summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
authornfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-05 16:47:55 -0800
committernfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-05 16:47:55 -0800
commite6a5d571ea4261954b8a1a9dc22f0b89e61a3d86 (patch)
tree3666b9c57c2af54d107202f28de8f75e3f7fb5a3
parent7c9f43639b79cc473e4a737ee8db86caad3c7dfe (diff)
NormalizeHEADmain
-rw-r--r--.gitattributes4
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
-rw-r--r--old/51567-0.txt6575
-rw-r--r--old/51567-0.zipbin119565 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h.zipbin868480 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/51567-h.htm8306
-rw-r--r--old/51567-h/images/a001b.pngbin761 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/a001c.pngbin912 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb1.pngbin4173 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb10.pngbin5333 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb11.pngbin4527 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb12.pngbin21484 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb13.pngbin13839 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb14.pngbin9440 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb15.jpgbin88710 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb16.pngbin64123 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb17.pngbin46353 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb18.pngbin39861 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb19.pngbin11467 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb2.pngbin5182 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb20.pngbin12622 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb21.pngbin10963 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb22.pngbin26632 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb23.pngbin28400 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb24.pngbin29605 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb25.pngbin20617 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb26.pngbin25793 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb27.pngbin17703 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb28.pngbin22450 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb29.pngbin12765 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb3.pngbin5156 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb30.pngbin27511 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb31.pngbin15837 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb32.pngbin14456 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb4.pngbin22777 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb5.pngbin9252 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb6.pngbin5104 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb7.pngbin5853 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb8.pngbin11322 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/abb9.pngbin11300 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/51567-h/images/cover.jpgbin85073 -> 0 bytes
42 files changed, 17 insertions, 14881 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..d7b82bc
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,4 @@
+*.txt text eol=lf
+*.htm text eol=lf
+*.html text eol=lf
+*.md text eol=lf
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..b20892b
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #51567 (https://www.gutenberg.org/ebooks/51567)
diff --git a/old/51567-0.txt b/old/51567-0.txt
deleted file mode 100644
index af36022..0000000
--- a/old/51567-0.txt
+++ /dev/null
@@ -1,6575 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis James
-Watt, by Max Geitel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt
-
-Author: Max Geitel
-
-Release Date: March 26, 2016 [EBook #51567]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
- +------------------------------------------------------------------+
- | Anmerkungen zur Transkription |
- | |
- | Gesperrter Text ist als _gesperrt_ dargestellt, Antiqua-Schrift |
- | als ~Antiqua~ und Fettschrift als $fett$. |
- | Eine Liste der Änderungen befindet sich am Ende des Buchs. |
- +------------------------------------------------------------------+
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-
-Eine Sammlung wohlfeiler, wissenschaftlich genauer Ausgaben
-literarischer und bildlicher Quellen für jedermann. Zur Vertiefung
-jedes Studiums, zur Befriedigung des persönlichen Wissenstriebes und
-zur gediegenen Unterhaltung.
-
-Die Sammlung wendet sich an jeden, der an die wahren Quellen unseres
-Wissens herantreten will, sei es in ernstem Studium, sei es zur
-belebenden Vertiefung seiner Kenntnisse, sei es aus Freude an
-gediegener und doch spannender Leseunterhaltung.
-
-Die ausgewählten Quellen sind teils Neudrucke urkundlicher oder
-literarischer Quellenwerke, teils bildliche Urkunden mit begleitendem
-Text, teils quellenmäßige Darstellungen erster Hand. Sie bringen aus
-den verschiedensten Gebieten des Wissens für die Entwicklung das
-Wesentliche und Entscheidende.
-
-Alle Bände der Sammlung werden von Fachmännern nach dem Stand der
-jüngsten Forschungen ausgewählt und bearbeitet. Sie sollen sowohl
-den Sachkenner befriedigen, als auch von jedermann, ohne besondere
-Vorkenntnisse, mit Verständnis und Genuß aufgenommen werden können.
-
-[Illustration]
-
-Der Preis des Bändchens, $fest kartoniert$, beträgt in der Regel
-weniger als 1 Mark. In $Ganzleinen gebunden$ kostet der $Band$ 20
-Pfennig, 2 (3) Bände in einem Bande 40 Pfennig mehr. Die ein Werk
-bildenden, $kartoniert getrennten$ Bände werden in Ganzleinen $nur
-vereinigt gebunden$ geliefert.
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-Bis April 1913 erschienen:
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$1 Die ersten deutschen Eisenbahnen Nürnberg-Fürth und
-Leipzig-Dresden.$ Herausgegeben von _Friedrich Schulze_. 64 Seiten mit
-19 Abbildungen
-
- M. $--.60$
-
- Friedrich Lists treibende Artikel und Aufrufe, Goethe und Friedrich
- Harkort über wirtschaftliche und militärische Bedeutung der
- Eisenbahnen, Gegner und Zweifler, Bauweise, Geldbeschaffung,
- Baugeschichte und Eröffnung. Wichtiges, zum Teil noch
- unveröffentlichtes Material, auch in den Abbildungen.
-
- 96 hell.
- 110 cts.
- 48 kop.
-
-$2 Brandenburg-Preußen auf der Westküste von Afrika 1681 bis 1721.$
-Verfaßt vom _Großen Generalstabe_, Abteilung für Kriegsgeschichte. 98
-S. mit 2 Kärtchen und einer Skizze.
-
- M. $--.80$
-
- Der Band ist der Wiederabdruck einer vom Großen Generalstab 1885
- nach den Urkunden des Kgl. Geheimen Staatsarchivs in Berlin
- bearbeiteten Schrift. Sie enthält eingehend und anschaulich die
- Geschichte der Kolonie und Festung Groß-Friedrichsburg und des
- Kastells Arguin, der ersten deutschen Kolonien.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$3 Cornelius Celsus über die Grundfragen der Medizin.$ Herausgegeben
-von ~Dr. med. et jur.~ _Th. Meyer-Steineg_, Professor an der
-Universität Jena. 82 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Im alten Rom gab es neben den zahlreichen Berufsärzten,
- den Heilsklaven, auch zahlreiche gebildete Laien, in deren
- enzyklopädischem Gesamtwissen die Medizin einen großen Raum
- einnahm. Zu diesen gehörte _Cornelius Celsus_. Seine Schrift: „~De
- medicina~“ gewährt einen deutlichen und lebendigen Einblick in den
- Stand der Medizin um die Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr.
- und bietet uns, namentlich in den beiden ersten hier dargebotenen
- Büchern, eine der klarsten Quellen des Wissens zu den _Grundfragen
- der Heilkunde_.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$4 Ausgewählte Briefe des Feldmarschalls Leberecht von Blücher.$
-Herausgegeben von _Friedrich Schulze_. 80 Seiten mit Bildnis
-
- M. $--.60$
-
- Das Bändchen bringt Briefe aus dem ganzen Leben des Marschalls,
- alle in ihrer urwüchsigen Schreibweise, als wertvolle Urkunden
- zur Charakteristik des großen Mannes und seiner Zeit. Die erste
- authentische Sammlung dieser Art.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$5 Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois Ende.$ Von _Theodor
-Leutwein_, Generalmajor und Gouverneur a. D. 69 Seiten mit einem
-Bildnis und zwei Karten.
-
- M. $--.60$
-
- Der Verfasser, damals Major, hat bekanntlich 1894 die Hottentotten
- unter dem alten Witboi in Südwestafrika in unendlich schwierigen
- Kämpfen bekriegt und zu einer Freundschaft gewonnen, die bis
- 1904 angehalten hat. Witboi ist der Heros des Hottentottenvolkes
- geworden. Das Werkchen ist ein von dem Verfasser bearbeiteter
- Auszug aus seinem großen Werke „Elf Jahre Gouverneur in
- Deutsch-Südwestafrika“.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$6 Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg am
-10./20. Mai 1631.$ Von _Otto von Guericke_. Nach der Ausgabe von
-_Friedrich Wilhelm Hoffmann_ neu herausgegeben von _Horst Kohl_. 83
-Seiten. Mit einer Ansicht der Belagerung nach einem alten Stiche und
-einem Plan.
-
- M. $--.70$
-
- Otto von Guericke, der bekannte Erfinder der Luftpumpe, war während
- der Belagerung 1631 Ratmann und Bauherr, später Bürgermeister von
- Magdeburg. Seine Schilderung ist „der rechte, wahre Verlauf mit
- der Eroberung dieser guten Stadt Magdeburg, welchen sich niemand,
- da anders die Wahrheit soll berichtet werden, kann lassen zuwider
- sein“.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$7 Die Straßenkämpfe in Berlin am 18. u. 19. März 1848.$ Verfaßt von
-_Hubert von Meyerinck_, Generalleutnant z. D. Neu herausgegeben von
-_Horst Kohl_. 91 Seiten mit 3 Plänen
-
- M. $--.70$
-
- Die klassische Schilderung der beiden denkwürdigen Tage. Zwei
- Fragen, die Gegenstand vielen und leidenschaftlichen Streites
- gewesen sind, werden endgültig entschieden: Wer die beiden Schüsse
- abgegeben hat, die das Signal zu dem Beginn des Kampfes waren, und
- wie der Befehl zum Abzug der Truppen zustandekam.
-
- 1 Kr. 56 hell.
- 1 fr. 75 cts.
- 78 kop.
-
-$8 Deutsche Hausmöbel$ bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Herausg.
-von ~Dr.~ _Otto Pelka_, Direktorialassistent am Kunstgewerbe-Museum,
-Dozent an der Handels-Hochschule, Leipzig. 112 Seiten mit 139
-Abbildungen
-
- M. $1.30$
-
- In 139 Abbildungen wird eine Übersicht über die Entwickelung des
- deutschen _Haus_möbels gegeben: Gotik, Renaissance, Rokoko, Barock,
- Biedermeierzeit usw. Es ist eines der Bändchen, in denen die Bilder
- die Quelle sind, durch den Text des Herausgebers erläutert und
- verbunden.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$9 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Band 1: Der
-deutsch-dänische Krieg 1864. 82 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- So viel auch über die deutschen Einigungskriege geschrieben und
- gedruckt ist, fehlt es doch gänzlich an einer ganz kurzen und doch
- das wesentliche erschöpfenden _urkundlichen_ Geschichte. Welche
- Urkunden aber wären anschaulicher und lebendiger als die intimen
- Briefe und Berichte der führenden Männer, in diesem Bändchen von
- König Wilhelm, Bismarck, Moltke, König Johann von Sachsen usw.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 fr. 55 cts.
- 60 kop.
-
-$10 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Band 2: Der
-deutsche Krieg 1866. 144 Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Wie im vorigen Band verbindet der Herausgeber durch ein knappe
- Einleitung die Urkunden zu einer Einheit. Die Briefe und Berichte
- sind von König Wilhelm, Bismarck (darunter das Kapitel „Nikolsburg“
- der Gedanken und Erinnerungen), Moltke (darunter der Aufsatz „Über
- den angeblichen Kriegsrat in den Kriegen König Wilhelms ~I.~“),
- Roon, dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Karl.
-
- Dritter Teil siehe Nr. 16 und 51.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$11 Geographie des Erdkreises.$ Von _Pomponius Mela_. Aus dem
-Lateinischen übersetzt u. erläutert v. ~Dr.~ _Hans Philipp_, Assistent
-des Seminars für historische Geographie in Berlin. Erster Teil:
-Mittelmeerländer. 91 Seit. mit 1 Karte und 2 Abbild.
-
- M. $--.70$
-
- In Melas Geographie des Erdkreises (um 42 n. Chr.) lernen wir
- die gesamten Probleme der Erdkunde kennen, die damals bestanden
- (Nilfrage, Istergabelung, Wundervölker des Ostens, Zonentheorie
- usw.), wir erhalten auch eine Darstellung von einer antiken Karte.
-
- Zweiter Teil s. Band 31.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$12 Robert Mayer über die Erhaltung der Kraft.$ Vier Abhandlungen, neu
-herausgegeben und mit einer Einleitung sowie Erläuterungen versehen von
-~Dr.~ _Albert Neuburger_. 128 Seiten
-
- M. $--.90$
-
- Der Arzt Robert Mayer in Heilbronn (1814-78) hat durch die
- Entdeckung des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft die
- verschiedensten Zweige menschlicher Tätigkeit auf neue Grundlagen
- gestellt. Physik u. Physiologie, Medizin u. Botanik, gewerbl.
- u. technische Tätigkeit werden gleichmäßig durch die aus diesem
- Gesetz gezogenen Folgerungen beeinflußt. Die Veröffentlichungen des
- Entdeckers sind aber in weiteren Kreisen überhaupt nicht bekannt
- geworden. Darum werden die vier grundlegenden Abhandlungen, wenn
- auch zum Teil gekürzt, hier ihrer Verborgenheit entzogen.
-
- ☛ Fortsetzung am Schlusse des Buches. ☚
-
- Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. und
- deutsch-russ. Buchhandel üblichen Sätze am Rande. In England u.
- Kolonien 1 Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen.
-
-
- Voigtländers Quellenbücher
-
- Band 49
-
-
-
-
- Die
- Geschichte der Dampfmaschine
- bis James Watt
-
- Die wichtigsten auf die Entwicklung der Dampfmaschine
- bezüglichen Quellen, einschließlich der bis auf _James
- Watt_ erteilten englischen Dampfmaschinen-Patente,
- zusammengestellt und mit Erläuterungen versehen
-
- von
-
- Max Geitel
-
- Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt
-
- Mit 32 Abbildungen
- nach den alten Originalen
-
- [Illustration]
-
- R. Voigtländers Verlag in Leipzig
-
-
- Buchdruckerei Richard Hahn (H. Otto) in Leipzig. 5169
-
-
-
-
-Vorwort
-
-
-Die Zahl der auf die Geschichte der Dampfmaschine sich beziehenden
-Forschungsarbeiten ist außerordentlich groß, entsprechend der hohen
-Bedeutung des Gegenstandes. Sämtliche Kulturvölker weisen in ihrer
-Literatur mehr oder weniger vollkommene einschlägige Werke auf.
-
-So ist denn die Kenntnis der wesentlichen Abschnitte der Entwicklung
-der Dampfmaschine, die sich an die Namen _Heron von Alexandrien_,
-_Salomon de Caus_, _Marquis of Worcester_, _Savery_, _Papin_,
-_Newcomen_ und _Watt_ anknüpfen, nicht nur Gemeingut der Fachleute,
-sondern auch der gebildeten Laien. Nun liegt aber zwischen jenen
-gottbegnadeten Bahnbrechern eine lange Reihe von Namen, deren Träger
-ebenfalls ein gutes Recht haben, unter denen genannt zu werden, denen
-es beschieden war, an dem Ausbau des gewaltigsten Kulturträgers, wenn
-auch nicht bahnbrechend, so doch fördernd, mitzuarbeiten.
-
-Der Anspruch, den „Erfinder der Dampfmaschine“ zu den Ihrigen zählen zu
-dürfen, wird von verschiedenen Völkern, insbesondere von den Franzosen
-und Engländern, erhoben. Ein vergebliches Bemühen, wenn man sich
-vergegenwärtigt, wie viele Bausteine mühevoll zusammengefügt werden
-mußten, um die Grundlage zu schaffen, auf der James Watt zielbewußt
-weiterbauen konnte. Diese Grundlage ist das gemeinsame Ergebnis
-erfinderischer und wissenschaftlicher Tätigkeit vieler Geschlechter.
-Das Ein- und Auslaßventil, der im Zylinder auf und ab bewegliche
-Kolben, die Kurbel, das Sicherheitsventil, der Dampfkessel mit seinen
-Speise- und Feuerungsanlagen, sie und noch viele andere mehr oder
-weniger wichtige bauliche Einzelheiten mußten geschaffen werden, um die
-Dampfkraft sicher und vorteilhaft zu fesseln und auszunutzen.
-
-Nicht minder aber bedurfte es der wissenschaftlichen Vertiefung
-der Kenntnis des Wesens des Druckes der Gase und der besonderen
-Eigenschaften des Wasserdampfes. So sind denn mit der Entwicklung der
-Dampfmaschine auf das engste die Namen _Galileo Galilei_, _Torricelli_,
-_Otto von Guericke_, _van Helmont_, _Kratzenstein_, _Hamberger_ usw.
-verknüpft. Aus dem Gesagten erklärt sich denn auch zwanglos die
-Tatsache, daß die ersten Versuche der Ausnutzung der Dampfkraft sich
-im Rahmen des tastenden Versuches vollzogen und erst allmählich,
-entsprechend dem Fortschreiten der induktiven Wissenschaften, festen
-Boden gewannen.
-
-Die Versuche, den einen oder den anderen Bahnbrecher als den
-„Erfinder der Dampfmaschine“ hinzustellen, müssen auch schon um
-deswillen als verfehlt bezeichnet werden, weil eine allgemein
-befriedigende Umgrenzung des Begriffs „_Maschine_“ trotz des Bemühens
-hervorragendster Fachleute bis auf den heutigen Tag noch nicht gefunden
-ist. So versteht _Pogge_ in seinem im Jahre 1819 herausgegebenen
-technologischen Lexikon unter „Maschinen“ alle diejenigen
-Vorrichtungen, wodurch wir vorteilhafte Bewegungen hervorzubringen
-imstande sind. Nach _Reuleaux_ ist eine Maschine eine Verbindung von
-widerstandsfähigen Körpern, die so eingerichtet ist, daß mittels ihrer
-mechanische Naturkräfte genötigt werden können, unter bestimmten
-Bewegungen zu wirken. _Brockhaus'_ Konversationslexikon versteht unter
-einer Maschine jede Vorrichtung, welche die Übertragung der Wirkung
-einer Kraft vermittelt.
-
-Die Dampfmaschine nimmt nun unter allen Erzeugnissen des schaffenden
-Menschengeistes insofern eine besondere Stellung ein, als sie sich
-von der einfachsten Vorrichtung zu der sinnreichsten Maschine
-herausgebildet hat. Mustern wir all die zahlreichen Vorschläge, die im
-Laufe der Jahrhunderte für die Ausnutzung der Dampfkraft in Vorschlag
-gebracht wurden, so werden wir eine große Anzahl von Einrichtungen
-gewahr werden, bei denen wir nicht zu entscheiden wissen, ob wir sie
-als Vorrichtungen oder als Maschinen ansprechen sollen. _Demnach
-ist in den nachstehenden geschichtlichen Angaben alles dasjenige
-wiedergegeben, was für die Benutzung der Dampfkraft zur Erzielung von
-Arbeitsleistung vorgeschlagen wurde, einerlei, ob im Einzelfalle der
-Name „Maschine“ anwendbar ist oder nicht._
-
-Der Zufall hat es gefügt, daß die um die Wende des 16. und 17.
-Jahrhunderts einsetzenden Fortschritte des Dampfmaschinenbaues
-zusammenfallen mit dem Beginn des englischen Patentschutzes.
-Wenngleich wir sehen werden, daß eine Anzahl bahnbrechender
-Dampfmaschinenkonstrukteure auf den Patentschutz verzichtete und daß
-die auf Dampfmaschinen erteilten ältesten Patente keinen Einblick in
-das eigentliche Wesen der betreffenden Konstruktionen gewähren, so
-bieten die vom Jahre 1617 ab zur Verfügung stehenden, im Jahre 1857 bei
-George Edward Eyre und William Spottiswoode in London neugedruckten
-Urkunden dennoch eine reiche Quelle des Wissenswerten. Dies gilt
-insbesondere für die von uns zu behandelnden, unmittelbar vor James
-Watt liegenden Jahrzehnte.
-
-Nun befinden sich zwar unter den im Jahre 1871 veröffentlichten
-_Auszügen aus den englischen auf Dampfmaschinen bezüglichen Patenten_
-auch diejenigen aus den ersten Jahren des Patentschutzes[1]. _Leider
-sind diese von verschiedenen Geschichtsforschern anstandslos benutzten
-Auszüge aber unvollkommen._ Infolgedessen habe ich mich bereits
-im Jahre 1897 der Mühe unterzogen, _sämtliche_ bis auf James Watt
-erteilten englischen Patenturkunden daraufhin zu prüfen, ob und
-inwieweit sie sich auf die Dampfmaschine beziehen. Das Ergebnis dieser
-Forschungen habe ich seinerzeit in „Glasers Annalen für Gewerbe und
-Bauwesen“ veröffentlicht und in nachstehendem verwertet.
-
-Wenngleich die Frage: „Wer ist der Erfinder der Dampfmaschine?“
-aus den von uns dargelegten Gründen füglich nicht zu beantworten
-ist, so ist doch in der Geschichte der Dampfmaschine eine bestimmte
-Wendung festzustellen, die sich im Sinne einer vernunftgemäßen und
-zielbewußten Ausnutzung der Dampfkraft an die Namen Papin und Savery
-knüpft. Nachstehend tritt diese in der Anordnung und Teilung unserer
-geschichtlichen Angaben in der Weise in die Erscheinung, daß wir diese
-in zwei große Abschnitte zerlegten, deren erster die ältesten Zeiten
-bis auf Papin, deren zweiter die Zeit von Papin bis James Watt umfaßt.
-
-Unter allen Förderern der Maschine überwiegt in seinen Erfolgen James
-Watt. Die Darlegung dessen, was dieser geleistet hat, würde Bände
-füllen und hat tatsächlich Bände gefüllt. In den nachstehenden Angaben
-ist nur derjenigen Erfindungen Watts gedacht, die dessen Ruhm in erster
-Linie begründet haben: die Verbesserung der atmosphärischen Maschine,
-das Planeten- oder Sonnenrad, die Benutzung der Expansion des Dampfes,
-die doppeltwirkende Dampfmaschine, das Wattsche Parallelogramm. Dieses
-sind die großen Bausteine, die James Watt in das stolze Gebäude, das
-zahlreiche gottbegnadete Geister aufzuführen begonnen hatten, als
-Schlußsteine einfügte. Von dem 25. April 1769, dem Tage der Erteilung
-des ersten Wattschen Patents, schreibt sich die Dampfmaschine in dem
-Sinne her, wie das 19. Jahrhundert sie übernahm und zum machtvollsten
-Träger des Fortschritts machte.
-
-_Berlin-Wilmersdorf_, April 1913.
-
- $Max Geitel.$
-
-
-
-
-Inhalt
-
-
-$Vorwort.$ S. 3.
-
-$Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.$ S. 9-58.
-
- Die Auffassung des _Aristoteles_ vom Wesen der Spannkraft des
- Wasserdampfes. -- Die Dampfkanone des _Archimedes_ nach Leonardo
- da Vinci. -- Der Erzspanner des _Ktesibios_. -- _Herons von
- Alexandrien_ „Druckwerke“ und „Automatentheater“. -- _Vitruvius
- Pollio._ -- Der „_Püsterich_“ der Teutonen. -- _Anthemius._
- -- Die Dampforgel des Bischofs _Gerbert von Rheims_. -- Der
- „_Püstrich_“ oder „_Bustard_“. -- _Leonardo da Vinci._ -- Die
- Äolipile als Kriegswerkzeug. -- Das „Dampfschiff“ _Blasco de
- Garays_. -- _Cardanus._ -- _Johannes Mathesius._ -- _Philibert
- Delorme._ -- _Bresson._ -- _Bartholemeo Scappi._ -- Der „_Jack
- of Hilton_.“ -- _Battista della Portas_ Dampfmessungen. --
- _Bourgeois'_ „_Feuergewehr_“. -- _Salomons de Caus_ Versuche
- über die Kondensation des Wasserdampfes und das Heben von Wasser
- mit Hilfe des Feuers und der Sonnenwärme. -- Der Beginn des
- Patentschutzes in England. -- Patent Nr. 6, _Ramseye-Wildgosse_.
- -- Patent Nr. 21, _Ramseye-Jacke_. -- _Giovanni Brancas Dampfrad._
- -- Das erste Dampfmaschinenpatent Nr. 50, _Ramseye_. -- Das
- zweite Dampfmaschinenpatent Nr. 71, _Rotsipen_. -- _Galilei_,
- _Torricelli_, _Pascal_, _Otto von Guericke_. -- _Athanasius
- Kircher._ -- Bischof _Wilkins_. -- Patent Nr. 131, _Edward
- Somerset, Marquis of Worcester_. -- Patent Nr. 135, _Ralph Waine_.
- -- Patent Nr. 139, _Togood_. -- „Ein Hundert voll Namen und
- Beispiele von Erfindungen“ des _Marquis of Worcester_. -- _Boyle_,
- _Huygens_. -- Die Luftpumpe _Papins_. -- Patent Nr. 175, Sir
- _Samuel Morland_. -- Die Pulvermaschine des Abbé _Hautefeuille_. --
- Patent Nr. 208, _Burton_, _Plott_, _Deighton_.
-
-$Von Dionysius Papin bis James Watt.$ S. 59-130.
-
- Der _Papinsche Topf_. -- _Huygens_ Pulvermaschine. -- Patent
- Nr. 212, _Pawley_ und _Dallow_. -- Patent Nr. 215, _Becher_,
- _Serle_, _Vincent_, _J._ und _S. Weale._ -- _Hautefeuilles_
- Alkohol-Dampfmaschine. -- Patent Nr. 218, _Tredenham_, _Vivian_,
- _Threwren_, _Harris_. -- Patent Nr. 219, _Aldersey_. -- Sir
- _Samuel Morland_. -- _Papins erste Dampfmaschine._ -- Patent
- Nr. 287, _Gladwyn_. -- Patent Nr. 312, _Marmaduke Hudgeson_.
- -- Patent Nr. 321, _Bushnell_. -- Patent Nr. 324, _Losvelt_.
- -- Patent Nr. 327, _Poyntz_. -- Patent Nr. 338, _Barbon_. --
- Patent Nr. 348, _Jones_. -- Patent Nr. 349, _Buttall_. -- Patent
- Nr. 355, _Yarnald_. -- Patent Nr. 356, _Savery_. -- _Grimaldis_
- und _Perieras_ Antrieb eines Wagens und eines Schiffes durch
- Dampf. -- _Amontons_ Feuerrad. -- _Leupolds_ Feuerrad. --
- _Papins_ Dampfpumpe. -- _Saverys_ Dampfmaschine. -- Papins zweite
- Dampfmaschine. -- Die Verbesserungsvorschläge _Leibnizens_.
- -- Saverys „~The Miners Friend~“. -- Newcomens und Cawleys
- Dampfmaschine. -- Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine. -- Patent
- Nr. 342, _Mandell_ und _Grey_. -- Patent Nr. 397, _J. Coster_.
- -- Patent Nr. 410, _Holland_. -- Patent Nr. 414, _Shuttleworth_.
- -- Patent Nr. 437, _Oriebar_. -- Patent Nr. 430, _Desaguliers_,
- _Niblett und Vreem_. -- Patent Nr. 449, _Triewald_. -- Patent
- Nr. 463, _Dickins_. -- Patent Nr. 469, _Flower_. -- Patent
- Nr. 472, _Bumpstead_. -- Patent Nr. 476, _Nuttall_ und _Skyrin_.
- -- „Die Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch
- Feuer zu heben.“ -- Patent Nr. 486, _Rowe_. -- Patent Nr. 496,
- _Billingsley_. -- Patent Nr. 505, _Payne_. -- Patent Nr. 507,
- _Bewley_ und _Holtham_. -- Patent Nr. 513, _Allen_. -- Patent
- Nr. 555, _Payne_. -- Patent Nr. 556, _Jonathan Hull_. -- Patent
- Nr. 571, _Wise_. -- _Parrots_ Vernietung der Dampfkesselnähte. --
- Patent Nr. 634, _Stevens_ und _Hadley_. -- Patent Nr. 703, _John_.
- -- Patent Nr. 709, _Wright_. -- Patent Nr. 713, _Wilkinson_. Patent
- Nr. 730, _Brindley_. -- Patent Nr. 739, _Wood_. -- Patent Nr. 761,
- _Greenall_. -- Patent Nr. 762, _Menzies_. -- _Hindleys_ Ersatz
- des Balanciers. -- Patent Nr. 795, _Oxley_. -- Patent Nr. 844,
- _Fall_. -- Patent Nr. 848, _Blakey_. -- Patent Nr. 850, _Stewart_.
- -- Patent Nr. 865, _Barber_. -- Patent Nr. 875, _Duncombe_ und
- _Polile_. -- Patent Nr. 895, _Hateley_. -- Patent Nr. 897, _Wise_.
- -- Dampfwagen von _Edgeworth_ und _Cugnot_. -- Die Erforschung des
- Wesens des Wasserdampfes durch _van Helmont_, _Halley_, _Wolf_,
- _Kratzenstein_, _Hamberger_, _le Roy_, _Ericson_, _Black_, _James
- Watt_. -- Watts Verbesserungen der Newcomen-Maschine. -- James
- Watts Patent Nr. 913. -- Das Planetenrad. -- Watts doppelt wirkende
- Maschine. -- Das Wattsche Parallelogramm.
-
-
-
-
-Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.
-
-
-Den ersten Anfängen der Kenntnis der Spannkraft des Wasserdampfes
-begegnen wir bei _Aristoteles_, geb. 384, gest. 322 v. Chr. Er suchte
-die Erdbeben durch die plötzliche Umwandlung des Wassers in Dampf im
-Erdinnern zu erklären, eine Auffassung, die später durch _Seneca_
-(geb. 4 v. Chr., gest. 65 n. Chr.) eine weitere Ausbildung erfuhr.
-Aristoteles nahm vier Elemente an: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Daß nur
-diese vier Elemente möglich seien, bewies er auf folgende Weise[2]:
-
-„Es gibt vier Grundempfindungen: warm, kalt, feucht und trocken. Diese
-Empfindungen werden paarweise vereint wahrgenommen. Mathematisch
-betrachtet können sich sechs solcher Vereinigungen bilden. Doch sind
-zwei als sich widersprechend unmöglich, nämlich die Vereinigung warm
-und kalt und die Vereinigung von feucht und trocken. Es bleiben
-folglich vier Gegensätze bestehen, und dementsprechend sind nur vier
-Elemente möglich. Dem Gegensatz kalt und trocken entspricht die Erde,
-dem Gegensatz kalt und feucht das Wasser, warm und feucht die Luft,
-warm und trocken das Feuer. Durch die Mischung dieser vier Elemente
-entstehen sämtliche irdische Stoffe.“
-
-Diese Auffassung hat sich viele Jahrhunderte hindurch aufrechterhalten,
-und zwar insbesondere auch bei den Bahnbrechern der Dampfmaschine, so
-z. B., wie wir später sehen werden, bei Salomon de Caus.
-
-Von einer praktischen Verwendung der Spannkraft der Gase durch
-Aristoteles verlautet nichts. Dieser begegnen wir erst bei
-_Archimedes_, geb. 287, gest. 212 v. Chr., in Gestalt des
-„Architonitro“, einer Dampfkanone. Dieselbe ist in den Schriften
-des Archimedes nicht enthalten. Ihre nachstehend wiedergegebene
-Beschreibung stammt vielmehr von _Leonardo da Vinci_ (geb. 1452, gest.
-1519) und lautet[3]:
-
-„Erfindung des Archimedes. Architonitro ist eine Maschine von dünnem
-Kupfer und wirft Kugeln von Eisen mit großem Geräusch und großer
-Gewalt. Man gebraucht sie in folgender Weise: Der dritte Teil des
-Instruments befindet sich oberhalb einer großen Menge Kohlenfeuer, und
-wenn er durch dieses gut erhitzt ist, schraube die Schraube nieder,
-die sich über dem Wassergefäß (~a c~), Abb. 1, befindet. Wenn man die
-Schraube darüber niederschraubt, öffnet es sich nach unten, und nachdem
-das Wasser herabgeflossen ist, fließt es in den erhitzten Teil des
-Instruments und verwandelt sich plötzlich in eine Menge Dampf (Fumo),
-so daß es ein Wunder zu sein scheint, und namentlich die Wut zu sehen
-und den Lärm zu hören. Dies warf eine Kugel, die ein Talent wog, sechs
-Stadien weit.“
-
-[Illustration: Abbildung 1.
-
-Der Architonitro (Dampfkanone) des Archimedes. Nach Leonardo da Vinci.]
-
-Die Erfindung der Ausnutzung der in der gepreßten Luft enthaltenen
-Kräfte wurde dem _Ktesibios_ (um 150 n. Chr.) zugeschrieben. Ihm
-sollen auch die Windbüchse und die in Abb. 2 dargestellte Vorrichtung
-zum Schleudern von Steingeschossen, der Erzspanner, ihre Entstehung
-verdanken[4]. Letzterer hatte nach Philon von Byzanz, einem Schüler
-des Ktesibios, folgende Einrichtung: In den Zylindern _~abcd~_
-können sich die Kolben _~fghi~_ luftdicht auf- und abwärts bewegen.
-Werden sie in die Zylinder hineinbewegt, so pressen sie die in
-diesen eingeschlossene Luft zusammen. An den Kolben sind mittels der
-Verbindungsstücke _~km~_ Arme angelenkt, die um die Achsen ~n~ drehbar
-und an ihrem oberen Ende durch die Sehne verbunden sind, die zum
-Fortschleudern der Geschosse dient. Wurde diese Sehne angezogen, so
-schoben sich die Kolben in die Zylinder hinein. Wurde alsdann die Sehne
-losgelassen, so schnellten die Kolben unter dem Einfluß der gepreßten
-Luft nach oben und trieben die Sehne mit großer Gewalt gegen das
-Geschoß, so daß dieses in weitem Bogen dahinflog.
-
-[Illustration: Abbildung 2.
-
-Der Erzspanner des Ktesibios.]
-
-Um die Kolben in den Zylindern gehörig abzudichten, benutzte Ktesibios
-Tischlerleim, der etwas verflüssigt war. Um die Dichtigkeit zu prüfen,
-benetzte er die Zylinder mit derartigem Leim und trieb mittels Keil und
-Hammer die Kolben mit größter Gewalt in die Zylinder hinein. Man konnte
-hierbei beobachten, daß der Kolben nur wenig nachgab, wenn aber einmal
-die eingeschlossene Luft sich verdichtet hatte, auch beim stärksten auf
-den Keil ausgeübten Schlag nicht weiter hineinging. Wenn man Gewalt
-anwandte, so wurde nicht nur der Keil hinausgetrieben, sondern auch
-der Kolben sprang mit großer Gewalt aus dem Gefäße heraus; oft fuhr
-auch Feuer heraus, das durch die Schnelligkeit der Bewegung und durch
-die Reibung erzeugt wurde. Ktesibios hat hier also bereits dasjenige
-Phänomen beobachtet, das sich bei den sogenannten Luftdruckfeuerzeugen
-zeigt.
-
-Ktesibios hat auch schon ein Druckwerk verfertigt, das aus zwei
-metallenen Stiefeln bestand, die am Boden mit Ventilen ausgestattet
-waren. Saugpumpen und Handspritzen waren zu Philons Zeiten bereits
-bekannt und standen schon zu Aristoteles' Zeiten in Gebrauch.
-
-Neben den Schriften Philons von Byzanz sind diejenigen _Herons von
-Alexandrien_ von besonderer Bedeutung, wenn es sich darum handelt,
-das Maß derjenigen Kenntnisse festzustellen, über die das Altertum
-bezüglich des Wesens der Gase und Dämpfe verfügte.
-
-Philon und Heron waren Schüler des Ktesibios. Letzterer gilt infolge
-seiner umfangreichen auf uns gekommenen Schriften als Erfinder
-zahlreicher praktischer Anwendungen des Druckes von Gasen, so z. B.
-als Erfinder des Heronsballs. Dieser findet sich aber bereits in
-den Schriften des Philon, müßte also füglich nicht Herons-, sondern
-Philonsball heißen, falls nicht der Ruhm der Erfindung einem
-unbekannten Vorgänger zuzuschreiben ist.
-
-Daß Heron zahlreiche Vorgänger auf dem Gebiete der Erforschung der
-Eigenschaften der Luft und der gespannten Dämpfe besaß, gibt er
-übrigens selbst zu, indem er in der Vorrede zu seiner „Pneumatik“
-ausführt: „Die Beschäftigung mit Luft- und Wasserkünsten ist von den
-alten Philosophen und Mathematikern hoch geschätzt worden. _Es ist
-daher notwendig, das seit alters darüber Bekannte in gehörige Ordnung
-zu bringen_“.
-
-Bevor wir uns den Schriften Herons zuwenden, müssen wir noch von Philon
-von Byzanz berichten, daß er der Erfinder des Thermoskops ist, das auf
-der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung der Luft beruht.
-
-Die auf uns überkommenen Werke Herons von Alexandrien sind
-verhältnismäßig außerordentlich zahlreich und vielseitig. Sie behandeln
-reine und angewandte Mathematik, Feldmeßkunst, Physik und deren
-praktische Anwendung in der Technik. Letztere Schriften sind für den
-Techniker von Interesse. Es sind dies: die Druckwerke (Pneumatik), die
-Automatentheater, der Geschützbau, die Handschleuder, die Spiegellehre,
-die Hebewinde, die Mechanik und ein Fragment über Wasseruhren.
-_Von diesen Werken kommen für die Geschichte der Dampfmaschine die
-Druckwerke und die Automatentheater in Betracht._
-
-Hier finden wir Abhandlungen über das Vakuum, und zwar in Anlehnung
-an den im dritten Jahrhundert vor Christo lebenden Physiker _Straton
-von Lampsakos_. Außerordentlich vielseitig sind die verschiedenen
-Beschreibungen der Verwendung des Hebers. Des weiteren beschreibt Heron
-eine große Anzahl von Vorrichtungen, bei denen der Druck des Wassers,
-der Druck der Luft, die Warmluft und der Wasserdampf praktisch benutzt
-wird. Aus der reichen Fülle der von Heron beschriebenen Vorrichtungen
-lassen wir nachstehend diejenigen folgen, die für uns an erster Stelle
-von Bedeutung sind. Die beigefügten Abbildungen entnahmen wir der im
-Jahre 1592 erschienenen italienischen Übersetzung der „Druckwerke“:
-~Spiritali di Herone Alessandrino, ridotti in lingua volgare da
-Alessandro Giorgi da Urbino. Urbino 1592~. Den Text entnahmen wir der
-in der Teubnerschen Sammlung griechischer und römischer Schriftsteller
-erschienenen Übersetzung von _Wilhelm Schmidt_.
-
-[Illustration: Abbildung 3.
-
-Das Klappenventil.
-
-(Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-„Das _Klappenventil_ (Abbildung 3) stellt man folgendermaßen her.
-Man fertigt zwei viereckige Bronzeplatten an, von denen jede Seite
-etwa einen Daktylus (Fingerbreit = 2 ~cm~) mißt und so dick wie ein
-Richtscheit ist. Diese verpaßt und verschließt man auf der Breitseite
-so miteinander, d. h. glättet sie so, daß weder Luft noch Wasser
-hindurchtreten kann. Diese Platten seien _~ABCD~_ und _~EFGH~_. In
-die Mitte der einen Platte _~ABCD~_ bohrt man ein rundes Loch, dessen
-Durchmesser etwa ein Drittel eines Daktylus ausmacht. Ist nun die Seite
-_~CD~_ der Seite _~EF~_ angepaßt, so verbindet man die Platten mit
-Hilfe von Scharnieren so miteinander, daß ihre polierten Flächen genau
-aufeinanderpassen. Will man die Klappen nun praktisch verwenden, so
-lötet man die Platte ~_ABCD_~ auf dasjenige Loch, durch welches Luft
-oder Wasser hineingepreßt und mit Hilfe des Ventils abgeschlossen
-werden kann. Durch den Druck wird nämlich die Platte ~_EFGH_~ geöffnet,
-die mittels der Scharniere leicht beweglich ist, und läßt die Luft
-und die Flüssigkeit eintreten, welche dann in dem luftdichten Gefäße
-abgeschlossen werden. Die (komprimierte) Luft (bzw. die Flüssigkeit)
-drückt aber gegen das Plättchen ~_EFGH_~ und schließt das Loch ab,
-durch welches die Luft hineingepreßt wird.“ Nach einer anderen Lesart
-lautet der Schlußsatz: „Wenn nun die komprimierte innere Luft oder die
-Flüssigkeit sich wieder nach außen drängen, stoßen sie auf die Platte
-~_EFGH_~. Dann legt sich diese luftdicht auf ~_ABCD_~ und versperrt den
-Ausgang.“
-
-„Die Siphone, welche man bei den Feuersbrünsten verwendet, richtet man
-folgendermaßen ein. (Abbildung 4.)
-
-[Illustration: Abbildung 4.
-
-Die Feuerspritze. (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-Es seien ~_ABCD_~ und ~_EFGH_~ zwei bronzene Stiefel (Kolbenrohre,
-Büchsen), deren innere Oberfläche für einen Kolben passend
-ausgedrechselt ist, wie die Stiefel (Büchsen) der Wasserorgeln. Die
-Kolben ~K~ und ~M~ müssen luftdicht in die Stiefel passen. Diese seien
-durch das an beiden Enden offene Rohr ~X~ in gegenseitige Verbindung
-gesetzt. Außerhalb der Stiefel, aber innerhalb des Rohres, sollen
-Klappenventile ~_PR_~ und, wie wir sie oben beschrieben haben[5],
-derart angebracht sein, daß sie sich nach der Außenseite der Stiefel
-hin öffnen können. Die Stiefel sollen auch auf dem Boden runde Löcher
-(~_ST_~) haben, die mit kleinen geschliffenen Scheiben bedeckt
-werden. Durch diese stecke man kleine Stifte, die auf den Boden der
-Stiefel gelötet oder festgenietet seien. An ihren Enden seien die
-Stifte mit Häkchen oder Knöpfchen versehen, daß die Scheiben sich
-nicht losreißen können. Mit den Kolben seien in der Mitte senkrechte
-Kolbenstangen ~_yy_~ verbunden; an diese schließt sich wieder ein
-Querbalken ~Z~ an, welcher sich in der Mitte um einen festsitzenden
-Bolzen λ, an den Kolbenstangen ~_yy_~ aber um die Bolzen γ und β
-bewege. Mit dem Rohre ~X~ stehe ein anderes vertikales Rohr (Steigrohr)
-ε in Verbindung, verzweige sich zu einem Doppelarm und sei mit
-den luftdicht eingefügten Röhren (Smerismata, Rohrverschleifungen)
-versehen, vermittels welcher es die Flüssigkeit emportreibt. Wenn nun
-die erwähnten Stiefel mitsamt der zugehörigen Ausrüstung in Wasser
-gestellt werden und der Querbalken ~Z~ infolge der abwechselnden Auf-
-und Abwärtsbewegung seiner Enden um den Stift λ auf und nieder zieht,
-so treiben die Kolben, falls sie niedergezogen werden, die Flüssigkeit
-durch das Steigrohr ε und die drehbare Mündung ~N~ hinaus. Denn, wird
-der Kolben ~M~ aufgezogen, so öffnet er das Bodenventil ~T~, indem
-dessen Scheibe sich hebt, verschließt aber das Klappenventil ~R~. Wird
-er dagegen niedergezogen, so schließt er ~T~ und öffnet ~R~, durch
-welches auch das Wasser hinausgepreßt und emporgetrieben wird. Dieselbe
-Wirkung bringt der Kolben ~K~ hervor. Das Röhrchen ~N~, das bald
-aufgerichtet, bald niedergelegt wird, treibt nun die Flüssigkeit bis
-zur gegebenen Höhe empor, vermag jedoch eine bestimmte Seitendrehung
-nur dann auszuführen, wenn zugleich der gesamte Apparat gedreht wird.
-Das wäre aber bei dringenden Notfällen zu langwierig und mühselig.
-Damit nun die Flüssigkeit ohne Schwierigkeit nach dem bestimmten Punkt
-getrieben werden kann, setze man das Steigrohr ε der Länge nach aus
-zwei luftdicht ineinandergeschliffenen Rohren zusammen, von denen das
-eine, äußere, mit dem Rohre ~X~, das andere, obere, mit dem Doppelarm
-verbunden sei. Wenn dann das obere Rohr gedreht wird, indem man ~N~ so
-lange niederlegt, kann der Austrieb nach jedem beliebigen Punkt hin
-erfolgen.“ -- Diese Feuerspritze hat sich bis auf den heutigen Tag in
-ihrer prinzipiellen Einrichtung erhalten.
-
-Am bekanntesten ist unter den Apparaten des Heron der von uns bereits
-erwähnte sogenannte _Heronsball_. Dieser wird in den „Druckwerken“ wie
-folgt beschrieben:
-
-
-_Der Heronsball._
-
-„_Manche Gefäße spritzen, wenn man hineinbläst, auf folgende Weise
-Wasser empor_:
-
-Durch die Mündung eines Gefäßes wird eine Röhre hindurchgesteckt, die
-fast bis auf den Boden reiche, in die Gefäßmündung eingelötet sei und
-selbst in eine enge Mündung auslaufe. Halten wir nun letztere mit dem
-Finger zu, gießen durch eine Öffnung eine Flüssigkeit, blasen nach dem
-Eingießen durch dieselbe Öffnung hinein, verschließen sie durch einen
-Hahn und lassen die Mündung der Röhre los, so wird durch sie das Wasser
-von der eingeblasenen, komprimierten Luft emporgetrieben.“
-
-Als Beispiel der durch erwärmte Luft angetriebenen, von Heron
-beschriebenen Apparate bringen wir in Abb. 5 den „_Opfertanz_“.
-
-
-_Der Opfertanz._
-
-„_Wird auf einem gewissen Altar Feuer angezündet, so sollen scheinbar
-einige rings im Kreise stehende Figuren einen Reigen aufführen_. Es sei
-_~ABCD~_ ein Altar mit einem Feuerbecken _~EF~_. Von dem oberen Teile
-des Feuerbeckens lasse man eine Röhre ~_GH_~ nach der Basis des Altars
-hinab. Das bei ~H~ befindliche Ende drehe sich um einen Zapfen. Diese
-Röhre sei ferner mit vier anderen querliegenden (also horizontalen)
-Röhren versehen, die sich gegenseitig durchschneiden und an demselben
-Punkt mit der von der Spitze kommenden Röhre verbunden werden. Diese
-querliegenden Röhren nun sollen an den Enden so umgebogen sein, daß
-sich eine Röhre nach der anderen wendet. Auf diese Röhren lege man an
-ihren Enden eine kreisrunde Scheibe ~_IKLM_~ und befestige sie daran.
-Darauf sollen die Figuren stehen. Das Material des Altars schließlich
-sei durchsichtig, nämlich aus Glas oder Horn, auf daß die tanzenden
-Figuren durch dasselbe sichtbar sind. Wenn wir bei diesen Vorrichtungen
-auf dem Herde Feuer anzünden, wird die Luft in der Röhre ~_GH_~
-erwärmt, geht durch die verdeckten Röhren und bringt die senkrechte
-Röhre zur Drehung, zugleich auch die Scheibe, auf der die Figuren
-stehen, und diese werden zu tanzen scheinen.“
-
-[Illustration: Abbildung 5.
-
-„Der Opfertanz.“ (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-Nunmehr bringen wir in Abb. 6 _einen durch Dampfkraft betätigten
-Apparat: den springenden Ball_.
-
-
-_Der springende Ball._
-
-„_Bälle können auf folgende Weise in der Luft schweben:_
-
-Unter einem Kessel mit Wasser, dessen Mündung verschlossen ist, wird
-Feuer angezündet. Von dem Deckel steigt eine Röhre auf, deren offenes
-Ende in eine kleine hohle Halbkugel mündet. Werfen wir nun einen
-leichten Ball in die Halbkugel, so ist die Folge, daß der aus dem
-Kessel durch die Röhre aufsteigende Dampf den Ball in die Luft hebt,
-so daß er schwebt.“
-
-[Illustration: Abbildung 6.
-
-Der springende Ball. (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-Die folgende in Abb. 7 dargestellte Vorrichtung nutzt die _Dampfkraft
-bereits zur Erzielung einer Drehbewegung aus_. Sie beruht auf ähnlichen
-Grundlagen wie die sogenannten „Reaktionsturbinen“, die, mit Wasser
-oder mit Dampf betrieben, in der heutigen Technik eine große Bedeutung
-haben. Es ist dies der _Äolsball (Äolipile)_. Abb. 7.
-
-[Illustration: Abbildung 7.
-
-Der Äolsball, Äolipile. (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-
-_Die Äolipile._
-
-_„Über einem geheizten Kessel soll eine Kugel sich um einen Zapfen
-bewegen._
-
-Es sei _~AB~_ ein mit Wasser gefüllter geheizter Kessel. Seine
-Mündung sei mit dem Deckel _~CD~_ verschlossen; durch diesen sei eine
-gebogene Röhre _~EFG~_ getrieben, deren Ende ~G~ luftdicht in eine
-Hohlkugel eingepaßt sei. Dem Ende ~G~ liege ein auf dem Deckel _~CD~_
-feststehender Zapfen _~LM~_ diametral gegenüber. Die Kugel sei mit
-zwei gebogenen, einander diametral gegenüberstehenden Röhrchen ~H~ und
-~K~ versehen, die in sie münden und nach entgegengesetzten Richtungen
-gebogen sind. Wird nun der Kessel geheizt, so ist die Folge, daß der
-Dampf durch _~EFG~_ in die Kugel dringt, durch die umgebogenen Röhren
-nach dem Deckel hin ausströmt und die Kugel in Drehung versetzt,
-ähnlich so, wie dies bei den tanzenden Figuren der Abb. 5 der Fall ist.“
-
-Die Heronischen Bücher, die allerdings nicht erkennen lassen, inwieweit
-es sich um Erfindungen Herons oder um zu damaliger Zeit bereits
-bekannte Vorrichtungen handelt, haben von ihrem ersten Erscheinen
-an das weitestgehende Interesse gefunden. Eine größere Anzahl von
-Übersetzungen derselben sind im Laufe der Jahrhunderte erschienen.
-Diese nahmen allmählich derart zu, daß man um die Wende des 16. und
-17. Jahrhunderts mit Recht von einer „Heron-Renaissance“ sprechen
-konnte.
-
-Der erste, der Herons Dampfkünste, insbesondere die Äolipile, weiteren
-Kreisen, und zwar den Technikern, offenbarte, war der römische
-Architekt und Schriftsteller _Vitruvius Pollio_, der zur Zeit des Cäsar
-und des Augustus als Kriegsingenieur tätig war. In seinem dem Augustus
-gewidmeten, zehn Bücher umfassenden Werke „~De architectura~“[6]
-widmet er im sechsten Kapitel des ersten Buches den Äolipilen folgende
-Ausführungen[7]:
-
-„Der Wind ist eine strömende Luftwelle mit unbestimmt überflutender
-Bewegung; er entsteht, wenn die Hitze auf die Feuchtigkeit trifft
-und der Andrang der Erwärmung einen gewaltig wehenden Hauch
-herauspreßt. Daß dies aber wahr sei, kann man aus den ehernen Äolipilen
-(Luftgefäßen) ersehen und hinsichtlich der verborgenen Gesetze des
-Himmels durch künstlich erfundene Dinge die göttliche Wahrheit
-erzwingen. Man macht nämlich eherne hohle Äolipilen, diese haben eine
-möglichst enge Öffnung, durch welche sie mit Wasser gefüllt werden,
-dann stellt man sie ans Feuer, und bevor sie warm werden, zeigt sich
-keinerlei Hauch, sobald sie aber sich zu erhitzen anfangen, bewirken
-sie am Feuer ein heftiges Gebläse. So kann man aus dem kleinen und sehr
-kurzen Schauspiel Kenntnis und Urteil über die großen und unermeßlichen
-Naturgesetze des Himmels und der Winde schöpfen.“
-
-Vitruvius versteht hier unter Äolipilen nicht den Äolsball (Abb. 7),
-sondern das mit Wasser gefüllte, von außen beheizte Hohlgefäß, Abb. 6.
-Von einer eigenartigen in den germanischen Wäldern etwa zu derselben
-Zeit erfolgten Ausnutzung der Dampfkraft berichtet _Arago_[8] wie folgt:
-
-„Die natürlichen wie die künstlichen Kräfte sind fast stets, bevor
-sie den Menschen von tatsächlichem Nutzen waren, in den Dienst des
-Aberglaubens gestellt. Die Geschichtsbücher berichten, daß an den
-Ufern der Weser der Gott der alten Teutonen diesen hin und wieder
-sein Mißfallen durch eine Art von Donnerschlag zum Ausdruck brachte,
-dem dann unmittelbar darauf eine Wolke folgte, die den heiligen Hain
-erfüllte. Das Erzbild dieses Gottes „_Püsterich_“, das Ausgrabungen
-zutage gefördert haben, zeigt deutlich, in welcher Weise sich jenes
-Wunder vollzog. Das Götterbild bestand aus Metall. Der Kopf war hohl
-und enthielt ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Holzpfropfen verschlossen
-den Mund des Gottes und ein oberhalb der Stirn angebrachtes Loch.
-Glühende an geeigneter Stelle der Kopfhöhlung gelagerte Kohlen
-erwärmten allmählich das Wasser. Alsbald trieb der erzeugte Dampf
-mit lautem Krachen die Pfropfen heraus, ergoß sich in zwei Strahlen
-nach außen und bildete zwischen dem Götterbild und den erschrockenen
-Andächtigen einen dichten Nebel.“
-
-Erst nach Verlauf von mehr als einem halben Jahrtausend begegnen wir
-wiederum einem Bericht über eine Verwendung der Kraft des Dampfes.
-Sie bewegte sich in derselben Richtung wie die von Arago berichtete.
-Der byzantinische Geschichtschreiber _Agathias_, mit dem Beinamen
-„_Scholastikos_“ (geb. um 536, gest. 582 n. Chr.), behandelt in
-seinem die Jahre 552 bis 558 umfassenden Werke[9] einen Streit, den
-der Baumeister _Anthemius_, der Wiedererbauer der durch ein Erdbeben
-zerstörten Sophienkirche in Konstantinopel, mit seinem Nachbar
-_Zeno_ in eigenartiger Weise ausfocht. Anthemius, ein aus Trallas in
-Kleinasien gebürtiger Grieche, besaß ein Haus, das mit dem seines
-Nachbars Zeno in mehreren Teilen zusammenhing, und geriet über dieses
-Bauverhältnis mit Zeno in einen Rechtsstreit. Diesen verlor er aber,
-weil, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, Zeno ein gewandterer Redner
-war. Anthemius stellte, um sich zu rächen, mehrere große Kessel auf,
-füllte diese mit Wasser an und umgab sie mit ledernen Schläuchen,
-die unten so weit waren, daß sie den ganzen Umfang der Kessel
-umschlossen. Mit diesen Schläuchen verband er lederne Röhren, die sich
-trompetenartig verengten. Die Enden dieser Röhren befestigte Anthemius
-dann so dicht und genau an den Balken des Zenoschen Hauses, daß der in
-den Röhren enthaltene Dampf zwar mit ungehinderter Kraft nach aufwärts
-steigen, aber nicht nach außen entweichen konnte. Nunmehr entfachte
-er unter den Kesseln ein starkes Feuer. Aus dem kochenden Wasser
-entwickelte sich alsbald Dampf, der nach oben emporstieg und, da er
-keinen Ausweg fand, in die Röhren hinübertrat. Da er auch hier keinen
-Austritt erhielt, strebte er mit erhöhtem Druck nach oben, hierbei
-unter Krachen das Gebälk des Hauses in zitternde Bewegung setzend. Auf
-das höchste bestürzt, entflohen die Hausgenossen des Zeno auf die Gasse.
-
-Der Prokonsul ~Dr~. _Degen_ in Lüneburg hielt diese Anwendung der
-Spannkraft des Dampfes für so eigenartig und zielbewußt, daß er der
-Meinung war, Anthemius habe noch andere Anwendungsarten des Dampfes
-gekannt. Er äußert sich hierüber wie folgt[10]:
-
-„Anthemius war, wie der Geschichtschreiber Agathias wiederholt bemerkt,
-ein ausgezeichneter Mathematiker und Verfertiger bewunderungswürdiger
-Maschinen. Welche Arten von Maschinen er verfertigte und zu welchen
-Zwecken, ist ebensowenig angegeben als _ausdrücklich_ gesagt, daß er
-die Wasserdämpfe bei denselben in Anwendung gebracht hätte. Es scheint
-indessen aus folgenden Worten des Agathias: „er aber (Anthemius)
-vergalt ihm (dem Zeno) aus der ihm eigenen Kunst auf folgende Weise“
-der Schluß gezogen werden zu dürfen, daß Anthemius bei seinen
-Maschinen auch die Wasserdämpfe gebraucht habe; denn wenn von der
-Dampfmaschine, welche er aus Rache über den verlorenen Prozeß gegen
-Zenos Haus richtete, namentlich angeführt wird, daß er sie _aus der ihm
-eigenen Kunst_ eingerichtet und sich dabei der Dämpfe bedient habe,
-so möchte der Schluß oder, wenn man lieber will, die Vermutung, daß
-er die ihm völlig bekannte Dampfkraft auch auf andere zu seiner Zeit
-bewunderte Maschinen übertragen habe, nicht ganz grundlos erscheinen,
-zumal da auch das Wort τέχνη auf praktische Anwendung hindeutet.“
-
-Die nunmehr zu erwähnende überkommene Nachricht von der Verwendung
-der Dampfkraft liegt auf dem Gebiete des christlichen Kultus: im
-Jahre 963 befand, wie _William von Malmesbury_ berichtet[11], sich in
-einer Kirche zu Rheims eine Orgel, in welcher die Luft auf wunderbare
-Weise metallene Pfeifen zum Tönen brachte, indem sie durch die Kraft
-heißen Wassers aus den Pfeifen ausgetrieben wurde. Diese Orgel sollte
-eine Erfindung des Bischofs _Gerbert von Reims, des späteren Papstes
-Silvesters ~II~_, sein[12].
-
-Im Laufe der folgenden Jahrhunderte begegnen wir hin und wieder
-Beschreibungen des bereits erwähnten Götzenbildes des _Püstrich_,
-_Peustrich_ oder _Bustard_. Dasselbe fand sich auch bei den Wenden
-in Gestalt eines mit dem rechten Fuß knienden dicken, bausbäckigen
-Jungen von 14 Zoll Höhe, dessen Bauchhöhle drei Quart Wasser enthielt.
-Dieses verwandelte sich, wenn die Gestalt durch Feuer erhitzt wurde,
-in Wasserdampf, der dann aus dem Munde des Püstrich mit lautem Gebrüll
-ausströmte.
-
-_Leone Battista Alberti_, geb. 18. Februar 1404 zu Genua, gest. im
-April 1477 zu Rom, berichtet in seinem Werke ~De Architectura seu de
-re aedificatoria, Flor. 1485~[13], daß die Kalkbrenner der damaligen
-Zeit große Furcht vor den Kalksteinen hatten, welche mit Luft gefüllte
-Höhlungen enthielten; wenn diese nämlich erhitzt würden, bildete
-sich in diesen Dampf, und dieser gäbe Anlaß zu höchst gefährlichen
-Explosionen.
-
-Von _Leonardo da Vinci_ (1452-1519) berichteten wir bereits auf S. 10,
-daß er sich mit der praktischen Benutzung der Dampfkraft beschäftigt
-hat. Bei der dort beschriebenen Dampfkanone handelte es sich nicht
-um eine von Leonardo angegebene Vorrichtung, sondern um eine solche,
-die von Archimedes in Vorschlag gebracht sein soll, offenbar aber von
-Leonardo nach dem damaligen Stande des Geschützbaues ausgestaltet ist.
-
-Diese überaus vielseitige Persönlichkeit hat sich nun aber ebenfalls
-mit dem Wesen der Wärme und der Kälte beschäftigt und gewisse
-Sätze aufgestellt und auch wichtige Anregungen gegeben, die für
-die Entwicklung der auf die Ausnutzung der Spannkraft des Dampfes
-gerichteten Bestrebungen von Bedeutung sind.
-
-Leonardo hat folgende Grundsätze aufgestellt[14]:
-
-„_Wo eine größere Kälte ist, da ist ein größeres Festwerden von
-Flüssigkeiten_.“
-
-„_Kaltes Wasser. Warmes Wasser_.“
-
-„Das Wasser hat die Bewegung allein durch seine Schwere und
-Leichtigkeit, und diese sind seine Akzidentien, da es an sich weder
-Schwere noch Leichtigkeit hat, sondern die Schwere erwirbt es, sobald
-es oben ist oder seitlich an die Luft angrenzt oder an eine andere
-Flüssigkeit, die leichter ist als es selbst, und die Leichtigkeit
-erwirbt es, wenn es beim Verdampfen durch die Wärme verdünnt wird, und
-dann steht es über dem kalten Wasser.“
-
-Leonardo da Vinci hat eine auf diesen Grundsätzen aufgebaute
-_Vorrichtung zum Heben von Wasser durch Feuer_, d. i. durch die bei
-Erwärmung des Wassers in Röhren auftretende Aspiration, angegeben[15].
-Dieselbe ist in Abb. 8 dargestellt. Oberhalb des das Wasser
-enthaltenden Schachtes ist ein Feuer angebracht. Zum Ablassen des
-gehobenen Wassers dient ein an dem Feuerbehälter angebrachter Hahn.
-
-Auch den _Auftrieb der warmen Luft_ benutzte Leonardo da Vinci, und
-zwar zum Antrieb eines Bratspießes[16]. Dieser Art der Ausnutzung der
-Wärme begegnen wir ziemlich häufig noch in späterer Zeit.
-
-Leonardo da Vinci treibt, wie Abb. 9 erkennen läßt, durch die im Innern
-eines Schornsteins aufsteigende warme Luft eine Turbine an, von deren
-senkrechter Welle aus durch Räder- und Schnurtrieb der Bratspieß in
-Drehung versetzt wird.
-
-[Illustration: Abbildung 8.
-
-Vorrichtung zum Heben von Wasser durch Feuer. (Nach Leonardo da Vinci.)]
-
-[Illustration: Abbildung 9.
-
-Antrieb eines Bratspießes durch erwärmte Luft. (Nach Leonardo da
-Vinci.)]
-
-Leonardo da Vinci hat in seinem ~Codex Atlanticus~, ~fol. 253~, des
-weiteren auch eine Andeutung gemacht, die ~Dr~. Hermann Grothe[17]
-dahin auslegt, daß dort ein Vorschlag gemacht sei, die _Dampfkraft zum
-Antrieb einer Barke_ zu benutzen. Von irgendeiner praktischen Anwendung
-verlautet nichts.
-
-Im Jahre 1521 gab _Cesare Cesariano_ in Como erschienene Erläuterungen
-zu Vitruvs Architectura heraus, in welchen auch die Äolipile besprochen
-wird. Es wird hier ausführlich angegeben, daß der Dampf aus der
-Äolipile, d. h. einem Dampftopf, der ein Rohr im Deckel besitzt, mit
-großer Kraft ausströmt. Aus diesen Angaben hat man den Schluß gezogen,
-daß die Äolipile als Kriegswerkzeug zum Schleudern von Geschossen oder
-als Spritze benutzt sei[18].
-
-Am 17. Mai 1543 soll _Blasco de Garay_, der in jungen Jahren an der
-ersten Entdeckungsfahrt des Christoforo Colombo teilgenommen hatte, im
-Hafen von Barcelona dem Kaiser Karl ~V.~ ein Dampfschiff vorgeführt
-haben. Die am Anfang des 18. Jahrhunderts erschienene „~Coleccion de
-las Viages~“ berichtet hierüber folgendes:
-
-Blasco de Garay beschäftigte sich in seiner freien Zeit mit Mathematik,
-Physik, namentlich mit Mechanik, und soll manches schöne Stück erfunden
-haben, um das sich niemand kümmerte, als er, bereits ein Greis,
-plötzlich mit dem Gedanken hervortrat, man könne mit dem Wasserdampfe
-Bewegung erzeugen, und es wäre möglich, damit etwas treiben zu lassen,
-z. B. ein Rad; und da das ganze Sinnen Garays sich stets um die
-Schiffahrt drehte, so sprach er seine Überzeugung aus, daß es möglich
-wäre, ein in ein Schiff eingebautes Schaufelrad durch Dampf in Drehung
-zu bringen, so daß das Schiff hierdurch in Bewegung gesetzt werde und
-nicht mehr von den Launen des Windes abhängig sei. Anfangs lachte man
-über den mehr als siebzigjährigen Greis; als Garay aber nicht müde
-wurde, die Regierung wegen seiner Erfindung zu bestürmen, ermahnte ihn
-die damals allmächtige spanische Inquisition, von solch unchristlichem
-Werk abzustehen, das er doch nur mit Hilfe der Hölle zustande bringen
-könne. Es gelang aber Garay dennoch, die Aufmerksamkeit des Kaisers
-Karl ~V.~ zu erringen, und dieser gestattete ihm, ein mit dieser
-neuen Einrichtung ausgerüstetes Schiff ihm im Hafen von Barcelona
-vorzuführen. Und zwar sollte Garay, da des Kaisers Aufenthalt in
-Barcelona nur kurz war, mit dem ersten besten Schiff, das in den
-Hafen einlief, seine Kunst versuchen. Es war dies die „Trinidad“, ein
-Schiff, das unter dem Kapitän Pedro de Scarza stand und soeben von
-Sizilien heimkehrte. Der kaiserliche Befehl erregte überall Angst und
-Schrecken, denn man war sich darüber klar, daß der Dampf, mit dem das
-Schiff in Bewegung gesetzt werden sollte, direkt aus der Hölle bezogen
-sei und daß nur mit Teufelskünsten solch ein ungeheuerliches Beginnen
-durchgeführt werden könne. Am meisten war der Kapitän des Schiffes
-erzürnt und gekränkt, weil er wußte, daß sein schönes Schiff dann für
-ewige Zeiten verhext sei und zweifellos einem Unglück entgegengehe.
-Jedenfalls sollte es nicht solch unchristlichem Werke dienen. Aber alle
-seine Proteste waren vergeblich, des Kaisers Befehl mußte vollzogen
-werden, denn Karl ~V.~, der trotz aller übergroßen Frömmigkeit doch
-auch für weltliche Sachen ein scharfes Auge besaß, fühlte heraus,
-daß in dem Versuche Garays ein großer Gedanke schlummere, und ließ
-sich trotz aller von den verschiedensten Seiten auf ihn einstürmenden
-Bitten und Proteste nicht abhalten, dem von ihm bewilligten Versuche
-beizuwohnen. Wer aber Garay kannte und wußte, daß er sein Leben
-hindurch ein gottergebener Christ gewesen war, wußte auch, daß dieser
-Mann sich nicht mit der Hölle verbinden werde, und die Nacht vor der
-Probefahrt verbrachte Garay auch in dem berühmten Benediktinerstifte
-Montserrat bei Barcelona im inbrünstigen Gebete zu Gott um Gelingen
-des Unternehmens, sorgte sogar dafür, daß das Wasser, das er zum
-Dampferzeugen verwenden wollte, aus den geweihten Wässern des Klosters
-entnommen wurde, und ließ es sorgsam nach dem Schiffe transportieren.
-Die Vorbereitungen bestanden in folgendem: Garay legte eine Achse
-quer über das Verdeck des Schiffes an deren Enden zwei Schaufelräder
-angebracht waren, die in das Wasser hineinreichten. Außerdem wurde ein
-Kessel auf das Schiff gebracht, mit dem geweihten Wasser gefüllt, und
-aus diesem Dampf erzeugt. Über dem Kessel war ein Apparat angebracht,
-in dem sich eine Stange auf und ab bewegte, und das Ganze war durch
-Riemen mit der Achse bzw. den Rädern verbunden. Eine ungeheure
-Zuschauermenge harrte der Dinge, die da kommen sollten. Nachdem der
-gesamte Hofstaat und der Kaiser auf einer Tribüne Platz genommen
-hatten, begann der Rauch sich aus dem kleinen Rauchfang des Kessels zu
-erheben, das Schiff löste sich vom Platze, die Räder drehten sich, und
-das Schiff lief trotz des ungünstigen Windes, ja gerade gegen ihn, aus
-dem Hafen. Erstaunen und Entsetzen bemächtigten sich aller Zuschauer,
-und ein Teil der Schiffsbesatzung sprang über Bord und suchte durch
-Schwimmen aus dem Bereich des offenbar verzauberten Schiffes zu
-gelangen. Das Schiff lief 8 Seemeilen, wozu es zwei Stunden brauchte
--- der Versuch war glänzend gelungen. Kaiser Karl ~V.~, gleichfalls
-überrascht, glaubte, daß es mit ganz natürlichen Dingen zugehe, gab
-den Befehl, dem überglücklichen Erfinder 4000 Maravedi auszuzahlen,
-und verlieh ihm auf der Stelle den Orden der Taube von Kastilien.
-Zugleich aber gab er seinem Großzahlmeister den Befehl, das Schiff
-genau zu besehen und dann darüber Bericht zu erstatten. Dieser Bericht
-fiel nun aber sehr ungünstig aus. Die Erfindung sei völlig wertlos.
-Zwar sei das Schiff acht Meilen in zwei Stunden gelaufen. Dies könne
-aber ein gewöhnliches Segelschiff ebenfalls leisten. Dafür berge die
-neue Maschine eine Menge von Gefahren in sich. Es sei zu befürchten,
-daß Mannschaften und Passagiere verbrüht würden, der Dampfkessel
-könne explodieren und größtes Unheil anrichten. Inzwischen wurde auch
-von anderer Seite gegen Garays Erfindung angekämpft und der Kaiser
-bestürmt, dieses Teufelswerk, das jetzt, da es gelungen war, noch
-gefährlicher erschien, nicht zu gestatten. Infolgedessen verbot Karl
-~V.~ Garay, den Apparat ferner zu benutzen. Dieser, der sich bereits
-dem Ziele seiner Wünsche nahe geglaubt hatte, zertrümmerte im Zorn
-seine Maschine, vielleicht auch, um den Argwohn der Inquisitionsbehörde
-zu zerstreuen. Diese nämlich rückte dem Erfinder bedenklich näher,
-nachdem der Kaiser seine schützende Hand zurückgezogen hatte.
-
-Garay zeigte aber, daß er nie mit dem Teufel ein Bündnis geschlossen
-hatte, denn er zog sich hierauf in das Kloster Montserrat zurück, wo
-er im Jahre 1555 als vierundachtzigjähriger Greis sein in den letzten
-Jahren nur noch dem Gebete und dem Gottesdienst geweihtes Leben
-beendete.
-
-Von seiner Erfindung ist nichts zurückgeblieben, und nur in der
-Geschichte ist seines Namens und seines Werkes Erwähnung geschehen.
-
-Soweit der Bericht der „~Coleccion de las Viages~“, der so eingehend
-er gefaßt ist, dennoch der historischen Unterlage entbehrt. Dies hat
-_John Marc Gregor_ in einem am 14. April 1858 in der ~Society of Arts~
-in London gehaltenem Vortrage „Über Räder- und Schraubenpropeller“
-nachgewiesen. Auf Grund zweier in den Staatsarchiven zu Simancas
-aufbewahrten Briefe Blasco de Garays und auf Grund der von ihm
-in diesem Archiv sowie in dem Archiv zu Barcelona angestellten
-Nachforschungen kam Marc Gregor zu dem Ergebnis, daß es sich bei der
-Erfindung Garays um ein _von 40 Mann bewegtes Schaufelrad_ gehandelt
-hat, nicht aber um eine Dampfmaschine. Nebenbei möge hier die Bemerkung
-Platz finden, daß sich bereits auf vorchristlichen römischen Medaillen
-Schiffe, die durch Schaufelräder angetrieben werden, vorfinden. Bei den
-Chinesen waren schon seit den ältesten Zeiten Schaufelräder im Gebrauch.
-
-_Cardanus_ (geb. 1501 zu Pavia, gest. 1576 zu Rom) führte in seinem im
-Jahre 1553 erschienenen Werke „~De rerum varietate~“ auch die Äolipile
-an, die er bezüglich des Ansaugens der Flüssigkeit und des Ausstoßens
-des Dampfes verbesserte. Auch er schlug vor, die in den Schornsteinen
-aufsteigende warme Luft in der Weise auszunutzen, daß ein Flügelrad in
-den lichten Raum der Esse eingebaut und zum Antrieb eines Bratspießes
-benutzt werde.
-
-Eine bemerkenswerte, wenngleich überaus unbestimmte Angabe über das
-Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers macht _Johannes Mathesius_,
-Bergpfarrer zu Joachimsthal, in seiner im Jahre 1562 erschienenen
-„Berg-Postilla oder Sarepta“. Die diesbezügliche Stelle lautet[19]:
-
-„Ihr Bergleute sollet auch in euren Bergreyen rühmen den guten Mann,
-der Berg (Gestein) und Wasser mit dem Wind auf den Platten anrichtet
-zu heben, _wie man jetzt auch, doch am Tage, Wasser mit Feuer heben
-soll_.“ Leider ist eine nähere Klarlegung dieser Anwendung des Feuers
-nicht gegeben.
-
-Im Jahre 1567 machte der Baumeister _Philibert Delorme_ (geb. um 1518
-zu Lyon, gest. 1577 zu Paris) den Vorschlag, zur Verhütung des Rauchens
-der Schornsteine in diese Äolipilen einzubauen.
-
-Bemerkenswert ist eine Angabe über das Verhältnis zwischen Wasser-
-und Dampfmenge, die in dem ohne Nennung des Verfassers (_Bresson_
-zugeschriebenen) im Jahre 1569 zu Orleans erschienenen Buche „~L'Art et
-science de trouver les eaux~“ enthalten ist und die wörtlich besagt:
-
-„Aus einem Teil Wasser entwickeln sich durch Wärmezufuhr und
-Verdampfung 10 Teile Luft (Dampf); im Gegensatz hierzu bildet sich aus
-10 Teilen Luft ein Teil Wasser.“
-
-Das Jahr 1570 brachte wiederum einen Vorschlag, die im Schornstein
-abziehenden Rauchgase zum Antrieb von Bratspießen zu benutzen. Dieses
-Mal ging der Vorschlag von _Bartholemeo Scappi_ aus, der ihn in seinem
-Buche ~Opera di M. Bartholemeo Scappi, Venetia 1570~, unter Beifügung
-von Kupfertafeln niederlegte.
-
-Im Jahre 1575 erschien eine Übersetzung der Werke Herons von
-Alexandrien aus dem Griechischen ins Lateinische von _Frederigo
-Commandino_. Dieser starb während der Drucklegung zu Urbino. An seiner
-Stelle besorgte dessen Freund _Spaciolus_ die Herausgabe[20].
-
-In demselben Jahre übersetzte Aleotti, Architekt zu Urbino, die
-„Druckwerke“ Herons ins Italienische[21].
-
-Im Jahre 1597 erschien zu Leipzig ein Buch, von dem Stuart[22]
-berichtet, daß es eine sich drehende Äolipile beschreibe, die zum
-Antrieb eines Bratspießes dient. Es würde dieses die erste Quelle sein,
-die auf die _motorische_ Ausnutzung der Äolipile deutet.
-
-Von besonderem Interesse ist auch die Beschreibung einer Äolipile, die
-_Sir Hugh Plat_ im Jahre 1594 veröffentlicht[23]: „Eine runde Kugel
-von Kupfer oder Messing, die durch Verdünnung des Wassers in Luft das
-Feuer kräftig anbläst. Mache eine Kugel aus Kupfer oder Messing und
-statte sie mit einem Rohr oder Halsstück aus, das oben einen seitlichen
-Ansatz und eine kleine Öffnung besitzt. Dann erhitze die Kugel und wirf
-sie in kaltes Wasser; sie wird alsdann Wasser in sich hineinsaugen.
-Dies wird so oft wiederholt, bis die Kugel mehr als zur Hälfte gefüllt
-ist. Dann setze diese über brennende Kohlen. Nun wird man bemerken, daß
-ein starkes Gebläse sich gegen die Kohlen richtet, wenn man die Tülle
-des Blasebalges entsprechend einstellt. Es steht außer Zweifel, daß man
-mit Hilfe dieser Kugel Gold und Silber schmelzen kann. Auch kann man
-diese Kugeln so groß machen, daß man mit ihrer Hilfe eine ganze Stunde
-lang ohne Unterbrechung blasen kann.“
-
-Man nannte die Äolipilen auch „~philosophical bellows~“, philosophische
-Blasebälge. Ihr Prinzip war übrigens in England schon vor den Zeiten
-Sir Hugh Plats bekannt. So soll es auf den herrschaftlichen Landsitzen
-in Staffordshire üblich gewesen sein, eine „~Jack of Hilton~“ genannte,
-etwa einen Fuß hohe hohle Messingfigur aufzustellen, die Feuer spie
-und deren Ursprung bis auf die Zeit der Sachsen zurückgeführt wurde.
-Sie wurde am Neujahrstage in Tätigkeit gesetzt, und man pflegte die
-Neujahrsgans dreimal um diesen Püsterich herumzutreiben, bevor man sie
-briet und verzehrte.
-
-Das Jahr 1598 brachte wiederum eine Übersetzung der „Druckwerke“ Herons
-ins Italienische, und zwar von _Georgi_[24].
-
-Im Jahre 1601 beschrieb _Battista della Porta_ in seinen ~Pneumaticorum
-libri III~ einen Apparat, der hin und wieder als eine Vorrichtung
-zum Heben von Wasser mittels Dampfes hingestellt wurde, in Wahrheit
-aber nur dazu dienen sollte, festzustellen, in wieviel Teile Luft
-sich eine gewisse Menge Wasser auflöst. Porta beschreibt den
-Apparat wie folgt[25]: „Man nehme eine gläserne oder zinnerne Kiste
-_~BC~_(Abb. 10), deren Boden an einer Stelle mit einem Loch versehen
-sei, durch welches der Hals eines Destilliergefäßes ~D~ läuft, welches
-ein bis zwei Unzen Wasser enthält. Der Hals sei an den Boden dieser
-Kiste eingelötet, so daß das Wasser daselbst nicht heraus kann. Von
-dem Boden der Kiste steige eine Röhre ~C~ auf, und diese Röhre sei
-hinlänglich vom Boden entfernt, um Wasser durchzulassen. Diese Röhre
-muß etwas über die Oberfläche des Deckels emporragen. Man fülle die
-Kiste ~B~ durch die Öffnung ~A~ mit Wasser und schließe sie dann zu.
-Man setze dann das Gefäß auf das Feuer und erhitze es nach und nach.
-Das Wasser in demselben wird sich in Luft verwandeln, wird auf das
-Wasser in der Kiste drücken, und dieses Wasser wird auf das Wasser in
-der Röhre ~C~ drücken, und dieses wird aus derselben herausfließen.
-Man muß so lange mit dem Erhitzen des Wassers in dem Gefäß fortfahren,
-bis alles gar ist. Da das Wasser in Luft verwandelt wird, wird diese
-Luft immer auf das Wasser in der Kiste drücken, und das Wasser wird
-beständig ausfließen. Wenn es einmal bis zum Sieden gekommen ist, mißt
-man die Menge Wassers, die aus der Kiste ausgeflossen ist, und so viel
-dann an diesem Wasser fehlt, so viel hat sich dann in Luft verwandelt.
-
-[Illustration: Abbildung 10 und 11.
-
-Battista della Portas Verdampfungsversuch.]
-
-Man kann auch sehr leicht bemessen, in wieviel Luft sich eine gegebene
-Menge Wassers verwandeln kann.
-
-Man nehme ein Destilliergefäß, das unter dem Namen Gruale oder
-gewöhnlich als ~materasso~, Kolben, bekannt ist, in welchem man
-Branntwein brennt. Man lasse dieses Gefäß von Glas sein, damit man die
-Wirkungen der Luft und des Wassers sehen kann.
-
-Dieses Gefäß sei durch ~A~ (Abb. 11) dargestellt, und die Öffnung
-desselben befinde sich in einem flachem Gefäß ~B~, das mit Wasser
-gefüllt ist. Das Gefäß ~A~ sei mit Luft gefüllt, die mehr oder minder
-dicht ist, nach Ort und Jahreszeit. Man rücke einen mit Feuer gefüllten
-kleinen Ofen unter das Gefäß ~A~. Die Luft wird sich, sobald sie die
-Wirkung der Wärme fühlt, ausdehnen und, nachdem sie dünner geworden
-ist, einen größeren Raum einnehmen und auf das Wasser drücken, was zu
-kochen scheinen wird. Dies ist ein Zeichen, das sich Luft entwickelt,
-und je mehr die Hitze wirken wird, desto mehr wird das Wasser zu kochen
-scheinen. Nachdem man den höchsten Grad von Luftverdünnung erhalten
-haben wird, wird das Wasser aufhören zu kochen. Wenn man dann das
-Feuer von dem Gefäß ~A~ wegnimmt, wird die Luft kälter werden und sich
-verdichten und einen kleineren Raum einnehmen, und da sie nicht mehr
-den leeren Raum in dem Gefäß ausfüllen kann, weil die Öffnung unter dem
-Wasser ist, wird sie das Wasser in das Gefäß ziehen, und man wird das
-Wasser mit Gewalt steigen und das Gefäß füllen sehen, so daß nur jener
-Teil davon leer bleibt, wo sich die Luft auf ihren natürlichen Zustand
-zurückgeführt befindet. Wenn man neuerdings Feuer an dieses geringe
-Volumen Luft bringt, wird es sich nochmals verdünnen, das Wasser wird
-hinausstürzen und, wenn man das Feuer entfernt, wieder steigen.
-
-Nachdem man das Wasser gestellt hat, nimmt man eine Feder und Tinte
-und bezeichnet außen am Glase die äußerste Oberfläche des Wassers im
-Gefäße und gießt dann aus einem anderen Gefäß so viel Wasser in das
-erstere, als nötig ist, bis zu dem angedeuteten Punkt zu gelangen.
-Man mißt hierauf dieses Wasser, und sovielmal dieses Wasser das ganze
-Gefäß füllen wird, sovielmal wird ein Teil der Luft, verdünnt durch
-die Hitze, sich entwickeln, und dadurch entstehen ganz kuriose Dinge
-(~grande secreti~).“
-
-Schon vor dem Jahre 1605 versuchte _Marin Bourgeois_ in der Artillerie
-Wasserdampf an Stelle von Pulver zu verwenden. Hiervon hörte _David
-Rivault_, _Herr von Flurence_; er setzte sich mit Bourgeois in
-Verbindung und ließ sich im Jahre 1606 dessen „Feuergewehr“ vorführen.
-In den von Rivault im Jahre 1605 und 1608 herausgegebenen ~Elémens
-d'Artillerie~[26] wird beschrieben, wie eine dünnwandige mit Wasser
-gefüllte Äolipile, deren Öffnung verschlossen ist, mit heftigem Knall
-explodiert, wenn sie der Einwirkung starker Hitze ausgesetzt wird.
-
-Bourgeois hat übrigens, wie Sir Hugh Plat (vgl. S. 30), auch die
-Beobachtung gemacht, daß, wenn man eine Äolipile erhitzt und in ein
-mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß wirft, sie Wasser in ihr Inneres
-hineinsaugt[27].
-
-Die in der zweiten Ausgabe der ~Elémens d'Artillerie~ gegebene
-Beschreibung des Dampfgeschützes lautet wie folgt[28]: „_Wie ein
-Geschütz mit Hilfe reinen Wassers abgefeuert werden kann_. Eine Kanone
-von der gebräuchlichen Form wurde am Zündloch fest verschlossen, und
-das Innere wurde mit Wasser gefüllt. Eine Kugel wurde hineingeschoben
-und mittels eines Halters festgehalten. _Nunmehr wurde ein Feuer unter
-den Schildzapfen des Rohres angebracht_. Als das Wasser hoch erhitzt
-worden war, wurde der die Ladung sichernde Halter entfernt und der
-Dampf trieb die Kugel mit großer Gewalt hinaus.“ Rivault gibt übrigens
-auch die Abbildung einer von Bourgeois erfundenen Windkanone.
-
-Im Jahrs 1615 erschien zu Heidelberg ein von _Salomon de Caus_[29]
-verfaßtes, zum Teil an Heron sich anlehnendes Buch: „~Les Raisons des
-forces mouvantes, avec diverses machines aussi utiles que plaisantes~“,
-in welchem Beobachtungen über die Natur des Wasserdampfes sowie
-Vorschläge für dessen praktische Verwendung gemacht werden. Diese sind
-von seiten Aragos so hoch eingeschätzt, daß er Salomon de Caus als den
-Erfinder der Dampfmaschine hingestellt hat. Eine aus dem Jahre 1624
-stammende Ausgabe jenes Buches Salomons de Caus zerfällt in folgende
-Unterabteilungen: Über die bewegenden Kräfte, Grotten- und Fontänenbau,
-Orgelbau. Für die Geschichte der Dampfmaschine ist nur die erstere
-wichtig, und zwar in erster Linie die dort aufgestellten „Theoreme“ ~I~
-und ~V~.
-
-
-_Salomons de Caus Theorem ~I~_.
-
-„_Die Elemente vereinigen sich eine Zeitlang; sodann kehrt jedes wieder
-an seinen Ort zurück_.
-
-Es ist allgemein bekannt, daß alles, was die göttliche Vorsehung
-geschaffen hat, zusammengesetzt und zusammengemischt ist aus Elementen,
-ebenso alles das, was der Mensch ausführt. So ist z. B. das Holz und
-alle anderen Dinge, die die Erde hervorbringt, aus Trockenem und
-Feuchtem zusammengesetzt und zwar mit Hilfe des Feuers und der Luft.
-Denn wir wissen aus Erfahrung, daß die Erde nichts hervorbringen würde,
-wenn sie nicht von der Sonne erwärmt würde und wenn die Luft nicht
-Wachstum verliehe. Wie nun aber die Natur etwas mit Hilfe der Elemente
-entstehen läßt, so zerstört sie dieses wiederum mit Hilfe der Elemente,
-indem sie jedes Element wiederum auf seine Stelle zurückkehren läßt. So
-wird z. B. das Holz durch Wärme zerstört, die Feuchtigkeit verdampft
-nach oben unter der Einwirkung der Wärme. Erreicht nun der Dampf mit
-der Wärme eine gewisse Höhenregion, so verlassen sie einander; jeder
-geht an seinen Ort zurück; die Feuchtigkeit fällt wieder auf die Erde.
-Dieses nennen wir Regen. Diesen Vorgang werde ich an einem Beispiel
-erläutern.
-
-~A~ (Abb. 12) sei ein rundes, dichtes Gefäß, in dessen Inneres ein
-Rohr ~C~ hineinragt, und zwar bis ungefähr auf dessen Boden. An dem
-Rohre ~C~ ist ein Hahn zum Öffnen und Verschließen angebracht. Oben
-ist an dem Gefäß noch die Öffnung ~E~ angeordnet. Man tue nun durch
-diese Öffnung Wasser in das Gefäß hinein, und zwar einen Topf voll,
-wie er neben dem Gefäß dargestellt ist, sofern das Gefäß drei solche
-Töpfe faßt. Hierauf setze man das Gefäß drei oder vier Minuten lang
-auf Feuer und lasse die obere Öffnung ~E~ offen. Nunmehr ziehe man das
-Gefäß wieder vom Feuer fort und lasse das noch in demselben befindliche
-Wasser hinaus. Man wird hierbei finden, daß ein Teil des Wassers durch
-die Hitze des Feuers verdampft ist. Nunmehr fülle man in das Gefäß
-wiederum die gleiche Menge Wasser wie vorhin, setze das Gefäß wiederum
-auf das Feuer, verschließe aber sowohl die obere Öffnung ~E~ wie den
-Hahn ~D~. Man lasse das Gefäß während der gleichen Zeit auf dem Feuer
-wie vorhin, ziehe es dann vom Feuer zurück und lasse es erkalten, ohne
-die Öffnung ~E~ zu öffnen. Gießt man nun das Wasser aus dem Gefäß aus,
-so wird man finden, daß dieses in derselben Menge vorhanden ist, die
-man in das Gefäß hineinfüllte. Hieraus ersieht man, daß das Wasser, das
-zu Dampf geworden war, jetzt wieder zu Wasser sich verwandelt und sich
-selbst abgekühlt hat. Man kann auch noch einen anderen Versuch machen.
-Man tue wiederum ein Quantum Wasser in das Gefäß und setze dieses auf
-das Feuer, nachdem man die Öffnung ~E~ geschlossen und den Hahn ~D~
-geöffnet hat. Setzt man nun den Topf neben das Gefäß, so wird sich das
-Wasser infolge der Hitze des Feuers aus dem Gefäße emporheben.“
-
-[Illustration: Abbildung 12.
-
-Versuch Salomons de Caus über die Kondensation des Dampfes.]
-
-Aus diesem Theorem I geht mit Sicherheit hervor, daß Salomon de Caus
-das Wesen der _Kondensation des Wasserdampfes_ erkannt hat.
-
-
-_Salomons de Caus Theorem ~V~_.
-
-„_Wasser steigt mit Hilfe des Feuers höher als seine Oberfläche_.
-
-Man kann mit Hilfe des Feuers Wasser zum Steigen bringen. Hierzu
-können verschiedene Vorrichtungen dienen. Eine derselben will ich hier
-beschreiben. ~A~ (Abb. 13) sei eine ringsum gut verlötete Kugel, an
-welcher sich eine Öffnung ~D~ befinde, durch welche man Wasser in das
-Gefäß tue. In die Kugel ~A~ führt bis fast auf deren Grund ein Rohr
-~B~. Nach Einführung des Wassers schließe man den Hahn ~D~ und stelle
-das Gefäß auf Feuer. Dann wird die dem Gefäß zugeführte Wärme das ganze
-Wasser aus dem Rohr ~B~ austreten lassen.“
-
-[Illustration: Abbildung 13.
-
-Salomons de Caus Vorrichtung zum Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers.]
-
-Unter den übrigen von Salomon de Caus angegebenen Vorrichtungen zum
-Heben von Wasser sind für uns noch einige solche von Interesse, bei
-denen die Sonnenwärme als Wärmequelle zur Erzielung der Verdampfung
-benutzt wird. Als Aufgabe 13 beschreibt er eine Maschine, mit deren
-Hilfe man stehendes Wasser in Gestalt einer kontinuierlichen Fontäne
-zum Ausströmen bringen kann. Auf dem Wasserbehälter ~I~ (Abb. 14)
-stehen vier kleine kastenförmige Gefäße; sie sind unten durch ein Rohr
-~P~ miteinander verbunden. Dieses Rohr mündet in seinem mittleren Teile
-mittels eines Ventils ~H~ in das im Behälter ~I~ enthaltene Wasser.
-Oberhalb der vier kleinen Gefäße liegt ein Rohr ~E~, von welchem je
-ein senkrechtes Rohr in diese Gefäße mündet. Ein Rohr ~N~ mit Ventil
-~G~ führt von dem Rohr ~E~ zu der kontinuierlich zu betreibenden
-Fontäne. Die oberen vier Gefäße werden durch die Öffnung ~M~ zur Hälfte
-mit Wasser gefüllt. Hierbei wird dieses Wasser durch das Ventil ~H~
-zurückgehalten. Läßt man nun die Sonne direkt oder unter Einschaltung
-von Brenngläsern auf die vier oberen Gefäße scheinen, so dehnt sich
-die in diesen befindliche Luft aus und drückt das Wasser in das Rohr
-~E~ und durch das Ventil ~G~ und Rohr ~N~ zu dem Springbrunnen. Dieser
-läßt das Wasser wieder in das Gefäß ~I~ zurückfallen. Wird die Zufuhr
-der Sonne unterbrochen, was bei Eintritt der Dunkelheit von selbst
-erfolgt, so kühlt sich die in den vier oberen Gefäßen enthaltene Luft
-ab und vermindert ihr Volumen. Infolgedessen schließt sich das Ventil
-~G~, wogegen sich das Ventil ~H~ öffnet und Wasser aus dem Gefäß ~I~ in
-die oberen Gefäße nach oben hin übertreten läßt. Bescheint die Sonne
-wiederum den Apparat, so beginnt das Spiel von neuem.
-
-[Illustration: Abbildung 14.
-
-Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der
-Sonnenwärme.]
-
-Als Aufgabe 15 beschreibt Salomon de Caus die in Abb. 15 dargestellte
-Sonnenkraftmaschine. Hier sind in dem Gestell ~A~ Brenngläser
-angebracht, die die Sonnenstrahlen auf zwei Metallkästen werfen,
-die in ihrem Innern die nach Aufgabe 13 ausgeführte Vorrichtung
-enthalten. Durch Ventil ~C~ und Rohr ~D~ tritt die unter Druck stehende
-Flüssigkeit zu der im Nebenraum aufgestellten Fontäne über.
-
-[Illustration: Abbildung 15.
-
-Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der
-Sonnenwärme.]
-
-Salomon de Caus war 1576 zu Dieppe geboren. Seines Zeichens Architekt,
-kam er im Jahre 1612 nach England, um den Park des Prinzen von Wales
-zu Richmond auszugestalten. Als sich die Tochter des Prinzen, die
-Prinzessin Elisabeth, im Jahre 1615 mit Kurfürst Friedrich ~V.~ von
-der Pfalz vermählte, siedelte Salomon de Caus nach dessen Residenz
-Heidelberg über. Der dortige Schloßpark und die Schloßterrasse sind
-sein Werk. 1619 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er im Jahre 1626
-verstarb. Bailles[30] und Arago[31] erblickten in Salomon de Caus
-den Erfinder der Dampfmaschine. Im Jahre 1834 wurde ein angeblich
-von Marion Delorme an den Marquis de Cinq-Mars gerichteter Brief
-veröffentlicht[32], in dem mitgeteilt wurde, daß de Caus, da man seine
-Anschauungen über die Dampfkraft für die Ausgeburt eines kranken
-Gehirns hielt, von Richelieu zu Bicêtre eingekerkert worden sei. In
-der Folgezeit erschien denn auch Salomon de Caus in Wort und Bild als
-Märtyrer seiner Ideen. Unter anderem widmete ihm Brachvogel 1859 das
-Drama „~Mon de Caus~“. Dagegen stellte sich der Brief Delormes als
-eine Fälschung heraus. Dieses hindert aber nicht, anzuerkennen, daß
-die Arbeiten Salomons de Caus eine wichtige Etappe auf dem Wege zu der
-Erkenntnis des Wesens des Dampfes bilden. Für die Vielseitigkeit dieses
-zu früh dahingerafften Pioniers der Dampfkraft spricht der Umstand,
-daß er auch über Perspektive (London 1612), Sonnenuhren (Paris 1624),
-Harmonie (Frankfurt 1615) Abhandlungen hinterlassen hat.
-
-Neben Salomon de Caus ist noch zu nennen der ebenfalls aus Dieppe
-stammende Isaak de Caus. Dieser verfaßte im Jahre 1644 ein Buch über
-eine neue Erfindung, um Wasser zu heben; dasselbe enthält aber nichts
-über die des Hebens mittels Feuer.
-
- * * * * *
-
-Mit dem Jahre 1617 erschließt sich für den die Geschichte der
-Dampfmaschine behandelnden Fachmann eine eigenartige Quelle in Gestalt
-der _englischen Patentschriften_. Eins der besten Geschichtswerke
-über die Entwicklung der Dampfmaschine ist Fareys „~Treatise on
-Steam Engine, historical, practical and descriptive~, London 1827“.
-Desgleichen Robert Stuarts ~Descriptive History of the Steam Engine~,
-London 1824. Beide Werke enthalten aber Angaben, welche gegenüber der
-sich auf die englischen Patentschriften stützenden Forschung nicht
-bestehen können. So enthält Stuarts ~History~ eine Zusammenstellung
-der auf die Verbesserung der Dampfmaschine, der Feuerungen und der
-Dampfkessel bezüglichen englischen Patentschriften, die als lückenhaft
-und als zum Teil unzutreffend zu bezeichnen ist. Durch einen Zufall
-wurde dem Schreiber dieses auch eine Anzahl in anderen gründlichen
-Werken enthaltener Unstimmigkeiten kund, die derselbe in einer längeren
-Abhandlung: „_Beiträge zur Geschichte der Erfindungen im 17. und
-18. Jahrhundert_“ in „_Glasers Annalen für Gewerbe und Bauwesen_“ 1897,
-Nr. 488 u. ff., richtig stellte.
-
-Die sämtlichen seit dem 11. März 1617 erteilten englischen Patente
-sind im Jahre 1857 gesammelt und bei George Edward Eyre und William
-Spottiswoode in London neu gedruckt worden. In ihnen ist für die
-Erforschung der Fortschritte der Technik von jener Zeit an ein reicher
-Stoff niedergelegt, der den im übrigen durchaus gewissenhaften
-Forschern Farey und Stuart nicht zur Verfügung stand. Nun gibt es außer
-jenem Neudruck der seit 1617 ausgegebenen englischen Patentschriften
-auch die von uns bereits mehrfach zitierten ~Abridgements of
-Specifications relating to the Steam Engine~. _Leider lassen aber
-auch diese eine absolute Zuverlässigkeit vermissen_. Schreiber dieses
-hat daher, um hier eine Lücke auszufüllen, sämtliche englischen
-Patentschriften vom Jahre 1617 bis auf James Watts erstes Patent vom
-Jahre 1769, insgesamt 913 Stück, daraufhin geprüft, ob sie sich auf die
-Verbesserung der Dampfmaschine oder Verwandtes beziehen.
-
-[Illustration: Abbildung 16.
-
-Titelbild zu Giovanni Brancas Buch „~Le Machine~“.]
-
-Die ältesten englischen Patentschriften ergehen sich nur in allgemeinen
-Wendungen über den Gegenstand des Patents und geben daher keine
-Möglichkeit, sich diesen zweifellos zu vergegenwärtigen.
-
-Schon aus den ersten dieser Patentschriften geht aber zweifellos das
-große Interesse hervor, das die damalige Industrie hatte, um sich
-neue bewegende Kräfte dienstbar zu machen. Als ein auf diesem Gebiete
-tätiger Erfinder tritt uns _David Ramseye_ entgegen. Ihm wurde in
-Gemeinschaft mit _Thomas Wildgosse_ am 17. Januar 1618 das Patent Nr. 6
-erteilt auf eine neue und geeignete kompendiöse Art von Maschinen und
-Instrumenten und andere nützliche Erfindungen, Mittel und Wege zum
-Besten des Gemeinwohles, um so wohl die Äcker ohne Pferde und Ochsen
-zu pflügen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu vermehren, ferner um
-Wasser von niedrig gelegenen Orten zu höher gelegenen Orten zu heben,
-Städte und Landedelsitze mit Wasser zu versorgen und andere Plätze, die
-bisher ohne Wasser sind, mit geringerer Mühe als bisher, und Fracht-
-und Passagierschiffe auf dem Wasser zu bewegen, sowohl schneller bei
-Windstille als auch sicherer im Sturm, als dies bei Schiffen mit voller
-Takelung möglich ist.
-
-Unter dem 8. August 1622 erhielt eben derselbe _David Ramseye_ in
-Gemeinschaft mit _John Jacke_ das Patent Nr. 21 auf eine neue und
-nützliche Erfindung, Kunst und Mittel, zwei nützliche Maschinen und
-Instrumente herzustellen und zu benutzen, die eine zum Heben von
-Wasser, um Ländereien und Bergwerke zu entwässern, die andere um einen
-Bratspieß oder dergleichen zu drehen.
-
-Wir erwähnen diese beiden Ramseyeschen Patente hier, obgleich sie nicht
-mit Bestimmtheit auf Dampfmaschinen sich beziehen, um deswillen, weil
-Ramseye Inhaber des später noch von uns zu nennenden ersten englischen
-Dampfmaschinenpatents Nr. 50 vom 21. Januar 1630 ist.
-
-Im Jahre 1627 gab _Jean Leurechon_ unter dem Namen „Van Etten, ein
-Student der Universität zu Pont à Mousson“, ein unterhaltendes,
-mathematische, physikalische usw. Dinge behandelndes Buch heraus:
-~Récréations mathématiques~, Rouen. In diesem wurde außer den in
-Herons Druckwerken beschriebenen Anwendungen der Dampfkraft auch die
-Dampfkanone von Bourgeois (vgl. S. 32) vorgeführt[33].
-
-[Illustration: Abbildung 17.
-
-Giovanni Brancas Antrieb eines Walzwerkes durch warme Luft.]
-
-Um diese Zeit brachte _Cornelius Drebbel_ (geb. 1572 zu Alkmaar, gest.
-1634 zu London) ein musikalisches Instrument durch Flüssigkeit, auf
-welche die Sonne einwirkte, zum Tönen[34].
-
-Das Jahr 1629 bildet einen wichtigen Merkstein in der Geschichte der
-Dampfmaschine. In diesem Jahre veröffentlichte _Giovanni Branca_ sein
-mit zahlreichen höchst anschaulichen Abbildungen ausgestattetes Buch
-„~Le Machine~“, dessen mit den Bildnissen Vitruvs und Archimedes
-geziertes Titelbild wir in Abb. 16 wiedergeben.
-
-Aus diesem Werke Brancas sind für die Geschichte der Dampfmaschine die
-Figuren 2 und 25 von Wichtigkeit.
-
-In Figur 2, die in Abb. 17 wiedergegeben ist, stellt Branca ein
-Walzwerk dar, das durch die Abhitze eines Schmiedefeuers angetrieben
-wird.
-
-Branca beschreibt dieses Warmluftrad wie folgt: „In jener Figur 2 wird
-ein Verfahren gezeigt, um eine Stange Goldes, Silbers oder sonst eines
-Stoffes auszuwalzen, sowie Medaillen, Münzen und dergleichen mit einem
-Aufdruck zu versehen. Zunächst sieht man einen Handwerker neben dem
-Schmiedefeuer ~M~ unter der Esse ~L K H G~ auf dem Amboß ~T~ den Hammer
-schwingen.
-
-Die Esse läßt in der dargestellten Ausführung die warme Luft nach oben
-hin austreten und versetzt hierbei das Rad ~I~ in Drehung, durch dessen
-Bewegung die Triebe ~N P R~ und von diesen die Räder ~O Q F~ und die
-Welle ~A~ gedreht werden. Letztere liegt konzentrisch zu dem Rade ~F~.
-Hier nun kann ein zweiter Handwerker je nach Wunsch den Metallstab
-~E~ entweder auswalzen oder mittels der Preßansätze ~B~ und ~C~ mit
-Aufdrucken versehen.“
-
-Die in Figur 25 dargestellte, in Abb. 18 wiedergegebene Vorrichtung hat
-Jahrhunderte hindurch geschlummert. Erst als die Elektrotechnik ihren
-Siegeszug durch die Welt vollzog und für den Antrieb der Dynamomaschine
-schnell laufende Kraftmaschinen verlangte, ist sie durch _Parsons_ und
-_Laval_ gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Gestalt der _Dampfturbine_
-zu neuem Leben erwacht und zu einer anfangs nicht geahnten Verbreitung,
-auch außerhalb der Elektrotechnik, insbesondere im Schiffswesen,
-gelangt.
-
-[Illustration: Abbildung 18.
-
-Giovanni Branca's Dampfrad.]
-
-_Giovanni Branca_ beschreibt sein Dampfrad wie folgt: „Aus jeder
-Abbildung lassen sich die besten Grundlagen und Grundsätze für den
-jeweilig vorliegenden Zweck ableiten. Figur 25 stellt eine Vorrichtung
-dar, um Stoffe, die zur Herstellung von Pulver dienen, zu zermalmen.
-Wunderbar ist aber der Motor dieser Vorrichtung, der in einem
-metallenen Kopfe besteht, der mit ~A~ bezeichnet ist, durch die Öffnung
-~B~ mit Wasser gefüllt und auf den mit brennenden Kohlen angefüllten
-Herd ~C~ gesetzt ist. Der Kopf kann nun nach keiner anderen Richtung
-hin ausatmen als durch seinen Mund ~D~. So wird er denn einen so
-starken Hauch von sich geben, daß er das Schaufelrad ~E~ samt dem Rade
-~G~, dem Triebe ~H~, dem Rade ~I~, dem Triebe ~K~, dem Rade ~L~ und
-die mit diesem verbundene Walze in Drehung versetzt. Auf dieser Walze
-sind die beiden Hebedaumen ~N~ und ~O~ angebracht, die abwechselnd die
-durch ~P~ geführten Stempel anheben, die dann die in den Gefäßen ~M~
-befindlichen Stoffe zertrümmern.“
-
-_Das Jahr 1630_ bringt _das erste auf eine Dampfmaschine bezügliche
-englische Patent_. In der zugehörigen Urkunde ist im Gegensatz zu den
-vorhergehenden Patentschriften ausdrücklich angegeben, daß es sich um
-die Ausnutzung des Feuers oder, mit anderen Worten, des Dampfes zur
-Leistung von Arbeiten handelt.
-
-Dieses Patent trägt die Nr. 50 und ist unter dem 21. Januar 1630 dem
-bereits als Mitinhaber der Patente Nr. 6 und Nr. 21 genannten _David
-Ramseye_ erteilt.
-
-Das Patent ist außerordentlich vielseitig und betrifft:
-
-1. die Herstellung von Salpeter,
-
-2. _das Heben von Wasser aus tiefen Gruben durch Feuer_,
-
-3. den Antrieb von Mühlen an stehenden Gewässern durch ständige
-Bewegung, ohne Benutzung von Wind, Bedienungsmannschaften oder Pferden,
-
-4. die Herstellung von Teppichen ohne Webstuhl,
-
-5. die Herstellung von Schiffen, Booten und Barken, die sich gegen
-starken Sturm und Strömung fortbewegen,
-
-6. die Erhöhung der Fruchtbarkeit des Erdbodens,
-
-7. die Hebung des Wassers aus tiefgelegenen Orten und Kohlengruben auf
-eine neue Art,
-
-8. das Weichmachen von Eisen und Kupfer,
-
-9. das Bleichen von Wachs.
-
-Im Jahre 1633 wurden die von uns bereits erwähnten „~Récréations
-mathématiques~“ _Leurechons_ durch _Oughtred_ ins Englische
-übersetzt[35]. Hier wurden die Äolipilen als Hilfsmittel beim
-Metallschmelzen vorgeschlagen.
-
-Vielleicht ist diese Veröffentlichung der Anlaß zu dem englischen
-Patent Nr. 71 gewesen, das unter dem 24. Juni 1634 an _Arnold Rotsipen_
-erteilt wurde. Dasselbe betrifft außer verschiedenen auf anderen
-Gebieten liegenden Erfindungen _einen mechanischen Hammer_ (~hammer
-Mill~), _der durch Wasserdampf oder durch ein Pferd angetrieben wird
-und gestattet, mehr oder minder starke Schläge auszuüben_, obgleich der
-Antrieb stets mit der gleichen Geschwindigkeit erfolgt. Dieses wichtige
-Patent ist in den ~Abridgements~ auffallenderweise nicht enthalten.
-
-Um diese Zeit vollzog sich jener große Fortschritt in der Kenntnis des
-Luftdrucks, der an die Namen _Galilei_, _Torricelli_, _Pascal_ und
-_Otto v. Guericke_ geknüpft ist und fruchtbringend auf die Entwicklung
-der Anwendung der Dampfkraft -- wenn auch nicht sofort erkennbar --
-einwirkte.
-
-Im Jahre 1643 veröffentlichte der Jesuitenpater _Athanasius Kircher_
-in dem Buche „~De arte magnetica~“ eine Verbesserung des Brancaschen
-Schaufelrades. Dieselbe bestand im wesentlichen darin, daß auf das
-Rad an Stelle eines einzigen Dampfstrahles deren zwei zur Einwirkung
-gebracht wurden[36].
-
-1648 empfahl der Bischof _Wilkins_ in der ~Mathematical Magic~
-die von Cardanus verbesserte Äolipile (vgl. S. 28) zum Läuten der
-Kirchenglocken und zum Antrieb von Musikwerken, zum Garnhaspeln, zum
-Schaukeln von Kinderwiegen und zum Drehen von Bratspießen.
-
-Im Jahre 1650 treffen wir auf ein Schriftstück, das von demjenigen
-Manne herrührt, der gleichsam ein englisches Gegenstück zu Salomon de
-Caus bildet, indem ihm von zahlreichen englischen Geschichtsforschern
-das Verdienst zugeschrieben wird, die erste als Dampfmaschine
-anzusprechende Vorrichtung erfunden und in praktische Benutzung
-genommen zu haben. Es ist dies _Edward Somerset_, _Marquis of
-Worcester_. Einer reichen Aristokratenfamilie angehörig, war
-Worcester ein Gegner Cromwells. Als dieser die königlichen Truppen
-besiegte, ging Worcester im Jahre 1648 seiner Besitzungen verlustig
-und mußte nach Frankreich flüchten, wo er sich mehrere Jahre hindurch
-aufhielt. König Karl ~II.~ hoffte auf die Beihilfe Ludwigs ~XIV.~ Dem
-widersetzte sich aber der Kardinal Mazarin, und es blieb Karl ~II.~
-nichts anderes übrig, als Vermittler nach England zu senden, die seine
-Rückkehr auf den englischen Thron einleiten sollten. Als ein solcher
-Vermittler ging auch der Marquis of Worcester nach England, wurde aber
-auf Parlamentsbeschluß vom 28. Juli 1652 dem Tower als Gefangener
-zugeführt. Hier nahm er seine schon von Jugend auf betriebene
-Beschäftigung mit mechanischen Künsten wieder auf und brachte eine
-Anzahl von ihm gemachter Erfindungen zu Papier. Dieser unfreiwillige
-Aufenthalt dürfte bis etwa zum Juni 1655 gewährt haben. Hier nun
-verfaßte er die erste Niederschrift eines Buches: „_Ein Hundertvoll der
-Namen und Beispiele solcher Erfindungen, von denen ich mich erinnere,
-daß ich sie versucht und vervollkommnet habe_“. Diese Schrift kam aber
-erst im Jahre 1663 in die allgemeine Öffentlichkeit. Am 15. November
-1661 erhielt der Marquis of Worcester das Patent Nr. 131. Dasselbe
-betrifft:
-
-1. eine Uhr ohne Schnur und Kette,
-
-2. Schnelladekanonen und Pistolen,
-
-3. eine Vorrichtung, um durchgehende Pferde ohne Gefahr von dem Wagen
-loszulösen,
-
-4. ein Schiff, das gegen den Strom und gegen den Wind geht.
-
-Die hier unter Nr. 4 aufgeführte Erfindung ist von verschiedenen
-Geschichtsforschern, z. B. Woodcroft, dahin ausgelegt, daß sie sich auf
-ein Dampfschiff beziehe. Hierfür bietet aber die Patentschrift Nr. 131
-keinerlei Anhalt. Hieraus scheint sich vielmehr zu ergeben, daß es sich
-um eine eigenartige Benutzung der Kraft des Windes handelt, die auch
-zum Be- und Entladen von Schiffen benutzt werden sollte.
-
-Im Jahre 1659 gab _Jakob Dobrzenski_ ein größeres reich illustriertes
-Buch ~Nova et amaenior de admirando fontium genio Philosophia~
-heraus, in welchem in Anlehnung an Heron von Alexandrien eine Anzahl
-hydraulischer Apparate, u. a. auch eine Vorrichtung, um Wasser durch
-die Kraft erwärmter Luft zu heben, beschrieben wird.
-
-Nunmehr sind zwei Patente bemerkenswert, die im Verlaufe des Jahres
-1662 erteilt wurden. Dieselben enthalten zwar keine Angaben, aus denen
-hervorgeht, daß es sich um die Anwendung der Dampfkraft handelt, die
-jedoch derart abgefaßt sind, daß sie dahin gedeutet werden können, daß
-es sich um eine solche handelte.
-
-Das erste dieser beiden Patente ist am 12. März 1662 an _Ralph Waine_
-unter Nr. 135 verliehen. Als Gegenstand des Patents ist angegeben:
-_eine Maschine mit perpetuierlicher Selbstbewegung, die ohne Hilfe
-einer Person oder einer Kreatur nicht nur weite Flächen Landes von
-großen Wassermengen trocken legt, sondern auch Bergwerke von mehr als
-50 Fathoms Tiefe_.
-
-Das zweite Patent trägt die Nummer 139 und ist am 17. September 1662 an
-_Thomas Togood_ erteilt. Dasselbe betrifft eine Erfindung, neue Schiffe
-zu bauen, die ohne Hilfe von Wind und Strömung fahren, und eine neue
-Erfindung zum Heben von Wasser mit Wassersaugern, die eine besondere
-Anwendung finden können, sowie die Entwässerung von Bergwerken, _die
-mit Hilfe der bisher bekannten Maschinen nicht erreicht werden kann_.
-Im Jahre 1663 erschien die bereits erwähnte Schrift des _Marquis of
-Worcester_: „Ein Hundertvoll Namen und Beispiele von Erfindungen“. Der
-vollständige Titel dieser von den einen in den Himmel gehobenen, von
-den anderen als Ergebnis hohler Prahlerei verschrieenen Druckschrift
-lautet:
-
-„Ein Hundertvoll der Namen und Beispiele von denjenigen Erfindungen,
-von denen ich mich entsinnen kann, sie versucht und ausgebildet zu
-haben, welche ich (da meine früheren Niederschriften verloren gegangen
-sind) auf inständiges Ersuchen eines machtvollen Freundes im Jahre 1655
-versucht habe, in einer solchen Weise niedergelegt habe, daß ich mich
-aus ihnen derart unterrichten kann, daß ich imstande bin, die eine
-oder andere praktisch auszuführen. ~Artis et Naturae proles.~ London.
-Gedruckt bei J. Grismond im Jahre 1663.“ Das Buch ist dem englischen
-König und dem Parlament gewidmet.
-
-Unter den hundert verschiedenen, zum großen Teil nur andeutungsweise
-aufgeführten Erfindungen befinden sich u. a. folgende: Verstellbarer
-Stempel (Nr. 1), Abfeuern von Kanonen bei Nacht wie bei Tage (Nr. 8),
-eine Höllenmaschine (Nr. 9), die so klein ist, daß man sie in der
-Tasche tragen kann, und die, im Innern des größten Schiffes angebracht,
-zu einer bestimmten Minute, selbst nach Verlauf einer Woche, bei Tag
-oder Nacht das Schiff unfehlbar zum Sinken bringt. Nr. 10 bezieht
-sich auf das Tauchen, um von einer eine Meile entfernten Stelle aus
-die unter Nr. 9 erwähnte Höllenmaschine an dem Schiffe anzubringen.
-Unter Nr. 11 wird dann ein Mittel angegeben, um ein Schiff vor jenen
-Höllenmaschinen zu bewahren. Ein Verfahren (Nr. 15), ein Boot zu
-bauen, das von selbst ohne Hilfe eines Menschen oder eines Tieres
-gegen Wind und Strömung fährt; ein Meeresschloß (Nr. 16) oder -festung
-kanonenschußsicher zu machen, das auch innerhalb einer Stunde bei 1000
-Mann Besatzung in drei Schiffe verwandelt werden kann. Ein auf der
-Themse schwimmender Blumengarten (Nr. 17). Eine Wasserhebevorrichtung
-(Nr. 21). Bewegung von Lasten mit geringem Kraftaufwande (Nr. 27). Eine
-Repetierpistole (Nr. 58). Als Anwendungsarten des Dampfes kommen nur
-die unter Nr. 68, 98 und 100 beschriebenen Vorrichtungen in Frage.
-
-Unter Nr. 68 heißt es: „Eine merkwürdige und sehr kräftige Art, Wasser
-zu heben, und zwar nicht in der Weise, daß es hinaufgedrückt oder
-hinaufgesaugt wird, denn dies ist, wie die Philosophen sagen, nur
-~intra sphaeram activitatis~, d. i. innerhalb enger Grenzen möglich.
-Der hier beschriebene Weg kennt keine Grenzen der Wirkung, sofern nur
-die dabei benutzten Gefäße stark genug sind. Ich nahm ein Kanonenrohr,
-von dem an dem einen Ende ein Stück abgesprungen war, füllte dessen
-Hohlraum zu drei Viertel mit Wasser, verschloß das Mundloch und das
-Zündloch sorgfältig mittels Schrauben. Nunmehr brachte ich ein starkes
-Feuer unter das Kanonenrohr, das dann nach 24 Stunden mit lautem Krach
-zerbarst. So hatte ich auf diese Weise ein Verfahren erkannt, um meine
-Gefäße so herzustellen, daß sie nacheinander mittels der in ihnen
-aufgespeicherten Kraft gefüllt werden können.
-
-Ich habe gesehen, wie das Wasser gleich dem ständigen Strahl eines
-Springbrunnens 40 Fuß hochstieg. Ein Gefäß, das Wasser enthielt, das
-durch Feuer verdünnt wurde, trieb vierzig Gefäße kalten Wassers empor.
-Und ein Mann, der die Vorrichtung bedient, braucht nichts weiter zu
-tun, als zwei Hähne zu drehen, damit wenn das in dem einen Gefäß
-enthaltene Wasser verbraucht ist, ein anderes Gefäß zu arbeiten und
-sich mit kaltem Wasser zu füllen beginnt usw. Erforderlich ist, daß
-das Feuer gleichmäßig unterhalten wird. Dieses kann aber durch ein
-und dieselbe Person besorgt werden, und zwar zwischen der Drehung der
-erwähnten Hähne.“
-
-Unter Nr. 98 heißt es: „Eine so ersonnene Maschine, daß, wenn der
-bewegliche Teil („~primum mobile~“) vorwärts oder rückwärts, aufwärts
-oder abwärts, im Kreise oder winklig, hin und her, gerade, senkrecht
-sich bewegt, die angestrebte Wirkung ständig vor sich geht, ohne daß
-eine der vorgenannten Bewegungen die andere hindert oder vermindert.
-Alle Bewegungen vereinigen sich vielmehr, um der Vorrichtung Kraft
-in erhöhtem Maße zuzuführen. Und daher nenne ich diese Maschine eine
-‚halballmächtige Maschine‛ (~A Semi-omnipotent Engine~). Ein Modell
-derselben soll mir dermaleinst in das Grab mitgegeben werden.“
-
-Unter Nr. 100 macht dann der Marquis of Worcester folgende Ausführungen:
-
-„Durch das merkwürdige Hilfsmittel, welches die beiden zuletzt
-genannten Erfindungen darbieten, ist nun von mir nach jahrelangem
-Arbeiten ein Wasserwerk ausgeführt worden, mit dessen Hilfe mit der
-Kraft eines Kindes eine unglaubliche Menge Wassers 100 Fuß hoch gehoben
-werden kann, und zwar sogar in einem Rohre von zwei Fuß Durchmesser.
-Und dies geht so natürlich vor sich, daß die Maschine noch nicht einmal
-in dem benachbarten Raum gehört wird, und so leicht und einfach, daß,
-wenn die Maschine selbst während eines ganzen Jahres Tag und Nacht in
-Tätigkeit wäre, die Reparaturen noch nicht 40 Schillinge kosten und
-keinen Tag erfordern würden.
-
-_Ich kann daher diese Maschine mit Kühnheit das bewundernswerteste
-Werk der ganzen Welt nennen_. Dieselbe vermag nicht nur mit kleinem
-Aufwande alle Sorten von Bergwerken zu entwässern, sondern auch selbst
-hochgelegene Städte mit Wasser zu versorgen. Hierbei läßt sie das
-Wasser durch die Straßen laufen und übernimmt demnach auch das Amt der
-Straßenreiniger. Auch liefert sie den Einwohnern für ihre Privatzwecke
-Wasser in genügender Menge. Sodann versorgt sie Flüsse mit derartigen
-Wassermassen, daß sie schiffbar sind und bleiben von einer Stadt zur
-anderen.
-
-Und so hebt sie die Verhältnisse mit vermehrtem Vorteil, Nutzen,
-Bewunderung und Stetigkeit. Daher glaube ich denn auch wohl mit Recht,
-daß durch diese Erfindung meine Arbeiten gekrönt werden und daß sie
-mich für alle meine gehabten Aufwendungen entschädigen wird, so daß ich
-nicht mehr gezwungen bin, meine Gedanken auf weitere neue Erfindungen
-zu richten.
-
-Hiermit ist das Hundert voll, und ich will den Leser nicht weiter
-ermüden, denn ich habe die Absicht, der Nachwelt ein Werk zu schenken,
-in welchem unter allen den behandelten Kapiteln angegeben werden soll,
-wie die genannten Erfindungen ausgeführt werden können, und zwar unter
-Beifügung von Kupferstichen.
-
- ~In bonum publicum.
- In Majorem Dei Gloriam.~“
-
-Dieses vom Marquis of Worcester der Nachwelt verheißene Werk ist nicht
-zur Ausführung gekommen. Wohl aber hat _Henry Dircks_ es unternommen,
-die hundert Erfindungen nach Kräften zu erklären[37].
-
-Die Nachwelt hat mehrfach den Versuch unternommen, die unter Nr. 68 des
-Centurys angegebene Maschine zu rekonstruieren.
-
-Die Abb. 19 stellt die vermutliche Anordnung der Worcesterschen
-Wasserhebemaschine nach La Cour und Appel dar[38]. Wir sehen hier
-links das Gefäß, in dem der Dampf entwickelt wird, der dann in das
-rechts stehende Gefäß geleitet wird und aus diesem das Wasser in einem
-Steigrohr empordrückt.
-
-Wie Salomon de Caus so ist auch der Marquis of Worcester als Erfinder
-der Dampfmaschine poetisch verherrlicht worden, und zwar in Bulwers
-„~The last of the Barons~“.
-
-[Illustration: Abbildung 19.
-
-Wasserhebemaschine des Marquis of Worcester.
-
-Nach La Cour und Appel.]
-
-Des Marquis of Worcester „~Century of Inventions~“ ist in Handschrift
-unter den ~Harleian Papers~ im Britischen Museum erhalten und trägt
-hier die Sammlungsnummer 2428. Sie wurde, wie wir bereits mitteilten,
-zuerst im Jahre 1663 veröffentlicht. Im Jahre 1746 erfolgte ein
-Neudruck, bei welcher Gelegenheit man in _Desaguliers_ den Verfasser
-vermutete. Eine spätere Ausgabe aber erfolgte zu Glasgow im Jahre 1767,
-nachdem James Watt seine Erfindungen begonnen hatte. 1786 erfolgte zu
-London ein dritter Abdruck und im Jahre 1813 ein vierter zu Newcastle
-durch John Buddle. Schließlich veröffentlichte Henry Dircks das Century
-als Appendix zu seinem von uns zitierten Buche über Leben, Zeitalter
-und Arbeiten des Marquis of Worcester.
-
-Die ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine~
-(London 1871) berichten, daß der Marquis of Worcester unter dem
-3. Juni 1663 durch Parlamentsakte auf seine Wasserhebemaschine ein
-Privileg erhielt. Dasselbe ist in der im Jahre 1857 veröffentlichten
-Sammlung englischer Patente nicht enthalten und bezweckte, „Edward
-Marquis of Worcester in den Stand zu setzen, die von ihm erfundene
-Wasserhebemaschine auszunutzen“. In der Einleitung heißt es: „Edward
-Marquis of Worcester hat Seiner Majestät dem König die Versicherung
-gegeben, daß er auf Grund langer und unermüdlicher Anstrengungen und
-Eifers und unter erheblichen Aufwendungen ein Naturgeheimnis aufgedeckt
-habe, nämlich eine Wasserhebemaschine von größerer Stärke und größeren
-Vorzügen, als man bisher kannte. Diese Maschine ist keine Pumpe oder
-Kraftmaschine (~force~), wie sie jetzt im Gebrauch sind, noch ein Werk,
-das mit Saugern, Eimern oder Balgen arbeitet, wie man sie bisher zum
-Heben und Transportieren von Wasser benutzt hat, welche Maschine der
-Allgemeinheit einen großen Nutzen gewähren wird. Und da nun der Marquis
-of Worcester gewillt und bereit ist, Sr. Majestät den zehnten Teil des
-ihm daraus erwachsenden Nutzens zu überlassen, soll ihm allein die
-Benutzung seiner Erfindung für 99 Jahre gewährt werden.
-
-Sollte jemand die Maschine nachahmen oder benutzen, so soll die
-betreffende Maschine dem Marquis verfallen sein. Und für jede Stunde,
-die jemand ohne Erlaubnis des Marquis die Maschine benutzt, soll dieser
-mit 5 Pfund Sterling bestraft werden. Dem Marquis wird aufgetragen, bis
-zum 29. September 1663 ein Modell seiner Maschine dem Lord Treasurer
-einzureichen.“
-
-Nachdem dieses Privilegium erteilt worden war, machte ein alter
-Diener des Marquis namens _James Rollock_ die Mitteilung, daß dieser
-beabsichtige, ein Wasserwerk nach seinem System zu erbauen. Dieser
-James Rollock war 40 Jahre lang der Augenzeuge der Bemühungen
-des Marquis gewesen, die darauf abzielten, eine brauchbare
-Wasserhebemaschine zu schaffen. Im Zusammenhange mit dieser Mitteilung
-James Rollocks scheint eine alsbald vom Marquis veröffentlichte
-Schrift zu stehen: „Eine vollkommene und wahre Beschreibung einer
-überraschenden Wasserhebemaschine“[39].
-
-Nach dieser Schrift befanden sich an dieser Maschine im wesentlichen
-folgende Teile:
-
-1. ein vollkommenes Gegengewicht für jede beliebige Menge von Wasser;
-
-2. ein vollkommener Ausgleich (~countervail~) für jede Höhe, auf welche
-das Wasser gefördert werden soll;
-
-3. ein beweglicher Teil (~primum mobile~), der sowohl die Förderhöhe
-als auch die Fördermenge beherrscht;
-
-4. ein Ersatz oder Gegenwert, welcher die Stelle und Arbeit der vollen
-Kraft eines Mannes, des Windes, eines Tieres oder eines Wasserrades
-leistet;
-
-5. eine Steuerungsvorrichtung mit Griffen, durch welche ein Kind die
-ganze Arbeit der Maschine leiten, regulieren und kontrollieren kann;
-
-6. ein besonderer Behälter für Wasser, entsprechend der gewünschten
-Wassermenge oder Förderhöhe;
-
-7. eine Wasserleitung, geeignet für die gewünschte Wassermenge und
-Förderhöhe;
-
-8. ein Raum für das Quell- oder Flußwasser, wohinein dieses läuft und
-sich selbsttätig mit dem aufsteigenden Wasser vereinigt, und zwar am
-unteren Ende der genannten Wasserleitung, mag diese auch noch so hoch
-und weit sein;
-
-„Dies ist“, so fügt der Marquis hinzu, „durch die göttliche Vorsehung
-und durch himmlische Eingebung meine wunderbare Wasserhebemaschine, die
-weder an eine gewisse Förderhöhe noch an eine bestimmte Fördermenge
-gebunden ist.“
-
-La Tour und Appel berichten in ihrer von uns bereits mehrfach zitierten
-„Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung“, daß sich in den
-hinterlassenen Papieren des Marquis of Worcester die Niederschrift
-eines Dankgebetes gefunden hat, das er verfaßte, nachdem er seine
-Maschine in Tätigkeit gesetzt hatte und sich mit eigenen Augen von dem
-Erfolg überzeugen konnte. Dieses Gebet lautet:
-
-„O unendlicher und allmächtiger Gott, Deine Barmherzigkeit hat keine
-Grenzen. Deine Weisheit ist unermeßlich und unerschöpflich. Ich danke
-Dir zuerst, daß Du mich erschaffen und mir Heil hast widerfahren
-lassen. Dann aber sage ich Dir aus dem Innersten meines Herzens
-demütigen Dank dafür, daß Du mir Einsicht in ein Geheimnis vergönnt
-hast, welches so groß und für alle Menschen so wertvoll ist wie
-meine Wasserhebemaschine. Bewahre mich nun davor, o Herr, daß meine
-Kenntnis dieser und vieler seltenen und unvergleichlichen Erfindungen,
-Einrichtungen und Versuche mich aufgeblasen mache, sondern züchtige
-mein hochmütiges Herz, indem Du mich meine unwissende schwache und
-unwürdige Natur erkennen lässest, die von allem Bösen versucht wird.“
-
-Im Jahre 1663 hatte Worcester in seiner zu Vauxhall belegenen Werkstatt
-ein Modell seiner Wasserhebemaschine angefertigt und König Karl II. zu
-dessen Besichtigung eingeladen[40].
-
-Sodann hatte er eine Maschine in größerem Maßstabe in Vauxhall für
-die Wasserversorgung Londons aufgestellt. Am 3. April 1667 verstarb
-Worcester in London und wurde in der Familiengruft zu Raglan feierlich
-beigesetzt. Die Maschinenanlage zu Vauxhall war noch im Jahre 1669 im
-Betriebe. In diesem Jahre wurde sie vom Prinzen Cosimo, dem Sohn des
-Großherzogs Ferdinand II. von Toskana, besichtigt. In dem Tagebuche,
-das Magalotti, der Begleiter des Prinzen, geführt hat, heißt es[41]:
-
-„Damit Seine Hoheit den Tag nicht mit unnützen Dingen zubringe,
-besuchten wir den anderen Teil der Stadt und sahen hier in einem
-Garten in der Nähe des Palais des Erzbischofs von Canterbury eine
-hydraulische Maschine, die vom Lord Somerset, Marquis of Worcester,
-erfunden ist. Sie hebt Wasser 40 Fuß hoch und wird von einem einzigen
-Mann bedient. In sehr kurzer Zeit füllt sie durch ein Rohr, welches
-nur ½ Fuß Durchmesser hat, einen Behälter mit Wasser. Man sagt, sie
-sei nützlicher als eine andere Maschine im Somersethause, die von zwei
-Pferden in Bewegung gesetzt wird.“
-
-Die Witwe des Marquis bemühte sich nach dem Tode ihres Gatten noch
-eine Zeitlang um die Ausnutzung der Erfindung, gab jedoch alsbald aus
-Rücksicht auf ihr Geschlecht und ihren Stand weitere Schritte auf.
-
-_Boyle_ hatte bereits im Jahre 1660 die Beobachtung gemacht, daß
-lauwarmes Wasser siedet, wenn die auf ihm lastende Luftsäule durch eine
-Luftpumpe entfernt wird.
-
-Auch _Huygens_ wendete sich der Untersuchung des Luftdrucks zu;
-hierdurch wiederum wurde Dionysius Papin im Jahre 1674 veranlaßt,
-eine Druckschrift über die von ihm angestellten Versuche und eine
-von ihm verbesserte Luftpumpe zu veröffentlichen. In das Jahr 1674
-fällt auch die Erteilung des englischen Patents Nr. 175 vom 14. März
-genannten Jahres. Dasselbe läßt allerdings nicht erkennen, ob es sich
-um eine Ausnutzung der Dampfkraft handelt. Es ist aber um deswillen
-interessant, weil es dem _Sir Samuel Morland_ erteilt ist, der sich
-später um die Ausgestaltung der Dampfmaschine nicht unwesentliche
-Verdienste erworben hat. Als Gegenstand des Patents wird angegeben:
-einige Maschinen, um große Wassermengen mit geringerem Kraftaufwand
-zu heben, als es jetzt mit Hilfe von Ketten- und anderen Pumpen
-möglich. Nach Farey ist Morland auch der Erfinder des Gangspills, des
-Sprachrohres, der Plungerpumpe und einer Rechenmaschine.
-
-Im Jahre 1678 machte der Abbé _Hautefeuille_ den Vorschlag, die bei
-dem Verbrennen des Schießpulvers sich bildenden Gase als treibende
-Mittel zu benutzen. Der erste Vorschlag ging dahin, die Pulvergase
-zu kondensieren und durch das hierbei sich bildende Vakuum Wasser
-anzusaugen; nach dem zweiten Vorschlage sollten die Pulvergase auf die
-Oberfläche des in einem geschlossenen Gefäß enthaltenen Wassers drücken
-und dieses Wasser in ein anderes Gefäß emporheben; nach dem dritten
-Vorschlage sollten die Gase einen Kolben in eine hin und her gehende
-Bewegung versetzen[42].
-
-In demselben Jahre machte _Boyle_ eine Anzahl von Versuchen mit
-Äolipilen, bei denen er zu dem Ergebnis kam, daß nur die im Dampf
-enthaltenen Wasserteilchen kondensierbar seien, daß aber die Luft nicht
-in Flüssigkeit verwandelt werden könne.
-
-In das Jahr 1679 fällt wiederum ein auf das Heben von Wasser erteiltes
-Patent. Dasselbe trägt die Nr. 208 und ist unter dem 23. Mai _George
-Burton_, _Silvester Plott_ und _John Deighton_ auf ein Mittel oder ein
-Verfahren erteilt, „um durch Wasserkraft („Hydragogie“) in Röhren,
-Maschinen und Gefäßen Wasser höher zu heben, als es bis jetzt in den
-Londoner Maschinenhäusern und in England möglich ist.“
-
-
-
-
-Von Dionysius Papin bis James Watt.
-
-
-Wir wenden uns nunmehr dem zweiten Abschnitt der vor James Watt
-liegenden Entwicklung der Dampfmaschine zu. Derselbe steht durchaus
-im Namen _Dionysius_ (_Denis_) _Papins_. Er unterscheidet sich von
-dem ersten, Jahrtausende umfassenden Abschnitt dadurch, daß an die
-Stelle des Tastens und unsicheren Suchens allmählich ein zielbewußtes,
-auf das gewissenhaft ausgeführte und zutreffend beurteilte Experiment
-gestütztes Streben tritt.
-
-Wohl war das Ventil, der in dem Zylinder bewegliche Kolben, die
-Expansions- und Druckkraft des Dampfes und die Kondensation des
-Dampfes bekannt. Auch war bereits der Vorschlag gemacht worden, die
-Expansionskraft des explodierenden Pulvers zur Bewegung eines Kolbens
-zu benutzen. Allen diesen Tatsachen gegenüber, von denen übrigens
-nicht feststeht, inwieweit sie Papin bekannt waren, besteht dessen
-großartiges Verdienst darin, daß er den ersten erfolgreichen Schritt
-auf dem Wege zur Herstellung der Dampfmaschine im Sinne der Jetztzeit
-tat.
-
-Nachdem Papin, wie wir auf S. 57 berichteten, sich mit der Erforschung
-des Wesens des Luftdrucks beschäftigt hatte und das Ergebnis derselben
-in einer Huygens gewidmeten Schrift im Jahre 1674 niedergelegt hatte,
-ging er dazu über, auch die Natur des Wasserdampfes zu untersuchen. Die
-Ergebnisse dieser Arbeiten sind niedergelegt in der im Jahre 1681 in
-London erschienenen Schrift: „~A New Digester or Engine for softning
-Bones, containing the Description of its Make and Use in Cookery,
-Voyages at Sea, Confectionary, Making of Drinks, Chymistry and Dying
-etc.~“
-
-Der in dieser Schrift beschriebene Digester ist der bekannte in Abb. 20
-dargestellte _Papinsche Topf_. Bis auf den heutigen Tag ist derselbe
-als sparsame und zweckdienliche Kochvorrichtung im Gebrauch, aufgebaut
-auf der Abhängigkeit des Siedepunktes vom Druck.
-
-Für die Entwicklung der Dampfmaschine ist diese Schrift nicht nur wegen
-der erweiterten Kenntnis des Wesens des Wasserdampfes von hohem Wert,
-sondern auch um deswillen, weil hier, wie unsere Abbildung erkennen
-läßt, das so überaus wichtige _Sicherheitsventil_ mit veränderlicher
-Belastung zuerst in die Erscheinung tritt. In Abb. 20 ist dasselbe mit
-~_LMN_~ bezeichnet. Im Jahre 1681 machte _Huygens_ den Vorschlag, die
-Gase des explodierenden Pulvers zum Auftrieb eines in einem Zylinder
-beweglichen Kolbens zu verwenden und alsdann die Gase zu kondensieren.
-Die Abwärtsbewegung des Kolbens sollte durch den Überdruck der Luft
-bewirkt werden[43].
-
-Inzwischen ruhte auch in England die Erfindertätigkeit nicht. Das Jahr
-1681 brachte die Gewährung zweier Patente, die, wenn auch nicht als
-Dampfmaschinenpatente benannt, dennoch von uns erwähnt werden müssen.
-
-[Illustration: Abbildung 20.
-
-Papinscher Topf.
-
-Aus „~A New Digester~“. London, 1681.]
-
-Es ist dies das Patent Nr. 212 vom 25. Juni 1681. Dasselbe ist an
-_William Pawley_ und _Edward Dallow_ erteilt und betrifft einen neuen
-Weg oder Kunst zum Entwässern von Bergwerken. Das zweite Patent ist am
-19. August 1681 unter Nr. 215 an _John Joachim Becher_, _Henry Serle_,
-_Henry Vincent_, _John Weale_ und _Samuel Weale_ erteilt und betrifft
-eine Maschine, um Wasser zu heben und in den größten Mengen aus
-Bergwerken und aus den größten Tiefen hinauszufördern mit großem Erfolg
-und geringem Aufwand an Arbeit.
-
-Im Jahre 1682 machte _Hautefeuille_ den bemerkenswerten Vorschlag, an
-Stelle der Pulvergase Alkoholdämpfe als Treibmittel für den Kolben zu
-benutzen. Der Alkohol sollte abwechselnd verdampft und kondensiert
-werden[44].
-
-Auch in diesem Jahre wurden mehrere hier zu erwähnende englische
-Patente erteilt: Nr. 218 vom 12. Mai 1682 _John Tredenham_, _Charles
-Vivian_, _John Threwren_, _William Harris_: Eine neue Maschine, um
-Wasser auf leichtere und vorteilhaftere Weise zu heben als bisher, die
-sich zum Gebrauch für die Entwässerung der Zinngruben von Cornwall und
-anderer Bergwerke eignet; Nr. 219 vom 16. Juni 1682 _Robert Aldersey_:
-eine Maschine, um schneller und leichter Wasser aus den größten Tiefen
-zu heben.
-
-Im Jahre 1683 verfaßte dann der bereits auf S. 57 erwähnte Sir Samuel
-Morland eine Schrift[45] über das Heben von Wasser durch Maschinen
-aller Art.
-
-Diese Schrift wird im Manuskript in der Harleiansammlung des Britischen
-Museums zu London aufbewahrt. Hier heißt es:
-
-„_Die Prinzipien der neuen Kraft des Feuers, im Jahre 1682 von dem
-Ritter Morland erfunden und im Jahre 1683 Seiner christlichen Majestät
-unterbreitet_.
-
-Wird Wasser mit Hilfe des Feuers verdampft, so nehmen diese Dämpfe
-sofort einen größeren Raum ein (ungefähr das Zweitausendfache), als das
-Wasser zuvor einnahm, und werden, wenn man ihnen keinen Ausweg bietet,
-sogar ein Kanonenrohr zersprengen. Werden sie aber nach der Lehre vom
-Gleichgewicht geleitet und nach den Regeln der Wissenschaft behandelt,
-so werden sie friedlich (wie gute Lastpferde) ihre Bürde tragen und auf
-diese Weise der Menschheit großen Nutzen stiften, insbesondere beim
-Heben von Wasser gemäß der folgenden tabellarischen Zusammenstellung,
-welche die Zahl von Pfunden angibt, die in einer Stunde 1800mal um 6
-Zoll gehoben werden können mittels zur Hälfte mit Wasser gefüllter
-Zylinder“.
-
- ==========================================================
- Zylinder ¦Zu hebendes Gewicht
- --------------------------------------¦in Pfunden
- Durchmesser in Fußen ¦ Höhe in Fußen ¦
- =====================¦====================================
- 1 ¦ 2 ¦ 15
- 2 ¦ 4 ¦ 120
- 3 ¦ 6 ¦ 405
- 4 ¦ 8 ¦ 960
- 5 ¦ 10 ¦ 1875
- 6 ¦ 12 ¦ 3240
- --------------------------------------¦-------------------
- Zahl der Zylinder 1 ¦ 3240
- von 6 Fuß 2 ¦ 6480
- Durchmesser und 3 ¦ 9740
- 12 Fuß Höhe 4 ¦ 12960
- 5 ¦ 16200
- 6 ¦ 19440
- 7 ¦ 22680
- 8 ¦ 25920
- 9 ¦ 29160
- 10 ¦ 32400
-
-Aus dem Gesagten geht hervor, daß Morland ziemlich umfangreiche
-Versuche angestellt hat. Wenngleich die Wirkungsweise des Dampfes in
-den Zylindern nicht angegeben ist, so liegt doch die Auffassung nahe,
-daß Morland sich an die Vorrichtung des Marquis of Worcester angelehnt
-hat und daß das Wasser in die Zylinder hineingelassen und mittels des
-Druckes des Dampfes aus diesen hinausgepreßt wurde.
-
-Während seines Aufenthaltes in Frankreich verfaßte dann Morland noch
-ein anderes größeres Buch über das Heben von Wasser. In diesem Buche
-ist aber nichts von der Verwendung der Dampfkraft enthalten.
-
-Morland starb im Jahre 1696.
-
-In den Jahren 1684-1687 führte Papin als ~Curator of Experiments~ der
-Londoner ~Royal Society~ zahlreiche Versuche aus, die sich zum Teil auf
-die Verwertung des Luftdrucks bezogen. Auf Grund dieser Versuche schlug
-er vor, in einem Zylinder einen Kolben auf- und abwärts verschiebbar
-anzuordnen und die unterhalb des Kolbens befindliche Luft durch eine
-Luftpumpe abzusaugen, infolgedessen dann der Kolben unter dem Überdruck
-der Atmosphäre abwärts bewegt wurde[46].
-
-Da die ~Royal Society~ diesen Vorschlag nicht annahm, leistete Papin
-einem Ruf des Landgrafen Karl von Hessen als Professor der Mathematik
-an der Universität Marburg Folge.
-
-Hier setzte er seine Versuche, eine Luftdruckmaschine zu erbauen, fort.
-Hierbei kam er bald auf den Plan, die von Huygens ausgenutzte Kraft der
-Pulvergase durch die Expansivkraft des Wasserdampfes zu ersetzen.
-
-Seine diesbezüglichen Arbeiten wurden unter dem Titel „~Nova methodus
-ad vires validissimas levi pretio comparandas~“ (Neues Verfahren, um
-die größten Kräfte auf billige Weise zu erzielen) im August 1690 in
-den „~Actis Eruditorum~“ und in dem „~Fasciculus dissertationum de
-novis quibusdam _Machinis_ atque aliis argumentis philosophicis quorum
-seriem versa pagina exhibit authore Dionysio Papin~“ (Marburg 1695)
-veröffentlicht.
-
-Hier geht Papin von der Beobachtung aus, daß bei den Pulvermaschinen
-unterhalb des Kolbens sich die zum Hinabdrücken des Kolbens
-erforderliche Luftleere nicht erzielen läßt. Er fährt dann wörtlich wie
-folgt fort:
-
-„Ich habe daher versucht, denselben Erfolg auf einem anderen Wege zu
-erreichen: Da das Wasser die Eigenschaft besitzt, nachdem es durch
-Feuer in Dampf verwandelt ist, eine federnde (elastische) Kraft wie die
-Luft zu besitzen und später unter der Einwirkung von Kälte sich wieder
-so vollkommen in Wasser zu verwandeln, daß es keinerlei federnde
-Kraft mehr besitzt, glaubte ich, daß sich mit Leichtigkeit Maschinen
-bauen lassen, in denen das Wasser unter mäßigem Wärmeaufwand und mit
-geringen Kosten jene völlige Luftleere hervorbringt, die sich mit
-Hilfe des Schießpulvers niemals erzielen ließ. Unter allen denjenigen
-Vorrichtungen, die zu diesem Zwecke ersonnen werden können, scheint mir
-die nachstehend beschriebene am geeignetsten.
-
-~_AA_~ (Abb. 21) ist ein Rohr, das überall denselben lichten
-Durchmesser besitzt und an seinem unteren Ende dicht verschlossen
-ist. ~_BB_~ ist ein dem Rohre angepaßter Kolben. ~_DD_~ ist eine an
-dem Kolben befestigte Stange. ~E~ ist ein eiserner Stab, der um ~F~
-drehbar ist. ~G~ ist ein elastisches Blättchen, das auf die Stange
-~E~ derart drückt, daß diese in die Öffnung ~H~ der Kolbenstange
-~_DD_~ hineingepreßt wird, sobald der Kolben und die Kolbenstange so
-weit in dem Zylinder nach oben gelangt sind, daß die Öffnung ~H~ der
-Kolbenstange oberhalb des Deckels ~_II_~ liegt. ~L~ ist ein im Kolben
-befindliches Loch, durch welches die Luft aus dem unteren Teile des
-Rohres ~_AA_~ entweichen kann, wenn der Kolben in dem Rohre nach unten
-gedrückt wird.
-
-[Illustration: Abbildung 21.
-
-Papins erste Dampfmaschine. Aus: ~Fasciculus Dissertationum~. Marburg
-1695.]
-
-Die Benutzung der Maschine erfolgt nun in nachstehend beschriebener
-Weise: In das Rohr ~_AA_~ wird eine kleine Menge Wasser, etwa 3 bis
-4 Linien hoch, eingebracht und der Kolben so weit abwärts geführt,
-daß eine Kleinigkeit des in den Hohlraum eingebrachten Wassers durch
-das Loch ~L~ empordringt. Hierauf wird dieses Loch ~L~ durch den Stab
-~_MM_~ verschlossen. Hierauf wird der mit den erforderlichen Öffnungen
-versehene Deckel ~II~ aufgebracht, und nachdem man dann ein mächtiges
-Feuer angefacht hat, erwärmt sich das aus dünnem Metall hergestellte
-Rohr. Das in diesem enthaltene Wasser verwandelt sich in Dampf und übt
-einen so starken Druck aus, daß es den Druck der Atmosphäre überwindet
-und den Kolben ~BB~ so weit emporhebt, bis die Öffnung ~H~ der
-Kolbenstange ~DD~ über den Deckel gelangt und der Stab ~E~ mit einigem
-Geräusch von dem elastischen Blättchen ~G~ in die genannte Öffnung ~H~
-hineingestoßen wird. Nun muß sofort das Feuer beseitigt werden. Die
-Dämpfe, die in dem dünnwandigen Rohre enthalten sind, werden unter
-dem Einfluß der Kälte in kurzer Zeit wieder in Wasser verwandelt. Der
-Stab ~E~ wird nun aus der Öffnung ~H~ hinausgezogen und gestattet
-also der Kolbenstange den Abstieg. Zugleich wird auch der Kolben ~BB~
-unter dem vollen Druck der Atmosphäre nach unten gedrückt. Hierbei
-erfolgt diese beabsichtigte Bewegung um so energischer, je größer der
-lichte Durchmesser der Röhre ist. Es steht außer Zweifel, daß der
-Atmosphärendruck seine ganze Kraft in derartig ausgestatteten Röhren zu
-äußern vermag.“
-
-_Papin ist also hier mit voller Absichtlichkeit dazu übergegangen, die
-Verdichtung des Dampfes und die dadurch bewirkte Luftleere zum Antrieb
-einer Kolbenmaschine zu benutzen._
-
-Als Verwendungszweck seiner Maschine gibt Papin an: die _Förderung von
-Wasser und Erz aus den Bergwerken, das Schleudern eiserner Kugeln auf
-weiteste Entfernungen hin, den Antrieb von Schiffen gegen den Wind_.
-Sonstige Möglichkeiten der Verwendung werden sich nach Papins Meinung
-von Fall zu Fall von selbst ergeben.
-
-Papin hatte vor allem die Verwendung seiner Maschine zum Antrieb von
-Schiffen im Auge. Er hatte nämlich während seines Londoner Aufenthalts
-ein dort auf Befehl des Pfalzgrafen Rupert erbautes Schiff gesehen, das
-mit Schaufelrädern ausgestattet war, die mittels eines durch Pferde
-bewegten Göpels angetrieben wurden. Dieses Schiff hatte die mit 16
-Ruderern besetzte Barke des Königs an Schnelligkeit weit überholt.
-Papin schlug vor, die gezahnten Kolbenstangen von drei oder vier der
-von ihm erfundenen Zylinder in Zahnräder eingreifen zu lassen, die auf
-der Welle der Schaufelräder angebracht waren. Dieser Eingriff sollte
-abwechselnd geschehen, um ununterbrochen drehende Bewegung der Welle
-zu erzielen. Die Triebräder sollten sich, wenn die Kolben aufwärts
-gingen, auf der Achse lose drehen, um aber dann, wenn sie auf die Achse
-einwirken sollten, mittels Sperrklinken anzugreifen.
-
-Papin erblickte die größte der Verwertung seiner Erfindung
-entgegenstehende Schwierigkeit in der Herstellung hinreichend großer
-Zylinder, glaubte aber, daß sich die Überwindung dieser Schwierigkeit
-bezahlt machen werde, da die Zylinder zu den verschiedensten Zwecken
-dienen könnten.
-
-Des allgemeinen Interesses halber möge hier eingeschoben werden,
-daß sich Papin in der folgenden Zeit u. a. mit Erfolg dem Bau eines
-Unterwasserbootes widmete, der ihn bis zum Mai 1692 in Anspruch nahm.
-Um diese Zeit wendete sich Papin allmählich wieder der Dampfmaschine
-zu, indem er zunächst bestrebt war, Verbrennungseinrichtungen zu
-schaffen, die eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der Brennstoffe
-ermöglichten. Die Anregung hierzu erhielt er von dem Grafen von
-Sayn-Wittgenstein.
-
-Papin gelangte bei seinen Untersuchungen über das Wesen der Verbrennung
-fast 100 Jahre vor der Entdeckung des Sauerstoffes zu Auffassungen, die
-auch jetzt noch als für den Bau von Feuerungsanlagen maßgeblich gelten.
-Die zur vollständigen Verbrennung erforderliche Luftmenge wollte Papin
-mittels Zentrifugalventilators dem Brennstoff zuführen. Hierbei trug
-er schon dem Umstand Rechnung, daß ein Übermaß von zugeführter Luft
-schädlich wirken muß. Auch wärmte er die zugeführte Luft vor.
-
-Weitere Anregungen erhielt Papin _in den Jahren 1692 und 1693_ durch
-die Grafen Zinzendorf und Solms, deren Bergwerke außerordentlich unter
-dem Andrange von Wasser zu leiden hatten. Dem erstgenannten empfahl er
-die Aufstellung einer atmosphärischen Dampfmaschine.
-
-Der Landgraf von Hessen beauftragte inzwischen Papin mit den
-verschiedenartigsten Versuchen und mit der Beantwortung der
-verschiedenartigsten Fragen. Eine im Jahre 1697 gestellte Frage bezog
-sich auf die Ursachen des Salzgehaltes der salzigen Quellen. Diese
-Frage konnte beantwortet werden, sofern es gelang, größere Mengen
-Wasser auf große Höhen zu heben. Hierzu aber erschien am geeignetsten
-die Gewalt des Feuers.
-
-Inzwischen ließen die in England erteilten Patente erkennen, daß
-man auch dort den Vorrichtungen zum Heben von Wasser andauernd
-ein lebhaftes Interesse entgegenbrachte. Wenngleich aus den
-veröffentlichten Patentschriften nicht unmittelbar zu ersehen ist,
-daß sie die Verwendung der Dampfkraft betreffen, so ist doch die Art
-und Weise, in welcher die betreffenden Vorrichtungen gekennzeichnet
-werden, in hohem Maße geeignet, die Auffassung zu erwecken, daß es sich
-um Wasserhebevorrichtungen handelt, die sich in den Bahnen, die der
-Marquis of Worcester gewiesen hatte, bewegten.
-
-Am 11. Januar 1692 erhielt _Thomas Gladwyn_ das Patent Nr. 287 auf
-eine neue Maschine, um Wasser (besser als mittels Kettenpumpen) aus
-Schiffen herauszupumpen, Feuer auf Schiffen und in Häusern zu löschen
-und Bergwerke zu entwässern.
-
-Des weiteren sind hier folgende Patente zu nennen: Nr. 312 vom
-31. Januar 1693, erteilt an _Marmaduke Hudgeson_: ein Motor, Anlage
-oder Maschine, um Wasser und andere Flüssigkeiten in den größten Mengen
-zu heben und fortzuführen, und zwar aus den größten Tiefen zu den
-höchsten Höhen, ohne die Kräfte von Menschen, Pferden, Wind, Strömung
-zu benutzen. Nr. 321 vom 27. April 1693, erteilt an _John Bushnell_:
-Verfahren, um Flüsse, Häfen, Kanäle usw., welche mit Sand und Schlamm
-angefüllt sind, auszuspülen. Nr. 324 vom 19. September 1693, erteilt an
-_Cornelius Losvelt_: eine neue Maschine zum Heben von Wasser, Waren und
-anderen Dingen durch einen künstlichen Zufluß und Rückfluß (~flux and
-reflux~) von Wasser.
-
-Nr. 327 vom 24. November 1693, erteilt an _John Poyntz_: Verschiedene
-Instrumente aus Holz, Eisen, Stahl und anderen Stoffen, um Wasser
-sowohl aus stehenden wie fließenden Gewässern zu heben und ständig im
-Lauf zu erhalten für Fabrikzwecke.
-
-Nr. 338 vom 13. Dezember 1694, erteilt an _Nicholas Barbon_: Neue
-Maschine und Verfahren, um Wasser aus der Themse oder anderen Flüssen,
-die innerhalb der Ebbe und Flut liegen, zu heben ohne Hilfe von Pferden
-oder anderen Tieren.
-
-Nr. 348 vom 24. Januar 1696, erteilt an _Jones_: Eine Maschine, die
-an Leichtigkeit und Schnelligkeit und Kraft ihrer Bewegung alle bisher
-gebräuchlichen Maschinen zum Entwässern von Gruben, zum Betriebe von
-Gebläsen der Metallhammerwerke und Metallschmelzwerke übertrifft und
-verwendbar ist, um beim Fehlen von Windkraft und Wasserkraft die
-Nachteile der Windstille und des Wassermangels von den Fabrikanlagen
-fernzuhalten.
-
-Nr. 349 vom 6. März 1696, erteilt an _Samuel Buttall_: Ein neues
-Verfahren und Maschine, um Wasser aus Gruben, Schiffen usw. durch
-Röhren zu entfernen.
-
-Nr. 355 vom 19. Juli 1698, erteilt an _John Yarnald_: Maschine zum
-Entwässern von Bergwerken, Morästen usw. und zur Wasserversorgung von
-Städten, Dörfern und Häusern.
-
-In demselben Jahre wurde ein Patent erteilt, das ausdrücklich angibt,
-daß es sich um die Verwendung von Feuer handelt, und das _einen
-Markstein in der Entwicklung der Dampfmaschine bildet_. Dasselbe
-(Nr. 356) ist unter dem 25. Juli 1698 an _Thomas Savery_ erteilt
-und betrifft „Eine neue Erfindung zum Heben von Wasser und zur
-Hervorbringung von Bewegung (Antrieb) für alle Arten von Fabriken
-durch die _Triebkraft des Feuers_, welche von großer Wichtigkeit sein
-wird für die Trockenlegung von Bergwerken, zur Wasserversorgung von
-Städten und für den Betrieb von Fabriken aller Art, welche sich keiner
-Wasserkraft oder ständiger Kraft der Winde erfreuen“.
-
-Savery führte am 14. Juni 1699 der ~Royal Society~ ein Modell seiner
-Maschine vor. Die Verhandlungen der Gesellschaft (1699, Nr. 253,
-Bd. 21) berichten hierüber kurz wie folgt: „Herr Savery unterhielt am
-14. Juni 1699 die Gesellschaft, indem er eine Maschine vorzeigte, die
-Wasser mit Hilfe der Kraft des Feuers hob. Er erhielt den Dank der
-Gesellschaft für seine Vorführung, die den Erwartungen entsprach und
-Beifall fand.“
-
-Papin, der zu jener Zeit mit der Vervollkommnung seiner Dampfmaschine
-beschäftigt war, erhielt, wie Gerland[47] berichtet, von Dr. Slare
-aus London eine briefliche Mitteilung, welche sich offenbar auf die
-Saverysche Maschine bezog und im Gegensatz zu dem soeben Gesagten
-ausführte, daß in Gegenwart einer Parlamentskommission eine Maschine
-versucht worden sei, die Wasser mit Hilfe von Feuer hob, jedoch mit
-durchaus unzureichendem Erfolg.
-
-Um nach Ablauf des auf 14 Jahre erteilten Patents nicht der Früchte
-seiner Arbeit verlustig zu gehen, erhielt Savery auf Antrag im Jahre
-1699 jenes Patent durch Parlamentsakte auf weitere 21 Jahre verlängert.
-
-Bevor wir auf die Saverysche Maschine des näheren eingehen, müssen
-wir noch einige Anwendungen der Dampfkraft für Zwecke der Bewegung
-anführen, die in das letzte Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts fallen.
-
-Diese sollen durch _Grimaldi_ und _Periera_ im Jahre 1694 zu Peking
-vor dem Kaiser Chang Hi erfolgt sein[48], und zwar zum Antrieb eines
-Wagens und eines Schiffes. Erstere geschah wie folgt: Auf einem
-leichten hölzernen Wagengestelle wurde ein Kohlenfeuer unterhalten,
-oberhalb dessen sich eine Äolipile befand, deren Dampfstrahl gegen ein
-Schaufelrad prallte und dieses in Drehung versetzte. Von diesem Rade
-führte eine Treibstange zu der einen Achse des Wagens, der hierdurch in
-Bewegung gesetzt wurde. Da für den Vorwärtsgang des Wagens genügender
-Raum nicht zur Verfügung stand, waren Einrichtungen getroffen, die den
-Wagen im Kreise fahren ließen. Das Schiff trug zwei Äolipilen, durch
-welche unter Vermittlung von Schaufelrädern, von denen je eins vor
-jeder Äolipile angebracht war, vier Ruderräder angetrieben wurden.
-
-Im Jahre 1699 schlug _Guillaume Amontons_ eine als „_Feuerrad_“
-benannte Rotations-Dampfmaschine vor. Dieselbe ist in Abb. 22
-dargestellt und war nach Leupolds ~Theatrum Machinarum Generale~
-(Leipzig 1724) § 397 wie folgt gedacht:
-
- „_Amontons Rad, durch Feuer, Wasser und Lufft eine große Krafft und
- Vermögen zu schaffen_.
-
-Der Inventor ist der sonst durch seine besondere Mechanische
-Erfindungen und Schrifften genugsam bekannte _Amontons_, dessen bey
-der Friction schon Meldung gethan worden. Er calculiret und gibt vor,
-daß man mit dieser Machine so viel thun könne, als 39 Pferde oder 234
-Menschen, und daß sie aller Orthen und allezeit einerley Effect behalte.
-
- _Die Beschreibung ist diese_:
-
-~_ABDEF_~ usf. sind metallene Kasten, welche aller Orten fest
-verschlossen sind, bis auf eine Röhre, diese Kasten sind voll Lufft
-~_ABCDE_~ etc. etc. ~K~ ist ein Feuer, welches die Lufft im Kasten
-A erwärmt und expandiret, daß solche einen Ausgang suchen muß, und
-durch die Röhre ~H~ hinaustritt in den Siphonem ~_JJ_~ und presset das
-Wasser, treibt das Ventil in 18 zu, und stößet die Ventile 7, 8, 9 auf,
-und treibet das Wasser gegen ~Y~, nachdem nun das Wasser von unten
-hinaufgestiegen, und das Rad auf dieser Seite schwehrer gemacht, muß es
-nothwendig von ~B~ nach ~A~ heruntergehen, und kommt der Kasten ~A~ ans
-Feuer, ~_MN_~ aber ins Wasser, und also ferner mit allen Kasten.
-
-[Illustration: Abbildung 22. Amontons Feuerrad.
-
-Aus: Leupold, Theatrum Machinarum Generale. Tab. 53, Fig. 2. (Die
-horizontale Schraffur deutet Wasser an.)]
-
-Das Rad soll im Diametro von 20, 24 bis 30 Fuß seyn, und die Tiefe 12
-Fuß. Wenn die Hitze in ~_AB_~ einem siedenden Wasser gleich, so würde
-sie so viel als 39 Pferde thun. Eine weitläuftige Beschreibung hiervon
-zu geben, erachte ich nicht nöthig, weil man schon ziemlichermasen
-die Methode sehen kann, und ~ad praxin~ zu bringen, sich's keiner
-unterstehen wird, selbe zu verfertigen; denn ich halte es vor
-unmöglich, solche accurat nachzumachen, und wenn es auch wäre, würde
-die Arbeit und Mühe noch grösser seyn, die Fehler zu finden und solche
-zu repariren.
-
-Inzwischen bin dadurch bewogen worden eine gantz leichte und simple
-Art, die viel stärcker arbeiten muß, zu erdenken. Ich werde mir aber
-ausbitten solche nicht eher zu communiciren, bis genugsame Proben
-damit abgeleget; und habe ich nur wegen der Zeit noch eines oder das
-andere zu untersuchen. Ich glaube zwar, daß Amontons Machine soviel
-Kraft gehabt hat als 37 Pferde: ob die Pferde aber in einem Tage mehr
-thun können als das Rad? ist eine andere Frage. Denn ich kan zwar ein
-Heb-Zeug machen, da ich mehr heben kan als 100 Mann; alleine, wenn
-die 100 Mann mit mir zugleich einen Tag arbeiten solten, würde es mit
-mir übel aussehen; denn was sie einen Tag machten, müßte ich 100 Tage
-dazu haben, und weil die Kasten 6 Fuß tieff seyn sollen, und 12 breit,
-so gehöret viel Zeit dazu, ehe einer erwärmet wird, absonderlich weil
-solche wegen der ungeheuren Größe und Gewalt des Feuers und Lufft auch
-stark von Metall seyn müssen.“
-
-Das von Leupold verbesserte Amontonssche Feuerrad ist in Abb. 23
-dargestellt und war wie folgt geplant:[49]
-
-„Nachdem ietzo bey dem Druck die fünffzigste Tafel noch beygebracht,
-so habe nebst diesem resolviret, dennoch einen Entwurff von meinem
-Feuer-Rad zu geben, doch nur in so weit, daß man die Art sehen kan, wie
-es tractiret wird, und von des Amontons unterschieden ist. Die Figur
-stehet in Profil, da a ein Umschweiff von Meßing oder Kupffer in die
-8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit ist, daß dieser Umschweif und
-Kasten justement in 12 Theile oder besondere Kästen abgeteilet, und
-jeder wohl verwahret, daß keine Lufft, ohne durch eine besondere Röhre,
-die jeder Kasten hat, heraus, und in einen anderen daran befestigten
-Kasten weichen kann, wie bey ~A~ die Röhre ~_bc_~ ist, und mit dem
-Theil ~c~ in dem anderen Kasten stehet; dieser Kästen sind gleichfalls
-zwölf, und auch verwahret, daß weder Wasser noch Lufft weichen kann,
-ohne durch die Röhre die von dar durch's Centrum des Rades in einem
-andern gegenüber stehenden Kasten gehet, und ist hier die Röhre aus
-dem Kasten _cde_, die äußerlichen Kästen ~_Afghil_~ etc. etc. haben
-nur blose Lufft in sich, von den inwendigen zwölffen sind aber derer
-sechs mit Wasser gefüllet. Die zwei Umschweiffe oder 24 Kästen nebst
-denen 12 Röhren sind wohl und genau mit einander verbunden, und in ein
-Gehäuse und Welle gefasset, wie ein ordinair Wasser-Rad. Anstatt des
-Wassers aber ist bei ~C~ ein Ofen also angerichtet, daß das Feuer die
-drey Kästen von ~K~ bis ~n~ mit seiner Flamme bestreichet, und dadurch
-die Lufft in denen gemeldeten Kästen erwärmet, verdünnt und ausbreitet,
-daß solche durch die kleinen krummen Röhren in die Wasser-Kästen tritt,
-und das Wasser in die gegenüber stehenden Kästen treibt; als das Wasser
-aus ~o~ gehet durch die Röhre ~_pq_~ im Kasten ~m~, aus ~c~ durch
-~_de_~ im Kasten ~r~, und so fort an. Und auf solche Art wird das Rad
-bey dem Feuer allezeit leichter, und gegenüber schwehrer; also wenn
-das Rad genugsam Grösse hat, und das Feuer vollkommene Stärke, sehr
-große Gewalt kan damit effectuiret werden, ja wo alles wohl observiret
-wird, es allen Machinen wo nicht zuvor, doch gleich thun kan. Und ist
-nur das größte Impediment, daß solche Machine noch nicht in grossen
-aufgerichtet, die grosse Consumtion des Holtzes, welches ohnedem
-überall mangelt. Deswegen ich auch solche Invention bereits nun etliche
-Jahre ruhen lassen.“
-
-[Illustration: Abbildung 23.
-
-Leupolds verbessertes Amontonssches Feuerrad. Aus: Leupold, ~Theatrum
-Machinarum Generale~, Tab. 50, Fig. 11.]
-
-In demselben Jahre, 1698, in welchem Savery ein Patent auf seine
-Dampfmaschine erhielt, hatte Papin den Auftrag empfangen, bei Kassel
-eine Pumpe aufzurichten, die mit Hilfe der Kraft des Feuers Wasser aus
-der Fulda pumpen sollte. Bis Ende August 1698 hatte er festgestellt,
-daß er durch die Ausdehnung des Dampfes das Wasser auf eine Höhe von 70
-Fuß heben könne und daß bei geringer Vermehrung der Wärme dieser Betrag
-sich noch erhöhen lasse. Diese Feststellung war aber um die Hälfte zu
-hoch, wie Papin später selbst erkannte. Wie dieser am 13. März 1704 an
-Leibniz schrieb, war die Maschine aus zwei Gefäßen zusammengesetzt, die
-unter Zwischenschaltung eines Hahnes miteinander in Verbindung standen.
-Das eine dieser Gefäße wurde mit Hilfe der Kondensation des Dampfes
-evakuiert und dann durch den äußeren Luftdruck mit Wasser gefüllt,
-während das in dem zweiten Gefäß befindliche Wasser durch Dampfdruck
-emporgeschafft wurde. Leider riß der Eisgang der Fulda die Maschine
-fort. Da außerdem andere Aufgaben seiner harrten, ließ Papin seine auf
-die Ausnutzung der Dampfkraft abzielenden Arbeiten vorläufig ruhen.
-
-Inzwischen war Savery eifrigst bestrebt, seine Maschine zu
-vervollkommnen. Ihr wesentlichster Übelstand bestand darin, daß sie
-keinen ständigen, ununterbrochenen Betrieb ermöglichte, da, wenn der
-Dampfinhalt des Dampfkessels verbraucht war, gewartet werden mußte,
-bis wieder eine hinreichende Menge Dampf zur Verfügung stand. Den
-ununterbrochenen Betrieb erzielte Savery in der Weise, daß er neben dem
-eigentlichen Betriebsdampfkessel einen kleineren Kessel aufstellte, aus
-welchem in jenen warmes Wasser hinübergedrückt wurde.
-
-Savery war nebenbei außerordentlich rührig und eifrigst bestrebt,
-die Vorzüge seiner Maschine weitesten Kreisen näher zu bringen. Zu
-diesem Zwecke veröffentlichte er im Jahre 1702 eine mit Abbildungen
-ausgestattete Druckschrift: ~_The Miners Friend_~[50]. Als Motto setzte
-er derselben das Wort Senecas vor: ~Pigri est ingenii contentum esse
-his, quae ab aliis inventa sunt~: Ein träger Geist begnügt sich mit
-dem, was andere erfanden.
-
-Dieses Motto scheint absichtlich gewählt zu sein, weil von
-verschiedenen Seiten gegen Savery der Vorwurf erhoben wurde, er sei
-lediglich ein Nachahmer des Marquis of Worcester. Dem trat er sehr
-entschieden entgegen, indem er behauptete, er habe seine Erfindung dem
-Zufall zu verdanken. Einst habe er einen in einer Flasche enthaltenen
-Weinrest erhitzt und die Flasche, nachdem der Wein vollkommen in Dampf
-verwandelt war, mit ihrem Halse in kaltes Wasser getaucht. Hierbei sei
-das Wasser in der Flasche emporgetrieben worden, eine Beobachtung, die
-er dann in seiner Maschine praktisch verwertet habe.
-
-Die Druckschrift „~The Miners Friend~“ ist dem König gewidmet, dem
-Savery ein kleines Modell seiner Maschine in Hampton Court vorgeführt
-hatte, ferner der ~Royal Society~ und den Bergwerksbesitzern Englands.
-Die in derselben abgebildete und beschriebene Maschine weist die
-in Abb. 24 dargestellte verbesserte Anordnung auf. In dem zweiten
-Kapitel der Druckschrift sind die verschiedenen Verwendungsgebiete
-der Maschine aufgeführt: Betrieb von Mühlen, Wasserversorgung von
-Palästen und Edelsitzen von einem im Dachstuhl aufgestellten Behälter
-aus; Wasserversorgung von Städten; Entwässerung von Sümpfen und
-Mooren; Entwässerung der Bergwerke. Auch für Schiffe empfiehlt Savery
-seine Maschine, ohne jedoch anzugeben, in welcher Weise. Er geht auf
-diese Verwendungsart nicht näher ein, sondern überläßt dieselbe den
-Fachleuten.
-
-[Illustration: Abbildung 24.
-
-Saverys Dampfmaschine. Aus: ~The Miners Friend~.]
-
-Im dritten Kapitel wird angegeben, in welcher Art die Maschine für die
-vorgenannten Verwendungszwecke anzuordnen ist.
-
-Den Schluß bildet ein sehr eingehendes Zwiegespräch zwischen dem
-Erfinder und einem Bergwerksbesitzer, in welchem ersterer die gegen die
-Maschine erhobenen Bedenken entkräftet.
-
-Die der Maschine (Abb. 24) gewidmete Beschreibung hat folgenden
-Wortlaut:
-
- „_Eine Beschreibung des Ganges der Maschine zum Heben von Wasser
- durch Feuer_.
-
-~_B_{1} B_{2}_~ sind zwei Feuerungen.
-
-~C~ ist der Schornstein oder die Esse.
-
-~D~ ist der kleine Kessel.
-
-~E~ ist dessen Dampfrohr mit Hahn.
-
-~F~ ist die Verbindungsmutter zwischen Kessel und Dampfrohr.
-
-~G~ ist ein enges Rohr mit Hahn, das in das Innere des Kessels bis 8
-Zoll über dem Boden hineinragt.
-
-~H~ ist ein weiteres Rohr, das auf dieselbe Tiefe hinabragt.
-
-~I~ ist ein Ventil in dem Rohre ~H~.
-
-~K~ ist ein Rohr, das von dem Gehäuse dieses Ventils in den großen
-Kessel, etwa einen Zoll tief, hineinführt.
-
-~L~ ist der große Kessel.
-
-~M~ ist eine Schraube mit der Reguliervorrichtung.
-
-~N~ ist ein enges Rohr mit Hahn, das bis zur Hälfte in den großen
-Kessel hineinragt.
-
-~_O_{1} O_{2}_~ sind Dampfrohre, deren eines Ende mit der
-Reguliervorrichtung, deren anderes Ende mit den Zwischenbehältern
-(Receivers) verschraubt ist.
-
-~_P_{1} P_{2}_~ sind die sogenannten Receivers.
-
-~Q~ sind Schrauben, mittels welcher die Rohrleitungen und Ventile an
-der Vorderseite der Maschine angebracht werden.
-
-~_R_{1} R_{2} R_{3} R_{4}_~ sind Rotgußventile, die mit Schrauben
-versehen sind, um sie bei Gelegenheit öffnen und zugänglich machen zu
-können.
-
-~S~ ist das Druckrohr.
-
-~T~ ist das Saugrohr.
-
-~X~ ist ein Wasserbehälter.
-
-~Y~ ist ein Hahn am Boden dieses Wasserbehälters.
-
-~Z~ ist der Handhebel der Reguliervorrichtung.
-
-
-_Wie die Maschine zu handhaben ist._
-
-Zunächst ist erforderlich, daß die Maschine in einen guten Doppelofen
-eingebaut wird, der so eingerichtet ist, daß die Flamme Ihres Feuers
-rundherum streichen und beide Kessel ebenso gut befeuern kann, wie
-dies bei den Braupfannen der Fall ist. Bevor Sie das Feuer anfachen,
-öffnen Sie die beiden an den Kesseln angebrachten Hähne ~G~ und ~N~.
-Sodann füllen Sie den großen Kessel ~L~ zu zwei Drittel mit Wasser und
-den kleinen Kessel ~D~ ganz voll Wasser. Sodann verschließen Sie die
-Hähne ~G~ und ~N~ so fest wie möglich. Nunmehr setzen Sie die Feuerung
-~B_{1}~ in Gang. Wenn das Wasser im Kessel ~L~ kocht, müssen Sie den
-Handhebel ~Z~ so weit als möglich von sich fortdrehen. Infolgedessen
-strömt der gesamte aus dem Wasser in ~L~ sich entwickelnde Dampf mit
-unwiderstehlicher Gewalt durch ~O_{1}~ nach ~P_{1}~, hierbei mit
-Geräusch alle Luft durch das Ventil ~R_{1}~ hinaustreibend. Und wenn
-alle Luft hinausgezogen ist, wird der Boden des Gefäßes ~P_{1}~ sehr
-heiß werden. Dann ziehen Sie den Handhebel der Reguliervorrichtung
-zu sich heran. Hierdurch schließen Sie ~O_{1}~ ab und Sie treiben
-den Dampf durch ~O_{2}~ nach ~P_{2}~, bis dieses Gefäß die in ihm
-enthaltene Luft durch das Ventil ~R_{2}~ zu dem Druckrohr übertreten
-ließ. Inzwischen ist, da der Dampf in dem Gefäß ~P_{1}~ sich
-niederschlug, ein Vakuum oder eine Luftleere erzeugt. Infolgedessen muß
-das Wasser mit Notwendigkeit durch das Saugrohr ~T~ emporsteigen, wobei
-es das Ventil ~R_{3}~ anhebt und das Gefäß ~P_{1}~ füllt.
-
-Inzwischen ist das Gefäß ~P_{2}~ der in ihm enthaltenen Luft entledigt,
-und nunmehr drehen Sie den Regulatorhebel wiederum von sich fort.
-Alsdann ruht Druck auf der Oberfläche des Wassers in ~P_{1}~, die
-durch den Dampf erwärmt wird und diesen daher nicht niederschlägt.
-Der Dampfstrom drückt mit federndem Druck, gleich dem Luftdruck, auf
-das Wasser und überwindet schließlich das Gewicht der Wassersäule und
-treibt diese in dem Druckrohr ~S~ empor, durch das nun das im Gefäß
-~P_{1}~ enthaltene Wasser sofort hinausbefördert wird. Ist einmal die
-Maschine im Gange, so ist es für jedermann ein leichtes. auch für den,
-der niemals die Maschine zuvor gesehen hat, nach einem halbstündigen
-Probieren, einen ständigen Wasserstrom vom vollen Querschnitt des
-Rohres ~S~ ins Freie zu fördern. Denn an der Außenseite des Gefäßes
-~P_{1}~ werden Sie den Gang des Wassers verfolgen können, wie wenn
-das Gefäß durchsichtig wäre. Denn das Gefäß ist, soweit der Dampf in
-demselben steht, vollständig trocken und so heiß, daß man es kaum
-mit der Hand berühren kann. So weit aber in dem Gefäß das Wasser
-reicht, ist das Gefäß feucht und kalt, als ob Wasser auf dasselbe
-hinabgerieselt wäre. Diese Feuchtigkeit und Kälte verschwinden aber,
-so weit der Dampf das Wasser im Innern des Gefäßes verdrängt. Wenn Sie
-aber alles Wasser hinausdrücken, so wird der Dampf, und zwar schon
-eine kleine Menge desselben, indem er durch ~R_{1}~ hindurchtritt,
-das Ventil zum Schnarren bringen und hierdurch Euch auffordern, den
-Regulatorhebel zu Euch heranzuziehen. Sogleich beginnt der Dampf das
-Wasser aus dem Gefäß ~P_{2}~ hinauszudrücken, ohne daß der austretende
-Strahl sich ändert. Nur wird der Wasserstrahl dann etwas stärker
-ausfallen als bisher, wenn Sie den Regulatorhebel bewegten, bevor
-eine größere Menge Dampf durch das Ventil ~R_{1}~ austrat. Aber es
-ist besser, keinen Dampf austreten zu lassen (denn dies ist mit
-Kraftverlust verknüpft). Dem kann leicht dadurch vorgebeugt werden,
-daß man den Regulatorhebel etwas früher bewegt, bevor das Druckgefäß
-vollständig entleert ist. Ist dies geschehen, so drehe man sofort den
-Hahn des Kaltwasserbehälters ~X~ so, daß er sich oberhalb ~P_{1}~
-befindet. Dieser Hahn ist in der Zwischenstellung geschlossen, jedoch
-stets offen, wenn er über ~P_{1}~ oder über ~P_{2}~ eingestellt
-ist. Das aus dem Behälter ~X~ auf ~P_{1}~ hinabrieselnde Wasser
-läßt den Dampf, der soeben noch eine so große Kraft äußerte, sich
-niederschlagen, infolgedessen Luftleere entsteht. Infolgedessen füllt
-sich das Gefäß ~P_{1}~ durch den Druck der äußeren Atmosphäre oder,
-was dasselbe besagt, durch Saugwirkung, sofort wieder mit Wasser,
-während sich ~P_{2}~ entleert. Ist dieses geschehen, so bewege man
-den Regulatorhebel von sich fort und bringe hierdurch den Dampfdruck
-in ~P_{1}~ zur Wirkung. Zugleich wird das Condenswasserrohr über das
-Gefäß ~P_{2}~ gebracht. Infolgedessen schlägt sich der in diesem Gefäß
-befindliche Dampf nieder, so daß dieses Gefäß sich füllt, während sich
-das andere entleert.
-
-Die Arbeit, die mit dem Drehen der zwei Maschinenteile, nämlich des
-Regulators und des Kaltwasserhahnes, verknüpft ist, sowie die Wartung
-der Feuerung, überschreitet nicht das Maß dessen, was ein Knabe täglich
-leisten kann, und ist ebenso leicht zu erlernen wie das Treiben eines
-Pferdes an einer Kettenpumpe. Dennoch aber würde ich Erwachsene
-vorziehen, da bei ihnen mehr Sorgfalt vorauszusetzen ist als bei
-Knaben. Der Unterschied im Kostenaufwand ist nicht nennenswert und
-kommt angesichts der großen Vorteile, die der Gebrauch der Maschine mit
-sich bringt, nicht in Betracht.
-
-Der sachkundige Leser wird hier nun vielleicht den Einwand erheben,
-daß, da der Dampf die Ursache der Bewegung und der Kraft ist und dieser
-Dampf nur verflüchtigtes Wasser ist, der Kessel ~L~ nach Verlauf einer
-gewissen Zeit leer werden muß, so daß also der Gang der Maschine
-unterbrochen werden muß, um den Dampfkessel wieder zu füllen, will man
-den Boden des Kessels nicht der Gefahr des Verbrennens oder Schmelzens
-aussetzen.
-
-Als Antwort hierauf bitte ich, sich den Gebrauch des kleinen Kessels
-~D~ zu merken. Sobald die die Maschine bedienende Person bemerkt, daß
-es Zeit ist, den großen Dampfkessel wieder zu füllen, dann schneide man
-durch Drehung des Hahnes des kleinen Kessels ~E~ jegliche Verbindung
-zwischen ~S~, dem großen Druckrohr, und ~D~, dem kleinen Kessel,
-ab. Macht man dann noch ein kleines Feuer unter ~B_{2}~, so hat man
-innerhalb kurzer Zeit mehr Dampfkraft zur Verfügung als aus dem großen
-Kessel. Denn da der in dem großen Kessel enthaltene Dampf ständig
-verbraucht wird und hinausgeht, während der Druck in dem anderen
-Kessel zunimmt, überschreitet der in ~D~ herrschende Druck bald den in
-~L~; da nun also das in ~D~ enthaltene Wasser durch seinen eigenen
-Dampf gedrückt wird, muß es notwendigerweise sich in dem Rohr ~H~
-heben, hierbei das Ventil ~I~ öffnend und dann durch das Rohr ~K~ nach
-~L~ hinübertretend, bis der Wasserspiegel in ~D~ die Unterkante des
-Rohres ~H~ erreicht. Das Zusammentreffen von Dampf und Wasser ergibt
-die Gewißheit, daß ~D~ sich entleert hat nach ~L~ hinein bis auf 8
-Zoll oberhalb des Bodens. Und da nun in dem Raum zwischen der Spitze
-von ~D~ bis zur Unterkante des Rohres ~H~ so viel Wasser enthalten
-ist, um ~L~ um einen Fuß zu füllen, so kann man sicher sein, daß ~L~
-wiederum um einen Fuß aufgefüllt ist. Dann öffnen Sie den Hahn ~I~
-und füllen sofort ~D~, so daß ständige Bewegung herrscht, ohne daß
-man irgendwelche Störung des Betriebes der Maschine zu fürchten hat.
-Wenn man zu beliebiger Zeit wissen will, ob der große Dampfkessel ~L~
-mehr als zur Hälfte entleert ist, dann drehe man den kleinen Hahn ~N~,
-dessen Rohr mit seiner Unterkante bis zur halben Höhe des Kessels
-hinabreicht und Wasser gibt, wenn dieses höher als die Unterkante des
-Rohres im Kessel steht; ist letzteres nicht der Fall, so gibt der Hahn
-~N~ Dampf. Ebenso zeigt der Hahn ~G~ an, ob mehr oder weniger als 8
-Zoll Wasser im Kessel ~D~ stehen, so daß nur törichte und böswillige
-Nachlässigkeit oder Absicht den Gang der Maschine zu stören vermag.
-Und wenn der Besitzer den Verdacht hat, daß der Wärter seine Pflicht
-nicht tut, so kann dieses leicht mit Hilfe der Ventile festgestellt
-werden. Denn wenn er an die im Gange befindliche Maschine herantritt
-und sieht, daß der Wasserspiegel in ~L~ tiefer liegt als die Unterkante
-des Rohres ~N~, oder der Wasserspiegel in ~D~ tiefer als die Unterkante
-von ~G~, so verdient der Wärter einen Tadel, obgleich noch drei Stunden
-verfließen können, bevor der Gang der Maschine gestört wird oder die
-Kessel sich entleeren. Übrigens erfüllen die Ventile der Wasserwerke
-ihre Aufgabe um so besser, je länger sie sich im Gebrauch befinden.
-
-Sind nun alle Teile meiner Maschine richtig beschaffen und die
-Feuerung aus Sturbridge- oder Windsorziegeln oder feuerfesten
-Steinen ausgeführt, so halte ich es für ausgeschlossen, daß meine
-Maschine nicht viele Jahre aushalten werde. Denn die Ventile,
-Gehäuse, Probierrohre, der Regulator und die Hähne sind sämtlich aus
-Rotguß angefertigt; und die Gefäße sind alle aus dem besten Kupfer
-hergestellt, von solcher Stärke, daß sie den bei dem Arbeiten der
-Maschine auftretenden Anforderungen genügen. Kurz gesagt: die Maschine
-ist dem, was sie leisten soll, derart natürlich angepaßt, daß sie unter
-den verschiedensten Verhältnissen, ohne Schaden zu erleiden, jahrelang
-arbeiten kann, es sei denn, daß jemand es auf ihre Zerstörung abgesehen
-habe. Ist die Maschine aufgestellt und in Betrieb gesetzt, so kann ich
-in aller Bescheidenheit die Versicherung abgeben, daß der Minenbesitzer
-oder Aufseher von den ewigen Kosten und Unannehmlichkeiten befreit
-ist, welche bei den anderen jetzt in den Bergwerken gebräuchlichen
-Wasserhebemaschinen ständig auftreten.“
-
-Saverys Rührigkeit war von Erfolg gekrönt; seine Maschine fand trotz
-des hohen Dampfverbrauchs, der aus der unmittelbaren Berührung des
-Dampfes mit dem kalten Wasser sich ergab, Eingang in die englischen
-Bergwerke. In der Tat ist die Saverymaschine die erste die Ausnutzung
-der Spannkraft des Wasserdampfes anstrebende Vorrichtung, die weit aus
-dem Rahmen des Versuches hinaustrat und sich in gewissem Maße auch
-bewährte. Großes Mißtrauen erweckte allerdings eine Explosion, der zu
-Broadwaters eine Savery-Maschine zum Opfer fiel.
-
-Bei Papin und dessen fürstlichem Gönner wurde der Anlaß, sich von neuem
-mit der Dampfmaschine zu befassen, durch Leibniz gegeben. Dieser sandte
-nämlich am 6. Januar 1705 an Papin die Zeichnung einer Saverymaschine,
-und zwar ohne Beschreibung. Papin legte diese Zeichnung dem Landgrafen
-vor und erhielt von diesem den Auftrag, eine Dampfmaschine zum Antrieb
-einer Mahlmühle zu entwerfen. Offenbar sollte, da die Dampfmaschine
-hier nur als Pumpenmaschine in Betracht kam, diese das Wasser auf eine
-gewisse Höhe schaffen, von der es dann herabfallen und ein Wasserrad
-antreiben sollte.
-
-Papin ging eifrigst ans Werk und faßte, nachdem er ein kleines Modell
-fertiggestellt hatte, den Wunsch, eine Maschine größerer Leistung
-für die Herrenhäuser Wasserkunst ausführen zu können. Er wandte sich
-daher an Leibniz mit der Bitte, dieser möge ihm bei dem Kurfürst von
-Hannover den Auftrag auf eine derartige Maschine zum Preise von 300
-Talern erwirken. Da aber bei den Herrenhäuser Anlagen Wasserkraft zur
-Verfügung stand, erfuhr Papins Bitte eine Ablehnung.
-
-Nunmehr suchte Papin seine Maschine weiteren Kreisen dadurch näher zu
-bringen, daß er sie in einer Druckschrift veröffentlichte. Endlich
-gelang ihm dies. Die Druckschrift ist betitelt: ~Ars nova ad aquam
-ignis adminiculo efficacissime elevandam. Autore Dionysio Papin, Med.
-Doctore, Mathes. Profess. Publ. Marburgensi, Consiliario Hassiaco, ac
-Regiae Societatis Londinis Socio. Casellis (Francoforti a. M.) 1707~.
-
-[Illustration: Abbildung 25.
-
-Papins zweite Dampfmaschine.
-
-Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale.~ Tab. 53, Fig. 1.]
-
-Am 29. November 1706 übersandte Papin ein Exemplar dieser Druckschrift
-an Leibniz mit der Bitte, dieser möge sich über deren Inhalt äußern.
-
-Leupold gibt in seinem im Jahre 1724 erschienenen ~Theatrum Machinarum
-generale~ § 389 folgende Beschreibung dieser zweiten Papinschen
-Maschine:
-
-„~A~ (Abb. 25) ist die küpfferne Blase oder Kugel, im Diametro 20
-Zoll, hoch 26 Zoll. Diese wird in einen Ofen von gebrannten Ziegeln
-eingemauert, daß die Hitze die gantze Kugel wohl treffen kan. Gemeldte
-Kugel soll 2 Zoll obenher von der Wand abstehen. Aus dieser Kugel
-gehet oben eine krumme Röhre ~_BB_~, die in der Mitte ein Epistomium
-oder Hahn ~E~ hat. Die Röhre ~B~ soll noch etwas zugleich im Feuer mit
-stehen. Oben auf in ~C~ ist ein perpendikulairer Tubus _~CC~_, durch
-welchen man das Wasser eingießen kann, der so lang ist, daß er durch
-das Gewölbe des Ofens durchlanget. Damit aber die Gewalt der Lufft
-nicht herausdringet, ist solches mit einem Deckel wohl zu verwahren;
-allein daß auch nicht etwa die Gewalt und Stärke der expandierten
-Lufft das Gefäß ~A~ gar zersprengen möchte (wie es dem Papino selbst
-begegnet seyn soll) so lieget auf dem Deckel des Loches ein Hebel
-~_ab_~, an welchen ein Gewicht ~C~ hanget, wenn anders die Gewalt so
-groß wird, sie ehr den Deckel mit dem Gewicht hebet als daß sie die
-Kugel zersprenget. Das Rohr ~_BB_~ gehet in ein ander Cylindrisches
-Gefäß ~_DD_~, dahin die expandirte Lufft aus ~A~ durch das Epistomium
-~E~ gelassen wird. Das kupfferne Gefäß ~_DD_~, so statt der Antlia oder
-des Stiefels, ist weit im Diametro 20 Zoll, und der Embolus oder Kolben
-15 Zoll hoch, und muß das Gefäß so weit seyn, daß noch 200 Pfund Wasser
-Raum haben.
-
-Ferner ist ein Tubus ~_GG_~, durch welchen das Wasser in den Cylinder
-~D~ gelassen wird, der Diameter soll 7 Zoll weit seyn und 6 Zoll höher
-stehen, als das Epistomium ~n~, durch welches das überflüssige Wasser
-in ~D~ wieder ablaufen kan. Der Tubus ~G~ aber gehet in die krumme
-Röhre ~_HH_~, und diese in den Cylinder ~_DD_~. Der Embolus oder Kolben
-~_FF_~ ist ein hohler Cylinder von Metall, und wohl verwahret, daß kein
-Wasser hineinkan, und so leicht, daß er auf dem Wasser schwimmt. In
-diesem Kolben ist ein hohler Cylinder ~_ii_~, der oben in ~i~ offen,
-unten aber zugemacht ist. Durch die Achse dieses Cylinders gehet dieser
-Tubus hindurch bis auf den Boden, und ist so verwahret, daß kein Wasser
-durch kan.
-
-Dieser Tubus dienet hierzu: Durch die Öffnung ~L~ wird ein heißes oder
-glüendes Eisen gelassen, welches im oberen Theil der Antlia bleibet,
-welches nützet, daß die nassen Vapores aus der Kugel ~A~, wenn sie
-darauf stossen, sich mehr erhitzen, und ausbreiten. Die Öffnung ~L~
-wird gleichfalls wie ~C~ mit einem wohl eingepasseten metallenen Deckel
-verwahret, und durch den Hebel und Gewicht ~a~ aufgepresset, welches
-Gewichte man nach Verlangen hin und her schieben kan, nachdem die
-Schwehre nöthig. An dem engen Theil des Tubi ~H~ stehet ein anderer
-Tubus ~_MM_~, welcher in einen größeren und weitern Cylinder ~_NN_~,
-der allenthalben geschlossen ist, und nur in ~X~ eine Öffnung hat,
-gehet. Der Cylinder ~M~ ist 3 Fuß hoch und 23 Zoll weit, 1 Fuß Höhe
-hält 200, das gantze Gefäß aber 600 Pfund Wasser, also, daß wenn die
-200 Pfund Wasser aus dem Cylinder ~_DD_~ hinangetrieben werden, die
-Lufft in ~_NN_~ um â…› zusammengepresset wird, gleich wie das Wasser von
-64 Fuß hoch thut. Damit nun das Wasser nicht wieder durch die Röhre
-~_GG_~ zurück kan, ist in ~S~ ein Ventil, desgleichen auch bey ~T~. Bei
-~X~ ist ein Rohr angemachet, aus dem Cylinder ~N~ 2 Zoll breit, durch
-welches das Wasser ~N~ in die Höhe steigen soll. Es ist darum so enge,
-daß das Wasser erstlich in 2 Secunden auslauffen kan, weil in jeden 2
-Secunden eine neue Operation oder neues Wasser folgen soll.
-
-Hierauf, saget der Autor, würde man sehen, daß eine solche Machine mit
-schlechten Kosten zu machen sey, und dennoch dadurch ein Mensch, so
-viel als sonst fünffzig verrichten; weil nemlich alle 2 Secunden 200
-Pfund Wasser 40 Fuß hoch könnten gebracht werden. Ja, er vermeynete, er
-wolle es auch dahin bringen, wenn alles grösser und stärker gemachet
-würde, daß einer so viel als sonst hundert ausüben würden.“
-
-Der Arbeitsgang dieser zweiten Papinschen Maschine vollzog sich
-folgendermaßen: Durch den Trichter ~G~ wird Wasser in den Zylinder
-~_DD_~ eingelassen; infolgedessen hebt sich der Kolben nach aufwärts.
-Hat dieser seine Höchstlage erreicht, wird der Lufthahn ~n~ geschlossen
-und durch Öffnen des Dampfhahns ~E~ Dampf oberhalb des Kolbens in
-den Zylinder ~_DD_~ eingeführt. Der Dampf drückt den Kolben abwärts,
-infolgedessen das unterhalb des letzteren befindliche Wasser in dem
-mit Ventil ausgestatteten Steigrohr ~M~ aufwärts gefördert wird.
-Alsdann wird der Dampf abgesperrt, der Lufthahn ~n~ wiederum geöffnet
-und von neuem Wasser in den Trichter ~G~ geschüttet, worauf sich
-der Vorgang wiederholt. Von der Saveryschen Maschine unterscheidet
-sich Papins Maschine wesentlich dadurch, daß sie die großen bei der
-Berührung des Dampfes mit dem Wasser auftretenden Dampfverluste durch
-Zwischenschaltung des Kolbens zwischen Dampf und Wasser vermeidet. Zur
-weiteren Verhütung von Wärmeverlusten wurde der hohle Kolben durch
-einen erwärmten eisernen Bolzen geführt, und der verbrauchte Dampf
-wurde nicht niedergeschlagen, sondern durch den Lufthahn ~n~ abgeführt
-und zur Vorwärmung des in den Trichter ~G~ eingebrachten Wassers
-verwertet.
-
-Papin blieb nun aber nicht dabei stehen, diese Maschine nur zum Heben
-von Wasser zu benutzen, er hatte vielmehr schon deren Verwendung für
-_motorische_ Zwecke im Auge. Zu diesem Zwecke umgab er das Steigrohr
-~M~ mit einem Windkessel ~_NN_~, in welchem das gehobene Wasser
-ein Kissen stark gepreßter Luft erzeugte, die durch das Rohr ~X~
-fortgeleitet und zum Antrieb eines Schaufelrades benutzt werden konnte.
-Des weiteren wollte er die Maschine zum Antrieb von Schiffen benutzen.
-
-Diese Verbesserungen beruhten auf einer eingehenden Kritik, die Papin
-in der Schrift „~Ars nova~“ der Saveryschen Maschine angedeihen ließ.
-
-Von großem Interesse sind die Verbesserungsvorschläge, die _Leibniz_
-machte und die so erheblich sind, daß sie als selbständige Erfindungen
-gelten müssen. Er vermißte eine Vorrichtung, um den Dampfkessel wieder
-mit Wasser füllen zu können. Zu diesem Zweck schlug er einen mit einer
-Aussparung versehenen Hahn vor. Den aus dem Hahn ~n~ abziehenden Dampf
-wollte er mittels eines Rohres unter eine Kappe leiten, welche den
-Windkessel ~_NN_~ so weit umgab, als dieser für gewöhnlich mit Luft
-gefüllt war. Hierdurch sollte der Windkessel abwechselnd erwärmt werden
-und jeweilig, wenn er Wasser in das Steigrohr zu pressen hatte, eine
-größere Spannkraft erhalten. Die überflüssige Wärme und der Rauch der
-Feuerung sollte zur Vorwärmung des Wassers im Trichter ~G~ und im Rohr
-~H~ benutzt werden. Schließlich meinte er, daß sich ein Mechanismus
-erfinden lasse, um die Hähne ~E~ und ~n~ durch die Maschine richtig zu
-bewegen, zu steuern. Hier begegnen wir also bereits einer Anregung,
-_die Steuerung der Maschine durch diese selbst zu bewirken_.
-
-Als Papin mit seiner Druckschrift über seine neue Maschine vor die
-Öffentlichkeit trat, hatte er jene bereits Versuchen unterzogen.
-Dieselben wurden im Treppenhause des im Jahre 1695 erbauten Kunsthauses
-zu Kassel vorgenommen und ihre Ergebnisse von Papin am 19. August
-1706 Leibniz mitgeteilt. Diese Versuche mißlangen zunächst teilweise,
-weil der für den Aufbau des Steigrohres verwendete Kitt, wie Papin
-vorausgesehen hatte, dem Druck des Wassers nicht widerstehen konnte,
-infolgedessen große Wasserverluste eintraten. Trotzdem aber konnte
-Papin mit Genugtuung feststellen, daß das gepumpte Wasser bis zu einer
-Höhe von 70 Fuß emporstieg. Als man versuchte, das Steigrohr neu zu
-verkitten, fiel einiger Kitt in das Bodenventil des Steigrohres, so
-daß die Versuche abgebrochen werden mußten. Nunmehr wurde ein anderes
-Steigrohr, und zwar aus Kupferplatten, hergestellt. Als dieses fertig
-war, verließ aber leider der Landgraf Kassel und besichtigte nach
-einmonatlicher Abwesenheit die Maschine nur abends, wo Versuche nicht
-vorgenommen werden konnten. Auch nahmen ihn andere Dinge vollständig
-in Anspruch, so daß Papin seine geplanten Verbesserungen immer und
-immer wieder hinausschieben mußte. In den ersten Monaten des Jahres
-1707 wurde sogar das neue Steigrohr entfernt und zu anderen Zwecken
-benutzt. Dies erregte Papins Unzufriedenheit in so hohem Maße, daß er,
-um sich wieder nach England begeben zu können, den Landgrafen um seine
-Entlassung bat, die ihm denn auch gewährt wurde.
-
-Mit welchem Eifer und mit welchem Maße innerer Überzeugung Papin an den
-Bau dieser seiner zweiten Maschine herangegangen ist, geht aus einem
-Brief hervor, den er am 23. März 1705 an Leibniz richtete. Nachdem
-er berichtet hat, daß der Landgraf durch die von Leibniz seinerzeit
-übersandte Zeichnung der Saverymaschine zur Fortsetzung der auf die
-Dampfmaschine bezüglichen Versuche sich bewogen gefühlt habe, fährt er
-fort: „Ich kann Sie versichern, daß ich, je mehr ich vorwärtskomme,
-immer mehr diese Erfindung zu schätzen lerne, die, vom theoretischen
-Standpunkte aus betrachtet, _die Kräfte der Menschen bis ins Unendliche
-vermehren muß_; aber vom praktischen Standpunkte aus glaube ich
-ohne Übertreibung sagen zu können, daß mittels derselben ein Mensch
-ebensoviel wird leisten können, als hundert Menschen ohne dieselbe.
-Ich gebe zu, daß es noch Zeit erfordern wird, um zu diesem Grade der
-Vollkommenheit zu gelangen. Das einzige, was man bisher getan hat, ist
-die Aufdeckung der Eigenheiten der Maschine und der Erscheinungen,
-denen sie unterworfen ist. Aber Seine Hoheit werden sie hinfort zu
-einem nützlichen Zweck verwenden und hat mir den ehrenvollen Auftrag
-gegeben, diese Maschine zum Antrieb einer Getreidemühle anzuwenden. Sie
-können mir glauben, mein Herr, daß ich alles, was in meinen Kräften
-steht, aufbieten werde, daß die Sache zu einem guten und erfolgreichen
-Ende geführt wird, jedoch hat man hier mit der Schwierigkeit, tüchtige
-Arbeiter zu finden, zu kämpfen. Ich hoffe jedoch, daß die Geduld mit
-Gottes Hilfe alles glücklich überwinden wird. Und wenn man dann nach
-der Getreidemühle jene Erfindung auf die Wasserfahrzeuge ausdehnen
-könnte, so würde ich diese Erfindung für ungleich nützlicher halten als
-die Auffindung der Längen auf dem Meere, nach der man schon so lange
-Zeit sucht.“
-
-Als Papin seinen erbetenen Abschied vom Landgrafen erhalten hatte,
-ging er alsbald an die Vorbereitungen seines Umzuges nach London.
-Sein schönstes Besitztum bestand in einem Schiffe, an welchem er nach
-eigenen Angaben gebaute Schaufelräder angebracht und erprobt hatte.
-Auf diese Erfindung setzte er große Hoffnungen, die er in England
-erfüllen wollte. Dieses Schiff hat zu der weitverbreiteten irrtümlichen
-Auffassung Veranlassung gegeben, Papin habe bereits ein Dampfschiff
-besessen. Es wurde in den Jahren 1703 und 1704 erbaut, und am 13. März
-1704 schrieb er ausdrücklich in einem an Leibniz gerichteten Briefe, er
-habe dieses Schiff nicht derart eingerichtet, daß es durch die Kraft
-des Feuers angetrieben werden könne, um nicht zu viele Dinge auf einmal
-zu unternehmen.
-
-Trotzdem daß Papin alle nur mögliche Vorsicht angewendet hatte, um
-sich die Durchfahrt dieses Schiffes von Kassel zum Meere zu sichern,
-wurde dasselbe dennoch von Schiffern zerstört. Dieser Verlust hat Papin
-seiner schönsten Hoffnungen beraubt und ihm einen niemals wieder gut zu
-machenden Schlag versetzt.
-
-In London angelangt, bat er die ~Royal Society~, sie möge ihm
-die Möglichkeit geben, die Leistungsfähigkeit seiner Maschine
-mit derjenigen der Saveryschen Maschine zu vergleichen, wurde
-aber abschlägig beschieden. Auch weitere Kränkungen blieben
-dem erfolgreichen Bahnbrecher der Dampfmaschine nicht erspart.
-Wahrscheinlich ist Papin in der ersten Hälfte des Jahres 1712 zu London
-gestorben.
-
-Kehren wir nunmehr zur Saveryschen Maschine zurück. Im Jahre 1706 wurde
-die erste praktische Ausführung zu Broadwaters aufgestellt, explodierte
-jedoch, wie wir bereits erwähnten. In demselben Jahre soll Savery ein
-für Kassel bestimmtes Modell verbessert haben.
-
-Die Zahl der nach und nach in Betrieb genommenen Saverymaschinen
-nahm allmählich zu. Es erklärt sich dies leicht aus dem Umstande,
-daß die stetig wachsende Bedeutung des englischen Kohlenbergbaues
-gebieterisch nach einer Vervollkommnung der gebräuchlichen, höchst
-mangelhaften Wasserhebevorrichtungen verlangte. Bisher hatte man sich
-mit durch Menschen- oder Pferdekraft betriebenen Pumpen beholfen und
-war hierbei schon hier und dort zu sehr umfangreichen Anlagen gediehen.
-So befand sich in Cornwall die sogenannte „Turmmaschine“, die aus zehn
-übereinander angeordneten oberschlächtigen Wasserrädern von je 20
-Fuß Durchmesser bestand. Auch Windmühlen benutzte man zum Entwässern
-der Bergwerke. Letztere versagten bei Windstille den Dienst, während
-die Wasserräder erhebliche Mengen von Aufschlagwasser erforderten,
-die bei Trockenheit nicht zur Verfügung standen. Die mit Tier- und
-Menschenkraft angetriebenen Pumpen mußten durch Tag- und Nachtschichten
-im Betriebe erhalten werden. Schließlich benutzte man auch Becherwerke
-zum Heben des Wassers. Bei beträchtlicheren Förderhöhen war aber
-deren Standfestigkeit so gering, daß infolge der Schwankungen des
-Gestelles die Becher kaum zur Hälfte gefüllt oben anlangten und ein
-immerwährender Regen in die Tiefe hinabrieselte.
-
-Die erste größere Saverymaschine war die der ~York Building
-Waterworks~. Hier gelangten sehr hohe Dampfdrucke, „8- bis 10mal so
-groß als der Luftdruck“, zur Anwendung. Die entwickelte Hitze war
-so groß, daß das gewöhnliche Weichlot schmolz und die Verbindungen
-mittels Hartlot verlötet werden mußten.
-
-Als Grund für die Verwendung dieser hohen Dampfdrucke gab Savery an,
-daß er auf diese Weise die von dem Dampf getroffene Oberfläche des zu
-hebenden Wassers schnell auf eine hohe Temperatur bringe und hierdurch
-die Kondensation des Dampfes verhindere.
-
-Gleichzeitig mit Savery und Papin hatte sich auch _Thomas Newcomen_
-mit der Verbesserung der Dampfmaschine beschäftigt, und zwar in
-Gemeinschaft mit _John Cawley_. Beide lebten in Dartmouth.
-
-Die von beiden erfundene Maschine ist in Abb. 26 dargestellt. Oberhalb
-des eingemauerten Dampfkessels ~A~ liegt der Dampfzylinder ~_PQ_~.
-Beide sind durch ein senkrechtes Rohr ~_DE_~ miteinander verbunden. Der
-Kolben ~R~ ist mittels einer Kette an dem einen Arme ~Z~ des Balanciers
-~_ZaY_~ aufgehängt, an dessen anderem Ende das Pumpengestänge ~k~
-und die Kolben ~_nml_~ angebracht sind. Das oben an der Säule des
-Balanciers angebrachte Gefäß ~M~ enthält Kühlwasser, das durch das
-Rohr ~_NN_~ und den Hahn ~K~ unterhalb des Kolbens ~R~ in den Zylinder
-eingeführt werden kann und die Kondensation des Dampfes bewirkt.
-
-Der Arbeitsgang der Maschine vollzieht sich in folgender Weise:
-Befindet sich der Kolben in seiner tiefsten Stellung, so wird Dampf
-von unten in den Zylinder eingelassen, und dieser Dampf hebt mit Hilfe
-des Gegengewichtes ~_lmn_~ den Kolben. Hat dieser seine Höchstlage
-erreicht, wird der Dampfzutritt gesperrt und der Kaltwasserhahn ~K~
-geöffnet. Infolge der Kondensation des Dampfes drückt der Luftdruck den
-Kolben nach unten und das Gegengewicht ~_lmn_~ nebst dem Pumpengestänge
-~k~ wird gehoben. Nunmehr wird, nachdem für rechtzeitige Ableitung des
-im Zylinder befindlichen Kondenswassers gesorgt ist, frischer Dampf in
-den Zylinder eingeführt, und das Spiel wiederholt sich.
-
-Die ~Abridgements~ geben an, daß die Newcomenmaschine eher erfunden
-sei, als die Saverymaschine, jedoch erst im Jahre 1710 an die
-Öffentlichkeit gelangt sei. Savery soll gegen das von Newcomen und
-Cawley nachgesuchte Patent Einspruch erhoben haben. Newcomen habe
-aber, da er Wiedertäufer war, von einem Streite um das Patent Abstand
-genommen, und es sei dann, nachdem eine Einigung der drei Erfinder
-erzielt war, diesen im Jahre 1705 ein gemeinsames Patent erteilt
-worden. -- Die veröffentlichten Patente lassen aber ein solches
-vermissen.
-
-Zweifellos steht die Newcomenmaschine derjenigen Papins erheblich näher
-als der Saverymaschine. Da Papin das Wesentliche seiner Erfindung im
-Jahre 1690 bereits in den „~Actis Eruditorum~“ veröffentlicht hatte,
-und da ferner Newcomen als ein Mann geschildert wird, der in Dartmouth
-neben seiner Beschäftigung als Schmied und Eisenwarenhändler sich
-schon seit Jahren für die Ausnutzung der Dampfkraft interessierte
-und einschlägige Studien trieb, liegt die Annahme sehr nahe, daß er
-Papins Arbeiten kannte und auf dem von diesem gewiesenen Wege vorwärts
-strebte. Außerdem liegt die Annahme sehr nahe, daß er auch Saverys
-Arbeiten kannte.
-
-Den Anteil Cawleys an der Erfindung der Newcomenmaschine festzustellen,
-ist sehr schwierig. Der Hauptanteil dürfte auf Newcomen entfallen, denn
-dieser hatte bezüglich der Maschine mit dem bekannten Physiker Hooke im
-Briefwechsel gestanden. Hooke riet ihm von der Anwendung der Papinschen
-Anordnung ab, wies aber darauf hin, daß der Erfolg in erster Linie von
-der schnellen Erzielung des Vakuums abhänge. Offenbar unter dem Einfluß
-der Arbeiten Saverys gingen dann Newcomen und Cawley an die Lösung der
-von Hooke als wesentlich hingestellten Aufgabe und führten diese in der
-von uns beschriebenen Weise zu einem glücklichen Ende. Der Erfolg war,
-daß sie alsbald Saverys Maschine stark in den Schatten stellten.
-
-Der Versuch Newcomens und Cawleys, ihre Maschine zu Griff in
-Warwickshire im Jahre 1711 in Betrieb zu setzen, scheiterte. Im Jahre
-1712 aber erhielten sie den Bau einer Wasserförderungsanlage in
-Bromsgrave für einen gewissen Back in Wolverhampton.
-
-Die zu überwindenden Schwierigkeiten waren sehr groß. Das Öffnen und
-Schließen der Hähne für den Zutritt des Dampfes und des Kühlwassers
-erfolgte von Hand. Wir müssen hier zu unserer vorstehend gegebenen
-Beschreibung noch ergänzend hinzufügen, daß unsere Abb. 24 bereits
-die im Jahre 1713 angebrachte Einspritzkondensation aufweist.
-Zunächst hatten Newcomen und Cawley die Kondensation des Dampfes durch
-Außenkühlung des Dampfzylinders bewirkt. Auch das von Papin erfundene
-Sicherheitsventil wurde bei späteren Ausführungen angebracht.
-
-[Illustration: Abbildung 26. Dampfmaschine von Newcomen, Cawley und
-Potter.
-
-Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~. Band ~II.~ Tab. 44]
-
-Eine wesentliche Verbesserung der Newcomenmaschine wird einem mit
-der Bedienung der Hähne beauftragten Knaben, _Humphrey Potter_,
-zugeschrieben. Dieser soll im Jahre 1712 die rechtzeitige Verstellung
-der Hähne durch in geeigneter Weise angebrachte Schnüre selbsttätig
-bewirkt haben, so daß deren Bedienung von Hand nicht mehr erforderlich
-war. Diese Steuerung sowie die Einspritzkondensation sind nicht
-Gegenstand des Patentschutzes gewesen.
-
-Im Jahre 1712 wurde durch einen Zufall die dampf- und wasserdichte
-Kolbenliderung erfunden. Man hatte auf dem Kolben ein Stück Leder
-befestigt, das den Kolben überragte und sich in einer Höhe von 2 bis
-3 Zoll an die Zylinderwandung legte. Allmählich verschliß dieses
-Lederstück und lag schließlich nur noch mit seinem Querschnitt an
-der Zylinderwandung an. Hierbei machte man die Beobachtung, daß die
-Dichtung eine weit vollkommenere war als bisher, und man begnügte sich
-hinfort mit einer in den Kolbenumfang gelegten Lederscheibe.
-
-Auch die Einspritzkondensation soll ihr Dasein einem Zufall verdanken,
-indem sie sich einst unbeabsichtigterweise durch ein im Kolben
-entstandenes Loch vollzog und sich durch schnelleres Niederschlagen des
-Dampfes vorteilhaft bemerkbar machte.
-
-Im Jahre 1713 wurden zwei Newcomenmaschinen zu Newcastle in Betrieb
-gesetzt, eine dritte wurde zu Austhorpe in Yorkshire erbaut.
-
-Im Jahre 1718 ersetzte _Beighton_ die von Humphrey Potter angegebenen,
-die Hähne betätigenden Schnüre durch Hebel.
-
-Schon im Jahre 1721 wurde die erste Newcomen-Maschine nach dem
-Kontinent, und zwar nach Königsberg in Ungarn, geliefert.
-
-Diese Maschine ist in Abb. 26 dargestellt und wird von Leupold[51] wie
-folgt beschrieben:
-
- „_Von der Feuer-Machine des Herrn Potters, welche er zu Königsberg
- in Ungarn gebauet, und allda mit gutem Succeß und Vergnügung der
- Compagnie das ihrige praestiren soll_.
-
-Die Figur zeiget sich meist im Profil, da ~A~ der große Kessel,
-dessen Diameter 7 Fuß seyn soll, und 200 Eymer Wasser halten, muß
-allezeit ¾ voll Wasser, und das übrige voll Dampf seyn. Dieser Kessel
-ist gleichsam mit einem Ofen eingefasset, und mit Rost und Windfang
-versehen, wie es die Kunst erfordert. _~BC~_ eine metallene Platte,
-so mit Schrauben an dem Kessel ~A~ befestiget, und in solcher eine
-dergleichen Röhre ~_DE_,~ so in ~D~ und ~E~ offen ist, bey ~E~ gekrümmt
-und erhoben, daß das kalte Wasser nicht hineinfallen kann, bei ~D~
-aber mit einer Klappe versehen, die, vermöge des Gewichts ~F~, die
-Öffnung ~D~ zuschliesset. Von dem Hintertheil dieser Klappe gehet
-ein starker Draht, der in der Platte ~_BC_~ wohl eingeschmergelt und
-außenher an den Hebel _~CH~_ befestiget ist, damit wenn der Balcken
-oder Arm sich in die Höhe hebet, solcher mit dem Ansatz an diesen Hebel
-~_Gq_~ anstösset und die Klappe ~F~ zuschliesset, auch zugleich den
-Hahn ~K~ eröffnet, durch den Arm ~L~, daß das kalte Wasser aus dem
-Kasten ~M~ durch die Röhre ~_NN_~ und Öffnung ~O~ durch viel subtile
-kleine Löcherlein als ein Regen herausspringet, den ganzen Zylinder ~P~
-erkältet und den Dampf niederschläget und ein Vacuum machet. ~_PQ_~
-ist der Zylinder, so in die 32 oder gar 36 Zoll in Diametro seyn soll,
-8 Fuß hoch, und in die 30 Zentner wägen, ~R~ ein metallener Kolben,
-so auf denen Seiten mit Schrauben versehen, daß man Leder oder Holz
-dazwischen schrauben kan, damit der Kolben wohl anschliesset und kein
-Wasser durchlässet, die Bewegung dieses Kolbens soll 7 Fuß seyn; oben
-auf diesem Cylinder stehet noch ein Gefässe feste, in welchem allezeit
-kaltes Wasser aus dem Kasten ~M~ durch die Röhre ~R~ lauffet, und den
-Kolben mit dem Leder bedecket, und wenn der Kolben in die Höhe kommet,
-das Wasser in die Röhre ~S~ lauffet, aus welcher es, vermittelst
-eines Hahnes, so starck es nöthig ist, in die Röhre _T_ bey ~V~ in
-den Kessel lauffet, und den Abgang des Wassers, so durch den Brodem
-hinwegziehet, ersetzet. Das Wasser, so durch die Röhre ~_NO_~ in den
-Cylinder ~_PQ_~ spritzet, und dasjenige, so sich durch den Brodem
-sammlet, lauffet durch die Röhre ~_WW_~ wieder ab, welches in die 5
-Zoll in den Cylinder beträget; derohalben oben ein sehr starker Zugang,
-nämlich eine dreyzollige Röhre ~X~ voll Wasser von einer Höhe zufließen
-soll, wo es aber die Natur nicht zuführet, muß Anstalt gemachet werden,
-daß die Kunst selbst so viel Wasser hinauf hebet. Die Application zum
-Rohr oder Pumpen-Werk geschiehet vermittelst eines sehr starken in
-die 21 Fuß langen und 18 Zoll dicken Waag-Balcken ~_YZ_~, an beyden
-Enden sind zwey Cirkel-Stücken ~_YZ_~, deren Centrum die Achse ~a~
-ist, über den Bogen ~Z~ gehet eine sehr starke Kette ~_bcd_~, davon
-ein jedes Glied 10 Pfund wägen soll, an eine drey Zoll dicke eiserne
-Kolben-Stange ~_def_~, und auf dem Bogen ~Y~ ist eine dergleichen
-starke Kette ~_gb_~ an die Stange ~_ik_~ befestigt, an diese aber
-drey Kolben-Stangen ~_lmn_~ angehangen, also daß, wenn der Kolben in
-der großen Röhre ~_PQ_~ niedergehet, er die Stange ~_ik_~ nebst denen
-drey Kolben-Stangen nach sich ziehet und die Wasser hebet. Damit aber
-die Schwehre der Kolben und Gestänge ins aequilibrium gebracht werde,
-ist noch ein andrer kleiner Waag-Balcken ~_opq_~ angeordnet, dessen
-Achse ~q~ über die beyden Bogen-Stücken aber gleichfalls zwey Ketten
-~_rs_~ und ~_tu_~ gehn, davon die erste an das Kolben-Gestänge, die
-andere aber an das Gewicht ~w~ von 30 Centnern befestiget ist. Alles
-übrige Holtz- und Mauer-Werk oder Stellage ist weggelassen, damit man
-die Haupt-Stücke desto deutlicher fassen und sehen kan, die dann wohl
-ein jeder, wann es anders im Haupt-Werk richtig, noch eher anordnen
-kan. ~W~ und ~X~ sind zwey Hähne, dadurch den Zufluß des Wassers zu
-moderiren. Aus der Röhre ~_ss_~ fließet das Wasser in einen Trichter
-~_yT_~ und von da in den Kessel. Was die Öffnung und Wiederzuschließung
-der Röhren betrifft, sowohl den Dampf aus dem Kessel bei ~D~ zu lassen,
-als frisches Wasser durch die Röhre ~O~ in Cylinder zu spritzen, kömmet
-solches mit des Herrn Potters Invention nicht überein, denn weil ich
-mir aus der Zeichnung kein rechtes Concept formiren können, so habe
-lieber eine andere Art anweisen wollen, nicht daß ich solche besser
-achte, sondern vielmehr dem Leser ein Concept hiervon zu machen, beydes
-muß sich zugleich öffnen und schließen; denn so bald sich _~FD~_
-schliesset, muß sich _~KO~_ öffnen, und also auch im Gegentheil.
-
-Es geschiehet aber hier also: ~F~ ist der Deckel oder Klappe so in
-1 ein Charnier hat und darhinder einen Lappen, auf welchem eyn nach
-dem Cirkel gebohrtes und in die Platte wohl eingeschmergeltes Eisen
-aufruhet, solches Eisen ist mit einem Charnier an dem Waag-Balcken 2,
-3 befestigt, der Waag-Balcken oder Hebel hat bei 4 seine Achse und
-bey 5 ist er wieder an einen Arm 5, 6 mit zwey Charnieren befestiget,
-so bey 6 einen Hebel 6, 7 fasset, der bey 7 an dem Würbel des Hahnes
-befestiget, und die Röhren ~_NO_~ auf- und zuschliesset, auf dem Hebel
-2, 3 ruhet eyn Gewicht 8, so den Hebel bey 3 niederdrücket, und bey 2
-erhebet, daß sich die Klappe ~F~ öffnen kan, das Gewicht 8 aber hanget
-an einer kleinen Kette, die am Balcken 7 befestiget ist, und wenn
-solche hoch genug erhoben, das Gewicht erhebet, daß es nicht mehr den
-Hebel niederdrücket, sondern das Gewicht 9 die Oberhand behält, und den
-Hebel in 2 und also auch die Klappe durchs Eisen 1 niederdrücket, und
-die Röhre ~_DE_~ zuschliesset, hingegen vermittelst des Armes 5, 6 den
-Hahn ~K~ eröffnet, daß das kalte Wasser in den Cylinder spritzet, und
-sobald das große Gewicht bey eher abfallender Stange ~I~ wieder auf dem
-Hebel ruhet, wieder die Klappe ~F~ öffnet und den Hahn ~K~ schliesset.
-Welches, wie es accurat anzuordnen, einen jedern die Praxis selber
-lehret; genug wenn so viel gewiesen habe, wie es geschehen soll oder
-muß. Solche Machine soll in 24 Stunden 24000 Eymer heben.
-
- _Wie und auf was Arth die Operation bey dieser Machine geschehe._
-
-Selbige geschiehet nun nicht durch die Expansion, sondern durchs
-Vacuum, und die Pressung der äußerlichen Luft, welche auf den Embolum
-(Kolben) drücket, denn wenn die Klappe ~F~ eröffnet ist, so steiget
-der heiße Brodem aus den Kessel ~A~ im Cylinder ~_PQ_~ und treibet
-den Kolben ~f~ der mit dem Gestänge ~_hklm_~ meist in Aequilibrio
-ist, in die Höhe, und wenn er hoch genug ist, so machet die Stange
-~J~ vermittelst des Hebels und Gewichtes, wie zuvorhero ist erklähret
-worden, die Klappe ~F~ zu, und den Hahn ~K~ auf, daß kaltes Wasser
-in den mit heißem Dampf gefüllten Cylinder spritzet, im Augenblick
-condensiret sich der Dampf im Wasser, fället zu Boden, und machet ein
-Vacuum, welches so gleich die äußere Luft wieder ersetzen will, und den
-Kolben mit solcher Gewalt hernieder treibet, daß es vermittelst des
-Waag-Balckens auf der anderen Seite durch die Kette h eine grausame
-Last Wasser auf einmahl hebet, welches viele Pferde zu thun nicht
-vermögend seyn. Ist aber der Kolben hernieder, so öffnet sich in dem
-Moment die Klappe wieder aufs neue, und treibet den Kolben wieder fort,
-nachdem sich auch der Hahn ~K~ zugleich mit zugeschlossen.
-
-Und auf solche Weise gehet die Machine Tag und Nacht, ohne Anlegung
-einiges Menschen Hand, nur daß beständig ein Mann die Feuerung
-unterhalten muß, und bin berichtet worden, daß man anfangs in 24
-Stunden drey Klaffter Holtz nöthig gehabt, ob es sich aber auch jetzo
-noch so befindet, oder ob mehr oder weniger gebrauchet wird, kan ich
-mit Gewißheit nicht sagen, woran uns zwar eben auch nichts gelegen,
-genug, daß man gezeiget: wie derselben Construktion und Fundament
-beschaffen, und daß mit solcher Krafft und Schnelligkeit selbige so
-viel arbeitet, daß hundert Pferde solches nicht praestiren können.“
-
-Um die Ausbildung der Einzelteile der Newcomen-Cawleyschen
-atmosphärischen Maschine machte sich _Smeaton_ besonders verdient.
-
-Nicht ohne Interesse ist die Frage der Kosten für eine
-Newcomenmaschine. Dieselben stellten sich für eine im Jahre 1725 für
-Andrew Wauchope bei Edminstone, Midlothian, errichtete Maschine auf
-1007 £ 11 sh 4 d.
-
-In dem bereits zitierten zweiten Bande seines im Jahre 1725
-erschienenen ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~ gibt Leupold in §
-200 nachstehende Beschreibung einer Dampfmaschine, bei welcher zwei
-Kolben auf Balanciers einwirkten und eine ständige Arbeitsleistung
-herbeiführten (Abb. 27):
-
- „_Eine Feuer-Machine mit zwey Stiefeln und Kolben, durch die
- Expansion die Krafft auszuüben_.
-
-~A~ ist der Kessel, darüber ein Hahn, vermittelst dessen einmahl der
-Dunst aus ~A~ in Cylinder ~C~, und die Lufft aus ~D~ durch die Öffnung
-~_EF_~ kan gelassen werden. Also auch, wenn die Öffnung aus ~A~ nach
-~E~ gewendet wird. Jeder Kolben hat an seiner Kolben-Stange einen
-Waag-Balcken ~_GH_~, der auf der anderen Seite wieder eine Stange zum
-Kolben eines Druck-Werkes hat, und das Wasser durch die Steigröhren
-~_IK_~ in die Höhe treibet.
-
-[Illustration: Abbildung 27.
-
-Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine.
-
-Aus: Leupold, ~Theatrum machinarum hydraulicarum~, Band II, Tab. 43,
-Fig. 2.]
-
-Wasser aus einem Brunnen oder Fluß etliche 20 bis 30 Ellen, oder auf
-ein Rad als Aufschlag-Wasser zu bringen, dürfte diese Machine ihre
-Dienste noch thun. Es kann auch alles gar leichte also angeordnet
-werden, daß sich die Epistomia (Hähne) selbst auf- und zuschließen,
-welches ich aber alles, wie auch auf was Art das Wasser in Kessel
-wieder zu ersetzen, mit Fleiß übergangen, weil es nur eine Anleitung
-seyn soll, auch reifferer Überlegung und Experimenta nöthig hat. Wie
-ich mir denn vorgenommen, künfftig eine etwas starke Probe zu machen,
-und einen Versuch zu thun:
-
- _Ob man eine Schneide-Mühle in einem Wald, da genug Holtz und
- stehende Pfützen sind, auf solche Weise könte compendieus anlegen_?
-
-Weil mir aber Zeit und Gelegenheit zu dieser Machine, oder auch andere
-curieuse Proben und Versuche zu machen, itzo sogleich nicht vergönnet,
-so habe Hoffnung, es werde vielleicht ein andrer Curiosus daher
-Gelegenheit nehmen, ein und die andere Probe deßwegen anzustellen.“
-
-Das letzte von uns bisher genannte auf Dampfmaschinen oder Verwandtes
-erteilte englische Patent stammte aus dem Jahre 1698 und betraf die
-Saverymaschine. Bis zum Jahre 1712 begegnen wir überhaupt keiner auf
-Wasserförderungsvorrichtungen bezüglichen Patente. Vielleicht hat man
-hierin eine Folge des großen Einflusses zu erkennen, dessen sich Savery
-bei dem englischen Hofe erfreute.
-
-Erst am 27. Juni 1712 wurde wiederum ein Patent auf „eine neue und
-überraschende Maschine zum Heben von Wasser“ erteilt. Inhaber sind
-_Lewis Mandell_ und _John Grey_. Sodann folgen weitere auf derartige
-Vorrichtungen erteilte Patente, von denen allerdings nicht feststeht,
-welcher Art sie waren: Nr. 397 vom 27. Mai 1714 (_J. u. J. Coster_),
-Nr. 410 vom 28. November 1716 (_Holland_), Nr. 414 vom 22. Juli 1717
-(_Shuttleworth_), Nr. 437 vom 26. September 1721 (_Oriebar_).
-
-Die Verwendung des Dampfes zum _Beheizen_ verschiedener Vorrichtungen
-bildet den Gegenstand des Patentes Nr. 430 vom 25. Juni 1720, erteilt
-an _Desaguliers_, _Niblett_ und _Vreem_. _Triewalds_ Patent Nr. 449
-vom 29. Juni 1722 ist bemerkenswert, weil der Gegenstand desselben
-ausdrücklich als eine Maschine bezeichnet ist, die durch die Kraft der
-Atmosphäre Wasser aus Bergwerken emporhebt. Das Patent Nr. 463 vom
-26. Februar 1724 (_John Dickins_) bezieht sich auf das Heben von Wasser
-sowie auf den Antrieb von Maschinen und Schiffen. Einen ausdrücklichen
-Verzicht auf die Benutzung des Feuers bei der Wasserförderung enthält
-die Urkunde des Patents Nr. 469 (Valentine Flower) vom 20. Mai 1724.
-Das Patent Nr. 472 vom 4. November 1724 (Robert Bumpstead) betrifft den
-Antrieb einer Mühle, wo fließendes Wasser oder Wind nicht zur Verfügung
-steht.
-
-Das im Jahre 1725 an _Nuttall_ und _Skyrin_ erteilte Patent Nr. 476
-ist um deswillen von Interesse, weil hier angegeben wird, daß die
-Dampfmaschinen sehr teuer in der Anschaffung und Unterhaltung seien,
-„denn die Gewalt des Feuers zerbricht und zerstört sie oft ganz und
-gar“.
-
-Um die Verbreitung der Dampfmaschine zu fördern, bildete sich eine
-„_Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer zu
-heben_“. Die Namen der Mitglieder dieses „Dampfmaschinen-Ringes“ waren:
-_John Meres_, London; _Thomas Beake_, Westminster; _Henry Robinson_,
-London; _William Perkins_, Westminster; _Edwin Wallin_, London.
-
-Bei dem Vergleich der Liste der englischen Patente mit den Namen
-der die Dampfmaschine zu immer gedeihlicherer Entwicklung führenden
-Männer begegnen wir der auffallenden Tatsache, daß gerade die
-wichtigsten Verbesserungen des Patentschutzes entbehrten. Vielleicht
-läßt sich dieses dadurch erklären, daß die obengenannte Vereinigung
-der Patentinhaber auch die von Potter, Beighton usw. gemachten
-Erfindungen auf gütlichem Wege erwarb und von einer Patentierung
-derselben absehen zu können glaubte, weil sie durch den Besitz der
-grundlegenden Arbeiten Saverys und Newcomens hinreichend gesichert
-war. Daß jene Gesellschaft sich sehr gut auf ihr Geschäft verstand,
-beweist das mit dem obengenannten Andrew Wauchope getroffene Abkommen.
-Hiernach waren für die Lizenz zur Errichtung der Maschine jährlich
-80 £ zu entrichten, und zwar in Vierteljahrsbeträgen während der
-Dauer von acht Jahren, zu welchem Zeitpunkt das Patent ablief. Ließ
-Wauchope, sei es nach erfolgter Mahnung, sei es ohne eine solche, 40
-Tage nach dem Zahlungstage ohne Zahlung verstreichen, so stand der
-Gesellschaft das Recht zu, die Maschine wieder an sich zu nehmen und zu
-ihrer Schadloshaltung zu verkaufen; ein etwaiger Überschuß sollte dem
-Lizenznehmer ausgezahlt werden.
-
-Das unter dem 13. Juni 1726 an _Jakob Rowe_ erteilte Patent Nr. 486
-betrifft eine Maschine, um Wasser sowohl nach Menge als nach Förderhöhe
-erfolgreich zu heben, unter Anwendung entweder expandierter oder
-gepreßter Luft, sowie ein Verfahren, um mit großer Brennstoffersparnis
-alle Arten von Gefäßen, enthaltend Wasser oder andere Flüssigkeiten, zu
-beheizen.
-
-Das unter Nr. 496 am 6. Mai 1728 an _Case Billingsley_ erteilte Patent
-betrifft eine zweckmäßige und starke Maschine zum Heben von Wasser.
-
-Bemerkenswert ist auch das am 19. Dezember 1728 an ~John Payne~
-erteilte Patent Nr. 505, das darauf abzielt, in Fabriken erzeugte
-und zur Verfügung stehende Wärme zum Antrieb eines nach Art eines
-Wasserrades eingerichteten Rades zu verwenden.
-
-~Thomas Bewley~ und ~Thomas Holtham~ erhielten unter dem 10. März
-1729 das Patent Nr. 507 auf eine Maschine, die unter abwechselndem
-Aussaugen von Luft und Anwendung des Druckes der Atmosphäre Wasser zur
-Entwässerung von Bergwerken und zur Wasserversorgung von Städten hebt.
-
-Am 1. September 1729 erhielt ~John Allen~, „Doktor der Physik“, das
-Patent Nr. 513. ~Dasselbe betrifft die Konstruktion von Dampfkesseln~;
-einen Apparat zum Trocknen von Malz; eine Maschine zum Antrieb von
-Schiffen, die Verwendung von Schießpulver zur Erzielung motorischer
-Kraft. Dieses Patent ist bemerkenswert, weil es eine oberflächliche
-Beschreibung der betreffenden Einrichtungen bietet. Der Kessel soll
-dazu dienen, Dampf zu erzeugen, der Wasser fördern soll. Um die
-Leistungsfähigkeit des Kessels tunlichst zu erhöhen, verlegte Allen
-die Feuerung in den Wasserraum des Kessels hinein und fügte auch eine
-Rohrschlange ein. Zum Anfachen des Feuers benutzte er Gebläse.
-
-Den Antrieb der Schiffe bewirkte er mit Hilfe der Reaktionskraft von
-Wasser, das er am Heck austreten ließ. Als Betriebskraft benutzte
-er eine Pulverexplosionsmaschine. Diese schlug er auch für die
-Entwässerung von Bergwerken vor. In dem Kessel soll Allen stündlich
-zehn und einen halben Kubikfuß Wasser verdampft haben. Das unter dem
-13. Januar 1736 an ~John Payne~ erteilte Patent Nr. 555 betrifft
-einen ~Dampfkessel~ mit erhöhter Verdampfung. Diese wurde dadurch
-erzielt, daß in den Wasserraum des Kessels ein Schaufelrad eingebaut
-war, das in Drehung versetzt wurde und das Wasser gegen die beheizten
-Kesselwandungen schleuderte.
-
-Nunmehr folgt ein Patent, das um deswillen unser besonderes Interesse
-in Anspruch nimmt, weil es einen bestimmt ausgesprochenen Vorschlag zur
-Benutzung der Dampfkraft für den Antrieb von Dampfschiffen enthält.
-Es ist unter Nr. 556 am 21. Dezember 1736 an _Jonathan Hull_ erteilt.
-Dasselbe ist betitelt: „Eine Maschine, um Schiffe und Boote in oder
-aus Häfen oder Flüssen zu befördern gegen Wind und Strömung sowie bei
-Windstille“. Als Antriebsmaschine benutzte Hull eine atmosphärische
-Dampfmaschine. In tiefen Gewässern trieb dieselbe zwei seitwärts am
-Schiff angebrachte Schaufelräder. In seichten Gewässern benutzte Hull
-Stangen, die bis auf den Grund des Gewässers reichten und durch Kurbeln
-in der Weise bewegt wurden, daß sie sich gegen den Erdboden stemmten
-und das Schiff vorwärts bewegten. Eine Darstellung des Hullschen
-Dampfschiffes, das übrigens niemals tatsächlich ausgeführt sein soll,
-gibt unsere Abb. 28 nach Finchams ~A History of naval Architecture~,
-London 1851.
-
-[Illustration: Abbildung 28.
-
-Jonathan Hulls Dampfschiff. (Nach Fincham: ~A History of naval
-Architecture~.)]
-
-~P~ ist das vom Dampfkessel zum Dampfzylinder ~Q~ führende Dampfrohr.
-~R~ ist der Dampfzuleitungshahn. ~S~ ist der Hahn für die Zuführung
-des Kühlwassers. ~U~ ist ein Seil, an welchem der im Zylinder ~Q~ auf
-und ab bewegliche Kolben aufgehängt ist. ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ sind
-drei Seilscheiben, die auf einer quer zum Schiff liegenden wagerechten
-Welle befestigt sind. ~_Ha_~ und ~_Hb_~ sind zwei Seilscheiben, die
-auf der Welle des Schaufelrades ~_III_~ ... mittels Sperräder und
-Klinken derart lose angebracht sind, daß sie die Welle nur in einer
-Richtung, im Sinne des Uhrzeigers, also im Sinne der Vorwärtsbewegung
-des Schiffes, in Drehung versetzen.
-
-Das Seil ~_Fb_~ führt von ~_Hb_~ nach ~_Db_~ derart, daß, wenn die
-Räder ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ sich nach vorwärts drehen, auch die
-Schaufelradwelle sich nach vorwärts dreht. An dem Rade ~D~ ist das den
-Kolben tragende Seil ~U~ aufgehängt. Das Seil ~_Fa_~ führt von dem Rade
-~_Ha_~ zu dem Rade ~_Da_~ derart, daß, wenn die Räder ~_Da_~, ~D~ und
-~_Db_~ sich nach vorwärts drehen, das Rad ~_Ha_~ und das Seil ~F~ ein
-an letzteres angehängtes Gewicht heben, während die Seilscheibe ~_Hb_~
-die Schaufelwelle vorwärts dreht. Ist nunmehr das Gewicht gehoben, und
-drehen sich alsdann die Räder ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ rückwärts, so wird
-das Seil ~_Fa_~ freigegeben und das an ~F~ befestigte Gewicht dreht
-die Seilscheibe ~_Ha_~ vorwärts. Auf diese Weise wird bewirkt, daß
-die Schaufelradwelle sich stets nach vorwärts bewegt, mag der an der
-Rolle ~D~ angreifende Kolben sich auf- oder abwärts bewegen, oder mögen
-sich die Scheiben ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ nach vorwärts oder rückwärts
-bewegen.
-
-In seinem im Jahre 1738 erschienenen Werke ~Hydrodynamica~
-schlug _Daniel Bernouilli_ vor, für den Antrieb von Schiffen
-die Reaktionskraft des am Heck unterhalb der Wasseroberfläche
-ausgetriebenen Wassers zu benutzen.
-
-_John Wise_ erhielt am 7. August 1740 das Patent Nr. 571 auf eine
-besondere Verwendung der Feuermaschine. Diese letztere ist als solche
-bekannter Art vorausgesetzt, aber, anstatt daß sie Wasser schöpft,
-ist sie an dem Ende ihres Balanciers mit einer Kette, einem Seile
-oder einer Stange versehen, welche senkrecht zu derjenigen Vorrichtung
-führt, die die eigentliche Erfindung Wises bildet und unter einem
-besonderen Dach steht. Diese Maschine besteht aus einer horizontalen
-Welle, auf der sich ein Sprossenrad befindet, das durch ein von dem
-Balancier der Dampfmaschine durch eine Kette oder dergl. betätigtes
-Zahnrad in eine halbe Umdrehung versetzt wird. Nach Vollendung dieser
-halben Umdrehung kommen das Sprossenrad und das Zahnrad außer Eingriff,
-und die Umdrehung der das Sprossenrad tragenden Welle wird durch ein
-auf dessen Welle angebrachtes Schwungrad vollendet. Ist der Eingriff
-des Zahnrades und des Sprossenrades aufgehoben, so wird ersteres durch
-ein Gewicht in seine Anfangslage gebracht und erhält nunmehr wiederum
-durch die Kette des Balanciers eine halbe Umdrehung, welche es dann
-wiederum auf das Sprossenrad überträgt. Die das Sprossenrad tragende
-Welle erhält somit durch Beihilfe des Schwungrades eine stetige
-Drehbewegung. -- Leider ist die Beschreibung dieser Maschine nicht
-durch eine Zeichnung erläutert.
-
-Unwillkürlich drängt sich uns hier die Frage auf, aus welchem Grunde
-Wise nicht die bereits damals bekannte und gebräuchliche Kurbel benutzt
-hat. Daß diese insbesondere auch bei Wasserhebemaschinen in Benutzung
-war, geht aus einer in den ~Abridgements~ gemachten Mitteilung hervor,
-derzufolge im Jahre 1740, also in dem Jahre der Erteilung des Wiseschen
-Patents, auf den ~London Bridge Water Works~ gußeiserne Kurbeln benutzt
-wurden.
-
-Nebenbei möge hier bemerkt werden, daß die Zylinder der damaligen
-Dampfmaschinen meist aus Rotguß hergestellt wurden. Allerdings
-versuchte man auch, das billigere Gußeisen zu benutzen. Dieses
-erforderte aber durchschnittlich eine Wandstärke von 1 Zoll, während
-die Rotgußzylinder nur einer solchen von 1/4 Zoll bedurften. Diese
-geringere Wandstärke hatte den großen Vorzug, daß der Wärmeaustausch,
-insbesondere bei der die Kondensation des Dampfes bewirkenden
-Abkühlung, ein erheblich beschleunigter war, die Leistung der mit
-gußeisernen Zylindern arbeitenden Dampfmaschinen stand infolgedessen um
-1/8 bis 1/10 hinter den mit Rotgußzylinder arbeitenden zurück.
-
-Die _Dampfkessel_ hatte man bis zum Jahre 1740 meist aus Kupfer und
-aus Blei hergestellt. In diesem Jahre erfand _Parrot_ eine bessere
-Vernietung der Eisenplatten, infolgedessen das Eisen das teure Kupfer
-und Blei verdrängte.
-
-Im Jahre 1743 berichtete Gensanne, daß auf dem Kontinent drei
-Dampfmaschinen aufgestellt wurden: eine zu Fresne bei Condé, die zweite
-zu Sars bei Charleroy, die dritte bei Namur. Die beiden ersteren
-dienten zum Entwässern von Kohlenminen, die letztere zur Wasserhaltung
-einer Bleigrube. Von der zu Fresne aufgestellten Maschine gibt Belidor
-in seiner ~Architecture Hydraulique~, Bd. 2, Zeichnungen.
-
-Bei Newcastle benutzte man damals Feuermaschinen zum Antrieb von
-Wasserrädern in der Weise, daß jene das Wasser diesen von oben
-zuführten. Diese Räder waren mit Schaufelungen entgegengesetzter
-Richtung versehen. Je nachdem man das Wasser der einen oder der anderen
-Hälfte zuführte, drehte sich das Rad in der einen oder in der anderen
-Richtung. Auf diese Weise wurden die Räder zur Auf- und Abwärtsbewegung
-der Fördergefäße benutzt. Nach der Angabe anderer Schriftsteller
-stammen derartig umgesteuerte Wasserräder bereits aus älterer Zeit.
-
-Eine wesentliche Verbesserung des Dampfkessels ließen sich am 12. Juli
-1748 _Thomas Stevens_ und _Moses Hadley_ unter Nr. 634 patentieren.
-Dieselbe ging zielbewußt auf eine erhöhte Ausnutzung des Brennstoffes
-aus. Der Kessel hatte eine halbkugelförmige Gestalt, besaß aber
-Wassertaschen, die von dem wagerechten Boden nach unten hin in die
-Feuerzüge hineinragten. Die Feuerung lag unter dem Mittelpunkte des
-Kessels, und von ihr führten die Feuerzüge die Heizgase in Spiralwegen
-zum Schornstein, hierbei die Wassertaschen in ausgiebigstem Maße
-bespülend. Dieses Patent enthält eine Zeichnung des Dampfkessels.
-
-Wie Smeaton im Jahre 1754 berichtet, brachte _De Moura_ an dem
-Dampfgefäß der Saveryschen Maschine einen Schwimmer an, der die
-Kondensation und den Dampfaustritt selbsttätig regelte.
-
-Erst nach einer Pause von sieben Jahren begegnen wir dann wiederum
-einem auf die Dampfmaschine bezüglichen Patent. Dasselbe ist unter
-Nr. 703 am 8. August 1753 dem „Ingenieur“ _Georg John_ erteilt und
-betrifft ein Verfahren, durch welches vermieden wird, daß beim
-Tieferbringen von Schächten die gesamte Pumpenanlage abgebrochen und
-tiefer gelegt werden muß.
-
-Ein für die weitere Ausbildung des Dampfkessels wichtiges Patent wurde
-unter dem 27. Mai 1756 dem Puddler _John Wright_ unter Nr. 709 erteilt.
-Dieses Patent bezweckte gleich dem vorgenannten Patent Nr. 634 (Stevens
-und Hadley) eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der Heizkraft der
-Feuerungsstoffe und steht in einem wohltuenden Gegensatz zu der damals
-allgemein üblichen Kohlenvergeudung. John Wright beabsichtigte,
-eine tunlichst große Berührungsfläche zwischen den Feuergasen und
-den Kesselwandungen herbeizuführen. Da der damalige Stand des
-Dampfkesselbaues den Einbau eines Innenrohres nicht ermöglichte,
-führte Wright die Feuergase an die Außenseite des Kessels zurück.
-Das Speisewasser wurde an derjenigen Stelle des Kessels eingeführt,
-wo die Feuerung die größte Wärmewirkung hervorbrachte. Schließlich
-schlug Wright auch noch vor, die von dem Kessel ausstrahlende Wärme zum
-Rösten von Zinn-, Blei- und Eisenerzen u. a. m. zu verwenden, indem
-er diese Stoffe in einen unterhalb des Kessels angeordneten Hohlraum
-einbrachte. Im Jahre 1756 brachte dann noch Sampson Swain einen nicht
-unter Patentschutz gestellten Dampfkessel in Vorschlag, bei welchem
-eine Schlange die Feuergase durch den Wasserraum leitete.
-
-In demselben Jahre wurden zwei aus England bezogene atmosphärische
-Maschinen auf einer Kupfermine am Passaic in Nordamerika in Betrieb
-gesetzt.
-
-Unter dem 12. März 1757 erhielt _Isaac Wilkinson_ das Patent 713 auf
-eine mittels einer Feuermaschine angetriebene _Gebläsemaschine_. Diese
-letztere hatte folgende Einrichtung: viereckige, runde, längliche,
-achteckige oder irgendwie anders gestaltete Gefäße aus Eisen, Holz,
-Messing, Kupfer, Blei oder einem anderen Material oder aus einem
-zusammengesetzten Material werden einzeln, zu zweien, dreien, vieren,
-sechsen oder mehreren entweder nebeneinander oder übereinander
-angeordnet, und zwar sind dieselben derartig eingerichtet, daß wenn
-sie mit Luft gefüllt sind, diese Luft durch eine entsprechend hohe
-Wassersäule gepreßt wird, die in die Gefäße eintritt und den von der
-Luft bisher eingenommenen Raum einnimmt. Mit Hilfe von Ventilen,
-Regelungseinrichtungen, Hähnen oder Hebern, die sich abwechselnd öffnen
-oder schließen, wird das Wasser ein- und die Luft ausgelassen und
-letztere durch ein Rohr auf eine beliebige Entfernung fortgeführt, so
-daß ein Schmelzofen oder eine Schmiede oder ein anderes Werk von einem
-Wasserfall oder von einer Feuermaschine aus mit Gebläseluft versorgt
-werden kann.
-
-Im Jahre 1757 suchte _Keane Fitzgerald_ die Verdampfung dadurch zu
-beschleunigen, daß er in das im Dampfkessel enthaltene Wasser Luft
-durch Gebläse einführte.
-
-Im Juni 1757 veröffentlichte Professor _John Robison_ im „Universal
-Magazine“ eine Dampfmaschine mit umgekehrt angeordnetem Zylinder.
-
-Im Jahre 1758 versuchte _Fitzgerald_ die schwingende Bewegung des
-Balanciers durch Zahnräder und Sperrwerke auf eine umlaufende Welle zu
-übertragen.
-
-Das nun zu nennende Patent _James Brindleys_ Nr. 730 vom 27. September
-1758 ist unter den Fachleuten bekannter als die Mehrzahl der
-vorgenannten Patente. Unter anderem erwähnt dasselbe auch Severin in
-seiner Geschichte der Dampfmaschine[52].
-
-Der Titel des Brindleyschen Patents lautet allgemein: „Eine
-Fördermaschine zum Entwässern von Bergwerken und Ländereien, oder zur
-Wasserversorgung von Städten und Gärten“. Brindley schlägt vor, den
-Kessel aus Ziegelstein oder natürlichem Stein, zum Teil sogar aus
-Holz herzustellen; die Stirnwand, wo die Feuerung angebracht wird,
-besteht aus Gußeisen. Um der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung sich
-anschließen zu können, werden Dilatationsplatten angebracht. Der die
-Feuerung umgebende Raum ist ganz aus Gußeisen hergestellt und liegt
-vollständig im Wasser. Brindley glaubte, durch diese Anordnung eine
-größere Sparsamkeit und Sicherheit zu erzielen, als dies bei den bisher
-üblichen eisernen, leicht explodierenden Kesseln möglich war.
-
-Des weiteren schlug Brindley vor, die großen an dem Balancier
-angreifenden Triebketten nicht aus Eisen, sondern aus Holz mit eisernen
-Gelenkzapfen herzustellen.
-
-Die wichtigste der von Brindley angegebenen Neuerungen besteht aber
-in der selbsttätigen, vom Kesselwärter durchaus unabhängig sich
-vollziehenden Speisung des Kessels mit Wasser. Zu diesem Zweck schließt
-er das Speiserohr nach dem Innenraum des Kessels hin mittels Schwimmer,
-welche Ventile tragen, ab. Sinkt der Wasserstand, so öffnen sich diese
-Ventile und lassen frisches Speisewasser in den Kessel treten.
-
-Von besonderem Interesse ist auch das unter dem 25. Mai 1759 an
-_Henry Wood_ erteilte Patent Nr. 739. Dasselbe ist bezeichnet als
-das Betreiben einer Feuermaschine nach einem neuen Grundsatz, der
-völlig abweicht von den bisher üblichen und weniger als die Hälfte
-der bisher für Kohlen aufgewendeten Kosten verursacht. Das gegenüber
-den bekannten Verfahren Neue bestand darin, daß die Feuermaschine
-nicht mit Dampf, sondern mit erhitzter Luft betrieben wurde. Die
-Erhitzung der Luft geschah in der Weise, daß Wood die Luft durch Feuer
-oder durch auf Rotglut erhitzte Röhren oder durch kochendes Wasser
-streichen ließ, oder daß sie auf irgendeine andere Weise erhitzt oder
-verdünnt wurde. Die heiße Luft kann in den Zylinder der Maschine auf
-verschiedene Art eingeführt werden, entweder mittels Blasebälgen oder
-kleiner Luftpumpen mit besonderen Kolben und Ventilen, oder es kann
-der Überdruck der Atmosphäre durch Heizkörper hindurch die Luft in den
-Zylinder während des Emporsteigens des Maschinenkolbens hineindrücken
-und auf diese Weise den Zylinder mit heißer Luft anfüllen, die dann zur
-Erzielung eines Vakuums kondensiert werden und nach der Kondensation
-aus dem Zylinder hinausbefördert werden muß. Diese Entfernung der
-Luft aus dem Zylinder kann auf verschiedene Weise bewirkt werden;
-wird die heiße Luft in den Zylinder durch eine den Atmosphärendruck
-übersteigende Kraft hinausgetrieben, so wird diese Kraft die Luft durch
-das sogenannte Blubberventil (~snifting pipe~) hinaustreiben; ist der
-angewendete Druck dem der Atmosphäre gleich, so muß die kondensierte
-Luft durch eine Pumpe hinausgepumpt werden, die entweder von der
-Maschine oder sonstwie angetrieben wird. „Meine Erfindung besteht“,
-so führt Wood aus, „also in dem Betrieb einer Feuermaschine durch eine
-der genannten Methoden oder auf eine bisher nicht bekannte Weise, die
-auf der Benutzung erhitzter oder verdünnter Luft beruht, oder auf der
-Benutzung von heißer Luft in Verbindung mit Dampf, welch letzterer
-dann unvermeidlich ist, wenn die Erhitzung der Luft in Röhren mittels
-kochenden Wassers erfolgt.“ Trotzdem die Sprache der Patentschrift
-erkennen läßt, daß es sich hier um eine zielbewußte Ausnutzung tiefer
-physikalischer Kenntnisse handelt, ist über eine praktische Ausführung
-der sachgemäß durchgeführten Maschine nichts festzustellen.
-
-Nunmehr folgt das an _Jonathan Greenall_ unter dem 6. Februar
-1761 erteilte Patent Nr. 761. Dasselbe weist allerdings eine
-schwerverständliche Beschreibung und unklare Zeichnung auf, läßt jedoch
-zweifellos folgende vier wesentliche Neuerungen erkennen:
-
-1. Aufstellung der Dampfmaschine getrennt vom Dampfkessel;
-
-2. Einschaltung eines als „Receiver“ bezeichneten Dampfgefäßes zwischen
-Kessel und Maschine;
-
-3. die Anordnung einer Pumpe für das Einspritzwasser;
-
-4. die Zuführung bereits erhitzten Wassers zum Kessel.
-
-Das nunmehr folgende Dampfmaschinenpatent enthält ebenfalls eine Anzahl
-wichtiger Neuerungen. Trotzdem ist dasselbe in den ~Abridgements
-of Specifications, relating to the Steam Engine~ nicht enthalten.
-Dieses Patent ist unter Nr. 762 am 20. Mai 1761 an _Michael
-Mainzies_ verliehen. In demselben wird u. a. der Vorschlag gemacht,
-maschinell angetriebene Vorrichtungen zum Loslösen der Kohle vor Ort
-zu benutzen. Weit wichtiger sind jedoch die auf die Dampfmaschine
-bezüglichen Vorschläge. Der erste derselben geht dahin, die Abnutzung
-und Zerstörung der Roststäbe der Dampfkesselfeuerungen dadurch zu
-vermeiden, daß die Roststäbe hohl gestaltet und in ihrem Innern durch
-Wasser gekühlt werden, das in den Dampfkessel übertritt. Auf diese
-Weise werden nicht nur die Roststäbe geschont, sondern auch die
-Verdampfung wesentlich gefördert. Ein zweiter nicht minder wichtiger
-Vorschlag geht dahin, die Beschickung der Feuerung mit Brennmaterial
-nicht durch den Heizer, sondern _durch mechanische Vorrichtungen_ zu
-bewirken.
-
-Das folgende Jahr, 1762, ist um deswillen bemerkenswert, weil in dessen
-Verlauf das dem Marquis of Worcester erteilte Patent ablief.
-
-In demselben Jahre verließ Hindley die bisher übliche Anordnung,
-bei welcher ein Balancier benutzt wurde, um die von dem Dampfkolben
-ausgehende Bewegung zu übertragen. Er stellte die zu betreibende Pumpe
-unterhalb des Zylinders auf und verband die Kolbenstange des Zylinders
-mit der der Pumpe durch einen Rahmen, der durch den Dampfkolben wie ein
-Schiebefenster auf und ab bewegt wurde. Nach Hindleys Tode vollendete
-Smeaton eine solche Maschine für die Wasserwerke zu Kingston ~upon~
-Hull.
-
-Zu derselben Zeit wurde in der Nähe von Glasgow eine Dampfmaschine zum
-Betrieb einer Kohlengrube in Betrieb gesetzt.
-
-Am 10. Oktober des Jahres 1763 erhielt _Joseph Oxley_ das Patent
-Nr. 795 auf eine Vorrichtung zum Fördern von Kohlen aus Gruben und zu
-anderen Zwecken mit Hilfe einer Feuermaschine. Die Konstruktion der
-letzteren war hierbei gleichgültig. Es handelte sich vielmehr lediglich
-um die Vorrichtung, zu deren Antrieb die hin und her gehende Bewegung
-des Balanciers durch eine Anzahl von Zwischenvorrichtungen, so z. B.
-ein Wendegetriebe, in eine stetige Drehbewegung umgesetzt wurde. Nach
-Angabe der ~Abridgements~ soll diese Einrichtung während einiger Jahre
-in Seaton Delaval in Betrieb gewesen sein. Allerdings wird hier als
-Erfinder nicht Joseph, sondern John Oxley genannt.
-
-Über den damaligen Stand des Dampfmaschinenbaues machten die ~Annales
-of Newcastle~ vom 26. Februar 1763 eine interessante Mitteilung. Sie
-berichten über die Ankunft eines riesigen Dampfzylinders, der 10½ Fuß
-lang war, in der Bohrung 74 Zoll maß und mit Boden und Kolben gegen 11
-Tonnen wog. Die Maschine (nach Newcomen) hebe bei jedem Hub 15â…“ Tonnen
-Wasser. Ohne Kolben und Boden wog der Zylinder 6½ Tonnen. Die Bohrung
-war völlig rund ausgeführt, schön poliert und machte dem ausführenden
-Werke Colebrook Dale in Shropshire alle Ehre.
-
-Im folgenden Jahre, 1764, begegnen wir in der Geschichte der
-Dampfmaschine zum ersten Male dem Namen _James Watts_.
-
-Dieser, seines Zeichens Mechaniker[53], erhielt zu jener Zeit
-den Auftrag, das Modell einer Newcomen-Dampfmaschine, das an
-der Universität Glasgow zu Vorlesungszwecken benutzt wurde, zu
-reparieren. Hierbei erhielt Watt die Anregung zu einer Reihe von
-Verbesserungen, die ihm später den Ruhm eintrugen, der Schöpfer der
-modernen Dampfmaschine zu sein. Bis zu dem Zeitpunkt aber, wo er zum
-Abschluß seiner bahnbrechenden Arbeiten gelangte, wurden noch anderen
-Verbesserern der Dampfmaschine und des Dampfkessels englische Patente
-erteilt.
-
-Unter dem 9. Mai 1766 erhielt _Robert Fall_ das Patent Nr. 844 auf ein
-billiges Verfahren, alle Sorten von Flüssigkeiten zu erhitzen, und
-auf eine neue mechanische Einrichtung, durch welche Feuer in einer
-bisher nicht benutzten Weise angewendet wird. Fall legte in das Innere
-des Dampfkessels eine Rohrschlange ein, durch welche die Feuergase
-hindurchgeführt und auf diese Weise nach Möglichkeit ausgenutzt wurden.
-Fall ging jedoch noch weiter, indem er die Wärme der Feuergase mehrfach
-ausnutzte. Zu diesem Zweck ordnete er mehrere Kessel nebeneinander
-in der Weise an, daß die Feuergase, nachdem sie den einen Kessel
-durchstrichen und beheizt hatten, in schlangenförmige Feuerzüge des
-anderen Kessels hinübertraten. Auffallenderweise findet sich dieses
-wichtige Patent in den ~Abridgements~ nicht verzeichnet.
-
-Am 9. Oktober 1766 erhielt _William Blakey_ das Patent Nr. 848 auf
-Verbesserungen der Saverymaschine. Diese Verbesserungen bestanden im
-wesentlichen darin, daß er in dem oberen Teile des Zwischengefäßes
-(Receiver) eine durchbrochene Platte einlegte und, um die Kondensation
-des auf das zu hebende Wasser einwirkenden Dampfes zu verhüten,
-zwischen beiden eine Ölschicht einfügte.
-
-Am 3. Januar 1767 erhielt _John Stewart_ das Patent Nr. 859 auf eine
-außerordentlich umständliche Einrichtung, um die hin und her gehende
-Bewegung des Balanciers in eine drehende Bewegung umzusetzen. Im Jahre
-1767 wurde bei Grosetto, in der Nähe von Castiglione in Toskana, auf
-einer Saline eine Saverymaschine zum Heben von Wasser errichtet.
-
-In demselben Jahre (am 25. März 1767) wurde an _John Barber_ das
-Patent Nr. 865 auf ein neues Verfahren erteilt, um Wasser aus Gruben
-und Schiffen zu fördern, sowie Städte und andere Orte mit Wasser
-zu versorgen und Lasten aller Art, insbesondere Kohle, mit Hilfe
-von Feuer, von Wasser oder durch beides zu heben. Leider lassen
-Beschreibung und Zeichnung die Wirkungsweise der in Vorschlag
-gebrachten Einrichtungen nicht klar erkennen.
-
-Daß die damaligen im Betriebe befindlichen Dampfmaschinen sehr
-kostspielig waren, geht u. a. auch aus dem Patent Nr. 875 (_Duncombe_
-und _Polile_) hervor. In diesem Patent tritt der allgemein beobachtete
-Mißstand der damaligen Dampfmaschine, im Betriebe unwirtschaftlich zu
-sein, in die Erscheinung. Die Erfinder geben als Zweck ihrer Maschine
-den Antrieb von Bratspießen und das Fördern von Wasser aus Bergwerken
-an. Zugleich aber weisen sie darauf hin, daß durch ihre Maschine den
-Grubenbesitzern _die hohen Kosten der Feuermaschinen_ und anderen
-Maschinen erspart werden sollen.
-
-Am 5. Juli 1768 erhielt _Joseph Hateley_ unter Nr. 895 ein Patent auf
-„eine neue Feuermaschine mit Kessel, beide von besonderer Art“. Das
-Wesentliche der Maschine bestand darin, daß der Zylinder mit einem
-Mantel versehen war, in welchem zur Beschleunigung der Kondensation
-des Dampfes Kühlwasser zirkulierte. Auch der Kolben besaß einen zur
-Aufnahme von Kühlwasser dienenden Hohlraum. Bei dem Dampfkessel
-hatte Hateley sich es angelegen sein lassen, die Feuergase tunlichst
-auszunutzen. Zu diesem Zwecke wurden diese nicht allein um den Kessel
-herumgeleitet, sondern auch mittels eines in den Kessel eingenieteten
-Rohres durch das Innere des Kessels hindurchgeführt. Die Maschine
-sollte zum Betriebe von Getreidemühlen, Walzwerken und Bohrmaschinen
-zum Ausbohren von Zylindern, Geschützrohren und sonstigen Rohren dienen.
-
-Ein am 14. März 1768 unter Nr. 897 an _Samuel Wise_ erteiltes Patent
-betrifft eine Vorrichtung, um die hin und her gehende Bewegung des
-Balanciers in eine drehende umzuwandeln. Von dem Balancier aus wurde
-mittels einer Kette eine wagerechte Welle in eine hin und her gehende
-Bewegung versetzt. Auf dieser Welle waren zwei Zahnräder befestigt, die
-nur auf der Hälfte ihres Umfanges Zähne besaßen und abwechselnd in ein
-an einer stehenden Welle angebrachtes, ebenfalls nur auf der Hälfte
-seines Umfanges mit Zähnen versehenes Rad eingriffen und die Welle in
-stetige Drehung versetzten.
-
-In demselben Jahre schlug R. _Lovel Edgeworth_ vor, Wagen mit Hilfe des
-Dampfes zu treiben.
-
-Um diese Zeit beschäftigte sich auch _Nicolaus Cugnot_ in Paris mit
-der Konstruktion eines Dampfwagens, den er dann auch unter Beihilfe
-des Kriegsministers im Jahre 1770 vollendete. Dieser Dampfwagen
-konnte 12-15 Minuten lang mit einer Stundengeschwindigkeit von 4 ~km~
-laufen, mußte aber dann anhalten, um von neuem Dampf zu schaffen.
-Auf dem Vorderteile des Wagens stand der sehr einfach eingerichtete
-Dampfkessel, dahinter die Dampfmaschine, die mittels eines Sperrwerkes
-das Vorderrad in Drehung versetzte. Der Wagen hatte nur drei Räder,
-eins vorn, zwei hinten. Die Dampfmaschine besaß zwei Zylinder von je
-330 ~mm~ Durchmesser. Die Steuerung der Maschine bestand in einem mit
-entsprechenden Bohrungen versehenen Hahn, der von dem Kolben aus mit
-Hilfe einer Kette bewegt wurde.
-
-Inzwischen hatte nun bereits die Tätigkeit desjenigen Mannes begonnen,
-dem es beschieden sein sollte, auf Grund der vervollkommneten Kenntnis
-des Wesens des Wasserdampfes und auf Grund eigener Versuche, in hohem
-Geistesfluge seinen Zeitgenossen weit vorauseilend, die Dampfmaschine
-zu dem gewaltigen Rüstzeug des Fortschritts zu machen, das sie hinfort
-bilden sollte. Schon im Jahre 1759 hatte _James Watt_ auf Anregung
-Robisons sich mit dem Plan, die Dampfkraft zum Antrieb von Fahrzeugen
-zu verwenden, befaßt, ohne sich jedoch hierfür erwärmen zu können. So
-ließ er sich noch im Jahre 1769 in einem an ~Dr.~ Small gerichteten
-Briefe über einen derartigen Plan des Londoner Leinenhändlers Moore wie
-folgt aus: „Wenn der Leinenhändler Moore nicht meine Maschine anwendet,
-um seine Wagen zu treiben, so kann er überhaupt zu keinem Ergebnis
-kommen, und wenn er es tut, werde ich ihn daran hindern.“
-
-Wir sind in unseren bisherigen Mitteilungen mehrfach Versuchen
-begegnet, in die Erkenntnis des Wesens des Wasserdampfes einzudringen.
-Wenngleich das Altertum einen Unterschied zwischen Dampf und Luft nicht
-kannte, so mußte sich dennoch schon bei den von Heron von Alexandrien
-beschriebenen Vorrichtungen dieser Unterschied unwillkürlich geltend
-machen. Jedoch auch Salomon de Caus huldigte, wie wir gesehen haben,
-noch den Anschauungen des Altertums, insbesondere denen des Aristoteles.
-
-Papins unsterbliches Verdienst war es, durch Benutzung des Kolbens
-als Kraftaufnehmer der späteren Entwicklung der Dampfmaschine, wie
-sie sich zuerst durch Newcomen und Cawley vollzog, die Wege gewiesen
-zu haben. Leider gelang es Papin nicht, des größten Fehlers seiner
-Maschine, des hohen Dampfverbrauchs, Herr zu werden. Der von ihm in
-Vorschlag gebrachte, durch einen eisernen Bolzen erwärmte Kolben
-(Abb. 25) konnte für einen sparsameren Dampfverbrauch bei weitem
-nicht genügen. Auch mußte die Maschine stets zum Stillstand gebracht
-werden, wenn ein erwärmter Bolzen von neuem in den Kolben eingebracht
-werden mußte. Allerdings bot die Dampfmaschine von Newcomen und Cawley
-gegenüber derjenigen Papins erhebliche Vorzüge, die im wesentlichen
-rein baulicher Natur waren, sich aber bezüglich der Ausnutzung der
-Dampfkraft sehr vorteilhaft bemerkbar machten. Hier ist die gute
-Abdichtung des Kolbens im Dampfzylinder besonders hervorzuheben, die
-ein Hinübertreten des Kühlwassers über den Kolben hinaus und hiermit
-eine Abkühlung des Zylinders bis zu einem gewissen Grade verhütete.
-Jedoch auch diese Maschine nutzte den Dampfdruck nur mangelhaft aus;
-sie erforderte daher Zylinder von großem Durchmesser.
-
-Vom Beginn des 17. Jahrhunderts ab, also zu einer Zeit, die ohnehin
-schon der Dampfmaschine eine kräftige Förderung brachte, vollzog
-sich auch ein großer Fortschritt auf dem Gebiete der Kenntnis der
-luftförmigen Körper: Johann Baptist van Helmont (geb. 1577, gest.
-1644) unterschied zwei Arten von Luft, nämlich eine solche, die ihre
-luftförmige Beschaffenheit auch dann beibehält, wenn sie abgekühlt
-wird, und eine solche, welche, um luftförmig zu bleiben, der Zufuhr von
-Wärme bedarf, anderenfalls aber sich verdichtet, kondensiert. Die erste
-Art von Luft bezeichnet van Helmont als _Gas_.
-
-_Halley_ (geb. 1656, gest. 1742) erklärte das Wesen des Wasserdampfes
-dahin, daß dieser aus kleinen hohlen Wasserbläschen bestehe, die mit
-verdünnter Luft gefüllt seien. Infolgedessen steige der Dampf, da
-er leichter als die atmosphärische Luft sei, in dieser in die Höhe.
-_Derhem_ wollte diese Wasserbläschen unter dem Vergrößerungsglase
-erkannt haben. Der Kanzler der Universität Halle, _Chr. Wolf_ (geb.
-1679, gest. 1754), versuchte den Grad der Verdünnung der Luft in den
-Wasserbläschen festzustellen. _Christian Gottlieb Kratzenstein_ (geb.
-1723, gest. 1795) befaßte sich ebenfalls mit der Erforschung der
-Wasserbläschen und gab ihren Durchmesser zu 1/50000 Zoll an.
-
-Das Streben der Physiker, sich mit dem Wesen des Wasserdampfes zu
-befassen, erfuhr eine erfreuliche Anregung durch ein Preisausschreiben,
-das die Akademie der Wissenschaften zu Bordeaux im Jahre 1743
-ausschrieb für die Erklärung des Umstandes, daß der Wasserdampf nach
-aufwärts steigt. Aus der Zahl der eingegangenen Preisbewerbungen wurden
-zwei mit einem Preise bedacht. Den einen Preis erhielt _Kratzenstein_,
-der bereits den Durchmesser der Wasserbläschen berechnet hatte und sich
-auf den Boden der Bläschentheorie Halleys stellte.
-
-Einen hiervon völlig abweichenden Standpunkt nahm die andere
-Preisarbeit ein, deren Verfasser _Georg E. Hamberger_ war. Nach
-Hambergers Auffassung löst sich das Wasser in der Luft in derselben
-Weise wie das Salz im Wasser. Auf dieser Lösungstheorie weiter bauend,
-wies dann _Charles le Roy_ (geb. 1726, gest. 1779) darauf hin, daß in
-derselben Weise, wie man in Wasser nur eine beschränkte Menge Salz
-zu lösen vermöge, auch die Luft nur eine beschränkte Menge Wasser
-aufnehmen könne. Er erkannte also bereits das Wesen der _Sättigung_
-und bezeichnete Luft, die Wasser nicht mehr aufzunehmen vermag, als
-gesättigt, wie man eine Salzlösung, die weiteres Salz nicht mehr
-aufnehmen kann, als gesättigt benennt.
-
-Das einer gesättigten Lösung zugeführte Salz löst sich nicht auf,
-sondern setzt sich auf dem Grunde der Lösung ab. Die gleichartige
-Erscheinung tritt ein, wenn man in den gesättigten Wasserdampf weitere
-Dampfmengen einführt; alsdann schlägt sich dieser Dampf zu Tropfen
-nieder. Entsprechend der Tatsache, daß warmes Wasser mehr Salz auflöst
-als kaltes Wasser, kam le Roy zu der Erkenntnis, daß warme Luft mehr
-Wasser löst als kalte Luft, also mehr Dampf enthält als diese. Sinkt
-die Temperatur der Luft, so scheidet sich der in dieser enthaltene
-Wasserdampf als Tau ab.
-
-Wird gesättigter Dampf weiter erhitzt, so entsteht der sogenannte
-überhitzte Dampf. In der neuesten Zeit hat dieser Dampf insbesondere
-zum Antrieb von Lokomotiven eine große Bedeutung erlangt. Die ihm
-innewohnenden Vorzüge, die sich in einer großen Ersparnis an Brennstoff
-geltend machen, haben ihm, nebenbei gesagt, den Namen „Edeldampf“
-eingetragen. Dieser überhitzte Wasserdampf kann abgekühlt werden, ohne
-daß er sofort zu Wasser kondensiert.
-
-Die Theorie Hambergers gab eine gute Erklärung der Tatsache, daß das
-Wasser schneller verdampft, wenn es von einem Luftstrom überfahren
-wird, als wenn die auf dem Wasser lastende Luft in Ruhe ist. Diese
-Erklärung läuft darauf hinaus, daß die auf dem Wasser lastende Luft
-sich alsbald mit Wasserdampf sättigt, infolgedessen hier eine weitere
-Verdunstung des Wassers nicht mehr möglich ist. Wird dagegen die über
-dem Wasser befindliche Luft in Bewegung versetzt, so kommt mit der
-Oberfläche des Wassers immer von neuem frische ungesättigte Luft in
-Berührung, die imstande ist, Wasserdampf in sich aufzunehmen.
-
-Eine für die Verwendung des Wasserdampfes, insbesondere für Kochzwecke,
-überaus wichtige Beobachtung, der bereits Papin, als er zur Erfindung
-des nach ihm benannten Kochtopfes gelangte, sehr nahe gekommen war,
-machte der Professor der Chemie zu Upsala, _Wallerius Ericson_ (geb.
-1709, gest. 1785). Dieser stellte fest, daß Flüssigkeiten schneller im
-luftleeren Raume als unter dem Druck der Atmosphäre verdampften. Da
-nun bei dem Verdampfen unter Luftleere von einem Lösen des Wassers in
-Luft nicht mehr die Rede sein konnte, versagte jetzt die Hambergersche
-Lösungstheorie.
-
-Hier nun setzte die Tätigkeit des mit James Watt befreundeten
-_Joseph Black_ ein, der sich mit der Erforschung jener Erscheinungen
-beschäftigte und Watt veranlaßte, ebenfalls Versuche anzustellen.
-
-Bei dem Erwärmen von Wasser in einem Gefäß ist die erste Folge, daß die
-in dem Wasser enthaltene Luft in Form von Luftbläschen nach oben hin
-entweicht. Nunmehr bildet sich Dampf auf dem der Wärmequelle zunächst
-liegenden Boden des Gefäßes. Dampfblasen steigen in dem Wasser empor,
-können aber nicht die Oberfläche des Wassers erreichen, da die oberen
-Wasserschichten noch nicht genügend erwärmt sind. Die Folge hiervon
-ist das sogenannte Singen des Wassers, das aus der zitternden Bewegung
-sich ergibt, in welche das Wasser und das Gefäß durch die bei ihrem
-Aufwärtssteigen auf Widerstand stoßenden Dampfbläschen versetzt werden.
-Hört das „Singen“ auf, so ist dies ein Zeichen dafür, daß nunmehr
-die sämtlichen Wasserschichten zum Sieden gebracht sind, und die
-Dampfbläschen ungehindert nach oben steigen können. Das „Singen“ geht
-also dem Beginn des Kochens unmittelbar vorher. Während des Kochens
-oder Siedens tritt eine Zunahme der Temperatur trotz fortgesetzter
-Wärmezufuhr nicht ein.
-
-Um diese überraschende Erscheinung zu erklären, nahm man an, daß die
-Verwandlung des Wassers in Dampf sich nur auf dem Boden des Gefäßes
-vollziehe, und daß die Wasserschichten die zu ihrer Verdampfung nötige
-Temperatur erst dann erreichen, nachdem sie den Gefäßboden berührten.
-Würde die ganze Wassersäule zugleich auf die Siedetemperatur gebracht,
-so genügte die geringste Wärmezufuhr, um augenblicklich die gesamte
-Wassermenge in Dampf zu verwandeln.
-
-Black, dem diese Erklärung nicht genügte, stellte zunächst fest, daß,
-wenn Wasser zum Sieden gebracht und auf gleichmäßiges Feuer gebracht
-wird, in gleichen Zeitabschnitten gleiche Mengen Dampf erzeugt werden.
-Des weiteren stellte er fest, wieviel Zeit vergeht, bis eine gewisse
-Wassermenge von einer gleichförmigen Flamme zum Sieden gebracht und
-vollkommen verdampft wird.
-
-James Watt, der, wie wir bereits berichteten, mit Black befreundet
-war, machte in derselben Richtung folgende Versuche: Er brachte in
-einem offenen Papinschen Topf Wasser zum Sieden, und zwar so, daß in
-einer halben Stunde die Oberfläche des Wassers um einen Zoll sank.
-Hierauf unterbrach er das Sieden, fügte so viel Wasser hinzu, wie
-verdampft war, und brachte den Topf wiederum auf die in gleicher Stärke
-unterhaltene Flamme. Als das Sieden begann, schloß er den Dampfhahn und
-ließ nun eine halbe Stunde vergehen. Als er dann den Dampfhahn öffnete,
-strömte der Dampf innerhalb zwei Minuten aus und die Oberfläche des
-Wassers sank wieder um einen Zoll. Hieraus ergab sich, daß die Wärme,
-die von dem Wasser innerhalb einer halben Stunde aufgenommen wurde,
-entweder langsam innerhalb einer halben Stunde oder schnell innerhalb
-zwei Minuten dieselbe Wassermenge verdampfen konnte. Black zeigte auch,
-daß der Dampf bei seiner Bildung Wärme „bindet“ und bei der Verdichtung
-wieder dieselbe Wärmemenge frei gibt.
-
-James Watts Verdienste bestehen darin, daß er den Wärmeverbrauch
-bei der Verdampfung und die Abhängigkeit des Dampfdruckes von der
-Temperatur untersuchte und die Gesetze, die für die Verdichtung
-des Dampfes maßgeblich sind, ermittelte. Er erkannte hierbei als
-hauptsächlichsten Grund des hohen Dampfverbrauchs der Newcomenmaschine,
-daß bei jedem Kolbenhub kaltes Wasser in den Dampfzylinder gespritzt
-wurde. Dieses hatte zur Folge, daß der von neuem in den Zylinder
-eingeführte Dampf zur Erwärmung des Zylinders notwendig war. Aus dieser
-Erkenntnis leitete Watt die Forderung ab, daß die Kondensation des
-Dampfes tunlichst schnell bewirkt werden müsse, ohne daß der Zylinder
-sich abkühlte. Zu diesem Zweck führte er zunächst den Zylinder aus
-Holz aus. Da aber in einem hölzernen Zylinder eine dampfdichte Führung
-des Kolbens infolge Verwerfens der Holzwandungen nicht zu erreichen
-war, wandte er sich alsbald wiederum dem eisernen Zylinder zu, den er
-durch ein Rohr mit einem besonderen Behälter in Verbindung brachte, der
-kaltes Wasser enthielt. Diesen Behälter nannte Watt „Kondensator“. Die
-bahnbrechende Folge dieser Neuerung des von dem Zylinder getrennten
-selbständigen Kondensiergefäßes bestand darin, daß der Dampf
-niedergeschlagen wurde, ohne daß der Dampfzylinder abgekühlt wurde.
-Den Kondensator erhielt Watt dadurch andauernd auf der erforderlichen
-niedrigen Temperatur, daß er durch eine von der Maschine angetriebene
-Pumpe in denselben stets kaltes Wasser einspritzte, während eine zweite
-Pumpe, die sogenannte Warmwasserpumpe oder Luftpumpe, das kondensierte
-Wasser aus dem Kondensator hinaussaugte. Die Bezeichnung Luftpumpe
-trifft um deswillen zu, weil diese Pumpe neben dem Wasser auch die in
-dem kalten Wasser und in dem Dampf enthaltene Luft abführt. Das aus dem
-Kondensator ausgepumpte warme Wasser führte Watt dem Dampfkessel zu,
-wodurch eine weitgehende Ersparnis an Brennstoffen erzielt wurde.
-
-Die mit diesen Wattschen Verbesserungen ausgestattete Dampfmaschine hat
-folgenden Arbeitsgang: Wenn der Kolben sich in seiner tiefsten Stellung
-befindet, wird unterhalb desselben Dampf eingeführt, infolgedessen
-sich der Kolben aufwärts bewegt; währenddessen ist die Verbindung
-zwischen Zylinder und Kondensator abgeschlossen. Hat der Kolben die
-höchste Stellung erreicht, so wird die Dampfzufuhr geschlossen,
-zugleich aber die Verbindung zwischen dem Zylinder und dem Kondensator
-geöffnet. Infolgedessen wird der unterhalb des Kolbens befindliche
-Dampf kondensiert und der Kolben geht unter Einwirkung des Druckes der
-Atmosphäre abwärts.
-
-Auf diese die Dampfmaschine erst lebensfähig machende Neuerungen
-erhielt James Watt, nachdem er am 5. Januar 1769 den vorläufigen
-Schutz eines Königlichen Privilegs bekommen hatte, das Patent Nr. 913.
-Dasselbe hat folgenden Wortlaut:
-
- ~A. D.~ 1769 Nr. 913.
- Dampfmaschinen etc.
- _Watts Patentbeschreibung_.
-
-$Allen denjenigen, welchen dieses Schriftstück zu Gesicht gelangt$,
-sende ich, James Watt, aus Glasgow in Schottland, Kaufmann, meinen Gruß.
-
-$Sintemal$ Seine Allerhöchste Majestät, König Georg der Dritte, durch
-seinen Patentbrief unter beigedrucktem Großsiegel von Großbritannien
-vom 5. Januar des neunten Regierungsjahres Seiner Majestät mir, dem
-genannten James Watt, seine besondere Erlaubnis, Vollmacht, Privilegium
-und Befugnis gab, daß ich, der genannte James Watt, meine Vollstrecker,
-Verwalter und Bevollmächtigten während einer bestimmten Reihe von
-Jahren meine „$Neu erfundene Methode der Verminderung des Verbrauchs
-von Dampf und Brennstoff in Feuermaschinen$“ zu benutzen, auszuüben
-und zu verkaufen befugt bin, und zwar überall in demjenigen Teile des
-Königreiches Groß-Britannien, welcher England genannt wird, in der
-Herrschaft Wales, in der Stadt Berwick am Tweed und ferner in Seiner
-Majestät Kolonien und Ansiedlungen, und ich, der erwähnte James Watt,
-in dem erwähnten Patentbriefe verpflichtet werde, unter Unterschrift
-und Siegel eine eingehende Beschreibung des Wesens meiner Erfindung zu
-geben, welche in Seiner Majestät Hoher Hofkanzlei eingetragen werden
-soll, innerhalb vier Monate nach dem Datum des erwähnten Patentbriefes:
-
-$So wisset nun$, daß in Erfüllung der genannten Verpflichtung und
-Festsetzung ich, der erwähnte James Watt, erkläre, daß das Folgende
-eine eingehende Beschreibung meiner in Rede stehenden Erfindung und der
-Art und Weise, in welcher dieselbe zur Ausführung gelangt, ist,
-
- (das will sagen): --
-
-Mein Verfahren der Verminderung des Verbrauches an Dampf und, hierdurch
-bedingt, des Brennstoffes in Feuermaschinen setzt sich aus folgenden
-Prinzipien zusammen:
-
-Erstens, das Gefäß, in welchem die Kräfte des Dampfes zum Antrieb
-der Maschine Anwendung finden sollen, welches bei gewöhnlichen
-Feuermaschinen Dampfcylinder genannt wird und welches ich Dampfgefäß
-nenne, muß während der ganzen Zeit, wo die Maschine arbeitet, so heiß
-erhalten werden, als der Dampf bei seinem Eintritte ist, und zwar
-erstens dadurch, daß man das Gefäß mit einem Mantel aus Holz oder einem
-anderen die Wärme schlecht leitenden Material umgibt, daß man dasselbe
-zweitens mit Dampf oder anderweitigen erhitzten Körpern umgibt, und daß
-man drittens darauf achtet, daß weder Wasser noch ein anderer Körper
-von niedrigerer Wärme als der Dampf in das Gefäß eintritt oder dasselbe
-berührt.
-
-Zweitens muß der Dampf bei solchen Maschinen, welche ganz oder
-teilweise mit Kondensation arbeiten, in Gefäßen zur Kondensation
-gebracht werden, welche von den Dampfgefäßen oder -Cylindern getrennt
-sind und nur von Zeit zu Zeit mit diesen in Verbindung stehen. Diese
-Gefäße nenne ich Kondensatoren und sollen dieselben, während die
-Maschinen arbeiten, durch Anwendung von Wasser oder anderer kalter
-Körper mindestens so kühl erhalten werden als die die Maschine
-umgebende Luft.
-
-Drittens, sobald Luft oder andere durch die Kälte des Kondensators
-nicht kondensierte elastische Dämpfe den Gang der Maschine stören,
-so sind dieselben mittels Pumpen, welche durch die Maschine selbst
-betrieben werden, oder auf andere Weise aus den Dampfgefäßen oder
-Kondensatoren zu entfernen.
-
-Viertens beabsichtige ich in vielen Fällen die Expansionskraft des
-Dampfes zum Antrieb der Kolben oder was an deren Stelle angewendet
-wird, zu gebrauchen, in derselben Weise, wie der Druck der Atmosphäre
-jetzt bei gewöhnlichen Feuermaschinen benutzt wird. In Fällen, wo
-kaltes Wasser nicht in Fülle vorhanden ist, können die Maschinen durch
-diese Dampfkraft allein betrieben werden, indem man den Dampf, nachdem
-er seine Arbeit getan hat (~after it has done its office~) in die freie
-Luft austreten läßt.
-
-Fünftens, wo Bewegungen um eine Achse verlangt werden, stelle ich
-die Dampfgefäße in Form von hohlen Ringen oder kreisförmigen Kanälen
-her, mit besonderen Ein- und Auslässen für den Dampf, und montiere
-dieselben auf horizontalen Achsen wie die Räder der Wassermühlen.
-In denselben ist eine Anzahl von Ventilen angebracht, welche einem
-Körper nur in einer Richtung durch den Kanal umzulaufen gestatten. In
-diesen Dampfgefäßen sind Gewichte angebracht, welche die Kanäle zum
-Teil ausfüllen und durch die noch anzugebenden Mittel in denselben
-bewegt werden. Wenn der Dampf in diese Maschinen zwischen jene
-Gewichte und die Ventile eingelassen wird, so drückt er gegen beide
-gleichmäßig, so zwar, daß er das Gewicht nach der einen Seite des
-Rades hebt und infolge der gegen die Ventile wirkenden Reaktion das
-Rad in Drehung versetzt, wobei die Ventile sich in derjenigen Richtung
-öffnen, in welcher die Gewichte Druck empfangen, aber nicht in der
-entgegengesetzten. Währenddem, daß das Dampfgefäß sich dreht, wird es
-mit Dampf vom Kessel aus gespeist, und derjenige Dampf, welcher seine
-Arbeit geleistet hat, kann entweder durch Kondensation niedergeschlagen
-oder in die freie Luft entlassen werden.
-
-Sechstens will ich in einigen Fällen einen gewissen Grad von Kälte
-anwenden, welcher den Dampf allerdings nicht in Wasser zu verwandeln,
-wohl aber beträchtlich zu verdichten vermag, so daß die Maschinen
-abwechselnd mit Expansion und Kontraktion des Dampfes arbeiten.
-
-Endlich wende ich zur dampf- und luftdichten Dichtung des Kolbens oder
-anderer Maschinenteile an Stelle von Wasser Oele, harzige Körper,
-Tierfett, Quecksilber und andere Metalle in flüssigem Zustande an.
-
-Zur Bezeugung dessen habe ich am heutigen Tage, am fünfundzwanzigsten
-April im Jahre unseres Herrn Ein Tausend Sieben Hundert und
-neunundsechzig meinen Namenszug und mein Siegel hierunter gesetzt.
-
- $James Watt.$ (~L. S.~)
-
- Gesiegelt und ausgehändigt in Gegenwart von
-
- Coll. Wilkie.
- Geo. Jardine.
- John. Roebuck.
-
-Es sei noch bemerkt, daß besagter James Watt erklärt, daß sich nichts
-von dem im vierten Absatz Enthaltenen auf Maschinen bezieht, bei denen
-das zu hebende Wasser in das Dampfgefäß selbst eintritt oder in ein
-Gefäß, welches mit jenem in offener Verbindung steht.
-
- $James Watt.$
-
- Zeugen: Coll. Wilkie.
- Geo. Jardine.
-
-$Und es sei bekannt gegeben$, daß der vorgenannte James Watt am
-fünfundzwanzigsten Tage des April, im Jahre unseres Herrn 1769,
-sich in der Kanzlei unseres Königlichen Herrn einfand und die
-vorstehende Beschreibung nebst allem dem in derselben Enthaltenen und
-Beschriebenen, in der oben niedergeschriebenen Weise anerkannte. Und so
-wird die vorstehende Beschreibung gemäß der Verordnung aus dem sechsten
-Jahre der Regierung des verstorbenen Königs und der Königin William und
-Mary von England usw. gestempelt.
-
-Eingetragen am neunundzwanzigsten April im Jahre unseres Herrn Ein
-Tausend Sieben Hundert neunundsechzig.
-
-Watt war an der Ausführung seines Patents durch den Umstand beschränkt,
-daß die seit alters her bekannte und gebräuchliche Kurbel einem
-gewissen Wasborough unter Patentschutz gestellt war. Um die Benutzung
-der Kurbel zu umgehen, ersann Watt nicht weniger als fünf verschiedene
-Einrichtungen und erhielt hierauf unter dem 25. Oktober 1781 das Patent
-Nr. 1306.
-
-[Illustration: Abbildung 29.
-
-Das Planeten- oder Sonnenrad.
-
-Aus: Muirhead. James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 7~, Fig. 1 und
-2.]
-
-Als Gegenstand dieses Patents wird angegeben:
-
-_„Gewisse neue Verfahren, um die hin und her gehende Bewegung von
-Dampf- oder Feuermaschinen zur Erzeugung ständiger Drehbewegung um eine
-Achse oder um einen Mittelpunkt zu benutzen, um Räder, Mühlen oder
-andere Maschinen anzutreiben._“
-
-Von den sämtlichen fünf Einrichtungen bildet das sogenannte Planeten-
-oder Sonnenrad die wichtigste. Sie ist in Abb. 29 dargestellt.
-
-Der entsprechende Teil der Patentschrift Nr. 1306 hat folgenden
-Wortlaut:
-
-„Mein fünftes Verfahren, Drehbewegung zu erzeugen, wird mit Hilfe
-eines Zahnrades ~E~ ausgeführt, das auf dem Ende derjenigen Achse
-~F~ angebracht ist, die die Drehbewegung erhalten soll. Dieses Rad
-~E~ kann durch ein zweites Zahnrad ~D~ von gleichem, größerem oder
-geringerem Durchmesser in Drehung versetzt werden, das an der Stange
-~_AB_~ befestigt ist. Das andere Ende der Stange ~_AB_~ hängt an dem
-Triebbalken ~_BC_~ (Balancier) der Dampfmaschine oder ist in beliebiger
-anderer Weise mit dem Kolben der Dampfmaschine verbunden. Das Rad ~D~
-kann sich um seine eigene Achse nicht drehen. Mit Hilfe eines Zapfens
-~A~, der in dem Mittelpunkte des Rades ~D~ befestigt ist und in einen
-kreisförmigen Einschnitt des großen Rades ~_GG_~ eingreift (hier können
-auch andere Mittel Platz greifen), wird das Rad ~D~ zwangläufig derart
-geführt, daß es sich nicht von dem Rade ~E~ entfernen, jedoch das Rad
-~E~ in Drehung versetzen kann, ohne daß es sich selbst um seine Achse
-oder seinen Mittelpunkt dreht.
-
-Die Bewegung vollzieht sich nun folgendermaßen: Ist das Rad nahezu in
-diejenige Stellung gelangt, die durch den punktierten Kreis ~_HH_~
-gekennzeichnet ist, und dann mit seinem Mittelpunkt um ein weniges
-jenseits der senkrechten durch den Mittelpunkt ~F~ gezogenen Linie
-gelangt, zieht die Dampfmaschine mit Hilfe der Treibstange ~_BA_~ das
-Rad ~D~ aufwärts. Da nun dessen Zähne in die des Rades ~E~ eingreifen,
-und da es sich nicht um seinen eigenen Mittelpunkt drehen kann, kann
-es sich nicht anders nach aufwärts hin bewegen, ohne daß es zugleich
-das Rad ~E~ in Drehung um seinen Mittelpunkt ~F~ versetzt. Ist das
-Rad ~D~ soweit aufwärts gelangt, daß sein unterer Teil mit dem oberen
-Teile des Rades ~E~ im Eingriff ist, hat die Dampfmaschine ihren Hub
-nach aufwärts ausgeführt und der Kolben ist im Begriff, sich abwärts
-zu bewegen. Unter dem Einfluß der ihm zuteil gewordenen Bewegung führt
-das Rad ~E~ seinen Rundgang weiter aus und führt das Rad ~D~ über
-seine Höchstlage hinweg, wobei die Schwere des Rades ~D~ oder der
-Stange ~_AB_~ oder ein anderes an ihm angebrachtes Gewicht das Rad ~D~
-veranlaßt, an der anderen Seite sich wieder nach abwärts zu begeben.
-Das Rad ~D~ vollendet also seinen Rundgang um ~E.~ Haben nun die beiden
-Räder ~D~ und ~E~ dieselben Zähnezahlen, so macht das Rad ~E~ bei jedem
-Hub der Maschine zwei Umdrehungen um seinen Mittelpunkt. Um nun die
-Bewegung besser zu regeln, bringe ich auf der Achse ~F~ ein Schwungrad
-an.“
-
-[Illustration: Abbildung 30.
-
-Anwendung eines Planetenrades zum Antrieb eines Walzwerks. Aus:
-Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 25.~]
-
-Abbildung 30 stellt das Planetenrad in Anwendung auf den Antrieb eines
-Walzwerkes dar.
-
-Bei einer anderen Ausführungsform dieses Planeten- oder Sonnenrades
-bewegen sich die beiden Zahnräder nicht auf- und umeinander, sondern
-ineinander.
-
-Von weitestgehender Bedeutung ist das am 12. März 1782 erteilte Patent
-Watts Nr. 1321.
-
-Der wesentliche Inhalt der Patenturkunde lautet:
-
-_„Gewisse neue Verbesserungen an Dampf- oder Feuer-Maschinen zum
-Heben von Wasser und zu anderen mechanischen Zwecken, und gewisse auf
-dieselben anwendbare Einrichtungen.“_
-
-„Ich, _James Watt_, erkläre hiermit: Nachstehendes ist eine
-Beschreibung meiner neuen Verbesserungen an Dampf- und Feuer-Maschinen
-und der Einrichtungen, die bei denselben Anwendung finden können.
-
-Um aber etwaige Mißverständnisse und Umschweife zu vermeiden, werde ich
-zunächst einige gewisse in dieser Beschreibung benutzte Ausdrücke näher
-erläutern.
-
-_Erstens_: Der _Zylinder_ oder das Dampfgefäß ist dasjenige Gefäß, in
-welchem die Kräfte des Dampfes oder der Luft benutzt werden, um die
-Maschine anzutreiben; er kann von beliebiger Gestalt sein, ist aber
-meist von zylindrischer Form.
-
-_Zweitens_: Der _Kolben_ ist eine bewegliche Trennungswand, die in dem
-Zylinder entweder auf und ab, oder hin- und hergleitet und diesem genau
-angepaßt ist. Auf diesen Kolben wirken die Kräfte des Dampfes und der
-Luft unmittelbar ein.
-
-_Drittens_: Die _Kondensatoren_ sind gewisse von mir erfundene Gefäße,
-in welchen der Dampf niedergeschlagen wird, und zwar entweder indem er
-mit hinreichend kaltem Wasser unmittelbar vermischt wird oder indem
-er mit kalten Körpern in Berührung gebracht wird. Diese Kondensatoren
-liegen entweder in demjenigen Teile des Zylinders selbst, in den der
-Dampf niemals gelangt, ausgenommen dann, wenn er niedergeschlagen und
-zu Wasser verwandelt wird, oder diese Kondensatoren stehen mit dem
-Zylinder mittels Röhren in Verbindung, welche rechtzeitig geöffnet und
-geschlossen werden. Diese Röhren können auch so angeordnet sein, daß
-sie zu den Luftpumpen oder zu anderen Einrichtungen führen, um den
-niedergeschlagenen Dampf und das Einspritzwasser fortzuleiten.
-
-_Viertens_: Die _Luft- und die Heißwasserpumpen_ sind Pumpen oder
-andere Einrichtungen, die dazu dienen, die Luft und das heiße Wasser
-aus den Zylindern und aus den Kondensatoren hinauszubefördern.
-
-_Fünftens_: Der _Werkbalken_ (Triebbalken, Balancier) ist ein
-doppelarmiger Hebel, wobei ein oder mehrere Räder oder andere
-maschinelle Vorrichtungen dazu dienen, die von dem Kolben geäußerte
-Kraft auf das Pumpwerk oder auf andere von der Dampfmaschine
-anzutreibende Vorrichtungen zu übertragen.
-
-_Meine erste neue Verbesserung_ besteht nun darin, daß ich den Dampf
-in die Zylinder oder Gefäße der Maschine nur während eines gewissen
-Teiles des Auf- oder Niederganges des Kolbens eintreten lasse, und daß
-ich die federnden Kräfte, mit denen der Dampf in dem Bestreben, größere
-Räume einzunehmen, sich ausdehnt, dazu benutze, während der übrigen
-Teile des Hubes des Kolbens als Triebkraft zu dienen. Außerdem benutze
-ich Hebelzusammenstellungen oder andere Vorkehrungen, um zu bewirken,
-daß die ungleichmäßigen Kräfte, mit denen der Dampf auf den Kolben
-einwirkt, gleichmäßige Arbeit leisten bei dem Antrieb der Pumpen oder
-der anderen Maschinen, die durch die Dampfmaschine betrieben werden
-sollen. Hierbei sind gewisse Verhältnisse zu beachten.
-
-[Illustration: Abbildung 31.
-
-James Watts Ausnutzung der Expansion des Dampfes.
-
-Aus: Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 8.~]
-
-Um die hierbei maßgeblichen Verbesserungen und Grundsätze zu erläutern,
-habe ich in der beigefügten Zeichnung (Abb. 31) einen Hohlzylinder im
-Schnitt dargestellt.
-
-Dieser erwähnte Zylinder ist an seinem unteren Ende durch seinen Boden
-~_CD_~ vollständig abgeschlossen und auch an seinem oberen Ende durch
-seinen Deckel ~_AB_~ verschlossen. Der kräftige Kolben ~_EF_~ ist dem
-Zylinder genau angepaßt, so daß er mit Leichtigkeit auf und ab gleiten
-kann, ohne irgendwelchen Dampf neben sich hindurchgehen zu lassen. Der
-Kolben hängt an einer oder an mehreren Stangen ~_GH_~, welche in einer
-im Deckel ~_AB_~ angebrachten Öffnung hin- und hergleiten können, wobei
-ihre Umfläche luft- und dampfdicht durch einen Strang von Werg oder
-anderem geeigneten Stoff abgedichtet ist, der in der Büchse ~O~ liegt.
-Und nahe dem oberen Ende des Zylinders ist eine Öffnung ~J~ vorgesehen,
-um Dampf vom Dampfkessel eintreten zu lassen.
-
-Der ganze Dampfzylinder ist soweit als möglich mit einem Hohlraum
-~_MM_~ umgeben, der Dampf enthält, oder dem auf irgendeine andere Weise
-dieselbe Hitze bewahrt bleibt, wie sie das Wasser im Dampfkessel oder
-der aus dem Kessel kommende Dampf besitzt.
-
-Wir wollen nun annehmen, der Kolben sei so nahe als möglich an den
-oberen Rand des Zylinders emporgehoben, und der Raum unterhalb
-desselben sei von Luft, Dampf und anderen Flüssigkeiten entleert. Wir
-wollen des weiteren annehmen, daß der vom Dampfkessel her oberhalb
-des Kolbens eintretende Dampf die selbige Dichtigkeit oder Federkraft
-besitze wie der Luftdruck der Atmosphäre, oder die Fähigkeit besitze,
-eine Quecksilbersäule von 30 Zoll Höhe im Barometer zu tragen. Dann, so
-behaupte ich, wird der Druck oder die Federkraft auf jedem Quadratzoll
-der oberen Fläche des Kolbens ungefähr 14 Pfund betragen, und diese
-Kraft wird, wenn sie während eines ganzen Maschinenhubes auf den Kolben
-zur Einwirkung gelangt und zum Antrieb einer oder mehrerer Pumpen, sei
-es mittelbar oder unmittelbar, benutzt wird, während des ganzen Hubes
-eine Wassersäule fördern, deren Gewicht zehn Pfund auf den Quadratzoll
-des Kolbens beträgt, außer der Reibung und der dem Wasser und den
-Maschinenteilen innewohnenden Trägheit. Unter der Annahme aber, daß
-die gesamte Entfernung von der Unterseite des Kolbens bis zum Grunde
-des Zylinders acht Fuß beträgt, und daß die Dampfzufuhr vom Kessel
-vollständig abgeschnitten ist, wenn der Kolben bis zum Punkt ~K~ zwei
-Fuß oder ein Viertel des Hubes des Kolbens abwärts gegangen ist,
-behaupte ich, daß, wenn der Kolben die Hälfte seines Hubes zurückgelegt
-hat, die Federkraft des Dampfes die Hälfte der ursprünglichen Kraft
-betragen wird. Des weiteren wird, wenn der Kolben bei ~P~ angelangt
-ist, die Kraft des Dampfes ein Drittel der ursprünglichen Kraft
-betragen oder 4⅔ Pfund auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche.
-Ferner wird, wenn der Kolben am Ende seines Hubes angelangt ist, die
-Federkraft des Dampfes ein Viertel seiner ursprünglichen Kraft betragen
-oder 3½ Pfund auf den Quadratzoll der Kolbenfläche.
-
-Des weiteren behaupte ich, daß die Federkräfte des Dampfes in den
-übrigen Abschnitten der Zylinderlänge, die durch die Horizontallinien
-oder Ordinaten der Kurve ~_KL_~ dargestellt und in dem Zylinder
-aufgetragen sind, durch die in Dezimalbrüchen der ursprünglichen Kraft
-ausgedrückten Zahlen dargestellt werden.
-
-Und des weiteren behaupte ich, daß die Summe aller dieser Kräfte größer
-ist als 57 Hundertstel der ursprünglichen Kraft, multipliziert mit der
-Länge des Zylinders.
-
-Demnach leuchtet ein, daß nur ein Viertel des zur Füllung des ganzen
-Zylinders erforderlichen Dampfes zur Anwendung gelangt, und daß der
-erzielte Effekt mehr als die Hälfte des Effekts beträgt, der durch
-einen ganz mit Dampf gefüllten Zylinder erreicht wird, wenn der Dampf
-während des ganzen Niederganges des Kolbens frei über dem Kolben zum
-Eintritt gelangt wäre.
-
-_Hieraus folgt, daß die sogenannte neue oder Expansionsmaschine
-imstande ist, Wassersäulen zu heben, deren Gewichte entsprechen einem
-Gewicht von fünf Pfund auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche, und zwar
-mit Dampf von einem Viertel Inhalt des Zylinders._
-
-Obgleich ich nun die _Viertelfüllung_ hier anführe, so muß ich dennoch
-bemerken, daß ein anderes Füllungsverhältnis oder andere Abmessungen
-des Zylinders ähnliche Erfolge herbeiführen können, und daß ich in der
-Praxis diese Verhältnisse je nach der Eigenart des vorliegenden Falles
-ändere.“
-
-Diese Ausnutzung der Expansion des Dampfes führte Watt dann später auf
-die Erfindung des Indikators, eines Instrumentes, das selbsttätig die
-Expansionskurven des Dampfes aufzeichnet.
-
-Der weitere Inhalt der Patenturkunde beschäftigt sich sodann mit
-den Mitteln zur Erzielung eines gleichmäßigen Ganges der Maschine.
-Dieser wird stark durch den Umstand beeinträchtigt, daß die vom Dampf
-ausgeübte Kraft ungleichmäßig ausfällt, während das Gewicht des zu
-hebenden Wassers und die sonst von der Maschine zu leistende Arbeit
-als gleichmäßig anzunehmen ist.
-
-Alsdann wendet sich Watt der _zweiten_ von ihm erfundenen Verbesserung
-der Dampfmaschine zu, nämlich deren _doppelt wirkender Anordnung_.
-
-„Meine zweite Verbesserung der Dampf- oder Feuermaschine besteht darin,
-daß ich die Federkraft des Dampfes dazu benutze, den Kolben aufwärts
-und auch abwärts zu bewegen, indem ich eine Luftleere ober- oder
-unterhalb des Kolbens herbeiführe und den Dampf zu derselben Zeit zur
-Einwirkung auf den Kolben in demjenigen Teile des Zylinders bringe,
-der nicht ausgepumpt (~exhausted~) ist. Demnach kann eine derartig
-eingerichtete Maschine in derselben Zeit das Zweifache derjenigen
-Arbeit verrichten, die bisher von einer einfach wirkenden Maschine
-geleistet ist.“
-
-Die dritte Verbesserung, die Watt vorschlug, bestand darin, daß er
-die Dampfzylinder und -Gefäße von zwei oder mehreren Dampfmaschinen
-miteinander vereinigte.
-
-Die vierte Verbesserung bezog sich auf gewisse mechanische
-Einrichtungen, um die Gestänge und Kolben der Pumpen mit dem
-Triebbalken, dem Balancier, zu verbinden.
-
-Die fünfte Verbesserung bezog sich auf die Ausgestaltung der
-Dampfgefäße, indem diese entweder als hohle Zylinder oder als andere
-regelmäßig runde Hohlkörper oder in Gestalt größerer oder kleinerer
-Segmente oder Sektoren derartiger Körper ausgebildet wurden.
-
-Am 28. April 1784 erhielt Watt das Patent Nr. 1432 auf „_gewisse neue
-Verbesserungen der Feuer- oder Dampfmaschine und auf Maschinen, die
-durch dieselbe betätigt und bewegt werden_.“
-
-Dieses Patent betrifft neben anderen Einrichtungen das sogenannte
-_Wattsche Parallelogramm_, d. i. diejenige Vorrichtung, die Watt
-in mehreren Ausführungsformen erfand, um die geradlinige auf und
-ab gehende Kolbenstange mit der nach einem Kreisbogen schwingenden
-Bewegung des Balanciers in Einklang zu bringen, ohne hierzu der bis
-dahin gebräuchlichen Ketten zu bedürfen.
-
-Der auf diese bahnbrechende Erfindung, für welche Watt mehrere
-Ausführungsformen vorschlug, bezügliche Teil der Patenturkunde hat
-folgenden Wortlaut:
-
-„~_AA_~ (Abb. 32) ist der Triebbalken oder Balancier der Maschine;
-~B D~ ist die Kolben- oder Pumpenstange. ~_CDE_~ sind zwei hölzerne
-oder eiserne Stangen, die bei ~E~ und ~D~ mit dem Balancier bzw. mit
-dem oberen Ende der Kolbenstange verbunden sind und bei ~C~ an den
-Schwingarm ~_CF_~ angelenkt sind, dessen anderes Ende ~F~ an der Wand
-des Maschinenhauses oder an einem sonstigen festen Punkte liegt. Wenn
-der Balancier in Drehung um seine Achse ~G~ versetzt ist, so beschreibt
-der Punkt E den Bogen ~_HEI_~ und der Punkt ~C~ beschreibt den Bogen
-~_KCL_~ um den Punkt ~F~ als Mittelpunkt, und die Konvexitäten dieser
-Bogen, die nach verschiedenen Richtungen hin liegen, heben gegenseitig
-ihre von der geraden Linie sich vollziehenden Abweichungen auf. Die
-Längen der Radien ~_GE_~ und ~_CF_~ und ihre Verhältnisse zueinander
-können verändert werden, aber wenn der Radius ~_CF_~ im Verhältnis mehr
-verlängert wird als ~_GE_~, so muß der Punkt ~D~ dementsprechend weiter
-von ~E~ und näher an ~C~ gebracht werden, und umgekehrt, wie es sich
-nach den Regeln der Geometrie ergibt. Der regulierende Radius oder Stab
-~_CF_~ kann auch oberhalb des Balanciers angeordnet werden, und der
-letztere kann bezüglich seiner Achse eine andere Anordnung erhalten, wo
-sich dieses empfiehlt.“
-
-[Illustration: Abbildung 32.
-
-Wattsches Parallelogramm.
-
-Aus: Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 22.~
-Fig. 9-11.]
-
-
-
-
-Namen- und Sachverzeichnis.
-
-
- Äolipile, 18. 25.
-
- Agathias Scholastikos, 20.
-
- Alberti 22.
-
- Aldersey, 61.
-
- Aleotti, 29.
-
- Allen, 100.
-
- Amontons, 69.
-
- Anthemius, 20.
-
- Archimedes, 9.
-
- Architonitro, 10.
-
- Aristoteles, 9. 113.
-
- Automatentheater Herons von Alexandrien, 13.
-
-
- Barber, 111.
-
- Barbon, 67.
-
- „Barons, The last of the“, 53.
-
- Beake, 99.
-
- Becher, 60.
-
- Beighton, 92.
-
- Bernouilli, 102.
-
- Bewley, 100.
-
- Billingsley, 99.
-
- Black, 116.
-
- Blakey, 110.
-
- Blasco de Garay, 25.
-
- Bourgeois, 32.
-
- Boyle, 57.
-
- Brachvogel, 39.
-
- Branca, 44.
-
- Bresson, 29.
-
- Brindley, 106.
-
- Bulwer, 53.
-
- Bumpstead, 98.
-
- Burton, 58.
-
- Bushnell, 67.
-
- „Der Bustard“, 22.
-
- Buttall, 68.
-
-
- Cardanus, 28.
-
- Salomon de Caus, 33. 113.
-
- Cawley, 89. 113.
-
- Cesariano, 25.
-
- Cinq Mars, 39.
-
- Commandino, 29.
-
- Coster, 98.
-
- Cugnot, 112.
-
-
- Dallow, 60.
-
- Dampf, gesättigter, 114.
-
- Dampfgeschütz, 10. 32. 65.
-
- Dampfhammer, 47.
-
- Dampfkessel, 100. 104.
-
- Dampfkesselfeuerung, 104. 108. 110.
-
- Dampfkesselspeisung, 107.
-
- Dampforgel, 22.
-
- Dampfrad, 44.
-
- Dampfschiff,, 24. 25. 65. 69. 87. 101.
-
- Dampfmantel 119.
-
- Dampfturbine, 44.
-
- Dampfwagen, 69. 112.
-
- Deighton, 58.
-
- Delorme, 29.
-
- Derhem, 114.
-
- Desaguliers, 53. 98.
-
- Dickins, 98.
-
- Digester, 59.
-
- Dobrzenski, 48.
-
- Doppelt wirkende Dampfmaschine, 129.
-
- Drebbel, 43.
-
- Druckwerke Herons von Alexandrien, 13.
-
- Duncombe, 111.
-
-
- Edgeworth, 112.
-
- Einfach wirkende Dampfmaschine, 63. 118.
-
- Ericson, 115.
-
- Erzspanner, 10.
-
- Expansion des Dampfes, 126.
-
-
- Fall, 110.
-
- Feuergewehr, 33.
-
- Feuerrad, 69.
-
- Feuerspritze, 14.
-
- Feuerungen der Dampfkessel, 104. 108. 110.
-
- Fitzgerald, 106.
-
- Flower, 98.
-
- Förderung von Kohlen, 109.
-
-
- Galilei, 47.
-
- Gebläse, 30.
-
- Gebläsemaschine, 105.
-
- Gerbert von Rheims, 22.
-
- Geschütz, Dampf-, 10. 32. 65.
-
- Gewehr, Feuer-, 33.
-
- Gladwyn, 67.
-
- Greenall, 108.
-
- Grey, 98.
-
- Grimaldi, 69.
-
- v. Guericke, 47.
-
-
- Hadley, 104.
-
- Halley, 114.
-
- Hamberger, 114.
-
- Harris, 61.
-
- Hateley, 111.
-
- Hautefeuille, 57. 61.
-
- Heber, 13.
-
- v. Helmont, 113.
-
- Heron v. Alexandrien, 12.
-
- Heronsball, 16.
-
- Hohlrost, 108.
-
- Holland, 98.
-
- Holtham, 100.
-
- Hooke, 90.
-
- Hudgeson, 67.
-
- Hull, 101.
-
- Huygens, 57. 60.
-
-
- Jacke, 42.
-
- „Jack of Hilton“, 30.
-
- Indikator, 128.
-
- John, 105.
-
- Jones, 67.
-
-
- Kircher, 47.
-
- Klappenventil, 13.
-
- Kolbenliderung, 92.
-
- Kondensation, 35. 117.
-
- Kratzenstein, 114.
-
- Ktesibios, 10.
-
- Kurbel, 103. 122.
-
-
- Leibniz, 81. 85.
-
- Leonardo da Vinci, 10. 23.
-
- Leupold, 69. 92.
-
- Leurechon, 42. 46.
-
- Losvelt, 67.
-
- Luftpumpe, 118.
-
-
- v. Malmesbury, 22.
-
- Mandell, 98.
-
- Mathesius, 28.
-
- Mechanischer Rost, 109.
-
- Mehrfache Ausnutzung der Feuergase, 110.
-
- Menzies, 108.
-
- Meres, 99.
-
- „Miner's Friend“, 74.
-
- „Mon de Caus“, 39.
-
- Moore, 112.
-
- Morland, 57. 61.
-
- de Moura, 104.
-
-
- Newcomen, 89. 113.
-
- Niblett, 98.
-
- Nietung, 104.
-
- Nuttall, 98.
-
-
- Opfertanz, 16.
-
- Orgel, Dampf-, 22.
-
- Oriebar, 98.
-
- Oxley, 109.
-
-
- Papin, 59. 63. 73. 81.
-
- Parallelogramm, Wattsches, 129.
-
- Parrot, 104.
-
- Pascal, 47.
-
- Patentschriften, englische, 40.
-
- Pawley, 60.
-
- Payne, 100.
-
- Periera, 69.
-
- Perkins, 99.
-
- Philon v. Byzanz, 12.
-
- Planetenrad, 122.
-
- Plat, Sir Hugh, 29.
-
- Plott, 58.
-
- Polile, 111.
-
- della Porta, 30.
-
- Porter, 92. 93.
-
- Poyntz, 67.
-
- „Der Püsterich“, 20. 22.
-
- Pulvermaschine, 60. 100.
-
-
- Ramseye, 42. 46.
-
- Reaktionsschiff, 100. 102.
-
- Receiver, 76. 108.
-
- Rivault, 32.
-
- Robinson, 99.
-
- Robison, 106. 112.
-
- Roebuck, 121.
-
- Rollock, 54.
-
- Rost, mechanischer, 109.
-
- Roststab, Hohl-, 108.
-
- Rotsipen, 47.
-
- Rotierende Maschine, 69. 120.
-
- Rowe, 99.
-
- le Roy, 114.
-
-
- Saugpumpe, 12.
-
- Savery, 68. 73. 88.
-
- Scappi, 29.
-
- Schaufelrad, 28. 46.
-
- Schiff, Dampf-, 24. 25. 65. 69. 87. 101.
-
- Schiff, Reaktions-, 100. 102.
-
- Selbsttätige Kesselspeisung, 107.
-
- Seneca, 9.
-
- Serle, 60.
-
- Shuttleworth, 98.
-
- Sicherheitsventil, 60.
-
- Skyrin, 98.
-
- Smeaton, 96.
-
- Somerset, Marquis of Worcester, 47. 49. 109.
-
- Sonnenkraftmaschine, 37.
-
- Sonnenrad, 122.
-
- Springender Ball, 17.
-
- Spritze, 14.
-
- Steuerung, 85. 92.
-
- Stevens, 104.
-
- Stewart, 110.
-
- Straton v. Lampsakos, 13.
-
- Sylvester II., 22.
-
-
- Theoreme Salomons de Caus, 34.
-
- Thermoskop, 12.
-
- Threwren, 61.
-
- Togood, 49.
-
- Torricelli, 47.
-
- Tredenham, 61.
-
- Triewald, 98.
-
-
- Ventil, 13.
-
- Ventil, Sicherheits-, 60.
-
- Verdampfung, 31.
-
- Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer
- zu heben, 99.
-
- Vincent, 60.
-
- Vitruvius, 19.
-
- Vivian, 61.
-
- Vorwärmung des Kesselspeisewassers, 108.
-
- Vreem, 98.
-
-
- Waine, 49.
-
- Wallin, 99.
-
- Warmluft, 13. 24.
-
- Wasserdampf, 13. 59. 113.
-
- Wasserhebung, 30. 36. 46. 50 u. ff.
-
- Watt, 110. 112. 117.
-
- Wauchope, 96. 99.
-
- Weale, 60.
-
- Wildgosse, 42.
-
- Wilkinson, 105.
-
- Wilkins, 47.
-
- Wise, 102. 111.
-
- Wolf, 114.
-
- Wood, 107.
-
- Worcester, Marquis, 47. 49. 109.
-
- Wright, 105.
-
-
- Yarnald, 68.
-
-
- Zeno, 20.
-
-
-
-
-Fußnoten
-
-[1] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Part
-I. A. D. 1618-1859. London 1871.~
-
-[2] _Fr. Dannemann_, Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und
-in ihrem Zusammenhange. Leipzig 1910.
-
-[3] _Grothe_, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin
-1874. -- Beck, Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaues 1900.
-
-[4] _Reuleaux_, Kurzgefaßte Geschichte der Dampfmaschine. Anhang zu
-Scholls Führer des Maschinisten. Braunschweig 1891.
-
-[5] Vgl. S. 13, Abb. 3.
-
-[6] Geschrieben zwischen 16 und 13 v. Chr.
-
-[7] Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur. Übersetzt und durch
-Anwendungen und Risse erläutert von ~Dr.~ _Franz Reber_. Berlin 1865.
-
-[8] ~Œuvres de François Arago. Paris, Leipzig 1854. Tome I, p. 393.~
-
-[9] ~Corpus Scriptorum historiae Byzantinae. Pars III. Bonnae 1828.~
-
-[10] Dinglers Polytechnisches Journal. Bd. 78, Jahrg. 1840, S. 72.
-
-[11] _Rob. Stuart_, ~Historical and descriptive anecdotes of Steam
-Engines and of their inventors. London 1829~.
-
-[12] ~Eloge historique de James Watt, un des huit associés étrangers de
-l'Académie des Sciences par Arago. Lu à la séance du 8. Décembre 1834.
-Rerum Angli Script. p. 61. 1601.~
-
-[13] Poggendorff, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.
-
-[14] _Werner_, Zur Physik Leonardos da Vinci. Erlangen 1910.
-
-[15] _Werner_ a. a. O.
-
-[16] _Werner_ a. a. O.
-
-[17] _Grothe_, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin
-1874.
-
-[18] _Paul La Cour_ und _Jakob Appel_, Die Physik auf Grund ihrer
-geschichtlichen Entwicklung für weitere Kreise in Wort und Bild
-dargestellt. Übersetzt von G. Siebert. Braunschweig 1905. II. --
-_Poggendorff_, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.
-
-[19] _Poggendorff_, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.
-
-[20] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859), p. 6.~
-
-[21] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859), p. 7.~
-
-[22] ~_Stuart_, A descriptive history of the Steam Engine. London
-(1824), p. 4.~
-
-[23] ~_Jewel House_, 1594, p. 26. Abridgements of Specifications
-relating to the Steam Engine. Pars I (1618 bis 1859). p. 7.~
-
-[24] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859), p. 7.~
-
-[25] Dinglers Polytechnisches Journal, Bd. 39 (Jahrg. 1831), S. 367.
-
-[26] ~Les Elémens d'Artillerie augmentés en cette nouvelle édition et
-enrichis de l'invention, description et démonstration d'une nouvelle
-artillerie qui ne se charge que d'air ou d'eau pure et à néanmoins une
-incroiable force. Par le Sieur de Flurance Rivault, Paris 1608, p. 74.~
--- ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859). London 1871, p. 9.~ -- ~M. _Hachette_, Histoire des
-Machines à vapeur. Paris 1830, p. 13. Oeuvres complètes de François
-Arago. Tome I. Paris et Leipzig 1854, p. 394.~
-
-[27] _Hachette_, a. a. O. S. 14.
-
-[28] ~Abridgements l. c. p. 9.~
-
-[29] Nähere Angaben über seinen Lebenslauf siehe weiter unten. S. 39.
-
-[30] ~Journal des Mines 1813.~
-
-[31] ~Annuaire du bureau des longitudes, 1828.~
-
-[32] Vgl. Reuleaux in dem S. 10 Anm. 2 erwähnten Buche.
-
-[33] ~Abridgements~. S. 11.
-
-[34] ~Abridgements~. S. 11.
-
-[35] ~Abridgements~, S. 13.
-
-[36] ~Abridgements~. S. 14.
-
-[37] ~The Life, Times and scientific Labours of the second Marquis of
-Worcester. To which is added a reprint of his Century of Inventions,
-1663, with a Commentary thereon by Henry Dircks, Esqu. London, 1865.~
-
-[38] Die Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwickelung,
-dargestellt von Paul la Cour und Jakob Appel. Autorisierte Übersetzung
-von G. Siebert. Braunschweig, 1905.
-
-[39] Veröffentlicht in ~Woodcroft's Collection of scarce Tracts~. 1858.
-
-[40] ~Abridgements.~ S. 18.
-
-[41] La Cour und Appel, a. a. O. Seite 61.
-
-[42] ~Pendule perpétuelle avec la manière d'élever l'eau par le moyen
-de la poudre à canon. Paris 1678.~
-
-[43] ~Memoires de l'Académie des Sciences. 1693.~
-
-[44] ~Réflexions des quelques machines à élever des eaux. Paris 1682.~
-
-[45] ~Elevation des Eaux par toute sorte de Machines, reduite à
-la Mesure, au Poids et à la Balance. Présentée à Sa Majesté très
-Chrestienne, par le Chevalier Morland, Gentilhomme Ordinaire de la
-Chambre Privée et Maitre des Mecaniques du Roi de la Grande Brétagne
-1683.~
-
-[46] Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin nebst der
-Biographie Papins und einigen zugehörigen Briefen und Aktenstücken.
-Auf Kosten der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften
-herausgegeben. Berlin 1881.
-
-[47] Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin nebst der
-Biographie Papins. Berlin 1881.
-
-[48] ~Abridgements~, S. 24.
-
-[49] Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale~, Leipzig 1724, § 401.
-
-[50] ~The Miner's Friend, or an engine to raise Water by Fire,
-described, and of the manner of fixing it in Mines, with an account
-of the several other uses it is applicable unto; and an answer to the
-objections made against it. By Tho. Savery, Gent.~
-
-[51] ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~ (Leipzig 1725). Band II, §
-203-209.
-
-[52] Abhandlungen der Königlichen technischen Deputation für Gewerbe.
-I. Teil. 1820.
-
-[53] Das später von uns wiedergegebene Patent Nr. 913 bezeichnet ihn
-als Kaufmann.
-
-
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-(Anzeige von Band 1-12 vor dem Titel)
-
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$13 Vulkanausbrüche in alter und neuer Zeit.$ Nach den Berichten von
-Augenzeugen herausgegeben von Oberlehrer _Paul Schneider_. 94 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Vesuv im Jahre 79 und 1794, Gelungung 1822, Tembaro 1815, Krakatau
- 1883, Mont Pelée 1902, Jorullo 1759, Feuersee auf Hawaii, Erguß am
- Skaptargletscher auf Island 1785, Die Geiser auf Island, Der See
- Rotohama auf Neuseeland.
-
- 60 hell.
- 70 cts.
- 30 kop.
-
-$14 Friedrich Hoffmann über das Kohlenoxydgas$ und die Gegenschrift von
-_Andreas Erdmann_: „Wie nicht Kohlenoxydgas, sondern der Teufel den
-Tod etlicher Menschen herbeigeführt“. Herausgegeben von ~Dr.~ _Albert
-Neuburger_. 63 Seiten
-
- M. $--.50$
-
- Was vor Friedrich Hoffmann über die Gefährlichkeit der Kohlendämpfe
- bekannt war, ist verhältnismäßig wenig. Erst recht spät gelang
- es, und zwar in erster Linie durch Hoffmanns Forschungen, das
- Kohlenoxyd richtig zu erkennen und seine Gefahren zu vermeiden. Der
- Streit mit den Vertretern der Theologie hat damals der bedeutsamen
- Abhandlung Hoffmanns in weiteren Kreisen Beachtung verschafft,
- als dies sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Die Erdmannsche
- Gegenschrift wird hier mit abgedruckt, und auf diese Weise ergibt
- sich ein richtiges Bild der Entwicklung, das die Bedeutung
- Hoffmanns für diesen Zweig unseres Wissens in vollem Lichte
- erkennen läßt.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$15 Antike Quellen zur Geschichte der Germanen$. Zusammengestellt,
-übersetzt und erläutert von ~Dr~. _Curt Woyte_. Erster Teil. Von den
-Anfängen bis zur Niederlage der Cimbern und Teutonen. 83 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Geographie und Völkerverteilung, Urwälder, Bernstein (Strabo,
- Plinius, Tacitus, Cäsar). Cimbern und Teutonen (Velleius
- Paterculus, Strabo, Appian, Orosius, Plutarch, Florus).
-
- Zweiter Teil s. Band 52.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$16 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_, Dritter Teil: Der
-Deutsch-Französische Krieg 1870/71. ~I.~ Abteil.: Bis zur Schlacht bei
-Sedan. 165 Seiten
-
- M. $1.20$
-
- Vgl. Bände 9, 10, 22, 51.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$17 Aus dem Leben vornehmer Ägypter.$ Von ihnen selbst erzählt.
-Herausgegeben von ~Dr~. _Günther Roeder_, Privatdozent an der
-Universität Breslau. 116 Seiten mit 16 Bildnissen nach Statuen, Reliefs
-und Malereien
-
- M. $1.--$
-
- In den Worten der im alten Ägypten üblich gewesenen langen
- Grabinschriften werden die Selbstbiographien ägyptischer
- Gaufürsten, königlicher Beamten, der Offiziere der großen Eroberer,
- von Priestern und Richtern gegeben: ein wundervoller Blick in eine
- aus Trümmern für unsere Augen wiedererstandene Zeit.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$18 Ritter Grünembergs Pilgerfahrt ins Heilige Land 1486.$
-Herausgegeben und übersetzt von _Johann Goldfriedrich_ und _Walter
-Fränzel_. 139 Seiten mit 24 Nachbildungen der Handzeichnungen
-Grünembergs
-
- M. $1.20$
-
- Der Ritter Konrad von Grünemberg aus Konstanz hat zu den vielen
- Tausenden gehört, die eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen
- haben. Sie fiel ins Jahr 1486 und ist für diese Fahrten, die als
- mittelalterliche Gesellschaftsreisen gelten können, typisch, sehr
- anschaulich erzählt und durch die beigegebenen eigenhändigen
- Zeichnungen Grünembergs noch anschaulicher gemacht.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$19 Hofleben in Byzanz.$ Zum ersten Male aus den Quellen übersetzt,
-eingeleitet und erläutert von ~Dr~. _Karl Dieterich_, Privatdozent
-an der Universität Leipzig. 100 Seiten mit einem Plan des alten
-Kaiserpalastes zu Byzanz
-
- M. $--.80$
-
- Diese Auswahl aus umfangreichen Schilderungen will ein möglichst
- allseitiges und buntes Bild geben von dem Leben am byzantinischen
- Kaiserhofe. Das festliche Leben wurde an die Spitze gestellt, nicht
- nur, weil ihm die meisten der geschilderten Szenen angehören,
- sondern auch, weil es den Inbegriff des byzantinischen Hoflebens
- mit seinem Etikettewesen am besten erfassen läßt.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$20 Otto von Guericke über die Luftpumpe und den Luftdruck.$ Aus dem
-dritten Buch der Magdeburgischen Versuche neu übersetzt und mit einer
-Einleitung versehen von ~Dr.~ _Willy Bein_. 96 Seiten mit 9 Abbildungen
-
- M. $--.70$
-
- Guericke hat seine große Erfindung in einem 1672 in lateinischer
- Sprache erschienenen umfangreichen Werke niedergelegt. Aus diesem
- ist hier das wichtigste Buch, das dritte, in seinen wesentlichen
- Teilen übersetzt und mit Erläuterungen versehen herausgegeben.
-
- 1 Kr. 8 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$21 Thomas Platter.$ Ein Lebensbild aus dem Jahrhundert der
-Reformation. Herausgeg. von _Horst Kohl_. 113 S.
-
- M. $--.90$
-
- Die Aufzeichnungen des Schweizers Thomas Platter geben durch den
- Reichtum ihrer Schilderungen aus dem Leben der Bauern und Bürger,
- der Bacchanten und Schulmeister, der Handwerker und Gelehrten ein
- überaus anschauliches Sittenbild aus der Reformationszeit.
-
- 1 Kr. 8 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$22 Die Begründung des Deutschen Reiches$ in Briefen und Berichten der
-führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. 114 Seiten
-
- M. $--.90$
-
- Denkschriften, Berichte und Briefe des Kaisers, des Kronprinzen,
- der Könige von Bayern und Sachsen, des Großherzogs von Baden,
- des Herzogs von Gotha, der Minister v. Bismarck, Bray, Jolly, v.
- Mittnacht, Stichling u. a.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$23 Die Grundzüge der gotischen Baukunst.$ Von ~Dr.~ _Johannes
-Schinnerer_. 96 S. mit 67 Abbildungen.
-
- M. $1.20$
-
- Klare, gemeinverständliche Darstellung des Wesens der Gotik auf
- Grund quellenmäßiger Abbildungen.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$24 Preußisches Soldatenleben in der Friderizianischen Zeit.$
-Herausgegeben u. eingeleitet von ~Dr. phil.~ _Raimund Steinert_. 117
-Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Inhalt: Gemälde der preußischen Armee vor und in dem Siebenjährigen
- Kriege von J. W. v. Archenholz; Abenteuer des armen Mannes
- im Toggenburg; Aus Friedrichs Freiherrn von der Trenck
- merkwürdiger Lebensgeschichte; Aus Karl Friedrich von Klödens
- Jugenderinnerungen; Aus Laukhards Leben und Schicksalen.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$25 Albrecht Dürers Briefe, Tagebücher und Reime.$ Herausgegeben von
-~Dr.~ _Hans Wolff_. 122 Seiten mit 12 Abbildungen nach Werken Dürers.
-
- M. $1.20$
-
- Abgesehen von den kunsttheoretischen Schriften eine vollständige
- Ausgabe des Dürerschen schriftlichen Nachlasses, der sowohl wegen
- der Person Dürers, als auch wegen der kulturgeschichtlichen
- Schilderungen von größtem Wert ist.
-
- 2 Kr. 16 hell.
- 2 Fr. 40 cts.
- 1 R. 08 kop.
-
-$26 Der Feldzug von 1812.$ Denkwürdigkeiten eines württembergischen
-Offiziers. Herausgegeben von _Horst Kohl_. 246 Seiten
-
- M. $1.80$
-
- Wohl die erschütterndste Schilderung des Schicksals der „Großen
- Armee“ Napoleons in Rußland auf Hin- und Rückmarsch, mit guten
- Übersichten des Kriegsverlaufes.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$27 Der belg. Aufruhr unter der Regierung Josephs ~II.~$ (1789-1790).
-Aus _Georg Forsters_ „_Ansichten vom Niederrhein_“. Herausgegeben und
-mit Einleitung und Anmerkungen versehen von ~Dr.~ _Georg Lorenz_. 76
-Seiten.
-
- M. $--.70$
-
- Der belgische Aufruhr bildet ein Vorspiel der französischen
- Revolution; nur ist es keine demokratische Auflehnung, sondern eine
- des Adels und der Geistlichkeit gegen die Reformen Josephs II.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$28 Der diluviale Mensch und seine Zeitgenossen aus dem Tierreiche.$
-Von ~Dr.~ _Karl Hermann Jacob_. 80 Seiten mit 3 Kartenskizzen u. 47
-Abbildungen.
-
- M. $--.90$
-
- Entwicklungsgeschichte der Erde, Urmensch, Tierwelt der
- Eiszeiten, die ältesten Menschenrassen, der Diluvialmensch -- in
- quellenmäßigen Abbildungen mit verbindendem und erläuterndem Text.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$29 Erinnerungen aus den Jahren 1813 und 1814.$ Von _Karl von Raumer_.
-Herausgegeben und eingeleitet von _Karl Linnebach_. 106 Seiten.
-
- M. $--.90$
-
- Raumer, seit 1811 Professor in Breslau, zog 1813 freiwillig als
- Offizier mit in den Freiheitskampf, machte den Feldzug mit, zum
- Teil im Blücherschen Hauptquartier, und schilderte seine Erlebnisse
- in seiner Selbstbiographie, aus der sie hier entnommen sind.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$30 Die Entdeckung der Krankheitserreger.$ Herausgegeben von Professor
-~Dr.~ _J. Grober_. 118 Seiten
-
- M. $--.90$
-
- Berichte über die Pest, von Thukydides an, und die Nachrichten
- über die allmähliche Entdeckung der Krankheitserreger (Bakterien)
- überhaupt, bis zu Robert Koch.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$31 Geographie des Erdkreises.$ Von _Pomponius Mela_. Aus dem
-Lateinischen übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Hans Philipp_,
-Assistent des Seminars für historische Geographie in Berlin. Zweiter
-Teil: Ozeanländer. 66 Seiten. Mit 2 Abbildungen
-
- M. $--.70$
-
- Teil ~I.~ Mittelmeerländer: Band 11.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$32 Aus der Entdeckungsgeschichte der lebendigen Substanz.$
-Herausgegeben von Dr. _Gottfried Brückner_. 64 Seiten mit 18
-Abbildungen und 3 Bildnissen.
-
- M. $--.60$
-
- Die Entwicklung der Zellenlehre in Darstellungen von R. Hooke,
- Bonaventura Corti, L. C. Treviranus, R. Brown, J. Schleiden,
- Th. Schwann, H. Mohl, C. Nägeli, M. Schultze, E. Brücke.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$33 Aus deutschen Rechtsbüchern$ (Sachsenspiegel, Schwabenspiegel,
-Kleines Kaiserrecht, Ruprecht von Freysing). Herausgegeben von ~Dr.~
-_Hans Fehr_, Professor an der Universität Halle. 88 Seiten mit 4
-Abbildungen.
-
- M. $--.70$
-
- _Aus dem Inhalt_: Weltliches und geistliches Recht, Lehnrecht,
- Königtum, Richter, Schöffen, Gottesurteile, Strafen, Schutz der
- Frauen und Kinder, Stellung der Juden, die Tiere im Recht.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 25 cts.
- 60 kop.
-
-$34 Der Kampf Heinrichs ~IV.~ und Gregors ~VII.~$ Herausgegeben von
-~Dr.~ _Fritz Schillmann_. 118 Seiten.
-
- M. $1.--$
-
- _Aus dem Inhalt_: Grundsätze Gregors. Ausbruch des Kampfes.
- Bannfluch gegen Heinrich. Die deutschen Fürsten. Canossa. Herzog
- Rudolf Gegenkönig. Die zweite Bannung Heinrichs usw.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 55 cts.
- 60 kop.
-
-$35 Lebenserinnerungen des Generals Dumouriez.$ Aus dem Französischen
-übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Karl Fritzsche_. 144 Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Die Denkwürdigkeiten betreffen die Zeit des Nationalkonvents
- vor dem Beginn der Schreckensherrschaft, den Zustand der
- Revolutionsheere, die Stimmung und Behandlung der eroberten
- Gebiete, die Finanzlage, die Verhältnisse im Ministerium, die
- Tätigkeit der Kommissare, die jakobinische Parteipolitik usw.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$36 Deutsche Lutherbriefe.$ Ausgewählt und erläutert von ~Lic. Dr.~
-_Hans Preuß_. 88 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Fünfzig der deutschen Briefe, aus denen Luthers Eigenart möglichst
- allseitig zu erkennen ist.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$37 Wie Deutsch-Ostafrika entstand.$ Von ~Dr.~ _Carl Peters_ 107 Seiten
-mit dem Bildnis des Verf. und 1 Karte
-
- M. $--.90$
-
- Der Schöpfer der deutsch-ostafrikanischen Kolonie erzählt auf
- sichersten Unterlagen, wie sich die Gründung der Kolonie von 1884
- bis 1890 vollzog.
-
- 1 Kr. 56 hell.
- 1 Fr. 75 cts.
- 78 kop.
-
-$38 Ein deutscher Bürger des sechzehnten Jahrhunderts.$
-Selbstschilderung des Stralsunder Bürgermeisters _Bartholomäus
-Sastrow_. Herausgegeb. v. _Horst Kohl_. 177 Seiten
-
- M. $1.30$
-
- Überaus anschauliche Schilderung von Ereignissen und
- Persönlichkeiten des Reformationszeitalters mit Reisebildern
- aus Italien, Deutschland und den Niederlanden von reichem
- kulturgeschichtlichen Gehalt.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$39 Im Kampf um das Weltsystem$ (Kopernikus und Galilei). Herausgegeben
-von Professor _Adolf Kistner_ in Wertheim a. M. 98 Seiten mit 3
-Abbildungen
-
- M. $--.80$
-
- Auswahl aus den Werken von Ptolemäus, Kopernikus und Kepler unter
- grundsätzlicher Ausschaltung von mathematischen Betrachtungen u.
- dergl.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$40 Die hugenottischen Märtyrer von Lyon und Johannes Calvin.$ Berichte
-und Briefe übersetzt von _Rudolf Schwarz_, Pfarrer in Basadingen. 96
-Seiten
-
- M. $--.80$
-
- Ein Ketzerprozeß 1552-1553, der weit über die Grenzen Frankreichs
- das größte Aufsehen erregt hat und als typisch für die Zeit der
- „Feuerkammer“ (des Pariser Parlaments) gelten kann.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$41 Der Kraftwagen, sein Wesen und Werden.$ Von ~Dr.~ _Albert
-Neuburger_. Mit 77 Abbildungen
-
- M. $--.80$
-
- Enthält die Typen des Kraftwagens, von dem Segelwagen Stevins
- (1548-1620) an bis zum heutigen Auto, mit erläuterndem Text.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$42 Lutherbildnisse.$ Historisch-kritisch gesichtet und erläutert von
-~Lic. th. Dr. ph.~ _Hans Preuß_. 60 S. Text m. 36 Bildn.
-
- M. $--.80$
-
- Wir haben bereits Sammlungen von Bildnissen Goethes, R. Wagners
- und Bismarcks. Das vorliegende Heft will diese Lücke für Luther
- schließen.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$43 Die erste Entdeckung Amerikas im Jahre 1000 n. Chr.$ Herausgegeben
-von ~Dr.~ _Gustav Neckel_, Professor an der Universität Heidelberg. 92
-Seiten mit 4 Abbildungen
-
- M. $--.80$
-
- 500 Jahre vor Columbus haben Europäer die Ostküste Nordamerikas
- betreten. Dies Büchlein gibt in getreuer Übersetzung die Quellen.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$44 Gottesurteile.$ Von ~Dr.~ jur. _Heinr. Glitsch_. Privatdozent in
-Leipzig. 63 Seiten mit 7 Abbildungen
-
- M. $--.60$
-
- Aus dem Inhalt: Feuerprobe, Wasserprobe, Probe des geweihten
- Bissens, Abendmahlsprobe, Bahrrecht, Rotwasserordal der Neger,
- Bitterwasserordal der Juden, Zweikampf zwischen Mann und Weib,
- Kreuzprobe.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$45 Die Entdeckung des Generationswechsels in der Tierwelt.$
-Herausgegeben, mit einer Einleitung sowie mit erläuternden Anmerkungen
-versehen, von Prof. ~Dr.~ _Friedr. Klengel_ in Leipzig. 116 S. mit 6
-Tafeln und 42 Textabbildungen.
-
- M. $1.--$
-
- Quellenstücke aus den Werken von Ad. v. Chamisso, J. F. Meyen,
- F. Eschricht, J. J. Steenstrup, M. Sars, Rud. Leuckart.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$46 Blüchers Zug von Auerstedt bis Ratkau u. Lübecks Schreckenstage
-(1806).$ Quellenberichte, zusammengestellt von _Horst Kohl_. 100 Seiten
-mit 3 Karten
-
- M. $--.80$
-
- Quellen, zum Teil vorher noch ungedruckte, über den berühmten
- Rückzug Blüchers, die Kämpfe in den Straßen Lübecks und das
- Benehmen der Franzosen als Sieger in deutschen Landen.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$47 Ein kriegerischer Kaufmannszug durch Mexiko.$ Aus den
-hinterlassenen Papieren des Vizekonsuls für Mexiko _H. Wilmanns_. 98
-Seiten mit 1 Karte
-
- M. $1.--$
-
- Ein Buch vom Wagemut eines deutschen Kaufmanns während der
- Revolution in Mexiko 1871.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$48 Ulrich von Richentals Chronik des Konzils zu Konstanz 1414-1418.$
-Herausgegeben von ~Dr.~ _Otto H. Brandt_. 144 Seiten mit 18 Bildern
-nach der Aulendorfer Handschrift
-
- M. $1.20$
-
- Ulrich v. Richental, ein hochgebildeter Bürger von Konstanz, hat
- aus eigener Anschauung das miterlebte Konstanzer Konzil geschildert
- und hat sein Buch von guten Künstlern mit vielen und genauen
- Zeichnungen versehen lassen.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$49 Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt.$ Die wichtigsten der
-auf die Entwicklung der Dampfmaschine bezüglichen Quellen, von _Max
-Geitel_, Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt. 133 Seiten
-mit 32 Abbildungen nach den alten Originalen
-
- M. $1.20$
-
- Eine quellenmäßige, durch sichere Abbildungen unterstützte
- Darstellung der Entwicklung der Dampfmaschine von den ältesten
- Zeiten bis Papin und Watt.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$50 Fehrbellin.$ Nach Berichten und Briefen der führenden Männer.
-Herausgegeben von _Melle Klinkenborg_. 84 S. mit 1 Karte
-
- M. $--.80$
-
- Erläutert die Politik des großen Kurfürsten gegenüber den Schweden,
- die Einnahme Rathenows und die Schlacht bei Fehrbellin an
- gleichzeitigen, zum Teil bisher ungedruckten Schriftstücken.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$51 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Dritter Teil. Der
-Deutsch-französische Krieg 1870/71. II. Abteilung. _Die Belagerung von
-Metz._ 124 Seiten mit 1 Karte.
-
- M. $1.--$
-
- Vgl. die Bemerkungen zu Band 9, 10 und 16.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$52 Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.$ Zusammengestellt,
-übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Curt Woyte_. Zweiter Teil: Von den
-Kämpfen Cäsars bis zur Schlacht im Teutoburger Walde. 120 Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Vgl. die Bemerkung zu Band 15.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$53 Die Frühlingszeit des deutschen Volksturnens.$ Nach den Quellen
-zusammengestellt von Dr. _Karl Cotta_. 110 Seiten mit 2 Abbildungen
-
- M. $1.--$
-
- Gründung, Entwicklung und Ausbreitung des Turnens durch Jahn und
- seine Mitarbeiter.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$54 Der Untergang des alten Preußen$ (Jena und Auerstedt).
-Quellenberichte, zusammengestellt von _Horst Kohl_. 142 Seiten mit 3
-Karten
-
- M. $1.20$
-
- Proklamationen, Operationsplan Scharnhorsts, Berichte und Briefe
- Napoleons, des preußischen Königs, Scharnhorsts, Blüchers,
- Gneisenaus usw.
-
-Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. u.
-deutsch-russ. Buchhandel übl. Sätze am Rande. England u. Kolonien 1
-Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen.
-
-
-_Demnächst werden erscheinen:_
-
- $Prokopios, Der Gotenkrieg.$ Herausgegeben von ~Dr.~ _Albrecht
- Keller_ in Wiesbaden.
-
- $Auswahl von Briefen der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans
- (Liselotte).$ Herausgegeb. von ~Dr.~ _Hermann Bräuning-Oktavio_ in
- Leipzig.
-
- $Aus den italienischen Unabhängigkeitskriegen 1848-1866.$ Berichte
- und Briefe der Führer und Teilnehmer. Herausgegeben von Geh.
- Archivrat ~D. Dr.~ _Walter Friedensburg_ in Stettin.
-
- $Lebenserinnerungen des ~Dr. med.~ C. H. A. Pagenstecher.$ 3
- Bändchen. 1. Student und Burschenschafter in Heidelberg. 2. Vom
- ersten deutschen Parlament in der Paulskirche zu Frankfurt. 3. Die
- Revolutionszeit 1849 in den Rheinlanden.
-
- $Felix Platter.$ Jugenderinnerungen eines deutschen Arztes im
- 16. Jahrhundert. Herausgegeben von _Horst Kohl_.
-
- $Die ersten Anfänge der Protistenkunde.$ Von ~Dr.~ _Kurt Nägler_,
- Wiss. Hilfsarbeiter im Kgl. Institut für Infektionskrankheiten in
- Berlin.
-
- $H. v. Treitschke, Der preußische Zollverein.$ Herausgegeben von
- _Horst Kohl_.
-
- $Erlasse und Briefe des Königs Friedrich Wilhelm ~I.~ von Preußen.$
- Herausgegeben von _Wilhelm Moritz Pantenius_ in Marburg.
-
- $Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.$ Von ~Dr.~ _Curt
- Woyte_. Dritter Teil: Von den Kämpfen des Germanikus bis zum
- Aufstand der Bataver. (Teil ~I~ s. Bd. 15, Teil ~II~ Bd. 52)
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-Leitgedanken
-
-In steigendem Maße macht sich auf allen Gebieten des Wissens das
-Bedürfnis geltend, $unmittelbar aus den Quellen$ zu schöpfen. Und zwar
-besteht dieses Bedürfnis nicht nur im $ernsten Fachstudium$, sondern
-auch im $Unterrichtsbetrieb von Schulen aller Art$ und für die vielen,
-die $Befriedigung ihres Wissenstriebes$ oder auch nur eine $gediegene
-Unterhaltung$ suchen.
-
-Nun ist es für die meisten gar nicht leicht, zu den $Quellen$ zu
-gelangen. Quellenwerke sind schwer zugänglich, umfangreich, teuer,
-zum Teil in fremder Sprache oder in veraltetem, der Erklärung
-bedürftigem Deutsch geschrieben. Zwar sind manche Quellen literarisch
-neu erschlossen worden, aber meist nur zu wissenschaftlichen Zwecken
-und zu Preisen, welche die allgemeine Verbreitung verhindern.
-$Wohlfeile$ Quellenbücher als $volkstümliches Gemeingut$ und doch $in
-wissenschaftlich-kritischer Bearbeitung$ gibt es noch kaum.
-
-$In diese Lücke treten Voigtländers „Quellenbücher“ ein.$
-
-Einige _Beispiele_ werden ihr Wesen am besten _erläutern_.
-
-Jeder weiß, daß von den Kreuzzügen an bis ins späte Mittelalter
-hinein unzählige Pilger ins Heilige Land fuhren. Die „Quellenbücher“
-aber bringen eine einzelne $Pilgerreise$, die des Ritters $Konrad
-Grünemberg$, von ihm selbst erzählt; die Übertragung in ein heute
-ohne weiteres verständliches Deutsch wahrt getreu den Ton, und die
-Beigabe von 24 der schönen und genauen Handzeichnungen Grünembergs
-erhöht den Wert. Welche Fülle der Kenntnisse, der Bilder, des Humors,
-der überraschendsten Vergleichspunkte mit unserer Gegenwart -- die
-Organisation jener Reisen in der Art unserer Gesellschaftsreisen (nur
-nicht so bequem und gefahrlos!), die Fremdenindustrie im Heiligen
-Lande und dergleichen. Wenn man so auch nur eine einzige solche Reise
-miterlebt, ist diese dennoch typisch für ihre Zeit.
-
-Jeder weiß von $Byzanz$ und spricht von $Byzantinismus$. Die
-„Quellenbücher“ lassen den Leser das $byzantinische Hofleben$ aus den
-dafür bezeichnenden $Quellen$ selbst kennen lernen.
-
-Jeder weiß, daß in den Jahren 1835 und 1839 die $Eisenbahnen
-Nürnberg-Fürth$ und $Leipzig-Dresden$ eröffnet worden sind. Aber
-unter welchen Zweifeln und Sorgen sie zustande kamen, und wie das
-große Kulturereignis von der Mitwelt aufgefaßt wurde, das erlebt man
-urkundgetreu in den „Quellenbüchern“.
-
-Jeder weiß, wie gewaltsam das $römische Juristenrecht$ das alte
-$deutsche Volksrecht$ verdrängt hat. Wie deutsches Recht vor seiner
-Überwältigung durch römisches aussah, das erfährt man in den
-„Quellenbüchern“ in dem Bändchen „$Deutsches Bauernrecht$“ u. a.
-
-Statt des Abgeleiteten also die $Quelle$, statt des Begriffes die
-$Anschauung$, statt einer Information von dritter Seite $eigenes$
-Gewinnen und so tieferer Gewinn; statt der auf breiter Oberfläche
-erscheinenden Kenntnisse und Begriffe ein Hinabsteigen an $wenigen,
-aber bezeichnenden$ Punkten in den Schacht der Quellen und in neu
-gewonnene Tiefen.
-
-Das alles einerseits auf der Grundlage $strenger kritischer Auswahl und
-Erläuterung,$ getroffen und geboten von $Fachmännern$ und vom $neuesten
-Standpunkte der betreffenden Forschung$ aus; das alles andererseits in
-einer Auswahl und in einer Form, die die Lektüre $für jeden zu einer
-angenehmen Unterhaltung macht.$
-
-Grundsätzlich sucht die Sammlung nur wirkliche $Quellen$ zu
-bringen: $Urkunden$, $Literatur-Denkmäler$ oder $Monumente$. Sache
-der Herausgeber aber war es und wird es sein, das Wichtige und
-Bezeichnende auszuwählen, es durch Einleitungen, Überleitungen,
-Anmerkungen usw. ins rechte Licht zu setzen und verständlich zu
-machen, denn das Lesen von Quellen setzt Vorarbeit voraus, die der
-Herausgeber dem Leser abzunehmen hat. -- Zuweilen muß aber auch die
-$quellenmäßige Darstellung$ an Stelle der Quellen treten, nämlich
-wenn diese so zerstreut oder trocken sind (z. B. Stadtrechnungen),
-daß sie im Original wenig genießbar sind. -- Bestehen die Quellen gar
-aus „Monumenten“, besitzen wir also nur bildliche Überlieferungen,
-Fundstücke oder Bauten, die mehr oder minder erhalten noch heute vor
-unseren Augen stehen, dann nehmen die „Quellenbücher“ das $Bild$ zur
-Grundlage und erläutern es durch den beigegebenen Text, auch wenn
-dieser der Form nach den eigentlichen Aufbau bildet.
-
-Inhaltlich erstreckt sich das Unternehmen auf alle nur möglichen
-Gebiete und Stoffe, auf welche die geschilderten Formen der Darbietung
-anwendbar sind, namentlich auch auf die Naturwissenschaften.
-
-Die Sammlung ist für $jedermann$ bestimmt. Es gibt für jeden, er mag
-noch so hochgebildet sein, Wissensgebiete, in denen er entweder keine
-oder nur allgemeine und abgeleitete Kenntnisse hat und daher für eine
-unmittelbare Aufschließung klar und rein fließender Quellen empfänglich
-ist. Auf diese Weise wird es möglich, die Bedürfnisse verschiedenster
-Bildung und Lebensstellung und verschiedenen Alters zu befriedigen,
-auch die der Schule. Es kann keinen großen Unterschied machen, ob der
-Leser eines solchen Quellenbüchleins ein junger einfacher Mensch oder
-ein gereifter, in anderen Fächern tief durchgebildeter ist. Aber auch
-dem $Fachmann$ werden so wohlfeile und dabei zuverlässige urkundliche
-Darbietungen aus dem eigenen Wissensgebiete gute Dienste tun.
-
-Daß die Bearbeitung der einzelnen Bändchen sicheren Händen anvertraut
-worden ist, wird eine Durchsicht des Titelverzeichnisses ergeben.
-
-
-Weitere gute Werke aus R. Voigtländer^s Verlag in Leipzig
-
-Erlebtes und Erschautes
-
-Eine Memoirensammlung.
-
-Im Anschluß an „Voigtländers Quellenbücher“ sei auf die verwandte, von
-der $Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege in Berlin$ herausgegebene
-Sammlung $„Erlebtes und Erschautes“$ hingewiesen: Werke berühmter
-Entdecker und Erforscher, Berichte aus vergangenen Kriegszeiten,
-Erinnerungen namhafter Persönlichkeiten. Die Ausgaben sind gekürzt,
-da die Herausgeber nur das wirklich Wichtige bieten wollen. Die
-Bearbeitungen, geschmackvoll durchgeführt, machen die Bücher auch für
-unsere Jugend brauchbar, die die Heldentaten vergangener Zeiten gern in
-Begeisterung nacherlebt.
-
-$1 Im Reiche der Azteken.$ Die Eroberung Mexikos durch _Ferdinand
-Cortez_. Nach den Berichten des Eroberers bearbeitet von
-_P. Schneider_. ~VII~, 206 Seiten. 11 Abbildungen.
-
-$2 Aus dem großen Krieg.$ Schilderungen und Berichte von _Augenzeugen_.
-Ausgewählt und bearbeitet von _Gerhard Krügel_. ~VIII~, 198 Seiten.
-
-$3 Durch das tropische Südamerika.$ Aus _Alexander von Humboldts_
-Berichten über seine Reise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen
-Kontinents. Bearbeitet von _Wilh. F. Burr_. ~IV~, 261 Seiten. Mit 10
-Abbildungen.
-
-$4 Aus deutscher Ritterzeit.$ _Götz von Berlichingen_. _Hans von
-Schweinichen_. Eigene Berichte ihres Lebens und ihrer Taten. _Die
-Herren von Zimmern_. Bearbeitet von _Franz Elzin_. ~III~, 211 Seiten.
-Mit 23 Abbildungen.
-
-$5 Auf unbekannten Meeren.$ _James Cooks_ Tagebuch seiner dritten
-Entdeckungsfahrt in die Südsee und das Nördliche Eismeer. Ausgewählt
-von _P. Schneider_. ~III~, 235 Seiten. Mit 13 Abbildungen.
-
-$6 Vor sechshundert Jahren im Reiche der Mitte.$ Marco Polos Berichte
-über seine Reise nach China und seinen Aufenthalt am Hofe des Großkhans
-der Mongolen. Bearbeitet von _Carl Meyer-Frommhold_. 192 Seiten. Mit 10
-Abbildungen.
-
-$7 Aus dem Leben eines Wandervogels.$ Johann Gottfried Seumes Leben und
-Wanderungen von ihm selbst erzählt. Ausgewählt von _Paul Schneider_.
-255 Seiten. Mit 20 Abbildungen.
-
-$8 Aus der französischen Revolution.$ Schilderungen und Berichte von
-Augenzeugen. Ausgewählt und bearbeitet von _Walther Friedrich_. 203
-Seiten. Mit 12 Abbildungen.
-
-$Jeder Band (Kl.-4^o) in Pappband und Umschlag von Künstlerhand kostet
-nur ... M. 1.80, in Leinen M. 2.25$
-
-
-Weitere gute Werke aus R. Voigtländer^s Verlag in Leipzig
-
-
-Natur-Urkunden
-
-Was ist eine Natur-Urkunde? Eine unmittelbare, durch keinerlei Zutat,
-Weglassung, „Verbesserung“ oder „Verschönerung“ getrübte oder gar
-gefälschte Abbildung eines Naturgegenstandes. Die Photographie ist
-dabei das zuverlässigste, ja eigentlich einzige Mittel.
-
-Der Begriff „Natur-Urkunde“ ist von C. G. Schillings geprägt und
-zum Gemeingut geworden, als Schillings seine berühmten Werke „Mit
-Blitzlicht und Büchse“ und „Im Zauber des Eleléscho“ erscheinen ließ.
-R. Voigtländers Verlag hat dann den Gedanken weiter durchgeführt,
-indem er mit vielen Mühen und großen Kosten eine in ihrer Art einzige
-Sammlung von vielen Tausend Photographien der europäischen Tierwelt
-zustande brachte und damit das große Naturgeschichtswerk ins Leben
-rief: die „Lebensbilder aus der Tierwelt“.
-
-
-Werke von C. G. Schillings
-
-$Mit Blitzlicht und Büchse.$ Beobachtungen und Erlebnisse in
-der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. 4.
-durchgesehene u. ergänzte Auflage (22.-25. Tausend). 1910. Gr.-8^o.
-558 Seiten. Mit 302 urkundtreu wiedergegebenen Original-Tag- und
-Nachtaufnahmen des Verfassers.
-
-$Der Zauber des Eleléscho.$ Neue Beobachtungen u. Erlebnisse in
-der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. (1.-8.
-Tausend.) 1906. Gr.-8^o. 496 Seiten. Mit 318 Abbildungen, meist
-photographischen Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers,
-urkundtreu in Autotypie wiedergegeben.
-
-Jedes Buch M. 12.50, in Ganzleinenband
-
- M. 14.--
-
-$Mit Blitzlicht und Büchse im Zauber des Eleléscho.$ Kleine Ausgabe der
-beiden großen Werke. 5. bis 7. Aufl. (21.-35. Tausend.) 1911. Gr.-8^o.
-384 Seiten. 64 Einschalttafeln mit 83 photographischen Original-Tag-
-und Nachtaufnahmen des Verfassers. M. 5.--, in Ganzleinwandband
-
- M. 6.50
-
-$Lebensbilder aus der Tierwelt.$ Naturgeschichte europ. Säugetiere und
-Vögel. Herausgegeben von _H. Meerwarth_ und _K. Soffel_. Das Werk ist
-1909-1912 erschienen, jetzt abgeschlossen und umfaßt: Erste Reihe:
-_Säugetiere_. 3 Bände. Zweite Reihe: _Vögel_. 3 Bände. Sechs Bände
-mit zusammen ca. 2800 photographischen Abbildungen lebender Tiere,
-meist in freier Natur. Jeder Band M. 12.--, in Ganzleinen M. 14.--, in
-Halbfranz M. 15.--. Alle sechs Bände M. 72.--, in Ganzleinen M. 84.--,
-in Halbfranz M. 90.--. Jeder Band ist einzeln käuflich; beim Kaufe des
-Ganzen überall erleichterte Zahlungsbedingungen.
-
-
-$Voigtländer^s Künstler-Steinzeichnungen$
-
-
-Was ist eine Künstlersteinzeichnung? Ein Bild, das in dem einzigen
-Vervielfältigungsverfahren hergestellt wird, dessen Ergebnis
-_Originalgemälden_ vollständig gleichkommt.
-
-Dies geht so zu: Der Künstler selbst zeichnet nach seinem Entwurfe, der
-für ihn gleichsam das Konzept bedeutet, Konturen und Farben auf die
-Steine, d. h. er legt für jeden Ton, den er dem Bilde geben will, eine
-Platte an und hat so die Möglichkeit, seinem Werke alle die Farbenwerte
-und Stimmungswerte zu verleihen, die er braucht. Er selbst leitet die
-ersten Probedrucke und überwacht den Druck; er bestimmt die Farben bis
-auf den kleinsten Unterton. Er allein, sonst niemand, hat Gewalt über
-sein Werk.
-
-So wird es möglich, daß jeder Abzug einer Druckauflage zu ganz
-niedrigem Preise verkauft werden kann und doch das _Urbild selbst_
-ist. Die Frage, ob das Nachbild dem Vorbilde gleichwertig sei oder
-nicht, fällt ganz weg: es gibt in der Künstler-Steinzeichnung kein
-Vorbild, sondern nur ein Urbild, und das ist der in Hunderten oder
-Tausenden von gleichen Abzügen gefertigte Druck. _Das Mittel, den
-Künstler selbst unmittelbar sprechen zu lassen, ist durch das Verfahren
-der eigenhändigen Steinzeichnung in dem Steindruck-Gemälde vollkommen
-gefunden._
-
-Die Künstler-Steinzeichnung ist von der größten Bedeutung für die
-künstlerische Volkskultur, für Verbreitung guten Geschmackes. Wer
-sich einmal hineingesehen hat in diese wichtige Art der graphischen
-Wandkunst, den hat sie gewonnen, er wird sich so leicht nicht wieder
-zu den früher gewohnten Süßlichkeiten und faden Plattheiten, zu einer
-gedankenarmen Reproduktions- und Scheinkunst zurückwenden.
-
-Von R. Voigtländers Künstlersteinzeichnungen sind über 200 Blatt
-erschienen, und zwar
-
- in Größe 100×70 ~cm~ M. $6.--$
- in Größe 55×42 ~cm~ M. $4.--$
- „ „ 75×55 „ „ $5.--$
- „ „ 41×30 „ „ $2.50$
-
-Außerdem umfaßt der Verlag noch
-
-$Farbdruckblätter$ in den Größen 34×22, 28×22, 22×22 zu M. 1.50, 1.25,
-1.--.
-
-$Walther Casparis Märchenbilder$ in den Größen 46×22, 34×22, 22×22 zu
-M. $1.75, 1.50, 1.25.$
-
-$Gertrud Casparis Kinderfriese.$ 8 Blatt in der Größe 115×41 ~cm~ zu
-M. $4.50.$ Die 6 Blatt: Hochzeitszug, Geburtstagskuchen, Entenliese,
-Gesegnete Mahlzeit, Gesangverein, Eindringling auch in der Größe 80×30
-~cm~ zu je M. $2.--$.
-
-$Adolph von Menzel$, _Vier Wandbilder_. Vergrößerungen nach
-Holzschnitten. In Größe 75×55 ~cm~ je M. $5.--$.
-
- Ein kleines Heftchen über die Bilder auf Verlangen vom Verlag
- unberechnet. Der vollständige Prachtkatalag mit farbigen
- Wiedergaben der sämtlichen Steindrucke kostet 40 Pf. u. ist gegen
- Einsendung dieses Betrages (auch in Marken aller Länder) von jeder
- Buchhandlung oder portofrei vom Verlag zu beziehen.
-
-
-
-
- +--------------------------------------------------------------+
- | Anmerkungen zur Transkription |
- | |
- | Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen |
- | gebräuchlich waren, wie: |
- | |
- | Aufenthaltes -- Aufenthalts |
- | Aufschlag-Wasser -- Aufschlagwasser |
- | Begriffes -- Begriffs |
- | Branca's -- Brancas |
- | Cylinder -- Zylinder |
- | Dampfmaschinen-Patente -- Dampfmaschinenpatente |
- | Deutsch-Französische Krieg -- Deutsch-französische Krieg |
- | doppelt wirkende -- doppeltwirkende |
- | Flurance -- Flurence |
- | Groß-Britannien -- Großbritannien |
- | Künstler-Steinzeichnung -- Künstlersteinzeichnung |
- | Miner's -- Miners |
- | Newcomen-Maschine -- Newcomenmaschine |
- | Püsterich -- Püstrich |
- | Savery-Maschine -- Saverymaschine |
- | Silvester -- Sylvester |
- | Verbrauches -- Verbrauchs |
- | Walzwerkes -- Walzwerks |
- | Å’uvres -- Oeuvres |
- | |
- | und weitere Inkonsistenzen in den angegebenen Zitaten. |
- | |
- | Interpunktion wurde ohne Erwähnung korrigiert. |
- | Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: |
- | |
- | S. (2) „Lebrecht“ in „Leberecht“ geändert. |
- | S. (2) „herausgegegeben“ in „herausgegeben“ geändert. |
- | S. 3 „Feuerunganlagen“ in „Feuerungsanlagen“ geändert. |
- | S. 5 „Anordung“ in „Anordnung“ geändert. |
- | S. 5 „Georg Edward Eye“ in „George Edward Eyre“ geändert. |
- | S. 7 „Pustrich“ in „Püstrich“ geändert. |
- | S. 8 „Desaguilliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 8 „Grennall“ in „Greenall“ geändert. |
- | S. 8 „Mainzioes“ in „Menzies“ geändert. |
- | S. 8 „Hately“ in „Hateley“ geändert. |
- | S. 19 “ eingefügt. |
- | S. 22 „l'Academie“ in „l'Académie“ geändert (Fußnote 12). |
- | S. 22 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 13). |
- | S. 23 „Akzedentien“ in „Akzidentien“ geändert. |
- | S. 25 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 18). |
- | S. 25 „Leipzig 179“ in „Leipzig 1879“ geändert (Fußnote 19). |
- | S. 28 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 19). |
- | S. 33 “ eingefügt. |
- | S. 33 „a“ in „à“ geändert (Fußnote 26). |
- | S. 33 „un“ in „une“ geändert (Fußnote 26). |
- | S. 33 „Rivaul“ in „Rivault“ geändert (Fußnote 26). |
- | S. 35 „Salamons“ in „Salomons“ geändert. |
- | S. 39 „Wasser-“ in „Wasser“ geändert. |
- | S. 40 „Georg Edward Eye“ in „George Edward Eyre“ geändert. |
- | S. 48 „amoenior“ in „amaenior“ geändert. |
- | S. 53 „Desagulliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 57 „perpetuelle“ in „perpétuelle“ geändert (Fußnote 42). |
- | S. 57 „Canon“ in „canon“ geändert (Fußnote 42). |
- | S. 61 „Maistre des Mechaniques“ in „Maitre des Mecaniques“ |
- | geändert (Fußnote 45). |
- | S. 74 „The Miners' Friend“ in „The Miner's Friend“ geändert |
- | (Fußnote 50). |
- | S. 83 „sein“ in „seyn“ geändert. |
- | S. 92 „Kolbenlederung“ in „Kolbenliderung“ geändert. |
- | S. 93, 95 „zuschließet“ in „zuschliesset“ geändert. |
- | S. 98 „Desaguilliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 99 „Billinley“ in „Billingsley“ geändert. |
- | S. 102 „noch“ in „nach“ geändert. |
- | S. 108 „Michael Mainzies“ in „Michael Menzies“ geändert. |
- | S. 111 „Hately“ in „Hateley“ geändert. |
- | S. 125 „hin und“ in „hin- und“ geändert. |
- | S. 129 Absatz vor „Die fünfte“ eingefügt. |
- | S. 131 „Blaslo de Garay“ in „Blasco de Garay“ geändert. |
- | S. 131 „Desagulliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 132 „Grennall“ in „Greenall“ geändert. |
- | S. 132 „Mainzies“ in „Menzies“ geändert und verschoben. |
- | S. 133 „della Porta“ im Index verschoben. |
- | S. (5) „Vellejus“ in „Velleius“ geändert. |
- | S. (13) „Kunstflege“ in „Kunstpflege“ geändert. |
- | |
- | S. 83/84 Das Zitat Leupolds ist nicht buchstabengetreu |
- | wiedergegeben, hier wurden nur Inkonsistenzen korrigiert. |
- | Die Namen „Ramseye“ und „Wildgosse“ sind überwiegend als |
- | „Ramsey“ und „Wildgoose“ in der Listeratur zu finden, wurden |
- | aber nicht geändert. |
- +--------------------------------------------------------------+
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis
-James Watt, by Max Geitel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE ***
-
-***** This file should be named 51567-0.txt or 51567-0.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/1/5/6/51567/
-
-Produced by Peter Becker and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions
-will be renamed.
-
-Creating the works from public domain print editions means that no
-one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
-(and you!) can copy and distribute it in the United States without
-permission and without paying copyright royalties. Special rules,
-set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
-copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
-protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
-Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
-charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
-do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
-rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
-such as creation of derivative works, reports, performances and
-research. They may be modified and printed and given away--you may do
-practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
-subject to the trademark license, especially commercial
-redistribution.
-
-
-
-*** START: FULL LICENSE ***
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
-Gutenberg-tm License (available with this file or online at
-http://gutenberg.org/license).
-
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
-electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
-all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
-If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
-Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
-terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
-entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
-collection are in the public domain in the United States. If an
-individual work is in the public domain in the United States and you are
-located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
-copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
-works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
-are removed. Of course, we hope that you will support the Project
-Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
-freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
-this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
-the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
-keeping this work in the same format with its attached full Project
-Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
-a constant state of change. If you are outside the United States, check
-the laws of your country in addition to the terms of this agreement
-before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
-creating derivative works based on this work or any other Project
-Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
-the copyright status of any work in any country outside the United
-States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
-access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
-whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
-phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
-Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
-copied or distributed:
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
-from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
-posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
-and distributed to anyone in the United States without paying any fees
-or charges. If you are redistributing or providing access to a work
-with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
-work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
-through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
-Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
-1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
-terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
-to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
-permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
-word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
-distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
-"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
-posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
-you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
-copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
-request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
-form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
-License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
-that
-
-- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
- owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
- has agreed to donate royalties under this paragraph to the
- Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
- must be paid within 60 days following each date on which you
- prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
- returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
- sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
- address specified in Section 4, "Information about donations to
- the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
-
-- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or
- destroy all copies of the works possessed in a physical medium
- and discontinue all use of and all access to other copies of
- Project Gutenberg-tm works.
-
-- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
- money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days
- of receipt of the work.
-
-- You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
-electronic work or group of works on different terms than are set
-forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
-both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
-Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
-Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
-collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
-works, and the medium on which they may be stored, may contain
-"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
-corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
-property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
-computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
-your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium with
-your written explanation. The person or entity that provided you with
-the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
-refund. If you received the work electronically, the person or entity
-providing it to you may choose to give you a second opportunity to
-receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
-is also defective, you may demand a refund in writing without further
-opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
-WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
-WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
-If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
-law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
-interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
-the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
-provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
-with this agreement, and any volunteers associated with the production,
-promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
-Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
-
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To
-SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
-particular state visit http://pglaf.org
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations.
-To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
-
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
-
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
-keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
-
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
-
- http://www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
diff --git a/old/51567-0.zip b/old/51567-0.zip
deleted file mode 100644
index 66b714f..0000000
--- a/old/51567-0.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h.zip b/old/51567-h.zip
deleted file mode 100644
index 727b75c..0000000
--- a/old/51567-h.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/51567-h.htm b/old/51567-h/51567-h.htm
deleted file mode 100644
index bfdb9ee..0000000
--- a/old/51567-h/51567-h.htm
+++ /dev/null
@@ -1,8306 +0,0 @@
-<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
- "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
-<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de">
- <head>
- <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" />
- <meta http-equiv="Content-Style-Type" content="text/css" />
- <title>
- The Project Gutenberg eBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt, by Max Geitel.
- </title>
- <link rel="coverpage" href="images/cover.jpg" />
- <style type="text/css">
-
-body {
- margin-left: 10%;
- margin-right: 10%;
-}
-
-h1,h2 {
- text-align: center; /* all headings centered */
- clear: both;
-}
-
-.pagebreak {
- page-break-before: always;
-}
-.nopagebreak {
- page-break-before: avoid;
-}
-
-p {
- margin-top: .51em;
- text-align: justify;
- margin-bottom: .49em;
- text-indent: 2em;
-}
-
-.p4 {margin-top: 4em;}
-.p6 {margin-top: 6em;}
-.b4 {margin-bottom: 4em;}
-.big12 {font-size: 120%;}
-.big14 {font-size: 140%;}
-.bookno {font-size: 200%;}
-.cite {margin-left: 2em; text-indent: 1em;}
-.indent8 {margin-left: 8em; text-indent: 0em;}
-.noindent {text-indent: 0em;}
-.inhalt {text-indent: -2em; margin-left: 2em;}
-.hanging {text-indent: -2em; margin-left: 2em;}
-.werbung {background-color:#FFFFF0}
-
-hr {
- width: 33%;
- margin-top: 2em;
- margin-bottom: 2em;
- margin-left: 33.5%;
- margin-right: 33.5%;
- clear: both;
-}
-
-hr.tb {width: 45%;margin-left: 27.5%;margin-right: 27.5%;}
-hr.chap {width: 15%;margin-left: 42.5%;margin-right: 42.5%;}
-
-ul.index { list-style-type: none; }
-li.ifrst { margin-top: 1em; }
-
-sup,sub {
- height: 0;
- line-height: 1;
- vertical-align: baseline;
- position: relative;
-}
-
-sup {
- bottom: 1ex;
-}
-
-sub {
- top: .5ex;
-}
-
-table {
- margin-left: auto;
- margin-right: auto;
-}
-
- .hrule { border-bottom: 1px solid black; padding: 0 0 0 0; }
- .tdbl { border-left: 1px solid black; }
-
- .tdr {text-align: right; padding-left: 1em; padding-right: 2em; border-left: 1px solid black;}
- .tdc {text-align: center;}
-
-.pagenum { /* uncomment the next line for invisible page numbers */
- /* visibility: hidden; */
- position: absolute;
- left: 92%;
- font-size: smaller;
- text-align: right;
- text-indent: 0em;
- letter-spacing: 0em;
-} /* page numbers */
-
-.pagenumh2 {
- font-size: 50%;
- font-weight: normal;
-}
-
-blockquote {
- margin-left: 1%;
- margin-right: 1%;
- font-size: smaller;
-}
-blockquote p {
- text-indent: 0em;
-}
-
-.sidenote {
- width: 16%;
- padding-bottom: .5em;
- padding-top: .5em;
- padding-left: .5em;
- padding-right: .5em;
- margin-left: 1em;
- float: right;
- clear: right;
- margin-top: 1em;
- font-size: smaller;
- color: black;
- background: #eeeeee;
- border: dashed 1px;
-}
-
-.center {text-align: center; text-indent: 0em;}
-.centerh {text-align: center; text-indent: 0em; margin-top: 1.5em;}
-
-.right {text-align: right;}
-
-.gesperrt
-{
- letter-spacing: 0.2em;
- margin-right: -0.2em;
-}
-
-em.gesperrt
-{
- font-style: normal;
-}
-
-.antiqua
-{
- font-style: normal;
- font-family: sans-serif;
- font-size: 90%;
-}
-
-.invisible {visibility: hidden;}
-
-
-.caption {font-size: 90%;}
-.caption br {display: block; margin: 2em; content: ""; font-size: 24%; }
-
-/* Images */
-.figcenter {
- margin: auto;
- margin-top: 1em;
- text-align: center;
-}
-
-/* Footnotes */
-
-.footnote {margin-left: 10%; margin-right: 10%; font-size: .9em;}
-
-.footnote .label {position: absolute; right: 84%; text-align: right;}
-
-.fnanchor {
- vertical-align: super;
- font-size: .6em;
- text-decoration:
- none;
-}
-
-/* Transcriber's notes */
-.transnote {background-color: #E6E6FA;
- color: black;
- font-size:smaller;
- padding:0.5em;
- margin-bottom:5em;
- font-family:sans-serif, serif; }
-
- </style>
- </head>
-<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis James
-Watt, by Max Geitel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt
-
-Author: Max Geitel
-
-Release Date: March 26, 2016 [EBook #51567]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="werbung">
-<p class="center big14">Voigtländers Quellenbücher</p>
-
-
-<p class="noindent">Eine Sammlung wohlfeiler, wissenschaftlich genauer Ausgaben
-literarischer und bildlicher Quellen für jedermann.
-Zur Vertiefung jedes Studiums, zur Befriedigung des persönlichen
-Wissenstriebes und zur gediegenen Unterhaltung.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 420px;">
-<img src="images/a001b.png" width="420" height="23" alt="" />
-</div>
-
-<p>Die Sammlung wendet sich an jeden, der an die wahren
-Quellen unseres Wissens herantreten will, sei es in ernstem
-Studium, sei es zur belebenden Vertiefung seiner Kenntnisse,
-sei es aus Freude an gediegener und doch spannender
-Leseunterhaltung.</p>
-
-<p>Die ausgewählten Quellen sind teils Neudrucke urkundlicher
-oder literarischer Quellenwerke, teils bildliche Urkunden
-mit begleitendem Text, teils quellenmäßige Darstellungen
-erster Hand. Sie bringen aus den verschiedensten Gebieten
-des Wissens für die Entwicklung das Wesentliche und
-Entscheidende.</p>
-
-<p>Alle Bände der Sammlung werden von Fachmännern
-nach dem Stand der jüngsten Forschungen ausgewählt und
-bearbeitet. Sie sollen sowohl den Sachkenner befriedigen,
-als auch von jedermann, ohne besondere Vorkenntnisse, mit
-Verständnis und Genuß aufgenommen werden können.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 80px;">
-<img src="images/a001c.png" width="80" height="80" alt="" />
-</div>
-
-<p>Der Preis des Bändchens, <b>fest kartoniert</b>, beträgt in der
-Regel weniger als 1 Mark. In <b>Ganzleinen gebunden</b>
-kostet der <b>Band</b> 20 Pfennig, 2 (3) Bände in einem Bande
-40 Pfennig mehr. Die ein Werk bildenden, <b>kartoniert
-getrennten</b> Bände werden in Ganzleinen <b>nur vereinigt
-gebunden</b> geliefert.</p>
-
-
-<p class="center big14 p4">Voigtländers Quellenbücher</p>
-
-<p class="center">Bis April 1913 erschienen:</p>
-
-<div class="sidenote">72 hell.<br />
-
-80 cts.<br />
-
-36 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">1</big> Die ersten deutschen Eisenbahnen Nürnberg&ndash;Fürth und
-Leipzig&ndash;Dresden.</b> Herausgegeben von <em class="gesperrt">Friedrich Schulze</em>.
-64 Seiten mit 19 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.60</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Friedrich Lists treibende Artikel und Aufrufe, Goethe und Friedrich Harkort über
-wirtschaftliche und militärische Bedeutung der Eisenbahnen, Gegner und Zweifler,
-Bauweise, Geldbeschaffung, Baugeschichte und Eröffnung. Wichtiges, zum Teil
-noch unveröffentlichtes Material, auch in den Abbildungen.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-110 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">2</big> Brandenburg-Preußen auf der Westküste von Afrika
-1681 bis 1721.</b> Verfaßt vom <em class="gesperrt">Großen Generalstabe</em>, Abteilung
-für Kriegsgeschichte. 98 S. mit 2 Kärtchen und einer Skizze.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Der Band ist der Wiederabdruck einer vom Großen Generalstab 1885 nach den
-Urkunden des Kgl. Geheimen Staatsarchivs in Berlin bearbeiteten Schrift. Sie enthält
-eingehend und anschaulich die Geschichte der Kolonie und Festung Groß-Friedrichsburg
-und des Kastells Arguin, der ersten deutschen Kolonien.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">3</big> Cornelius Celsus über die Grundfragen der Medizin.</b>
-Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr. med. et jur.</span> <em class="gesperrt">Th. Meyer-Steineg</em>,
-Professor an der Universität Jena. 82 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Im alten Rom gab es neben den zahlreichen Berufsärzten, den Heilsklaven, auch
-zahlreiche gebildete Laien, in deren enzyklopädischem Gesamtwissen die Medizin einen
-großen Raum einnahm. Zu diesen gehörte <em class="gesperrt">Cornelius Celsus</em>. Seine Schrift:
-&#8222;<span class="antiqua">De medicina</span>&#8220; gewährt einen deutlichen und lebendigen Einblick in den Stand der
-Medizin um die Mitte des ersten Jahrhunderts n.&nbsp;Chr. und bietet uns, namentlich
-in den beiden ersten hier dargebotenen Büchern, eine der klarsten Quellen des
-Wissens zu den <em class="gesperrt">Grundfragen der Heilkunde</em>.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">72 hell.<br />
-
-80 cts.<br />
-
-36 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">4</big> Ausgewählte Briefe des Feldmarschalls Leberecht
-von Blücher.</b> Herausgegeben von <em class="gesperrt">Friedrich Schulze</em>.
-80 Seiten mit Bildnis</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.60</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Das Bändchen bringt Briefe aus dem ganzen Leben des Marschalls, alle in ihrer
-urwüchsigen Schreibweise, als wertvolle Urkunden zur Charakteristik des großen
-Mannes und seiner Zeit. Die erste authentische Sammlung dieser Art.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">72 hell.<br />
-
-80 cts.<br />
-
-36 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">5</big> Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois
-Ende.</b> Von <em class="gesperrt">Theodor Leutwein</em>, Generalmajor und Gouverneur
-a.&nbsp;D. 69 Seiten mit einem Bildnis und zwei Karten.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.60</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Der Verfasser, damals Major, hat bekanntlich 1894 die Hottentotten unter dem alten
-Witboi in Südwestafrika in unendlich schwierigen Kämpfen bekriegt und zu einer
-Freundschaft gewonnen, die bis 1904 angehalten hat. Witboi ist der Heros des
-Hottentottenvolkes geworden. Das Werkchen ist ein von dem Verfasser bearbeiteter
-Auszug aus seinem großen Werke &#8222;Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika&#8220;.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">6</big> Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt
-Magdeburg am 10./20.&nbsp;Mai 1631.</b> Von <em class="gesperrt">Otto von
-Guericke</em>. Nach der Ausgabe von <em class="gesperrt">Friedrich Wilhelm Hoffmann</em>
-neu herausgegeben von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. 83 Seiten. Mit einer Ansicht
-der Belagerung nach einem alten Stiche und einem Plan.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Otto von Guericke, der bekannte Erfinder der Luftpumpe, war während der Belagerung
-1631 Ratmann und Bauherr, später Bürgermeister von Magdeburg.
-Seine Schilderung ist &#8222;der rechte, wahre Verlauf mit der Eroberung dieser guten
-Stadt Magdeburg, welchen sich niemand, da anders die Wahrheit soll berichtet
-werden, kann lassen zuwider sein&#8220;.</p></blockquote>
-
-
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">7</big> Die Straßenkämpfe in Berlin am 18. u. 19.&nbsp;März 1848.</b>
-Verfaßt von <em class="gesperrt">Hubert von Meyerinck</em>, Generalleutnant z.&nbsp;D. Neu
-herausgegeben von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. 91 Seiten mit 3 Plänen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Die klassische Schilderung der beiden denkwürdigen Tage. Zwei Fragen, die Gegenstand
-vielen und leidenschaftlichen Streites gewesen sind, werden endgültig entschieden:
-Wer die beiden Schüsse abgegeben hat, die das Signal zu dem Beginn
-des Kampfes waren, und wie der Befehl zum Abzug der Truppen zustandekam.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 56 hell.<br />
-
-1 fr. 75 cts.<br />
-
-78 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">8</big> Deutsche Hausmöbel</b> bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts.
-Herausg. von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Otto Pelka</em>, Direktorialassistent am
-Kunstgewerbe-Museum, Dozent an der Handels-Hochschule, Leipzig.
-112 Seiten mit 139 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.30</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>In 139 Abbildungen wird eine Übersicht über die Entwickelung des deutschen
-<em class="gesperrt">Haus</em>möbels gegeben: Gotik, Renaissance, Rokoko, Barock, Biedermeierzeit usw.
-Es ist eines der Bändchen, in denen die Bilder die Quelle sind, durch den Text des
-Herausgebers erläutert und verbunden.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">9</big> Deutschlands Einigungskriege 1864&ndash;1871</b> in Briefen
-und Berichten der führenden Männer. Herausgegeben von <em class="gesperrt">Horst
-Kohl</em>. Band 1: Der deutsch-dänische Krieg 1864. 82 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>So viel auch über die deutschen Einigungskriege geschrieben und gedruckt ist, fehlt
-es doch gänzlich an einer ganz kurzen und doch das wesentliche erschöpfenden <em class="gesperrt">urkundlichen</em>
-Geschichte. Welche Urkunden aber wären anschaulicher und lebendiger
-als die intimen Briefe und Berichte der führenden Männer, in diesem
-Bändchen von König Wilhelm, Bismarck, Moltke, König Johann von Sachsen usw.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 fr. 55 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">10</big> Deutschlands Einigungskriege 1864&ndash;1871</b> in Briefen
-und Berichten der führenden Männer. Herausgegeben von <em class="gesperrt">Horst
-Kohl</em>. Band 2: Der deutsche Krieg 1866. 144 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Wie im vorigen Band verbindet der Herausgeber durch ein knappe Einleitung die
-Urkunden zu einer Einheit. Die Briefe und Berichte sind von König Wilhelm, Bismarck
-(darunter das Kapitel &#8222;Nikolsburg&#8220; der Gedanken und Erinnerungen), Moltke
-(darunter der Aufsatz &#8222;Über den angeblichen Kriegsrat in den Kriegen König
-Wilhelms <span class="antiqua">I.</span>&#8220;), Roon, dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Karl.</p>
-
-<p>Dritter Teil siehe Nr. 16 und 51.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">11</big> Geographie des Erdkreises.</b> Von <em class="gesperrt">Pomponius Mela</em>.
-Aus dem Lateinischen übersetzt u. erläutert v. <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Hans Philipp</em>,
-Assistent des Seminars für historische Geographie in Berlin. Erster
-Teil: Mittelmeerländer. 91 Seit. mit 1 Karte und 2 Abbild.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>In Melas Geographie des Erdkreises (um 42 n.&nbsp;Chr.) lernen wir die gesamten
-Probleme der Erdkunde kennen, die damals bestanden (Nilfrage, Istergabelung,
-Wundervölker des Ostens, Zonentheorie usw.), wir erhalten auch eine Darstellung
-von einer antiken Karte.</p>
-
-<p>Zweiter Teil s. Band 31.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 08 hell.<br />
-
-1 fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">12</big> Robert Mayer über die Erhaltung der Kraft.</b> Vier
-Abhandlungen, neu herausgegeben und mit einer Einleitung
-sowie Erläuterungen versehen von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Albert Neuburger</em>.
-128 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Der Arzt Robert Mayer in Heilbronn (1814&ndash;78) hat durch die Entdeckung des Gesetzes
-von der Erhaltung der Kraft die verschiedensten Zweige menschlicher Tätigkeit
-auf neue Grundlagen gestellt. Physik u. Physiologie, Medizin u. Botanik, gewerbl. u.
-technische Tätigkeit werden gleichmäßig durch die aus diesem Gesetz gezogenen Folgerungen
-beeinflußt. Die Veröffentlichungen des Entdeckers sind aber in weiteren
-Kreisen überhaupt nicht bekannt geworden. Darum werden die vier grundlegenden
-Abhandlungen, wenn auch zum Teil gekürzt, hier ihrer Verborgenheit
-entzogen.</p></blockquote>
-
-
-<p class="center">&#9755; Fortsetzung am Schlusse des Buches. &#9754;</p>
-
-
-<blockquote>
-
-<p>Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. und deutsch-russ. Buchhandel
-üblichen Sätze am Rande. In England u. Kolonien 1 Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen.</p></blockquote>
-</div>
-
-
-<p class="pagebreak big14 center">Voigtländers Quellenbücher</p>
-
-<p class="center">Band 49</p>
-
-
-
-
-<h1 class="nopagebreak">Die
-Geschichte der Dampfmaschine
-bis James Watt</h1>
-
-<p class="center">Die wichtigsten auf die Entwicklung der Dampfmaschine
-bezüglichen Quellen, einschließlich der bis auf <em class="gesperrt">James
-Watt</em> erteilten englischen Dampfmaschinen-Patente,
-zusammengestellt und mit Erläuterungen versehen</p>
-
-<p class="center"><small>von</small></p>
-
-<p class="center big14">Max Geitel</p>
-
-<p class="center"><small>Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt</small></p>
-
-<p class="center p4 b4">Mit 32 Abbildungen
-nach den alten Originalen</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 80px;">
-<img src="images/a001c.png" width="80" height="80" alt="" />
-</div>
-
-<p class="center big12">R. Voigtländer<sup>s</sup> Verlag in Leipzig
-</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_2" id="Seite_2">[S. 2]</a></span></p>
-
-
-<p class="pagebreak center p6">
-<small>Buchdruckerei Richard Hahn (H. Otto) in Leipzig. 5169</small>
-</p>
-
-
-
-
-
-
-<h2><span class="pagenum pagenumh2"><a name="Seite_3" id="Seite_3">[S. 3]</a></span><a name="Vorwort" id="Vorwort">Vorwort</a></h2>
-
-
-<p class="noindent"><big>D</big>ie Zahl der auf die Geschichte der Dampfmaschine sich beziehenden
-Forschungsarbeiten ist außerordentlich groß,
-entsprechend der hohen Bedeutung des Gegenstandes. Sämtliche
-Kulturvölker weisen in ihrer Literatur mehr oder weniger
-vollkommene einschlägige Werke auf.</p>
-
-<p>So ist denn die Kenntnis der wesentlichen Abschnitte der
-Entwicklung der Dampfmaschine, die sich an die Namen
-<em class="gesperrt">Heron von Alexandrien</em>, <em class="gesperrt">Salomon de Caus</em>, <em class="gesperrt">Marquis
-of Worcester</em>, <em class="gesperrt">Savery</em>, <em class="gesperrt">Papin</em>, <em class="gesperrt">Newcomen</em>
-und <em class="gesperrt">Watt</em> anknüpfen, nicht nur Gemeingut der Fachleute,
-sondern auch der gebildeten Laien. Nun liegt aber zwischen
-jenen gottbegnadeten Bahnbrechern eine lange Reihe von
-Namen, deren Träger ebenfalls ein gutes Recht haben, unter
-denen genannt zu werden, denen es beschieden war, an dem
-Ausbau des gewaltigsten Kulturträgers, wenn auch nicht
-bahnbrechend, so doch fördernd, mitzuarbeiten.</p>
-
-<p>Der Anspruch, den &#8222;Erfinder der Dampfmaschine&#8220; zu den
-Ihrigen zählen zu dürfen, wird von verschiedenen Völkern,
-insbesondere von den Franzosen und Engländern, erhoben.
-Ein vergebliches Bemühen, wenn man sich vergegenwärtigt,
-wie viele Bausteine mühevoll zusammengefügt werden
-mußten, um die Grundlage zu schaffen, auf der James
-Watt zielbewußt weiterbauen konnte. Diese Grundlage
-ist das gemeinsame Ergebnis erfinderischer und wissenschaftlicher
-Tätigkeit vieler Geschlechter. Das Ein- und Auslaßventil,
-der im Zylinder auf und ab bewegliche Kolben, die
-Kurbel, das Sicherheitsventil, der Dampfkessel mit seinen
-Speise- und Feuerungsanlagen, sie und noch viele andere mehr
-oder weniger wichtige bauliche Einzelheiten mußten geschaffen
-werden, um die Dampfkraft sicher und vorteilhaft zu fesseln
-und auszunutzen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_4" id="Seite_4">[S. 4]</a></span>
-
-Nicht minder aber bedurfte es der wissenschaftlichen
-Vertiefung der Kenntnis des Wesens des Druckes der Gase
-und der besonderen Eigenschaften des Wasserdampfes. So
-sind denn mit der Entwicklung der Dampfmaschine auf das
-engste die Namen <em class="gesperrt">Galileo Galilei</em>, <em class="gesperrt">Torricelli</em>, <em class="gesperrt">Otto
-von Guericke</em>, <em class="gesperrt">van Helmont</em>, <em class="gesperrt">Kratzenstein</em>, <em class="gesperrt">Hamberger</em>
-usw. verknüpft. Aus dem Gesagten erklärt sich denn
-auch zwanglos die Tatsache, daß die ersten Versuche der Ausnutzung
-der Dampfkraft sich im Rahmen des tastenden Versuches
-vollzogen und erst allmählich, entsprechend dem Fortschreiten
-der induktiven Wissenschaften, festen Boden gewannen.</p>
-
-<p>Die Versuche, den einen oder den anderen Bahnbrecher
-als den &#8222;Erfinder der Dampfmaschine&#8220; hinzustellen, müssen
-auch schon um deswillen als verfehlt bezeichnet werden,
-weil eine allgemein befriedigende Umgrenzung des Begriffs
-&#8222;<em class="gesperrt">Maschine</em>&#8220; trotz des Bemühens hervorragendster Fachleute
-bis auf den heutigen Tag noch nicht gefunden ist. So
-versteht <em class="gesperrt">Pogge</em> in seinem im Jahre 1819 herausgegebenen
-technologischen Lexikon unter &#8222;Maschinen&#8220; alle diejenigen
-Vorrichtungen, wodurch wir vorteilhafte Bewegungen hervorzubringen
-imstande sind. Nach <em class="gesperrt">Reuleaux</em> ist eine Maschine
-eine Verbindung von widerstandsfähigen Körpern,
-die so eingerichtet ist, daß mittels ihrer mechanische Naturkräfte
-genötigt werden können, unter bestimmten Bewegungen
-zu wirken. <em class="gesperrt">Brockhaus'</em> Konversationslexikon versteht unter
-einer Maschine jede Vorrichtung, welche die Übertragung
-der Wirkung einer Kraft vermittelt.</p>
-
-<p>Die Dampfmaschine nimmt nun unter allen Erzeugnissen
-des schaffenden Menschengeistes insofern eine besondere
-Stellung ein, als sie sich von der einfachsten Vorrichtung
-zu der sinnreichsten Maschine herausgebildet hat.
-Mustern wir all die zahlreichen Vorschläge, die im Laufe der
-Jahrhunderte für die Ausnutzung der Dampfkraft in Vorschlag
-gebracht wurden, so werden wir eine große Anzahl
-von Einrichtungen gewahr werden, bei denen wir nicht zu
-entscheiden wissen, ob wir sie als Vorrichtungen oder als
-Maschinen ansprechen sollen. <em class="gesperrt">Demnach ist in den nachstehenden
-geschichtlichen Angaben alles dasjenige
-wiedergegeben, was für die Benutzung der Dampfkraft<span class="pagenum"><a name="Seite_5" id="Seite_5">[S. 5]</a></span>
-zur Erzielung von Arbeitsleistung vorgeschlagen
-wurde, einerlei, ob im Einzelfalle der
-Name &#8222;Maschine&#8220; anwendbar ist oder nicht.</em></p>
-
-<p>Der Zufall hat es gefügt, daß die um die Wende des
-16. und 17. Jahrhunderts einsetzenden Fortschritte des Dampfmaschinenbaues
-zusammenfallen mit dem Beginn des englischen
-Patentschutzes. Wenngleich wir sehen werden, daß
-eine Anzahl bahnbrechender Dampfmaschinenkonstrukteure
-auf den Patentschutz verzichtete und daß die auf Dampfmaschinen
-erteilten ältesten Patente keinen Einblick in das
-eigentliche Wesen der betreffenden Konstruktionen gewähren,
-so bieten die vom Jahre 1617 ab zur Verfügung stehenden,
-im Jahre 1857 bei George Edward Eyre und William Spottiswoode
-in London neugedruckten Urkunden dennoch eine
-reiche Quelle des Wissenswerten. Dies gilt insbesondere
-für die von uns zu behandelnden, unmittelbar vor James
-Watt liegenden Jahrzehnte.</p>
-
-<p>Nun befinden sich zwar unter den im Jahre 1871 veröffentlichten
-<em class="gesperrt">Auszügen aus den englischen auf
-Dampfmaschinen bezüglichen Patenten</em> auch diejenigen
-aus den ersten Jahren des Patentschutzes<a name="FNAnker_1_1" id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a>. <em class="gesperrt">Leider
-sind diese von verschiedenen Geschichtsforschern
-anstandslos benutzten Auszüge aber unvollkommen.</em>
-Infolgedessen habe ich mich bereits im Jahre 1897 der Mühe
-unterzogen, <em class="gesperrt">sämtliche</em> bis auf James Watt erteilten englischen
-Patenturkunden daraufhin zu prüfen, ob und inwieweit
-sie sich auf die Dampfmaschine beziehen. Das Ergebnis
-dieser Forschungen habe ich seinerzeit in &#8222;Glasers Annalen
-für Gewerbe und Bauwesen&#8220; veröffentlicht und in nachstehendem
-verwertet.</p>
-
-<p>Wenngleich die Frage: &#8222;Wer ist der Erfinder der Dampfmaschine?&#8220;
-aus den von uns dargelegten Gründen füglich nicht
-zu beantworten ist, so ist doch in der Geschichte der Dampfmaschine
-eine bestimmte Wendung festzustellen, die sich im
-Sinne einer vernunftgemäßen und zielbewußten Ausnutzung
-der Dampfkraft an die Namen Papin und Savery knüpft.
-Nachstehend tritt diese in der Anordnung und Teilung unserer geschichtlichen<span class="pagenum"><a name="Seite_6" id="Seite_6">[S. 6]</a></span>
-Angaben in der Weise in die Erscheinung, daß
-wir diese in zwei große Abschnitte zerlegten, deren erster die
-ältesten Zeiten bis auf Papin, deren zweiter die Zeit von
-Papin bis James Watt umfaßt.</p>
-
-<p>Unter allen Förderern der Maschine überwiegt in seinen
-Erfolgen James Watt. Die Darlegung dessen, was dieser
-geleistet hat, würde Bände füllen und hat tatsächlich Bände
-gefüllt. In den nachstehenden Angaben ist nur derjenigen
-Erfindungen Watts gedacht, die dessen Ruhm in erster Linie
-begründet haben: die Verbesserung der atmosphärischen Maschine,
-das Planeten- oder Sonnenrad, die Benutzung der
-Expansion des Dampfes, die doppeltwirkende Dampfmaschine,
-das Wattsche Parallelogramm. Dieses sind die großen Bausteine,
-die James Watt in das stolze Gebäude, das zahlreiche
-gottbegnadete Geister aufzuführen begonnen hatten, als
-Schlußsteine einfügte. Von dem 25.&nbsp;April 1769, dem Tage
-der Erteilung des ersten Wattschen Patents, schreibt sich die
-Dampfmaschine in dem Sinne her, wie das 19.&nbsp;Jahrhundert
-sie übernahm und zum machtvollsten Träger des Fortschritts
-machte.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Berlin-Wilmersdorf</em>, April 1913.</p>
-
-<p class="right">
-<b>Max Geitel.</b><br />
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-
-
-
-
-
-<h2><span class="pagenum pagenumh2"><a name="Seite_7" id="Seite_7">[S. 7]</a></span><a name="Inhalt" id="Inhalt">Inhalt</a></h2>
-
-
-<p class="inhalt">
-<b>Vorwort.</b> S. <a href="#Seite_3">3</a>.</p>
-
-<p class="inhalt">
-<b>Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.</b> S. <a href="#Seite_9">9</a>-<a href="#Seite_58">58</a>.<br />
-
-Die Auffassung des <em class="gesperrt">Aristoteles</em> vom Wesen der Spannkraft
-des Wasserdampfes. &mdash; Die Dampfkanone des <em class="gesperrt">Archimedes</em> nach
-Leonardo da Vinci. &mdash; Der Erzspanner des <em class="gesperrt">Ktesibios</em>. &mdash;
-<em class="gesperrt">Herons von Alexandrien</em> &#8222;Druckwerke&#8220; und &#8222;Automatentheater&#8220;.
-&mdash; <em class="gesperrt">Vitruvius Pollio.</em> &mdash; Der &#8222;<em class="gesperrt">Püsterich</em>&#8220; der
-Teutonen. &mdash; <em class="gesperrt">Anthemius.</em> &mdash; Die Dampforgel des Bischofs
-<em class="gesperrt">Gerbert von Rheims</em>. &mdash; Der &#8222;<em class="gesperrt">Püstrich</em>&#8220; oder &#8222;<em class="gesperrt">Bustard</em>&#8220;.
-&mdash; <em class="gesperrt">Leonardo da Vinci.</em> &mdash; Die Äolipile als Kriegswerkzeug.
-&mdash; Das &#8222;Dampfschiff&#8220; <em class="gesperrt">Blasco de Garays</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Cardanus.</em> &mdash;
-<em class="gesperrt">Johannes Mathesius.</em> &mdash; <em class="gesperrt">Philibert Delorme.</em> &mdash;
-<em class="gesperrt">Bresson.</em> &mdash; <em class="gesperrt">Bartholemeo Scappi.</em> &mdash; Der &#8222;<em class="gesperrt">Jack of
-Hilton</em>.&#8220; &mdash; <em class="gesperrt">Battista della Portas</em> Dampfmessungen. &mdash;
-<em class="gesperrt">Bourgeois'</em> &#8222;<em class="gesperrt">Feuergewehr</em>&#8220;. &mdash; <em class="gesperrt">Salomons de Caus</em> Versuche
-über die Kondensation des Wasserdampfes und das Heben
-von Wasser mit Hilfe des Feuers und der Sonnenwärme. &mdash;
-Der Beginn des Patentschutzes in England. &mdash; Patent Nr.&nbsp;6,
-<em class="gesperrt">Ramseye-Wildgosse</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;21, <em class="gesperrt">Ramseye-Jacke</em>. &mdash;
-<em class="gesperrt">Giovanni Brancas Dampfrad.</em> &mdash; Das erste Dampfmaschinenpatent
-Nr.&nbsp;50, <em class="gesperrt">Ramseye</em>. &mdash; Das zweite Dampfmaschinenpatent
-Nr.&nbsp;71, <em class="gesperrt">Rotsipen</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Galilei</em>, <em class="gesperrt">Torricelli</em>,
-<em class="gesperrt">Pascal</em>, <em class="gesperrt">Otto von Guericke</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Athanasius Kircher.</em>
-&mdash; Bischof <em class="gesperrt">Wilkins</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;131, <em class="gesperrt">Edward Somerset,
-Marquis of Worcester</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;135, <em class="gesperrt">Ralph Waine</em>.
-&mdash; Patent Nr.&nbsp;139, <em class="gesperrt">Togood</em>. &mdash; &#8222;Ein Hundert voll Namen
-und Beispiele von Erfindungen&#8220; des <em class="gesperrt">Marquis of Worcester</em>.
-&mdash; <em class="gesperrt">Boyle</em>, <em class="gesperrt">Huygens</em>. &mdash; Die Luftpumpe <em class="gesperrt">Papins</em>. &mdash; Patent
-Nr.&nbsp;175, Sir <em class="gesperrt">Samuel Morland</em>. &mdash; Die Pulvermaschine des
-Abbé <em class="gesperrt">Hautefeuille</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;208, <em class="gesperrt">Burton</em>, <em class="gesperrt">Plott</em>,
-<em class="gesperrt">Deighton</em>.</p>
-
-<p class="inhalt">
-<b>Von Dionysius Papin bis James Watt.</b> S. <a href="#Seite_59">59</a>-<a href="#Seite_130">130</a>.<br />
-
-Der <em class="gesperrt">Papinsche Topf</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Huygens</em> Pulvermaschine. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;212, <em class="gesperrt">Pawley</em> und <em class="gesperrt">Dallow</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;215,
-<em class="gesperrt">Becher</em>, <em class="gesperrt">Serle</em>, <em class="gesperrt">Vincent</em>, <em class="gesperrt">J.</em> und <em class="gesperrt">S.&nbsp;Weale.</em> &mdash; <em class="gesperrt">Hautefeuilles</em>
-Alkohol-Dampfmaschine. &mdash; Patent Nr.&nbsp;218, <em class="gesperrt">Tredenham</em>,
-<em class="gesperrt">Vivian</em>, <em class="gesperrt">Threwren</em>, <em class="gesperrt">Harris</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;219,
-<em class="gesperrt">Aldersey</em>. &mdash; Sir <em class="gesperrt">Samuel Morland</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Papins erste
-<span class="pagenum"><a name="Seite_8" id="Seite_8">[S. 8]</a></span>Dampfmaschine.</em> &mdash; Patent Nr.&nbsp;287, <em class="gesperrt">Gladwyn</em>. &mdash; Patent
-Nr.&nbsp;312, <em class="gesperrt">Marmaduke Hudgeson</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;321, <em class="gesperrt">Bushnell</em>.
-&mdash; Patent Nr.&nbsp;324, <em class="gesperrt">Losvelt</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;327, <em class="gesperrt">Poyntz</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;338, <em class="gesperrt">Barbon</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;348, <em class="gesperrt">Jones</em>. &mdash; Patent
-Nr.&nbsp;349, <em class="gesperrt">Buttall</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;355, <em class="gesperrt">Yarnald</em>. &mdash; Patent
-Nr.&nbsp;356, <em class="gesperrt">Savery</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Grimaldis</em> und <em class="gesperrt">Perieras</em> Antrieb
-eines Wagens und eines Schiffes durch Dampf. &mdash; <em class="gesperrt">Amontons</em>
-Feuerrad. &mdash; <em class="gesperrt">Leupolds</em> Feuerrad. &mdash; <em class="gesperrt">Papins</em> Dampfpumpe.
-&mdash; <em class="gesperrt">Saverys</em> Dampfmaschine. &mdash; Papins zweite Dampfmaschine.
-&mdash; Die Verbesserungsvorschläge <em class="gesperrt">Leibnizens</em>. &mdash; Saverys
-&#8222;<span class="antiqua">The Miners Friend</span>&#8220;. &mdash; Newcomens und Cawleys Dampfmaschine.
-&mdash; Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine. &mdash; Patent
-Nr.&nbsp;342, <em class="gesperrt">Mandell</em> und <em class="gesperrt">Grey</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;397, <em class="gesperrt">J.&nbsp;Coster</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;410, <em class="gesperrt">Holland</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;414, <em class="gesperrt">Shuttleworth</em>.
-&mdash; Patent Nr.&nbsp;437, <em class="gesperrt">Oriebar</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;430, <em class="gesperrt">Desaguliers</em>,
-<em class="gesperrt">Niblett und Vreem</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;449, <em class="gesperrt">Triewald</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;463, <em class="gesperrt">Dickins</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;469, <em class="gesperrt">Flower</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;472, <em class="gesperrt">Bumpstead</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;476, <em class="gesperrt">Nuttall</em>
-und <em class="gesperrt">Skyrin</em>. &mdash; &#8222;Die Vereinigung der Besitzer der Erfindung,
-Wasser durch Feuer zu heben.&#8220; &mdash; Patent Nr.&nbsp;486, <em class="gesperrt">Rowe</em>.
-&mdash; Patent Nr.&nbsp;496, <em class="gesperrt">Billingsley</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;505,
-<em class="gesperrt">Payne</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;507, <em class="gesperrt">Bewley</em> und <em class="gesperrt">Holtham</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;513, <em class="gesperrt">Allen</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;555, <em class="gesperrt">Payne</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;556, <em class="gesperrt">Jonathan Hull</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;571,
-<em class="gesperrt">Wise</em>. &mdash; <em class="gesperrt">Parrots</em> Vernietung der Dampfkesselnähte. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;634, <em class="gesperrt">Stevens</em> und <em class="gesperrt">Hadley</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;703,
-<em class="gesperrt">John</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;709, <em class="gesperrt">Wright</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;713, <em class="gesperrt">Wilkinson</em>.
-Patent Nr.&nbsp;730, <em class="gesperrt">Brindley</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;739, <em class="gesperrt">Wood</em>. &mdash; Patent
-Nr.&nbsp;761, <em class="gesperrt">Greenall</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;762, <em class="gesperrt">Menzies</em>.
-&mdash; <em class="gesperrt">Hindleys</em> Ersatz des Balanciers. &mdash; Patent Nr.&nbsp;795, <em class="gesperrt">Oxley</em>.
-&mdash; Patent Nr.&nbsp;844, <em class="gesperrt">Fall</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;848, <em class="gesperrt">Blakey</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;850, <em class="gesperrt">Stewart</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;865, <em class="gesperrt">Barber</em>. &mdash;
-Patent Nr.&nbsp;875, <em class="gesperrt">Duncombe</em> und <em class="gesperrt">Polile</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;895,
-<em class="gesperrt">Hateley</em>. &mdash; Patent Nr.&nbsp;897, <em class="gesperrt">Wise</em>. &mdash; Dampfwagen von <em class="gesperrt">Edgeworth</em>
-und <em class="gesperrt">Cugnot</em>. &mdash; Die Erforschung des Wesens des Wasserdampfes
-durch <em class="gesperrt">van Helmont</em>, <em class="gesperrt">Halley</em>, <em class="gesperrt">Wolf</em>, <em class="gesperrt">Kratzenstein</em>,
-<em class="gesperrt">Hamberger</em>, <em class="gesperrt">le Roy</em>, <em class="gesperrt">Ericson</em>, <em class="gesperrt">Black</em>, <em class="gesperrt">James
-Watt</em>. &mdash; Watts Verbesserungen der Newcomen-Maschine. &mdash;
-James Watts Patent Nr.&nbsp;913. &mdash; Das Planetenrad. &mdash; Watts
-doppelt wirkende Maschine. &mdash; Das Wattsche Parallelogramm.
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-
-
-
-
-<h2><span class="pagenum pagenumh2"><a name="Seite_9" id="Seite_9">[S. 9]</a></span>Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.</h2>
-
-
-<p class="noindent"><big>D</big>en ersten Anfängen der Kenntnis der Spannkraft des
-Wasserdampfes begegnen wir bei <em class="gesperrt">Aristoteles</em>, geb. 384,
-gest. 322 v.&nbsp;Chr. Er suchte die Erdbeben durch die plötzliche
-Umwandlung des Wassers in Dampf im Erdinnern zu erklären,
-eine Auffassung, die später durch <em class="gesperrt">Seneca</em> (geb. 4 v.&nbsp;Chr.,
-gest. 65 n.&nbsp;Chr.) eine weitere Ausbildung erfuhr. Aristoteles
-nahm vier Elemente an: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Daß
-nur diese vier Elemente möglich seien, bewies er auf folgende
-Weise<a name="FNAnker_2_2" id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;Es gibt vier Grundempfindungen: warm, kalt, feucht
-und trocken. Diese Empfindungen werden paarweise vereint
-wahrgenommen. Mathematisch betrachtet können sich sechs
-solcher Vereinigungen bilden. Doch sind zwei als sich widersprechend
-unmöglich, nämlich die Vereinigung warm und
-kalt und die Vereinigung von feucht und trocken. Es bleiben
-folglich vier Gegensätze bestehen, und dementsprechend sind
-nur vier Elemente möglich. Dem Gegensatz kalt und trocken
-entspricht die Erde, dem Gegensatz kalt und feucht das Wasser,
-warm und feucht die Luft, warm und trocken das Feuer.
-Durch die Mischung dieser vier Elemente entstehen sämtliche
-irdische Stoffe.&#8220;</p>
-
-<p>Diese Auffassung hat sich viele Jahrhunderte hindurch
-aufrechterhalten, und zwar insbesondere auch bei den Bahnbrechern
-der Dampfmaschine, so z.&nbsp;B., wie wir später sehen
-werden, bei Salomon de Caus.</p>
-
-<p>Von einer praktischen Verwendung der Spannkraft der
-Gase durch Aristoteles verlautet nichts. Dieser begegnen wir
-erst bei <em class="gesperrt">Archimedes</em>, geb. 287, gest. 212 v.&nbsp;Chr., in Gestalt
-des &#8222;Architonitro&#8220;, einer Dampfkanone. Dieselbe ist in den<span class="pagenum"><a name="Seite_10" id="Seite_10">[S. 10]</a></span>
-Schriften des Archimedes nicht enthalten. Ihre nachstehend
-wiedergegebene Beschreibung stammt vielmehr von <em class="gesperrt">Leonardo
-da Vinci</em> (geb. 1452, gest. 1519) und lautet<a name="FNAnker_3_3" id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;Erfindung des Archimedes. Architonitro ist eine Maschine
-von dünnem Kupfer und wirft Kugeln von Eisen mit
-großem Geräusch und großer Gewalt. Man gebraucht sie in
-folgender Weise: Der dritte Teil des Instruments befindet
-sich oberhalb einer großen Menge Kohlenfeuer, und wenn
-er durch dieses gut erhitzt ist, schraube die Schraube nieder,
-die sich über dem Wassergefäß (<span class="antiqua">a c</span>), Abb.&nbsp;<a href="#Abb_1">1</a>, befindet. Wenn
-man die Schraube darüber niederschraubt, öffnet es sich nach
-unten, und nachdem das Wasser herabgeflossen ist, fließt
-es in den erhitzten Teil des Instruments und verwandelt
-sich plötzlich in eine Menge Dampf (Fumo), so daß es ein
-Wunder zu sein scheint, und namentlich die Wut zu sehen
-und den Lärm zu hören. Dies warf eine Kugel, die ein
-Talent wog, sechs Stadien weit.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_1" id="Abb_1"></a>
-<img src="images/abb1.png" width="450" height="180" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 1.<br />
-
-Der Architonitro (Dampfkanone) des Archimedes.
-Nach Leonardo da Vinci.</div>
-</div>
-
-<p>Die Erfindung der Ausnutzung der in der gepreßten Luft
-enthaltenen Kräfte wurde dem <em class="gesperrt">Ktesibios</em> (um 150 n.&nbsp;Chr.)
-zugeschrieben. Ihm sollen auch die Windbüchse und die in
-Abb.&nbsp;<a href="#Abb_2">2</a> dargestellte Vorrichtung zum Schleudern von Steingeschossen,
-der Erzspanner, ihre Entstehung verdanken<a name="FNAnker_4_4" id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a>.<span class="pagenum"><a name="Seite_11" id="Seite_11">[S. 11]</a></span>
-Letzterer hatte nach Philon von Byzanz, einem Schüler des
-Ktesibios, folgende Einrichtung: In den Zylindern <em class="gesperrt"><span class="antiqua">abcd</span></em>
-können sich die Kolben <em class="gesperrt"><span class="antiqua">fghi</span></em> luftdicht auf- und abwärts
-bewegen. Werden sie in die Zylinder hineinbewegt, so pressen
-sie die in diesen eingeschlossene Luft zusammen. An den
-Kolben sind mittels der Verbindungsstücke <em class="gesperrt"><span class="antiqua">km</span></em> Arme angelenkt,
-die um die Achsen <span class="antiqua">n</span> drehbar und an ihrem oberen
-Ende durch die Sehne verbunden sind, die zum Fortschleudern
-der Geschosse dient. Wurde diese Sehne angezogen, so schoben
-sich die Kolben in die Zylinder hinein. Wurde alsdann die
-Sehne losgelassen, so schnellten die Kolben unter dem Einfluß
-der gepreßten Luft nach oben und trieben die Sehne
-mit großer Gewalt gegen das Geschoß, so daß dieses in weitem
-Bogen dahinflog.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_2" id="Abb_2"></a>
-<img src="images/abb2.png" width="450" height="156" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 2.<br />
-
-Der Erzspanner des Ktesibios.</div>
-</div>
-
-<p>Um die Kolben in den Zylindern gehörig abzudichten,
-benutzte Ktesibios Tischlerleim, der etwas verflüssigt war.
-Um die Dichtigkeit zu prüfen, benetzte er die Zylinder mit
-derartigem Leim und trieb mittels Keil und Hammer die
-Kolben mit größter Gewalt in die Zylinder hinein. Man
-konnte hierbei beobachten, daß der Kolben nur wenig nachgab,
-wenn aber einmal die eingeschlossene Luft sich verdichtet
-hatte, auch beim stärksten auf den Keil ausgeübten Schlag
-nicht weiter hineinging. Wenn man Gewalt anwandte,
-so wurde nicht nur der Keil hinausgetrieben, sondern auch
-der Kolben sprang mit großer Gewalt aus dem Gefäße
-heraus; oft fuhr auch Feuer heraus, das durch die Schnelligkeit
-der Bewegung und durch die Reibung erzeugt wurde.<span class="pagenum"><a name="Seite_12" id="Seite_12">[S. 12]</a></span>
-Ktesibios hat hier also bereits dasjenige Phänomen beobachtet,
-das sich bei den sogenannten Luftdruckfeuerzeugen zeigt.</p>
-
-<p>Ktesibios hat auch schon ein Druckwerk verfertigt, das
-aus zwei metallenen Stiefeln bestand, die am Boden mit
-Ventilen ausgestattet waren. Saugpumpen und Handspritzen
-waren zu Philons Zeiten bereits bekannt und standen
-schon zu Aristoteles' Zeiten in Gebrauch.</p>
-
-<p>Neben den Schriften Philons von Byzanz sind diejenigen
-<em class="gesperrt">Herons von Alexandrien</em> von besonderer Bedeutung,
-wenn es sich darum handelt, das Maß derjenigen Kenntnisse
-festzustellen, über die das Altertum bezüglich des Wesens
-der Gase und Dämpfe verfügte.</p>
-
-<p>Philon und Heron waren Schüler des Ktesibios. Letzterer
-gilt infolge seiner umfangreichen auf uns gekommenen
-Schriften als Erfinder zahlreicher praktischer Anwendungen
-des Druckes von Gasen, so z.&nbsp;B. als Erfinder des Heronsballs.
-Dieser findet sich aber bereits in den Schriften des
-Philon, müßte also füglich nicht Herons-, sondern Philonsball
-heißen, falls nicht der Ruhm der Erfindung einem unbekannten
-Vorgänger zuzuschreiben ist.</p>
-
-<p>Daß Heron zahlreiche Vorgänger auf dem Gebiete der
-Erforschung der Eigenschaften der Luft und der gespannten
-Dämpfe besaß, gibt er übrigens selbst zu, indem er in
-der Vorrede zu seiner &#8222;Pneumatik&#8220; ausführt: &#8222;Die Beschäftigung
-mit Luft- und Wasserkünsten ist von den alten
-Philosophen und Mathematikern hoch geschätzt worden.
-<em class="gesperrt">Es ist daher notwendig, das seit alters darüber
-Bekannte in gehörige Ordnung zu bringen</em>&#8220;.</p>
-
-<p>Bevor wir uns den Schriften Herons zuwenden, müssen
-wir noch von Philon von Byzanz berichten, daß er der Erfinder
-des Thermoskops ist, das auf der durch die Wärme bewirkten
-Ausdehnung der Luft beruht.</p>
-
-<p>Die auf uns überkommenen Werke Herons von Alexandrien
-sind verhältnismäßig außerordentlich zahlreich und
-vielseitig. Sie behandeln reine und angewandte Mathematik,
-Feldmeßkunst, Physik und deren praktische Anwendung in
-der Technik. Letztere Schriften sind für den Techniker von
-Interesse. Es sind dies: die Druckwerke (Pneumatik), die
-Automatentheater, der Geschützbau, die Handschleuder, die
-Spiegellehre, die Hebewinde, die Mechanik und ein Fragment<span class="pagenum"><a name="Seite_13" id="Seite_13">[S. 13]</a></span>
-über Wasseruhren. <em class="gesperrt">Von diesen Werken kommen für
-die Geschichte der Dampfmaschine die Druckwerke
-und die Automatentheater in Betracht.</em></p>
-
-<p>Hier finden wir Abhandlungen über das Vakuum,
-und zwar in Anlehnung an den im dritten Jahrhundert
-vor Christo lebenden Physiker <em class="gesperrt">Straton von Lampsakos</em>.
-Außerordentlich vielseitig sind die verschiedenen Beschreibungen
-der Verwendung des Hebers. Des weiteren beschreibt
-Heron eine große Anzahl von Vorrichtungen, bei denen der
-Druck des Wassers, der Druck der Luft, die Warmluft und der
-Wasserdampf praktisch benutzt
-wird. Aus der reichen Fülle
-der von Heron beschriebenen
-Vorrichtungen lassen wir nachstehend
-diejenigen folgen, die
-für uns an erster Stelle von
-Bedeutung sind. Die beigefügten
-Abbildungen entnahmen
-wir der im Jahre 1592 erschienenen
-italienischen Übersetzung
-der &#8222;Druckwerke&#8220;: <span class="antiqua">Spiritali di
-Herone Alessandrino, ridotti
-in lingua volgare da Alessandro
-Giorgi da Urbino. Urbino
-1592</span>. Den Text entnahmen
-wir der in der Teubnerschen
-Sammlung griechischer und römischer Schriftsteller erschienenen
-Übersetzung von <em class="gesperrt">Wilhelm Schmidt</em>.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 250px;">
-<a name="Abb_3" id="Abb_3"></a>
-<img src="images/abb3.png" width="250" height="284" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 3.<br />
-
-Das Klappenventil.<br />
-
-(Nach Heron von Alexandrien.)</div>
-</div>
-
-<p>&#8222;Das <em class="gesperrt">Klappenventil</em> (Abbildung <a href="#Abb_3">3</a>) stellt man folgendermaßen
-her. Man fertigt zwei viereckige Bronzeplatten an,
-von denen jede Seite etwa einen Daktylus (Fingerbreit
-= 2 <span class="antiqua">cm</span>) mißt und so dick wie ein Richtscheit ist. Diese verpaßt
-und verschließt man auf der Breitseite so miteinander,
-d.&nbsp;h. glättet sie so, daß weder Luft noch Wasser hindurchtreten
-kann. Diese Platten seien <em class="gesperrt"><span class="antiqua">ABCD</span></em> und <em class="gesperrt"><span class="antiqua">EFGH</span></em>.
-In die Mitte der einen Platte <em class="gesperrt"><span class="antiqua">ABCD</span></em> bohrt man ein rundes
-Loch, dessen Durchmesser etwa ein Drittel eines Daktylus
-ausmacht. Ist nun die Seite <em class="gesperrt"><span class="antiqua">CD</span></em> der Seite <em class="gesperrt"><span class="antiqua">EF</span></em> angepaßt,
-so verbindet man die Platten mit Hilfe von Scharnieren so
-miteinander, daß ihre polierten Flächen genau aufeinanderpassen.<span class="pagenum"><a name="Seite_14" id="Seite_14">[S. 14]</a></span>
-Will man die Klappen nun praktisch verwenden,
-so lötet man die Platte <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ABCD</em></span> auf dasjenige Loch, durch
-welches Luft oder Wasser hineingepreßt und mit Hilfe des
-Ventils abgeschlossen werden kann. Durch den Druck wird
-nämlich die Platte <span class="antiqua"><em class="gesperrt">EFGH</em></span> geöffnet, die mittels der Scharniere
-leicht beweglich ist, und läßt die Luft und die Flüssigkeit
-eintreten, welche dann in dem luftdichten Gefäße abgeschlossen
-werden. Die (komprimierte) Luft (bzw. die
-Flüssigkeit) drückt aber gegen das Plättchen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">EFGH</em></span> und
-schließt das Loch ab, durch welches die Luft hineingepreßt
-wird.&#8220; Nach einer anderen Lesart lautet der Schlußsatz:
-&#8222;Wenn nun die komprimierte innere Luft oder die Flüssigkeit
-sich wieder nach außen drängen, stoßen sie auf die Platte
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">EFGH</em></span>. Dann legt sich diese luftdicht auf <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ABCD</em></span> und
-versperrt den Ausgang.&#8220;</p>
-
-<p>&#8222;Die Siphone, welche man bei den Feuersbrünsten verwendet,
-richtet man folgendermaßen ein. (Abbildung <a href="#Abb_4">4</a>.)</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_4" id="Abb_4"></a>
-<img src="images/abb4.png" width="450" height="479" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 4.<br />
-
-Die Feuerspritze. (Nach Heron von Alexandrien.)</div>
-</div>
-
-<p>Es seien <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ABCD</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">EFGH</em></span> zwei bronzene Stiefel
-(Kolbenrohre, Büchsen), deren innere Oberfläche für einen
-Kolben passend ausgedrechselt ist, wie die Stiefel (Büchsen)
-der Wasserorgeln. Die Kolben <span class="antiqua">K</span> und <span class="antiqua">M</span> müssen luftdicht in
-die Stiefel passen. Diese seien durch das an beiden Enden
-offene Rohr <span class="antiqua">X</span> in gegenseitige Verbindung gesetzt. Außerhalb
-der Stiefel, aber innerhalb des Rohres, sollen Klappenventile
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">PR</em></span> und, wie wir sie oben beschrieben haben<a name="FNAnker_5_5" id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a>, derart
-angebracht sein, daß sie sich nach der Außenseite der Stiefel
-hin öffnen können. Die Stiefel sollen auch auf dem Boden
-runde Löcher (<span class="antiqua"><em class="gesperrt">ST</em></span>) haben, die mit kleinen geschliffenen Scheiben
-bedeckt werden. Durch diese stecke man kleine Stifte,
-die auf den Boden der Stiefel gelötet oder festgenietet seien.
-An ihren Enden seien die Stifte mit Häkchen oder Knöpfchen
-versehen, daß die Scheiben sich nicht losreißen können. Mit
-den Kolben seien in der Mitte senkrechte Kolbenstangen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">yy</em></span>
-verbunden; an diese schließt sich wieder ein Querbalken <span class="antiqua">Z</span>
-an, welcher sich in der Mitte um einen festsitzenden Bolzen
-&#955;, an den Kolbenstangen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">yy</em></span> aber um die Bolzen &#947; und &#946;
-bewege. Mit dem Rohre <span class="antiqua">X</span> stehe ein anderes vertikales
-Rohr (Steigrohr) &#949; in Verbindung, verzweige sich zu einem<span class="pagenum"><a name="Seite_15" id="Seite_15">[S. 15]</a></span>
-Doppelarm und sei mit den luftdicht eingefügten Röhren
-(Smerismata, Rohrverschleifungen) versehen, vermittels welcher
-es die Flüssigkeit emportreibt. Wenn nun die erwähnten
-Stiefel mitsamt der zugehörigen Ausrüstung in Wasser gestellt
-werden und der Querbalken <span class="antiqua">Z</span> infolge der abwechselnden
-Auf- und Abwärtsbewegung seiner Enden um den
-Stift &#955; auf und nieder zieht, so treiben die Kolben, falls sie
-niedergezogen werden, die Flüssigkeit durch das Steigrohr
-&#949; und die drehbare Mündung <span class="antiqua">N</span> hinaus. Denn, wird der
-Kolben <span class="antiqua">M</span> aufgezogen, so öffnet er das Bodenventil <span class="antiqua">T</span>, indem
-dessen Scheibe sich hebt, verschließt aber das Klappenventil
-<span class="antiqua">R</span>. Wird er dagegen niedergezogen, so schließt er <span class="antiqua">T</span>
-und öffnet <span class="antiqua">R</span>, durch welches auch das Wasser hinausgepreßt
-und emporgetrieben wird. Dieselbe Wirkung bringt der
-Kolben <span class="antiqua">K</span> hervor. Das Röhrchen <span class="antiqua">N</span>, das bald aufgerichtet,<span class="pagenum"><a name="Seite_16" id="Seite_16">[S. 16]</a></span>
-bald niedergelegt wird, treibt nun die Flüssigkeit bis zur
-gegebenen Höhe empor, vermag jedoch eine bestimmte Seitendrehung
-nur dann auszuführen, wenn zugleich der gesamte
-Apparat gedreht wird. Das wäre aber bei dringenden Notfällen
-zu langwierig und mühselig. Damit nun die Flüssigkeit
-ohne Schwierigkeit nach dem bestimmten Punkt getrieben
-werden kann, setze man das Steigrohr &#949; der Länge nach aus
-zwei luftdicht ineinandergeschliffenen Rohren zusammen,
-von denen das eine, äußere, mit dem Rohre <span class="antiqua">X</span>, das andere,
-obere, mit dem Doppelarm verbunden sei. Wenn dann das
-obere Rohr gedreht wird, indem man <span class="antiqua">N</span> so lange niederlegt,
-kann der Austrieb nach jedem beliebigen Punkt hin erfolgen.&#8220;
-&mdash; Diese Feuerspritze hat sich bis auf den heutigen Tag in
-ihrer prinzipiellen Einrichtung erhalten.</p>
-
-<p>Am bekanntesten ist unter den Apparaten des Heron
-der von uns bereits erwähnte sogenannte <em class="gesperrt">Heronsball</em>.
-Dieser wird in den &#8222;Druckwerken&#8220; wie folgt beschrieben:</p>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Der Heronsball.</em></p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Manche Gefäße spritzen, wenn man hineinbläst,
-auf folgende Weise Wasser empor</em>:</p>
-
-<p>Durch die Mündung eines Gefäßes wird eine Röhre
-hindurchgesteckt, die fast bis auf den Boden reiche, in die
-Gefäßmündung eingelötet sei und selbst in eine enge Mündung
-auslaufe. Halten wir nun letztere mit dem Finger zu,
-gießen durch eine Öffnung eine Flüssigkeit, blasen nach dem
-Eingießen durch dieselbe Öffnung hinein, verschließen sie
-durch einen Hahn und lassen die Mündung der Röhre los,
-so wird durch sie das Wasser von der eingeblasenen, komprimierten
-Luft emporgetrieben.&#8220;</p>
-
-<p>Als Beispiel der durch erwärmte Luft angetriebenen,
-von Heron beschriebenen Apparate bringen wir in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_5">5</a>
-den &#8222;<em class="gesperrt">Opfertanz</em>&#8220;.</p>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Der Opfertanz.</em></p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Wird auf einem gewissen Altar Feuer angezündet,
-so sollen scheinbar einige rings im
-Kreise stehende Figuren einen Reigen aufführen</em>.
-Es sei <em class="gesperrt"><span class="antiqua">ABCD</span></em> ein Altar mit einem Feuerbecken <em class="gesperrt"><span class="antiqua">EF</span></em>. Von
-dem oberen Teile des Feuerbeckens lasse man eine Röhre<span class="pagenum"><a name="Seite_17" id="Seite_17">[S. 17]</a></span>
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">GH</em></span> nach der Basis des Altars hinab. Das bei <span class="antiqua">H</span> befindliche
-Ende drehe sich um einen Zapfen. Diese Röhre sei ferner mit
-vier anderen querliegenden (also horizontalen) Röhren
-versehen, die sich gegenseitig durchschneiden und an demselben
-Punkt mit der von der Spitze kommenden Röhre verbunden
-werden. Diese querliegenden Röhren nun sollen an den Enden
-so umgebogen sein, daß sich eine Röhre nach der anderen
-wendet. Auf diese Röhren lege man an ihren Enden eine
-kreisrunde Scheibe <span class="antiqua"><em class="gesperrt">IKLM</em></span> und befestige sie daran. Darauf
-sollen die Figuren
-stehen. Das Material
-des Altars
-schließlich sei durchsichtig,
-nämlich aus
-Glas oder Horn,
-auf daß die tanzenden
-Figuren durch
-dasselbe sichtbar
-sind. Wenn wir
-bei diesen Vorrichtungen
-auf dem
-Herde Feuer anzünden,
-wird die Luft
-in der Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GH</em></span>
-erwärmt, geht durch
-die verdeckten Röhren
-und bringt die
-senkrechte Röhre zur Drehung, zugleich auch die Scheibe, auf
-der die Figuren stehen, und diese werden zu tanzen scheinen.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 300px;">
-<a name="Abb_5" id="Abb_5"></a>
-<img src="images/abb5.png" width="300" height="256" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 5.<br />
-
-&#8222;Der Opfertanz.&#8220; (Nach Heron von Alexandrien.)</div>
-</div>
-
-<p>Nunmehr bringen wir in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_6">6</a> <em class="gesperrt">einen durch Dampfkraft
-betätigten Apparat: den springenden Ball</em>.</p>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Der springende Ball.</em></p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Bälle können auf folgende Weise in der Luft
-schweben:</em></p>
-
-<p>Unter einem Kessel mit Wasser, dessen Mündung verschlossen
-ist, wird Feuer angezündet. Von dem Deckel steigt
-eine Röhre auf, deren offenes Ende in eine kleine hohle
-Halbkugel mündet. Werfen wir nun einen leichten Ball in
-die Halbkugel, so ist die Folge, daß der aus dem Kessel durch<span class="pagenum"><a name="Seite_18" id="Seite_18">[S. 18]</a></span>
-die Röhre aufsteigende Dampf den Ball in die Luft hebt,
-so daß er schwebt.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 191px;">
-<a name="Abb_6" id="Abb_6"></a>
-<img src="images/abb6.png" width="191" height="241" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 6.<br />
-
-Der springende Ball.
-(Nach Heron von
-Alexandrien.)</div>
-</div>
-
-<p>Die folgende in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_7">7</a> dargestellte Vorrichtung nutzt
-die <em class="gesperrt">Dampfkraft bereits zur Erzielung einer Drehbewegung
-aus</em>. Sie beruht auf ähnlichen Grundlagen
-wie die sogenannten &#8222;Reaktionsturbinen&#8220;, die, mit Wasser
-oder mit Dampf betrieben, in der heutigen Technik eine
-große Bedeutung haben. Es ist dies der <em class="gesperrt">Äolsball (Äolipile)</em>.
-Abb.&nbsp;<a href="#Abb_7">7</a>.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 205px;">
-<a name="Abb_7" id="Abb_7"></a>
-<img src="images/abb7.png" width="205" height="321" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 7.<br />
-
-Der Äolsball, Äolipile.
-(Nach Heron von Alexandrien.)</div>
-</div>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Die Äolipile.</em></p>
-
-<p><em class="gesperrt">&#8222;Über einem geheizten Kessel soll eine Kugel
-sich um einen Zapfen bewegen.</em></p>
-
-<p>Es sei <em class="gesperrt"><span class="antiqua">AB</span></em> ein mit Wasser gefüllter geheizter Kessel.
-Seine Mündung sei mit dem Deckel <em class="gesperrt"><span class="antiqua">CD</span></em> verschlossen; durch
-diesen sei eine gebogene Röhre <em class="gesperrt"><span class="antiqua">EFG</span></em> getrieben, deren Ende <span class="antiqua">G</span>
-luftdicht in eine Hohlkugel eingepaßt sei. Dem Ende <span class="antiqua">G</span> liege
-ein auf dem Deckel <em class="gesperrt"><span class="antiqua">CD</span></em> feststehender Zapfen <em class="gesperrt"><span class="antiqua">LM</span></em> diametral
-gegenüber. Die Kugel sei mit zwei gebogenen, einander
-diametral gegenüberstehenden Röhrchen <span class="antiqua">H</span> und <span class="antiqua">K</span> versehen,
-die in sie münden und nach entgegengesetzten Richtungen
-gebogen sind. Wird nun der Kessel geheizt, so ist die Folge,
-daß der Dampf durch <em class="gesperrt"><span class="antiqua">EFG</span></em> in die Kugel dringt, durch die<span class="pagenum"><a name="Seite_19" id="Seite_19">[S. 19]</a></span>
-umgebogenen Röhren nach dem Deckel hin ausströmt und
-die Kugel in Drehung versetzt, ähnlich so, wie dies bei den
-tanzenden Figuren der Abb.&nbsp;<a href="#Abb_5">5</a> der Fall ist.&#8220;</p>
-
-<p>Die Heronischen Bücher, die allerdings nicht erkennen
-lassen, inwieweit es sich um Erfindungen Herons oder um
-zu damaliger Zeit bereits bekannte Vorrichtungen handelt,
-haben von ihrem ersten Erscheinen an das weitestgehende
-Interesse gefunden. Eine größere Anzahl von Übersetzungen
-derselben sind im Laufe der Jahrhunderte erschienen. Diese
-nahmen allmählich derart zu, daß man um die Wende des
-16. und 17.&nbsp;Jahrhunderts mit Recht von einer &#8222;Heron-Renaissance&#8220;
-sprechen konnte.</p>
-
-<p>Der erste, der Herons Dampfkünste, insbesondere die
-Äolipile, weiteren Kreisen, und zwar den Technikern, offenbarte,
-war der römische Architekt und Schriftsteller <em class="gesperrt">Vitruvius
-Pollio</em>, der zur Zeit des Cäsar und des Augustus
-als Kriegsingenieur tätig war. In seinem dem Augustus
-gewidmeten, zehn Bücher umfassenden Werke &#8222;<span class="antiqua">De architectura</span>&#8220;<a name="FNAnker_6_6" id="FNAnker_6_6"></a><a href="#Fussnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a>
-widmet er im sechsten Kapitel des ersten Buches
-den Äolipilen folgende Ausführungen<a name="FNAnker_7_7" id="FNAnker_7_7"></a><a href="#Fussnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;Der Wind ist eine strömende Luftwelle mit unbestimmt
-überflutender Bewegung; er entsteht, wenn die Hitze auf
-die Feuchtigkeit trifft und der Andrang der Erwärmung
-einen gewaltig wehenden Hauch herauspreßt. Daß dies
-aber wahr sei, kann man aus den ehernen Äolipilen (Luftgefäßen)
-ersehen und hinsichtlich der verborgenen Gesetze
-des Himmels durch künstlich erfundene Dinge die göttliche
-Wahrheit erzwingen. Man macht nämlich eherne hohle
-Äolipilen, diese haben eine möglichst enge Öffnung, durch
-welche sie mit Wasser gefüllt werden, dann stellt man sie
-ans Feuer, und bevor sie warm werden, zeigt sich keinerlei
-Hauch, sobald sie aber sich zu erhitzen anfangen, bewirken
-sie am Feuer ein heftiges Gebläse. So kann man aus dem kleinen
-und sehr kurzen Schauspiel Kenntnis und Urteil über
-die großen und unermeßlichen Naturgesetze des Himmels
-und der Winde schöpfen.&#8220;</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_20" id="Seite_20">[S. 20]</a></span>
-
-Vitruvius versteht hier unter Äolipilen nicht den
-Äolsball (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_7">7</a>), sondern das mit Wasser gefüllte, von
-außen beheizte Hohlgefäß, Abb.&nbsp;<a href="#Abb_6">6</a>. Von einer eigenartigen
-in den germanischen Wäldern etwa zu derselben Zeit erfolgten
-Ausnutzung der Dampfkraft berichtet <em class="gesperrt">Arago</em><a name="FNAnker_8_8" id="FNAnker_8_8"></a><a href="#Fussnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a>
-wie folgt:</p>
-
-<p>&#8222;Die natürlichen wie die künstlichen Kräfte sind fast
-stets, bevor sie den Menschen von tatsächlichem Nutzen waren,
-in den Dienst des Aberglaubens gestellt. Die Geschichtsbücher
-berichten, daß an den Ufern der Weser der Gott der alten
-Teutonen diesen hin und wieder sein Mißfallen durch eine
-Art von Donnerschlag zum Ausdruck brachte, dem dann unmittelbar
-darauf eine Wolke folgte, die den heiligen Hain
-erfüllte. Das Erzbild dieses Gottes &#8222;<em class="gesperrt">Püsterich</em>&#8220;, das Ausgrabungen
-zutage gefördert haben, zeigt deutlich, in welcher
-Weise sich jenes Wunder vollzog. Das Götterbild bestand
-aus Metall. Der Kopf war hohl und enthielt ein mit Wasser
-gefülltes Gefäß. Holzpfropfen verschlossen den Mund des
-Gottes und ein oberhalb der Stirn angebrachtes Loch. Glühende
-an geeigneter Stelle der Kopfhöhlung gelagerte
-Kohlen erwärmten allmählich das Wasser. Alsbald trieb
-der erzeugte Dampf mit lautem Krachen die Pfropfen heraus,
-ergoß sich in zwei Strahlen nach außen und bildete zwischen
-dem Götterbild und den erschrockenen Andächtigen einen
-dichten Nebel.&#8220;</p>
-
-<p>Erst nach Verlauf von mehr als einem halben Jahrtausend
-begegnen wir wiederum einem Bericht über eine Verwendung
-der Kraft des Dampfes. Sie bewegte sich in derselben
-Richtung wie die von Arago berichtete. Der byzantinische
-Geschichtschreiber <em class="gesperrt">Agathias</em>, mit dem Beinamen
-&#8222;<em class="gesperrt">Scholastikos</em>&#8220; (geb. um 536, gest. 582 n.&nbsp;Chr.), behandelt
-in seinem die Jahre 552 bis 558 umfassenden Werke<a name="FNAnker_9_9" id="FNAnker_9_9"></a><a href="#Fussnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a> einen
-Streit, den der Baumeister <em class="gesperrt">Anthemius</em>, der Wiedererbauer
-der durch ein Erdbeben zerstörten Sophienkirche in Konstantinopel,
-mit seinem Nachbar <em class="gesperrt">Zeno</em> in eigenartiger
-Weise ausfocht. Anthemius, ein aus Trallas in Kleinasien<span class="pagenum"><a name="Seite_21" id="Seite_21">[S. 21]</a></span>
-gebürtiger Grieche, besaß ein Haus, das mit dem seines Nachbars
-Zeno in mehreren Teilen zusammenhing, und geriet
-über dieses Bauverhältnis mit Zeno in einen Rechtsstreit.
-Diesen verlor er aber, weil, wie ausdrücklich hervorgehoben
-wird, Zeno ein gewandterer Redner war. Anthemius stellte,
-um sich zu rächen, mehrere große Kessel auf, füllte diese mit
-Wasser an und umgab sie mit ledernen Schläuchen, die unten
-so weit waren, daß sie den ganzen Umfang der Kessel umschlossen.
-Mit diesen Schläuchen verband er lederne Röhren,
-die sich trompetenartig verengten. Die Enden dieser Röhren
-befestigte Anthemius dann so dicht und genau an den Balken
-des Zenoschen Hauses, daß der in den Röhren enthaltene
-Dampf zwar mit ungehinderter Kraft nach aufwärts steigen,
-aber nicht nach außen entweichen konnte. Nunmehr entfachte
-er unter den Kesseln ein starkes Feuer. Aus dem kochenden
-Wasser entwickelte sich alsbald Dampf, der nach oben emporstieg
-und, da er keinen Ausweg fand, in die Röhren hinübertrat.
-Da er auch hier keinen Austritt erhielt, strebte er mit
-erhöhtem Druck nach oben, hierbei unter Krachen das Gebälk
-des Hauses in zitternde Bewegung setzend. Auf das
-höchste bestürzt, entflohen die Hausgenossen des Zeno auf
-die Gasse.</p>
-
-<p>Der Prokonsul <span class="antiqua">Dr</span>. <em class="gesperrt">Degen</em> in Lüneburg hielt diese
-Anwendung der Spannkraft des Dampfes für so eigenartig
-und zielbewußt, daß er der Meinung war, Anthemius habe
-noch andere Anwendungsarten des Dampfes gekannt. Er
-äußert sich hierüber wie folgt<a name="FNAnker_10_10" id="FNAnker_10_10"></a><a href="#Fussnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;Anthemius war, wie der Geschichtschreiber Agathias
-wiederholt bemerkt, ein ausgezeichneter Mathematiker und
-Verfertiger bewunderungswürdiger Maschinen. Welche
-Arten von Maschinen er verfertigte und zu welchen Zwecken,
-ist ebensowenig angegeben als <em class="gesperrt">ausdrücklich</em> gesagt, daß
-er die Wasserdämpfe bei denselben in Anwendung gebracht
-hätte. Es scheint indessen aus folgenden Worten des Agathias:
-&#8222;er aber (Anthemius) vergalt ihm (dem Zeno) aus der
-ihm eigenen Kunst auf folgende Weise&#8220; der Schluß gezogen
-werden zu dürfen, daß Anthemius bei seinen Maschinen<span class="pagenum"><a name="Seite_22" id="Seite_22">[S. 22]</a></span>
-auch die Wasserdämpfe gebraucht habe; denn wenn von
-der Dampfmaschine, welche er aus Rache über den verlorenen
-Prozeß gegen Zenos Haus richtete, namentlich angeführt
-wird, daß er sie <em class="gesperrt">aus der ihm eigenen Kunst</em> eingerichtet
-und sich dabei der Dämpfe bedient habe, so möchte der Schluß
-oder, wenn man lieber will, die Vermutung, daß er die
-ihm völlig bekannte Dampfkraft auch auf andere zu seiner Zeit
-bewunderte Maschinen übertragen habe, nicht ganz grundlos
-erscheinen, zumal da auch das Wort &#964;&#8051;&#967;&#957;&#951; auf praktische
-Anwendung hindeutet.&#8220;</p>
-
-<p>Die nunmehr zu erwähnende überkommene Nachricht
-von der Verwendung der Dampfkraft liegt auf dem Gebiete
-des christlichen Kultus: im Jahre 963 befand, wie <em class="gesperrt">William
-von Malmesbury</em> berichtet<a name="FNAnker_11_11" id="FNAnker_11_11"></a><a href="#Fussnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a>, sich in einer Kirche zu
-Rheims eine Orgel, in welcher die Luft auf wunderbare
-Weise metallene Pfeifen zum Tönen brachte, indem sie durch
-die Kraft heißen Wassers aus den Pfeifen ausgetrieben wurde.
-Diese Orgel sollte eine Erfindung des Bischofs <em class="gesperrt">Gerbert
-von Reims, des späteren Papstes Silvesters <span class="antiqua">II</span></em>,
-sein<a name="FNAnker_12_12" id="FNAnker_12_12"></a><a href="#Fussnote_12_12" class="fnanchor">[12]</a>.</p>
-
-<p>Im Laufe der folgenden Jahrhunderte begegnen wir
-hin und wieder Beschreibungen des bereits erwähnten Götzenbildes
-des <em class="gesperrt">Püstrich</em>, <em class="gesperrt">Peustrich</em> oder <em class="gesperrt">Bustard</em>. Dasselbe
-fand sich auch bei den Wenden in Gestalt eines mit dem rechten
-Fuß knienden dicken, bausbäckigen Jungen von 14 Zoll
-Höhe, dessen Bauchhöhle drei Quart Wasser enthielt. Dieses
-verwandelte sich, wenn die Gestalt durch Feuer erhitzt wurde,
-in Wasserdampf, der dann aus dem Munde des Püstrich
-mit lautem Gebrüll ausströmte.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Leone Battista Alberti</em>, geb. 18.&nbsp;Februar 1404 zu
-Genua, gest. im April 1477 zu Rom, berichtet in seinem
-Werke <span class="antiqua">De Architectura seu de re aedificatoria, Flor.
-1485</span><a name="FNAnker_13_13" id="FNAnker_13_13"></a><a href="#Fussnote_13_13" class="fnanchor">[13]</a>, daß die Kalkbrenner der damaligen Zeit große Furcht
-vor den Kalksteinen hatten, welche mit Luft gefüllte Höhlungen<span class="pagenum"><a name="Seite_23" id="Seite_23">[S. 23]</a></span>
-enthielten; wenn diese nämlich erhitzt würden, bildete
-sich in diesen Dampf, und dieser gäbe Anlaß zu höchst
-gefährlichen Explosionen.</p>
-
-<p>Von <em class="gesperrt">Leonardo da Vinci</em> (1452&ndash;1519) berichteten
-wir bereits auf S.&nbsp;<a href="#Seite_10">10</a>, daß er sich mit der praktischen Benutzung
-der Dampfkraft beschäftigt hat. Bei der dort beschriebenen
-Dampfkanone handelte es sich nicht um eine von Leonardo
-angegebene Vorrichtung, sondern um eine solche, die von
-Archimedes in Vorschlag gebracht sein soll, offenbar aber
-von Leonardo nach dem damaligen Stande des Geschützbaues
-ausgestaltet ist.</p>
-
-<p>Diese überaus vielseitige Persönlichkeit hat sich nun
-aber ebenfalls mit dem Wesen der Wärme und der Kälte
-beschäftigt und gewisse Sätze aufgestellt und auch wichtige
-Anregungen gegeben, die für die Entwicklung der auf die
-Ausnutzung der Spannkraft des Dampfes gerichteten Bestrebungen
-von Bedeutung sind.</p>
-
-<p>Leonardo hat folgende Grundsätze aufgestellt<a name="FNAnker_14_14" id="FNAnker_14_14"></a><a href="#Fussnote_14_14" class="fnanchor">[14]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Wo eine größere Kälte ist, da ist ein größeres
-Festwerden von Flüssigkeiten</em>.&#8220;</p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Kaltes Wasser. Warmes Wasser</em>.&#8220;</p>
-
-<p>&#8222;Das Wasser hat die Bewegung allein durch seine Schwere
-und Leichtigkeit, und diese sind seine Akzidentien, da es
-an sich weder Schwere noch Leichtigkeit hat, sondern die
-Schwere erwirbt es, sobald es oben ist oder seitlich an die
-Luft angrenzt oder an eine andere Flüssigkeit, die leichter ist
-als es selbst, und die Leichtigkeit erwirbt es, wenn es beim
-Verdampfen durch die Wärme verdünnt wird, und dann
-steht es über dem kalten Wasser.&#8220;</p>
-
-<p>Leonardo da Vinci hat eine auf diesen Grundsätzen
-aufgebaute <em class="gesperrt">Vorrichtung zum Heben von Wasser
-durch Feuer</em>, d.&nbsp;i. durch die bei Erwärmung des Wassers
-in Röhren auftretende Aspiration, angegeben<a name="FNAnker_15_15" id="FNAnker_15_15"></a><a href="#Fussnote_15_15" class="fnanchor">[15]</a>. Dieselbe
-ist in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_8">8</a> dargestellt. Oberhalb des das Wasser enthaltenden
-Schachtes ist ein Feuer angebracht. Zum Ablassen des gehobenen
-Wassers dient ein an dem Feuerbehälter angebrachter
-Hahn.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_24" id="Seite_24">[S. 24]</a></span>
-
-Auch den <em class="gesperrt">Auftrieb der warmen Luft</em> benutzte
-Leonardo da Vinci, und zwar zum Antrieb eines Bratspießes<a name="FNAnker_16_16" id="FNAnker_16_16"></a><a href="#Fussnote_16_16" class="fnanchor">[16]</a>.
-Dieser Art der Ausnutzung der Wärme begegnen wir ziemlich
-häufig noch in späterer Zeit.</p>
-
-<p>Leonardo da Vinci treibt, wie Abb.&nbsp;<a href="#Abb_9">9</a> erkennen läßt,
-durch die im Innern eines Schornsteins aufsteigende warme
-Luft eine Turbine an, von deren senkrechter Welle aus durch
-Räder- und Schnurtrieb der
-Bratspieß in Drehung versetzt
-wird.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 282px;">
-<a name="Abb_8" id="Abb_8"></a>
-<img src="images/abb8.png" width="282" height="413" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 8.<br />
-
-Vorrichtung zum Heben von
-Wasser durch Feuer.
-(Nach Leonardo da Vinci.)</div>
-</div>
-
-<div class="figcenter" style="width: 212px;">
-<a name="Abb_9" id="Abb_9"></a>
-<img src="images/abb9.png" width="212" height="480" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 9.<br />
-
-Antrieb eines Bratspießes
-durch erwärmte Luft.
-(Nach Leonardo da Vinci.)</div>
-</div>
-
-<p>Leonardo da Vinci hat in seinem <span class="antiqua">Codex Atlanticus</span>,
-<span class="antiqua">fol.&nbsp;253</span>, des weiteren auch eine Andeutung gemacht, die
-<span class="antiqua">Dr</span>. Hermann Grothe<a name="FNAnker_17_17" id="FNAnker_17_17"></a><a href="#Fussnote_17_17" class="fnanchor">[17]</a> dahin auslegt, daß dort ein Vorschlag
-gemacht sei, die <em class="gesperrt">Dampfkraft zum Antrieb einer Barke</em>
-zu benutzen. Von irgendeiner praktischen Anwendung verlautet
-nichts.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_25" id="Seite_25">[S. 25]</a></span>
-
-Im Jahre 1521 gab <em class="gesperrt">Cesare Cesariano</em> in Como erschienene
-Erläuterungen zu Vitruvs Architectura heraus, in
-welchen auch die Äolipile besprochen wird. Es wird hier
-ausführlich angegeben, daß der Dampf aus der Äolipile,
-d.&nbsp;h. einem Dampftopf, der ein Rohr im Deckel besitzt, mit
-großer Kraft ausströmt. Aus diesen Angaben hat man den
-Schluß gezogen, daß die Äolipile als Kriegswerkzeug zum
-Schleudern von Geschossen oder als Spritze benutzt sei<a name="FNAnker_18_18" id="FNAnker_18_18"></a><a href="#Fussnote_18_18" class="fnanchor">[18]</a>.</p>
-
-<p>Am 17.&nbsp;Mai 1543 soll <em class="gesperrt">Blasco de Garay</em>, der in jungen
-Jahren an der ersten Entdeckungsfahrt des Christoforo Colombo
-teilgenommen hatte, im Hafen von Barcelona dem
-Kaiser Karl <span class="antiqua">V.</span> ein Dampfschiff vorgeführt haben. Die am
-Anfang des 18.&nbsp;Jahrhunderts erschienene &#8222;<span class="antiqua">Coleccion de las
-Viages</span>&#8220; berichtet hierüber folgendes:</p>
-
-<p>Blasco de Garay beschäftigte sich in seiner freien Zeit
-mit Mathematik, Physik, namentlich mit Mechanik, und soll
-manches schöne Stück erfunden haben, um das sich niemand
-kümmerte, als er, bereits ein Greis, plötzlich mit dem Gedanken
-hervortrat, man könne mit dem Wasserdampfe Bewegung
-erzeugen, und es wäre möglich, damit etwas treiben
-zu lassen, z.&nbsp;B. ein Rad; und da das ganze Sinnen Garays
-sich stets um die Schiffahrt drehte, so sprach er seine Überzeugung
-aus, daß es möglich wäre, ein in ein Schiff eingebautes
-Schaufelrad durch Dampf in Drehung zu bringen, so daß das
-Schiff hierdurch in Bewegung gesetzt werde und nicht mehr
-von den Launen des Windes abhängig sei. Anfangs lachte
-man über den mehr als siebzigjährigen Greis; als Garay
-aber nicht müde wurde, die Regierung wegen seiner Erfindung
-zu bestürmen, ermahnte ihn die damals allmächtige
-spanische Inquisition, von solch unchristlichem Werk abzustehen,
-das er doch nur mit Hilfe der Hölle zustande bringen
-könne. Es gelang aber Garay dennoch, die Aufmerksamkeit
-des Kaisers Karl <span class="antiqua">V.</span> zu erringen, und dieser gestattete ihm,
-ein mit dieser neuen Einrichtung ausgerüstetes Schiff ihm
-im Hafen von Barcelona vorzuführen. Und zwar sollte Garay,
-da des Kaisers Aufenthalt in Barcelona nur kurz war,<span class="pagenum"><a name="Seite_26" id="Seite_26">[S. 26]</a></span>
-mit dem ersten besten Schiff, das in den Hafen einlief, seine
-Kunst versuchen. Es war dies die &#8222;Trinidad&#8220;, ein Schiff,
-das unter dem Kapitän Pedro de Scarza stand und soeben
-von Sizilien heimkehrte. Der kaiserliche Befehl erregte überall
-Angst und Schrecken, denn man war sich darüber klar,
-daß der Dampf, mit dem das Schiff in Bewegung gesetzt
-werden sollte, direkt aus der Hölle bezogen sei und daß
-nur mit Teufelskünsten solch ein ungeheuerliches Beginnen
-durchgeführt werden könne. Am meisten war der Kapitän
-des Schiffes erzürnt und gekränkt, weil er wußte, daß sein
-schönes Schiff dann für ewige Zeiten verhext sei und zweifellos
-einem Unglück entgegengehe. Jedenfalls sollte es nicht
-solch unchristlichem Werke dienen. Aber alle seine Proteste
-waren vergeblich, des Kaisers Befehl mußte vollzogen werden,
-denn Karl <span class="antiqua">V.</span>, der trotz aller übergroßen Frömmigkeit doch
-auch für weltliche Sachen ein scharfes Auge besaß, fühlte
-heraus, daß in dem Versuche Garays ein großer Gedanke
-schlummere, und ließ sich trotz aller von den verschiedensten
-Seiten auf ihn einstürmenden Bitten und Proteste nicht
-abhalten, dem von ihm bewilligten Versuche beizuwohnen.
-Wer aber Garay kannte und wußte, daß er sein Leben hindurch
-ein gottergebener Christ gewesen war, wußte auch,
-daß dieser Mann sich nicht mit der Hölle verbinden werde,
-und die Nacht vor der Probefahrt verbrachte Garay auch
-in dem berühmten Benediktinerstifte Montserrat bei Barcelona
-im inbrünstigen Gebete zu Gott um Gelingen des
-Unternehmens, sorgte sogar dafür, daß das Wasser, das er
-zum Dampferzeugen verwenden wollte, aus den geweihten
-Wässern des Klosters entnommen wurde, und ließ es sorgsam
-nach dem Schiffe transportieren. Die Vorbereitungen bestanden
-in folgendem: Garay legte eine Achse quer über das
-Verdeck des Schiffes an deren Enden zwei Schaufelräder
-angebracht waren, die in das Wasser hineinreichten. Außerdem
-wurde ein Kessel auf das Schiff gebracht, mit dem geweihten
-Wasser gefüllt, und aus diesem Dampf erzeugt.
-Über dem Kessel war ein Apparat angebracht, in dem sich
-eine Stange auf und ab bewegte, und das Ganze war durch
-Riemen mit der Achse bzw. den Rädern verbunden. Eine
-ungeheure Zuschauermenge harrte der Dinge, die da kommen
-sollten. Nachdem der gesamte Hofstaat und der Kaiser auf<span class="pagenum"><a name="Seite_27" id="Seite_27">[S. 27]</a></span>
-einer Tribüne Platz genommen hatten, begann der Rauch
-sich aus dem kleinen Rauchfang des Kessels zu erheben, das
-Schiff löste sich vom Platze, die Räder drehten sich, und das Schiff
-lief trotz des ungünstigen Windes, ja gerade gegen ihn,
-aus dem Hafen. Erstaunen und Entsetzen bemächtigten sich
-aller Zuschauer, und ein Teil der Schiffsbesatzung sprang
-über Bord und suchte durch Schwimmen aus dem Bereich
-des offenbar verzauberten Schiffes zu gelangen. Das Schiff
-lief 8 Seemeilen, wozu es zwei Stunden brauchte &mdash; der
-Versuch war glänzend gelungen. Kaiser Karl <span class="antiqua">V.</span>, gleichfalls
-überrascht, glaubte, daß es mit ganz natürlichen Dingen
-zugehe, gab den Befehl, dem überglücklichen Erfinder
-4000 Maravedi auszuzahlen, und verlieh ihm auf der Stelle
-den Orden der Taube von Kastilien. Zugleich aber gab er
-seinem Großzahlmeister den Befehl, das Schiff genau zu
-besehen und dann darüber Bericht zu erstatten. Dieser
-Bericht fiel nun aber sehr ungünstig aus. Die Erfindung sei
-völlig wertlos. Zwar sei das Schiff acht Meilen in zwei Stunden
-gelaufen. Dies könne aber ein gewöhnliches Segelschiff
-ebenfalls leisten. Dafür berge die neue Maschine eine Menge
-von Gefahren in sich. Es sei zu befürchten, daß Mannschaften
-und Passagiere verbrüht würden, der Dampfkessel könne
-explodieren und größtes Unheil anrichten. Inzwischen
-wurde auch von anderer Seite gegen Garays Erfindung
-angekämpft und der Kaiser bestürmt, dieses Teufelswerk,
-das jetzt, da es gelungen war, noch gefährlicher erschien, nicht
-zu gestatten. Infolgedessen verbot Karl <span class="antiqua">V.</span> Garay, den Apparat
-ferner zu benutzen. Dieser, der sich bereits dem Ziele
-seiner Wünsche nahe geglaubt hatte, zertrümmerte im Zorn
-seine Maschine, vielleicht auch, um den Argwohn der Inquisitionsbehörde
-zu zerstreuen. Diese nämlich rückte dem
-Erfinder bedenklich näher, nachdem der Kaiser seine schützende
-Hand zurückgezogen hatte.</p>
-
-<p>Garay zeigte aber, daß er nie mit dem Teufel ein
-Bündnis geschlossen hatte, denn er zog sich hierauf in
-das Kloster Montserrat zurück, wo er im Jahre 1555 als
-vierundachtzigjähriger Greis sein in den letzten Jahren nur
-noch dem Gebete und dem Gottesdienst geweihtes Leben
-beendete.</p>
-
-<p>Von seiner Erfindung ist nichts zurückgeblieben, und<span class="pagenum"><a name="Seite_28" id="Seite_28">[S. 28]</a></span>
-nur in der Geschichte ist seines Namens und seines Werkes
-Erwähnung geschehen.</p>
-
-<p>Soweit der Bericht der &#8222;<span class="antiqua">Coleccion de las Viages</span>&#8220;, der
-so eingehend er gefaßt ist, dennoch der historischen Unterlage
-entbehrt. Dies hat <em class="gesperrt">John Marc Gregor</em> in einem am
-14.&nbsp;April 1858 in der <span class="antiqua">Society of Arts</span> in London gehaltenem
-Vortrage &#8222;Über Räder- und Schraubenpropeller&#8220; nachgewiesen.
-Auf Grund zweier in den Staatsarchiven zu Simancas
-aufbewahrten Briefe Blasco de Garays und auf Grund
-der von ihm in diesem Archiv sowie in dem Archiv zu Barcelona
-angestellten Nachforschungen kam Marc Gregor zu dem
-Ergebnis, daß es sich bei der Erfindung Garays um ein
-<em class="gesperrt">von 40 Mann bewegtes Schaufelrad</em> gehandelt hat,
-nicht aber um eine Dampfmaschine. Nebenbei möge hier
-die Bemerkung Platz finden, daß sich bereits auf vorchristlichen
-römischen Medaillen Schiffe, die durch Schaufelräder
-angetrieben werden, vorfinden. Bei den Chinesen waren
-schon seit den ältesten Zeiten Schaufelräder im Gebrauch.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Cardanus</em> (geb. 1501 zu Pavia, gest. 1576 zu Rom)
-führte in seinem im Jahre 1553 erschienenen Werke &#8222;<span class="antiqua">De
-rerum varietate</span>&#8220; auch die Äolipile an, die er bezüglich
-des Ansaugens der Flüssigkeit und des Ausstoßens des Dampfes
-verbesserte. Auch er schlug vor, die in den Schornsteinen aufsteigende
-warme Luft in der Weise auszunutzen, daß ein
-Flügelrad in den lichten Raum der Esse eingebaut und zum
-Antrieb eines Bratspießes benutzt werde.</p>
-
-<p>Eine bemerkenswerte, wenngleich überaus unbestimmte
-Angabe über das Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers
-macht <em class="gesperrt">Johannes Mathesius</em>, Bergpfarrer zu Joachimsthal,
-in seiner im Jahre 1562 erschienenen &#8222;Berg-Postilla
-oder Sarepta&#8220;. Die diesbezügliche Stelle lautet<a name="FNAnker_19_19" id="FNAnker_19_19"></a><a href="#Fussnote_19_19" class="fnanchor">[19]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;Ihr Bergleute sollet auch in euren Bergreyen rühmen
-den guten Mann, der Berg (Gestein) und Wasser mit dem
-Wind auf den Platten anrichtet zu heben, <em class="gesperrt">wie man jetzt
-auch, doch am Tage, Wasser mit Feuer heben soll</em>.&#8220;
-Leider ist eine nähere Klarlegung dieser Anwendung des
-Feuers nicht gegeben.</p>
-
-<p>Im Jahre 1567 machte der Baumeister <em class="gesperrt">Philibert<span class="pagenum"><a name="Seite_29" id="Seite_29">[S. 29]</a></span>
-Delorme</em> (geb. um 1518 zu Lyon, gest. 1577 zu Paris)
-den Vorschlag, zur Verhütung des Rauchens der Schornsteine
-in diese Äolipilen einzubauen.</p>
-
-<p>Bemerkenswert ist eine Angabe über das Verhältnis
-zwischen Wasser- und Dampfmenge, die in dem ohne Nennung
-des Verfassers (<em class="gesperrt">Bresson</em> zugeschriebenen) im Jahre 1569
-zu Orleans erschienenen Buche &#8222;<span class="antiqua">L'Art et science de trouver
-les eaux</span>&#8220; enthalten ist und die wörtlich besagt:</p>
-
-<p>&#8222;Aus einem Teil Wasser entwickeln sich durch Wärmezufuhr
-und Verdampfung 10 Teile Luft (Dampf); im Gegensatz
-hierzu bildet sich aus 10 Teilen Luft ein Teil Wasser.&#8220;</p>
-
-<p>Das Jahr 1570 brachte wiederum einen Vorschlag,
-die im Schornstein abziehenden Rauchgase zum Antrieb
-von Bratspießen zu benutzen. Dieses Mal ging der Vorschlag
-von <em class="gesperrt">Bartholemeo Scappi</em> aus, der ihn in seinem Buche
-<span class="antiqua">Opera di M.&nbsp;Bartholemeo Scappi, Venetia 1570</span>, unter Beifügung
-von Kupfertafeln niederlegte.</p>
-
-<p>Im Jahre 1575 erschien eine Übersetzung der Werke
-Herons von Alexandrien aus dem Griechischen ins Lateinische
-von <em class="gesperrt">Frederigo Commandino</em>. Dieser starb während der
-Drucklegung zu Urbino. An seiner Stelle besorgte dessen
-Freund <em class="gesperrt">Spaciolus</em> die Herausgabe<a name="FNAnker_20_20" id="FNAnker_20_20"></a><a href="#Fussnote_20_20" class="fnanchor">[20]</a>.</p>
-
-<p>In demselben Jahre übersetzte Aleotti, Architekt zu
-Urbino, die &#8222;Druckwerke&#8220; Herons ins Italienische<a name="FNAnker_21_21" id="FNAnker_21_21"></a><a href="#Fussnote_21_21" class="fnanchor">[21]</a>.</p>
-
-<p>Im Jahre 1597 erschien zu Leipzig ein Buch, von dem
-Stuart<a name="FNAnker_22_22" id="FNAnker_22_22"></a><a href="#Fussnote_22_22" class="fnanchor">[22]</a> berichtet, daß es eine sich drehende Äolipile beschreibe,
-die zum Antrieb eines Bratspießes dient. Es würde
-dieses die erste Quelle sein, die auf die <em class="gesperrt">motorische</em> Ausnutzung
-der Äolipile deutet.</p>
-
-<p>Von besonderem Interesse ist auch die Beschreibung
-einer Äolipile, die <em class="gesperrt">Sir Hugh Plat</em> im Jahre 1594 veröffentlicht<a name="FNAnker_23_23" id="FNAnker_23_23"></a><a href="#Fussnote_23_23" class="fnanchor">[23]</a>:
-&#8222;Eine runde Kugel von Kupfer oder Messing,<span class="pagenum"><a name="Seite_30" id="Seite_30">[S. 30]</a></span>
-die durch Verdünnung des Wassers in Luft das Feuer kräftig
-anbläst. Mache eine Kugel aus Kupfer oder Messing und
-statte sie mit einem Rohr oder Halsstück aus, das oben einen
-seitlichen Ansatz und eine kleine Öffnung besitzt. Dann erhitze
-die Kugel und wirf sie in kaltes Wasser; sie wird alsdann
-Wasser in sich hineinsaugen. Dies wird so oft wiederholt,
-bis die Kugel mehr als zur Hälfte gefüllt ist. Dann setze
-diese über brennende Kohlen. Nun wird man bemerken,
-daß ein starkes Gebläse sich gegen die Kohlen richtet, wenn
-man die Tülle des Blasebalges entsprechend einstellt. Es
-steht außer Zweifel, daß man mit Hilfe dieser Kugel Gold
-und Silber schmelzen kann. Auch kann man diese Kugeln
-so groß machen, daß man mit ihrer Hilfe eine ganze Stunde
-lang ohne Unterbrechung blasen kann.&#8220;</p>
-
-<p>Man nannte die Äolipilen auch &#8222;<span class="antiqua">philosophical bellows</span>&#8220;,
-philosophische Blasebälge. Ihr Prinzip war übrigens in England
-schon vor den Zeiten Sir Hugh Plats bekannt. So soll
-es auf den herrschaftlichen Landsitzen in Staffordshire üblich
-gewesen sein, eine &#8222;<span class="antiqua">Jack of Hilton</span>&#8220; genannte, etwa einen
-Fuß hohe hohle Messingfigur aufzustellen, die Feuer spie
-und deren Ursprung bis auf die Zeit der Sachsen zurückgeführt
-wurde. Sie wurde am Neujahrstage in Tätigkeit gesetzt,
-und man pflegte die Neujahrsgans dreimal um diesen Püsterich
-herumzutreiben, bevor man sie briet und verzehrte.</p>
-
-<p>Das Jahr 1598 brachte wiederum eine Übersetzung
-der &#8222;Druckwerke&#8220; Herons ins Italienische, und zwar von
-<em class="gesperrt">Georgi</em><a name="FNAnker_24_24" id="FNAnker_24_24"></a><a href="#Fussnote_24_24" class="fnanchor">[24]</a>.</p>
-
-<p>Im Jahre 1601 beschrieb <em class="gesperrt">Battista della Porta</em> in
-seinen <span class="antiqua">Pneumaticorum libri III</span> einen Apparat, der hin und
-wieder als eine Vorrichtung zum Heben von Wasser mittels
-Dampfes hingestellt wurde, in Wahrheit aber nur dazu dienen
-sollte, festzustellen, in wieviel Teile Luft sich eine gewisse
-Menge Wasser auflöst. Porta beschreibt den Apparat wie
-folgt<a name="FNAnker_25_25" id="FNAnker_25_25"></a><a href="#Fussnote_25_25" class="fnanchor">[25]</a>: &#8222;Man nehme eine gläserne oder zinnerne Kiste <em class="gesperrt"><span class="antiqua">BC</span></em>(Abb.&nbsp;<a href="#Abb_10">10</a>), deren Boden an einer Stelle mit einem Loch
-versehen sei, durch welches der Hals eines Destilliergefäßes<span class="pagenum"><a name="Seite_31" id="Seite_31">[S. 31]</a></span>
-<span class="antiqua">D</span> läuft, welches ein bis zwei Unzen Wasser enthält. Der
-Hals sei an den Boden dieser Kiste eingelötet, so daß das
-Wasser daselbst nicht heraus kann. Von dem Boden der
-Kiste steige eine Röhre <span class="antiqua">C</span> auf, und diese Röhre sei hinlänglich
-vom Boden entfernt, um Wasser durchzulassen. Diese Röhre
-muß etwas über die Oberfläche des Deckels emporragen.
-Man fülle die Kiste <span class="antiqua">B</span> durch die Öffnung <span class="antiqua">A</span> mit Wasser und
-schließe sie dann zu. Man setze dann das Gefäß auf das Feuer
-und erhitze es nach und nach. Das Wasser in demselben
-wird sich in Luft verwandeln, wird auf das Wasser in der
-Kiste drücken, und dieses Wasser wird auf das Wasser in
-der Röhre <span class="antiqua">C</span> drücken, und dieses wird aus derselben herausfließen.
-Man muß so lange mit dem Erhitzen des Wassers
-in dem Gefäß fortfahren, bis alles gar ist. Da das Wasser
-in Luft verwandelt wird, wird diese Luft immer auf das Wasser
-in der Kiste drücken, und das Wasser wird beständig ausfließen.
-Wenn es einmal bis zum Sieden gekommen ist,
-mißt man die Menge Wassers, die aus der Kiste ausgeflossen
-ist, und so viel dann an diesem Wasser fehlt, so viel hat sich
-dann in Luft verwandelt.</p>
-
-
-
-
-<div class="center">
-<a name="Abb_10" id="Abb_10"></a><a name="Abb_11" id="Abb_11"></a>
-<table border="0" cellpadding="4" cellspacing="0" summary="Abbildung 10 und 11.">
-<tr><td align="center"><img src="images/abb10.png" alt="" /></td><td align="center"><img src="images/abb11.png" alt="" /></td></tr>
-<tr><td class="tdc" colspan="2"><div class="caption">Abbildung 10 und 11.<br />Battista della Portas Verdampfungsversuch.</div></td></tr>
-</table></div>
-
-<p>Man kann auch sehr leicht bemessen, in wieviel Luft
-sich eine gegebene Menge Wassers verwandeln kann.</p>
-
-<p>Man nehme ein Destilliergefäß, das unter dem Namen
-Gruale oder gewöhnlich als <span class="antiqua">materasso</span>, Kolben, bekannt<span class="pagenum"><a name="Seite_32" id="Seite_32">[S. 32]</a></span>
-ist, in welchem man Branntwein brennt. Man lasse dieses
-Gefäß von Glas sein, damit man die Wirkungen der Luft
-und des Wassers sehen kann.</p>
-
-<p>Dieses Gefäß sei durch <span class="antiqua">A</span> (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_11">11</a>) dargestellt, und die
-Öffnung desselben befinde sich in einem flachem Gefäß <span class="antiqua">B</span>,
-das mit Wasser gefüllt ist. Das Gefäß <span class="antiqua">A</span> sei mit Luft gefüllt,
-die mehr oder minder dicht ist, nach Ort und Jahreszeit. Man
-rücke einen mit Feuer gefüllten kleinen Ofen unter das
-Gefäß <span class="antiqua">A</span>. Die Luft wird sich, sobald sie die Wirkung der
-Wärme fühlt, ausdehnen und, nachdem sie dünner geworden
-ist, einen größeren Raum einnehmen und auf das Wasser
-drücken, was zu kochen scheinen wird. Dies ist ein Zeichen,
-das sich Luft entwickelt, und je mehr die Hitze wirken wird,
-desto mehr wird das Wasser zu kochen scheinen. Nachdem
-man den höchsten Grad von Luftverdünnung erhalten haben
-wird, wird das Wasser aufhören zu kochen. Wenn man dann
-das Feuer von dem Gefäß <span class="antiqua">A</span> wegnimmt, wird die Luft kälter
-werden und sich verdichten und einen kleineren Raum einnehmen,
-und da sie nicht mehr den leeren Raum in dem
-Gefäß ausfüllen kann, weil die Öffnung unter dem Wasser
-ist, wird sie das Wasser in das Gefäß ziehen, und man wird
-das Wasser mit Gewalt steigen und das Gefäß füllen sehen,
-so daß nur jener Teil davon leer bleibt, wo sich die Luft
-auf ihren natürlichen Zustand zurückgeführt befindet. Wenn
-man neuerdings Feuer an dieses geringe Volumen Luft
-bringt, wird es sich nochmals verdünnen, das Wasser wird
-hinausstürzen und, wenn man das Feuer entfernt, wieder
-steigen.</p>
-
-<p>Nachdem man das Wasser gestellt hat, nimmt man
-eine Feder und Tinte und bezeichnet außen am Glase die
-äußerste Oberfläche des Wassers im Gefäße und gießt dann
-aus einem anderen Gefäß so viel Wasser in das erstere, als
-nötig ist, bis zu dem angedeuteten Punkt zu gelangen. Man
-mißt hierauf dieses Wasser, und sovielmal dieses Wasser
-das ganze Gefäß füllen wird, sovielmal wird ein Teil der
-Luft, verdünnt durch die Hitze, sich entwickeln, und dadurch
-entstehen ganz kuriose Dinge (<span class="antiqua">grande secreti</span>).&#8220;</p>
-
-<p>Schon vor dem Jahre 1605 versuchte <em class="gesperrt">Marin Bourgeois</em>
-in der Artillerie Wasserdampf an Stelle von Pulver
-zu verwenden. Hiervon hörte <em class="gesperrt">David Rivault</em>, <em class="gesperrt">Herr<span class="pagenum"><a name="Seite_33" id="Seite_33">[S. 33]</a></span>
-von Flurence</em>; er setzte sich mit Bourgeois in Verbindung und
-ließ sich im Jahre 1606 dessen &#8222;Feuergewehr&#8220; vorführen.
-In den von Rivault im Jahre 1605 und 1608 herausgegebenen
-<span class="antiqua">Elémens d'Artillerie</span><a name="FNAnker_26_26" id="FNAnker_26_26"></a><a href="#Fussnote_26_26" class="fnanchor">[26]</a> wird beschrieben, wie eine
-dünnwandige mit Wasser gefüllte Äolipile, deren Öffnung
-verschlossen ist, mit heftigem Knall explodiert, wenn sie
-der Einwirkung starker Hitze ausgesetzt wird.</p>
-
-<p>Bourgeois hat übrigens, wie Sir Hugh Plat (vgl. S.&nbsp;<a href="#Seite_30">30</a>),
-auch die Beobachtung gemacht, daß, wenn man eine Äolipile
-erhitzt und in ein mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß wirft,
-sie Wasser in ihr Inneres hineinsaugt<a name="FNAnker_27_27" id="FNAnker_27_27"></a><a href="#Fussnote_27_27" class="fnanchor">[27]</a>.</p>
-
-<p>Die in der zweiten Ausgabe der <span class="antiqua">Elémens d'Artillerie</span>
-gegebene Beschreibung des Dampfgeschützes lautet wie folgt<a name="FNAnker_28_28" id="FNAnker_28_28"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>:
-&#8222;<em class="gesperrt">Wie ein Geschütz mit Hilfe reinen Wassers abgefeuert
-werden kann</em>. Eine Kanone von der gebräuchlichen
-Form wurde am Zündloch fest verschlossen, und das
-Innere wurde mit Wasser gefüllt. Eine Kugel wurde hineingeschoben
-und mittels eines Halters festgehalten. <em class="gesperrt">Nunmehr
-wurde ein Feuer unter den Schildzapfen
-des Rohres angebracht</em>. Als das Wasser hoch erhitzt
-worden war, wurde der die Ladung sichernde Halter entfernt
-und der Dampf trieb die Kugel mit großer Gewalt hinaus.&#8220;
-Rivault gibt übrigens auch die Abbildung einer von Bourgeois
-erfundenen Windkanone.</p>
-
-<p>Im Jahrs 1615 erschien zu Heidelberg ein von <em class="gesperrt">Salomon
-de Caus</em><a name="FNAnker_29_29" id="FNAnker_29_29"></a><a href="#Fussnote_29_29" class="fnanchor">[29]</a> verfaßtes, zum Teil an Heron sich anlehnendes
-Buch: &#8222;<span class="antiqua">Les Raisons des forces mouvantes, avec diverses
-machines aussi utiles que plaisantes</span>&#8220;, in welchem Beobachtungen<span class="pagenum"><a name="Seite_34" id="Seite_34">[S. 34]</a></span>
-über die Natur des Wasserdampfes sowie Vorschläge
-für dessen praktische Verwendung gemacht werden. Diese
-sind von seiten Aragos so hoch eingeschätzt, daß er Salomon
-de Caus als den Erfinder der Dampfmaschine hingestellt
-hat. Eine aus dem Jahre 1624 stammende Ausgabe jenes
-Buches Salomons de Caus zerfällt in folgende Unterabteilungen:
-Über die bewegenden Kräfte, Grotten- und Fontänenbau,
-Orgelbau. Für die Geschichte der Dampfmaschine
-ist nur die erstere wichtig, und zwar in erster Linie die dort
-aufgestellten &#8222;Theoreme&#8220; <span class="antiqua">I</span> und <span class="antiqua">V</span>.</p>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Salomons de Caus Theorem <span class="antiqua">I</span></em>.</p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Die Elemente vereinigen sich eine Zeitlang;
-sodann kehrt jedes wieder an seinen Ort zurück</em>.</p>
-
-<p>Es ist allgemein bekannt, daß alles, was die göttliche
-Vorsehung geschaffen hat, zusammengesetzt und zusammengemischt
-ist aus Elementen, ebenso alles das, was der Mensch
-ausführt. So ist z.&nbsp;B. das Holz und alle anderen Dinge, die
-die Erde hervorbringt, aus Trockenem und Feuchtem zusammengesetzt
-und zwar mit Hilfe des Feuers und der Luft.
-Denn wir wissen aus Erfahrung, daß die Erde nichts hervorbringen
-würde, wenn sie nicht von der Sonne erwärmt
-würde und wenn die Luft nicht Wachstum verliehe. Wie
-nun aber die Natur etwas mit Hilfe der Elemente entstehen
-läßt, so zerstört sie dieses wiederum mit Hilfe der Elemente,
-indem sie jedes Element wiederum auf seine Stelle zurückkehren
-läßt. So wird z.&nbsp;B. das Holz durch Wärme zerstört,
-die Feuchtigkeit verdampft nach oben unter der Einwirkung
-der Wärme. Erreicht nun der Dampf mit der Wärme eine
-gewisse Höhenregion, so verlassen sie einander; jeder geht
-an seinen Ort zurück; die Feuchtigkeit fällt wieder auf die
-Erde. Dieses nennen wir Regen. Diesen Vorgang werde
-ich an einem Beispiel erläutern.</p>
-
-<p><span class="antiqua">A</span> (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_12">12</a>) sei ein rundes, dichtes Gefäß, in dessen
-Inneres ein Rohr <span class="antiqua">C</span> hineinragt, und zwar bis ungefähr auf
-dessen Boden. An dem Rohre <span class="antiqua">C</span> ist ein Hahn zum Öffnen
-und Verschließen angebracht. Oben ist an dem Gefäß noch
-die Öffnung <span class="antiqua">E</span> angeordnet. Man tue nun durch diese Öffnung
-Wasser in das Gefäß hinein, und zwar einen Topf voll,
-wie er neben dem Gefäß dargestellt ist, sofern das Gefäß<span class="pagenum"><a name="Seite_35" id="Seite_35">[S. 35]</a></span>
-drei solche Töpfe faßt. Hierauf setze man das Gefäß drei
-oder vier Minuten lang auf Feuer und lasse die obere Öffnung
-<span class="antiqua">E</span> offen. Nunmehr ziehe man das Gefäß wieder vom Feuer
-fort und lasse das noch in demselben befindliche Wasser
-hinaus. Man wird hierbei finden, daß ein Teil des Wassers
-durch die Hitze des Feuers verdampft ist. Nunmehr fülle
-man in das Gefäß wiederum die gleiche Menge Wasser
-wie vorhin, setze das Gefäß wiederum auf das Feuer, verschließe
-aber sowohl die obere Öffnung <span class="antiqua">E</span> wie den Hahn <span class="antiqua">D</span>.
-Man lasse das Gefäß während der gleichen Zeit auf dem
-Feuer wie vorhin, ziehe es dann vom Feuer zurück und lasse
-es erkalten, ohne die Öffnung <span class="antiqua">E</span> zu öffnen. Gießt man
-nun das Wasser aus dem Gefäß aus, so wird man finden,
-daß dieses in derselben Menge vorhanden ist, die man in das
-Gefäß hineinfüllte. Hieraus ersieht man, daß das Wasser,
-das zu Dampf geworden war, jetzt wieder zu Wasser sich
-verwandelt und sich selbst abgekühlt hat. Man kann auch
-noch einen anderen Versuch machen. Man tue wiederum
-ein Quantum Wasser in das Gefäß und setze dieses auf das
-Feuer, nachdem man die Öffnung <span class="antiqua">E</span> geschlossen und den<span class="pagenum"><a name="Seite_36" id="Seite_36">[S. 36]</a></span>
-Hahn <span class="antiqua">D</span> geöffnet hat. Setzt man nun den Topf neben das
-Gefäß, so wird sich das Wasser infolge der Hitze des Feuers
-aus dem Gefäße emporheben.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_12" id="Abb_12"></a>
-<img src="images/abb12.png" width="450" height="411" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 12.<br />
-
-Versuch Salomons de Caus über die Kondensation
-des Dampfes.</div>
-</div>
-
-<p>Aus diesem Theorem I geht mit Sicherheit hervor,
-daß Salomon de Caus das Wesen der <em class="gesperrt">Kondensation
-des Wasserdampfes</em> erkannt hat.</p>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Salomons de Caus Theorem <span class="antiqua">V</span></em>.</p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Wasser steigt mit Hilfe des Feuers höher
-als seine Oberfläche</em>.</p>
-
-<p>Man kann mit Hilfe des Feuers Wasser zum Steigen
-bringen. Hierzu können verschiedene Vorrichtungen dienen.
-Eine derselben will
-ich hier beschreiben.
-<span class="antiqua">A</span> (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_13">13</a>) sei eine
-ringsum gut verlötete
-Kugel, an welcher sich
-eine Öffnung <span class="antiqua">D</span> befinde,
-durch welche
-man Wasser in das Gefäß
-tue. In die Kugel
-<span class="antiqua">A</span> führt bis fast
-auf deren Grund ein
-Rohr <span class="antiqua">B</span>. Nach Einführung
-des Wassers
-schließe man den
-Hahn <span class="antiqua">D</span> und stelle das
-Gefäß auf Feuer. Dann
-wird die dem Gefäß
-zugeführte Wärme das
-ganze Wasser aus dem
-Rohr <span class="antiqua">B</span> austreten
-lassen.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 312px;">
-<a name="Abb_13" id="Abb_13"></a>
-<img src="images/abb13.png" width="312" height="540" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 13.<br />
-
-Salomons de Caus Vorrichtung zum Heben
-von Wasser mit Hilfe des Feuers.</div>
-</div>
-
-<p>Unter den übrigen
-von Salomon de
-Caus angegebenen
-Vorrichtungen zum
-Heben von Wasser
-sind für uns noch
-einige solche von Interesse,<span class="pagenum"><a name="Seite_37" id="Seite_37">[S. 37]</a></span>
-bei denen die Sonnenwärme als Wärmequelle zur
-Erzielung der Verdampfung benutzt wird. Als Aufgabe 13
-beschreibt er eine Maschine, mit deren Hilfe man stehendes
-Wasser in Gestalt
-einer kontinuierlichen
-Fontäne
-zum Ausströmen
-bringen kann. Auf
-dem Wasserbehälter <span class="antiqua">I</span>
-(Abb.&nbsp;<a href="#Abb_14">14</a>)
-stehen vier kleine
-kastenförmige Gefäße;
-sie sind
-unten durch ein
-Rohr <span class="antiqua">P</span> miteinander
-verbunden.
-Dieses Rohr mündet
-in seinem
-mittleren Teile
-mittels eines Ventils
-<span class="antiqua">H</span> in das im
-Behälter <span class="antiqua">I</span> enthaltene
-Wasser.
-Oberhalb der vier
-kleinen Gefäße
-liegt ein Rohr <span class="antiqua">E</span>,
-von welchem je
-ein senkrechtes
-Rohr in diese Gefäße
-mündet. Ein
-Rohr <span class="antiqua">N</span> mit Ventil
-<span class="antiqua">G</span> führt von
-dem Rohr <span class="antiqua">E</span> zu
-der kontinuierlich
-zu betreibenden
-Fontäne. Die
-oberen vier Gefäße
-werden durch die Öffnung <span class="antiqua">M</span> zur Hälfte mit Wasser gefüllt.
-Hierbei wird dieses Wasser durch das Ventil <span class="antiqua">H</span> zurückgehalten.
-Läßt man nun die Sonne direkt oder unter Einschaltung<span class="pagenum"><a name="Seite_38" id="Seite_38">[S. 38]</a></span>
-von Brenngläsern auf die vier oberen Gefäße scheinen,
-so dehnt sich die in diesen befindliche Luft aus und drückt das
-Wasser in das Rohr <span class="antiqua">E</span> und durch das Ventil <span class="antiqua">G</span> und Rohr <span class="antiqua">N</span>
-zu dem Springbrunnen. Dieser läßt das Wasser wieder in
-das Gefäß <span class="antiqua">I</span> zurückfallen. Wird die Zufuhr der Sonne unterbrochen,
-was bei Eintritt der Dunkelheit von selbst erfolgt,
-so kühlt sich die in den vier oberen Gefäßen enthaltene Luft
-ab und vermindert ihr Volumen. Infolgedessen schließt
-sich das Ventil <span class="antiqua">G</span>, wogegen sich das Ventil <span class="antiqua">H</span> öffnet und Wasser
-aus dem Gefäß <span class="antiqua">I</span> in die oberen Gefäße nach oben hin übertreten
-läßt. Bescheint die Sonne wiederum den Apparat,
-so beginnt das Spiel von neuem.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 600px;">
-<a name="Abb_14" id="Abb_14"></a>
-<img src="images/abb14.png" width="600" height="259" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 14.<br />
-
-Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der Sonnenwärme.</div>
-</div>
-
-<p>Als Aufgabe 15 beschreibt Salomon de Caus die in<span class="pagenum"><a name="Seite_39" id="Seite_39">[S. 39]</a></span>
-Abb.&nbsp;<a href="#Abb_15">15</a> dargestellte Sonnenkraftmaschine. Hier sind in dem
-Gestell <span class="antiqua">A</span> Brenngläser angebracht, die die Sonnenstrahlen
-auf zwei Metallkästen werfen, die in ihrem Innern die nach
-Aufgabe 13 ausgeführte Vorrichtung enthalten. Durch
-Ventil <span class="antiqua">C</span> und Rohr <span class="antiqua">D</span> tritt die unter Druck stehende Flüssigkeit
-zu der im Nebenraum aufgestellten Fontäne über.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 420px;">
-<a name="Abb_15" id="Abb_15"></a>
-<img src="images/abb15.jpg" width="420" height="423" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 15.<br />
-
-Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit
-Hilfe der Sonnenwärme.</div>
-</div>
-
-<p>Salomon de Caus war 1576 zu Dieppe geboren. Seines
-Zeichens Architekt, kam er im Jahre 1612 nach England,
-um den Park des Prinzen von Wales zu Richmond auszugestalten.
-Als sich die Tochter des Prinzen, die Prinzessin
-Elisabeth, im Jahre 1615 mit Kurfürst Friedrich <span class="antiqua">V.</span> von der
-Pfalz vermählte, siedelte Salomon de Caus nach dessen
-Residenz Heidelberg über. Der dortige Schloßpark und die
-Schloßterrasse sind sein Werk. 1619 kehrte er in seine Heimat
-zurück, wo er im Jahre 1626 verstarb. Bailles<a name="FNAnker_30_30" id="FNAnker_30_30"></a><a href="#Fussnote_30_30" class="fnanchor">[30]</a> und Arago<a name="FNAnker_31_31" id="FNAnker_31_31"></a><a href="#Fussnote_31_31" class="fnanchor">[31]</a>
-erblickten in Salomon de Caus den Erfinder der Dampfmaschine.
-Im Jahre 1834 wurde ein angeblich von Marion
-Delorme an den Marquis de Cinq-Mars gerichteter Brief
-veröffentlicht<a name="FNAnker_32_32" id="FNAnker_32_32"></a><a href="#Fussnote_32_32" class="fnanchor">[32]</a>, in dem mitgeteilt wurde, daß de Caus, da
-man seine Anschauungen über die Dampfkraft für die Ausgeburt
-eines kranken Gehirns hielt, von Richelieu zu Bicêtre
-eingekerkert worden sei. In der Folgezeit erschien denn auch
-Salomon de Caus in Wort und Bild als Märtyrer seiner
-Ideen. Unter anderem widmete ihm Brachvogel 1859 das
-Drama &#8222;<span class="antiqua">Mon de Caus</span>&#8220;. Dagegen stellte sich der Brief Delormes
-als eine Fälschung heraus. Dieses hindert aber nicht,
-anzuerkennen, daß die Arbeiten Salomons de Caus eine wichtige
-Etappe auf dem Wege zu der Erkenntnis des Wesens
-des Dampfes bilden. Für die Vielseitigkeit dieses zu früh
-dahingerafften Pioniers der Dampfkraft spricht der Umstand,
-daß er auch über Perspektive (London 1612), Sonnenuhren
-(Paris 1624), Harmonie (Frankfurt 1615) Abhandlungen
-hinterlassen hat.</p>
-
-<p>Neben Salomon de Caus ist noch zu nennen der ebenfalls
-aus Dieppe stammende Isaak de Caus. Dieser verfaßte
-im Jahre 1644 ein Buch über eine neue Erfindung, um Wasser<span class="pagenum"><a name="Seite_40" id="Seite_40">[S. 40]</a></span>
-zu heben; dasselbe enthält aber nichts über die des Hebens
-mittels Feuer.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Mit dem Jahre 1617 erschließt sich für den die Geschichte
-der Dampfmaschine behandelnden Fachmann eine eigenartige
-Quelle in Gestalt der <em class="gesperrt">englischen Patentschriften</em>.
-Eins der besten Geschichtswerke über die Entwicklung der
-Dampfmaschine ist Fareys &#8222;<span class="antiqua">Treatise on Steam Engine, historical,
-practical and descriptive</span>, London 1827&#8220;. Desgleichen
-Robert Stuarts <span class="antiqua">Descriptive History of the Steam Engine</span>,
-London 1824. Beide Werke enthalten aber Angaben, welche
-gegenüber der sich auf die englischen Patentschriften stützenden
-Forschung nicht bestehen können. So enthält Stuarts <span class="antiqua">History</span>
-eine Zusammenstellung der auf die Verbesserung der Dampfmaschine,
-der Feuerungen und der Dampfkessel bezüglichen
-englischen Patentschriften, die als lückenhaft und als zum
-Teil unzutreffend zu bezeichnen ist. Durch einen Zufall
-wurde dem Schreiber dieses auch eine Anzahl in anderen
-gründlichen Werken enthaltener Unstimmigkeiten kund, die
-derselbe in einer längeren Abhandlung: &#8222;<em class="gesperrt">Beiträge zur
-Geschichte der Erfindungen im 17. und 18.&nbsp;Jahrhundert</em>&#8220;
-in &#8222;<em class="gesperrt">Glasers Annalen für Gewerbe und
-Bauwesen</em>&#8220; 1897, Nr.&nbsp;488 u. ff., richtig stellte.</p>
-
-<p>Die sämtlichen seit dem 11.&nbsp;März 1617 erteilten englischen
-Patente sind im Jahre 1857 gesammelt und bei George
-Edward Eyre und William Spottiswoode in London neu
-gedruckt worden. In ihnen ist für die Erforschung der Fortschritte
-der Technik von jener Zeit an ein reicher Stoff niedergelegt,
-der den im übrigen durchaus gewissenhaften Forschern
-Farey und Stuart nicht zur Verfügung stand. Nun gibt
-es außer jenem Neudruck der seit 1617 ausgegebenen englischen
-Patentschriften auch die von uns bereits mehrfach zitierten
-<span class="antiqua">Abridgements of Specifications relating to the Steam
-Engine</span>. <em class="gesperrt">Leider lassen aber auch diese eine absolute
-Zuverlässigkeit vermissen</em>. Schreiber dieses hat
-daher, um hier eine Lücke auszufüllen, sämtliche englischen
-Patentschriften vom Jahre 1617 bis auf James Watts erstes
-Patent vom Jahre 1769, insgesamt 913 Stück, daraufhin
-geprüft, ob sie sich auf die Verbesserung der Dampfmaschine
-oder Verwandtes beziehen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_41" id="Seite_41">[S. 41]</a></span></p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 408px;">
-<a name="Abb_16" id="Abb_16"></a>
-<img src="images/abb16.png" width="408" height="600" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 16.<br />
-
-Titelbild zu Giovanni Brancas Buch &#8222;<span class="antiqua">Le Machine</span>&#8220;.</div>
-</div>
-
-<p>Die ältesten englischen Patentschriften ergehen sich
-nur in allgemeinen Wendungen über den Gegenstand des<span class="pagenum"><a name="Seite_42" id="Seite_42">[S. 42]</a></span>
-Patents und geben daher keine Möglichkeit, sich diesen zweifellos
-zu vergegenwärtigen.</p>
-
-<p>Schon aus den ersten dieser Patentschriften geht aber
-zweifellos das große Interesse hervor, das die damalige
-Industrie hatte, um sich neue bewegende Kräfte dienstbar
-zu machen. Als ein auf diesem Gebiete tätiger Erfinder
-tritt uns <em class="gesperrt">David Ramseye</em> entgegen. Ihm wurde in Gemeinschaft
-mit <em class="gesperrt">Thomas Wildgosse</em> am 17.&nbsp;Januar
-1618 das Patent Nr.&nbsp;6 erteilt auf eine neue und geeignete
-kompendiöse Art von Maschinen und Instrumenten und
-andere nützliche Erfindungen, Mittel und Wege zum Besten
-des Gemeinwohles, um so wohl die Äcker ohne Pferde und
-Ochsen zu pflügen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu
-vermehren, ferner um Wasser von niedrig gelegenen Orten
-zu höher gelegenen Orten zu heben, Städte und Landedelsitze
-mit Wasser zu versorgen und andere Plätze, die bisher
-ohne Wasser sind, mit geringerer Mühe als bisher, und Fracht-
-und Passagierschiffe auf dem Wasser zu bewegen, sowohl
-schneller bei Windstille als auch sicherer im Sturm, als dies
-bei Schiffen mit voller Takelung möglich ist.</p>
-
-<p>Unter dem 8.&nbsp;August 1622 erhielt eben derselbe <em class="gesperrt">David
-Ramseye</em> in Gemeinschaft mit <em class="gesperrt">John Jacke</em> das Patent
-Nr.&nbsp;21 auf eine neue und nützliche Erfindung, Kunst und Mittel,
-zwei nützliche Maschinen und Instrumente herzustellen und
-zu benutzen, die eine zum Heben von Wasser, um Ländereien
-und Bergwerke zu entwässern, die andere um einen Bratspieß
-oder dergleichen zu drehen.</p>
-
-<p>Wir erwähnen diese beiden Ramseyeschen Patente hier,
-obgleich sie nicht mit Bestimmtheit auf Dampfmaschinen
-sich beziehen, um deswillen, weil Ramseye Inhaber des
-später noch von uns zu nennenden ersten englischen Dampfmaschinenpatents
-Nr.&nbsp;50 vom 21.&nbsp;Januar 1630 ist.</p>
-
-<p>Im Jahre 1627 gab <em class="gesperrt">Jean Leurechon</em> unter dem
-Namen &#8222;Van Etten, ein Student der Universität zu Pont
-à Mousson&#8220;, ein unterhaltendes, mathematische, physikalische
-usw. Dinge behandelndes Buch heraus: <span class="antiqua">Récréations
-mathématiques</span>, Rouen. In diesem wurde außer den in Herons
-Druckwerken beschriebenen Anwendungen der Dampfkraft auch
-die Dampfkanone von Bourgeois (vgl. S.&nbsp;<a href="#Seite_32">32</a>) vorgeführt<a name="FNAnker_33_33" id="FNAnker_33_33"></a><a href="#Fussnote_33_33" class="fnanchor">[33]</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_43" id="Seite_43">[S. 43]</a></span></p>
-<div class="figcenter" style="width: 404px;">
-<a name="Abb_17" id="Abb_17"></a>
-<img src="images/abb17.png" width="404" height="600" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 17.<br />
-
-Giovanni Brancas Antrieb eines Walzwerkes durch warme Luft.</div>
-</div>
-
-<p>Um diese Zeit brachte <em class="gesperrt">Cornelius Drebbel</em> (geb.
-1572 zu Alkmaar, gest. 1634 zu London) ein musikalisches<span class="pagenum"><a name="Seite_44" id="Seite_44">[S. 44]</a></span>
-Instrument durch Flüssigkeit, auf welche die Sonne einwirkte,
-zum Tönen<a name="FNAnker_34_34" id="FNAnker_34_34"></a><a href="#Fussnote_34_34" class="fnanchor">[34]</a>.</p>
-
-<p>Das Jahr 1629 bildet einen wichtigen Merkstein in der
-Geschichte der Dampfmaschine. In diesem Jahre veröffentlichte
-<em class="gesperrt">Giovanni Branca</em> sein mit zahlreichen höchst anschaulichen
-Abbildungen ausgestattetes Buch &#8222;<span class="antiqua">Le Machine</span>&#8220;,
-dessen mit den Bildnissen Vitruvs und Archimedes geziertes
-Titelbild wir in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_16">16</a> wiedergeben.</p>
-
-<p>Aus diesem Werke Brancas sind für die Geschichte der
-Dampfmaschine die Figuren 2 und 25 von Wichtigkeit.</p>
-
-<p>In Figur 2, die in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_17">17</a> wiedergegeben ist, stellt
-Branca ein Walzwerk dar, das durch die Abhitze eines Schmiedefeuers
-angetrieben wird.</p>
-
-<p>Branca beschreibt dieses Warmluftrad wie folgt: &#8222;In
-jener Figur 2 wird ein Verfahren gezeigt, um eine Stange
-Goldes, Silbers oder sonst eines Stoffes auszuwalzen, sowie
-Medaillen, Münzen und dergleichen mit einem Aufdruck
-zu versehen. Zunächst sieht man einen Handwerker neben
-dem Schmiedefeuer <span class="antiqua">M</span> unter der Esse <span class="antiqua">L K H G</span> auf dem
-Amboß <span class="antiqua">T</span> den Hammer schwingen.</p>
-
-<p>Die Esse läßt in der dargestellten Ausführung die warme
-Luft nach oben hin austreten und versetzt hierbei das Rad <span class="antiqua">I</span>
-in Drehung, durch dessen Bewegung die Triebe <span class="antiqua">N P R</span> und
-von diesen die Räder <span class="antiqua">O Q F</span> und die Welle <span class="antiqua">A</span> gedreht werden.
-Letztere liegt konzentrisch zu dem Rade <span class="antiqua">F</span>. Hier nun
-kann ein zweiter Handwerker je nach Wunsch den Metallstab
-<span class="antiqua">E</span> entweder auswalzen oder mittels der Preßansätze
-<span class="antiqua">B</span> und <span class="antiqua">C</span> mit Aufdrucken versehen.&#8220;</p>
-
-<p>Die in Figur 25 dargestellte, in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_18">18</a> wiedergegebene
-Vorrichtung hat Jahrhunderte hindurch geschlummert. Erst
-als die Elektrotechnik ihren Siegeszug durch die Welt vollzog
-und für den Antrieb der Dynamomaschine schnell laufende
-Kraftmaschinen verlangte, ist sie durch <em class="gesperrt">Parsons</em> und <em class="gesperrt">Laval</em>
-gegen Ende des 19.&nbsp;Jahrhunderts in Gestalt der <em class="gesperrt">Dampfturbine</em>
-zu neuem Leben erwacht und zu einer anfangs
-nicht geahnten Verbreitung, auch außerhalb der Elektrotechnik,
-insbesondere im Schiffswesen, gelangt.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 404px;">
-<a name="Abb_18" id="Abb_18"></a>
-<img src="images/abb18.png" width="404" height="600" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 18.<br />
-
-Giovanni Branca's Dampfrad.</div>
-</div>
-
-<p><em class="gesperrt">Giovanni Branca</em> beschreibt sein Dampfrad wie<span class="pagenum"><a name="Seite_45" id="Seite_45">[S. 45]</a></span>
-folgt: &#8222;Aus jeder Abbildung lassen sich die besten Grundlagen
-und Grundsätze für den jeweilig vorliegenden Zweck ableiten.
-Figur 25 stellt eine Vorrichtung dar, um Stoffe, die zur<span class="pagenum"><a name="Seite_46" id="Seite_46">[S. 46]</a></span>
-Herstellung von Pulver dienen, zu zermalmen. Wunderbar
-ist aber der Motor dieser Vorrichtung, der in einem metallenen
-Kopfe besteht, der mit <span class="antiqua">A</span> bezeichnet ist, durch die Öffnung <span class="antiqua">B</span>
-mit Wasser gefüllt und auf den mit brennenden Kohlen
-angefüllten Herd <span class="antiqua">C</span> gesetzt ist. Der Kopf kann nun nach keiner
-anderen Richtung hin ausatmen als durch seinen Mund <span class="antiqua">D</span>.
-So wird er denn einen so starken Hauch von sich geben, daß
-er das Schaufelrad <span class="antiqua">E</span> samt dem Rade <span class="antiqua">G</span>, dem Triebe <span class="antiqua">H</span>, dem
-Rade <span class="antiqua">I</span>, dem Triebe <span class="antiqua">K</span>, dem Rade <span class="antiqua">L</span> und die mit diesem
-verbundene Walze in Drehung versetzt. Auf dieser Walze
-sind die beiden Hebedaumen <span class="antiqua">N</span> und <span class="antiqua">O</span> angebracht, die abwechselnd
-die durch <span class="antiqua">P</span> geführten Stempel anheben, die dann
-die in den Gefäßen <span class="antiqua">M</span> befindlichen Stoffe zertrümmern.&#8220;</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Das Jahr 1630</em> bringt <em class="gesperrt">das erste auf eine Dampfmaschine
-bezügliche englische Patent</em>. In der zugehörigen
-Urkunde ist im Gegensatz zu den vorhergehenden
-Patentschriften ausdrücklich angegeben, daß es sich um die
-Ausnutzung des Feuers oder, mit anderen Worten, des
-Dampfes zur Leistung von Arbeiten handelt.</p>
-
-<p>Dieses Patent trägt die Nr.&nbsp;50 und ist unter dem 21.&nbsp;Januar
-1630 dem bereits als Mitinhaber der Patente Nr.&nbsp;6
-und Nr.&nbsp;21 genannten <em class="gesperrt">David Ramseye</em> erteilt.</p>
-
-<p>Das Patent ist außerordentlich vielseitig und betrifft:</p>
-
-<p>1. die Herstellung von Salpeter,</p>
-
-<p>2. <em class="gesperrt">das Heben von Wasser aus tiefen Gruben
-durch Feuer</em>,</p>
-
-<p>3. den Antrieb von Mühlen an stehenden Gewässern
-durch ständige Bewegung, ohne Benutzung von Wind, Bedienungsmannschaften
-oder Pferden,</p>
-
-<p>4. die Herstellung von Teppichen ohne Webstuhl,</p>
-
-<p>5. die Herstellung von Schiffen, Booten und Barken,
-die sich gegen starken Sturm und Strömung fortbewegen,</p>
-
-<p>6. die Erhöhung der Fruchtbarkeit des Erdbodens,</p>
-
-<p>7. die Hebung des Wassers aus tiefgelegenen Orten
-und Kohlengruben auf eine neue Art,</p>
-
-<p>8. das Weichmachen von Eisen und Kupfer,</p>
-
-<p>9. das Bleichen von Wachs.</p>
-
-<p>Im Jahre 1633 wurden die von uns bereits erwähnten
-&#8222;<span class="antiqua">Récréations mathématiques</span>&#8220; <em class="gesperrt">Leurechons</em> durch <em class="gesperrt">Oughtred</em><span class="pagenum"><a name="Seite_47" id="Seite_47">[S. 47]</a></span>
-ins Englische übersetzt<a name="FNAnker_35_35" id="FNAnker_35_35"></a><a href="#Fussnote_35_35" class="fnanchor">[35]</a>. Hier wurden die Äolipilen
-als Hilfsmittel beim Metallschmelzen vorgeschlagen.</p>
-
-<p>Vielleicht ist diese Veröffentlichung der Anlaß zu dem
-englischen Patent Nr.&nbsp;71 gewesen, das unter dem 24.&nbsp;Juni
-1634 an <em class="gesperrt">Arnold Rotsipen</em> erteilt wurde. Dasselbe betrifft
-außer verschiedenen auf anderen Gebieten liegenden
-Erfindungen <em class="gesperrt">einen mechanischen Hammer</em> (<span class="antiqua">hammer
-Mill</span>), <em class="gesperrt">der durch Wasserdampf oder durch ein Pferd
-angetrieben wird und gestattet, mehr oder minder
-starke Schläge auszuüben</em>, obgleich der Antrieb stets
-mit der gleichen Geschwindigkeit erfolgt. Dieses wichtige
-Patent ist in den <span class="antiqua">Abridgements</span> auffallenderweise nicht
-enthalten.</p>
-
-<p>Um diese Zeit vollzog sich jener große Fortschritt in der
-Kenntnis des Luftdrucks, der an die Namen <em class="gesperrt">Galilei</em>, <em class="gesperrt">Torricelli</em>,
-<em class="gesperrt">Pascal</em> und <em class="gesperrt">Otto v. Guericke</em> geknüpft ist und
-fruchtbringend auf die Entwicklung der Anwendung der Dampfkraft
-&mdash; wenn auch nicht sofort erkennbar &mdash; einwirkte.</p>
-
-<p>Im Jahre 1643 veröffentlichte der Jesuitenpater <em class="gesperrt">Athanasius
-Kircher</em> in dem Buche &#8222;<span class="antiqua">De arte magnetica</span>&#8220; eine
-Verbesserung des Brancaschen Schaufelrades. Dieselbe bestand
-im wesentlichen darin, daß auf das Rad an Stelle eines
-einzigen Dampfstrahles deren zwei zur Einwirkung gebracht
-wurden<a name="FNAnker_36_36" id="FNAnker_36_36"></a><a href="#Fussnote_36_36" class="fnanchor">[36]</a>.</p>
-
-<p>1648 empfahl der Bischof <em class="gesperrt">Wilkins</em> in der <span class="antiqua">Mathematical
-Magic</span> die von Cardanus verbesserte Äolipile (vgl. S.&nbsp;<a href="#Seite_28">28</a>)
-zum Läuten der Kirchenglocken und zum Antrieb von Musikwerken,
-zum Garnhaspeln, zum Schaukeln von Kinderwiegen
-und zum Drehen von Bratspießen.</p>
-
-<p>Im Jahre 1650 treffen wir auf ein Schriftstück, das von
-demjenigen Manne herrührt, der gleichsam ein englisches
-Gegenstück zu Salomon de Caus bildet, indem ihm von zahlreichen
-englischen Geschichtsforschern das Verdienst zugeschrieben
-wird, die erste als Dampfmaschine anzusprechende
-Vorrichtung erfunden und in praktische Benutzung genommen
-zu haben. Es ist dies <em class="gesperrt">Edward Somerset</em>, <em class="gesperrt">Marquis of
-Worcester</em>. Einer reichen Aristokratenfamilie angehörig,<span class="pagenum"><a name="Seite_48" id="Seite_48">[S. 48]</a></span>
-war Worcester ein Gegner Cromwells. Als dieser die königlichen
-Truppen besiegte, ging Worcester im Jahre 1648
-seiner Besitzungen verlustig und mußte nach Frankreich
-flüchten, wo er sich mehrere Jahre hindurch aufhielt. König
-Karl <span class="antiqua">II.</span> hoffte auf die Beihilfe Ludwigs <span class="antiqua">XIV.</span> Dem widersetzte
-sich aber der Kardinal Mazarin, und es blieb Karl <span class="antiqua">II.</span>
-nichts anderes übrig, als Vermittler nach England zu senden,
-die seine Rückkehr auf den englischen Thron einleiten sollten.
-Als ein solcher Vermittler ging auch der Marquis of Worcester
-nach England, wurde aber auf Parlamentsbeschluß
-vom 28.&nbsp;Juli 1652 dem Tower als Gefangener zugeführt.
-Hier nahm er seine schon von Jugend auf betriebene Beschäftigung
-mit mechanischen Künsten wieder auf und brachte
-eine Anzahl von ihm gemachter Erfindungen zu Papier.
-Dieser unfreiwillige Aufenthalt dürfte bis etwa zum Juni
-1655 gewährt haben. Hier nun verfaßte er die erste Niederschrift
-eines Buches: &#8222;<em class="gesperrt">Ein Hundertvoll der Namen
-und Beispiele solcher Erfindungen, von denen
-ich mich erinnere, daß ich sie versucht und vervollkommnet
-habe</em>&#8220;. Diese Schrift kam aber erst im
-Jahre 1663 in die allgemeine Öffentlichkeit. Am 15.&nbsp;November
-1661 erhielt der Marquis of Worcester das Patent
-Nr.&nbsp;131. Dasselbe betrifft:</p>
-
-<p>1. eine Uhr ohne Schnur und Kette,</p>
-
-<p>2. Schnelladekanonen und Pistolen,</p>
-
-<p>3. eine Vorrichtung, um durchgehende Pferde ohne
-Gefahr von dem Wagen loszulösen,</p>
-
-<p>4. ein Schiff, das gegen den Strom und gegen den
-Wind geht.</p>
-
-<p>Die hier unter Nr.&nbsp;4 aufgeführte Erfindung ist von
-verschiedenen Geschichtsforschern, z.&nbsp;B. Woodcroft, dahin
-ausgelegt, daß sie sich auf ein Dampfschiff beziehe. Hierfür
-bietet aber die Patentschrift Nr.&nbsp;131 keinerlei Anhalt. Hieraus
-scheint sich vielmehr zu ergeben, daß es sich um eine
-eigenartige Benutzung der Kraft des Windes handelt, die
-auch zum Be- und Entladen von Schiffen benutzt werden
-sollte.</p>
-
-<p>Im Jahre 1659 gab <em class="gesperrt">Jakob Dobrzenski</em> ein größeres
-reich illustriertes Buch <span class="antiqua">Nova et amaenior de admirando
-fontium genio Philosophia</span> heraus, in welchem in Anlehnung<span class="pagenum"><a name="Seite_49" id="Seite_49">[S. 49]</a></span>
-an Heron von Alexandrien eine Anzahl hydraulischer Apparate,
-u.&nbsp;a. auch eine Vorrichtung, um Wasser durch die Kraft
-erwärmter Luft zu heben, beschrieben wird.</p>
-
-<p>Nunmehr sind zwei Patente bemerkenswert, die im
-Verlaufe des Jahres 1662 erteilt wurden. Dieselben enthalten
-zwar keine Angaben, aus denen hervorgeht, daß es sich
-um die Anwendung der Dampfkraft handelt, die jedoch
-derart abgefaßt sind, daß sie dahin gedeutet werden können,
-daß es sich um eine solche handelte.</p>
-
-<p>Das erste dieser beiden Patente ist am 12.&nbsp;März 1662 an
-<em class="gesperrt">Ralph Waine</em> unter Nr.&nbsp;135 verliehen. Als Gegenstand des
-Patents ist angegeben: <em class="gesperrt">eine Maschine mit perpetuierlicher
-Selbstbewegung, die ohne Hilfe einer Person
-oder einer Kreatur nicht nur weite Flächen Landes
-von großen Wassermengen trocken legt, sondern
-auch Bergwerke von mehr als 50 Fathoms Tiefe</em>.</p>
-
-<p>Das zweite Patent trägt die Nummer 139 und ist am
-17.&nbsp;September 1662 an <em class="gesperrt">Thomas Togood</em> erteilt. Dasselbe
-betrifft eine Erfindung, neue Schiffe zu bauen, die ohne
-Hilfe von Wind und Strömung fahren, und eine neue Erfindung
-zum Heben von Wasser mit Wassersaugern, die
-eine besondere Anwendung finden können, sowie die Entwässerung
-von Bergwerken, <em class="gesperrt">die mit Hilfe der bisher
-bekannten Maschinen nicht erreicht werden kann</em>.
-Im Jahre 1663 erschien die bereits erwähnte Schrift des
-<em class="gesperrt">Marquis of Worcester</em>: &#8222;Ein Hundertvoll Namen und
-Beispiele von Erfindungen&#8220;. Der vollständige Titel dieser
-von den einen in den Himmel gehobenen, von den anderen
-als Ergebnis hohler Prahlerei verschrieenen Druckschrift lautet:</p>
-
-<p>&#8222;Ein Hundertvoll der Namen und Beispiele von denjenigen
-Erfindungen, von denen ich mich entsinnen kann,
-sie versucht und ausgebildet zu haben, welche ich (da meine
-früheren Niederschriften verloren gegangen sind) auf inständiges
-Ersuchen eines machtvollen Freundes im Jahre
-1655 versucht habe, in einer solchen Weise niedergelegt
-habe, daß ich mich aus ihnen derart unterrichten kann, daß
-ich imstande bin, die eine oder andere praktisch auszuführen.
-<span class="antiqua">Artis et Naturae proles.</span> London. Gedruckt bei J.&nbsp;Grismond
-im Jahre 1663.&#8220; Das Buch ist dem englischen König und
-dem Parlament gewidmet.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_50" id="Seite_50">[S. 50]</a></span>
-
-Unter den hundert verschiedenen, zum großen Teil nur
-andeutungsweise aufgeführten Erfindungen befinden sich
-u.&nbsp;a. folgende: Verstellbarer Stempel (Nr.&nbsp;1), Abfeuern
-von Kanonen bei Nacht wie bei Tage (Nr.&nbsp;8), eine Höllenmaschine
-(Nr.&nbsp;9), die so klein ist, daß man sie in der Tasche
-tragen kann, und die, im Innern des größten Schiffes angebracht,
-zu einer bestimmten Minute, selbst nach Verlauf
-einer Woche, bei Tag oder Nacht das Schiff unfehlbar zum
-Sinken bringt. Nr.&nbsp;10 bezieht sich auf das Tauchen, um von
-einer eine Meile entfernten Stelle aus die unter Nr.&nbsp;9 erwähnte
-Höllenmaschine an dem Schiffe anzubringen. Unter Nr.&nbsp;11
-wird dann ein Mittel angegeben, um ein Schiff vor jenen
-Höllenmaschinen zu bewahren. Ein Verfahren (Nr.&nbsp;15),
-ein Boot zu bauen, das von selbst ohne Hilfe eines Menschen
-oder eines Tieres gegen Wind und Strömung fährt; ein
-Meeresschloß (Nr.&nbsp;16) oder -festung kanonenschußsicher zu
-machen, das auch innerhalb einer Stunde bei 1000 Mann
-Besatzung in drei Schiffe verwandelt werden kann. Ein
-auf der Themse schwimmender Blumengarten (Nr.&nbsp;17).
-Eine Wasserhebevorrichtung (Nr.&nbsp;21). Bewegung von Lasten
-mit geringem Kraftaufwande (Nr.&nbsp;27). Eine Repetierpistole
-(Nr.&nbsp;58). Als Anwendungsarten des Dampfes kommen
-nur die unter Nr.&nbsp;68, 98 und 100 beschriebenen Vorrichtungen
-in Frage.</p>
-
-<p>Unter Nr.&nbsp;68 heißt es: &#8222;Eine merkwürdige und sehr
-kräftige Art, Wasser zu heben, und zwar nicht in der Weise,
-daß es hinaufgedrückt oder hinaufgesaugt wird, denn dies
-ist, wie die Philosophen sagen, nur <span class="antiqua">intra sphaeram activitatis</span>,
-d.&nbsp;i. innerhalb enger Grenzen möglich. Der hier beschriebene
-Weg kennt keine Grenzen der Wirkung, sofern nur die dabei
-benutzten Gefäße stark genug sind. Ich nahm ein Kanonenrohr,
-von dem an dem einen Ende ein Stück abgesprungen
-war, füllte dessen Hohlraum zu drei Viertel mit Wasser,
-verschloß das Mundloch und das Zündloch sorgfältig mittels
-Schrauben. Nunmehr brachte ich ein starkes Feuer unter das
-Kanonenrohr, das dann nach 24 Stunden mit lautem Krach
-zerbarst. So hatte ich auf diese Weise ein Verfahren erkannt,
-um meine Gefäße so herzustellen, daß sie nacheinander
-mittels der in ihnen aufgespeicherten Kraft gefüllt werden
-können.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_51" id="Seite_51">[S. 51]</a></span>
-
-Ich habe gesehen, wie das Wasser gleich dem ständigen
-Strahl eines Springbrunnens 40 Fuß hochstieg. Ein Gefäß,
-das Wasser enthielt, das durch Feuer verdünnt wurde, trieb
-vierzig Gefäße kalten Wassers empor. Und ein Mann, der
-die Vorrichtung bedient, braucht nichts weiter zu tun, als
-zwei Hähne zu drehen, damit wenn das in dem einen Gefäß
-enthaltene Wasser verbraucht ist, ein anderes Gefäß zu arbeiten
-und sich mit kaltem Wasser zu füllen beginnt usw.
-Erforderlich ist, daß das Feuer gleichmäßig unterhalten wird.
-Dieses kann aber durch ein und dieselbe Person besorgt werden,
-und zwar zwischen der Drehung der erwähnten Hähne.&#8220;</p>
-
-<p>Unter Nr.&nbsp;98 heißt es: &#8222;Eine so ersonnene Maschine,
-daß, wenn der bewegliche Teil (&#8222;<span class="antiqua">primum mobile</span>&#8220;) vorwärts
-oder rückwärts, aufwärts oder abwärts, im Kreise oder
-winklig, hin und her, gerade, senkrecht sich bewegt, die angestrebte
-Wirkung ständig vor sich geht, ohne daß eine der
-vorgenannten Bewegungen die andere hindert oder vermindert.
-Alle Bewegungen vereinigen sich vielmehr, um
-der Vorrichtung Kraft in erhöhtem Maße zuzuführen. Und
-daher nenne ich diese Maschine eine &#8218;halballmächtige Maschine&#8219;
-(<span class="antiqua">A Semi-omnipotent Engine</span>). Ein Modell derselben
-soll mir dermaleinst in das Grab mitgegeben werden.&#8220;</p>
-
-<p>Unter Nr.&nbsp;100 macht dann der Marquis of Worcester
-folgende Ausführungen:</p>
-
-<p>&#8222;Durch das merkwürdige Hilfsmittel, welches die beiden
-zuletzt genannten Erfindungen darbieten, ist nun von mir
-nach jahrelangem Arbeiten ein Wasserwerk ausgeführt
-worden, mit dessen Hilfe mit der Kraft eines Kindes eine
-unglaubliche Menge Wassers 100 Fuß hoch gehoben werden
-kann, und zwar sogar in einem Rohre von zwei Fuß Durchmesser.
-Und dies geht so natürlich vor sich, daß die Maschine
-noch nicht einmal in dem benachbarten Raum gehört wird,
-und so leicht und einfach, daß, wenn die Maschine selbst
-während eines ganzen Jahres Tag und Nacht in Tätigkeit
-wäre, die Reparaturen noch nicht 40 Schillinge kosten und
-keinen Tag erfordern würden.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Ich kann daher diese Maschine mit Kühnheit
-das bewundernswerteste Werk der ganzen Welt
-nennen</em>. Dieselbe vermag nicht nur mit kleinem Aufwande
-alle Sorten von Bergwerken zu entwässern, sondern auch<span class="pagenum"><a name="Seite_52" id="Seite_52">[S. 52]</a></span>
-selbst hochgelegene Städte mit Wasser zu versorgen. Hierbei
-läßt sie das Wasser durch die Straßen laufen und übernimmt
-demnach auch das Amt der Straßenreiniger. Auch liefert
-sie den Einwohnern für ihre Privatzwecke Wasser in genügender
-Menge. Sodann versorgt sie Flüsse mit derartigen Wassermassen,
-daß sie schiffbar sind und bleiben von einer Stadt
-zur anderen.</p>
-
-<p>Und so hebt sie die Verhältnisse mit vermehrtem Vorteil,
-Nutzen, Bewunderung und Stetigkeit. Daher glaube
-ich denn auch wohl mit Recht, daß durch diese Erfindung
-meine Arbeiten gekrönt werden und daß sie mich für alle
-meine gehabten Aufwendungen entschädigen wird, so daß
-ich nicht mehr gezwungen bin, meine Gedanken auf weitere
-neue Erfindungen zu richten.</p>
-
-<p>Hiermit ist das Hundert voll, und ich will den Leser
-nicht weiter ermüden, denn ich habe die Absicht, der Nachwelt
-ein Werk zu schenken, in welchem unter allen den behandelten
-Kapiteln angegeben werden soll, wie die genannten
-Erfindungen ausgeführt werden können, und zwar unter
-Beifügung von Kupferstichen.</p>
-
-<p class="center"><span class="antiqua">In bonum publicum.<br />
-In Majorem Dei Gloriam.</span>&#8220;
-</p>
-
-<p>Dieses vom Marquis of Worcester der Nachwelt verheißene
-Werk ist nicht zur Ausführung gekommen. Wohl aber hat
-<em class="gesperrt">Henry Dircks</em> es unternommen, die hundert Erfindungen
-nach Kräften zu erklären<a name="FNAnker_37_37" id="FNAnker_37_37"></a><a href="#Fussnote_37_37" class="fnanchor">[37]</a>.</p>
-
-<p>Die Nachwelt hat mehrfach den Versuch unternommen,
-die unter Nr.&nbsp;68 des Centurys angegebene Maschine zu
-rekonstruieren.</p>
-
-<p>Die Abb.&nbsp;<a href="#Abb_19">19</a> stellt die vermutliche Anordnung der Worcesterschen
-Wasserhebemaschine nach La Cour und Appel
-dar<a name="FNAnker_38_38" id="FNAnker_38_38"></a><a href="#Fussnote_38_38" class="fnanchor">[38]</a>. Wir sehen hier links das Gefäß, in dem der Dampf<span class="pagenum"><a name="Seite_53" id="Seite_53">[S. 53]</a></span>
-entwickelt wird, der dann in das rechts stehende Gefäß
-geleitet wird und aus diesem das Wasser in einem Steigrohr
-empordrückt.</p>
-
-<p>Wie Salomon de Caus so ist auch der Marquis of Worcester
-als Erfinder der Dampfmaschine poetisch verherrlicht
-worden, und zwar in Bulwers &#8222;<span class="antiqua">The last of the Barons</span>&#8220;.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 400px;">
-<a name="Abb_19" id="Abb_19"></a>
-<img src="images/abb19.png" width="400" height="405" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 19.<br />
-
-Wasserhebemaschine des Marquis of Worcester.<br />
-
-Nach La Cour und Appel.</div>
-</div>
-
-<p>Des Marquis of Worcester &#8222;<span class="antiqua">Century of Inventions</span>&#8220;
-ist in Handschrift unter den <span class="antiqua">Harleian Papers</span> im Britischen
-Museum erhalten und trägt hier die Sammlungsnummer 2428.
-Sie wurde, wie wir bereits mitteilten, zuerst im Jahre 1663
-veröffentlicht. Im Jahre 1746 erfolgte ein Neudruck, bei
-welcher Gelegenheit man in <em class="gesperrt">Desaguliers</em> den Verfasser
-vermutete. Eine spätere Ausgabe aber erfolgte zu Glasgow
-im Jahre 1767, nachdem James Watt seine Erfindungen
-begonnen hatte. 1786 erfolgte zu London ein dritter Abdruck<span class="pagenum"><a name="Seite_54" id="Seite_54">[S. 54]</a></span>
-und im Jahre 1813 ein vierter zu Newcastle durch John
-Buddle. Schließlich veröffentlichte Henry Dircks das Century
-als Appendix zu seinem von uns zitierten Buche über Leben,
-Zeitalter und Arbeiten des Marquis of Worcester.</p>
-
-<p>Die <span class="antiqua">Abridgements of Specifications relating to the
-Steam Engine</span> (London 1871) berichten, daß der Marquis
-of Worcester unter dem 3.&nbsp;Juni 1663 durch Parlamentsakte
-auf seine Wasserhebemaschine ein Privileg erhielt. Dasselbe
-ist in der im Jahre 1857 veröffentlichten Sammlung englischer
-Patente nicht enthalten und bezweckte, &#8222;Edward
-Marquis of Worcester in den Stand zu setzen, die von ihm
-erfundene Wasserhebemaschine auszunutzen&#8220;. In der Einleitung
-heißt es: &#8222;Edward Marquis of Worcester hat Seiner
-Majestät dem König die Versicherung gegeben, daß er auf
-Grund langer und unermüdlicher Anstrengungen und Eifers
-und unter erheblichen Aufwendungen ein Naturgeheimnis
-aufgedeckt habe, nämlich eine Wasserhebemaschine von
-größerer Stärke und größeren Vorzügen, als man bisher
-kannte. Diese Maschine ist keine Pumpe oder Kraftmaschine
-(<span class="antiqua">force</span>), wie sie jetzt im Gebrauch sind, noch ein Werk, das
-mit Saugern, Eimern oder Balgen arbeitet, wie man sie
-bisher zum Heben und Transportieren von Wasser benutzt
-hat, welche Maschine der Allgemeinheit einen großen Nutzen
-gewähren wird. Und da nun der Marquis of Worcester
-gewillt und bereit ist, Sr. Majestät den zehnten Teil des ihm
-daraus erwachsenden Nutzens zu überlassen, soll ihm allein
-die Benutzung seiner Erfindung für 99 Jahre gewährt werden.</p>
-
-<p>Sollte jemand die Maschine nachahmen oder benutzen,
-so soll die betreffende Maschine dem Marquis verfallen
-sein. Und für jede Stunde, die jemand ohne Erlaubnis
-des Marquis die Maschine benutzt, soll dieser mit 5 Pfund
-Sterling bestraft werden. Dem Marquis wird aufgetragen,
-bis zum 29.&nbsp;September 1663 ein Modell seiner Maschine
-dem Lord Treasurer einzureichen.&#8220;</p>
-
-<p>Nachdem dieses Privilegium erteilt worden war, machte
-ein alter Diener des Marquis namens <em class="gesperrt">James Rollock</em>
-die Mitteilung, daß dieser beabsichtige, ein Wasserwerk nach
-seinem System zu erbauen. Dieser James Rollock war 40 Jahre
-lang der Augenzeuge der Bemühungen des Marquis gewesen,
-die darauf abzielten, eine brauchbare Wasserhebemaschine<span class="pagenum"><a name="Seite_55" id="Seite_55">[S. 55]</a></span>
-zu schaffen. Im Zusammenhange mit dieser Mitteilung
-James Rollocks scheint eine alsbald vom Marquis veröffentlichte
-Schrift zu stehen: &#8222;Eine vollkommene und wahre
-Beschreibung einer überraschenden Wasserhebemaschine&#8220;<a name="FNAnker_39_39" id="FNAnker_39_39"></a><a href="#Fussnote_39_39" class="fnanchor">[39]</a>.</p>
-
-<p>Nach dieser Schrift befanden sich an dieser Maschine
-im wesentlichen folgende Teile:</p>
-
-<p>1. ein vollkommenes Gegengewicht für jede beliebige
-Menge von Wasser;</p>
-
-<p>2. ein vollkommener Ausgleich (<span class="antiqua">countervail</span>) für jede
-Höhe, auf welche das Wasser gefördert werden soll;</p>
-
-<p>3. ein beweglicher Teil (<span class="antiqua">primum mobile</span>), der sowohl
-die Förderhöhe als auch die Fördermenge beherrscht;</p>
-
-<p>4. ein Ersatz oder Gegenwert, welcher die Stelle und
-Arbeit der vollen Kraft eines Mannes, des Windes, eines
-Tieres oder eines Wasserrades leistet;</p>
-
-<p>5. eine Steuerungsvorrichtung mit Griffen, durch welche
-ein Kind die ganze Arbeit der Maschine leiten, regulieren
-und kontrollieren kann;</p>
-
-<p>6. ein besonderer Behälter für Wasser, entsprechend der
-gewünschten Wassermenge oder Förderhöhe;</p>
-
-<p>7. eine Wasserleitung, geeignet für die gewünschte
-Wassermenge und Förderhöhe;</p>
-
-<p>8. ein Raum für das Quell- oder Flußwasser, wohinein
-dieses läuft und sich selbsttätig mit dem aufsteigenden Wasser
-vereinigt, und zwar am unteren Ende der genannten Wasserleitung,
-mag diese auch noch so hoch und weit sein;</p>
-
-<p>&#8222;Dies ist&#8220;, so fügt der Marquis hinzu, &#8222;durch die göttliche
-Vorsehung und durch himmlische Eingebung meine
-wunderbare Wasserhebemaschine, die weder an eine gewisse
-Förderhöhe noch an eine bestimmte Fördermenge gebunden
-ist.&#8220;</p>
-
-<p>La Tour und Appel berichten in ihrer von uns bereits
-mehrfach zitierten &#8222;Physik auf Grund ihrer geschichtlichen
-Entwicklung&#8220;, daß sich in den hinterlassenen Papieren des
-Marquis of Worcester die Niederschrift eines Dankgebetes
-gefunden hat, das er verfaßte, nachdem er seine Maschine
-in Tätigkeit gesetzt hatte und sich mit eigenen Augen von
-dem Erfolg überzeugen konnte. Dieses Gebet lautet:</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_56" id="Seite_56">[S. 56]</a></span>
-
-&#8222;O unendlicher und allmächtiger Gott, Deine Barmherzigkeit
-hat keine Grenzen. Deine Weisheit ist unermeßlich
-und unerschöpflich. Ich danke Dir zuerst, daß Du mich
-erschaffen und mir Heil hast widerfahren lassen. Dann aber
-sage ich Dir aus dem Innersten meines Herzens demütigen
-Dank dafür, daß Du mir Einsicht in ein Geheimnis vergönnt
-hast, welches so groß und für alle Menschen so wertvoll
-ist wie meine Wasserhebemaschine. Bewahre mich nun
-davor, o Herr, daß meine Kenntnis dieser und vieler seltenen
-und unvergleichlichen Erfindungen, Einrichtungen und Versuche
-mich aufgeblasen mache, sondern züchtige mein hochmütiges
-Herz, indem Du mich meine unwissende schwache
-und unwürdige Natur erkennen lässest, die von allem Bösen
-versucht wird.&#8220;</p>
-
-<p>Im Jahre 1663 hatte Worcester in seiner zu Vauxhall
-belegenen Werkstatt ein Modell seiner Wasserhebemaschine
-angefertigt und König Karl&nbsp;II. zu dessen Besichtigung eingeladen<a name="FNAnker_40_40" id="FNAnker_40_40"></a><a href="#Fussnote_40_40" class="fnanchor">[40]</a>.</p>
-
-<p>Sodann hatte er eine Maschine in größerem Maßstabe
-in Vauxhall für die Wasserversorgung Londons aufgestellt.
-Am 3.&nbsp;April 1667 verstarb Worcester in London und wurde
-in der Familiengruft zu Raglan feierlich beigesetzt. Die Maschinenanlage
-zu Vauxhall war noch im Jahre 1669 im Betriebe.
-In diesem Jahre wurde sie vom Prinzen Cosimo,
-dem Sohn des Großherzogs Ferdinand&nbsp;II. von Toskana,
-besichtigt. In dem Tagebuche, das Magalotti, der Begleiter
-des Prinzen, geführt hat, heißt es<a name="FNAnker_41_41" id="FNAnker_41_41"></a><a href="#Fussnote_41_41" class="fnanchor">[41]</a>:</p>
-
-<p>&#8222;Damit Seine Hoheit den Tag nicht mit unnützen Dingen
-zubringe, besuchten wir den anderen Teil der Stadt und sahen
-hier in einem Garten in der Nähe des Palais des Erzbischofs
-von Canterbury eine hydraulische Maschine, die vom Lord
-Somerset, Marquis of Worcester, erfunden ist. Sie hebt
-Wasser 40 Fuß hoch und wird von einem einzigen Mann
-bedient. In sehr kurzer Zeit füllt sie durch ein Rohr, welches
-nur ½ Fuß Durchmesser hat, einen Behälter mit Wasser. Man
-sagt, sie sei nützlicher als eine andere Maschine im Somersethause,
-die von zwei Pferden in Bewegung gesetzt wird.&#8220;</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_57" id="Seite_57">[S. 57]</a></span>
-
-Die Witwe des Marquis bemühte sich nach dem Tode
-ihres Gatten noch eine Zeitlang um die Ausnutzung der Erfindung,
-gab jedoch alsbald aus Rücksicht auf ihr Geschlecht
-und ihren Stand weitere Schritte auf.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Boyle</em> hatte bereits im Jahre 1660 die Beobachtung
-gemacht, daß lauwarmes Wasser siedet, wenn die auf ihm
-lastende Luftsäule durch eine Luftpumpe entfernt wird.</p>
-
-<p>Auch <em class="gesperrt">Huygens</em> wendete sich der Untersuchung des
-Luftdrucks zu; hierdurch wiederum wurde Dionysius Papin
-im Jahre 1674 veranlaßt, eine Druckschrift über die von
-ihm angestellten Versuche und eine von ihm verbesserte
-Luftpumpe zu veröffentlichen. In das Jahr 1674 fällt auch
-die Erteilung des englischen Patents Nr.&nbsp;175 vom 14.&nbsp;März
-genannten Jahres. Dasselbe läßt allerdings nicht erkennen,
-ob es sich um eine Ausnutzung der Dampfkraft handelt. Es
-ist aber um deswillen interessant, weil es dem <em class="gesperrt">Sir Samuel
-Morland</em> erteilt ist, der sich später um die Ausgestaltung
-der Dampfmaschine nicht unwesentliche Verdienste erworben
-hat. Als Gegenstand des Patents wird angegeben: einige
-Maschinen, um große Wassermengen mit geringerem Kraftaufwand
-zu heben, als es jetzt mit Hilfe von Ketten- und anderen
-Pumpen möglich. Nach Farey ist Morland auch der
-Erfinder des Gangspills, des Sprachrohres, der Plungerpumpe
-und einer Rechenmaschine.</p>
-
-<p>Im Jahre 1678 machte der Abbé <em class="gesperrt">Hautefeuille</em> den
-Vorschlag, die bei dem Verbrennen des Schießpulvers sich
-bildenden Gase als treibende Mittel zu benutzen. Der erste
-Vorschlag ging dahin, die Pulvergase zu kondensieren und
-durch das hierbei sich bildende Vakuum Wasser anzusaugen;
-nach dem zweiten Vorschlage sollten die Pulvergase auf die
-Oberfläche des in einem geschlossenen Gefäß enthaltenen
-Wassers drücken und dieses Wasser in ein anderes Gefäß
-emporheben; nach dem dritten Vorschlage sollten die Gase
-einen Kolben in eine hin und her gehende Bewegung versetzen<a name="FNAnker_42_42" id="FNAnker_42_42"></a><a href="#Fussnote_42_42" class="fnanchor">[42]</a>.</p>
-
-<p>In demselben Jahre machte <em class="gesperrt">Boyle</em> eine Anzahl von
-Versuchen mit Äolipilen, bei denen er zu dem Ergebnis<span class="pagenum"><a name="Seite_58" id="Seite_58">[S. 58]</a></span>
-kam, daß nur die im Dampf enthaltenen Wasserteilchen
-kondensierbar seien, daß aber die Luft nicht in Flüssigkeit
-verwandelt werden könne.</p>
-
-<p>In das Jahr 1679 fällt wiederum ein auf das Heben
-von Wasser erteiltes Patent. Dasselbe trägt die Nr.&nbsp;208
-und ist unter dem 23.&nbsp;Mai <em class="gesperrt">George Burton</em>, <em class="gesperrt">Silvester
-Plott</em> und <em class="gesperrt">John Deighton</em> auf ein Mittel oder ein Verfahren
-erteilt, &#8222;um durch Wasserkraft (&#8222;Hydragogie&#8220;) in
-Röhren, Maschinen und Gefäßen Wasser höher zu heben,
-als es bis jetzt in den Londoner Maschinenhäusern und in
-England möglich ist.&#8220;</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-
-
-
-
-<h2><span class="pagenum pagenumh2"><a name="Seite_59" id="Seite_59">[S. 59]</a></span><a name="Von_Dionysius_Papin_bis_James_Watt" id="Von_Dionysius_Papin_bis_James_Watt">Von Dionysius Papin bis James Watt.</a></h2>
-
-
-<p class="noindent"><big>W</big>ir wenden uns nunmehr dem zweiten Abschnitt der vor
-James Watt liegenden Entwicklung der Dampfmaschine
-zu. Derselbe steht durchaus im Namen <em class="gesperrt">Dionysius</em> (<em class="gesperrt">Denis</em>)
-<em class="gesperrt">Papins</em>. Er unterscheidet sich von dem ersten, Jahrtausende
-umfassenden Abschnitt dadurch, daß an die Stelle des Tastens
-und unsicheren Suchens allmählich ein zielbewußtes, auf
-das gewissenhaft ausgeführte und zutreffend beurteilte
-Experiment gestütztes Streben tritt.</p>
-
-<p>Wohl war das Ventil, der in dem Zylinder bewegliche
-Kolben, die Expansions- und Druckkraft des Dampfes und die
-Kondensation des Dampfes bekannt. Auch war bereits der
-Vorschlag gemacht worden, die Expansionskraft des explodierenden
-Pulvers zur Bewegung eines Kolbens zu benutzen.
-Allen diesen Tatsachen gegenüber, von denen übrigens nicht
-feststeht, inwieweit sie Papin bekannt waren, besteht dessen
-großartiges Verdienst darin, daß er den ersten erfolgreichen
-Schritt auf dem Wege zur Herstellung der Dampfmaschine
-im Sinne der Jetztzeit tat.</p>
-
-<p>Nachdem Papin, wie wir auf S.&nbsp;<a href="#Seite_57">57</a> berichteten, sich
-mit der Erforschung des Wesens des Luftdrucks beschäftigt
-hatte und das Ergebnis derselben in einer Huygens gewidmeten
-Schrift im Jahre 1674 niedergelegt hatte, ging er
-dazu über, auch die Natur des Wasserdampfes zu untersuchen.
-Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind niedergelegt
-in der im Jahre 1681 in London erschienenen Schrift: &#8222;<span class="antiqua">A
-New Digester or Engine for softning Bones, containing
-the Description of its Make and Use in Cookery, Voyages
-at Sea, Confectionary, Making of Drinks, Chymistry
-and Dying etc.</span>&#8220;</p>
-
-<p>Der in dieser Schrift beschriebene Digester ist der bekannte
-in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_20">20</a> dargestellte <em class="gesperrt">Papinsche Topf</em>. Bis auf den
-heutigen Tag ist derselbe als sparsame und zweckdienliche<span class="pagenum"><a name="Seite_60" id="Seite_60">[S. 60]</a></span>
-Kochvorrichtung im Gebrauch, aufgebaut auf der Abhängigkeit
-des Siedepunktes vom Druck.</p>
-
-<p>Für die Entwicklung der Dampfmaschine ist diese Schrift
-nicht nur wegen der erweiterten Kenntnis des Wesens des
-Wasserdampfes von hohem Wert, sondern auch um deswillen,
-weil hier, wie unsere Abbildung erkennen läßt, das so überaus
-wichtige <em class="gesperrt">Sicherheitsventil</em> mit veränderlicher Belastung
-zuerst in die Erscheinung tritt. In Abb.&nbsp;<a href="#Abb_20">20</a> ist dasselbe
-mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">LMN</em></span> bezeichnet. Im Jahre 1681 machte <em class="gesperrt">Huygens</em>
-den Vorschlag, die Gase des
-explodierenden Pulvers zum
-Auftrieb eines in einem Zylinder
-beweglichen Kolbens zu
-verwenden und alsdann die
-Gase zu kondensieren. Die
-Abwärtsbewegung des Kolbens
-sollte durch den Überdruck
-der Luft bewirkt werden<a name="FNAnker_43_43" id="FNAnker_43_43"></a><a href="#Fussnote_43_43" class="fnanchor">[43]</a>.</p>
-
-<p>Inzwischen ruhte auch in
-England die Erfindertätigkeit
-nicht. Das Jahr 1681 brachte
-die Gewährung zweier Patente,
-die, wenn auch nicht als
-Dampfmaschinenpatente benannt,
-dennoch von uns erwähnt
-werden müssen.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 220px;">
-<a name="Abb_20" id="Abb_20"></a>
-<img src="images/abb20.png" width="220" height="416" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 20.<br />
-
-Papinscher Topf.<br />
-
-Aus &#8222;<span class="antiqua">A New Digester</span>&#8220;.
-London, 1681.</div>
-</div>
-
-<p>Es ist dies das Patent
-Nr.&nbsp;212 vom 25.&nbsp;Juni 1681.
-Dasselbe ist an <em class="gesperrt">William
-Pawley</em> und <em class="gesperrt">Edward Dallow</em>
-erteilt und betrifft einen neuen
-Weg oder Kunst zum Entwässern
-von Bergwerken. Das
-zweite Patent ist am 19.&nbsp;August
-1681 unter Nr.&nbsp;215 an <em class="gesperrt">John
-Joachim Becher</em>, <em class="gesperrt">Henry
-Serle</em>, <em class="gesperrt">Henry Vincent</em>, <em class="gesperrt">John Weale</em> und <em class="gesperrt">Samuel
-Weale</em> erteilt und betrifft eine Maschine, um Wasser zu<span class="pagenum"><a name="Seite_61" id="Seite_61">[S. 61]</a></span>
-heben und in den größten Mengen aus Bergwerken und aus
-den größten Tiefen hinauszufördern mit großem Erfolg und
-geringem Aufwand an Arbeit.</p>
-
-<p>Im Jahre 1682 machte <em class="gesperrt">Hautefeuille</em> den bemerkenswerten
-Vorschlag, an Stelle der Pulvergase Alkoholdämpfe
-als Treibmittel für den Kolben zu benutzen. Der Alkohol
-sollte abwechselnd verdampft und kondensiert werden<a name="FNAnker_44_44" id="FNAnker_44_44"></a><a href="#Fussnote_44_44" class="fnanchor">[44]</a>.</p>
-
-<p>Auch in diesem Jahre wurden mehrere hier zu erwähnende
-englische Patente erteilt: Nr.&nbsp;218 vom 12.&nbsp;Mai 1682
-<em class="gesperrt">John Tredenham</em>, <em class="gesperrt">Charles Vivian</em>, <em class="gesperrt">John Threwren</em>,
-<em class="gesperrt">William Harris</em>: Eine neue Maschine, um Wasser
-auf leichtere und vorteilhaftere Weise zu heben als bisher,
-die sich zum Gebrauch für die Entwässerung der Zinngruben
-von Cornwall und anderer Bergwerke eignet; Nr.&nbsp;219 vom
-16.&nbsp;Juni 1682 <em class="gesperrt">Robert Aldersey</em>: eine Maschine, um
-schneller und leichter Wasser aus den größten Tiefen zu
-heben.</p>
-
-<p>Im Jahre 1683 verfaßte dann der bereits auf S.&nbsp;<a href="#Seite_57">57</a>
-erwähnte Sir Samuel Morland eine Schrift<a name="FNAnker_45_45" id="FNAnker_45_45"></a><a href="#Fussnote_45_45" class="fnanchor">[45]</a> über das Heben
-von Wasser durch Maschinen aller Art.</p>
-
-<p>Diese Schrift wird im Manuskript in der Harleiansammlung
-des Britischen Museums zu London aufbewahrt.
-Hier heißt es:</p>
-
-<p>&#8222;<em class="gesperrt">Die Prinzipien der neuen Kraft des Feuers,
-im Jahre 1682 von dem Ritter Morland erfunden
-und im Jahre 1683 Seiner christlichen Majestät
-unterbreitet</em>.</p>
-
-<p>Wird Wasser mit Hilfe des Feuers verdampft, so nehmen
-diese Dämpfe sofort einen größeren Raum ein (ungefähr das
-Zweitausendfache), als das Wasser zuvor einnahm, und werden,
-wenn man ihnen keinen Ausweg bietet, sogar ein Kanonenrohr
-zersprengen. Werden sie aber nach der Lehre
-vom Gleichgewicht geleitet und nach den Regeln der Wissenschaft<span class="pagenum"><a name="Seite_62" id="Seite_62">[S. 62]</a></span>
-behandelt, so werden sie friedlich (wie gute Lastpferde)
-ihre Bürde tragen und auf diese Weise der Menschheit großen
-Nutzen stiften, insbesondere beim Heben von Wasser gemäß
-der folgenden tabellarischen Zusammenstellung, welche die
-Zahl von Pfunden angibt, die in einer Stunde 1800mal
-um 6 Zoll gehoben werden können mittels zur Hälfte mit
-Wasser gefüllter Zylinder&#8220;.</p>
-
-
-
-<div class="center">
-<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="Zylindervolumen und Hubkraft">
-<tr><td class="hrule" colspan="3"></td></tr>
-<tr><td class="hrule" colspan="3"></td></tr>
-<tr><td align="center" colspan="2"><em class="gesperrt">Zylinder</em></td><td class="tdc tdbl" rowspan="3">Zu hebendes Gewicht in Pfunden</td></tr>
-<tr><td class="hrule" colspan="2"></td></tr>
-<tr><td align="center">Durchmesser in Fußen</td><td class="tdc tdbl">Höhe in Fußen</td></tr>
-<tr><td class="hrule" colspan="3"></td></tr>
-<tr><td class="hrule" colspan="3"></td></tr>
-<tr><td class="tdc">1</td><td class="tdr">2</td><td class="tdr">&nbsp;&nbsp;&nbsp;15</td></tr>
-<tr><td class="tdc">2</td><td class="tdr">4</td><td class="tdr">&nbsp;&nbsp;120</td></tr>
-<tr><td class="tdc">3</td><td class="tdr">6</td><td class="tdr">&nbsp;&nbsp;405</td></tr>
-<tr><td class="tdc">4</td><td class="tdr">8</td><td class="tdr">&nbsp;&nbsp;960</td></tr>
-<tr><td class="tdc">5</td><td class="tdr">10</td><td class="tdr">&nbsp;1875</td></tr>
-<tr><td class="tdc">6</td><td class="tdr">12</td><td class="tdr">&nbsp;3240</td></tr>
-<tr><td class="hrule" colspan="3"></td></tr>
-<tr><td align="center" rowspan="10">Zahl der Zylinder von 6 Fuß Durchmesser und 12 Fuß Höhe</td><td class="tdr">&nbsp;1</td><td class="tdr">&nbsp;3240</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;2</td><td class="tdr">&nbsp;6480</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;3</td><td class="tdr">&nbsp;9740</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;4</td><td class="tdr">12960</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;5</td><td class="tdr">16200</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;6</td><td class="tdr">19440</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;7</td><td class="tdr">22680</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;8</td><td class="tdr">25920</td></tr>
-<tr><td class="tdr">&nbsp;9</td><td class="tdr">29160</td></tr>
-<tr><td class="tdr">10</td><td class="tdr">32400</td></tr>
-</table></div>
-
-<p>Aus dem Gesagten geht hervor, daß Morland ziemlich
-umfangreiche Versuche angestellt hat. Wenngleich die Wirkungsweise
-des Dampfes in den Zylindern nicht angegeben
-ist, so liegt doch die Auffassung nahe, daß Morland sich an die
-Vorrichtung des Marquis of Worcester angelehnt hat und
-daß das Wasser in die Zylinder hineingelassen und mittels
-des Druckes des Dampfes aus diesen hinausgepreßt wurde.</p>
-
-<p>Während seines Aufenthaltes in Frankreich verfaßte
-dann Morland noch ein anderes größeres Buch über das
-Heben von Wasser. In diesem Buche ist aber nichts von der
-Verwendung der Dampfkraft enthalten.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_63" id="Seite_63">[S. 63]</a></span>
-
-Morland starb im Jahre 1696.</p>
-
-<p>In den Jahren 1684&ndash;1687 führte Papin als <span class="antiqua">Curator of
-Experiments</span> der Londoner <span class="antiqua">Royal Society</span> zahlreiche Versuche
-aus, die sich zum Teil auf die Verwertung des Luftdrucks
-bezogen. Auf Grund dieser Versuche schlug er vor, in einem
-Zylinder einen Kolben auf- und abwärts verschiebbar anzuordnen
-und die unterhalb des Kolbens befindliche Luft
-durch eine Luftpumpe abzusaugen, infolgedessen dann der
-Kolben unter dem Überdruck der Atmosphäre abwärts bewegt
-wurde<a name="FNAnker_46_46" id="FNAnker_46_46"></a><a href="#Fussnote_46_46" class="fnanchor">[46]</a>.</p>
-
-<p>Da die <span class="antiqua">Royal Society</span> diesen Vorschlag nicht annahm,
-leistete Papin einem Ruf des Landgrafen Karl von Hessen
-als Professor der Mathematik an der Universität Marburg
-Folge.</p>
-
-<p>Hier setzte er seine Versuche, eine Luftdruckmaschine
-zu erbauen, fort. Hierbei kam er bald auf den Plan, die von
-Huygens ausgenutzte Kraft der Pulvergase durch die Expansivkraft
-des Wasserdampfes zu ersetzen.</p>
-
-<p>Seine diesbezüglichen Arbeiten wurden unter dem Titel
-&#8222;<span class="antiqua">Nova methodus ad vires validissimas levi pretio comparandas</span>&#8220;
-(Neues Verfahren, um die größten Kräfte auf billige
-Weise zu erzielen) im August 1690 in den &#8222;<span class="antiqua">Actis Eruditorum</span>&#8220;
-und in dem &#8222;<span class="antiqua">Fasciculus dissertationum de novis quibusdam
-<em class="gesperrt">Machinis</em> atque aliis argumentis philosophicis quorum
-seriem versa pagina exhibit authore Dionysio Papin</span>&#8220; (Marburg
-1695) veröffentlicht.</p>
-
-<p>Hier geht Papin von der Beobachtung aus, daß bei
-den Pulvermaschinen unterhalb des Kolbens sich die zum
-Hinabdrücken des Kolbens erforderliche Luftleere nicht erzielen
-läßt. Er fährt dann wörtlich wie folgt fort:</p>
-
-<p>&#8222;Ich habe daher versucht, denselben Erfolg auf einem
-anderen Wege zu erreichen: Da das Wasser die Eigenschaft
-besitzt, nachdem es durch Feuer in Dampf verwandelt ist,
-eine federnde (elastische) Kraft wie die Luft zu besitzen und
-später unter der Einwirkung von Kälte sich wieder so vollkommen
-in Wasser zu verwandeln, daß es keinerlei federnde<span class="pagenum"><a name="Seite_64" id="Seite_64">[S. 64]</a></span>
-Kraft mehr besitzt, glaubte ich, daß sich mit Leichtigkeit Maschinen
-bauen lassen, in denen das Wasser unter mäßigem
-Wärmeaufwand und mit geringen Kosten jene völlige Luftleere
-hervorbringt, die sich mit Hilfe des Schießpulvers niemals
-erzielen ließ. Unter allen denjenigen Vorrichtungen,
-die zu diesem Zwecke ersonnen werden können, scheint mir
-die nachstehend beschriebene am geeignetsten.</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">AA</em></span> (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_21">21</a>) ist ein Rohr, das überall denselben lichten
-Durchmesser besitzt und an seinem unteren Ende dicht verschlossen
-ist. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">BB</em></span> ist ein dem Rohre angepaßter
-Kolben. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span> ist eine an dem
-Kolben befestigte Stange. <span class="antiqua">E</span> ist ein
-eiserner Stab, der um <span class="antiqua">F</span> drehbar ist.
-<span class="antiqua">G</span> ist ein elastisches Blättchen, das auf
-die Stange <span class="antiqua">E</span> derart drückt, daß diese
-in die Öffnung <span class="antiqua">H</span> der Kolbenstange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span>
-hineingepreßt wird, sobald der Kolben
-und die Kolbenstange so weit in dem
-Zylinder nach oben gelangt sind, daß
-die Öffnung <span class="antiqua">H</span> der Kolbenstange oberhalb
-des Deckels <span class="antiqua"><em class="gesperrt">II</em></span> liegt. <span class="antiqua">L</span> ist ein im
-Kolben befindliches Loch, durch welches
-die Luft aus dem unteren Teile des
-Rohres <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AA</em></span> entweichen kann, wenn der
-Kolben in dem Rohre nach unten gedrückt
-wird.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 147px;">
-<a name="Abb_21" id="Abb_21"></a>
-<img src="images/abb21.png" width="147" height="450" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 21.<br />
-
-Papins erste
-Dampfmaschine.<br />
-
-Aus: <span class="antiqua">Fasciculus
-Dissertationum</span>.
-Marburg 1695.</div>
-</div>
-
-<p>Die Benutzung der Maschine erfolgt
-nun in nachstehend beschriebener Weise:
-In das Rohr <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AA</em></span> wird eine kleine Menge
-Wasser, etwa 3 bis 4 Linien hoch, eingebracht
-und der Kolben so weit abwärts
-geführt, daß eine Kleinigkeit des in den
-Hohlraum eingebrachten Wassers durch
-das Loch <span class="antiqua">L</span> empordringt. Hierauf wird
-dieses Loch <span class="antiqua">L</span> durch den Stab <span class="antiqua"><em class="gesperrt">MM</em></span> verschlossen.
-Hierauf wird der mit den erforderlichen
-Öffnungen versehene Deckel <span class="antiqua">II</span>
-aufgebracht, und nachdem man dann ein mächtiges Feuer
-angefacht hat, erwärmt sich das aus dünnem Metall
-hergestellte Rohr. Das in diesem enthaltene Wasser verwandelt<span class="pagenum"><a name="Seite_65" id="Seite_65">[S. 65]</a></span>
-sich in Dampf und übt einen so starken Druck aus,
-daß es den Druck der Atmosphäre überwindet und den Kolben
-<span class="antiqua">BB</span> so weit emporhebt, bis die Öffnung <span class="antiqua">H</span> der Kolbenstange
-<span class="antiqua">DD</span> über den Deckel gelangt und der Stab <span class="antiqua">E</span> mit
-einigem Geräusch von dem elastischen Blättchen <span class="antiqua">G</span> in die
-genannte Öffnung <span class="antiqua">H</span> hineingestoßen wird. Nun muß sofort
-das Feuer beseitigt werden. Die Dämpfe, die in dem
-dünnwandigen Rohre enthalten sind, werden unter dem Einfluß
-der Kälte in kurzer Zeit wieder in Wasser verwandelt.
-Der Stab <span class="antiqua">E</span> wird nun aus der Öffnung <span class="antiqua">H</span> hinausgezogen
-und gestattet also der Kolbenstange den Abstieg. Zugleich
-wird auch der Kolben <span class="antiqua">BB</span> unter dem vollen Druck der Atmosphäre
-nach unten gedrückt. Hierbei erfolgt diese beabsichtigte
-Bewegung um so energischer, je größer der lichte Durchmesser
-der Röhre ist. Es steht außer Zweifel, daß der Atmosphärendruck
-seine ganze Kraft in derartig ausgestatteten
-Röhren zu äußern vermag.&#8220;</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Papin ist also hier mit voller Absichtlichkeit
-dazu übergegangen, die Verdichtung des Dampfes
-und die dadurch bewirkte Luftleere zum Antrieb
-einer Kolbenmaschine zu benutzen.</em></p>
-
-<p>Als Verwendungszweck seiner Maschine gibt Papin
-an: die <em class="gesperrt">Förderung von Wasser und Erz aus den
-Bergwerken, das Schleudern eiserner Kugeln auf
-weiteste Entfernungen hin, den Antrieb von Schiffen
-gegen den Wind</em>. Sonstige Möglichkeiten der Verwendung
-werden sich nach Papins Meinung von Fall zu
-Fall von selbst ergeben.</p>
-
-<p>Papin hatte vor allem die Verwendung seiner Maschine
-zum Antrieb von Schiffen im Auge. Er hatte nämlich während
-seines Londoner Aufenthalts ein dort auf Befehl des
-Pfalzgrafen Rupert erbautes Schiff gesehen, das mit Schaufelrädern
-ausgestattet war, die mittels eines durch Pferde
-bewegten Göpels angetrieben wurden. Dieses Schiff hatte
-die mit 16 Ruderern besetzte Barke des Königs an Schnelligkeit
-weit überholt. Papin schlug vor, die gezahnten Kolbenstangen
-von drei oder vier der von ihm erfundenen Zylinder
-in Zahnräder eingreifen zu lassen, die auf der Welle der
-Schaufelräder angebracht waren. Dieser Eingriff sollte abwechselnd
-geschehen, um ununterbrochen drehende Bewegung<span class="pagenum"><a name="Seite_66" id="Seite_66">[S. 66]</a></span>
-der Welle zu erzielen. Die Triebräder sollten sich, wenn die
-Kolben aufwärts gingen, auf der Achse lose drehen, um aber
-dann, wenn sie auf die Achse einwirken sollten, mittels Sperrklinken
-anzugreifen.</p>
-
-<p>Papin erblickte die größte der Verwertung seiner Erfindung
-entgegenstehende Schwierigkeit in der Herstellung
-hinreichend großer Zylinder, glaubte aber, daß sich die Überwindung
-dieser Schwierigkeit bezahlt machen werde, da die
-Zylinder zu den verschiedensten Zwecken dienen könnten.</p>
-
-<p>Des allgemeinen Interesses halber möge hier eingeschoben
-werden, daß sich Papin in der folgenden Zeit u.&nbsp;a.
-mit Erfolg dem Bau eines Unterwasserbootes widmete,
-der ihn bis zum Mai 1692 in Anspruch nahm. Um diese
-Zeit wendete sich Papin allmählich wieder der Dampfmaschine
-zu, indem er zunächst bestrebt war, Verbrennungseinrichtungen
-zu schaffen, die eine tunlichst weitgehende Ausnutzung
-der Brennstoffe ermöglichten. Die Anregung hierzu erhielt
-er von dem Grafen von Sayn-Wittgenstein.</p>
-
-<p>Papin gelangte bei seinen Untersuchungen über das
-Wesen der Verbrennung fast 100 Jahre vor der Entdeckung
-des Sauerstoffes zu Auffassungen, die auch jetzt noch als
-für den Bau von Feuerungsanlagen maßgeblich gelten.
-Die zur vollständigen Verbrennung erforderliche Luftmenge
-wollte Papin mittels Zentrifugalventilators dem Brennstoff
-zuführen. Hierbei trug er schon dem Umstand Rechnung,
-daß ein Übermaß von zugeführter Luft schädlich wirken
-muß. Auch wärmte er die zugeführte Luft vor.</p>
-
-<p>Weitere Anregungen erhielt Papin <em class="gesperrt">in den Jahren 1692
-und 1693</em> durch die Grafen Zinzendorf und Solms, deren
-Bergwerke außerordentlich unter dem Andrange von Wasser
-zu leiden hatten. Dem erstgenannten empfahl er die Aufstellung
-einer atmosphärischen Dampfmaschine.</p>
-
-<p>Der Landgraf von Hessen beauftragte inzwischen Papin
-mit den verschiedenartigsten Versuchen und mit der Beantwortung
-der verschiedenartigsten Fragen. Eine im Jahre 1697
-gestellte Frage bezog sich auf die Ursachen des Salzgehaltes
-der salzigen Quellen. Diese Frage konnte beantwortet werden,
-sofern es gelang, größere Mengen Wasser auf große Höhen zu
-heben. Hierzu aber erschien am geeignetsten die Gewalt des
-Feuers.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_67" id="Seite_67">[S. 67]</a></span>
-
-Inzwischen ließen die in England erteilten Patente erkennen,
-daß man auch dort den Vorrichtungen zum Heben
-von Wasser andauernd ein lebhaftes Interesse entgegenbrachte.
-Wenngleich aus den veröffentlichten Patentschriften
-nicht unmittelbar zu ersehen ist, daß sie die Verwendung
-der Dampfkraft betreffen, so ist doch die Art und Weise, in
-welcher die betreffenden Vorrichtungen gekennzeichnet werden,
-in hohem Maße geeignet, die Auffassung zu erwecken,
-daß es sich um Wasserhebevorrichtungen handelt, die sich
-in den Bahnen, die der Marquis of Worcester gewiesen
-hatte, bewegten.</p>
-
-<p>Am 11.&nbsp;Januar 1692 erhielt <em class="gesperrt">Thomas Gladwyn</em>
-das Patent Nr.&nbsp;287 auf eine neue Maschine, um Wasser (besser
-als mittels Kettenpumpen) aus Schiffen herauszupumpen,
-Feuer auf Schiffen und in Häusern zu löschen und Bergwerke
-zu entwässern.</p>
-
-<p>Des weiteren sind hier folgende Patente zu nennen:
-Nr.&nbsp;312 vom 31.&nbsp;Januar 1693, erteilt an <em class="gesperrt">Marmaduke
-Hudgeson</em>: ein Motor, Anlage oder Maschine, um Wasser und
-andere Flüssigkeiten in den größten Mengen zu heben und
-fortzuführen, und zwar aus den größten Tiefen zu den
-höchsten Höhen, ohne die Kräfte von Menschen, Pferden,
-Wind, Strömung zu benutzen. Nr.&nbsp;321 vom 27.&nbsp;April 1693,
-erteilt an <em class="gesperrt">John Bushnell</em>: Verfahren, um Flüsse, Häfen,
-Kanäle usw., welche mit Sand und Schlamm angefüllt sind,
-auszuspülen. Nr.&nbsp;324 vom 19.&nbsp;September 1693, erteilt an
-<em class="gesperrt">Cornelius Losvelt</em>: eine neue Maschine zum Heben
-von Wasser, Waren und anderen Dingen durch einen künstlichen
-Zufluß und Rückfluß (<span class="antiqua">flux and reflux</span>) von Wasser.</p>
-
-<p>Nr.&nbsp;327 vom 24.&nbsp;November 1693, erteilt an <em class="gesperrt">John
-Poyntz</em>: Verschiedene Instrumente aus Holz, Eisen, Stahl
-und anderen Stoffen, um Wasser sowohl aus stehenden
-wie fließenden Gewässern zu heben und ständig im Lauf zu
-erhalten für Fabrikzwecke.</p>
-
-<p>Nr.&nbsp;338 vom 13.&nbsp;Dezember 1694, erteilt an <em class="gesperrt">Nicholas
-Barbon</em>: Neue Maschine und Verfahren, um Wasser aus
-der Themse oder anderen Flüssen, die innerhalb der Ebbe
-und Flut liegen, zu heben ohne Hilfe von Pferden oder anderen
-Tieren.</p>
-
-<p>Nr.&nbsp;348 vom 24.&nbsp;Januar 1696, erteilt an <em class="gesperrt">Jones</em>: Eine<span class="pagenum"><a name="Seite_68" id="Seite_68">[S. 68]</a></span>
-Maschine, die an Leichtigkeit und Schnelligkeit und Kraft
-ihrer Bewegung alle bisher gebräuchlichen Maschinen zum
-Entwässern von Gruben, zum Betriebe von Gebläsen der
-Metallhammerwerke und Metallschmelzwerke übertrifft
-und verwendbar ist, um beim Fehlen von Windkraft und
-Wasserkraft die Nachteile der Windstille und des Wassermangels
-von den Fabrikanlagen fernzuhalten.</p>
-
-<p>Nr.&nbsp;349 vom 6.&nbsp;März 1696, erteilt an <em class="gesperrt">Samuel Buttall</em>:
-Ein neues Verfahren und Maschine, um Wasser aus
-Gruben, Schiffen usw. durch Röhren zu entfernen.</p>
-
-<p>Nr.&nbsp;355 vom 19.&nbsp;Juli 1698, erteilt an <em class="gesperrt">John Yarnald</em>:
-Maschine zum Entwässern von Bergwerken, Morästen usw.
-und zur Wasserversorgung von Städten, Dörfern und Häusern.</p>
-
-<p>In demselben Jahre wurde ein Patent erteilt, das
-ausdrücklich angibt, daß es sich um die Verwendung von
-Feuer handelt, und das <em class="gesperrt">einen Markstein in der Entwicklung
-der Dampfmaschine bildet</em>. Dasselbe (Nr.&nbsp;356)
-ist unter dem 25.&nbsp;Juli 1698 an <em class="gesperrt">Thomas Savery</em> erteilt
-und betrifft &#8222;Eine neue Erfindung zum Heben von Wasser
-und zur Hervorbringung von Bewegung (Antrieb) für alle
-Arten von Fabriken durch die <em class="gesperrt">Triebkraft des Feuers</em>,
-welche von großer Wichtigkeit sein wird für die Trockenlegung
-von Bergwerken, zur Wasserversorgung von Städten
-und für den Betrieb von Fabriken aller Art, welche sich keiner
-Wasserkraft oder ständiger Kraft der Winde erfreuen&#8220;.</p>
-
-<p>Savery führte am 14.&nbsp;Juni 1699 der <span class="antiqua">Royal Society</span>
-ein Modell seiner Maschine vor. Die Verhandlungen der
-Gesellschaft (1699, Nr.&nbsp;253, Bd.&nbsp;21) berichten hierüber kurz
-wie folgt: &#8222;Herr Savery unterhielt am 14.&nbsp;Juni 1699 die
-Gesellschaft, indem er eine Maschine vorzeigte, die Wasser
-mit Hilfe der Kraft des Feuers hob. Er erhielt den Dank
-der Gesellschaft für seine Vorführung, die den Erwartungen
-entsprach und Beifall fand.&#8220;</p>
-
-<p>Papin, der zu jener Zeit mit der Vervollkommnung
-seiner Dampfmaschine beschäftigt war, erhielt, wie Gerland<a name="FNAnker_47_47" id="FNAnker_47_47"></a><a href="#Fussnote_47_47" class="fnanchor">[47]</a>
-berichtet, von Dr. Slare aus London eine briefliche Mitteilung,
-welche sich offenbar auf die Saverysche Maschine bezog<span class="pagenum"><a name="Seite_69" id="Seite_69">[S. 69]</a></span>
-und im Gegensatz zu dem soeben Gesagten ausführte, daß
-in Gegenwart einer Parlamentskommission eine Maschine
-versucht worden sei, die Wasser mit Hilfe von Feuer hob,
-jedoch mit durchaus unzureichendem Erfolg.</p>
-
-<p>Um nach Ablauf des auf 14 Jahre erteilten Patents
-nicht der Früchte seiner Arbeit verlustig zu gehen, erhielt
-Savery auf Antrag im Jahre 1699 jenes Patent durch Parlamentsakte
-auf weitere 21 Jahre verlängert.</p>
-
-<p>Bevor wir auf die Saverysche Maschine des näheren
-eingehen, müssen wir noch einige Anwendungen der Dampfkraft
-für Zwecke der Bewegung anführen, die in das letzte
-Jahrzehnt des 17.&nbsp;Jahrhunderts fallen.</p>
-
-<p>Diese sollen durch <em class="gesperrt">Grimaldi</em> und <em class="gesperrt">Periera</em> im Jahre
-1694 zu Peking vor dem Kaiser Chang Hi erfolgt sein<a name="FNAnker_48_48" id="FNAnker_48_48"></a><a href="#Fussnote_48_48" class="fnanchor">[48]</a>, und
-zwar zum Antrieb eines Wagens und eines Schiffes. Erstere
-geschah wie folgt: Auf einem leichten hölzernen Wagengestelle
-wurde ein Kohlenfeuer unterhalten, oberhalb dessen sich
-eine Äolipile befand, deren Dampfstrahl gegen ein Schaufelrad
-prallte und dieses in Drehung versetzte. Von diesem
-Rade führte eine Treibstange zu der einen Achse des Wagens,
-der hierdurch in Bewegung gesetzt wurde. Da für den Vorwärtsgang
-des Wagens genügender Raum nicht zur Verfügung
-stand, waren Einrichtungen getroffen, die den Wagen
-im Kreise fahren ließen. Das Schiff trug zwei Äolipilen,
-durch welche unter Vermittlung von Schaufelrädern, von
-denen je eins vor jeder Äolipile angebracht war, vier Ruderräder
-angetrieben wurden.</p>
-
-<p>Im Jahre 1699 schlug <em class="gesperrt">Guillaume Amontons</em>
-eine als &#8222;<em class="gesperrt">Feuerrad</em>&#8220; benannte Rotations-Dampfmaschine
-vor. Dieselbe ist in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_22">22</a> dargestellt und war nach Leupolds
-<span class="antiqua">Theatrum Machinarum Generale</span> (Leipzig 1724) § 397 wie
-folgt gedacht:</p>
-
-
-<p class="cite">&#8222;<em class="gesperrt">Amontons Rad, durch Feuer, Wasser und
-Lufft eine große Krafft und Vermögen zu
-schaffen</em>.</p>
-
-<p>Der Inventor ist der sonst durch seine besondere Mechanische
-Erfindungen und Schrifften genugsam bekannte <em class="gesperrt">Amontons</em>,<span class="pagenum"><a name="Seite_70" id="Seite_70">[S. 70]</a></span>
-dessen bey der Friction schon Meldung gethan worden.
-Er calculiret und gibt vor, daß man mit dieser Machine
-so viel thun könne, als 39 Pferde oder 234 Menschen, und
-daß sie aller Orthen und allezeit einerley Effect behalte.</p>
-
-<p class="centerh">
-<em class="gesperrt">Die Beschreibung ist diese</em>:<br />
-</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">ABDEF</em></span> usf. sind metallene Kasten, welche aller Orten
-fest verschlossen sind, bis auf eine Röhre, diese Kasten sind
-voll Lufft <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ABCDE</em></span> etc. etc. <span class="antiqua">K</span> ist ein Feuer, welches
-die Lufft im Kasten A erwärmt und expandiret, daß solche
-einen Ausgang suchen muß, und durch die Röhre <span class="antiqua">H</span> hinaustritt
-in den Siphonem <span class="antiqua"><em class="gesperrt">JJ</em></span> und presset das Wasser, treibt
-das Ventil in 18 zu, und stößet die Ventile 7, 8, 9 auf, und
-treibet das Wasser gegen <span class="antiqua">Y</span>, nachdem nun das Wasser von
-unten hinaufgestiegen, und das Rad auf dieser Seite schwehrer
-gemacht, muß es nothwendig von <span class="antiqua">B</span> nach <span class="antiqua">A</span> heruntergehen,
-und kommt der Kasten <span class="antiqua">A</span> ans Feuer, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">MN</em></span> aber ins Wasser,
-und also ferner mit allen Kasten.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_71" id="Seite_71">[S. 71]</a></span></p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_22" id="Abb_22"></a>
-<img src="images/abb22.png" width="450" height="387" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 22.<br />
-Amontons Feuerrad.<br />
-
-Aus: Leupold, Theatrum Machinarum Generale. Tab.&nbsp;53, Fig.&nbsp;2.
-(Die horizontale Schraffur deutet Wasser an.)</div>
-</div>
-
-<p>Das Rad soll im Diametro von 20, 24 bis 30 Fuß seyn,
-und die Tiefe 12 Fuß. Wenn die Hitze in <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AB</em></span> einem siedenden
-Wasser gleich, so würde sie so viel als 39 Pferde thun. Eine
-weitläuftige Beschreibung hiervon zu geben, erachte ich
-nicht nöthig, weil man schon ziemlichermasen die Methode
-sehen kann, und <span class="antiqua">ad praxin</span> zu bringen, sich's keiner unterstehen
-wird, selbe zu verfertigen; denn ich halte es vor unmöglich,
-solche accurat nachzumachen, und wenn es auch
-wäre, würde die Arbeit und Mühe noch grösser seyn, die
-Fehler zu finden und solche zu repariren.</p>
-
-<p>Inzwischen bin dadurch bewogen worden eine gantz
-leichte und simple Art, die viel stärcker arbeiten muß, zu erdenken.
-Ich werde mir aber ausbitten solche nicht eher zu
-communiciren, bis genugsame Proben damit abgeleget; und
-habe ich nur wegen der Zeit noch eines oder das andere zu
-untersuchen. Ich glaube zwar, daß Amontons Machine
-soviel Kraft gehabt hat als 37 Pferde: ob die Pferde aber
-in einem Tage mehr thun können als das Rad? ist eine
-andere Frage. Denn ich kan zwar ein Heb-Zeug machen,
-da ich mehr heben kan als 100 Mann; alleine, wenn die
-100 Mann mit mir zugleich einen Tag arbeiten solten, würde
-es mit mir übel aussehen; denn was sie einen Tag machten,
-müßte ich 100 Tage dazu haben, und weil die Kasten 6 Fuß
-tieff seyn sollen, und 12 breit, so gehöret viel Zeit dazu,
-ehe einer erwärmet wird, absonderlich weil solche wegen
-der ungeheuren Größe und Gewalt des Feuers und Lufft
-auch stark von Metall seyn müssen.&#8220;</p>
-
-<p>Das von Leupold verbesserte Amontonssche Feuerrad
-ist in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_23">23</a> dargestellt und war wie folgt geplant:<a name="FNAnker_49_49" id="FNAnker_49_49"></a><a href="#Fussnote_49_49" class="fnanchor">[49]</a></p>
-
-<p>&#8222;Nachdem ietzo bey dem Druck die fünffzigste Tafel
-noch beygebracht, so habe nebst diesem resolviret, dennoch
-einen Entwurff von meinem Feuer-Rad zu geben, doch
-nur in so weit, daß man die Art sehen kan, wie es tractiret
-wird, und von des Amontons unterschieden ist. Die Figur
-stehet in Profil, da a ein Umschweiff von Meßing oder Kupffer
-in die 8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit ist, daß dieser Umschweif
-und Kasten justement in 12 Theile oder besondere Kästen<span class="pagenum"><a name="Seite_72" id="Seite_72">[S. 72]</a></span>
-abgeteilet, und jeder wohl verwahret, daß keine Lufft,
-ohne durch eine besondere Röhre, die jeder Kasten hat, heraus,
-und in einen anderen daran befestigten Kasten weichen
-kann, wie bey <span class="antiqua">A</span> die Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">bc</em></span> ist, und mit dem Theil <span class="antiqua">c</span> in
-dem anderen Kasten stehet; dieser Kästen sind gleichfalls
-zwölf, und auch verwahret, daß weder Wasser noch Lufft
-weichen kann, ohne durch die Röhre die von dar durch's
-Centrum des Rades in einem andern gegenüber stehenden
-Kasten gehet, und ist hier die Röhre aus dem Kasten <em class="gesperrt">cde</em>,
-die äußerlichen Kästen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Afghil</em></span> etc. etc. haben nur blose
-Lufft in sich, von den inwendigen zwölffen sind aber derer
-sechs mit Wasser gefüllet. Die zwei Umschweiffe oder 24
-Kästen nebst denen 12 Röhren sind wohl und genau mit
-einander verbunden, und in ein Gehäuse und Welle gefasset,
-wie ein ordinair Wasser-Rad. Anstatt des Wassers aber ist<span class="pagenum"><a name="Seite_73" id="Seite_73">[S. 73]</a></span>
-bei <span class="antiqua">C</span> ein Ofen also angerichtet, daß das Feuer die drey Kästen
-von <span class="antiqua">K</span> bis <span class="antiqua">n</span> mit seiner Flamme bestreichet, und dadurch die
-Lufft in denen gemeldeten Kästen erwärmet, verdünnt
-und ausbreitet, daß solche durch die kleinen krummen Röhren
-in die Wasser-Kästen tritt, und das Wasser in die gegenüber
-stehenden Kästen treibt; als das Wasser aus <span class="antiqua">o</span> gehet durch
-die Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">pq</em></span> im Kasten <span class="antiqua">m</span>, aus <span class="antiqua">c</span> durch <span class="antiqua"><em class="gesperrt">de</em></span> im Kasten <span class="antiqua">r</span>,
-und so fort an. Und auf solche Art wird das Rad bey dem
-Feuer allezeit leichter, und gegenüber schwehrer; also wenn
-das Rad genugsam Grösse hat, und das Feuer vollkommene
-Stärke, sehr große Gewalt kan damit effectuiret werden,
-ja wo alles wohl observiret wird, es allen Machinen wo
-nicht zuvor, doch gleich thun kan. Und ist nur das größte Impediment,
-daß solche Machine noch nicht in grossen aufgerichtet,
-die grosse Consumtion des Holtzes, welches ohnedem
-überall mangelt. Deswegen ich auch solche Invention bereits
-nun etliche Jahre ruhen lassen.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 420px;">
-<a name="Abb_23" id="Abb_23"></a>
-<img src="images/abb23.png" width="420" height="403" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 23.<br />
-
-Leupolds verbessertes Amontonssches Feuerrad.<br />
-Aus: Leupold, <span class="antiqua">Theatrum Machinarum Generale</span>,
-Tab.&nbsp;50, Fig.&nbsp;11.</div>
-</div>
-
-<p>In demselben Jahre, 1698, in welchem Savery ein
-Patent auf seine Dampfmaschine erhielt, hatte Papin den
-Auftrag empfangen, bei Kassel eine Pumpe aufzurichten,
-die mit Hilfe der Kraft des Feuers Wasser aus der Fulda
-pumpen sollte. Bis Ende August 1698 hatte er festgestellt,
-daß er durch die Ausdehnung des Dampfes das Wasser
-auf eine Höhe von 70 Fuß heben könne und daß bei geringer
-Vermehrung der Wärme dieser Betrag sich noch erhöhen
-lasse. Diese Feststellung war aber um die Hälfte zu hoch,
-wie Papin später selbst erkannte. Wie dieser am 13.&nbsp;März
-1704 an Leibniz schrieb, war die Maschine aus zwei Gefäßen
-zusammengesetzt, die unter Zwischenschaltung eines
-Hahnes miteinander in Verbindung standen. Das eine
-dieser Gefäße wurde mit Hilfe der Kondensation des Dampfes
-evakuiert und dann durch den äußeren Luftdruck mit Wasser
-gefüllt, während das in dem zweiten Gefäß befindliche
-Wasser durch Dampfdruck emporgeschafft wurde. Leider
-riß der Eisgang der Fulda die Maschine fort. Da außerdem
-andere Aufgaben seiner harrten, ließ Papin seine auf die
-Ausnutzung der Dampfkraft abzielenden Arbeiten vorläufig
-ruhen.</p>
-
-<p>Inzwischen war Savery eifrigst bestrebt, seine Maschine
-zu vervollkommnen. Ihr wesentlichster Übelstand bestand darin,<span class="pagenum"><a name="Seite_74" id="Seite_74">[S. 74]</a></span>
-daß sie keinen ständigen, ununterbrochenen Betrieb ermöglichte,
-da, wenn der Dampfinhalt des Dampfkessels verbraucht
-war, gewartet werden mußte, bis wieder eine hinreichende
-Menge Dampf zur Verfügung stand. Den ununterbrochenen
-Betrieb erzielte Savery in der Weise, daß er
-neben dem eigentlichen Betriebsdampfkessel einen kleineren
-Kessel aufstellte, aus welchem in jenen warmes Wasser hinübergedrückt
-wurde.</p>
-
-<p>Savery war nebenbei außerordentlich rührig und eifrigst
-bestrebt, die Vorzüge seiner Maschine weitesten Kreisen
-näher zu bringen. Zu diesem Zwecke veröffentlichte er im
-Jahre 1702 eine mit Abbildungen ausgestattete Druckschrift:
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">The Miners Friend</em></span><a name="FNAnker_50_50" id="FNAnker_50_50"></a><a href="#Fussnote_50_50" class="fnanchor">[50]</a>. Als Motto setzte er derselben
-das Wort Senecas vor: <span class="antiqua">Pigri est ingenii contentum
-esse his, quae ab aliis inventa sunt</span>: Ein träger Geist begnügt
-sich mit dem, was andere erfanden.</p>
-
-<p>Dieses Motto scheint absichtlich gewählt zu sein, weil
-von verschiedenen Seiten gegen Savery der Vorwurf erhoben
-wurde, er sei lediglich ein Nachahmer des Marquis of Worcester.
-Dem trat er sehr entschieden entgegen, indem er behauptete,
-er habe seine Erfindung dem Zufall zu verdanken.
-Einst habe er einen in einer Flasche enthaltenen Weinrest
-erhitzt und die Flasche, nachdem der Wein vollkommen in
-Dampf verwandelt war, mit ihrem Halse in kaltes Wasser
-getaucht. Hierbei sei das Wasser in der Flasche emporgetrieben
-worden, eine Beobachtung, die er dann in seiner Maschine
-praktisch verwertet habe.</p>
-
-<p>Die Druckschrift &#8222;<span class="antiqua">The Miners Friend</span>&#8220; ist dem König gewidmet,
-dem Savery ein kleines Modell seiner Maschine
-in Hampton Court vorgeführt hatte, ferner der <span class="antiqua">Royal Society</span>
-und den Bergwerksbesitzern Englands. Die in derselben
-abgebildete und beschriebene Maschine weist die in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_24">24</a>
-dargestellte verbesserte Anordnung auf. In dem zweiten
-Kapitel der Druckschrift sind die verschiedenen Verwendungsgebiete
-der Maschine aufgeführt: Betrieb von Mühlen, Wasserversorgung<span class="pagenum"><a name="Seite_76" id="Seite_76">[S. 76]</a></span>
-von Palästen und Edelsitzen von einem im Dachstuhl
-aufgestellten Behälter aus; Wasserversorgung von
-Städten; Entwässerung von Sümpfen und Mooren; Entwässerung
-der Bergwerke. Auch für Schiffe empfiehlt Savery
-seine Maschine, ohne jedoch anzugeben, in welcher Weise.
-Er geht auf diese Verwendungsart nicht näher ein, sondern
-überläßt dieselbe den Fachleuten.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 329px;">
-<a name="Abb_24" id="Abb_24"></a>
-<img src="images/abb24.png" width="329" height="600" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 24.<br />
-
-Saverys Dampfmaschine. Aus: <span class="antiqua">The Miners Friend</span>.</div>
-</div>
-
-<p>Im dritten Kapitel wird angegeben, in welcher Art die
-Maschine für die vorgenannten Verwendungszwecke anzuordnen
-ist.</p>
-
-<p>Den Schluß bildet ein sehr eingehendes Zwiegespräch
-zwischen dem Erfinder und einem Bergwerksbesitzer, in
-welchem ersterer die gegen die Maschine erhobenen Bedenken
-entkräftet.</p>
-
-<p>Die der Maschine (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_24">24</a>) gewidmete Beschreibung
-hat folgenden Wortlaut:</p>
-
-
-<p class="cite">&#8222;<em class="gesperrt">Eine Beschreibung des Ganges der Maschine
-zum Heben von Wasser durch Feuer</em>.</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">B<sub>1</sub> B<sub>2</sub></em></span> sind zwei Feuerungen.</p>
-
-<p><span class="antiqua">C</span> ist der Schornstein oder die Esse.</p>
-
-<p><span class="antiqua">D</span> ist der kleine Kessel.</p>
-
-<p><span class="antiqua">E</span> ist dessen Dampfrohr mit Hahn.</p>
-
-<p><span class="antiqua">F</span> ist die Verbindungsmutter zwischen Kessel und Dampfrohr.</p>
-
-<p><span class="antiqua">G</span> ist ein enges Rohr mit Hahn, das in das Innere des
-Kessels bis 8 Zoll über dem Boden hineinragt.</p>
-
-<p><span class="antiqua">H</span> ist ein weiteres Rohr, das auf dieselbe Tiefe hinabragt.</p>
-
-<p><span class="antiqua">I</span> ist ein Ventil in dem Rohre <span class="antiqua">H</span>.</p>
-
-<p><span class="antiqua">K</span> ist ein Rohr, das von dem Gehäuse dieses Ventils
-in den großen Kessel, etwa einen Zoll tief, hineinführt.</p>
-
-<p><span class="antiqua">L</span> ist der große Kessel.</p>
-
-<p><span class="antiqua">M</span> ist eine Schraube mit der Reguliervorrichtung.</p>
-
-<p><span class="antiqua">N</span> ist ein enges Rohr mit Hahn, das bis zur Hälfte in
-den großen Kessel hineinragt.</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">O<sub>1</sub> O<sub>2</sub></em></span> sind Dampfrohre, deren eines Ende mit der Reguliervorrichtung,
-deren anderes Ende mit den Zwischenbehältern
-(Receivers) verschraubt ist.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_77" id="Seite_77">[S. 77]</a></span>
-
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">P<sub>1</sub> P<sub>2</sub></em></span> sind die sogenannten Receivers.</p>
-
-<p><span class="antiqua">Q</span> sind Schrauben, mittels welcher die Rohrleitungen
-und Ventile an der Vorderseite der Maschine angebracht
-werden.</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">R<sub>1</sub> R<sub>2</sub> R<sub>3</sub> R<sub>4</sub></em></span> sind Rotgußventile, die mit Schrauben
-versehen sind, um sie bei Gelegenheit öffnen und zugänglich
-machen zu können.</p>
-
-<p><span class="antiqua">S</span> ist das Druckrohr.</p>
-
-<p><span class="antiqua">T</span> ist das Saugrohr.</p>
-
-<p><span class="antiqua">X</span> ist ein Wasserbehälter.</p>
-
-<p><span class="antiqua">Y</span> ist ein Hahn am Boden dieses Wasserbehälters.</p>
-
-<p><span class="antiqua">Z</span> ist der Handhebel der Reguliervorrichtung.</p>
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Wie die Maschine zu handhaben ist.</em></p>
-
-<p>Zunächst ist erforderlich, daß die Maschine in einen
-guten Doppelofen eingebaut wird, der so eingerichtet ist,
-daß die Flamme Ihres Feuers rundherum streichen und beide
-Kessel ebenso gut befeuern kann, wie dies bei den Braupfannen
-der Fall ist. Bevor Sie das Feuer anfachen, öffnen Sie die
-beiden an den Kesseln angebrachten Hähne <span class="antiqua">G</span> und <span class="antiqua">N</span>. Sodann
-füllen Sie den großen Kessel <span class="antiqua">L</span> zu zwei Drittel mit Wasser
-und den kleinen Kessel <span class="antiqua">D</span> ganz voll Wasser. Sodann verschließen
-Sie die Hähne <span class="antiqua">G</span> und <span class="antiqua">N</span> so fest wie möglich. Nunmehr
-setzen Sie die Feuerung <span class="antiqua">B<sub>1</sub></span> in Gang. Wenn das Wasser
-im Kessel <span class="antiqua">L</span> kocht, müssen Sie den Handhebel <span class="antiqua">Z</span> so weit als
-möglich von sich fortdrehen. Infolgedessen strömt der gesamte
-aus dem Wasser in <span class="antiqua">L</span> sich entwickelnde Dampf mit
-unwiderstehlicher Gewalt durch <span class="antiqua">O<sub>1</sub></span> nach <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span>, hierbei mit Geräusch
-alle Luft durch das Ventil <span class="antiqua">R<sub>1</sub></span> hinaustreibend. Und
-wenn alle Luft hinausgezogen ist, wird der Boden des Gefäßes
-<span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> sehr heiß werden. Dann ziehen Sie den Handhebel
-der Reguliervorrichtung zu sich heran. Hierdurch schließen
-Sie <span class="antiqua">O<sub>1</sub></span> ab und Sie treiben den Dampf durch <span class="antiqua">O<sub>2</sub></span> nach <span class="antiqua">P<sub>2</sub></span>,
-bis dieses Gefäß die in ihm enthaltene Luft durch das Ventil
-<span class="antiqua">R<sub>2</sub></span> zu dem Druckrohr übertreten ließ. Inzwischen ist,
-da der Dampf in dem Gefäß <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> sich niederschlug, ein Vakuum
-oder eine Luftleere erzeugt. Infolgedessen muß das Wasser
-mit Notwendigkeit durch das Saugrohr <span class="antiqua">T</span> emporsteigen,
-wobei es das Ventil <span class="antiqua">R<sub>3</sub></span> anhebt und das Gefäß <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> füllt.</p>
-
-<p>Inzwischen ist das Gefäß <span class="antiqua">P<sub>2</sub></span> der in ihm enthaltenen
-Luft entledigt, und nunmehr drehen Sie den Regulatorhebel<span class="pagenum"><a name="Seite_78" id="Seite_78">[S. 78]</a></span>
-wiederum von sich fort. Alsdann ruht Druck auf der Oberfläche
-des Wassers in <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span>, die durch den Dampf erwärmt
-wird und diesen daher nicht niederschlägt. Der Dampfstrom
-drückt mit federndem Druck, gleich dem Luftdruck, auf das
-Wasser und überwindet schließlich das Gewicht der Wassersäule
-und treibt diese in dem Druckrohr <span class="antiqua">S</span> empor, durch das
-nun das im Gefäß <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> enthaltene Wasser sofort hinausbefördert
-wird. Ist einmal die Maschine im Gange, so ist
-es für jedermann ein leichtes. auch für den, der niemals
-die Maschine zuvor gesehen hat, nach einem halbstündigen
-Probieren, einen ständigen Wasserstrom vom vollen Querschnitt
-des Rohres <span class="antiqua">S</span> ins Freie zu fördern. Denn an der Außenseite
-des Gefäßes <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> werden Sie den Gang des Wassers
-verfolgen können, wie wenn das Gefäß durchsichtig wäre.
-Denn das Gefäß ist, soweit der Dampf in demselben steht,
-vollständig trocken und so heiß, daß man es kaum mit der
-Hand berühren kann. So weit aber in dem Gefäß das Wasser
-reicht, ist das Gefäß feucht und kalt, als ob Wasser auf dasselbe
-hinabgerieselt wäre. Diese Feuchtigkeit und Kälte verschwinden
-aber, so weit der Dampf das Wasser im Innern des Gefäßes
-verdrängt. Wenn Sie aber alles Wasser hinausdrücken,
-so wird der Dampf, und zwar schon eine kleine Menge desselben,
-indem er durch <span class="antiqua">R<sub>1</sub></span> hindurchtritt, das Ventil zum Schnarren
-bringen und hierdurch Euch auffordern, den Regulatorhebel
-zu Euch heranzuziehen. Sogleich beginnt der Dampf das
-Wasser aus dem Gefäß <span class="antiqua">P<sub>2</sub></span> hinauszudrücken, ohne daß der
-austretende Strahl sich ändert. Nur wird der Wasserstrahl
-dann etwas stärker ausfallen als bisher, wenn Sie den Regulatorhebel
-bewegten, bevor eine größere Menge Dampf
-durch das Ventil <span class="antiqua">R<sub>1</sub></span> austrat. Aber es ist besser, keinen Dampf
-austreten zu lassen (denn dies ist mit Kraftverlust verknüpft).
-Dem kann leicht dadurch vorgebeugt werden, daß man den
-Regulatorhebel etwas früher bewegt, bevor das Druckgefäß
-vollständig entleert ist. Ist dies geschehen, so drehe man sofort
-den Hahn des Kaltwasserbehälters <span class="antiqua">X</span> so, daß er sich
-oberhalb <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> befindet. Dieser Hahn ist in der Zwischenstellung
-geschlossen, jedoch stets offen, wenn er über <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> oder über <span class="antiqua">P<sub>2</sub></span>
-eingestellt ist. Das aus dem Behälter <span class="antiqua">X</span> auf <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> hinabrieselnde
-Wasser läßt den Dampf, der soeben noch eine so große Kraft
-äußerte, sich niederschlagen, infolgedessen Luftleere entsteht.<span class="pagenum"><a name="Seite_79" id="Seite_79">[S. 79]</a></span>
-Infolgedessen füllt sich das Gefäß <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span> durch den Druck der
-äußeren Atmosphäre oder, was dasselbe besagt, durch Saugwirkung,
-sofort wieder mit Wasser, während sich <span class="antiqua">P<sub>2</sub></span> entleert.
-Ist dieses geschehen, so bewege man den Regulatorhebel
-von sich fort und bringe hierdurch den Dampfdruck in <span class="antiqua">P<sub>1</sub></span>
-zur Wirkung. Zugleich wird das Condenswasserrohr über
-das Gefäß <span class="antiqua">P<sub>2</sub></span> gebracht. Infolgedessen schlägt sich der in diesem
-Gefäß befindliche Dampf nieder, so daß dieses Gefäß sich
-füllt, während sich das andere entleert.</p>
-
-<p>Die Arbeit, die mit dem Drehen der zwei Maschinenteile,
-nämlich des Regulators und des Kaltwasserhahnes,
-verknüpft ist, sowie die Wartung der Feuerung, überschreitet
-nicht das Maß dessen, was ein Knabe täglich leisten kann,
-und ist ebenso leicht zu erlernen wie das Treiben eines Pferdes
-an einer Kettenpumpe. Dennoch aber würde ich Erwachsene
-vorziehen, da bei ihnen mehr Sorgfalt vorauszusetzen
-ist als bei Knaben. Der Unterschied im Kostenaufwand
-ist nicht nennenswert und kommt angesichts der großen
-Vorteile, die der Gebrauch der Maschine mit sich bringt,
-nicht in Betracht.</p>
-
-<p>Der sachkundige Leser wird hier nun vielleicht den Einwand
-erheben, daß, da der Dampf die Ursache der Bewegung
-und der Kraft ist und dieser Dampf nur verflüchtigtes Wasser
-ist, der Kessel <span class="antiqua">L</span> nach Verlauf einer gewissen Zeit leer werden
-muß, so daß also der Gang der Maschine unterbrochen
-werden muß, um den Dampfkessel wieder zu füllen, will
-man den Boden des Kessels nicht der Gefahr des Verbrennens
-oder Schmelzens aussetzen.</p>
-
-<p>Als Antwort hierauf bitte ich, sich den Gebrauch des kleinen
-Kessels <span class="antiqua">D</span> zu merken. Sobald die die Maschine bedienende
-Person bemerkt, daß es Zeit ist, den großen Dampfkessel
-wieder zu füllen, dann schneide man durch Drehung des
-Hahnes des kleinen Kessels <span class="antiqua">E</span> jegliche Verbindung zwischen <span class="antiqua">S</span>,
-dem großen Druckrohr, und <span class="antiqua">D</span>, dem kleinen Kessel, ab. Macht
-man dann noch ein kleines Feuer unter <span class="antiqua">B<sub>2</sub></span>, so hat man innerhalb
-kurzer Zeit mehr Dampfkraft zur Verfügung als aus
-dem großen Kessel. Denn da der in dem großen Kessel enthaltene
-Dampf ständig verbraucht wird und hinausgeht,
-während der Druck in dem anderen Kessel zunimmt, überschreitet
-der in <span class="antiqua">D</span> herrschende Druck bald den in <span class="antiqua">L</span>; da nun<span class="pagenum"><a name="Seite_80" id="Seite_80">[S. 80]</a></span>
-also das in <span class="antiqua">D</span> enthaltene Wasser durch seinen eigenen Dampf
-gedrückt wird, muß es notwendigerweise sich in dem Rohr <span class="antiqua">H</span>
-heben, hierbei das Ventil <span class="antiqua">I</span> öffnend und dann durch das
-Rohr <span class="antiqua">K</span> nach <span class="antiqua">L</span> hinübertretend, bis der Wasserspiegel in <span class="antiqua">D</span>
-die Unterkante des Rohres <span class="antiqua">H</span> erreicht. Das Zusammentreffen
-von Dampf und Wasser ergibt die Gewißheit, daß <span class="antiqua">D</span> sich
-entleert hat nach <span class="antiqua">L</span> hinein bis auf 8 Zoll oberhalb des Bodens.
-Und da nun in dem Raum zwischen der Spitze von <span class="antiqua">D</span> bis zur
-Unterkante des Rohres <span class="antiqua">H</span> so viel Wasser enthalten ist, um <span class="antiqua">L</span>
-um einen Fuß zu füllen, so kann man sicher sein, daß <span class="antiqua">L</span> wiederum
-um einen Fuß aufgefüllt ist. Dann öffnen Sie den Hahn <span class="antiqua">I</span>
-und füllen sofort <span class="antiqua">D</span>, so daß ständige Bewegung herrscht,
-ohne daß man irgendwelche Störung des Betriebes der Maschine
-zu fürchten hat. Wenn man zu beliebiger Zeit wissen
-will, ob der große Dampfkessel <span class="antiqua">L</span> mehr als zur Hälfte entleert
-ist, dann drehe man den kleinen Hahn <span class="antiqua">N</span>, dessen Rohr
-mit seiner Unterkante bis zur halben Höhe des Kessels hinabreicht
-und Wasser gibt, wenn dieses höher als die Unterkante
-des Rohres im Kessel steht; ist letzteres nicht der Fall, so
-gibt der Hahn <span class="antiqua">N</span> Dampf. Ebenso zeigt der Hahn <span class="antiqua">G</span> an, ob
-mehr oder weniger als 8 Zoll Wasser im Kessel <span class="antiqua">D</span> stehen,
-so daß nur törichte und böswillige Nachlässigkeit oder Absicht
-den Gang der Maschine zu stören vermag. Und wenn
-der Besitzer den Verdacht hat, daß der Wärter seine Pflicht
-nicht tut, so kann dieses leicht mit Hilfe der Ventile festgestellt
-werden. Denn wenn er an die im Gange befindliche
-Maschine herantritt und sieht, daß der Wasserspiegel in <span class="antiqua">L</span>
-tiefer liegt als die Unterkante des Rohres <span class="antiqua">N</span>, oder der Wasserspiegel
-in <span class="antiqua">D</span> tiefer als die Unterkante von <span class="antiqua">G</span>, so verdient
-der Wärter einen Tadel, obgleich noch drei Stunden verfließen
-können, bevor der Gang der Maschine gestört wird
-oder die Kessel sich entleeren. Übrigens erfüllen die Ventile
-der Wasserwerke ihre Aufgabe um so besser, je länger sie sich
-im Gebrauch befinden.</p>
-
-<p>Sind nun alle Teile meiner Maschine richtig beschaffen
-und die Feuerung aus Sturbridge- oder Windsorziegeln oder
-feuerfesten Steinen ausgeführt, so halte ich es für ausgeschlossen,
-daß meine Maschine nicht viele Jahre aushalten
-werde. Denn die Ventile, Gehäuse, Probierrohre, der Regulator
-und die Hähne sind sämtlich aus Rotguß angefertigt;<span class="pagenum"><a name="Seite_81" id="Seite_81">[S. 81]</a></span>
-und die Gefäße sind alle aus dem besten Kupfer hergestellt,
-von solcher Stärke, daß sie den bei dem Arbeiten der Maschine
-auftretenden Anforderungen genügen. Kurz gesagt: die
-Maschine ist dem, was sie leisten soll, derart natürlich angepaßt,
-daß sie unter den verschiedensten Verhältnissen,
-ohne Schaden zu erleiden, jahrelang arbeiten kann, es sei
-denn, daß jemand es auf ihre Zerstörung abgesehen habe.
-Ist die Maschine aufgestellt und in Betrieb gesetzt, so kann
-ich in aller Bescheidenheit die Versicherung abgeben, daß
-der Minenbesitzer oder Aufseher von den ewigen Kosten
-und Unannehmlichkeiten befreit ist, welche bei den anderen
-jetzt in den Bergwerken gebräuchlichen Wasserhebemaschinen
-ständig auftreten.&#8220;</p>
-
-<p>Saverys Rührigkeit war von Erfolg gekrönt; seine
-Maschine fand trotz des hohen Dampfverbrauchs, der aus
-der unmittelbaren Berührung des Dampfes mit dem kalten
-Wasser sich ergab, Eingang in die englischen Bergwerke.
-In der Tat ist die Saverymaschine die erste die Ausnutzung
-der Spannkraft des Wasserdampfes anstrebende Vorrichtung,
-die weit aus dem Rahmen des Versuches hinaustrat und sich
-in gewissem Maße auch bewährte. Großes Mißtrauen erweckte
-allerdings eine Explosion, der zu Broadwaters eine
-Savery-Maschine zum Opfer fiel.</p>
-
-<p>Bei Papin und dessen fürstlichem Gönner wurde der
-Anlaß, sich von neuem mit der Dampfmaschine zu befassen,
-durch Leibniz gegeben. Dieser sandte nämlich am 6.&nbsp;Januar
-1705 an Papin die Zeichnung einer Saverymaschine, und
-zwar ohne Beschreibung. Papin legte diese Zeichnung dem
-Landgrafen vor und erhielt von diesem den Auftrag, eine
-Dampfmaschine zum Antrieb einer Mahlmühle zu entwerfen.
-Offenbar sollte, da die Dampfmaschine hier nur als
-Pumpenmaschine in Betracht kam, diese das Wasser auf eine
-gewisse Höhe schaffen, von der es dann herabfallen und ein
-Wasserrad antreiben sollte.</p>
-
-<p>Papin ging eifrigst ans Werk und faßte, nachdem er
-ein kleines Modell fertiggestellt hatte, den Wunsch, eine
-Maschine größerer Leistung für die Herrenhäuser Wasserkunst
-ausführen zu können. Er wandte sich daher an Leibniz
-mit der Bitte, dieser möge ihm bei dem Kurfürst von Hannover
-den Auftrag auf eine derartige Maschine zum Preise<span class="pagenum"><a name="Seite_82" id="Seite_82">[S. 82]</a></span>
-von 300 Talern erwirken. Da aber bei den Herrenhäuser
-Anlagen Wasserkraft zur Verfügung stand, erfuhr Papins
-Bitte eine Ablehnung.</p>
-
-<p>Nunmehr suchte Papin seine Maschine weiteren Kreisen
-dadurch näher zu bringen, daß er sie in einer Druckschrift veröffentlichte.
-Endlich gelang ihm dies. Die Druckschrift ist
-betitelt: <span class="antiqua">Ars nova ad aquam ignis adminiculo efficacissime
-elevandam. Autore Dionysio Papin, Med. Doctore, Mathes.
-Profess. Publ. Marburgensi, Consiliario Hassiaco, ac Regiae
-Societatis Londinis Socio. Casellis (Francoforti a.&nbsp;M.) 1707</span>.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_25" id="Abb_25"></a>
-<img src="images/abb25.png" width="450" height="371" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 25.<br />
-
-Papins zweite Dampfmaschine.<br />
-
-Aus: Leupold, <span class="antiqua">Theatrum Machinarum Generale.</span> Tab.&nbsp;53, Fig.&nbsp;1.</div>
-</div>
-
-<p>Am 29.&nbsp;November 1706 übersandte Papin ein Exemplar
-dieser Druckschrift an Leibniz mit der Bitte, dieser möge sich
-über deren Inhalt äußern.</p>
-
-<p>Leupold gibt in seinem im Jahre 1724 erschienenen
-<span class="antiqua">Theatrum Machinarum generale</span> § 389 folgende Beschreibung
-dieser zweiten Papinschen Maschine:</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_83" id="Seite_83">[S. 83]</a></span>
-
-&#8222;<span class="antiqua">A</span> (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_25">25</a>) ist die küpfferne Blase oder Kugel, im Diametro
-20 Zoll, hoch 26 Zoll. Diese wird in einen Ofen von
-gebrannten Ziegeln eingemauert, daß die Hitze die gantze
-Kugel wohl treffen kan. Gemeldte Kugel soll 2 Zoll obenher
-von der Wand abstehen. Aus dieser Kugel gehet oben eine
-krumme Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">BB</em></span>, die in der Mitte ein Epistomium oder
-Hahn <span class="antiqua">E</span> hat. Die Röhre <span class="antiqua">B</span> soll noch etwas zugleich im Feuer
-mit stehen. Oben auf in <span class="antiqua">C</span> ist ein perpendikulairer Tubus <em class="gesperrt"><span class="antiqua">CC</span></em>,
-durch welchen man das Wasser eingießen kann, der so lang
-ist, daß er durch das Gewölbe des Ofens durchlanget. Damit
-aber die Gewalt der Lufft nicht herausdringet, ist solches mit
-einem Deckel wohl zu verwahren; allein daß auch nicht etwa
-die Gewalt und Stärke der expandierten Lufft das Gefäß <span class="antiqua">A</span>
-gar zersprengen möchte (wie es dem Papino selbst begegnet
-seyn soll) so lieget auf dem Deckel des Loches ein Hebel <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ab</em></span>,
-an welchen ein Gewicht <span class="antiqua">C</span> hanget, wenn anders die Gewalt
-so groß wird, sie ehr den Deckel mit dem Gewicht hebet als
-daß sie die Kugel zersprenget. Das Rohr <span class="antiqua"><em class="gesperrt">BB</em></span> gehet in ein
-ander Cylindrisches Gefäß <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span>, dahin die expandirte Lufft
-aus <span class="antiqua">A</span> durch das Epistomium <span class="antiqua">E</span> gelassen wird. Das kupfferne
-Gefäß <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span>, so statt der Antlia oder des Stiefels, ist weit im
-Diametro 20 Zoll, und der Embolus oder Kolben 15 Zoll
-hoch, und muß das Gefäß so weit seyn, daß noch 200 Pfund
-Wasser Raum haben.</p>
-
-<p>Ferner ist ein Tubus <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GG</em></span>, durch welchen das Wasser
-in den Cylinder <span class="antiqua">D</span> gelassen wird, der Diameter soll 7 Zoll
-weit seyn und 6 Zoll höher stehen, als das Epistomium <span class="antiqua">n</span>,
-durch welches das überflüssige Wasser in <span class="antiqua">D</span> wieder ablaufen
-kan. Der Tubus <span class="antiqua">G</span> aber gehet in die krumme Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">HH</em></span>,
-und diese in den Cylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span>. Der Embolus oder Kolben
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">FF</em></span> ist ein hohler Cylinder von Metall, und wohl verwahret,
-daß kein Wasser hineinkan, und so leicht, daß er auf dem
-Wasser schwimmt. In diesem Kolben ist ein hohler Cylinder
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">ii</em></span>, der oben in <span class="antiqua">i</span> offen, unten aber zugemacht ist. Durch
-die Achse dieses Cylinders gehet dieser Tubus hindurch bis
-auf den Boden, und ist so verwahret, daß kein Wasser durch
-kan.</p>
-
-<p>Dieser Tubus dienet hierzu: Durch die Öffnung <span class="antiqua">L</span> wird
-ein heißes oder glüendes Eisen gelassen, welches im oberen
-Theil der Antlia bleibet, welches nützet, daß die nassen Vapores<span class="pagenum"><a name="Seite_84" id="Seite_84">[S. 84]</a></span>
-aus der Kugel <span class="antiqua">A</span>, wenn sie darauf stossen, sich mehr
-erhitzen, und ausbreiten. Die Öffnung <span class="antiqua">L</span> wird gleichfalls
-wie <span class="antiqua">C</span> mit einem wohl eingepasseten metallenen Deckel
-verwahret, und durch den Hebel und Gewicht <span class="antiqua">a</span> aufgepresset,
-welches Gewichte man nach Verlangen hin und her schieben
-kan, nachdem die Schwehre nöthig. An dem engen Theil
-des Tubi <span class="antiqua">H</span> stehet ein anderer Tubus <span class="antiqua"><em class="gesperrt">MM</em></span>, welcher in einen
-größeren und weitern Cylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NN</em></span>, der allenthalben geschlossen
-ist, und nur in <span class="antiqua">X</span> eine Öffnung hat, gehet. Der
-Cylinder <span class="antiqua">M</span> ist 3 Fuß hoch und 23 Zoll weit, 1 Fuß Höhe hält
-200, das gantze Gefäß aber 600 Pfund Wasser, also, daß
-wenn die 200 Pfund Wasser aus dem Cylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span> hinangetrieben
-werden, die Lufft in <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NN</em></span> um &#8539; zusammengepresset
-wird, gleich wie das Wasser von 64 Fuß hoch thut.
-Damit nun das Wasser nicht wieder durch die Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GG</em></span>
-zurück kan, ist in <span class="antiqua">S</span> ein Ventil, desgleichen auch bey <span class="antiqua">T</span>. Bei
-<span class="antiqua">X</span> ist ein Rohr angemachet, aus dem Cylinder <span class="antiqua">N</span> 2 Zoll breit,
-durch welches das Wasser <span class="antiqua">N</span> in die Höhe steigen soll. Es ist
-darum so enge, daß das Wasser erstlich in 2 Secunden auslauffen
-kan, weil in jeden 2 Secunden eine neue Operation
-oder neues Wasser folgen soll.</p>
-
-<p>Hierauf, saget der Autor, würde man sehen, daß eine
-solche Machine mit schlechten Kosten zu machen sey, und
-dennoch dadurch ein Mensch, so viel als sonst fünffzig verrichten;
-weil nemlich alle 2 Secunden 200 Pfund Wasser
-40 Fuß hoch könnten gebracht werden. Ja, er vermeynete,
-er wolle es auch dahin bringen, wenn alles grösser und stärker
-gemachet würde, daß einer so viel als sonst hundert ausüben
-würden.&#8220;</p>
-
-<p>Der Arbeitsgang dieser zweiten Papinschen Maschine
-vollzog sich folgendermaßen: Durch den Trichter <span class="antiqua">G</span> wird Wasser
-in den Zylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span> eingelassen; infolgedessen hebt sich
-der Kolben nach aufwärts. Hat dieser seine Höchstlage erreicht,
-wird der Lufthahn <span class="antiqua">n</span> geschlossen und durch Öffnen
-des Dampfhahns <span class="antiqua">E</span> Dampf oberhalb des Kolbens in den
-Zylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DD</em></span> eingeführt. Der Dampf drückt den Kolben
-abwärts, infolgedessen das unterhalb des letzteren befindliche
-Wasser in dem mit Ventil ausgestatteten Steigrohr <span class="antiqua">M</span> aufwärts
-gefördert wird. Alsdann wird der Dampf abgesperrt,
-der Lufthahn <span class="antiqua">n</span> wiederum geöffnet und von neuem Wasser<span class="pagenum"><a name="Seite_85" id="Seite_85">[S. 85]</a></span>
-in den Trichter <span class="antiqua">G</span> geschüttet, worauf sich der Vorgang wiederholt.
-Von der Saveryschen Maschine unterscheidet sich Papins
-Maschine wesentlich dadurch, daß sie die großen bei der Berührung
-des Dampfes mit dem Wasser auftretenden Dampfverluste
-durch Zwischenschaltung des Kolbens zwischen Dampf
-und Wasser vermeidet. Zur weiteren Verhütung von Wärmeverlusten
-wurde der hohle Kolben durch einen erwärmten
-eisernen Bolzen geführt, und der verbrauchte Dampf wurde
-nicht niedergeschlagen, sondern durch den Lufthahn <span class="antiqua">n</span> abgeführt
-und zur Vorwärmung des in den Trichter <span class="antiqua">G</span> eingebrachten
-Wassers verwertet.</p>
-
-<p>Papin blieb nun aber nicht dabei stehen, diese Maschine
-nur zum Heben von Wasser zu benutzen, er hatte vielmehr
-schon deren Verwendung für <em class="gesperrt">motorische</em> Zwecke im Auge.
-Zu diesem Zwecke umgab er das Steigrohr <span class="antiqua">M</span> mit einem
-Windkessel <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NN</em></span>, in welchem das gehobene Wasser ein Kissen
-stark gepreßter Luft erzeugte, die durch das Rohr <span class="antiqua">X</span> fortgeleitet
-und zum Antrieb eines Schaufelrades benutzt werden
-konnte. Des weiteren wollte er die Maschine zum Antrieb
-von Schiffen benutzen.</p>
-
-<p>Diese Verbesserungen beruhten auf einer eingehenden
-Kritik, die Papin in der Schrift &#8222;<span class="antiqua">Ars nova</span>&#8220; der Saveryschen
-Maschine angedeihen ließ.</p>
-
-<p>Von großem Interesse sind die Verbesserungsvorschläge,
-die <em class="gesperrt">Leibniz</em> machte und die so erheblich sind, daß sie als
-selbständige Erfindungen gelten müssen. Er vermißte eine
-Vorrichtung, um den Dampfkessel wieder mit Wasser füllen
-zu können. Zu diesem Zweck schlug er einen mit einer Aussparung
-versehenen Hahn vor. Den aus dem Hahn <span class="antiqua">n</span> abziehenden
-Dampf wollte er mittels eines Rohres unter eine
-Kappe leiten, welche den Windkessel <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NN</em></span> so weit umgab,
-als dieser für gewöhnlich mit Luft gefüllt war. Hierdurch
-sollte der Windkessel abwechselnd erwärmt werden und jeweilig,
-wenn er Wasser in das Steigrohr zu pressen hatte,
-eine größere Spannkraft erhalten. Die überflüssige Wärme
-und der Rauch der Feuerung sollte zur Vorwärmung des
-Wassers im Trichter <span class="antiqua">G</span> und im Rohr <span class="antiqua">H</span> benutzt werden. Schließlich
-meinte er, daß sich ein Mechanismus erfinden lasse,
-um die Hähne <span class="antiqua">E</span> und <span class="antiqua">n</span> durch die Maschine richtig zu bewegen,
-zu steuern. Hier begegnen wir also bereits einer Anregung,<span class="pagenum"><a name="Seite_86" id="Seite_86">[S. 86]</a></span>
-<em class="gesperrt">die Steuerung der Maschine durch diese selbst zu
-bewirken</em>.</p>
-
-<p>Als Papin mit seiner Druckschrift über seine neue Maschine
-vor die Öffentlichkeit trat, hatte er jene bereits Versuchen
-unterzogen. Dieselben wurden im Treppenhause
-des im Jahre 1695 erbauten Kunsthauses zu Kassel vorgenommen
-und ihre Ergebnisse von Papin am 19.&nbsp;August
-1706 Leibniz mitgeteilt. Diese Versuche mißlangen zunächst
-teilweise, weil der für den Aufbau des Steigrohres verwendete
-Kitt, wie Papin vorausgesehen hatte, dem Druck des Wassers
-nicht widerstehen konnte, infolgedessen große Wasserverluste
-eintraten. Trotzdem aber konnte Papin mit Genugtuung
-feststellen, daß das gepumpte Wasser bis zu einer Höhe von
-70 Fuß emporstieg. Als man versuchte, das Steigrohr neu
-zu verkitten, fiel einiger Kitt in das Bodenventil des Steigrohres,
-so daß die Versuche abgebrochen werden mußten.
-Nunmehr wurde ein anderes Steigrohr, und zwar aus Kupferplatten,
-hergestellt. Als dieses fertig war, verließ aber leider
-der Landgraf Kassel und besichtigte nach einmonatlicher Abwesenheit
-die Maschine nur abends, wo Versuche nicht vorgenommen
-werden konnten. Auch nahmen ihn andere Dinge
-vollständig in Anspruch, so daß Papin seine geplanten Verbesserungen
-immer und immer wieder hinausschieben mußte.
-In den ersten Monaten des Jahres 1707 wurde sogar das neue
-Steigrohr entfernt und zu anderen Zwecken benutzt. Dies erregte
-Papins Unzufriedenheit in so hohem Maße, daß er, um
-sich wieder nach England begeben zu können, den Landgrafen
-um seine Entlassung bat, die ihm denn auch gewährt wurde.</p>
-
-<p>Mit welchem Eifer und mit welchem Maße innerer Überzeugung
-Papin an den Bau dieser seiner zweiten Maschine
-herangegangen ist, geht aus einem Brief hervor, den er am
-23.&nbsp;März 1705 an Leibniz richtete. Nachdem er berichtet hat,
-daß der Landgraf durch die von Leibniz seinerzeit übersandte
-Zeichnung der Saverymaschine zur Fortsetzung der auf die
-Dampfmaschine bezüglichen Versuche sich bewogen gefühlt
-habe, fährt er fort: &#8222;Ich kann Sie versichern, daß ich, je mehr
-ich vorwärtskomme, immer mehr diese Erfindung zu schätzen
-lerne, die, vom theoretischen Standpunkte aus betrachtet,
-<em class="gesperrt">die Kräfte der Menschen bis ins Unendliche vermehren
-muß</em>; aber vom praktischen Standpunkte aus<span class="pagenum"><a name="Seite_87" id="Seite_87">[S. 87]</a></span>
-glaube ich ohne Übertreibung sagen zu können, daß mittels
-derselben ein Mensch ebensoviel wird leisten können, als hundert
-Menschen ohne dieselbe. Ich gebe zu, daß es noch Zeit
-erfordern wird, um zu diesem Grade der Vollkommenheit
-zu gelangen. Das einzige, was man bisher getan hat, ist die
-Aufdeckung der Eigenheiten der Maschine und der Erscheinungen,
-denen sie unterworfen ist. Aber Seine Hoheit werden
-sie hinfort zu einem nützlichen Zweck verwenden und hat mir
-den ehrenvollen Auftrag gegeben, diese Maschine zum Antrieb
-einer Getreidemühle anzuwenden. Sie können mir glauben,
-mein Herr, daß ich alles, was in meinen Kräften steht, aufbieten
-werde, daß die Sache zu einem guten und erfolgreichen
-Ende geführt wird, jedoch hat man hier mit der Schwierigkeit,
-tüchtige Arbeiter zu finden, zu kämpfen. Ich hoffe
-jedoch, daß die Geduld mit Gottes Hilfe alles glücklich überwinden
-wird. Und wenn man dann nach der Getreidemühle
-jene Erfindung auf die Wasserfahrzeuge ausdehnen könnte,
-so würde ich diese Erfindung für ungleich nützlicher halten
-als die Auffindung der Längen auf dem Meere, nach der man
-schon so lange Zeit sucht.&#8220;</p>
-
-<p>Als Papin seinen erbetenen Abschied vom Landgrafen
-erhalten hatte, ging er alsbald an die Vorbereitungen seines
-Umzuges nach London. Sein schönstes Besitztum bestand
-in einem Schiffe, an welchem er nach eigenen Angaben gebaute
-Schaufelräder angebracht und erprobt hatte. Auf
-diese Erfindung setzte er große Hoffnungen, die er in England
-erfüllen wollte. Dieses Schiff hat zu der weitverbreiteten
-irrtümlichen Auffassung Veranlassung gegeben, Papin
-habe bereits ein Dampfschiff besessen. Es wurde in den
-Jahren 1703 und 1704 erbaut, und am 13.&nbsp;März 1704 schrieb
-er ausdrücklich in einem an Leibniz gerichteten Briefe, er
-habe dieses Schiff nicht derart eingerichtet, daß es durch die
-Kraft des Feuers angetrieben werden könne, um nicht zu
-viele Dinge auf einmal zu unternehmen.</p>
-
-<p>Trotzdem daß Papin alle nur mögliche Vorsicht angewendet
-hatte, um sich die Durchfahrt dieses Schiffes von
-Kassel zum Meere zu sichern, wurde dasselbe dennoch von
-Schiffern zerstört. Dieser Verlust hat Papin seiner schönsten
-Hoffnungen beraubt und ihm einen niemals wieder gut
-zu machenden Schlag versetzt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_88" id="Seite_88">[S. 88]</a></span>
-
-In London angelangt, bat er die <span class="antiqua">Royal Society</span>, sie
-möge ihm die Möglichkeit geben, die Leistungsfähigkeit
-seiner Maschine mit derjenigen der Saveryschen Maschine
-zu vergleichen, wurde aber abschlägig beschieden. Auch
-weitere Kränkungen blieben dem erfolgreichen Bahnbrecher
-der Dampfmaschine nicht erspart. Wahrscheinlich
-ist Papin in der ersten Hälfte des Jahres 1712 zu London
-gestorben.</p>
-
-<p>Kehren wir nunmehr zur Saveryschen Maschine zurück.
-Im Jahre 1706 wurde die erste praktische Ausführung zu
-Broadwaters aufgestellt, explodierte jedoch, wie wir bereits
-erwähnten. In demselben Jahre soll Savery ein für Kassel
-bestimmtes Modell verbessert haben.</p>
-
-<p>Die Zahl der nach und nach in Betrieb genommenen
-Saverymaschinen nahm allmählich zu. Es erklärt sich dies
-leicht aus dem Umstande, daß die stetig wachsende Bedeutung
-des englischen Kohlenbergbaues gebieterisch nach einer
-Vervollkommnung der gebräuchlichen, höchst mangelhaften
-Wasserhebevorrichtungen verlangte. Bisher hatte man sich
-mit durch Menschen- oder Pferdekraft betriebenen Pumpen
-beholfen und war hierbei schon hier und dort zu sehr umfangreichen
-Anlagen gediehen. So befand sich in Cornwall die
-sogenannte &#8222;Turmmaschine&#8220;, die aus zehn übereinander angeordneten
-oberschlächtigen Wasserrädern von je 20 Fuß
-Durchmesser bestand. Auch Windmühlen benutzte man
-zum Entwässern der Bergwerke. Letztere versagten bei
-Windstille den Dienst, während die Wasserräder erhebliche
-Mengen von Aufschlagwasser erforderten, die bei Trockenheit
-nicht zur Verfügung standen. Die mit Tier- und Menschenkraft
-angetriebenen Pumpen mußten durch Tag- und Nachtschichten
-im Betriebe erhalten werden. Schließlich benutzte
-man auch Becherwerke zum Heben des Wassers. Bei beträchtlicheren
-Förderhöhen war aber deren Standfestigkeit so
-gering, daß infolge der Schwankungen des Gestelles die
-Becher kaum zur Hälfte gefüllt oben anlangten und ein
-immerwährender Regen in die Tiefe hinabrieselte.</p>
-
-<p>Die erste größere Saverymaschine war die der
-<span class="antiqua">York Building Waterworks</span>. Hier gelangten sehr hohe Dampfdrucke,
-&#8222;8- bis 10mal so groß als der Luftdruck&#8220;, zur Anwendung.
-Die entwickelte Hitze war so groß, daß das gewöhnliche<span class="pagenum"><a name="Seite_89" id="Seite_89">[S. 89]</a></span>
-Weichlot schmolz und die Verbindungen mittels
-Hartlot verlötet werden mußten.</p>
-
-<p>Als Grund für die Verwendung dieser hohen Dampfdrucke
-gab Savery an, daß er auf diese Weise die von dem
-Dampf getroffene Oberfläche des zu hebenden Wassers
-schnell auf eine hohe Temperatur bringe und hierdurch die
-Kondensation des Dampfes verhindere.</p>
-
-<p>Gleichzeitig mit Savery und Papin hatte sich auch <em class="gesperrt">Thomas
-Newcomen</em> mit der Verbesserung der Dampfmaschine
-beschäftigt, und zwar in Gemeinschaft mit <em class="gesperrt">John Cawley</em>.
-Beide lebten in Dartmouth.</p>
-
-<p>Die von beiden erfundene Maschine ist in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_26">26</a> dargestellt.
-Oberhalb des eingemauerten Dampfkessels <span class="antiqua">A</span> liegt
-der Dampfzylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">PQ</em></span>. Beide sind durch ein senkrechtes
-Rohr <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DE</em></span> miteinander verbunden. Der Kolben <span class="antiqua">R</span> ist mittels
-einer Kette an dem einen Arme <span class="antiqua">Z</span> des Balanciers <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ZaY</em></span> aufgehängt,
-an dessen anderem Ende das Pumpengestänge <span class="antiqua">k</span>
-und die Kolben <span class="antiqua"><em class="gesperrt">nml</em></span> angebracht sind. Das oben an der Säule
-des Balanciers angebrachte Gefäß <span class="antiqua">M</span> enthält Kühlwasser,
-das durch das Rohr <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NN</em></span> und den Hahn <span class="antiqua">K</span> unterhalb des Kolbens
-<span class="antiqua">R</span> in den Zylinder eingeführt werden kann und die
-Kondensation des Dampfes bewirkt.</p>
-
-<p>Der Arbeitsgang der Maschine vollzieht sich in folgender
-Weise: Befindet sich der Kolben in seiner tiefsten Stellung,
-so wird Dampf von unten in den Zylinder eingelassen, und
-dieser Dampf hebt mit Hilfe des Gegengewichtes <span class="antiqua"><em class="gesperrt">lmn</em></span> den
-Kolben. Hat dieser seine Höchstlage erreicht, wird der Dampfzutritt
-gesperrt und der Kaltwasserhahn <span class="antiqua">K</span> geöffnet. Infolge
-der Kondensation des Dampfes drückt der Luftdruck
-den Kolben nach unten und das Gegengewicht <span class="antiqua"><em class="gesperrt">lmn</em></span> nebst
-dem Pumpengestänge <span class="antiqua">k</span> wird gehoben. Nunmehr wird,
-nachdem für rechtzeitige Ableitung des im Zylinder befindlichen
-Kondenswassers gesorgt ist, frischer Dampf in den
-Zylinder eingeführt, und das Spiel wiederholt sich.</p>
-
-<p>Die <span class="antiqua">Abridgements</span> geben an, daß die Newcomenmaschine
-eher erfunden sei, als die Saverymaschine, jedoch erst im Jahre
-1710 an die Öffentlichkeit gelangt sei. Savery soll gegen das
-von Newcomen und Cawley nachgesuchte Patent Einspruch
-erhoben haben. Newcomen habe aber, da er Wiedertäufer
-war, von einem Streite um das Patent Abstand genommen,<span class="pagenum"><a name="Seite_90" id="Seite_90">[S. 90]</a></span>
-und es sei dann, nachdem eine Einigung der drei Erfinder
-erzielt war, diesen im Jahre 1705 ein gemeinsames Patent
-erteilt worden. &mdash; Die veröffentlichten Patente lassen aber ein
-solches vermissen.</p>
-
-<p>Zweifellos steht die Newcomenmaschine derjenigen
-Papins erheblich näher als der Saverymaschine. Da Papin
-das Wesentliche seiner Erfindung im Jahre 1690 bereits
-in den &#8222;<span class="antiqua">Actis Eruditorum</span>&#8220; veröffentlicht hatte, und da ferner
-Newcomen als ein Mann geschildert wird, der in Dartmouth
-neben seiner Beschäftigung als Schmied und Eisenwarenhändler
-sich schon seit Jahren für die Ausnutzung der Dampfkraft
-interessierte und einschlägige Studien trieb, liegt die
-Annahme sehr nahe, daß er Papins Arbeiten kannte und auf
-dem von diesem gewiesenen Wege vorwärts strebte. Außerdem
-liegt die Annahme sehr nahe, daß er auch Saverys
-Arbeiten kannte.</p>
-
-<p>Den Anteil Cawleys an der Erfindung der Newcomenmaschine
-festzustellen, ist sehr schwierig. Der Hauptanteil
-dürfte auf Newcomen entfallen, denn dieser hatte bezüglich
-der Maschine mit dem bekannten Physiker Hooke im Briefwechsel
-gestanden. Hooke riet ihm von der Anwendung der
-Papinschen Anordnung ab, wies aber darauf hin, daß der
-Erfolg in erster Linie von der schnellen Erzielung des Vakuums
-abhänge. Offenbar unter dem Einfluß der Arbeiten
-Saverys gingen dann Newcomen und Cawley an die Lösung
-der von Hooke als wesentlich hingestellten Aufgabe und führten
-diese in der von uns beschriebenen Weise zu einem glücklichen
-Ende. Der Erfolg war, daß sie alsbald Saverys Maschine
-stark in den Schatten stellten.</p>
-
-<p>Der Versuch Newcomens und Cawleys, ihre Maschine
-zu Griff in Warwickshire im Jahre 1711 in Betrieb zu setzen,
-scheiterte. Im Jahre 1712 aber erhielten sie den Bau einer
-Wasserförderungsanlage in Bromsgrave für einen gewissen
-Back in Wolverhampton.</p>
-
-<p>Die zu überwindenden Schwierigkeiten waren sehr groß.
-Das Öffnen und Schließen der Hähne für den Zutritt des
-Dampfes und des Kühlwassers erfolgte von Hand. Wir
-müssen hier zu unserer vorstehend gegebenen Beschreibung
-noch ergänzend hinzufügen, daß unsere Abb.&nbsp;<a href="#Abb_24">24</a> bereits die
-im Jahre 1713 angebrachte Einspritzkondensation aufweist.<span class="pagenum"><a name="Seite_92" id="Seite_92">[S. 92]</a></span>
-Zunächst hatten Newcomen und Cawley die Kondensation
-des Dampfes durch Außenkühlung des Dampfzylinders bewirkt.
-Auch das von Papin erfundene Sicherheitsventil wurde
-bei späteren Ausführungen angebracht.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 363px;">
-<a name="Abb_26" id="Abb_26"></a>
-<img src="images/abb26.png" width="363" height="599" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 26. Dampfmaschine von Newcomen, Cawley und Potter.<br />
-
-Aus: Leupold, <span class="antiqua">Theatrum Machinarum hydraulicarum</span>.
-Band <span class="antiqua">II.</span> Tab.&nbsp;44</div>
-</div>
-
-<p>Eine wesentliche Verbesserung der Newcomenmaschine
-wird einem mit der Bedienung der Hähne beauftragten
-Knaben, <em class="gesperrt">Humphrey Potter</em>, zugeschrieben. Dieser soll
-im Jahre 1712 die rechtzeitige Verstellung der Hähne durch
-in geeigneter Weise angebrachte Schnüre selbsttätig bewirkt
-haben, so daß deren Bedienung von Hand nicht mehr erforderlich
-war. Diese Steuerung sowie die Einspritzkondensation
-sind nicht Gegenstand des Patentschutzes gewesen.</p>
-
-<p>Im Jahre 1712 wurde durch einen Zufall die dampf-
-und wasserdichte Kolbenliderung erfunden. Man hatte auf
-dem Kolben ein Stück Leder befestigt, das den Kolben überragte
-und sich in einer Höhe von 2 bis 3 Zoll an die Zylinderwandung
-legte. Allmählich verschliß dieses Lederstück und
-lag schließlich nur noch mit seinem Querschnitt an der Zylinderwandung
-an. Hierbei machte man die Beobachtung,
-daß die Dichtung eine weit vollkommenere war als bisher,
-und man begnügte sich hinfort mit einer in den Kolbenumfang
-gelegten Lederscheibe.</p>
-
-<p>Auch die Einspritzkondensation soll ihr Dasein einem Zufall
-verdanken, indem sie sich einst unbeabsichtigterweise durch ein
-im Kolben entstandenes Loch vollzog und sich durch schnelleres
-Niederschlagen des Dampfes vorteilhaft bemerkbar machte.</p>
-
-<p>Im Jahre 1713 wurden zwei Newcomenmaschinen
-zu Newcastle in Betrieb gesetzt, eine dritte wurde zu Austhorpe
-in Yorkshire erbaut.</p>
-
-<p>Im Jahre 1718 ersetzte <em class="gesperrt">Beighton</em> die von Humphrey
-Potter angegebenen, die Hähne betätigenden Schnüre durch
-Hebel.</p>
-
-<p>Schon im Jahre 1721 wurde die erste Newcomen-Maschine
-nach dem Kontinent, und zwar nach Königsberg in Ungarn,
-geliefert.</p>
-
-<p>Diese Maschine ist in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_26">26</a> dargestellt und wird von
-Leupold<a name="FNAnker_51_51" id="FNAnker_51_51"></a><a href="#Fussnote_51_51" class="fnanchor">[51]</a> wie folgt beschrieben:</p>
-<p class="cite"><span class="pagenum"><a name="Seite_93" id="Seite_93">[S. 93]</a></span>
-
-
-&#8222;<em class="gesperrt">Von der Feuer-Machine des Herrn Potters,
-welche er zu Königsberg in Ungarn gebauet, und
-allda mit gutem Succeß und Vergnügung der
-Compagnie das ihrige praestiren soll</em>.</p>
-
-<p>Die Figur zeiget sich meist im Profil, da <span class="antiqua">A</span> der große Kessel,
-dessen Diameter 7 Fuß seyn soll, und 200 Eymer Wasser
-halten, muß allezeit ¾ voll Wasser, und das übrige voll
-Dampf seyn. Dieser Kessel ist gleichsam mit einem Ofen eingefasset,
-und mit Rost und Windfang versehen, wie es die
-Kunst erfordert. <em class="gesperrt"><span class="antiqua">BC</span></em> eine metallene Platte, so mit Schrauben
-an dem Kessel <span class="antiqua">A</span> befestiget, und in solcher eine dergleichen
-Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DE</em>,</span> so in <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua">E</span> offen ist, bey <span class="antiqua">E</span> gekrümmt und
-erhoben, daß das kalte Wasser nicht hineinfallen kann, bei
-<span class="antiqua">D</span> aber mit einer Klappe versehen, die, vermöge des Gewichts
-<span class="antiqua">F</span>, die Öffnung <span class="antiqua">D</span> zuschliesset. Von dem Hintertheil
-dieser Klappe gehet ein starker Draht, der in der Platte <span class="antiqua"><em class="gesperrt">BC</em></span>
-wohl eingeschmergelt und außenher an den Hebel <em class="gesperrt"><span class="antiqua">CH</span></em> befestiget
-ist, damit wenn der Balcken oder Arm sich in die Höhe
-hebet, solcher mit dem Ansatz an diesen Hebel <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gq</em></span> anstösset
-und die Klappe <span class="antiqua">F</span> zuschliesset, auch zugleich den Hahn <span class="antiqua">K</span> eröffnet,
-durch den Arm <span class="antiqua">L</span>, daß das kalte Wasser aus dem
-Kasten <span class="antiqua">M</span> durch die Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NN</em></span> und Öffnung <span class="antiqua">O</span> durch viel
-subtile kleine Löcherlein als ein Regen herausspringet, den
-ganzen Zylinder <span class="antiqua">P</span> erkältet und den Dampf niederschläget
-und ein Vacuum machet. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">PQ</em></span> ist der Zylinder, so in die
-32 oder gar 36 Zoll in Diametro seyn soll, 8 Fuß hoch, und
-in die 30 Zentner wägen, <span class="antiqua">R</span> ein metallener Kolben, so auf
-denen Seiten mit Schrauben versehen, daß man Leder oder
-Holz dazwischen schrauben kan, damit der Kolben wohl anschliesset
-und kein Wasser durchlässet, die Bewegung dieses
-Kolbens soll 7 Fuß seyn; oben auf diesem Cylinder stehet
-noch ein Gefässe feste, in welchem allezeit kaltes Wasser aus
-dem Kasten <span class="antiqua">M</span> durch die Röhre <span class="antiqua">R</span> lauffet, und den Kolben
-mit dem Leder bedecket, und wenn der Kolben in die Höhe
-kommet, das Wasser in die Röhre <span class="antiqua">S</span> lauffet, aus welcher es,
-vermittelst eines Hahnes, so starck es nöthig ist, in die Röhre
-<em class="gesperrt">T</em> bey <span class="antiqua">V</span> in den Kessel lauffet, und den Abgang des Wassers,
-so durch den Brodem hinwegziehet, ersetzet. Das Wasser,
-so durch die Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NO</em></span> in den Cylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">PQ</em></span> spritzet, und dasjenige,
-so sich durch den Brodem sammlet, lauffet durch die<span class="pagenum"><a name="Seite_94" id="Seite_94">[S. 94]</a></span>
-Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">WW</em></span> wieder ab, welches in die 5 Zoll in den Cylinder
-beträget; derohalben oben ein sehr starker Zugang, nämlich
-eine dreyzollige Röhre <span class="antiqua">X</span> voll Wasser von einer Höhe zufließen
-soll, wo es aber die Natur nicht zuführet, muß Anstalt
-gemachet werden, daß die Kunst selbst so viel Wasser hinauf
-hebet. Die Application zum Rohr oder Pumpen-Werk geschiehet
-vermittelst eines sehr starken in die 21 Fuß langen
-und 18 Zoll dicken Waag-Balcken <span class="antiqua"><em class="gesperrt">YZ</em></span>, an beyden Enden
-sind zwey Cirkel-Stücken <span class="antiqua"><em class="gesperrt">YZ</em></span>, deren Centrum die Achse <span class="antiqua">a</span>
-ist, über den Bogen <span class="antiqua">Z</span> gehet eine sehr starke Kette <span class="antiqua"><em class="gesperrt">bcd</em></span>, davon
-ein jedes Glied 10 Pfund wägen soll, an eine drey Zoll
-dicke eiserne Kolben-Stange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">def</em></span>, und auf dem Bogen <span class="antiqua">Y</span>
-ist eine dergleichen starke Kette <span class="antiqua"><em class="gesperrt">gb</em></span> an die Stange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ik</em></span> befestigt,
-an diese aber drey Kolben-Stangen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">lmn</em></span> angehangen, also
-daß, wenn der Kolben in der großen Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">PQ</em></span> niedergehet,
-er die Stange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ik</em></span> nebst denen drey Kolben-Stangen nach
-sich ziehet und die Wasser hebet. Damit aber die Schwehre
-der Kolben und Gestänge ins aequilibrium gebracht werde,
-ist noch ein andrer kleiner Waag-Balcken <span class="antiqua"><em class="gesperrt">opq</em></span> angeordnet,
-dessen Achse <span class="antiqua">q</span> über die beyden Bogen-Stücken aber gleichfalls
-zwey Ketten <span class="antiqua"><em class="gesperrt">rs</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">tu</em></span> gehn, davon die erste an das
-Kolben-Gestänge, die andere aber an das Gewicht <span class="antiqua">w</span> von
-30 Centnern befestiget ist. Alles übrige Holtz- und Mauer-Werk
-oder Stellage ist weggelassen, damit man die Haupt-Stücke
-desto deutlicher fassen und sehen kan, die dann wohl
-ein jeder, wann es anders im Haupt-Werk richtig, noch eher
-anordnen kan. <span class="antiqua">W</span> und <span class="antiqua">X</span> sind zwey Hähne, dadurch den Zufluß
-des Wassers zu moderiren. Aus der Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">ss</em></span> fließet
-das Wasser in einen Trichter <span class="antiqua"><em class="gesperrt">yT</em></span> und von da in den Kessel.
-Was die Öffnung und Wiederzuschließung der Röhren betrifft,
-sowohl den Dampf aus dem Kessel bei <span class="antiqua">D</span> zu lassen,
-als frisches Wasser durch die Röhre <span class="antiqua">O</span> in Cylinder zu spritzen,
-kömmet solches mit des Herrn Potters Invention nicht überein,
-denn weil ich mir aus der Zeichnung kein rechtes Concept
-formiren können, so habe lieber eine andere Art anweisen
-wollen, nicht daß ich solche besser achte, sondern vielmehr dem
-Leser ein Concept hiervon zu machen, beydes muß sich zugleich
-öffnen und schließen; denn so bald sich <em class="gesperrt"><span class="antiqua">FD</span></em> schliesset,
-muß sich <em class="gesperrt"><span class="antiqua">KO</span></em> öffnen, und also auch im Gegentheil.</p>
-
-<p>Es geschiehet aber hier also: <span class="antiqua">F</span> ist der Deckel oder Klappe<span class="pagenum"><a name="Seite_95" id="Seite_95">[S. 95]</a></span>
-so in 1 ein Charnier hat und darhinder einen Lappen, auf
-welchem eyn nach dem Cirkel gebohrtes und in die Platte
-wohl eingeschmergeltes Eisen aufruhet, solches Eisen ist mit
-einem Charnier an dem Waag-Balcken 2, 3 befestigt, der
-Waag-Balcken oder Hebel hat bei 4 seine Achse und bey 5
-ist er wieder an einen Arm 5, 6 mit zwey Charnieren befestiget,
-so bey 6 einen Hebel 6, 7 fasset, der bey 7 an dem Würbel
-des Hahnes befestiget, und die Röhren <span class="antiqua"><em class="gesperrt">NO</em></span> auf- und zuschliesset,
-auf dem Hebel 2, 3 ruhet eyn Gewicht 8, so den
-Hebel bey 3 niederdrücket, und bey 2 erhebet, daß sich die
-Klappe <span class="antiqua">F</span> öffnen kan, das Gewicht 8 aber hanget an einer
-kleinen Kette, die am Balcken 7 befestiget ist, und wenn solche
-hoch genug erhoben, das Gewicht erhebet, daß es nicht mehr
-den Hebel niederdrücket, sondern das Gewicht 9 die Oberhand
-behält, und den Hebel in 2 und also auch die Klappe
-durchs Eisen 1 niederdrücket, und die Röhre <span class="antiqua"><em class="gesperrt">DE</em></span> zuschliesset,
-hingegen vermittelst des Armes 5, 6 den Hahn <span class="antiqua">K</span> eröffnet,
-daß das kalte Wasser in den Cylinder spritzet, und sobald
-das große Gewicht bey eher abfallender Stange <span class="antiqua">I</span> wieder auf
-dem Hebel ruhet, wieder die Klappe <span class="antiqua">F</span> öffnet und den Hahn <span class="antiqua">K</span>
-schliesset. Welches, wie es accurat anzuordnen, einen jedern
-die Praxis selber lehret; genug wenn so viel gewiesen habe,
-wie es geschehen soll oder muß. Solche Machine soll in 24 Stunden
-24000 Eymer heben.</p>
-
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Wie und auf was Arth die Operation bey dieser
-Machine geschehe.</em></p>
-
-<p>Selbige geschiehet nun nicht durch die Expansion, sondern
-durchs Vacuum, und die Pressung der äußerlichen Luft,
-welche auf den Embolum (Kolben) drücket, denn wenn die
-Klappe <span class="antiqua">F</span> eröffnet ist, so steiget der heiße Brodem aus den
-Kessel <span class="antiqua">A</span> im Cylinder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">PQ</em></span> und treibet den Kolben <span class="antiqua">f</span> der mit
-dem Gestänge <span class="antiqua"><em class="gesperrt">hklm</em></span> meist in Aequilibrio ist, in die Höhe,
-und wenn er hoch genug ist, so machet die Stange <span class="antiqua">J</span> vermittelst
-des Hebels und Gewichtes, wie zuvorhero ist erklähret worden,
-die Klappe <span class="antiqua">F</span> zu, und den Hahn <span class="antiqua">K</span> auf, daß kaltes Wasser
-in den mit heißem Dampf gefüllten Cylinder spritzet, im Augenblick
-condensiret sich der Dampf im Wasser, fället zu Boden,
-und machet ein Vacuum, welches so gleich die äußere Luft
-wieder ersetzen will, und den Kolben mit solcher Gewalt<span class="pagenum"><a name="Seite_96" id="Seite_96">[S. 96]</a></span>
-hernieder treibet, daß es vermittelst des Waag-Balckens auf
-der anderen Seite durch die Kette h eine grausame Last
-Wasser auf einmahl hebet, welches viele Pferde zu thun nicht
-vermögend seyn. Ist aber der Kolben hernieder, so öffnet
-sich in dem Moment die Klappe wieder aufs neue, und treibet
-den Kolben wieder fort, nachdem sich auch der Hahn <span class="antiqua">K</span>
-zugleich mit zugeschlossen.</p>
-
-<p>Und auf solche Weise gehet die Machine Tag und Nacht,
-ohne Anlegung einiges Menschen Hand, nur daß beständig
-ein Mann die Feuerung unterhalten muß, und bin berichtet
-worden, daß man anfangs in 24 Stunden drey Klaffter
-Holtz nöthig gehabt, ob es sich aber auch jetzo noch so befindet,
-oder ob mehr oder weniger gebrauchet wird, kan ich mit
-Gewißheit nicht sagen, woran uns zwar eben auch nichts
-gelegen, genug, daß man gezeiget: wie derselben Construktion
-und Fundament beschaffen, und daß mit solcher Krafft
-und Schnelligkeit selbige so viel arbeitet, daß hundert Pferde
-solches nicht praestiren können.&#8220;</p>
-
-<p>Um die Ausbildung der Einzelteile der Newcomen-Cawleyschen
-atmosphärischen Maschine machte sich <em class="gesperrt">Smeaton</em>
-besonders verdient.</p>
-
-<p>Nicht ohne Interesse ist die Frage der Kosten für eine
-Newcomenmaschine. Dieselben stellten sich für eine im Jahre
-1725 für Andrew Wauchope bei Edminstone, Midlothian,
-errichtete Maschine auf 1007 £ 11 sh 4 d.</p>
-
-<p>In dem bereits zitierten zweiten Bande seines im Jahre
-1725 erschienenen <span class="antiqua">Theatrum Machinarum hydraulicarum</span> gibt
-Leupold in § 200 nachstehende Beschreibung einer Dampfmaschine,
-bei welcher zwei Kolben auf Balanciers einwirkten
-und eine ständige Arbeitsleistung herbeiführten (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_27">27</a>):</p>
-
-
-
-<p class="centerh">&#8222;<em class="gesperrt">Eine Feuer-Machine mit zwey Stiefeln und Kolben,
-durch die Expansion die Krafft auszuüben</em>.</p>
-
-<p><span class="antiqua">A</span> ist der Kessel, darüber ein Hahn, vermittelst dessen
-einmahl der Dunst aus <span class="antiqua">A</span> in Cylinder <span class="antiqua">C</span>, und die Lufft aus <span class="antiqua">D</span>
-durch die Öffnung <span class="antiqua"><em class="gesperrt">EF</em></span> kan gelassen werden. Also auch, wenn
-die Öffnung aus <span class="antiqua">A</span> nach <span class="antiqua">E</span> gewendet wird. Jeder Kolben
-hat an seiner Kolben-Stange einen Waag-Balcken <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GH</em></span>,
-der auf der anderen Seite wieder eine Stange zum Kolben<span class="pagenum"><a name="Seite_97" id="Seite_97">[S. 97]</a></span>
-eines Druck-Werkes hat, und das Wasser durch die Steigröhren
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">IK</em></span> in die Höhe treibet.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 420px;">
-<a name="Abb_27" id="Abb_27"></a>
-<img src="images/abb27.png" width="420" height="342" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 27.<br />
-
-Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine.<br />
-
-Aus: Leupold, <span class="antiqua">Theatrum machinarum hydraulicarum</span>,
-Band II, Tab.&nbsp;43, Fig.&nbsp;2.</div>
-</div>
-
-<p>Wasser aus einem Brunnen oder Fluß etliche 20 bis
-30 Ellen, oder auf ein Rad als Aufschlag-Wasser zu bringen,
-dürfte diese Machine ihre Dienste noch thun. Es kann auch
-alles gar leichte also angeordnet werden, daß sich die Epistomia
-(Hähne) selbst auf- und zuschließen, welches ich aber
-alles, wie auch auf was Art das Wasser in Kessel wieder zu
-ersetzen, mit Fleiß übergangen, weil es nur eine Anleitung
-seyn soll, auch reifferer Überlegung und Experimenta
-nöthig hat. Wie ich mir denn vorgenommen, künfftig eine
-etwas starke Probe zu machen, und einen Versuch zu thun:</p>
-
-
-
-<p class="centerh"><em class="gesperrt">Ob man eine Schneide-Mühle in einem Wald,
-da genug Holtz und stehende Pfützen sind, auf
-solche Weise könte compendieus anlegen</em>?</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_98" id="Seite_98">[S. 98]</a></span>
-
-Weil mir aber Zeit und Gelegenheit zu dieser Machine,
-oder auch andere curieuse Proben und Versuche zu machen,
-itzo sogleich nicht vergönnet, so habe Hoffnung, es werde
-vielleicht ein andrer Curiosus daher Gelegenheit nehmen,
-ein und die andere Probe deßwegen anzustellen.&#8220;</p>
-
-<p>Das letzte von uns bisher genannte auf Dampfmaschinen
-oder Verwandtes erteilte englische Patent stammte aus dem
-Jahre 1698 und betraf die Saverymaschine. Bis zum Jahre
-1712 begegnen wir überhaupt keiner auf Wasserförderungsvorrichtungen
-bezüglichen Patente. Vielleicht hat man
-hierin eine Folge des großen Einflusses zu erkennen, dessen
-sich Savery bei dem englischen Hofe erfreute.</p>
-
-<p>Erst am 27.&nbsp;Juni 1712 wurde wiederum ein Patent
-auf &#8222;eine neue und überraschende Maschine zum Heben
-von Wasser&#8220; erteilt. Inhaber sind <em class="gesperrt">Lewis Mandell</em> und
-<em class="gesperrt">John Grey</em>. Sodann folgen weitere auf derartige Vorrichtungen
-erteilte Patente, von denen allerdings nicht feststeht,
-welcher Art sie waren: Nr.&nbsp;397 vom 27.&nbsp;Mai 1714
-(<em class="gesperrt">J.&nbsp;u. J.&nbsp;Coster</em>), Nr.&nbsp;410 vom 28.&nbsp;November 1716 (<em class="gesperrt">Holland</em>),
-Nr.&nbsp;414 vom 22.&nbsp;Juli 1717 (<em class="gesperrt">Shuttleworth</em>), Nr.&nbsp;437
-vom 26.&nbsp;September 1721 (<em class="gesperrt">Oriebar</em>).</p>
-
-<p>Die Verwendung des Dampfes zum <em class="gesperrt">Beheizen</em> verschiedener
-Vorrichtungen bildet den Gegenstand des Patentes
-Nr.&nbsp;430 vom 25.&nbsp;Juni 1720, erteilt an <em class="gesperrt">Desaguliers</em>, <em class="gesperrt">Niblett</em>
-und <em class="gesperrt">Vreem</em>. <em class="gesperrt">Triewalds</em> Patent Nr.&nbsp;449 vom 29.&nbsp;Juni
-1722 ist bemerkenswert, weil der Gegenstand desselben ausdrücklich
-als eine Maschine bezeichnet ist, die durch die Kraft
-der Atmosphäre Wasser aus Bergwerken emporhebt. Das
-Patent Nr.&nbsp;463 vom 26.&nbsp;Februar 1724 (<em class="gesperrt">John Dickins</em>)
-bezieht sich auf das Heben von Wasser sowie auf den Antrieb
-von Maschinen und Schiffen. Einen ausdrücklichen Verzicht
-auf die Benutzung des Feuers bei der Wasserförderung
-enthält die Urkunde des Patents Nr.&nbsp;469 (Valentine Flower)
-vom 20.&nbsp;Mai 1724. Das Patent Nr.&nbsp;472 vom 4.&nbsp;November
-1724 (Robert Bumpstead) betrifft den Antrieb einer
-Mühle, wo fließendes Wasser oder Wind nicht zur Verfügung
-steht.</p>
-
-<p>Das im Jahre 1725 an <em class="gesperrt">Nuttall</em> und <em class="gesperrt">Skyrin</em> erteilte
-Patent Nr.&nbsp;476 ist um deswillen von Interesse, weil hier
-angegeben wird, daß die Dampfmaschinen sehr teuer in der<span class="pagenum"><a name="Seite_99" id="Seite_99">[S. 99]</a></span>
-Anschaffung und Unterhaltung seien, &#8222;denn die Gewalt des
-Feuers zerbricht und zerstört sie oft ganz und gar&#8220;.</p>
-
-<p>Um die Verbreitung der Dampfmaschine zu fördern,
-bildete sich eine &#8222;<em class="gesperrt">Vereinigung der Besitzer der
-Erfindung, Wasser durch Feuer zu heben</em>&#8220;. Die
-Namen der Mitglieder dieses &#8222;Dampfmaschinen-Ringes&#8220;
-waren: <em class="gesperrt">John Meres</em>, London; <em class="gesperrt">Thomas Beake</em>, Westminster;
-<em class="gesperrt">Henry Robinson</em>, London; <em class="gesperrt">William Perkins</em>,
-Westminster; <em class="gesperrt">Edwin Wallin</em>, London.</p>
-
-<p>Bei dem Vergleich der Liste der englischen Patente mit
-den Namen der die Dampfmaschine zu immer gedeihlicherer
-Entwicklung führenden Männer begegnen wir der auffallenden
-Tatsache, daß gerade die wichtigsten Verbesserungen des
-Patentschutzes entbehrten. Vielleicht läßt sich dieses dadurch
-erklären, daß die obengenannte Vereinigung der Patentinhaber
-auch die von Potter, Beighton usw. gemachten
-Erfindungen auf gütlichem Wege erwarb und von einer
-Patentierung derselben absehen zu können glaubte, weil
-sie durch den Besitz der grundlegenden Arbeiten Saverys
-und Newcomens hinreichend gesichert war. Daß jene Gesellschaft
-sich sehr gut auf ihr Geschäft verstand, beweist das
-mit dem obengenannten Andrew Wauchope getroffene
-Abkommen. Hiernach waren für die Lizenz zur Errichtung
-der Maschine jährlich 80 £ zu entrichten, und zwar in Vierteljahrsbeträgen
-während der Dauer von acht Jahren, zu
-welchem Zeitpunkt das Patent ablief. Ließ Wauchope, sei
-es nach erfolgter Mahnung, sei es ohne eine solche,
-40 Tage nach dem Zahlungstage ohne Zahlung verstreichen,
-so stand der Gesellschaft das Recht zu, die Maschine wieder
-an sich zu nehmen und zu ihrer Schadloshaltung zu verkaufen;
-ein etwaiger Überschuß sollte dem Lizenznehmer
-ausgezahlt werden.</p>
-
-<p>Das unter dem 13.&nbsp;Juni 1726 an <em class="gesperrt">Jakob Rowe</em> erteilte
-Patent Nr.&nbsp;486 betrifft eine Maschine, um Wasser sowohl
-nach Menge als nach Förderhöhe erfolgreich zu heben, unter
-Anwendung entweder expandierter oder gepreßter Luft,
-sowie ein Verfahren, um mit großer Brennstoffersparnis
-alle Arten von Gefäßen, enthaltend Wasser oder andere
-Flüssigkeiten, zu beheizen.</p>
-
-<p>Das unter Nr.&nbsp;496 am 6.&nbsp;Mai 1728 an <em class="gesperrt">Case Billingsley</em><span class="pagenum"><a name="Seite_100" id="Seite_100">[S. 100]</a></span>
-erteilte Patent betrifft eine zweckmäßige und starke Maschine
-zum Heben von Wasser.</p>
-
-<p>Bemerkenswert ist auch das am 19.&nbsp;Dezember 1728 an
-<span class="antiqua">John Payne</span> erteilte Patent Nr.&nbsp;505, das darauf abzielt,
-in Fabriken erzeugte und zur Verfügung stehende Wärme
-zum Antrieb eines nach Art eines Wasserrades eingerichteten
-Rades zu verwenden.</p>
-
-<p><span class="antiqua">Thomas Bewley</span> und <span class="antiqua">Thomas Holtham</span> erhielten
-unter dem 10.&nbsp;März 1729 das Patent Nr.&nbsp;507 auf eine Maschine,
-die unter abwechselndem Aussaugen von Luft und
-Anwendung des Druckes der Atmosphäre Wasser zur Entwässerung
-von Bergwerken und zur Wasserversorgung von
-Städten hebt.</p>
-
-<p>Am 1.&nbsp;September 1729 erhielt <span class="antiqua">John Allen</span>, &#8222;Doktor
-der Physik&#8220;, das Patent Nr.&nbsp;513. <span class="antiqua">Dasselbe betrifft die
-Konstruktion von Dampfkesseln</span>; einen Apparat zum
-Trocknen von Malz; eine Maschine zum Antrieb von Schiffen,
-die Verwendung von Schießpulver zur Erzielung motorischer
-Kraft. Dieses Patent ist bemerkenswert, weil es eine oberflächliche
-Beschreibung der betreffenden Einrichtungen bietet.
-Der Kessel soll dazu dienen, Dampf zu erzeugen, der Wasser
-fördern soll. Um die Leistungsfähigkeit des Kessels tunlichst
-zu erhöhen, verlegte Allen die Feuerung in den Wasserraum
-des Kessels hinein und fügte auch eine Rohrschlange
-ein. Zum Anfachen des Feuers benutzte er Gebläse.</p>
-
-<p>Den Antrieb der Schiffe bewirkte er mit Hilfe der Reaktionskraft
-von Wasser, das er am Heck austreten ließ. Als
-Betriebskraft benutzte er eine Pulverexplosionsmaschine.
-Diese schlug er auch für die Entwässerung von Bergwerken
-vor. In dem Kessel soll Allen stündlich zehn und einen halben
-Kubikfuß Wasser verdampft haben. Das unter dem 13.&nbsp;Januar
-1736 an <span class="antiqua">John Payne</span> erteilte Patent Nr.&nbsp;555 betrifft
-einen <span class="antiqua">Dampfkessel</span> mit erhöhter Verdampfung. Diese
-wurde dadurch erzielt, daß in den Wasserraum des Kessels
-ein Schaufelrad eingebaut war, das in Drehung versetzt wurde
-und das Wasser gegen die beheizten Kesselwandungen schleuderte.</p>
-
-<p>Nunmehr folgt ein Patent, das um deswillen unser
-besonderes Interesse in Anspruch nimmt, weil es einen bestimmt
-ausgesprochenen Vorschlag zur Benutzung der Dampfkraft<span class="pagenum"><a name="Seite_101" id="Seite_101">[S. 101]</a></span>
-für den Antrieb von Dampfschiffen enthält. Es ist
-unter Nr.&nbsp;556 am 21.&nbsp;Dezember 1736 an <em class="gesperrt">Jonathan Hull</em>
-erteilt. Dasselbe ist betitelt: &#8222;Eine Maschine, um Schiffe und
-Boote in oder aus Häfen oder Flüssen zu befördern gegen
-Wind und Strömung sowie bei Windstille&#8220;. Als Antriebsmaschine
-benutzte Hull eine atmosphärische Dampfmaschine.
-In tiefen Gewässern trieb dieselbe zwei seitwärts am Schiff
-angebrachte Schaufelräder. In seichten Gewässern benutzte
-Hull Stangen, die bis auf den Grund des Gewässers reichten
-und durch Kurbeln in der Weise bewegt wurden, daß sie sich
-gegen den Erdboden stemmten und das Schiff vorwärts bewegten.<span class="pagenum"><a name="Seite_102" id="Seite_102">[S. 102]</a></span>
-Eine Darstellung des Hullschen Dampfschiffes,
-das übrigens niemals tatsächlich ausgeführt sein soll, gibt
-unsere Abb.&nbsp;<a href="#Abb_28">28</a> nach Finchams <span class="antiqua">A History of naval Architecture</span>,
-London 1851.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 420px;">
-<a name="Abb_28" id="Abb_28"></a>
-<img src="images/abb28.png" width="420" height="428" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 28.<br />
-
-Jonathan Hulls Dampfschiff.
-(Nach Fincham: <span class="antiqua">A History of naval Architecture</span>.)</div>
-</div>
-
-<p><span class="antiqua">P</span> ist das vom Dampfkessel zum Dampfzylinder <span class="antiqua">Q</span>
-führende Dampfrohr. <span class="antiqua">R</span> ist der Dampfzuleitungshahn. <span class="antiqua">S</span> ist
-der Hahn für die Zuführung des Kühlwassers. <span class="antiqua">U</span> ist ein
-Seil, an welchem der im Zylinder <span class="antiqua">Q</span> auf und ab bewegliche
-Kolben aufgehängt ist. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Da</em></span>, <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Db</em></span> sind drei Seilscheiben,
-die auf einer quer zum Schiff liegenden wagerechten Welle
-befestigt sind. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Ha</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Hb</em></span> sind zwei Seilscheiben, die auf
-der Welle des Schaufelrades <span class="antiqua"><em class="gesperrt">III</em></span> ... mittels Sperräder
-und Klinken derart lose angebracht sind, daß sie die Welle
-nur in einer Richtung, im Sinne des Uhrzeigers, also im
-Sinne der Vorwärtsbewegung des Schiffes, in Drehung
-versetzen.</p>
-
-<p>Das Seil <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Fb</em></span> führt von <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Hb</em></span> nach <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Db</em></span> derart, daß, wenn
-die Räder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Da</em></span>, <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Db</em></span> sich nach vorwärts drehen, auch die
-Schaufelradwelle sich nach vorwärts dreht. An dem Rade
-<span class="antiqua">D</span> ist das den Kolben tragende Seil <span class="antiqua">U</span> aufgehängt. Das Seil
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Fa</em></span> führt von dem Rade <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Ha</em></span> zu dem Rade <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Da</em></span> derart, daß,
-wenn die Räder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Da</em></span>, <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Db</em></span> sich nach vorwärts drehen,
-das Rad <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Ha</em></span> und das Seil <span class="antiqua">F</span> ein an letzteres angehängtes
-Gewicht heben, während die Seilscheibe <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Hb</em></span> die Schaufelwelle
-vorwärts dreht. Ist nunmehr das Gewicht gehoben, und
-drehen sich alsdann die Räder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Da</em></span>, <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Db</em></span> rückwärts,
-so wird das Seil <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Fa</em></span> freigegeben und das an <span class="antiqua">F</span> befestigte
-Gewicht dreht die Seilscheibe <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Ha</em></span> vorwärts. Auf diese Weise
-wird bewirkt, daß die Schaufelradwelle sich stets nach vorwärts
-bewegt, mag der an der Rolle <span class="antiqua">D</span> angreifende Kolben
-sich auf- oder abwärts bewegen, oder mögen sich die Scheiben
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Da</em></span>, <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Db</em></span> nach vorwärts oder rückwärts bewegen.</p>
-
-<p>In seinem im Jahre 1738 erschienenen Werke <span class="antiqua">Hydrodynamica</span>
-schlug <em class="gesperrt">Daniel Bernouilli</em> vor, für den Antrieb
-von Schiffen die Reaktionskraft des am Heck unterhalb der
-Wasseroberfläche ausgetriebenen Wassers zu benutzen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">John Wise</em> erhielt am 7.&nbsp;August 1740 das Patent
-Nr.&nbsp;571 auf eine besondere Verwendung der Feuermaschine.
-Diese letztere ist als solche bekannter Art vorausgesetzt, aber,
-anstatt daß sie Wasser schöpft, ist sie an dem Ende ihres Balanciers<span class="pagenum"><a name="Seite_103" id="Seite_103">[S. 103]</a></span>
-mit einer Kette, einem Seile oder einer Stange
-versehen, welche senkrecht zu derjenigen Vorrichtung führt,
-die die eigentliche Erfindung Wises bildet und unter einem
-besonderen Dach steht. Diese Maschine besteht aus einer
-horizontalen Welle, auf der sich ein Sprossenrad befindet,
-das durch ein von dem Balancier der Dampfmaschine durch
-eine Kette oder dergl. betätigtes Zahnrad in eine halbe
-Umdrehung versetzt wird. Nach Vollendung dieser halben
-Umdrehung kommen das Sprossenrad und das Zahnrad
-außer Eingriff, und die Umdrehung der das Sprossenrad
-tragenden Welle wird durch ein auf dessen Welle angebrachtes
-Schwungrad vollendet. Ist der Eingriff des Zahnrades
-und des Sprossenrades aufgehoben, so wird ersteres durch ein
-Gewicht in seine Anfangslage gebracht und erhält nunmehr
-wiederum durch die Kette des Balanciers eine halbe Umdrehung,
-welche es dann wiederum auf das Sprossenrad überträgt.
-Die das Sprossenrad tragende Welle erhält somit
-durch Beihilfe des Schwungrades eine stetige Drehbewegung.
-&mdash; Leider ist die Beschreibung dieser Maschine nicht durch
-eine Zeichnung erläutert.</p>
-
-<p>Unwillkürlich drängt sich uns hier die Frage auf, aus
-welchem Grunde Wise nicht die bereits damals bekannte
-und gebräuchliche Kurbel benutzt hat. Daß diese insbesondere
-auch bei Wasserhebemaschinen in Benutzung war, geht aus
-einer in den <span class="antiqua">Abridgements</span> gemachten Mitteilung hervor,
-derzufolge im Jahre 1740, also in dem Jahre der Erteilung
-des Wiseschen Patents, auf den <span class="antiqua">London Bridge Water Works</span>
-gußeiserne Kurbeln benutzt wurden.</p>
-
-<p>Nebenbei möge hier bemerkt werden, daß die Zylinder
-der damaligen Dampfmaschinen meist aus Rotguß hergestellt
-wurden. Allerdings versuchte man auch, das billigere Gußeisen
-zu benutzen. Dieses erforderte aber durchschnittlich eine
-Wandstärke von 1 Zoll, während die Rotgußzylinder nur einer
-solchen von <sup>1</sup>/<sub>4</sub> Zoll bedurften. Diese geringere Wandstärke
-hatte den großen Vorzug, daß der Wärmeaustausch, insbesondere
-bei der die Kondensation des Dampfes bewirkenden
-Abkühlung, ein erheblich beschleunigter war, die Leistung
-der mit gußeisernen Zylindern arbeitenden Dampfmaschinen
-stand infolgedessen um <sup>1</sup>/<sub>8</sub> bis <sup>1</sup>/<sub>10</sub> hinter den mit Rotgußzylinder
-arbeitenden zurück.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_104" id="Seite_104">[S. 104]</a></span>
-
-Die <em class="gesperrt">Dampfkessel</em> hatte man bis zum Jahre 1740 meist
-aus Kupfer und aus Blei hergestellt. In diesem Jahre erfand
-<em class="gesperrt">Parrot</em> eine bessere Vernietung der Eisenplatten,
-infolgedessen das Eisen das teure Kupfer und Blei verdrängte.</p>
-
-<p>Im Jahre 1743 berichtete Gensanne, daß auf dem
-Kontinent drei Dampfmaschinen aufgestellt wurden: eine
-zu Fresne bei Condé, die zweite zu Sars bei Charleroy,
-die dritte bei Namur. Die beiden ersteren dienten zum Entwässern
-von Kohlenminen, die letztere zur Wasserhaltung
-einer Bleigrube. Von der zu Fresne aufgestellten Maschine
-gibt Belidor in seiner <span class="antiqua">Architecture Hydraulique</span>, Bd.&nbsp;2,
-Zeichnungen.</p>
-
-<p>Bei Newcastle benutzte man damals Feuermaschinen
-zum Antrieb von Wasserrädern in der Weise, daß jene das
-Wasser diesen von oben zuführten. Diese Räder waren mit
-Schaufelungen entgegengesetzter Richtung versehen. Je
-nachdem man das Wasser der einen oder der anderen Hälfte
-zuführte, drehte sich das Rad in der einen oder in der anderen
-Richtung. Auf diese Weise wurden die Räder zur Auf- und
-Abwärtsbewegung der Fördergefäße benutzt. Nach der Angabe
-anderer Schriftsteller stammen derartig umgesteuerte
-Wasserräder bereits aus älterer Zeit.</p>
-
-<p>Eine wesentliche Verbesserung des Dampfkessels ließen
-sich am 12.&nbsp;Juli 1748 <em class="gesperrt">Thomas Stevens</em> und <em class="gesperrt">Moses Hadley</em>
-unter Nr.&nbsp;634 patentieren. Dieselbe ging zielbewußt
-auf eine erhöhte Ausnutzung des Brennstoffes aus. Der
-Kessel hatte eine halbkugelförmige Gestalt, besaß aber Wassertaschen,
-die von dem wagerechten Boden nach unten hin
-in die Feuerzüge hineinragten. Die Feuerung lag unter dem
-Mittelpunkte des Kessels, und von ihr führten die Feuerzüge
-die Heizgase in Spiralwegen zum Schornstein, hierbei die
-Wassertaschen in ausgiebigstem Maße bespülend. Dieses
-Patent enthält eine Zeichnung des Dampfkessels.</p>
-
-<p>Wie Smeaton im Jahre 1754 berichtet, brachte <em class="gesperrt">De Moura</em>
-an dem Dampfgefäß der Saveryschen Maschine einen Schwimmer
-an, der die Kondensation und den Dampfaustritt selbsttätig
-regelte.</p>
-
-<p>Erst nach einer Pause von sieben Jahren begegnen wir
-dann wiederum einem auf die Dampfmaschine bezüglichen<span class="pagenum"><a name="Seite_105" id="Seite_105">[S. 105]</a></span>
-Patent. Dasselbe ist unter Nr.&nbsp;703 am 8.&nbsp;August 1753 dem
-&#8222;Ingenieur&#8220; <em class="gesperrt">Georg John</em> erteilt und betrifft ein Verfahren,
-durch welches vermieden wird, daß beim Tieferbringen
-von Schächten die gesamte Pumpenanlage abgebrochen und
-tiefer gelegt werden muß.</p>
-
-<p>Ein für die weitere Ausbildung des Dampfkessels wichtiges
-Patent wurde unter dem 27.&nbsp;Mai 1756 dem Puddler
-<em class="gesperrt">John Wright</em> unter Nr.&nbsp;709 erteilt. Dieses Patent bezweckte
-gleich dem vorgenannten Patent Nr.&nbsp;634 (Stevens
-und Hadley) eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der
-Heizkraft der Feuerungsstoffe und steht in einem wohltuenden
-Gegensatz zu der damals allgemein üblichen Kohlenvergeudung.
-John Wright beabsichtigte, eine tunlichst große Berührungsfläche
-zwischen den Feuergasen und den Kesselwandungen
-herbeizuführen. Da der damalige Stand des Dampfkesselbaues
-den Einbau eines Innenrohres nicht ermöglichte,
-führte Wright die Feuergase an die Außenseite des Kessels
-zurück. Das Speisewasser wurde an derjenigen Stelle des
-Kessels eingeführt, wo die Feuerung die größte Wärmewirkung
-hervorbrachte. Schließlich schlug Wright auch noch
-vor, die von dem Kessel ausstrahlende Wärme zum Rösten
-von Zinn-, Blei- und Eisenerzen u.&nbsp;a.&nbsp;m. zu verwenden,
-indem er diese Stoffe in einen unterhalb des Kessels angeordneten
-Hohlraum einbrachte. Im Jahre 1756 brachte dann
-noch Sampson Swain einen nicht unter Patentschutz gestellten
-Dampfkessel in Vorschlag, bei welchem eine Schlange die
-Feuergase durch den Wasserraum leitete.</p>
-
-<p>In demselben Jahre wurden zwei aus England bezogene
-atmosphärische Maschinen auf einer Kupfermine am Passaic
-in Nordamerika in Betrieb gesetzt.</p>
-
-<p>Unter dem 12.&nbsp;März 1757 erhielt <em class="gesperrt">Isaac Wilkinson</em>
-das Patent 713 auf eine mittels einer Feuermaschine angetriebene
-<em class="gesperrt">Gebläsemaschine</em>. Diese letztere hatte folgende
-Einrichtung: viereckige, runde, längliche, achteckige oder
-irgendwie anders gestaltete Gefäße aus Eisen, Holz, Messing,
-Kupfer, Blei oder einem anderen Material oder aus einem
-zusammengesetzten Material werden einzeln, zu zweien,
-dreien, vieren, sechsen oder mehreren entweder nebeneinander
-oder übereinander angeordnet, und zwar sind dieselben derartig
-eingerichtet, daß wenn sie mit Luft gefüllt sind, diese<span class="pagenum"><a name="Seite_106" id="Seite_106">[S. 106]</a></span>
-Luft durch eine entsprechend hohe Wassersäule gepreßt
-wird, die in die Gefäße eintritt und den von der Luft bisher
-eingenommenen Raum einnimmt. Mit Hilfe von Ventilen,
-Regelungseinrichtungen, Hähnen oder Hebern, die sich abwechselnd
-öffnen oder schließen, wird das Wasser ein- und die
-Luft ausgelassen und letztere durch ein Rohr auf eine beliebige
-Entfernung fortgeführt, so daß ein Schmelzofen oder
-eine Schmiede oder ein anderes Werk von einem Wasserfall
-oder von einer Feuermaschine aus mit Gebläseluft versorgt
-werden kann.</p>
-
-<p>Im Jahre 1757 suchte <em class="gesperrt">Keane Fitzgerald</em> die Verdampfung
-dadurch zu beschleunigen, daß er in das im Dampfkessel
-enthaltene Wasser Luft durch Gebläse einführte.</p>
-
-<p>Im Juni 1757 veröffentlichte Professor <em class="gesperrt">John Robison</em>
-im &#8222;Universal Magazine&#8220; eine Dampfmaschine mit
-umgekehrt angeordnetem Zylinder.</p>
-
-<p>Im Jahre 1758 versuchte <em class="gesperrt">Fitzgerald</em> die schwingende
-Bewegung des Balanciers durch Zahnräder und Sperrwerke
-auf eine umlaufende Welle zu übertragen.</p>
-
-<p>Das nun zu nennende Patent <em class="gesperrt">James Brindleys</em>
-Nr.&nbsp;730 vom 27.&nbsp;September 1758 ist unter den Fachleuten
-bekannter als die Mehrzahl der vorgenannten Patente. Unter
-anderem erwähnt dasselbe auch Severin in seiner Geschichte
-der Dampfmaschine<a name="FNAnker_52_52" id="FNAnker_52_52"></a><a href="#Fussnote_52_52" class="fnanchor">[52]</a>.</p>
-
-<p>Der Titel des Brindleyschen Patents lautet allgemein:
-&#8222;Eine Fördermaschine zum Entwässern von Bergwerken und
-Ländereien, oder zur Wasserversorgung von Städten und
-Gärten&#8220;. Brindley schlägt vor, den Kessel aus Ziegelstein
-oder natürlichem Stein, zum Teil sogar aus Holz herzustellen;
-die Stirnwand, wo die Feuerung angebracht wird, besteht
-aus Gußeisen. Um der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung
-sich anschließen zu können, werden Dilatationsplatten
-angebracht. Der die Feuerung umgebende Raum ist ganz
-aus Gußeisen hergestellt und liegt vollständig im Wasser.
-Brindley glaubte, durch diese Anordnung eine größere Sparsamkeit
-und Sicherheit zu erzielen, als dies bei den bisher
-üblichen eisernen, leicht explodierenden Kesseln möglich war.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_107" id="Seite_107">[S. 107]</a></span>
-Des weiteren schlug Brindley vor, die großen an dem
-Balancier angreifenden Triebketten nicht aus Eisen, sondern
-aus Holz mit eisernen Gelenkzapfen herzustellen.</p>
-
-<p>Die wichtigste der von Brindley angegebenen Neuerungen
-besteht aber in der selbsttätigen, vom Kesselwärter durchaus
-unabhängig sich vollziehenden Speisung des Kessels
-mit Wasser. Zu diesem Zweck schließt er das Speiserohr
-nach dem Innenraum des Kessels hin mittels Schwimmer,
-welche Ventile tragen, ab. Sinkt der Wasserstand, so öffnen
-sich diese Ventile und lassen frisches Speisewasser in den
-Kessel treten.</p>
-
-<p>Von besonderem Interesse ist auch das unter dem 25.&nbsp;Mai
-1759 an <em class="gesperrt">Henry Wood</em> erteilte Patent Nr.&nbsp;739. Dasselbe
-ist bezeichnet als das Betreiben einer Feuermaschine nach
-einem neuen Grundsatz, der völlig abweicht von den bisher
-üblichen und weniger als die Hälfte der bisher für Kohlen
-aufgewendeten Kosten verursacht. Das gegenüber den bekannten
-Verfahren Neue bestand darin, daß die Feuermaschine
-nicht mit Dampf, sondern mit erhitzter Luft betrieben wurde.
-Die Erhitzung der Luft geschah in der Weise, daß Wood die
-Luft durch Feuer oder durch auf Rotglut erhitzte Röhren oder
-durch kochendes Wasser streichen ließ, oder daß sie auf irgendeine
-andere Weise erhitzt oder verdünnt wurde. Die heiße
-Luft kann in den Zylinder der Maschine auf verschiedene
-Art eingeführt werden, entweder mittels Blasebälgen oder
-kleiner Luftpumpen mit besonderen Kolben und Ventilen,
-oder es kann der Überdruck der Atmosphäre durch Heizkörper
-hindurch die Luft in den Zylinder während des Emporsteigens
-des Maschinenkolbens hineindrücken und auf diese
-Weise den Zylinder mit heißer Luft anfüllen, die dann zur
-Erzielung eines Vakuums kondensiert werden und nach der
-Kondensation aus dem Zylinder hinausbefördert werden
-muß. Diese Entfernung der Luft aus dem Zylinder kann
-auf verschiedene Weise bewirkt werden; wird die heiße Luft
-in den Zylinder durch eine den Atmosphärendruck übersteigende
-Kraft hinausgetrieben, so wird diese Kraft die Luft
-durch das sogenannte Blubberventil (<span class="antiqua">snifting pipe</span>) hinaustreiben;
-ist der angewendete Druck dem der Atmosphäre
-gleich, so muß die kondensierte Luft durch eine Pumpe hinausgepumpt
-werden, die entweder von der Maschine oder<span class="pagenum"><a name="Seite_108" id="Seite_108">[S. 108]</a></span>
-sonstwie angetrieben wird. &#8222;Meine Erfindung besteht&#8220;, so
-führt Wood aus, &#8222;also in dem Betrieb einer Feuermaschine
-durch eine der genannten Methoden oder auf eine bisher
-nicht bekannte Weise, die auf der Benutzung erhitzter oder
-verdünnter Luft beruht, oder auf der Benutzung von heißer
-Luft in Verbindung mit Dampf, welch letzterer dann unvermeidlich
-ist, wenn die Erhitzung der Luft in Röhren mittels
-kochenden Wassers erfolgt.&#8220; Trotzdem die Sprache der Patentschrift
-erkennen läßt, daß es sich hier um eine zielbewußte
-Ausnutzung tiefer physikalischer Kenntnisse handelt, ist über
-eine praktische Ausführung der sachgemäß durchgeführten
-Maschine nichts festzustellen.</p>
-
-<p>Nunmehr folgt das an <em class="gesperrt">Jonathan Greenall</em> unter
-dem 6.&nbsp;Februar 1761 erteilte Patent Nr.&nbsp;761. Dasselbe weist
-allerdings eine schwerverständliche Beschreibung und unklare
-Zeichnung auf, läßt jedoch zweifellos folgende vier
-wesentliche Neuerungen erkennen:</p>
-
-<p>1. Aufstellung der Dampfmaschine getrennt vom Dampfkessel;</p>
-
-<p>2. Einschaltung eines als &#8222;Receiver&#8220; bezeichneten Dampfgefäßes
-zwischen Kessel und Maschine;</p>
-
-<p>3. die Anordnung einer Pumpe für das Einspritzwasser;</p>
-
-<p>4. die Zuführung bereits erhitzten Wassers zum Kessel.</p>
-
-<p>Das nunmehr folgende Dampfmaschinenpatent enthält
-ebenfalls eine Anzahl wichtiger Neuerungen. Trotzdem
-ist dasselbe in den <span class="antiqua">Abridgements of Specifications, relating
-to the Steam Engine</span> nicht enthalten. Dieses Patent ist
-unter Nr.&nbsp;762 am 20.&nbsp;Mai 1761 an <em class="gesperrt">Michael Mainzies</em>
-verliehen. In demselben wird u.&nbsp;a. der Vorschlag gemacht,
-maschinell angetriebene Vorrichtungen zum Loslösen der
-Kohle vor Ort zu benutzen. Weit wichtiger sind jedoch die
-auf die Dampfmaschine bezüglichen Vorschläge. Der erste
-derselben geht dahin, die Abnutzung und Zerstörung der Roststäbe
-der Dampfkesselfeuerungen dadurch zu vermeiden, daß
-die Roststäbe hohl gestaltet und in ihrem Innern durch Wasser
-gekühlt werden, das in den Dampfkessel übertritt. Auf diese
-Weise werden nicht nur die Roststäbe geschont, sondern auch
-die Verdampfung wesentlich gefördert. Ein zweiter nicht
-minder wichtiger Vorschlag geht dahin, die Beschickung der<span class="pagenum"><a name="Seite_109" id="Seite_109">[S. 109]</a></span>
-Feuerung mit Brennmaterial nicht durch den Heizer, sondern
-<em class="gesperrt">durch mechanische Vorrichtungen</em> zu bewirken.</p>
-
-<p>Das folgende Jahr, 1762, ist um deswillen bemerkenswert,
-weil in dessen Verlauf das dem Marquis of Worcester
-erteilte Patent ablief.</p>
-
-<p>In demselben Jahre verließ Hindley die bisher übliche
-Anordnung, bei welcher ein Balancier benutzt wurde, um
-die von dem Dampfkolben ausgehende Bewegung zu übertragen.
-Er stellte die zu betreibende Pumpe unterhalb des
-Zylinders auf und verband die Kolbenstange des Zylinders
-mit der der Pumpe durch einen Rahmen, der durch den
-Dampfkolben wie ein Schiebefenster auf und ab bewegt
-wurde. Nach Hindleys Tode vollendete Smeaton eine solche
-Maschine für die Wasserwerke zu Kingston <span class="antiqua">upon</span> Hull.</p>
-
-<p>Zu derselben Zeit wurde in der Nähe von Glasgow eine
-Dampfmaschine zum Betrieb einer Kohlengrube in Betrieb
-gesetzt.</p>
-
-<p>Am 10.&nbsp;Oktober des Jahres 1763 erhielt <em class="gesperrt">Joseph Oxley</em>
-das Patent Nr.&nbsp;795 auf eine Vorrichtung zum Fördern von
-Kohlen aus Gruben und zu anderen Zwecken mit Hilfe einer
-Feuermaschine. Die Konstruktion der letzteren war hierbei
-gleichgültig. Es handelte sich vielmehr lediglich um die
-Vorrichtung, zu deren Antrieb die hin und her gehende Bewegung
-des Balanciers durch eine Anzahl von Zwischenvorrichtungen,
-so z.&nbsp;B. ein Wendegetriebe, in eine stetige
-Drehbewegung umgesetzt wurde. Nach Angabe der <span class="antiqua">Abridgements</span>
-soll diese Einrichtung während einiger Jahre in Seaton
-Delaval in Betrieb gewesen sein. Allerdings wird hier als
-Erfinder nicht Joseph, sondern John Oxley genannt.</p>
-
-<p>Über den damaligen Stand des Dampfmaschinenbaues
-machten die <span class="antiqua">Annales of Newcastle</span> vom 26.&nbsp;Februar 1763
-eine interessante Mitteilung. Sie berichten über die Ankunft
-eines riesigen Dampfzylinders, der 10½ Fuß lang war,
-in der Bohrung 74 Zoll maß und mit Boden und Kolben
-gegen 11 Tonnen wog. Die Maschine (nach Newcomen)
-hebe bei jedem Hub 15&#8531; Tonnen Wasser. Ohne Kolben und
-Boden wog der Zylinder 6½ Tonnen. Die Bohrung war
-völlig rund ausgeführt, schön poliert und machte dem ausführenden
-Werke Colebrook Dale in Shropshire alle Ehre.</p>
-
-<p>Im folgenden Jahre, 1764, begegnen wir in der Geschichte<span class="pagenum"><a name="Seite_110" id="Seite_110">[S. 110]</a></span>
-der Dampfmaschine zum ersten Male dem Namen
-<em class="gesperrt">James Watts</em>.</p>
-
-<p>Dieser, seines Zeichens Mechaniker<a name="FNAnker_53_53" id="FNAnker_53_53"></a><a href="#Fussnote_53_53" class="fnanchor">[53]</a>, erhielt zu jener Zeit
-den Auftrag, das Modell einer Newcomen-Dampfmaschine,
-das an der Universität Glasgow zu Vorlesungszwecken benutzt
-wurde, zu reparieren. Hierbei erhielt Watt die Anregung
-zu einer Reihe von Verbesserungen, die ihm später den
-Ruhm eintrugen, der Schöpfer der modernen Dampfmaschine
-zu sein. Bis zu dem Zeitpunkt aber, wo er zum
-Abschluß seiner bahnbrechenden Arbeiten gelangte, wurden
-noch anderen Verbesserern der Dampfmaschine und des Dampfkessels
-englische Patente erteilt.</p>
-
-<p>Unter dem 9.&nbsp;Mai 1766 erhielt <em class="gesperrt">Robert Fall</em> das Patent
-Nr.&nbsp;844 auf ein billiges Verfahren, alle Sorten von Flüssigkeiten
-zu erhitzen, und auf eine neue mechanische Einrichtung,
-durch welche Feuer in einer bisher nicht benutzten Weise
-angewendet wird. Fall legte in das Innere des Dampfkessels
-eine Rohrschlange ein, durch welche die Feuergase
-hindurchgeführt und auf diese Weise nach Möglichkeit ausgenutzt
-wurden. Fall ging jedoch noch weiter, indem er die
-Wärme der Feuergase mehrfach ausnutzte. Zu diesem Zweck
-ordnete er mehrere Kessel nebeneinander in der Weise an,
-daß die Feuergase, nachdem sie den einen Kessel durchstrichen
-und beheizt hatten, in schlangenförmige Feuerzüge des
-anderen Kessels hinübertraten. Auffallenderweise findet
-sich dieses wichtige Patent in den <span class="antiqua">Abridgements</span> nicht verzeichnet.</p>
-
-<p>Am 9.&nbsp;Oktober 1766 erhielt <em class="gesperrt">William Blakey</em> das
-Patent Nr.&nbsp;848 auf Verbesserungen der Saverymaschine.
-Diese Verbesserungen bestanden im wesentlichen darin, daß
-er in dem oberen Teile des Zwischengefäßes (Receiver) eine
-durchbrochene Platte einlegte und, um die Kondensation des
-auf das zu hebende Wasser einwirkenden Dampfes zu verhüten,
-zwischen beiden eine Ölschicht einfügte.</p>
-
-<p>Am 3.&nbsp;Januar 1767 erhielt <em class="gesperrt">John Stewart</em> das Patent
-Nr.&nbsp;859 auf eine außerordentlich umständliche Einrichtung,
-um die hin und her gehende Bewegung des Balanciers<span class="pagenum"><a name="Seite_111" id="Seite_111">[S. 111]</a></span>
-in eine drehende Bewegung umzusetzen. Im Jahre
-1767 wurde bei Grosetto, in der Nähe von Castiglione in
-Toskana, auf einer Saline eine Saverymaschine zum Heben
-von Wasser errichtet.</p>
-
-<p>In demselben Jahre (am 25.&nbsp;März 1767) wurde an
-<em class="gesperrt">John Barber</em> das Patent Nr.&nbsp;865 auf ein neues Verfahren
-erteilt, um Wasser aus Gruben und Schiffen zu fördern,
-sowie Städte und andere Orte mit Wasser zu versorgen
-und Lasten aller Art, insbesondere Kohle, mit Hilfe von Feuer,
-von Wasser oder durch beides zu heben. Leider lassen Beschreibung
-und Zeichnung die Wirkungsweise der in Vorschlag
-gebrachten Einrichtungen nicht klar erkennen.</p>
-
-<p>Daß die damaligen im Betriebe befindlichen Dampfmaschinen
-sehr kostspielig waren, geht u.&nbsp;a. auch aus dem
-Patent Nr.&nbsp;875 (<em class="gesperrt">Duncombe</em> und <em class="gesperrt">Polile</em>) hervor. In diesem
-Patent tritt der allgemein beobachtete Mißstand der damaligen
-Dampfmaschine, im Betriebe unwirtschaftlich zu
-sein, in die Erscheinung. Die Erfinder geben als Zweck ihrer
-Maschine den Antrieb von Bratspießen und das Fördern
-von Wasser aus Bergwerken an. Zugleich aber weisen sie
-darauf hin, daß durch ihre Maschine den Grubenbesitzern
-<em class="gesperrt">die hohen Kosten der Feuermaschinen</em> und anderen
-Maschinen erspart werden sollen.</p>
-
-<p>Am 5.&nbsp;Juli 1768 erhielt <em class="gesperrt">Joseph Hateley</em> unter Nr.&nbsp;895
-ein Patent auf &#8222;eine neue Feuermaschine mit Kessel, beide
-von besonderer Art&#8220;. Das Wesentliche der Maschine bestand
-darin, daß der Zylinder mit einem Mantel versehen war,
-in welchem zur Beschleunigung der Kondensation des Dampfes
-Kühlwasser zirkulierte. Auch der Kolben besaß einen zur
-Aufnahme von Kühlwasser dienenden Hohlraum. Bei dem
-Dampfkessel hatte Hateley sich es angelegen sein lassen, die
-Feuergase tunlichst auszunutzen. Zu diesem Zwecke wurden
-diese nicht allein um den Kessel herumgeleitet, sondern auch
-mittels eines in den Kessel eingenieteten Rohres durch das
-Innere des Kessels hindurchgeführt. Die Maschine sollte zum
-Betriebe von Getreidemühlen, Walzwerken und Bohrmaschinen
-zum Ausbohren von Zylindern, Geschützrohren und sonstigen
-Rohren dienen.</p>
-
-<p>Ein am 14.&nbsp;März 1768 unter Nr.&nbsp;897 an <em class="gesperrt">Samuel
-Wise</em> erteiltes Patent betrifft eine Vorrichtung, um die hin<span class="pagenum"><a name="Seite_112" id="Seite_112">[S. 112]</a></span>
-und her gehende Bewegung des Balanciers in eine drehende
-umzuwandeln. Von dem Balancier aus wurde mittels
-einer Kette eine wagerechte Welle in eine hin und her gehende
-Bewegung versetzt. Auf dieser Welle waren zwei Zahnräder
-befestigt, die nur auf der Hälfte ihres Umfanges Zähne besaßen
-und abwechselnd in ein an einer stehenden Welle angebrachtes,
-ebenfalls nur auf der Hälfte seines Umfanges
-mit Zähnen versehenes Rad eingriffen und die Welle in
-stetige Drehung versetzten.</p>
-
-<p>In demselben Jahre schlug R.&nbsp;<em class="gesperrt">Lovel Edgeworth</em>
-vor, Wagen mit Hilfe des Dampfes zu treiben.</p>
-
-<p>Um diese Zeit beschäftigte sich auch <em class="gesperrt">Nicolaus Cugnot</em>
-in Paris mit der Konstruktion eines Dampfwagens, den er
-dann auch unter Beihilfe des Kriegsministers im Jahre
-1770 vollendete. Dieser Dampfwagen konnte 12&ndash;15 Minuten
-lang mit einer Stundengeschwindigkeit von 4 <span class="antiqua">km</span>
-laufen, mußte aber dann anhalten, um von neuem Dampf
-zu schaffen. Auf dem Vorderteile des Wagens stand der sehr
-einfach eingerichtete Dampfkessel, dahinter die Dampfmaschine,
-die mittels eines Sperrwerkes das Vorderrad in Drehung
-versetzte. Der Wagen hatte nur drei Räder, eins vorn, zwei
-hinten. Die Dampfmaschine besaß zwei Zylinder von je
-330 <span class="antiqua">mm</span> Durchmesser. Die Steuerung der Maschine bestand
-in einem mit entsprechenden Bohrungen versehenen
-Hahn, der von dem Kolben aus mit Hilfe einer Kette
-bewegt wurde.</p>
-
-<p>Inzwischen hatte nun bereits die Tätigkeit desjenigen
-Mannes begonnen, dem es beschieden sein sollte, auf Grund
-der vervollkommneten Kenntnis des Wesens des Wasserdampfes
-und auf Grund eigener Versuche, in hohem Geistesfluge
-seinen Zeitgenossen weit vorauseilend, die Dampfmaschine zu
-dem gewaltigen Rüstzeug des Fortschritts zu machen, das sie
-hinfort bilden sollte. Schon im Jahre 1759 hatte <em class="gesperrt">James Watt</em>
-auf Anregung Robisons sich mit dem Plan, die Dampfkraft
-zum Antrieb von Fahrzeugen zu verwenden, befaßt,
-ohne sich jedoch hierfür erwärmen zu können. So ließ er
-sich noch im Jahre 1769 in einem an <span class="antiqua">Dr.</span> Small gerichteten
-Briefe über einen derartigen Plan des Londoner Leinenhändlers
-Moore wie folgt aus: &#8222;Wenn der Leinenhändler
-Moore nicht meine Maschine anwendet, um seine Wagen<span class="pagenum"><a name="Seite_113" id="Seite_113">[S. 113]</a></span>
-zu treiben, so kann er überhaupt zu keinem Ergebnis kommen,
-und wenn er es tut, werde ich ihn daran hindern.&#8220;</p>
-
-<p>Wir sind in unseren bisherigen Mitteilungen mehrfach
-Versuchen begegnet, in die Erkenntnis des Wesens des Wasserdampfes
-einzudringen. Wenngleich das Altertum einen
-Unterschied zwischen Dampf und Luft nicht kannte, so mußte
-sich dennoch schon bei den von Heron von Alexandrien beschriebenen
-Vorrichtungen dieser Unterschied unwillkürlich
-geltend machen. Jedoch auch Salomon de Caus huldigte,
-wie wir gesehen haben, noch den Anschauungen des Altertums,
-insbesondere denen des Aristoteles.</p>
-
-<p>Papins unsterbliches Verdienst war es, durch Benutzung
-des Kolbens als Kraftaufnehmer der späteren Entwicklung
-der Dampfmaschine, wie sie sich zuerst durch Newcomen
-und Cawley vollzog, die Wege gewiesen zu haben. Leider
-gelang es Papin nicht, des größten Fehlers seiner Maschine,
-des hohen Dampfverbrauchs, Herr zu werden. Der von ihm
-in Vorschlag gebrachte, durch einen eisernen Bolzen erwärmte
-Kolben (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_25">25</a>) konnte für einen sparsameren Dampfverbrauch
-bei weitem nicht genügen. Auch mußte die Maschine
-stets zum Stillstand gebracht werden, wenn ein erwärmter
-Bolzen von neuem in den Kolben eingebracht werden mußte.
-Allerdings bot die Dampfmaschine von Newcomen und Cawley
-gegenüber derjenigen Papins erhebliche Vorzüge, die im
-wesentlichen rein baulicher Natur waren, sich aber bezüglich
-der Ausnutzung der Dampfkraft sehr vorteilhaft bemerkbar
-machten. Hier ist die gute Abdichtung des Kolbens im Dampfzylinder
-besonders hervorzuheben, die ein Hinübertreten des
-Kühlwassers über den Kolben hinaus und hiermit eine Abkühlung
-des Zylinders bis zu einem gewissen Grade verhütete.
-Jedoch auch diese Maschine nutzte den Dampfdruck nur
-mangelhaft aus; sie erforderte daher Zylinder von großem
-Durchmesser.</p>
-
-<p>Vom Beginn des 17.&nbsp;Jahrhunderts ab, also zu einer Zeit,
-die ohnehin schon der Dampfmaschine eine kräftige Förderung
-brachte, vollzog sich auch ein großer Fortschritt auf dem
-Gebiete der Kenntnis der luftförmigen Körper: Johann
-Baptist van Helmont (geb. 1577, gest. 1644) unterschied zwei
-Arten von Luft, nämlich eine solche, die ihre luftförmige
-Beschaffenheit auch dann beibehält, wenn sie abgekühlt<span class="pagenum"><a name="Seite_114" id="Seite_114">[S. 114]</a></span>
-wird, und eine solche, welche, um luftförmig zu bleiben,
-der Zufuhr von Wärme bedarf, anderenfalls aber sich verdichtet,
-kondensiert. Die erste Art von Luft bezeichnet van
-Helmont als <em class="gesperrt">Gas</em>.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Halley</em> (geb. 1656, gest. 1742) erklärte das Wesen des
-Wasserdampfes dahin, daß dieser aus kleinen hohlen Wasserbläschen
-bestehe, die mit verdünnter Luft gefüllt seien. Infolgedessen
-steige der Dampf, da er leichter als die atmosphärische
-Luft sei, in dieser in die Höhe. <em class="gesperrt">Derhem</em> wollte
-diese Wasserbläschen unter dem Vergrößerungsglase erkannt
-haben. Der Kanzler der Universität Halle, <em class="gesperrt">Chr.&nbsp;Wolf</em>
-(geb. 1679, gest. 1754), versuchte den Grad der Verdünnung
-der Luft in den Wasserbläschen festzustellen. <em class="gesperrt">Christian
-Gottlieb Kratzenstein</em> (geb. 1723, gest. 1795) befaßte
-sich ebenfalls mit der Erforschung der Wasserbläschen und
-gab ihren Durchmesser zu <sup>1</sup>/<sub>50000</sub> Zoll an.</p>
-
-<p>Das Streben der Physiker, sich mit dem Wesen des Wasserdampfes
-zu befassen, erfuhr eine erfreuliche Anregung durch
-ein Preisausschreiben, das die Akademie der Wissenschaften
-zu Bordeaux im Jahre 1743 ausschrieb für die Erklärung
-des Umstandes, daß der Wasserdampf nach aufwärts steigt.
-Aus der Zahl der eingegangenen Preisbewerbungen wurden
-zwei mit einem Preise bedacht. Den einen Preis erhielt
-<em class="gesperrt">Kratzenstein</em>, der bereits den Durchmesser der Wasserbläschen
-berechnet hatte und sich auf den Boden der Bläschentheorie
-Halleys stellte.</p>
-
-<p>Einen hiervon völlig abweichenden Standpunkt nahm
-die andere Preisarbeit ein, deren Verfasser <em class="gesperrt">Georg E.&nbsp;Hamberger</em>
-war. Nach Hambergers Auffassung löst sich das Wasser
-in der Luft in derselben Weise wie das Salz im Wasser. Auf
-dieser Lösungstheorie weiter bauend, wies dann <em class="gesperrt">Charles
-le Roy</em> (geb. 1726, gest. 1779) darauf hin, daß in derselben
-Weise, wie man in Wasser nur eine beschränkte Menge Salz
-zu lösen vermöge, auch die Luft nur eine beschränkte Menge
-Wasser aufnehmen könne. Er erkannte also bereits das Wesen
-der <em class="gesperrt">Sättigung</em> und bezeichnete Luft, die Wasser nicht mehr
-aufzunehmen vermag, als gesättigt, wie man eine Salzlösung,
-die weiteres Salz nicht mehr aufnehmen kann, als
-gesättigt benennt.</p>
-
-<p>Das einer gesättigten Lösung zugeführte Salz löst sich<span class="pagenum"><a name="Seite_115" id="Seite_115">[S. 115]</a></span>
-nicht auf, sondern setzt sich auf dem Grunde der Lösung ab.
-Die gleichartige Erscheinung tritt ein, wenn man in den
-gesättigten Wasserdampf weitere Dampfmengen einführt;
-alsdann schlägt sich dieser Dampf zu Tropfen nieder. Entsprechend
-der Tatsache, daß warmes Wasser mehr Salz auflöst
-als kaltes Wasser, kam le Roy zu der Erkenntnis, daß
-warme Luft mehr Wasser löst als kalte Luft, also mehr Dampf
-enthält als diese. Sinkt die Temperatur der Luft, so scheidet
-sich der in dieser enthaltene Wasserdampf als Tau ab.</p>
-
-<p>Wird gesättigter Dampf weiter erhitzt, so entsteht der
-sogenannte überhitzte Dampf. In der neuesten Zeit hat dieser
-Dampf insbesondere zum Antrieb von Lokomotiven eine große
-Bedeutung erlangt. Die ihm innewohnenden Vorzüge,
-die sich in einer großen Ersparnis an Brennstoff geltend
-machen, haben ihm, nebenbei gesagt, den Namen &#8222;Edeldampf&#8220;
-eingetragen. Dieser überhitzte Wasserdampf kann
-abgekühlt werden, ohne daß er sofort zu Wasser kondensiert.</p>
-
-<p>Die Theorie Hambergers gab eine gute Erklärung der
-Tatsache, daß das Wasser schneller verdampft, wenn es von
-einem Luftstrom überfahren wird, als wenn die auf dem
-Wasser lastende Luft in Ruhe ist. Diese Erklärung läuft darauf
-hinaus, daß die auf dem Wasser lastende Luft sich alsbald
-mit Wasserdampf sättigt, infolgedessen hier eine weitere
-Verdunstung des Wassers nicht mehr möglich ist. Wird dagegen
-die über dem Wasser befindliche Luft in Bewegung
-versetzt, so kommt mit der Oberfläche des Wassers immer
-von neuem frische ungesättigte Luft in Berührung, die imstande
-ist, Wasserdampf in sich aufzunehmen.</p>
-
-<p>Eine für die Verwendung des Wasserdampfes, insbesondere
-für Kochzwecke, überaus wichtige Beobachtung,
-der bereits Papin, als er zur Erfindung des nach ihm benannten
-Kochtopfes gelangte, sehr nahe gekommen war, machte
-der Professor der Chemie zu Upsala, <em class="gesperrt">Wallerius Ericson</em>
-(geb. 1709, gest. 1785). Dieser stellte fest, daß Flüssigkeiten
-schneller im luftleeren Raume als unter dem Druck der Atmosphäre
-verdampften. Da nun bei dem Verdampfen unter
-Luftleere von einem Lösen des Wassers in Luft nicht mehr
-die Rede sein konnte, versagte jetzt die Hambergersche Lösungstheorie.</p>
-
-<p>Hier nun setzte die Tätigkeit des mit James Watt befreundeten<span class="pagenum"><a name="Seite_116" id="Seite_116">[S. 116]</a></span>
-<em class="gesperrt">Joseph Black</em> ein, der sich mit der Erforschung
-jener Erscheinungen beschäftigte und Watt veranlaßte,
-ebenfalls Versuche anzustellen.</p>
-
-<p>Bei dem Erwärmen von Wasser in einem Gefäß ist die
-erste Folge, daß die in dem Wasser enthaltene Luft in Form
-von Luftbläschen nach oben hin entweicht. Nunmehr bildet
-sich Dampf auf dem der Wärmequelle zunächst liegenden
-Boden des Gefäßes. Dampfblasen steigen in dem Wasser
-empor, können aber nicht die Oberfläche des Wassers erreichen,
-da die oberen Wasserschichten noch nicht genügend erwärmt
-sind. Die Folge hiervon ist das sogenannte Singen des Wassers,
-das aus der zitternden Bewegung sich ergibt, in welche das
-Wasser und das Gefäß durch die bei ihrem Aufwärtssteigen
-auf Widerstand stoßenden Dampfbläschen versetzt werden.
-Hört das &#8222;Singen&#8220; auf, so ist dies ein Zeichen dafür, daß
-nunmehr die sämtlichen Wasserschichten zum Sieden gebracht
-sind, und die Dampfbläschen ungehindert nach oben
-steigen können. Das &#8222;Singen&#8220; geht also dem Beginn des
-Kochens unmittelbar vorher. Während des Kochens oder
-Siedens tritt eine Zunahme der Temperatur trotz fortgesetzter
-Wärmezufuhr nicht ein.</p>
-
-<p>Um diese überraschende Erscheinung zu erklären, nahm
-man an, daß die Verwandlung des Wassers in Dampf sich nur
-auf dem Boden des Gefäßes vollziehe, und daß die Wasserschichten
-die zu ihrer Verdampfung nötige Temperatur erst
-dann erreichen, nachdem sie den Gefäßboden berührten.
-Würde die ganze Wassersäule zugleich auf die Siedetemperatur
-gebracht, so genügte die geringste Wärmezufuhr, um
-augenblicklich die gesamte Wassermenge in Dampf zu verwandeln.</p>
-
-<p>Black, dem diese Erklärung nicht genügte, stellte zunächst
-fest, daß, wenn Wasser zum Sieden gebracht und auf gleichmäßiges
-Feuer gebracht wird, in gleichen Zeitabschnitten
-gleiche Mengen Dampf erzeugt werden. Des weiteren
-stellte er fest, wieviel Zeit vergeht, bis eine gewisse Wassermenge
-von einer gleichförmigen Flamme zum Sieden gebracht
-und vollkommen verdampft wird.</p>
-
-<p>James Watt, der, wie wir bereits berichteten, mit Black
-befreundet war, machte in derselben Richtung folgende Versuche:
-Er brachte in einem offenen Papinschen Topf Wasser<span class="pagenum"><a name="Seite_117" id="Seite_117">[S. 117]</a></span>
-zum Sieden, und zwar so, daß in einer halben Stunde die
-Oberfläche des Wassers um einen Zoll sank. Hierauf unterbrach
-er das Sieden, fügte so viel Wasser hinzu, wie verdampft
-war, und brachte den Topf wiederum auf die in gleicher
-Stärke unterhaltene Flamme. Als das Sieden begann, schloß
-er den Dampfhahn und ließ nun eine halbe Stunde vergehen.
-Als er dann den Dampfhahn öffnete, strömte der Dampf
-innerhalb zwei Minuten aus und die Oberfläche des Wassers
-sank wieder um einen Zoll. Hieraus ergab sich, daß die
-Wärme, die von dem Wasser innerhalb einer halben Stunde
-aufgenommen wurde, entweder langsam innerhalb einer
-halben Stunde oder schnell innerhalb zwei Minuten dieselbe
-Wassermenge verdampfen konnte. Black zeigte auch, daß
-der Dampf bei seiner Bildung Wärme &#8222;bindet&#8220; und bei der
-Verdichtung wieder dieselbe Wärmemenge frei gibt.</p>
-
-<p>James Watts Verdienste bestehen darin, daß er den
-Wärmeverbrauch bei der Verdampfung und die Abhängigkeit
-des Dampfdruckes von der Temperatur untersuchte und
-die Gesetze, die für die Verdichtung des Dampfes maßgeblich
-sind, ermittelte. Er erkannte hierbei als hauptsächlichsten
-Grund des hohen Dampfverbrauchs der Newcomenmaschine,
-daß bei jedem Kolbenhub kaltes Wasser in den Dampfzylinder
-gespritzt wurde. Dieses hatte zur Folge, daß der von
-neuem in den Zylinder eingeführte Dampf zur Erwärmung
-des Zylinders notwendig war. Aus dieser Erkenntnis leitete
-Watt die Forderung ab, daß die Kondensation des Dampfes
-tunlichst schnell bewirkt werden müsse, ohne daß der Zylinder
-sich abkühlte. Zu diesem Zweck führte er zunächst den Zylinder
-aus Holz aus. Da aber in einem hölzernen Zylinder eine
-dampfdichte Führung des Kolbens infolge Verwerfens der
-Holzwandungen nicht zu erreichen war, wandte er sich alsbald
-wiederum dem eisernen Zylinder zu, den er durch ein
-Rohr mit einem besonderen Behälter in Verbindung brachte,
-der kaltes Wasser enthielt. Diesen Behälter nannte Watt
-&#8222;Kondensator&#8220;. Die bahnbrechende Folge dieser Neuerung
-des von dem Zylinder getrennten selbständigen Kondensiergefäßes
-bestand darin, daß der Dampf niedergeschlagen
-wurde, ohne daß der Dampfzylinder abgekühlt wurde. Den
-Kondensator erhielt Watt dadurch andauernd auf der erforderlichen
-niedrigen Temperatur, daß er durch eine von der<span class="pagenum"><a name="Seite_118" id="Seite_118">[S. 118]</a></span>
-Maschine angetriebene Pumpe in denselben stets kaltes Wasser
-einspritzte, während eine zweite Pumpe, die sogenannte
-Warmwasserpumpe oder Luftpumpe, das kondensierte Wasser
-aus dem Kondensator hinaussaugte. Die Bezeichnung Luftpumpe
-trifft um deswillen zu, weil diese Pumpe neben
-dem Wasser auch die in dem kalten Wasser und in dem Dampf
-enthaltene Luft abführt. Das aus dem Kondensator ausgepumpte
-warme Wasser führte Watt dem Dampfkessel zu,
-wodurch eine weitgehende Ersparnis an Brennstoffen erzielt
-wurde.</p>
-
-<p>Die mit diesen Wattschen Verbesserungen ausgestattete
-Dampfmaschine hat folgenden Arbeitsgang: Wenn der
-Kolben sich in seiner tiefsten Stellung befindet, wird unterhalb
-desselben Dampf eingeführt, infolgedessen sich der Kolben
-aufwärts bewegt; währenddessen ist die Verbindung zwischen
-Zylinder und Kondensator abgeschlossen. Hat der Kolben die
-höchste Stellung erreicht, so wird die Dampfzufuhr geschlossen,
-zugleich aber die Verbindung zwischen dem Zylinder und dem
-Kondensator geöffnet. Infolgedessen wird der unterhalb
-des Kolbens befindliche Dampf kondensiert und der Kolben
-geht unter Einwirkung des Druckes der Atmosphäre abwärts.</p>
-
-<p>Auf diese die Dampfmaschine erst lebensfähig machende
-Neuerungen erhielt James Watt, nachdem er am 5.&nbsp;Januar
-1769 den vorläufigen Schutz eines Königlichen Privilegs
-bekommen hatte, das Patent Nr.&nbsp;913. Dasselbe hat folgenden
-Wortlaut:</p>
-
-<p class="center">
-<span class="antiqua">A. D.</span> 1769&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Nr. 913.<br />
-Dampfmaschinen etc.<br />
-<em class="gesperrt">Watts Patentbeschreibung</em>.<br />
-</p>
-
-<p><b>Allen denjenigen, welchen dieses Schriftstück zu Gesicht
-gelangt</b>, sende ich, James Watt, aus Glasgow in Schottland,
-Kaufmann, meinen Gruß.</p>
-
-<p><b>Sintemal</b> Seine Allerhöchste Majestät, König Georg
-der Dritte, durch seinen Patentbrief unter beigedrucktem Großsiegel
-von Großbritannien vom 5.&nbsp;Januar des neunten Regierungsjahres
-Seiner Majestät mir, dem genannten James
-Watt, seine besondere Erlaubnis, Vollmacht, Privilegium
-und Befugnis gab, daß ich, der genannte James Watt, meine
-Vollstrecker, Verwalter und Bevollmächtigten während einer<span class="pagenum"><a name="Seite_119" id="Seite_119">[S. 119]</a></span>
-bestimmten Reihe von Jahren meine &#8222;<b>Neu erfundene
-Methode der Verminderung des Verbrauchs von Dampf
-und Brennstoff in Feuermaschinen</b>&#8220; zu benutzen, auszuüben
-und zu verkaufen befugt bin, und zwar überall in demjenigen
-Teile des Königreiches Groß-Britannien, welcher England
-genannt wird, in der Herrschaft Wales, in der Stadt Berwick
-am Tweed und ferner in Seiner Majestät Kolonien und Ansiedlungen,
-und ich, der erwähnte James Watt, in dem erwähnten
-Patentbriefe verpflichtet werde, unter Unterschrift
-und Siegel eine eingehende Beschreibung des Wesens meiner
-Erfindung zu geben, welche in Seiner Majestät Hoher Hofkanzlei
-eingetragen werden soll, innerhalb vier Monate nach
-dem Datum des erwähnten Patentbriefes:</p>
-
-<p><b>So wisset nun</b>, daß in Erfüllung der genannten Verpflichtung
-und Festsetzung ich, der erwähnte James Watt,
-erkläre, daß das Folgende eine eingehende Beschreibung
-meiner in Rede stehenden Erfindung und der Art und Weise,
-in welcher dieselbe zur Ausführung gelangt, ist,</p>
-
-<p>
-(das will sagen): &mdash;<br />
-</p>
-
-<p>Mein Verfahren der Verminderung des Verbrauches an
-Dampf und, hierdurch bedingt, des Brennstoffes in Feuermaschinen
-setzt sich aus folgenden Prinzipien zusammen:</p>
-
-<p>Erstens, das Gefäß, in welchem die Kräfte des Dampfes
-zum Antrieb der Maschine Anwendung finden sollen, welches
-bei gewöhnlichen Feuermaschinen Dampfcylinder genannt
-wird und welches ich Dampfgefäß nenne, muß während der
-ganzen Zeit, wo die Maschine arbeitet, so heiß erhalten
-werden, als der Dampf bei seinem Eintritte ist, und zwar
-erstens dadurch, daß man das Gefäß mit einem Mantel aus
-Holz oder einem anderen die Wärme schlecht leitenden Material
-umgibt, daß man dasselbe zweitens mit Dampf oder
-anderweitigen erhitzten Körpern umgibt, und daß man
-drittens darauf achtet, daß weder Wasser noch ein anderer
-Körper von niedrigerer Wärme als der Dampf in das Gefäß
-eintritt oder dasselbe berührt.</p>
-
-<p>Zweitens muß der Dampf bei solchen Maschinen, welche
-ganz oder teilweise mit Kondensation arbeiten, in Gefäßen
-zur Kondensation gebracht werden, welche von den Dampfgefäßen
-oder -Cylindern getrennt sind und nur von Zeit zu
-Zeit mit diesen in Verbindung stehen. Diese Gefäße nenne<span class="pagenum"><a name="Seite_120" id="Seite_120">[S. 120]</a></span>
-ich Kondensatoren und sollen dieselben, während die Maschinen
-arbeiten, durch Anwendung von Wasser oder anderer
-kalter Körper mindestens so kühl erhalten werden als die
-die Maschine umgebende Luft.</p>
-
-<p>Drittens, sobald Luft oder andere durch die Kälte des
-Kondensators nicht kondensierte elastische Dämpfe den Gang
-der Maschine stören, so sind dieselben mittels Pumpen, welche
-durch die Maschine selbst betrieben werden, oder auf andere
-Weise aus den Dampfgefäßen oder Kondensatoren zu entfernen.</p>
-
-<p>Viertens beabsichtige ich in vielen Fällen die Expansionskraft
-des Dampfes zum Antrieb der Kolben oder was
-an deren Stelle angewendet wird, zu gebrauchen, in derselben
-Weise, wie der Druck der Atmosphäre jetzt bei gewöhnlichen
-Feuermaschinen benutzt wird. In Fällen, wo kaltes
-Wasser nicht in Fülle vorhanden ist, können die Maschinen
-durch diese Dampfkraft allein betrieben werden, indem man
-den Dampf, nachdem er seine Arbeit getan hat (<span class="antiqua">after it
-has done its office</span>) in die freie Luft austreten läßt.</p>
-
-<p>Fünftens, wo Bewegungen um eine Achse verlangt
-werden, stelle ich die Dampfgefäße in Form von hohlen
-Ringen oder kreisförmigen Kanälen her, mit besonderen
-Ein- und Auslässen für den Dampf, und montiere dieselben
-auf horizontalen Achsen wie die Räder der Wassermühlen.
-In denselben ist eine Anzahl von Ventilen angebracht, welche
-einem Körper nur in einer Richtung durch den Kanal umzulaufen
-gestatten. In diesen Dampfgefäßen sind Gewichte
-angebracht, welche die Kanäle zum Teil ausfüllen und durch
-die noch anzugebenden Mittel in denselben bewegt werden.
-Wenn der Dampf in diese Maschinen zwischen jene Gewichte
-und die Ventile eingelassen wird, so drückt er gegen
-beide gleichmäßig, so zwar, daß er das Gewicht nach der einen
-Seite des Rades hebt und infolge der gegen die Ventile
-wirkenden Reaktion das Rad in Drehung versetzt, wobei die
-Ventile sich in derjenigen Richtung öffnen, in welcher die
-Gewichte Druck empfangen, aber nicht in der entgegengesetzten.
-Währenddem, daß das Dampfgefäß sich dreht, wird es mit
-Dampf vom Kessel aus gespeist, und derjenige Dampf, welcher
-seine Arbeit geleistet hat, kann entweder durch Kondensation
-niedergeschlagen oder in die freie Luft entlassen werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_121" id="Seite_121">[S. 121]</a></span>
-
-Sechstens will ich in einigen Fällen einen gewissen
-Grad von Kälte anwenden, welcher den Dampf allerdings
-nicht in Wasser zu verwandeln, wohl aber beträchtlich zu
-verdichten vermag, so daß die Maschinen abwechselnd mit
-Expansion und Kontraktion des Dampfes arbeiten.</p>
-
-<p>Endlich wende ich zur dampf- und luftdichten Dichtung
-des Kolbens oder anderer Maschinenteile an Stelle von
-Wasser Oele, harzige Körper, Tierfett, Quecksilber und andere
-Metalle in flüssigem Zustande an.</p>
-
-<p>Zur Bezeugung dessen habe ich am heutigen Tage,
-am fünfundzwanzigsten April im Jahre unseres Herrn Ein
-Tausend Sieben Hundert und neunundsechzig meinen Namenszug
-und mein Siegel hierunter gesetzt.</p>
-
-<p class="right">
-<b>James Watt.</b> (<span class="antiqua">L. S.</span>)</p>
-<p>
-Gesiegelt und ausgehändigt in Gegenwart von</p>
-
-<p class="indent8">
-Coll. Wilkie.<br />
-Geo. Jardine.<br />
-John. Roebuck.
-</p>
-
-<p>Es sei noch bemerkt, daß besagter James Watt erklärt,
-daß sich nichts von dem im vierten Absatz Enthaltenen auf
-Maschinen bezieht, bei denen das zu hebende Wasser in das
-Dampfgefäß selbst eintritt oder in ein Gefäß, welches mit
-jenem in offener Verbindung steht.</p>
-
-<p class="right">
-<b>James Watt.</b></p>
-<p>
-Zeugen: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Coll. Wilkie.
-</p>
-<p>
-<span class="invisible">Zeugen: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; </span>Geo. Jardine.
-</p>
-
-<p><b>Und es sei bekannt gegeben</b>, daß der vorgenannte
-James Watt am fünfundzwanzigsten Tage des April, im
-Jahre unseres Herrn 1769, sich in der Kanzlei unseres Königlichen
-Herrn einfand und die vorstehende Beschreibung nebst
-allem dem in derselben Enthaltenen und Beschriebenen, in
-der oben niedergeschriebenen Weise anerkannte. Und so
-wird die vorstehende Beschreibung gemäß der Verordnung
-aus dem sechsten Jahre der Regierung des verstorbenen
-Königs und der Königin William und Mary von England usw.
-gestempelt.</p>
-
-<p>Eingetragen am neunundzwanzigsten April im Jahre
-unseres Herrn Ein Tausend Sieben Hundert neunundsechzig.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_122" id="Seite_122">[S. 122]</a></span>
-
-Watt war an der Ausführung seines Patents durch den
-Umstand beschränkt, daß die seit alters her bekannte und gebräuchliche
-Kurbel einem gewissen Wasborough unter Patentschutz
-gestellt war. Um die Benutzung der Kurbel zu umgehen,
-ersann Watt nicht weniger als fünf verschiedene Einrichtungen
-und erhielt hierauf unter dem 25.&nbsp;Oktober 1781 das Patent
-Nr.&nbsp;1306.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 367px;">
-<a name="Abb_29" id="Abb_29"></a>
-<img src="images/abb29.png" width="367" height="450" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 29.<br />
-
-Das Planeten- oder Sonnenrad.<br />
-
-Aus: Muirhead. James Watts <span class="antiqua">Mechanical
-Inventions. Plate 7</span>, Fig.&nbsp;1 und 2.</div>
-</div>
-
-<p>Als Gegenstand dieses Patents wird angegeben:</p>
-
-<p><em class="gesperrt">&#8222;Gewisse neue Verfahren, um die hin und
-her gehende Bewegung von Dampf- oder Feuermaschinen
-zur Erzeugung ständiger Drehbewegung
-um eine Achse oder um einen Mittelpunkt zu<span class="pagenum"><a name="Seite_123" id="Seite_123">[S. 123]</a></span>
-benutzen, um Räder, Mühlen oder andere Maschinen
-anzutreiben.</em>&#8220;</p>
-
-<p>Von den sämtlichen fünf Einrichtungen bildet das sogenannte
-Planeten- oder Sonnenrad die wichtigste. Sie
-ist in Abb.&nbsp;<a href="#Abb_29">29</a> dargestellt.</p>
-
-<p>Der entsprechende Teil der Patentschrift Nr.&nbsp;1306 hat
-folgenden Wortlaut:</p>
-
-<p>&#8222;Mein fünftes Verfahren, Drehbewegung zu erzeugen,
-wird mit Hilfe eines Zahnrades <span class="antiqua">E</span> ausgeführt, das auf dem
-Ende derjenigen Achse <span class="antiqua">F</span> angebracht ist, die die Drehbewegung
-erhalten soll. Dieses Rad <span class="antiqua">E</span> kann durch ein zweites Zahnrad <span class="antiqua">D</span>
-von gleichem, größerem oder geringerem Durchmesser in
-Drehung versetzt werden, das an der Stange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AB</em></span> befestigt
-ist. Das andere Ende der Stange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AB</em></span> hängt an dem Triebbalken
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">BC</em></span> (Balancier) der Dampfmaschine oder ist in beliebiger
-anderer Weise mit dem Kolben der Dampfmaschine
-verbunden. Das Rad <span class="antiqua">D</span> kann sich um seine eigene Achse
-nicht drehen. Mit Hilfe eines Zapfens <span class="antiqua">A</span>, der in dem Mittelpunkte
-des Rades <span class="antiqua">D</span> befestigt ist und in einen kreisförmigen
-Einschnitt des großen Rades <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GG</em></span> eingreift (hier können auch
-andere Mittel Platz greifen), wird das Rad <span class="antiqua">D</span> zwangläufig
-derart geführt, daß es sich nicht von dem Rade <span class="antiqua">E</span> entfernen,
-jedoch das Rad <span class="antiqua">E</span> in Drehung versetzen kann, ohne daß es sich
-selbst um seine Achse oder seinen Mittelpunkt dreht.</p>
-
-<p>Die Bewegung vollzieht sich nun folgendermaßen:
-Ist das Rad nahezu in diejenige Stellung gelangt, die durch
-den punktierten Kreis <span class="antiqua"><em class="gesperrt">HH</em></span> gekennzeichnet ist, und dann
-mit seinem Mittelpunkt um ein weniges jenseits der senkrechten
-durch den Mittelpunkt <span class="antiqua">F</span> gezogenen Linie gelangt,
-zieht die Dampfmaschine mit Hilfe der Treibstange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">BA</em></span> das
-Rad <span class="antiqua">D</span> aufwärts. Da nun dessen Zähne in die des Rades <span class="antiqua">E</span>
-eingreifen, und da es sich nicht um seinen eigenen Mittelpunkt
-drehen kann, kann es sich nicht anders nach aufwärts hin
-bewegen, ohne daß es zugleich das Rad <span class="antiqua">E</span> in Drehung um
-seinen Mittelpunkt <span class="antiqua">F</span> versetzt. Ist das Rad <span class="antiqua">D</span> soweit aufwärts
-gelangt, daß sein unterer Teil mit dem oberen Teile des Rades
-<span class="antiqua">E</span> im Eingriff ist, hat die Dampfmaschine ihren Hub nach
-aufwärts ausgeführt und der Kolben ist im Begriff, sich abwärts
-zu bewegen. Unter dem Einfluß der ihm zuteil gewordenen
-Bewegung führt das Rad <span class="antiqua">E</span> seinen Rundgang<span class="pagenum"><a name="Seite_124" id="Seite_124">[S. 124]</a></span>
-weiter aus und führt das Rad <span class="antiqua">D</span> über seine Höchstlage hinweg,
-wobei die Schwere des Rades <span class="antiqua">D</span> oder der Stange <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AB</em></span>
-oder ein anderes an ihm angebrachtes Gewicht das Rad <span class="antiqua">D</span>
-veranlaßt, an der anderen Seite sich wieder nach abwärts
-zu begeben. Das Rad <span class="antiqua">D</span> vollendet also seinen Rundgang
-um <span class="antiqua">E.</span> Haben nun die beiden Räder <span class="antiqua">D</span> und <span class="antiqua">E</span> dieselben Zähnezahlen,
-so macht das Rad <span class="antiqua">E</span> bei jedem Hub der Maschine
-zwei Umdrehungen um seinen Mittelpunkt. Um nun die
-Bewegung besser zu regeln, bringe ich auf der Achse <span class="antiqua">F</span> ein
-Schwungrad an.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 450px;">
-<a name="Abb_30" id="Abb_30"></a>
-<img src="images/abb30.png" width="450" height="383" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 30.<br />
-
-Anwendung eines Planetenrades zum Antrieb eines Walzwerks.
-Aus: Muirhead, James Watts <span class="antiqua">Mechanical Inventions. Plate 25.</span></div>
-</div>
-
-<p>Abbildung <a href="#Abb_30">30</a> stellt das Planetenrad in Anwendung
-auf den Antrieb eines Walzwerkes dar.</p>
-
-<p>Bei einer anderen Ausführungsform dieses Planeten- oder
-Sonnenrades bewegen sich die beiden Zahnräder nicht
-auf- und umeinander, sondern ineinander.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_125" id="Seite_125">[S. 125]</a></span>
-
-Von weitestgehender Bedeutung ist das am 12.&nbsp;März
-1782 erteilte Patent Watts Nr.&nbsp;1321.</p>
-
-<p>Der wesentliche Inhalt der Patenturkunde lautet:</p>
-
-<p><em class="gesperrt">&#8222;Gewisse neue Verbesserungen an Dampf- oder
-Feuer-Maschinen zum Heben von Wasser
-und zu anderen mechanischen Zwecken, und gewisse
-auf dieselben anwendbare Einrichtungen.&#8220;</em></p>
-
-<p>&#8222;Ich, <em class="gesperrt">James Watt</em>, erkläre hiermit: Nachstehendes
-ist eine Beschreibung meiner neuen Verbesserungen an Dampf-
-und Feuer-Maschinen und der Einrichtungen, die bei denselben
-Anwendung finden können.</p>
-
-<p>Um aber etwaige Mißverständnisse und Umschweife zu
-vermeiden, werde ich zunächst einige gewisse in dieser Beschreibung
-benutzte Ausdrücke näher erläutern.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Erstens</em>: Der <em class="gesperrt">Zylinder</em> oder das Dampfgefäß ist
-dasjenige Gefäß, in welchem die Kräfte des Dampfes oder
-der Luft benutzt werden, um die Maschine anzutreiben;
-er kann von beliebiger Gestalt sein, ist aber meist von zylindrischer
-Form.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Zweitens</em>: Der <em class="gesperrt">Kolben</em> ist eine bewegliche Trennungswand,
-die in dem Zylinder entweder auf und ab, oder hin- und
-hergleitet und diesem genau angepaßt ist. Auf diesen Kolben
-wirken die Kräfte des Dampfes und der Luft unmittelbar ein.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Drittens</em>: Die <em class="gesperrt">Kondensatoren</em> sind gewisse von
-mir erfundene Gefäße, in welchen der Dampf niedergeschlagen
-wird, und zwar entweder indem er mit hinreichend kaltem
-Wasser unmittelbar vermischt wird oder indem er mit kalten
-Körpern in Berührung gebracht wird. Diese Kondensatoren
-liegen entweder in demjenigen Teile des Zylinders selbst,
-in den der Dampf niemals gelangt, ausgenommen dann,
-wenn er niedergeschlagen und zu Wasser verwandelt wird,
-oder diese Kondensatoren stehen mit dem Zylinder mittels
-Röhren in Verbindung, welche rechtzeitig geöffnet und geschlossen
-werden. Diese Röhren können auch so angeordnet
-sein, daß sie zu den Luftpumpen oder zu anderen Einrichtungen
-führen, um den niedergeschlagenen Dampf und das
-Einspritzwasser fortzuleiten.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Viertens</em>: Die <em class="gesperrt">Luft- und die Heißwasserpumpen</em>
-sind Pumpen oder andere Einrichtungen, die dazu dienen,<span class="pagenum"><a name="Seite_126" id="Seite_126">[S. 126]</a></span>
-die Luft und das heiße Wasser aus den Zylindern und aus den
-Kondensatoren hinauszubefördern.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Fünftens</em>: Der <em class="gesperrt">Werkbalken</em> (Triebbalken, Balancier)
-ist ein doppelarmiger Hebel, wobei ein oder mehrere Räder
-oder andere maschinelle Vorrichtungen dazu dienen, die von
-dem Kolben geäußerte Kraft auf das Pumpwerk oder auf
-andere von der Dampfmaschine anzutreibende
-Vorrichtungen zu übertragen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Meine erste neue Verbesserung</em>
-besteht nun darin, daß ich den
-Dampf in die Zylinder oder Gefäße
-der Maschine nur während eines gewissen
-Teiles des Auf- oder Niederganges
-des Kolbens eintreten lasse,
-und daß ich die federnden Kräfte, mit
-denen der Dampf in dem Bestreben,
-größere Räume einzunehmen, sich ausdehnt,
-dazu benutze, während der
-übrigen Teile des Hubes des Kolbens
-als Triebkraft zu dienen. Außerdem
-benutze ich Hebelzusammenstellungen
-oder andere Vorkehrungen, um zu bewirken,
-daß die ungleichmäßigen
-Kräfte, mit denen der Dampf auf
-den Kolben einwirkt, gleichmäßige
-Arbeit leisten bei dem Antrieb der
-Pumpen oder der anderen Maschinen,
-die durch die Dampfmaschine betrieben
-werden sollen. Hierbei sind
-gewisse Verhältnisse zu beachten.</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 249px;">
-<a name="Abb_31" id="Abb_31"></a>
-<img src="images/abb31.png" width="249" height="600" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 31.<br />
-
-James Watts Ausnutzung
-der Expansion des
-Dampfes.<br />
-
-Aus: Muirhead, James
-Watts <span class="antiqua">Mechanical Inventions.
-Plate&nbsp;8.</span></div>
-</div>
-
-<p>Um die hierbei maßgeblichen Verbesserungen
-und Grundsätze zu erläutern,
-habe ich in der beigefügten Zeichnung (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_31">31</a>)
-einen Hohlzylinder im Schnitt dargestellt.</p>
-
-<p>Dieser erwähnte Zylinder ist an seinem unteren Ende
-durch seinen Boden <span class="antiqua"><em class="gesperrt">CD</em></span> vollständig abgeschlossen und auch
-an seinem oberen Ende durch seinen Deckel <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AB</em></span> verschlossen.
-Der kräftige Kolben <span class="antiqua"><em class="gesperrt">EF</em></span> ist dem Zylinder genau angepaßt,
-so daß er mit Leichtigkeit auf und ab gleiten kann, ohne
-irgendwelchen Dampf neben sich hindurchgehen zu lassen.<span class="pagenum"><a name="Seite_127" id="Seite_127">[S. 127]</a></span>
-Der Kolben hängt an einer oder an mehreren Stangen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GH</em></span>,
-welche in einer im Deckel <span class="antiqua"><em class="gesperrt">AB</em></span> angebrachten Öffnung hin-
-und hergleiten können, wobei ihre Umfläche luft- und dampfdicht
-durch einen Strang von Werg oder anderem geeigneten
-Stoff abgedichtet ist, der in der Büchse <span class="antiqua">O</span> liegt. Und nahe dem
-oberen Ende des Zylinders ist eine Öffnung <span class="antiqua">J</span> vorgesehen,
-um Dampf vom Dampfkessel eintreten zu lassen.</p>
-
-<p>Der ganze Dampfzylinder ist soweit als möglich mit
-einem Hohlraum <span class="antiqua"><em class="gesperrt">MM</em></span> umgeben, der Dampf enthält, oder
-dem auf irgendeine andere Weise dieselbe Hitze bewahrt bleibt,
-wie sie das Wasser im Dampfkessel oder der aus dem Kessel
-kommende Dampf besitzt.</p>
-
-<p>Wir wollen nun annehmen, der Kolben sei so nahe als
-möglich an den oberen Rand des Zylinders emporgehoben,
-und der Raum unterhalb desselben sei von Luft, Dampf
-und anderen Flüssigkeiten entleert. Wir wollen des weiteren
-annehmen, daß der vom Dampfkessel her oberhalb des Kolbens
-eintretende Dampf die selbige Dichtigkeit oder Federkraft besitze
-wie der Luftdruck der Atmosphäre, oder die Fähigkeit besitze,
-eine Quecksilbersäule von 30 Zoll Höhe im Barometer
-zu tragen. Dann, so behaupte ich, wird der Druck oder die
-Federkraft auf jedem Quadratzoll der oberen Fläche des Kolbens
-ungefähr 14 Pfund betragen, und diese Kraft wird,
-wenn sie während eines ganzen Maschinenhubes auf den
-Kolben zur Einwirkung gelangt und zum Antrieb einer oder
-mehrerer Pumpen, sei es mittelbar oder unmittelbar, benutzt
-wird, während des ganzen Hubes eine Wassersäule fördern,
-deren Gewicht zehn Pfund auf den Quadratzoll des Kolbens
-beträgt, außer der Reibung und der dem Wasser und den
-Maschinenteilen innewohnenden Trägheit. Unter der Annahme
-aber, daß die gesamte Entfernung von der Unterseite
-des Kolbens bis zum Grunde des Zylinders acht Fuß beträgt,
-und daß die Dampfzufuhr vom Kessel vollständig abgeschnitten
-ist, wenn der Kolben bis zum Punkt <span class="antiqua">K</span> zwei Fuß oder ein
-Viertel des Hubes des Kolbens abwärts gegangen ist,
-behaupte ich, daß, wenn der Kolben die Hälfte seines Hubes
-zurückgelegt hat, die Federkraft des Dampfes die Hälfte der
-ursprünglichen Kraft betragen wird. Des weiteren wird,
-wenn der Kolben bei <span class="antiqua">P</span> angelangt ist, die Kraft des Dampfes
-ein Drittel der ursprünglichen Kraft betragen oder 4&#8532; Pfund<span class="pagenum"><a name="Seite_128" id="Seite_128">[S. 128]</a></span>
-auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche. Ferner wird, wenn
-der Kolben am Ende seines Hubes angelangt ist, die Federkraft
-des Dampfes ein Viertel seiner ursprünglichen Kraft betragen
-oder 3½ Pfund auf den Quadratzoll der Kolbenfläche.</p>
-
-<p>Des weiteren behaupte ich, daß die Federkräfte des
-Dampfes in den übrigen Abschnitten der Zylinderlänge, die
-durch die Horizontallinien oder Ordinaten der Kurve <span class="antiqua"><em class="gesperrt">KL</em></span>
-dargestellt und in dem Zylinder aufgetragen sind, durch die
-in Dezimalbrüchen der ursprünglichen Kraft ausgedrückten
-Zahlen dargestellt werden.</p>
-
-<p>Und des weiteren behaupte ich, daß die Summe aller
-dieser Kräfte größer ist als 57 Hundertstel der ursprünglichen
-Kraft, multipliziert mit der Länge des Zylinders.</p>
-
-<p>Demnach leuchtet ein, daß nur ein Viertel des zur Füllung
-des ganzen Zylinders erforderlichen Dampfes zur Anwendung
-gelangt, und daß der erzielte Effekt mehr als die Hälfte des
-Effekts beträgt, der durch einen ganz mit Dampf gefüllten
-Zylinder erreicht wird, wenn der Dampf während des ganzen
-Niederganges des Kolbens frei über dem Kolben zum Eintritt
-gelangt wäre.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Hieraus folgt, daß die sogenannte neue oder
-Expansionsmaschine imstande ist, Wassersäulen
-zu heben, deren Gewichte entsprechen einem Gewicht
-von fünf Pfund auf jeden Quadratzoll
-der Kolbenfläche, und zwar mit Dampf von einem
-Viertel Inhalt des Zylinders.</em></p>
-
-<p>Obgleich ich nun die <em class="gesperrt">Viertelfüllung</em> hier anführe, so
-muß ich dennoch bemerken, daß ein anderes Füllungsverhältnis
-oder andere Abmessungen des Zylinders ähnliche Erfolge
-herbeiführen können, und daß ich in der Praxis diese Verhältnisse
-je nach der Eigenart des vorliegenden Falles ändere.&#8220;</p>
-
-<p>Diese Ausnutzung der Expansion des Dampfes führte
-Watt dann später auf die Erfindung des Indikators, eines
-Instrumentes, das selbsttätig die Expansionskurven des
-Dampfes aufzeichnet.</p>
-
-<p>Der weitere Inhalt der Patenturkunde beschäftigt sich
-sodann mit den Mitteln zur Erzielung eines gleichmäßigen
-Ganges der Maschine. Dieser wird stark durch den Umstand
-beeinträchtigt, daß die vom Dampf ausgeübte Kraft ungleichmäßig
-ausfällt, während das Gewicht des zu hebenden Wassers<span class="pagenum"><a name="Seite_129" id="Seite_129">[S. 129]</a></span>
-und die sonst von der Maschine zu leistende Arbeit als gleichmäßig
-anzunehmen ist.</p>
-
-<p>Alsdann wendet sich Watt der <em class="gesperrt">zweiten</em> von ihm erfundenen
-Verbesserung der Dampfmaschine zu, nämlich
-deren <em class="gesperrt">doppelt wirkender Anordnung</em>.</p>
-
-<p>&#8222;Meine zweite Verbesserung der Dampf- oder Feuermaschine
-besteht darin, daß ich die Federkraft des Dampfes
-dazu benutze, den Kolben aufwärts und auch abwärts zu bewegen,
-indem ich eine Luftleere ober- oder unterhalb des
-Kolbens herbeiführe und den Dampf zu derselben Zeit
-zur Einwirkung auf den Kolben in demjenigen Teile des Zylinders
-bringe, der nicht ausgepumpt (<span class="antiqua">exhausted</span>) ist. Demnach
-kann eine derartig eingerichtete Maschine in derselben
-Zeit das Zweifache derjenigen Arbeit verrichten, die bisher
-von einer einfach wirkenden Maschine geleistet ist.&#8220;</p>
-
-<p>Die dritte Verbesserung, die Watt vorschlug, bestand
-darin, daß er die Dampfzylinder und -Gefäße von zwei oder
-mehreren Dampfmaschinen miteinander vereinigte.</p>
-
-<p>Die vierte Verbesserung bezog sich auf gewisse mechanische
-Einrichtungen, um die Gestänge und Kolben der Pumpen
-mit dem Triebbalken, dem Balancier, zu verbinden.</p>
-
-<p>Die fünfte Verbesserung bezog sich auf die Ausgestaltung
-der Dampfgefäße, indem diese entweder als hohle Zylinder
-oder als andere regelmäßig runde Hohlkörper oder in Gestalt
-größerer oder kleinerer Segmente oder Sektoren derartiger
-Körper ausgebildet wurden.</p>
-
-<p>Am 28.&nbsp;April 1784 erhielt Watt das Patent Nr.&nbsp;1432
-auf &#8222;<em class="gesperrt">gewisse neue Verbesserungen der Feuer- oder
-Dampfmaschine und auf Maschinen, die durch
-dieselbe betätigt und bewegt werden</em>.&#8220;</p>
-
-<p>Dieses Patent betrifft neben anderen Einrichtungen
-das sogenannte <em class="gesperrt">Wattsche Parallelogramm</em>, d.&nbsp;i. diejenige
-Vorrichtung, die Watt in mehreren Ausführungsformen
-erfand, um die geradlinige auf und ab gehende
-Kolbenstange mit der nach einem Kreisbogen schwingenden
-Bewegung des Balanciers in Einklang zu bringen, ohne hierzu
-der bis dahin gebräuchlichen Ketten zu bedürfen.</p>
-
-<p>Der auf diese bahnbrechende Erfindung, für welche
-Watt mehrere Ausführungsformen vorschlug, bezügliche
-Teil der Patenturkunde hat folgenden Wortlaut:</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_130" id="Seite_130">[S. 130]</a></span>
-
-&#8222;<span class="antiqua"><em class="gesperrt">AA</em></span> (Abb.&nbsp;<a href="#Abb_32">32</a>) ist der Triebbalken oder Balancier der
-Maschine; <span class="antiqua">B D</span> ist die Kolben- oder Pumpenstange. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">CDE</em></span>
-sind zwei hölzerne oder eiserne Stangen, die bei <span class="antiqua">E</span> und <span class="antiqua">D</span>
-mit dem Balancier bzw. mit dem oberen Ende der Kolbenstange
-verbunden sind und bei <span class="antiqua">C</span> an den Schwingarm <span class="antiqua"><em class="gesperrt">CF</em></span>
-angelenkt sind, dessen
-anderes Ende <span class="antiqua">F</span> an der
-Wand des Maschinenhauses
-oder an einem
-sonstigen festen Punkte
-liegt. Wenn der Balancier
-in Drehung um
-seine Achse <span class="antiqua">G</span> versetzt ist,
-so beschreibt der Punkt
-E den Bogen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">HEI</em></span> und
-der Punkt <span class="antiqua">C</span> beschreibt
-den Bogen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">KCL</em></span> um
-den Punkt <span class="antiqua">F</span> als Mittelpunkt,
-und die Konvexitäten
-dieser Bogen,
-die nach verschiedenen
-Richtungen hin liegen,
-heben gegenseitig ihre
-von der geraden Linie
-sich vollziehenden Abweichungen
-auf. Die
-Längen der Radien <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GE</em></span>
-und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">CF</em></span> und ihre Verhältnisse
-zueinander
-können verändert werden,
-aber wenn der Radius
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">CF</em></span> im Verhältnis
-mehr verlängert wird als <span class="antiqua"><em class="gesperrt">GE</em></span>, so muß der Punkt <span class="antiqua">D</span> dementsprechend
-weiter von <span class="antiqua">E</span> und näher an <span class="antiqua">C</span> gebracht werden, und
-umgekehrt, wie es sich nach den Regeln der Geometrie
-ergibt. Der regulierende Radius oder Stab <span class="antiqua"><em class="gesperrt">CF</em></span> kann auch
-oberhalb des Balanciers angeordnet werden, und der letztere
-kann bezüglich seiner Achse eine andere Anordnung erhalten,
-wo sich dieses empfiehlt.&#8220;</p>
-
-<div class="figcenter" style="width: 388px;">
-<a name="Abb_32" id="Abb_32"></a>
-<img src="images/abb32.png" width="388" height="600" alt="" />
-<div class="caption">Abbildung 32.<br />
-
-Wattsches Parallelogramm.<br />
-
-Aus: Muirhead, James Watts <span class="antiqua">Mechanical
-Inventions. Plate 22.</span> Fig.&nbsp;9&ndash;11.</div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-
-
-
-
-<h2><span class="pagenum pagenumh2"><a name="Seite_131" id="Seite_131">[S. 131]</a></span><a name="Namen-_und_Sachverzeichnis" id="Namen-_und_Sachverzeichnis">Namen- und Sachverzeichnis.</a></h2>
-
-
-
-<ul class="index">
-<li class="ifrst">Äolipile, <a href="#Seite_18">18</a>. <a href="#Seite_25">25</a>.</li>
-
-<li>Agathias Scholastikos, <a href="#Seite_20">20</a>.</li>
-
-<li>Alberti <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Aldersey, <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>Aleotti, <a href="#Seite_29">29</a>.</li>
-
-<li>Allen, <a href="#Seite_100">100</a>.</li>
-
-<li>Amontons, <a href="#Seite_69">69</a>.</li>
-
-<li>Anthemius, <a href="#Seite_20">20</a>.</li>
-
-<li>Archimedes, <a href="#Seite_9">9</a>.</li>
-
-<li>Architonitro, <a href="#Seite_10">10</a>.</li>
-
-<li>Aristoteles, <a href="#Seite_9">9</a>. <a href="#Seite_113">113</a>.</li>
-
-<li>Automatentheater Herons von Alexandrien, <a href="#Seite_13">13</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Barber, <a href="#Seite_111">111</a>.</li>
-
-<li>Barbon, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-<li>&#8222;Barons, The last of the&#8220;, <a href="#Seite_53">53</a>.</li>
-
-<li>Beake, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Becher, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Beighton, <a href="#Seite_92">92</a>.</li>
-
-<li>Bernouilli, <a href="#Seite_102">102</a>.</li>
-
-<li>Bewley, <a href="#Seite_100">100</a>.</li>
-
-<li>Billingsley, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Black, <a href="#Seite_116">116</a>.</li>
-
-<li>Blakey, <a href="#Seite_110">110</a>.</li>
-
-<li>Blasco de Garay, <a href="#Seite_25">25</a>.</li>
-
-<li>Bourgeois, <a href="#Seite_32">32</a>.</li>
-
-<li>Boyle, <a href="#Seite_57">57</a>.</li>
-
-<li>Brachvogel, <a href="#Seite_39">39</a>.</li>
-
-<li>Branca, <a href="#Seite_44">44</a>.</li>
-
-<li>Bresson, <a href="#Seite_29">29</a>.</li>
-
-<li>Brindley, <a href="#Seite_106">106</a>.</li>
-
-<li>Bulwer, <a href="#Seite_53">53</a>.</li>
-
-<li>Bumpstead, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Burton, <a href="#Seite_58">58</a>.</li>
-
-<li>Bushnell, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-<li>&#8222;Der Bustard&#8220;, <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Buttall, <a href="#Seite_68">68</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Cardanus, <a href="#Seite_28">28</a>.</li>
-
-<li>Salomon de Caus, <a href="#Seite_33">33</a>. <a href="#Seite_113">113</a>.</li>
-
-<li>Cawley, <a href="#Seite_89">89</a>. <a href="#Seite_113">113</a>.</li>
-
-<li>Cesariano, <a href="#Seite_25">25</a>.</li>
-
-<li>Cinq Mars, <a href="#Seite_39">39</a>.</li>
-
-<li>Commandino, <a href="#Seite_29">29</a>.</li>
-
-<li>Coster, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Cugnot, <a href="#Seite_112">112</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Dallow, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Dampf, gesättigter, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-<li>Dampfgeschütz, <a href="#Seite_10">10</a>. <a href="#Seite_32">32</a>. <a href="#Seite_65">65</a>.</li>
-
-<li>Dampfhammer, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Dampfkessel, <a href="#Seite_100">100</a>. <a href="#Seite_104">104</a>.</li>
-
-<li>Dampfkesselfeuerung, <a href="#Seite_104">104</a>. <a href="#Seite_108">108</a>. <a href="#Seite_110">110</a>.</li>
-
-<li>Dampfkesselspeisung, <a href="#Seite_107">107</a>.</li>
-
-<li>Dampforgel, <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Dampfrad, <a href="#Seite_44">44</a>.</li>
-
-<li>Dampfschiff,, <a href="#Seite_24">24</a>. <a href="#Seite_25">25</a>. <a href="#Seite_65">65</a>. <a href="#Seite_69">69</a>. <a href="#Seite_87">87</a>. <a href="#Seite_101">101</a>.</li>
-
-<li>Dampfmantel <a href="#Seite_119">119</a>.</li>
-
-<li>Dampfturbine, <a href="#Seite_44">44</a>.</li>
-
-<li>Dampfwagen, <a href="#Seite_69">69</a>. <a href="#Seite_112">112</a>.</li>
-
-<li>Deighton, <a href="#Seite_58">58</a>.</li>
-
-<li>Delorme, <a href="#Seite_29">29</a>.</li>
-
-<li>Derhem, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-<li>Desaguliers, <a href="#Seite_53">53</a>. <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Dickins, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Digester, <a href="#Seite_59">59</a>.</li>
-
-<li>Dobrzenski, <a href="#Seite_48">48</a>.</li>
-
-<li>Doppelt wirkende Dampfmaschine, <a href="#Seite_129">129</a>.</li>
-
-<li>Drebbel, <a href="#Seite_43">43</a>.</li>
-
-<li>Druckwerke Herons von Alexandrien, <a href="#Seite_13">13</a>.</li>
-
-<li>Duncombe, <a href="#Seite_111">111</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Edgeworth, <a href="#Seite_112">112</a>.</li>
-
-<li>Einfach wirkende Dampfmaschine, <a href="#Seite_63">63</a>. <a href="#Seite_118">118</a>.</li>
-
-<li>Ericson, <a href="#Seite_115">115</a>.</li>
-
-<li>Erzspanner, <a href="#Seite_10">10</a>.</li>
-
-<li>Expansion des Dampfes, <a href="#Seite_126">126</a>.</li>
-
-<li class="ifrst"><span class="pagenum"><a name="Seite_132" id="Seite_132">[S. 132]</a></span>Fall, <a href="#Seite_110">110</a>.</li>
-
-<li>Feuergewehr, <a href="#Seite_33">33</a>.</li>
-
-<li>Feuerrad, <a href="#Seite_69">69</a>.</li>
-
-<li>Feuerspritze, <a href="#Seite_14">14</a>.</li>
-
-<li>Feuerungen der Dampfkessel, <a href="#Seite_104">104</a>. <a href="#Seite_108">108</a>. <a href="#Seite_110">110</a>.</li>
-
-<li>Fitzgerald, <a href="#Seite_106">106</a>.</li>
-
-<li>Flower, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Förderung von Kohlen, <a href="#Seite_109">109</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Galilei, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Gebläse, <a href="#Seite_30">30</a>.</li>
-
-<li>Gebläsemaschine, <a href="#Seite_105">105</a>.</li>
-
-<li>Gerbert von Rheims, <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Geschütz, Dampf-, <a href="#Seite_10">10</a>. <a href="#Seite_32">32</a>. <a href="#Seite_65">65</a>.</li>
-
-<li>Gewehr, Feuer-, <a href="#Seite_33">33</a>.</li>
-
-<li>Gladwyn, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-<li>Greenall, <a href="#Seite_108">108</a>.</li>
-
-<li>Grey, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Grimaldi, <a href="#Seite_69">69</a>.</li>
-
-<li>v. Guericke, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Hadley, <a href="#Seite_104">104</a>.</li>
-
-<li>Halley, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-<li>Hamberger, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-<li>Harris, <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>Hateley, <a href="#Seite_111">111</a>.</li>
-
-<li>Hautefeuille, <a href="#Seite_57">57</a>. <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>Heber, <a href="#Seite_13">13</a>.</li>
-
-<li>v. Helmont, <a href="#Seite_113">113</a>.</li>
-
-<li>Heron v. Alexandrien, <a href="#Seite_12">12</a>.</li>
-
-<li>Heronsball, <a href="#Seite_16">16</a>.</li>
-
-<li>Hohlrost, <a href="#Seite_108">108</a>.</li>
-
-<li>Holland, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Holtham, <a href="#Seite_100">100</a>.</li>
-
-<li>Hooke, <a href="#Seite_90">90</a>.</li>
-
-<li>Hudgeson, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-<li>Hull, <a href="#Seite_101">101</a>.</li>
-
-<li>Huygens, <a href="#Seite_57">57</a>. <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Jacke, <a href="#Seite_42">42</a>.</li>
-
-<li>&#8222;Jack of Hilton&#8220;, <a href="#Seite_30">30</a>.</li>
-
-<li>Indikator, <a href="#Seite_128">128</a>.</li>
-
-<li>John, <a href="#Seite_105">105</a>.</li>
-
-<li>Jones, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Kircher, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Klappenventil, <a href="#Seite_13">13</a>.</li>
-
-<li>Kolbenliderung, <a href="#Seite_92">92</a>.</li>
-
-<li>Kondensation, <a href="#Seite_35">35</a>. <a href="#Seite_117">117</a>.</li>
-
-<li>Kratzenstein, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-<li>Ktesibios, <a href="#Seite_10">10</a>.</li>
-
-<li>Kurbel, <a href="#Seite_103">103</a>. <a href="#Seite_122">122</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Leibniz, <a href="#Seite_81">81</a>. <a href="#Seite_85">85</a>.</li>
-
-<li>Leonardo da Vinci, <a href="#Seite_10">10</a>. <a href="#Seite_23">23</a>.</li>
-
-<li>Leupold, <a href="#Seite_69">69</a>. <a href="#Seite_92">92</a>.</li>
-
-<li>Leurechon, <a href="#Seite_42">42</a>. <a href="#Seite_46">46</a>.</li>
-
-<li>Losvelt, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-<li>Luftpumpe, <a href="#Seite_118">118</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">v. Malmesbury, <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Mandell, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Mathesius, <a href="#Seite_28">28</a>.</li>
-
-<li>Mechanischer Rost, <a href="#Seite_109">109</a>.</li>
-
-<li>Mehrfache Ausnutzung der Feuergase, <a href="#Seite_110">110</a>.</li>
-
-<li>Menzies, <a href="#Seite_108">108</a>.</li>
-
-<li>Meres, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>&#8222;Miner's Friend&#8220;, <a href="#Seite_74">74</a>.</li>
-
-<li>&#8222;Mon de Caus&#8220;, <a href="#Seite_39">39</a>.</li>
-
-<li>Moore, <a href="#Seite_112">112</a>.</li>
-
-<li>Morland, <a href="#Seite_57">57</a>. <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>de Moura, <a href="#Seite_104">104</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Newcomen, <a href="#Seite_89">89</a>. <a href="#Seite_113">113</a>.</li>
-
-<li>Niblett, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Nietung, <a href="#Seite_104">104</a>.</li>
-
-<li>Nuttall, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Opfertanz, <a href="#Seite_16">16</a>.</li>
-
-<li>Orgel, Dampf-, <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Oriebar, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Oxley, <a href="#Seite_109">109</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Papin, <a href="#Seite_59">59</a>. <a href="#Seite_63">63</a>. <a href="#Seite_73">73</a>. <a href="#Seite_81">81</a>.</li>
-
-<li>Parallelogramm, Wattsches, <a href="#Seite_129">129</a>.</li>
-
-<li>Parrot, <a href="#Seite_104">104</a>.</li>
-
-<li>Pascal, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Patentschriften, englische, <a href="#Seite_40">40</a>.</li>
-
-<li>Pawley, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Payne, <a href="#Seite_100">100</a>.</li>
-
-<li>Periera, <a href="#Seite_69">69</a>.</li>
-
-<li>Perkins, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Philon v. Byzanz, <a href="#Seite_12">12</a>.</li>
-
-<li>Planetenrad, <a href="#Seite_122">122</a>.</li>
-
-<li>Plat, Sir Hugh, <a href="#Seite_29">29</a>.</li>
-
-<li>Plott, <a href="#Seite_58">58</a>.</li>
-
-<li>Polile, <a href="#Seite_111">111</a>.</li>
-
-<li><span class="pagenum"><a name="Seite_133" id="Seite_133">[S. 133]</a></span>della Porta, <a href="#Seite_30">30</a>.</li>
-
-<li>Porter, <a href="#Seite_92">92</a>. <a href="#Seite_93">93</a>.</li>
-
-<li>Poyntz, <a href="#Seite_67">67</a>.</li>
-
-<li>&#8222;Der Püsterich&#8220;, <a href="#Seite_20">20</a>. <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-<li>Pulvermaschine, <a href="#Seite_60">60</a>. <a href="#Seite_100">100</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Ramseye, <a href="#Seite_42">42</a>. <a href="#Seite_46">46</a>.</li>
-
-<li>Reaktionsschiff, <a href="#Seite_100">100</a>. <a href="#Seite_102">102</a>.</li>
-
-<li>Receiver, <a href="#Seite_76">76</a>. <a href="#Seite_108">108</a>.</li>
-
-<li>Rivault, <a href="#Seite_32">32</a>.</li>
-
-<li>Robinson, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Robison, <a href="#Seite_106">106</a>. <a href="#Seite_112">112</a>.</li>
-
-<li>Roebuck, <a href="#Seite_121">121</a>.</li>
-
-<li>Rollock, <a href="#Seite_54">54</a>.</li>
-
-<li>Rost, mechanischer, <a href="#Seite_109">109</a>.</li>
-
-<li>Roststab, Hohl-, <a href="#Seite_108">108</a>.</li>
-
-<li>Rotsipen, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Rotierende Maschine, <a href="#Seite_69">69</a>. <a href="#Seite_120">120</a>.</li>
-
-<li>Rowe, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>le Roy, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Saugpumpe, <a href="#Seite_12">12</a>.</li>
-
-<li>Savery, <a href="#Seite_68">68</a>. <a href="#Seite_73">73</a>. <a href="#Seite_88">88</a>.</li>
-
-<li>Scappi, <a href="#Seite_29">29</a>.</li>
-
-<li>Schaufelrad, <a href="#Seite_28">28</a>. <a href="#Seite_46">46</a>.</li>
-
-<li>Schiff, Dampf-, <a href="#Seite_24">24</a>. <a href="#Seite_25">25</a>. <a href="#Seite_65">65</a>. <a href="#Seite_69">69</a>. <a href="#Seite_87">87</a>. <a href="#Seite_101">101</a>.</li>
-
-<li>Schiff, Reaktions-, <a href="#Seite_100">100</a>. <a href="#Seite_102">102</a>.</li>
-
-<li>Selbsttätige Kesselspeisung, <a href="#Seite_107">107</a>.</li>
-
-<li>Seneca, <a href="#Seite_9">9</a>.</li>
-
-<li>Serle, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Shuttleworth, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Sicherheitsventil, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Skyrin, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-<li>Smeaton, <a href="#Seite_96">96</a>.</li>
-
-<li>Somerset, Marquis of Worcester, <a href="#Seite_47">47</a>. <a href="#Seite_49">49</a>. <a href="#Seite_109">109</a>.</li>
-
-<li>Sonnenkraftmaschine, <a href="#Seite_37">37</a>.</li>
-
-<li>Sonnenrad, <a href="#Seite_122">122</a>.</li>
-
-<li>Springender Ball, <a href="#Seite_17">17</a>.</li>
-
-<li>Spritze, <a href="#Seite_14">14</a>.</li>
-
-<li>Steuerung, <a href="#Seite_85">85</a>. <a href="#Seite_92">92</a>.</li>
-
-<li>Stevens, <a href="#Seite_104">104</a>.</li>
-
-<li>Stewart, <a href="#Seite_110">110</a>.</li>
-
-<li>Straton v. Lampsakos, <a href="#Seite_13">13</a>.</li>
-
-<li>Sylvester II., <a href="#Seite_22">22</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Theoreme Salomons de Caus, <a href="#Seite_34">34</a>.</li>
-
-<li>Thermoskop, <a href="#Seite_12">12</a>.</li>
-
-<li>Threwren, <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>Togood, <a href="#Seite_49">49</a>.</li>
-
-<li>Torricelli, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Tredenham, <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>Triewald, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Ventil, <a href="#Seite_13">13</a>.</li>
-
-<li>Ventil, Sicherheits-, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Verdampfung, <a href="#Seite_31">31</a>.</li>
-
-<li>Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer zu heben, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Vincent, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Vitruvius, <a href="#Seite_19">19</a>.</li>
-
-<li>Vivian, <a href="#Seite_61">61</a>.</li>
-
-<li>Vorwärmung des Kesselspeisewassers, <a href="#Seite_108">108</a>.</li>
-
-<li>Vreem, <a href="#Seite_98">98</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Waine, <a href="#Seite_49">49</a>.</li>
-
-<li>Wallin, <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Warmluft, <a href="#Seite_13">13</a>. <a href="#Seite_24">24</a>.</li>
-
-<li>Wasserdampf, <a href="#Seite_13">13</a>. <a href="#Seite_59">59</a>. <a href="#Seite_113">113</a>.</li>
-
-<li>Wasserhebung, <a href="#Seite_30">30</a>. <a href="#Seite_36">36</a>. <a href="#Seite_46">46</a>. <a href="#Seite_50">50</a> u. ff.</li>
-
-<li>Watt, <a href="#Seite_110">110</a>. <a href="#Seite_112">112</a>. <a href="#Seite_117">117</a>.</li>
-
-<li>Wauchope, <a href="#Seite_96">96</a>. <a href="#Seite_99">99</a>.</li>
-
-<li>Weale, <a href="#Seite_60">60</a>.</li>
-
-<li>Wildgosse, <a href="#Seite_42">42</a>.</li>
-
-<li>Wilkinson, <a href="#Seite_105">105</a>.</li>
-
-<li>Wilkins, <a href="#Seite_47">47</a>.</li>
-
-<li>Wise, <a href="#Seite_102">102</a>. <a href="#Seite_111">111</a>.</li>
-
-<li>Wolf, <a href="#Seite_114">114</a>.</li>
-
-<li>Wood, <a href="#Seite_107">107</a>.</li>
-
-<li>Worcester, Marquis, <a href="#Seite_47">47</a>. <a href="#Seite_49">49</a>. <a href="#Seite_109">109</a>.</li>
-
-<li>Wright, <a href="#Seite_105">105</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Yarnald, <a href="#Seite_68">68</a>.</li>
-
-
-<li class="ifrst">Zeno, <a href="#Seite_20">20</a>.</li>
-</ul>
-
-
-<hr class="chap" />
-
-
-
-
-
-
-<h2><a name="Fussnoten" id="Fussnoten">Fußnoten</a></h2>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_1_1" id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements of Specifications relating to the Steam
-Engine. Part I. A.&nbsp;D. 1618&ndash;1859. London 1871.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_2_2" id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> <em class="gesperrt">Fr. Dannemann</em>, Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung
-und in ihrem Zusammenhange. Leipzig 1910.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_3_3" id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> <em class="gesperrt">Grothe</em>, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph.
-Berlin 1874. &mdash; Beck, Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaues
-1900.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_4_4" id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> <em class="gesperrt">Reuleaux</em>, Kurzgefaßte Geschichte der Dampfmaschine.
-Anhang zu Scholls Führer des Maschinisten. Braunschweig 1891.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_5_5" id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> Vgl. S.&nbsp;<a href="#Seite_13">13</a>, Abb.&nbsp;<a href="#Abb_3">3</a>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_6_6" id="Fussnote_6_6"></a><a href="#FNAnker_6_6"><span class="label">[6]</span></a> Geschrieben zwischen 16 und 13 v.&nbsp;Chr.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_7_7" id="Fussnote_7_7"></a><a href="#FNAnker_7_7"><span class="label">[7]</span></a> Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur. Übersetzt und
-durch Anwendungen und Risse erläutert von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Franz Reber</em>.
-Berlin 1865.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_8_8" id="Fussnote_8_8"></a><a href="#FNAnker_8_8"><span class="label">[8]</span></a> <span class="antiqua">&#338;uvres de François Arago. Paris, Leipzig 1854. Tome I,
-p.&nbsp;393.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_9_9" id="Fussnote_9_9"></a><a href="#FNAnker_9_9"><span class="label">[9]</span></a> <span class="antiqua">Corpus Scriptorum historiae Byzantinae. Pars III. Bonnae
-1828.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_10_10" id="Fussnote_10_10"></a><a href="#FNAnker_10_10"><span class="label">[10]</span></a> Dinglers Polytechnisches Journal. Bd.&nbsp;78, Jahrg.&nbsp;1840,
-S.&nbsp;72.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_11_11" id="Fussnote_11_11"></a><a href="#FNAnker_11_11"><span class="label">[11]</span></a> <em class="gesperrt">Rob. Stuart</em>, <span class="antiqua">Historical and descriptive anecdotes of
-Steam Engines and of their inventors. London 1829</span>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_12_12" id="Fussnote_12_12"></a><a href="#FNAnker_12_12"><span class="label">[12]</span></a> <span class="antiqua">Eloge historique de James Watt, un des huit associés
-étrangers de l'Académie des Sciences par Arago. Lu à la séance
-du 8.&nbsp;Décembre 1834. Rerum Angli Script. p.&nbsp;61. 1601.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_13_13" id="Fussnote_13_13"></a><a href="#FNAnker_13_13"><span class="label">[13]</span></a> Poggendorff, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_14_14" id="Fussnote_14_14"></a><a href="#FNAnker_14_14"><span class="label">[14]</span></a> <em class="gesperrt">Werner</em>, Zur Physik Leonardos da Vinci. Erlangen 1910.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_15_15" id="Fussnote_15_15"></a><a href="#FNAnker_15_15"><span class="label">[15]</span></a> <em class="gesperrt">Werner</em> a.&nbsp;a.&nbsp;O.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_16_16" id="Fussnote_16_16"></a><a href="#FNAnker_16_16"><span class="label">[16]</span></a> <em class="gesperrt">Werner</em> a.&nbsp;a.&nbsp;O.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_17_17" id="Fussnote_17_17"></a><a href="#FNAnker_17_17"><span class="label">[17]</span></a> <em class="gesperrt">Grothe</em>, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph.
-Berlin 1874.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_18_18" id="Fussnote_18_18"></a><a href="#FNAnker_18_18"><span class="label">[18]</span></a> <em class="gesperrt">Paul La Cour</em> und <em class="gesperrt">Jakob Appel</em>, Die Physik auf Grund
-ihrer geschichtlichen Entwicklung für weitere Kreise in Wort und
-Bild dargestellt. Übersetzt von G.&nbsp;Siebert. Braunschweig 1905.
-II. &mdash; <em class="gesperrt">Poggendorff</em>, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_19_19" id="Fussnote_19_19"></a><a href="#FNAnker_19_19"><span class="label">[19]</span></a> <em class="gesperrt">Poggendorff</em>, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_20_20" id="Fussnote_20_20"></a><a href="#FNAnker_20_20"><span class="label">[20]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements of Specifications relating to the Steam
-Engine. Pars I (1618&ndash;1859), p.&nbsp;6.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_21_21" id="Fussnote_21_21"></a><a href="#FNAnker_21_21"><span class="label">[21]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements of Specifications relating to the Steam
-Engine. Pars I (1618&ndash;1859), p.&nbsp;7.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_22_22" id="Fussnote_22_22"></a><a href="#FNAnker_22_22"><span class="label">[22]</span></a> <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Stuart</em>, A descriptive history of the Steam Engine.
-London (1824), p.&nbsp;4.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_23_23" id="Fussnote_23_23"></a><a href="#FNAnker_23_23"><span class="label">[23]</span></a> <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Jewel House</em>, 1594, p.&nbsp;26. Abridgements of Specifications
-relating to the Steam Engine. Pars I (1618 bis
-1859). p.&nbsp;7.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_24_24" id="Fussnote_24_24"></a><a href="#FNAnker_24_24"><span class="label">[24]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements of Specifications relating to the Steam
-Engine. Pars I (1618&ndash;1859), p.&nbsp;7.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_25_25" id="Fussnote_25_25"></a><a href="#FNAnker_25_25"><span class="label">[25]</span></a> Dinglers Polytechnisches Journal, Bd.&nbsp;39 (Jahrg.&nbsp;1831),
-S.&nbsp;367.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_26_26" id="Fussnote_26_26"></a><a href="#FNAnker_26_26"><span class="label">[26]</span></a> <span class="antiqua">Les Elémens d'Artillerie augmentés en cette nouvelle
-édition et enrichis de l'invention, description et démonstration
-d'une nouvelle artillerie qui ne se charge que d'air ou d'eau
-pure et à néanmoins une incroiable force. Par le Sieur de Flurance
-Rivault, Paris 1608, p.&nbsp;74.</span> &mdash; <span class="antiqua">Abridgements of Specifications
-relating to the Steam Engine. Pars I (1618&ndash;1859). London
-1871, p.&nbsp;9.</span> &mdash; <span class="antiqua">M.&nbsp;<em class="gesperrt">Hachette</em>, Histoire des Machines à vapeur.
-Paris 1830, p.&nbsp;13. Oeuvres complètes de François Arago. Tome I.
-Paris et Leipzig 1854, p.&nbsp;394.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_27_27" id="Fussnote_27_27"></a><a href="#FNAnker_27_27"><span class="label">[27]</span></a> <em class="gesperrt">Hachette</em>, a.&nbsp;a.&nbsp;O. S.&nbsp;14.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_28_28" id="Fussnote_28_28"></a><a href="#FNAnker_28_28"><span class="label">[28]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements l.&nbsp;c. p.&nbsp;9.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_29_29" id="Fussnote_29_29"></a><a href="#FNAnker_29_29"><span class="label">[29]</span></a> Nähere Angaben über seinen Lebenslauf siehe weiter unten.
-S.&nbsp;<a href="#Seite_39">39</a>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_30_30" id="Fussnote_30_30"></a><a href="#FNAnker_30_30"><span class="label">[30]</span></a> <span class="antiqua">Journal des Mines 1813.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_31_31" id="Fussnote_31_31"></a><a href="#FNAnker_31_31"><span class="label">[31]</span></a> <span class="antiqua">Annuaire du bureau des longitudes, 1828.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_32_32" id="Fussnote_32_32"></a><a href="#FNAnker_32_32"><span class="label">[32]</span></a> Vgl. Reuleaux in dem S.&nbsp;10 Anm.&nbsp;2 erwähnten Buche.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_33_33" id="Fussnote_33_33"></a><a href="#FNAnker_33_33"><span class="label">[33]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements</span>. S.&nbsp;11.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_34_34" id="Fussnote_34_34"></a><a href="#FNAnker_34_34"><span class="label">[34]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements</span>. S.&nbsp;11.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_35_35" id="Fussnote_35_35"></a><a href="#FNAnker_35_35"><span class="label">[35]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements</span>, S.&nbsp;13.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_36_36" id="Fussnote_36_36"></a><a href="#FNAnker_36_36"><span class="label">[36]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements</span>. S.&nbsp;14.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_37_37" id="Fussnote_37_37"></a><a href="#FNAnker_37_37"><span class="label">[37]</span></a> <span class="antiqua">The Life, Times and scientific Labours of the second
-Marquis of Worcester. To which is added a reprint of his
-Century of Inventions, 1663, with a Commentary thereon
-by Henry Dircks, Esqu. London, 1865.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_38_38" id="Fussnote_38_38"></a><a href="#FNAnker_38_38"><span class="label">[38]</span></a> Die Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwickelung,
-dargestellt von Paul la Cour und Jakob Appel. Autorisierte Übersetzung
-von G.&nbsp;Siebert. Braunschweig, 1905.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_39_39" id="Fussnote_39_39"></a><a href="#FNAnker_39_39"><span class="label">[39]</span></a> Veröffentlicht in <span class="antiqua">Woodcroft's Collection of scarce Tracts</span>.
-1858.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_40_40" id="Fussnote_40_40"></a><a href="#FNAnker_40_40"><span class="label">[40]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements.</span> S.&nbsp;18.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_41_41" id="Fussnote_41_41"></a><a href="#FNAnker_41_41"><span class="label">[41]</span></a> La Cour und Appel, a.&nbsp;a.&nbsp;O. Seite 61.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_42_42" id="Fussnote_42_42"></a><a href="#FNAnker_42_42"><span class="label">[42]</span></a> <span class="antiqua">Pendule perpétuelle avec la manière d'élever l'eau
-par le moyen de la poudre à canon. Paris 1678.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_43_43" id="Fussnote_43_43"></a><a href="#FNAnker_43_43"><span class="label">[43]</span></a> <span class="antiqua">Memoires de l'Académie des Sciences. 1693.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_44_44" id="Fussnote_44_44"></a><a href="#FNAnker_44_44"><span class="label">[44]</span></a> <span class="antiqua">Réflexions des quelques machines à élever des eaux.
-Paris 1682.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_45_45" id="Fussnote_45_45"></a><a href="#FNAnker_45_45"><span class="label">[45]</span></a> <span class="antiqua">Elevation des Eaux par toute sorte de Machines, reduite
-à la Mesure, au Poids et à la Balance. Présentée à
-Sa Majesté très Chrestienne, par le Chevalier Morland, Gentilhomme
-Ordinaire de la Chambre Privée et Maitre des
-Mecaniques du Roi de la Grande Brétagne 1683.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_46_46" id="Fussnote_46_46"></a><a href="#FNAnker_46_46"><span class="label">[46]</span></a> Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin
-nebst der Biographie Papins und einigen zugehörigen Briefen
-und Aktenstücken. Auf Kosten der Königlich Preußischen Akademie der
-Wissenschaften herausgegeben. Berlin 1881.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_47_47" id="Fussnote_47_47"></a><a href="#FNAnker_47_47"><span class="label">[47]</span></a> Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin
-nebst der Biographie Papins. Berlin 1881.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_48_48" id="Fussnote_48_48"></a><a href="#FNAnker_48_48"><span class="label">[48]</span></a> <span class="antiqua">Abridgements</span>, S.&nbsp;24.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_49_49" id="Fussnote_49_49"></a><a href="#FNAnker_49_49"><span class="label">[49]</span></a> Leupold, <span class="antiqua">Theatrum Machinarum Generale</span>, Leipzig 1724,
-§ 401.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_50_50" id="Fussnote_50_50"></a><a href="#FNAnker_50_50"><span class="label">[50]</span></a> <span class="antiqua">The Miner's Friend, or an engine to raise Water by
-Fire, described, and of the manner of fixing it in Mines,
-with an account of the several other uses it is applicable
-unto; and an answer to the objections made against it. By
-Tho. Savery, Gent.</span></p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_51_51" id="Fussnote_51_51"></a><a href="#FNAnker_51_51"><span class="label">[51]</span></a> <span class="antiqua">Theatrum Machinarum hydraulicarum</span> (Leipzig 1725).
-Band II, § 203&ndash;209.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_52_52" id="Fussnote_52_52"></a><a href="#FNAnker_52_52"><span class="label">[52]</span></a> Abhandlungen der Königlichen technischen Deputation für
-Gewerbe. I.&nbsp;Teil. 1820.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_53_53" id="Fussnote_53_53"></a><a href="#FNAnker_53_53"><span class="label">[53]</span></a> Das später von uns wiedergegebene Patent Nr.&nbsp;913 bezeichnet
-ihn als Kaufmann.</p></div>
-
-
-
-
-<div class="werbung">
-
-<h2><span class="pagenum pagenumh2"><a name="Werbe_5" id="Werbe_5">(5)</a></span>
-<a name="Voigtlaenders_Quellenbuecher" id="Voigtlaenders_Quellenbuecher">Voigtländers Quellenbücher</a></h2>
-
-<p class="center"><small>(Anzeige von Band 1&ndash;12 vor dem Titel)</small></p>
-
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">13</big> Vulkanausbrüche in alter und neuer Zeit.</b> Nach den
-Berichten von Augenzeugen herausgegeben von Oberlehrer
-<em class="gesperrt">Paul Schneider</em>. 94 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Vesuv im Jahre 79 und 1794, Gelungung 1822, Tembaro 1815, Krakatau 1883,
-Mont Pelée 1902, Jorullo 1759, Feuersee auf Hawaii, Erguß am Skaptargletscher
-auf Island 1785, Die Geiser auf Island, Der See Rotohama auf Neuseeland.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">60 hell.<br />
-
-70 cts.<br />
-
-30 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">14</big> Friedrich Hoffmann über das Kohlenoxydgas</b> und die
-Gegenschrift von <em class="gesperrt">Andreas Erdmann</em>: &#8222;Wie nicht Kohlenoxydgas,
-sondern der Teufel den Tod etlicher Menschen herbeigeführt&#8220;.
-Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Albert Neuburger</em>. 63 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.50</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Was vor Friedrich Hoffmann über die Gefährlichkeit der Kohlendämpfe bekannt
-war, ist verhältnismäßig wenig. Erst recht spät gelang es, und zwar in erster
-Linie durch Hoffmanns Forschungen, das Kohlenoxyd richtig zu erkennen und
-seine Gefahren zu vermeiden. Der Streit mit den Vertretern der Theologie hat
-damals der bedeutsamen Abhandlung Hoffmanns in weiteren Kreisen Beachtung
-verschafft, als dies sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Die Erdmannsche Gegenschrift
-wird hier mit abgedruckt, und auf diese Weise ergibt sich ein richtiges Bild
-der Entwicklung, das die Bedeutung Hoffmanns für diesen Zweig unseres Wissens
-in vollem Lichte erkennen läßt.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">15</big> Antike Quellen zur Geschichte der Germanen</b>. Zusammengestellt,
-übersetzt und erläutert von <span class="antiqua">Dr</span>. <em class="gesperrt">Curt Woyte</em>.
-Erster Teil. Von den Anfängen bis zur Niederlage der Cimbern und
-Teutonen. 83 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Geographie und Völkerverteilung, Urwälder, Bernstein (Strabo, Plinius, Tacitus,
-Cäsar). Cimbern und Teutonen (Velleius Paterculus, Strabo, Appian, Orosius,
-Plutarch, Florus).</p>
-
-<p>Zweiter Teil s. Band 52.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">16</big> Deutschlands Einigungskriege 1864&ndash;1871</b> in Briefen
-und Berichten der führenden Männer. Herausgegeben von
-<em class="gesperrt">Horst Kohl</em>, Dritter Teil: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71.
-<span class="antiqua">I.</span> Abteil.: Bis zur Schlacht bei Sedan. 165 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Vgl. Bände 9, 10, 22, 51.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">17</big> Aus dem Leben vornehmer Ägypter.</b> Von ihnen
-selbst erzählt. Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr</span>. <em class="gesperrt">Günther Roeder</em>,
-Privatdozent an der Universität Breslau. 116 Seiten mit 16 Bildnissen
-nach Statuen, Reliefs und Malereien</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>In den Worten der im alten Ägypten üblich gewesenen langen Grabinschriften
-werden die Selbstbiographien ägyptischer Gaufürsten, königlicher Beamten, der
-Offiziere der großen Eroberer, von Priestern und Richtern gegeben: ein wundervoller
-Blick in eine aus Trümmern für unsere Augen wiedererstandene Zeit.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">18</big> Ritter Grünembergs Pilgerfahrt ins Heilige Land
-1486.</b> Herausgegeben und übersetzt von <em class="gesperrt">Johann Goldfriedrich</em>
-und <em class="gesperrt">Walter Fränzel</em>. 139 Seiten mit 24 Nachbildungen
-der Handzeichnungen Grünembergs</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Der Ritter Konrad von Grünemberg aus Konstanz hat zu den vielen Tausenden
-gehört, die eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen haben. Sie fiel
-ins Jahr 1486 und ist für diese Fahrten, die als mittelalterliche Gesellschaftsreisen
-gelten können, typisch, sehr anschaulich erzählt und durch die beigegebenen
-eigenhändigen Zeichnungen Grünembergs noch anschaulicher gemacht.</p></blockquote>
-
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Werbe_6" id="Werbe_6">(6)</a></span></p>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">19</big> Hofleben in Byzanz.</b> Zum ersten Male aus den Quellen
-übersetzt, eingeleitet und erläutert von <span class="antiqua">Dr</span>. <em class="gesperrt">Karl Dieterich</em>,
-Privatdozent an der Universität Leipzig. 100 Seiten mit einem Plan
-des alten Kaiserpalastes zu Byzanz</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Diese Auswahl aus umfangreichen Schilderungen will ein möglichst allseitiges
-und buntes Bild geben von dem Leben am byzantinischen Kaiserhofe. Das festliche
-Leben wurde an die Spitze gestellt, nicht nur, weil ihm die meisten der
-geschilderten Szenen angehören, sondern auch, weil es den Inbegriff des byzantinischen
-Hoflebens mit seinem Etikettewesen am besten erfassen läßt.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">20</big> Otto von Guericke über die Luftpumpe und den
-Luftdruck.</b> Aus dem dritten Buch der Magdeburgischen
-Versuche neu übersetzt und mit einer Einleitung versehen von <span class="antiqua">Dr.</span>
-<em class="gesperrt">Willy Bein</em>. 96 Seiten mit 9 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Guericke hat seine große Erfindung in einem 1672 in lateinischer Sprache erschienenen
-umfangreichen Werke niedergelegt. Aus diesem ist hier das wichtigste
-Buch, das dritte, in seinen wesentlichen Teilen übersetzt und mit Erläuterungen
-versehen herausgegeben.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 8 hell.<br />
-
-1 Fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">21</big> Thomas Platter.</b> Ein Lebensbild aus dem Jahrhundert
-der Reformation. Herausgeg. von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. 113 S.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Die Aufzeichnungen des Schweizers Thomas Platter geben durch den Reichtum
-ihrer Schilderungen aus dem Leben der Bauern und Bürger, der Bacchanten
-und Schulmeister, der Handwerker und Gelehrten ein überaus anschauliches
-Sittenbild aus der Reformationszeit.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 8 hell.<br />
-
-1 Fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">22</big> Die Begründung des Deutschen Reiches</b> in Briefen
-und Berichten der führenden Männer. Herausgegeben von
-<em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. 114 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Denkschriften, Berichte und Briefe des Kaisers, des Kronprinzen, der Könige
-von Bayern und Sachsen, des Großherzogs von Baden, des Herzogs von Gotha,
-der Minister v. Bismarck, Bray, Jolly, v. Mittnacht, Stichling u.&nbsp;a.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">23</big> Die Grundzüge der gotischen Baukunst.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span>
-<em class="gesperrt">Johannes Schinnerer</em>. 96 S. mit 67 Abbildungen.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Klare, gemeinverständliche Darstellung des Wesens der Gotik auf Grund quellenmäßiger
-Abbildungen.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">24</big> Preußisches Soldatenleben in der Friderizianischen
-Zeit.</b> Herausgegeben u. eingeleitet von <span class="antiqua">Dr. phil.</span> <em class="gesperrt">Raimund
-Steinert</em>. 117 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Inhalt: Gemälde der preußischen Armee vor und in dem Siebenjährigen Kriege
-von J.&nbsp;W.&nbsp;v. Archenholz; Abenteuer des armen Mannes im Toggenburg; Aus
-Friedrichs Freiherrn von der Trenck merkwürdiger Lebensgeschichte; Aus Karl
-Friedrich von Klödens Jugenderinnerungen; Aus Laukhards Leben und Schicksalen.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">25</big> Albrecht Dürers Briefe, Tagebücher und Reime.</b>
-Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Hans Wolff</em>. 122 Seiten mit 12 Abbildungen
-nach Werken Dürers.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Abgesehen von den kunsttheoretischen Schriften eine vollständige Ausgabe des
-Dürerschen schriftlichen Nachlasses, der sowohl wegen der Person Dürers, als
-auch wegen der kulturgeschichtlichen Schilderungen von größtem Wert ist.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">2 Kr. 16 hell.<br />
-
-2 Fr. 40 cts.<br />
-
-1 R. 08 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">26</big> Der Feldzug von 1812.</b> Denkwürdigkeiten eines württembergischen
-Offiziers. Herausgegeben von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>.
-246 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Wohl die erschütterndste Schilderung des Schicksals der &#8222;Großen Armee&#8220; Napoleons
-in Rußland auf Hin- und Rückmarsch, mit guten Übersichten des Kriegsverlaufes.</p></blockquote>
-
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Werbe_7" id="Werbe_7">(7)</a></span></p>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">27</big> Der belg. Aufruhr unter der Regierung Josephs <span class="antiqua">II.</span></b>
-(1789&ndash;1790). Aus <em class="gesperrt">Georg Forsters</em> &#8222;<em class="gesperrt">Ansichten vom
-Niederrhein</em>&#8220;. Herausgegeben und mit Einleitung und Anmerkungen
-versehen von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Georg Lorenz</em>. 76 Seiten.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Der belgische Aufruhr bildet ein Vorspiel der französischen Revolution; nur ist
-es keine demokratische Auflehnung, sondern eine des Adels und der Geistlichkeit
-gegen die Reformen Josephs II.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 08 hell.<br />
-
-1 Fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">28</big> Der diluviale Mensch und seine Zeitgenossen aus
-dem Tierreiche.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Karl Hermann Jacob</em>.
-80 Seiten mit 3 Kartenskizzen u. 47 Abbildungen.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Entwicklungsgeschichte der Erde, Urmensch, Tierwelt der Eiszeiten, die ältesten
-Menschenrassen, der Diluvialmensch &mdash; in quellenmäßigen Abbildungen mit verbindendem
-und erläuterndem Text.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 08 hell.<br />
-
-1 Fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">29</big> Erinnerungen aus den Jahren 1813 und 1814.</b> Von
-<em class="gesperrt">Karl von Raumer</em>. Herausgegeben und eingeleitet von
-<em class="gesperrt">Karl Linnebach</em>. 106 Seiten.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Raumer, seit 1811 Professor in Breslau, zog 1813 freiwillig als Offizier mit in
-den Freiheitskampf, machte den Feldzug mit, zum Teil im Blücherschen Hauptquartier,
-und schilderte seine Erlebnisse in seiner Selbstbiographie, aus der sie
-hier entnommen sind.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 08 hell.<br />
-
-1 Fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">30</big> Die Entdeckung der Krankheitserreger.</b> Herausgegeben
-von Professor <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">J.&nbsp;Grober</em>. 118 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Berichte über die Pest, von Thukydides an, und die Nachrichten über die allmähliche
-Entdeckung der Krankheitserreger (Bakterien) überhaupt, bis zu
-Robert Koch.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">31</big> Geographie des Erdkreises.</b> Von <em class="gesperrt">Pomponius Mela</em>.
-Aus dem Lateinischen übersetzt und erläutert von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Hans
-Philipp</em>, Assistent des Seminars für historische Geographie in Berlin.
-Zweiter Teil: Ozeanländer. 66 Seiten. Mit 2 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Teil <span class="antiqua">I.</span> Mittelmeerländer: Band 11.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">72 hell.<br />
-
-80 cts.<br />
-
-36 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">32</big> Aus der Entdeckungsgeschichte der lebendigen Substanz.</b>
-Herausgegeben von Dr. <em class="gesperrt">Gottfried Brückner</em>.
-64 Seiten mit 18 Abbildungen und 3 Bildnissen.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.60</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Die Entwicklung der Zellenlehre in Darstellungen von R.&nbsp;Hooke, Bonaventura
-Corti, L.&nbsp;C.&nbsp;Treviranus, R.&nbsp;Brown, J.&nbsp;Schleiden, Th.&nbsp;Schwann, H.&nbsp;Mohl, C.&nbsp;Nägeli, M.&nbsp;Schultze, E.&nbsp;Brücke.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">33</big> Aus deutschen Rechtsbüchern</b> (Sachsenspiegel, Schwabenspiegel,
-Kleines Kaiserrecht, Ruprecht von Freysing). Herausgegeben
-von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Hans Fehr</em>, Professor an der Universität Halle.
-88 Seiten mit 4 Abbildungen.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p><em class="gesperrt">Aus dem Inhalt</em>: Weltliches und geistliches Recht, Lehnrecht, Königtum,
-Richter, Schöffen, Gottesurteile, Strafen, Schutz der Frauen und Kinder, Stellung
-der Juden, die Tiere im Recht.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 25 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">34</big> Der Kampf Heinrichs <span class="antiqua">IV.</span> und Gregors <span class="antiqua">VII.</span></b> Herausgegeben
-von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Fritz Schillmann</em>. 118 Seiten.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p><em class="gesperrt">Aus dem Inhalt</em>: Grundsätze Gregors. Ausbruch des Kampfes. Bannfluch
-gegen Heinrich. Die deutschen Fürsten. Canossa. Herzog Rudolf Gegenkönig.
-Die zweite Bannung Heinrichs usw.</p></blockquote>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Werbe_8" id="Werbe_8">(8)</a></span></p>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 55 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">35</big> Lebenserinnerungen des Generals Dumouriez.</b>
-Aus dem Französischen übersetzt und erläutert von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Karl
-Fritzsche</em>. 144 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Die Denkwürdigkeiten betreffen die Zeit des Nationalkonvents vor dem Beginn
-der Schreckensherrschaft, den Zustand der Revolutionsheere, die Stimmung und
-Behandlung der eroberten Gebiete, die Finanzlage, die Verhältnisse im Ministerium,
-die Tätigkeit der Kommissare, die jakobinische Parteipolitik usw.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">84 hell.<br />
-
-95 cts.<br />
-
-42 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">36</big> Deutsche Lutherbriefe.</b> Ausgewählt und erläutert von
-<span class="antiqua">Lic. Dr.</span> <em class="gesperrt">Hans Preuß</em>. 88 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.70</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Fünfzig der deutschen Briefe, aus denen Luthers Eigenart möglichst allseitig zu
-erkennen ist.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 08 hell.<br />
-
-1 Fr. 20 cts.<br />
-
-54 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">37</big> Wie Deutsch-Ostafrika entstand.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Carl Peters</em>
-107 Seiten mit dem Bildnis des Verf. und 1 Karte</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.90</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Der Schöpfer der deutsch-ostafrikanischen Kolonie erzählt auf sichersten Unterlagen,
-wie sich die Gründung der Kolonie von 1884 bis 1890 vollzog.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 56 hell.<br />
-
-1 Fr. 75 cts.<br />
-
-78 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">38</big> Ein deutscher Bürger des sechzehnten Jahrhunderts.</b>
-Selbstschilderung des Stralsunder Bürgermeisters <em class="gesperrt">Bartholomäus
-Sastrow</em>. Herausgegeb. v. <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. 177 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.30</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Überaus anschauliche Schilderung von Ereignissen und Persönlichkeiten des Reformationszeitalters
-mit Reisebildern aus Italien, Deutschland und den Niederlanden
-von reichem kulturgeschichtlichen Gehalt.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">39</big> Im Kampf um das Weltsystem</b> (Kopernikus und
-Galilei). Herausgegeben von Professor <em class="gesperrt">Adolf Kistner</em> in
-Wertheim&nbsp;a.&nbsp;M. 98 Seiten mit 3 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Auswahl aus den Werken von Ptolemäus, Kopernikus und Kepler unter grundsätzlicher
-Ausschaltung von mathematischen Betrachtungen u. dergl.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">40</big> Die hugenottischen Märtyrer von Lyon und Johannes
-Calvin.</b> Berichte und Briefe übersetzt von <em class="gesperrt">Rudolf
-Schwarz</em>, Pfarrer in Basadingen. 96 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Ein Ketzerprozeß 1552&ndash;1553, der weit über die Grenzen Frankreichs das größte
-Aufsehen erregt hat und als typisch für die Zeit der &#8222;Feuerkammer&#8220; (des Pariser
-Parlaments) gelten kann.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">41</big> Der Kraftwagen, sein Wesen und Werden.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span>
-<em class="gesperrt">Albert Neuburger</em>. Mit 77 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Enthält die Typen des Kraftwagens, von dem Segelwagen Stevins (1548&ndash;1620)
-an bis zum heutigen Auto, mit erläuterndem Text.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">42</big> Lutherbildnisse.</b> Historisch-kritisch gesichtet und erläutert von
-<span class="antiqua">Lic. th. Dr. ph.</span> <em class="gesperrt">Hans Preuß</em>. 60 S. Text m. 36 Bildn.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Wir haben bereits Sammlungen von Bildnissen Goethes, R.&nbsp;Wagners und
-Bismarcks. Das vorliegende Heft will diese Lücke für Luther schließen.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">43</big> Die erste Entdeckung Amerikas im Jahre 1000 n.&nbsp;Chr.</b>
-Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr.</span>&nbsp;<em class="gesperrt">Gustav Neckel</em>, Professor an
-der Universität Heidelberg. 92 Seiten mit 4 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>500 Jahre vor Columbus haben Europäer die Ostküste Nordamerikas betreten.
-Dies Büchlein gibt in getreuer Übersetzung die Quellen.</p></blockquote>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Werbe_9" id="Werbe_9">(9)</a></span></p>
-
-<div class="sidenote">72 hell.<br />
-
-80 cts.<br />
-
-36 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">44</big> Gottesurteile.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span> jur. <em class="gesperrt">Heinr. Glitsch</em>. Privatdozent
-in Leipzig. 63 Seiten mit 7 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.60</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Aus dem Inhalt: Feuerprobe, Wasserprobe, Probe des geweihten Bissens, Abendmahlsprobe,
-Bahrrecht, Rotwasserordal der Neger, Bitterwasserordal der Juden,
-Zweikampf zwischen Mann und Weib, Kreuzprobe.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">45</big> Die Entdeckung des Generationswechsels in der
-Tierwelt.</b> Herausgegeben, mit einer Einleitung sowie mit
-erläuternden Anmerkungen versehen, von Prof. <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Friedr. Klengel</em>
-in Leipzig. 116 S. mit 6 Tafeln und 42 Textabbildungen.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Quellenstücke aus den Werken von Ad.&nbsp;v. Chamisso, J.&nbsp;F.&nbsp;Meyen, F.&nbsp;Eschricht,
-J.&nbsp;J.&nbsp;Steenstrup, M.&nbsp;Sars, Rud. Leuckart.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">46</big> Blüchers Zug von Auerstedt bis Ratkau u. Lübecks
-Schreckenstage (1806).</b> Quellenberichte, zusammengestellt
-von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. 100 Seiten mit 3 Karten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Quellen, zum Teil vorher noch ungedruckte, über den berühmten Rückzug Blüchers,
-die Kämpfe in den Straßen Lübecks und das Benehmen der Franzosen als
-Sieger in deutschen Landen.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">47</big> Ein kriegerischer Kaufmannszug durch Mexiko.</b>
-Aus den hinterlassenen Papieren des Vizekonsuls für Mexiko
-<em class="gesperrt">H.&nbsp;Wilmanns</em>. 98 Seiten mit 1 Karte</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Ein Buch vom Wagemut eines deutschen Kaufmanns während der Revolution
-in Mexiko 1871.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">48</big> Ulrich von Richentals Chronik des Konzils zu
-Konstanz 1414&ndash;1418.</b> Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Otto H.
-Brandt</em>. 144 Seiten mit 18 Bildern nach der Aulendorfer Handschrift</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Ulrich v. Richental, ein hochgebildeter Bürger von Konstanz, hat aus eigener
-Anschauung das miterlebte Konstanzer Konzil geschildert und hat sein Buch von
-guten Künstlern mit vielen und genauen Zeichnungen versehen lassen.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">49</big> Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt.</b>
-Die wichtigsten der auf die Entwicklung der Dampfmaschine
-bezüglichen Quellen, von <em class="gesperrt">Max Geitel</em>, Geheimem Regierungsrat
-im Kaiserlichen Patentamt. 133 Seiten mit 32 Abbildungen nach den
-alten Originalen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Eine quellenmäßige, durch sichere Abbildungen unterstützte Darstellung der Entwicklung
-der Dampfmaschine von den ältesten Zeiten bis Papin und Watt.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">96 hell.<br />
-
-1 Fr. 10 cts.<br />
-
-48 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">50</big> Fehrbellin.</b> Nach Berichten und Briefen der führenden
-Männer. Herausgegeben von <em class="gesperrt">Melle Klinkenborg</em>. 84 S.
-mit 1 Karte</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>&mdash;.80</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Erläutert die Politik des großen Kurfürsten gegenüber den Schweden, die Einnahme
-Rathenows und die Schlacht bei Fehrbellin an gleichzeitigen, zum Teil
-bisher ungedruckten Schriftstücken.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">51</big> Deutschlands Einigungskriege 1864&ndash;1871</b> in Briefen
-und Berichten der führenden Männer. Herausgegeben von
-<em class="gesperrt">Horst Kohl</em>. Dritter Teil. Der Deutsch-französische Krieg 1870/71.
-II.&nbsp;Abteilung. <em class="gesperrt">Die Belagerung von Metz.</em> 124 Seiten mit 1 Karte.</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Vgl. die Bemerkungen zu Band 9, 10 und 16.</p></blockquote>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Werbe_10" id="Werbe_10">(10)</a></span></p>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">52</big> Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.</b> Zusammengestellt,
-übersetzt und erläutert von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Curt Woyte</em>.
-Zweiter Teil: Von den Kämpfen Cäsars bis zur Schlacht im Teutoburger
-Walde. 120 Seiten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Vgl. die Bemerkung zu Band 15.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 20 hell.<br />
-
-1 Fr. 35 cts.<br />
-
-60 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">53</big> Die Frühlingszeit des deutschen Volksturnens.</b>
-Nach den Quellen zusammengestellt von Dr. <em class="gesperrt">Karl Cotta</em>.
-110 Seiten mit 2 Abbildungen</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.&mdash;</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Gründung, Entwicklung und Ausbreitung des Turnens durch Jahn und seine
-Mitarbeiter.</p></blockquote>
-
-<div class="sidenote">1 Kr. 44 hell.<br />
-
-1 Fr. 60 cts.<br />
-
-72 kop.</div>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">54</big> Der Untergang des alten Preußen</b> (Jena und Auerstedt).
-Quellenberichte, zusammengestellt von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>.
-142 Seiten mit 3 Karten</p>
-
-<p class="right">
-M. <b>1.20</b><br />
-</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Proklamationen, Operationsplan Scharnhorsts, Berichte und Briefe Napoleons,
-des preußischen Königs, Scharnhorsts, Blüchers, Gneisenaus usw.</p></blockquote>
-
-<p>Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. u. deutsch-russ. Buchhandel
-übl. Sätze am Rande. England u. Kolonien 1 Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen.</p>
-
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Demnächst werden erscheinen:</em></p>
-
-
-
-<p class="hanging"><b>Prokopios, Der Gotenkrieg.</b> Herausgegeben von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Albrecht
-Keller</em> in Wiesbaden.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Auswahl von Briefen der Herzogin Elisabeth Charlotte
-von Orleans (Liselotte).</b> Herausgegeb. von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Hermann
-Bräuning-Oktavio</em> in Leipzig.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Aus den italienischen Unabhängigkeitskriegen 1848&ndash;1866.</b>
-Berichte und Briefe der Führer und Teilnehmer. Herausgegeben
-von Geh. Archivrat <span class="antiqua">D.&nbsp;Dr.</span>&nbsp;<em class="gesperrt">Walter Friedensburg</em>
-in Stettin.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Lebenserinnerungen des <span class="antiqua">Dr. med.</span> C.&nbsp;H.&nbsp;A.&nbsp;Pagenstecher.</b>
-3 Bändchen. 1.&nbsp;Student und Burschenschafter in Heidelberg.
-2.&nbsp;Vom ersten deutschen Parlament in der Paulskirche zu
-Frankfurt. 3.&nbsp;Die Revolutionszeit 1849 in den Rheinlanden.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Felix Platter.</b> Jugenderinnerungen eines deutschen Arztes im
-16.&nbsp;Jahrhundert. Herausgegeben von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Die ersten Anfänge der Protistenkunde.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Kurt
-Nägler</em>, Wiss. Hilfsarbeiter im Kgl. Institut für Infektionskrankheiten
-in Berlin.</p>
-
-<p class="hanging"><b>H.&nbsp;v. Treitschke, Der preußische Zollverein.</b> Herausgegeben
-von <em class="gesperrt">Horst Kohl</em>.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Erlasse und Briefe des Königs Friedrich Wilhelm <span class="antiqua">I.</span> von
-Preußen.</b> Herausgegeben von <em class="gesperrt">Wilhelm Moritz Pantenius</em>
-in Marburg.</p>
-
-<p class="hanging"><b>Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.</b> Von <span class="antiqua">Dr.</span> <em class="gesperrt">Curt
-Woyte</em>. Dritter Teil: Von den Kämpfen des Germanikus bis
-zum Aufstand der Bataver. (Teil <span class="antiqua">I</span> s. Bd. 15, Teil <span class="antiqua">II</span> Bd. 52)</p>
-
-<p class="pagebreak"><span class="pagenum"><a name="Werbe_11" id="Werbe_11">(11)</a></span></p>
-
-
-<p class="center big14">Voigtländers Quellenbücher</p>
-
-<p class="center big12">Leitgedanken</p>
-
-<p>In steigendem Maße macht sich auf allen Gebieten des Wissens das
-Bedürfnis geltend, <b>unmittelbar aus den Quellen</b> zu schöpfen. Und
-zwar besteht dieses Bedürfnis nicht nur im <b>ernsten Fachstudium</b>, sondern
-auch im <b>Unterrichtsbetrieb von Schulen aller Art</b> und für die
-vielen, die <b>Befriedigung ihres Wissenstriebes</b> oder auch nur eine
-<b>gediegene Unterhaltung</b> suchen.</p>
-
-<p>Nun ist es für die meisten gar nicht leicht, zu den <b>Quellen</b> zu gelangen.
-Quellenwerke sind schwer zugänglich, umfangreich, teuer,
-zum Teil in fremder Sprache oder in veraltetem, der Erklärung bedürftigem
-Deutsch geschrieben. Zwar sind manche Quellen literarisch neu
-erschlossen worden, aber meist nur zu wissenschaftlichen Zwecken und zu
-Preisen, welche die allgemeine Verbreitung verhindern. <b>Wohlfeile</b>
-Quellenbücher als <b>volkstümliches Gemeingut</b> und doch <b>in wissenschaftlich-kritischer
-Bearbeitung</b> gibt es noch kaum.</p>
-
-<p><b>In diese Lücke treten Voigtländers &#8222;Quellenbücher&#8220; ein.</b></p>
-
-<p>Einige <em class="gesperrt">Beispiele</em> werden ihr Wesen am besten <em class="gesperrt">erläutern</em>.</p>
-
-<p>Jeder weiß, daß von den Kreuzzügen an bis ins späte Mittelalter
-hinein unzählige Pilger ins Heilige Land fuhren. Die &#8222;Quellenbücher&#8220;
-aber bringen eine einzelne <b>Pilgerreise</b>, die des Ritters
-<b>Konrad Grünemberg</b>, von ihm selbst erzählt; die Übertragung in ein
-heute ohne weiteres verständliches Deutsch wahrt getreu den Ton, und
-die Beigabe von 24 der schönen und genauen Handzeichnungen Grünembergs
-erhöht den Wert. Welche Fülle der Kenntnisse, der Bilder, des
-Humors, der überraschendsten Vergleichspunkte mit unserer Gegenwart
-&mdash; die Organisation jener Reisen in der Art unserer Gesellschaftsreisen
-(nur nicht so bequem und gefahrlos!), die Fremdenindustrie im
-Heiligen Lande und dergleichen. Wenn man so auch nur eine einzige
-solche Reise miterlebt, ist diese dennoch typisch für ihre Zeit.</p>
-
-<p>Jeder weiß von <b>Byzanz</b> und spricht von <b>Byzantinismus</b>. Die
-&#8222;Quellenbücher&#8220; lassen den Leser das <b>byzantinische Hofleben</b> aus
-den dafür bezeichnenden <b>Quellen</b> selbst kennen lernen.</p>
-
-<p>Jeder weiß, daß in den Jahren 1835 und 1839 die <b>Eisenbahnen
-Nürnberg-Fürth</b> und <b>Leipzig-Dresden</b> eröffnet worden sind. Aber
-unter welchen Zweifeln und Sorgen sie zustande kamen, und wie das
-große Kulturereignis von der Mitwelt aufgefaßt wurde, das erlebt
-man urkundgetreu in den &#8222;Quellenbüchern&#8220;.</p>
-
-<p>Jeder weiß, wie gewaltsam das <b>römische Juristenrecht</b> das alte
-<b>deutsche Volksrecht</b> verdrängt hat. Wie deutsches Recht vor seiner
-Überwältigung durch römisches aussah, das erfährt man in den
-&#8222;Quellenbüchern&#8220; in dem Bändchen &#8222;<b>Deutsches Bauernrecht</b>&#8220; <span class="pagenum"><a name="Werbe_12" id="Werbe_12">(12)</a></span>u.&nbsp;a.</p>
-
-<p>Statt des Abgeleiteten also die <b>Quelle</b>, statt des Begriffes die <b>Anschauung</b>,
-statt einer Information von dritter Seite <b>eigenes</b> Gewinnen
-und so tieferer Gewinn; statt der auf breiter Oberfläche erscheinenden
-Kenntnisse und Begriffe ein Hinabsteigen an <b>wenigen, aber bezeichnenden</b>
-Punkten in den Schacht der Quellen und in neu gewonnene Tiefen.</p>
-
-<p>Das alles einerseits auf der Grundlage <b>strenger kritischer Auswahl
-und Erläuterung,</b> getroffen und geboten von <b>Fachmännern</b> und vom
-<b>neuesten Standpunkte der betreffenden Forschung</b> aus; das alles
-andererseits in einer Auswahl und in einer Form, die die Lektüre <b>für
-jeden zu einer angenehmen Unterhaltung macht.</b></p>
-
-<p>Grundsätzlich sucht die Sammlung nur wirkliche <b>Quellen</b> zu bringen:
-<b>Urkunden</b>, <b>Literatur-Denkmäler</b> oder <b>Monumente</b>. Sache der
-Herausgeber aber war es und wird es sein, das Wichtige und Bezeichnende
-auszuwählen, es durch Einleitungen, Überleitungen, Anmerkungen
-usw. ins rechte Licht zu setzen und verständlich zu machen,
-denn das Lesen von Quellen setzt Vorarbeit voraus, die der Herausgeber
-dem Leser abzunehmen hat. &mdash; Zuweilen muß aber auch die
-<b>quellenmäßige Darstellung</b> an Stelle der Quellen treten, nämlich
-wenn diese so zerstreut oder trocken sind (z.&nbsp;B. Stadtrechnungen),
-daß sie im Original wenig genießbar sind. &mdash; Bestehen die Quellen gar
-aus &#8222;Monumenten&#8220;, besitzen wir also nur bildliche Überlieferungen,
-Fundstücke oder Bauten, die mehr oder minder erhalten noch heute
-vor unseren Augen stehen, dann nehmen die &#8222;Quellenbücher&#8220; das <b>Bild</b>
-zur Grundlage und erläutern es durch den beigegebenen Text, auch
-wenn dieser der Form nach den eigentlichen Aufbau bildet.</p>
-
-<p>Inhaltlich erstreckt sich das Unternehmen auf alle nur möglichen Gebiete
-und Stoffe, auf welche die geschilderten Formen der Darbietung
-anwendbar sind, namentlich auch auf die Naturwissenschaften.</p>
-
-<p>Die Sammlung ist für <b>jedermann</b> bestimmt. Es gibt für jeden, er
-mag noch so hochgebildet sein, Wissensgebiete, in denen er entweder
-keine oder nur allgemeine und abgeleitete Kenntnisse hat und daher für
-eine unmittelbare Aufschließung klar und rein fließender Quellen
-empfänglich ist. Auf diese Weise wird es möglich, die Bedürfnisse
-verschiedenster Bildung und Lebensstellung und verschiedenen Alters
-zu befriedigen, auch die der Schule. Es kann keinen großen Unterschied
-machen, ob der Leser eines solchen Quellenbüchleins ein junger
-einfacher Mensch oder ein gereifter, in anderen Fächern tief durchgebildeter
-ist. Aber auch dem <b>Fachmann</b> werden so wohlfeile und dabei
-zuverlässige urkundliche Darbietungen aus dem eigenen Wissensgebiete
-gute Dienste tun.</p>
-
-<p>Daß die Bearbeitung der einzelnen Bändchen sicheren Händen
-anvertraut worden ist, wird eine Durchsicht des Titelverzeichnisses
-ergeben.</p>
-
-<p class="pagebreak center"><span class="pagenum"><a name="Werbe_13" id="Werbe_13">(13)</a></span>
-
-
-Weitere gute Werke aus R. Voigtländer<sup>s</sup> Verlag in Leipzig</p>
-
-<p class="center big12">Erlebtes und Erschautes</p>
-
-<p class="center">Eine Memoirensammlung.</p>
-
-<p>Im Anschluß an &#8222;Voigtländers Quellenbücher&#8220; sei auf die verwandte,
-von der <b>Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege in Berlin</b>
-herausgegebene Sammlung <b>&#8222;Erlebtes und Erschautes&#8220;</b> hingewiesen:
-Werke berühmter Entdecker und Erforscher, Berichte aus vergangenen
-Kriegszeiten, Erinnerungen namhafter Persönlichkeiten. Die
-Ausgaben sind gekürzt, da die Herausgeber nur das wirklich Wichtige
-bieten wollen. Die Bearbeitungen, geschmackvoll durchgeführt, machen
-die Bücher auch für unsere Jugend brauchbar, die die Heldentaten vergangener
-Zeiten gern in Begeisterung nacherlebt.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">1</big> Im Reiche der Azteken.</b> Die Eroberung Mexikos durch <em class="gesperrt">Ferdinand
-Cortez</em>. Nach den Berichten des Eroberers bearbeitet von
-<em class="gesperrt">P.&nbsp;Schneider</em>. <span class="antiqua">VII</span>, 206 Seiten. 11 Abbildungen.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">2</big> Aus dem großen Krieg.</b> Schilderungen und Berichte von
-<em class="gesperrt">Augenzeugen</em>. Ausgewählt und bearbeitet von <em class="gesperrt">Gerhard
-Krügel</em>. <span class="antiqua">VIII</span>, 198 Seiten.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">3</big> Durch das tropische Südamerika.</b> Aus <em class="gesperrt">Alexander von
-Humboldts</em> Berichten über seine Reise in die Äquinoktial-Gegenden
-des neuen Kontinents. Bearbeitet von <em class="gesperrt">Wilh. F.&nbsp;Burr</em>. <span class="antiqua">IV</span>, 261
-Seiten. Mit 10 Abbildungen.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">4</big> Aus deutscher Ritterzeit.</b> <em class="gesperrt">Götz von Berlichingen</em>. <em class="gesperrt">Hans
-von Schweinichen</em>. Eigene Berichte ihres Lebens und ihrer
-Taten. <em class="gesperrt">Die Herren von Zimmern</em>. Bearbeitet von <em class="gesperrt">Franz Elzin</em>.
-<span class="antiqua">III</span>, 211 Seiten. Mit 23 Abbildungen.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">5</big> Auf unbekannten Meeren.</b> <em class="gesperrt">James Cooks</em> Tagebuch seiner
-dritten Entdeckungsfahrt in die Südsee und das Nördliche Eismeer.
-Ausgewählt von <em class="gesperrt">P.&nbsp;Schneider</em>. <span class="antiqua">III</span>, 235 Seiten. Mit 13 Abbildungen.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">6</big> Vor sechshundert Jahren im Reiche der Mitte.</b> Marco
-Polos Berichte über seine Reise nach China und seinen Aufenthalt
-am Hofe des Großkhans der Mongolen. Bearbeitet von <em class="gesperrt">Carl Meyer-Frommhold</em>.
-192 Seiten. Mit 10 Abbildungen.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">7</big> Aus dem Leben eines Wandervogels.</b> Johann Gottfried
-Seumes Leben und Wanderungen von ihm selbst erzählt. Ausgewählt
-von <em class="gesperrt">Paul Schneider</em>. 255 Seiten. Mit 20 Abbildungen.</p>
-
-<p class="noindent"><b><big class="bookno">8</big> Aus der französischen Revolution.</b> Schilderungen und Berichte
-von Augenzeugen. Ausgewählt und bearbeitet von <em class="gesperrt">Walther
-Friedrich</em>. 203 Seiten. Mit 12 Abbildungen.</p>
-
-<p class="center"><b>Jeder Band (Kl.-4<sup>o</sup>) in Pappband und Umschlag von
-Künstlerhand kostet nur ... M.&nbsp;1.80, in Leinen M.&nbsp;2.25</b></p>
-
-<p class="pagebreak center"><span class="pagenum"><a name="Werbe_14" id="Werbe_14">(14)</a></span>
-
-
-Weitere gute Werke aus R. Voigtländer<sup>s</sup> Verlag in Leipzig</p>
-
-
-<p class="center big14">Natur-Urkunden</p>
-
-<p>Was ist eine Natur-Urkunde? Eine unmittelbare, durch keinerlei
-Zutat, Weglassung, &#8222;Verbesserung&#8220; oder &#8222;Verschönerung&#8220; getrübte
-oder gar gefälschte Abbildung eines Naturgegenstandes. Die Photographie
-ist dabei das zuverlässigste, ja eigentlich einzige Mittel.</p>
-
-<p>Der Begriff &#8222;Natur-Urkunde&#8220; ist von C.&nbsp;G.&nbsp;Schillings geprägt und
-zum Gemeingut geworden, als Schillings seine berühmten Werke &#8222;Mit
-Blitzlicht und Büchse&#8220; und &#8222;Im Zauber des Eleléscho&#8220; erscheinen ließ.
-R.&nbsp;Voigtländers Verlag hat dann den Gedanken weiter durchgeführt,
-indem er mit vielen Mühen und großen Kosten eine in ihrer Art einzige
-Sammlung von vielen Tausend Photographien der europäischen Tierwelt
-zustande brachte und damit das große Naturgeschichtswerk ins
-Leben rief: die &#8222;Lebensbilder aus der Tierwelt&#8220;.</p>
-
-
-<p class="center big12">Werke von C. G. Schillings</p>
-
-<p class="noindent"><b>Mit Blitzlicht und Büchse.</b> Beobachtungen und Erlebnisse in der Wildnis
-inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. 4. durchgesehene u.
-ergänzte Auflage (22.-25. Tausend). 1910. Gr.-8<sup>o</sup>. 558 Seiten. Mit
-302 urkundtreu wiedergegebenen Original-Tag- und Nachtaufnahmen
-des Verfassers.</p>
-
-<p class="noindent"><b>Der Zauber des Eleléscho.</b> Neue Beobachtungen u. Erlebnisse in
-der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. (1.-8.
-Tausend.) 1906. Gr.-8<sup>o</sup>. 496 Seiten. Mit 318 Abbildungen, meist
-photographischen Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers,
-urkundtreu in Autotypie wiedergegeben.</p>
-
-<p class="noindent">Jedes Buch M. 12.50, in Ganzleinenband</p>
-
-<p class="right">
-M. 14.&mdash;<br />
-</p>
-
-<p class="noindent"><b>Mit Blitzlicht und Büchse im Zauber des Eleléscho.</b> Kleine
-Ausgabe der beiden großen Werke. 5. bis 7.&nbsp;Aufl. (21.-35.&nbsp;Tausend.)
-1911. Gr.-8<sup>o</sup>. 384 Seiten. 64 Einschalttafeln mit 83 photographischen
-Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers. M.&nbsp;5.&mdash;, in
-Ganzleinwandband</p>
-
-<p class="right">
-M. 6.50<br />
-</p>
-
-<p class="noindent"><b>Lebensbilder aus der Tierwelt.</b> Naturgeschichte europ. Säugetiere
-und Vögel. Herausgegeben von <em class="gesperrt">H.&nbsp;Meerwarth</em> und <em class="gesperrt">K.&nbsp;Soffel</em>.
-Das Werk ist 1909&ndash;1912 erschienen, jetzt abgeschlossen und umfaßt:
-Erste Reihe: <em class="gesperrt">Säugetiere</em>. 3 Bände. Zweite Reihe: <em class="gesperrt">Vögel</em>. 3 Bände.
-Sechs Bände mit zusammen ca. 2800 photographischen Abbildungen
-lebender Tiere, meist in freier Natur. Jeder Band M.&nbsp;12.&mdash;, in
-Ganzleinen M.&nbsp;14.&mdash;, in Halbfranz M.&nbsp;15.&mdash;. Alle sechs Bände
-M.&nbsp;72.&mdash;, in Ganzleinen M.&nbsp;84.&mdash;, in Halbfranz M.&nbsp;90.&mdash;. Jeder
-Band ist einzeln käuflich; beim Kaufe des Ganzen überall erleichterte
-Zahlungsbedingungen.</p>
-
-<p class="pagebreak center big14"><span class="pagenum"><a name="Werbe_15" id="Werbe_15">(15)</a></span>
-
-
-<b>Voigtländer<sup>s</sup> Künstler-Steinzeichnungen</b></p>
-
-
-<p>Was ist eine Künstlersteinzeichnung? Ein Bild, das in dem einzigen
-Vervielfältigungsverfahren hergestellt wird, dessen Ergebnis <em class="gesperrt">Originalgemälden</em>
-vollständig gleichkommt.</p>
-
-<p>Dies geht so zu: Der Künstler selbst zeichnet nach seinem Entwurfe,
-der für ihn gleichsam das Konzept bedeutet, Konturen und
-Farben auf die Steine, d.&nbsp;h. er legt für jeden Ton, den er dem Bilde
-geben will, eine Platte an und hat so die Möglichkeit, seinem Werke
-alle die Farbenwerte und Stimmungswerte zu verleihen, die er
-braucht. Er selbst leitet die ersten Probedrucke und überwacht den
-Druck; er bestimmt die Farben bis auf den kleinsten Unterton. Er
-allein, sonst niemand, hat Gewalt über sein Werk.</p>
-
-<p>So wird es möglich, daß jeder Abzug einer Druckauflage zu ganz
-niedrigem Preise verkauft werden kann und doch das <em class="gesperrt">Urbild selbst</em>
-ist. Die Frage, ob das Nachbild dem Vorbilde gleichwertig sei oder
-nicht, fällt ganz weg: es gibt in der Künstler-Steinzeichnung kein
-Vorbild, sondern nur ein Urbild, und das ist der in Hunderten oder
-Tausenden von gleichen Abzügen gefertigte Druck. <em class="gesperrt">Das Mittel, den
-Künstler selbst unmittelbar sprechen zu lassen, ist durch
-das Verfahren der eigenhändigen Steinzeichnung in dem
-Steindruck-Gemälde vollkommen gefunden.</em></p>
-
-<p>Die Künstler-Steinzeichnung ist von der größten Bedeutung für
-die künstlerische Volkskultur, für Verbreitung guten Geschmackes.
-Wer sich einmal hineingesehen hat in diese wichtige Art der graphischen
-Wandkunst, den hat sie gewonnen, er wird sich so leicht nicht
-wieder zu den früher gewohnten Süßlichkeiten und faden Plattheiten,
-zu einer gedankenarmen Reproduktions- und Scheinkunst zurückwenden.</p>
-
-<p>Von R. Voigtländers Künstlersteinzeichnungen sind über 200 Blatt
-erschienen, und zwar</p>
-
-
-
-<div class="center">
-<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" summary="Künstlersteinzeichnungen">
-<tr><td align="center">in</td><td align="center">Größe</td><td align="center">100×70</td><td align="center"><span class="antiqua">cm</span></td><td align="center">M.</td><td align="center"><b>6.&mdash;</b></td></tr>
-<tr><td align="center">&#8222;</td><td align="center">&#8222;</td><td align="center">75×55&nbsp;</td><td align="center">&#8222;</td><td align="center">&#8222;</td><td align="center"><b>5.&mdash;</b></td></tr>
-<tr><td align="center">in</td><td align="center">Größe</td><td align="center">55×42</td><td align="center"><span class="antiqua">cm</span></td><td align="center">M.</td><td align="center"><b>4.&mdash;</b></td></tr>
-<tr><td align="center">&#8222;</td><td align="center">&#8222;</td><td align="center">41×30</td><td align="center">&#8222;</td><td align="center">&#8222;</td><td align="center"><b>2.50</b></td></tr>
-</table></div>
-
-<p>Außerdem umfaßt der Verlag noch</p>
-
-<p><b>Farbdruckblätter</b> in den Größen 34×22, 28×22, 22×22 zu
-M.&nbsp;1.50, 1.25, 1.&mdash;.</p>
-
-<p><b>Walther Casparis Märchenbilder</b> in den Größen 46×22,
-34×22, 22×22 zu M.&nbsp;<b>1.75, 1.50, 1.25.</b></p>
-
-<p><b>Gertrud Casparis Kinderfriese.</b> 8 Blatt in der Größe
-115×41 <span class="antiqua">cm</span> zu M.&nbsp;<b>4.50.</b> Die 6 Blatt: Hochzeitszug, Geburtstagskuchen,
-Entenliese, Gesegnete Mahlzeit, Gesangverein, Eindringling
-auch in der Größe 80×30 <span class="antiqua">cm</span> zu je M.&nbsp;<b>2.&mdash;</b>.</p>
-
-<p><b>Adolph von Menzel</b>, <em class="gesperrt">Vier Wandbilder</em>. Vergrößerungen
-nach Holzschnitten. In Größe 75×55 <span class="antiqua">cm</span> je M.&nbsp;<b>5.&mdash;</b>.</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>Ein kleines Heftchen über die Bilder auf Verlangen vom Verlag unberechnet.
-Der vollständige Prachtkatalag mit farbigen Wiedergaben der sämtlichen
-Steindrucke kostet 40 Pf. u. ist gegen Einsendung dieses Betrages (auch
-in Marken aller Länder) von jeder Buchhandlung oder portofrei vom Verlag
-zu beziehen.</p></blockquote>
-
-
-
-<hr class="chap" />
-</div>
-
-<div class="transnote pagebreak">
-<h2><a name="Anmerkungen_zur_Transkription" id="Anmerkungen_zur_Transkription">Anmerkungen zur Transkription</a></h2>
-
-Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen gebräuchlich waren, wie:
-
-<ul class="index">
-<li>Aufenthaltes &mdash; Aufenthalts</li>
-<li>Aufschlag-Wasser &mdash; Aufschlagwasser</li>
-<li>Begriffes &mdash; Begriffs</li>
-<li>Branca's &mdash; Brancas</li>
-<li>Cylinder &mdash; Zylinder</li>
-<li>Dampfmaschinen-Patente &mdash; Dampfmaschinenpatente</li>
-<li>Deutsch-Französische Krieg &mdash; Deutsch-französische Krieg</li>
-<li>doppelt wirkende &mdash; doppeltwirkende</li>
-<li>Flurance &mdash; Flurence</li>
-<li>Groß-Britannien &mdash; Großbritannien</li>
-<li>Künstler-Steinzeichnung &mdash; Künstlersteinzeichnung</li>
-<li>Miner's &mdash; Miners</li>
-<li>Newcomen-Maschine &mdash; Newcomenmaschine</li>
-<li>Püsterich &mdash; Püstrich</li>
-<li>Savery-Maschine &mdash; Saverymaschine</li>
-<li>Silvester &mdash; Sylvester</li>
-<li>Verbrauches &mdash; Verbrauchs</li>
-<li>Walzwerkes &mdash; Walzwerks</li>
-<li>&#338;uvres &mdash; Oeuvres</li>
-</ul>
-
-und weitere Inkonsistenzen in den angegebenen Zitaten.<br />
-
-<br />
-Interpunktion wurde ohne Erwähnung korrigiert.<br />
-
-Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen:
-
-<ul class="index">
-<li>S. (2) &#8222;Lebrecht&#8220; in &#8222;Leberecht&#8220; geändert.</li>
-<li>S. (2) &#8222;herausgegegeben&#8220; in &#8222;herausgegeben&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 3 &#8222;Feuerunganlagen&#8220; in &#8222;Feuerungsanlagen&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 5 &#8222;Anordung&#8220; in &#8222;Anordnung&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 5 &#8222;Georg Edward Eye&#8220; in &#8222;George Edward Eyre&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 7 &#8222;Pustrich&#8220; in &#8222;Püstrich&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 8 &#8222;Desaguilliers&#8220; in &#8222;Desaguliers&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 8 &#8222;Grennall&#8220; in &#8222;Greenall&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 8 &#8222;Mainzioes&#8220; in &#8222;Menzies&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 8 &#8222;Hately&#8220; in &#8222;Hateley&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 19 &#8220; eingefügt.</li>
-<li>S. 22 &#8222;l'Academie&#8220; in &#8222;l'Académie&#8220; geändert (Fußnote 12).</li>
-<li>S. 22 &#8222;Poggendorf&#8220; in &#8222;Poggendorff&#8220; geändert (Fußnote 13).</li>
-<li>S. 23 &#8222;Akzedentien&#8220; in &#8222;Akzidentien&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 25 &#8222;Poggendorf&#8220; in &#8222;Poggendorff&#8220; geändert (Fußnote 18).</li>
-<li>S. 25 &#8222;Leipzig 179&#8220; in &#8222;Leipzig 1879&#8220; geändert (Fußnote 19).</li>
-<li>S. 28 &#8222;Poggendorf&#8220; in &#8222;Poggendorff&#8220; geändert (Fußnote 19).</li>
-<li>S. 33 &#8220; eingefügt.</li>
-<li>S. 33 &#8222;a&#8220; in &#8222;à&#8220; geändert (Fußnote 26).</li>
-<li>S. 33 &#8222;un&#8220; in &#8222;une&#8220; geändert (Fußnote 26).</li>
-<li>S. 33 &#8222;Rivaul&#8220; in &#8222;Rivault&#8220; geändert (Fußnote 26).</li>
-<li>S. 35 &#8222;Salamons&#8220; in &#8222;Salomons&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 39 &#8222;Wasser-&#8220; in &#8222;Wasser&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 40 &#8222;Georg Edward Eye&#8220; in &#8222;George Edward Eyre&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 48 &#8222;amoenior&#8220; in &#8222;amaenior&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 53 &#8222;Desagulliers&#8220; in &#8222;Desaguliers&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 57 &#8222;perpetuelle&#8220; in &#8222;perpétuelle&#8220; geändert (Fußnote 42).</li>
-<li>S. 57 &#8222;Canon&#8220; in &#8222;canon&#8220; geändert (Fußnote 42).</li>
-<li>S. 61 &#8222;Maistre des Mechaniques&#8220; in &#8222;Maitre des Mecaniques&#8220; geändert (Fußnote 45).</li>
-<li>S. 74 &#8222;The Miners' Friend&#8220; in &#8222;The Miner's Friend&#8220; geändert (Fußnote 50).</li>
-<li>S. 83 &#8222;sein&#8220; in &#8222;seyn&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 92 &#8222;Kolbenlederung&#8220; in &#8222;Kolbenliderung&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 93, 95 &#8222;zuschließet&#8220; in &#8222;zuschliesset&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 98 &#8222;Desaguilliers&#8220; in &#8222;Desaguliers&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 99 &#8222;Billinley&#8220; in &#8222;Billingsley&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 102 &#8222;noch&#8220; in &#8222;nach&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 108 &#8222;Michael Mainzies&#8220; in &#8222;Michael Menzies&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 111 &#8222;Hately&#8220; in &#8222;Hateley&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 125 &#8222;hin und&#8220; in &#8222;hin- und&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 129 Absatz vor &#8222;Die fünfte&#8220; eingefügt.</li>
-<li>S. 131 &#8222;Blaslo de Garay&#8220; in &#8222;Blasco de Garay&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 131 &#8222;Desagulliers&#8220; in &#8222;Desaguliers&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 132 &#8222;Grennall&#8220; in &#8222;Greenall&#8220; geändert.</li>
-<li>S. 132 &#8222;Mainzies&#8220; in &#8222;Menzies&#8220; geändert und verschoben.</li>
-<li>S. 133 &#8222;della Porta&#8220; im Index verschoben.</li>
-<li>S. (5) &#8222;Vellejus&#8220; in &#8222;Velleius&#8220; geändert.</li>
-<li>S. (13) &#8222;Kunstflege&#8220; in &#8222;Kunstpflege&#8220; geändert.</li>
-</ul>
-
-S. 83/84 Das Zitat Leupolds ist nicht buchstabengetreu wiedergegeben,
-hier wurden nur Inkonsistenzen korrigiert.
-Die Namen &#8222;Ramseye&#8220; und &#8222;Wildgosse&#8220; sind überwiegend als
-&#8222;Ramsey&#8220; und &#8222;Wildgoose&#8220; in der Listeratur zu finden, wurden aber nicht
-geändert.
-</div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis
-James Watt, by Max Geitel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE ***
-
-***** This file should be named 51567-h.htm or 51567-h.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/1/5/6/51567/
-
-Produced by Peter Becker and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions
-will be renamed.
-
-Creating the works from public domain print editions means that no
-one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
-(and you!) can copy and distribute it in the United States without
-permission and without paying copyright royalties. Special rules,
-set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
-copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
-protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
-Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
-charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
-do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
-rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
-such as creation of derivative works, reports, performances and
-research. They may be modified and printed and given away--you may do
-practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
-subject to the trademark license, especially commercial
-redistribution.
-
-
-
-*** START: FULL LICENSE ***
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
-Gutenberg-tm License (available with this file or online at
-http://gutenberg.org/license).
-
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
-electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
-all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
-If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
-Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
-terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
-entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
-collection are in the public domain in the United States. If an
-individual work is in the public domain in the United States and you are
-located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
-copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
-works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
-are removed. Of course, we hope that you will support the Project
-Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
-freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
-this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
-the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
-keeping this work in the same format with its attached full Project
-Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
-a constant state of change. If you are outside the United States, check
-the laws of your country in addition to the terms of this agreement
-before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
-creating derivative works based on this work or any other Project
-Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
-the copyright status of any work in any country outside the United
-States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
-access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
-whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
-phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
-Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
-copied or distributed:
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
-from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
-posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
-and distributed to anyone in the United States without paying any fees
-or charges. If you are redistributing or providing access to a work
-with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
-work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
-through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
-Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
-1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
-terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
-to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
-permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
-word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
-distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
-"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
-posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
-you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
-copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
-request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
-form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
-License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
-that
-
-- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
- owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
- has agreed to donate royalties under this paragraph to the
- Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
- must be paid within 60 days following each date on which you
- prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
- returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
- sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
- address specified in Section 4, "Information about donations to
- the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
-
-- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or
- destroy all copies of the works possessed in a physical medium
- and discontinue all use of and all access to other copies of
- Project Gutenberg-tm works.
-
-- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
- money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days
- of receipt of the work.
-
-- You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
-electronic work or group of works on different terms than are set
-forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
-both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
-Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
-Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
-collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
-works, and the medium on which they may be stored, may contain
-"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
-corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
-property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
-computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
-your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium with
-your written explanation. The person or entity that provided you with
-the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
-refund. If you received the work electronically, the person or entity
-providing it to you may choose to give you a second opportunity to
-receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
-is also defective, you may demand a refund in writing without further
-opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
-WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
-WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
-If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
-law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
-interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
-the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
-provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
-with this agreement, and any volunteers associated with the production,
-promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
-Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
-
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To
-SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
-particular state visit http://pglaf.org
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations.
-To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
-
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
-
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
-keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
-
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
-
- http://www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
-
-</pre>
-
-</body>
-</html>
diff --git a/old/51567-h/images/a001b.png b/old/51567-h/images/a001b.png
deleted file mode 100644
index 584ea10..0000000
--- a/old/51567-h/images/a001b.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/a001c.png b/old/51567-h/images/a001c.png
deleted file mode 100644
index daee841..0000000
--- a/old/51567-h/images/a001c.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb1.png b/old/51567-h/images/abb1.png
deleted file mode 100644
index 2f825a3..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb1.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb10.png b/old/51567-h/images/abb10.png
deleted file mode 100644
index 59af19b..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb10.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb11.png b/old/51567-h/images/abb11.png
deleted file mode 100644
index 2a796a6..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb11.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb12.png b/old/51567-h/images/abb12.png
deleted file mode 100644
index 9370a04..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb12.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb13.png b/old/51567-h/images/abb13.png
deleted file mode 100644
index 823de2e..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb13.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb14.png b/old/51567-h/images/abb14.png
deleted file mode 100644
index bb6e97d..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb14.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb15.jpg b/old/51567-h/images/abb15.jpg
deleted file mode 100644
index 053dc08..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb15.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb16.png b/old/51567-h/images/abb16.png
deleted file mode 100644
index a66f83c..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb16.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb17.png b/old/51567-h/images/abb17.png
deleted file mode 100644
index 15054a8..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb17.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb18.png b/old/51567-h/images/abb18.png
deleted file mode 100644
index 02b7941..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb18.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb19.png b/old/51567-h/images/abb19.png
deleted file mode 100644
index 24419f0..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb19.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb2.png b/old/51567-h/images/abb2.png
deleted file mode 100644
index be0de5b..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb2.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb20.png b/old/51567-h/images/abb20.png
deleted file mode 100644
index 1376ac5..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb20.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb21.png b/old/51567-h/images/abb21.png
deleted file mode 100644
index 97c70c0..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb21.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb22.png b/old/51567-h/images/abb22.png
deleted file mode 100644
index 0848a71..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb22.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb23.png b/old/51567-h/images/abb23.png
deleted file mode 100644
index 29f4597..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb23.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb24.png b/old/51567-h/images/abb24.png
deleted file mode 100644
index 8e70dd7..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb24.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb25.png b/old/51567-h/images/abb25.png
deleted file mode 100644
index 0e93025..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb25.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb26.png b/old/51567-h/images/abb26.png
deleted file mode 100644
index 40da575..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb26.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb27.png b/old/51567-h/images/abb27.png
deleted file mode 100644
index aa70fd1..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb27.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb28.png b/old/51567-h/images/abb28.png
deleted file mode 100644
index f7647ad..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb28.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb29.png b/old/51567-h/images/abb29.png
deleted file mode 100644
index f55c6e0..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb29.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb3.png b/old/51567-h/images/abb3.png
deleted file mode 100644
index 7223102..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb3.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb30.png b/old/51567-h/images/abb30.png
deleted file mode 100644
index 3a04c4f..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb30.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb31.png b/old/51567-h/images/abb31.png
deleted file mode 100644
index c2772e5..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb31.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb32.png b/old/51567-h/images/abb32.png
deleted file mode 100644
index 5b438ef..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb32.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb4.png b/old/51567-h/images/abb4.png
deleted file mode 100644
index 2425b0e..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb4.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb5.png b/old/51567-h/images/abb5.png
deleted file mode 100644
index 3a3cf05..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb5.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb6.png b/old/51567-h/images/abb6.png
deleted file mode 100644
index eaee3fb..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb6.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb7.png b/old/51567-h/images/abb7.png
deleted file mode 100644
index 55a83e6..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb7.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb8.png b/old/51567-h/images/abb8.png
deleted file mode 100644
index ed5da30..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb8.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/abb9.png b/old/51567-h/images/abb9.png
deleted file mode 100644
index 5a5f232..0000000
--- a/old/51567-h/images/abb9.png
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/51567-h/images/cover.jpg b/old/51567-h/images/cover.jpg
deleted file mode 100644
index 86e4f64..0000000
--- a/old/51567-h/images/cover.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ