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-The Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis James
-Watt, by Max Geitel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt
-
-Author: Max Geitel
-
-Release Date: March 26, 2016 [EBook #51567]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
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- | Anmerkungen zur Transkription |
- | |
- | Gesperrter Text ist als _gesperrt_ dargestellt, Antiqua-Schrift |
- | als ~Antiqua~ und Fettschrift als $fett$. |
- | Eine Liste der Änderungen befindet sich am Ende des Buchs. |
- +------------------------------------------------------------------+
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-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-
-Eine Sammlung wohlfeiler, wissenschaftlich genauer Ausgaben
-literarischer und bildlicher Quellen für jedermann. Zur Vertiefung
-jedes Studiums, zur Befriedigung des persönlichen Wissenstriebes und
-zur gediegenen Unterhaltung.
-
-Die Sammlung wendet sich an jeden, der an die wahren Quellen unseres
-Wissens herantreten will, sei es in ernstem Studium, sei es zur
-belebenden Vertiefung seiner Kenntnisse, sei es aus Freude an
-gediegener und doch spannender Leseunterhaltung.
-
-Die ausgewählten Quellen sind teils Neudrucke urkundlicher oder
-literarischer Quellenwerke, teils bildliche Urkunden mit begleitendem
-Text, teils quellenmäßige Darstellungen erster Hand. Sie bringen aus
-den verschiedensten Gebieten des Wissens für die Entwicklung das
-Wesentliche und Entscheidende.
-
-Alle Bände der Sammlung werden von Fachmännern nach dem Stand der
-jüngsten Forschungen ausgewählt und bearbeitet. Sie sollen sowohl
-den Sachkenner befriedigen, als auch von jedermann, ohne besondere
-Vorkenntnisse, mit Verständnis und Genuß aufgenommen werden können.
-
-[Illustration]
-
-Der Preis des Bändchens, $fest kartoniert$, beträgt in der Regel
-weniger als 1 Mark. In $Ganzleinen gebunden$ kostet der $Band$ 20
-Pfennig, 2 (3) Bände in einem Bande 40 Pfennig mehr. Die ein Werk
-bildenden, $kartoniert getrennten$ Bände werden in Ganzleinen $nur
-vereinigt gebunden$ geliefert.
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-Bis April 1913 erschienen:
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$1 Die ersten deutschen Eisenbahnen Nürnberg-Fürth und
-Leipzig-Dresden.$ Herausgegeben von _Friedrich Schulze_. 64 Seiten mit
-19 Abbildungen
-
- M. $--.60$
-
- Friedrich Lists treibende Artikel und Aufrufe, Goethe und Friedrich
- Harkort über wirtschaftliche und militärische Bedeutung der
- Eisenbahnen, Gegner und Zweifler, Bauweise, Geldbeschaffung,
- Baugeschichte und Eröffnung. Wichtiges, zum Teil noch
- unveröffentlichtes Material, auch in den Abbildungen.
-
- 96 hell.
- 110 cts.
- 48 kop.
-
-$2 Brandenburg-Preußen auf der Westküste von Afrika 1681 bis 1721.$
-Verfaßt vom _Großen Generalstabe_, Abteilung für Kriegsgeschichte. 98
-S. mit 2 Kärtchen und einer Skizze.
-
- M. $--.80$
-
- Der Band ist der Wiederabdruck einer vom Großen Generalstab 1885
- nach den Urkunden des Kgl. Geheimen Staatsarchivs in Berlin
- bearbeiteten Schrift. Sie enthält eingehend und anschaulich die
- Geschichte der Kolonie und Festung Groß-Friedrichsburg und des
- Kastells Arguin, der ersten deutschen Kolonien.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$3 Cornelius Celsus über die Grundfragen der Medizin.$ Herausgegeben
-von ~Dr. med. et jur.~ _Th. Meyer-Steineg_, Professor an der
-Universität Jena. 82 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Im alten Rom gab es neben den zahlreichen Berufsärzten,
- den Heilsklaven, auch zahlreiche gebildete Laien, in deren
- enzyklopädischem Gesamtwissen die Medizin einen großen Raum
- einnahm. Zu diesen gehörte _Cornelius Celsus_. Seine Schrift: „~De
- medicina~“ gewährt einen deutlichen und lebendigen Einblick in den
- Stand der Medizin um die Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr.
- und bietet uns, namentlich in den beiden ersten hier dargebotenen
- Büchern, eine der klarsten Quellen des Wissens zu den _Grundfragen
- der Heilkunde_.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$4 Ausgewählte Briefe des Feldmarschalls Leberecht von Blücher.$
-Herausgegeben von _Friedrich Schulze_. 80 Seiten mit Bildnis
-
- M. $--.60$
-
- Das Bändchen bringt Briefe aus dem ganzen Leben des Marschalls,
- alle in ihrer urwüchsigen Schreibweise, als wertvolle Urkunden
- zur Charakteristik des großen Mannes und seiner Zeit. Die erste
- authentische Sammlung dieser Art.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$5 Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois Ende.$ Von _Theodor
-Leutwein_, Generalmajor und Gouverneur a. D. 69 Seiten mit einem
-Bildnis und zwei Karten.
-
- M. $--.60$
-
- Der Verfasser, damals Major, hat bekanntlich 1894 die Hottentotten
- unter dem alten Witboi in Südwestafrika in unendlich schwierigen
- Kämpfen bekriegt und zu einer Freundschaft gewonnen, die bis
- 1904 angehalten hat. Witboi ist der Heros des Hottentottenvolkes
- geworden. Das Werkchen ist ein von dem Verfasser bearbeiteter
- Auszug aus seinem großen Werke „Elf Jahre Gouverneur in
- Deutsch-Südwestafrika“.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$6 Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg am
-10./20. Mai 1631.$ Von _Otto von Guericke_. Nach der Ausgabe von
-_Friedrich Wilhelm Hoffmann_ neu herausgegeben von _Horst Kohl_. 83
-Seiten. Mit einer Ansicht der Belagerung nach einem alten Stiche und
-einem Plan.
-
- M. $--.70$
-
- Otto von Guericke, der bekannte Erfinder der Luftpumpe, war während
- der Belagerung 1631 Ratmann und Bauherr, später Bürgermeister von
- Magdeburg. Seine Schilderung ist „der rechte, wahre Verlauf mit
- der Eroberung dieser guten Stadt Magdeburg, welchen sich niemand,
- da anders die Wahrheit soll berichtet werden, kann lassen zuwider
- sein“.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$7 Die Straßenkämpfe in Berlin am 18. u. 19. März 1848.$ Verfaßt von
-_Hubert von Meyerinck_, Generalleutnant z. D. Neu herausgegeben von
-_Horst Kohl_. 91 Seiten mit 3 Plänen
-
- M. $--.70$
-
- Die klassische Schilderung der beiden denkwürdigen Tage. Zwei
- Fragen, die Gegenstand vielen und leidenschaftlichen Streites
- gewesen sind, werden endgültig entschieden: Wer die beiden Schüsse
- abgegeben hat, die das Signal zu dem Beginn des Kampfes waren, und
- wie der Befehl zum Abzug der Truppen zustandekam.
-
- 1 Kr. 56 hell.
- 1 fr. 75 cts.
- 78 kop.
-
-$8 Deutsche Hausmöbel$ bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Herausg.
-von ~Dr.~ _Otto Pelka_, Direktorialassistent am Kunstgewerbe-Museum,
-Dozent an der Handels-Hochschule, Leipzig. 112 Seiten mit 139
-Abbildungen
-
- M. $1.30$
-
- In 139 Abbildungen wird eine Übersicht über die Entwickelung des
- deutschen _Haus_möbels gegeben: Gotik, Renaissance, Rokoko, Barock,
- Biedermeierzeit usw. Es ist eines der Bändchen, in denen die Bilder
- die Quelle sind, durch den Text des Herausgebers erläutert und
- verbunden.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$9 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Band 1: Der
-deutsch-dänische Krieg 1864. 82 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- So viel auch über die deutschen Einigungskriege geschrieben und
- gedruckt ist, fehlt es doch gänzlich an einer ganz kurzen und doch
- das wesentliche erschöpfenden _urkundlichen_ Geschichte. Welche
- Urkunden aber wären anschaulicher und lebendiger als die intimen
- Briefe und Berichte der führenden Männer, in diesem Bändchen von
- König Wilhelm, Bismarck, Moltke, König Johann von Sachsen usw.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 fr. 55 cts.
- 60 kop.
-
-$10 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Band 2: Der
-deutsche Krieg 1866. 144 Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Wie im vorigen Band verbindet der Herausgeber durch ein knappe
- Einleitung die Urkunden zu einer Einheit. Die Briefe und Berichte
- sind von König Wilhelm, Bismarck (darunter das Kapitel „Nikolsburg“
- der Gedanken und Erinnerungen), Moltke (darunter der Aufsatz „Über
- den angeblichen Kriegsrat in den Kriegen König Wilhelms ~I.~“),
- Roon, dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Karl.
-
- Dritter Teil siehe Nr. 16 und 51.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$11 Geographie des Erdkreises.$ Von _Pomponius Mela_. Aus dem
-Lateinischen übersetzt u. erläutert v. ~Dr.~ _Hans Philipp_, Assistent
-des Seminars für historische Geographie in Berlin. Erster Teil:
-Mittelmeerländer. 91 Seit. mit 1 Karte und 2 Abbild.
-
- M. $--.70$
-
- In Melas Geographie des Erdkreises (um 42 n. Chr.) lernen wir
- die gesamten Probleme der Erdkunde kennen, die damals bestanden
- (Nilfrage, Istergabelung, Wundervölker des Ostens, Zonentheorie
- usw.), wir erhalten auch eine Darstellung von einer antiken Karte.
-
- Zweiter Teil s. Band 31.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$12 Robert Mayer über die Erhaltung der Kraft.$ Vier Abhandlungen, neu
-herausgegeben und mit einer Einleitung sowie Erläuterungen versehen von
-~Dr.~ _Albert Neuburger_. 128 Seiten
-
- M. $--.90$
-
- Der Arzt Robert Mayer in Heilbronn (1814-78) hat durch die
- Entdeckung des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft die
- verschiedensten Zweige menschlicher Tätigkeit auf neue Grundlagen
- gestellt. Physik u. Physiologie, Medizin u. Botanik, gewerbl.
- u. technische Tätigkeit werden gleichmäßig durch die aus diesem
- Gesetz gezogenen Folgerungen beeinflußt. Die Veröffentlichungen des
- Entdeckers sind aber in weiteren Kreisen überhaupt nicht bekannt
- geworden. Darum werden die vier grundlegenden Abhandlungen, wenn
- auch zum Teil gekürzt, hier ihrer Verborgenheit entzogen.
-
- ☛ Fortsetzung am Schlusse des Buches. ☚
-
- Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. und
- deutsch-russ. Buchhandel üblichen Sätze am Rande. In England u.
- Kolonien 1 Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen.
-
-
- Voigtländers Quellenbücher
-
- Band 49
-
-
-
-
- Die
- Geschichte der Dampfmaschine
- bis James Watt
-
- Die wichtigsten auf die Entwicklung der Dampfmaschine
- bezüglichen Quellen, einschließlich der bis auf _James
- Watt_ erteilten englischen Dampfmaschinen-Patente,
- zusammengestellt und mit Erläuterungen versehen
-
- von
-
- Max Geitel
-
- Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt
-
- Mit 32 Abbildungen
- nach den alten Originalen
-
- [Illustration]
-
- R. Voigtländers Verlag in Leipzig
-
-
- Buchdruckerei Richard Hahn (H. Otto) in Leipzig. 5169
-
-
-
-
-Vorwort
-
-
-Die Zahl der auf die Geschichte der Dampfmaschine sich beziehenden
-Forschungsarbeiten ist außerordentlich groß, entsprechend der hohen
-Bedeutung des Gegenstandes. Sämtliche Kulturvölker weisen in ihrer
-Literatur mehr oder weniger vollkommene einschlägige Werke auf.
-
-So ist denn die Kenntnis der wesentlichen Abschnitte der Entwicklung
-der Dampfmaschine, die sich an die Namen _Heron von Alexandrien_,
-_Salomon de Caus_, _Marquis of Worcester_, _Savery_, _Papin_,
-_Newcomen_ und _Watt_ anknüpfen, nicht nur Gemeingut der Fachleute,
-sondern auch der gebildeten Laien. Nun liegt aber zwischen jenen
-gottbegnadeten Bahnbrechern eine lange Reihe von Namen, deren Träger
-ebenfalls ein gutes Recht haben, unter denen genannt zu werden, denen
-es beschieden war, an dem Ausbau des gewaltigsten Kulturträgers, wenn
-auch nicht bahnbrechend, so doch fördernd, mitzuarbeiten.
-
-Der Anspruch, den „Erfinder der Dampfmaschine“ zu den Ihrigen zählen zu
-dürfen, wird von verschiedenen Völkern, insbesondere von den Franzosen
-und Engländern, erhoben. Ein vergebliches Bemühen, wenn man sich
-vergegenwärtigt, wie viele Bausteine mühevoll zusammengefügt werden
-mußten, um die Grundlage zu schaffen, auf der James Watt zielbewußt
-weiterbauen konnte. Diese Grundlage ist das gemeinsame Ergebnis
-erfinderischer und wissenschaftlicher Tätigkeit vieler Geschlechter.
-Das Ein- und Auslaßventil, der im Zylinder auf und ab bewegliche
-Kolben, die Kurbel, das Sicherheitsventil, der Dampfkessel mit seinen
-Speise- und Feuerungsanlagen, sie und noch viele andere mehr oder
-weniger wichtige bauliche Einzelheiten mußten geschaffen werden, um die
-Dampfkraft sicher und vorteilhaft zu fesseln und auszunutzen.
-
-Nicht minder aber bedurfte es der wissenschaftlichen Vertiefung
-der Kenntnis des Wesens des Druckes der Gase und der besonderen
-Eigenschaften des Wasserdampfes. So sind denn mit der Entwicklung der
-Dampfmaschine auf das engste die Namen _Galileo Galilei_, _Torricelli_,
-_Otto von Guericke_, _van Helmont_, _Kratzenstein_, _Hamberger_ usw.
-verknüpft. Aus dem Gesagten erklärt sich denn auch zwanglos die
-Tatsache, daß die ersten Versuche der Ausnutzung der Dampfkraft sich
-im Rahmen des tastenden Versuches vollzogen und erst allmählich,
-entsprechend dem Fortschreiten der induktiven Wissenschaften, festen
-Boden gewannen.
-
-Die Versuche, den einen oder den anderen Bahnbrecher als den
-„Erfinder der Dampfmaschine“ hinzustellen, müssen auch schon um
-deswillen als verfehlt bezeichnet werden, weil eine allgemein
-befriedigende Umgrenzung des Begriffs „_Maschine_“ trotz des Bemühens
-hervorragendster Fachleute bis auf den heutigen Tag noch nicht gefunden
-ist. So versteht _Pogge_ in seinem im Jahre 1819 herausgegebenen
-technologischen Lexikon unter „Maschinen“ alle diejenigen
-Vorrichtungen, wodurch wir vorteilhafte Bewegungen hervorzubringen
-imstande sind. Nach _Reuleaux_ ist eine Maschine eine Verbindung von
-widerstandsfähigen Körpern, die so eingerichtet ist, daß mittels ihrer
-mechanische Naturkräfte genötigt werden können, unter bestimmten
-Bewegungen zu wirken. _Brockhaus'_ Konversationslexikon versteht unter
-einer Maschine jede Vorrichtung, welche die Übertragung der Wirkung
-einer Kraft vermittelt.
-
-Die Dampfmaschine nimmt nun unter allen Erzeugnissen des schaffenden
-Menschengeistes insofern eine besondere Stellung ein, als sie sich
-von der einfachsten Vorrichtung zu der sinnreichsten Maschine
-herausgebildet hat. Mustern wir all die zahlreichen Vorschläge, die im
-Laufe der Jahrhunderte für die Ausnutzung der Dampfkraft in Vorschlag
-gebracht wurden, so werden wir eine große Anzahl von Einrichtungen
-gewahr werden, bei denen wir nicht zu entscheiden wissen, ob wir sie
-als Vorrichtungen oder als Maschinen ansprechen sollen. _Demnach
-ist in den nachstehenden geschichtlichen Angaben alles dasjenige
-wiedergegeben, was für die Benutzung der Dampfkraft zur Erzielung von
-Arbeitsleistung vorgeschlagen wurde, einerlei, ob im Einzelfalle der
-Name „Maschine“ anwendbar ist oder nicht._
-
-Der Zufall hat es gefügt, daß die um die Wende des 16. und 17.
-Jahrhunderts einsetzenden Fortschritte des Dampfmaschinenbaues
-zusammenfallen mit dem Beginn des englischen Patentschutzes.
-Wenngleich wir sehen werden, daß eine Anzahl bahnbrechender
-Dampfmaschinenkonstrukteure auf den Patentschutz verzichtete und daß
-die auf Dampfmaschinen erteilten ältesten Patente keinen Einblick in
-das eigentliche Wesen der betreffenden Konstruktionen gewähren, so
-bieten die vom Jahre 1617 ab zur Verfügung stehenden, im Jahre 1857 bei
-George Edward Eyre und William Spottiswoode in London neugedruckten
-Urkunden dennoch eine reiche Quelle des Wissenswerten. Dies gilt
-insbesondere für die von uns zu behandelnden, unmittelbar vor James
-Watt liegenden Jahrzehnte.
-
-Nun befinden sich zwar unter den im Jahre 1871 veröffentlichten
-_Auszügen aus den englischen auf Dampfmaschinen bezüglichen Patenten_
-auch diejenigen aus den ersten Jahren des Patentschutzes[1]. _Leider
-sind diese von verschiedenen Geschichtsforschern anstandslos benutzten
-Auszüge aber unvollkommen._ Infolgedessen habe ich mich bereits
-im Jahre 1897 der Mühe unterzogen, _sämtliche_ bis auf James Watt
-erteilten englischen Patenturkunden daraufhin zu prüfen, ob und
-inwieweit sie sich auf die Dampfmaschine beziehen. Das Ergebnis dieser
-Forschungen habe ich seinerzeit in „Glasers Annalen für Gewerbe und
-Bauwesen“ veröffentlicht und in nachstehendem verwertet.
-
-Wenngleich die Frage: „Wer ist der Erfinder der Dampfmaschine?“
-aus den von uns dargelegten Gründen füglich nicht zu beantworten
-ist, so ist doch in der Geschichte der Dampfmaschine eine bestimmte
-Wendung festzustellen, die sich im Sinne einer vernunftgemäßen und
-zielbewußten Ausnutzung der Dampfkraft an die Namen Papin und Savery
-knüpft. Nachstehend tritt diese in der Anordnung und Teilung unserer
-geschichtlichen Angaben in der Weise in die Erscheinung, daß wir diese
-in zwei große Abschnitte zerlegten, deren erster die ältesten Zeiten
-bis auf Papin, deren zweiter die Zeit von Papin bis James Watt umfaßt.
-
-Unter allen Förderern der Maschine überwiegt in seinen Erfolgen James
-Watt. Die Darlegung dessen, was dieser geleistet hat, würde Bände
-füllen und hat tatsächlich Bände gefüllt. In den nachstehenden Angaben
-ist nur derjenigen Erfindungen Watts gedacht, die dessen Ruhm in erster
-Linie begründet haben: die Verbesserung der atmosphärischen Maschine,
-das Planeten- oder Sonnenrad, die Benutzung der Expansion des Dampfes,
-die doppeltwirkende Dampfmaschine, das Wattsche Parallelogramm. Dieses
-sind die großen Bausteine, die James Watt in das stolze Gebäude, das
-zahlreiche gottbegnadete Geister aufzuführen begonnen hatten, als
-Schlußsteine einfügte. Von dem 25. April 1769, dem Tage der Erteilung
-des ersten Wattschen Patents, schreibt sich die Dampfmaschine in dem
-Sinne her, wie das 19. Jahrhundert sie übernahm und zum machtvollsten
-Träger des Fortschritts machte.
-
-_Berlin-Wilmersdorf_, April 1913.
-
- $Max Geitel.$
-
-
-
-
-Inhalt
-
-
-$Vorwort.$ S. 3.
-
-$Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.$ S. 9-58.
-
- Die Auffassung des _Aristoteles_ vom Wesen der Spannkraft des
- Wasserdampfes. -- Die Dampfkanone des _Archimedes_ nach Leonardo
- da Vinci. -- Der Erzspanner des _Ktesibios_. -- _Herons von
- Alexandrien_ „Druckwerke“ und „Automatentheater“. -- _Vitruvius
- Pollio._ -- Der „_Püsterich_“ der Teutonen. -- _Anthemius._
- -- Die Dampforgel des Bischofs _Gerbert von Rheims_. -- Der
- „_Püstrich_“ oder „_Bustard_“. -- _Leonardo da Vinci._ -- Die
- Äolipile als Kriegswerkzeug. -- Das „Dampfschiff“ _Blasco de
- Garays_. -- _Cardanus._ -- _Johannes Mathesius._ -- _Philibert
- Delorme._ -- _Bresson._ -- _Bartholemeo Scappi._ -- Der „_Jack
- of Hilton_.“ -- _Battista della Portas_ Dampfmessungen. --
- _Bourgeois'_ „_Feuergewehr_“. -- _Salomons de Caus_ Versuche
- über die Kondensation des Wasserdampfes und das Heben von Wasser
- mit Hilfe des Feuers und der Sonnenwärme. -- Der Beginn des
- Patentschutzes in England. -- Patent Nr. 6, _Ramseye-Wildgosse_.
- -- Patent Nr. 21, _Ramseye-Jacke_. -- _Giovanni Brancas Dampfrad._
- -- Das erste Dampfmaschinenpatent Nr. 50, _Ramseye_. -- Das
- zweite Dampfmaschinenpatent Nr. 71, _Rotsipen_. -- _Galilei_,
- _Torricelli_, _Pascal_, _Otto von Guericke_. -- _Athanasius
- Kircher._ -- Bischof _Wilkins_. -- Patent Nr. 131, _Edward
- Somerset, Marquis of Worcester_. -- Patent Nr. 135, _Ralph Waine_.
- -- Patent Nr. 139, _Togood_. -- „Ein Hundert voll Namen und
- Beispiele von Erfindungen“ des _Marquis of Worcester_. -- _Boyle_,
- _Huygens_. -- Die Luftpumpe _Papins_. -- Patent Nr. 175, Sir
- _Samuel Morland_. -- Die Pulvermaschine des Abbé _Hautefeuille_. --
- Patent Nr. 208, _Burton_, _Plott_, _Deighton_.
-
-$Von Dionysius Papin bis James Watt.$ S. 59-130.
-
- Der _Papinsche Topf_. -- _Huygens_ Pulvermaschine. -- Patent
- Nr. 212, _Pawley_ und _Dallow_. -- Patent Nr. 215, _Becher_,
- _Serle_, _Vincent_, _J._ und _S. Weale._ -- _Hautefeuilles_
- Alkohol-Dampfmaschine. -- Patent Nr. 218, _Tredenham_, _Vivian_,
- _Threwren_, _Harris_. -- Patent Nr. 219, _Aldersey_. -- Sir
- _Samuel Morland_. -- _Papins erste Dampfmaschine._ -- Patent
- Nr. 287, _Gladwyn_. -- Patent Nr. 312, _Marmaduke Hudgeson_.
- -- Patent Nr. 321, _Bushnell_. -- Patent Nr. 324, _Losvelt_.
- -- Patent Nr. 327, _Poyntz_. -- Patent Nr. 338, _Barbon_. --
- Patent Nr. 348, _Jones_. -- Patent Nr. 349, _Buttall_. -- Patent
- Nr. 355, _Yarnald_. -- Patent Nr. 356, _Savery_. -- _Grimaldis_
- und _Perieras_ Antrieb eines Wagens und eines Schiffes durch
- Dampf. -- _Amontons_ Feuerrad. -- _Leupolds_ Feuerrad. --
- _Papins_ Dampfpumpe. -- _Saverys_ Dampfmaschine. -- Papins zweite
- Dampfmaschine. -- Die Verbesserungsvorschläge _Leibnizens_.
- -- Saverys „~The Miners Friend~“. -- Newcomens und Cawleys
- Dampfmaschine. -- Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine. -- Patent
- Nr. 342, _Mandell_ und _Grey_. -- Patent Nr. 397, _J. Coster_.
- -- Patent Nr. 410, _Holland_. -- Patent Nr. 414, _Shuttleworth_.
- -- Patent Nr. 437, _Oriebar_. -- Patent Nr. 430, _Desaguliers_,
- _Niblett und Vreem_. -- Patent Nr. 449, _Triewald_. -- Patent
- Nr. 463, _Dickins_. -- Patent Nr. 469, _Flower_. -- Patent
- Nr. 472, _Bumpstead_. -- Patent Nr. 476, _Nuttall_ und _Skyrin_.
- -- „Die Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch
- Feuer zu heben.“ -- Patent Nr. 486, _Rowe_. -- Patent Nr. 496,
- _Billingsley_. -- Patent Nr. 505, _Payne_. -- Patent Nr. 507,
- _Bewley_ und _Holtham_. -- Patent Nr. 513, _Allen_. -- Patent
- Nr. 555, _Payne_. -- Patent Nr. 556, _Jonathan Hull_. -- Patent
- Nr. 571, _Wise_. -- _Parrots_ Vernietung der Dampfkesselnähte. --
- Patent Nr. 634, _Stevens_ und _Hadley_. -- Patent Nr. 703, _John_.
- -- Patent Nr. 709, _Wright_. -- Patent Nr. 713, _Wilkinson_. Patent
- Nr. 730, _Brindley_. -- Patent Nr. 739, _Wood_. -- Patent Nr. 761,
- _Greenall_. -- Patent Nr. 762, _Menzies_. -- _Hindleys_ Ersatz
- des Balanciers. -- Patent Nr. 795, _Oxley_. -- Patent Nr. 844,
- _Fall_. -- Patent Nr. 848, _Blakey_. -- Patent Nr. 850, _Stewart_.
- -- Patent Nr. 865, _Barber_. -- Patent Nr. 875, _Duncombe_ und
- _Polile_. -- Patent Nr. 895, _Hateley_. -- Patent Nr. 897, _Wise_.
- -- Dampfwagen von _Edgeworth_ und _Cugnot_. -- Die Erforschung des
- Wesens des Wasserdampfes durch _van Helmont_, _Halley_, _Wolf_,
- _Kratzenstein_, _Hamberger_, _le Roy_, _Ericson_, _Black_, _James
- Watt_. -- Watts Verbesserungen der Newcomen-Maschine. -- James
- Watts Patent Nr. 913. -- Das Planetenrad. -- Watts doppelt wirkende
- Maschine. -- Das Wattsche Parallelogramm.
-
-
-
-
-Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.
-
-
-Den ersten Anfängen der Kenntnis der Spannkraft des Wasserdampfes
-begegnen wir bei _Aristoteles_, geb. 384, gest. 322 v. Chr. Er suchte
-die Erdbeben durch die plötzliche Umwandlung des Wassers in Dampf im
-Erdinnern zu erklären, eine Auffassung, die später durch _Seneca_
-(geb. 4 v. Chr., gest. 65 n. Chr.) eine weitere Ausbildung erfuhr.
-Aristoteles nahm vier Elemente an: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Daß nur
-diese vier Elemente möglich seien, bewies er auf folgende Weise[2]:
-
-„Es gibt vier Grundempfindungen: warm, kalt, feucht und trocken. Diese
-Empfindungen werden paarweise vereint wahrgenommen. Mathematisch
-betrachtet können sich sechs solcher Vereinigungen bilden. Doch sind
-zwei als sich widersprechend unmöglich, nämlich die Vereinigung warm
-und kalt und die Vereinigung von feucht und trocken. Es bleiben
-folglich vier Gegensätze bestehen, und dementsprechend sind nur vier
-Elemente möglich. Dem Gegensatz kalt und trocken entspricht die Erde,
-dem Gegensatz kalt und feucht das Wasser, warm und feucht die Luft,
-warm und trocken das Feuer. Durch die Mischung dieser vier Elemente
-entstehen sämtliche irdische Stoffe.“
-
-Diese Auffassung hat sich viele Jahrhunderte hindurch aufrechterhalten,
-und zwar insbesondere auch bei den Bahnbrechern der Dampfmaschine, so
-z. B., wie wir später sehen werden, bei Salomon de Caus.
-
-Von einer praktischen Verwendung der Spannkraft der Gase durch
-Aristoteles verlautet nichts. Dieser begegnen wir erst bei
-_Archimedes_, geb. 287, gest. 212 v. Chr., in Gestalt des
-„Architonitro“, einer Dampfkanone. Dieselbe ist in den Schriften
-des Archimedes nicht enthalten. Ihre nachstehend wiedergegebene
-Beschreibung stammt vielmehr von _Leonardo da Vinci_ (geb. 1452, gest.
-1519) und lautet[3]:
-
-„Erfindung des Archimedes. Architonitro ist eine Maschine von dünnem
-Kupfer und wirft Kugeln von Eisen mit großem Geräusch und großer
-Gewalt. Man gebraucht sie in folgender Weise: Der dritte Teil des
-Instruments befindet sich oberhalb einer großen Menge Kohlenfeuer, und
-wenn er durch dieses gut erhitzt ist, schraube die Schraube nieder,
-die sich über dem Wassergefäß (~a c~), Abb. 1, befindet. Wenn man die
-Schraube darüber niederschraubt, öffnet es sich nach unten, und nachdem
-das Wasser herabgeflossen ist, fließt es in den erhitzten Teil des
-Instruments und verwandelt sich plötzlich in eine Menge Dampf (Fumo),
-so daß es ein Wunder zu sein scheint, und namentlich die Wut zu sehen
-und den Lärm zu hören. Dies warf eine Kugel, die ein Talent wog, sechs
-Stadien weit.“
-
-[Illustration: Abbildung 1.
-
-Der Architonitro (Dampfkanone) des Archimedes. Nach Leonardo da Vinci.]
-
-Die Erfindung der Ausnutzung der in der gepreßten Luft enthaltenen
-Kräfte wurde dem _Ktesibios_ (um 150 n. Chr.) zugeschrieben. Ihm
-sollen auch die Windbüchse und die in Abb. 2 dargestellte Vorrichtung
-zum Schleudern von Steingeschossen, der Erzspanner, ihre Entstehung
-verdanken[4]. Letzterer hatte nach Philon von Byzanz, einem Schüler
-des Ktesibios, folgende Einrichtung: In den Zylindern _~abcd~_
-können sich die Kolben _~fghi~_ luftdicht auf- und abwärts bewegen.
-Werden sie in die Zylinder hineinbewegt, so pressen sie die in
-diesen eingeschlossene Luft zusammen. An den Kolben sind mittels der
-Verbindungsstücke _~km~_ Arme angelenkt, die um die Achsen ~n~ drehbar
-und an ihrem oberen Ende durch die Sehne verbunden sind, die zum
-Fortschleudern der Geschosse dient. Wurde diese Sehne angezogen, so
-schoben sich die Kolben in die Zylinder hinein. Wurde alsdann die Sehne
-losgelassen, so schnellten die Kolben unter dem Einfluß der gepreßten
-Luft nach oben und trieben die Sehne mit großer Gewalt gegen das
-Geschoß, so daß dieses in weitem Bogen dahinflog.
-
-[Illustration: Abbildung 2.
-
-Der Erzspanner des Ktesibios.]
-
-Um die Kolben in den Zylindern gehörig abzudichten, benutzte Ktesibios
-Tischlerleim, der etwas verflüssigt war. Um die Dichtigkeit zu prüfen,
-benetzte er die Zylinder mit derartigem Leim und trieb mittels Keil und
-Hammer die Kolben mit größter Gewalt in die Zylinder hinein. Man konnte
-hierbei beobachten, daß der Kolben nur wenig nachgab, wenn aber einmal
-die eingeschlossene Luft sich verdichtet hatte, auch beim stärksten auf
-den Keil ausgeübten Schlag nicht weiter hineinging. Wenn man Gewalt
-anwandte, so wurde nicht nur der Keil hinausgetrieben, sondern auch
-der Kolben sprang mit großer Gewalt aus dem Gefäße heraus; oft fuhr
-auch Feuer heraus, das durch die Schnelligkeit der Bewegung und durch
-die Reibung erzeugt wurde. Ktesibios hat hier also bereits dasjenige
-Phänomen beobachtet, das sich bei den sogenannten Luftdruckfeuerzeugen
-zeigt.
-
-Ktesibios hat auch schon ein Druckwerk verfertigt, das aus zwei
-metallenen Stiefeln bestand, die am Boden mit Ventilen ausgestattet
-waren. Saugpumpen und Handspritzen waren zu Philons Zeiten bereits
-bekannt und standen schon zu Aristoteles' Zeiten in Gebrauch.
-
-Neben den Schriften Philons von Byzanz sind diejenigen _Herons von
-Alexandrien_ von besonderer Bedeutung, wenn es sich darum handelt,
-das Maß derjenigen Kenntnisse festzustellen, über die das Altertum
-bezüglich des Wesens der Gase und Dämpfe verfügte.
-
-Philon und Heron waren Schüler des Ktesibios. Letzterer gilt infolge
-seiner umfangreichen auf uns gekommenen Schriften als Erfinder
-zahlreicher praktischer Anwendungen des Druckes von Gasen, so z. B.
-als Erfinder des Heronsballs. Dieser findet sich aber bereits in
-den Schriften des Philon, müßte also füglich nicht Herons-, sondern
-Philonsball heißen, falls nicht der Ruhm der Erfindung einem
-unbekannten Vorgänger zuzuschreiben ist.
-
-Daß Heron zahlreiche Vorgänger auf dem Gebiete der Erforschung der
-Eigenschaften der Luft und der gespannten Dämpfe besaß, gibt er
-übrigens selbst zu, indem er in der Vorrede zu seiner „Pneumatik“
-ausführt: „Die Beschäftigung mit Luft- und Wasserkünsten ist von den
-alten Philosophen und Mathematikern hoch geschätzt worden. _Es ist
-daher notwendig, das seit alters darüber Bekannte in gehörige Ordnung
-zu bringen_“.
-
-Bevor wir uns den Schriften Herons zuwenden, müssen wir noch von Philon
-von Byzanz berichten, daß er der Erfinder des Thermoskops ist, das auf
-der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung der Luft beruht.
-
-Die auf uns überkommenen Werke Herons von Alexandrien sind
-verhältnismäßig außerordentlich zahlreich und vielseitig. Sie behandeln
-reine und angewandte Mathematik, Feldmeßkunst, Physik und deren
-praktische Anwendung in der Technik. Letztere Schriften sind für den
-Techniker von Interesse. Es sind dies: die Druckwerke (Pneumatik), die
-Automatentheater, der Geschützbau, die Handschleuder, die Spiegellehre,
-die Hebewinde, die Mechanik und ein Fragment über Wasseruhren.
-_Von diesen Werken kommen für die Geschichte der Dampfmaschine die
-Druckwerke und die Automatentheater in Betracht._
-
-Hier finden wir Abhandlungen über das Vakuum, und zwar in Anlehnung
-an den im dritten Jahrhundert vor Christo lebenden Physiker _Straton
-von Lampsakos_. Außerordentlich vielseitig sind die verschiedenen
-Beschreibungen der Verwendung des Hebers. Des weiteren beschreibt Heron
-eine große Anzahl von Vorrichtungen, bei denen der Druck des Wassers,
-der Druck der Luft, die Warmluft und der Wasserdampf praktisch benutzt
-wird. Aus der reichen Fülle der von Heron beschriebenen Vorrichtungen
-lassen wir nachstehend diejenigen folgen, die für uns an erster Stelle
-von Bedeutung sind. Die beigefügten Abbildungen entnahmen wir der im
-Jahre 1592 erschienenen italienischen Übersetzung der „Druckwerke“:
-~Spiritali di Herone Alessandrino, ridotti in lingua volgare da
-Alessandro Giorgi da Urbino. Urbino 1592~. Den Text entnahmen wir der
-in der Teubnerschen Sammlung griechischer und römischer Schriftsteller
-erschienenen Übersetzung von _Wilhelm Schmidt_.
-
-[Illustration: Abbildung 3.
-
-Das Klappenventil.
-
-(Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-„Das _Klappenventil_ (Abbildung 3) stellt man folgendermaßen her.
-Man fertigt zwei viereckige Bronzeplatten an, von denen jede Seite
-etwa einen Daktylus (Fingerbreit = 2 ~cm~) mißt und so dick wie ein
-Richtscheit ist. Diese verpaßt und verschließt man auf der Breitseite
-so miteinander, d. h. glättet sie so, daß weder Luft noch Wasser
-hindurchtreten kann. Diese Platten seien _~ABCD~_ und _~EFGH~_. In
-die Mitte der einen Platte _~ABCD~_ bohrt man ein rundes Loch, dessen
-Durchmesser etwa ein Drittel eines Daktylus ausmacht. Ist nun die Seite
-_~CD~_ der Seite _~EF~_ angepaßt, so verbindet man die Platten mit
-Hilfe von Scharnieren so miteinander, daß ihre polierten Flächen genau
-aufeinanderpassen. Will man die Klappen nun praktisch verwenden, so
-lötet man die Platte ~_ABCD_~ auf dasjenige Loch, durch welches Luft
-oder Wasser hineingepreßt und mit Hilfe des Ventils abgeschlossen
-werden kann. Durch den Druck wird nämlich die Platte ~_EFGH_~ geöffnet,
-die mittels der Scharniere leicht beweglich ist, und läßt die Luft
-und die Flüssigkeit eintreten, welche dann in dem luftdichten Gefäße
-abgeschlossen werden. Die (komprimierte) Luft (bzw. die Flüssigkeit)
-drückt aber gegen das Plättchen ~_EFGH_~ und schließt das Loch ab,
-durch welches die Luft hineingepreßt wird.“ Nach einer anderen Lesart
-lautet der Schlußsatz: „Wenn nun die komprimierte innere Luft oder die
-Flüssigkeit sich wieder nach außen drängen, stoßen sie auf die Platte
-~_EFGH_~. Dann legt sich diese luftdicht auf ~_ABCD_~ und versperrt den
-Ausgang.“
-
-„Die Siphone, welche man bei den Feuersbrünsten verwendet, richtet man
-folgendermaßen ein. (Abbildung 4.)
-
-[Illustration: Abbildung 4.
-
-Die Feuerspritze. (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-Es seien ~_ABCD_~ und ~_EFGH_~ zwei bronzene Stiefel (Kolbenrohre,
-Büchsen), deren innere Oberfläche für einen Kolben passend
-ausgedrechselt ist, wie die Stiefel (Büchsen) der Wasserorgeln. Die
-Kolben ~K~ und ~M~ müssen luftdicht in die Stiefel passen. Diese seien
-durch das an beiden Enden offene Rohr ~X~ in gegenseitige Verbindung
-gesetzt. Außerhalb der Stiefel, aber innerhalb des Rohres, sollen
-Klappenventile ~_PR_~ und, wie wir sie oben beschrieben haben[5],
-derart angebracht sein, daß sie sich nach der Außenseite der Stiefel
-hin öffnen können. Die Stiefel sollen auch auf dem Boden runde Löcher
-(~_ST_~) haben, die mit kleinen geschliffenen Scheiben bedeckt
-werden. Durch diese stecke man kleine Stifte, die auf den Boden der
-Stiefel gelötet oder festgenietet seien. An ihren Enden seien die
-Stifte mit Häkchen oder Knöpfchen versehen, daß die Scheiben sich
-nicht losreißen können. Mit den Kolben seien in der Mitte senkrechte
-Kolbenstangen ~_yy_~ verbunden; an diese schließt sich wieder ein
-Querbalken ~Z~ an, welcher sich in der Mitte um einen festsitzenden
-Bolzen λ, an den Kolbenstangen ~_yy_~ aber um die Bolzen γ und β
-bewege. Mit dem Rohre ~X~ stehe ein anderes vertikales Rohr (Steigrohr)
-ε in Verbindung, verzweige sich zu einem Doppelarm und sei mit
-den luftdicht eingefügten Röhren (Smerismata, Rohrverschleifungen)
-versehen, vermittels welcher es die Flüssigkeit emportreibt. Wenn nun
-die erwähnten Stiefel mitsamt der zugehörigen Ausrüstung in Wasser
-gestellt werden und der Querbalken ~Z~ infolge der abwechselnden Auf-
-und Abwärtsbewegung seiner Enden um den Stift λ auf und nieder zieht,
-so treiben die Kolben, falls sie niedergezogen werden, die Flüssigkeit
-durch das Steigrohr ε und die drehbare Mündung ~N~ hinaus. Denn, wird
-der Kolben ~M~ aufgezogen, so öffnet er das Bodenventil ~T~, indem
-dessen Scheibe sich hebt, verschließt aber das Klappenventil ~R~. Wird
-er dagegen niedergezogen, so schließt er ~T~ und öffnet ~R~, durch
-welches auch das Wasser hinausgepreßt und emporgetrieben wird. Dieselbe
-Wirkung bringt der Kolben ~K~ hervor. Das Röhrchen ~N~, das bald
-aufgerichtet, bald niedergelegt wird, treibt nun die Flüssigkeit bis
-zur gegebenen Höhe empor, vermag jedoch eine bestimmte Seitendrehung
-nur dann auszuführen, wenn zugleich der gesamte Apparat gedreht wird.
-Das wäre aber bei dringenden Notfällen zu langwierig und mühselig.
-Damit nun die Flüssigkeit ohne Schwierigkeit nach dem bestimmten Punkt
-getrieben werden kann, setze man das Steigrohr ε der Länge nach aus
-zwei luftdicht ineinandergeschliffenen Rohren zusammen, von denen das
-eine, äußere, mit dem Rohre ~X~, das andere, obere, mit dem Doppelarm
-verbunden sei. Wenn dann das obere Rohr gedreht wird, indem man ~N~ so
-lange niederlegt, kann der Austrieb nach jedem beliebigen Punkt hin
-erfolgen.“ -- Diese Feuerspritze hat sich bis auf den heutigen Tag in
-ihrer prinzipiellen Einrichtung erhalten.
-
-Am bekanntesten ist unter den Apparaten des Heron der von uns bereits
-erwähnte sogenannte _Heronsball_. Dieser wird in den „Druckwerken“ wie
-folgt beschrieben:
-
-
-_Der Heronsball._
-
-„_Manche Gefäße spritzen, wenn man hineinbläst, auf folgende Weise
-Wasser empor_:
-
-Durch die Mündung eines Gefäßes wird eine Röhre hindurchgesteckt, die
-fast bis auf den Boden reiche, in die Gefäßmündung eingelötet sei und
-selbst in eine enge Mündung auslaufe. Halten wir nun letztere mit dem
-Finger zu, gießen durch eine Öffnung eine Flüssigkeit, blasen nach dem
-Eingießen durch dieselbe Öffnung hinein, verschließen sie durch einen
-Hahn und lassen die Mündung der Röhre los, so wird durch sie das Wasser
-von der eingeblasenen, komprimierten Luft emporgetrieben.“
-
-Als Beispiel der durch erwärmte Luft angetriebenen, von Heron
-beschriebenen Apparate bringen wir in Abb. 5 den „_Opfertanz_“.
-
-
-_Der Opfertanz._
-
-„_Wird auf einem gewissen Altar Feuer angezündet, so sollen scheinbar
-einige rings im Kreise stehende Figuren einen Reigen aufführen_. Es sei
-_~ABCD~_ ein Altar mit einem Feuerbecken _~EF~_. Von dem oberen Teile
-des Feuerbeckens lasse man eine Röhre ~_GH_~ nach der Basis des Altars
-hinab. Das bei ~H~ befindliche Ende drehe sich um einen Zapfen. Diese
-Röhre sei ferner mit vier anderen querliegenden (also horizontalen)
-Röhren versehen, die sich gegenseitig durchschneiden und an demselben
-Punkt mit der von der Spitze kommenden Röhre verbunden werden. Diese
-querliegenden Röhren nun sollen an den Enden so umgebogen sein, daß
-sich eine Röhre nach der anderen wendet. Auf diese Röhren lege man an
-ihren Enden eine kreisrunde Scheibe ~_IKLM_~ und befestige sie daran.
-Darauf sollen die Figuren stehen. Das Material des Altars schließlich
-sei durchsichtig, nämlich aus Glas oder Horn, auf daß die tanzenden
-Figuren durch dasselbe sichtbar sind. Wenn wir bei diesen Vorrichtungen
-auf dem Herde Feuer anzünden, wird die Luft in der Röhre ~_GH_~
-erwärmt, geht durch die verdeckten Röhren und bringt die senkrechte
-Röhre zur Drehung, zugleich auch die Scheibe, auf der die Figuren
-stehen, und diese werden zu tanzen scheinen.“
-
-[Illustration: Abbildung 5.
-
-„Der Opfertanz.“ (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-Nunmehr bringen wir in Abb. 6 _einen durch Dampfkraft betätigten
-Apparat: den springenden Ball_.
-
-
-_Der springende Ball._
-
-„_Bälle können auf folgende Weise in der Luft schweben:_
-
-Unter einem Kessel mit Wasser, dessen Mündung verschlossen ist, wird
-Feuer angezündet. Von dem Deckel steigt eine Röhre auf, deren offenes
-Ende in eine kleine hohle Halbkugel mündet. Werfen wir nun einen
-leichten Ball in die Halbkugel, so ist die Folge, daß der aus dem
-Kessel durch die Röhre aufsteigende Dampf den Ball in die Luft hebt,
-so daß er schwebt.“
-
-[Illustration: Abbildung 6.
-
-Der springende Ball. (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-Die folgende in Abb. 7 dargestellte Vorrichtung nutzt die _Dampfkraft
-bereits zur Erzielung einer Drehbewegung aus_. Sie beruht auf ähnlichen
-Grundlagen wie die sogenannten „Reaktionsturbinen“, die, mit Wasser
-oder mit Dampf betrieben, in der heutigen Technik eine große Bedeutung
-haben. Es ist dies der _Äolsball (Äolipile)_. Abb. 7.
-
-[Illustration: Abbildung 7.
-
-Der Äolsball, Äolipile. (Nach Heron von Alexandrien.)]
-
-
-_Die Äolipile._
-
-_„Über einem geheizten Kessel soll eine Kugel sich um einen Zapfen
-bewegen._
-
-Es sei _~AB~_ ein mit Wasser gefüllter geheizter Kessel. Seine
-Mündung sei mit dem Deckel _~CD~_ verschlossen; durch diesen sei eine
-gebogene Röhre _~EFG~_ getrieben, deren Ende ~G~ luftdicht in eine
-Hohlkugel eingepaßt sei. Dem Ende ~G~ liege ein auf dem Deckel _~CD~_
-feststehender Zapfen _~LM~_ diametral gegenüber. Die Kugel sei mit
-zwei gebogenen, einander diametral gegenüberstehenden Röhrchen ~H~ und
-~K~ versehen, die in sie münden und nach entgegengesetzten Richtungen
-gebogen sind. Wird nun der Kessel geheizt, so ist die Folge, daß der
-Dampf durch _~EFG~_ in die Kugel dringt, durch die umgebogenen Röhren
-nach dem Deckel hin ausströmt und die Kugel in Drehung versetzt,
-ähnlich so, wie dies bei den tanzenden Figuren der Abb. 5 der Fall ist.“
-
-Die Heronischen Bücher, die allerdings nicht erkennen lassen, inwieweit
-es sich um Erfindungen Herons oder um zu damaliger Zeit bereits
-bekannte Vorrichtungen handelt, haben von ihrem ersten Erscheinen
-an das weitestgehende Interesse gefunden. Eine größere Anzahl von
-Übersetzungen derselben sind im Laufe der Jahrhunderte erschienen.
-Diese nahmen allmählich derart zu, daß man um die Wende des 16. und
-17. Jahrhunderts mit Recht von einer „Heron-Renaissance“ sprechen
-konnte.
-
-Der erste, der Herons Dampfkünste, insbesondere die Äolipile, weiteren
-Kreisen, und zwar den Technikern, offenbarte, war der römische
-Architekt und Schriftsteller _Vitruvius Pollio_, der zur Zeit des Cäsar
-und des Augustus als Kriegsingenieur tätig war. In seinem dem Augustus
-gewidmeten, zehn Bücher umfassenden Werke „~De architectura~“[6]
-widmet er im sechsten Kapitel des ersten Buches den Äolipilen folgende
-Ausführungen[7]:
-
-„Der Wind ist eine strömende Luftwelle mit unbestimmt überflutender
-Bewegung; er entsteht, wenn die Hitze auf die Feuchtigkeit trifft
-und der Andrang der Erwärmung einen gewaltig wehenden Hauch
-herauspreßt. Daß dies aber wahr sei, kann man aus den ehernen Äolipilen
-(Luftgefäßen) ersehen und hinsichtlich der verborgenen Gesetze des
-Himmels durch künstlich erfundene Dinge die göttliche Wahrheit
-erzwingen. Man macht nämlich eherne hohle Äolipilen, diese haben eine
-möglichst enge Öffnung, durch welche sie mit Wasser gefüllt werden,
-dann stellt man sie ans Feuer, und bevor sie warm werden, zeigt sich
-keinerlei Hauch, sobald sie aber sich zu erhitzen anfangen, bewirken
-sie am Feuer ein heftiges Gebläse. So kann man aus dem kleinen und sehr
-kurzen Schauspiel Kenntnis und Urteil über die großen und unermeßlichen
-Naturgesetze des Himmels und der Winde schöpfen.“
-
-Vitruvius versteht hier unter Äolipilen nicht den Äolsball (Abb. 7),
-sondern das mit Wasser gefüllte, von außen beheizte Hohlgefäß, Abb. 6.
-Von einer eigenartigen in den germanischen Wäldern etwa zu derselben
-Zeit erfolgten Ausnutzung der Dampfkraft berichtet _Arago_[8] wie folgt:
-
-„Die natürlichen wie die künstlichen Kräfte sind fast stets, bevor
-sie den Menschen von tatsächlichem Nutzen waren, in den Dienst des
-Aberglaubens gestellt. Die Geschichtsbücher berichten, daß an den
-Ufern der Weser der Gott der alten Teutonen diesen hin und wieder
-sein Mißfallen durch eine Art von Donnerschlag zum Ausdruck brachte,
-dem dann unmittelbar darauf eine Wolke folgte, die den heiligen Hain
-erfüllte. Das Erzbild dieses Gottes „_Püsterich_“, das Ausgrabungen
-zutage gefördert haben, zeigt deutlich, in welcher Weise sich jenes
-Wunder vollzog. Das Götterbild bestand aus Metall. Der Kopf war hohl
-und enthielt ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Holzpfropfen verschlossen
-den Mund des Gottes und ein oberhalb der Stirn angebrachtes Loch.
-Glühende an geeigneter Stelle der Kopfhöhlung gelagerte Kohlen
-erwärmten allmählich das Wasser. Alsbald trieb der erzeugte Dampf
-mit lautem Krachen die Pfropfen heraus, ergoß sich in zwei Strahlen
-nach außen und bildete zwischen dem Götterbild und den erschrockenen
-Andächtigen einen dichten Nebel.“
-
-Erst nach Verlauf von mehr als einem halben Jahrtausend begegnen wir
-wiederum einem Bericht über eine Verwendung der Kraft des Dampfes.
-Sie bewegte sich in derselben Richtung wie die von Arago berichtete.
-Der byzantinische Geschichtschreiber _Agathias_, mit dem Beinamen
-„_Scholastikos_“ (geb. um 536, gest. 582 n. Chr.), behandelt in
-seinem die Jahre 552 bis 558 umfassenden Werke[9] einen Streit, den
-der Baumeister _Anthemius_, der Wiedererbauer der durch ein Erdbeben
-zerstörten Sophienkirche in Konstantinopel, mit seinem Nachbar
-_Zeno_ in eigenartiger Weise ausfocht. Anthemius, ein aus Trallas in
-Kleinasien gebürtiger Grieche, besaß ein Haus, das mit dem seines
-Nachbars Zeno in mehreren Teilen zusammenhing, und geriet über dieses
-Bauverhältnis mit Zeno in einen Rechtsstreit. Diesen verlor er aber,
-weil, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, Zeno ein gewandterer Redner
-war. Anthemius stellte, um sich zu rächen, mehrere große Kessel auf,
-füllte diese mit Wasser an und umgab sie mit ledernen Schläuchen,
-die unten so weit waren, daß sie den ganzen Umfang der Kessel
-umschlossen. Mit diesen Schläuchen verband er lederne Röhren, die sich
-trompetenartig verengten. Die Enden dieser Röhren befestigte Anthemius
-dann so dicht und genau an den Balken des Zenoschen Hauses, daß der in
-den Röhren enthaltene Dampf zwar mit ungehinderter Kraft nach aufwärts
-steigen, aber nicht nach außen entweichen konnte. Nunmehr entfachte
-er unter den Kesseln ein starkes Feuer. Aus dem kochenden Wasser
-entwickelte sich alsbald Dampf, der nach oben emporstieg und, da er
-keinen Ausweg fand, in die Röhren hinübertrat. Da er auch hier keinen
-Austritt erhielt, strebte er mit erhöhtem Druck nach oben, hierbei
-unter Krachen das Gebälk des Hauses in zitternde Bewegung setzend. Auf
-das höchste bestürzt, entflohen die Hausgenossen des Zeno auf die Gasse.
-
-Der Prokonsul ~Dr~. _Degen_ in Lüneburg hielt diese Anwendung der
-Spannkraft des Dampfes für so eigenartig und zielbewußt, daß er der
-Meinung war, Anthemius habe noch andere Anwendungsarten des Dampfes
-gekannt. Er äußert sich hierüber wie folgt[10]:
-
-„Anthemius war, wie der Geschichtschreiber Agathias wiederholt bemerkt,
-ein ausgezeichneter Mathematiker und Verfertiger bewunderungswürdiger
-Maschinen. Welche Arten von Maschinen er verfertigte und zu welchen
-Zwecken, ist ebensowenig angegeben als _ausdrücklich_ gesagt, daß er
-die Wasserdämpfe bei denselben in Anwendung gebracht hätte. Es scheint
-indessen aus folgenden Worten des Agathias: „er aber (Anthemius)
-vergalt ihm (dem Zeno) aus der ihm eigenen Kunst auf folgende Weise“
-der Schluß gezogen werden zu dürfen, daß Anthemius bei seinen
-Maschinen auch die Wasserdämpfe gebraucht habe; denn wenn von der
-Dampfmaschine, welche er aus Rache über den verlorenen Prozeß gegen
-Zenos Haus richtete, namentlich angeführt wird, daß er sie _aus der ihm
-eigenen Kunst_ eingerichtet und sich dabei der Dämpfe bedient habe,
-so möchte der Schluß oder, wenn man lieber will, die Vermutung, daß
-er die ihm völlig bekannte Dampfkraft auch auf andere zu seiner Zeit
-bewunderte Maschinen übertragen habe, nicht ganz grundlos erscheinen,
-zumal da auch das Wort τέχνη auf praktische Anwendung hindeutet.“
-
-Die nunmehr zu erwähnende überkommene Nachricht von der Verwendung
-der Dampfkraft liegt auf dem Gebiete des christlichen Kultus: im
-Jahre 963 befand, wie _William von Malmesbury_ berichtet[11], sich in
-einer Kirche zu Rheims eine Orgel, in welcher die Luft auf wunderbare
-Weise metallene Pfeifen zum Tönen brachte, indem sie durch die Kraft
-heißen Wassers aus den Pfeifen ausgetrieben wurde. Diese Orgel sollte
-eine Erfindung des Bischofs _Gerbert von Reims, des späteren Papstes
-Silvesters ~II~_, sein[12].
-
-Im Laufe der folgenden Jahrhunderte begegnen wir hin und wieder
-Beschreibungen des bereits erwähnten Götzenbildes des _Püstrich_,
-_Peustrich_ oder _Bustard_. Dasselbe fand sich auch bei den Wenden
-in Gestalt eines mit dem rechten Fuß knienden dicken, bausbäckigen
-Jungen von 14 Zoll Höhe, dessen Bauchhöhle drei Quart Wasser enthielt.
-Dieses verwandelte sich, wenn die Gestalt durch Feuer erhitzt wurde,
-in Wasserdampf, der dann aus dem Munde des Püstrich mit lautem Gebrüll
-ausströmte.
-
-_Leone Battista Alberti_, geb. 18. Februar 1404 zu Genua, gest. im
-April 1477 zu Rom, berichtet in seinem Werke ~De Architectura seu de
-re aedificatoria, Flor. 1485~[13], daß die Kalkbrenner der damaligen
-Zeit große Furcht vor den Kalksteinen hatten, welche mit Luft gefüllte
-Höhlungen enthielten; wenn diese nämlich erhitzt würden, bildete
-sich in diesen Dampf, und dieser gäbe Anlaß zu höchst gefährlichen
-Explosionen.
-
-Von _Leonardo da Vinci_ (1452-1519) berichteten wir bereits auf S. 10,
-daß er sich mit der praktischen Benutzung der Dampfkraft beschäftigt
-hat. Bei der dort beschriebenen Dampfkanone handelte es sich nicht
-um eine von Leonardo angegebene Vorrichtung, sondern um eine solche,
-die von Archimedes in Vorschlag gebracht sein soll, offenbar aber von
-Leonardo nach dem damaligen Stande des Geschützbaues ausgestaltet ist.
-
-Diese überaus vielseitige Persönlichkeit hat sich nun aber ebenfalls
-mit dem Wesen der Wärme und der Kälte beschäftigt und gewisse
-Sätze aufgestellt und auch wichtige Anregungen gegeben, die für
-die Entwicklung der auf die Ausnutzung der Spannkraft des Dampfes
-gerichteten Bestrebungen von Bedeutung sind.
-
-Leonardo hat folgende Grundsätze aufgestellt[14]:
-
-„_Wo eine größere Kälte ist, da ist ein größeres Festwerden von
-Flüssigkeiten_.“
-
-„_Kaltes Wasser. Warmes Wasser_.“
-
-„Das Wasser hat die Bewegung allein durch seine Schwere und
-Leichtigkeit, und diese sind seine Akzidentien, da es an sich weder
-Schwere noch Leichtigkeit hat, sondern die Schwere erwirbt es, sobald
-es oben ist oder seitlich an die Luft angrenzt oder an eine andere
-Flüssigkeit, die leichter ist als es selbst, und die Leichtigkeit
-erwirbt es, wenn es beim Verdampfen durch die Wärme verdünnt wird, und
-dann steht es über dem kalten Wasser.“
-
-Leonardo da Vinci hat eine auf diesen Grundsätzen aufgebaute
-_Vorrichtung zum Heben von Wasser durch Feuer_, d. i. durch die bei
-Erwärmung des Wassers in Röhren auftretende Aspiration, angegeben[15].
-Dieselbe ist in Abb. 8 dargestellt. Oberhalb des das Wasser
-enthaltenden Schachtes ist ein Feuer angebracht. Zum Ablassen des
-gehobenen Wassers dient ein an dem Feuerbehälter angebrachter Hahn.
-
-Auch den _Auftrieb der warmen Luft_ benutzte Leonardo da Vinci, und
-zwar zum Antrieb eines Bratspießes[16]. Dieser Art der Ausnutzung der
-Wärme begegnen wir ziemlich häufig noch in späterer Zeit.
-
-Leonardo da Vinci treibt, wie Abb. 9 erkennen läßt, durch die im Innern
-eines Schornsteins aufsteigende warme Luft eine Turbine an, von deren
-senkrechter Welle aus durch Räder- und Schnurtrieb der Bratspieß in
-Drehung versetzt wird.
-
-[Illustration: Abbildung 8.
-
-Vorrichtung zum Heben von Wasser durch Feuer. (Nach Leonardo da Vinci.)]
-
-[Illustration: Abbildung 9.
-
-Antrieb eines Bratspießes durch erwärmte Luft. (Nach Leonardo da
-Vinci.)]
-
-Leonardo da Vinci hat in seinem ~Codex Atlanticus~, ~fol. 253~, des
-weiteren auch eine Andeutung gemacht, die ~Dr~. Hermann Grothe[17]
-dahin auslegt, daß dort ein Vorschlag gemacht sei, die _Dampfkraft zum
-Antrieb einer Barke_ zu benutzen. Von irgendeiner praktischen Anwendung
-verlautet nichts.
-
-Im Jahre 1521 gab _Cesare Cesariano_ in Como erschienene Erläuterungen
-zu Vitruvs Architectura heraus, in welchen auch die Äolipile besprochen
-wird. Es wird hier ausführlich angegeben, daß der Dampf aus der
-Äolipile, d. h. einem Dampftopf, der ein Rohr im Deckel besitzt, mit
-großer Kraft ausströmt. Aus diesen Angaben hat man den Schluß gezogen,
-daß die Äolipile als Kriegswerkzeug zum Schleudern von Geschossen oder
-als Spritze benutzt sei[18].
-
-Am 17. Mai 1543 soll _Blasco de Garay_, der in jungen Jahren an der
-ersten Entdeckungsfahrt des Christoforo Colombo teilgenommen hatte, im
-Hafen von Barcelona dem Kaiser Karl ~V.~ ein Dampfschiff vorgeführt
-haben. Die am Anfang des 18. Jahrhunderts erschienene „~Coleccion de
-las Viages~“ berichtet hierüber folgendes:
-
-Blasco de Garay beschäftigte sich in seiner freien Zeit mit Mathematik,
-Physik, namentlich mit Mechanik, und soll manches schöne Stück erfunden
-haben, um das sich niemand kümmerte, als er, bereits ein Greis,
-plötzlich mit dem Gedanken hervortrat, man könne mit dem Wasserdampfe
-Bewegung erzeugen, und es wäre möglich, damit etwas treiben zu lassen,
-z. B. ein Rad; und da das ganze Sinnen Garays sich stets um die
-Schiffahrt drehte, so sprach er seine Überzeugung aus, daß es möglich
-wäre, ein in ein Schiff eingebautes Schaufelrad durch Dampf in Drehung
-zu bringen, so daß das Schiff hierdurch in Bewegung gesetzt werde und
-nicht mehr von den Launen des Windes abhängig sei. Anfangs lachte man
-über den mehr als siebzigjährigen Greis; als Garay aber nicht müde
-wurde, die Regierung wegen seiner Erfindung zu bestürmen, ermahnte ihn
-die damals allmächtige spanische Inquisition, von solch unchristlichem
-Werk abzustehen, das er doch nur mit Hilfe der Hölle zustande bringen
-könne. Es gelang aber Garay dennoch, die Aufmerksamkeit des Kaisers
-Karl ~V.~ zu erringen, und dieser gestattete ihm, ein mit dieser
-neuen Einrichtung ausgerüstetes Schiff ihm im Hafen von Barcelona
-vorzuführen. Und zwar sollte Garay, da des Kaisers Aufenthalt in
-Barcelona nur kurz war, mit dem ersten besten Schiff, das in den
-Hafen einlief, seine Kunst versuchen. Es war dies die „Trinidad“, ein
-Schiff, das unter dem Kapitän Pedro de Scarza stand und soeben von
-Sizilien heimkehrte. Der kaiserliche Befehl erregte überall Angst und
-Schrecken, denn man war sich darüber klar, daß der Dampf, mit dem das
-Schiff in Bewegung gesetzt werden sollte, direkt aus der Hölle bezogen
-sei und daß nur mit Teufelskünsten solch ein ungeheuerliches Beginnen
-durchgeführt werden könne. Am meisten war der Kapitän des Schiffes
-erzürnt und gekränkt, weil er wußte, daß sein schönes Schiff dann für
-ewige Zeiten verhext sei und zweifellos einem Unglück entgegengehe.
-Jedenfalls sollte es nicht solch unchristlichem Werke dienen. Aber alle
-seine Proteste waren vergeblich, des Kaisers Befehl mußte vollzogen
-werden, denn Karl ~V.~, der trotz aller übergroßen Frömmigkeit doch
-auch für weltliche Sachen ein scharfes Auge besaß, fühlte heraus,
-daß in dem Versuche Garays ein großer Gedanke schlummere, und ließ
-sich trotz aller von den verschiedensten Seiten auf ihn einstürmenden
-Bitten und Proteste nicht abhalten, dem von ihm bewilligten Versuche
-beizuwohnen. Wer aber Garay kannte und wußte, daß er sein Leben
-hindurch ein gottergebener Christ gewesen war, wußte auch, daß dieser
-Mann sich nicht mit der Hölle verbinden werde, und die Nacht vor der
-Probefahrt verbrachte Garay auch in dem berühmten Benediktinerstifte
-Montserrat bei Barcelona im inbrünstigen Gebete zu Gott um Gelingen
-des Unternehmens, sorgte sogar dafür, daß das Wasser, das er zum
-Dampferzeugen verwenden wollte, aus den geweihten Wässern des Klosters
-entnommen wurde, und ließ es sorgsam nach dem Schiffe transportieren.
-Die Vorbereitungen bestanden in folgendem: Garay legte eine Achse
-quer über das Verdeck des Schiffes an deren Enden zwei Schaufelräder
-angebracht waren, die in das Wasser hineinreichten. Außerdem wurde ein
-Kessel auf das Schiff gebracht, mit dem geweihten Wasser gefüllt, und
-aus diesem Dampf erzeugt. Über dem Kessel war ein Apparat angebracht,
-in dem sich eine Stange auf und ab bewegte, und das Ganze war durch
-Riemen mit der Achse bzw. den Rädern verbunden. Eine ungeheure
-Zuschauermenge harrte der Dinge, die da kommen sollten. Nachdem der
-gesamte Hofstaat und der Kaiser auf einer Tribüne Platz genommen
-hatten, begann der Rauch sich aus dem kleinen Rauchfang des Kessels zu
-erheben, das Schiff löste sich vom Platze, die Räder drehten sich, und
-das Schiff lief trotz des ungünstigen Windes, ja gerade gegen ihn, aus
-dem Hafen. Erstaunen und Entsetzen bemächtigten sich aller Zuschauer,
-und ein Teil der Schiffsbesatzung sprang über Bord und suchte durch
-Schwimmen aus dem Bereich des offenbar verzauberten Schiffes zu
-gelangen. Das Schiff lief 8 Seemeilen, wozu es zwei Stunden brauchte
--- der Versuch war glänzend gelungen. Kaiser Karl ~V.~, gleichfalls
-überrascht, glaubte, daß es mit ganz natürlichen Dingen zugehe, gab
-den Befehl, dem überglücklichen Erfinder 4000 Maravedi auszuzahlen,
-und verlieh ihm auf der Stelle den Orden der Taube von Kastilien.
-Zugleich aber gab er seinem Großzahlmeister den Befehl, das Schiff
-genau zu besehen und dann darüber Bericht zu erstatten. Dieser Bericht
-fiel nun aber sehr ungünstig aus. Die Erfindung sei völlig wertlos.
-Zwar sei das Schiff acht Meilen in zwei Stunden gelaufen. Dies könne
-aber ein gewöhnliches Segelschiff ebenfalls leisten. Dafür berge die
-neue Maschine eine Menge von Gefahren in sich. Es sei zu befürchten,
-daß Mannschaften und Passagiere verbrüht würden, der Dampfkessel
-könne explodieren und größtes Unheil anrichten. Inzwischen wurde auch
-von anderer Seite gegen Garays Erfindung angekämpft und der Kaiser
-bestürmt, dieses Teufelswerk, das jetzt, da es gelungen war, noch
-gefährlicher erschien, nicht zu gestatten. Infolgedessen verbot Karl
-~V.~ Garay, den Apparat ferner zu benutzen. Dieser, der sich bereits
-dem Ziele seiner Wünsche nahe geglaubt hatte, zertrümmerte im Zorn
-seine Maschine, vielleicht auch, um den Argwohn der Inquisitionsbehörde
-zu zerstreuen. Diese nämlich rückte dem Erfinder bedenklich näher,
-nachdem der Kaiser seine schützende Hand zurückgezogen hatte.
-
-Garay zeigte aber, daß er nie mit dem Teufel ein Bündnis geschlossen
-hatte, denn er zog sich hierauf in das Kloster Montserrat zurück, wo
-er im Jahre 1555 als vierundachtzigjähriger Greis sein in den letzten
-Jahren nur noch dem Gebete und dem Gottesdienst geweihtes Leben
-beendete.
-
-Von seiner Erfindung ist nichts zurückgeblieben, und nur in der
-Geschichte ist seines Namens und seines Werkes Erwähnung geschehen.
-
-Soweit der Bericht der „~Coleccion de las Viages~“, der so eingehend
-er gefaßt ist, dennoch der historischen Unterlage entbehrt. Dies hat
-_John Marc Gregor_ in einem am 14. April 1858 in der ~Society of Arts~
-in London gehaltenem Vortrage „Über Räder- und Schraubenpropeller“
-nachgewiesen. Auf Grund zweier in den Staatsarchiven zu Simancas
-aufbewahrten Briefe Blasco de Garays und auf Grund der von ihm
-in diesem Archiv sowie in dem Archiv zu Barcelona angestellten
-Nachforschungen kam Marc Gregor zu dem Ergebnis, daß es sich bei der
-Erfindung Garays um ein _von 40 Mann bewegtes Schaufelrad_ gehandelt
-hat, nicht aber um eine Dampfmaschine. Nebenbei möge hier die Bemerkung
-Platz finden, daß sich bereits auf vorchristlichen römischen Medaillen
-Schiffe, die durch Schaufelräder angetrieben werden, vorfinden. Bei den
-Chinesen waren schon seit den ältesten Zeiten Schaufelräder im Gebrauch.
-
-_Cardanus_ (geb. 1501 zu Pavia, gest. 1576 zu Rom) führte in seinem im
-Jahre 1553 erschienenen Werke „~De rerum varietate~“ auch die Äolipile
-an, die er bezüglich des Ansaugens der Flüssigkeit und des Ausstoßens
-des Dampfes verbesserte. Auch er schlug vor, die in den Schornsteinen
-aufsteigende warme Luft in der Weise auszunutzen, daß ein Flügelrad in
-den lichten Raum der Esse eingebaut und zum Antrieb eines Bratspießes
-benutzt werde.
-
-Eine bemerkenswerte, wenngleich überaus unbestimmte Angabe über das
-Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers macht _Johannes Mathesius_,
-Bergpfarrer zu Joachimsthal, in seiner im Jahre 1562 erschienenen
-„Berg-Postilla oder Sarepta“. Die diesbezügliche Stelle lautet[19]:
-
-„Ihr Bergleute sollet auch in euren Bergreyen rühmen den guten Mann,
-der Berg (Gestein) und Wasser mit dem Wind auf den Platten anrichtet
-zu heben, _wie man jetzt auch, doch am Tage, Wasser mit Feuer heben
-soll_.“ Leider ist eine nähere Klarlegung dieser Anwendung des Feuers
-nicht gegeben.
-
-Im Jahre 1567 machte der Baumeister _Philibert Delorme_ (geb. um 1518
-zu Lyon, gest. 1577 zu Paris) den Vorschlag, zur Verhütung des Rauchens
-der Schornsteine in diese Äolipilen einzubauen.
-
-Bemerkenswert ist eine Angabe über das Verhältnis zwischen Wasser-
-und Dampfmenge, die in dem ohne Nennung des Verfassers (_Bresson_
-zugeschriebenen) im Jahre 1569 zu Orleans erschienenen Buche „~L'Art et
-science de trouver les eaux~“ enthalten ist und die wörtlich besagt:
-
-„Aus einem Teil Wasser entwickeln sich durch Wärmezufuhr und
-Verdampfung 10 Teile Luft (Dampf); im Gegensatz hierzu bildet sich aus
-10 Teilen Luft ein Teil Wasser.“
-
-Das Jahr 1570 brachte wiederum einen Vorschlag, die im Schornstein
-abziehenden Rauchgase zum Antrieb von Bratspießen zu benutzen. Dieses
-Mal ging der Vorschlag von _Bartholemeo Scappi_ aus, der ihn in seinem
-Buche ~Opera di M. Bartholemeo Scappi, Venetia 1570~, unter Beifügung
-von Kupfertafeln niederlegte.
-
-Im Jahre 1575 erschien eine Übersetzung der Werke Herons von
-Alexandrien aus dem Griechischen ins Lateinische von _Frederigo
-Commandino_. Dieser starb während der Drucklegung zu Urbino. An seiner
-Stelle besorgte dessen Freund _Spaciolus_ die Herausgabe[20].
-
-In demselben Jahre übersetzte Aleotti, Architekt zu Urbino, die
-„Druckwerke“ Herons ins Italienische[21].
-
-Im Jahre 1597 erschien zu Leipzig ein Buch, von dem Stuart[22]
-berichtet, daß es eine sich drehende Äolipile beschreibe, die zum
-Antrieb eines Bratspießes dient. Es würde dieses die erste Quelle sein,
-die auf die _motorische_ Ausnutzung der Äolipile deutet.
-
-Von besonderem Interesse ist auch die Beschreibung einer Äolipile, die
-_Sir Hugh Plat_ im Jahre 1594 veröffentlicht[23]: „Eine runde Kugel
-von Kupfer oder Messing, die durch Verdünnung des Wassers in Luft das
-Feuer kräftig anbläst. Mache eine Kugel aus Kupfer oder Messing und
-statte sie mit einem Rohr oder Halsstück aus, das oben einen seitlichen
-Ansatz und eine kleine Öffnung besitzt. Dann erhitze die Kugel und wirf
-sie in kaltes Wasser; sie wird alsdann Wasser in sich hineinsaugen.
-Dies wird so oft wiederholt, bis die Kugel mehr als zur Hälfte gefüllt
-ist. Dann setze diese über brennende Kohlen. Nun wird man bemerken, daß
-ein starkes Gebläse sich gegen die Kohlen richtet, wenn man die Tülle
-des Blasebalges entsprechend einstellt. Es steht außer Zweifel, daß man
-mit Hilfe dieser Kugel Gold und Silber schmelzen kann. Auch kann man
-diese Kugeln so groß machen, daß man mit ihrer Hilfe eine ganze Stunde
-lang ohne Unterbrechung blasen kann.“
-
-Man nannte die Äolipilen auch „~philosophical bellows~“, philosophische
-Blasebälge. Ihr Prinzip war übrigens in England schon vor den Zeiten
-Sir Hugh Plats bekannt. So soll es auf den herrschaftlichen Landsitzen
-in Staffordshire üblich gewesen sein, eine „~Jack of Hilton~“ genannte,
-etwa einen Fuß hohe hohle Messingfigur aufzustellen, die Feuer spie
-und deren Ursprung bis auf die Zeit der Sachsen zurückgeführt wurde.
-Sie wurde am Neujahrstage in Tätigkeit gesetzt, und man pflegte die
-Neujahrsgans dreimal um diesen Püsterich herumzutreiben, bevor man sie
-briet und verzehrte.
-
-Das Jahr 1598 brachte wiederum eine Übersetzung der „Druckwerke“ Herons
-ins Italienische, und zwar von _Georgi_[24].
-
-Im Jahre 1601 beschrieb _Battista della Porta_ in seinen ~Pneumaticorum
-libri III~ einen Apparat, der hin und wieder als eine Vorrichtung
-zum Heben von Wasser mittels Dampfes hingestellt wurde, in Wahrheit
-aber nur dazu dienen sollte, festzustellen, in wieviel Teile Luft
-sich eine gewisse Menge Wasser auflöst. Porta beschreibt den
-Apparat wie folgt[25]: „Man nehme eine gläserne oder zinnerne Kiste
-_~BC~_(Abb. 10), deren Boden an einer Stelle mit einem Loch versehen
-sei, durch welches der Hals eines Destilliergefäßes ~D~ läuft, welches
-ein bis zwei Unzen Wasser enthält. Der Hals sei an den Boden dieser
-Kiste eingelötet, so daß das Wasser daselbst nicht heraus kann. Von
-dem Boden der Kiste steige eine Röhre ~C~ auf, und diese Röhre sei
-hinlänglich vom Boden entfernt, um Wasser durchzulassen. Diese Röhre
-muß etwas über die Oberfläche des Deckels emporragen. Man fülle die
-Kiste ~B~ durch die Öffnung ~A~ mit Wasser und schließe sie dann zu.
-Man setze dann das Gefäß auf das Feuer und erhitze es nach und nach.
-Das Wasser in demselben wird sich in Luft verwandeln, wird auf das
-Wasser in der Kiste drücken, und dieses Wasser wird auf das Wasser in
-der Röhre ~C~ drücken, und dieses wird aus derselben herausfließen.
-Man muß so lange mit dem Erhitzen des Wassers in dem Gefäß fortfahren,
-bis alles gar ist. Da das Wasser in Luft verwandelt wird, wird diese
-Luft immer auf das Wasser in der Kiste drücken, und das Wasser wird
-beständig ausfließen. Wenn es einmal bis zum Sieden gekommen ist, mißt
-man die Menge Wassers, die aus der Kiste ausgeflossen ist, und so viel
-dann an diesem Wasser fehlt, so viel hat sich dann in Luft verwandelt.
-
-[Illustration: Abbildung 10 und 11.
-
-Battista della Portas Verdampfungsversuch.]
-
-Man kann auch sehr leicht bemessen, in wieviel Luft sich eine gegebene
-Menge Wassers verwandeln kann.
-
-Man nehme ein Destilliergefäß, das unter dem Namen Gruale oder
-gewöhnlich als ~materasso~, Kolben, bekannt ist, in welchem man
-Branntwein brennt. Man lasse dieses Gefäß von Glas sein, damit man die
-Wirkungen der Luft und des Wassers sehen kann.
-
-Dieses Gefäß sei durch ~A~ (Abb. 11) dargestellt, und die Öffnung
-desselben befinde sich in einem flachem Gefäß ~B~, das mit Wasser
-gefüllt ist. Das Gefäß ~A~ sei mit Luft gefüllt, die mehr oder minder
-dicht ist, nach Ort und Jahreszeit. Man rücke einen mit Feuer gefüllten
-kleinen Ofen unter das Gefäß ~A~. Die Luft wird sich, sobald sie die
-Wirkung der Wärme fühlt, ausdehnen und, nachdem sie dünner geworden
-ist, einen größeren Raum einnehmen und auf das Wasser drücken, was zu
-kochen scheinen wird. Dies ist ein Zeichen, das sich Luft entwickelt,
-und je mehr die Hitze wirken wird, desto mehr wird das Wasser zu kochen
-scheinen. Nachdem man den höchsten Grad von Luftverdünnung erhalten
-haben wird, wird das Wasser aufhören zu kochen. Wenn man dann das
-Feuer von dem Gefäß ~A~ wegnimmt, wird die Luft kälter werden und sich
-verdichten und einen kleineren Raum einnehmen, und da sie nicht mehr
-den leeren Raum in dem Gefäß ausfüllen kann, weil die Öffnung unter dem
-Wasser ist, wird sie das Wasser in das Gefäß ziehen, und man wird das
-Wasser mit Gewalt steigen und das Gefäß füllen sehen, so daß nur jener
-Teil davon leer bleibt, wo sich die Luft auf ihren natürlichen Zustand
-zurückgeführt befindet. Wenn man neuerdings Feuer an dieses geringe
-Volumen Luft bringt, wird es sich nochmals verdünnen, das Wasser wird
-hinausstürzen und, wenn man das Feuer entfernt, wieder steigen.
-
-Nachdem man das Wasser gestellt hat, nimmt man eine Feder und Tinte
-und bezeichnet außen am Glase die äußerste Oberfläche des Wassers im
-Gefäße und gießt dann aus einem anderen Gefäß so viel Wasser in das
-erstere, als nötig ist, bis zu dem angedeuteten Punkt zu gelangen.
-Man mißt hierauf dieses Wasser, und sovielmal dieses Wasser das ganze
-Gefäß füllen wird, sovielmal wird ein Teil der Luft, verdünnt durch
-die Hitze, sich entwickeln, und dadurch entstehen ganz kuriose Dinge
-(~grande secreti~).“
-
-Schon vor dem Jahre 1605 versuchte _Marin Bourgeois_ in der Artillerie
-Wasserdampf an Stelle von Pulver zu verwenden. Hiervon hörte _David
-Rivault_, _Herr von Flurence_; er setzte sich mit Bourgeois in
-Verbindung und ließ sich im Jahre 1606 dessen „Feuergewehr“ vorführen.
-In den von Rivault im Jahre 1605 und 1608 herausgegebenen ~Elémens
-d'Artillerie~[26] wird beschrieben, wie eine dünnwandige mit Wasser
-gefüllte Äolipile, deren Öffnung verschlossen ist, mit heftigem Knall
-explodiert, wenn sie der Einwirkung starker Hitze ausgesetzt wird.
-
-Bourgeois hat übrigens, wie Sir Hugh Plat (vgl. S. 30), auch die
-Beobachtung gemacht, daß, wenn man eine Äolipile erhitzt und in ein
-mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß wirft, sie Wasser in ihr Inneres
-hineinsaugt[27].
-
-Die in der zweiten Ausgabe der ~Elémens d'Artillerie~ gegebene
-Beschreibung des Dampfgeschützes lautet wie folgt[28]: „_Wie ein
-Geschütz mit Hilfe reinen Wassers abgefeuert werden kann_. Eine Kanone
-von der gebräuchlichen Form wurde am Zündloch fest verschlossen, und
-das Innere wurde mit Wasser gefüllt. Eine Kugel wurde hineingeschoben
-und mittels eines Halters festgehalten. _Nunmehr wurde ein Feuer unter
-den Schildzapfen des Rohres angebracht_. Als das Wasser hoch erhitzt
-worden war, wurde der die Ladung sichernde Halter entfernt und der
-Dampf trieb die Kugel mit großer Gewalt hinaus.“ Rivault gibt übrigens
-auch die Abbildung einer von Bourgeois erfundenen Windkanone.
-
-Im Jahrs 1615 erschien zu Heidelberg ein von _Salomon de Caus_[29]
-verfaßtes, zum Teil an Heron sich anlehnendes Buch: „~Les Raisons des
-forces mouvantes, avec diverses machines aussi utiles que plaisantes~“,
-in welchem Beobachtungen über die Natur des Wasserdampfes sowie
-Vorschläge für dessen praktische Verwendung gemacht werden. Diese sind
-von seiten Aragos so hoch eingeschätzt, daß er Salomon de Caus als den
-Erfinder der Dampfmaschine hingestellt hat. Eine aus dem Jahre 1624
-stammende Ausgabe jenes Buches Salomons de Caus zerfällt in folgende
-Unterabteilungen: Über die bewegenden Kräfte, Grotten- und Fontänenbau,
-Orgelbau. Für die Geschichte der Dampfmaschine ist nur die erstere
-wichtig, und zwar in erster Linie die dort aufgestellten „Theoreme“ ~I~
-und ~V~.
-
-
-_Salomons de Caus Theorem ~I~_.
-
-„_Die Elemente vereinigen sich eine Zeitlang; sodann kehrt jedes wieder
-an seinen Ort zurück_.
-
-Es ist allgemein bekannt, daß alles, was die göttliche Vorsehung
-geschaffen hat, zusammengesetzt und zusammengemischt ist aus Elementen,
-ebenso alles das, was der Mensch ausführt. So ist z. B. das Holz und
-alle anderen Dinge, die die Erde hervorbringt, aus Trockenem und
-Feuchtem zusammengesetzt und zwar mit Hilfe des Feuers und der Luft.
-Denn wir wissen aus Erfahrung, daß die Erde nichts hervorbringen würde,
-wenn sie nicht von der Sonne erwärmt würde und wenn die Luft nicht
-Wachstum verliehe. Wie nun aber die Natur etwas mit Hilfe der Elemente
-entstehen läßt, so zerstört sie dieses wiederum mit Hilfe der Elemente,
-indem sie jedes Element wiederum auf seine Stelle zurückkehren läßt. So
-wird z. B. das Holz durch Wärme zerstört, die Feuchtigkeit verdampft
-nach oben unter der Einwirkung der Wärme. Erreicht nun der Dampf mit
-der Wärme eine gewisse Höhenregion, so verlassen sie einander; jeder
-geht an seinen Ort zurück; die Feuchtigkeit fällt wieder auf die Erde.
-Dieses nennen wir Regen. Diesen Vorgang werde ich an einem Beispiel
-erläutern.
-
-~A~ (Abb. 12) sei ein rundes, dichtes Gefäß, in dessen Inneres ein
-Rohr ~C~ hineinragt, und zwar bis ungefähr auf dessen Boden. An dem
-Rohre ~C~ ist ein Hahn zum Öffnen und Verschließen angebracht. Oben
-ist an dem Gefäß noch die Öffnung ~E~ angeordnet. Man tue nun durch
-diese Öffnung Wasser in das Gefäß hinein, und zwar einen Topf voll,
-wie er neben dem Gefäß dargestellt ist, sofern das Gefäß drei solche
-Töpfe faßt. Hierauf setze man das Gefäß drei oder vier Minuten lang
-auf Feuer und lasse die obere Öffnung ~E~ offen. Nunmehr ziehe man das
-Gefäß wieder vom Feuer fort und lasse das noch in demselben befindliche
-Wasser hinaus. Man wird hierbei finden, daß ein Teil des Wassers durch
-die Hitze des Feuers verdampft ist. Nunmehr fülle man in das Gefäß
-wiederum die gleiche Menge Wasser wie vorhin, setze das Gefäß wiederum
-auf das Feuer, verschließe aber sowohl die obere Öffnung ~E~ wie den
-Hahn ~D~. Man lasse das Gefäß während der gleichen Zeit auf dem Feuer
-wie vorhin, ziehe es dann vom Feuer zurück und lasse es erkalten, ohne
-die Öffnung ~E~ zu öffnen. Gießt man nun das Wasser aus dem Gefäß aus,
-so wird man finden, daß dieses in derselben Menge vorhanden ist, die
-man in das Gefäß hineinfüllte. Hieraus ersieht man, daß das Wasser, das
-zu Dampf geworden war, jetzt wieder zu Wasser sich verwandelt und sich
-selbst abgekühlt hat. Man kann auch noch einen anderen Versuch machen.
-Man tue wiederum ein Quantum Wasser in das Gefäß und setze dieses auf
-das Feuer, nachdem man die Öffnung ~E~ geschlossen und den Hahn ~D~
-geöffnet hat. Setzt man nun den Topf neben das Gefäß, so wird sich das
-Wasser infolge der Hitze des Feuers aus dem Gefäße emporheben.“
-
-[Illustration: Abbildung 12.
-
-Versuch Salomons de Caus über die Kondensation des Dampfes.]
-
-Aus diesem Theorem I geht mit Sicherheit hervor, daß Salomon de Caus
-das Wesen der _Kondensation des Wasserdampfes_ erkannt hat.
-
-
-_Salomons de Caus Theorem ~V~_.
-
-„_Wasser steigt mit Hilfe des Feuers höher als seine Oberfläche_.
-
-Man kann mit Hilfe des Feuers Wasser zum Steigen bringen. Hierzu
-können verschiedene Vorrichtungen dienen. Eine derselben will ich hier
-beschreiben. ~A~ (Abb. 13) sei eine ringsum gut verlötete Kugel, an
-welcher sich eine Öffnung ~D~ befinde, durch welche man Wasser in das
-Gefäß tue. In die Kugel ~A~ führt bis fast auf deren Grund ein Rohr
-~B~. Nach Einführung des Wassers schließe man den Hahn ~D~ und stelle
-das Gefäß auf Feuer. Dann wird die dem Gefäß zugeführte Wärme das ganze
-Wasser aus dem Rohr ~B~ austreten lassen.“
-
-[Illustration: Abbildung 13.
-
-Salomons de Caus Vorrichtung zum Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers.]
-
-Unter den übrigen von Salomon de Caus angegebenen Vorrichtungen zum
-Heben von Wasser sind für uns noch einige solche von Interesse, bei
-denen die Sonnenwärme als Wärmequelle zur Erzielung der Verdampfung
-benutzt wird. Als Aufgabe 13 beschreibt er eine Maschine, mit deren
-Hilfe man stehendes Wasser in Gestalt einer kontinuierlichen Fontäne
-zum Ausströmen bringen kann. Auf dem Wasserbehälter ~I~ (Abb. 14)
-stehen vier kleine kastenförmige Gefäße; sie sind unten durch ein Rohr
-~P~ miteinander verbunden. Dieses Rohr mündet in seinem mittleren Teile
-mittels eines Ventils ~H~ in das im Behälter ~I~ enthaltene Wasser.
-Oberhalb der vier kleinen Gefäße liegt ein Rohr ~E~, von welchem je
-ein senkrechtes Rohr in diese Gefäße mündet. Ein Rohr ~N~ mit Ventil
-~G~ führt von dem Rohr ~E~ zu der kontinuierlich zu betreibenden
-Fontäne. Die oberen vier Gefäße werden durch die Öffnung ~M~ zur Hälfte
-mit Wasser gefüllt. Hierbei wird dieses Wasser durch das Ventil ~H~
-zurückgehalten. Läßt man nun die Sonne direkt oder unter Einschaltung
-von Brenngläsern auf die vier oberen Gefäße scheinen, so dehnt sich
-die in diesen befindliche Luft aus und drückt das Wasser in das Rohr
-~E~ und durch das Ventil ~G~ und Rohr ~N~ zu dem Springbrunnen. Dieser
-läßt das Wasser wieder in das Gefäß ~I~ zurückfallen. Wird die Zufuhr
-der Sonne unterbrochen, was bei Eintritt der Dunkelheit von selbst
-erfolgt, so kühlt sich die in den vier oberen Gefäßen enthaltene Luft
-ab und vermindert ihr Volumen. Infolgedessen schließt sich das Ventil
-~G~, wogegen sich das Ventil ~H~ öffnet und Wasser aus dem Gefäß ~I~ in
-die oberen Gefäße nach oben hin übertreten läßt. Bescheint die Sonne
-wiederum den Apparat, so beginnt das Spiel von neuem.
-
-[Illustration: Abbildung 14.
-
-Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der
-Sonnenwärme.]
-
-Als Aufgabe 15 beschreibt Salomon de Caus die in Abb. 15 dargestellte
-Sonnenkraftmaschine. Hier sind in dem Gestell ~A~ Brenngläser
-angebracht, die die Sonnenstrahlen auf zwei Metallkästen werfen,
-die in ihrem Innern die nach Aufgabe 13 ausgeführte Vorrichtung
-enthalten. Durch Ventil ~C~ und Rohr ~D~ tritt die unter Druck stehende
-Flüssigkeit zu der im Nebenraum aufgestellten Fontäne über.
-
-[Illustration: Abbildung 15.
-
-Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der
-Sonnenwärme.]
-
-Salomon de Caus war 1576 zu Dieppe geboren. Seines Zeichens Architekt,
-kam er im Jahre 1612 nach England, um den Park des Prinzen von Wales
-zu Richmond auszugestalten. Als sich die Tochter des Prinzen, die
-Prinzessin Elisabeth, im Jahre 1615 mit Kurfürst Friedrich ~V.~ von
-der Pfalz vermählte, siedelte Salomon de Caus nach dessen Residenz
-Heidelberg über. Der dortige Schloßpark und die Schloßterrasse sind
-sein Werk. 1619 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er im Jahre 1626
-verstarb. Bailles[30] und Arago[31] erblickten in Salomon de Caus
-den Erfinder der Dampfmaschine. Im Jahre 1834 wurde ein angeblich
-von Marion Delorme an den Marquis de Cinq-Mars gerichteter Brief
-veröffentlicht[32], in dem mitgeteilt wurde, daß de Caus, da man seine
-Anschauungen über die Dampfkraft für die Ausgeburt eines kranken
-Gehirns hielt, von Richelieu zu Bicêtre eingekerkert worden sei. In
-der Folgezeit erschien denn auch Salomon de Caus in Wort und Bild als
-Märtyrer seiner Ideen. Unter anderem widmete ihm Brachvogel 1859 das
-Drama „~Mon de Caus~“. Dagegen stellte sich der Brief Delormes als
-eine Fälschung heraus. Dieses hindert aber nicht, anzuerkennen, daß
-die Arbeiten Salomons de Caus eine wichtige Etappe auf dem Wege zu der
-Erkenntnis des Wesens des Dampfes bilden. Für die Vielseitigkeit dieses
-zu früh dahingerafften Pioniers der Dampfkraft spricht der Umstand,
-daß er auch über Perspektive (London 1612), Sonnenuhren (Paris 1624),
-Harmonie (Frankfurt 1615) Abhandlungen hinterlassen hat.
-
-Neben Salomon de Caus ist noch zu nennen der ebenfalls aus Dieppe
-stammende Isaak de Caus. Dieser verfaßte im Jahre 1644 ein Buch über
-eine neue Erfindung, um Wasser zu heben; dasselbe enthält aber nichts
-über die des Hebens mittels Feuer.
-
- * * * * *
-
-Mit dem Jahre 1617 erschließt sich für den die Geschichte der
-Dampfmaschine behandelnden Fachmann eine eigenartige Quelle in Gestalt
-der _englischen Patentschriften_. Eins der besten Geschichtswerke
-über die Entwicklung der Dampfmaschine ist Fareys „~Treatise on
-Steam Engine, historical, practical and descriptive~, London 1827“.
-Desgleichen Robert Stuarts ~Descriptive History of the Steam Engine~,
-London 1824. Beide Werke enthalten aber Angaben, welche gegenüber der
-sich auf die englischen Patentschriften stützenden Forschung nicht
-bestehen können. So enthält Stuarts ~History~ eine Zusammenstellung
-der auf die Verbesserung der Dampfmaschine, der Feuerungen und der
-Dampfkessel bezüglichen englischen Patentschriften, die als lückenhaft
-und als zum Teil unzutreffend zu bezeichnen ist. Durch einen Zufall
-wurde dem Schreiber dieses auch eine Anzahl in anderen gründlichen
-Werken enthaltener Unstimmigkeiten kund, die derselbe in einer längeren
-Abhandlung: „_Beiträge zur Geschichte der Erfindungen im 17. und
-18. Jahrhundert_“ in „_Glasers Annalen für Gewerbe und Bauwesen_“ 1897,
-Nr. 488 u. ff., richtig stellte.
-
-Die sämtlichen seit dem 11. März 1617 erteilten englischen Patente
-sind im Jahre 1857 gesammelt und bei George Edward Eyre und William
-Spottiswoode in London neu gedruckt worden. In ihnen ist für die
-Erforschung der Fortschritte der Technik von jener Zeit an ein reicher
-Stoff niedergelegt, der den im übrigen durchaus gewissenhaften
-Forschern Farey und Stuart nicht zur Verfügung stand. Nun gibt es außer
-jenem Neudruck der seit 1617 ausgegebenen englischen Patentschriften
-auch die von uns bereits mehrfach zitierten ~Abridgements of
-Specifications relating to the Steam Engine~. _Leider lassen aber
-auch diese eine absolute Zuverlässigkeit vermissen_. Schreiber dieses
-hat daher, um hier eine Lücke auszufüllen, sämtliche englischen
-Patentschriften vom Jahre 1617 bis auf James Watts erstes Patent vom
-Jahre 1769, insgesamt 913 Stück, daraufhin geprüft, ob sie sich auf die
-Verbesserung der Dampfmaschine oder Verwandtes beziehen.
-
-[Illustration: Abbildung 16.
-
-Titelbild zu Giovanni Brancas Buch „~Le Machine~“.]
-
-Die ältesten englischen Patentschriften ergehen sich nur in allgemeinen
-Wendungen über den Gegenstand des Patents und geben daher keine
-Möglichkeit, sich diesen zweifellos zu vergegenwärtigen.
-
-Schon aus den ersten dieser Patentschriften geht aber zweifellos das
-große Interesse hervor, das die damalige Industrie hatte, um sich
-neue bewegende Kräfte dienstbar zu machen. Als ein auf diesem Gebiete
-tätiger Erfinder tritt uns _David Ramseye_ entgegen. Ihm wurde in
-Gemeinschaft mit _Thomas Wildgosse_ am 17. Januar 1618 das Patent Nr. 6
-erteilt auf eine neue und geeignete kompendiöse Art von Maschinen und
-Instrumenten und andere nützliche Erfindungen, Mittel und Wege zum
-Besten des Gemeinwohles, um so wohl die Äcker ohne Pferde und Ochsen
-zu pflügen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu vermehren, ferner um
-Wasser von niedrig gelegenen Orten zu höher gelegenen Orten zu heben,
-Städte und Landedelsitze mit Wasser zu versorgen und andere Plätze, die
-bisher ohne Wasser sind, mit geringerer Mühe als bisher, und Fracht-
-und Passagierschiffe auf dem Wasser zu bewegen, sowohl schneller bei
-Windstille als auch sicherer im Sturm, als dies bei Schiffen mit voller
-Takelung möglich ist.
-
-Unter dem 8. August 1622 erhielt eben derselbe _David Ramseye_ in
-Gemeinschaft mit _John Jacke_ das Patent Nr. 21 auf eine neue und
-nützliche Erfindung, Kunst und Mittel, zwei nützliche Maschinen und
-Instrumente herzustellen und zu benutzen, die eine zum Heben von
-Wasser, um Ländereien und Bergwerke zu entwässern, die andere um einen
-Bratspieß oder dergleichen zu drehen.
-
-Wir erwähnen diese beiden Ramseyeschen Patente hier, obgleich sie nicht
-mit Bestimmtheit auf Dampfmaschinen sich beziehen, um deswillen, weil
-Ramseye Inhaber des später noch von uns zu nennenden ersten englischen
-Dampfmaschinenpatents Nr. 50 vom 21. Januar 1630 ist.
-
-Im Jahre 1627 gab _Jean Leurechon_ unter dem Namen „Van Etten, ein
-Student der Universität zu Pont à Mousson“, ein unterhaltendes,
-mathematische, physikalische usw. Dinge behandelndes Buch heraus:
-~Récréations mathématiques~, Rouen. In diesem wurde außer den in
-Herons Druckwerken beschriebenen Anwendungen der Dampfkraft auch die
-Dampfkanone von Bourgeois (vgl. S. 32) vorgeführt[33].
-
-[Illustration: Abbildung 17.
-
-Giovanni Brancas Antrieb eines Walzwerkes durch warme Luft.]
-
-Um diese Zeit brachte _Cornelius Drebbel_ (geb. 1572 zu Alkmaar, gest.
-1634 zu London) ein musikalisches Instrument durch Flüssigkeit, auf
-welche die Sonne einwirkte, zum Tönen[34].
-
-Das Jahr 1629 bildet einen wichtigen Merkstein in der Geschichte der
-Dampfmaschine. In diesem Jahre veröffentlichte _Giovanni Branca_ sein
-mit zahlreichen höchst anschaulichen Abbildungen ausgestattetes Buch
-„~Le Machine~“, dessen mit den Bildnissen Vitruvs und Archimedes
-geziertes Titelbild wir in Abb. 16 wiedergeben.
-
-Aus diesem Werke Brancas sind für die Geschichte der Dampfmaschine die
-Figuren 2 und 25 von Wichtigkeit.
-
-In Figur 2, die in Abb. 17 wiedergegeben ist, stellt Branca ein
-Walzwerk dar, das durch die Abhitze eines Schmiedefeuers angetrieben
-wird.
-
-Branca beschreibt dieses Warmluftrad wie folgt: „In jener Figur 2 wird
-ein Verfahren gezeigt, um eine Stange Goldes, Silbers oder sonst eines
-Stoffes auszuwalzen, sowie Medaillen, Münzen und dergleichen mit einem
-Aufdruck zu versehen. Zunächst sieht man einen Handwerker neben dem
-Schmiedefeuer ~M~ unter der Esse ~L K H G~ auf dem Amboß ~T~ den Hammer
-schwingen.
-
-Die Esse läßt in der dargestellten Ausführung die warme Luft nach oben
-hin austreten und versetzt hierbei das Rad ~I~ in Drehung, durch dessen
-Bewegung die Triebe ~N P R~ und von diesen die Räder ~O Q F~ und die
-Welle ~A~ gedreht werden. Letztere liegt konzentrisch zu dem Rade ~F~.
-Hier nun kann ein zweiter Handwerker je nach Wunsch den Metallstab
-~E~ entweder auswalzen oder mittels der Preßansätze ~B~ und ~C~ mit
-Aufdrucken versehen.“
-
-Die in Figur 25 dargestellte, in Abb. 18 wiedergegebene Vorrichtung hat
-Jahrhunderte hindurch geschlummert. Erst als die Elektrotechnik ihren
-Siegeszug durch die Welt vollzog und für den Antrieb der Dynamomaschine
-schnell laufende Kraftmaschinen verlangte, ist sie durch _Parsons_ und
-_Laval_ gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Gestalt der _Dampfturbine_
-zu neuem Leben erwacht und zu einer anfangs nicht geahnten Verbreitung,
-auch außerhalb der Elektrotechnik, insbesondere im Schiffswesen,
-gelangt.
-
-[Illustration: Abbildung 18.
-
-Giovanni Branca's Dampfrad.]
-
-_Giovanni Branca_ beschreibt sein Dampfrad wie folgt: „Aus jeder
-Abbildung lassen sich die besten Grundlagen und Grundsätze für den
-jeweilig vorliegenden Zweck ableiten. Figur 25 stellt eine Vorrichtung
-dar, um Stoffe, die zur Herstellung von Pulver dienen, zu zermalmen.
-Wunderbar ist aber der Motor dieser Vorrichtung, der in einem
-metallenen Kopfe besteht, der mit ~A~ bezeichnet ist, durch die Öffnung
-~B~ mit Wasser gefüllt und auf den mit brennenden Kohlen angefüllten
-Herd ~C~ gesetzt ist. Der Kopf kann nun nach keiner anderen Richtung
-hin ausatmen als durch seinen Mund ~D~. So wird er denn einen so
-starken Hauch von sich geben, daß er das Schaufelrad ~E~ samt dem Rade
-~G~, dem Triebe ~H~, dem Rade ~I~, dem Triebe ~K~, dem Rade ~L~ und
-die mit diesem verbundene Walze in Drehung versetzt. Auf dieser Walze
-sind die beiden Hebedaumen ~N~ und ~O~ angebracht, die abwechselnd die
-durch ~P~ geführten Stempel anheben, die dann die in den Gefäßen ~M~
-befindlichen Stoffe zertrümmern.“
-
-_Das Jahr 1630_ bringt _das erste auf eine Dampfmaschine bezügliche
-englische Patent_. In der zugehörigen Urkunde ist im Gegensatz zu den
-vorhergehenden Patentschriften ausdrücklich angegeben, daß es sich um
-die Ausnutzung des Feuers oder, mit anderen Worten, des Dampfes zur
-Leistung von Arbeiten handelt.
-
-Dieses Patent trägt die Nr. 50 und ist unter dem 21. Januar 1630 dem
-bereits als Mitinhaber der Patente Nr. 6 und Nr. 21 genannten _David
-Ramseye_ erteilt.
-
-Das Patent ist außerordentlich vielseitig und betrifft:
-
-1. die Herstellung von Salpeter,
-
-2. _das Heben von Wasser aus tiefen Gruben durch Feuer_,
-
-3. den Antrieb von Mühlen an stehenden Gewässern durch ständige
-Bewegung, ohne Benutzung von Wind, Bedienungsmannschaften oder Pferden,
-
-4. die Herstellung von Teppichen ohne Webstuhl,
-
-5. die Herstellung von Schiffen, Booten und Barken, die sich gegen
-starken Sturm und Strömung fortbewegen,
-
-6. die Erhöhung der Fruchtbarkeit des Erdbodens,
-
-7. die Hebung des Wassers aus tiefgelegenen Orten und Kohlengruben auf
-eine neue Art,
-
-8. das Weichmachen von Eisen und Kupfer,
-
-9. das Bleichen von Wachs.
-
-Im Jahre 1633 wurden die von uns bereits erwähnten „~Récréations
-mathématiques~“ _Leurechons_ durch _Oughtred_ ins Englische
-übersetzt[35]. Hier wurden die Äolipilen als Hilfsmittel beim
-Metallschmelzen vorgeschlagen.
-
-Vielleicht ist diese Veröffentlichung der Anlaß zu dem englischen
-Patent Nr. 71 gewesen, das unter dem 24. Juni 1634 an _Arnold Rotsipen_
-erteilt wurde. Dasselbe betrifft außer verschiedenen auf anderen
-Gebieten liegenden Erfindungen _einen mechanischen Hammer_ (~hammer
-Mill~), _der durch Wasserdampf oder durch ein Pferd angetrieben wird
-und gestattet, mehr oder minder starke Schläge auszuüben_, obgleich der
-Antrieb stets mit der gleichen Geschwindigkeit erfolgt. Dieses wichtige
-Patent ist in den ~Abridgements~ auffallenderweise nicht enthalten.
-
-Um diese Zeit vollzog sich jener große Fortschritt in der Kenntnis des
-Luftdrucks, der an die Namen _Galilei_, _Torricelli_, _Pascal_ und
-_Otto v. Guericke_ geknüpft ist und fruchtbringend auf die Entwicklung
-der Anwendung der Dampfkraft -- wenn auch nicht sofort erkennbar --
-einwirkte.
-
-Im Jahre 1643 veröffentlichte der Jesuitenpater _Athanasius Kircher_
-in dem Buche „~De arte magnetica~“ eine Verbesserung des Brancaschen
-Schaufelrades. Dieselbe bestand im wesentlichen darin, daß auf das
-Rad an Stelle eines einzigen Dampfstrahles deren zwei zur Einwirkung
-gebracht wurden[36].
-
-1648 empfahl der Bischof _Wilkins_ in der ~Mathematical Magic~
-die von Cardanus verbesserte Äolipile (vgl. S. 28) zum Läuten der
-Kirchenglocken und zum Antrieb von Musikwerken, zum Garnhaspeln, zum
-Schaukeln von Kinderwiegen und zum Drehen von Bratspießen.
-
-Im Jahre 1650 treffen wir auf ein Schriftstück, das von demjenigen
-Manne herrührt, der gleichsam ein englisches Gegenstück zu Salomon de
-Caus bildet, indem ihm von zahlreichen englischen Geschichtsforschern
-das Verdienst zugeschrieben wird, die erste als Dampfmaschine
-anzusprechende Vorrichtung erfunden und in praktische Benutzung
-genommen zu haben. Es ist dies _Edward Somerset_, _Marquis of
-Worcester_. Einer reichen Aristokratenfamilie angehörig, war
-Worcester ein Gegner Cromwells. Als dieser die königlichen Truppen
-besiegte, ging Worcester im Jahre 1648 seiner Besitzungen verlustig
-und mußte nach Frankreich flüchten, wo er sich mehrere Jahre hindurch
-aufhielt. König Karl ~II.~ hoffte auf die Beihilfe Ludwigs ~XIV.~ Dem
-widersetzte sich aber der Kardinal Mazarin, und es blieb Karl ~II.~
-nichts anderes übrig, als Vermittler nach England zu senden, die seine
-Rückkehr auf den englischen Thron einleiten sollten. Als ein solcher
-Vermittler ging auch der Marquis of Worcester nach England, wurde aber
-auf Parlamentsbeschluß vom 28. Juli 1652 dem Tower als Gefangener
-zugeführt. Hier nahm er seine schon von Jugend auf betriebene
-Beschäftigung mit mechanischen Künsten wieder auf und brachte eine
-Anzahl von ihm gemachter Erfindungen zu Papier. Dieser unfreiwillige
-Aufenthalt dürfte bis etwa zum Juni 1655 gewährt haben. Hier nun
-verfaßte er die erste Niederschrift eines Buches: „_Ein Hundertvoll der
-Namen und Beispiele solcher Erfindungen, von denen ich mich erinnere,
-daß ich sie versucht und vervollkommnet habe_“. Diese Schrift kam aber
-erst im Jahre 1663 in die allgemeine Öffentlichkeit. Am 15. November
-1661 erhielt der Marquis of Worcester das Patent Nr. 131. Dasselbe
-betrifft:
-
-1. eine Uhr ohne Schnur und Kette,
-
-2. Schnelladekanonen und Pistolen,
-
-3. eine Vorrichtung, um durchgehende Pferde ohne Gefahr von dem Wagen
-loszulösen,
-
-4. ein Schiff, das gegen den Strom und gegen den Wind geht.
-
-Die hier unter Nr. 4 aufgeführte Erfindung ist von verschiedenen
-Geschichtsforschern, z. B. Woodcroft, dahin ausgelegt, daß sie sich auf
-ein Dampfschiff beziehe. Hierfür bietet aber die Patentschrift Nr. 131
-keinerlei Anhalt. Hieraus scheint sich vielmehr zu ergeben, daß es sich
-um eine eigenartige Benutzung der Kraft des Windes handelt, die auch
-zum Be- und Entladen von Schiffen benutzt werden sollte.
-
-Im Jahre 1659 gab _Jakob Dobrzenski_ ein größeres reich illustriertes
-Buch ~Nova et amaenior de admirando fontium genio Philosophia~
-heraus, in welchem in Anlehnung an Heron von Alexandrien eine Anzahl
-hydraulischer Apparate, u. a. auch eine Vorrichtung, um Wasser durch
-die Kraft erwärmter Luft zu heben, beschrieben wird.
-
-Nunmehr sind zwei Patente bemerkenswert, die im Verlaufe des Jahres
-1662 erteilt wurden. Dieselben enthalten zwar keine Angaben, aus denen
-hervorgeht, daß es sich um die Anwendung der Dampfkraft handelt, die
-jedoch derart abgefaßt sind, daß sie dahin gedeutet werden können, daß
-es sich um eine solche handelte.
-
-Das erste dieser beiden Patente ist am 12. März 1662 an _Ralph Waine_
-unter Nr. 135 verliehen. Als Gegenstand des Patents ist angegeben:
-_eine Maschine mit perpetuierlicher Selbstbewegung, die ohne Hilfe
-einer Person oder einer Kreatur nicht nur weite Flächen Landes von
-großen Wassermengen trocken legt, sondern auch Bergwerke von mehr als
-50 Fathoms Tiefe_.
-
-Das zweite Patent trägt die Nummer 139 und ist am 17. September 1662 an
-_Thomas Togood_ erteilt. Dasselbe betrifft eine Erfindung, neue Schiffe
-zu bauen, die ohne Hilfe von Wind und Strömung fahren, und eine neue
-Erfindung zum Heben von Wasser mit Wassersaugern, die eine besondere
-Anwendung finden können, sowie die Entwässerung von Bergwerken, _die
-mit Hilfe der bisher bekannten Maschinen nicht erreicht werden kann_.
-Im Jahre 1663 erschien die bereits erwähnte Schrift des _Marquis of
-Worcester_: „Ein Hundertvoll Namen und Beispiele von Erfindungen“. Der
-vollständige Titel dieser von den einen in den Himmel gehobenen, von
-den anderen als Ergebnis hohler Prahlerei verschrieenen Druckschrift
-lautet:
-
-„Ein Hundertvoll der Namen und Beispiele von denjenigen Erfindungen,
-von denen ich mich entsinnen kann, sie versucht und ausgebildet zu
-haben, welche ich (da meine früheren Niederschriften verloren gegangen
-sind) auf inständiges Ersuchen eines machtvollen Freundes im Jahre 1655
-versucht habe, in einer solchen Weise niedergelegt habe, daß ich mich
-aus ihnen derart unterrichten kann, daß ich imstande bin, die eine
-oder andere praktisch auszuführen. ~Artis et Naturae proles.~ London.
-Gedruckt bei J. Grismond im Jahre 1663.“ Das Buch ist dem englischen
-König und dem Parlament gewidmet.
-
-Unter den hundert verschiedenen, zum großen Teil nur andeutungsweise
-aufgeführten Erfindungen befinden sich u. a. folgende: Verstellbarer
-Stempel (Nr. 1), Abfeuern von Kanonen bei Nacht wie bei Tage (Nr. 8),
-eine Höllenmaschine (Nr. 9), die so klein ist, daß man sie in der
-Tasche tragen kann, und die, im Innern des größten Schiffes angebracht,
-zu einer bestimmten Minute, selbst nach Verlauf einer Woche, bei Tag
-oder Nacht das Schiff unfehlbar zum Sinken bringt. Nr. 10 bezieht
-sich auf das Tauchen, um von einer eine Meile entfernten Stelle aus
-die unter Nr. 9 erwähnte Höllenmaschine an dem Schiffe anzubringen.
-Unter Nr. 11 wird dann ein Mittel angegeben, um ein Schiff vor jenen
-Höllenmaschinen zu bewahren. Ein Verfahren (Nr. 15), ein Boot zu
-bauen, das von selbst ohne Hilfe eines Menschen oder eines Tieres
-gegen Wind und Strömung fährt; ein Meeresschloß (Nr. 16) oder -festung
-kanonenschußsicher zu machen, das auch innerhalb einer Stunde bei 1000
-Mann Besatzung in drei Schiffe verwandelt werden kann. Ein auf der
-Themse schwimmender Blumengarten (Nr. 17). Eine Wasserhebevorrichtung
-(Nr. 21). Bewegung von Lasten mit geringem Kraftaufwande (Nr. 27). Eine
-Repetierpistole (Nr. 58). Als Anwendungsarten des Dampfes kommen nur
-die unter Nr. 68, 98 und 100 beschriebenen Vorrichtungen in Frage.
-
-Unter Nr. 68 heißt es: „Eine merkwürdige und sehr kräftige Art, Wasser
-zu heben, und zwar nicht in der Weise, daß es hinaufgedrückt oder
-hinaufgesaugt wird, denn dies ist, wie die Philosophen sagen, nur
-~intra sphaeram activitatis~, d. i. innerhalb enger Grenzen möglich.
-Der hier beschriebene Weg kennt keine Grenzen der Wirkung, sofern nur
-die dabei benutzten Gefäße stark genug sind. Ich nahm ein Kanonenrohr,
-von dem an dem einen Ende ein Stück abgesprungen war, füllte dessen
-Hohlraum zu drei Viertel mit Wasser, verschloß das Mundloch und das
-Zündloch sorgfältig mittels Schrauben. Nunmehr brachte ich ein starkes
-Feuer unter das Kanonenrohr, das dann nach 24 Stunden mit lautem Krach
-zerbarst. So hatte ich auf diese Weise ein Verfahren erkannt, um meine
-Gefäße so herzustellen, daß sie nacheinander mittels der in ihnen
-aufgespeicherten Kraft gefüllt werden können.
-
-Ich habe gesehen, wie das Wasser gleich dem ständigen Strahl eines
-Springbrunnens 40 Fuß hochstieg. Ein Gefäß, das Wasser enthielt, das
-durch Feuer verdünnt wurde, trieb vierzig Gefäße kalten Wassers empor.
-Und ein Mann, der die Vorrichtung bedient, braucht nichts weiter zu
-tun, als zwei Hähne zu drehen, damit wenn das in dem einen Gefäß
-enthaltene Wasser verbraucht ist, ein anderes Gefäß zu arbeiten und
-sich mit kaltem Wasser zu füllen beginnt usw. Erforderlich ist, daß
-das Feuer gleichmäßig unterhalten wird. Dieses kann aber durch ein
-und dieselbe Person besorgt werden, und zwar zwischen der Drehung der
-erwähnten Hähne.“
-
-Unter Nr. 98 heißt es: „Eine so ersonnene Maschine, daß, wenn der
-bewegliche Teil („~primum mobile~“) vorwärts oder rückwärts, aufwärts
-oder abwärts, im Kreise oder winklig, hin und her, gerade, senkrecht
-sich bewegt, die angestrebte Wirkung ständig vor sich geht, ohne daß
-eine der vorgenannten Bewegungen die andere hindert oder vermindert.
-Alle Bewegungen vereinigen sich vielmehr, um der Vorrichtung Kraft
-in erhöhtem Maße zuzuführen. Und daher nenne ich diese Maschine eine
-‚halballmächtige Maschine‛ (~A Semi-omnipotent Engine~). Ein Modell
-derselben soll mir dermaleinst in das Grab mitgegeben werden.“
-
-Unter Nr. 100 macht dann der Marquis of Worcester folgende Ausführungen:
-
-„Durch das merkwürdige Hilfsmittel, welches die beiden zuletzt
-genannten Erfindungen darbieten, ist nun von mir nach jahrelangem
-Arbeiten ein Wasserwerk ausgeführt worden, mit dessen Hilfe mit der
-Kraft eines Kindes eine unglaubliche Menge Wassers 100 Fuß hoch gehoben
-werden kann, und zwar sogar in einem Rohre von zwei Fuß Durchmesser.
-Und dies geht so natürlich vor sich, daß die Maschine noch nicht einmal
-in dem benachbarten Raum gehört wird, und so leicht und einfach, daß,
-wenn die Maschine selbst während eines ganzen Jahres Tag und Nacht in
-Tätigkeit wäre, die Reparaturen noch nicht 40 Schillinge kosten und
-keinen Tag erfordern würden.
-
-_Ich kann daher diese Maschine mit Kühnheit das bewundernswerteste
-Werk der ganzen Welt nennen_. Dieselbe vermag nicht nur mit kleinem
-Aufwande alle Sorten von Bergwerken zu entwässern, sondern auch selbst
-hochgelegene Städte mit Wasser zu versorgen. Hierbei läßt sie das
-Wasser durch die Straßen laufen und übernimmt demnach auch das Amt der
-Straßenreiniger. Auch liefert sie den Einwohnern für ihre Privatzwecke
-Wasser in genügender Menge. Sodann versorgt sie Flüsse mit derartigen
-Wassermassen, daß sie schiffbar sind und bleiben von einer Stadt zur
-anderen.
-
-Und so hebt sie die Verhältnisse mit vermehrtem Vorteil, Nutzen,
-Bewunderung und Stetigkeit. Daher glaube ich denn auch wohl mit Recht,
-daß durch diese Erfindung meine Arbeiten gekrönt werden und daß sie
-mich für alle meine gehabten Aufwendungen entschädigen wird, so daß ich
-nicht mehr gezwungen bin, meine Gedanken auf weitere neue Erfindungen
-zu richten.
-
-Hiermit ist das Hundert voll, und ich will den Leser nicht weiter
-ermüden, denn ich habe die Absicht, der Nachwelt ein Werk zu schenken,
-in welchem unter allen den behandelten Kapiteln angegeben werden soll,
-wie die genannten Erfindungen ausgeführt werden können, und zwar unter
-Beifügung von Kupferstichen.
-
- ~In bonum publicum.
- In Majorem Dei Gloriam.~“
-
-Dieses vom Marquis of Worcester der Nachwelt verheißene Werk ist nicht
-zur Ausführung gekommen. Wohl aber hat _Henry Dircks_ es unternommen,
-die hundert Erfindungen nach Kräften zu erklären[37].
-
-Die Nachwelt hat mehrfach den Versuch unternommen, die unter Nr. 68 des
-Centurys angegebene Maschine zu rekonstruieren.
-
-Die Abb. 19 stellt die vermutliche Anordnung der Worcesterschen
-Wasserhebemaschine nach La Cour und Appel dar[38]. Wir sehen hier
-links das Gefäß, in dem der Dampf entwickelt wird, der dann in das
-rechts stehende Gefäß geleitet wird und aus diesem das Wasser in einem
-Steigrohr empordrückt.
-
-Wie Salomon de Caus so ist auch der Marquis of Worcester als Erfinder
-der Dampfmaschine poetisch verherrlicht worden, und zwar in Bulwers
-„~The last of the Barons~“.
-
-[Illustration: Abbildung 19.
-
-Wasserhebemaschine des Marquis of Worcester.
-
-Nach La Cour und Appel.]
-
-Des Marquis of Worcester „~Century of Inventions~“ ist in Handschrift
-unter den ~Harleian Papers~ im Britischen Museum erhalten und trägt
-hier die Sammlungsnummer 2428. Sie wurde, wie wir bereits mitteilten,
-zuerst im Jahre 1663 veröffentlicht. Im Jahre 1746 erfolgte ein
-Neudruck, bei welcher Gelegenheit man in _Desaguliers_ den Verfasser
-vermutete. Eine spätere Ausgabe aber erfolgte zu Glasgow im Jahre 1767,
-nachdem James Watt seine Erfindungen begonnen hatte. 1786 erfolgte zu
-London ein dritter Abdruck und im Jahre 1813 ein vierter zu Newcastle
-durch John Buddle. Schließlich veröffentlichte Henry Dircks das Century
-als Appendix zu seinem von uns zitierten Buche über Leben, Zeitalter
-und Arbeiten des Marquis of Worcester.
-
-Die ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine~
-(London 1871) berichten, daß der Marquis of Worcester unter dem
-3. Juni 1663 durch Parlamentsakte auf seine Wasserhebemaschine ein
-Privileg erhielt. Dasselbe ist in der im Jahre 1857 veröffentlichten
-Sammlung englischer Patente nicht enthalten und bezweckte, „Edward
-Marquis of Worcester in den Stand zu setzen, die von ihm erfundene
-Wasserhebemaschine auszunutzen“. In der Einleitung heißt es: „Edward
-Marquis of Worcester hat Seiner Majestät dem König die Versicherung
-gegeben, daß er auf Grund langer und unermüdlicher Anstrengungen und
-Eifers und unter erheblichen Aufwendungen ein Naturgeheimnis aufgedeckt
-habe, nämlich eine Wasserhebemaschine von größerer Stärke und größeren
-Vorzügen, als man bisher kannte. Diese Maschine ist keine Pumpe oder
-Kraftmaschine (~force~), wie sie jetzt im Gebrauch sind, noch ein Werk,
-das mit Saugern, Eimern oder Balgen arbeitet, wie man sie bisher zum
-Heben und Transportieren von Wasser benutzt hat, welche Maschine der
-Allgemeinheit einen großen Nutzen gewähren wird. Und da nun der Marquis
-of Worcester gewillt und bereit ist, Sr. Majestät den zehnten Teil des
-ihm daraus erwachsenden Nutzens zu überlassen, soll ihm allein die
-Benutzung seiner Erfindung für 99 Jahre gewährt werden.
-
-Sollte jemand die Maschine nachahmen oder benutzen, so soll die
-betreffende Maschine dem Marquis verfallen sein. Und für jede Stunde,
-die jemand ohne Erlaubnis des Marquis die Maschine benutzt, soll dieser
-mit 5 Pfund Sterling bestraft werden. Dem Marquis wird aufgetragen, bis
-zum 29. September 1663 ein Modell seiner Maschine dem Lord Treasurer
-einzureichen.“
-
-Nachdem dieses Privilegium erteilt worden war, machte ein alter
-Diener des Marquis namens _James Rollock_ die Mitteilung, daß dieser
-beabsichtige, ein Wasserwerk nach seinem System zu erbauen. Dieser
-James Rollock war 40 Jahre lang der Augenzeuge der Bemühungen
-des Marquis gewesen, die darauf abzielten, eine brauchbare
-Wasserhebemaschine zu schaffen. Im Zusammenhange mit dieser Mitteilung
-James Rollocks scheint eine alsbald vom Marquis veröffentlichte
-Schrift zu stehen: „Eine vollkommene und wahre Beschreibung einer
-überraschenden Wasserhebemaschine“[39].
-
-Nach dieser Schrift befanden sich an dieser Maschine im wesentlichen
-folgende Teile:
-
-1. ein vollkommenes Gegengewicht für jede beliebige Menge von Wasser;
-
-2. ein vollkommener Ausgleich (~countervail~) für jede Höhe, auf welche
-das Wasser gefördert werden soll;
-
-3. ein beweglicher Teil (~primum mobile~), der sowohl die Förderhöhe
-als auch die Fördermenge beherrscht;
-
-4. ein Ersatz oder Gegenwert, welcher die Stelle und Arbeit der vollen
-Kraft eines Mannes, des Windes, eines Tieres oder eines Wasserrades
-leistet;
-
-5. eine Steuerungsvorrichtung mit Griffen, durch welche ein Kind die
-ganze Arbeit der Maschine leiten, regulieren und kontrollieren kann;
-
-6. ein besonderer Behälter für Wasser, entsprechend der gewünschten
-Wassermenge oder Förderhöhe;
-
-7. eine Wasserleitung, geeignet für die gewünschte Wassermenge und
-Förderhöhe;
-
-8. ein Raum für das Quell- oder Flußwasser, wohinein dieses läuft und
-sich selbsttätig mit dem aufsteigenden Wasser vereinigt, und zwar am
-unteren Ende der genannten Wasserleitung, mag diese auch noch so hoch
-und weit sein;
-
-„Dies ist“, so fügt der Marquis hinzu, „durch die göttliche Vorsehung
-und durch himmlische Eingebung meine wunderbare Wasserhebemaschine, die
-weder an eine gewisse Förderhöhe noch an eine bestimmte Fördermenge
-gebunden ist.“
-
-La Tour und Appel berichten in ihrer von uns bereits mehrfach zitierten
-„Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung“, daß sich in den
-hinterlassenen Papieren des Marquis of Worcester die Niederschrift
-eines Dankgebetes gefunden hat, das er verfaßte, nachdem er seine
-Maschine in Tätigkeit gesetzt hatte und sich mit eigenen Augen von dem
-Erfolg überzeugen konnte. Dieses Gebet lautet:
-
-„O unendlicher und allmächtiger Gott, Deine Barmherzigkeit hat keine
-Grenzen. Deine Weisheit ist unermeßlich und unerschöpflich. Ich danke
-Dir zuerst, daß Du mich erschaffen und mir Heil hast widerfahren
-lassen. Dann aber sage ich Dir aus dem Innersten meines Herzens
-demütigen Dank dafür, daß Du mir Einsicht in ein Geheimnis vergönnt
-hast, welches so groß und für alle Menschen so wertvoll ist wie
-meine Wasserhebemaschine. Bewahre mich nun davor, o Herr, daß meine
-Kenntnis dieser und vieler seltenen und unvergleichlichen Erfindungen,
-Einrichtungen und Versuche mich aufgeblasen mache, sondern züchtige
-mein hochmütiges Herz, indem Du mich meine unwissende schwache und
-unwürdige Natur erkennen lässest, die von allem Bösen versucht wird.“
-
-Im Jahre 1663 hatte Worcester in seiner zu Vauxhall belegenen Werkstatt
-ein Modell seiner Wasserhebemaschine angefertigt und König Karl II. zu
-dessen Besichtigung eingeladen[40].
-
-Sodann hatte er eine Maschine in größerem Maßstabe in Vauxhall für
-die Wasserversorgung Londons aufgestellt. Am 3. April 1667 verstarb
-Worcester in London und wurde in der Familiengruft zu Raglan feierlich
-beigesetzt. Die Maschinenanlage zu Vauxhall war noch im Jahre 1669 im
-Betriebe. In diesem Jahre wurde sie vom Prinzen Cosimo, dem Sohn des
-Großherzogs Ferdinand II. von Toskana, besichtigt. In dem Tagebuche,
-das Magalotti, der Begleiter des Prinzen, geführt hat, heißt es[41]:
-
-„Damit Seine Hoheit den Tag nicht mit unnützen Dingen zubringe,
-besuchten wir den anderen Teil der Stadt und sahen hier in einem
-Garten in der Nähe des Palais des Erzbischofs von Canterbury eine
-hydraulische Maschine, die vom Lord Somerset, Marquis of Worcester,
-erfunden ist. Sie hebt Wasser 40 Fuß hoch und wird von einem einzigen
-Mann bedient. In sehr kurzer Zeit füllt sie durch ein Rohr, welches
-nur ½ Fuß Durchmesser hat, einen Behälter mit Wasser. Man sagt, sie
-sei nützlicher als eine andere Maschine im Somersethause, die von zwei
-Pferden in Bewegung gesetzt wird.“
-
-Die Witwe des Marquis bemühte sich nach dem Tode ihres Gatten noch
-eine Zeitlang um die Ausnutzung der Erfindung, gab jedoch alsbald aus
-Rücksicht auf ihr Geschlecht und ihren Stand weitere Schritte auf.
-
-_Boyle_ hatte bereits im Jahre 1660 die Beobachtung gemacht, daß
-lauwarmes Wasser siedet, wenn die auf ihm lastende Luftsäule durch eine
-Luftpumpe entfernt wird.
-
-Auch _Huygens_ wendete sich der Untersuchung des Luftdrucks zu;
-hierdurch wiederum wurde Dionysius Papin im Jahre 1674 veranlaßt,
-eine Druckschrift über die von ihm angestellten Versuche und eine
-von ihm verbesserte Luftpumpe zu veröffentlichen. In das Jahr 1674
-fällt auch die Erteilung des englischen Patents Nr. 175 vom 14. März
-genannten Jahres. Dasselbe läßt allerdings nicht erkennen, ob es sich
-um eine Ausnutzung der Dampfkraft handelt. Es ist aber um deswillen
-interessant, weil es dem _Sir Samuel Morland_ erteilt ist, der sich
-später um die Ausgestaltung der Dampfmaschine nicht unwesentliche
-Verdienste erworben hat. Als Gegenstand des Patents wird angegeben:
-einige Maschinen, um große Wassermengen mit geringerem Kraftaufwand
-zu heben, als es jetzt mit Hilfe von Ketten- und anderen Pumpen
-möglich. Nach Farey ist Morland auch der Erfinder des Gangspills, des
-Sprachrohres, der Plungerpumpe und einer Rechenmaschine.
-
-Im Jahre 1678 machte der Abbé _Hautefeuille_ den Vorschlag, die bei
-dem Verbrennen des Schießpulvers sich bildenden Gase als treibende
-Mittel zu benutzen. Der erste Vorschlag ging dahin, die Pulvergase
-zu kondensieren und durch das hierbei sich bildende Vakuum Wasser
-anzusaugen; nach dem zweiten Vorschlage sollten die Pulvergase auf die
-Oberfläche des in einem geschlossenen Gefäß enthaltenen Wassers drücken
-und dieses Wasser in ein anderes Gefäß emporheben; nach dem dritten
-Vorschlage sollten die Gase einen Kolben in eine hin und her gehende
-Bewegung versetzen[42].
-
-In demselben Jahre machte _Boyle_ eine Anzahl von Versuchen mit
-Äolipilen, bei denen er zu dem Ergebnis kam, daß nur die im Dampf
-enthaltenen Wasserteilchen kondensierbar seien, daß aber die Luft nicht
-in Flüssigkeit verwandelt werden könne.
-
-In das Jahr 1679 fällt wiederum ein auf das Heben von Wasser erteiltes
-Patent. Dasselbe trägt die Nr. 208 und ist unter dem 23. Mai _George
-Burton_, _Silvester Plott_ und _John Deighton_ auf ein Mittel oder ein
-Verfahren erteilt, „um durch Wasserkraft („Hydragogie“) in Röhren,
-Maschinen und Gefäßen Wasser höher zu heben, als es bis jetzt in den
-Londoner Maschinenhäusern und in England möglich ist.“
-
-
-
-
-Von Dionysius Papin bis James Watt.
-
-
-Wir wenden uns nunmehr dem zweiten Abschnitt der vor James Watt
-liegenden Entwicklung der Dampfmaschine zu. Derselbe steht durchaus
-im Namen _Dionysius_ (_Denis_) _Papins_. Er unterscheidet sich von
-dem ersten, Jahrtausende umfassenden Abschnitt dadurch, daß an die
-Stelle des Tastens und unsicheren Suchens allmählich ein zielbewußtes,
-auf das gewissenhaft ausgeführte und zutreffend beurteilte Experiment
-gestütztes Streben tritt.
-
-Wohl war das Ventil, der in dem Zylinder bewegliche Kolben, die
-Expansions- und Druckkraft des Dampfes und die Kondensation des
-Dampfes bekannt. Auch war bereits der Vorschlag gemacht worden, die
-Expansionskraft des explodierenden Pulvers zur Bewegung eines Kolbens
-zu benutzen. Allen diesen Tatsachen gegenüber, von denen übrigens
-nicht feststeht, inwieweit sie Papin bekannt waren, besteht dessen
-großartiges Verdienst darin, daß er den ersten erfolgreichen Schritt
-auf dem Wege zur Herstellung der Dampfmaschine im Sinne der Jetztzeit
-tat.
-
-Nachdem Papin, wie wir auf S. 57 berichteten, sich mit der Erforschung
-des Wesens des Luftdrucks beschäftigt hatte und das Ergebnis derselben
-in einer Huygens gewidmeten Schrift im Jahre 1674 niedergelegt hatte,
-ging er dazu über, auch die Natur des Wasserdampfes zu untersuchen. Die
-Ergebnisse dieser Arbeiten sind niedergelegt in der im Jahre 1681 in
-London erschienenen Schrift: „~A New Digester or Engine for softning
-Bones, containing the Description of its Make and Use in Cookery,
-Voyages at Sea, Confectionary, Making of Drinks, Chymistry and Dying
-etc.~“
-
-Der in dieser Schrift beschriebene Digester ist der bekannte in Abb. 20
-dargestellte _Papinsche Topf_. Bis auf den heutigen Tag ist derselbe
-als sparsame und zweckdienliche Kochvorrichtung im Gebrauch, aufgebaut
-auf der Abhängigkeit des Siedepunktes vom Druck.
-
-Für die Entwicklung der Dampfmaschine ist diese Schrift nicht nur wegen
-der erweiterten Kenntnis des Wesens des Wasserdampfes von hohem Wert,
-sondern auch um deswillen, weil hier, wie unsere Abbildung erkennen
-läßt, das so überaus wichtige _Sicherheitsventil_ mit veränderlicher
-Belastung zuerst in die Erscheinung tritt. In Abb. 20 ist dasselbe mit
-~_LMN_~ bezeichnet. Im Jahre 1681 machte _Huygens_ den Vorschlag, die
-Gase des explodierenden Pulvers zum Auftrieb eines in einem Zylinder
-beweglichen Kolbens zu verwenden und alsdann die Gase zu kondensieren.
-Die Abwärtsbewegung des Kolbens sollte durch den Überdruck der Luft
-bewirkt werden[43].
-
-Inzwischen ruhte auch in England die Erfindertätigkeit nicht. Das Jahr
-1681 brachte die Gewährung zweier Patente, die, wenn auch nicht als
-Dampfmaschinenpatente benannt, dennoch von uns erwähnt werden müssen.
-
-[Illustration: Abbildung 20.
-
-Papinscher Topf.
-
-Aus „~A New Digester~“. London, 1681.]
-
-Es ist dies das Patent Nr. 212 vom 25. Juni 1681. Dasselbe ist an
-_William Pawley_ und _Edward Dallow_ erteilt und betrifft einen neuen
-Weg oder Kunst zum Entwässern von Bergwerken. Das zweite Patent ist am
-19. August 1681 unter Nr. 215 an _John Joachim Becher_, _Henry Serle_,
-_Henry Vincent_, _John Weale_ und _Samuel Weale_ erteilt und betrifft
-eine Maschine, um Wasser zu heben und in den größten Mengen aus
-Bergwerken und aus den größten Tiefen hinauszufördern mit großem Erfolg
-und geringem Aufwand an Arbeit.
-
-Im Jahre 1682 machte _Hautefeuille_ den bemerkenswerten Vorschlag, an
-Stelle der Pulvergase Alkoholdämpfe als Treibmittel für den Kolben zu
-benutzen. Der Alkohol sollte abwechselnd verdampft und kondensiert
-werden[44].
-
-Auch in diesem Jahre wurden mehrere hier zu erwähnende englische
-Patente erteilt: Nr. 218 vom 12. Mai 1682 _John Tredenham_, _Charles
-Vivian_, _John Threwren_, _William Harris_: Eine neue Maschine, um
-Wasser auf leichtere und vorteilhaftere Weise zu heben als bisher, die
-sich zum Gebrauch für die Entwässerung der Zinngruben von Cornwall und
-anderer Bergwerke eignet; Nr. 219 vom 16. Juni 1682 _Robert Aldersey_:
-eine Maschine, um schneller und leichter Wasser aus den größten Tiefen
-zu heben.
-
-Im Jahre 1683 verfaßte dann der bereits auf S. 57 erwähnte Sir Samuel
-Morland eine Schrift[45] über das Heben von Wasser durch Maschinen
-aller Art.
-
-Diese Schrift wird im Manuskript in der Harleiansammlung des Britischen
-Museums zu London aufbewahrt. Hier heißt es:
-
-„_Die Prinzipien der neuen Kraft des Feuers, im Jahre 1682 von dem
-Ritter Morland erfunden und im Jahre 1683 Seiner christlichen Majestät
-unterbreitet_.
-
-Wird Wasser mit Hilfe des Feuers verdampft, so nehmen diese Dämpfe
-sofort einen größeren Raum ein (ungefähr das Zweitausendfache), als das
-Wasser zuvor einnahm, und werden, wenn man ihnen keinen Ausweg bietet,
-sogar ein Kanonenrohr zersprengen. Werden sie aber nach der Lehre vom
-Gleichgewicht geleitet und nach den Regeln der Wissenschaft behandelt,
-so werden sie friedlich (wie gute Lastpferde) ihre Bürde tragen und auf
-diese Weise der Menschheit großen Nutzen stiften, insbesondere beim
-Heben von Wasser gemäß der folgenden tabellarischen Zusammenstellung,
-welche die Zahl von Pfunden angibt, die in einer Stunde 1800mal um 6
-Zoll gehoben werden können mittels zur Hälfte mit Wasser gefüllter
-Zylinder“.
-
- ==========================================================
- Zylinder ¦Zu hebendes Gewicht
- --------------------------------------¦in Pfunden
- Durchmesser in Fußen ¦ Höhe in Fußen ¦
- =====================¦====================================
- 1 ¦ 2 ¦ 15
- 2 ¦ 4 ¦ 120
- 3 ¦ 6 ¦ 405
- 4 ¦ 8 ¦ 960
- 5 ¦ 10 ¦ 1875
- 6 ¦ 12 ¦ 3240
- --------------------------------------¦-------------------
- Zahl der Zylinder 1 ¦ 3240
- von 6 Fuß 2 ¦ 6480
- Durchmesser und 3 ¦ 9740
- 12 Fuß Höhe 4 ¦ 12960
- 5 ¦ 16200
- 6 ¦ 19440
- 7 ¦ 22680
- 8 ¦ 25920
- 9 ¦ 29160
- 10 ¦ 32400
-
-Aus dem Gesagten geht hervor, daß Morland ziemlich umfangreiche
-Versuche angestellt hat. Wenngleich die Wirkungsweise des Dampfes in
-den Zylindern nicht angegeben ist, so liegt doch die Auffassung nahe,
-daß Morland sich an die Vorrichtung des Marquis of Worcester angelehnt
-hat und daß das Wasser in die Zylinder hineingelassen und mittels des
-Druckes des Dampfes aus diesen hinausgepreßt wurde.
-
-Während seines Aufenthaltes in Frankreich verfaßte dann Morland noch
-ein anderes größeres Buch über das Heben von Wasser. In diesem Buche
-ist aber nichts von der Verwendung der Dampfkraft enthalten.
-
-Morland starb im Jahre 1696.
-
-In den Jahren 1684-1687 führte Papin als ~Curator of Experiments~ der
-Londoner ~Royal Society~ zahlreiche Versuche aus, die sich zum Teil auf
-die Verwertung des Luftdrucks bezogen. Auf Grund dieser Versuche schlug
-er vor, in einem Zylinder einen Kolben auf- und abwärts verschiebbar
-anzuordnen und die unterhalb des Kolbens befindliche Luft durch eine
-Luftpumpe abzusaugen, infolgedessen dann der Kolben unter dem Überdruck
-der Atmosphäre abwärts bewegt wurde[46].
-
-Da die ~Royal Society~ diesen Vorschlag nicht annahm, leistete Papin
-einem Ruf des Landgrafen Karl von Hessen als Professor der Mathematik
-an der Universität Marburg Folge.
-
-Hier setzte er seine Versuche, eine Luftdruckmaschine zu erbauen, fort.
-Hierbei kam er bald auf den Plan, die von Huygens ausgenutzte Kraft der
-Pulvergase durch die Expansivkraft des Wasserdampfes zu ersetzen.
-
-Seine diesbezüglichen Arbeiten wurden unter dem Titel „~Nova methodus
-ad vires validissimas levi pretio comparandas~“ (Neues Verfahren, um
-die größten Kräfte auf billige Weise zu erzielen) im August 1690 in
-den „~Actis Eruditorum~“ und in dem „~Fasciculus dissertationum de
-novis quibusdam _Machinis_ atque aliis argumentis philosophicis quorum
-seriem versa pagina exhibit authore Dionysio Papin~“ (Marburg 1695)
-veröffentlicht.
-
-Hier geht Papin von der Beobachtung aus, daß bei den Pulvermaschinen
-unterhalb des Kolbens sich die zum Hinabdrücken des Kolbens
-erforderliche Luftleere nicht erzielen läßt. Er fährt dann wörtlich wie
-folgt fort:
-
-„Ich habe daher versucht, denselben Erfolg auf einem anderen Wege zu
-erreichen: Da das Wasser die Eigenschaft besitzt, nachdem es durch
-Feuer in Dampf verwandelt ist, eine federnde (elastische) Kraft wie die
-Luft zu besitzen und später unter der Einwirkung von Kälte sich wieder
-so vollkommen in Wasser zu verwandeln, daß es keinerlei federnde
-Kraft mehr besitzt, glaubte ich, daß sich mit Leichtigkeit Maschinen
-bauen lassen, in denen das Wasser unter mäßigem Wärmeaufwand und mit
-geringen Kosten jene völlige Luftleere hervorbringt, die sich mit
-Hilfe des Schießpulvers niemals erzielen ließ. Unter allen denjenigen
-Vorrichtungen, die zu diesem Zwecke ersonnen werden können, scheint mir
-die nachstehend beschriebene am geeignetsten.
-
-~_AA_~ (Abb. 21) ist ein Rohr, das überall denselben lichten
-Durchmesser besitzt und an seinem unteren Ende dicht verschlossen
-ist. ~_BB_~ ist ein dem Rohre angepaßter Kolben. ~_DD_~ ist eine an
-dem Kolben befestigte Stange. ~E~ ist ein eiserner Stab, der um ~F~
-drehbar ist. ~G~ ist ein elastisches Blättchen, das auf die Stange
-~E~ derart drückt, daß diese in die Öffnung ~H~ der Kolbenstange
-~_DD_~ hineingepreßt wird, sobald der Kolben und die Kolbenstange so
-weit in dem Zylinder nach oben gelangt sind, daß die Öffnung ~H~ der
-Kolbenstange oberhalb des Deckels ~_II_~ liegt. ~L~ ist ein im Kolben
-befindliches Loch, durch welches die Luft aus dem unteren Teile des
-Rohres ~_AA_~ entweichen kann, wenn der Kolben in dem Rohre nach unten
-gedrückt wird.
-
-[Illustration: Abbildung 21.
-
-Papins erste Dampfmaschine. Aus: ~Fasciculus Dissertationum~. Marburg
-1695.]
-
-Die Benutzung der Maschine erfolgt nun in nachstehend beschriebener
-Weise: In das Rohr ~_AA_~ wird eine kleine Menge Wasser, etwa 3 bis
-4 Linien hoch, eingebracht und der Kolben so weit abwärts geführt,
-daß eine Kleinigkeit des in den Hohlraum eingebrachten Wassers durch
-das Loch ~L~ empordringt. Hierauf wird dieses Loch ~L~ durch den Stab
-~_MM_~ verschlossen. Hierauf wird der mit den erforderlichen Öffnungen
-versehene Deckel ~II~ aufgebracht, und nachdem man dann ein mächtiges
-Feuer angefacht hat, erwärmt sich das aus dünnem Metall hergestellte
-Rohr. Das in diesem enthaltene Wasser verwandelt sich in Dampf und übt
-einen so starken Druck aus, daß es den Druck der Atmosphäre überwindet
-und den Kolben ~BB~ so weit emporhebt, bis die Öffnung ~H~ der
-Kolbenstange ~DD~ über den Deckel gelangt und der Stab ~E~ mit einigem
-Geräusch von dem elastischen Blättchen ~G~ in die genannte Öffnung ~H~
-hineingestoßen wird. Nun muß sofort das Feuer beseitigt werden. Die
-Dämpfe, die in dem dünnwandigen Rohre enthalten sind, werden unter
-dem Einfluß der Kälte in kurzer Zeit wieder in Wasser verwandelt. Der
-Stab ~E~ wird nun aus der Öffnung ~H~ hinausgezogen und gestattet
-also der Kolbenstange den Abstieg. Zugleich wird auch der Kolben ~BB~
-unter dem vollen Druck der Atmosphäre nach unten gedrückt. Hierbei
-erfolgt diese beabsichtigte Bewegung um so energischer, je größer der
-lichte Durchmesser der Röhre ist. Es steht außer Zweifel, daß der
-Atmosphärendruck seine ganze Kraft in derartig ausgestatteten Röhren zu
-äußern vermag.“
-
-_Papin ist also hier mit voller Absichtlichkeit dazu übergegangen, die
-Verdichtung des Dampfes und die dadurch bewirkte Luftleere zum Antrieb
-einer Kolbenmaschine zu benutzen._
-
-Als Verwendungszweck seiner Maschine gibt Papin an: die _Förderung von
-Wasser und Erz aus den Bergwerken, das Schleudern eiserner Kugeln auf
-weiteste Entfernungen hin, den Antrieb von Schiffen gegen den Wind_.
-Sonstige Möglichkeiten der Verwendung werden sich nach Papins Meinung
-von Fall zu Fall von selbst ergeben.
-
-Papin hatte vor allem die Verwendung seiner Maschine zum Antrieb von
-Schiffen im Auge. Er hatte nämlich während seines Londoner Aufenthalts
-ein dort auf Befehl des Pfalzgrafen Rupert erbautes Schiff gesehen, das
-mit Schaufelrädern ausgestattet war, die mittels eines durch Pferde
-bewegten Göpels angetrieben wurden. Dieses Schiff hatte die mit 16
-Ruderern besetzte Barke des Königs an Schnelligkeit weit überholt.
-Papin schlug vor, die gezahnten Kolbenstangen von drei oder vier der
-von ihm erfundenen Zylinder in Zahnräder eingreifen zu lassen, die auf
-der Welle der Schaufelräder angebracht waren. Dieser Eingriff sollte
-abwechselnd geschehen, um ununterbrochen drehende Bewegung der Welle
-zu erzielen. Die Triebräder sollten sich, wenn die Kolben aufwärts
-gingen, auf der Achse lose drehen, um aber dann, wenn sie auf die Achse
-einwirken sollten, mittels Sperrklinken anzugreifen.
-
-Papin erblickte die größte der Verwertung seiner Erfindung
-entgegenstehende Schwierigkeit in der Herstellung hinreichend großer
-Zylinder, glaubte aber, daß sich die Überwindung dieser Schwierigkeit
-bezahlt machen werde, da die Zylinder zu den verschiedensten Zwecken
-dienen könnten.
-
-Des allgemeinen Interesses halber möge hier eingeschoben werden,
-daß sich Papin in der folgenden Zeit u. a. mit Erfolg dem Bau eines
-Unterwasserbootes widmete, der ihn bis zum Mai 1692 in Anspruch nahm.
-Um diese Zeit wendete sich Papin allmählich wieder der Dampfmaschine
-zu, indem er zunächst bestrebt war, Verbrennungseinrichtungen zu
-schaffen, die eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der Brennstoffe
-ermöglichten. Die Anregung hierzu erhielt er von dem Grafen von
-Sayn-Wittgenstein.
-
-Papin gelangte bei seinen Untersuchungen über das Wesen der Verbrennung
-fast 100 Jahre vor der Entdeckung des Sauerstoffes zu Auffassungen, die
-auch jetzt noch als für den Bau von Feuerungsanlagen maßgeblich gelten.
-Die zur vollständigen Verbrennung erforderliche Luftmenge wollte Papin
-mittels Zentrifugalventilators dem Brennstoff zuführen. Hierbei trug
-er schon dem Umstand Rechnung, daß ein Übermaß von zugeführter Luft
-schädlich wirken muß. Auch wärmte er die zugeführte Luft vor.
-
-Weitere Anregungen erhielt Papin _in den Jahren 1692 und 1693_ durch
-die Grafen Zinzendorf und Solms, deren Bergwerke außerordentlich unter
-dem Andrange von Wasser zu leiden hatten. Dem erstgenannten empfahl er
-die Aufstellung einer atmosphärischen Dampfmaschine.
-
-Der Landgraf von Hessen beauftragte inzwischen Papin mit den
-verschiedenartigsten Versuchen und mit der Beantwortung der
-verschiedenartigsten Fragen. Eine im Jahre 1697 gestellte Frage bezog
-sich auf die Ursachen des Salzgehaltes der salzigen Quellen. Diese
-Frage konnte beantwortet werden, sofern es gelang, größere Mengen
-Wasser auf große Höhen zu heben. Hierzu aber erschien am geeignetsten
-die Gewalt des Feuers.
-
-Inzwischen ließen die in England erteilten Patente erkennen, daß
-man auch dort den Vorrichtungen zum Heben von Wasser andauernd
-ein lebhaftes Interesse entgegenbrachte. Wenngleich aus den
-veröffentlichten Patentschriften nicht unmittelbar zu ersehen ist,
-daß sie die Verwendung der Dampfkraft betreffen, so ist doch die Art
-und Weise, in welcher die betreffenden Vorrichtungen gekennzeichnet
-werden, in hohem Maße geeignet, die Auffassung zu erwecken, daß es sich
-um Wasserhebevorrichtungen handelt, die sich in den Bahnen, die der
-Marquis of Worcester gewiesen hatte, bewegten.
-
-Am 11. Januar 1692 erhielt _Thomas Gladwyn_ das Patent Nr. 287 auf
-eine neue Maschine, um Wasser (besser als mittels Kettenpumpen) aus
-Schiffen herauszupumpen, Feuer auf Schiffen und in Häusern zu löschen
-und Bergwerke zu entwässern.
-
-Des weiteren sind hier folgende Patente zu nennen: Nr. 312 vom
-31. Januar 1693, erteilt an _Marmaduke Hudgeson_: ein Motor, Anlage
-oder Maschine, um Wasser und andere Flüssigkeiten in den größten Mengen
-zu heben und fortzuführen, und zwar aus den größten Tiefen zu den
-höchsten Höhen, ohne die Kräfte von Menschen, Pferden, Wind, Strömung
-zu benutzen. Nr. 321 vom 27. April 1693, erteilt an _John Bushnell_:
-Verfahren, um Flüsse, Häfen, Kanäle usw., welche mit Sand und Schlamm
-angefüllt sind, auszuspülen. Nr. 324 vom 19. September 1693, erteilt an
-_Cornelius Losvelt_: eine neue Maschine zum Heben von Wasser, Waren und
-anderen Dingen durch einen künstlichen Zufluß und Rückfluß (~flux and
-reflux~) von Wasser.
-
-Nr. 327 vom 24. November 1693, erteilt an _John Poyntz_: Verschiedene
-Instrumente aus Holz, Eisen, Stahl und anderen Stoffen, um Wasser
-sowohl aus stehenden wie fließenden Gewässern zu heben und ständig im
-Lauf zu erhalten für Fabrikzwecke.
-
-Nr. 338 vom 13. Dezember 1694, erteilt an _Nicholas Barbon_: Neue
-Maschine und Verfahren, um Wasser aus der Themse oder anderen Flüssen,
-die innerhalb der Ebbe und Flut liegen, zu heben ohne Hilfe von Pferden
-oder anderen Tieren.
-
-Nr. 348 vom 24. Januar 1696, erteilt an _Jones_: Eine Maschine, die
-an Leichtigkeit und Schnelligkeit und Kraft ihrer Bewegung alle bisher
-gebräuchlichen Maschinen zum Entwässern von Gruben, zum Betriebe von
-Gebläsen der Metallhammerwerke und Metallschmelzwerke übertrifft und
-verwendbar ist, um beim Fehlen von Windkraft und Wasserkraft die
-Nachteile der Windstille und des Wassermangels von den Fabrikanlagen
-fernzuhalten.
-
-Nr. 349 vom 6. März 1696, erteilt an _Samuel Buttall_: Ein neues
-Verfahren und Maschine, um Wasser aus Gruben, Schiffen usw. durch
-Röhren zu entfernen.
-
-Nr. 355 vom 19. Juli 1698, erteilt an _John Yarnald_: Maschine zum
-Entwässern von Bergwerken, Morästen usw. und zur Wasserversorgung von
-Städten, Dörfern und Häusern.
-
-In demselben Jahre wurde ein Patent erteilt, das ausdrücklich angibt,
-daß es sich um die Verwendung von Feuer handelt, und das _einen
-Markstein in der Entwicklung der Dampfmaschine bildet_. Dasselbe
-(Nr. 356) ist unter dem 25. Juli 1698 an _Thomas Savery_ erteilt
-und betrifft „Eine neue Erfindung zum Heben von Wasser und zur
-Hervorbringung von Bewegung (Antrieb) für alle Arten von Fabriken
-durch die _Triebkraft des Feuers_, welche von großer Wichtigkeit sein
-wird für die Trockenlegung von Bergwerken, zur Wasserversorgung von
-Städten und für den Betrieb von Fabriken aller Art, welche sich keiner
-Wasserkraft oder ständiger Kraft der Winde erfreuen“.
-
-Savery führte am 14. Juni 1699 der ~Royal Society~ ein Modell seiner
-Maschine vor. Die Verhandlungen der Gesellschaft (1699, Nr. 253,
-Bd. 21) berichten hierüber kurz wie folgt: „Herr Savery unterhielt am
-14. Juni 1699 die Gesellschaft, indem er eine Maschine vorzeigte, die
-Wasser mit Hilfe der Kraft des Feuers hob. Er erhielt den Dank der
-Gesellschaft für seine Vorführung, die den Erwartungen entsprach und
-Beifall fand.“
-
-Papin, der zu jener Zeit mit der Vervollkommnung seiner Dampfmaschine
-beschäftigt war, erhielt, wie Gerland[47] berichtet, von Dr. Slare
-aus London eine briefliche Mitteilung, welche sich offenbar auf die
-Saverysche Maschine bezog und im Gegensatz zu dem soeben Gesagten
-ausführte, daß in Gegenwart einer Parlamentskommission eine Maschine
-versucht worden sei, die Wasser mit Hilfe von Feuer hob, jedoch mit
-durchaus unzureichendem Erfolg.
-
-Um nach Ablauf des auf 14 Jahre erteilten Patents nicht der Früchte
-seiner Arbeit verlustig zu gehen, erhielt Savery auf Antrag im Jahre
-1699 jenes Patent durch Parlamentsakte auf weitere 21 Jahre verlängert.
-
-Bevor wir auf die Saverysche Maschine des näheren eingehen, müssen
-wir noch einige Anwendungen der Dampfkraft für Zwecke der Bewegung
-anführen, die in das letzte Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts fallen.
-
-Diese sollen durch _Grimaldi_ und _Periera_ im Jahre 1694 zu Peking
-vor dem Kaiser Chang Hi erfolgt sein[48], und zwar zum Antrieb eines
-Wagens und eines Schiffes. Erstere geschah wie folgt: Auf einem
-leichten hölzernen Wagengestelle wurde ein Kohlenfeuer unterhalten,
-oberhalb dessen sich eine Äolipile befand, deren Dampfstrahl gegen ein
-Schaufelrad prallte und dieses in Drehung versetzte. Von diesem Rade
-führte eine Treibstange zu der einen Achse des Wagens, der hierdurch in
-Bewegung gesetzt wurde. Da für den Vorwärtsgang des Wagens genügender
-Raum nicht zur Verfügung stand, waren Einrichtungen getroffen, die den
-Wagen im Kreise fahren ließen. Das Schiff trug zwei Äolipilen, durch
-welche unter Vermittlung von Schaufelrädern, von denen je eins vor
-jeder Äolipile angebracht war, vier Ruderräder angetrieben wurden.
-
-Im Jahre 1699 schlug _Guillaume Amontons_ eine als „_Feuerrad_“
-benannte Rotations-Dampfmaschine vor. Dieselbe ist in Abb. 22
-dargestellt und war nach Leupolds ~Theatrum Machinarum Generale~
-(Leipzig 1724) § 397 wie folgt gedacht:
-
- „_Amontons Rad, durch Feuer, Wasser und Lufft eine große Krafft und
- Vermögen zu schaffen_.
-
-Der Inventor ist der sonst durch seine besondere Mechanische
-Erfindungen und Schrifften genugsam bekannte _Amontons_, dessen bey
-der Friction schon Meldung gethan worden. Er calculiret und gibt vor,
-daß man mit dieser Machine so viel thun könne, als 39 Pferde oder 234
-Menschen, und daß sie aller Orthen und allezeit einerley Effect behalte.
-
- _Die Beschreibung ist diese_:
-
-~_ABDEF_~ usf. sind metallene Kasten, welche aller Orten fest
-verschlossen sind, bis auf eine Röhre, diese Kasten sind voll Lufft
-~_ABCDE_~ etc. etc. ~K~ ist ein Feuer, welches die Lufft im Kasten
-A erwärmt und expandiret, daß solche einen Ausgang suchen muß, und
-durch die Röhre ~H~ hinaustritt in den Siphonem ~_JJ_~ und presset das
-Wasser, treibt das Ventil in 18 zu, und stößet die Ventile 7, 8, 9 auf,
-und treibet das Wasser gegen ~Y~, nachdem nun das Wasser von unten
-hinaufgestiegen, und das Rad auf dieser Seite schwehrer gemacht, muß es
-nothwendig von ~B~ nach ~A~ heruntergehen, und kommt der Kasten ~A~ ans
-Feuer, ~_MN_~ aber ins Wasser, und also ferner mit allen Kasten.
-
-[Illustration: Abbildung 22. Amontons Feuerrad.
-
-Aus: Leupold, Theatrum Machinarum Generale. Tab. 53, Fig. 2. (Die
-horizontale Schraffur deutet Wasser an.)]
-
-Das Rad soll im Diametro von 20, 24 bis 30 Fuß seyn, und die Tiefe 12
-Fuß. Wenn die Hitze in ~_AB_~ einem siedenden Wasser gleich, so würde
-sie so viel als 39 Pferde thun. Eine weitläuftige Beschreibung hiervon
-zu geben, erachte ich nicht nöthig, weil man schon ziemlichermasen
-die Methode sehen kann, und ~ad praxin~ zu bringen, sich's keiner
-unterstehen wird, selbe zu verfertigen; denn ich halte es vor
-unmöglich, solche accurat nachzumachen, und wenn es auch wäre, würde
-die Arbeit und Mühe noch grösser seyn, die Fehler zu finden und solche
-zu repariren.
-
-Inzwischen bin dadurch bewogen worden eine gantz leichte und simple
-Art, die viel stärcker arbeiten muß, zu erdenken. Ich werde mir aber
-ausbitten solche nicht eher zu communiciren, bis genugsame Proben
-damit abgeleget; und habe ich nur wegen der Zeit noch eines oder das
-andere zu untersuchen. Ich glaube zwar, daß Amontons Machine soviel
-Kraft gehabt hat als 37 Pferde: ob die Pferde aber in einem Tage mehr
-thun können als das Rad? ist eine andere Frage. Denn ich kan zwar ein
-Heb-Zeug machen, da ich mehr heben kan als 100 Mann; alleine, wenn
-die 100 Mann mit mir zugleich einen Tag arbeiten solten, würde es mit
-mir übel aussehen; denn was sie einen Tag machten, müßte ich 100 Tage
-dazu haben, und weil die Kasten 6 Fuß tieff seyn sollen, und 12 breit,
-so gehöret viel Zeit dazu, ehe einer erwärmet wird, absonderlich weil
-solche wegen der ungeheuren Größe und Gewalt des Feuers und Lufft auch
-stark von Metall seyn müssen.“
-
-Das von Leupold verbesserte Amontonssche Feuerrad ist in Abb. 23
-dargestellt und war wie folgt geplant:[49]
-
-„Nachdem ietzo bey dem Druck die fünffzigste Tafel noch beygebracht,
-so habe nebst diesem resolviret, dennoch einen Entwurff von meinem
-Feuer-Rad zu geben, doch nur in so weit, daß man die Art sehen kan, wie
-es tractiret wird, und von des Amontons unterschieden ist. Die Figur
-stehet in Profil, da a ein Umschweiff von Meßing oder Kupffer in die
-8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit ist, daß dieser Umschweif und
-Kasten justement in 12 Theile oder besondere Kästen abgeteilet, und
-jeder wohl verwahret, daß keine Lufft, ohne durch eine besondere Röhre,
-die jeder Kasten hat, heraus, und in einen anderen daran befestigten
-Kasten weichen kann, wie bey ~A~ die Röhre ~_bc_~ ist, und mit dem
-Theil ~c~ in dem anderen Kasten stehet; dieser Kästen sind gleichfalls
-zwölf, und auch verwahret, daß weder Wasser noch Lufft weichen kann,
-ohne durch die Röhre die von dar durch's Centrum des Rades in einem
-andern gegenüber stehenden Kasten gehet, und ist hier die Röhre aus
-dem Kasten _cde_, die äußerlichen Kästen ~_Afghil_~ etc. etc. haben
-nur blose Lufft in sich, von den inwendigen zwölffen sind aber derer
-sechs mit Wasser gefüllet. Die zwei Umschweiffe oder 24 Kästen nebst
-denen 12 Röhren sind wohl und genau mit einander verbunden, und in ein
-Gehäuse und Welle gefasset, wie ein ordinair Wasser-Rad. Anstatt des
-Wassers aber ist bei ~C~ ein Ofen also angerichtet, daß das Feuer die
-drey Kästen von ~K~ bis ~n~ mit seiner Flamme bestreichet, und dadurch
-die Lufft in denen gemeldeten Kästen erwärmet, verdünnt und ausbreitet,
-daß solche durch die kleinen krummen Röhren in die Wasser-Kästen tritt,
-und das Wasser in die gegenüber stehenden Kästen treibt; als das Wasser
-aus ~o~ gehet durch die Röhre ~_pq_~ im Kasten ~m~, aus ~c~ durch
-~_de_~ im Kasten ~r~, und so fort an. Und auf solche Art wird das Rad
-bey dem Feuer allezeit leichter, und gegenüber schwehrer; also wenn
-das Rad genugsam Grösse hat, und das Feuer vollkommene Stärke, sehr
-große Gewalt kan damit effectuiret werden, ja wo alles wohl observiret
-wird, es allen Machinen wo nicht zuvor, doch gleich thun kan. Und ist
-nur das größte Impediment, daß solche Machine noch nicht in grossen
-aufgerichtet, die grosse Consumtion des Holtzes, welches ohnedem
-überall mangelt. Deswegen ich auch solche Invention bereits nun etliche
-Jahre ruhen lassen.“
-
-[Illustration: Abbildung 23.
-
-Leupolds verbessertes Amontonssches Feuerrad. Aus: Leupold, ~Theatrum
-Machinarum Generale~, Tab. 50, Fig. 11.]
-
-In demselben Jahre, 1698, in welchem Savery ein Patent auf seine
-Dampfmaschine erhielt, hatte Papin den Auftrag empfangen, bei Kassel
-eine Pumpe aufzurichten, die mit Hilfe der Kraft des Feuers Wasser aus
-der Fulda pumpen sollte. Bis Ende August 1698 hatte er festgestellt,
-daß er durch die Ausdehnung des Dampfes das Wasser auf eine Höhe von 70
-Fuß heben könne und daß bei geringer Vermehrung der Wärme dieser Betrag
-sich noch erhöhen lasse. Diese Feststellung war aber um die Hälfte zu
-hoch, wie Papin später selbst erkannte. Wie dieser am 13. März 1704 an
-Leibniz schrieb, war die Maschine aus zwei Gefäßen zusammengesetzt, die
-unter Zwischenschaltung eines Hahnes miteinander in Verbindung standen.
-Das eine dieser Gefäße wurde mit Hilfe der Kondensation des Dampfes
-evakuiert und dann durch den äußeren Luftdruck mit Wasser gefüllt,
-während das in dem zweiten Gefäß befindliche Wasser durch Dampfdruck
-emporgeschafft wurde. Leider riß der Eisgang der Fulda die Maschine
-fort. Da außerdem andere Aufgaben seiner harrten, ließ Papin seine auf
-die Ausnutzung der Dampfkraft abzielenden Arbeiten vorläufig ruhen.
-
-Inzwischen war Savery eifrigst bestrebt, seine Maschine zu
-vervollkommnen. Ihr wesentlichster Übelstand bestand darin, daß sie
-keinen ständigen, ununterbrochenen Betrieb ermöglichte, da, wenn der
-Dampfinhalt des Dampfkessels verbraucht war, gewartet werden mußte,
-bis wieder eine hinreichende Menge Dampf zur Verfügung stand. Den
-ununterbrochenen Betrieb erzielte Savery in der Weise, daß er neben dem
-eigentlichen Betriebsdampfkessel einen kleineren Kessel aufstellte, aus
-welchem in jenen warmes Wasser hinübergedrückt wurde.
-
-Savery war nebenbei außerordentlich rührig und eifrigst bestrebt,
-die Vorzüge seiner Maschine weitesten Kreisen näher zu bringen. Zu
-diesem Zwecke veröffentlichte er im Jahre 1702 eine mit Abbildungen
-ausgestattete Druckschrift: ~_The Miners Friend_~[50]. Als Motto setzte
-er derselben das Wort Senecas vor: ~Pigri est ingenii contentum esse
-his, quae ab aliis inventa sunt~: Ein träger Geist begnügt sich mit
-dem, was andere erfanden.
-
-Dieses Motto scheint absichtlich gewählt zu sein, weil von
-verschiedenen Seiten gegen Savery der Vorwurf erhoben wurde, er sei
-lediglich ein Nachahmer des Marquis of Worcester. Dem trat er sehr
-entschieden entgegen, indem er behauptete, er habe seine Erfindung dem
-Zufall zu verdanken. Einst habe er einen in einer Flasche enthaltenen
-Weinrest erhitzt und die Flasche, nachdem der Wein vollkommen in Dampf
-verwandelt war, mit ihrem Halse in kaltes Wasser getaucht. Hierbei sei
-das Wasser in der Flasche emporgetrieben worden, eine Beobachtung, die
-er dann in seiner Maschine praktisch verwertet habe.
-
-Die Druckschrift „~The Miners Friend~“ ist dem König gewidmet, dem
-Savery ein kleines Modell seiner Maschine in Hampton Court vorgeführt
-hatte, ferner der ~Royal Society~ und den Bergwerksbesitzern Englands.
-Die in derselben abgebildete und beschriebene Maschine weist die
-in Abb. 24 dargestellte verbesserte Anordnung auf. In dem zweiten
-Kapitel der Druckschrift sind die verschiedenen Verwendungsgebiete
-der Maschine aufgeführt: Betrieb von Mühlen, Wasserversorgung von
-Palästen und Edelsitzen von einem im Dachstuhl aufgestellten Behälter
-aus; Wasserversorgung von Städten; Entwässerung von Sümpfen und
-Mooren; Entwässerung der Bergwerke. Auch für Schiffe empfiehlt Savery
-seine Maschine, ohne jedoch anzugeben, in welcher Weise. Er geht auf
-diese Verwendungsart nicht näher ein, sondern überläßt dieselbe den
-Fachleuten.
-
-[Illustration: Abbildung 24.
-
-Saverys Dampfmaschine. Aus: ~The Miners Friend~.]
-
-Im dritten Kapitel wird angegeben, in welcher Art die Maschine für die
-vorgenannten Verwendungszwecke anzuordnen ist.
-
-Den Schluß bildet ein sehr eingehendes Zwiegespräch zwischen dem
-Erfinder und einem Bergwerksbesitzer, in welchem ersterer die gegen die
-Maschine erhobenen Bedenken entkräftet.
-
-Die der Maschine (Abb. 24) gewidmete Beschreibung hat folgenden
-Wortlaut:
-
- „_Eine Beschreibung des Ganges der Maschine zum Heben von Wasser
- durch Feuer_.
-
-~_B_{1} B_{2}_~ sind zwei Feuerungen.
-
-~C~ ist der Schornstein oder die Esse.
-
-~D~ ist der kleine Kessel.
-
-~E~ ist dessen Dampfrohr mit Hahn.
-
-~F~ ist die Verbindungsmutter zwischen Kessel und Dampfrohr.
-
-~G~ ist ein enges Rohr mit Hahn, das in das Innere des Kessels bis 8
-Zoll über dem Boden hineinragt.
-
-~H~ ist ein weiteres Rohr, das auf dieselbe Tiefe hinabragt.
-
-~I~ ist ein Ventil in dem Rohre ~H~.
-
-~K~ ist ein Rohr, das von dem Gehäuse dieses Ventils in den großen
-Kessel, etwa einen Zoll tief, hineinführt.
-
-~L~ ist der große Kessel.
-
-~M~ ist eine Schraube mit der Reguliervorrichtung.
-
-~N~ ist ein enges Rohr mit Hahn, das bis zur Hälfte in den großen
-Kessel hineinragt.
-
-~_O_{1} O_{2}_~ sind Dampfrohre, deren eines Ende mit der
-Reguliervorrichtung, deren anderes Ende mit den Zwischenbehältern
-(Receivers) verschraubt ist.
-
-~_P_{1} P_{2}_~ sind die sogenannten Receivers.
-
-~Q~ sind Schrauben, mittels welcher die Rohrleitungen und Ventile an
-der Vorderseite der Maschine angebracht werden.
-
-~_R_{1} R_{2} R_{3} R_{4}_~ sind Rotgußventile, die mit Schrauben
-versehen sind, um sie bei Gelegenheit öffnen und zugänglich machen zu
-können.
-
-~S~ ist das Druckrohr.
-
-~T~ ist das Saugrohr.
-
-~X~ ist ein Wasserbehälter.
-
-~Y~ ist ein Hahn am Boden dieses Wasserbehälters.
-
-~Z~ ist der Handhebel der Reguliervorrichtung.
-
-
-_Wie die Maschine zu handhaben ist._
-
-Zunächst ist erforderlich, daß die Maschine in einen guten Doppelofen
-eingebaut wird, der so eingerichtet ist, daß die Flamme Ihres Feuers
-rundherum streichen und beide Kessel ebenso gut befeuern kann, wie
-dies bei den Braupfannen der Fall ist. Bevor Sie das Feuer anfachen,
-öffnen Sie die beiden an den Kesseln angebrachten Hähne ~G~ und ~N~.
-Sodann füllen Sie den großen Kessel ~L~ zu zwei Drittel mit Wasser und
-den kleinen Kessel ~D~ ganz voll Wasser. Sodann verschließen Sie die
-Hähne ~G~ und ~N~ so fest wie möglich. Nunmehr setzen Sie die Feuerung
-~B_{1}~ in Gang. Wenn das Wasser im Kessel ~L~ kocht, müssen Sie den
-Handhebel ~Z~ so weit als möglich von sich fortdrehen. Infolgedessen
-strömt der gesamte aus dem Wasser in ~L~ sich entwickelnde Dampf mit
-unwiderstehlicher Gewalt durch ~O_{1}~ nach ~P_{1}~, hierbei mit
-Geräusch alle Luft durch das Ventil ~R_{1}~ hinaustreibend. Und wenn
-alle Luft hinausgezogen ist, wird der Boden des Gefäßes ~P_{1}~ sehr
-heiß werden. Dann ziehen Sie den Handhebel der Reguliervorrichtung
-zu sich heran. Hierdurch schließen Sie ~O_{1}~ ab und Sie treiben
-den Dampf durch ~O_{2}~ nach ~P_{2}~, bis dieses Gefäß die in ihm
-enthaltene Luft durch das Ventil ~R_{2}~ zu dem Druckrohr übertreten
-ließ. Inzwischen ist, da der Dampf in dem Gefäß ~P_{1}~ sich
-niederschlug, ein Vakuum oder eine Luftleere erzeugt. Infolgedessen muß
-das Wasser mit Notwendigkeit durch das Saugrohr ~T~ emporsteigen, wobei
-es das Ventil ~R_{3}~ anhebt und das Gefäß ~P_{1}~ füllt.
-
-Inzwischen ist das Gefäß ~P_{2}~ der in ihm enthaltenen Luft entledigt,
-und nunmehr drehen Sie den Regulatorhebel wiederum von sich fort.
-Alsdann ruht Druck auf der Oberfläche des Wassers in ~P_{1}~, die
-durch den Dampf erwärmt wird und diesen daher nicht niederschlägt.
-Der Dampfstrom drückt mit federndem Druck, gleich dem Luftdruck, auf
-das Wasser und überwindet schließlich das Gewicht der Wassersäule und
-treibt diese in dem Druckrohr ~S~ empor, durch das nun das im Gefäß
-~P_{1}~ enthaltene Wasser sofort hinausbefördert wird. Ist einmal die
-Maschine im Gange, so ist es für jedermann ein leichtes. auch für den,
-der niemals die Maschine zuvor gesehen hat, nach einem halbstündigen
-Probieren, einen ständigen Wasserstrom vom vollen Querschnitt des
-Rohres ~S~ ins Freie zu fördern. Denn an der Außenseite des Gefäßes
-~P_{1}~ werden Sie den Gang des Wassers verfolgen können, wie wenn
-das Gefäß durchsichtig wäre. Denn das Gefäß ist, soweit der Dampf in
-demselben steht, vollständig trocken und so heiß, daß man es kaum
-mit der Hand berühren kann. So weit aber in dem Gefäß das Wasser
-reicht, ist das Gefäß feucht und kalt, als ob Wasser auf dasselbe
-hinabgerieselt wäre. Diese Feuchtigkeit und Kälte verschwinden aber,
-so weit der Dampf das Wasser im Innern des Gefäßes verdrängt. Wenn Sie
-aber alles Wasser hinausdrücken, so wird der Dampf, und zwar schon
-eine kleine Menge desselben, indem er durch ~R_{1}~ hindurchtritt,
-das Ventil zum Schnarren bringen und hierdurch Euch auffordern, den
-Regulatorhebel zu Euch heranzuziehen. Sogleich beginnt der Dampf das
-Wasser aus dem Gefäß ~P_{2}~ hinauszudrücken, ohne daß der austretende
-Strahl sich ändert. Nur wird der Wasserstrahl dann etwas stärker
-ausfallen als bisher, wenn Sie den Regulatorhebel bewegten, bevor
-eine größere Menge Dampf durch das Ventil ~R_{1}~ austrat. Aber es
-ist besser, keinen Dampf austreten zu lassen (denn dies ist mit
-Kraftverlust verknüpft). Dem kann leicht dadurch vorgebeugt werden,
-daß man den Regulatorhebel etwas früher bewegt, bevor das Druckgefäß
-vollständig entleert ist. Ist dies geschehen, so drehe man sofort den
-Hahn des Kaltwasserbehälters ~X~ so, daß er sich oberhalb ~P_{1}~
-befindet. Dieser Hahn ist in der Zwischenstellung geschlossen, jedoch
-stets offen, wenn er über ~P_{1}~ oder über ~P_{2}~ eingestellt
-ist. Das aus dem Behälter ~X~ auf ~P_{1}~ hinabrieselnde Wasser
-läßt den Dampf, der soeben noch eine so große Kraft äußerte, sich
-niederschlagen, infolgedessen Luftleere entsteht. Infolgedessen füllt
-sich das Gefäß ~P_{1}~ durch den Druck der äußeren Atmosphäre oder,
-was dasselbe besagt, durch Saugwirkung, sofort wieder mit Wasser,
-während sich ~P_{2}~ entleert. Ist dieses geschehen, so bewege man
-den Regulatorhebel von sich fort und bringe hierdurch den Dampfdruck
-in ~P_{1}~ zur Wirkung. Zugleich wird das Condenswasserrohr über das
-Gefäß ~P_{2}~ gebracht. Infolgedessen schlägt sich der in diesem Gefäß
-befindliche Dampf nieder, so daß dieses Gefäß sich füllt, während sich
-das andere entleert.
-
-Die Arbeit, die mit dem Drehen der zwei Maschinenteile, nämlich des
-Regulators und des Kaltwasserhahnes, verknüpft ist, sowie die Wartung
-der Feuerung, überschreitet nicht das Maß dessen, was ein Knabe täglich
-leisten kann, und ist ebenso leicht zu erlernen wie das Treiben eines
-Pferdes an einer Kettenpumpe. Dennoch aber würde ich Erwachsene
-vorziehen, da bei ihnen mehr Sorgfalt vorauszusetzen ist als bei
-Knaben. Der Unterschied im Kostenaufwand ist nicht nennenswert und
-kommt angesichts der großen Vorteile, die der Gebrauch der Maschine mit
-sich bringt, nicht in Betracht.
-
-Der sachkundige Leser wird hier nun vielleicht den Einwand erheben,
-daß, da der Dampf die Ursache der Bewegung und der Kraft ist und dieser
-Dampf nur verflüchtigtes Wasser ist, der Kessel ~L~ nach Verlauf einer
-gewissen Zeit leer werden muß, so daß also der Gang der Maschine
-unterbrochen werden muß, um den Dampfkessel wieder zu füllen, will man
-den Boden des Kessels nicht der Gefahr des Verbrennens oder Schmelzens
-aussetzen.
-
-Als Antwort hierauf bitte ich, sich den Gebrauch des kleinen Kessels
-~D~ zu merken. Sobald die die Maschine bedienende Person bemerkt, daß
-es Zeit ist, den großen Dampfkessel wieder zu füllen, dann schneide man
-durch Drehung des Hahnes des kleinen Kessels ~E~ jegliche Verbindung
-zwischen ~S~, dem großen Druckrohr, und ~D~, dem kleinen Kessel,
-ab. Macht man dann noch ein kleines Feuer unter ~B_{2}~, so hat man
-innerhalb kurzer Zeit mehr Dampfkraft zur Verfügung als aus dem großen
-Kessel. Denn da der in dem großen Kessel enthaltene Dampf ständig
-verbraucht wird und hinausgeht, während der Druck in dem anderen
-Kessel zunimmt, überschreitet der in ~D~ herrschende Druck bald den in
-~L~; da nun also das in ~D~ enthaltene Wasser durch seinen eigenen
-Dampf gedrückt wird, muß es notwendigerweise sich in dem Rohr ~H~
-heben, hierbei das Ventil ~I~ öffnend und dann durch das Rohr ~K~ nach
-~L~ hinübertretend, bis der Wasserspiegel in ~D~ die Unterkante des
-Rohres ~H~ erreicht. Das Zusammentreffen von Dampf und Wasser ergibt
-die Gewißheit, daß ~D~ sich entleert hat nach ~L~ hinein bis auf 8
-Zoll oberhalb des Bodens. Und da nun in dem Raum zwischen der Spitze
-von ~D~ bis zur Unterkante des Rohres ~H~ so viel Wasser enthalten
-ist, um ~L~ um einen Fuß zu füllen, so kann man sicher sein, daß ~L~
-wiederum um einen Fuß aufgefüllt ist. Dann öffnen Sie den Hahn ~I~
-und füllen sofort ~D~, so daß ständige Bewegung herrscht, ohne daß
-man irgendwelche Störung des Betriebes der Maschine zu fürchten hat.
-Wenn man zu beliebiger Zeit wissen will, ob der große Dampfkessel ~L~
-mehr als zur Hälfte entleert ist, dann drehe man den kleinen Hahn ~N~,
-dessen Rohr mit seiner Unterkante bis zur halben Höhe des Kessels
-hinabreicht und Wasser gibt, wenn dieses höher als die Unterkante des
-Rohres im Kessel steht; ist letzteres nicht der Fall, so gibt der Hahn
-~N~ Dampf. Ebenso zeigt der Hahn ~G~ an, ob mehr oder weniger als 8
-Zoll Wasser im Kessel ~D~ stehen, so daß nur törichte und böswillige
-Nachlässigkeit oder Absicht den Gang der Maschine zu stören vermag.
-Und wenn der Besitzer den Verdacht hat, daß der Wärter seine Pflicht
-nicht tut, so kann dieses leicht mit Hilfe der Ventile festgestellt
-werden. Denn wenn er an die im Gange befindliche Maschine herantritt
-und sieht, daß der Wasserspiegel in ~L~ tiefer liegt als die Unterkante
-des Rohres ~N~, oder der Wasserspiegel in ~D~ tiefer als die Unterkante
-von ~G~, so verdient der Wärter einen Tadel, obgleich noch drei Stunden
-verfließen können, bevor der Gang der Maschine gestört wird oder die
-Kessel sich entleeren. Übrigens erfüllen die Ventile der Wasserwerke
-ihre Aufgabe um so besser, je länger sie sich im Gebrauch befinden.
-
-Sind nun alle Teile meiner Maschine richtig beschaffen und die
-Feuerung aus Sturbridge- oder Windsorziegeln oder feuerfesten
-Steinen ausgeführt, so halte ich es für ausgeschlossen, daß meine
-Maschine nicht viele Jahre aushalten werde. Denn die Ventile,
-Gehäuse, Probierrohre, der Regulator und die Hähne sind sämtlich aus
-Rotguß angefertigt; und die Gefäße sind alle aus dem besten Kupfer
-hergestellt, von solcher Stärke, daß sie den bei dem Arbeiten der
-Maschine auftretenden Anforderungen genügen. Kurz gesagt: die Maschine
-ist dem, was sie leisten soll, derart natürlich angepaßt, daß sie unter
-den verschiedensten Verhältnissen, ohne Schaden zu erleiden, jahrelang
-arbeiten kann, es sei denn, daß jemand es auf ihre Zerstörung abgesehen
-habe. Ist die Maschine aufgestellt und in Betrieb gesetzt, so kann ich
-in aller Bescheidenheit die Versicherung abgeben, daß der Minenbesitzer
-oder Aufseher von den ewigen Kosten und Unannehmlichkeiten befreit
-ist, welche bei den anderen jetzt in den Bergwerken gebräuchlichen
-Wasserhebemaschinen ständig auftreten.“
-
-Saverys Rührigkeit war von Erfolg gekrönt; seine Maschine fand trotz
-des hohen Dampfverbrauchs, der aus der unmittelbaren Berührung des
-Dampfes mit dem kalten Wasser sich ergab, Eingang in die englischen
-Bergwerke. In der Tat ist die Saverymaschine die erste die Ausnutzung
-der Spannkraft des Wasserdampfes anstrebende Vorrichtung, die weit aus
-dem Rahmen des Versuches hinaustrat und sich in gewissem Maße auch
-bewährte. Großes Mißtrauen erweckte allerdings eine Explosion, der zu
-Broadwaters eine Savery-Maschine zum Opfer fiel.
-
-Bei Papin und dessen fürstlichem Gönner wurde der Anlaß, sich von neuem
-mit der Dampfmaschine zu befassen, durch Leibniz gegeben. Dieser sandte
-nämlich am 6. Januar 1705 an Papin die Zeichnung einer Saverymaschine,
-und zwar ohne Beschreibung. Papin legte diese Zeichnung dem Landgrafen
-vor und erhielt von diesem den Auftrag, eine Dampfmaschine zum Antrieb
-einer Mahlmühle zu entwerfen. Offenbar sollte, da die Dampfmaschine
-hier nur als Pumpenmaschine in Betracht kam, diese das Wasser auf eine
-gewisse Höhe schaffen, von der es dann herabfallen und ein Wasserrad
-antreiben sollte.
-
-Papin ging eifrigst ans Werk und faßte, nachdem er ein kleines Modell
-fertiggestellt hatte, den Wunsch, eine Maschine größerer Leistung
-für die Herrenhäuser Wasserkunst ausführen zu können. Er wandte sich
-daher an Leibniz mit der Bitte, dieser möge ihm bei dem Kurfürst von
-Hannover den Auftrag auf eine derartige Maschine zum Preise von 300
-Talern erwirken. Da aber bei den Herrenhäuser Anlagen Wasserkraft zur
-Verfügung stand, erfuhr Papins Bitte eine Ablehnung.
-
-Nunmehr suchte Papin seine Maschine weiteren Kreisen dadurch näher zu
-bringen, daß er sie in einer Druckschrift veröffentlichte. Endlich
-gelang ihm dies. Die Druckschrift ist betitelt: ~Ars nova ad aquam
-ignis adminiculo efficacissime elevandam. Autore Dionysio Papin, Med.
-Doctore, Mathes. Profess. Publ. Marburgensi, Consiliario Hassiaco, ac
-Regiae Societatis Londinis Socio. Casellis (Francoforti a. M.) 1707~.
-
-[Illustration: Abbildung 25.
-
-Papins zweite Dampfmaschine.
-
-Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale.~ Tab. 53, Fig. 1.]
-
-Am 29. November 1706 übersandte Papin ein Exemplar dieser Druckschrift
-an Leibniz mit der Bitte, dieser möge sich über deren Inhalt äußern.
-
-Leupold gibt in seinem im Jahre 1724 erschienenen ~Theatrum Machinarum
-generale~ § 389 folgende Beschreibung dieser zweiten Papinschen
-Maschine:
-
-„~A~ (Abb. 25) ist die küpfferne Blase oder Kugel, im Diametro 20
-Zoll, hoch 26 Zoll. Diese wird in einen Ofen von gebrannten Ziegeln
-eingemauert, daß die Hitze die gantze Kugel wohl treffen kan. Gemeldte
-Kugel soll 2 Zoll obenher von der Wand abstehen. Aus dieser Kugel
-gehet oben eine krumme Röhre ~_BB_~, die in der Mitte ein Epistomium
-oder Hahn ~E~ hat. Die Röhre ~B~ soll noch etwas zugleich im Feuer mit
-stehen. Oben auf in ~C~ ist ein perpendikulairer Tubus _~CC~_, durch
-welchen man das Wasser eingießen kann, der so lang ist, daß er durch
-das Gewölbe des Ofens durchlanget. Damit aber die Gewalt der Lufft
-nicht herausdringet, ist solches mit einem Deckel wohl zu verwahren;
-allein daß auch nicht etwa die Gewalt und Stärke der expandierten
-Lufft das Gefäß ~A~ gar zersprengen möchte (wie es dem Papino selbst
-begegnet seyn soll) so lieget auf dem Deckel des Loches ein Hebel
-~_ab_~, an welchen ein Gewicht ~C~ hanget, wenn anders die Gewalt so
-groß wird, sie ehr den Deckel mit dem Gewicht hebet als daß sie die
-Kugel zersprenget. Das Rohr ~_BB_~ gehet in ein ander Cylindrisches
-Gefäß ~_DD_~, dahin die expandirte Lufft aus ~A~ durch das Epistomium
-~E~ gelassen wird. Das kupfferne Gefäß ~_DD_~, so statt der Antlia oder
-des Stiefels, ist weit im Diametro 20 Zoll, und der Embolus oder Kolben
-15 Zoll hoch, und muß das Gefäß so weit seyn, daß noch 200 Pfund Wasser
-Raum haben.
-
-Ferner ist ein Tubus ~_GG_~, durch welchen das Wasser in den Cylinder
-~D~ gelassen wird, der Diameter soll 7 Zoll weit seyn und 6 Zoll höher
-stehen, als das Epistomium ~n~, durch welches das überflüssige Wasser
-in ~D~ wieder ablaufen kan. Der Tubus ~G~ aber gehet in die krumme
-Röhre ~_HH_~, und diese in den Cylinder ~_DD_~. Der Embolus oder Kolben
-~_FF_~ ist ein hohler Cylinder von Metall, und wohl verwahret, daß kein
-Wasser hineinkan, und so leicht, daß er auf dem Wasser schwimmt. In
-diesem Kolben ist ein hohler Cylinder ~_ii_~, der oben in ~i~ offen,
-unten aber zugemacht ist. Durch die Achse dieses Cylinders gehet dieser
-Tubus hindurch bis auf den Boden, und ist so verwahret, daß kein Wasser
-durch kan.
-
-Dieser Tubus dienet hierzu: Durch die Öffnung ~L~ wird ein heißes oder
-glüendes Eisen gelassen, welches im oberen Theil der Antlia bleibet,
-welches nützet, daß die nassen Vapores aus der Kugel ~A~, wenn sie
-darauf stossen, sich mehr erhitzen, und ausbreiten. Die Öffnung ~L~
-wird gleichfalls wie ~C~ mit einem wohl eingepasseten metallenen Deckel
-verwahret, und durch den Hebel und Gewicht ~a~ aufgepresset, welches
-Gewichte man nach Verlangen hin und her schieben kan, nachdem die
-Schwehre nöthig. An dem engen Theil des Tubi ~H~ stehet ein anderer
-Tubus ~_MM_~, welcher in einen größeren und weitern Cylinder ~_NN_~,
-der allenthalben geschlossen ist, und nur in ~X~ eine Öffnung hat,
-gehet. Der Cylinder ~M~ ist 3 Fuß hoch und 23 Zoll weit, 1 Fuß Höhe
-hält 200, das gantze Gefäß aber 600 Pfund Wasser, also, daß wenn die
-200 Pfund Wasser aus dem Cylinder ~_DD_~ hinangetrieben werden, die
-Lufft in ~_NN_~ um ⅛ zusammengepresset wird, gleich wie das Wasser von
-64 Fuß hoch thut. Damit nun das Wasser nicht wieder durch die Röhre
-~_GG_~ zurück kan, ist in ~S~ ein Ventil, desgleichen auch bey ~T~. Bei
-~X~ ist ein Rohr angemachet, aus dem Cylinder ~N~ 2 Zoll breit, durch
-welches das Wasser ~N~ in die Höhe steigen soll. Es ist darum so enge,
-daß das Wasser erstlich in 2 Secunden auslauffen kan, weil in jeden 2
-Secunden eine neue Operation oder neues Wasser folgen soll.
-
-Hierauf, saget der Autor, würde man sehen, daß eine solche Machine mit
-schlechten Kosten zu machen sey, und dennoch dadurch ein Mensch, so
-viel als sonst fünffzig verrichten; weil nemlich alle 2 Secunden 200
-Pfund Wasser 40 Fuß hoch könnten gebracht werden. Ja, er vermeynete, er
-wolle es auch dahin bringen, wenn alles grösser und stärker gemachet
-würde, daß einer so viel als sonst hundert ausüben würden.“
-
-Der Arbeitsgang dieser zweiten Papinschen Maschine vollzog sich
-folgendermaßen: Durch den Trichter ~G~ wird Wasser in den Zylinder
-~_DD_~ eingelassen; infolgedessen hebt sich der Kolben nach aufwärts.
-Hat dieser seine Höchstlage erreicht, wird der Lufthahn ~n~ geschlossen
-und durch Öffnen des Dampfhahns ~E~ Dampf oberhalb des Kolbens in
-den Zylinder ~_DD_~ eingeführt. Der Dampf drückt den Kolben abwärts,
-infolgedessen das unterhalb des letzteren befindliche Wasser in dem
-mit Ventil ausgestatteten Steigrohr ~M~ aufwärts gefördert wird.
-Alsdann wird der Dampf abgesperrt, der Lufthahn ~n~ wiederum geöffnet
-und von neuem Wasser in den Trichter ~G~ geschüttet, worauf sich
-der Vorgang wiederholt. Von der Saveryschen Maschine unterscheidet
-sich Papins Maschine wesentlich dadurch, daß sie die großen bei der
-Berührung des Dampfes mit dem Wasser auftretenden Dampfverluste durch
-Zwischenschaltung des Kolbens zwischen Dampf und Wasser vermeidet. Zur
-weiteren Verhütung von Wärmeverlusten wurde der hohle Kolben durch
-einen erwärmten eisernen Bolzen geführt, und der verbrauchte Dampf
-wurde nicht niedergeschlagen, sondern durch den Lufthahn ~n~ abgeführt
-und zur Vorwärmung des in den Trichter ~G~ eingebrachten Wassers
-verwertet.
-
-Papin blieb nun aber nicht dabei stehen, diese Maschine nur zum Heben
-von Wasser zu benutzen, er hatte vielmehr schon deren Verwendung für
-_motorische_ Zwecke im Auge. Zu diesem Zwecke umgab er das Steigrohr
-~M~ mit einem Windkessel ~_NN_~, in welchem das gehobene Wasser
-ein Kissen stark gepreßter Luft erzeugte, die durch das Rohr ~X~
-fortgeleitet und zum Antrieb eines Schaufelrades benutzt werden konnte.
-Des weiteren wollte er die Maschine zum Antrieb von Schiffen benutzen.
-
-Diese Verbesserungen beruhten auf einer eingehenden Kritik, die Papin
-in der Schrift „~Ars nova~“ der Saveryschen Maschine angedeihen ließ.
-
-Von großem Interesse sind die Verbesserungsvorschläge, die _Leibniz_
-machte und die so erheblich sind, daß sie als selbständige Erfindungen
-gelten müssen. Er vermißte eine Vorrichtung, um den Dampfkessel wieder
-mit Wasser füllen zu können. Zu diesem Zweck schlug er einen mit einer
-Aussparung versehenen Hahn vor. Den aus dem Hahn ~n~ abziehenden Dampf
-wollte er mittels eines Rohres unter eine Kappe leiten, welche den
-Windkessel ~_NN_~ so weit umgab, als dieser für gewöhnlich mit Luft
-gefüllt war. Hierdurch sollte der Windkessel abwechselnd erwärmt werden
-und jeweilig, wenn er Wasser in das Steigrohr zu pressen hatte, eine
-größere Spannkraft erhalten. Die überflüssige Wärme und der Rauch der
-Feuerung sollte zur Vorwärmung des Wassers im Trichter ~G~ und im Rohr
-~H~ benutzt werden. Schließlich meinte er, daß sich ein Mechanismus
-erfinden lasse, um die Hähne ~E~ und ~n~ durch die Maschine richtig zu
-bewegen, zu steuern. Hier begegnen wir also bereits einer Anregung,
-_die Steuerung der Maschine durch diese selbst zu bewirken_.
-
-Als Papin mit seiner Druckschrift über seine neue Maschine vor die
-Öffentlichkeit trat, hatte er jene bereits Versuchen unterzogen.
-Dieselben wurden im Treppenhause des im Jahre 1695 erbauten Kunsthauses
-zu Kassel vorgenommen und ihre Ergebnisse von Papin am 19. August
-1706 Leibniz mitgeteilt. Diese Versuche mißlangen zunächst teilweise,
-weil der für den Aufbau des Steigrohres verwendete Kitt, wie Papin
-vorausgesehen hatte, dem Druck des Wassers nicht widerstehen konnte,
-infolgedessen große Wasserverluste eintraten. Trotzdem aber konnte
-Papin mit Genugtuung feststellen, daß das gepumpte Wasser bis zu einer
-Höhe von 70 Fuß emporstieg. Als man versuchte, das Steigrohr neu zu
-verkitten, fiel einiger Kitt in das Bodenventil des Steigrohres, so
-daß die Versuche abgebrochen werden mußten. Nunmehr wurde ein anderes
-Steigrohr, und zwar aus Kupferplatten, hergestellt. Als dieses fertig
-war, verließ aber leider der Landgraf Kassel und besichtigte nach
-einmonatlicher Abwesenheit die Maschine nur abends, wo Versuche nicht
-vorgenommen werden konnten. Auch nahmen ihn andere Dinge vollständig
-in Anspruch, so daß Papin seine geplanten Verbesserungen immer und
-immer wieder hinausschieben mußte. In den ersten Monaten des Jahres
-1707 wurde sogar das neue Steigrohr entfernt und zu anderen Zwecken
-benutzt. Dies erregte Papins Unzufriedenheit in so hohem Maße, daß er,
-um sich wieder nach England begeben zu können, den Landgrafen um seine
-Entlassung bat, die ihm denn auch gewährt wurde.
-
-Mit welchem Eifer und mit welchem Maße innerer Überzeugung Papin an den
-Bau dieser seiner zweiten Maschine herangegangen ist, geht aus einem
-Brief hervor, den er am 23. März 1705 an Leibniz richtete. Nachdem
-er berichtet hat, daß der Landgraf durch die von Leibniz seinerzeit
-übersandte Zeichnung der Saverymaschine zur Fortsetzung der auf die
-Dampfmaschine bezüglichen Versuche sich bewogen gefühlt habe, fährt er
-fort: „Ich kann Sie versichern, daß ich, je mehr ich vorwärtskomme,
-immer mehr diese Erfindung zu schätzen lerne, die, vom theoretischen
-Standpunkte aus betrachtet, _die Kräfte der Menschen bis ins Unendliche
-vermehren muß_; aber vom praktischen Standpunkte aus glaube ich
-ohne Übertreibung sagen zu können, daß mittels derselben ein Mensch
-ebensoviel wird leisten können, als hundert Menschen ohne dieselbe.
-Ich gebe zu, daß es noch Zeit erfordern wird, um zu diesem Grade der
-Vollkommenheit zu gelangen. Das einzige, was man bisher getan hat, ist
-die Aufdeckung der Eigenheiten der Maschine und der Erscheinungen,
-denen sie unterworfen ist. Aber Seine Hoheit werden sie hinfort zu
-einem nützlichen Zweck verwenden und hat mir den ehrenvollen Auftrag
-gegeben, diese Maschine zum Antrieb einer Getreidemühle anzuwenden. Sie
-können mir glauben, mein Herr, daß ich alles, was in meinen Kräften
-steht, aufbieten werde, daß die Sache zu einem guten und erfolgreichen
-Ende geführt wird, jedoch hat man hier mit der Schwierigkeit, tüchtige
-Arbeiter zu finden, zu kämpfen. Ich hoffe jedoch, daß die Geduld mit
-Gottes Hilfe alles glücklich überwinden wird. Und wenn man dann nach
-der Getreidemühle jene Erfindung auf die Wasserfahrzeuge ausdehnen
-könnte, so würde ich diese Erfindung für ungleich nützlicher halten als
-die Auffindung der Längen auf dem Meere, nach der man schon so lange
-Zeit sucht.“
-
-Als Papin seinen erbetenen Abschied vom Landgrafen erhalten hatte,
-ging er alsbald an die Vorbereitungen seines Umzuges nach London.
-Sein schönstes Besitztum bestand in einem Schiffe, an welchem er nach
-eigenen Angaben gebaute Schaufelräder angebracht und erprobt hatte.
-Auf diese Erfindung setzte er große Hoffnungen, die er in England
-erfüllen wollte. Dieses Schiff hat zu der weitverbreiteten irrtümlichen
-Auffassung Veranlassung gegeben, Papin habe bereits ein Dampfschiff
-besessen. Es wurde in den Jahren 1703 und 1704 erbaut, und am 13. März
-1704 schrieb er ausdrücklich in einem an Leibniz gerichteten Briefe, er
-habe dieses Schiff nicht derart eingerichtet, daß es durch die Kraft
-des Feuers angetrieben werden könne, um nicht zu viele Dinge auf einmal
-zu unternehmen.
-
-Trotzdem daß Papin alle nur mögliche Vorsicht angewendet hatte, um
-sich die Durchfahrt dieses Schiffes von Kassel zum Meere zu sichern,
-wurde dasselbe dennoch von Schiffern zerstört. Dieser Verlust hat Papin
-seiner schönsten Hoffnungen beraubt und ihm einen niemals wieder gut zu
-machenden Schlag versetzt.
-
-In London angelangt, bat er die ~Royal Society~, sie möge ihm
-die Möglichkeit geben, die Leistungsfähigkeit seiner Maschine
-mit derjenigen der Saveryschen Maschine zu vergleichen, wurde
-aber abschlägig beschieden. Auch weitere Kränkungen blieben
-dem erfolgreichen Bahnbrecher der Dampfmaschine nicht erspart.
-Wahrscheinlich ist Papin in der ersten Hälfte des Jahres 1712 zu London
-gestorben.
-
-Kehren wir nunmehr zur Saveryschen Maschine zurück. Im Jahre 1706 wurde
-die erste praktische Ausführung zu Broadwaters aufgestellt, explodierte
-jedoch, wie wir bereits erwähnten. In demselben Jahre soll Savery ein
-für Kassel bestimmtes Modell verbessert haben.
-
-Die Zahl der nach und nach in Betrieb genommenen Saverymaschinen
-nahm allmählich zu. Es erklärt sich dies leicht aus dem Umstande,
-daß die stetig wachsende Bedeutung des englischen Kohlenbergbaues
-gebieterisch nach einer Vervollkommnung der gebräuchlichen, höchst
-mangelhaften Wasserhebevorrichtungen verlangte. Bisher hatte man sich
-mit durch Menschen- oder Pferdekraft betriebenen Pumpen beholfen und
-war hierbei schon hier und dort zu sehr umfangreichen Anlagen gediehen.
-So befand sich in Cornwall die sogenannte „Turmmaschine“, die aus zehn
-übereinander angeordneten oberschlächtigen Wasserrädern von je 20
-Fuß Durchmesser bestand. Auch Windmühlen benutzte man zum Entwässern
-der Bergwerke. Letztere versagten bei Windstille den Dienst, während
-die Wasserräder erhebliche Mengen von Aufschlagwasser erforderten,
-die bei Trockenheit nicht zur Verfügung standen. Die mit Tier- und
-Menschenkraft angetriebenen Pumpen mußten durch Tag- und Nachtschichten
-im Betriebe erhalten werden. Schließlich benutzte man auch Becherwerke
-zum Heben des Wassers. Bei beträchtlicheren Förderhöhen war aber
-deren Standfestigkeit so gering, daß infolge der Schwankungen des
-Gestelles die Becher kaum zur Hälfte gefüllt oben anlangten und ein
-immerwährender Regen in die Tiefe hinabrieselte.
-
-Die erste größere Saverymaschine war die der ~York Building
-Waterworks~. Hier gelangten sehr hohe Dampfdrucke, „8- bis 10mal so
-groß als der Luftdruck“, zur Anwendung. Die entwickelte Hitze war
-so groß, daß das gewöhnliche Weichlot schmolz und die Verbindungen
-mittels Hartlot verlötet werden mußten.
-
-Als Grund für die Verwendung dieser hohen Dampfdrucke gab Savery an,
-daß er auf diese Weise die von dem Dampf getroffene Oberfläche des zu
-hebenden Wassers schnell auf eine hohe Temperatur bringe und hierdurch
-die Kondensation des Dampfes verhindere.
-
-Gleichzeitig mit Savery und Papin hatte sich auch _Thomas Newcomen_
-mit der Verbesserung der Dampfmaschine beschäftigt, und zwar in
-Gemeinschaft mit _John Cawley_. Beide lebten in Dartmouth.
-
-Die von beiden erfundene Maschine ist in Abb. 26 dargestellt. Oberhalb
-des eingemauerten Dampfkessels ~A~ liegt der Dampfzylinder ~_PQ_~.
-Beide sind durch ein senkrechtes Rohr ~_DE_~ miteinander verbunden. Der
-Kolben ~R~ ist mittels einer Kette an dem einen Arme ~Z~ des Balanciers
-~_ZaY_~ aufgehängt, an dessen anderem Ende das Pumpengestänge ~k~
-und die Kolben ~_nml_~ angebracht sind. Das oben an der Säule des
-Balanciers angebrachte Gefäß ~M~ enthält Kühlwasser, das durch das
-Rohr ~_NN_~ und den Hahn ~K~ unterhalb des Kolbens ~R~ in den Zylinder
-eingeführt werden kann und die Kondensation des Dampfes bewirkt.
-
-Der Arbeitsgang der Maschine vollzieht sich in folgender Weise:
-Befindet sich der Kolben in seiner tiefsten Stellung, so wird Dampf
-von unten in den Zylinder eingelassen, und dieser Dampf hebt mit Hilfe
-des Gegengewichtes ~_lmn_~ den Kolben. Hat dieser seine Höchstlage
-erreicht, wird der Dampfzutritt gesperrt und der Kaltwasserhahn ~K~
-geöffnet. Infolge der Kondensation des Dampfes drückt der Luftdruck den
-Kolben nach unten und das Gegengewicht ~_lmn_~ nebst dem Pumpengestänge
-~k~ wird gehoben. Nunmehr wird, nachdem für rechtzeitige Ableitung des
-im Zylinder befindlichen Kondenswassers gesorgt ist, frischer Dampf in
-den Zylinder eingeführt, und das Spiel wiederholt sich.
-
-Die ~Abridgements~ geben an, daß die Newcomenmaschine eher erfunden
-sei, als die Saverymaschine, jedoch erst im Jahre 1710 an die
-Öffentlichkeit gelangt sei. Savery soll gegen das von Newcomen und
-Cawley nachgesuchte Patent Einspruch erhoben haben. Newcomen habe
-aber, da er Wiedertäufer war, von einem Streite um das Patent Abstand
-genommen, und es sei dann, nachdem eine Einigung der drei Erfinder
-erzielt war, diesen im Jahre 1705 ein gemeinsames Patent erteilt
-worden. -- Die veröffentlichten Patente lassen aber ein solches
-vermissen.
-
-Zweifellos steht die Newcomenmaschine derjenigen Papins erheblich näher
-als der Saverymaschine. Da Papin das Wesentliche seiner Erfindung im
-Jahre 1690 bereits in den „~Actis Eruditorum~“ veröffentlicht hatte,
-und da ferner Newcomen als ein Mann geschildert wird, der in Dartmouth
-neben seiner Beschäftigung als Schmied und Eisenwarenhändler sich
-schon seit Jahren für die Ausnutzung der Dampfkraft interessierte
-und einschlägige Studien trieb, liegt die Annahme sehr nahe, daß er
-Papins Arbeiten kannte und auf dem von diesem gewiesenen Wege vorwärts
-strebte. Außerdem liegt die Annahme sehr nahe, daß er auch Saverys
-Arbeiten kannte.
-
-Den Anteil Cawleys an der Erfindung der Newcomenmaschine festzustellen,
-ist sehr schwierig. Der Hauptanteil dürfte auf Newcomen entfallen, denn
-dieser hatte bezüglich der Maschine mit dem bekannten Physiker Hooke im
-Briefwechsel gestanden. Hooke riet ihm von der Anwendung der Papinschen
-Anordnung ab, wies aber darauf hin, daß der Erfolg in erster Linie von
-der schnellen Erzielung des Vakuums abhänge. Offenbar unter dem Einfluß
-der Arbeiten Saverys gingen dann Newcomen und Cawley an die Lösung der
-von Hooke als wesentlich hingestellten Aufgabe und führten diese in der
-von uns beschriebenen Weise zu einem glücklichen Ende. Der Erfolg war,
-daß sie alsbald Saverys Maschine stark in den Schatten stellten.
-
-Der Versuch Newcomens und Cawleys, ihre Maschine zu Griff in
-Warwickshire im Jahre 1711 in Betrieb zu setzen, scheiterte. Im Jahre
-1712 aber erhielten sie den Bau einer Wasserförderungsanlage in
-Bromsgrave für einen gewissen Back in Wolverhampton.
-
-Die zu überwindenden Schwierigkeiten waren sehr groß. Das Öffnen und
-Schließen der Hähne für den Zutritt des Dampfes und des Kühlwassers
-erfolgte von Hand. Wir müssen hier zu unserer vorstehend gegebenen
-Beschreibung noch ergänzend hinzufügen, daß unsere Abb. 24 bereits
-die im Jahre 1713 angebrachte Einspritzkondensation aufweist.
-Zunächst hatten Newcomen und Cawley die Kondensation des Dampfes durch
-Außenkühlung des Dampfzylinders bewirkt. Auch das von Papin erfundene
-Sicherheitsventil wurde bei späteren Ausführungen angebracht.
-
-[Illustration: Abbildung 26. Dampfmaschine von Newcomen, Cawley und
-Potter.
-
-Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~. Band ~II.~ Tab. 44]
-
-Eine wesentliche Verbesserung der Newcomenmaschine wird einem mit
-der Bedienung der Hähne beauftragten Knaben, _Humphrey Potter_,
-zugeschrieben. Dieser soll im Jahre 1712 die rechtzeitige Verstellung
-der Hähne durch in geeigneter Weise angebrachte Schnüre selbsttätig
-bewirkt haben, so daß deren Bedienung von Hand nicht mehr erforderlich
-war. Diese Steuerung sowie die Einspritzkondensation sind nicht
-Gegenstand des Patentschutzes gewesen.
-
-Im Jahre 1712 wurde durch einen Zufall die dampf- und wasserdichte
-Kolbenliderung erfunden. Man hatte auf dem Kolben ein Stück Leder
-befestigt, das den Kolben überragte und sich in einer Höhe von 2 bis
-3 Zoll an die Zylinderwandung legte. Allmählich verschliß dieses
-Lederstück und lag schließlich nur noch mit seinem Querschnitt an
-der Zylinderwandung an. Hierbei machte man die Beobachtung, daß die
-Dichtung eine weit vollkommenere war als bisher, und man begnügte sich
-hinfort mit einer in den Kolbenumfang gelegten Lederscheibe.
-
-Auch die Einspritzkondensation soll ihr Dasein einem Zufall verdanken,
-indem sie sich einst unbeabsichtigterweise durch ein im Kolben
-entstandenes Loch vollzog und sich durch schnelleres Niederschlagen des
-Dampfes vorteilhaft bemerkbar machte.
-
-Im Jahre 1713 wurden zwei Newcomenmaschinen zu Newcastle in Betrieb
-gesetzt, eine dritte wurde zu Austhorpe in Yorkshire erbaut.
-
-Im Jahre 1718 ersetzte _Beighton_ die von Humphrey Potter angegebenen,
-die Hähne betätigenden Schnüre durch Hebel.
-
-Schon im Jahre 1721 wurde die erste Newcomen-Maschine nach dem
-Kontinent, und zwar nach Königsberg in Ungarn, geliefert.
-
-Diese Maschine ist in Abb. 26 dargestellt und wird von Leupold[51] wie
-folgt beschrieben:
-
- „_Von der Feuer-Machine des Herrn Potters, welche er zu Königsberg
- in Ungarn gebauet, und allda mit gutem Succeß und Vergnügung der
- Compagnie das ihrige praestiren soll_.
-
-Die Figur zeiget sich meist im Profil, da ~A~ der große Kessel,
-dessen Diameter 7 Fuß seyn soll, und 200 Eymer Wasser halten, muß
-allezeit ¾ voll Wasser, und das übrige voll Dampf seyn. Dieser Kessel
-ist gleichsam mit einem Ofen eingefasset, und mit Rost und Windfang
-versehen, wie es die Kunst erfordert. _~BC~_ eine metallene Platte,
-so mit Schrauben an dem Kessel ~A~ befestiget, und in solcher eine
-dergleichen Röhre ~_DE_,~ so in ~D~ und ~E~ offen ist, bey ~E~ gekrümmt
-und erhoben, daß das kalte Wasser nicht hineinfallen kann, bei ~D~
-aber mit einer Klappe versehen, die, vermöge des Gewichts ~F~, die
-Öffnung ~D~ zuschliesset. Von dem Hintertheil dieser Klappe gehet
-ein starker Draht, der in der Platte ~_BC_~ wohl eingeschmergelt und
-außenher an den Hebel _~CH~_ befestiget ist, damit wenn der Balcken
-oder Arm sich in die Höhe hebet, solcher mit dem Ansatz an diesen Hebel
-~_Gq_~ anstösset und die Klappe ~F~ zuschliesset, auch zugleich den
-Hahn ~K~ eröffnet, durch den Arm ~L~, daß das kalte Wasser aus dem
-Kasten ~M~ durch die Röhre ~_NN_~ und Öffnung ~O~ durch viel subtile
-kleine Löcherlein als ein Regen herausspringet, den ganzen Zylinder ~P~
-erkältet und den Dampf niederschläget und ein Vacuum machet. ~_PQ_~
-ist der Zylinder, so in die 32 oder gar 36 Zoll in Diametro seyn soll,
-8 Fuß hoch, und in die 30 Zentner wägen, ~R~ ein metallener Kolben,
-so auf denen Seiten mit Schrauben versehen, daß man Leder oder Holz
-dazwischen schrauben kan, damit der Kolben wohl anschliesset und kein
-Wasser durchlässet, die Bewegung dieses Kolbens soll 7 Fuß seyn; oben
-auf diesem Cylinder stehet noch ein Gefässe feste, in welchem allezeit
-kaltes Wasser aus dem Kasten ~M~ durch die Röhre ~R~ lauffet, und den
-Kolben mit dem Leder bedecket, und wenn der Kolben in die Höhe kommet,
-das Wasser in die Röhre ~S~ lauffet, aus welcher es, vermittelst
-eines Hahnes, so starck es nöthig ist, in die Röhre _T_ bey ~V~ in
-den Kessel lauffet, und den Abgang des Wassers, so durch den Brodem
-hinwegziehet, ersetzet. Das Wasser, so durch die Röhre ~_NO_~ in den
-Cylinder ~_PQ_~ spritzet, und dasjenige, so sich durch den Brodem
-sammlet, lauffet durch die Röhre ~_WW_~ wieder ab, welches in die 5
-Zoll in den Cylinder beträget; derohalben oben ein sehr starker Zugang,
-nämlich eine dreyzollige Röhre ~X~ voll Wasser von einer Höhe zufließen
-soll, wo es aber die Natur nicht zuführet, muß Anstalt gemachet werden,
-daß die Kunst selbst so viel Wasser hinauf hebet. Die Application zum
-Rohr oder Pumpen-Werk geschiehet vermittelst eines sehr starken in
-die 21 Fuß langen und 18 Zoll dicken Waag-Balcken ~_YZ_~, an beyden
-Enden sind zwey Cirkel-Stücken ~_YZ_~, deren Centrum die Achse ~a~
-ist, über den Bogen ~Z~ gehet eine sehr starke Kette ~_bcd_~, davon
-ein jedes Glied 10 Pfund wägen soll, an eine drey Zoll dicke eiserne
-Kolben-Stange ~_def_~, und auf dem Bogen ~Y~ ist eine dergleichen
-starke Kette ~_gb_~ an die Stange ~_ik_~ befestigt, an diese aber
-drey Kolben-Stangen ~_lmn_~ angehangen, also daß, wenn der Kolben in
-der großen Röhre ~_PQ_~ niedergehet, er die Stange ~_ik_~ nebst denen
-drey Kolben-Stangen nach sich ziehet und die Wasser hebet. Damit aber
-die Schwehre der Kolben und Gestänge ins aequilibrium gebracht werde,
-ist noch ein andrer kleiner Waag-Balcken ~_opq_~ angeordnet, dessen
-Achse ~q~ über die beyden Bogen-Stücken aber gleichfalls zwey Ketten
-~_rs_~ und ~_tu_~ gehn, davon die erste an das Kolben-Gestänge, die
-andere aber an das Gewicht ~w~ von 30 Centnern befestiget ist. Alles
-übrige Holtz- und Mauer-Werk oder Stellage ist weggelassen, damit man
-die Haupt-Stücke desto deutlicher fassen und sehen kan, die dann wohl
-ein jeder, wann es anders im Haupt-Werk richtig, noch eher anordnen
-kan. ~W~ und ~X~ sind zwey Hähne, dadurch den Zufluß des Wassers zu
-moderiren. Aus der Röhre ~_ss_~ fließet das Wasser in einen Trichter
-~_yT_~ und von da in den Kessel. Was die Öffnung und Wiederzuschließung
-der Röhren betrifft, sowohl den Dampf aus dem Kessel bei ~D~ zu lassen,
-als frisches Wasser durch die Röhre ~O~ in Cylinder zu spritzen, kömmet
-solches mit des Herrn Potters Invention nicht überein, denn weil ich
-mir aus der Zeichnung kein rechtes Concept formiren können, so habe
-lieber eine andere Art anweisen wollen, nicht daß ich solche besser
-achte, sondern vielmehr dem Leser ein Concept hiervon zu machen, beydes
-muß sich zugleich öffnen und schließen; denn so bald sich _~FD~_
-schliesset, muß sich _~KO~_ öffnen, und also auch im Gegentheil.
-
-Es geschiehet aber hier also: ~F~ ist der Deckel oder Klappe so in
-1 ein Charnier hat und darhinder einen Lappen, auf welchem eyn nach
-dem Cirkel gebohrtes und in die Platte wohl eingeschmergeltes Eisen
-aufruhet, solches Eisen ist mit einem Charnier an dem Waag-Balcken 2,
-3 befestigt, der Waag-Balcken oder Hebel hat bei 4 seine Achse und
-bey 5 ist er wieder an einen Arm 5, 6 mit zwey Charnieren befestiget,
-so bey 6 einen Hebel 6, 7 fasset, der bey 7 an dem Würbel des Hahnes
-befestiget, und die Röhren ~_NO_~ auf- und zuschliesset, auf dem Hebel
-2, 3 ruhet eyn Gewicht 8, so den Hebel bey 3 niederdrücket, und bey 2
-erhebet, daß sich die Klappe ~F~ öffnen kan, das Gewicht 8 aber hanget
-an einer kleinen Kette, die am Balcken 7 befestiget ist, und wenn
-solche hoch genug erhoben, das Gewicht erhebet, daß es nicht mehr den
-Hebel niederdrücket, sondern das Gewicht 9 die Oberhand behält, und den
-Hebel in 2 und also auch die Klappe durchs Eisen 1 niederdrücket, und
-die Röhre ~_DE_~ zuschliesset, hingegen vermittelst des Armes 5, 6 den
-Hahn ~K~ eröffnet, daß das kalte Wasser in den Cylinder spritzet, und
-sobald das große Gewicht bey eher abfallender Stange ~I~ wieder auf dem
-Hebel ruhet, wieder die Klappe ~F~ öffnet und den Hahn ~K~ schliesset.
-Welches, wie es accurat anzuordnen, einen jedern die Praxis selber
-lehret; genug wenn so viel gewiesen habe, wie es geschehen soll oder
-muß. Solche Machine soll in 24 Stunden 24000 Eymer heben.
-
- _Wie und auf was Arth die Operation bey dieser Machine geschehe._
-
-Selbige geschiehet nun nicht durch die Expansion, sondern durchs
-Vacuum, und die Pressung der äußerlichen Luft, welche auf den Embolum
-(Kolben) drücket, denn wenn die Klappe ~F~ eröffnet ist, so steiget
-der heiße Brodem aus den Kessel ~A~ im Cylinder ~_PQ_~ und treibet
-den Kolben ~f~ der mit dem Gestänge ~_hklm_~ meist in Aequilibrio
-ist, in die Höhe, und wenn er hoch genug ist, so machet die Stange
-~J~ vermittelst des Hebels und Gewichtes, wie zuvorhero ist erklähret
-worden, die Klappe ~F~ zu, und den Hahn ~K~ auf, daß kaltes Wasser
-in den mit heißem Dampf gefüllten Cylinder spritzet, im Augenblick
-condensiret sich der Dampf im Wasser, fället zu Boden, und machet ein
-Vacuum, welches so gleich die äußere Luft wieder ersetzen will, und den
-Kolben mit solcher Gewalt hernieder treibet, daß es vermittelst des
-Waag-Balckens auf der anderen Seite durch die Kette h eine grausame
-Last Wasser auf einmahl hebet, welches viele Pferde zu thun nicht
-vermögend seyn. Ist aber der Kolben hernieder, so öffnet sich in dem
-Moment die Klappe wieder aufs neue, und treibet den Kolben wieder fort,
-nachdem sich auch der Hahn ~K~ zugleich mit zugeschlossen.
-
-Und auf solche Weise gehet die Machine Tag und Nacht, ohne Anlegung
-einiges Menschen Hand, nur daß beständig ein Mann die Feuerung
-unterhalten muß, und bin berichtet worden, daß man anfangs in 24
-Stunden drey Klaffter Holtz nöthig gehabt, ob es sich aber auch jetzo
-noch so befindet, oder ob mehr oder weniger gebrauchet wird, kan ich
-mit Gewißheit nicht sagen, woran uns zwar eben auch nichts gelegen,
-genug, daß man gezeiget: wie derselben Construktion und Fundament
-beschaffen, und daß mit solcher Krafft und Schnelligkeit selbige so
-viel arbeitet, daß hundert Pferde solches nicht praestiren können.“
-
-Um die Ausbildung der Einzelteile der Newcomen-Cawleyschen
-atmosphärischen Maschine machte sich _Smeaton_ besonders verdient.
-
-Nicht ohne Interesse ist die Frage der Kosten für eine
-Newcomenmaschine. Dieselben stellten sich für eine im Jahre 1725 für
-Andrew Wauchope bei Edminstone, Midlothian, errichtete Maschine auf
-1007 £ 11 sh 4 d.
-
-In dem bereits zitierten zweiten Bande seines im Jahre 1725
-erschienenen ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~ gibt Leupold in §
-200 nachstehende Beschreibung einer Dampfmaschine, bei welcher zwei
-Kolben auf Balanciers einwirkten und eine ständige Arbeitsleistung
-herbeiführten (Abb. 27):
-
- „_Eine Feuer-Machine mit zwey Stiefeln und Kolben, durch die
- Expansion die Krafft auszuüben_.
-
-~A~ ist der Kessel, darüber ein Hahn, vermittelst dessen einmahl der
-Dunst aus ~A~ in Cylinder ~C~, und die Lufft aus ~D~ durch die Öffnung
-~_EF_~ kan gelassen werden. Also auch, wenn die Öffnung aus ~A~ nach
-~E~ gewendet wird. Jeder Kolben hat an seiner Kolben-Stange einen
-Waag-Balcken ~_GH_~, der auf der anderen Seite wieder eine Stange zum
-Kolben eines Druck-Werkes hat, und das Wasser durch die Steigröhren
-~_IK_~ in die Höhe treibet.
-
-[Illustration: Abbildung 27.
-
-Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine.
-
-Aus: Leupold, ~Theatrum machinarum hydraulicarum~, Band II, Tab. 43,
-Fig. 2.]
-
-Wasser aus einem Brunnen oder Fluß etliche 20 bis 30 Ellen, oder auf
-ein Rad als Aufschlag-Wasser zu bringen, dürfte diese Machine ihre
-Dienste noch thun. Es kann auch alles gar leichte also angeordnet
-werden, daß sich die Epistomia (Hähne) selbst auf- und zuschließen,
-welches ich aber alles, wie auch auf was Art das Wasser in Kessel
-wieder zu ersetzen, mit Fleiß übergangen, weil es nur eine Anleitung
-seyn soll, auch reifferer Überlegung und Experimenta nöthig hat. Wie
-ich mir denn vorgenommen, künfftig eine etwas starke Probe zu machen,
-und einen Versuch zu thun:
-
- _Ob man eine Schneide-Mühle in einem Wald, da genug Holtz und
- stehende Pfützen sind, auf solche Weise könte compendieus anlegen_?
-
-Weil mir aber Zeit und Gelegenheit zu dieser Machine, oder auch andere
-curieuse Proben und Versuche zu machen, itzo sogleich nicht vergönnet,
-so habe Hoffnung, es werde vielleicht ein andrer Curiosus daher
-Gelegenheit nehmen, ein und die andere Probe deßwegen anzustellen.“
-
-Das letzte von uns bisher genannte auf Dampfmaschinen oder Verwandtes
-erteilte englische Patent stammte aus dem Jahre 1698 und betraf die
-Saverymaschine. Bis zum Jahre 1712 begegnen wir überhaupt keiner auf
-Wasserförderungsvorrichtungen bezüglichen Patente. Vielleicht hat man
-hierin eine Folge des großen Einflusses zu erkennen, dessen sich Savery
-bei dem englischen Hofe erfreute.
-
-Erst am 27. Juni 1712 wurde wiederum ein Patent auf „eine neue und
-überraschende Maschine zum Heben von Wasser“ erteilt. Inhaber sind
-_Lewis Mandell_ und _John Grey_. Sodann folgen weitere auf derartige
-Vorrichtungen erteilte Patente, von denen allerdings nicht feststeht,
-welcher Art sie waren: Nr. 397 vom 27. Mai 1714 (_J. u. J. Coster_),
-Nr. 410 vom 28. November 1716 (_Holland_), Nr. 414 vom 22. Juli 1717
-(_Shuttleworth_), Nr. 437 vom 26. September 1721 (_Oriebar_).
-
-Die Verwendung des Dampfes zum _Beheizen_ verschiedener Vorrichtungen
-bildet den Gegenstand des Patentes Nr. 430 vom 25. Juni 1720, erteilt
-an _Desaguliers_, _Niblett_ und _Vreem_. _Triewalds_ Patent Nr. 449
-vom 29. Juni 1722 ist bemerkenswert, weil der Gegenstand desselben
-ausdrücklich als eine Maschine bezeichnet ist, die durch die Kraft der
-Atmosphäre Wasser aus Bergwerken emporhebt. Das Patent Nr. 463 vom
-26. Februar 1724 (_John Dickins_) bezieht sich auf das Heben von Wasser
-sowie auf den Antrieb von Maschinen und Schiffen. Einen ausdrücklichen
-Verzicht auf die Benutzung des Feuers bei der Wasserförderung enthält
-die Urkunde des Patents Nr. 469 (Valentine Flower) vom 20. Mai 1724.
-Das Patent Nr. 472 vom 4. November 1724 (Robert Bumpstead) betrifft den
-Antrieb einer Mühle, wo fließendes Wasser oder Wind nicht zur Verfügung
-steht.
-
-Das im Jahre 1725 an _Nuttall_ und _Skyrin_ erteilte Patent Nr. 476
-ist um deswillen von Interesse, weil hier angegeben wird, daß die
-Dampfmaschinen sehr teuer in der Anschaffung und Unterhaltung seien,
-„denn die Gewalt des Feuers zerbricht und zerstört sie oft ganz und
-gar“.
-
-Um die Verbreitung der Dampfmaschine zu fördern, bildete sich eine
-„_Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer zu
-heben_“. Die Namen der Mitglieder dieses „Dampfmaschinen-Ringes“ waren:
-_John Meres_, London; _Thomas Beake_, Westminster; _Henry Robinson_,
-London; _William Perkins_, Westminster; _Edwin Wallin_, London.
-
-Bei dem Vergleich der Liste der englischen Patente mit den Namen
-der die Dampfmaschine zu immer gedeihlicherer Entwicklung führenden
-Männer begegnen wir der auffallenden Tatsache, daß gerade die
-wichtigsten Verbesserungen des Patentschutzes entbehrten. Vielleicht
-läßt sich dieses dadurch erklären, daß die obengenannte Vereinigung
-der Patentinhaber auch die von Potter, Beighton usw. gemachten
-Erfindungen auf gütlichem Wege erwarb und von einer Patentierung
-derselben absehen zu können glaubte, weil sie durch den Besitz der
-grundlegenden Arbeiten Saverys und Newcomens hinreichend gesichert
-war. Daß jene Gesellschaft sich sehr gut auf ihr Geschäft verstand,
-beweist das mit dem obengenannten Andrew Wauchope getroffene Abkommen.
-Hiernach waren für die Lizenz zur Errichtung der Maschine jährlich
-80 £ zu entrichten, und zwar in Vierteljahrsbeträgen während der
-Dauer von acht Jahren, zu welchem Zeitpunkt das Patent ablief. Ließ
-Wauchope, sei es nach erfolgter Mahnung, sei es ohne eine solche, 40
-Tage nach dem Zahlungstage ohne Zahlung verstreichen, so stand der
-Gesellschaft das Recht zu, die Maschine wieder an sich zu nehmen und zu
-ihrer Schadloshaltung zu verkaufen; ein etwaiger Überschuß sollte dem
-Lizenznehmer ausgezahlt werden.
-
-Das unter dem 13. Juni 1726 an _Jakob Rowe_ erteilte Patent Nr. 486
-betrifft eine Maschine, um Wasser sowohl nach Menge als nach Förderhöhe
-erfolgreich zu heben, unter Anwendung entweder expandierter oder
-gepreßter Luft, sowie ein Verfahren, um mit großer Brennstoffersparnis
-alle Arten von Gefäßen, enthaltend Wasser oder andere Flüssigkeiten, zu
-beheizen.
-
-Das unter Nr. 496 am 6. Mai 1728 an _Case Billingsley_ erteilte Patent
-betrifft eine zweckmäßige und starke Maschine zum Heben von Wasser.
-
-Bemerkenswert ist auch das am 19. Dezember 1728 an ~John Payne~
-erteilte Patent Nr. 505, das darauf abzielt, in Fabriken erzeugte
-und zur Verfügung stehende Wärme zum Antrieb eines nach Art eines
-Wasserrades eingerichteten Rades zu verwenden.
-
-~Thomas Bewley~ und ~Thomas Holtham~ erhielten unter dem 10. März
-1729 das Patent Nr. 507 auf eine Maschine, die unter abwechselndem
-Aussaugen von Luft und Anwendung des Druckes der Atmosphäre Wasser zur
-Entwässerung von Bergwerken und zur Wasserversorgung von Städten hebt.
-
-Am 1. September 1729 erhielt ~John Allen~, „Doktor der Physik“, das
-Patent Nr. 513. ~Dasselbe betrifft die Konstruktion von Dampfkesseln~;
-einen Apparat zum Trocknen von Malz; eine Maschine zum Antrieb von
-Schiffen, die Verwendung von Schießpulver zur Erzielung motorischer
-Kraft. Dieses Patent ist bemerkenswert, weil es eine oberflächliche
-Beschreibung der betreffenden Einrichtungen bietet. Der Kessel soll
-dazu dienen, Dampf zu erzeugen, der Wasser fördern soll. Um die
-Leistungsfähigkeit des Kessels tunlichst zu erhöhen, verlegte Allen
-die Feuerung in den Wasserraum des Kessels hinein und fügte auch eine
-Rohrschlange ein. Zum Anfachen des Feuers benutzte er Gebläse.
-
-Den Antrieb der Schiffe bewirkte er mit Hilfe der Reaktionskraft von
-Wasser, das er am Heck austreten ließ. Als Betriebskraft benutzte
-er eine Pulverexplosionsmaschine. Diese schlug er auch für die
-Entwässerung von Bergwerken vor. In dem Kessel soll Allen stündlich
-zehn und einen halben Kubikfuß Wasser verdampft haben. Das unter dem
-13. Januar 1736 an ~John Payne~ erteilte Patent Nr. 555 betrifft
-einen ~Dampfkessel~ mit erhöhter Verdampfung. Diese wurde dadurch
-erzielt, daß in den Wasserraum des Kessels ein Schaufelrad eingebaut
-war, das in Drehung versetzt wurde und das Wasser gegen die beheizten
-Kesselwandungen schleuderte.
-
-Nunmehr folgt ein Patent, das um deswillen unser besonderes Interesse
-in Anspruch nimmt, weil es einen bestimmt ausgesprochenen Vorschlag zur
-Benutzung der Dampfkraft für den Antrieb von Dampfschiffen enthält.
-Es ist unter Nr. 556 am 21. Dezember 1736 an _Jonathan Hull_ erteilt.
-Dasselbe ist betitelt: „Eine Maschine, um Schiffe und Boote in oder
-aus Häfen oder Flüssen zu befördern gegen Wind und Strömung sowie bei
-Windstille“. Als Antriebsmaschine benutzte Hull eine atmosphärische
-Dampfmaschine. In tiefen Gewässern trieb dieselbe zwei seitwärts am
-Schiff angebrachte Schaufelräder. In seichten Gewässern benutzte Hull
-Stangen, die bis auf den Grund des Gewässers reichten und durch Kurbeln
-in der Weise bewegt wurden, daß sie sich gegen den Erdboden stemmten
-und das Schiff vorwärts bewegten. Eine Darstellung des Hullschen
-Dampfschiffes, das übrigens niemals tatsächlich ausgeführt sein soll,
-gibt unsere Abb. 28 nach Finchams ~A History of naval Architecture~,
-London 1851.
-
-[Illustration: Abbildung 28.
-
-Jonathan Hulls Dampfschiff. (Nach Fincham: ~A History of naval
-Architecture~.)]
-
-~P~ ist das vom Dampfkessel zum Dampfzylinder ~Q~ führende Dampfrohr.
-~R~ ist der Dampfzuleitungshahn. ~S~ ist der Hahn für die Zuführung
-des Kühlwassers. ~U~ ist ein Seil, an welchem der im Zylinder ~Q~ auf
-und ab bewegliche Kolben aufgehängt ist. ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ sind
-drei Seilscheiben, die auf einer quer zum Schiff liegenden wagerechten
-Welle befestigt sind. ~_Ha_~ und ~_Hb_~ sind zwei Seilscheiben, die
-auf der Welle des Schaufelrades ~_III_~ ... mittels Sperräder und
-Klinken derart lose angebracht sind, daß sie die Welle nur in einer
-Richtung, im Sinne des Uhrzeigers, also im Sinne der Vorwärtsbewegung
-des Schiffes, in Drehung versetzen.
-
-Das Seil ~_Fb_~ führt von ~_Hb_~ nach ~_Db_~ derart, daß, wenn die
-Räder ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ sich nach vorwärts drehen, auch die
-Schaufelradwelle sich nach vorwärts dreht. An dem Rade ~D~ ist das den
-Kolben tragende Seil ~U~ aufgehängt. Das Seil ~_Fa_~ führt von dem Rade
-~_Ha_~ zu dem Rade ~_Da_~ derart, daß, wenn die Räder ~_Da_~, ~D~ und
-~_Db_~ sich nach vorwärts drehen, das Rad ~_Ha_~ und das Seil ~F~ ein
-an letzteres angehängtes Gewicht heben, während die Seilscheibe ~_Hb_~
-die Schaufelwelle vorwärts dreht. Ist nunmehr das Gewicht gehoben, und
-drehen sich alsdann die Räder ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ rückwärts, so wird
-das Seil ~_Fa_~ freigegeben und das an ~F~ befestigte Gewicht dreht
-die Seilscheibe ~_Ha_~ vorwärts. Auf diese Weise wird bewirkt, daß
-die Schaufelradwelle sich stets nach vorwärts bewegt, mag der an der
-Rolle ~D~ angreifende Kolben sich auf- oder abwärts bewegen, oder mögen
-sich die Scheiben ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ nach vorwärts oder rückwärts
-bewegen.
-
-In seinem im Jahre 1738 erschienenen Werke ~Hydrodynamica~
-schlug _Daniel Bernouilli_ vor, für den Antrieb von Schiffen
-die Reaktionskraft des am Heck unterhalb der Wasseroberfläche
-ausgetriebenen Wassers zu benutzen.
-
-_John Wise_ erhielt am 7. August 1740 das Patent Nr. 571 auf eine
-besondere Verwendung der Feuermaschine. Diese letztere ist als solche
-bekannter Art vorausgesetzt, aber, anstatt daß sie Wasser schöpft,
-ist sie an dem Ende ihres Balanciers mit einer Kette, einem Seile
-oder einer Stange versehen, welche senkrecht zu derjenigen Vorrichtung
-führt, die die eigentliche Erfindung Wises bildet und unter einem
-besonderen Dach steht. Diese Maschine besteht aus einer horizontalen
-Welle, auf der sich ein Sprossenrad befindet, das durch ein von dem
-Balancier der Dampfmaschine durch eine Kette oder dergl. betätigtes
-Zahnrad in eine halbe Umdrehung versetzt wird. Nach Vollendung dieser
-halben Umdrehung kommen das Sprossenrad und das Zahnrad außer Eingriff,
-und die Umdrehung der das Sprossenrad tragenden Welle wird durch ein
-auf dessen Welle angebrachtes Schwungrad vollendet. Ist der Eingriff
-des Zahnrades und des Sprossenrades aufgehoben, so wird ersteres durch
-ein Gewicht in seine Anfangslage gebracht und erhält nunmehr wiederum
-durch die Kette des Balanciers eine halbe Umdrehung, welche es dann
-wiederum auf das Sprossenrad überträgt. Die das Sprossenrad tragende
-Welle erhält somit durch Beihilfe des Schwungrades eine stetige
-Drehbewegung. -- Leider ist die Beschreibung dieser Maschine nicht
-durch eine Zeichnung erläutert.
-
-Unwillkürlich drängt sich uns hier die Frage auf, aus welchem Grunde
-Wise nicht die bereits damals bekannte und gebräuchliche Kurbel benutzt
-hat. Daß diese insbesondere auch bei Wasserhebemaschinen in Benutzung
-war, geht aus einer in den ~Abridgements~ gemachten Mitteilung hervor,
-derzufolge im Jahre 1740, also in dem Jahre der Erteilung des Wiseschen
-Patents, auf den ~London Bridge Water Works~ gußeiserne Kurbeln benutzt
-wurden.
-
-Nebenbei möge hier bemerkt werden, daß die Zylinder der damaligen
-Dampfmaschinen meist aus Rotguß hergestellt wurden. Allerdings
-versuchte man auch, das billigere Gußeisen zu benutzen. Dieses
-erforderte aber durchschnittlich eine Wandstärke von 1 Zoll, während
-die Rotgußzylinder nur einer solchen von 1/4 Zoll bedurften. Diese
-geringere Wandstärke hatte den großen Vorzug, daß der Wärmeaustausch,
-insbesondere bei der die Kondensation des Dampfes bewirkenden
-Abkühlung, ein erheblich beschleunigter war, die Leistung der mit
-gußeisernen Zylindern arbeitenden Dampfmaschinen stand infolgedessen um
-1/8 bis 1/10 hinter den mit Rotgußzylinder arbeitenden zurück.
-
-Die _Dampfkessel_ hatte man bis zum Jahre 1740 meist aus Kupfer und
-aus Blei hergestellt. In diesem Jahre erfand _Parrot_ eine bessere
-Vernietung der Eisenplatten, infolgedessen das Eisen das teure Kupfer
-und Blei verdrängte.
-
-Im Jahre 1743 berichtete Gensanne, daß auf dem Kontinent drei
-Dampfmaschinen aufgestellt wurden: eine zu Fresne bei Condé, die zweite
-zu Sars bei Charleroy, die dritte bei Namur. Die beiden ersteren
-dienten zum Entwässern von Kohlenminen, die letztere zur Wasserhaltung
-einer Bleigrube. Von der zu Fresne aufgestellten Maschine gibt Belidor
-in seiner ~Architecture Hydraulique~, Bd. 2, Zeichnungen.
-
-Bei Newcastle benutzte man damals Feuermaschinen zum Antrieb von
-Wasserrädern in der Weise, daß jene das Wasser diesen von oben
-zuführten. Diese Räder waren mit Schaufelungen entgegengesetzter
-Richtung versehen. Je nachdem man das Wasser der einen oder der anderen
-Hälfte zuführte, drehte sich das Rad in der einen oder in der anderen
-Richtung. Auf diese Weise wurden die Räder zur Auf- und Abwärtsbewegung
-der Fördergefäße benutzt. Nach der Angabe anderer Schriftsteller
-stammen derartig umgesteuerte Wasserräder bereits aus älterer Zeit.
-
-Eine wesentliche Verbesserung des Dampfkessels ließen sich am 12. Juli
-1748 _Thomas Stevens_ und _Moses Hadley_ unter Nr. 634 patentieren.
-Dieselbe ging zielbewußt auf eine erhöhte Ausnutzung des Brennstoffes
-aus. Der Kessel hatte eine halbkugelförmige Gestalt, besaß aber
-Wassertaschen, die von dem wagerechten Boden nach unten hin in die
-Feuerzüge hineinragten. Die Feuerung lag unter dem Mittelpunkte des
-Kessels, und von ihr führten die Feuerzüge die Heizgase in Spiralwegen
-zum Schornstein, hierbei die Wassertaschen in ausgiebigstem Maße
-bespülend. Dieses Patent enthält eine Zeichnung des Dampfkessels.
-
-Wie Smeaton im Jahre 1754 berichtet, brachte _De Moura_ an dem
-Dampfgefäß der Saveryschen Maschine einen Schwimmer an, der die
-Kondensation und den Dampfaustritt selbsttätig regelte.
-
-Erst nach einer Pause von sieben Jahren begegnen wir dann wiederum
-einem auf die Dampfmaschine bezüglichen Patent. Dasselbe ist unter
-Nr. 703 am 8. August 1753 dem „Ingenieur“ _Georg John_ erteilt und
-betrifft ein Verfahren, durch welches vermieden wird, daß beim
-Tieferbringen von Schächten die gesamte Pumpenanlage abgebrochen und
-tiefer gelegt werden muß.
-
-Ein für die weitere Ausbildung des Dampfkessels wichtiges Patent wurde
-unter dem 27. Mai 1756 dem Puddler _John Wright_ unter Nr. 709 erteilt.
-Dieses Patent bezweckte gleich dem vorgenannten Patent Nr. 634 (Stevens
-und Hadley) eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der Heizkraft der
-Feuerungsstoffe und steht in einem wohltuenden Gegensatz zu der damals
-allgemein üblichen Kohlenvergeudung. John Wright beabsichtigte,
-eine tunlichst große Berührungsfläche zwischen den Feuergasen und
-den Kesselwandungen herbeizuführen. Da der damalige Stand des
-Dampfkesselbaues den Einbau eines Innenrohres nicht ermöglichte,
-führte Wright die Feuergase an die Außenseite des Kessels zurück.
-Das Speisewasser wurde an derjenigen Stelle des Kessels eingeführt,
-wo die Feuerung die größte Wärmewirkung hervorbrachte. Schließlich
-schlug Wright auch noch vor, die von dem Kessel ausstrahlende Wärme zum
-Rösten von Zinn-, Blei- und Eisenerzen u. a. m. zu verwenden, indem
-er diese Stoffe in einen unterhalb des Kessels angeordneten Hohlraum
-einbrachte. Im Jahre 1756 brachte dann noch Sampson Swain einen nicht
-unter Patentschutz gestellten Dampfkessel in Vorschlag, bei welchem
-eine Schlange die Feuergase durch den Wasserraum leitete.
-
-In demselben Jahre wurden zwei aus England bezogene atmosphärische
-Maschinen auf einer Kupfermine am Passaic in Nordamerika in Betrieb
-gesetzt.
-
-Unter dem 12. März 1757 erhielt _Isaac Wilkinson_ das Patent 713 auf
-eine mittels einer Feuermaschine angetriebene _Gebläsemaschine_. Diese
-letztere hatte folgende Einrichtung: viereckige, runde, längliche,
-achteckige oder irgendwie anders gestaltete Gefäße aus Eisen, Holz,
-Messing, Kupfer, Blei oder einem anderen Material oder aus einem
-zusammengesetzten Material werden einzeln, zu zweien, dreien, vieren,
-sechsen oder mehreren entweder nebeneinander oder übereinander
-angeordnet, und zwar sind dieselben derartig eingerichtet, daß wenn
-sie mit Luft gefüllt sind, diese Luft durch eine entsprechend hohe
-Wassersäule gepreßt wird, die in die Gefäße eintritt und den von der
-Luft bisher eingenommenen Raum einnimmt. Mit Hilfe von Ventilen,
-Regelungseinrichtungen, Hähnen oder Hebern, die sich abwechselnd öffnen
-oder schließen, wird das Wasser ein- und die Luft ausgelassen und
-letztere durch ein Rohr auf eine beliebige Entfernung fortgeführt, so
-daß ein Schmelzofen oder eine Schmiede oder ein anderes Werk von einem
-Wasserfall oder von einer Feuermaschine aus mit Gebläseluft versorgt
-werden kann.
-
-Im Jahre 1757 suchte _Keane Fitzgerald_ die Verdampfung dadurch zu
-beschleunigen, daß er in das im Dampfkessel enthaltene Wasser Luft
-durch Gebläse einführte.
-
-Im Juni 1757 veröffentlichte Professor _John Robison_ im „Universal
-Magazine“ eine Dampfmaschine mit umgekehrt angeordnetem Zylinder.
-
-Im Jahre 1758 versuchte _Fitzgerald_ die schwingende Bewegung des
-Balanciers durch Zahnräder und Sperrwerke auf eine umlaufende Welle zu
-übertragen.
-
-Das nun zu nennende Patent _James Brindleys_ Nr. 730 vom 27. September
-1758 ist unter den Fachleuten bekannter als die Mehrzahl der
-vorgenannten Patente. Unter anderem erwähnt dasselbe auch Severin in
-seiner Geschichte der Dampfmaschine[52].
-
-Der Titel des Brindleyschen Patents lautet allgemein: „Eine
-Fördermaschine zum Entwässern von Bergwerken und Ländereien, oder zur
-Wasserversorgung von Städten und Gärten“. Brindley schlägt vor, den
-Kessel aus Ziegelstein oder natürlichem Stein, zum Teil sogar aus
-Holz herzustellen; die Stirnwand, wo die Feuerung angebracht wird,
-besteht aus Gußeisen. Um der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung sich
-anschließen zu können, werden Dilatationsplatten angebracht. Der die
-Feuerung umgebende Raum ist ganz aus Gußeisen hergestellt und liegt
-vollständig im Wasser. Brindley glaubte, durch diese Anordnung eine
-größere Sparsamkeit und Sicherheit zu erzielen, als dies bei den bisher
-üblichen eisernen, leicht explodierenden Kesseln möglich war.
-
-Des weiteren schlug Brindley vor, die großen an dem Balancier
-angreifenden Triebketten nicht aus Eisen, sondern aus Holz mit eisernen
-Gelenkzapfen herzustellen.
-
-Die wichtigste der von Brindley angegebenen Neuerungen besteht aber
-in der selbsttätigen, vom Kesselwärter durchaus unabhängig sich
-vollziehenden Speisung des Kessels mit Wasser. Zu diesem Zweck schließt
-er das Speiserohr nach dem Innenraum des Kessels hin mittels Schwimmer,
-welche Ventile tragen, ab. Sinkt der Wasserstand, so öffnen sich diese
-Ventile und lassen frisches Speisewasser in den Kessel treten.
-
-Von besonderem Interesse ist auch das unter dem 25. Mai 1759 an
-_Henry Wood_ erteilte Patent Nr. 739. Dasselbe ist bezeichnet als
-das Betreiben einer Feuermaschine nach einem neuen Grundsatz, der
-völlig abweicht von den bisher üblichen und weniger als die Hälfte
-der bisher für Kohlen aufgewendeten Kosten verursacht. Das gegenüber
-den bekannten Verfahren Neue bestand darin, daß die Feuermaschine
-nicht mit Dampf, sondern mit erhitzter Luft betrieben wurde. Die
-Erhitzung der Luft geschah in der Weise, daß Wood die Luft durch Feuer
-oder durch auf Rotglut erhitzte Röhren oder durch kochendes Wasser
-streichen ließ, oder daß sie auf irgendeine andere Weise erhitzt oder
-verdünnt wurde. Die heiße Luft kann in den Zylinder der Maschine auf
-verschiedene Art eingeführt werden, entweder mittels Blasebälgen oder
-kleiner Luftpumpen mit besonderen Kolben und Ventilen, oder es kann
-der Überdruck der Atmosphäre durch Heizkörper hindurch die Luft in den
-Zylinder während des Emporsteigens des Maschinenkolbens hineindrücken
-und auf diese Weise den Zylinder mit heißer Luft anfüllen, die dann zur
-Erzielung eines Vakuums kondensiert werden und nach der Kondensation
-aus dem Zylinder hinausbefördert werden muß. Diese Entfernung der
-Luft aus dem Zylinder kann auf verschiedene Weise bewirkt werden;
-wird die heiße Luft in den Zylinder durch eine den Atmosphärendruck
-übersteigende Kraft hinausgetrieben, so wird diese Kraft die Luft durch
-das sogenannte Blubberventil (~snifting pipe~) hinaustreiben; ist der
-angewendete Druck dem der Atmosphäre gleich, so muß die kondensierte
-Luft durch eine Pumpe hinausgepumpt werden, die entweder von der
-Maschine oder sonstwie angetrieben wird. „Meine Erfindung besteht“,
-so führt Wood aus, „also in dem Betrieb einer Feuermaschine durch eine
-der genannten Methoden oder auf eine bisher nicht bekannte Weise, die
-auf der Benutzung erhitzter oder verdünnter Luft beruht, oder auf der
-Benutzung von heißer Luft in Verbindung mit Dampf, welch letzterer
-dann unvermeidlich ist, wenn die Erhitzung der Luft in Röhren mittels
-kochenden Wassers erfolgt.“ Trotzdem die Sprache der Patentschrift
-erkennen läßt, daß es sich hier um eine zielbewußte Ausnutzung tiefer
-physikalischer Kenntnisse handelt, ist über eine praktische Ausführung
-der sachgemäß durchgeführten Maschine nichts festzustellen.
-
-Nunmehr folgt das an _Jonathan Greenall_ unter dem 6. Februar
-1761 erteilte Patent Nr. 761. Dasselbe weist allerdings eine
-schwerverständliche Beschreibung und unklare Zeichnung auf, läßt jedoch
-zweifellos folgende vier wesentliche Neuerungen erkennen:
-
-1. Aufstellung der Dampfmaschine getrennt vom Dampfkessel;
-
-2. Einschaltung eines als „Receiver“ bezeichneten Dampfgefäßes zwischen
-Kessel und Maschine;
-
-3. die Anordnung einer Pumpe für das Einspritzwasser;
-
-4. die Zuführung bereits erhitzten Wassers zum Kessel.
-
-Das nunmehr folgende Dampfmaschinenpatent enthält ebenfalls eine Anzahl
-wichtiger Neuerungen. Trotzdem ist dasselbe in den ~Abridgements
-of Specifications, relating to the Steam Engine~ nicht enthalten.
-Dieses Patent ist unter Nr. 762 am 20. Mai 1761 an _Michael
-Mainzies_ verliehen. In demselben wird u. a. der Vorschlag gemacht,
-maschinell angetriebene Vorrichtungen zum Loslösen der Kohle vor Ort
-zu benutzen. Weit wichtiger sind jedoch die auf die Dampfmaschine
-bezüglichen Vorschläge. Der erste derselben geht dahin, die Abnutzung
-und Zerstörung der Roststäbe der Dampfkesselfeuerungen dadurch zu
-vermeiden, daß die Roststäbe hohl gestaltet und in ihrem Innern durch
-Wasser gekühlt werden, das in den Dampfkessel übertritt. Auf diese
-Weise werden nicht nur die Roststäbe geschont, sondern auch die
-Verdampfung wesentlich gefördert. Ein zweiter nicht minder wichtiger
-Vorschlag geht dahin, die Beschickung der Feuerung mit Brennmaterial
-nicht durch den Heizer, sondern _durch mechanische Vorrichtungen_ zu
-bewirken.
-
-Das folgende Jahr, 1762, ist um deswillen bemerkenswert, weil in dessen
-Verlauf das dem Marquis of Worcester erteilte Patent ablief.
-
-In demselben Jahre verließ Hindley die bisher übliche Anordnung,
-bei welcher ein Balancier benutzt wurde, um die von dem Dampfkolben
-ausgehende Bewegung zu übertragen. Er stellte die zu betreibende Pumpe
-unterhalb des Zylinders auf und verband die Kolbenstange des Zylinders
-mit der der Pumpe durch einen Rahmen, der durch den Dampfkolben wie ein
-Schiebefenster auf und ab bewegt wurde. Nach Hindleys Tode vollendete
-Smeaton eine solche Maschine für die Wasserwerke zu Kingston ~upon~
-Hull.
-
-Zu derselben Zeit wurde in der Nähe von Glasgow eine Dampfmaschine zum
-Betrieb einer Kohlengrube in Betrieb gesetzt.
-
-Am 10. Oktober des Jahres 1763 erhielt _Joseph Oxley_ das Patent
-Nr. 795 auf eine Vorrichtung zum Fördern von Kohlen aus Gruben und zu
-anderen Zwecken mit Hilfe einer Feuermaschine. Die Konstruktion der
-letzteren war hierbei gleichgültig. Es handelte sich vielmehr lediglich
-um die Vorrichtung, zu deren Antrieb die hin und her gehende Bewegung
-des Balanciers durch eine Anzahl von Zwischenvorrichtungen, so z. B.
-ein Wendegetriebe, in eine stetige Drehbewegung umgesetzt wurde. Nach
-Angabe der ~Abridgements~ soll diese Einrichtung während einiger Jahre
-in Seaton Delaval in Betrieb gewesen sein. Allerdings wird hier als
-Erfinder nicht Joseph, sondern John Oxley genannt.
-
-Über den damaligen Stand des Dampfmaschinenbaues machten die ~Annales
-of Newcastle~ vom 26. Februar 1763 eine interessante Mitteilung. Sie
-berichten über die Ankunft eines riesigen Dampfzylinders, der 10½ Fuß
-lang war, in der Bohrung 74 Zoll maß und mit Boden und Kolben gegen 11
-Tonnen wog. Die Maschine (nach Newcomen) hebe bei jedem Hub 15⅓ Tonnen
-Wasser. Ohne Kolben und Boden wog der Zylinder 6½ Tonnen. Die Bohrung
-war völlig rund ausgeführt, schön poliert und machte dem ausführenden
-Werke Colebrook Dale in Shropshire alle Ehre.
-
-Im folgenden Jahre, 1764, begegnen wir in der Geschichte der
-Dampfmaschine zum ersten Male dem Namen _James Watts_.
-
-Dieser, seines Zeichens Mechaniker[53], erhielt zu jener Zeit
-den Auftrag, das Modell einer Newcomen-Dampfmaschine, das an
-der Universität Glasgow zu Vorlesungszwecken benutzt wurde, zu
-reparieren. Hierbei erhielt Watt die Anregung zu einer Reihe von
-Verbesserungen, die ihm später den Ruhm eintrugen, der Schöpfer der
-modernen Dampfmaschine zu sein. Bis zu dem Zeitpunkt aber, wo er zum
-Abschluß seiner bahnbrechenden Arbeiten gelangte, wurden noch anderen
-Verbesserern der Dampfmaschine und des Dampfkessels englische Patente
-erteilt.
-
-Unter dem 9. Mai 1766 erhielt _Robert Fall_ das Patent Nr. 844 auf ein
-billiges Verfahren, alle Sorten von Flüssigkeiten zu erhitzen, und
-auf eine neue mechanische Einrichtung, durch welche Feuer in einer
-bisher nicht benutzten Weise angewendet wird. Fall legte in das Innere
-des Dampfkessels eine Rohrschlange ein, durch welche die Feuergase
-hindurchgeführt und auf diese Weise nach Möglichkeit ausgenutzt wurden.
-Fall ging jedoch noch weiter, indem er die Wärme der Feuergase mehrfach
-ausnutzte. Zu diesem Zweck ordnete er mehrere Kessel nebeneinander
-in der Weise an, daß die Feuergase, nachdem sie den einen Kessel
-durchstrichen und beheizt hatten, in schlangenförmige Feuerzüge des
-anderen Kessels hinübertraten. Auffallenderweise findet sich dieses
-wichtige Patent in den ~Abridgements~ nicht verzeichnet.
-
-Am 9. Oktober 1766 erhielt _William Blakey_ das Patent Nr. 848 auf
-Verbesserungen der Saverymaschine. Diese Verbesserungen bestanden im
-wesentlichen darin, daß er in dem oberen Teile des Zwischengefäßes
-(Receiver) eine durchbrochene Platte einlegte und, um die Kondensation
-des auf das zu hebende Wasser einwirkenden Dampfes zu verhüten,
-zwischen beiden eine Ölschicht einfügte.
-
-Am 3. Januar 1767 erhielt _John Stewart_ das Patent Nr. 859 auf eine
-außerordentlich umständliche Einrichtung, um die hin und her gehende
-Bewegung des Balanciers in eine drehende Bewegung umzusetzen. Im Jahre
-1767 wurde bei Grosetto, in der Nähe von Castiglione in Toskana, auf
-einer Saline eine Saverymaschine zum Heben von Wasser errichtet.
-
-In demselben Jahre (am 25. März 1767) wurde an _John Barber_ das
-Patent Nr. 865 auf ein neues Verfahren erteilt, um Wasser aus Gruben
-und Schiffen zu fördern, sowie Städte und andere Orte mit Wasser
-zu versorgen und Lasten aller Art, insbesondere Kohle, mit Hilfe
-von Feuer, von Wasser oder durch beides zu heben. Leider lassen
-Beschreibung und Zeichnung die Wirkungsweise der in Vorschlag
-gebrachten Einrichtungen nicht klar erkennen.
-
-Daß die damaligen im Betriebe befindlichen Dampfmaschinen sehr
-kostspielig waren, geht u. a. auch aus dem Patent Nr. 875 (_Duncombe_
-und _Polile_) hervor. In diesem Patent tritt der allgemein beobachtete
-Mißstand der damaligen Dampfmaschine, im Betriebe unwirtschaftlich zu
-sein, in die Erscheinung. Die Erfinder geben als Zweck ihrer Maschine
-den Antrieb von Bratspießen und das Fördern von Wasser aus Bergwerken
-an. Zugleich aber weisen sie darauf hin, daß durch ihre Maschine den
-Grubenbesitzern _die hohen Kosten der Feuermaschinen_ und anderen
-Maschinen erspart werden sollen.
-
-Am 5. Juli 1768 erhielt _Joseph Hateley_ unter Nr. 895 ein Patent auf
-„eine neue Feuermaschine mit Kessel, beide von besonderer Art“. Das
-Wesentliche der Maschine bestand darin, daß der Zylinder mit einem
-Mantel versehen war, in welchem zur Beschleunigung der Kondensation
-des Dampfes Kühlwasser zirkulierte. Auch der Kolben besaß einen zur
-Aufnahme von Kühlwasser dienenden Hohlraum. Bei dem Dampfkessel
-hatte Hateley sich es angelegen sein lassen, die Feuergase tunlichst
-auszunutzen. Zu diesem Zwecke wurden diese nicht allein um den Kessel
-herumgeleitet, sondern auch mittels eines in den Kessel eingenieteten
-Rohres durch das Innere des Kessels hindurchgeführt. Die Maschine
-sollte zum Betriebe von Getreidemühlen, Walzwerken und Bohrmaschinen
-zum Ausbohren von Zylindern, Geschützrohren und sonstigen Rohren dienen.
-
-Ein am 14. März 1768 unter Nr. 897 an _Samuel Wise_ erteiltes Patent
-betrifft eine Vorrichtung, um die hin und her gehende Bewegung des
-Balanciers in eine drehende umzuwandeln. Von dem Balancier aus wurde
-mittels einer Kette eine wagerechte Welle in eine hin und her gehende
-Bewegung versetzt. Auf dieser Welle waren zwei Zahnräder befestigt, die
-nur auf der Hälfte ihres Umfanges Zähne besaßen und abwechselnd in ein
-an einer stehenden Welle angebrachtes, ebenfalls nur auf der Hälfte
-seines Umfanges mit Zähnen versehenes Rad eingriffen und die Welle in
-stetige Drehung versetzten.
-
-In demselben Jahre schlug R. _Lovel Edgeworth_ vor, Wagen mit Hilfe des
-Dampfes zu treiben.
-
-Um diese Zeit beschäftigte sich auch _Nicolaus Cugnot_ in Paris mit
-der Konstruktion eines Dampfwagens, den er dann auch unter Beihilfe
-des Kriegsministers im Jahre 1770 vollendete. Dieser Dampfwagen
-konnte 12-15 Minuten lang mit einer Stundengeschwindigkeit von 4 ~km~
-laufen, mußte aber dann anhalten, um von neuem Dampf zu schaffen.
-Auf dem Vorderteile des Wagens stand der sehr einfach eingerichtete
-Dampfkessel, dahinter die Dampfmaschine, die mittels eines Sperrwerkes
-das Vorderrad in Drehung versetzte. Der Wagen hatte nur drei Räder,
-eins vorn, zwei hinten. Die Dampfmaschine besaß zwei Zylinder von je
-330 ~mm~ Durchmesser. Die Steuerung der Maschine bestand in einem mit
-entsprechenden Bohrungen versehenen Hahn, der von dem Kolben aus mit
-Hilfe einer Kette bewegt wurde.
-
-Inzwischen hatte nun bereits die Tätigkeit desjenigen Mannes begonnen,
-dem es beschieden sein sollte, auf Grund der vervollkommneten Kenntnis
-des Wesens des Wasserdampfes und auf Grund eigener Versuche, in hohem
-Geistesfluge seinen Zeitgenossen weit vorauseilend, die Dampfmaschine
-zu dem gewaltigen Rüstzeug des Fortschritts zu machen, das sie hinfort
-bilden sollte. Schon im Jahre 1759 hatte _James Watt_ auf Anregung
-Robisons sich mit dem Plan, die Dampfkraft zum Antrieb von Fahrzeugen
-zu verwenden, befaßt, ohne sich jedoch hierfür erwärmen zu können. So
-ließ er sich noch im Jahre 1769 in einem an ~Dr.~ Small gerichteten
-Briefe über einen derartigen Plan des Londoner Leinenhändlers Moore wie
-folgt aus: „Wenn der Leinenhändler Moore nicht meine Maschine anwendet,
-um seine Wagen zu treiben, so kann er überhaupt zu keinem Ergebnis
-kommen, und wenn er es tut, werde ich ihn daran hindern.“
-
-Wir sind in unseren bisherigen Mitteilungen mehrfach Versuchen
-begegnet, in die Erkenntnis des Wesens des Wasserdampfes einzudringen.
-Wenngleich das Altertum einen Unterschied zwischen Dampf und Luft nicht
-kannte, so mußte sich dennoch schon bei den von Heron von Alexandrien
-beschriebenen Vorrichtungen dieser Unterschied unwillkürlich geltend
-machen. Jedoch auch Salomon de Caus huldigte, wie wir gesehen haben,
-noch den Anschauungen des Altertums, insbesondere denen des Aristoteles.
-
-Papins unsterbliches Verdienst war es, durch Benutzung des Kolbens
-als Kraftaufnehmer der späteren Entwicklung der Dampfmaschine, wie
-sie sich zuerst durch Newcomen und Cawley vollzog, die Wege gewiesen
-zu haben. Leider gelang es Papin nicht, des größten Fehlers seiner
-Maschine, des hohen Dampfverbrauchs, Herr zu werden. Der von ihm in
-Vorschlag gebrachte, durch einen eisernen Bolzen erwärmte Kolben
-(Abb. 25) konnte für einen sparsameren Dampfverbrauch bei weitem
-nicht genügen. Auch mußte die Maschine stets zum Stillstand gebracht
-werden, wenn ein erwärmter Bolzen von neuem in den Kolben eingebracht
-werden mußte. Allerdings bot die Dampfmaschine von Newcomen und Cawley
-gegenüber derjenigen Papins erhebliche Vorzüge, die im wesentlichen
-rein baulicher Natur waren, sich aber bezüglich der Ausnutzung der
-Dampfkraft sehr vorteilhaft bemerkbar machten. Hier ist die gute
-Abdichtung des Kolbens im Dampfzylinder besonders hervorzuheben, die
-ein Hinübertreten des Kühlwassers über den Kolben hinaus und hiermit
-eine Abkühlung des Zylinders bis zu einem gewissen Grade verhütete.
-Jedoch auch diese Maschine nutzte den Dampfdruck nur mangelhaft aus;
-sie erforderte daher Zylinder von großem Durchmesser.
-
-Vom Beginn des 17. Jahrhunderts ab, also zu einer Zeit, die ohnehin
-schon der Dampfmaschine eine kräftige Förderung brachte, vollzog
-sich auch ein großer Fortschritt auf dem Gebiete der Kenntnis der
-luftförmigen Körper: Johann Baptist van Helmont (geb. 1577, gest.
-1644) unterschied zwei Arten von Luft, nämlich eine solche, die ihre
-luftförmige Beschaffenheit auch dann beibehält, wenn sie abgekühlt
-wird, und eine solche, welche, um luftförmig zu bleiben, der Zufuhr von
-Wärme bedarf, anderenfalls aber sich verdichtet, kondensiert. Die erste
-Art von Luft bezeichnet van Helmont als _Gas_.
-
-_Halley_ (geb. 1656, gest. 1742) erklärte das Wesen des Wasserdampfes
-dahin, daß dieser aus kleinen hohlen Wasserbläschen bestehe, die mit
-verdünnter Luft gefüllt seien. Infolgedessen steige der Dampf, da
-er leichter als die atmosphärische Luft sei, in dieser in die Höhe.
-_Derhem_ wollte diese Wasserbläschen unter dem Vergrößerungsglase
-erkannt haben. Der Kanzler der Universität Halle, _Chr. Wolf_ (geb.
-1679, gest. 1754), versuchte den Grad der Verdünnung der Luft in den
-Wasserbläschen festzustellen. _Christian Gottlieb Kratzenstein_ (geb.
-1723, gest. 1795) befaßte sich ebenfalls mit der Erforschung der
-Wasserbläschen und gab ihren Durchmesser zu 1/50000 Zoll an.
-
-Das Streben der Physiker, sich mit dem Wesen des Wasserdampfes zu
-befassen, erfuhr eine erfreuliche Anregung durch ein Preisausschreiben,
-das die Akademie der Wissenschaften zu Bordeaux im Jahre 1743
-ausschrieb für die Erklärung des Umstandes, daß der Wasserdampf nach
-aufwärts steigt. Aus der Zahl der eingegangenen Preisbewerbungen wurden
-zwei mit einem Preise bedacht. Den einen Preis erhielt _Kratzenstein_,
-der bereits den Durchmesser der Wasserbläschen berechnet hatte und sich
-auf den Boden der Bläschentheorie Halleys stellte.
-
-Einen hiervon völlig abweichenden Standpunkt nahm die andere
-Preisarbeit ein, deren Verfasser _Georg E. Hamberger_ war. Nach
-Hambergers Auffassung löst sich das Wasser in der Luft in derselben
-Weise wie das Salz im Wasser. Auf dieser Lösungstheorie weiter bauend,
-wies dann _Charles le Roy_ (geb. 1726, gest. 1779) darauf hin, daß in
-derselben Weise, wie man in Wasser nur eine beschränkte Menge Salz
-zu lösen vermöge, auch die Luft nur eine beschränkte Menge Wasser
-aufnehmen könne. Er erkannte also bereits das Wesen der _Sättigung_
-und bezeichnete Luft, die Wasser nicht mehr aufzunehmen vermag, als
-gesättigt, wie man eine Salzlösung, die weiteres Salz nicht mehr
-aufnehmen kann, als gesättigt benennt.
-
-Das einer gesättigten Lösung zugeführte Salz löst sich nicht auf,
-sondern setzt sich auf dem Grunde der Lösung ab. Die gleichartige
-Erscheinung tritt ein, wenn man in den gesättigten Wasserdampf weitere
-Dampfmengen einführt; alsdann schlägt sich dieser Dampf zu Tropfen
-nieder. Entsprechend der Tatsache, daß warmes Wasser mehr Salz auflöst
-als kaltes Wasser, kam le Roy zu der Erkenntnis, daß warme Luft mehr
-Wasser löst als kalte Luft, also mehr Dampf enthält als diese. Sinkt
-die Temperatur der Luft, so scheidet sich der in dieser enthaltene
-Wasserdampf als Tau ab.
-
-Wird gesättigter Dampf weiter erhitzt, so entsteht der sogenannte
-überhitzte Dampf. In der neuesten Zeit hat dieser Dampf insbesondere
-zum Antrieb von Lokomotiven eine große Bedeutung erlangt. Die ihm
-innewohnenden Vorzüge, die sich in einer großen Ersparnis an Brennstoff
-geltend machen, haben ihm, nebenbei gesagt, den Namen „Edeldampf“
-eingetragen. Dieser überhitzte Wasserdampf kann abgekühlt werden, ohne
-daß er sofort zu Wasser kondensiert.
-
-Die Theorie Hambergers gab eine gute Erklärung der Tatsache, daß das
-Wasser schneller verdampft, wenn es von einem Luftstrom überfahren
-wird, als wenn die auf dem Wasser lastende Luft in Ruhe ist. Diese
-Erklärung läuft darauf hinaus, daß die auf dem Wasser lastende Luft
-sich alsbald mit Wasserdampf sättigt, infolgedessen hier eine weitere
-Verdunstung des Wassers nicht mehr möglich ist. Wird dagegen die über
-dem Wasser befindliche Luft in Bewegung versetzt, so kommt mit der
-Oberfläche des Wassers immer von neuem frische ungesättigte Luft in
-Berührung, die imstande ist, Wasserdampf in sich aufzunehmen.
-
-Eine für die Verwendung des Wasserdampfes, insbesondere für Kochzwecke,
-überaus wichtige Beobachtung, der bereits Papin, als er zur Erfindung
-des nach ihm benannten Kochtopfes gelangte, sehr nahe gekommen war,
-machte der Professor der Chemie zu Upsala, _Wallerius Ericson_ (geb.
-1709, gest. 1785). Dieser stellte fest, daß Flüssigkeiten schneller im
-luftleeren Raume als unter dem Druck der Atmosphäre verdampften. Da
-nun bei dem Verdampfen unter Luftleere von einem Lösen des Wassers in
-Luft nicht mehr die Rede sein konnte, versagte jetzt die Hambergersche
-Lösungstheorie.
-
-Hier nun setzte die Tätigkeit des mit James Watt befreundeten
-_Joseph Black_ ein, der sich mit der Erforschung jener Erscheinungen
-beschäftigte und Watt veranlaßte, ebenfalls Versuche anzustellen.
-
-Bei dem Erwärmen von Wasser in einem Gefäß ist die erste Folge, daß die
-in dem Wasser enthaltene Luft in Form von Luftbläschen nach oben hin
-entweicht. Nunmehr bildet sich Dampf auf dem der Wärmequelle zunächst
-liegenden Boden des Gefäßes. Dampfblasen steigen in dem Wasser empor,
-können aber nicht die Oberfläche des Wassers erreichen, da die oberen
-Wasserschichten noch nicht genügend erwärmt sind. Die Folge hiervon
-ist das sogenannte Singen des Wassers, das aus der zitternden Bewegung
-sich ergibt, in welche das Wasser und das Gefäß durch die bei ihrem
-Aufwärtssteigen auf Widerstand stoßenden Dampfbläschen versetzt werden.
-Hört das „Singen“ auf, so ist dies ein Zeichen dafür, daß nunmehr
-die sämtlichen Wasserschichten zum Sieden gebracht sind, und die
-Dampfbläschen ungehindert nach oben steigen können. Das „Singen“ geht
-also dem Beginn des Kochens unmittelbar vorher. Während des Kochens
-oder Siedens tritt eine Zunahme der Temperatur trotz fortgesetzter
-Wärmezufuhr nicht ein.
-
-Um diese überraschende Erscheinung zu erklären, nahm man an, daß die
-Verwandlung des Wassers in Dampf sich nur auf dem Boden des Gefäßes
-vollziehe, und daß die Wasserschichten die zu ihrer Verdampfung nötige
-Temperatur erst dann erreichen, nachdem sie den Gefäßboden berührten.
-Würde die ganze Wassersäule zugleich auf die Siedetemperatur gebracht,
-so genügte die geringste Wärmezufuhr, um augenblicklich die gesamte
-Wassermenge in Dampf zu verwandeln.
-
-Black, dem diese Erklärung nicht genügte, stellte zunächst fest, daß,
-wenn Wasser zum Sieden gebracht und auf gleichmäßiges Feuer gebracht
-wird, in gleichen Zeitabschnitten gleiche Mengen Dampf erzeugt werden.
-Des weiteren stellte er fest, wieviel Zeit vergeht, bis eine gewisse
-Wassermenge von einer gleichförmigen Flamme zum Sieden gebracht und
-vollkommen verdampft wird.
-
-James Watt, der, wie wir bereits berichteten, mit Black befreundet
-war, machte in derselben Richtung folgende Versuche: Er brachte in
-einem offenen Papinschen Topf Wasser zum Sieden, und zwar so, daß in
-einer halben Stunde die Oberfläche des Wassers um einen Zoll sank.
-Hierauf unterbrach er das Sieden, fügte so viel Wasser hinzu, wie
-verdampft war, und brachte den Topf wiederum auf die in gleicher Stärke
-unterhaltene Flamme. Als das Sieden begann, schloß er den Dampfhahn und
-ließ nun eine halbe Stunde vergehen. Als er dann den Dampfhahn öffnete,
-strömte der Dampf innerhalb zwei Minuten aus und die Oberfläche des
-Wassers sank wieder um einen Zoll. Hieraus ergab sich, daß die Wärme,
-die von dem Wasser innerhalb einer halben Stunde aufgenommen wurde,
-entweder langsam innerhalb einer halben Stunde oder schnell innerhalb
-zwei Minuten dieselbe Wassermenge verdampfen konnte. Black zeigte auch,
-daß der Dampf bei seiner Bildung Wärme „bindet“ und bei der Verdichtung
-wieder dieselbe Wärmemenge frei gibt.
-
-James Watts Verdienste bestehen darin, daß er den Wärmeverbrauch
-bei der Verdampfung und die Abhängigkeit des Dampfdruckes von der
-Temperatur untersuchte und die Gesetze, die für die Verdichtung
-des Dampfes maßgeblich sind, ermittelte. Er erkannte hierbei als
-hauptsächlichsten Grund des hohen Dampfverbrauchs der Newcomenmaschine,
-daß bei jedem Kolbenhub kaltes Wasser in den Dampfzylinder gespritzt
-wurde. Dieses hatte zur Folge, daß der von neuem in den Zylinder
-eingeführte Dampf zur Erwärmung des Zylinders notwendig war. Aus dieser
-Erkenntnis leitete Watt die Forderung ab, daß die Kondensation des
-Dampfes tunlichst schnell bewirkt werden müsse, ohne daß der Zylinder
-sich abkühlte. Zu diesem Zweck führte er zunächst den Zylinder aus
-Holz aus. Da aber in einem hölzernen Zylinder eine dampfdichte Führung
-des Kolbens infolge Verwerfens der Holzwandungen nicht zu erreichen
-war, wandte er sich alsbald wiederum dem eisernen Zylinder zu, den er
-durch ein Rohr mit einem besonderen Behälter in Verbindung brachte, der
-kaltes Wasser enthielt. Diesen Behälter nannte Watt „Kondensator“. Die
-bahnbrechende Folge dieser Neuerung des von dem Zylinder getrennten
-selbständigen Kondensiergefäßes bestand darin, daß der Dampf
-niedergeschlagen wurde, ohne daß der Dampfzylinder abgekühlt wurde.
-Den Kondensator erhielt Watt dadurch andauernd auf der erforderlichen
-niedrigen Temperatur, daß er durch eine von der Maschine angetriebene
-Pumpe in denselben stets kaltes Wasser einspritzte, während eine zweite
-Pumpe, die sogenannte Warmwasserpumpe oder Luftpumpe, das kondensierte
-Wasser aus dem Kondensator hinaussaugte. Die Bezeichnung Luftpumpe
-trifft um deswillen zu, weil diese Pumpe neben dem Wasser auch die in
-dem kalten Wasser und in dem Dampf enthaltene Luft abführt. Das aus dem
-Kondensator ausgepumpte warme Wasser führte Watt dem Dampfkessel zu,
-wodurch eine weitgehende Ersparnis an Brennstoffen erzielt wurde.
-
-Die mit diesen Wattschen Verbesserungen ausgestattete Dampfmaschine hat
-folgenden Arbeitsgang: Wenn der Kolben sich in seiner tiefsten Stellung
-befindet, wird unterhalb desselben Dampf eingeführt, infolgedessen
-sich der Kolben aufwärts bewegt; währenddessen ist die Verbindung
-zwischen Zylinder und Kondensator abgeschlossen. Hat der Kolben die
-höchste Stellung erreicht, so wird die Dampfzufuhr geschlossen,
-zugleich aber die Verbindung zwischen dem Zylinder und dem Kondensator
-geöffnet. Infolgedessen wird der unterhalb des Kolbens befindliche
-Dampf kondensiert und der Kolben geht unter Einwirkung des Druckes der
-Atmosphäre abwärts.
-
-Auf diese die Dampfmaschine erst lebensfähig machende Neuerungen
-erhielt James Watt, nachdem er am 5. Januar 1769 den vorläufigen
-Schutz eines Königlichen Privilegs bekommen hatte, das Patent Nr. 913.
-Dasselbe hat folgenden Wortlaut:
-
- ~A. D.~ 1769 Nr. 913.
- Dampfmaschinen etc.
- _Watts Patentbeschreibung_.
-
-$Allen denjenigen, welchen dieses Schriftstück zu Gesicht gelangt$,
-sende ich, James Watt, aus Glasgow in Schottland, Kaufmann, meinen Gruß.
-
-$Sintemal$ Seine Allerhöchste Majestät, König Georg der Dritte, durch
-seinen Patentbrief unter beigedrucktem Großsiegel von Großbritannien
-vom 5. Januar des neunten Regierungsjahres Seiner Majestät mir, dem
-genannten James Watt, seine besondere Erlaubnis, Vollmacht, Privilegium
-und Befugnis gab, daß ich, der genannte James Watt, meine Vollstrecker,
-Verwalter und Bevollmächtigten während einer bestimmten Reihe von
-Jahren meine „$Neu erfundene Methode der Verminderung des Verbrauchs
-von Dampf und Brennstoff in Feuermaschinen$“ zu benutzen, auszuüben
-und zu verkaufen befugt bin, und zwar überall in demjenigen Teile des
-Königreiches Groß-Britannien, welcher England genannt wird, in der
-Herrschaft Wales, in der Stadt Berwick am Tweed und ferner in Seiner
-Majestät Kolonien und Ansiedlungen, und ich, der erwähnte James Watt,
-in dem erwähnten Patentbriefe verpflichtet werde, unter Unterschrift
-und Siegel eine eingehende Beschreibung des Wesens meiner Erfindung zu
-geben, welche in Seiner Majestät Hoher Hofkanzlei eingetragen werden
-soll, innerhalb vier Monate nach dem Datum des erwähnten Patentbriefes:
-
-$So wisset nun$, daß in Erfüllung der genannten Verpflichtung und
-Festsetzung ich, der erwähnte James Watt, erkläre, daß das Folgende
-eine eingehende Beschreibung meiner in Rede stehenden Erfindung und der
-Art und Weise, in welcher dieselbe zur Ausführung gelangt, ist,
-
- (das will sagen): --
-
-Mein Verfahren der Verminderung des Verbrauches an Dampf und, hierdurch
-bedingt, des Brennstoffes in Feuermaschinen setzt sich aus folgenden
-Prinzipien zusammen:
-
-Erstens, das Gefäß, in welchem die Kräfte des Dampfes zum Antrieb
-der Maschine Anwendung finden sollen, welches bei gewöhnlichen
-Feuermaschinen Dampfcylinder genannt wird und welches ich Dampfgefäß
-nenne, muß während der ganzen Zeit, wo die Maschine arbeitet, so heiß
-erhalten werden, als der Dampf bei seinem Eintritte ist, und zwar
-erstens dadurch, daß man das Gefäß mit einem Mantel aus Holz oder einem
-anderen die Wärme schlecht leitenden Material umgibt, daß man dasselbe
-zweitens mit Dampf oder anderweitigen erhitzten Körpern umgibt, und daß
-man drittens darauf achtet, daß weder Wasser noch ein anderer Körper
-von niedrigerer Wärme als der Dampf in das Gefäß eintritt oder dasselbe
-berührt.
-
-Zweitens muß der Dampf bei solchen Maschinen, welche ganz oder
-teilweise mit Kondensation arbeiten, in Gefäßen zur Kondensation
-gebracht werden, welche von den Dampfgefäßen oder -Cylindern getrennt
-sind und nur von Zeit zu Zeit mit diesen in Verbindung stehen. Diese
-Gefäße nenne ich Kondensatoren und sollen dieselben, während die
-Maschinen arbeiten, durch Anwendung von Wasser oder anderer kalter
-Körper mindestens so kühl erhalten werden als die die Maschine
-umgebende Luft.
-
-Drittens, sobald Luft oder andere durch die Kälte des Kondensators
-nicht kondensierte elastische Dämpfe den Gang der Maschine stören,
-so sind dieselben mittels Pumpen, welche durch die Maschine selbst
-betrieben werden, oder auf andere Weise aus den Dampfgefäßen oder
-Kondensatoren zu entfernen.
-
-Viertens beabsichtige ich in vielen Fällen die Expansionskraft des
-Dampfes zum Antrieb der Kolben oder was an deren Stelle angewendet
-wird, zu gebrauchen, in derselben Weise, wie der Druck der Atmosphäre
-jetzt bei gewöhnlichen Feuermaschinen benutzt wird. In Fällen, wo
-kaltes Wasser nicht in Fülle vorhanden ist, können die Maschinen durch
-diese Dampfkraft allein betrieben werden, indem man den Dampf, nachdem
-er seine Arbeit getan hat (~after it has done its office~) in die freie
-Luft austreten läßt.
-
-Fünftens, wo Bewegungen um eine Achse verlangt werden, stelle ich
-die Dampfgefäße in Form von hohlen Ringen oder kreisförmigen Kanälen
-her, mit besonderen Ein- und Auslässen für den Dampf, und montiere
-dieselben auf horizontalen Achsen wie die Räder der Wassermühlen.
-In denselben ist eine Anzahl von Ventilen angebracht, welche einem
-Körper nur in einer Richtung durch den Kanal umzulaufen gestatten. In
-diesen Dampfgefäßen sind Gewichte angebracht, welche die Kanäle zum
-Teil ausfüllen und durch die noch anzugebenden Mittel in denselben
-bewegt werden. Wenn der Dampf in diese Maschinen zwischen jene
-Gewichte und die Ventile eingelassen wird, so drückt er gegen beide
-gleichmäßig, so zwar, daß er das Gewicht nach der einen Seite des
-Rades hebt und infolge der gegen die Ventile wirkenden Reaktion das
-Rad in Drehung versetzt, wobei die Ventile sich in derjenigen Richtung
-öffnen, in welcher die Gewichte Druck empfangen, aber nicht in der
-entgegengesetzten. Währenddem, daß das Dampfgefäß sich dreht, wird es
-mit Dampf vom Kessel aus gespeist, und derjenige Dampf, welcher seine
-Arbeit geleistet hat, kann entweder durch Kondensation niedergeschlagen
-oder in die freie Luft entlassen werden.
-
-Sechstens will ich in einigen Fällen einen gewissen Grad von Kälte
-anwenden, welcher den Dampf allerdings nicht in Wasser zu verwandeln,
-wohl aber beträchtlich zu verdichten vermag, so daß die Maschinen
-abwechselnd mit Expansion und Kontraktion des Dampfes arbeiten.
-
-Endlich wende ich zur dampf- und luftdichten Dichtung des Kolbens oder
-anderer Maschinenteile an Stelle von Wasser Oele, harzige Körper,
-Tierfett, Quecksilber und andere Metalle in flüssigem Zustande an.
-
-Zur Bezeugung dessen habe ich am heutigen Tage, am fünfundzwanzigsten
-April im Jahre unseres Herrn Ein Tausend Sieben Hundert und
-neunundsechzig meinen Namenszug und mein Siegel hierunter gesetzt.
-
- $James Watt.$ (~L. S.~)
-
- Gesiegelt und ausgehändigt in Gegenwart von
-
- Coll. Wilkie.
- Geo. Jardine.
- John. Roebuck.
-
-Es sei noch bemerkt, daß besagter James Watt erklärt, daß sich nichts
-von dem im vierten Absatz Enthaltenen auf Maschinen bezieht, bei denen
-das zu hebende Wasser in das Dampfgefäß selbst eintritt oder in ein
-Gefäß, welches mit jenem in offener Verbindung steht.
-
- $James Watt.$
-
- Zeugen: Coll. Wilkie.
- Geo. Jardine.
-
-$Und es sei bekannt gegeben$, daß der vorgenannte James Watt am
-fünfundzwanzigsten Tage des April, im Jahre unseres Herrn 1769,
-sich in der Kanzlei unseres Königlichen Herrn einfand und die
-vorstehende Beschreibung nebst allem dem in derselben Enthaltenen und
-Beschriebenen, in der oben niedergeschriebenen Weise anerkannte. Und so
-wird die vorstehende Beschreibung gemäß der Verordnung aus dem sechsten
-Jahre der Regierung des verstorbenen Königs und der Königin William und
-Mary von England usw. gestempelt.
-
-Eingetragen am neunundzwanzigsten April im Jahre unseres Herrn Ein
-Tausend Sieben Hundert neunundsechzig.
-
-Watt war an der Ausführung seines Patents durch den Umstand beschränkt,
-daß die seit alters her bekannte und gebräuchliche Kurbel einem
-gewissen Wasborough unter Patentschutz gestellt war. Um die Benutzung
-der Kurbel zu umgehen, ersann Watt nicht weniger als fünf verschiedene
-Einrichtungen und erhielt hierauf unter dem 25. Oktober 1781 das Patent
-Nr. 1306.
-
-[Illustration: Abbildung 29.
-
-Das Planeten- oder Sonnenrad.
-
-Aus: Muirhead. James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 7~, Fig. 1 und
-2.]
-
-Als Gegenstand dieses Patents wird angegeben:
-
-_„Gewisse neue Verfahren, um die hin und her gehende Bewegung von
-Dampf- oder Feuermaschinen zur Erzeugung ständiger Drehbewegung um eine
-Achse oder um einen Mittelpunkt zu benutzen, um Räder, Mühlen oder
-andere Maschinen anzutreiben._“
-
-Von den sämtlichen fünf Einrichtungen bildet das sogenannte Planeten-
-oder Sonnenrad die wichtigste. Sie ist in Abb. 29 dargestellt.
-
-Der entsprechende Teil der Patentschrift Nr. 1306 hat folgenden
-Wortlaut:
-
-„Mein fünftes Verfahren, Drehbewegung zu erzeugen, wird mit Hilfe
-eines Zahnrades ~E~ ausgeführt, das auf dem Ende derjenigen Achse
-~F~ angebracht ist, die die Drehbewegung erhalten soll. Dieses Rad
-~E~ kann durch ein zweites Zahnrad ~D~ von gleichem, größerem oder
-geringerem Durchmesser in Drehung versetzt werden, das an der Stange
-~_AB_~ befestigt ist. Das andere Ende der Stange ~_AB_~ hängt an dem
-Triebbalken ~_BC_~ (Balancier) der Dampfmaschine oder ist in beliebiger
-anderer Weise mit dem Kolben der Dampfmaschine verbunden. Das Rad ~D~
-kann sich um seine eigene Achse nicht drehen. Mit Hilfe eines Zapfens
-~A~, der in dem Mittelpunkte des Rades ~D~ befestigt ist und in einen
-kreisförmigen Einschnitt des großen Rades ~_GG_~ eingreift (hier können
-auch andere Mittel Platz greifen), wird das Rad ~D~ zwangläufig derart
-geführt, daß es sich nicht von dem Rade ~E~ entfernen, jedoch das Rad
-~E~ in Drehung versetzen kann, ohne daß es sich selbst um seine Achse
-oder seinen Mittelpunkt dreht.
-
-Die Bewegung vollzieht sich nun folgendermaßen: Ist das Rad nahezu in
-diejenige Stellung gelangt, die durch den punktierten Kreis ~_HH_~
-gekennzeichnet ist, und dann mit seinem Mittelpunkt um ein weniges
-jenseits der senkrechten durch den Mittelpunkt ~F~ gezogenen Linie
-gelangt, zieht die Dampfmaschine mit Hilfe der Treibstange ~_BA_~ das
-Rad ~D~ aufwärts. Da nun dessen Zähne in die des Rades ~E~ eingreifen,
-und da es sich nicht um seinen eigenen Mittelpunkt drehen kann, kann
-es sich nicht anders nach aufwärts hin bewegen, ohne daß es zugleich
-das Rad ~E~ in Drehung um seinen Mittelpunkt ~F~ versetzt. Ist das
-Rad ~D~ soweit aufwärts gelangt, daß sein unterer Teil mit dem oberen
-Teile des Rades ~E~ im Eingriff ist, hat die Dampfmaschine ihren Hub
-nach aufwärts ausgeführt und der Kolben ist im Begriff, sich abwärts
-zu bewegen. Unter dem Einfluß der ihm zuteil gewordenen Bewegung führt
-das Rad ~E~ seinen Rundgang weiter aus und führt das Rad ~D~ über
-seine Höchstlage hinweg, wobei die Schwere des Rades ~D~ oder der
-Stange ~_AB_~ oder ein anderes an ihm angebrachtes Gewicht das Rad ~D~
-veranlaßt, an der anderen Seite sich wieder nach abwärts zu begeben.
-Das Rad ~D~ vollendet also seinen Rundgang um ~E.~ Haben nun die beiden
-Räder ~D~ und ~E~ dieselben Zähnezahlen, so macht das Rad ~E~ bei jedem
-Hub der Maschine zwei Umdrehungen um seinen Mittelpunkt. Um nun die
-Bewegung besser zu regeln, bringe ich auf der Achse ~F~ ein Schwungrad
-an.“
-
-[Illustration: Abbildung 30.
-
-Anwendung eines Planetenrades zum Antrieb eines Walzwerks. Aus:
-Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 25.~]
-
-Abbildung 30 stellt das Planetenrad in Anwendung auf den Antrieb eines
-Walzwerkes dar.
-
-Bei einer anderen Ausführungsform dieses Planeten- oder Sonnenrades
-bewegen sich die beiden Zahnräder nicht auf- und umeinander, sondern
-ineinander.
-
-Von weitestgehender Bedeutung ist das am 12. März 1782 erteilte Patent
-Watts Nr. 1321.
-
-Der wesentliche Inhalt der Patenturkunde lautet:
-
-_„Gewisse neue Verbesserungen an Dampf- oder Feuer-Maschinen zum
-Heben von Wasser und zu anderen mechanischen Zwecken, und gewisse auf
-dieselben anwendbare Einrichtungen.“_
-
-„Ich, _James Watt_, erkläre hiermit: Nachstehendes ist eine
-Beschreibung meiner neuen Verbesserungen an Dampf- und Feuer-Maschinen
-und der Einrichtungen, die bei denselben Anwendung finden können.
-
-Um aber etwaige Mißverständnisse und Umschweife zu vermeiden, werde ich
-zunächst einige gewisse in dieser Beschreibung benutzte Ausdrücke näher
-erläutern.
-
-_Erstens_: Der _Zylinder_ oder das Dampfgefäß ist dasjenige Gefäß, in
-welchem die Kräfte des Dampfes oder der Luft benutzt werden, um die
-Maschine anzutreiben; er kann von beliebiger Gestalt sein, ist aber
-meist von zylindrischer Form.
-
-_Zweitens_: Der _Kolben_ ist eine bewegliche Trennungswand, die in dem
-Zylinder entweder auf und ab, oder hin- und hergleitet und diesem genau
-angepaßt ist. Auf diesen Kolben wirken die Kräfte des Dampfes und der
-Luft unmittelbar ein.
-
-_Drittens_: Die _Kondensatoren_ sind gewisse von mir erfundene Gefäße,
-in welchen der Dampf niedergeschlagen wird, und zwar entweder indem er
-mit hinreichend kaltem Wasser unmittelbar vermischt wird oder indem
-er mit kalten Körpern in Berührung gebracht wird. Diese Kondensatoren
-liegen entweder in demjenigen Teile des Zylinders selbst, in den der
-Dampf niemals gelangt, ausgenommen dann, wenn er niedergeschlagen und
-zu Wasser verwandelt wird, oder diese Kondensatoren stehen mit dem
-Zylinder mittels Röhren in Verbindung, welche rechtzeitig geöffnet und
-geschlossen werden. Diese Röhren können auch so angeordnet sein, daß
-sie zu den Luftpumpen oder zu anderen Einrichtungen führen, um den
-niedergeschlagenen Dampf und das Einspritzwasser fortzuleiten.
-
-_Viertens_: Die _Luft- und die Heißwasserpumpen_ sind Pumpen oder
-andere Einrichtungen, die dazu dienen, die Luft und das heiße Wasser
-aus den Zylindern und aus den Kondensatoren hinauszubefördern.
-
-_Fünftens_: Der _Werkbalken_ (Triebbalken, Balancier) ist ein
-doppelarmiger Hebel, wobei ein oder mehrere Räder oder andere
-maschinelle Vorrichtungen dazu dienen, die von dem Kolben geäußerte
-Kraft auf das Pumpwerk oder auf andere von der Dampfmaschine
-anzutreibende Vorrichtungen zu übertragen.
-
-_Meine erste neue Verbesserung_ besteht nun darin, daß ich den Dampf
-in die Zylinder oder Gefäße der Maschine nur während eines gewissen
-Teiles des Auf- oder Niederganges des Kolbens eintreten lasse, und daß
-ich die federnden Kräfte, mit denen der Dampf in dem Bestreben, größere
-Räume einzunehmen, sich ausdehnt, dazu benutze, während der übrigen
-Teile des Hubes des Kolbens als Triebkraft zu dienen. Außerdem benutze
-ich Hebelzusammenstellungen oder andere Vorkehrungen, um zu bewirken,
-daß die ungleichmäßigen Kräfte, mit denen der Dampf auf den Kolben
-einwirkt, gleichmäßige Arbeit leisten bei dem Antrieb der Pumpen oder
-der anderen Maschinen, die durch die Dampfmaschine betrieben werden
-sollen. Hierbei sind gewisse Verhältnisse zu beachten.
-
-[Illustration: Abbildung 31.
-
-James Watts Ausnutzung der Expansion des Dampfes.
-
-Aus: Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 8.~]
-
-Um die hierbei maßgeblichen Verbesserungen und Grundsätze zu erläutern,
-habe ich in der beigefügten Zeichnung (Abb. 31) einen Hohlzylinder im
-Schnitt dargestellt.
-
-Dieser erwähnte Zylinder ist an seinem unteren Ende durch seinen Boden
-~_CD_~ vollständig abgeschlossen und auch an seinem oberen Ende durch
-seinen Deckel ~_AB_~ verschlossen. Der kräftige Kolben ~_EF_~ ist dem
-Zylinder genau angepaßt, so daß er mit Leichtigkeit auf und ab gleiten
-kann, ohne irgendwelchen Dampf neben sich hindurchgehen zu lassen. Der
-Kolben hängt an einer oder an mehreren Stangen ~_GH_~, welche in einer
-im Deckel ~_AB_~ angebrachten Öffnung hin- und hergleiten können, wobei
-ihre Umfläche luft- und dampfdicht durch einen Strang von Werg oder
-anderem geeigneten Stoff abgedichtet ist, der in der Büchse ~O~ liegt.
-Und nahe dem oberen Ende des Zylinders ist eine Öffnung ~J~ vorgesehen,
-um Dampf vom Dampfkessel eintreten zu lassen.
-
-Der ganze Dampfzylinder ist soweit als möglich mit einem Hohlraum
-~_MM_~ umgeben, der Dampf enthält, oder dem auf irgendeine andere Weise
-dieselbe Hitze bewahrt bleibt, wie sie das Wasser im Dampfkessel oder
-der aus dem Kessel kommende Dampf besitzt.
-
-Wir wollen nun annehmen, der Kolben sei so nahe als möglich an den
-oberen Rand des Zylinders emporgehoben, und der Raum unterhalb
-desselben sei von Luft, Dampf und anderen Flüssigkeiten entleert. Wir
-wollen des weiteren annehmen, daß der vom Dampfkessel her oberhalb
-des Kolbens eintretende Dampf die selbige Dichtigkeit oder Federkraft
-besitze wie der Luftdruck der Atmosphäre, oder die Fähigkeit besitze,
-eine Quecksilbersäule von 30 Zoll Höhe im Barometer zu tragen. Dann, so
-behaupte ich, wird der Druck oder die Federkraft auf jedem Quadratzoll
-der oberen Fläche des Kolbens ungefähr 14 Pfund betragen, und diese
-Kraft wird, wenn sie während eines ganzen Maschinenhubes auf den Kolben
-zur Einwirkung gelangt und zum Antrieb einer oder mehrerer Pumpen, sei
-es mittelbar oder unmittelbar, benutzt wird, während des ganzen Hubes
-eine Wassersäule fördern, deren Gewicht zehn Pfund auf den Quadratzoll
-des Kolbens beträgt, außer der Reibung und der dem Wasser und den
-Maschinenteilen innewohnenden Trägheit. Unter der Annahme aber, daß
-die gesamte Entfernung von der Unterseite des Kolbens bis zum Grunde
-des Zylinders acht Fuß beträgt, und daß die Dampfzufuhr vom Kessel
-vollständig abgeschnitten ist, wenn der Kolben bis zum Punkt ~K~ zwei
-Fuß oder ein Viertel des Hubes des Kolbens abwärts gegangen ist,
-behaupte ich, daß, wenn der Kolben die Hälfte seines Hubes zurückgelegt
-hat, die Federkraft des Dampfes die Hälfte der ursprünglichen Kraft
-betragen wird. Des weiteren wird, wenn der Kolben bei ~P~ angelangt
-ist, die Kraft des Dampfes ein Drittel der ursprünglichen Kraft
-betragen oder 4⅔ Pfund auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche.
-Ferner wird, wenn der Kolben am Ende seines Hubes angelangt ist, die
-Federkraft des Dampfes ein Viertel seiner ursprünglichen Kraft betragen
-oder 3½ Pfund auf den Quadratzoll der Kolbenfläche.
-
-Des weiteren behaupte ich, daß die Federkräfte des Dampfes in den
-übrigen Abschnitten der Zylinderlänge, die durch die Horizontallinien
-oder Ordinaten der Kurve ~_KL_~ dargestellt und in dem Zylinder
-aufgetragen sind, durch die in Dezimalbrüchen der ursprünglichen Kraft
-ausgedrückten Zahlen dargestellt werden.
-
-Und des weiteren behaupte ich, daß die Summe aller dieser Kräfte größer
-ist als 57 Hundertstel der ursprünglichen Kraft, multipliziert mit der
-Länge des Zylinders.
-
-Demnach leuchtet ein, daß nur ein Viertel des zur Füllung des ganzen
-Zylinders erforderlichen Dampfes zur Anwendung gelangt, und daß der
-erzielte Effekt mehr als die Hälfte des Effekts beträgt, der durch
-einen ganz mit Dampf gefüllten Zylinder erreicht wird, wenn der Dampf
-während des ganzen Niederganges des Kolbens frei über dem Kolben zum
-Eintritt gelangt wäre.
-
-_Hieraus folgt, daß die sogenannte neue oder Expansionsmaschine
-imstande ist, Wassersäulen zu heben, deren Gewichte entsprechen einem
-Gewicht von fünf Pfund auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche, und zwar
-mit Dampf von einem Viertel Inhalt des Zylinders._
-
-Obgleich ich nun die _Viertelfüllung_ hier anführe, so muß ich dennoch
-bemerken, daß ein anderes Füllungsverhältnis oder andere Abmessungen
-des Zylinders ähnliche Erfolge herbeiführen können, und daß ich in der
-Praxis diese Verhältnisse je nach der Eigenart des vorliegenden Falles
-ändere.“
-
-Diese Ausnutzung der Expansion des Dampfes führte Watt dann später auf
-die Erfindung des Indikators, eines Instrumentes, das selbsttätig die
-Expansionskurven des Dampfes aufzeichnet.
-
-Der weitere Inhalt der Patenturkunde beschäftigt sich sodann mit
-den Mitteln zur Erzielung eines gleichmäßigen Ganges der Maschine.
-Dieser wird stark durch den Umstand beeinträchtigt, daß die vom Dampf
-ausgeübte Kraft ungleichmäßig ausfällt, während das Gewicht des zu
-hebenden Wassers und die sonst von der Maschine zu leistende Arbeit
-als gleichmäßig anzunehmen ist.
-
-Alsdann wendet sich Watt der _zweiten_ von ihm erfundenen Verbesserung
-der Dampfmaschine zu, nämlich deren _doppelt wirkender Anordnung_.
-
-„Meine zweite Verbesserung der Dampf- oder Feuermaschine besteht darin,
-daß ich die Federkraft des Dampfes dazu benutze, den Kolben aufwärts
-und auch abwärts zu bewegen, indem ich eine Luftleere ober- oder
-unterhalb des Kolbens herbeiführe und den Dampf zu derselben Zeit zur
-Einwirkung auf den Kolben in demjenigen Teile des Zylinders bringe,
-der nicht ausgepumpt (~exhausted~) ist. Demnach kann eine derartig
-eingerichtete Maschine in derselben Zeit das Zweifache derjenigen
-Arbeit verrichten, die bisher von einer einfach wirkenden Maschine
-geleistet ist.“
-
-Die dritte Verbesserung, die Watt vorschlug, bestand darin, daß er
-die Dampfzylinder und -Gefäße von zwei oder mehreren Dampfmaschinen
-miteinander vereinigte.
-
-Die vierte Verbesserung bezog sich auf gewisse mechanische
-Einrichtungen, um die Gestänge und Kolben der Pumpen mit dem
-Triebbalken, dem Balancier, zu verbinden.
-
-Die fünfte Verbesserung bezog sich auf die Ausgestaltung der
-Dampfgefäße, indem diese entweder als hohle Zylinder oder als andere
-regelmäßig runde Hohlkörper oder in Gestalt größerer oder kleinerer
-Segmente oder Sektoren derartiger Körper ausgebildet wurden.
-
-Am 28. April 1784 erhielt Watt das Patent Nr. 1432 auf „_gewisse neue
-Verbesserungen der Feuer- oder Dampfmaschine und auf Maschinen, die
-durch dieselbe betätigt und bewegt werden_.“
-
-Dieses Patent betrifft neben anderen Einrichtungen das sogenannte
-_Wattsche Parallelogramm_, d. i. diejenige Vorrichtung, die Watt
-in mehreren Ausführungsformen erfand, um die geradlinige auf und
-ab gehende Kolbenstange mit der nach einem Kreisbogen schwingenden
-Bewegung des Balanciers in Einklang zu bringen, ohne hierzu der bis
-dahin gebräuchlichen Ketten zu bedürfen.
-
-Der auf diese bahnbrechende Erfindung, für welche Watt mehrere
-Ausführungsformen vorschlug, bezügliche Teil der Patenturkunde hat
-folgenden Wortlaut:
-
-„~_AA_~ (Abb. 32) ist der Triebbalken oder Balancier der Maschine;
-~B D~ ist die Kolben- oder Pumpenstange. ~_CDE_~ sind zwei hölzerne
-oder eiserne Stangen, die bei ~E~ und ~D~ mit dem Balancier bzw. mit
-dem oberen Ende der Kolbenstange verbunden sind und bei ~C~ an den
-Schwingarm ~_CF_~ angelenkt sind, dessen anderes Ende ~F~ an der Wand
-des Maschinenhauses oder an einem sonstigen festen Punkte liegt. Wenn
-der Balancier in Drehung um seine Achse ~G~ versetzt ist, so beschreibt
-der Punkt E den Bogen ~_HEI_~ und der Punkt ~C~ beschreibt den Bogen
-~_KCL_~ um den Punkt ~F~ als Mittelpunkt, und die Konvexitäten dieser
-Bogen, die nach verschiedenen Richtungen hin liegen, heben gegenseitig
-ihre von der geraden Linie sich vollziehenden Abweichungen auf. Die
-Längen der Radien ~_GE_~ und ~_CF_~ und ihre Verhältnisse zueinander
-können verändert werden, aber wenn der Radius ~_CF_~ im Verhältnis mehr
-verlängert wird als ~_GE_~, so muß der Punkt ~D~ dementsprechend weiter
-von ~E~ und näher an ~C~ gebracht werden, und umgekehrt, wie es sich
-nach den Regeln der Geometrie ergibt. Der regulierende Radius oder Stab
-~_CF_~ kann auch oberhalb des Balanciers angeordnet werden, und der
-letztere kann bezüglich seiner Achse eine andere Anordnung erhalten, wo
-sich dieses empfiehlt.“
-
-[Illustration: Abbildung 32.
-
-Wattsches Parallelogramm.
-
-Aus: Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 22.~
-Fig. 9-11.]
-
-
-
-
-Namen- und Sachverzeichnis.
-
-
- Äolipile, 18. 25.
-
- Agathias Scholastikos, 20.
-
- Alberti 22.
-
- Aldersey, 61.
-
- Aleotti, 29.
-
- Allen, 100.
-
- Amontons, 69.
-
- Anthemius, 20.
-
- Archimedes, 9.
-
- Architonitro, 10.
-
- Aristoteles, 9. 113.
-
- Automatentheater Herons von Alexandrien, 13.
-
-
- Barber, 111.
-
- Barbon, 67.
-
- „Barons, The last of the“, 53.
-
- Beake, 99.
-
- Becher, 60.
-
- Beighton, 92.
-
- Bernouilli, 102.
-
- Bewley, 100.
-
- Billingsley, 99.
-
- Black, 116.
-
- Blakey, 110.
-
- Blasco de Garay, 25.
-
- Bourgeois, 32.
-
- Boyle, 57.
-
- Brachvogel, 39.
-
- Branca, 44.
-
- Bresson, 29.
-
- Brindley, 106.
-
- Bulwer, 53.
-
- Bumpstead, 98.
-
- Burton, 58.
-
- Bushnell, 67.
-
- „Der Bustard“, 22.
-
- Buttall, 68.
-
-
- Cardanus, 28.
-
- Salomon de Caus, 33. 113.
-
- Cawley, 89. 113.
-
- Cesariano, 25.
-
- Cinq Mars, 39.
-
- Commandino, 29.
-
- Coster, 98.
-
- Cugnot, 112.
-
-
- Dallow, 60.
-
- Dampf, gesättigter, 114.
-
- Dampfgeschütz, 10. 32. 65.
-
- Dampfhammer, 47.
-
- Dampfkessel, 100. 104.
-
- Dampfkesselfeuerung, 104. 108. 110.
-
- Dampfkesselspeisung, 107.
-
- Dampforgel, 22.
-
- Dampfrad, 44.
-
- Dampfschiff,, 24. 25. 65. 69. 87. 101.
-
- Dampfmantel 119.
-
- Dampfturbine, 44.
-
- Dampfwagen, 69. 112.
-
- Deighton, 58.
-
- Delorme, 29.
-
- Derhem, 114.
-
- Desaguliers, 53. 98.
-
- Dickins, 98.
-
- Digester, 59.
-
- Dobrzenski, 48.
-
- Doppelt wirkende Dampfmaschine, 129.
-
- Drebbel, 43.
-
- Druckwerke Herons von Alexandrien, 13.
-
- Duncombe, 111.
-
-
- Edgeworth, 112.
-
- Einfach wirkende Dampfmaschine, 63. 118.
-
- Ericson, 115.
-
- Erzspanner, 10.
-
- Expansion des Dampfes, 126.
-
-
- Fall, 110.
-
- Feuergewehr, 33.
-
- Feuerrad, 69.
-
- Feuerspritze, 14.
-
- Feuerungen der Dampfkessel, 104. 108. 110.
-
- Fitzgerald, 106.
-
- Flower, 98.
-
- Förderung von Kohlen, 109.
-
-
- Galilei, 47.
-
- Gebläse, 30.
-
- Gebläsemaschine, 105.
-
- Gerbert von Rheims, 22.
-
- Geschütz, Dampf-, 10. 32. 65.
-
- Gewehr, Feuer-, 33.
-
- Gladwyn, 67.
-
- Greenall, 108.
-
- Grey, 98.
-
- Grimaldi, 69.
-
- v. Guericke, 47.
-
-
- Hadley, 104.
-
- Halley, 114.
-
- Hamberger, 114.
-
- Harris, 61.
-
- Hateley, 111.
-
- Hautefeuille, 57. 61.
-
- Heber, 13.
-
- v. Helmont, 113.
-
- Heron v. Alexandrien, 12.
-
- Heronsball, 16.
-
- Hohlrost, 108.
-
- Holland, 98.
-
- Holtham, 100.
-
- Hooke, 90.
-
- Hudgeson, 67.
-
- Hull, 101.
-
- Huygens, 57. 60.
-
-
- Jacke, 42.
-
- „Jack of Hilton“, 30.
-
- Indikator, 128.
-
- John, 105.
-
- Jones, 67.
-
-
- Kircher, 47.
-
- Klappenventil, 13.
-
- Kolbenliderung, 92.
-
- Kondensation, 35. 117.
-
- Kratzenstein, 114.
-
- Ktesibios, 10.
-
- Kurbel, 103. 122.
-
-
- Leibniz, 81. 85.
-
- Leonardo da Vinci, 10. 23.
-
- Leupold, 69. 92.
-
- Leurechon, 42. 46.
-
- Losvelt, 67.
-
- Luftpumpe, 118.
-
-
- v. Malmesbury, 22.
-
- Mandell, 98.
-
- Mathesius, 28.
-
- Mechanischer Rost, 109.
-
- Mehrfache Ausnutzung der Feuergase, 110.
-
- Menzies, 108.
-
- Meres, 99.
-
- „Miner's Friend“, 74.
-
- „Mon de Caus“, 39.
-
- Moore, 112.
-
- Morland, 57. 61.
-
- de Moura, 104.
-
-
- Newcomen, 89. 113.
-
- Niblett, 98.
-
- Nietung, 104.
-
- Nuttall, 98.
-
-
- Opfertanz, 16.
-
- Orgel, Dampf-, 22.
-
- Oriebar, 98.
-
- Oxley, 109.
-
-
- Papin, 59. 63. 73. 81.
-
- Parallelogramm, Wattsches, 129.
-
- Parrot, 104.
-
- Pascal, 47.
-
- Patentschriften, englische, 40.
-
- Pawley, 60.
-
- Payne, 100.
-
- Periera, 69.
-
- Perkins, 99.
-
- Philon v. Byzanz, 12.
-
- Planetenrad, 122.
-
- Plat, Sir Hugh, 29.
-
- Plott, 58.
-
- Polile, 111.
-
- della Porta, 30.
-
- Porter, 92. 93.
-
- Poyntz, 67.
-
- „Der Püsterich“, 20. 22.
-
- Pulvermaschine, 60. 100.
-
-
- Ramseye, 42. 46.
-
- Reaktionsschiff, 100. 102.
-
- Receiver, 76. 108.
-
- Rivault, 32.
-
- Robinson, 99.
-
- Robison, 106. 112.
-
- Roebuck, 121.
-
- Rollock, 54.
-
- Rost, mechanischer, 109.
-
- Roststab, Hohl-, 108.
-
- Rotsipen, 47.
-
- Rotierende Maschine, 69. 120.
-
- Rowe, 99.
-
- le Roy, 114.
-
-
- Saugpumpe, 12.
-
- Savery, 68. 73. 88.
-
- Scappi, 29.
-
- Schaufelrad, 28. 46.
-
- Schiff, Dampf-, 24. 25. 65. 69. 87. 101.
-
- Schiff, Reaktions-, 100. 102.
-
- Selbsttätige Kesselspeisung, 107.
-
- Seneca, 9.
-
- Serle, 60.
-
- Shuttleworth, 98.
-
- Sicherheitsventil, 60.
-
- Skyrin, 98.
-
- Smeaton, 96.
-
- Somerset, Marquis of Worcester, 47. 49. 109.
-
- Sonnenkraftmaschine, 37.
-
- Sonnenrad, 122.
-
- Springender Ball, 17.
-
- Spritze, 14.
-
- Steuerung, 85. 92.
-
- Stevens, 104.
-
- Stewart, 110.
-
- Straton v. Lampsakos, 13.
-
- Sylvester II., 22.
-
-
- Theoreme Salomons de Caus, 34.
-
- Thermoskop, 12.
-
- Threwren, 61.
-
- Togood, 49.
-
- Torricelli, 47.
-
- Tredenham, 61.
-
- Triewald, 98.
-
-
- Ventil, 13.
-
- Ventil, Sicherheits-, 60.
-
- Verdampfung, 31.
-
- Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer
- zu heben, 99.
-
- Vincent, 60.
-
- Vitruvius, 19.
-
- Vivian, 61.
-
- Vorwärmung des Kesselspeisewassers, 108.
-
- Vreem, 98.
-
-
- Waine, 49.
-
- Wallin, 99.
-
- Warmluft, 13. 24.
-
- Wasserdampf, 13. 59. 113.
-
- Wasserhebung, 30. 36. 46. 50 u. ff.
-
- Watt, 110. 112. 117.
-
- Wauchope, 96. 99.
-
- Weale, 60.
-
- Wildgosse, 42.
-
- Wilkinson, 105.
-
- Wilkins, 47.
-
- Wise, 102. 111.
-
- Wolf, 114.
-
- Wood, 107.
-
- Worcester, Marquis, 47. 49. 109.
-
- Wright, 105.
-
-
- Yarnald, 68.
-
-
- Zeno, 20.
-
-
-
-
-Fußnoten
-
-[1] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Part
-I. A. D. 1618-1859. London 1871.~
-
-[2] _Fr. Dannemann_, Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und
-in ihrem Zusammenhange. Leipzig 1910.
-
-[3] _Grothe_, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin
-1874. -- Beck, Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaues 1900.
-
-[4] _Reuleaux_, Kurzgefaßte Geschichte der Dampfmaschine. Anhang zu
-Scholls Führer des Maschinisten. Braunschweig 1891.
-
-[5] Vgl. S. 13, Abb. 3.
-
-[6] Geschrieben zwischen 16 und 13 v. Chr.
-
-[7] Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur. Übersetzt und durch
-Anwendungen und Risse erläutert von ~Dr.~ _Franz Reber_. Berlin 1865.
-
-[8] ~Œuvres de François Arago. Paris, Leipzig 1854. Tome I, p. 393.~
-
-[9] ~Corpus Scriptorum historiae Byzantinae. Pars III. Bonnae 1828.~
-
-[10] Dinglers Polytechnisches Journal. Bd. 78, Jahrg. 1840, S. 72.
-
-[11] _Rob. Stuart_, ~Historical and descriptive anecdotes of Steam
-Engines and of their inventors. London 1829~.
-
-[12] ~Eloge historique de James Watt, un des huit associés étrangers de
-l'Académie des Sciences par Arago. Lu à la séance du 8. Décembre 1834.
-Rerum Angli Script. p. 61. 1601.~
-
-[13] Poggendorff, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.
-
-[14] _Werner_, Zur Physik Leonardos da Vinci. Erlangen 1910.
-
-[15] _Werner_ a. a. O.
-
-[16] _Werner_ a. a. O.
-
-[17] _Grothe_, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin
-1874.
-
-[18] _Paul La Cour_ und _Jakob Appel_, Die Physik auf Grund ihrer
-geschichtlichen Entwicklung für weitere Kreise in Wort und Bild
-dargestellt. Übersetzt von G. Siebert. Braunschweig 1905. II. --
-_Poggendorff_, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.
-
-[19] _Poggendorff_, Geschichte der Physik. Leipzig 1879.
-
-[20] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859), p. 6.~
-
-[21] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859), p. 7.~
-
-[22] ~_Stuart_, A descriptive history of the Steam Engine. London
-(1824), p. 4.~
-
-[23] ~_Jewel House_, 1594, p. 26. Abridgements of Specifications
-relating to the Steam Engine. Pars I (1618 bis 1859). p. 7.~
-
-[24] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859), p. 7.~
-
-[25] Dinglers Polytechnisches Journal, Bd. 39 (Jahrg. 1831), S. 367.
-
-[26] ~Les Elémens d'Artillerie augmentés en cette nouvelle édition et
-enrichis de l'invention, description et démonstration d'une nouvelle
-artillerie qui ne se charge que d'air ou d'eau pure et à néanmoins une
-incroiable force. Par le Sieur de Flurance Rivault, Paris 1608, p. 74.~
--- ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars
-I (1618-1859). London 1871, p. 9.~ -- ~M. _Hachette_, Histoire des
-Machines à vapeur. Paris 1830, p. 13. Oeuvres complètes de François
-Arago. Tome I. Paris et Leipzig 1854, p. 394.~
-
-[27] _Hachette_, a. a. O. S. 14.
-
-[28] ~Abridgements l. c. p. 9.~
-
-[29] Nähere Angaben über seinen Lebenslauf siehe weiter unten. S. 39.
-
-[30] ~Journal des Mines 1813.~
-
-[31] ~Annuaire du bureau des longitudes, 1828.~
-
-[32] Vgl. Reuleaux in dem S. 10 Anm. 2 erwähnten Buche.
-
-[33] ~Abridgements~. S. 11.
-
-[34] ~Abridgements~. S. 11.
-
-[35] ~Abridgements~, S. 13.
-
-[36] ~Abridgements~. S. 14.
-
-[37] ~The Life, Times and scientific Labours of the second Marquis of
-Worcester. To which is added a reprint of his Century of Inventions,
-1663, with a Commentary thereon by Henry Dircks, Esqu. London, 1865.~
-
-[38] Die Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwickelung,
-dargestellt von Paul la Cour und Jakob Appel. Autorisierte Übersetzung
-von G. Siebert. Braunschweig, 1905.
-
-[39] Veröffentlicht in ~Woodcroft's Collection of scarce Tracts~. 1858.
-
-[40] ~Abridgements.~ S. 18.
-
-[41] La Cour und Appel, a. a. O. Seite 61.
-
-[42] ~Pendule perpétuelle avec la manière d'élever l'eau par le moyen
-de la poudre à canon. Paris 1678.~
-
-[43] ~Memoires de l'Académie des Sciences. 1693.~
-
-[44] ~Réflexions des quelques machines à élever des eaux. Paris 1682.~
-
-[45] ~Elevation des Eaux par toute sorte de Machines, reduite à
-la Mesure, au Poids et à la Balance. Présentée à Sa Majesté très
-Chrestienne, par le Chevalier Morland, Gentilhomme Ordinaire de la
-Chambre Privée et Maitre des Mecaniques du Roi de la Grande Brétagne
-1683.~
-
-[46] Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin nebst der
-Biographie Papins und einigen zugehörigen Briefen und Aktenstücken.
-Auf Kosten der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften
-herausgegeben. Berlin 1881.
-
-[47] Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin nebst der
-Biographie Papins. Berlin 1881.
-
-[48] ~Abridgements~, S. 24.
-
-[49] Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale~, Leipzig 1724, § 401.
-
-[50] ~The Miner's Friend, or an engine to raise Water by Fire,
-described, and of the manner of fixing it in Mines, with an account
-of the several other uses it is applicable unto; and an answer to the
-objections made against it. By Tho. Savery, Gent.~
-
-[51] ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~ (Leipzig 1725). Band II, §
-203-209.
-
-[52] Abhandlungen der Königlichen technischen Deputation für Gewerbe.
-I. Teil. 1820.
-
-[53] Das später von uns wiedergegebene Patent Nr. 913 bezeichnet ihn
-als Kaufmann.
-
-
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-(Anzeige von Band 1-12 vor dem Titel)
-
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$13 Vulkanausbrüche in alter und neuer Zeit.$ Nach den Berichten von
-Augenzeugen herausgegeben von Oberlehrer _Paul Schneider_. 94 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Vesuv im Jahre 79 und 1794, Gelungung 1822, Tembaro 1815, Krakatau
- 1883, Mont Pelée 1902, Jorullo 1759, Feuersee auf Hawaii, Erguß am
- Skaptargletscher auf Island 1785, Die Geiser auf Island, Der See
- Rotohama auf Neuseeland.
-
- 60 hell.
- 70 cts.
- 30 kop.
-
-$14 Friedrich Hoffmann über das Kohlenoxydgas$ und die Gegenschrift von
-_Andreas Erdmann_: „Wie nicht Kohlenoxydgas, sondern der Teufel den
-Tod etlicher Menschen herbeigeführt“. Herausgegeben von ~Dr.~ _Albert
-Neuburger_. 63 Seiten
-
- M. $--.50$
-
- Was vor Friedrich Hoffmann über die Gefährlichkeit der Kohlendämpfe
- bekannt war, ist verhältnismäßig wenig. Erst recht spät gelang
- es, und zwar in erster Linie durch Hoffmanns Forschungen, das
- Kohlenoxyd richtig zu erkennen und seine Gefahren zu vermeiden. Der
- Streit mit den Vertretern der Theologie hat damals der bedeutsamen
- Abhandlung Hoffmanns in weiteren Kreisen Beachtung verschafft,
- als dies sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Die Erdmannsche
- Gegenschrift wird hier mit abgedruckt, und auf diese Weise ergibt
- sich ein richtiges Bild der Entwicklung, das die Bedeutung
- Hoffmanns für diesen Zweig unseres Wissens in vollem Lichte
- erkennen läßt.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$15 Antike Quellen zur Geschichte der Germanen$. Zusammengestellt,
-übersetzt und erläutert von ~Dr~. _Curt Woyte_. Erster Teil. Von den
-Anfängen bis zur Niederlage der Cimbern und Teutonen. 83 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Geographie und Völkerverteilung, Urwälder, Bernstein (Strabo,
- Plinius, Tacitus, Cäsar). Cimbern und Teutonen (Velleius
- Paterculus, Strabo, Appian, Orosius, Plutarch, Florus).
-
- Zweiter Teil s. Band 52.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$16 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_, Dritter Teil: Der
-Deutsch-Französische Krieg 1870/71. ~I.~ Abteil.: Bis zur Schlacht bei
-Sedan. 165 Seiten
-
- M. $1.20$
-
- Vgl. Bände 9, 10, 22, 51.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$17 Aus dem Leben vornehmer Ägypter.$ Von ihnen selbst erzählt.
-Herausgegeben von ~Dr~. _Günther Roeder_, Privatdozent an der
-Universität Breslau. 116 Seiten mit 16 Bildnissen nach Statuen, Reliefs
-und Malereien
-
- M. $1.--$
-
- In den Worten der im alten Ägypten üblich gewesenen langen
- Grabinschriften werden die Selbstbiographien ägyptischer
- Gaufürsten, königlicher Beamten, der Offiziere der großen Eroberer,
- von Priestern und Richtern gegeben: ein wundervoller Blick in eine
- aus Trümmern für unsere Augen wiedererstandene Zeit.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$18 Ritter Grünembergs Pilgerfahrt ins Heilige Land 1486.$
-Herausgegeben und übersetzt von _Johann Goldfriedrich_ und _Walter
-Fränzel_. 139 Seiten mit 24 Nachbildungen der Handzeichnungen
-Grünembergs
-
- M. $1.20$
-
- Der Ritter Konrad von Grünemberg aus Konstanz hat zu den vielen
- Tausenden gehört, die eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen
- haben. Sie fiel ins Jahr 1486 und ist für diese Fahrten, die als
- mittelalterliche Gesellschaftsreisen gelten können, typisch, sehr
- anschaulich erzählt und durch die beigegebenen eigenhändigen
- Zeichnungen Grünembergs noch anschaulicher gemacht.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$19 Hofleben in Byzanz.$ Zum ersten Male aus den Quellen übersetzt,
-eingeleitet und erläutert von ~Dr~. _Karl Dieterich_, Privatdozent
-an der Universität Leipzig. 100 Seiten mit einem Plan des alten
-Kaiserpalastes zu Byzanz
-
- M. $--.80$
-
- Diese Auswahl aus umfangreichen Schilderungen will ein möglichst
- allseitiges und buntes Bild geben von dem Leben am byzantinischen
- Kaiserhofe. Das festliche Leben wurde an die Spitze gestellt, nicht
- nur, weil ihm die meisten der geschilderten Szenen angehören,
- sondern auch, weil es den Inbegriff des byzantinischen Hoflebens
- mit seinem Etikettewesen am besten erfassen läßt.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$20 Otto von Guericke über die Luftpumpe und den Luftdruck.$ Aus dem
-dritten Buch der Magdeburgischen Versuche neu übersetzt und mit einer
-Einleitung versehen von ~Dr.~ _Willy Bein_. 96 Seiten mit 9 Abbildungen
-
- M. $--.70$
-
- Guericke hat seine große Erfindung in einem 1672 in lateinischer
- Sprache erschienenen umfangreichen Werke niedergelegt. Aus diesem
- ist hier das wichtigste Buch, das dritte, in seinen wesentlichen
- Teilen übersetzt und mit Erläuterungen versehen herausgegeben.
-
- 1 Kr. 8 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$21 Thomas Platter.$ Ein Lebensbild aus dem Jahrhundert der
-Reformation. Herausgeg. von _Horst Kohl_. 113 S.
-
- M. $--.90$
-
- Die Aufzeichnungen des Schweizers Thomas Platter geben durch den
- Reichtum ihrer Schilderungen aus dem Leben der Bauern und Bürger,
- der Bacchanten und Schulmeister, der Handwerker und Gelehrten ein
- überaus anschauliches Sittenbild aus der Reformationszeit.
-
- 1 Kr. 8 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$22 Die Begründung des Deutschen Reiches$ in Briefen und Berichten der
-führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. 114 Seiten
-
- M. $--.90$
-
- Denkschriften, Berichte und Briefe des Kaisers, des Kronprinzen,
- der Könige von Bayern und Sachsen, des Großherzogs von Baden,
- des Herzogs von Gotha, der Minister v. Bismarck, Bray, Jolly, v.
- Mittnacht, Stichling u. a.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$23 Die Grundzüge der gotischen Baukunst.$ Von ~Dr.~ _Johannes
-Schinnerer_. 96 S. mit 67 Abbildungen.
-
- M. $1.20$
-
- Klare, gemeinverständliche Darstellung des Wesens der Gotik auf
- Grund quellenmäßiger Abbildungen.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$24 Preußisches Soldatenleben in der Friderizianischen Zeit.$
-Herausgegeben u. eingeleitet von ~Dr. phil.~ _Raimund Steinert_. 117
-Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Inhalt: Gemälde der preußischen Armee vor und in dem Siebenjährigen
- Kriege von J. W. v. Archenholz; Abenteuer des armen Mannes
- im Toggenburg; Aus Friedrichs Freiherrn von der Trenck
- merkwürdiger Lebensgeschichte; Aus Karl Friedrich von Klödens
- Jugenderinnerungen; Aus Laukhards Leben und Schicksalen.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$25 Albrecht Dürers Briefe, Tagebücher und Reime.$ Herausgegeben von
-~Dr.~ _Hans Wolff_. 122 Seiten mit 12 Abbildungen nach Werken Dürers.
-
- M. $1.20$
-
- Abgesehen von den kunsttheoretischen Schriften eine vollständige
- Ausgabe des Dürerschen schriftlichen Nachlasses, der sowohl wegen
- der Person Dürers, als auch wegen der kulturgeschichtlichen
- Schilderungen von größtem Wert ist.
-
- 2 Kr. 16 hell.
- 2 Fr. 40 cts.
- 1 R. 08 kop.
-
-$26 Der Feldzug von 1812.$ Denkwürdigkeiten eines württembergischen
-Offiziers. Herausgegeben von _Horst Kohl_. 246 Seiten
-
- M. $1.80$
-
- Wohl die erschütterndste Schilderung des Schicksals der „Großen
- Armee“ Napoleons in Rußland auf Hin- und Rückmarsch, mit guten
- Übersichten des Kriegsverlaufes.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$27 Der belg. Aufruhr unter der Regierung Josephs ~II.~$ (1789-1790).
-Aus _Georg Forsters_ „_Ansichten vom Niederrhein_“. Herausgegeben und
-mit Einleitung und Anmerkungen versehen von ~Dr.~ _Georg Lorenz_. 76
-Seiten.
-
- M. $--.70$
-
- Der belgische Aufruhr bildet ein Vorspiel der französischen
- Revolution; nur ist es keine demokratische Auflehnung, sondern eine
- des Adels und der Geistlichkeit gegen die Reformen Josephs II.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$28 Der diluviale Mensch und seine Zeitgenossen aus dem Tierreiche.$
-Von ~Dr.~ _Karl Hermann Jacob_. 80 Seiten mit 3 Kartenskizzen u. 47
-Abbildungen.
-
- M. $--.90$
-
- Entwicklungsgeschichte der Erde, Urmensch, Tierwelt der
- Eiszeiten, die ältesten Menschenrassen, der Diluvialmensch -- in
- quellenmäßigen Abbildungen mit verbindendem und erläuterndem Text.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$29 Erinnerungen aus den Jahren 1813 und 1814.$ Von _Karl von Raumer_.
-Herausgegeben und eingeleitet von _Karl Linnebach_. 106 Seiten.
-
- M. $--.90$
-
- Raumer, seit 1811 Professor in Breslau, zog 1813 freiwillig als
- Offizier mit in den Freiheitskampf, machte den Feldzug mit, zum
- Teil im Blücherschen Hauptquartier, und schilderte seine Erlebnisse
- in seiner Selbstbiographie, aus der sie hier entnommen sind.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$30 Die Entdeckung der Krankheitserreger.$ Herausgegeben von Professor
-~Dr.~ _J. Grober_. 118 Seiten
-
- M. $--.90$
-
- Berichte über die Pest, von Thukydides an, und die Nachrichten
- über die allmähliche Entdeckung der Krankheitserreger (Bakterien)
- überhaupt, bis zu Robert Koch.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$31 Geographie des Erdkreises.$ Von _Pomponius Mela_. Aus dem
-Lateinischen übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Hans Philipp_,
-Assistent des Seminars für historische Geographie in Berlin. Zweiter
-Teil: Ozeanländer. 66 Seiten. Mit 2 Abbildungen
-
- M. $--.70$
-
- Teil ~I.~ Mittelmeerländer: Band 11.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$32 Aus der Entdeckungsgeschichte der lebendigen Substanz.$
-Herausgegeben von Dr. _Gottfried Brückner_. 64 Seiten mit 18
-Abbildungen und 3 Bildnissen.
-
- M. $--.60$
-
- Die Entwicklung der Zellenlehre in Darstellungen von R. Hooke,
- Bonaventura Corti, L. C. Treviranus, R. Brown, J. Schleiden,
- Th. Schwann, H. Mohl, C. Nägeli, M. Schultze, E. Brücke.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$33 Aus deutschen Rechtsbüchern$ (Sachsenspiegel, Schwabenspiegel,
-Kleines Kaiserrecht, Ruprecht von Freysing). Herausgegeben von ~Dr.~
-_Hans Fehr_, Professor an der Universität Halle. 88 Seiten mit 4
-Abbildungen.
-
- M. $--.70$
-
- _Aus dem Inhalt_: Weltliches und geistliches Recht, Lehnrecht,
- Königtum, Richter, Schöffen, Gottesurteile, Strafen, Schutz der
- Frauen und Kinder, Stellung der Juden, die Tiere im Recht.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 25 cts.
- 60 kop.
-
-$34 Der Kampf Heinrichs ~IV.~ und Gregors ~VII.~$ Herausgegeben von
-~Dr.~ _Fritz Schillmann_. 118 Seiten.
-
- M. $1.--$
-
- _Aus dem Inhalt_: Grundsätze Gregors. Ausbruch des Kampfes.
- Bannfluch gegen Heinrich. Die deutschen Fürsten. Canossa. Herzog
- Rudolf Gegenkönig. Die zweite Bannung Heinrichs usw.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 55 cts.
- 60 kop.
-
-$35 Lebenserinnerungen des Generals Dumouriez.$ Aus dem Französischen
-übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Karl Fritzsche_. 144 Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Die Denkwürdigkeiten betreffen die Zeit des Nationalkonvents
- vor dem Beginn der Schreckensherrschaft, den Zustand der
- Revolutionsheere, die Stimmung und Behandlung der eroberten
- Gebiete, die Finanzlage, die Verhältnisse im Ministerium, die
- Tätigkeit der Kommissare, die jakobinische Parteipolitik usw.
-
- 84 hell.
- 95 cts.
- 42 kop.
-
-$36 Deutsche Lutherbriefe.$ Ausgewählt und erläutert von ~Lic. Dr.~
-_Hans Preuß_. 88 Seiten
-
- M. $--.70$
-
- Fünfzig der deutschen Briefe, aus denen Luthers Eigenart möglichst
- allseitig zu erkennen ist.
-
- 1 Kr. 08 hell.
- 1 Fr. 20 cts.
- 54 kop.
-
-$37 Wie Deutsch-Ostafrika entstand.$ Von ~Dr.~ _Carl Peters_ 107 Seiten
-mit dem Bildnis des Verf. und 1 Karte
-
- M. $--.90$
-
- Der Schöpfer der deutsch-ostafrikanischen Kolonie erzählt auf
- sichersten Unterlagen, wie sich die Gründung der Kolonie von 1884
- bis 1890 vollzog.
-
- 1 Kr. 56 hell.
- 1 Fr. 75 cts.
- 78 kop.
-
-$38 Ein deutscher Bürger des sechzehnten Jahrhunderts.$
-Selbstschilderung des Stralsunder Bürgermeisters _Bartholomäus
-Sastrow_. Herausgegeb. v. _Horst Kohl_. 177 Seiten
-
- M. $1.30$
-
- Überaus anschauliche Schilderung von Ereignissen und
- Persönlichkeiten des Reformationszeitalters mit Reisebildern
- aus Italien, Deutschland und den Niederlanden von reichem
- kulturgeschichtlichen Gehalt.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$39 Im Kampf um das Weltsystem$ (Kopernikus und Galilei). Herausgegeben
-von Professor _Adolf Kistner_ in Wertheim a. M. 98 Seiten mit 3
-Abbildungen
-
- M. $--.80$
-
- Auswahl aus den Werken von Ptolemäus, Kopernikus und Kepler unter
- grundsätzlicher Ausschaltung von mathematischen Betrachtungen u.
- dergl.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$40 Die hugenottischen Märtyrer von Lyon und Johannes Calvin.$ Berichte
-und Briefe übersetzt von _Rudolf Schwarz_, Pfarrer in Basadingen. 96
-Seiten
-
- M. $--.80$
-
- Ein Ketzerprozeß 1552-1553, der weit über die Grenzen Frankreichs
- das größte Aufsehen erregt hat und als typisch für die Zeit der
- „Feuerkammer“ (des Pariser Parlaments) gelten kann.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$41 Der Kraftwagen, sein Wesen und Werden.$ Von ~Dr.~ _Albert
-Neuburger_. Mit 77 Abbildungen
-
- M. $--.80$
-
- Enthält die Typen des Kraftwagens, von dem Segelwagen Stevins
- (1548-1620) an bis zum heutigen Auto, mit erläuterndem Text.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$42 Lutherbildnisse.$ Historisch-kritisch gesichtet und erläutert von
-~Lic. th. Dr. ph.~ _Hans Preuß_. 60 S. Text m. 36 Bildn.
-
- M. $--.80$
-
- Wir haben bereits Sammlungen von Bildnissen Goethes, R. Wagners
- und Bismarcks. Das vorliegende Heft will diese Lücke für Luther
- schließen.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$43 Die erste Entdeckung Amerikas im Jahre 1000 n. Chr.$ Herausgegeben
-von ~Dr.~ _Gustav Neckel_, Professor an der Universität Heidelberg. 92
-Seiten mit 4 Abbildungen
-
- M. $--.80$
-
- 500 Jahre vor Columbus haben Europäer die Ostküste Nordamerikas
- betreten. Dies Büchlein gibt in getreuer Übersetzung die Quellen.
-
- 72 hell.
- 80 cts.
- 36 kop.
-
-$44 Gottesurteile.$ Von ~Dr.~ jur. _Heinr. Glitsch_. Privatdozent in
-Leipzig. 63 Seiten mit 7 Abbildungen
-
- M. $--.60$
-
- Aus dem Inhalt: Feuerprobe, Wasserprobe, Probe des geweihten
- Bissens, Abendmahlsprobe, Bahrrecht, Rotwasserordal der Neger,
- Bitterwasserordal der Juden, Zweikampf zwischen Mann und Weib,
- Kreuzprobe.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$45 Die Entdeckung des Generationswechsels in der Tierwelt.$
-Herausgegeben, mit einer Einleitung sowie mit erläuternden Anmerkungen
-versehen, von Prof. ~Dr.~ _Friedr. Klengel_ in Leipzig. 116 S. mit 6
-Tafeln und 42 Textabbildungen.
-
- M. $1.--$
-
- Quellenstücke aus den Werken von Ad. v. Chamisso, J. F. Meyen,
- F. Eschricht, J. J. Steenstrup, M. Sars, Rud. Leuckart.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$46 Blüchers Zug von Auerstedt bis Ratkau u. Lübecks Schreckenstage
-(1806).$ Quellenberichte, zusammengestellt von _Horst Kohl_. 100 Seiten
-mit 3 Karten
-
- M. $--.80$
-
- Quellen, zum Teil vorher noch ungedruckte, über den berühmten
- Rückzug Blüchers, die Kämpfe in den Straßen Lübecks und das
- Benehmen der Franzosen als Sieger in deutschen Landen.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$47 Ein kriegerischer Kaufmannszug durch Mexiko.$ Aus den
-hinterlassenen Papieren des Vizekonsuls für Mexiko _H. Wilmanns_. 98
-Seiten mit 1 Karte
-
- M. $1.--$
-
- Ein Buch vom Wagemut eines deutschen Kaufmanns während der
- Revolution in Mexiko 1871.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$48 Ulrich von Richentals Chronik des Konzils zu Konstanz 1414-1418.$
-Herausgegeben von ~Dr.~ _Otto H. Brandt_. 144 Seiten mit 18 Bildern
-nach der Aulendorfer Handschrift
-
- M. $1.20$
-
- Ulrich v. Richental, ein hochgebildeter Bürger von Konstanz, hat
- aus eigener Anschauung das miterlebte Konstanzer Konzil geschildert
- und hat sein Buch von guten Künstlern mit vielen und genauen
- Zeichnungen versehen lassen.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$49 Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt.$ Die wichtigsten der
-auf die Entwicklung der Dampfmaschine bezüglichen Quellen, von _Max
-Geitel_, Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt. 133 Seiten
-mit 32 Abbildungen nach den alten Originalen
-
- M. $1.20$
-
- Eine quellenmäßige, durch sichere Abbildungen unterstützte
- Darstellung der Entwicklung der Dampfmaschine von den ältesten
- Zeiten bis Papin und Watt.
-
- 96 hell.
- 1 Fr. 10 cts.
- 48 kop.
-
-$50 Fehrbellin.$ Nach Berichten und Briefen der führenden Männer.
-Herausgegeben von _Melle Klinkenborg_. 84 S. mit 1 Karte
-
- M. $--.80$
-
- Erläutert die Politik des großen Kurfürsten gegenüber den Schweden,
- die Einnahme Rathenows und die Schlacht bei Fehrbellin an
- gleichzeitigen, zum Teil bisher ungedruckten Schriftstücken.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$51 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten
-der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Dritter Teil. Der
-Deutsch-französische Krieg 1870/71. II. Abteilung. _Die Belagerung von
-Metz._ 124 Seiten mit 1 Karte.
-
- M. $1.--$
-
- Vgl. die Bemerkungen zu Band 9, 10 und 16.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$52 Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.$ Zusammengestellt,
-übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Curt Woyte_. Zweiter Teil: Von den
-Kämpfen Cäsars bis zur Schlacht im Teutoburger Walde. 120 Seiten
-
- M. $1.--$
-
- Vgl. die Bemerkung zu Band 15.
-
- 1 Kr. 20 hell.
- 1 Fr. 35 cts.
- 60 kop.
-
-$53 Die Frühlingszeit des deutschen Volksturnens.$ Nach den Quellen
-zusammengestellt von Dr. _Karl Cotta_. 110 Seiten mit 2 Abbildungen
-
- M. $1.--$
-
- Gründung, Entwicklung und Ausbreitung des Turnens durch Jahn und
- seine Mitarbeiter.
-
- 1 Kr. 44 hell.
- 1 Fr. 60 cts.
- 72 kop.
-
-$54 Der Untergang des alten Preußen$ (Jena und Auerstedt).
-Quellenberichte, zusammengestellt von _Horst Kohl_. 142 Seiten mit 3
-Karten
-
- M. $1.20$
-
- Proklamationen, Operationsplan Scharnhorsts, Berichte und Briefe
- Napoleons, des preußischen Königs, Scharnhorsts, Blüchers,
- Gneisenaus usw.
-
-Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. u.
-deutsch-russ. Buchhandel übl. Sätze am Rande. England u. Kolonien 1
-Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen.
-
-
-_Demnächst werden erscheinen:_
-
- $Prokopios, Der Gotenkrieg.$ Herausgegeben von ~Dr.~ _Albrecht
- Keller_ in Wiesbaden.
-
- $Auswahl von Briefen der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans
- (Liselotte).$ Herausgegeb. von ~Dr.~ _Hermann Bräuning-Oktavio_ in
- Leipzig.
-
- $Aus den italienischen Unabhängigkeitskriegen 1848-1866.$ Berichte
- und Briefe der Führer und Teilnehmer. Herausgegeben von Geh.
- Archivrat ~D. Dr.~ _Walter Friedensburg_ in Stettin.
-
- $Lebenserinnerungen des ~Dr. med.~ C. H. A. Pagenstecher.$ 3
- Bändchen. 1. Student und Burschenschafter in Heidelberg. 2. Vom
- ersten deutschen Parlament in der Paulskirche zu Frankfurt. 3. Die
- Revolutionszeit 1849 in den Rheinlanden.
-
- $Felix Platter.$ Jugenderinnerungen eines deutschen Arztes im
- 16. Jahrhundert. Herausgegeben von _Horst Kohl_.
-
- $Die ersten Anfänge der Protistenkunde.$ Von ~Dr.~ _Kurt Nägler_,
- Wiss. Hilfsarbeiter im Kgl. Institut für Infektionskrankheiten in
- Berlin.
-
- $H. v. Treitschke, Der preußische Zollverein.$ Herausgegeben von
- _Horst Kohl_.
-
- $Erlasse und Briefe des Königs Friedrich Wilhelm ~I.~ von Preußen.$
- Herausgegeben von _Wilhelm Moritz Pantenius_ in Marburg.
-
- $Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.$ Von ~Dr.~ _Curt
- Woyte_. Dritter Teil: Von den Kämpfen des Germanikus bis zum
- Aufstand der Bataver. (Teil ~I~ s. Bd. 15, Teil ~II~ Bd. 52)
-
-
-Voigtländers Quellenbücher
-
-Leitgedanken
-
-In steigendem Maße macht sich auf allen Gebieten des Wissens das
-Bedürfnis geltend, $unmittelbar aus den Quellen$ zu schöpfen. Und zwar
-besteht dieses Bedürfnis nicht nur im $ernsten Fachstudium$, sondern
-auch im $Unterrichtsbetrieb von Schulen aller Art$ und für die vielen,
-die $Befriedigung ihres Wissenstriebes$ oder auch nur eine $gediegene
-Unterhaltung$ suchen.
-
-Nun ist es für die meisten gar nicht leicht, zu den $Quellen$ zu
-gelangen. Quellenwerke sind schwer zugänglich, umfangreich, teuer,
-zum Teil in fremder Sprache oder in veraltetem, der Erklärung
-bedürftigem Deutsch geschrieben. Zwar sind manche Quellen literarisch
-neu erschlossen worden, aber meist nur zu wissenschaftlichen Zwecken
-und zu Preisen, welche die allgemeine Verbreitung verhindern.
-$Wohlfeile$ Quellenbücher als $volkstümliches Gemeingut$ und doch $in
-wissenschaftlich-kritischer Bearbeitung$ gibt es noch kaum.
-
-$In diese Lücke treten Voigtländers „Quellenbücher“ ein.$
-
-Einige _Beispiele_ werden ihr Wesen am besten _erläutern_.
-
-Jeder weiß, daß von den Kreuzzügen an bis ins späte Mittelalter
-hinein unzählige Pilger ins Heilige Land fuhren. Die „Quellenbücher“
-aber bringen eine einzelne $Pilgerreise$, die des Ritters $Konrad
-Grünemberg$, von ihm selbst erzählt; die Übertragung in ein heute
-ohne weiteres verständliches Deutsch wahrt getreu den Ton, und die
-Beigabe von 24 der schönen und genauen Handzeichnungen Grünembergs
-erhöht den Wert. Welche Fülle der Kenntnisse, der Bilder, des Humors,
-der überraschendsten Vergleichspunkte mit unserer Gegenwart -- die
-Organisation jener Reisen in der Art unserer Gesellschaftsreisen (nur
-nicht so bequem und gefahrlos!), die Fremdenindustrie im Heiligen
-Lande und dergleichen. Wenn man so auch nur eine einzige solche Reise
-miterlebt, ist diese dennoch typisch für ihre Zeit.
-
-Jeder weiß von $Byzanz$ und spricht von $Byzantinismus$. Die
-„Quellenbücher“ lassen den Leser das $byzantinische Hofleben$ aus den
-dafür bezeichnenden $Quellen$ selbst kennen lernen.
-
-Jeder weiß, daß in den Jahren 1835 und 1839 die $Eisenbahnen
-Nürnberg-Fürth$ und $Leipzig-Dresden$ eröffnet worden sind. Aber
-unter welchen Zweifeln und Sorgen sie zustande kamen, und wie das
-große Kulturereignis von der Mitwelt aufgefaßt wurde, das erlebt man
-urkundgetreu in den „Quellenbüchern“.
-
-Jeder weiß, wie gewaltsam das $römische Juristenrecht$ das alte
-$deutsche Volksrecht$ verdrängt hat. Wie deutsches Recht vor seiner
-Überwältigung durch römisches aussah, das erfährt man in den
-„Quellenbüchern“ in dem Bändchen „$Deutsches Bauernrecht$“ u. a.
-
-Statt des Abgeleiteten also die $Quelle$, statt des Begriffes die
-$Anschauung$, statt einer Information von dritter Seite $eigenes$
-Gewinnen und so tieferer Gewinn; statt der auf breiter Oberfläche
-erscheinenden Kenntnisse und Begriffe ein Hinabsteigen an $wenigen,
-aber bezeichnenden$ Punkten in den Schacht der Quellen und in neu
-gewonnene Tiefen.
-
-Das alles einerseits auf der Grundlage $strenger kritischer Auswahl und
-Erläuterung,$ getroffen und geboten von $Fachmännern$ und vom $neuesten
-Standpunkte der betreffenden Forschung$ aus; das alles andererseits in
-einer Auswahl und in einer Form, die die Lektüre $für jeden zu einer
-angenehmen Unterhaltung macht.$
-
-Grundsätzlich sucht die Sammlung nur wirkliche $Quellen$ zu
-bringen: $Urkunden$, $Literatur-Denkmäler$ oder $Monumente$. Sache
-der Herausgeber aber war es und wird es sein, das Wichtige und
-Bezeichnende auszuwählen, es durch Einleitungen, Überleitungen,
-Anmerkungen usw. ins rechte Licht zu setzen und verständlich zu
-machen, denn das Lesen von Quellen setzt Vorarbeit voraus, die der
-Herausgeber dem Leser abzunehmen hat. -- Zuweilen muß aber auch die
-$quellenmäßige Darstellung$ an Stelle der Quellen treten, nämlich
-wenn diese so zerstreut oder trocken sind (z. B. Stadtrechnungen),
-daß sie im Original wenig genießbar sind. -- Bestehen die Quellen gar
-aus „Monumenten“, besitzen wir also nur bildliche Überlieferungen,
-Fundstücke oder Bauten, die mehr oder minder erhalten noch heute vor
-unseren Augen stehen, dann nehmen die „Quellenbücher“ das $Bild$ zur
-Grundlage und erläutern es durch den beigegebenen Text, auch wenn
-dieser der Form nach den eigentlichen Aufbau bildet.
-
-Inhaltlich erstreckt sich das Unternehmen auf alle nur möglichen
-Gebiete und Stoffe, auf welche die geschilderten Formen der Darbietung
-anwendbar sind, namentlich auch auf die Naturwissenschaften.
-
-Die Sammlung ist für $jedermann$ bestimmt. Es gibt für jeden, er mag
-noch so hochgebildet sein, Wissensgebiete, in denen er entweder keine
-oder nur allgemeine und abgeleitete Kenntnisse hat und daher für eine
-unmittelbare Aufschließung klar und rein fließender Quellen empfänglich
-ist. Auf diese Weise wird es möglich, die Bedürfnisse verschiedenster
-Bildung und Lebensstellung und verschiedenen Alters zu befriedigen,
-auch die der Schule. Es kann keinen großen Unterschied machen, ob der
-Leser eines solchen Quellenbüchleins ein junger einfacher Mensch oder
-ein gereifter, in anderen Fächern tief durchgebildeter ist. Aber auch
-dem $Fachmann$ werden so wohlfeile und dabei zuverlässige urkundliche
-Darbietungen aus dem eigenen Wissensgebiete gute Dienste tun.
-
-Daß die Bearbeitung der einzelnen Bändchen sicheren Händen anvertraut
-worden ist, wird eine Durchsicht des Titelverzeichnisses ergeben.
-
-
-Weitere gute Werke aus R. Voigtländer^s Verlag in Leipzig
-
-Erlebtes und Erschautes
-
-Eine Memoirensammlung.
-
-Im Anschluß an „Voigtländers Quellenbücher“ sei auf die verwandte, von
-der $Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege in Berlin$ herausgegebene
-Sammlung $„Erlebtes und Erschautes“$ hingewiesen: Werke berühmter
-Entdecker und Erforscher, Berichte aus vergangenen Kriegszeiten,
-Erinnerungen namhafter Persönlichkeiten. Die Ausgaben sind gekürzt,
-da die Herausgeber nur das wirklich Wichtige bieten wollen. Die
-Bearbeitungen, geschmackvoll durchgeführt, machen die Bücher auch für
-unsere Jugend brauchbar, die die Heldentaten vergangener Zeiten gern in
-Begeisterung nacherlebt.
-
-$1 Im Reiche der Azteken.$ Die Eroberung Mexikos durch _Ferdinand
-Cortez_. Nach den Berichten des Eroberers bearbeitet von
-_P. Schneider_. ~VII~, 206 Seiten. 11 Abbildungen.
-
-$2 Aus dem großen Krieg.$ Schilderungen und Berichte von _Augenzeugen_.
-Ausgewählt und bearbeitet von _Gerhard Krügel_. ~VIII~, 198 Seiten.
-
-$3 Durch das tropische Südamerika.$ Aus _Alexander von Humboldts_
-Berichten über seine Reise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen
-Kontinents. Bearbeitet von _Wilh. F. Burr_. ~IV~, 261 Seiten. Mit 10
-Abbildungen.
-
-$4 Aus deutscher Ritterzeit.$ _Götz von Berlichingen_. _Hans von
-Schweinichen_. Eigene Berichte ihres Lebens und ihrer Taten. _Die
-Herren von Zimmern_. Bearbeitet von _Franz Elzin_. ~III~, 211 Seiten.
-Mit 23 Abbildungen.
-
-$5 Auf unbekannten Meeren.$ _James Cooks_ Tagebuch seiner dritten
-Entdeckungsfahrt in die Südsee und das Nördliche Eismeer. Ausgewählt
-von _P. Schneider_. ~III~, 235 Seiten. Mit 13 Abbildungen.
-
-$6 Vor sechshundert Jahren im Reiche der Mitte.$ Marco Polos Berichte
-über seine Reise nach China und seinen Aufenthalt am Hofe des Großkhans
-der Mongolen. Bearbeitet von _Carl Meyer-Frommhold_. 192 Seiten. Mit 10
-Abbildungen.
-
-$7 Aus dem Leben eines Wandervogels.$ Johann Gottfried Seumes Leben und
-Wanderungen von ihm selbst erzählt. Ausgewählt von _Paul Schneider_.
-255 Seiten. Mit 20 Abbildungen.
-
-$8 Aus der französischen Revolution.$ Schilderungen und Berichte von
-Augenzeugen. Ausgewählt und bearbeitet von _Walther Friedrich_. 203
-Seiten. Mit 12 Abbildungen.
-
-$Jeder Band (Kl.-4^o) in Pappband und Umschlag von Künstlerhand kostet
-nur ... M. 1.80, in Leinen M. 2.25$
-
-
-Weitere gute Werke aus R. Voigtländer^s Verlag in Leipzig
-
-
-Natur-Urkunden
-
-Was ist eine Natur-Urkunde? Eine unmittelbare, durch keinerlei Zutat,
-Weglassung, „Verbesserung“ oder „Verschönerung“ getrübte oder gar
-gefälschte Abbildung eines Naturgegenstandes. Die Photographie ist
-dabei das zuverlässigste, ja eigentlich einzige Mittel.
-
-Der Begriff „Natur-Urkunde“ ist von C. G. Schillings geprägt und
-zum Gemeingut geworden, als Schillings seine berühmten Werke „Mit
-Blitzlicht und Büchse“ und „Im Zauber des Eleléscho“ erscheinen ließ.
-R. Voigtländers Verlag hat dann den Gedanken weiter durchgeführt,
-indem er mit vielen Mühen und großen Kosten eine in ihrer Art einzige
-Sammlung von vielen Tausend Photographien der europäischen Tierwelt
-zustande brachte und damit das große Naturgeschichtswerk ins Leben
-rief: die „Lebensbilder aus der Tierwelt“.
-
-
-Werke von C. G. Schillings
-
-$Mit Blitzlicht und Büchse.$ Beobachtungen und Erlebnisse in
-der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. 4.
-durchgesehene u. ergänzte Auflage (22.-25. Tausend). 1910. Gr.-8^o.
-558 Seiten. Mit 302 urkundtreu wiedergegebenen Original-Tag- und
-Nachtaufnahmen des Verfassers.
-
-$Der Zauber des Eleléscho.$ Neue Beobachtungen u. Erlebnisse in
-der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. (1.-8.
-Tausend.) 1906. Gr.-8^o. 496 Seiten. Mit 318 Abbildungen, meist
-photographischen Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers,
-urkundtreu in Autotypie wiedergegeben.
-
-Jedes Buch M. 12.50, in Ganzleinenband
-
- M. 14.--
-
-$Mit Blitzlicht und Büchse im Zauber des Eleléscho.$ Kleine Ausgabe der
-beiden großen Werke. 5. bis 7. Aufl. (21.-35. Tausend.) 1911. Gr.-8^o.
-384 Seiten. 64 Einschalttafeln mit 83 photographischen Original-Tag-
-und Nachtaufnahmen des Verfassers. M. 5.--, in Ganzleinwandband
-
- M. 6.50
-
-$Lebensbilder aus der Tierwelt.$ Naturgeschichte europ. Säugetiere und
-Vögel. Herausgegeben von _H. Meerwarth_ und _K. Soffel_. Das Werk ist
-1909-1912 erschienen, jetzt abgeschlossen und umfaßt: Erste Reihe:
-_Säugetiere_. 3 Bände. Zweite Reihe: _Vögel_. 3 Bände. Sechs Bände
-mit zusammen ca. 2800 photographischen Abbildungen lebender Tiere,
-meist in freier Natur. Jeder Band M. 12.--, in Ganzleinen M. 14.--, in
-Halbfranz M. 15.--. Alle sechs Bände M. 72.--, in Ganzleinen M. 84.--,
-in Halbfranz M. 90.--. Jeder Band ist einzeln käuflich; beim Kaufe des
-Ganzen überall erleichterte Zahlungsbedingungen.
-
-
-$Voigtländer^s Künstler-Steinzeichnungen$
-
-
-Was ist eine Künstlersteinzeichnung? Ein Bild, das in dem einzigen
-Vervielfältigungsverfahren hergestellt wird, dessen Ergebnis
-_Originalgemälden_ vollständig gleichkommt.
-
-Dies geht so zu: Der Künstler selbst zeichnet nach seinem Entwurfe, der
-für ihn gleichsam das Konzept bedeutet, Konturen und Farben auf die
-Steine, d. h. er legt für jeden Ton, den er dem Bilde geben will, eine
-Platte an und hat so die Möglichkeit, seinem Werke alle die Farbenwerte
-und Stimmungswerte zu verleihen, die er braucht. Er selbst leitet die
-ersten Probedrucke und überwacht den Druck; er bestimmt die Farben bis
-auf den kleinsten Unterton. Er allein, sonst niemand, hat Gewalt über
-sein Werk.
-
-So wird es möglich, daß jeder Abzug einer Druckauflage zu ganz
-niedrigem Preise verkauft werden kann und doch das _Urbild selbst_
-ist. Die Frage, ob das Nachbild dem Vorbilde gleichwertig sei oder
-nicht, fällt ganz weg: es gibt in der Künstler-Steinzeichnung kein
-Vorbild, sondern nur ein Urbild, und das ist der in Hunderten oder
-Tausenden von gleichen Abzügen gefertigte Druck. _Das Mittel, den
-Künstler selbst unmittelbar sprechen zu lassen, ist durch das Verfahren
-der eigenhändigen Steinzeichnung in dem Steindruck-Gemälde vollkommen
-gefunden._
-
-Die Künstler-Steinzeichnung ist von der größten Bedeutung für die
-künstlerische Volkskultur, für Verbreitung guten Geschmackes. Wer
-sich einmal hineingesehen hat in diese wichtige Art der graphischen
-Wandkunst, den hat sie gewonnen, er wird sich so leicht nicht wieder
-zu den früher gewohnten Süßlichkeiten und faden Plattheiten, zu einer
-gedankenarmen Reproduktions- und Scheinkunst zurückwenden.
-
-Von R. Voigtländers Künstlersteinzeichnungen sind über 200 Blatt
-erschienen, und zwar
-
- in Größe 100×70 ~cm~ M. $6.--$
- in Größe 55×42 ~cm~ M. $4.--$
- „ „ 75×55 „ „ $5.--$
- „ „ 41×30 „ „ $2.50$
-
-Außerdem umfaßt der Verlag noch
-
-$Farbdruckblätter$ in den Größen 34×22, 28×22, 22×22 zu M. 1.50, 1.25,
-1.--.
-
-$Walther Casparis Märchenbilder$ in den Größen 46×22, 34×22, 22×22 zu
-M. $1.75, 1.50, 1.25.$
-
-$Gertrud Casparis Kinderfriese.$ 8 Blatt in der Größe 115×41 ~cm~ zu
-M. $4.50.$ Die 6 Blatt: Hochzeitszug, Geburtstagskuchen, Entenliese,
-Gesegnete Mahlzeit, Gesangverein, Eindringling auch in der Größe 80×30
-~cm~ zu je M. $2.--$.
-
-$Adolph von Menzel$, _Vier Wandbilder_. Vergrößerungen nach
-Holzschnitten. In Größe 75×55 ~cm~ je M. $5.--$.
-
- Ein kleines Heftchen über die Bilder auf Verlangen vom Verlag
- unberechnet. Der vollständige Prachtkatalag mit farbigen
- Wiedergaben der sämtlichen Steindrucke kostet 40 Pf. u. ist gegen
- Einsendung dieses Betrages (auch in Marken aller Länder) von jeder
- Buchhandlung oder portofrei vom Verlag zu beziehen.
-
-
-
-
- +--------------------------------------------------------------+
- | Anmerkungen zur Transkription |
- | |
- | Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen |
- | gebräuchlich waren, wie: |
- | |
- | Aufenthaltes -- Aufenthalts |
- | Aufschlag-Wasser -- Aufschlagwasser |
- | Begriffes -- Begriffs |
- | Branca's -- Brancas |
- | Cylinder -- Zylinder |
- | Dampfmaschinen-Patente -- Dampfmaschinenpatente |
- | Deutsch-Französische Krieg -- Deutsch-französische Krieg |
- | doppelt wirkende -- doppeltwirkende |
- | Flurance -- Flurence |
- | Groß-Britannien -- Großbritannien |
- | Künstler-Steinzeichnung -- Künstlersteinzeichnung |
- | Miner's -- Miners |
- | Newcomen-Maschine -- Newcomenmaschine |
- | Püsterich -- Püstrich |
- | Savery-Maschine -- Saverymaschine |
- | Silvester -- Sylvester |
- | Verbrauches -- Verbrauchs |
- | Walzwerkes -- Walzwerks |
- | Œuvres -- Oeuvres |
- | |
- | und weitere Inkonsistenzen in den angegebenen Zitaten. |
- | |
- | Interpunktion wurde ohne Erwähnung korrigiert. |
- | Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: |
- | |
- | S. (2) „Lebrecht“ in „Leberecht“ geändert. |
- | S. (2) „herausgegegeben“ in „herausgegeben“ geändert. |
- | S. 3 „Feuerunganlagen“ in „Feuerungsanlagen“ geändert. |
- | S. 5 „Anordung“ in „Anordnung“ geändert. |
- | S. 5 „Georg Edward Eye“ in „George Edward Eyre“ geändert. |
- | S. 7 „Pustrich“ in „Püstrich“ geändert. |
- | S. 8 „Desaguilliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 8 „Grennall“ in „Greenall“ geändert. |
- | S. 8 „Mainzioes“ in „Menzies“ geändert. |
- | S. 8 „Hately“ in „Hateley“ geändert. |
- | S. 19 “ eingefügt. |
- | S. 22 „l'Academie“ in „l'Académie“ geändert (Fußnote 12). |
- | S. 22 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 13). |
- | S. 23 „Akzedentien“ in „Akzidentien“ geändert. |
- | S. 25 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 18). |
- | S. 25 „Leipzig 179“ in „Leipzig 1879“ geändert (Fußnote 19). |
- | S. 28 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 19). |
- | S. 33 “ eingefügt. |
- | S. 33 „a“ in „à“ geändert (Fußnote 26). |
- | S. 33 „un“ in „une“ geändert (Fußnote 26). |
- | S. 33 „Rivaul“ in „Rivault“ geändert (Fußnote 26). |
- | S. 35 „Salamons“ in „Salomons“ geändert. |
- | S. 39 „Wasser-“ in „Wasser“ geändert. |
- | S. 40 „Georg Edward Eye“ in „George Edward Eyre“ geändert. |
- | S. 48 „amoenior“ in „amaenior“ geändert. |
- | S. 53 „Desagulliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 57 „perpetuelle“ in „perpétuelle“ geändert (Fußnote 42). |
- | S. 57 „Canon“ in „canon“ geändert (Fußnote 42). |
- | S. 61 „Maistre des Mechaniques“ in „Maitre des Mecaniques“ |
- | geändert (Fußnote 45). |
- | S. 74 „The Miners' Friend“ in „The Miner's Friend“ geändert |
- | (Fußnote 50). |
- | S. 83 „sein“ in „seyn“ geändert. |
- | S. 92 „Kolbenlederung“ in „Kolbenliderung“ geändert. |
- | S. 93, 95 „zuschließet“ in „zuschliesset“ geändert. |
- | S. 98 „Desaguilliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 99 „Billinley“ in „Billingsley“ geändert. |
- | S. 102 „noch“ in „nach“ geändert. |
- | S. 108 „Michael Mainzies“ in „Michael Menzies“ geändert. |
- | S. 111 „Hately“ in „Hateley“ geändert. |
- | S. 125 „hin und“ in „hin- und“ geändert. |
- | S. 129 Absatz vor „Die fünfte“ eingefügt. |
- | S. 131 „Blaslo de Garay“ in „Blasco de Garay“ geändert. |
- | S. 131 „Desagulliers“ in „Desaguliers“ geändert. |
- | S. 132 „Grennall“ in „Greenall“ geändert. |
- | S. 132 „Mainzies“ in „Menzies“ geändert und verschoben. |
- | S. 133 „della Porta“ im Index verschoben. |
- | S. (5) „Vellejus“ in „Velleius“ geändert. |
- | S. (13) „Kunstflege“ in „Kunstpflege“ geändert. |
- | |
- | S. 83/84 Das Zitat Leupolds ist nicht buchstabengetreu |
- | wiedergegeben, hier wurden nur Inkonsistenzen korrigiert. |
- | Die Namen „Ramseye“ und „Wildgosse“ sind überwiegend als |
- | „Ramsey“ und „Wildgoose“ in der Listeratur zu finden, wurden |
- | aber nicht geändert. |
- +--------------------------------------------------------------+
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis
-James Watt, by Max Geitel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE ***
-
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-
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-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
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-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
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-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
-collection are in the public domain in the United States. If an
-individual work is in the public domain in the United States and you are
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-copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
-works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
-are removed. Of course, we hope that you will support the Project
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-Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
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-1.E.9.
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-opportunities to fix the problem.
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-warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
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-the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
-provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
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-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
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-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
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-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
-Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
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-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
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-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
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-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
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- Chief Executive and Director
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-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
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-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
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