [EBook #32989]
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+Language: German
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+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ZU GUTER LETZT ***
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+Produced by The Online Distributed Proofreading Canada
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+<div class="center">
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+<h1>Zu guter Letzt</h1>
+<p>&nbsp;</p>
+<h4>von</h4>
+<h2>Wilhelm Busch.</h2>
+<p>&nbsp;</p>
+<h3>Mit dem Portrait des Verfassers.</h3>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+
+<h4>31<sup><small>stes</small></sup> bis 35<sup><small>stes</small></sup> Tausend.</h4>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<h4>M&uuml;nchen.</h4>
+<div class="center">
+<p class="noindent"><span class="wide"><small>Verlag von Fr. Bassermann.</small></span>
+<br />
+<small>1905.</small></p>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="minimal" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>H</b></big>alt dein R&ouml;sslein nur im Z&uuml;gel,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Kommst ja doch nicht allzuweit.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Hinter jedem neuen H&uuml;gel</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Dehnt sich die Unendlichkeit.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Nenne Niemand dumm und s&auml;umig,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Der das N&auml;chste recht bedenkt.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Ach, die Welt ist so ger&auml;umig,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und der Kopf ist so beschr&auml;nkt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>D</b></big>ies f&uuml;r Den und Das f&uuml;r Jenen.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Viele Tische sind gedeckt.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Keine Zunge soll verh&ouml;hnen,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Was der andern Zunge schmeckt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Lasse Jedem seine Freuden,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">G&ouml;nn ihm, da&szlig; er sich erquickt,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Wenn er sittsam und bescheiden</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Auf den eignen Teller blickt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Wenn jedoch bei deinem Tisch er</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Unversch&auml;mt dich neckt und st&ouml;rt,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Dann so gieb ihm einen Wischer,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Da&szlig; er merkt, was sich geh&ouml;rt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>N</b></big>irgend sitzen todte G&auml;ste.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Allerorten lebt die Kraft.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Ist nicht selbst der Fels, der feste,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Eine Kraftgenossenschaft?</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Durch und durch aus Eigenheiten,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">So und so zu sein bestrebt,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Die sich lieben, die sich streiten,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Wird die bunte Welt gewebt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Hier gelingt es, da mi&szlig;gl&uuml;ckt es.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">W&uuml;nsche finden keine Rast.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Unterdr&uuml;cker, Unterdr&uuml;cktes,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Jedes Ding hat seine Last.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>D</b></big>er F&auml;hrmann lag in seinem Schiff</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Beim Schein des Mondenlichts,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Als etwas kam und rief und pfiff</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Doch sehen that er nichts.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Ihm war, als stiegen hundert ein.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Das Schifflein wurde schwer.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Flink, F&auml;hrmann, fahr uns &uuml;bern Rhein,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Die Zahlung folgt nachher.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Und als er seine Pflicht gethan,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Da ging es klinglingling,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Da warf ein Goldst&uuml;ck in den Kahn</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Jedwedes Geisterding.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Husch, weg und weiter zog die Schar.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Verwundert steht der Mann:</span></td></tr>
+<tr><td align="left">So Seelen sind zwar unsichtbar</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und doch ist etwas dran.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>O</b></big>b er gleich von hinnen schied,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Ist er doch geblieben,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Der so manches sch&ouml;ne Lied</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Einst f&uuml;r uns geschrieben.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Unser Mund wird ihn entz&uuml;ckt</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Lange noch erw&auml;hnen,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Und so lebt er hochbegl&uuml;ckt</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Zwischen hohlen Z&auml;hnen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"> <span class="ind1"><big><b>E</b></big>in K&uuml;nstler auf dem hohen Seil,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Der alt geworden mittlerweil,</td></tr>
+<tr><td align="left">Stieg eines Tages vom Ger&uuml;st</td></tr>
+<tr><td align="left">Und sprach: Nun will ich unten bleiben</td></tr>
+<tr><td align="left">Und nur noch Hausgymnastik treiben,</td></tr>
+<tr><td align="left">Was zur Verdauung n&ouml;thig ist.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Da riefen alle: Oh, wie schad!</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Der Meister scheint doch allnachgrad</td></tr>
+<tr><td align="left">Zu schwach und steif zum Seilbesteigen!</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Ha! denkt er, dieses wird sich zeigen!</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Und richtig, eh der Markt geschlossen,</td></tr>
+<tr><td align="left">Treibt er auf's neu die alten Possen</td></tr>
+<tr><td align="left">Hoch in der Luft und zwar mit Gl&uuml;ck,</td></tr>
+<tr><td align="left">Bis auf ein kleines Mi&szlig;geschick.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Er fiel herab in gro&szlig;er Eile</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Und knickte sich die Wirbels&auml;ule.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Der alte Narr! Jetzt bleibt er krumm</span></td></tr>
+<tr><td align="left">So &auml;u&szlig;ert sich das Publikum.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>W</b></big>enn die Tante Adelheide</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Als Logierbesuch erschien,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">F&uuml;hlte Fritzchen gro&szlig;e Freude,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Denn dann gab es was f&uuml;r ihn.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Immer hat die liebe Gute</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Tief im Reisekorb versteckt</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Eine angenehme Tute,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Deren Inhalt k&ouml;stlich schmeckt.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">T&auml;glich wird dem braven Knaben</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Draus ein h&uuml;bsches St&uuml;ck beschert,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Bis wir schlie&szlig;lich nichts mehr haben</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und die Tante weiter f&auml;hrt.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Mit der Post fuhr sie von hinnen.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Fritzchens Trauer ist nur schwach.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Einer Tute, wo nichts drinnen,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Weint man keine Thr&auml;ne nach.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>G</b></big>est&uuml;tzt auf seine beiden Kr&uuml;cken,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Die alte Kiepe auf dem R&uuml;cken,</td></tr>
+<tr><td align="left">Ging durch das Dorf ein Bettelmann</td></tr>
+<tr><td align="left">Und klopfte stets vergeblich an.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Erst aus dem allerletzten Haus</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Kam eine gute Frau heraus,</td></tr>
+<tr><td align="left">Die grad den dritten Mann begraben,</td></tr>
+<tr><td align="left">Daher geneigt zu milden Gaben,</td></tr>
+<tr><td align="left">Und legt in seines Korbes Grund</td></tr>
+<tr><td align="left">Ein Brod von mehr als sieben Pfund.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Ein schmaler Steg f&uuml;hrt gleich danach</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Ihn &uuml;ber einen Rauschebach.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Jetzt hab ich Brod, jetzt bin ich gl&uuml;cklich!</span></td></tr>
+<tr><td align="left">So rief er froh, und augenblicklich</td></tr>
+<tr><td align="left">Fiel durch den Korb, der nicht mehr gut,</td></tr>
+<tr><td align="left">Sein Brod hinunter in die Fluth.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Das kommt von solchem &Uuml;bermuth.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>I</b></big>n der ersten Nacht des Maien</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">L&auml;&szlig;t's den Hexen keine Ruh.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Sich gesellig zu erfreuen,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Eilen sie dem Brocken zu.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Dorten haben sie ihr Kr&auml;nzchen.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Man verleumdet, man verf&uuml;hrt,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Macht ein lasterhaftes T&auml;nzchen,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und der Teufel pr&auml;sidiert.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>W</b></big>illst du gelobt sein, so verzichte</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Auf kindlich bl&ouml;des Wesen.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Entschlie&szlig; dich, deine himmlischen Gedichte</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Den Leuten vorzulesen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Die Welt ist h&ouml;flich und gesellig,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und eh man dich beleidigt,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Sagt wohl ein jeder leicht, was dir gef&auml;llig,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Denn keiner ist beeidigt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><big><b>S</b></big>ie ist ein reizendes Gesch&ouml;pfchen,</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Mit allen Wassern wohl gewaschen;</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Sie kennt die s&uuml;&szlig;en S&uuml;ndent&ouml;pfchen</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und liebt es, h&auml;ufig draus zu naschen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+<tr><td align="left">Da bleibt den sittlich Hochgestellten</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Nichts weiter &uuml;brig, als mit Freuden</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Auf diese Schandperson zu schelten</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und sie mit Schmerzen zu beneiden.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+<tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>G</b></big>anz unverhofft, an einem H&uuml;gel,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Sind sich begegnet Fuchs und Igel.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Halt, rief der Fuchs, du B&ouml;sewicht.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Kennst du des K&ouml;nigs Ordre nicht?</td></tr>
+<tr><td align="left">Ist nicht der Friede l&auml;ngst verk&uuml;ndigt,</td></tr>
+<tr><td align="left">Und wei&szlig;t du nicht, da&szlig; jeder s&uuml;ndigt,</td></tr>
+<tr><td align="left">Der immer noch ger&uuml;stet geht?</td></tr>
+<tr><td align="left">Im Namen seiner Majest&auml;t,</td></tr>
+<tr><td align="left">Geh her und &uuml;bergieb dein Fell.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Lass' dir erst deine Z&auml;hne brechen,</td></tr>
+<tr><td align="left">Dann wollen wir uns weiter sprechen.</td></tr>
+<tr><td align="left"><span class="ind1">Und allsogleich macht er sich rund,</span></td></tr>
+<tr><td align="left">Schlie&szlig;t seinen dichten Stachelbund</td></tr>
+<tr><td align="left">Und trotzt getrost der ganzen Welt,</td></tr>
+<tr><td align="left">Bewaffnet, doch als Friedensheld.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>D</b></big>er Bauer sprach zu seinem Jungen:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Heut in der Stadt da wirst du gaffen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wir fahren hin und seh'n die Affen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es ist gelungen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und um sich schief zu lachen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Was die f&uuml;r Streiche machen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und f&uuml;r Gesichter,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie rechte B&ouml;sewichter.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie krauen sich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie zausen sich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie hauen sich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie lausen sich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Beschnuppern dies, beknuppern das,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und Keiner g&ouml;nnt dem Andern was,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und essen thun sie mit der Hand,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und alles thun sie mit Verstand,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und Jeder stiehlt als wie ein Rabe.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Pa&szlig; auf, das siehst du heute.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Oh Vater, rief der Knabe,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sind Affen denn auch Leute?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Vater sprach: Nun ja,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht ganz, doch so beinah.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>Z</b></big>wiefach sind die Phantasieen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sind ein Zauberschwesternpaar,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie erscheinen, singen, fliehen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wesenlos und wunderbar.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Eine ist die himmelblaue,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die uns froh entgegen lacht,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch die andre ist die graue,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Welche angst und bange macht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jene singt von lauter Rosen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Singt von Liebe und Genu&szlig;;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Diese st&uuml;rzt den Hoffnungslosen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von der Br&uuml;cke in den Flu&szlig;.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>R</b></big>&ouml;tlich d&auml;mmert es im Westen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und der laute Tag verklingt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur da&szlig; auf den h&ouml;chsten &Auml;sten</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lieblich noch die Drossel singt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt in dichtbelaubten Hecken,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wo es still verborgen blieb,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">R&uuml;stet sich das Volk der Schnecken</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">F&uuml;r den n&auml;chtlichen Betrieb.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Tastend streckt sich ihr Geh&ouml;rne.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schwach nur ist das Augenlicht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dennoch schon aus weiter Ferne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wittern sie ihr Leibgericht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schleimig, s&auml;umig, aber stete,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Immer auf dem n&auml;chsten Pfad,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Finden sie die Gartenbeete</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit dem sch&ouml;nsten Kopfsalat.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier vereint zu ernsten Dingen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bis zum Morgensonnenschein,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nagen sie geheim und dringen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Tief ins gr&uuml;ne Herz hinein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Darum braucht die K&ouml;chin Jettchen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dieses Kraut nie ohne Arg.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sorgsam pr&uuml;ft sie jedes Bl&auml;ttchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ob sich nichts darin verbarg.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihres lieben gn&auml;dgen Herrn.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mag der alte Kerl nicht gern.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>S</b></big>chon viel zu lang</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hab ich der Bosheit mich ergeben.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich lasse t&ouml;dten, um zu leben,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und b&ouml;s macht bang.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Denn niemals ruht</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Stimme in des Herzens Tiefe,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als ob es z&auml;rtlich klagend riefe:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sei wieder gut.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und frisch vom Baum</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den allersch&ouml;nsten Apfel brach ich.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich biss hinein, und seufzend sprach ich,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie halb im Traum:</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du erstes Gl&uuml;ck,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Du alter Paradiesesfrieden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da noch kein Lamm den Wolf gemieden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Oh komm zur&uuml;ck.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>W</b></big>ohl tausendmal schon ist er hier</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gestorben und wiedergeboren,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sowohl als Mensch, wie auch als Thier,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit kurzen und langen Ohren.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt ist er ein armer blinder Mann,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es zittern ihm alle Glieder,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und dennoch, wenn er nur irgend kann,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kommt er noch tausendmal wieder.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>s giebt ja leider Sachen und Geschichten,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Die reizend und pikant,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur werden sie von Tanten und von Nichten</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Niemals genannt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Sei zart und schweig auch du.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bedenk: Man liebt den K&auml;se wohl, indessen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Man deckt ihn zu.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>A</b></big>uguste, wie fast jede Nichte,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wei&szlig; wenig von Naturgeschichte.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu bilden sie in diesem Fache,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist f&uuml;r den Onkel Ehrensache.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auguste, sprach er, glaub es mir,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Meise ist ein nettes Thier.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gar zierlich ist ihr Leibesbau,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auch ist sie schwarz wei&szlig; gelb und blau.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Hell fl&ouml;tet sie und klettert munter</td></tr>
+ <tr><td align="left">Am Strauch kopf&uuml;ber und kopfunter.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das h&auml;rtste Korn verschm&auml;ht sie nicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie h&auml;mmert, bis die Schale bricht.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mohnk&ouml;pfen bohrt sie mit Verstand</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein L&ouml;chlein in den Unterrand,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Weil dann die S&auml;merei gelind</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von selbst in ihren Schnabel rinnt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht immer liebt man Fastenspeisen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Grundsatz gilt auch f&uuml;r die Meisen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie gucken scharf in alle Ritzen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wo fette K&auml;ferlarven sitzen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und fangen sonst noch Myriaden</td></tr>
+ <tr><td align="left">Insekten, die dem Menschen schaden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und hieran siehst du au&szlig;erdem,</td></tr>
+ <tr><td align="left"> Wie weise das Natursystem.&nbsp;&mdash;&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">So zeigt er, wie die Sache lag.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es war kurz vor Martinitag.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer dann vern&uuml;nftig ist und kann's</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich leisten, kauft sich eine Gans.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auch an des Onkels Au&szlig;engiebel</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hing eine solche, die nicht &uuml;bel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Um, nackt im Freien aufgehangen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die rechte Reife zu erlangen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auf diesen Braten freute sich</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Onkel sehr und namentlich</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vor allem auf die braune Haut,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Obgleich er sie nur schwer verdaut.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Martini kam, doch kein Arom</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Von Braten sp&uuml;rt der gute Ohm.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Statt dessen trat voll Ungest&uuml;m</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Nichte ein und zeigte ihm</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Gans, die kaum noch Gans zu nennen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Scheusal, nicht zum Wiederkennen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zernagt beinah bis auf die Knochen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kein Zweifel war, wer dies verbrochen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn deutlich lehrt der Augenschein,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es konnten nur die Meisen sein.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Also ade! du braune Kruste.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ja, lieber Onkel, sprach Auguste,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die gern, nach weiblicher Manier,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bei einem Irrthum ihn ertappt:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Meise ist ein nettes Thier.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da hast du wieder recht gehabt.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>V</b></big>on Fruchtomletts da mag berichten</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Dichter aus den h&ouml;hern Schichten.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wir aber, ohne Neid nach oben,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit b&uuml;rgerlicher Zunge loben</td></tr>
+ <tr><td align="left">Uns Pfannekuchen und Salat.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie unsre Liese delikat</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">So etwas backt und zubereitet,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sei hier in Worten angedeutet.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Drei Eier, frisch und ohne Fehl,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und Milch und einen L&ouml;ffel Mehl,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die quirlt sie flei&szlig;ig durcheinand</td></tr>
+ <tr><td align="left"> Zu einem innigen Verband.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sodann, wenn Thr&auml;nen auch ein &Uuml;bel,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zerst&uuml;ckelt sie und mengt die Zwiebel</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit &Ouml;l und Salz zu einer Br&uuml;he,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; der Salat sie an sich ziehe.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Um diesen ferner herzustellen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hat sie Kartoffeln abzupellen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da hei&szlig;t es, fix die Finger brauchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Den Mund zu spitzen und zu hauchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn hei&szlig; geschnitten nur allein</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kann der Salat geschmeidig sein.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hierauf so geht es wieder heiter</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit unserm Pfannekuchen weiter.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nachdem das Feuer leicht gesch&uuml;rt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Pfanne sorgsam auspoliert,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der W&uuml;rfelspeck hinein gesch&uuml;ttelt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">So da&szlig; es lustig br&auml;t und brittelt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Pisch, kommt dar&uuml;ber mit Gezisch</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das ersterw&auml;hnte Kunstgemisch.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nun zeigt besonders und apart</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich Lieschens Geistesgegenwart,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn nur zu bald, wie allbekannt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist solch ein Kuchen angebrannt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie prickelt ihn, sie stockert ihn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie r&uuml;ttelt, sch&uuml;ttelt, lockert ihn</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und l&uuml;ftet ihn, bis augenscheinlich</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Unterseite eben br&auml;unlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die umgekehrt geschickt und prompt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt ihrerseits nach oben kommt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Geduld, es w&auml;hrt nur noch ein bissel,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann liegt der Kuchen auf der Sch&uuml;ssel.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch sp&auml;terhin die Einverleibung,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie die zu Mund und Herzen spricht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das spottet jeglicher Beschreibung,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und darum endet das Gedicht.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>S</b></big>tark in Glauben und Vertrauen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von der Burg mit festen Th&uuml;rmen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kannst du dreist herniederschauen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Keiner wird sie je erst&uuml;rmen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lass sie graben, lass sie schanzen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Stolze Ritter, grobe Bauern,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihre Flegel, ihre Lanzen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Prallen ab von deinen Mauern.</td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Aber h&uuml;te dich vor Z&uuml;gen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">In die Herrschaft des Verstandes,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn sogleich sollst du dich f&uuml;gen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Gesetzen seines Landes.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bald umringen dich die Haufen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und sie ziehen dich vom Rosse,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und du mu&szlig;t zu Fu&szlig;e laufen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schleunig heim nach deinem Schlosse.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>W</b></big>ie es scheint, ist die Moral</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nicht so bald beleidigt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">W&auml;hrend Schlauheit allemal</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">W&uuml;thend sich vertheidigt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nenn den Schlingel liederlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Leicht wird er's verdauen;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nenn ihn dumm, so wird er dich,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wenn er kann, verhauen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>I</b></big>ch bin mal so, sprach F&ouml;rster Knast,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Flunkerei ist mir verhasst,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch sieht man oft was Sonderbares.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im Fr&uuml;hling vor f&uuml;nf Jahren war es,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Als ich stockstill, den Hahn gespannt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bei Mondschein vor dem Walde stand.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da l&auml;&szlig;t sich pl&ouml;tzlich fl&uuml;gelsausend</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Kranichheer, wohl an die tausend,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ganz dicht zu meinen F&uuml;&szlig;en nieder.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie kamen aus Egypten wieder</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und dachten auf der Reise nun</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich hier ein St&uuml;ndchen auszuruhn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich selbstverst&auml;ndlich, schlau und sacht,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Gab sehr genau auf alles acht.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du, Hans, so rief der Oberkranich,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hast heut die Wache, drum ermahn ich</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dich ernstlich, halt dich stramm und pass</td></tr>
+ <tr><td align="left">Geh&ouml;rig auf, sonst giebt es was.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bald schlief ein Jeder ein und s&auml;gte.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"> Hans aber stand und &uuml;berlegte.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er nahm sich einen Kieselstein,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Erhob ihn mit dem rechten Bein</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und hielt sich auf dem linken nur</td></tr>
+ <tr><td align="left">In Gleichgewicht und Positur.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der arme Kerl war schrecklich m&uuml;d,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Erst fiel das linke Augenlid,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das rechte blinzelt zwar noch schwach,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann aber folgt's dem andern nach.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er schnarcht sogar. Ich denke schon:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie wird es dir ergehn, mein Sohn?</td></tr>
+ <tr><td align="left">So denk ich, doch im Augenblick,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als ich es dachte, geht es klick!</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Stein fiel H&auml;nschen auf die Zeh,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das weckt ihn auf, er schreit auweh!</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er schaut sich um, hat mich gewittert,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Pfeift, da&szlig; es Mark und Bein ersch&uuml;ttert,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und allsogleich im Winkelflug</td></tr>
+ <tr><td align="left">Entschwebt der ganze Heereszug</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich rief hurrah! und schwang den Hut.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Vogel der gefiel mir gut.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er lebt auch noch. Schon oft seither</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sah man ihn fern am schwarzen Meer</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auf einem Bein auf Posten stehn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dies schreibt mein Freund, der Kapit&auml;n,</span></td></tr>
+<tr><td align="left"> Und was er sagt, ist ohne Frage</td></tr>
+ <tr><td align="left">So wahr, als was ich selber sage.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>A</b></big>uf leichten Schwingen frei und flink</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Lindenwipfel flog der Fink</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sang an dieser hohen Stelle</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sein Morgenlied so glockenhelle.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Frosch, ein dicker, der im Grase</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Am Boden hockt, erhob die Nase,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Strich selbstgef&auml;llig seinen Bauch</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und denkt: Die K&uuml;nste kann ich auch.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Alsbald am rauhen Stamm der Linde</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Begann er, wenn auch nicht geschwinde,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch mit Erfolg, empor zu steigen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis er zuletzt von Zweig zu Zweigen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wobei er freilich etwas keucht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Den h&ouml;chsten Wipfelpunkt erreicht</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und hier sein allersch&ouml;nstes Quacken</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ert&ouml;nen l&auml;&szlig;t aus vollen Backen.</td></tr>
+ <tr><td><span class="ind1">Der Fink, dem dieser Wettgesang</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht recht gef&auml;llt, entfloh und schwang</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich auf das steile Kirchendach.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wart, rief der Frosch, ich komme nach.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und richtig ist er fortgeflogen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das hei&szlig;t, nach unten hin im Bogen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">So da&szlig; er schnell und ohne S&auml;umen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nach mehr als zwanzig Purzelb&auml;umen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zur Erde kam mit lautem Quack,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht ohne gro&szlig;es Unbehagen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er fiel zum Gl&uuml;ck auf seinen Magen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den dicken weichen Futtersack,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sonst h&auml;tt er sicher sich verletzt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Heil ihm! Er hat es durchgesetzt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>G</b></big>eld geh&ouml;rt zum Ehestande,</td></tr>
+ <tr><td align="left">H&auml;sslichkeit ist keine Schande,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Liebe ist beinah absurd.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Drum, du nimmst den Junker Jochen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Innerhalb der n&auml;chsten Wochen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Also sprach der Ritter Kurt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vater, flehte Kunigunde.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schone meine Herzenswunde,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ganz umsonst ist dein Bem&uuml;hn.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ja, ich schw&ouml;r's bei Erd und Himmel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Niemals nehm ich diesen L&uuml;mmel,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ewig, ewig hass ich ihn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nun, wenn Worte nicht mehr n&uuml;tzen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann so bleibe ewig sitzen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Marsch mit dir in's Burgverlie&szlig;.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zornig sagte dies der Alte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als er in die feuchte kalte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kammer sie hinunterstie&szlig;.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jahre kamen, Jahre schwanden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nichts im Schlosse blieb vorhanden</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Au&szlig;er Kunigundens Geist.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dort, wo graue Ratten rasseln,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sitzt sie zwischen Kellerasseln,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von dem Feuermolch umkreist.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Heut noch ist es nicht geheuer</td></tr>
+ <tr><td align="left">In dem alten Burggem&auml;uer</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Um die Mitternacht herum.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wehe, ruft ein wei&szlig;es Wesen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Will denn Niemand mich erl&ouml;sen?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch die W&auml;nde bleiben stumm.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>S</b></big>ei es freundlich, sei es b&ouml;se,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Meist gen&uuml;gend klar und scharf</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Klingt des Mundes Wortget&ouml;se</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">F&uuml;r den t&auml;glichen Bedarf.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch die H&ouml;chstgef&uuml;hle heischen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihren ganz besondern Klang;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann sagt grunzen oder kreischen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mehr als Rede und Gesang.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>W</b></big>ie hat sich sonst so sch&ouml;n der Hahn</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf unserm Thurm gedreht</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und damit Jedem kund gethan,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Woher der Wind geweht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch seit dem letzten Sturme hat</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er keinen rechten Lauf;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er h&auml;ngt so schief, er ist so matt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und Keiner schaut mehr drauf.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt leckt man an den Finger halt</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und h&auml;lt ihn hoch geschwind.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Seite, wo der Finger kalt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von daher weht der Wind.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>r liebte sie in aller Stille.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bescheiden, sch&uuml;chtern und von fern</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Schielt er nach ihr durch seine Brille</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und hat sie doch so schrecklich gern.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein M&uuml;cklein, welches an der Nase</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Des sch&ouml;nen Kindes saugend sa&szlig;,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"> Ertr&auml;nkte sich in seinem Glase.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es schmeckt ihm fast wie Ananas.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie hatte Haare, wie 'ne Puppe,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So unvergleichlich blond und kraus.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Einst fand er eines in der Suppe</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und zog es hochbegl&uuml;ckt heraus.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er rollt es auf zu einem L&ouml;ckchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hat's in ein Medaillon gelegt.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nun h&auml;ngt es unter seinem R&ouml;ckchen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da, wo sein treues Herze schl&auml;gt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>in eigner Kerl war Krischan Bolte.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er that nicht gerne, was er sollte.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als Kind schon ist er so gewesen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Religion, Rechtschreiben und Lesen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Fielen f&uuml;r ihn nicht ins Gewicht:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er sollte zur Schule und wollte nicht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sp&auml;ter kam er zu Meister Pfriem.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der zeigte ihm redlich und sagte ihm,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jedoch umsonst, was seine Pflicht:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er sollte schustern und wollte nicht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er wollte sich nun mal nicht qu&auml;len,</td></tr>
+ <tr><td align="left">De&szlig;halb verfiel er auf das Stehlen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Man fasst ihn, stellt ihn vor Gericht:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er sollte bekennen und wollte nicht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Trotzdem verdammt man ihn zum Tode.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er aber blieb, nach seiner Mode,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein widersp&auml;nstiger B&ouml;sewicht:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er sollte h&auml;ngen und wollte nicht.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>urch das Feld ging die Familie,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Als mit gl&uuml;ckbegabter Hand</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sanft err&ouml;thend Frau Ottilie</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Eine Doppel&auml;hre fand.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Was die alte Sage k&uuml;ndet,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hat sich &ouml;fter schon bew&auml;hrt:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dem, der solche &Auml;hren findet,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wird ein Doppelgl&uuml;ck beschert.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vater Franz blickt scheu zur Seite.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zwei zu f&uuml;nf, das w&auml;re viel.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kinder, sprach er, aber heute</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ist es ungew&ouml;hnlich schw&uuml;l.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>S</b></big>uche nicht apart zu scheinen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wandle auf betretnen Wegen.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Meinst du, was die andern meinen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kommt man freundlich dir entgegen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mancher, auf dem Seitensteige,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hat sich im Geb&uuml;sch verloren,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und da schlugen ihm die Zweige</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Links und rechts um seine Ohren.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>s hat einmal, so wird gesagt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der L&ouml;we mit dem Wolf gejagt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da haben sie vereint erlegt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Wildschwein stark und gut gepflegt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch als es an's Vertheilen ging,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">D&uuml;nkt das dem Wolf ein misslich Ding.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der L&ouml;we sprach: Was gr&uuml;belst du?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Glaubst du, es geht nicht redlich zu?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dort kommt der Fuchs, er mag entscheiden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Was jedem zukommt von uns beiden.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gut, sagt der Wolf, dem solch ein Freund</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Als Richter gar nicht &uuml;bel scheint.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der L&ouml;we winkt dem Fuchs sogleich:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Herr Doctor, das ist was f&uuml;r Euch.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier dieses j&uuml;ngst erlegte Schwein,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bedenkt es wohl, ist mein und sein.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich fasst es vorn, er griff es hinten;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt theilt es uns, doch ohne Finten.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fuchs war ein Jurist von Fach.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sehr einfach, spricht er, liegt die Sach.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das Vordertheil, ob viel ob wenig,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Erh&auml;lt mit Fug und Recht der K&ouml;nig.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dir aber, Vetter Isegrimm,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Geb&uuml;hrt das Hintertheil. Da nimm!</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bei diesem Wort trennt er genau</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Das Schw&auml;nzlein hinten von der Sau.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Indess der Wolf verschm&auml;ht die Beute.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Verneigt sich kurz und geht beiseite.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Fuchs, sprach der L&ouml;we, bleibt bei mir.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Von heut an seid Ihr Gro&szlig;vezier.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>M</b></big>ein Sohn, hast du allhier auf Erden</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dir vorgenommen, was zu werden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Sei nicht zu keck;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und denkst du, sei ein stiller Denker.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht leicht bef&ouml;rdert wird der St&auml;nker.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Demuth salbe deinen R&uuml;cken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Voll Ehrfurcht hast du dich zu b&uuml;cken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mu&szlig;t heucheln, schmeicheln, mu&szlig;t dich f&uuml;gen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn selbstverst&auml;ndlich nur durch L&uuml;gen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Kommst du vom Fleck.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Oh, thu's mit Eifer, thu's geduldig,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bedenk, was du dir selber schuldig.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das G&ouml;nnerherz wird sich erweichen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wohl verdient wirst du erreichen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Den guten Zweck.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>W</b></big>ie standen ehedem die Sachen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So neckisch da in ihrem Raum,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Schwer war's, ein Bild davon zu machen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und selbst der Beste konnt es kaum.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt, ohne sich zu &uuml;berhasten,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Stellt man die Guckmaschine fest</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und zieht die Bilder aus dem Kasten,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie junge Spatzen aus dem Nest.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>r sa&szlig; beim Fr&uuml;hst&uuml;ck &auml;u&szlig;erst gr&auml;mlich,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da sprach ein Kr&uuml;mchen Brot vernehmlich:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Aha, so ist es mit dem Orden</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">F&uuml;r diesmal wieder nichts geworden.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ja Freund, wer seinen Blick erweitert</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und schaut nach hinten und nach vorn,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der preist den Kummer, denn er l&auml;utert.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich selber war ein Weizenkorn.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit vielen, die mir anverwandt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Lag ich im rauhen Ackerland.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bedr&uuml;ckt von einem Erdenklo&szlig;,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Macht ich mich muthig strebend los.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gleich kam ein alter Has gehupft</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und hat mich an der Nas gezupft,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und als es Winter ward, verfror,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Was peinlich ist, mein linkes Ohr,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und als ich reif mit meiner Sippe,</td></tr>
+ <tr><td align="left">O weh, da hat mit seiner Hippe</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Hans uns rutschweg abges&auml;belt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und zum Ersticken festgeknebelt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und auf die Tenne fortgeschafft,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wo ihrer vier mit voller Kraft</td></tr>
+ <tr><td align="left">In regelrechtem Flegeltakte</td></tr>
+ <tr><td align="left">Uns klopften, da&szlig; die Schwarte knackte.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Esel trug uns nach der M&uuml;hle.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich sage dir, das sind Gef&uuml;hle,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wenn man, zerrieben und gedrillt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum allerfeinsten Staubgebild,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich kaum besinnt und fast vergisst,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ob Sonntag oder Montag ist.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und schlie&szlig;lich schob der B&auml;ckermeister,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nachdem wir erst als z&auml;her Kleister</td></tr>
+ <tr><td align="left">In seinem Troge ba&szlig; gehudelt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vermengt, geknetet und vernudelt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Uns in des Ofens h&ouml;chste Gluth.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Frischauf, du hast genug, mein Lieber,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Greif zu und schneide nicht zu knapp</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und streiche t&uuml;chtig Butter dr&uuml;ber</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und gieb den Andern auch was ab.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>M</b></big>an ist ja von Natur kein Engel,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Vielmehr ein Welt- und Menschenkind,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und rings umher ist ein Gedr&auml;ngel</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von Solchen, die dasselbe sind.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">In diesem Reich geborner Flegel,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wer k&ouml;nnte sich des Lebens freun,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">W&uuml;rd es vers&auml;umt, schon fr&uuml;h die Regel</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der R&uuml;cksicht kr&auml;ftig einzubl&auml;un.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es saust der Stock, es schwirrt die Ruthe.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du darfst nicht zeigen, was du bist.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie schad, o Mensch, da&szlig; dir das Gute</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im Grunde so zuwider ist.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>er Stoffel wankte frohbewegt</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sp&auml;t in der Nacht nach Haus.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da ging, wie das zu kommen pflegt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihm seine Pfeife aus.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer raucht, der raucht nicht gerne kalt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie freut sich Stoffel da,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Als er ganz dicht vor sich im Wald</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Kohlenfeuer sah.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Kohlen gl&uuml;hn in einem Topf.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der frohe Stoffel dr&uuml;ckt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Gleich eine in den Pfeifenkopf</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und zieht als wie verr&uuml;ckt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wohl sieht er, wie die Kohle gl&uuml;ht,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur da&szlig; sie gar nicht brennt.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da &uuml;berl&auml;uft es sein Gem&uuml;th,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er flucht Potzzapperment.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das Wort war hier nicht recht am Platz.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es folgt ein Donnerschlag.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Versunken ist der Zauberschatz</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bis an den j&uuml;ngsten Tag.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Pfeife f&auml;llt vor Schreck und Graus</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"> Auf einen harten Stein.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Golddukaten rollt heraus</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Blitzblank im Mondenschein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von nun an, denkt der Stoffel schlau,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schweig ich am rechten Ort.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er kehrte heim zu seiner Frau</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und sprach kein einzig Wort.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>W</b></big>ie dunkel ist der Lebenspfad,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den wir zu wandeln pflegen.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie gut ist da ein Apparat</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zum Denken und Erw&auml;gen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Menschenkopf ist voller List</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und voll der sch&ouml;nsten Kniffe;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er wei&szlig;, wo was zu kriegen ist</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und lehrt die rechten Griffe.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und weil er sich so n&uuml;tzlich macht,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Beh&auml;lt ihn jeder gerne.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer stehlen will, und zwar bei Nacht,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Braucht eine Diebslaterne.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>U</b></big>nter all den h&uuml;bschen Dingen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">In der warmen Sommerzeit</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist ein Corps von Schmetterlingen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Recht erg&ouml;tzlich insoweit.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bist du dann zu deinem Wohle</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">In den Garten hinspaziert,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Siehst du &uuml;ber deinem Kohle</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Muntre T&auml;nze aufgef&uuml;hrt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wei&szlig; gekleidet und behende</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Flattert die vergn&uuml;gte Schar,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis da&szlig; Lieb und Lust zu Ende</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wieder mal f&uuml;r dieses Jahr.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum getreuen Angedenken,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf den Bl&auml;ttern kreuz und quer,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Lassen sie zur&uuml;ck und schenken</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dir ein sch&ouml;nes Raupenheer.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Leidest du, da&szlig; diese Sippe</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Weiter frisst, wie sie begehrt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kriegst du, nebst dem Blattgerippe,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur noch Proben ohne Werth</span>.</td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Also ist es zu empfehlen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lieber Freund, da&szlig; du dich b&uuml;ckst</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sehr viele Raupenseelen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Pitsch, aus ihren H&auml;uten dr&uuml;ckst</span>.</td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn nur der ist wirklich weise,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der auch in die Zukunft schaut.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Denk an deine Lieblingsspeise:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schweinekopf mit Sauerkraut.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>F</b></big>ing man vorzeiten einen Dieb,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hing man ihn auf mit Schnellbetrieb,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und meinte man, er sei verschieden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ging man nachhaus und war zufrieden.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Wandrer von der weichen Sorte</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kam einst zu solchem Galgenorte</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sah, da&szlig; oben Einer h&auml;ngt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dem k&uuml;rzlich man den Hals verl&auml;ngt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sogleich, als er ihn baumeln sieht,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zerflie&szlig;t in Thr&auml;nen sein Gem&uuml;th.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich will den armen Schelm begraben,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Denkt er, sonst fressen ihn die Raben.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nicht ohne M&uuml;h, doch mit Geschick,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Klimmt er hinauf und l&ouml;st den Strick;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und Jener, der im Wind geschwebt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Liegt unten, scheinbar unbelebt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Siehda, nach &Auml;nderung der Lage</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Tritt neu die Lebenskraft zutage,</td></tr>
+ <tr><td align="left">So da&szlig; der gute Delinquent</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Welt ganz deutlich wiederkennt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Z&auml;rtlich, als w&auml;r's der eigne Vetter,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Umarmt er seinen Lebensretter,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht ein Mal, sondern noch ein Mal,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vor Freude nach so gro&szlig;er Qual.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mein lieber Mitmensch, sprach der Wandrer,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Geh in dich, sei hinf&uuml;r ein Andrer.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Anfang f&uuml;r dein neues Leben</td></tr>
+ <tr><td align="left">Werd ich dir jetzt zwei Gulden geben.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das Geben that ihm immer wohl.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Rasch griff er in sein Kamisol,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wo er zur langen Pilgerfahrt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Den vollen S&auml;ckel aufbewahrt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er sucht und sucht und fand ihn nicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und l&auml;nger wurde sein Gesicht.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er sucht und suchte, wie ein Narr,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Weit wird der Mund, das Auge starr,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bald ist ihm hei&szlig;, bald ist ihm kalt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Dieb verschwand im Tannenwald.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>ie Tugend will nicht immer passen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im ganzen l&auml;&szlig;t sie etwas kalt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und da&szlig; man eine unterlassen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Vergi&szlig;t man bald.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,</td></tr>
+ <tr><td align="left"> <span class="ind1">Der von vergangnen Zeiten tr&auml;umt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">An die Gelegenheit zum Laster,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die er vers&auml;umt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>in Fuchs voll fl&uuml;chtiger Moral</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und unbedenklich, wenn er stahl,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schlich sich beinacht zum H&uuml;hnerstalle</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von einem namens Jochen Dralle,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der, weil die M&uuml;he ihn verdross,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Th&uuml;r mal wieder nicht verschloss.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er hat sich, wie er immer pflegt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">So wie er war zubett gelegt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er schlief und schnarchte auch bereits.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Frau Dralle, welche ihrerseits</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Noch wachte, denn sie hat die Grippe,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Stie&szlig; Jochen an die kurze Rippe.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Du, rief sie fl&uuml;sternd, h&ouml;r doch blo&szlig;,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Im H&uuml;hnerstall da ist was los;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das ist der Fuchs der alte Racker.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und schon ergriff sie k&uuml;hn und wacker</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Obgleich sie nur im Nachtgewand,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Den Besen, der am Ofen stand,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Inde&szlig; der Jochen leise flucht</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und erst mal Licht zu machen sucht.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie ging voran, er hinterdrein.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Es pfeift der Wind, die H&uuml;hner schrein.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur zu, mahnt Jochen, sei nur dreist</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sag Bescheid, wenn er dich bei&szlig;t.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Umsonst sucht sich der Dieb zu dr&uuml;cken</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vor Madam Dralles Geierblicken.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie schl&auml;gt ihm unaussprechlich schnelle</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zwei drei mal an derselben Stelle</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit ihres Besens hartem Stiel</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auf's Nasenbein. Das war zuviel.&nbsp;&mdash;&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Jeder kriegt, ein Jeder nimmt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">In dieser Welt, was ihm bestimmt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fuchs, nachdem der Balg herab,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bekommt ein Armes&uuml;ndergrab.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Frau Dralle, weil sie leichtgesinnt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich ausgesetzt dem Winterwind</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Trotz der Selbsterhaltungspflicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kriegt zu der Grippe noch die Gicht.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch Jochen kriegte hocherfreut</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Infolge der Gelegenheit</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von Pelzwerk eine warme Kappe</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Vorder- und mit Hinterklappe.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Stets hie&szlig; es dann, wenn er sie trug:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der ist es, der den Fuchs erschlug.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind2"><big><b>E</b></big>in gutes Thier</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Ist das Klavier,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Still, friedlich und bescheiden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Und mu&szlig; dabei</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Doch vielerlei</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Erdulden und erleiden.</td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Der Virtuos</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">St&uuml;rzt darauf los</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit hochgestr&auml;ubter M&auml;hne.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Er &ouml;ffnet ihm</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Voll Ungest&uuml;m</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den Leib, gleich der Hy&auml;ne.</td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Und rasend wild,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Das Herz erf&uuml;llt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Von m&ouml;rderlicher Freude,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Durchw&uuml;hlt er dann,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Soweit er kann,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Des Opfers Eingeweide.</td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Wie es da schrie,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Das arme Vieh,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und unter Angstgewimmer</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Bald hoch, bald tief</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Um H&uuml;lfe rief,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vergess ich nie und nimmer.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>ich freut die warme Sonne.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du lebst im Monat Mai.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">In deiner Regentonne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da r&uuml;hrt sich allerlei.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Viel kleine Thierlein steigen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bald auf- bald niederw&auml;rts,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und, was besonders eigen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie atmen mit dem Sterz.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Noch sind sie ohne T&uuml;cken,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Rein kindlich ist ihr Sinn.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bald aber sind sie M&uuml;cken</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und fliegen frei dahin.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie fliegen auf und nieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im Abendsonnenglanz</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und singen feine Lieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bei ihrem Hochzeitstanz.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Du gehst zu Bett um zehne,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du hast zu schlafen vor,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann h&ouml;rst du jene T&ouml;ne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ganz dicht an deinem Ohr.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dr&uuml;ckst du auch in die Kissen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dein werthes Angesicht,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dich wird zu finden wissen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der R&uuml;ssel, welcher sticht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Merkst du, da&szlig; er dich impfe,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So reib mit Salmiak</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und dreh dich um und schimpfe</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf dieses M&uuml;ckenpack.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>s geht ja leider nur soso</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier auf der Welt, sprach Salomo.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies war verzeihlich. Das Geschnatter</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von tausend Frauen, denn die hatt er,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Macht auch den Besten ungerecht.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Uns aber geht es nicht so schlecht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer, wie es Brauch in unsern Tagen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur Eine hat, der soll nicht sagen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und klagen, was doch mancher thut:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich bin f&uuml;r diese Welt zu gut.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Selbst, wem es fehlt an dieser Einen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der braucht darob nicht gleich zu weinen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sich kopf&uuml;ber zu ertr&auml;nken.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er hat, das mag er wohl bedenken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Am Weltgeb&auml;ude mitgezimmert</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und allerlei daran verschlimmert.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wenn er so in sich gegangen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gewissenhaft und unbefangen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann kusch er sich und denke froh:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gottlob, ich bin kein Salomo;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Welt, obgleich sie wunderlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist mehr als gut genug f&uuml;r mich.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>W</b></big>er Bildung hat, der ist emp&ouml;rt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wenn er so schrecklich fluchen h&ouml;rt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dies &raquo;Nasowolltich&laquo;, dies &raquo;Parbl&ouml;&laquo;,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies ewige &raquo;Ojemineh&laquo;,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies &raquo;Eipotztausendnocheinmal&laquo;,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist das nicht eine Ohrenqual?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und gar &raquo;Da&szlig;dichdasm&auml;usleinbei&szlig;&laquo;,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da wird mir's immer kalt und hei&szlig;.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie oft wohl sag ich: Es ist h&auml;&szlig;lich,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist unanst&auml;ndig, roh und gr&auml;&szlig;lich.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich bitt und flehe: Lasst es sein,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn es ist s&uuml;ndlich. Aber nein,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vergebens ring ich meine H&auml;nde,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Flucherei nimmt doch kein Ende.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>Z</b></big>wei Knaben, Fritz und Ferdinand,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die gingen immer Hand in Hand,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und selbst in einer Herzensfrage</td></tr>
+ <tr><td align="left">Trat ihre Einigkeit zutage.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie liebten beide Nachbars K&auml;thchen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein blondgelocktes kleines M&auml;dchen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Einst sagte die verschmitzte Dirne:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer holt mir eine Sommerbirne,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Recht saftig, aber nicht zu klein?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Hernach soll er der Beste sein.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fritz nahm seinen Freund beiseit</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sprach: Das machen wir zu zweit;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da dr&uuml;ben wohnt der alte Schramm,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der hat den sch&ouml;nsten Birnenstamm;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Du steigst hinauf und sch&uuml;ttelst sacht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich lese auf und gebe acht.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gesagt gethan. Sie sind am Ziel.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Schon als die erste Birne fiel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Macht Fritz damit sich aus dem Staube,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn eben schlich aus dunkler Laube,</td></tr>
+ <tr><td align="left">In fester Faust ein spanisch Rohr,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der aufmerksame Schramm hervor.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auch Ferdinand sah ihn beizeiten</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und th&auml;t am Stamm herunter gleiten</td></tr>
+ <tr><td align="left">In &Auml;ngstlichkeit und gro&szlig;er Hast,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch eh er unten Fu&szlig; gefasst,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Begr&uuml;&szlig;t ihn Schramm bereits mit Streichen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als wollt er einen Stein erweichen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Ferdinand, voll Schmerz und Hitze,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Entfloh und suchte seinen Fritze.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie angewurzelt blieb er stehn.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ach h&auml;tt er es doch nie gesehn:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die K&auml;the hat den Fritz gek&uuml;sst,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"> Worauf sie eine Birne isst.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Seit dies geschah, ist Ferdinand</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Fritz nicht mehr so gut bekannt.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind2"><big><b>W</b></big>em's in der Unterwelt zu still,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer oberhalb erscheinen will,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der baut sich, je nach seiner Weise,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein sichtbarliches Wohngeh&auml;use.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er ist ein blinder Architekt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der selbst nicht wei&szlig;, was er bezweckt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dennoch verfertigt er genau</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich kunstvoll seinen Leibesbau,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sollte mal was dran passieren,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kann er's verputzen und verschmieren,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ist er etwa gar ein solch</td></tr>
+ <tr><td align="left">Geschicktes Thierlein, wie der Molch,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann ist ihm alles einerlei,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und w&auml;r's ein Bein, er macht es neu.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur schad, da&szlig;, was so froh begr&uuml;ndet,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">So traurig mit der Zeit verschwindet,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie schlie&szlig;lich jeder Bau hienieden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sogar die stolzen Pyramiden.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>s ist ein recht beliebter Bau.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wer wollte ihn nicht loben?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Drin wohnt ein Mann mit seiner Frau,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie unten und er oben.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er, als ein schlaugewiegter Mann,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">H&auml;lt viel auf weise Lehren,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie, ungest&uuml;m und drauf und dran,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Thut das, was ihr Begehren.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie l&auml;&szlig;t ihn reden und begeht,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Blind, wie sie ist, viel W&uuml;stes,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und bringt sie das in Schwulit&auml;t,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Na, sagt er k&uuml;hl, da siehst es.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vereinen sich jedoch die zwei</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zu traulichem Verbande,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann kommt die sch&ouml;nste Lumperei</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">H&uuml;bsch regelrecht zustande.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">So geht's in diesem Hause her.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Man m&ouml;chte fast erschrecken.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Auch ist's beweglich, aber mehr</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Noch als das Haus der Schnecken.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>I</b></big>n einem H&auml;uschen, sozusagen&nbsp;&mdash;&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">(Den ersten Stock bewohnt der Magen)</td></tr>
+ <tr><td align="left">In einem H&auml;uschen war's nicht richtig.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Darinnen spukt und tobte t&uuml;chtig</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Kobold, wie ein wildes B&uuml;bchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vom Keller bis zum Oberst&uuml;bchen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">F&uuml;rwahr, es war ein b&ouml;s Get&ouml;s.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Hausherr wird zuletzt nerv&ouml;s,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und als ein desperater Mann</td></tr>
+ <tr><td align="left">Steckt er kurzweg sein H&auml;uschen an</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und baut ein Haus sich anderswo</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und meint, da ging es ihm nicht so.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Allein, da sieht er sich betrogen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Kobold ist mit umgezogen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und macht Spektakel und Rumor</td></tr>
+ <tr><td align="left">Viel &auml;rger noch, als wie zuvor.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ha, rief der Mann, wer bist du, sprich.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Kobold lacht: Ich bin dein Ich.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>Z</b></big>u Olims Zeit, auf der Oase,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Am Quell, wo schlanke Palmen stehen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sa&szlig; einst das V&auml;terchen im Grase</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und hatte allerlei Ideeen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gern sprach davon der Hochverehrte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zu seinen S&ouml;hnen, seinen T&ouml;chtern,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und das Gelehrte, oft Geh&ouml;rte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ging von Geschlechte zu Geschlechtern.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auch wir, in mancher Abendstunde,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wenn treue Liebe uns bewachte,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vernahmen froh die gute Kunde</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von dem, was V&auml;terchen erdachte.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sicher klingt das fr&uuml;h Gewusste</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So lang in wohlgeneigte Ohren,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis auf der kalten Erdenkruste</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das letzte Menschenherz erfroren.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>G</b></big>ehorchen wird jeder mit Genuss</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Frauen, den hochgesch&auml;tzten,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hingegen machen uns meist Verdruss</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die sonstigen Vorgesetzten.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur wenn ein kleines Missgeschick</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Betrifft den Treiber und Leiter,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann f&uuml;hlt man f&uuml;r den Augenblick</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sich sehr befriedigt und heiter.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als neulich am Sonntag der Herr Pastor</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Eine peinliche Pause machte,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Weil er den Faden der Rede verlor,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da duckt sich der K&uuml;ster und lachte.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>A</b></big>bends, wenn die Heimchen singen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wenn die Lampe d&uuml;ster schwehlt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">H&ouml;r ich gern von Spukedingen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Was die Tante mir erz&auml;hlt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie es klopfte in den W&auml;nden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie der alte Schrank geknackt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie es einst mit kalten H&auml;nden</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mutter Urschel angepackt,</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie man oft ein leises Jammern</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Grad um Mitternacht geh&ouml;rt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Oben in den Bodenkammern,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Scheint mir h&ouml;chst bemerkenswerth.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch erz&auml;hlt sie gar das M&auml;rchen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von dem Geiste ohne Kopf,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann erhebt sich jedes H&auml;rchen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schaudervoll in meinem Schopf.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ich kann es nicht verneinen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da&szlig; es b&ouml;se Geister giebt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn ich habe selber einen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der schon manchen Streich ver&uuml;bt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>F</b></big>rau Welt, was ist das nur mit euch?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Herr Walter sprach's, der alte.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihr werdet grau und faltenreich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und traurig von Gestalte.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Frau Welt darauf erwidert schnippsch:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mein Herr, seid lieber stille.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihr scheint mir auch nicht mehr so h&uuml;bsch</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit eurer schwarzen Brille.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>L</b></big>ache nicht, wenn mit den Jahren</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lieb und Freundlichkeit vergehen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Was Paulinchen ist geschehen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kann auch dir mal widerfahren.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sieh nur, wie ver&auml;ndert hat sich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Unser guter K&uuml;chenbesen.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"> Er, der sonst so weich gewesen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ist jetzunder stumpf und kratzig.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind2"><big><b>H</b></big>ans, der soeben in der Stadt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sein fettes Schwein verwerthet hat,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ging sp&auml;t nachhaus bei Mondenschein.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Fremder folgt und holt ihn ein.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gr&uuml;&szlig;gott, rief Hans, das trifft sich gut,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zuzweit verdoppelt sich der Muth.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fremde denkt: Ha zapperlot,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Kerl hat Geld, ich schlag ihn todt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur nicht von vorn, da&szlig; er es sieht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dagegen str&auml;ubt sich mein Gem&uuml;th.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und weiter gehn sie allgemach,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Hans zuvor, der Fremde nach.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Jetzt, denkt sich dieser, mach ich's ab,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er hob bereits den Knotenstab.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Was gilt die Butter denn bei euch?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Fragt Hans und dreht sich um zugleich.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fremde schweigt, der Fremde stutzt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Knittel senkt sich unbenutzt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und weiter gehn sie allgemach,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der eine vor, der andre nach.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hier, wo die dunklen Tannen stehn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier, denkt der Fremde, soll's geschehn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Spielt man auch Skat bei euch zuland?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Fragt Hans und hat sich umgewandt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fremde nickt und steht verdutzt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Knittel senkt sich unbenutzt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und weiter gehn sie allgemach,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der eine vor, der andre nach.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hier, denkt der Fremde, wo das Moor,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier hau ich fest ihm hinter's Ohr.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und wieder dreht der Hans sich um.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Prost, rief er fr&ouml;hlich, m&ouml;gt ihr Rum?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und zog ein Fl&auml;schlein aus dem Rock.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fremde senkt den Knotenstock,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Th&auml;t einen Zug, der war nicht schwach,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und weiter gehn sie allgemach.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schon sind sie aus dem Wald heraus,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und schau, da steht das erste Haus.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es kr&auml;ht der Hahn, es bellt der Spitz.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dies rief der Hans, ist mein Besitz.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Tritt ein du ehrlicher Gesell</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und nimm den Dank f&uuml;r dein Geleit.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch der Gesell entfernt sich schnell,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vermuthlich aus Bescheidenheit.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>in wei&szlig;es K&auml;tzchen voller Schliche,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ging heimlich, weil es gerne schleckt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Des abends in die Nachbark&uuml;che.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wo man es leider bald entdeckt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Besen und mit Feuerzangen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gejagt in alle Ecken ward's.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Es fuhr zuletzt voll Todesbangen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zum Schlot hinaus und wurde schwarz.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ja, siehst du wohl, mein liebes Herze?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wer schlecken will, was ihm gef&auml;llt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der kommt nicht ohne Schmutz und Schw&auml;rze</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hinaus aus dieser b&ouml;sen Welt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>s w&auml;chst wohl auf der Haide</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und in des Waldes Raum</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Baum zu Nutz und Freude,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Genannt der Birkenbaum.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Schuh, daraus geschnitzet,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sind freundlich von Gestalt.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wohl dem, der sie besitzet,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihm wird der Fu&szlig; nicht kalt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"> Es ist die wei&szlig;e Rinde</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zu Tabaksdosen gut,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Als theures Angebinde</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">F&uuml;r den, der schnupfen thut.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Man zapfet aus der Birke</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sehr angenehmen Wein,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Man reibt sich, da&szlig; es wirke,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Glatze damit ein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dem Birkenreiserbesen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Geb&uuml;hret Preis und Ehr;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Das st&auml;rkste Kehrichtwesen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das treibt er vor sich her.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von Birken eine Ruthe,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gebraucht am rechten Ort,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bef&ouml;rdert oft das Gute</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mehr, als das beste Wort.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und kommt das Fest der Pfingsten,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dann schm&uuml;ckt mir fein das Haus,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihr, meine liebsten J&uuml;ngsten,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit Birkenzweigen aus.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>D</b></big>er Ruhm, wie alle Schwindelware,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">H&auml;lt selten &uuml;ber tausend Jahre.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zumeist vergeht schon etwas ehr</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Haltbarkeit und die Kul&ouml;r.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Schmetterling voll Eleganz,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Genannt der Ritter Schwalbenschwanz,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Exemplar von erster G&uuml;te,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Begr&uuml;&szlig;te jede Doldenbl&uuml;the</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und holte hier und holte da</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich Nektar und Ambrosia.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mitunter macht er sich auch breit</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">In seiner ganzen Herrlichkeit</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und zeigt den Leuten seine Orden</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ist mit recht ber&uuml;hmt geworden.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die jungen M&auml;dchen fanden dies</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Entz&uuml;ckend, goldig, reizend, s&uuml;&szlig;.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Vergeblich schwenkten ihre M&uuml;tzen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Knaben, um ihn zu besitzen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sogar der Spatz hat zugeschnappt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und h&auml;tt ihn um ein Haar gehabt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Jetzt aber naht sich ein Student,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der seine Winkelz&uuml;ge kennt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">In einem Netz mit engen Maschen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Th&auml;t er den Fl&uuml;chtigen erhaschen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und da derselbe ohne Tadel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Spie&szlig;t er ihn auf die hei&szlig;e Nadel.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So kam er unter Glas und Rahmen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Datum, Jahreszahl und Namen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und bleibt ber&uuml;hmt und unvergessen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis ihn zuletzt die Motten fressen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Man m&ouml;chte weinen, wenn man sieht,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; dies das Ende von dem Lied.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>er sch&ouml;ne Sommer ging von hinnen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Herbst, der reiche zog in's Land.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nun weben all die guten Spinnen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So manches feine Festgewand.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie weben zu des Tages Feier</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit kunstge&uuml;btem Hinterbein</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ganz allerliebste Elfenschleier</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Als Schmuck f&uuml;r Wiese, Flur und Hain.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ja, tausend Silberf&auml;den geben</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dem Winde sie zum leichten Spiel,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die ziehen sanft dahin und schweben</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">An's unbewusst bestimmte Ziel.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie ziehen in das Wunderl&auml;ndchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wo Liebe scheu im Anbeginn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und leis verkn&uuml;pft ein zartes B&auml;ndchen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Sch&auml;fer mit der Sch&auml;ferin.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>H</b></big>abt ihr denn wirklich keinen Schimmer</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von Angst, da&szlig; ihr noch ruhig schlaft?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wird denn in dieser Welt nicht immer</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das Leben mit dem Tod bestraft?</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihr lebt vergn&uuml;gt trotz dem Verh&auml;ngni&szlig;,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das n&auml;her stets und n&auml;her zieht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">So stiehlt der Dieb, dem das Gef&auml;ngni&szlig;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und sp&auml;ter gar der Galgen bl&uuml;ht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">H&ouml;r auf, entgegnet frech die Jugend,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du altes Jammerinstrument.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Man merkt es gleich: du bist die Tugend,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Keinem sein Vergn&uuml;gen g&ouml;nnt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>in Philosoph von ernster Art</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der sprach und strich sich seinen Bart:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich lache nie. Ich lieb es nicht,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mein ehrenwerthes Angesicht</td></tr>
+ <tr><td align="left">Durch Z&auml;hnefletschen zu entstellen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und n&auml;rrisch wie ein Hund zu bellen;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich lieb es nicht durch ein Gemecker</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu zeigen, da&szlig; ich Witzentdecker;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich brauche nicht durch Werthvergleichen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Andern mich herauszustreichen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Um zu ermessen, was ich bin,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn dieses wei&szlig; ich ohnehin.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das Lachen will ich &uuml;berlassen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den minder hochbegabten Klassen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ist einer ohne Selbstvertraun</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">In Gegenwart von sch&ouml;nen Fraun,</td></tr>
+ <tr><td align="left">So da&szlig; sie ihn als faden Gecken</td></tr>
+ <tr><td align="left">Abfahren lassen oder necken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und f&uuml;hlt er drob geheimen Groll</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wei&szlig; nicht, was er sagen soll,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann schwebt mit Recht auf seinen Z&uuml;gen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein unaussprechliches Vergn&uuml;gen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und hat er Kursverlust erlitten,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist er moralisch ausgeglitten,</td></tr>
+ <tr><td align="left">So giebt es Leute, die doch immer</td></tr>
+ <tr><td align="left">Noch d&uuml;mmer sind als er und schlimmer.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und hat er etwa krumme Beine,</td></tr>
+ <tr><td align="left">So giebt's noch kr&uuml;mmere als seine.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er tr&ouml;stet sich und lacht dar&uuml;ber</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und denkt: Da bin ich mir doch lieber.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Teufel lass ich aus dem Spiele.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Auch sonst noch lachen ihrer Viele,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Besonders jene ewig Heitern,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die unbewusst den Mund erweitern.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die so zu sagen, auserkoren</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Lachen bis an beide Ohren.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie freuen sich mit Weib und Kind</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Schon blo&szlig;, weil sie vorhanden sind.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich dahingegen, der ich sitze</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Auf der Betrachtung h&ouml;chster Spitze,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Weit &uuml;ber allem Was und Wie,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich bin f&uuml;r mich und lache nie.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>W</b></big>as er liebt, ist Keinem fraglich;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Triumphirend und behaglich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Nimmt es seine Seele ein</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Und befiehlt: So soll es sein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Suche nie, wo dies geschehen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Widersprechend vorzugehen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Sintemalen im Gem&uuml;th</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Schon die h&ouml;chste Macht entschied.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ungest&ouml;rt in ihren Lauben</td></tr>
+ <tr><td align="left">Lass die Liebe, lass den Glauben,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Der, wenn man es recht ermisst,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind2">Auch nur lauter Liebe ist.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>u liebes Plapperm&auml;ulchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bedenk dich erst ein Weilchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und sprich nicht so geschwind.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Du bist wie unsre M&uuml;hle</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit ihrem Fl&uuml;gelspiele</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im frischen Sausewind.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">So lang der M&uuml;ller th&auml;tig</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sch&uuml;ttet auf was n&ouml;thig,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Geht alles richtig zu;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch ist kein Korn darinnen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"> Dann kommt das Werk von Sinnen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und klappert so wie du.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>es morgens fr&uuml;h, sobald ich mir</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mein Pfeifchen angez&uuml;ndet,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Geh ich hinaus zur Hinterth&uuml;r,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die in den Garten m&uuml;ndet.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Besonders gern betracht ich dann</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Rosen, die so niedlich;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Blattlaus sitzt und saugt daran</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So gr&uuml;n, so still, so friedlich.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und doch wird sie, so still sie ist,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Grausamkeit zur Beute;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Schwebefliegen Larve fri&szlig;t</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie auf bis auf die H&auml;ute.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schluppwespchen flink und klimperklein,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So sehr die Laus sich str&auml;ube,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie legen doch ihr Ei hinein</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Noch bei lebendgem Leibe.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie aber sorgt nicht nur mit Flei&szlig;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Durch Eier f&uuml;r Vermehrung;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie kriegt auch Junge hundertweis</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Als weitere Bescherung.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie n&auml;hrt sich an dem jungen Schaft</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Rosen, eh sie welken;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ameisen kommen, ihr den Saft</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sanft streichelnd abzumelken.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">So seh ich in Betriebsamkeit</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das h&uuml;bsche Ungeziefer</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und rauche w&auml;hrend dieser Zeit</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mein Pfeifchen tief und tiefer.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; keine Rose ohne Dorn,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"> Bringt mich nicht aus dem H&auml;uschen.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left"> Auch sag ich ohne jeden Zorn:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kein R&ouml;slein ohne L&auml;uschen!</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>S</b></big>toffel hackte mit dem Beile.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dabei that er sich sehr wehe,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn er traf in aller Eile</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ganz genau die gro&szlig;e Zehe.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ohne jedes Schmerzgewimmer,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur mit Ruh, mit einer festen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sprach er: Ja, ich sag es immer,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nebenzu trifft man am besten.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>D</b></big>ie Mutter plagte ein Gedanke.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie kramt im alten Kleiderschranke,</td></tr><tr><td align="left"></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wo Kurz und Lang, obschon gedr&auml;ngt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch friedlich, bei einander h&auml;ngt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf einmal ruft sie: Ei sieh da,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Schwalbenschwanz, da ist er ja!</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den blauen, l&auml;ngst nicht mehr ben&uuml;tzten,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den hinten zwiefach zugespitzten,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit blanken Kn&ouml;pfen sch&ouml;n geschm&uuml;ckt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der einst so manches Herz ber&uuml;ckt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihn tr&auml;gt sie klug und &uuml;berlegt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dahin, wo sie zu schneidern pflegt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und trennt und wendet, n&auml;ht und misst,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis da&szlig; das Werk vollendet ist.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf die Art aus des Vaters Fracke</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kriegt Fritzchen eine neue Jacke.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Grad so behilft sich der Poet.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Du liebe Zeit, was soll er machen?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gebraucht sind die Gedankensachen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schon alle, seit die Welt besteht.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>A</b></big>ls ich in Jugendtagen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Noch ohne Gr&uuml;belei,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da meint ich mit Behagen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mein Denken w&auml;re frei.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Seitdem hab ich die Stirne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Oft auf die Hand gest&uuml;tzt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und fand, da&szlig; im Gehirne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein harter Knoten sitzt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mein Stolz der wurde kleiner.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich merkte mit Verdruss:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Es kann doch Unsereiner</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur denken, wie er muss.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>I</b></big>m Hochgebirg vor seiner H&ouml;hle</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sa&szlig; der Asket;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur noch ein Rest von Leib und Seele</td></tr>
+ <tr><td align="left">Infolge &auml;u&szlig;erster Di&auml;t.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dem&uuml;thig ihm zu F&uuml;&szlig;en kniet</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein J&uuml;ngling, der sich l&auml;ngst bem&uuml;ht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Des strengen B&uuml;&szlig;ers strenge Lehren</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nachdenklich pr&uuml;fend anzuh&ouml;ren.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Grad schlie&szlig;t der Klausner den Sermon</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und spricht: Bekehre dich, mein Sohn.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Verlass das b&ouml;se Weltgetriebe.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vor allem unterlass die Liebe,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn grade sie erweckt auf's Neue</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das Leben und mit ihm die Reue.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da schau mich an. Ich bin so leicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Fast hab ich schon das Nichts erreicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und bald verschwind ich in das reine</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zeit- raum- und traumlos Allundeine.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Als so der Meister in Ekstase,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sticht ihn ein Bienchen in die Nase.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Oh, welch ein Schrei!</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und dann das Mienenspiel dabei.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der J&uuml;ngling stutzt und ruft: Was seh ich?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer solcherma&szlig;en leidensf&auml;hig,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer so gef&uuml;hlvoll und empfindlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der, f&uuml;rcht ich, lebt noch viel zu gr&uuml;ndlich</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und stirbt noch nicht zum letzten Mal.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit diesem k&uuml;hlen Wort empfahl</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der J&uuml;ngling sich und stieg hernieder</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ins tiefe Thal und kam nicht wieder.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>N</b></big>achbar Nickel ist verdrie&szlig;lich,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und er darf sich wohl beklagen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Weil ihm seine Pl&auml;ne schlie&szlig;lich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Alle g&auml;nzlich fehl geschlagen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Unsre Ziege starb heut Morgen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Geh und sag's ihm, lieber Knabe!</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; er nach so vielen Sorgen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auch mal eine Freude habe.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>r war nicht unbegabt. Die Geisteskr&auml;fte</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Gen&uuml;gten f&uuml;r die laufenden Gesch&auml;fte.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur hatt er die Marotte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er sei der Papst. Dies sagt er oft und gern,</td></tr>
+ <tr><td align="left">F&uuml;r jedermann zum &Auml;rgerniss und Spotte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis sie zuletzt ins Narrenhaus ihn sperrn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein guter Freund, der ihn daselbst besuchte,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Fand ihn h&ouml;chst aufgeregt. Er fluchte:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Kuckuck, das ist doch zu dumm.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich soll ein Narr sein und wei&szlig; nicht warum.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ja, sprach der Freund, so sind die Leute.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Man hat an einem Papst genug.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Du bist der zweite.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das eben kann man nicht vertragen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">H&ouml;r zu, ich will dir mal was sagen:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer schweigt, ist klug.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Narr verstummt, als ob er &uuml;berlege.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der gute Freund ging leise seiner Wege.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und schau, nach vierzehn Tagen grade</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da traf er ihn schon auf der Promenade.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ei, rief der Freund, wo kommst du her?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bist du denn jetzt der Papst nicht mehr?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Freund, sprach der Narr und l&auml;chelt schlau,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Du scheinst zur Neugier sehr geneigt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das, was wir sind, wei&szlig; ich genau.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wir alle haben unsern Sparren,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch sagen thun es nur die Narren.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Weise schweigt.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>A</b></big>ls Kind von angenehmen Z&uuml;gen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">War R&ouml;schen ein gar lustig Ding.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Gern zupfte sie das Bein der Fliegen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die sie geschickt mit Spucke fing.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie wuchs, und gr&ouml;&szlig;ere Objekte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lockt sie von nun an in ihr Garn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht nur die jungen, nein, sie neckte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und rupft auch manchen alten Narrn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Inzwischen that in stillem Walten</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Zeit getreulich ihre Pflicht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Durch wundersame B&uuml;gelfalten</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Verziert sie R&ouml;schens Angesicht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und locker wurden R&ouml;schens Z&auml;hne.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kein Freier stellte sich mehr ein.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und schlie&szlig;lich kriegt sie gar Migr&auml;ne,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und die pflegt dauerhaft zu sein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies f&uuml;hrte sie zum Aberglauben,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Obwohl sie sonst nicht gl&auml;ubig schien.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie meinte fest, da&szlig; Turteltauben</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Schmerz der Menschen an sich ziehn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zwei St&uuml;ck davon hat sie im Bauer,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein P&auml;rchen, welches z&auml;rtlich girrt;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt liegt sie t&auml;glich auf der Lauer,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ob ihnen noch nicht &uuml;bel wird.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>in Dornstrauch stand im Wiesenthal,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">An einer Stiege, welche schmal,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ging vor&uuml;ber irgend wer,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Den griff er an und kratzte er.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein L&auml;mmlein kam daher gehupft.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Das hat er ebenfalls gerupft.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es sieht ihn traurig an und spricht:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Du brauchst doch meine Wolle nicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und niemals that ich dir ein Leid.</td></tr>
+ <tr><td align="left">We&szlig;halb zerrupfst du denn mein Kleid?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es thut mir weh und ist auch schad.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ei, rief der Freche, darum grad.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>M</b></big>iezel, eine schlaue Katze,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Molly, ein begabter Hund,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wohnhaft an demselben Platze,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hassten sich aus Herzensgrund.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schon der Ausdruck ihrer Mienen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bei gestr&auml;ubter Haarfrisur,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ist von Liebe keine Spur.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch wenn Miezel in dem Baume,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wo sie meistens hin entwich,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Friedlich dasitzt, wie im Traume,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dann ist Molly au&szlig;er sich.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Beide lebten in der Scheune,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die gef&uuml;llt mit frischem Heu.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Alle beide hatten Kleine,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Molly zwei und Miezel drei.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Einst zur Jagd ging Miezel wieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf das Feld. Da geht es bumm.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Herr F&ouml;rster scho&szlig; sie nieder.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihre Lebenszeit ist um.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Oh, wie j&auml;mmerlich miauen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die drei Kinderchen daheim.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Molly eilt, sie zu beschauen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und ihr Herz geht aus dem Leim.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sie tr&auml;gt sie kurz entschlossen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zu der eignen Lagerstatt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wo sie nunmehr f&uuml;nf Genossen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">An der Brust zu Gaste hat.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mensch, mit traurigem Gesichte,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sprich nicht nur von Leid und Streit,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Selbst in Brehms Naturgeschichte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"> Findet sich Barmherzigkeit.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>N</b></big>achdem er am Sonntagmorgen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Vor seinem Spiegel gestanden,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Verschwanden die letzten Sorgen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und Zweifel, die noch vorhanden.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er wurde so verwegen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da&szlig; er nicht l&auml;nger schwankte.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er schrieb ihr. Sie dagegen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Erwidert: Nein, sie dankte.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Schreck, den er da hatte,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">H&auml;tt ihn fast umgeschmissen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Als h&auml;tt ihn eine Ratte</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Pl&ouml;tzlich ins Herz gebissen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>A</b></big>ch, wie eilte so geschwinde</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dieser Sommer durch die Welt.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Herbstlich rauscht es in der Linde,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihre Bl&auml;tter mit dem Winde</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wehen &uuml;ber's Stoppelfeld.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">H&ouml;rst du in den L&uuml;ften klingend</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sehnlich klagend das Kuru?</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wanderv&ouml;gel, fl&uuml;gelschwingend,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Lebewohl der Heimath singend,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ziehn dem fremden Lande zu.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Morgen mu&szlig; ich in die Ferne.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Liebes M&auml;dchen, bleib mir gut.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Morgen lebt in der Kaserne,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; er exerziren lerne,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dein dich liebender Rekrut.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>s war die erste Maiennacht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kein Mensch im Dorf hat mehr gewacht.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da hielten, wie es stets der Fall,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Thiere ihren Fr&uuml;hlingsball.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Gans, die gute Adelheid,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Fehlt nie bei solcher Festlichkeit,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Obgleich man sie nach altem Brauch</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu necken pflegt. So heute auch.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Frau Schnabel, nannte sie der Kater,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Frau Plattfu&szlig;, rief der Ziegenvater;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch sie, zwar l&auml;chelnd, aber k&uuml;hl,</td></tr>
+ <tr><td align="left">H&uuml;llt sich in sanftes Selbstgef&uuml;hl.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So sa&szlig; sie denn in &ouml;dem Schweigen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Allein f&uuml;r sich bei Spiel und Reigen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bei Freudenl&auml;rm und Jubeljux.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sieh da, zum Schlu&szlig; hat auch der Fuchs</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich ungeladen eingedr&auml;ngelt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schlau hat er sich herangeschl&auml;ngelt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihr Diener, s&auml;uselt er galant,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie geht's der Sch&ouml;nsten in Brabant?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich k&uuml;ss der gn&auml;d'gen Frau den Fittig.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ist noch ein T&auml;nzchen frei, so bitt ich.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie nickt versch&auml;mt: O Herr Baron!</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Indem so walzen sie auch schon.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie trippeln die F&uuml;&szlig;e, wie wippeln die Schw&auml;nze</td></tr>
+ <tr><td align="left">Im lustigen Kehraus, dem letzten der T&auml;nze.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da t&ouml;nt es vier mit lautem Schlag.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Das Fest ist aus. Es naht der Tag,&nbsp;&mdash;&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bald drauf, im fr&uuml;hsten Morgenschimmer,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ging Mutter Urschel aus, wie immer,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit Korb und Sichel, um verstohlen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich etwas fremden Klee zu holen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">An einer Hecke bleibt sie stehn:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Herrjeh, was ist denn hier geschehn?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die F&uuml;chse, sag ich, soll man r&auml;dern.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das sind wahrhaftig G&auml;nsefedern.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein frisches Ei liegt dicht daneben.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich bin so frei es aufzuheben.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ach, armes Thier, sprach sie bewegt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies Ei hast du vor Angst gelegt.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>A</b></big>ch, wie vieles mu&szlig; man r&uuml;gen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Weil es s&uuml;ndlich und gemein,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">So, zum Beispiel, das Vergn&uuml;gen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zuzusehn bei Pr&uuml;gelein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Noch vor kurzem hab ich selber</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mir zwei Gockel angesehn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier ein schwarzer, da ein gelber,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die nicht gut zusammen stehn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Pl&ouml;tzlich kam es zum Skandale,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Denn der schwarze macht die Kur,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Was dem gelben alle Male</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Peinlich durch die Seele fuhr.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit den Krallen, mit den Sporen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit dem Schnabel, scharf gewetzt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit den Fl&uuml;geln um die Ohren</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hat es Hieb auf Hieb gesetzt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Manche Feder aus dem Leder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Rei&szlig;en und zerschlei&szlig;en sie,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und zum Schlusse ruft ein jeder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Triumphirend Kickriki!</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Voller Freude und mit wahrem</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Eifer sah ich diesen Zwist,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">W&auml;hrend jedes Huhn im Harem</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">H&ouml;chst gelassen weiter frisst.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Solch ein Weibervolk mit Fl&uuml;geln</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Meint, wenn Gockel fr&uuml;h und sp&auml;t</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Seinetwegen sich verpr&uuml;geln,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da&szlig; sich das vonselbst versteht.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>I</b></big>ch ging zur Bahn. Der Abendzug</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kam erst um halber zehn.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer zeitig geht, der handelt klug,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er kann gem&uuml;thlich gehn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Fr&uuml;hling war so warm und mild,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich ging wie neubelebt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zumal ein werthes Frauenbild</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mir vor der Seele schwebt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; ich sie heut noch sehen soll,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da&szlig; sie gewi&szlig; noch wach,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Davon ist mir das Herz so voll,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich steh und denke nach.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein H&auml;slein, das vor&uuml;ber stiebt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ermahnt ich: Lass dir Zeit,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein guter Mensch, der gl&uuml;cklich liebt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Thut keinem was zu leid.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Von ferne aus dem Wiesenteich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Erklang der Fr&ouml;sche Chor,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und &uuml;berm Walde stieg zugleich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der goldne Mond empor.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da bist du ja, ich gr&uuml;&szlig;e dich,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Du traulicher Kumpan.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bed&auml;chtig wandelst du wie ich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dahin auf deiner Bahn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies lenkte meinen Denkersinn</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf den Gesch&auml;ftsverlauf;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich &uuml;berschlug mir den Gewinn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das hielt mich etwas auf.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch horch, da ist die Nachtigall,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sie fl&ouml;tet wundersch&ouml;n.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich fl&ouml;te selbst mit sanftem Schall</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und bleib ein wenig stehn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und fl&ouml;tend kam ich zur Station,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie das bei mir Gebrauch.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">O weh, was ist das f&uuml;r ein Ton?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Zug der fl&ouml;tet auch.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dort saust er hin. Ich stand versteint.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dann sah ich nach der Uhr,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie jeder, der zu sp&auml;t erscheint.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So will es die Natur.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>F</b></big>ritz, der mal wieder schrecklich tr&auml;ge,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vermuthet, heute giebt es Schl&auml;ge,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und kn&ouml;pft zur Abwehr der Attacke</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Buch sich unter seine Jacke,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Weil er sich in dem Glauben wiegt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; er was auf den Buckel kriegt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Schl&auml;ge trafen richtig ein.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Lehrer meint es gut. Allein</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Gabe wird f&uuml;r heut gespendet</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mehr unten, wo die Jacke endet,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wo Fritz nur &auml;u&szlig;erst leicht bekleidet</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und darum ganz besonders leidet.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ach, da&szlig; der Mensch so h&auml;ufig irrt</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und nie recht wei&szlig;, was kommen wird!</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>E</b></big>in Mensch, der etwas auf sich h&auml;lt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bewegt sich gern in feiner Welt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn erst in weltgewandten Kreisen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Lernt man die rechten Redeweisen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Verbindlich, aber zugespitzt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und treffend, wo die Schw&auml;re sitzt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Es ist so wie mit Rector Knaut,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der immer l&auml;chelt, wenn er haut.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auch ist bei Knaben weit ber&uuml;chtigt</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das Instrument, womit er z&uuml;chtigt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu diesem Zweck bedient er n&auml;mlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als f&uuml;r den S&uuml;nder gut bek&ouml;mmlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich einer schlanken Haselgerte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zwar biegsam, doch nicht ohne H&auml;rte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die sich, von rascher Hand bewegt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Geschmeidig um die H&uuml;fte legt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur wer es f&uuml;hlte, der begreift es:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vorn schl&auml;gt er zu und hinten kneift es.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>S</b></big>ag Atome, sage St&auml;ubchen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>S</b></big>ind sie auch unendlich klein,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Haben sie doch ihre Leibchen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und die Neigung da zu sein.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Haben sie auch keine K&ouml;pfchen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sind sie doch voll Eigensinn.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Trotzig spricht das Zwerggesch&ouml;pfchen:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich will sein so wie ich bin.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Suche nur, sie zu bezwingen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Stark und findig, wie du bist.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Solch ein Ding hat seine Schwingen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Seine Kraft und seine List.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kannst du auch aus ihnen schmieden</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Deine R&uuml;stung als Despot</span>,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schlie&szlig;lich wirst du doch erm&uuml;den,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und dann hei&szlig;t es: Er ist todt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>L</b></big>ange warst du im Gedr&auml;ngel,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Aller Dinge tief versteckt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis als einen kleinen Bengel</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Unser Auge dich entdeckt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schreiend hast du Platz genommen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zum Genu&szlig; sofort bereit,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wir hie&szlig;en dich willkommen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Pflegten dich mit Z&auml;rtlichkeit.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Aber eh du recht empfunden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Was daheim f&uuml;r Freuden bl&uuml;hn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hast dein B&uuml;ndel du gebunden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Um in fremdes Land zu ziehn.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Leichte lustige Gesellen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Finden sich an jedem Ort.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Weiber schelten, Hunde bellen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lachend zogst du weiter fort.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sahst die Welt an beiden Enden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hast genippt und hast genascht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Endlich fest mit Klammerh&auml;nden</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hat die Liebe dich erhascht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und du zogst den Kinderwagen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und du trugst, was dir bestimmt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Seelenlast und Leibesplagen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bis der R&uuml;cken sich gekr&uuml;mmt</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur Geduld. Es steht ein Flieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">An der Kirche grau und alt.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dort f&uuml;r deine m&uuml;den Glieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ist ein k&uuml;hler Aufenthalt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>W</b></big>ahrlich, sagte meine Tante,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die fast alle Geister kannte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Keine T&auml;uschung ist die Trud.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wei&szlig;t du nicht, da&szlig; b&ouml;se Seelen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">N&auml;chtlich aus dem Leibe r&uuml;cken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Um den Menschen zu bedr&uuml;cken</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und zu treten und zu qu&auml;len,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wenn er auf dem R&uuml;cken ruht?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Lautlos durch verschlossne Th&uuml;ren</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Immer n&auml;her siehst du's kommen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zauberhaft und wunderlich.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und dir graust es vor dem Dinge,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und du kannst dich doch nicht r&uuml;hren,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und du f&uuml;hlst dich so beklommen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">M&ouml;chtest rufen, wenn's nur ginge,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und auf einmal hat es dich.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch wer klug, wei&szlig; sich zu sch&uuml;tzen:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Abends beim Zurruhegehn</td></tr>
+ <tr><td align="left">Brauchst du blo&szlig; darauf zu sehn,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; die Schuhe mit den Spitzen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Abgewandt vom Bette stehn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Au&szlig;erdem hab ich geh&ouml;rt:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Leichtes Herz und leichter Magen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie in andern Lebenslagen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sind auch hier empfehlenswerth.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>U</b></big>m acht, als seine werthe Sippe</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Noch in den Federn schlummernd lag,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Begr&uuml;&szlig;t er von der Felsenklippe</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bereits den neuen Fr&uuml;hlingstag.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wie die angenehme Sonne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Liebreich zu ihm hernieder schaut,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da ist in s&uuml;&szlig;er Rieselwonne</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sein ganzes Wesen aufgethaut.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es schmilzt die schwere Au&szlig;enh&uuml;lle.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihm wird so wohl, ihm wird so leicht.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er schwebt im Geist als freier Wille</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hinaus, so weit das Auge reicht.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Fort &uuml;berthal, zu fernen H&uuml;geln,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Strom entlang, bis an das Meer,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Windeilig, wie auf M&ouml;wenfl&uuml;geln,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zieht er in hoher Luft einher.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Hier traf er eine Wetterwolke.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die w&auml;hlt er sich zum Herrschersitz.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Erhaben &uuml;ber allem Volke</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Thront er in Regen, Sturm und Blitz.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Oweh, der Zauber ist zuende.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Durchweicht vom Hut bis in die Schuh,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Buckel steif und lahm die Lende,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So schleicht er still der Heimat zu.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Trost f&uuml;r seine kalten Glieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Empf&auml;ngt ihn gleich ein warmer Gru&szlig;.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Na, hie&szlig; es, jetzt bekommst du wieder</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dein Rei&szlig;en in den Hinterfu&szlig;.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>s war ein M&auml;gdlein froh und keck,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Stets lacht ihr Rosenmund,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ihr schien die Liebe Lebenszweck</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und alles andre Schund.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie denkt an nichts, als an Pl&auml;sir,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Seitdem die Mutter todt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie lacht und liebt, obgleich es ihr</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Vater oft verbot.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Einst hat sie frech und unbedacht</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Schatz, der ihr gef&auml;llt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sich f&uuml;r die Zeit um Mitternacht</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zum Kirchhof hinbestellt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und als sie kam zum Stelldichein,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">O h&ouml;rt, was sich begab.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da stand ein Geist im Mondenschein</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Auf ihrer Mutter Grab.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er steht so starr, er steht so stumm,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er blickt so kummervoll.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Das M&auml;gdlein dreht sich schaudernd um</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und rennt nach Haus wie toll.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es wird, wer einen Geist gesehn,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nie mehr des Lebens froh,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er f&uuml;hlt, es ist um ihn geschehn.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dem M&auml;gdlein ging es so.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie welkt dahin, sie will und mag</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nicht mehr zu Spiel und Tanz.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Man flocht ihr um Johannistag</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bereits den Todtenkranz.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>D</b></big>as Pf&auml;fflein sa&szlig; beim Fr&uuml;hst&uuml;ckschmaus.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er schaut und zieht die Stirne kraus.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer, fragt er, hat die Wurst gebracht?</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die K&ouml;chin sprach: Es war die Liese,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Alte von der G&auml;nsewiese.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Drum, rief er, sah ich in letzter Nacht,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie durch die Luft in feurigem Bogen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der B&ouml;se in ihren Schlot geflogen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Verdammte Hex,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich riech, ich schmeck's,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Teufel hat die Wurst gemacht.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Spitz, da geh her!&nbsp;&mdash;&nbsp;Der Hund, nicht faul,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Verzehrt die Wurst und leckt das Maul.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er nimmt das Gute, ohne zu fragen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ob's Beelzebub unter dem Schwanz getragen.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>s fand der geizige Bauer Kniep</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im Grabe keine Ruhe.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Sehnsucht nach dem Gelde trieb</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihn wieder zu seiner Truhe.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Erben wollten diesen Gast</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im Haus durchaus nicht haben,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Weil ihnen der Verkehr verhasst</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit Einem, der schon begraben.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie dachten, vor Drudenfu&szlig; und Kreuz</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ergebenst verschwinden sollt er.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er aber vollf&uuml;hrte seinerseits</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nur um so mehr Gepolter.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum Gl&uuml;ck kam gerade zugereist</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Meister, der vieles erkundet.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der hat gar schlau den b&ouml;sen Geist</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">In einem Fass verspundet.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Man fuhr es bequem, als w&auml;r es leer,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Bis an ein flie&szlig;end Gew&auml;sser.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Da pl&ouml;tzlich machte sich Kniep so schwer,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie zehn gef&uuml;llte F&auml;sser.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gottlieb, der Kutscher, wundert sich.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nach r&uuml;ckw&auml;rts blickt er schnelle.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wumm, knallt der Spund. Der Geist entwich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und spukt an der alten Stelle.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie sonst, besucht er jede Nacht</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die eisenbeschlagene Kiste</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und rumpelt, hustet, niest und lacht,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Als ob er von nichts was w&uuml;sste.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kein Mittel erwies sich als probat.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Geist ward nur erboster.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Man trug, es blieb kein andrer Rath,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den Kasten zum n&auml;chsten Kloster.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Pf&ouml;rtner sprach: Willkommen im Stift</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und herzlich guten Morgen!</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Was Geld und b&ouml;se Geister betrifft,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das wollen wir schon besorgen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>I</b></big>ch bin ein armer Schreiber nur,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hab weder Haus noch Acker,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch freut mich jede Kreatur,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sogar der Spatz, der Racker.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Er baut von Federn, Haar und Stroh</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sein Nest geschwind und fl&uuml;chtig,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er denkt, die Sache geht schon so,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Sch&ouml;nheit ist nicht wichtig.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wenn man den H&uuml;hnern Futter streut,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gleich mengt er sich dazwischen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Um schlau und voller R&uuml;hrigkeit</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sein K&ouml;rnlein zu erwischen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Maik&auml;fer liebt er ungemein,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er wei&szlig; sie zu behandeln;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er hackt die Fl&uuml;gel, zwackt das Bein</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und knackt sie auf wie Mandeln.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Im Kirschenbaum frisst er verschmitzt</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Das Fleisch der Beeren gerne;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Dann hat, wer diesen Baum besitzt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nachher die sch&ouml;nsten Kerne.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es fallt ein Schu&szlig;. Der Spatz entfleucht</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und ordnet sein Gefieder.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">F&uuml;r heute bleibt er weg vielleicht,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Doch morgen kommt er wieder.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ist es Winterzeit und hat's</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Geschneit auf alle D&auml;cher,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Verhungern thut kein rechter Spatz,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er kennt im Dach die L&ouml;cher.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich rief: Spatz komm, ich f&uuml;ttre dich!</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er fasst mich scharf in's Auge.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er scheint zu glauben, da&szlig; auch ich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Im Grunde nicht viel tauge.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>F</b></big>rau Grete hatt ein braves Huhn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Das wusste seine Pflicht zu thun.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es kratzte hinten, pickte vorn,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Fand hier ein W&uuml;rmchen, da ein Korn,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Erhaschte K&auml;fer, schnappte Fliegen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und eilte dann mit viel Vergn&uuml;gen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zum stillen Nest, um hier geduldig</td></tr>
+ <tr><td align="left">Das zu entrichten, was es schuldig.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Fast t&auml;glich t&ouml;nte sein Geschrei:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Victoria, ein Ei, ein Ei!</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Frau Grete denkt: Oh, welch ein Segen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch k&ouml;nnt es wohl noch besser legen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Drum reicht sie ihm, es zu verlocken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Oft extra noch die sch&ouml;nsten Brocken.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dem H&uuml;hnchen war das angenehm.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Es putzt sich, macht es sich bequem,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wird wohlbeleibt, ist nicht mehr r&uuml;hrig</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sein Gesch&auml;ft erscheint ihm schwierig.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Kaum da&szlig; ihm noch mit Drang und Zwang</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mal hie und da ein Ei gelang.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dies hat Frau Greten schwer bedr&uuml;ckt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Besonders, wenn sie weiter blickt;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn wo kein Ei, da ist's vorbei</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mit R&uuml;hrei und mit Kandisei.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein fettes Huhn legt wenig Eier.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ganz &auml;hnlich geht's dem Dichter Meier,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der auch nicht viel mehr dichten kann,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Seit er das gro&szlig;e Loos gewann.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>W</b></big>er einsam ist, der hat es gut,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Weil Keiner da, der ihm was thut.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihn st&ouml;rt in seinem Lustrevier</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kein Thier, kein Mensch und kein Klavier,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und Niemand giebt ihm weise Lehren,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Die gut gemeint und b&ouml;s zu h&ouml;ren.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Welt entronnen, geht er still</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">In Filzpantoffeln, wann er will.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sogar im Schlafrock wandelt er</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bequem den ganzen Tag umher.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er kennt kein weibliches Verbot,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gesch&uuml;tzt vor fremden Sp&auml;herblicken,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Kann er sich selbst die Hose flicken.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Liebt er Musik, so darf er fl&ouml;ten,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Um angenehm die Zeit zu t&ouml;dten,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und laut und kr&auml;ftig darf er prusten,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ohne R&uuml;cksicht darf er husten,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und allgemach vergisst man seiner.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur allerh&ouml;chstens fragt mal Einer:</td></tr>
+ <tr><td align="left">Was, lebt er noch? Ei schwerenoth,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich dachte l&auml;ngst, er w&auml;re todt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">L&auml;&szlig;t sich das Gl&uuml;ck nicht sch&ouml;ner malen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Worauf denn auch der Satz beruht:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer einsam ist, der hat es gut.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>M</b></big>an sagt, ein Schn&auml;pschen, insofern</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Es kr&auml;ftig ist, hat jeder gern.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ganz anders denkt das Volk der Bienen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der S&uuml;ffel ist verhasst bei ihnen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sein Wohlgeruch thut ihnen weh.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie trinken nichts wie Bl&uuml;thenthee,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wenn wer kommt, der Schn&auml;pse trank,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gleich ziehen sie den Stachel blank.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Letzthin hat einem Bienenst&ouml;ckel</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der brave alte Schneider B&ouml;ckel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der nicht mehr n&uuml;chtern in der That,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Aus Neubegierde sich genaht.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sofort von einem regen Leben</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sieht Meister B&ouml;ckel sich umgeben.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Es dringen giftgetr&auml;nkte Pfeile</td></tr>
+ <tr><td align="left">In seine nackten K&ouml;rpertheile,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ja manche selbst durch die nur lose</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und leichtgewirkte Sommerhose,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Besonders, weil sie stramm gespannt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zum Gl&uuml;ck ist B&ouml;ckel kriegsgewandt.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er zieht sich k&auml;mpfend wie ein Held</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zur&uuml;ck in's hohe Erbsenfeld.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hier hat er Zeit, an vielen Stellen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Des Leibes merklich anzuschwellen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und als er wiederum erscheint,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Erkennt ihn kaum sein bester Freund.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Nat&uuml;rlich, denn bei solchem Streit</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Verliert man seine &Auml;hnlichkeit.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>E</b></big>s gr&uuml;nte allenthalben.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Fr&uuml;hling wurde wach.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Bald flogen auch die Schwalben</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hell zwitschernd um das Dach.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie sangen unerm&uuml;dlich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und bauten au&szlig;erdem</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Am Giebel rund und niedlich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ihr Nest aus feuchtem Lehm.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und als sie eine Woche</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sich redlich abgequ&auml;lt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Hat nur am Eingangsloche</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein St&uuml;ckchen noch gefehlt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da nahm der Spatz, der Schlingel,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Wohnung in Besitz.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt h&auml;ngt ein Strohgekl&uuml;ngel</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hervor aus ihrem Schlitz.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht sch&ouml;n ist dies Gebahren</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und wenig ehrenwerth</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Von Einem, der seit Jahren</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit Menschen viel verkehrt.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>T</b></big>ugend will, man soll sie holen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ungern ist sie gegenw&auml;rtig;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Laster ist auch unbefohlen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dienstbereit und fix und fertig.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gute Thiere, spricht der Weise,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mu&szlig;t du z&uuml;chten, mu&szlig;t du kaufen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch die Ratten und die M&auml;use</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Kommen ganz von selbst gelaufen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>F</b></big>rau Urschel theilte Freud und Leid</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit ihrer lieben Kuh,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sie lebten in Herzeinigkeit</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ganz wie auf Du und Du.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie war der Winter doch so lang,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wie knapp ward da das Heu,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Frau Urschel rief und seufzte bang:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">O komm, du sch&ouml;ner Mai!</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Komm schnell und lindre unsre Noth,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der du die Krippe f&uuml;llst;</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wenn ich und meine Kuh erst todt,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Dann komme, wann du willst.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>a&szlig; der Kopf die Welt beherrsche,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">W&auml;r zu w&uuml;nschen und zu loben,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">L&auml;ngst vor Gr&uuml;nden w&auml;r die n&auml;rrsche</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Gaukelei in Nichts zerstoben.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Aber wurzelhaft nat&uuml;rlich</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Herrscht der Magen nebst Genossen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und so treibt, was unwillk&uuml;rlich,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">T&auml;glich tausend neue Sprossen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>D</b></big>ie laute Welt und ihr Erg&ouml;tzen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Als eine st&ouml;rende Erscheinung,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vermag der Weise nicht zu sch&auml;tzen.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Maulwurf war der gleichen Meinung.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Er fand an L&auml;rm kein Wohlgefallen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zog sich zur&uuml;ck in k&uuml;hle Hallen</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ging daselbst in seinem Fach</td></tr>
+ <tr><td align="left">Stillflei&szlig;ig den Gesch&auml;ften nach.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zwar sehen konnt er da kein Bissel,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Indessen sein getreuer R&uuml;ssel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Nervensitz voll Zartgef&uuml;hl,</td></tr>
+ <tr><td align="left">F&uuml;hrt sicher zum erw&uuml;nschten Ziel.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Als Nahrung hat er sich erlesen</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Leckerbissen der Chinesen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Den Regenwurm und Engerling,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wovon er vielfach fette fing.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Die Folge war, was ja kein Wunder,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Sein B&auml;uchlein wurde t&auml;glich runder,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und wie das h&auml;ufig so der Brauch,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der Stolz wuchs mit dem Bauche auch.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wohl ist er stattlich von Person</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Und kleidet sich wie ein Baron,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur schad, ihn und sein Sammetkleid</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sah Niemand in der Dunkelheit.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So trieb ihn denn der H&ouml;hensinn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Von unten her nach oben hin,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zehn Zoll hoch, oder gar noch mehr,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu seines Namens Ruhm und Ehr</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gew&ouml;lbte Tempel zu entwerfen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Um denen drau&szlig;en einzusch&auml;rfen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; innerhalb noch einer wohne,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Der etwas kann, was nicht so ohne.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mit Baulichkeiten ist es misslich.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ob man sie schatzt, ist ungewisslich.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein Mensch von andrem Kunstgeschmacke,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein G&auml;rtner, kam mit einer Hacke.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Durch kurzen Hieb nach langer Lauer</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zieht er an's Licht den Tempelbauer</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und haut so derb ihn &uuml;bers Ohr,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Da&szlig; er den Lebensgeist verlor.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da liegt er nun der stolze Mann.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer thut die letzte Ehr ihm an?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Drei K&auml;fer, schwarz und gelb gefleckt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die haben ihn mit Sand bedeckt.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><span class="ind1"><big><b>I</b></big>ch schlief. Da hatt ich einen Traum.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Mein Ich verlie&szlig; den Seelenraum.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Frei vom gemeinen Tagesleben,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Vermocht ich leicht dahin zu schweben.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So, angenehm mich fortbewegend,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Erreicht ich eine sch&ouml;ne Gegend.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Wohin ich schwebte, wuchs empor</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Alsbald ein bunter Blumenflor,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und lustig schw&auml;rmten um die Dolden</td></tr>
+ <tr><td align="left">Viel tausend Falter, roth und golden.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ganz nah auf einem Lilienstengel,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Einsam und sinnend, sa&szlig; ein Engel,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und weil das Land mir unbekannt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Fragt ich: Wie nennt sich dieses Land?</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Hier, sprach er, &auml;ndern sich die Dinge.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Du bist im Reich der Schmetterlinge.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ich aber, wohlgemuth und heiter,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zog achtlos meines Weges weiter.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Da kam, wie ich so weiter glitt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Ein Frauenbild und schwebte mit,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Als ein willkommenes Geleite,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Anmuthig l&auml;chelnd mir zur Seite,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und um sie nie mehr loszulassen,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Dacht ich die Holde zu umfassen;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Doch eh ich Zeit dazu gefunden,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Schl&uuml;pft sie hinweg und ist verschwunden.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Mir war so schw&uuml;l. Ich mu&szlig;te trinken.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Nicht fern sah ich ein B&auml;chlein blinken.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Ich b&uuml;ckte mich hinab zum Wasser.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Gleich fa&szlig;t ein Arm, ein kalter blasser,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Vom Grund herauf mich beim Genick.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zwar zog ich eilig mich zur&uuml;ck,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Allein der Hals war steif und krumm,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur m&uuml;hsam dreht ich ihn herum,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und ach, wie war es rings umher</td></tr>
+ <tr><td align="left">Auf einmal traurig, &ouml;d und leer.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Von Schmetterlingen nichts zu sehn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Die Blumen, eben noch so sch&ouml;n,</td></tr>
+ <tr><td align="left">S&auml;mtlich verdorrt, zerknickt, verkrumpelt.</td></tr>
+ <tr><td align="left">So bin ich seufzend fortgehumpelt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Denn mit dem Fliegen, leicht und frei,</td></tr>
+ <tr><td align="left">War es nun leider auch vorbei.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Urpl&ouml;tzlich springt aus einem Graben,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Begleitet vom Geschrei der Raben,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Mir eine Hexe auf den Nacken</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und spornt mich an mit ihren Hacken,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und macht sich schwer, wie Bleigewichte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und dr&uuml;ckt und zwickt mich fast zunichte,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bis da&szlig; ich matt und lendenlahm</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu einem finstern Walde kam.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Ein J&auml;gersmann, d&uuml;rr von Gestalt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Trat vor und rief ein dumpfes Halt.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Schon liegt ein Pfeil auf seinem Bogen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Schon ist die Sehne straff gezogen.</td></tr>
+ <tr><td align="left">Jetzt trifft er dich in's Herz, so dacht ich,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und von dem Todesschreck erwacht ich</td></tr>
+ <tr><td align="left">Und sprang vom Lager unges&auml;umt,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Sonst h&auml;tt ich wohl noch mehr getr&auml;umt.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>D</b></big>er Winter ging, der Sommer kam.</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Er bringt auf's neue wieder</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den vielbeliebten Wunderkram</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Der Blumen und der Lieder.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wie das so wechselt Jahr um Jahr,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Betracht ich fast mit Sorgen.</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Was lebte, starb, was ist, es war,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und heute wird zu morgen.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Stets mu&szlig; die Bildnerin Natur</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Den alten Thon ben&uuml;tzen,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">In Haus und Garten, Wald und Flur,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zu ihren neuen Skizzen.</span></td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="min" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="poem">
+ <tr><td align="left"><big><b>I</b></big>ch schn&uuml;rte meinen Ranzen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Und kam zu einer Stadt</span>,</td></tr>
+ <tr><td align="left">Allwo es mir im ganzen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Recht gut gefallen hat.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Nur eines macht beklommen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">So freundlich sonst der Ort:</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Wer heute angekommen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Geht morgen wieder fort.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Bekr&auml;nzt mit Trauerweiden,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Vor&uuml;ber zieht der Flu&szlig;,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Den jeder beim Verscheiden</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Zuletzt passiren mu&szlig;.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Wohl dem, der ohne Grauen,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">In Liebe treu bew&auml;hrt,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Zu jenen dunklen Auen</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Getrost hin&uuml;ber f&auml;hrt.</span></td></tr>
+<tr><td>&nbsp;</td></tr>
+ <tr><td align="left">Zwei Blinde, m&uuml;d vom Wandern,</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Sah ich am Ufer stehn,</span></td></tr>
+ <tr><td align="left">Der eine sprach zum andern:</td></tr>
+ <tr><td align="left"><span class="ind1">Leb wohl, auf Wiedersehn.</span></td></tr>
+</table></div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="minimal" />
+<p>&nbsp;</p>
+
+<h3>M&uuml;nchen.<br /><br />
+Druck von Knorr &amp; Hirth, G.m.b.H.</h3>
+<p>&nbsp;</p>
+
+<div class="center">
+<table class="sm" style="margin: 0 auto" cellpadding="3" cellspacing="2" summary="ad">
+<tr><td align="center" colspan="2">Verlag von <span class="wide">&nbsp;Fr. Bassermann</span> in M&uuml;nchen.<br />
+Humoristische Schriften von Wilhelm Busch:</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Kritik des Herzens.</big></td><td align="left" valign="top">6 Bogen kl. 8&ordm; cart. 9. Aufl. 2 Mk.</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Der Schmetterling.</big></td><td align="left" valign="top">6 Bogen kl. 8&ordm; mit 20 Zeichnungen,<br />
+ 3. Aufl., cart. 2 Mk.</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Eduard's Traum.</big></td><td align="left" valign="top">4 Aufl. 5&frac12; Bog. 8&ordm; cart. 2 Mk.</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Die fromme Helene.</big></td><td align="left" valign="top">7 Bogen mit 180 Holzschnitten.<br />
+ (151-155<small><sup>stes</sup></small>
+Tausend.) 1 Mark 50 Pfg.</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Plisch und Plum.</big></td><td align="left" valign="top">4 Bogen mit 100 Bildern.<br />
+ (37-40<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1
+Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Pater Filucius.</big></td> <td align="left" valign="top">Allegorisches Zeitbild mit Portrait<br />
+und Selbstbiographie
+Wilhelm Busch's.<br />
+ 2&frac12; Bogen mit 74 Holzschnitten.<br />
+ (54-58<small><sup>stes</sup></small>
+Tausend.) 1 Mk.</td></tr>
+<tr><td align="left" valign="top"><big>Bilder zur Jobsiade.</big></td> <td align="left" valign="top">4&frac12; Bogen mit 104 Holzschnitten<br />
+ (37-39<small><sup>stes</sup></small>
+Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Die Haarbeutel.</big></td> <td align="left" valign="top">4 Bogen mit 112 Bildern.<br />
+(35<small><sup>stes</sup></small> bis 37<small><sup>stes</sup></small>
+Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Balduin B&auml;hlamm,</big></td> <td align="left" valign="top">der verhinderte Dichter.<br />
+4&frac12; Bogen mit 108 Bildern.<br />
+(32-34<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Der Geburtstag</big> oder<br />
+<big>Die Partikularisten.</big></td><td align="left" valign="top">Schwank in 100 Bildern. 4 Bogen.<br />
+ (44-46<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+
+<tr><td align="left"><big>Fipps, der Affe.</big></td> <td align="left" valign="top">5&frac12; Bogen mit 150 Bildern.<br />
+ (32-35<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1
+Mk. 50 Pfg.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Dideldum!</big></td> <td align="left" valign="top">4 Bogen mit 100 Holzschnitten.<br />
+ (37-39<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Maler Klecksel.</big></td> <td align="left" valign="top">4 Bogen mit 100 Holzschnitten<br />
+(35-37<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Abenteuer eines Junggesellen.</big></td> <td align="left" valign="top">5&frac12; Bogen mit 156 Holzschnitten.<br />
+(65<small><sup>stes</sup></small> bis 69<small><sup>stes</sup></small> Tausend.)<br />
+ 1 Mk. 50 Pfg.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Herr und Frau Knopp.</big></td> <td align="left" valign="top">4&frac12; Bogen mit 100 Bildern.<br />
+(64-68<small><sup>stes</sup></small>
+Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Julchen.</big></td> <td align="left" valign="top">4 Bogen mit 104 Bildern.<br />
+(64-68<small><sup>stes</sup></small> Tausend.) 1 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="center" colspan="2">Die drei letzten Werkchen enthalten zusammen:<br />
+Knopp's Erlebnisse als
+Junggeselle, Ehemann und Vater.<br /><br />
+<hr class="min" /></td></tr>
+</table>
+</div>
+<div class="center">
+<table class="sm" style="margin: 0 auto" cellpadding="3" cellspacing="2" summary="ad">
+<tr><td align="center" colspan="2">Kinderb&uuml;cher von Wilhelm Busch:
+</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Bilderpossen.</big></td> <td align="left" valign="top">Vier heitere Geschichten in Versen<br />
+mit 72 Bildern. 3 Aufl.
+4&frac12; Bogen Quart.<br /> Gebunden.
+Schwarz 2 Mark. Colorirt 3 Mark.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Sechs Geschichten f&uuml;r<br /> Neffen und
+Nichten.</big></td> <td align="left" valign="top"> M&auml;rchen und Fabeln in Versen
+mit 73<br /> Bildern in Farbendruck. 14-15<small><sup>stes</sup></small> Tausend.<br />
+12 Bogen. Quart.
+Gebunden 3 Mark 50 Pf.</td></tr>
+<tr><td align="left"><big>Der Fuchs. Die Drachen.</big></td> <td align="left" valign="top">Zwei lustige Sachen. 5. Aufl.
+ 4&frac12; Bogen 8&ordm;<br /> mit
+38 Bildern.
+ Cartonnirt. Schwarz 2 Mark.<br /> Colorirt 2 Mark 50 Pf.</td></tr>
+</table>
+</div>
+<p>&nbsp;</p>
+<hr class="minimal" />
+<p>&nbsp;</p>
+<div class="center"><p class="noindent">F&uuml;r alle, welche <b>Sinn f&uuml;r echten Humor</b> haben, ist das</p></div>
+
+<h2>Wilhelm Busch-Album</h2>
+
+<h4><i>Humoristischer Hausschatz</i></h4>
+<div class="center">
+<p class="noindent">enthaltend 13 der besten Schriften des Humoristen mit 1500 Bildern u.
+das Portr&auml;t W. Busch's nach<br /><br />
+
+ Franz von Lenbach,<br /><br />
+
+ ein erg&ouml;tzlicher Besitz
+und das passendste Geschenk bei jeglicher Gelegenheit.<br /><br />
+</p></div>
+<div class="center">
+<table style="margin: 0 auto" cellpadding="4" summary="Illustration">
+ <tr>
+ <td align="center">
+ <a href="images/adimg.png">
+ <img src="images/adimg.png" height="200"
+ alt="man" /></a>
+ </td>
+ </tr>
+ </table>
+</div>
+<div class="center">
+<p class="noindent">13. Auflage. 81<sup><small>stes</small></sup> bis 85<sup><small>stes</small></sup> Tausend.</p>
+</div>
+
+<h4>Preis: in roth oder gr&uuml;n Leinwand gebunden Mk. 20.&mdash;.</h4>
+<hr class="min" />
+<p>Dieses elegant und vornehm ausgestattete Werk enth&auml;lt s&auml;mmtliche in
+unserm Verlag erschienene illustrirte humoristische Dichtungen</p>
+<div class="center"><p class="noindent"><b>Wilhelm Busch's</b><br />
+ f&uuml;r Erwachsene.</p></div>
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Zu Guter Letzt, by Wilhelm Busch
+
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+1.F.
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+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
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+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
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+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
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+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
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+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
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+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
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+Literary Archive Foundation
+
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+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
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+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
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+
+
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+works.
+
+Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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+
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+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
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