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You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - - -Title: Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt - -Author: Max Geitel - -Release Date: March 26, 2016 [EBook #51567] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE *** - - - - -Produced by Peter Becker and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - +------------------------------------------------------------------+ - | Anmerkungen zur Transkription | - | | - | Gesperrter Text ist als _gesperrt_ dargestellt, Antiqua-Schrift | - | als ~Antiqua~ und Fettschrift als $fett$. | - | Eine Liste der Änderungen befindet sich am Ende des Buchs. | - +------------------------------------------------------------------+ - - -Voigtländers Quellenbücher - - -Eine Sammlung wohlfeiler, wissenschaftlich genauer Ausgaben -literarischer und bildlicher Quellen für jedermann. Zur Vertiefung -jedes Studiums, zur Befriedigung des persönlichen Wissenstriebes und -zur gediegenen Unterhaltung. - -Die Sammlung wendet sich an jeden, der an die wahren Quellen unseres -Wissens herantreten will, sei es in ernstem Studium, sei es zur -belebenden Vertiefung seiner Kenntnisse, sei es aus Freude an -gediegener und doch spannender Leseunterhaltung. - -Die ausgewählten Quellen sind teils Neudrucke urkundlicher oder -literarischer Quellenwerke, teils bildliche Urkunden mit begleitendem -Text, teils quellenmäßige Darstellungen erster Hand. Sie bringen aus -den verschiedensten Gebieten des Wissens für die Entwicklung das -Wesentliche und Entscheidende. - -Alle Bände der Sammlung werden von Fachmännern nach dem Stand der -jüngsten Forschungen ausgewählt und bearbeitet. Sie sollen sowohl -den Sachkenner befriedigen, als auch von jedermann, ohne besondere -Vorkenntnisse, mit Verständnis und Genuß aufgenommen werden können. - -[Illustration] - -Der Preis des Bändchens, $fest kartoniert$, beträgt in der Regel -weniger als 1 Mark. In $Ganzleinen gebunden$ kostet der $Band$ 20 -Pfennig, 2 (3) Bände in einem Bande 40 Pfennig mehr. Die ein Werk -bildenden, $kartoniert getrennten$ Bände werden in Ganzleinen $nur -vereinigt gebunden$ geliefert. - - -Voigtländers Quellenbücher - -Bis April 1913 erschienen: - - 72 hell. - 80 cts. - 36 kop. - -$1 Die ersten deutschen Eisenbahnen Nürnberg-Fürth und -Leipzig-Dresden.$ Herausgegeben von _Friedrich Schulze_. 64 Seiten mit -19 Abbildungen - - M. $--.60$ - - Friedrich Lists treibende Artikel und Aufrufe, Goethe und Friedrich - Harkort über wirtschaftliche und militärische Bedeutung der - Eisenbahnen, Gegner und Zweifler, Bauweise, Geldbeschaffung, - Baugeschichte und Eröffnung. Wichtiges, zum Teil noch - unveröffentlichtes Material, auch in den Abbildungen. - - 96 hell. - 110 cts. - 48 kop. - -$2 Brandenburg-Preußen auf der Westküste von Afrika 1681 bis 1721.$ -Verfaßt vom _Großen Generalstabe_, Abteilung für Kriegsgeschichte. 98 -S. mit 2 Kärtchen und einer Skizze. - - M. $--.80$ - - Der Band ist der Wiederabdruck einer vom Großen Generalstab 1885 - nach den Urkunden des Kgl. Geheimen Staatsarchivs in Berlin - bearbeiteten Schrift. Sie enthält eingehend und anschaulich die - Geschichte der Kolonie und Festung Groß-Friedrichsburg und des - Kastells Arguin, der ersten deutschen Kolonien. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$3 Cornelius Celsus über die Grundfragen der Medizin.$ Herausgegeben -von ~Dr. med. et jur.~ _Th. Meyer-Steineg_, Professor an der -Universität Jena. 82 Seiten - - M. $--.70$ - - Im alten Rom gab es neben den zahlreichen Berufsärzten, - den Heilsklaven, auch zahlreiche gebildete Laien, in deren - enzyklopädischem Gesamtwissen die Medizin einen großen Raum - einnahm. Zu diesen gehörte _Cornelius Celsus_. Seine Schrift: „~De - medicina~“ gewährt einen deutlichen und lebendigen Einblick in den - Stand der Medizin um die Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr. - und bietet uns, namentlich in den beiden ersten hier dargebotenen - Büchern, eine der klarsten Quellen des Wissens zu den _Grundfragen - der Heilkunde_. - - 72 hell. - 80 cts. - 36 kop. - -$4 Ausgewählte Briefe des Feldmarschalls Leberecht von Blücher.$ -Herausgegeben von _Friedrich Schulze_. 80 Seiten mit Bildnis - - M. $--.60$ - - Das Bändchen bringt Briefe aus dem ganzen Leben des Marschalls, - alle in ihrer urwüchsigen Schreibweise, als wertvolle Urkunden - zur Charakteristik des großen Mannes und seiner Zeit. Die erste - authentische Sammlung dieser Art. - - 72 hell. - 80 cts. - 36 kop. - -$5 Die Kämpfe mit Hendrik Witboi 1894 und Witbois Ende.$ Von _Theodor -Leutwein_, Generalmajor und Gouverneur a. D. 69 Seiten mit einem -Bildnis und zwei Karten. - - M. $--.60$ - - Der Verfasser, damals Major, hat bekanntlich 1894 die Hottentotten - unter dem alten Witboi in Südwestafrika in unendlich schwierigen - Kämpfen bekriegt und zu einer Freundschaft gewonnen, die bis - 1904 angehalten hat. Witboi ist der Heros des Hottentottenvolkes - geworden. Das Werkchen ist ein von dem Verfasser bearbeiteter - Auszug aus seinem großen Werke „Elf Jahre Gouverneur in - Deutsch-Südwestafrika“. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$6 Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg am -10./20. Mai 1631.$ Von _Otto von Guericke_. Nach der Ausgabe von -_Friedrich Wilhelm Hoffmann_ neu herausgegeben von _Horst Kohl_. 83 -Seiten. Mit einer Ansicht der Belagerung nach einem alten Stiche und -einem Plan. - - M. $--.70$ - - Otto von Guericke, der bekannte Erfinder der Luftpumpe, war während - der Belagerung 1631 Ratmann und Bauherr, später Bürgermeister von - Magdeburg. Seine Schilderung ist „der rechte, wahre Verlauf mit - der Eroberung dieser guten Stadt Magdeburg, welchen sich niemand, - da anders die Wahrheit soll berichtet werden, kann lassen zuwider - sein“. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$7 Die Straßenkämpfe in Berlin am 18. u. 19. März 1848.$ Verfaßt von -_Hubert von Meyerinck_, Generalleutnant z. D. Neu herausgegeben von -_Horst Kohl_. 91 Seiten mit 3 Plänen - - M. $--.70$ - - Die klassische Schilderung der beiden denkwürdigen Tage. Zwei - Fragen, die Gegenstand vielen und leidenschaftlichen Streites - gewesen sind, werden endgültig entschieden: Wer die beiden Schüsse - abgegeben hat, die das Signal zu dem Beginn des Kampfes waren, und - wie der Befehl zum Abzug der Truppen zustandekam. - - 1 Kr. 56 hell. - 1 fr. 75 cts. - 78 kop. - -$8 Deutsche Hausmöbel$ bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Herausg. -von ~Dr.~ _Otto Pelka_, Direktorialassistent am Kunstgewerbe-Museum, -Dozent an der Handels-Hochschule, Leipzig. 112 Seiten mit 139 -Abbildungen - - M. $1.30$ - - In 139 Abbildungen wird eine Übersicht über die Entwickelung des - deutschen _Haus_möbels gegeben: Gotik, Renaissance, Rokoko, Barock, - Biedermeierzeit usw. Es ist eines der Bändchen, in denen die Bilder - die Quelle sind, durch den Text des Herausgebers erläutert und - verbunden. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$9 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten -der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Band 1: Der -deutsch-dänische Krieg 1864. 82 Seiten - - M. $--.70$ - - So viel auch über die deutschen Einigungskriege geschrieben und - gedruckt ist, fehlt es doch gänzlich an einer ganz kurzen und doch - das wesentliche erschöpfenden _urkundlichen_ Geschichte. Welche - Urkunden aber wären anschaulicher und lebendiger als die intimen - Briefe und Berichte der führenden Männer, in diesem Bändchen von - König Wilhelm, Bismarck, Moltke, König Johann von Sachsen usw. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 fr. 55 cts. - 60 kop. - -$10 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten -der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Band 2: Der -deutsche Krieg 1866. 144 Seiten - - M. $1.--$ - - Wie im vorigen Band verbindet der Herausgeber durch ein knappe - Einleitung die Urkunden zu einer Einheit. Die Briefe und Berichte - sind von König Wilhelm, Bismarck (darunter das Kapitel „Nikolsburg“ - der Gedanken und Erinnerungen), Moltke (darunter der Aufsatz „Über - den angeblichen Kriegsrat in den Kriegen König Wilhelms ~I.~“), - Roon, dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Karl. - - Dritter Teil siehe Nr. 16 und 51. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$11 Geographie des Erdkreises.$ Von _Pomponius Mela_. Aus dem -Lateinischen übersetzt u. erläutert v. ~Dr.~ _Hans Philipp_, Assistent -des Seminars für historische Geographie in Berlin. Erster Teil: -Mittelmeerländer. 91 Seit. mit 1 Karte und 2 Abbild. - - M. $--.70$ - - In Melas Geographie des Erdkreises (um 42 n. Chr.) lernen wir - die gesamten Probleme der Erdkunde kennen, die damals bestanden - (Nilfrage, Istergabelung, Wundervölker des Ostens, Zonentheorie - usw.), wir erhalten auch eine Darstellung von einer antiken Karte. - - Zweiter Teil s. Band 31. - - 1 Kr. 08 hell. - 1 fr. 20 cts. - 54 kop. - -$12 Robert Mayer über die Erhaltung der Kraft.$ Vier Abhandlungen, neu -herausgegeben und mit einer Einleitung sowie Erläuterungen versehen von -~Dr.~ _Albert Neuburger_. 128 Seiten - - M. $--.90$ - - Der Arzt Robert Mayer in Heilbronn (1814-78) hat durch die - Entdeckung des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft die - verschiedensten Zweige menschlicher Tätigkeit auf neue Grundlagen - gestellt. Physik u. Physiologie, Medizin u. Botanik, gewerbl. - u. technische Tätigkeit werden gleichmäßig durch die aus diesem - Gesetz gezogenen Folgerungen beeinflußt. Die Veröffentlichungen des - Entdeckers sind aber in weiteren Kreisen überhaupt nicht bekannt - geworden. Darum werden die vier grundlegenden Abhandlungen, wenn - auch zum Teil gekürzt, hier ihrer Verborgenheit entzogen. - - ☛ Fortsetzung am Schlusse des Buches. ☚ - - Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. und - deutsch-russ. Buchhandel üblichen Sätze am Rande. In England u. - Kolonien 1 Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen. - - - Voigtländers Quellenbücher - - Band 49 - - - - - Die - Geschichte der Dampfmaschine - bis James Watt - - Die wichtigsten auf die Entwicklung der Dampfmaschine - bezüglichen Quellen, einschließlich der bis auf _James - Watt_ erteilten englischen Dampfmaschinen-Patente, - zusammengestellt und mit Erläuterungen versehen - - von - - Max Geitel - - Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt - - Mit 32 Abbildungen - nach den alten Originalen - - [Illustration] - - R. Voigtländers Verlag in Leipzig - - - Buchdruckerei Richard Hahn (H. Otto) in Leipzig. 5169 - - - - -Vorwort - - -Die Zahl der auf die Geschichte der Dampfmaschine sich beziehenden -Forschungsarbeiten ist außerordentlich groß, entsprechend der hohen -Bedeutung des Gegenstandes. Sämtliche Kulturvölker weisen in ihrer -Literatur mehr oder weniger vollkommene einschlägige Werke auf. - -So ist denn die Kenntnis der wesentlichen Abschnitte der Entwicklung -der Dampfmaschine, die sich an die Namen _Heron von Alexandrien_, -_Salomon de Caus_, _Marquis of Worcester_, _Savery_, _Papin_, -_Newcomen_ und _Watt_ anknüpfen, nicht nur Gemeingut der Fachleute, -sondern auch der gebildeten Laien. Nun liegt aber zwischen jenen -gottbegnadeten Bahnbrechern eine lange Reihe von Namen, deren Träger -ebenfalls ein gutes Recht haben, unter denen genannt zu werden, denen -es beschieden war, an dem Ausbau des gewaltigsten Kulturträgers, wenn -auch nicht bahnbrechend, so doch fördernd, mitzuarbeiten. - -Der Anspruch, den „Erfinder der Dampfmaschine“ zu den Ihrigen zählen zu -dürfen, wird von verschiedenen Völkern, insbesondere von den Franzosen -und Engländern, erhoben. Ein vergebliches Bemühen, wenn man sich -vergegenwärtigt, wie viele Bausteine mühevoll zusammengefügt werden -mußten, um die Grundlage zu schaffen, auf der James Watt zielbewußt -weiterbauen konnte. Diese Grundlage ist das gemeinsame Ergebnis -erfinderischer und wissenschaftlicher Tätigkeit vieler Geschlechter. -Das Ein- und Auslaßventil, der im Zylinder auf und ab bewegliche -Kolben, die Kurbel, das Sicherheitsventil, der Dampfkessel mit seinen -Speise- und Feuerungsanlagen, sie und noch viele andere mehr oder -weniger wichtige bauliche Einzelheiten mußten geschaffen werden, um die -Dampfkraft sicher und vorteilhaft zu fesseln und auszunutzen. - -Nicht minder aber bedurfte es der wissenschaftlichen Vertiefung -der Kenntnis des Wesens des Druckes der Gase und der besonderen -Eigenschaften des Wasserdampfes. So sind denn mit der Entwicklung der -Dampfmaschine auf das engste die Namen _Galileo Galilei_, _Torricelli_, -_Otto von Guericke_, _van Helmont_, _Kratzenstein_, _Hamberger_ usw. -verknüpft. Aus dem Gesagten erklärt sich denn auch zwanglos die -Tatsache, daß die ersten Versuche der Ausnutzung der Dampfkraft sich -im Rahmen des tastenden Versuches vollzogen und erst allmählich, -entsprechend dem Fortschreiten der induktiven Wissenschaften, festen -Boden gewannen. - -Die Versuche, den einen oder den anderen Bahnbrecher als den -„Erfinder der Dampfmaschine“ hinzustellen, müssen auch schon um -deswillen als verfehlt bezeichnet werden, weil eine allgemein -befriedigende Umgrenzung des Begriffs „_Maschine_“ trotz des Bemühens -hervorragendster Fachleute bis auf den heutigen Tag noch nicht gefunden -ist. So versteht _Pogge_ in seinem im Jahre 1819 herausgegebenen -technologischen Lexikon unter „Maschinen“ alle diejenigen -Vorrichtungen, wodurch wir vorteilhafte Bewegungen hervorzubringen -imstande sind. Nach _Reuleaux_ ist eine Maschine eine Verbindung von -widerstandsfähigen Körpern, die so eingerichtet ist, daß mittels ihrer -mechanische Naturkräfte genötigt werden können, unter bestimmten -Bewegungen zu wirken. _Brockhaus'_ Konversationslexikon versteht unter -einer Maschine jede Vorrichtung, welche die Übertragung der Wirkung -einer Kraft vermittelt. - -Die Dampfmaschine nimmt nun unter allen Erzeugnissen des schaffenden -Menschengeistes insofern eine besondere Stellung ein, als sie sich -von der einfachsten Vorrichtung zu der sinnreichsten Maschine -herausgebildet hat. Mustern wir all die zahlreichen Vorschläge, die im -Laufe der Jahrhunderte für die Ausnutzung der Dampfkraft in Vorschlag -gebracht wurden, so werden wir eine große Anzahl von Einrichtungen -gewahr werden, bei denen wir nicht zu entscheiden wissen, ob wir sie -als Vorrichtungen oder als Maschinen ansprechen sollen. _Demnach -ist in den nachstehenden geschichtlichen Angaben alles dasjenige -wiedergegeben, was für die Benutzung der Dampfkraft zur Erzielung von -Arbeitsleistung vorgeschlagen wurde, einerlei, ob im Einzelfalle der -Name „Maschine“ anwendbar ist oder nicht._ - -Der Zufall hat es gefügt, daß die um die Wende des 16. und 17. -Jahrhunderts einsetzenden Fortschritte des Dampfmaschinenbaues -zusammenfallen mit dem Beginn des englischen Patentschutzes. -Wenngleich wir sehen werden, daß eine Anzahl bahnbrechender -Dampfmaschinenkonstrukteure auf den Patentschutz verzichtete und daß -die auf Dampfmaschinen erteilten ältesten Patente keinen Einblick in -das eigentliche Wesen der betreffenden Konstruktionen gewähren, so -bieten die vom Jahre 1617 ab zur Verfügung stehenden, im Jahre 1857 bei -George Edward Eyre und William Spottiswoode in London neugedruckten -Urkunden dennoch eine reiche Quelle des Wissenswerten. Dies gilt -insbesondere für die von uns zu behandelnden, unmittelbar vor James -Watt liegenden Jahrzehnte. - -Nun befinden sich zwar unter den im Jahre 1871 veröffentlichten -_Auszügen aus den englischen auf Dampfmaschinen bezüglichen Patenten_ -auch diejenigen aus den ersten Jahren des Patentschutzes[1]. _Leider -sind diese von verschiedenen Geschichtsforschern anstandslos benutzten -Auszüge aber unvollkommen._ Infolgedessen habe ich mich bereits -im Jahre 1897 der Mühe unterzogen, _sämtliche_ bis auf James Watt -erteilten englischen Patenturkunden daraufhin zu prüfen, ob und -inwieweit sie sich auf die Dampfmaschine beziehen. Das Ergebnis dieser -Forschungen habe ich seinerzeit in „Glasers Annalen für Gewerbe und -Bauwesen“ veröffentlicht und in nachstehendem verwertet. - -Wenngleich die Frage: „Wer ist der Erfinder der Dampfmaschine?“ -aus den von uns dargelegten Gründen füglich nicht zu beantworten -ist, so ist doch in der Geschichte der Dampfmaschine eine bestimmte -Wendung festzustellen, die sich im Sinne einer vernunftgemäßen und -zielbewußten Ausnutzung der Dampfkraft an die Namen Papin und Savery -knüpft. Nachstehend tritt diese in der Anordnung und Teilung unserer -geschichtlichen Angaben in der Weise in die Erscheinung, daß wir diese -in zwei große Abschnitte zerlegten, deren erster die ältesten Zeiten -bis auf Papin, deren zweiter die Zeit von Papin bis James Watt umfaßt. - -Unter allen Förderern der Maschine überwiegt in seinen Erfolgen James -Watt. Die Darlegung dessen, was dieser geleistet hat, würde Bände -füllen und hat tatsächlich Bände gefüllt. In den nachstehenden Angaben -ist nur derjenigen Erfindungen Watts gedacht, die dessen Ruhm in erster -Linie begründet haben: die Verbesserung der atmosphärischen Maschine, -das Planeten- oder Sonnenrad, die Benutzung der Expansion des Dampfes, -die doppeltwirkende Dampfmaschine, das Wattsche Parallelogramm. Dieses -sind die großen Bausteine, die James Watt in das stolze Gebäude, das -zahlreiche gottbegnadete Geister aufzuführen begonnen hatten, als -Schlußsteine einfügte. Von dem 25. April 1769, dem Tage der Erteilung -des ersten Wattschen Patents, schreibt sich die Dampfmaschine in dem -Sinne her, wie das 19. Jahrhundert sie übernahm und zum machtvollsten -Träger des Fortschritts machte. - -_Berlin-Wilmersdorf_, April 1913. - - $Max Geitel.$ - - - - -Inhalt - - -$Vorwort.$ S. 3. - -$Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.$ S. 9-58. - - Die Auffassung des _Aristoteles_ vom Wesen der Spannkraft des - Wasserdampfes. -- Die Dampfkanone des _Archimedes_ nach Leonardo - da Vinci. -- Der Erzspanner des _Ktesibios_. -- _Herons von - Alexandrien_ „Druckwerke“ und „Automatentheater“. -- _Vitruvius - Pollio._ -- Der „_Püsterich_“ der Teutonen. -- _Anthemius._ - -- Die Dampforgel des Bischofs _Gerbert von Rheims_. -- Der - „_Püstrich_“ oder „_Bustard_“. -- _Leonardo da Vinci._ -- Die - Äolipile als Kriegswerkzeug. -- Das „Dampfschiff“ _Blasco de - Garays_. -- _Cardanus._ -- _Johannes Mathesius._ -- _Philibert - Delorme._ -- _Bresson._ -- _Bartholemeo Scappi._ -- Der „_Jack - of Hilton_.“ -- _Battista della Portas_ Dampfmessungen. -- - _Bourgeois'_ „_Feuergewehr_“. -- _Salomons de Caus_ Versuche - über die Kondensation des Wasserdampfes und das Heben von Wasser - mit Hilfe des Feuers und der Sonnenwärme. -- Der Beginn des - Patentschutzes in England. -- Patent Nr. 6, _Ramseye-Wildgosse_. - -- Patent Nr. 21, _Ramseye-Jacke_. -- _Giovanni Brancas Dampfrad._ - -- Das erste Dampfmaschinenpatent Nr. 50, _Ramseye_. -- Das - zweite Dampfmaschinenpatent Nr. 71, _Rotsipen_. -- _Galilei_, - _Torricelli_, _Pascal_, _Otto von Guericke_. -- _Athanasius - Kircher._ -- Bischof _Wilkins_. -- Patent Nr. 131, _Edward - Somerset, Marquis of Worcester_. -- Patent Nr. 135, _Ralph Waine_. - -- Patent Nr. 139, _Togood_. -- „Ein Hundert voll Namen und - Beispiele von Erfindungen“ des _Marquis of Worcester_. -- _Boyle_, - _Huygens_. -- Die Luftpumpe _Papins_. -- Patent Nr. 175, Sir - _Samuel Morland_. -- Die Pulvermaschine des Abbé _Hautefeuille_. -- - Patent Nr. 208, _Burton_, _Plott_, _Deighton_. - -$Von Dionysius Papin bis James Watt.$ S. 59-130. - - Der _Papinsche Topf_. -- _Huygens_ Pulvermaschine. -- Patent - Nr. 212, _Pawley_ und _Dallow_. -- Patent Nr. 215, _Becher_, - _Serle_, _Vincent_, _J._ und _S. Weale._ -- _Hautefeuilles_ - Alkohol-Dampfmaschine. -- Patent Nr. 218, _Tredenham_, _Vivian_, - _Threwren_, _Harris_. -- Patent Nr. 219, _Aldersey_. -- Sir - _Samuel Morland_. -- _Papins erste Dampfmaschine._ -- Patent - Nr. 287, _Gladwyn_. -- Patent Nr. 312, _Marmaduke Hudgeson_. - -- Patent Nr. 321, _Bushnell_. -- Patent Nr. 324, _Losvelt_. - -- Patent Nr. 327, _Poyntz_. -- Patent Nr. 338, _Barbon_. -- - Patent Nr. 348, _Jones_. -- Patent Nr. 349, _Buttall_. -- Patent - Nr. 355, _Yarnald_. -- Patent Nr. 356, _Savery_. -- _Grimaldis_ - und _Perieras_ Antrieb eines Wagens und eines Schiffes durch - Dampf. -- _Amontons_ Feuerrad. -- _Leupolds_ Feuerrad. -- - _Papins_ Dampfpumpe. -- _Saverys_ Dampfmaschine. -- Papins zweite - Dampfmaschine. -- Die Verbesserungsvorschläge _Leibnizens_. - -- Saverys „~The Miners Friend~“. -- Newcomens und Cawleys - Dampfmaschine. -- Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine. -- Patent - Nr. 342, _Mandell_ und _Grey_. -- Patent Nr. 397, _J. Coster_. - -- Patent Nr. 410, _Holland_. -- Patent Nr. 414, _Shuttleworth_. - -- Patent Nr. 437, _Oriebar_. -- Patent Nr. 430, _Desaguliers_, - _Niblett und Vreem_. -- Patent Nr. 449, _Triewald_. -- Patent - Nr. 463, _Dickins_. -- Patent Nr. 469, _Flower_. -- Patent - Nr. 472, _Bumpstead_. -- Patent Nr. 476, _Nuttall_ und _Skyrin_. - -- „Die Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch - Feuer zu heben.“ -- Patent Nr. 486, _Rowe_. -- Patent Nr. 496, - _Billingsley_. -- Patent Nr. 505, _Payne_. -- Patent Nr. 507, - _Bewley_ und _Holtham_. -- Patent Nr. 513, _Allen_. -- Patent - Nr. 555, _Payne_. -- Patent Nr. 556, _Jonathan Hull_. -- Patent - Nr. 571, _Wise_. -- _Parrots_ Vernietung der Dampfkesselnähte. -- - Patent Nr. 634, _Stevens_ und _Hadley_. -- Patent Nr. 703, _John_. - -- Patent Nr. 709, _Wright_. -- Patent Nr. 713, _Wilkinson_. Patent - Nr. 730, _Brindley_. -- Patent Nr. 739, _Wood_. -- Patent Nr. 761, - _Greenall_. -- Patent Nr. 762, _Menzies_. -- _Hindleys_ Ersatz - des Balanciers. -- Patent Nr. 795, _Oxley_. -- Patent Nr. 844, - _Fall_. -- Patent Nr. 848, _Blakey_. -- Patent Nr. 850, _Stewart_. - -- Patent Nr. 865, _Barber_. -- Patent Nr. 875, _Duncombe_ und - _Polile_. -- Patent Nr. 895, _Hateley_. -- Patent Nr. 897, _Wise_. - -- Dampfwagen von _Edgeworth_ und _Cugnot_. -- Die Erforschung des - Wesens des Wasserdampfes durch _van Helmont_, _Halley_, _Wolf_, - _Kratzenstein_, _Hamberger_, _le Roy_, _Ericson_, _Black_, _James - Watt_. -- Watts Verbesserungen der Newcomen-Maschine. -- James - Watts Patent Nr. 913. -- Das Planetenrad. -- Watts doppelt wirkende - Maschine. -- Das Wattsche Parallelogramm. - - - - -Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin. - - -Den ersten Anfängen der Kenntnis der Spannkraft des Wasserdampfes -begegnen wir bei _Aristoteles_, geb. 384, gest. 322 v. Chr. Er suchte -die Erdbeben durch die plötzliche Umwandlung des Wassers in Dampf im -Erdinnern zu erklären, eine Auffassung, die später durch _Seneca_ -(geb. 4 v. Chr., gest. 65 n. Chr.) eine weitere Ausbildung erfuhr. -Aristoteles nahm vier Elemente an: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Daß nur -diese vier Elemente möglich seien, bewies er auf folgende Weise[2]: - -„Es gibt vier Grundempfindungen: warm, kalt, feucht und trocken. Diese -Empfindungen werden paarweise vereint wahrgenommen. Mathematisch -betrachtet können sich sechs solcher Vereinigungen bilden. Doch sind -zwei als sich widersprechend unmöglich, nämlich die Vereinigung warm -und kalt und die Vereinigung von feucht und trocken. Es bleiben -folglich vier Gegensätze bestehen, und dementsprechend sind nur vier -Elemente möglich. Dem Gegensatz kalt und trocken entspricht die Erde, -dem Gegensatz kalt und feucht das Wasser, warm und feucht die Luft, -warm und trocken das Feuer. Durch die Mischung dieser vier Elemente -entstehen sämtliche irdische Stoffe.“ - -Diese Auffassung hat sich viele Jahrhunderte hindurch aufrechterhalten, -und zwar insbesondere auch bei den Bahnbrechern der Dampfmaschine, so -z. B., wie wir später sehen werden, bei Salomon de Caus. - -Von einer praktischen Verwendung der Spannkraft der Gase durch -Aristoteles verlautet nichts. Dieser begegnen wir erst bei -_Archimedes_, geb. 287, gest. 212 v. Chr., in Gestalt des -„Architonitro“, einer Dampfkanone. Dieselbe ist in den Schriften -des Archimedes nicht enthalten. Ihre nachstehend wiedergegebene -Beschreibung stammt vielmehr von _Leonardo da Vinci_ (geb. 1452, gest. -1519) und lautet[3]: - -„Erfindung des Archimedes. Architonitro ist eine Maschine von dünnem -Kupfer und wirft Kugeln von Eisen mit großem Geräusch und großer -Gewalt. Man gebraucht sie in folgender Weise: Der dritte Teil des -Instruments befindet sich oberhalb einer großen Menge Kohlenfeuer, und -wenn er durch dieses gut erhitzt ist, schraube die Schraube nieder, -die sich über dem Wassergefäß (~a c~), Abb. 1, befindet. Wenn man die -Schraube darüber niederschraubt, öffnet es sich nach unten, und nachdem -das Wasser herabgeflossen ist, fließt es in den erhitzten Teil des -Instruments und verwandelt sich plötzlich in eine Menge Dampf (Fumo), -so daß es ein Wunder zu sein scheint, und namentlich die Wut zu sehen -und den Lärm zu hören. Dies warf eine Kugel, die ein Talent wog, sechs -Stadien weit.“ - -[Illustration: Abbildung 1. - -Der Architonitro (Dampfkanone) des Archimedes. Nach Leonardo da Vinci.] - -Die Erfindung der Ausnutzung der in der gepreßten Luft enthaltenen -Kräfte wurde dem _Ktesibios_ (um 150 n. Chr.) zugeschrieben. Ihm -sollen auch die Windbüchse und die in Abb. 2 dargestellte Vorrichtung -zum Schleudern von Steingeschossen, der Erzspanner, ihre Entstehung -verdanken[4]. Letzterer hatte nach Philon von Byzanz, einem Schüler -des Ktesibios, folgende Einrichtung: In den Zylindern _~abcd~_ -können sich die Kolben _~fghi~_ luftdicht auf- und abwärts bewegen. -Werden sie in die Zylinder hineinbewegt, so pressen sie die in -diesen eingeschlossene Luft zusammen. An den Kolben sind mittels der -Verbindungsstücke _~km~_ Arme angelenkt, die um die Achsen ~n~ drehbar -und an ihrem oberen Ende durch die Sehne verbunden sind, die zum -Fortschleudern der Geschosse dient. Wurde diese Sehne angezogen, so -schoben sich die Kolben in die Zylinder hinein. Wurde alsdann die Sehne -losgelassen, so schnellten die Kolben unter dem Einfluß der gepreßten -Luft nach oben und trieben die Sehne mit großer Gewalt gegen das -Geschoß, so daß dieses in weitem Bogen dahinflog. - -[Illustration: Abbildung 2. - -Der Erzspanner des Ktesibios.] - -Um die Kolben in den Zylindern gehörig abzudichten, benutzte Ktesibios -Tischlerleim, der etwas verflüssigt war. Um die Dichtigkeit zu prüfen, -benetzte er die Zylinder mit derartigem Leim und trieb mittels Keil und -Hammer die Kolben mit größter Gewalt in die Zylinder hinein. Man konnte -hierbei beobachten, daß der Kolben nur wenig nachgab, wenn aber einmal -die eingeschlossene Luft sich verdichtet hatte, auch beim stärksten auf -den Keil ausgeübten Schlag nicht weiter hineinging. Wenn man Gewalt -anwandte, so wurde nicht nur der Keil hinausgetrieben, sondern auch -der Kolben sprang mit großer Gewalt aus dem Gefäße heraus; oft fuhr -auch Feuer heraus, das durch die Schnelligkeit der Bewegung und durch -die Reibung erzeugt wurde. Ktesibios hat hier also bereits dasjenige -Phänomen beobachtet, das sich bei den sogenannten Luftdruckfeuerzeugen -zeigt. - -Ktesibios hat auch schon ein Druckwerk verfertigt, das aus zwei -metallenen Stiefeln bestand, die am Boden mit Ventilen ausgestattet -waren. Saugpumpen und Handspritzen waren zu Philons Zeiten bereits -bekannt und standen schon zu Aristoteles' Zeiten in Gebrauch. - -Neben den Schriften Philons von Byzanz sind diejenigen _Herons von -Alexandrien_ von besonderer Bedeutung, wenn es sich darum handelt, -das Maß derjenigen Kenntnisse festzustellen, über die das Altertum -bezüglich des Wesens der Gase und Dämpfe verfügte. - -Philon und Heron waren Schüler des Ktesibios. Letzterer gilt infolge -seiner umfangreichen auf uns gekommenen Schriften als Erfinder -zahlreicher praktischer Anwendungen des Druckes von Gasen, so z. B. -als Erfinder des Heronsballs. Dieser findet sich aber bereits in -den Schriften des Philon, müßte also füglich nicht Herons-, sondern -Philonsball heißen, falls nicht der Ruhm der Erfindung einem -unbekannten Vorgänger zuzuschreiben ist. - -Daß Heron zahlreiche Vorgänger auf dem Gebiete der Erforschung der -Eigenschaften der Luft und der gespannten Dämpfe besaß, gibt er -übrigens selbst zu, indem er in der Vorrede zu seiner „Pneumatik“ -ausführt: „Die Beschäftigung mit Luft- und Wasserkünsten ist von den -alten Philosophen und Mathematikern hoch geschätzt worden. _Es ist -daher notwendig, das seit alters darüber Bekannte in gehörige Ordnung -zu bringen_“. - -Bevor wir uns den Schriften Herons zuwenden, müssen wir noch von Philon -von Byzanz berichten, daß er der Erfinder des Thermoskops ist, das auf -der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung der Luft beruht. - -Die auf uns überkommenen Werke Herons von Alexandrien sind -verhältnismäßig außerordentlich zahlreich und vielseitig. Sie behandeln -reine und angewandte Mathematik, Feldmeßkunst, Physik und deren -praktische Anwendung in der Technik. Letztere Schriften sind für den -Techniker von Interesse. Es sind dies: die Druckwerke (Pneumatik), die -Automatentheater, der Geschützbau, die Handschleuder, die Spiegellehre, -die Hebewinde, die Mechanik und ein Fragment über Wasseruhren. -_Von diesen Werken kommen für die Geschichte der Dampfmaschine die -Druckwerke und die Automatentheater in Betracht._ - -Hier finden wir Abhandlungen über das Vakuum, und zwar in Anlehnung -an den im dritten Jahrhundert vor Christo lebenden Physiker _Straton -von Lampsakos_. Außerordentlich vielseitig sind die verschiedenen -Beschreibungen der Verwendung des Hebers. Des weiteren beschreibt Heron -eine große Anzahl von Vorrichtungen, bei denen der Druck des Wassers, -der Druck der Luft, die Warmluft und der Wasserdampf praktisch benutzt -wird. Aus der reichen Fülle der von Heron beschriebenen Vorrichtungen -lassen wir nachstehend diejenigen folgen, die für uns an erster Stelle -von Bedeutung sind. Die beigefügten Abbildungen entnahmen wir der im -Jahre 1592 erschienenen italienischen Übersetzung der „Druckwerke“: -~Spiritali di Herone Alessandrino, ridotti in lingua volgare da -Alessandro Giorgi da Urbino. Urbino 1592~. Den Text entnahmen wir der -in der Teubnerschen Sammlung griechischer und römischer Schriftsteller -erschienenen Übersetzung von _Wilhelm Schmidt_. - -[Illustration: Abbildung 3. - -Das Klappenventil. - -(Nach Heron von Alexandrien.)] - -„Das _Klappenventil_ (Abbildung 3) stellt man folgendermaßen her. -Man fertigt zwei viereckige Bronzeplatten an, von denen jede Seite -etwa einen Daktylus (Fingerbreit = 2 ~cm~) mißt und so dick wie ein -Richtscheit ist. Diese verpaßt und verschließt man auf der Breitseite -so miteinander, d. h. glättet sie so, daß weder Luft noch Wasser -hindurchtreten kann. Diese Platten seien _~ABCD~_ und _~EFGH~_. In -die Mitte der einen Platte _~ABCD~_ bohrt man ein rundes Loch, dessen -Durchmesser etwa ein Drittel eines Daktylus ausmacht. Ist nun die Seite -_~CD~_ der Seite _~EF~_ angepaßt, so verbindet man die Platten mit -Hilfe von Scharnieren so miteinander, daß ihre polierten Flächen genau -aufeinanderpassen. Will man die Klappen nun praktisch verwenden, so -lötet man die Platte ~_ABCD_~ auf dasjenige Loch, durch welches Luft -oder Wasser hineingepreßt und mit Hilfe des Ventils abgeschlossen -werden kann. Durch den Druck wird nämlich die Platte ~_EFGH_~ geöffnet, -die mittels der Scharniere leicht beweglich ist, und läßt die Luft -und die Flüssigkeit eintreten, welche dann in dem luftdichten Gefäße -abgeschlossen werden. Die (komprimierte) Luft (bzw. die Flüssigkeit) -drückt aber gegen das Plättchen ~_EFGH_~ und schließt das Loch ab, -durch welches die Luft hineingepreßt wird.“ Nach einer anderen Lesart -lautet der Schlußsatz: „Wenn nun die komprimierte innere Luft oder die -Flüssigkeit sich wieder nach außen drängen, stoßen sie auf die Platte -~_EFGH_~. Dann legt sich diese luftdicht auf ~_ABCD_~ und versperrt den -Ausgang.“ - -„Die Siphone, welche man bei den Feuersbrünsten verwendet, richtet man -folgendermaßen ein. (Abbildung 4.) - -[Illustration: Abbildung 4. - -Die Feuerspritze. (Nach Heron von Alexandrien.)] - -Es seien ~_ABCD_~ und ~_EFGH_~ zwei bronzene Stiefel (Kolbenrohre, -Büchsen), deren innere Oberfläche für einen Kolben passend -ausgedrechselt ist, wie die Stiefel (Büchsen) der Wasserorgeln. Die -Kolben ~K~ und ~M~ müssen luftdicht in die Stiefel passen. Diese seien -durch das an beiden Enden offene Rohr ~X~ in gegenseitige Verbindung -gesetzt. Außerhalb der Stiefel, aber innerhalb des Rohres, sollen -Klappenventile ~_PR_~ und, wie wir sie oben beschrieben haben[5], -derart angebracht sein, daß sie sich nach der Außenseite der Stiefel -hin öffnen können. Die Stiefel sollen auch auf dem Boden runde Löcher -(~_ST_~) haben, die mit kleinen geschliffenen Scheiben bedeckt -werden. Durch diese stecke man kleine Stifte, die auf den Boden der -Stiefel gelötet oder festgenietet seien. An ihren Enden seien die -Stifte mit Häkchen oder Knöpfchen versehen, daß die Scheiben sich -nicht losreißen können. Mit den Kolben seien in der Mitte senkrechte -Kolbenstangen ~_yy_~ verbunden; an diese schließt sich wieder ein -Querbalken ~Z~ an, welcher sich in der Mitte um einen festsitzenden -Bolzen λ, an den Kolbenstangen ~_yy_~ aber um die Bolzen γ und β -bewege. Mit dem Rohre ~X~ stehe ein anderes vertikales Rohr (Steigrohr) -ε in Verbindung, verzweige sich zu einem Doppelarm und sei mit -den luftdicht eingefügten Röhren (Smerismata, Rohrverschleifungen) -versehen, vermittels welcher es die Flüssigkeit emportreibt. Wenn nun -die erwähnten Stiefel mitsamt der zugehörigen Ausrüstung in Wasser -gestellt werden und der Querbalken ~Z~ infolge der abwechselnden Auf- -und Abwärtsbewegung seiner Enden um den Stift λ auf und nieder zieht, -so treiben die Kolben, falls sie niedergezogen werden, die Flüssigkeit -durch das Steigrohr ε und die drehbare Mündung ~N~ hinaus. Denn, wird -der Kolben ~M~ aufgezogen, so öffnet er das Bodenventil ~T~, indem -dessen Scheibe sich hebt, verschließt aber das Klappenventil ~R~. Wird -er dagegen niedergezogen, so schließt er ~T~ und öffnet ~R~, durch -welches auch das Wasser hinausgepreßt und emporgetrieben wird. Dieselbe -Wirkung bringt der Kolben ~K~ hervor. Das Röhrchen ~N~, das bald -aufgerichtet, bald niedergelegt wird, treibt nun die Flüssigkeit bis -zur gegebenen Höhe empor, vermag jedoch eine bestimmte Seitendrehung -nur dann auszuführen, wenn zugleich der gesamte Apparat gedreht wird. -Das wäre aber bei dringenden Notfällen zu langwierig und mühselig. -Damit nun die Flüssigkeit ohne Schwierigkeit nach dem bestimmten Punkt -getrieben werden kann, setze man das Steigrohr ε der Länge nach aus -zwei luftdicht ineinandergeschliffenen Rohren zusammen, von denen das -eine, äußere, mit dem Rohre ~X~, das andere, obere, mit dem Doppelarm -verbunden sei. Wenn dann das obere Rohr gedreht wird, indem man ~N~ so -lange niederlegt, kann der Austrieb nach jedem beliebigen Punkt hin -erfolgen.“ -- Diese Feuerspritze hat sich bis auf den heutigen Tag in -ihrer prinzipiellen Einrichtung erhalten. - -Am bekanntesten ist unter den Apparaten des Heron der von uns bereits -erwähnte sogenannte _Heronsball_. Dieser wird in den „Druckwerken“ wie -folgt beschrieben: - - -_Der Heronsball._ - -„_Manche Gefäße spritzen, wenn man hineinbläst, auf folgende Weise -Wasser empor_: - -Durch die Mündung eines Gefäßes wird eine Röhre hindurchgesteckt, die -fast bis auf den Boden reiche, in die Gefäßmündung eingelötet sei und -selbst in eine enge Mündung auslaufe. Halten wir nun letztere mit dem -Finger zu, gießen durch eine Öffnung eine Flüssigkeit, blasen nach dem -Eingießen durch dieselbe Öffnung hinein, verschließen sie durch einen -Hahn und lassen die Mündung der Röhre los, so wird durch sie das Wasser -von der eingeblasenen, komprimierten Luft emporgetrieben.“ - -Als Beispiel der durch erwärmte Luft angetriebenen, von Heron -beschriebenen Apparate bringen wir in Abb. 5 den „_Opfertanz_“. - - -_Der Opfertanz._ - -„_Wird auf einem gewissen Altar Feuer angezündet, so sollen scheinbar -einige rings im Kreise stehende Figuren einen Reigen aufführen_. Es sei -_~ABCD~_ ein Altar mit einem Feuerbecken _~EF~_. Von dem oberen Teile -des Feuerbeckens lasse man eine Röhre ~_GH_~ nach der Basis des Altars -hinab. Das bei ~H~ befindliche Ende drehe sich um einen Zapfen. Diese -Röhre sei ferner mit vier anderen querliegenden (also horizontalen) -Röhren versehen, die sich gegenseitig durchschneiden und an demselben -Punkt mit der von der Spitze kommenden Röhre verbunden werden. Diese -querliegenden Röhren nun sollen an den Enden so umgebogen sein, daß -sich eine Röhre nach der anderen wendet. Auf diese Röhren lege man an -ihren Enden eine kreisrunde Scheibe ~_IKLM_~ und befestige sie daran. -Darauf sollen die Figuren stehen. Das Material des Altars schließlich -sei durchsichtig, nämlich aus Glas oder Horn, auf daß die tanzenden -Figuren durch dasselbe sichtbar sind. Wenn wir bei diesen Vorrichtungen -auf dem Herde Feuer anzünden, wird die Luft in der Röhre ~_GH_~ -erwärmt, geht durch die verdeckten Röhren und bringt die senkrechte -Röhre zur Drehung, zugleich auch die Scheibe, auf der die Figuren -stehen, und diese werden zu tanzen scheinen.“ - -[Illustration: Abbildung 5. - -„Der Opfertanz.“ (Nach Heron von Alexandrien.)] - -Nunmehr bringen wir in Abb. 6 _einen durch Dampfkraft betätigten -Apparat: den springenden Ball_. - - -_Der springende Ball._ - -„_Bälle können auf folgende Weise in der Luft schweben:_ - -Unter einem Kessel mit Wasser, dessen Mündung verschlossen ist, wird -Feuer angezündet. Von dem Deckel steigt eine Röhre auf, deren offenes -Ende in eine kleine hohle Halbkugel mündet. Werfen wir nun einen -leichten Ball in die Halbkugel, so ist die Folge, daß der aus dem -Kessel durch die Röhre aufsteigende Dampf den Ball in die Luft hebt, -so daß er schwebt.“ - -[Illustration: Abbildung 6. - -Der springende Ball. (Nach Heron von Alexandrien.)] - -Die folgende in Abb. 7 dargestellte Vorrichtung nutzt die _Dampfkraft -bereits zur Erzielung einer Drehbewegung aus_. Sie beruht auf ähnlichen -Grundlagen wie die sogenannten „Reaktionsturbinen“, die, mit Wasser -oder mit Dampf betrieben, in der heutigen Technik eine große Bedeutung -haben. Es ist dies der _Äolsball (Äolipile)_. Abb. 7. - -[Illustration: Abbildung 7. - -Der Äolsball, Äolipile. (Nach Heron von Alexandrien.)] - - -_Die Äolipile._ - -_„Über einem geheizten Kessel soll eine Kugel sich um einen Zapfen -bewegen._ - -Es sei _~AB~_ ein mit Wasser gefüllter geheizter Kessel. Seine -Mündung sei mit dem Deckel _~CD~_ verschlossen; durch diesen sei eine -gebogene Röhre _~EFG~_ getrieben, deren Ende ~G~ luftdicht in eine -Hohlkugel eingepaßt sei. Dem Ende ~G~ liege ein auf dem Deckel _~CD~_ -feststehender Zapfen _~LM~_ diametral gegenüber. Die Kugel sei mit -zwei gebogenen, einander diametral gegenüberstehenden Röhrchen ~H~ und -~K~ versehen, die in sie münden und nach entgegengesetzten Richtungen -gebogen sind. Wird nun der Kessel geheizt, so ist die Folge, daß der -Dampf durch _~EFG~_ in die Kugel dringt, durch die umgebogenen Röhren -nach dem Deckel hin ausströmt und die Kugel in Drehung versetzt, -ähnlich so, wie dies bei den tanzenden Figuren der Abb. 5 der Fall ist.“ - -Die Heronischen Bücher, die allerdings nicht erkennen lassen, inwieweit -es sich um Erfindungen Herons oder um zu damaliger Zeit bereits -bekannte Vorrichtungen handelt, haben von ihrem ersten Erscheinen -an das weitestgehende Interesse gefunden. Eine größere Anzahl von -Übersetzungen derselben sind im Laufe der Jahrhunderte erschienen. -Diese nahmen allmählich derart zu, daß man um die Wende des 16. und -17. Jahrhunderts mit Recht von einer „Heron-Renaissance“ sprechen -konnte. - -Der erste, der Herons Dampfkünste, insbesondere die Äolipile, weiteren -Kreisen, und zwar den Technikern, offenbarte, war der römische -Architekt und Schriftsteller _Vitruvius Pollio_, der zur Zeit des Cäsar -und des Augustus als Kriegsingenieur tätig war. In seinem dem Augustus -gewidmeten, zehn Bücher umfassenden Werke „~De architectura~“[6] -widmet er im sechsten Kapitel des ersten Buches den Äolipilen folgende -Ausführungen[7]: - -„Der Wind ist eine strömende Luftwelle mit unbestimmt überflutender -Bewegung; er entsteht, wenn die Hitze auf die Feuchtigkeit trifft -und der Andrang der Erwärmung einen gewaltig wehenden Hauch -herauspreßt. Daß dies aber wahr sei, kann man aus den ehernen Äolipilen -(Luftgefäßen) ersehen und hinsichtlich der verborgenen Gesetze des -Himmels durch künstlich erfundene Dinge die göttliche Wahrheit -erzwingen. Man macht nämlich eherne hohle Äolipilen, diese haben eine -möglichst enge Öffnung, durch welche sie mit Wasser gefüllt werden, -dann stellt man sie ans Feuer, und bevor sie warm werden, zeigt sich -keinerlei Hauch, sobald sie aber sich zu erhitzen anfangen, bewirken -sie am Feuer ein heftiges Gebläse. So kann man aus dem kleinen und sehr -kurzen Schauspiel Kenntnis und Urteil über die großen und unermeßlichen -Naturgesetze des Himmels und der Winde schöpfen.“ - -Vitruvius versteht hier unter Äolipilen nicht den Äolsball (Abb. 7), -sondern das mit Wasser gefüllte, von außen beheizte Hohlgefäß, Abb. 6. -Von einer eigenartigen in den germanischen Wäldern etwa zu derselben -Zeit erfolgten Ausnutzung der Dampfkraft berichtet _Arago_[8] wie folgt: - -„Die natürlichen wie die künstlichen Kräfte sind fast stets, bevor -sie den Menschen von tatsächlichem Nutzen waren, in den Dienst des -Aberglaubens gestellt. Die Geschichtsbücher berichten, daß an den -Ufern der Weser der Gott der alten Teutonen diesen hin und wieder -sein Mißfallen durch eine Art von Donnerschlag zum Ausdruck brachte, -dem dann unmittelbar darauf eine Wolke folgte, die den heiligen Hain -erfüllte. Das Erzbild dieses Gottes „_Püsterich_“, das Ausgrabungen -zutage gefördert haben, zeigt deutlich, in welcher Weise sich jenes -Wunder vollzog. Das Götterbild bestand aus Metall. Der Kopf war hohl -und enthielt ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Holzpfropfen verschlossen -den Mund des Gottes und ein oberhalb der Stirn angebrachtes Loch. -Glühende an geeigneter Stelle der Kopfhöhlung gelagerte Kohlen -erwärmten allmählich das Wasser. Alsbald trieb der erzeugte Dampf -mit lautem Krachen die Pfropfen heraus, ergoß sich in zwei Strahlen -nach außen und bildete zwischen dem Götterbild und den erschrockenen -Andächtigen einen dichten Nebel.“ - -Erst nach Verlauf von mehr als einem halben Jahrtausend begegnen wir -wiederum einem Bericht über eine Verwendung der Kraft des Dampfes. -Sie bewegte sich in derselben Richtung wie die von Arago berichtete. -Der byzantinische Geschichtschreiber _Agathias_, mit dem Beinamen -„_Scholastikos_“ (geb. um 536, gest. 582 n. Chr.), behandelt in -seinem die Jahre 552 bis 558 umfassenden Werke[9] einen Streit, den -der Baumeister _Anthemius_, der Wiedererbauer der durch ein Erdbeben -zerstörten Sophienkirche in Konstantinopel, mit seinem Nachbar -_Zeno_ in eigenartiger Weise ausfocht. Anthemius, ein aus Trallas in -Kleinasien gebürtiger Grieche, besaß ein Haus, das mit dem seines -Nachbars Zeno in mehreren Teilen zusammenhing, und geriet über dieses -Bauverhältnis mit Zeno in einen Rechtsstreit. Diesen verlor er aber, -weil, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, Zeno ein gewandterer Redner -war. Anthemius stellte, um sich zu rächen, mehrere große Kessel auf, -füllte diese mit Wasser an und umgab sie mit ledernen Schläuchen, -die unten so weit waren, daß sie den ganzen Umfang der Kessel -umschlossen. Mit diesen Schläuchen verband er lederne Röhren, die sich -trompetenartig verengten. Die Enden dieser Röhren befestigte Anthemius -dann so dicht und genau an den Balken des Zenoschen Hauses, daß der in -den Röhren enthaltene Dampf zwar mit ungehinderter Kraft nach aufwärts -steigen, aber nicht nach außen entweichen konnte. Nunmehr entfachte -er unter den Kesseln ein starkes Feuer. Aus dem kochenden Wasser -entwickelte sich alsbald Dampf, der nach oben emporstieg und, da er -keinen Ausweg fand, in die Röhren hinübertrat. Da er auch hier keinen -Austritt erhielt, strebte er mit erhöhtem Druck nach oben, hierbei -unter Krachen das Gebälk des Hauses in zitternde Bewegung setzend. Auf -das höchste bestürzt, entflohen die Hausgenossen des Zeno auf die Gasse. - -Der Prokonsul ~Dr~. _Degen_ in Lüneburg hielt diese Anwendung der -Spannkraft des Dampfes für so eigenartig und zielbewußt, daß er der -Meinung war, Anthemius habe noch andere Anwendungsarten des Dampfes -gekannt. Er äußert sich hierüber wie folgt[10]: - -„Anthemius war, wie der Geschichtschreiber Agathias wiederholt bemerkt, -ein ausgezeichneter Mathematiker und Verfertiger bewunderungswürdiger -Maschinen. Welche Arten von Maschinen er verfertigte und zu welchen -Zwecken, ist ebensowenig angegeben als _ausdrücklich_ gesagt, daß er -die Wasserdämpfe bei denselben in Anwendung gebracht hätte. Es scheint -indessen aus folgenden Worten des Agathias: „er aber (Anthemius) -vergalt ihm (dem Zeno) aus der ihm eigenen Kunst auf folgende Weise“ -der Schluß gezogen werden zu dürfen, daß Anthemius bei seinen -Maschinen auch die Wasserdämpfe gebraucht habe; denn wenn von der -Dampfmaschine, welche er aus Rache über den verlorenen Prozeß gegen -Zenos Haus richtete, namentlich angeführt wird, daß er sie _aus der ihm -eigenen Kunst_ eingerichtet und sich dabei der Dämpfe bedient habe, -so möchte der Schluß oder, wenn man lieber will, die Vermutung, daß -er die ihm völlig bekannte Dampfkraft auch auf andere zu seiner Zeit -bewunderte Maschinen übertragen habe, nicht ganz grundlos erscheinen, -zumal da auch das Wort τέχνη auf praktische Anwendung hindeutet.“ - -Die nunmehr zu erwähnende überkommene Nachricht von der Verwendung -der Dampfkraft liegt auf dem Gebiete des christlichen Kultus: im -Jahre 963 befand, wie _William von Malmesbury_ berichtet[11], sich in -einer Kirche zu Rheims eine Orgel, in welcher die Luft auf wunderbare -Weise metallene Pfeifen zum Tönen brachte, indem sie durch die Kraft -heißen Wassers aus den Pfeifen ausgetrieben wurde. Diese Orgel sollte -eine Erfindung des Bischofs _Gerbert von Reims, des späteren Papstes -Silvesters ~II~_, sein[12]. - -Im Laufe der folgenden Jahrhunderte begegnen wir hin und wieder -Beschreibungen des bereits erwähnten Götzenbildes des _Püstrich_, -_Peustrich_ oder _Bustard_. Dasselbe fand sich auch bei den Wenden -in Gestalt eines mit dem rechten Fuß knienden dicken, bausbäckigen -Jungen von 14 Zoll Höhe, dessen Bauchhöhle drei Quart Wasser enthielt. -Dieses verwandelte sich, wenn die Gestalt durch Feuer erhitzt wurde, -in Wasserdampf, der dann aus dem Munde des Püstrich mit lautem Gebrüll -ausströmte. - -_Leone Battista Alberti_, geb. 18. Februar 1404 zu Genua, gest. im -April 1477 zu Rom, berichtet in seinem Werke ~De Architectura seu de -re aedificatoria, Flor. 1485~[13], daß die Kalkbrenner der damaligen -Zeit große Furcht vor den Kalksteinen hatten, welche mit Luft gefüllte -Höhlungen enthielten; wenn diese nämlich erhitzt würden, bildete -sich in diesen Dampf, und dieser gäbe Anlaß zu höchst gefährlichen -Explosionen. - -Von _Leonardo da Vinci_ (1452-1519) berichteten wir bereits auf S. 10, -daß er sich mit der praktischen Benutzung der Dampfkraft beschäftigt -hat. Bei der dort beschriebenen Dampfkanone handelte es sich nicht -um eine von Leonardo angegebene Vorrichtung, sondern um eine solche, -die von Archimedes in Vorschlag gebracht sein soll, offenbar aber von -Leonardo nach dem damaligen Stande des Geschützbaues ausgestaltet ist. - -Diese überaus vielseitige Persönlichkeit hat sich nun aber ebenfalls -mit dem Wesen der Wärme und der Kälte beschäftigt und gewisse -Sätze aufgestellt und auch wichtige Anregungen gegeben, die für -die Entwicklung der auf die Ausnutzung der Spannkraft des Dampfes -gerichteten Bestrebungen von Bedeutung sind. - -Leonardo hat folgende Grundsätze aufgestellt[14]: - -„_Wo eine größere Kälte ist, da ist ein größeres Festwerden von -Flüssigkeiten_.“ - -„_Kaltes Wasser. Warmes Wasser_.“ - -„Das Wasser hat die Bewegung allein durch seine Schwere und -Leichtigkeit, und diese sind seine Akzidentien, da es an sich weder -Schwere noch Leichtigkeit hat, sondern die Schwere erwirbt es, sobald -es oben ist oder seitlich an die Luft angrenzt oder an eine andere -Flüssigkeit, die leichter ist als es selbst, und die Leichtigkeit -erwirbt es, wenn es beim Verdampfen durch die Wärme verdünnt wird, und -dann steht es über dem kalten Wasser.“ - -Leonardo da Vinci hat eine auf diesen Grundsätzen aufgebaute -_Vorrichtung zum Heben von Wasser durch Feuer_, d. i. durch die bei -Erwärmung des Wassers in Röhren auftretende Aspiration, angegeben[15]. -Dieselbe ist in Abb. 8 dargestellt. Oberhalb des das Wasser -enthaltenden Schachtes ist ein Feuer angebracht. Zum Ablassen des -gehobenen Wassers dient ein an dem Feuerbehälter angebrachter Hahn. - -Auch den _Auftrieb der warmen Luft_ benutzte Leonardo da Vinci, und -zwar zum Antrieb eines Bratspießes[16]. Dieser Art der Ausnutzung der -Wärme begegnen wir ziemlich häufig noch in späterer Zeit. - -Leonardo da Vinci treibt, wie Abb. 9 erkennen läßt, durch die im Innern -eines Schornsteins aufsteigende warme Luft eine Turbine an, von deren -senkrechter Welle aus durch Räder- und Schnurtrieb der Bratspieß in -Drehung versetzt wird. - -[Illustration: Abbildung 8. - -Vorrichtung zum Heben von Wasser durch Feuer. (Nach Leonardo da Vinci.)] - -[Illustration: Abbildung 9. - -Antrieb eines Bratspießes durch erwärmte Luft. (Nach Leonardo da -Vinci.)] - -Leonardo da Vinci hat in seinem ~Codex Atlanticus~, ~fol. 253~, des -weiteren auch eine Andeutung gemacht, die ~Dr~. Hermann Grothe[17] -dahin auslegt, daß dort ein Vorschlag gemacht sei, die _Dampfkraft zum -Antrieb einer Barke_ zu benutzen. Von irgendeiner praktischen Anwendung -verlautet nichts. - -Im Jahre 1521 gab _Cesare Cesariano_ in Como erschienene Erläuterungen -zu Vitruvs Architectura heraus, in welchen auch die Äolipile besprochen -wird. Es wird hier ausführlich angegeben, daß der Dampf aus der -Äolipile, d. h. einem Dampftopf, der ein Rohr im Deckel besitzt, mit -großer Kraft ausströmt. Aus diesen Angaben hat man den Schluß gezogen, -daß die Äolipile als Kriegswerkzeug zum Schleudern von Geschossen oder -als Spritze benutzt sei[18]. - -Am 17. Mai 1543 soll _Blasco de Garay_, der in jungen Jahren an der -ersten Entdeckungsfahrt des Christoforo Colombo teilgenommen hatte, im -Hafen von Barcelona dem Kaiser Karl ~V.~ ein Dampfschiff vorgeführt -haben. Die am Anfang des 18. Jahrhunderts erschienene „~Coleccion de -las Viages~“ berichtet hierüber folgendes: - -Blasco de Garay beschäftigte sich in seiner freien Zeit mit Mathematik, -Physik, namentlich mit Mechanik, und soll manches schöne Stück erfunden -haben, um das sich niemand kümmerte, als er, bereits ein Greis, -plötzlich mit dem Gedanken hervortrat, man könne mit dem Wasserdampfe -Bewegung erzeugen, und es wäre möglich, damit etwas treiben zu lassen, -z. B. ein Rad; und da das ganze Sinnen Garays sich stets um die -Schiffahrt drehte, so sprach er seine Überzeugung aus, daß es möglich -wäre, ein in ein Schiff eingebautes Schaufelrad durch Dampf in Drehung -zu bringen, so daß das Schiff hierdurch in Bewegung gesetzt werde und -nicht mehr von den Launen des Windes abhängig sei. Anfangs lachte man -über den mehr als siebzigjährigen Greis; als Garay aber nicht müde -wurde, die Regierung wegen seiner Erfindung zu bestürmen, ermahnte ihn -die damals allmächtige spanische Inquisition, von solch unchristlichem -Werk abzustehen, das er doch nur mit Hilfe der Hölle zustande bringen -könne. Es gelang aber Garay dennoch, die Aufmerksamkeit des Kaisers -Karl ~V.~ zu erringen, und dieser gestattete ihm, ein mit dieser -neuen Einrichtung ausgerüstetes Schiff ihm im Hafen von Barcelona -vorzuführen. Und zwar sollte Garay, da des Kaisers Aufenthalt in -Barcelona nur kurz war, mit dem ersten besten Schiff, das in den -Hafen einlief, seine Kunst versuchen. Es war dies die „Trinidad“, ein -Schiff, das unter dem Kapitän Pedro de Scarza stand und soeben von -Sizilien heimkehrte. Der kaiserliche Befehl erregte überall Angst und -Schrecken, denn man war sich darüber klar, daß der Dampf, mit dem das -Schiff in Bewegung gesetzt werden sollte, direkt aus der Hölle bezogen -sei und daß nur mit Teufelskünsten solch ein ungeheuerliches Beginnen -durchgeführt werden könne. Am meisten war der Kapitän des Schiffes -erzürnt und gekränkt, weil er wußte, daß sein schönes Schiff dann für -ewige Zeiten verhext sei und zweifellos einem Unglück entgegengehe. -Jedenfalls sollte es nicht solch unchristlichem Werke dienen. Aber alle -seine Proteste waren vergeblich, des Kaisers Befehl mußte vollzogen -werden, denn Karl ~V.~, der trotz aller übergroßen Frömmigkeit doch -auch für weltliche Sachen ein scharfes Auge besaß, fühlte heraus, -daß in dem Versuche Garays ein großer Gedanke schlummere, und ließ -sich trotz aller von den verschiedensten Seiten auf ihn einstürmenden -Bitten und Proteste nicht abhalten, dem von ihm bewilligten Versuche -beizuwohnen. Wer aber Garay kannte und wußte, daß er sein Leben -hindurch ein gottergebener Christ gewesen war, wußte auch, daß dieser -Mann sich nicht mit der Hölle verbinden werde, und die Nacht vor der -Probefahrt verbrachte Garay auch in dem berühmten Benediktinerstifte -Montserrat bei Barcelona im inbrünstigen Gebete zu Gott um Gelingen -des Unternehmens, sorgte sogar dafür, daß das Wasser, das er zum -Dampferzeugen verwenden wollte, aus den geweihten Wässern des Klosters -entnommen wurde, und ließ es sorgsam nach dem Schiffe transportieren. -Die Vorbereitungen bestanden in folgendem: Garay legte eine Achse -quer über das Verdeck des Schiffes an deren Enden zwei Schaufelräder -angebracht waren, die in das Wasser hineinreichten. Außerdem wurde ein -Kessel auf das Schiff gebracht, mit dem geweihten Wasser gefüllt, und -aus diesem Dampf erzeugt. Über dem Kessel war ein Apparat angebracht, -in dem sich eine Stange auf und ab bewegte, und das Ganze war durch -Riemen mit der Achse bzw. den Rädern verbunden. Eine ungeheure -Zuschauermenge harrte der Dinge, die da kommen sollten. Nachdem der -gesamte Hofstaat und der Kaiser auf einer Tribüne Platz genommen -hatten, begann der Rauch sich aus dem kleinen Rauchfang des Kessels zu -erheben, das Schiff löste sich vom Platze, die Räder drehten sich, und -das Schiff lief trotz des ungünstigen Windes, ja gerade gegen ihn, aus -dem Hafen. Erstaunen und Entsetzen bemächtigten sich aller Zuschauer, -und ein Teil der Schiffsbesatzung sprang über Bord und suchte durch -Schwimmen aus dem Bereich des offenbar verzauberten Schiffes zu -gelangen. Das Schiff lief 8 Seemeilen, wozu es zwei Stunden brauchte --- der Versuch war glänzend gelungen. Kaiser Karl ~V.~, gleichfalls -überrascht, glaubte, daß es mit ganz natürlichen Dingen zugehe, gab -den Befehl, dem überglücklichen Erfinder 4000 Maravedi auszuzahlen, -und verlieh ihm auf der Stelle den Orden der Taube von Kastilien. -Zugleich aber gab er seinem Großzahlmeister den Befehl, das Schiff -genau zu besehen und dann darüber Bericht zu erstatten. Dieser Bericht -fiel nun aber sehr ungünstig aus. Die Erfindung sei völlig wertlos. -Zwar sei das Schiff acht Meilen in zwei Stunden gelaufen. Dies könne -aber ein gewöhnliches Segelschiff ebenfalls leisten. Dafür berge die -neue Maschine eine Menge von Gefahren in sich. Es sei zu befürchten, -daß Mannschaften und Passagiere verbrüht würden, der Dampfkessel -könne explodieren und größtes Unheil anrichten. Inzwischen wurde auch -von anderer Seite gegen Garays Erfindung angekämpft und der Kaiser -bestürmt, dieses Teufelswerk, das jetzt, da es gelungen war, noch -gefährlicher erschien, nicht zu gestatten. Infolgedessen verbot Karl -~V.~ Garay, den Apparat ferner zu benutzen. Dieser, der sich bereits -dem Ziele seiner Wünsche nahe geglaubt hatte, zertrümmerte im Zorn -seine Maschine, vielleicht auch, um den Argwohn der Inquisitionsbehörde -zu zerstreuen. Diese nämlich rückte dem Erfinder bedenklich näher, -nachdem der Kaiser seine schützende Hand zurückgezogen hatte. - -Garay zeigte aber, daß er nie mit dem Teufel ein Bündnis geschlossen -hatte, denn er zog sich hierauf in das Kloster Montserrat zurück, wo -er im Jahre 1555 als vierundachtzigjähriger Greis sein in den letzten -Jahren nur noch dem Gebete und dem Gottesdienst geweihtes Leben -beendete. - -Von seiner Erfindung ist nichts zurückgeblieben, und nur in der -Geschichte ist seines Namens und seines Werkes Erwähnung geschehen. - -Soweit der Bericht der „~Coleccion de las Viages~“, der so eingehend -er gefaßt ist, dennoch der historischen Unterlage entbehrt. Dies hat -_John Marc Gregor_ in einem am 14. April 1858 in der ~Society of Arts~ -in London gehaltenem Vortrage „Über Räder- und Schraubenpropeller“ -nachgewiesen. Auf Grund zweier in den Staatsarchiven zu Simancas -aufbewahrten Briefe Blasco de Garays und auf Grund der von ihm -in diesem Archiv sowie in dem Archiv zu Barcelona angestellten -Nachforschungen kam Marc Gregor zu dem Ergebnis, daß es sich bei der -Erfindung Garays um ein _von 40 Mann bewegtes Schaufelrad_ gehandelt -hat, nicht aber um eine Dampfmaschine. Nebenbei möge hier die Bemerkung -Platz finden, daß sich bereits auf vorchristlichen römischen Medaillen -Schiffe, die durch Schaufelräder angetrieben werden, vorfinden. Bei den -Chinesen waren schon seit den ältesten Zeiten Schaufelräder im Gebrauch. - -_Cardanus_ (geb. 1501 zu Pavia, gest. 1576 zu Rom) führte in seinem im -Jahre 1553 erschienenen Werke „~De rerum varietate~“ auch die Äolipile -an, die er bezüglich des Ansaugens der Flüssigkeit und des Ausstoßens -des Dampfes verbesserte. Auch er schlug vor, die in den Schornsteinen -aufsteigende warme Luft in der Weise auszunutzen, daß ein Flügelrad in -den lichten Raum der Esse eingebaut und zum Antrieb eines Bratspießes -benutzt werde. - -Eine bemerkenswerte, wenngleich überaus unbestimmte Angabe über das -Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers macht _Johannes Mathesius_, -Bergpfarrer zu Joachimsthal, in seiner im Jahre 1562 erschienenen -„Berg-Postilla oder Sarepta“. Die diesbezügliche Stelle lautet[19]: - -„Ihr Bergleute sollet auch in euren Bergreyen rühmen den guten Mann, -der Berg (Gestein) und Wasser mit dem Wind auf den Platten anrichtet -zu heben, _wie man jetzt auch, doch am Tage, Wasser mit Feuer heben -soll_.“ Leider ist eine nähere Klarlegung dieser Anwendung des Feuers -nicht gegeben. - -Im Jahre 1567 machte der Baumeister _Philibert Delorme_ (geb. um 1518 -zu Lyon, gest. 1577 zu Paris) den Vorschlag, zur Verhütung des Rauchens -der Schornsteine in diese Äolipilen einzubauen. - -Bemerkenswert ist eine Angabe über das Verhältnis zwischen Wasser- -und Dampfmenge, die in dem ohne Nennung des Verfassers (_Bresson_ -zugeschriebenen) im Jahre 1569 zu Orleans erschienenen Buche „~L'Art et -science de trouver les eaux~“ enthalten ist und die wörtlich besagt: - -„Aus einem Teil Wasser entwickeln sich durch Wärmezufuhr und -Verdampfung 10 Teile Luft (Dampf); im Gegensatz hierzu bildet sich aus -10 Teilen Luft ein Teil Wasser.“ - -Das Jahr 1570 brachte wiederum einen Vorschlag, die im Schornstein -abziehenden Rauchgase zum Antrieb von Bratspießen zu benutzen. Dieses -Mal ging der Vorschlag von _Bartholemeo Scappi_ aus, der ihn in seinem -Buche ~Opera di M. Bartholemeo Scappi, Venetia 1570~, unter Beifügung -von Kupfertafeln niederlegte. - -Im Jahre 1575 erschien eine Übersetzung der Werke Herons von -Alexandrien aus dem Griechischen ins Lateinische von _Frederigo -Commandino_. Dieser starb während der Drucklegung zu Urbino. An seiner -Stelle besorgte dessen Freund _Spaciolus_ die Herausgabe[20]. - -In demselben Jahre übersetzte Aleotti, Architekt zu Urbino, die -„Druckwerke“ Herons ins Italienische[21]. - -Im Jahre 1597 erschien zu Leipzig ein Buch, von dem Stuart[22] -berichtet, daß es eine sich drehende Äolipile beschreibe, die zum -Antrieb eines Bratspießes dient. Es würde dieses die erste Quelle sein, -die auf die _motorische_ Ausnutzung der Äolipile deutet. - -Von besonderem Interesse ist auch die Beschreibung einer Äolipile, die -_Sir Hugh Plat_ im Jahre 1594 veröffentlicht[23]: „Eine runde Kugel -von Kupfer oder Messing, die durch Verdünnung des Wassers in Luft das -Feuer kräftig anbläst. Mache eine Kugel aus Kupfer oder Messing und -statte sie mit einem Rohr oder Halsstück aus, das oben einen seitlichen -Ansatz und eine kleine Öffnung besitzt. Dann erhitze die Kugel und wirf -sie in kaltes Wasser; sie wird alsdann Wasser in sich hineinsaugen. -Dies wird so oft wiederholt, bis die Kugel mehr als zur Hälfte gefüllt -ist. Dann setze diese über brennende Kohlen. Nun wird man bemerken, daß -ein starkes Gebläse sich gegen die Kohlen richtet, wenn man die Tülle -des Blasebalges entsprechend einstellt. Es steht außer Zweifel, daß man -mit Hilfe dieser Kugel Gold und Silber schmelzen kann. Auch kann man -diese Kugeln so groß machen, daß man mit ihrer Hilfe eine ganze Stunde -lang ohne Unterbrechung blasen kann.“ - -Man nannte die Äolipilen auch „~philosophical bellows~“, philosophische -Blasebälge. Ihr Prinzip war übrigens in England schon vor den Zeiten -Sir Hugh Plats bekannt. So soll es auf den herrschaftlichen Landsitzen -in Staffordshire üblich gewesen sein, eine „~Jack of Hilton~“ genannte, -etwa einen Fuß hohe hohle Messingfigur aufzustellen, die Feuer spie -und deren Ursprung bis auf die Zeit der Sachsen zurückgeführt wurde. -Sie wurde am Neujahrstage in Tätigkeit gesetzt, und man pflegte die -Neujahrsgans dreimal um diesen Püsterich herumzutreiben, bevor man sie -briet und verzehrte. - -Das Jahr 1598 brachte wiederum eine Übersetzung der „Druckwerke“ Herons -ins Italienische, und zwar von _Georgi_[24]. - -Im Jahre 1601 beschrieb _Battista della Porta_ in seinen ~Pneumaticorum -libri III~ einen Apparat, der hin und wieder als eine Vorrichtung -zum Heben von Wasser mittels Dampfes hingestellt wurde, in Wahrheit -aber nur dazu dienen sollte, festzustellen, in wieviel Teile Luft -sich eine gewisse Menge Wasser auflöst. Porta beschreibt den -Apparat wie folgt[25]: „Man nehme eine gläserne oder zinnerne Kiste -_~BC~_(Abb. 10), deren Boden an einer Stelle mit einem Loch versehen -sei, durch welches der Hals eines Destilliergefäßes ~D~ läuft, welches -ein bis zwei Unzen Wasser enthält. Der Hals sei an den Boden dieser -Kiste eingelötet, so daß das Wasser daselbst nicht heraus kann. Von -dem Boden der Kiste steige eine Röhre ~C~ auf, und diese Röhre sei -hinlänglich vom Boden entfernt, um Wasser durchzulassen. Diese Röhre -muß etwas über die Oberfläche des Deckels emporragen. Man fülle die -Kiste ~B~ durch die Öffnung ~A~ mit Wasser und schließe sie dann zu. -Man setze dann das Gefäß auf das Feuer und erhitze es nach und nach. -Das Wasser in demselben wird sich in Luft verwandeln, wird auf das -Wasser in der Kiste drücken, und dieses Wasser wird auf das Wasser in -der Röhre ~C~ drücken, und dieses wird aus derselben herausfließen. -Man muß so lange mit dem Erhitzen des Wassers in dem Gefäß fortfahren, -bis alles gar ist. Da das Wasser in Luft verwandelt wird, wird diese -Luft immer auf das Wasser in der Kiste drücken, und das Wasser wird -beständig ausfließen. Wenn es einmal bis zum Sieden gekommen ist, mißt -man die Menge Wassers, die aus der Kiste ausgeflossen ist, und so viel -dann an diesem Wasser fehlt, so viel hat sich dann in Luft verwandelt. - -[Illustration: Abbildung 10 und 11. - -Battista della Portas Verdampfungsversuch.] - -Man kann auch sehr leicht bemessen, in wieviel Luft sich eine gegebene -Menge Wassers verwandeln kann. - -Man nehme ein Destilliergefäß, das unter dem Namen Gruale oder -gewöhnlich als ~materasso~, Kolben, bekannt ist, in welchem man -Branntwein brennt. Man lasse dieses Gefäß von Glas sein, damit man die -Wirkungen der Luft und des Wassers sehen kann. - -Dieses Gefäß sei durch ~A~ (Abb. 11) dargestellt, und die Öffnung -desselben befinde sich in einem flachem Gefäß ~B~, das mit Wasser -gefüllt ist. Das Gefäß ~A~ sei mit Luft gefüllt, die mehr oder minder -dicht ist, nach Ort und Jahreszeit. Man rücke einen mit Feuer gefüllten -kleinen Ofen unter das Gefäß ~A~. Die Luft wird sich, sobald sie die -Wirkung der Wärme fühlt, ausdehnen und, nachdem sie dünner geworden -ist, einen größeren Raum einnehmen und auf das Wasser drücken, was zu -kochen scheinen wird. Dies ist ein Zeichen, das sich Luft entwickelt, -und je mehr die Hitze wirken wird, desto mehr wird das Wasser zu kochen -scheinen. Nachdem man den höchsten Grad von Luftverdünnung erhalten -haben wird, wird das Wasser aufhören zu kochen. Wenn man dann das -Feuer von dem Gefäß ~A~ wegnimmt, wird die Luft kälter werden und sich -verdichten und einen kleineren Raum einnehmen, und da sie nicht mehr -den leeren Raum in dem Gefäß ausfüllen kann, weil die Öffnung unter dem -Wasser ist, wird sie das Wasser in das Gefäß ziehen, und man wird das -Wasser mit Gewalt steigen und das Gefäß füllen sehen, so daß nur jener -Teil davon leer bleibt, wo sich die Luft auf ihren natürlichen Zustand -zurückgeführt befindet. Wenn man neuerdings Feuer an dieses geringe -Volumen Luft bringt, wird es sich nochmals verdünnen, das Wasser wird -hinausstürzen und, wenn man das Feuer entfernt, wieder steigen. - -Nachdem man das Wasser gestellt hat, nimmt man eine Feder und Tinte -und bezeichnet außen am Glase die äußerste Oberfläche des Wassers im -Gefäße und gießt dann aus einem anderen Gefäß so viel Wasser in das -erstere, als nötig ist, bis zu dem angedeuteten Punkt zu gelangen. -Man mißt hierauf dieses Wasser, und sovielmal dieses Wasser das ganze -Gefäß füllen wird, sovielmal wird ein Teil der Luft, verdünnt durch -die Hitze, sich entwickeln, und dadurch entstehen ganz kuriose Dinge -(~grande secreti~).“ - -Schon vor dem Jahre 1605 versuchte _Marin Bourgeois_ in der Artillerie -Wasserdampf an Stelle von Pulver zu verwenden. Hiervon hörte _David -Rivault_, _Herr von Flurence_; er setzte sich mit Bourgeois in -Verbindung und ließ sich im Jahre 1606 dessen „Feuergewehr“ vorführen. -In den von Rivault im Jahre 1605 und 1608 herausgegebenen ~Elémens -d'Artillerie~[26] wird beschrieben, wie eine dünnwandige mit Wasser -gefüllte Äolipile, deren Öffnung verschlossen ist, mit heftigem Knall -explodiert, wenn sie der Einwirkung starker Hitze ausgesetzt wird. - -Bourgeois hat übrigens, wie Sir Hugh Plat (vgl. S. 30), auch die -Beobachtung gemacht, daß, wenn man eine Äolipile erhitzt und in ein -mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß wirft, sie Wasser in ihr Inneres -hineinsaugt[27]. - -Die in der zweiten Ausgabe der ~Elémens d'Artillerie~ gegebene -Beschreibung des Dampfgeschützes lautet wie folgt[28]: „_Wie ein -Geschütz mit Hilfe reinen Wassers abgefeuert werden kann_. Eine Kanone -von der gebräuchlichen Form wurde am Zündloch fest verschlossen, und -das Innere wurde mit Wasser gefüllt. Eine Kugel wurde hineingeschoben -und mittels eines Halters festgehalten. _Nunmehr wurde ein Feuer unter -den Schildzapfen des Rohres angebracht_. Als das Wasser hoch erhitzt -worden war, wurde der die Ladung sichernde Halter entfernt und der -Dampf trieb die Kugel mit großer Gewalt hinaus.“ Rivault gibt übrigens -auch die Abbildung einer von Bourgeois erfundenen Windkanone. - -Im Jahrs 1615 erschien zu Heidelberg ein von _Salomon de Caus_[29] -verfaßtes, zum Teil an Heron sich anlehnendes Buch: „~Les Raisons des -forces mouvantes, avec diverses machines aussi utiles que plaisantes~“, -in welchem Beobachtungen über die Natur des Wasserdampfes sowie -Vorschläge für dessen praktische Verwendung gemacht werden. Diese sind -von seiten Aragos so hoch eingeschätzt, daß er Salomon de Caus als den -Erfinder der Dampfmaschine hingestellt hat. Eine aus dem Jahre 1624 -stammende Ausgabe jenes Buches Salomons de Caus zerfällt in folgende -Unterabteilungen: Über die bewegenden Kräfte, Grotten- und Fontänenbau, -Orgelbau. Für die Geschichte der Dampfmaschine ist nur die erstere -wichtig, und zwar in erster Linie die dort aufgestellten „Theoreme“ ~I~ -und ~V~. - - -_Salomons de Caus Theorem ~I~_. - -„_Die Elemente vereinigen sich eine Zeitlang; sodann kehrt jedes wieder -an seinen Ort zurück_. - -Es ist allgemein bekannt, daß alles, was die göttliche Vorsehung -geschaffen hat, zusammengesetzt und zusammengemischt ist aus Elementen, -ebenso alles das, was der Mensch ausführt. So ist z. B. das Holz und -alle anderen Dinge, die die Erde hervorbringt, aus Trockenem und -Feuchtem zusammengesetzt und zwar mit Hilfe des Feuers und der Luft. -Denn wir wissen aus Erfahrung, daß die Erde nichts hervorbringen würde, -wenn sie nicht von der Sonne erwärmt würde und wenn die Luft nicht -Wachstum verliehe. Wie nun aber die Natur etwas mit Hilfe der Elemente -entstehen läßt, so zerstört sie dieses wiederum mit Hilfe der Elemente, -indem sie jedes Element wiederum auf seine Stelle zurückkehren läßt. So -wird z. B. das Holz durch Wärme zerstört, die Feuchtigkeit verdampft -nach oben unter der Einwirkung der Wärme. Erreicht nun der Dampf mit -der Wärme eine gewisse Höhenregion, so verlassen sie einander; jeder -geht an seinen Ort zurück; die Feuchtigkeit fällt wieder auf die Erde. -Dieses nennen wir Regen. Diesen Vorgang werde ich an einem Beispiel -erläutern. - -~A~ (Abb. 12) sei ein rundes, dichtes Gefäß, in dessen Inneres ein -Rohr ~C~ hineinragt, und zwar bis ungefähr auf dessen Boden. An dem -Rohre ~C~ ist ein Hahn zum Öffnen und Verschließen angebracht. Oben -ist an dem Gefäß noch die Öffnung ~E~ angeordnet. Man tue nun durch -diese Öffnung Wasser in das Gefäß hinein, und zwar einen Topf voll, -wie er neben dem Gefäß dargestellt ist, sofern das Gefäß drei solche -Töpfe faßt. Hierauf setze man das Gefäß drei oder vier Minuten lang -auf Feuer und lasse die obere Öffnung ~E~ offen. Nunmehr ziehe man das -Gefäß wieder vom Feuer fort und lasse das noch in demselben befindliche -Wasser hinaus. Man wird hierbei finden, daß ein Teil des Wassers durch -die Hitze des Feuers verdampft ist. Nunmehr fülle man in das Gefäß -wiederum die gleiche Menge Wasser wie vorhin, setze das Gefäß wiederum -auf das Feuer, verschließe aber sowohl die obere Öffnung ~E~ wie den -Hahn ~D~. Man lasse das Gefäß während der gleichen Zeit auf dem Feuer -wie vorhin, ziehe es dann vom Feuer zurück und lasse es erkalten, ohne -die Öffnung ~E~ zu öffnen. Gießt man nun das Wasser aus dem Gefäß aus, -so wird man finden, daß dieses in derselben Menge vorhanden ist, die -man in das Gefäß hineinfüllte. Hieraus ersieht man, daß das Wasser, das -zu Dampf geworden war, jetzt wieder zu Wasser sich verwandelt und sich -selbst abgekühlt hat. Man kann auch noch einen anderen Versuch machen. -Man tue wiederum ein Quantum Wasser in das Gefäß und setze dieses auf -das Feuer, nachdem man die Öffnung ~E~ geschlossen und den Hahn ~D~ -geöffnet hat. Setzt man nun den Topf neben das Gefäß, so wird sich das -Wasser infolge der Hitze des Feuers aus dem Gefäße emporheben.“ - -[Illustration: Abbildung 12. - -Versuch Salomons de Caus über die Kondensation des Dampfes.] - -Aus diesem Theorem I geht mit Sicherheit hervor, daß Salomon de Caus -das Wesen der _Kondensation des Wasserdampfes_ erkannt hat. - - -_Salomons de Caus Theorem ~V~_. - -„_Wasser steigt mit Hilfe des Feuers höher als seine Oberfläche_. - -Man kann mit Hilfe des Feuers Wasser zum Steigen bringen. Hierzu -können verschiedene Vorrichtungen dienen. Eine derselben will ich hier -beschreiben. ~A~ (Abb. 13) sei eine ringsum gut verlötete Kugel, an -welcher sich eine Öffnung ~D~ befinde, durch welche man Wasser in das -Gefäß tue. In die Kugel ~A~ führt bis fast auf deren Grund ein Rohr -~B~. Nach Einführung des Wassers schließe man den Hahn ~D~ und stelle -das Gefäß auf Feuer. Dann wird die dem Gefäß zugeführte Wärme das ganze -Wasser aus dem Rohr ~B~ austreten lassen.“ - -[Illustration: Abbildung 13. - -Salomons de Caus Vorrichtung zum Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers.] - -Unter den übrigen von Salomon de Caus angegebenen Vorrichtungen zum -Heben von Wasser sind für uns noch einige solche von Interesse, bei -denen die Sonnenwärme als Wärmequelle zur Erzielung der Verdampfung -benutzt wird. Als Aufgabe 13 beschreibt er eine Maschine, mit deren -Hilfe man stehendes Wasser in Gestalt einer kontinuierlichen Fontäne -zum Ausströmen bringen kann. Auf dem Wasserbehälter ~I~ (Abb. 14) -stehen vier kleine kastenförmige Gefäße; sie sind unten durch ein Rohr -~P~ miteinander verbunden. Dieses Rohr mündet in seinem mittleren Teile -mittels eines Ventils ~H~ in das im Behälter ~I~ enthaltene Wasser. -Oberhalb der vier kleinen Gefäße liegt ein Rohr ~E~, von welchem je -ein senkrechtes Rohr in diese Gefäße mündet. Ein Rohr ~N~ mit Ventil -~G~ führt von dem Rohr ~E~ zu der kontinuierlich zu betreibenden -Fontäne. Die oberen vier Gefäße werden durch die Öffnung ~M~ zur Hälfte -mit Wasser gefüllt. Hierbei wird dieses Wasser durch das Ventil ~H~ -zurückgehalten. Läßt man nun die Sonne direkt oder unter Einschaltung -von Brenngläsern auf die vier oberen Gefäße scheinen, so dehnt sich -die in diesen befindliche Luft aus und drückt das Wasser in das Rohr -~E~ und durch das Ventil ~G~ und Rohr ~N~ zu dem Springbrunnen. Dieser -läßt das Wasser wieder in das Gefäß ~I~ zurückfallen. Wird die Zufuhr -der Sonne unterbrochen, was bei Eintritt der Dunkelheit von selbst -erfolgt, so kühlt sich die in den vier oberen Gefäßen enthaltene Luft -ab und vermindert ihr Volumen. Infolgedessen schließt sich das Ventil -~G~, wogegen sich das Ventil ~H~ öffnet und Wasser aus dem Gefäß ~I~ in -die oberen Gefäße nach oben hin übertreten läßt. Bescheint die Sonne -wiederum den Apparat, so beginnt das Spiel von neuem. - -[Illustration: Abbildung 14. - -Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der -Sonnenwärme.] - -Als Aufgabe 15 beschreibt Salomon de Caus die in Abb. 15 dargestellte -Sonnenkraftmaschine. Hier sind in dem Gestell ~A~ Brenngläser -angebracht, die die Sonnenstrahlen auf zwei Metallkästen werfen, -die in ihrem Innern die nach Aufgabe 13 ausgeführte Vorrichtung -enthalten. Durch Ventil ~C~ und Rohr ~D~ tritt die unter Druck stehende -Flüssigkeit zu der im Nebenraum aufgestellten Fontäne über. - -[Illustration: Abbildung 15. - -Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der -Sonnenwärme.] - -Salomon de Caus war 1576 zu Dieppe geboren. Seines Zeichens Architekt, -kam er im Jahre 1612 nach England, um den Park des Prinzen von Wales -zu Richmond auszugestalten. Als sich die Tochter des Prinzen, die -Prinzessin Elisabeth, im Jahre 1615 mit Kurfürst Friedrich ~V.~ von -der Pfalz vermählte, siedelte Salomon de Caus nach dessen Residenz -Heidelberg über. Der dortige Schloßpark und die Schloßterrasse sind -sein Werk. 1619 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er im Jahre 1626 -verstarb. Bailles[30] und Arago[31] erblickten in Salomon de Caus -den Erfinder der Dampfmaschine. Im Jahre 1834 wurde ein angeblich -von Marion Delorme an den Marquis de Cinq-Mars gerichteter Brief -veröffentlicht[32], in dem mitgeteilt wurde, daß de Caus, da man seine -Anschauungen über die Dampfkraft für die Ausgeburt eines kranken -Gehirns hielt, von Richelieu zu Bicêtre eingekerkert worden sei. In -der Folgezeit erschien denn auch Salomon de Caus in Wort und Bild als -Märtyrer seiner Ideen. Unter anderem widmete ihm Brachvogel 1859 das -Drama „~Mon de Caus~“. Dagegen stellte sich der Brief Delormes als -eine Fälschung heraus. Dieses hindert aber nicht, anzuerkennen, daß -die Arbeiten Salomons de Caus eine wichtige Etappe auf dem Wege zu der -Erkenntnis des Wesens des Dampfes bilden. Für die Vielseitigkeit dieses -zu früh dahingerafften Pioniers der Dampfkraft spricht der Umstand, -daß er auch über Perspektive (London 1612), Sonnenuhren (Paris 1624), -Harmonie (Frankfurt 1615) Abhandlungen hinterlassen hat. - -Neben Salomon de Caus ist noch zu nennen der ebenfalls aus Dieppe -stammende Isaak de Caus. Dieser verfaßte im Jahre 1644 ein Buch über -eine neue Erfindung, um Wasser zu heben; dasselbe enthält aber nichts -über die des Hebens mittels Feuer. - - * * * * * - -Mit dem Jahre 1617 erschließt sich für den die Geschichte der -Dampfmaschine behandelnden Fachmann eine eigenartige Quelle in Gestalt -der _englischen Patentschriften_. Eins der besten Geschichtswerke -über die Entwicklung der Dampfmaschine ist Fareys „~Treatise on -Steam Engine, historical, practical and descriptive~, London 1827“. -Desgleichen Robert Stuarts ~Descriptive History of the Steam Engine~, -London 1824. Beide Werke enthalten aber Angaben, welche gegenüber der -sich auf die englischen Patentschriften stützenden Forschung nicht -bestehen können. So enthält Stuarts ~History~ eine Zusammenstellung -der auf die Verbesserung der Dampfmaschine, der Feuerungen und der -Dampfkessel bezüglichen englischen Patentschriften, die als lückenhaft -und als zum Teil unzutreffend zu bezeichnen ist. Durch einen Zufall -wurde dem Schreiber dieses auch eine Anzahl in anderen gründlichen -Werken enthaltener Unstimmigkeiten kund, die derselbe in einer längeren -Abhandlung: „_Beiträge zur Geschichte der Erfindungen im 17. und -18. Jahrhundert_“ in „_Glasers Annalen für Gewerbe und Bauwesen_“ 1897, -Nr. 488 u. ff., richtig stellte. - -Die sämtlichen seit dem 11. März 1617 erteilten englischen Patente -sind im Jahre 1857 gesammelt und bei George Edward Eyre und William -Spottiswoode in London neu gedruckt worden. In ihnen ist für die -Erforschung der Fortschritte der Technik von jener Zeit an ein reicher -Stoff niedergelegt, der den im übrigen durchaus gewissenhaften -Forschern Farey und Stuart nicht zur Verfügung stand. Nun gibt es außer -jenem Neudruck der seit 1617 ausgegebenen englischen Patentschriften -auch die von uns bereits mehrfach zitierten ~Abridgements of -Specifications relating to the Steam Engine~. _Leider lassen aber -auch diese eine absolute Zuverlässigkeit vermissen_. Schreiber dieses -hat daher, um hier eine Lücke auszufüllen, sämtliche englischen -Patentschriften vom Jahre 1617 bis auf James Watts erstes Patent vom -Jahre 1769, insgesamt 913 Stück, daraufhin geprüft, ob sie sich auf die -Verbesserung der Dampfmaschine oder Verwandtes beziehen. - -[Illustration: Abbildung 16. - -Titelbild zu Giovanni Brancas Buch „~Le Machine~“.] - -Die ältesten englischen Patentschriften ergehen sich nur in allgemeinen -Wendungen über den Gegenstand des Patents und geben daher keine -Möglichkeit, sich diesen zweifellos zu vergegenwärtigen. - -Schon aus den ersten dieser Patentschriften geht aber zweifellos das -große Interesse hervor, das die damalige Industrie hatte, um sich -neue bewegende Kräfte dienstbar zu machen. Als ein auf diesem Gebiete -tätiger Erfinder tritt uns _David Ramseye_ entgegen. Ihm wurde in -Gemeinschaft mit _Thomas Wildgosse_ am 17. Januar 1618 das Patent Nr. 6 -erteilt auf eine neue und geeignete kompendiöse Art von Maschinen und -Instrumenten und andere nützliche Erfindungen, Mittel und Wege zum -Besten des Gemeinwohles, um so wohl die Äcker ohne Pferde und Ochsen -zu pflügen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu vermehren, ferner um -Wasser von niedrig gelegenen Orten zu höher gelegenen Orten zu heben, -Städte und Landedelsitze mit Wasser zu versorgen und andere Plätze, die -bisher ohne Wasser sind, mit geringerer Mühe als bisher, und Fracht- -und Passagierschiffe auf dem Wasser zu bewegen, sowohl schneller bei -Windstille als auch sicherer im Sturm, als dies bei Schiffen mit voller -Takelung möglich ist. - -Unter dem 8. August 1622 erhielt eben derselbe _David Ramseye_ in -Gemeinschaft mit _John Jacke_ das Patent Nr. 21 auf eine neue und -nützliche Erfindung, Kunst und Mittel, zwei nützliche Maschinen und -Instrumente herzustellen und zu benutzen, die eine zum Heben von -Wasser, um Ländereien und Bergwerke zu entwässern, die andere um einen -Bratspieß oder dergleichen zu drehen. - -Wir erwähnen diese beiden Ramseyeschen Patente hier, obgleich sie nicht -mit Bestimmtheit auf Dampfmaschinen sich beziehen, um deswillen, weil -Ramseye Inhaber des später noch von uns zu nennenden ersten englischen -Dampfmaschinenpatents Nr. 50 vom 21. Januar 1630 ist. - -Im Jahre 1627 gab _Jean Leurechon_ unter dem Namen „Van Etten, ein -Student der Universität zu Pont à Mousson“, ein unterhaltendes, -mathematische, physikalische usw. Dinge behandelndes Buch heraus: -~Récréations mathématiques~, Rouen. In diesem wurde außer den in -Herons Druckwerken beschriebenen Anwendungen der Dampfkraft auch die -Dampfkanone von Bourgeois (vgl. S. 32) vorgeführt[33]. - -[Illustration: Abbildung 17. - -Giovanni Brancas Antrieb eines Walzwerkes durch warme Luft.] - -Um diese Zeit brachte _Cornelius Drebbel_ (geb. 1572 zu Alkmaar, gest. -1634 zu London) ein musikalisches Instrument durch Flüssigkeit, auf -welche die Sonne einwirkte, zum Tönen[34]. - -Das Jahr 1629 bildet einen wichtigen Merkstein in der Geschichte der -Dampfmaschine. In diesem Jahre veröffentlichte _Giovanni Branca_ sein -mit zahlreichen höchst anschaulichen Abbildungen ausgestattetes Buch -„~Le Machine~“, dessen mit den Bildnissen Vitruvs und Archimedes -geziertes Titelbild wir in Abb. 16 wiedergeben. - -Aus diesem Werke Brancas sind für die Geschichte der Dampfmaschine die -Figuren 2 und 25 von Wichtigkeit. - -In Figur 2, die in Abb. 17 wiedergegeben ist, stellt Branca ein -Walzwerk dar, das durch die Abhitze eines Schmiedefeuers angetrieben -wird. - -Branca beschreibt dieses Warmluftrad wie folgt: „In jener Figur 2 wird -ein Verfahren gezeigt, um eine Stange Goldes, Silbers oder sonst eines -Stoffes auszuwalzen, sowie Medaillen, Münzen und dergleichen mit einem -Aufdruck zu versehen. Zunächst sieht man einen Handwerker neben dem -Schmiedefeuer ~M~ unter der Esse ~L K H G~ auf dem Amboß ~T~ den Hammer -schwingen. - -Die Esse läßt in der dargestellten Ausführung die warme Luft nach oben -hin austreten und versetzt hierbei das Rad ~I~ in Drehung, durch dessen -Bewegung die Triebe ~N P R~ und von diesen die Räder ~O Q F~ und die -Welle ~A~ gedreht werden. Letztere liegt konzentrisch zu dem Rade ~F~. -Hier nun kann ein zweiter Handwerker je nach Wunsch den Metallstab -~E~ entweder auswalzen oder mittels der Preßansätze ~B~ und ~C~ mit -Aufdrucken versehen.“ - -Die in Figur 25 dargestellte, in Abb. 18 wiedergegebene Vorrichtung hat -Jahrhunderte hindurch geschlummert. Erst als die Elektrotechnik ihren -Siegeszug durch die Welt vollzog und für den Antrieb der Dynamomaschine -schnell laufende Kraftmaschinen verlangte, ist sie durch _Parsons_ und -_Laval_ gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Gestalt der _Dampfturbine_ -zu neuem Leben erwacht und zu einer anfangs nicht geahnten Verbreitung, -auch außerhalb der Elektrotechnik, insbesondere im Schiffswesen, -gelangt. - -[Illustration: Abbildung 18. - -Giovanni Branca's Dampfrad.] - -_Giovanni Branca_ beschreibt sein Dampfrad wie folgt: „Aus jeder -Abbildung lassen sich die besten Grundlagen und Grundsätze für den -jeweilig vorliegenden Zweck ableiten. Figur 25 stellt eine Vorrichtung -dar, um Stoffe, die zur Herstellung von Pulver dienen, zu zermalmen. -Wunderbar ist aber der Motor dieser Vorrichtung, der in einem -metallenen Kopfe besteht, der mit ~A~ bezeichnet ist, durch die Öffnung -~B~ mit Wasser gefüllt und auf den mit brennenden Kohlen angefüllten -Herd ~C~ gesetzt ist. Der Kopf kann nun nach keiner anderen Richtung -hin ausatmen als durch seinen Mund ~D~. So wird er denn einen so -starken Hauch von sich geben, daß er das Schaufelrad ~E~ samt dem Rade -~G~, dem Triebe ~H~, dem Rade ~I~, dem Triebe ~K~, dem Rade ~L~ und -die mit diesem verbundene Walze in Drehung versetzt. Auf dieser Walze -sind die beiden Hebedaumen ~N~ und ~O~ angebracht, die abwechselnd die -durch ~P~ geführten Stempel anheben, die dann die in den Gefäßen ~M~ -befindlichen Stoffe zertrümmern.“ - -_Das Jahr 1630_ bringt _das erste auf eine Dampfmaschine bezügliche -englische Patent_. In der zugehörigen Urkunde ist im Gegensatz zu den -vorhergehenden Patentschriften ausdrücklich angegeben, daß es sich um -die Ausnutzung des Feuers oder, mit anderen Worten, des Dampfes zur -Leistung von Arbeiten handelt. - -Dieses Patent trägt die Nr. 50 und ist unter dem 21. Januar 1630 dem -bereits als Mitinhaber der Patente Nr. 6 und Nr. 21 genannten _David -Ramseye_ erteilt. - -Das Patent ist außerordentlich vielseitig und betrifft: - -1. die Herstellung von Salpeter, - -2. _das Heben von Wasser aus tiefen Gruben durch Feuer_, - -3. den Antrieb von Mühlen an stehenden Gewässern durch ständige -Bewegung, ohne Benutzung von Wind, Bedienungsmannschaften oder Pferden, - -4. die Herstellung von Teppichen ohne Webstuhl, - -5. die Herstellung von Schiffen, Booten und Barken, die sich gegen -starken Sturm und Strömung fortbewegen, - -6. die Erhöhung der Fruchtbarkeit des Erdbodens, - -7. die Hebung des Wassers aus tiefgelegenen Orten und Kohlengruben auf -eine neue Art, - -8. das Weichmachen von Eisen und Kupfer, - -9. das Bleichen von Wachs. - -Im Jahre 1633 wurden die von uns bereits erwähnten „~Récréations -mathématiques~“ _Leurechons_ durch _Oughtred_ ins Englische -übersetzt[35]. Hier wurden die Äolipilen als Hilfsmittel beim -Metallschmelzen vorgeschlagen. - -Vielleicht ist diese Veröffentlichung der Anlaß zu dem englischen -Patent Nr. 71 gewesen, das unter dem 24. Juni 1634 an _Arnold Rotsipen_ -erteilt wurde. Dasselbe betrifft außer verschiedenen auf anderen -Gebieten liegenden Erfindungen _einen mechanischen Hammer_ (~hammer -Mill~), _der durch Wasserdampf oder durch ein Pferd angetrieben wird -und gestattet, mehr oder minder starke Schläge auszuüben_, obgleich der -Antrieb stets mit der gleichen Geschwindigkeit erfolgt. Dieses wichtige -Patent ist in den ~Abridgements~ auffallenderweise nicht enthalten. - -Um diese Zeit vollzog sich jener große Fortschritt in der Kenntnis des -Luftdrucks, der an die Namen _Galilei_, _Torricelli_, _Pascal_ und -_Otto v. Guericke_ geknüpft ist und fruchtbringend auf die Entwicklung -der Anwendung der Dampfkraft -- wenn auch nicht sofort erkennbar -- -einwirkte. - -Im Jahre 1643 veröffentlichte der Jesuitenpater _Athanasius Kircher_ -in dem Buche „~De arte magnetica~“ eine Verbesserung des Brancaschen -Schaufelrades. Dieselbe bestand im wesentlichen darin, daß auf das -Rad an Stelle eines einzigen Dampfstrahles deren zwei zur Einwirkung -gebracht wurden[36]. - -1648 empfahl der Bischof _Wilkins_ in der ~Mathematical Magic~ -die von Cardanus verbesserte Äolipile (vgl. S. 28) zum Läuten der -Kirchenglocken und zum Antrieb von Musikwerken, zum Garnhaspeln, zum -Schaukeln von Kinderwiegen und zum Drehen von Bratspießen. - -Im Jahre 1650 treffen wir auf ein Schriftstück, das von demjenigen -Manne herrührt, der gleichsam ein englisches Gegenstück zu Salomon de -Caus bildet, indem ihm von zahlreichen englischen Geschichtsforschern -das Verdienst zugeschrieben wird, die erste als Dampfmaschine -anzusprechende Vorrichtung erfunden und in praktische Benutzung -genommen zu haben. Es ist dies _Edward Somerset_, _Marquis of -Worcester_. Einer reichen Aristokratenfamilie angehörig, war -Worcester ein Gegner Cromwells. Als dieser die königlichen Truppen -besiegte, ging Worcester im Jahre 1648 seiner Besitzungen verlustig -und mußte nach Frankreich flüchten, wo er sich mehrere Jahre hindurch -aufhielt. König Karl ~II.~ hoffte auf die Beihilfe Ludwigs ~XIV.~ Dem -widersetzte sich aber der Kardinal Mazarin, und es blieb Karl ~II.~ -nichts anderes übrig, als Vermittler nach England zu senden, die seine -Rückkehr auf den englischen Thron einleiten sollten. Als ein solcher -Vermittler ging auch der Marquis of Worcester nach England, wurde aber -auf Parlamentsbeschluß vom 28. Juli 1652 dem Tower als Gefangener -zugeführt. Hier nahm er seine schon von Jugend auf betriebene -Beschäftigung mit mechanischen Künsten wieder auf und brachte eine -Anzahl von ihm gemachter Erfindungen zu Papier. Dieser unfreiwillige -Aufenthalt dürfte bis etwa zum Juni 1655 gewährt haben. Hier nun -verfaßte er die erste Niederschrift eines Buches: „_Ein Hundertvoll der -Namen und Beispiele solcher Erfindungen, von denen ich mich erinnere, -daß ich sie versucht und vervollkommnet habe_“. Diese Schrift kam aber -erst im Jahre 1663 in die allgemeine Öffentlichkeit. Am 15. November -1661 erhielt der Marquis of Worcester das Patent Nr. 131. Dasselbe -betrifft: - -1. eine Uhr ohne Schnur und Kette, - -2. Schnelladekanonen und Pistolen, - -3. eine Vorrichtung, um durchgehende Pferde ohne Gefahr von dem Wagen -loszulösen, - -4. ein Schiff, das gegen den Strom und gegen den Wind geht. - -Die hier unter Nr. 4 aufgeführte Erfindung ist von verschiedenen -Geschichtsforschern, z. B. Woodcroft, dahin ausgelegt, daß sie sich auf -ein Dampfschiff beziehe. Hierfür bietet aber die Patentschrift Nr. 131 -keinerlei Anhalt. Hieraus scheint sich vielmehr zu ergeben, daß es sich -um eine eigenartige Benutzung der Kraft des Windes handelt, die auch -zum Be- und Entladen von Schiffen benutzt werden sollte. - -Im Jahre 1659 gab _Jakob Dobrzenski_ ein größeres reich illustriertes -Buch ~Nova et amaenior de admirando fontium genio Philosophia~ -heraus, in welchem in Anlehnung an Heron von Alexandrien eine Anzahl -hydraulischer Apparate, u. a. auch eine Vorrichtung, um Wasser durch -die Kraft erwärmter Luft zu heben, beschrieben wird. - -Nunmehr sind zwei Patente bemerkenswert, die im Verlaufe des Jahres -1662 erteilt wurden. Dieselben enthalten zwar keine Angaben, aus denen -hervorgeht, daß es sich um die Anwendung der Dampfkraft handelt, die -jedoch derart abgefaßt sind, daß sie dahin gedeutet werden können, daß -es sich um eine solche handelte. - -Das erste dieser beiden Patente ist am 12. März 1662 an _Ralph Waine_ -unter Nr. 135 verliehen. Als Gegenstand des Patents ist angegeben: -_eine Maschine mit perpetuierlicher Selbstbewegung, die ohne Hilfe -einer Person oder einer Kreatur nicht nur weite Flächen Landes von -großen Wassermengen trocken legt, sondern auch Bergwerke von mehr als -50 Fathoms Tiefe_. - -Das zweite Patent trägt die Nummer 139 und ist am 17. September 1662 an -_Thomas Togood_ erteilt. Dasselbe betrifft eine Erfindung, neue Schiffe -zu bauen, die ohne Hilfe von Wind und Strömung fahren, und eine neue -Erfindung zum Heben von Wasser mit Wassersaugern, die eine besondere -Anwendung finden können, sowie die Entwässerung von Bergwerken, _die -mit Hilfe der bisher bekannten Maschinen nicht erreicht werden kann_. -Im Jahre 1663 erschien die bereits erwähnte Schrift des _Marquis of -Worcester_: „Ein Hundertvoll Namen und Beispiele von Erfindungen“. Der -vollständige Titel dieser von den einen in den Himmel gehobenen, von -den anderen als Ergebnis hohler Prahlerei verschrieenen Druckschrift -lautet: - -„Ein Hundertvoll der Namen und Beispiele von denjenigen Erfindungen, -von denen ich mich entsinnen kann, sie versucht und ausgebildet zu -haben, welche ich (da meine früheren Niederschriften verloren gegangen -sind) auf inständiges Ersuchen eines machtvollen Freundes im Jahre 1655 -versucht habe, in einer solchen Weise niedergelegt habe, daß ich mich -aus ihnen derart unterrichten kann, daß ich imstande bin, die eine -oder andere praktisch auszuführen. ~Artis et Naturae proles.~ London. -Gedruckt bei J. Grismond im Jahre 1663.“ Das Buch ist dem englischen -König und dem Parlament gewidmet. - -Unter den hundert verschiedenen, zum großen Teil nur andeutungsweise -aufgeführten Erfindungen befinden sich u. a. folgende: Verstellbarer -Stempel (Nr. 1), Abfeuern von Kanonen bei Nacht wie bei Tage (Nr. 8), -eine Höllenmaschine (Nr. 9), die so klein ist, daß man sie in der -Tasche tragen kann, und die, im Innern des größten Schiffes angebracht, -zu einer bestimmten Minute, selbst nach Verlauf einer Woche, bei Tag -oder Nacht das Schiff unfehlbar zum Sinken bringt. Nr. 10 bezieht -sich auf das Tauchen, um von einer eine Meile entfernten Stelle aus -die unter Nr. 9 erwähnte Höllenmaschine an dem Schiffe anzubringen. -Unter Nr. 11 wird dann ein Mittel angegeben, um ein Schiff vor jenen -Höllenmaschinen zu bewahren. Ein Verfahren (Nr. 15), ein Boot zu -bauen, das von selbst ohne Hilfe eines Menschen oder eines Tieres -gegen Wind und Strömung fährt; ein Meeresschloß (Nr. 16) oder -festung -kanonenschußsicher zu machen, das auch innerhalb einer Stunde bei 1000 -Mann Besatzung in drei Schiffe verwandelt werden kann. Ein auf der -Themse schwimmender Blumengarten (Nr. 17). Eine Wasserhebevorrichtung -(Nr. 21). Bewegung von Lasten mit geringem Kraftaufwande (Nr. 27). Eine -Repetierpistole (Nr. 58). Als Anwendungsarten des Dampfes kommen nur -die unter Nr. 68, 98 und 100 beschriebenen Vorrichtungen in Frage. - -Unter Nr. 68 heißt es: „Eine merkwürdige und sehr kräftige Art, Wasser -zu heben, und zwar nicht in der Weise, daß es hinaufgedrückt oder -hinaufgesaugt wird, denn dies ist, wie die Philosophen sagen, nur -~intra sphaeram activitatis~, d. i. innerhalb enger Grenzen möglich. -Der hier beschriebene Weg kennt keine Grenzen der Wirkung, sofern nur -die dabei benutzten Gefäße stark genug sind. Ich nahm ein Kanonenrohr, -von dem an dem einen Ende ein Stück abgesprungen war, füllte dessen -Hohlraum zu drei Viertel mit Wasser, verschloß das Mundloch und das -Zündloch sorgfältig mittels Schrauben. Nunmehr brachte ich ein starkes -Feuer unter das Kanonenrohr, das dann nach 24 Stunden mit lautem Krach -zerbarst. So hatte ich auf diese Weise ein Verfahren erkannt, um meine -Gefäße so herzustellen, daß sie nacheinander mittels der in ihnen -aufgespeicherten Kraft gefüllt werden können. - -Ich habe gesehen, wie das Wasser gleich dem ständigen Strahl eines -Springbrunnens 40 Fuß hochstieg. Ein Gefäß, das Wasser enthielt, das -durch Feuer verdünnt wurde, trieb vierzig Gefäße kalten Wassers empor. -Und ein Mann, der die Vorrichtung bedient, braucht nichts weiter zu -tun, als zwei Hähne zu drehen, damit wenn das in dem einen Gefäß -enthaltene Wasser verbraucht ist, ein anderes Gefäß zu arbeiten und -sich mit kaltem Wasser zu füllen beginnt usw. Erforderlich ist, daß -das Feuer gleichmäßig unterhalten wird. Dieses kann aber durch ein -und dieselbe Person besorgt werden, und zwar zwischen der Drehung der -erwähnten Hähne.“ - -Unter Nr. 98 heißt es: „Eine so ersonnene Maschine, daß, wenn der -bewegliche Teil („~primum mobile~“) vorwärts oder rückwärts, aufwärts -oder abwärts, im Kreise oder winklig, hin und her, gerade, senkrecht -sich bewegt, die angestrebte Wirkung ständig vor sich geht, ohne daß -eine der vorgenannten Bewegungen die andere hindert oder vermindert. -Alle Bewegungen vereinigen sich vielmehr, um der Vorrichtung Kraft -in erhöhtem Maße zuzuführen. Und daher nenne ich diese Maschine eine -‚halballmächtige Maschine‛ (~A Semi-omnipotent Engine~). Ein Modell -derselben soll mir dermaleinst in das Grab mitgegeben werden.“ - -Unter Nr. 100 macht dann der Marquis of Worcester folgende Ausführungen: - -„Durch das merkwürdige Hilfsmittel, welches die beiden zuletzt -genannten Erfindungen darbieten, ist nun von mir nach jahrelangem -Arbeiten ein Wasserwerk ausgeführt worden, mit dessen Hilfe mit der -Kraft eines Kindes eine unglaubliche Menge Wassers 100 Fuß hoch gehoben -werden kann, und zwar sogar in einem Rohre von zwei Fuß Durchmesser. -Und dies geht so natürlich vor sich, daß die Maschine noch nicht einmal -in dem benachbarten Raum gehört wird, und so leicht und einfach, daß, -wenn die Maschine selbst während eines ganzen Jahres Tag und Nacht in -Tätigkeit wäre, die Reparaturen noch nicht 40 Schillinge kosten und -keinen Tag erfordern würden. - -_Ich kann daher diese Maschine mit Kühnheit das bewundernswerteste -Werk der ganzen Welt nennen_. Dieselbe vermag nicht nur mit kleinem -Aufwande alle Sorten von Bergwerken zu entwässern, sondern auch selbst -hochgelegene Städte mit Wasser zu versorgen. Hierbei läßt sie das -Wasser durch die Straßen laufen und übernimmt demnach auch das Amt der -Straßenreiniger. Auch liefert sie den Einwohnern für ihre Privatzwecke -Wasser in genügender Menge. Sodann versorgt sie Flüsse mit derartigen -Wassermassen, daß sie schiffbar sind und bleiben von einer Stadt zur -anderen. - -Und so hebt sie die Verhältnisse mit vermehrtem Vorteil, Nutzen, -Bewunderung und Stetigkeit. Daher glaube ich denn auch wohl mit Recht, -daß durch diese Erfindung meine Arbeiten gekrönt werden und daß sie -mich für alle meine gehabten Aufwendungen entschädigen wird, so daß ich -nicht mehr gezwungen bin, meine Gedanken auf weitere neue Erfindungen -zu richten. - -Hiermit ist das Hundert voll, und ich will den Leser nicht weiter -ermüden, denn ich habe die Absicht, der Nachwelt ein Werk zu schenken, -in welchem unter allen den behandelten Kapiteln angegeben werden soll, -wie die genannten Erfindungen ausgeführt werden können, und zwar unter -Beifügung von Kupferstichen. - - ~In bonum publicum. - In Majorem Dei Gloriam.~“ - -Dieses vom Marquis of Worcester der Nachwelt verheißene Werk ist nicht -zur Ausführung gekommen. Wohl aber hat _Henry Dircks_ es unternommen, -die hundert Erfindungen nach Kräften zu erklären[37]. - -Die Nachwelt hat mehrfach den Versuch unternommen, die unter Nr. 68 des -Centurys angegebene Maschine zu rekonstruieren. - -Die Abb. 19 stellt die vermutliche Anordnung der Worcesterschen -Wasserhebemaschine nach La Cour und Appel dar[38]. Wir sehen hier -links das Gefäß, in dem der Dampf entwickelt wird, der dann in das -rechts stehende Gefäß geleitet wird und aus diesem das Wasser in einem -Steigrohr empordrückt. - -Wie Salomon de Caus so ist auch der Marquis of Worcester als Erfinder -der Dampfmaschine poetisch verherrlicht worden, und zwar in Bulwers -„~The last of the Barons~“. - -[Illustration: Abbildung 19. - -Wasserhebemaschine des Marquis of Worcester. - -Nach La Cour und Appel.] - -Des Marquis of Worcester „~Century of Inventions~“ ist in Handschrift -unter den ~Harleian Papers~ im Britischen Museum erhalten und trägt -hier die Sammlungsnummer 2428. Sie wurde, wie wir bereits mitteilten, -zuerst im Jahre 1663 veröffentlicht. Im Jahre 1746 erfolgte ein -Neudruck, bei welcher Gelegenheit man in _Desaguliers_ den Verfasser -vermutete. Eine spätere Ausgabe aber erfolgte zu Glasgow im Jahre 1767, -nachdem James Watt seine Erfindungen begonnen hatte. 1786 erfolgte zu -London ein dritter Abdruck und im Jahre 1813 ein vierter zu Newcastle -durch John Buddle. Schließlich veröffentlichte Henry Dircks das Century -als Appendix zu seinem von uns zitierten Buche über Leben, Zeitalter -und Arbeiten des Marquis of Worcester. - -Die ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine~ -(London 1871) berichten, daß der Marquis of Worcester unter dem -3. Juni 1663 durch Parlamentsakte auf seine Wasserhebemaschine ein -Privileg erhielt. Dasselbe ist in der im Jahre 1857 veröffentlichten -Sammlung englischer Patente nicht enthalten und bezweckte, „Edward -Marquis of Worcester in den Stand zu setzen, die von ihm erfundene -Wasserhebemaschine auszunutzen“. In der Einleitung heißt es: „Edward -Marquis of Worcester hat Seiner Majestät dem König die Versicherung -gegeben, daß er auf Grund langer und unermüdlicher Anstrengungen und -Eifers und unter erheblichen Aufwendungen ein Naturgeheimnis aufgedeckt -habe, nämlich eine Wasserhebemaschine von größerer Stärke und größeren -Vorzügen, als man bisher kannte. Diese Maschine ist keine Pumpe oder -Kraftmaschine (~force~), wie sie jetzt im Gebrauch sind, noch ein Werk, -das mit Saugern, Eimern oder Balgen arbeitet, wie man sie bisher zum -Heben und Transportieren von Wasser benutzt hat, welche Maschine der -Allgemeinheit einen großen Nutzen gewähren wird. Und da nun der Marquis -of Worcester gewillt und bereit ist, Sr. Majestät den zehnten Teil des -ihm daraus erwachsenden Nutzens zu überlassen, soll ihm allein die -Benutzung seiner Erfindung für 99 Jahre gewährt werden. - -Sollte jemand die Maschine nachahmen oder benutzen, so soll die -betreffende Maschine dem Marquis verfallen sein. Und für jede Stunde, -die jemand ohne Erlaubnis des Marquis die Maschine benutzt, soll dieser -mit 5 Pfund Sterling bestraft werden. Dem Marquis wird aufgetragen, bis -zum 29. September 1663 ein Modell seiner Maschine dem Lord Treasurer -einzureichen.“ - -Nachdem dieses Privilegium erteilt worden war, machte ein alter -Diener des Marquis namens _James Rollock_ die Mitteilung, daß dieser -beabsichtige, ein Wasserwerk nach seinem System zu erbauen. Dieser -James Rollock war 40 Jahre lang der Augenzeuge der Bemühungen -des Marquis gewesen, die darauf abzielten, eine brauchbare -Wasserhebemaschine zu schaffen. Im Zusammenhange mit dieser Mitteilung -James Rollocks scheint eine alsbald vom Marquis veröffentlichte -Schrift zu stehen: „Eine vollkommene und wahre Beschreibung einer -überraschenden Wasserhebemaschine“[39]. - -Nach dieser Schrift befanden sich an dieser Maschine im wesentlichen -folgende Teile: - -1. ein vollkommenes Gegengewicht für jede beliebige Menge von Wasser; - -2. ein vollkommener Ausgleich (~countervail~) für jede Höhe, auf welche -das Wasser gefördert werden soll; - -3. ein beweglicher Teil (~primum mobile~), der sowohl die Förderhöhe -als auch die Fördermenge beherrscht; - -4. ein Ersatz oder Gegenwert, welcher die Stelle und Arbeit der vollen -Kraft eines Mannes, des Windes, eines Tieres oder eines Wasserrades -leistet; - -5. eine Steuerungsvorrichtung mit Griffen, durch welche ein Kind die -ganze Arbeit der Maschine leiten, regulieren und kontrollieren kann; - -6. ein besonderer Behälter für Wasser, entsprechend der gewünschten -Wassermenge oder Förderhöhe; - -7. eine Wasserleitung, geeignet für die gewünschte Wassermenge und -Förderhöhe; - -8. ein Raum für das Quell- oder Flußwasser, wohinein dieses läuft und -sich selbsttätig mit dem aufsteigenden Wasser vereinigt, und zwar am -unteren Ende der genannten Wasserleitung, mag diese auch noch so hoch -und weit sein; - -„Dies ist“, so fügt der Marquis hinzu, „durch die göttliche Vorsehung -und durch himmlische Eingebung meine wunderbare Wasserhebemaschine, die -weder an eine gewisse Förderhöhe noch an eine bestimmte Fördermenge -gebunden ist.“ - -La Tour und Appel berichten in ihrer von uns bereits mehrfach zitierten -„Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung“, daß sich in den -hinterlassenen Papieren des Marquis of Worcester die Niederschrift -eines Dankgebetes gefunden hat, das er verfaßte, nachdem er seine -Maschine in Tätigkeit gesetzt hatte und sich mit eigenen Augen von dem -Erfolg überzeugen konnte. Dieses Gebet lautet: - -„O unendlicher und allmächtiger Gott, Deine Barmherzigkeit hat keine -Grenzen. Deine Weisheit ist unermeßlich und unerschöpflich. Ich danke -Dir zuerst, daß Du mich erschaffen und mir Heil hast widerfahren -lassen. Dann aber sage ich Dir aus dem Innersten meines Herzens -demütigen Dank dafür, daß Du mir Einsicht in ein Geheimnis vergönnt -hast, welches so groß und für alle Menschen so wertvoll ist wie -meine Wasserhebemaschine. Bewahre mich nun davor, o Herr, daß meine -Kenntnis dieser und vieler seltenen und unvergleichlichen Erfindungen, -Einrichtungen und Versuche mich aufgeblasen mache, sondern züchtige -mein hochmütiges Herz, indem Du mich meine unwissende schwache und -unwürdige Natur erkennen lässest, die von allem Bösen versucht wird.“ - -Im Jahre 1663 hatte Worcester in seiner zu Vauxhall belegenen Werkstatt -ein Modell seiner Wasserhebemaschine angefertigt und König Karl II. zu -dessen Besichtigung eingeladen[40]. - -Sodann hatte er eine Maschine in größerem Maßstabe in Vauxhall für -die Wasserversorgung Londons aufgestellt. Am 3. April 1667 verstarb -Worcester in London und wurde in der Familiengruft zu Raglan feierlich -beigesetzt. Die Maschinenanlage zu Vauxhall war noch im Jahre 1669 im -Betriebe. In diesem Jahre wurde sie vom Prinzen Cosimo, dem Sohn des -Großherzogs Ferdinand II. von Toskana, besichtigt. In dem Tagebuche, -das Magalotti, der Begleiter des Prinzen, geführt hat, heißt es[41]: - -„Damit Seine Hoheit den Tag nicht mit unnützen Dingen zubringe, -besuchten wir den anderen Teil der Stadt und sahen hier in einem -Garten in der Nähe des Palais des Erzbischofs von Canterbury eine -hydraulische Maschine, die vom Lord Somerset, Marquis of Worcester, -erfunden ist. Sie hebt Wasser 40 Fuß hoch und wird von einem einzigen -Mann bedient. In sehr kurzer Zeit füllt sie durch ein Rohr, welches -nur ½ Fuß Durchmesser hat, einen Behälter mit Wasser. Man sagt, sie -sei nützlicher als eine andere Maschine im Somersethause, die von zwei -Pferden in Bewegung gesetzt wird.“ - -Die Witwe des Marquis bemühte sich nach dem Tode ihres Gatten noch -eine Zeitlang um die Ausnutzung der Erfindung, gab jedoch alsbald aus -Rücksicht auf ihr Geschlecht und ihren Stand weitere Schritte auf. - -_Boyle_ hatte bereits im Jahre 1660 die Beobachtung gemacht, daß -lauwarmes Wasser siedet, wenn die auf ihm lastende Luftsäule durch eine -Luftpumpe entfernt wird. - -Auch _Huygens_ wendete sich der Untersuchung des Luftdrucks zu; -hierdurch wiederum wurde Dionysius Papin im Jahre 1674 veranlaßt, -eine Druckschrift über die von ihm angestellten Versuche und eine -von ihm verbesserte Luftpumpe zu veröffentlichen. In das Jahr 1674 -fällt auch die Erteilung des englischen Patents Nr. 175 vom 14. März -genannten Jahres. Dasselbe läßt allerdings nicht erkennen, ob es sich -um eine Ausnutzung der Dampfkraft handelt. Es ist aber um deswillen -interessant, weil es dem _Sir Samuel Morland_ erteilt ist, der sich -später um die Ausgestaltung der Dampfmaschine nicht unwesentliche -Verdienste erworben hat. Als Gegenstand des Patents wird angegeben: -einige Maschinen, um große Wassermengen mit geringerem Kraftaufwand -zu heben, als es jetzt mit Hilfe von Ketten- und anderen Pumpen -möglich. Nach Farey ist Morland auch der Erfinder des Gangspills, des -Sprachrohres, der Plungerpumpe und einer Rechenmaschine. - -Im Jahre 1678 machte der Abbé _Hautefeuille_ den Vorschlag, die bei -dem Verbrennen des Schießpulvers sich bildenden Gase als treibende -Mittel zu benutzen. Der erste Vorschlag ging dahin, die Pulvergase -zu kondensieren und durch das hierbei sich bildende Vakuum Wasser -anzusaugen; nach dem zweiten Vorschlage sollten die Pulvergase auf die -Oberfläche des in einem geschlossenen Gefäß enthaltenen Wassers drücken -und dieses Wasser in ein anderes Gefäß emporheben; nach dem dritten -Vorschlage sollten die Gase einen Kolben in eine hin und her gehende -Bewegung versetzen[42]. - -In demselben Jahre machte _Boyle_ eine Anzahl von Versuchen mit -Äolipilen, bei denen er zu dem Ergebnis kam, daß nur die im Dampf -enthaltenen Wasserteilchen kondensierbar seien, daß aber die Luft nicht -in Flüssigkeit verwandelt werden könne. - -In das Jahr 1679 fällt wiederum ein auf das Heben von Wasser erteiltes -Patent. Dasselbe trägt die Nr. 208 und ist unter dem 23. Mai _George -Burton_, _Silvester Plott_ und _John Deighton_ auf ein Mittel oder ein -Verfahren erteilt, „um durch Wasserkraft („Hydragogie“) in Röhren, -Maschinen und Gefäßen Wasser höher zu heben, als es bis jetzt in den -Londoner Maschinenhäusern und in England möglich ist.“ - - - - -Von Dionysius Papin bis James Watt. - - -Wir wenden uns nunmehr dem zweiten Abschnitt der vor James Watt -liegenden Entwicklung der Dampfmaschine zu. Derselbe steht durchaus -im Namen _Dionysius_ (_Denis_) _Papins_. Er unterscheidet sich von -dem ersten, Jahrtausende umfassenden Abschnitt dadurch, daß an die -Stelle des Tastens und unsicheren Suchens allmählich ein zielbewußtes, -auf das gewissenhaft ausgeführte und zutreffend beurteilte Experiment -gestütztes Streben tritt. - -Wohl war das Ventil, der in dem Zylinder bewegliche Kolben, die -Expansions- und Druckkraft des Dampfes und die Kondensation des -Dampfes bekannt. Auch war bereits der Vorschlag gemacht worden, die -Expansionskraft des explodierenden Pulvers zur Bewegung eines Kolbens -zu benutzen. Allen diesen Tatsachen gegenüber, von denen übrigens -nicht feststeht, inwieweit sie Papin bekannt waren, besteht dessen -großartiges Verdienst darin, daß er den ersten erfolgreichen Schritt -auf dem Wege zur Herstellung der Dampfmaschine im Sinne der Jetztzeit -tat. - -Nachdem Papin, wie wir auf S. 57 berichteten, sich mit der Erforschung -des Wesens des Luftdrucks beschäftigt hatte und das Ergebnis derselben -in einer Huygens gewidmeten Schrift im Jahre 1674 niedergelegt hatte, -ging er dazu über, auch die Natur des Wasserdampfes zu untersuchen. Die -Ergebnisse dieser Arbeiten sind niedergelegt in der im Jahre 1681 in -London erschienenen Schrift: „~A New Digester or Engine for softning -Bones, containing the Description of its Make and Use in Cookery, -Voyages at Sea, Confectionary, Making of Drinks, Chymistry and Dying -etc.~“ - -Der in dieser Schrift beschriebene Digester ist der bekannte in Abb. 20 -dargestellte _Papinsche Topf_. Bis auf den heutigen Tag ist derselbe -als sparsame und zweckdienliche Kochvorrichtung im Gebrauch, aufgebaut -auf der Abhängigkeit des Siedepunktes vom Druck. - -Für die Entwicklung der Dampfmaschine ist diese Schrift nicht nur wegen -der erweiterten Kenntnis des Wesens des Wasserdampfes von hohem Wert, -sondern auch um deswillen, weil hier, wie unsere Abbildung erkennen -läßt, das so überaus wichtige _Sicherheitsventil_ mit veränderlicher -Belastung zuerst in die Erscheinung tritt. In Abb. 20 ist dasselbe mit -~_LMN_~ bezeichnet. Im Jahre 1681 machte _Huygens_ den Vorschlag, die -Gase des explodierenden Pulvers zum Auftrieb eines in einem Zylinder -beweglichen Kolbens zu verwenden und alsdann die Gase zu kondensieren. -Die Abwärtsbewegung des Kolbens sollte durch den Überdruck der Luft -bewirkt werden[43]. - -Inzwischen ruhte auch in England die Erfindertätigkeit nicht. Das Jahr -1681 brachte die Gewährung zweier Patente, die, wenn auch nicht als -Dampfmaschinenpatente benannt, dennoch von uns erwähnt werden müssen. - -[Illustration: Abbildung 20. - -Papinscher Topf. - -Aus „~A New Digester~“. London, 1681.] - -Es ist dies das Patent Nr. 212 vom 25. Juni 1681. Dasselbe ist an -_William Pawley_ und _Edward Dallow_ erteilt und betrifft einen neuen -Weg oder Kunst zum Entwässern von Bergwerken. Das zweite Patent ist am -19. August 1681 unter Nr. 215 an _John Joachim Becher_, _Henry Serle_, -_Henry Vincent_, _John Weale_ und _Samuel Weale_ erteilt und betrifft -eine Maschine, um Wasser zu heben und in den größten Mengen aus -Bergwerken und aus den größten Tiefen hinauszufördern mit großem Erfolg -und geringem Aufwand an Arbeit. - -Im Jahre 1682 machte _Hautefeuille_ den bemerkenswerten Vorschlag, an -Stelle der Pulvergase Alkoholdämpfe als Treibmittel für den Kolben zu -benutzen. Der Alkohol sollte abwechselnd verdampft und kondensiert -werden[44]. - -Auch in diesem Jahre wurden mehrere hier zu erwähnende englische -Patente erteilt: Nr. 218 vom 12. Mai 1682 _John Tredenham_, _Charles -Vivian_, _John Threwren_, _William Harris_: Eine neue Maschine, um -Wasser auf leichtere und vorteilhaftere Weise zu heben als bisher, die -sich zum Gebrauch für die Entwässerung der Zinngruben von Cornwall und -anderer Bergwerke eignet; Nr. 219 vom 16. Juni 1682 _Robert Aldersey_: -eine Maschine, um schneller und leichter Wasser aus den größten Tiefen -zu heben. - -Im Jahre 1683 verfaßte dann der bereits auf S. 57 erwähnte Sir Samuel -Morland eine Schrift[45] über das Heben von Wasser durch Maschinen -aller Art. - -Diese Schrift wird im Manuskript in der Harleiansammlung des Britischen -Museums zu London aufbewahrt. Hier heißt es: - -„_Die Prinzipien der neuen Kraft des Feuers, im Jahre 1682 von dem -Ritter Morland erfunden und im Jahre 1683 Seiner christlichen Majestät -unterbreitet_. - -Wird Wasser mit Hilfe des Feuers verdampft, so nehmen diese Dämpfe -sofort einen größeren Raum ein (ungefähr das Zweitausendfache), als das -Wasser zuvor einnahm, und werden, wenn man ihnen keinen Ausweg bietet, -sogar ein Kanonenrohr zersprengen. Werden sie aber nach der Lehre vom -Gleichgewicht geleitet und nach den Regeln der Wissenschaft behandelt, -so werden sie friedlich (wie gute Lastpferde) ihre Bürde tragen und auf -diese Weise der Menschheit großen Nutzen stiften, insbesondere beim -Heben von Wasser gemäß der folgenden tabellarischen Zusammenstellung, -welche die Zahl von Pfunden angibt, die in einer Stunde 1800mal um 6 -Zoll gehoben werden können mittels zur Hälfte mit Wasser gefüllter -Zylinder“. - - ========================================================== - Zylinder ¦Zu hebendes Gewicht - --------------------------------------¦in Pfunden - Durchmesser in Fußen ¦ Höhe in Fußen ¦ - =====================¦==================================== - 1 ¦ 2 ¦ 15 - 2 ¦ 4 ¦ 120 - 3 ¦ 6 ¦ 405 - 4 ¦ 8 ¦ 960 - 5 ¦ 10 ¦ 1875 - 6 ¦ 12 ¦ 3240 - --------------------------------------¦------------------- - Zahl der Zylinder 1 ¦ 3240 - von 6 Fuß 2 ¦ 6480 - Durchmesser und 3 ¦ 9740 - 12 Fuß Höhe 4 ¦ 12960 - 5 ¦ 16200 - 6 ¦ 19440 - 7 ¦ 22680 - 8 ¦ 25920 - 9 ¦ 29160 - 10 ¦ 32400 - -Aus dem Gesagten geht hervor, daß Morland ziemlich umfangreiche -Versuche angestellt hat. Wenngleich die Wirkungsweise des Dampfes in -den Zylindern nicht angegeben ist, so liegt doch die Auffassung nahe, -daß Morland sich an die Vorrichtung des Marquis of Worcester angelehnt -hat und daß das Wasser in die Zylinder hineingelassen und mittels des -Druckes des Dampfes aus diesen hinausgepreßt wurde. - -Während seines Aufenthaltes in Frankreich verfaßte dann Morland noch -ein anderes größeres Buch über das Heben von Wasser. In diesem Buche -ist aber nichts von der Verwendung der Dampfkraft enthalten. - -Morland starb im Jahre 1696. - -In den Jahren 1684-1687 führte Papin als ~Curator of Experiments~ der -Londoner ~Royal Society~ zahlreiche Versuche aus, die sich zum Teil auf -die Verwertung des Luftdrucks bezogen. Auf Grund dieser Versuche schlug -er vor, in einem Zylinder einen Kolben auf- und abwärts verschiebbar -anzuordnen und die unterhalb des Kolbens befindliche Luft durch eine -Luftpumpe abzusaugen, infolgedessen dann der Kolben unter dem Überdruck -der Atmosphäre abwärts bewegt wurde[46]. - -Da die ~Royal Society~ diesen Vorschlag nicht annahm, leistete Papin -einem Ruf des Landgrafen Karl von Hessen als Professor der Mathematik -an der Universität Marburg Folge. - -Hier setzte er seine Versuche, eine Luftdruckmaschine zu erbauen, fort. -Hierbei kam er bald auf den Plan, die von Huygens ausgenutzte Kraft der -Pulvergase durch die Expansivkraft des Wasserdampfes zu ersetzen. - -Seine diesbezüglichen Arbeiten wurden unter dem Titel „~Nova methodus -ad vires validissimas levi pretio comparandas~“ (Neues Verfahren, um -die größten Kräfte auf billige Weise zu erzielen) im August 1690 in -den „~Actis Eruditorum~“ und in dem „~Fasciculus dissertationum de -novis quibusdam _Machinis_ atque aliis argumentis philosophicis quorum -seriem versa pagina exhibit authore Dionysio Papin~“ (Marburg 1695) -veröffentlicht. - -Hier geht Papin von der Beobachtung aus, daß bei den Pulvermaschinen -unterhalb des Kolbens sich die zum Hinabdrücken des Kolbens -erforderliche Luftleere nicht erzielen läßt. Er fährt dann wörtlich wie -folgt fort: - -„Ich habe daher versucht, denselben Erfolg auf einem anderen Wege zu -erreichen: Da das Wasser die Eigenschaft besitzt, nachdem es durch -Feuer in Dampf verwandelt ist, eine federnde (elastische) Kraft wie die -Luft zu besitzen und später unter der Einwirkung von Kälte sich wieder -so vollkommen in Wasser zu verwandeln, daß es keinerlei federnde -Kraft mehr besitzt, glaubte ich, daß sich mit Leichtigkeit Maschinen -bauen lassen, in denen das Wasser unter mäßigem Wärmeaufwand und mit -geringen Kosten jene völlige Luftleere hervorbringt, die sich mit -Hilfe des Schießpulvers niemals erzielen ließ. Unter allen denjenigen -Vorrichtungen, die zu diesem Zwecke ersonnen werden können, scheint mir -die nachstehend beschriebene am geeignetsten. - -~_AA_~ (Abb. 21) ist ein Rohr, das überall denselben lichten -Durchmesser besitzt und an seinem unteren Ende dicht verschlossen -ist. ~_BB_~ ist ein dem Rohre angepaßter Kolben. ~_DD_~ ist eine an -dem Kolben befestigte Stange. ~E~ ist ein eiserner Stab, der um ~F~ -drehbar ist. ~G~ ist ein elastisches Blättchen, das auf die Stange -~E~ derart drückt, daß diese in die Öffnung ~H~ der Kolbenstange -~_DD_~ hineingepreßt wird, sobald der Kolben und die Kolbenstange so -weit in dem Zylinder nach oben gelangt sind, daß die Öffnung ~H~ der -Kolbenstange oberhalb des Deckels ~_II_~ liegt. ~L~ ist ein im Kolben -befindliches Loch, durch welches die Luft aus dem unteren Teile des -Rohres ~_AA_~ entweichen kann, wenn der Kolben in dem Rohre nach unten -gedrückt wird. - -[Illustration: Abbildung 21. - -Papins erste Dampfmaschine. Aus: ~Fasciculus Dissertationum~. Marburg -1695.] - -Die Benutzung der Maschine erfolgt nun in nachstehend beschriebener -Weise: In das Rohr ~_AA_~ wird eine kleine Menge Wasser, etwa 3 bis -4 Linien hoch, eingebracht und der Kolben so weit abwärts geführt, -daß eine Kleinigkeit des in den Hohlraum eingebrachten Wassers durch -das Loch ~L~ empordringt. Hierauf wird dieses Loch ~L~ durch den Stab -~_MM_~ verschlossen. Hierauf wird der mit den erforderlichen Öffnungen -versehene Deckel ~II~ aufgebracht, und nachdem man dann ein mächtiges -Feuer angefacht hat, erwärmt sich das aus dünnem Metall hergestellte -Rohr. Das in diesem enthaltene Wasser verwandelt sich in Dampf und übt -einen so starken Druck aus, daß es den Druck der Atmosphäre überwindet -und den Kolben ~BB~ so weit emporhebt, bis die Öffnung ~H~ der -Kolbenstange ~DD~ über den Deckel gelangt und der Stab ~E~ mit einigem -Geräusch von dem elastischen Blättchen ~G~ in die genannte Öffnung ~H~ -hineingestoßen wird. Nun muß sofort das Feuer beseitigt werden. Die -Dämpfe, die in dem dünnwandigen Rohre enthalten sind, werden unter -dem Einfluß der Kälte in kurzer Zeit wieder in Wasser verwandelt. Der -Stab ~E~ wird nun aus der Öffnung ~H~ hinausgezogen und gestattet -also der Kolbenstange den Abstieg. Zugleich wird auch der Kolben ~BB~ -unter dem vollen Druck der Atmosphäre nach unten gedrückt. Hierbei -erfolgt diese beabsichtigte Bewegung um so energischer, je größer der -lichte Durchmesser der Röhre ist. Es steht außer Zweifel, daß der -Atmosphärendruck seine ganze Kraft in derartig ausgestatteten Röhren zu -äußern vermag.“ - -_Papin ist also hier mit voller Absichtlichkeit dazu übergegangen, die -Verdichtung des Dampfes und die dadurch bewirkte Luftleere zum Antrieb -einer Kolbenmaschine zu benutzen._ - -Als Verwendungszweck seiner Maschine gibt Papin an: die _Förderung von -Wasser und Erz aus den Bergwerken, das Schleudern eiserner Kugeln auf -weiteste Entfernungen hin, den Antrieb von Schiffen gegen den Wind_. -Sonstige Möglichkeiten der Verwendung werden sich nach Papins Meinung -von Fall zu Fall von selbst ergeben. - -Papin hatte vor allem die Verwendung seiner Maschine zum Antrieb von -Schiffen im Auge. Er hatte nämlich während seines Londoner Aufenthalts -ein dort auf Befehl des Pfalzgrafen Rupert erbautes Schiff gesehen, das -mit Schaufelrädern ausgestattet war, die mittels eines durch Pferde -bewegten Göpels angetrieben wurden. Dieses Schiff hatte die mit 16 -Ruderern besetzte Barke des Königs an Schnelligkeit weit überholt. -Papin schlug vor, die gezahnten Kolbenstangen von drei oder vier der -von ihm erfundenen Zylinder in Zahnräder eingreifen zu lassen, die auf -der Welle der Schaufelräder angebracht waren. Dieser Eingriff sollte -abwechselnd geschehen, um ununterbrochen drehende Bewegung der Welle -zu erzielen. Die Triebräder sollten sich, wenn die Kolben aufwärts -gingen, auf der Achse lose drehen, um aber dann, wenn sie auf die Achse -einwirken sollten, mittels Sperrklinken anzugreifen. - -Papin erblickte die größte der Verwertung seiner Erfindung -entgegenstehende Schwierigkeit in der Herstellung hinreichend großer -Zylinder, glaubte aber, daß sich die Überwindung dieser Schwierigkeit -bezahlt machen werde, da die Zylinder zu den verschiedensten Zwecken -dienen könnten. - -Des allgemeinen Interesses halber möge hier eingeschoben werden, -daß sich Papin in der folgenden Zeit u. a. mit Erfolg dem Bau eines -Unterwasserbootes widmete, der ihn bis zum Mai 1692 in Anspruch nahm. -Um diese Zeit wendete sich Papin allmählich wieder der Dampfmaschine -zu, indem er zunächst bestrebt war, Verbrennungseinrichtungen zu -schaffen, die eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der Brennstoffe -ermöglichten. Die Anregung hierzu erhielt er von dem Grafen von -Sayn-Wittgenstein. - -Papin gelangte bei seinen Untersuchungen über das Wesen der Verbrennung -fast 100 Jahre vor der Entdeckung des Sauerstoffes zu Auffassungen, die -auch jetzt noch als für den Bau von Feuerungsanlagen maßgeblich gelten. -Die zur vollständigen Verbrennung erforderliche Luftmenge wollte Papin -mittels Zentrifugalventilators dem Brennstoff zuführen. Hierbei trug -er schon dem Umstand Rechnung, daß ein Übermaß von zugeführter Luft -schädlich wirken muß. Auch wärmte er die zugeführte Luft vor. - -Weitere Anregungen erhielt Papin _in den Jahren 1692 und 1693_ durch -die Grafen Zinzendorf und Solms, deren Bergwerke außerordentlich unter -dem Andrange von Wasser zu leiden hatten. Dem erstgenannten empfahl er -die Aufstellung einer atmosphärischen Dampfmaschine. - -Der Landgraf von Hessen beauftragte inzwischen Papin mit den -verschiedenartigsten Versuchen und mit der Beantwortung der -verschiedenartigsten Fragen. Eine im Jahre 1697 gestellte Frage bezog -sich auf die Ursachen des Salzgehaltes der salzigen Quellen. Diese -Frage konnte beantwortet werden, sofern es gelang, größere Mengen -Wasser auf große Höhen zu heben. Hierzu aber erschien am geeignetsten -die Gewalt des Feuers. - -Inzwischen ließen die in England erteilten Patente erkennen, daß -man auch dort den Vorrichtungen zum Heben von Wasser andauernd -ein lebhaftes Interesse entgegenbrachte. Wenngleich aus den -veröffentlichten Patentschriften nicht unmittelbar zu ersehen ist, -daß sie die Verwendung der Dampfkraft betreffen, so ist doch die Art -und Weise, in welcher die betreffenden Vorrichtungen gekennzeichnet -werden, in hohem Maße geeignet, die Auffassung zu erwecken, daß es sich -um Wasserhebevorrichtungen handelt, die sich in den Bahnen, die der -Marquis of Worcester gewiesen hatte, bewegten. - -Am 11. Januar 1692 erhielt _Thomas Gladwyn_ das Patent Nr. 287 auf -eine neue Maschine, um Wasser (besser als mittels Kettenpumpen) aus -Schiffen herauszupumpen, Feuer auf Schiffen und in Häusern zu löschen -und Bergwerke zu entwässern. - -Des weiteren sind hier folgende Patente zu nennen: Nr. 312 vom -31. Januar 1693, erteilt an _Marmaduke Hudgeson_: ein Motor, Anlage -oder Maschine, um Wasser und andere Flüssigkeiten in den größten Mengen -zu heben und fortzuführen, und zwar aus den größten Tiefen zu den -höchsten Höhen, ohne die Kräfte von Menschen, Pferden, Wind, Strömung -zu benutzen. Nr. 321 vom 27. April 1693, erteilt an _John Bushnell_: -Verfahren, um Flüsse, Häfen, Kanäle usw., welche mit Sand und Schlamm -angefüllt sind, auszuspülen. Nr. 324 vom 19. September 1693, erteilt an -_Cornelius Losvelt_: eine neue Maschine zum Heben von Wasser, Waren und -anderen Dingen durch einen künstlichen Zufluß und Rückfluß (~flux and -reflux~) von Wasser. - -Nr. 327 vom 24. November 1693, erteilt an _John Poyntz_: Verschiedene -Instrumente aus Holz, Eisen, Stahl und anderen Stoffen, um Wasser -sowohl aus stehenden wie fließenden Gewässern zu heben und ständig im -Lauf zu erhalten für Fabrikzwecke. - -Nr. 338 vom 13. Dezember 1694, erteilt an _Nicholas Barbon_: Neue -Maschine und Verfahren, um Wasser aus der Themse oder anderen Flüssen, -die innerhalb der Ebbe und Flut liegen, zu heben ohne Hilfe von Pferden -oder anderen Tieren. - -Nr. 348 vom 24. Januar 1696, erteilt an _Jones_: Eine Maschine, die -an Leichtigkeit und Schnelligkeit und Kraft ihrer Bewegung alle bisher -gebräuchlichen Maschinen zum Entwässern von Gruben, zum Betriebe von -Gebläsen der Metallhammerwerke und Metallschmelzwerke übertrifft und -verwendbar ist, um beim Fehlen von Windkraft und Wasserkraft die -Nachteile der Windstille und des Wassermangels von den Fabrikanlagen -fernzuhalten. - -Nr. 349 vom 6. März 1696, erteilt an _Samuel Buttall_: Ein neues -Verfahren und Maschine, um Wasser aus Gruben, Schiffen usw. durch -Röhren zu entfernen. - -Nr. 355 vom 19. Juli 1698, erteilt an _John Yarnald_: Maschine zum -Entwässern von Bergwerken, Morästen usw. und zur Wasserversorgung von -Städten, Dörfern und Häusern. - -In demselben Jahre wurde ein Patent erteilt, das ausdrücklich angibt, -daß es sich um die Verwendung von Feuer handelt, und das _einen -Markstein in der Entwicklung der Dampfmaschine bildet_. Dasselbe -(Nr. 356) ist unter dem 25. Juli 1698 an _Thomas Savery_ erteilt -und betrifft „Eine neue Erfindung zum Heben von Wasser und zur -Hervorbringung von Bewegung (Antrieb) für alle Arten von Fabriken -durch die _Triebkraft des Feuers_, welche von großer Wichtigkeit sein -wird für die Trockenlegung von Bergwerken, zur Wasserversorgung von -Städten und für den Betrieb von Fabriken aller Art, welche sich keiner -Wasserkraft oder ständiger Kraft der Winde erfreuen“. - -Savery führte am 14. Juni 1699 der ~Royal Society~ ein Modell seiner -Maschine vor. Die Verhandlungen der Gesellschaft (1699, Nr. 253, -Bd. 21) berichten hierüber kurz wie folgt: „Herr Savery unterhielt am -14. Juni 1699 die Gesellschaft, indem er eine Maschine vorzeigte, die -Wasser mit Hilfe der Kraft des Feuers hob. Er erhielt den Dank der -Gesellschaft für seine Vorführung, die den Erwartungen entsprach und -Beifall fand.“ - -Papin, der zu jener Zeit mit der Vervollkommnung seiner Dampfmaschine -beschäftigt war, erhielt, wie Gerland[47] berichtet, von Dr. Slare -aus London eine briefliche Mitteilung, welche sich offenbar auf die -Saverysche Maschine bezog und im Gegensatz zu dem soeben Gesagten -ausführte, daß in Gegenwart einer Parlamentskommission eine Maschine -versucht worden sei, die Wasser mit Hilfe von Feuer hob, jedoch mit -durchaus unzureichendem Erfolg. - -Um nach Ablauf des auf 14 Jahre erteilten Patents nicht der Früchte -seiner Arbeit verlustig zu gehen, erhielt Savery auf Antrag im Jahre -1699 jenes Patent durch Parlamentsakte auf weitere 21 Jahre verlängert. - -Bevor wir auf die Saverysche Maschine des näheren eingehen, müssen -wir noch einige Anwendungen der Dampfkraft für Zwecke der Bewegung -anführen, die in das letzte Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts fallen. - -Diese sollen durch _Grimaldi_ und _Periera_ im Jahre 1694 zu Peking -vor dem Kaiser Chang Hi erfolgt sein[48], und zwar zum Antrieb eines -Wagens und eines Schiffes. Erstere geschah wie folgt: Auf einem -leichten hölzernen Wagengestelle wurde ein Kohlenfeuer unterhalten, -oberhalb dessen sich eine Äolipile befand, deren Dampfstrahl gegen ein -Schaufelrad prallte und dieses in Drehung versetzte. Von diesem Rade -führte eine Treibstange zu der einen Achse des Wagens, der hierdurch in -Bewegung gesetzt wurde. Da für den Vorwärtsgang des Wagens genügender -Raum nicht zur Verfügung stand, waren Einrichtungen getroffen, die den -Wagen im Kreise fahren ließen. Das Schiff trug zwei Äolipilen, durch -welche unter Vermittlung von Schaufelrädern, von denen je eins vor -jeder Äolipile angebracht war, vier Ruderräder angetrieben wurden. - -Im Jahre 1699 schlug _Guillaume Amontons_ eine als „_Feuerrad_“ -benannte Rotations-Dampfmaschine vor. Dieselbe ist in Abb. 22 -dargestellt und war nach Leupolds ~Theatrum Machinarum Generale~ -(Leipzig 1724) § 397 wie folgt gedacht: - - „_Amontons Rad, durch Feuer, Wasser und Lufft eine große Krafft und - Vermögen zu schaffen_. - -Der Inventor ist der sonst durch seine besondere Mechanische -Erfindungen und Schrifften genugsam bekannte _Amontons_, dessen bey -der Friction schon Meldung gethan worden. Er calculiret und gibt vor, -daß man mit dieser Machine so viel thun könne, als 39 Pferde oder 234 -Menschen, und daß sie aller Orthen und allezeit einerley Effect behalte. - - _Die Beschreibung ist diese_: - -~_ABDEF_~ usf. sind metallene Kasten, welche aller Orten fest -verschlossen sind, bis auf eine Röhre, diese Kasten sind voll Lufft -~_ABCDE_~ etc. etc. ~K~ ist ein Feuer, welches die Lufft im Kasten -A erwärmt und expandiret, daß solche einen Ausgang suchen muß, und -durch die Röhre ~H~ hinaustritt in den Siphonem ~_JJ_~ und presset das -Wasser, treibt das Ventil in 18 zu, und stößet die Ventile 7, 8, 9 auf, -und treibet das Wasser gegen ~Y~, nachdem nun das Wasser von unten -hinaufgestiegen, und das Rad auf dieser Seite schwehrer gemacht, muß es -nothwendig von ~B~ nach ~A~ heruntergehen, und kommt der Kasten ~A~ ans -Feuer, ~_MN_~ aber ins Wasser, und also ferner mit allen Kasten. - -[Illustration: Abbildung 22. Amontons Feuerrad. - -Aus: Leupold, Theatrum Machinarum Generale. Tab. 53, Fig. 2. (Die -horizontale Schraffur deutet Wasser an.)] - -Das Rad soll im Diametro von 20, 24 bis 30 Fuß seyn, und die Tiefe 12 -Fuß. Wenn die Hitze in ~_AB_~ einem siedenden Wasser gleich, so würde -sie so viel als 39 Pferde thun. Eine weitläuftige Beschreibung hiervon -zu geben, erachte ich nicht nöthig, weil man schon ziemlichermasen -die Methode sehen kann, und ~ad praxin~ zu bringen, sich's keiner -unterstehen wird, selbe zu verfertigen; denn ich halte es vor -unmöglich, solche accurat nachzumachen, und wenn es auch wäre, würde -die Arbeit und Mühe noch grösser seyn, die Fehler zu finden und solche -zu repariren. - -Inzwischen bin dadurch bewogen worden eine gantz leichte und simple -Art, die viel stärcker arbeiten muß, zu erdenken. Ich werde mir aber -ausbitten solche nicht eher zu communiciren, bis genugsame Proben -damit abgeleget; und habe ich nur wegen der Zeit noch eines oder das -andere zu untersuchen. Ich glaube zwar, daß Amontons Machine soviel -Kraft gehabt hat als 37 Pferde: ob die Pferde aber in einem Tage mehr -thun können als das Rad? ist eine andere Frage. Denn ich kan zwar ein -Heb-Zeug machen, da ich mehr heben kan als 100 Mann; alleine, wenn -die 100 Mann mit mir zugleich einen Tag arbeiten solten, würde es mit -mir übel aussehen; denn was sie einen Tag machten, müßte ich 100 Tage -dazu haben, und weil die Kasten 6 Fuß tieff seyn sollen, und 12 breit, -so gehöret viel Zeit dazu, ehe einer erwärmet wird, absonderlich weil -solche wegen der ungeheuren Größe und Gewalt des Feuers und Lufft auch -stark von Metall seyn müssen.“ - -Das von Leupold verbesserte Amontonssche Feuerrad ist in Abb. 23 -dargestellt und war wie folgt geplant:[49] - -„Nachdem ietzo bey dem Druck die fünffzigste Tafel noch beygebracht, -so habe nebst diesem resolviret, dennoch einen Entwurff von meinem -Feuer-Rad zu geben, doch nur in so weit, daß man die Art sehen kan, wie -es tractiret wird, und von des Amontons unterschieden ist. Die Figur -stehet in Profil, da a ein Umschweiff von Meßing oder Kupffer in die -8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit ist, daß dieser Umschweif und -Kasten justement in 12 Theile oder besondere Kästen abgeteilet, und -jeder wohl verwahret, daß keine Lufft, ohne durch eine besondere Röhre, -die jeder Kasten hat, heraus, und in einen anderen daran befestigten -Kasten weichen kann, wie bey ~A~ die Röhre ~_bc_~ ist, und mit dem -Theil ~c~ in dem anderen Kasten stehet; dieser Kästen sind gleichfalls -zwölf, und auch verwahret, daß weder Wasser noch Lufft weichen kann, -ohne durch die Röhre die von dar durch's Centrum des Rades in einem -andern gegenüber stehenden Kasten gehet, und ist hier die Röhre aus -dem Kasten _cde_, die äußerlichen Kästen ~_Afghil_~ etc. etc. haben -nur blose Lufft in sich, von den inwendigen zwölffen sind aber derer -sechs mit Wasser gefüllet. Die zwei Umschweiffe oder 24 Kästen nebst -denen 12 Röhren sind wohl und genau mit einander verbunden, und in ein -Gehäuse und Welle gefasset, wie ein ordinair Wasser-Rad. Anstatt des -Wassers aber ist bei ~C~ ein Ofen also angerichtet, daß das Feuer die -drey Kästen von ~K~ bis ~n~ mit seiner Flamme bestreichet, und dadurch -die Lufft in denen gemeldeten Kästen erwärmet, verdünnt und ausbreitet, -daß solche durch die kleinen krummen Röhren in die Wasser-Kästen tritt, -und das Wasser in die gegenüber stehenden Kästen treibt; als das Wasser -aus ~o~ gehet durch die Röhre ~_pq_~ im Kasten ~m~, aus ~c~ durch -~_de_~ im Kasten ~r~, und so fort an. Und auf solche Art wird das Rad -bey dem Feuer allezeit leichter, und gegenüber schwehrer; also wenn -das Rad genugsam Grösse hat, und das Feuer vollkommene Stärke, sehr -große Gewalt kan damit effectuiret werden, ja wo alles wohl observiret -wird, es allen Machinen wo nicht zuvor, doch gleich thun kan. Und ist -nur das größte Impediment, daß solche Machine noch nicht in grossen -aufgerichtet, die grosse Consumtion des Holtzes, welches ohnedem -überall mangelt. Deswegen ich auch solche Invention bereits nun etliche -Jahre ruhen lassen.“ - -[Illustration: Abbildung 23. - -Leupolds verbessertes Amontonssches Feuerrad. Aus: Leupold, ~Theatrum -Machinarum Generale~, Tab. 50, Fig. 11.] - -In demselben Jahre, 1698, in welchem Savery ein Patent auf seine -Dampfmaschine erhielt, hatte Papin den Auftrag empfangen, bei Kassel -eine Pumpe aufzurichten, die mit Hilfe der Kraft des Feuers Wasser aus -der Fulda pumpen sollte. Bis Ende August 1698 hatte er festgestellt, -daß er durch die Ausdehnung des Dampfes das Wasser auf eine Höhe von 70 -Fuß heben könne und daß bei geringer Vermehrung der Wärme dieser Betrag -sich noch erhöhen lasse. Diese Feststellung war aber um die Hälfte zu -hoch, wie Papin später selbst erkannte. Wie dieser am 13. März 1704 an -Leibniz schrieb, war die Maschine aus zwei Gefäßen zusammengesetzt, die -unter Zwischenschaltung eines Hahnes miteinander in Verbindung standen. -Das eine dieser Gefäße wurde mit Hilfe der Kondensation des Dampfes -evakuiert und dann durch den äußeren Luftdruck mit Wasser gefüllt, -während das in dem zweiten Gefäß befindliche Wasser durch Dampfdruck -emporgeschafft wurde. Leider riß der Eisgang der Fulda die Maschine -fort. Da außerdem andere Aufgaben seiner harrten, ließ Papin seine auf -die Ausnutzung der Dampfkraft abzielenden Arbeiten vorläufig ruhen. - -Inzwischen war Savery eifrigst bestrebt, seine Maschine zu -vervollkommnen. Ihr wesentlichster Übelstand bestand darin, daß sie -keinen ständigen, ununterbrochenen Betrieb ermöglichte, da, wenn der -Dampfinhalt des Dampfkessels verbraucht war, gewartet werden mußte, -bis wieder eine hinreichende Menge Dampf zur Verfügung stand. Den -ununterbrochenen Betrieb erzielte Savery in der Weise, daß er neben dem -eigentlichen Betriebsdampfkessel einen kleineren Kessel aufstellte, aus -welchem in jenen warmes Wasser hinübergedrückt wurde. - -Savery war nebenbei außerordentlich rührig und eifrigst bestrebt, -die Vorzüge seiner Maschine weitesten Kreisen näher zu bringen. Zu -diesem Zwecke veröffentlichte er im Jahre 1702 eine mit Abbildungen -ausgestattete Druckschrift: ~_The Miners Friend_~[50]. Als Motto setzte -er derselben das Wort Senecas vor: ~Pigri est ingenii contentum esse -his, quae ab aliis inventa sunt~: Ein träger Geist begnügt sich mit -dem, was andere erfanden. - -Dieses Motto scheint absichtlich gewählt zu sein, weil von -verschiedenen Seiten gegen Savery der Vorwurf erhoben wurde, er sei -lediglich ein Nachahmer des Marquis of Worcester. Dem trat er sehr -entschieden entgegen, indem er behauptete, er habe seine Erfindung dem -Zufall zu verdanken. Einst habe er einen in einer Flasche enthaltenen -Weinrest erhitzt und die Flasche, nachdem der Wein vollkommen in Dampf -verwandelt war, mit ihrem Halse in kaltes Wasser getaucht. Hierbei sei -das Wasser in der Flasche emporgetrieben worden, eine Beobachtung, die -er dann in seiner Maschine praktisch verwertet habe. - -Die Druckschrift „~The Miners Friend~“ ist dem König gewidmet, dem -Savery ein kleines Modell seiner Maschine in Hampton Court vorgeführt -hatte, ferner der ~Royal Society~ und den Bergwerksbesitzern Englands. -Die in derselben abgebildete und beschriebene Maschine weist die -in Abb. 24 dargestellte verbesserte Anordnung auf. In dem zweiten -Kapitel der Druckschrift sind die verschiedenen Verwendungsgebiete -der Maschine aufgeführt: Betrieb von Mühlen, Wasserversorgung von -Palästen und Edelsitzen von einem im Dachstuhl aufgestellten Behälter -aus; Wasserversorgung von Städten; Entwässerung von Sümpfen und -Mooren; Entwässerung der Bergwerke. Auch für Schiffe empfiehlt Savery -seine Maschine, ohne jedoch anzugeben, in welcher Weise. Er geht auf -diese Verwendungsart nicht näher ein, sondern überläßt dieselbe den -Fachleuten. - -[Illustration: Abbildung 24. - -Saverys Dampfmaschine. Aus: ~The Miners Friend~.] - -Im dritten Kapitel wird angegeben, in welcher Art die Maschine für die -vorgenannten Verwendungszwecke anzuordnen ist. - -Den Schluß bildet ein sehr eingehendes Zwiegespräch zwischen dem -Erfinder und einem Bergwerksbesitzer, in welchem ersterer die gegen die -Maschine erhobenen Bedenken entkräftet. - -Die der Maschine (Abb. 24) gewidmete Beschreibung hat folgenden -Wortlaut: - - „_Eine Beschreibung des Ganges der Maschine zum Heben von Wasser - durch Feuer_. - -~_B_{1} B_{2}_~ sind zwei Feuerungen. - -~C~ ist der Schornstein oder die Esse. - -~D~ ist der kleine Kessel. - -~E~ ist dessen Dampfrohr mit Hahn. - -~F~ ist die Verbindungsmutter zwischen Kessel und Dampfrohr. - -~G~ ist ein enges Rohr mit Hahn, das in das Innere des Kessels bis 8 -Zoll über dem Boden hineinragt. - -~H~ ist ein weiteres Rohr, das auf dieselbe Tiefe hinabragt. - -~I~ ist ein Ventil in dem Rohre ~H~. - -~K~ ist ein Rohr, das von dem Gehäuse dieses Ventils in den großen -Kessel, etwa einen Zoll tief, hineinführt. - -~L~ ist der große Kessel. - -~M~ ist eine Schraube mit der Reguliervorrichtung. - -~N~ ist ein enges Rohr mit Hahn, das bis zur Hälfte in den großen -Kessel hineinragt. - -~_O_{1} O_{2}_~ sind Dampfrohre, deren eines Ende mit der -Reguliervorrichtung, deren anderes Ende mit den Zwischenbehältern -(Receivers) verschraubt ist. - -~_P_{1} P_{2}_~ sind die sogenannten Receivers. - -~Q~ sind Schrauben, mittels welcher die Rohrleitungen und Ventile an -der Vorderseite der Maschine angebracht werden. - -~_R_{1} R_{2} R_{3} R_{4}_~ sind Rotgußventile, die mit Schrauben -versehen sind, um sie bei Gelegenheit öffnen und zugänglich machen zu -können. - -~S~ ist das Druckrohr. - -~T~ ist das Saugrohr. - -~X~ ist ein Wasserbehälter. - -~Y~ ist ein Hahn am Boden dieses Wasserbehälters. - -~Z~ ist der Handhebel der Reguliervorrichtung. - - -_Wie die Maschine zu handhaben ist._ - -Zunächst ist erforderlich, daß die Maschine in einen guten Doppelofen -eingebaut wird, der so eingerichtet ist, daß die Flamme Ihres Feuers -rundherum streichen und beide Kessel ebenso gut befeuern kann, wie -dies bei den Braupfannen der Fall ist. Bevor Sie das Feuer anfachen, -öffnen Sie die beiden an den Kesseln angebrachten Hähne ~G~ und ~N~. -Sodann füllen Sie den großen Kessel ~L~ zu zwei Drittel mit Wasser und -den kleinen Kessel ~D~ ganz voll Wasser. Sodann verschließen Sie die -Hähne ~G~ und ~N~ so fest wie möglich. Nunmehr setzen Sie die Feuerung -~B_{1}~ in Gang. Wenn das Wasser im Kessel ~L~ kocht, müssen Sie den -Handhebel ~Z~ so weit als möglich von sich fortdrehen. Infolgedessen -strömt der gesamte aus dem Wasser in ~L~ sich entwickelnde Dampf mit -unwiderstehlicher Gewalt durch ~O_{1}~ nach ~P_{1}~, hierbei mit -Geräusch alle Luft durch das Ventil ~R_{1}~ hinaustreibend. Und wenn -alle Luft hinausgezogen ist, wird der Boden des Gefäßes ~P_{1}~ sehr -heiß werden. Dann ziehen Sie den Handhebel der Reguliervorrichtung -zu sich heran. Hierdurch schließen Sie ~O_{1}~ ab und Sie treiben -den Dampf durch ~O_{2}~ nach ~P_{2}~, bis dieses Gefäß die in ihm -enthaltene Luft durch das Ventil ~R_{2}~ zu dem Druckrohr übertreten -ließ. Inzwischen ist, da der Dampf in dem Gefäß ~P_{1}~ sich -niederschlug, ein Vakuum oder eine Luftleere erzeugt. Infolgedessen muß -das Wasser mit Notwendigkeit durch das Saugrohr ~T~ emporsteigen, wobei -es das Ventil ~R_{3}~ anhebt und das Gefäß ~P_{1}~ füllt. - -Inzwischen ist das Gefäß ~P_{2}~ der in ihm enthaltenen Luft entledigt, -und nunmehr drehen Sie den Regulatorhebel wiederum von sich fort. -Alsdann ruht Druck auf der Oberfläche des Wassers in ~P_{1}~, die -durch den Dampf erwärmt wird und diesen daher nicht niederschlägt. -Der Dampfstrom drückt mit federndem Druck, gleich dem Luftdruck, auf -das Wasser und überwindet schließlich das Gewicht der Wassersäule und -treibt diese in dem Druckrohr ~S~ empor, durch das nun das im Gefäß -~P_{1}~ enthaltene Wasser sofort hinausbefördert wird. Ist einmal die -Maschine im Gange, so ist es für jedermann ein leichtes. auch für den, -der niemals die Maschine zuvor gesehen hat, nach einem halbstündigen -Probieren, einen ständigen Wasserstrom vom vollen Querschnitt des -Rohres ~S~ ins Freie zu fördern. Denn an der Außenseite des Gefäßes -~P_{1}~ werden Sie den Gang des Wassers verfolgen können, wie wenn -das Gefäß durchsichtig wäre. Denn das Gefäß ist, soweit der Dampf in -demselben steht, vollständig trocken und so heiß, daß man es kaum -mit der Hand berühren kann. So weit aber in dem Gefäß das Wasser -reicht, ist das Gefäß feucht und kalt, als ob Wasser auf dasselbe -hinabgerieselt wäre. Diese Feuchtigkeit und Kälte verschwinden aber, -so weit der Dampf das Wasser im Innern des Gefäßes verdrängt. Wenn Sie -aber alles Wasser hinausdrücken, so wird der Dampf, und zwar schon -eine kleine Menge desselben, indem er durch ~R_{1}~ hindurchtritt, -das Ventil zum Schnarren bringen und hierdurch Euch auffordern, den -Regulatorhebel zu Euch heranzuziehen. Sogleich beginnt der Dampf das -Wasser aus dem Gefäß ~P_{2}~ hinauszudrücken, ohne daß der austretende -Strahl sich ändert. Nur wird der Wasserstrahl dann etwas stärker -ausfallen als bisher, wenn Sie den Regulatorhebel bewegten, bevor -eine größere Menge Dampf durch das Ventil ~R_{1}~ austrat. Aber es -ist besser, keinen Dampf austreten zu lassen (denn dies ist mit -Kraftverlust verknüpft). Dem kann leicht dadurch vorgebeugt werden, -daß man den Regulatorhebel etwas früher bewegt, bevor das Druckgefäß -vollständig entleert ist. Ist dies geschehen, so drehe man sofort den -Hahn des Kaltwasserbehälters ~X~ so, daß er sich oberhalb ~P_{1}~ -befindet. Dieser Hahn ist in der Zwischenstellung geschlossen, jedoch -stets offen, wenn er über ~P_{1}~ oder über ~P_{2}~ eingestellt -ist. Das aus dem Behälter ~X~ auf ~P_{1}~ hinabrieselnde Wasser -läßt den Dampf, der soeben noch eine so große Kraft äußerte, sich -niederschlagen, infolgedessen Luftleere entsteht. Infolgedessen füllt -sich das Gefäß ~P_{1}~ durch den Druck der äußeren Atmosphäre oder, -was dasselbe besagt, durch Saugwirkung, sofort wieder mit Wasser, -während sich ~P_{2}~ entleert. Ist dieses geschehen, so bewege man -den Regulatorhebel von sich fort und bringe hierdurch den Dampfdruck -in ~P_{1}~ zur Wirkung. Zugleich wird das Condenswasserrohr über das -Gefäß ~P_{2}~ gebracht. Infolgedessen schlägt sich der in diesem Gefäß -befindliche Dampf nieder, so daß dieses Gefäß sich füllt, während sich -das andere entleert. - -Die Arbeit, die mit dem Drehen der zwei Maschinenteile, nämlich des -Regulators und des Kaltwasserhahnes, verknüpft ist, sowie die Wartung -der Feuerung, überschreitet nicht das Maß dessen, was ein Knabe täglich -leisten kann, und ist ebenso leicht zu erlernen wie das Treiben eines -Pferdes an einer Kettenpumpe. Dennoch aber würde ich Erwachsene -vorziehen, da bei ihnen mehr Sorgfalt vorauszusetzen ist als bei -Knaben. Der Unterschied im Kostenaufwand ist nicht nennenswert und -kommt angesichts der großen Vorteile, die der Gebrauch der Maschine mit -sich bringt, nicht in Betracht. - -Der sachkundige Leser wird hier nun vielleicht den Einwand erheben, -daß, da der Dampf die Ursache der Bewegung und der Kraft ist und dieser -Dampf nur verflüchtigtes Wasser ist, der Kessel ~L~ nach Verlauf einer -gewissen Zeit leer werden muß, so daß also der Gang der Maschine -unterbrochen werden muß, um den Dampfkessel wieder zu füllen, will man -den Boden des Kessels nicht der Gefahr des Verbrennens oder Schmelzens -aussetzen. - -Als Antwort hierauf bitte ich, sich den Gebrauch des kleinen Kessels -~D~ zu merken. Sobald die die Maschine bedienende Person bemerkt, daß -es Zeit ist, den großen Dampfkessel wieder zu füllen, dann schneide man -durch Drehung des Hahnes des kleinen Kessels ~E~ jegliche Verbindung -zwischen ~S~, dem großen Druckrohr, und ~D~, dem kleinen Kessel, -ab. Macht man dann noch ein kleines Feuer unter ~B_{2}~, so hat man -innerhalb kurzer Zeit mehr Dampfkraft zur Verfügung als aus dem großen -Kessel. Denn da der in dem großen Kessel enthaltene Dampf ständig -verbraucht wird und hinausgeht, während der Druck in dem anderen -Kessel zunimmt, überschreitet der in ~D~ herrschende Druck bald den in -~L~; da nun also das in ~D~ enthaltene Wasser durch seinen eigenen -Dampf gedrückt wird, muß es notwendigerweise sich in dem Rohr ~H~ -heben, hierbei das Ventil ~I~ öffnend und dann durch das Rohr ~K~ nach -~L~ hinübertretend, bis der Wasserspiegel in ~D~ die Unterkante des -Rohres ~H~ erreicht. Das Zusammentreffen von Dampf und Wasser ergibt -die Gewißheit, daß ~D~ sich entleert hat nach ~L~ hinein bis auf 8 -Zoll oberhalb des Bodens. Und da nun in dem Raum zwischen der Spitze -von ~D~ bis zur Unterkante des Rohres ~H~ so viel Wasser enthalten -ist, um ~L~ um einen Fuß zu füllen, so kann man sicher sein, daß ~L~ -wiederum um einen Fuß aufgefüllt ist. Dann öffnen Sie den Hahn ~I~ -und füllen sofort ~D~, so daß ständige Bewegung herrscht, ohne daß -man irgendwelche Störung des Betriebes der Maschine zu fürchten hat. -Wenn man zu beliebiger Zeit wissen will, ob der große Dampfkessel ~L~ -mehr als zur Hälfte entleert ist, dann drehe man den kleinen Hahn ~N~, -dessen Rohr mit seiner Unterkante bis zur halben Höhe des Kessels -hinabreicht und Wasser gibt, wenn dieses höher als die Unterkante des -Rohres im Kessel steht; ist letzteres nicht der Fall, so gibt der Hahn -~N~ Dampf. Ebenso zeigt der Hahn ~G~ an, ob mehr oder weniger als 8 -Zoll Wasser im Kessel ~D~ stehen, so daß nur törichte und böswillige -Nachlässigkeit oder Absicht den Gang der Maschine zu stören vermag. -Und wenn der Besitzer den Verdacht hat, daß der Wärter seine Pflicht -nicht tut, so kann dieses leicht mit Hilfe der Ventile festgestellt -werden. Denn wenn er an die im Gange befindliche Maschine herantritt -und sieht, daß der Wasserspiegel in ~L~ tiefer liegt als die Unterkante -des Rohres ~N~, oder der Wasserspiegel in ~D~ tiefer als die Unterkante -von ~G~, so verdient der Wärter einen Tadel, obgleich noch drei Stunden -verfließen können, bevor der Gang der Maschine gestört wird oder die -Kessel sich entleeren. Übrigens erfüllen die Ventile der Wasserwerke -ihre Aufgabe um so besser, je länger sie sich im Gebrauch befinden. - -Sind nun alle Teile meiner Maschine richtig beschaffen und die -Feuerung aus Sturbridge- oder Windsorziegeln oder feuerfesten -Steinen ausgeführt, so halte ich es für ausgeschlossen, daß meine -Maschine nicht viele Jahre aushalten werde. Denn die Ventile, -Gehäuse, Probierrohre, der Regulator und die Hähne sind sämtlich aus -Rotguß angefertigt; und die Gefäße sind alle aus dem besten Kupfer -hergestellt, von solcher Stärke, daß sie den bei dem Arbeiten der -Maschine auftretenden Anforderungen genügen. Kurz gesagt: die Maschine -ist dem, was sie leisten soll, derart natürlich angepaßt, daß sie unter -den verschiedensten Verhältnissen, ohne Schaden zu erleiden, jahrelang -arbeiten kann, es sei denn, daß jemand es auf ihre Zerstörung abgesehen -habe. Ist die Maschine aufgestellt und in Betrieb gesetzt, so kann ich -in aller Bescheidenheit die Versicherung abgeben, daß der Minenbesitzer -oder Aufseher von den ewigen Kosten und Unannehmlichkeiten befreit -ist, welche bei den anderen jetzt in den Bergwerken gebräuchlichen -Wasserhebemaschinen ständig auftreten.“ - -Saverys Rührigkeit war von Erfolg gekrönt; seine Maschine fand trotz -des hohen Dampfverbrauchs, der aus der unmittelbaren Berührung des -Dampfes mit dem kalten Wasser sich ergab, Eingang in die englischen -Bergwerke. In der Tat ist die Saverymaschine die erste die Ausnutzung -der Spannkraft des Wasserdampfes anstrebende Vorrichtung, die weit aus -dem Rahmen des Versuches hinaustrat und sich in gewissem Maße auch -bewährte. Großes Mißtrauen erweckte allerdings eine Explosion, der zu -Broadwaters eine Savery-Maschine zum Opfer fiel. - -Bei Papin und dessen fürstlichem Gönner wurde der Anlaß, sich von neuem -mit der Dampfmaschine zu befassen, durch Leibniz gegeben. Dieser sandte -nämlich am 6. Januar 1705 an Papin die Zeichnung einer Saverymaschine, -und zwar ohne Beschreibung. Papin legte diese Zeichnung dem Landgrafen -vor und erhielt von diesem den Auftrag, eine Dampfmaschine zum Antrieb -einer Mahlmühle zu entwerfen. Offenbar sollte, da die Dampfmaschine -hier nur als Pumpenmaschine in Betracht kam, diese das Wasser auf eine -gewisse Höhe schaffen, von der es dann herabfallen und ein Wasserrad -antreiben sollte. - -Papin ging eifrigst ans Werk und faßte, nachdem er ein kleines Modell -fertiggestellt hatte, den Wunsch, eine Maschine größerer Leistung -für die Herrenhäuser Wasserkunst ausführen zu können. Er wandte sich -daher an Leibniz mit der Bitte, dieser möge ihm bei dem Kurfürst von -Hannover den Auftrag auf eine derartige Maschine zum Preise von 300 -Talern erwirken. Da aber bei den Herrenhäuser Anlagen Wasserkraft zur -Verfügung stand, erfuhr Papins Bitte eine Ablehnung. - -Nunmehr suchte Papin seine Maschine weiteren Kreisen dadurch näher zu -bringen, daß er sie in einer Druckschrift veröffentlichte. Endlich -gelang ihm dies. Die Druckschrift ist betitelt: ~Ars nova ad aquam -ignis adminiculo efficacissime elevandam. Autore Dionysio Papin, Med. -Doctore, Mathes. Profess. Publ. Marburgensi, Consiliario Hassiaco, ac -Regiae Societatis Londinis Socio. Casellis (Francoforti a. M.) 1707~. - -[Illustration: Abbildung 25. - -Papins zweite Dampfmaschine. - -Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale.~ Tab. 53, Fig. 1.] - -Am 29. November 1706 übersandte Papin ein Exemplar dieser Druckschrift -an Leibniz mit der Bitte, dieser möge sich über deren Inhalt äußern. - -Leupold gibt in seinem im Jahre 1724 erschienenen ~Theatrum Machinarum -generale~ § 389 folgende Beschreibung dieser zweiten Papinschen -Maschine: - -„~A~ (Abb. 25) ist die küpfferne Blase oder Kugel, im Diametro 20 -Zoll, hoch 26 Zoll. Diese wird in einen Ofen von gebrannten Ziegeln -eingemauert, daß die Hitze die gantze Kugel wohl treffen kan. Gemeldte -Kugel soll 2 Zoll obenher von der Wand abstehen. Aus dieser Kugel -gehet oben eine krumme Röhre ~_BB_~, die in der Mitte ein Epistomium -oder Hahn ~E~ hat. Die Röhre ~B~ soll noch etwas zugleich im Feuer mit -stehen. Oben auf in ~C~ ist ein perpendikulairer Tubus _~CC~_, durch -welchen man das Wasser eingießen kann, der so lang ist, daß er durch -das Gewölbe des Ofens durchlanget. Damit aber die Gewalt der Lufft -nicht herausdringet, ist solches mit einem Deckel wohl zu verwahren; -allein daß auch nicht etwa die Gewalt und Stärke der expandierten -Lufft das Gefäß ~A~ gar zersprengen möchte (wie es dem Papino selbst -begegnet seyn soll) so lieget auf dem Deckel des Loches ein Hebel -~_ab_~, an welchen ein Gewicht ~C~ hanget, wenn anders die Gewalt so -groß wird, sie ehr den Deckel mit dem Gewicht hebet als daß sie die -Kugel zersprenget. Das Rohr ~_BB_~ gehet in ein ander Cylindrisches -Gefäß ~_DD_~, dahin die expandirte Lufft aus ~A~ durch das Epistomium -~E~ gelassen wird. Das kupfferne Gefäß ~_DD_~, so statt der Antlia oder -des Stiefels, ist weit im Diametro 20 Zoll, und der Embolus oder Kolben -15 Zoll hoch, und muß das Gefäß so weit seyn, daß noch 200 Pfund Wasser -Raum haben. - -Ferner ist ein Tubus ~_GG_~, durch welchen das Wasser in den Cylinder -~D~ gelassen wird, der Diameter soll 7 Zoll weit seyn und 6 Zoll höher -stehen, als das Epistomium ~n~, durch welches das überflüssige Wasser -in ~D~ wieder ablaufen kan. Der Tubus ~G~ aber gehet in die krumme -Röhre ~_HH_~, und diese in den Cylinder ~_DD_~. Der Embolus oder Kolben -~_FF_~ ist ein hohler Cylinder von Metall, und wohl verwahret, daß kein -Wasser hineinkan, und so leicht, daß er auf dem Wasser schwimmt. In -diesem Kolben ist ein hohler Cylinder ~_ii_~, der oben in ~i~ offen, -unten aber zugemacht ist. Durch die Achse dieses Cylinders gehet dieser -Tubus hindurch bis auf den Boden, und ist so verwahret, daß kein Wasser -durch kan. - -Dieser Tubus dienet hierzu: Durch die Öffnung ~L~ wird ein heißes oder -glüendes Eisen gelassen, welches im oberen Theil der Antlia bleibet, -welches nützet, daß die nassen Vapores aus der Kugel ~A~, wenn sie -darauf stossen, sich mehr erhitzen, und ausbreiten. Die Öffnung ~L~ -wird gleichfalls wie ~C~ mit einem wohl eingepasseten metallenen Deckel -verwahret, und durch den Hebel und Gewicht ~a~ aufgepresset, welches -Gewichte man nach Verlangen hin und her schieben kan, nachdem die -Schwehre nöthig. An dem engen Theil des Tubi ~H~ stehet ein anderer -Tubus ~_MM_~, welcher in einen größeren und weitern Cylinder ~_NN_~, -der allenthalben geschlossen ist, und nur in ~X~ eine Öffnung hat, -gehet. Der Cylinder ~M~ ist 3 Fuß hoch und 23 Zoll weit, 1 Fuß Höhe -hält 200, das gantze Gefäß aber 600 Pfund Wasser, also, daß wenn die -200 Pfund Wasser aus dem Cylinder ~_DD_~ hinangetrieben werden, die -Lufft in ~_NN_~ um ⅛ zusammengepresset wird, gleich wie das Wasser von -64 Fuß hoch thut. Damit nun das Wasser nicht wieder durch die Röhre -~_GG_~ zurück kan, ist in ~S~ ein Ventil, desgleichen auch bey ~T~. Bei -~X~ ist ein Rohr angemachet, aus dem Cylinder ~N~ 2 Zoll breit, durch -welches das Wasser ~N~ in die Höhe steigen soll. Es ist darum so enge, -daß das Wasser erstlich in 2 Secunden auslauffen kan, weil in jeden 2 -Secunden eine neue Operation oder neues Wasser folgen soll. - -Hierauf, saget der Autor, würde man sehen, daß eine solche Machine mit -schlechten Kosten zu machen sey, und dennoch dadurch ein Mensch, so -viel als sonst fünffzig verrichten; weil nemlich alle 2 Secunden 200 -Pfund Wasser 40 Fuß hoch könnten gebracht werden. Ja, er vermeynete, er -wolle es auch dahin bringen, wenn alles grösser und stärker gemachet -würde, daß einer so viel als sonst hundert ausüben würden.“ - -Der Arbeitsgang dieser zweiten Papinschen Maschine vollzog sich -folgendermaßen: Durch den Trichter ~G~ wird Wasser in den Zylinder -~_DD_~ eingelassen; infolgedessen hebt sich der Kolben nach aufwärts. -Hat dieser seine Höchstlage erreicht, wird der Lufthahn ~n~ geschlossen -und durch Öffnen des Dampfhahns ~E~ Dampf oberhalb des Kolbens in -den Zylinder ~_DD_~ eingeführt. Der Dampf drückt den Kolben abwärts, -infolgedessen das unterhalb des letzteren befindliche Wasser in dem -mit Ventil ausgestatteten Steigrohr ~M~ aufwärts gefördert wird. -Alsdann wird der Dampf abgesperrt, der Lufthahn ~n~ wiederum geöffnet -und von neuem Wasser in den Trichter ~G~ geschüttet, worauf sich -der Vorgang wiederholt. Von der Saveryschen Maschine unterscheidet -sich Papins Maschine wesentlich dadurch, daß sie die großen bei der -Berührung des Dampfes mit dem Wasser auftretenden Dampfverluste durch -Zwischenschaltung des Kolbens zwischen Dampf und Wasser vermeidet. Zur -weiteren Verhütung von Wärmeverlusten wurde der hohle Kolben durch -einen erwärmten eisernen Bolzen geführt, und der verbrauchte Dampf -wurde nicht niedergeschlagen, sondern durch den Lufthahn ~n~ abgeführt -und zur Vorwärmung des in den Trichter ~G~ eingebrachten Wassers -verwertet. - -Papin blieb nun aber nicht dabei stehen, diese Maschine nur zum Heben -von Wasser zu benutzen, er hatte vielmehr schon deren Verwendung für -_motorische_ Zwecke im Auge. Zu diesem Zwecke umgab er das Steigrohr -~M~ mit einem Windkessel ~_NN_~, in welchem das gehobene Wasser -ein Kissen stark gepreßter Luft erzeugte, die durch das Rohr ~X~ -fortgeleitet und zum Antrieb eines Schaufelrades benutzt werden konnte. -Des weiteren wollte er die Maschine zum Antrieb von Schiffen benutzen. - -Diese Verbesserungen beruhten auf einer eingehenden Kritik, die Papin -in der Schrift „~Ars nova~“ der Saveryschen Maschine angedeihen ließ. - -Von großem Interesse sind die Verbesserungsvorschläge, die _Leibniz_ -machte und die so erheblich sind, daß sie als selbständige Erfindungen -gelten müssen. Er vermißte eine Vorrichtung, um den Dampfkessel wieder -mit Wasser füllen zu können. Zu diesem Zweck schlug er einen mit einer -Aussparung versehenen Hahn vor. Den aus dem Hahn ~n~ abziehenden Dampf -wollte er mittels eines Rohres unter eine Kappe leiten, welche den -Windkessel ~_NN_~ so weit umgab, als dieser für gewöhnlich mit Luft -gefüllt war. Hierdurch sollte der Windkessel abwechselnd erwärmt werden -und jeweilig, wenn er Wasser in das Steigrohr zu pressen hatte, eine -größere Spannkraft erhalten. Die überflüssige Wärme und der Rauch der -Feuerung sollte zur Vorwärmung des Wassers im Trichter ~G~ und im Rohr -~H~ benutzt werden. Schließlich meinte er, daß sich ein Mechanismus -erfinden lasse, um die Hähne ~E~ und ~n~ durch die Maschine richtig zu -bewegen, zu steuern. Hier begegnen wir also bereits einer Anregung, -_die Steuerung der Maschine durch diese selbst zu bewirken_. - -Als Papin mit seiner Druckschrift über seine neue Maschine vor die -Öffentlichkeit trat, hatte er jene bereits Versuchen unterzogen. -Dieselben wurden im Treppenhause des im Jahre 1695 erbauten Kunsthauses -zu Kassel vorgenommen und ihre Ergebnisse von Papin am 19. August -1706 Leibniz mitgeteilt. Diese Versuche mißlangen zunächst teilweise, -weil der für den Aufbau des Steigrohres verwendete Kitt, wie Papin -vorausgesehen hatte, dem Druck des Wassers nicht widerstehen konnte, -infolgedessen große Wasserverluste eintraten. Trotzdem aber konnte -Papin mit Genugtuung feststellen, daß das gepumpte Wasser bis zu einer -Höhe von 70 Fuß emporstieg. Als man versuchte, das Steigrohr neu zu -verkitten, fiel einiger Kitt in das Bodenventil des Steigrohres, so -daß die Versuche abgebrochen werden mußten. Nunmehr wurde ein anderes -Steigrohr, und zwar aus Kupferplatten, hergestellt. Als dieses fertig -war, verließ aber leider der Landgraf Kassel und besichtigte nach -einmonatlicher Abwesenheit die Maschine nur abends, wo Versuche nicht -vorgenommen werden konnten. Auch nahmen ihn andere Dinge vollständig -in Anspruch, so daß Papin seine geplanten Verbesserungen immer und -immer wieder hinausschieben mußte. In den ersten Monaten des Jahres -1707 wurde sogar das neue Steigrohr entfernt und zu anderen Zwecken -benutzt. Dies erregte Papins Unzufriedenheit in so hohem Maße, daß er, -um sich wieder nach England begeben zu können, den Landgrafen um seine -Entlassung bat, die ihm denn auch gewährt wurde. - -Mit welchem Eifer und mit welchem Maße innerer Überzeugung Papin an den -Bau dieser seiner zweiten Maschine herangegangen ist, geht aus einem -Brief hervor, den er am 23. März 1705 an Leibniz richtete. Nachdem -er berichtet hat, daß der Landgraf durch die von Leibniz seinerzeit -übersandte Zeichnung der Saverymaschine zur Fortsetzung der auf die -Dampfmaschine bezüglichen Versuche sich bewogen gefühlt habe, fährt er -fort: „Ich kann Sie versichern, daß ich, je mehr ich vorwärtskomme, -immer mehr diese Erfindung zu schätzen lerne, die, vom theoretischen -Standpunkte aus betrachtet, _die Kräfte der Menschen bis ins Unendliche -vermehren muß_; aber vom praktischen Standpunkte aus glaube ich -ohne Übertreibung sagen zu können, daß mittels derselben ein Mensch -ebensoviel wird leisten können, als hundert Menschen ohne dieselbe. -Ich gebe zu, daß es noch Zeit erfordern wird, um zu diesem Grade der -Vollkommenheit zu gelangen. Das einzige, was man bisher getan hat, ist -die Aufdeckung der Eigenheiten der Maschine und der Erscheinungen, -denen sie unterworfen ist. Aber Seine Hoheit werden sie hinfort zu -einem nützlichen Zweck verwenden und hat mir den ehrenvollen Auftrag -gegeben, diese Maschine zum Antrieb einer Getreidemühle anzuwenden. Sie -können mir glauben, mein Herr, daß ich alles, was in meinen Kräften -steht, aufbieten werde, daß die Sache zu einem guten und erfolgreichen -Ende geführt wird, jedoch hat man hier mit der Schwierigkeit, tüchtige -Arbeiter zu finden, zu kämpfen. Ich hoffe jedoch, daß die Geduld mit -Gottes Hilfe alles glücklich überwinden wird. Und wenn man dann nach -der Getreidemühle jene Erfindung auf die Wasserfahrzeuge ausdehnen -könnte, so würde ich diese Erfindung für ungleich nützlicher halten als -die Auffindung der Längen auf dem Meere, nach der man schon so lange -Zeit sucht.“ - -Als Papin seinen erbetenen Abschied vom Landgrafen erhalten hatte, -ging er alsbald an die Vorbereitungen seines Umzuges nach London. -Sein schönstes Besitztum bestand in einem Schiffe, an welchem er nach -eigenen Angaben gebaute Schaufelräder angebracht und erprobt hatte. -Auf diese Erfindung setzte er große Hoffnungen, die er in England -erfüllen wollte. Dieses Schiff hat zu der weitverbreiteten irrtümlichen -Auffassung Veranlassung gegeben, Papin habe bereits ein Dampfschiff -besessen. Es wurde in den Jahren 1703 und 1704 erbaut, und am 13. März -1704 schrieb er ausdrücklich in einem an Leibniz gerichteten Briefe, er -habe dieses Schiff nicht derart eingerichtet, daß es durch die Kraft -des Feuers angetrieben werden könne, um nicht zu viele Dinge auf einmal -zu unternehmen. - -Trotzdem daß Papin alle nur mögliche Vorsicht angewendet hatte, um -sich die Durchfahrt dieses Schiffes von Kassel zum Meere zu sichern, -wurde dasselbe dennoch von Schiffern zerstört. Dieser Verlust hat Papin -seiner schönsten Hoffnungen beraubt und ihm einen niemals wieder gut zu -machenden Schlag versetzt. - -In London angelangt, bat er die ~Royal Society~, sie möge ihm -die Möglichkeit geben, die Leistungsfähigkeit seiner Maschine -mit derjenigen der Saveryschen Maschine zu vergleichen, wurde -aber abschlägig beschieden. Auch weitere Kränkungen blieben -dem erfolgreichen Bahnbrecher der Dampfmaschine nicht erspart. -Wahrscheinlich ist Papin in der ersten Hälfte des Jahres 1712 zu London -gestorben. - -Kehren wir nunmehr zur Saveryschen Maschine zurück. Im Jahre 1706 wurde -die erste praktische Ausführung zu Broadwaters aufgestellt, explodierte -jedoch, wie wir bereits erwähnten. In demselben Jahre soll Savery ein -für Kassel bestimmtes Modell verbessert haben. - -Die Zahl der nach und nach in Betrieb genommenen Saverymaschinen -nahm allmählich zu. Es erklärt sich dies leicht aus dem Umstande, -daß die stetig wachsende Bedeutung des englischen Kohlenbergbaues -gebieterisch nach einer Vervollkommnung der gebräuchlichen, höchst -mangelhaften Wasserhebevorrichtungen verlangte. Bisher hatte man sich -mit durch Menschen- oder Pferdekraft betriebenen Pumpen beholfen und -war hierbei schon hier und dort zu sehr umfangreichen Anlagen gediehen. -So befand sich in Cornwall die sogenannte „Turmmaschine“, die aus zehn -übereinander angeordneten oberschlächtigen Wasserrädern von je 20 -Fuß Durchmesser bestand. Auch Windmühlen benutzte man zum Entwässern -der Bergwerke. Letztere versagten bei Windstille den Dienst, während -die Wasserräder erhebliche Mengen von Aufschlagwasser erforderten, -die bei Trockenheit nicht zur Verfügung standen. Die mit Tier- und -Menschenkraft angetriebenen Pumpen mußten durch Tag- und Nachtschichten -im Betriebe erhalten werden. Schließlich benutzte man auch Becherwerke -zum Heben des Wassers. Bei beträchtlicheren Förderhöhen war aber -deren Standfestigkeit so gering, daß infolge der Schwankungen des -Gestelles die Becher kaum zur Hälfte gefüllt oben anlangten und ein -immerwährender Regen in die Tiefe hinabrieselte. - -Die erste größere Saverymaschine war die der ~York Building -Waterworks~. Hier gelangten sehr hohe Dampfdrucke, „8- bis 10mal so -groß als der Luftdruck“, zur Anwendung. Die entwickelte Hitze war -so groß, daß das gewöhnliche Weichlot schmolz und die Verbindungen -mittels Hartlot verlötet werden mußten. - -Als Grund für die Verwendung dieser hohen Dampfdrucke gab Savery an, -daß er auf diese Weise die von dem Dampf getroffene Oberfläche des zu -hebenden Wassers schnell auf eine hohe Temperatur bringe und hierdurch -die Kondensation des Dampfes verhindere. - -Gleichzeitig mit Savery und Papin hatte sich auch _Thomas Newcomen_ -mit der Verbesserung der Dampfmaschine beschäftigt, und zwar in -Gemeinschaft mit _John Cawley_. Beide lebten in Dartmouth. - -Die von beiden erfundene Maschine ist in Abb. 26 dargestellt. Oberhalb -des eingemauerten Dampfkessels ~A~ liegt der Dampfzylinder ~_PQ_~. -Beide sind durch ein senkrechtes Rohr ~_DE_~ miteinander verbunden. Der -Kolben ~R~ ist mittels einer Kette an dem einen Arme ~Z~ des Balanciers -~_ZaY_~ aufgehängt, an dessen anderem Ende das Pumpengestänge ~k~ -und die Kolben ~_nml_~ angebracht sind. Das oben an der Säule des -Balanciers angebrachte Gefäß ~M~ enthält Kühlwasser, das durch das -Rohr ~_NN_~ und den Hahn ~K~ unterhalb des Kolbens ~R~ in den Zylinder -eingeführt werden kann und die Kondensation des Dampfes bewirkt. - -Der Arbeitsgang der Maschine vollzieht sich in folgender Weise: -Befindet sich der Kolben in seiner tiefsten Stellung, so wird Dampf -von unten in den Zylinder eingelassen, und dieser Dampf hebt mit Hilfe -des Gegengewichtes ~_lmn_~ den Kolben. Hat dieser seine Höchstlage -erreicht, wird der Dampfzutritt gesperrt und der Kaltwasserhahn ~K~ -geöffnet. Infolge der Kondensation des Dampfes drückt der Luftdruck den -Kolben nach unten und das Gegengewicht ~_lmn_~ nebst dem Pumpengestänge -~k~ wird gehoben. Nunmehr wird, nachdem für rechtzeitige Ableitung des -im Zylinder befindlichen Kondenswassers gesorgt ist, frischer Dampf in -den Zylinder eingeführt, und das Spiel wiederholt sich. - -Die ~Abridgements~ geben an, daß die Newcomenmaschine eher erfunden -sei, als die Saverymaschine, jedoch erst im Jahre 1710 an die -Öffentlichkeit gelangt sei. Savery soll gegen das von Newcomen und -Cawley nachgesuchte Patent Einspruch erhoben haben. Newcomen habe -aber, da er Wiedertäufer war, von einem Streite um das Patent Abstand -genommen, und es sei dann, nachdem eine Einigung der drei Erfinder -erzielt war, diesen im Jahre 1705 ein gemeinsames Patent erteilt -worden. -- Die veröffentlichten Patente lassen aber ein solches -vermissen. - -Zweifellos steht die Newcomenmaschine derjenigen Papins erheblich näher -als der Saverymaschine. Da Papin das Wesentliche seiner Erfindung im -Jahre 1690 bereits in den „~Actis Eruditorum~“ veröffentlicht hatte, -und da ferner Newcomen als ein Mann geschildert wird, der in Dartmouth -neben seiner Beschäftigung als Schmied und Eisenwarenhändler sich -schon seit Jahren für die Ausnutzung der Dampfkraft interessierte -und einschlägige Studien trieb, liegt die Annahme sehr nahe, daß er -Papins Arbeiten kannte und auf dem von diesem gewiesenen Wege vorwärts -strebte. Außerdem liegt die Annahme sehr nahe, daß er auch Saverys -Arbeiten kannte. - -Den Anteil Cawleys an der Erfindung der Newcomenmaschine festzustellen, -ist sehr schwierig. Der Hauptanteil dürfte auf Newcomen entfallen, denn -dieser hatte bezüglich der Maschine mit dem bekannten Physiker Hooke im -Briefwechsel gestanden. Hooke riet ihm von der Anwendung der Papinschen -Anordnung ab, wies aber darauf hin, daß der Erfolg in erster Linie von -der schnellen Erzielung des Vakuums abhänge. Offenbar unter dem Einfluß -der Arbeiten Saverys gingen dann Newcomen und Cawley an die Lösung der -von Hooke als wesentlich hingestellten Aufgabe und führten diese in der -von uns beschriebenen Weise zu einem glücklichen Ende. Der Erfolg war, -daß sie alsbald Saverys Maschine stark in den Schatten stellten. - -Der Versuch Newcomens und Cawleys, ihre Maschine zu Griff in -Warwickshire im Jahre 1711 in Betrieb zu setzen, scheiterte. Im Jahre -1712 aber erhielten sie den Bau einer Wasserförderungsanlage in -Bromsgrave für einen gewissen Back in Wolverhampton. - -Die zu überwindenden Schwierigkeiten waren sehr groß. Das Öffnen und -Schließen der Hähne für den Zutritt des Dampfes und des Kühlwassers -erfolgte von Hand. Wir müssen hier zu unserer vorstehend gegebenen -Beschreibung noch ergänzend hinzufügen, daß unsere Abb. 24 bereits -die im Jahre 1713 angebrachte Einspritzkondensation aufweist. -Zunächst hatten Newcomen und Cawley die Kondensation des Dampfes durch -Außenkühlung des Dampfzylinders bewirkt. Auch das von Papin erfundene -Sicherheitsventil wurde bei späteren Ausführungen angebracht. - -[Illustration: Abbildung 26. Dampfmaschine von Newcomen, Cawley und -Potter. - -Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~. Band ~II.~ Tab. 44] - -Eine wesentliche Verbesserung der Newcomenmaschine wird einem mit -der Bedienung der Hähne beauftragten Knaben, _Humphrey Potter_, -zugeschrieben. Dieser soll im Jahre 1712 die rechtzeitige Verstellung -der Hähne durch in geeigneter Weise angebrachte Schnüre selbsttätig -bewirkt haben, so daß deren Bedienung von Hand nicht mehr erforderlich -war. Diese Steuerung sowie die Einspritzkondensation sind nicht -Gegenstand des Patentschutzes gewesen. - -Im Jahre 1712 wurde durch einen Zufall die dampf- und wasserdichte -Kolbenliderung erfunden. Man hatte auf dem Kolben ein Stück Leder -befestigt, das den Kolben überragte und sich in einer Höhe von 2 bis -3 Zoll an die Zylinderwandung legte. Allmählich verschliß dieses -Lederstück und lag schließlich nur noch mit seinem Querschnitt an -der Zylinderwandung an. Hierbei machte man die Beobachtung, daß die -Dichtung eine weit vollkommenere war als bisher, und man begnügte sich -hinfort mit einer in den Kolbenumfang gelegten Lederscheibe. - -Auch die Einspritzkondensation soll ihr Dasein einem Zufall verdanken, -indem sie sich einst unbeabsichtigterweise durch ein im Kolben -entstandenes Loch vollzog und sich durch schnelleres Niederschlagen des -Dampfes vorteilhaft bemerkbar machte. - -Im Jahre 1713 wurden zwei Newcomenmaschinen zu Newcastle in Betrieb -gesetzt, eine dritte wurde zu Austhorpe in Yorkshire erbaut. - -Im Jahre 1718 ersetzte _Beighton_ die von Humphrey Potter angegebenen, -die Hähne betätigenden Schnüre durch Hebel. - -Schon im Jahre 1721 wurde die erste Newcomen-Maschine nach dem -Kontinent, und zwar nach Königsberg in Ungarn, geliefert. - -Diese Maschine ist in Abb. 26 dargestellt und wird von Leupold[51] wie -folgt beschrieben: - - „_Von der Feuer-Machine des Herrn Potters, welche er zu Königsberg - in Ungarn gebauet, und allda mit gutem Succeß und Vergnügung der - Compagnie das ihrige praestiren soll_. - -Die Figur zeiget sich meist im Profil, da ~A~ der große Kessel, -dessen Diameter 7 Fuß seyn soll, und 200 Eymer Wasser halten, muß -allezeit ¾ voll Wasser, und das übrige voll Dampf seyn. Dieser Kessel -ist gleichsam mit einem Ofen eingefasset, und mit Rost und Windfang -versehen, wie es die Kunst erfordert. _~BC~_ eine metallene Platte, -so mit Schrauben an dem Kessel ~A~ befestiget, und in solcher eine -dergleichen Röhre ~_DE_,~ so in ~D~ und ~E~ offen ist, bey ~E~ gekrümmt -und erhoben, daß das kalte Wasser nicht hineinfallen kann, bei ~D~ -aber mit einer Klappe versehen, die, vermöge des Gewichts ~F~, die -Öffnung ~D~ zuschliesset. Von dem Hintertheil dieser Klappe gehet -ein starker Draht, der in der Platte ~_BC_~ wohl eingeschmergelt und -außenher an den Hebel _~CH~_ befestiget ist, damit wenn der Balcken -oder Arm sich in die Höhe hebet, solcher mit dem Ansatz an diesen Hebel -~_Gq_~ anstösset und die Klappe ~F~ zuschliesset, auch zugleich den -Hahn ~K~ eröffnet, durch den Arm ~L~, daß das kalte Wasser aus dem -Kasten ~M~ durch die Röhre ~_NN_~ und Öffnung ~O~ durch viel subtile -kleine Löcherlein als ein Regen herausspringet, den ganzen Zylinder ~P~ -erkältet und den Dampf niederschläget und ein Vacuum machet. ~_PQ_~ -ist der Zylinder, so in die 32 oder gar 36 Zoll in Diametro seyn soll, -8 Fuß hoch, und in die 30 Zentner wägen, ~R~ ein metallener Kolben, -so auf denen Seiten mit Schrauben versehen, daß man Leder oder Holz -dazwischen schrauben kan, damit der Kolben wohl anschliesset und kein -Wasser durchlässet, die Bewegung dieses Kolbens soll 7 Fuß seyn; oben -auf diesem Cylinder stehet noch ein Gefässe feste, in welchem allezeit -kaltes Wasser aus dem Kasten ~M~ durch die Röhre ~R~ lauffet, und den -Kolben mit dem Leder bedecket, und wenn der Kolben in die Höhe kommet, -das Wasser in die Röhre ~S~ lauffet, aus welcher es, vermittelst -eines Hahnes, so starck es nöthig ist, in die Röhre _T_ bey ~V~ in -den Kessel lauffet, und den Abgang des Wassers, so durch den Brodem -hinwegziehet, ersetzet. Das Wasser, so durch die Röhre ~_NO_~ in den -Cylinder ~_PQ_~ spritzet, und dasjenige, so sich durch den Brodem -sammlet, lauffet durch die Röhre ~_WW_~ wieder ab, welches in die 5 -Zoll in den Cylinder beträget; derohalben oben ein sehr starker Zugang, -nämlich eine dreyzollige Röhre ~X~ voll Wasser von einer Höhe zufließen -soll, wo es aber die Natur nicht zuführet, muß Anstalt gemachet werden, -daß die Kunst selbst so viel Wasser hinauf hebet. Die Application zum -Rohr oder Pumpen-Werk geschiehet vermittelst eines sehr starken in -die 21 Fuß langen und 18 Zoll dicken Waag-Balcken ~_YZ_~, an beyden -Enden sind zwey Cirkel-Stücken ~_YZ_~, deren Centrum die Achse ~a~ -ist, über den Bogen ~Z~ gehet eine sehr starke Kette ~_bcd_~, davon -ein jedes Glied 10 Pfund wägen soll, an eine drey Zoll dicke eiserne -Kolben-Stange ~_def_~, und auf dem Bogen ~Y~ ist eine dergleichen -starke Kette ~_gb_~ an die Stange ~_ik_~ befestigt, an diese aber -drey Kolben-Stangen ~_lmn_~ angehangen, also daß, wenn der Kolben in -der großen Röhre ~_PQ_~ niedergehet, er die Stange ~_ik_~ nebst denen -drey Kolben-Stangen nach sich ziehet und die Wasser hebet. Damit aber -die Schwehre der Kolben und Gestänge ins aequilibrium gebracht werde, -ist noch ein andrer kleiner Waag-Balcken ~_opq_~ angeordnet, dessen -Achse ~q~ über die beyden Bogen-Stücken aber gleichfalls zwey Ketten -~_rs_~ und ~_tu_~ gehn, davon die erste an das Kolben-Gestänge, die -andere aber an das Gewicht ~w~ von 30 Centnern befestiget ist. Alles -übrige Holtz- und Mauer-Werk oder Stellage ist weggelassen, damit man -die Haupt-Stücke desto deutlicher fassen und sehen kan, die dann wohl -ein jeder, wann es anders im Haupt-Werk richtig, noch eher anordnen -kan. ~W~ und ~X~ sind zwey Hähne, dadurch den Zufluß des Wassers zu -moderiren. Aus der Röhre ~_ss_~ fließet das Wasser in einen Trichter -~_yT_~ und von da in den Kessel. Was die Öffnung und Wiederzuschließung -der Röhren betrifft, sowohl den Dampf aus dem Kessel bei ~D~ zu lassen, -als frisches Wasser durch die Röhre ~O~ in Cylinder zu spritzen, kömmet -solches mit des Herrn Potters Invention nicht überein, denn weil ich -mir aus der Zeichnung kein rechtes Concept formiren können, so habe -lieber eine andere Art anweisen wollen, nicht daß ich solche besser -achte, sondern vielmehr dem Leser ein Concept hiervon zu machen, beydes -muß sich zugleich öffnen und schließen; denn so bald sich _~FD~_ -schliesset, muß sich _~KO~_ öffnen, und also auch im Gegentheil. - -Es geschiehet aber hier also: ~F~ ist der Deckel oder Klappe so in -1 ein Charnier hat und darhinder einen Lappen, auf welchem eyn nach -dem Cirkel gebohrtes und in die Platte wohl eingeschmergeltes Eisen -aufruhet, solches Eisen ist mit einem Charnier an dem Waag-Balcken 2, -3 befestigt, der Waag-Balcken oder Hebel hat bei 4 seine Achse und -bey 5 ist er wieder an einen Arm 5, 6 mit zwey Charnieren befestiget, -so bey 6 einen Hebel 6, 7 fasset, der bey 7 an dem Würbel des Hahnes -befestiget, und die Röhren ~_NO_~ auf- und zuschliesset, auf dem Hebel -2, 3 ruhet eyn Gewicht 8, so den Hebel bey 3 niederdrücket, und bey 2 -erhebet, daß sich die Klappe ~F~ öffnen kan, das Gewicht 8 aber hanget -an einer kleinen Kette, die am Balcken 7 befestiget ist, und wenn -solche hoch genug erhoben, das Gewicht erhebet, daß es nicht mehr den -Hebel niederdrücket, sondern das Gewicht 9 die Oberhand behält, und den -Hebel in 2 und also auch die Klappe durchs Eisen 1 niederdrücket, und -die Röhre ~_DE_~ zuschliesset, hingegen vermittelst des Armes 5, 6 den -Hahn ~K~ eröffnet, daß das kalte Wasser in den Cylinder spritzet, und -sobald das große Gewicht bey eher abfallender Stange ~I~ wieder auf dem -Hebel ruhet, wieder die Klappe ~F~ öffnet und den Hahn ~K~ schliesset. -Welches, wie es accurat anzuordnen, einen jedern die Praxis selber -lehret; genug wenn so viel gewiesen habe, wie es geschehen soll oder -muß. Solche Machine soll in 24 Stunden 24000 Eymer heben. - - _Wie und auf was Arth die Operation bey dieser Machine geschehe._ - -Selbige geschiehet nun nicht durch die Expansion, sondern durchs -Vacuum, und die Pressung der äußerlichen Luft, welche auf den Embolum -(Kolben) drücket, denn wenn die Klappe ~F~ eröffnet ist, so steiget -der heiße Brodem aus den Kessel ~A~ im Cylinder ~_PQ_~ und treibet -den Kolben ~f~ der mit dem Gestänge ~_hklm_~ meist in Aequilibrio -ist, in die Höhe, und wenn er hoch genug ist, so machet die Stange -~J~ vermittelst des Hebels und Gewichtes, wie zuvorhero ist erklähret -worden, die Klappe ~F~ zu, und den Hahn ~K~ auf, daß kaltes Wasser -in den mit heißem Dampf gefüllten Cylinder spritzet, im Augenblick -condensiret sich der Dampf im Wasser, fället zu Boden, und machet ein -Vacuum, welches so gleich die äußere Luft wieder ersetzen will, und den -Kolben mit solcher Gewalt hernieder treibet, daß es vermittelst des -Waag-Balckens auf der anderen Seite durch die Kette h eine grausame -Last Wasser auf einmahl hebet, welches viele Pferde zu thun nicht -vermögend seyn. Ist aber der Kolben hernieder, so öffnet sich in dem -Moment die Klappe wieder aufs neue, und treibet den Kolben wieder fort, -nachdem sich auch der Hahn ~K~ zugleich mit zugeschlossen. - -Und auf solche Weise gehet die Machine Tag und Nacht, ohne Anlegung -einiges Menschen Hand, nur daß beständig ein Mann die Feuerung -unterhalten muß, und bin berichtet worden, daß man anfangs in 24 -Stunden drey Klaffter Holtz nöthig gehabt, ob es sich aber auch jetzo -noch so befindet, oder ob mehr oder weniger gebrauchet wird, kan ich -mit Gewißheit nicht sagen, woran uns zwar eben auch nichts gelegen, -genug, daß man gezeiget: wie derselben Construktion und Fundament -beschaffen, und daß mit solcher Krafft und Schnelligkeit selbige so -viel arbeitet, daß hundert Pferde solches nicht praestiren können.“ - -Um die Ausbildung der Einzelteile der Newcomen-Cawleyschen -atmosphärischen Maschine machte sich _Smeaton_ besonders verdient. - -Nicht ohne Interesse ist die Frage der Kosten für eine -Newcomenmaschine. Dieselben stellten sich für eine im Jahre 1725 für -Andrew Wauchope bei Edminstone, Midlothian, errichtete Maschine auf -1007 £ 11 sh 4 d. - -In dem bereits zitierten zweiten Bande seines im Jahre 1725 -erschienenen ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~ gibt Leupold in § -200 nachstehende Beschreibung einer Dampfmaschine, bei welcher zwei -Kolben auf Balanciers einwirkten und eine ständige Arbeitsleistung -herbeiführten (Abb. 27): - - „_Eine Feuer-Machine mit zwey Stiefeln und Kolben, durch die - Expansion die Krafft auszuüben_. - -~A~ ist der Kessel, darüber ein Hahn, vermittelst dessen einmahl der -Dunst aus ~A~ in Cylinder ~C~, und die Lufft aus ~D~ durch die Öffnung -~_EF_~ kan gelassen werden. Also auch, wenn die Öffnung aus ~A~ nach -~E~ gewendet wird. Jeder Kolben hat an seiner Kolben-Stange einen -Waag-Balcken ~_GH_~, der auf der anderen Seite wieder eine Stange zum -Kolben eines Druck-Werkes hat, und das Wasser durch die Steigröhren -~_IK_~ in die Höhe treibet. - -[Illustration: Abbildung 27. - -Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine. - -Aus: Leupold, ~Theatrum machinarum hydraulicarum~, Band II, Tab. 43, -Fig. 2.] - -Wasser aus einem Brunnen oder Fluß etliche 20 bis 30 Ellen, oder auf -ein Rad als Aufschlag-Wasser zu bringen, dürfte diese Machine ihre -Dienste noch thun. Es kann auch alles gar leichte also angeordnet -werden, daß sich die Epistomia (Hähne) selbst auf- und zuschließen, -welches ich aber alles, wie auch auf was Art das Wasser in Kessel -wieder zu ersetzen, mit Fleiß übergangen, weil es nur eine Anleitung -seyn soll, auch reifferer Überlegung und Experimenta nöthig hat. Wie -ich mir denn vorgenommen, künfftig eine etwas starke Probe zu machen, -und einen Versuch zu thun: - - _Ob man eine Schneide-Mühle in einem Wald, da genug Holtz und - stehende Pfützen sind, auf solche Weise könte compendieus anlegen_? - -Weil mir aber Zeit und Gelegenheit zu dieser Machine, oder auch andere -curieuse Proben und Versuche zu machen, itzo sogleich nicht vergönnet, -so habe Hoffnung, es werde vielleicht ein andrer Curiosus daher -Gelegenheit nehmen, ein und die andere Probe deßwegen anzustellen.“ - -Das letzte von uns bisher genannte auf Dampfmaschinen oder Verwandtes -erteilte englische Patent stammte aus dem Jahre 1698 und betraf die -Saverymaschine. Bis zum Jahre 1712 begegnen wir überhaupt keiner auf -Wasserförderungsvorrichtungen bezüglichen Patente. Vielleicht hat man -hierin eine Folge des großen Einflusses zu erkennen, dessen sich Savery -bei dem englischen Hofe erfreute. - -Erst am 27. Juni 1712 wurde wiederum ein Patent auf „eine neue und -überraschende Maschine zum Heben von Wasser“ erteilt. Inhaber sind -_Lewis Mandell_ und _John Grey_. Sodann folgen weitere auf derartige -Vorrichtungen erteilte Patente, von denen allerdings nicht feststeht, -welcher Art sie waren: Nr. 397 vom 27. Mai 1714 (_J. u. J. Coster_), -Nr. 410 vom 28. November 1716 (_Holland_), Nr. 414 vom 22. Juli 1717 -(_Shuttleworth_), Nr. 437 vom 26. September 1721 (_Oriebar_). - -Die Verwendung des Dampfes zum _Beheizen_ verschiedener Vorrichtungen -bildet den Gegenstand des Patentes Nr. 430 vom 25. Juni 1720, erteilt -an _Desaguliers_, _Niblett_ und _Vreem_. _Triewalds_ Patent Nr. 449 -vom 29. Juni 1722 ist bemerkenswert, weil der Gegenstand desselben -ausdrücklich als eine Maschine bezeichnet ist, die durch die Kraft der -Atmosphäre Wasser aus Bergwerken emporhebt. Das Patent Nr. 463 vom -26. Februar 1724 (_John Dickins_) bezieht sich auf das Heben von Wasser -sowie auf den Antrieb von Maschinen und Schiffen. Einen ausdrücklichen -Verzicht auf die Benutzung des Feuers bei der Wasserförderung enthält -die Urkunde des Patents Nr. 469 (Valentine Flower) vom 20. Mai 1724. -Das Patent Nr. 472 vom 4. November 1724 (Robert Bumpstead) betrifft den -Antrieb einer Mühle, wo fließendes Wasser oder Wind nicht zur Verfügung -steht. - -Das im Jahre 1725 an _Nuttall_ und _Skyrin_ erteilte Patent Nr. 476 -ist um deswillen von Interesse, weil hier angegeben wird, daß die -Dampfmaschinen sehr teuer in der Anschaffung und Unterhaltung seien, -„denn die Gewalt des Feuers zerbricht und zerstört sie oft ganz und -gar“. - -Um die Verbreitung der Dampfmaschine zu fördern, bildete sich eine -„_Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer zu -heben_“. Die Namen der Mitglieder dieses „Dampfmaschinen-Ringes“ waren: -_John Meres_, London; _Thomas Beake_, Westminster; _Henry Robinson_, -London; _William Perkins_, Westminster; _Edwin Wallin_, London. - -Bei dem Vergleich der Liste der englischen Patente mit den Namen -der die Dampfmaschine zu immer gedeihlicherer Entwicklung führenden -Männer begegnen wir der auffallenden Tatsache, daß gerade die -wichtigsten Verbesserungen des Patentschutzes entbehrten. Vielleicht -läßt sich dieses dadurch erklären, daß die obengenannte Vereinigung -der Patentinhaber auch die von Potter, Beighton usw. gemachten -Erfindungen auf gütlichem Wege erwarb und von einer Patentierung -derselben absehen zu können glaubte, weil sie durch den Besitz der -grundlegenden Arbeiten Saverys und Newcomens hinreichend gesichert -war. Daß jene Gesellschaft sich sehr gut auf ihr Geschäft verstand, -beweist das mit dem obengenannten Andrew Wauchope getroffene Abkommen. -Hiernach waren für die Lizenz zur Errichtung der Maschine jährlich -80 £ zu entrichten, und zwar in Vierteljahrsbeträgen während der -Dauer von acht Jahren, zu welchem Zeitpunkt das Patent ablief. Ließ -Wauchope, sei es nach erfolgter Mahnung, sei es ohne eine solche, 40 -Tage nach dem Zahlungstage ohne Zahlung verstreichen, so stand der -Gesellschaft das Recht zu, die Maschine wieder an sich zu nehmen und zu -ihrer Schadloshaltung zu verkaufen; ein etwaiger Überschuß sollte dem -Lizenznehmer ausgezahlt werden. - -Das unter dem 13. Juni 1726 an _Jakob Rowe_ erteilte Patent Nr. 486 -betrifft eine Maschine, um Wasser sowohl nach Menge als nach Förderhöhe -erfolgreich zu heben, unter Anwendung entweder expandierter oder -gepreßter Luft, sowie ein Verfahren, um mit großer Brennstoffersparnis -alle Arten von Gefäßen, enthaltend Wasser oder andere Flüssigkeiten, zu -beheizen. - -Das unter Nr. 496 am 6. Mai 1728 an _Case Billingsley_ erteilte Patent -betrifft eine zweckmäßige und starke Maschine zum Heben von Wasser. - -Bemerkenswert ist auch das am 19. Dezember 1728 an ~John Payne~ -erteilte Patent Nr. 505, das darauf abzielt, in Fabriken erzeugte -und zur Verfügung stehende Wärme zum Antrieb eines nach Art eines -Wasserrades eingerichteten Rades zu verwenden. - -~Thomas Bewley~ und ~Thomas Holtham~ erhielten unter dem 10. März -1729 das Patent Nr. 507 auf eine Maschine, die unter abwechselndem -Aussaugen von Luft und Anwendung des Druckes der Atmosphäre Wasser zur -Entwässerung von Bergwerken und zur Wasserversorgung von Städten hebt. - -Am 1. September 1729 erhielt ~John Allen~, „Doktor der Physik“, das -Patent Nr. 513. ~Dasselbe betrifft die Konstruktion von Dampfkesseln~; -einen Apparat zum Trocknen von Malz; eine Maschine zum Antrieb von -Schiffen, die Verwendung von Schießpulver zur Erzielung motorischer -Kraft. Dieses Patent ist bemerkenswert, weil es eine oberflächliche -Beschreibung der betreffenden Einrichtungen bietet. Der Kessel soll -dazu dienen, Dampf zu erzeugen, der Wasser fördern soll. Um die -Leistungsfähigkeit des Kessels tunlichst zu erhöhen, verlegte Allen -die Feuerung in den Wasserraum des Kessels hinein und fügte auch eine -Rohrschlange ein. Zum Anfachen des Feuers benutzte er Gebläse. - -Den Antrieb der Schiffe bewirkte er mit Hilfe der Reaktionskraft von -Wasser, das er am Heck austreten ließ. Als Betriebskraft benutzte -er eine Pulverexplosionsmaschine. Diese schlug er auch für die -Entwässerung von Bergwerken vor. In dem Kessel soll Allen stündlich -zehn und einen halben Kubikfuß Wasser verdampft haben. Das unter dem -13. Januar 1736 an ~John Payne~ erteilte Patent Nr. 555 betrifft -einen ~Dampfkessel~ mit erhöhter Verdampfung. Diese wurde dadurch -erzielt, daß in den Wasserraum des Kessels ein Schaufelrad eingebaut -war, das in Drehung versetzt wurde und das Wasser gegen die beheizten -Kesselwandungen schleuderte. - -Nunmehr folgt ein Patent, das um deswillen unser besonderes Interesse -in Anspruch nimmt, weil es einen bestimmt ausgesprochenen Vorschlag zur -Benutzung der Dampfkraft für den Antrieb von Dampfschiffen enthält. -Es ist unter Nr. 556 am 21. Dezember 1736 an _Jonathan Hull_ erteilt. -Dasselbe ist betitelt: „Eine Maschine, um Schiffe und Boote in oder -aus Häfen oder Flüssen zu befördern gegen Wind und Strömung sowie bei -Windstille“. Als Antriebsmaschine benutzte Hull eine atmosphärische -Dampfmaschine. In tiefen Gewässern trieb dieselbe zwei seitwärts am -Schiff angebrachte Schaufelräder. In seichten Gewässern benutzte Hull -Stangen, die bis auf den Grund des Gewässers reichten und durch Kurbeln -in der Weise bewegt wurden, daß sie sich gegen den Erdboden stemmten -und das Schiff vorwärts bewegten. Eine Darstellung des Hullschen -Dampfschiffes, das übrigens niemals tatsächlich ausgeführt sein soll, -gibt unsere Abb. 28 nach Finchams ~A History of naval Architecture~, -London 1851. - -[Illustration: Abbildung 28. - -Jonathan Hulls Dampfschiff. (Nach Fincham: ~A History of naval -Architecture~.)] - -~P~ ist das vom Dampfkessel zum Dampfzylinder ~Q~ führende Dampfrohr. -~R~ ist der Dampfzuleitungshahn. ~S~ ist der Hahn für die Zuführung -des Kühlwassers. ~U~ ist ein Seil, an welchem der im Zylinder ~Q~ auf -und ab bewegliche Kolben aufgehängt ist. ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ sind -drei Seilscheiben, die auf einer quer zum Schiff liegenden wagerechten -Welle befestigt sind. ~_Ha_~ und ~_Hb_~ sind zwei Seilscheiben, die -auf der Welle des Schaufelrades ~_III_~ ... mittels Sperräder und -Klinken derart lose angebracht sind, daß sie die Welle nur in einer -Richtung, im Sinne des Uhrzeigers, also im Sinne der Vorwärtsbewegung -des Schiffes, in Drehung versetzen. - -Das Seil ~_Fb_~ führt von ~_Hb_~ nach ~_Db_~ derart, daß, wenn die -Räder ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ sich nach vorwärts drehen, auch die -Schaufelradwelle sich nach vorwärts dreht. An dem Rade ~D~ ist das den -Kolben tragende Seil ~U~ aufgehängt. Das Seil ~_Fa_~ führt von dem Rade -~_Ha_~ zu dem Rade ~_Da_~ derart, daß, wenn die Räder ~_Da_~, ~D~ und -~_Db_~ sich nach vorwärts drehen, das Rad ~_Ha_~ und das Seil ~F~ ein -an letzteres angehängtes Gewicht heben, während die Seilscheibe ~_Hb_~ -die Schaufelwelle vorwärts dreht. Ist nunmehr das Gewicht gehoben, und -drehen sich alsdann die Räder ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ rückwärts, so wird -das Seil ~_Fa_~ freigegeben und das an ~F~ befestigte Gewicht dreht -die Seilscheibe ~_Ha_~ vorwärts. Auf diese Weise wird bewirkt, daß -die Schaufelradwelle sich stets nach vorwärts bewegt, mag der an der -Rolle ~D~ angreifende Kolben sich auf- oder abwärts bewegen, oder mögen -sich die Scheiben ~_Da_~, ~D~ und ~_Db_~ nach vorwärts oder rückwärts -bewegen. - -In seinem im Jahre 1738 erschienenen Werke ~Hydrodynamica~ -schlug _Daniel Bernouilli_ vor, für den Antrieb von Schiffen -die Reaktionskraft des am Heck unterhalb der Wasseroberfläche -ausgetriebenen Wassers zu benutzen. - -_John Wise_ erhielt am 7. August 1740 das Patent Nr. 571 auf eine -besondere Verwendung der Feuermaschine. Diese letztere ist als solche -bekannter Art vorausgesetzt, aber, anstatt daß sie Wasser schöpft, -ist sie an dem Ende ihres Balanciers mit einer Kette, einem Seile -oder einer Stange versehen, welche senkrecht zu derjenigen Vorrichtung -führt, die die eigentliche Erfindung Wises bildet und unter einem -besonderen Dach steht. Diese Maschine besteht aus einer horizontalen -Welle, auf der sich ein Sprossenrad befindet, das durch ein von dem -Balancier der Dampfmaschine durch eine Kette oder dergl. betätigtes -Zahnrad in eine halbe Umdrehung versetzt wird. Nach Vollendung dieser -halben Umdrehung kommen das Sprossenrad und das Zahnrad außer Eingriff, -und die Umdrehung der das Sprossenrad tragenden Welle wird durch ein -auf dessen Welle angebrachtes Schwungrad vollendet. Ist der Eingriff -des Zahnrades und des Sprossenrades aufgehoben, so wird ersteres durch -ein Gewicht in seine Anfangslage gebracht und erhält nunmehr wiederum -durch die Kette des Balanciers eine halbe Umdrehung, welche es dann -wiederum auf das Sprossenrad überträgt. Die das Sprossenrad tragende -Welle erhält somit durch Beihilfe des Schwungrades eine stetige -Drehbewegung. -- Leider ist die Beschreibung dieser Maschine nicht -durch eine Zeichnung erläutert. - -Unwillkürlich drängt sich uns hier die Frage auf, aus welchem Grunde -Wise nicht die bereits damals bekannte und gebräuchliche Kurbel benutzt -hat. Daß diese insbesondere auch bei Wasserhebemaschinen in Benutzung -war, geht aus einer in den ~Abridgements~ gemachten Mitteilung hervor, -derzufolge im Jahre 1740, also in dem Jahre der Erteilung des Wiseschen -Patents, auf den ~London Bridge Water Works~ gußeiserne Kurbeln benutzt -wurden. - -Nebenbei möge hier bemerkt werden, daß die Zylinder der damaligen -Dampfmaschinen meist aus Rotguß hergestellt wurden. Allerdings -versuchte man auch, das billigere Gußeisen zu benutzen. Dieses -erforderte aber durchschnittlich eine Wandstärke von 1 Zoll, während -die Rotgußzylinder nur einer solchen von 1/4 Zoll bedurften. Diese -geringere Wandstärke hatte den großen Vorzug, daß der Wärmeaustausch, -insbesondere bei der die Kondensation des Dampfes bewirkenden -Abkühlung, ein erheblich beschleunigter war, die Leistung der mit -gußeisernen Zylindern arbeitenden Dampfmaschinen stand infolgedessen um -1/8 bis 1/10 hinter den mit Rotgußzylinder arbeitenden zurück. - -Die _Dampfkessel_ hatte man bis zum Jahre 1740 meist aus Kupfer und -aus Blei hergestellt. In diesem Jahre erfand _Parrot_ eine bessere -Vernietung der Eisenplatten, infolgedessen das Eisen das teure Kupfer -und Blei verdrängte. - -Im Jahre 1743 berichtete Gensanne, daß auf dem Kontinent drei -Dampfmaschinen aufgestellt wurden: eine zu Fresne bei Condé, die zweite -zu Sars bei Charleroy, die dritte bei Namur. Die beiden ersteren -dienten zum Entwässern von Kohlenminen, die letztere zur Wasserhaltung -einer Bleigrube. Von der zu Fresne aufgestellten Maschine gibt Belidor -in seiner ~Architecture Hydraulique~, Bd. 2, Zeichnungen. - -Bei Newcastle benutzte man damals Feuermaschinen zum Antrieb von -Wasserrädern in der Weise, daß jene das Wasser diesen von oben -zuführten. Diese Räder waren mit Schaufelungen entgegengesetzter -Richtung versehen. Je nachdem man das Wasser der einen oder der anderen -Hälfte zuführte, drehte sich das Rad in der einen oder in der anderen -Richtung. Auf diese Weise wurden die Räder zur Auf- und Abwärtsbewegung -der Fördergefäße benutzt. Nach der Angabe anderer Schriftsteller -stammen derartig umgesteuerte Wasserräder bereits aus älterer Zeit. - -Eine wesentliche Verbesserung des Dampfkessels ließen sich am 12. Juli -1748 _Thomas Stevens_ und _Moses Hadley_ unter Nr. 634 patentieren. -Dieselbe ging zielbewußt auf eine erhöhte Ausnutzung des Brennstoffes -aus. Der Kessel hatte eine halbkugelförmige Gestalt, besaß aber -Wassertaschen, die von dem wagerechten Boden nach unten hin in die -Feuerzüge hineinragten. Die Feuerung lag unter dem Mittelpunkte des -Kessels, und von ihr führten die Feuerzüge die Heizgase in Spiralwegen -zum Schornstein, hierbei die Wassertaschen in ausgiebigstem Maße -bespülend. Dieses Patent enthält eine Zeichnung des Dampfkessels. - -Wie Smeaton im Jahre 1754 berichtet, brachte _De Moura_ an dem -Dampfgefäß der Saveryschen Maschine einen Schwimmer an, der die -Kondensation und den Dampfaustritt selbsttätig regelte. - -Erst nach einer Pause von sieben Jahren begegnen wir dann wiederum -einem auf die Dampfmaschine bezüglichen Patent. Dasselbe ist unter -Nr. 703 am 8. August 1753 dem „Ingenieur“ _Georg John_ erteilt und -betrifft ein Verfahren, durch welches vermieden wird, daß beim -Tieferbringen von Schächten die gesamte Pumpenanlage abgebrochen und -tiefer gelegt werden muß. - -Ein für die weitere Ausbildung des Dampfkessels wichtiges Patent wurde -unter dem 27. Mai 1756 dem Puddler _John Wright_ unter Nr. 709 erteilt. -Dieses Patent bezweckte gleich dem vorgenannten Patent Nr. 634 (Stevens -und Hadley) eine tunlichst weitgehende Ausnutzung der Heizkraft der -Feuerungsstoffe und steht in einem wohltuenden Gegensatz zu der damals -allgemein üblichen Kohlenvergeudung. John Wright beabsichtigte, -eine tunlichst große Berührungsfläche zwischen den Feuergasen und -den Kesselwandungen herbeizuführen. Da der damalige Stand des -Dampfkesselbaues den Einbau eines Innenrohres nicht ermöglichte, -führte Wright die Feuergase an die Außenseite des Kessels zurück. -Das Speisewasser wurde an derjenigen Stelle des Kessels eingeführt, -wo die Feuerung die größte Wärmewirkung hervorbrachte. Schließlich -schlug Wright auch noch vor, die von dem Kessel ausstrahlende Wärme zum -Rösten von Zinn-, Blei- und Eisenerzen u. a. m. zu verwenden, indem -er diese Stoffe in einen unterhalb des Kessels angeordneten Hohlraum -einbrachte. Im Jahre 1756 brachte dann noch Sampson Swain einen nicht -unter Patentschutz gestellten Dampfkessel in Vorschlag, bei welchem -eine Schlange die Feuergase durch den Wasserraum leitete. - -In demselben Jahre wurden zwei aus England bezogene atmosphärische -Maschinen auf einer Kupfermine am Passaic in Nordamerika in Betrieb -gesetzt. - -Unter dem 12. März 1757 erhielt _Isaac Wilkinson_ das Patent 713 auf -eine mittels einer Feuermaschine angetriebene _Gebläsemaschine_. Diese -letztere hatte folgende Einrichtung: viereckige, runde, längliche, -achteckige oder irgendwie anders gestaltete Gefäße aus Eisen, Holz, -Messing, Kupfer, Blei oder einem anderen Material oder aus einem -zusammengesetzten Material werden einzeln, zu zweien, dreien, vieren, -sechsen oder mehreren entweder nebeneinander oder übereinander -angeordnet, und zwar sind dieselben derartig eingerichtet, daß wenn -sie mit Luft gefüllt sind, diese Luft durch eine entsprechend hohe -Wassersäule gepreßt wird, die in die Gefäße eintritt und den von der -Luft bisher eingenommenen Raum einnimmt. Mit Hilfe von Ventilen, -Regelungseinrichtungen, Hähnen oder Hebern, die sich abwechselnd öffnen -oder schließen, wird das Wasser ein- und die Luft ausgelassen und -letztere durch ein Rohr auf eine beliebige Entfernung fortgeführt, so -daß ein Schmelzofen oder eine Schmiede oder ein anderes Werk von einem -Wasserfall oder von einer Feuermaschine aus mit Gebläseluft versorgt -werden kann. - -Im Jahre 1757 suchte _Keane Fitzgerald_ die Verdampfung dadurch zu -beschleunigen, daß er in das im Dampfkessel enthaltene Wasser Luft -durch Gebläse einführte. - -Im Juni 1757 veröffentlichte Professor _John Robison_ im „Universal -Magazine“ eine Dampfmaschine mit umgekehrt angeordnetem Zylinder. - -Im Jahre 1758 versuchte _Fitzgerald_ die schwingende Bewegung des -Balanciers durch Zahnräder und Sperrwerke auf eine umlaufende Welle zu -übertragen. - -Das nun zu nennende Patent _James Brindleys_ Nr. 730 vom 27. September -1758 ist unter den Fachleuten bekannter als die Mehrzahl der -vorgenannten Patente. Unter anderem erwähnt dasselbe auch Severin in -seiner Geschichte der Dampfmaschine[52]. - -Der Titel des Brindleyschen Patents lautet allgemein: „Eine -Fördermaschine zum Entwässern von Bergwerken und Ländereien, oder zur -Wasserversorgung von Städten und Gärten“. Brindley schlägt vor, den -Kessel aus Ziegelstein oder natürlichem Stein, zum Teil sogar aus -Holz herzustellen; die Stirnwand, wo die Feuerung angebracht wird, -besteht aus Gußeisen. Um der durch die Wärme bewirkten Ausdehnung sich -anschließen zu können, werden Dilatationsplatten angebracht. Der die -Feuerung umgebende Raum ist ganz aus Gußeisen hergestellt und liegt -vollständig im Wasser. Brindley glaubte, durch diese Anordnung eine -größere Sparsamkeit und Sicherheit zu erzielen, als dies bei den bisher -üblichen eisernen, leicht explodierenden Kesseln möglich war. - -Des weiteren schlug Brindley vor, die großen an dem Balancier -angreifenden Triebketten nicht aus Eisen, sondern aus Holz mit eisernen -Gelenkzapfen herzustellen. - -Die wichtigste der von Brindley angegebenen Neuerungen besteht aber -in der selbsttätigen, vom Kesselwärter durchaus unabhängig sich -vollziehenden Speisung des Kessels mit Wasser. Zu diesem Zweck schließt -er das Speiserohr nach dem Innenraum des Kessels hin mittels Schwimmer, -welche Ventile tragen, ab. Sinkt der Wasserstand, so öffnen sich diese -Ventile und lassen frisches Speisewasser in den Kessel treten. - -Von besonderem Interesse ist auch das unter dem 25. Mai 1759 an -_Henry Wood_ erteilte Patent Nr. 739. Dasselbe ist bezeichnet als -das Betreiben einer Feuermaschine nach einem neuen Grundsatz, der -völlig abweicht von den bisher üblichen und weniger als die Hälfte -der bisher für Kohlen aufgewendeten Kosten verursacht. Das gegenüber -den bekannten Verfahren Neue bestand darin, daß die Feuermaschine -nicht mit Dampf, sondern mit erhitzter Luft betrieben wurde. Die -Erhitzung der Luft geschah in der Weise, daß Wood die Luft durch Feuer -oder durch auf Rotglut erhitzte Röhren oder durch kochendes Wasser -streichen ließ, oder daß sie auf irgendeine andere Weise erhitzt oder -verdünnt wurde. Die heiße Luft kann in den Zylinder der Maschine auf -verschiedene Art eingeführt werden, entweder mittels Blasebälgen oder -kleiner Luftpumpen mit besonderen Kolben und Ventilen, oder es kann -der Überdruck der Atmosphäre durch Heizkörper hindurch die Luft in den -Zylinder während des Emporsteigens des Maschinenkolbens hineindrücken -und auf diese Weise den Zylinder mit heißer Luft anfüllen, die dann zur -Erzielung eines Vakuums kondensiert werden und nach der Kondensation -aus dem Zylinder hinausbefördert werden muß. Diese Entfernung der -Luft aus dem Zylinder kann auf verschiedene Weise bewirkt werden; -wird die heiße Luft in den Zylinder durch eine den Atmosphärendruck -übersteigende Kraft hinausgetrieben, so wird diese Kraft die Luft durch -das sogenannte Blubberventil (~snifting pipe~) hinaustreiben; ist der -angewendete Druck dem der Atmosphäre gleich, so muß die kondensierte -Luft durch eine Pumpe hinausgepumpt werden, die entweder von der -Maschine oder sonstwie angetrieben wird. „Meine Erfindung besteht“, -so führt Wood aus, „also in dem Betrieb einer Feuermaschine durch eine -der genannten Methoden oder auf eine bisher nicht bekannte Weise, die -auf der Benutzung erhitzter oder verdünnter Luft beruht, oder auf der -Benutzung von heißer Luft in Verbindung mit Dampf, welch letzterer -dann unvermeidlich ist, wenn die Erhitzung der Luft in Röhren mittels -kochenden Wassers erfolgt.“ Trotzdem die Sprache der Patentschrift -erkennen läßt, daß es sich hier um eine zielbewußte Ausnutzung tiefer -physikalischer Kenntnisse handelt, ist über eine praktische Ausführung -der sachgemäß durchgeführten Maschine nichts festzustellen. - -Nunmehr folgt das an _Jonathan Greenall_ unter dem 6. Februar -1761 erteilte Patent Nr. 761. Dasselbe weist allerdings eine -schwerverständliche Beschreibung und unklare Zeichnung auf, läßt jedoch -zweifellos folgende vier wesentliche Neuerungen erkennen: - -1. Aufstellung der Dampfmaschine getrennt vom Dampfkessel; - -2. Einschaltung eines als „Receiver“ bezeichneten Dampfgefäßes zwischen -Kessel und Maschine; - -3. die Anordnung einer Pumpe für das Einspritzwasser; - -4. die Zuführung bereits erhitzten Wassers zum Kessel. - -Das nunmehr folgende Dampfmaschinenpatent enthält ebenfalls eine Anzahl -wichtiger Neuerungen. Trotzdem ist dasselbe in den ~Abridgements -of Specifications, relating to the Steam Engine~ nicht enthalten. -Dieses Patent ist unter Nr. 762 am 20. Mai 1761 an _Michael -Mainzies_ verliehen. In demselben wird u. a. der Vorschlag gemacht, -maschinell angetriebene Vorrichtungen zum Loslösen der Kohle vor Ort -zu benutzen. Weit wichtiger sind jedoch die auf die Dampfmaschine -bezüglichen Vorschläge. Der erste derselben geht dahin, die Abnutzung -und Zerstörung der Roststäbe der Dampfkesselfeuerungen dadurch zu -vermeiden, daß die Roststäbe hohl gestaltet und in ihrem Innern durch -Wasser gekühlt werden, das in den Dampfkessel übertritt. Auf diese -Weise werden nicht nur die Roststäbe geschont, sondern auch die -Verdampfung wesentlich gefördert. Ein zweiter nicht minder wichtiger -Vorschlag geht dahin, die Beschickung der Feuerung mit Brennmaterial -nicht durch den Heizer, sondern _durch mechanische Vorrichtungen_ zu -bewirken. - -Das folgende Jahr, 1762, ist um deswillen bemerkenswert, weil in dessen -Verlauf das dem Marquis of Worcester erteilte Patent ablief. - -In demselben Jahre verließ Hindley die bisher übliche Anordnung, -bei welcher ein Balancier benutzt wurde, um die von dem Dampfkolben -ausgehende Bewegung zu übertragen. Er stellte die zu betreibende Pumpe -unterhalb des Zylinders auf und verband die Kolbenstange des Zylinders -mit der der Pumpe durch einen Rahmen, der durch den Dampfkolben wie ein -Schiebefenster auf und ab bewegt wurde. Nach Hindleys Tode vollendete -Smeaton eine solche Maschine für die Wasserwerke zu Kingston ~upon~ -Hull. - -Zu derselben Zeit wurde in der Nähe von Glasgow eine Dampfmaschine zum -Betrieb einer Kohlengrube in Betrieb gesetzt. - -Am 10. Oktober des Jahres 1763 erhielt _Joseph Oxley_ das Patent -Nr. 795 auf eine Vorrichtung zum Fördern von Kohlen aus Gruben und zu -anderen Zwecken mit Hilfe einer Feuermaschine. Die Konstruktion der -letzteren war hierbei gleichgültig. Es handelte sich vielmehr lediglich -um die Vorrichtung, zu deren Antrieb die hin und her gehende Bewegung -des Balanciers durch eine Anzahl von Zwischenvorrichtungen, so z. B. -ein Wendegetriebe, in eine stetige Drehbewegung umgesetzt wurde. Nach -Angabe der ~Abridgements~ soll diese Einrichtung während einiger Jahre -in Seaton Delaval in Betrieb gewesen sein. Allerdings wird hier als -Erfinder nicht Joseph, sondern John Oxley genannt. - -Über den damaligen Stand des Dampfmaschinenbaues machten die ~Annales -of Newcastle~ vom 26. Februar 1763 eine interessante Mitteilung. Sie -berichten über die Ankunft eines riesigen Dampfzylinders, der 10½ Fuß -lang war, in der Bohrung 74 Zoll maß und mit Boden und Kolben gegen 11 -Tonnen wog. Die Maschine (nach Newcomen) hebe bei jedem Hub 15⅓ Tonnen -Wasser. Ohne Kolben und Boden wog der Zylinder 6½ Tonnen. Die Bohrung -war völlig rund ausgeführt, schön poliert und machte dem ausführenden -Werke Colebrook Dale in Shropshire alle Ehre. - -Im folgenden Jahre, 1764, begegnen wir in der Geschichte der -Dampfmaschine zum ersten Male dem Namen _James Watts_. - -Dieser, seines Zeichens Mechaniker[53], erhielt zu jener Zeit -den Auftrag, das Modell einer Newcomen-Dampfmaschine, das an -der Universität Glasgow zu Vorlesungszwecken benutzt wurde, zu -reparieren. Hierbei erhielt Watt die Anregung zu einer Reihe von -Verbesserungen, die ihm später den Ruhm eintrugen, der Schöpfer der -modernen Dampfmaschine zu sein. Bis zu dem Zeitpunkt aber, wo er zum -Abschluß seiner bahnbrechenden Arbeiten gelangte, wurden noch anderen -Verbesserern der Dampfmaschine und des Dampfkessels englische Patente -erteilt. - -Unter dem 9. Mai 1766 erhielt _Robert Fall_ das Patent Nr. 844 auf ein -billiges Verfahren, alle Sorten von Flüssigkeiten zu erhitzen, und -auf eine neue mechanische Einrichtung, durch welche Feuer in einer -bisher nicht benutzten Weise angewendet wird. Fall legte in das Innere -des Dampfkessels eine Rohrschlange ein, durch welche die Feuergase -hindurchgeführt und auf diese Weise nach Möglichkeit ausgenutzt wurden. -Fall ging jedoch noch weiter, indem er die Wärme der Feuergase mehrfach -ausnutzte. Zu diesem Zweck ordnete er mehrere Kessel nebeneinander -in der Weise an, daß die Feuergase, nachdem sie den einen Kessel -durchstrichen und beheizt hatten, in schlangenförmige Feuerzüge des -anderen Kessels hinübertraten. Auffallenderweise findet sich dieses -wichtige Patent in den ~Abridgements~ nicht verzeichnet. - -Am 9. Oktober 1766 erhielt _William Blakey_ das Patent Nr. 848 auf -Verbesserungen der Saverymaschine. Diese Verbesserungen bestanden im -wesentlichen darin, daß er in dem oberen Teile des Zwischengefäßes -(Receiver) eine durchbrochene Platte einlegte und, um die Kondensation -des auf das zu hebende Wasser einwirkenden Dampfes zu verhüten, -zwischen beiden eine Ölschicht einfügte. - -Am 3. Januar 1767 erhielt _John Stewart_ das Patent Nr. 859 auf eine -außerordentlich umständliche Einrichtung, um die hin und her gehende -Bewegung des Balanciers in eine drehende Bewegung umzusetzen. Im Jahre -1767 wurde bei Grosetto, in der Nähe von Castiglione in Toskana, auf -einer Saline eine Saverymaschine zum Heben von Wasser errichtet. - -In demselben Jahre (am 25. März 1767) wurde an _John Barber_ das -Patent Nr. 865 auf ein neues Verfahren erteilt, um Wasser aus Gruben -und Schiffen zu fördern, sowie Städte und andere Orte mit Wasser -zu versorgen und Lasten aller Art, insbesondere Kohle, mit Hilfe -von Feuer, von Wasser oder durch beides zu heben. Leider lassen -Beschreibung und Zeichnung die Wirkungsweise der in Vorschlag -gebrachten Einrichtungen nicht klar erkennen. - -Daß die damaligen im Betriebe befindlichen Dampfmaschinen sehr -kostspielig waren, geht u. a. auch aus dem Patent Nr. 875 (_Duncombe_ -und _Polile_) hervor. In diesem Patent tritt der allgemein beobachtete -Mißstand der damaligen Dampfmaschine, im Betriebe unwirtschaftlich zu -sein, in die Erscheinung. Die Erfinder geben als Zweck ihrer Maschine -den Antrieb von Bratspießen und das Fördern von Wasser aus Bergwerken -an. Zugleich aber weisen sie darauf hin, daß durch ihre Maschine den -Grubenbesitzern _die hohen Kosten der Feuermaschinen_ und anderen -Maschinen erspart werden sollen. - -Am 5. Juli 1768 erhielt _Joseph Hateley_ unter Nr. 895 ein Patent auf -„eine neue Feuermaschine mit Kessel, beide von besonderer Art“. Das -Wesentliche der Maschine bestand darin, daß der Zylinder mit einem -Mantel versehen war, in welchem zur Beschleunigung der Kondensation -des Dampfes Kühlwasser zirkulierte. Auch der Kolben besaß einen zur -Aufnahme von Kühlwasser dienenden Hohlraum. Bei dem Dampfkessel -hatte Hateley sich es angelegen sein lassen, die Feuergase tunlichst -auszunutzen. Zu diesem Zwecke wurden diese nicht allein um den Kessel -herumgeleitet, sondern auch mittels eines in den Kessel eingenieteten -Rohres durch das Innere des Kessels hindurchgeführt. Die Maschine -sollte zum Betriebe von Getreidemühlen, Walzwerken und Bohrmaschinen -zum Ausbohren von Zylindern, Geschützrohren und sonstigen Rohren dienen. - -Ein am 14. März 1768 unter Nr. 897 an _Samuel Wise_ erteiltes Patent -betrifft eine Vorrichtung, um die hin und her gehende Bewegung des -Balanciers in eine drehende umzuwandeln. Von dem Balancier aus wurde -mittels einer Kette eine wagerechte Welle in eine hin und her gehende -Bewegung versetzt. Auf dieser Welle waren zwei Zahnräder befestigt, die -nur auf der Hälfte ihres Umfanges Zähne besaßen und abwechselnd in ein -an einer stehenden Welle angebrachtes, ebenfalls nur auf der Hälfte -seines Umfanges mit Zähnen versehenes Rad eingriffen und die Welle in -stetige Drehung versetzten. - -In demselben Jahre schlug R. _Lovel Edgeworth_ vor, Wagen mit Hilfe des -Dampfes zu treiben. - -Um diese Zeit beschäftigte sich auch _Nicolaus Cugnot_ in Paris mit -der Konstruktion eines Dampfwagens, den er dann auch unter Beihilfe -des Kriegsministers im Jahre 1770 vollendete. Dieser Dampfwagen -konnte 12-15 Minuten lang mit einer Stundengeschwindigkeit von 4 ~km~ -laufen, mußte aber dann anhalten, um von neuem Dampf zu schaffen. -Auf dem Vorderteile des Wagens stand der sehr einfach eingerichtete -Dampfkessel, dahinter die Dampfmaschine, die mittels eines Sperrwerkes -das Vorderrad in Drehung versetzte. Der Wagen hatte nur drei Räder, -eins vorn, zwei hinten. Die Dampfmaschine besaß zwei Zylinder von je -330 ~mm~ Durchmesser. Die Steuerung der Maschine bestand in einem mit -entsprechenden Bohrungen versehenen Hahn, der von dem Kolben aus mit -Hilfe einer Kette bewegt wurde. - -Inzwischen hatte nun bereits die Tätigkeit desjenigen Mannes begonnen, -dem es beschieden sein sollte, auf Grund der vervollkommneten Kenntnis -des Wesens des Wasserdampfes und auf Grund eigener Versuche, in hohem -Geistesfluge seinen Zeitgenossen weit vorauseilend, die Dampfmaschine -zu dem gewaltigen Rüstzeug des Fortschritts zu machen, das sie hinfort -bilden sollte. Schon im Jahre 1759 hatte _James Watt_ auf Anregung -Robisons sich mit dem Plan, die Dampfkraft zum Antrieb von Fahrzeugen -zu verwenden, befaßt, ohne sich jedoch hierfür erwärmen zu können. So -ließ er sich noch im Jahre 1769 in einem an ~Dr.~ Small gerichteten -Briefe über einen derartigen Plan des Londoner Leinenhändlers Moore wie -folgt aus: „Wenn der Leinenhändler Moore nicht meine Maschine anwendet, -um seine Wagen zu treiben, so kann er überhaupt zu keinem Ergebnis -kommen, und wenn er es tut, werde ich ihn daran hindern.“ - -Wir sind in unseren bisherigen Mitteilungen mehrfach Versuchen -begegnet, in die Erkenntnis des Wesens des Wasserdampfes einzudringen. -Wenngleich das Altertum einen Unterschied zwischen Dampf und Luft nicht -kannte, so mußte sich dennoch schon bei den von Heron von Alexandrien -beschriebenen Vorrichtungen dieser Unterschied unwillkürlich geltend -machen. Jedoch auch Salomon de Caus huldigte, wie wir gesehen haben, -noch den Anschauungen des Altertums, insbesondere denen des Aristoteles. - -Papins unsterbliches Verdienst war es, durch Benutzung des Kolbens -als Kraftaufnehmer der späteren Entwicklung der Dampfmaschine, wie -sie sich zuerst durch Newcomen und Cawley vollzog, die Wege gewiesen -zu haben. Leider gelang es Papin nicht, des größten Fehlers seiner -Maschine, des hohen Dampfverbrauchs, Herr zu werden. Der von ihm in -Vorschlag gebrachte, durch einen eisernen Bolzen erwärmte Kolben -(Abb. 25) konnte für einen sparsameren Dampfverbrauch bei weitem -nicht genügen. Auch mußte die Maschine stets zum Stillstand gebracht -werden, wenn ein erwärmter Bolzen von neuem in den Kolben eingebracht -werden mußte. Allerdings bot die Dampfmaschine von Newcomen und Cawley -gegenüber derjenigen Papins erhebliche Vorzüge, die im wesentlichen -rein baulicher Natur waren, sich aber bezüglich der Ausnutzung der -Dampfkraft sehr vorteilhaft bemerkbar machten. Hier ist die gute -Abdichtung des Kolbens im Dampfzylinder besonders hervorzuheben, die -ein Hinübertreten des Kühlwassers über den Kolben hinaus und hiermit -eine Abkühlung des Zylinders bis zu einem gewissen Grade verhütete. -Jedoch auch diese Maschine nutzte den Dampfdruck nur mangelhaft aus; -sie erforderte daher Zylinder von großem Durchmesser. - -Vom Beginn des 17. Jahrhunderts ab, also zu einer Zeit, die ohnehin -schon der Dampfmaschine eine kräftige Förderung brachte, vollzog -sich auch ein großer Fortschritt auf dem Gebiete der Kenntnis der -luftförmigen Körper: Johann Baptist van Helmont (geb. 1577, gest. -1644) unterschied zwei Arten von Luft, nämlich eine solche, die ihre -luftförmige Beschaffenheit auch dann beibehält, wenn sie abgekühlt -wird, und eine solche, welche, um luftförmig zu bleiben, der Zufuhr von -Wärme bedarf, anderenfalls aber sich verdichtet, kondensiert. Die erste -Art von Luft bezeichnet van Helmont als _Gas_. - -_Halley_ (geb. 1656, gest. 1742) erklärte das Wesen des Wasserdampfes -dahin, daß dieser aus kleinen hohlen Wasserbläschen bestehe, die mit -verdünnter Luft gefüllt seien. Infolgedessen steige der Dampf, da -er leichter als die atmosphärische Luft sei, in dieser in die Höhe. -_Derhem_ wollte diese Wasserbläschen unter dem Vergrößerungsglase -erkannt haben. Der Kanzler der Universität Halle, _Chr. Wolf_ (geb. -1679, gest. 1754), versuchte den Grad der Verdünnung der Luft in den -Wasserbläschen festzustellen. _Christian Gottlieb Kratzenstein_ (geb. -1723, gest. 1795) befaßte sich ebenfalls mit der Erforschung der -Wasserbläschen und gab ihren Durchmesser zu 1/50000 Zoll an. - -Das Streben der Physiker, sich mit dem Wesen des Wasserdampfes zu -befassen, erfuhr eine erfreuliche Anregung durch ein Preisausschreiben, -das die Akademie der Wissenschaften zu Bordeaux im Jahre 1743 -ausschrieb für die Erklärung des Umstandes, daß der Wasserdampf nach -aufwärts steigt. Aus der Zahl der eingegangenen Preisbewerbungen wurden -zwei mit einem Preise bedacht. Den einen Preis erhielt _Kratzenstein_, -der bereits den Durchmesser der Wasserbläschen berechnet hatte und sich -auf den Boden der Bläschentheorie Halleys stellte. - -Einen hiervon völlig abweichenden Standpunkt nahm die andere -Preisarbeit ein, deren Verfasser _Georg E. Hamberger_ war. Nach -Hambergers Auffassung löst sich das Wasser in der Luft in derselben -Weise wie das Salz im Wasser. Auf dieser Lösungstheorie weiter bauend, -wies dann _Charles le Roy_ (geb. 1726, gest. 1779) darauf hin, daß in -derselben Weise, wie man in Wasser nur eine beschränkte Menge Salz -zu lösen vermöge, auch die Luft nur eine beschränkte Menge Wasser -aufnehmen könne. Er erkannte also bereits das Wesen der _Sättigung_ -und bezeichnete Luft, die Wasser nicht mehr aufzunehmen vermag, als -gesättigt, wie man eine Salzlösung, die weiteres Salz nicht mehr -aufnehmen kann, als gesättigt benennt. - -Das einer gesättigten Lösung zugeführte Salz löst sich nicht auf, -sondern setzt sich auf dem Grunde der Lösung ab. Die gleichartige -Erscheinung tritt ein, wenn man in den gesättigten Wasserdampf weitere -Dampfmengen einführt; alsdann schlägt sich dieser Dampf zu Tropfen -nieder. Entsprechend der Tatsache, daß warmes Wasser mehr Salz auflöst -als kaltes Wasser, kam le Roy zu der Erkenntnis, daß warme Luft mehr -Wasser löst als kalte Luft, also mehr Dampf enthält als diese. Sinkt -die Temperatur der Luft, so scheidet sich der in dieser enthaltene -Wasserdampf als Tau ab. - -Wird gesättigter Dampf weiter erhitzt, so entsteht der sogenannte -überhitzte Dampf. In der neuesten Zeit hat dieser Dampf insbesondere -zum Antrieb von Lokomotiven eine große Bedeutung erlangt. Die ihm -innewohnenden Vorzüge, die sich in einer großen Ersparnis an Brennstoff -geltend machen, haben ihm, nebenbei gesagt, den Namen „Edeldampf“ -eingetragen. Dieser überhitzte Wasserdampf kann abgekühlt werden, ohne -daß er sofort zu Wasser kondensiert. - -Die Theorie Hambergers gab eine gute Erklärung der Tatsache, daß das -Wasser schneller verdampft, wenn es von einem Luftstrom überfahren -wird, als wenn die auf dem Wasser lastende Luft in Ruhe ist. Diese -Erklärung läuft darauf hinaus, daß die auf dem Wasser lastende Luft -sich alsbald mit Wasserdampf sättigt, infolgedessen hier eine weitere -Verdunstung des Wassers nicht mehr möglich ist. Wird dagegen die über -dem Wasser befindliche Luft in Bewegung versetzt, so kommt mit der -Oberfläche des Wassers immer von neuem frische ungesättigte Luft in -Berührung, die imstande ist, Wasserdampf in sich aufzunehmen. - -Eine für die Verwendung des Wasserdampfes, insbesondere für Kochzwecke, -überaus wichtige Beobachtung, der bereits Papin, als er zur Erfindung -des nach ihm benannten Kochtopfes gelangte, sehr nahe gekommen war, -machte der Professor der Chemie zu Upsala, _Wallerius Ericson_ (geb. -1709, gest. 1785). Dieser stellte fest, daß Flüssigkeiten schneller im -luftleeren Raume als unter dem Druck der Atmosphäre verdampften. Da -nun bei dem Verdampfen unter Luftleere von einem Lösen des Wassers in -Luft nicht mehr die Rede sein konnte, versagte jetzt die Hambergersche -Lösungstheorie. - -Hier nun setzte die Tätigkeit des mit James Watt befreundeten -_Joseph Black_ ein, der sich mit der Erforschung jener Erscheinungen -beschäftigte und Watt veranlaßte, ebenfalls Versuche anzustellen. - -Bei dem Erwärmen von Wasser in einem Gefäß ist die erste Folge, daß die -in dem Wasser enthaltene Luft in Form von Luftbläschen nach oben hin -entweicht. Nunmehr bildet sich Dampf auf dem der Wärmequelle zunächst -liegenden Boden des Gefäßes. Dampfblasen steigen in dem Wasser empor, -können aber nicht die Oberfläche des Wassers erreichen, da die oberen -Wasserschichten noch nicht genügend erwärmt sind. Die Folge hiervon -ist das sogenannte Singen des Wassers, das aus der zitternden Bewegung -sich ergibt, in welche das Wasser und das Gefäß durch die bei ihrem -Aufwärtssteigen auf Widerstand stoßenden Dampfbläschen versetzt werden. -Hört das „Singen“ auf, so ist dies ein Zeichen dafür, daß nunmehr -die sämtlichen Wasserschichten zum Sieden gebracht sind, und die -Dampfbläschen ungehindert nach oben steigen können. Das „Singen“ geht -also dem Beginn des Kochens unmittelbar vorher. Während des Kochens -oder Siedens tritt eine Zunahme der Temperatur trotz fortgesetzter -Wärmezufuhr nicht ein. - -Um diese überraschende Erscheinung zu erklären, nahm man an, daß die -Verwandlung des Wassers in Dampf sich nur auf dem Boden des Gefäßes -vollziehe, und daß die Wasserschichten die zu ihrer Verdampfung nötige -Temperatur erst dann erreichen, nachdem sie den Gefäßboden berührten. -Würde die ganze Wassersäule zugleich auf die Siedetemperatur gebracht, -so genügte die geringste Wärmezufuhr, um augenblicklich die gesamte -Wassermenge in Dampf zu verwandeln. - -Black, dem diese Erklärung nicht genügte, stellte zunächst fest, daß, -wenn Wasser zum Sieden gebracht und auf gleichmäßiges Feuer gebracht -wird, in gleichen Zeitabschnitten gleiche Mengen Dampf erzeugt werden. -Des weiteren stellte er fest, wieviel Zeit vergeht, bis eine gewisse -Wassermenge von einer gleichförmigen Flamme zum Sieden gebracht und -vollkommen verdampft wird. - -James Watt, der, wie wir bereits berichteten, mit Black befreundet -war, machte in derselben Richtung folgende Versuche: Er brachte in -einem offenen Papinschen Topf Wasser zum Sieden, und zwar so, daß in -einer halben Stunde die Oberfläche des Wassers um einen Zoll sank. -Hierauf unterbrach er das Sieden, fügte so viel Wasser hinzu, wie -verdampft war, und brachte den Topf wiederum auf die in gleicher Stärke -unterhaltene Flamme. Als das Sieden begann, schloß er den Dampfhahn und -ließ nun eine halbe Stunde vergehen. Als er dann den Dampfhahn öffnete, -strömte der Dampf innerhalb zwei Minuten aus und die Oberfläche des -Wassers sank wieder um einen Zoll. Hieraus ergab sich, daß die Wärme, -die von dem Wasser innerhalb einer halben Stunde aufgenommen wurde, -entweder langsam innerhalb einer halben Stunde oder schnell innerhalb -zwei Minuten dieselbe Wassermenge verdampfen konnte. Black zeigte auch, -daß der Dampf bei seiner Bildung Wärme „bindet“ und bei der Verdichtung -wieder dieselbe Wärmemenge frei gibt. - -James Watts Verdienste bestehen darin, daß er den Wärmeverbrauch -bei der Verdampfung und die Abhängigkeit des Dampfdruckes von der -Temperatur untersuchte und die Gesetze, die für die Verdichtung -des Dampfes maßgeblich sind, ermittelte. Er erkannte hierbei als -hauptsächlichsten Grund des hohen Dampfverbrauchs der Newcomenmaschine, -daß bei jedem Kolbenhub kaltes Wasser in den Dampfzylinder gespritzt -wurde. Dieses hatte zur Folge, daß der von neuem in den Zylinder -eingeführte Dampf zur Erwärmung des Zylinders notwendig war. Aus dieser -Erkenntnis leitete Watt die Forderung ab, daß die Kondensation des -Dampfes tunlichst schnell bewirkt werden müsse, ohne daß der Zylinder -sich abkühlte. Zu diesem Zweck führte er zunächst den Zylinder aus -Holz aus. Da aber in einem hölzernen Zylinder eine dampfdichte Führung -des Kolbens infolge Verwerfens der Holzwandungen nicht zu erreichen -war, wandte er sich alsbald wiederum dem eisernen Zylinder zu, den er -durch ein Rohr mit einem besonderen Behälter in Verbindung brachte, der -kaltes Wasser enthielt. Diesen Behälter nannte Watt „Kondensator“. Die -bahnbrechende Folge dieser Neuerung des von dem Zylinder getrennten -selbständigen Kondensiergefäßes bestand darin, daß der Dampf -niedergeschlagen wurde, ohne daß der Dampfzylinder abgekühlt wurde. -Den Kondensator erhielt Watt dadurch andauernd auf der erforderlichen -niedrigen Temperatur, daß er durch eine von der Maschine angetriebene -Pumpe in denselben stets kaltes Wasser einspritzte, während eine zweite -Pumpe, die sogenannte Warmwasserpumpe oder Luftpumpe, das kondensierte -Wasser aus dem Kondensator hinaussaugte. Die Bezeichnung Luftpumpe -trifft um deswillen zu, weil diese Pumpe neben dem Wasser auch die in -dem kalten Wasser und in dem Dampf enthaltene Luft abführt. Das aus dem -Kondensator ausgepumpte warme Wasser führte Watt dem Dampfkessel zu, -wodurch eine weitgehende Ersparnis an Brennstoffen erzielt wurde. - -Die mit diesen Wattschen Verbesserungen ausgestattete Dampfmaschine hat -folgenden Arbeitsgang: Wenn der Kolben sich in seiner tiefsten Stellung -befindet, wird unterhalb desselben Dampf eingeführt, infolgedessen -sich der Kolben aufwärts bewegt; währenddessen ist die Verbindung -zwischen Zylinder und Kondensator abgeschlossen. Hat der Kolben die -höchste Stellung erreicht, so wird die Dampfzufuhr geschlossen, -zugleich aber die Verbindung zwischen dem Zylinder und dem Kondensator -geöffnet. Infolgedessen wird der unterhalb des Kolbens befindliche -Dampf kondensiert und der Kolben geht unter Einwirkung des Druckes der -Atmosphäre abwärts. - -Auf diese die Dampfmaschine erst lebensfähig machende Neuerungen -erhielt James Watt, nachdem er am 5. Januar 1769 den vorläufigen -Schutz eines Königlichen Privilegs bekommen hatte, das Patent Nr. 913. -Dasselbe hat folgenden Wortlaut: - - ~A. D.~ 1769 Nr. 913. - Dampfmaschinen etc. - _Watts Patentbeschreibung_. - -$Allen denjenigen, welchen dieses Schriftstück zu Gesicht gelangt$, -sende ich, James Watt, aus Glasgow in Schottland, Kaufmann, meinen Gruß. - -$Sintemal$ Seine Allerhöchste Majestät, König Georg der Dritte, durch -seinen Patentbrief unter beigedrucktem Großsiegel von Großbritannien -vom 5. Januar des neunten Regierungsjahres Seiner Majestät mir, dem -genannten James Watt, seine besondere Erlaubnis, Vollmacht, Privilegium -und Befugnis gab, daß ich, der genannte James Watt, meine Vollstrecker, -Verwalter und Bevollmächtigten während einer bestimmten Reihe von -Jahren meine „$Neu erfundene Methode der Verminderung des Verbrauchs -von Dampf und Brennstoff in Feuermaschinen$“ zu benutzen, auszuüben -und zu verkaufen befugt bin, und zwar überall in demjenigen Teile des -Königreiches Groß-Britannien, welcher England genannt wird, in der -Herrschaft Wales, in der Stadt Berwick am Tweed und ferner in Seiner -Majestät Kolonien und Ansiedlungen, und ich, der erwähnte James Watt, -in dem erwähnten Patentbriefe verpflichtet werde, unter Unterschrift -und Siegel eine eingehende Beschreibung des Wesens meiner Erfindung zu -geben, welche in Seiner Majestät Hoher Hofkanzlei eingetragen werden -soll, innerhalb vier Monate nach dem Datum des erwähnten Patentbriefes: - -$So wisset nun$, daß in Erfüllung der genannten Verpflichtung und -Festsetzung ich, der erwähnte James Watt, erkläre, daß das Folgende -eine eingehende Beschreibung meiner in Rede stehenden Erfindung und der -Art und Weise, in welcher dieselbe zur Ausführung gelangt, ist, - - (das will sagen): -- - -Mein Verfahren der Verminderung des Verbrauches an Dampf und, hierdurch -bedingt, des Brennstoffes in Feuermaschinen setzt sich aus folgenden -Prinzipien zusammen: - -Erstens, das Gefäß, in welchem die Kräfte des Dampfes zum Antrieb -der Maschine Anwendung finden sollen, welches bei gewöhnlichen -Feuermaschinen Dampfcylinder genannt wird und welches ich Dampfgefäß -nenne, muß während der ganzen Zeit, wo die Maschine arbeitet, so heiß -erhalten werden, als der Dampf bei seinem Eintritte ist, und zwar -erstens dadurch, daß man das Gefäß mit einem Mantel aus Holz oder einem -anderen die Wärme schlecht leitenden Material umgibt, daß man dasselbe -zweitens mit Dampf oder anderweitigen erhitzten Körpern umgibt, und daß -man drittens darauf achtet, daß weder Wasser noch ein anderer Körper -von niedrigerer Wärme als der Dampf in das Gefäß eintritt oder dasselbe -berührt. - -Zweitens muß der Dampf bei solchen Maschinen, welche ganz oder -teilweise mit Kondensation arbeiten, in Gefäßen zur Kondensation -gebracht werden, welche von den Dampfgefäßen oder -Cylindern getrennt -sind und nur von Zeit zu Zeit mit diesen in Verbindung stehen. Diese -Gefäße nenne ich Kondensatoren und sollen dieselben, während die -Maschinen arbeiten, durch Anwendung von Wasser oder anderer kalter -Körper mindestens so kühl erhalten werden als die die Maschine -umgebende Luft. - -Drittens, sobald Luft oder andere durch die Kälte des Kondensators -nicht kondensierte elastische Dämpfe den Gang der Maschine stören, -so sind dieselben mittels Pumpen, welche durch die Maschine selbst -betrieben werden, oder auf andere Weise aus den Dampfgefäßen oder -Kondensatoren zu entfernen. - -Viertens beabsichtige ich in vielen Fällen die Expansionskraft des -Dampfes zum Antrieb der Kolben oder was an deren Stelle angewendet -wird, zu gebrauchen, in derselben Weise, wie der Druck der Atmosphäre -jetzt bei gewöhnlichen Feuermaschinen benutzt wird. In Fällen, wo -kaltes Wasser nicht in Fülle vorhanden ist, können die Maschinen durch -diese Dampfkraft allein betrieben werden, indem man den Dampf, nachdem -er seine Arbeit getan hat (~after it has done its office~) in die freie -Luft austreten läßt. - -Fünftens, wo Bewegungen um eine Achse verlangt werden, stelle ich -die Dampfgefäße in Form von hohlen Ringen oder kreisförmigen Kanälen -her, mit besonderen Ein- und Auslässen für den Dampf, und montiere -dieselben auf horizontalen Achsen wie die Räder der Wassermühlen. -In denselben ist eine Anzahl von Ventilen angebracht, welche einem -Körper nur in einer Richtung durch den Kanal umzulaufen gestatten. In -diesen Dampfgefäßen sind Gewichte angebracht, welche die Kanäle zum -Teil ausfüllen und durch die noch anzugebenden Mittel in denselben -bewegt werden. Wenn der Dampf in diese Maschinen zwischen jene -Gewichte und die Ventile eingelassen wird, so drückt er gegen beide -gleichmäßig, so zwar, daß er das Gewicht nach der einen Seite des -Rades hebt und infolge der gegen die Ventile wirkenden Reaktion das -Rad in Drehung versetzt, wobei die Ventile sich in derjenigen Richtung -öffnen, in welcher die Gewichte Druck empfangen, aber nicht in der -entgegengesetzten. Währenddem, daß das Dampfgefäß sich dreht, wird es -mit Dampf vom Kessel aus gespeist, und derjenige Dampf, welcher seine -Arbeit geleistet hat, kann entweder durch Kondensation niedergeschlagen -oder in die freie Luft entlassen werden. - -Sechstens will ich in einigen Fällen einen gewissen Grad von Kälte -anwenden, welcher den Dampf allerdings nicht in Wasser zu verwandeln, -wohl aber beträchtlich zu verdichten vermag, so daß die Maschinen -abwechselnd mit Expansion und Kontraktion des Dampfes arbeiten. - -Endlich wende ich zur dampf- und luftdichten Dichtung des Kolbens oder -anderer Maschinenteile an Stelle von Wasser Oele, harzige Körper, -Tierfett, Quecksilber und andere Metalle in flüssigem Zustande an. - -Zur Bezeugung dessen habe ich am heutigen Tage, am fünfundzwanzigsten -April im Jahre unseres Herrn Ein Tausend Sieben Hundert und -neunundsechzig meinen Namenszug und mein Siegel hierunter gesetzt. - - $James Watt.$ (~L. S.~) - - Gesiegelt und ausgehändigt in Gegenwart von - - Coll. Wilkie. - Geo. Jardine. - John. Roebuck. - -Es sei noch bemerkt, daß besagter James Watt erklärt, daß sich nichts -von dem im vierten Absatz Enthaltenen auf Maschinen bezieht, bei denen -das zu hebende Wasser in das Dampfgefäß selbst eintritt oder in ein -Gefäß, welches mit jenem in offener Verbindung steht. - - $James Watt.$ - - Zeugen: Coll. Wilkie. - Geo. Jardine. - -$Und es sei bekannt gegeben$, daß der vorgenannte James Watt am -fünfundzwanzigsten Tage des April, im Jahre unseres Herrn 1769, -sich in der Kanzlei unseres Königlichen Herrn einfand und die -vorstehende Beschreibung nebst allem dem in derselben Enthaltenen und -Beschriebenen, in der oben niedergeschriebenen Weise anerkannte. Und so -wird die vorstehende Beschreibung gemäß der Verordnung aus dem sechsten -Jahre der Regierung des verstorbenen Königs und der Königin William und -Mary von England usw. gestempelt. - -Eingetragen am neunundzwanzigsten April im Jahre unseres Herrn Ein -Tausend Sieben Hundert neunundsechzig. - -Watt war an der Ausführung seines Patents durch den Umstand beschränkt, -daß die seit alters her bekannte und gebräuchliche Kurbel einem -gewissen Wasborough unter Patentschutz gestellt war. Um die Benutzung -der Kurbel zu umgehen, ersann Watt nicht weniger als fünf verschiedene -Einrichtungen und erhielt hierauf unter dem 25. Oktober 1781 das Patent -Nr. 1306. - -[Illustration: Abbildung 29. - -Das Planeten- oder Sonnenrad. - -Aus: Muirhead. James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 7~, Fig. 1 und -2.] - -Als Gegenstand dieses Patents wird angegeben: - -_„Gewisse neue Verfahren, um die hin und her gehende Bewegung von -Dampf- oder Feuermaschinen zur Erzeugung ständiger Drehbewegung um eine -Achse oder um einen Mittelpunkt zu benutzen, um Räder, Mühlen oder -andere Maschinen anzutreiben._“ - -Von den sämtlichen fünf Einrichtungen bildet das sogenannte Planeten- -oder Sonnenrad die wichtigste. Sie ist in Abb. 29 dargestellt. - -Der entsprechende Teil der Patentschrift Nr. 1306 hat folgenden -Wortlaut: - -„Mein fünftes Verfahren, Drehbewegung zu erzeugen, wird mit Hilfe -eines Zahnrades ~E~ ausgeführt, das auf dem Ende derjenigen Achse -~F~ angebracht ist, die die Drehbewegung erhalten soll. Dieses Rad -~E~ kann durch ein zweites Zahnrad ~D~ von gleichem, größerem oder -geringerem Durchmesser in Drehung versetzt werden, das an der Stange -~_AB_~ befestigt ist. Das andere Ende der Stange ~_AB_~ hängt an dem -Triebbalken ~_BC_~ (Balancier) der Dampfmaschine oder ist in beliebiger -anderer Weise mit dem Kolben der Dampfmaschine verbunden. Das Rad ~D~ -kann sich um seine eigene Achse nicht drehen. Mit Hilfe eines Zapfens -~A~, der in dem Mittelpunkte des Rades ~D~ befestigt ist und in einen -kreisförmigen Einschnitt des großen Rades ~_GG_~ eingreift (hier können -auch andere Mittel Platz greifen), wird das Rad ~D~ zwangläufig derart -geführt, daß es sich nicht von dem Rade ~E~ entfernen, jedoch das Rad -~E~ in Drehung versetzen kann, ohne daß es sich selbst um seine Achse -oder seinen Mittelpunkt dreht. - -Die Bewegung vollzieht sich nun folgendermaßen: Ist das Rad nahezu in -diejenige Stellung gelangt, die durch den punktierten Kreis ~_HH_~ -gekennzeichnet ist, und dann mit seinem Mittelpunkt um ein weniges -jenseits der senkrechten durch den Mittelpunkt ~F~ gezogenen Linie -gelangt, zieht die Dampfmaschine mit Hilfe der Treibstange ~_BA_~ das -Rad ~D~ aufwärts. Da nun dessen Zähne in die des Rades ~E~ eingreifen, -und da es sich nicht um seinen eigenen Mittelpunkt drehen kann, kann -es sich nicht anders nach aufwärts hin bewegen, ohne daß es zugleich -das Rad ~E~ in Drehung um seinen Mittelpunkt ~F~ versetzt. Ist das -Rad ~D~ soweit aufwärts gelangt, daß sein unterer Teil mit dem oberen -Teile des Rades ~E~ im Eingriff ist, hat die Dampfmaschine ihren Hub -nach aufwärts ausgeführt und der Kolben ist im Begriff, sich abwärts -zu bewegen. Unter dem Einfluß der ihm zuteil gewordenen Bewegung führt -das Rad ~E~ seinen Rundgang weiter aus und führt das Rad ~D~ über -seine Höchstlage hinweg, wobei die Schwere des Rades ~D~ oder der -Stange ~_AB_~ oder ein anderes an ihm angebrachtes Gewicht das Rad ~D~ -veranlaßt, an der anderen Seite sich wieder nach abwärts zu begeben. -Das Rad ~D~ vollendet also seinen Rundgang um ~E.~ Haben nun die beiden -Räder ~D~ und ~E~ dieselben Zähnezahlen, so macht das Rad ~E~ bei jedem -Hub der Maschine zwei Umdrehungen um seinen Mittelpunkt. Um nun die -Bewegung besser zu regeln, bringe ich auf der Achse ~F~ ein Schwungrad -an.“ - -[Illustration: Abbildung 30. - -Anwendung eines Planetenrades zum Antrieb eines Walzwerks. Aus: -Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 25.~] - -Abbildung 30 stellt das Planetenrad in Anwendung auf den Antrieb eines -Walzwerkes dar. - -Bei einer anderen Ausführungsform dieses Planeten- oder Sonnenrades -bewegen sich die beiden Zahnräder nicht auf- und umeinander, sondern -ineinander. - -Von weitestgehender Bedeutung ist das am 12. März 1782 erteilte Patent -Watts Nr. 1321. - -Der wesentliche Inhalt der Patenturkunde lautet: - -_„Gewisse neue Verbesserungen an Dampf- oder Feuer-Maschinen zum -Heben von Wasser und zu anderen mechanischen Zwecken, und gewisse auf -dieselben anwendbare Einrichtungen.“_ - -„Ich, _James Watt_, erkläre hiermit: Nachstehendes ist eine -Beschreibung meiner neuen Verbesserungen an Dampf- und Feuer-Maschinen -und der Einrichtungen, die bei denselben Anwendung finden können. - -Um aber etwaige Mißverständnisse und Umschweife zu vermeiden, werde ich -zunächst einige gewisse in dieser Beschreibung benutzte Ausdrücke näher -erläutern. - -_Erstens_: Der _Zylinder_ oder das Dampfgefäß ist dasjenige Gefäß, in -welchem die Kräfte des Dampfes oder der Luft benutzt werden, um die -Maschine anzutreiben; er kann von beliebiger Gestalt sein, ist aber -meist von zylindrischer Form. - -_Zweitens_: Der _Kolben_ ist eine bewegliche Trennungswand, die in dem -Zylinder entweder auf und ab, oder hin- und hergleitet und diesem genau -angepaßt ist. Auf diesen Kolben wirken die Kräfte des Dampfes und der -Luft unmittelbar ein. - -_Drittens_: Die _Kondensatoren_ sind gewisse von mir erfundene Gefäße, -in welchen der Dampf niedergeschlagen wird, und zwar entweder indem er -mit hinreichend kaltem Wasser unmittelbar vermischt wird oder indem -er mit kalten Körpern in Berührung gebracht wird. Diese Kondensatoren -liegen entweder in demjenigen Teile des Zylinders selbst, in den der -Dampf niemals gelangt, ausgenommen dann, wenn er niedergeschlagen und -zu Wasser verwandelt wird, oder diese Kondensatoren stehen mit dem -Zylinder mittels Röhren in Verbindung, welche rechtzeitig geöffnet und -geschlossen werden. Diese Röhren können auch so angeordnet sein, daß -sie zu den Luftpumpen oder zu anderen Einrichtungen führen, um den -niedergeschlagenen Dampf und das Einspritzwasser fortzuleiten. - -_Viertens_: Die _Luft- und die Heißwasserpumpen_ sind Pumpen oder -andere Einrichtungen, die dazu dienen, die Luft und das heiße Wasser -aus den Zylindern und aus den Kondensatoren hinauszubefördern. - -_Fünftens_: Der _Werkbalken_ (Triebbalken, Balancier) ist ein -doppelarmiger Hebel, wobei ein oder mehrere Räder oder andere -maschinelle Vorrichtungen dazu dienen, die von dem Kolben geäußerte -Kraft auf das Pumpwerk oder auf andere von der Dampfmaschine -anzutreibende Vorrichtungen zu übertragen. - -_Meine erste neue Verbesserung_ besteht nun darin, daß ich den Dampf -in die Zylinder oder Gefäße der Maschine nur während eines gewissen -Teiles des Auf- oder Niederganges des Kolbens eintreten lasse, und daß -ich die federnden Kräfte, mit denen der Dampf in dem Bestreben, größere -Räume einzunehmen, sich ausdehnt, dazu benutze, während der übrigen -Teile des Hubes des Kolbens als Triebkraft zu dienen. Außerdem benutze -ich Hebelzusammenstellungen oder andere Vorkehrungen, um zu bewirken, -daß die ungleichmäßigen Kräfte, mit denen der Dampf auf den Kolben -einwirkt, gleichmäßige Arbeit leisten bei dem Antrieb der Pumpen oder -der anderen Maschinen, die durch die Dampfmaschine betrieben werden -sollen. Hierbei sind gewisse Verhältnisse zu beachten. - -[Illustration: Abbildung 31. - -James Watts Ausnutzung der Expansion des Dampfes. - -Aus: Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 8.~] - -Um die hierbei maßgeblichen Verbesserungen und Grundsätze zu erläutern, -habe ich in der beigefügten Zeichnung (Abb. 31) einen Hohlzylinder im -Schnitt dargestellt. - -Dieser erwähnte Zylinder ist an seinem unteren Ende durch seinen Boden -~_CD_~ vollständig abgeschlossen und auch an seinem oberen Ende durch -seinen Deckel ~_AB_~ verschlossen. Der kräftige Kolben ~_EF_~ ist dem -Zylinder genau angepaßt, so daß er mit Leichtigkeit auf und ab gleiten -kann, ohne irgendwelchen Dampf neben sich hindurchgehen zu lassen. Der -Kolben hängt an einer oder an mehreren Stangen ~_GH_~, welche in einer -im Deckel ~_AB_~ angebrachten Öffnung hin- und hergleiten können, wobei -ihre Umfläche luft- und dampfdicht durch einen Strang von Werg oder -anderem geeigneten Stoff abgedichtet ist, der in der Büchse ~O~ liegt. -Und nahe dem oberen Ende des Zylinders ist eine Öffnung ~J~ vorgesehen, -um Dampf vom Dampfkessel eintreten zu lassen. - -Der ganze Dampfzylinder ist soweit als möglich mit einem Hohlraum -~_MM_~ umgeben, der Dampf enthält, oder dem auf irgendeine andere Weise -dieselbe Hitze bewahrt bleibt, wie sie das Wasser im Dampfkessel oder -der aus dem Kessel kommende Dampf besitzt. - -Wir wollen nun annehmen, der Kolben sei so nahe als möglich an den -oberen Rand des Zylinders emporgehoben, und der Raum unterhalb -desselben sei von Luft, Dampf und anderen Flüssigkeiten entleert. Wir -wollen des weiteren annehmen, daß der vom Dampfkessel her oberhalb -des Kolbens eintretende Dampf die selbige Dichtigkeit oder Federkraft -besitze wie der Luftdruck der Atmosphäre, oder die Fähigkeit besitze, -eine Quecksilbersäule von 30 Zoll Höhe im Barometer zu tragen. Dann, so -behaupte ich, wird der Druck oder die Federkraft auf jedem Quadratzoll -der oberen Fläche des Kolbens ungefähr 14 Pfund betragen, und diese -Kraft wird, wenn sie während eines ganzen Maschinenhubes auf den Kolben -zur Einwirkung gelangt und zum Antrieb einer oder mehrerer Pumpen, sei -es mittelbar oder unmittelbar, benutzt wird, während des ganzen Hubes -eine Wassersäule fördern, deren Gewicht zehn Pfund auf den Quadratzoll -des Kolbens beträgt, außer der Reibung und der dem Wasser und den -Maschinenteilen innewohnenden Trägheit. Unter der Annahme aber, daß -die gesamte Entfernung von der Unterseite des Kolbens bis zum Grunde -des Zylinders acht Fuß beträgt, und daß die Dampfzufuhr vom Kessel -vollständig abgeschnitten ist, wenn der Kolben bis zum Punkt ~K~ zwei -Fuß oder ein Viertel des Hubes des Kolbens abwärts gegangen ist, -behaupte ich, daß, wenn der Kolben die Hälfte seines Hubes zurückgelegt -hat, die Federkraft des Dampfes die Hälfte der ursprünglichen Kraft -betragen wird. Des weiteren wird, wenn der Kolben bei ~P~ angelangt -ist, die Kraft des Dampfes ein Drittel der ursprünglichen Kraft -betragen oder 4⅔ Pfund auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche. -Ferner wird, wenn der Kolben am Ende seines Hubes angelangt ist, die -Federkraft des Dampfes ein Viertel seiner ursprünglichen Kraft betragen -oder 3½ Pfund auf den Quadratzoll der Kolbenfläche. - -Des weiteren behaupte ich, daß die Federkräfte des Dampfes in den -übrigen Abschnitten der Zylinderlänge, die durch die Horizontallinien -oder Ordinaten der Kurve ~_KL_~ dargestellt und in dem Zylinder -aufgetragen sind, durch die in Dezimalbrüchen der ursprünglichen Kraft -ausgedrückten Zahlen dargestellt werden. - -Und des weiteren behaupte ich, daß die Summe aller dieser Kräfte größer -ist als 57 Hundertstel der ursprünglichen Kraft, multipliziert mit der -Länge des Zylinders. - -Demnach leuchtet ein, daß nur ein Viertel des zur Füllung des ganzen -Zylinders erforderlichen Dampfes zur Anwendung gelangt, und daß der -erzielte Effekt mehr als die Hälfte des Effekts beträgt, der durch -einen ganz mit Dampf gefüllten Zylinder erreicht wird, wenn der Dampf -während des ganzen Niederganges des Kolbens frei über dem Kolben zum -Eintritt gelangt wäre. - -_Hieraus folgt, daß die sogenannte neue oder Expansionsmaschine -imstande ist, Wassersäulen zu heben, deren Gewichte entsprechen einem -Gewicht von fünf Pfund auf jeden Quadratzoll der Kolbenfläche, und zwar -mit Dampf von einem Viertel Inhalt des Zylinders._ - -Obgleich ich nun die _Viertelfüllung_ hier anführe, so muß ich dennoch -bemerken, daß ein anderes Füllungsverhältnis oder andere Abmessungen -des Zylinders ähnliche Erfolge herbeiführen können, und daß ich in der -Praxis diese Verhältnisse je nach der Eigenart des vorliegenden Falles -ändere.“ - -Diese Ausnutzung der Expansion des Dampfes führte Watt dann später auf -die Erfindung des Indikators, eines Instrumentes, das selbsttätig die -Expansionskurven des Dampfes aufzeichnet. - -Der weitere Inhalt der Patenturkunde beschäftigt sich sodann mit -den Mitteln zur Erzielung eines gleichmäßigen Ganges der Maschine. -Dieser wird stark durch den Umstand beeinträchtigt, daß die vom Dampf -ausgeübte Kraft ungleichmäßig ausfällt, während das Gewicht des zu -hebenden Wassers und die sonst von der Maschine zu leistende Arbeit -als gleichmäßig anzunehmen ist. - -Alsdann wendet sich Watt der _zweiten_ von ihm erfundenen Verbesserung -der Dampfmaschine zu, nämlich deren _doppelt wirkender Anordnung_. - -„Meine zweite Verbesserung der Dampf- oder Feuermaschine besteht darin, -daß ich die Federkraft des Dampfes dazu benutze, den Kolben aufwärts -und auch abwärts zu bewegen, indem ich eine Luftleere ober- oder -unterhalb des Kolbens herbeiführe und den Dampf zu derselben Zeit zur -Einwirkung auf den Kolben in demjenigen Teile des Zylinders bringe, -der nicht ausgepumpt (~exhausted~) ist. Demnach kann eine derartig -eingerichtete Maschine in derselben Zeit das Zweifache derjenigen -Arbeit verrichten, die bisher von einer einfach wirkenden Maschine -geleistet ist.“ - -Die dritte Verbesserung, die Watt vorschlug, bestand darin, daß er -die Dampfzylinder und -Gefäße von zwei oder mehreren Dampfmaschinen -miteinander vereinigte. - -Die vierte Verbesserung bezog sich auf gewisse mechanische -Einrichtungen, um die Gestänge und Kolben der Pumpen mit dem -Triebbalken, dem Balancier, zu verbinden. - -Die fünfte Verbesserung bezog sich auf die Ausgestaltung der -Dampfgefäße, indem diese entweder als hohle Zylinder oder als andere -regelmäßig runde Hohlkörper oder in Gestalt größerer oder kleinerer -Segmente oder Sektoren derartiger Körper ausgebildet wurden. - -Am 28. April 1784 erhielt Watt das Patent Nr. 1432 auf „_gewisse neue -Verbesserungen der Feuer- oder Dampfmaschine und auf Maschinen, die -durch dieselbe betätigt und bewegt werden_.“ - -Dieses Patent betrifft neben anderen Einrichtungen das sogenannte -_Wattsche Parallelogramm_, d. i. diejenige Vorrichtung, die Watt -in mehreren Ausführungsformen erfand, um die geradlinige auf und -ab gehende Kolbenstange mit der nach einem Kreisbogen schwingenden -Bewegung des Balanciers in Einklang zu bringen, ohne hierzu der bis -dahin gebräuchlichen Ketten zu bedürfen. - -Der auf diese bahnbrechende Erfindung, für welche Watt mehrere -Ausführungsformen vorschlug, bezügliche Teil der Patenturkunde hat -folgenden Wortlaut: - -„~_AA_~ (Abb. 32) ist der Triebbalken oder Balancier der Maschine; -~B D~ ist die Kolben- oder Pumpenstange. ~_CDE_~ sind zwei hölzerne -oder eiserne Stangen, die bei ~E~ und ~D~ mit dem Balancier bzw. mit -dem oberen Ende der Kolbenstange verbunden sind und bei ~C~ an den -Schwingarm ~_CF_~ angelenkt sind, dessen anderes Ende ~F~ an der Wand -des Maschinenhauses oder an einem sonstigen festen Punkte liegt. Wenn -der Balancier in Drehung um seine Achse ~G~ versetzt ist, so beschreibt -der Punkt E den Bogen ~_HEI_~ und der Punkt ~C~ beschreibt den Bogen -~_KCL_~ um den Punkt ~F~ als Mittelpunkt, und die Konvexitäten dieser -Bogen, die nach verschiedenen Richtungen hin liegen, heben gegenseitig -ihre von der geraden Linie sich vollziehenden Abweichungen auf. Die -Längen der Radien ~_GE_~ und ~_CF_~ und ihre Verhältnisse zueinander -können verändert werden, aber wenn der Radius ~_CF_~ im Verhältnis mehr -verlängert wird als ~_GE_~, so muß der Punkt ~D~ dementsprechend weiter -von ~E~ und näher an ~C~ gebracht werden, und umgekehrt, wie es sich -nach den Regeln der Geometrie ergibt. Der regulierende Radius oder Stab -~_CF_~ kann auch oberhalb des Balanciers angeordnet werden, und der -letztere kann bezüglich seiner Achse eine andere Anordnung erhalten, wo -sich dieses empfiehlt.“ - -[Illustration: Abbildung 32. - -Wattsches Parallelogramm. - -Aus: Muirhead, James Watts ~Mechanical Inventions. Plate 22.~ -Fig. 9-11.] - - - - -Namen- und Sachverzeichnis. - - - Äolipile, 18. 25. - - Agathias Scholastikos, 20. - - Alberti 22. - - Aldersey, 61. - - Aleotti, 29. - - Allen, 100. - - Amontons, 69. - - Anthemius, 20. - - Archimedes, 9. - - Architonitro, 10. - - Aristoteles, 9. 113. - - Automatentheater Herons von Alexandrien, 13. - - - Barber, 111. - - Barbon, 67. - - „Barons, The last of the“, 53. - - Beake, 99. - - Becher, 60. - - Beighton, 92. - - Bernouilli, 102. - - Bewley, 100. - - Billingsley, 99. - - Black, 116. - - Blakey, 110. - - Blasco de Garay, 25. - - Bourgeois, 32. - - Boyle, 57. - - Brachvogel, 39. - - Branca, 44. - - Bresson, 29. - - Brindley, 106. - - Bulwer, 53. - - Bumpstead, 98. - - Burton, 58. - - Bushnell, 67. - - „Der Bustard“, 22. - - Buttall, 68. - - - Cardanus, 28. - - Salomon de Caus, 33. 113. - - Cawley, 89. 113. - - Cesariano, 25. - - Cinq Mars, 39. - - Commandino, 29. - - Coster, 98. - - Cugnot, 112. - - - Dallow, 60. - - Dampf, gesättigter, 114. - - Dampfgeschütz, 10. 32. 65. - - Dampfhammer, 47. - - Dampfkessel, 100. 104. - - Dampfkesselfeuerung, 104. 108. 110. - - Dampfkesselspeisung, 107. - - Dampforgel, 22. - - Dampfrad, 44. - - Dampfschiff,, 24. 25. 65. 69. 87. 101. - - Dampfmantel 119. - - Dampfturbine, 44. - - Dampfwagen, 69. 112. - - Deighton, 58. - - Delorme, 29. - - Derhem, 114. - - Desaguliers, 53. 98. - - Dickins, 98. - - Digester, 59. - - Dobrzenski, 48. - - Doppelt wirkende Dampfmaschine, 129. - - Drebbel, 43. - - Druckwerke Herons von Alexandrien, 13. - - Duncombe, 111. - - - Edgeworth, 112. - - Einfach wirkende Dampfmaschine, 63. 118. - - Ericson, 115. - - Erzspanner, 10. - - Expansion des Dampfes, 126. - - - Fall, 110. - - Feuergewehr, 33. - - Feuerrad, 69. - - Feuerspritze, 14. - - Feuerungen der Dampfkessel, 104. 108. 110. - - Fitzgerald, 106. - - Flower, 98. - - Förderung von Kohlen, 109. - - - Galilei, 47. - - Gebläse, 30. - - Gebläsemaschine, 105. - - Gerbert von Rheims, 22. - - Geschütz, Dampf-, 10. 32. 65. - - Gewehr, Feuer-, 33. - - Gladwyn, 67. - - Greenall, 108. - - Grey, 98. - - Grimaldi, 69. - - v. Guericke, 47. - - - Hadley, 104. - - Halley, 114. - - Hamberger, 114. - - Harris, 61. - - Hateley, 111. - - Hautefeuille, 57. 61. - - Heber, 13. - - v. Helmont, 113. - - Heron v. Alexandrien, 12. - - Heronsball, 16. - - Hohlrost, 108. - - Holland, 98. - - Holtham, 100. - - Hooke, 90. - - Hudgeson, 67. - - Hull, 101. - - Huygens, 57. 60. - - - Jacke, 42. - - „Jack of Hilton“, 30. - - Indikator, 128. - - John, 105. - - Jones, 67. - - - Kircher, 47. - - Klappenventil, 13. - - Kolbenliderung, 92. - - Kondensation, 35. 117. - - Kratzenstein, 114. - - Ktesibios, 10. - - Kurbel, 103. 122. - - - Leibniz, 81. 85. - - Leonardo da Vinci, 10. 23. - - Leupold, 69. 92. - - Leurechon, 42. 46. - - Losvelt, 67. - - Luftpumpe, 118. - - - v. Malmesbury, 22. - - Mandell, 98. - - Mathesius, 28. - - Mechanischer Rost, 109. - - Mehrfache Ausnutzung der Feuergase, 110. - - Menzies, 108. - - Meres, 99. - - „Miner's Friend“, 74. - - „Mon de Caus“, 39. - - Moore, 112. - - Morland, 57. 61. - - de Moura, 104. - - - Newcomen, 89. 113. - - Niblett, 98. - - Nietung, 104. - - Nuttall, 98. - - - Opfertanz, 16. - - Orgel, Dampf-, 22. - - Oriebar, 98. - - Oxley, 109. - - - Papin, 59. 63. 73. 81. - - Parallelogramm, Wattsches, 129. - - Parrot, 104. - - Pascal, 47. - - Patentschriften, englische, 40. - - Pawley, 60. - - Payne, 100. - - Periera, 69. - - Perkins, 99. - - Philon v. Byzanz, 12. - - Planetenrad, 122. - - Plat, Sir Hugh, 29. - - Plott, 58. - - Polile, 111. - - della Porta, 30. - - Porter, 92. 93. - - Poyntz, 67. - - „Der Püsterich“, 20. 22. - - Pulvermaschine, 60. 100. - - - Ramseye, 42. 46. - - Reaktionsschiff, 100. 102. - - Receiver, 76. 108. - - Rivault, 32. - - Robinson, 99. - - Robison, 106. 112. - - Roebuck, 121. - - Rollock, 54. - - Rost, mechanischer, 109. - - Roststab, Hohl-, 108. - - Rotsipen, 47. - - Rotierende Maschine, 69. 120. - - Rowe, 99. - - le Roy, 114. - - - Saugpumpe, 12. - - Savery, 68. 73. 88. - - Scappi, 29. - - Schaufelrad, 28. 46. - - Schiff, Dampf-, 24. 25. 65. 69. 87. 101. - - Schiff, Reaktions-, 100. 102. - - Selbsttätige Kesselspeisung, 107. - - Seneca, 9. - - Serle, 60. - - Shuttleworth, 98. - - Sicherheitsventil, 60. - - Skyrin, 98. - - Smeaton, 96. - - Somerset, Marquis of Worcester, 47. 49. 109. - - Sonnenkraftmaschine, 37. - - Sonnenrad, 122. - - Springender Ball, 17. - - Spritze, 14. - - Steuerung, 85. 92. - - Stevens, 104. - - Stewart, 110. - - Straton v. Lampsakos, 13. - - Sylvester II., 22. - - - Theoreme Salomons de Caus, 34. - - Thermoskop, 12. - - Threwren, 61. - - Togood, 49. - - Torricelli, 47. - - Tredenham, 61. - - Triewald, 98. - - - Ventil, 13. - - Ventil, Sicherheits-, 60. - - Verdampfung, 31. - - Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch Feuer - zu heben, 99. - - Vincent, 60. - - Vitruvius, 19. - - Vivian, 61. - - Vorwärmung des Kesselspeisewassers, 108. - - Vreem, 98. - - - Waine, 49. - - Wallin, 99. - - Warmluft, 13. 24. - - Wasserdampf, 13. 59. 113. - - Wasserhebung, 30. 36. 46. 50 u. ff. - - Watt, 110. 112. 117. - - Wauchope, 96. 99. - - Weale, 60. - - Wildgosse, 42. - - Wilkinson, 105. - - Wilkins, 47. - - Wise, 102. 111. - - Wolf, 114. - - Wood, 107. - - Worcester, Marquis, 47. 49. 109. - - Wright, 105. - - - Yarnald, 68. - - - Zeno, 20. - - - - -Fußnoten - -[1] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Part -I. A. D. 1618-1859. London 1871.~ - -[2] _Fr. Dannemann_, Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und -in ihrem Zusammenhange. Leipzig 1910. - -[3] _Grothe_, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin -1874. -- Beck, Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaues 1900. - -[4] _Reuleaux_, Kurzgefaßte Geschichte der Dampfmaschine. Anhang zu -Scholls Führer des Maschinisten. Braunschweig 1891. - -[5] Vgl. S. 13, Abb. 3. - -[6] Geschrieben zwischen 16 und 13 v. Chr. - -[7] Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur. Übersetzt und durch -Anwendungen und Risse erläutert von ~Dr.~ _Franz Reber_. Berlin 1865. - -[8] ~Œuvres de François Arago. Paris, Leipzig 1854. Tome I, p. 393.~ - -[9] ~Corpus Scriptorum historiae Byzantinae. Pars III. Bonnae 1828.~ - -[10] Dinglers Polytechnisches Journal. Bd. 78, Jahrg. 1840, S. 72. - -[11] _Rob. Stuart_, ~Historical and descriptive anecdotes of Steam -Engines and of their inventors. London 1829~. - -[12] ~Eloge historique de James Watt, un des huit associés étrangers de -l'Académie des Sciences par Arago. Lu à la séance du 8. Décembre 1834. -Rerum Angli Script. p. 61. 1601.~ - -[13] Poggendorff, Geschichte der Physik. Leipzig 1879. - -[14] _Werner_, Zur Physik Leonardos da Vinci. Erlangen 1910. - -[15] _Werner_ a. a. O. - -[16] _Werner_ a. a. O. - -[17] _Grothe_, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin -1874. - -[18] _Paul La Cour_ und _Jakob Appel_, Die Physik auf Grund ihrer -geschichtlichen Entwicklung für weitere Kreise in Wort und Bild -dargestellt. Übersetzt von G. Siebert. Braunschweig 1905. II. -- -_Poggendorff_, Geschichte der Physik. Leipzig 1879. - -[19] _Poggendorff_, Geschichte der Physik. Leipzig 1879. - -[20] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars -I (1618-1859), p. 6.~ - -[21] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars -I (1618-1859), p. 7.~ - -[22] ~_Stuart_, A descriptive history of the Steam Engine. London -(1824), p. 4.~ - -[23] ~_Jewel House_, 1594, p. 26. Abridgements of Specifications -relating to the Steam Engine. Pars I (1618 bis 1859). p. 7.~ - -[24] ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars -I (1618-1859), p. 7.~ - -[25] Dinglers Polytechnisches Journal, Bd. 39 (Jahrg. 1831), S. 367. - -[26] ~Les Elémens d'Artillerie augmentés en cette nouvelle édition et -enrichis de l'invention, description et démonstration d'une nouvelle -artillerie qui ne se charge que d'air ou d'eau pure et à néanmoins une -incroiable force. Par le Sieur de Flurance Rivault, Paris 1608, p. 74.~ --- ~Abridgements of Specifications relating to the Steam Engine. Pars -I (1618-1859). London 1871, p. 9.~ -- ~M. _Hachette_, Histoire des -Machines à vapeur. Paris 1830, p. 13. Oeuvres complètes de François -Arago. Tome I. Paris et Leipzig 1854, p. 394.~ - -[27] _Hachette_, a. a. O. S. 14. - -[28] ~Abridgements l. c. p. 9.~ - -[29] Nähere Angaben über seinen Lebenslauf siehe weiter unten. S. 39. - -[30] ~Journal des Mines 1813.~ - -[31] ~Annuaire du bureau des longitudes, 1828.~ - -[32] Vgl. Reuleaux in dem S. 10 Anm. 2 erwähnten Buche. - -[33] ~Abridgements~. S. 11. - -[34] ~Abridgements~. S. 11. - -[35] ~Abridgements~, S. 13. - -[36] ~Abridgements~. S. 14. - -[37] ~The Life, Times and scientific Labours of the second Marquis of -Worcester. To which is added a reprint of his Century of Inventions, -1663, with a Commentary thereon by Henry Dircks, Esqu. London, 1865.~ - -[38] Die Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwickelung, -dargestellt von Paul la Cour und Jakob Appel. Autorisierte Übersetzung -von G. Siebert. Braunschweig, 1905. - -[39] Veröffentlicht in ~Woodcroft's Collection of scarce Tracts~. 1858. - -[40] ~Abridgements.~ S. 18. - -[41] La Cour und Appel, a. a. O. Seite 61. - -[42] ~Pendule perpétuelle avec la manière d'élever l'eau par le moyen -de la poudre à canon. Paris 1678.~ - -[43] ~Memoires de l'Académie des Sciences. 1693.~ - -[44] ~Réflexions des quelques machines à élever des eaux. Paris 1682.~ - -[45] ~Elevation des Eaux par toute sorte de Machines, reduite à -la Mesure, au Poids et à la Balance. Présentée à Sa Majesté très -Chrestienne, par le Chevalier Morland, Gentilhomme Ordinaire de la -Chambre Privée et Maitre des Mecaniques du Roi de la Grande Brétagne -1683.~ - -[46] Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin nebst der -Biographie Papins und einigen zugehörigen Briefen und Aktenstücken. -Auf Kosten der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften -herausgegeben. Berlin 1881. - -[47] Gerland, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin nebst der -Biographie Papins. Berlin 1881. - -[48] ~Abridgements~, S. 24. - -[49] Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale~, Leipzig 1724, § 401. - -[50] ~The Miner's Friend, or an engine to raise Water by Fire, -described, and of the manner of fixing it in Mines, with an account -of the several other uses it is applicable unto; and an answer to the -objections made against it. By Tho. Savery, Gent.~ - -[51] ~Theatrum Machinarum hydraulicarum~ (Leipzig 1725). Band II, § -203-209. - -[52] Abhandlungen der Königlichen technischen Deputation für Gewerbe. -I. Teil. 1820. - -[53] Das später von uns wiedergegebene Patent Nr. 913 bezeichnet ihn -als Kaufmann. - - - - -Voigtländers Quellenbücher - -(Anzeige von Band 1-12 vor dem Titel) - - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$13 Vulkanausbrüche in alter und neuer Zeit.$ Nach den Berichten von -Augenzeugen herausgegeben von Oberlehrer _Paul Schneider_. 94 Seiten - - M. $--.70$ - - Vesuv im Jahre 79 und 1794, Gelungung 1822, Tembaro 1815, Krakatau - 1883, Mont Pelée 1902, Jorullo 1759, Feuersee auf Hawaii, Erguß am - Skaptargletscher auf Island 1785, Die Geiser auf Island, Der See - Rotohama auf Neuseeland. - - 60 hell. - 70 cts. - 30 kop. - -$14 Friedrich Hoffmann über das Kohlenoxydgas$ und die Gegenschrift von -_Andreas Erdmann_: „Wie nicht Kohlenoxydgas, sondern der Teufel den -Tod etlicher Menschen herbeigeführt“. Herausgegeben von ~Dr.~ _Albert -Neuburger_. 63 Seiten - - M. $--.50$ - - Was vor Friedrich Hoffmann über die Gefährlichkeit der Kohlendämpfe - bekannt war, ist verhältnismäßig wenig. Erst recht spät gelang - es, und zwar in erster Linie durch Hoffmanns Forschungen, das - Kohlenoxyd richtig zu erkennen und seine Gefahren zu vermeiden. Der - Streit mit den Vertretern der Theologie hat damals der bedeutsamen - Abhandlung Hoffmanns in weiteren Kreisen Beachtung verschafft, - als dies sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Die Erdmannsche - Gegenschrift wird hier mit abgedruckt, und auf diese Weise ergibt - sich ein richtiges Bild der Entwicklung, das die Bedeutung - Hoffmanns für diesen Zweig unseres Wissens in vollem Lichte - erkennen läßt. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$15 Antike Quellen zur Geschichte der Germanen$. Zusammengestellt, -übersetzt und erläutert von ~Dr~. _Curt Woyte_. Erster Teil. Von den -Anfängen bis zur Niederlage der Cimbern und Teutonen. 83 Seiten - - M. $--.70$ - - Geographie und Völkerverteilung, Urwälder, Bernstein (Strabo, - Plinius, Tacitus, Cäsar). Cimbern und Teutonen (Velleius - Paterculus, Strabo, Appian, Orosius, Plutarch, Florus). - - Zweiter Teil s. Band 52. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$16 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten -der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_, Dritter Teil: Der -Deutsch-Französische Krieg 1870/71. ~I.~ Abteil.: Bis zur Schlacht bei -Sedan. 165 Seiten - - M. $1.20$ - - Vgl. Bände 9, 10, 22, 51. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$17 Aus dem Leben vornehmer Ägypter.$ Von ihnen selbst erzählt. -Herausgegeben von ~Dr~. _Günther Roeder_, Privatdozent an der -Universität Breslau. 116 Seiten mit 16 Bildnissen nach Statuen, Reliefs -und Malereien - - M. $1.--$ - - In den Worten der im alten Ägypten üblich gewesenen langen - Grabinschriften werden die Selbstbiographien ägyptischer - Gaufürsten, königlicher Beamten, der Offiziere der großen Eroberer, - von Priestern und Richtern gegeben: ein wundervoller Blick in eine - aus Trümmern für unsere Augen wiedererstandene Zeit. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$18 Ritter Grünembergs Pilgerfahrt ins Heilige Land 1486.$ -Herausgegeben und übersetzt von _Johann Goldfriedrich_ und _Walter -Fränzel_. 139 Seiten mit 24 Nachbildungen der Handzeichnungen -Grünembergs - - M. $1.20$ - - Der Ritter Konrad von Grünemberg aus Konstanz hat zu den vielen - Tausenden gehört, die eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen - haben. Sie fiel ins Jahr 1486 und ist für diese Fahrten, die als - mittelalterliche Gesellschaftsreisen gelten können, typisch, sehr - anschaulich erzählt und durch die beigegebenen eigenhändigen - Zeichnungen Grünembergs noch anschaulicher gemacht. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$19 Hofleben in Byzanz.$ Zum ersten Male aus den Quellen übersetzt, -eingeleitet und erläutert von ~Dr~. _Karl Dieterich_, Privatdozent -an der Universität Leipzig. 100 Seiten mit einem Plan des alten -Kaiserpalastes zu Byzanz - - M. $--.80$ - - Diese Auswahl aus umfangreichen Schilderungen will ein möglichst - allseitiges und buntes Bild geben von dem Leben am byzantinischen - Kaiserhofe. Das festliche Leben wurde an die Spitze gestellt, nicht - nur, weil ihm die meisten der geschilderten Szenen angehören, - sondern auch, weil es den Inbegriff des byzantinischen Hoflebens - mit seinem Etikettewesen am besten erfassen läßt. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$20 Otto von Guericke über die Luftpumpe und den Luftdruck.$ Aus dem -dritten Buch der Magdeburgischen Versuche neu übersetzt und mit einer -Einleitung versehen von ~Dr.~ _Willy Bein_. 96 Seiten mit 9 Abbildungen - - M. $--.70$ - - Guericke hat seine große Erfindung in einem 1672 in lateinischer - Sprache erschienenen umfangreichen Werke niedergelegt. Aus diesem - ist hier das wichtigste Buch, das dritte, in seinen wesentlichen - Teilen übersetzt und mit Erläuterungen versehen herausgegeben. - - 1 Kr. 8 hell. - 1 Fr. 20 cts. - 54 kop. - -$21 Thomas Platter.$ Ein Lebensbild aus dem Jahrhundert der -Reformation. Herausgeg. von _Horst Kohl_. 113 S. - - M. $--.90$ - - Die Aufzeichnungen des Schweizers Thomas Platter geben durch den - Reichtum ihrer Schilderungen aus dem Leben der Bauern und Bürger, - der Bacchanten und Schulmeister, der Handwerker und Gelehrten ein - überaus anschauliches Sittenbild aus der Reformationszeit. - - 1 Kr. 8 hell. - 1 Fr. 20 cts. - 54 kop. - -$22 Die Begründung des Deutschen Reiches$ in Briefen und Berichten der -führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. 114 Seiten - - M. $--.90$ - - Denkschriften, Berichte und Briefe des Kaisers, des Kronprinzen, - der Könige von Bayern und Sachsen, des Großherzogs von Baden, - des Herzogs von Gotha, der Minister v. Bismarck, Bray, Jolly, v. - Mittnacht, Stichling u. a. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$23 Die Grundzüge der gotischen Baukunst.$ Von ~Dr.~ _Johannes -Schinnerer_. 96 S. mit 67 Abbildungen. - - M. $1.20$ - - Klare, gemeinverständliche Darstellung des Wesens der Gotik auf - Grund quellenmäßiger Abbildungen. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$24 Preußisches Soldatenleben in der Friderizianischen Zeit.$ -Herausgegeben u. eingeleitet von ~Dr. phil.~ _Raimund Steinert_. 117 -Seiten - - M. $1.--$ - - Inhalt: Gemälde der preußischen Armee vor und in dem Siebenjährigen - Kriege von J. W. v. Archenholz; Abenteuer des armen Mannes - im Toggenburg; Aus Friedrichs Freiherrn von der Trenck - merkwürdiger Lebensgeschichte; Aus Karl Friedrich von Klödens - Jugenderinnerungen; Aus Laukhards Leben und Schicksalen. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$25 Albrecht Dürers Briefe, Tagebücher und Reime.$ Herausgegeben von -~Dr.~ _Hans Wolff_. 122 Seiten mit 12 Abbildungen nach Werken Dürers. - - M. $1.20$ - - Abgesehen von den kunsttheoretischen Schriften eine vollständige - Ausgabe des Dürerschen schriftlichen Nachlasses, der sowohl wegen - der Person Dürers, als auch wegen der kulturgeschichtlichen - Schilderungen von größtem Wert ist. - - 2 Kr. 16 hell. - 2 Fr. 40 cts. - 1 R. 08 kop. - -$26 Der Feldzug von 1812.$ Denkwürdigkeiten eines württembergischen -Offiziers. Herausgegeben von _Horst Kohl_. 246 Seiten - - M. $1.80$ - - Wohl die erschütterndste Schilderung des Schicksals der „Großen - Armee“ Napoleons in Rußland auf Hin- und Rückmarsch, mit guten - Übersichten des Kriegsverlaufes. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$27 Der belg. Aufruhr unter der Regierung Josephs ~II.~$ (1789-1790). -Aus _Georg Forsters_ „_Ansichten vom Niederrhein_“. Herausgegeben und -mit Einleitung und Anmerkungen versehen von ~Dr.~ _Georg Lorenz_. 76 -Seiten. - - M. $--.70$ - - Der belgische Aufruhr bildet ein Vorspiel der französischen - Revolution; nur ist es keine demokratische Auflehnung, sondern eine - des Adels und der Geistlichkeit gegen die Reformen Josephs II. - - 1 Kr. 08 hell. - 1 Fr. 20 cts. - 54 kop. - -$28 Der diluviale Mensch und seine Zeitgenossen aus dem Tierreiche.$ -Von ~Dr.~ _Karl Hermann Jacob_. 80 Seiten mit 3 Kartenskizzen u. 47 -Abbildungen. - - M. $--.90$ - - Entwicklungsgeschichte der Erde, Urmensch, Tierwelt der - Eiszeiten, die ältesten Menschenrassen, der Diluvialmensch -- in - quellenmäßigen Abbildungen mit verbindendem und erläuterndem Text. - - 1 Kr. 08 hell. - 1 Fr. 20 cts. - 54 kop. - -$29 Erinnerungen aus den Jahren 1813 und 1814.$ Von _Karl von Raumer_. -Herausgegeben und eingeleitet von _Karl Linnebach_. 106 Seiten. - - M. $--.90$ - - Raumer, seit 1811 Professor in Breslau, zog 1813 freiwillig als - Offizier mit in den Freiheitskampf, machte den Feldzug mit, zum - Teil im Blücherschen Hauptquartier, und schilderte seine Erlebnisse - in seiner Selbstbiographie, aus der sie hier entnommen sind. - - 1 Kr. 08 hell. - 1 Fr. 20 cts. - 54 kop. - -$30 Die Entdeckung der Krankheitserreger.$ Herausgegeben von Professor -~Dr.~ _J. Grober_. 118 Seiten - - M. $--.90$ - - Berichte über die Pest, von Thukydides an, und die Nachrichten - über die allmähliche Entdeckung der Krankheitserreger (Bakterien) - überhaupt, bis zu Robert Koch. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$31 Geographie des Erdkreises.$ Von _Pomponius Mela_. Aus dem -Lateinischen übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Hans Philipp_, -Assistent des Seminars für historische Geographie in Berlin. Zweiter -Teil: Ozeanländer. 66 Seiten. Mit 2 Abbildungen - - M. $--.70$ - - Teil ~I.~ Mittelmeerländer: Band 11. - - 72 hell. - 80 cts. - 36 kop. - -$32 Aus der Entdeckungsgeschichte der lebendigen Substanz.$ -Herausgegeben von Dr. _Gottfried Brückner_. 64 Seiten mit 18 -Abbildungen und 3 Bildnissen. - - M. $--.60$ - - Die Entwicklung der Zellenlehre in Darstellungen von R. Hooke, - Bonaventura Corti, L. C. Treviranus, R. Brown, J. Schleiden, - Th. Schwann, H. Mohl, C. Nägeli, M. Schultze, E. Brücke. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$33 Aus deutschen Rechtsbüchern$ (Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, -Kleines Kaiserrecht, Ruprecht von Freysing). Herausgegeben von ~Dr.~ -_Hans Fehr_, Professor an der Universität Halle. 88 Seiten mit 4 -Abbildungen. - - M. $--.70$ - - _Aus dem Inhalt_: Weltliches und geistliches Recht, Lehnrecht, - Königtum, Richter, Schöffen, Gottesurteile, Strafen, Schutz der - Frauen und Kinder, Stellung der Juden, die Tiere im Recht. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 25 cts. - 60 kop. - -$34 Der Kampf Heinrichs ~IV.~ und Gregors ~VII.~$ Herausgegeben von -~Dr.~ _Fritz Schillmann_. 118 Seiten. - - M. $1.--$ - - _Aus dem Inhalt_: Grundsätze Gregors. Ausbruch des Kampfes. - Bannfluch gegen Heinrich. Die deutschen Fürsten. Canossa. Herzog - Rudolf Gegenkönig. Die zweite Bannung Heinrichs usw. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 55 cts. - 60 kop. - -$35 Lebenserinnerungen des Generals Dumouriez.$ Aus dem Französischen -übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Karl Fritzsche_. 144 Seiten - - M. $1.--$ - - Die Denkwürdigkeiten betreffen die Zeit des Nationalkonvents - vor dem Beginn der Schreckensherrschaft, den Zustand der - Revolutionsheere, die Stimmung und Behandlung der eroberten - Gebiete, die Finanzlage, die Verhältnisse im Ministerium, die - Tätigkeit der Kommissare, die jakobinische Parteipolitik usw. - - 84 hell. - 95 cts. - 42 kop. - -$36 Deutsche Lutherbriefe.$ Ausgewählt und erläutert von ~Lic. Dr.~ -_Hans Preuß_. 88 Seiten - - M. $--.70$ - - Fünfzig der deutschen Briefe, aus denen Luthers Eigenart möglichst - allseitig zu erkennen ist. - - 1 Kr. 08 hell. - 1 Fr. 20 cts. - 54 kop. - -$37 Wie Deutsch-Ostafrika entstand.$ Von ~Dr.~ _Carl Peters_ 107 Seiten -mit dem Bildnis des Verf. und 1 Karte - - M. $--.90$ - - Der Schöpfer der deutsch-ostafrikanischen Kolonie erzählt auf - sichersten Unterlagen, wie sich die Gründung der Kolonie von 1884 - bis 1890 vollzog. - - 1 Kr. 56 hell. - 1 Fr. 75 cts. - 78 kop. - -$38 Ein deutscher Bürger des sechzehnten Jahrhunderts.$ -Selbstschilderung des Stralsunder Bürgermeisters _Bartholomäus -Sastrow_. Herausgegeb. v. _Horst Kohl_. 177 Seiten - - M. $1.30$ - - Überaus anschauliche Schilderung von Ereignissen und - Persönlichkeiten des Reformationszeitalters mit Reisebildern - aus Italien, Deutschland und den Niederlanden von reichem - kulturgeschichtlichen Gehalt. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$39 Im Kampf um das Weltsystem$ (Kopernikus und Galilei). Herausgegeben -von Professor _Adolf Kistner_ in Wertheim a. M. 98 Seiten mit 3 -Abbildungen - - M. $--.80$ - - Auswahl aus den Werken von Ptolemäus, Kopernikus und Kepler unter - grundsätzlicher Ausschaltung von mathematischen Betrachtungen u. - dergl. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$40 Die hugenottischen Märtyrer von Lyon und Johannes Calvin.$ Berichte -und Briefe übersetzt von _Rudolf Schwarz_, Pfarrer in Basadingen. 96 -Seiten - - M. $--.80$ - - Ein Ketzerprozeß 1552-1553, der weit über die Grenzen Frankreichs - das größte Aufsehen erregt hat und als typisch für die Zeit der - „Feuerkammer“ (des Pariser Parlaments) gelten kann. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$41 Der Kraftwagen, sein Wesen und Werden.$ Von ~Dr.~ _Albert -Neuburger_. Mit 77 Abbildungen - - M. $--.80$ - - Enthält die Typen des Kraftwagens, von dem Segelwagen Stevins - (1548-1620) an bis zum heutigen Auto, mit erläuterndem Text. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$42 Lutherbildnisse.$ Historisch-kritisch gesichtet und erläutert von -~Lic. th. Dr. ph.~ _Hans Preuß_. 60 S. Text m. 36 Bildn. - - M. $--.80$ - - Wir haben bereits Sammlungen von Bildnissen Goethes, R. Wagners - und Bismarcks. Das vorliegende Heft will diese Lücke für Luther - schließen. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$43 Die erste Entdeckung Amerikas im Jahre 1000 n. Chr.$ Herausgegeben -von ~Dr.~ _Gustav Neckel_, Professor an der Universität Heidelberg. 92 -Seiten mit 4 Abbildungen - - M. $--.80$ - - 500 Jahre vor Columbus haben Europäer die Ostküste Nordamerikas - betreten. Dies Büchlein gibt in getreuer Übersetzung die Quellen. - - 72 hell. - 80 cts. - 36 kop. - -$44 Gottesurteile.$ Von ~Dr.~ jur. _Heinr. Glitsch_. Privatdozent in -Leipzig. 63 Seiten mit 7 Abbildungen - - M. $--.60$ - - Aus dem Inhalt: Feuerprobe, Wasserprobe, Probe des geweihten - Bissens, Abendmahlsprobe, Bahrrecht, Rotwasserordal der Neger, - Bitterwasserordal der Juden, Zweikampf zwischen Mann und Weib, - Kreuzprobe. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$45 Die Entdeckung des Generationswechsels in der Tierwelt.$ -Herausgegeben, mit einer Einleitung sowie mit erläuternden Anmerkungen -versehen, von Prof. ~Dr.~ _Friedr. Klengel_ in Leipzig. 116 S. mit 6 -Tafeln und 42 Textabbildungen. - - M. $1.--$ - - Quellenstücke aus den Werken von Ad. v. Chamisso, J. F. Meyen, - F. Eschricht, J. J. Steenstrup, M. Sars, Rud. Leuckart. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$46 Blüchers Zug von Auerstedt bis Ratkau u. Lübecks Schreckenstage -(1806).$ Quellenberichte, zusammengestellt von _Horst Kohl_. 100 Seiten -mit 3 Karten - - M. $--.80$ - - Quellen, zum Teil vorher noch ungedruckte, über den berühmten - Rückzug Blüchers, die Kämpfe in den Straßen Lübecks und das - Benehmen der Franzosen als Sieger in deutschen Landen. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$47 Ein kriegerischer Kaufmannszug durch Mexiko.$ Aus den -hinterlassenen Papieren des Vizekonsuls für Mexiko _H. Wilmanns_. 98 -Seiten mit 1 Karte - - M. $1.--$ - - Ein Buch vom Wagemut eines deutschen Kaufmanns während der - Revolution in Mexiko 1871. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$48 Ulrich von Richentals Chronik des Konzils zu Konstanz 1414-1418.$ -Herausgegeben von ~Dr.~ _Otto H. Brandt_. 144 Seiten mit 18 Bildern -nach der Aulendorfer Handschrift - - M. $1.20$ - - Ulrich v. Richental, ein hochgebildeter Bürger von Konstanz, hat - aus eigener Anschauung das miterlebte Konstanzer Konzil geschildert - und hat sein Buch von guten Künstlern mit vielen und genauen - Zeichnungen versehen lassen. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$49 Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt.$ Die wichtigsten der -auf die Entwicklung der Dampfmaschine bezüglichen Quellen, von _Max -Geitel_, Geheimem Regierungsrat im Kaiserlichen Patentamt. 133 Seiten -mit 32 Abbildungen nach den alten Originalen - - M. $1.20$ - - Eine quellenmäßige, durch sichere Abbildungen unterstützte - Darstellung der Entwicklung der Dampfmaschine von den ältesten - Zeiten bis Papin und Watt. - - 96 hell. - 1 Fr. 10 cts. - 48 kop. - -$50 Fehrbellin.$ Nach Berichten und Briefen der führenden Männer. -Herausgegeben von _Melle Klinkenborg_. 84 S. mit 1 Karte - - M. $--.80$ - - Erläutert die Politik des großen Kurfürsten gegenüber den Schweden, - die Einnahme Rathenows und die Schlacht bei Fehrbellin an - gleichzeitigen, zum Teil bisher ungedruckten Schriftstücken. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$51 Deutschlands Einigungskriege 1864-1871$ in Briefen und Berichten -der führenden Männer. Herausgegeben von _Horst Kohl_. Dritter Teil. Der -Deutsch-französische Krieg 1870/71. II. Abteilung. _Die Belagerung von -Metz._ 124 Seiten mit 1 Karte. - - M. $1.--$ - - Vgl. die Bemerkungen zu Band 9, 10 und 16. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$52 Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.$ Zusammengestellt, -übersetzt und erläutert von ~Dr.~ _Curt Woyte_. Zweiter Teil: Von den -Kämpfen Cäsars bis zur Schlacht im Teutoburger Walde. 120 Seiten - - M. $1.--$ - - Vgl. die Bemerkung zu Band 15. - - 1 Kr. 20 hell. - 1 Fr. 35 cts. - 60 kop. - -$53 Die Frühlingszeit des deutschen Volksturnens.$ Nach den Quellen -zusammengestellt von Dr. _Karl Cotta_. 110 Seiten mit 2 Abbildungen - - M. $1.--$ - - Gründung, Entwicklung und Ausbreitung des Turnens durch Jahn und - seine Mitarbeiter. - - 1 Kr. 44 hell. - 1 Fr. 60 cts. - 72 kop. - -$54 Der Untergang des alten Preußen$ (Jena und Auerstedt). -Quellenberichte, zusammengestellt von _Horst Kohl_. 142 Seiten mit 3 -Karten - - M. $1.20$ - - Proklamationen, Operationsplan Scharnhorsts, Berichte und Briefe - Napoleons, des preußischen Königs, Scharnhorsts, Blüchers, - Gneisenaus usw. - -Umrechnung der Mark-Preise in die im österr.-ungar., schweizer. u. -deutsch-russ. Buchhandel übl. Sätze am Rande. England u. Kolonien 1 -Mark = 1 Schilling mit ortsübl. Zuschlägen. - - -_Demnächst werden erscheinen:_ - - $Prokopios, Der Gotenkrieg.$ Herausgegeben von ~Dr.~ _Albrecht - Keller_ in Wiesbaden. - - $Auswahl von Briefen der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans - (Liselotte).$ Herausgegeb. von ~Dr.~ _Hermann Bräuning-Oktavio_ in - Leipzig. - - $Aus den italienischen Unabhängigkeitskriegen 1848-1866.$ Berichte - und Briefe der Führer und Teilnehmer. Herausgegeben von Geh. - Archivrat ~D. Dr.~ _Walter Friedensburg_ in Stettin. - - $Lebenserinnerungen des ~Dr. med.~ C. H. A. Pagenstecher.$ 3 - Bändchen. 1. Student und Burschenschafter in Heidelberg. 2. Vom - ersten deutschen Parlament in der Paulskirche zu Frankfurt. 3. Die - Revolutionszeit 1849 in den Rheinlanden. - - $Felix Platter.$ Jugenderinnerungen eines deutschen Arztes im - 16. Jahrhundert. Herausgegeben von _Horst Kohl_. - - $Die ersten Anfänge der Protistenkunde.$ Von ~Dr.~ _Kurt Nägler_, - Wiss. Hilfsarbeiter im Kgl. Institut für Infektionskrankheiten in - Berlin. - - $H. v. Treitschke, Der preußische Zollverein.$ Herausgegeben von - _Horst Kohl_. - - $Erlasse und Briefe des Königs Friedrich Wilhelm ~I.~ von Preußen.$ - Herausgegeben von _Wilhelm Moritz Pantenius_ in Marburg. - - $Antike Quellen zur Geschichte der Germanen.$ Von ~Dr.~ _Curt - Woyte_. Dritter Teil: Von den Kämpfen des Germanikus bis zum - Aufstand der Bataver. (Teil ~I~ s. Bd. 15, Teil ~II~ Bd. 52) - - -Voigtländers Quellenbücher - -Leitgedanken - -In steigendem Maße macht sich auf allen Gebieten des Wissens das -Bedürfnis geltend, $unmittelbar aus den Quellen$ zu schöpfen. Und zwar -besteht dieses Bedürfnis nicht nur im $ernsten Fachstudium$, sondern -auch im $Unterrichtsbetrieb von Schulen aller Art$ und für die vielen, -die $Befriedigung ihres Wissenstriebes$ oder auch nur eine $gediegene -Unterhaltung$ suchen. - -Nun ist es für die meisten gar nicht leicht, zu den $Quellen$ zu -gelangen. Quellenwerke sind schwer zugänglich, umfangreich, teuer, -zum Teil in fremder Sprache oder in veraltetem, der Erklärung -bedürftigem Deutsch geschrieben. Zwar sind manche Quellen literarisch -neu erschlossen worden, aber meist nur zu wissenschaftlichen Zwecken -und zu Preisen, welche die allgemeine Verbreitung verhindern. -$Wohlfeile$ Quellenbücher als $volkstümliches Gemeingut$ und doch $in -wissenschaftlich-kritischer Bearbeitung$ gibt es noch kaum. - -$In diese Lücke treten Voigtländers „Quellenbücher“ ein.$ - -Einige _Beispiele_ werden ihr Wesen am besten _erläutern_. - -Jeder weiß, daß von den Kreuzzügen an bis ins späte Mittelalter -hinein unzählige Pilger ins Heilige Land fuhren. Die „Quellenbücher“ -aber bringen eine einzelne $Pilgerreise$, die des Ritters $Konrad -Grünemberg$, von ihm selbst erzählt; die Übertragung in ein heute -ohne weiteres verständliches Deutsch wahrt getreu den Ton, und die -Beigabe von 24 der schönen und genauen Handzeichnungen Grünembergs -erhöht den Wert. Welche Fülle der Kenntnisse, der Bilder, des Humors, -der überraschendsten Vergleichspunkte mit unserer Gegenwart -- die -Organisation jener Reisen in der Art unserer Gesellschaftsreisen (nur -nicht so bequem und gefahrlos!), die Fremdenindustrie im Heiligen -Lande und dergleichen. Wenn man so auch nur eine einzige solche Reise -miterlebt, ist diese dennoch typisch für ihre Zeit. - -Jeder weiß von $Byzanz$ und spricht von $Byzantinismus$. Die -„Quellenbücher“ lassen den Leser das $byzantinische Hofleben$ aus den -dafür bezeichnenden $Quellen$ selbst kennen lernen. - -Jeder weiß, daß in den Jahren 1835 und 1839 die $Eisenbahnen -Nürnberg-Fürth$ und $Leipzig-Dresden$ eröffnet worden sind. Aber -unter welchen Zweifeln und Sorgen sie zustande kamen, und wie das -große Kulturereignis von der Mitwelt aufgefaßt wurde, das erlebt man -urkundgetreu in den „Quellenbüchern“. - -Jeder weiß, wie gewaltsam das $römische Juristenrecht$ das alte -$deutsche Volksrecht$ verdrängt hat. Wie deutsches Recht vor seiner -Überwältigung durch römisches aussah, das erfährt man in den -„Quellenbüchern“ in dem Bändchen „$Deutsches Bauernrecht$“ u. a. - -Statt des Abgeleiteten also die $Quelle$, statt des Begriffes die -$Anschauung$, statt einer Information von dritter Seite $eigenes$ -Gewinnen und so tieferer Gewinn; statt der auf breiter Oberfläche -erscheinenden Kenntnisse und Begriffe ein Hinabsteigen an $wenigen, -aber bezeichnenden$ Punkten in den Schacht der Quellen und in neu -gewonnene Tiefen. - -Das alles einerseits auf der Grundlage $strenger kritischer Auswahl und -Erläuterung,$ getroffen und geboten von $Fachmännern$ und vom $neuesten -Standpunkte der betreffenden Forschung$ aus; das alles andererseits in -einer Auswahl und in einer Form, die die Lektüre $für jeden zu einer -angenehmen Unterhaltung macht.$ - -Grundsätzlich sucht die Sammlung nur wirkliche $Quellen$ zu -bringen: $Urkunden$, $Literatur-Denkmäler$ oder $Monumente$. Sache -der Herausgeber aber war es und wird es sein, das Wichtige und -Bezeichnende auszuwählen, es durch Einleitungen, Überleitungen, -Anmerkungen usw. ins rechte Licht zu setzen und verständlich zu -machen, denn das Lesen von Quellen setzt Vorarbeit voraus, die der -Herausgeber dem Leser abzunehmen hat. -- Zuweilen muß aber auch die -$quellenmäßige Darstellung$ an Stelle der Quellen treten, nämlich -wenn diese so zerstreut oder trocken sind (z. B. Stadtrechnungen), -daß sie im Original wenig genießbar sind. -- Bestehen die Quellen gar -aus „Monumenten“, besitzen wir also nur bildliche Überlieferungen, -Fundstücke oder Bauten, die mehr oder minder erhalten noch heute vor -unseren Augen stehen, dann nehmen die „Quellenbücher“ das $Bild$ zur -Grundlage und erläutern es durch den beigegebenen Text, auch wenn -dieser der Form nach den eigentlichen Aufbau bildet. - -Inhaltlich erstreckt sich das Unternehmen auf alle nur möglichen -Gebiete und Stoffe, auf welche die geschilderten Formen der Darbietung -anwendbar sind, namentlich auch auf die Naturwissenschaften. - -Die Sammlung ist für $jedermann$ bestimmt. Es gibt für jeden, er mag -noch so hochgebildet sein, Wissensgebiete, in denen er entweder keine -oder nur allgemeine und abgeleitete Kenntnisse hat und daher für eine -unmittelbare Aufschließung klar und rein fließender Quellen empfänglich -ist. Auf diese Weise wird es möglich, die Bedürfnisse verschiedenster -Bildung und Lebensstellung und verschiedenen Alters zu befriedigen, -auch die der Schule. Es kann keinen großen Unterschied machen, ob der -Leser eines solchen Quellenbüchleins ein junger einfacher Mensch oder -ein gereifter, in anderen Fächern tief durchgebildeter ist. Aber auch -dem $Fachmann$ werden so wohlfeile und dabei zuverlässige urkundliche -Darbietungen aus dem eigenen Wissensgebiete gute Dienste tun. - -Daß die Bearbeitung der einzelnen Bändchen sicheren Händen anvertraut -worden ist, wird eine Durchsicht des Titelverzeichnisses ergeben. - - -Weitere gute Werke aus R. Voigtländer^s Verlag in Leipzig - -Erlebtes und Erschautes - -Eine Memoirensammlung. - -Im Anschluß an „Voigtländers Quellenbücher“ sei auf die verwandte, von -der $Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege in Berlin$ herausgegebene -Sammlung $„Erlebtes und Erschautes“$ hingewiesen: Werke berühmter -Entdecker und Erforscher, Berichte aus vergangenen Kriegszeiten, -Erinnerungen namhafter Persönlichkeiten. Die Ausgaben sind gekürzt, -da die Herausgeber nur das wirklich Wichtige bieten wollen. Die -Bearbeitungen, geschmackvoll durchgeführt, machen die Bücher auch für -unsere Jugend brauchbar, die die Heldentaten vergangener Zeiten gern in -Begeisterung nacherlebt. - -$1 Im Reiche der Azteken.$ Die Eroberung Mexikos durch _Ferdinand -Cortez_. Nach den Berichten des Eroberers bearbeitet von -_P. Schneider_. ~VII~, 206 Seiten. 11 Abbildungen. - -$2 Aus dem großen Krieg.$ Schilderungen und Berichte von _Augenzeugen_. -Ausgewählt und bearbeitet von _Gerhard Krügel_. ~VIII~, 198 Seiten. - -$3 Durch das tropische Südamerika.$ Aus _Alexander von Humboldts_ -Berichten über seine Reise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen -Kontinents. Bearbeitet von _Wilh. F. Burr_. ~IV~, 261 Seiten. Mit 10 -Abbildungen. - -$4 Aus deutscher Ritterzeit.$ _Götz von Berlichingen_. _Hans von -Schweinichen_. Eigene Berichte ihres Lebens und ihrer Taten. _Die -Herren von Zimmern_. Bearbeitet von _Franz Elzin_. ~III~, 211 Seiten. -Mit 23 Abbildungen. - -$5 Auf unbekannten Meeren.$ _James Cooks_ Tagebuch seiner dritten -Entdeckungsfahrt in die Südsee und das Nördliche Eismeer. Ausgewählt -von _P. Schneider_. ~III~, 235 Seiten. Mit 13 Abbildungen. - -$6 Vor sechshundert Jahren im Reiche der Mitte.$ Marco Polos Berichte -über seine Reise nach China und seinen Aufenthalt am Hofe des Großkhans -der Mongolen. Bearbeitet von _Carl Meyer-Frommhold_. 192 Seiten. Mit 10 -Abbildungen. - -$7 Aus dem Leben eines Wandervogels.$ Johann Gottfried Seumes Leben und -Wanderungen von ihm selbst erzählt. Ausgewählt von _Paul Schneider_. -255 Seiten. Mit 20 Abbildungen. - -$8 Aus der französischen Revolution.$ Schilderungen und Berichte von -Augenzeugen. Ausgewählt und bearbeitet von _Walther Friedrich_. 203 -Seiten. Mit 12 Abbildungen. - -$Jeder Band (Kl.-4^o) in Pappband und Umschlag von Künstlerhand kostet -nur ... M. 1.80, in Leinen M. 2.25$ - - -Weitere gute Werke aus R. Voigtländer^s Verlag in Leipzig - - -Natur-Urkunden - -Was ist eine Natur-Urkunde? Eine unmittelbare, durch keinerlei Zutat, -Weglassung, „Verbesserung“ oder „Verschönerung“ getrübte oder gar -gefälschte Abbildung eines Naturgegenstandes. Die Photographie ist -dabei das zuverlässigste, ja eigentlich einzige Mittel. - -Der Begriff „Natur-Urkunde“ ist von C. G. Schillings geprägt und -zum Gemeingut geworden, als Schillings seine berühmten Werke „Mit -Blitzlicht und Büchse“ und „Im Zauber des Eleléscho“ erscheinen ließ. -R. Voigtländers Verlag hat dann den Gedanken weiter durchgeführt, -indem er mit vielen Mühen und großen Kosten eine in ihrer Art einzige -Sammlung von vielen Tausend Photographien der europäischen Tierwelt -zustande brachte und damit das große Naturgeschichtswerk ins Leben -rief: die „Lebensbilder aus der Tierwelt“. - - -Werke von C. G. Schillings - -$Mit Blitzlicht und Büchse.$ Beobachtungen und Erlebnisse in -der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. 4. -durchgesehene u. ergänzte Auflage (22.-25. Tausend). 1910. Gr.-8^o. -558 Seiten. Mit 302 urkundtreu wiedergegebenen Original-Tag- und -Nachtaufnahmen des Verfassers. - -$Der Zauber des Eleléscho.$ Neue Beobachtungen u. Erlebnisse in -der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika. (1.-8. -Tausend.) 1906. Gr.-8^o. 496 Seiten. Mit 318 Abbildungen, meist -photographischen Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers, -urkundtreu in Autotypie wiedergegeben. - -Jedes Buch M. 12.50, in Ganzleinenband - - M. 14.-- - -$Mit Blitzlicht und Büchse im Zauber des Eleléscho.$ Kleine Ausgabe der -beiden großen Werke. 5. bis 7. Aufl. (21.-35. Tausend.) 1911. Gr.-8^o. -384 Seiten. 64 Einschalttafeln mit 83 photographischen Original-Tag- -und Nachtaufnahmen des Verfassers. M. 5.--, in Ganzleinwandband - - M. 6.50 - -$Lebensbilder aus der Tierwelt.$ Naturgeschichte europ. Säugetiere und -Vögel. Herausgegeben von _H. Meerwarth_ und _K. Soffel_. Das Werk ist -1909-1912 erschienen, jetzt abgeschlossen und umfaßt: Erste Reihe: -_Säugetiere_. 3 Bände. Zweite Reihe: _Vögel_. 3 Bände. Sechs Bände -mit zusammen ca. 2800 photographischen Abbildungen lebender Tiere, -meist in freier Natur. Jeder Band M. 12.--, in Ganzleinen M. 14.--, in -Halbfranz M. 15.--. Alle sechs Bände M. 72.--, in Ganzleinen M. 84.--, -in Halbfranz M. 90.--. Jeder Band ist einzeln käuflich; beim Kaufe des -Ganzen überall erleichterte Zahlungsbedingungen. - - -$Voigtländer^s Künstler-Steinzeichnungen$ - - -Was ist eine Künstlersteinzeichnung? Ein Bild, das in dem einzigen -Vervielfältigungsverfahren hergestellt wird, dessen Ergebnis -_Originalgemälden_ vollständig gleichkommt. - -Dies geht so zu: Der Künstler selbst zeichnet nach seinem Entwurfe, der -für ihn gleichsam das Konzept bedeutet, Konturen und Farben auf die -Steine, d. h. er legt für jeden Ton, den er dem Bilde geben will, eine -Platte an und hat so die Möglichkeit, seinem Werke alle die Farbenwerte -und Stimmungswerte zu verleihen, die er braucht. Er selbst leitet die -ersten Probedrucke und überwacht den Druck; er bestimmt die Farben bis -auf den kleinsten Unterton. Er allein, sonst niemand, hat Gewalt über -sein Werk. - -So wird es möglich, daß jeder Abzug einer Druckauflage zu ganz -niedrigem Preise verkauft werden kann und doch das _Urbild selbst_ -ist. Die Frage, ob das Nachbild dem Vorbilde gleichwertig sei oder -nicht, fällt ganz weg: es gibt in der Künstler-Steinzeichnung kein -Vorbild, sondern nur ein Urbild, und das ist der in Hunderten oder -Tausenden von gleichen Abzügen gefertigte Druck. _Das Mittel, den -Künstler selbst unmittelbar sprechen zu lassen, ist durch das Verfahren -der eigenhändigen Steinzeichnung in dem Steindruck-Gemälde vollkommen -gefunden._ - -Die Künstler-Steinzeichnung ist von der größten Bedeutung für die -künstlerische Volkskultur, für Verbreitung guten Geschmackes. Wer -sich einmal hineingesehen hat in diese wichtige Art der graphischen -Wandkunst, den hat sie gewonnen, er wird sich so leicht nicht wieder -zu den früher gewohnten Süßlichkeiten und faden Plattheiten, zu einer -gedankenarmen Reproduktions- und Scheinkunst zurückwenden. - -Von R. Voigtländers Künstlersteinzeichnungen sind über 200 Blatt -erschienen, und zwar - - in Größe 100×70 ~cm~ M. $6.--$ - in Größe 55×42 ~cm~ M. $4.--$ - „ „ 75×55 „ „ $5.--$ - „ „ 41×30 „ „ $2.50$ - -Außerdem umfaßt der Verlag noch - -$Farbdruckblätter$ in den Größen 34×22, 28×22, 22×22 zu M. 1.50, 1.25, -1.--. - -$Walther Casparis Märchenbilder$ in den Größen 46×22, 34×22, 22×22 zu -M. $1.75, 1.50, 1.25.$ - -$Gertrud Casparis Kinderfriese.$ 8 Blatt in der Größe 115×41 ~cm~ zu -M. $4.50.$ Die 6 Blatt: Hochzeitszug, Geburtstagskuchen, Entenliese, -Gesegnete Mahlzeit, Gesangverein, Eindringling auch in der Größe 80×30 -~cm~ zu je M. $2.--$. - -$Adolph von Menzel$, _Vier Wandbilder_. Vergrößerungen nach -Holzschnitten. In Größe 75×55 ~cm~ je M. $5.--$. - - Ein kleines Heftchen über die Bilder auf Verlangen vom Verlag - unberechnet. Der vollständige Prachtkatalag mit farbigen - Wiedergaben der sämtlichen Steindrucke kostet 40 Pf. u. ist gegen - Einsendung dieses Betrages (auch in Marken aller Länder) von jeder - Buchhandlung oder portofrei vom Verlag zu beziehen. - - - - - +--------------------------------------------------------------+ - | Anmerkungen zur Transkription | - | | - | Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen | - | gebräuchlich waren, wie: | - | | - | Aufenthaltes -- Aufenthalts | - | Aufschlag-Wasser -- Aufschlagwasser | - | Begriffes -- Begriffs | - | Branca's -- Brancas | - | Cylinder -- Zylinder | - | Dampfmaschinen-Patente -- Dampfmaschinenpatente | - | Deutsch-Französische Krieg -- Deutsch-französische Krieg | - | doppelt wirkende -- doppeltwirkende | - | Flurance -- Flurence | - | Groß-Britannien -- Großbritannien | - | Künstler-Steinzeichnung -- Künstlersteinzeichnung | - | Miner's -- Miners | - | Newcomen-Maschine -- Newcomenmaschine | - | Püsterich -- Püstrich | - | Savery-Maschine -- Saverymaschine | - | Silvester -- Sylvester | - | Verbrauches -- Verbrauchs | - | Walzwerkes -- Walzwerks | - | Œuvres -- Oeuvres | - | | - | und weitere Inkonsistenzen in den angegebenen Zitaten. | - | | - | Interpunktion wurde ohne Erwähnung korrigiert. | - | Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: | - | | - | S. (2) „Lebrecht“ in „Leberecht“ geändert. | - | S. (2) „herausgegegeben“ in „herausgegeben“ geändert. | - | S. 3 „Feuerunganlagen“ in „Feuerungsanlagen“ geändert. | - | S. 5 „Anordung“ in „Anordnung“ geändert. | - | S. 5 „Georg Edward Eye“ in „George Edward Eyre“ geändert. | - | S. 7 „Pustrich“ in „Püstrich“ geändert. | - | S. 8 „Desaguilliers“ in „Desaguliers“ geändert. | - | S. 8 „Grennall“ in „Greenall“ geändert. | - | S. 8 „Mainzioes“ in „Menzies“ geändert. | - | S. 8 „Hately“ in „Hateley“ geändert. | - | S. 19 “ eingefügt. | - | S. 22 „l'Academie“ in „l'Académie“ geändert (Fußnote 12). | - | S. 22 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 13). | - | S. 23 „Akzedentien“ in „Akzidentien“ geändert. | - | S. 25 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 18). | - | S. 25 „Leipzig 179“ in „Leipzig 1879“ geändert (Fußnote 19). | - | S. 28 „Poggendorf“ in „Poggendorff“ geändert (Fußnote 19). | - | S. 33 “ eingefügt. | - | S. 33 „a“ in „à“ geändert (Fußnote 26). | - | S. 33 „un“ in „une“ geändert (Fußnote 26). | - | S. 33 „Rivaul“ in „Rivault“ geändert (Fußnote 26). | - | S. 35 „Salamons“ in „Salomons“ geändert. | - | S. 39 „Wasser-“ in „Wasser“ geändert. | - | S. 40 „Georg Edward Eye“ in „George Edward Eyre“ geändert. | - | S. 48 „amoenior“ in „amaenior“ geändert. | - | S. 53 „Desagulliers“ in „Desaguliers“ geändert. | - | S. 57 „perpetuelle“ in „perpétuelle“ geändert (Fußnote 42). | - | S. 57 „Canon“ in „canon“ geändert (Fußnote 42). | - | S. 61 „Maistre des Mechaniques“ in „Maitre des Mecaniques“ | - | geändert (Fußnote 45). | - | S. 74 „The Miners' Friend“ in „The Miner's Friend“ geändert | - | (Fußnote 50). | - | S. 83 „sein“ in „seyn“ geändert. | - | S. 92 „Kolbenlederung“ in „Kolbenliderung“ geändert. | - | S. 93, 95 „zuschließet“ in „zuschliesset“ geändert. | - | S. 98 „Desaguilliers“ in „Desaguliers“ geändert. | - | S. 99 „Billinley“ in „Billingsley“ geändert. | - | S. 102 „noch“ in „nach“ geändert. | - | S. 108 „Michael Mainzies“ in „Michael Menzies“ geändert. | - | S. 111 „Hately“ in „Hateley“ geändert. | - | S. 125 „hin und“ in „hin- und“ geändert. | - | S. 129 Absatz vor „Die fünfte“ eingefügt. | - | S. 131 „Blaslo de Garay“ in „Blasco de Garay“ geändert. | - | S. 131 „Desagulliers“ in „Desaguliers“ geändert. | - | S. 132 „Grennall“ in „Greenall“ geändert. | - | S. 132 „Mainzies“ in „Menzies“ geändert und verschoben. | - | S. 133 „della Porta“ im Index verschoben. | - | S. (5) „Vellejus“ in „Velleius“ geändert. | - | S. (13) „Kunstflege“ in „Kunstpflege“ geändert. | - | | - | S. 83/84 Das Zitat Leupolds ist nicht buchstabengetreu | - | wiedergegeben, hier wurden nur Inkonsistenzen korrigiert. | - | Die Namen „Ramseye“ und „Wildgosse“ sind überwiegend als | - | „Ramsey“ und „Wildgoose“ in der Listeratur zu finden, wurden | - | aber nicht geändert. | - +--------------------------------------------------------------+ - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Geschichte der Dampfmaschine bis -James Watt, by Max Geitel - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GESCHICHTE DER DAMPFMASCHINE *** - -***** This file should be named 51567-0.txt or 51567-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/1/5/6/51567/ - -Produced by Peter Becker and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. 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